I6SS27Q1Q3385V753S502023-01-012023-12-31iso4217:EURI6SS27Q1Q3385V753S502022-01-012022-12-31I6SS27Q1Q3385V753S502023-12-31I6SS27Q1Q3385V753S502022-12-31I6SS27Q1Q3385V753S502022-12-31ifrs-full:IssuedCapitalMemberI6SS27Q1Q3385V753S502022-12-31ifrs-full:SharePremiumMemberI6SS27Q1Q3385V753S502022-12-31rlbooeag:RetainedEarningMemberI6SS27Q1Q3385V753S502022-12-31ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMemberI6SS27Q1Q3385V753S502022-12-31ifrs-full:NoncontrollingInterestsMemberI6SS27Q1Q3385V753S502023-01-012023-12-31rlbooeag:RetainedEarningMemberI6SS27Q1Q3385V753S502023-01-012023-12-31ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMemberI6SS27Q1Q3385V753S502023-01-012023-12-31ifrs-full:NoncontrollingInterestsMemberI6SS27Q1Q3385V753S502023-01-012023-12-31ifrs-full:SharePremiumMemberI6SS27Q1Q3385V753S502023-12-31ifrs-full:IssuedCapitalMemberI6SS27Q1Q3385V753S502023-12-31ifrs-full:SharePremiumMemberI6SS27Q1Q3385V753S502023-12-31rlbooeag:RetainedEarningMemberI6SS27Q1Q3385V753S502023-12-31ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMemberI6SS27Q1Q3385V753S502023-12-31ifrs-full:NoncontrollingInterestsMemberI6SS27Q1Q3385V753S502021-12-31ifrs-full:IssuedCapitalMemberI6SS27Q1Q3385V753S502021-12-31ifrs-full:SharePremiumMemberI6SS27Q1Q3385V753S502021-12-31rlbooeag:RetainedEarningMemberI6SS27Q1Q3385V753S502021-12-31ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMemberI6SS27Q1Q3385V753S502021-12-31ifrs-full:NoncontrollingInterestsMemberI6SS27Q1Q3385V753S502021-12-31I6SS27Q1Q3385V753S502022-01-012022-12-31rlbooeag:RetainedEarningMemberI6SS27Q1Q3385V753S502022-01-012022-12-31ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMemberI6SS27Q1Q3385V753S502022-01-012022-12-31ifrs-full:NoncontrollingInterestsMemberI6SS27Q1Q3385V753S502022-01-012022-12-31ifrs-full:SharePremiumMember
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JAHRESFINANZBERICHT
2023
2023 im ÜberblicK
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft - Konzern
Bilanz
31.12.2023
Veränderung
31.12.2022
31.12.2021
IN MIO. EUR
IN %
IN MIO. EUR
IN MIO. EUR
Forderungen an Kunden
25.978
0,17
25.933
25.295
Forderungen an Kreditinstitute
9.815
-20,79
12.390
14.045
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
13.259
-4,37
13.865
13.501
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
15.274
-13,85
17.729
20.268
Verbriefte und nachrangige Verbindlichkeiten
10.951
14,58
9.558
10.027
Eigenkapital
5.806
8,84
5.334
5.159
Bilanzsumme
47.838
-3,01
49.322
51.447
Durchschnittliches Eigenkapital (im Geschäftsjahr)
5.570
6,17
5.246
4.963
Durchschnittliche Bilanzsumme (im Geschäftsjahr)
48.580
-3,58
50.384
50.008
Erfolgsrechnung
2023
Veränderung
2022
2021
IN MIO. EUR
IN %
IN MIO. EUR
IN MIO. EUR
Betriebserträge*
2.057
44,42
1.424
1.305
Betriebsaufwendungen**
-1.174
16,82
-1.005
-875
Betriebsergebnis
883
110,63
419
430
Jahresüberschuss vor Steuern
682
58,95
429
558
Jahresüberschuss nach Steuern
608
79,43
339
465
Gesamtergebnis
513
132,31
221
444
* Summe aus Zinsüberschuss, Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen, Provisionsüberschuss, Ergebnis aus Handelsgeschäften und dem sonstigen betrieblichen Ergebnis
** Summe aus Personalaufwand, Sachaufwand und Abschreibungen (= Verwaltungsaufwand)
Kennzahlen
2023
Veränderung
2022
2021
IN %
IN %-PUNKTEN
IN %
IN %
NPL Ratio (Non Performing Loans Ratio)
3,9
1,52
2,4
2,1
Neubildungsquote (Cost of Risk)*
–0,5
-0,30
-0,2
0,0
Betriebserträge / Ø Bilanzsumme
4,2
1,40
2,8
2,6
Jahresüberschuss vor Steuern / Ø Bilanzsumme (RoA)
1,4
0,55
0,9
1,1
Jahresüberschuss nach Steuern / Ø Bilanzsumme (RoA)
1,3
0,58
0,7
0,9
Jahresüberschuss vor Steuern / Ø Eigenkapital (RoE)
12,2
4,05
8,2
11,2
Jahresüberschuss nach Steuern / Ø Eigenkapital (RoE)
10,9
4,46
6,5
9,4
* Neubildungsquote: GuV-Aufwand für Risikovorsorge im Verhältnis zum Kredit-/Anleihenvolumen und dem Bestand an außerbilanziellen Geschäften
Konsolidierte Eigenmittel*
(Kreditinstitutsgruppe)
31.12.2023
Veränderung
31.12.2022
31.12.2021
IN % / IN %-PUNKTEN
Hartes Kernkapital (CET 1) in Mio. EUR
5.005
8,61
4.608
4.594
Kernkapital (Tier 1) in Mio. EUR
5.005
8,61
4.608
4.594
Gesamtkapital (Total Capital) in Mio. EUR
5.403
8,67
4.972
5.025
Risikogewichtete Aktiva (RWA gesamt) in Mio. EUR
30.237
3,80
29.130
28.748
Harte Kernkapitalquote (CET 1 Ratio) in %
16,55
0,73
15,82
15,98
Kernkapitalquote (Tier 1 Ratio) in %
16,55
0,73
15,82
15,98
Gesamtkapitalquote (Total Capital Ratio) in %
17,87
0,80
17,07
17,48
* auf Ebene der obersten Finanzholding (CRR-Kreis der Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen)

Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft - Einzelgesellschaft
Bilanz
31.12.2023
Veränderung
31.12.2022
31.12.2021
IN MIO. EUR
IN %
IN MIO. EUR
IN MIO. EUR
Forderungen an Kunden
26.372
0,00
26.371
25.755
Forderungen an Kreditinstitute
9.968
-20,96
12.611
14.169
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
13.635
-4,56
14.287
13.840
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
14.912
-14,91
17.526
19.929
Verbriefte und nachrangige Verbindlichkeiten
11.636
11,91
10.398
9.590
Eigenkapital
3.716
3,81
3.580
3.496
Bilanzsumme
44.692
-3,78
46.449
47.505
Durchschnittliches Eigenkapital (im Geschäftsjahr)
3.648
3,12
3.538
3.387
Durchschnittliche Bilanzsumme (im Geschäftsjahr)
45.570
-2,99
46.977
44.495
Erfolgsrechnung
2023
Veränderung
2022
2021
IN MIO. EUR
IN %
IN MIO. EUR
IN MIO. EUR
Betriebserträge
869
13
770
719
Betriebsaufwendungen
-450
5
-427
-419
Betriebsergebnis
419
22
343
300
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
222
24
179
289
Jahresüberschuss vor Steuern vom Einkommen und Ertrag
212
25
169
280
Jahresüberschuss nach Steuern
174
32
132
223
Kennzahlen
2023
Veränderung
2022
2021
IN %
IN %-PUNKTEN
IN %
IN %
Betriebsergebnis / Ø Bilanzsumme
0,92
0,19
0,73
0,67
EGT / Ø Bilanzsumme
0,49
0,11
0,38
0,65
Jahresüberschuss vor Steuern* / Ø Bilanzsumme (RoA)
0,47
0,11
0,36
0,63
Jahresüberschuss nach Steuern / Ø Bilanzsumme (RoA)
0,38
0,10
0,28
0,50
Jahresüberschuss vor Steuern* / Ø Eigenkapital (RoE)
5,81
1,02
4,79
8,27
Jahresüberschuss nach Steuern / Ø Eigenkapital (RoE)
4,77
1,04
3,73
6,58
* Jahresüberschuss vor Steuern vom Einkommen und Ertrag
Eigenmittel
31.12.2023
Veränderung
31.12.2022
31.12.2021
IN % / IN %-PUNKTEN
Hartes Kernkapital (CET 1) in Mio. EUR
3.460
3,05
3.358
3.307
Kernkapital (Tier 1) in Mio. EUR
3.460
3,05
3.358
3.307
Gesamtkapital (Total Capital) in Mio. EUR
4.171
1,95
4.091
3.992
Risikogewichtete Aktiva (RWA gesamt) in Mio. EUR
28.537
2,73
27.780
27.094
Harte Kernkapitalquote (CET 1 Ratio) in %
12,13
0,05
12,08
12,20
Kernkapitalquote (Tier 1 Ratio) in %
12,13
0,05
12,08
12,20
Gesamtkapitalquote (Total Capital Ratio) in %
14,62
-0,10
14,72
14,73
Lang-/Kurzfristrating Moodys
31.12.2023
31.12.2022
31.12.2021
A2/P-1
A3/P-2
A3/P-2
Konzernlagebericht 2023 der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft
Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Volkswirtschaftliches Umfeld
Die Weltkonjunktur verlief 2023 wenig dynamisch, speziell die Industrie durchlief eine ausgewachsene Schwächephase. Zwar beruhigten sich die Lieferkettenprobleme, der globale Warenhandel schrumpfte weniger stark und die Nachfrage nach Dienstleistungen blieb grundsätzlich recht robust, eine echte Erholung kam dennoch nicht richtig in die Gänge. Zum Jahresende hin traten zahlreiche Bremsfaktoren immer mehr in Erscheinung: restriktive Geldpolitik, schwacher Welthandel, schlechte Unternehmer- und Verbraucherstimmung und die nochmals gestiegenen geopolitischen Spannungen. Der Inflationsdruck ging im Lauf des Jahres 2023 weltweit vor allem dank Basiseffekten bei Energie- und Nahrungsmittelpreisen signifikant zurück, die Kernraten (Verbraucherpreisinflation ohne Energie und Nahrungsmittel) verharrten jedoch oftmals hartnäckig und deutlich über den jeweiligen Zentralbankzielen, wozu auch die großteils trotz Stagnationstendenzen überraschend gut ausgelasteten Arbeitsmärkte beitrugen. Das erste Halbjahr 2023 stand damit noch im Zeichen von Leitzinserhöhungen, im zweiten Halbjahr 2023 gingen viele Notenbanken mit nachlassendem Inflationsdruck zu Zinsänderungspausen über, einige Entwicklungs- und Schwellenländer wagten sich über erste Senkungen.
Die US-Wirtschaft wuchs 2023, vor allem angetrieben vom privaten Verbrauch, überraschend robust: Der Arbeitsmarkt blieb gut ausgelastet, die Realeinkommen stiegen, ein dämpfender Effekt der Geldpolitik auf den Konsum blieb vorerst aus. Mit hinein spielte hier auch, dass in den USA viele bestehende Wohnbaukredite fix verzinst mit langen Laufzeiten sind. Zudem war die Fiskalpolitik 2023 äußerst expansiv. Obwohl die anhaltend starke Nachfrage dazu beitrug, dass die Inflationsrate deutlich über dem 2 %-Ziel der US-Notenbank FED blieb, ließ diese anklingen, dass der Zinsgipfel mit der letzten Erhöhung Ende Juli 2023 auf eine Spanne von 5,25 – 5,50 % erreicht sein könnte.
Schwellen- und Entwicklungsländer zeigten 2023 deutlich mehr Konjunkturdynamik als die Industrieländer, allerdings mit großen länderspezifischen Unterschieden. Grundsätzlich blieben die großen globalen Wachstumstreiber die aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften – allerdings explizit exklusive China, das aus der Flaute nicht herausfand und weiter mit zahlreichen Belastungen kämpft: Nicht nur der angeschlagene Immobiliensektor, auch die schwächelnde Exportnachfrage und die nach Corona nachhaltig verunsicherten Konsumenten belasteten die Konjunktur. Dank staatlicher Unterstützungsmaßnahmen dürfte das Wachstumsziel 2023 von 5 % dennoch geschafft worden sein. Da in China die Teuerungsrate (zu) niedrig ist, konnte zudem auch die Notenbank stimulierend eingreifen.
Die Eurozone verzeichnete 2023 kaum Wachstum. Die hohen Lebenserhaltungskosten bremsten den Konsum stärker als erwartet und auch die Außenhandelsseite (rezessive Entwicklung des Welthandels) unterstützte wenig. Viele Euroländer, allen voran Deutschland, litten unter der anhaltend schwachen Industriekonjunktur, die nach den coronabedingten Lieferkettenproblemen nahezu übergangslos besonders heftig mit dem Energiepreisschock konfrontiert wurde. Daher werden, im Gegensatz zum gesamten Eurozonen- und EU-Wirtschaftsraum, wo sich 2023 übers Gesamtjahr eine positive BIP-Wachstumsrate ausgehen sollte, besonders die industrielastigen Volkswirtschaften wie Österreich, Deutschland, Irland, Tschechien, Ungarn bzw. die zum Krisenherd Ukraine exponierten Staaten wie Schweden und Baltikum real schrumpfen. Die Tourismusnationen hingegen profitierten weiter von der Post-Corona-Reiselust und führen das EU-weite BIP-Wachstumsranking 2023 an (Kroatien, Spanien, Griechenland, Portugal, Zypern). Die generell schwächere Konjunkturdynamik dämpft den Inflationsdruck, allerdings zeitverzögert, sodass die EZB zwar ebenso mit 4,5 % am Zinsgipfel angekommen scheint, aber bei ihrer letzten Sitzung 2023 vorerst noch nicht von angedachten Leitzinssenkungen sprach.
Vorlaufindikatoren lassen erwarten, dass sich die rezessive Wirtschaftsentwicklung, in der sich Österreich seit dem zweiten Halbjahr 2022 befindet, im vierten Quartal 2023 fortgesetzt hat. Besonders die Industrie leidet unter der weltweiten Flaute in Produktion und Handel und den Nachwirkungen des Energiepreisschocks, sodass ihre Wertschöpfung 2023 markant zurückging. Die privaten Haushalte sahen sich von der hohen Inflation belastet und reagierten mit stagnierenden Konsumausgaben. Für das Gesamtjahr 2023 dürfte sich so laut Hochrechnungen heimischer Wirtschaftsforscher eine reale Schrumpfung der Wirtschaftsleistung Österreichs zwischen 0,7 % und 0,8 % ergeben. Generell zeigen viele Stimmungsindikatoren gegen Jahresende 2023 hin eine Bodenbildung auf niedrigem Niveau, weshalb man davon ausgeht, dass die konjunkturelle Talsohle um den Jahreswechsel 2023/24 durchschritten wurde, auch wenn die Dynamik im Europa- und Weltvergleich unterdurchschnittlich bleibt. Die Inflationsrate, die zwar 2023 auch in Österreich merklich zurückging, blieb das ganze Jahr hindurch am oberen Ende im Euroländervergleich. Verantwortlich dafür war in erster Linie der in Österreich überdurchschnittlich große Teuerungsdruck von Seiten der Dienstleistungen, aber auch Energie- und Industriegüterpreise lieferten einen nicht unwesentlichen Beitrag.
Sachgüterindustrie und Bausektor waren am stärksten von den gestiegenen Preisen und der mauen Weltkonjunktur betroffen, weshalb Oberösterreich als Industrie- und Exportbundesland 2023 im Bundesländervergleich ein unterdurchschnittliches Wachstum verzeichnete. Konkret könnte es sich um eine Schrumpfung von knapp 1 % des Bruttoregionalproduktes handeln. Insbesondere die engen Verflechtungen zur rezessiven deutschen Industrie trübten das Konjunkturbild unseres Bundeslandes. Positive Impulse kamen auch in Oberösterreich vom Tourismus.
Geschäftsverlauf
Die Raiffeisenlandesbank OÖ konnte auf Basis ihres stabilen Kurses und ihrer nachhaltigen Ausrichtung im Jahr 2023 in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld ein hervorragendes Ergebnis erzielen. Das vorliegende Jahresergebnis ist ein starker Beweis dafür, dass die Raiffeisenlandesbank OÖ erfolgreich am Markt agieren konnte und die richtigen Maßnahmen zur weiteren Effizienzsteigerung gesetzt hat. So zeigt die positive Entwicklung, dass das vorausschauende und aktive Risikomanagement mit umfassenden Frühwarnparametern und einer laufenden Weiterentwicklung des Frühwarnsystems konsequent umgesetzt wird.
Im Umgang mit den globalen Unsicherheitsfaktoren aufgrund des Kriegsgeschehens in der Ukraine und im Nahen Osten hat die Raiffeisenlandesbank OÖ besonders vorausschauend agiert und die Kundenbeziehungen mit Nähe, Flexibilität und Kompetenz besonders gestärkt. Massiv gestiegene Inflationsraten, hohe Energiepreise, Lieferengpässe bei Rohstoffen, ein zunehmender Fachkräftemangel, niedriges Wirtschaftswachstum und gestiegene Zinsen sind wesentliche Faktoren, für die gemeinsam mit Kundinnen und Kunden Lösungen entwickelt werden.
Das operative Kundengeschäft hat sich trotz der genannten Faktoren sehr gut entwickelt: Das Volumen der Spareinlagen in der Raiffeisenlandesbank OÖ konnte im Vergleich zum Vorjahr um 24,3 % gesteigert werden. Besonders gut hat sich dabei das Online Sparen entwickelt: Hier konnte das Volumen um 47,7 % gesteigert werden. Diese Steigerungen sind unter anderem auf die stark gestiegenen Zinsen zurückzuführen. Rückläufig waren hingegen die Volumina bei Giroeinlagen, was insgesamt zu einem Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden auf EUR 13,3 Mrd. per 31. Dezember 2023 führte. Auch bei den Finanzierungen konnte in Summe ein Zuwachs erzielt werden (Investitionsfinanzierungen +1,3 %, Betriebsmittelfinanzierungen -2,0 %), sodass der Bilanzposten „Forderungen an Kunden“ per Jahresende 2023 EUR 26,0 Mrd. betrug.
Die gute Entwicklung des operativen Geschäfts unterstreichen vor allem die Steigerungen beim Zinsüberschuss (+34,2 %, das entspricht EUR 165,2 Mio.), welche auch in Zusammenhang mit der Zinsentwicklung stehen.
Erfreulich ist auch, dass die Raiffeisenlandesbank OÖ trotz der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ihren stabilen Kurs bei der Kapitalausstattung fortsetzen kann, die Kernkapitalquote (CET 1 Ratio) in der Kreditinstitutsgruppe liegt mit 16,6 % weiterhin auf hohem Niveau. Zudem kann im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern auf eine erfreuliche Risikosituation mit einer NPL-Quote von 3,8 % verwiesen werden.
Die Bilanzsumme im Konzern liegt per 31. Dezember 2023 mit EUR 47,8 Mrd. (-3,0 % gegenüber dem Jahresende 2022) weiterhin auf hohem Niveau. Hauptausschlaggebend ist der Rückgang von TLTRO III-Rückzahlungen (EZB-Langfristtender), die aus der Überschussliquidität der Einlagenfazilität gedeckt wurden.
Als sehr zufriedenstellend kann auch die Entwicklung jener Unternehmen betrachtet werden, an denen die Raiffeisenlandesbank OÖ Beteiligungen hält. Im Jahr 2023 haben die elf at equity bilanzierten Unternehmen ein Ergebnis von EUR  439,1 Mio. zum Konzernergebnis beigetragen (hievon Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG bzw. voestalpine AG EUR 56,5 Mio., Raiffeisen Bank International AG EUR 274,7 Mio., Raiffeisenbank a.s. EUR 54,4 Mio.).
Mit einem Betriebsergebnis von EUR 882,6 Mio. sowie einem Jahresüberschuss vor Steuern von EUR 681,9 Mio. (2022 lag das Betriebsergebnis bei EUR 418,7 Mio. und der Jahresüberschuss vor Steuern bei EUR 429,5 Mio.) konnte ein hervorragendes Ergebnis erzielt werden. Nach Berücksichtigung der Steuern von Einkommen und Ertrag sowie der sonstigen Ergebnisse (OCI) liegt das Gesamtergebnis im Jahr 2023 bei EUR 513,4 Mio. (31.12.2022: EUR 221,0 Mio.).
Der Aufsichtsrat der Raiffeisenlandesbank OÖ Aktiengesellschaft hat Ende April einstimmig beschlossen, das aktuelle Vorstandsmandat von Generaldirektor-Stellvertreterin Michaela Keplinger-Mitterlehner bis Ende 2027 zu verlängern. Neben dieser Mandatsverlängerung hat der Aufsichtsrat einstimmig Sigrid Burkowski mit Wirkung zum 1. Juli 2023 bis zum 30. Juni 2026 in den Vorstand der Raiffeisenlandesbank OÖ berufen. Nach einer Station in der voestalpine AG startete Sigrid Burkowski im Jahr 1996 ihre Karriere im Rechtsbüro der Raiffeisenlandesbank OÖ. Im Jahr 2012 wurde sie zur Leiterin des Bereiches Corporate Governance & Compliance ernannt. Ihre Zuständigkeit umfasst die Themen Compliance und Recht sowie das wichtige Zukunftsthema Nachhaltigkeit (ESG). Die gesamte Bankenbranche ist mit einem stetig komplexer werdenden regulatorischen Umfeld konfrontiert. Diese Entwicklung hat insbesondere Auswirkung auf die unterschiedlichen Compliance- und Rechtsdimensionen der Bankenwelt und in letzter Konsequenz auf die Kundinnen und Kunden. Gerade mit Blick auf die Zukunft begreift die Raiffeisenlandesbank OÖ ein gesamthaftes und kundenorientiertes Nachhaltigkeitsmanagement (ESG) als eine zentrale und fundamentale Säule, um die Kundinnen und Kunden bei der grünen Transformation zu unterstützen.
Die Ratingagentur Moody’s hat im Juli 2023 die Ratings der Raiffeisenlandesbank OÖ um eine Stufe angehoben (Long-Term Deposit von A3 auf A2 sowie Short-Term Deposit von P-2 auf P-1). Zusätzlich wurde der Ausblick auf „stabil“ aktualisiert (zuvor: „Rating under review“). Dies spiegelte die Erwartung von Moody‘s im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Kreditwürdigkeit der Raiffeisenlandesbank OÖ wider. Das Upgrade folgt der geänderten Annahme von Moody’s im Hinblick auf die Unterstützungswahrscheinlichkeit der Republik Österreich (Rating Aa1 / stabil). Die Unterstützungsannahme wurde von „niedrig“ auf „moderat“ angehoben. Damit wurde seitens Moody’s eine Anpassung an die Ratingmethodik in anderen EU-Staaten vorgenommen. Dies wirkt sich positiv auf die Ratings von insgesamt elf aus Sicht von Moody’s systemrelevanten österreichischen Banken aus, darunter auch die Raiffeisenlandesbank OÖ.
Die Raiffeisenlandesbank OÖ hat 2023 nach den Jahren 2014, 2016, 2018 und 2021 neuerlich einen EU-weiten Stresstest absolviert. Daraus resultiert, dass das Unternehmen auch im schweren Stressszenario (adverse scenario) eine robuste Kernkapitalausstattung vorweisen kann. Die Ergebnisse dieses intensiven Gesundheitschecks unterstreichen, dass die Raiffeisenlandesbank OÖ nicht nur sehr solide und nachhaltig agiert, sondern auch, dass sie für die Zukunft optimal aufgestellt ist. Bei der intensiven Prüfung, die nach höchsten internationalen Standards durchgeführt und von der Europäischen Zentralbank (EZB) koordiniert worden ist, wurden alle Risikoarten (Kreditrisiko, Beteiligungsrisiko, Marktrisiko, Zinsrisiko, Liquiditätsrisiko und Operationales Risiko) und GuV-Positionen gestresst und die Auswirkungen auf die Kapitalquoten der Raiffeisenlandesbank OÖ berechnet. Trotz verschärfter Szenario-Annahmen, insbesondere bei Immobilienpreisen, Ausfallraten bei Corporate-Krediten und Kursrückgängen bei Aktien, weist die Raiffeisenlandesbank OÖ selbst im schweren Stressszenario (adverse scenario) robuste Kapitalquoten nach den vorgegebenen Methoden und internationalen Standards der EZB auf.
Die vorliegenden hervorragenden Ergebnisse sind die beste Basis dafür, dass die Raiffeisenlandesbank OÖ ihre starke Marktposition im aktuell volatilen wirtschaftlichen Umfeld halten und auch weiter ausbauen wird. Darüber hinaus sorgt die Raiffeisenlandesbank OÖ mit einer Reihe von laufenden Projekten dafür, ihre strategische Ausrichtung rechtzeitig an die Herausforderungen der Zukunft anzupassen.
Konzernstruktur
Für die Raiffeisenlandesbank OÖ als übergeordnetes Kreditinstitut ist seit dem Geschäftsjahr 2007 verpflichtend ein Konzernabschluss im Einklang mit der IAS-Verordnung (EG) 1606/2002 nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS) aufzustellen und zu veröffentlichen. Zusätzlich werden Erläuterungen gemäß den Vorschriften des Bankwesengesetzes (BWG) und des Unternehmensgesetzbuches (UGB) gefordert. Der Konzernlagebericht wurde gemäß § 267 UGB erstellt.
Zum 31. Dezember 2023 setzt sich der Konsolidierungskreis inklusive der Raiffeisenlandesbank OÖ als Konzernmutter wie folgt zusammen:
31.12.2023
31.12.2022
Kreditinstitute
1
1
Finanzinstitute aufgrund Geschäftstätigkeit
68
72
Finanzinstitute aufgrund Holdingfunktion
16
16
Anbieter von Nebendienstleistungen
5
3
banknaher Dienstleister
1
0
sonstige Unternehmen
67
66
Gesamt
158
158
davon Inland
119
117
davon Ausland
39
41
Die at equity bilanzierten Unternehmen des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2023
31.12.2022
Kreditinstitute
3
3
Nicht-Kreditinstitute
8
7
Gesamt
11
10
davon Inland
10
9
davon Ausland
1
1
Regulatorisches Umfeld
Die europäischen aufsichtsrechtlichen Bestimmungen für Kreditinstitute (in Form von Capital Requirements Regulation CRR, Capital Requirements Directive CRD und den darauf basierenden EBA-Standards) führen dazu, dass aufsichtliche Meldungen auf konsolidierter Ebene nach den Bestimmungen der IFRS zu erfolgen haben, während der dafür zugrunde liegende Kreis durch die CRR geregelt wird. Im Wesentlichen handelt es sich bei diesem Kreis ausschließlich um Kreditinstitute, Finanzinstitute aufgrund von Geschäftstätigkeit, Finanzinstitute aufgrund von Holdingfunktion und Anbieter von Nebendienstleistungen, jedoch nicht um sonstige Unternehmen, die im IFRS-Konzern der Raiffeisenlandesbank OÖ ebenfalls vertreten sind.
Regulatorische Entwicklungen
Die Raiffeisenlandesbank OÖ wurde gemäß dem Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism – SSM) als bedeutendes Institut (Significant Institution – SI) eingestuft und unterliegt damit der direkten Aufsicht durch die Europäische Zentralbank (EZB). Vor diesem Hintergrund ist die europäische Rechtsentwicklung im Bereich Bankaufsichtsrecht besonders bedeutsam. Daneben sind für die Raiffeisenlandesbank OÖ aber auch einzelne Normen des österreichischen Gesetzgebers bzw. vereinzelt Publikationen von österreichischen Behörden von großer Bedeutung. Die Raiffeisenlandesbank OÖ befasst sich derzeit intensiv mit der CRR (Capital Requirements Regulation, Kapitaladäquanzverordnung) und der CRD (Capital Requirements Directive, Eigenkapitalrichtlinie) bzw. deren sukzessiver Weiterentwicklung („CRR III“, „CRD VI“).
Die Basel-Rechtstexte aus den abschließenden Trilogverhandlungen liegen nunmehr vor. Die Raiffeisenlandesbank OÖ rechnet aus heutiger Sicht damit, dass im ersten Halbjahr 2024 die Verabschiedung des Basel IV-Pakets durch das Europäische Parlament erfolgt und die Gesetzestexte anschließend kundgemacht werden. Die CRR III soll am 1. Jänner 2025 in Kraft treten. Die CRD VI ist binnen 18 Monaten nach deren Inkrafttreten in nationales Recht (insb. BWG) umzusetzen. Aktuell werden die Änderungen von den betroffenen Fachbereichen der Raiffeisenlandesbank OÖ analysiert und die entsprechenden Umsetzungsmaßnahmen vorbereitet.
Die Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung (KIM-V) ist am 1. August 2022 in Kraft getreten (vorerst befristet bis 30. Juni 2025). Mit 1. April 2023 trat eine Novelle der KIM-V in Kraft, welche Erleichterungen bei Zwischenfinanzierungen und Vorfinanzierungen von nicht-rückzahlbaren Zuschüssen durch Gebietskörperschaften sowie Mindestausnahmekontingente vorsieht. Vom Finanzmarktstabilitätsgremium wurde festgehalten, dass der Großteil der Banken die bestehenden Ausnahmekontingente unzureichend ausnutzt und deshalb von keiner unverhältnismäßigen Einschränkung der Kreditvergabe durch die KIM-V ausgegangen wird.
Einen weiteren Schwerpunkt stellt die Regulatorik zu den Nachhaltigkeitsthemen dar. Im Geschäftsjahr 2023 wurde intensiv an der Umsetzung diverser Offenlegungsverpflichtungen gearbeitet (Art. 449a CRR, Art. 8 Taxonomie). Im Juni 2023 wurden delegierte Rechtsakte zur EU-Taxonomie-Verordnung veröffentlicht. Neben den technischen Bewertungskriterien für die vier weiteren Umweltziele (Nachhaltige Nutzung und Schutz der Wasser- und Meeresressourcen, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung und Kontrolle der Umweltverschmutzung, Schutz und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme) wurden auch Ergänzungen bei den Klimazielen vorgenommen.
Das Paket „Fit für 55“ umfasst eine Reihe von Vorschlägen zur Überarbeitung und Aktualisierung der EU-Rechtsvorschriften. Außerdem enthält es Vorschläge für neue Initiativen, mit denen sichergestellt werden soll, dass die Maßnahmen der EU im Einklang mit den Klimazielen stehen, die der Rat und das Europäische Parlament vereinbart haben.
„Fit für 55“ bezieht sich auf das Ziel der EU, die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 % zu senken. Das vorgeschlagene Paket zielt darauf ab, die EU-Rechtsvorschriften mit dem Ziel für 2030 in Einklang zu bringen. Im Oktober hat die EU einen Fit-for-55-Klimastresstest für Banken angekündigt. Dieser Test, der Teil der ESG-Roadmap der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) ist, wird in Zusammenarbeit mit anderen EU-Institutionen und rund 70 Banken durchgeführt, die auch am EU-weiten Stresstest 2023 teilnahmen.
Im Dezember 2023 fanden die Trilogverhandlungen zur Richtlinie zu unternehmerischen Sorgfaltspflichten für Nachhaltigkeit (Corporate Sustainability Due Diligence Directive ‒ CSDDD) statt. Die geplante EU-Lieferketten-Richtlinie sieht weitgehende Dokumentationspflichten sowie zivilrechtliche Haftungen für die gesamte Wertschöpfungskette von Unternehmen und Landwirten vor. Finanzinstitute wären nach dem aktuellen Text vom Anwendungsbereich vorübergehend ausgenommen. Deutschland äußerte sich kritisch zu den Texten, eine weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das Nachhaltigkeitsrecht, welches Banken als Drehscheibe des Geldes versteht, und diesen daher eine wesentliche Rolle auf dem Weg zur Klimaneutralität zuschreibt, enorm an Bedeutung zugenommen hat. Es ist hier mit weiteren regulatorischen Vorgaben und Herausforderungen in den kommenden Jahren zu rechnen.
Weitere wesentliche regulatorische Themen im Jahr 2023 waren:
  • Die neue Verbraucherkredit-Richtlinie wurde im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Der österreichische Gesetzgeber hat die Richtlinie bis spätestens 20. November 2025 in nationales Recht umzusetzen. Die neuen Regelungen sollen ab dem 20. November 2026 für Verbraucherkreditverträge bis TEUR 100 gelten.
  • Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat am 18. November 2023 beschlossen, die nächste Prozessphase des digitalen Euro, die sogenannte Vorbereitungsphase, mit 01. November 2023 zu starten. Am Ende der voraussichtlich zweijährigen Vorbereitungsphase entscheidet der EZB-Rat, ob er zur nächsten Phase übergeht.
  • Die FMA hat am 14. August 2023 überarbeitete Mindeststandards zum Risikomanagement und zur Vergabe von Fremdwährungskrediten und Krediten mit Tilgungsträgern veröffentlicht. Diese stellen eine Überarbeitung der FMA-Mindeststandards vom 1. Juli 2017 dar.
  • Am 19. Juli 2023 wurde das Barrierefreiheitsgesetz („BaFG“) veröffentlicht, welches verpflichtende Barrierefreiheitsanforderungen für Produkte und Dienstleistungen vorsieht. Das BaFG tritt am 28. Juni 2025 in Kraft.
  • Das HinweisgeberInnenschutzgesetz (innerstaatliche Umsetzung der Whistleblowing-RL) wurde im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und trat mit 25. Februar 2023 in Kraft.
  • Das Europäische Parlament und der Europäische Rat haben am 14. Dezember 2022 DORA, die Verordnung (EU) 2022/2544 über die digitale operationelle Resilienz im Finanzsektor, beschlossen. Die Verordnung wurde am 27. Dezember 2022 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und ist am 17. Dezember 2023 in Kraft getreten. Ab dem 17. Dezember 2025 ist sie anzuwenden.
  • Aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges war bzw. ist die Raiffeisenlandesbank OÖ zudem intensiv mit der Umsetzung der einschlägigen Sanktionsnormen befasst. Diesbezüglich fand und findet ein laufendes Reporting an den Vorstand und den Aufsichtsrat statt.
Die Raiffeisenlandesbank OÖ erwartet für das Jahr 2024 erneut ein sich stark und vor allem schnell änderndes regulatorisches Umfeld. Wie bisher wird die Raiffeisenlandesbank OÖ die regulatorischen Neuerungen proaktiv beobachten, die sich daraus ergebenden Änderungen umsetzen und in ihren Geschäftsaktivitäten entsprechend berücksichtigen.
Geschäftsverlauf in den Segmenten
Im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern werden im Rahmen der Segmentberichterstattung folgende fünf Segmente unterschieden:
  • Corporates
  • Retail & Private Banking
  • Financial Markets
  • Beteiligungen
  • Corporate Center
Für weitere Details wird auf die Anhangangabe „2. Segmentberichterstattung“ im Konzernanhang verwiesen.
Corporates
Das Segment Corporates lieferte im Geschäftsjahr 2023 einen Beitrag zum Jahresüberschuss vor Steuern von EUR 78,9 Mio. (2022: EUR 179,8 Mio.). Der Ergebnisrückgang im Vergleich zum Vorjahr lässt sich im Wesentlichen auf höhere Aufwendungen für Risikovorsorgen zurückführen, während der gestiegene Zinsüberschuss gegenläufig wirkte.
Retail & Private Banking
Das Segment Retail & Private Banking lieferte insgesamt einen positiven Beitrag zum Jahresüberschuss vor Steuern von EUR 94,1 Mio. (2022: EUR 20,9 Mio.). Der Ergebnisanstieg ist im Wesentlichen auf einen höheren Zinsüberschuss zurückzuführen.
Financial Markets
Das Segment Financial Markets erreichte im Geschäftsjahr 2023 einen positiven Ergebnisbeitrag zum Jahresüberschuss vor Steuern von EUR 28,4 Mio. (2022: EUR 49,8 Mio.). In diesem Segment schlägt sich auch 2023 ein positives Ergebnis aus der Fair Value-Bilanzierung nieder, jedoch bestehen sowohl dabei als auch im Zins- und Provisionsüberschuss Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr.
Beteiligungen
Das Segment Beteiligungen ist organisatorisch in vier Beteiligungsportfolios gegliedert: „Banken & Finanzinstitute“, „Outsourcing & banknahe Beteiligungen“, „Immobilien“ sowie „Chancen- & Partnerkapital“. Insgesamt erreichte das Segment Beteiligungen im Geschäftsjahr 2023 einen Jahresüberschuss vor Steuern von EUR 475,7 Mio. (2022: EUR 185,2 Mio.). Bezüglich des hohen Anstieges im „Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ im Jahresvergleich wird auf die Anhangangaben „3.3. Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ und „4.7. At equity bilanzierte Unternehmen“ verwiesen.
Corporate Center
Das Segment Corporate Center umfasst jene Erträge und Aufwendungen, die inhaltlich keinem anderen Segment zugerechnet werden können. Im Geschäftsjahr 2023 wird bei diesem Segment ein positiver Jahresüberschuss vor Steuern von EUR 4,8 Mio.
(2022: EUR -6,2 Mio.) ausgewiesen.
Konzernerfolgsrechnung
2023
2022
Veränderung
IN MIO. EUR
IN MIO. EUR
IN MIO. EUR
IN %
Zinsüberschuss
648,7
483,5
165,2
34,2%
Risikovorsorge
-233,5
-92,2
-141,4
153,4%
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
439,1
40,1
398,9
>300%
Provisionsüberschuss
187,2
205,0
-17,8
-8,7%
Sonstiges Finanzergebnis
46,2
109,7
-63,5
-57,9%
Ergebnis aus Handelsgeschäften
13,4
6,7
6,7
99,6%
Ergebnis aus zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumenten
35,2
108,9
-73,6
-67,6%
Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten
-2,4
-5,9
3,5
-59,5%
Verwaltungsaufwendungen
-1.174,0
-1.005,5
-168,5
16,8%
davon Verwaltungsaufwendungen OÖ Wohnbau
-37,8
-38,5
0,7
-1,8%
davon Verwaltungsaufwendungen VIVATIS/efko
-430,0
-388,8
-41,2
10,6%
Sonstiges betriebliches Ergebnis
768,3
688,9
79,4
11,5%
davon sonstiges betriebliches Ergebnis OÖ Wohnbau
50,0
51,9
-1,9
-3,7%
davon sonstiges betriebliches Ergebnis VIVATIS/efko
460,5
425,6
34,9
8,2%
Jahresüberschuss vor Steuern
681,9
429,5
252,4
58,8%
Steuern vom Einkommen und Ertrag
-73,6
-90,7
17,1
-18,8%
Jahresüberschuss nach Steuern
608,3
338,8
269,5
79,5%
Betriebsergebnis
882,6
418,7
463,9
110,8%
Der Zinsüberschuss wird im Geschäftsjahr 2023 mit EUR 648,7 Mio. (2022: EUR 483,5 Mio.) ausgewiesen. Dies resultiert vorwiegend aus dem gestiegenen Zinsumfeld. Neben Zinserträgen aus Forderungen an Kunden und Kreditinstitute sowie aus festverzinslichen Wertpapieren finden hier Erträge aus Aktien und nicht festverzinslichen Wertpapieren, designierten und derivativen Finanzinstrumenten, Leasingforderungen sowie aus Anteilen an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen und sonstige zinsähnliche Erträge ihren Niederschlag. Zinsaufwendungen entstehen durch Verbindlichkeiten gegenüber Kunden bzw. Kreditinstituten, verbriefte Verbindlichkeiten, Nachrangkapital und sonstige zinsähnliche Aufwendungen. Für eine detaillierte Aufgliederung wird auf die Anhangangabe „3.1. Zinsüberschuss“ im Konzernanhang verwiesen.
Die Risikovorsorge veränderte sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR -141,4 Mio. auf EUR -233,5 Mio. (2022: EUR -92,2 Mio.). Die höheren Risikovorsorgen stehen vor allem mit einem Anstieg der Einzelwertberichtigungen sowie einem leichten Anstieg bei den statistischen Risikovorsorgen im Vergleich zum Vorjahr in Zusammenhang. Für Details wird auf die Anhangangabe „1.5. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ sowie auf „6. Angaben zu Risikovorsorgen“ im Konzernanhang verwiesen.
