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Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit sind für
uns untrennbar miteinander verbunden.
Nur wer selbst unabhängig entscheiden kann,
kann selbstbestimmt nachhaltig handeln.
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Inhaltsverzeichnis
2 Konzernlagebericht
2 Konzernsegmentbericht
32 Konzernabschluss
139 Erklärung der gesetzlichen Vertreter
160 Lagebericht der Oberbank AG
191 Jahresabschluss der Oberbank AG gemäß UGB
195 Anhang der Oberbank AG
230 Erklärung der gesetzlichen Vertreter
231 Impressum
Konzernlagebericht
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
2
Wirtschaft unter dem Schock Russlands
Noch unter dem Eindruck der Coronapandemie wurde die westliche Welt vom Einmarsch der russischen Truppen in der Uk-
raine in Schockstarre versetzt. Die Rückkehr eines Krieges nach Europa sollte massiv dazu beitragen, dass die Inflation und
die Zinsen speziell in Europa aber auch im Rest der Welt deutlich anstiegen.
Die Energiepreise schossen in der Folge förmlich in die Höhe, Bedenken betreffend der Versorgungsicherheit aufgrund der
hohen Abhängigkeit von Gaslieferungen aus Russland machten die Runde. Die Vervielfachung der Gaspreise zog die Preise
für andere Energiequellen nach oben und so war es früh absehbar, dass damit verbunden auch die Inflationsraten massiv
steigen würden. Rezessionsängste waren die Folge und bestehende Wachstumsprognosen wurden deutlich nach unten kor-
rigiert.
Rückkehr der Inflation
Über Jahre hindurch hatten die Notenbanken damit zu kämpfen, dass die Inflationsraten deutlich zu tief waren. Die Märkte
wurden fast schon überbordend mit Liquidität versorgt. Wegen der bereits genannten Ursachen und nicht zuletzt aufgrund
der nach wie vor coronabedingt vorherrschenden Lieferknappheit von vielen Produkten aus dem asiatischen Raum, stiegen
die Teuerungsraten. Mit Werten – je nach Land der Eurozone – von bis zu über 20 % standen die Notenbanken plötzlich vor
neuen Herausforderungen. Als Maßnahmen wurden von den Notenbanken einerseits die Rücknahme der großzügigen Liqui-
dität gegenüber Banken und die Anhebung der Leitzinsen eingesetzt. Beide Schritte führten zu höheren Zinsen. Der Inflati-
onspeak dürfte im zweiten Halbjahr erreicht worden sein. Die Werte fielen gegen Jahresende leicht.
Ende der Negativzinsen
Die mehrere Jahre dauernde Tiefzinsphase und damit einhergehend die Verrechnung von Negativzinsen fand im dritten
Quartal 2022 ihr Ende. Mit den beiden Leitzinserhöhungen im Juli und September setzte die EZB ein klares Zeichen, dass
diese Zinsphase beendet ist. Im ersten Halbjahr 2022 waren die Negativzinsen im Euroraum noch das beherrschende Thema.
Die dadurch entstandenen hohen Kosten für die Banken wurden speziell an die Firmenkunden weitergegeben. Mit dem
Ende der Negativzinsen leitete die EZB auch den Ausstieg aus mehreren Refinanzierungsprogrammen ein.
Die großen Notenbanken drehten an den Zinsschrauben
Alle großen Zentralbanken haben die richtungsweisenden Leitzinsen 2022 zum Teil kräftig erhöht. Die US-Notenbank FED
hob den Leitzins von 0,25 % auf zuletzt 4,5 % in sieben Schritten an. Die EZB war deutlich bedächtiger in ihren Schritten und
erhöhte von 0 % auf 2,5 %. Die führenden Gremien der Notenbanken wiesen klar auf ihre Entschlossenheit hin bei Bedarf
mit weiteren Schritten gegen die Inflation ankämpfen zu wollen. Die Notenbanken standen bei ihren Entscheidungen im
Dilemma zwischen Inflationsbekämpfung und der Gefahr, dass sich die Wirtschaft durch steigende Zinsen überdurchschnitt-
lich stark abschwächen könnte.
Massive Bewegungen bei EUR/USD
Getrieben durch die Zinserhöhungsfantasie durchbrach der Wechselkurs von EUR/USD im Lauf des Jahres erstmals seit lan-
ger Zeit die Parität. Zwischen Höchst- und Tiefstkurs lagen in der Spitze rund 15 %. Seine Tiefstwerte erreichte der EUR/USD
Kurs gegen Ende des dritten Quartals. Die massiven Zinserhöhungsschritte der US-Notenbank waren Rückenwind für den
Dollar. Im letzten Quartal 2022 setzte eine Erholung des Euros ein – befeuert durch die Zinserhöhungsfantasie im Euroraum
und durch die sich abzeichnende Verringerung der Intensität der Erhöhungen der US-Notenbank FED. Der Euro musste sich
auch gegenüber der Tschechischen Krone mit Abwertungen zufriedengeben. Von Werten über 25 CZK auf unter knapp 24
CZK stieg die Krone gegenüber dem Euro.
Einzig der ungarische Forint zeigte die meiste Zeit des Jahres klare Abwertungstendenzen. Den Höchstwert zum Euro er-
reichte der Forint mit Werten von über 425 Forint pro Euro. Zum Vergleich: Zu Jahresbeginn 2022 lag der Wert bei Werten
zwischen 350 und 375.
Konzernlagebericht
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
3
2022 ein absolutes Ausnahmejahr für Aktien und Anleihen, Zuversicht für 2023
Sowohl globale Aktien als auch globale Anleihen gaben 2022 zwischenzeitlich mehr als 20 % nach. Bei Anleihen handelte es
sich um den ersten globalen Bärenmarkt seit 70 Jahren. Wenngleich für Aktien ein Bärenmarkt grundsätzlich nichts Unge-
wöhnliches ist, so gab es in diesem Jahrhundert erst zwei Jahre mit einem Verlust größer als 10 % (Finanzkrise 2008 und
2002). Die Börsenentwicklung war stark geprägt von einer hohen Inflationsdynamik und den Antworten der Notenbanken
darauf – steigende Zinsen in den USA und Europa. Der Ukraine-Krieg und dessen Folgen, sorgten ebenso für Unsicherheit bei
Energieversorgung und hohen Preisen für Öl und Gas. 2023 wird mit einer besseren wirtschaftlichen Entwicklung als vom
Markt erwartet gerechnet, und somit mit einer soliden Entwicklung an den Anleihen- und Aktienmärkten.
Allgemeine Angaben zur Berichterstattung
4
Konzernabschluss
Der Konzernabschluss wird nach den Bestimmungen der International Financial Reporting Standards (IFRS) veröffentlicht.
Dieser nach international anerkannten Grundsätzen aufgestellte Konzernabschluss ersetzt gemäß § 59a BWG und § 245a
UGB den Konzernabschluss nach österreichischem Recht. Der Konzernlagebericht wurde nach internationalen Rechnungsle-
gungsstandards erstellt.
Konsolidierungskreis der Oberbank
Der Konsolidierungskreis umfasst im Jahr 2022 neben der Oberbank AG 29 inländische und 16 ausländische Tochterunter-
nehmen. Der Kreis der einbezogenen verbundenen Unternehmen hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2021 wie folgt
verändert:
• Der Erwerb der Oberbank Frank Immobilienleasing GmbH, Linz, führte zu einer Erhöhung der Forderungen an Kunden
um 18 Tsd. Euro und der Sonstigen Aktiva um 5.316 Tsd. Euro sowie zu einer Erhöhung der
Sonstigen Passiva um 1.195 Tsd. Euro.
Die ALPENLÄNDISCHE GARANTIE-GESELLSCHAFT m.b.H. wurde gemäß IFRS 11 als Gemeinschaftliche Tätigkeit im Konzernab-
schluss berücksichtigt. Neben der BKS Bank AG und der Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft wurde die voestal-
pine AG nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
Nicht konsolidiert wurden 18 Tochterunternehmen und 13 assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Summe von untergeordneter Bedeutung ist.
Der Konzernabschlussstichtag ist der 31. Dezember. Über die in den Konzernabschluss einbezogenen Leasingunternehmen
wurde ein Teilkonzernabschluss mit Stichtag 30. September aufgestellt, um eine zeitnahe Konzern-Jahresabschlusserstellung
zu ermöglichen. Wesentliche Geschäftsvorfälle bzw. Änderungen in der Zusammensetzung des Leasing-Teilkonzerns im
4. Quartal werden berücksichtigt.
Gliederung der Segmente
Kundenseitig unterscheidet die Oberbank die Segmente Firmenkunden, Privatkunden, Financial Markets und Sonstiges. Regi-
onal verteilen sich die 180 Filialen der Oberbank auf die Märkte Österreich (95 Filialen), Deutschland (46), Tschechien (21),
Ungarn (14) und Slowakei (4).
Details zur Geschäfts- und Ergebnisentwicklung in den Kundensegmenten bzw. den geografischen Regionen finden sich in
den Kapiteln „Segmentbericht“ und „Konzernabschluss“ dieses Geschäftsberichts.
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
5
Erfolgszahlen in Mio. €
2022
2021
Veränd.
Zinsergebnis
406,1
346,1
17,3 %
Risikovorsorgen im Kreditgeschäft
-41,5
-35,7
16,2%
Provisionsergebnis
206,9
192,0
7,8 %
Verwaltungsaufwand
-320,3
-313,6
2,2 %
Jahresüberschuss vor Steuern
295,3
281,9
4,7 %
Jahresüberschuss nach Steuern
243,3
234,6
3,7 %
Krieg, Zinsen und Inflation prägten die Stimmung
Im Jahr 2022 überschlugen sich die Ereignisse. Nach einem zuversichtlichen Jahresbeginn schockte am 24. Februar der Be-
ginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine die westliche Welt und trieb die Energiepreise nach oben. In weiterer
Folge prägten Zinserhöhungen und stetig steigende Inflation die öffentliche Stimmung bis zum Jahresende. Die Firmenkun-
den jedoch und damit das operative Geschäft der Oberbank erwiesen sich als äußerst widerstandsfähig und konnten sowohl
in Bezug auf Volumen als auch Ertrag zum Teil sehr deutlich wachsen.
Operatives Geschäft - stark und stabil
Die Kreditnachfrage stieg, das Volumen der Forderungen an Kunden erhöhte sich um 4,2 % auf 19,2 Mrd. Euro. Dies und das
höhere Zinsniveau führten zu einem Anstieg des Zinsergebnisses um 17,3 % auf 406,1 Mio. Euro, ein absoluter Rekordwert in
der Geschichte der Oberbank.
Das Börsenjahr 2022 war dadurch gekennzeichnet, dass sowohl verzinsliche Wertpapiere als auch Aktien eine deutlich nega-
tive Jahresperformance aufwiesen. Dennoch konnte die Oberbank auch im Geschäftsbereich Private Banking & Asset Ma-
nagement das Provisionsergebnis verbessern. Damit und vor allem dank der stark nachgefragten Dienstleistungen im Kom-
merzgeschäft stieg das Provisionsergebnis um 7,8 % auf 206,9 Mio. Euro – ebenfalls ein Höchststand. Das volatile Marktum-
feld führte zu Abwertungen bei den zu Marktwerten bewerteten Wertpapieren. Das Ergebnis aus den At Equity-Beteiligun-
gen erholte sich im 4. Quartal 2022, lag aber dennoch mit 90,7 Mio. Euro um 9,5 % unter dem Vorjahr.
Die Risikovorsorgen für Kredite wurden mit 41,5 Mio. Euro dotiert; dies stellt – auf weiterhin sehr niedrigem Niveau – einen
Anstieg um 16,2 % dar. Der Verwaltungsaufwand stieg um 2,2 % auf 320,3 Mio. Euro – angesichts der hohen Inflation ein
ausgezeichneter Wert.
Jahresüberschuss trotz widriger Wertpapiermärkte wiederum gesteigert
Somit konnte man – trotz der aufgrund der Marktverwerfungen erforderlichen Bewertungen der von der Bank gehaltenen
Wertpapiere – den Jahresüberschuss vor Steuern um 4,7 % auf 295,3 Mio. Euro und der Jahresüberschuss nach Steuern um
3,7 % auf 243,3 Mio. Euro verbessern.
Das erhöhte Eigenkapital stärkt die Oberbank für zukünftige Herausforderungen
Um 6,9 % auf mehr als 3,5 Mrd. Euro verfestigte sich das Eigenkapital der Bank. Mit einer Kernkapitalquote von
18,3 % und einer Gesamtkapitalquote von 20,2 % befindet sich die Oberbank in der Gruppe der stärksten Banken Europas.
Das sehr gute A-Rating von Standard & Poors ist ein weiterer Beweis für die Risikotragfähigkeit, die Stabilität und die Bonität
der Oberbank.
Gewinnverteilungsvorschlag
Der verteilungsfähige Gewinn wird anhand des Jahresabschlusses der Muttergesellschaft des Konzerns, der Oberbank AG,
festgestellt. Der Jahresüberschuss der Oberbank AG betrug im Geschäftsjahr 2022 170,2 Mio. Euro. Nach Rücklagendotation
von 119,0 Mio. Euro und nach Zurechnung des Gewinnvortrags von 0,2 Mio. Euro ergibt sich ein verwendungsfähiger Bilanz-
gewinn von 51,4 Mio. Euro. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Hauptversammlung wird vorgeschlagen, eine Divi-
dende von Euro 1,45 je bezugsberechtigter Aktie auszuschütten. Daraus ergibt sich bei 35.307.300 Stammaktien ein Aus-
schüttungsbetrag von 51,2 Mio. Euro. Weiters schlägt der Vorstand vor, den verbleibenden Rest von 187.443,60 Euro auf
neue Rechnung vorzutragen.
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
6
Bilanzzahlen in Mio. €
2022
2021
Veränd.
Bilanzsumme
26.798,2
27.539,7
-2,7 %
Forderungen an Kunden
19.192,9
18.427,9
4,2 %
Primärmittel
17.948,1
17.431,6
3,0 %
hievon Spareinlagen
2.167,2
2.534,7
-14,5 %
hievon verbriefte Verbindlichkeiten
inkl. Nachrangkapital
2.886,7
2.703,0
6,8 %
Eigenkapital
3.546,9
3.317,9
6,9 %
Betreute Kundengelder
37.185,5
38.636,7
-3,76 %
Vermögens- und Finanzlage
Die Bilanzsumme im Konzern hat sich im Vergleich zum 31.12.2021 um 741,5 Mio. Euro / 2,7 % auf 26.798,2 Mio. Euro ver-
ringert. Die Veränderung wurde vor allem von der Barreserve verursacht.
Bilanzaktiva
Die Barreserve hat sich von 4.400,9 Mio. Euro um 2.113,6 Mio. Euro auf 2.287,3 Mio. Euro verringert.
Verantwortlich dafür waren vor allem die gesunkenen Refinanzierungen bei Banken durch die vorzeitigen Rückführungen
des TLTRO III im Ausmaß von 1.500 Mio. Euro.
Die Forderungen an Kreditinstitute sind um 183,6 Mio. Euro / 21,0 % auf 1.057,2 Mio. Euro gestiegen.
Bei den Forderungen an Kunden wurde gegenüber dem Vorjahresende ein Wachstum von 765,0 Mio. Euro um 4,2 % auf
19.192,9 Mio. Euro verzeichnet.
Die Erhöhung der Finanzanlagen um 473,1 Mio. Euro bzw. 14,9 % auf 3.653,5 Mio. Euro ist vor allem auf die
Erhöhung bei den festverzinslichen Wertpapieren zurückzuführen. Diese sind von 1.563,7 Mio. Euro um
431,4 Mio. Euro / 27,6 % auf 1.995,1 Mio. Euro gestiegen. Der unerwartete Zinsanstieg hat hier zu zusätzlichen Veranlagun-
gen geführt.
Die Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere sind von 351,6 Mio. Euro um 89,6 Mio./ 25,5 % auf
262,0 Mio. Euro gesunken.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind von 84,0 Mio. Euro um 4,1 Mio./ 4,9 % auf 88,1 Mio. gestiegen.
Die at Equity-Beteiligungen sind von 1.000,8 Mio. Euro um 98,8 Mio./ 9,9 % auf 1.099,6 Mio. gestiegen,
Die sonstigen Beteiligungen erhöhten sich von 180,3 Mio. Euro um 28,4 Mio. Euro / 15,8 % auf 208,7 Mio. Euro
Bilanzpassiva
Die Primäreinlagen sind von 17.431,6 Mio. Euro auf 17.948,1 Mio. Euro erneut gestiegen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten hat sich um 1.444,5 Mio. Euro / 24,5 % auf 4.448,8 Mio. Euro verringert.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden stiegen um 332,8 Mio. Euro /2,3 % auf 15.061,4 Mio. Euro,
die verbrieften Verbindlichkeiten stiegen um 200,4 Mio. Euro / 9,1 % auf 2.407,0 Mio. Euro und
das Nachrangkapital verringerte sich um 16,7 Mio. Euro / 3,4 % auf 479,7 Mio. Euro
Die Rückstellungen lagen mit 319,6 Mio. Euro um 45,2 Mio. unter dem Wert zum 31.12.2021.
Das Eigenkapital stieg um 229,0 Mio. Euro / 6,9 % auf 3.546,9 Mio. Euro.
Anrechenbare Eigenmittel in Mio. €
2022
2021
Veränd.
Hartes Kernkapital
3.126,4
2.971,1
5,2 %
Kernkapital
3.176,4
3.021,1
5,1 %
Eigenmittel
3.501,9
3.353,2
4,4 %
Harte Kernkapitalquote
18,03 %
18,35 %
-0,32 %-P.
Kernkapitalquote
18,32 %
18,66 %
-0,34 %-P.
Gesamtkapitalquote
20,19 %
20,71 %
-0,52 %-P.
Die Harte Kernkapitalquote verringerte sich im Jahresabstand von 18,35 % um 0,32 %-Punkte auf 18,03 %. Das anrechenbare
harte Kernkapital hat sich um 5,2 % erhöht.
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
7
Die Kernkapitalquote verringerte sich im Jahresabstand von 18,66 % um 0,34 %-Punkte auf 18,32 %.
Die Gesamtkapitalquote verringerte sich im Jahresabstand von 20,71 % um 0,52 %-Punkte auf 20,19 %.
Unternehmenskennzahlen
2022
2021
Veränd.
Return on Equity vor Steuern (Eigenkapitalrendite)
1
8,71 %
8,88 %
-0,17 %-P.
Return on Equity nach Steuern
1
7,18 %
7,39 %
-0,21 %-P.
Cost-Income-Ratio (Kosten-Ertrag-Relation)
2
48,75 %
49,68 %
-0,93 %-P.
Risk-Earning-Ratio (Kreditrisiko/Zinsergebnis)
3
10,22 %
10,32 %
-0,10 %-P.
1)
Der Return on Equity vor/nach Steuern zeigt, wie das Eigenkapital des Unternehmens innerhalb einer Periode verzinst wird. Zur Berechnung setzt
man den Periodenüberschuss vor/nach Steuern ins Verhältnis zum durchschnittlichen an den Quartalsstichtagen der Periode zur Verfügung stehen-
den Eigenkapital, bereinigt um geplante Dividendenausschüttungen.
2)
Die Cost-Income-Ratio ist eine Kennzahl der Effizienz und sagt aus, welchen Aufwand die Bank für einen Euro Ertrag leisten muss. Zur Berechnung
werden für den jeweiligen Abrechnungszeitraum die Verwaltungsaufwendungen ins Verhältnis zu den operativen Erträgen (Summe aus Zins- und
Provisionsergebnis, Handelsergebnis und sonstigen betrieblichen Erträgen) gesetzt.
3)
Die Risk-Earning-Ratio ist ein Risikoindikator im Kreditbereich und gibt an, welcher Anteil des Zinsergebnisses für die Abdeckung des Kreditrisikos
verwendet wird. Zur Berechnung setzt man die Risikovorsorgen im Kreditgeschäft ins Verhältnis zum Zinsergebnis.
Verwendung von Finanzinstrumenten
Die Verwendung von Finanzinstrumenten wird im Anhang des Oberbank Konzerns detailliert dargestellt.
Eigene Aktien
Im Berichtsjahr haben Erwerbe und Veräußerungen sowohl unter der Ermächtigung gem. § 65 Abs 1 Z 4 AktG (Rückkaufpro-
gramm zum Zweck des Angebotes an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes oder Aufsichtsrates
der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens als auch jener gem. § 65 Abs 1 Z 7 AktG (Wertpapierhandel)
stattgefunden.
Zum Zwecke des Wertpapierhandels hat die Oberbank im Berichtsjahr 124.547 Stück eigene Stammaktien, was einem Anteil
von 0,35 % bzw. 373.641,00 Euro des Grundkapitals entspricht, zum Durchschnittskurs von 99,32 Euro erworben, denen Ver-
käufe von 94.099 Stück eigener Stammaktien zum Durchschnittskurs von 97,18 Euro gegenüberstanden. Die aus dem Ver-
kauf erzielten Erlöse wurden den Betriebsmitteln zugeführt.
Zu den im Rahmen des Aktien-Rückkaufprogramms 2022 erworben und veräußerten eigenen Stammaktien wird auf die An-
gaben in der Note 32 verwiesen.
Zum Bilanzstichtag hatte die Oberbank damit insgesamt 50.151 Stück eigene Stammaktien im Bestand, was einen Anteil von
0,14 % bzw. 150.453,00 Euro des Grundkapitals darstellt. Der höchste Stand im Laufe des Jahres 2022 erreichte am
23.06.2022 mit 89.508 Stück 0,25 % bzw. 268.524 Euro vom Grundkapital.
Forschung und Entwicklung
Auf der Basis der Bedürfnisse ihrer KundInnen entwickelt die Oberbank individuelle Finanzdienstleistungen im Finanzie-
rungs- und Anlagebereich. In der Forschung und Entwicklung im klassischen Sinn ist sie jedoch nicht tätig.
Rechtsstreitigkeiten der 3 Banken mit der UniCredit Bank Austria AG und der CABO Beteiligungsgesellschaft m.b.H.
Die UniCredit Bank Austria AG und die CABO Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (gemeinsam kurz: UniCredit) haben in der
Hauptversammlung der Oberbank im Mai 2019 den Antrag gestellt, einen dritten ihnen zuzurechnenden Vertreter in den
Aufsichtsrat der Oberbank zu wählen. Dieser Antrag fand keine Zustimmung. Die UniCredit hat in der Folge eine Klage auf
Anfechtung einzelner Hauptversammlungsbeschlüsse erhoben. Das diesbezügliche Verfahren wurde am 20. Dezember 2019
geschlossen.
Nachdem das Landesgericht Linz sämtliche Klagebegehren der UniCredit negativ beschieden hatte, hat das OLG Linz diese
Entscheidung insofern revidiert, als die von der Hauptversammlung im Mai 2019 beschlossene Reduktion der Kapitalvertre-
terInnen von zwölf auf elf für nichtig erklärt wurde. Dem Feststellungbegehren der UniCredit auf Wahl des von ihr nominier-
ten Kandidaten wurde jedoch nicht stattgegeben. Dieses Urteil ist inzwischen rechtskräftig. Es hat abgesehen von der bestä-
tigten Nichtwahl des von UniCredit beantragten Kandidaten keine weiteren rechtlichen Auswirkungen. Relevante bilanzielle
Auswirkungen dieses Verfahrens sind nicht erkennbar.
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
8
Ende Dezember 2019 hat die UniCredit die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung der AktionärInnen der
Oberbank beantragt, die am 4. Februar 2020 stattfand. Die Anträge der UniCredit (Sonderprüfung der Oberbank-Kapitaler-
höhungen seit 1989, Beendigung eines Schiedsverfahrens mit der Generali-3 Banken-Holding) fanden keine Zustimmung.
Auch in der ordentlichen Hauptversammlung am 20. Mai 2020 stellte die UniCredit Anträge auf Durchführung von
Sonderprüfungen, die jedoch keine Mehrheit fanden. Die UniCredit hat einerseits Anfechtungsklage gegen diese Beschlüsse
eingebracht. Andererseits hat sie bezüglich des Antrags auf Sonderprüfung aus der außerordentlichen Hauptversammlung
2020 im Zusammenhang mit den Kapitalerhöhungen der BKS Bank AG (kurz: BKS) beziehungsweise der Bank für Tirol und
Vorarlberg AG (kurz: BTV) im Jahr 2018 und bezüglich einiger abgelehnter Sonderprüfungsthemen aus der ordentlichen
Hauptversammlung 2020 einen gerichtlichen Antrag auf Sonderprüfung gestellt. Der von UniCredit gestellte gerichtliche An-
trag auf Sonderprüfung wurde vom Landesgericht Linz teilweise abgewiesen und hinsichtlich der übrigen Themen das Ver-
fahren bis zur Erledigung des anhängigen Zivilprozesses betreffend die Anfechtungsklage gegen Beschlüsse der ordentlichen
Hauptversammlung 2020 unterbrochen. Die Anfechtungsverfahren wurden bis zur Klärung übernahmerechtlicher Vorfragen
unterbrochen.
Die UniCredit hat Ende Februar 2020 Anträge bei der Übernahmekommission gestellt, mit denen überprüft werden soll, ob
die bei den 3 Banken bestehenden Aktionärssyndikate eine übernahmerechtliche Angebotspflicht verletzt haben. Die
Oberbank ist von diesen Verfahren als Mitglied der Syndikate bei der BTV und bei der BKS unmittelbar betroffen. Die Syndi-
kate der BTV und BKS wurden mit nach wie vor gültigen Bescheiden der Übernahmekommission aus dem Jahr 2003 geneh-
migt. Die UniCredit erhebt den Einwand, dass sich seitdem die Zusammensetzung und Willensbildung der Syndikate verän-
dert sowie diese insgesamt seit dem Jahr 2003 ihr Stimmgewicht in übernahmerechtlich relevanter Weise ausgebaut hätten
und dadurch eine Angebotspflicht ausgelöst worden wäre.
Dazu haben zwischen dem 27. September 2020 und dem 1. Oktober 2020 drei Verhandlungstage mit umfangreichen Zeu-
geneinvernahmen vor der Übernahmekommission stattgefunden. Die Entscheidung steht nach wie vor aus.
Der Vorstand geht nach sorgfältiger Prüfung unter Beiziehung externer Experten davon aus, dass diese übernahmerechtliche
Prüfung zu keiner Angebotspflicht führen wird.
Gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung vom 11. Mai 2021 wurden keine Anfechtungen erhoben. Gegen die Be-
schlüsse der Hauptversammlung vom 17. Mai 2022 wurden keine Anfechtungen erhoben. Ende Juni 2021 hat UniCredit neue
Unterlassungs- und Feststellungsklagen beim Landesgericht Linz eingebracht. Im Wesentlichen geht es um die Feststellung,
dass die Beschlüsse des Vorstands der Oberbank auf Durchführung der letzten 4 Kapitalerhöhungen der Oberbank und die
Beschlüsse zur Leistung von Zuschüssen an die Generali 3Banken Holding AG für die Kapitalerhöhungen der 3 Banken nichtig
seien, und dass es der Vorstand in Zukunft unterlassen solle, derartige Zuschüsse zu leisten oder Aktionären, die mit der
Oberbank wechselseitig beteiligungsmäßig verbunden sind, Aktien im Zuge von Kapitalerhöhungen zuzuteilen. Seitens der
UniCredit wurden inhaltlich gleichartige Klagen auch gegen BKS und BTV eingebracht, denen die Oberbank jeweils als Nebe-
nintervenientin beigetreten ist.
Im gegen die BTV geführten Verfahren wurde die Klage bereits erst- und zweitinstanzlich vollinhaltlich abgewiesen, sodass
dieses Verfahren bereits in dritter und letzter Instanz beim OGH anhängig ist. Vor diesem Hintergrund haben sich die UniCre-
dit und die Oberbank mittlerweile darauf geeinigt, im gegen die Oberbank geführten Verfahren vorläufig einfaches Ruhen
eintreten zu lassen, und die Entscheidung des OGH im Verfahren gegen die BTV abzuwarten. Der Vorstand der Oberbank
sieht nach sorgfältiger Prüfung bei diesem Verfahren wie bei allen anderen anhängigen Verfahren keine relevanten bilanziel-
len Auswirkungen.
Wesentliche Ereignisse seit dem Ende des Geschäftsjahres
Siehe Konzernabschluss 2022 Note 2.11.
Konzernlagebericht
Ausblick
9
Ausblick auf die Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2023
Mit Zuversicht wird auf die weitere Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres geblickt. Dabei werden die Herausforderun-
gen der kommenden Monate sehr klar gesehen: Die Entwicklung der Energiepreise und der Inflation werden mit großer Auf-
merksamkeit verfolgt. Der generelle Fachkräftemangel wird nicht nur die Oberbank langfristig beschäftigen und stellt eine
strategische Herausforderung für alle Führungskräfte dar. Ebenso langfristig ist die Umstellung auf ressourcenschonende
Geschäftsmodelle. Das größte Risiko für die Entwicklung der Konjunktur und der Kapitalmärkte bleiben geopolitische Span-
nungen, deren Zunahme mit Besorgnis beobachtet werden.
Die Oberbank vertraut auf die Stabilität ihres operativen Geschäfts und erwartet eine Entwicklung ähnlich wie im vergange-
nen Jahr. Das Jahresergebnis 2023 der Oberbank wird aber auch wesentlich von der Entwicklung des Kreditrisikos und der
Märkte beeinflusst, so dass ein präziser Outlook aus heutiger Sicht nicht sinnvoll erscheint.
Konzernlagebericht
Risikomanagement und internes Kontrollsystem
10
Die gezielte Übernahme von Risiken stellt ein wesentliches Merkmal des Bankgeschäfts dar und ist die Basis für eine nach-
haltig stabile Geschäfts- und Ergebnisentwicklung in der Oberbank. Die Oberbank AG ist für die Festlegung, die Umsetzung,
das Risikomanagement und das Risikocontrolling der zentral festgelegten Risikostrategie im Oberbank Konzern zuständig.
Ausgangspunkt der Risikostrategie der Oberbank ist die Positionierung als Regionalbank. Der Vorstand und alle Mitarbeite-
rInnen handeln nach den risikopolitischen Grundsätzen und treffen ihre Entscheidungen unter Einhaltung dieser Leitlinien.
Organisation des Risikomanagements
Das Risikomanagement ist in der Oberbank integraler Bestandteil der Geschäftspolitik, der strategischen Zieleplanung sowie
des operativen Managements beziehungsweise Controllings. Die zentrale Verantwortung für das Risikomanagement liegt
beim Gesamtvorstand der Oberbank AG. Für jedes wesentliche Risiko des Oberbank Konzerns gibt es definierte Steuerungs-
verantwortlichkeiten sowie zugewiesene Risikodeckungsmassen (Limits) oder definierte Steuerungsprozesse. Die Gesamt-
bank(-risiko-)steuerung erfolgt im Aktiv-Passiv-Management-Komitee (APM-Komitee) der Bank, das monatlich tagt und für
das die Abteilung Strategisches Risikomanagement die entsprechenden Unterlagen aufbereitet. Das für den Bereich Risiko-
management zuständige Vorstandsmitglied leitet dieses Komitee und verfügt über ein Vetorecht bei risikorelevanten Ent-
scheidungsprozessen.
Risikomanagement gem. § 39 Abs. 5 BWG
Die Abteilung Strategisches Risikomanagement erfüllt die Funktion der im Bankwesengesetz (§ 39 Abs. 5 BWG) geforderten
zentralen und unabhängigen Risikomanagementeinheit. Die Abteilung hat einen vollständigen Überblick über die Ausprä-
gung der vorhandenen Risikoarten sowie über die Risikolage des Kreditinstituts und misst, analysiert, überwacht und repor-
tet alle wesentlichen Risiken der Oberbank. Das Reporting erfolgt an den Aufsichtsrat, den Vorstand, das APM-Komitee so-
wie an die betroffenen AbteilungsleiterInnen beziehungsweise MitarbeiterInnen. Die Abteilung ist außerdem an der Ausar-
beitung der Risikostrategie beteiligt.
Internes Kontrollsystem
Das Interne Kontrollsystem (IKS) der Oberbank entspricht dem international anerkannten COSO-Standard. Es existieren de-
taillierte Beschreibungen der IKS-Abläufe und einheitliche Dokumentationen aller risikorelevanten Prozesse der Bank, der
identifizierten Risiken und der Kontrollmaßnahmen. Die Verantwortlichkeiten und Rollen in Bezug auf das IKS sind klar defi-
niert. Für das IKS erfolgt ein regelmäßiges, mehrstufiges Reporting über Wirksamkeit und Reifegrad. Kontrollaktivitäten wer-
den dokumentiert und überprüft, die IKS-relevanten Risiken werden regelmäßig evaluiert und angepasst. Dieser laufende
Optimierungsprozess trägt zur Qualitätssicherung bei. Die Abteilung Interne Revision der Oberbank AG prüft in ihrer Funk-
tion als unabhängige Überwachungsinstanz das interne Kontrollsystem. Abgeprüft werden die Wirksamkeit und Angemes-
senheit des IKS.
Die Kontrollmechanismen des IKS speziell in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess werden in den folgenden Absätzen
im Detail beschrieben (Offenlegung gemäß § 243a (2) UGB).
Die Verantwortung für die Buchhaltung und Bilanzierung mit den dazugehörenden Prozessen ist in der Abteilung Rechnungs-
wesen und Controlling angesiedelt. Einzelne Teilprozesse sind in der Abteilung Strategisches Risikomanagement angesiedelt.
Die Abteilung Interne Revision führt als unabhängige Einheit die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen durch. Im Rahmen
des IKS werden alle wesentlichen Prozesse im Rahmen der Rechnungslegung kontrolliert und die mit der Rechnungslegung
einhergehenden Risiken identifiziert, analysiert und laufend überwacht. Gegebenenfalls werden Maßnahmen zur Reduktion
dieser Risiken ergriffen.
Kontrollumfeld
Neben der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben stehen die von der Oberbank definierten Verhaltensgrundsätze und die
Corporate-Governance-Regelungen im Vordergrund. Die mit der Rechnungslegung befassten MitarbeiterInnen verfügen
über die für ihr Aufgabengebiet erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen.
Konzernlagebericht
Risikomanagement und internes Kontrollsystem
11
Laufende Fortbildungsmaßnahmen stellen den ständigen Know-how-Aufbau sicher und sind die Basis für die rechtzeitige
Implementierung von Neuerungen im Rechnungslegungsprozess. Um die umfangreichen rechtlichen Vorschriften zu erfül-
len, wird die tägliche Arbeit durch zahlreiche Richtlinien, Handbücher und Arbeitsbehelfe unterstützt, die regelmäßig über-
prüft und gegebenenfalls aktualisiert werden.
Kontrollmaßnahmen
Kontrollen umfassen zum einen systemische Kontrollen in der IT, die durch die Oberbank definiert wurden, und zum ande-
ren händische Kontrollen und Plausibilitätsprüfungen sowie das Vier-Augen-Prinzip. Das in der Oberbank implementierte IT-
Berechtigungskonzept stellt einen zusätzlichen Absicherungsmechanismus dar.
Überwachungsmaßnahmen
Die Überwachung der Rechnungslegungsprozesse wird durch das IKS sichergestellt. Darüber hinaus üben die Abteilungs-
leiterInnen und die zuständigen GruppenleiterInnen eine Überwachungsfunktion aus. Dieser gesamte Überwachungsprozess
wird von der Internen Revision geprüft. Eine zusätzliche Überwachungsfunktion fällt den AbschlussprüferInnen des Konzern-
abschlusses und dem Prüfungsausschuss zu.
Gesamtbankrisikosteuerung und Risikotragfähigkeitsrechnung
Den aufsichtsrechtlichen Anforderungen an ein qualitativ hochwertiges Risikomanagement, die sich aus dem ICAAP (Internal
Capital Adequacy Assessment Process) und dem ILAAP (Internal Liquidity Adequacy Assessment Process) ergeben, wird in
der Oberbank mittels der Risikotragfähigkeitsrechnung sowie mittels eines Systems von Berichten und Limits für die Liquidi-
tätssteuerung entsprochen. Die Grundlage für eine Beurteilung der Risikotragfähigkeit der Bank stellt die Quantifizierung der
wesentlichen Risiken und der Deckungsmassen dar. Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung werden aus der ökonomi-
schen Deckungsmasse für die sich aus dem Geschäftsmodell der Oberbank ergebenden wesentlichen Bankrisiken ICAAP-
Risikolimits abgeleitet. Dies erfolgt für das Kreditrisiko (im Detail werden im Rahmen des Kreditrisikos das Ausfallrisiko, das
Kontrahentenausfallrisiko, das Fremdwährungskreditrisiko, das Risiko einer Anpassung der Kreditbewertung (CVA-Risiko),
das Länderrisiko und Kreditrisikokonzentrationen quantifiziert), das Marktrisiko im Handelsbuch, das Marktrisiko im Bank-
buch, das Liquiditätsrisiko, für die operationellen Risiken sowie für Risiken, die aus dem makroökonomischen Umfeld er-
wachsen. Gemäß den Empfehlungen der FMA im Leitfaden zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken werden die Spezialthe-
men des Nachhaltigkeitsrisikos in der Risikosteuerung im Rahmen der Primärrisiken abgedeckt. Der Risikoappetit der
Oberbank ist in der Risikotragfähigkeitsrechnung mit 90 % der Risikodeckungsmasse begrenzt. Die darüber hinausgehenden
10 % werden nicht alloziert. Neben der Begrenzung mittels Risikodeckungsmasse werden die wesentlichen Risiken in der
operativen Risikosteuerung noch über Prozesse und Detaillimits gesteuert.
Kreditrisiko
Als Kreditrisiko wird das Risiko verstanden, dass KreditnehmerInnen den vertragsgemäßen Zahlungen nicht oder nur teil-
weise nachkommen. Das Kreditrisiko aus Forderungen an Banken, Länder sowie Privat- und FirmenkundInnen stellt die we-
sentlichste Risikokomponente im Oberbank Konzern dar. Für das Management des Kreditrisikos ist die Abteilung Kredit-Ma-
nagement zuständig. Sie ist vom Vertrieb getrennt, sodass Risikobewertung und -entscheidung in jeder Phase des Kreditpro-
zesses bis hin zur Vorstandsebene unabhängig vom Vertrieb gewährleistet sind.
Die Strategie im Kreditgeschäft ist getragen vom Regionalitätsprinzip, der Sitz der KreditkundInnen befindet sich in den
durch das Filialnetz der Oberbank abgedeckten Regionen. Der Fokus liegt vorwiegend auf der Finanzierung der Industrie und
des wirtschaftlichen Mittelstandes. Die operativen Risikoziele werden zumindest jährlich im Zuge der Budgetierung und im
Anlassfall nach Analyse der geschäftspolitischen Ausgangssituation sowie der aktuellen Entwicklung von der Geschäftslei-
tung gemeinsam mit der Leitung Kredit-Management festgelegt. Der Vergabe von Krediten liegt eine Bonitätseinschätzung
der KundInnen zugrunde. Im Firmenkundengeschäft kommt ein mit statistischen Methoden entwickeltes Ratingsystem zur
Anwendung. Gleiches gilt für das Bestandsrating im Privatkundengeschäft sowie für das Antragsrating im Privatkundenge-
schäft in Österreich und Deutschland.
Konzernlagebericht
Risikomanagement und internes Kontrollsystem
12
Beurteilt werden quantitative (Hard Facts) und qualitative Kriterien (Soft Facts, Warnindikatoren), die zusammengeführt ein
objektives und zukunftsorientiertes Bild der Kundenbonität ergeben. Die Ratingverfahren werden jährlich validiert. Die resul-
tierenden Erkenntnisse werden laufend zur Weiterentwicklung und Verfeinerung der Ratingverfahren verwendet. Die Her-
einnahme von Kreditsicherheiten sowie deren Management werden als bedeutender Bestandteil des Kreditrisikomanage-
ments der Oberbank angesehen. Die Gestion des Kreditgeschäfts über die Unterdeckung stellt hohe Anforderungen an die
aktuelle und richtige Bewertung von Sicherheiten. Daher ist die Sicherheitenverwaltung im gesamten Oberbank Konzern
grundsätzlich organisatorisch vom Vertrieb getrennt und erfolgt für Österreich und Deutschland ausschließlich in der eige-
nen Tochtergesellschaft, der Oberbank DL Servicegesellschaft. Für Tschechien, die Slowakei und Ungarn erfolgt die Sicher-
heitenverwaltung in den zentralen Marktfolgeeinheiten in Budweis und Budapest. Die geltenden Verwaltungsgrundsätze
gewährleisten eine rechtlich einwandfreie Begründung der Kreditsicherheiten sowie alle erforderlichen Voraussetzungen zur
raschen Durchsetzung der Ansprüche bei Bedarf.
Beteiligungsrisiko
Als Beteiligungsrisiko wird der potenzielle Wertverlust aufgrund von Dividendenausfall, Teilwertabschreibung oder Veräuße-
rungsverlust sowie die Reduktion der stillen Reserven durch die Gefahr einer negativen wirtschaftlichen Entwicklung be-
zeichnet. Die Anteile an den Schwesterbanken BKS und BTV, mit denen die Oberbank AG die 3 Banken Gruppe bildet, sind
die wichtigsten Beteiligungen der Oberbank. Die Beteiligungspolitik der Oberbank ist darauf ausgerichtet, bank- und ver-
triebsnahe Beteiligungen dann einzugehen, wenn diese dem Bankgeschäft dienlich sind, also deren Tätigkeit in direkter Ver-
längerung zur Banktätigkeit steht oder eine Hilfstätigkeit in Bezug auf diese darstellt. Vor dem Eingehen von Beteiligungen
werden Analysen erstellt, um ein möglichst umfassendes Bild hinsichtlich Ertragskraft, strategischem Fit und rechtlicher Situ-
ation zu bekommen. Das Ausfallrisiko aus Beteiligungen wird im ICAAP im Rahmen des Kreditrisikos quantifiziert.
Marktrisiko
Unter Marktrisiko wird der potenziell mögliche Verlust, der durch Veränderungen von Preisen und Zinssätzen an Finanz-
märkten entstehen kann, verstanden. Die Marktrisiken werden in der Oberbank AG auch für die ausländischen Geschäftsein-
heiten sowie für die vollkonsolidierten Konzerngesellschaften zentral gesteuert. Das Management der Marktrisiken ist in der
Oberbank auf zwei Kompetenzträger aufgeteilt, die diese im Rahmen der ihnen zugewiesenen Limits steuern. Die Abteilung
Treasury & Handel ist zuständig für die Steuerung der Marktrisiken der Handelsbuchpositionen, des Zinsänderungsrisikos im
Geldhandelsbuch sowie des Devisenkursrisikos des gesamten Oberbank Konzerns. Die Limitkontrolle und das Reporting über
die Risiko- und Ertragslage an Vorstand und Abteilung Treasury & Handel erfolgen täglich durch die Abteilung Strategisches
Risikomanagement. Das APM-Komitee ist für die Steuerung des Zinsänderungsrisikos der langfristigen Positionen (Zinsbin-
dungen > 12 Monate) für die Währungen EUR, USD, CZK und HUF und für das Credit Spread Risiko zuständig.
Makroökonomisches Risiko
Als makroökonomische Risiken werden jene Verlustpotenziale bezeichnet, die sich aus Veränderungen des makroökonomi-
schen Umfelds ergeben (Verschlechterungen der realen BIP-Wachstumsrate, wesentlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit und
der Insolvenzen, Rückgang der Aktienkurse und des Immobilienmarktes ...).
Operationelles Risiko
Mit dem Bankgeschäft untrennbar verbunden sind die operationellen Risiken. Unter diesem Begriff sind Risiken zusammen-
gefasst, die den Betriebsbereich der Bank betreffen.
Operationelle Risiken werden in der Oberbank als die Gefahr von Verlusten, die in Folge der Unangemessenheit oder des
Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder in Folge externer Ereignisse eintreten, definiert. In der
Oberbank ist ein Gremium für das Management des operationellen Risikos installiert. Dieses Gremium steuert den Manage-
mentprozess der operationellen Risiken und ist für seine Weiterentwicklung beziehungsweise für die Adaptierung entspre-
chender Methoden verantwortlich.
Konzernlagebericht
Risikomanagement und internes Kontrollsystem
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Das operative Risikomanagement von operationellen Risiken wird von den jeweiligen operativ tätigen Abteilungen und regi-
onalen Vertriebseinheiten (Risk Taking Units) durchgeführt, die für das operationelle Risiko der in ihren Zuständigkeitsbe-
reich fallenden Produkte und Prozesse verantwortlich sind. Ein elektronischer Einmeldeprozess unterstützt die Erfassung von
schlagend gewordenen operationellen Risiken. Als Basis für die Steuerung und Weiterentwicklung des Managements der
operationellen Risiken dienen systematische Risikoanalysen. Diese erfolgen in Form von Risk Assessments als tourliche Erhe-
bung und Quantifizierung von potenziellen operationellen Risiken sowie durch die Auswertung der in einer Schadensfallda-
tenbank abgebildeten Schadensfälle und das Monitoring von Key Risk Indikatoren.
Zur Absicherung von im Rahmen der Risikoanalysen festgestellten Großrisiken wurden konkrete Maßnahmen getroffen (z. B.
Versicherungen, Notfallkonzepte IT, Ersatzrechenzentrum). Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Digitalisierung neh-
men IT-Risiken und Cyberrisiken einen besonderen Stellenwert im Bereich der operationellen Risiken ein. Die Strategie der
Bank besteht hier in der laufenden Aufrechterhaltung eines State of the Art-Sicherheitslevels. Dieses wird operativ von der
mit der Umsetzung beauftragten 3 Banken IT GmbH sichergestellt.
Das ebenfalls in den operationellen Risiken enthaltene Risiko aus Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung wird durch Aus-
bildungsmaßnahmen, automatisiertes und manuelles Transaktionsmonitoring und durch Schwellenwerte für die Mittelher-
kunftsprüfung im Kassasystem begrenzt.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko (oder auch Refinanzierungsrisiko) ist das Risiko, dass eine Bank ihren Zahlungsverpflichtungen nicht je-
derzeit oder nur zu erhöhten Kosten nachkommen kann. Primäre Ziele des Liquiditätsmanagements sind daher die Sicher-
stellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit und die Optimierung der Refinanzierungsstruktur in Bezug auf Risiko und Ergeb-
nis. Um das Risiko einer Abhängigkeit der Refinanzierung vom volatilen Bankengeldmarkt zu limitieren, ist das Verhältnis der
Kundenkredite zur Summe aus Primäreinlagen, eigenen Emissionen und Einlagen von Förderbanken mit einem strategischen
Limit von 110 % begrenzt. Die Oberbank hält ein angemessenes Polster (Liquiditätspuffer) an freiem Refinanzierungspoten-
zial in Form von refinanzierungsfähigen Wertpapieren und Kreditforderungen bei den Zentralbanken sowie Zentralbankgut-
haben. Die Angemessenheit des Liquiditätspuffers wird monatlich durch Liquiditätsstresstests überprüft. Darüber hinaus
steht der Oberbank ein Potential an ungenutzten Bankenlinien zur Verfügung.
Ein weiterer strategischer Grundsatz ist die möglichst hohe Diversifizierung der Refinanzierungsquellen, um Abhängigkeiten
vom Interbankengeldmarkt und vom Kapitalmarkt zu vermeiden. Dies umfasst auch den aktiven Umgang mit verpfändungs-
fähigen Sicherheiten bei der Vergabe von Krediten.
Die Abteilung Treasury & Handel ist für die kurzfristige, tägliche Liquiditätssteuerung verantwortlich. Die tägliche Steuerung
der Liquidität erfolgt mittels einer kurzfristigen Liquiditätsablaufbilanz. Täglich erstellt die Abteilung Strategisches Risikoma-
nagement eine Liquiditätsablaufbilanz inklusive Neugeschäftsannahmen für die nächsten 30 Tage, die die Nettomittelzu-
flüsse beziehungsweise -abflüsse sowie den akkumulierten Gap der Bank darstellt. Darüber hinaus wird für die nächsten 30
Tage eine Liquiditätsablaufbilanz erstellt, die auf täglicher Basis nur die kontraktuellen Cashflows der Oberbank darstellt. Die
Steuerung der langfristigen beziehungsweise strategischen Liquidität der Oberbank liegt in der Zuständigkeit des Vorstands
und des APM-Komitees. Das Reporting erfolgt durch die Abteilung Strategisches Risikomanagement. Zur Darstellung des
mittel- und langfristigen Liquiditätsrisikomanagements der Bank wird eine umfassende Liquiditätsablaufbilanz erstellt. Für
extreme Marktverhältnisse wurde ein Notfallplan ausgearbeitet.
Risikokonzentration
Risikokonzentrationen begründen ein Konzentrationsrisiko, wenn sie das Potenzial haben, Verluste zu produzieren, die groß
genug sind, um die Stabilität eines Instituts zu gefährden oder eine wesentliche Änderung im Risikoprofil zu bewirken.
Es werden zwei Arten von Risikokonzentrationen unterschieden:
• Inter-Risikokonzentrationen beziehen sich auf Risikokonzentrationen, die sich aus dem Gleichlauf von Risiken
verschiedener Risikokategorien ergeben können.
Konzernlagebericht
Risikomanagement und internes Kontrollsystem
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Mittels Szenarioanalysen wird vierteljährlich im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung die Sensitivität der Oberbank
AG auf Inter-Konzentrationsrisiken geprüft.
• Intra-Risikokonzentrationen beziehen sich auf Risikokonzentrationen, die innerhalb einer einzelnen Risikokategorie ent-
stehen können. Die Zuständigkeiten für das Intra-Konzentrationsrisiko liegen daher bei den jeweils für die einzelnen Risi-
koarten verantwortlichen Einheiten. Das Intra-Konzentrationsrisiko ist aufgrund des Geschäftsmodells der Oberbank vor
allem im Bereich des Kreditrisikos bedeutend. Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung wird das Intra-Konzentrati-
onsrisiko innerhalb des Kreditrisikos berücksichtigt. Die Steuerung der Konzentrationsrisiken im Kreditrisiko erfolgt über
Länderlimits, Großkreditgrenzen und Portfoliolimit.
Risiko einer übermäßigen Verschuldung
Die Oberbank misst das Risiko einer übermäßigen Verschuldung durch Berechnung der Verschuldungsquote (Leverage Ratio)
gemäß Art. 429 CRR. Zur Steuerung des Risikos wurde eine interne Grenze für die Verschuldungsquote in Höhe von 4 %
festgelegt.
Nachhaltigkeitsrisiko (ESG-Risiko)
Das Nachhaltigkeitsrisiko umfasst physische Risiken, die sich aus Extremwetterereignissen ergeben und Transitionsrisiken,
die sich aus dem Umstieg auf eine Wirtschaft mit wenig CO
2
-Ausstoß ergeben. Gemäß den Empfehlungen der FMA im
Leitfaden zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken werden die Spezialthemen des Nachhaltigkeitsrisikos in der
Risikosteuerung durch die Primärrisiken abgedeckt.
Konzernlagebericht
Human Resources
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Strategie 2025: MitarbeiterInnen im Fokus
Engagierte, leidenschaftliche, kompetente und verkaufsorientierte MitarbeiterInnen sind entscheidend für den nachhaltigen
Erfolg der Oberbank. Die MitarbeiterInnen stehen daher im Fokus der Strategie 2025. Auf Basis einer umfassenden System-
analyse wurden die strategischen Handlungsfelder bis 2025 definiert. Die Werte Vertrauen, Kompetenz, Leidenschaft und
Zusammenhalt stellen den Rahmen der HR-Arbeit dar.
Um die künftigen Herausforderungen gut bewältigen zu können, wurde der Transformationsprozess im HR-Bereich forciert.
Zudem wird am Employer Branding laufend gearbeitet, um das Arbeitgeberversprechen nachhaltig nach innen und nach
außen zu kommunizieren. 2022 fand die erste Befragung im Rahmen der Employee Experience Initiative statt. Ziel dieser
Befragungen ist es, den MitarbeiterInnen eine Stimme zu geben.
Weiters wurde 2022 ein eigener HR-Tag mit dem Gesamtvorstand und sowohl den Geschäftsbereichs- als auch den Abtei-
lungsleitern organisiert. Die 2021 verabschiedeten Regeln der HR-Arbeit, die Führungsgrundsätze und HR-Standards umfas-
sen, wurden vor dem Hintergrund eines veränderten Arbeitsumfeldes hinterfragt. Abschließend nahmen sich die Teilnehme-
rInnen für 2023 jeweils einen Schwerpunkt zur Umsetzung vor.
Corona
Die von der Oberbank getroffenen Oberbank Maßnahmen haben sich bewährt und man konnte im Laufe des Jahres wieder
weitgehend zum Normalbetrieb übergehen. Die Oberbank Regelungen sind darauf ausgerichtet, dass es bei Infektionen von
MitarbeiterInnen und in deren Umfeld zu keinen Kontakten mit KollegInnen kommen kann. Ausbildungsmaßnahmen wur-
den mittels Präsenz- und Blended-Learning-Formaten durchgeführt. So konnte das Know-how der MitarbeiterInnen auch
unter diesen herausfordernden Rahmenbedingungen weiter erhöht werden. Um das Schulungsangebot noch nachhaltiger zu
gestalten, wurde intensiv an der Einführung neuer Lernmethoden und Medien gearbeitet.
Oberbank als attraktiver Arbeitgeber
Die Oberbank wird als sehr attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen. Das unterstreichen nicht nur
die vielen positiven Bewertungen auf kununu, sondern vor allem die Weiterempfehlungsrate von
94 %. Die Oberbank gehört zum exklusiven Kreis von 5 % der Unternehmen, die mit dem Titel Top
Company ausgezeichnet wurden und dies zum zweiten Mal nach 2022.
Neben dem Titel Top Company 2023 hat man auch die Auszeichnung des „best workplace awards“
erhalten. Im internationalen Vergleich, im DACH-Raum (Deutschland-Österreich-Schweiz), positio-
niert sich die Oberbank in den Top 10 der Großunternehmen (>250 MitarbeiterInnen). Die
Oberbank schneidet deutlich besser ab als der Branchendurchschnitt der Banken. Diese Auszeich-
nungen unterstreichen einmal mehr die Vorreiterrolle in puncto Arbeitgeberattraktivität.
Der wirtschaftliche Erfolg, die Unabhängigkeit der Oberbank, spannende Herausforderungen,
interne Karrierechancen, ein ausgezeichnetes Arbeitsklima und die Vereinbarkeit von Beruf
und Familie (Rezertifizierung 2020 Audit berufundfamilie) machen die Oberbank zu einer
starken Arbeitgebermarke. Die Attraktivität als Arbeitgeber unterstreicht eine durchschnittli-
che Beschäftigungsdauer von rund 13,3 Jahren trotz starker Expansion in den vergangenen
Jahren und damit sehr jungen Dienstverhältnissen.
Oberbank Krabbelstube
Wie sich Familie und Beruf nachhaltig vereinen lassen, zeigt die Oberbank mit der 2021 eröffneten Krabbel-
stube „Kinkis Nest“. Die Kinderbetreuungsstätte wird derzeit von 14 Kindern genutzt.
Insgesamt investierte die Bank rund 500.000 Euro für den Umbau und den laufenden Betrieb.
Aktives Karenzmanagement, individuelle Teilzeitmodelle, finanzielle Unterstützung für die Kinderbetreuung
und betreute Ferienwochen für die Kinder sind zusätzliche Maßnahmen, um dem Ziel familienfreundlichste
Bank Österreichs näher zu kommen.
Konzernlagebericht
Human Resources
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Familienfreundlichkeit seit 2011
Seit 2011 ist die Oberbank durchgehend mit dem Gütesiegel „Audit berufundfamilie“ als familienfreundli-
ches Unternehmen ausgezeichnet. Vor allem für die Frauenförderungsprogramme sowie die konsequente
strategische Familienorientierung ist die Oberbank ausgezeichnet. Darüber hinaus bietet die Oberbank
ihren MitarbeiterInnen ein breites Bündel an Sozialleistungen wie z.B. ein günstiges Mittagessenangebot,
Ferienheime oder einen Fahrkostenzuschuss für öffentliche Verkehrsmittel.
Recruiting und Ausbildung
Um weiterhin die besten VerkäuferInnen und SpezialistInnen zu gewinnen, nutzt die Oberbank mehrere Recruiting-Kanäle
und setzt wie im Kundengeschäft unter anderem auf intensives Empfehlungsmanagement. Nicht nur über das digitale Tool
AHOI, sondern auch durch direkte Empfehlungen der eigenen Belegschaft konnten 80 neue MitarbeiterInnen gewonnen
werden. Das entspricht einem Anteil von 23 % der gesamten Einstellungen im Jahr 2022.
Ständig ändernde Rahmenbedingungen erfordern lebenslanges Lernen und ein hochwertiges digitales Weiterbildungsange-
bot. Daher wurde 2022 der Ausbau von Web Based Trainings, Online-Live-Schulungen/Webevents, Schulungsvideos, eBooks
und eTestings besonders forciert. Auch die hauseigenen Zertifizierungsreihen im Privat- und Firmenkundengeschäft werden
bei gleichbleibender Qualität im Blended-Learning-Format oder als reine Online-Formate abgehalten. Weiters werden die
Vertriebsmitarbeiter durch regelmäßige Trainings vor Ort in der Filiale unterstützt. Die Anzahl der Ausbildungstage erhöhte
sich von 5,16 im Jahr 2021 auf 5,33 Tage je Mitarbeiterin und Mitarbeiter. Im Jahr 2022 wurden rund 1,84 Mio. Euro in Aus-
bildungsangebote investiert. Der Großteil der Erhöhung gegenüber 2021 ist auf die wichtigen Ausbildungsschwerpunkte
Nachhaltigkeit und Führungskräfteentwicklung zurückzuführen.
General Banking
Mit der Konzeptionierung und Umsetzung der General Banking Akademie wurde eine der größten Rek-
rutierungs- und Ausbildungsoffensiven in der Oberbank-Geschichte gestartet. Abgestimmt auf die Anfor-
derungen potenzieller und bestehender MitarbeiterInnen erfolgte eine wesentliche Neukonzeption des
Rollenprofiles im Privatkundengeschäft. Die Oberbank gibt ihren MitarbeiterInnen das klare Leistungs-
versprechen schnell und qualitativ auf höchstem Niveau auszubilden. Somit ist es allen MitarbeiterInnen
möglich, die KundInnen vom ersten Tag an effizient zu beraten.
Mitarbeiterbeteiligungsstiftung
Die MitarbeiterInnen am Erfolg teilhaben zu lassen ist eines der Arbeitgeberversprechen. Um diesem Versprechen nachzu-
kommen, setzt man auf eine leistungsorientierte Bezahlung und eine eigene Mitarbeiterbeteiligungsstiftung. Seit 2018 sind
die MitarbeiterInnen auf diesem Weg am Erfolg der Oberbank beteiligt. Die Mitarbeiterbeteiligungsstiftung wurde 2022 zum
fünften Mal von der Oberbank dotiert. Erstmals wurden rund 10,0 Mio. Euro in Form von eigenen Aktien an die
MitarbeiterInnen übertragen. Vollzeitbeschäftigte MitarbeiterInnen erhielten unabhängig von ihrer Funktion Aktien im
Gegenwert von ca. 4.500 Euro., bei Teilzeitkräften wurde der Betrag entsprechend aliquotiert.
Nachfolgeplanung und Führung
Konsequente und wertschätzende Führung ist DER Bindungsfaktor für MitarbeiterInnen und ein Schlüsselfaktor für den
nachhaltigen Erfolg der Oberbank. Daher werden Führungspositionen überwiegend aus den eigenen Reihen besetzt. 2022
konnten 88 % der zu vergebenen Führungspositionen aus den eigenen Reihen besetzt werden. Dies sichert die Vision der
Unabhängigkeit und das Geschäftsmodell der Oberbank ab. Durch die hohe Bedeutung der HR-Arbeit in der Strategie 2025
hat das jährliche MbO-Gespräch einen noch größeren Stellenwert erhalten. Das MbO-Gespräch hat den klaren Fokus auf
Entwicklung, Führung und Zielvereinbarung. Die definierten Standards und geforderten Kompetenzen werden in der
Oberbank-Führungskräfteakademie in Zusammenarbeit mit der LIMAK Austrian Business School trainiert. Auch diese
Akademie wurde 2021 erfolgreich auf ein Blended-Learning-Konzept umgestellt.
Konzernlagebericht
Human Resources
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Chance 2030 – mit Gender-Balance zu größerer Vielfalt
Das 2019 gestartete Projekt „Chance 2030 – mit Gender-Balance zu größerer Vielfalt“ hat die Geschlech-
terausgewogenheit in der Führung zum Ziel. Dieses Projekt unterstützt maßgeblich dabei, den anstehenden
Generationenwechsel der Führungskräfte unternehmensintern zu bewältigen und erhöht gleichzeitig die
Arbeitgeberattraktivität. Durch konsequentes Arbeiten in den Bereichen internes Recruiting, Potenzialent-
wicklung und Karenzmanagement konnte das Etappenziel 2022, eine Frauenführungsquote von 25,2% zu
erreichen, sogar um 2,0% übertroffen werden. Die Oberbank ist auf einem guten Weg, das langfristige Ziel - 30%
Frauenanteil in Führungspositionen – bis 2025 zu erreichen.
Aktie Gesundheit
Mens sana in corpore sano – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper, ein bekanntes Sprichwort, das der Oberbank
sehr wichtig ist und seit 2010 mit dem Projekt „Aktie Gesundheit“ in die Tat umgesetzt wird. Dieses Projekt steht auf den
drei Säulen Bewegung, Ernährung und mentale Fitness und wurde unter dem Aspekt Nachhaltigkeit grundlegend weiterent-
wickelt. Viele MitarbeiterInnen aus allen Oberbank-Ländern nehmen daran teil. Zusätzlich sind GesundheitsbotschafterInnen
in den Geschäftsbereichen und zentralen Abteilungen als FahnenträgerInnen tätig. Mit diesen und weiteren Maßnahmen
wurde die Oberbank erneut mit dem Gütesiegel Betriebliche Gesundheitsförderung ausgezeichnet. Die traditionell sehr
hohe Gesundheitsquote lag 2022 bei 95,6 %.
Die Umsetzung präventiver Maßnahmen, die auf Basis der im Jahr 2021 erfolgten Erhebung zur psychischen Belastungen
definiert wurden, wurden in den Bereichen bauliche Verbesserungen, individuelle Maßnahmen in den Geschäftsbereichen
und Abteilungen weiter vorangetrieben. Um die Position Geschäftsstellenleitung zusätzlich zu attraktiveren, wurde ein
eigenes Projekt gestartet.
Employee Experience
Durch die Umsetzung einer eigenen Employee Experience Initiative erhält die Oberbank über vier Kanäle (Puls Check, Always
On Button, Employee Lifecycle Befragung und Engagement-Befragung) regelmäßig Feedback von den MitarbeiterInnen. Die
Auswertung der Ergebnisse ist wissenschaftlich basiert und zeigt, wie die MitarbeiterInnen die Bank erleben. Zuletzt wurde
eine Engagement-Befragung mit einer Rücklaufquote von mehr als 75 % durchgeführt. Jetzt gilt es, aus diesem regelmäßigen
Feedback zu lernen und entsprechende Maßnahmen abzuleiten. So wird die Bindung und das Engagement der
MitarbeiterInnen weiter gestärkt und verbessert.
Personenrisiken managen
Die maßgeblichen Personenrisiken (Personalverfügbarkeit, Arbeitsrecht und Beschäftigungspraxis, Mitarbeiterkonflikte,
kriminelle & unbefugte Handlungen durch MitarbeiterInnen) werden systematisch beobachtet, erfasst und bewertet. Key
Risk-Indikatoren ermöglichen ein Monitoring, um rechtzeitig Maßnahmen zu setzen und Risiken zu eliminieren oder zu mini-
mieren.
Personalstand Oberbank Konzern
Der durchschnittliche Personalstand im Oberbank Konzern (Angestellte, Vollzeitäquivalent) ist 2022 um 18 Personen
auf 2.134 zurückgegangen. Der Rückgang erklärte sich aus Veränderungen in der Firmenkundenassistenz, Reduzierung
des Privatkundengeschäftes in der Slowakei, weiteren Zentralisierungen im Verkauf und Effizienzsteigerungen. Zusätz-
liches Personal wurde für die Filialexpansion und in der Unternehmenszentrale, speziell in der Bereichen Nachhaltig-
keit und Risikomanagement, eingestellt.
Konzernlagebericht / nichtfinanzielle Informationen
Nachhaltigkeit, nichtfinanzielle Leistungsindikatoren (Richtlinie 2014/95/EU)
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Oberbank berücksichtigt bei allen Überlegungen ausdrücklich den Aspekt der Nachhaltigkeit. Der Nachhaltigkeitsbericht
(Richtlinie 2014/95/EU) ist unter www.oberbank.at/Nachhaltigkeit abrufbar.
Nachhaltige Unternehmensführung
Die Geschäftspolitik der Oberbank basiert auf Grundsätzen guter Unternehmensführung und Transparenz und verfolgt nach-
haltige und langfristige Zielsetzungen. Das oberste Unternehmensziel, die Bewahrung der Unabhängigkeit, soll durch eine
nachhaltige Ertragskraft und eine vernünftige Risikopolitik abgesichert werden. Die Oberbank hat eine Nachhaltigkeitsorga-
nisation implementiert und das Thema so auf allen Verantwortungsebnen verankert.
Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK)
Als börsennotiertes Unternehmen bekennt sich die Oberbank zum ÖCGK, der eine wertvolle Orientierungshilfe bei der Aus-
gestaltung interner Mechanismen und Bestimmungen ist. In der Aufsichtsratssitzung am 26.11.2007 wurde erstmals eine
Entsprechenserklärung abgegeben. Seither wird der jeweils aktuellen Version des ÖCGK entsprochen.
Nachhaltiges Risikomanagement
Die gezielte Übernahme von Risiken ist ein wesentliches Merkmal des Bankgeschäfts. Die Oberbank AG ist für die Festle-
gung, die Umsetzung, das Management und das Controlling der Risikostrategie im Oberbank Konzern zuständig. Vorstand
und MitarbeiterInnen handeln nach den risikopolitischen Grundsätzen und treffen Entscheidungen unter Einhaltung dieser
Leitlinien. Vorschlag Ergänzung: Die Beurteilung der Nachhaltigkeitsrisiken unserer KundInnen und unseres Kreditportfolios
sind Teil des Risikomanagements der Oberbank.
MitarbeiterInnen
Die MitarbeiterInnen investieren ihre Zeit, ihr Wissen und ihr Engagement in die Oberbank. Um abzusichern, dass sie dieses
Investment nicht kürzen, muss die Oberbank ein attraktiver sinnstiftender Arbeitgeber sein. Dazu gehören neben fairen Ge-
hältern und Sozialleistungen auch Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten, Chancengleichheit, die Vereinbarkeit von Fami-
lie und Beruf und die Beteiligung am Unternehmen.
Verantwortung in Produktgestaltung & Kreditpolitik
Die Weiterentwicklung des Produktportfolios im Sinne der Nachhaltigkeit ist Teil des Unternehmensprofils der Oberbank.
Eine nachhaltige Kreditpolitik und ein effektives Management von Nachhaltigkeitsrisiken im Kreditportfolio zählen zu den
größten Hebeln der Oberbank, um einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung von Gesellschaft und Umwelt zu leisten. Als
Kreditinstitut hat man eine Schlüsselrolle im Wandel hin zu einer CO2-armen Wirtschaft. In Übereinstimmung mit dem Akti-
onsplan der Europäischen Union zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums ist beabsichtigt, die Kapitalflüsse noch stärker in
nachhaltige Investitionen zu lenken.
Ökologische Verantwortung
Der schonende Umgang mit allen Ressourcen ist Teil der gesellschaftlichen Verantwortung. Die Oberbank strebt bei allen
Tätigkeiten, Abläufen und Produkten eine möglichst hohe Umweltverträglichkeit an. Insbesondere im Gebäude- und Ener-
giemanagement, bei Dienstreisen und in der Einkaufspolitik werden umweltbewusste und somit langfristig kostenreduzie-
rende Akzente gesetzt. Das Umweltmanagementsystem ist nach EMAS, dem Umweltmanagement-Gütesiegel der Europäi-
schen Union, zertifiziert.
Soziale Verantwortung
Die Oberbank kann wirtschaftlich nur erfolgreich sein, wenn sie auch ihre soziale Verantwortung wahrnimmt. Mit ihrem
sozialen Engagement setzt sie deshalb entsprechende Maßnahmen, um eine positive Entwicklung in der Gesellschaft voran-
zutreiben und damit auch die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells weiter abzusichern. Dabei ist die Oberbank vor allem auf
Aktivitäten in ihren Regionen fokussiert.
Konzernlagebericht
Angaben gemäß § 243a UGB
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Grundkapital, Aktienstückelung und genehmigtes Kapital
Zum 31. Dezember 2022 betrug das Grundkapital der Oberbank AG 105.921.900 Euro, eingeteilt in 35.307.300 auf den
Inhaber lautende Stamm-Stückaktien unter ISIN AT0000625108.
Aktienrückkauf
Der Vorstand der Oberbank AG wurde von der Hauptversammlung ermächtigt, eigene Aktien bis zum Ausmaß von jeweils
5 % des Grundkapitals zum Zwecke des Wertpapierhandels und zur Weitergabe an MitarbeiterInnen des Oberbank Konzerns
sowie bis zum Ausmaß von 10 % des Grundkapitals zweckneutral zu erwerben. Auch die entsprechenden Bewilligungen der
Aufsicht nach dem CRR-Regime liegen vor.
Syndikatsvereinbarung und Aktien mit besonderen Kontrollrechten
Zwischen der Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft und der BKS Bank AG besteht eine Syndikatsvereinbarung, um
die Eigenständigkeit der Oberbank AG zu erhalten. Darin wurden die gemeinsame Ausübung der Stimmrechte und
gegenseitige Vorkaufsrechte beschlossen. Zwischen der Beteiligungsverwaltung Gesellschaft m.b.H (BVG) und der BKS Bank
AG wurde mit Wirkung zum 7. November 2020 ein Unterordnungssyndikatsvertrag abgeschlossen.
Aktionärsstruktur und Mitarbeiterbeteiligung
Größter Einzelaktionär der Oberbank war zum 31. Dezember 2022 die CABO Beteiligungsgesellschaft m.b.H. mit einem
Anteil von 23,76 % am Gesamtkapital. Die Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft hielt 16,45 % (inkl BTV 2000
Beteiligungsverwaltungsgesellschaft m.b.H.), die BKS Bank AG 14,74 % (inklusive Unterordnungssyndikat mit BVG). Die G3B
Holding AG hielt 1,62 %, die MitarbeiterInnen der Oberbank 4,48 %.
Ein großer Teil der Stimmrechte der MitarbeiterInnen der Oberbank wurde in der Oberbank-Mitarbeiterbildungs- und
Erholungsförderung registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung syndiziert. Weiters übt die BOB Mitarbeiterbetei-
ligungsgenossenschaft e.Gen. für einen gesonderten Teil von MitarbeiteraktionärInnen die Stimmrechte im Vollmachtswege
nach entsprechenden Weisungen aus. Die Oberbank Mitarbeiterbeteiligungsprivatstiftung übt das von den begünstigten
MitarbeiterInnen übertragene, mit den treuhändig verwahrten und verwalteten Aktien verbundene Stimmrecht bei der
Hauptversammlung einheitlich aus.
Organbestellung und Kontrollwechsel
Neben den per Gesetz definierten Bestimmungen bestehen keine weiteren Bestimmungen über die Ernennung und
Abberufung von Vorstand und Aufsichtsrat und über die Änderung der Satzung der Gesellschaft. Keine Eigentümerin oder
kein Eigentümer kann im Alleingang die Oberbank direkt oder indirekt beherrschen. Es sind keine Vereinbarungen bekannt,
die bei einem akkordiert möglichen Kontrollwechsel schlagend werden würden. Zudem gibt es kein Entschädigungsabkom-
men zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder MitarbeiterInnen für den Fall eines
öffentlichen Übernahmeangebots.
Linz, am 7. März 2023
Der Vorstand
Generaldirektor Direktor Direktor Direktor
Dr. Franz Gasselsberger, MBA Mag. Dr. Josef Weißl, MBA Mag. Florian Hagenauer, MBA Martin Seiter, MBA
Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich
Personal- und Rechnungswesen Privatkundengeschäft Gesamtrisikomanagement Firmenkundengeschäft
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Segmentbericht
Gliederung der Segmente im Überblick
Segment Firmenkunden
Segment Privatkunden
Segment Financial Markets
Segment Sonstiges
Segmentbericht
Gliederung der Segmente im Überblick
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Die Segmentberichterstattung der Oberbank unterscheidet die Segmente Firmenkunden, Privatkunden, Financial Markets
und Sonstiges (Primärsegmente).
Das Segment Firmenkunden umfasst Unternehmen (Großkunden, KMU und Kleinstunternehmen) und selbstständig
Erwerbstätige. Auch der Leasing-Teilkonzern wird in diesem Segment abgebildet.
Das Segment Privatkunden beinhaltet das Ergebnis der Geschäftsbeziehungen mit unselbstständig Erwerbstätigen und Pri-
vatpersonen.
Im Segment Financial Markets werden das Ergebnis der Beteiligungen und der Handelstätigkeit sowie das Zinsergebnis aus
der Fristentransformation und der Bilanzstruktur dargestellt.
Im Segment Sonstiges werden Erträge und Aufwendungen, vor allem Gemeinkosten im Bereich Sach- und Personalaufwand
sowie Abschreibungsaufwendungen, deren Zuordnung oder Verteilung auf andere Segmente nicht sinnvoll erscheint,
ausgewiesen.
Eine Aufstellung nach sekundären Segmenten entfällt, da die in den IFRS definierte Schwelle von 10 % sowohl hinsichtlich
Ergebnisbeitrag als auch hinsichtlich der Zuordnung der Vermögenswerte unterschritten wird.
Segmentüberblick 2022 in Mio. €
Firmenkun-
den
Privatkunden
Financial Markets
Sonstiges
Konzern-GuV
2022
Zinsergebnis
340,0
96,9
-30,9
0
406,1
Erträge aus at Equity bewerteten
Unternehmen
90,7
90,7
Risikovorsorge Kredit
-20,4
-13,3
-7,7
0
-41,5
Provisionsüberschuss
119,7
87,2
0
0
206,9
Handelsergebnis
-0,2
6,3
6,1
Verwaltungsaufwand
-172,2
-107,1
-10,9
-30,1
-320,3
Sonstiger betrieblicher Ertrag
-0,0
1,2
-41,0
-12,7
-52,6
Außerordentliches Ergebnis
Jahresüberschuss vor Steuern
266,9
64,8
6,4
-42,9
295,3
Return on Equity vor Steuern
(RoE)
13,4%
17,8%
0,6%
8,7%
Cost-Income-Ratio
37,5%
57,8%
43,6%
48,8%
Die Oberbank hat, bedingt durch ihren Regionalbankcharakter, ein begrenztes geografisches Einzugsgebiet. Auf eine Ge-
schäfts-zuordnung nach geografischen Merkmalen wird daher wegen untergeordneter Bedeutung verzichtet.
Das zugeordnete Eigenkapital wird ab dem Geschäftsjahr 2016 mit dem aus den vergangenen 120 Monaten ermittelten
durchschnittlichen Zehn-Jahres-Swap-Satz verzinst und als Eigenkapitalveranlagungsertrag im Zinsbereich ausgewiesen. Die
Verteilung des zugeordneten bilanziellen Eigenkapitals erfolgt nach dem regulatorischen Eigenkapitalerfordernis der
Segmente.
Segmentbericht
Segment Firmenkunden
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Segment Firmenkunden in Mio. €
2022
2021
Veränd.
Zinsergebnis
340,0
275,2
23,6%
Erträge aus at Equity bewerteten Unternehmen
Risikovorsorge-Kredit
-20,4
-24,4
-16,4%
Provisionsüberschuss
119,7
106,9
12,0%
Handelsergebnis
-0,2
-1,0
-82,5%
Verwaltungsaufwand
-172,2
-167,0
3,1%
Sonstiger betrieblicher Ertrag
0,0
-2,1
-98,3%
Außerordentliches Ergebnis
Jahresüberschuss vor Steuern
266,9
187,6
42,3%
Anteil am Jahresüberschuss vor Steuern
90,4%
66,6%
23,8%-P
Ø Kredit- und Marktrisikoäquivalent (BWG)
11.776,3
10.983,3
7,2%
Segmentvermögen
15.416,3
14.736,0
4,6%
Segmentschulden
10.781,4
10.765,7
0,1%
Ø zugeordnetes Eigenkapital
1.990,9
1.892,6
5,2%
Return on Equity vor Steuern (RoE)
13,4%
9,9%
3,5%-P
Cost-Income-Ratio
37,5%
44,1%
-6,6%-P
Geschäftsverlauf 2022 im Überblick
Der Jahresüberschuss im Segment Firmenkunden stieg 2022 um 42,3 % auf 266,9 Mio. Euro.
Das Zinsergebnis wuchs um 23,6 % auf 340,0 Mio. Euro, der Provisionsüberschuss um 12,0 % auf 119,7 Mio. Euro.
Die Risikovorsorgen reduzierten sich auf 20,4 Mio. Euro nach 24,4 Mio. Euro im Vorjahr.
Die Verwaltungsaufwendungen verzeichneten einen Anstieg um 3,1 % auf 172,2 Mio. Euro, der sonstige betriebliche Ertrag
belief sich auf 0 Mio. Euro, nach - 2,1 Mio. Euro im Vorjahr.
Der RoE stieg auf 13,4 %, die Cost-Income-Ratio verbesserte sich auf 37,5 %.
Kommerzfinanzierung
Das Kommerzfinanzierungsvolumen der Oberbank stieg 2022 um 5,0 % auf 15.124,3 Mio. Euro. Aufgrund der hervorragen-
den Kapitalausstattung der Oberbank konnten den Unternehmen weiterhin ausreichend Finanzmittel zur Verfügung gestellt
werden.
Investitions-, Umwelt-, Innovations- und Coronaförderungen
Im Jahr 2022 wurden von der Oberbank im Bereich der Unternehmensförderung für Investitions-, Umwelt- und F&E&I-Pro-
jekte in Österreich, Deutschland, Tschechien, Ungarn sowie der Slowakei 1.347 Kundenvorhaben eingereicht, was einer Stei-
gerung gegenüber den drei Vor-Corona-Jahren von 13,9 % entspricht. Das führte dazu, dass sich auch das Gesamtobligo der
in allen Oberbank-Märkten ausgereichten Förderkredite im Vergleich zum 31.12.2021 erneut um 14,6 % auf über 1,9 Mrd.
Euro erhöhte.
Strukturierte Finanzierungen
Im Vergleich zum Vorjahr war die Nachfrage nach strukturierten Finanzierungslösungen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022
leicht rückläufig. Die etwas geringere Nachfrage traf alle Finanzierungsanlässe gleichermaßen. In diesem Zusammenhang
kann aber festgehalten werden, dass sich sowohl die Anzahl der bearbeiteten Geschäftsfälle als auch das Projektvolumen im
Mehrjahresvergleich weiterhin auf sehr hohem Niveau befanden. So konnten auch in diesem Jahr mehr als 50 Fälle mit ei-
nem Finanzierungsvolumen von insgesamt rund 750 Mio. Euro erfolgreich begleitet werden. Etwa die Hälfte des ausgereich-
ten Finanzierungsvolumens stammte dabei aus Immobilienprojektfinanzierungen. Wichtige Beiträge lieferten zusätzlich die
Bereiche M&A-, Wachstums- und Tourismusfinanzierungen.
Segmentbericht
Segment Firmenkunden
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Private Equity und Mezzaninkapital
2022 verzeichnete der Oberbank Opportunity Fonds 143 Anfragen und konnte das hohe Niveau des Vorjahres nochmals
deutlich überschreiten. In den wirtschaftlich unsicheren Zeiten nimmt insbesondere die Bedeutung von Mezzaninfinanzie-
rungen und Private Equity (Eigenkapital)-Beteiligungen als bilanzstärkende Finanzierungsinstrumente bei den Unternehmen
wieder deutlich zu. Seit seiner Gründung hat der Oberbank Opportunity Fonds 109 Transaktionen und zehn Add-on-Invest-
ments mit Eigen- und/oder Mezzaninkapital beziehungsweise High Yield Capital begleitet und dabei ein Volumen von rund
331 Mio. Euro bereitgestellt. Der Fokus des Oberbank Opportunity Fonds liegt auf etablierten Unternehmen in späteren Ent-
wicklungsphasen. Um die Lücke zu den Frühphasen der Finanzierung zu schließen, hat sich die Oberbank am OÖ Hightech-
Fonds des Landes OÖ beteiligt. Ein sehr profitables Geschäftsfeld sind auch die Beteiligungen an von Dritten gemanagten
Private Equity- und Mezzaninfonds, mit denen regionale oder strategische Ergänzungen der eigenen Investmentrichtlinien
möglich sind und die bislang sehr hohe Renditen erwirtschafteten.
Zahlungsverkehr
Trotz der allgemeinen Unsicherheiten aufgrund des Ukraine-Krieges und der extremen Inflationsentwicklung konnten die
Zahlungsverkehrserträge im Firmenkundenbereich erfreulicherweise um 13,2 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.
Die Anzahl der abgewickelten SEPA-Instant-Payments konnte gegenüber dem Jahr 2021 vervielfacht werden. Dies wurde
möglich, da die beiden SEPA-Instant-Payment-Clearinghäuser (EBA, TIPS) seit April 2022 auch wechselseitig für die KundIn-
nen des anderen Clearinghaus erreichbar sind.
Aufgrund der Vorteile (innerhalb 10 Sekunden beim Zahlungsempfänger, 24/7 jederzeit einsetzbar), rechnet man auch künf-
tig mit einem weiteren Anstieg der Transaktionszahlen bei dieser modernen Bezahlungsmethode. Im Gegensatz dazu sind
die Schecktransaktionen in Österreich seit vielen Jahren rückläufig und daher wurde mit Jahresende das nationale Scheck-
clearing eingestellt. Das Online-Kundenportal hat weiter an Attraktivität gewonnen, da nunmehr auch Konten von Fremd-
banken über die PSD2-Schnittstelle eingebunden werden können.
Im Sinne der Nachhaltigkeit wurde mit Jahresende eine Initiative zur weiteren Reduzierung der Papierauszüge gestartet. Ziel
ist es den bankinternen Transport von Papierauszügen abzuschaffen.
Syndizierung und Schuldscheindarlehen
Im Bereich Konsortialkredite, Sonderkredite und Schuldscheindarlehen wurde gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres
einen leichter Anstieg von rund 3,4% beim aushaftenden Gesamtobligo verzeichnet, welches sich nunmehr auf rund 2,09
Mrd. Euro beläuft. Dem Obligoanstieg stehen etwas rückläufige Stückzahlen gegenüber. Diese Entwicklung resultierte dar-
aus, dass speziell im Bereich der Konsortialkredite mit Beteiligung im letzten Jahr einige großvolumige Tickets übernommen
werden konnten. Das größte gezeichnete Einzelticket belief sich dabei auf
150 Mio. Euro. Es konnten auch wieder neue Mandate als Arrangeur und Konsortialführer gewonnen werden. In Summe
betreut das Team Syndication zum Bilanzstichtag 68 Kredittranchen als Konsortialführer. Im Bereich der Schuldscheindarle-
hen wurden im Geschäftsjahr 2022 ausgewählte Transaktionen bonitätsstarker österreichischer und deutscher Emittenten
gezeichnet, wobei man sich im Sinne der Nachhaltigkeit auch an ESG-linked Schuldscheindarlehen beteiligt hat.
Auslandsgeschäft
Laut OeNB sind die Aussichten für das globale Wirtschaftswachstum weiterhin durchwachsen. Aufgrund von Krieg, Energie-
und Inflationskrise erwartet die OECD erst im Jahr 2024 eine leichte Erholung des globalen Wachstums auf 2,7 %. Die Gründe
hierfür sind vielfältig und liegen in weiteren, zu erwartenden Zinserhöhungen sowie in Vertrauenseinbrüchen und Unsicher-
heiten hinsichtlich der Energieversorgung. Aber auch die globalen Lieferketten bleiben weiterhin im Fokus der Unterneh-
men. Um die Lieferfähigkeit zu garantieren, wurden in Europa die Lagerbestände sukzessive aufgebaut. Diesem Lageraufbau
steht nun eine abflachende Nachfrage gegenüber. Auf der anderen Seite zeigen die Wirtschaftsindikatoren für China einen
langsamen Aufwärtstrend.
In diesem Umfeld nutzen die KundInnen das umfassende Angebot der Oberbank an Absicherungs- und Finanzierungsinstru-
menten kombiniert mit dem weltweiten Netz an ausgewählten Korrespondenzbanken. Die Oberbank ist durch den bedarfs-
orientierten Beratungsansatz ein treuer Wegbegleiter für Importeure und Exporteure im Auslandsgeschäft.
Segmentbericht
Segment Firmenkunden
24
Dokumenten- und Garantiegeschäft
In Zeiten zunehmender, globaler Unsicherheiten ist die Absicherung von internationalen Transaktionen ein erfolgsentschei-
dender Bestandteil im grenzüberschreitenden Geschäft geblieben. Erste positive Lichtblicke brachten die sich im zweiten
Halbjahr 2022 wieder normalisierenden Frachtkosten für den Schiffscontainertransport. Das Dokumenten- und Auslandsga-
rantiegeschäft hat sich auch 2022 wieder erfreulich entwickelt. 2022 konnte 10 % mehr an Volumen für internationale Ge-
schäfte abgesichert werden. Dies ist ein deutliches Zeichen, dass gerade in herausfordernden Zeiten auf die Expertise der
Oberbank zur Sicherung internationaler Transaktionen gesetzt wird.
Exportfinanzierung
Auch im steigenden Zinsumfeld sind die geförderten Betriebsmittelfinanzierungen der OeKB weiterhin sehr attraktiv. Der
Marktanteil der geförderten Betriebsmittellinien, die an Großunternehmen vergeben werden, der Kontrollbank Refinanzie-
rungsrahmen (KRR), ist bei über 11 % und unterstreicht diese Entwicklung. Darüber hinaus konnte bei den geförderten Be-
triebsmittelfinanzierung für KMUs, dem sogenannten Exportfondskrediten, der Marktanteil auf über 11,8 % gesteigert wer-
den. Die Investitionstätigkeit exportierender Unternehmen unterlag einer angebotsabhängigen Wellenbewegung. Durch die
umfassende Beratungstätigkeit und Fokussierung auf die Bedürfnisse der Exporteure gelang es, den Marktanteil bei den
OeKB-refinanzierten Inlandsinvestitionen im Halbjahresvergleich auf über 11,7 % zu steigern.
Factoring
Der positive Trend bei der Neukundengewinnung und beim Volumen setzte sich im siebten Betriebsjahr fort und brachte
auch 2022 ein sehr erfreuliches Ergebnis. Die neuerliche Steigerung der Factoring-Umsätze um 31,0 % und das positive Feed-
back der KundInnen spiegelten diese Entwicklung wider.
Leasing
Auch wenn es beim aktivierten Neugeschäftsvolumen je Quartal immer wieder Schwankungen gab, war das abgelaufene
Geschäftsjahr dennoch ein äußerst erfreuliches. Mit einem Neugeschäft von 1.018,6 Mio. Euro konnte erstmals in der Unter-
nehmensgeschichte ein Umsatz von mehr als 1 Mrd. Euro verbucht werden. Damit übertraf man das Neugeschäftsergebnis
des Vorjahres mit einem Plus von 179,2 Mio. Euro / 21,4 %.
Haupttreiber dieser Entwicklung war Deutschland, aber auch in Österreich und in den CEE-Ländern hat man deutlich zuge-
legt. Aufgrund dieser Neugeschäftsentwicklung konnten die Kundenforderungen um
147,3 Mio. Euro / 6,01 % im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesteigert werden.
Segmentbericht
Segment Privatkunden
25
Geschäftsverlauf 2022 im Überblick
Der Jahresüberschuss im Segment Privatkunden stieg 2022 um 36,8 % auf 64,8 Mio. Euro.
Das Zinsergebnis stieg um 50,4 % auf 96,9 Mio. Euro, der Provisionsüberschuss stieg um 2,5 % auf 87,2 Mio. Euro.
Die Risikovorsorgen beliefen sich auf 13,3 Mio. Euro, nach 3,7 Mio. Euro im Vorjahr.
Die Verwaltungsaufwendungen waren mit 107,1 Mio. Euro um 1,6 % höher als im Vorjahr, der sonstige betriebliche Ertrag
belief sich auf 1,2 Mio. Euro, nach 7,0 Mio. Euro im Vorjahr.
Der RoE stieg im Segment Privatkunden auf 17,8 %, die Cost-Income-Ratio verbesserte sich auf 57,8 %.
Private Kundeneinlagen
Die Spar-, Sicht- und Termineinlagen der KundInnen lagen mit 6.754,3 Mio. Euro um 246 Mio. Euro / 3,6 % über dem Stand
des Vorjahres. Die Einlagen auf den Online-Sparprodukten sind 2022 neuerlich stark angestiegen und zwar um 189,8 Mio.
Euro / 18,2 % auf 1.233,0 Mio. Euro. Im Gegensatz dazu sind die Einlagen auf den Sparbüchern im Vorjahresvergleich um
367,5 Mio. Euro / - 14,5 % gesunken. Auch die Anzahl der Sparbücher verringerte sich um 22.600 Stück.
Privatkredite
Trotz des herausfordernden Marktumfelds hat sich das aushaftende Volumen (exklusive Leasing) gegenüber dem Vorjahr
um 1,3 % auf 4.068,7 Mio. Euro erhöht, wobei das Neuvergabevolumen bei Privatkrediten 2022 um 15,7 % unter dem Ver-
gleichszeitraum des Vorjahres lag. Die Nachfrage nach Wohnimmobilienfinanzierungen und somit auch die Neuvergabe ist
gerade seit August 2022 deutlich eingebrochen. Dies ist vor allem auf das wesentlich schlechtere gesamtwirtschaftliche Um-
feld und den damit verbundenen Unsicherheiten zurückführen (gestiegene Lebenserhaltungskosten, Energiepreise, Baukos-
ten und Immobilienpreise).
Nachhaltige Kontowelt
Das be(e) green Konto ist seit 2021 mit dem österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet, da in Höhe der jeweiligen
Kontoeinlagen nachhaltige Projekte finanziert werden, die neben wirtschaftlichen auch ökologischen und sozialen Kriterien
entsprechen. Darüber hinaus leistet die Oberbank mit jedem neuen be(e) green Konto einen Beitrag zum Erhalt der Bienen-
population und weiterer blütenbestäubender Insekten. Auf Basis dieser Initiative wurden seit der Produkteinführung 2021
bereits 46.000 m
2
an Blühflächen geschaffen. Zusätzlich wurde das be green Sparkonto eingeführt, welches ebenfalls mit
dem österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet worden ist. Im Herbst wurde die Kontowelt noch um das nachhaltige
be(e) green Studentenkonto ergänzt. Die Anzahl der Privatkonten hat sich 2022 um 2.158 auf 194.746 Stück erhöht. Davon
sind bereits 48.833 Konten bzw. 25,1 % nachhaltige be(e) green Konten.
Segment Privatkunden in Mio. €
2022
2021
Veränd.
Zinsergebnis
96,9
64,4
50,4%
Erträge aus at Equity bewerteten Unternehmen
Risikovorsorge Kredit
-13,3
-3,7
>100%
Provisionsüberschuss
87,2
85,1
2,5%
Handelsergebnis
0,0
0,0
Verwaltungsaufwand
-107,1
-105,4
1,6%
Sonstiger betrieblicher Ertrag
1,2
7,0
-83,4%
Außerordentliches Ergebnis
Jahresüberschuss vor Steuern
64,8
47,4
36,8%
Anteil am Jahresüberschuss vor Steuern
22,0%
16,8%
5,1%-P
Ø Kredit- und Marktrisikoäquivalent (BWG)
2.150,7
2.054,6
4,7%
Segmentvermögen
4.155,0
4.104,7
1,2%
Segmentschulden
7.231,4
6.976,5
3,7%
Ø zugeordnetes Eigenkapital
363,6
354,0
2,7%
Return on Equity vor Steuern (RoE)
17,8%
13,4%
4,4%-P
Cost-Income-Ratio
57,8%
67,4%
-9,6%-P
Segmentbericht
Segment Privatkunden
26
Green Payments – der Umwelt zuliebe
Beleghafte Überweisungsaufträge verursachen eine hohe CO
2
-Belastung. Moderner Online-Zahlungsverkehr ist nicht nur
schneller und einfacher, sondern auch nachhaltig. Deshalb fallen elektronisch beauftragte Zahlungen unter die Kategorie
Green Payments. In der Oberbank sind bereits 95 % aller von Firmen- und PrivatkundInnen beauftragten Zahlungen digital.