Das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen wird im Geschäftsjahr 2023 mit EUR 439,1 Mio. (2022: EUR 40,1 Mio.) ausgewiesen. Dabei lieferte die RBI einen Nettoergebnisbeitrag i. H. v. EUR 274,7 Mio. (2022: EUR -5,8 Mio.), die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG bzw. voestalpine AG EUR 56,5 Mio. (2022: EUR -83,7 Mio.) sowie die RB Prag EUR 54,4 Mio. (2022: EUR 83,7 Mio.). Für weitere Details wird auf die Anhangangabe „3.3. Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen“ im Konzernanhang verwiesen.
Das Ergebnis aus Provisionserträgen und -aufwendungen sank um EUR -17,8 Mio. bzw. -8,7 % auf EUR 187,2 Mio. (2022: EUR 205,0 Mio.). Der Rückgang ist vor allem auf den Bereich der Kredit- und Wertpapierprovisionen zurückzuführen. Für Details wird auf die Anhangangabe „3.4. Provisionsüberschuss“ im Konzernanhang verwiesen.
Das sonstige Finanzergebnis – bestehend aus dem Ergebnis aus Handelsgeschäften, dem Ergebnis aus zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumenten sowie dem Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten – beträgt im Geschäftsjahr 2023 EUR 46,2 Mio. (2022: EUR 109,7 Mio.). Das Ergebnis aus Handelsgeschäften beläuft sich in diesem Jahr auf EUR 13,4 Mio. (2022: EUR 6,7 Mio.). Das Ergebnis aus zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumenten i. H. v. EUR 35,2 Mio. (2022: EUR 108,9 Mio.) ergibt sich hauptsächlich aufgrund der Amortisation vergangener Bewertungsverluste infolge des Abreifens von verzinslichen und derivativen Finanzinstrumenten. Das Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten beträgt im Geschäftsjahr 2023 EUR -2,4 Mio. (2022: EUR -5,9 Mio.).
Personalaufwendungen, Sachaufwendungen und Abschreibungen werden in der Erfolgsrechnungsposition „Verwaltungsaufwendungen“ dargestellt. Bei den Verwaltungsaufwendungen der übrigen Konzerngesellschaften (ohne OÖ Wohnbau, VIVATIS/efko) inklusive der Raiffeisenlandesbank OÖ kam es zu einer Erhöhung um EUR -128,0 Mio. auf EUR -706,2 Mio. (2022: EUR -578,2 Mio.). Der Anstieg steht in Zusammenhang mit der erhöhten Inflation, außerplanmäßigen Abschreibungen im Bereich der Finanzimmobilien sowie Konzernkreisänderungen aus dem Vorjahr. Die Verwaltungsaufwendungen aus den „OÖ Wohnbau“-Gesellschaften entwickelten sich im Geschäftsjahr 2023 annähernd konstant und beliefen sich auf EUR -37,8 Mio. (2022: EUR -38,5 Mio.). Die Verwaltungsaufwendungen aus den Unternehmen des Lebensmittelbereichs – bestehend aus der „VIVATIS Holding AG“-Gruppe und der „efko Frischfrucht und Delikatessen GmbH“-Gruppe – stiegen im Jahresvergleich um 10,6 % auf EUR -430,0 Mio. (2022: EUR -388,8 Mio.). Der Anstieg der Verwaltungsaufwendungen VIVATIS/efko ist auf gestiegene Personal- und Sachaufwendungen bei bestehenden Konzerngesellschaften der VIVATIS/efko zurückzuführen.
Das sonstige betriebliche Ergebnis beinhaltet vorwiegend die Roherträge (Umsatzerlöse abzüglich umsatzbezogener Aufwendungen) bankfremder Konzerngesellschaften. Bei den übrigen Konzerngesellschaften (ohne OÖ Wohnbau, VIVATIS/efko) kam es zu einem Anstieg von EUR 46,4 Mio. auf EUR 257,8 Mio. (2022: EUR 211,4 Mio.). Der Anstieg steht in Zusammenhang mit der erhöhten Inflation sowie Konzernkreisänderungen aus dem Vorjahr. Die „OÖ Wohnbau“-Gesellschaften erwirtschafteten im Vergleich zum Vorjahr ein sonstiges betriebliches Ergebnis von EUR 50,0 Mio. (2022: EUR 51,9 Mio.). Bei den Unternehmen des Lebensmittelbereichs (VIVATIS/efko) stieg das sonstige betriebliche Ergebnis um 8,2 % auf EUR 460,5 Mio. (2022: EUR 425,6 Mio.). Der Anstieg des sonstigen betrieblichen Ergebnisses VIVATIS/efko ist auf verkaufsseitige Preiseffekte bei bestehenden Konzerngesellschaften der VIVATIS/efko zurückzuführen.
Im sonstigen betrieblichen Ergebnis sind ebenso Aufwendungen der im IFRS-Konzern befindlichen Kreditinstitute für die Stabilitätsabgabe in Höhe von EUR -9,7 Mio.(2022: EUR -9,7 Mio.) sowie Aufwendungen für die Beiträge für den Abwicklungsfonds gemäß BaSAG von EUR -14,3 Mio. (2022: EUR -25,7 Mio.) und für die Einlagensicherung gemäß ESAEG in Höhe von EUR -8,0 Mio. (2022: EUR -7,1 Mio.) enthalten.
Der erwirtschaftete Jahresüberschuss vor Steuern erhöhte sich 2023 um EUR 252,4 Mio. auf EUR 681,9 Mio. (2022: EUR 429,5 Mio.). Die Steuern vom Einkommen und Ertrag werden im Vergleich zum Vorjahr mit EUR -73,6 Mio. (2022: EUR -90,7 Mio.) ausgewiesen. Darin enthalten sind die laufenden Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie latente Steuern. Für Details wird auf die Anhangangabe „3.10. Steuern vom Einkommen und Ertrag“ im Konzernanhang verwiesen.
Der erwirtschaftete Jahresüberschuss nach Steuern liegt im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 bei EUR 608,3 Mio. (2022: EUR 338,8 Mio.).
Die Betriebserträge – berechnet aus den Positionen „Zinsüberschuss“, „Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“, „Provisionsüberschuss“, „Ergebnis aus Handelsgeschäften“ und „Sonstiges betriebliches Ergebnis“ – betragen EUR 2.056,6 Mio. (2022: EUR 1.424,2 Mio.). Die Betriebsaufwendungen, welche der Position „Verwaltungsaufwendungen“ entsprechen, betragen EUR -1.174,0 Mio. (2022: EUR -1.005,5 Mio.). Damit konnte im Konzern ein Betriebsergebnis von EUR 882,6 Mio. (2022: EUR 418,7 Mio.) erzielt werden.
Konzerngesamtergebnisrechnung
IN MIO. EUR
2023
2022
Jahresüberschuss nach Steuern
608,3
338,8
Bewertungsänderung bei OCI-Fremdkapitalinstrumenten (FVOCI)
-2,8
-166,7
Bewertungsänderung eigenes Kreditrisiko bei zum Fair Value bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten
1,1
10,3
Sonstiges Ergebnis at equity bilanzierter Unternehmen
-91,8
-13,6
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
-4,0
19,1
Weitere sonstige Ergebnisse
1,5
-1,2
Darauf erfasste latente Steuern
1,1
34,1
Summe sonstige Ergebnisse (OCI)
-94,9
-117,8
Gesamtergebnis
513,4
221,0
Die sonstigen Ergebnisse (Other Comprehensive Income, OCI) werden 2023 mit EUR -94,9 Mio. (2022: EUR -117,8 Mio.) ausgewiesen.
Bei den gehaltenen Fremdkapitalinstrumenten der Kategorie FVOCI entstehen die Bewertungsverluste im Geschäftsjahr 2023 i. H. v. EUR -2,8 Mio. (2022: EUR -166,7 Mio.) im Wesentlichen durch einer Ausweitung der Bewertungsspreads sowie durch Auflösungen im Zusammenhang mit statistischen Risikovorsorgen. Positive Effekte durch einen Rückgang der Kapitalmarktzinsen reduzieren das negative Ergebnis. Die Bewertungsgewinne aus eigenen Kreditrisiken bei zum Fair Value bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten i. H. v. EUR 1,1 Mio. (2022: EUR 10,3 Mio.) sind grundsätzlich auf eine Ausweitung der Bewertungsspreads der eigenen Emissionen zurückzuführen.
Die sonstigen Ergebnisse aus at equity bilanzierten Unternehmen stammen vor allem aus den Beteiligungen an der Raiffeisen Bank International AG, der Raiffeisenbank a.s. sowie der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG bzw. voestalpine AG und stehen im Wesentlichen in Zusammenhang mit Effekten aus der Währungnsumrechung und versicherungsmathematischen Effekten aus Personalrückstellungen.
Es kam 2023 darüber hinaus zu einer OCI-Entwicklung i. H. v. EUR -4,0 Mio. (2022: EUR 19,1 Mio.) i. Z. m. versicherungsmathematischen Effekten aus Personalrückstellungen.
Die weiteren sonstigen Ergebnisse, bestehend aus Bewertungsänderungen im Zusammenhang mit der Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb sowie Fremdwährungsdifferenzen, betragen 2023 EUR 1,5 Mio. (2022: EUR -1,2 Mio.).
Die auf die sonstigen Ergebnisse erfassten latenten Steuern veränderten sich vor allem aufgrund der Bewertungsänderungen bei OCI-Fremdkapitalinstrumenten und eigenen Kreditrisiken sowie bei versicherungsmathematischen Gewinnen auf EUR 1,1 Mio. (2022: EUR 34,1 Mio.).
Insgesamt konnte 2023 ein Gesamtergebnis von EUR 513,4 Mio. (2022: EUR 221,0 Mio.) erzielt werden.
Konzernbilanz
Die Konzernbilanzsumme der Raiffeisenlandesbank OÖ sank im Jahresvergleich um EUR -1.484 Mio. bzw. -3,0 % und wird mit einem Wert von EUR 47.838 Mio. (31.12.2022: EUR 49.322 Mio.) ausgewiesen.
31.12.2023
31.12.2022
Veränderung
IN MIO. EUR
IN %
IN MIO. EUR
IN %
IN MIO. EUR
IN %
Forderungen an Kreditinstitute
9.815
20,5
12.390
25,1
-2.576
-20,8
davon an Raiffeisenbanken
(1.209)
(2,5)
(1.646)
(3,3)
(-437,3)
(-26,6)
Forderungen an Kunden
25.978
54,3
25.933
52,6
45
0,2
Handelsaktiva
1.332
2,8
1.622
3,3
-290
-17,9
Finanzanlagen
5.408
11,3
4.909
10,0
499
10,2
At equity bilanzierte Unternehmen
2.492
5,2
2.255
4,6
237
10,5
Sonstige Posten
2.814
5,9
2.213
4,5
600
27,1
Aktiva
47.838
100,0
49.322
100,0
-1.484
-3,0
Die Forderungen an Kreditinstitute verringerten sich im Laufe des Jahres 2023 um EUR -2.576 Mio. bzw. -20,8 % auf EUR 9.815 Mio. (31.12.2022: EUR 12.390 Mio.). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf Tilgungen bzw. vorzeitige TLTRO III-Rückführungen zurückzuführen, die aus der Überschussliquidität gedeckt wurden. Von den gesamten Forderungen an Kreditinstitute betreffen im Geschäftsjahr 2023 EUR 1.209 Mio. (31.12.2022: EUR 1.646 Mio.) Refinanzierungen an oberösterreichische Raiffeisenbanken.
Die Forderungen an Kunden stiegen um 0,2 % bzw. EUR 45 Mio. auf EUR 25.978 Mio. (31.12.2022: EUR 25.933 Mio.). Diese Veränderung resultiert vor allem aus der gemäßigten Ausweitung des Finanzierungsvolumens, als Ergebnis einer restriktiven Konjunkturerwartung der Kunden und dem entsprechend zurückhaltenden Investitionsverhalten.
Die Handelsaktiva – bestehend aus Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sowie derivativen Geschäften mit positiven Marktwerten – weisen zum 31.12.2023 einen Buchwert von EUR 1.332 Mio. (31.12.2022: EUR 1.622 Mio.) aus. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Änderung von EUR -290 Mio. bzw. -17,9 %, welche im Wesentlichen auf Marktwertänderungen bei derivativen Positionen zurückzuführen ist.
Die Finanzanlagen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 499 Mio. bzw. 10,2 % auf EUR 5.408 Mio. (31.12.2022: EUR 4.909 Mio.). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus einer Erhöhung des Wertpapierpufferbestandes.
Der Buchwert der at equity bilanzierten Unternehmen wird zum 31.12.2023 mit EUR 2.492 Mio. (31.12.2022: EUR 2.255 Mio.) ausgewiesen. Für Details wird auf die Anhangangabe „4.7. At equity bilanzierte Unternehmen“ im Konzernanhang verwiesen.
Die sonstigen Posten – bestehend aus Barreserven, Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedge, immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, Finanzimmobilien, laufenden und latenten Steueransprüchen sowie den sonstigen Aktiva – erhöhten sich im Jahresvergleich um EUR 600 Mio. oder 27,1 % auf EUR 2.814 Mio. (31.12.2022: EUR 2.213 Mio.).
31.12.2023
31.12.2022
Veränderung
IN MIO. EUR
IN %
IN MIO. EUR
IN %
IN MIO. EUR
IN %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
15.274
31,9
17.729
35,9
-2.455
-13,8
davon gegenüber Raiffeisenbanken
(8.605)
(18,0)
(7.555)
(15,3)
(1050)
(13,9)
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
13.259
27,7
13.865
28,1
-606
-4,4
Handelspassiva
1.268
2,7
1.720
3,5
-452
-26,3
Verbriefte Verbindlichkeiten
10.068
21,0
8.634
17,5
1.435
16,6
Nachrangkapital
883
1,8
924
1,9
-41
-4,5
Sonstige Posten
1.280
2,7
1.116
2,3
164
14,7
Eigenkapital
5.806
12,1
5.334
10,8
472
8,8
Passiva
47.838
100,0
49.322
100,0
-1.484
-3,0
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten veränderten sich im Jahresvergleich um EUR -2.455 Mio. bzw. -13,8 % auf einen Stand von EUR 15.274 Mio. (31.12.2022: EUR 17.729 Mio.). Der Rückgang ergibt sich vor allem aus vorzeitigen TLTRO III-Rückführungen i. H. v. EUR 2.900 Mio. Die Reduktion der Kreditvebindlichkeiten wurde dabei vom starken Liquiditätszug der Raiffeisenbanken abgeschwächt. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen EUR 8.605 Mio. (31.12.2022: EUR 7.555 Mio.) Verbindlichkeiten gegenüber oberösterreichischen Raiffeisenbanken.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden reduzierten sich um EUR -606 Mio. bzw. -4,4 % auf EUR 13.259 Mio. (31.12.2022: EUR 13.865 Mio.). Diese Entwicklung spiegelt die generelle wirtschaftliche Entwicklung wider, in der die Liquiditätsreserven der Kunden reduziert wurden. Die Handelspassiva – bestehend aus Zinssatz-, Wechselkurs-, aktien-/indexbezogenen sowie übrigen Geschäften – weisen zum 31.12.2023 einen Buchwert von EUR 1.268 Mio. (31.12.2022: EUR 1.720 Mio.) aus. Dies entspricht einem Rückgang von EUR -452 Mio. oder -26,3 %, welcher im Wesentlichen auf derivative Zinssatzgeschäfte zurückzuführen ist.
Verbriefte Verbindlichkeiten erhöhten sich um EUR 1.435 Mio. bzw. 16,6 % auf einen Buchwert per 31.12.2023 von EUR 10.068 Mio. (31.12.2022: EUR 8.634 Mio.) und setzen sich wie folgt zusammen:
  • Begebene Schuldverschreibungen i. H. v. EUR 5.258 Mio. (31.12.2022: EUR 5.149 Mio.),
  • börsennotierte Pfand-/Kommunalbriefe i. H. v. EUR 1.559 Mio. (31.12.2022: EUR 191 Mio.),
  • nicht börsennotierte Pfand-/Kommunalbriefe i. H. v. EUR 334 Mio. (31.12.2022: EUR 266 Mio.) und
  • sonstige verbriefte Verbindlichkeiten i. H. v. EUR 2.917 Mio. (31.12.2022: EUR 3.029 Mio.).
Der Anstieg in den börsennotierten Pfand-/Kommunalbriefen ergibt sich im Wesentlichen aus der Begebung von zwei Benchmarkemissionen mit einer Gesamtnominale i. H. v. EUR 1.250 Mio.. Die Buchwertrückgänge bei Emissionen resultieren vor allem aus der Anwendung von Hedge Accounting und der stark veränderten Zinslandschaft. Von den verbrieften Verbindlichkeiten entfallen EUR 5.045 Mio. (31.12.2022: EUR 3.522 Mio.) auf bei Investoren platzierte gedeckte Schuldverschreibungen (Covered Bonds). Das Nachrangkapital wird zum 31.12.2023 mit einem Wert von EUR 883 Mio. (31.12.2022: EUR 924 Mio.) um EUR -41 Mio. bzw. -4,5 % niedriger ausgewiesen. Unbesicherte Emissionen mit einer Stückelung unter EUR 2.000 (bei Emissionen in Fremdwährung der EUR-Gegenwert der Stückelung in Fremdwährung), die für Retailinvestoren begeben wurden, haben einen Anteil von EUR 2.375 Mio. (31.12.2022: EUR 2.182 Mio.) am gesamten ausstehenden Volumen.
Die sonstigen Posten – bestehend aus Rückstellungen, Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedge, laufenden und latenten Steuerverbindlichkeiten sowie sonstigen Passiva – erhöhten sich auf EUR 1.280 Mio. (31.12.2022: EUR 1.116 Mio.).
Das Eigenkapital setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
IN MIO. EUR
31.12.2023
31.12.2022
Grundkapital
278
278
Kapitalrücklagen
972
972
Kumulierte Ergebnisse
4.319
3.860
Nicht beherrschende Anteile
237
224
Eigenkapital
5.806
5.334
Für Details wird auf die Eigenkapitalentwicklung sowie auf die Anhangangabe „4.21. Eigenkapital“ im Konzernanhang verwiesen.
Bericht über die Bankstellen, Zweigniederlassungen und
Tochterunternehmen
Bankstellen
Zum Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern gehören zum 31. Dezember 2023 in Summe 35 (31.12.2022: 39) Bankstellen sowie neun (31.12.2022: neun) Zweigniederlassungen in Deutschland. Die 35 Bankstellen setzen sich aus 14 Bankstellen in Oberösterreich, einer in Wien und 20 Bankstellen in Salzburg zusammen. Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern legt besonderen Wert auf die starke Kombination von digitalen Angeboten mit der persönlichen Beratung und Betreuung in den Bankstellen.
Zweigniederlassungen und Tochterunternehmen im Ausland
Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern ist seit 1991 mit Zweigniederlassungen im süddeutschen Raum aktiv. Er begleitet in dieser dynamischen Wirtschaftsregion wachstumsorientierte Unternehmen mit kunden- und zukunftsorientierten Finanzierungsmodellen. Per Ende des Jahres 2023 verfügt der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern in Bayern und Baden-Württemberg mit Augsburg, Heilbronn, München, Nürnberg, Passau, Regensburg, Stuttgart, Ulm und Würzburg über insgesamt neun Standorte. Das Hauptaugenmerk der Betreuungsaktivitäten liegt auf Kunden aus der Industrie, mittelständischen Unternehmen sowie gehobenen Privatkunden.
Neben seinen Zweigniederlassungen ist der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern auch mit Tochterunternehmen der „IMPULS-LEASING“-Gruppe seit vielen Jahren im europäischen Raum in den Ländern Deutschland, Tschechien, Polen, Kroatien und Rumänien vertreten. Der Schwerpunkt liegt in der Betreuung von Firmenkunden, die Gesellschaften konzentrieren sich dabei auf die Finanzierung von Fahrzeugen, Maschinen und technischer Ausstattung. In Deutschland ist die „IMPULS-LEASING“-Gruppe mit sechs Filialen (31.12.2022: sechs), in den osteuropäischen Ländern mit 30 Filialen (31.12.2022: 30) vertreten.
Für eine quantitative Darstellung nach geografischen Regionen wird auf die Anhangangabe „8.1.3. Geografische Aufteilung gemäß Country-by-Country Reporting“ im Konzernanhang verwiesen.
Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Finanzielle Leistungsindikatoren
Wesentliche im internationalen Vergleich sowie zur internen Steuerung verwendete Kennzahlen stellen sich wie folgt dar:
Erfolgskennzahlen
  • Die Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity) – berechnet als das prozentuelle Verhältnis von Jahresüberschuss vor Steuern zum durchschnittlichen Konzerneigenkapital (ermittelt als Durchschnitt aus Anfangs- und Endbestand des Eigenkapitals im Konzern) – liegt 2023 bei 12,2 % (31.12.2022: 8,2 %). Die höhere Eigenkapitalrentabilität im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich vorwiegend aus einem höheren Jahresüberschuss vor Steuern per 31.12.2023. Für Details wird auf die Konzernerfolgsrechnung im Konzernanhang verwiesen.
  • Die Gesamtkapitalrentabilität (Return on Assets) – berechnet als das prozentuelle Verhältnis von Jahresüberschuss vor Steuern zur durchschnittlichen Konzernbilanzsumme (ermittelt als Durchschnitt aus Anfangs- und Endbestand der Konzernbilanzsumme) – liegt 2023 bei 1,4 % (31.12.2022: 0,9 %). Die höheren Gesamtkapitalrentabilität im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich wiederum vorwiegend aus einem höheren Jahresüberschuss vor Steuern per 31.12.2023.
  • Die Neubildungsquote (Cost of Risk) – berechnet als Aufwand für Risikovorsorge im Verhältnis zum Kredit-/Anleihenvolumen und dem Bestand an außerbilanziellen Geschäften auf Ebene der obersten Finanzholding (CRR-Kreis der Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen) – liegt 2023 bei -0,48 % (31.12.2022: -0,18 %). Die höheren Neubildungsquote im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich vorwiegend aus einem höheren Aufwand für Risikovorsorgen (vor allem in Zusammenhang mit Ausfällen im Immobilienportfolio) im Geschäftsjahr 2023. Für Details wird auf die Konzernerfolgsrechnung im Konzernanhang verwiesen.
Liquiditätskennzahlen
  • Die NSFR (Net Stable Funding Ratio; zur Definition siehe Glossar) ist mit einer gesetzlichen Mindestquote von 100 % verbindlich einzuhalten. Die NSFR per 31.12.2023 liegt auf Ebene der obersten Finanzholding (CRR-Kreis der Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen) bei 123,95 % (31.12.2022: 128,61 %) und ist daher deutlich über dem gesetzlichen Minimum.
  • Die LCR (Liquidity Coverage Ratio; zur Definition siehe Glossar) per 31.12.2023 liegt auf Ebene der obersten Finanzholding (CRR-Kreis der Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen) bei 164,34 % (31.12.2022: 163,26 %) und übersteigt somit deutlich die gesetzlich geforderten 100 %.
  • Der Überlebenshorizont (Survival Period) per 31.12.2023 war größer als 365 Tage und übertrifft somit deutlich die in den Leitlinien des CEBS (Commitee of European Banking Supervisors) geforderte Mindestperiode von 30 Tagen.
Aktivaqualitätsindikatoren
Die Aktivaqualitätsindikatoren, die im Rahmen des regelmäßigen Berichts zu den BaSAG (Bundesgesetz über die Sanierung und Abwicklung von Banken)-Sanierungsindikatoren ermittelt werden, dienen dazu, allfällige Veränderungen im Portfolio des Konzerns (CRR-Kreis der Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen) aufzuzeigen. Dabei wird der Fokus der Betrachtung auf das Kreditrisiko gelegt. Bezüglich Non Performing Loans (NPL) wird bei den BaSAG-Indikatoren die Non Performing Definition gemäß EBA-Vorschriften angewandt.
Die Schwellenwerte der Aktivaqualitätsindikatoren wurden so festgelegt, dass noch genügend Puffer über den intern festgelegten Grenzwerten bestehen (keine regulatorischen Mindestquoten seitens des Regulators festgelegt), um eine Reaktionsmöglichkeit oder die Ergreifung von Sanierungsmaßnahmen zu gewährleisten, bevor der Sanierungsschwellenwert verletzt wird.
  • Die Coverage Ratio I bzw. Deckungsquote I zeigt den zugeordneten Stand an Wertberichtigungen (WB) in Bezug zu den notleidenden Krediten. Die Quote zeigt somit die Fähigkeit des Konzerns, potenzielle Verluste aus dem Non Performing Portfolio zu absorbieren. Auf Konzernebene (CRR-Kreis der Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen) liegt die Coverage Ratio I per 31.12.2023 bei 30,9 % (31.12.2022: 32,6 %).
  • Die Coverage Ratio II bzw. Deckungsquote II zeigt den zugeordneten Stand an Wertberichtigungen (WB) und Sicherheiten in Bezug zu den notleidenden Krediten. Die Quote zeigt somit die Fähigkeit des Konzerns, potenzielle Verluste aus dem Non Performing Portfolio zu absorbieren. In der Kennzahl werden im Gegensatz zur Deckungsquote I Sicherheiten berücksichtigt. Auf Konzernebene (CRR-Kreis der Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen) liegt die Coverage Ratio II per 31.12.2023 bei 84,3 % (31.12.2022: 81,9 %).
  • Die Anstiegsrate der notleidenden Kredite (in %) zeigt eine Indikation für die Dynamik in der Entwicklung des Bestandes an notleidenden Krediten. Dies hat unmittelbar Auswirkungen auf das Ergebnis bzw. auf die Eigenkapitalquote der Bank. Per Jahresende 2023 beträgt die auf ein Jahr bezogene Anstiegsrate der notleidenden Kredite auf Konzernebene (CRR-Kreis der Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen) 53,5 % (2022: 8,6 %). Der relativ hohe Anstieg – ausgehend von einem niedrigen Niveau – ist auf vermehrte Ausfälle im Immobilienbereich zurückzuführen.
  • Die NPL Ratio bzw. NPL-Quote (Verhältnis von Non Performing Loans Exposure zu Gesamtexposure) zeigt eine Indikation für den Bestand an notleidenden Krediten. Auf Konzernebene (CRR-Kreis der Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen) beträgt sie per 31.12.2023 3,8 % (31.12.2022: 2,4 %).
Für entsprechende Risikokennzahlen, die der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern darüber hinaus intern verwendet und welche gemäß einem davon abweichenden, branchenüblichen Definitions- und Ermittlungsschema errechnet werden, wird auf die Anhangangabe „7. Risikobericht“ im Konzernanhang verwiesen.
Eigenmittel- und Solvabilitätskennzahlen
Die konsolidierten Eigenmittel auf Ebene der obersten Finanzholding (CRR-Kreis Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen) stellen sich gemäß Capital Requirements Regulation (CRR) wie folgt dar:
Das harte Kernkapital (Common Equity Tier 1, CET 1) beträgt zum Jahresende 2023 EUR 5.005 Mio. (31.12.2022: EUR 4.608 Mio.). Die Steigerung ergibt sich hauptsächlich aus der Anrechnung des Konzernjahresergebnisses, welches den Eigentümern der Muttergesellschaft zuzurechnen ist, vermindert um vorhersehbare Abgaben und Ausschüttungen. Das Kernkapital (Tier 1, T 1) wird ebenso mit EUR 5.005 Mio. (31.12.2022: EUR 4.608 Mio.) ausgewiesen.
Das Ergänzungskapital (Tier 2, T 2) wird zum 31.12.2023 mit EUR 398 Mio. (31.12.2022: EUR 364 Mio.) ausgewiesen.
Die gesamten Eigenmittel (Total Capital, TC) ergeben sich aus Kernkapital und Ergänzungskapital und betragen zum 31.12.2023 in Summe EUR 5.403 Mio. (31.12.2022: EUR 4.972 Mio.).
Der Gesamtrisikobetrag (risikogewichtete Aktiva, RWA) wird per 31.12.2023 mit EUR 30.237 Mio. (31.12.2022: EUR 29.130 Mio.) ausgewiesen. Der Anstieg der risikogewichteten Aktiva resultiert aus dem allgemeinen Geschäftsverlauf wobei sich, in den Bereichen Risikopositionen gegenüber Instituten, Risikopositionen gegenüber ausgefallenen Kunden und bei den sonstigen Positionen größere Veränderungen eingestellt haben.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 werden gemäß CRR eine harte Kernkapitalquote von 16,6 % (31.12.2022: 15,8 %), eine Kernkapitalquote von 16,6 % (31.12.2022: 15,8 %) und eine Gesamtkapitalquote von 17,9 % (31.12.2022: 17,1 %) ausgewiesen. Die Quoten werden gemäß Art. 92 CRR auf den Gesamtrisikobetrag berechnet.
Gemäß § 23 BWG beträgt der Kapitalerhaltungspuffer per 31.12.2023 2,5 % (31.12.2022: 2,5 %). Dieser ist in hartem Kernkapital zu halten.
Gemäß § 23d BWG i. V. m. § 6 und 7 der Kapitalpuffer-Verordnung (KP-V) der FMA hat die Raiffeisenlandesbank OÖ auf Basis der konsolidierten Lage der Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen sowie auf Einzelbasis einen Puffer für die systemische Verwundbarkeit (Systemrisikopuffer) sowie einen Puffer für systemrelevante Institute (O-SRI) i. H. v. jeweils 0,5 % vorgeschrieben. Diese wurden mit dem BGBI. II Nr. 269/2022 auf 0,75 % angehoben und beträgt aufgrund der stufenweisen Anhebung 0,9 % für das Geschäftsjahr 2024.
Durch den antizyklischen Kapitalpuffer soll in Zeiten, in denen das Kreditwachstum über dem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts liegt, volkswirtschaftlich gegengesteuert werden. Er beträgt zwischen 0 % und 2,50 % der risikogewichteten Aktiva und ist in hartem Kernkapital zu halten.
Die Kapitalpufferquote für die in Österreich gebundenen wesentlichen Kreditrisikopositionen per 31.12.2023 beträgt 0 %. Der institutsspezifische antizyklische Kapitalpuffer für die Raiffeisenlandesbank OÖ berechnet sich gemäß § 23a Abs. 1 BWG aus dem gewichteten Durchschnitt der Quoten der antizyklischen Kapitalpuffer jener Länder, in denen die wesentlichen Kreditrisikopositionen der Raiffeisenlandesbank OÖ gebunden sind. Es ist zu erwarten, dass – so wie auch 2023 – der antizyklische Kapitalpuffer im Jahr 2024 weiter ansteigen wird, aber eine unwesentliche Größe (unter einem Prozent der Gesamt RWA) für die Raiffeisenlandesbank OÖ sein wird. Für Details zu den Eigenmitteln sowie den Kapitalanforderungen wird auf die Anhangangabe „8.1.6. Aufsichtsrechtliche konsolidierte Eigenmittel“ im Konzernanhang verwiesen.
Institutionelles Sicherungssystem
Ein IPS ist eine vertragliche oder satzungsmäßige Haftungsvereinbarung, die die teilnehmenden Institute dezentraler Bankengruppen absichert (Haftungsverbund). Damit wird das solidarische Zusammenstehen geregelt. Gemäß Art. 49 CRR müssen Kreditinstitute bei der Ermittlung ihrer Eigenmittel grundsätzlich deren Positionen in Eigenmittelinstrumenten anderer Kreditinstitute in Abzug bringen, sofern nicht eine Befreiung aufgrund von Art. 49 Abs. 3 CRR i. V. m. Art. 113 Abs. 7 CRR im Rahmen eines bestehenden IPS gegeben ist. Das Raiffeisen-IPS erfüllt diese Voraussetzungen. Für Details zum institutionellen Sicherungssystem wird auf die Anhanganabe „7. Risikobericht“ im Konzernanhang verwiesen.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Hierzu wird auf den konsolidierten gesonderten Nachhaltigkeitsbericht, einschließlich der Angaben für das Mutterunternehmen für das Geschäftsjahr 2023, auf der Website der Raiffeisenlandesbank OÖ verwiesen. Für eine kurze Zusammenfassung wird auch auf die Angaben im Abschnitt „Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility“ unter „Allgemeine Informationen“ im Geschäftsbericht verwiesen.
Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
Voraussichtliche Entwicklung des volkswirtschaftlichen Umfelds
Weltkonjunktur weiter im Schritttempo
Frühindikatoren deuten an, dass die Phase nur moderaten Wachstums weiter anhält. Nachfrageseitig stützen Konsum- und Staatsausgaben die Weltwirtschaft trotz restriktiver Finanzierungsbedingungen, angebotsseitig helfen hohe Erwerbsbeteiligung, wieder besser funktionierende Lieferketten und niedrigere Energie- und Rohstoffpreise, den geopolitischen Verwerfungen zu trotzen. Der Internationale Währungsfonds erwartet für 2024 ein Weltwirtschaftswachstum von 3,1 %. Diese eigentlich ansehnliche Wachstumsrate soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwar für die USA die sanfte Landung (Inflationsreduktion ohne Rezession) durchaus möglich scheint, die restriktive Geldpolitik aber immer noch bremst. Vor allem für Europa stehen die Zeichen auf Schwäche, allen voran für Deutschland. Der Ausblick für die anderen großen, weniger von russischen Energieimporten abhängigen EU-Volkswirtschaften Italien, Frankreich und Spanien ist hingegen optimistischer. Weit klaffen die Konjunkturprognosen für die Schwellenländer auseinander: Während aus Indien klare Tendenzen eines starken kurzfristigen Momentums und auch aus anderen Ländern Südostasiens und Brasilien positive Impulse kommen, scheint Argentinien in einer tiefen Rezession verfangen und die ausgewachsene Schwächephase Chinas mit tiefen strukturellen Problemen ist noch nicht überwunden.
Kampf gegen die Inflation noch nicht gewonnen
Zwar bildeten sich Gesamt- wie Kerninflation 2023 rasch zurück. Faktoren, die diese Disinflation beschleunigten, fallen nun aber vielfach weg und das Wachstum der Lohnstückkosten ist zu dynamisch für die niedrigen mittelfristigen Inflationsziele. Die potenziell inflationstreibenden Risiken bleiben: kriegerische Handlungen in rohstoffexportierenden Nationen, mögliche Wetterextreme oder sonstige unvorhergesehene Ereignisse höherer Gewalt. Es bleibt also spannend, wann die Phase erhöhter Inflationsraten, die 2021 begann, endgültig endet. Die Hochs dürften aber jedenfalls überschritten sein und auch wenn strukturell gut ausgelastete Arbeitsmärkte die Kerninflation noch über den Notenbankzielen halten, lassen Letztere anklingen, dass man 2024 über erste Zinsschritte nach unten durchaus nachdenken kann, sofern sich nicht wieder neue, unvorhergesehene Preisschocks auftun.
Österreich: Dynamischer Aufschwung verzögert sich
Für 2024 wird ein moderates, primär konsumgetragenes BIP-Wachstum von 0,6 % bis 0,9 % prognostiziert. Sehr verhalten ist der Ausblick für das Baugewerbe: Es dürfte im Gesamtjahr 2024 nochmals eine Schrumpfung verbuchen. Für den Dienstleistungssektor hingegen halten Wirtschaftsforscher merkliches Wachstum für möglich, auch wenn nicht gleichmäßig über den Sektor verteilt. 2025/26 hofft man neben dem Konsum als Hauptwachstumsstütze auf eine sich wieder erholende Investitions- und Exportdynamik.
Nach der schwachen Einkommensentwicklung 2022/23 werden die Reallöhne bei guten Abschlüssen und sinkender Inflation 2024/25 kräftig zulegen, sodass die Lohnquote (Anteil der Löhne am BIP) 2026 um rund 3 %-Punkte über dem Niveau von 2019 liegen könnte. Dies stützt die These der BIP-Wachstumshoffnung Konsum, der bis 2026 maßgeblich zum BIP-Wachstum beitragen dürfte. Die prognostizierte deutlich positive Reallohnentwicklung sollte den Haushalten sogar Spielraum geben, ihre Sparquote, die 2023 zur Abfederung der Realeinkommensverluste auf 6,4 % sank, wieder anzuheben. Der Wermutstropfen dabei: Innerhalb des Prognosehorizonts 2023–26 könnten die Lohnstückkosten um durchschnittlich 5,8 % jährlich wachsen und damit um 2,1 % stärker als im Euroraum. Diese überdurchschnittliche Lohnstückkostenentwicklung schlägt sich in einem Rückgang der internationalen preislichen Wettbewerbsfähigkeit Österreichs nieder und führt zu einem Verlust an Exportmarktanteilen.
Wie international sind auch für Österreich die konjunkturellen Risiken überwiegend nach unten gerichtet. Ein wesentliches Thema bleibt die Inflation: Sie könnte sich als noch hartnäckiger erweisen als erwartet, neue oder wiederaufflammende Störungen auf den Energie- und Lebensmittelmärkten sind jederzeit möglich, zum Beispiel als Folge des Krieges im Gazasteifen (vgl. Blockade des Suezkanals im Dezember). Bedeuten würde dies, dass die Zentralbanken doch länger am restriktiven Ast bleiben müssen. Die österreichische Konjunkturdynamik stärker bremsen könnte auch ein höherer Verlust an Exportmarktanteilen aufgrund der Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit sowie eine mögliche ausbleibende Belebung der internationalen Industriekonjunktur. Stärker als prognostiziert könnte die Konjunktur anziehen, wenn die Inflation schneller zurückgeht als erwartet und eine frühere Zinswende nach unten erlaubt, was die Finanzierungskosten senken und die Nachfrage beleben würde.
Voraussichtliche Entwicklung des Konzerns
Das wirtschaftliche Umfeld bleibt auch im Jahr 2024 herausfordernd: Die Konjunktur in Österreich zeigt bereits seit mehreren Quartalen deutliche Züge einer Rezession. Die infolge der restriktiven Geldpolitik kräftig gestiegenen Zinssätze belasten die Investitionsnachfrage. Augenscheinliches Beispiel: Die für den Standort Österreich wesentliche Baubranche steht stark unter Druck – hohe Energiepreise, hohe Lohnkosten, sinkende Aufträge und die strengeren Kreditvergaberegelungen führen zu starken Umsatzeinbrüchen. Neben dem Baugewerbe sind davon auch die verbundenen Branchen wie etwa die Holzindustrie oder Zulieferer betroffen. Unter anderem bremsen die genannten Faktoren nach wie vor die Konjunkturentwicklung, wenngleich im zweiten Halbjahr 2024 von einer Erholung ausgegangen wird. Ein leichtes BIP-Wachstum für Österreich von 0,9 % (WIFO) bzw. 0,8 % (IHS) wird erwartet. Damit könnte die Wirtschaftsentwicklung ähnlich wie im Euroraum (WIFO: +1,0 %) ausfallen. Trotz des weiterhin herausfordernden Umfelds wird im Jahr 2024 mit einer stabilen operativen Geschäftsentwicklung der Raiffeisenlandesbank OÖ sowie der übrigen Konzernunternehmen gerechnet.
Nachhaltigkeit war und ist immer schon ein fester Bestandteil der Raiffeisen-DNA. Auf Basis dieses starken Wertegerüsts wurde in den letzten Monaten eine neue Nachhaltigkeitsstrategie für die Raiffeisenlandesbank OÖ ausgearbeitet und nun zur Umsetzung gebracht. Dabei wurden bestehende Strategiedokumente analysiert, Anregungen aus aufsichtsrechtlichen Prüfungen berücksichtigt und mit maßgeblichen Bereichen im Haus konkrete Ziele und Wege erarbeitet. Ziel ist es, Nachhaltigkeit in allen Geschäftsbereichen zu verankern, Kundinnen und Kunden bei der grünen Transformation zu begleiten und Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil der Unternehmenskultur zu begreifen. Die Nachhaltigkeitsstrategie orientiert sich an den drei Bereichen „Umwelt und Zukunft“ bzw. Environment, „der Mensch im Mittelpunkt“ bzw. Soziales sowie „Unternehmen und Verantwortung“ bzw. Governance. Zu den damit verbundenen Maßnahmen zählen unter anderem konkrete Dekarbonisierungszielwerte für die wichtigsten Branchen, Ausschlusskriterien in den Kreditvergaberichtlinien, die Dotierung eines Sozialfonds oder die Installation eines Nachhaltigkeitsboards. Mit einem professionellen Angebot an nachhaltigen Finanzdienstleistungen setzt die Raiffeisenlandesbank OÖ darüber hinaus starke Impulse und ist durch Geschäftsfelder, wie etwa den Beteiligungsbereich, breit und stabil aufgestellt.
Kundenorientierung und persönliche Betreuung bleiben auch in Zukunft die wesentlichen Erfolgsfaktoren des eigenen Geschäftsmodells. Unternehmen, Institutionen und Privatkunden werden auch weiterhin umfassend begleitet, gerade in einem herausfordernden Umfeld möchte die Raiffeisenlandesbank OÖ nicht nur Impulsgeber, sondern vor allem auch ein stabiler Partner bei Vorhaben und Investitionen sein. Neben klassischen Finanzierungen forciert die Raiffeisenlandesbank OÖ auch weiterhin die Bereitstellung von Eigenkapital. Die Beteiligungsgesellschaften sind dabei nicht nur Kapitalgeber, sondern unterstützen Unternehmen auch mit Expertise in vielen Bereichen, etwa im Controlling, Liquiditätsmanagement oder bei Restrukturierungen.
Als Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung des eigenen Geschäftsmodells dienen die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden. Potenziale sollen nicht nur in bestehenden Geschäftsfeldern gehoben werden, sondern auch die sich bietenden Chancen im „Beyond Banking“ sollen genützt werden. Klarer Auftrag ist, die Werte der Genossenschaft in die Gegenwart zu übertragen. Die Raiffeisenlandesbank OÖ und die oberösterreichischen Raiffeisenbanken haben deshalb mit „Raiffeisen OÖ Ventures“ eine Genossenschaft für Beyond Banking-Initiativen gegründet. Dort werden unter anderem Corporate Start-Ups vorangetrieben, entwickelt und aufgebaut. Mit „findeR“ hat bereits ein erstes Leuchtturmprojekt Marktreife erlangt. Der Online-Marktplatz stellt Regionalität und die Vernetzung in den Mittelpunkt: „findeR“ unterstützt Unternehmen dabei, mit ihrem Angebot in der Region sichtbar und nun vor allem auch für die Menschen erlebbar zu werden. Die Plattform ist für den einfachen, sicheren Einstieg in den Onlinevertrieb genauso geeignet wie für den Ausbau von e-Commerce-Aktivitäten erfahrener Unternehmen. Weitere Beyond Banking-Initiativen stehen in den Startlöchern. Vor allem nachhaltige, regionale Energieversorgung sowie die flächendeckende Gesundheitsversorgung sind Themen, für die aktuell Lösungen entwickelt werden.
Als Vorreiter bei der Entwicklung und dem Vertrieb von digitalen Bankdienstleistungen hat die Raiffeisenlandesbank OÖ bereits in der Vergangenheit eine gute Basis für die Zukunft gelegt. Diesen Weg möchte das Unternehmen auch mithilfe von starken Partnern und breit angelegten Kooperationen weitergehen.
Die Raiffeisenlandesbank OÖ forciert einerseits eine effiziente und zielgerichtete Liquiditätsplanung und -steuerung. Darüber hinaus setzt das Unternehmen auf ein umfassendes Risikomanagement in Kombination mit einem genauen Controlling. Mit dem Projekt „Finanzarchitektur Neu“ wurden im Unternehmen zudem wesentliche Eckpfeiler für neue moderne Standards gesetzt, die nach rund zweieinhalb Jahren Projektzeit nun in vielen Bereichen sukzessive implementiert und umgesetzt werden. Mit der Einführung der Standardsoftware SAP in der Raiffeisenlandesbank OÖ wurde in diesem Zusammenhang ein Meilenstein erreicht. Hauptziel war es, die unterschiedlichen Prozesse und Programme, die in der Raiffeisenlandesbank OÖ und den Tochterunternehmen im Rechnungswesen-Bereich verwendet wurden, zu vereinheitlichen und zu zentralisieren und damit ineffiziente Vorgänge und Zeitressourcen zu verbessern. Auch aufsichtsrechtliche Erfordernisse machten es notwendig, unterschiedliche Programme und Buchungskreise zusammenzuführen und zu modernisieren.
Auch die Zukunftsmaßnahmen und der Ausblick der wesentlichen Tochterunternehmen und at equity bilanzierten Unternehmen stellen sich positiv dar:
Die „IMPULS-LEASING“-Gruppe (ILG) erwartet für 2024 auf ihren Heimmärkten Österreich und Süddeutschland sowie in CEE eine stabile Neugeschäftsentwicklung. Die Strategie einer konservativen Geschäftspolitik unter Ertrags- und Risikogesichtspunkten wird beibehalten. Im Zuge von Effizienzsteigerungsmaßnahmen werden Schnittstellen zur Raiffeisenlandesbank OÖ bzw. zur Raiffeisenbankengruppe OÖ laufend evaluiert und optimiert.
Die KEPLER-FONDS KAG ist mit einem gesamten Kundenvolumen von rund EUR 19,4 Mrd., davon EUR 17,9 Mrd. Fondsvolumen, eine der TOP 4-Fondsgesellschaften in Österreich. Als Pionier für nachhaltige Investments verwaltet die Fondstochter der Raiffeisenlandesbank OÖ bereits rund EUR 7,9 Mrd. in diesem Bereich. KEPLER ist zudem anerkannter Spezialist im Management von Anleihenfonds, dynamischen Mischfonds und Aktienfonds mit speziellem Minimum-Varianz-Ansatz oder performanceorientierter Ausrichtung.
Die VIVATIS-Gruppe und die efko-Gruppe rechnen für das Geschäftsjahr 2024 mit einer weiterhin angespannten Entwicklung auf den Absatzmärkten infolge des Kaufkraftverlustes und geändertem Kundenverhalten. Neben den erwarteten Volatilitäten und sogenannten Zweitrundeneffekten auf den Beschaffungsmärkten gestaltet sich das Umfeld am Arbeitsmarkt weiterhin sehr herausfordernd, dies v. a. aufgrund der äußerst hohen Kollektivvertragsabschlüsse im Jahresverlauf 2023 bzw. Ausblick 2024. Aufgrund dieser erwarteten Mehrbelastungen sowie aufgrund von auslaufenden Energie-Sicherungskontrakten sind in 2024 weitere verkaufsseitige Preisanpassungen erforderlich. Die diesbezüglichen Verhandlungen mit den Kunden gestalten sich aktuell sehr schwierig. Um das qualitative Wachstum weiter voranzutreiben, soll weiterhin kontinuierlich die Innovationsrate gesteigert werden. Für 2024 sind im Lebensmittelbereich Investitionen in Höhe von rund EUR 43 Mio. geplant. Weiters werden Möglichkeiten für anorganisches Wachstum über Akquisitionen geprüft und der Export stärker fokussiert.
Die „OÖ Wohnbau“-Gruppe hat für 2024 ein Bauvolumen in Höhe von EUR 72,5 Mio. geplant. Im Bereich der Hausverwaltung soll der Bestand auf rund 45.600 Verwaltungseinheiten durch Eigenproduktion bzw. Akquise von Hausverwaltungsmandaten ausgebaut werden.
Die Raiffeisenbank a.s. ist als fünftgrößte Bank eine wichtige Institution am tschechischen Bankenmarkt und bietet ein weites Feld von Finanzdienstleistungen an. Mit 119 Filialen und Geschäftszentren betreut sie rund 1,95 Mio. Kunden in ganz Tschechien. Im Wirtschaftsjahr 2022 wurde die Migration der Equa Bank erfolgreich umgesetzt, auf Basis dieser wird sich die Bank in Zukunft auf die weitere Stärkung ihrer Marktposition konzentrieren.
Der voestalpine-Konzern erwartet nachfrageseitig in den Segmenten Maschinenbau, Konsumgüterindustrie und Bau sowie generell bei Investitionen in industrielle Produktionsanlagen keine Erholung. In der Automobilindustrie, in der Luftfahrtindustrie und im Energiebereich rechnet der Vorstand mit stabiler bis leicht steigender Nachfrage. Der Ergebnisausblick für das Geschäftsjahr 2023/24 liegt mit einem EBITDA in Höhe von rund EUR 1,6 Mrd. unter dem Rekordwert im Vorjahr i. H. v. EUR 2,5 Mrd.
Die AMAG erwartet für das Jahr 2024 weiterhin eine herausfordernde Marktumgebung. Die einzelnen operativen Segmente zeigen unterschiedliche Aussichten. Im Segment Metall wird eine hohe Produktion von Primäraluminium erwartet, wobei die Ergebnisse stark von den Preisentwicklungen beeinflusst werden. Das Segment Gießen ist abhängig von der Entwicklung der Automobilindustrie und soll von einer stabilen Nachfrage nach Recycling-Gusslegierungen profitieren. Im Segment Walzen wird eine weitere Mengensteigerung im Transportbereich erwartet, während eine Erholung der Nachfrage in anderen Bereichen von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung abhängt. Aufgrund der Unsicherheit in der Markt- und Wirtschaftsentwicklung ist jedoch eine spezifische EBITDA-Prognose zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Der langfristige Erfolg des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns hängt wesentlich vom aktiven Management der Risiken ab. Um dieser Zielsetzung gerecht zu werden, wurde in der Raiffeisenlandesbank OÖ als der dominierenden Konzerngesellschaft ein Risikomanagement gemäß der §§ 39, 39a BWG und der Kreditinstitute-Risikomangementverordnung(KI-RMV) implementiert, das es ermöglicht, sämtliche Risiken im Konzern (Kreditrisiko, Marktrisiko, Beteiligungsrisiko, Liquiditätsrisiko, makroökonomisches Risiko, operationelle Risiken und sonstige Risiken) zu identifizieren, zu messen und durch das Management aktiv zu steuern. ESG (Environment, Social, Governance)-Risiken als neue Dimension von Risiken werden schrittweise in die bestehenden Risikokategorien integriert, wobei der stärkste Fokus auf dem Klima- und Umweltrisiko liegt.
Die vom Vorstand der Raiffeisenlandesbank OÖ beschlossene Risikostrategie sichert den Gleichlauf der Risiken im Sinne der strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden regelmäßig informiert.
Für die weitere Darstellung der gesamten Finanzrisiken im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern für das Jahr 2023 sowie der Ziele und Methoden im Risikomanagement wird auf die Anhangangabe „7. Risikobericht“ im Konzernanhang verwiesen.
Risikoentwicklung vor dem Hintergrund makroökonomischer Auswirkungen
Das Jahr 2023 war wirtschaftlich geprägt von einer sehr hohen Inflation einhergehend mit einer Normalisierung des Zinsniveaus. Letzteres hat aber durch die rasche Abfolge der Zinsanstiege nach vielen Jahren der Null- bzw. Negativzinsen viele Unternehmen überrascht und die Nachfrage sowie die Investitionsbereitschaft der Unternehmen stark gedämpft. Das Bruttoinlandsprodukt ist 2023 gegenüber dem Vorjahr um 0,4 % gesunken.1
Der Nachfragerückgang, die höheren Finanzierungskosten, die nach wie vor teilweise angespannten Lieferketten und der in vielen Branchen vorhandene Personalmangel sowie der damit verbundene Druck auf die Lohnkosten haben viele Unternehmen stark gefordert, manche auch überfordert und damit für einen kräftigen Anstieg der Insolvenzen in einigen Branchen gesorgt.
Vor allem im Immobilienbereich, der durch die lange Zeit kaum relevanter Zinslast eine gewisse Überhitzung erfahren hat, hat der fast schockartige Anstieg der Zinsen für eine abrupte Vollbremsung gesorgt, die manche Projekte ins Trudeln gebracht hat. Die Auswirkung davon war und ist eine Eintrübung der Baukonjunktur vor allem im Hochbau, die zunächst auf den Hochbau fokussierte Baufirmen aber auch Bauzulieferer trifft. Ebenso leidet der Handel und dort besonders Bereiche, die im Zuge der Pandemie Sonderkonjunkturen erlebt haben, wie Möbelhandel und Baumärkte, unter dem Nachfragerückgang. Besonders bei „zyklischen“ Produkten, die nicht zum täglichen Leben benötigt werden, hat der Nachfragerückgang jene Unternehmen, die auf höhere Lagerhaltung gesetzt hatten, um Lieferkettenproblemen und stark steigenden Transportkosten zu begegnen, am falschen Fuß erwischt. Volle Lager sorgen bei ausbleibender Nachfrage und stark gestiegenen Zinsen ebenso für höhere Kosten wie die aufgrund der hohen Inflation auch entsprechend hohen Lohnabschlüsse.
In der Raiffeisenlandesbank OÖ führt diese Gemengelage im Geschäftsjahr 2023 zu einer starken Erhöhung der Risikokosten, wobei der Großteil dieses Anstiegs diesmal auf Vorsorgen für bereits eingetretene Ausfälle zurückzuführen ist und nicht wie in den vergangenen Jahren auf den Anstieg der Portfoliovorsorgen durch schlechter werdende Ratings oder herausfordernde makroökonomische Parameter.
Vor allem bei Immobilienprojekten in Entwicklung oder im Bau waren Stundungen oder Aufschübe notwendig, weil geplante Vorverkaufsquoten nicht erreicht oder vereinbarte Beiträge von Kapitalgebern nicht geleistet werden konnten. Etwa die Hälfte der gebildeten Vorsorgen ist auf solche Immobilienfinanzierungen zurückzuführen, wobei keine einzelne Kundengruppe heraussticht, sondern sich diese Vorsorgen vielmehr auf etliche kleinere und mittlere Kreditengagements verteilen. Der Rest der gebildeten Vorsorgen verteilt sich auf viele Branchen, die in die oben angeführte Schere zwischen in dieser Höhe unerwarteten Rückgänge der Nachfrage einerseits und Anstiege der Kosten, auch in Form von Zinsen, andererseits geraten sind.
Ergänzend wurden die Portfoliovorsorgen genutzt, um gezielt für Immobilienfinanzierungen vorzusorgen, bei denen eine Refinanzierung für den Projektentwickler bei Ablauf der Kreditlinien in der Zukunft durch die geänderten Rahmenbedingungen herausfordernd werden könnte. In Summe tragen die Portfoliovorsorgen 2023 noch nicht zu einer Entlastung der Risikokosten bei, die aber für 2024 bei einer Normalisierung der Inflation und einer moderaten Zinssenkung erwartet wird. Sie waren aber im abgelaufenen Jahr nur mehr für einen relativ kleinen Teil der Risikokosten des Jahres 2023 verantwortlich.
Während also das Kreditrisiko nach Jahren der relativen Stagnation 2023 deutlich angestiegen ist, zeigten die drei anderen (Risiko-) Bereiche der Bank eine durchaus erfreuliche Entwicklung.
Die für das Ergebnis der Bank relevanten Werte der Beteiligungen haben sich nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine wieder deutlich erholt. Diese Erholung wurde vom Krieg in Israel bislang kaum gedämpft.
Das Zinsgeschäft, als einer der Kerngeschäftsbereiche von Banken, ist durch die Normalisierung des Zinsniveaus von einem Anstieg des Zinsüberschusses gekennzeichnet, der die gestiegenen Kreditausfälle überkompensiert. Dies gilt, obwohl die österreichischen Banken im europäischen Vergleich die höheren Zinsen an die Sparer überproportional weitergeben und damit weniger Zinsmarge generieren als Banken in anderen Ländern.
Nachdem Sparen und Veranlagen in Anleihen für Kundinnen und Kunden wieder attraktiv geworden ist, war es auch kein Problem, das Auslaufen der im Rahmen der TLTRO-Programme gewährten Liquiditätsunterstützungen der EZB zu kompensieren. Es wurden darüber hinaus auch vorzeitige Rückführungen getätigt. Dazu ist es der Raiffeisenlandesbank OÖ gelungen, Sparer mit attraktiven Angeboten ein Stück weit weg von täglich fälligen Sparguthaben hin zu Termineinlagen zu bewegen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die wieder erstarkten Zinserträge die erhöhten Ausfälle im Kreditbereich mehr als kompensieren. Dies gilt, obwohl durch die lange Niedrigzinsphase die letzte positive Konjunkturphase deutlich länger gedauert hat als üblich und damit die negative Konjunkturentwicklung jetzt auch stärker ausschlägt als normalerweise.
Forschung und Entwicklung
Das Projekt „Digitale Regionalbank“ ist ein zentraler Teil der Zukunftsstrategie. Das Ziel ist die Öffnung neuer – bislang ungenutzter – Kanäle sowie die Vernetzung mit den bestehenden Strukturen. Durch die „Digitale Regionalbank“ sollen einerseits Produktinnovationen gefördert und beschleunigt werden. Das Projekt soll andererseits aber auch dazu beitragen, das Kundenvertrauen weiter zu stärken, neue Marktanteile zu sichern sowie die Qualitätsführerschaft weiter auszubauen. Durch Standardisierungen soll dabei auch die Effizienz gesteigert werden. Inhalte sind unter anderem Onlineprojekte (App, „Mein ELBA“, Homepage, digitaler Vertrieb, Produktabschlussstrecken, WILL – die digitale Vermögensverwaltung etc.), Beratungsprojekte (SMART-Beratung, Wunschplaner für Kunden, Produktfinder, Produktabschlussstrecken für Berater etc.) und der Aufbau einer Omnikanalplattform sowie Analytik. In Ausarbeitung ist ein Omnikanalmanagement, das die Kanäle orchestriert und dem Kunden über den richtigen Kanal das richtige Angebot übermittelt.
Kurzbeschreibung der wesentlichsten Teilprojekte:
  • „Mein ELBA“/„Mein ELBA“-App: Ein zentraler Bestandteil ist die Entwicklung des persönlichen Finanzportals „Mein ELBA“. „Mein ELBA“ wird in Zukunft als zentrale Drehscheibe eine zunehmend wichtigere Rolle in der Kundenbeziehung spielen. Das Finanzportal kann von den Kunden individuell gestaltet werden und stellt vor allem auch eine wichtige Kommunikationsplattform zwischen Kunden und Bank dar. Die Übermittlung von passenden Produktvorschlägen mit unmittelbaren Abschlussmöglichkeiten vervollständigt diese zentrale Kundenplattform. Mit der Online-Kontoeröffnung, Kreditkartenanträgen, Kreditwünschen mittels Sofortkredit oder Onlinekredit wird Kunden die Möglichkeit geboten, digital und rund um die Uhr das eigene Finanzleben zu managen. Diese digitalen Möglichkeiten werden konsequent laufend ausgebaut. Die Integration und gemeinsame Weiterentwicklung einer Omnikanalstrategie in den Projekten SMART-Beratung, Kundenkontaktcenter, Analytik omnikanalfähige Prozesse und „Mein ELBA“ bieten den Kunden künftig ein einheitlich übergreifendes, einzigartiges Service.
  • SMART-Beratung: SMART-Beratung ermöglicht dem Kundenberater eine 365-Grad-Sicht seiner Kunden und daraus einfach Prozesse zu starten (z. B. Kundendaten ändern, Produkte neu abschließen oder ändern – oder eine umfassende Beratung starten). Mit dem Wunschplaner und anderen hilfreichen Features unterstützt es den Kundenberater, ein qualitativ hochwertiges Beratungsgespräch zu führen.
  • Signalcontainer: Der Signalcontainer ist ein Tool, das in Echtzeit Kundensignale erkennt und diese zum richtigen Zeitpunkt über den richtigen Kanal mit dem richtigen Medium ausspielt. In Echtzeit kann dann in den Verlauf eingesehen und bei Bedarf Änderungen vorgenommen werden (z. B. Änderung des Kanals etc.). Somit ist eine kundenindividuelle (digitale) Ansprache möglich.
  • End-to-End-Strecken: Ziel ist es hier, die Omnikanalfähigkeit der Kunden- als auch der Beraterstrecken herzustellen und damit eine optimale Kundenreise zu ermöglichen. End-to-End-Strecken sind sowohl produktbezogen (z. B. Konto, Kredit etc.) als auch servicebezogen (z. B. Änderung der Adresse durch den Kunden etc.).
  • Omnikanalmangement (OKM): OKM ermöglicht es, die Kundensignale noch kundenzentrierter zu verarbeiten und dem Kunden nur noch jene Signale zukommen zu lassen, die auch seiner aktuellen Lebenslage entsprechen. Dabei werden sowohl die Wahl des richtigen Kanals als auch die Intensität der Leads kundenzentriert orchestriert.
Mit RaiPay hat Raiffeisen Österreich eine neue, moderne App für das Bezahlen mit dem Smartphone gelauncht. RaiPay bietet Android-Nutzern smartes, mobiles Bezahlen mit der Debit- und mit der RBI-Kreditkarte – 2023 wurden von über 45.000 Kunden über 1,1 Mio. Zahlungen getätigt. Zusätzlich hat der Raiffeisenkunde mit RaiPay eine benutzerfreundliche „Geld Senden und Empfangen“-Funktion (P2P), welche sofort und ohne zusätzliche Registrierung genutzt werden kann, um Geld in Echtzeit an jede österreichische Debit- und/oder Kreditkarte zu senden oder von dort zu empfangen.
Damit wurden die bisherigen Lösungen ELBA-pay und ZOIN abgelöst. Das aktuelle Portfolio an modernen, digitalen und mobilen Bezahlmöglichkeiten umfasst somit RaiPay, Apple Pay, Bluecode, Garmin Pay und LAKS Pay. Am weiteren Ausbau wird laufend gearbeitet. Im Jahr 2023 wurden bei Raiffeisen OÖ mehr als 76 Mio. kontaktlose Zahlungen durchgeführt, das entspricht ca. 92 % aller Zahlungen mit Debitkarten. Rund 15 % aller kartenbasierten Zahlungen – das sind über 12 Mio. Transaktionen – erfolgten bereits mit dem Smartphone.
Zusätzlich garantiert der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern bei allen Transaktionen innerhalb der RBG Ö, die mittels „Mein ELBA“ bzw. der „Mein ELBA“-App beauftragt werden, dass die Gutschrift unmittelbar und rund um die Uhr am Empfängerkonto gutgeschrieben wird – wie eine Instant Payment-Transaktion.
Mit Raiffeisen INFINITY stellt die Raiffeisenlandesbank OÖ Firmenkunden eine moderne Online Business Banking-Lösung zur Verfügung. Neben den bekannten und wesentlichen Zahlungsverkehrsfunktionen bietet Raiffeisen INFINITY diverse Mehrwertfunktionen (z. B. Anforderung von Bankgarantien, Finanzstatus, direkte Kommunikation über Mailbox, digitale Dokumentensignatur mittels ID Austria etc.). Raiffeisen INFINITY wird die bisherige Firmenkundenlösung „ELBA-business“ ablösen.
2023 war der Bereich der Prozessdigitalisierung geprägt von einer Vielzahl an digitalisierten Produktabschlüssen in den Bankstellen. Dabei wurde das Augenmerk vermehrt auf hoch frequente Produkte wie Kontoanlage und Debitkarte gelegt. Darüber hinaus konnte der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern einen modernen, digitalisierten und optimalen Prozess zur Kundenstammanlage flächendeckend ausrollen.
Weiters wurde mit SMART Schalter eine neue zentrale Arbeitsoberfläche für nahezu alle Standard-Schalter-Transaktionen flächendeckend in den Raiffeisenbanken ausgerollt. Damit können neben der digitalen Belegablage auch die Vorteile der digitalen Signatur einfach und bequem am Schalter mittels U-Pad genutzt werden.
Im Bereich Online-Produktabschluss wurden der Einsatz und die Nutzung von Antragsstrecken forciert. Im Jahr 2023 wurden bereits mehr als 74.000 Produkte online eröffnet. Einfach und bequem können so Kunden von Raiffeisen OÖ von zuhause aus beispielsweise die Antragsstrecken „Sofortkredit“ (Abschluss in der „Mein ELBA“-App bis EUR 4.000), „Onlinekredit“ (in „Mein ELBA“ bis EUR 30.000), „Online Sparen“, „Online-Konto“, „Bausparverträge“ oder „Kreditkarten“ und viele mehr nutzen. Die Legitimation für Neukunden erfolgt per Videolegitimation, eps-Überweisung, direkt in einer Bankstelle oder ab dem ersten Quartal 2024 mit dem Foto-Ident-Verfahren.
Um Neukunden den Kontowechsel zu Raiffeisen zu erleichtern, bietet Raiffeisen Österreich mit dem Kooperationspartner Qwist einen für den Kunden vollautomatisierten Online-Kontowechselservice an.
Die Personalentwicklung hat im Jahr 2023 unter dem Motto „Volle Führungskraft voraus“ den ersten Raiffeisen OÖ Leadership-Kongress veranstaltet. Ziel war es, Führungskräften der Raiffeisenlandesbank OÖ, Raiffeisenbanken, Tochterunternehmen sowie Beteiligungen aus ganz Oberösterreich Raum zu geben, sich mit ausgewählten Expertinnen und Experten sowie Zukunftsforschern zu Themenstellungen rund um Leadership auszutauschen. Weiters hat die Raiffeisenlandesbank OÖ als Kompetenzzentrum e-Learning Österreich einen Schwerpunkt in der Weiterentwicklung der gesamten e-Learning-Infrastruktur gesetzt. Mit dem Einsatz einer neuen, modernen Lernplattform wurde ein wichtiger Schritt in der Professionalisierung der gesamten Lernwelt bei Raiffeisen gesetzt, der die Weiterentwicklung von Blended Learning und Hybridlösungen für das Aus- und Weiterbildungsprogramm forciert.
Durch die Bereitstellung von tätigkeitsbezogenen und bedarfsgerechten Arbeitsmöglichkeiten werden direkte Kommunikation, Kreativität und Transparenz gefördert. Darum wurde in der Raiffeisenlandesbank OÖ ein neues Raumkonzept entwickelt, welches eine effektive Zusammenarbeit unterstützt. Auf den neuen Büroflächen werden sowohl ein ruhiges Umfeld zur Konzentration als auch belebte Zonen zum Austausch im Team ‒ auch bereichsübergreifend ‒ ermöglicht. Somit erhält man die benötigte Flexibilität, um kurzfristig auf neue Anforderungen zu reagieren und neue Ideen und Potenziale zu verwirklichen.
Im Rechenzentrum der Raiffeisenlandesbank OÖ, der RAITEC GmbH, wird laufend an der Konzeption und Implementierung neuester IT-Sicherheitsstandards und -methoden geforscht. Neben diversen ISO- und ISAE-Zertifizierungen wird laufend an Projekten gearbeitet, um die technische Sicherheit weiter zu erhöhen. Darüber hinaus gibt es auch ständig Initiativen, um das Sicherheitsbewusstsein bei den Mitarbeitern im Umgang mit Infrastruktur, Systemen und Daten weiter zu schärfen.
Die Verhinderung von Betrug im Zahlungsverkehr steht im Zeitalter des Echtzeit-Zahlungsverkehrs neuen Herausforderungen gegenüber. Durch Einsatz von Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) kann die Raiffeisenlandesbank OÖ eine schnellere Prüfung und Bewertung von Transaktionen, schnellere Reaktion auf neue Betrugsmuster und eine verbesserte Erkennung betrügerischer Transaktionen sicherstellen.
Die RAITEC GmbH als IT-Infrastruktur-Vollversorger (nicht nur) der Raiffeisenbankengruppe OÖ konnte ihre Position als eines der führenden Bankenrechenzentren Österreichs weiter festigen, nicht zuletzt durch eine Reihe nachhaltig positiver Partnerschaften. Aus technisch-strategischer Sicht werden neben dem eigentlichen RZ-Produktionsbetrieb (Shared Service/Data Center, Systembetrieb) alle zugehörigen Themen, wie insbesondere Systems- und Security-Engineering, professionell mit eigenem Personal proaktiv und „state of the art“ betrieben.
Dem Thema Sicherheit wird größte Beachtung geschenkt, und zwar in allen Bereichen: Personal-Awareness, Objektsicherheit, Netzwerk-Sicherheit, Rechenzentrums-Sicherheit, Intrusion Prevention/Detection (Malware), Softwaretechnik-Sicherheit, Server-Sicherheit, Device-Sicherheit (PCs, Notebooks, Smartphones/Tablets), Cyber Security/Internet-Sicherheit. Interne Prüfungen des Themas IT-Sicherheit (Konzernrevision) orientieren sich am strengen „IT-Grundschutzhandbuch“ des Deutschen Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Externe Audits wurden wie folgt erfolgreich abgewickelt/begleitet: (Re-) Zertifizierungen/Testierungen nach ISO 9001:2015, ISO 27001:2013 sowie nach ISAE 3402 Typ 2 für die Standorte Linz, Innsbruck, Salzburg und Graz/Raaba. Darüber hinaus werden freiwillig regelmäßig externe „Red Team Operations“-Prüfungen (mit Schwerpunkt Social Engineering) durchgeführt.
Kontakte im Bereich Forschung und Entwicklung gibt es in erster Linie mit den Fachbereichen Wirtschaftsinformatik und Informatik der Johannes Kepler Universität Linz sowie dem Softwarepark in Hagenberg und dem Fachbereich Computerwissenschaften der Universität Salzburg. Darüber hinaus gibt es anlass- und themenbezogen Erfahrungsaustausch-Schienen, insbesondere mit anderen Rechenzentren bzw. IT-Dienstleistern und Consulting-Unternehmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Weiters gibt es eine Kooperation mit dem IPO (Institut für Personal- und Organisationsentwicklung in Wirtschaft und Verwaltung an der Johannes Kepler Universität Linz) zum Thema Data Governance.
Die Raiffeisen Software GmbH (RSG), ebenfalls mit Sitz in Linz, ist das Software-Haus der Raiffeisenbankengruppe Österreich, versorgt also alle österreichischen Raiffeisenbanken mit Software-Lösungen. Sowohl das Strukturmodell (Aufbauorganisation) als auch das Produktionsmodell (Ablauforganisation, Vorgehensmodell für das Software Engineering) sind agil definiert (Produktzentrierung). Die RSG ist auch der zentrale Träger der Umsetzung der IT-Governance für die Software-Entwicklungsthemen der Raiffeisenbankengruppe Österreich. Neben der Agilität sind die Themen Automatisierung in allen ihren Facetten (insbesondere Testautomatisierung und Release-Automatisierung) und IT-Security in der RSG von zentraler Bedeutung. Auch die RSG setzt auf die zuvor beschriebenen externen Vernetzungen und akademischen Kooperationen.
In der VIVATIS-Gruppe nimmt der Forschungs- und Entwicklungsbereich bereits seit Jahren einen wichtigen Stellenwert ein. Sowohl auf Produktebene (u. a. auch forcierter Fokus auf Ersatzprodukte und alternative Proteine) als auch bei der Optimierung von Prozessen und Verfahrenstechniken (v. a. Business Excellence-Initiative) konnten zuletzt strategisch wichtige Projekte gestartet und bereits erfolgreich umgesetzt werden. Für den Aufbau effektiver Planungs- und Steuerungssysteme kommen moderne Managementansätze nach Hoshin Kanri zur Anwendung. Ein weiterer Fokus liegt auf dem kontinuierlichen Ausbau und der Professionalisierung des konzernalen Innovationsmanagements. Mit der Implementierung der Ideen- und KVP-Plattform „INNOVATIS“ wurde 2023 ein wichtiger Meilenstein bei der Digitalisierung des konzernweiten Ideenmanagements gesetzt.
Im Sinne einer langfristig orientierten F&E-Strategie kommt auch den ESG-Anforderungen eine wesentliche Bedeutung zu. Diesbezüglich ist die Forcierung der wirtschaftlichen Effizienzsteigerung und nachhaltigen Unternehmensführung auf allen Prozessebenen und bei sämtlichen Investitionsaktivitäten von wesentlicher Relevanz. Im Zuge von Standort-Neubau- bzw. Optimierungsprojekten werden modernste Technologien eingesetzt, die auf eine Steigerung der Produktivität bei gleichzeitiger Reduktion der Emissionen abzielen. Die VIVATIS-Gruppe bekennt sich klar zu den nationalen und internationalen Klimazielen und beschleunigt konzernweit den Umstieg in Richtung erneuerbare Energieträger. Zur weiteren Optimierung des Energieeinsatzes werden moderne Steuerungs- und Sensortechniken angewendet. Die Anforderungen der Berichterstattung nach ESRS-Standard sind in Vorbereitung.
Auch die VIVATIS-Digitalisierungsoffensive, die die Kooperation mit innovativen Partnern und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Ablauforganisation zum Ziel hat, wird bereits seit Jahren mit Hochdruck vorangetrieben. Auf Basis des ausgearbeiteten Digitalisierungsmodells wurden in diesem Bereich bereits ausgewählte Projekte mit diversen Start-Up- und Technologieunternehmen erfolgreich umgesetzt. Mehr an Bedeutung bekommt die Prüfung der Anwendbarkeit von Künstlicher Intelligenz sowie die Ausweitung von relevanten Datenerfassungs- und Verarbeitungssystemen. Neben der Implementierung modernster Automatisierungstechnik (Robotik und Co-Robotik) und der Digitalisierung von Prozessen werden strategische Partnerschaften forciert. So wurde beispielsweise die Kooperation mit dem Start-Up-Unternehmen ECOFLY, das sich auf die Zucht und Mast von Insektenlarven spezialisiert, 2023 weiter intensiviert. Der Start für den Neubau einer Insektenzucht- und Mastanlage erfolgte im ersten Halbjahr 2023, die schrittweise Inbetriebnahme erfolgt im Verlauf des ersten Halbjahrs 2024.
Das Thema Forschung und Entwicklung ist in der efko-Gruppe seit vielen Jahren zentrales Thema. Neue Produkte und neue bzw. weiterentwickelte Produktionstechnologien stellen einen wesentlichen Punkt in der Entwicklung des Unternehmens dar. Vor allem die Entwicklung innovativer Produkte und Produktlinien, die Weiterentwicklung von Anlagen und Produktionstechnologien bzw. -verfahren sowie die Verbesserung von Produktionsprozessen sind die zentralen Aufgaben und Herausforderungen, denen man sich intensiv in diesem Bereich stellt.
Die gesamte Entwicklungstätigkeit fokussiert sich auf vier Säulen: die kontinuierliche Weiterentwicklung des Sektors „haltbar gemachtes Gemüse“, Convenience und Feinkost sowie Frischgemüse. Der Geschäftsbereich „haltbar gemachtes Gemüse“ ist nach wie vor die größte und wichtigste Produktkategorie. Aktuelle Trends, insbesondere „Snacking“, werden durch neue Produkte oder Produktgruppen bestmöglich abgedeckt. Die Abbildung von Regionalität, Herkunft und Nachhaltigkeit in neuen Produkten hat nicht zuletzt aufgrund erhöhter Preissensibilität, als Folge der inflationsbedingten Preiserhöhungen, nicht mehr den Stellenwert.
Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Unter dem rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem versteht der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern den vom Vorstand und den mit der Unternehmensüberwachung betrauten und anderen Personen entworfenen und ausgeführten Prozess, durch den folgende Ziele erreicht werden sollen:
  • Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit des Rechnungslegungsprozesses (hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens vor Verlusten durch Schäden und Malversationen)
  • die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung
  • die Einhaltung der für die Rechnungslegung maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften
Eine ausgewogene und vollständige Finanzberichterstattung ist für den Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern und seine Organe ein wichtiges Ziel. Aufgabe des internen Kontrollsystems ist es, das Management in der Weise zu unterstützen, dass es effektive und laufend verbesserte interne Kontrollen im Zusammenhang mit der Rechnungslegung gewährleistet. Basis für die Erstellung des Konzernabschlusses sind die einschlägigen österreichischen Gesetze, allen voran das österreichische Unternehmensgesetzbuch (UGB) und das Bankwesengesetz (BWG), in dem die Aufstellung eines Konzernabschlusses geregelt wird. Die Rechnungslegungsnorm dafür bilden die International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind.
Kontrollumfeld
Mit dem Kontrollumfeld wird die Struktur des internen Kontrollsystems determiniert. Das Kontrollumfeld wird durch das Bewusstsein des Vorstands und der Führungskräfte für gute Unternehmensführung (= Corporate Governance) bestimmt. Der Vorstand der Raiffeisenlandesbank OÖ hat die Gesamtverantwortung für die Ausgestaltung und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems. Zusätzlich zum Vorstand umfasst das allgemeine Kontrollumfeld auch die mittlere Managementebene (Leiter der Organisationseinheiten).
Der Code of Conduct als Grundlage für das Verhalten im Geschäftsalltag bildet als verbindliches Regelwerk die genossenschaftlichen Prinzipien von Raiffeisen und die Wertvorstellungen der Raiffeisenlandesbank OÖ sowie der mit ihr im Konzern verbundenen Unternehmen (Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern) ab. Das interne Kontrollsystem ist auf die Größe, die Art der betriebenen Geschäfte (Komplexität, Diversifikation, Risikopotenzial) im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern und die zu beachtenden rechtlichen Vorschriften ausgerichtet. Die aktuelle Fassung des Code of Conduct ist auf der Homepage der Raiffeisenlandesbank OÖ veröffentlicht.
Die Fit & Proper Policy stellt die schriftliche Festlegung der Strategie für die Auswahl und den Prozess zur Eignungsbeurteilung der Mitglieder des Aufsichtsrates, der Geschäftsleitung sowie der Mitarbeiter in Schlüsselfunktionen dar und steht mit den professionellen Werten und langfristigen Interessen der Raiffeisenlandesbank OÖ im Einklang. Die Grundsätze der Vergütungspolitik gemäß § 39b BWG bzw. Art. 92 ff CRD werden, soweit anwendbar, eingehalten.
Risikobeurteilung
Die Risikobeurteilung ist ein dynamischer und iterativer Prozess zur Identifizierung und Bewertung von Risiken. Risiken, die eine Erreichung der definierten Ziele behindern, müssen rechtzeitig erkannt und angemessene Maßnahmen eingeleitet werden. Die Zuständigkeiten für die Beurteilung und Steuerung der Risiken gemäß § 39 BWG bzw. CRR/CRD- sowie CEBS/EBA-Standards sind in der Raiffeisenlandesbank OÖ geregelt. Die erforderliche Funktionstrennung ist dabei gegeben.
Die Organisationseinheiten Risikomanagement, ICAAP & Marktrisiko und Risikomanagement Kredit, Meldewesen, Operationelles Risiko sind für die Entwicklung und Bereitstellung von Risikomessverfahren und IT-Risikomanagementsystemen in der Raiffeisenlandesbank OÖ verantwortlich, erstellen die zur aktiven Risikosteuerung erforderlichen Ergebnis- und Risikoinformationen und berichten die rechnungslegungsrelevanten Informationen in Zusammenhang mit der Risikoüberwachung entsprechend an den Vorstand.
Zur Vermeidung von Fehlern in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess werden die wesentlichen Risiken durch den Vorstand evaluiert und überwacht. Ebenso sind einheitliche Grundsätze für die Bewertung, insbesondere von den im Konzern essenziellen Finanzinstrumenten, von Bedeutung.
Kontrollmaßnahmen
Zur Absicherung von Risiken und zur Erreichung der Unternehmensziele sind Grundsätze und Verfahren zur Einhaltung der Unternehmensentscheidungen eingerichtet und bekannt gemacht. Wirksamkeit, Nachvollziehbarkeit und Effizienz des internen Kontrollsystems hängen im Wesentlichen von der ausgewogenen Mischung und ordnungsgemäßen Dokumentation der verschiedenen Kontrollaktivitäten ab. Dafür sind konkrete Kontroll- und Überwachungsaktivitäten festgelegt.
Einzelabschlüsse
Die Erstellung der Einzelabschlüsse erfolgt dezentral in den jeweiligen Konzerneinheiten nach den Vorgaben der Raiffeisenlandesbank OÖ. Die für das Rechnungswesen verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Führungskräfte der Konzerneinheiten sind für die vollständige Abbildung und korrekte Bilanzierung aller ihnen zur Kenntnis gebrachten Transaktionen verantwortlich. Im Geschäftsjar 2023 wurde in der Raiffeisenlandesbank OÖ und einem Großteil ihrer Tochtergesellschaten S/4 HANA von SAP implementiert. Mit dieser ERP-Umstellung wurde der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern an die State-of-the-Art-Technologien angepasst, wodurch Transparenz in komplexen Geschäftsprozessen und Effizienz gewonnen werden.
Geeignete Kontrollmaßnahmen werden im laufenden Geschäftsprozess angewendet, um die Vorbeugung bzw. Entdeckung und Korrektur von potenziellen Fehlern oder Abweichungen in der Finanzberichterstattung sicherzustellen. Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht der Periodenergebnisse durch das Management und der spezifischen Überleitung von Konten bis zur Analyse der fortlaufenden Prozesse im Rechnungswesen.