Digitalisierung
2022 wurde das Angebot an Self-Service Funktionen weiter ausgebaut. Die KundInnen haben nun die Möglichkeit den KYC
(Know-Your Customer) Prozess online durchzuführen. Der eKYC Prozess wurde in allen Oberbank Märkten eingeführt und
bietet den Vorteil, administrative Schritte bequem von zu Hause aus zu erledigen und spart den Weg in die Filiale. Darüber
hinaus können sich die KundInnen nun auch Konten anderer Banken im Oberbank Kundenportal anzeigen lassen.
In der Oberbank Banking App hat man seit 2022 die Möglichkeit, sich Push-Benachrichtigung für neue Postfach-Nachrichten
direkt aufs Smartphone senden zu lassen, sodass man keine wichtigen Informationen verpasst.
Kartenportfolio
Die „Oberbank Mastercard Gold“ Kreditkarte ist, wie die „Oberbank Mastercard Klassik“, nicht nur mit umfangreichen Mo-
bile Payment-Funktionen wie Apple Pay, der Oberbank Wallet, SwatchPAY! und Garmin Pay ausgestattet, sondern sie ist
natürlich auch eCommerce-fähig und verfügt über eine umfangreiche Reiseversicherung. Die Freigabe der Internet-Transak-
tionen erfolgt bequem mittels Oberbank Security App.
Zum Stichtag 31. Dezember 2022 hat die Oberbank 25.508 eigene Klassik- und Gold Mastercard Kreditkarten in Umlauf ge-
bracht. Inklusive der an Partner (Kreditkartenorganisationen) vermittelten Kreditkarten ergab das ein Gesamtkartenportfolio
an ausgegebenen Privat- und Firmenkreditkarten von 70.562. Die Gesamtanzahl der Debitkarten betrug 2022 209.322.
Bausparansparen
2022 wurden insgesamt 8.346 Bausparverträge vermittelt. Das bedeutet im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021 einen Rück-
gang von 3.557 Stück bzw. 29,9 %.
Bausparfinanzierungen: Wieder Rekordergebnis
Im Bereich der Bausparfinanzierungen konnte das sehr starke Ergebnis aus 2021 noch einmal deutlich übertroffen werden.
Die Oberbank vermittelte 2022 ein Volumen von 80,9 Mio. Euro, was einer Steigerung von 33,7 Mio. Euro bzw. 71,4 % ent-
sprach.
Versicherungen: Gutes Ergebnis, trotz schwieriger Rahmenbedingungen
Das Rekordergebnis aus dem Vorjahr konnte aufgrund schwieriger ökonomischer Rahmenbedingungen nicht ganz erreicht
werden. Mit einer Produktion von 142,0 Mio. Euro blickt man dennoch auf ein gutes Ergebnis zurück. Die Produktion von
Kapitalversicherungen im Privat- und Firmenkundenbereich wurde in Österreich im Vergleich zu 2021 um 2,5 % gesteigert. In
dieser Sparte wurden hauptsächlich fondsorientierte- und fondsgebundene Lebensversicherungen, aber auch Tarife mit
nachhaltigen Investments abgeschlossen. Gesamtbetracht hat sich das Lebensversicherungsgeschäft in Österreich mit einer
Steigerung von 1,5 % zum Vorjahr gut entwickelt. Die Produktion von Unfallversicherungen, sowie die Vermittlung von priva-
ten und gewerblichen Sachversicherungen ist im Vergleichszeitraum zum Vorjahr um 8,8 % gestiegen.
Versicherungen – Produktion*
Veränderung im Jahresabstand
Stand 31.12.2022
Stand 31.12.2021
absolut
in %
€ 142,0 Mio.
€ 148,3 Mio.
- € 6,3 Mio.
-4,2 %
*)
Produktion: Lebensversicherungen (Prämiensumme) + Nicht-Lebensversicherungen (Jahresnettoprämie x 10)
Segmentbericht
Segment Privatkunden
27
Wertpapiergeschäft: neues Rekordergebnis in schwierigem Umfeld
Das Marktumfeld für das Wertpapiergeschäft hat sich 2022 als sehr herausfordernd präsentiert. Die Verwerfungen an den
Aktien- und Anleihemärkten infolge des seit Februar andauernden russischen Angriffskrieges in der Ukraine und seine nach-
folgenden Auswirkungen waren bestimmend. Der globale Inflationsschub infolge der Energiepreisanstiege war enorm und
hat die Notenbanken dazu gezwungen den Pfad der mehrjährigen expansiven Geldpolitik drastisch zu ändern. Der Zinsan-
stieg sowohl im von den Notenbanken beeinflussten Geldmarkt als auch beim eher auf Inflationserwartungen ausgerichte-
ten Kapitalmarkt, war entsprechend groß. Beispielsweise sind Österreichische Staatsanleihen (Bloomberg Barclays Öster-
reich Staatsanleihenindex in Euro) um 21,3 % gefallen. Das war sogar ein stärkerer Rückgang als beim Aktienindex ATX mit –
19,1 %. Der Renditeanstieg bei Anleihen führte dann in der zweiten Jahreshälfte zu einem Comeback dieser Anlageklasse.
Neue Oberbank Emissionen wurden stark nachgefragt und rentierten bei 5-jährigen Laufzeiten um die 3,5 % p.a. Im Jahres-
verlauf wurden 145,0 Mio. Euro an Retail-Anleihen platziert. Die 3 Banken-Wohnbaubank AG hat 2022 keine Neuemissionen
begeben.
Der gleichzeitige Rückgang von Aktien und Anleihen traf entsprechend deutlich auch die gemischten Portfolios. Lediglich die
Gold- und Rohstoffkomponenten brachten über das Gesamtjahr betrachtet positive Beiträge.
Trotz der schwierigen Umstände konnte die Oberbank in diesem Umfeld einen Anstieg des Wertpapierprovisionsergebnisses
um 3,1 Mio. Euro von 68,0 Mio. Euro auf 71,1 Mio. Euro / 4,6 % erreichen und ein neues Rekordergebnis in der Wertpapier-
sparte verzeichnen. Das mit Abstand stärkste Einzelquartal war das erste Quartal, am Beginn noch im Zeichen positiver Aus-
sichten nach Überwindung der Covid-Krise, am Ende durch hohe Transaktionserträge in Folge der seit Kriegsbeginn unter
Druck geratenen Aktienmärkte.
Nachhaltigkeit: viele neue Produkte
Der Ausbau der nachhaltigen Produktpalette mit Fonds der 3 Banken-Generali Investment GmbH stand auch im Jahr 2022
auf der Agenda. Es wurden neue Anleihen-, Misch- und Aktienfonds in die Produktpalette aufgenommen. Damit sind nun
alle wesentlichen Anlageklassen abgedeckt. Der Anteil der nachhaltigen Publikumsfonds an der gesamten Publikumsfond-
nachfrage lag bei 22,7 %.
Seit August 2022 müssen AnlegerInnen über ihre Nachhaltigkeitspräferenzen befragt werden. Die BeraterInnen wurden da-
rauf mit einem umfangreichen Ausbildungsprogramm vorbereitet. Zusätzlich sind neue Vorgaben hinsichtlich der Pro-
duktauswahl und Überwachungspflichten schlagend geworden. Zum Jahreswechsel gab es weitere Anforderungen an die
vor- und nachvertragliche Information zu nachhaltigen Produkten. Alle Aspekte wurden technisch in das Beraterportal inte-
griert, um einen bestmöglichen und rechtssicheren Abwicklungsprozess zu gewährleisten.
Private Banking und Vermögensverwaltung
Nach mehreren Jahren des Wachstums wurde der Anstieg der im Private Banking betreuten Kundengelder im Jahr 2022 be-
dingt durch die Kursrückgänge bei Aktien- und Anleihen unterbrochen. Das Gesamtvolumen an Einlagen und Wertpapieren
von Privaten, Stiftungen und Unternehmen ist um 0,6 Mrd. Euro von 12,2 Mrd. Euro auf 11,6 Mrd. Euro gefallen.
Im Bereich des Content Managements wurde die neue #jetztvermoegen Rubrik auf der Website der Oberbank ins Leben
gerufen. Dort werden interessierte AnlegerInnen über vielfältige Themen rund um Finanzanlagen und mehr informiert. Ne-
ben den vielfältigen schriftlichen Publikationen gab es nach den coronabedingten Einschränkungen in den Vorjahren auch
wieder in allen deutschsprachigen Geschäftsbereichen der Oberbank Präsenzveranstaltungen für KundInnen. Darüber hin-
aus fand auch im Oberbank Donau-Forum wieder eine Veranstaltung statt. In mehreren Medien wurde auch die Kommen-
tar-Reihe „oTon“ geschaltet. Ebenso gab es unter diesem Titel viele Videobeiträge.
Das individuelle Portfoliomanagement (iPM) wurde auch 2022 mehrfach ausgezeichnet. Focus Money verlieh das Prädikat
„herausragend“, der Elite Report hat die Oberbank mit „cum laude“ prämiert. Diese beiden renommierten deutschen Me-
dien haben ein breites Spektrum an Kriterien berücksichtigt. Die Volumenentwicklung im iPM konnte sich ebenfalls nicht
den Marktumständen entziehen.
Das Gesamtvolumen betrug zum Jahresende 706,7 Mio. Euro und lag damit um 80,2 Mio. Euro bzw. -10,2 % unter dem Vor-
jahresniveau. Neben den drei klassischen Varianten (defensiv, ausgewogen, dynamisch) werden diese auch als nachhaltige
Strategien angeboten. Es wird ein besonderer Fokus auf nachhaltige Anlageprodukte gelegt, die nach einem festgelegten
Segmentbericht
Segment Privatkunden
28
ESG-Analyse-Prozess ausgewählt werden. Die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren (PAIs –
Principal Adverse Impacts) werden beim iPM nachhaltig ebenfalls berücksichtigt.
Die Dienstleistung Brokerage für Trading-orientierte Aktien-AnlegerInnen verzeichnete ein sehr starkes Orderaufkommen,
insbesondere am Ende des ersten Quartals.
3 Banken-Generali Investment-Gesellschaft m.b.H.
Die 3 Banken-Generali Investment-Gesellschaft m.b.H. wurde zum 6. Mal innerhalb von acht Jahren vom Fachmagazin „Bör-
sianer“ zur besten inländischen Fondsgesellschaft gewählt und hat unter 50 in Österreich aktiven nationalen und internatio-
nalen Gesellschaften den zweiten Platz belegt.
Das verwaltete Volumen der Gesellschaft fiel im Jahresabstand um 11,9 % oder 1,5 Mrd. Euro auf 11,0 Mrd. Euro. Der ge-
samte österreichische Markt verlor 14,2 %. Der Marktanteil der Gesellschaft lag damit zum Jahresultimo mit 5,88 % um 0,1
Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Der Oberbank-Anteil innerhalb der Gesellschaft stieg erneut an, von 47,0 % per Ultimo
2021 auf 49,5 % zum 31.12.2022. Das der Oberbank zurechenbare Volumen belief sich auf
5,5 Mrd. Euro. Im Bereich Publikumsfonds wurden seitens der KundInnen Käufe in Höhe von 456,4 Mio. Euro getätigt. Be-
sonders nachgefragt waren das Oberbank Vermögensmanagement sowie die Oberbank Premium Strategien. Der Anteil an
nachhaltigen Investments betrug 22,7 % der Gesamtnachfrage.
Segmentbericht
Segment Financial Markets
29
Geschäftsverlauf 2022 im Überblick
Im Segment Financial Markets ging das Zinsergebnis auf - 30,9 Mio. Euro zurück, das Ergebnis aus den at Equity-Beteiligun-
gen lag bei 90,7 Mio. Euro nach 100,1 Mio. Euro im Vorjahr.
Die Risikovorsorgen erhöhten sich um 2,5 % auf 7,7 Mio. Euro.
Das Handelsergebnis sank auf 6,3 Mio. Euro nach 8,7 Mio. Euro im Vorjahr. Der sonstige betriebliche Erfolg sank auf - 41,0
Mio. Euro nach 0,5 Mio. Euro im Vorjahr.
Der Überschuss im Segment Financial Markets lag damit bei 6,4 Mio. Euro nach 98,0 Mio. Euro im Vorjahr.
Der RoE sank auf 0,6%, die Cost-Income-Ratio verschlechterte sich auf 43,6 %.
Eigenhandel
2022 war ein außergewöhnliches Jahr mit deutlichen Einbußen an den Kapitalmärkten. An den Aktienmärkten waren in der
Vergangenheit immer wieder auch ähnliche Bewegungen zu verzeichnen, aber zusätzlich kam es an den Zinsmärkten zu his-
torischen Zinssteigerungen, die sich entsprechend auf die Bondmärkte und Swapmärkte auswirkten. Auch bei den Währun-
gen gab es merkliche Verschiebungen.
Die Bewegungen waren in dieser Stärke kaum vorherzusagen und dadurch war es auch im Handel kaum möglich erwähnens-
werte Erträge zu erzielen. Unter dem Strich konnten nicht so erfolgreiche Transaktionen ausgeglichen werden und es blieb
eine schwarze Null.
Primäreinlagen im Zeichen der Zinswende
Das erste Halbjahr war davon gekennzeichnet, dass speziell bei den Firmeneinlagen großflächig die der Bank entstandenen
Kosten in Form von Negativzinsen weiterverrechnet wurden. Dies änderte aber nichts an der Tatsache, dass die Liquidität im
Markt und in der Oberbank hoch war. Mit den voranschreitenden Zinserhöhungen im zweiten Halbjahr erwachten auch die
Bindungsgelder wieder zu neuem Leben. Insgesamt konnte die Oberbank die Primäreinlagen gegenüber 2021 weiter
steigern.
Internationales Banken- und Institutionen Netzwerk
Die Betreuung der internationalen Korrespondenz- und Netzwerkbanken war 2022 stark geprägt von sehr speziellen Heraus-
forderungen. Gleich zu Jahresbeginn kam es zu wesentlichen Adaptierungen bei der Richtlinie „Beziehungen zu Korrespon-
denz- und Netzwerkbanken“, um entsprechend der Finanzmarktaufsicht (FMA), den gesetzlichen Anforderungen des Finanz-
markt-Geldwäsche-Gesetzes (FM-GwG), die die Grundlage für die Zusammenarbeit mit anderen Kreditinstituten bilden, Ge-
nüge zu tun.
Segment Financial Markets in Mio. €
2022
2021
Veränd.
Zinsergebnis
-30,9
6,4
Erträge aus at Equity bewerteten Unternehmen
90,7
100,1
-9,5%
Risikovorsorge Kredit
-7,7
-7,5
2,5%
Provisionsüberschuss
0,0
0,0
Handelsergebnis
6,3
8,7
-28,3%
Verwaltungsaufwand
-10,9
-10,3
6,4%
Sonstiger betrieblicher Erfolg
-41,0
0,5
Außerordentliches Ergebnis
Jahresüberschuss vor Steuern
6,4
98,0
-93,5%
Anteil am Jahresüberschuss vor Steuern
2,2%
34,8%
-32,6%-P
Ø Kredit- und Marktrisikoäquivalent (BWG)
6.128,0
5.390,1
13,7%
Segmentvermögen
7.095,5
8.595,4
-17,4%
Segmentschulden
8.321,8
9.285,8
-10,4%
Ø zugeordnetes Eigenkapital
1.036,0
928,8
11,5%
Return on Equity vor Steuern (RoE)
0,6%
10,6%
-10,0%-P
Cost-Income-Ratio
43,6%
8,9%
34,7%-P
Segmentbericht
Segment Financial Markets
30
Dies führte in der Oberbank zu weiteren Verschärfungen - sowohl bei der Umsetzung der notwendigen Know-Your-Customer
(KYC) Dokumentation als auch bei der Prüfung der Compliance-relevanten Parameter. Ebenso konnten sich auch die Partner-
banken diesen Anforderungen nicht entziehen. Der Aufwand im Zusammenhang mit Transaktionsprüfungen, Bankenanfra-
gen und generell zu beantwortende Fragebögen wurde signifikant höher. Zur Steigerung der Effizienz wurde das internatio-
nale Bankennetzwerk der Oberbank auf den Prüfstand gestellt. Unter Beibehaltung des vollen internationalen Service- und
Dienstleistungs-Angebotes der Oberbank für ihre KundInnen, konnten die Partnerbankverbindungen auf rund 960 Banken in
115 Ländern reduziert werden. Trotz der, im Zuge des Russland-Ukraine Krieges einsetzenden Veränderungen, konnten er-
freulicherweise die Außenhandelsumsätze zu den meisten internationalen Ländern deutlich verbessert werden. Die enge
Begleitung der KundInnen bei ihren internationalen Geschäftsaktivitäten und speziell die damit verbundenen Risikoabsiche-
rungen wurden verstärkt in Anspruch genommen. Ein Trend der bis zum Jahresende 2022 deutlich erkennbar gewesen ist.
Spezielle Themen, die insbesondere durch den Russland-Ukraine Krieg ausgelöst wurden, wie beispielsweise alternative
Handelspartner und Exportländer wurden analysiert und Vorbereitungen für steigende Handelsbeziehungen zu diesen Län-
dern getroffen. Ebenso wurden bereits in der Hoffnung, dass der Russland-Ukraine Konflikt in 2023 ein Ende finden wird,
Überlegungen für die Zeit nach dem Krieg eingesteuert, um den KundInnen auch die Möglichkeit zu bieten, Teil des Wieder-
aufbaus sein zu können.
Abschließend ist zu erwähnen, dass das stabile und nachhaltig gesicherte Partnerbanknetzwerk der Oberbank sowohl das
Fundament für die erfolgreiche Abwicklung der internationalen Geschäftsaktivitäten der KundInnen als auch des eigenen
Liquiditäts- und Risikomanagements der Oberbank darstellt.
.
Segmentbericht
Segment Sonstiges
31
Segment Sonstiges
Der Jahresfehlbetrag vor Steuern belief sich 2022 im Segment Sonstiges auf -42,9 Mio. Euro, nach - 51,1 Mio. Euro im
Vorjahr.
32
Konzernabschluss
Konzernabschluss 2022 der Oberbank
nach International Financial Reporting Standards (IFRS)
Konzernabschluss
Inhaltsverzeichnis IFRS-Konzernabschluss
33
35
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2022
35
Konzern-Gewinn- und Verlust-Rechnung
36
Sonstiges Ergebnis
37
Konzernbilanz zum 31.12.2022
38
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
39
Konzern-Kapitalflussrechnung
41
Erläuterungen (Notes) zum Konzernabschluss
41
Einleitung
41
1) Konsolidierungskreis der Oberbank
41
2) Zusammenfassung wesentlicher Rechnungslegungsgrundsätze
66
Details zur Konzern-Gewinn- und Verlust-Rechnung
66
3) Zinsergebnis
66
4) Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen
66
5) Risikovorsorgen im Kreditgeschäft
67
6) Provisionsergebnis
67
7) Handelsergebnis
67
8) Verwaltungsaufwand
67
9) Sonstiger betrieblicher Erfolg
68
10) Steuern vom Einkommen und Ertrag
69
11) Ergebnis je Aktie
70
Details zur Konzernbilanz
70
12) Barreserve
70
13) Forderungen an Kreditinstitute
70
14) Forderungen an Kunden
71
15) Risikovorsorgen
71
16) Handelsaktiva
71
17) Finanzanlagen
72
18) Immaterielles Anlagevermögen
72
19) Sachanlagen
72
20) Leasingverhältnisse als Leasingnehmer
73
21) Sonstige Aktiva
74
22) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
74
23) Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
75
24) Verbriefte Verbindlichkeiten
75
25) Rückstellungen
78
26) Sonstige Passiva
78
27) Sonstige Passiva (Anteil Handelspassiva)
78
28) Nachrangkapital
79
29) Eigenkapital
79
30) Anlagenspiegel
80
31) Fair Value von Finanzinstrumenten
90
32) Angaben zu nahestehenden Personen und Unternehmen
93
33) Segmentberichterstattung
94
34) Non-performing loans
94
35) Als Sicherheit gestellte Vermögensgegenstände
Konzernabschluss
Inhaltsverzeichnis IFRS-Konzernabschluss
34
95
36) Nachrangige Vermögensgegenstände
95
37) Fremdwährungsvolumina
95
38) Treuhandvermögen
95
39) Echte Pensionsgeschäfte
95
40) Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken
95
41) Unternehmen des Konsolidierungskreises
100
Risikobericht
100
42) Risikomanagement
104
43) Kreditrisiko
121
44) Beteiligungsrisiko
122
45) Marktrisiko
126
46) Makroökonomische Risiken
126
47) Operationelles Risiko
127
48) Liquiditätsrisiko
130
49) Risiko einer übermäßigen Verschuldung
130
50) Nachhaltigkeitsrisiko
130
51) Systemisches Risiko
131
52) Sonstige Risiken
131
53) Risikobericht - Zusammenfassung
131
54) Gesamtvolumen noch nicht abgewickelter derivativer Finanzprodukte
132
55) Patronatserklärungen für Beteiligungen
132
Informationen aufgrund österreichischen Rechts
132
56) Eigenkapital
133
57) Personal
133
58) Wertpapieraufgliederung nach BWG
133
59) Konzerneigenmittel und bankaufsichtliches Eigenmittelerfordernis
134
60) Sonstige erforderliche Angaben nach BWG und UGB
136
61) Beteiligungsliste gemäß UGB
139
Schlussbemerkung des Vorstands der Oberbank AG
139
Erklärung gemäß § 124 Absatz 1 Z. 3 BörseG
Bei der Summierung gerundeter Beträge und der Errechnung der Veränderungsraten können geringfügige Differenzen im
Vergleich zur Ermittlung aus den nicht gerundeten Rechnungsgrundlagen auftreten. Der Eintrag „N/A“ in den Tabellen des
Konzernabschlusses bedeutet, dass die jeweilige Bestimmung im entsprechenden Geschäftsjahr nicht anwendbar ist.
Konzernabschluss
35
Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2022
Konzern-Gewinn- und Verlust-Rechnung in Tsd. €
2022
2021
Veränd.
in Tsd. €
Veränd.
in %
1. Zinsen und ähnliche Erträge
540.906
389.287
151.619
38,9
a) Zinserträge nach der Effektivzinsmethode
519.165
368.102
151.063
41,0
b) Sonstige Zinserträge
21.741
21.185
556
2,6
2. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-134.846
-43.230
-91.616
>100,0
Zinsergebnis
(3)
406.060
346.057
60.003
17,3
3. Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen
(4)
90.653
100.133
-9.480
-9,5
4. Risikovorsorgen im Kreditgeschäft
(5)
-41.482
-35.713
-5.769
16,2
5. Provisionserträge
227.223
212.828
14.395
6,8
6. Provisionsaufwendungen
-20.361
-20.877
516
-2,5
Provisionsergebnis
(6)
206.862
191.951
14.911
7,8
7. Handelsergebnis
(7)
6.100
7.764
-1.664
-21,4
8. Verwaltungsaufwand
(8)
-320.331
-313.568
-6.763
2,2
9. Sonstiger betrieblicher Erfolg
(9)
-52.602
-14.737
-37.865
>100,0
a) Ergebnis aus finanz. Vermögenswerten FV/PL
-33.732
5.398
-39.130
>-100,0
b) Ergebnis aus finanz. Vermögenswerten FV/OCI
-2.198
-1.195
-1.003
83,9
c) Ergebnis aus finanz. Vermögenswerten AC
0
21
-21
-100,0
d) Sonstiger betrieblicher Erfolg
-16.672
-18.961
2.289
-12,1
Jahresüberschuss vor Steuern
295.260
281.887
13.373
4,7
10. Steuern vom Einkommen und Ertrag
(10)
-51.973
-47.239
-4.734
10,0
Jahresüberschuss nach Steuern
243.287
234.648
8.639
3,7
davon den Anteilseignern des Mutterunterneh-
mens und den zusätzlichen Eigenkapitalbestand-
teilseignern zuzurechnen
242.154
233.449
8.705
3,7
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzu-
rechnen
1.133
1.199
-66
-5,5
Konzernabschluss
36
Sonstiges Ergebnis in Tsd. €
2022
2021
Jahresüberschuss nach Steuern
243.287
234.648
Posten ohne Reklassifizierung in den Jahresüberschuss
34.557
55.234
+/- Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste IAS 19
37.244
17.147
+/- Latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne/Verluste IAS 19
-9.671
-4.287
+/- Ergebnisanteil aus der Anwendung der Equity Methode
19.175
11.149
+/- Erfolgsneutrale Bewertungsänderungen des eigenen Kreditrisikos IFRS 9
26.563
-17.377
+/- Latente Steuern auf erfolgsneutrale Bewertungsänderungen des eigenen
Kreditrisikos IFRS 9
-6.294
4.344
+/- Erfolgsneutrale Bewertungsänderungen von Eigenkapitalinstrumenten IFRS 9
-48.836
58.866
+/- Latente Steuern auf erfolgsneutrale Bewertungsänderungen von
Eigenkapitalinstrumenten IFRS 9
16.377
-14.608
Posten mit Reklassifizierung in den Jahresüberschuss
-7.473
5.981
+/- Erfolgsneutrale Bewertungsänderungen Schuldtitel IFRS 9
-2.193
-107
Im Eigenkapital erfasste Beträge
-2.758
-37
Umgliederungsbeträge
565
-70
+/- Latente Steuern auf erfolgsneutrale Bewertungsänderungen Schuldtitel IFRS 9
510
26
Im Eigenkapital erfasste Beträge
640
9
Umgliederungsbeträge
-130
17
+/- Veränderung Währungsausgleichsposten
595
3.736
+/- Ergebnisanteil aus der Anwendung der Equity Methode
-6.385
2.326
Summe direkt im Eigenkapital erfasster Erträge und Aufwendungen
27.084
61.215
Gesamtergebnis aus Jahresüberschuss und nicht erfolgswirksamen Erträgen/
Aufwendungen
270.371
295.863
davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens und den zusätzlichen Ei-
genkapitalbestandteilseignern zuzurechnen
269.238
294.664
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen
1.133
1.199
Kennzahlen
2022
2021
Cost-Income-Ratio (Kosten-Ertrag-Relation) in %
1)
48,75
49,68
RoE (Eigenkapitalrendite) vor Steuern in %
2)
8,71
8,88
RoE (Eigenkapitalrendite) nach Steuern in %
3)
7,18
7,39
Risk-Earning-Ratio (Kreditrisiko / Zinsüberschuss) in %
4)
10,22
10,32
Ergebnis pro Aktie in €
5)6)
6,89
6,66
1) Verwaltungsaufwendungen in Relation zum Zins-, at Equity-, Provisions-, Handelsergebnis und Sonstigen betrieblichen Erfolg
2) Jahresüberschuss vor Steuern in Relation zum durchschnittlichen Eigenkapital
3) Jahresüberschuss nach Steuern in Relation zum durchschnittlichen Eigenkapital
4) Risikovorsorgen im Kreditgeschäft in Relation zum Zinsergebnis
5) Jahresüberschuss nach Steuern in Relation zu durchschnittlich in Umlauf befindlichen Aktien
6) Das verwässerte Ergebnis pro Aktie entspricht dem unverwässerten Ergebnis pro Aktie, da keine Finanzinstrumente mit Verwässerungseffekt aus-
gegeben wurden (siehe auch Note 11).
Konzernbilanz zum 31.12.2022
Veränd.
Veränd.
Aktiva in Tsd. €
31.12.2022
31.12.2021
in Tsd. €
in %
1.
Barreserve
(12)
2.287.322
4.400.915
-2.113.593
-48,0%
2.
Forderungen an Kreditinstitute
(13)
1.057.204
873.561
183.643
21,0%
3.
Forderungen an Kunden
(14)
19.192.911
18.427.927
764.984
4,2%
4.
Handelsaktiva
(16)
56.655
37.380
19.275
51,6%
5.
Finanzanlagen
(17)
3.653.467
3.180.410
473.057
14,9%
a) Finanzielle Vermögenswerte FV/PL
489.243
481.966
7.277
1,5%
b) Finanzielle Vermögenswerte FV/OCI
594.456
414.571
179.885
43,4%
c) Finanzielle Vermögenswerte AC
1.470.122
1.283.109
187.013
14,6%
d) Anteile an at Equity-Unternehmen
1.099.646
1.000.764
98.882
9,9%
6.
Immaterielles Anlagevermögen
(18)
3.767
3.221
546
17,0%
7.
Sachanlagen
(19)
(20)
357.389
382.622
-25.233
-6,6%
a) Als Finanzinvestition gehaltene
72.693
84.234
-11.541
-13,7%
Immobilien
b) Sonstige Sachanlagen
284.696
298.388
-13.692
-4,6%
8.
Sonstige Aktiva
(21)
189.451
233.627
-44.176
-18,9%
a) Latente Steueransprüche
1.353
1.390
-37
-2,7%
b) Positive Marktwerte von
39.640
102.159
-62.519
-61,2%
geschlossenen Derivaten des
Bankbuches
c) Sonstige
148.458
130.078
18.380
14,1%
Summe Aktiva
26.798.166
27.539.663
-741.497
-2,7%
Konzernbilanz zum 31.12.2022
Veränd.
Veränd.
Passiva in Tsd. €
31.12.2022
31.12.2021
in Tsd. €
in %
1.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditin-
stituten
(22)
4.448.735
5.893.338
-1.444.603
-24,5%
a) Zweckgewidmete Refinanzierungen
3.292.756
3.042.865
249.891
8,2%
für Kundenkredite
b) Sonstige Verbindlichkeiten
1.155.979
2.850.473
-1.694.494
-59,4%
gegenüber Kreditinstituten
2.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
(23)
15.061.355
14.728.589
332.766
2,3%
3.
Verbriefte Verbindlichkeiten
(24)
2.407.017
2.206.647
200.370
9,1%
4.
Rückstellungen
(25)
319.621
364.802
-45.181
-12,4%
5.
Sonstige Passiva
(26)
534.806
532.058
2.748
0,5%
a) Handelspassiva
(27)
50.381
35.539
14.842
41,8%
b) Steuerschulden
23.632
16.983
6.649
39,2%
ba) Laufende Steuerschulden
9.425
1.738
7.687
>100,0%
bb) Latente Steuerschulden
14.207
15.245
-1.038
-6,8%
c) Negative Marktwerte von geschlos-
senen Derivaten des Bankbuches
184.551
34.077
150.474
>100,0%
d) Sonstige
276.242
445.459
-169.217
-38,0%
6.
Nachrangkapital
(28)
479.712
496.368
-16.656
-3,4%
7.
Eigenkapital
(29)
3.546.920
3.317.861
229.059
6,9%
a) Eigenanteil
3.488.314
3.260.068
228.246
7,0%
b) Anteile nicht beherrschender
8.606
7.793
813
10,4%
Gesellschafter
c) Zusätzliche
50.000
50.000
0
0,0%
Eigenkapitalbestandteile
Summe Passiva
26.798.166
27.539.663
-741.497
-2,7%
Konzernabschluss
37
Konzernabschluss
38
Entwicklung des Konzerneigenkapitals zum 31.12.2022
Bewertungsrücklagen
in Tsd. €
Gezeichnetes Kapi-
tal
Kapitalrücklagen
Gewinnrücklagen
Währungsaus
-
gleichsposten
Schuldtitel IFRS 9 mit
Reklassifizierung
Eigenkapitalinstru
-
mente IFRS 9 ohne
Reklassifizierung
Veränd
. eig. Kredit
-
risiko IFRS 9 ohne
Reklassifizierung
Versicherungsmath.
Gewinne / Verluste
gem. IAS 19
Assoziierte Unter-
nehmen
Eigenanteil
Anteile nicht be-
herrschender Ge-
sellschafter
Zusätzliche Eigen-
kapital-bestandteile
Eigenkapital
Stand 1.1.2021
105.381
505.523
1.717.804
-5.663
242
112.620
6.128
-54.292
593.474
2.981.215
7.651
50.000
3.038.866
Gesamtergebnis
143.507
3.736
-81
44.258
-13.033
12.860
103.417
294.664
1.199
295.863
Jahresgewinn/-verlust
143.507
89.942
233.449
1.199
234.648
Sonstiges Ergebnis
3.736
-81
44.258
-13.033
12.860
13.475
61.215
61.215
Dividendenausschüttung
-26.409
-26.409
-26.409
Kuponzahlungen auf zusätzl.
Eigenkapitalbestandteile
-2.925
-2.925
-2.925
Kapitalerhöhung
Emission zusätzliche Eigenka-
pitalbestandteile
Erwerb eigener Aktien
482
12.790
13.272
13.272
Sonst. ergebnisneutrale
Veränderungen
49
202
251
-1.057
-806
Stand 31.12.2021
105.863
505.523
1.844.816
-1.927
161
156.878
-6.905
-41.432
697.093
3.260.068
7.793
50.000
3.317.861
Stand 1.1.2022
105.863
505.523
1.844.816
-1.927
161
156.878
-6.905
-41.432
697.093
3.260.068
7.793
50.000
3.317.861
Gesamtergebnis
171.975
595
-1.683
-32.460
20.269
27.573
82.969
269.238
1.133
270.371
Jahresgewinn/-verlust
171.975
70.179
242.154
1.133
243.287
Sonstiges Ergebnis
595
-1.683
-32.460
20.269
27.573
12.790
27.084
27.084
Dividendenausschüttung
-35.306
-35.306
-35.306
Kuponzahlungen auf zusätzl.
Eigenkapitalbestandteile
-2.925
-2.925
-2.925
Kapitalerhöhung
Emission zusätzliche Eigenka-
pitalbestandteile
Erwerb eigener Aktien
-91
-3.230
-3.321
-3.321
Sonst. ergebnisneutrale
Veränderungen
-1.365
1.925
560
-320
240
Stand 31.12.2022
105.772
505.523
1.973.965
-1.332
-1.522
124.418
13.364
-13.859
781.987
3.488.314
8.606
50.000
3.546.920
Konzernabschluss
39
Konzern-Kapitalflussrechnung in Tsd. €
2022
2021
Jahresüberschuss
243.287
234.648
Im Jahresüberschuss enthaltene zahlungsunwirksame Posten und Überleitung auf
den Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
Abschreibungen, Wertberichtigungen und Zuschreibungen
43.025
-23.114
Veränderung der Personalrückstellungen und sonstiger Rückstellungen
-17.607
4.821
Veränderung anderer zahlungsunwirksamer Posten
27.180
9.819
Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Finanzanlagen, Sachanlagen und
immateriellen Vermögensgegenständen
155
-591
Zwischensumme
296.040
225.583
Veränderung des Vermögens und der Verbindlichkeiten aus operativer Geschäftstä-
tigkeit nach Korrektur um zahlungsunwirksame Bestandteile
Forderungen an Kreditinstitute
-165.320
112.982
Forderungen an Kunden
-798.133
-1.182.418
Handelsaktiva
-17.610
11.888
Finanzanlagen, die der operativen Tätigkeit dienen
1)
-222.093
120.422
Andere Aktiva aus operativer Geschäftstätigkeit
86.219
38.623
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
-1.455.736
845.173
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
394.208
1.649.870
Verbriefte Verbindlichkeiten
296.612
361.905
Andere Passiva aus operativer Geschäftstätigkeit
-266.245
-98.405
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
-1.852.058
2.085.623
Mittelzufluss aus der Veräußerung von
Finanzanlagen, die der Investitionstätigkeit dienen
2)
290.165
537.279
Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen
16.296
13.730
Mittelabfluss für den Erwerb von
Finanzanlagen
-509.019
-295.481
Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen
-28.807
-32.768
Cashflow aus Investitionstätigkeit
-231.365
222.760
Kapitalerhöhung
0
0
Dividendenzahlungen
-35.306
-26.409
Kuponzahlungen auf zusätzliche Eigenkapitalbestandteile
-2.925
-2.925
Mittelzufluss aus Nachrangkapital und sonstiger Finanzierungstätigkeit
Emissionen
(28)
54.844
43.079
Sonstige
3.738
16.196
Mittelabfluss aus Nachrangkapital und sonstiger Finanzierungstätigkeit
Tilgungen
(28)
-30.000
-26.251
Sonstige
-20.521
-17.142
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
-30.170
-13.452
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Vorperiode
4.400.915
2.105.984
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
-1.852.058
2.085.623
Cashflow aus Investitionstätigkeit
-231.365
222.760
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
-30.170
-13.452
Effekte aus der Änderung von Konsolidierungskreis und Bewertungen
0
0
Effekte aus der Änderung von Wechselkursen
0
0
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Periode
2.287.322
4.400.915
Erhaltene Zinsen
505.782
386.208
Erhaltene Dividenden
32.937
21.285
Gezahlte Zinsen
-91.654
-68.778
Kuponzahlungen auf zusätzliche Eigenkapitalbestandteile
-2.925
-2.925
Ertragsteuerzahlungen
-48.839
-37.315
Der Zahlungsmittelbestand umfasst den Bilanzposten Barreserve, bestehend aus Kassenbestand und Guthaben bei Zentralnotenbanken.
1)
Finanzanlagen ohne Behalteabsicht
2)
Finanzanlagen mit Behalteabsicht
Konzernabschluss
40
Aufgliederung Zinsen, Dividenden und Ertragsteuerzahlungen
in Tsd. €
Operative Ge-
schäftstätigkeit
Investitions-
tätigkeit
Finanzierungs-
tätigkeit
Summe
Erhaltene Zinsen
2022
478.539
27.243
0
505.782
2021
361.627
24.581
0
386.208
Erhaltene Dividenden
2022
1.469
31.468
0
32.937
2021
1.266
20.019
0
21.285
Gezahlte Zinsen
2022
-78.788
0
-12.866
-91.654
2021
-55.189
0
-13.589
-68.778
Gezahlte Dividenden
2022
0
0
-35.306
-35.306
2021
0
0
-26.409
-26.409
Kuponzahlungen auf
2022
0
0
-2.925
-2.925
zusätzliche Eigenkapitalbestandteile
2021
0
0
-2.925
-2.925
Ertragsteuerzahlungen
2022
-38.812
-6.811
-3.216
-48.839
2021
-27.773
-6.145
-3.397
-37.315
Konzernabschluss
41
Erläuterungen (Notes) zum Konzernabschluss
Einleitung
Die Oberbank AG ist die älteste noch selbständige börsennotierte Aktienbank Österreichs. Sie steht vollständig im Privatbe-
sitz und notiert an der Wiener Börse. Die Oberbank hat ihren Firmensitz in 4020 Linz, Untere Donaulände 28. Die Positionie-
rung der Oberbank AG ist gekennzeichnet durch ihre regionale Verbundenheit, ihre Unabhängigkeit, ihre starke Kundenori-
entierung und das tiefe regionale Durchdringen ihrer Einzugsgebiete. Die Oberbank bietet alle wichtigen klassischen Bank-
dienstleistungen einer Universalbank an.
Der Vorstand der Oberbank AG hat den Konzernabschluss am 7. März 2023 unterzeichnet und zur Weitergabe an den
Aufsichtsrat freigegeben.
Die Genehmigung des Abschlusses 2022 und die Freigabe zur Veröffentlichung sind für den 23. März 2023 vorgesehen.
1) Konsolidierungskreis der Oberbank
Der Konsolidierungskreis umfasst im Jahr 2022 neben der Oberbank AG 29 inländische und 16 ausländische Tochterunter-
nehmen. Der Kreis der einbezogenen verbundenen Unternehmen hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2021 wie folgt
verändert:
• Der Erwerb der Oberbank Frank Immobilienleasing GmbH, Linz, führte zu einer Erhöhung der Forderungen an Kunden
um 18 Tsd. Euro und der Sonstigen Aktiva um 5.316 Tsd. Euro sowie zu einer Erhöhung der
Sonstigen Passiva um 1.195 Tsd. Euro.
Die ALPENLÄNDISCHE GARANTIE-GESELLSCHAFT m.b.H. wurde als Gemeinschaftliche Tätigkeit gemäß IFRS 11 im Konzernab-
schluss berücksichtigt. Neben der BKS Bank AG und der Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft wurde die voestal-
pine AG nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
Nicht konsolidiert wurden 18 Tochterunternehmen und 13 assoziierte Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Summe von untergeordneter Bedeutung ist.
Der Konzernabschlussstichtag ist der 31. Dezember. Über die in den Konzernabschluss einbezogenen Leasingunternehmen
wurde ein Teilkonzernabschluss mit Stichtag 30. September aufgestellt, um eine zeitnahe Konzern-Jahresabschlusserstellung
zu ermöglichen. Wesentliche Geschäftsvorfälle bzw. Änderungen in der Zusammensetzung des Leasing-Teilkonzerns im
4. Quartal werden berücksichtigt.
2) Zusammenfassung wesentlicher Rechnungslegungsgrundsätze
2.1) Angewandte IAS bzw. IFRS
Der Konzernabschluss der Oberbank AG für das Geschäftsjahr 2022 wurde in Übereinstimmung mit den vom International
Accounting Standards Board (IASB) veröffentlichten und in Kraft befindlichen International Financial Reporting Standards
(IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und deren Auslegung durch das International Financial Reporting Interpretations
Committee (IFRIC) erstellt. Er erfüllt auch die Voraussetzungen des § 59 a BWG und des § 245 a UGB über befreiende
Konzernabschlüsse nach international anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen. Von der Unternehmensfortführung wird
ausgegangen.
Folgende Tabelle zeigt neu veröffentlichte bzw. geänderte Standards und Interpretationen zum Bilanzstichtag, die in der
Berichtsperiode erstmalig zur Anwendung kamen.
Konzernabschluss
42
Standard/Interpretation Bezeichnung Anzuwenden für Von EU bereits
Geschäftsjahre ab übernommen
Jährliche Verbesserungen an Zyklus 2018 - 2020 1.1.2022 Ja
den IFRS
Änderungen zu IFRS 3 Verweis auf das Rahmenkonzept 1.1.2022 Ja
Änderungen zu IFRS 16 Erträge vor Erreichen des betriebsbereiten Zustands 1.4.2022 Ja
Änderungen zu IAS 37 Umfang der Erfüllungskosten bei belastenden Verträgen 1.1.2022 Ja
Die nächste Tabelle zeigt veröffentlichte bzw. geänderte Standards und Interpretationen zum Bilanzstichtag, die vollständig
durch das IASB bzw. teilweise durch das EU-Endorsementverfahren in Kraft getreten, aber noch nicht verpflichtend
anzuwenden sind. Diese wurden im vorliegenden Konzernabschluss nicht angewandt. Eine frühzeitige Anwendung ist derzeit
nicht geplant.
Standard/Interpretation Bezeichnung Anzuwenden für Von EU bereits
Geschäftsjahre ab übernommen
Änderungen zu IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig 1.1.2023 Nein
Änderungen zu IAS 1 Angaben zu Rechnungslegungsmethoden 1.1.2023 Ja
Änderungen zu IAS 8 Definition von rechnungslegungsbezogenen 1.1.2023 Ja
Schätzungen
Änderungen zu IAS 12 Ansatz für latente Steuern bei erstmaligem Ansatz 1.1.2023 Ja
eines Vermögenswertes oder einer Schuld
IFRS 17 Versicherungsverträge 1.1.2023 Ja
Änderungen IFRS 16 Leasingverbindlichkeit bei Sale and Leaseback 1.1.2024 Nein
Änderungen der Rechnungslegungsgrundsätze 2022
Die jährlichen Verbesserungen an den IFRS betreffen Änderungen an IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 und IAS 41. Es gibt keine we-
sentlichen Auswirkungen aus diesen Änderungen, die per 1. Jänner 2022 in Kraft traten, auf den Konzernabschluss der
Oberbank AG.
IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“ wird dahingehend aktualisiert, dass sich die Verweise nunmehr auf das aktuelle
Rahmenkonzept für die Finanzberichterstattung 2018 und nicht mehr auf das Rahmenkonzept 1989 beziehen. Die Änderun-
gen an IFRS 3 traten per 1. Jänner 2022 in Kraft. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss
der Oberbank AG.
Die Änderungen an IAS 16 „Sachanlagen“ verbieten nunmehr explizit den Abzug möglicher Nettoerträge von den Anschaf-
fungskosten einer Sachanlage. Werden Güter hergestellt und veräußert, während eine Sachanlage an den beabsichtigten
Standort bzw. in den beabsichtigten betriebsbereiten Zustand gebracht wird, müssen die aus der Veräußerung dieser Güter
resultierenden Erträge sowie deren Herstellungskosten erfolgswirksam gemäß den jeweils gültigen Standards erfasst wer-
den. Die Änderungen sind erstmals in Geschäftsjahren anzuwenden, die am oder nach dem 1. Jänner 2022 beginnen. Da im
Konzern keine Sachanlagen vorhanden sind, bei denen im Rahmen von Testläufen Güter hergestellt werden, gibt es keine
Auswirkungen aus diesen Änderungen auf den Konzernabschluss der Oberbank AG.
Die Änderungen an IAS 37 „Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten“ konkretisieren den Umfang der Erfüllungskos-
ten bei belastenden Verträgen. Als Erfüllungskosten sind alle direkt zurechenbaren Kosten zu berücksichtigen.
Konzernabschluss
43
Darunter fallen die inkrementellen Kosten der Erfüllung des Vertrags (z. B. direkt zurechenbare Arbeits- und Materialkosten)
sowie eine Verrechnung anderer, der Erfüllung des Vertrags direkt zurechenbare Kosten (z. B. anteilige Abschreibung von
Sachanalgen, die für die Erfüllung mehrerer Verträge genutzt werden). Die Änderungen an IAS 37 sind auf alle Verträge an-
zuwenden, bei denen zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung per 1. Jänner 2022 noch nicht alle Verpflichtungen
erfüllt wurden. Die angeführten Änderungen hat keine Auswirkung auf den Konzernabschluss der Oberbank AG.
Die im August 2020 veröffentlichten Änderungen zu IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 (Phase 2 der IBOR-Reform)
sollen die Auswirkungen abmildern, die sich im Zeitpunkt der Ablösung eines bestehenden Referenzzinssatzes durch einen
alternativen Zinssatz auf die Finanzberichterstattung ergeben. Die für die Oberbank AG daraus resultierenden unwesentli-
chen Auswirkungen werden folgend dargestellt:
Durch die Ablöse der Interbank Offered Rates (IBOR) durch neue risikofreie Zinssätze wurden bereits bis zum 31.12. 2021
sämtliche Marktbewertungen von Derivaten von EONIA auf €STR umgestellt, sodass es im GJ 2022 aus diesem Titel keinen
Umstellungseffekt mehr gab.
Das Ausmaß der von der LIBOR-Umstellung im GJ 2022 auf neue Referenzwerte betroffenen umgestellten Volumina belief
sich in der Oberbank AG auf folgende Beträge:
in Tsd. €
CHF-LIBOR
JPY-LIBOR
GBP-LIBOR
Forderungen an Kunden
22.252
323
0
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
669
106
1
Per Juni 2023 erfolgen noch die Umstellungen der USD-Referenzwerte, wobei das Volumen der USD-Forderungen zum 31.
Dezember 2022 umgerechnet 8.706 Tsd. Euro und das Volumen der USD-Verbindlichkeiten umgerechnet 2.037 Tsd. Euro
beträgt.
Künftige Änderungen von Rechnungslegungsgrundsätzen
Die Änderungen zu IAS 1 „Darstellung des Abschlusses“ betreffen den Ausweis von Schulden als kurz- oder langfristig in der
Bilanz und nicht die Höhe oder den Zeitpunkt der Erfassung von Vermögenswerten, Verbindlichkeiten, Erträgen oder Auf-
wendungen oder die Informationen, die über diese Posten anzugeben sind. Darüber hinaus wird mit den Änderungen zu IAS
1 und IAS 8 („Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Änderungen von Schätzungen und Fehlern“) konkretisiert, in wel-
chem Umfang Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im IFRS-Anhang erläutert werden müssen. Es wird ein einheitlicher
und genauer umrissener Wesentlichkeitsbegriff von Abschlussinformationen geschaffen, der eine Harmonisierung vom Rah-
menkonzept für die Finanzberichterstattung, IAS 1 und IAS 8 sowie dem IFRS-Leitliniendokument „Fällen von Wesentlich-
keitsentscheidungen“ herbeiführen soll. Die Änderungen treten per 1. Jänner 2023 in Kraft. Es ergeben sich daraus keine
wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Oberbank AG.
Die Änderungen an IAS 12 „Latente Steuern“ schränken den Anwendungsbereich der Ausnahmeregelung zum erstmaligen
Ansatz von latenten Steuern („initial recognition exemption“) ein. Die Ausnahmeregelung soll keine Anwendung auf Ge-
schäftsvorfälle finden, die gleichzeitig zu steuerpflichtigen und abzugsfähigen temporären Differenzen in gleicher Höhe füh-
ren. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf künftige Konzernabschlüsse der Oberbank AG erwartet.
IFRS 17 „Versicherungsverträge“ regelt die Grundsätze in Bezug auf die Identifikation, den Ansatz, die Bewertung, den Aus-
weis sowie die Anhangangaben für Versicherungsverträge und ersetzt ab 1. Jänner 2023 den IFRS 4 „Versicherungsverträge“.
Diese Änderung führt für die Oberbank AG zu keinen wesentlichen Auswirkungen.
Konzernabschluss
44
IFRS 16 „Leasingverbindlichkeiten bei Sale and Leaseback“
Die Änderung beinhaltet Vorgaben für die Folgebewertung von Leasingverhältnissen im Rahmen eines Sale-and-Leaseback (SLB) für
Verkäufer-Leasingnehmer. Demnach sind bei der Folgebewertung von Leasingverbindlichkeiten im Rahmen eines SLB die zu Lauf-
zeitbeginn erwarteten Zahlungen so zu bestimmen, dass eine Gewinnrealisierung in Bezug auf das zurückbehaltene Nutzungsrecht
ausgeschlossen ist. In jeder Periode wird die Leasingverbindlichkeit, um die jeweils zugrunde gelegten erwarteten Zahlungen
reduziert und die Differenz zu den tatsächlichen Zahlungen erfolgswirksam erfasst. Die Änderung sind erstmalig verpflich-
tend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen. Es ergeben sich daraus keine wesent-
lichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Oberbank AG, da in der Regel keine Sale-and-Leaseback-Vereinbarungen
mit variablen Leasingzahlungen abgeschlossen werden.
2.2) Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den Konzern
Die Covid-19-Pandemie hat in den Jahren 2020 und 2021 eine große Unsicherheit in der Weltwirtschaft und auf den globalen
Märkten verursacht. Die von den Staaten erlassenen Vorschriften mit Ausgangsbeschränkungen, Restaurant- und Laden-
schließungen sowie Produktionsstillständen führten zu einem wirtschaftlichen Abschwung in Österreich und Europa. In den
Staaten, in denen die Oberbank AG tätig ist, wurden verschiedene Maßnahmen eingeleitet und Hilfspakete (z.B. Staatsgaran-
tien, Überbrückungsfinanzierungen, Härtefonds für Selbständige) geschnürt und Stundungsprogramme eingerichtet, um die
Wirtschaft und Privathaushalte in dieser existenzbedrohenden Krise bestmöglich zu unterstützen. Aus diesem Grund konnte
das Risiko aus möglichen Kreditausfällen bei Einzelkunden anhand der in Einsatz befindlichen Risikomodelle nicht ausrei-
chend realistisch eingeschätzt werden und es wurden mittels Management Overlay Maßnahmen pauschale Risikovorsorgen
für stark betroffene Branchen gebildet.
Zwischenzeitlich sind die (staatlichen) Fördermaßnahmen weitestgehend ausgelaufen, ohne dass sich wesentliche negative
Auswirkungen auf die Portfolioqualität der Oberbank AG ergeben haben. Auf der Ebene von einzelnen Kunden haben sich
Risiken in Form von Ratingverschlechterungen bzw. Ausfällen, die zur Bildung von Risikovorsorgen in Stufe 3 führten, materi-
alisiert.
Nach aktueller Einschätzung hat die Covid-19 Pandemie keinen wesentlichen Einfluss mehr auf die Kreditrisikosituation für
den Konzernabschluss 2022 und alle damit in Zusammenhang stehenden Management Overlay Maßnahmen wurden been-
det.
Im Detail wurden folgende Maßnahmen aufgelöst:
• Aus der Auflösung des kollektiven Staging für Forderungen an Kreditnehmer in besonders stark von Covid- Lock-
downs betroffenen Wirtschaftsbranchen (Beherbergung, Gastronomie, Reisebranche, Luftfahrt) resultiert ein Er-
trag von € 4,3 Mio.
• Für Forderungen an Kreditnehmer, für die im Zuge einer im 1. Quartal 2021 durchgeführten Einzelanalyse eine
große Unsicherheit bei der Bonitätseinstufung wegen Covid bestand, wurde ebenfalls ein kollektives Staging vorge-
nommen und eine Risikovorsorge (ECL) in Höhe des erwarteten Verlusts bezogen auf die Restlaufzeit (Lifetime-
Expected-Loss) gebildet. Im laufenden Monitoring 2022 konnte die Unsicherheit abgeklärt werden. Entweder die
Auswirkungen waren vernachlässigbar oder das höhere Ausfallsrisiko wurde in Form eines schlechteren Ratings
beziehungsweise sogar Ausfalls beim Einzelkunden konkret sichtbar. Der implizite Effekt aus der Auflösung des
Stagingeffektes durch das beschriebene Monitoring der Kunden betrug im Jahr 2022 € 3,8 Mio.
• Aus der Auflösung des kollektiven Staging für Forderungen an Kreditnehmer im Bereich der Immobilienprojektfi-
nanzierungen mit gewerblichen Hypothekarsicherheiten resultiert ein Ertrag von ca. € 9,6 Mio.
• Die Rückkehr zum ursprünglich entwickelten Standard-ECL-Modell bei der Verwendung von zukunftsorientierten
makroökonomischen Daten (forward looking information – FLI) führte zu einer ECL Auflösung von € 10 Mio. Beim
Standard-ECL-Modell kommt es beim ECL-Segment Corporates im ersten Jahr nicht zur Anwendung von FLI-Fakto-
ren, da die verwendeten volkswirtschaftlichen Faktoren bereits im Bilanzrating angewandt werden und daher be-
reits Bestandteil der prognostizierten Ausfallwahrscheinlichkeit eines Kunden sind. Damit wird eine doppelte Be-
rücksichtigung der FLI’s vermieden. Im Zuge von Covid wurde jedoch die Anwendung des Bilanzratings wegen der
vorhandenen Unsicherheit an die Ausnahmesituation angepasst, sonst hätte sich wegen des prognostizierten BIP
Rückgangs das Rating aller Kunden im Firmenkunden-Portfolio pauschal verschlechtert. Dies hätte ebenso zu einer
pauschalen und undifferenzierten Erhöhung des ECL geführt. Aus diesem Grund wurde der Einsatz der Hardfacts-
Konzernabschluss
45
Prognosen im Bilanzrating ausgesetzt. Stark von Covid betroffene Kunden wurden mit Hilfe von Outlook Gesprä-
chen identifiziert und selektiv schlechter geratet. Da es in Folge dieser Maßnahme nicht mehr zur impliziten Be-
rücksichtigung von FLI-Faktoren beim Bilanzrating kam, wurden diese im ECL Modell bei den Corporates auch im 1.
Jahr berücksichtigt.
Nur im Bereich der Rückstellungen existiert im Bereich des operationellen Risikos noch eine „Rückstellung für drohende Ver-
luste aus Zinsstundungen im Rahmen des Covid Moratorium“ in der Höhe von € 2,6 Mio.
2.3) Auswirkungen des Ukraine Krieges und den Folgewirkungen auf den Konzernabschluss
Die Oberbank AG finanziert keine ukrainischen und russischen Unternehmen und hält keine ukrainischen, russischen oder
weißrussischen Staatsanleihen und somit ist die Geschäftstätigkeit der Oberbank AG selbst nicht direkt vom Krieg in der Uk-
raine betroffen.
Die nachfolgenden Ausführungen sollen aktualisierte Informationen und die wesentlichen Aspekte zu den gegenwärtigen
Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und der damit einhergehenden Energiekrise, hohen Inflation und steigenden Zin-
sen auf den Konzernabschluss und insbesondere das Kreditrisiko der Oberbank AG liefern.
Im 2. Halbjahr 2022 fand der Konjunkturaufschwung in Österreich sein Ende und ist in eine Phase des Abschwungs überge-
gangen. Dieser Trend setzte sich auch im 4. Quartal 2022 fort. Grund dafür sind die hohen Rohstoff- und Energiepreise in
Folge des Krieges in der Ukraine sowie der daraus resultierende Anstieg der Inflation, die Abschwächung der Konjunktur und
der damit verbundenen Warenexporte, sowie die Straffung der Geldpolitik durch die Zentralbanken.
Die Bundesregierung verabschiedete im 4. Quartal 2022 Maßnahmen zur Abfederung der hohen Energiekosten zur Entlas-
tung der Bürger und der heimischen Unternehmen (Strompreisbremse, 3. Anti-Teuerungspaket, etc …).
Die staatlichen Stützungsmaßnahmen und die nach wie vor herrschende Ungewissheit über die Entwicklung und Folgen des
Krieges in der Ukraine führen zu einer Verzögerung in der Abbildung gesamtwirtschaftlicher Größen in den Ausfallraten von
Privat- und Firmenkunden und erschweren dadurch die frühzeitige Erkennung einer potenziellen Verschlechterung der
Kreditqualität
Das Wertberichtigungsmodell der Oberbank AG nach IFRS9 beinhaltet unter anderem eine Anpassung der Ausfallswahr-
scheinlichkeit (probability of default - PD) zur Berücksichtigung von zukunftsgerichteten makroökonomischen Informationen.
Die FLI-Modellentwicklung wurde mit einer Zeithistorie vorgenommen, die diese wirtschaftlichen Verwerfungen, staatlich
gestützten Verzerrungen und makroökonomischen Extremwerte nicht berücksichtigt.
Um der erwarteten signifikanten Erhöhung der Ausfallsrisiken Rechnung zu tragen, wird für folgende Teilportfolios als Ma-
nagement Overlay Maßnahme ein kollektiver Transfer von Stufe 1 auf Stufe 2 vorgenommen.
• Forderungen an Kreditnehmer, bei denen im Zuge einer Einzelanalyse eine hohe Gasabhängigkeit festgestellt wer-
den konnte. Das Risiko einer neuerlich starken Verteuerung der Gaspreise bzw. eines Gasstop, sowie deren Folgen
können nicht ausgeschlossen und nur schwer abgeschätzt werden. Die Bildung der zusätzlichen Vorsorge erhöht
die Wertberichtigung im Lebendgeschäft um 10,5 Mio. Euro
• Forderungen an Kreditnehmer im Bereich der Immobilienprojekte mit gewerblichen Hypothekarsicherheiten, bei
denen aufgrund der massiven Zinsanstiege durch die EZB, sowie der vorherrschenden hohen Inflation höhere Risi-
ken in Bezug auf Projektfortschritt und die Rückzahlungsfähigkeit der Kredite bestehen. Die Bildung der zusätzli-
chen Vorsorge (Lifetime Expected Loss) erhöht die Wertberichtigung im Lebendgeschäft um 9,6 Mio. Euro
Betroffenes Collective—Staging Portfolio per 31.12.2022 nach Stufentransfergründen in Tsd. Euro
Konzernabschluss
46
2.4) Konsolidierungsmethoden
Alle wesentlichen Tochterunternehmen, die unter der wirtschaftlichen Beherrschung der Oberbank AG stehen, wurden in
den Konzernabschluss einbezogen.
• Die wichtigsten Beteiligungen mit bis zu 50 % Beteiligungsverhältnis wurden nach der Equity-Methode bilanziert (BKS
Bank AG, Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft, voestalpine AG). Voraussetzung für die Einbeziehung nach der
Equity-Methode ist, dass auf die Unternehmenspolitik maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann. Durch den
maßgeblichen Einfluss verfügt der Investor über einen Anteil an der Ertragskraft des assoziierten Unternehmens und
demzufolge über einen Anteil am Rückfluss des eingesetzten Kapitals und des Nettovermögens. Ebenso sind Gewinnaus-
schüttungen kein Maßstab für die zurechenbare Leistung des assoziierten Unternehmens. Das Ergebnis aus
Beteiligungen, auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt wird, wird durch die Einbeziehung des anteiligen
Jahresüberschusses treffender abgebildet. Eine weitere Ergebniseliminierung aufgrund von Konsolidierungen oder von
auf eigene Ergebnisanteile entfallende Jahresüberschüsse wird bei at-Equity Beteiligungen nicht vorgenommen.
• Für gemeinschaftliche Tätigkeiten (ALPENLÄNDISCHE GARANTIE-GESELLSCHAFT m.b.H.) wurde neben der Bilanzierung
der eigenen Vermögenswerte, Schulden, Erlöse und Aufwendungen die anteilsmäßige Konsolidierung angewandt.
• Nicht konsolidiert wurden Tochterunternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns insgesamt von untergeordneter Bedeutung ist.
• Die übrigen Beteiligungen sind gemäß IFRS 9 mit dem Fair Value angesetzt.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgte gemäß den Bestimmungen des IFRS 3 nach der Erwerbsmethode. Aktive Unterschieds-
beträge, die auf gesondert identifizierbare immaterielle Vermögensgegenstände entfallen, die im Rahmen des
Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden getrennt vom Firmenwert ausgewiesen. Dabei werden auch
für die Fremdanteile die anteiligen Unterschiedsbeträge angeführt. Soweit für diese Vermögensgegenstände eine Nutzungs-
dauer bestimmt werden kann, erfolgt eine planmäßige Abschreibung über die voraussichtliche Nutzungsdauer.
Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge werden eliminiert, soweit sie nicht
von untergeordneter Bedeutung sind. Auf eine Zwischenergebniseliminierung wurde verzichtet, da keine wesentlichen
Zwischenergebnisse vorhanden sind.
2.5) Unternehmenserwerbe
Mit 1. Jänner 2022 wurde die Oberbank Frank Immobilienleasing GmbH erworben. Dabei handelt es sich um eine
Immobilienleasinggesellschaft, die gemäß IFRS 3 im Geschäftsjahr 2022 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen
wurde.
2.6) Ermessensentscheidungen, Annahmen und Schätzungen
Im vorliegenden Konzernabschluss sind Werte enthalten, deren Höhe durch Ermessensentscheidungen, Annahmen und
Schätzungen bestimmt wurde. Diese Annahmen und Schätzungen beruhen auf Erfahrungen aus der Vergangenheit, auf
Planungen und auf nach heutigem Ermessen wahrscheinlichen Prognosen für das Eintreten künftiger Ereignisse.
Die Ermessensentscheidungen, Annahmen und Schätzungen betreffen im vorliegenden Konzernabschluss im Wesentlichen
folgende Sachverhalte:
Bilanzposition
Transfergrund
Forderungsvolumen in TSD €
Effekt aus Stufentransfer in TSD €
Kollektiver Stufentransfer Gasabhängigkeit
1.079.209
6.748
Bilanzielle Vermögenswerte
Kollektiver Stufentransfer Immobilienprojekte
1.876.116
7.948
Gesamt
2.955.325
14.696
Kollektiver Stufentransfer Gasabhängigkeit
810.551
3.709
Außerbilanzielle Vermögenswerte
Kollektiver Stufentransfer Immobilienprojekte
234.907
1.647
Gesamt
1.045.457
5.355
Gesamt
4.000.782
20.051
Konzernabschluss
47
Risikovorsorgen
Die Bemessung der Risikovorsorgen wird insbesondere durch Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Kreditausfälle und
durch die Struktur der Qualität des Kreditportfolios bestimmt. Darüber hinaus ist es für die Ermittlung des Wert-
minderungsaufwands erforderlich, Höhe und Zeitpunkt zukünftiger Zahlungsströme zu schätzen. Nähere Details sind
unter 2.8) Finanzielle Vermögenswerte und Verpflichtungen sowie Sicherungsbeziehungen sowie im Risikobericht in
Note 43 ff (Kreditrisiko) enthalten.
Fair Value von Finanzinstrumenten
Ist der Fair Value von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nicht durch die Verwendung von
aktuellen Börsenkursen ermittelbar, weil kein ausreichend verlässlicher öffentlich notierter Marktpreis zur Verfügung
steht, werden Modellwerte verwendet. Die Bewertungsmodelle, Input-Parameter, die Fair-Value-Hierarchie und die Fair
Values von Finanzinstrumenten werden in Note 31 (Fair Value von Finanzinstrumenten) detailliert beschrieben.
Wertminderungen bei Anteilen an at Equity-Unternehmen
Wenn objektive Hinweise auf eine Wertminderung bei einem Anteil an at Equity-Unternehmen vorliegen, wird auf Basis
geschätzter zukünftiger Zahlungsströme der erzielbare Betrag ermittelt (siehe auch Note 2.10). Der Prüfungsanlass ist
gegeben, wenn entweder der Marktwert um mindestens 20 % unter die Anschaffungskosten sinkt oder wenn der Markt-
wert dauerhaft mindestens über einen Zeitraum von neun Monaten unter den Anschaffungskosten liegt. Details zu den
Buchwerten von Anteilen an at Equity-Unternehmen werden in Note 17 (Finanzanlagen) dargestellt.
Wertminderung bei Schuldtiteln
Der Impairment-Prüfungsanlass bei Schuldtiteln ist gegeben, wenn der Marktwert um mindestens 20 % unter die
Anschaffungskosten sinkt und dies dauerhaft über einen Zeitraum von neun Monaten der Fall ist.
Zu jedem Bilanzstichtag wird geprüft, ob ein Ereignis eingetreten ist, das eine Auswirkung auf die zukünftigen Zahlungs-
ströme hat und sich verlässlich ermitteln lässt. Wird festgestellt, dass eine Wertaufholung bis zu den Anschaffungskosten
innerhalb der geplanten Behaltefrist nicht zu erwarten ist, liegt Impairment vor.
Nutzungsdauern beim Anlagevermögen
Die planmäßige Abschreibung von Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen erfolgt linear auf Basis der
geschätzten Nutzungsdauern. Details zu den Buchwerten werden in Note 18 (Immaterielles Anlagevermögen) und
Note 19 (Sachanlagen) dargestellt.
Steuerabgrenzung
Die Berechnung erfolgt bei jedem Steuersubjekt zu den Steuersätzen, die erwartungsgemäß in dem Besteuerungszeit-
raum angewandt werden, in dem sich die Steuerlatenz umkehrt. Für Verlustvorträge werden aktive latente Steuern nur
angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass in Zukunft mit steuerbaren Gewinnen in entsprechender Höhe zu rechnen
ist. Angaben zu den latenten Steuern sind in Note 21 (Sonstige Aktiva) dargestellt.
Personalrückstellungen
Diese werden auf Basis von versicherungsmathematischen Gutachten ermittelt. Dabei werden neben den bekannten
Renten und erworbenen Anwartschaften auch die zukünftig zu erwartenden Erhöhungen an Gehältern und Renten
einbezogen. In Note 25 (Rückstellungen) werden die wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen sowie eine
Sensitivitätsanalyse bei Änderung maßgeblicher versicherungsmathematischer Annahmen angegeben.
Rückstellungen
Bei der Bemessung von Rückstellungen sind Schätzungen bezüglich der Höhe und der Fälligkeit von zukünftigen
Zahlungsströmen erforderlich. Details werden in Note 25 (Rückstellungen) dargestellt.
Konzernabschluss
48
Rechtsstreitigkeiten der 3 Banken mit der UniCredit Bank Austria AG und der CABO Beteiligungsgesellschaft m.b.H.:
Die UniCredit Bank Austria AG und die CABO Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (gemeinsam kurz: UniCredit) haben in der
Hauptversammlung der Oberbank im Mai 2019 den Antrag gestellt, einen dritten ihnen zuzurechnenden Vertreter in den
Aufsichtsrat der Oberbank zu wählen. Dieser Antrag fand keine Zustimmung. Die UniCredit hat in der Folge eine Klage auf
Anfechtung einzelner Hauptversammlungsbeschlüsse erhoben. Das diesbezügliche Verfahren wurde am 20. Dezember 2019
geschlossen.
Nachdem das Landesgericht Linz sämtliche Klagebegehren der UniCredit negativ beschieden hatte, hat das OLG Linz diese
Entscheidung insofern revidiert, als die von der Hauptversammlung im Mai 2019 beschlossene Reduktion der
KapitalvertreterInnen von zwölf auf elf für nichtig erklärt wurde. Dem Feststellungbegehren der UniCredit auf Wahl des von
ihr nominierten Kandidaten wurde jedoch nicht stattgegeben. Dieses Urteil ist inzwischen rechtskräftig. Es hat abgesehen
von der bestätigten Nichtwahl des von UniCredit beantragten Kandidaten keine weiteren rechtlichen Auswirkungen. Rele-
vante bilanzielle Auswirkungen dieses Verfahrens sind nicht erkennbar.
Ende Dezember 2019 hat die UniCredit die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung der AktionärInnen der
Oberbank AG beantragt, die am 4. Februar 2020 stattfand. Die Anträge der UniCredit (Sonderprüfung der Oberbank-Kapital-
erhöhungen seit 1989, Beendigung eines Schiedsverfahrens mit der Generali-3 Banken-Holding) fanden keine
Zustimmung.
Auch in der ordentlichen Hauptversammlung am 20. Mai 2020 stellte die UniCredit Anträge auf Durchführung von
Sonderprüfungen, die jedoch keine Mehrheit fanden. Die UniCredit hat einerseits Anfechtungsklage gegen diese Beschlüsse
eingebracht. Andererseits hat sie bezüglich des Antrags auf Sonderprüfung aus der außerordentlichen Hauptversammlung
2020 im Zusammenhang mit den Kapitalerhöhungen der BKS Bank AG (kurz: BKS) beziehungsweise der Bank für Tirol und
Vorarlberg AG (kurz: BTV) im Jahr 2018 und bezüglich einiger abgelehnter Sonderprüfungsthemen aus der ordentlichen
Hauptversammlung 2020 einen gerichtlichen Antrag auf Sonderprüfung gestellt.
Der von UniCredit gestellte gerichtliche Antrag auf Sonderprüfung wurde vom Landesgericht Linz teilweise abgewiesen und
hinsichtlich der übrigen Themen das Verfahren bis zur Erledigung des anhängigen Zivilprozesses betreffend die Anfechtungs-
klage gegen Beschlüsse der ordentlichen Hauptversammlung 2020 unterbrochen.
Die Anfechtungsverfahren wurden bis zur Klärung übernahmerechtlicher Vorfragen unterbrochen.
Die UniCredit hat Ende Februar 2020 Anträge bei der Übernahmekommission gestellt, mit denen überprüft werden soll, ob
die bei den 3 Banken bestehenden Aktionärssyndikate eine übernahmerechtliche Angebotspflicht verletzt haben. Die
Oberbank AG ist von diesen Verfahren als Mitglied der Syndikate bei der BTV und bei der BKS unmittelbar betroffen. Die
Syndikate der BTV und BKS wurden mit nach wie vor gültigen Bescheiden der Übernahmekommission aus dem Jahr 2003
genehmigt. Die UniCredit erhebt den Einwand, dass sich seitdem die Zusammensetzung und Willensbildung der Syndikate
verändert sowie diese insgesamt seit dem Jahr 2003 ihr Stimmgewicht in übernahmerechtlich relevanter Weise ausgebaut
hätten und dadurch eine Angebotspflicht ausgelöst worden wäre.
Dazu haben zwischen dem 27. September 2020 und dem 1. Oktober 2020 drei Verhandlungstage mit umfangreichen Zeu-
geneinvernahmen vor der Übernahmekommission stattgefunden. Die Entscheidung steht nach wie vor aus.
Der Vorstand geht nach sorgfältiger Prüfung unter Beiziehung externer Experten davon aus, dass diese übernahmerechtliche
Prüfung zu keiner Angebotspflicht führen wird.
Gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung vom 11. Mai 2021 wurden keine Anfechtungen erhoben.
Gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung vom 17. Mai 2022 wurden keine Anfechtungen erhoben.
Ende Juni 2021 hat UniCredit neue Unterlassungs- und Feststellungsklagen beim Landesgericht Linz eingebracht. Im Wesent-
lichen geht es um die Feststellung, dass die Beschlüsse des Vorstands der Oberbank AG auf Durchführung der letzten 4 Kapi-
talerhöhungen der Oberbank AG und die Beschlüsse zur Leistung von Zuschüssen an die Generali 3Banken Holding AG für
die Kapitalerhöhungen der 3 Banken nichtig seien, und dass es der Vorstand in Zukunft unterlassen solle, derartige Zu-
schüsse zu leisten oder Aktionären, die mit der Oberbank AG wechselseitig beteiligungsmäßig verbunden sind, Aktien im
Zuge von Kapitalerhöhungen zuzuteilen.
Konzernabschluss
49
Seitens der UniCredit wurden inhaltlich gleichartige Klagen auch gegen BKS und BTV eingebracht, denen die Oberbank AG
jeweils als Nebenintervenientin beigetreten ist. Im gegen die BTV geführten Verfahren wurde die Klage bereits erst- und
zweitinstanzlich vollinhaltlich abgewiesen, sodass dieses Verfahren bereits in dritter und letzter Instanz beim OGH anhängig
ist. Vor diesem Hintergrund haben sich die UniCredit und die Oberbank AG mittlerweile darauf geeinigt, im gegen die
Oberbank AG geführten Verfahren vorläufig einfaches Ruhen eintreten zu lassen, und die Entscheidung des OGH im Verfah-
ren gegen die BTV abzuwarten.
Der Vorstand der Oberbank AG sieht nach sorgfältiger Prüfung bei diesem Verfahren wie bei allen anderen anhängigen Ver-
fahren mit der UniCredit keine bedeutsamen bilanziellen Auswirkungen.
Leasingverhältnisse
Als Leasinggeber sind in diesem Bereich Ermessensentscheidungen insbesondere bei der Unterscheidung von
Finanzierungsleasing einerseits und Operate Leasing andererseits notwendig. Als Kriterium gilt nach IFRS 16.62 die Über-
tragung von im Wesentlichen sämtlichen Risiken und Chancen vom Leasinggeber auf den Leasingnehmer. Detailangaben
sind in Note 14 (Forderungen an Kunden) und Note 19 (Sachanlagen) enthalten.
2.7) Währungsumrechnung und Konzernwährung
Die Währungsumrechnung erfolgt nach den Vorschriften des IAS 21. Danach werden nicht auf Euro lautende monetäre
Vermögenswerte und Schulden mit marktgerechten Kursen am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Noch nicht abgewickelte
Termingeschäfte werden zum Terminkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Umrechnung der auf ausländische Währung
lautenden Jahresabschlüsse von ausländischen Tochtergesellschaften wurde für die Bilanz mit dem Devisenmittelkurs der
EZB am Bilanzstichtag, für die Gewinn- und Verlust-Rechnung mit dem Jahresdurchschnittskurs vorgenommen. Der
Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt .
2.8) Finanzielle Vermögenswerte und Verpflichtungen sowie Sicherungsbeziehungen
Einstufung (Klassifizierung) – Finanzielle Vermögenswerte
IFRS 9 enthält einen Einstufungs- und Bewertungsansatz für finanzielle Vermögenswerte, welcher das Geschäftsmodell, in
dessen Rahmen Vermögenswerte gehalten werden, sowie die Eigenschaften ihrer Cashflows (Zahlungsstrombedingung)
widerspiegelt.
Geschäftsmodell
Es werden die Klassen von finanziellen Vermögenswerten in Hinsicht auf die Geschäftsstrategie sowie möglicher Verkaufs-
absichten analysiert und daraus die Geschäftsmodelle abgeleitet. Im Wertpapierportfolio liegt eine Behalteabsicht vor und
somit wird dieses Portfolio dem Geschäftsmodell Hold To Collect zugewiesen. Wertpapiere, die erfolgsneutral zum bei-
zulegenden Zeitwert bewertet werden, werden dem Geschäftsmodell Hold and Sell zugewiesen. Wertpapiere des Handels-
buchs wurden dem Geschäftsmodell Sell zugewiesen. Das Kreditgeschäft hingegen wird zur Gänze der Kategorie Hold To
Collect zugewiesen. Die klare Halteabsicht lässt sich aus der Unternehmensstrategie der Oberbank AG ableiten. Die in der
Vergangenheit getätigten Abgänge bewegen sich in einem nicht signifikanten Bereich.
Zahlungsstrombedingung
In der Analyse der Zahlungsstrombedingung (SPPI-Kriterien) werden Vertrags- und Zinsklauseln untersucht, deren
Bedingungen zu festgelegten Zahlungen führen, die ausschließlich Tilgungen und Zinsen auf den ausstehenden Kapitalbetrag
darstellen.
Es werden dabei vor allem Kredite mit SPPI-schädlichen Zinsklauseln identifiziert, die mit inkongruenten Zinskomponenten
ausgestattet sind bzw. Mischzinssätze darstellen. Allerdings wird in der Cashflowanalyse kein signifikanter Unterschied zu
Standardkreditverträgen festgestellt, womit diese Kredite auch in Zukunft zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
werden. Somit enthält der überwiegende Anteil des Kreditportfolios keine SPPI-schädlichen Vertragsbestandteile.
Konzernabschluss
50
Die Durchführung eines Cashflowtests hängt in erster Linie von der Zinskondition der Geschäfte ab. Liegt eine SPPI-
schädliche Zinsklausel vor, wird ein quantitativer Benchmarktest durchgeführt. Das Ergebnis des quantitativen Benchmark-
tests führt zur finalen Einstufung des Vermögenswerts. Bei Nicht-Bestehen des Benchmarktests wird der Vermögenswert
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Im Rahmen des quantitativen Benchmarktests wird dabei auf Grundlage des Vermögenswerts mit SPPI-schädlicher Zins-
kondition ein Benchmarkprodukt erzeugt, dessen Zinslaufzeit mit der Zinsperiode übereinstimmt. Dabei werden die
undiskontierten Cashflows beider Produkte in unterschiedlichen Zinsszenarien sowohl kumulativ als auch periodisch
miteinander verglichen, um festzustellen, ob die Abweichungen einen kritischen Schwellenwert übersteigen.
Davon ausgenommen sind SPPI-schädliche Zinskonditionen, die aufgrund von Förderrichtlinien gesetzlich vorgeschrieben
sind.
Für Geschäfte, für die hinreichend sicher davon ausgegangen werden kann, dass die Modifikation der Komponente „Zeitwert
des Geldes“ lediglich von untergeordneter Bedeutung sein kann, kommt in Ergänzung vereinfachend ein qualitativer
Benchmarktest zur Anwendung. Dies ist in erster Linie bei folgenden Sachverhalten der Fall:
• Das Geschäft hat keine bestimmte Kapitalbindung;
• Das Fixing findet einige wenige Tage vor Beginn der Zinsperiode statt.
Bewertungskategorien
IFRS 9 enthält drei wichtige Einstufungskategorien für finanzielle Vermögenswerte: zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertet (AC), zum beizulegenden Zeitwert im Gewinn oder Verlust bewertet (FV/PL) sowie zum beizulegenden Zeitwert mit
Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet (FV/OCI). Werden finanzielle Vermögenswerte in einem Geschäftsmodell
gehalten, dessen Zielsetzung das Behalten der Vermögenswerte ist, und repräsentieren diese finanziellen Vermögenswerte
den Anspruch auf Zins- und Tilgungszahlungen zu vorgegebenen Terminen (SPPI-Kriterien), so sind diese mit den
fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Designation zur Fair-Value-
Bewertung möglich. Dies ist in der Oberbank dann der Fall, wenn eine Absicherung von Grundgeschäften mit Derivaten
besteht, da es ansonsten zu Bewertungsinkongruenzen der beiden Finanzinstrumente in der Bilanzierung kommt.
Sämtliche anderen finanziellen Vermögenswerte sind zum Fair Value zu bewerten. Wertänderungen dieser Vermögenswerte
sind in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im sonstigen Ergebnis (abhängig vom Geschäftsmodell) zu erfassen. Für
bestimmte Eigenkapitalinstrumente kann vom Wahlrecht, die Bewertungsänderungen im sonstigen Ergebnis zu erfassen,
Gebrauch gemacht werden. Lediglich Dividendenansprüche derartiger Vermögenswerte sind in der Gewinn- und Verlust-
rechnung darzustellen. Nach IFRS 9 werden Derivate, die in Verträge eingebettet sind, bei denen die Basis ein finanzieller
Vermögenswert im Anwendungsbereich des Standards ist, niemals getrennt bilanziert. Stattdessen wird das hybride
Finanzinstrument insgesamt im Hinblick auf die Einstufung beurteilt.
Fremdkapitalinstrumente werden überwiegend mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Kredite und
Forderungen werden größtenteils zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, da die SPPI-Kriterien, die für eine solche
Bewertung vorausgesetzt werden, von diesen Finanzinstrumenten erfüllt werden. Die Bewertung von
Eigenkapitalinstrumenten erfolgt vorwiegend zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis
bewertet (FV/OCI).
Wertminderung – Finanzielle Vermögenswerte und vertragliche Vermögenswerte
IFRS 9 basiert auf einem zukunftsorientierten Modell der „erwarteten Kreditausfälle“. Dies erfordert erhebliche Ermessens-
entscheidungen bezüglich der Frage, inwieweit die erwarteten Kreditausfälle durch Veränderungen der wirtschaftlichen Fak-
toren beeinflusst werden. Diese Einschätzung wird auf Grundlage gewichteter Wahrscheinlichkeiten bestimmt. Das Wert-
minderungsmodell nach IFRS 9 ist auf finanzielle Vermögenswerte anzuwenden, die zu fortgeführten Anschaffungskosten
oder zu FV/OCI bewertet werden sowie auf vertragliche Vermögenswerte und außerbilanzielle Instrumente, wie übernom-
mene Haftungen und unwiderrufliche Kreditzusagen.
Konzernabschluss
51
Diese werden je nach Änderung des Kreditrisikos zwischen jenem im Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung und dem jeweils
aktuellen Kreditrisiko zum Bewertungsstichtag, entweder in Stufe 1, Stufe 2, oder Stufe 3 zugeteilt:
• Stufe 1 enthält grundsätzlich neu zugegangenen Finanzinstrumente sowie jene, für die kein signifikanter Risikoan-
stieg seit dem erstmaligen Ansatz festgestellt wurde. Weiters werden alle Finanzinstrumente, die zum Bilanzie-
rungsstichtag ein absolut definiertes geringes Kreditrisiko (Ratingklassen AA bis 1b) aufweisen, als Ausnahme vom
relativen Ansatz immer der Stufe 1 zugeordnet (IFRS 9.5.5.10). Diese Logik wird nur auf das Low-Default-Portfolio
für die Segmente Staaten und Banken angewandt. Die Low Credit Risk Exemption trifft somit auf ein Portfolio zu,
das man gemeinhin als „Investment Grade“ bezeichnen würde (mittlere PD der Ratingklasse entspricht S&P-äquiva-
lenten Ratings bis BBB-).
• Stufe 2 enthält Instrumente, für die eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos seit dem erstmaligen Ansatz statt-
gefunden hat.
Bei Leasingkontrakten wird ein IFRS 9 Wahlrecht ausgeübt und diese Geschäfte werden daher immer Stufe 2 zuge-
ordnet.
• Stufe 3 wird dem Non-Performing Portfolio zugeordnet. Befindet sich ein Kreditnehmer im Ausfall (interne Rating-
stufen 5a, 5b oder 5c), wird der Kredit Stufe 3 zugewiesen. Die Oberbank AG wendet für alle Forderungsklassen
und Risikomodelle einheitlich und konsistent die Ausfallsdefinition gemäß Artikel 178 der Verordnung (EU) Nr.
575/2013 (CRR) an. Diese basiert auf dem 90-Tage-Verzug bzw. einer wahrscheinlichen Uneinbringlichkeit einer
Forderung.
Die Ausnahme von dem Dreistufenansatz sind Vermögenswerte, die bereits bei Zugang wertgemindert sind (sogenannte
„POCI“ - Assets). Diese bilden gemäß IFRS 9 Vorgaben eine eigene Kategorie.
Segmentierung
Das Kreditportfolio der Oberbank wird im Wertberichtigungsmodell nach IFRS 9 in die folgenden fünf Segmente unterteilt:
Sovereign, Banken, Corporates, SME sowie Retail. Der Hintergrund der Segmentierung liegt in der Zugrundelegung unter-
schiedlicher Schätzungen der relevanten Kreditrisikoparameter. Die Unterteilung in die einzelnen Segmente findet dabei auf
Basis der gewählten Ratingverfahren statt.
Das Gesamteinstufungskonzept der Oberbank basiert auf qualitativen, quantitativen und Backstop-Kriterien.
Wertberichtigungen für Stufe 1 und 2
Nach IFRS 9 werden Wertberichtigungen auf einer der nachstehenden Grundlagen bewertet:
12-Monats-Kreditausfälle: Die Bildung der Risikovorsorge erfolgt in Höhe des 12-Monats-Kreditverlusts und die Berechnung
des Zinsertrags erfolgt auf Basis des Bruttobuchwerts unter Anwendung der Effektivzinssatzmethode (für Stufe 1 Instru-
mente)
Ausfallbetrachtung über die Gesamtlaufzeit des Kredits: Hierbei handelt es sich um erwartete Kreditausfälle aufgrund aller
möglichen Ausfallereignisse während der erwarteten Laufzeit eines Finanzinstruments. Die Bildung der Risikovorsorge er-
folgt in Höhe der erwarteten Verluste bezogen auf die Restlaufzeit des Finanzinstruments (Life-time-ECL) und die Berech-
nung des Zinsertrags erfolgt auf Basis des Bruttobuchwerts unter Anwendung der Effektivzinsmethode (für Instrumente der
Stufe 2)
Quantitative Kriterien für einen Stufentransfer
Die Beurteilung der signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos stellt eine zentrale Stellschraube des 3-Stufen-Modells in den
Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 dar, da bei einer signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos die Wertminderung über
die Gesamtlaufzeit des Finanzinstruments (Lifetime ECL) zu erfassen ist.
Konzernabschluss
52
Das wesentliche Merkmal für die Bestimmung des Kreditrisikos eines Finanzinstruments ist dabei das interne Rating des
Schuldners. Bei der Erstellung des Ratings werden für das Corporate Portfolio auch ESG-Risiken berücksichtigt. Hinter dem
Rating des Schuldners steht dabei immer eine Ausfallsrate je Ratingklasse. Diese leitet sich für die Low-Default-Portfolios
(Staaten und Banken) aus der bankinternen Masterskala ab. Für die wesentlichen Kundensegmente Corporates, Retail und
SME leiten sich diese aus den realisierten Ausfallraten der jeweiligen Migrationsmatrizen ab. Dieses bildet die Basis für die
Beurteilung, ob und wann ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos stattgefunden hat.
Das quantitative Transferkriterium in der Oberbank AG basiert auf einer Analyse der kumulierten Ausfallswahrscheinlichkei-
ten (Lifetime PDs). Die folgenden Variablen beeinflussen die Ermittlung einer relativen PD-Verschlechterung:
• Kundensegment;
• Rating bei Zugang des Finanzinstruments;
• Restlaufzeit (Vergleich zwischen Bilanzstichtag und Vertragsende);
• Alter des Finanzinstruments (Vergleich zwischen Zugangsdatum und Bilanzstichtag).
Zur Überprüfung der Signifikanz einer Kreditrisikoerhöhung dient dabei ein Vergleich der Ausfallswahrscheinlichkeit zum
erstmaligen Bilanzansatz mit der Ausfallswahrscheinlichkeit zum Bewertungsstichtag (IFRS 9.5.5.9). Dabei ist die Lifetime PD
der aktuellen Ratingeinstufung über die verbleibende Restlaufzeit heranzuziehen. Dies erfolgt mittels eines Vergleichs der
Lifetime PD im aktuellen Ratingstadium über die noch verbleibende Restlaufzeit mit der Forward Lifetime PD im Ratingsta-
dium bei Zugang über ebendiese Laufzeit.
Das Kriterium der Zuordnung zu Stufe 1 und 2 basiert damit hauptsächlich auf einem relativen Kriterium und nicht auf der
absoluten Kreditrisikoeinschätzung zu jedem Beurteilungszeitpunkt (IFRS 9.B5.5.9).
Als Backstop und aufgrund der Analyse des relativen Transferkriteriums wurde unabhängig von der Struktur der Migrations-
matrix entschieden, dass ein Stufentransfer jedenfalls dann ausgelöst werden muss, wenn sich der Kredit seit Zugang um
mindestens drei Ratingstufen verschoben hat. Bei sehr langen Restlaufzeiten und sehr guten Ratings kann es aufgrund des
„Drifts zur Mitte“ bei der marginalen PD dazu kommen, dass selbst bei Downgrades von mehreren Ratingstufen das relative
Transferkriterium ansonsten nicht erreicht wird.
Ein Rücktransfer in eine bessere Stufe wird dann vorgenommen, wenn die Kriterien, die zu einer Abstufung geführt haben,
nicht mehr zutreffen. Auf- und Abstufungen werden somit symmetrisch behandelt. Ein Rücktransfer aus Stage 2 erfolgt bei-
spielsweise, sobald keine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos mehr vorliegt. Maßstab ist wiederum der Vergleich des
Ausfallrisikos bei Zugang mit dem Ausfallrisiko zum betreffenden Bilanzstichtag.
Das Wertberichtigungsmodell der Oberbank AG bezieht sich sowohl in der Berechnung der Risikovorsorge als auch in der
Beurteilung des Stufentransfers immer auf das Einzelgeschäft. Dies bedeutet, dass die relevanten Kreditrisikoparameter PD
(Ausfallswahrscheinlichkeit), LGD (Verlust bei Ausfall) sowie EAD (Obligo bei Ausfall) sich immer auf einen einzelnen Kredit-
nehmer beziehen und sich von einem einzelnen Geschäft ableiten.
Qualitative Kriterien für einen Stufentransfer
Ein Finanzinstrument mit Nachsicht (Forbearance) wird in jedem Fall der Stufe 2 zugewiesen, sofern sich die Forderung nicht
ohnehin schon im Ausfall befindet. Während der gesamten Bewährungsphase wird somit für diese Forderungen ein Lifetime
Expected Loss angesetzt.
Die widerlegbare Vermutung bei einer 30-tägigen Überfälligkeit führt als qualitatives Kriterium zu einem Stufentransfer (IFRS
9.5.5.11). Das bedeutet, dass Instrumente spätestens dann der Stufe 2 zuzuweisen sind, sobald der Zahlungsverzug von Kapi-
tal und/oder Zinszahlungen 30 Tage übersteigt.
Konzernabschluss
53
Ebenso werden Fremdwährungskredite mit währungsinkongruentem Einkommen und Kredite mit Tilgungsträgern im Le-
bendgeschäft in jedem Fall der Stufe 2 zugewiesen. Durch Währungsschwankungen sowie Schwankungen in den Sicherhei-
tenwerten bei Tilgungsträgern ist mit höheren Risiken der Schuldenbedienbarkeit zu rechnen als bei konventionellen Kredit-
beständen.
Neben den modellimmanenten qualitativen Faktoren für einen Stufentransfer wendet die Oberbank AG aufgrund der anhal-
tenden Energiekrise, hohen Inflation und steigenden Zinsen als Folge des Ukraine-Krieges per 31.12.2022 auch einen kol-
lektiven Stufentransfer in die Stufe 2 für gewisse Teilportfolios an.
Grund dafür sind die hohen Energiepreise bei Gas, welche sich zwar kürzlich an den Energiemärkten aufgrund hoher Lager-
stände entspannt haben, jedoch für den Endkunden noch hoch sind. Darüber hinaus können eine neuerliche starke Verteue-
rung bzw. ein gänzlicher Gasstop nicht ausgeschlossen, sowie die Folgen für, von Gas abhängigen Kunden, unter einem welt-
weiten Konjunkturabschwung, nur schwer abgeschätzt werden.
Ein weiter Grund sind der starke Zinsanstieg, sowie die derzeit vorherrschende hohe Inflation. Insbesondere kann es dadurch
im Bereich der Immobilienprojektfinanzierungen mit gewerblichen Hypothekarsicherheiten zu Verzögerungen beim Projekt-
fortschritt kommen und es besteht die Gefahr, dass die gestiegenen Einkaufspreise bzw. Gestehungskosten nicht weiterver-
rechnet werden können. Folglich können hohe Risiken bei der Rückzahlungsfähigkeit bei Krediten entstehen, da sich die Bau-
wirtschaft seit dem 2.Quartal 2022 in einer Schwächephase befindet und die hohen Baukosten die Nachfrage und Investitio-
nen in Bauprojekte dämpfen.