Konzernkonsolidierung
Grundlage für den Konzernabschluss sind standardisierte, konzernweit einheitliche Formulare. Die Bilanzierungs- und Bewertungsstandards sind dabei in der Raiffeisenlandesbank OÖ definiert und erläutert sowie für die Erstellung der Abschlussdaten verbindlich.
Die Übermittlung der Abschlussdaten, die von einem externen Wirtschaftsprüfer geprüft werden, erfolgt überwiegend durch Direkteingabe (Einspielung) in das Konsolidierungssystem IDL Konsis. Das IT-System ist in Bezug auf die IT-Sicherheit durch die restriktive Vergabe von Berechtigungen geschützt. Die von den Konzerneinheiten eingelangten Abschlussdaten werden im Konzernrechnungswesen durch die für die Konzerneinheit zuständigen Mitarbeiter zunächst überprüft und angemessene Kontrollen durch die zuständigen Führungskräfte durchgeführt.
Information und Kommunikation
Funktionierende Informations- und Kommunikationswege sind eingerichtet und werden durch geeignete IT-Anwendungen unterstützt, aufgezeichnet und verarbeitet, damit Informationen identifiziert, erfasst, rechtzeitig verarbeitet und an die relevanten Ebenen im Unternehmen weitergegeben werden können.
Im jährlich erscheinenden Jahresfinanzbericht werden die konsolidierten Ergebnisse in Form eines vollständigen Konzernabschlusses dargestellt. Dieser Konzernabschluss wird von externen Konzernabschlussprüfern geprüft. Zusätzlich wird ein Konzernlagebericht erstellt, in dem eine Erläuterung der Konzernergebnisse gemäß den gesetzlichen Vorgaben erfolgt.
Der Konzernabschluss wird samt Konzernlagebericht im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates behandelt. Der Konzernabschluss wird darüber hinaus dem Aufsichtsrat zur Kenntnisnahme vorgelegt. Er wird im Rahmen des Jahresfinanzberichts auf der firmeneigenen Internetseite sowie im Amtsblatt der Wiener Zeitung veröffentlicht und in weiterer Folge zum Firmenbuch eingereicht.
Überwachung
Die Verantwortung für die Überwachung der Prozessabläufe obliegt dem Vorstand sowie den jeweiligen Leitern der Organisationseinheiten. Der gesamte Konzern der Raiffeisenlandesbank OÖ verfügt über wirksame und zuverlässige Kontroll-, Informations- und Kommunikationssysteme, die alle wichtigen Geschäftstätigkeiten umfassen und sich insbesondere der organisatorischen und internen Kontrollanforderungen an die IT sowie der Notwendigkeit eines angemessenen Prüfpfades bewusst sind. Diese Systeme und organisatorischen Maßnahmen werden laufend evaluiert und verbessert.
Die Revisionsfunktion wird vom Bereich Konzernrevision der Raiffeisenlandesbank OÖ wahrgenommen. Für sämtliche Revisionsaktivitäten gelten die konzernweit gültigen revisionsspezifischen Regelwerke, die auf den Mindeststandards für die interne Revision der Österreichischen Finanzmarktaufsicht sowie internationalen „Best Practices“ basieren.
Die Konzernrevision überprüft unabhängig und regelmäßig die Einhaltung der internen Vorschriften in den Konzerneinheiten der Raiffeisenlandesbank OÖ. Der Leiter des Bereichs Konzernrevision berichtet direkt an den Vorstand der Raiffeisenlandesbank OÖ.
Linz, am 2. April 2024
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft
Europaplatz 1a, 4020 Linz
DER VORSTAND
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Konzernabschluss 2023 der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft
Konzernerfolgsrechnung
IN TEUR
Anhangangabe
2023
2022
Zinsüberschuss
3.1.
648.702
483.466
Zinsen und ähnliche Erträge
2.139.379
1.106.711
Zinserträge gemäß Effektivzinsmethode
1.561.733
733.785
Sonstige Zinserträge, zinsähnliche Erträge und laufende Erträge
577.646
372.926
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-1.490.678
-623.245
Risikovorsorge
3.2.
-233.533
-92.168
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
3.3.
439.051
40.107
Provisionsüberschuss
3.4.
187.170
204.963
Provisionserträge
281.461
291.458
Provisionsaufwendungen
-94.292
-86.495
Sonstiges Finanzergebnis
46.213
109.701
Ergebnis aus Handelsgeschäften
3.5.
13.349
6.692
Ergebnis aus zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumenten
3.6.
35.241
108.885
Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten
3.7.
-2.377
-5.876
Verwaltungsaufwendungen
3.8.
-1.174.025
-1.005.498
Sonstiges betriebliches Ergebnis
3.9.
768.321
688.926
Umsatzerlöse und andere sonstige betriebliche Erträge
1.517.428
1.440.370
Kosten der Umsatzerzielung und andere sonstige Aufwendungen
-749.108
-751.444
Jahresüberschuss vor Steuern
681.897
429.497
Steuern vom Einkommen und Ertrag
3.10.
-73.636
-90.694
Jahresüberschuss nach Steuern
608.262
338.802
davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnen
594.114
319.139
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen
14.148
19.663
Konzerngesamtergebnisrechnung
IN TEUR
Anhangangabe
2023
2022
Jahresüberschuss nach Steuern
608.262
338.802
Posten, die nicht in die Erfolgsrechnung umgegliedert werden
können
4.506
49.624
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
aus leistungsorientierten Plänen
4.21.
-3.027
13.877
im Eigenkapital erfasste Beträge
-3.950
19.110
darauf erfasste latente Steuern
923
-5.233
Sonstiges Ergebnis at equity bilanzierter Unternehmen
4.7., 4.21.
6.715
27.722
im Eigenkapital erfasste Beträge
6.711
27.722
darauf erfasste latente Steuern
4
0
Bewertungen aufgrund Änderung des eigenen Kreditrisikos bei zum
beizulegenden Zeitwert designierten finanziellen Verbindlichkeiten
4.21.
818
8.025
im Eigenkapital erfasste Beträge
1.062
10.343
darauf erfasste latente Steuern
-244
-2.318
Posten, die in die Erfolgsrechnung umgegliedert werden können
-99.366
-167.430
Bewertungsänderungen aus erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten (FVOCI)
4.21.
-2.118
-125.201
im Eigenkapital erfasste Beträge
61
-161.889
in die Erfolgsrechnung umgegliederte Beträge
-2.811
-4.765
darauf erfasste latente Steuern
633
41.453
Bewertungsänderung aus der Absicherung einer Nettoinvestition
4.21.
719
-922
im Eigenkapital erfasste Beträge
934
-1.134
in die Erfolgsrechnung umgegliederte Beträge
0
0
darauf erfasste latente Steuern
-215
212
Währungsdifferenzen
4.21.
521
-31
im Eigenkapital erfasste Beträge
521
-31
in die Erfolgsrechnung umgegliederte Beträge
0
0
darauf erfasste latente Steuern
0
0
Sonstiges Ergebnis at equity bilanzierter Unternehmen
4.7., 4.21.
-98.488
-41.276
im Eigenkapital erfasste Beträge
-98.488
-41.276
in die Erfolgsrechnung umgegliederte Beträge
0
0
darauf erfasste latente Steuern
0
0
Summe sonstige Ergebnisse
-94.859
-117.805
Gesamtergebnis
513.403
220.997
davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnen
497.734
202.219
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen
15.669
18.778
Konzernbilanz
Anhangangabe
31.12.2023
31.12.2022
IN TEUR
Barreserve
4.1., 5.
46.986
49.141
Forderungen an Kreditinstitute
4.2., 5.
9.814.565
12.390.195
Forderungen an Kunden
4.3., 5.
25.977.776
25.932.807
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges
4.4., 5.
-345.258
-565.129
Handelsaktiva
4.5., 5.
1.332.208
1.621.764
Finanzanlagen
4.6., 5.
5.408.228
4.909.206
At equity bilanzierte Unternehmen
4.7.
2.491.923
2.254.924
Immaterielle Vermögenswerte
4.8.
166.400
160.202
Sachanlagen
4.9.
770.012
710.288
Finanzimmobilien
4.10.
904.186
833.351
Laufende Steueransprüche
4.11.
10.200
6.937
Latente Steueransprüche
4.11.
33.736
35.778
Sonstige Aktiva
4.12.
1.219.859
982.269
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
4.13., 5.
7.572
437
Aktiva
47.838.394
49.322.168
Anhangangabe
31.12.2023
31.12.2022
IN TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
4.14., 5.
15.273.964
17.728.679
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
4.15., 5.
13.259.402
13.865.332
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges
4.4., 5.
26.494
-15.751
Handelspassiva
4.16., 5.
1.268.206
1.720.279
Verbriefte Verbindlichkeiten
4.17., 5.
10.068.380
8.633.799
Rückstellungen
4.18.
275.219
268.976
Laufende Steuerverbindlichkeiten
4.11.
95.605
88.227
Latente Steuerverbindlichkeiten
4.11.
60.258
41.045
Sonstige Passiva
4.19.
822.526
733.926
Verbindlichkeiten i. Z. m. zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten
4.13.
0
0
Nachrangkapital
4.20., 5.
882.822
924.127
Eigenkapital
4.21.
5.805.517
5.333.530
davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens
zuzurechnendes Eigenkapital
5.568.437
5.110.031
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Eigenkapital
237.080
223.499
Passiva
47.838.394
49.322.168
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung
Den Anteilseignern des Mutternunternehmens zurechenbar
IN TEUR
Grund-
kapital
Kapital-
rücklagen
Kumulierte
Ergebnisse
Summe
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe Eigenkapital
Eigenkapital 01.01.2023
277.630
971.913
3.860.488
5.110.031
223.499
5.333.530
Gesamtergebnis
0
0
497.734
497.734
15.669
513.403
Jahresüberschuss nach Steuern
0
0
594.114
594.114
14.148
608.262
Summe sonstige Ergebnisse
0
0
-96.380
-96.380
1.521
-94.859
Ausschüttung
0
0
-38.000
-38.000
-5.991
-43.991
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
-679
-679
3.908
3.229
Anteilsverschiebungen,
Umstrukturierungen
0
0
0
0
0
0
Kapitalmaßnahmen
0
0
0
0
0
0
Sonstige Kapitalveränderungen
0
60
-709
-649
-5
-653
Eigenkapital 31.12.2023
277.630
971.973
4.318.834
5.568.437
237.080
5.805.517
Den Anteilseignern des Mutternunternehmens zurechenbar
IN TEUR
Grund-
kapital
Kapital-
rücklagen
Kumulierte
Ergebnisse
Summe
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe Eigenkapital
Eigenkapital 01.01.2022
277.630
971.973
3.702.639
4.952.242
206.870
5.159.113
Gesamtergebnis
0
0
202.219
202.219
18.778
220.997
Jahresüberschuss nach Steuern
0
0
319.139
319.139
19.663
338.802
Summe sonstige Ergebnisse
0
0
-116.921
-116.921
-885
-117.805
Ausschüttung
0
0
-47.000
-47.000
-5.861
-52.861
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
28
28
3.714
3.742
Anteilsverschiebungen,
Umstrukturierungen
0
0
6.864
6.864
2
6.866
Kapitalmaßnahmen
0
0
0
0
0
0
Sonstige Kapitalveränderungen
0
-60
-4.262
-4.322
-5
-4.327
Eigenkapital 31.12.2022
277.630
971.913
3.860.488
5.110.031
223.499
5.333.530
Zu den Effekten i. Z. m. „Änderung des Konsolidierungskreises“ sowie „Anteilsverschiebungen, Umstrukturierungen“ siehe auch das Kapitel „Änderung des Konsolidierungskreises und Auswirkungen“ im Konzernanhang. Weitere Details zu Eigenkapitalbestandteilen finden sich in „4.21. Eigenkapital“.
Konzerngeldflussrechnung
IN TEUR
Anhangangabe
2023
2022
Jahresüberschuss nach Steuern
608.262
338.802
Im Jahresüberschuss enthaltene zahlungsunwirksame Posten und Überleitung auf den Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
Abschreibungen/Zuschreibungen/Bewertungen sowie Gewinn/Verlust aus der Veräußerung von Anlagevermögen und dem Rückkauf von Verbindlichkeiten
137.350
9.118
Auflösung/Dotierung von Rückstellungen und Risikovorsorge
343.909
171.901
Dividenden
3.1.
-39.375
-32.620
Zinserträge
3.1.
-2.100.004
-1.074.091
Zinsaufwendungen
3.1.
1.490.678
623.245
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
3.3.
-439.051
-40.107
Ent- und Erstkonsolidierungseffekt
3.7.
7.331
657
Sonstige Anpassungen aufgrund zahlungsunwirksamer Positionen
73.582
90.112
Zwischensumme
82.682
87.017
Veränderung des Vermögens und der Verbindlichkeiten aus operativer Geschäftstätigkeit nach Korrektur um zahlungsunwirksame Bestandteile
Forderungen an Kreditinstitute und Kunden
2.384.928
862.168
Handelsaktiva
-20.279
-11.277
Sonstige Aktiva
-262.313
-172.391
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden
-3.257.751
-2.022.827
Handelspassiva
38.428
12.726
Verbriefte Verbindlichkeiten
1.005.630
836.346
Sonstige Passiva
-38.433
-73.719
Erhaltene Dividenden
150.573
82.030
Erhaltene Zinsen
1.824.354
1.134.187
Gezahlte Zinsen
-1.176.833
-600.851
Ertragsteuerzahlungen
-22.510
-7.625
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
708.476
125.784
Einzahlungen aus der Veräußerung von:
Finanzanlagen und Unternehmensanteilen
410.524
742.560
Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und Finanzimmobilien
63.430
79.590
Auszahlungen für den Erwerb von:
Finanzanlagen und Unternehmensanteilen
-785.721
-621.712
Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und Finanzimmobilien
4.9.
-274.378
-276.448
Erwerb von Tochterunternehmen
1.2.2., 3.7.
-12.768
-8.649
Veräußerung von Tochterunternehmen
3.7.
1.534
487
Cashflow aus Investitionstätigkeit
-597.379
-84.172
Kapitalerhöhung
0
0
Emission von nachrangigem Kapital
4.21.
70.103
34.286
Rückzahlung/Rückkauf von nachrangigem Kapital
4.21.
-139.364
-101.255
Zukauf/Verkauf von nicht beherrschenden Anteilen
0
-2.830
Ausschüttung
-43.991
-52.861
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
-113.252
-122.660
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Vorperiode
4.1.
49.141
130.188
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
708.476
125.784
Cashflow aus Investitionstätigkeit
-597.379
-84.172
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
-113.252
-122.660
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Periode
4.1.
46.986
49.141
Der Zahlungsmittelbestand umfasst den Bilanzposten „4.1. Barreserve“, der sich aus Kassenbestand sowie jederzeit fälligen Guthaben bei Zentralnotenbanken zusammensetzt.
Konzernanhang
Allgemeine Angaben
Im Zuge der Änderung von IAS 1 – Angaben zu Rechnungslegungsgrundsätzen und im Sinne der besseren Lesbarkeit wurde sowohl die Struktur des vorliegenden Jahresfinanzberichtes wesentlich überarbeitet als auch die bisher umfangreiche theoretische Darlegung der Rechnungslegungsnormen auf die für den Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern wesentlichen Aspekte gekürzt. Angaben zur Konzernrechnungslegung, den Ermessensausübungen und Schätzungen sowie den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden in den nachfolgenden Abschnitten erläutert. Qualitative Beschreibungen mit Bezug zu Zahlenangaben finden sich nun bei den jeweiligen Angaben im Anhang und sollen einer besseren Verständlichkeit dienen.
Unternehmen
Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft fungiert als regionales Zentralinstitut der Raiffeisenbankengruppe Oberösterreich und ist beim Landesgericht Linz im Firmenbuch unter FN247579m registriert. An der Raiffeisenlandesbank OÖ ist per Ende 2023 die Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen (im Folgenden: RBG OÖ Verbund eGen) mit 98,92 % Stammaktien beteiligt. Die RLB Holding eGen OÖ besitzt 1,08 % Stammaktien an der Raiffeisenlandesbank OÖ. Die RBG OÖ Verbund eGen hält zum 31. Dezember 2023 an der RLB Holding eGen OÖ Geschäftsanteile von über 50 % und stellt das oberste Mutterunternehmen des Konzerns dar. Über die beiden Genossenschaften bilden die oberösterreichischen Raiffeisenbanken die wichtigste Eigentümergruppe. Diese werden wiederum ihrerseits von der Raiffeisenlandesbank OÖ in ihrer Funktion als Landeszentrale in sämtlichen Angelegenheiten des Bankgeschäfts unterstützt.
Für die Raiffeisenlandesbank OÖ als übergeordnetes Kreditinstitut ist ab dem Geschäftsjahr 2007 im Einklang mit der IAS-Verordnung (EG) 1606/2002 verpflichtend ein Konzernabschluss nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufzustellen. Zusätzliche Erläuterungen werden darüber hinaus nach den nationalen Vorschriften des österreichischen Bankwesengesetzes (BWG) und des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) gefordert.
Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern beinhaltet mit der Raiffeisenlandesbank OÖ AG die größte Regionalbank Österreichs, die das Geschäftsmodell einer Universalbank verfolgt, und verfügt darüber hinaus über ein breites Beteiligungsportfolio.
ESEF-Information
Name des obersten Mutterunternehmens der UnternehmensgruppeRaiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen
Name des MutterunternehmensRaiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft
Name des berichtenden UnternehmensRaiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft
Rechtsform des UnternehmensAktiengesellschaft
Land, in dem das Unternehmen als juristische Person registriert istÖsterreich
Sitz des UnternehmensÖsterreich
Anschrift des eingetragenen GeschäftssitzesEuropaplatz 1a, 4020 Linz
Hauptsitz der GeschäftstätigkeitLinz
Grundlagen der Konzernrechnungslegung
Der Konzernabschluss umfasst die Muttergesellschaft, Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft, und seine konsolidierten Tochtergesellschaften (zusammen als der „Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern“ bezeichnet).
Die Einzelabschlüsse der vollkonsolidierten Tochterunternehmen werden gemäß den IFRS-Bestimmungen und auf Basis konzerneinheitlich ausgeübter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Bilanzstichtag der vollkonsolidierten Gesellschaften ist dabei der 31. Dezember, mit Ausnahme von 38 Gesellschaften (2022: 39), die mit Stichtag 30. September einbezogen werden. Die Wahl eines vom Mutterunternehmen abweichenden Stichtages bei diesen Gesellschaften gewährleistet eine zeitnahe Abschlusserstellung und -prüfung. Bedeutende Geschäftsvorfälle oder andere Ereignisse, die zwischen dem Abschlussstichtag und dem Konzernbilanzstichtag auftreten, werden im Konzernabschluss bei Wesentlichkeit berücksichtigt.
Dieser Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung des Unternehmens, dargestellt. Sofern nicht anders vermerkt, sind die Zahlen in EUR Tausend angegeben. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Abschlüsse von vollkonsolidierten Unternehmen, deren funktionale Währung von der Konzernwährung abweicht, werden gemäß IAS 21 nach der modifizierten Stichtagskursmethode in Euro umgerechnet. Dabei wird das Eigenkapital zu historischen Kursen, alle übrigen Aktiva und Passiva mit den entsprechenden Stichtagskursen (Devisenmittelkurse der Europäischen Zentralbank EZB zum Konzernbilanzstichtag) umgerechnet. Die Positionen der Erfolgsrechnung werden mit den durchschnittlichen Devisenkursen der EZB umgewertet. Währungsdifferenzen, die aus der Umrechnung der Eigenkapitalbestandteile mit historischen Kursen sowie aus der Umrechnung der Erfolgsrechnung mit Durchschnittskursen im Vergleich zur Umrechnung mit Stichtagskursen resultieren, werden erfolgsneutral in der Gesamtergebnisrechnung erfasst.
Folgende Kurse wurden im Rahmen der Konsolidierung für die Währungsumrechnung herangezogen:
2023
2022
Kurse in Währung pro Euro
Stichtagskurs
Durchschnittskurs
Stichtagskurs
Durchschnittskurs
Kroatische Kuna (HRK)
n/a
n/a
7,5365
7,5382
Polnische Zloty (PLN)
4,3395
4,5355
4,6808
4,6799
Tschechische Kronen (CZK)
24,7240
23,9821
24,1160
24,5624
Rumänische Leu (RON)
4,9756
4,9513
4,9495
4,9352
Ungarische Forint (HUF)
382,8000
382,1354
400,8700
391,2708
Unternehmenszusammenschlüsse
Der Konzern bilanziert Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3, wenn der Konzern Beherrschung erlangt hat.
Im Konzern findet grundsätzlich die Partial Goodwill-Methode Anwendung, d. h. die nicht beherrschenden Gesellschafter werden in Höhe des anteiligen identifizierbaren Nettovermögens einbezogen. Transaktionskosten werden sofort als Aufwand erfasst, sofern sie nicht mit der Emission von Schuldverschreibungen oder Dividendenpapieren verbunden sind. Ein positiver Unterschiedsbetrag wird als Firmenwert angesetzt. Da im Konzern die Partial Goodwill-Methode angewendet wird, wird ein Firmenwert nur für den Konzernanteil – und nicht für den Anteil der nicht beherrschenden Gesellschafter – ausgewiesen. Firmenwerte unterliegen keinen planmäßigen Abschreibungen, sondern werden jährlich einem Test auf Wertminderung gemäß IAS 36 unterzogen. Jeglicher Gewinn aus einem Erwerb zu einem Preis unter dem Wert des Nettovermögens wird unmittelbar in der Konzernerfolgsrechnung erfasst.
Im Konzernabschluss des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns sind die Abschlüsse von Tochterunternehmen von dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung beginnt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet, enthalten. Wird über einen Geschäftsbetrieb Beherrschung erlangt, an dem der Konzern zuvor beteiligt war, werden die bisher gehaltenen Anteile an dem Geschäftsbetrieb gemäß IFRS 3 neu bewertet.
Bei Vorliegen gemeinsamer Beherrschung eines Unternehmens, wird gemäß IFRS 11 zwischen gemeinschaftlicher Tätigkeit (Joint Operation), die anteilig in den Konzernabschluss einbezogen wird, und Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture), die at equity einbezogen werden, unterschieden. Im Rahmen dieser Unterscheidung werden weiters die Struktur, die rechtliche Form der Gesellschaft, die vertraglichen Vereinbarungen sowie sonstige Umstände berücksichtigt. Wenn über einen Geschäftsbetrieb, der eine gemeinsame Geschäftstätigkeit ist, gemeinsame Beherrschung erlangt wird, an dem der Konzern zuvor beteiligt war, erfolgt gemäß IFRS 11 keine Neubewertung der bisher gehaltenen Anteile an dem Geschäftsbetrieb.
Bei einem Anteilsbesitz zwischen 20 % und 50 % oder durch Vertretung des Konzerns in Geschäftsführungs- oder Aufsichtsorganen des jeweiligen Unternehmens werden diese gemäß IAS 28 als assoziierte Unternehmen at equity in den Konzernabschluss einbezogen und in einem seperaten Bilanzposten ausgewiesen. Anteilige Gewinne/Verluste aus at equity bilanzierten Unternehmen werden in der Erfolgsrechnung ebenfalls gesondert dargestellt. Bei der Equity-Methode werden die gleichen grundlegenden Vorgehensweisen bei der Bilanzierung eines Erwerbs wie bei vollkonsolidierten Unternehmen angewendet. Equity-Buchwerte werden bei Vorliegen von Indikatoren, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) nach IAS 36 unterzogen. Die Überprüfung erfolgt dabei in der Regel unter Anwendung eines Bewertungsverfahrens auf Basis der zukünftigen finanziellen Überschüsse und/oder auf Basis eventuell vorhandener Börsenkurse. Bei Abgang des assoziierten Unternehmens erfolgt eine Ausbuchung des Abgangserfolges über die Konzernerfolgsrechnung.
Projektgesellschaften bzw. Leasingobjektgesellschaften mit eingeschränktem Tätigkeitsbereich sowie Publikumsfonds sind strukturierte Einheiten, die derart ausgestaltet sind, dass Stimmrechte oder ähnliche Rechte bei der Entscheidung, wer das Unternehmen beherrscht, nicht ausschlagggebend sind. Dies ist der Fall, wenn sich Stimmrechte nur auf administrative Aufgaben beziehen und die relevanten Aktivitäten durch vertragliche Vereinbarungen gesteuert werden. Angaben nach IFRS 12 über strukturierte Unternehmen nehmen darüber hinaus auf die Art der Geschäftsbeziehung zwischen diesen und dem Konzern Bedacht.
Konsolidierungskreis
Der Konsolidierungskreis wurde nach den Bestimmungen von IFRS 10 unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Wesentlichkeit festgelegt. Die Wesentlichkeit richtet sich dabei nach konzerneinheitlichen Kriterien, die auf die Auswirkung des Einbezugs oder Nichteinbezugs eines Tochterunternehmens auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns abstellen. Analoges gilt für die Bilanzierung von Unternehmen unter gemeinsamer Beherrschung gemäß IFRS 11 sowie assoziierter Unternehmen gemäß IAS 28. Aufgrund der untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wurde auf die Einbeziehung von 58 (31.12.2022: 58) Tochterunternehmen und die Equity-Bilanzierung von 38 (31.12.2022: 34) assoziierten Unternehmen verzichtet.
Der Konsolidierungskreis des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns setzt sich wie folgt zusammen:
31.12.2023
31.12.2022
Kreditinstitute
1
1
Finanzinstitute aufgrund Geschäftstätigkeit
68
72
Finanzinstitute aufgrund Holdingfunktion
16
16
Anbieter von Nebendienstleistungen
5
3
banknaher Dienstleister
1
0
sonstige Unternehmen
67
66
Gesamt
158
158
davon Inland
119
117
davon Ausland
39
41
Die at equity bilanzierten Unternehmen des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2023
31.12.2022
Kreditinstitute
3
3
Nicht-Kreditinstitute
8
7
Gesamt
11
10
davon Inland
10
9
davon Ausland
1
1
Im Hinblick auf Ausschüttungen und Kapitalrückzahlungen von vollkonsolidierten oder at equity bilanzierten Kreditinstituten bestehen Einschränkungen aufgrund bankrechtlicher Normen und regulatorischer Vorgaben, insbesondere im Zusammenhang mit Mindestkapitalquoten.
Eine genaue Aufstellung der in den Konzern einbezogenen Tocherunternehmen befindet sich in der Anhangangabe „8.2. Einbezogene Tochterunternehmen“. Eine Übersicht über alle Beteiligungen des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns (Angaben gemäß § 265 Abs. 2 UGB) wurde gesondert erstellt. Die Hinterlegung dieser Aufstellung erfolgt am Sitz des Mutterunternehmens.
Änderungen des Konsolidierungskreises und Auswirkungen
Die Anzahl der vollkonsolidierten und at equity bilanzierten Unternehmen entwickelte sich im Geschäftsjahr wie folgt:
Vollkonsolidierung
Equity-Methode
2023
2022
2023
2022
Stand 01.01.
158
156
10
10
Im Berichtsjahr erstmals einbezogen
5
7
1
0
Zugang aufgrund Neugründung
2
3
0
0
Zugang aus Unternehmenserwerb
2
3
0
0
Zugang aufgrund Änderung Konsolidierungsmethode
1
1
1
0
Im Berichtsjahr verschmolzen
0
4
0
0
Im Berichtsjahr ausgeschieden
5
1
0
0
Abgang aufgrund von Veräußerung
4
1
0
0
Abgang aufgrund Liquidation
1
0
0
0
Abgang aufgrund Änderung Konsolidierungsmethode
0
0
0
0
Stand 31.12.
158
158
11
10

Erwerb Salvida Holding GmbH
Im 1. Halbjahr 2023 wurde die Salvida Holding GmbH erworben und per 30.06.2023 in den Konsolidierungskreis der Raiffeisenlandesbank OÖ einbezogen. Die Vereinbarung zum Kauf von 56 % der Anteile in Verbindung mit der Leistung einer alinearen Kapitalerhöhung durch die Raiffeisen Beteiligungsholding GmbH führte zur angestrebten Anteilsquote von 74 % an der Salvida Holding GmbH.
Die Salvida Holding GmbH hält 36,5 % bzw. 38 % der Anteile an der Salvida GmbH bzw. der Pebios GmbH. Die Salvida GmbH betreibt ein Gesundheitszentrum in Kirchham, das den Medizinern zeit- und ressourcenintensive Verwaltungsaufgaben abnimmt. Durch die Pebios GmbH ist ein ähnliches Projekt in Perg in Umsetzung. Ziel ist es, österreichweit weitere derartige Gesundheitszentren zu errichten.
Die Salvida GmbH und die Pebios GmbH werden als Beteiligungen in der Salvida Holding GmbH ausgewiesen. Die Bewertung der Salvida Holding GmbH wurde basierend auf den zukünftigen Ergebnissen der Salvida GmbH und der Pebios GmbH erstellt.
Die Höhe der bereits übertragenen Gegenleistung für den Erwerb der Salvida Holding GmbH setzt sich aus dem Kaufpreis und einer alinearen Kapitalerhöhung zusammen und beträgt in Summe TEUR 6.769. Darüber hinaus bestehen vertragliche Earn Out-Klauseln, die gemäß ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit berücksichtigt wurden. Zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung wurde diesbezüglich eine finanzielle Verbindlichkeit i. H. v. TEUR 1.139 angesetzt. Bei Erfüllung der Bedingungen i. Z. m. den Earn Out-Klauseln hat die Raiffeisen Beteiligungsholding GmbH außerdem einen weiteren alinearen Gesellschafterzuschuss zugesagt, der im Zuge der Firmenwertermittlung berücksichtigt wurde. Im 2. Halbjahr 2023 traten die Bedingungen für die Auszahlung der finanziellen Verbindlichkeit sowie den alinearen Gesellschafterzuschuss erwartungsgemäß ein.
Zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung wurde ein nicht beherrschender Anteil i. H. v. TEUR 3.226 (inkl. Verwässerung i. Z. m. alinearem Zuschuss) angesetzt.
Im Zuge des Unternehmenserwerbes fielen Beratungskosten i. H. v. TEUR -46 an. Diese sind in der laufenden Konzernerfolgsrechnung in den Verwaltungsaufwendungen erfasst. Die diesbezüglichen Verbindlichkeiten wurden bereits zur Gänze bezahlt.
Die erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden zum Erwerbszeitpunkt stellen sich wie folgt dar:
IN TEUR
2023
Forderungen an Kreditinstitute
3.660
Finanzanlagen
7.358
Immaterielle Vermögenswerte
8
Sonstige Aktiva
11
Sonstige Passiva
40
Beizulegender Zeitwert der identifizierbaren Nettovermögenswerte
10.997
Die Bruttobeträge der erworbenen Forderungen betragen bei den Forderungen an Kreditinstitute TEUR 3.660. Im Zuge des Erwerbs wurden keine Zahlungsmittel übernommen.
Die Salvida Holding GmbH wurde per 30.06.2023 erstmals in den Konsolidierungskreis der Raiffeisenlandesbank OÖ einbezogen und trug im 2. Halbjahr 2023 zu den Umsatzerlösen bzw. zum Konzernergebnis vor Steuern mit einem Betrag i. H. v. TEUR 3 bzw. TEUR -858 bei. Hätte der Erwerb bereits am 01.01.2023 stattgefunden, so hätte die Salvida Holding GmbH die Umsatzerlöse um TEUR 3 erhöht bzw. das Konzernergebnis vor Steuern um TEUR -982 gemindert.
Durch den Erwerb der Salvida Holding GmbH ergab sich unter Anwendung der Partial Goodwill-Methode ein geringer, in Zusammenhang mit zukünftigen Projekten stehender Firmenwert, der wie folgt ermittelt wurde:
IN TEUR
2023
Übertragene Gegenleistung zuzüglich Verwässerung i. Z. m. alinearem Zuschuss
8.274
Beizulegender Zeitwert der anteiligen identifizierbaren Nettovermögenswerte
8.138
Firmenwert
136

Erwerb ENIGMA Trading 2000 SRL
Im 4. Quartal 2023 erwarb das Tochterunternehmen MARESI Austria GmbH (im Folgenden: MARESI) 100 % der Anteile an der ENIGMA Trading 2000 SRL (im Folgenden: ENIGMA). Die MARESI-Gruppe ist schon bisher als Foodbroker für Nahrungsmittel in Rumänien tätig. Mit dem Erwerb der ENIGMA wird das Portfolio am rumänischen Markt um Non-Food-Produkte für den Haushaltsbereich, wie etwa Schwämme, Tücher, Frischhaltefolien, Müllbeutel und Einweg-Handschuhe, erweitert. Das Sortiment der ENIGMA wird unter verschiedenen eigenen Marken wie EPACK, ROPACK etc. vertrieben.
Die ENIGMA wurde per 31.12.2023 erstmals in den Konsolidierungskreis der Raiffeisenlandesbank OÖ einbezogen. Dementsprechend trug das Unternehmen im Geschäftsjahr 2023 noch nicht zum Jahresüberschuss des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns bei. Wäre die Beherrschung bereits am 01.01.2023 erlangt worden, so hätten die Umsatzerlöse der ENIGMA in den sonstigen betrieblichen Erträgen rund TEUR 13.890 betragen und das Konzernergebnis vor Steuern wäre um TEUR 2.263 höher gewesen.
Im Zuge des Unternehmenserwerbes fielen Rechts- und Beratungskosten i. H. v. TEUR -166 an. Diese sind in der Konzernerfolgsrechnung 2023 in den Verwaltungsaufwendungen erfasst. Die diesbezüglichen Verbindlichkeiten wurden bereits zur Gänze bezahlt.
Die Vermögenswerte und Schulden stellen sich zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung wie folgt dar:
IN TEUR
2023
Forderungen an Kreditinstitute
6
Immaterielle Vermögenswerte
11.058
Sachanlagen
142
Sonstige Aktiva
6.039
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2.101
Steuerverbindlichkeiten
1.769
Sonstige Passiva
4.076
Beizulegender Zeitwert der identifizierbaren Nettovermögenswerte
9.299
Die Bruttobeträge der erworbenen Forderungen betragen bei den Forderungen an Kreditinstitute TEUR 6 und bei den in den sonstigen Aktiva erfassten Forderungen TEUR 6.039. Im Zuge des Erwerbs wurden keine Zahlungsmittel übernommen.
Mit dem Erwerb der ENIGMA können durch das in der MARESI-Gruppe bestehende Vertriebs-Know-how bedeutende Kostensynergie-Potenziale genutzt und die Positionierung im Retail-/Diskontmarkt weiter ausgebaut werden. Darüber hinaus sollen mit den ENIGMA-Eigenmarken auch die angrenzenden CEE-Märkte bedient werden.
Der Firmenwert wurde wie folgt ermittelt:
IN TEUR
2023
Übertragene Gegenleistung
9.741
Beizulegender Zeitwert der identifizierbaren Nettovermögenswerte
9.299
Firmenwert
442
Sonstige Konzernkreiszugänge
Folgende Unternehmen wurden im Geschäftsjahr 2023 neu gegründet und daher erstmals in den Konsolidierungskreis der Raiffeisenlandesbank OÖ einbezogen:
  • Klitschgasse 2-4 GmbH
  • IMPULS-Leasing GmbH & Co. Objekt MMM KG
Zusätzlich wurde die zuvor als unwesentliches Tochterunternehmen eingestufte DLC Operngasse Liegenschaftsverwaltung und -verwertung GmbH in den Konsolidierungskreis einbezogen. Hintergrund ist die Aufnahme dieser Gesellschaft in den aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreis und das Erreichen eines größtmöglichen Gleichklangs mit dem IFRS-Konsolidierungskreis. Durch die Erstkonsolidierung ergibt sich ein Effekt i. H. v. TEUR -7.938, welcher in der Erfolgsrechnung im Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten in der Position „Ergebnis aus Erst- und Entkonsolidierung“ ausgewiesen wird.
Die Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten dieser erstmals in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften betrugen zum Zeitpunkt ihrer Erstkonsolidierung in Summe TEUR 24.066 bzw. TEUR 23.457 und gliedern sich wie in folgender Tabelle dargestellt:
IN TEUR
2023
Forderungen an Kreditinstitute
44
Sachanlagen
23.740
Steuerforderungen
175
Sonstige Aktiva
107
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
15.154
Sonstige Passiva
1.303
Nachrangkapital
7.000
In Bezug auf die Erstkonsolidierungen wird auf die entsprechende Darstellung der in den Konzernkreis einbezogenen Unternehmen mit Kennzeichnung einer Aufnahme im Geschäftsjahr 2023 in der Anhangangabe „8. Sonstige Angaben“ verwiesen.
Eine weitere Veränderung im Konsolidierungskreis im Vergleich zum 31.12.2022 ergibt sich durch den Verkauf folgender Gesellschaften und der daraus resultierenden Entkonsolidierung:
  • IMPULS Milovice s.r.o.
  • IMPULS Modletice s.r.o.
  • IMPULS-Immobilien GmbH & Co. Objekt Gersthofen KG
  • Raiffeisen-IMPULS-Rankweil Immobilien GmbH
Das vollkonsolidierte Tochterunternehmen IMPULS Teplice s.r.o. wurde im Geschäftsjahr 2023 liquidiert. Für ergebniswirksame Effekte aus Erst- und Entkonsolidierungen wird auf die Anhangangabe „3.7 Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten“ verwiesen.
Die Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten dieser bisher vollkonsolidierten Gesellschaft stellten sich zum Zeitpunkt der Entkonsolidierung wie folgt dar:
IN TEUR
2023
Forderungen an Kreditinstitute
11
Forderungen an Kunden
26.722
Steuerforderungen
8
Sonstige Aktiva
12
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
7.451
Steuerverbindlichkeiten
143
Sonstige Passiva
18.235
Der Verkaufserlös aus den oben angeführten Gesellschaften betrug TEUR 1.534 und wurde zur Gänze durch Zahlungsmittel beglichen. Die Entkonsolidierung dieser zuvor vollkonsolidierten Tochterunternehmen führte zu keinem Abgang liquider Mittel.
Aufgrund der Ertragssituation wurde die bestehende Beteiligung an der GEMDAT OÖ GmbH & Co KG i. H. v. 33,33 % erstmalig per 01.01.2023 proaktiv als at equity bilanziertes Unternehmen in den Konzernabschluss der Raiffeisenlandesbank OÖ einbezogen. Der Effekt aus der erstmaligen Aufnahme der „GEMDAT“ i. H. v. TEUR 5.717 ist im Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen enthalten. Der Buchwert per 01.01.2023 betrug TEUR 5.768 und wird im Bilanzposten „At equity bilanzierte Unternehmen“ ausgewiesen.
Bei der Konsolidierung eliminierte Geschäftsvorfälle
Zwischengewinne werden dann eliminiert, wenn sie für die Positionen der Erfolgsrechnung nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten gegeneinander aufgerechnet. Die aus Transaktionen zwischen Unternehmen des Vollkonsolidierungskreises resultierenden Aufwendungen und Erträge werden im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung eliminiert.
Ermessensausübungen und Schätzungen
Die Erstellung des Konzernabschlusses verlangt vom Vorstand Ermessensentscheidungen und Schätzungen, die die Anwendung von Rechnungslegungsmethoden und die ausgewiesenen Beträge der Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen betreffen. Tatsächliche Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Im Konzernabschluss des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns erfolgt die Ermessensausübung des Managements unter Beachtung der Zielsetzung des Abschlusses, aussagekräftige Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie Veränderungen in der Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens zu geben. Annahmen und Schätzungen werden dazu insbesondere unter Berücksichtigung von marktnahen Inputfaktoren, statistischen Daten bzw. Erfahrungswerten sowie Expertisen festgelegt.
Schätzungen und zugrunde liegende Annahmen werden laufend überprüft. Überarbeitungen von Schätzungen werden prospektiv erfasst.
Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Konzernabschluss per 31.12.2023 stellen sich diesbezüglich aufgrund erhöhter Unsicherheiten i. Z. m. makroökonomischen Faktoren besondere Herausforderungen.
Ermessensentscheidungen
Informationen über Ermessensentscheidungen bei der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden, die die im Abschluss erfassten Beträge am wesentlichsten beeinflussen, sind in den nachstehenden Anhangangaben enthalten:
  • Anhangangabe 4.7. – At equity-bilanzierte Unternehmen: Bestimmung ob der Konzern maßgeblichen Einfluss auf die Unternehmen hat
  • Anhangangabe 8.2. – Konsolidierung: Bestimmung, ob Beherrschung bei Minderheitsbeteiligungen vorliegt
  • Anhangangabe 1.5.3., 8.7. – Bestimmung der Leasinglaufzeit und des Grenzkapitalzinssatzes
Annahmen und Schätzungsunsicherheiten
Informationen über Annahmen und Schätzungsunsicherheiten zum Abschlussstichtag, durch die ein beträchtliches Risiko entstehen kann, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte der ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden erforderlich wird, sind in den nachstehenden Anhangangaben enthalten:
  • Anhangangabe 1.5.1., 4.2., 4.3., 4.6., 4.13., und 4.18. – Bewertung der erwarteten Kreditverluste
  • Anhangangabe 4.7. – Bewertung i. Z. m. at equity bilanzierten Unternehmen
  • Anhangangabe 1.5.2., 4.8. – Wertminderungs-Tests bei Firmenwerten
  • Anhangangabe 1.5.2., 4.9. und 4.10. – Nutzungsdauer von langfristigen Vermögenswerten
  • Anhangangabe 3.10., 4.11. – Ansatz und Bewertung von latenten Steuern
  • Anhangangabe 1.5.4., 4.18. – Ansatz und Bewertung von Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder
  • Anhangangabe 1.5.4., 4.18. und 8.6. – Ansatz und Bewertung von Rückstellungen sowie Eventualforderungen und -verbindlichkeiten
Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte
Eine Reihe von Rechnungslegungsmethoden und Angaben des Konzerns verlangen die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte für finanzielle und nichtfinanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Falls der Fair Value von bilanziell erfassten finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nicht auf Basis von Daten eines aktiven Marktes abgeleitet werden kann, gelangen verschiedene alternative Methoden zur Anwendung. Sofern keine beobachtbaren Daten zur Ableitung von Parametern für ein Berechnungsmodell vorliegen, wird der Fair Value anhand von Schätzungen ermittelt.
Beteiligungen und Genussrechte werden in der Regel als finanzielle Vermögenswerte der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente“ (Fair Value through Profit or Loss, FVTPL) klassifiziert und sind somit grundsätzlich zum Fair Value zu bewerten. Sofern keine beobachtbaren Marktpreise existieren, werden für wesentliche Positionen Ertragswertverfahren oder angemessene alternative Formen der Unternehmenswertermittlung (z. B. Substanzwertverfahren, Sum of the Parts-Methode) aufgrund vorhandener Daten durchgeführt. Bei Anwendung von Gesamtbewertungsverfahren (insb. DCF-, DDM-, Ertragswertverfahren) zur Unternehmenswertermittlung werden die geplanten Zahlungsmittelüberschüsse mit einem risikoadäquaten Diskontierungszinssatz abgezinst. Die Ableitung des Diskontierungszinssatzes erfolgt auf Basis von zum Bewertungsstichtag am Markt beobachtbaren Zinssatzparametern bzw. Parametern, welche unter Heranziehung einer Gruppe von dem Bewertungsobjekt ähnlichen börsennotierten Unternehmen (Peer Group) abgeleitet werden. Hierbei kommt es – insbesondere im Zusammenhang mit der Festlegung der zugrunde liegenden Peer Group – zu Ermessensentscheidungen.

Weitere Informationen zur Verwendung des beizulegenden Zeitwertes gemäß den jeweils anzuwendenden Standards sind in den nachstehenden Anhangangaben relevant:
  • Anhangangabe 1.2.3. – Erwerb von Tochterunternehmen
  • Anhangangabe 1.5.2., 4.10. – Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
  • Anhangangabe 4.13. – Veräußerungsgruppen und Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten eingestuft werden
  • Anhangangabe 4.7. – At equity bilanzierte Unternehmen
  • Anhangangabe 1.5.2., 4.8. – Immaterielle Vermögenswerte
  • Anhangangabe 1.5.2., 4.9. – Sachanlagen
  • Anhangangabe 1.5.1., 5. – Finanzinstrumente
Unternehmensbewertungen
Unternehmensbewertungen werden sowohl bei der Fair Value-Ermittlung von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Beteiligungen bzw. Beteiligungsinstrumenten als auch bei Impairment-Tests für at equity bilanzierte Beteiligungen und Firmenwerte benötigt.
Während im Geschäftsjahr 2022 die Erhöhung der Planungsunsicherheit im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine im Zentrum stand (insb. globale Lieferkettenprobleme, hohe Inflation durch gestiegene Energiepreise, Zinserhöhungen und Rezessionsängste), so liegen die Unsicherheiten im Geschäftsjahr 2023 vor allem in einem rückläufigen Wirtschaftswachstum (in Österreich seit Q2/2023 negatives BIP-Wachstum) sowie in inflationsbedingt gestiegenen Personalkosten begründet. Der im Jahr 2023 fortgesetzte steile Anstieg der Zinssätze hat gemeinsam mit den gestiegenen Baukosten vor allem im Bereich der Immobilienentwicklungsprojekte zu negativen Auswirkungen und erhöhter Planungsunsicherheit geführt. Die Auswirkungen wurden je Unternehmen analysiert und, soweit diese einen direkten Einfluss auf die Unternehmensplanungen hatten, in den Cashflows, die der Bewertung zugrunde gelegt werden, berücksichtigt. Die Unternehmen unterliegen einem laufenden Monitoring, um die Risiken zeitnah zu identifizieren und abzubilden. Zudem werden die Einflüsse im aktuell vorherrschenden Marktumfeld auf die Zinssätze bei der Unternehmensbewertung berücksichtigt. Eine doppelte Berücksichtigung von Unsicherheiten, die bereits im Cashflow berücksichtigt wurden, wurde in den Zinssätzen ausgeschlossen. Hinsichtlich der mittel- und langfristigen Auswirkungen erfolgte eine unternehmensindividuelle Analyse, ob von einer nachhaltigen Beeinträchtigung des Geschäftsmodells auszugehen ist.
Neue und geänderte Rechnungslegungsgrundsätze
Erstmals anwendbare neue bzw. überarbeitete Standards und Interpretationen
Die nachfolgenden neuen oder geänderten Standards und Interpretationen sind erstmalig bei der Erstellung von IFRS-Abschlüssen zu berücksichtigen, die sich auf die Berichtsperiode eines am 01.01.2023 beginnenden Geschäftsjahres beziehen. Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen somit bis auf die hier aufgelisteten Änderungen bzw. Neuerungen jenen des vorangegangenen Geschäftsjahres.
Standards und Interpretationen
Endorsement
Pflicht zur Anwendung für den Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern
Auswirkungen auf den Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern
Änderung an IAS 1:
Angaben zu Rechnungslegungsgrundsätzen
2. März 2022
1. Jänner 2023
ja
Änderung an IAS 8:
Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen
2. März 2022
1. Jänner 2023
nein
Änderung an IAS 12:
Latente Steuern, die sich auf
Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer
einzigen Transaktion entstehen
11. August 2022
1. Jänner 2023
nein
Änderungen an IAS 12:
Internationale Steurreform – Säule-2-Modellregeln
8. November 2023
1. Jänner 2023
ja
IFRS 17:
Versicherungsverträge
19. November 2021
1. Jänner 2023
nein
Änderungen an IFRS 17:
Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 – Vergleichsinformationen
19. November 2021
1. Jänner 2023
nein
Änderungen an IAS 1 – Angaben zu Rechnungslegungsgrundsätzen
Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern wendete auch Angaben zu Rechnungslegungsmethoden (Änderungen an IAS 1 und an Practice Statement 2) zum 01.01.2023 erstmalig an. Obwohl die Änderungen nicht zu einer Änderung der Rechnungslegungsmethoden selbst führten, wirkten sie sich auf die im Konzernabschluss vorgenommenen Anhangangaben zu den Rechnungslegungsmethoden aus.
Die Änderungen schreiben „wesentliche Angaben zu Rechnungslegungsmethoden“ anstelle von „Darstellung der maßgeblichen Rechnungslegungsmethoden“ vor. Darüber hinaus bieten sie auch Leitlinien für die Berücksichtigung von Wesentlichkeitsaspekten zu Angaben über Rechnungslegungsmethoden, die den Unternehmen helfen, nützliche und unternehmensspezifische Anhangangaben über die Rechnungslegungsmethoden bereitzustellen, die die Abschlussadressaten für das Verständnis anderer im Konzernabschluss enthaltener Informationen benötigen.
Die Rechnungslegungsmethoden des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns wurden überprüft und in einigen Fällen die in der Anhangangabe „1.5. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ dargestellten Informationen entsprechend den geänderten Vorgaben aktualisiert.
Änderungen an IAS 12 – Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen
Zum 01.01.2023 ist erstmalig die Änderung an IAS 12 „Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einem einzigen Geschäftsvorfall entstehen“ anzuwenden. Die Änderungen schränken den Anwendungsbereich der „Initial Recognition Exemption“ ein, indem sie Transaktionen ausschließen, die zu sich ausgleichenden, also gegenläufigen temporären Differenzen in gleicher Höhe führen – zum Beispiel Leasingverhältnisse und Schulden aus Entsorgungsverpflichtungen. Bei Leasingverhältnissen und Entsorgungsverpflichtungen müssen die zugehörigen latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten ab dem Beginn der frühest dargestellten Vergleichsperiode erfasst werden, wobei alle kumulierten Auswirkungen als Anpassung der Gewinnrücklagen oder anderer Eigenkapitalbestandteile zu diesem Zeitpunkt ausgewiesen werden. Für alle anderen Transaktionen gelten die Änderungen für Transaktionen, die zu oder nach dem Beginn der frühest dargestellten Periode eintreten.
Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern berechnete bereits bisher eine aktive und passive Steuerlatenz auf derartige Transaktionen, so dass sich durch die Änderungen an IAS 12 keine materiellen Auswirkung ergeben.
Änderungen an IAS 12 – Internationale Steuerreform – Säule-2-Modellregeln
Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern wendete die „Reform des internationalen Steuersystems – Mustervorschriften für Pillar 2 (Änderungen an IAS 12)“ nach der Veröffentlichung am 23.05.2023 an. Die Änderungen enthalten eine vorübergehende, verpflichtende und sofort anzuwendende Ausnahme von der Bilanzierung latenter Steuern, die sich aus der Einführung der globalen Mindestbesteuerung ergeben; zudem schreiben sie gezielte Anhangangaben über die Betroffenheit durch die Mindestbesteuerung vor.
Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern ist von der Einführung einer globalen Mindestbesteuerung i. H. v 15 % (BEPS 2.0 – Pillar 2) betroffen, die Regelung trat jedoch noch nicht in 2023 in Kraft. Aufgrund der Änderung an IAS 12 müssen keine Steuerlatenzen berücksichtigt werden. Da die Tätigkeit überwiegend in Österreich und anderen Ländern mit einem effektiven Mindeststeuersatz über 15 % ist, werden auch keine wesentlichen laufenden steuerlichen Belastungen für die nahe Zukunft erwartet. Zur näheren Erläuterung bezüglich der globalen Mindestbesteuerung und der Auswirkungen auf den Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern wird auf „4.11. Steuern vom Einkommen und Ertrag“ verwiesen.
Noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen
Standards und Interpretationen
Endorsement
Pflicht zur Anwendung für den Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern
Auswirkungen auf den Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern
Änderungen an IAS 1:
Klassifizierung von Schulden als kurz- bzw. langfristig und Langfristige Schulden mit Nebenbedingungen
19. Dezember 2023
1. Jänner 2024
nein
Änderungen an IFRS 16:
Leasingverbindlichkeiten aus einer Sale-and-
Lease-back-Transaktion
20. November 2023
1. Jänner 2024
nein
Änderungen an IAS 7 und IFRS 7:
Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen
offen
1. Jänner 2024
nein
Änderungen an IAS 21:
Fehlende Umtauschbarkeit
offen
1. Jänner 2025
nein
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Finanzinstrumente
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Gemäß IFRS 9 sind alle finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einschließlich aller derivativen Finanzinstrumente in der Bilanz zu erfassen.
Finanzinstrumente werden erstmalig in der Bilanz erfasst, wenn dem Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern vertragliche Ansprüche und/oder Verpflichtungen aus dem Finanzinstrument entstehen.
Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten
Bei der erstmaligen Erfassung wird ein finanzieller Vermögenswert wie folgt eingestuft und bewertet:
  • finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten (Amortized Cost, AC)
  • finanzielle Vermögenswerte, für die ein Wahlrecht besteht, diese erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu designieren (Fair Value-Option, FVO)
  • finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (Fair Value through Profit or Loss, FVTPL)
  • finanzielle Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, recyclingfähig (Fair Value through Other Comprehensive Income, FVOCI)
  • finanzielle Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert designiert werden, nicht recyclingfähig (Fair Value through Other Comprehensive Income-Option, FVOCI-Option)
Kauf und Verkauf von finanziellen Vermögenswerten werden grundsätzlich zum Handelstag bilanziert.
Ein finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswerts oder ein Teil einer Gruppe ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird ausgebucht, wenn die vertraglich vereinbarten Ansprüche auf Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert erloschen sind oder diese übertragen wurden und der Konzern alle wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Vermögenswert verbunden sind, übertragen hat.
Geschäftsmodell
Das Geschäftsmodell im Kreditgeschäft des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns entspricht grundsätzlich einem „Halten“-Modell. Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern hat im Kreditgeschäft für Verkäufe einen Schwellenwert von 5 % des jeweiligen Teilportfolios pro Geschäftsjahr festgelegt. Die Aufteilung nach Teilportfolios orientiert sich an den jeweiligen Geschäftsbereichen.
Bei gehaltenen Wertpapierbeständen findet im Konzern vorrangig das Geschäftsmodell „Halten und Verkaufen“ Anwendung. In dazu deutlich verringertem Ausmaß kommt für Bestände mit Halteabsicht das Geschäftsmodell „Halten“ zum Einsatz. Für Handelszwecke gehaltene Wertpapierbestände (Geschäftsmodell „Nicht Halten“) sind demgegenüber volumsmäßig von lediglich untergeordneter Bedeutung.
Zahlungsstrombedingung
Finanzielle Vermögenswerte sind nur dann zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten, wenn das SPPI (Solely Payments of Principal and Interest)-Kriterium erfüllt ist. Bei der Überprüfung der Erfüllung der SPPI-Kriterien werden vor allem Aspekte der Zinsvereinbarung (z. B. Zinsgleitklausel, Laufzeitinkongruenz, Zinsanpassungen im Vorhinein bzw. Prior Fixings) und weitere vertragliche Vereinbarungen (z. B. Non Recourse, unangemessener Rückzahlungsbetrag, kreditrisikounabhängige Covenants) untersucht. Der SPPI-Test erfolgt immer auf Ebene des finanziellen Vermögenswertes im Zugangszeitpunkt. Bei finanziellen Vermögenswerten mit eingebetteten Derivaten ist die Prüfung des SPPI-Kriteriums auf den gesamten Vertrag anzuwenden. Die Einhaltung der Zahlungsstrombedingung wird für Zwecke der Kategorisierung des finanziellen Vermögenswertes überprüft. Falls das SPPI-Kriterium hingegen nicht erfüllt ist, ist das Finanzinstrument vollständig erfolgswirksam zum Fair Value zu bewerten.
Benchmark-Test
Ein qualitativer Benchmark-Test kommt in Betracht, wenn offensichtlich ist, dass der Effekt aus dem modifizierten Zeitwert des Geldes wesentlich bzw. nicht wesentlich ist. Ein quantitativer Benchmark-Test ist dann nicht mehr durchzuführen. Im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern wird diese Unwesentlichkeit vor allem bei Fixings im Voraus unterstellt, wenn der zeitliche Abstand des Fixings zum Beginn einer Zinsperiode nur wenige Tage beträgt.

Insbesondere werden folgende Zinsklauseln hinsichtlich ihrer Schädlichkeit untersucht:
  • Laufzeitinkongruenz inkl. UDRB
  • Zinsgleitklauseln (CMS)
  • Basket Rates (Mischzinsen)
  • vorzeitiges Fixing
  • Durchschnittszinsen
Umklassifizierung
Eine Umklassifizierung von finanziellen Vermögenswerten wird, mit Ausnahme von erwartungsgemäß sehr seltenen Vorfällen, in denen der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern das Geschäftsmodell eines Geschäftsfelds ändert, nicht durchgeführt.
Designierte Finanzinstrumente
Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern kann finanzielle Vermögenswerte, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, beim erstmaligen Ansatz unwiderruflich als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designieren, wenn folgendes Kriterium erfüllt ist:
“Die Einstufung eliminiert oder verringert signifikant Inkongruenzen bei der Bewertung oder beim Ansatz von finanziellen Vermögenswe ten, die andernfalls auftreten würden“
Das Wahlrecht kann gemäß IFRS 9 für jedes einzelne Finanzinstrument separat ausgeübt werden. Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern übt die Fair Value-Option bei finanziellen Vermögenswerten in untergeordneter Rolle im Falle von Zinssicherungen durch Derivate aus.
Für Eigenkapitalinstrumente kann eine unwiderrufliche Entscheidung getroffen werden, diese erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu designieren (Fair Value-OCI-Option). Derzeit wird dieses Wahlrecht vom Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern nicht angewendet.
Darstellung der Bilanzposten nach Bewertungsmaßstab und Kategorie
Wesentlicher Bewertungsmaßstab
Aktiva
Fair Value
Amortized Cost
Kategorie gemäß IFRS 9
Barreserve
X
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
Forderungen an Kreditinstitute
X
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
Forderungen an Kreditinstitute
X
Fair Value through Profit and Loss
Forderungen an Kunden
X
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
Forderungen an Kunden
X
Fair Value through Profit and Loss
Forderungen an Kunden
X
Fair Value-Option
Handelsaktiva
X
Fair Value through Profit and Loss
Finanzanlagen
X
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
Finanzanlagen
X
Fair Value through Profit and Loss
Finanzanlagen
X
Fair Value-Option
Finanzanlagen
X
Fair Value-OCI
Bewertungsverfahren und Inputfaktoren bei der Ermittlung beizulegender Zeitwerte
Level
Instrument
Arten
Bewertungsverfahren
Inputfaktoren
II
Forderungen an Kreditinstitute
kapitalwert-
orientiert
Bereits fixierte oder über Forward Rates ermittelte Cashflows;
beobachtbare Zinsstrukturkurve; beobachtbare CDS-Spreads der Vertragspartner; beobachtbare CDS-Sektorkurven nach Ratingkategorien; externes Rating der Vertragspartner
III
Forderungen an Kreditinstitute
kapitalwert-
orientiert
Am Markt beobachtbare Inputfaktoren:
Zinsstrukturkurve; bereits fixierte oder über Forward Rates ermittelte Cashflows; Funding-/Liquiditätskosten; CDS-Sektorkurven nach Ratingkategorien
Am Markt nicht beobachtbare Inputfaktoren:
interne Ratingeinstufung der Vertragspartner; Credit Spreads ermittelt aus Risiko- und Eigenmittelaufschlägen auf Basis interner Berechnungen für das Kreditrisiko der Vertragspartner*
II
Forderungen an Kunden
kapitalwert-
orientiert
Bereits fixierte oder über Forward Rates ermittelte Cashflows;
beobachtbare Zinsstrukturkurve; beobachtbare CDS-Spreads der Vertragspartner
III
Forderungen an Kunden
kapitalwert-
orientiert
Am Markt beobachtbare Inputfaktoren:
Zinsstrukturkurve; bereits fixierte oder über Forward Rates ermittelte Cashflows; Funding-/Liquiditätskosten; CDS-Sektorkurven nach Ratingkategorien
Am Markt nicht beobachtbare Inputfaktoren:
interne Ratingeinstufung der Vertragspartner; Credit Spreads ermittelt aus Risiko- und Eigenmittelaufschlägen auf Basis interner Berechnungen für das Kreditrisiko der Vertragspartner*
II
Derivate
over the counter
kapitalwert-
orientiert
Bereits fixierte oder über Forward Rates ermittelte Cashflows;
beobachtbare Zinsstrukturkurve; beobachtbare Credit Spreads der Vertragspartner und eigener Credit Spread
I
Finanzanlagen
börsennotierte Wertpapiere
marktwert-
orientiert
Börsenpreise; von Marktteilnehmern quotierte Preise
II
Finanzanlagen
nicht börsennotierte Wertpapiere
marktwert-
orientiert
Von Marktteilnehmern quotierte Preise für äquivalente Finanzinstrumente;
bereits fixierte oder über Forward Rates ermittelte Cashflows; beobachtbare Zinsstrukturkurve; Credit Spreads von vergleichbaren beobachtbaren Instrumenten
III
Finanzanlagen
nicht börsennotierte Wertpapiere
kapitalwert-
orientiert
Am Markt beobachtbare Inputfaktoren:
Zinsstrukturkurve; bereits fixierte oder über Forward Rates ermittelte Cashflows; Credit Spreads nach Sektor- und Ratingkategorien
Am Markt nicht beobachtbare Inputfaktoren:
interne Ratingeinstufung der Vertragspartner
I
Finanzanlagen
Aktien
marktwert-
orientiert
Börsenpreise
II
Finanzanlagen
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen, sonstige
Beteiligungen
Multiple Methode
Vergleichsgröße (Ertrags- oder Buchwert-Multiple) auf Basis vergleichbarer Transaktionen oder börsennotierter Peer Groups
in Einzelfällen indikative Angebote als bester Schätzer für einen zukünftigen Transaktionswert
II
Finanzanlagen
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen, sonstige
Beteiligungen
Transaktionspreis
Transaktionspreise, sofern eine Transaktion des Bewertungsgegenstandes (oder Anteilen davon) innerhalb der letzten 12 Monate vor dem Bewertungsstichtag stattgefunden hat
II
Finanzanlagen
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen, sonstige
Beteiligungen
Optionsbewertung
zugrunde liegender Optionsvertrag (Put- bzw. Call-Option)
III
Finanzanlagen
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen, sonstige
Beteiligungen und
Genussrechte
Discounted Cashflow („DCF“)
Free Cashflows
Risikoloser Zinssatz: Zinsstruktur 30-jähriger deutscher Bundesanleihen unter Heranziehung der Svensson-Methode
Beta Faktor: Ableitung des unverschuldeten Beta Faktors aus hinsichtlich des Risikos vergleichbaren börsennotierten Unternehmen (Peer Group)
Marktrisikoprämie: Anlehnung an die Empfehlung des Fachsenats für Betriebswirtschaft der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer unter Berücksichtigung von Kapitalmarktdaten
Renditeforderung der Fremdkapitalgeber: risikoadäquate (Rating der Peer Group) Fremdkapitalzinsen auf Basis von Corporate Yield Curves
Verschuldungsgrad: Verschuldungsgrad der Peer Group
Länderrisikoprämie: Veröffentlichungen von Prof. Damodaran; Berücksichtigung, sofern die Gesellschaft ihren Hauptsitz nicht im Euroraum hat
* Die Risikoaufschläge werden auf Basis der IFRS 9 Point-in-Time Ausfallwahrscheinlichkeiten (PD-PIT) je Kundentyp und Rating sowie der IFRS 9 Point-in-Time Loss Given Default Werte (LGD-PIT) ermittelt, die auch für die Berechnung der bilanziellen Risikovorsorge und das Staging gemäß IFRS 9 verwendet werden.
Die Eigenmittelaufschläge werden auf Basis des Verzinsungsanspruchs auf das ökonomische Kapital nach Säule 2 ermittelt, welche auch als kalkulatorische Eigenmittelkosten in die Deckungsbeitragsrechnung und die Kundenkalkulation (Pricing) einfließen. Die Höhe des Verzinsungsanspruchs wird vom Vorstand beschlossen.
Level
Instrument
Arten
Bewertungsverfahren
Inputfaktoren
III
Finanzanlagen
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen, sonstige
Beteiligungen und
Genussrechte
Dividend Discount Model („DDM“)
Dividenden
Risikoloser Zinssatz: Zinsstruktur 30-jähriger deutscher Bundesanleihen unter Heranziehung der Svensson-Methode
Beta Faktor: Ableitung des verschuldeten Beta Faktors aus hinsichtlich des Risikos vergleichbaren börsennotierten Unternehmen (Peer Group)
Marktrisikoprämie: Anlehnung an die Empfehlung des Fachsenats für Betriebswirtschaft der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer unter Berücksichtigung von Kapitalmarktdaten
Länderrisikoprämie: Veröffentlichungen von Prof. Damodaran; Berücksichtigung, sofern die Gesellschaft ihren Hauptsitz nicht im Euroraum hat
III
Finanzanlagen
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen, sonstige
Beteiligungen und
Genussrechte
Net Asset Value („NAV“)
Der NAV wird für Bewertungen im Portfolio Immobilien und zur Sum of the Parts-Bewertung („SoP“) von Holdinggesellschaften und deren Beteiligungen herangezogen. Dazu werden die stillen Reserven in den Beteiligungen zum Substanzwert der Obergesellschaft addiert. Bei Holdinggesellschaften wurde in der Regel der Wertbeitrag des operativen Bereichs berücksichtigt.
Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Verbindlichkeiten
Bei der erstmaligen Erfassung wird eine finanzielle Verbindlichkeit wie folgt eingestuft und bewertet:
  • finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (Amortized Cost, AC)
  • finanzielle Verbindlichkeiten, für die ein Wahlrecht besteht, diese erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu designieren (Fair Value-Option, FVO)
  • finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (Fair Value through Profit or Loss, FVTPL)
Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.
Designierte Finanzinstrumente
Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern kann finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, beim erstmaligen Ansatz unwiderruflich als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet designieren, wenn eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:
  • Die Einstufung eliminiert oder verringert signifikant Inkongruenzen bei der Bewertung oder beim Ansatz von finanziellen Verbindlichkeiten, die andernfalls auftreten würden.
  • Das Management und die Performance-Messung eines Portfolios an finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt auf Fair Value-Basis gemäß einer dokumentierten Risikomanagement- oder Anlagestrategie.
  • Die Verbindlichkeit enthält ein trennungspflichtiges eingebettetes Derivat.
Das Wahlrecht kann gemäß IFRS 9 für jedes einzelne Finanzinstrument separat ausgeübt werden. Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern übt die Fair Value-Option bei finanziellen Verbindlichkeiten insbesondere im Falle von Zinssicherungen durch Derivate (Kriterium 1) aus. Darüber hinaus kann es zur Widmung von finanziellen Verbindlichkeiten aufgrund trennungspflichtiger, eingebetteter Derivate kommen (Kriterium 3).
Darstellung der Bilanzposten nach Bewertungsmaßstab und Kategorie
Wesentlicher Bewertungsmaßstab
Passiva
Fair Value
Amortized Cost
Kategorie gemäß IFRS 9
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
X
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
X
Fair Value-Option
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
X
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
X
Fair Value-Option
Handelspassiva
X
Fair Value through Profit and Loss
Verbriefte Verbindlichkeiten
X
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
Verbriefte Verbindlichkeiten
X
Fair Value-Option
Nachrangkapital
X
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
Nachrangkapital
X
Fair Value-Option
Bewertungsverfahren und Inputfaktoren bei der Ermittlung beizulegender Zeitwerte
Level
Instrument
Arten
Bewertungsverfahren
Inputfaktoren
II
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
kapitalwert-orientiert
Bereits fixierte oder über Forward Rates ermittelte Cashflows;
beobachtbare Zinsstrukturkurve; beobachtbare Liquiditätskosten (Unterscheidung nach Laufzeit und Besicherung/Seniorität), welche auch das eigene Kreditrisiko beinhalten
II
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
kapitalwert-orientiert
Bereits fixierte oder über Forward Rates ermittelte Cashflows;
beobachtbare Zinsstrukturkurve; beobachtbare Liquiditätskosten (Unterscheidung nach Laufzeit und Besicherung/Seniorität), welche auch das eigene Kreditrisiko beinhalten
II
Derivate
over the counter
kapitalwert-
orientiert
Bereits fixierte oder über Forward Rates ermittelte Cashflows;
beobachtbare Zinsstrukturkurve; beobachtbare Credit Spreads der Vertragspartner und eigener Credit Spread
I
Verbriefte Verbindlichkeiten
marktwert-orientiert
von Marktteilnehmern quotierte Preise
II
Verbriefte Verbindlichkeiten
kapitalwert-orientiert
Bereits fixierte oder über Forward Rates ermittelte Cashflows;
beobachtbare Zinsstrukturkurve; beobachtbare Liquiditätskosten (Unterscheidung nach Laufzeit und Besicherung/Seniorität), welche auch das eigene Kreditrisiko beinhalten
II
Nachrangkapital
kapitalwert-orientiert
Bereits fixierte oder über Forward Rates ermittelte Cashflows;
beobachtbare Zinsstrukturkurve; beobachtbare Liquiditätskosten (Unterscheidung nach Laufzeit und Besicherung/Seniorität), welche auch das eigene Kreditrisiko beinhalten
Modifikationen
Bei Modifikationen im Sinne des IFRS 9 handelt es sich um nachträgliche Änderungen der vertraglichen Beziehung zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber. Die folgenden wesentlichen qualitativen Kriterien stellen eine signifikante Modifikation für finanzielle Vermögenswerte dar:
  • Währungswechsel
  • Schuldnerwechsel
  • Vertragsänderungen, die eine geänderte Beurteilung des SPPI-Kriteriums auslösen
  • Änderungen des Ranges in der Bedienung des Finanzinstruments
Die quantitative Beurteilung der Vertragsänderung bei finanziellen Vermögenswerten, wann eine Modifikation als signifikant einzustufen ist, erfolgt auf Basis der Differenz zwischen dem Barwert der ursprünglich vereinbarten Zahlungsströme und der neu vereinbarten Zahlungsströme zum Zeitpunkt der Modifikation. Die Berechnung des Barwerts erfolgt dabei auf Basis des Effektivzinssatzes vor Modifikation. Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern hat eine Abgangsschwelle von 10 % definiert, ab der eine signifikante Modifikation vorliegt.
Für finanzielle Verbindlichkeiten ist eine Änderung der vertraglichen Zahlungsströme ab einer Differenz des Barwerts der ursprünglichen und der neu vereinbarten Zahlungsströme von mehr als 10 % als signifikant einzustufen. Darüber hinaus gelten für die Beurteilung der Signifikanz von Modifikationen bei finanziellen Verbindlichkeiten qualitative Kriterien wie z. B. Gläubigerwechsel.
In der Erfolgsrechnung wird das Modifikationsergebnis in der Position „Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten“ ausgewiesen.
Wertminderungen nach IFRS 9
Bewertung der erwarteten Kreditverluste
Die Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 basieren auf einem Modell der erwarteten Verluste (Expected Loss Model). Für die Messung des Expected Credit Loss sind einige wichtige Ermessensentscheidungen erforderlich, wie z. B.:
  • Die Festlegung von Kriterien für eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos,
  • die Auswahl geeigneter Modelle und Annahmen,
  • die Festlegung der Anzahl und relativen Gewichtungen von zukunftsgerichteten Szenarien, und
  • die Festlegung von Gruppen ähnlicher finanzieller Vermögenswerte.

In den nachfolgenden Tabellen befinden sich die für die Kundensegmente Corporates und Retail wichtigsten vierteljährlichen makroökonomischen Realisationen bzw. Prognosen:
Bruttoinlandsprodukt*
Quartal
baseline
optimistisch
pessimistisch
Q4 2022
0,00%
0,00%
0,00%
Q1 2023
0,10%
0,10%
0,10%
Q2 2023
-0,80%
-0,80%
-0,80%
Q3 2023
-0,50%
-0,50%
-0,50%
Q4 2023
-0,10%
0,62%
-0,82%
Q1 2024
0,30%
1,03%
-0,43%
Q2 2024
0,70%
1,48%
-0,08%
Q3 2024
0,60%
1,40%
-0,20%
Q4 2024
0,40%
1,21%
-0,41%
Q1 2025
0,40%
1,24%
-0,44%
Q2 2025
0,40%
1,24%
-0,44%
Q3 2025
0,30%
1,15%
-0,55%
Q4 2025
0,30%
1,18%
-0,58%
Q1 2026
0,30%
1,22%
-0,62%
Q2 2026
0,30%
1,28%
-0,68%
* Veränderung des Bruttoinlandsprodukts zum Vorquartal in %, real auf Vorjahrespreisbasis – Referenzjahr 2015, saisonbereinigt (Quellen: baseline: OeNB; optimistisch, pessimistisch: RLB OÖ)
Verbraucherpeisindex*
Quartal
baseline
optimistisch
pessimistisch
Q4 2022
11,10%
11,10%
11,10%
Q1 2023
10,60%
10,60%
10,60%
Q2 2023
8,63%
8,63%
8,63%
Q3 2023
6,77%
6,77%
6,77%
Q4 2023
5,20%
4,31%
6,09%
Q1 2024
4,80%
3,95%
5,65%
Q2 2024
4,40%
3,53%
5,27%
Q3 2024
3,80%
2,93%
4,67%
Q4 2024
2,90%
2,01%
3,79%
Q1 2025
3,00%
2,08%
3,92%
Q2 2025
3,00%
2,07%
3,93%
Q3 2025
3,00%
2,05%
3,95%
Q4 2025
2,90%
1,90%
3,90%
Q1 2026
2,60%
1,53%
3,67%
Q2 2026
2,60%
1,44%
3,76%
* Harmonisierter Verbraucherpreisindex; Veränderung zum Vorjahr in % (Quellen: baseline: OeNB; optimistisch, pessimistisch: RLB OÖ)
Langfristige Zinsen*
Quartal
baseline
optimistisch
pessimistisch
Q4 2022
3,04%
3,04%
3,04%
Q1 2023
3,16%
3,16%
3,16%
Q2 2023
3,19%
3,19%
3,19%
Q3 2023
3,37%
3,37%
3,37%
Q4 2023
3,00%
2,23%
3,77%
Q1 2024
2,94%
2,23%
3,65%
Q2 2024
2,88%
2,21%
3,54%
Q3 2024
2,81%
2,19%
3,43%
Q4 2024
2,75%
2,12%
3,38%
Q1 2025
2,71%
2,06%
3,35%
Q2 2025
2,67%
2,02%
3,31%
Q3 2025
2,62%
1,98%
3,27%
Q4 2025
2,58%
1,90%
3,26%
Q1 2026
2,62%
1,89%
3,35%
Q2 2026
2,66%
1,86%
3,45%
*Langfristige Zinsen (10 Jahre); in % (Quellen: baseline, optimistisch, pessimistisch: RLB OÖ)
Die in den Tabellen dargestellten makroökonomischen baseline-Prognosen (bzw. deren Grundlage vor weiterer Transformation) stammen von der OeNB und wurden am 15.12.2023 (Gesamtwirtschaftliche Prognose der OeNB für Österreich 2023–2026) veröffentlicht. Auf Basis der historischen Entwicklung dieser Zeitreihen wird von der Raiffeisenlandesbank OÖ mittels makroökonomischer Modelle ein pessimistisches und optimistisches Szenario für die jeweilige makroökonomische Variable ermittelt. Anschließend werden je Szenario die entsprechenden IFRS 9-Risikoparameter (PD und LGD) berechnet und mit den Anteilen 60-20-20 für baseline, optimistisch und pessimistisch gewichtet. Die gewichteten Risikoparameter werden in weiterer Folge für das Staging und für die Ermittlung des Expected Credit Loss (ECL) verwendet.
Um die Veränderung von Parametern und deren Einfluss auf den Expected Credit Loss besser abschätzen zu können, wurden Sensitivitätsanalysen berechnet, die die indirekte Veränderung der Risikovorsorge aufgrund von makroökonomischen Shifts (+/–1 % BIP-Wachstumsrate, +/–5 % Immobilienpreisschwankung) beinhalten. Weitere Details und Ergebnisse dieser Analyse befinden sich in der Anhangangabe „6.3 Sensitivitätsangaben zu Risikovorsorge Stage 1 und 2“.
Im Zuge der Erfassung von Wertberichtigungen für signifikante Kundenengagements erfolgt die Bildung von Einzelwertberichtigungen bzw. von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen durch Einzelfallbetrachtung. Dabei sind folgende wichtige Beurteilungen vorzunehmen:
  • Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des jeweiligen Kunden,
  • Ermittlung und Gewichtung von Szenarien,
  • Schätzung von erwarteten Rückflüssen aus Sicherheitenverwertungen.
Bewertung der erwarteten Kreditverluste i. Z. m. Zinserhöhungen und dem aktuellen wirtschaftlichen Umfeld
Der bereits im 1. Halbjahr 2021 begonnene Anstieg der Inflation laut HVPI setzte sich bis heute unvermindert fort, wobei im Verlauf des Jahres 2023 erstmals rücklaufende Wachstumsraten beobachtet werden konnten. Im Jahr 2023 betrug die HVPI-Inflation in Österreich 7,7 % und blieb damit deutlich über dem Euroraum-Durchschnitt. Die OeNB rechnet für die Jahre 2024 bis 2026 mit jährlichen HVPI-Wachstumsraten von 4,0 %, 3,5 % sowie 2,5 %. Die Wachstums-raten für das Bruttoinlandsprodukt 2024 bis 2026 werden mit 0,6 %, 1,7 % und 1,3 % prognostiziert. Der Wirtschaftsraum Österreich befindet sich seit der zweiten Jahreshälfte 2023 in einer Rezession. Das Wirtschaftswachstum war im Jahr 2023 mit -0,7 % negativ.
Die im Jahr 2022 durchgeführte Weiterentwicklung des IFRS 9-PD-Modells für das Segment Corporates wurde auch im Jahr 2023 beibehalten, um extreme makroökonomischen Realisationen und Prognosen (vor allem bei der Inflation) verarbeiten zu können. Im Rahmen dieser Modellweiterentwicklung wurde 2022 eine obere Grenze für die Ausfallwahrscheinlichkeit (PD Shiftfaktor Cap) eingeführt. Die Höhe des Caps wird tourlich analysiert und wurde im 1. Quartal 2023 von 2,5 auf 2,6 erhöht. Das bedeutet, dass die Point-in-Time-Ausfallwahrscheinlichkeit aufgrund makroökonomischer Einflüsse maximal auf das 2,6-Fache der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit steigen kann, was aus Sicht der Raiffeisenlandesbank OÖ adäquat ist. Die IFRS 9-PD-Modelle für die Segmente Retail (Konsum und Privat), Institute und Sovereigns haben keinen Cap im Einsatz.
Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich im Geschäftsjahr 2023 Folgendes:
  • Der erwartete Kreditverlust für Stage 1 und Stage 2 erhöhte sich im Jahr 2023 im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern um 9,1 %. Die Erhöhung basiert vor allem auf dem oben beschriebenen makroökonomischen Umfeld, bonitätsbedingten Portfolioveränderungen und der im nachfolgenden Punkt beschriebenen Management-Entscheidung.
  • Aufgrund der Trendumkehr im Immobilienbereich, ausgelöst durch ein neues Zinsumfeld, sinkende Immobilienpreise und erhöhte Bau-/Finanzierungskosten, wählte die Raiffeisenlandesbank OÖ einen top-down-Ansatz, um die veränderten Rahmenbedingungen in den erwarteten Kreditverlusten zu berücksichtigen. Nach intensiver Prüfung des Finanzierungsportfolios wurden bei Commercial Real Estate-Kunden, die aufgrund der momentanen Verzerrungen potenziell von Stundungsanfragen, drohenden Liquiditätsproblemen oder Finanzierungslücken betroffen sein könnten, Ratingaktualisierungen durchgeführt. In Summe wurden bei der top-down-Analyse mehr als ein Dutzend Kunden mit einem Volumen von insgesamt rund EUR 500 Mio. identifiziert. Es erfolgten Ratingherabstufungen und Einmeldungen in das Frühwarnsystem. Diese Vorgehensweise wurde mit den betroffenen Geschäftsbereichen abge-stimmt und von den jeweiligen Führungsgremien der Raiffeisenlandesbank OÖ genehmigt. Die zusätzliche Kreditrisikovorsorge aufgrund dieser Maßnahmen beträgt im Jahresvergleich EUR 18,5 Mio.