Vor diesem Hintergrund erscheint es bei folgenden Portfolios der Segmente Corporates und SME notwendig, die erwartete
Erhöhung des Kreditrisikos vorübergehend über den kollektiven Stufentransfer anzuwenden:
• Forderungen an Kreditnehmer, bei denen im Zuge einer portfolioübergreifenden Einzelanalyse eine Gasabhängig-
keit festgestellt werden konnte.
• Forderungen an Kreditnehmer im Bereich der Immobilienprojekte mit gewerblichen Hypothekarsicherheiten.
Der Zeitpunkt des Wegfalls bzw. einer Reduktion des kollektiven Stufentransfers hängt in erster Linie von der weiteren Preis-
entwicklung bei Rohstoffen, dem Abflauen des Inflationsdrucks sowie der Entwicklung der Verbraucherpreise ab.
Wegfall Covid 19 Staging
Auf Grund des Abflauens der Covid 19 Pandemie und des Wegfalls der Einschränkungen wurde das damit verbundene kol-
lektive Stufentransfer beendet. Details können der Note 2.2 entnommen werden.
Wertberichtigungen für Stufe 3 (Non-Performing Loans)
Non-Performing Loans werden der Stufe 3 zugeordnet. Die Bildung einer Risikovorsorge erfolgt konzernweit in Höhe der
erwarteten Verluste, wenn zu befürchten ist, dass die KundInnen ihren Kreditverpflichtungen nicht im vollen Umfang nach-
kommen. Für notleidende Kredite erfolgt die Risikovorsorgen-Bildung gemäß IFRS 9 5.5 mittels der Discounted Cash-Flow
Methode in Höhe des erwarteten Verlustes bezogen auf die Restlaufzeit (Lifetime-Expected Credit Loss (ECL)) und Berech-
nung des Zinsertrags auf Basis des Nettobuchwertes unter Anwendung der Effektivzinssatzmethode. Für alle nicht bedeutsa-
men notleidenden Kredite wird mittels eines Expertenverfahrens für die Unterdeckung eine Risikovorsorge errechnet. Diese
beträgt für bereits gekündigte Kredite, bei denen die Sicherheiten verwertet werden, 100% der Unterdeckung.
Für den Rest werden abhängig von Ausfallsgrund und Ausfallsstatus zwischen 20% und 100% der Unterdeckung als Risiko-
vorsorge angesetzt.
Konzernabschluss
54
Direktabschreibung von Non-Performing Loans
Wenn ein Ereignis eintritt, welches die Einbringlichmachung eines Teiles eines Obligos oder eines Gesamtobligos unmöglich
macht, und keine oder keine ausreichende Risikovorsorge vorhanden ist, wird der uneinbringliche Saldo direkt gegen die
GuV ausgebucht (Direktabschreibung). Solche Ereignisse können u.a. sein:
- Ausbuchung des Restsaldos nach Abweisung oder Abschluss eines Insolvenzverfahrens und / oder nach Verwertung
aller zur Verfügung stehender Sicherheiten;
- Nachlassabhandlung ohne Vermögen und Sicherheiten;
- Umschuldung mit Gewährung eines Nachlasses (Vergleichsvereinbarung).
ECL Berechnung
In der Oberbank AG gilt das Wertminderungsmodell nach IFRS 9 für folgende Anwendungsbereiche:
• finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
bewertet werden,
• Leasingforderungen,
• unwiderrufliche Kreditzusagen und Finanzgarantien.
Der Expected Credit Loss ist in der Oberbank AG eine wahrscheinlichkeitsgewichtete Schätzung des Verlusts über die ersten
zwölf Monate (Stufe 1) oder über die erwartete Restlaufzeit des Finanzinstruments (Stufe 2). Er ist sozusagen der Barwert
der Differenz aus vertraglich vereinbarten Cashflows und erwarteten Cashflows. Die Berechnung des erwarteten Verlusts
beinhaltet dabei
• einen erwartungsgetreuen und wahrscheinlichkeitsgewichteten Betrag, der durch Betrachtung möglicher Szenarien be-
stimmt wird,
• den Zeitwert des Geldes,
• Informationen über vergangene Ereignisse, aktuelle Bedingungen und Prognosen künftiger wirtschaftlicher Bedingungen.
Der maximale Zeitraum, für den der Expected Credit Loss bestimmt wird, ist dabei die Vertragslaufzeit, über den die
Oberbank AG einem Kreditrisiko aus dem Finanzinstrument ausgesetzt ist. Nur bei revolvierenden Krediten wird der erwar-
tete Kreditverlust für einen Zeitraum bestimmt, der unter Umständen länger als die vertragliche Laufzeit ist. Der erwartete
Verlust setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
ECL = PD x LGD x EAD
(PD: Ausfallswahrscheinlichkeit; LGD: Loss given Default/Verlust bei Ausfall in % des EAD ausgegeben; EAD: Exposure at
Default/Offener Betrag im Zeitpunkt des Ausfalls des Kredits)
Im Fall der Einteilung des Vermögenswerts in Stufe 2 und der damit einhergehenden Berechnung des Lifetime Expected Cre-
dit Loss entspricht dies der Restlaufzeit des Kontrakts. Im Fall der Einteilung des Vermögenswerts in Stage 1 (12-Monats-ECL)
wird die Laufzeit mit einem Jahr beschränkt. Liegt die Laufzeit unter einem Jahr, so wird die tatsächliche Restlaufzeit für die
Berechnung herangezogen. Der Expected Credit Loss nach IFRS 9 ist dabei ein diskontierter Wert. Hierfür wird der jeweilige
EL je Periode mit dem Diskontfaktor je Periode multipliziert. Der Diskontfaktor beinhaltet dabei den Effektivzinssatz des Ver-
mögenswerts.
Wesentliche Inputparameter
Ausfallswahrscheinlichkeit (PD/Probability of Default)
Die Ausfallswahrscheinlichkeit wird in einem Basisszenario für die Segmente Corporates, SME und Retail aus den histori-
schen Ausfallsraten und Migrationswahrscheinlichkeiten abgeleitet.
Konzernabschluss
55
Je Segment und Ratingstufe werden die Ausfallswahrscheinlichkeiten für unterschiedliche Laufzeiten (Lifetime PD) aus dem
Ausfallsvektor der Migrationsmatrix ausgelesen. Für die Segmente Banken und Sovereign wird die Ausfallswahrscheinlichkeit
direkt aus den internen Ratings und somit aus der bankinternen Masterskala abgeleitet.
Für die Ermittlung der historischen Ausfallsraten und Migrationswahrscheinlichkeiten für das zentrale Kundenkreditportfolio
werden Migrationsmatrizen für die jeweiligen Segmente berechnet. Hierbei wird jeweils der Zeitraum der letzten zehn Jahre
betrachtet. Als Basis zur Bestimmung der 1-Jahres-Migrationsmatrix dient zuerst eine quartalsweise Betrachtung von Rating-
migrationen.
Die 1-Jahres-Migrationsmatrix wird anhand einer Matrixmultiplikation von vier aufeinander folgenden Quartalen ermittelt.
Die endgültige 1-Jahres-Migrationsmatrix ist dabei der Mittelwert über alle ermittelten Migrationsmatrizen. Die 1-Jahres-PD
pro Ratingklasse ist dabei die Summe der PD aus den drei Default Ratingklassen 5a, 5b und 5c. Kumulierte bzw. Lifetime PD
werden mittels der Markov-Annahme von Migrationsmatrizen mittels Matrizenmultiplikation gebildet. Daraus ergeben sich
pro Segment und Ratingklasse PD-Kurven.
Für einzelne Segmente und Laufzeitbänder werden diese bedingten Basis-PD, die sich aus der Through The Cycle Migrations-
matrix ergeben, angepasst, um zukunftsgerichtete Informationen einfließen zu lassen. Diese sogenannte Point-In-Time-An-
passung (PIT-Anpassung) findet statt indem durch statistische Modelle versucht wird, Zusammenhänge zwischen der Aus-
fallswahrscheinlichkeit und erklärenden makroökonomischen Variablen herzustellen.
Als statistisches Modell wird eine logistische Regression verwendet, wodurch die Ausfallswahrscheinlichkeit prognostiziert
wird. Die Regressionsparameter werden durch Maximierung der Likelihood Funktion geschätzt. Als wesentliche makroöko-
nomische Variablen gehen der harmonisierte Verbraucherpreisindex (CPI), sowie das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes
(BIP) ins Modell ein. Bei den Faktoren CPI und BIP findet eine Ländergewichtung statt. Dabei werden die Länder Österreich,
Deutschland, Tschechien, Ungarn und Slowakei berücksichtigt, in denen die Oberbank AG tätig ist. Wobei die Faktoren für
Österreich mit 66%, für Deutschland mit 19%, für Tschechien mit 8% sowie, für Ungarn und Slowakei mit 4% bzw. mit 3%
gewichtet werden.
Zur Modellwahl wird das Informationskritierium nach Akaike (AIC) verwendet, wobei die Variablen mittels „Stepwise Selek-
tion“ selektiert werden.
Anhand dieser geschätzten Faktoren wird die PD in den Segmenten Corporate, Retail und SME mittels Skalaransätzen ange-
passt. In den Segmenten Sovereign und Banken konnten keine plausiblen Korrelationen mit makroökonomischen Faktoren
hergeleitet werden.
Die Oberbank verwendet für die ECL-Berechnung drei unterschiedliche Szenarien (Normal-, Up- und Downszenario), wobei
die schlussendliche Anpassung einer Linearkombination der drei unterschiedlichen Szenarien gleichkommt. Die Szenarioge-
wichtung orientiert sich an der derzeit gängigen Praxis, dass das Normalszenario mit 50% Prozent und die beiden anderen
Szenarien jeweils mit 25% gewichtet werden. Für die Szenarien bedient sich die Oberbank makroökonomischer Daten des
Informationsdienstleisters Bloomberg. Dabei ist festzuhalten, dass nur für 3 Jahre wirtschaftlich sinnvolle Prognosen vorhan-
den sind.
Folgende Tabelle zeigt die ländergewichteten makroökonomischen Faktoren, die in die ECL-Berechnung für die Segmente
Corporates, Retail und SME per 31. Dezember 2022 eingehen:
Jahr 1
Jahr 2
Jahr 3
Normalszenario
(4 Quartals-
(4 Quartals-
(4 Quartals-
durch-
durch-
durch-
schnitt)
schnitt)
schnitt)
Reales BIP Wachstum
-0,58%
1,68%
1,79%
Harmonisierter Verbraucherpreisindex
10,26%
3,40%
3,00%
Pessimistisches Szenario
Jahr 1
Jahr 2
Jahr 3
Konzernabschluss
56
(4 Quartals-
(4 Quartals-
(4 Quartals-
durch-
durch-
durch-
schnitt)
schnitt)
schnitt)
Reales BIP Wachstum
-1,37%
-0,06%
0,19%
Harmonisierter Verbraucherpreisindex
11,84%
4,10%
3,69%
Jahr 1
Jahr 2
Jahr 3
Optimistisches Szenario
(4 Quartals-
(4 Quartals-
(4 Quartals-
durch-
durch-
durch-
schnitt)
schnitt)
schnitt)
Reales BIP Wachstum
0,20%
2,15%
2,40%
Harmonisierter Verbraucherpreisindex
6,81%
0,38%
0,52%
Verlustquote bei Ausfall (LGD/Loss Given Default)
Die Verlustquote bei Ausfall entspricht jenem Anteil des Forderungsvolumens, der im Rahmen eines Ausfalls nicht wieder-
eingebracht werden kann und stellt somit den wirtschaftlichen Verlust dar. Die LGD wird unterteilt in eine LGD aus besicher-
ten Kreditteilen und eine LGD aus unbesicherten Kreditteilen. Die LGD aus besicherten Kreditteilen hängt von der Sicherhei-
tenart und einer etwaigen Wertentwicklung/Abschreibung im Zeitverlauf ab. Je nach Entwicklung des Exposures im Zeitab-
lauf sowie der Entwicklung der Sicherheiten ergeben sich im Zeitverlauf somit effektive LGDs je Laufzeitenband.
LGD besichert
Für die Berechnung des Expected Credit Loss werden sämtliche internen Sicherheiten anhand von Deckungswerten ange-
setzt. Der Unterschied zwischen dem Marktwert und dem Deckungswert der Sicherheit entspricht einem Haircut für Schät-
zunsicherheiten und Wertschwankungen und kann somit implizit als LGD für den besicherten Kreditteil interpretiert werden.
In der Berechnung des erwarteten Kreditverlusts kommt es daher zu einem impliziten Splitting des Kredits in besicherte und
unbesicherte Teile. Der besicherte Teil hat demnach nach Berücksichtigung der Deckungswerte einen LGD von 0 %, der un-
besicherte Kreditteil erhält die Blanko LGD je nach Segment. Führt man die beiden Kreditteile zusammen ergibt sich eine Art
„Misch“-LGD je Laufzeitband.
LGD unbesichert
Der unbesicherte LGD stellt somit die Nicht-Wiedereinbringungsquote nach Abzug von Sicherheitenerlösen dar und ist in
erster Linie von Erlösen abhängig, die aus der Betreibung und/oder Masseerlösen resultieren.
Forderungswert bei Ausfall (EAD/Exposure at Default)
Für Kredite mit bestimmter Kapitalfälligkeit findet die Cashflow-Schätzung anhand der vertraglichen Tilgungsstruktur statt.
Sämtliche Cashflows werden durch die Geschäftsmerkmale (Saldo, Höhe Ratenzahlung, Tilgungsfrequenz, Zinszahlungsinter-
vall, Referenzzinssätze, Fälligkeit) sowie aktuelle Marktdaten (Wechselkurse sowie Marktzinssätze) bestimmt. Cashflows aus
Zinszahlungen werden dabei aus den in den Zinskurven implizierten Terminzinsen abgeleitet.
Revolvierende Kredite weisen keine vertraglich basierten Cashflows auf. Daher ist eine explizite Cashflowschätzung mittels
Replikationsmodellen notwendig.
In der Oberbank AG liegen Kredite vor, die hinsichtlich der Laufzeit b. a. w. abgeschlossen werden. Im Rahmen der jährlichen
Kreditprüfung wird das Kreditverhältnis neu beurteilt und gegebenenfalls eine Anpassung der Konditionen im Hinblick auf
die Veränderung der Kreditqualität vorgenommen. Diese Kredite sind jederzeit kündbar. Hinsichtlich der Laufzeit wird daher
angenommen, dass diese ein Jahr beträgt, da jedes Jahr eine erneute Entscheidung über die Verlängerung des Kredits ge-
troffen wird. Die Oberbank AG ist damit dem Kreditrisiko maximal ein Jahr ausgesetzt.
Konzernabschluss
57
Bei Kreditrahmen wird zunächst jener Teil berechnet, der derzeit nicht ausgenützt wird. Hierbei wird der Kreditsaldo vom
Rahmen abgezogen. Dieser nicht ausgenützte Kreditrahmen bleibt in weiterer Folge über die gesamte Kreditlaufzeit kon-
stant. Es wird dabei für die Berechnung des Exposure at Default (EAD) durchgehend ein Kreditkonversionsfaktor zu Grunde
gelegt. Die Fälligkeit des Kreditrahmens korrespondiert dabei immer mit der Laufzeit des Kredits.
Entwicklung der Risikovorsorge im Lebendgeschäft
Im Vergleich zum Jahresanfang steigt der Betrag der gebildeten Wertberichtigung im Lebendgeschäft (Stufe 1 und Stufe 2)
um Euro 8,11 Mio. Euro.
Sensitivitätsanalyse
Ein großer Treiber für die Höhe des Expected Credit Loss ist die Stufenbestimmung der einzelnen Positionen. Diese resultiert
aus den bereits beschriebenen qualitativen und quantitativen Stagingkriterien. Nachfolgend werden die Auswirkungen auf
den Expected Credit Loss unter der Annahme, dass alle Positionen einerseits der Stufe 1 (12-Monats-ECL) und andererseits
der Stufe 2 (Lifetime-ECL) zugewiesen werden, ausgewiesen.
Wertberichtigung je Segment
100% Stufe 1
ECL-Kalkulation
100% Stufe 2
in Tsd. €
12M-ECL
per 31.12.2022
LT-ECL
Banken
-961
-966
-1.834
Corporate
-25.419
-62.545
-130.203
Retail
-15.817
-17.480
-26.308
SME
-5.985
-7.106
-8.543
Sovereign
-601
-799
-2.136
SUMME
-48.784
-88.896
-169.024
Einstufung (Klassifizierung) – Finanzielle Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, sofern nicht eine
Zuordnung zum Handelsbestand oder eine Designierung erfolgt. Solche finanziellen Verbindlichkeiten werden der Kategorie
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zugerechnet. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts werden wie folgt
erfasst:
• Die Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, die auf Änderungen des Kreditrisikos der Schuld zurückzuführen ist, wird
im sonstigen Ergebnis dargestellt.
• Die verbleibende Veränderung des beizulegenden Zeitwerts wird im Gewinn oder Verlust dargestellt.
Die Klassifizierung finanzieller Verbindlichkeiten zur erfolgswirksamen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert findet immer
dann statt, wenn diese Finanzinstrumente mittels Zinsderivaten abgesichert werden, um eine Bewertungsinkongruenz
zwischen Grundgeschäft und Derivat weitestgehend zu vermeiden (Fair Value Option) .
Die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts für verbriefte Verbindlichkeiten, Nachrangkapital und Verbindlichkeiten gegen-
über Banken und Kunden erfolgt nach der Barwertmethode (Discounted Cashflow Methode), wobei die Ermittlung der Cash-
flows der eigenen Emissionen auf Basis des Vertragszinssatzes erfolgt. Zur Abzinsung wird die der Währung entsprechende
Diskontkurve herangezogen, wobei ein der Seniorität der Verbindlichkeit entsprechender Bonitäts-Spread der Bank als
Aufschlag verwendet wird. Die Bonitätsaufschläge werden regelmäßig an die jeweiligen Marktgegebenheiten angepasst.
Konzernabschluss
58
Um die Höhe der Änderung des beizulegenden Zeitwerts, der auf Änderungen des Bonitätsrisikos zurückzuführen ist, ermit-
teln zu können, wird die finanzielle Verbindlichkeit zweifach bewertet, einerseits auf Basis der Bonitätsaufschläge zum Start-
datum des Finanzinstruments und andererseits auf Basis der Bonitätsaufschläge zum Bilanzstichtag, jeweils bewertet mit
den aktuellen vertraglichen Cashflows und der aktuellen Basis-Zinskurve. Der Unterschiedsbetrag stellt dabei die Wertände-
rung dar, die auf Änderungen der Bonitätseinschätzung der Bank zurückzuführen ist. Dieser Betrag wird im sonstigen
Ergebnis erfasst. Die restliche Veränderung des beizulegenden Zeitwerts ist dabei auf Änderungen in der
Zinsstrukturkurve sowie auf die Restlaufzeitenverkürzung zurückzuführen und wird erfolgswirksam in der Gewinn- und
Verlustrechnung dargestellt .
Bilanzierung von Sicherungsgeschäften
Derzeit wird kein Hedge Accounting in der Oberbank AG durchgeführt .
2.9) Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze bezogen auf die Konzern-Gewinn- und Verlust-Rechnung
Zinsergebnis
Zinserträge und -aufwendungen werden periodengerecht abgegrenzt. Im Zinsergebnis sind Erträge und Aufwendungen, die
ein Entgelt für die Überlassung von Kapital darstellen, enthalten. Darüber hinaus sind in diesem Posten auch die Erträge aus
Aktien und anderen Anteilsrechten und sonstigen nicht festverzinslichen Wertpapieren enthalten, sofern es sich nicht um
Erträge aus Wertpapieren handelt, die den Handelsaktiva zuzurechnen sind. Auch Erträge aus Beteiligungen und aus Antei-
len an verbundenen Unternehmen (soweit wegen untergeordneter Bedeutung nicht konsolidiert) werden in diesem Posten
ausgewiesen. Sowohl in den Zinserträgen als auch in den Zinsaufwendungen sind negative Zinsen enthalten .
Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen
Die Position beinhaltet die Erträge aus anteiligen Ergebnissen aus den at Equity einbezogenen Unternehmen sowie
gegebenenfalls Aufwendungen aus Wertminderungen und Erträge aus Zuschreibungen.
Risikovorsorgen im Kreditgeschäft
Der Posten Risikovorsorgen im Kreditgeschäft beinhaltet Zuführungen zu Wertberichtigungen und Rückstellungen bzw. Er-
träge aus der Auflösung von Wertberichtigungen und Rückstellungen, Direktabschreibungen, nachträgliche Eingänge bereits
ausgebuchter Forderungen im Zusammenhang mit dem Kreditgeschäft sowie das Ergebnis aus nicht signifikanten
Modifikationen und POCI Finanzinstrumenten.
Provisionsergebnis
Das Provisionsergebnis ist der Saldo aus den Erträgen und den Aufwendungen aus dem Dienstleistungsgeschäft.
Handelsergebnis
Dieser Posten beinhaltet Gewinne und Verluste aus Verkäufen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten des
Handelsbestands, Bewertungsgewinne und -verluste aus der Marktbewertung von Wertpapieren und sonstigen Finanz-
instrumenten des Handelsbestands, Stückzinsen von festverzinslichen Wertpapieren des Handelsbestands und Dividenden-
erträge von Aktien im Handelsbestand sowie die Refinanzierungsaufwendungen für diese Wertpapiere.
Verwaltungsaufwand
Im Verwaltungsaufwand werden Personal- und Sachaufwendungen sowie planmäßige Abschreibungen auf das
Sachanlagevermögen ausgewiesen. Im Personalaufwand werden insbesondere Aufwendungen für Löhne und Gehälter,
gesetzliche und freiwillige Sozialaufwendungen sowie die Veränderungen der Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeld-
rückstellungen erfasst.
Konzernabschluss
59
Sonstiger betrieblicher Erfolg
Im sonstigen betrieblichen Erfolg werden die Ergebnisse von finanziellen Vermögenswerten aus den Bewertungskategorien
finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC), finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeit-
wert im Gewinn oder Verlust (FV/PL) sowie finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen
im sonstigen Ergebnis (FV/OCI) ausgewiesen. Darüber hinaus werden in dieser Position auch Erträge und Aufwendungen aus
operationellen Risiken, Operate Leasing oder Aufwendungen aus sonstigen Steuern und Abgaben erfasst.
2.10) Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze bezogen auf die Konzernbilanz
Barreserve
Als Barreserve werden der Kassenbestand und Guthaben bei Zentralnotenbanken ausgewiesen.
Forderungen an Kreditinstitute
Diese sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigungen nach IFRS 9 angesetzt.
Forderungen an Kunden
Diese sind je nach Bewertungskategorie nach IFRS 9 mit den fortgeführten Anschaffungskosten (AC), designiert oder
verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert im Gewinn oder Verlust (FV/PL) oder zum beizulegenden Zeitwert mit
Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FV/OCI) angesetzt. Wertberichtigungen nach IFRS 9 werden von der entsprechen-
den Forderung abgesetzt. Ab dem Jahresabschluss 31.12.2022 werden die Leasingforderungen netto, reduziert um Mietson-
derzahlungen und Depotzahlungen (Effekt 2022: € 173 Mio.) dargestellt. Dies führt auch zur Reduzierung der Sonstigen Pas-
siva in identer Höhe.
Risikovorsorgen
Die Bemessung der Risikovorsorgen wird insbesondere durch Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Kreditausfälle und durch
die Struktur und Qualität der Kreditportfolios bestimmt.
Zum Wertminderungsmodell nach IFRS 9 sei auf 2.8) Finanzielle Vermögenswerte und Verpflichtungen sowie Sicherungsbe-
ziehungen verwiesen. Der Gesamtbetrag der Risikovorsorgen wird seit dem Geschäftsjahr 2020 nicht mehr als eigener Bi-
lanzposten auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen, sondern gemäß IAS 1 von den entsprechenden Bilanzposten gekürzt.
Die Risikovorsorgen für außerbilanzielle Geschäfte (insbesondere Haftungen und Garantien sowie sonstige Kreditzusagen)
sind im Bilanzposten Rückstellungen enthalten.
Handelsaktiva
Alle Handelsaktiva, das sind Wertpapiere des Handelsbestands sowie positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumen-
ten des Handelsbuchs und offenen derivativen Finanzinstrumenten des Bankbuchs, werden mit ihren Marktwerten ausge-
wiesen. Für die Ermittlung werden neben Börsenkursen auch marktnahe Bewertungskurse herangezogen. Sind derartige
Kurse nicht vorhanden werden anerkannte Bewertungsmodelle verwendet.
Finanzanlagen
Unter den Finanzanlagen werden folgende Finanzinstrumente ausgewiesen: Schuldverschreibungen und andere festverzins-
liche Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, Anteile an verbundenen Unternehmen, Anteile an
at Equity bewerteten Unternehmen, sonstige Beteiligungen.
Die Finanzanlagen umfassen dabei die Bewertungskategorien zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC), zum beizulegenden
Zeitwert im Gewinn oder Verlust (FV/PL), zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FV/OCI)
sowie die Anteile an at Equity-Unternehmen.
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere werden entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten
(AC), zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FV/OCI) oder zum beizulegenden Zeitwert im
Gewinn oder Verlust (FV/PL) zugeordnet.
Konzernabschluss
60
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere werden zum beizulegenden Zeitwert im Gewinn oder Verlust (FV/PL)
oder zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FV/OCI) bewertet.
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen, die weder vollkonsolidiert noch at Equity bewertet werden, wer-
den unter der Bewertungskategorie zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FV/OCI) oder
zum beizulegenden Zeitwert im Gewinn oder Verlust (FV/PL) erfasst. In der Bewertungskategorie zum beizulegenden Zeit-
wert im Gewinn oder Verlust werden nur jene Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen erfasst, die zum
Marktwert gesteuert werden. Dies trifft vor allem auf Anteile an Private Equity Fonds zu. Für alle anderen Anteile an verbun-
denen Unternehmen und Beteiligungen wurde das Wahlrecht in Anspruch genommen und diese der Bewertungskategorie
zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FV/OCI) zugeordnet.
In Geschäftsjahr 2022 fanden keine Umwidmungen zwischen den Bewertungskategorien statt.
Der Impairment-Prüfungsanlass ist bei Schuldtiteln dann gegeben, wenn der Marktwert um mindestens 20 % unter die
Anschaffungskosten des Schuldtitels sinkt und dies dauerhaft über einen Zeitraum von neun Monaten der Fall ist. In der
Folge wird geprüft, ob ein Ereignis eingetreten ist, das eine Auswirkung auf die zukünftigen Zahlungsströme aus dem Schuld-
titel hat und sich verlässlich schätzen lässt. Wird festgestellt, dass bei diesem Schuldtitel innerhalb der geplanten Behaltefrist
eine Wertaufholung bis zu den Anschaffungskosten nicht zu erwarten ist (Ausschluss von Marktschwankungen), liegt Impair-
ment vor.
Anteile an at Equity bewerteten Unternehmen werden mit dem der Oberbank AG zustehenden anteiligen Eigenkapital des
Beteiligungsunternehmens angesetzt. Wenn objektive Hinweise für eine Wertminderung bei einer at Equity bewerteten Be-
teiligung vorliegen, wird für diese Beteiligung ein individueller Nutzungswert (Value in Use) ermittelt. Der höhere Wert aus
beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und Nutzungswert stellt den erzielbaren Betrag gemäß IAS 36.6 dar
und dieser ist für die Bewertung heranzuziehen. Der Anlass für eine Impairment-Prüfung ist gegeben, wenn entweder der
Marktwert um mindestens 20 % unter den At-Equity-Beteiligungsbuchwert sinkt oder wenn der Marktwert dauerhaft min-
destens über einen Zeitraum von 9 Monaten unter dem At-Equity-Beteiligungsbuchwert liegt.
Zum Bewertungsstichtag 31.12.2022 war der quantitative Impairment Trigger bei der at Equity bewerteten Beteiligung an
der voestalpine AG ausgelöst, da der Börsenkurs am 31.12.2022 mit € 24,78 signifikant um 41,28 % unter den at Equity-
Buchkurs in Höhe von € 42,20 gefallen ist.
Damit wurde eine Wertminderungsprüfung ausgelöst, bei der der individuelle Nutzungswert (Value in Use) der voestalpine
AG zum 31.12.2022 ermittelt wurde. Der Nutzungswert wurde nach dem Discounted Cash Flow Verfahren unter Anwendung
des WACC-Ansatzes (gewogene durchschnittliche Kapitalkosten) berechnet und ergab einen Wert in Höhe von 551.247 Tsd.
Euro. Dieser Wert wurde als erzielbarer Betrag als höherer Wert aus dem Vergleich zwischen Nutzungswert und beizulegen-
dem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten herangezogen, was zu einem Wertminderungsaufwand in Höhe von 54.640 Tsd.
Euro führte. Als Diskontierungszinssatz wurde im Terminal Value ein WACC (Weighted Average Cost of Capital) von 7,07 %
herangezogen. Eine Änderung des Diskontierungszinssatzes um +/- 25 Basispunkte hätte eine Reduzierung um 5,98 % bzw.
Erhöhung des Nutzungswertes um 6,53 % und eine Änderung des Diskontierungszinssatzes um +/- 50 Basispunkte hätte eine
Reduzierung um 11,48 % bzw. Erhöhung des Nutzungswertes um 13,69 % zur Folge.
Bei den at-Equity bewerteten Beteiligungen an der BKS Bank AG und der Bank für Tirol und Vorarlberg AG löst der Börsen-
kurs aufgrund der Illiquidität der Aktien keinen Impairment-Trigger aus. Sofern nicht sonstige objektive Hinweise für eine
Wertminderung vorliegen, stellt das anteilige Eigenkapital dieser Beteiligungen den erzielbaren Betrag dar. Aus Gründen der
Sorgfalt erfolgt eine indikative Bewertung dieser Wertansätze auf Basis eines Dividend-Discount Models (DDM) zum Bilanz-
stichtag. Der Unternehmenswert wird hier unter Berücksichtigung der möglichen zukünftigen Unternehmensergebnisse und
notwendiger regulatorischer Eigenmittelerfordernisse als Barwert ermittelt.
Die Schätzungen der zukünftigen Ergebnisse beruhen auf der vom jeweiligen Aufsichtsrat genehmigten Mittelfristplanung.
Die Herleitung des Abzinsungsfaktors erfolgt auf Basis von extern beobachtbaren Faktoren.
Aus den indikativen Bewertungen würde auch bei ausgelöstem Impairment-Trigger kein Wertminderungserfordernis
resultieren.
Konzernabschluss
61
Immaterielles Anlagevermögen und Sachanlagevermögen
Die Position Immaterielle Anlagevermögenswerte umfasst insbesondere Patente, Lizenzen, Software, Kundenstock und
Rechte sowie erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte. Die Bewertung erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten,
vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear auf Basis der
geschätzten Nutzungsdauer. Die Nutzungsdauer für immaterielles Anlagevermögen beträgt in der Oberbank AG drei bis 20
Jahre.
Sachanlagevermögen (einschließlich als Finanzinvestitionen gehaltener Immobilien) wird zu Anschaffungs- bzw. Herstel-
lungskosten, reduziert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen führen zu
einer außerplanmäßigen Abschreibung. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear auf Basis der geschätzten Nutzungs-
dauer.
In der Oberbank AG gilt folgende durchschnittliche Nutzungsdauer: bankbetrieblich genützte Gebäude zehn bis 40 Jahre;
Betriebs- und Geschäftsausstattung vier bis 20 Jahre; Standard-Software vier Jahre.
Darüber hinaus wird jeweils zum Bilanzstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Bei dieser
Überprüfung ermittelt die Oberbank den für den Vermögenswert erzielbaren Betrag. Dieser entspricht dem höheren Betrag
aus Nutzwert oder Nettoveräußerungspreis. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswerts erfolgt
die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsbetrags in Höhe dieses Unterschiedsbetrags.
Unter dem Sachanlagevermögen werden seit 1.1.2019 auch die aktivierten Nutzungsrechte (right of use assets) nach IFRS 16
ausgewiesen.
Leasing als Leasingnehmer
Ein Leasingverhältnis ist nach IFRS 16 ein Vertrag oder Teil eines Vertrags, der gegen Zahlung eines Entgelts für einen
bestimmten Zeitraum zur Nutzung eines Vermögenswerts berechtigt. Nutzungsrechte (right of use assets) an den Leasingge-
genständen werden zum Zugangszeitpunkt mit den Anschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten entsprechen in
der Regel dem Barwert der korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten. Von dem Wahlrecht nach IFRS 16.5, Nutzungs-
rechte an Leasinggegenständen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen und aus Leasingverhältnissen mit geringem Wert nicht
zu aktivieren, wird kein Gebrauch gemacht. Die planmäßige Abschreibung der Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen
erfolgt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer beziehungsweise über die kürzere Vertragslaufzeit. Liegen Anhalts-
punkte vor, dass Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen wertgemindert sein könnten, erfolgt eine Überprüfung nach
IAS 36. Die künftigen Leasingzahlungen werden mit laufzeit- und währungsdifferenzierten SWAP-Zinssätzen abgezinst und
nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Im Oberbank Konzern gibt es befristete (mit und ohne Verlängerungsoption) sowie unbefristete Vertragsverhältnisse. Die
Bestimmung der Leasingvertragslaufzeit erfolgt grundlegend zu Beginn der Nutzungsüberlassung bzw. erstmalig bei der
Erstanwendung des IFRS 16. Befristete Verträge ohne Verlängerungsoption werden mit einer Laufzeit bis zu ihrem
vertraglichen Enddatum angesetzt. Die Leasingvertragslaufzeit für befristete Verträge mit Verlängerungsoption sowie
unbefristete Verträge wird in dem Maße angenommen, dass die gesamte Vertragslaufzeit der Nutzungsüberlassung grund-
sätzlich den durchschnittlichen Investitionszyklus der Oberbank AG von 20 Jahren nicht übersteigt.
Leasing (als Leasinggeber) und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Die Oberbank bietet sowohl Finanzierungsleasingverträge als auch Operate-Leasing-Verträge an. Gemäß IFRS 16 handelt es
sich bei einem Finanzierungsleasing um ein Leasingverhältnis, bei dem im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen
Chancen und Risiken eines Vermögenswerts übertragen werden. Letztlich kann dabei auch das Eigentumsrecht übertragen
werden. Die Oberbank AG weist als Leasinggeber beim Finanzierungsleasing eine Forderung gegenüber dem Leasingnehmer
in Höhe der Barwerte der vertraglich vereinbarten Zahlungen aus. Die Leasingerträge werden in den Zinsen und ähnlichen
Erträgen ausgewiesen. Ein Operate-Leasing-Verhältnis ist ein Leasingverhältnis, bei dem es sich nicht um ein Finanzierungs-
leasingverhältnis handelt.
Konzernabschluss
62
Bei Operate-Leasing-Verträgen werden die zur Vermietung bestimmten Vermögensgegenstände, vermindert um Abschrei-
bungen, im Sachanlagevermögen ausgewiesen. Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien werden zu fortgeführten An-
schaffungskosten bilanziert. Die Leasingerträge werden im sonstigen betrieblichen Erfolg ausgewiesen.
Derivate
Finanzderivate werden in der Bilanz mit ihrem Fair Value angesetzt, wobei Wertänderungen des Geschäftsjahres grundsätz-
lich sofort erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlust-Rechnung erfasst werden. Soweit die Fair-Value-Option gemäß IFRS 9
in Anspruch genommen wird, dient sie der Vermeidung bzw. der Beseitigung von Inkongruenzen beim Ansatz und bei der
Bewertung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Dementsprechend werden in diesem Fall Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten erfolgswirksam mit dem Fair Value bewertet. Der Vorstand hat eine Investmentstrategie beschlossen, in
der diese Vorgangsweise festgehalten wurde, nämlich Inkongruenzen durch die Anwendung der Fair-Value-Option zu ver-
meiden.
Steuerabgrenzung
Der Ausweis und die Berechnung von Ertragsteuern erfolgen gemäß IAS 12. Die Berechnung erfolgt bei jedem Steuersubjekt
zu den Steuersätzen, die erwartungsgemäß in dem Besteuerungszeitraum angewendet werden, in dem sich die Steuerlatenz
umkehrt. Für Verlustvorträge werden aktive latente Steuern angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass in Zukunft mit steu-
erbaren Gewinnen in entsprechender Höhe der gleichen Gesellschaft zu rechnen ist. Ertragsteueransprüche bzw.
-verpflichtungen werden in den Positionen Sonstige Aktiva bzw. Steuerschulden ausgewiesen.
Handelspassiva
In diesem Posten werden insbesondere negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten des Handelsbuchs und aus
offenen derivativen Finanzinstrumenten des Bankbuchs ausgewiesen. Die Handelspassiva werden im Bilanzposten Sonstige
Passiva ausgewiesen.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden
Diese sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Ausnahmen sind Grundgeschäfte, für die die Fair-Value-
Option in Anspruch genommen wird.
Verbriefte Verbindlichkeiten
Verbriefte Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Soweit die Fair-
Value-Option in Anspruch genommen wird, werden die verbrieften Verbindlichkeiten mit dem Fair Value bilanziert. Langfris-
tige, abgezinst begebene Schuldverschreibungen (Nullkuponanleihen) werden mit dem Barwert bilanziert. Der Betrag der
verbrieften Verbindlichkeiten wird um die Anschaffungskosten der im Eigenbestand befindlichen Emissionen gekürzt.
Rückstellungen
a) Personalrückstellungen
Rückstellungen werden gebildet, wenn eine zuverlässig schätzbare rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten
besteht. Sämtliche Sozialkapitalrückstellungen (Pensionen, Abfertigungsverpflichtungen und Jubiläumsgelder) werden ge-
mäß IAS 19, basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten, ermittelt. Dabei werden neben den am Bilanzstichtag
bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch die künftig zu erwartenden Erhöhungen an Gehältern und Renten
einbezogen.
Der versicherungsmathematischen Berechnung wurden für sämtliche Rückstellungen folgende Parameter zugrunde gelegt:
• Rechnungszinsfuß (langfristiger Kapitalmarktzins) von 3,75 % (Vorjahr 1,25 %);
• Gehaltserhöhungen von 2,84 % (Vorjahr 2,63 %) und Pensionserhöhungen von 1,89 % (Vorjahr 1,67 %);
• Entsprechend den Übergangsregelungen zur Pensionsreform liegt das individuell ermittelte Pensionsantrittsalter bei
Männern bei 65 Jahren, bei Frauen zwischen 59 und 65 Jahren.
Versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste aus Pensions- und Abfertigungsrückstellungen wurden im Geschäfts-
jahr erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.
Konzernabschluss
63
b) Sonstige Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen werden gebildet, wenn eine zuverlässig schätzbare rechtliche oder faktische Verpflichtung gegen-
über einem Dritten besteht und es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen führen
wird. Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der
Verpflichtung erforderlichen Ausgabe darstellt.
Sonstige Passiva
Im Posten Sonstige Passiva werden passive Rechnungsabgrenzungsposten, Verbindlichkeiten, die im Vergleich zu den
Rückstellungen mit einem wesentlich höheren Grad an Sicherheit hinsichtlich der Höhe oder des Zeitpunkts der Erfüllungs-
verpflichtung ausgestattet sind, negative Marktwerte von geschlossenen Derivaten des Bankbuchs, sonstige Verpflichtun-
gen, die keinem anderen Bilanzposten zugeordnet werden können, sowie Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 ausgewie-
sen. Von Leasingnehmern erhaltene Mietsonderzahlungen und Depotzahlungen werden ab dem Geschäftsjahr 31.12.2022
von den Leasingforderungen auf der Aktivseite abgezogen.
Eigenkapital
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 28.4.1999 erfolgte die Umstellung des Grundkapitals von Schilling auf Euro sowie
von Nennbetragsaktien in nennwertlose Stückaktien. Bei der Kapitalerhöhung im Jahr 2000 mit Beschluss der Hauptver-
sammlung vom 27.4.2000 wurde das Grundkapital von 58.160.000,00 Euro auf 60.486.400,00 Euro durch Ausgabe von
320.000 Stück Stammaktien erhöht. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 22.4.2002 erfolgte eine Erhöhung des
Grundkapitals aus Gesellschaftsmitteln auf 70 Mio. Euro. Im Geschäftsjahr 2006 wurde mit Beschluss der Hauptversamm-
lung vom 9.5.2006 das Grundkapital durch Ausgabe von 640.000 Stück Stammaktien auf 75.384.615,38 Euro erhöht. Mit
Beschluss der Hauptversammlung vom 14.5.2007 erfolgte eine Erhöhung des Grundkapitals durch Ausgabe von 40.000 Stück
Stammaktien auf 75.721.153,84 Euro (bedingte Kapitalerhöhung). Im Geschäftsjahr 2008 wurde abermals eine bedingte Ka-
pitalerhöhung durch Ausgabe von 30.000 Stück Stammaktien vorgenommen. Dadurch erhöhte sich das Grundkapital auf
75.973.557,69 Euro. Mit Beschluss vom 27.5.2008 erfolgten ein Aktiensplit im Verhältnis 1:3 und eine Kapitalerhöhung aus
Gesellschaftsmitteln, die das Grundkapital auf 81.270.000,00 Euro erhöhte. Mit Beschluss des Vorstands vom 30.9.2009
wurde im Oktober 2009 eine Kapitalerhöhung im Verhältnis 1:16 durchgeführt, wodurch sich das Grundkapital auf
86.349.375,00 Euro erhöhte.
In der 132. Ordentlichen Hauptversammlung der Oberbank AG am 8.5.2012 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapi-
tal binnen fünf Jahren ab Eintragung der entsprechenden Satzungsänderung im Firmenbuch – allenfalls in mehreren Tran-
chen – um bis zu 750.000,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 250.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stamm-Stückaktien
zu erhöhen. Diese Kapitalerhöhung durch Ausgabe von Aktien gegen Ausschluss des Bezugsrechts der AktionärInnen dient
der Ausgabe von Aktien an ArbeitnehmerInnen, leitende Angestellte, die Belegschaftsbeteiligungsprivatstiftung der
Oberbank AG und Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens. Weiters wurde
der Vorstand in der angeführten Hauptversammlung ermächtigt, binnen fünf Jahren ab Eintragung der entsprechenden Sat-
zungsänderung im Firmenbuch – allenfalls in mehreren Tranchen – das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bareinlagen um
bis zu 9.375.000,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 3.125.000 Stück auf Inhaber lautenden Stamm-Stückaktien zu erhöhen.
Von dieser Ermächtigung hat der Vorstand mit Beschluss vom 23.5.2015 im Ausmaß von 1.918.875 Stück Oberbank-Stamm-
Stückaktien Gebrauch gemacht (Kapitalerhöhung 2015, Nr. 1). Der Ausgabepreis hat 47,43 Euro je Aktie betragen. Die durch
Bareinlagen und ohne Ausschluss von Bezugsrechten erfolgte Kapitalerhöhung erhöhte das Grundkapital auf 92.106.000,00
Euro und die gebundene Kapitalrücklage auf 280.001.715,06 Euro.
In der 135. Ordentlichen Hauptversammlung der Oberbank AG am 19.5.2015 wurde die in der 132. Ordentlichen
Hauptversammlung am 8.5.2012 erteilte Ermächtigung im bis dahin nicht ausgenützten Umfang widerrufen und der Vor-
stand ermächtigt, binnen fünf Jahren ab Eintragung der entsprechenden Satzungsänderung im Firmenbuch – allenfalls in
mehreren Tranchen – das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bareinlagen um bis zu 10.500.000,00 Euro durch Ausgabe von
bis zu 3.500.000 Stück auf Inhaber lautenden Stamm-Stückaktien zu erhöhen.
Konzernabschluss
64
Von dieser Ermächtigung hat der Vorstand mit Beschluss vom 8.9.2015 im Ausmaß von 1.535.100 Stück Oberbank-Stamm-
Stückaktien Gebrauch gemacht (Kapitalerhöhung 2015, Nr. 2). Der Ausgabepreis hat 48,03 Euro je Aktie betragen. Durch
diese Kapitalerhöhung erhöhte sich das Grundkapital auf 96.711.300,00 Euro und die gebundene Kapitalrücklage auf
349.127.268,06 Euro.
In der 136. Ordentlichen Hauptversammlung der Oberbank AG am 18.5.2016 wurde die in der 135. Ordentlichen
Hauptversammlung am 19.5.2015 erteilte Ermächtigung zur Erhöhung des Grundkapitals im bis dahin nicht ausgenützten
Umfang widerrufen und der Vorstand gleichzeitig ermächtigt, binnen fünf Jahren ab Eintragung der entsprechenden Sat-
zungsänderung im Firmenbuch – allenfalls in mehreren Tranchen – das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bareinlagen um
bis zu 10.500.000,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 3.500.000 Stück auf Inhaber lautenden Stamm-Stückaktien zu erhöhen.
Von dieser Ermächtigung hat der Vorstand mit Beschluss vom 26.9.2016 im Ausmaß von 3.070.200 Stück Oberbank-Stamm-
Stückaktien Gebrauch gemacht. Der Ausgabepreis hat 53,94 Euro je Aktie betragen. Durch diese durch Bareinlagen und ohne
Ausschluss von Bezugsrechten erfolgte Kapitalerhöhung erhöhten sich das Grundkapital um 9.210.600,00 Euro auf
105.921.900,00 Euro und die gebundene Kapitalrücklage um 156.395.988,00 Euro auf 505.523.256,06 Euro.
In der 137. Ordentlichen Hauptversammlung der Oberbank AG am 16.5.2017 wurde die in der 136. Ordentlichen Hauptver-
sammlung am 18.5.2016 erteilte Ermächtigung zur Erhöhung des Grundkapitals im bis dahin nicht ausgenützten Umfang
widerrufen und der Vorstand gleichzeitig ermächtigt, binnen fünf Jahren ab Eintragung der entsprechenden Satzungsände-
rung im Firmenbuch – allenfalls in mehreren Tranchen – das Grundkapital der Gesellschaft gegen Bareinlagen um bis zu
10.500.000,00 Euro durch Ausgabe von bis zu 3.500.000 Stück auf Inhaber lautende Stamm-Stückaktien zu erhöhen. Wei-
ters wurde die in der 132. Ordentlichen Hauptversammlung am 8.5.2012 erteilte Ermächtigung zur Erhöhung des Grundkapi-
tals widerrufen und der Vorstand gleichzeitig ermächtigt, binnen fünf Jahren ab Eintragung der entsprechenden Satzungsän-
derung im Firmenbuch – allenfalls in mehreren Tranchen – das Grundkapital um bis zu 750.000,00 Euro durch Ausgabe von
bis zu 250.000 Stück neuen, auf Inhaber lautende Stamm-Stückaktien zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung durch Ausgabe von
Aktien gegen Ausschluss des Bezugsrechts der AktionärInnen dient der Ausgabe von Aktien an ArbeitnehmerInnen, leitende
Angestellte, die Belegschaftsbeteiligungsprivatstiftung der Oberbank AG und Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft oder
eines mit ihr verbundenen Unternehmens. Von diesen Ermächtigungen wurde bis dato kein Gebrauch gemacht.
Das Grundkapital ist eingeteilt in 35.307.300 auf den Inhaber lautende Stamm-Stückaktien. In der am 9.6.2020 statt-
gefundenen Versammlung der Vorzugsaktionäre der Oberbank AG wurde mit Sonderbeschluss gem. § 129 Abs. 3 AktG dem
Hauptversammlungsbeschluss vom 20.5.2020 zugestimmt, der die Umwandlung sämtlicher bestehender Vorzugsaktien in
Stammaktien der Oberbank AG durch Aufhebung des Vorzugs gemäß § 129 Abs. 1 AktG und die diesbezügliche Änderung
der Satzung in § 4 zum Gegenstand hatte. Die Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien wurde mit Eintragung der
beschlossenen Satzungsänderung der Oberbank AG im Firmenbuch am 7.11.2020 wirksam.
Die Anzahl der direkt oder über assoziierte Unternehmen gehaltenen eigenen Anteile beträgt zum Stichtag 11.723.202
Stück. In der Kapitalrücklage ist der Mehrerlös (Agio), der bei der Ausgabe eigener Aktien erzielt wird, enthalten. Die Ge-
winnrücklagen nehmen die thesaurierten Gewinne des Konzerns sowie sämtliche erfolgswirksamen Konsolidierungsmaßnah-
men auf. Die Bewertungsrücklagen nehmen die Bewertungsänderungen aus den Schuldtiteln mit Reklassifizierung, Eigenka-
pitalinstrumenten ohne Reklassifizierung und dem eigenen Kreditrisiko auf. Die Rücklagen aus assoziierten Unternehmen
stellen den Unterschiedsbetrag zwischen den historischen Anschaffungskosten und den Equity-Buchwerten der assoziierten
Unternehmen dar.
Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile
Die Oberbank AG hat bisher zwei Emissionen von Additional Tier 1 Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 50 Mio. Euro
begeben. Diese Emissionen sind nachrangig zu Tier 2 Instrumenten (Ergänzungskapital, Nachrangkapital) und Senior-
Anleihen. Sie sind untereinander sowie mit anderen Additional Tier 1 Instrumenten sowie mit Verbindlichkeiten aus
bestehenden Hybridkapitalinstrumenten gleichrangig.
Konzernabschluss
65
Vorrangig sind sie zu Aktien und anderen harten Kernkapitalinstrumenten. Die Zinszahlungen bemessen sich am Nominalbe-
trag und sind bis zum erstmöglichen vorzeitigen Rückzahlungstag fix. Anschließend erfolgt eine Umstellung auf variable
Zinssätze. Zinsen dürfen nur aus ausschüttungsfähigen Posten gezahlt werden. Die Emittentin hat das Recht, Zinszahlungen
nach eigenem Ermessen entfallen zu lassen. Eine Nachzahlung ausgefallener Zinsen darf nicht erfolgen.
Die Anleihen haben eine unbegrenzte Laufzeit, können jedoch von der Oberbank AG zum fixierten ersten vorzeitigen
Rückzahlungstag gekündigt werden und danach alle fünf Jahre jeweils zum Kupontermin. Besondere Kündigungsrechte hat
die Emittentin, falls sich die aufsichtsrechtliche Einstufung oder die steuerliche Behandlung der betreffenden Anleihe ändert.
Jede vorzeitige Kündigung erfordert jedoch die vorherige Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörde. Eine Kündigung
durch die AnleihegläubigerInnen ist ausgeschlossen. Bei Unterschreiten der harten Kernkapitalquote der Emittentin oder der
Oberbank Gruppe von 5,125 % wird das Nominale der Anleihe im erforderlichen Ausmaß abgeschrieben. Unter bestimmten
gesetzlichen Bestimmungen kann das Nominale wieder zugeschrieben werden.
2.11) Wesentliche Ereignisse seit dem Ende des Geschäftsjahres
Nach dem Ende des Geschäftsjahres 2022 ist es zu keinen wesentlichen Ereignissen gekommen.
Konzernabschluss
66
Details zur Konzern-Gewinn- und Verlust - Rechnung in Tsd. €
3) Zinsergebnis
2022
2021
Zinserträge aus
Kredit- und Geldmarktgeschäften
495.394
346.872
Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren
6.459
1.415
Sonstigen Beteiligungen
4.440
7.580
Verbundenen Unternehmen
1.488
1.943
Festverzinslichen Wertpapieren und Schuldverschreibungen
33.125
31.477
Zinsen und ähnliche Erträge
540.906
389.287
Zinsaufwendungen für
Einlagen
-99.484
-10.509
Verbriefte Verbindlichkeiten
-22.401
-17.909
Nachrangige Verbindlichkeiten
-12.866
-13.590
Ergebnis aus nicht signifikanten Modifikationen
-95
-1.222
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-134.846
-43.230
Zinsergebnis
406.060
346.057
Der Zinsertrag für finanzielle Vermögenswerte der Bewertungskategorien AC und FV/OCI beträgt 519.165 Tsd. EUR (Vorjahr 368.102 Tsd. Euro) .
Der entsprechende Zinsaufwand für finanzielle Verbindlichkeiten beläuft sich auf 109.357 Tsd. Euro (Vorjahr 38.631 Tsd. Euro) . Die Zinserträge ent-
halten negative Zinsen in Höhe von 9.292 Tsd. Euro (Vorjahr 14.341 Tsd. Euro) und die Zinsaufwendungen enthalten negative Zinsen in Höhe von
35.156 Tsd. Euro (Vorjahr 34.849 Tsd. Euro).
4) Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen
2022
2021
Erträge aus anteiligen Ergebnissen
145.293
93.674
Aufwendungen aus Wertminderungen und Erträge aus Zuschreibungen
-54.640
6.459
Erträge aus Zuschreibungen anlässlich Zukauf
0
0
Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen
90.653
100.133
5) Risikovorsorgen im Kreditgeschäft
2022
2021
Zuführungen zu Risikovorsorgen im Kreditgeschäft
-117.079
-101.325
Direktabschreibungen
-1.325
-1.437
Auflösungen zu Risikovorsorgen im Kreditgeschäft
71.190
66.241
Eingänge aus abgeschriebenen Forderungen
2.202
2.422
Ergebnis aus nicht signifikanten Modifikationen
41
70
Ergebnis aus POCI Finanzinstrumenten
3.489
-1.684
Risikovorsorgen im Kreditgeschäft
-41.482
-35.713
Das Ergebnis aus nicht signifikanten Modifikationen der vertraglichen Zahlungsströme von finanziellen Vermögenswerten, die
nicht zu einer Ausbuchung geführt haben, stellt sich in nachfolgender Tabelle dar:
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Modifizierte finanzielle Vermögenswerte Geschäftsjahr 2022
12-M ECL
LT-ECL
POCI
Gesamt
Fortgeführte Anschaffungskosten vor Modifikationen
97.417
29.799
15.481
0
142.697
Ergebnis aus nicht signifikanten Modifikationen
14
254
-190
0
78
1)
Saldo aus markt- und bonitätsinduzierten Modifikationen
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Modifizierte finanzielle Vermögenswerte Geschäftsjahr 2021
12-M ECL
LT-ECL
POCI
Gesamt
Fortgeführte Anschaffungskosten vor Modifikationen
36.486
56.206
18.124
0
110.816
Ergebnis aus nicht signifikanten Modifikationen
-995
-189
-57
0
-1.201
1)
1)
Saldo aus markt- und bonitätsinduzierten Modifikationen
Konzernabschluss
67
6) Provisionsergebnis
2022
2021
Provisionserträge:
Zahlungsverkehr
70.087
65.423
Wertpapiergeschäft
80.055
76.559
Devisen-, Sorten- und Edelmetallgeschäft
26.378
19.943
Kreditgeschäft
46.902
44.627
Sonstiges Dienstleistungs- und Beratungsgeschäft
3.801
6.276
Provisionserträge gesamt
227.223
212.828
Provisionsaufwendungen:
2022
2021
Zahlungsverkehr
5.709
4.523
Wertpapiergeschäft
8.919
8.564
Devisen-, Sorten- und Edelmetallgeschäft
684
605
Kreditgeschäft
4.578
5.990
Sonstiges Dienstleistungs- und Beratungsgeschäft
471
1.195
Provisionsaufwendungen gesamt
20.361
20.877
Provisionsergebnis
206.862
191.951
Darin enthalten ist ein Ertrag in Höhe von 5.535 Tsd. Euro (Vorjahr 5.115 Tsd. Euro) aus Vermögensverwaltung für fremde Rechnung.
7) Handelsergebnis
2022
2021
Gewinne/Verluste aus zinsbezogenen Geschäften
-2.647
2.303
Gewinne/Verluste aus Devisen-, Valuten- und Münzengeschäft
2.928
1.945
Gewinne/Verluste aus Derivaten
5.819
3.516
Handelsergebnis
6.100
7.764
8) Verwaltungsaufwand
2022
2021
Personalaufwand
193.378
192.518
Andere Verwaltungsaufwendungen
97.552
91.573
Abschreibungen und Wertberichtigungen
29.401
29.477
Verwaltungsaufwand
320.331
313.568
Die Pensionskassenbeiträge beliefen sich auf 3.841 Tsd. Euro (Vorjahr 3.888 Tsd. Euro).
9) Sonstiger betrieblicher Erfolg
2022
2021
a) Ergebnis aus finanziellen Vermögenswerten FV/PL
-33.732
5.398
davon aus designierten Finanzinstrumenten
-9.355
-6.301
davon aus verpflichtend zum FV/PL bewerteten Finanzinstrumenten
-24.377
11.699
b) Ergebnis aus finanziellen Vermögenswerten FV/OCI
-2.198
-1.195
davon aus der Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten
-859
-716
davon aus der Veräußerung und Ausbuchung von Fremdkapitalinstrumenten
-1.339
-479
c) Ergebnis aus finanziellen Vermögenswerten AC
0
21
d) Sonstiger betrieblicher Erfolg
-16.672
-18.961
Sonstige betriebliche Erträge:
32.907
37.419
Erträge aus operationellen Risiken
5.325
5.027
Veräußerungsgewinne Grundstücke und Gebäude
0
0
Erträge aus Private Equity Investments
1.109
136
Erträge aus Operate Leasing
10.466
13.788
Sonstige Erträge aus dem Leasingteilkonzern
6.940
8.445
Bankfremde Vermittlungsprovisionen
4.752
4.134
Sonstiges
4.315
5.889
Sonstige betriebliche Aufwendungen:
-49.579
-56.380
Aufwendungen aus operationellen Risiken
-5.451
-5.680
Stabilitätsabgabe
-8.758
-4.881
Beiträge zum Abwicklungsfonds
-13.333
-9.960
Beiträge zum Einlagensicherungsfonds
-1.317
-12.440
Aufwendungen aus Operate Leasing
-9.331
-14.046
Konzernabschluss
68
Sonstige Aufwendungen aus dem Leasingteilkonzern
-6.998
-5.840
Sonstiges
-4.391
-3.533
Saldo sonstige betriebliche Erträge / Aufwendungen
-52.602
-14.737
Im Geschäftsjahr hat die Oberbank AG keinen finanziellen Vermögenswert, welcher zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wurde, veräußer t.
Die Veräußerung im Vorjahr wurden getätigt, weil dieser Vermögenswert bonitätsbedingt nicht mehr ins Portfolio des Oberbank Konzerns passte .
Aus der Veräußerung wurde im Vorjahr ein Gewinn von 20,5 Tsd. Euro realisiert. Zu den operationellen Risiken siehe Note 47).
10) Steuern vom Einkommen und Ertrag
Die Steuern vom Einkommen und Ertrag beinhalten die laufenden Ertragsteuern der einzelnen Konzernunternehmen, Anpas -
sungen für periodenfremde laufende Ertragsteuern sowie die Veränderungen der latenten Steuerabgrenzungen.
2022
2021
Laufender Ertragsteueraufwand
52.155
44.421
Latenter Ertragsteueraufwand (+)/-ertrag (-)
-182
2.818
Ertragsteuern
51.973
47.239
Überleitung: Zusammenhang zwischen rechnerischen und effektiv ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und Ertrag
2022
2021
Laufender Ertragsteueraufwand
52.155
44.421
Latenter Ertragsteueraufwand (+)/-ertrag (-)
-182
2.818
Ertragsteuern
51.973
47.239
Jahresüberschuss vor Steuern
295.260
281.887
Errechneter Steueraufwand 25 %
73.815
70.472
Direkt im Eigenkapital erfasste Anpassungen
-734
-737
Steuerersparnis aus steuerfreien Beteiligungserträgen
-2.392
-2.319
Steuerersparnis aus at-Equity-Überschussbeträgen
-22.663
-25.033
Steueraufwand (+)/-ertrag (-) betreffend Vorjahre
129
2.781
Steuerersparnis aus sonstigen steuerbefreiten Erträgen
-243
-144
Steuer aus nicht abzugsfähigem Aufwand
7.753
2.035
Steuerersparnis aus Verbrauch Verlustvorträge
728
551
Steuereffekte aus abweichenden Steuersätzen
1.249
-367
Ausgewiesener Steueraufwand (+)/-ertrag (-)
51.973
47.239
Effektiver Steuersatz
17,60%
16,76%
Ertragsteuern, die auf einzelne Bestandteile des sonstigen Ergebnisses bzw. des Eigenkapitals entfallen
2022
2021
Ergebnis
vor Steuern
Ertrag-
steuern
Ergebnis
nach Steuern
Ergebnis
vor Steuern
Ertrag-
steuern
Ergebnis nach
Steuern
Versicherungsmath. Gewinne/
Verluste gem. IAS 19
37.244
-9.671
27.573
17.147
-4.287
12.860
Erfolgsneutrale Bewertungs-än-
derungen Schuldtitel IFRS 9 mit
Reklassifizierung
-2.193
510
-1.683
-107
26
-81
Erfolgsneutrale Bewertungs-än-
derungen Eigenkapital-instru-
mente IFRS 9 ohne Reklassifizie-
rung
-48.836
16.377
-32.459
58.866
-14.608
44.258
Erfolgsneutrale Bewertungs-än-
derungen eigenes Kreditrisiko
IFRS 9 ohne Reklassifizierung
26.563
-6.294
20.269
-17.377
4.344
-13.033
Veränderung Währungsaus-
gleichsposten
595
0
595
3.736
0
3.736
Ergebnisanteil aus der Anwen-
dung der Equity Methode
12.790
0
12.790
13.475
0
13.475
Summe
26.164
921
27.085
75.740
-14.525
61.216
Konzernabschluss
69
11) Ergebnis je Aktie in €
2022
2021
Aktienanzahl per 31.12.
35.307.300
35.307.300
Durchschnittliche Anzahl der umlaufenden Aktien
35.290.065
35.236.428
Jahresüberschuss nach Steuern in Tsd. €
243.287
234.648
Ergebnis je Aktie in €
6,89
6,66
Das verwässerte Ergebnis pro Aktie entspricht dem unverwässerten Ergebnis pro Aktie, da keine Finanzinstrumente mit Verwässerungseffekt ausge-
geben wurden.
Konzernabschluss
70
Details zur Konzernbilanz in Tsd. €
12) Barreserve
2022
2021
Guthaben bei Zentralnotenbanken
2.195.154
4.193.765
Sonstige Barreserve
92.168
207.150
Barreserve
2.287.322
4.400.915
Der starke Rückgang ist auf das TLTRO III Refinanzierungsprogramm der EZB zurückzuführen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden zwei vorzeitige Rück-
ahlungen durchgeführt. Im November 2022 wurden 500 Mio. Euro und im Dezember 2022 zusätzlich 1.000 Mio. Euro rückgeführt, wodurch sich
das Ausmaß der aufgenommenen Refinanzierungen per 31.12.2022 auf 800 Mio. Euro reduziert hat.
13) Forderungen an Kreditinstitute
2022
2021
Forderungen an inländische Kreditinstitute
84.407
120.338
Forderungen an ausländische Kreditinstitute
972.797
753.223
Forderungen an Kreditinstitute
1.057.204
873.561
Forderungen an Kreditinstitute nach Fristen
Täglich fällig
318.962
155.585
Bis 3 Monate
668.270
635.439
Über 3 Monate bis 1 Jahr
64.061
25.275
Über 1 Jahr bis 5 Jahre
811
41.094
Über 5 Jahre
5.100
16.168
Forderungen an Kreditinstitute
1.057.204
873.561
14) Forderungen an Kunden
2022
2021
Forderungen an inländische Kunden
10.623.848
10.620.908
Forderungen an ausländische Kunden
8.569.063
7.807.019
Forderungen an Kunden
19.192.911
18.427.927
Ab dem Jahresabschluss 31.12.2022 werden die Leasingforderungen netto, reduziert um Mietsonderzahlungen und Depotzahlungen in Höhe von
€ 173
Mio. dargestellt. Dies führt auch zur Verringerung der Sonstigen Passiva in identer Höhe.
Forderungen an Kunden nach Fristen
Täglich fällig
3.307.081
2.888.947
Bis 3 Monate
1.306.136
1.074.448
Über 3 Monate bis 1 Jahr
2.121.983
2.179.340
Über 1 Jahr bis 5 Jahre
6.851.962
6.917.480
Über 5 Jahre
5.605.749
5.367.712
Forderungen an Kunden
19.192.911
18.427.927
Leasinggeschäft (Finanzierungsleasing), Bruttoinvestitionswerte
Bis 3 Monate
79.307
65.061
3 Monate bis 1 Jahr
310.410
208.669
Über 1 Jahr bis 5 Jahre
883.820
986.036
Über 5 Jahre
252.328
209.234
Summe
1.525.865
1.469.000
Nicht realisierte Finanzerträge
Bis 3 Monate
8.036
6.010
3 Monate bis 1 Jahr
21.314
15.496
Über 1 Jahr bis 5 Jahre
53.370
36.431
Über 5 Jahre
16.838
8.700
Summe
99.558
66.637
Nettoinvestitionswerte
Bis 3 Monate
71.271
59.051
3 Monate bis 1 Jahr
289.096
193.173
Über 1 Jahr bis 5 Jahre
830.450
949.605
Über 5 Jahre
235.490
200.534
Summe
1.426.307
1.402.363
Kumulierte Wertberichtigungen
19.895
20.093
Konzernabschluss
71
15) Risikovorsorgen
siehe Note 43, „Kreditrisiko“
16) Handelsaktiva
2022
2021
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
Börsennotiert
9.933
0
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
Börsennotiert
2
1.617
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten
Währungsbezogene Geschäfte
10.184
5.768
Zinsbezogene Geschäfte
36.536
29.995
Sonstige Geschäfte
0
0
Handelsaktiva
56.655
37.380
17) Finanzanlagen
2022
2021
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
Börsennotiert
1.946.152
1.503.759
Nicht börsennotiert
48.926
59.949
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
Börsennotiert
61.023
131.319
Nicht börsennotiert
200.914
220.311
Beteiligungen / Anteile
An verbundenen Unternehmen
88.089
84.003
An at Equity bewerteten Unternehmen
Kreditinstituten
548.399
508.392
Nicht-Kreditinstituten
551.247
492.372
An sonstigen Beteiligungen
Kreditinstituten
47.694
49.695
Nicht-Kreditinstituten
161.023
130.610
Finanzanlagen
3.653.467
3.180.410
a) Finanzielle Vermögenswerte FV/PL
489.243
481.966
b) Finanzielle Vermögenswerte FV/OCI
594.456
414.571
davon Eigenkapitalinstrumente
324.670
373.483
davon Fremdkapitalinstrumente
269.786
41.088
c) Finanzielle Vermögenswerte AC
1.470.122
1.283.109
d) Anteile an at Equity-Unternehmen
1.099.646
1.000.764
Finanzanlagen
3.653.467
3.180.410
Die Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis
bewertet werden, umfassen alle Wertpapiere, Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen, welche nicht zum
Marktwert gesteuert werden.
Finanzielle Vermögenswerte
erfasste Dividenden aus Instrumenten
Eigenkapitalinstrumente FV/OCI
beizulegender
die im Geschäftsjahr ausge-
die am Abschlussstichtag ge-
31.12.2022
Zeitwert
bucht wurden
halten werden
Wertpapiere
61.265
0
4.997
Beteiligungen
177.775
0
3.975
Anteile an verbundenen Unternehmen
85.630
0
1.488
324.670
0
10.460
Die finanziellen Vermögenswerte in Eigenkapitalinstrumente betreffen insbesondere nicht konsolidierte Beteiligungen und
Anteile an verbundenen Unternehmen, siehe Note 41), sowie Investments an der Lenzing AG, Energie AG Oberösterreich,
Österreichische Kontrollbank AG und Linz Textil AG.
Konzernabschluss
72
Im Geschäftsjahr 2022 wurde kein Eigenkapitalinstrument liquidiert. Im Geschäftsjahr erfolgten keine Umgliederungen in-
nerhalb des Eigenkapitals. Im Vorjahr wurde ein Finanzinstrument liquidiert, welches zum Zeitpunkt des Abgangs einen bei-
zulegenden Zeitwert von 16,3 Tsd. Euro hatte und ein Eigenkapitalinstrument mit einem beizulegenden Zeitwert von 2.336,1
Tsd. Euro teilweise veräußert. Der kumulierte Gewinn aus der Liquidation betrug 0,0 Tsd. Euro.
Finanzielle Vermögenswerte
erfasste Dividenden aus Instrumenten
Eigenkapitalinstrumente FV/OCI
beizulegender
die im Geschäftsjahr ausge-
die am Abschlussstichtag ge-
31.12.2021
Zeitwert
bucht wurden
halten werden
Wertpapiere
131.550
0
153
Beteiligungen
161.267
0
4.448
Anteile an verbundenen Unternehmen
80.666
0
1.943
373.483
0
6.544
18) Immaterielles Anlagevermögen
2022
2021
Sonstiges immaterielles Anlagevermögen
3.610
2.912
Kundenstock
157
309
Immaterielle Anlagevermögenswerte
3.767
3.221
19) Sachanlagen
2022
2021
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien
72.693
84.234
Grundstücke und Gebäude
85.153
87.800
Betriebs- und Geschäftsausstattung
39.229
46.022
Sonstige Sachanlagen
20.726
22.299
Nutzungsrechte an Leasinggegenständen
139.588
142.267
Sachanlagen
357.389
382.622
Der Konzern verfügt über fremdgenützte Grundstücke und Gebäude mit einem Buchwert von 72.693 Tsd. Euro (Vorjahr 84.234 Tsd. Euro); der Fair
Value dieser Objekte liegt bei 83.550 Tsd. Euro (Vorjahr 97.640 Tsd. Euro). Der Fair Value ist dem Level 3 zuzurechnen und wird mittels interner
Modelle ermittelt. Die Mieterträge betrugen im Berichtsjahr 3.878 Tsd. Euro (Vorjahr 4.365 Tsd. Euro), die mit ihnen im Zusammenhang stehenden
Aufwendungen (inklusive Abschreibungen) betrugen 2.869 Tsd. Euro (Vorjahr 3.107 Tsd. Euro). Die Veräußerbarkeit dieser Immobilien ist durch
Kaufoptionsrechte, die den LeasingnehmerInnen vertraglich zustehen, beschränkt. Die nicht garantierten Restwerte des Leasinggeschäfts betragen
45.663 Tsd. Euro (Vorjahr 58.181 Tsd. Euro).
Leasinggeschäft (Operate Leasing) als Leasinggeber, künftige Mindestleasingzahlun-
gen
2022
2021
Bis 3 Monate
2.980
3.153
3 Monate bis 1 Jahr
8.305
8.446
Über 1 Jahr bis 5 Jahre
27.246
28.573
Über 5 Jahre
8.957
10.431
Summe
47.488
50.603
20) Leasingverhältnisse als Leasingnehmer
Die abgeschlossenen Leasingverhältnisse der Oberbank AG beziehen sich im Wesentlichen auf die Anmietung von Filialen und
Büroräumen sowie Bau- und Bestandsrechte an Grundstücken, Garagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen sowie Fahr-
zeugen. Mit den Leasingverhältnissen sind keine wesentlichen Beschränkungen oder Zusagen verbunden. Sale-and-Leaseback-
Transaktionen wurden nicht eingegangen.
Für das Geschäftsjahr 2022 ergeben sich folgende Darstellungen in der Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
sowie Konzern-Kapitalflussrechnung für die Oberbank als Leasingnehmer:
Leasing in der Konzernbilanz
2022
2021
Sachanlagen
140.050
142.832
Nutzungsrechte an Grundstücken und Gebäuden
137.264
139.545
Nutzungsrechte an Betriebs- und Geschäftsausstattung
737
850
Nutzungsrechte an Sonstigen Sachanlagen
1.587
1.872
Nutzungsrechte an als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien
462
565
Sonstige Passiva
Leasingverbindlichkeiten
141.298
143.833
Konzernabschluss
73
Die Zugänge der Nutzungsrechte im Geschäftsjahr 2022 betrugen 15.946 Tsd. Euro. Die Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverbindlich-
keiten beliefen sich auf 16.067 Tsd. Euro. Bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten sind künftige Zahlungsmittelabflüsse aus
nicht sicheren Verlängerungsoptionen in Höhe von 15.272 Tsd. Euro unberücksichtigt geblieben.
Leasingverbindlichkeiten (brutto) nach Fristigkeiten
2022
2021
Bis 3 Monate
3.772
3.734
3 Monate bis 1 Jahr
10.754
10.867
Über 1 Jahr bis 5 Jahre
51.683
50.332
Über 5 Jahre
75.090
78.900
Summe
141.298
143.833
Leasing in der Konzern-Gewinn- und Verlust-Rechnung
2022
2021
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten
798
760
Verwaltungsaufwand
15.518
15.609
Abschreibungen für Nutzungsrechte an Grundstücken und Gebäuden
14.108
14.153
Abschreibungen für Nutzungsrechte an Betriebs- und Geschäftsausstattung
291
316
Abschreibungen für Nutzungsrechte an Sonstigen Sachanlagen
956
982
Abschreibungen für Nutzungsrechte an als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
163
157
Andere Aufwendungen aus Leasingverhältnissen
1.680
1.410
Sonstiger betrieblicher Erfolg
Erträge aus Unterleasing von Nutzungsrechten
780
846
Leasing in der Konzern-Kapitalflussrechnung
2022
2021
Tilgungen von Leasingverbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit
-16.067
-16.085
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten aus operativer Geschäftstätigkeit
798
760
21) Sonstige Aktiva
2022
2021
Latente Steueransprüche
1.353
1.390
Sonstige Vermögensgegenstände
137.781
127.011
Positive Marktwerte von geschlossenen Derivaten des Bankbuchs
39.640
102.159
Rechnungsabgrenzungsposten
10.677
3.067
Sonstige Aktiva
189.451
233.627
Aktive Steuerabgrenzungen / Passive Steuerabgrenzungen
Steuerabgrenzungen 2022
Steuerabgrenzungen 2021
Aktiv
Passiv
Aktiv
Passiv
Barreserve
105
0
192
0
Forderungen an Kreditinstitute
0
-138
0
-866
Forderungen an Kunden
8.358
-5.827
9.027
-5.233
Handelsaktiva
0
-10.492
0
-8.793
Finanzanlagen
465
-26.331
385
-50.674
Finanzielle Vermögenswerte FV/PL
0
-9.089
0
-15.450
Finanz. Vermögenswerte FV/OCI (mit recycling)
0
-6.869
0
-5.581
Finanz. Vermögenswerte FV/OCI (ohne recycling)
0
-10.374
0
-29.643
Finanzielle Vermögenswerte AC
455
0
368
0
Anteile an at Equity bewerteten Unternehmen
11
0
17
0
Immaterielles Anlagevermögen
0
-30
0
-73
Sachanlagen
537
-31.964
316
-35.625
Sonstige Aktiva
3.894
-57
0
-15.577
13.371
-74.838
9.920
-116.513
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
101
-4
846
-15
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
0
-6.060
11.550
0
Verbriefte Verbindlichkeiten
0
-23.311
3.193
0
Personalrückstellungen
11.662
0
24.026
0
Konzernabschluss
74
Sonstige Rückstellungen
298
-714
6.277
0
Sonstige Passiva
72.435
-312
43.195
-269
Nachrangkapital
0
-5.616
3.712
0
Unversteuerte Rücklagen / Bewertungsreserven
0
-227
0
-233
84.497
-36.243
92.799
-517
Aktivierungsfähige steuerliche Verlustvorträge
359
0
457
0
Aktive/Passive Steuerabgrenzung
98.227
-111.082
103.175
-117.030
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen ggü.
derselben Finanzbehörde
-96.874
96.874
-101.785
101.785
Latente Steuerforderung/-verbindlichkeit per Saldo
1.353
-14.207
1.390
-15.245
Zum 31.12.2022 wurden keine aktiven latenten Steuern für steuerliche Verlustvorträge aus dem Leasing-Teilkonzern in Höhe von 1.941 Tsd. Euro
(Vorjahr: 1.602 Tsd. Euro) angesetzt, da aus heutiger Sicht ein Verbrauch in absehbarer Zeit nicht realisierbar erscheint.
Auf temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, die von Konzernge-
sellschaften gehalten werden, in Höhe von 850.667 Tsd. Euro (Vorjahr: 759.310 Tsd. Euro) wurden in Übereinstimmung mit IAS 12.39 keine passiven
latenten Steuern angesetzt, da sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit erwartungsgemäß nicht umkehren werden. Bei der temporären
Differenz handelt es sich um thesaurierte Gewinnanteile, deren Ausschüttung nicht beabsichtigt ist bzw. auf absehbare Zeit steuerfrei bleiben wird.
Zum 31.12.2022 wurde daher – ohne Berücksichtigung der steuerfreien Gewinnausschüttungen von Tochterunternehmen – eine hypothetische
Steuerschuld von 212.667 Tsd. Euro (Vorjahr 189.828 Tsd. Euro) nicht angesetzt.
22) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2022
2021
Verbindlichkeiten gegenüber inländischen Kreditinstituten
2.426.246
3.980.517
Verbindlichkeiten gegenüber ausländischen Kreditinstituten
2.022.489
1.912.821
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
4.448.735
5.893.338
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nach Fristen
Täglich fällig
777.734
749.160
Bis 3 Monate
177.797
247.719
Über 3 Monate bis 1 Jahr
135.208
33
Über 1 Jahr bis 5 Jahre
1.666.362
2.475.286
Über 5 Jahre
1.691.634
2.421.140
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
4.448.735
5.893.338
Im Bilanzposten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist ein Betrag von 800 Mio. Euro (VJ: 2.300 Mio. Euro) aus dem TLTRO III Refinanzie-
rungsprogramm der EZB enthalten. Im Geschäftsjahr 2022 wurden zwei vorzeitige Rückzahlungen durchgeführt. Im November 2022 wurden 500
Mio. Euro und im Dezember 2022 zusätzlich 1.000 Mio. Euro rückgeführt, wodurch sich das Ausmaß der aufgenommenen Refinanzierungen per
31.12.2022 auf 800
Mio. Euro reduziert hat. Die ursprünglich zwischen Juni 2020 und September 2021 aufgenommenen Refinanzierungen wurden
bis Ende Juni mit dem bis dahin noch gültigen Einlagenzinssatz der EZB von – 0,5 % verzinst. Für die Verzinsung ab Juni 2022 bis 23. November 2022
wurde der durchschnittliche Einlagensatz seit Beginn der Transaktion herangezogen. Ab 23. November 2022 ist der durchschnittliche Leitzinssatz
der EZB bis zum Ende der Laufzeit bzw. bis zur vorzeitigen Rückzahlung des jeweiligen Refinanzierungsprogrammes der maßgebliche Zinssatz.
Dieser Zinssatz stellte im Vergleich zu Einlagen unserer Kunden und anderen vergleichbaren, besicherten Refinanzierungen eine marktkonforme
Refinanzierung dar. Wir haben die Finanzierungsverbindlichkeit daher als Finanzinstrument gemäß IFRS 9 erfasst. Zusätzlich haben wir das erforder-
liche Kreditwachstum erreicht und neben der Verzinsung eine Bonifikation in Höhe von 0,5 % bis Ende Juni 2022 erhalten. Der vereinnahmte Zinser-
trag für die negativen Refinanzierungszinsen für das Geschäftsjahr 2022 betrug 17,0 Mio. Euro. Darin ist eine Bonifikation in Höhe von 11,5 Mio.
Euro enthalten. Die künftige Verzinsung hängt von der weiteren Entwicklung der Einlagenzinssätze ab, womit die Auswirkung auf das zukünftige
Zinsergebnis noch nicht abgeschätzt werden kann. Zum Stichtag wurde mit einem durchschnittlichen Zinssatz in Höhe von 1,63 % gerechnet.
Es ist geplant, die per 31.12.2022 bestehenden Refinanzierungen bis zur Endlaufzeit zu halten, und zwar 450 Mio. Euro bis März 2024, weitere 250
Mio. Euro bis Juni 2024 und die restlichen 100 Mio. Euro bis September 2024.
23) Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
2022
2021
Spareinlagen
2.167.226
2.534.685
Sonstige
12.894.129
12.193.904
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
15.061.355
14.728.589
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden nach Fristen
Täglich fällig
12.834.782
13.183.297
Bis 3 Monate
997.858
357.721
Über 3 Monate bis 1 Jahr
713.925
554.958
Über 1 Jahr bis 5 Jahre
379.018
393.095
Über 5 Jahre
135.772
239.518
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
15.061.355
14.728.589
Konzernabschluss
75
24) Verbriefte Verbindlichkeiten
2022
2021
Begebene Schuldverschreibungen
2.397.353
2.192.883
Andere verbriefte Verbindlichkeiten
9.664
13.764
Verbriefte Verbindlichkeiten
2.407.017
2.206.647
Verbriefte Verbindlichkeiten nach Fristen
Bis 3 Monate
41.281
107.039
Über 3 Monate bis 1 Jahr
86.010
27.123
Über 1 Jahr bis 5 Jahre
794.876
742.253
Über 5 Jahre
1.484.850
1.330.232
Verbriefte Verbindlichkeiten
2.407.017
2.206.647
25) Rückstellungen
2022
2021
Abfertigungs- und Pensionsrückstellung
136.523
179.295
Jubiläumsgeldrückstellung
12.095
14.908
Rückstellungen für das Kreditgeschäft
137.497
135.250
Sonstige Rückstellungen
33.506
35.349
Rückstellungen
319.621
364.802
Entwicklung der Rückstellung für Abfertigungen und Pensionen
2022
2021
Rückstellung zum 1.1.
179.295
201.775
Zuweisung/Auflösung Abfertigungsrückstellung
-8.918
-5.174
Zuweisung/Auflösung Pensionsrückstellung
-33.854
-17.306
Rückstellung zum 31.12.
136.523
179.295
Darstellung leistungsorientierter Verpflichtungen gem. IAS 19
2022
2021
Planvermögen
0
0
Abfertigungsrückstellung
36.209
45.126
Pensionsrückstellung
100.314
134.169
Jubiläumsgeldrückstellung
12.095
14.908
Summe leistungsorientierte Versorgungspläne
148.618
194.203
Die leistungsorientierten Versorgungspläne des Oberbank Konzerns umfassen Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeld-
verpflichtungen.
Die rechtlichen Grundlagen der Abfertigungsrückstellung stellen das Angestelltengesetz (§ 23) sowie der Banken-Kollektiv-
vertrag (§ 32) dar. Gemäß § 32 des Kollektivvertrags erhalten DienstnehmerInnen mit mindestens fünfjähriger Dienstzeit
eine Abfertigung im Ausmaß von zwei Monatsentgelten zusätzlich zu den Ansprüchen gemäß AngGes („Abfertigung alt“)
bzw. BMSVG („Abfertigung neu“). Per 31.12.2022 sind 663 Personen im System „Abfertigung alt“ (92,7 % der Gesamtrück-
stellung) und 1.217 Personen im System „Abfertigung neu“.
Die rechtlichen Grundlagen der Pensionsrückstellung stellen der Kollektivvertrag betreffend die Neuregelung des Pensions-
rechts (Pensionsreform 1997) sowie einzelvertragliche Pensionszusagen dar. Mit Stand per 31.12.2022 umfasst die Pensions-
rückstellung im Oberbank Konzern 492 PensionsempfängerInnen (75,8 % der Gesamtrückstellung) und 263 aktive Dienstneh-
merInnen (24,2 % der Gesamtrückstellung). Der Großteil der aktiven DienstnehmerInnen (261) besitzt eine Anwartschaft auf
eine Besitzstandspension, die mit Stichtag 1.1.1997 ermittelt wurde und deren Wert jährlich im Ausmaß der kollektivvertrag-
lichen Gehaltserhöhung angepasst wird. Auf diesen Personenkreis entfallen 12,5 % der Gesamtrückstellung.
Zu nennende Risiken im Zusammenhang mit der Pensionsrückstellung
Berufsunfähigkeit: Im Fall der Zuerkennung einer Berufsunfähigkeitspension kommt wieder das vor dem 1.1.1997 geltende
Pensionsrecht zur Anwendung, das heißt, die anfallende Bankleistung ist eine Übergangspension (Gesamtpension) auf Basis
des Letztbezugs unter Anrechnung der von der Bank finanzierten Pensionskassenleistung. 2022 wurde keine Berufsunfähig-
keitspension zuerkannt.
Konzernabschluss
76
Administrativpension: Aktive DienstnehmerInnen, die Anwartschaft auf eine Besitzstandspension haben, erhalten bei Kündi-
gung durch die Bank eine auf Basis des Letztbezugs zu berechnende Administrativpension, die so lange zu bezahlen ist, bis
Anspruch auf eine ASVG-Pension besteht. Ab diesem Zeitpunkt gelangt dann eine Übergangspension zur Auszahlung
(Einrechnung einer fiktiven ASVG-Pension). 2022 gab es keinen solchen Fall.
Die rechtliche Grundlage der Jubiläumsgeldrückstellung stellt die Betriebsvereinbarung dar. Der Anspruch ist wie folgt ge-
staffelt: bei 25 Dienstjahren drei Monatsgehälter und bei 40 Dienstjahren vier Monatsgehälter. Mit Stand per 31.12.2022 ist
die Jubiläumsgeldrückstellung für 1.443 Personen gebildet. 431 Personen sind ohne Rückstellung (bei 41 Personen wurde
das Jubiläumsgeld bereits ausbezahlt, bei 306 Personen liegt der Pensionsstichtag vor Erreichen des Jubiläums, 84 Personen
sind im 2. HJ 2022 eingetreten – für diesen Personenkreis wird keine Rückstellung gebildet).
Entwicklung der Rückstellung für Abfertigungen, Pensionen u. ähnliche Verpflichtungen
2022
2021
Barwert leistungsorientierter Verpflichtungen zum 1.1.
194.203
217.553
Erfolgswirksam in der Gewinn-/Verlustrechnung erfasst
+ Dienstzeitaufwand
3.803
4.392
+ Zinsaufwand
2.383
1.619
Zwischensumme
200.389
223.564
Effekte von Neubewertungen
Erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis erfasst
-/+ Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust
-35.707
-16.538
- Finanzielle Annahmen
-38.857
2.774
- Demografische Annahmen
0
0
- Erfahrungsbedingte Annahmen
3.150
-19.312
-/+ Gewinne/Verluste des Planvermögens
0
0
-/+ Gewinne/Verluste aus Wechselkursänderungen
0
0
Erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst
-3.422
-1.710
Zwischensumme
-39.129
-18.248
Übrige
Geleistete Zahlungen aus Planabgeltung
0
0
- Zahlungen im Berichtsjahr
-12.642
-11.113
- übrige Veränderungen
0
0
Zwischensumme
-12.642
-11.113
Bilanzierte Rückstellungen zum 31.12.
148.618
194.203
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen wurden im Geschäftsjahr
erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst. Die Beträge werden später nicht reklassifiziert, eine Übertragung inner-
halb des Eigenkapitals ist allerdings zulässig. Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Jubiläumsgeldrückstellun-
gen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Personalaufwand erfasst.
Wesentliche versicherungsmathematische Annahmen zur Ermittlung
2022
2021
der Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen
Rechenzinssatz
3,75 %
1,25 %
Kollektivvertragserhöhung
2,84 %
2,63 %
Pensionserhöhung
1,89 %
1,67 %
Fluktuation
keine
keine
Pensionsantrittsalter Frauen
59–65 Jahre
59–65 Jahre
Pensionsantrittsalter Männer
65 Jahre
65 Jahre
Sterbetafeln
AVÖ 2018
AVÖ 2018
Konzernabschluss
77
Unter der Annahme unveränderter Berechnungsparameter wird mit einer Auflösung im Geschäftsjahr 2023 der Rück-
stellungen für Abfertigungen, Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von rund 2,1 Mio. Euro gerechnet.
Die Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen betrugen für das Geschäftsjahr 2015 190.317 Tsd. Euro, für das Ge-
schäftsjahr 2016 185.058 Tsd. Euro, für das Geschäftsjahr 2017 184.732 Tsd. Euro, für das Geschäftsjahr 2018 196.750 Tsd.
Euro, für das Geschäftsjahr 2019 214.503 Tsd. Euro und für das Geschäftsjahr 2020 217.553 Tsd. Euro
Sensitivitätsanalyse
Die Sensitivitätsanalyse zeigt die Auswirkungen auf die leistungsorientierten Verpflichtungen, die bei vernünftiger
Betrachtungsweise durch Änderungen maßgeblicher versicherungsmathematischer Annahmen zum Ende der
Berichtsperiode möglich gewesen wären.
in Tsd. €
Abfertigung
Pension
Jubiläumsgeld
Rechenzinssatz + 0,5 %
34.645
95.328
-
Rechenzinssatz – 0,5 %
37.861
105.780
-
Kollektivvertragserhöhung + 0,5 %
37.868
100.717
-
Kollektivvertragserhöhung - 0,5 %
34.624
99.922
-
Pensionserhöhung + 0,5 %
-
105.209
-
Pensionserhöhung - 0,5 %
-
95.773
-
Obwohl die Sensitivitätsanalyse keine abschließende Darstellung der künftig zu erwartenden Zahlungsströme darstellt,
ermöglicht sie eine Einschätzung der Auswirkungen bei Änderungen der maßgeblichen versicherungsmathematischen
Annahmen.
Fälligkeitsprofil
In der nachfolgenden Tabelle sind die voraussichtlichen Leistungszahlungen in jeder der nachfolgenden Perioden dargestellt:
in Tsd. €
Abfertigung
Pension
Jubiläumsgeld
2023
1.719
7.073
-
2024
4.051
7.286
-
2025
1.971
7.055
-
2026
2.692
6.826
-
2027
3.313
6.608
-
Summe erwarteter Leistungszahlungen der
folgenden fünf Jahre
13.746
34.848
-
Laufzeit
Die folgende Tabelle zeigt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung per 31.12.2022:
in Jahren
Abfertigung
Pension
Jubiläumsgeld
Laufzeit
9,01
10,61
-
Jubiläumsgeldrück-
Rückst. für das
Sonstige Rück-
Entwicklung der sonstigen Rückstellungen
stellung
Kreditgeschäft
stellungen
Stand zum 1.1.
14.908
135.250
35.349
Zuweisung
0
29.740
5.249
Verbrauch / Währungsdifferenz / Effekt anteilsmäßige
Konsolidierung / Umgliederung
0
1.214
-84
Auflösung
-2.813
-28.707
-7.008
Stand zum 31.12.
12.095
137.497
33.506
Es handelt sich dabei überwiegend um kurzfristige Rückstellungen.
Konzernabschluss
78
26) Sonstige Passiva
2022
2021
Handelspassiva
50.381
35.539
Steuerschulden
23.632
16.983
Laufende Steuerschulden
9.425
1.738
Latente Steuerschulden
1)
14.207
15.245
Leasingverbindlichkeiten
141.298
143.833
Sonstige Verbindlichkeiten
122.876
244.459
Negative Marktwerte von geschlossenen Derivaten des Bankbuchs
184.551
34.077
Rechnungsabgrenzungsposten
12.068
57.167
Sonstige Passiva
534.806
532.058
1)
Details zu Passiven Steuerabgrenzungen siehe Note 21, „Sonstige Aktiva“. Ab dem Jahresabschluss 31.12.2022 werden die Leasingforderungen
netto, reduziert um Mietsonderzahlungen und Depotzahlungen in Höhe von € 173 Mio. dargestellt. Dies führt auch zu einer Verringerung der Sons-
tigen Passiva in identer Höhe.
27) Sonstige Passiva (Anteil Handelspassiva)
2022
2021
Währungsbezogene Geschäfte
12.769
7.122
Zinsbezogene Geschäfte
37.612
28.417
Sonstige Geschäfte
0
0
Handelspassiva
50.381
35.539
28) Nachrangkapital
2022
2021
Begebene nachrangige Schuldverschreibungen inkl. Ergänzungskapital
479.712
496.368
Hybridkapital
0
0
Nachrangkapital
479.712
496.368
Nachrangkapital nach Fristen
Bis 3 Monate
7.822
37.227
Über 3 Monate bis 1 Jahr
48.269
2
Über 1 Jahr bis 5 Jahre
219.374
291.052
Über 5 Jahre
204.247
168.087
Nachrangkapital
479.712
496.368
Entwicklung Nachrangkapital
Stand 1.1.
496.368
485.775
Zahlungswirksame Veränderungen
24.844
16.828
hievon Einzahlungen aus Emissionen
54.844
43.079
hievon Rückkauf/Rückzahlung
-30.000
-26.251
Nicht zahlungswirksame Veränderungen
-41.500
-6.235
hievon Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts
-39.266
-6.207
hievon sonstige Änderungen
-2.234
-28
Stand 31.12.
479.712
496.368
Konzernabschluss
79
29) Eigenkapital
2022
2021
Gezeichnetes Kapital
105.772
105.863
Kapitalrücklagen
505.523
505.523
Gewinnrücklagen (inkl. Bilanzgewinn)
2.875.147
2.646.810
Passive Unterschiedsbeträge
1.872
1.872
Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile
50.000
50.000
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter
8.606
7.793
Eigenkapital
3.546.920
3.317.861
Entwicklung der in Umlauf befindlichen Aktien (in Stück)
In Umlauf befindliche Aktien per 1.1.
35.287.597
35.127.062
Ausgabe neuer Aktien
0
0
Kauf eigener Aktien
-124.547
-216.585
Verkauf eigener Aktien
94.099
377.120
In Umlauf befindliche Aktien per 31.12.
35.257.149
35.287.597
Zuzüglich eigene Aktien im Konzernbestand
50.151
19.703
Ausgegebene Aktien per 31.12.
35.307.300
35.307.300
Der Buchwert der gehaltenen eigenen Anteile beträgt zum Bilanzstichtag 5,1 Mio. Euro (Vorjahr 1,8 Mio. Euro).
30) Anlagenspiegel
hievon als Finanzin-
Entwicklung Immaterielles Anlagevermö-
Immat. Anlagevermö-
vestitionen gehaltene
gen und Sachanlagen
genswerte
Sachanlagen
Immobilien
Anschaffungs-/Herstellungskosten 1.1.2022
22.869
701.744
118.315
Währungsdifferenzen
-88
-230
0
Umbuchungen
0
0
0
Zugänge
1.504
27.191
59
Abgänge
876
37.514
11.990
Kumulierte Abschreibungen
19.642
333.802
33.691
Buchwerte 31.12.2022
3.767
357.389
72.693
Buchwerte 31.12.2021
3.221
382.622
84.234
Abschreibungen im Geschäftsjahr
949
36.133
3.049
Von den Abschreibungen im Geschäftsjahr der Sachanlagen sind 7.681Tsd. Euro aus Operate Leasing im Sonstigen betrieblichen Erfolg ausgewiesen.
Der bilanziell noch nicht berücksichtigte Teil der COVID-19-Investitionsprämie beträgt 738 Tsd. Euro.
Konzernabschluss
80
31) Fair Value von Finanzinstrumenten und sonstige Positionen zur Bilanzüberleitung per 31.12.2022 (Obere Zeile: jeweiliger Betrag als Buchwert, untere Zeile: Betrag als Fair Value)
hievon FV/OCI-
hievon FV/OCI-Eigen-
Fremd-kapitalinstru-
AC
FV/PL
hievon designiert
HFT
FV/OCI
kapitalinstrumente
mente
AC/ Liabilities
Sonstige
Summe
Barreserve
2.287.322
2.287.322
2.287.322
2.287.322
Forderungen an Kreditinsti-
1.057.204
1.057.204
tute
1.057.398
1.057.398
Forderungen an Kunden
43.586
32.660
6.817
35.215
35.215
19.081.451
19.192.911
36.115
32.660
6.817
35.215
35.215
18.656.216
18.760.205
Handelsaktiva
56.655
56.655
56.655
56.655
Finanzanlagen
1.470.122
489.243
240.983
594.456
324.670
269.786
1.099.645
3.653.467
Immaterielles Anlagevermö-
gen
1.342.212
489.243
240.983
594.456
324.670
269.786
3.767
3.767
Sachanlagen
357.389
357.389
Sonstige Aktiva
39.640
149.812
189.451
39.640
hievon geschlossene
39.640
39.640
Derivate im Bankbuch
39.640
39.640
Summe Bilanzaktiva
1.513.708
521.903
247.799
96.294
629.671
324.670
305.001
22.425.977
1.610.612
26.798.166
1.378.327
521.903
247.799
96.294
629.671
324.670
305.001
22.000.936
Verbindlichkeiten ggü. Kre-
0
0
4.448.735
4.448.735
ditinstituten
0
0
4.078.306
4.078.306
Verbindlichkeiten ggü. Kun-
284.307
284.307
14.777.048
15.061.355
den
284.307
284.307
14.762.343
15.046.650
Verbriefte Verbindlichkeiten
640.406
640.406
1.766.610
2.407.017
640.406
640.406
1.508.338
2.148.744
Rückstellungen
319.622
319.622
Sonstige Passiva
234.932
299.874
534.806
234.932
hievon geschlossene
184.551
184.551
Derivate im Bankbuch
184.551
184.551
Nachrangkapital
277.616
277.616
202.096
479.712
277.616
277.616
181.215
458.831
Kapital
3.546.920
3.546.920
Summe Bilanzpassiva
1.202.329
1.202.329
234.932
21.194.489
4.166.415
26.798.166
1.202.329
1.202.329
234.932
20.530.202
Konzernabschluss
81
31) Fair Value von Finanzinstrumenten und sonstige Positionen zur Bilanzüberleitung per 31.12.2021 (Obere Zeile: jeweiliger Betrag als Buchwert, untere Zeile: Betrag als Fair Value)
hievon FV/OCI-Eigen-
hievon FV/OCI-Fremd-
AC
FV/PL
hievon designiert
HFT
FV/OCI
kapitalinstrumente
kapitalinstrumente
AC/ Liabilities
Sonstige
Summe
Barreserve
4.400.915
4.400.915
4.400.915
4.400.915
Forderungen an Kreditinsti-
873.561
873.561
tute
874.216
874.216
Forderungen an Kunden
37.127
36.972
10.625
35.775
35.775
18.318.053
18.427.927
38.781
36.972
10.625
35.775
35.775
18.573.754
18.685.283
Handelsaktiva
37.380
37.380
37.380
37.380
Finanzanlagen
1.283.109
481.966
233.985
414.571
373.483
41.088
1.000.764
3.180.410
Immaterielles Anlagevermö-
gen
1.307.671
481.966
233.985
414.571
373.483
41.088
3.221
3.221
Sachanlagen
382.622
382.622
Sonstige Aktiva
102.159
131.467
233.626
102.159
hievon geschlossene
102.159
102.159
Derivate im Bankbuch
102.159
102.159
Summe Bilanzaktiva
1.320.236
518.938
244.610
139.539
450.346
373.483
76.863
23.592.529
1.518.075
27.539.663
1.346.453
518.938
244.610
139.539
450.346
373.483
76.863
23.848.885
Verbindlichkeiten ggü. Kredit-
25.618
25.618
5.867.720
5.893.338
instituten
25.618
25.618
5.803.859
5.829.476
Verbindlichkeiten ggü. Kun-
394.972
394.972
14.333.618
14.728.589
den
394.972
394.972
14.345.396
14.740.368
Verbriefte Verbindlichkeiten
768.809
768.809
1.437.838
2.206.647
768.809
768.809
1.459.075
2.227.883
Rückstellungen
364.803
364.803
Sonstige Passiva
69.617
462.441
532.058
69.617
hievon geschlossene
34.077
34.077
Derivate im Bankbuch
34.077
34.077
Nachrangkapital
346.572
346.572
149.797
496.368
346.572
346.572
158.704
505.276
Kapital
3.317.861
3.317.861
Summe Bilanzpassiva
1.535.970
1.535.970
69.617
21.788.972
4.145.105
27.539.663
1.535.970
1.535.970
69.617
21.767.033
Konzernabschluss
82
Im Geschäftsjahr 2022 gab es hinsichtlich finanzieller Vermögenswerte keine Reklassifizierungen aus der Bewertungskategorie zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im
sonstigen Ergebnis (FV/OCI) in die Bewertungskategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) und keine Reklassifizierungen aus der Bewertungskategorie zum beizulegenden
Zeitwert im Gewinn oder Verlust (FV/PL) in die Bewertungskategorien zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) oder zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen
Ergebnis (FV/OCI).
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert de-
kumulierte Änderung beizulegender Zeitwert
Änderung beizulegender Zeitwert wegen Änderung
Unterschiedsbetrag zwischen Buch-
signierte Verbindlichkeiten
wegen Änderung eigenes Ausfallrisiko (Erfas-
Marktrisiko (Erfassung in GuV)
wert und Nominale
sung im OCI)
zum 31.12.2022
im Geschäftsjahr 2022
kumuliert
zum 31.12.2022
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten
0
420
0
0
Verbindlichkeiten ggü. Kunden
6.069
63.395
-28.200
-28.200
Verbriefte Verbindlichkeiten
9.207
101.856
-101.351
-101.351
Nachrangkapital
2.080
34.171
-23.209
-23.209
Im Geschäftsjahr 2022 gab es keine Umgliederungen des kumulierten Gewinns oder Verlusts innerhalb des Eigenkapitals.
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert de-
kumulierte Änderung beizulegender Zeitwert
Änderung beizulegender Zeitwert wegen Änderung
Unterschiedsbetrag zwischen Buch-
signierte Verbindlichkeiten
wegen Änderung eigenes Ausfallrisiko (Erfas-
Marktrisiko (Erfassung in GuV)
wert und Nominale
sung im OCI)
zum 31.12.2021
im Geschäftsjahr 2021
kumuliert
zum 31.12.2021
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten
-48
587
468
468
Verbindlichkeiten ggü. Kunden
-3.082
21.888
44.346
44.346
Verbriefte Verbindlichkeiten
-3.062
25.466
12.774
12.774
Nachrangkapital
-3.015
9.084
16.057
16.057
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert de-
Änderung beizulegender Zeitwert wegen
Änderung beizulegender Zeitwert zugehö-
signierte Vermögenswerte 31.12.2022
Anpassung Ausfallrisiko
rige Kreditderivate oder ähnliche Instru-
maximales Ausfallsri-
Minderung durch zugehö-
mente
siko
rige Kreditderivate oder
im Geschäftsjahr
kumuliert
im Geschäftsjahr
kumuliert
ähnl. Instrumente
Forderungen an Kunden
6.817
-
-
-
-
-
Finanzanlagen
240.983
-
-
275
-
-
Konzernabschluss
83
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert de-
Änderung beizulegender Zeitwert wegen
Änderung beizulegender Zeitwert zugehö-
signierte Vermögenswerte 31.12.2021
Anpassung Ausfallrisiko
rige Kreditderivate oder ähnliche Instru-
maximales Ausfallsri-
Minderung durch zugehö-
mente
siko
rige Kreditderivate oder
im Geschäftsjahr
kumuliert
im Geschäftsjahr
kumuliert
ähnl. Instrumente
Forderungen an Kunden
10.625
-
-
-
-
-
Finanzanlagen
233.985
-
-
281
-
-
Das maximale Ausfallrisiko für Finanzinstrumente im Anwendungsbereich von IFRS 9, auf die jedoch die Wertminderungsvorschriften nach IFRS 9 keine Anwendungen finden, stellt sich
wie folgt dar:
31.12.2022
31.12.2021
Forderungen an Kunden FV/PL
32.660
36.972
Finanzanlagen FV/PL
489.243
481.966
Finanzanlagen FV/OCI
324.670
373.483
Handelsaktiva
56.654
37.380
Derivate im Bankbuch
39.640
102.159
Gesamt
942.867
1.031.960
Konzernabschluss
84
Fair-Value-Hierarchie bei Finanzin-
strumenten
Buchwert
AC /
Fair Value
per 31.12.2022 in Tsd. €
AC
FV/PL
HFT
FV/OCI
Sonstige
Summe
Level 1
Level 2
Level 3
Liabilities
Mit dem Fair Value bewertete Finanzinstrumente
Forderungen an Kunden
32.660
35.215
67.874
54.183
13.691
Handelsaktiva
56.655
56.655
9.935
46.720
Finanzielle Vermögenswerte FV/PL
489.243
489.243
255.170
234.074
Finanzielle Vermögenswerte FV/OCI
594.456
594.456
326.928
4.122
263.405
1)
Sonstige Aktiva
39.640
39.640
39.640
hievon geschlossene Derivate
im Bankbuch
39.640
39.640
39.640
Nicht mit dem Fair Value bewertete Finanzinstrumente
Forderungen an Kreditinstitute
1.057.204
1.057.204
1.057.398
Forderungen an Kunden
43.586
19.081.451
19.125.037
36.115
18.656.216
Finanzielle Vermögenswerte AC
1.470.122
1.470.122
1.299.389
42.823
Mit dem Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichk. ggü. Kreditinstituten
Verbindlichk. ggü. Kunden
284.307
284.307
284.307
Verbriefte Verbindlichkeiten
640.406
640.406
640.406
Sonstige Passiva
234.931
234.931
234.931
hievon geschlossene Derivate
im Bankbuch
184.551
184.551
184.551
Nachrangkapital
277.616
277.616
277.616
Nicht mit dem Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichk. ggü. Kreditinstituten
4.448.735
4.448.735
4.078.306
Verbindlichk. ggü. Kunden
14.777.048
14.777.048
14.762.343
Verbriefte Verbindlichkeiten
1.766.610
1.766.610
1.508.338
Sonstige Passiva
Nachrangkapital
202.096
202.096
181.215
1) Diese Position besteht aus Beteiligungen, deren Marktwert mittels Discounted-Cashflow-Bruttoverfahren bzw. als Mischverfahren (Multiple-Verfahren in Kombination mit Discounted-Cashflow-Verfahren) oder anderer
Methoden der Unternehmensbewertung ermittelt wurde.
Konzernabschluss
85
Fair-Value-Hierarchie bei Finanzin-
strumenten
Buchwert
AC /
Fair Value
per 31.12.2021 in Tsd. €
AC
FV/PL
HFT
FV/OCI
Sonstige
Summe
Level 1
Level 2
Level 3
Liabilities
Mit dem Fair Value bewertete Finanzinstrumente
Forderungen an Kunden
36.972
35.775
72.747
56.234
16.513
Handelsaktiva
37.380
37.380
1.614
35.766
Finanzielle Vermögenswerte FV/PL
481.966
481.966
239.512
242.454
Finanzielle Vermögenswerte FV/OCI
414.571
414.571
168.541
4.096
241.933
1)
Sonstige Aktiva
102.159
102.159
102.159
hievon geschlossene Derivate
im Bankbuch
102.159
102.159
102.159
Nicht mit dem Fair Value bewertete Finanzinstrumente
Forderungen an Kreditinstitute
873.561
873.561
874.216
Forderungen an Kunden
37.127
18.318.053
18.355.180
38.781
18.573.754
Finanzielle Vermögenswerte AC
1.283.109
1.283.109
1.251.320
56.351
Mit dem Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichk. ggü. Kreditinstituten
25.618
25.618
25.618
Verbindlichk. ggü. Kunden
394.972
394.972
394.972
Verbriefte Verbindlichkeiten
768.809
768.809
768.809
Sonstige Passiva
69.616
69.616
69.616
hievon geschlossene Derivate
im Bankbuch
34.077
34.077
34.077
Nachrangkapital
346.572
346.572
346.572
Nicht mit dem Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichk. ggü. Kreditinstituten
5.867.720
5.867.720
5.803.859
Verbindlichk. ggü. Kunden
14.333.618
14.333.618
14.345.396
Verbriefte Verbindlichkeiten
1.437.838
1.437.838
1.459.075
Sonstige Passiva
Nachrangkapital
149.797
149.797
158.704
1) Diese Position besteht aus Beteiligungen, deren Marktwert mittels Discounted-Cashflow-Bruttoverfahren bzw. als Mischverfahren (Multiple-Verfahren in Kombination mit Discounted-Cashflow-Verfahren) oder anderer
Methoden der Unternehmensbewertung ermittelt wurde.
Konzernabschluss
86
Unter Fair Value versteht man den Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen MarktteilnehmerInnen am Bi-
lanzstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt werden
würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der Geschäftsvorfall entweder auf
dem Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Schuld stattfindet, oder auf dem vorteilhaftesten Markt, sofern kein
Hauptmarkt vorhanden ist und sofern Zugang zu diesen Märkten besteht. Sofern es notierte Preise für idente Vermögens-
werte oder Schulden in aktiven Märkten gibt, zu denen am Bilanzstichtag eine Zugangsmöglichkeit besteht, werden diese zur
Bewertung herangezogen (Level 1). Sind keine derartigen Marktpreise verfügbar, kommen zur Fair Value Ermittlung Bewer-
tungsmodelle zum Einsatz, die auf direkt oder indirekt beobachtbaren Parametern beruhen (Level 2). Lässt sich der Fair Va-
lue weder anhand von Marktpreisen noch auf Basis von Bewertungsmodellen, die sich vollständig auf direkt oder indirekt
beobachtbare Marktdaten stützen, ermitteln, werden einzelne nicht am Markt beobachtbare Bewertungsparameter anhand
angemessener Annahmen geschätzt (Level 3). Sämtliche Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert betreffen regelmäßige
Bewertungen. Es gab im Berichtszeitraum keine einmaligen Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert.
Bewertungsprozess
Die Abteilung Strategisches Risikomanagement der Oberbank ist für die unabhängige Überwachung und Kommunikation von
Risiken sowie für die Bewertung der Finanzinstrumente zuständig. Sie ist aufbauorganisatorisch vom Handel, der für die Initi-
ierung bzw. den Abschluss der Geschäfte zuständig ist, getrennt. Die Handelsbuchpositionen werden täglich zu Geschäfts-
schluss mit aktuellen Marktpreisen bewertet.
Als Marktpreise werden aktuelle Börsenkurse verwendet soweit ein öffentlich notierter Marktpreis zur Verfügung steht.
Wenn eine direkte Bewertung zu Börsenkursen nicht möglich ist, werden Modellwerte, die sich aus der Zugrundelegung ak-
tueller beobachtbarer Marktdaten (Zinskurven, Volatilitäten,….) ergeben, verwendet. Diese Marktdaten werden täglich vali-
diert und in tourlichen Abständen werden die Modellpreise mit tatsächlich am Markt erzielbaren Preisen verglichen, dabei
werden die Modellpreise der Derivate mit den Modellwerten der Partnerbanken verglichen. Der Vorstand wird täglich über
die Risikoposition und die Bewertungsergebnisse aus den gesamten Handelsbuchpositionen informiert. Die Ermittlung von
Fair Values zu Finanzinstrumenten, die nicht das Handelsbuch betreffen, erfolgt quartalsweise.
Bewertungsverfahren zur Ermittlung des Fair Value
Die verwendeten Bewertungsmodelle entsprechen anerkannten finanzmathematischen Methoden zur Bewertung von Fi-
nanzinstrumenten und berücksichtigen alle Faktoren, die die MarktteilnehmerInnen bei der Festlegung eines Preises als an-
gemessen betrachten. Zur Fair Value Bewertung kommt als Bewertungsansatz der einkommensbasierte Ansatz zur Anwen-
dung. Der marktbasierte Ansatz wird lediglich bei der Fair Value Bewertung von strukturierten Produkten verwendet.
Inputfaktoren zur Berechnung des Fair Value
Die Fair Value Bewertung für Level 1 Finanzinstrumente erfolgt mit an aktiven Märkten notierten Preisen. Darunter fallen
börsennotierte Wertpapiere und Derivate. Wenn eine direkte Bewertung zu Börsenkursen nicht möglich ist, werden für die
Ermittlung des Zeitwerts in Level 2 Modellwerte, die sich aus der Zugrundelegung aktueller Marktdaten (Zinskurven, Volatili-
täten, etc.) ergeben, verwendet. Die der Bewertung zugrunde liegenden Zinskurven und Volatilitäten kommen vom System
Refinitiv.
Es kommen anerkannte Bewertungsmodelle zum Einsatz, wobei die Bewertung zu Marktbedingungen durchgeführt wird. Im
Fall von Derivaten kommt bei symmetrischen Produkten (z. B. IRS) die Discounted Cashflow Methode zur Anwendung. Die
beizulegenden Zeitwerte für asymmetrische Produkte (Optionen) werden mit Standardmethoden (z. B. Black Scholes, Hull &
White, ...) berechnet. Für strukturierte Produkte erfolgt die Ermittlung mit Hilfe der Nutzung von Preisinformationen Dritter.
Sämtliche Derivate werden zunächst gegenparteirisikofrei bewertet. In einem zweiten Schritt wird aufbauend auf internen
Ausfallswahrscheinlichkeiten auf Basis eines erwarteten Verlusts ein Kreditrisikoabschlag (CVA) ermittelt.
Die Zeitwerte für nicht börsennotierte Wertpapiere werden aus dem System Geos entnommen. Die Zeitwerte für Anteile an
Fonds werden von den Fondsgesellschaften übernommen. Die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts für Verbriefte Ver-
bindlichkeiten, Nachrangkapital und Verbindlichkeiten gegenüber Banken und Kunden erfolgt nach der Barwertmethode
(Discounted Cashflow), wobei die Ermittlung der Cashflows der Eigenen Emissionen auf Basis des Vertragszinssatzes erfolgt.
Konzernabschluss
87
Zur Abzinsung wird die der Währung entsprechende Diskontkurve herangezogen, wobei ein der Seniorität entsprechender
Bonitäts-Spread der Bank als Aufschlag verwendet wird. Die Bonitätsaufschläge werden regelmäßig an die jeweiligen Markt-
gegebenheiten angepasst.
Für die Ermittlung des Zeitwerts in Level 3 kommen anerkannte Bewertungsmodelle zum Einsatz. Die Fair Value Berechnung
von Forderungen an Banken und Kunden basiert auf den diskontierten Kontrakt-Cashflows (anhand der vertraglichen Til-
gungsstruktur) und den diskontierten Expected Credit Loss Cashflows (berücksichtigt Bonitätseinstufung der KundInnen und
Sicherheiten) Als Devisenkurs werden die von der EZB veröffentlichten Referenzkurse verwendet. Eine mögliche Bonitätsver-
schlechterung der Kunden hat eine Auswirkung auf die Ermittlung der Fair Values für Level 3 Finanzinstrumente.
Bei einer Erhöhung der Risikoaufschläge um 50 BP würden die zum Fair Value bewerteten Forderungen an Kunden um € 0,3
Mio. (31.12.2021 € 0,4 Mio.) sinken, bei einer Erhöhung der Risikoaufschläge um 100 BP sinken die Fair Values dieser Forde-
rungen um € 0,5 Mio. (31.12.2021 € 0,7 Mio.). Die Ermittlung des Fair Values für Beteiligungen und Anteile an verbundenen
Unternehmen erfolgt in erster Linie nach dem Discounted Cashflow Bruttoverfahren bzw. als Mischverfahren (Multiple-Ver-
fahren in Kombination mit Discounted Cashflow Verfahren) oder mittels anderer Verfahren der Unternehmensbewertung.
Änderungen in der Fair-Value-Hierarchie bzw. in der Einstufung erfolgen, wenn sich die Qualität der in den Bewertungsver-
fahren verwendeten Inputparameter ändert. Die Einstufung wird zum Ende der Berichtsperiode geändert.
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Beteiligungen FV/OCI, die zum Fair Value bewertet werden und dem Level 3
zugeordnet sind. Die Ermittlung des Fair Values für diese Vermögensgegenstände erfolgt in erster Linie nach dem Discoun-
ted Cashflow Bruttoverfahren bzw. als Mischverfahren (Multiple-Verfahren in Kombination mit Discounted Cashflow Verfah-
ren) oder mittels anderer Verfahren der Unternehmensbewertung.
Entwicklung in Tsd. €
2022
2021
Bilanzwert am 1.1.
241.933
237.299
Zugänge (Käufe)
0
511
Abgänge (Verkäufe)
0
-12.744
Erstbewertungen wegen IFRS 9
0
0
Erfolgsneutrale Bewertungsänderungen
21.472
16.867
Erfolgswirksame Bewertungsänderungen
0
0
Bilanzwert am 31.12.
263.405
241.933
Das sonstige Ergebnis erhöhte sich um 19.913 Tsd. Euro (VJ: Erhöhung um 12.768 Tsd. Euro) aus diesen Instrumenten.
Die Bestimmung des Fair Values der zum Fair Value bewerteten Beteiligungen FV/OCI der Stufe 3 basiert auf folgenden
wesentlichen nicht beobachtbaren Inputfaktoren:
Zusammenhang zwischen wesentlichen, nicht beobachtbaren
Wesentliche, nicht beobachtbare In-
Inputfaktoren und der Bewertung zum beizulegenden Zeit-
putfaktoren
wert
Beteiligungen
Diskontierungssatz 5,50 %–9,86 %
Der geschätzte beizulegende Zeitwert würde steigen (sinken),
FV/OCI
(VJ
4,59
%–8,62
%), gewichteter
wenn der Diskontierungssatz niedriger (höher) wäre.
Durchschnitt 6,25 % (VJ 5,08 %)
Für die Fair Values der Beteiligungen FV/OCI hätte eine für möglich gehaltene Änderung bei einem der wesentlichen, nicht
beobachtbaren Inputfaktoren, unter Beibehaltung der anderen Inputfaktoren, die nachstehenden Auswirkungen auf das
sonstige Ergebnis nach Steuern:
31.12.2022
31.12.2021
in Tsd. Euro
Erhöhung
Minderung
Erhöhung
Minderung
Diskontierungssatz (0,25 % Veränderung)
-3.353
3.473
-4.794
5.044
Für weitere Inputfaktoren (z.B. Planwerte) wurde eine Sensitivitätsanalyse als nicht aussagekräftig erachtet.
Die restlichen mit dem Fair Value bewerteten Finanzinstrumente in Level 3 betreffen Forderungen an Kunden, für die die Fair-
Value-Option in Anspruch genommen wird.
Konzernabschluss
88
Entwicklung 2022 in Tsd. €
Forderungen an Kunden
Bilanzwert am 1.1.
16.513
Übertrag in Level 2
0
Zugänge
1.187
Abgänge (Tilgungen)
-3.068
Veränderung Marktwert
-941
hievon aus Abgängen
-105
hievon aus in Bestand befindlich
-836
Bilanzwert am 31.12.
13.691
Zwischen Level 1 und Level 2 ist es zu keinen Umschichtungen gekommen.
Entwicklung 2021 in Tsd. €
Forderungen an Kunden
Bilanzwert am 1.1.
50.301
Übertrag in Level 2
0
Zugänge
0
Abgänge (Tilgungen)
-31.172
Veränderung Marktwert
-2.616
hievon aus Abgängen
-182
hievon aus in Bestand befindlich
-2.434
Bilanzwert am 31.12.
16.513
Zwischen Level 1 und Level 2 ist es zu keinen Umschichtungen gekommen.
Konzernabschluss
89
Aufrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Verpflichtungen (in Tsd. €) nach Maßgabe der Kriterien in IAS 32 und IFRS 7
Nicht bilanzierte Beträge
Finanz. Vermö-
Aufgerechnete bi-
Bilanzierte finanz.
Effekte von Aufrech-
Sicherheiten in Form v.
Nettobetrag
genswerte
lanzierte Beträge
Vermögenswerte
nungsvereinbarungen
Finanzinstrumenten
brutto
brutto
netto
Vermögenswerte 31.12.2022
Forderungen Kreditinstitute
1.057.204
1.057.204
1.057.204
Forderungen Kunden
19.676.755
-483.844
19.192.911
19.192.911
Derivate
85.256
85.256
-55.275
-13.262
16.719
Summe
20.819.215
-483.844
20.335.371
-55.275
-13.262
20.266.834
Verbindlichkeiten 31.12.2022
Verbindlichkeiten Kreditinstitute
4.448.735
4.448.735
4.448.735
Verbindlichkeiten Kunden
15.545.199
-483.844
15.061.355
15.061.355
Verbindlichkeiten aus übertragenen Zentralbankeinlagen
792.081
792.081
-792.081
0
und Wertpapierpensionsgeschäften
Derivate
233.823
233.823
-55.275
-138.368
40.180
Summe
21.019.838
-483.844
20.535.994
-55.275
-930.449
19.550.270
Vermögenswerte 31.12.2021
Forderungen Kreditinstitute
873.561
873.561
873.561
Forderungen Kunden
18.796.932
-369.005
18.427.927
18.427.927
Derivate
137.331
137.331
-44.603
-52.844
39.884
Summe
19.807.824
-369.005
19.438.819
-44.603
-52.844
19.341.372
Verbindlichkeiten 31.12.2021
Verbindlichkeiten Kreditinstitute
5.893.338
5.893.338
5.893.338
Verbindlichkeiten Kunden
15.097.594
-369.005
14.728.589
14.728.589
Verbindlichkeiten aus übertragenen Zentralbankeinlagen
2.392.523
2.392.523
-2.392.523
0
und Wertpapierpensionsgeschäften
Derivate
69.086
69.086
-44.603
-9.340
15.143
Summe
23.452.541
-369.005
23.083.536
-44.603
-2.401.863
20.637.070
Die Spalte „Aufgerechnete bilanzierte Beträge brutto" weist jene Beträge aus, die nach Maßgabe von IAS 32 saldiert werden dürfen. In der Spalte „Effekte von Aufrechnungsvereinbarungen“ werden Beträge, die einer Globalnetting-
vereinbarung unterliegen, ausgewiesen. Bei diesen Globalverrechnungsverträgen mit KundInnen handelt es sich um standardisierte Derivate-Rahmenvereinbarungen. Mit Banken werden standardisierte Rahmenverträge wie ISDA
abgeschlossen. ISDA-Verträge sind Globalnettingvereinbarungen (Rahmenvertrag) der International Swaps and Derivatives Association (ISDA). Die Oberbank AG verwendet diese Aufrechnungsvereinbarungen zur Reduktion von
Risiken bei Derivaten im Falle eines Ausfalls einer Gegenpartei. Aufgrund dieser Verträge erfolgt dann eine Nettoabwicklung über alle derivativen Transaktionen, wobei die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten saldiert werden.
Wenn die Nettoposition zusätzlich mit erhaltenen oder gegebenen Barsicherheiten (z. B. Marginkonten) abgesichert wird erfolgt der Ausweis in der Spalte „Sicherheiten in Form von Finanzinstrumenten“. Diese Absicherung basiert auf
mit Banken abgeschlossenen CSA-Verträgen (Credit Support Annex). In diesen Vereinbarungen sind die grundlegenden Bestimmungen zur Sicherheitenakzeptanz festgelegt. Die Spalte „Sicherheiten in Form von Finanzinstrumenten“
umfasst die bezogen auf die Gesamtsumme der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erhaltenen bzw. gegebenen Sicherheiten in Form von Finanzinstrumenten.
Konzernabschluss
90
32) Angaben zu nahestehenden Personen und Unternehmen
Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Konzern 3.124,2 Tsd. Euro (Vorjahr 2.667,5 Tsd. Euro). Der darin enthaltene
variable Anteil betrug 741,2 Tsd. Euro (Vorjahr 453,7 Tsd. Euro).
An frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene wurden 1.219,7 Tsd. Euro (Vorjahr 1.260,1 Tsd. Euro) gezahlt.
Zusätzliche Pensionsabfindungen an ehemalige Vorstandsmitglieder (einschließlich ihrer Hinterbliebenen) gab es im
Geschäftsjahr keine. Die Aufwendungen (+)/Erträge (-) für Abfertigungen und Pensionen der Vorstandsmitglieder
(einschließlich ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen) betrugen im Geschäftsjahr -5.898,3 Tsd. Euro
(Vorjahr -1.382,2 Tsd. Euro). Darin sind erfolgsneutrale Veränderungen (versicherungsmathematische Gewinne oder Ver-
luste aus der Änderung der Parameter für die versicherungsmathematische Berechnung der Abfertigungs- und Pensions-
rückstellung) enthalten.
Die von der ordentlichen Hauptversammlung 2021 mit entsprechender Mehrheit verabschiedete Vergütungsrichtlinie der
Oberbank AG sieht ein ausgewogenes Verhältnis von fixen und variablen Bezügen vor, wobei die variablen Bezüge maximal
40 % des fixen Bezugs betragen dürfen. Das fixe Basisgehalt orientiert sich an den jeweiligen Aufgabengebieten. Die variable
Gehaltskomponente berücksichtigt gemeinsame und persönliche Leistungen der Vorstandsmitglieder ebenso wie die gene-
relle Unternehmensentwicklung.
Die wesentlichen finanziellen und nichtfinanziellen Leistungskriterien, die der Vergütungsausschuss für die Bemessung der
variablen Bezüge der Vorstände heranzuziehen hat, sind:
1 Das nachhaltige Erreichen der strategischen Finanzziele auf Basis der definierten Strategie und der Mehrjahrespla-
nung der fließt zu 35 % in die Entscheidung ein.
2 Das nachhaltige Einhalten der strategischen Risikoausnutzung gemäß Gesamtbankrisikosteuerung fließt ebenfalls
zu 35 % in die Entscheidung ein.
3 Das nachhaltige Erreichen der strategischen (auch nichtfinanziellen) Ziele kann das Ergebnis aus der Berechnung
von 1 und 2 um maximal 20 Prozentpunkte erhöhen.
4 Komplettiert wird das Ergebnis für jedes Vorstandsmitglied getrennt aufgrund der Entwicklung der von ihm speziell
zu verantwortenden Aufgabenbereiche laut Ressortsverteilung, wobei das Ergebnis aus 1-3 hier noch um maximal
10 Prozentpunkte erhöht werden kann.
Bei einer dergestalt ermittelten Gesamtzielerreichung von 100 % würde dem jeweiligen Vorstandsmitglied eine variable Ver-
gütung von 30 % des Fixgehaltes zustehen, die bei Übererreichung der Ziele aber mit 40 % gedeckelt ist. Pro Prozent Zielun-
terschreitung unter die 100 % wird ein Prozentpunkt weniger variable Vergütung zugesprochen, sodass bei einer Zielerrei-
chung von 70 % oder weniger kein variabler Bezug zusteht.
In Entsprechung der gesetzlichen Vorgaben wird die variable Vergütung des Vorstandes, deren Höhe anhand der „Parameter
für die Beurteilung der variablen Vergütungen für den Vorstand“ vom Vergütungsausschuss jährlich in seiner Märzsitzung
festgelegt wird, zu 50 % in Aktien und 50 % in Cash ausgezahlt werden, wobei die Aktien einer Haltefrist von drei Jahren un-
terliegen und der auf fünf Jahre rückzustellende Anteil zu gleichen Teilen aus Aktien und Cash besteht.
Da Bemessung und Zuerkennung der variablen Vergütungen immer erst im Nachhinein erfolgen, sind bilanziell entspre-
chende Rückstellungen zu bilden, was aber im Wissen um die sehr moderate Politik des Vergütungsausschusses auch gut
planbar ist. Diese betrugen 2020 für die 2021 ausgezahlten Vergütungen 240 Tsd. Euro und 2021 für die 2022 ausgezahlten
Vergütungen 467,5 Tsd. Euro. In der Bilanz zum 31.12.2022 sind für die in 2023 für 2022 zur Auszahlung gelangenden Vergü-
tungen 741,2 Tsd. Euro eingestellt.
Die Auszahlung erfolgt wie bei den MitarbeiterInnen mit der Mai-Gehaltsabrechnung, wobei der Betrag für den Aktienanteil
auf ein gesperrtes Depotverrechnungskonto des Vorstandsmitglieds gebucht wird und für die Bezahlung der zu erwerben-
den Aktienanteile verwendet wird, die dann einer dreijährigen Verkaufssperre unterliegen.
Für die jedes Jahr aufgrund gesetzlicher Verpflichtung nicht zur Auszahlung gelangenden Anteile (je 50 % Cash und 50 % Ak-
tien) bleiben die Rückstellungsteile entsprechend bestehen. Sie betrugen 2021 180 Tsd. Euro und 2022 368 Tsd. Euro. Diese
Beträge werden aufgeteilt auf die fünf Folgejahre nach Freigabe durch den Vergütungsausschuss jeweils erst ausbezahlt.
Die für die variablen Vorstandsvergütungen zu bildenden Rückstellungen stellen bilanziell einen Personalmehraufwand dar.
Konzernabschluss
91
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine jährliche Vergütung und den Ersatz der durch ihre Funktion entstandenen Bar-
auslagen, aber keine Sitzungsgelder. Die Höhe der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder wurde von der Hauptversammlung
(zuletzt geändert mit Beschluss vom 17. Mai 2022) bis auf weiteres folgendermaßen festgelegt:
Die Höhe dieser Vergütung wurde von der Hauptversammlung (zuletzt geändert mit Beschluss vom 17. Mai 2022) bis auf
weiteres folgendermaßen festgelegt: für die Vorsitzende bzw. den Vorsitzenden 28.000 Euro, seine/n StellvertreterIn 25.000
Euro und die weiteren Mitglieder je 22.000 Euro. Für Tätigkeiten im Prüfungsausschuss wurden pro Mitglied und Jahr je
6.000 Euro, für den Vergütungsausschuss pro Mitglied und Jahr 3.000 Euro, für den Arbeitsausschuss pro Mitglied und Jahr
3.000 Euro, für den Nominierungsausschuss pro Mitglied und Jahr 4.000 Euro, für den Riskoausschuss pro Mitglied und Jahr
3.000 Euro, für den Kreditausschuss pro Mitglied und Jahr 6.000 Euro und für den Rechtsausschuss pro Mitglied und Jahr
6.000 Euro. Die Vergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr betrug 333,7 Tsd. Euro (Vorjahr 277,0 Tsd. Euro).
Gegenüber dem Aufsichtsrat der Oberbank AG bestanden Kredite bzw. Haftungsverhältnisse in Höhe von 197,4 Tsd. Euro
(Vorjahr 475,9 Tsd. Euro), gegenüber dem Vorstand der Oberbank AG bestanden Kredite von 126,8 Tsd. Euro (Vorjahr 129,0
Tsd. Euro). Die Konditionen entsprechen jeweils den üblichen Bedingungen.
Rahmenbedingungen der Mitarbeiteraktion 2022
• Aktionszeitraum: 23.5.-13.6.2022
• Aktienanzahl limitiert auf bis zu 70.000 Stück entgeltlich erwerbbare Stammaktien und bis zu 28.000 Stück unentgeltlich
zugeteilte Stammaktien („Bonusaktien")
• Bezugskurs: Börsenkurs zum 14.6.2022; maximale entgeltlich erwerbbare Stückanzahl: 70 Stück Aktien
• Bonusaktien: pro fünf entgeltlich erworbene Stammaktien wurden zwei Stammaktien als Bonusaktien unentgeltlich zu-
geteilt (Modell 5 + 2).
Den MitarbeiterInnen wurden Aktien der Oberbank AG innerhalb vorgegebener Frist zu vergünstigten Konditionen angeboten
(Bonusaktien). Der Kauf unterliegt Einschränkungen bezüglich des Betrags, den die MitarbeiterInnen in den Aktienkauf
investieren können. Die Anzahl der durch dieses Angebot an die MitarbeiterInnen abgegebenen Aktien belief sich im Berichts-
jahr auf 58.165 Stück entgeltlich erworbene Stammaktien und 23.266 Stück unentgeltlich zugeteilte Stammaktien (Bonusak-
tien). Die über das Rückkaufprogramm 2022 zum Zwecke der kostenlosen Begebung an den berechtigten Personenkreis an-
gekauften 23.266 Stück Stammaktien verursachten einen Aufwand in Höhe von 2.308 Tsd. Euro.
Rückkaufprogramm 2022
Das Aktien-Rückkaufprogramm in Stammaktien wurde am 15.6.2022 abgeschlossen.
Im Zuge des Rückkaufprogramms für Stammaktien wurden zwischen dem 7.6.2022 und dem 15.6.2022 gesamt 83.225 Stück
Stammaktien, die ca. 0,24 % bzw. EUR 249.675 des Grundkapitals entsprechen, börslich und außerbörslich zurückgekauft. Der
gewichtete Durchschnittspreis je Stammaktie betrug 99,20 Euro; der höchste geleistete Gegenwert je Stammaktie betrug
99,20 Euro; der niedrigste geleistete Gegenwert je Stammaktie betrug 99,20 Euro. Der Wert der rückerworbenen Stammaktien
betrug 8.255.920,00 Euro. Der Vorstand der Gesellschaft hat am 20.6.2022 beschlossen, sämtliche im Zuge des Aktienrücker-
werbsprogramms 2022 erworbenen 83.225 Stammaktien zu veräußern bzw. zu übertragen; und zwar 81.431 Stück Oberbank
Stammaktien an die MitarbeiterInnen (inklusive Vorstand) im Zuge der Mitarbeiteraktion 2022, hiervon 58.165 Stück
Oberbank Stammaktien von den MitarbeiterInnen entgeltlich erworben und 23.266 Stück Oberbank Stammaktien als unent-
geltliche Bonusaktien (Modell 5 + 2), und 1.794 Stück Oberbank Stammaktien an den Vorstand im Wege der Vorstandsvergü-
tung in Aktien gem. § 39b BWG gemäß der Sitzung des Vergütungsausschusses des Aufsichtsrats der Oberbank AG vom
23.3.2022. Dieser Beschluss sowie die Veräußerung der eigenen Aktien wurden hiermit gemäß § 65 Abs. 1a AktG iVm § 119
Abs.7 und 9 BörseG 2018 und gemäß §§2, 4 und 5 der VeröffentlichungsV 2018 veröffentlicht und sind auch auf der Website
der Oberbank entsprechend zu ersehen: https://www.oberbank.at/aktien-ruckkaufprogramme
Von Vorstand und MitarbeiterInnen gehaltene Aktienanteile:
Zum 31.12.2022 wurden von MitarbeiterInnen (inklusive PensionistInnen) und Vorstand folgende Aktienbestände gehalten:
Stammaktien
MitarbeiterInnen (direkt und über Stiftung) 1.629.176
hievon Vorstand 32.224
Konzernabschluss
92
Gasselsberger 16.008
Weißl 9.744
Hagenauer 4.671
Seiter 1.801
Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit werden Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen zu
marktüblichen Bedingungen und Konditionen abgeschlossen. Geschäftsvorfälle zwischen nahe stehenden Unternehmen im
Konsolidierungskreis wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden in dieser Anhangangabe nicht erläutert.
Die Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen stellen sich per 31.12.2022 wie folgt dar:
in Tsd. €
Assoziierte
Unterneh-
men
Tochterun-
ternehmen
Unternehmen, die
die Möglichkeit ha-
ben einen maßgebli-
chen Einfluss auf das
Unternehmen auszu-
üben
Sonst. nahestehende
Unternehmen u. Per-
sonen
1)
Geschäftsvorfälle
Finanzierungen
278
0
0
23.599
Bürgschaften/Sicherheiten
174
0
0
9.616
Ausstehende Salden
Forderungen
256.191
29.122
26.826
138.977
Forderungen Vorjahr
218.181
29.455
25.457
48.200
Wertpapiere
7
0
0
0
Wertpapiere Vorjahr
0
0
0
0
Verbindlichkeiten
12.131
41.913
99
141.280
Verbindlichkeiten Vorjahr
14.859
40.818
2.697
90.054
Bürgschaften/Garantien
185.929
0
0
62.820
Bürgschaften/Garantien Vorjahr
177.510
0
0
29.791
Rückstellungen für zweifelhafte Forde-
rungen
11
0
0
0
Rückstellungen für zweifelhafte Forde-
rungen Vorjahr
90
0
0
0
Ertragsposten
Zinsen
2.774
100
66
1.718
Provisionen
267
1
3
1.262
Aufwendungen
Zinsen
10
-204
4
-71
Provisionen
0
0
0
0
Wertberichtigungen auf Forderungen
0
0
0
-28
Verwaltungsaufwendungen
0
0
0
0
1)
Sonstige nahestehende Unternehmen und Personen umfassen die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen der Oberbank AG samt
deren nahestehender Familienangehöriger sowie Unternehmen, die von diesen Personen beherrscht oder gemeinschaftlich geführt werden.
Als Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen gemäß IAS 24 wurde in Bezug auf die Oberbank AG folgender Personenkreis
festgelegt:
• Vorstand
• Aufsichtsräte (inkl. Arbeitnehmervertreter)
• Abteilungsleiter
• Hauptverantwortliche interner Kontrollfunktionen, sofern diese keine eigene Abteilung leiten
- (Regulatory) Compliance-Funktion gem. § 39 Abs 6 BWG
- Risikomanagement gem. § 39 Abs 5 BWG
- Interne Revision gem. § 42 BWG
- Geldwäsche gem. § 23 Abs 3 FM-GwG
- Compliance-Funktion nach DelVO (EU) 2017/565 und WAG 2018
- lokale Funktionsträger in den Auslandsmärkten
2)
Die Vorjahreswerte für das Jahr 2021 wurden angepasst.
Konzernabschluss
93
33) Segmentberichterstattung
Basis der Segmentberichterstattung ist die interne Unternehmensbereichsrechnung, die die 2003 vorgenommene Trennung
zwischen Privat- und Firmenkundengeschäft und die damit gegebene Managementverantwortung abbildet. Die Segmente
werden wie selbständige Unternehmen mit eigener Kapitalausstattung und Ergebnisverantwortung dargestellt. Kriterium für
die Abgrenzung ist in erster Linie die Betreuungszuständigkeit für die KundInnen.
Die Segmentinformationen basieren auf dem so genannten „Management Approach“, der verlangt, die Segmentinformation
auf Basis der internen Berichterstattung so darzustellen, wie sie regelmäßig zur Entscheidung über die Zuteilung von
Ressourcen zu den Segmenten und zur Beurteilung ihrer Performance herangezogen wird.
In der Oberbank-Gruppe sind die Segmente „Privatkunden“, „Firmenkunden“ (inkl. dem Ergebnis des Leasing-Teilkonzerns),
„Financial Markets“ (Handelstätigkeit; Eigenpositionen; als Market Maker eingegangene Positionen; Strukturergebnis; Er-
träge aus assoziierten Unternehmen; Ergebnis der ALPENLÄNDISCHE GARANTIE-GESELLSCHAFT m.b.H.) und „Sonstige“
(Sachverhalte ohne direkten Bezug zu Business-Segmenten; nicht den anderen Segmenten zuordenbare Bilanzposten; Ein-
heiten, die Ergebnisbeiträge abbilden, die nicht einem einzelnen Segment zugeordnet werden können) definiert.
Das zugeordnete Eigenkapital wird ab dem Geschäftsjahr 2016 mit dem durchschnittlichen 10-Jahres-SWAP-Satz der letzten
120 Monate verzinst und als Eigenkapitalveranlagungsertrag im Zinsbereich ausgewiesen. Die Verteilung des zugeordneten
bilanziellen Eigenkapitals erfolgt nach dem regulatorischen Eigenkapitalerfordernis der Segmente.
Segmentberichterstattung 31.12.2022
Financial
Kerngeschäftsbereiche in Tsd.€
Privat
Firmen
Markets
Sonstige
Summe
Zinsergebnis
96.892
340.039
-30.871
0
406.060
Erträge aus at Equity
0
0
90.653
0
90.653
Risikovorsorge Kredit
-13.322
-20.446
-7.714
0
-41.482
Provisionsaufwendungen
-14.710
-5.652
0
0
-20.361
Provisionserträge
101.881
125.342
0
0
227.223
Handelsergebnis
0
-172
6.272
0
6.100
Verwaltungsaufwand
-107.094
-172.167
-10.938
-30.133
-320.331
Sonstiger betrieblicher Ertrag
1.170
-36
-40.988
-12.747
-52.602
Außerordentliches Ergebnis
0
0
0
0
0
Jahresüberschuss vor Steuern
64.818
266.908
6.414
-42.880
295.259
Ø risikogewichtete Aktiva
2.150.712
11.776.331
6.127.959
0
20.055.002
Ø zugeordnetes Eigenkapital
363.603
1.990.926
1.036.003
0
3.390.532
RoE (Eigenkapitalrendite) vor Steuern
17,8%
13,4%
0,6%
8,7%
Cost-Income-Ratio (Kosten-Ertrag-Rela-
tion)
57,8%
37,5%
43,6%
48,8%
Barreserve
2.287.322
2.287.322
Forderungen an Kreditinstitute
1.057.204
1.057.204
Forderungen an Kunden
4.068.653
15.124.258
19.192.911
Handelsaktiva
56.655
56.655
Finanzanlagen
3.653.467
3.653.467
hievon Anteile an at Equity-Unterneh-
men
1.099.645
1.099.645
Sonstige Vermögenswerte
86.365
292.040
40.877
131.324
550.607
Segmentvermögen
4.155.018
15.416.299
7.095.524
131.324
26.798.166
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten
4.448.735
4.448.735
Verbindlichkeiten ggü. Kunden
6.754.334
8.307.021
15.061.355
Verbriefte Verbindlichkeiten
2.407.017
2.407.017
Handelspassiva
50.381
50.381
Eigen- und Nachrangkapital
431.819
2.364.445
1.230.368
4.026.632
Sonstige Schulden
45.207
109.945
185.261
463.634
804.047
Segmentschulden
7.231.359
10.781.411
8.321.762
463.634
26.798.166
Abschreibungen
8.296
14.635
290
6.180
29.401
Segmentberichterstattung 1.12.2021
Privat
Firmen
Financial Markets
Sonstige
Summe
Konzernabschluss
94
Kerngeschäftsbereiche in Tsd.€
Zinsergebnis
64.431
275.189
6.437
0
346.057
Erträge aus at Equity
0
0
100.134
0
100.134
Risikovorsorge Kredit
-3.740
-24.446
-7.527
0
-35.713
Provisionsaufwendungen
-15.060
-5.817
0
0
-20.877
Provisionserträge
100.138
112.690
0
0
212.828
Handelsergebnis
0
-982
8.746
0
7.764
Verwaltungsaufwand *
-105.435
-166.970
-10.277
-30.886
-313.568
Sonstiger betrieblicher Ertrag
7.035
-2.066
503
-20.210
-14.737
Außerordentliches Ergebnis
0
0
0
0
0
Jahresüberschuss vor Steuern
47.369
187.597
98.016
-51.096
281.887
Ø risikogewichtete Aktiva
2.054.573
10.983.346
5.390.131
0
18.428.050
Ø zugeordnetes Eigenkapital
354.040
1.892.631
928.818
0
3.175.489
RoE (Eigenkapitalrendite) vor Steern
13,4%
9,9%
10,6%
8,9%
Cost-Income-Ratio (Kosten-Ertrag-Rela-
tion)
67,4%
44,1%
8,9%
49,7%
*) Die bisher im Segment „Sonstige“ enthaltene Zuwendung an die Mitarbeiter-Beteiligungsstiftung wird ab dem Geschäftsjahr 2022 den Seg-
menten Privat, Firmen und Financial Markets zugerechnet. Die Vorjahreswerte für das Jahr 2021 wurden entsprechend angepasst.
Barreserve
4.400.915
4.400.915
Forderungen an Kreditinstitute
873.561
873.561
Forderungen an Kunden
4.017.509
14.410.418
18.427.927
Handelsaktiva
37.380
37.380
Finanzanlagen
3.180.410
3.180.410
hievon Anteile an at Equity-Unterneh-
men
1.000.764
1.000.764
Sonstige Vermögenswerte
87.197
325.628
103.154
103.492
619.470
Segmentvermögen
4.104.706
14.736.046
8.595.420
103.492
27.539.663
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten
5.893.338
5.893.338
Verbindlichkeiten ggü. Kunden
6.508.346
8.220.243
14.728.589
Verbriefte Verbindlichkeiten
2.206.647
2.206.647
Handelspassiva
35.539
35.539
Eigen- und Nachrangkapital
425.255
2.273.328
1.115.647
3.814.229
Sonstige Schulden
42.873
272.081
34.582
511.785
861.322
Segmentschulden
6.976.474
10.765.651
9.285.752
511.785
27.539.663
Abschreibungen
7.952
15.170
262
6.093
29.477
34) Non-performing loans
siehe Note 43, „Kreditrisiko“
35) Als Sicherheit gestellte Vermögensgegenstände
2022
2021
Deckungsstock für Mündelgeldspareinlagen
22.996
23.152
Deckungsstock für fundierte Bankschuldverschreibungen
30.766
30.766
Deckungsstock für hypothekarisch fundierte Bankschuldverschreib. (Liquiditätspuffer)
3.496.781
2.606.570
Margindeckung bzw. Arrangement-Kaution für Wertpapiergeschäfte und Derivate
241.415
78.319
Sicherstellung für Euroclear-Kreditlinie
0
0
Sicherstellung für EIB-Globaldarlehensgewährung
94.861
93.856
Wertpapiere und Forderungen für Refinanzierungsgeschäfte mit der OeNB
792.081
2.392.523
Wertpapiere als Sicherstellung für das Refinanzierungsprogramm mit der ungarischen
Nationalbank
103.196
115.123
An die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) zedierte Forderungen
1.486.805
1.425.392
An deutsche Förderbanken zedierte Forderungen
1.263.763
1.424.743
An die ungarische Nationalbank und an Förderbanken in Ungarn zedierte Forderungen
71.632
77.884
Wertpapiere zur Deckung der Pensionsrückstellung
34.111
17.085
Sonstige Aktivposten als Sicherheitsleistung für die CCP Austria GmbH als Clearing-
stelle für Börsengeschäfte
406
467
Konzernabschluss
95
Als Sicherheit gestellte Vermögensgegenstände
7.638.812
8.285.880
Die Stellung von Sicherheiten erfolgt nach den handelsüblichen oder gesetzlichen Bestimmungen.
36) Nachrangige Vermögensgegenstände in Tsd.€
2022
2021
Forderungen an Kreditinstitute
0
0
Forderungen an Kunden
39.228
55.479
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
14.269
5.287
Andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
16.609
15.276
Nachrangige Vermögensgegenstände
70.106
76.042
37) Fremdwährungsvolumina in Tsd.€
2022
2021
Aktiva
3.382.827
3.206.787
Passiva
2.543.824
2.335.636
Hierzu sei auch auf den Risikobericht unter Note 42 ff verwiesen.
38) Treuhandvermögen in Tsd.€
2022
2021
Treuhandkredite
414.928
385.693
Treuhandbeteiligungen
0
0
Treuhandvermögen
414.928
385.693
Darunter fallen ERP-Kredite, für die die Oberbank nur das Gestionsrisiko trägt. Die Treuhandgeschäfte der 3-Banken Wohnbaubank AG mit der BKS
Bank AG und der Bank für Tirol und Vorarlberg AG werden direkt beim Emittenten ausgewiesen.
39) Echte Pensionsgeschäfte in Tsd.€
2022
2021
Die Buchwerte der echten Pensionsgeschäfte betragen
0
0
40) Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken in Tsd.€
2022
2021
Sonstige Eventualverbindlichkeiten (Haftungen und Akkreditive)
1.639.531
1.404.392
Eventualverbindlichkeiten
1.639.531
1.404.392
Verbindlichkeiten aus unechten Pensionsgeschäften
0
0
Sonstige Kreditrisiken (unwiderrufliche Kreditzusagen)
4.542.796
4.551.763
Kreditrisiken
4.542.796
4.551.763
41) Unternehmen des Konsolidierungskreises
Die nachfolgende Auflistung stellt den Konsolidierungskreis des Oberbank Konzerns zum 31.12.2022 dar.
KONZERNMUTTERGESELLSCHAFT OBERBANK AG, Linz
VOLLKONSOLIDIERTE UNTERNEHMEN Anteil in %
3-Banken Wohnbaubank AG, Linz
80,00
3-Banken Kfz-Leasing GmbH, Linz
80,00
Donaulände Garage GmbH, Linz
100,00
Donaulände Holding GmbH, Linz
100,00
Donaulände Invest GmbH, Linz
100,00
Ober Finanz Leasing gAG, Budapest
100,00
Ober Leasing Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Budapest
100,00
Oberbank airplane 2 Leasing GmbH, Linz
100,00
Oberbank Reder Immobilienleasing GmbH, Linz
100,00
Oberbank Bergbahnen Leasing GmbH, Linz
100,00
Oberbank Eugendorf Immobilienleasing GmbH, Linz
100,00
Oberbank Frank Immobilienleasing GmbH, Linz
90,00
Oberbank FSS Immobilienleasing GmbH, Linz
100,00
Oberbank Goldkronach Beteiligungs GmbH, Neuötting
100,00
Oberbank Leobendorf Immobilienleasing GmbH, Linz
100,00
Konzernabschluss
96
Immobilien Abwicklung 01 GmbH (vormals Oberbank Idstein Immobilien-Leasing GmbH), Neuöt-
ting
100,00
Oberbank Immobilie-Bergheim Leasing GmbH, Linz
95,00
Oberbank Immobilien-Leasing Gesellschaft m.b.H., Linz
100,00
Oberbank Immobilien Leasing GmbH Bayern, Neuötting
100,00
Oberbank KB Leasing Gesellschaft m.b.H., Linz
100,00
Oberbank Kfz-Leasing GmbH, Linz
100,00
OBERBANK LEASING GESELLSCHAFT MBH., Linz
100,00
Oberbank Immobilien-Leasing GmbH Bayern & Co. KG Goldkronach, Neuötting
Komplementär
Oberbank Leasing GmbH Bayern, Neuötting
100,00
Oberbank Leasing JAF Holz, s.r.o., Prag
95,00
Oberbank Leasing Palamon s.r.o., Prag
100,00
Oberbank Leasing Prievidza s.r.o., Bratislava
100,00
Oberbank Leasing s.r.o., Bratislava
100,00
Oberbank Leasing spol. s.r.o., Prag
100,00
Oberbank MLC - Pernau Immobilienleasing GmbH, Linz
99,80
Oberbank Operating Mobilienleasing GmbH, Linz
100,00
Oberbank Operating OPR Immobilienleasing GmbH, Linz
100,00
Oberbank Pernau Immobilienleasing GmbH, Linz
100,00
Oberbank Riesenhof Immobilienleasing GmbH, Linz
100,00
Oberbank Seiersberg Immobilienleasing Gesellschaft m.b.H., Linz
100,00
Oberbank Unterpremstätten Immobilienleasing GmbH, Linz
100,00
Oberbank Weißkirchen Immobilienleasing GmbH, Linz
100,00
Oberbank Wiener Neustadt Immobilienleasing GmbH, Linz
100,00
Oberbank NGL Immobilienleasing GmbH (vormals Oberbank Wien Süd Immobilienleasing GmbH),
Linz
100,00
Oberbank-Kremsmünster Immobilienleasing Gesellschaft m.b.H., Linz
100,00
OBK Ahlten Immobilien Leasing GmbH, Neuötting
94,00
OBK München 1 Immobilien Leasing GmbH, Neuötting
100,00
OBK München 2 Immobilien Leasing GmbH, Neuötting
100,00
OBK München 3 Immobilien Leasing GmbH, Neuötting
100,00
POWER TOWER GmbH, Linz
99,00
NACH IFRS 11 KONSOLIDIERTE UNTERNEHMEN (GEMEINSCHAFTLICHE TÄTIGKEIT)
Anteil in %
ALPENLÄNDISCHE GARANTIE-GESELLSCHAFT m.b.H., Linz
50,00
AT EQUITY BEWERTETE ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN
Anteil in %
Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft, Innsbruck
13,85
BKS Bank AG, Klagenfurt
18,52
voestalpine AG, Linz
8,04
NICHT KONSOLIDIERTE UNTERNEHMEN
Anteil in %
A. VERBUNDENE UNTERNEHMEN
„AM“ Bau- und Gebäudevermietung Gesellschaft m.b.H., Linz
100,00
Oberbank Service GmbH, Linz (vorm. Banken DL Servicegesellschaft m.b.H.)
100,00
Betriebsobjekte Verwertung Gesellschaft m.b.H., Linz
100,00
GAIN CAPITAL PARTICIPATIONS SA, SICAR, Luxemburg
58,69
Konzernabschluss
97
„LA“ Gebäudevermietung und Bau - Gesellschaft m.b.H., Linz
100,00
Oberbank Beteiligungsholding Gesellschaft m.b.H., Linz
100,00
Oberbank Immobilien-Service Gesellschaft m.b.H., Linz
100,00
Oberbank Industrie und Handelsbeteiligungsholding GmbH, Linz
100,00
OBERBANK NUTZOBJEKTE VERMIETUNGS-GESELLSCHAFT m.b.H., Linz
100,00
Oberbank Opportunity Invest Management Gesellschaft m.b.H., Linz
100,00
Oberbank PE Beteiligungen GmbH, Linz
100,00
Oberbank PE Holding GmbH, Linz
100,00
Oberbank Unternehmensbeteiligung GmbH, Linz
100,00
Samson České Budějovice spol. s r.o., Budweis
100,00
„SG“ Gebäudevermietungsgesellschaft m.b.H., Linz
100,00
„SP“ Bau- und Gebäudevermietungsgesellschaft m.b.H., Linz
100,00
„ST“ BAU Errichtungs- und Vermietungsgesellschaft m.b.H., Linz
100,00
TZ-Vermögensverwaltungs GmbH, Linz
100,00
B. ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN
3 Banken-Generali Investment-Gesellschaft m.b.H., Linz 20,57
3-Banken Beteiligung Gesellschaft m.b.H., Linz 40,00
3 Banken Versicherungsmakler Gesellschaft m.b.H., Innsbruck 40,00
Beteiligungsverwaltung Gesellschaft m.b.H., Linz 40,00
Biowärme Attnang-Puchheim GmbH, Attnang-Puchheim 49,00
3 Banken IT GmbH, Linz (vorm. DREI-BANKEN-EDV Gesellschaft m.b.H.) 40,00
GAIN CAPITAL PARTICIPATIONS II S.A. SICAR, Luxemburg 33,11
Gain Capital Private Equity III SCSp 36,97
Gasteiner Bergbahnen Aktiengesellschaft, Bad Hofgastein 32,62
GSA Genossenschaft für Stadterneuerung und Assanierung,
gemeinnützige registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Linz 25,16
Herold NZ Verwaltung GmbH, Mödling 24,90
OÖ HightechFonds GmbH, Linz 24,7 0
Techno-Z Braunau Technologiezentrum GmbH, Braunau 21,50
Angaben zu Tochterunternehmen
Zu den Rechnungslegungsmethoden siehe Punkt 2) in den Erläuterungen (Notes) zum Konzernabschluss, Abschnitt Konsoli-
dierungsmethoden. Nachstehend sind die wesentlichen Tochterunternehmen des Oberbank Konzerns in den Jahren 2022 und
2021 aufgelistet.
Name Land der
Hauptaktivität Eigenkapitalanteil in %
2022 2021
Oberbank Leasing GmbH Österreich 100,00 100,00
Oberbank Immobilien-Leasing GmbH Österreich 100,00 100,00
Oberbank Operating OPR Immobilienleasing GmbH Österreich 100,00 100,00
Power Tower GmbH Österreich 99,00 99,00
Oberbank Leobendorf Immobilien Leasing GmbH Österreich 100,00 100,00
Oberbank Bergbahnen GmbH Österreich 100,00 100,00
3 Banken Kfz-Leasing GmbH Österreich 80,00 80,00
Oberbank Kfz Leasing GmbH Österreich 100,00 100,00
Oberbank Leasing GmbH Bayern Deutschland 100,00 100,00
Oberbank Leasing spol.s.r.o. Tschechien 100,00 100,00
Konzernabschluss
98
Ober Finanz Leasing gAG Ungarn 100,00 100,00
Oberbank Leasing s.r.o. Slowakei 100,00 100,00
Donaulände Invest GmbH Österreich 100,00 100,00
Zum 31.12.2022 bestanden in keinem Tochterunternehmen wesentliche nicht beherrschende Anteile.
Angaben zu assoziierten Unternehmen
Zu den Rechnungslegungsmethoden siehe Punkt 2) in den Erläuterungen (Notes) zum Konzernabschluss, Abschnitt
Konsolidierungsmethoden . Der Oberbank Konzern hat zum 31.12.2022 drei assoziierte Unternehmen, die nach der Equity-
Methode bilanziert werden.
BKS Bank AG
Bank für Tirol und Vorarl-
berg Aktiengesellschaft
voestalpine AG
Art der Beziehung
Strategischer Bankpartner
Strategischer Bankpartner
Strategischer Partner
Art der Tätigkeit
Kreditinstitut
Kreditinstitut
Stahlbasierter Technologie-
und Industriegüterkonzern
Hauptsitz der Geschäftstä-
tigkeit
Österreich
Österreich
Österreich
Kapitalanteil
18,52 % (2021: 18,52 %)
13,85 % (2021: 13,85 %)
8,04 % (2021: 8,04 %)
Stimmanteil
18,52 % (2021: 18,52 %)
13,85 % (2021: 13,85 %)
8,04 % (2021: 8,04 %)
Beizulegender Zeitwert des
Eigentumsanteils (sofern
börsennotiert)
111.336 Tsd. Euro
(2021: 121.674 Tsd. Euro)
192.299 Tsd. Euro
(2021: 148.952 Tsd. Euro)
355.820 Tsd. Euro
(2021: 459.494 Tsd. Euro)
Es folgen zusammengefasste Finanzinformationen für die assoziierten Unternehmen BKS Bank AG, Bank für Tirol und Vorarl-
berg Aktiengesellschaft (Kreditinstitute) und voestalpine AG (Sonstige). Die Daten basieren auf den jeweiligen Konzernab-
schlüssen, die nach IFRS erstellt wurden.
Kreditinstitute
Sonstige
BKS
BTV
voestalpine
in Tsd. €
2022
2021
2022
2021
2022
2021
Erlöse
236.730
257.266
347.704
278.905
17.175.500
13.199.400
Gewinn/Verlust aus fortzuführenden Ge-
schäftsbereichen
61.583
102.887
98.320
78.415
1.559.700
793.200
Gewinn/Verlust nach Steuern aus aufge-
gebenen Geschäftsbereichen
0
0
0
0
0
0
Sonstiges Ergebnis
4.742
14.886
8.485
9.510
133.500
116.900
Gesamtergebnis
66.325
117.773
106.805
87.925
1.693.200
910.100
Kurzfristige Vermögenswerte
1.200.716
1.606.152
2.926.365
3.117.000
9.347.800
7.216.900
Langfristige Vermögenswerte
K
9.360.996
8.828.805
11.323.153
10.836.848
7.796.000
8.219.400
Kurzfristige Schulden
L
862.051
758.665
2.598.715
2.608.245
6.061.900
5.253.600
Langfristige Schulden
8.194.067
8.233.310
9.672.026
9.474.025
3.549.000
4.105.200
Anteil des Konzerns am Nettovermögen
der assoziierten Unternehmen zum Jah-
resbeginn
255.534
235.677
252.858
240.745
492.372
420.724
Zurechenbares Gesamtergebnis
13.424
21.764
15.838
13.219
76.106
78.828
Erhaltene Dividenden im Geschäftsjahr
1.829
1.907
1.414
1.105
17.231
7.180
Zugänge im Geschäftsjahr
0
0
13.987
0
0
0
Konzernabschluss
99
Anteil des Konzerns am Nettovermögen
der assoziierten Unternehmen zum Jah-
resende
267.129
255.534
281.269
252.858
551.247
492.372
Für die Beteiligung an der BKS Bank AG besteht zwischen der Oberbank AG, der Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesell-
schaft und der Generali 3Banken Holding AG bzw. für die Beteiligung an der Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft
besteht zwischen der Oberbank AG, der BKS Bank AG und der Generali 3Banken Holding AG jeweils ein Syndikatsvertrag.
Zweck der Syndikate ist es, die Eigenständigkeit der BKS Bank AG bzw. der Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft
zu erhalten. Die Einbeziehung von BKS Bank AG und Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft beruht auf diesen Syn-
dikatsverträgen. Die Einbeziehung des voestalpine-Konzerns beruht vor allem auf dem nachhaltig strategischen Gehalt der
Eigentümerstruktur und der damit bestehenden Möglichkeit, maßgeblichen Einfluss auszuüben. Als strategischer Investor
stellt die Oberbank AG darüber hinaus einen Vertreter im Aufsichtsrat der voestalpine AG. Der Stichtag für die Einbeziehung
der assoziierten Unternehmen ist jeweils der 30. September, um eine zeitnahe Jahresabschlusserstellung zu ermöglichen.
Auswirkungen bedeutender Geschäftsvorfälle oder anderer Ereignisse zwischen dem Berichtsstichtag und dem Konzernab-
schlussstichtag werden, sofern gegeben, berücksichtigt. Die nicht in den Konzernabschluss aufgenommenen assoziierten
Unternehmen wiesen zum Bilanzstichtag folgende Werte (UGB) aus:
in Tsd. €
2022
2021
Vermögensgegenstände
265.351
263.384
Schulden
168.166
164.717
Erlöse
173.451
180.098
Periodengewinne/-verluste
-4.830
5.089
Da es sich bei diesen Werten um UGB-Werte handelt, konnte eine Aufgliederung gemäß IFRS 12 nach fortgeführten/
aufgegebenen Geschäftsbereichen bzw. nach Sonstiges Ergebnis/Gesamtergebnis nicht vorgenommen werden.
Angaben zu gemeinschaftlichen Tätigkeiten
Zu den Rechnungslegungsmethoden siehe Punkt 2) in den Erläuterungen (Notes) zum Konzernabschluss, Abschnitt Konsoli-
dierungsmethoden. Der Oberbank Konzern hält einen Anteil von 50 % an der ALPENLÄNDISCHE GARANTIE-GESELLSCHAFT
m.b.H, einer zusammen mit seinen Schwesterbanken BKS Bank AG und Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft ge-
bildeten gemeinsamen Vereinbarung. Der Zweck der Gesellschaft ist die Garantie von Großkreditrisiken im Kreditgeschäft
der Gesellschafterbanken. Der Hauptsitz ihrer Geschäftstätigkeit befindet sich in Österreich. Obwohl die ALPENLÄNDISCHE
GARANTIE-GESELLSCHAFT m.b.H von den Parteien rechtlich unabhängig ist, wird sie vom Oberbank Konzern und seinen
Schwesterbanken als eine gemeinschaftliche Tätigkeit eingestuft. Dies geschieht deshalb, da der für die Deckung der Groß-
kredite gebildete Deckungsfonds ausschließlich den Gesellschafterbanken zur Verfügung steht und durch Einzahlungen von
ihnen gebildet wurde.
Angaben zu nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen
Art, Zweck und Umfang der Beteiligung des Konzerns an nicht konsolidierten, strukturierten Einheiten
Der Oberbank Konzern nutzt sogenannte strukturierte Einheiten, die einem bestimmten Geschäftszweck dienen. Struktu-
rierte Einheiten sind derart ausgestaltet, dass Stimmrechte bei der Entscheidung, wer das Unternehmen beherrscht, nicht
der ausschlaggebende Faktor sind. Ein strukturiertes Unternehmen verfügt über einige oder alle der folgenden Merkmale:
limitierte Aktivitäten, ein eng gefasstes und genau definiertes Ziel, unzureichendes Eigenkapital um seine Aktivitäten ohne
nachrangige finanzielle Unterstützung zu finanzieren. Strukturierte Einheiten finanzieren den Erwerb von Vermögenswerten
oftmals durch die Emission von Schuld- oder Eigenkapitaltiteln. Teilweise werden diese durch die von ihnen gehaltenen Ver-
mögenswerte besichert oder sind an diese gekoppelt.
Konzernabschluss
100
Beteiligungen des Oberbank Konzerns an nicht konsolidierten strukturierten Einheiten bestehen aus vertraglichen Beziehun-
gen, die zum Empfang von variablen Rückflüssen aus der Performance der nicht konsolidierten strukturierten Einheiten be-
rechtigen. Es handelt sich dabei um Geschäftsaktivitäten mit Investmentfondsanteilen, in die der Oberbank Konzern inves-
tiert hat. Sie dienen der Erzielung von Veranlagungserträgen.
Die Einheiten, die Gegenstand dieser Anhangangabe sind, werden nicht konsolidiert, da der Oberbank Konzern keine Beherr-
schung über Stimmrechte, Verträge, Finanzierungsvereinbarungen oder andere Mittel hat. Die im Oberbank Konzern identi-
fizierten wesentlichen strukturierten Unternehmen werden in der Regel im IFRS-Abschluss mit dem Fair Value bewertet, da
deren Wertentwicklung auf Grundlage des beizulegenden Zeitwerts auf Basis einer dokumentierten Anlagestrategie beur-
teilt und gesteuert wird.
Einnahmen
Der Oberbank Konzern erzielt Einnahmen aus derartigen Geschäften zum einen in Form von Ausschüttungen und zum ande-
ren aus der Wertveränderung der gehaltenen Wertpapiere. Ausschüttungen werden in der Position Zinsen und ähnliche Er-
träge ausgewiesen. Wertveränderungen sind in der Position Sonstiger betrieblicher Erfolg, im Ergebnis aus finanziellen Ver-
mögenswerten FV/PL, enthalten.
Höchstmögliches Ausfallsrisiko
Das maximal mögliche Verlustrisiko besteht im Buchwert, der in der Bilanz ausgewiesen ist. Gestellte Sicherheiten finden
keine Berücksichtigung als Abzugsposten.
Größe
Als relevantes Größenkriterium für nicht konsolidierte strukturierte Unternehmen hat der Oberbank Konzern den Fair Value
der verwalteten Vermögenswerte festgelegt. Die Festlegung auf den Fair Value erfolgte, da die Wertentwicklung dieser
Investments auf Grundlage des beizulegenden Zeitwerts auf Basis einer dokumentierten Anlagestrategie beurteilt und ge-
steuert wird.
Finanzielle Unterstützung
Im Geschäftsjahr stellte der Oberbank Konzern nicht konsolidierten strukturierten Einheiten keine Unterstützung zur
Verfügung, ohne dazu vertraglich verpflichtet gewesen zu sein. Für die Zukunft ist dies auch nicht geplant.
Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Beteiligungen des Konzerns sowie den maximal möglichen Verlust, der aus die-
sen Beteiligungen resultieren könnte. Sie gibt auch eine Indikation über die Größe von strukturierten Einheiten.
in Tsd. €
2022
2021
Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte FV/PL
33.401
22.374
Gesamtergebnisrechnung
Sonstiger betrieblicher Erfolg
3.181
-1.149
Ergebnis aus finanziellen Vermögenswerten FV/PL
3.181
-1.145
Sonstiger betrieblicher Erfolg
0
-4
Höchstmögliches Ausfallsrisiko
33.401
22.374
42) Risikomanagement
Risikostrategie
Die gezielte Übernahme von Risiken stellt ein wesentliches Merkmal des Bankgeschäftes dar und ist die Basis für eine
nachhaltig stabile Geschäfts- und Ergebnisentwicklung in der Oberbank AG.
Die Oberbank AG ist für die Festlegung, Umsetzung, das Risikomanagement und das Risikocontrolling der zentral festgeleg-
ten Risikostrategie im Oberbank-Konzern zuständig.
Ausgangspunkt der Risikostrategie der Oberbank AG ist die Positionierung als Regionalbank.
Konzernabschluss
101
Der Vorstand und alle MitarbeiterInnen handeln nach den risikopolitischen Grundsätzen und treffen ihre Entscheidungen
unter Einhaltung dieser Leitlinien. Der Aufnahme neuer Geschäftsfelder oder Produkte geht eine adäquate Analyse der ge-
schäftsspezifischen Risiken voraus.
Organisation des Risikomanagements
Risikomanagement bezeichnet alle Aktivitäten zum systematischen Umgang mit Risiken im Konzern.
Das Risikomanagement ist in der Oberbank AG integraler Bestandteil der Geschäftspolitik, der strategischen Zieleplanung
sowie des operativen Managements bzw. Controllings. Die zentrale Verantwortung für das Risikomanagement liegt beim
Gesamtvorstand der Oberbank AG.
Aus der Risikostrategie werden im Zuge des Budgetierungskreislaufes die Risikoziele für das entsprechende Geschäftsjahr
abgeleitet und die Verteilung der Risikodeckungsmassen als Limits auf die Einzelrisiken vorgenommen. Diese Limits bilden
die Basis für die das Jahr über laufende, enge Steuerung. Der Planungskreislauf wird von der Abteilung Strategisches Risiko-
management gemeinsam mit dem Gesamtvorstand gesteuert.
Dem Risikomanagement wird in der Oberbank AG durch die Einrichtung eines effizienten Managements der einzelnen Risi-
kokomponenten Rechnung getragen. Die Zusammenführung der einzelnen Risikoarten auf ein Gesamtbankrisiko erfolgt als
Steuerungsgrundlage für das Aktiv-Passiv-Management-Komitee (APM-Komitee) durch die Abteilung Strategisches Risikoma-
nagement. Das für den Bereich Risikomanagement zuständige Vorstandsmitglied leitet dieses Komitee und verfügt über ein
Vetorecht bei risikorelevanten Entscheidungsprozessen. Im Rahmen der operativen Planung nimmt das APM-Komitee eine
Allokation der vorhandenen Eigenmittel nach Chancen-Risiko-Profil der einzelnen Bankgeschäftsfelder vor.
Die Abteilung Strategisches Risikomanagement erfüllt die Funktion der im Bankwesengesetz (§ 39 Abs.5 BWG) geforderten
zentralen und unabhängigen Risikomanagementeinheit. Die Abteilung hat einen vollständigen Überblick über die Ausprä-
gung der vorhandenen Risikoarten sowie über die Risikolage des Kreditinstitutes und misst, analysiert, überwacht und repor-
tet alle wesentlichen Risiken der Oberbank AG. Das Reporting erfolgt an den Aufsichtsrat, an den Vorstand, das APM-Komi-
tee sowie an die betroffenen AbteilungsleiterInnen bzw. MitarbeiterInnen. Die Abteilung ist außerdem an der Ausarbeitung
der Risikostrategie beteiligt.
Die Zuständigkeit für das Risikomanagement aller Tochtergesellschaften und für alle operativen Geschäftseinheiten der Bank
im In- und Ausland liegt zentral in der Oberbank AG in den für die einzelnen Risikokomponenten zuständigen Abteilungen
und Gremien.
Risikobericht an den Aufsichtsrat
Die Risikostrategie und die verwendeten Risikomessmethoden werden dem Aufsichtsrat jährlich berichtet, die Steuerungs-
und Überwachungssysteme sowie die aktuelle Risikolage in jeder Aufsichtsratssitzung.
Internes Kontrollsystem
Das Interne Kontrollsystem (IKS) der Oberbank AG entspricht dem international anerkannten COSO-Standard. Es existieren
detaillierte Beschreibungen der IKS-Abläufe, einheitliche Dokumentationen aller risikorelevanten Prozesse der Bank, der
identifizierten Risiken und der Kontrollmaßnahmen. Die Verantwortlichkeiten und Rollen in Bezug auf das IKS sind klar defi-
niert. Für das IKS erfolgt ein regelmäßiges, mehrstufiges Reporting über Wirksamkeit und Reifegrad. Kontrollaktivitäten wer-
den dokumentiert und überprüft, die IKS-relevanten Risiken werden regelmäßig evaluiert und angepasst. Dieser laufende
Optimierungsprozess trägt zur Qualitätssicherung bei. Die Abteilung Interne Revision der Oberbank AG prüft in ihrer Funk-
tion als unabhängige Überwachungsinstanz das interne Kontrollsystem. Abgeprüft werden die Wirksamkeit und Angemes-
senheit des IKS.
Konzernabschluss
102
Offenlegung gemäß Teil 8 Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR)
Die Oberbank AG hat als Medium für die Offenlegung gemäß Teil 8 CRR das Internet gewählt. Die Offenlegung ist auf der
Website der Oberbank AG www.oberbank.at (Bereich „Investor Relations“) abrufbar.
Gesamtbankrisikosteuerung
Den aufsichtsrechtlichen Anforderungen an ein qualitativ hochwertiges Risikomanagement, die sich aus dem ICAAP (Internal
Capital Adequacy Assessment Process) und dem ILAAP (Internal Liquidity Adequacy Assessment Process) ergeben, wird in
der Oberbank AG mittels der Risikotragfähigkeitsrechnung sowie mittels eines Systems von Berichten und Limiten für die
Liquiditätssteuerung entsprochen. Die Grundlage für eine Beurteilung der Risikotragfähigkeit der Bank stellt die Quantifizie-
rung der wesentlichen Risiken und der Deckungsmassen dar. Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung werden aus der
ökonomischen Deckungsmasse für die sich aus dem Geschäftsmodell der Oberbank AG ergebenden wesentlichen Bankrisi-
ken ICAAP-Risikolimite abgeleitet. Dies erfolgt für das Kreditrisiko (im Detail werden im Rahmen des Kreditrisikos das Adress-
ausfallrisiko, das Kontrahentenausfallrisiko, das Fremdwährungskreditrisiko, das Risiko einer Anpassung der Kreditbewer-
tung (CVA-Risiko), das Länderrisiko und Kreditrisikokonzentrationen quantifiziert), für das Marktrisiko im Handelsbuch, das
Marktrisiko im Bankbuch, das Liquiditätsrisiko, für die Operationellen Risiken sowie für Risiken, die aus dem makroökonomi-
schen Umfeld erwachsen. Gemäß den Empfehlungen der FMA im Leitfaden zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken werden
die Spezialthemen des Nachhaltigkeitsrisikos in der Risikosteuerung im Rahmen der Primärrisiken abgedeckt. Der Risikoap-
petit der Oberbank AG ist in der Risikotragfähigkeitsrechnung mit 90 % der Risikodeckungsmasse begrenzt. Die darüberhin-
ausgehenden 10% werden nicht alloziert. Neben der Begrenzung mittels Risikodeckungsmasse werden die wesentlichen
Risiken in der operativen Risikosteuerung noch über Prozesse und Detaillimite gesteuert.
Anteil der zugeordneten Risikolimits an der gesamten Risikodeckungsmasse
Die Limitausnutzung per 31.12.2022 betrug 55,3 % (31.12.2021: 52,0 %). Das Limit im Kreditrisiko wurde zu 60,1 %
(31.12.2021: 63,4 %), im Marktrisiko Bankbuch zu 38,4 % (31.12.2021: 26,7 %), im Marktrisiko Handelsbuch zu 18,4 %
(31.12.2021: 16,0 %), für Makroökonomische Risiken zu 56,3 % (31.12.2021: 44,3 %) und im Operationellen Risiko zu 71,3 %
(31.12.2021: 62,9 %) ausgenutzt.
Auswirkung von Stressszenarien
Die Risikotragfähigkeitsrechnung wird durch quartalsweise Stresstests ergänzt. In diesen werden die Auswirkungen, die sich
aus der Verschlechterung des makroökonomischen Umfelds ergeben (Verschlechterung der BIP-Wachstumsrate, Anstieg der
Arbeitslosenrate und von Insolvenzen, Kursrückgang auf den Aktienmärkten, Rückgang des Immobilienmarktes und Erhö-
hung von Zinsen,…) berücksichtigt. Dies wird z.B. mit erhöhten Ausfallswahrscheinlichkeiten bei Krediten, Rückgängen der
Immobilienwerte und einem Anstieg der Marktzinsen simuliert. Es wird ein Rezessionsszenario und ein Inflationsszenario
gerechnet. Per 31.12.2022 kam es in keinem der Szenarien zu einer Überschreitung des Gesamtbanklimits. Im Szenario mit
der höchsten quantitativen Auswirkung betrug die Gesamtlimitausnutzung 67,6 % (31.12.2021: 63,4 %).
60,0%
18,9%
1,1%
6,0%
4,0%
10,0%
Kreditrisiko
Marktrisiko Bankbuch
Marktrisiko Handelsbuch
Makroökonomisches Risiko
Operationelles Risiko
Risikopuffer
Konzernabschluss
103
Zuständigkeiten für das Management der einzelnen Risikokategorien
Kreditrisiko
Für das Management des Kreditrisikos ist die Abteilung Kredit-Management zuständig. Sie ist vom Vertrieb getrennt, sodass
die Risikobewertung und -entscheidung in jeder Phase des Kreditprozesses bis hin zur Vorstandsebene unabhängig vom Ver-
trieb gewährleistet sind.
Beteiligungsrisiko
Der Gesamtvorstand ist für die Investitionsentscheidung, ordnungsgemäße Organisation und Überwachung des Beteiligungs-
managements verantwortlich. Die Abteilung Sekretariat & Kommunikation ist für das operative Beteiligungsmanagement
verantwortlich. Kreditsubstituierende Beteiligungen unterliegen dem Kreditprozess.
Marktrisiko
Das Management der Marktrisiken ist in der Oberbank AG auf zwei Kompetenzträger aufgeteilt, die diese im Rahmen der
ihnen zugewiesenen Risikolimite selbständig gestionieren.
Die Abteilung Treasury & Handel ist zuständig für das Devisenkursrisiko für den gesamten Oberbank-Konzern, für das Markt-
risiko im Handelsbuch und für das Zinsrisiko des Geldhandels. Das Aktiv-Passiv-Managementkomitee ist für die
Marktrisiken im Bankbuch zuständig.
Operationelles Risiko
In der Oberbank AG ist ein Gremium für das Management des Operationellen Risikos installiert. Dieses Gremium steuert den
Managementprozess der Operationellen Risiken und ist für seine Weiterentwicklung bzw. für die Adaptierung
entsprechender Methoden verantwortlich. Das operative Risikomanagement von Operationellen Risiken wird von den jewei-
ligen operativ tätigen Abteilungen und regionalen Vertriebseinheiten (Risk Taking Units) durchgeführt, die für das Operatio-
nelle Risiko der in ihren Zuständigkeitsbereich fallenden Produkte und Prozesse verantwortlich sind.
Liquiditätsrisiko
Das Management der langfristigen bzw. strategischen Liquidität erfolgt durch das APM-Komitee. Für die kurzfristige Liquidi-
tätssteuerung ist die Abteilung Treasury & Handel zuständig.
Risikokonzentration
Risikokonzentrationen begründen ein Konzentrationsrisiko, wenn sie das Potenzial haben, Verluste zu produzieren, die groß
genug sind, um die Stabilität eines Instituts zu gefährden oder eine wesentliche Änderung im Risikoprofil zu bewirken. Es
werden zwei Arten von Risikokonzentrationen unterschieden:
• Inter-Risikokonzentrationen beziehen sich auf Risikokonzentrationen, die sich aus dem Gleichlauf von Risiken ver-
schiedener Risikokategorien ergeben können.
Mittels Szenarioanalysen wird vierteljährlich im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung die Sensitivität der
Oberbank AG auf Inter-Konzentrationsrisiken geprüft.
• Intra-Risikokonzentrationen beziehen sich auf Risikokonzentrationen, die innerhalb einer einzelnen Risikokategorie
entstehen können. Konzentrationen können in allen Risikoarten auftreten. Die Zuständigkeiten für das Intra-Kon-
zentrationsrisiko liegen daher bei den jeweils für die einzelnen Risikoarten verantwortlichen Einheiten.
Das Intra-Konzentrationsrisiko ist aufgrund des Geschäftsmodells der Oberbank AG vor allem im Bereich des
Kreditrisikos bedeutend. Es ergibt sich dadurch, dass einzelne Forderungen einen hohen Anteil an den
Gesamtforderungen haben oder Forderungen eine überdurchschnittliche Korrelation aufweisen (Konzentration in
Forderungsklassen, Geschäftssegmenten, Branchen, Ländern, Kundengruppen etc.). Im Rahmen der Risikotragfä-
higkeitsrechnung wird das Intra-Konzentrationsrisiko innerhalb des Kreditrisikos berücksichtigt. Die Steuerung der
Konzentrationsrisiken im Kreditrisiko erfolgt über Länderlimits, Großkreditgrenzen und Portfoliolimits.
Konzernabschluss
104
Die Festlegung der individuellen Länderlimits basiert auf dem Rating und der Wirtschaftskraft des Landes sowie der
Expertise der Oberbank AG, die sich aus der Abwicklung von Kundengeschäften mit dem jeweiligen Land ergibt. Die Limits
für das operative Geschäft werden auf einzelne Produktkategorien heruntergebrochen. Die Einhaltung der einzelnen Limits
wird mittels eines Limitsystems automatisiert überwacht.
Portfoliolimits werden außerdem im Bereich der Fremdwährungsfinanzierungen gesetzt.
Der Anteil der zehn größten Kreditnehmer (Gruppe verbundener Kunden) an den Krediten und Forderungen sowie
festverzinslichen Wertpapieren betrug 18,61 % (Vorjahr: 25,00 %). Von den 18,61 % entfallen ca. 82 % (Vorjahr: 88 %) auf
Forderungen an den öffentlichen Sektor im Heimmarkt der Oberbank AG. Der Rückgang resultiert aus der dem gesunkenen
Volumen der Veranlagung der Überliquidität bei den Nationalbanken.
Die Konzentrationen nach Ländern und Branchen spiegeln die Risiko- und Geschäftsstrategie als regional verwurzelte
Universalbank wider und können – wie auch weitere quantitative Informationen zum Konzentrationsrisiko – den Tabellen in
Note 43) entnommen werden. Das Volumen der gesamten Großveranlagungen lag während des Berichtszeitraumes weit
unter der aufsichtsrechtlichen Obergrenze.
43) Kreditrisiko
Als Kreditrisiko wird das Risiko verstanden, dass ein Kreditnehmer den vertragsgemäßen Zahlungen nicht oder nur teilweise
nachkommt. Das Kreditrisiko aus Forderungen an Banken, Ländern sowie Privat- und Firmenkunden stellt die wesentlichste
Risikokomponente im Oberbank-Konzern dar. Die Risikosteuerung des Kreditmanagements umfasst Adressausfall- sowie
Kontrahentenrisiken, Länderrisiken, das Fremdwährungskreditrisiko, das Risiko einer Anpassung der Kreditbewertung (CVA-
Risiko) sowie Konzentrationsrisiken. Die Oberbank AG hat keine Geschäfte aus dem Bereich Verbriefungen im Portfolio.
Kreditrisikostrategie
Die Strategie im Kreditgeschäft ist getragen vom Regionalitätsprinzip, der Sitz der Kreditkunden befindet sich in den durch
das Filialnetz abgedeckten Regionen.
Der Fokus liegt vorwiegend auf der Finanzierung der Industrie und des wirtschaftlichen Mittelstandes. Die operativen Risiko-
ziele werden zumindest jährlich im Zuge der Budgetierung und im Anlassfall nach Analyse der geschäftspolitischen Aus-
gangssituation sowie der aktuellen Entwicklung von der Geschäftsleitung mit der Leitung Kredit-Management festgelegt. Das
Volumen der Fremdwährungskredite ist mit 5% der gesamten Forderungen an Kunden bzw. 7% der Privatkredite beschränkt.
Die Neuvergabe von Fremdwährungskrediten an Konsumenten erfolgt gemäß den strengen Bestimmungen der FMA Min-
deststandards vom Juni 2017. Die Ausrichtung der Organisation ist konform mit den Mindeststandards für das Kreditge-
schäft.
Kreditentscheidungsprozess
Klar definierte Aufgabenzuweisungen gewährleisten eindeutige Zuständigkeiten, standardisieren die Arbeitsabläufe,
vermeiden Doppelgleisigkeiten und stellen somit einen reibungslosen Ablauf der Kreditantragsbewilligung sicher. Der
Prozess der Kreditgewährung umfasst alle Arbeitsabläufe, die bis zur Auszahlung des Kredits oder Einrichtung einer Linie
erforderlich sind. Diese Prozesse werden unter Beachtung der Risikostrategie in standardisierten Verfahren abgewickelt.
Internes Rating und Bonitätsbeurteilung
Um ein effektives Kreditrisikomanagement und in diesem Sinne eine faire, risikoadäquate Konditionengestaltung in einer
Bank etablieren zu können, bedarf es eines leistungsfähigen Systems zur Bonitätsbeurteilung. Die Oberbank AG betrachtet
den Bonitätsbeurteilungsprozess als eine ihrer Kernkompetenzen. Im Firmenkundengeschäft kommt ein mit statistischen
Methoden entwickeltes Ratingsystem zur Anwendung. Gleiches gilt für das Bestandsrating im Privatkundengeschäft sowie
für das Antragsrating im Privatkundengeschäft in Österreich und Deutschland.
Es gibt unterschiedliche Verfahren zur Bonitätsbeurteilung im Firmenbereich (Ratingverfahren) und im Privatbereich
(Scoringverfahren). Die Ratingverfahren ermitteln ein Hard-Facts Rating (basierend auf aktuell verfügbaren Bilanzen sowie
einer Bilanzprognose) und ein Soft-Facts Rating (qualitative Informationen wie Produkte, Markt etc.). Zusammen mit Warni-
ndikatoren und Kontodaten wird das finale Ratingergebnis ermittelt.
Konzernabschluss
105
Die Scoringverfahren setzen sich für neue Privatkunden aus einem Antragsscoring (Negativinfos, Einkommen und Struktur-
daten) und für Bestandskunden aus einem automatisierten Folgescoring (Kontoverhalten, Einkommen und Strukturdaten)
zusammen. Die Rating- und Scoringverfahren ermitteln eine geschätzte Ausfallwahrscheinlichkeit pro Kunde. Diese Ausfall-
wahrscheinlichkeit wird auf eine Masterskala gemappt. Somit ist sichergestellt, dass eine bestimmte Ratingnote, die aus ver-
schiedenen Ratingverfahren resultiert, dieselbe Ausfallwahrscheinlichkeit darstellt. Die Bonitätsbeurteilung von Banken und
Ländern sowie die damit verbundene Festlegung von Limiten erfolgt auf Basis externer Ratings und Bilanzanalysen von Ban-
ken, kombiniert mit qualitativen Kriterien.