Wertminderungsmodell (Dreistufenmodell)
Für finanzielle Vermögenswerte erfolgt die Zuordnung in die drei Stages in Abhängigkeit von der Beurteilung des Kreditrisikos. Ausgenommen sind jene Positionen, die bereits eine Wertminderung bei Zugang aufweisen (POCI – Purchased or Originated Credit Impaired). Für diese Finanzinstrumente werden in späteren Berichtsperioden die kumulierten Veränderungen des Lifetime Expected Loss seit dem erstmaligen Ansatz in der Bilanz erfasst. Die positiven bzw. negativen Veränderungen werden als indirekte Zu- bzw. Abschreibung der Forderung erfasst.
Stage 1 beinhaltet alle Positionen bei Zugang sowie jene Finanzinstrumente, bei denen keine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos seit dem Zugangszeitpunkt festgestellt wurde. Bei diesen Positionen wird der „erwartete 12-Monats-Verlust“ (Barwert der erwarteten Zahlungsausfälle, die aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten 12 Monate nach dem Abschlussstichtag resultieren) als bilanzieller Risikovorsorgebetrag angesetzt.
Stage 2 beinhaltet alle Finanzinstrumente, bei denen seit erstmaliger Erfassung eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos festgestellt wurde. Bei diesen Positionen wird der gesamte über die Restlaufzeit des Instruments erwartete Verlust (Barwert der erwarteten Zahlungsausfälle infolge möglicher Ausfallereignisse über die Restlaufzeit des Finanzinstruments) als bilanzieller Risikovorsorgebetrag angesetzt.
Stage 3 beinhaltet alle ausgefallenen Finanzinstrumente. Bei diesen Positionen wird der gesamte über die Restlaufzeit des Instruments erwartete Verlust als bilanzieller Risikovorsorgebetrag angesetzt. Im Kreditgeschäft erfolgt die Bildung von Einzelwertberichtigungen bzw. von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen bei signifikanten Kundenengagements durch Einzelfallbetrachtung. Die Höhe der Risikovorsorge wird von den erwarteten abgezinsten Rückflüssen aus Zins- und Tilgungszahlungen sowie einer etwaigen Sicherheitenverwertung bestimmt. Bei nicht signifikanten Kundenengagements kommen für die Ermittlung der gesamten über die Restlaufzeit erwarteten Verluste statistische Methoden zum Einsatz. In Stage 3 werden Zinserträge auf Basis des Nettobuchwertes als Unwinding erfasst.
Transferkriterien
Kriterien für einen Transfer zwischen Stage 1 und Stage 2
Die Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat, beruht auf einem relativen und absoluten Anstieg der Ausfallwahrscheinlichkeit seit Zugang. Dazu wird die aktuelle Ausfallwahrscheinlichkeit für die Restlaufzeit mit der zum Zugangszeitpunkt für die aktuelle Restlaufzeit prognostizierten Ausfallwahrscheinlichkeit verglichen. Zusätzlich zu dem quantitativen Element fließen noch qualitative Faktoren wie Frühwarnkennzeichen oder die Überprüfung des Zahlungsverzugs in die Überprüfung der Kreditqualität ein (Backstop-Kriterium). Bei Forderungen, die aufgrund des quantitativen oder qualitativen Kriteriums in Stage 2 sind, erfolgt ein Rücktransfer der betroffenen Forderungen nach Stage 1, sobald die Transferkriterien nicht mehr vorliegen. Bei Forderungen, die aufgrund des Backstop-Kriteriums in Stage 2 sind, erfolgt der Rücktransfer nach Stage 1 erst nach einer Wohlverhaltensperiode von einem Quartal.
Kriterien für einen Transfer zwischen Stage 2 und Stage 3
Auslösetatbestände für die Bildung einer Risikovorsorge gemäß Stage 3 stellen vor allem objektive Hinweise auf eine Wertminderung zum Abschlussstichtag dar, wie wirtschaftliche bzw. finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, Ausfall von Zins- oder Tilgungszahlungen sowie weitere Ausfalltatbestände nach aufsichtsrechtlichen Normen. Als Grundlage für die Feststellung dient das laufende Controlling des Kontrahenten bzw. Kreditfalles im internen Risikomanagement.
Sofern die beschriebenen Transferkriterien nicht mehr vorliegen, erfolgt ein Rücktransfer der betroffenen Forderungen.
Vereinfachte Vorgehensweise (Simplified Approach)
IFRS 9 enthält eine Vereinfachung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, aktive Vertragsposten und Forderungen aus Leasingverhältnissen. Bei solchen Finanzinstrumenten kann die Risikovorsorge auf der Basis des Lifetime Expected Loss erfasst werden. Die Rechnungslegungsmethode für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, aktive Vertragsposten und Forderungen aus Leasingverhältnissen kann jeweils unabhängig voneinander angewandt werden. Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern wendet den Simplified Approach bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie bei Forderungen in Zusammenhang mit echtem Factoring an.
Außerbilanzielle Verpflichtungen
Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern erfasst Kreditzusagen und Eventualverbindlichkeiten (insbesondere Bürgschaften und Haftungen) in dem Zeitpunkt, zu dem der Kreditvertrag bzw. der Vertrag über die Eventualverbindlichkeiten mit dem Kreditnehmer zustande kommt. Mit Erfassung dieser außerbilanziellen Geschäfte wird für den Teil, der voraussichtlich in den nächsten 12 Monaten in Anspruch genommen wird, eine Risikovorsorge in Höhe des 12-Monats-Expected Credit Loss (ECL) bilanziert. Bei signifikanter Erhöhung des Kreditrisikos wird ein ECL über die Gesamtlaufzeit der zu erwartenden Inanspruchnahme gerechnet. Sofern sich der Kreditnehmer im Ausfall befindet, erfasst die Bank eine Rückstellung in der Höhe des erwarteten Ausfalls. Dabei werden für Kreditzusagen die geschätzten Zahlungsströme mit dem Effektivzinssatz des vereinbarten Kredites abgezinst. Bei Eventualverbindlichkeiten wird grundsätzlich ein risikoloser Zinssatz für die Barwertberechnung verwendet. Zahlungsstromspezifische Risiken werden bei der Schätzung der Zahlungsströme berücksichtigt.
Hedge Accounting
Im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern finden im Bereich des Mikro Hedge Accounting die Bestimmungen von IFRS 9 Anwendung und beim Portfolio Fair Value Hedge Accounting die Bestimmungen gemäß IAS 39.
Mikro Fair Value Hedge
Der Hauptanwendungsbereich für Mikro Hedge Accounting liegt in der Absicherung von Grundgeschäften mit Fixzinsrisiko durch in Bezug auf wesentliche Parameter weitgehend identische, aber gegenläufige derivative Finanzinstrumente (z. B. Emission mit fixen Kupons und Receiver Swap). Als mögliche Sicherungsinstrumente zur Absicherung der Zinsänderungsrisiken dienen aktuell Zinsswaps. Das Ziel des Einsatzes von Hedge Accounting liegt in der Vermeidung von Schwankungen in der Erfolgsrechnung aufgrund von Zinsänderungsrisiken. Mikro Hedge-Beziehungen können zu Beginn eines Grundgeschäftes gebildet werden oder durch prospektives Hedge Accounting während der Laufzeit ab Widmungszeitpunkt erfolgen.
Die Positionen enthalten zumeist 1:1 zinsgesicherte Grundgeschäfte, bei denen ein stabiler Cashflow zu erwarten ist (z. B. institutionelle Emissionen, aktivseitige Anleihepositionen oder große Kredite mit stabilen Cashflows). Es handelt sich somit um Mikro Hedge-Beziehungen in der Form von Fair Value Hedges.
Grundgeschäfte i. Z. m. Mikro Fair Value Hedge Accounting sind vor allem in den folgenden Bilanzposten enthalten:
  • Forderungen an Kunden
  • Finanzanlagen
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
  • Verbriefte Verbindlichkeiten
  • Nachrangkapital
Trotz in der Regel nahezu deckungsgleicher Konditionen zwischen Grund- und Sicherungsgeschäften können insbesondere aus folgenden Gründen gewisse Ineffektivitäten mit einem Effekt in der Erfolgsrechnung eintreten:
  • Unterschiede in der Diskontierung bei Grund- und Sicherungsgeschäften
  • Zinsbewertungsergebnisse aus der variablen Seite der derivativen Sicherungsgeschäfte
  • Abweichungen innerhalb der Toleranzgrenzen der im Critical Term Match geprüften Geschäftsspezifika, wie Laufzeitabweichung, Nominalabweichung und Zinszahlungszeitpunkte
Das Ergebnis aus Mikro Fair Value Hedge Accounting wird in der Erfolgsrechnung in der Position „Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten“ dargestellt.
Portfolio Fair Value Hedge
Im Rahmen des Portfolio Fair Value Hedge kommt der Bottom Layer Approach gemäß den EU-Carve-out-Regelungen zu IAS 39 zur Anwendung. Das abgesicherte Risiko ist dabei das Fair Value-Risiko, das bei Fixzinsgeschäften sowie variablen Geschäften mit Zinsbegrenzung aufgrund von Veränderungen des Swapsatzes resultiert. Beginnend mit 01.01.2021 wurde beim Kreditportfolio darüber hinaus mit der Absicherung des optionalen Fixzinsrisikos durch entsprechende Sicherungsgeschäfte (Caps/Floors) begonnen und somit das Einsatzgebiet beim Portfolio Fair Value Hedging erweitert. Weiters wurde mit 01.01.2022 ein neues Portfolio zur Absicherung des Fair Value-Risikos bei passiven Fixzinsgeschäften eingeführt. Durch Portfolio Fair Value Hedges ist es möglich, die ökonomische Realität sowie die Risikomanagementstrategie bilanziell entsprechend abzubilden.
Das Risikomanagement des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns identifiziert festverzinsliche Grundgeschäfte anhand von festgelegten Kriterien und ordnet diese dem Makro Hedge-Portfolio zu. Die Grundgeschäfte der Portfolios stellen festverzinsliche Kredite und Wertpapiere sowie Einlagen und verbriefte Verbindlichkeiten in Euro der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ (AC) dar. Diese Geschäfte erfüllen auch weitere allgemeine Kriterien (z. B. keine Grundgeschäfte in einem Mikro Hedge, keine ausgefallenen oder keine Inter-Company-Geschäfte). Auch variabel verzinste Instrumente, in denen Caps und Floors eingebettet sind, weisen bei Über- oder Unterschreitung der Zinsgrenzen zumindest temporär ein Festzinsrisiko auf. Variable finanzielle Vermögenswerte mit Zinsuntergrenze werden in einem separaten Portfolio bilanziert. Derzeit werden Kredite, Schuldscheindarlehen und Wertpapiere mit expliziten Floors unter Einhaltung der oben angeführten Kriterien diesem Portfolio zugeordnet. Als derivative Sicherungsgeschäfte kommen Plain Vanilla Swaps sowie alleinstehende geschriebene Optionen zum Einsatz, die entweder endfällig oder mit Nominalverlauf sein können.
Die Zuordnung der Cashflows der Grundgeschäfte zu den Laufzeitbändern erfolgt auf Basis der erwarteten Zinsanpassungstermine. Dabei wird der jeweilige Nominalbetrag eines Geschäfts ausschließlich in das Laufzeitband des jeweiligen Zinsanpassungstermins eingestellt. Im Falle von fest vereinbarten Teiltilgungen wird die Gesamtnominale entsprechend auf die unterschiedlichen Laufzeitbänder aufgeteilt. Für die Laufzeitbänder wird das Kalenderjahr herangezogen. Die Designation von Sicherungsgeschäften zu Laufzeitbändern erfolgt aufgrund der Fälligkeit. Kommt es zu einer geplanten Teiltilgung im Derivat, erfolgt die Zuordnung des Nominalbetrags zu dem Laufzeitband, in dem die Teiltilgung erfolgt.
Es werden nicht die zugeordneten Geschäfte eines Portfolios einzeln, sondern ein bestimmter Betrag pro Laufzeitband und Portfolio abgesichert. Dieser Betrag ist in aller Regel ein Teilbetrag des gesamten Cashflows, der einem Laufzeitband zugeordnet wird. Die Höhe des abgesicherten Betrags (Bottom Layer) leitet sich pro Laufzeitband von den derivativen Sicherungsinstrumenten ab, die zu diesem Laufzeitband designiert wurden. Die Sicherungsperioden betragen einen Monat. Demnach wird am Ende einer jeden Sicherungsperiode die Sicherungsbeziehung beendet und zu Beginn der nächsten Sicherungsperiode neu designiert. Es erfolgen regelmäßige prospektive und retrospektive Effektivitätsmessungen.
Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern verwendet zur Bestimmung der Hedge-Quote eine Zinssensitivitätsberechnung. Dabei wird in Fixzins-Portfolios der Basis Point Value pro Laufzeitband für die Portfoliogeschäfte sowie der fixen Seite der derivativen Finanzinstrumente berechnet. Im variablen Portfolio wird eine gemittelte Hedge-Quote resultierend aus den Parallelschocks mit +50 BP bzw. ‒50 BP herangezogen, weil die Veränderung der Fair Values bei positiven und negativen Zinsshifts im Gegensatz zu linearen Fixzinsprodukten nicht symmetrisch ist.
Die Messung der prospektiven Effektivität erfolgt anhand einer Regressionsanalyse mit historischen Marktdaten und wird zu Beginn jeder Sicherungsperiode und somit monatlich pro Laufzeitband und Portfolio durchgeführt. Für die Regressionsanalyse werden 36 Datenpunkte herangezogen, wobei die ersten 35 Datenpunkte auf historischen Daten basieren und der letzte Datenpunkt einem +100 BP-Zinsschock entspricht, in der die Änderung des Fair Value des abgesicherten Betrags der Portfoliogeschäfte pro Laufzeitband der Änderung des Fair Value der designierten, derivativen Sicherungsgeschäfte pro Laufzeitband gegenübergestellt wird. Im variablen Portfolio entsprechen die zwei letzten Datenpunkte analog der Hedge-Quotenermittlung einem +50 BP bzw. einem ‒50 BP-Zinsschock, um wieder einen Gesamt-Shift von 100 BP zu erreichen. Neben der Steigung der Regressionsgeraden (Effektivität zwischen 80 % und 125 %) wird auch die Streuung der Werte in Form des Bestimmtheitsmaßes R² gemessen, wobei der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern dafür eine Untergrenze von 90 % vorgibt. Die Steigung der Regressionsgeraden muss zudem statistisch signifikant sein, wofür ein Konfidenzintervall von 95 % angewendet wird. Die Messung der retrospektiven Effektivität erfolgt ebenfalls mittels Regressionsanalyse, indem alle Daten historisch berechnet werden. Im Gegensatz zur prospektiven Effektivitätsmessung können keine bereits gerechneten Datenpunkte verwendet werden, da einerseits zu Beginn jeder Sicherungsperiode eine Neudesignation erfolgt und andererseits das Geschäft während der Sicherungsperiode Veränderungen erfährt.
Am Ende der Sicherungsperiode ergibt sich ein Basis Adjustment aufgrund der Veränderung des Fair Value des abgesicherten Betrags der Portfoliogeschäfte pro Laufzeitband. Dieses Basis Adjustment entspricht der Veränderung dieses Fair Value zwischen Beginn und Ende der Sicherungsperiode. Ist die Sicherungsbeziehung in einem Laufzeitband ineffektiv, wird in der aktuellen Periode keine Buchwertanpassung (Basis Adjustment) für das Grundgeschäft vorgenommen. Die derivativen Sicherungsgeschäfte werden weiterhin zum Fair Value über die Erfolgsrechnung bewertet. Wird durch Veränderungen der Geschäfte, die zu Beginn der Sicherungsperiode dem Portfolio zugeordnet waren, während der Sicherungsperiode der Bottom Layer unterschritten, werden neben Ineffektivitäten beim retrospektiven Test auch Teilabgänge bei bestehenden Basis Adjustments berücksichtigt. Erst danach erfolgt die ratierliche Amortisation des Basis Adjustments.
Zusätzlich zu den bereits in Mikro Fair Value Hedge genannten Gründen für Ineffektivität bestehen beim Portfolio Fair Value Hedge noch zusätzliche Gründe im Zusammenhang mit der Umsetzung im Bottom Layer-Ansatz:
  • In der retrospektiven Effektivitätsmessung wird, im Gegensatz zur Sensitivitätsanalyse im prospektiven Effektivitätstest, die Hedge-Quote bei Veränderungen der designierten Geschäfte während der Sicherungsperiode auf Basis der Volumsänderung skaliert, um im Ergebnis wiederum den abgesicherten Betrag zu Beginn der Sicherungsperiode zu erzielen.
  • Durch die Veränderung des Grundgeschäftebestandes während der Sicherungsperiode verändert sich auch die Zusammenstellung der aggregierten Cashflows.
Beim Portfolio Fair Value Hedge werden zum einen festverzinsliche Grundgeschäfte anhand von festgelegten Kriterien identifiziert und diese dem Makro Hedge-Portfolio zugeordnet. Zum anderen werden variabel verzinste Geschäfte mit Zinsoptionen in einem seperaten Aktiv-Portfolio geführt. In den Aktiv-Portfolios werden finanzielle Vermögenswerte der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ (AC) zugeordnet, welche i. d. R. Finanzinstrumente im Bilanzposten „Forderungen an Kunden“ darstellen. Das Passiv-Portfolio besteht aus finanziellen Verbindlichkeiten, welche der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ (AC) zugeordnet sind und sich vor allem in den Bilanzposten „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ und „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“ befinden.
Das Ergebnis aus Portfolio Fair Value Hedge Accounting wird in der Erfolgsrechnung in der Position „Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten“ dargestellt.
Net Investment Hedge
Weiters werden im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern zur Absicherung des Währungsrisikos aus Investitionen in ausländische Geschäftsbetriebe die Bestimmungen zum Net Investment Hedge gemäß IFRS 9 in Verbindung mit IFRIC 16 angewandt. Das abzusichernde Grundgeschäft stellen Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe dar, als Sicherungsinstrumente werden im Konzern finanzielle Verbindlichkeiten herangezogen. Die Erfassung des effektiven Teils der Hedge-Beziehung erfolgt erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis.
Pensionsgeschäfte
Im Rahmen echter Pensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) verkauft der Konzern Vermögenswerte an einen Vertragspartner und vereinbart gleichzeitig, diese zu einem bestimmten Termin und einem vereinbarten Kurs zurückzukaufen. Die Vermögenswerte werden aus der Bilanz nicht ausgebucht und nach den Regeln des jeweiligen Bilanzpostens bewertet. In Höhe der erhaltenen Liquidität wird eine Verbindlichkeit gebucht.
Bei einem Reverse-Repo-Geschäft werden Vermögenswerte mit der gleichzeitigen Verpflichtung eines zukünftigen Verkaufs erworben. In Höhe der gezahlten Liquidität wird eine Forderung gebucht. Zinsaufwendungen aus Repo-Geschäften und Zinserträge aus Reverse-Repo-Geschäften werden über die Laufzeit abgegrenzt und im Zinsüberschuss ausgewiesen.
Bei unechten Pensionsgeschäften besteht für den Pensionsgeber zwar die Verpflichtung, die Vermögenswerte zurückzunehmen, nicht jedoch das Recht, diese zurückzufordern. Der Pensionsnehmer allein entscheidet über die Rückübertragung. Bei einem unechten Pensionsgeschäft werden die Vermögenswerte nicht in der Bilanz des Pensionsgebers, sondern in der Bilanz des Pensionsnehmers ausgewiesen.
Anlagevermögen
Alle immateriellen Vermögenswerte – ausgenommen Firmenwerte – weisen eine begrenzte Nutzungsdauer auf. Der Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte liegen folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern zugrunde:
Jahre
Abschreibungs-
methode
Kundenstock
2–14
linear
Marken
5–20
linear
Firmenwerte
unbegrenzt
jährlicher
Impairment-Test
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte
1–40
linear
Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden jährlich – und wann immer es einen Anhaltspunkt für eine Wertminderung gibt – einem Impairment-Test unterzogen. Sowohl bei der Festlegung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten als auch der Allokation von Firmenwerten und der Bewertung auf Basis von Planungsrechnungen bestehen Ermessensspielräume.
Die Bewertung der Sachanlagen und Finanzimmobilien erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen. Bei der Festlegung der Nutzungsdauer für Sachanlagen wird auf Annahmen, Schätzungen und Erfahrungswerte im Hinblick auf die Nutzungsdauer von langfristigen Vermögenswerten abgestellt. Den linearen Abschreibungen werden folgende betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern (ausgenommen Nutzungsrechte) zugrunde gelegt:
Jahre
Sachanlagen
1–67
betrieblich genutzte Grundstücke und Gebäude
3–67
Sonstige Sachanlagen
1–40
Finanzimmobilien
5–67
Im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern werden Finanzimmobilien gemäß dem diesbezüglichen Wahlrecht in IAS 40 zu fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Wird die Immobilie zum überwiegenden Teil nicht vom Konzern genutzt, so wird sie als Finanzimmobilie gemäß IAS 40 ausgewiesen. In Bau befindliche Liegenschaften mit dem gleichen erwarteten Zweck wie bei Finanzimmobilien werden wie Finanzimmobilien behandelt. Für die Anhangangabe „4.10. Finanzimmobilien“ zum Fair Value der Finanzimmobilien werden in der Regel branchenübliche Wertgutachten bzw. Barwertberechnungen herangezogen.
Leasing
Leasingverhältnisse als Leasingnehmer
Im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern bestehen vorwiegend Leasingverhältnisse zur Anmietung von Standorten, Kraftfahrzeugen sowie technischen Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung. Diesen Leasingverhältnissen werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:
Jahre
Kraftfahrzeuge
bis 10
Standorte (inkl. Baurechte)
bis 100
technische Anlagen und Maschinen
bis 30
Betriebs- und Geschäftsausstattung
bis 10
Die Nutzungsrechte – wie auch das restliche Anlagevermögen – werden im Konzern gemäß dem Anschaffungskostenmodell bewertet.
Leasinggegenstände von geringem Wert (bis EUR 5.000) sowie kurzfristige Leasingverhältnisse werden im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern entsprechend der Ausnahmeregelung Off-Balance dargestellt.
Aus Sicht des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns als Leasingnehmer stellen insbesondere die Einstufung als Leasingverhältnis an sich sowie die Bestimmung der Leasinglaufzeit und des Grenzkapitalzinssatzes wichtige Einschätzungen dar.
Im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern beinhalten einige Leasingverhältnisse i. Z. m. Standortmieten variable Leasingzahlungen, welche nicht in die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten einbezogen wurden. Die Einflussgröße für diese variablen Leasingzahlungen ist überwiegend der Umsatz, den die jeweiligen Standorte erwirtschaften. Außerdem wird bei Leasingverhältnissen auch von Kündigungs- und Verlängerungsoptionen Gebrauch gemacht, die ebenfalls nicht in die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten miteinbezogen werden. Die Einschätzung i. Z. m. der Ausübung bezieht sich einerseits auf die Einschätzungen des Managements sowie andererseits auf die Inanspruchnahme vergleichbarer Optionen in der Vergangenheit.
Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern macht von dem Wahlrecht Gebrauch, bei einzelnen Leasingklassen von einer Trennung zwischen Nichtleasing- und Leasingkomponenten abzusehen und stattdessen jede Leasingkomponente und alle damit verbundenen Nichtleasingkomponenten als einzige Leasingkomponente zu bilanzieren.
Leasingverhältnisse als Leasinggeber
Grundlage für die Einstufung von Leasingverhältnissen aus Sicht des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns als Leasinggeber ist der Umfang, in welchem die mit dem Eigentum eines Leasinggegenstandes verbundenen Risiken und Chancen beim Leasinggeber oder Leasingnehmer liegen. Dabei erfolgt eine Einschätzung der Wesentlichkeit der Risiken- und Chancenübertragung, die gegebenenfalls bei Vertragsänderungen abweichen kann und eine Anpassung erfordert.
Finanzierungsleasing
Das Finanzierungsleasinggeschäft stammt fast ausschließlich von Gesellschaften der „IMPULS-LEASING“-Gruppe. Diese bietet innovative Finanzierungslösungen für Corporate- und Retail-Kunden an. Neben Österreich ist die „IMPULS-LEASING“-Gruppe auch in Süddeutschland, Tschechien, Polen, Rumänien und Kroatien vertreten. In Österreich und Süddeutschland bietet die „IMPULS-LEASING“-Gruppe neben Kfz- und Mobilienfinanzierungen auch Immobilienfinanzierungen an. Der langfristige Erfolg hängt unter anderem vom aktiven Management der Risiken und der Risikostrategie ab. Diese zeichnet sich durch eine einheitliche gruppenweite Finanzierungspolitik, ein breites Leasingportfolio mit Obligo- und Risikolimitierungen, einheitliche Ratingstandards, die Einhaltung von Qualitätssicherungsstandards sowie fristen-, zins- und währungskonforme Refinanzierungen aus. Die „IMPULS-LEASING“-Gruppe richtet ihr Engagement grundsätzlich nur auf Geschäftsfelder, in denen sie über eine entsprechende Expertise zur Beurteilung der spezifischen Risiken verfügt. Der Aufnahme neuer Geschäftsfelder oder Produkte geht grundsätzlich eine adäquate Analyse der geschäftsspezifischen Risiken voraus.
Operating Leasing
Das Operating Leasinggeschäft stammt fast ausschließlich von Gesellschaften der „IMPULS-LEASING“-Gruppe. Diese bieten vorwiegend Vermietungen von Immobilien, Kfz- und Mobilien an. Der Konzern hat diese Leasingverhältnisse als Operating Leasingverhältnisse eingestuft, da im Wesentlichen nicht alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden.
Unterleasingverhältnisse
Sowohl die „IMPULS-LEASING“-Gruppe als auch die „OÖ Wohnbau“-Gruppe erwerben Baurechte bzw. mieten Grundstücke, errichten darauf Gebäude und verleasen diese anschließend als Unterleasingverhältnisse an Dritte. Die Laufzeiten dieser Baurechte bzw. Grundstücke bewegen sich in einer Bandbreite von 1 bis 99 Jahren. Bei der „IMPULS-LEASING“-Gruppe wurden die Unterleasingverhältnisse durch den Laufzeittest überwiegend als Finanzierungsleasingverhältnisse klassifiziert, wohingegen in der „OÖ Wohnbau“-Gruppe die Unterleasingverhältnisse ausschließlich als Operating Leasing eingestuft wurden.
IFRS 16 hat Arbeitgebern das Recht eingeräumt, Vereinbarungen zur Überlassung von Sachbezügen an Mitarbeiter als Unterleasingverhältnis zu bilanzieren. Im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern werden Sachbezüge an Mitarbeiter als Teil der Gesamtvergütung für die Mitarbeiter betrachtet und in Folge ausschließlich nach IAS 19 behandelt. Dementsprechend wird IFRS 16 nicht angewendet.
Rückstellungen
Sämtliche Sozialkapitalrückstellungen (Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungsverpflichtungen und Jubiläumsgelder) werden gemäß IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung basiert wesentlich auf Annahmen zu Diskontierungszinssätzen und zukünftigen Personalkostenentwicklungen. Weiters sind Einschätzungen von demografischen Entwicklungen notwendig.
Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern hat an eine Gruppe von Mitarbeitern Zusagen auf Alterspension, Berufsunfähigkeitspension, Witwen- und/oder Waisenpension gegeben. Leistungsbezogene Pensionszusagen garantieren dem Arbeitnehmer bestimmte Pensionen, welche vom Dienstalter und von einem bestimmten Prozentsatz der Bezüge abhängen. Der Anspruch auf Berufsunfähigkeitspension ist bei Eintritt dauernder Berufsunfähigkeit nach dem ASVG und Erfüllung der Voraussetzungen nach § 271 Abs. 1 ASVG gegeben. Witwen- bzw. Waisenpension gebührt im Falle des Todes eines Dienstnehmers bzw. eines Pensionsempfängers. Für einen Teil der Begünstigten wurden die Verpflichtungen an einen Fonds (Pensionskasse) ausgelagert. Bei den Verpflichtungen, die über eine Pensionskasse finanziert werden, wird der Anspruch zum Zeitpunkt der Pensionierung einmalig festgestellt, danach sind keine weiteren Beiträge zu leisten.
Für eine Gruppe von Mitarbeitern besteht ein Anspruch auf ein sogenanntes ASVG-Äquivalent, welches zeitlich befristet an die Dienstnehmer bzw. deren Hinterbliebene geleistet wird und folgende Leistungen beinhaltet: Der Dienstnehmer hat Anspruch auf eine Berufsunfähigkeits- und Alterspension, im Todesfall haben die Hinterbliebenen Anspruch auf eine Witwen- bzw. Waisenpension. Das ASVG-Äquivalent kommt ab der Versetzung in den Ruhestand und nach Ablauf des Abfertigungszeitraumes bis zur Zuerkennung einer ASVG-Pension zur Auszahlung.
In den Pensionsrückstellungen sind Vorsorgen für Zulagenpensionen enthalten. Die Begünstigten erhalten im Falle der Berufsunfähigkeit bzw. bei Pensionierung und nach Ablauf des Abfertigungszeitraumes eine Familienzulage und/oder eine Zulage-Zusatzversicherung. Voraussetzung für die Zahlung ist, dass bei Pensionierung Anspruch auf beide oder eine dieser Zulagen besteht.
Mitarbeiter von österreichischen Gesellschaften, deren Dienstverhältnis vor dem 01.01.2003 begonnen hat, haben im Falle einer Beendigung des Dienstverhältnisses durch den Arbeitgeber oder bei Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigungszahlung. Der Anspruch ist abhängig von der Anzahl der Dienstjahre und dem letzten Bezug.
In Österreich erhalten Mitarbeiter nach Erreichung eines bestimmten Dienstjahres Jubiläumsgelder.
Die Berechnungen basieren auf einem kalkulatorischen Pensionsalter von 60 Jahren für Frauen bzw. 65 Jahren für Männer unter Beachtung der gesetzlichen Übergangsbestimmungen gemäß Budgetbegleitgesetz 2003 sowie einzelvertraglicher Besonderheiten. Das Pensionsalter für Frauen wurde darüber hinaus unter Beachtung der „BVG Altersgrenzen“ (BGBl. 1992/832) angesetzt. Als Rechnungsgrundlagen wurden die „AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ in der Ausprägung für Angestellte herangezogen.
Neben den Invalidisierungsraten, Sterberaten und den Faktoren, die sich aus der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters ergeben, werden jährliche dienstzeitabhängige Fluktuationsraten basierend auf internen Statistiken für vorzeitige Beendigungen der Dienstverhältnisse angesetzt.
in %
2023
2022
Pensionsverpflichtungen
Diskontierungssatz
3,5
3,5
Gehaltssteigerung
2,0
2,6
Erwartete Pensionserhöhung
4,0
3,9
Abfertigungs- und Jubiläumsgeldverpflichtungen
Diskontierungssatz
3,5
3,5
Gehaltssteigerung
4,6
4,6
Leistungsorientierte Pläne belasten den Konzern mit versicherungsmathematischen Risiken, wie beispielsweise dem Langlebigkeitsrisiko, Währungsrisiko, Zinsrisiko und Markt- bzw. Anlagerisiko.
Darüberhinaus bestehen beitragsorientierte Pläne bei Pensionen, für die keine Rückstellungen zu bilden sind. Für Mitarbeiter, deren Dienstverhältnis nach dem 31.12.2002 begonnen hat, wird für Abfertigungsansprüche ebenfalls in einem beitragsorientierten System vorgesorgt. Für die erfolgswirsamen Effekte für beitragsorientierte Pläne im Geschäftsjahr 2023 siehe Anhangangabe „3.8. Verwaltungsaufwendungen“
Die Bezifferung von Rückstellungen für ungewisse Verplfichtungen erfordert Einschätzungen in großem Umfang. Der Konzern bemisst diese potenziellen Verluste, soweit sie wahrscheinlich und schätzbar sind, nach Maßgabe von IAS 37 „Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen“. Die endgültigen Verbindlichkeiten können hievon letztlich abweichen.
Erlösrealisierung
Erträge werden, sofern die zugrunde liegenden Verträge nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 9 oder IFRS 16 fallen, erfasst, wenn es unter Einhaltung der Bedingungen des IFRS 15 wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird, und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann.
Die Erlösrealisierung erfolgt zeitraumbezogen, wenn die Erfüllung der Leistungsverpflichtung durch den Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern gleichzeitig mit der Nutzung bzw. dem Verbrauch durch den Kunden einhergeht, wenn ein Vermögenswert erzeugt bzw. verbessert wird und der Kunde die Verfügungsmacht während dieses Prozesses erlangt oder wenn keine alternative Nutzungsmöglichkeit gegeben ist und der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern einen Zahlungsanspruch auf die bisher erbrachte Leistung hat. Zur Ermittlung des Leistungsfortschritts wird eine inputbasierte Methode angewendet, da der Leistungsfortschritt (z. B. über Materialeinsatz) damit erfahrungsgemäß verlässlich bestimmt werden kann. Wenn hingegen keines dieser angeführten Kriterien zutrifft, erfolgt die Umsatzerlösrealisierung zeitpunktbezogen.
Segmentberichterstattung
Überblick
Basis für die Segmentberichterstattung nach IFRS 8 ist die Segmentrechnung im internen Vorstandsreporting. Diese beruht grundsätzlich auf den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS und der internen Organisationsstruktur der Geschäftsbereiche. Unterschiede zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns bestehen nicht.
Die Segmente werden, im Rahmen des internen Berichts an den Gesamtvorstand, regelmäßig dem Vorstand zur Entscheidungs- und Managementunterstützung bzw. Ressourcenverteilung vorgelegt. Der Gesamtvorstand ist der Hauptentscheidungsträger im Sinne des IFRS 8.
Informationen bezüglich der Ergebnisse jedes Segments sowie eine Aufgliederung des Provisionsüberschusses sind nachstehend angeführt.
IN TEUR
Corporates
Retail &
Private
Banking
Financial
Markets
Beteili-
gungen
Corporate
Center
2023
Zinsüberschuss
416.281
176.106
12.777
39.165
4.373
648.702
Risikovorsorge
-230.993
-765
6.520
-7.735
-560
-233.533
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
0
0
0
439.051
0
439.051
Provisionsüberschuss
51.988
47.177
20.747
65.191
2.067
187.170
Ergebnis aus Handelsgeschäften
2.184
2.454
6.648
2.063
0
13.349
Ergebnis aus zum Fair Value bilanzierten Finanz-
instrumenten
0
0
32.712
2.529
0
35.241
Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten
4.360
-134
820
-7.464
41
-2.377
Verwaltungsaufwendungen
-151.845
-130.127
-52.444
-807.664
-31.945
-1.174.025
Umsatzerlöse und andere sonstige betriebliche Erträge
1.849
1.658
1.479
1.457.000
55.442
1.517.428
Kosten der Umsatzerzielung und andere sonstige Aufwendungen
-14.956
-2.260
-829
-706.434
-24.629
-749.108
Jahresüberschuss vor Steuern
78.868
94.109
28.430
475.702
4.789
681.898
Betriebsergebnis*
305.501
95.009
-11.623
488.372
5.308
882.567
Durchschnittliches Eigenkapital
1.409.014
182.745
1.011.588
2.754.580
211.596
5.569.523
Return on Equity (RoE)
5,60%
51,50%
2,81%
17,27%
2,26%
12,24%
Vermögenswerte per 31.12.
19.657.660
3.351.402
14.294.252
7.622.985
2.912.095
47.838.394
* Das Betriebsergebnis stellt den Saldo aus den Betriebserträgen und Betriebsaufwendungen dar. Bei der Ermittlung auf Konzernebene werden die Verwaltungsaufwendungen von der Summe aus Zinsüberschuss, Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen, Provisionsüberschuss, Ergebnis aus Handelsgeschäften und dem sonstigen betrieblichen Ergebnis in Abzug gebracht.
IN TEUR
Corporates
Retail &
Private
Banking
Financial
Markets
Beteili-
gungen
Corporate
Center
2023
Provisionserträge
57.568
51.581
55.991
110.795
5.526
281.461
aus Zahlungsverkehr
17.285
21.770
89
-306
4.700
43.538
aus Finanzierungsgeschäften
35.779
1.260
4.428
-102
-670
40.695
aus Wertpapiergeschäften
1.765
19.121
44.916
65.198
1.027
132.027
aus Devisen-, Valuten- und Edelmetallgeschäften
2.662
1.300
1.330
90
384
5.766
aus sonstigen Dienstleistungen
77
8.130
5.228
45.915
85
59.435
Provisionsaufwendungen
-5.580
-4.404
-35.244
-45.604
-3.459
-94.291
aus Zahlungsverkehr
-151
-2.464
-505
-1.162
-2.304
-6.586
aus Finanzierungsgeschäften
-5.091
-251
0
-19
-935
-6.296
aus Wertpapiergeschäften
-2
-1.050
-34.673
38
-193
-35.880
aus Devisen-, Valuten- und Edelmetallgeschäften
0
0
0
0
0
0
aus sonstigen Dienstleistungen
-336
-639
-66
-44.461
-27
-45.529
Provisionsüberschuss
51.988
47.177
20.747
65.191
2.067
187.170
IN TEUR
Corporates
Retail &
Private
Banking
Financial
Markets
Beteili-
gungen
Corporate
Center
2022
Zinsüberschuss
331.586
76.298
49.009
25.105
1.467
483.466
Risikovorsorge
-69.085
-1.744
-11.859
-8.000
-1.479
-92.168
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
0
0
0
40.107
0
40.107
Provisionsüberschuss
61.532
50.313
24.644
65.507
2.967
204.963
Ergebnis aus Handelsgeschäften
2.693
2.851
1.555
-406
0
6.692
Ergebnis aus zum Fair Value bilanzierten Finanz-
instrumenten
0
0
40.327
68.558
0
108.885
Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten
18
28
-5.004
-932
14
-5.876
Verwaltungsaufwendungen
-121.468
-104.996
-49.041
-680.406
-49.587
-1.005.498
Umsatzerlöse und andere sonstige betriebliche Erträge
2.316
2.659
1.625
1.378.246
55.524
1.440.370
Kosten der Umsatzerzielung und andere sonstige Aufwendungen
-27.781
-4.460
-1.422
-702.625
-15.155
-751.443
Jahresüberschuss vor Steuern
179.810
20.948
49.835
185.154
-6.249
429.497
Betriebsergebnis*
248.877
22.664
26.371
125.528
-4.784
418.656
Durchschnittliches Eigenkapital
1.524.363
174.647
1.147.504
2.242.916
156.892
5.246.322
Return on Equity (RoE)
11,80%
11,99%
4,34%
8,26%
-3,98%
8,19%
Vermögenswerte per 31.12.
19.498.583
3.583.475
16.024.700
7.753.131
2.462.279
49.322.168
* Das Betriebsergebnis stellt den Saldo aus den Betriebserträgen und Betriebsaufwendungen dar. Bei der Ermittlung auf Konzernebene werden die Verwaltungsaufwendungen von der Summe aus Zinsüberschuss, Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen, Provisionsüberschuss, Ergebnis aus Handelsgeschäften und dem sonstigen betrieblichen Ergebnis in Abzug gebracht.
IN TEUR
Corporates
Retail &
Private
Banking
Financial
Markets
Beteili-
gungen
Corporate
Center
2022
Provisionserträge
65.844
54.859
54.125
110.809
5.821
291.458
aus Zahlungsverkehr
15.648
19.222
112
-295
4.894
39.581
aus Finanzierungsgeschäften
44.664
2.428
2.819
-172
-463
49.276
aus Wertpapiergeschäften
2.239
22.316
41.349
66.044
1.050
132.998
aus Devisen-, Valuten- und Edelmetallgeschäften
3.118
1.619
1.235
42
253
6.267
aus sonstigen Dienstleistungen
175
9.274
8.610
45.190
87
63.336
Provisionsaufwendungen
-4.312
-4.546
-29.481
-45.302
-2.854
-86.495
aus Zahlungsverkehr
-239
-1.741
-479
-730
-1.777
-4.966
aus Finanzierungsgeschäften
-3.695
-366
0
-11
-617
-4.689
aus Wertpapiergeschäften
-36
-2.435
-28.934
44
-242
-31.603
aus Devisen-, Valuten- und Edelmetallgeschäften
0
0
0
0
0
0
aus sonstigen Dienstleistungen
-342
-4
-68
-44.605
-218
-45.237
Provisionsüberschuss
61.532
50.313
24.644
65.507
2.967
204.963
Corporates
Das Segment Corporates umfasst das Kundengeschäft des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns in den Bereichen Großunternehmen (Industrie, Handel, Dienstleistung, Immobilien), institutionelle Großkunden und Correspondent Banking. Hierbei erfolgt die Kundenbetreuung vorrangig durch persönliche Beratung mit individuellen Kundenlösungen für Finanzierungen (inkl. Exportfinanzierung, Leasing und Factoring), Cash Management, Risikoabsicherungen, Förderungen und Veranlagungen.