Die Ratingverfahren werden jährlich validiert. Die resultierenden Erkenntnisse werden laufend zur Weiterentwicklung und
Verbesserung der Ratingverfahren verwendet. Der Ratingprozess wird bei Kreditvergabe und in weiterer Folge zumindest
einmal jährlich durchgeführt. Die Kompetenz zur Freigabe der Ratings wird durch die Abteilung Kredit-Management wahrge-
nommen. Zwischen der Einstufung im Risikoklassifizierungsverfahren und der Konditionengestaltung besteht ein sachlich
nachvollziehbarer Zusammenhang (risikoorientierte Konditionenpolitik), der mittels automatisierter Prozesse unterstützt
wird.
Risikosteuerung und Controlling
Die operative Steuerung des Kreditportfolios erfolgt hauptsächlich auf Basis der Unterdeckungen je Ratingstufe. Die
Unterdeckungen werden ab der Ratingstufe 4a auf Einzelkundenbasis im Rahmen des jährlichen Budgetierungskreislaufes
geplant und es wird monatlich je Geschäftsstelle die Abweichung vom Sollwert ermittelt. Das laufende Controlling erfolgt
über das IT-Risikocockpit „ROSI“ (Risikoorientierte Steuerungsinstrumente), das den im Kreditprozess beteiligten Stellen
quantitative und qualitative Informationen zum Kreditgeschäft laufend zur Verfügung stellt. Der Risikovorsorgebedarf wird
monatlich ermittelt und in der Ergebnisvorschau aktualisiert. Die Nähe zu den KundInnen wird in der Oberbank AG generell
großgeschrieben. Die Ergebnisse aus tourlichen persönlichen Gesprächen mit den KundInnen sowie Kampagnen, die aus
aktuellen Anlässen resultieren (COVID-19, Gasabhängigkeit) fließen in das Rating ein (in die Hard Facts Prognosen, in die Soft
Facts und in die Frühwarnindikatoren). Die Frequenz dieser Check-Gespräche wird in Krisenjahren erhöht. Aufgrund der ge-
genwärtigen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und der damit einhergehenden Energiekrise wurde eine großange-
legte Kampagne mit diesen Check-Gesprächen durchgeführt. Die aktuelle Geschäftssituation unserer KundInnen wird somit
sehr schnell in der Bonitätsbeurteilung berücksichtigt.
Darstellung des Portfolios
Das Kreditrisikovolumen setzt sich aus den in der Bilanzposition Barreserve enthaltenen Forderungen an Nationalbanken
und den Bilanzpositionen Forderungen an Kreditinstitute, Forderungen an Kunden, den festverzinslichen Wertpapieren der
Finanzanlagen, den Kreditrisiken aus Derivaten und Eventualverbindlichkeiten einschließlich nicht ausgenützter Kreditrah-
men sowie den Operating Leasing Forderungen des gesamten Oberbank AG Konzerns zusammen und wird brutto, d.h. vor
Abzug der Risikovorsorgen dargestellt. Um ein möglichst aktuelles Bild der Risikosituation der Bank wiederzugeben, werden
auch die Positionen aus dem Leasing-Teilkonzern per 31.12.2022 dargestellt, während im Konzernabschluss der Einbezug mit
Zahlen zum 30.9.2022 erfolgt.
Kreditrisikovolumen per
Kreditrisikovolumen per
In € 1.000
31.12.2022
31.12.2021
Kredite und Forderungen
22.503.848
23.574.646
Festverzinsliche Wertpapiere
2.088.027
1.654.997
Kreditrisiken aus Derivaten und Eventualverbindlichkeiten
6.211.812
6.074.169
Kreditrisikovolumen
30.803.687
31.303.812
Der Rückgang bei den „Krediten und Forderungen“ resultiert aus dem starken Rückgang der Veranlagung der Überliquidität
bei Nationalbanken (- 2,0 Mrd. EUR) hauptsächlich in Folge einer Teilrückzahlung eines TLTRO in der Höhe von 1,5 Mrd. EUR.
Zum Teil wurde dieser Rückgang durch das Wachstum der Forderungen an Kunden (+ 0,8 Mrd. EUR) und Forderungen an
Banken (+ 0,2 Mrd. EUR) kompensiert.
Nach Ende der Niedrigzinsphase wurde im Jahr 2022 wieder verstärkt in hochliquide Wertpapiere investiert. Dies führte bei
den festverzinslichen Wertpapieren zu einem Anstieg von 0,4 Mrd. EUR.
Konzernabschluss
106
Verteilung nach Bonitätsstufen
In der Bonitätsstufe „Sehr gut“ (entspricht einer PD-Bandbreite von 0,00% - 0,39%) befinden sich die Ratingklassen AA, A1,
1a und 1b, in der Stufe „Gut“ (entspricht einer PD-Bandbreite von 0,4% - 3,49%) die Ratingklassen 2a, 2b, 3a und 3b und in
der Stufe „Mangelhaft“ (entspricht einer PD-Bandbreite von 3,5% - 99,9%) die Ratingklassen 4a und 4b. In der Stufe „non-
performing“ befinden sich jene Kreditrisikovolumina, für die ein Ausfallkriterium im Sinne der CRR II zutrifft: Die Ratingklasse
5a beinhaltet jene Kreditrisikovolumina, die noch nicht in Abwicklung sind. Die Kreditrisikovolumina in den Ratingklassen 5b
und 5c werden bereits betrieben. Das gesamte non-performing Kreditrisikovolumen beinhaltet wegen des hohen Besiche-
rungsgrades einen Betrag von 79,4 Mio. Euro (Vorjahr 40,9 Mio. Euro) an nicht wertgemindertem Kreditrisikovolumen.
Bonitätsstufen
Kredite und Forde-
Festverzinsliche
Kreditrisiken aus
in € 1.000 per 31.12.2022
rungen
Wertpapiere
Derivaten und Eventualver-
Gesamt
bindlichkeiten
Sehr gut
9.955.866
2.028.476
3.412.004
15.396.346
Gut
11.579.314
59.250
2.713.917
14.352.481
Mangelhaft
447.970
300
56.263
504.533
Non-performing
520.699
29.628
550.328
Kreditrisikovolumen
22.503.848
2.088.027
6.211.812
30.803.687
Bonitätsstufen
Kredite und Forde-
Festverzinsliche
Kreditrisiken aus
in € 1.000 per 31.12.2021
rungen
Wertpapiere
Derivaten und Eventualver-
Gesamt
bindlichkeiten
Sehr gut
11.692.500
1.584.251
3.197.267
16.474.018
Gut
10.900.852
70.446
2.750.412
13.721.709
Mangelhaft
597.510
300
94.031
691.841
Non-performing
383.784
32.460
416.244
Kreditrisikovolumen
23.574.646
1.654.997
6.074.169
31.303.812
Verteilung nach Regionen
Die geografische Darstellung des Kreditrisikovolumens erfolgt nach dem Sitzland der SchuldnerInnen. Die folgenden Tabellen
zeigen das Kreditrisikovolumen per 31.12.2022 und 31.12.2021 nach Oberbank-Märkten und anderen Regionen.
Geografische Verteilung
Kredite und Forde-
Festverzinsliche
Kreditrisiken aus Derivaten
Gesamt
in € 1.000 per 31.12.2022
rungen
Wertpapiere
und Eventualverbindlichkeiten
Österreich
13.317.774
677.885
4.434.837
18.430.497
Deutschland
4.627.064
129.687
1.093.754
5.850.505
Osteuropa (CZ, SK, HU)
4.196.334
384.573
554.908
5.135.815
Westeuropa (ohne DE)
196.100
309.886
36.217
542.203
PIGS-Länder
18.659
54.799
1.647
75.105
Andere Länder
147.917
531.195
90.449
769.561
Kreditrisikovolumen
22.503.848
2.088.027
6.211.812
30.803.687
Geografische Verteilung
Kredite und Forde-
Festverzinsliche
Kreditrisiken aus
in € 1.000 per 31.12.2021
rungen
Wertpapiere
Derivaten und Eventualver-
Gesamt
bindlichkeiten
Österreich
13.171.484
462.960
4.406.878
18.041.321
Deutschland
6.076.226
92.258
1.124.048
7.292.531
Osteuropa (CZ, SK, HU)
3.966.726
375.727
446.461
4.788.915
Westeuropa (ohne DE)
175.216
134.198
41.635
351.050
PIGS-Länder
27.550
49.266
4.857
81.673
Andere Länder
157.444
540.588
50.290
748.323
Kreditrisikovolumen
23.574.646
1.654.997
6.074.169
31.303.812
Konzernabschluss
107
Verteilung nach Branchen
In den folgenden Tabellen ist das Kreditrisikovolumen per 31.12.2022 und 31.12.2021 nach Branchen dargestellt. Die Eintei-
lung erfolgt erstmals nach OENACE. Die Darstellung aus dem Vorjahr wurde dementsprechend angepasst.
Branchen
Kredite und Forde-
Festverzinsliche
Kreditrisiken aus Deriva-
in € 1.000 per 31.12.2022
rungen
Wertpapiere
ten und Eventual-
Gesamt
verbindlichkeiten
A Land- und Forstwirtschaft
172.252
25.830
198.083
B Bergbau
56.475
73.290
129.765
C Herstellung von Waren
2.817.072
8.640
1.585.331
4.411.043
D Energieversorgung
156.036
1.200
98.447
255.684
E Wasserversorgung und Ab-
fallentsorgung
100.572
34.484
135.056
F Bau
1.121.644
665.178
1.786.822
G Handel
1.534.242
933.002
2.467.244
H Verkehr
873.809
19.929
124.567
1.018.305
I Beherbergung und Gastrono-
mie
346.945
300
69.936
417.181
J Information und Kommuni-
kation
120.610
90.954
211.564
K Finanz- und Versicherungs-
leistungen
4.373.701
667.918
319.736
5.361.356
L Grundstücks- und Woh-
nungswesen
4.186.704
595.697
4.782.400
M Freiberufliche/techn.
Dienstleistungen
1.399.725
3.192
503.426
1.906.343
N Sonst. Wirtschaftl. Dienst-
leistungen
697.356
30.000
117.683
845.040
O Öffentliche Verwaltung
242.893
1.356.847
311.689
1.911.430
P Erziehung und Unterricht
17.321
2.411
19.732
Q Gesundheits- und Sozialwe-
sen
165.477
69.802
235.279
R Kunst, Unterhaltung und Er-
holung
59.236
22.728
81.964
S Sonst. Dienstleistungen
163.917
48.855
212.772
T Private Haushalte
3.897.858
518.764
4.416.622
U Exterritoriale Organisatio-
nen
2
2
Gesamtergebnis
22.503.848
2.088.027
6.211.812
30.803.687
Branchen
Kredite und
Festverzinsliche
Kreditrisiken aus
in € 1.000 per 31.12.2021
Forderungen
Wertpapiere
Derivaten und Eventual-
Gesamt
verbindlichkeiten
A Land- und Forstwirtschaft
151.999
23.464
175.463
B Bergbau
45.137
86.366
131.503
C Herstellung von Waren
2.569.131
1.632.827
4.201.957
D Energieversorgung
140.932
1.650
20.917
163.498
E Wasserversorgung und Abfallentsor-
gung
100.017
30.216
130.233
F Bau
1.054.901
621.097
1.675.998
G Handel
1.341.088
982.685
2.323.772
H Verkehr
845.848
9.993
102.259
958.100
I Beherbergung und Gastronomie
416.413
300
78.986
495.698
J Information und Kommunikation
146.060
55.880
201.940
K Finanz- und Versicherungsleistungen
6.131.770
500.842
315.493
6.948.105
L Grundstücks- und Wohnungswesen
3.903.369
9.479
613.816
4.526.664
M Freiberufliche/techn. Dienstleistun-
gen
1.426.424
3.302
602.465
2.032.192
Konzernabschluss
108
N Sonst. Wirtschaftl. Dienstleistungen
561.388
30.000
118.942
710.330
O Öffentliche Verwaltung
456.888
1.099.431
67.821
1.624.140
P Erziehung und Unterricht
16.260
3.569
19.829
Q Gesundheits- und Sozialwesen
152.682
74.755
227.437
R Kunst, Unterhaltung und Erholung
66.604
25.204
91.808
S Sonst. Dienstleistungen
164.641
24.387
189.028
T Private Haushalte
3.882.569
593.017
4.475.585
U Exterritoriale Organisationen
525
2
527
Gesamtergebnis
23.574.646
1.654.997
6.074.169
31.303.812
Sicherheiten
Strategien und Prozesse bzgl. Bewertung und Management von Sicherheiten
Die Hereinnahme von Kreditsicherheiten sowie deren Management werden als bedeutender Bestandteil des
Kreditrisikomanagements in der Oberbank AG angesehen. Die Gestion des Kreditgeschäftes über die Unterdeckung stellt
hohe Anforderungen an die aktuelle und richtige Bewertung von Sicherheiten. Daher ist die Sicherheitenverwaltung im ge-
samten Oberbank Konzern organisatorisch vom Vertrieb getrennt und erfolgt für Österreich und Deutschland ausschließlich
in der eigenen Tochtergesellschaft, der Oberbank Service GmbH. Für Tschechien, die Slowakei und Ungarn erfolgt die Sicher-
heitenverwaltung in den zentralen Marktfolgeeinheiten in Budweis und Budapest. Die geltenden Verwaltungsgrundsätze
gewährleisten eine rechtlich einwandfreie Begründung der Kreditsicherheiten sowie alle erforderlichen Voraussetzungen zur
raschen Durchsetzung der Ansprüche bei Bedarf.
In der zentralen Fachabteilung für rechtliche Fragen Kredit-Management / Finanzierungsrecht liegt die Verantwortung für
die Erstellung von standardisierten Sicherheitenverträgen und –dokumenten, die generell Anwendung finden. Die Verwal-
tung der Kreditsicherheiten umfasst sowohl einen materiellen als auch einen formellen Aspekt, wobei die erforderlichen
Tätigkeiten entsprechend den einzelnen Sicherheitenkategorien genau definiert sind.
Bei den hypothekarisch besicherten Krediten wird dem Regionalitätsprinzip entsprechend auf Sicherheiten in den fünf Län-
dern unserer Filialen abgestellt. Bei Sachsicherheiten gilt generell, dass die Finanzierungsdauer mit der wirtschaftlichen Nut-
zungsdauer im Einklang stehen muss. Die materielle Werthaltigkeit der Sicherheit und die Möglichkeit der raschen Verwert-
barkeit stellen wichtige Prüfpunkte dar. Bei persönlichen Sicherheiten dürfen keine wesentlichen Risikokorrelationen zwi-
schen SicherheitengeberInnen und KreditnehmerInnen bestehen. Bei Leasingfinanzierungen muss ein allfällig vereinbarter
Restwert niedriger oder maximal gleich hoch sein wie der bei Ablauf der Finanzierung erwartete Marktwert.
Für jede Sicherheitenart gibt es eine in Bezug auf Objektivität und Aktualität verbindlich vorgeschriebene Ermittlung des no-
minellen Wertes, der als Berechnungsbasis für die zur internen Risikosteuerung festgelegten Deckungswertansätze und für
die Kreditrisikominderungsansätze im Rahmen von Basel III dient. Die internen Deckungswertansätze sind Maximal-Werte,
die zur Ermittlung der Unterdeckung führen. In begründeten Einzelfällen kann die Bewertung einer Sicherheit von den jewei-
ligen KompetenzträgerInnen nach unten korrigiert werden. Eine höhere Bewertung ist ebenfalls nur in begründeten Ausnah-
mefällen durch die Marktfolge möglich.
Die aktuellen Bewertungsgrundsätze resultieren aus den Schätzungen der Forderungsbetreibung auf Basis der bisherigen
Verwertungserfahrungen. Die Bewertungsansätze werden jährlich im Rahmen der LGD Validierung geprüft und gegebenen-
falls angepasst. Der im Bewertungsansatz inkludierte Abschlag berücksichtigt das Bewertungs- und Verwertungsrisiko, die
Kosten der Verwertung sowie den durch die Verwertungsdauer der jeweiligen Sicherheit entstehenden Zinseffekt.
Die Aktualität der Sicherheitenwerte wird bei finanziellen Sicherheiten über die laufende Einspielung der Marktwerte sicher-
gestellt, bei hypothekarischen Sicherheiten erfolgt die Expertenschätzung gemäß den Mindesterfordernissen, die im umfas-
senden Sicherheitenbewertungsansatz in der CRR definiert sind.
Konzernabschluss
109
Generell werden bei intern verwendeten Sicherheiten die gleichen strikten Qualitätsanforderungen in Bezug auf Aktualität
und Durchsetzbarkeit angewandt wie bei Sicherheiten, die unter der CRR II bei der Ermittlung des Eigenmittelerfordernisse s
für das Kreditgeschäft zur Anrechnung kommen.
Die Übernahme von Pfandliegenschaften nimmt generell eine untergeordnete Rolle ein. In den ausgewiesenen finanziellen
Vermögenswerten per 31.12.2022 befinden sich (wie auch im Vorjahr) keine übernommenen Pfandliegenschaften. Diese
werden von der Oberbank AG nur dann erworben, wenn Verkaufshemmnisse die sofortige Verwertung einer Liegenschaft
mit einem angemessenen Verwertungserlös unmöglich machen (z. B. im Rahmen einer Versteigerung bzw. im Freihandver-
kauf). Es ist immer das erklärte Ziel, die ursprünglich bestehenden Verkaufshemmnisse zu beseitigen, um anschließend das
Objekt schnellstmöglich und ordnungsgemäß weiterzuveräußern. Eine Verwendung für den Geschäftsbetrieb erfolgt nicht.
In der Berichtsperiode wurden keine Sicherheiten verwertet, die die Ansatzkriterien nach IFRS erfüllen.
Arten von Sicherheiten
Die wesentlichen Sicherheiten sind Hypotheken auf Wohnimmobilien und kommerziell genutzte Immobilien, finanzielle Si-
cherheiten (Bareinlagen, Schuldverschreibungen und Aktien) sowie persönliche Sicherheiten (Haftungen, Bürgschaften, Ga-
rantien). Die Sicherheiten (exklusive persönliche Sicherheiten) können zu einem überwiegenden Anteil von 93,45 % (Vorjah r :
92,56 %) der Forderungsart „Kredite und Forderungen“ zugerechnet werden, der Rest entfällt zu 6,55 % (Vorjahr: 7,44 %) a u f
die „Kreditrisiken aus Derivaten und Eventualverbindlichkeiten“.
Die in den Tabellen ausgewiesenen Werte stellen die im Rahmen der Quantifizierung der Kreditrisiken im ICAAP verwende-
ten besicherten Forderungswerte dar.
in € 1.000
Besicherter Forderungswert
Sicherheitenkategorie
31.12.2022
31.12.2021
Finanzielle Sicherheiten
1.397.867
1.218.253
Bareinlagen
1.322.687
1.100.042
Schuldverschreibungen
18.515
29.711
Aktien und andere nicht festverzinsl. WP
56.665
88.500
Immobiliensicherheiten
7.060.092
6.846.874
Wohnimmobilien
3.654.233
3.508.448
Gewerbeimmobilien
3.405.859
3.338.426
Sachsicherheiten
1.102.516
863.869
Die persönlichen Sicherheiten beschränken sich auf Haftungen, Bürgschaften und Garantien. Die wichtigsten sechs Garanti e-
geber, die 85,26% (Vorjahr: 83,51%) am gesamten Volumen der persönlichen Sicherheiten darstellen, sind nachstehend au f-
gelistet.
in € 1.000 per
Externes Rating
Besicherter Forde-
in %
31.12.2022
rungswert
Persönliche Sicherheiten
1.100.451
100,00%
hiev. Staat Österreich
AA+
626.164
56,9%
hiev. Kreditanstalt für Wiederaufbau
AAA
193.372
17,6%
hiev. Land Oberösterreich
AA+
38.123
3,5%
hiev. Landeshauptstadt Graz
30.000
2,7%
hiev. LfA Förderbank Bayern
AAA
26.082
2,4%
hiev. Staat Tschechien
AA-
24.515
2,2%
Konzernabschluss
110
in € 1.000 per
Externes Rating
Besicherter For-
in %
31.12.2021
derungswert
Persönliche Sicherheiten
1.163.434
100,00%
hiev. Staat Österreich
AA+
601.919
51,7%
hiev. Kreditanstalt für Wiederaufbau
AAA
161.708
13,9%
hiev. COVID-19 Finanzierungsagentur
82.950
7,1%
hiev. Staat Tschechien
AA-
43.683
3,8%
hiev. LfA Förderbank Bayern
AAA
41.323
3,6%
hiev. Land Oberösterreich
AA+
40.056
3,4%
Risikovorsorgen und Non-performing loans
Bildung von Risikovorsorgen (Wertberichtigungen und Rückstellungen)
Die Details zur Bildung von Risikovorsorgen gemäß IFRS 9 5.5 und zur Einordnung in die ECL-Stufen können der Note 2.7)
entnommen werden.
Entwicklung der Risikovorsorgen
Das Risikoergebnis aus dem Kreditgeschäft ist gegenüber dem Jahr 2021 um 5,8 Mio. Euro auf 41,5 Mio Euro angestiegen.
Entwicklung des Ergebnisses aus den Risikovorsorgen im Kreditgeschäft (GuV-Darstellung)
in € 1.000
31.12.2022
31.12.2021
Zuführungen zu Risikovorsorgen im Kreditgeschäft
117.079
101.325
Auflösung von Risikovorsorgen im Kreditgeschäft
-71.190
-66.241
Direktabschreibungen von Forderungen
1.325
1.437
Eingänge aus abgeschriebenen Forderungen
-2.202
-2.422
Ergebnis aus nicht signifikanter Modifikation
-41
-70
Impairment Gain aus POCI
-3.489
1.684
Gesamt
41.482
35.713
Entwicklung der Risikovorsorgen (Bilanzdarstellung)
Stand
Ver-
Sonstige Ef-
Stand
in € 1.000
1.1.2022
Zuführungen
Auflösungen
brauch
fekte
2)
31.12.2022
zu Barreserve Stage 1 + 2
640
0
-279
0
0
361
zu Forderungen an Kreditin-
stitute Stufe 1 + 2
109
58
0
0
0
167
zu Forderungen an Kreditin-
stitute Stufe 3
0
0
0
0
0
0
zu Forderungen an Kunden
57.638
10.166
0
0
-7
67.797
Stufe 1 + 2
zu Forderungen an Kunden
156.214
77.061
-42.089
-14.929
-5.491
170.766
Stufe 3
zu Finanzanlagen Stufe 1 + 2
902
54
-81
0
-5
870
zu Sachanlagen Stage 1 +2
207
0
-34
0
0
173
Risikovorsorgen
215.710
87.339
-42.483
-14.929
-5.503
240.134
im Kreditgeschäft
1)
zu außerbilanziellen Ge-
schäften Stufe 1 + 2
21.286
1.041
-2.799
0
0
19.528
zu außerbilanziellen Ge-
schäften Stufe 3
113.964
28.699
-25.908
0
1.214
117.969
Gesamtsumme
350.960
117.079
-71.190
-14.929
-4.289
377.631
Risikovorsorgen
1)
Die Risikovorsorgen zu außerbilanziellen Geschäften werden in der Position Rückstellungen (Bilanz Passiva 4) ausgewiesen
2)
Hiev. aus Konsolidierung 1.257 Tsd. EUR, aus Risikovorsorgen für zum Fair Value über OCI bewertete WP - 12 Tsd. EUR, aus Umbuchungen POCI -
5.889
Tsd. EUR, aus Wechselkursänderungen resultieren + 366 Tsd. EUR
Konzernabschluss
111
Veränderung der Risikovorsorge nach IFRS 9 im Berichtsjahr
Folgende Tabellen zeigen die Wertänderungen der Bruttobuchwerte sowie der Risikovorsorgen im Geschäftsjahr 2022 für
bilanzielle Vermögenswerte, die unter die Bestimmungen der Wertminderungsvorschriften nach IFRS 9 fallen.
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Bruttobuchwerte zu AC bewerteten finanziellen
Vermögenswerten
12-M ECL
LT-ECL
POCI
Gesamt
in € 1.000
Stand per 31.12.2021*
18.863.549
5.602.656
342.671
40.330
24.849.205
Transfer in Stufe 1
747.510
-745.640
-1.871
Transfer in Stufe 2
-331.097
340.667
-9.570
Transfer in Stufe 3
-123.634
-97.966
221.600
Änderungen aufgrund von
neu ausgereichten oder
erworbenen Vermögenswerten
inkl. POCI Reklassifizierung
3.871.117
977.008
4.848.125
Änderungen aufgrund von
Modelländerungen
-2.953.654
2.953.654
Änderungen aufgrund von Risikoparametern
-499.685
-1.668.145
-82.766
-1.080
-2.251.675
Änderungen aufgrund von
Modifikationen ohne Ausbuchung
-3.993
-965
-4.959
Änderungen aufgrund von
Ausbuchungen
-2.538.742
-783.659
-3.322.401
Änderungen aufgrund
von Abschreibungen
Änderungen aufgrund von
Wechselkursänderungen und
sonstigen Anpassungen
-3.052
61
-2.992
Stand per 31.12.2022
17.028.320
6.577.670
470.064
39.250
24.115.304
* Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund einer Umgliederung angepasst.
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Wertberichtigungen zu AC bewerteten finanziellen
Vermögenswerten
12-M ECL
LT-ECL
Gesamt
in € 1.000
Stand per 31.12.2021
18.203
41.246
156.213
215.662
Transfer in Stufe 1
954
-5.875
-4.921
Transfer in Stufe 2
-3.855
7.108
-890
2.364
Transfer in Stufe 3
-525
-2.500
53.963
50.939
Änderungen aufgrund von neu ausgereich-
ten oder erworbenen Vermögenswerten
inkl. POCI Reklassifizierung
5.676
9.426
15.102
Änderungen aufgrund von Modelländerungen
-2.070
16.766
14.696
Änderungen aufgrund von Risikoparametern
2.829
-12.467
-18.101
-27.740
Änderungen aufgrund von Modifikationen
ohne Ausbuchung
10
1
12
Änderungen aufgrund von Ausbuchungen
-2.758
-2.841
-5.599
Änderungen aufgrund von Abschreibungen
-14.929
-14.929
Änderungen aufgrund von
Wechselkursänderungen und sonstigen
Anpassungen
1
5
-5.491
-5.486
Stand per 31.12.2022
18.464
50.869
170.765
240.099
Konzernabschluss
112
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum Fair Value bewertet
Bruttobuchwerte zu FVOCI bewerteten finanziellen
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Vermögenswerten
12-M ECL
LT-ECL
POCI
Gesamt
in Tsd. EUR
Stand per 31.12.2021
76.911
76.911
Transfer in Stufe 1
76.911
Transfer in Stufe 2
Transfer in Stufe 3
Änderungen aufgrund von neu ausgereichten
oder erworbenen Vermögenswerten
inkl. POCI Reklassifizierung
Änderungen aufgrund von Modelländerungen
Änderungen aufgrund von Risikoparametern
245.300
245.300
Änderungen aufgrund von Modifikationen
ohne Ausbuchung
Änderungen aufgrund von Ausbuchungen
-18.212
-18.212
Änderungen aufgrund von Abschreibungen
Änderungen aufgrund von Wechselkursänderungen
und sonstigen Anpassungen
Stand per 31.12.2022
303.999
303.999
Wertberichtigungen zu FVOCI bewerteten finanziellen
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Vermögenswerten
12-M ECL
LT-ECL
Gesamt
in Tsd. EUR
Stand per 31.12.2021
48
48
Transfer in Stufe 1
Transfer in Stufe 2
Transfer in Stufe 3
Änderungen aufgrund von neu ausgereich-
ten oder erworbenen Vermögenswerten
inkl. POCI Reklassifizierung
Änderungen aufgrund von
Modelländerungen
Änderungen aufgrund von Risikoparametern
-6
-6
Änderungen aufgrund von
Modifikationen ohne Ausbuchung
Änderungen aufgrund von Ausbuchungen
-6
-6
Änderungen aufgrund von Abschreibungen
Änderungen aufgrund von Wechselkurs-
änderungen und sonstigen Anpassungen
Stand per 31.12.2022
36
36
Das maximale Ausfallrisiko des Oberbank-Konzerns ergibt sich aus den in der Bilanzposition Barreserve enthaltenen
Forderungen an Nationalbanken und den Bilanzposten Forderungen an Kreditinstitute, Forderungen an Kunden, den
festverzinslichen Wertpapieren der Finanzanlagen, den Kreditrisiken aus Derivaten und Eventualverbindlichkeiten ein-
schließlich nicht ausgenützter Kreditrahmen sowie den Operating Leasing Forderungen und beläuft sich auf 30.804 Mio.
Euro (Vorjahr 31.304 Mio. Euro). Diesem Wert stehen insgesamt Kreditsicherheiten in der Höhe von 13.017,7 Mio. Euro
(Vorjahr 12.135,9 Mio. Euro) gegenüber, davon für wertberichtigte und non-performing Forderungen 303,5 Mio. Euro (Vor-
jahr 218,0 Mio. Euro). In den Zinsen und ähnlichen Erträgen ist ein Betrag in Höhe von 17,8 Mio. Euro (Vorjahr 11,9 Mio.
Euro) aus wertgeminderten Forderungen an Kunden enthalten.
Das maximale Ausfallrisiko aus den nach Fair Value bewerteten Forderungen entspricht dem beizulegenden Zeitwert.
Die Impairment-Kriterien für in den Finanzanlagen enthaltene Schuldtitel sind unter Note 2.5, „Wertminderung bei
Schuldtiteln“, dargestellt.
Konzernabschluss
113
Non-performing loans
Als notleidend (non-performing) werden Forderungen klassifiziert, auf die ein Ausfallkriterium im Sinne der CRR II zutrifft:
Eine wesentliche Forderung ist mehr als 90 Tage überfällig oder die volle Rückzahlung der Forderung ist unwahrscheinlich.
Nachstehende Elemente sind als Hinweis zu sehen, dass eine Forderung wahrscheinlich nicht in voller Höhe beglichen wird:
1. Verzicht auf die laufende Belastung von Zinsen
2. Neubildung einer Kreditrisikoanpassung in Stufe 3 aufgrund einer deutlichen Verschlechterung der Bonität;
3. Restrukturierung des Kreditengagements;
4. Einleitung von Betreibungsmaßnahmen wegen Zahlungsunfähigkeit /-unwilligkeit, Betrug oder sonstiger Gründe;
5. Forderungsverkauf mit bedeutendem, bonitätsbedingtem Verlust;
6. Insolvenz.
7. Weitere Nachsichtsmaßnahme bei einer bereits mit Nachsicht gekennzeichneter Forderung.
Diese Forderungen werden in der Kategorie notleidend („non-performing“) dargestellt und sind Teil der folgenden
Bilanzposten. Weiters lässt sich die Entwicklung der Kennzahl „Non-performing loans Ratio“ und der „Non-performing
Coverage Ratio“ aus der unten stehenden Tabelle ablesen.
NPL nach Abzug von Risikovorsor-
In € 1.000
1)
NPL vor Abzug von Risikovorsorgen
gen
Bilanzposition
31.12.2022
31.12.2021
31.12.2022
31.12.2021
Forderungen an Kreditinstitute
0
0
0
0
Forderungen an Kunden
509.314
381.882
338.548
227.368
vor Abzug von Risikovorsorgen
nach Abzug von Risikovorsorgen
31.12.2022
31.12.2021
31.12.2022
31.12.2021
Non performing loans Ratio brutto
2,49%
1,96%
-
-
Non performing loans Ratio netto
-
-
1,67%
1,18%
31.12.2022
31.12.2021
NPL vor Abzug von Risikovorsorgen
509.314
381.882
Risikovorsorgen Stage 3 und Sicherhei-
ten für Non performing loans
446.630
355.603
Non performing Coverage Ratio
87,69%
93,12%
1)
Bei den Werten handelt es sich um Bilanzwerte.
Das non-performing Kreditrisikovolumen (On- und Off-Balance) wird in der nachfolgenden Tabelle den Risikovorsorgen und
den Sicherheiten nach Branche gegenübergestellt.
Im Bilanzerhellungszeitraum wurden noch weitere 6,5 Mio. EUR Risikovorsorgen Stufe 3 Off-Balance gebildet. Die Kunden
wurden im Jänner zeitnah auf Non-performing umgestellt.
Branchen
Non-perfor-
Risikovorsorgen Stufe 3
in € 1.000 per 31.12.2022
ming Kreditri-
On-Balance
Off-Balance
Sicherheiten
siko-volumen
A Land- und Forstwirtschaft
1.643
520
133
902
B Bergbau
0
0
0
0
C Herstellung von Waren
134.443
31.829
3.236
82.917
D Energieversorgung
4.424
368
323
3.585
E Wasserversorgung und Abfallent-
sorgung
427
102
17
234
F Bau
41.281
9.614
1.655
28.946
G Handel
57.145
24.363
3.888
22.019
H Verkehr
63.709
10.539
840
35.805
I Beherbergung und Gastronomie
36.549
11.028
5.622
18.238
J Information und Kommunikation
6.380
639
13
5.217
Konzernabschluss
114
K Finanz- und Versicherungsleis-
8.405
30
8.019
tungen
366
L Grundstücks- und Wohnungswe-
sen
50.495
16.962
4.060
31.679
M Freiberufliche/techn. Dienstleis-
tungen
66.814
23.394
544
30.922
N Sonst. wirtschaftl. Dienstleistun-
gen
10.190
4.064
503
5.501
O Öffentliche Verwaltung
17
17
0
0
P Erziehung und Unterricht
307
176
12
116
Q Gesundheits- und Sozialwesen
3.269
496
50
2.317
R Kunst, Unterhaltung und Erho-
lung
988
421
0
489
S Sonst. Dienstleistungen
1.907
564
17
1.288
T Private Haushalte
61.934
35.304
486
25.300
U Exterritoriale Organisationen
0
0
0
0
Branchenmäßig nicht zuordenbare
90.039
Risikovorsorgen
Gesamt
550.328
170.766
111.469
303.492
Branchen
Non-perfor-
Risikovorsorgen Stufe 3
in € 1.000 per 31.12.2021
ming Kreditri-
On-Balance
Off-Balance
Sicherheiten
siko-volumen
A Land- und Forstwirtschaft
2.012
575
136
1.267
B Bergbau
0
0
0
0
C Herstellung von Waren
89.886
28.634
5.647
54.999
D Energieversorgung
2.505
483
98
1.183
E Wasserversorgung und Abfallent-
sorgung
1.469
247
21
804
F Bau
45.649
13.100
2.753
24.839
G Handel
41.123
19.304
3.672
17.709
H Verkehr
26.247
6.764
273
13.785
I Beherbergung und Gastronomie
20.744
7.144
4.671
7.681
J Information und Kommunikation
11.959
7.866
17
4.061
K Finanz- und Versicherungsleis-
tungen
3.847
357
61
3.431
L Grundstücks- und Wohnungswe-
sen
46.507
15.481
7.107
28.350
M Freiberufliche/techn. Dienstleis-
tungen
43.713
16.342
3.392
21.029
N Sonst. wirtschaftl. Dienstleistun-
gen
8.698
2.396
389
5.660
O Öffentliche Verwaltung
17
17
0
0
P Erziehung und Unterricht
540
158
57
365
Q Gesundheits- und Sozialwesen
457
137
2
281
R Kunst, Unterhaltung und Erho-
lung
3.686
948
100
1.984
S Sonst. Dienstleistungen
2.051
634
32
1.318
T Private Haushalte
65.133
33.928
318
29.255
U Exterritoriale Organisationen
0
0
0
0
Branchenmäßig nicht zuordenbare
75.776
Risikovorsorgen
Gesamt
416.244
154.514
113.964
218.000
Weiters erfolgt noch eine Darstellung des non-performing Kreditrisikovolumens, der Risikovorsorgen und der Sicherheiten
nach Regionen.
Konzernabschluss
115
Non-performing
Risikovorsorgen Stufe 3
Kreditrisiko-volu-
Geografische Verteilung
men
On-Balance
Off-Balance
Sicherheiten
per 31.12.2022 in Tsd. €
Österreich
229.534
77.349
6.079
126.144
Deutschland
180.555
50.097
10.319
94.939
Osteuropa (CZ, HU, SK)
129.682
41.295
4.838
74.075
Westeuropa (ohne DE)
382
189
2
31
PIGS-Länder
5
5
0
0
Andere Länder
10.170
1.831
192
8.304
Geografisch nicht zuordenbare
Risikovorsorgen
90.039
Gesamt
550.328
170.766
111.469
303.492
Non-performing
Risikovorsorgen Stufe 3
Kreditrisiko-volu-
Geografische Verteilung
men
On-Balance
Off-Balance
Sicherheiten
per 31.12.2021 in Tsd. €
Österreich
165.970
74.121
6.803
77.098
Deutschland
112.775
28.844
19.132
66.070
Osteuropa (CZ, HU, SK)
136.361
51.004
2.811
74.268
Westeuropa (ohne DE)
76
71
0
0
PIGS-Länder
11
8
0
0
Andere Länder
1.052
467
0
564
Geografisch nicht zuordenbare
Risikovorsorgen
80.119
Gesamt
416.244
154.514
113.964
218.000
Die geografisch nicht zuordenbaren Risikovorsorgen ergeben sich zu einem Großteil aus den freien Rückstellungen der AL-
GAR, die in der Folge näher erläutert werden:
Die Oberbank AG, die BKS AG und die BTV AG sind zu 50% bzw. jeweils 25% an der Alpenländische Garantie-Gesellschaft
m.b.H. (idF kurz „ALGAR“) beteiligt. Geschäftsgegenstand der ALGAR, die über eine eingeschränkte Bankkonzession verfügt,
ist die Übernahme von Ausfallrisiken für definierte Kredite und Darlehen der Gesellschafterbanken, wobei das Ausmaß der
Inanspruchnahme mit dem in der ALGAR vorhandenen Vermögen, welches nicht für bereits in Anspruch genommenen Ga-
rantieleistungen reserviert ist, begrenzt ist (Höchstbetrag der Rückstellung für erwartete künftige Inanspruchnahmen). Die
Laufzeit der Garantie ist zeitlich unlimitiert. Die Gesellschafterbanken haben laufend ein Garantieentgelt zu leisten, welches
sich im Falle einer Entnahme entsprechend zukünftig erhöht (Malusregelung).
Zum 31. Dezember 2022 stehen einem von den Gesellschafterbanken eingemeldeten und von der Garantie umfassten Volu-
men eine Rückstellung für erwartete künftige Inanspruchnahmen in der ALGAR von 179.640 Tsd. EUR gegenüber. Da der für
das Garantievolumen ermittelte erwartete Kreditverlust den Höchstbetrag der Rückstellung für erwartete künftige Inan-
spruchnahmen bei weitem übersteigt, greift zu diesem Stichtag die oben angeführte Begrenzungsregelung.
Aufgrund der besonderen gesellschaftsvertraglichen Bestimmungen sowie des mit der Bank für Tirol und Vorarlberg Aktien-
gesellschaft und mit der BKS Bank AG geschlossenen Gesellschafterübereinkommens wird die ALGAR als Gemeinschaftliche
Tätigkeit (Joint Operation) iSd IFRS 11 in den Konzern der Oberbank AG einbezogen.
Insoweit seitens der Gesellschafterbanken bereits Garantien der ALGAR aufgrund eines Ausfalles in Anspruch genommen
wurden, werden im Rahmen der Konzernrechnungslegung die in der ALGAR dafür vorgenommenen Rückstellungen der je-
weiligen betroffenen Gesellschafterbank zugeordnet. Dies betrifft ebenso die im Rahmen der vorläufigen Garantieerklärun-
gen angemeldeten Kreditobligos, für die in der ALGAR bereits Risikovorsorgen gebildet wurden.
Die seitens der ALGAR vorgenommenen Rückstellungen für erwartete Kreditverluste für das noch nicht ausgefallene Garan-
tievolumen werden von den Gesellschafterbanken mangels einer eindeutigen Zuordenbarkeit der Vorsorgen zu spezifischen
garantierten Krediten und Darlehen entsprechend dem Beteiligungsverhältnis in den Konzern einbezogen.
Konzernabschluss
116
Hieraus ergibt sich für die Oberbank AG die Übernahme von Rückstellungen für erwartete Kreditverluste von nicht eindeutig
zuordenbaren Kreditrisiken in Höhe von 89.820 Tsd. EUR.
Darüber hinaus gibt es noch Risikovorsorgen für ECLs der Stufen 1 und 2 für die „performing“-Kategorien mit einem Volu-
men von 88.896 Tsd. EUR (Vorjahr: 80.782 Tsd. EUR).
Risikovorsorgen gemäß IFRS 9 nach Bonitätsstruktur
Die Risikovorsorgen werden gemäß IFRS 9 für Kreditverluste sämtlicher Positionen des Kreditrisikovolumens berechnet, die
zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum Fair Value bewertet werden. Dies umfasst Kredite und Darle-
hen, Schuldverschreibungen, Forderungen aus Finanzierungsleasing sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Rückstellungen für Finanzgarantien und nicht ausgenützte Kreditrahmen werden berechnet, sofern sie den IFRS 9 Bestim-
mungen für Impairment unterliegen.
Ausfallsrisiko pro Bonitätsstufe der fi-
Stage 1
Stage 2
Stage 3
nanziellen Vermögenswerte
12-M-ECL
LT-ECL
POCI
Gesamt
per 31.12.2022 in Tsd. €
Sehr gut
10.216.228
1.630.975
11.847.202
Gut
7.041.996
4.577.866
15
11.619.876
Mangelhaft
74.095
368.830
1.167
444.091
Non performing
470.064
38.068
508.133
Bruttobuchwert
17.332.318
6.577.670
470.064
39.250
24.419.302
Risikovorsorge
-18.500
-50.869
-170.765
-240.134
Nettobuchwert
17.313.818
6.526.801
299.300
39.250
24.179.168
Ausfallsrisiko pro Bonitätsstufe der fi-
Stage 1
Stage 2
Stage 3
nanziellen Vermögenswerte
12-M-ECL
LT-ECL
POCI
Gesamt
per 31.12.2021 in Tsd. €
Sehr gut
11.835.616
1.061.195
12.896.811
Gut
6.871.148
4.014.364
4
10.885.516
Mangelhaft
75.377
515.098
590.475
Non performing
342.671
40.325
382.996
Bruttobuchwert
18.782.141
5.590.657
342.671
40.330
24.755.798
Risikovorsorge
-18.251
-41.246
-156.213
-215.710
Nettobuchwert
18.763.890
5.549.411
186.458
40.330
24.540.089
Ausfallsrisiko pro Bonitätsstufe bei Kre-
Stage 1
Stage 2
Stage 3
ditzusagen
12-M-ECL
LT-ECL
POCI
Gesamt
per 31.12.2022 in Tsd. €
Sehr gut
2.032.778
361.409
2.394.187
Gut
1.585.560
464.486
11
2.050.057
Mangelhaft
11.235
24.487
35.723
Non performing
8.972
16
8.988
Eventualobligo Brutto
3.629.573
850.382
8.972
28
4.488.955
Risikovorsorge
-7.525
-6.390
-113.663
-219
-127.796
Eventualobligo Netto
3.622.048
843.993
-104.691
-191
4.361.159
Ausfallsrisiko pro Bonitätsstufe bei Kre-
Stage 1
Stage 2
Stage 3
ditzusagen
12-M-ECL
LT-ECL
POCI
Gesamt
per 31.12.2021 in Tsd. €
Sehr gut
2.228.527
38.875
2.267.402
Gut
1.858.508
293.533
37
2.152.078
Mangelhaft
17.906
44.425
62.331
Non performing
12.342
5.048
17.390
Eventualobligo Brutto
4.104.941
376.834
12.342
5.084
4.499.201
Risikovorsorge
-9.878
-6.125
-7.080
-413
-23.496
Eventualobligo Netto
4.095.063
370.708
5.262
4.671
4.475.705
Konzernabschluss
117
Ausfallsrisiko pro Bonitätsstufe für Fi-
nanzgarantien
per 31.12.2022 in Tsd. €
Stage 1
Stage 2
Stage 3
12-M-ECL
LT-ECL
POCI
Gesamt
Sehr gut
733.938
224.989
958.928
Gut
543.937
96.809
640.747
Mangelhaft
2.507
16.782
19.290
Non performing
20.957
20.957
Eventualobligo Brutto
1.280.383
338.581
20.957
1.639.921
Risikovorsorge
-1.811
-3.800
-4.089
-9.700
Eventualobligo Netto
1.278.572
334.781
16.868
1.630.221
Ausfallsrisiko pro Bonitätsstufe für Fi-
nanzgarantien
per 31.12.2021 in Tsd. €
Stage 1
Stage 2
Stage 3
12-M-ECL
LT-ECL
POCI
Gesamt
Sehr gut
774.620
18.479
793.099
Gut
493.753
72.366
566.119
Mangelhaft
2.883
27.495
30.378
Non performing
11.473
11.473
Eventualobligo Brutto
1.271.256
118.340
11.473
1.401.070
Risikovorsorge
-2.259
-3.024
-9.652
-14.935
Eventualobligo Netto
1.268.998
115.316
1.821
1.386.135
Alle finanziellen Vermögenswerte, die nicht unter die Kategorie „non-performing“ fallen, sind nicht mehr als 90 Tage über-
fällig. Befinden sich die verbleibenden finanziellen Vermögenswerte in Verzug, so werden die jeweiligen KundInnen mit ih-
ren gesamten finanziellen Vermögenswerten in der nachstehenden Tabelle als KundInnen in Verzug dargestellt.
per 31.12.2022 in Tsd. €
1)
In Verzug seit
Kredite und Forderungen
Kreditrisiken aus Derivaten u.
Eventualverbindlichkeiten
Gesamt
Unter 30 Tagen
246.245
5.822
252.067
Zwischen 30 und 60 Tagen
10.566
450
11.015
Zwischen 60 und 90 Tagen
1.155
100
1.255
Gesamt
257.965
6.372
264.337
1)
Alle finanziellen Vermögenswerte, die mehr als 90 Tage überfällig und aufgrund Überbesicherung nicht wertgemindert
sind, sind bereits im non-performing Segment der vorstehenden Tabellen dargestellt.
per 31.12.2021 in Tsd. €
1)
In Verzug seit
Kredite und Forderungen
Kreditrisiken aus Derivaten u.
Eventualverbindlichkeiten
Gesamt
Unter 30 Tagen
194.936
10.892
205.828
Zwischen 30 und 60 Tagen
17.227
386
17.613
Zwischen 60 und 90 Tagen
670
11
681
Gesamt
212.833
11.290
224.122
1)
Alle finanziellen Vermögenswerte, die mehr als 90 Tage überfällig und aufgrund Überbesicherung nicht wertgemindert
sind, sind bereits im non-performing Segment der vorstehenden Tabellen dargestellt.
Stundungen/Nachsicht (Forbearance)
Stundungen und andere Zugeständnisse an KreditnehmerInnen werden in Situationen gewährt, in denen angenommen
wird, dass die KreditnehmerInnen die Kreditbedingungen aufgrund ihrer aktuellen finanziellen Situation nicht erfüllen kön-
nen. Basierend auf den Ursachen dieser Schwierigkeiten entscheidet die Oberbank AG, die Kreditbedingungen derart zu än-
dern, dass die KreditnehmerInnen genügend Spielraum haben, die Schulden zu begleichen oder die Oberbank AG schuldet
zu diesem Zweck den Kredit (ganz oder teilweise) um.
Vorab wird geprüft, ob ein Ausfallstatbestand vorliegt. Ist dies der Fall, werden die KundInnen auf non-performing gestellt
und eine Risikovorsorge entsprechend der in Note 2.7) beschriebenen Methodik gebildet.
Liegt kein Ausfallstatbestand vor und ergibt die eingehende Prüfung der wirtschaftlichen Lage, dass mit einer gewährten
Maßnahme künftig die finanziellen Verpflichtungen gesichert erfüllt werden können, dürfen eine Stundung oder andere Zu-
geständnisse gewährt werden.
Konzernabschluss
118
Werden mit KundInnen in Zahlungsschwierigkeiten Vereinbarungen in einer Form getroffen, wie sie bei Neueinräumungen
üblicherweise nicht erfolgen, wird das betreffende Obligo mit Nachsicht gekennzeichnet.
Wurden Stundungen auf Basis staatlich verfügter Moratorien oder privater EBA-konformer Moratorien gewährt, wurden
diese gem. EBA Leitlinie zu gesetzlichen Moratorien und Moratorien ohne Gesetzesform für Darlehenszahlungen vor dem
Hintergrund der COVID-19-Krise grundsätzlich nicht als Nachsicht gekennzeichnet. In Einzelfällen, insbesondere bei wieder-
holter, aktiver Inanspruchnahme des Moratoriums durch den Kunden, wurde allerdings nach interner Prüfung von dieser
Möglichkeit nicht Gebrauch gemacht und die Geschäfte wurden trotzdem mit Nachsicht gekennzeichnet.
Das Monitoring von Stundungen erfolgt im Rahmen des 90-Tage-Eskalationsprozesses. Führt die Gewährung einer Stundung
nicht zum gewünschten Ergebnis (Wiederaufnahme der vertragskonformen Bedienung des Kredits nach Stundung), wird
durch den 90-Tage-Eskalationsprozess das Ratingsigel auf non-performing gestellt und bei Vorliegen einer Unterdeckung
eine Risikovorsorge gebildet.
Ist bei einem bereits mit Nachsicht gekennzeichneten Obligo eine weitere Nachsichtsmaßnahme erforderlich, erfolgt eben-
falls eine Umstellung auf non-performing.
Eine Verschleierung von notleidenden Krediten durch die Gewährung von Stundungen oder anderen Formen von Vertrags-
zugeständnissen ist durch diese Vorgehensweise ausgeschlossen.
Die in der Berichtsperiode gewährten Maßnahmen sind in der nachstehenden Tabelle dargestellt.
Stundungen/Nach-
Aus Kennzeich-
Neu als Stun-
In der Berichts-
sichtmaßnahmen
Stand
nung Nachsicht
Rückgang
dungen/Nach-
Stand
periode verein-
in Tsd. €
31.12.2021
gesundet
Volumen
1)
sicht betrachtet
31.12.2022
nahmte Zinsen
Verlängerung Kredit-
laufzeit
50.008
4.425
16.816
52.265
81.031
2.748
Stundung
242.384
39.406
57.887
63.442
208.533
8.779
Verzicht sonstige
vertragliche Rechte
7.399
374
4.735
16.631
18.921
709
Umschuldung
21.381
1.122
6.011
5.949
20.197
806
Sonstige
728
239
231
23
281
8
Gesamt
321.899
45.567
85.679
138.311
328.964
13.050
1)
wegen Rückzahlungen, Tilgungen
Das Volumen der von Stundungen und anderen Nachsichtsmaßnahmen betroffenen Geschäfte wird in der folgenden Tabelle
nach Bonitätsstufen aufgeteilt und den getroffenen Risikovorsorgen sowie den Sicherheiten gegenübergestellt.
per 31.12.2022 in Tsd. €
Besicherter Forderungs-
Bonitätsstufen
Forderungswert
Risikovorsorgen
1)
wert
Sehr gut
125
1
39
Gut
128.780
353
69.224
Mangelhaft
42.577
423
35.438
Non-performing
157.481
48.081
62.276
Gesamt
328.964
48.858
166.976
1)
Die bei den performing Kategorien dargestellten Risikovorsorgen resultieren aus den Risikovorsorgen für ECL nach IFRS 9.
per 31.12.2021 in Tsd. €
Besicherter Forderungs-
Bonitätsstufen
Forderungswert
Risikovorsorgen
1)
wert
Sehr gut
112
1
98
Gut
142.356
561
114.120
Mangelhaft
41.982
438
24.500
Non-performing
137.449
40.307
69.047
Gesamt
321.899
41.308
207.765
1)
Die bei den performing Kategorien dargestellten Risikovorsorgen resultieren aus den Risikovorsorgen für ECL nach IFRS 9.
Konzernabschluss
119
Nachhaltigkeitsrisiko als integrierter Bestandteil des Kreditrisikos
Das Thema Nachhaltigkeit ist aus Sicht der Oberbank AG auch untrennbar mit dem Management der Kreditrisiken einer
Bank verbunden. Nachhaltigkeitsrisiken können erhebliche negative Auswirkungen auf die KreditnehmerInnen der Oberbank
AG und damit in der Folge auf das Kreditrisiko haben. Unter klimabedingte Nachhaltigkeitsrisiken fallen zum einen physische
Risiken wie extreme Wetterereignisse, welche durch den Klimawandel begünstigt werden und schwere (auch finanzielle)
Schäden anrichten können. Auch können klimabedingte Katastrophen beispielsweise Lieferketten unterbrechen oder Ge-
schäftsmodelle aufgrund geänderter Umweltbedingungen zerstören. Weiters könnten künftig Unternehmen vermehrt für
Klima-schädliches Verhalten zur Verantwortung gezogen werden, was zu schwerwiegenden finanziellen Folgen für die be-
troffenen Unternehmen führen kann. Ein weiterer Aspekt besteht darin, dass Unternehmen durch klimabedingte Transiti-
onsrisiken schwer betroffen sein können. Änderungen in Politik (z. B. CO2-Steuern) oder Technologieveränderungen (z. B.
Elektromobilität) können zur Gefahr für nicht angepasste Unternehmen werden. Das steigende Bewusstsein für Klimaschutz
und sich ändernde gesellschaftliche Erwartungen führen möglicherweise zu einer erheblichen Veränderung des Konsumver-
haltens. Auch Nachhaltigkeitsrisiken in den Bereichen Soziales und Unternehmensführung können negative Auswirkungen
auf Vermögens-, Finanz und Ertragslage eines Unternehmens haben. So können zum Beispiel schlagend werdende Reputati-
onsrisiken den Verkauf der produzierten Produkte behindern. Es liegt daher auf der Hand, dass die Oberbank AG den Nach-
haltigkeitsrisiken bei der Steuerung des Kreditgeschäftes große Beachtung schenkt. Aus diesem Grund wurden in den letzten
Jahren wesentliche Veränderungen im Kredit- und Ratingprozess der Oberbank AG vorgenommen, um die Transparenz und
Steuerung der Nachhaltigkeitsrisiken zu verbessern.
Bei der Bonitätseinstufung unserer KundInnen fließen Nachhaltigkeitsrisiken bei der Beurteilung ESG-relevanter Softfacts
(Geschäftsmodell, Abhängigkeit externer Faktoren) in das Kundenrating ein. Die im 2. Halbjahr 2021 neu eingeführten sechs
ESG-Softfacts dienen zur systematischeren Beurteilung der Risiken des bestehenden Geschäftsmodells und zur Datensamm-
lung für die drei Bereiche E (Environment), S (Social) und G (Governance).
Die Berücksichtigung von ESG-Risiken im Kreditentscheidungsprozess wurde durch die Einführung des Climecycle-Tools weit-
gehend automatisiert. Das von der KPMG entwickelte Tool ermittelt für alle Kreditkunden der Oberbank AG ein Nachhaltig-
keits-Scoring, welches unmittelbar in die Kreditentscheidung einfließt.
Im Rahmen der Gesamtbankrisikosteuerung werden die Nachhaltigkeitsrisiken im Kreditportefeuille der Oberbank AG min-
destens zweimal pro Jahr evaluiert in Form einer Nachhaltigkeitsrisiko-Heatmap dargestellt. Die Heatmap wird im Aktiv-Pas-
siv-Management Gremium der Bank, das vom Risikovorstand der Bank geleitet wird, präsentiert. Darüber hinaus wird sie
auch dem Aufsichtsrat im Risikoausschuss vorgelegt.
Bei der Risikoeinstufung wurden sowohl Klima-, als auch Sozial- und Governance-Risiken berücksichtigt, wobei die
Klimarisiken den größten Einfluss auf die Gesamtrisikobewertung haben. Für die Bewertung wurden qualitative und
quantitative Informationen aus externen und öffentlich verfügbaren Datenquellen (wie beispielsweise EUROSTAT, SASB
(Sustainability Accounting Standards Board), FIRST („Financial Institutions: Resources, Solutions and Tools“), EU-Kommission
(Art. 8 & 9 Taxonomy Technical Annex) sowie Weltbank (ThinkHazard!)) verwendet. So kann die sektorale und regionale Risi-
koexposition unserer KundInnen im Hinblick auf die physischen Risiken (direkte Folgen des Klimawandels wie z.B. vermehrt
auftretende Naturkatastrophen) und auf die Transitionsrisiken (Risiken, die durch den Anpassungsprozess auf eine klima-
neutrale Wirtschaft und Gesellschaft entstehen wie z. B. Preisanstiege durch CO2-Steuern) eingeschätzt werden. In folgen-
der Grafik wird der Zusammenhang zwischen Höhe des Nachhaltigkeitsrisikos und Sektor im Kreditportfolio der Oberbank
AG dargestellt. Die Länge der Balken beschreibt das durchschnittliche volumensgewichtete Risiko. Die Schwankungsbreite
des Risikos innerhalb eines Sektors (Minimum/Maximum), die sich durch die regionalen Unterschiede und die Subbranchen
ergibt, wird durch die schwarzen Balken dargestellt.
Konzernabschluss
120
Nachhaltigkeitsrisiko im Kreditportfolio der Oberbank AG
Insgesamt ist das Kreditportfolio der Oberbank AG nur unterdurchschnittlichen Nachhaltigkeitsrisiken ausgesetzt. Bei den
physischen Risiken erklärt sich dies durch unser regionales Geschäftsmodell in Zentraleuropa; bei den Transitionsrisiken
dadurch, dass der Anteil der stärker betroffenen Branchen und Sektoren im Gesamtkreditvolumen in der Oberbank AG un-
terrepräsentiert ist.
Verteilung des Forderungsvolumens der Oberbank AG nach Instituts-intern definierten ESG-Risikoklassen
Konzernabschluss
121
Nachhaltigkeitsrisiko-Heatmap der Oberbank AG
Unsere Nachhaltigkeitsrisiko-Heatmap veranschaulicht die Nachhaltigkeitsrisiken, denen die Oberbank AG in den einzelnen
Regionen bzw. Sektoren (lt. NACE Codes) ausgesetzt ist. Die Regionen umfassen die Niederlassungsländer der Oberbank AG,
sowie eine Restposition, die sich zu einem großen Teil aus den für die Liquiditätssteuerung notwendigen hochliquiden Akti-
ven zusammensetzt. Die Farbe der Punkte in der Heatmap stellt die Risikoeinstufung dar, die Größe der Punkte die Höhe des
Exposures der Oberbank AG in diesem Bereich.
44) Beteiligungsrisiko
Als Beteiligungsrisiko wird der potenzielle Wertverlust aufgrund von Dividendenausfall, Wertminderung oder Veräußerungs-
verlust sowie die Reduktion der stillen Reserven durch die Gefahr einer entsprechend negativen wirtschaftlichen Entwick-
lung bezeichnet.
Die Anteile an den Schwesterbanken BKS und BTV, mit denen die Oberbank AG die 3 Banken Gruppe bildet, sind die
wichtigsten Beteiligungen der Oberbank AG. Die Beteiligungspolitik der Oberbank AG ist darauf ausgerichtet, bank- und ver-
triebsnahe Beteiligungen dann einzugehen, wenn diese dem Bankgeschäft dienlich sind, also deren Tätigkeit in direkter Ver-
längerung zur Banktätigkeit steht oder eine Hilfstätigkeit in Bezug auf diese darstellt. In dieses Segment fallen unter anderen
die Beteiligungen der Oberbank AG an der 3 Banken-Generali Investment-Gesellschaft m.b.H., an der 3 Banken IT GmbH und
an der Oberbank Service GmbH.
Konzernabschluss
122
Weiters finden sich die strategischen Beteiligungen an der voestalpine AG und an der Energie AG Oberösterreich im
Beteiligungsportfolio der Oberbank AG. Eine darüberhinausgehende aktive Industriebeteiligungspolitik entspricht nicht der
Philosophie der Oberbank AG. Darüber hinaus hält die Oberbank AG rein wirtschaftlich orientierte Beteiligungen, für die
entweder eine konkrete Renditeerwartung oder Erwartungen an eine Umwegrentabilität vorliegen. Mit dem „Oberbank Op-
portunity Fonds“ geht die Oberbank AG im Zuge von Private Equity-Finanzierungen Beteiligungen ein, vorrangig mit dem
Ziel, KundInnen in Situationen zu unterstützen, in denen diese mit herkömmlichen Finanzierungen nicht das Auslangen fin-
den. Beteiligungen an Mezzanin- und Equity-Anbietern werden eingegangen, um deren Expertise zu nutzen und Zugang zu
neuen Märkten zu gewinnen. Insbesondere im Immobilienbereich ist die Oberbank AG an Zweckgesellschaften beteiligt, die
z. B. zur Errichtung oder zum Betrieb eigener Immobilien gegründet wurden, vereinzelt auch an Unternehmen, die als Wohn-
bauträger wichtige Partner in Fragen der Wohnbaufinanzierung sind.
Vor dem Eingehen von Beteiligungen werden Analysen erstellt, um ein möglichst umfassendes Bild hinsichtlich Ertragskraft,
strategischem Fit und der rechtlichen Situation zu bekommen.
Die Buch- und beizulegenden Zeitwerte von Beteiligungspositionen zeigen folgendes Bild:
per 31.12.2022 in Tsd. €
Wertansätze
Gruppen von Beteiligungsinstrumenten nach Bewertungsart
Buchwert
Fair Value
Fair Value through OCI
Börsengehandelte Positionen
0
0
Nicht an einer Börse gehandelte Positionen
263.405
263.405
Fair Value through Profit and Loss
Nicht an einer Börse gehandelte Positionen
33.401
33.401
Anteile an at Equity-Unternehmen
Börsengehandelte Positionen
1.099.645
659.455
Nicht an einer Börse gehandelte Positionen
Gesamt
1.396.451
956.261
per 31.12.2021 in Tsd. €
Wertansätze
Gruppen von Beteiligungsinstrumenten nach Bewertungsart
Buchwert
Fair Value
Fair Value through OCI
Börsengehandelte Positionen
0
0
Nicht an einer Börse gehandelte Positionen
241.933
241.933
Fair Value through Profit and Loss
Nicht an einer Börse gehandelte Positionen
22.374
22.374
Anteile an at Equity-Unternehmen
Börsengehandelte Positionen
1.000.764
730.120
Nicht an einer Börse gehandelte Positionen
Gesamt
1.265.071
994.427
45) Marktrisiko
Unter Marktrisiko wird der potenziell mögliche Verlust, der durch Veränderungen von Preisen und Zinssätzen an Finanz-
märkten entstehen kann, verstanden. In dieser Risikokategorie sind sowohl Positionen des Handelsbuchs als auch des Bank-
buchs erfasst. Das Marktrisiko setzt sich aus den Risikoarten Zinsrisiko, Währungsrisiko, Aktienkursrisiko und Credit-Spread-
Risiko zusammen.
Risikomanagement
Die Marktrisiken werden in der Oberbank AG auch für die ausländischen Geschäftseinheiten sowie für die vollkonsolidierten
Konzerngesellschaften zentral gesteuert. Das Management der Marktrisiken ist in der Oberbank AG auf zwei Kompetenzträ-
ger aufgeteilt, die diese im Rahmen der ihnen zugewiesenen Limits steuern.
Konzernabschluss
123
Steuerung der Marktrisiken in der Verantwortung der Abteilung Treasury & Handel
Die Abteilung Treasury & Handel ist zuständig für die Steuerung der Marktrisiken der Handelsbuchpositionen, des
Zinsänderungsrisikos im Geldhandelsbuch sowie des Devisenkursrisikos des gesamten Oberbank Konzerns. Das Geldhandels-
buch umfasst die kurzfristigen Bankbuchpositionen. Die Berechnung des Risikos erfolgt auf Basis eines Value-at-Risk-Mo-
dells. Der Value-at-Risk beschreibt, welcher Verlust mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit (Konfidenzniveau) innerhalb
einer bestimmten Haltedauer bei normalen Marktbedingungen maximal zu erwarten ist. Die Value-at-Risk-Berechnung er-
folgt nach der Methode der historischen Simulation mit einem Konfidenzniveau von 99 %, einer Haltedauer von zehn Tagen
und einem Simulationszeitraum von 1000 Tagen. Die Berechnung der Value-at-Risk-Werte, die Limitkontrolle und das Repor-
ting über die Risiko- und Ertragslage an Vorstand und Abteilung Treasury & Handel erfolgen täglich von der Abteilung Strate-
gisches Risikomanagement. Die Value-at-Risk-Werte für die Berichtsperiode können der nachstehenden Tabelle entnommen
werden:
Value-at-Risk 2022 in Tsd. €
31.12.2021
MAX
MIN
Durchschnitt
31.12.2022
706
2.680
339
890
967
Value-at-Risk 2021 in Tsd. €
31.12.2020
MAX
MIN
Durchschnitt
31.12.2021
979
1.382
575
893
706
Mittels Backtesting erfolgt eine Überprüfung der Güte des statistischen Modells, also der Vergleich der geschätzten 1-Tages-
Value-at-Risk Werte mit den tatsächlichen Ergebnissen. Die Backtestingergebnisse weisen im abgelaufenen Geschäftsjahr
keine Überschreitungen auf und können der nachfolgenden Grafik entnommen werden.
Konzernabschluss
124
Backtesting VaR-Modell 2022 in Tsd. €
Neben dem Value-at-Risk-Limit werden zusätzliche risikobegrenzende Limits wie Stop-Loss-Limits und Volumenlimits zur
Steuerung des Risikos eingesetzt.
Das Devisenkursrisiko als Teil des Marktrisikos wird ebenfalls von der Abteilung Treasury & Handel gesteuert. Die folgende
Tabelle zeigt die offenen Devisenpositionen der Oberbank AG.
Volumen in Tsd. €
Volumen in Tsd. €
31.12.2022
31.12.2021
31.12.2022
31.12.2021
AUD
43
-17
MXN
11
72
CHF
-458
101
HKD
42
8
USD
403
7.926
JPY
30
-36
GBP
-228
336
RON
9
89
HUF
-3.547
-3.615
NZD
-1
-104
SEK
188
60
CZK
-4.800
5.021
CAD
91
-19
Sonst. Währungen Long
184
157
CNY
119
40
Sonst. Währungen
-12
-61
Short
DKK
37
48
Gold
3.122
2.526
NOK
-19
-37
Die Ermittlung des Marktrisikos im Verantwortungsbereich der Abteilung Treasury & Handel für den Liquidationsansatz im
ICAAP erfolgt mit dem gleichen Modell wie oben beschrieben, allerdings mit dem einheitlichen Konfidenzniveau von 99,9 %
und einer Haltedauer von einem Jahr. Per 31.12.2022 ergab sich ein Marktrisiko im Verantwortungsbereich der Abteilung
Treasury & Handel von 6,5 Mio. EUR (Vorjahr: 5,1 Mio. EUR).
Konzernabschluss
125
Steuerung der Marktrisiken in der Verantwortung des Aktiv-Passiv-Management-Komitees
Das APM-Komitee ist für die Steuerung des Zinsänderungsrisikos der langfristigen Positionen (Zinsbindungen > 12 Monate)
für die Währungen EUR, USD, CZK und HUF, für die strategischen Aktien- und Fondspositionen im Bankbuch sowie für das
Credit Spread Risiko zuständig.
Das APM-Komitee tritt monatlich zusammen. Mitglieder des Komitees sind der Risikovorstand sowie Vertreter der
Abteilungen Strategisches Risikomanagement, Treasury & Handel, Rechnungswesen und Controlling, Private Banking & As-
set Management, Kredit-Management, Corporate & International Finance, Privatkunden, Sekretariat & Kommunikation, In-
terne Revision und Compliance.
Zinsänderungsrisiko im Bankbuch
Das Eingehen des Zinsänderungsrisikos, das den Hauptteil des Marktrisikos im Bankbuch darstellt, ist ein wesentlicher
Bestandteil des Bankgeschäfts sowie eine wichtige Ertragsquelle und erfordert eine adäquate Berücksichtigung im
Risikomanagement. Die strategische Ausrichtung zielt grundsätzlich darauf ab, unter bewusster Inkaufnahme eines
kalkulierbaren und aktiv gesteuerten Risikos Erträge zu lukrieren. Zur Stabilisierung des Zinsertrags sowie zur Erzielung von
zusätzlichen Zinsergebnissen aus der Fristentransformation wird eine kontinuierliche Veranlagungsstrategie in Positionen
mit längerfristiger Zinsbindung verfolgt. Für die interne Steuerung des Zinsänderungsrisikos im Bankbuch gemäß EBA Leitli-
nie 2018/02 kommen die klassischen Methoden der Zinsbindungs-Analysen (Darstellung von Zinsbindungs-Gaps, Ermittlung
von Zinssensitivitätsanalysen) zur Anwendung. Das Ausmaß des Zinsänderungsrisikos wird mittels Analyse der Barwertverän-
derungen der Positionen des Bankbuchs unter der Annahme verschiedener Zinsszenarien ermittelt. Zusätzlich zur Barwert-
betrachtung wird auch quartalsweise eine Zinsergebnissimulation unter verschiedenen adversen Szenarien durchgeführt.
Dabei wird je Szenario die Abweichung des GuV-Ergebnisses vom Budget in den einzelnen Jahren sowie kumuliert für einen
3-Jahres Horizont dargestellt.
Folgende Grafik zeigt die Zinsbindungs-Gap-Analyse, verglichen mit den Jahresultimo-Werten des Vorjahres:
Zinsbindungsgaps Bankbuchpositionen (Vergleich 31.12.2022 mit 31.12.2021)
Konzernabschluss
126
Die Ermittlung des Zinsänderungsrisikos im Liquidationsansatz des ICAAP erfolgt auf Basis eines EVE-Modells (Economic Va -
lue of Equity). Das zugrunde liegende Szenario entspricht jährlichen Zinsänderungen, die mit einer Wahrscheinlichkeit von
99,9% nicht überschritten werden. Die Kalibrierung des Zinsschocks in den einzelnen Hauptwährungen EUR, USD, CZK und
HUF orientiert sich dabei an der BCBS Publikation Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch (BCBS d319). Nicht zinstragende Posi ti-
onen werden nicht berücksichtigt. Per 31.12.2022 ergab sich ein Zinsänderungsrisiko im Bankbuch von 185,29 Mio. Euro
(Vorjahr: 180,50 Mio. Euro).
Credit Spread Risiko
Der Credit Spread stellt eine Risikoprämie für die mit der Investition übernommenen Kreditrisiken dar. Der Credit Spread
wird als Renditedifferenz zwischen einer Anleihe und einer risikofreien Referenzanleihe bestimmt. Die Messung des Risikos
erfolgt auf Basis von Barwertschwankungen des Anleiheportfolios aufgrund der Marktänderungen der Credit Spreads bei
gleichbleibender Bonität des Schuldners. Das Credit Spread Risiko wird mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % und einer
Haltedauer von 1 Jahr berechnet. Zum 31.12.2022 errechnete sich auf diese Weise ein Wert von 51,41 Mio. Euro (Vorjahr
29,51 Mio. Euro).
46) Makroökonomische Risiken
Als makroökonomische Risiken werden jene Verlustpotenziale bezeichnet, die sich aus Veränderungen des makro-
ökonomischen Umfelds ergeben (Verschlechterungen der realen BIP-Wachstumsrate, wesentlicher Anstieg der
Arbeitslosigkeit und der Insolvenzen, Rückgang der Aktienkurse und des Immobilienmarkts, ...).
Die Auswirkungen einer volkswirtschaftlichen Krise werden mittels erhöhten Ausfallswahrscheinlichkeiten bei Krediten,
Rückgängen der Marktwerte von Immobilien und Rückgängen der Finanzmärkte dargestellt. Der Rückgang wirkt sich sowohl
bei den Vermögenswerten der Bank als auch bei den hereingenommenen Sicherheiten negativ aus.
Das errechnete makroökonomische Risiko betrug zum 31.12.2022 109,99 Mio. Euro (Vorjahr: 105,54 Mio. Euro).
47) Operationelles Risiko
Mit dem Bankgeschäft untrennbar verbunden sind die operationellen Risiken. Unter diesem Begriff sind Risiken zusammen-
gefasst, die den Betriebsbereich der Bank betreffen. Operationelle Risiken werden in der Oberbank AG als die Gefahr von
Verlusten, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder in
Folge externer Ereignisse eintreten, definiert. In dieser Definition werden Rechtsrisiken (inkludiert das Risiko von Geldwä-
scherei und Terrorismusfinanzierung) berücksichtigt, strategische Risiken oder Reputationsrisiken jedoch nicht. Die Risiken
werden in die folgenden Kategorien eingeteilt: interner Betrug, externer Betrug, Beschäftigungspraxis und Arbeitsplatzsi-
cherheit, KundInnen, Produkte und Geschäftsgepflogenheiten, Geschäftsunterbrechung und Systemausfälle, Ausführung,
Lieferung und Prozessmanagement sowie Sachschäden. In der Oberbank AG ist ein Gremium für das Management des ope-
rationellen Risikos installiert. Dieses Gremium steuert den Managementprozess der operationellen Risiken und ist für seine
Weiterentwicklung bzw. die Adaptierung entsprechender Methoden verantwortlich. Das operative Risikomanagement von
operationellen Risiken wird von den jeweiligen operativ tätigen Abteilungen und regionalen Vertriebseinheiten (Risk Taking
Units) durchgeführt, die für das operationelle Risiko der in ihren Zuständigkeitsbereich fallenden Produkte und Prozesse ver-
antwortlich sind. Ein elektronischer Einmeldeprozess unterstützt die Erfassung von schlagend gewordenen operationellen
Risiken. Als Basis für die Steuerung und Weiterentwicklung des Managements der operationellen Risiken dienen systemati-
sche Risikoanalysen. Diese erfolgen einerseits in Form von Risk Assessments als tourliche Erhebung und Quantifizierung von
potenziellen operationellen Risiken sowie durch Auswertung der in einer Schadensfalldatenbank abgebildeten Schadensfälle
und das Monitoring von Key Risk Indikatoren. Qualitative Analysen in Form eines Risk Assessments erfolgen mindestens alle
zwei Jahre mittels strukturierter Fragebögen. Dabei werden von den AssessorInnen die Eintrittshäufigkeit und die Höhe der
potenziellen Schäden abgeschätzt. Von der Abteilung Strategisches Risikomanagement wird quartalsweise ein OpRisk Be-
richt erstellt und an den Vorstand sowie an das Gremium für das Management des operationellen Risikos reportet. In die-
sem Bericht werden die Entwicklung der Key Risk Indikatoren und die Schadensfälle des laufenden Geschäftsjahres darge-
stellt. Der Bericht gliedert die Schadensfälle nach Geschäftsfeldern und Schadensfallkategorien.
Konzernabschluss
127
Zur Absicherung von im Rahmen von Risikoanalysen festgestellten Großrisiken wurden konkrete Maßnahmen getroffen (z. B.
Versicherungen, Notfallkonzepte IT, Ersatzrechenzentrum).
Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Digitalisierung nehmen IT-Risiken und Cyberrisiken einen besonderen Stellen-
wert im Bereich der Operationellen Risiken ein. Die Strategie der Bank besteht hier in der laufenden Aufrechterhaltung eines
State-of-the-Art-Sicherheitslevels. Dieses wird operativ von der mit der Umsetzung beauftragten 3 Banken IT GmbH sicher-
gestellt.
Das ebenfalls in den operationellen Risiken enthaltene Risiko aus Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung wird durch Aus-
bildungsmaßnahmen, automatisiertes und manuelles Transaktionsmonitoring und durch Schwellenwerte für die Mittelher-
kunftsprüfung im Kassasystem begrenzt.
Im Zuge der Risikotragfähigkeitsrechnung wird für die Quantifizierung des Operationellen Risikos der Standardansatz gemäß
Teil 3, Titel III, Kapitel 3 CRR II verwendet. Das Risiko betrug per 31.12.2022 92,8 Mio. EUR (Vorjahr: 85,7 Mio. Euro).
Über die letzten fünf Jahre wurde per Saldo aufgrund der Auflösung von in Vorjahren gebildeter Rückstellungen für Operati-
onelle Risiken in der GuV ein Ertrag aus Operationellen Risiken ausgewiesen.
48) Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko (oder auch Refinanzierungsrisiko) ist das Risiko, dass eine Bank ihren Zahlungsverpflichtungen nicht je-
derzeit oder nur zu erhöhten Kosten nachkommen kann.
Das Liquiditätsrisiko wird in das Zahlungsunfähigkeitsrisiko und das Liquiditätsspreadrisiko eingeteilt. Als
Zahlungsunfähigkeitsrisiko oder auch Liquiditätsrisiko im engeren Sinn gilt die Gefahr, dass die Bank ihren gegenwärtigen
und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr vollständig oder nicht fristgerecht nachkommen kann. Es ergibt sich
aus dem Terminrisiko (Risiko, dass sich vereinbarte Zahlungseingänge – z. B. Kredittilgungen – verzögern und so die entspre-
chende Liquidität fehlt), dem Abrufrisiko (Risiko, dass Zahlungsmittel vorzeitig oder unerwartet hoch in Anspruch genommen
werden, wie der Abruf von Einlagen oder Kreditzusagen) und dem Anschlussfinanzierungsrisiko (Risiko, dass bei längeren
Kapitalbindungsfristen auf der Aktivseite der Bilanz die Anschlussfinanzierung nicht dargestellt werden kann). Zusätzlich zu
den Risiken, die eine mögliche Zahlungsunfähigkeit auslösen, besteht das Risiko, dass Refinanzierungsmittel für Anschlussfi-
nanzierungen nur zu erhöhten Marktzinsen (Spreads) beschafft werden können und sich somit der Gewinn verringert (Liqui-
ditätsspreadrisiko).
Primäre Ziele des Liquiditätsmanagements sind die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit und die Optimierung
der Refinanzierungsstruktur in Bezug auf Risiko und Ergebnis.
Um das Risiko einer Abhängigkeit der Refinanzierung vom volatilen Bankengeldmarkt zu limitieren, ist das Verhältnis von
Kundenkrediten zu Primäreinlagen plus Eigenen Emissionen plus Einlagen von Förderbanken mit einem strategischen Limit
von 110 % begrenzt. Die Strategische Liquiditätskennzahl (SLK) betrug zum 31.12.2022 90,4% (Vorjahr: 90,0%).
Die Oberbank AG hält ein angemessenes Polster (Liquiditätspuffer) an freiem Refinanzierungspotential in Form von
refinanzierungsfähigen Wertpapieren und Kreditforderungen bei den Zentralbanken sowie Zentralbankguthaben. Die Ange-
messenheit des Liquiditätspuffers wird monatlich durch Liquiditätsstresstests überprüft. Darüber hinaus steht der Oberbank
AG ein Potenzial an ungenutzten Bankenlinien zur Verfügung. Ein weiterer strategischer Grundsatz ist die möglichst hohe
Diversifizierung der Refinanzierungsquellen, um Abhängigkeiten vom Interbankengeldmarkt und Kapitalmarkt zu vermeiden.
Dies umfasst auch den aktiven Umgang mit verpfändungsfähigen Sicherheiten bei der Vergabe von Krediten.
Regulatorische Liquiditätskennzahlen
Die LCR definiert den Mindestbestand an (hoch)liquiden Aktiva, die die Bank als Liquiditätsreserve vorhalten muss, um über
einen Zeitraum von 30 Tagen auftretende Nettozahlungsverpflichtungen im Falle einer Stressphase nachkommen zu können.
Die LCR per 31.12.2022 betrug 179,8% (31.12.2021: 203,5%).
Die NSFR ist ein Mindeststandard zur Verringerung des Refinanzierungsrisikos über einen längeren Zeithorizont. Die struktu-
relle Liquiditätsquote soll eine nachhaltige Refinanzierungsstruktur sicherstellen, indem sie die Fristentransformation zwi-
schen Aktivgeschäft einerseits und der Refinanzierung andererseits begrenzt und somit das Risiko künftiger Refinanzierungs-
probleme vermindert. Die NSFR per 31.12.2022 betrug 132,3% (31.12.2021: 137,6%).
Konzernabschluss
128
Verantwortung für das Liquiditätsrisikomanagement
Die Abteilung Strategisches Risikomanagement ist für das operative Berichtswesen und die Einstellung und Überwachung
der entsprechenden Risikolimits verantwortlich. Ebenso ist die Abteilung Strategisches Risikomanagement für die Weiterent-
wicklung und die Wartung der verwendeten Modelle zur Risikosteuerung, für die Parametrisierung der Liquiditätsablaufbi-
lanzen sowie für das Backtesting der Modelle zuständig.
Kurzfristige Liquiditätssteuerung
Die Abteilung Treasury & Handel ist für die kurzfristige, tägliche Liquiditätssteuerung in allen Währungen verantwortlich. Die
tägliche Steuerung der Liquidität erfolgt mittels einer kurzfristigen Liquiditätsablaufbilanz. Es wird täglich von der Abteilung
Strategisches Risikomanagement eine Liquiditätsablaufbilanz inklusive Neugeschäftsannahmen für die nächsten 30 Tage
erstellt, die die Nettomittelzu- bzw. -abflüsse sowie den akkumulierten Gap der Bank darstellt. Die Zentralbankguthaben
abzüglich Mindestreserveerfordernis und die freien unkommittierten Interbanklinien (unkommittierte Interbanklinien abzü-
glich tatsächlicher bzw. geplanter Ausnutzung) werden als Limitlinie dargestellt und bilden die Counterbalancing Capacity.
Darüber hinaus wird für die nächsten 30 Tage eine Liquiditätsablaufbilanz erstellt, die auf täglicher Basis nur die kontraktuel-
len Cashflows der Oberbank AG darstellt.
Liquiditätsablaufbilanz inkl. Neugeschäftsannahmen 30 Tage per 31.12.2022 in Mio. €
Steuerung der langfristigen bzw. strategischen Liquidität
Die Steuerung der langfristigen bzw. strategischen Liquidität der Oberbank AG liegt in der Zuständigkeit des Vorstands und
des APM-Komitees. Das Reporting erfolgt durch die Abteilung Strategisches Risikomanagement. Zur Darstellung des mittel-
und langfristigen Liquiditätsrisikomanagements der Bank wird eine umfassende Liquiditätsablaufbilanz erstellt, in der die aus
den Geschäften resultierenden Zahlungsströme pro Laufzeitband aufsummiert werden.
Zur Steuerung des Liquiditätsrisikos in den einzelnen Währungen werden die Liquiditätsgaps für die wesentlichen
Währungen (EUR, USD, CZK und HUF) einzeln berichtet.
Konzernabschluss
129
Liquiditätsablaufbilanz mittel- bis langfristig für alle Währungen per 31.12.2022 und 31.12.2021 in Mio. €
In der Kapitalbindungsbilanz (ohne Neugeschäftsannahmen) lässt sich am Ende des 1.Jahres ein Refinanzierungserfordernis
von 3,5 Mrd Euro (Vorjahr: 2,1 Mrd. Euro) erkennen. Dies entspricht einer Funding Ratio von 75,3 % (Vorjahr: 84,7 %), womit
das intern festgelegte Limit von 70 % eingehalten wird.
Die Laufzeitenstruktur der für Repotransaktionen hinterlegten Wertpapiere und Kredite stellt sich wie folgt dar:
in Tsd. € per 31.12.2022
bis 1 Monat
1-12 Monate
1-5 Jahre
> 5 Jahre
Hinterlegte Wertpapiere und Kredite
74.512
484.868
1.379.657
540.054
in Tsd. € per 31.12.2021
bis 1 Monat
1-12 Monate
1-5 Jahre
> 5 Jahre
Hinterlegte Wertpapiere und Kredite
19.008
482.717
1.765.168
285.209
Zusätzlich standen der Oberbank AG per 31.12.2022 Sicherheiten mit einem Deckungswert von 568,1 Mio. EUR (Vorjahr:
599,4 Mio. Euro) aus Reverse Repos mit der CNB zur Verfügung, die jederzeit zur Liquiditätsbeschaffung bei der CNB hinter-
legt werden können. Der Stand der jederzeit abzugsfähigen Zentralbankreserven betrug per 31.12.2022 2.018 Mio. Euro
(Vorjahr: 4.046 Mio. Euro). Die Ermittlung von Liquiditäts-Gaps basiert auf kontraktuellen Cashflows. Für Positionen ohne
definierte Kapitallaufzeit werden Annahmen getroffen (z. B. werden Sichteinlagen als 12-Monats-rollierende Positionen,
Sonstige Aktiva/Passiva als rollierende Langfristpositionen und Eigenkapital als langfristige Position dargestellt).
Um die Auswirkungen von Liquiditätskrisen darzustellen und die Angemessenheit des Liquiditätspuffers zu prüfen, werden
Stressszenarien gerechnet. Es werden die Szenarien Verschlechterung der Reputation, Marktkrise und als Worst Case eine
Kombination dieser beiden simuliert. Für extreme Marktverhältnisse wurde ein Notfallplan ausgearbeitet.
Vertragliche Cashflows der finanziellen Verbindlichkeiten nach IFRS 7/39 a und b
Vertragliche
per 31.12.2022 in Tsd. €
Buchwerte
Cashflows
bis 1 Monat
1-12 Monate
1-5 Jahre
> 5 Jahre
Verbindlichkeiten ggü.
Kreditinstituten
4.448.735
4.669.838
901.757
514.536
2.275.062
978.484
hievon Einlagen zu För-
derkrediten
3.292.756
3.431.861
541.898
490.884
1.420.594
978.484
Verbindlichkeiten ggü.
Kunden
15.061.355
15.166.224
13.539.885
1.023.651
415.079
187.609
Verbriefte Verbindlichkei-
ten
2.407.017
2.694.494
3.587
140.399
928.253
1.622.255
Nachrangige Verbindlich-
keiten
479.712
565.266
3.224
59.659
299.672
202.712
Derivative Verbind-lich-
-
keiten IRS/CCS
193.170
232.977
162
39.734
138.091
55.314
Konzernabschluss
130
Vertragliche
per 31.12.2021 in Tsd. €
Buchwerte
Cashflows
bis 1 Monat
1-12 Monate
1-5 Jahre
> 5 Jahre
Verbindlichkeiten ggü.
Kreditinstituten
5.893.337
5.991.906
1.017.656
402.361
3.701.525
870.365
hievon Einlagen zu För-
derkrediten
3.042.864
3.088.338
425.994
401.074
1.390.905
870.365
Verbindlichkeiten ggü.
Kunden
14.728.589
14.763.428
13.681.943
422.926
433.152
225.408
Verbriefte Verbindlichkei-
ten
2.206.646
2.339.361
2.952
142.286
806.118
1.388.005
Nachrangige Verbindlich-
keiten
496.368
542.687
3.222
40.283
321.477
177.706
Derivative Verbind-lich-
-
keiten IRS/CCS
51.823
54.971
495
9.795
36.116
9.555
49) Risiko einer übermäßigen Verschuldung
Die Oberbank AG misst das Risiko einer übermäßigen Verschuldung durch Berechnung der Verschuldungsquote (Leverage
Ratio) gemäß Art. 429 CRR. Zur Steuerung des Risikos wurde eine interne Grenze für die Verschuldungsquote in Höhe von 4
% festgelegt. Die Verschuldungsquote betrug zum 31.12.2022 10,96 % (31.12.2021: 11,91 %). Die Veränderung der Leverage
Ratio resultiert hauptsächlich daraus, dass das Nationalbankguthaben nicht mehr von der Gesamtrisikomessgröße der Ver-
schuldungsquote abgezogen werden darf. Diese Covid-19 Erleichterung war nur bis 31.03.2022 zulässig.
50) Nachhaltigkeitsrisiko
Das Nachhaltigkeitsrisiko umfasst physische Risiken, die sich aus Extremwetterereignissen ergeben und Transitionsrisiken,
die sich aus dem Umstieg auf eine Wirtschaft mit wenig CO² Ausstoß ergeben. Gemäß den Empfehlungen der FMA im Leitfa-
den zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken werden die Spezialthemen des Nachhaltigkeitsrisikos in der Risikosteuerung im
Rahmen der Primärrisiken abgedeckt. Details zur Steuerung der Nachhaltigkeitsrisiken im Kreditportfolio sind in der Note 43
dargestellt.
51) Systemisches Risiko
Das systemische Risiko beschreibt das Risiko einer Störung im Finanzsystem insgesamt oder von Teilen des Finanzsystems,
welches schwerwiegende negative Auswirkungen im Finanzsystem und in der Realwirtschaft nach sich ziehen kann.
So kann die Zahlungsunfähigkeit eines Marktteilnehmers zu einer Kettenreaktion führen, die erhebliche Liquiditäts- und Sol-
venzprobleme einer Vielzahl anderer Marktteilnehmer nach sich zieht. Dies kann wiederum den funktionellen
Zusammenbruch von Teilen des Finanzsystems oder des Finanzsystems in seiner Gesamtheit bewirken. Systemische Risiken
sind aufgrund komplexer Wirkungszusammenhänge im Finanzsystem schwer vorhersehbar und beeinflussbar.
Die FMA hat in ihrer Funktion als nationale Abwicklungsbehörde für die Oberbank AG im Falle der Feststellung eines Ausfalls
oder wahrscheinlichen Ausfalls die Anwendung eines Abwicklungsverfahrens indiziert.
Diese Bewertung basiert auf der Identifizierung von kritischen Funktionen und der Erwartung erheblich negativer Auswirkun-
gen auf die Finanzstabilität in Österreich im Fall eines Marktaustrittes auf Grund einer Insolvenz.
Die FMA hat der Oberbank AG daher vorgeschrieben einen Mindestbetrag an Eigenmitteln und berücksichtigungsfähigen
Verbindlichkeiten (MREL) vorzuhalten.
Mit diesem MREL Erfordernis soll sichergestellt werden, dass ein Institut zu jeder Zeit eine Mindestquote an Eigenmitteln
und MREL-fähigen Verbindlichkeiten einhält (ausreichender Puffer an Verlustabsorptionskapital für den Abwicklungsfall und
die dafür vorgesehene Abwicklungsstrategie). Diese Quote wird entweder als Anteil am Risikopositionswert (TREA) oder als
Anteil an der Gesamtrisikopositionsmessgröße (LRE/TEM) ausgedrückt.
Die vorgeschriebene Höhe der Kennziffern wird nicht für alle Institute der EU einheitlich festgelegt, sondern vielmehr
institutsspezifisch bestimmt. Für die Oberbank AG hat die FMA folgende Quoten festgelegt, die ab 1.1.2022 einzuhalten
sind:
• vorgeschriebene TREA Quote: 19,41 %
• vorgeschriebene LRE/TEM Quote: 5,90 %.
Konzernabschluss
131
Per 31.12.2022 betrug die TREA Quote 25,69 % (31.12.2021: 27,28 %) und die LRE/TEM Quote 16,95 % (31.12.2021:
19,03 %). Der Rückgang geht mit dem starken Kreditwachstum und dem nicht so starken Anstieg der Eigenmittel einher. Zu-
sätzlich wurde erstmals der Bewilligungsbetrag gemäß Art. 78a CRR in Abzug gebracht. Nachdem die Covid-19 Erleichterung
zum Abzug der Nationalbankguthaben von der Gesamtrisikomessgröße der Verschuldungsquote nicht mehr anwendbar ist,
hat auch dies eine entsprechende Auswirkung auf die LRE/TEM Quote.
52) Sonstige Risiken
In den sonstigen Risiken sind jene Risiken zusammengefasst, die im Rahmen des Geschäftsmodells des Oberbank Konzerns
als unwesentlich klassifiziert werden und für die daher aus der Risikodeckungsmasse kein Einzellimit abgeleitet wird.
In die Kategorie sonstige Risiken fallen im Speziellen folgende Bankrisiken:
• Reputationsrisiken entstehen aus negativen Wahrnehmungen in der Öffentlichkeit. Der dadurch geschädigte Ruf (z. B.
bei KundInnen, GeschäftspartnerInnen, AktionärInnen, Behörden …) und der damit einhergehende Vertrauensverlust
können zu Ergebniseinbrüchen bzw. Verlusten führen.
• Als Geschäftsrisiken werden die Risiken bezeichnet, die aus unerwarteten Ergebnisschwankungen wegen geänderter
Rahmenbedingungen resultieren (z. B. geringere Erträge, die keine Aufwandskürzung im gleichen Ausmaß ermöglichen,
veränderte Wettbewerbsverhältnisse, geändertes Kundenverhalten und Folgen des technischen Fortschritts …).