Retail & Private Banking
Im Segment Retail & Private Banking sind die Kunden aus dem Retailgeschäft, Private Banking, Direktbankgeschäft sowie Freiberufler und Kleinbetriebe enthalten. Diese Kunden werden im Filialnetz des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns (inkl. HYPO Salzburg-Filialen) sowie über das Direktbankgeschäft betreut. Im Filialgeschäft erfolgt der Vertrieb auf Basis einer individuellen Beratung. Dabei kommen insbesondere standardisierte Produkte in den Bereichen Finanzierungen (inkl. Leasing), Veranlagungen, Zahlungsverkehr und Vorsorge zum Einsatz.
Financial Markets
Im Segment Financial Markets sind die Handels- und Dienstleistungsergebnisse aus Kundengeschäften mit Devisen, Wertpapieren und Derivaten enthalten. Weiters fließt das Ergebnis aus dem zentralen Zins- und Liquiditätsmanagement aus den Bank- und Handelsbüchern in dieses Segment ein.
Beteiligungen
Dem Management Approach folgend werden alle direkten und indirekten Beteiligungen des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns dem Segment Beteiligungen zugewiesen. Neben den wesentlichen vollkonsolidierten Tochterunternehmen sind auch assoziierte Unternehmen und sonstige Beteiligungen enthalten, die at equity bilanziert bzw. zu Fair Values bewertet werden. Das Segment Beteiligungen ist organisatorisch in vier Beteiligungsportfolios gegliedert: „Banken & Finanzinstitute“, „Outsourcing & banknahe Beteiligungen“, „Immobilien“ sowie „Chancen- & Partnerkapital“.
Das Portfolio „Banken & Finanzinstitute“ umfasst die Beteiligungen an Banken und anderen Finanzinstituten (Leasing, Factoring, KAG) der Raiffeisenlandesbank OÖ. Durch diese strategischen Beteiligungen an Finanzinstituten wird die Marktposition der Raiffeisenlandesbank OÖ deutlich gestärkt und eine umfassende Begleitung und Betreuung der Kunden auf bestehenden und neuen Märkten ermöglicht sowie das Dienstleistungs- und Produktangebot der Raiffeisenlandesbank OÖ erweitert und abgerundet. Von den wesentlichen at equity bilanzierten Unternehmen können die Beteiligungen an der RBI-Gruppe, der Oberösterreichischen Landesbank AG und der Raiffeisenbank a.s. diesem Portfolio zugeordnert werden.
Dem Portfolio „Outsourcing & banknahe Beteiligungen“ sind Beteiligungen aus den Bereichen IT, Dienstleistungen (Versicherungsmakler etc.) und Tourismus zugeordnet. Banknahe Dienstleistungen sind für die Raiffeisenlandesbank OÖ und ihre Kunden eine wichtige Ergänzung zum klassischen Bankgeschäft oder werden innerhalb des Konzerns und der Raiffeisenbankengruppe benötigt.
Im Portfolio „Immobilien“ sind sämtliche Beteiligungen des Bereiches Immobilien zusammengefasst (Immobiliendienstleistungen, Ertragsimmobilien, Wohnbaugesellschaften etc.). Die Aktivitäten liegen in der Strukturierung des Beteiligungsportfolios sowie in Optimierungsmaßnahmen zur Sicherung eines nachhaltigen Ertrags- und Ausschüttungspotenzials.
Das Portfolio „Chancen- & Partnerkapital“ umfasst neben den Beteiligungen in den Bereichen Industrie und Lebensmittel auch die Beteiligungen und Anteile an Private Equity-Gesellschaften. Hauptaugenmerk im Bereich „Chancen- & Partnerkapital“ liegt auf der Stärkung der Eigenmittelausstattung bei stark expansiven Unternehmen zur Sicherstellung nachhaltiger Ertragspotenziale und damit der Chance zur Partizipation an der Unternehmenswertsteigerung. Daneben werden mit Eigenkapital Unternehmensnachfolgen und Unternehmensakquisitionen unterstützt. Chancen- & Partnerkapital dient aber auch der Standortsicherung oberösterreichischer Kernbetriebe – wie etwa bei voestalpine AG und AMAG AG. Für detaillierte Informationen zu diesen und weiteren at equity bilanzierten Unternehmen wird auf die Anhangangabe „4.7. At equity bilanzierte Unternehmen“ verwiesen.
Die Unternehmen der Lebensmittelbranche (VIVATIS/efko), welche ebenfalls diesem Portfolio zugeordnet werden können, erklären einen Großteil der „Umsatzerlöse aus bankfremder Tätigkeit“ bzw. „Kosten der Umsatzerzielung aus bankfremder Tätigkeit“ und den überwiegenden Teil der „Verwaltungsaufwendungen“ im Segment Beteiligungen (siehe dazu auch Anhangangabe VW / so betr. Erg.) – siehe dazu auch Anhangangabe „3.8 Verwaltungsaufwendungen“ sowie Anhangangabe „3.9. Sonstiges betriebliches Ergebnis“. Die VIVATIS-Gruppe und die efko-Gruppe zählen dabei zu den wesentlichen Unternehmen der österreichischen Nahrungs- und Genussmittelbranche. Das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 war durch eine hohe Volatilität der Einkaufspreise im Bereich der Roh-/Hilfs- und Betriebsstoffe (v. a. auch Energiekosten) geprägt. Zudem stellten massiv steigende Personalaufwendungen infolge von äußerst hohen Kollektivvertragsabschlüssen sowie ein deutlicher Kostenauftrieb im Bereich der bezogenen Leistungen eine große Herausforderung dar. Geplante verkaufsseitige Preiserhöhungen konnten überwiegend nur teilweise und meist mit erheblicher zeitlicher Verzögerung umgesetzt werden mitunter auch negativ beeinflusst durch die mediale Berichterstattung rund um die Preisentwicklung bei Lebensmitteln. Der damit verbundene Druck auf die Rohertragsstruktur wurde zudem durch ein geändertes Kundenverhalten infolge des Kaufkraftverlustes verstärkt (v. a. Trend zu weniger wertschöpfenderen Produkten, geringere Konsumation im Out-of-Home-Bereich, Abnahme der Bedeutung von Regionalität und Herkunft, Erhöhung der Mengen bei Preiseinstiegs- und Eigenmarkenprodukten etc.). Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen konnten die Unternehmen der VIVATIS-Gruppe eine positive Geschäftsentwicklung – wenngleich unter dem Vorjahr liegend – verzeichnen.
Corporate Center
Hier werden jene Erträge und Aufwendungen dargestellt, die inhaltlich keinem anderen Segment zugerechnet werden. Sondereffekte, die zu einer Verzerrung des jeweiligen Segmentergebnisses führen würden und im internen Vorstandsreporting nicht auf einzelne Marktsegmente verteilt werden, werden gegebenenfalls hier ausgewiesen.
Hinsichtlich der geografischen Angaben zu IFRS 8 wird auf die Anhangangabe „8.1.3. Geografische Aufteilung gemäß Country-by-Country Reporting“ verwiesen. Die Darstellungen erfolgen auf Basis des Sitzes der vertragsschließenden Konzerngesellschaft. Mit Ausnahme des Buchwertes der at equity bilanzierten Beteiligung an der Raiffeisenbank a.s. Prag (siehe dazu Anhangangabe „4.7. At equity bilanzierte Unternehmen“) befinden sich lediglich langfristige Vermögenswerte gemäß IFRS 8.33 (d. h. unter anderem ausgenommen Finanzinstrumente, latente Steuern und Rechte aus Versicherungsverträgen) von untergeordnetem Umfang im Ausland.
Die Angaben zu bilanziellen Vermögenswerten mit ihren jeweiligen Buchwerten erfolgen per Jahresende und entsprechen der Darstellung im internen Bericht an den Gesamtvorstand. Für weiterführende Details zur Verteilung von Risikokapital und Risk Weighted Assets (RWA) auf die Segmente wird auf den Abschnitt „Risikotragfähigkeitsanalyse“ im Risikobericht verwiesen.
Angaben zur Konzernerfolgsrechnung
Zinsüberschuss
Zinsen und zinsähnliche Erträge umfassen zum einen vor allem Zinserträge aus Forderungen an Kunden und Kreditinstitute, aus Anleihen und aus zinsabhängigen Derivaten sowie aus Leasingforderungen. In den IFRS 9-Kategorien „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ und „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ erfolgt eine Vereinnahmung von Zinsen gemäß der Effektivzinsmethode, welche insbesondere Amortisationseffekte bei Agien oder Disagien sowie bestimmte Kreditgebühren ebenfalls umfasst. Zum anderen werden auch laufende Erträge aus Aktien, Genussrechten, Anteilen an Publikumsfonds sowie aus verbundenen Unternehmen bzw. sonstigen Beteiligungen, die weder vollkonsolidiert noch at equity bilanziert werden, ausgewiesen.
Zinsaufwendungen entstehen im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und Kreditinstituten, aus Leasinggeschäften, verbrieften Verbindlichkeiten, Nachrangkapital sowie aus zinsabhängigen Derivaten.
Negativzinsen aus finanziellen Verbindlichkeiten werden als separate Position in den Zinserträgen ausgewiesen. Negativzinsen aus finanziellen Vermögenswerten werden als separate Position in den Zinsaufwendungen angeführt.
Zinserträge und -aufwendungen werden periodengerecht abgegrenzt, Dividenden zum Zeitpunkt der Entstehung eines Rechtsanspruches vereinnahmt.
IN TEUR
2023
2022
Zinserträge gemäß Effektivzinsmethode
1.561.733
733.785
aus finanziellen, nicht derivativen Vermögenswerten der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ (AC)
1.470.824
611.572
aus finanziellen, nicht derivativen Verbindlichkeiten der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ (AC)
550
66.698
aus finanziellen, nicht derivativen Vermögenswerten der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ (FVOCI)
90.359
55.515
Sonstige Zinserträge
527.164
339.646
aus finanziellen, nicht derivativen Vermögenswerten der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ (FVTPL)
6.609
2.698
aus finanziellen, nicht derivativen Vermögenswerten der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert“ (FVO)
2.686
3.327
aus finanziellen, nicht derivativen Verbindlichkeiten der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ (FVTPL)
0
0
aus finanziellen, nicht derivativen Verbindlichkeiten der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert“ (FVO)
0
0
aus derivativen Finanzinstrumenten der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ (FVTPL)
373.339
236.744
aus Leasingforderungen gemäß IFRS 16
144.531
96.877
Sonstige zinsähnliche Erträge
11.107
660
Laufende Erträge aus finanziellen Vermögenswerten der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ (FVTPL)
39.375
32.620
Zinsen und zinsähnliche Erträge
2.139.379
1.106.711
Zinsaufwendungen
-1.486.652
-620.243
aus finanziellen, nicht derivativen Verbindlichkeiten der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ (AC)
-962.056
-272.872
aus finanziellen, nicht derivativen Verbindlichkeiten der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ (FVTPL)
0
0
aus finanziellen, nicht derivativen Verbindlichkeiten der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert“ (FVO)
-54.327
-61.421
aus finanziellen, nicht derivativen Vermögenswerten der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ (AC)
-893
-39.401
aus finanziellen, nicht derivativen Vermögenswerten der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ (FVOCI)
0
0
aus finanziellen, nicht derivativen Vermögenswerten der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ (FVTPL)
0
-113
aus finanziellen, nicht derivativen Vermögenswerten der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert“ (FVO)
0
0
aus derivativen Finanzinstrumenten der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ (FVTPL)
-465.897
-245.166
aus Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16
-3.480
-1.270
Sonstige zinsähnliche Aufwendungen
-4.025
-3.002
Zinsen und zinsähnliche Aufwendungen
-1.490.678
-623.245
Zinsüberschuss
648.702
483.466
Die Zinserträge beinhalten Zinserträge von wertberichtigten Forderungen an Kunden und Kreditinstitute i. H. v. TEUR +17.850 (2022: TEUR +11.527). Zinserträge von wesentlichen wertberichtigten Forderungen an Kunden und Kreditinstitute werden mithilfe des Zinssatzes erfasst, der bei der Bestimmung des Wertminderungsaufwands zur Abzinsung der künftigen Cashflows verwendet wurde.
Für die Effekte aus Zinsvereinnahmungen i. Z. m. dem Langfristtender der EZB siehe Anhangangabe „4.14. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitute“. Zu den Auswirkungen der Judikatur betreffend Margenerhalt bei Negativzinsen wird auf die Anhangangabe „4.18. Rückstellungen“ verwiesen.
Risikovorsorge
Die Riskovorsorge betrifft alle Wertberichtigungen und Rückstellungen aus dem Kredit- und Wertpapiergeschäft. Direktabschreibungen und nachträgliche Eingänge auf bereits abgeschriebene Forderungen sind darin ebenfalls enthalten. Für Details siehe Anhangangabe „6. Angaben zu Risikovorsorgen“
IN TEUR
2023
2022
Erfolgswirksame Änderungen der Risikovorsorge unter IFRS 9
-244.444
-105.651
Direktabschreibungen
-23.718
-5.898
Eingänge auf abgeschriebene Forderungen*
34.630
19.381
Risikovorsorge
-233.533
-92.168
* inklusive Abgangseffekte i. Z. m. POCI-Vermögenswerten
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
Die anteiligen Gewinne bzw. Verluste aus den laufenden Ergebnissen der at equity bilanzierten Unternehmen werden hier dargestellt. Ebenso Wertminderungen bzw. Wertaufholungen, die im Rahmen der Unternehmensbewertung von at equity bilanzierten Unternehmen ermittelt werden.
IN TEUR
2023
2022
Anteilige Ergebnisse
407.916
385.437
Impairment von at equity bilanzierten Unternehmen
-29.796
-348.952
Reversal of Impairment von at equity bilanzierten Unternehmen
60.930
3.622
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
439.051
40.107
Für weitere Details zu den Ergebnissen aus at equity bilanzierten Unternehmen sowie den diesbezüglichen Bewertungen (Impairment bzw. Reversal of Impairment) wird auf die Anhangangabe „4.7. At equity bilanzierte Unternehmen“ verwiesen. Die oben angeführten Beträge sind dem Segment Beteiligungen zugeordnet.
Provisionsüberschuss
Der Provisionsüberschuss ergibt sich aus den periodengerecht abgegrenzten Erträgen und Aufwendungen, die in Zusammenhang mit Dienstleistungs- und Treuhandgeschäften entstehen. Diese umfassen im Wesentlichen den Zahlungsverkehr, das Devisen-, Valuten- und Edelmetallgeschäft, das Wertpapiergeschäft sowie Finanzierungsgeschäfte.
N TEUR
2023
2022
Provisionserträge
281.461
291.458
aus Zahlungsverkehr
43.538
39.581
aus Finanzierungsgeschäften
40.695
49.276
aus Wertpapiergeschäften
132.027
132.998
aus Devisen-, Valuten- und Edelmetallgeschäften
5.766
6.267
aus sonstigen Dienstleistungen
59.435
63.336
Provisionsaufwendungen
-94.292
-86.495
aus Zahlungsverkehr
-6.587
-4.966
aus Finanzierungsgeschäften
-6.297
-4.689
aus Wertpapiergeschäften
-35.881
-31.603
aus Devisen-, Valuten- und Edelmetallgeschäften
0
0
aus sonstigen Dienstleistungen
-45.528
-45.237
Provisionsüberschuss
187.170
204.963
Ergebnis aus Handelsgeschäften
Das Ergebnis aus Handelsgeschäften umfasst Gewinne abzüglich Verluste im Zusammenhang mit Handelsaktiva und -passiva sowie sämtliche Änderungen des beizulegenden Zeitwerts, Zinsen, Dividenden und Wechselkursdifferenzen.
IN TEUR
2023
2022
Zinsbezogene Geschäfte
3.720
-687
Währungsbezogene Geschäfte
8.681
4.845
Sonstige Geschäfte
947
2.534
Ergebnis aus Handelsgeschäften
13.349
6.692
Ergebnis aus zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumenten
Das Ergebnis aus zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumenten beinhaltet sowohl realisierte als auch nicht realisierte Gewinne bzw. Verluste in Zusammenhang mit der Fair Value-Bewertung von Finanzinstrumenten in den Kategorien „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ und „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert“.
IN TEUR
2023
2022
aus finanziellen, nicht derivativen Vermögenswerten der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ (FVTPL)
8.652
60.002
aus finanziellen, nicht derivativen Vermögenswerten der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert“ (FVO)
3.524
-31.285
aus finanziellen, nicht derivativen Verbindlichkeiten der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert“ (FVO)
-48.063
309.446
aus derivativen Finanzinstrumenten der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ (FVTPL)
71.128
-229.279
Ergebnis aus zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumenten
35.241
108.885
Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten
Das Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten zeigt die ergebniswirksam erfassten Veräußerungsergebnisse, die bei Wertpapieren der IFRS 9-Kategorien „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ und „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ aufgetreten sind. Gewinne bzw. Verluste aus FVOCI-Beständen, die im Rahmen des Recyclings in die Konzerngewinn- und -verlustrechnung transferiert werden, sind der Konzerngesamtergebnisrechnung sowie der Anhangangabe „4.21 Eigenkapital“ zu entnehmen.
Das Modifikationsergebnis aus finanziellen Vermögenswerten der Kategorien „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ oder „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ wird in dieser Position der Erfolgsrechnung ausgewiesen.
Das Ergebnis aus Hedge Accounting nach IFRS 9, Ergebnisse aus Erst- und Entkonsolidierungen sowie Abgangsergebnisse von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Forderungen gegenüber Kunden und Kreditinstituten sowie Ergebnisse aus Umklassifizierungen werden auch in dieser Position der Erfolgsrechnung ausgewiesen.
N TEUR
2023
2022
Veräußerungsergebnis
1.093
1.907
aus Wertpapieren der Kategorie
„Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ (AC)
-1
-1
aus Wertpapieren der Kategorie
„Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ (FVOCI)
1.094
1.908
Ergebnis aus Hedge Accounting
-273
-6.910
Ergebnis aus Fair Value Hedges
686
-3.505
aus Grundgeschäften bei Fair Value Hedges
-240.961
714.426
aus Sicherungsinstrumenten bei Fair Value Hedges
241.647
-717.931
Ergebnis aus Portfolio Fair Value Hedges
-959
-3.406
aus Grundgeschäften bei Portfolio Fair Value Hedges
51.682
-566.483
aus Sicherungsinstrumenten bei Portfolio Fair Value Hedges
-52.641
563.077
Abgangsergebnis
181
18
aus Forderungen der Kategorie
„Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ (AC)
181
18
Modifikationsergebnis
3.954
-234
Modifikationsertrag
6.912
273
aus finanziellen Vermögenswerten der Kategorie
„Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ (AC)
6.912
273
aus finanziellen Vermögenswerten der Kategorie
„Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ (FVOCI)
0
0
Modifikationsaufwand
-2.957
-507
aus finanziellen Vermögenswerten der Kategorie
„Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ (AC)
-2.957
-507
aus finanziellen Vermögenswerten der Kategorie
„Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ (FVOCI)
0
0
Ergebnis aus Erst- und Entkonsolidierung
-7.331
-657
Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten
-2.377
-5.876
Das Ergebnis aus Erst- und Entkonsolidierung beträgt in Summe TEUR -7.331 (2022: TEUR -657). Die Darstellung der einzelnen Zu- und Abgänge ist in der Anhangangabe „1.2. Grundlagen der Konzernrechungslegung“ ersichtlich. Die größten Effekte ergeben sich im Geschäftsjahr 2023 aus folgenden Gesellschaften:
  • DLC Operngasse Liegenschaftsverwalttung und -verwertung GmbH TEUR -7.938
  • Raiffeisen-IMPULS-Leasing Gesellschaft m.b.H. TEUR 1.596
  • IMPULS-Modletice s.r.o. TEUR -854
Verwaltungsaufwendungen
In den Verwaltungsaufwendungen werden Personal- und Sachaufwand sowie planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzimmobilien ausgewiesen. Außerdem sind in dieser Position auch Wertaufholungen sowie -minderungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Finanzimmobilien enthalten.
IN TEUR
2023
2022
Personalaufwand
-583.897
-510.013
Löhne und Gehälter
-445.253
-389.526
Soziale Abgaben
-107.296
-96.932
Freiwilliger Sozialaufwand
-8.750
-5.836
Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen
-22.598
-17.719
Sachaufwand
-407.557
-365.403
Miet- und Leasingaufwand
-12.335
-10.411
Raumaufwand (Betrieb, Instandhaltung)
-83.758
-68.584
EDV- und Kommunikationsaufwand
-105.214
-89.595
Rechts- und Beratungsaufwand
-39.136
-38.607
Werbe- und Repräsentationsaufwand
-37.564
-36.042
Aufwendungen aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
-16.994
-17.666
Sonstiger Sachaufwand
-112.557
-104.498
(Zu-)/Abschreibungen auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und
Finanzimmobilien
-182.572
-130.082
Sachanlagen
-100.028
-93.603
Finanzimmobilien
-56.589
-14.564
Firmenwerte
0
0
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
-25.954
-21.915
Verwaltungsaufwendungen
-1.174.025
-1.005.498
Aufgliederung der Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne bei Abfertigungen und Pensionen:
IN TEUR
2023
2022
Pensionskasse
-9.367
-7.352
Mitarbeitervorsorgekasse
-4.175
-3.823
Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne bei Abfertigungen und Pensionen
-13.542
-11.175
Im Geschäftsjahr 2023 betragen die Verwaltungsaufwendungen aus den Unternehmen des Lebensmittelbereichs rund EUR 430,0 Mio. (2022: EUR 388,8 Mio.). Die in der Nahrungsmittelbranche tätigen Gesellschaften schlagen sich aufgrund bankfremder Tätigkeit in der Konzernerfolgsrechnung vor allem im sonstigen betrieblichen Ergebnis und in den Verwaltungsaufwendungen nieder.
Die Verwaltungsaufwendungen der „OÖ Wohnbau“-Gesellschaften betragen im Geschäftsjahr 2023 rund EUR 37,8 Mio. (2022: EUR 38,5 Mio.).
In den Verwaltungsaufwendungen sind außerplanmäßige Abschreibungen auf „Finanzimmobilien und Sachanlagen“ enthalten. Ein wesentlicher Effekt ergab sich dabei aus einer Wertminderung bei den im Geschäftsjahr 2023 in Betrieb genommenen Finanzimmobilien eines Immobilientochterunternehmens i. H. v. EUR -37,2 Mio. Die Wertminderung resultiert aus einem geringeren Verkehrswert der Liegenschaften bzw. gestiegenen Zinsen und höheren Baukosten. Die betroffenen Finanzimmobilien sind dem Segment Beteiligungen zugeordnet.
Sonstiges betriebliches Ergebnis
Neben regulatorischen Abgaben schlägt sich im sonstigen betrieblichen Ergebnis insbesondere die Geschäftstätigkeit von Unternehmen außerhalb der Bank- und Leasingbranche nieder. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Umsätze aus bankfremder Tätigkeit der Lebensmittel-, Immobilien- und IT-Bereiche.
In der Position „Sonstiges betriebliches Ergebnis“ werden außerdem Zuwendungen der öffentlichen Hand gemäß IAS 20 ausgewiesen. Investitionszuschüsse werden im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern gemäß IAS 20.26 nach der Bruttomethode ausgewiesen.
IN TEUR
2023
2022
Umsatzerlöse und andere sonstige betriebliche Erträge
1.517.428
1.440.370
Umsatzerlöse aus bankfremder Tätigkeit
1.361.038
1.276.791
Erträge aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
46.229
33.845
Übrige betriebliche Erträge
110.162
129.734
Kosten der Umsatzerzielung und andere sonstige Aufwendungen
-749.108
-751.444
Kosten der Umsatzerzielung aus bankfremder Tätigkeit
-614.892
-610.199
Bestandsveränderung
24.204
21.377
Sonstige Steuern und Gebühren
-14.804
-16.220
Übrige betriebliche Aufwendungen
-143.616
-146.402
Sonstiges betriebliches Ergebnis
768.321
688.926
In Summe beträgt das sonstige betriebliche Ergebnis der Unternehmen aus der VIVATIS/efko-Gruppe rund EUR 460,5 Mio. (2022: EUR 425,6 Mio.). Die in der Nahrungsmittelbranche tätigen Gesellschaften schlagen sich aufgrund bankfremder Tätigkeit in der Konzernerfolgsrechnung vor allem im sonstigen betrieblichen Ergebnis und in den Verwaltungsaufwendungen nieder.
In den „OÖ Wohnbau“-Gesellschaften beträgt das sonstige betriebliche Ergebnis im Geschäftsjahr 2023 rund EUR 50,0 Mio. (2022: EUR 51,9 Mio.).
Im Geschäftsjahr 2023 wurde ein Gesamtaufwand von EUR 9,7 Mio. (2022: EUR 9,6 Mio.) für die Stabilitätsabgabe für Kreditinstitute verbucht. Der Ausweis aller Aufwendungen i. Z. m. der Stabilitätsabgabe erfolgt in der Position „Sonstige Steuern und Gebühren“. Die Aufwendungen für die Jahresbeiträge 2023 für den Abwicklungsfonds und die Einlagensicherung i. H. v. EUR 22,2 Mio. (2022: EUR 32,7 Mio.) sind in den übrigen betrieblichen Aufwendungen enthalten.
In nachfolgender Tabelle werden die Umsatzerlöse aus bankfremder Tätigkeit nach den wichtigsten Produktgruppen aufgeschlüsselt. Alle Umsatzerlöse aus bankfremder Tätigkeit finden sich im Segment Beteiligungen wieder.
IN TEUR
2023
2022
Nahrungsmittelbranche
998.681
927.688
Immobilienbereich
118.582
153.897
IT-Gruppe
178.212
138.471
Sonstige
65.563
56.735
Umsatzerlöse aus bankfremder Tätigkeit
1.361.038
1.276.791
In nachfolgender Tabelle werden die Kosten der Umsatzerzielung aus bankfremder Tätigkeit nach den wichtigsten Produktgruppen aufgeschlüsselt. Diese Kosten finden sich im Segment Beteiligungen wieder.
IN TEUR
2023
2022
Nahrungsmittelbranche
-537.014
-509.608
Immobilienbereich
-75.169
-97.748
IT-Gruppe
-2.709
-2.843
Sonstige
0
0
Kosten der Umsatzerzielung aus bankfremder Tätigkeit
-614.892
-610.199
Von den Umsatzerlösen aus bankfremder Tätigkeit sowie den Kosten der Umsatzerzielung aus bankfremder Tätigkeit stammt der weitaus überwiegende Teil aus den Unternehmen der Nahrungsmittelbranche (VIVATIS/efko-Gruppe). In den Kosten der Umsatzerzielung aus bankfremder Tätigkeit finden sich die Aufwendungen für Materialeinsätze sowie Aufwendungen für bezogene Leistungen wieder.
Aus den erfolgsbezogenen Zuwendungen der öffentlichen Hand i. Z. m. der COVID-19-Pandemie (z. B. Ansprüche/Entschädigungen nach dem Epidemiegesetz, Fixkostenzuschuss, Kurzarbeit, Verlustersatz etc.) kam es im Geschäfstjahr 2023 nach Auslaufen der meisten Regelungen bzw. Fristen zu Erträgen i. H. v TEUR 561 (2022: TEUR 3.408).
Des Weiteren wurden durch den Energiekostenzuschuss im Geschäftsjahr 2023 erfolgsbezogene Zuwendungen der öffentlichen Hand i. H. v TEUR 1.422 (2022: TEUR 149) erfasst.
Gemäß IAS 20.29 werden erfolgsbezogene Zuwendungen in der Position „Übrige betriebliche Erträge“ erfasst.

Zusätzlich wurden seit Pandemiebeginn Investitionsprämien i. Z. m. COVID-19 beantragt. Die Entwicklung der – aufgrund aktivierter Investitionen – bereits angesetzten Beihilfen stellt sich wie folgt dar:
IN TEUR
2023
2022
Stand 01.01.
3.506
1.713
Zugang
4.060
2.640
Auflösung
-1.039
-554
Sonstige Veränderungen
-111
-293
Stand 31.12.
6.416
3.506
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Die Steuern vom Einkommen und Ertrag umfassen den laufenden Steueraufwand unter Berücksichtigung der steuerlichen Gruppe für das laufende Jahr sowie latente Steuern. Der Ansatz und die Bewertung von latenten Steuern werden aufgrund aktuell getroffener Beurteilungen und Gesetzgebungen erstellt. Abweichungen der erwarteten künftigen Ergebnisse der Geschäftstätigkeit oder Steuergesetzänderungen können die Steuerposition beeinflussen und eine Veränderung der latenten Steuern bewirken. Die Körperschaftsteuer in Österreich beträgt 24 % für das Jahr 2023 (bis einschließlich 2022: 25 %). Ab dem Jahr 2024 gilt ein Körperschaftsteuersatz von 23 %.
Im Jahr 2021 haben sich mehr als 130 Länder auf die Einführung einer globalen Mindestbesteuerung (BEPS 2.0 – Pillar 2) für internationale Konzerne mit einem globalen Umsatz von mehr als EUR 750 Mio. geeinigt. Ziel der globalen Mindestbesteuerung großer Konzerne ist, dass die betroffenen Unternehmen mindestens einen effektiven Mindeststeuersatz von 15 % bezahlen. Da die Regelungen im Jahr 2023 noch nicht in Kraft getreten waren, ergab sich im aktuellen Geschäftsjahr kein tatsächlicher Steueraufwand aus der globalen Mindestbesteuerung (BEPS 2.0 – Pillar 2).
In Österreich wurde am 30. Dezember 2023 das Mindestbesteuerungsreformgesetz (MinBestRefG) im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Auch in anderen Ländern, in denen der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern tätig ist, sind entsprechende Gesetze zur globalen Mindestbesteuerung entweder bereits erlassen worden oder befinden sich in der Umsetzung.
Da der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern überwiegend in Österreich und Ländern tätig ist, wo der effektive Mindeststeuersatz über 15 % liegt, werden nach dem aktuellen Stand keine wesentlichen Effekte erwartet. Durch die Komplexität der Regelungen und die Ungewissheit zukünftiger Entwicklungen ist es zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht möglich, die genaue Höhe der zukünftigen Belastung verlässlich zu ermitteln. Aufgrund der Durchführung von Safe Habour Tests unter Simulationsannahmen für vollkonsolidierte Unternehmen, wobei lediglich Gesellschaften in Ungarn und Rumänien als mögliche Anwendungsfälle aufschienen, erwartet der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern durch die Neuregelung derzeit keine wesentlichen steuerlichen Belastungen für die nahe Zukunft.
Die Raiffeisenlandesbank OÖ als Gruppenträger bildet seit 2005 mit diversen finanziell verbundenen Unternehmen eine Unternehmensgruppe im Sinne des § 9 KStG. Mit allen Gruppenmitgliedern wurden Gruppenverträge geschlossen, in denen insbesondere die nach § 9 Abs. 8 KStG geforderte Steuerausgleichsvereinbarung geregelt ist. Bestehen mit Gruppenmitgliedern Ergebnisabführungsverträge, stellen diese die geforderte Steuerausgleichsvereinbarung gemäß § 9 Abs. 8 KStG dar. Für alle anderen Gruppenmitglieder wurden im Rahmen der abgeschlossenen Gruppenverträge Steuerausgleichsvereinbarungen in Form von Steuerumlagen dergestalt getroffen, dass einerseits für vom übergeordneten Gruppenmitglied/Gruppenträger übernommene steuerliche Gewinne eine Steuerumlage vom jeweiligen Gruppenmitglied an das übergeordnete Gruppenmitglied/Gruppenträger geleistet wird und andererseits für vom übergeordneten Gruppenmitglied/Gruppenträger übernommene steuerliche Verluste eine Steuerumlage von diesem an das jeweilige Gruppenmitglied geleistet wird. Scheidet ein Gruppenmitglied aus der Unternehmensgruppe aus, ist dem Gruppenmitglied für übernommene und noch nicht verrechnete steuerliche Verluste ein angemessener Ausgleich zu leisten. Die aus diesem Titel resultierenden künftigen Verpflichtungen werden rückgestellt, sofern deren Eintritt wahrscheinlich ist.
2023
2022
Stand der Gruppenmitglieder 01.01.
85
86
Zugänge
3
1
Abgänge
-1
-2
Stand der Gruppenmitglieder per 31.12.
87
85
Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverbindlichkeiten erfolgt im Konzern, wenn ein einklagbares Recht auf Aufrechnung der Steuern besteht und sich die Steuern auf Steuersubjekte innerhalb der gleichen steuerlichen Einheit oder Unternehmensgruppe beziehen. Zukünftige Steuerverpflichtungen aus der Anrechnung von Verlusten ausländischer Tochtergesellschaften werden ohne Abzinsung im Konzernabschluss erfasst.
IN TEUR
2023
2022
Laufende Steuern vom Einkommen und Ertrag
-50.978
-60.963
Tatsächlicher Steueraufwand für das laufende Jahr
-49.431
-62.410
Steueranpassungen aus Vorjahren
-1.950
-217
Berücksichtigung steuerlicher Verluste früherer Perioden
403
1.663
Latente Steuern
-22.657
-29.731
Entstehung/Umkehrung temporärer Differenzen
-22.282
-29.363
Steueranpassungen aus Vorjahren
85
-152
Auswirkungen Steuersatzänderungen bzw. Einführung neuer Steuern
-1.163
1.583
Veränderung der Wertminderung latenter Steuern ohne Verlustvorträge
55
136
Veränderung der aktivierten Verlustvorträge
648
-1.936
Steuern vom Einkommen und Ertrag nach Ursachen
-73.636
-90.694
IN TEUR
2023
2022
Laufende Steuern vom Einkommen und Ertrag
-50.978
-60.963
hievon Inland
-43.413
-55.702
hievon Ausland
-7.565
-5.260
Latente Steuern
-22.657
-29.731
Steuern vom Einkommen und Ertrag nach Herkunft
-73.636
-90.694
Die folgende Überleitungsrechnung zeigt den Zusammenhang zwischen Jahresüberschuss und effektiver Steuerbelastung:
IN TEUR
2023
2022
Jahresüberschuss vor Steuern
681.897
429.497
Rechnerischer Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr
zum inländischen Ertragsteuersatz von 24 % (2022: 25 %)
-163.655
-107.374
Steuermehrung/-minderung aufgrund von steuerbefreiten Beteiligungserträgen
33.318
16.536
Steuerminderung aufgrund von Überschussbeträgen aus
at equity bilanzierten Unternehmen
79.291
-716
Steuerminderung aufgrund von steuerbefreiten sonstigen Erträgen
48.092
40.571
Steuermehrung aufgrund von nicht abzugsfähigen Aufwendungen
-47.343
-40.990
Steuergutschrift/-belastung aus Vorjahren
-1.865
-368
Auswirkung abweichender ausländischer Steuersätze
3.714
2.405
Veränderung der nicht angesetzten Verlustvorträge
14
-52
Sonstiges
-25.202
-705
Effektive Steuerbelastung
-73.636
-90.694
Angaben zur Konzernbilanz
Barreserve
Dieser Bilanzposten enthält den Kassenbestand und täglich fällige Forderungen gegenüber Zentralnotenbanken.
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Kassenbestand
33.715
36.786
Guthaben bei Zentralnotenbanken
13.271
12.355
Barreserve
46.986
49.141
Forderungen an Kreditinstitute
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Forderungen an Zentralnotenbanken
4.097.542
5.277.224
Täglich fällige Forderungen an Kreditinstitute
4.063.431
4.857.361
Geldmarktgeschäfte
312.079
331.909
Kredite an Banken
1.292.645
1.687.055
Angekaufte Forderungen
48.868
236.645
Forderungen an Kreditinstitute
9.814.565
12.390.195
davon Inland
9.301.128
11.689.017
davon Ausland
513.437
701.178
In den Forderungen an Kreditinstitute sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete, finanzielle Vermögenswerte enthalten, die in nachfolgenden Spiegeln zu Risikovorsorge und Bruttobuchwerten nicht enthalten sind.
Risikovorsorge für Forderungen an Kreditinstitute
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
8.239
767
0
0
9.006
Zuführungen aufgrund von Zugängen
750
0
0
0
750
Auflösungen aufgrund von Abgängen
-1.071
-277
0
0
-1.348
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
-3.300
94
0
0
-3.206
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
463
-463
0
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2023
5.081
121
0
0
5.202
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
4.445
15
292
0
4.752
Zuführungen aufgrund von Zugängen
1.027
739
0
0
1.766
Auflösungen aufgrund von Abgängen
-878
-31
0
0
-909
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
3.678
11
0
0
3.689
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
-33
33
0
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
0
-292
0
-292
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2022
8.239
767
0
0
9.006
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
Änderung der Bruttobuchwerte von Forderungen an Kreditinstitute
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
12.116.867
101.714
0
0
12.218.581
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
-2.509.397
-32.096
0
0
-2.541.493
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
58.867
-58.867
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Direktabschreibungen
0
0
0
0
0
Konzernkreisänderung
7
0
0
0
7
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2023
9.666.344
10.751
0
0
9.677.095
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
13.812.756
4.397
292
0
13.817.445
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
-1.696.041
94.165
0
0
-1.601.876
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
-3.152
3.152
0
0
0
Verbrauch
0
0
-292
0
-292
Direktabschreibungen
0
0
0
0
0
Konzernkreisänderung
3.304
0
0
0
3.304
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2022
12.116.867
101.714
0
0
12.218.581
Forderungen an Kunden
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Geldmarktgeschäfte
835.681
843.057
Kreditgeschäfte
21.753.911
21.793.616
Angekaufte Forderungen
798.866
823.722
Leasingforderungen
2.579.980
2.462.522
Sonstige
9.339
9.889
Forderungen an Kunden
25.977.776
25.932.807
davon Inland
15.146.879
15.401.124
davon Ausland
10.830.897
10.531.683
In den Forderungen an Kunden sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete, finanzielle Vermögenswerte enthalten, die in nachfolgenden Spiegeln zu Risikovorsorge und Bruttobuchwerten nicht enthalten sind.