• Strategische Risiken resultieren daraus, dass langfristige Unternehmensziele auf Basis der zugrunde liegenden Geschäfts-
annahmen oder wegen geänderter Rahmenbedingungen verfehlt werden. Eine Vermeidung bzw. Reduzierung dieser
Risiken kann durch ständige Beobachtung der Marktverhältnisse und Wettbewerbsbedingungen sowie durch eine rollie-
rende strategische Planung mit laufender Anpassung an das Marktumfeld erzielt werden.
53) Risikobericht – Zusammenfassung
Das Risikomanagement ist in der Oberbank AG integraler Bestandteil der Geschäftspolitik, der strategischen Zieleplanung
sowie des operativen Managements bzw. Controllings. Die zentrale Verantwortung für das Risikomanagement liegt beim
Gesamtvorstand der Oberbank AG.
Für jedes wesentliche Risiko des Oberbank Konzerns gibt es definierte Steuerungsverantwortlichkeiten sowie zugewiesene
Risikodeckungsmassen (Limits) oder definierte Steuerungsprozesse.
54) Gesamtvolumen noch nicht abgewickelter derivativer Finanzprodukte
Die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelten derivativen Finanzgeschäfte werden in der folgenden Übersicht einseitig
dargestellt. In der Oberbank werden Derivate überwiegend zur Absicherung von Marktrisiken im Kundengeschäft und zur
Steuerung des Bankbuchs abgeschlossen.
Die Oberbank verfolgt folgende Absicherungsstrategie:
• Derivative Produkte, die an GeschäftskundInnen verkauft werden, werden grundsätzlich geschlossen.
• Derivative Produkte werden weiters zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken aus Kassageschäften eingesetzt.
• Langlaufende eigene Emissionen und Schuldscheindarlehen, die zur Absicherung der Liquidität begeben werden, werden
zum Teil mittels Zinsswaps zinsgesichert.
• Im Einzelfall werden fix verzinste Wertpapierveranlagungen für das Bankbuch mittels Swap abgesichert.
• Offene Derivate sind daher lediglich in untergeordneter Höhe im Handelsbuch vorhanden.
• Es befinden sich keine Kreditderivate im Bestand der Oberbank.
Konzernabschluss
132
Nominalbeträge
2022
2021
Restlaufzeit
Nominale
Marktwerte
Nominale
Marktwerte
in Tsd. €
bis 1 Jahr
1 - 5 J.
> 5 J.
gesamt
positiv
negativ
gesamt
positiv
negativ
Zinssatzverträge
Zinssatzoptionen
Kauf
110
7.310
1.000
8.420
212
7.920
64
Verkauf
460
7.710
1.000
9.170
-229
6.370
-59
Swaptions
Kauf
36.000
413
Verkauf
13.000
13.000
-2.237
49.000
-1.354
Zinsswaps
Kauf
22.535
246.251
149.856
418.642
33.568
-1.966
532.867
3.820
-25.342
Verkauf
86.035
981.582
719.333
1.786.950
4.098
-177.160
1.909.085
93.825
-5.867
Anleiheoptionen
Kauf
Verkauf
Wechselkursverträge
Währungsoptionen
Kauf
50.509
50.509
1.242
29.405
354
Verkauf
53.764
53.764
-1.272
28.760
-291
Devisentermingeschäfte
Kauf
1.685.649
169.546
1.855.195
29.984
2.292.108
24.702
Verkauf
1.693.451
170.065
1.863.516
-36.913
2.297.011
-28.703
Cross Currency Swaps
Kauf
27.368
221.015
50.736
299.119
10.679
-2.207
240.969
8.739
-639
Verkauf
11.724
171.853
183.577
5.473
-11.837
176.455
5.414
-6.831
Für die Berechnung der Marktwerte kommen anerkannte Bewertungsmodelle zum Einsatz, wobei die Bewertung zu Markt-
bedingungen durchgeführt wird. Für symmetrische Produkte (Interest Rate Swaps, Devisentermingeschäfte) erfolgt die
Marktwertberechnung nach der Barwertmethode, wobei der Clean Price dargestellt wird. Als Basis für die Berechnung kom-
men die Zinskurven aus Refinity zur Anwendung. Als Devisenkurse werden die von der EZB veröffentlichten Referenzkurse
verwendet. Die Marktwerte von asymmetrischen Produkten werden gemäß Optionspreismodellen wie zum Beispiel von
Black-Scholes, Hull & White berechnet. Für die Bewertung von Optionen werden implizite Volatilitäten herangezogen.
55) Patronatserklärungen für Beteiligungen
Die Oberbank AG ist bestrebt, dass folgende Gesellschaften ihre vertraglichen Verbindlichkeiten erfüllen können:
Sonstige Finanzierungsgesellschaften: Betriebsobjekte Verwertung Gesellschaft m.b.H., Linz
Immobiliengesellschaften: „AM“ Bau- und Gebäudevermietung Gesellschaft m.b.H., Linz
OBERBANK NUTZOBJEKTE VERMIETUNGS-GESELLSCHAFT m.b.H., Linz
Informationen aufgrund österreichischen Rechts
56) Eigenkapital
Das Eigenkapital setzt sich aus dem eingezahlten Kapital der Oberbank AG (Grundkapital zuzüglich Kapitalrücklagen) sowie
dem erwirtschafteten Kapital (Gewinnrücklagen zuzüglich Jahresüberschuss) zusammen. Das Eigenkapital der Oberbank AG
beträgt 2.428,2 Mio. Euro (Vorjahr 2.296,7 Mio. Euro), hievon Grundkapital 105,8 Mio. Euro (Vorjahr 105,9 Mio. Euro).
Da die Oberbank AG Dividenden auf Basis der österreichischen Rechtslage ausschüttet ist nur ein Teil des nach UGB/BWG
berechneten Eigenkapitals ausschüttungsfähig, nämlich der Bilanzgewinn, die freie Gewinnrücklage sowie die nicht
gebundene Kapitalrücklage. Für 2022 wäre maximal ein Betrag in Höhe von 1.505,2 Mio. Euro ausschüttungsfähig. Der
ausschüttungsfähige Bilanzgewinn beträgt 51,4 Mio. Euro .
Konzernabschluss
133
57) Personal
Im Oberbank Konzern waren 2022 im Jahresdurchschnitt folgende Personalkapazitäten im Einsatz:
Vollzeitäquivalente, ohne Vorstandsmitglieder/GeschäftsführerInnen
2022
2021
Angestellte
2.134
2.152
Arbeiter
5
6
Gesamtkapazität *)
2.139
2.158
*) Darin sind 25 Mitarbeiterkapazitäten, die zur Dienstleistung an die 3 Banken IT GmbH entsandt sind, enthalten.
58) Wertpapieraufgliederung nach BWG in Tsd. €
Nicht bör-
Wie AV bewer-
Andere Bewer-
sennotiert
Börsennotiert
tet
tung
Gesamt
Schuldverschreibungen u. a.
festverzinsliche Wertpapiere
146.305
1.981.885
1.781.315
346.875
2.128.190
Aktien u. a. nicht festverzins-
liche Wertpapiere
155.232
63.263
55.201
163.294
218.495
Beteiligungen
142.508
317.572
460.080
0
460.080
Anteile an verbundenen Un-
ternehmen
120.358
0
120.358
0
120.358
564.403
2.362.720
2.416.954
510.169
2.927.123
59) Konzerneigenmittel und bankaufsichtliches Eigenmittelerfordernis
Die Oberbank AG unterliegt seit 1.1.2014 den Vorschriften der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR) sowie der CRD IV. Die
definierten Mindestkapitalerfordernisse wurden laufend erfüllt. Die veröffentlichten Eigenmittelbestandteile werden auch
für die interne Kapitalsteuerung verwendet.
Anrechenbare Eigenmittel gem. Teil 2
Veränderung
der VO (EU) Nr. 575/2013 – Säule I in Tsd. €
2022
2021
absolut
in %
Gezeichnetes Kapital
105.922
105.922
0
0
Kapitalrücklagen
505.523
505.523
0
0
Gewinnrücklagen
1)
2.708.576
2.505.296
203.280
8, 1
Anteile anderer Gesellschafter
0
0
0
0
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
121.069
108.702
12.367
11, 4
Aufsichtliche Korrekturposten
-16.078
4.169
-20.247
>-10 0
Abzüge von den Posten des harten Kernkapitals
-298.660
-258.504
-40.156
15, 5
HARTES KERNKAPITAL
3.126.352
2.971.108
155.244
5, 2
AT1-Kapitalinstrumente
50.000
50.000
-
-
AT1-Kapitalinstrumente gem. nationalen Umsetzungsmaß-
nahmen
0
0
-
-
Abzüge von Posten des AT1-Kapitals
0
0
-
-
Zusätzliches Kernkapital
50.000
50.000
-
-
KERNKAPITAL
3.176.352
3.021.108
155.244
5, 1
anrechenbare Ergänzungskapitalinstrumente
340.486
345.098
-4.612
- 1, 3
Ergänzungskapitalposten gem. nationalen Umsetzungs-
maßnahmen
0
865
-865
- 100, 0
Allgemeine Kreditrisikoanpassungen
0
0
-
-
Abzüge von Posten des Ergänzungskapitals
-14.927
-13.893
-1.034
7, 4
Ergänzungskapital
325.559
332.070
-6.511
- 2, 0
EIGENMITTEL
3.501.911
3.353.178
148.733
4, 4
Gesamtrisikobetrag gem. Art. 92 CRR
Kreditrisiko
16.162.436
15.071.679
1.090.757
7,2
Marktrisiko, Abwicklungsrisiko und CVA-Risiko
18.187
45.612
-27.425
-60,1
Operationelles Risiko
1.160.246
1.070.996
89.250
8,3
Konzernabschluss
134
Gesamtrisikobetrag
17.340.869
16.188.287
1.152.582
7,1
Eigenmittelquoten gem. Art. 92 CRR
Harte Kernkapitalquote
18,03%
18,35%
-0,32 %-P.
Kernkapitalquote
18,32%
18,66%
-0,35 %-P.
Gesamtkapitalquote
20,19%
20,71%
-0,52 %-P.
Gesetzliches Erfordernis Eigenmittelquoten gem. ÜRL in %
Harte Kernkapitalquote
7,13 %
7,06 %
0,07 %-P.
Kernkapitalquote
8,63 %
8,56 %
0,07 %-P.
Gesamtkapitalquote
10,63 %
10,56 %
0,07 %-P.
Gesetzliche Eigenmittelanforderungen gem. ÜRL in Tsd. €
Hartes Kernkapital
1.236.404
1.142.893
93.511
8,2
Kernkapital
1.496.517
1.385.717
110.800
8,0
Gesamtkapital
1.843.334
1.709.483
133.851
7,8
Freie Kapitalbestandteile
Hartes Kernkapital
1.889.948
1.828.215
61.733
3,4
Kernkapital
1.679.835
1.635.391
44.444
2,7
Gesamtkapital
1.658.577
1.643.695
14.882
0,9
1) Inkl. Gewinnrücklagendotierung 2022, vorbehaltlich der Feststellung des Jahresabschlusses durch den Aufsichtsrat am 23. März 2023.
60) Sonstige erforderliche Angaben nach BWG und UGB
Im Geschäftsjahr 2023 werden begebene Schuldverschreibungen mit einem Gesamtwert von Nominale 111,8 Mio. Euro fäl-
lig. Zum 31.12.2022 bestehen keine je 10 % des Gesamtbetrags der nachrangigen Verbindlichkeiten übersteigende nachran-
gige Kreditaufnahmen. Sonstige nachrangige Kreditaufnahmen unter je 10 % des Gesamtbetrags der nachrangigen Verbind-
lichkeiten in Höhe von Nominale 504.112,0 Tsd. Euro betreffen Ergänzungskapital mit einer Verzinsung von 1,25 % bis 4,5 %
und einer Fälligkeit in den Geschäftsjahren 2023 bis 2031.
Im Berichtsjahr wurden Aufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten in Höhe von 12.866,3 Tsd. Euro geleistet. Das zu
Marktpreisen berechnete Volumen des Handelsbuchs beträgt zum 31.12.2022 insgesamt 73,3 Mio. Euro.
Davon entfallen auf Wertpapiere (Marktwerte) 10,0 Mio. Euro und auf sonstige Finanzinstrumente (Marktwerte) 63,3 Mio.
Euro. Das Leasingvolumen beträgt per 31.12.2022 1.426,3 Mio. Euro. Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer betrugen
im Geschäftsjahr 1.261,1 Tsd. Euro (inkl. USt, inkl. Leasinggesellschaften und inkl. Tochterunternehmen). Davon entfielen
1.037,6 Tsd. Euro auf die Prüfung der Jahresabschlüsse und des Konzernabschlusses, 0,0 Tsd. Euro auf andere Bestätigungs-
leistungen, 0,0 Tsd. Euro auf Steuerberatungsleistungen sowie 223,5 Tsd. Euro auf sonstige Leistungen. Die Aufwendungen
für den Abschlussprüfer der gemäß IFRS 11 Gemeinschaftliche Tätigkeit im Konzernabschluss berücksichtigten ALPENLÄNDI-
SCHEN GARANTIE-GESELLSCHAFT m.b.H betrugen 12,7 Tsd. Euro.
Konzernabschluss
135
Daten über Niederlassungen gem. § 64 (1) Z18 BWG in Tsd. €
Name der Niederlassung
(inkl. Leasinggesellschaften)
Niederlassung
Deutschland
Zweigniederlassung
Tschechien
Zweigniederlassung
Ungarn
Zweigniederlassung
Slowakei
Geschäftsbereiche
Süddeutschland
Deutschland Mitte
Deutschland Süd-
West
Sitzstaat
Bundesrepublik
Deutschland
Tschechische Repub-
lik
Ungarn
Slowakische Repub-
lik
Nettozinsertrag
60.048
32.060
29.493
11.440
Betriebserträge
76.875
41.150
38.268
13.083
Mitarbeiteranzahl (Vollzeit-
basis)
279,7
194,3
134,0
51,3
Jahresergebnis vor Steuern
33.636
25.690
20.575
7.761
Steuern vom Einkommen
-10.223
-4.991
-1.833
-1.987
Erhaltene öffentliche Beihil-
fen
0
0
0
0
Die Gesamtkapitalrentabilität gem. § 64 (1) Z19 BWG beträgt 0,90 %.
Konzernabschluss
136
61) Beteiligungsliste gemäß UGB
Konsoli-
Ergebnis des
Die Gesellschaft hielt per 31. Dezember 2022 bei folgenden
dierungs-
Kapitalanteil in %
5)
Eigen-
letzten Ge-
Jahres-
Anmer-
Unternehmen mindestens 20 % Anteilsbesitz:
methode *)
un-
mit-
telbar
gesamt
kapital
3)
schäftsjah-
res
4)
abschluss
kung
a) Direkte Beteiligungen
"AM" Bau- und Gebäudevermietung Gesellschaft m.b.H., Linz
N
100,0
0
100,00
1)
6)
"LA" Gebäudevermietung und Bau - Gesellschaft m.b.H., Linz
N
100,0
0
100,00
1)
6)
"SG" Gebäudevermietungsgesellschaft m.b.H., Linz
N
100,0
0
100,00
1)
6)
"SP" Bau- und Gebäudevermietungsgesellschaft m.b.H., Linz
N
100,0
0
100,00
1)
6)
3 Banken-Generali Investment-Gesellschaft m.b.H., Linz
N
20,57
20,57
6)
3-Banken Wohnbaubank AG, Linz
V
80,00
80,00
8.293
8
2022
1)
ALPENLÄNDISCHE GARANTIE-GESELLSCHAFT m.b.H., Linz
Q
50,00
50,00
10.946
0
2022
Beteiligungsverwaltung Gesellschaft m.b.H., Linz
N
40,00
40,00
6)
Betriebsobjekte Verwertung Gesellschaft m.b.H., Linz
N
100,0
0
100,00
1)
2)
6)
Biowärme Attnang-Puchheim GmbH, Attnang-Puchheim
N
49,00
49,00
6)
3 Banken IT GmbH, Linz (vorm. DREI-BANKEN-EDV Gesellschaft mbH.)
N
40,00
40,00
6)
Donaulände Holding GmbH, Linz
V
100,0
0
100,00
339
-7
2022
1)
GAIN CAPITAL PRIVATE EQUITY III SCSp
N
36,97
36,97
6)
GAIN CAPITAL PARTICIPATIONS II S.A. SICAR, Luxemburg
N
33,11
33,11
6)
GAIN CAPITAL PARTICIPATIONS SA, SICAR, Luxemburg
N
58,69
58,69
1)
6)
Gasteiner Bergbahnen Aktiengesellschaft, Bad Hofgastein
N
32,62
32,62
6)
Ober Finanz Leasing gAG, Budapest
V
1,00
100,00
17.400
1.123
09/2022
1)
Ober Leasing Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Budapest
V
1,00
100,00
1.245
-337
09/2022
1)
Oberbank Beteiligungsholding Gesellschaft m.b.H., Linz
N
100,0
0
100,00
1)
6)
Oberbank Immobilien Leasing GmbH Bayern, Neuötting
V
6,00
100,00
2.081
6
09/2022
1)
Oberbank Immobilien-Service Gesellschaft m.b.H., Linz
N
100,0
0
100,00
1)
6)
OBERBANK LEASING GESELLSCHAFT MBH., Linz
V
100,0
0
100,00
52.978
16.485
09/2022
1)
2)
Oberbank Leasing s.r.o., Bratislava
V
0,10
100,00
8.505
899
09/2022
1)
Oberbank Leasing spol. s.r.o., Prag
V
1,00
100,00
48.080
3.605
09/2022
1)
OBERBANK NUTZOBJEKTE VERMIETUNGS-GESELLSCHAFT m.b.H., Linz
N
100,0
0
100,00
1)
2)
6)
Oberbank Opportunity Invest Management Gesellschaft m.b.H., Linz
N
100,0
0
100,00
1)
6)
Oberbank PE Holding GmbH, Linz
N
100,0
0
100,00
1)
6)
Oberbank Unternehmensbeteiligung GmbH, Linz
N
100,0
0
100,00
1)
2)
6)
Oberbank Leasing Prievidza s.r.o., Bratislava
V
15,00
100,00
0
0
09/2021
1)
OÖ HightechFonds GmbH, Linz
N
24,70
24,70
6)
Konzernabschluss
137
Samson České Budějovice spol. s.r.o., Budweis
N
100,0
0
100,00
1)
6)
TZ-Vermögensverwaltungs GmbH, Linz
N
100,0
0
100,00
1)
6)
Oberbank Service GmbH, Linz
N
100,0
0
100,00
1)
6)
3 Banken Versicherungsmakler Gesellschaft m.b.H., Innsbruck
N
40,00
40,00
6)
b) Indirekte Beteiligungen
"ST" BAU Errichtungs- und Vermietungsgesellschaft m.b.H., Linz
N
99,90
1)
6)
3-Banken Beteiligung Gesellschaft m.b.H., Linz
N
40,00
6)
3-Banken Kfz-Leasing GmbH, Linz
V
80,00
28.541
2.002
09/2022
1)
Donaulände Garagen GmbH, Linz
V
100,00
36
8
2022
1)
Donaulände Invest GmbH, Linz
V
97,50
548
82
2022
1)
GSA Genossenschaft für Stadterneuerung und Assanierung, gemeinnützige
registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Linz
N
25,85
6)
Herold NZ Verwaltung GmbH, Mödling
N
24,90
6)
Oberbank Bergbahnen Leasing GmbH, Linz
V
100,00
35
942
09/2022
1)
Oberbank airplane 2 Leasing GmbH, Linz
V
100,00
35
-3
09/2022
1)
Oberbank Reder Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
66
09/2022
1)
Oberbank Eugendorf Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
205
09/2022
1)
Oberbank Frank Immobilienleasing GmbH
V
90,00
35
-15
09/2022
1)
Oberbank FSS Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
168
09/2022
1)
Oberbank Goldkronach Beteiligungs GmbH, Neuötting
V
100,00
7
-2
09/2022
1)
Oberbank Leobendorf Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
466
09/2022
1)
Immobilien Abwicklung 01 GmbH (vormals Oberbank Idstein Immobilien-
Leasing GmbH), Neuötting
V
100,00
17
-1
09/2022
1)
Oberbank Immobilie-Bergheim Leasing GmbH, Linz
V
95,00
1.275
47
09/2022
1)
Oberbank Immobilien-Leasing Gesellschaft m.b.H., Linz
V
100,00
741
100
09/2022
1)
Oberbank Immobilien-Leasing GmbH Bayern & Co. KG Goldkronach, Neuöt-
ting
V
6,00
7
57
09/2022
1)
Oberbank Industrie und Handelsbeteiligungsholding GmbH, Linz
N
100,00
1)
6)
Oberbank KB Leasing Gesellschaft m.b.H., Linz
V
100,00
69
-459
09/2022
1)
Oberbank Kfz-Leasing GmbH, Linz
V
100,00
35
1.428
09/2022
1)
Oberbank Leasing GmbH Bayern, Neuötting
V
100,00
6.746
3.646
09/2022
1)
Oberbank Leasing JAF HOLZ, s.r.o., Prag
V
95,00
5.884
50
09/2022
1)
Oberbank Leasing Palamon s.r.o., Prag
V
100,00
7.581
256
09/2022
1)
Oberbank MLC - Pernau Immobilienleasing GmbH, Linz
V
99,80
35
45
09/2022
1)
Oberbank Operating Mobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
235
09/2022
1)
Oberbank Operating OPR Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
557
09/2022
1)
Konzernabschluss
138
Oberbank PE Beteiligungen GmbH, Linz
N
100,00
1)
6)
Oberbank Pernau Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
182
09/2022
1)
Oberbank Riesenhof Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
87
09/2022
1)
Oberbank Seiersberg Immobilienleasing Gesellschaft m.b.H., Linz
V
100,00
35
75
09/2022
1)
Oberbank Unterpremstätten Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
18
-4
09/2022
1)
Oberbank Weißkirchen Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
91
09/2022
1)
Oberbank Wiener Neustadt Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
53
09/2022
1)
Oberbank-Kremsmünster Immobilienleasing Gesellschaft m.b.H., Linz
V
100,00
168
372
09/2022
1)
OBK Ahlten Immobilien Leasing GmbH, Neuötting
V
94,00
1.000
22
09/2022
1)
OBK München 1 Immobilien Leasing GmbH, Neuötting
V
100,00
27
18
09/2022
1)
OBK München 2 Immobilien Leasing GmbH, Neuötting
V
100,00
30
-26
09/2022
1)
OBK München 3 Immobilien Leasing GmbH, Neuötting
V
100,00
30
-10
09/2022
1)
POWER TOWER GmbH, Linz
V
99,00
70
-79
09/2022
1)
Oberbank NGL Immobilienleasing GmbH (vormals Oberbank Wien Süd Im-
mobilienleasing GmbH), Linz
V
100,00
35
118
09/2022
1)
Techno-Z Braunau Technologiezentrum GmbH, Braunau
N
21,50
6)
*)
Konsolidierung im Konzernabschluss: V = Vollkonsolidierung, E = Bewertung "at equity", Q = anteilsmäßige Konsolidierung, N = gemäß IAS 27 in Verbindung mit Framework 29 nicht in den Konzernabschluss einbezogen
1) verbundenes Unternehmen; 2) Ergebnisabführungsvertrag; 3) einschließlich unversteuerter Rücklagen; 4) Jahresüberschuss gem. § 231 Abs. 2 Z 21 UGB; 5) mittelbare Beteiligungen an Kredit- und Finanzinstituten wurden
gemäß § 30 BWG berechnet, mittelbare Beteiligungen an anderen Unternehmen wurden gemäß UGB berechnet; 6) von § 242 Abs. 2 UGB wird Gebrauch gemacht
Schlussbemerkung, Erklärung
139
Schlussbemerkung des Vorstands der Oberbank AG
Der Vorstand der Oberbank AG hat den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 in Übereinstimmung mit den Internatio-
nal Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Dieser Konzernabschluss erfüllt die
gesetzlichen Voraussetzungen für die Befreiung von der Erstellung eines Konzernabschlusses nach österreichischem Recht
und steht im Einklang mit den geltenden EU-Vorschriften. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht enthalten alle
erforderlichen Angaben.
Wesentliche Ereignisse seit dem Ende des Geschäftsjahres
Nach dem Ende des Geschäftsjahres 2022 ist es zu keinen wesentlichen Ereignissen gekommen.
Erklärung gemäß § 124 Absatz 1 Z. 3 BörseG
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte
Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der
Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst
getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht und die wesentlichen Risiken und
Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Linz, am 7. März 2023
Der Vorstand
Generaldirektor Direktor Direktor Direktor
Dr. Franz Gasselsberger, MBA Mag. Dr. Josef Weißl, MBA Mag. Florian Hagenauer, MBA Martin Seiter, MBA
Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich
Personal- und Rechnungswesen Privatkundengeschäft Gesamtrisikomanagement Firmenkundengeschäft
Bestätigungsvermerk
140
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der Oberbank AG, Linz, und ihrer Tochterunternehmen (der Konzern), bestehend aus der
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung,
der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Ge-
schäftsjahr sowie dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein mög-
lichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme
des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Report-
ing Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB und dem Bankwe-
sengesetz.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und
mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die
Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Stan-
dards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestä-
tigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichi-
schen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestäti-
gungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am
bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im
Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu
berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Folgende Sachverhalte waren am bedeutsamsten für unsere Prüfung:
1. Die Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden
2. Die Bewertung von at Equity bilanzierten Unternehmen
1. Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden
Sachverhalt und Problemstellung
Die Forderungen an Kunden belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 19.193 Mio.
Der Vorstand beschreibt den Prozess zur Überwachung des Kreditrisikos und die Vorgehensweise für die Ermittlung der
Wertminderungen in Punkt 2.8 „Finanzielle Vermögenswerte und Verpflichtungen sowie Sicherungsbeziehungen“ sowie in
Punkt 43 „Kreditrisiko“ des Konzernanhangs.
Bestätigungsvermerk
141
Die Bank hat zur Bestimmung der erwarteten Kreditverluste Prozesse zur Identifikation von Ausfallsereignissen und von sig-
nifikanten Kreditrisikoerhöhungen implementiert. Die Berechnung der Wertberichtigung für ausgefallene, individuell
bedeutsame Kreditforderungen basiert auf den nach gewichteten Szenarien erwarteten Rückflüssen. Diese sind von der
Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des jeweiligen Kunden, der Bewertung von Kreditsicherheiten sowie
der Schätzung der Höhe und des Zeitpunkts der daraus abgeleiteten Rückflüsse beeinflusst. Die Wertberichtigung für ausge-
fallene, individuell nicht bedeutsame Forderungen wird als Verlustrate der unbesicherten Forderungshöhe auf Basis von
Erfahrungswerten ermittelt.
Bei nicht ausgefallenen Forderungen wird der erwartete Kreditverlust der nächsten zwölf Monate oder – bei einer
wesentlichen Erhöhung des Kreditrisikos seit Ersterfassung des Obligos – der erwartete Kreditverlust über die gesamte Rest-
laufzeit bilanziert (Stufe 1 und Stufe 2). Bei der Ermittlung werden Ratings, gegenwartsbezogene und zukunftsgerichtete
Informationen berücksichtigt, sowie erwartete zukünftige Rückzahlungen berücksichtigt.
Da das angewendete Wertberichtigungsmodell außerordentliche Sachverhalte nicht angemessen abbilden kann, wurde
seitens der Bank aufgrund der Auswirkungen des Ukraine-Konflikts und den Folgewirkungen eine Erhöhung der erwarteten
Kreditverluste durch einen kollektiven Stufentransfer von Stufe 1 auf Stufe 2 bestimmter Teilportfolien vorgenommen („Ma-
nagement Overlay“). Dies betrifft einerseits Forderungen an Kreditnehmer mit hoher Gasabhängigkeit und andererseits
Forderungen an Kunden im Bereich Immobilienprojekte mit gewerblichen Hypothekarsicherheiten.
Bestätigungsvermerk
142
Die Ermittlung des erwarteten Kreditverlustes zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden ist in allen
angeführten Ausprägungen mit erheblichen Unsicherheiten, umfangreichen Schätzungen und Ermessensspielräumen ver-
bunden. Diese ergeben sich bei der Identifikation eines Ausfallsereignisses oder einer signifikanten Erhöhung des Kreditrisi-
kos sowie bei der Schätzung der erwarteten Cashflows bzw. bei der Ermittlung und Aktualisierung von Rechenparametern,
die diese abbilden. Daher haben wir die Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden als besonders wichtigen Prüfungssach-
verhalt bestimmt.
Prüferisches Vorgehen
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der Forderungen an Kunden haben wir insbesondere folgende wesentliche Prüfungs-
handlungen durchgeführt:
• Wir haben die Methodik zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste erhoben und deren Konformität mit den Vor-
gaben der IFRS beurteilt.
• Wir haben die Dokumentation der Prozesse zur Überwachung der Kredite und zur Risikovorsorgebildung analysiert
und kritisch hinterfragt, ob diese Prozesse geeignet sind, Kreditausfälle zeitgerecht zu identifizieren und die Wert-
haltigkeit der Kundenforderungen angemessen abzubilden. Wir haben darüber hinaus die Prozessabläufe erhoben
und die von uns als Schlüsselkontrollen in Hinblick auf deren Ausgestaltung und Implementierung unter
Einbeziehung der relevanten IT-Systeme getestet sowie in Stichproben auf deren Wirksamkeit überprüft.
• Wir haben die Entwicklung der Forderungen an Kunden mittels analytischer Prüfungshandlungen hinsichtlich
Qualität, Betreuungsart, Rating und Stufenzuordnung im Vergleich zum Vorjahr und während des Geschäftsjahres
untersucht.
• Auf Basis einer nach Risikogesichtspunkten ermittelten Stichprobe haben wir einzelne Kreditfälle geprüft. Bei aus-
gefallenen Krediten haben wir die Einschätzungen der Bank in Bezug auf die Höhe der erwarteten Rückflüsse unter
Berücksichtigung von Sicherheiten überprüft und untersucht, ob die in der Berechnung verwendeten Annahmen
angemessen und von internen oder externen Nachweisen ableitbar sind. Für nicht ausgefallene Kredite haben wir
untersucht, ob Indikatoren für das Vorliegen eines Ausfalls bestehen.
• Wir haben die Einzelfallanalyse der Kreditnehmer mit hoher Gasabhängigkeit und jener im Bereich Immobilienpro-
jekte gewürdigt und geprüft, ob die betroffenen Kreditnehmer in die Stufe 2 transferiert wurden.
Bestätigungsvermerk
143
• Zur Beurteilung der Angemessenheit der erwarteten Kreditverluste für nicht ausgefallene Forderungen (Stufe 1 und
Stufe 2) haben wir unter Beiziehung von Spezialisten die Plausibilität von Annahmen und die statistisch-mathemati-
sche Angemessenheit der verwendeten Modelle sowie die ordnungsgemäße Anwendung dieser Modelle überprüft.
Dabei haben wir insbesondere die Annahmen im Zusammenhang mit zukunftsgerichteten Informationen unter-
sucht. Weiters haben wir die Angemessenheit der Annahmen zu den Parametern Ausfallwahrscheinlichkeit,
Verlustquote und Forderungshöhe bei Ausfall sowie des Stufenzuordnungsmodells unter Berücksichtigung der
Ergebnisse der bankinternen Validierungen überprüft sowie ausgewählte Rechenschritte nachvollzogen.
• Zur Beurteilung der Angemessenheit der erwarteten Kreditverluste für ausgefallene individuell nicht bedeutsame
Forderungen haben wir Prozess und Methodik der Berechnung, sowie der Überwachung der Angemessenheit der
Verlustraten erhoben und gewürdigt.
• Abschließend wurde beurteilt, ob die Angaben zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste sowie zu den
wesentlichen Annahmen und Schätzungsunsicherheiten im Konzernanhang zutreffend sind.
2. Bewertung von at Equity bilanzierten Unternehmen
(siehe Erläuterungen (Notes) zum Konzernabschluss 2.4 „Konsolidierungsmethoden“, 2.6 „Ermessensentscheidungen, An-
nahmen und Schätzungen“, 2.9 „Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze bezogen auf die Konzern-Gewinn- und Verlust-
Rechnung – Finanzanlagen“, 2.10 „Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze bezogen auf die Konzernbilanz“, 4. „Ergebnis
aus at Equity bewerteten Unternehmen“ und 17. „Finanzanlagen“)
Sachverhalt und Problemstellung
Die im Bilanzposten 5. Finanzanlagen d) „Anteile an at equity Unternehmen“ bilanzierten Beteiligungen an der Bank für Tirol
und Vorarlberg Aktiengesellschaft (BTV AG), der BKS Bank AG und der voestalpine AG haben am 31. Dezember 2022 einen
Buchwert von insgesamt EUR 1.100 Mio.
Im Geschäftsjahr wurden Zuschreibungen aus dem laufenden Ergebnisanteil in Höhe von EUR 145 Mio. und Abschreibungen
in Höhe von EUR 55 Mio. vorgenommen. Die Anteile an allen drei Unternehmen sind börsennotiert. Gemäß IAS 36 ist für
diese Beteiligungen zu jedem Abschlussstichtag oder anlassbezogen zu überprüfen, ob Anhaltspunkte für eine
Wertminderung („Wertminderungstest“) vorliegen. Zudem ist zu überprüfen, ob die Gründe für in früheren Perioden
vorgenommenen Wertminderungen noch zur Gänze oder teilweise bestehen.
Bestätigungsvermerk
144
Wird ein Anhaltspunkt identifiziert, wird für diese Beteiligung ein individueller Nutzungswert (Value in Use) ermittelt.
Für diesen Zweck wurden Nutzungswerte („Value-in-Use“) auf Basis der von den jeweiligen Unternehmen übermittelten
Planzahlen und Planinformationen unter Berücksichtigung von Szenarien ermittelt. Den in diese Berechnungen einfließen-
den Parametern liegen Annahmen zugrunde, die mit hohen Unsicherheiten und Ermessungsentscheidungen behaftet sind.
Geringfügige Änderungen in diesen Annahmen oder im ermittelten Diskontierungszinssatz können zu wesentlich
abweichenden Ergebnissen führen.
Auf Grund des Ermessensspielraums in den Annahmen und der damit verbundenen Sensitivität des Bewertungsergebnisses
haben wir die Bewertung von Anteilen an at Equity bewerteten Unternehmen als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt
bestimmt.
Prüferisches Vorgehen
• Wir haben die Prozesse zur Überprüfung der Werthaltigkeit von Anteilen an at Equity bewerteten Unternehmen
untersucht, die einzelnen Elemente der Kalkulation nachvollzogen und die Ausgestaltung und Implementierung der
identifizierten wesentlichen Kontrolle evaluiert.
• Wir haben die Angemessenheit der vom Vorstand für die Value-in-Use-Berechnungen herangezogenen
Jahresplanungen, der Überleitung auf den maximal jährlich ausschüttbaren Betrag und des angewandten
Diskontierungszinssatzes unter Beiziehung von Spezialisten anhand der Anforderungen von IAS 36 und aktueller
Kapitalmarktdaten unter Beiziehung interner Bewertungsspezialisten sowie die mathematische Korrektheit der
Berechnung überprüft.
• Wir haben die vom Vorstand getroffenen Annahmen und das durchgeführte Backtesting der jeweiligen
historischen Jahresplanungen mit den jeweiligen erzielten Jahresergebnissen kritisch gewürdigt. Die verwendeten
Zahlen und die gewählten Szenarien wurden mit dem Management und den verantwortlichen Mitarbeitern auch
unter Berücksichtigung der aktuellen Marktunsicherheit diskutiert und anhand interner und externer Prognosen
plausibilisiert.
Hinweis auf einen sonstigen Sachverhalt – Vorjahreskonzernabschluss
Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 des Konzerns wurde von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der am
11. März 2022 einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk zu diesem Konzernabschluss erteilt hat.
Bestätigungsvermerk
145
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle
Informationen im Jahresfinanzbericht und im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, Lagebericht, Konzernab-
schluss, Konzernlagebericht und die zugehörigen Bestätigungsvermerke. Den Segmentbericht haben wir vor dem Datum des
Bestätigungsvermerks erhalten, die übrigen Teile des Jahresfinanzberichtes sowie des Geschäftsberichtes werden uns
voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt werden.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf die sonstigen Informationen, und wir geben keine Art
der Zusicherung darauf ab. Bezüglich der Informationen im Konzernlagebericht verweisen wir auf den Abschnitt „Bericht
zum Konzernlagebericht“.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, die oben angeführten
sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob sie wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder
zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt
erscheinen.
Falls wir auf Grundlage der Arbeiten, die wir zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erhaltenen sonstigen
Informationen durchgeführt haben, zur Schlussfolgerung gelangen, dass diese sonstigen Informationen wesentlich falsch
dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in
Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB und
dem Bankwesengesetz ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung
eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns
zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unter-
nehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu
liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen
falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen,
der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass
eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die
die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche
vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als
wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf
der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten
Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Bestätigungsvermerk
146
Darüber hinaus gilt:
• Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen
oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und er-
langen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu
dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt
werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken,
Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner
Kontrollen beinhalten können.
• Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungs-
handlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein
Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
• Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungs-
methoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der
Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
• Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten
Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten
besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit
aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir
verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu
machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere
Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
• Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der
Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise
wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
• Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder
Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind
verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die
Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Eintei-
lung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im
internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur
Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von
denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig –
damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sach-
verhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die
besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei
denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in
äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil
vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche
Interesse übersteigen würden.
Bestätigungsvermerk
147
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit
dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Überein-
stimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt
worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses
über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 20. Mai 2021 als Abschlussprüfer für das am 31. Dezember 2022 endende
Geschäftsjahr gewählt und am 20. Mai 2021 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt.
Außerdem wurden wir von der Hauptversammlung am 17. Mai 2022 bereits für das darauffolgende Geschäftsjahr als
Abschlussprüfer gewählt und am 14. Juni 2022 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind
ununterbrochen seit dem am 31. Dezember 2022 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer des Konzerns.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den
Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO erbracht haben und dass wir
bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von dem Konzern gewahrt haben.
Bestätigungsvermerk
148
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mag. Thomas Becker.
Wien
9. März 2023
Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH
Qualifiziert elektronisch signiert:
Mag. Thomas Becker
ppa. Mag. (FH) Stephan Heschl
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns
bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und voll-
ständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2
UGB zu beachten.
Konzernabschluss
Gewinnverteilungsvorschlag
149
Gewinnverteilungsvorschlag
Der verteilungsfähige Gewinn wird anhand des Jahresabschlusses der Muttergesellschaft des Konzerns, der Oberbank AG,
festgestellt. Der Jahresüberschuss der Oberbank AG betrug im Geschäftsjahr 2022 170,2 Mio. Euro. Nach Rücklagendotation
von 119,0 Mio. Euro und nach Zurechnung des Gewinnvortrags von 0,2 Mio. Euro ergibt sich ein verwendungsfähiger Bilanz-
gewinn von 51,4 Mio. Euro. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Hauptversammlung wird vorgeschlagen, eine Divi-
dende von Euro 1,45 je bezugsberechtigter Aktie auszuschütten. Daraus ergibt sich bei 35.307.300 Stammaktien ein Aus-
schüttungsbetrag von 51,2 Mio. Euro. Weiters schlägt der Vorstand vor, den verbleibenden Rest von 187.443,60 Euro auf
neue Rechnung vorzutragen.
Linz, am 2. März 2023
Der Vorstand
Generaldirektor Direktor Direktor Direktor
Dr. Franz Gasselsberger, MBA Mag. Dr. Josef Weißl, MBA Mag. Florian Hagenauer, MBA Martin Seiter, MBA
Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich
Personal- und Rechnungswesen Privatkundengeschäft Gesamtrisikomanagement Firmenkundengeschäft
Konzernabschluss
Bericht des Aufsichtsrats
150
Präambel
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 lösten der Krieg in der Ukraine und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Verwer-
fungen die Covid-19-Pandemie ab. Die durch den hohen Anstieg der Rohstoff- und Energiepreise angefeuerte Inflation hat
die EZB endlich dazu bewogen, mit Zinsschritten gegenzusteuern. Die schmale Gratwanderung zwischen dem Eindämmen
der viel zu hohen Inflation und dem am Laufen-Halten der Wirtschaft wird auch 2023 herausfordernd sein und die europäi-
sche Notenbank stark fordern.
Die Oberbank hat dabei erneut gezeigt, dass sie auch unter außerordentlich fordernden Umständen ein verlässlicher Partner
für ihre KundInnen ist. Dies spiegelt sich im hervorragenden operativen Jahresergebnis wider. Auch das Konzernergebnis,
das getrieben von Bewertungen von Beteiligungen und „fair value“ Bewertungen bei Wertpapieren nach 3 Quartalen noch
weit hinter dem Vorjahr lag, konnte am Ende das Vorjahresergebnis noch einmal toppen, weil sich die davor anormalen Ni-
veaus der Bewertungsparameter wieder normalisierten.
Hinter dem hervorragenden operativen Ergebnis stehen vor allem der Vorstand und die MitarbeiterInnen der Bank. Die Pro-
fessionalität, die Schnelligkeit und die Flexibilität, mit der seitens des Vorstands und der MitarbeiterInnen auf die besonde-
ren Herausforderungen des Geschäftsjahrs 2022 reagiert wurde, haben den Aufsichtsrat ganz besonders beeindruckt. Dieser
hat seine wichtige Rolle bei der Festlegung der strategischen Ausrichtung (Geschäfts- und Risikostrategie) und bei der Über-
wachung der Einhaltung der sich daraus und aus Gesetz und Satzung ergebenden Vorgaben unter Beachtung der Regeln der
für das Berichtsjahr geltenden Fassung des Österreichischen Corporate Governance Kodex wahrgenommen.
Jedes Mitglied des derzeit 15-köpfigen Aufsichtsrats bringt sein Wissen und seine Erfahrung im Rahmen der Aufsichtsratssit-
zungen in die regen Diskussionen ein. Dafür und für die geleistete Arbeit aller Aufsichtsratsmitglieder im Plenum wie in den
Ausschüssen möchte ich mich recht herzlich bei allen Mitgliedern bedanken.
Arbeitsweise des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat während des Geschäftsjahres 2022 neben den vier geplanten Sitzungen auch eine außerordentliche
Sitzung abgehalten, in der sich der Aufsichtsrat mit rechtlichen Fragestellungen rund um den von Wüstenrot zu diesem Zeit-
punkt in den Raum gestellten Ausstieg aus dem Syndikat der Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft und mit Fragen
rund um den Verkauf von Anteilen an der Oberbank AG ebenfalls durch Wüstenrot beschäftigt hat.
In den planmäßigen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Entscheidungen getroffen
und die ihm nach den Vorschriften des Aktien- und des Bankwesengesetzes zukommenden Prüfungen vorgenommen. Der
Aufsichtsrat wurde vom Vorstand regelmäßig schriftlich und mündlich über die Geschäfts- und Risikolage sowie über wich-
tige Geschäftsvorfälle informiert.
Als Vorsitzender des Aufsichtsrats war ich regelmäßig mit dem Vorstandsvorsitzenden in Kontakt, um über die Strategie, die
Geschäftsentwicklung und das Risikomanagement zu diskutieren. Im Vorfeld der Sitzungen hatte ich in meiner Rolle als Vor-
sitzender des Aufsichtsrats auch immer persönlichen Kontakt mit dem Leiter der Internen Revision, der mich über die Ergeb-
nisse der Prüfungen seit der letzten Sitzung und den Umsetzungsstand der Empfehlungen informiert hat.
Im Geschäftsjahr 2022 fanden zu ausgewählten bankrechtlichen und bankwirtschaftlichen Themen in Umsetzung der Fit-&-
Proper-Regelungen drei mehrstündige Schulungen für die Mitglieder des Aufsichtsrats durch entsprechende Experten statt.
Ausschüsse des Aufsichtsrats
Der Arbeitsausschuss fasste 2022 sechs Beschlüsse im Umlaufweg. Über die vom Arbeitsausschuss entschiedenen
Geschäftsfälle wurde dem Gesamtaufsichtsrat in der nächsten Sitzung berichtet. Die Geschäftsfälle wurden auch ausführlich
besprochen.
Der Kreditausschuss hat 2022 insgesamt 87 Kreditanträge im Umlaufweg bewilligt. Über die vom Kreditausschuss entschie-
denen Geschäftsfälle wurde dem Gesamtaufsichtsrat in der jeweils nächsten Sitzung berichtet, diese wurden auch ausführ-
lich diskutiert.
Konzernabschluss
Bericht des Aufsichtsrats
151
Der Risikoausschuss hat im Berichtsjahr, dem Bankwesengesetz entsprechend, eine Sitzung in Beisein des für die unabhän-
gige Risikomanagementfunktion der Oberbank verantwortlichen Abteilungsleiters und der Staatskommissärin abgehalten. In
dieser Sitzung hat sich der Ausschuss mit der Risikostrategie der Oberbank und den übrigen im Gesetz vorgesehenen The-
men intensiv auseinandergesetzt. Auch darüber wurde in der darauffolgenden Sitzung der Gesamtaufsichtsrat ausführlich
informiert.
Der Nominierungsausschuss tagte im Geschäftsjahr 2022 zwei Mal in Beisein der Staatskommissärin bzw. ihrer Stellvertrete-
rin und hat alle ihm laut Gesetz obliegenden Aufgaben erfüllt. Aufgrund der Sondersituation, dass für die Hauptversamm-
lung 2022 neben der Wiederwahl zweier Aufsichtsratsmitglieder vom Nominierungsausschuss auch drei neue Aufsichtsrats-
mitglieder zu evaluieren und vorzuschlagen waren, hat der Nominierungsausschuss dazu am 26. Jänner 2022 eine außeror-
dentliche Sitzung abgehalten.
In seiner Sitzung vom 8. März 2022 hat der Nominierungsausschuss unter Leitung von Frau Univ.-Prof. Dr. Barbara Leitl-Stau-
dinger die mit 30 % gesetzlich festgelegte Quote für das unterrepräsentierte Geschlecht für den Aufsichtsrat und die Ziel-
quote für den Vorstand bestätigt. Mit sechs weiblichen Aufsichtsräten von insgesamt 15 Mitgliedern übertrifft die Oberbank
zum 31. Dezember 2022 die gesetzlich geforderte Quote von 30 % mit 40 % deutlich.
Eine wesentliche Rolle kommt dem Nominierungsausschuss auch bei der Nachbesetzung freiwerdender Aufsichtsratsman-
date und bei der rechtzeitigen Neu- oder Wiederbesetzung von Vorstandspositionen zu. Daher wurden in dieser Sitzung
auch die eidesstattlichen Fit-&-Proper-Erklärungen von sämtlichen Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern geprüft. Sowohl
die kollektive als auch die individuelle Eignung aller bestehenden Mitglieder konnte vom Nominierungsausschuss bzw. hin-
sichtlich der Mitglieder dieses Ausschusses vom Gesamtaufsichtsrat bestätigt werden.
Der Vergütungsausschuss hat unter meiner Leitung im Berichtsjahr zwei Mal im Beisein der der Staatskommissärin bzw. ih-
rer Stellvertreterin getagt. Darüber hinaus gab es im Juli 2022 eine intensive Arbeitssitzung mit dem Zweck der Einarbeitung
neuer Nachhaltigkeitskriterien für die Vorstandsvergütung.
In seiner Sitzung im März 2022 hat sich der Ausschuss eingehend mit den variablen Vergütungen für die Vorstände für das
Geschäftsjahr 2021 anhand der dokumentierten langfristigen Ziele beschäftigt und beschlossen, dass in Entsprechung der
EBA Leitlinien für eine solide Vergütungspolitik 50 % in Aktien und 50 % in Geld ausgezahlt werden, wobei die Aktien einer
Haltefrist von drei Jahren unterliegen und der auf fünf Jahre rückzustellende Anteil zu gleichen Teilen aus Aktien und Cash
besteht.
Unter Anwendung der Policy zum internen Identifizierungsprozess sogenannter RisikokäuferInnen wurde die Beurteilung der
Anwendbarkeit der festgelegten Vergütungsgrundsätze auf MitarbeiterInnen unterhalb der Vorstandsebene und der an
diese für das Geschäftsjahr 2021 zu gewährenden variablen Vergütungen durchgeführt.
Die variablen Vergütungen an die unterhalb der Vorstandsebene mit Einfluss auf das Risikoprofil der Bank tätigen Personen
sind sehr gering. Daher beschränken sich die in Entsprechung der EBA-Leitlinien für eine solide Vergütungspolitik festgeleg-
ten Auszahlungsmodalitäten auf den Vorstand der Oberbank.
152
Dr. Martin Zahlbruckner
Dr. Andreas König
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Konzernabschluss
Bericht des Aufsichtsrats
153
Auch der der Hauptversammlung jährlich vorzulegende Vergütungsbericht für den Vorstand und den Aufsichtsrat wurde
intensiv diskutiert. Der Bericht wurde verabschiedet und dem Gesamtaufsichtsrat dessen Vorlage an die Hauptversammlung
empfohlen, was dieser in der ordentlichen AR-Sitzung am 24. März 2022 auch beschlossen hat.
In der außerordentlichen Sitzung am 5. Dezember 2022 hat sich der Vergütungsausschuss mit dem vom Vergütungsbeauf-
tragten auf Basis der im Juli erarbeiteten Vorgaben des Ausschusses ausgearbeiteten Entwurf der Richtlinie für die
Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats in der Oberbank (Vergütungspolitik) auseinandergesetzt und diesen
abgesegnet. Diese Richtlinie wird der ordentlichen Hauptversammlung im Mai 2023 zur Abstimmung vorzulegen sein und
dann für die Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 2023 zur Anwendung kommen.
Der Prüfungsausschuss hat im Geschäftsjahr 2022 zweimal in Beisein der Staatskommissärin bzw. ihrer Stellvertreterin
getagt und alle ihm laut Gesetz obliegenden Aufgaben erfüllt. Über die Ergebnisse der Arbeit im Prüfungsausschuss wurde
das Plenum des Aufsichtsrats in der jeweils nachfolgenden Sitzung informiert.
Der Prüfungsausschuss hat in seiner Sitzung am 24. März 2022 den Jahresabschluss, den Lagebericht, den (konsolidierten)
nichtfinanziellen Bericht (Nachhaltigkeitsbericht) und den (konsolidierten) Corporate Governance Bericht der Oberbank AG
für das Geschäftsjahr 2021 geprüft und anschließend dem Aufsichtsrat darüber berichtet. Der Aufsichtsrat hat sich nach
eingehender Diskussion und Prüfung dem Ergebnis des Prüfungsausschusses angeschlossen, erklärte sich mit dem vom
Vorstand vorgelegten Jahresabschluss samt Lagebericht einschließlich Gewinnverwendungsvorschlag, dem nichtfinanziellen
Bericht und dem Corporate Governance Bericht einverstanden und billigte den Jahresabschluss 2021, der damit gemäß § 96
Abs. 4 Aktiengesetz festgestellt war. Der Prüfungsausschuss hat in dieser Sitzung auch den Konzernabschluss und den
Konzernlagebericht des Geschäftsjahres 2021 geprüft und dem Aufsichtsrat darüber berichtet. Der Aufsichtsrat hat sich dem
Ergebnis der Prüfung angeschlossen.
In seiner Sitzung vom 24. März 2022 hat der Prüfungsausschuss zudem beschlossen, dem Aufsichtsrat die Erneuerung des
Prüfungsmandates der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, Wien als Abschluss- und Bankprüfer für den Jahres- und
Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2023 zu empfehlen. Dem hat sich der Aufsichtsrat angeschlossen und der
Hauptversammlung einen entsprechenden Beschlussvorschlag unterbreitet.
Auch der Dividendenvorschlag für 2021 wurde vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 24. März 2022 empfehlungskonform
beschlossen.
In der Sitzung des Prüfungsausschusses am 19. September 2022 wurden mit dem neuen Wirtschaftsprüfer Deloitte die
geplante Jahresabschlussprüfung eingehend vorbereitet. Zudem erhielt der Ausschuss auch einen umfassenden Bericht über
die Revisionstätigkeit und die Prüfungsergebnisse der Internen Revision direkt vom Leiter der Internen Revision der
Oberbank präsentiert. Über das Ergebnis der Sitzung wurde der Aufsichtsrat in der nachfolgenden Plenarsitzung umfassend
informiert.
Rechtsausschuss
Aufgrund der von UniCredit Bank Austria eingeleiteten Rechtsstreitigkeiten hat der Aufsichtsrat in der Sitzung am
17. September 2019 beschlossen, einen eigenen Sonderausschuss für die rechtlichen Fragestellungen und die von UniCredit
Bank Austria angestrengten Verfahren einzurichten. Die Notwendigkeit ergab sich insbesondere aufgrund der inzwischen
gerichtlich bestätigten Weitergabe vertraulicher Informationen aus dem Aufsichtsrat an die Rechtsvertreter der klagenden
Großaktionärin.
Der Rechtsausschuss hat im Berichtsjahr 4 Sitzungen jeweils im Beisein der Staatskommissärin oder ihrer Stellvertreterin
abgehalten. Die Sitzungen erfolgten tourlich in Vorbereitung auf die nachgelagerte Aufsichtsratssitzung, in der jeweils auch
der Gesamtaufsichtsrat über den Stand der Verfahren informiert wurde. Im Berichtsjahr 2022 sind keine neuen Klagen
hinzugekommen. Auch am Verfahrensstand der laufenden Verfahren gab es 2022 keine wesentlichen Änderungen.
Konzernabschluss
Bericht des Aufsichtsrats
154
Hauptversammlung
Die ordentliche Hauptversammlung fand am 17. Mai 2022 coronabedingt in Form einer virtuellen Versammlung statt. Die
damit verbundenen technischen und organisatorischen Herausforderungen wurden hervorragend gemeistert.
Die Mandate von Univ.-Prof. Dr. Barbara Leitl-Staudinger und Mag. Hannes Bogner endeten durch Zeitablauf. Beide wurden
von der Hauptversammlung auf die satzungsgemäße Höchstdauer wiedergewählt. In das nach Rücklegung von Dr. Stephan
Koren frei gewordene Mandat wurde auf dessen Restlaufzeit DI Stefan Pierer neu gewählt. In das nach Rücklegung von
Alfred Leu frei gewordene Mandat wurde auf dessen Restlaufzeit Mag. Alina Czerny neu gewählt. In das nach Mandatsablauf
des Mandats von Dr. Barbara Steger frei gewordene Mandat wurde Mag. Gregor Pilgram auf die satzungsgemäße
Höchstdauer neu gewählt. Es gab zu den Beschlüssen der Hauptversammlung 2022 keine Anfechtungen.
Bankprüfer
Die Buchführung, der Jahresabschluss 2022 der Oberbank AG und der Lagebericht wurden von der Deloitte Audit
Wirtschaftsprüfungs GmbH, Wien, geprüft. Die Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt, den gesetzlichen Vorschriften
wurde entsprochen, weshalb der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt wurde. Der in Übereinstimmung mit den in
der EU anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Konzernabschluss 2022 und der in Über-
einstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften erstellte Konzernlagebericht wurden von der
Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, Wien, geprüft. Die Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt, den
gesetzlichen Vorschriften wurde entsprochen. Nach Überzeugung der Bankprüfer vermittelt der Konzernabschluss ein
möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage und der
Zahlungsströme des Geschäftsjahres vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2022.
Der Abschlussprüfer bestätigt, dass der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und dass die
gesetzlichen Voraussetzungen für die Befreiung von der Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach
österreichischem Recht erfüllt sind.
Die MitarbeiterInnen der Oberbank AG sind hochqualifiziert und hoch motiviert. Sie zeichnet ein außergewöhnlicher Einsatz
und hohes persönliches Engagement aus. Nur dadurch war in Verbindung mit dem Vorstand, der den entsprechenden
Rahmen schafft, die neuerlich exzellente Ergebnisentwicklung in einem herausfordernden Umfeld möglich. Dies würdigt der
Aufsichtsrat als besondere Leistung und bedankt sich bei Vorstand, Führungskräften und MitarbeiterInnen.
Linz, im März 2023
Der Aufsichtsrat
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Konzernabschluss
Organe der Bank zum 31.12.2022
155
Aufsichtsrat
Ehrenpräsident: Dkfm. Dr. Hermann BELL
Vorsitzender: Dr. Andreas KÖNIG (Vorsitzender seit 11.05.2021)
Stellvertreter: Mag. Dr. Martin ZAHLBRUCKNER (Vorsitzender bis 11.05.2021)
Mitglieder: Direktor Gerhard BURTSCHER
Mag. Hannes BOGNER
Mag. Alina CERNY
Univ.-Prof. MMMag. Dr. Barbara LEITL-STAUDINGER
DI Franz-Peter MITTERBAUER
DI Stefan PIERER
Mag. Gregor PILGRAM
Mag. Dr. Herta STOCKBAUER
Staatskommissärin: Oberrätin Mag. Angelika SCHLÖGEL
Staatskommissär-Stv.: MR Mag. Jutta RAUNIG
Vertreter des Betriebsrates: Wolfgang PISCHINGER, Vorsitzender des Zentralbetriebsrates der Oberbank AG
Alexandra GRABNER
Susanne BRAUN
Elfriede HÖCHTEL
Sven ZEISS
Vorstand: Generaldirektor Dr. Franz GASSELSBERGER, MBA
Vorstandsdirektor Mag. Dr. Josef WEIßL, MBA
Vorstandsdirektor Mag. Florian HAGENAUER, MBA
Vorstandsdirektor Martin SEITER, MBA
Lagebericht der Oberbank AG
Allgemeines zum Lagebericht der Oberbank AG
• Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und bei der Errechnung der Veränderungsraten können geringfü-
gige Differenzen im Vergleich zur Ermittlung aus den nicht gerundeten Beträgen auftreten.
• Mit diesem Bericht ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien der Oberbank AG verbunden.
• Auf ein eigenes Glossar wurde im vorliegenden Bericht verzichtet, da entweder bekannte Begriffe verwendet
wurden oder spezielle Termini direkt im Text erklärt werden
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
157
Wirtschaft unter dem Schock Russlands
Noch unter dem Eindruck der Coronapandemie wurde die westliche Welt vom Einmarsch der russischen Truppen in der Uk-
raine in Schockstarre versetzt. Die Rückkehr eines Krieges nach Europa sollte massiv dazu beitragen, dass die Inflation und
die Zinsen speziell in Europa aber auch im Rest der Welt deutlich anstiegen.
Die Energiepreise schossen in der Folge förmlich in die Höhe, Bedenken betreffend der Versorgungsicherheit aufgrund der
hohen Abhängigkeit von Gaslieferungen aus Russland machten die Runde. Die Vervielfachung der Gaspreise zog die Preise
für andere Energiequellen nach oben und so war es früh absehbar, dass damit verbunden auch die Inflationsraten massiv
steigen würden. Rezessionsängste waren die Folge und bestehende Wachstumsprognosen wurden deutlich nach unten kor-
rigiert.
Rückkehr der Inflation
Über Jahre hindurch hatten die Notenbanken damit zu kämpfen, dass die Inflationsraten deutlich zu tief waren. Die Märkte
wurden fast schon überbordend mit Liquidität versorgt. Wegen der bereits genannten Ursachen und nicht zuletzt aufgrund
der nach wie vor coronabedingt vorherrschenden Lieferknappheit von vielen Produkten aus dem asiatischen Raum, stiegen
die Teuerungsraten. Mit Werten – je nach Land der Eurozone – von bis zu über 20 % standen die Notenbanken plötzlich vor
neuen Herausforderungen. Als Maßnahmen wurden von den Notenbanken einerseits die Rücknahme der großzügigen Liqui-
dität gegenüber Banken und die Anhebung der Leitzinsen eingesetzt. Beide Schritte führten zu höheren Zinsen. Der Inflati-
onspeak dürfte im zweiten Halbjahr erreicht worden sein. Die Werte fielen gegen Jahresende leicht.
Ende der Negativzinsen
Die mehrere Jahre dauernde Tiefzinsphase und damit einhergehend die Verrechnung von Negativzinsen fand im dritten
Quartal 2022 ihr Ende. Mit den beiden Leitzinserhöhungen im Juli und September setzte die EZB ein klares Zeichen, dass
diese Zinsphase beendet ist. Im ersten Halbjahr 2022 waren die Negativzinsen im Euroraum noch das beherrschende Thema.
Die dadurch entstandenen hohen Kosten für die Banken wurden speziell an die Firmenkunden weitergegeben. Mit dem
Ende der Negativzinsen leitete die EZB auch den Ausstieg aus mehreren Refinanzierungsprogrammen ein.
Die großen Notenbanken drehten an den Zinsschrauben
Alle großen Zentralbanken haben die richtungsweisenden Leitzinsen 2022 zum Teil kräftig erhöht. Die US-Notenbank FED
hob den Leitzins von 0,25 % auf zuletzt 4,5 % in sieben Schritten an. Die EZB war deutlich bedächtiger in ihren Schritten und
erhöhte von 0 % auf 2,5 %. Die führenden Gremien der Notenbanken wiesen klar auf ihre Entschlossenheit hin bei Bedarf
mit weitern Schritten gegen die Inflation ankämpfen zu wollen. Die Notenbanken standen bei ihren Entscheidungen im Di-
lemma zwischen Inflationsbekämpfung und der Gefahr, dass sich die Wirtschaft durch steigende Zinsen überdurchschnittlich
stark abschwächen könnte.
Massive Bewegungen bei EUR/USD
Getrieben durch die Zinserhöhungsfantasie durchbrach der Wechselkurs von EUR/USD im Lauf des Jahres erstmals seit lan-
ger Zeit die Parität. Zwischen Höchst- und Tiefstkurs lagen in der Spitze rund 15 %. Seine Tiefstwerte erreichte der EUR/USD
Kurs gegen Ende des dritten Quartals. Die massiven Zinserhöhungsschritte der US-Notenbank waren Rückenwind für den
Dollar. Im letzten Quartal 2022 setzte eine Erholung des Euros ein – befeuert durch die Zinserhöhungsfantasie im Euroraum
und durch die sich abzeichnende Verringerung der Intensität der Erhöhungen der US-Notenbank FED. Der Euro musste sich
auch gegenüber der Tschechischen Krone mit Abwertungen zufriedengeben. Von Werten über 25 CZK auf unter knapp 24
CZK stieg die Krone gegenüber dem Euro. Einzig der Ungarische Forint zeigte die meiste Zeit des Jahres klare Abwertungsten-
denzen. Den Höchstwert zum Euro erreichte der Forint mit Werten von über 425 Forint pro Euro. Zum Vergleich: Zu Jahres-
beginn 2022 lag der Wert bei Werten zwischen 350 und 375.
2022 ein absolutes Ausnahmejahr für Aktien und Anleihen, Zuversicht für 2023
Sowohl globale Aktien als auch globale Anleihen gaben 2022 zwischenzeitlich mehr als 20 % nach. Bei Anleihen handelte es
sich um den ersten globalen Bärenmarkt seit 70 Jahren.
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
158
Wenngleich für Aktien ein Bärenmarkt grundsätzlich nichts Ungewöhnliches ist, so gab es in diesem Jahrhundert erst zwei
Jahre mit einem Verlust größer als 10 % (Finanzkrise 2008 und 2002). Die Börsenentwicklung war stark geprägt von einer
hohen Inflationsdynamik und den Antworten der Notenbanken darauf – steigende Zinsen in den USA und Europa. Der Ukra-
ine-Krieg und dessen Folgen, sorgten ebenso für Unsicherheit bei Energieversorgung und hohen Preisen für Öl und Gas. 2023
wird mit einer besseren wirtschaftlichen Entwicklung als vom Markt erwartet gerechnet, und somit mit einer soliden Ent-
wicklung an den Anleihen- und Aktienmärkten.
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
159
Bilanzsumme
Die Bilanzsumme der Oberbank AG zum 31.12.2022 war mit 25.591,2 Mio. Euro um 2,1 % niedriger als im Vorjahr.
Die Veränderung wurde vor allem von den gestiegenen Forderungen an Kunden, dem gestiegenen Bestand an festverzinsli-
chen Wertpapieren (verursacht vom Zinsanstieg durch zusätzliche Veranlagungen) und der gesunkenen Barreserve verur-
sacht.
Die Forderungen an Kreditinstitute erhöhten sich um 17,6 % bzw. 159,1 Mio. Euro auf 1.061,0 Mio. Euro.
Der Bestand an festverzinslichen Wertpapieren erhöhte sich ebenfalls, und zwar von 1.541,1 Mio. Euro um
440,8 Mio. Euro / 28,6 % auf 1.981,9 Mio. Euro.
Die Forderungen an Kunden stiegen um 883,2 Mio. Euro / 4,8 % auf 19.230,0 Mio. Euro.
Oberbank AG Bilanz zum 31.12.2022
Aktiva in Tsd. €
2022
2021
Veränderung
absolut
in %
1.
Kassenbestand, Guthaben bei Zentralnotenbanken und
Postgiroämtern
2.287.319
4.400.912
-2.113.593
-48,0
2.
Schuldtitel öffentlicher Stellen, die zur
Refinanzierung bei der Zentralnotenbank zugelassen sind:
853.303
621.640
231.663
37,3
3.
Forderungen an Kreditinstitute
1.060.963
901.840
159.123
17,6
a)
täglich fällig
273.521
124.156
149.365
120,
3
b)
sonstige Forderungen
787.442
777.685
9.758
1,3
4.
Forderungen an Kunden
19.229.97
3
18.346.79
1
883.182
4,8
5.
Schuldverschreibungen u. andere festverzinsliche Wertpa-
piere
1.128.582
919.457
209.125
22,7
a)
von öffentlichen Emittenten
621.290
570.608
50.682
8,9
b)
von anderen Emittenten
507.292
348.849
158.443
45,4
darunter:
eigene Schuldverschreibungen
4.348
24.713
-20.365
-82,4
6.
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
218.495
219.137
-642
-0,3
7.
Beteiligungen
460.080
427.346
32.734
7,7
darunter:
an Kreditinstituten
155.288
123.274
32.014
26,0
8.
Anteile an verbundenen Unternehmen
120.358
120.539
-181
-0,2
darunter:
an Kreditinstituten
6.000
6.000
9.
Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermö-
gens
3.609
2.912
698
24,0
10.
Sachanlagen
69.899
73.733
-3.833
-5,2
darunter:
Grundstücke und Bauten, die vom Kreditinstitut im Rah-
men
seiner eigenen Tätigkeit genutzt werden
33.550
34.763
-1.213
-3,5
11.
Sonstige Vermögensgegenstände
96.038
57.443
38.595
67,2
12.
Rechnungsabgrenzungsposten
17.693
7.211
10.481
145,
3
13. Aktive latente Steuern
44.870
51.194
-6.323
-12,4
Summe der Aktiva
25.591.184
26.150
-558.971
-2,1
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
160
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verringerten sich um 1,455,5 Mio. Euro / 24,4 % auf
4.508,5 Mio. Euro. Die Primärmittel inkl. Nachrangkapital stiegen um 737,0 Mio. Euro / 4,2 % auf 18.142,3 Mio. Euro.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden stiegen um 417,6 Mio. Euro / 2,8 % auf 15.134,5 Mio. Euro. Die verbrieften Ver-
bindlichkeiten stiegen um 295,9 Mio. Euro /13,4 % auf 2.503,7 Mio. Euro. Das Nachrangkapital erhöhte sich um
23,5 Mio. Euro auf 504,1 Mio. Euro. Das Eigenkapital stieg um 115,6 Mio./5,1% auf 2.376,8 Mio. Euro an.
Oberbank AG Bilanz zum 31.12.2022
Passiva in Tsd. €
2022
2021
Veränderung
absolut
in %
1.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
4.508.456
5.964.038
-
1.455.582
-24,4
a)
täglich fällig
777.734
749.160
28.574
3,8
b)
mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
3.730.722
5.214.878
-
1.484.156
-28,5
2.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
15.134.508
14.716.859
417.649
2,8
a)
Spareinlagen
2.167.226
2.534.685
-367.459
-14,5
darunter:
aa)
täglich fällig
1.798.617
1.831.620
-33.002
-1,8
bb)
mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungs-
frist
368.608
703.065
-334.457
-47,6
b)
sonstige Verbindlichkeiten
12.967.282
12.182.174
785.108
6,4
darunter:
aa)
täglich fällig
11.057.325
11.364.249
-306.924
-2,7
bb)
mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungs-
frist
1.909.957
817.925
1.092.032
133,5
3.
Verbriefte Verbindlichkeiten
2.503.683
2.207.825
295.858
13,4
a)
begebene Schuldverschreibungen
2.491.283
2.195.425
295.858
13,5
b)
andere verbriefte Verbindlichkeiten
12.400
12.400
0
0,0
4.
Sonstige Verbindlichkeiten
81.762
81.599
163
0,2
5.
Rechnungsabgrenzungsposten
33.063
33.921
-858
-2,5
6.
Rückstellungen
347.408
318.652
28.757
9,0
a)
Rückstellungen für Abfertigungen
44.428
44.877
-449
-1,0
b)
Rückstellungen für Pensionen
128.822
131.713
-2.891
-2,2
c)
Steuerrückstellungen
7.618
824
6.794
825,0
d)
sonstige
166.541
141.239
25.302
17,9
7.
Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel 1 Kapitel 4
504.112
480.591
23.521
4,9
der Verordnung (EU) Nr.575/2013
8.
Zusätzliches Kernkapital gemäß Teil 2 Titel 1 Kapitel 3
50.000
0
0
0,0
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
9.
Gezeichnetes Kapital
105.771
105.863
-91
-0,1
10.
Kapitalrücklagen (gebundene)
505.523
505.523
0
0,0
11.
Gewinnrücklagen
1.521.514
1.416.762
104.752
7,4
a)
gesetzliche Rücklage
5.523
5.523
0
0,0
b)
andere Rücklagen
1.515.991
1.411.239
104.752
7,4
darunter:
Rücklagen für eigene Anteile
1.108
957
151
15,7
12.
Haftrücklage gemäß § 57 Abs. 5 BWG
244.000
233.000
11.000
4,7
13.
Bilanzgewinn
51.383
35.522
15.861
44,7
Summe der Passiva
25.591.184
26.150
-558.971
-2,1
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
161
Ertragslage
Die Betriebserträge der Oberbank AG waren 2022 mit 617,6 Mio. Euro um 14,8 % höher als 2021.
Der Nettozinsertrag erhöhte sich um 18,0 % auf 343,5 Mio. Euro.
Die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen lagen mit 49,4 Mio. Euro um 49,3 % über jenen des Vorjahres.
Das Provisionsergebnis ist mit 206,8 Mio. Euro um 14,9 Mio. bzw. 7,8 % höher als 2021. Das Provisionsergebnis ist mit
206,8 Mio. Euro um 14,9 Mio. Euro bzw. 7,8 % höher als 2021.
Die Betriebsaufwendungen waren 2022 mit 335,1 Mio. Euro um 0,6 % höher als im Jahr zuvor.
Der Personalaufwand erhöhte sich um 1,9 % auf 193,6 Mio. Euro. Der Sachaufwand stieg um 5,8 % auf
108,2 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis stieg um 37,9 % auf 282,5 Mio. Euro.
Spannenentwicklung
2022
2021
Veränd.
Nettozinsspanne
1,33%
1,18%
0,15 %-P.
Nettoprovisionsspanne
0,80%
0,78%
0,02 %-P.
Ertragsspanne
2,39%
2,18%
0,21 %-P.
Aufwandsspanne
1,30%
1,35%
-0,06 %-P.
Betriebsergebnisspanne
1,09%
0,83%
0,26 %-P.
Unternehmenskennzahlen
2022
2021
Veränd.
Return on Equity vor Steuern
10,0 %
7,5 %
2,5 %-P.
Return on Equity nach Steuern
7,2 %
5,6 %
1,6 %-P.
Cost-Income-Ratio
54,3 %
61,9 %
- 7,6 %-P.
Der RoE vor Steuern 2022 erhöhte sich auf 10,0 %, nach Steuern auf 7,2 %.
Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich um 7,6 %-Punkte auf 54,3 %.
Im Rahmen der Kreditrisikogebarung wurden für alle erkennbaren Risiken, soweit Zweifel an der Einbringlichkeit von Forde-
rungen oder Teilen von Forderungen bestehen, ausreichend vorgesorgt. Daneben wurden Beiträge an die ALPENLÄNDISCHE
GARANTIE-GESELLSCHAFT m. b. H. geleistet, die als gemeinsame Deckungsvorsorge für Großkreditrisiken der 3 Banken
Gruppe dienen. Unter Berücksichtigung der Forderungsverluste und der Provisionszahlung an die ALGAR belief sich 2022 die
Kreditrisikogebarung der Oberbank AG auf 38,6 Mio. Euro (2021: 33,9 Mio. Euro), die Wertberichtigungsquote betrug 0,20 %
(2021: 0,18%).
Der Saldo aus Bewertungen und realisierten Kursgewinnen / -verlusten bei Wertpapieren des Anlage- und Umlaufvermögens
sowie bei den Beteiligungen belief sich 2022 auf 1,6 Mio. Euro, nach 4,3 Mio. Euro 2021.
Damit erhöhte sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 41,6 % auf 235,4 Mio. Euro.
Der Steueraufwand lag mit 65,3 Mio. Euro um 49,1 % über dem des Vorjahres. Damit erhöhte sich der Jahresüberschuss
2022 im Vergleich zum Vorjahr um 38,9 % auf 170,2 Mio. Euro.
Gewinnverteilungsvorschlag
Der verteilungsfähige Gewinn wird anhand des Jahresabschlusses der Muttergesellschaft des Konzerns, der Oberbank AG,
festgestellt. Der Jahresüberschuss der Oberbank AG betrug im Geschäftsjahr 2022 170,2 Mio. Euro. Nach Rücklagendotation
von 119,0 Mio. Euro und nach Zurechnung des Gewinnvortrags von 0,2 Mio. Euro ergibt sich ein verwendungsfähiger Bilanz-
gewinn von 51,4 Mio. Euro.
Nettoprovisionserträge nach Sparten in Tsd. €
2022
2021
Veränd.
Kredit- und Garantieprovisionen
41.703
38.395
8,6%
Wertpapiergeschäft
71.126
67.978
4,6%
Zahlungsverkehr
64.669
61.071
5,9%
Devisen- und Valutengeschäft
25.694
19.338
32,9%
Sonstige Provisionserträge
3.619
5.070
-28,6%
Summe
206.811
191.852
7,8%
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
162
Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Hauptversammlung wird vorgeschlagen, eine Dividende von Euro 1,45 je bezugs-
berechtigter Aktie auszuschütten. Daraus ergibt sich bei 35.307.300 Stammaktien ein Ausschüttungsbetrag von
51,2 Mio. Euro. Weiters schlägt der Vorstand vor, den verbleibenden Rest von 187.443,60 Euro auf neue Rechnung vorzutra-
gen.
Eigene Aktien
Im Berichtsjahr haben Erwerbe und Veräußerungen sowohl unter der Ermächtigung gem. § 65 Abs 1 Z 4 AktG (Rückkaufpro-
gramm zum Zweck des Angebotes an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes oder Aufsichtsrates
der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens als auch jener gem. § 65 Abs 1 Z 7 AktG (Wertpapierhandel)
stattgefunden.
Zum Zwecke des Wertpapierhandels hat die Oberbank im Berichtsjahr 124.547 Stück eigene Stammaktien, was einem Anteil
von 0,35 % bzw. 373.641,00 Euro des Grundkapitals entspricht, zum Durchschnittskurs von 99,32 Euro erworben, denen Ver-
käufe von 94.099 Stück eigener Stammaktien zum Durchschnittskurs von 97,18 Euro gegenüberstanden. Die aus dem Ver-
kauf erzielten Erlöse wurden den Betriebsmitteln zugeführt.
Zu den im Rahmen des Aktien-Rückkaufprogramms 2022 erworben und veräußerten eigenen Stammaktien verweisen wir
auf die Angaben im Anhang.
Zum Bilanzstichtag hatte die Oberbank damit insgesamt 50.151 Stück eigene Stammaktien im Bestand, was einen Anteil von
0,14 % bzw. 150.453,00 Euro des Grundkapitals darstellt. Der höchste Stand im Laufe des Jahres 2022 erreichte am
23.06.2022 mit 89.508 Stück 0,25 % bzw. 268.524 Euro vom Grundkapital.
Ausgezeichnete Ausstattung mit Eigenmitteln
Die Eigenmittel gemäß Art. 72 CRR betrugen zum 31.12.2022 2.746,5 Mio. Euro, davon entfielen 2.329,0 Mio. Euro auf das
harte Kernkapital. Der Gesamtrisikobetrag belief sich auf 15.379,0 Mio. Euro.
Daraus errechneten sich zum 31.12.2022 eine harte Kernkapitalquote von 15,14 % (Erfordernis 7,15 %), eine Kernkapital-
quote von 15,47 % (Erfordernis 8,65 %) und eine Gesamtkapitalquote von 17,86 % (Erfordernis 10,65 %).
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
163
Anrechenbare Eigenmittel gemäß Teil 2 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
Oberbank - Eigenmittel Säule I
31.12.2022
31.12.2021
Veränd.
Beträge in Tsd. €
Gezeichnetes Kapital
105.922
105.922
0
Kapitalrücklagen
505.523
505.523
0
Gewinnrücklagen
1.769.547
1.650.606
118.941
Aufsichtliche Korrekturposten
-75
-56
-19
Abzüge von den Posten des harten Kernkapitals
-51.954
-40.494
-11.460
Hartes Kernkapital
2.328.963
2.221.501
107.462
AT1-Kapitalinstrumente
50.000
50.000
0
Abzüge von Posten des AT 1-Kapitals
0
0
0
Zusätzliches Kernkapital
50.000
50.000
0
KERNKAPITAL
2.378.963
2.271.501
107.462
anrechenbare Ergänzungskapitalinstrumente
340.486
345.098
-4.612
Ergänzungskapitalposten gem. nationalen Umsetzungsmaßnahmen
0
15.406
-15.406
Allgemeine Kreditrisikoanpassungen
42.000
32.000
10.000
Abzüge von Posten des Ergänzungskapitals
-14.928
-13.893
-1.035
Ergänzungskapital
367.558
378.611
-11.053
EIGENMITTEL
2.746.521
2.650.112
96.409
Gesamtrisikobetrag gem. Art. 92 CRR
Kreditrisiko
14.389.910
13.292.439
1.097.471
Marktrisiko, Abwicklungsrisiko und CVA-Risiko
18.187
45.609
-27.422
operationelle Risiko
970.868
921.250
49.618
Gesamtrisikobetrag
15.378.965
14.259.298
1.119.667
Eigenmittelquoten gem. Art. 92 CRR
Harte Kernkapital-Quote
15,14%
15,58%
-0,44% Pte
Kernkapital-Quote
15,47%
15,93%
-0,46% Pte
Geamtkapital-Quote
17,86%
18,59%
-0,73% Pte
Gesetzliches Erfordernis Eigenmittelquoten gem. ÜRL in %
Harte Kernkapital-Quote
7,15%
7,06%
0,09%
Kernkapital-Quote
8,65%
8,56%
0,09%
Geamtkapital-Quote
10,65%
10,56%
0,09%
Gesetzliche Eigenmittelanforderungen gem. ÜRL in T€
Hartes Kernkapital
1.099.596
1.006.706
92.890
Kernkapital
1.330.280
1.220.596
109.685
Geamtkapital
1.637.860
1.505.782
132.078
Freie Kapitalbestandteile
Hartes Kernkapital
1.229.367
1.214.795
14.572
Kernkapital
1.048.683
1.050.905
-2.223
Geamtkapital
1.108.661
1.144.330
-35.669
Gesetzliches Erfordernis EM-Quoten Säule II (incl. 1,2% SREP-Aufschlag; im VJ 1,3%)
Harte Kernkapital-Quote
7,83%
7,79%
0,03%
Kernkapital-Quote
9,55%
9,54%
0,02%
Geamtkapital-Quote
11,85%
11,86%
-0,01%
Gemäß § 23 BWG in Verbindung mit § 103q Z 11 BWG wurde ab 1.1.2016 ein Kapitalerhaltungspuffer eingeführt, der in Form
von hartem Kernkapital zu halten ist. Seit 2019 beträgt der Puffer 2,50 %.
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
164
Rechtsstreitigkeiten der 3 Banken mit der UniCredit Bank Austria AG und der CABO Beteiligungsgesellschaft m.b.H.
Die UniCredit Bank Austria AG und die CABO Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (gemeinsam kurz: UniCredit) haben in der
Hauptversammlung der Oberbank im Mai 2019 den Antrag gestellt, einen dritten ihnen zuzurechnenden Vertreter in den
Aufsichtsrat der Oberbank zu wählen. Dieser Antrag fand keine Zustimmung. Die UniCredit hat in der Folge eine Klage auf
Anfechtung einzelner Hauptversammlungsbeschlüsse erhoben. Das diesbezügliche Verfahren wurde am 20. Dezember 2019
geschlossen.
Nachdem das Landesgericht Linz sämtliche Klagebegehren der UniCredit negativ beschieden hatte, hat das OLG Linz diese
Entscheidung insofern revidiert, als die von der Hauptversammlung im Mai 2019 beschlossene Reduktion der Kapitalvertre-
terInnen von zwölf auf elf für nichtig erklärt wurde. Dem Feststellungbegehren der UniCredit auf Wahl des von ihr nominier-
ten Kandidaten wurde jedoch nicht stattgegeben. Dieses Urteil ist inzwischen rechtskräftig. Es hat abgesehen von der bestä-
tigten Nichtwahl des von UniCredit beantragten Kandidaten keine weiteren rechtlichen Auswirkungen. Relevante bilanzielle
Auswirkungen dieses Verfahrens sind nicht erkennbar.
Ende Dezember 2019 hat die UniCredit die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung der AktionärInnen der
Oberbank beantragt, die am 4. Februar 2020 stattfand. Die Anträge der UniCredit (Sonderprüfung der Oberbank-Kapitaler-
höhungen seit 1989, Beendigung eines Schiedsverfahrens mit der Generali-3 Banken-Holding) fanden keine Zustimmung.
Auch in der ordentlichen Hauptversammlung am 20. Mai 2020 stellte die UniCredit Anträge auf Durchführung von
Sonderprüfungen, die jedoch keine Mehrheit fanden. Die UniCredit hat einerseits Anfechtungsklage gegen diese Beschlüsse
eingebracht. Andererseits hat sie bezüglich des Antrags auf Sonderprüfung aus der außerordentlichen Hauptversammlung
2020 im Zusammenhang mit den Kapitalerhöhungen der BKS Bank AG (kurz: BKS) beziehungsweise der Bank für Tirol und
Vorarlberg AG (kurz: BTV) im Jahr 2018 und bezüglich einiger abgelehnter Sonderprüfungsthemen aus der ordentlichen
Hauptversammlung 2020 einen gerichtlichen Antrag auf Sonderprüfung gestellt.
Der von UniCredit gestellte gerichtliche Antrag auf Sonderprüfung wurde vom Landesgericht Linz teilweise abgewiesen und
hinsichtlich der übrigen Themen das Verfahren bis zur Erledigung des anhängigen Zivilprozesses betreffend die Anfechtungs-
klage gegen Beschlüsse der ordentlichen Hauptversammlung 2020 unterbrochen.
Die Anfechtungsverfahren wurden bis zur Klärung übernahmerechtlicher Vorfragen unterbrochen.
Die UniCredit hat Ende Februar 2020 Anträge bei der Übernahmekommission gestellt, mit denen überprüft werden soll, ob
die bei den 3 Banken bestehenden Aktionärssyndikate eine übernahmerechtliche Angebotspflicht verletzt haben. Die
Oberbank ist von diesen Verfahren als Mitglied der Syndikate bei der BTV und bei der BKS unmittelbar betroffen. Die Syndi-
kate der BTV und BKS wurden mit nach wie vor gültigen Bescheiden der Übernahmekommission aus dem Jahr 2003 geneh-
migt. Die UniCredit erhebt den Einwand, dass sich seitdem die Zusammensetzung und Willensbildung der Syndikate verän-
dert sowie diese insgesamt seit dem Jahr 2003 ihr Stimmgewicht in übernahmerechtlich relevanter Weise ausgebaut hätten
und dadurch eine Angebotspflicht ausgelöst worden wäre.
Dazu haben zwischen dem 27. September 2020 und dem 1. Oktober 2020 drei Verhandlungstage mit umfangreichen Zeu-
geneinvernahmen vor der Übernahmekommission stattgefunden. Die Entscheidung steht nach wie vor aus.
Der Vorstand geht nach sorgfältiger Prüfung unter Beiziehung externer Experten davon aus, dass diese übernahmerechtliche
Prüfung zu keiner Angebotspflicht führen wird. Gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung vom 11. Mai 2021 wurden
keine Anfechtungen erhoben. Gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung vom 17. Mai 2022 wurden keine Anfechtungen
erhoben. Ende Juni 2021 hat UniCredit neue Unterlassungs- und Feststellungsklagen beim Landesgericht Linz eingebracht.
Im Wesentlichen geht es um die Feststellung, dass die Beschlüsse des Vorstands der Oberbank auf Durchführung der letzten
4 Kapitalerhöhungen der Oberbank und die Beschlüsse zur Leistung von Zuschüssen an die Generali 3Banken Holding AG für
die Kapitalerhöhungen der 3 Banken nichtig seien, und dass es der Vorstand in Zukunft unterlassen solle, derartige Zu-
schüsse zu leisten oder Aktionären, die mit der Oberbank wechselseitig beteiligungsmäßig verbunden sind, Aktien im Zuge
von Kapitalerhöhungen zuzuteilen. Seitens der UniCredit wurden inhaltlich gleichartige Klagen auch gegen BKS und BTV ein-
gebracht, denen die Oberbank jeweils als Nebenintervenientin beigetreten ist.
Im gegen die BTV geführten Verfahren wurde die Klage bereits erst- und zweitinstanzlich vollinhaltlich abgewiesen, sodass
dieses Verfahren bereits in dritter und letzter Instanz beim OGH anhängig ist. Vor diesem Hintergrund haben sich die UniCre-
dit und die Oberbank mittlerweile darauf geeinigt, im gegen die Oberbank geführten Verfahren vorläufig einfaches Ruhen
eintreten zu lassen, und die Entscheidung des OGH im Verfahren gegen die BTV abzuwarten.
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
165
Der Vorstand der Oberbank sieht nach sorgfältiger Prüfung bei diesem Verfahren wie bei allen anderen anhängigen Verfah-
ren keine relevanten bilanziellen Auswirkungen.
Wesentliche Ereignisse nach dem Ende des Geschäftsjahres
Siehe Anhang für Geschäftsjahr 2022 Punkt V.
Forschung und Entwicklung
Auf der Basis der Bedürfnisse ihrer KundInnen entwickelt die Oberbank individuelle Finanzdienstleistungen im Finanzie-
rungs- und Anlagebereich. In der Forschung und Entwicklung im klassischen Sinn ist sie jedoch nicht tätig.
Internes Kontrollsystem
Das interne Kontrollsystem (IKS) der Oberbank entspricht dem international anerkannten COSO-Standard. Es existieren de-
taillierte Beschreibungen der IKS-Abläufe, einheitliche Dokumentationen aller risikorelevanten Prozesse der Bank und der
Kontrollmaßnahmen. Die Verantwortlichkeiten und Rollen in Bezug auf das IKS sind klar definiert. Für das IKS erfolgt ein re-
gelmäßiges, mehrstufiges Reporting über Wirksamkeit und Reifegrad. Kontrollaktivitäten werden dokumentiert und über-
prüft, die IKS-relevanten Risiken werden regelmäßig evaluiert und angepasst. Dieser laufende Optimierungsprozess trägt zur
Qualitätssicherung bei. Die Abteilung Interne Revision der Oberbank AG prüft in ihrer Funktion als unabhängige Überwa-
chungsinstanz das interne Kontrollsystem. Abgeprüft werden die Wirksamkeit und Angemessenheit des IKS sowie die Einhal-
tung der Arbeitsanweisungen.
Die Kontrollmechanismen des IKS speziell in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess werden in den folgenden Absätzen
im Detail beschrieben (Offenlegung gemäß § 243a (2) UGB).
Die Verantwortung für die Buchhaltung und Bilanzierung mit den dazugehörenden Prozessen ist in der Abteilung Rechnungs-
wesen und Controlling angesiedelt. Einzelne Teilprozesse sind in der Abteilung Strategisches Risikomanagement angesiedelt.
Die Abteilung Interne Revision führt als unabhängige Einheit die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen durch. Im Rahmen
des IKS werden alle wesentlichen Prozesse im Rahmen der Rechnungslegung kontrolliert und die mit der Rechnungslegung
einhergehenden Risiken identifiziert, analysiert und laufend überwacht. Gegebenenfalls werden Maßnahmen zur Reduktion
dieser Risiken ergriffen.
Kontrollumfeld
Neben der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben stehen die von der Oberbank definierten Verhaltensgrundsätze und die
Corporate-Governance-Regelungen im Vordergrund. Die mit der Rechnungslegung befassten MitarbeiterInnen verfügen
über die für ihr Aufgabengebiet erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen. Laufende Fortbildungsmaßnahmen stellen den
ständigen Know-how-Aufbau sicher und sind die Basis für die rechtzeitige Implementierung von Neuerungen im Rechnungs-
legungsprozess. Um die umfangreichen rechtlichen Vorschriften zu erfüllen, wird die tägliche Arbeit durch zahlreiche Richtli-
nien, Handbücher und Arbeitsbehelfe unterstützt, die regelmäßig überprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden.
Kontrollmaßnahmen
Kontrollen umfassen zum einen systemische Kontrollen in der IT, die durch die Oberbank definiert wurden, und zum ande-
ren händische Kontrollen und Plausibilitätsprüfungen sowie das Vier-Augen-Prinzip. Das in der Oberbank implementierte IT-
Berechtigungskonzept stellt einen zusätzlichen Absicherungsmechanismus dar.
Überwachungsmaßnahmen
Die Überwachung der Rechnungslegungsprozesse wird durch das IKS sichergestellt. Darüber hinaus üben die Abteilungs-
leiterInnen und die zuständigen GruppenleiterInnen eine Überwachungsfunktion aus. Dieser gesamte Überwachungsprozess
wird von der Internen Revision geprüft. Eine zusätzliche Überwachungs-funktion fällt den AbschlussprüferInnen des Kon-
zernabschlusses und dem Prüfungsausschuss zu.
Entwicklung in den Geschäftsfeldern der Oberbank AG
Geschäftsfeld Firmenkunden
166
Kommerzfinanzierung
Das Kommerzkreditvolumen der Oberbank stieg 2022 um 5,7 % auf 15.109,6 Mio. Euro. Aufgrund der hervorragenden Kapi-
talausstattung der Oberbank konnten den Unternehmen weiterhin ausreichend Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden.
Investitions-, Umwelt-, Innovations- und Coronaförderungen
Im Jahr 2022 wurden von der Oberbank im Bereich der Unternehmensförderung für Investitions-, Umwelt- und F&E&I-Pro-
jekte in Österreich, Deutschland, Tschechien, Ungarn sowie der Slowakei 1.347 Kundenvorhaben eingereicht, was einer Stei-
gerung gegenüber den drei Vor-Corona-Jahren von 13,9 % entspricht. Das führte dazu, dass sich auch das Gesamtobligo der
in allen Oberbank-Märkten ausgereichten Förderkredite im Vergleich zum 31.12.2021 erneut um 14,6 % auf über 1,9 Mrd.
Euro erhöhte.
Strukturierte Finanzierungen
Im Vergleich zum Vorjahr war die Nachfrage nach strukturierten Finanzierungslösungen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022
leicht rückläufig. Die etwas geringere Nachfrage traf alle Finanzierungsanlässe gleichermaßen. In diesem Zusammenhang
kann aber festgehalten werden, dass sich sowohl die Anzahl der bearbeiteten Geschäftsfälle als auch das Projektvolumen im
Mehrjahresvergleich weiterhin auf sehr hohem Niveau befanden. So konnten auch in diesem Jahr mehr als 50 Fälle mit ei-
nem Finanzierungsvolumen von insgesamt rund 750 Mio. Euro erfolgreich begleitet werden. Etwa die Hälfte des ausgereich-
ten Finanzierungsvolumens stammte dabei aus Immobilienprojektfinanzierungen. Wichtige Beiträge lieferten zusätzlich die
Bereiche M&A-, Wachstums- und Tourismusfinanzierungen.
Private Equity und Mezzaninkapital
2022 verzeichnete der Oberbank Opportunity Fonds 143 Anfragen und konnte das hohe Niveau des Vorjahres nochmals
deutlich überschreiten. In den wirtschaftlich unsicheren Zeiten nimmt insbesondere die Bedeutung von Mezzaninfinanzie-
rungen und Private Equity (Eigenkapital)-Beteiligungen als bilanzstärkende Finanzierungsinstrumente bei den Unternehmen
wieder deutlich zu. Seit seiner Gründung hat der Oberbank Opportunity Fonds 109 Transaktionen und zehn Add-on-Invest-
ments mit Eigen- und/oder Mezzaninkapital beziehungsweise High Yield Capital begleitet und dabei ein Volumen von rund
331 Mio. Euro bereitgestellt. Der Fokus des Oberbank Opportunity Fonds liegt auf etablierten Unternehmen in späteren Ent-
wicklungsphasen. Um die Lücke zu den Frühphasen der Finanzierung zu schließen, hat sich die Oberbank am OÖ Hightech-
Fonds des Landes OÖ beteiligt. Ein sehr profitables Geschäftsfeld sind auch die Beteiligungen an von Dritten gemanagten
Private Equity- und Mezzaninfonds, mit denen regionale oder strategische Ergänzungen der eigenen Investmentrichtlinien
möglich sind und die bislang sehr hohe Renditen erwirtschafteten.
Zahlungsverkehr
Trotz der allgemeinen Unsicherheiten aufgrund des Ukraine-Krieges und der extremen Inflationsentwicklung konnten die
Zahlungsverkehrserträge im Firmenkundenbereich erfreulicherweise um 13,2 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.
Die Anzahl der abgewickelten SEPA-Instant-Payments konnte gegenüber dem Jahr 2021 vervielfacht werden. Dies wurde
möglich, da die beiden SEPA-Instant-Payment-Clearinghäuser (EBA, TIPS) seit April 2022 auch wechselseitig für die KundIn-
nen des anderen Clearinghaus erreichbar sind.
Aufgrund der Vorteile (innerhalb 10 Sekunden beim Zahlungsempfänger, 24/7 jederzeit einsetzbar), rechnet man auch künf-
tig mit einem weiteren Anstieg der Transaktionszahlen bei dieser modernen Bezahlungsmethode. Im Gegensatz dazu sind
die Schecktransaktionen in Österreich seit vielen Jahren rückläufig und daher wurde mit Jahresende das nationale Scheck-
clearing eingestellt. Das Online-Kundenportal hat weiter an Attraktivität gewonnen, da nunmehr auch Konten von Fremd-
banken über die PSD2-Schnittstelle eingebunden werden können.
Im Sinne der Nachhaltigkeit wurde mit Jahresende eine Initiative zur weiteren Reduzierung der Papierauszüge gestartet. Ziel
ist es den bankinternen Transport von Papierauszügen abzuschaffen.
Entwicklung in den Geschäftsfeldern der Oberbank AG
Geschäftsfeld Firmenkunden
167
Syndizierung und Schuldscheindarlehen
Im Bereich Konsortialkredite, Sonderkredite und Schuldscheindarlehen wurde gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres
einen leichter Anstieg von rund 3,4% beim aushaftenden Gesamtobligo verzeichnet, welches sich nunmehr auf rund
2,09 Mrd. Euro beläuft. Dem Obligoanstieg stehen etwas rückläufige Stückzahlen gegenüber. Diese Entwicklung resultierte
daraus, dass speziell im Bereich der Konsortialkredite mit Beteiligung im letzten Jahr einige großvolumige Tickets übernom-
men werden konnten. Das größte gezeichnete Einzelticket belief sich dabei auf
150 Mio. Euro. Es konnten auch wieder neue Mandate als Arrangeur und Konsortialführer gewonnen werden. In Summe
betreut das Team Syndication zum Bilanzstichtag 68 Kredittranchen als Konsortialführer. Im Bereich der Schuldscheindarle-
hen wurden im Geschäftsjahr 2022 ausgewählte Transaktionen bonitätsstarker österreichischer und deutscher Emittenten
gezeichnet, wobei man sich im Sinne der Nachhaltigkeit auch an ESG-linked Schuldscheindarlehen beteiligt hat.
Auslandsgeschäft
Laut OeNB sind die Aussichten für das globale Wirtschaftswachstum weiterhin durchwachsen. Aufgrund von Krieg, Energie-
und Inflationskrise erwartet die OECD erst im Jahr 2024 eine leichte Erholung des globalen Wachstums auf 2,7 %. Die Gründe
hierfür sind vielfältig und liegen in weiteren, zu erwartenden Zinserhöhungen sowie in Vertrauenseinbrüchen und Unsicher-
heiten hinsichtlich der Energieversorgung. Aber auch die globalen Lieferketten bleiben weiterhin im Fokus der Unterneh-
men. Um die Lieferfähigkeit zu garantieren, wurden in Europa die Lagerbestände sukzessive aufgebaut. Diesem Lageraufbau
steht nun eine abflachende Nachfrage gegenüber. Auf der anderen Seite zeigen die Wirtschaftsindikatoren für China einen
langsamen Aufwärtstrend.
In diesem Umfeld nutzen die KundInnen das umfassende Angebot der Oberbank an Absicherungs- und Finanzierungsinstru-
menten kombiniert mit dem weltweiten Netz an ausgewählten Korrespondenzbanken. Die Oberbank ist durch den bedarfs-
orientierten Beratungsansatz ein treuer Wegbegleiter für Importeure und Exporteure im Auslandsgeschäft.
Dokumenten- und Garantiegeschäft
In Zeiten zunehmender, globaler Unsicherheiten ist die Absicherung von internationalen Transaktionen ein erfolgsentschei-
dender Bestandteil im grenzüberschreitenden Geschäft geblieben. Erste positive Lichtblicke brachten die sich im zweiten
Halbjahr 2022 wieder normalisierenden Frachtkosten für den Schiffscontainertransport. Das Dokumenten- und Auslandsga-
rantiegeschäft hat sich auch 2022 wieder erfreulich entwickelt. 2022 konnte 10 % mehr an Volumen für internationale Ge-
schäfte abgesichert werden. Dies ist ein deutliches Zeichen, dass gerade in herausfordernden Zeiten auf die Expertise der
Oberbank zur Sicherung internationaler Transaktionen gesetzt wird.
Exportfinanzierung
Auch im steigenden Zinsumfeld sind die geförderten Betriebsmittelfinanzierungen der OeKB weiterhin sehr attraktiv. Der
Marktanteil der geförderten Betriebsmittellinien, die an Großunternehmen vergeben werden, der Kontrollbank Refinanzie-
rungsrahmen (KRR), ist bei über 11 % und unterstreicht diese Entwicklung. Darüber hinaus konnte bei den geförderten Be-
triebsmittelfinanzierung für KMUs, dem sogenannten Exportfondskrediten, der Marktanteil auf über 11,8 % gesteigert
werden. Die Investitionstätigkeit exportierender Unternehmen unterlag einer angebotsabhängigen Wellenbewegung. Durch
die umfassende Beratungstätigkeit und Fokussierung auf die Bedürfnisse der Exporteure gelang es, den Marktanteil bei den
OeKB-refinanzierten Inlandsinvestitionen im Halbjahresvergleich auf über 11,7 % zu steigern.
Entwicklung in den Geschäftsfeldern der Oberbank AG
Geschäftsfeld Firmenkunden
168
Factoring
Der positive Trend bei der Neukundengewinnung und beim Volumen setzte sich im siebten Betriebsjahr fort und brachte
auch 2022 ein sehr erfreuliches Ergebnis. Die neuerliche Steigerung der Factoring-Umsätze um 31,0 % und das positive Feed-
back der KundInnen spiegelten diese Entwicklung wider.
Entwicklung in den Geschäftsfeldern der Oberbank AG
Geschäftsfeld Privatkunden
169
Private Kundeneinlagen.
Die Spar-, Sicht- und Termineinlagen der KundInnen lagen mit 6.754,3 Mio. Euro um 246 Mio. Euro / 3,6 % über dem Stand
des Vorjahres. Die Einlagen auf den Online-Sparprodukten sind 2022 neuerlich stark angestiegen und zwar um
189,8 Mio. Euro / 18,2 % auf 1.233,0 Mio. Euro. Im Gegensatz dazu sind die Einlagen auf den Sparbüchern im Vorjahresver-
gleich um 367,5 Mio. Euro / - 14,5 % gesunken. Auch die Anzahl der Sparbücher verringerte sich um 22.600 Stück.
Privatkredite
Die Privatfinanzierungen der Oberbank zeigten auch 2022 eine erfreuliche Entwicklung. Das aushaftende Volumen (exkl.
Leasing) hat sich gegenüber dem Vorjahr um 1,5 % auf 4.120,4 Mio. Euro erhöht.
Die Nachfrage nach Wohnimmobilienfinanzierungen und somit auch die Neuvergabe ist gerade seit August 2022 deutlich
eingebrochen. Dies ist vor allem auf das wesentlich schlechtere gesamtwirtschaftliche Umfeld und den damit verbundenen
Unsicherheiten zurückführen (gestiegene Lebenserhaltungskosten, Energiepreise, Baukosten und Immobilienpreise).
Nachhaltige Kontowelt
Das be(e) green Konto ist seit 2021 mit dem österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet, da in Höhe der jeweiligen Kon-
toeinlagen nachhaltige Projekte finanziert werden, die neben wirtschaftlichen auch ökologischen und sozialen Kriterien ent-
sprechen. Darüber hinaus leistet die Oberbank mit jedem neuen be(e) green Konto einen Beitrag zum Erhalt der Bienenpo-
pulation und weiterer blütenbestäubender Insekten. Auf Basis dieser Initiative wurden seit der Produkteinführung 2021 be-
reits 46.000 m
2
an Blühflächen geschaffen. Zusätzlich wurde das be green Sparkonto eingeführt, welches ebenfalls mit dem
österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet worden ist. Im Herbst wurde die Kontowelt noch um das nachhaltige be(e)
green Studentenkonto ergänzt. Die Anzahl der Privatkonten hat sich 2022 um 2.158 auf 194.746 Stück erhöht. Davon sind
bereits 48.833 Konten bzw. 25,1 % nachhaltige be(e) green Konten.
Green Payments – der Umwelt zuliebe
Beleghafte Überweisungsaufträge verursachen eine hohe CO
2
-Belastung. Moderner Online-Zahlungsverkehr ist nicht nur
schneller und einfacher, sondern auch nachhaltig. Deshalb fallen elektronisch beauftragte Zahlungen unter die Kategorie
Green Payments. In der Oberbank sind bereits 95 % aller von Firmen- und PrivatkundInnen beauftragten Zahlungen digital.
Digitalisierung
2022 wurde das Angebot an Self-Service Funktionen weiter ausgebaut. Die KundInnen haben nun die Möglichkeit den KYC
(Know-Your Customer) Prozess online durchzuführen. Der eKYC Prozess wurde in allen Oberbank Märkten eingeführt und
bietet den Vorteil, administrative Schritte bequem von zu Hause aus zu erledigen und spart den Weg in die Filiale. Darüber
hinaus können sich die KundInnen nun auch Konten anderer Banken im Oberbank Kundenportal anzeigen lassen.
In der Oberbank Banking App hat man seit 2022 die Möglichkeit, sich Push-Benachrichtigung für neue Postfach-Nachrichten
direkt aufs Smartphone senden zu lassen, sodass man keine wichtigen Informationen verpasst.
Kartenportfolio
Die „Oberbank Mastercard Gold“ Kreditkarte ist, wie die „Oberbank Mastercard Klassik“, nicht nur mit umfangreichen Mo-
bile Payment-Funktionen wie Apple Pay, der Oberbank Wallet, SwatchPAY! und Garmin Pay ausgestattet, sondern sie ist
natürlich auch eCommerce-fähig und verfügt über eine umfangreiche Reiseversicherung. Die Freigabe der Internet-Transak-
tionen erfolgt bequem mittels Oberbank Security App.
Zum Stichtag 31. Dezember 2022 hat die Oberbank 25.508 eigene Klassik- und Gold Mastercard Kreditkarten in Umlauf ge-
bracht. Inklusive der an Partner (Kreditkartenorganisationen) vermittelten Kreditkarten ergab das ein Gesamtkartenportfolio
an ausgegebenen Privat- und Firmenkreditkarten von 70.562. Die Gesamtanzahl der Debitkarten betrug 2022 209.322.
Entwicklung in den Geschäftsfeldern der Oberbank AG
Geschäftsfeld Privatkunden
170
Bausparansparen
2022 wurden insgesamt 8.346 Bausparverträge vermittelt. Das bedeutet im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021 einen Rück-
gang von 3.557 Stück bzw. 29,9 %.
Bausparfinanzierungen: Wieder Rekordergebnis
Im Bereich der Bausparfinanzierungen konnte das sehr starke Ergebnis aus 2021 noch einmal deutlich übertroffen werden.
Die Oberbank vermittelte 2022 ein Volumen von 80,9 Mio. Euro, was einer Steigerung von 33,7 Mio. Euro bzw. 71,4 % ent-
sprach.
Versicherungen: Gutes Ergebnis, trotz schwieriger Rahmenbedingungen
Das Rekordergebnis aus dem Vorjahr konnte aufgrund schwieriger ökonomischer Rahmenbedingungen nicht ganz erreicht
werden. Mit einer Produktion von 142,0 Mio. Euro blickt man dennoch auf ein gutes Ergebnis zurück. Die Produktion von
Kapitalversicherungen im Privat- und Firmenkundenbereich wurde in Österreich im Vergleich zu 2021 um 2,5 % gesteigert. In
dieser Sparte wurden hauptsächlich fondsorientierte- und fondsgebundene Lebensversicherungen, aber auch Tarife mit
nachhaltigen Investments abgeschlossen. Gesamtbetracht hat sich das Lebensversicherungsgeschäft in Österreich mit einer
Steigerung von 1,5 % zum Vorjahr gut entwickelt. Die Produktion von Unfallversicherungen, sowie die Vermittlung von priva-
ten und gewerblichen Sachversicherungen ist im Vergleichszeitraum zum Vorjahr um 8,8 % gestiegen.
Versicherungen – Produktion*
Veränderung im Jahresabstand
Stand 31.12.2022
Stand 31.12.2021
absolut
in %
€ 142,0 Mio.
€ 148,3 Mio.
- € 6,3 Mio.
-4,2 %
*)
Produktion: Lebensversicherungen (Prämiensumme) + Nicht-Lebensversicherungen (Jahresnettoprämie x 10)
Wertpapiergeschäft: neues Rekordergebnis in schwierigem Umfeld
Das Marktumfeld für das Wertpapiergeschäft hat sich 2022 als sehr herausfordernd präsentiert. Die Verwerfungen an den
Aktien- und Anleihemärkten infolge des seit Februar andauernden russischen Angriffskrieges in der Ukraine und seine nach-
folgenden Auswirkungen waren bestimmend. Der globale Inflationsschub infolge der Energiepreisanstiege war enorm und
hat die Notenbanken dazu gezwungen den Pfad der mehrjährigen expansiven Geldpolitik drastisch zu ändern. Der Zinsan-
stieg sowohl im von den Notenbanken beeinflussten Geldmarkt als auch beim eher auf Inflationserwartungen ausgerichte-
ten Kapitalmarkt, war entsprechend groß. Beispielsweise sind Österreichische Staatsanleihen (Bloomberg Barclays Öster-
reich Staatsanleihenindex in Euro) um 21,3 % gefallen. Das war sogar ein stärkerer Rückgang als beim Aktienindex ATX mit –
19,1 %. Der Renditeanstieg bei Anleihen führte dann in der zweiten Jahreshälfte zu einem Comeback dieser Anlageklasse.
Neue Oberbank Emissionen wurden stark nachgefragt und rentierten bei 5-jährigen Laufzeiten um die 3,5 % p.a. Im Jahres-
verlauf wurden 145,0 Mio. Euro an Retail-Anleihen platziert. Die 3 Banken-Wohnbaubank AG hat 2022 keine Neuemissionen
begeben.
Der gleichzeitige Rückgang von Aktien und Anleihen traf entsprechend deutlich auch die gemischten Portfolios. Lediglich die
Gold- und Rohstoffkomponenten brachten über das Gesamtjahr betrachtet positive Beiträge.
Trotz der schwierigen Umstände konnte die Oberbank in diesem Umfeld einen Anstieg des Wertpapierprovisionsergebnisses
um 3,1 Mio. Euro von 68,0 Mio. Euro auf 71,1 Mio. Euro / 4,6 % erreichen und ein neues Rekordergebnis in der Wertpapier-
sparte verzeichnen. Das mit Abstand stärkste Einzelquartal war das erste Quartal, am Beginn noch im Zeichen positiver Aus-
sichten nach Überwindung der Covid-Krise, am Ende durch hohe Transaktionserträge in Folge der seit Kriegsbeginn unter
Druck geratenen Aktienmärkte.
Entwicklung in den Geschäftsfeldern der Oberbank AG
Geschäftsfeld Privatkunden
171
Nachhaltigkeit: viele neue Produkte
Der Ausbau der nachhaltigen Produktpalette mit Fonds der 3 Banken-Generali Investment GmbH stand auch im Jahr 2022
auf der Agenda. Es wurden neue Anleihen-, Misch- und Aktienfonds in die Produktpalette aufgenommen. Damit sind nun
alle wesentlichen Anlageklassen abgedeckt. Der Anteil der nachhaltigen Publikumsfonds an der gesamten Publikumsfond-
nachfrage lag bei 22,7 %.
Seit August 2022 müssen AnlegerInnen über ihre Nachhaltigkeitspräferenzen befragt werden. Die BeraterInnen wurden da-
rauf mit einem umfangreichen Ausbildungsprogramm vorbereitet. Zusätzlich sind neue Vorgaben hinsichtlich der Pro-
duktauswahl und Überwachungspflichten schlagend geworden. Zum Jahreswechsel gab es weitere Anforderungen an die
vor- und nachvertragliche Information zu nachhaltigen Produkten. Alle Aspekte wurden technisch in das Beraterportal inte-
griert, um einen bestmöglichen und rechtssicheren Abwicklungsprozess zu gewährleisten.
Private Banking und Vermögensverwaltung
Nach mehreren Jahren des Wachstums wurde der Anstieg der im Private Banking betreuten Kundengelder im Jahr 2022 be-
dingt durch die Kursrückgänge bei Aktien- und Anleihen unterbrochen. Das Gesamtvolumen an Einlagen und Wertpapieren
von Privaten, Stiftungen und Unternehmen ist um 0,6 Mrd. Euro von 12,2 Mrd. Euro auf 11,6 Mrd. Euro gefallen.
Im Bereich des Content Managements wurde die neue #jetztvermoegen Rubrik auf der Website der Oberbank ins Leben
gerufen. Dort werden interessierte AnlegerInnen über vielfältige Themen rund um Finanzanlagen und mehr informiert. Ne-
ben den vielfältigen schriftlichen Publikationen gab es nach den coronabedingten Einschränkungen in den Vorjahren auch
wieder in allen deutschsprachigen Geschäftsbereichen der Oberbank Präsenzveranstaltungen für KundInnen. Darüber hin-
aus fand auch im Oberbank Donau-Forum wieder eine Veranstaltung statt. In mehreren Medien wurde auch die Kommen-
tar-Reihe „oTon“ geschaltet. Ebenso gab es unter diesem Titel viele Videobeiträge.
Das individuelle Portfoliomanagement (iPM) wurde auch 2022 mehrfach ausgezeichnet. Focus Money verlieh das Prädikat
„herausragend“, der Elite Report hat die Oberbank mit „cum laude“ prämiert. Diese beiden renommierten deutschen Me-
dien haben ein breites Spektrum an Kriterien berücksichtigt. Die Volumenentwicklung im iPM konnte sich ebenfalls nicht
den Marktumständen entziehen.
Das Gesamtvolumen betrug zum Jahresende 706,7 Mio. Euro und lag damit um 80,2 Mio. Euro bzw. -10,2 % unter dem Vor-
jahresniveau. Neben den drei klassischen Varianten (defensiv, ausgewogen, dynamisch) werden diese auch als nachhaltige
Strategien angeboten. Es wird ein besonderer Fokus auf nachhaltige Anlageprodukte gelegt, die nach einem festgelegten
ESG-Analyse-Prozess ausgewählt werden. Die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren (PAIs –
Principal Adverse Impacts) werden beim iPM nachhaltig ebenfalls berücksichtigt.
Die Dienstleistung Brokerage für Trading-orientierte Aktien-AnlegerInnen verzeichnete ein sehr starkes Orderaufkommen,
insbesondere am Ende des ersten Quartals.
3 Banken-Generali Investment-Gesellschaft m.b.H.
Die 3 Banken-Generali Investment-Gesellschaft m.b.H. wurde zum 6. Mal innerhalb von acht Jahren vom Fachmagazin „Bör-
sianer“ zur besten inländischen Fondsgesellschaft gewählt und hat unter 50 in Österreich aktiven nationalen und internatio-
nalen Gesellschaften den zweiten Platz belegt.
Das verwaltete Volumen der Gesellschaft fiel im Jahresabstand um 11,9 % oder 1,5 Mrd. Euro auf 11,0 Mrd. Euro. Der ge-
samte österreichische Markt verlor 14,2 %. Der Marktanteil der Gesellschaft lag damit zum Jahresultimo mit 5,88 % um 0,1
Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Der Oberbank-Anteil innerhalb der Gesellschaft stieg erneut an, von 47,0 % per Ultimo
2021 auf 49,5 % zum 31.12.2022. Das der Oberbank zurechenbare Volumen belief sich auf
5,5 Mrd. Euro. Im Bereich Publikumsfonds wurden seitens der KundInnen Käufe in Höhe von 456,4 Mio. Euro getätigt. Be-
sonders nachgefragt waren das Oberbank Vermögensmanagement sowie die Oberbank Premium Strategien. Der Anteil an
nachhaltigen Investments betrug 22,7 % der Gesamtnachfrage.
Entwicklung in den Geschäftsfeldern der Oberbank AG
Geschäftsfeld Financial Markets
172
Eigenhandel
2022 war ein außergewöhnliches Jahr mit deutlichen Einbußen an den Kapitalmärkten. An den Aktienmärkten waren in der
Vergangenheit immer wieder auch ähnliche Bewegungen zu verzeichnen, aber zusätzlich kam es an den Zinsmärkten zu his-
torischen Zinssteigerungen, die sich entsprechend auf die Bondmärkte und Swapmärkte auswirkten. Auch bei den Währun-
gen gab es merkliche Verschiebungen.
Die Bewegungen waren in dieser Stärke kaum vorherzusagen und dadurch war es auch im Handel kaum möglich erwähnens-
werte Erträge zu erzielen. Unter dem Strich konnten nicht so erfolgreiche Transaktionen ausgeglichen werden und es blieb
eine schwarze Null.
Oberbank Emissionen
Im abgelaufenen Jahr wurde die Emissionstätigkeit am Kapitalmarkt weitergeführt, aber auch bei den eigenen KundInnen
konnten wieder vermehrt Anleihen platziert werden.
Die fünfte Covered Bond Sub-Benchmark Anleihe konnte im Mai wiederum sehr erfolgreich platziert werden. Es war gemes-
sen an der Nachfrage die bisher erfolgreichste Emission und es konnten 250 Mio. Euro mit einer Laufzeit von sieben Jahren
begeben werden. Darüber hinaus wurde ein Teil der Nachfrage mit Privatplatzierungen abgedeckt und noch weitere knapp
100 Mio. Euro an Pfandbriefen mit Laufzeiten zwischen fünf Jahren und 15 Jahren ausgegeben.
Durch den Zinsanstieg speziell bei längeren Laufzeiten wurden auch für Privatinvestoren und KundInnen Anleihen wieder
deutlich attraktiver. Dies hat dazu geführt, dass insgesamt knapp 100 Mio. Euro in mehreren Tranchen eigener Bankanleihen
(Senior preferred) mit Laufzeiten von 5 und 7 Jahren verkauft werden konnten.
Auch die Emissionstätigkeit bei Nachranganleihen wurde weitergeführt und es wurden wie in den letzten Jahren insgesamt
etwas mehr als 50 Mio. Euro begeben.
Somit hat das gesamte Emissionsvolumen 494 Mio. Euro betragen, bei Tilgungen in der Höhe von 158 Mio. Euro.
Primäreinlagen im Zeichen der Zinswende
Das erste Halbjahr war davon gekennzeichnet, dass speziell bei den Firmeneinlagen großflächig die der Bank entstandenen
Kosten in Form von Negativzinsen weiterverrechnet wurden. Dies änderte aber nichts an der Tatsache, dass die Liquidität im
Markt und in der Oberbank hoch war. Mit den voranschreitenden Zinserhöhungen im zweiten Halbjahr erwachten auch die
Bindungsgelder wieder zu neuem Leben. Insgesamt konnte die Oberbank die Primäreinlagen gegenüber 2021 weiter stei-
gern.
Refinanzierungsstruktur der Oberbank AG
(Beträge in Mio. €)
2022
2021
Veränd.
Spareinlagen
2.167,2
2.534,7
-14,5%
Sonstige Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden
12.967,3
12.182,2
6,4%
Verbriefte Verbindlichkeiten
2.503,7
2.207,8
13,4%
Nachrangige Verbindlichkeiten
und Ergänzungskapital
504,1
480,6
4,9%
Primäreinlagen
inkl. Nachrangkapital
18.142,3
17.405,3
4,2%
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
4.508,5
5.964,0
-24,4%
Summe
22.650,8
23.369,3
-3,1%
Oberbank Gesamtbankrating und hypothekarischer Deckungsstock
Standard & Poor’s hat auch 2022 das Rating unverändert belassen. Das Instituts-Rating blieb weiterhin auf einem sehr guten
A (Ausblick: negativ) und auch für den Hypothekarischen Deckungsstock wurde die Höchststufe von AAA (mit stabilem Aus-
blick) bestätigt. Damit wurde die Stabilität der Oberbank erneut unterstrichen.
Entwicklung in den Geschäftsfeldern der Oberbank AG
Geschäftsfeld Financial Markets
173
Internationales Banken- und Institutionen Netzwerk
Die Betreuung der internationalen Korrespondenz- und Netzwerkbanken war 2022 stark geprägt von sehr speziellen Heraus-
forderungen. Gleich zu Jahresbeginn kam es zu wesentlichen Adaptierungen bei der Richtlinie „Beziehungen zu Korrespon-
denz- und Netzwerkbanken“, um entsprechend der Finanzmarktaufsicht (FMA), den gesetzlichen Anforderungen des Finanz-
markt-Geldwäsche-Gesetzes (FM-GwG), die die Grundlage für die Zusammenarbeit mit anderen Kreditinstituten bilden, Ge-
nüge zu tun.
Dies führte in der Oberbank zu weiteren Verschärfungen - sowohl bei der Umsetzung der notwendigen Know-Your-Customer
(KYC) Dokumentation als auch bei der Prüfung der Compliance-relevanten Parameter. Ebenso konnten sich auch die Partner-
banken diesen Anforderungen nicht entziehen. Der Aufwand im Zusammenhang mit Transaktionsprüfungen, Bankenanfra-
gen und generell zu beantwortende Fragebögen wurde signifikant höher. Zur Steigerung der Effizienz wurde das internatio-
nale Bankennetzwerk der Oberbank auf den Prüfstand gestellt. Unter Beibehaltung des vollen internationalen Service- und
Dienstleistungs-Angebotes der Oberbank für ihre KundInnen, konnten die Partnerbankverbindungen auf rund 960 Banken in
115 Ländern reduziert werden. Trotz der, im Zuge des Russland-Ukraine Krieges einsetzenden Veränderungen, konnten er-
freulicherweise die Außenhandelsumsätze zu den meisten internationalen Ländern deutlich verbessert werden. Die enge
Begleitung der KundInnen bei ihren internationalen Geschäftsaktivitäten und speziell die damit verbundenen Risikoabsiche-
rungen wurden verstärkt in Anspruch genommen. Ein Trend der bis zum Jahresende 2022 deutlich erkennbar gewesen ist.
Spezielle Themen, die insbesondere durch den Russland-Ukraine Krieg ausgelöst wurden, wie beispielsweise alternative
Handelspartner und Exportländer wurden analysiert und Vorbereitungen für steigende Handelsbeziehungen zu diesen Län-
dern getroffen. Ebenso wurden bereits in der Hoffnung, dass der Russland-Ukraine Konflikt in 2023 ein Ende finden wird,
Überlegungen für die Zeit nach dem Krieg eingesteuert, um den KundInnen auch die Möglichkeit zu bieten, Teil des Wieder-
aufbaus sein zu können.
Abschließend ist zu erwähnen, dass das stabile und nachhaltig gesicherte Partnerbanknetzwerk der Oberbank sowohl das
Fundament für die erfolgreiche Abwicklung der internationalen Geschäftsaktivitäten der KundInnen als auch des eigenen
Liquiditäts- und Risikomanagements der Oberbank darstellt.
Human Resources
174
Strategie 2025: MitarbeiterInnen im Fokus
Engagierte, leidenschaftliche, kompetente und verkaufsorientierte MitarbeiterInnen sind entscheidend für den nachhaltigen
Erfolg der Oberbank. Die MitarbeiterInnen stehen daher im Fokus der Strategie 2025. Auf Basis einer umfassenden System-
analyse wurden die strategischen Handlungsfelder bis 2025 definiert. Die Werte Vertrauen, Kompetenz, Leidenschaft und
Zusammenhalt stellen den Rahmen der HR-Arbeit dar.
Um die künftigen Herausforderungen gut bewältigen zu können, wurde der Transformationsprozess im HR-Bereich forciert.
Zudem wird am Employer Branding laufend gearbeitet, um das Arbeitgeberversprechen nachhaltig nach innen und nach
außen zu kommunizieren. 2022 fand die erste Befragung im Rahmen der Employee Experience Initiative statt. Ziel dieser
Befragungen ist es, den MitarbeiterInnen eine Stimme zu geben.
Weiters wurde 2022 ein eigener HR-Tag mit dem Gesamtvorstand und sowohl den Geschäftsbereichs- als auch den Abtei-
lungsleitern organisiert. Die 2021 verabschiedeten Regeln der HR-Arbeit, die Führungsgrundsätze und HR-Standards umfas-
sen, wurden vor dem Hintergrund eines veränderten Arbeitsumfeldes hinterfragt. Abschließend nahmen sich die Teilnehme-
rInnen für 2023 jeweils einen Schwerpunkt zur Umsetzung vor.
Corona
Die von der Oberbank getroffenen Oberbank Maßnahmen haben sich bewährt und man konnte im Laufe des Jahres wieder
weitgehend zum Normalbetrieb übergehen. Die Oberbank Regelungen sind darauf ausgerichtet, dass es bei Infektionen von
MitarbeiterInnen und in deren Umfeld zu keinen Kontakten mit KollegInnen kommen kann. Ausbildungsmaßnahmen wur-
den mittels Präsenz- und Blended-Learning-Formaten durchgeführt. So konnte das Know-how der MitarbeiterInnen auch
unter diesen herausfordernden Rahmenbedingungen weiter erhöht werden. Um das Schulungsangebot noch nachhaltiger zu
gestalten, wurde intensiv an der Einführung neuer Lernmethoden und Medien gearbeitet.
Oberbank als attraktiver Arbeitgeber
Die Oberbank wird als sehr attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen. Das unterstreichen nicht nur
die vielen positiven Bewertungen auf kununu, sondern vor allem die Weiterempfehlungsrate von
94 %. Die Oberbank gehört zum exklusiven Kreis von 5 % der Unternehmen, die mit dem Titel Top
Company ausgezeichnet wurden und dies zum zweiten Mal nach 2022.
Neben dem Titel Top Company 2023 hat man auch die Auszeichnung des „best workplace awards“
erhalten. Im internationalen Vergleich, im DACH-Raum (Deutschland-Österreich-Schweiz), positio-
niert sich die Oberbank in den Top 10 der Großunternehmen (>250 MitarbeiterInnen). Die
Oberbank schneidet deutlich besser ab als der Branchendurchschnitt der Banken. Diese Auszeich-
nungen unterstreichen einmal mehr die Vorreiterrolle in puncto Arbeitgeberattraktivität.
Der wirtschaftliche Erfolg, die Unabhängigkeit der Oberbank, spannende Herausforderungen,
interne Karrierechancen, ein ausgezeichnetes Arbeitsklima und die Vereinbarkeit von Beruf
und Familie (Rezertifizierung 2020 Audit berufundfamilie) machen die Oberbank zu einer
starken Arbeitgebermarke. Die Attraktivität als Arbeitgeber unterstreicht eine durchschnittli-
che Beschäftigungsdauer von rund 13,3 Jahren trotz starker Expansion in den vergangenen
Jahren und damit sehr jungen Dienstverhältnissen.
Oberbank Krabbelstube
Wie sich Familie und Beruf nachhaltig vereinen lassen, zeigt die Oberbank mit der 2021 eröffneten Krabbel-
stube „Kinkis Nest“. Die Kinderbetreuungsstätte wird derzeit von 14 Kindern genutzt.
Insgesamt investierte die Bank rund 500.000 Euro für den Umbau und den laufenden Betrieb.
Aktives Karenzmanagement, individuelle Teilzeitmodelle, finanzielle Unterstützung für die Kinderbetreuung
und betreute Ferienwochen für die Kinder sind zusätzliche Maßnahmen, um dem Ziel familienfreundlichste
Bank Österreichs näher zu kommen.
Human Resources
175
Familienfreundlichkeit seit 2011
Seit 2011 ist die Oberbank durchgehend mit dem Gütesiegel „Audit berufundfamilie“ als familienfreundli-
ches Unternehmen ausgezeichnet. Vor allem für die Frauenförderungsprogramme sowie die konsequente
strategische Familienorientierung ist die Oberbank ausgezeichnet. Darüber hinaus bietet die Oberbank
ihren MitarbeiterInnen ein breites Bündel an Sozialleistungen wie z.B. ein günstiges Mittagessenangebot,
Ferienheime oder einen Fahrkostenzuschuss für öffentliche Verkehrsmittel.
Recruiting und Ausbildung
Um weiterhin die besten VerkäuferInnen und SpezialistInnen zu gewinnen, nutzt die Oberbank mehrere Recruiting-Kanäle
und setzt wie im Kundengeschäft unter anderem auf intensives Empfehlungsmanagement. Nicht nur über das digitale Tool
AHOI, sondern auch durch direkte Empfehlungen der eigenen Belegschaft konnten 80 neue MitarbeiterInnen gewonnen
werden. Das entspricht einem Anteil von 23 % der gesamten Einstellungen im Jahr 2022.
Ständig ändernde Rahmenbedingungen erfordern lebenslanges Lernen und ein hochwertiges digitales Weiterbildungsange-
bot. Daher wurde 2022 der Ausbau von Web Based Trainings, Online-Live-Schulungen/Webevents, Schulungsvideos, eBooks
und eTestings besonders forciert. Auch die hauseigenen Zertifizierungsreihen im Privat- und Firmenkundengeschäft werden
bei gleichbleibender Qualität im Blended-Learning-Format oder als reine Online-Formate abgehalten. Weiters werden die
Vertriebsmitarbeiter durch regelmäßige Trainings vor Ort in der Filiale unterstützt. Die Anzahl der Ausbildungstage erhöhte
sich von 5,16 im Jahr 2021 auf 5,33 Tage je Mitarbeiterin und Mitarbeiter. Im Jahr 2022 wurden rund 1,84 Mio. Euro in Aus-
bildungsangebote investiert. Der Großteil der Erhöhung gegenüber 2021 ist auf die wichtigen Ausbildungsschwerpunkte
Nachhaltigkeit und Führungskräfteentwicklung zurückzuführen.
General Banking
Mit der Konzeptionierung und Umsetzung der General Banking Akademie wurde eine der größten Rek-
rutierungs- und Ausbildungsoffensiven in der Oberbank-Geschichte gestartet. Abgestimmt auf die Anfor-
derungen potenzieller und bestehender MitarbeiterInnen erfolgte eine wesentliche Neukonzeption des
Rollenprofiles im Privatkundengeschäft. Die Oberbank gibt ihren MitarbeiterInnen das klare Leistungs-
versprechen schnell und qualitativ auf höchstem Niveau auszubilden. Somit ist es allen MitarbeiterInnen
möglich, die KundInnen vom ersten Tag an effizient zu beraten.
Mitarbeiterbeteiligungsstiftung
Die MitarbeiterInnen am Erfolg teilhaben zu lassen ist eines der Arbeitgeberversprechen. Um diesem Versprechen nachzu-
kommen, setzt man auf eine leistungsorientierte Bezahlung und eine eigene Mitarbeiterbeteiligungsstiftung. Seit 2018 sind
die MitarbeiterInnen auf diesem Weg am Erfolg der Oberbank beteiligt. Die Mitarbeiterbeteiligungsstiftung wurde 2022 zum
fünften Mal von der Oberbank dotiert. Erstmals wurden rund 10,0 Mio. Euro in Form von eigenen Aktien an die Mitarbeite-
rInnen übertragen. Vollzeitbeschäftigte MitarbeiterInnen erhielten unabhängig von ihrer Funktion Aktien im Gegenwert von
ca. 4.500 Euro., bei Teilzeitkräften wurde der Betrag entsprechend aliquotiert.
Nachfolgeplanung und Führung
Konsequente und wertschätzende Führung ist DER Bindungsfaktor für MitarbeiterInnen und ein Schlüsselfaktor für den
nachhaltigen Erfolg der Oberbank. Daher werden Führungspositionen überwiegend aus den eigenen Reihen besetzt. 2022
konnten 88 % der zu vergebenen Führungspositionen aus den eigenen Reihen besetzt werden. Dies sichert die Vision der
Unabhängigkeit und das Geschäftsmodell der Oberbank ab. Durch die hohe Bedeutung der HR-Arbeit in der Strategie 2025
hat das jährliche MbO-Gespräch einen noch größeren Stellenwert erhalten. Das MbO-Gespräch hat den klaren Fokus auf
Entwicklung, Führung und Zielvereinbarung. Die definierten Standards und geforderten Kompetenzen werden in der
Oberbank-Führungskräfteakademie in Zusammenarbeit mit der LIMAK Austrian Business School trainiert. Auch diese Akade-
mie wurde 2021 erfolgreich auf ein Blended-Learning-Konzept umgestellt.
Human Resources
176
Chance 2030 – mit Gender-Balance zu größerer Vielfalt
Das 2019 gestartete Projekt „Chance 2030 – mit Gender-Balance zu größerer Vielfalt“ hat die Geschlech-
terausgewogenheit in der Führung zum Ziel. Dieses Projekt unterstützt maßgeblich dabei, den anstehenden
Generationenwechsel der Führungskräfte unternehmensintern zu bewältigen und erhöht gleichzeitig die
Arbeitgeberattraktivität. Durch konsequentes Arbeiten in den Bereichen internes Recruiting, Potenzialent-
wicklung und Karenzmanagement konnte das Etappenziel 2022, eine Frauenführungsquote von 25,2% zu
erreichen, sogar um 2,0% übertroffen werden. Die Oberbank ist auf einem guten Weg, das langfristige Ziel - 30% Frauenan-
teil in Führungspositionen – bis 2025 zu erreichen.
Aktie Gesundheit
Mens sana in corpore sano – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper, ein bekanntes Sprichwort, das der Oberbank
sehr wichtig ist und seit 2010 mit dem Projekt „Aktie Gesundheit“ in die Tat umgesetzt wird. Dieses Projekt steht auf den
drei Säulen Bewegung, Ernährung und mentale Fitness und wurde unter dem Aspekt Nachhaltigkeit grundlegend weiterent-
wickelt. Viele MitarbeiterInnen aus allen Oberbank-Ländern nehmen daran teil. Zusätzlich sind GesundheitsbotschafterInnen
in den Geschäftsbereichen und zentralen Abteilungen als FahnenträgerInnen tätig. Mit diesen und weiteren Maßnahmen
wurde die Oberbank erneut mit dem Gütesiegel Betriebliche Gesundheitsförderung ausgezeichnet. Die traditionell sehr
hohe Gesundheitsquote lag 2022 bei 95,6 %.
Die Umsetzung präventiver Maßnahmen, die auf Basis der im Jahr 2021 erfolgten Erhebung zur psychischen Belastungen
definiert wurden, wurden in den Bereichen bauliche Verbesserungen, individuelle Maßnahmen in den Geschäftsbereichen
und Abteilungen weiter vorangetrieben. Um die Position Geschäftsstellenleitung zusätzlich zu attraktiveren, wurde ein eige-
nes Projekt gestartet.
Employee Experience
Durch die Umsetzung einer eigenen Employee Experience Initiative erhält die Oberbank über vier Kanäle (Puls Check, Always
On Button, Employee Lifecycle Befragung und Engagement-Befragung) regelmäßig Feedback von den MitarbeiterInnen. Die
Auswertung der Ergebnisse ist wissenschaftlich basiert und zeigt, wie die MitarbeiterInnen die Bank erleben. Zuletzt wurde
eine Engagement-Befragung mit einer Rücklaufquote von mehr als 75 % durchgeführt. Jetzt gilt es, aus diesem regelmäßigen
Feedback zu lernen und entsprechende Maßnahmen abzuleiten. So wird die Bindung und das Engagement der Mitarbeite-
rInnen weiter gestärkt und verbessert.
Personenrisiken managen
Die maßgeblichen Personenrisiken (Personalverfügbarkeit, Arbeitsrecht und Beschäftigungspraxis, Mitarbeiter-
konflikte, kriminelle & unbefugte Handlungen durch MitarbeiterInnen) werden systematisch beobachtet, erfasst und bewer-
tet. Key Risk-Indikatoren ermöglichen ein Monitoring, um rechtzeitig Maßnahmen zu setzen und Risiken zu eliminieren oder
zu minimieren.
Personalstand Oberbank AG
Der durchschnittliche Personalstand in der Oberbank AG (Angestellte, Vollzeitäquivalent) ist 2022 um 8,7 Personen auf
2.053,3 zurückgegangen. Der Rückgang basiert auf Zentralisierungen im Verkauf und Produktivitäts- und Effizienzsteigerun-
gen. Zusätzliches Personal wurde für die Filialexpansion und in der Unternehmenszentrale eingestellt.
Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen, Richtlinie 2014/95/EU
177
Oberbank berücksichtigt bei allen Überlegungen ausdrücklich den Aspekt der Nachhaltigkeit. Der Nachhaltigkeitsbericht
(Richtlinie 2014/95/EU) ist unter www.oberbank.at/Nachhaltigkeit abrufbar.
Nachhaltige Unternehmensführung
Die Geschäftspolitik der Oberbank basiert auf Grundsätzen guter Unternehmensführung und Transparenz und verfolgt nach-
haltige und langfristige Zielsetzungen. Das oberste Unternehmensziel, die Bewahrung der Unabhängigkeit, soll durch eine
nachhaltige Ertragskraft und eine vernünftige Risikopolitik abgesichert werden.
Die Oberbank hat eine Nachhaltigkeitsorganisation implementiert und das Thema so auf allen Verantwortungsebnen veran-
kert.
Bekenntnis zum Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK)
Als börsennotiertes Unternehmen bekennt sich die Oberbank zum ÖCGK, der eine wertvolle Orientierungshilfe bei der Aus-
gestaltung interner Mechanismen und Bestimmungen ist. In der Aufsichtsratssitzung am 26.11.2007 wurde erstmals eine
Entsprechenserklärung abgegeben. Seither wird der jeweils aktuellen Version des ÖCGK entsprochen.
Nachhaltiges Risikomanagement
Die gezielte Übernahme von Risiken ist ein wesentliches Merkmal des Bankgeschäfts. Die Oberbank AG ist für die Festle-
gung, die Umsetzung, das Management und das Controlling der Risikostrategie im Oberbank Konzern zuständig. Vorstand
und MitarbeiterInnen handeln nach den risikopolitischen Grundsätzen und treffen Entscheidungen unter Einhaltung dieser
Leitlinien. Vorschlag Ergänzung: Die Beurteilung der Nachhaltigkeitsrisiken unserer KundInnen und unseres Kreditportfolios
sind Teil des Risikomanagements der Oberbank.
MitarbeiterInnen
Die MitarbeiterInnen investieren ihre Zeit, ihr Wissen und ihr Engagement in die Oberbank. Um abzusichern, dass sie dieses
Investment nicht kürzen, muss die Oberbank ein attraktiver sinnstiftender Arbeitgeber sein. Dazu gehören neben fairen Ge-
hältern und Sozialleistungen auch Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten, Chancengleichheit, die Vereinbarkeit von Fami-
lie und Beruf und die Beteiligung am Unternehmen.
Verantwortung in Produktgestaltung & Kreditpolitik
Die Weiterentwicklung des Produktportfolios im Sinne der Nachhaltigkeit ist Teil des Unternehmensprofils der Oberbank.
Eine nachhaltige Kreditpolitik und ein effektives Management von Nachhaltigkeitsrisiken im Kreditportfolio zählen zu den
größten Hebeln der Oberbank, um einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung von Gesellschaft und Umwelt zu leisten. Als
Kreditinstitut hat man eine Schlüsselrolle im Wandel hin zu einer CO2-armen Wirtschaft. In Übereinstimmung mit dem Akti-
onsplan der Europäischen Union zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums ist beabsichtigt, die Kapitalflüsse noch stärker in
nachhaltige Investitionen zu lenken.
Ökologische Verantwortung
Der schonende Umgang mit allen Ressourcen ist Teil der gesellschaftlichen Verantwortung. Die Oberbank strebt bei allen
Tätigkeiten, Abläufen und Produkten eine möglichst hohe Umweltverträglichkeit an. Insbesondere im Gebäude- und Ener-
giemanagement, bei Dienstreisen und in der Einkaufspolitik werden umweltbewusste und somit langfristig kostenreduzie-
rende Akzente gesetzt. Das Umweltmanagementsystem ist nach EMAS, dem Umweltmanagement-Gütesiegel der Europäi-
schen Union, zertifiziert.
Soziale Verantwortung
Die Oberbank kann wirtschaftlich nur erfolgreich sein, wenn sie auch ihre soziale Verantwortung wahrnimmt. Mit ihrem sozi-
alen Engagement setzt sie deshalb entsprechende Maßnahmen, um eine positive Entwicklung in der Gesellschaft voranzu-
treiben und damit auch die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells weiter abzusichern. Dabei ist die Oberbank vor allem auf
Aktivitäten in ihren Regionen fokussiert.
Ausblick 2023
178
Ausblick auf die Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2023
Mit Zuversicht wird auf die weitere Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres geblickt. Dabei werden die Herausforderun-
gen der kommenden Monate sehr klar gesehen: Die Entwicklung der Energiepreise und der Inflation werden mit großer Auf-
merksamkeit verfolgt. Der generelle Fachkräftemangel wird nicht nur die Oberbank langfristig beschäftigen und stellt eine
strategische Herausforderung für alle Führungskräfte dar. Ebenso langfristig ist die Umstellung auf ressourcenschonende
Geschäftsmodelle. Das größte Risiko für die Entwicklung der Konjunktur und der Kapitalmärkte bleiben geopolitische Span-
nungen, deren Zunahme mit Besorgnis beobachtet werden.
Die Oberbank vertraut auf die Stabilität ihres operativen Geschäfts und erwartet eine Entwicklung ähnlich wie im vergange-
nen Jahr. Das Jahresergebnis 2023 der Oberbank wird aber auch wesentlich von der Entwicklung des Kreditrisikos und der
Märkte beeinflusst, so dass ein präziser Outlook aus heutiger Sicht nicht sinnvoll erscheint.
Die Oberbank-Aktien
179
Aktien und Aktionärsstruktur
Selbstständigkeit und Unabhängigkeit haben für die Oberbank oberste Priorität. Abgesichert werden sie durch eine hohe
Ertragskraft, eine vernünftige Risikopolitik und AktionärInnen, die Interesse an der Unabhängigkeit der Oberbank haben.
Einzelnen AktionärInnen der Oberbank AG ist eine direkte oder indirekte Beherrschung im Alleingang nicht möglich. Zwi-
schen der BKS und der BTV besteht eine Syndikatsvereinbarung, die die Sicherstellung der Eigenständigkeit der Oberbank
zum Ziel hat. Weiters ist Mitarbeiterbeteiligung ein zusätzliches stabilisierendes Element.
Oberbank Stammaktie 2022
Die Oberbank Stammaktie wies im Jahr 2022 eine solide Entwicklung auf. Die Kursentwicklung lag bei 12,14 %. Inklusive Divi-
dende lag die Performance bei 13,28 %. Die Börsenkapitalisierung der Oberbank AG belief sich Ende 2022 auf 3.619 Mio.
Euro, gegenüber 3.227 Mio. Euro zum Vorjahresultimo.
Kennzahlen der Oberbank-Aktien
2022
2021
35.307.300
91,60
84,40
91,40
3.227,09
6,66
1,001)
13,72
Anzahl Stamm-Stückaktien
35.307.300
35.307.300
Höchstkurs Stammaktie in €
102,50
91,60
Tiefstkurs Stammaktie in €
91,60
84,40
Schlusskurs Stammaktie in €
102,50
91,40
Marktkapitalisierung in Mio. €
3.619,00
3.227,09
IFRS-Ergebnis je Aktie in €
6,89
6,66
Dividende je Aktie in €
1,45
1)
1,00
Kurs-Gewinn-Verhältnis Stammaktie
14,88
13,72
1)
Für das Geschäftsjahr 2022 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung 2023 die Ausschüttung einer Dividende von 1,45 Euro vor.
Stetiger Wertzuwachs
Die Oberbank Stammaktie notiert seit 1.7.1986 an der Wiener Börse, seither verläuft ihr Wertzuwachs überaus stetig: Aktio-
närInnen, die 1986 die Oberbank-Aktie zeichneten und bei allen Kapitalerhöhungen teilgenommen haben, erzielten unter
Berücksichtigung der Dividendenzahlungen eine durchschnittliche Rendite von 8,96 % pro Jahr (vor Abzug der Kapitalertrag-
steuer). Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich 2022 von 6,66 auf 6,89 Euro. Auf Basis der Schlusskurse errechnet sich für die
Stammaktie ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14,88. Der 143. ordentlichen Hauptversammlung am 16.05.2023 wird die
Ausschüttung einer im Vergleich zum Vorjahr um 0,45 Euro erhöhten Dividende von 1,45 Euro je bezugsberechtigter Aktie
vorgeschlagen.
Aktionärsstruktur der Oberbank per 31. Dezember 2022
Gesamt
Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft, Innsbruck
(inkl. BTV 2000)*
16,45 %
BKS Bank AG, Klagenfurt
(inkl. Unterordnungssyndikat mit BVG)**
14,74 %
G3B Holding AG, Wien
1,62 %
MitarbeiterInnen
4,48 %
CABO Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien
23,76 %
UniCredit Bank Austria AG, Wien
3,41 %
Streubesitz
35,54 %
* Die BTV 2000 Beteiligungsverwaltungsgesellschaft m.b.H. (BTV 2000), eine 100%ige Konzerngesellschaft der Bank für Tirol und Vorarlberg Aktien-
gesellschaft, hält 2,62 % an der Oberbank AG.
** Die Beteiligungsverwaltung Gesellschaft m.b.H. (BVG) hält 0,58% an der Oberbank AG.
Das Grundkapital der Oberbank unterteilt sich in 35.307.300 auf den Inhaber lautende Stammstückaktien, die unter der ISIN
AT0000625108 an der Wiener Börse notieren. Größte Einzelaktionärin ist die CABO Beteiligungsgesellschaft m.b.H., eine
100 %ige Konzerntochter der UniCredit Bank Austria. Der Streubesitz (35,54 % der Oberbank-Stammaktien) wird von Unter-
nehmen, institutionellen Investoren und privaten AktionärInnen gehalten.
Die Oberbank-Aktien
180
Aktionärsbeziehungen und Kommunikation
Die Oberbank informiert ausführlich im Rahmen der Quartals- und Jahresberichterstattung über ihre Finanz- und Ertrags-
lage. Auch über die Website www.oberbank.at wird ein laufender Informationsfluss sichergestellt. Mit der Einladung zur
jährlichen Hauptversammlung sind die AktionärInnen aufgerufen, direkt mit Vorstand und Aufsichtsrat in Kontakt zu treten.
Potenziell kursrelevante Ereignisse werden von der Oberbank über das euro-adhoc-System in der Rubrik Insiderinformatio-
nen veröffentlicht.
Investor Relations-Ansprechpartnerin: Mag. Beatrix Putz
Telefon: +43 732 78 02-37247
beatrix.putz@oberbank.at
www.oberbank.at
Finanzkalender 2023
Online-Veröffentlichung des Geschäftsberichtes 2022
03.04.2023
Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2022
in der Wiener Zeitung
04.04.2023
Nachweisstichtag für Oberbank-Aktien
06.05.2023
143. ordentliche Hauptversammlung
Aktionäre der Oberb ank AG
16.05.2023
Ex-Dividendentag – Dividende für das Geschäftsjahr 2022
22.05.2023
Nachweisstichtag Dividende – Dividende für das Geschäftsjahr 2022
23.05.2023
Dividendenzahltag – Dividende für das Geschäftsjahr 2022
24.05.2023
Veröffentlichung der Quartalsberichte
1. Quartal
19.05.2023
1. Halbjahr
24.08.2023
1. bis 3. Quartal
24.11.2023
Abstimmungsergebnisse zur 142. ordentlichen Hauptversammlung der Oberbank AG am 17. Mai 2022
TOP 2: Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns des Geschäftsjahres 2021
JA: 20.901.671 Stimmen; NEIN: 11.528 Stimmen; ENTHALTUNG: 9.627.738 Stimmen
TOP 3: Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2021
Gasselsberger: JA: 20.816.770 Stimmen; NEIN: 9.594.407 Stimmen; ENTHALTUNG: 60.461 Stimmen
Weißl: JA: 20.813.202 Stimmen; NEIN: 9.594.407 Stimmen; ENTHALTUNG: 64.029 Stimmen
Hagenauer: JA: 20.814.102 Stimmen; NEIN: 9.594.407 Stimmen; ENTHALTUNG: 63.129 Stimmen
Seiter: JA: 20.813.202 Stimmen; NEIN: 9.594.425 Stimmen; ENTHALTUNG: 64.011 Stimmen
TOP 4: Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2021
König: JA: 30.378.950 Stimmen; NEIN: 630 Stimmen; ENTHALTUNG: 92.058 Stimmen
Zahlbruckner: JA: 30.379.773 Stimmen; NEIN: 0 Stimmen; ENTHALTUNG: 91.865 Stimmen
Bogner: JA: 30.364.964 Stimmen; NEIN: 14.396 Stimmen; ENTHALTUNG: 92.278 Stimmen
Burtscher: JA: 20.785.366 Stimmen; NEIN: 9.594.407 Stimmen; ENTHALTUNG: 91.865 Stimmen
Koren: JA: 30.379.311 Stimmen; NEIN: 1.628 Stimmen; ENTHALTUNG: 90.699 Stimmen
Leu: JA: 30.378.580 Stimmen; NEIN: 1.232 Stimmen; ENTHALTUNG: 91.826 Stimmen
Leitl-Staudinger: JA: 30.379.377 Stimmen; NEIN: 1.628 Stimmen; ENTHALTUNG: 90.633 Stimmen
Franz Peter Mitterbauer: JA: 30.380.252 Stimmen; NEIN: 1.628 Stimme; ENTHALTUNG: 89.758 Stimmen
Steger: JA: 30.378.580 Stimmen; NEIN: 1.232 Stimmen; ENTHALTUNG: 91.826 Stimmen
Stockbauer: JA: 20.785.405 Stimmen; NEIN: 9.594.407 Stimmen; ENTHALTUNG: 91.826 Stimmen
Andorfer: JA: 30.379.812 Stimmen; NEIN: 0 Stimmen; ENTHALTUNG: 91.826 Stimmen
Pischinger: JA 20.788.082 Stimmen; NEIN 9.594.407 Stimmen; ENTHALTUNG 89.149 Stimmen
Braun: JA: 30.379.182 Stimmen; NEIN: 0 Stimmen; ENTHALTUNG: 92.456 Stimmen
Grabner: JA: 30.379.182 Stimmen; NEIN: 0 Stimmen; ENTHALTUNG: 92.456 Stimmen
Höchtel: JA: 30.379.182 Stimmen; NEIN: 0 Stimmen; ENTHALTUNG: 92.456 Stimmen
Die Oberbank-Aktien
181
Zeiss: JA: 30.379.182 Stimmen; NEIN: 0 Stimmen; ENTHALTUNG: 92.456 Stimmen
TOP 5: Wahlen in den Aufsichtsrat
TOP 5a: Wahl Leitl-Staudinger
JA: 30.317.730 Stimmen; NEIN: 22.191 Stimmen; ENTHALTUNG: 201.016 Stimmen
TOP 5b: Wahl Pilgram
JA: 30.309.854 Stimmen; NEIN: 20.628 Stimmen; ENTHALTUNG: 210.455 Stimmen
TOP 5c: Wahl Czerny
JA: 30.310.088 Stimmen; NEIN: 20.628 Stimmen; ENTHALTUNG: 210.221 Stimmen
TOP 5d: Wahl Pierer
JA: 30.206.539 Stimmen; NEIN: 123.692 Stimmen; ENTHALTUNG: 210.706 Stimmen
TOP 5e: Wahl Bogner
JA: 30.289.013 Stimmen; NEIN: 43.890 Stimmen; ENTHALTUNG: 211.034 Stimmen
TOP 6: Beschlussfassung über die Festsetzung der Vergütung für die Tätigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrates für das
Geschäftsjahr 2022 und die folgenden Geschäftsjahre
JA: 30.354.192 Stimmen; NEIN: 4.845 Stimmen; ENTHALTUNG: 181.900 Stimmen
TOP 7: Wahl des Bankprüfers für das Geschäftsjahr 2023
JA: 30.492.212 Stimmen; NEIN: 1.709 Stimmen; ENTHALTUNG: 47.016 Stimmen
TOP 8: Wahl des Bankprüfers für die Zweigniederlassung Slowakei für das Geschäftsjahr 2022
JA: 30.484.959 Stimmen; NEIN: 3.777 Stimmen; ENTHALTUNG: 52.201 Stimmen
TOP 9: Beschlussfassung über den Vergütungsbericht
JA: 20.893.422 Stimmen; NEIN: 9.595.181 Stimmen; ENTHALTUNG: 52.334 Stimmen
TOP 10: Beschlussfassung über den Widerruf der in der 140. ordentlichen Hauptversammlung vom 20. Mai 2020 erteilten
Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gem. § 65 Abs. 1 Z 4 AktG im unausgenützten Umfang unter gleichzeitiger
Ermächtigung des Vorstandes zum Erwerb eigener Aktien zum Zwecke des Angebotes an Arbeitnehmer, leitende
Angestellte und Mitglieder des Vorstandes oder Aufsichtsrates der Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen
Unternehmens zum Erwerb gem. § 65 Abs. 1 Z 4 AktG bis zu 5 % des Grundkapitals auf die Dauer von 30 Monaten
ab dem Tag der Beschlussfassung der 142. ordentlichen Hauptversammlung
JA: 20.800.340 Stimmen; NEIN: 9.598.574 Stimmen; ENTHALTUNG: 142.023 Stimmen
TOP 11: Beschlussfassung über den Widerruf der in der 140. ordentlichen Hauptversammlung vom 20. Mai 2020 erteilten
Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gem. § 65 Abs. 1 Z 7 AktG im unausgenützten Umfang unter gleichzeitiger
Ermächtigung des Vorstandes zum Erwerb eigener Aktien bis zu 5 % des Grundkapitals auf die Dauer von 30 Mona-
ten ab dem Tag der Beschlussfassung der 142. ordentlichen Hauptversammlung zum Zwecke des Wertpapierhan-
dels gem. § 65 Abs. 1 Z 7 AktG
JA: 20.799.641 Stimmen; NEIN: 9.598.309 Stimmen; ENTHALTUNG: 142.987 Stimmen
TOP 12: Beschlussfassung über den Widerruf der in der 140. ordentlichen Hauptversammlung vom 20. Mai 2020 erteilten
Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gem. § 65 Abs. 1 Z 8 AktG im unausgenützten Umfang unter gleichzeitiger
Ermächtigung des Vorstandes zum zweckneutralen Erwerb eigener Aktien bis zu 10 % des Grundkapitals gem. § 65
Abs. 1 Z 8 AktG auf die Dauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung der 142. ordentlichen Hauptver-
sammlung
JA: 20.800.987 Stimmen; NEIN: 9.598.574 Stimmen; ENTHALTUNG: 141.376 Stimmen
TOP 13: Satzungsänderungen
TOP 13a: Beschlussfassung über die Änderung der Satzung in § 11
JA: 20.678.948 Stimmen; NEIN: 9.599.402 Stimmen; ENTHALTUNG: 262.587 Stimmen
TOP 13b: Beschlussfassung über die Neufassung und Ergänzung der Satzung ab einschließlich des 5. Abschnittes (§§
27 ff) der Satzung
JA: 30.273.355 Stimmen; NEIN: 4.995 Stimmen; ENTHALTUNG: 262.587 Stimmen
Die Oberbank-Aktien
182
Aktionärsbeziehungen und Kommunikation
Die Oberbank informiert ausführlich im Rahmen der Quartals- und Jahresberichterstattung über ihre Finanz- und Ertrags-
lage. Auch über die Website www.oberbank.at wird ein laufender Informationsfluss sichergestellt.
Mit der Einladung zur jährlichen Hauptversammlung sind die AktionärInnen aufgerufen, direkt mit Vorstand und Aufsichtsrat
in Kontakt zu treten. Potenziell kursrelevante Ereignisse werden von der Oberbank über das pressetext-System in der Rubrik
„Insiderinformationen“ veröffentlicht. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgten zwei solcher Meldungen.
Linz, am 7. März 2023
Der Vorstand
Generaldirektor Direktor Direktor Direktor
Dr. Franz Gasselsberger, MBA Mag. Dr. Josef Weißl, MBA Mag. Florian Hagenauer, MBA Martin Seiter, MBA
Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich
Personal- und Rechnungswesen Privatkundengeschäft Gesamtrisikomanagement Firmenkundengeschäft
Serviceangaben
Aufbauorganisation der Oberbank AG
183
Vorstandsmitglieder
Vorsitzender des Vorstands
Generaldirektor
Dr. Franz Gasselsberger, MBA
Tel. +43/(0)732/7802 DW 37204
franz.gasselsberger@oberbank.at
Vorstandsdirektor
Mag. Dr. Josef Weißl, MBA
Tel. +43/(0)732/7802 DW 37220
josef.weissl@oberbank.at
Vorstandsdirektor
Mag. Florian Hagenauer, MBA
Tel. +43/(0)732/78 02 DW 37206
florian.hagenauer@oberbank.at
Vorstandsdirektor
Martin Seiter, MBA
Tel. +43/(0)732/78 02 DW 37250
martin.seiter@oberbank.at
Geschäftsabteilungen
Corporate & International Finance: Mag. Dietmar Holzinger-Böcskör, MBA, DW 37565, Dietmar.holzinger@oberbank.at
Global Financial Institutions: Helmut Edlbauer, MBA, DW 32630, helmut.edlbauer@oberbank.at
Treasury & Handel: Robert Musner, MBA, DW 32640, robert.musner@oberbank.at
Kredit-Management: Mag. Dr. Marcus Bumberger, DW 37603, marcus.bumberger@oberbank.at
Private Banking & Asset Management: Erich Stadlberger, MBA, DW 37550, erich.stadlberger@oberbank.at
Privatkunden: Dkfm. Thomas Harrer, DW 37260, thomas.harrer@oberbank.at
Serviceabteilungen
Human Resources: Mag. Dr. Volkmar Riegler, MBA, DW 37340, volkmar.riegler@oberbank.at
Immobilien, Sicherheit und Kostenmanagement: Dir. Ing. Leopold Krahofer, DW 32451, leopold.krahofer@oberbank.at
Rechnungswesen und Controlling: Harald Hummer, DW 32401, harald.hummer@oberbank.at
Interne Revision: Mag. Nikolaus Langeder, DW 32169, nikolaus.langeder@oberbank.at
Strategische Organisationsentwicklung, Digitalisierung und IT: MMag. Clemens Bousquet, MBA, DW 32446,
Clemens.Bousquet@oberbank.at
Strategisches Risikomanagement: Mag. Andreas Lechner, DW 32420, andreas.lechner@oberbank.at
Sekretariat & Kommunikation: Mag. Andreas Pachinger, DW 37460, andreas.pachinger@oberbank.at
Zentrales Service und Produktion: Mag. Brigitte Haider, MBA, DW 37271, brigitte.haider@oberbank-service.at
Compliance: Mag. Dr. Michaela Gerschpacher, DW 37397, michaela.gerschpacher@oberbank.at
BWG-Compliance-Officer: Mag. Dr. Michaela Gerschpacher
WAG-Compliance-Beauftragte: Mag. Jana Sestak-Kradi, MBA
Geldwäsche-Beauftragte: Mag. Bianca-Maria Schachner
Sanktionen-Beauftragte: Tatjana Wödlinger, LL.B., LL.M.
Serviceangaben
Struktur der Oberbank-Gruppe
184
Oberbank Leasing Gruppe
Dr. Hans Fein
Tel. +43/(0)732/7802 DW 37138
hans.fein@oberbank.at
Mag. Christina Mirtl, MBA
+43 / 732 / 7802 DW 37119
christina.mirtl@oberbank.at
Mag. Dr. Manfred Gabriel
+43 / 732 / 7802 DW 37124
manfred.gabriel@oberbank.at
Österreich
Dr. Hans Fein
Tel. +43/(0)732/7802 DW 37138
hans.fein@oberbank.at
Mag. Christina Mirtl, MBA
+43 / 732 / 7802 DW 37119
christina.mirtl@oberbank.at
Mag. Dr. Manfred Gabriel
+43 / 732 / 7802 DW 37124
manfred.gabriel@oberbank.at
Deutschland
Mag. Michael Gerner
Tel. +49/(0)8671/9986 DW 11
michael.gerner@oberbank.de
Katrin Keppler
Tel. +49/(0)89/55989 DW 246
Katrin.keppler@oberbank.de
Tschechien
Ing. Robert Černický
Tel. +420 / 387 717 168
robert.cernicky@oberbank.at
Filip Vavruška
Tel. +420 / 224 / 1901 - 15
filip.vavruska@oberbank.at
Ing. David Zeman
Tel. +420 / 386 304 155
david.zeman@oberbank.at
Slowakei
Mag. Martin Lagler
Tel. +421 2 58 10 68 DW 77
martin.lagler@oberbank.at
Ungarn
Mihály Nádas
Tel. +36/(0)1/29828 DW 51
mihaly.nadas@oberlizing.hu
Dr. Lajos Sipos, MBA
Tel. + 36(0)1/29828 DW 26
lajos.sipos@oberlizing.hu
András Mörk
Tel. +36/(0)1/298 28 DW 31
andras.moerk@oberlizing.hu
Oberbank Kfz Leasing GmbH
Dr. Hans Fein
Tel. +43/(0)732/7802 DW 37138
hans.fein@oberbank.at
Siegfried Kahr
Tel. +43(0)732/7802 DW 37270
siegfried.kahr@oberbank-service.at
Oberbank Immobilien-Service
Gesellschaft m.b.H., Linz
Mag. Matthias-Munir Midani
Tel. +43/(0)732/7802 DW 32261
matthias.midani@oberbank.at
Ing. Leopold Krahofer
Tel. +43/(0)732/7802 DW 32451
leopold.krahofer@oberbank.at
Oberbank Opportunity Invest Management
Gesellschaft m.b.H., Linz
MMag. Dr. Roland Leitinger, MIM
Tel. +43/(0)732/7802 DW 37564
roland.leitinger@oberbank.at
Mag. Dietmar Holzinger-Böcskör, MBA
Tel. +43/(0)732/7802 DW 37565
dietmar.holzinger@oberbank.at
Oberbank Service GmbH
Mag. Brigitte Haider, MBA
Tel. +43/(0)732/7802 DW 37271
brigitte.haider@oberbank-service.at
DI Silvio Schedenig
Tel. +43/(0)732/7802 DW 32281
silvio.schedenig@oberbank-service.at
Serviceangaben
Struktur der Oberbank-Gruppe
185
3 Banken Kooperationen
3 Banken Kfz Leasing GmbH
Dr. Hans Fein
Tel. +43/(0)732/7802 DW 37138
hans.fein@oberbank.at
Siegfried Kahr
Tel. +43(0)732/7802 DW 37270
siegfried.kahr@oberbank-service.at
3 Banken Versicherungsmakler Gesellschaft m.b.H.,
Niederlassung Linz
Walter Schwinghammer
Tel. +43/(0)5 05 333 DW 2000
walter.schwinghammer@3bvm.at
3 Banken IT GmbH, Linz
Karl Stöbich, MBA
Tel. +43/(0)732/7802 DW 32609
karl.stoebich@3bankenit.at
Alexander Wiesinger
Tel. +43/732/7802 DW 32243
alexander.wiesinger@3bankenit.at
3 Banken-Generali Investment-Gesellschaft m.b.H., Linz
Alois Wögerbauer, CIIA
Tel. +43/(0)732/7802 DW 37424
a.woegerbauer@3bg.at
Mag. Dietmar Baumgartner
Tel. +43/732/7802 DW 37419
d.baumgartner@3bg.at
Gerhard Schum
Tel. +43/1/534 01 DW 11982
g.schum@3bg.at
3-Banken Wohnbaubank AG, Linz
Erich Stadlberger, MBA
Tel. +43/(0)732/7802 DW 37550
erich.stadlberger@3banken-wohnbaubank.at
Mag. Gerald Straka
Tel. +43/732/7802 DW 37221
gerald.straka@oberbank.at
3 Banken-Beteiligung-Gesellschaft m.b.H., Linz
Mag. Andreas Pachinger
Tel. +43/732/7802 DW 37460
andreas.pachinger@oberbank.at
Dr. Stefan Heidinger
Tel. +43 (505) 333 DW 1500
stefan.heidinger@btv.at
Dr. Dieter Kohl
Tel. +43/463/5858 DW 139
dieter.kohl@bks.at
Alpenländische Garantie-Gesellschaft m.b.H., Linz
Mag. Andreas Pachinger
Tel. +43/732/7802 DW 37460
andreas.pachinger@oberbank.at
Dr. Stefan Heidinger
Tel. +43 (505) 333 DW 1500
stefan.heidinger@btv.at
Serviceangaben
Geschäftsbereiche und Geschäftsstellen
186
Zentrale
A-4020 Linz, Untere Donaulände 28,
Tel. +43/(0)732/78 02 DW 0; Telefax: +43/(0)732/78 02 DW 32040; www.oberbank.at
Österreich
Zweigniederlassung Linz Nord, A-4020 Linz, Untere Donaulände 36
Günther Ott, Tel. +43/(0)732/78 02 DW 37366, guenther.ott@oberbank.at
Zweigstellen: A-4040 Linz – Dornach, Altenberger Straße 9
A-4040 Linz – Harbach, Leonfeldner Straße 75 a
A-4020 Linz – Stadthafen, Industriezeile 56
A-4040 Linz – Urfahr, Hinsenkampplatz 1
A-4070 Eferding, Stadtplatz 32
A-4240 Freistadt, Linzer Straße 4
A-4210 Gallneukirchen, Hauptstraße 4
A-4060 Leonding, Mayrhansenstraße 13
A-4100 Ottensheim, Hostauerstraße 87
A-4320 Perg, Herrenstraße 14
A-4150 Rohrbach, Stadtplatz 16
Zweigniederlassung Linz Süd, A-4020 Linz, Landstraße 37
Mag. Klaus Hofbauer, MBA, Tel. +43/(0)732/774211 DW 31322, klaus.hofbauer@oberbank.at
Zweigstellen: A-4030 Linz – Kleinmünchen, Wiener Straße 382
A-4020 Linz – Neue Heimat, Wegscheider Straße 1 – 3
A-4020 Linz – Spallerhof-Bindermichl, Einsteinstraße 5
A-4020 Linz – Weißenwolffstraße, Weißenwolffstraße 1
A-4020 Linz – Wiener Straße, Wiener Straße 32
A-4470 Enns, Hauptplatz 9
A-4400 Steyr – Stadtplatz, Stadtplatz 25
A-4400 Steyr – Tabor, Ennser Straße 29
A-4050 Traun, Linzer Straße 12
A-4050 Traun – St. Martin, Leondinger Straße 2
Zweigniederlassung Salzburg, A-5020 Salzburg, Alpenstraße 98
Petra Fuchs, MBA, Tel. +43/(0)662/6384 DW 201, petra.fuchs@oberbank.at
Zweigstellen: A-5020 Salzburg – Alter Markt, Alter Markt 4
A-5020 Salzburg – Lehen, Ignaz-Harrer-Straße 40 a
A-5020 Salzburg – Liefering, Münchner Bundesstraße 106
A-5020 Salzburg – Maxglan, Neutorstraße 52
A-5020 Salzburg – Schallmoos, Sterneckstraße 55
A-5020 Salzburg – Südtiroler Platz, Ferdinand-Porsche-Straße 10
A-5630 Bad Hofgastein, Kurgartenstraße 27
A-5500 Bischofshofen, Bodenlehenstraße 2 – 4
A-5400 Hallein, Robertplatz 4
A-5310 Mondsee, Rainerstraße 14
A-5760 Saalfelden, Leoganger Straße 16
A-5201 Seekirchen, Bahnhofstraße 1
Serviceangaben
Geschäftsbereiche und Geschäftsstellen
187
Zweigniederlassung Innviertel, A-4910 Ried im Innkreis, Friedrich-Thurner-Straße 9
Erich Brandstätter, Tel. +43/(0)7752/680 DW 52214, erich.brandstaetter@oberbank.at
Zweigstellen: A-4950 Altheim, Stadtplatz 14
A-5280 Braunau, Stadtplatz 40
A-5230 Mattighofen, Stadtplatz 16
A-4780 Schärding, Silberzeile 12
Zweigniederlassung OÖ Süd, A-4600 Wels, Ringstraße 37
Prok. MMag. Wolfgang Kern, MBA, Tel. +43 / 7242 / 481 DW 249, wolfgang.kern@oberbank.at
Zweigstellen: A-4600 Wels – Nord, Oberfeldstraße 91
A-4600 Wels – West, Bauernstraße 1, WDZ 9
A-4710 Grieskirchen, Pühringerplatz 3
A-4560 Kirchdorf, Bahnhofstraße 9
A-4550 Kremsmünster, Marktplatz 26
A-4614 Marchtrenk, Linzer Straße 30
A-4810 Gmunden, Esplanade 24
A-4800 Attnang – Puchheim, Dr. Karl-Renner-Platz 2
A-8990 Bad Aussee, Parkgasse 155
A-4820 Bad Ischl, Kaiser-Fr.-Josef-Straße 4
A-4802 Ebensee, Alte Saline 9
A-4663 Laakirchen, Gmundner Straße 10
A-4860 Lenzing, Atterseestraße 20
A-4690 Schwanenstadt, Huberstraße 1
A-4840 Vöcklabruck, Stadtplatz 31 – 33
Zweigniederlassung Niederösterreich, St. Pölten, A-3100 St. Pölten, Linzertor 1
Franz Frosch, Tel. +43/(0)2742/385 DW 44, franz.frosch@oberbank.at
Zweigstellen: A-3300 Amstetten, Hauptplatz 1
A-7000 Eisenstadt, Esterhazyplatz 6 a
A-3500 Krems, Sparkassengasse 6
A-2000 Stockerau, Schießstattgasse 3 A
A-3430 Tulln, Hauptplatz 9
A-3340 Waidhofen a. d. Ybbs, Unterer Stadtplatz 17
A-2700 Wiener Neustadt, Wiener Straße 25
A-3910 Zwettl, Kuenringer Straße 3
Zweigniederlassung Wien, A-1030 Wien, Schwarzenbergplatz 5
Andreas Klingan, MBA, Tel. +43/(0)1/53421 DW 55010, andreas.klingan@oberbank.at
Zweigstellen: A-1090 Wien – Alsergrund, Porzellangasse 25
A-1190 Wien – Döbling, Gatterburggasse 23
A-1220 Wien – Donauspital, Zschokkegasse 140
A-1220 Wien – Donaustadt, Wagramer Straße 124
A-1100 Wien – Favoriten, Sonnwendgasse 13
A-1210 Wien – Floridsdorf, Brünner Straße 42
A-1170 Wien – Hernals, Hernalser Hauptstraße 114
A-1130 Wien – Hietzing, Lainzer Straße 151
A-1080 Wien – Josefstadt, Josefstädter Straße 28
A-1030 Wien – Landstraße, Landstraßer Hauptstraße 114
A-1020 Wien – Leopoldstadt, Taborstraße 11 a
A-1230 Wien – Liesing, Lehmanngasse 9
Serviceangaben
Geschäftsbereiche und Geschäftsstellen
188
A-1120 Wien – Meidling, Meidlinger Hauptstraße 33 – 35
A-1070 Wien – Neubau, Neubaugasse 28 – 30
A-1140 Wien – Penzing, Linzer Straße 413
A-1010 Wien – Schottengasse, Schottengasse 2
A-1230 Wien – Süd, Laxenburger Straße 244
A-1180 Wien – Währing, Gersthofer Straße 10
A-1040 Wien – Wieden, Rilkeplatz 8
A-1100 Wien – Wienerberg, Wienerbergstraße 9
A-2120 Wien – Wolkersdorf, Wienerstraße 5
A-2500 Baden bei Wien, Beethovengasse 4 – 6
A-3400 Klosterneuburg, Kierlinger Straße 1
A-2100 Korneuburg, Hauptplatz 21
A-2340 Mödling, Hauptstraße 33
A-2380 Perchtoldsdorf, Wiener Gasse 12
A-2320 Schwechat, Franz Schubert Straße 2a
Niederlassung Deutschland
Geschäftsbereich Süddeutschland, D-80333 München, Oskar-von-Miller-Ring 38
Robert Dempf, MBA, Tel. +49/(0)89/55989 DW 201, robert.dempf@oberbank.de
Zweigstellen: D-86150 Augsburg, Maximilianstraße 55
D-84307 Eggenfelden, Fischbrunnenplatz 11
D-85354 Freising, Johannisstraße 2
D-82110 Germering, Therese-Giehse-Platz 2
D-85053 Ingolstadt, Erni-Singerl-Straße 2
D-84028 Landshut, Altstadt 391
D-84453 Mühldorf am Inn, Brückenstraße 2
D-85521 Ottobrunn, Rosenheimer Landstraße 39
D-94032 Passau, Bahnhofstraße 10
D-93047 Regensburg, Bahnhofstraße 13
D-83022 Rosenheim, Heilig-Geist-Straße 5
D-94315 Straubing, Stadtgraben 93
D-85716 Unterschleißheim, Alleestraße 13
D-82515 Wolfratshausen, Bahnhofstraße 28
D-87700 Memmingen, Roßmarkt 5
Geschäftsbereich Deutschland Mitte, D-90443 Nürnberg, Zeltnerstraße 1
Ralf Wenzel, Tel. +49 / 911 / 723 67 – DW 0, ralf.wenzel@oberbank.de
Zweigstellen: D-63739 Aschaffenburg, Weißenburger Straße 16
D-96047 Bamberg, Franz-Ludwig-Straße 7 a
D-95444 Bayreuth, Kanalstraße 17
D-09111 Chemnitz, An der Markthalle 3 – 5
D-03046 Cottbus, Neustädter Straße 8
D-01067 Dresden, Wallstraße 8
D-40217 Düsseldorf, Kaiserteich Elisabethstraße 11
D-99084 Erfurt, Krämpferstraße 6
D-06108 Halle, Große Steinstraße 82 – 85
D-63450 Hanau, Nussallee 7a
D-07743 Jena, Kirchplatz 6
D-50667 Köln, Tunisstraße 19-23
Serviceangaben
Geschäftsbereiche und Geschäftsstellen
189
D-04109 Leipzig, Dittrichring 18 – 20
D-55116 Mainz, Große Bleiche 17-23
D-92318 Neumarkt i. d. Oberpfalz, Ringstraße 5
D-14467 Potsdam, Berliner Str. 122
D-92637 Weiden, Sedanstraße 6
D-97070 Würzburg, Schweinfurterstraße 4
Geschäftsbereich Süd-West, D-73728 Esslingen am Neckar, Küferstraße 29
Stefan Ziegler, Tel. +49/711/370921 -DW 11, stefan.ziegler@oberbank.de
Zweigstellen: D-73430 Aalen, Bahnhofstraße 10
D-71032 Böblingen, Stuttgarter Straße 10
D-79104 Freiburg, Merianstraße 16
D-74072 Heilbronn, Lohtorstraße 27
D-76133 Karlsruhe, Kaiserstraße 182
D-68165 Mannheim, Friedrichsplatz 8
D-88212 Ravensburg, Eichelstraße 14
D-72764 Reutlingen, Gartenstraße 8
D-74523 Schwäbisch Hall, Neue Straße 19
D-89073 Ulm, Walfischgasse 12
Zweigniederlassung Tschechien, CZ-12000 Praha 2, nám. I.P.Pavlova 5
Filip Vavruška, Tel. +420/224/1901 DW 15, filip.vavruska@oberbank.cz
Zweigstellen: CZ-11000 Praha 1 Klimentská 1246/1
CZ-15000 Praha 5 – Smíchov, Portheimka Center náměstí 14 října 642/17
CZ-17000 Praha 7 – Holešovice, Dukelských hrdinů č. 407/26
CZ-18600 Praha 8 – Karlín, Křižíkova 52/53
CZ-27201 Kladno, Osvobozených politických vězňů 339
CZ-60200 Brno, Lidická 20
CZ-60200 Brno, Trnitá 491/3
CZ-37001 České Budějovice, nám. Přemysla Otakara II. 6/3
CZ-50002 Hradec Králové, Gočárova tř. 1096
CZ-38101 Český Krumlov, Panská 22
CZ-58601 Jihlava, Masarykovo nám. 10
CZ-37701 Jindrichuv Hradec, Jarošovská 53
CZ-46001 Liberec, Soukenné nám. 156
CZ-77100 Olomouc, Dolni nám. 1
CZ-70200 Ostrava, Stodolní 1
CZ-39701 Písek, Budovcova 2530
CZ-30100 Plzeň, Prešovská 20
CZ-39001 Tábor, Pražská 211
CZ-40001 Ústí nad Labem, Hrnčířská 4
CZ-76001 Zlín, Osvoboditelů 91
Zweigniederlassung Ungarn, H-1062 Budapest, Váci út 1 – 3
Mag. Peter Szenkurök, Tel. +36/(06)1/29829 DW 37, peter.szenkuroek@oberbank.hu
Zweigstellen: H-1027 Budapest – Buda, Henger utca 2
H-1095 Budapest Dél, Soroksári út 30-32
H-1143 Budapest, Hungária körút 17 – 19
H-4026 Debrecen, Bem tér 14
Serviceangaben
Geschäftsbereiche und Geschäftsstellen
190
H-9024 Gyõr, Hunyadi u. 16
H-6000 Kecskemét, Kisfaludy utca 8
H-3530 Miskolc, Mindszent tér 3
H-8800 Nagykanizsa, Erzsébet tér 23
H-7621 Pécs, Tímár u.2
H-6720 Szeged, Klauzál tér 2
H-8000 Székesfehérvár, Rákóczi út 1
H-9700 Szombathely, Berzsenyi Dániel tér 2
H-2800 Tatabánya, Fő tér 8/a
Zweigniederlassung Slowakei, SK-821 09 Bratislava, Prievozská 4/A
Mag. Peter Szenkurök, Tel. +421/2/581068 DW 10, peter.szenkuroek@oberbank.hu
Zweigstellen: SK-949 01 Nitra, Mostná ulica 70
SK-010 01 Žilina, Jána Kalinčiaka 22
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Jahresabschluss der Oberbank AG gemäß UGB
Bilanz zum 31.12.2022 / Aktiva
191
Werte in EUR / VJ € 1.000
2022
2021
Veränderung
absolut
in %
1.
Kassenbestand, Guthaben bei Zentralnotenban-
ken und
Postgiroämtern
2.287.319.062,73
4.400.912
-2.113.593
-48,0
2.
Schuldtitel öfftentlicher Stellen, die zur
Refinanzierung bei der Zentralnotenbank zugelas-
sen sind:
853.302.856,06
621.640
231.663
37,3
3.
Forderungen an Kreditinstitute
1.060.962.776,92
901.840
159.123
17,6
a)
täglich fällig
273.520.619,76
124.156
149.365
120,3
b)
sonstige Forderungen
787.442.157,16
777.685
9.758
1,3
4.
Forderungen an Kunden
19.229.972.830,52
18.346.791
883.182
4,8
5.
Schuldverschreibungen u. andere festverzinsliche
Wertpapiere
1.128.582.111,40
919.457
209.125
22,7
a)
von öffentlichen Emittenten
621.290.104,43
570.608
50.682
8,9
b)
von anderen Emittenten
507.292.006,97
348.849
158.443
45,4
darunter:
eigene Schuldverschreibungen
4.348.220,71
24.713
-20.365
-82,4
6.
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpa-
piere
218.495.472,41
219.137
-642
-0,3
7.
Beteiligungen
460.080.264,82
427.346
32.734
7,7
darunter:
an Kreditinstituten
155.287.963,23
123.274
32.014
26,0
8.
Anteile an verbundenen Unternehmen
120.358.166,33
120.539
-181
-0,2
darunter:
an Kreditinstituten
6.000.000,00
6.000
9.
Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlage-
vermögens
3.609.411,87
2.912
698
24,0
10.
Sachanlagen
69.899.458,87
73.733
-3.833
-5,2
darunter:
Grundstücke und Bauten, die vom Kreditinstitut
im Rahmen
seiner eigenen Tätigkeit genutzt werden
33.549.909,57
34.763
-1.213
-3,5
11.
Sonstige Vermögensgegenstände
96.038.249,63
57.443
38.595
67,2
12.
Rechnungsabgrenzungsposten
17.692.511,05
7.211
10.481
145,3
13.
Aktive latente Steuern
44.870.487,41
51.194
-6.323
-12,4
Summe der Aktiva
25.591.183.660,02
26.150.154
-558.971
-2,1
Posten unter der Bilanz:
1.
Auslandsaktiva
10.697.109.615,05
11.530.298
-833.189
-7,2
Jahresabschluss der Oberbank AG gemäß UGB
Bilanz zum 31.12.2022 / Passiva
192
Werte in EUR / VJ € 1.000
2022
2021
Veränderung
absolut
in %
1.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
4.508.455.761,43
5.964.038
-1.455.582
-24,4
a)
täglich fällig
777.734.069,76
749.160
28.574
3,8
b)
mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
3.730.721.691,67
5.214.878
-1.484.156
-28,5
2.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
15.134.507.538,13
14.716.859
417.649
2,8
a)
Spareinlagen
2.167.225.656,99
2.534.685
-367.459
-14,5
darunter:
aa)
täglich fällig
1.798.617.437,79
1.831.620
-33.002
-1,8
bb)
mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungs-
frist
368.608.219,20
703.065
-334.457
-47,6
b)
sonstige Verbindlichkeiten
12.967.281.881,14
12.182.174
785.108
6,4
darunter:
aa)
täglich fällig
11.057.325.300,24
11.364.249
-306.924
-2,7
bb)
mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungs-
frist
1.909.956.580,90
817.925
1.092.032
133,5
3.
Verbriefte Verbindlichkeiten
2.503.682.823,55
2.207.825
295.858
13,4
a)
begebene Schuldverschreibungen
2.491.282.823,55
2.195.425
295.858
13,5
b)
andere verbriefte Verbindlichkeiten
12.400.000,00
12.400
0
0,0
4.
Sonstige Verbindlichkeiten
81.762.094,68
81.599
163
0,2
5.
Rechnungsabgrenzungsposten
33.063.103,95
33.921
-858
-2,5
6.
Rückstellungen
347.408.407,04
318.652
28.757
9,0
a)
Rückstellungen für Abfertigungen
44.427.523,00
44.877
-449
-1,0
b)
Rückstellungen für Pensionen
128.822.118,00
131.713
-2.891
-2,2
c)
Steuerrückstellungen
7.617.845,07
824
6.794
825,0
d)
sonstige
166.540.920,97
141.239
25.302
17,9
7.
Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel 1 Kapitel 4
504.112.000,00
480.591
23.521
4,9
der Verordnung (EU) Nr.575/2013
8.
Zusätzliches Kernkapital gemäß Teil 2 Titel 1 Kapitel 3
50.000.000,00
50.000
0
0,0
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
9.
Gezeichnetes Kapital
105.771.447,00
105.863
-91
-0,1
10.
Kapitalrücklagen (gebundene)
505.523.256,06
505.523
0
0,0
11.
Gewinnrücklagen
1.521.514.199,58
1.416.762
104.752
7,4
a)
gesetzliche Rücklage
5.523.135,39
5.523
0
0,0
b)
andere Rücklagen
1.515.991.064,19
1.411.239
104.752
7,4
darunter:
Rücklagen für eigene Anteile
1.107.960,83
957
151
15,7
12.
Haftrücklage gemäß § 57 Abs. 5 BWG
244.000.000,00
233.000
11.000
4,7
13.
Bilanzgewinn
51.383.028,60
35.522
15.861
44,7
Summe der Passiva
25.591.183.660,02
26.150.154
-558.971
-2,1
Posten unter der Bilanz:
1.
Eventualverbindlichkeiten
1.693.471.585,59
1.443.840
249.631
17,3
darunter:
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Haftungen aus
der
Bestellungen v. Sicherheiten
1.693.471.585,59
1.443.840
249.631
17,3
2.
Kreditrisiken
4.546.324.235,52
4.555.198
-8.874
-0,2
darunter:
Verbindlichkeiten aus Pensionsgeschäften
0,00
0
0
3.
Verbindlichkeiten aus Treuhandgeschäften
414.927.643,89
385.693
29.234
7,6
4.
Anrechenbare Eigenmittel gemäß Teil 2 der Verordnung
(EU)
2.746.521.379,77
2.650.112
96.409
3,6
Nr. 575/2013
darunter:
Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel 1 Kapitel 4
367.558.859,00
378.611
-11.052
-2,9
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
5.
Eigenmittelanforderungen gemäß Art.92 der Verordnung
(EU)
15.378.965.306,65
14.259.298
1.119.667
7,9
Nr. 575/2013
Jahresabschluss der Oberbank AG gemäß UGB
Bilanz zum 31.12.2022 / Passiva
193
darunter:
Eigenmittelanforderungen gemäß Art.92 Abs.1 lit.a
15,14%
15,58%
-0,44%
-2,8
Eigenmittelanforderungen gemäß Art.92 Abs.1 lit.b
15,47%
15,93%
-0,46%
-2,9
Eigenmittelanforderungen gemäß Art.92 Abs.1 lit.c
17,86%
18,59%
-0,73%
-3,9
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
6.
Auslandspassiva
6.597.417.177,25
6.474.710
122.707
1,9
Jahresabschluss der Oberbank AG gemäß UGB - Gewinn- und Verlustrechnung 2022
194
Werte in EUR / VJ € 1.000
2022
2021
Veränderung
absolut
in %
1.
Zinsen und ähnliche Erträge
480.175.252,72
334.927
145.248
43,4
darunter:
aus festverzinslichen Wertpapieren
32.038.441,07
30.320
1.719
5,7
2.
- Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-136.625.793,35
-43.826
-92.800
211,7
I.
NETTOZINSERTRAG
343.549.459,37
291.101
52.449
18,0
3.
Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen
49.357.584,54
33.070
16.288
49,3
a)
Erträge aus Aktien, anderen Anteilsrechten
und nicht festverzinslichen Wertpapieren
6.465.428,00
1.422
5.044
354,8
b)
Erträge aus Beteiligungen
24.914.225,96
17.772
7.143
40,2
c)
Erträge aus Anteilen an verbundenen
Unternehmen
17.977.930,58
13.877
4.101
29,6
4.
Provisionserträge
225.085.998,04
211.162
13.924
6,6
5.
- Provisionsaufwendungen
-18.275.083,75
-19.310
1.035
-5,4
Saldo Provisionserträge/Provisionsaufwendungen
206.810.914,29
191.852
14.959
7,8
6.
Erträge/Aufwendungen aus Finanzgeschäften
613.141,63
4.740
-4.126
-87,1
7.
Sonstige betriebliche Erträge
17.314.721,10
17.314
1
0,0
II.
BETRIEBSERTRÄGE
617.645.820,93
538.076
79.570
14,8
8.
- Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
-301.811.518,44
-292.282
-9.530
3,3
a)
Personalaufwand
-193.637.254,83
-190.079
-3.558
1,9
darunter:
aa)
Löhne und Gehälter
-133.493.882,29
-131.981
-1.513
1,1
bb)
Aufwand für gesetzlich vorgeschrieb. soziale
Abgaben und vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge
-32.446.127,48
-32.097
-349
1,1
cc)
sonstiger Sozialaufwand
-15.962.729,57
-15.144
-818
5,4
dd)
Aufwendungen für Altersversorgung
und Unterstützung
-12.167.753,76
-11.813
-355
3,0
ee)
Dotierung der Pensionsrückstellung
4.540.734,00
2.977
1.563
52,5
ff)
Aufwendungen für Abfertigungen und Leis-
tungen
an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
-4.107.495,73
-2.022
-2.086
103,2
b)
sonstige Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand)
-108.174.263,61
-102.203
-5.971
5,8
9.
Wertberichtigungen auf die in den Aktivposten 9 und 10
enthaltenen Vermögensgegenstände
-11.818.792,32
-11.832
13
-0,1
10.
- Sonstige betriebliche Aufwendungen
-21.501.351,22
-29.124
7.622
-26,2
III.
BETRIEBSAUFWENDUNGEN
-335.131.661,98
-333.238
-1.894
0,6
IV.
BETRIEBSERGEBNIS
282.514.158,95
204.838
77.676
37,9
IV.
BETRIEBSERGEBNIS
282.514.158,95
204.838
77.676
37,9
11./12.
Ertrags-/Aufwandssaldo aus der Veräußerung und der
Bewertung von Forderungen und Wertpapieren
-56.564.103,92
-40.710
-15.854
38,9
13./14.
Ertrags-/Aufwandssaldo aus der Veräußerung und der
Bewertung von Wertpapieren, die wie Finanzanlagen
bewertet sind, sowie von Beteiligungen und Anteilen an
verbundenen Unternehmen
9.467.158,05
2.133
7.334
343,8
V.
ERGEBNIS DER GEWÖHNLICHEN
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
235.417.213,08
166.262
69.156
41,6
15.
- Steuern vom Einkommen und Ertrag
-54.794.965,63
-37.125
-17.670
47,6
16.
- Sonstige Steuern, soweit nicht in Posten 15 auszuweisen
-10.455.560,61
-6.632
-3.824
57,7
VI.
JAHRESÜBERSCHUSS
170.166.686,84
122.505
47.661
38,9
17.
- Rücklagenbewegung
-119.000.000,00
-87.200
-31.800
36,5
darunter:
Dotierung der Haftrücklage
-11.000.000,00
-9.000
-2.000
22,2
VII.
JAHRESGEWINN
51.166.686,84
35.305
15.861
44,9
18.
Gewinnvortrag
216.341,76
217
-0
-0,1
VIII.
BILANZGEWINN
51.383.028,60
35.522
15.861
44,7
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
195
I. ANWENDUNG DER UNTERNEHMENSRECHTLICHEN VORSCHRIFTEN
Der Jahresabschluss wurde nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches – soweit auf Kreditinstitute anwend-
bar – sowie nach den Vorschriften des Bankwesengesetzes und - sofern relevant – der Verordnung (EU) Nr. 575 / 2013 (Capi-
tal Requirements Regulation, “CRR“) aufgestellt.
Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung sind entsprechend der Gliederung der Anlage 2 zu § 43 BWG, Teil 1 und Teil
2 aufgestellt.
Die bisherige Form der Darstellung wurde grundsätzlich bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses beibehalten.
Das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufgestellt hat, ist die
Oberbank AG. Dieser Konzernabschluss ist beim Landes- als Handelsgericht Linz hinterlegt und wird auf der Homepage der
Oberbank AG veröffentlicht.
II. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie der Generalnorm, ein
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.
Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen.
Bei den Vermögensgegenständen und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung angewandt.
Dem Vorsichtsgrundsatz wurde Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Ge-
winne ausgewiesen werden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste, die bis zum Bilanzstichtag entstanden sind,
wurden berücksichtigt.
Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten
Sachverhalten vorhanden sind, wurden diese bei Schätzungen berücksichtigt.
Die bisherigen angewandten Bewertungsmethoden wurden beibehalten.
a) Bewertung der Aktiva und Passiva in Fremdwährung
Fremdwährungen werden gemäß § 58 Abs. 1 BWG zu den Devisen-Mittelkursen der EZB zum Bilanzstichtag in Euro umge-
rechnet.
b) Bewertung von Forderungen an Kreditinstitute und Kunden
Im Zuge der Kreditüberwachung prüft die Bank, ob Forderungsausfälle vorliegen. Für signifikante Exposures werden Einzel-
wertberichtigungen gebildet. Die Höhe der Risikovorsorge basiert auf den Einschätzungen hinsichtlich zukünftiger Cashflows.
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
196
Wesentliche Einflussfaktoren bei dieser Berechnung sind die wirtschaftliche Lage und Entwicklung der Kreditnehmer und die
Beurteilung der Kreditsicherheiten. Für nicht signifikante Forderungsausfälle werden Einzelwertberichtigungen nach pau-
schalen Kriterien gebildet.
Zudem werden erwartete Kreditverluste in Form von Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt. Die Ermittlung der erwar-
teten Kreditverluste erfolgt dabei nach IFRS 9.
Das Wertberichtigungsmodell basiert auf einem „Expected Loss Modell“, das aufgrund zentraler Kreditrisikoparameter zum
jeweiligen Stichtag jenen Wertberichtigungsbedarf ermittelt, der entweder über einen 12-monatigen Zeitraum oder über die
Gesamtlaufzeit der Forderung zu erwarten ist.
Die Ermittlung der zentralen Kreditrisikoparameter basiert dabei auf statistisch validen Daten und Methoden.
Die Berechnung des Kreditrisikovorsorgebedarfs bemisst sich immer auf Basis der Einzelforderung.
Zentraler Bestandteil des Wertberichtigungsmodells ist die Einteilung der Forderungen in ein 3-teiliges Stufenmodell, wobei
die Pauschalwertberichtigung die Stufen 1 und 2 umfasst. Jene Forderungen, die sich im Ausfall befinden, werden der Stufe
3 zugeordnet und für diese werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Die Stufentransferlogik beruht dabei auf einem Ver-
gleich der aktuellen Ausfallswahrscheinlichkeit eines Kreditnehmers in Relation zur Risikoeinschätzung beim Zugangszeit-
punkt der Forderung.
Für jene Forderungen, bei denen noch keine wesentliche Verschlechterung der Bonität eingetreten ist, wird die Einteilung in
die Stufe 1 vorgenommen und der Wertberichtigungsbedarf auf Basis eines „12-Month expected credit loss“ gemessen. Für
Forderungen, bei denen eine wesentliche Verschlechterung der Bonität eingetreten ist, wird die Einteilung in Stufe 2 vorge-
nommen und der Wertberichtigungsbedarf ermittelt sich auf Basis des „Lifetime expected credit loss“.
Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den Jahresabschluss
Die Covid-19-Pandemie hat in den Jahren 2020 und 2021 eine große Unsicherheit in der Weltwirtschaft und auf den globalen
Märkten verursacht. Die von den Staaten erlassenen Vorschriften mit Ausgangsbeschränkungen, Restaurant- und Laden-
schließungen sowie Produktionsstillständen führten zu einem wirtschaftlichen Abschwung in Österreich und Europa. In den
Staaten, in denen die Oberbank tätig ist, wurden verschiedene Maßnahmen eingeleitet und Hilfspakete (z.B. Staatsgaran-
tien, Überbrückungsfinanzierungen, Härtefonds für Selbständige) geschnürt und Stundungsprogramme eingerichtet, um die
Wirtschaft und Privathaushalte in dieser existenzbedrohenden Krise bestmöglich zu unterstützen. Aus diesem Grund konnte
das Risiko aus möglichen Kreditausfällen bei Einzelkunden nicht realistisch eingeschätzt werden und es wurden mittels Ma-
nagement Overlay Maßnahmen pauschale Risikovorsorgen für stark betroffene Branchen gebildet.
Zwischenzeitlich sind die (staatlichen) Fördermaßnahmen weitestgehend ausgelaufen, ohne dass sich wesentliche negative
Auswirkungen auf die Portfolioqualität der Oberbank ergeben haben. Auf der Ebene von einzelnen Kunden haben sich Risi-
ken in Form von Ratingverschlechterungen bzw. Ausfällen, die zur Bildung von Risikovorsorgen in Stage 3 führten, materiali-
siert.
Nach aktueller Einschätzung hat die Covid-19 Pandemie im Moment keinen wesentlichen Einfluss mehr auf die Kreditrisikosi-
tuation für den Jahresabschluss 2022 und alle damit in Zusammenhang stehenden Management Overlay Maßnahmen wur-
den beendet.
Auswirkungen des Ukraine Krieges und den Folgewirkungen auf den Jahresabschluss
Die Oberbank finanziert keine ukrainischen und russischen Unternehmen und hält keine ukrainischen, russischen oder weiß-
russischen Staatsanleihen und somit ist die Geschäftstätigkeit der Oberbank selbst nicht direkt vom Ukraine Krieg betroffen.
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
197
Die nachfolgenden Ausführungen sollen aktualisierte Informationen und die wesentlichen Aspekte zu den gegenwärtigen
Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und der damit einhergehenden Energiekrise, hohen Inflation und steigenden Zin-
sen auf den Jahresabschluss und insbesondere das Kreditrisiko der Oberbank AG liefern.
Im 2. Halbjahr 2022 fand der Konjunkturaufschwung in Österreich sein Ende und ist in eine Phase des Abschwungs überge-
gangen. Dieser Trend setzte sich auch im 4. Quartal 2022 fort. Grund dafür sind die hohen Rohstoff- und Energiepreise in
Folge des Krieges in der Ukraine sowie der daraus resultierende Anstieg der Inflation, die Abschwächung der Konjunktur und
der damit verbundenen Warenexporte, sowie die Straffung der Geldpolitik durch die
Zentralbanken.
Die Bundesregierung verabschiedete im 4. Quartal 2022 Maßnahmen zur Abfederung der hohen Energiekosten zur Entlas-
tung der Bürger und der heimischen Unternehmen (Strompreisbremse, 3. Anti-Teuerungspaket, etc …).
Die staatlichen Stützungsmaßnahmen und die nach wie vor herrschende Ungewissheit über die Entwicklung und Folgen des
Krieges in der Ukraine führen zu einer Verzögerung in der Abbildung gesamtwirtschaftlicher Größen in den Ausfallraten von
Privat- und Firmenkunden und erschweren dadurch die frühzeitige Erkennung einer potenziellen Verschlechterung der Kre-
ditqualität.
Das Wertberichtigungsmodell der Oberbank nach IFRS9 beinhaltet unter anderem eine Anpassung der Ausfallswahrschein-
lichkeit (PD) zur Berücksichtigung von zukunftsgerichteten makroökonomischen Informationen. Die FLI-Modellentwicklung
wurde mit einer Zeithistorie vorgenommen, die diese wirtschaftlichen Verwerfungen, staatlich gestützten Verzerrungen und
makroökonomischen Extremwerte nicht berücksichtigt.
Um der erwarteten signifikanten Erhöhung der Ausfallsrisiken Rechnung zu tragen, wird für folgende Teilportfolios als Ma-
nagement Overlay Maßnahme ein kollektiver Transfer von Stufe 1 auf Stufe 2 vorgenommen:
• Forderungen an Kreditnehmer, bei denen im Zuge einer Einzelanalyse eine hohe Gasabhängigkeit festgestellt wer-
den konnte. Das Risiko einer neuerlich starken Verteuerung der Gaspreise bzw. eines Gasstop, sowie deren Folgen
können nicht ausgeschlossen und nur schwer abgeschätzt werden.
• Forderungen an Kreditnehmer im Bereich der Immobilienprojekte mit gewerblichen Hypothekarsicherheiten, bei
denen aufgrund der massiven Zinsanstiege durch die EZB, sowie der vorherrschenden hohen Inflation höhere Risi-
ken in Bezug auf Projektfortschritt und die Rückzahlungsfähigkeit der Kredite bestehen.
c) Bewertung der Wertpapiere
Bei Wertpapieren, die wie Anlagevermögen bewertet werden, wird vom Wahlrecht der zeitanteiligen Abschreibung von
über dem Rückzahlungsbetrag liegenden Anschaffungskostenbeträgen Gebrauch gemäß § 56 Abs. 2 BWG gemacht. Die ge-
mäß § 56 Abs. 3 BWG mögliche zeitanteilige Zuschreibungsmöglichkeit auf den höheren Rückzahlungsbetrag wird ebenfalls
in Anspruch genommen.
Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten oder, falls ihnen ein niedrigerer Wert beizulegen ist, mit diesem ange-
setzt, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.
Wertpapiere des Handelsbestandes werden gemäß § 56 Abs. 5 BWG zum Marktwert am Bilanzstichtag bilanziert.
Für alle übrigen Wertpapiere des Umlaufvermögens wird das strenge Niederstwertprinzip angewendet.
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außer-
planmäßige Abschreibung nachhaltig weggefallen sind. Die Zuschreibung erfolgt auf maximal den Nettobuchwert, der sich
unter Berücksichtigung der zeitanteiligen Zuschreibungsmöglichkeit auf den höheren Rückzahlungsbetrag, ergibt.
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
198
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die Ab-
schreibung nachhaltig weggefallen sind.
Rückgekaufte Eigene Emissionen werden zur Wiederveräußerung bereitgehalten und wie andere Wertpapiere des Umlauf-
vermögens bewertet.
d) Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen
Die Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten bewertet, sofern nicht durch
anhaltende Verluste dauernde Wertminderungen eingetreten sind, die eine Abwertung erforderlich machen.
Dazu erfolgt eine jährliche Überprüfung, ob eine Unterdeckung gemäß Beteiligungsbewertung vorliegt. Ist dies der Fall, er-
folgt eine Abwertung in Höhe der Unterdeckung. Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermögens wer-
den vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung nachhaltig weggefallen sind. Die Zuschreibung
erfolgt auf maximal den Nettobuchwert.
e) Die Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens und der Sachanlagen
Für immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und für Sachanlagen erfolgt die Bewertung zu Anschaffungs-
bzw. Herstellungskosten abzüglich der planmäßigen Abschreibungen.
Die Abschreibungssätze bei Sachanlagen betragen bei den unbeweglichen Anlagen 2% bis 4%, bei Um- und Einbauten in
fremden Gebäuden 2,29% bis 10%, bei den beweglichen Anlagen sowie bei immateriellen Vermögensgegenständen des An-
lagevermögens 5% bis 25%.
Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen,
soweit die Wertminderung voraussichtlich von Dauer ist.
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außer-
planmäßige Abschreibung nachhaltig weggefallen sind. Die Zuschreibung erfolgt auf maximal den Nettobuchwert, der sich
unter Berücksichtigung der Normalabschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, ergibt.
f) Agio/Disagio sowie Begebungsprovisionen
Agio- und Disagiobeträge werden auf die Laufzeit der Schuld verteilt proportional zum aushaftenden Kapital aufgelöst. Bege-
bungsprovisionen werden im Emissionsjahr erfolgswirksam erfasst.
g) Latente Steuern
Latente Steuern werden gemäß § 198 Abs 9 und 10 UGB nach dem bilanzorientierten Konzept und ohne Abzinsung auf Basis
des aktuellen Körperschaftsteuersatz von 23 % gebildet. Dabei werden auch latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge
berücksichtigt.
h) Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten (verbriefte und unverbriefte) werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag unter Bedachtnahme auf den
Grundsatz der Vorsicht angesetzt.
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
199
i) Rückstellungen
Die Ermittlung der Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen erfolgen nach versicherungsmathematischen Grundsät-
zen unter der Anwendung der „Projected-Unit-Credit“-Methode gemäß IAS 19. Die Berechnungen erfolgen auf Basis eines
Pensionsantrittsalters zwischen 59 und 65 Jahren bei Frauen und von 65 Jahren bei Männern (analog zum Vorjahr), eines
Rechnungszinssatzes von 1,50% (VJ: 1,25%), geplanten Gehaltserhöhungen von 2,09% (VJ: 1,88%), und tourlichen Vorrü-
ckungen gemäß dem Gehaltsschema sowie Beförderungen von 0,75% (VJ: 0,75%). Aufgrund der langjährigen Dienstzeiten
der Mitarbeiter, für die Pensions- und Abfertigungsrückstellungen zu bilden sind, lag in der Vergangenheit eine nur unwe-
sentliche Fluktuation vor. Hinsichtlich der Sterbewahrscheinlichkeit kommen die Berechnungstafeln mit der Bezeichnung
AVÖ 2018 -P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler zur Anwendung. Die versicherungsma-
thematischen Gewinne/Verluste werden erfolgswirksam erfasst.
Die Anpassung der biometrischen Rechnungsgrundlagen aufgrund der im Jahr 2018 neuveröffentlichten Sterbetafeln wür-
den bei einer sofortigen Zuführung des gesamten Unterschiedsbetrages zu den Sozialkapitalrückstellungen ein nach § 222
Abs. 2 UGB möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auch mit zusätzlichen Anhangangaben, nicht
vermitteln. Gemäß der Override-Verordnung des BMVRDJ vom 16. November 2018 (BGBl II 283/2018) erfolgt daher eine
Verteilung des Unterschiedsbetrages in Höhe von EUR 8.101.593,00 gleichmäßig auf die nächsten 5 Jahre. Der noch nicht
berücksichtigte, ausschüttungsgesperrte Betrag zum 31.12.2022 beträgt EUR 0,0 (VJ: EUR 1.620.319,00).
Der Rechnungszinssatz für alle Sozialkapitalrückstellungen ist ein 7-jahres-Durchschnittszinssatz (entsprechend der Veröf-
fentlichung der Deutschen Bundesbank).
Die Zinsen auf die Rückstellungen für Sozialkapital sowie Auswirkungen aus einer Änderung des Zinssatzes werden im opera-
tiven Ergebnis erfasst.
In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung er-
kennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die
dem bestmöglich geschätzten Erfüllungsbetrag entsprechen. Langfristige Rückstellungen werden laufzeitabhängig mit den
Zinssätzen von österreichischen Staatsanleihen abgezinst. Als Untergrenze wird jedoch ein Floor von 0% eingezogen.
j) Rechtsstreitigkeiten der 3 Banken mit der UniCredit Bank Austria AG und der CABO Beteiligungsgesellschaft m.b.H.
Die UniCredit Bank Austria AG und die CABO Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (gemeinsam kurz: UniCredit) haben in der
Hauptversammlung der Oberbank im Mai 2019 den Antrag gestellt, einen dritten ihnen zuzurechnenden Vertreter in den
Aufsichtsrat der Oberbank zu wählen. Dieser Antrag fand keine Zustimmung.
Die UniCredit hat in der Folge eine Klage auf Anfechtung einzelner Hauptversammlungsbeschlüsse erhoben. Das diesbezügli-
che Verfahren wurde am 20. Dezember 2019 geschlossen.
Nachdem das Landesgericht Linz sämtliche Klagebegehren der UniCredit negativ beschieden hatte, hat das OLG Linz diese
Entscheidung insofern revidiert, als die von der Hauptversammlung im Mai 2019 beschlossene Reduktion der Kapitalvertre-
terInnen von zwölf auf elf für nichtig erklärt wurde. Dem Feststellungbegehren der UniCredit auf Wahl des von ihr nominier-
ten Kandidaten wurde jedoch nicht stattgegeben. Dieses Urteil ist inzwischen rechtskräftig. Es hat abgesehen von der bestä-
tigten Nichtwahl des von UniCredit beantragten Kandidaten keine weiteren rechtlichen Auswirkungen. Relevante bilanzielle
Auswirkungen dieses Verfahrens sind nicht erkennbar.
Ende Dezember 2019 hat die UniCredit die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung der AktionärInnen der
Oberbank beantragt, die am 4. Februar 2020 stattfand. Die Anträge der UniCredit (Sonderprüfung der Oberbank-Kapitaler-
höhungen seit 1989, Beendigung eines Schiedsverfahrens mit der Generali-3 Banken-Holding) fanden keine Zustimmung.
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
200
Auch in der ordentlichen Hauptversammlung am 20. Mai 2020 stellte die UniCredit Anträge auf Durchführung von
Sonderprüfungen, die jedoch keine Mehrheit fanden. Die UniCredit hat einerseits Anfechtungsklage gegen diese Beschlüsse
eingebracht. Andererseits hat sie bezüglich des Antrags auf Sonderprüfung aus der außerordentlichen Hauptversammlung
2020 im Zusammenhang mit den Kapitalerhöhungen der BKS Bank AG (kurz: BKS) beziehungsweise der Bank für Tirol und
Vorarlberg AG (kurz: BTV) im Jahr 2018 und bezüglich einiger abgelehnter Sonderprüfungsthemen aus der ordentlichen
Hauptversammlung 2020 einen gerichtlichen Antrag auf Sonderprüfung gestellt.
Der von UniCredit gestellte gerichtliche Antrag auf Sonderprüfung wurde vom Landesgericht Linz teilweise abgewiesen und
hinsichtlich der übrigen Themen das Verfahren bis zur Erledigung des anhängigen Zivilprozesses betreffend die Anfechtungs-
klage gegen Beschlüsse der ordentlichen Hauptversammlung 2020 unterbrochen.
Die Anfechtungsverfahren wurden bis zur Klärung übernahmerechtlicher Vorfragen unterbrochen.
Die UniCredit hat Ende Februar 2020 Anträge bei der Übernahmekommission gestellt, mit denen überprüft werden soll, ob
die bei den 3 Banken bestehenden Aktionärssyndikate eine übernahmerechtliche Angebotspflicht verletzt haben. Die
Oberbank ist von diesen Verfahren als Mitglied der Syndikate bei der BTV und bei der BKS unmittelbar betroffen. Die Syndi-
kate der BTV und BKS wurden mit nach wie vor gültigen Bescheiden der Übernahmekommission aus dem Jahr 2003 geneh-
migt. Die UniCredit erhebt den Einwand, dass sich seitdem die Zusammensetzung und Willensbildung der Syndikate verän-
dert sowie diese insgesamt seit dem Jahr 2003 ihr Stimmgewicht in übernahmerechtlich relevanter Weise ausgebaut hätten
und dadurch eine Angebotspflicht ausgelöst worden wäre.
Dazu haben zwischen dem 27. September 2020 und dem 1. Oktober 2020 drei Verhandlungstage mit umfangreichen Zeu-
geneinvernahmen vor der Übernahmekommission stattgefunden. Die Entscheidung steht nach wie vor aus.
Der Vorstand geht nach sorgfältiger Prüfung unter Beiziehung externer Experten davon aus, dass diese übernahmerechtliche
Prüfung zu keiner Angebotspflicht führen wird.
Gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung vom 11. Mai 2021 wurden keine Anfechtungen erhoben.
Gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung vom 17. Mai 2022 wurden keine Anfechtungen erhoben.
Ende Juni 2021 hat UniCredit neue Unterlassungs- und Feststellungsklagen beim Landesgericht Linz eingebracht. Im Wesent-
lichen geht es um die Feststellung, dass die Beschlüsse des Vorstands der Oberbank auf Durchführung der letzten 4 Kapital-
erhöhungen der Oberbank und die Beschlüsse zur Leistung von Zuschüssen an die Generali 3Banken Holding AG für die Kapi-
talerhöhungen der 3 Banken nichtig seien, und dass es der Vorstand in Zukunft unterlassen solle, derartige Zuschüsse zu
leisten oder Aktionären, die mit der Oberbank wechselseitig beteiligungsmäßig verbunden sind, Aktien im Zuge von Kapital-
erhöhungen zuzuteilen.Seitens der UniCredit wurden inhaltlich gleichartige Klagen auch gegen BKS und BTV eingebracht,
denen die Oberbank jeweils als Nebenintervenientin beigetreten ist. Im gegen die BTV geführten Verfahren wurde die Klage
bereits erst- und zweitinstanzlich vollinhaltlich abgewiesen, sodass dieses Verfahren bereits in dritter und letzter Instanz
beim OGH anhängig ist.
Vor diesem Hintergrund haben sich die UniCredit und die Oberbank mittlerweile darauf geeinigt, im gegen die Oberbank
geführten Verfahren vorläufig einfaches Ruhen eintreten zu lassen, und die Entscheidung des OGH im Verfahren gegen die
BTV abzuwarten. Der Vorstand der Oberbank sieht nach sorgfältiger Prüfung bei diesem Verfahren wie bei allen anderen
anhängigen Verfahren mit der UniCredit keine bedeutsamen bilanziellen Auswirkungen.
III. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ UND ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
(Die Vorjahreszahlen werden in Klammern angegeben.)
a) Gliederung der nicht täglich fälligen Forderungen an Kreditinstitute und Kunden (nach Restlaufzeiten)
bis 3 Monate € 1.870,9 Mio (€ 1.647,9 Mio)
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr € 1.822,7 Mio (€ 1.930,6 Mio)
mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre € 6.241,9 Mio (€ 6.177,8 Mio)
mehr als 5 Jahre € 5.488,9 Mio (€ 5.301,1 Mio)
In den Forderungen an Kunden sind – wie im Vorjahr - keine wechselmäßig verbrieften Forderungen enthalten.
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
201
b) Dauernd dem Geschäftsbetrieb gewidmete Wertpapiere
Wertpapiere mit einem Buchwert von € 1.824,8 Mio (€ 1.617,1 Mio) wurden wie Anlagevermögen bewertet.
c) Beteiligungen
Die Angaben über Beteiligungsunternehmungen gemäß § 238 (1) Z 4 UGB sind in der Beilage 3 des Anhangs angeführt.
Wechselseitige Beteiligungen bestehen mit der BKS Bank AG, Klagenfurt, und der Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesell-
schaft, Innsbruck.
d) Anlagevermögen
Der Grundwert der bebauten Grundstücke beträgt zum 31.12.2022 € 10,1 Mio (€ 10,2 Mio). Die Aufgliederung des Anlage-
vermögens und seine Entwicklung im Berichtsjahr sind im Anlagenspiegel angeführt. Der bilanziell noch nicht berücksichtigte
Teil der COVID-19-Investitionsprämie beträgt € 258 Tsd. Euro (€ 890 Tsd.Euro).
e) Latente Steuern
Die aktiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag wurden für steuerliche Verlustvorträge und temporäre Differenzen zwischen
dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz zum Bilanzstichtag für folgenden Posten gebildet:
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
202
Die aktiven latenten Steuern (vor Saldierung) entwickelten sich wie folgt:
Der Ansatz von aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge ist gerechtfertigt, da der
Verbrauch in den Folgejahren wahrscheinlich ist. Für Österreich wurde im GJ 2022 mit einem Steuersatz von 23 % gerechnet
(VJ: 25%).
f) Gliederung der nicht täglich fälligen Verpflichtungen gegenüber Kreditinstituten und Kunden (nach Restlaufzeiten)
bis 3 Monate € 1.227,7 Mio (€ 726,3 Mio)
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr € 935,8 Mio (€ 583,0 Mio)
mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre € 2.875,0 Mio (€ 3.612,6 Mio)
mehr als 5 Jahre € 3.474,4 Mio (€ 4.021,9 Mio)
g) Begebene Schuldverschreibungen
Im Geschäftsjahr 2023 werden begebene Schuldverschreibungen mit einem Gesamtwert von Nominale € 111,8 Mio
fällig.
31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Kassenbestand, Guthaben bei ZNB 101 408
Schuldtitel öffentlicher Stellen 110 147
Forderungen an Kreditinstitute 86 116
Forderungen an Kunden 69.341 64.344
Schuldverschreibungen u. a. festverzinsl. WP 365 487
Aktien u. a. nicht festverzinsl. WP -19.745 -19.742
Beteiligungen 2.588 3.610
Immaterielle Gegenstände des AV 5 -3
Sachanlagen 2.612 2.417
Sonstige Vermögensgegenstände 190 218
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 646 646
Rückstellungen 137.126 150.841
Gewinnrücklagen (Bewertungsreserve) -1.121 -1.121
Aktivierungsfähige steuerliche Verlustvorträge 1.099 1.488
193.403 203.857
Daraus errechnete aktive latente Steuern 44.483 50.964
Steuersatzdifferenzen 388 229
Stand der aktiven, ausschüttungsgesperrten latenten
Steuern zum 31.12.
44.870 51.194
Daraus resultierende aktive latente Steuern 50.112 56.925
abzüglich: Saldierung mit passiven latenten Steuern -5.241 -5.731
31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Stand am 1.1. 56.925 54.469
Erfolgswirksame Veränderung (davon aus Steuersatzänderung: -3.702) -6.813 2.456
Erfolgsneutrale Veränderung aus Umgründungen 0 0
Stand am 31.12. 50.112 56.925
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
203
h) Passive Rechnungsabgrenzungsposten
31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Unterschiedsbetrag gemäß § 906 (32) UGB
Zuschreibungsrücklage gemäß § 124b Z 270 EstG 19.755 19.755
Sonstige Abgrenzung 13.308 14.166
33.063 33.921
i) Rückstellungen
- Sonstige Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Drohverluste aus der Bewertung von Deri-
vaten in Höhe von T€ 69.308,3 (2021: T€ 46.049,0), Operationelle Risiken im Ausmaß von T€ 25.065,9 (2021: T€
25,632,4) sowie Rückstellungen für Kreditrisiken in Höhe von T€ 41.699,5 (2021: T€ 39.326,0).
- Die passiven latenten Steuern werden mit anrechenbaren aktiven latenten Steuern saldiert ausgewiesen. Im Ge-
schäftsjahr 2022 bestanden per Saldo aktive latente Steueransprüche.
j) Eigenkapital
Das Grundkapital per 31.12.2022 setzt sich wie folgt zusammen:
35.307.300 Stamm-Stückaktien (35.307.300 Stamm-Stückaktien)
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
204
Aufgliederung des Kernkapitals und der ergänzenden Eigenmittel gem. § 64 (1) Z 16 BWG in Mio.€:
2022 2021
Gezeichnetes Kapital Stammaktien 105,9 105,9
Gezeichnetes Kapital Vorzugsaktien 0,0 0,0
Agio vom Gezeichneten Kapital 505,5 505,5
Gewinnrücklagen
1)
1.525,6 1.417,6
Haftrücklage 244,0 233,0
Unversteuerte Rücklagen 0,0 0,0
Aufsichtliche Korrekturposten -0,1 -0,1
Abzüge von den Posten des harten Kernkapitals -51,9 -40,4
SUMME HARTES KERNKAPITAL 2.329,0 2.221,5
Anrechenbare Instrumente des zusätzlichen Kernkapitals 50,0 50,0
Abzüge von den Posten des zusätzlichen Kernkapitals 0,0 0,0
SUMME KERNKAPITAL 2.379,0 2.271,5
Anrechenbare Ergänzungskapitalinstrumente 340,4 345,1
Ergänzungskapitalinstrumente gem. Übergangsbestimmungen 0,0 15,4
Allgemeine Kreditrisikoanpassungen 42,0 32,0
Abzüge von den Posten des Ergänzungskapitals -14,9 -13,9
SUMME ERGÄNZUNGSKAPITAL 367,5 378,6
SUMME EIGENMITTEL
2.746,5 2.650,1
1) inkl. Gewinnrücklagendotierung 2022 vorbehaltlich der Feststellung des Jahresabschlusses durch den Aufsichtsrat
am 23. März 2023.
Im harten Kernkapital ist ein Kapitalerhaltungspuffer in Höhe von 2,5 % und ein antizyklischer Kapitalpuffer in Höhe von 0,15
% zu halten.
Angaben gemäß § 64 Abs. 1 Z 5 und 6 BWG:
Zum 31.12.2022 bestehen keine, je 10% des Gesamtbetrages der nachrangigen Verbindlichkeiten übersteigende nachran-
gige Kreditaufnahmen.
Die nachrangigen Kreditaufnahmen unter je 10% des Gesamtbetrages der nachrangigen Verbindlichkeiten in Höhe von No-
minale T€ 504.112,0 (2021: T€ 430.591,0) betreffen Ergänzungskapital mit einer Verzinsung von 1,25 % bis 4,5 % und einer
Fälligkeit in den Geschäftsjahren 2023 bis 2031. Im Berichtsjahr wurden Aufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten in
Höhe von T€ 12.866,3 (2021: T€ 13.589,5) geleistet.
Für die Offenlegung gem. Teil 8 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR) hat sich die Oberbank AG für das Internet entschie-
den. Der Bericht ist auf der Homepage der Oberbank AG www.oberbank.at (Bereich „Investor Relations“) abrufbar.
k) Eventualverbindlichkeiten
Von den unter Eventualverbindlichkeiten ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Haftung aus der
Bestellung von Sicherheiten betreffen:
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
205
Akkreditive € 114,1 Mio (€ 87,8 Mio)
sonstige Haftungen € 1.579,3 Mio (€ 1.356,1 Mio)
hievon gegenüber
verbundenen Unternehmen € 53,9 Mio (€ 39,4 Mio)
l) Kreditrisiken
Der Posten Kreditrisiken setzt sich wie folgt zusammen:
unechtes Pensionsgeschäft € 0,0 Mio (€ 0,0 Mio)
nicht ausgenützte Kreditrahmen € 4.469,7 Mio (€ 4.537,7 Mio)
Promessen € 22,4 Mio (€ 17,5 Mio)
Ergänzende Angaben
Gesamtbetrag der Aktivposten und Passivposten, die auf fremde Währung lauten:
Aktiva € 2.985,2 Mio (€ 3.132,9 Mio)
Passiva € 2.495,6 Mio (€ 2.310,3 Mio)
Folgende Aktivposten enthalten verbriefte und unverbriefte Forderungen an verbundene Unternehmen sowie an Unterneh-
men, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht:
a) verbundene Unternehmen T€ Mio €
1. Forderungen an Kreditinstitute - (-)
2. Forderungen an Kunden 1.774.309,8 (1.717,5)
3. Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche Wert-
papiere 1.361,7 (13,3)
b) Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht T€ Mio €
1. Forderungen an Kreditinstitute 4.947,2 (0,1)
2. Forderungen an Kunden 156.823,4 (145,3)
3. Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche
Wertpapiere - (-)
Folgende Passivposten enthalten verbriefte und unverbriefte Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, so-
wie gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht:
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
206
a) verbundene Unternehmen T€ Mio €
1. Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten 6.676,3 (6,7)
2. Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden 63.884,4 (54,1)
b) Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht T€ Mio €
1. Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten 1.632.825,1 (1.581,2)
2. Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden 65.933,1 (13,3)
Vermögensgegenstände nachrangiger Art sind in folgenden Aktivposten enthalten:
T€ Mio €
3. Forderungen an Kreditinstitute 0,0 (0,0)
4. Forderungen an Kunden 39.228,0 (55,5)
5. Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche Wertpapiere 14.269,4 (5,3)
6. Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere 16.609,0 (15,3)
In den Forderungen an verbundene Unternehmen sind keine Vermögensgegenstände nachrangiger Art enthalten, in den
Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind Vermögensgegenstände nachrangiger Art
in Höhe von T€ 4.711,7 (€ 4,6 Mio) enthalten.
Sämtliche in den Aktivposten Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und andere nicht fest-
verzinsliche Wertpapiere, Beteiligungen sowie Anteile an verbundenen Unternehmen enthaltenen zum Börsenhandel zuge-
lassenen Wertpapiere sind auch börsennotiert.
Aufgliederung zum Börsenhandel zugelassener Wertpapiere gemäß § 64 Abs. 1 Z 11 BWG:
Mio €
Wie Anlagevermögen bewertet:
Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche Wertpapiere 1.098,7 (863,8)
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere 55,2 (55,2)
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
207
Wie Umlaufvermögen bewertet:
Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche Wertpapiere 20,5 (50,7)
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere 7,9 (6,6)
Die Gesellschaft führt ein Wertpapier-Handelsbuch gem. Teil 3 Titel IV der Verordnung (EU) Nr. 575 / 2013.
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
208
Das zu Marktpreisen berechnete Volumen des Handelsbuches beträgt per 31.12.2022 insgesamt € 73,3 Mio (2021: € 55,6
Mio).Davon entfallen auf Wertpapiere (Marktwerte) € 10,0 Mio (2021: € 1,6 Mio)
und auf sonstige Finanzinstrumente (Marktwerte) € 63,3 Mio (2021: € 54,0 Mio)
Der Rückzahlungsbetrag ist bei den Wertpapieren, die die Eigenschaft von Finanzanlagen haben und gem. § 56 (3) BWG zeit-
anteilig auf diesen zugeschrieben werden, um TEUR 83.709,1 höher (2021: TEUR 36.197,6) als die Anschaffungskosten und
bei Wertpapieren, die die Eigenschaft von Finanzanlagen haben und gem. § 56 (2) BWG zeitanteilig auf den Rückzahlungsbe-
trag abgeschrieben werden, um TEUR 67.848,7 (2021: TEUR 79.225,0) niedriger als die Anschaffungskosten.
Der Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem höheren Marktwert am Bilanzstichtag beträgt bei zum
Börsehandel zugelassenen Wertpapieren, die nicht die Eigenschaft von Finanzanlagen haben:
T€
Wertpapiere, die mit ihren
Anschaffungskosten bilanziert
werden 74,3 (557,0)
Wertpapiere, die mit ihrem
höheren Marktwert am Bilanzstichtag
bilanziert werden 23,9 (18,1)
Bei folgenden Aktivposten, die mit gewogenen Durchschnittswerten bewertet sind, ergeben sich Unterschiedsbeträge zum
Börsekurs bzw. Marktwert:
Mio €
Schuldtitel öffentlicher Stellen - 42,0 (23,7)
Forderungen an Kreditinstitute - 1,9 (0,6)
Forderungen an Kunden - 7,5 (1,8)
Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche Wertpapiere -105,2 (-12,1)
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere 51,3 (139,1)
Der Buchwert von festverzinslichen Wertpapieren des Finanzanlagevermögens, die über ihrem beizulegenden Zeitwert aus-
gewiesen werden, beträgt per 31.12.2022 Mio € 1.672,7 (2021: € 496,9 Mio); der Zeitwert Mio € 1.513,9
(2021: € 479,2 Mio).
Die Abschreibung ist unterblieben, da es keine Anhaltspunkte gibt, die auf eine Verschlechterung der Bonität der Emittenten
hinweisen würden. Es sind weder erhebliche finanzielle Schwierigkeiten der Emittenten erkennbar, noch Vertragsbrüche im
Hinblick auf Ausfall oder Verzögerung von Zins- und Tilgungszahlungen eingetreten.
Im Geschäftsjahr 2023 werden Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere mit einem Gesamtbetrag
von € 172,6 Mio fällig. In den Forderungen an Kreditinstitute sind nicht zum Börsehandel zugelassene eigene verbriefte Ver-
bindlichkeiten in Nominale T€ 0,0 (2021: 0,0) enthalten.
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen:
- im folgenden Geschäftsjahr 2023 € 16,0 Mio (2021: € 15,4 Mio)
- in den Jahren 2023 bis 2026 insgesamt € 84,8 Mio (2021: € 80,4 Mio)
Beträge, mit denen sich das Kredit-
institut im Leasinggeschäft beteiligt hat: - (-)
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
209
Angaben gemäß § 238 Abs 1 Z 1 UGB
Nominale Nominale
in TEUR positiv negativ positiv negativ
Zinssatzverträge
- Zinssatzoptionen Kauf 8.420 212 7.920 64
Verkauf 9.170 -229 6.370 -59
- Swaptions Kauf 36.000 413
Verkauf 13.000 -2.237 49.000 -1.354
- Zinsswaps Kauf 418.642 33.568 -1.966 532.867 3.820 -25.342
Verkauf 1.786.950 4.098 -177.160 1.909.085 93.825 -5.867
- Anleiheoptionen Kauf
Verkauf
Wechselkursverträge
- Währungsoptionen Kauf 50.509 1.242 29.405 354
Verkauf 53.764 -1.272 28.760 -291
- Devisentermingeschäfte Kauf 1.855.195 29.984 2.292.108 24.702
Verkauf 1.863.516 -36.913 2.297.011 -28.703
- Cross Currency Swaps Kauf 299.119 10.679 -2.207 240.969 8.739 -639
Verkauf 183.577 5.473 -11.837 176.455 5.414 -6.831
Wertpapierbezogene Geschäfte
- Aktienoptionen Kauf
Verkauf
2022
2021
Marktwerte
Marktwerte
Im Wesentlichen werden Derivate zur Absicherung von Kundengeschäften und zur Risikoreduktion eingesetzt.
Zur Absicherung des der Marktrisiken im Bankbuch werden Interest Rate Swaps, Swaptions oder Cross Currency Swaps abge-
schlossen und Bewertungseinheiten mit folgenden Grundgeschäften gebildet: festverzinsliche Wertpapiere, Fixzinskredite,
Eigenen Emissionen und Schuldscheindarlehen mit fixer Zinsbindung. Die Absicherung wird bis zum Ende der Fixzinsbindung
des Grundgeschäftes (längstens bis zum Jahr 2042) vorgenommen.
Der aktuelle Zeitwert der in der derzeitigen Bewertungseinheit befindlichen Derivate beträgt saldiert € 137,6 Mio (2021: €
72.9 Mio), hievon € 9,7 Mio (2021: € 77,4 Mio) positive und € 147,3 Mio (2021: € 4,4 Mio) negative
Marktwerte.
Im Rahmen der Widmung bzw. Bildung der einzelnen Bewertungseinheiten zwischen Grundgeschäft und Sicherungsderivat
wird ein prospektiver Effektivitätstest durchgeführt. Sind die Parameter des Grundgeschäfts und des Absicherungsgeschäfts
identisch, aber verhalten sich gegenläufig, so wird dies als vollständig effektive Sicherungsbeziehung angesehen (Critical
Terms Match). Die retrospektive Effektivität wird durch Critical Terms Match bzw. durch Vergleich der Wertänderungen der
Grundgeschäfte mit den Wertänderungen der Sicherungsinstrumente nach der Kompensierungsmethode (Dollar-Offset-
Methode) beurteilt. Der ineffektive Anteil der Derivate mit negativem Marktwert wird zum Bilanzstichtag als Drohverlust-
rückstellung erfasst. Ist die Sicherungsbeziehung insgesamt nicht mehr effektiv, wird die Bewertungseinheit aufgelöst.
Die Bewertung der Derivate im Handelsbuch erfolgt mit dem Marktwert abzüglich der bereits erhaltenen bzw. gezahlten
Prämie zum Bilanzstichtag.
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
210
Positive Marktwerte in Höhe von T€ 31.436,5 (2021: T€ 26.493,0) werden in den sonstigen Vermögensgegenständen ausge-
wiesen, für negative Marktwerte im Ausmaß von T€ 31.400,0 (2021: T€ 27.163,5) wurde eine Drohverlustrückstellung gebil-
det. Für negative Marktwerte aus Derivaten im Bankbuch wurde mittels einer Drohverlustrückstellung in Höhe von T€ 6.213
(2021: T€ 1.469,0) vorgesorgt. Für ineffektive Sicherungsbeziehungen gibt es eine Rückstellung in Höhe von T€ 1.286 (2021:
T€ 0).
Devisentermingeschäfte werden in Zins- und Kassageschäfte aufgespalten und sind somit bereits in Zins- und Devisenkurser-
gebnis berücksichtigt.
Für die Berechnung der Marktwerte kommen anerkannte Bewertungsmodelle zum Einsatz, wobei die Bewertung zu Markt-
bedingungen durchgeführt wird.
Für symmetrische Produkte (Interest Rate Swaps, Devisentermingeschäfte) erfolgt die Marktwertberechnung nach der Bar-
wertmethode (Discounted Cash – Flow), wobei für das Handels- und das Bankbuch der Clean Price dargestellt wird. Als Basis
für die Berechnung kommen die Zinskurven aus Refinitiv zur Anwendung. Als Devisenkurs werden die von der EZB veröffent-
lichten Referenzkurse verwendet.
Die Marktwerte von asymmetrischen Produkten werden gemäß Optionspreismodellen wie zum Beispiel von Black-Scholes,
Hull & White berechnet. Für die Bewertung von Optionen werden implizite Volatilitäten herangezogen.
Als Sicherheiten wurden folgende Vermögensgegenstände gestellt:
Wertpapiere in Höhe von T€ 22.995,6 als Deckungsstock für Mündelgeldspareinlagen
Wertpapiere in Höhe von T€ 30.765,6 als Deckungsstock für fundierte Teilschuldver-
schreibungen
Hypothek. besicherte Forderungen i.H.v. T€ 3.496.780,8 als Deckungsstock für hypothekarisch fundierte
Bankschuldverschreibungen (Liquiditätspuffer)
Wertpapiere und Barsicherheiten Höhe von T€ 241.415,0 als Margindeckung bzw. Arrangement-Kaution
für Wertpapiergeschäft u. Derivate
Forderungen in Höhe von T€ 93.451,2 wurden an an die ungarische Nationalbank ze-
diert
Forderungen in Höhe von T€ 94.861,4 als Sicherstellung für EIB-Globaldarlehensge-
währungen
Wertpapiere und Forderungen in Höhe von T€ 792.080,8 im Tier I Pfanddepot der OeNB für (offene) Re-
finanzierungsgeschäfte mit der OeNB
Wertpapiere in Höhe von T€ 103.196,0 als Sicherstellung für das Refinanzierungspro-
gramm mit der ungarischen Nationalbank
Forderungen in Höhe von T€ 1.486.805,3 wurden an die österreichische Kontrollbank
zediert
Wertpapiere und Forderungen in Höhe von T€ 1.080.966,5 wurden an deutsche Förderbanken zediert
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
211
Sonstige Aktivposten in Höhe von T€ 405,8 als Sicherheitsleistung für die CCP Austria
GmbH als Clearingstelle für Börsengeschäfte
Wertpapiere in Höhe von T€ 34.110,8 zur Deckung der Pensionsrückstellung
Der Buchwert der im Rahmen von echten Pensionsgeschäften in Pension gegebenen Vermögensgegenstände beträgt € 0,0
Mio (2021: € 0,0 Mio).
Die Mündelgeldspareinlagen betrugen per 31.12.2022 T€ 16.173,3 (2021: T€ 19.232,5).
Die finanziellen Auswirkungen der außerbilanzmäßigen Geschäfte gem. § 238 (1) Z 10 UGB betragen T€ 9.537,0 (2021: T€
10.102,0). Dies resultiert aus weichen Patronatserklärungen für Tochterunternehmen.
m) Deckungsstock
Zur Fundierung der im Umlauf befindlichen Anleihen wurde ein Deckungsstock gebildet.
Mündelsichere Wertpapiere – bewertet zum 31.12.2022 – wurden in den Deckungsstock mit einem Deckungswert von €
27,4 Mio (2021: € 30,0 Mio) eingebracht. Dagegen steht ein Deckungserfordernis in Höhe von € 11,0 Mio (2021: € 25,0 Mio),
wodurch sich eine Überdeckung von € 16,4 Mio (2021: € 5,0 Mio) ergibt. Die Summe der ausgegebenen fundierten Anleihen
hatte während des ganzen Jahres die Höhe der in den Deckungsfonds eingebrachten Deckungswerte nicht überstiegen.
n) Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
In den Zinserträgen in Höhe von T€ 480.175,3 (2021: T€ 334.927,0) sind negative Zinserträge in Höhe von T€ 9.292,1 (2021:
T€ 14.341,5) und in den Zinsaufwendungen in Höhe von T€ 136.625,8 (2021: T€ 43.826,2) sind negative Zinsaufwendungen
in Höhe von T€ 35.155,6 (2021: T€ 34.848,8) enthalten.
Im Posten Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen in Höhe von T€ 49.357,6 (2021: T€ 33.069,8) sind Erträge aus Ge-
winngemeinschaften in Höhe von T€ 16.836,5 (2021: T€ 12.331,5) und aus sonstigen Anteilen an verbundenen Unterneh-
men in Höhe von T€ 1.141,4 (2021: T€ 1.545,0) enthalten.
Das anteilige Jahresergebnis aus Investmentfondsanteilen beträgt T€ 1.468,4 (2021: T€ 1.263,1) und das kumulierte Ergebnis
seit 2017 beträgt T€ 7.847,6 (2021: T€ 6.379,2). Die anteiligen Jahresergebnisse wurden netto ausgeschüttet. Ausschüt-
tungsbedingte Abschreibungen wurden wie im Vorjahr keine vorgenommen.
Die Provisionserträge in Höhe von T€ 225.086,0 (2021: T€ 211.161,6) resultieren im Wesentlichen aus dem Zahlungsverkehr,
Kredit- und Veranlagungsgeschäft sowie Wertpapiergeschäft.
Die Position „Sonstige betriebliche Erträge“ weist einen Ertrag von T€ 17.314,7 (2021: T€ 17.313,6) aus und beinhaltet insbe-
sondere Erträge aus operationellen Risiken sowie bankfremde Vermittlungsprovisionen.
In der GuV-Position 8a) dd) sind Pensionskassenbeiträge in Höhe von T€ 3.841,4 (2021: T€ 3.888,0) sowie T€ 8.326,4 (2021:
T€ 7.924,9) ausgewiesen. Aufwendungen für Rückstellungen für Jubiläumsgelder in Höhe von T€ 618,3 (2021: T€ 756,1) sind
in der GuV-Position 8a) aa) enthalten.
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
212
In der GuV-Position 8a) ff) sind Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen im Ausmaß von T€ 884,7 (2021: T€
844,3), Auflösung der Abfertigungsrückstellung in der Höhe von T€ 1.449,1 (2021: T€ 1.542,5) sowie Abfertigungszahlungen
von T€ 3.671,9 (2021: T€ 2.719,8) enthalten.
Die Position „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ weist einen Aufwand von T€ 21.501,4 (2021: T€ 29.123,7) aus und bein-
haltet insbesondere sonstige Abschreibungen sowie Beiträge zum Abwicklungs- und Einlagensicherungsfonds.
Gemäß § 18 Abs. 1 ESEAG hat jede Sicherungseinrichtung einen Einlagensicherungsfonds in Höhe von 0,8 % der Summe der
gedeckten Einlagen der Mitgliederinstitute einzurichten. Die Aufwendungen für den Abwicklungsfonds und die Einlagensi-
cherung betragen im Geschäftsjahr 2022 T€ 14.649,9 (2021: T€ 22.399,9).
In Österreich trat mit 1.1.2015 das Bundesgesetz über die Sanierung und Abwicklung von Banken (BaSAG) in Kraft. Gem. §
125 f BaSAG haben beitragspflichtige Institute Jahresbeiträge in den Abwicklungsfonds zu zahlen. Das Jahreszielvolumen
beträgt für 2015 0,1 vH der gesicherten Einlagen aller in Österreich zugelassenen Institute. Die Richtlinie 2014/49/EU über
Einlagensicherungssysteme wurde im April 2014 vom Europäischen Parlament beschlossen. Das ESAEG wurde in Österreich
am 14.8.2015 als BgBI veröffentlicht.
Der Ertrags-/Aufwandssaldo aus der Veräußerung und der Bewertung von Wertpapieren, die wie Finanzanlagen bewertet
sind, sowie von Beteiligungen und Anteilen an verbundenen Unternehmen enthält mit T€ 292,2 (2021: T€ 267,8 Mio) einen
Aufwandssaldo aus Gewinngemeinschaften und mit T€ 141,2 einen Ertragssaldo aus sonstigen Anteilen an verbundenen
Unternehmen (2021: T€ 1.378,0).
Der im Posten Steuern vom Einkommen und Ertrag enthaltene Aufwand aus latenten Steuern beträgt T€ 6.347,2 (2021: T€
2.523,8 Ertrag).
Bezüglich der Angaben gem. § 238 (1) Z18 UGB über Aufwendungen für die Abschlussprüfung im Posten Sonstige Verwal-
tungsaufwendungen wird auf die Angaben im Konzernanhang verwiesen.
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
213
o) Daten über Niederlassungen gem. § 64 (1) Z 18 BWG
Daten über Niederlassungen gem. § 64 (1) Z 18 BWG
DE CZ HU SK
Name der Niederlassung
(inkl. Leasinggesellschaften) Niederlassung Deutschland Zweigniederlassung Tschechien Zweigniederlassung Ungarn Zweigniederlassung Slowakei
Geschäftsbereiche Süddeutschland
Deutschland Mitte
Deutschland Süd-West
Name des Sitzstaates Bundesrepublik Deutschland Tschechische Republik Ungarn Slowakische Republik
Nettozinsertrag in T€ 60.048 32.060 29.493 11.440
Betriebserträge in T€ 76.875 41.150 38.268 13.083
Anzahl der Mitarbeiter auf Vollzeitbasis 279,4 194,3 134,0 51,3
Jahresergebnis vor Steuern in T€ 33.636 25.690 20.575 7.761
Steuern vom Einkommen in T€ -10.223 -4.991 -1.833 -1.987
erhaltene öffentliche Beihilfen in T€ 0 0 0 0
p) Die Gesamtkapitalrentabilität gem. § 64 (1) Z 19 BWG beträgt 0,66 % (2021: 0,47 %).
q) Steuerliche Verhältnisse
Die Oberbank AG ist seit dem Geschäftsjahr 2005 Gruppenträger einer Unternehmensgruppe gem. § 9 KStG.
Die Unternehmensgruppe umfasst 37 Gruppenmitglieder, wobei mit vier Gesellschaften Ergebnisabführungs-verträge ge-
schlossen wurden, und zwar mit folgenden Gesellschaften:
- Betriebsobjekte Verwertung Gesellschaft m.b.H.
- OBERBANK NUTZOBJEKTE VERMIETUNGS-GESELLSCHAFT m.b.H.
- OBERBANK LEASING GESELLSCHAFT MBH
- Oberbank Unternehmensbeteiligung GmbH
Bestehen mit Gruppenmitgliedern Ergebnisabführungsverträge, so stellen diese die nach § 9 Abs 8 KStG geforderte Verein-
barung über den Steuerausgleich dar.
Bestehen mit Gruppenmitgliedern keine Ergebnisabführungsverträge und erzielt das jeweilige Gruppenmitglied steuerliche
Gewinne bzw. steuerliche Verluste, wird eine positive bzw. negative Steuerumlage in der Höhe des jeweils gültigen Körper-
schaftsteuersatzes an den Gruppenträger bzw. vom Gruppenträger geleistet.
IV. PFLICHTANGABEN ÜBER ORGANE UND ARBEITNEHMER (§ 239 UGB)
a) Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer während des Geschäftsjahres
Angestellte 2.053 (2021: 2.063)
Arbeiter 5 (2021: 6)
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
214
b) Die den Mitgliedern des Aufsichtsrates gewährten Kredite
betrugen zum 31.12.2022 T€ 197,4 (2021: T€ 475,9), hievon T€ 0,00 (2021: T€ 0,0) Haftungen. Die Kredite wurden zu markt-
üblichen Bedingungen gewährt. Die im Geschäftsjahr zurückgezahlten Beträge beliefen sich auf T€ 353,9 (2021: T€ 61,2).
c) Die den Mitgliedern des Vorstandes gewährten Kredite
betrugen zum 31.12.2022 T€ 126,8 (2021: T€ 129,0), hievon T€ 0,0 (2021: T€ 0,0) Haftungen. Die Kredite wurden zu markt-
üblichen Bedingungen gewährt. Die im Geschäftsjahr zurückbezahlten Beträge beliefen sich auf T€ 50,3 (2021: T€ 15,3).
d) Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen
T€
- der Vorstandsmitglieder (einschließ-
lich ehemaliger Vorstandsmit-
glieder und ihrer Hinterbliebenen): 219,3 (2021: 1.694,5)
- der leitenden Angestellten und
anderen Arbeitnehmer: 13.165,3 (2021: 11.147,6)
e) Bezüge
T€
- der Mitglieder des Vorstandes: 3.124,2 (2021: 2.667,5)
- der Mitglieder des Aufsichtsrates: 333,7 (2021: 277,0)
- ehemaliger Mitglieder des Vorstandes
(einschließlich ihrer Hinterbliebenen): 1.219,7 (2021: 1.260,1)
Die von der ordentlichen Hauptversammlung 2021 mit entsprechender Mehrheit verabschiedete Vergütungsrichtlinie der
Oberbank sieht ein ausgewogenes Verhältnis von fixen und variablen Bezügen vor, wobei die variablen Bezüge maximal 40 %
des fixen Bezugs betragen dürfen. Das fixe Basisgehalt orientiert sich an den jeweiligen Aufgabengebieten. Die variable
Gehaltskomponente berücksichtigt gemeinsame und persönliche Leistungen der Vorstandsmitglieder ebenso wie die gene-
relle Unternehmensentwicklung.
Die wesentlichen finanziellen und nichtfinanziellen Leistungskriterien, die der Vergütungsausschuss für die Bemessung der
variablen Bezüge der Vorstände heranzuziehen hat, sind:
Das nachhaltige Erreichen der strategischen Finanzziele auf Basis der definierten Strategie und der Mehrjahresplanung der
fließt zu 35 % in die Entscheidung ein.
1 Das nachhaltige Einhalten der strategischen Risikoausnutzung gemäß Gesamtbankrisikosteuerung fließt ebenfalls
zu 35 % in die Entscheidung ein.
2 Das nachhaltige Erreichen der strategischen (auch nichtfinanziellen) Ziele kann das Ergebnis aus der Berechnung
von 1 und 2 um maximal 20 Prozentpunkte erhöhen.
3 Komplettiert wird das Ergebnis für jedes Vorstandsmitglied getrennt aufgrund der Entwicklung der von ihm speziell
zu verantwortenden Aufgabenbereiche laut Ressortsverteilung, wobei das Ergebnis aus 1-3 hier noch um maximal
10 Prozentpunkte erhöht werden kann.
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
215
Bei einer dergestalt ermittelten Gesamtzielerreichung von 100 % würde dem jeweiligen Vorstandsmitglied eine variable Ver-
gütung von 30 % des Fixgehaltes zustehen, die bei Übererreichung der Ziele aber mit 40 % gedeckelt ist. Pro Prozent Zielun-
terschreitung unter die 100 % wird ein Prozentpunkt weniger variable Vergütung zugesprochen, sodass bei einer Zielerrei-
chung von 70 % oder weniger kein variabler Bezug zusteht.
In Entsprechung der gesetzlichen Vorgaben wird die variable Vergütung des Vorstandes, deren Höhe anhand der „Parameter
für die Beurteilung der variablen Vergütungen für den Vorstand“ vom Vergütungsausschuss jährlich in seiner Märzsitzung
festgelegt wird, zu 50 % in Aktien und 50 % in Cash ausgezahlt werden, wobei die Aktien einer Haltefrist von drei Jahren un-
terliegen und der auf fünf Jahre rückzustellende Anteil zu gleichen Teilen aus Aktien und Cash besteht.
Da Bemessung und Zuerkennung der variablen Vergütungen immer erst im Nachhinein erfolgen, sind bilanziell entspre-
chende Rückstellungen zu bilden, was aber im Wissen um die sehr moderate Politik des Vergütungsausschusses auch gut
planbar ist. Diese betrugen 2020 für die 2021 ausgezahlten Vergütungen 240 Tsd. Euro und 2021 für die 2022 ausgezahlten
Vergütungen 467,5 Tsd. Euro. In der Bilanz zum 31.12.2022 sind für die in 2023 für 2022 zur Auszahlung gelangenden Vergü-
tungen 741,2 Tsd. Euro eingestellt.
Die Auszahlung erfolgt wie bei den MitarbeiterInnen mit der Mai-Gehaltsabrechnung, wobei der Betrag für den Aktienanteil
auf ein gesperrtes Depotverrechnungskonto des Vorstandsmitglieds gebucht wird und für die Bezahlung der zu erwerben-
den Aktienanteile verwendet wird, die dann einer dreijährigen Verkaufssperre unterliegen.
Für die jedes Jahr aufgrund gesetzlicher Verpflichtung nicht zur Auszahlung gelangenden Anteile (je 50 % Cash und 50 % Ak-
tien) bleiben die Rückstellungsteile entsprechend bestehen. Sie betrugen 2021 180 Tsd. Euro und 2022 368 Tsd. Euro. Diese
Beträge werden aufgeteilt auf die fünf Folgejahre nach Freigabe durch den Vergütungsausschuss jeweils erst ausbezahlt.
Die für die variablen Vorstandsvergütungen zu bildenden Rückstellungen stellen bilanziell einen Personalmehraufwand dar.
Rahmenbedingungen der Mitarbeiteraktion 2022
• Aktionszeitraum: 23.5.-13.6.2022
• Aktienanzahl limitiert auf bis zu 70.000 Stück entgeltlich erwerbbare Stammaktien und bis zu 28.000 Stück unentgeltlich
zugeteilte Stammaktien („Bonusaktien")
• Bezugskurs: Börsenkurs zum 14.6.2022; maximale entgeltlich erwerbbare Stückanzahl: 70 Stück Aktien
• Bonusaktien: pro fünf entgeltlich erworbene Stammaktien wurden zwei Stammaktien als Bonusaktien unentgeltlich zu-
geteilt (Modell 5 + 2).
Den MitarbeiterInnen wurden Aktien der Oberbank AG innerhalb vorgegebener Frist zu vergünstigten Konditionen angebo-
ten (Bonusaktien). Der Kauf unterliegt Einschränkungen bezüglich des Betrags, den die MitarbeiterInnen in den Aktienkauf
investieren können.
Die Anzahl der durch dieses Angebot an die MitarbeiterInnen abgegebenen Aktien belief sich im Berichtsjahr auf 58.165
Stück entgeltlich erworbene Stammaktien und 23.266 Stück unentgeltlich zugeteilte Stammaktien (Bonusaktien).
Die über das Rückkaufprogramm 2022 zum Zwecke der kostenlosen Begebung an den berechtigten Personenkreis angekauf-
ten 23.266 Stück Stammaktien verursachten einen Aufwand in Höhe von 2.308 Tsd. Euro.
Rückkaufprogramm 2022
Das Aktien-Rückkaufprogramm in Stammaktien wurde am 15.6.2022 abgeschlossen.
Im Zuge des Rückkaufprogramms für Stammaktien wurden zwischen dem 7.6.2022 und dem 15.6.2022 gesamt 83.225 Stück
Stammaktien, die ca. 0,24 % bzw. 249.675 Euro des Grundkapitals entsprechen, börslich und außerbörslich zurückgekauft.
Der gewichtete Durchschnittspreis je Stammaktie betrug 99,20 Euro; der höchste geleistete Gegenwert je Stammaktie be-
trug 99,20 Euro; der niedrigste geleistete Gegenwert je Stammaktie betrug 99,20 Euro. Der Wert der rückerworbenen
Stammaktien betrug 8.255.920,00 Euro.
Anhang für das Geschäftsjahr 2022
216
Der Vorstand der Gesellschaft hat am 20.6.2022 beschlossen, sämtliche im Zuge des Aktienrückerwerbsprogramms 2022
erworbenen 83.225 Stammaktien zu veräußern bzw. zu übertragen; und zwar 81.431 Stück Oberbank Stammaktien an die
MitarbeiterInnen (inklusive Vorstand) im Zuge der Mitarbeiteraktion 2022, hiervon 58.165 Stück Oberbank Stammaktien von
den MitarbeiterInnen entgeltlich erworben und 23.266 Stück Oberbank Stammaktien als unentgeltliche Bonusaktien (Modell
5 + 2), und 1.794 Stück Oberbank Stammaktien an den Vorstand im Wege der Vorstandsvergütung in Aktien gem. § 39b
BWG gemäß der Sitzung des Vergütungsausschusses des Aufsichtsrats der Oberbank AG vom 23.3.2022.
Dieser Beschluss sowie die Veräußerung der eigenen Aktien wurden hiermit gemäß § 65 Abs. 1a AktG iVm § 119 Abs.7 und 9
BörseG 2018 und gemäß §§2, 4 und 5 der VeröffentlichungsV 2018 veröffentlicht und sind auch auf der Website der
Oberbank entsprechend zu ersehen: https://www.oberbank.at/aktien-ruckkaufprogramme
f) Die in diesem Geschäftsjahr tätigen Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates
gemäß § 239 Abs. 2 UGB sind in der Beilage 3 zum Anhang angeführt.
V. Wesentliche Ereignisse seit dem Ende des Geschäftsjahres
Darüber hinaus ist es nach dem Ende des Geschäftsjahres 2022 zu keinen weiteren wesentlichen
Ereignissen gekommen.
VI. Ergebnisverwendung
Es wird vorgeschlagen aus dem Bilanzgewinn in Höhe von EUR 51.383.028,60 eine Dividende in Höhe von EUR 1,45 je Aktie,
das sind in Summe EUR 51.195.585,00 auszuschütten und den Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.
Linz, am 7. März 2023
Der Vorstand
Generaldirektor Direktor Direktor Direktor
Dr. Franz Gasselsberger, MBA Mag. Dr. Josef Weißl, MBA Mag. Florian Hagenauer, MBA Martin Seiter, MBA
Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich
Personal- und Rechnungswesen Privatkundengeschäft Gesamtrisikomanagement Firmenkundengeschäft
Beilage 1 zum Anhang: Anlagenspiegel
Beilage 2 zum Anhang: Beteiligungsliste
Beilage 3 zum Anhang: Organe der Bank
Beilage 1 zum Anhang – Anlagespiegel zum 31. Dezember 2022
217
Stand am davon Stand am Stand am Stand am Buchwert Buchwert
01.01.2022 Zugänge Zinsen Währungsdiff. Umbuchungen Abgänge 31.12.2022 01.01.2022 Zugänge Zuschreibungen Währungsdiff. Umbuchungen Abgänge 31.12.2022 01.01.2022 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR
Schuldtitel öffentlicher Stellen
und ähnliche Wertpapiere 616.375.298,15 127.664.144,54 0,00 0,00 0,00 162.859.879,51 581.179.563,18 4.720.142,79 592.980,00 3.925.822,27 0,00 0,00 5.693.600,03 -4.306.299,51 611.655.155,36 585.485.862,69
Forderungen an Kreditinstitute 56.857.191,25 11.106.567,13 0,00 0,00 0,00 22.908.851,25 45.054.907,13 717.857,93 0,00 19.950,00 0,00 0,00 723.737,93 -25.830,00 56.139.333,32 45.080.737,13
Forderungen an Kunden 35.088.652,48 15.731.210,23 0,00 0,00 0,00 6.761.127,64 44.058.735,07 -2.100.410,23 1.454.473,25 1.076.641,63 0,00 0,00 -2.085.725,08 363.146,47 37.189.062,71 43.695.588,60
Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche Wertpapiere 847.986.503,58 357.812.318,75 0,00 0,00 0,00 140.589.489,31 1.065.209.333,02 -20.716.167,01 6.161.817,68 27.974.824,17 0,00 0,00 221.161,30 -42.750.334,80 868.702.670,59 1.107.959.667,82
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere 55.200.637,94 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 55.200.637,94 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 55.200.637,94 55.200.637,94
Beteiligungen 445.520.582,72 23.542.944,24 0,00 0,00 0,00 387.979,15 468.675.547,81 18.174.786,89 268.802,55 9.848.306,45 0,00 0,00 0,00 8.595.282,99 427.345.795,83 460.080.264,82
Anteile an verbundenen Unternehmen 143.192.690,36 0,00 0,00 0,00 0,00 322.430,32 142.870.260,04 22.653.323,83 555.640,67 696.870,79 0,00 0,00 0,00 22.512.093,71 120.539.366,53 120.358.166,33
Immaterielle Vermögensgegenstände 16.255.029,81 1.503.546,75 0,00 -93.716,08 0,00 32.702,77 17.632.157,71 13.343.268,31 791.140,95 0,00 -78.960,65 0,00 32.702,77 14.022.745,84 2.911.761,50 3.609.411,87
Sachanlagen 287.483.363,17 7.929.130,98 0,00 -152.032,37 0,00 8.626.952,98 286.633.508,80 213.750.650,78 11.027.651,37 0,00 -50.287,76 0,00 7.993.964,46 216.734.049,93 73.732.712,39 69.899.458,87
2.503.959.949,46 545.289.862,62 0,00 -245.748,45 0,00 342.489.412,93 2.706.514.650,70 250.543.453,29 20.852.506,47 43.542.415,31 -129.248,41 0,00 12.579.441,41 215.144.854,63 2.253.416.496,17 2.491.369.796,07
Anschaffungs- und Herstellungskosten
kumulierte Abschreibungen
Nettobuchwerte
Beilage 2 zum Anhang – Beteiligungsliste zum 31. Dezember 2022
218
Die Gesellschaft hielt per 31.12.2022 bei folgenden Unternehmen mindestens 20 % Anteilsbesitz:
Konsoli-
Kapitalanteil 5)
Eigen-
kapital 3)
Ergebnis des
Jahres-
abschluss
Anmer-
kung
Beteiligungsunternehmen
dierungs-
unmittelbar
gesamt
letzten Ge-
methode K*)
in %
in %
schäftsjahres 4)
a) direkte Beteiligungen
TEUR
TEUR
"AM" Bau- und Gebäudevermietung Gesellschaft m.b.H., Linz
N
100,00
100,00
1) 6)
"LA" Gebäudevermietung und Bau - Gesellschaft m.b.H., Linz
N
100,00
100,00
1) 6)
"SG" Gebäudevermietungsgesellschaft m.b.H., Linz
N
100,00
100,00
1) 6)
"SP" Bau- und Gebäudevermietungsgesellschaft m.b.H., Linz
N
100,00
100,00
1) 6)
3 Banken-Generali Investment-Gesellschaft m.b.H., Linz
N
20,57
20,57
6)
3-Banken Wohnbaubank AG, Linz
V
80,00
80,00
8.293
8
2022
1)
ALPENLÄNDISCHE GARANTIE-GESELLSCHAFT m.b.H., Linz
Q
50,00
50,00
10.946
0
2022
Beteiligungsverwaltung Gesellschaft m.b.H., Linz
N
40,00
40,00
6)
Betriebsobjekte Verwertung Gesellschaft m.b.H., Linz
N
100,00
100,00
1) 2) 6)
Biowärme Attnang-Puchheim GmbH, Attnang-Puchheim
N
49,00
49,00
6)
3 Banken IT GmbH, Linz (vorm. DREI-BANKEN-EDV Gesellschaft m.b.H.)
N
40,00
40,00
6)
Donaulände Holding GmbH, Linz
V
100,00
100,00
339
-7
2022
1)
GAIN CAPITAL PRIVATE EQUITY III SCSp
N
36,97
36,97
6)
GAIN CAPITAL PARTICIPATIONS II S.A. SICAR, Luxemburg
N
33,11
33,11
6)
GAIN CAPITAL PARTICIPATIONS SA, SICAR, Luxemburg
N
58,69
58,69
1) 6)
Gasteiner Bergbahnen Aktiengesellschaft, Bad Hofgastein
N
32,62
32,62
6)
Ober Finanz Leasing gAG, Budapest
V
1,00
100,00
17.400
1.123
09/2022
1)
Ober Leasing Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Budapest
V
1,00
100,00
1.245
-337
09/2022
1)
Oberbank Beteiligungsholding Gesellschaft m.b.H., Linz
N
100,00
100,00
1) 6)
Oberbank Immobilien Leasing GmbH Bayern, Neuötting
V
6,00
100,00
2.081
6
09/2022
1)
Oberbank Immobilien-Service Gesellschaft m.b.H., Linz
N
100,00
100,00
1) 6)
OBERBANK LEASING GESELLSCHAFT MBH., Linz
V
100,00
100,00
52.978
16.485
09/2022
1) 2)
Oberbank Leasing s.r.o., Bratislava
V
0,10
100,00
8.505
899
09/2022
1)
Oberbank Leasing spol. s.r.o., Prag
V
1,00
100,00
48.080
3.605
09/2022
1)
OBERBANK NUTZOBJEKTE VERMIETUNGS-GESELLSCHAFT m.b.H., Linz
N
100,00
100,00
1) 2) 6)
Oberbank Opportunity Invest Management Gesellschaft m.b.H., Linz
N
100,00
100,00
1) 6)
Oberbank PE Holding GmbH, Linz
N
100,00
100,00
1) 6)
Beilage 2 zum Anhang – Beteiligungsliste zum 31. Dezember 2022
219
Oberbank Unternehmensbeteiligung GmbH, Linz
N
100,00
100,00
1) 2) 6)
Oberbank Leasing Prievidza s.r.o., Bratislava
V
15,00
100,00
0
0
09/2022
1)
OÖ HightechFonds GmbH, Linz
N
24,70
24,70
6)
Samson České Budějovice spol. s.r.o., Budweis
N
100,00
100,00
1) 6)
TZ-Vermögensverwaltungs GmbH, Linz
N
100,00
100,00
1) 6)
Oberbank Service GmbH, Linz
N
100,00
100,00
1) 6)
3 Banken Versicherungsmakler Gesellschaft m.b.H., Innsbruck
N
40,00
40,00
6)
b) indirekte Beteiligungen
"ST" BAU Errichtungs- und Vermietungsgesellschaft m.b.H., Linz
N
99,90
1) 6)
3-Banken Beteiligung Gesellschaft m.b.H., Linz
N
40,00
6)
3-Banken Kfz-Leasing GmbH, Linz
V
80,00
28.541
2.002
09/2022
1)
Donaulände Garagen GmbH, Linz
V
100,00
36
8
2022
1)
Donaulände Invest GmbH, Linz
V
97,50
548
82
2022
1)
GSA Genossenschaft für Stadterneuerung und Assanierung, gemeinnützige registrierte Genossen-
schaft mit beschränkter Haftung, Linz
N
25,85
6)
Herold NZ Verwaltung GmbH, Mödling
N
24,90
6)
Oberbank Bergbahnen Leasing GmbH, Linz
V
100,00
35
942
09/2022
1)
Oberbank airplane 2 Leasing GmbH, Linz
V
100,00
35
-3
09/2022
1)
Oberbank Reder Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
66
09/2022
1)
Oberbank Eugendorf Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
205
09/2022
1)
Oberbank Frank Immobilienleasing GmbH
V
90,00
35
-15
09/2022
1)
Oberbank FSS Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
168
09/2022
1)
Oberbank Goldkronach Beteiligungs GmbH, Neuötting
V
100,00
7
-2
09/2022
1)
Oberbank Leobendorf Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
466
09/2022
1)
Immobilien Abwicklung 01 GmbH (vormals Oberbank Idstein Immobilien-Leasing GmbH), Neuötting
V
100,00
17
-1
09/2022
1)
Oberbank Immobilie-Bergheim Leasing GmbH, Linz
V
95,00
1.275
47
09/2022
1)
Oberbank Immobilien-Leasing Gesellschaft m.b.H., Linz
V
99,90
741
100
09/2022
1)
Oberbank Immobilien-Leasing GmbH Bayern & Co. KG Goldkronach, Neuötting
V
6,00
7
57
09/2022
1)
Oberbank Industrie und Handelsbeteiligungsholding GmbH, Linz
N
100,00
1) 6)
Oberbank KB Leasing Gesellschaft m.b.H., Linz
V
100,00
69
-459
09/2022
1)
Beilage 2 zum Anhang – Beteiligungsliste zum 31. Dezember 2022
220
Oberbank Kfz-Leasing GmbH, Linz
V
100,00
35
1.428
09/2022
1)
Oberbank Leasing GmbH Bayern, Neuötting
V
100,00
6.746
3.646
09/2022
1)
Oberbank Leasing JAF HOLZ, s.r.o., Prag
V
95,00
5.884
50
09/2022
1)
Oberbank Leasing Palamon s.r.o., Prag
V
100,00
7.581
256
09/2022
1)
Oberbank MLC - Pernau Immobilienleasing GmbH, Linz
V
99,80
35
45
09/2022
1)
Oberbank Operating Mobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
235
09/2022
1)
Oberbank Operating OPR Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
557
09/2022
1)
Oberbank PE Beteiligungen GmbH, Linz
N
100,00
1) 6)
Oberbank Pernau Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
182
09/2022
1)
Oberbank Riesenhof Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
87
09/2022
1)
Oberbank Seiersberg Immobilienleasing Gesellschaft m.b.H., Linz
V
100,00
35
75
09/2022
1)
Oberbank Unterpremstätten Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
18
-4
09/2022
1)
Oberbank Weißkirchen Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
91
09/2022
1)
Oberbank Wiener Neustadt Immobilienleasing GmbH, Linz
V
100,00
35
53
09/2022
1)
Oberbank-Kremsmünster Immobilienleasing Gesellschaft m.b.H., Linz
V
100,00
168
372
09/2022
1)
OBK Ahlten Immobilien Leasing GmbH, Neuötting
V
94,00
1.000
22
09/2022
1)
OBK München 1 Immobilien Leasing GmbH, Neuötting
V
100,00
27
18
09/2022
1)
OBK München 2 Immobilien Leasing GmbH, Neuötting
V
100,00
30
-26
09/2022
1)
OBK München 3 Immobilien Leasing GmbH, Neuötting
V
100,00
30
-10
09/2022
1)
POWER TOWER GmbH, Linz
V
99,00
70
-79
09/2022
1)
Oberbank NGL Immobilienleasing GmbH (vormals Oberbank Wien Süd Immobilienleasing GmbH), Linz
V
100,00
35
118
09/2022
1)
Techno-Z Braunau Technologiezentrum GmbH, Braunau
N
21,50
6)
K*) Konsolidierungsmethode im Konzernabschluss
1) verbundenes Unternehmen
V = Vollkonsolidierung
2) Ergebnisabführungsvertrag
Q = Anteilsmäßige Konsolidierung
3) einschließlich unversteuerter Rücklagen
E = Bewertung "at equity"
4) Jahresüberschuss gem. § 231 Abs. 2 Z 21 UGB
N = gemäß IAS 27 in Verbindung mit Framework 29
5) mittelbare Beteiligungen an Kredit- und Finanzinstituten wurden gemäß § 30 BWG berechnet,
nicht in den Konzernabschluss einbezogen
mittelbare Beteiligungen an anderen Unternehmen wurden gemäß UGB berechnet
6) von § 242 Abs. 2 UGB wird Gebrauch gemacht
Beilage 3 zum Anhang - Organe der Bank
221
Aufsichtsrat
Ehrenpräsident: Dkfm. Dr. Hermann BELL
Vorsitzender: Dr. Andreas KÖNIG (Vorsitzender seit 11.05.2021)
Stellvertreter: Mag. Dr. Martin ZAHLBRUCKNER (Vorsitzender bis 11.05.2021)
Mitglieder: Direktor Gerhard BURTSCHER
Mag. Hannes BOGNER
Mag. Alina CERNY
Univ.-Prof. MMMag. Dr. Barbara LEITL-STAUDINGER
DI Franz-Peter MITTERBAUER
DI Stefan PIERER
Mag. Gregor PILGRAM
Mag. Dr. Herta STOCKBAUER
Staatskommissärin: Oberrätin Mag. Angelika SCHLÖGEL
Staatskommissär-Stv.: MR Mag. Jutta RAUNIG
Vertreter des Betriebsrates: Wolfgang PISCHINGER, Vorsitzender des Zentralbetriebsrates der Oberbank AG
Alexandra GRABNER
Susanne BRAUN
Elfriede HÖCHTEL
Sven ZEISS
Vorstand: Generaldirektor Dr. Franz GASSELSBERGER, MBA
Vorstandsdirektor Mag. Dr. Josef WEIßL, MBA
Vorstandsdirektor Mag. Florian HAGENAUER, MBA
Vorstandsdirektor Martin SEITER, MBA
Verantwortungsbereiche des Vorstands (31.12.2022)
222
Generaldirektor
Dr. Franz Gasselsber-
ger, MBA
Direktor
Mag. Dr. Josef Weißl,
MBA
Direktor
Martin Seiter, MBA
Mag. Florian Hagenauer,
MBA
Markt
Markt
Markt
Marktfolge
Grundsätzliche Geschäftspolitik
Interne Revision
Compliance
Geschäfts- und Serviceabteilungen
HRA (Human Resources)
PAM (Private Banking
& Asset Management)
CIF (Corporate & Inter-
national Finance)
KRM (Kredit-Manage-
ment)
RUC (Rechnungswesen
& Controlling)
PKU (Privatkunden)
TRE (Treasury & Han-
del)
ORG (Strategische Or-
ganisationsentwicklung,
Digitalisierung und IT)
inkl Nachhaltigkeit
GFI (Global Financial In-
stitutions)
RIS (Strategisches Risiko-
management)
SEK (Sekretariat & Kom-
munikation)
ZSP (Zentr. Service und
Produktion CEE1), Wert-
papierabwicklung)
ISK (Immobilien, Sicher-
heit und Kostenmanage-
ment)
Spezialbereiche
Private Equity
Versicherungsservice
Leasinggeschäft
IT-Entwicklung
Investmentfonds-ge-
schäft
Zahlungsverkehr und
Konto/Kreditabwicklung
Regionale Geschäftsbereiche
Linz Nord
Innviertel
Linz Süd
Marktfolge Österreich
OÖ Süd
Niederösterreich
Wien
Marktfolge Deutschland
Deutschland Mitte
Tschechien
Salzburg
Marktfolge Tschechien
Ungarn
Süddeutschland
Marktfolge Ungarn
Deutschland Süd-West
Marktfolge Slowakei
Slowakei
1) CEE umfasst in der Definition der Oberbank die Regionen Tschechien, Slowakei und Ungarn.
Bestätigungsvermerk
223
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der Oberbank AG, Linz, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Gewinn- und
Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein
möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für
das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften und dem Bankwesengesetz.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und
mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die
Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen
Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresab-
schlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Überein-
stimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben
unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass
die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als
Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am
bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im
Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu
berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Bestätigungsvermerk
224
1. Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden
Sachverhalt und Problemstellung
Die Forderungen an Kunden belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 19.230 Mio.
Der Vorstand beschreibt den Prozess zur Überwachung des Kreditrisikos und die Vorgehensweise für die Ermittlung der
Wertminderungen in Punkt II „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden b) Bewertung von Forderungen an Kreditinstitute
und Kunden“ des Anhangs.
Die Bank hat zur Bestimmung der erwarteten Kreditverluste Prozesse zur Identifikation von Ausfallsereignissen und von
signifikanten Kreditrisikoerhöhungen implementiert. Die Berechnung der Wertberichtigung für ausgefallene, individuell
bedeutsame Kreditforderungen basiert auf den nach gewichteten Szenarien erwarteten Rückflüssen. Diese sind von der
Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des jeweiligen Kunden, der Bewertung von Kreditsicherheiten sowie
der Schätzung der Höhe und des Zeitpunkts der daraus abgeleiteten Rückflüsse beeinflusst. Die Wertberichtigung für
ausgefallene, individuell nicht bedeutsame Forderungen wird als Verlustrate der unbesicherten Forderungshöhe auf Basis
von Erfahrungswerten ermittelt.
Bei nicht ausgefallenen Forderungen wird der erwartete Kreditverlust der nächsten zwölf Monate oder – bei einer
wesentlichen Erhöhung des Kreditrisikos seit Ersterfassung des Obligos – der erwartete Kreditverlust über die gesamte Rest-
laufzeit bilanziert (Stufe 1 und Stufe 2). Bei der Ermittlung werden Ratings, gegenwartsbezogene und zukunftsgerichtete
Informationen berücksichtigt, sowie erwartete zukünftige Rückzahlungen berücksichtigt.
Da das angewendete Wertberichtigungsmodell außerordentliche Sachverhalte nicht angemessen abbilden kann, wurde
seitens der Bank aufgrund der Auswirkungen des Ukraine-Konflikts und den Folgewirkungen eine Erhöhung der
erwarteten Kreditverluste durch einen kollektiven Stufentransfer von Stufe 1 auf Stufe 2 bestimmter Teilportfolien
vorgenommen („Management Overlay“). Dies betrifft einerseits Forderungen an Kreditnehmer mit hoher Gasabhängigkeit
und andererseits Forderungen an Kunden im Bereich Immobilienprojekte mit gewerblichen Hypothekarsicherheiten.
Die Ermittlung des erwarteten Kreditverlustes zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden ist in allen
angeführten Ausprägungen mit erheblichen Unsicherheiten, umfangreichen Schätzungen und Ermessensspielräumen
verbunden. Diese ergeben sich bei der Identifikation eines Ausfallsereignisses oder einer signifikanten Erhöhung des
Kreditrisikos sowie bei der Schätzung der erwarteten Cashflows bzw. bei der Ermittlung und Aktualisierung von
Rechenparametern, die diese abbilden. Daher haben wir die Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden als besonders
wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt.
Prüferisches Vorgehen
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der Forderungen an Kunden haben wir insbesondere folgende wesentliche Prüfungs-
handlungen durchgeführt:
• Wir haben die Methodik zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste erhoben und deren Konformität mit den
Vorgaben der IFRS beurteilt.
• Wir haben die Dokumentation der Prozesse zur Überwachung der Kredite und zur Risikovorsorgebildung analysiert
und kritisch hinterfragt, ob diese Prozesse geeignet sind, Kreditausfälle zeitgerecht zu identifizieren und die Wert-
haltigkeit der Kundenforderungen angemessen abzubilden.
Bestätigungsvermerk
225
Wir haben darüber hinaus die Prozessabläufe erhoben und die von uns als Schlüsselkontrollen in Hinblick auf deren
Ausgestaltung und Implementierung unter Einbeziehung der relevanten IT-Systeme getestet sowie in Stichproben
auf deren Wirksamkeit überprüft.
• Wir haben die Entwicklung der Forderungen an Kunden mittels analytischer Prüfungshandlungen hinsichtlich
Qualität, Betreuungsart, Rating und Stufenzuordnung im Vergleich zum Vorjahr und während des
Geschäftsjahres untersucht.
• Auf Basis einer nach Risikogesichtspunkten ermittelten Stichprobe haben wir einzelne Kreditfälle geprüft. Bei aus-
gefallenen Krediten haben wir die Einschätzungen der Bank in Bezug auf die Höhe der erwarteten Rückflüsse unter
Berücksichtigung von Sicherheiten überprüft und untersucht, ob die in der Berechnung
verwendeten Annahmen angemessen und von internen oder externen Nachweisen ableitbar sind. Für nicht ausge-
fallene Kredite haben wir untersucht, ob Indikatoren für das Vorliegen eines Ausfalls bestehen.
• Wir haben die Einzelfallanalyse der Kreditnehmer mit hoher Gasabhängigkeit und jener im Bereich Immobilienpro-
jekte gewürdigt und geprüft, ob die betroffenen Kreditnehmer in die Stufe 2 transferiert wurden.
• Zur Beurteilung der Angemessenheit der erwarteten Kreditverluste für nicht ausgefallene Forderungen (Stufe 1 und
Stufe 2) haben wir unter Beiziehung von Spezialisten die Plausibilität von Annahmen und die statistisch-mathemati-
sche Angemessenheit der verwendeten Modelle sowie die ordnungsgemäße Anwendung dieser
Modelle überprüft. Dabei haben wir insbesondere die Annahmen im Zusammenhang mit zukunftsgerichteten Infor-
mationen untersucht. Weiters haben wir die Angemessenheit der Annahmen zu den Parametern Ausfallwahr-
scheinlichkeit, Verlustquote und Forderungshöhe bei Ausfall sowie des Stufenzuordnungsmodells unter Berücksich-
tigung der Ergebnisse der bankinternen Validierungen überprüft sowie ausgewählte Rechenschritte nachvollzogen.
• Zur Beurteilung der Angemessenheit der erwarteten Kreditverluste für ausgefallene individuell nicht
bedeutsame Forderungen haben wir Prozess und Methodik der Berechnung, sowie der Überwachung der
Angemessenheit der Verlustraten erhoben und gewürdigt.
• Abschließend wurde beurteilt, ob die Angaben zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste sowie zu den
wesentlichen Annahmen und Schätzungsunsicherheiten im Konzernanhang zutreffend sind.
Hinweis auf einen sonstigen Sachverhalt – Vorjahresabschluss
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 der Gesellschaft wurde von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der am
11. März 2022 einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk zu diesem Jahresabschluss erteilt hat.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle
Informationen im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, Lagebericht, Konzernabschluss, Konzernlagebe-
richt und die zugehörigen Bestätigungsvermerke. Den Segmentbericht haben wir vor dem Datum des
Bestätigungsvermerks erhalten, die übrigen Teile des Jahresfinanzberichtes werden uns voraussichtlich nach diesem
Datum zur Verfügung gestellt werden. Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf die sonstigen Infor-
mationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab. Bezüglich der Informationen im Lagebericht
verweisen wir auf den Abschnitt „Bericht zum Lagebericht“.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses ist es unsere Verantwortung, die oben angeführten
sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob sie wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu
unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt
erscheinen.
Falls wir auf Grundlage der Arbeiten, die wir zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erhaltenen sonstigen
Informationen durchgeführt haben, zur Schlussfolgerung gelangen, dass diese sonstigen Informationen wesentlich falsch
dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.
Bestätigungsvermerk
226
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und dem Bankwesengesetz ein
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresab-
schlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der
Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen,
entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische
Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen
falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen,
der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass
eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche
Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder
Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise
erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen
Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten
Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Bestätigungsvermerk
227
Darüber hinaus gilt:
• Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen
oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und
erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen
kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das
Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
• Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel,
ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
• Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten
geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der
erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche
Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im
Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu
modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres
Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die
Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
• Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der
Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise
wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche
Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer
Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur
Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von
denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern
einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Bestätigungsvermerk
228
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sach-
verhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders
wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn,
Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir
bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte,
weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das
öffentliche Interesse übersteigen würden.
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem
Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit
den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt
worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über
die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 20. Mai 2021 als Abschlussprüfer für das am 31. Dezember 2022 endende
Geschäftsjahr gewählt und am 20. Mai 2021 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt.
Außerdem wurden wir von der Hauptversammlung am 17. Mai 2022 bereits für das darauffolgende Geschäftsjahr als
Abschlussprüfer gewählt und am 14. Juni 2022 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind
ununterbrochen seit dem am 31. Dezember 2022 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den
Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO erbracht haben und dass wir
bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der Gesellschaft gewahrt haben.
Bestätigungsvermerk
229
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mag. Thomas Becker.
Wien
9. März 2023
Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH
Qualifiziert elektronisch signiert:
Mag. Thomas Becker
ppa. Mag. (FH) Stephan Heschl
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns
bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und
vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu
beachten.
Jahresabschluss der Oberbank AG gemäß UGB
Schlussbemerkung, Erklärung der gesetzlichen Vertreter
230
Erklärung gemäß § 124 Absatz 1 Z. 3 BörseG 2018
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter:
Wir bestätigen nach bestem Wissen,
* dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des
Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens
vermittelt;
* dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt,
dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht und
* dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen
ausgesetzt
Linz, am 7. März 2023
Der Vorstand
Generaldirektor Direktor Direktor Direktor
Dr. Franz Gasselsberger, MBA Mag. Dr. Josef Weißl, MBA Mag. Florian Hagenauer, MBA Martin Seiter, MBA
Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich Verantwortungsbereich
Personal- und Rechnungswesen Privatkundengeschäft Gesamtrisikomanagement Firmenkundengeschäft
Impressum
Medieninhaber und Herausgeber
231
Oberbank AG
Untere Donaulände 28, 4020 Linz
Telefon: +43/(0)732/7802
Telefax: +43/(0)732/78 58 10
BIC: OBKLAT2L
Bankleitzahl: 15000
OeNB-Identnummer: 54801
FN: 79063w, Landesgericht Linz
UID: ATU22852606
Oberbank-Stammaktie: ISIN AT0000625108
Internet: www.oberbank.at; E-Mail: sek@oberbank.at
Redaktionsschluss: 7. März 2023
Design Umschlag: ALBA Communications Wien
Fotografie: Peter Rigaud (Bilder Vorstand Oberbank); BLICKFANG – Julia Türtscher (Bild Vorsitzender des Aufsichtsrats)
Die Oberbank verzichtet im Sinne von Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung auf eine aufwändige Druckversion ihres
Jahresfinanzberichtes. Der vollständige Jahresfinanzbericht ist auf der Oberbank-Website unter
https://www.oberbank.at/kennzahlen-berichte zu finden.
Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und bei der Errechnung der Veränderungsraten können geringfügige
Differenzen im Vergleich zur Ermittlung aus den nicht gerundeten Beträgen auftreten.
Disclaimer: Zukunftsbezogene Aussagen
Dieser Finanzbericht enthält Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Oberbank beziehen. Diese
Aussagen werden mit Begriffen wie „schätzen“, „erwarten“, „planen“, „rechnen“, „zielen“ etc. umschrieben. Die
Prognosen stellen Einschätzungen dar, die auf Basis der zum Zeitpunkt der Berichtserstellung zur Verfügung stehenden
Informationen getroffen wurden. Sollten die den Prognosen zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder Risiken –
wie die im Risikobericht angesprochenen – eintreten, können die tatsächlichen Ergebnisse von den erwarteten Ergebnissen
abweichen.
Mit diesem Finanzbericht ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien der Oberbank AG verbunden. Auf ein
eigenes Glossar wurde im vorliegenden Finanzbericht verzichtet, da entweder bekannte Begriffe verwendet oder spezielle
Termini direkt im Text erklärt werden.