Risikovorsorge für Forderungen an Kunden – exkl. Leasingforderungen
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
60.194
82.275
247.951
3.984
394.404
Zuführungen aufgrund von Zugängen
16.403
15.676
28.615
-2.749
57.945
Auflösungen aufgrund von Abgängen
-15.535
-11.309
-28.925
-3.652
-59.421
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
-21.357
30.962
214.951
703
225.259
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
24.386
-13.204
-11.182
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
-188
-48
33
0
-203
Verbrauch
-27
-260
-59.059
-45
-59.391
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
7
5
1
0
13
Stand 31.12.2023
63.884
104.099
392.383
-1.760
558.606
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
42.119
83.370
236.831
5.235
367.555
Zuführungen aufgrund von Zugängen
23.763
7.792
21.107
0
52.662
Auflösungen aufgrund von Abgängen
-9.372
-6.749
-18.964
-432
-35.517
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
-23.638
24.854
60.938
-819
61.335
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
27.314
-27.252
-62
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
2
264
57
0
323
Verbrauch
0
-5
-52.015
0
-52.020
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
6
1
59
0
66
Stand 31.12.2022
60.194
82.275
247.951
3.984
394.404
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
Risikovorsorge für Forderungen an Kunden – Leasingforderungen
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
5.202
9.133
46.454
0
60.790
Zuführungen aufgrund von Zugängen
1.910
757
3.115
0
5.783
Auflösungen aufgrund von Abgängen
-281
-1.238
-4.327
0
-5.846
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
-4.398
-1.589
3.968
0
-2.019
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
2.150
-1.145
-1.005
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
-250
-1.812
0
-2.062
Änderung Konsolidierungskreis
9
-120
0
0
-110
Sonstige Anpassungen
111
104
754
0
970
Stand 31.12.2023
4.705
5.654
47.148
0
57.506
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
2.301
6.226
36.972
0
45.499
Zuführungen aufgrund von Zugängen
3.203
1.160
2.701
0
7.064
Auflösungen aufgrund von Abgängen
-158
-527
-5.448
0
-6.133
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
-779
1.672
15.065
0
15.958
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
591
651
-1.242
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
-42
-1.594
0
-1.636
Änderung Konsolidierungskreis
44
-6
0
0
38
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2022
5.202
9.134
46.454
0
60.790
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
Änderung der Bruttobuchwerte von Forderungen an Kunden – exkl. Leasingforderungen
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
19.176.169
3.751.069
772.622
24.224
23.724.084
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
441.748
-279.551
13.109
9.030
184.336
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
-619.705
105.751
513.954
0
0
Verbrauch
-27
-260
-59.059
-45
-59.391
Direktabschreibungen
-26
-25
-11.055
-12.522
-23.628
Konzernkreisänderung
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2023
18.998.159
3.576.984
1.229.570
20.687
23.825.401
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
17.861.729
4.518.839
710.548
32.877
23.123.993
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
1.223.254
-513.210
-48.057
-7.632
654.355
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
89.258
-252.167
162.909
0
0
Verbrauch
0
-5
-52.015
0
-52.020
Direktabschreibungen
0
0
-1.449
-1.021
-2.470
Konzernkreisänderung
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
1.928
-2.388
686
0
226
Stand 31.12.2022
19.176.169
3.751.069
772.622
24.224
23.724.084
Änderung der Bruttobuchwerte von Forderungen an Kunden – Leasingforderungen
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
1.883.195
509.583
130.533
0
2.523.312
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
286.951
-132.893
-28.855
0
125.203
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
-32.221
-38.733
70.953
0
0
Verbrauch
0
-250
-1.812
0
-2.062
Direktabschreibungen
0
-8
-82
0
-89
Konzernkreisänderung
-3.788
-5.089
0
0
-8.877
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2023
2.134.138
332.610
170.738
0
2.637.486
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
1.627.663
648.468
108.593
0
2.384.724
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
366.545
-190.123
-35.643
0
140.779
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
-111.013
51.731
59.282
0
0
Verbrauch
0
-42
-1.594
0
-1.636
Direktabschreibungen
0
-34
-105
0
-139
Konzernkreisänderung
0
-417
0
0
-417
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2022
1.883.195
509.583
130.533
0
2.523.311
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges
Im Bilanzposten „Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges“ erfolgt sowohl aktiv- als auch passivseitig der Ausweis der Basis Adjustments i. Z. m. Portfolio Fair Value Hedges.
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges (aktiv)
-345.258
-565.129
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges (passiv)
26.494
15.751
Handelsaktiva
Im Bilanzposten „Handelsaktiva“ erfolgt der Ausweis der Sicherungsgeschäfte i. Z. m. derivativen Finanzinstrumenten sowie Mikro- und Portfolio Fair Value Hedge Accounting.
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
127
260
Refinanzierungsfähige Schuldtitel öffentlicher Stellen
0
0
Sonstige Schuldtitel öffentlicher Stellen
0
0
Anleihen und Schuldverschreibungen sonstiger Emittenten
127
260
Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften
1.332.081
1.621.504
Zinssatzgeschäfte
1.232.771
1.493.583
Wechselkursgeschäfte
99.310
127.920
Aktien-/Indexbezogene Geschäfte
0
0
Sonstige Geschäfte
0
0
Handelsaktiva
1.332.208
1.621.764
Finanzanlagen
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Finanzanlagen der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVTPL)
978.644
966.092
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
737
543
Refinanzierungsfähige Schuldtitel öffentlicher Stellen
0
0
Sonstige Schuldtitel öffentlicher Stellen
0
0
Anleihen und Schuldverschreibungen sonstiger Emittenten
737
543
Ergänzungskapital
0
0
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
555.076
518.409
Aktien
11.202
15.269
Investmentfondsanteile
2.230
2.068
Sonstige nicht festverzinsliche Wertpapiere
541.645
501.073
Unternehmensanteile
422.830
447.139
Anteile an verbundenen Unternehmen
99.989
115.470
Sonstige Beteiligungen
322.842
331.669
Finanzanlagen der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert“ (FVO)
13.832
39.561
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
13.832
39.561
Refinanzierungsfähige Schuldtitel öffentlicher Stellen
7.227
17.033
Sonstige Schuldtitel öffentlicher Stellen
0
0
Anleihen und Schuldverschreibungen sonstiger Emittenten
6.606
22.528
Finanzanlagen der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVOCI)
4.329.557
3.800.728
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
4.329.557
3.800.728
Refinanzierungsfähige Schuldtitel öffentlicher Stellen
2.097.174
1.926.260
Sonstige Schuldtitel öffentlicher Stellen
0
0
Anleihen und Schuldverschreibungen sonstiger Emittenten
2.232.383
1.874.468
Finanzanlagen der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ (AC)
86.196
102.825
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
86.196
102.825
Refinanzierungsfähige Schuldtitel öffentlicher Stellen
0
0
Sonstige Schuldtitel öffentlicher Stellen
0
0
Anleihen und Schuldverschreibungen sonstiger Emittenten
86.196
102.825
Finanzanlagen
5.408.228
4.909.206
In den Finanzanlagen sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete, finanzielle Vermögenswerte enthalten, die in nachfolgenden Spiegeln zu Risikovorsorge und Bruttobuchwerten nicht enthalten sind.
Risikovorsorge für Finanzanlagen – exkl. FVOCI
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
121
0
0
0
121
Zuführungen aufgrund von Zugängen
0
0
0
0
0
Auflösungen aufgrund von Abgängen
-16
0
0
0
-16
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
0
544
0
0
544
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
-75
75
0
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2023
30
619
0
0
649
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
84
46
0
0
130
Zuführungen aufgrund von Zugängen
0
0
0
0
0
Auflösungen aufgrund von Abgängen
-38
0
0
0
-38
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
29
0
0
0
29
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
46
-46
0
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2022
121
0
0
0
121
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
Risikovorsorge für Finanzanlagen – FVOCI
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
3.960
3.337
0
360
7.657
Zuführungen aufgrund von Zugängen
526
0
0
0
526
Auflösungen aufgrund von Abgängen
-307
-14
0
0
-320
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
-5.289
1.603
0
-199
-3.885
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
3.180
-3.180
0
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2023
2.070
1.746
0
161
3.977
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
1.875
922
0
82
2.879
Zuführungen aufgrund von Zugängen
1.204
514
0
0
1.718
Auflösungen aufgrund von Abgängen
-133
-31
0
0
-164
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
463
2.506
-23
278
3.224
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
551
-574
23
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2022
3.960
3.337
0
360
7.657
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
Änderung der Bruttobuchwerte von Finanzanlagen – exkl. FVOCI
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
102.946
0
0
0
102.946
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
-16.101
0
0
0
-16.101
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
-8.154
8.154
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Direktabschreibungen
0
0
0
0
0
Konzernkreisänderung
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2023
78.691
8.154
0
0
86.845
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
143.691
3.006
0
0
146.697
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
-43.751
0
0
0
-43.751
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
3.006
-3.006
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Direktabschreibungen
0
0
0
0
0
Konzernkreisänderung
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2022
102.946
0
0
0
102.946
Änderung der Bruttobuchwerte von Finanzanlagen – FVOCI
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
3.986.421
135.763
1.472
1.732
4.125.389
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
409.234
-20.580
-71
6
388.589
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
107.655
-107.153
-502
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Direktabschreibungen
0
0
0
0
0
Konzernkreisänderung
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2023
4.503.310
8.030
899
1.738
4.513.978
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
4.121.033
33.531
217
1.712
4.156.493
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
-48.553
19.063
1.654
20
-27.816
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
-86.059
83.169
2.890
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Direktabschreibungen
0
0
-3.289
0
-3.289
Konzernkreisänderung
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2022
3.986.421
135.763
1.472
1.732
4.125.388
At equity bilanzierte Unternehmen
Für at equity bilanzierte Beteiligungen, bei welchen es Anhaltspunkte für eine Wertminderung oder ggf. eine spätere Wertaufholung gibt, wird zur Feststellung des erzielbaren Betrages i. d. R. neben dem Fair Value (abzüglich Veräußerungskosten) ein Nutzungswert gemäß IAS 36 auf Basis von Unternehmensplanungen ermittelt. Bei externen Gutachten erfolgt eine gesonderte Würdigung der zugrunde gelegten Prämissen und Planungsrechnungen durch den Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern.
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Kreditinstitute
1.617.150
1.437.029
Nicht-Kreditinstitute
874.773
817.895
At equity bilanzierte Unternehmen
2.491.923
2.254.924
Raiffeisen Bank International AG
Unter den at equity bilanzierten Kreditinstituten wird unter anderem der Anteil des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns an der Raiffeisen Bank International (RBI)-Gruppe i. H. v. rund 9,5 % (31.12.2022: rund 9,5 %) ausgewiesen. Die RBI ist Zentralinstitut der Raiffeisenbankengruppe Österreich und betrachtet Österreich und Zentral- und Osteuropa (CEE) als ihren Heimmarkt. In Österreich ist die RBI eine führende Kommerz- und Investmentbank und Teil der größten Bankengruppe des Landes. In CEE tritt die RBI über ihre Tochterbanken als Universalbank auf und ist einer der größten Finanzdienstleister der Region. Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern übt einen maßgeblichen Einfluss auf diese Beteiligung aus, so ist der Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ, Dr. Heinrich Schaller, Mitglied im Aufsichtsrat der RBI und als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender aktiv an strategischen Entscheidungen beteiligt.
Der Krieg in der Ukraine, die Sanktionen und die unklaren Aussichten haben auch für die RBI, die in Russland, der Ukraine und in Belarus mit eigenen Tochterbanken präsent ist, weitreichende Auswirkungen. Seit Kriegsbeginn 2022 reduziert die RBI ihre Geschäftsaktivitäten in Russland stark. Das Kreditvolumen sank seither um 43 %, die Provisionsergebnisse im Vergleich zum Vorjahr ebenso um 43 %. Die RBI arbeitet weiterhin an der Entkonsolidierung der AO Raiffeisenbank (Netzwerkbank Russland) durch einen Verkauf oder ersatzweise durch eine Abspaltung. Beide Varianten erfordern eine Vielzahl von Genehmigungen von diversen russischen und europäischen Behörden sowie den jeweiligen Zentralbanken. Bis zur Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses kam es diesbezüglich jedoch zu keinen Beschlüssen, sodass diese Szenarien keinen Eingang in die Nutzungswertermittlung per 31.12.2023 fanden.
Darüber hinaus wurde im Dezember 2023 der Erwerb der Aktien an der STRABAG SE sowie die Ausschüttung einer möglichen Sachdividende angekündigt. Weiters wurde im Februar 2024 der potenzielle Ausstieg aus dem belarussischen Markt bekanntgegeben. Die beiden letztgenannten Themen stellen nach Einschätzung der Raiffeisenlandesbank OÖ Ereignisse nach dem Bilanzstichtag dar – siehe auch Anhangangabe „8.9. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag“ – und wurden im Zuge der Nutzungswertermittlung per 31.12.2023 nicht berücksichtigt.
Seit Februar 2022 ist die Geschäftstätigkeit der RBI von den Kriegsereignissen und deren Folgen betroffen. Die RBI schloss das Geschäftsjahr 2023 mit einem Konzernergebnis von EUR 2.386 Mio. (2022: EUR 3.627 Mio.) ab, welches um 34,2 % unter dem Vorjahr lag. Im Vergleich erzielte die RBI ein Konzernergebnis von EUR 997 Mio. ohne Russland und Belarus, im Vorjahr i. H. v. EUR 982 Mio. (ohne Russland und Belarus sowie zusätzlich ohne Verkauf der bulgarischen Einheiten i. H. v. EUR 453 Mio.). Aufgrund des positiven Zinsumfeldes stieg der Zinsüberschuss auf EUR 5.683 Mio. (2022: EUR 5.053 Mio.). Der Provisionsüberschuss sank auf EUR 3.042 Mio. (2022: EUR 3.878 Mio.), bedingt durch den Rückgang der Geschäftstätigkeit in Russland sowie die Abwertung des Rubels. Die hohen Kernerträge i. H. v. EUR 8.725 Mio. (2022: EUR 8.931 Mio.) kompensierten die zusätzliche Bankenbesteuerung in einzelnen Ländern, die inflationsbedingt gestiegenen Betriebskosten und die teilweise höheren Refinanzierungskosten aus einem steigenden Anteil an Termineinlagen und einer teureren MREL-Finanzierung. Aufgrund der hohen Inflationsrate und zusätzlicher Investitionen in der Konzernzentrale, Ungarn, Rumänien und Russland stiegen die Verwaltungsaufwendungen von EUR 3.552 Mio. auf EUR 3.908 Mio. Die Risikokosten i. H. v. EUR 393 Mio. (2022: EUR 949 Mio.), die überwiegend der Region Osteuropa und der Konzernzentrale zugeordnet waren, lagen deutlich unter dem Vorjahreswert. Die NPE Ratio betrug per 31.12.2023 1,9 % (31.12.2022: 1,6 %) und die NPE Coverage Ratio sank von 59,0 % auf 51,7 %.
Aufgrund eines Börsenwertes, der deutlich unter dem Beteiligungsbuchwert lag, wurde der Anteil an der RBI-Gruppe zum Stichtag 31.12.2023 einem Impairment-Test unterzogen. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten per 31.12.2023 wurde auf Basis des Börsenkurses der RBI an der Wiener Börse mit EUR 18,67 pro Aktie (31.12.2022: EUR 15,35 pro Aktie) ermittelt.
Die Ermittlung des Nutzungswertes basiert auf einer externen Unternehmensbewertung. Die Unternehmensbewertung wurde auf Basis des Barwertes der zu erwartenden Cashflows (Discounted Cashflow-Verfahren) der Konzernunternehmen unter Berücksichtigung der für Zwecke der Nutzungswertermittlung nötigen Anpassungen ermittelt. Die Raiffeisenlandesbank OÖ hat sich eingehend mit den Planannahmen auseinandergesetzt und im Vergleich zum Management der RBI bzw. zum errechneten Unternehmenswert konservativere Annahmen zum Russlandgeschäft und zur Entwicklung im Kerngeschäft getroffen.
Zur Berücksichtigung der Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges wurde bei der Ermittlung des Nutzungswerts ein Verfahren gemäß dem dualen Steuerungsansatz angewendet. Der Gesamtwert der RBI-Gruppe resultiert dabei einerseits aus der Wertkomponente Kerngeschäft (RBI-Gruppe exkl. Russland) und andererseits aus der Wertkomponente Netzwerkbank Russland. Die Bewertung enthält jeweils drei Szenarien (Low, Mid und High Case) für beide Wertkomponenten (RBI-Gruppe exkl. Russland und Netzwerkbank Russland). Bei der Bewertung der russischen Netzwerkbank wurden zusätzlich in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung des Krieges zwischen der Ukraine und Russland mögliche Szenarien – diese reichen von einer Befriedung bis zu einer weiteren Eskalation – mit entsprechenden Eintrittswahrscheinlichkeiten sowie die aktuell vorliegenden Ausschüttungsbeschränkungen berücksichtigt. Das Mid Case-Szenario stellt den Erwartungswert dar, weshalb dieses Szenario für die Berechnung des angesetzten Nutzungswerts herangezogen wurde. Die Diskontierung der mit dem Bewertungsobjekt erzielbaren Cashflows erfolgte mit Hilfe eines risikoadäquaten Kapitalisierungszinssatzes. Dabei wurde für die Unternehmensbewertung der RBI-Gruppe exkl. Russland ein Eigenkapitalkostensatz nach Steuern von 11,69 % (31.12.2022: 11,85 %) herangezogen. Eine Änderung der Kapitalkosten um +/‒100 Basispunkte hätte eine Senkung bzw. Steigerung des ermittelten, gesamten Unternehmenswertes der RBI-Gruppe von -9,04 % bzw. +10,81 % zur Folge. Die nachhaltige Wachstumsrate wurde für beide Wertkomponenten (RBI-Gruppe exkl. Russland und Netzwerkbank Russland) mit 2,00 % (31.12.2022: 2,00 %) angesetzt. Der Betafaktor für das Kerngeschäft wurde wie im Vorjahr aus einer Peer Group von Banken mit einem der RBI vergleichbaren Risikoprofil mit Geschäftsschwerpunkt in Mittel- und Osteuropa, aber ohne einem wesentlichen Obligo in Russland, abgeleitet. Der Betafaktor für die Bewertung der russischen Netzwerkbank wurde aus einer Peer Group von osteuropäischen Lokalbanken ermittelt.
Aufgrund der positiven Ergebniserwartung und Marktentwicklung in den Kernmärkten der RBI ergibt sich ein gegenüber dem Vorjahr verbesserter Nutzungswert von EUR 29,80 pro Aktie (31.12.2022: EUR 24,96 EUR pro Aktie). Als erzielbarer Betrag per 31.12.2023 wurde der Nutzungswert als höherer Wert aus dem Vergleich zwischen Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten herangezogen. Nach Übernahme der anteiligen Ergebnis- und Kapitalveränderungen i. H. v. TEUR 118.458 (2022: TEUR 302.877) sowie der Ausschüttung von TEUR 25.036 (2022: keine Ausschüttung) kam es im Geschäftsjahr 2023 zu einer Wertaufholung von TEUR +58.044 (2022: Wertminderung TEUR -341.995), womit sich per 31.12.2023 ein IFRS-Buchwert von TEUR 932.581 (31.12.2022: TEUR 781.115) ergab. Dies entspricht einem Buchwert pro Aktie i. H. v. EUR 29,80 (31.12.2022: EUR 24,96 pro Aktie).
Oberösterreichische Landesbank AG
Zu den at equity bilanzierten Kreditinstituten zählt weiters der 48,6 %ige (31.12.2022: 48,6 %ige) bzw. durchgerechnet 41,1 %ige (31.12.2022: 41,1 %ige) Anteil am Konzern der Oberösterreichischen Landesbank AG (Hypo OÖ), welcher über die vollkonsolidierte Hypo Holding GmbH gehalten wird. Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern sieht sich als langfristiger, strategischer Partner der im Mehrheitsbesitz des Landes Oberösterreich befindlichen Regionalbank mit Sitz in Linz. Auf Grundlage einer aktualisierten Mittelfristplanung der Hypo OÖ wurde eine tourliche Unternehmensbewertung per 31.12.2023 durchgeführt. Als erzielbarer Betrag wurde dabei ein Nutzungswert auf Basis des Barwertes der zu erwartenden Dividenden (Discounted Dividend-Verfahren) ermittelt. Die für die Detailperiode herangezogene Vierjahresplanung basiert auf der vom Management genehmigten und zum Zeitpunkt der Durchführung der Bewertung gültigen Planung. Die Diskontierung der mit dem Bewertungsobjekt erzielbaren Dividenden erfolgte mit Hilfe eines risikoadäquaten Kapitalisierungszinssatzes. Für die Hypo OÖ wurde ein Eigenkapitalkostensatz nach Steuern von 8,50 % (31.12.2022: 7,77 %) herangezogen. Eine Änderung des herangezogenen Diskontierungszinssatzes um +/‒100 Basispunkte hätte eine Senkung bzw. Steigerung des ermittelten Unternehmenswertes der Hypo OÖ von -12,95 % bzw. +17,53 % zur Folge. Der Barwert der ewigen Rente wurde unter Zugrundelegung einer nachhaltigen Wachstumsrate von 2,0 % (31.12.2022: 2,0 %) ermittelt. Der durch laufende Ergebnisse verursachte Buchwertanstieg übertraf dabei die Zunahme der Unternehmensbewertung. Nach Übernahme der anteiligen Ergebnis- und Kapitalveränderungen i. H. v. TEUR 28.113 (2022: TEUR 4.861) und unter Berücksichtigung der Ausschüttung von TEUR 2.597 (2022: TEUR 3.502) kam es somit im Geschäftsjahr 2023 zu einer Wertminderung von TEUR -9.595 (2022: Wertaufholung TEUR +3.622), womit sich per 31.12.2023 ein IFRS-Buchwert von TEUR 155.667 (31.12.2022: TEUR 139.747) ergab.
Raiffeisenbank a.s., Prag
Zu den at equity bilanzierten Kreditinstituten zählt darüber hinaus der 25,0 %ige Anteil (31.12.2022: 25,0 %ige) an der Raiffeisenbank a.s. mit Sitz in Prag. Diese gehört zu den fünf größten Banken in Tschechien und entwickelte sich in den vergangenen Jahren sehr stabil und positiv. Per 31.12.2023 wurde die Beteiligung an der Raiffeisenbank a.s. einer tourlichen Unternehmensbewertung unterzogen. Als erzielbarer Betrag wurde dabei ein Nutzungswert auf Basis eines Discounted Cashflow-Verfahrens ermittelt, wobei ein Eigenkapitalkostensatz nach Steuern von 11,69 % (31.12.2022: 11,81 %) zugrunde gelegt wurde. Eine Änderung des herangezogenen Diskontierungszinssatzes um +/‒100 Basispunkte hätte eine Senkung bzw. Steigerung des ermittelten Unternehmenswertes der Raiffeisenbank a.s. von -9,35 % bzw. +11,51 % zur Folge. Der Barwert der ewigen Rente wurde unter Zugrundelegung einer nachhaltigen Wachstumsrate von 2,0 % (31.12.2022: 2,0 %) ermittelt. Insbesondere aufgrund des laufenden Ergebnisses kam es zu einem deutlichen Anstieg des Buchwertes, während die Unternehmensbewertung auf Basis der vorliegenden Planungsrechnung, die moderate Wachstumsprämissen enthält, lediglich einen mäßigen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zeigte. Nach Übernahme der anteiligen Ergebnis- und Kapitalveränderungen i. H. v. TEUR +62.978 (2022: TEUR +94.546) sowie unter Berücksichtigung der Ausschüttung i. H. v. TEUR 32.360 (2022: keine Ausschüttung) ergab sich per 31.12.2023 eine Wertminderung von TEUR -17.885 (2022: keine Wertminderung oder Wertaufholung) auf einen IFRS-Buchwert per 31.12.2023 von TEUR 528.902 (31.12.2022: TEUR 516.168).
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG
In Bezug auf Nicht-Kreditinstitute ist insbesondere auf die Beteiligung an der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG hinzuweisen. Aufgrund der Beschlussregelungen im Gesellschaftsvertrag besteht aus Sicht des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns eine gemeinsame Beherrschung auf die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG. Die Equity-Bilanzierung erfolgt unter der Einstufung als Joint Venture im Sinne des IFRS 11. Im herangezogenen Abschluss per 30.09.2023 hält diese ihrerseits 13,54 % (30.09.2022: 13,54 %) der ausgegebenen Aktien am Konzern der voestalpine AG und hat als größter Einzelaktionär die Möglichkeit, einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des bedeutendsten österreichischen Stahlunternehmens auszuüben. Der Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ, Dr. Heinrich Schaller, ist in seiner Funktion als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender aktiv an strategischen Entscheidungen der voestalpine AG beteiligt.
Der voestalpine-Konzern ist ein, in seinen Geschäftsbereichen weltweit führender, Technologie- und Industriegüterkonzern. Die global tätige Unternehmensgruppe hat rund 500 Konzerngesellschaften und -standorte in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Die Entwicklung im Jahr 2023 ist von einer Eintrübung der globalen Wirtschaft geprägt. Dies bedeutete einen Nachfragerückgang in den Kundensegmenten Bau, Konsumgüter, Maschinenbau und Investitionsgüter. Dynamisch entwickelten sich die Segmente Automobilindustrie, Energie sowie die Eisenbahn- und Luftfahrtindustrie. Im März 2024 wurden aufgrund der veränderten ökonomischen Rahmenbedingungen Reorganisationsmaßnahmen für Produktionsstandorte in Deutschland angekündigt – siehe hierzu auch Anhangangabe „8.9. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag“.
Auf Ebene der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG wurde die at equity bilanzierte Beteiligung an der voestalpine AG per 31.12.2023 einem Impairment-Test unterzogen, infolge dessen der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag der Beteiligung verglichen wurde. Die Unternehmensbewertung wurde auf Basis des Barwertes der zu erwartenden Cashflows (Discounted Cashflow-Verfahren) des Konzerns unter Berücksichtigung der für Zwecke der Nutzungswertermittlung nötigen Anpassungen ermittelt. Die vom Unternehmen zur Verfügung gestellte Ertragsplanung für Divisionen wurde plausibilisiert und im Hinblick auf zukünftige Margenentwicklungen angepasst. Dabei orientierten sich die Eingriffe an historischen Werten bzw. an Markteinschätzungen. Die Diskontierung der mit dem Bewertungsobjekt erzielbaren Cashflows erfolgte mit Hilfe eines risikoadäquaten Kapitalisierungszinssatzes. Dabei wurde für die Unternehmensbewertung des Konzerns der voestalpine AG ein WACC nach Steuern von 11,12 % (31.12.2022: 9,33 %) herangezogen. Eine Änderung der Kapitalkosten um +/‒100 Basispunkte hätte eine Senkung bzw. Steigerung des ermittelten Netto-Unternehmenswertes von -17,18 % bzw. +20,67 % zur Folge. Der Barwert der ewigen Rente wurde unter Zugrundelegung einer nachhaltigen Wachstumsrate von 2,0 % (31.12.2022: 2,0 %) ermittelt. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten wurde auf Basis des Börsenkurses der voestalpine AG an der Wiener Börse ermittelt, welcher per 31.12.2023 EUR 28,56 pro Aktie (31.12.2022: EUR 24,78 pro Aktie) betrug. Als erzielbarer Betrag per 31.12.2023 wurde der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten als höherer Wert aus dem Vergleich zwischen Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten herangezogen. Im Geschäftsjahr 2023 erfolgte in der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG nach Übernahme der positiven anteiligen Ergebnisse und sonstigen Eigenkapitalveränderungen sowie unter Berücksichtigung der von der voestalpine AG geflossenen Dividenden eine Wertminderung auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Das aus den erfolgswirksamen Effekten resultierende Ergebnis der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG wurde i. H. v. TEUR +56.486 (2022: TEUR -83.727) im Rahmen der Bilanzierung als Joint Venture gemäß der Equity-Methode in den Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern übernommen. Der Buchwert der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG beträgt per 31.12.2023 TEUR 522.247 (31.12.2022: TEUR 492.075). Dies entspricht einem Buchwert pro Aktie i. H. v. EUR 28,56 (31.12.2022: EUR 26,91 pro Aktie).
AMAG Austria Metall AG
Der Aluminiumkonzern AMAG Austria Metall AG (AMAG) ist ein führender österreichischer Premiumanbieter von qualitativ hochwertigen Aluminiumguss- und -walzprodukten. In der kanadischen Elektrolyse Alouette, an der die AMAG mit 20 % beteiligt ist, wird hochwertiges Primäraluminium mit vorbildlicher Ökobilanz produziert. Die AMAG konnte im Jahr 2023, durch ihre breite Aufstellung, dem insgesamt eingetrübten Wirtschaftsumfeld sehr gut begegnen und eine gute Ergebnisentwicklung in allen operativen Segmenten erwirtschaften.
Bei der AMAG besteht ebenfalls ein maßgeblicher Einfluss, da der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern mit einem Anteil von 16,50 % nach wie vor zweitgrößter Einzelaktionär ist. Weiters hat der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern eine Beteiligungsvereinbarung mit der B & C Industrieholding GmbH abgeschlossen. Ziel dieser Beteiligungsvereinbarung ist eine laufende Diskussion wesentlicher finanz- und geschäftspolitischer Themen sowie Beratung und Abstimmung vor Entscheidungen in den relevanten Gremien der AMAG Austria Metall AG. Der Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ, Dr. Heinrich Schaller, ist auch bei der AMAG Austria Metall AG als Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden sowie als Mitglied in den Ausschüssen des Aufsichtsrates (ausgenommen Vergütungsausschuss) in sämtliche strategische Entscheidungen eingebunden. Darüber hinaus bestehen bankübliche Geschäftsbeziehungen mit der AMAG Austria Metall AG.
Per 31.12.2023 wurde die at equity bilanzierte Beteiligung an der AMAG Austria Metall AG einem Impairment-Test unterzogen, infolge dessen der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag der Beteiligung verglichen wurde. Dieser stellt den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten dar und wurde auf Basis des Börsenkurses der AMAG Austria Metall AG an der Wiener Börse ermittelt, welcher per 31.12.2023 EUR 26,70 pro Aktie (31.12.2022: EUR 34,70 pro Aktie) beträgt. Nach Übernahme der anteiligen Ergebnis- und Kapitalveränderungen i. H. v. TEUR 14.662 (2022: TEUR 22.066) sowie einer Ausschüttung i. H. v. TEUR 8.728 (2022: TEUR 8.728) kam es im Geschäftsjahr 2023 zu einer Wertminderung von TEUR -2.316 (2022: keine Wertminderung), womit sich per 31.12.2023 ein IFRS-Buchwert von TEUR 155.356 (31.12.2022: TEUR 151.738) ergab. Dies entspricht einem Buchkurs pro Aktie i. H. v. EUR 26,70 (31.12.2022: EUR 26,08 pro Aktie).
Österreichische Salinen AG
Per 31.12.2023 wurde die Beteiligung von 41,25 % (31.12.2022: 41,25 %) an der Österreichischen Salinen AG einer tourlichen Unternehmensbewertung unterzogen. Als erzielbarer Betrag wurde dabei ein Nutzungswert auf Basis eines Discounted Cashflow-Verfahrens ermittelt, wobei ein WACC nach Steuern von 8,16 % (31.12.2022: 7,42 %) zugrunde gelegt wurde. Eine Änderung des herangezogenen Diskontierungszinssatzes um +/‒100 Basispunkte hätte eine Senkung bzw. Steigerung des ermittelten Unternehmenswertes der Österreichischen Salinen AG von -47,57 % bzw. +66,33 % zur Folge. Der Barwert der ewigen Rente wurde unter Zugrundelegung einer nachhaltigen Wachstumsrate von 2,0 % (31.12.2022: 2,0 %) ermittelt. Insbesondere aufgrund des guten Geschäftsjahres 2023 sowie des positiven Ergebnisausblicks kam es dabei zu einem Anstieg des Nutzungswertes im Vergleich zum Vorjahr. Nach Übernahme der positiven anteiligen Ergebnisse sowie unter Berücksichtigung der Ausschüttung ergab sich per 31.12.2023 eine Wertaufholung von TEUR 2.887 (2022: Wertminderung TEUR -6.957) auf einen IFRS-Buchwert per 31.12.2023 von TEUR 25.089 (31.12.2022: TEUR 14.533).
Drei der at equity bilanzierten Gesellschaften haben einen vom Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern abweichenden Bilanzstichtag. Sowohl bei Anwendung der Equity-Methode als auch für die nachfolgende Aufstellung werden die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG und die CANCOM Rental Services GmbH (vormals: K-Businesscom Rental Services GmbH) entsprechend ihrem Stichtag mit Werten per 30.09. berücksichtigt. Für die Österreichische Salinen AG (Stichtag 30.06.) wird ein Zwischenabschluss per 31.12. zugrunde gelegt.
Eine Aufstellung der at equity bilanzierten Unternehmen ist dem Punkt „Konsolidierungskreis“ zu entnehmen. Die folgende Darstellung zeigt Finanzdaten in Bezug auf die at equity bilanzierten Unternehmen. Als Erlöse wurden bei Kreditinstituten Betriebserträge herangezogen.
At equity bilanzierte Unternehmen per 31.12.2023
IN TEUR
AMAG Austria
Metall AG
Oberöster-
reichische
Landesbank AG
Raiffeisen Bank
International AG
Raiffeisenbank
a.s., Prag
Raiffeisen-
landesbank
Oberösterreich
Invest GmbH
& Co OG
Sonstige
at equity
bilanzierte
Unternehmen
Vermögenswerte
1.620.188
8.676.669
198.240.709
29.901.038
716.796
1.788.797
Verbindlichkeiten
873.909
8.129.367
178.391.304
27.580.298
26.417
1.239.936
Eigenkapital
746.279
547.302
19.849.405
2.320.740
690.379
548.861
Erlöse
1.459.172
121.239
9.065.452
842.528
0
680.196
Ergebnis
66.388
35.594
2.578.243
304.508
74.571
68.157
Summe sonstige Ergebnisse
22.463
22.325
-1.060.067
22.149
-176
34
Gesamtergebnis
88.851
57.919
1.518.176
326.657
74.395
68.191
Nettovermögen (Eigentümer)
746.279
547.408
17.003.950
2.125.347
690.379
546.019
Anteiliges Nettovermögen
123.136
265.985
1.617.722
531.337
522.247
213.023
Anpassungen
32.220
-110.318
-685.141
-2.435
0
-15.853
Buchwert in RLB OÖ
155.356
155.667
932.581
528.902
522.247
197.170
Marktwert (Börsenwert)*
155.356
n/a
584.271
n/a
522.247
n/a
Erhaltene Dividende
8.728
2.597
25.036
32.360
27.505
13.850
* bei Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG abgeleitet aus Börsenkurs der voestalpine AG
At equity bilanzierte Unternehmen per 31.12.2022
IN TEUR
AMAG Austria
Metall AG
Oberöster-
reichische
Landesbank AG
Raiffeisen Bank
International AG
Raiffeisenbank
a.s., Prag
Raiffeisen-
landesbank
Oberösterreich
Invest GmbH
& Co OG
Sonstige
at equity
bilanzierte
Unternehmen
Vermögenswerte
1.792.885
7.968.822
207.057.453
27.607.515
671.493
1.673.234
Verbindlichkeiten
1.082.571
7.474.029
188.293.124
25.408.800
21.000
1.180.685
Eigenkapital
710.314
494.793
18.764.329
2.198.715
650.493
492.549
Erlöse
1.723.705
104.341
9.709.989
825.964
0
602.275
Ergebnis
109.280
33.534
3.797.096
346.778
-110.625
39.178
Summe sonstige Ergebnisse
24.388
-23.466
-355.715
-11.915
17.681
1.324
Gesamtergebnis
133.668
10.068
3.441.381
334.863
-92.944
40.503
Nettovermögen (Eigentümer)
710.314
494.896
16.021.982
1.998.395
650.493
489.795
Anteiliges Nettovermögen
117.202
240.469
1.524.299
499.599
492.075
191.889
Anpassungen
34.536
-100.722
-743.184
16.569
0
-17.806
Buchwert in RLB OÖ
151.738
139.747
781.115
516.168
492.075
174.081
Marktwert (Börsenwert)*
201.904
n/a
480.373
n/a
453.126
n/a
Erhaltene Dividende
8.728
3.502
0
0
21.901
8.175
* bei Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG abgeleitet aus Börsenkurs der voestalpine AG
Die folgende Darstellung zeigt zusammenfassende Finanzdaten in Bezug auf nicht at equity bilanzierte, assoziierte Unternehmen. Die Werte stellen eine Aufsummierung der Angaben aus den jeweiligen letztverfügbaren Einzelabschlüssen dar. Als Erlöse wurden bei Kreditinstituten Betriebserträge herangezogen.
IN TEUR
2023/2022
2022/2021
Vermögenswerte
1.123.810
1.101.875
Verbindlichkeiten
1.028.461
995.395
Erlöse
330.383
293.315
Ergebnis
-2.988
6.293
Immaterielle Vermögenswerte
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Kundenstock
39.511
39.964
Marken
28.134
26.111
Firmenwerte
41.337
40.758
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
49.513
35.143
Anlagen in Bau
7.905
18.226
Immaterielle Vermögensgegenstände
166.400
160.202
Buchwertentwicklung
IN TEUR
Kundenstock
Marken
Firmenwerte
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Anlagen in Bau
Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 01.01.2023
66.107
56.940
65.913
146.451
18.226
353.637
Änderung Konsolidierungskreis
5.356
5.700
579
28
0
11.663
Währungsdifferenzen
0
0
0
171
5
176
Zugänge
0
0
0
2.658
18.976
21.634
Abgänge
0
0
0
-25.489
0
-25.489
Veränderungen aufgrund Modifikation
0
0
0
0
0
0
Umbuchungen*
0
0
0
29.302
-29.302
0
Stand 31.12.2023
71.463
62.640
66.492
153.121
7.905
361.621
Zu- und Abschreibungen
Kumulierte Abschreibungen
-31.953
-34.506
-25.154
-103.590
0
-195.203
davon außerplanmäßige Abschreibungen im Geschäftsjahr
0
0
0
0
0
0
davon planmäßige Abschreibungen im Geschäftsjahr
-5.809
-3.677
0
-16.469
0
-25.955
davon Wertaufholung
0
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
-18
0
-18
Buchwert 31.12.2023
39.510
28.134
41.338
49.513
7.905
166.400
IN TEUR
Kundenstock
Marken
Firmenwerte
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Anlagen in Bau
Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 01.01.2022
63.621
56.940
61.743
86.511
11.886
280.701
Änderung Konsolidierungskreis
2.486
0
4.170
64.186
0
70.842
Währungsdifferenzen
0
0
0
-36
0
-36
Zugänge
0
0
0
5.522
18.371
23.893
Abgänge
0
0
0
-22.221
0
-22.221
Veränderungen aufgrund Modifikation
0
0
0
0
0
0
Umbuchungen*
0
0
0
12.489
-12.031
458
Stand 31.12.2022
66.107
56.940
65.913
146.451
18.226
353.637
Zu- und Abschreibungen
Kumulierte Abschreibungen
-25.991
-30.829
-25.154
-53.054
0
-135.028
davon außerplanmäßige Abschreibungen im Geschäftsjahr
0
0
0
0
0
0
davon planmäßige Abschreibungen im Geschäftsjahr
-5.666
-3.677
0
-12.572
0
-21.915
davon Wertaufholung
0
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
-153
0
0
-58.254
0
-58.407
Buchwert 31.12.2022
39.963
26.111
40.759
35.143
18.226
160.202
*Die Zeile „Umbuchungen“ beinhaltet sowohl Bewegungen innerhalb der hier dargestellten Anlagenklasse als auch Bewegungen in andere Anlageklassen.
Firmenwerte
Zahlungsmittelgenerierende Einheiten, welchen im Geschäftsjahr ein Firmenwert zugeordnet ist, sind gemäß IAS 36.90 jährlich und wann immer es einen Anhaltspunkt für eine eventuelle Wertminderung gibt einem Impairment-Test zu unterziehen. Diesbezüglich wurde im Laufe des 4. Quartals der tourliche Impairment-Test für die noch bestehenden Firmenwerte aus den Erstkonsolidierungen der PUREA Austria GmbH mit der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Tierkörperverwertung“ im Geschäftsjahr 2012, der Frisch & Frost Nahrungsmittel GmbH mit der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Tiefkühl-Convenience“ im Geschäftsjahr 2017, der Gerstner Catering Betriebs GmbH mit der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Event-Catering“ im Geschäftsjahr 2021, der WOJNAR-Gruppe mit der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Frische- und Kühl-Convenience“ im Geschäftsjahr 2021, der ECOFLY GmbH im Geschäftsjahr 2022 – ebenfalls der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Tierkörperverwertung“ zugeordnet –, der „IMPULS-LEASING International“-Gruppe (Tätigkeitsland Rumänien) im Geschäftsjahr 2009, der Verkehrsbüro Business Travel GmbH mit der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „BTU Business Travel Unlimited Reisebürogesellschaft mit beschränkter Haftung“ im Geschäftsjahr 2022 sowie der Salvida Holding GmbH im Geschäftsjahr 2023 durchgeführt. Darüber hinaus entstand per 31.12.2023 ein Firmenwert aus dem Erwerb der ENIGMA i. H. v. TEUR 442 Mio., der aufgrund der Zeitnähe der Transaktion per 31.12.2023 keinem Impairment-Test unterzogen wurde. Grundsätzlich wird im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung unter Bedachtnahme auf das Bewertungsobjekt das geeignetste Verfahren für die Berechnung des erzielbaren Betrages angewendet.
Methodik für Impairment-Tests bei Firmenwerten
Für die Werthaltigkeitsprüfung der firmenwerttragenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten in der VIVATIS/efko-Gruppe kommt das Discounted Cashflow-Verfahren zur Anwendung. Dabei werden dem Unternehmenswert (Nutzungswert) die der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordneten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (ausgenommen zinstragende Verbindlichkeiten) einschließlich des zurechenbaren Firmenwertes gegenübergestellt. Im Rahmen der Nutzungswertermittlung der firmenwerttragenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird zwischen einem Detailprognose- und einem darauffolgenden Fortschreibungszeitraum unterschieden. Der Detailprognosezeitraum erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Jahren und basiert auf der aktuellen Mittelfristplanung. Die freien Cashflows werden indirekt unter Einbezug der geplanten Working Capital-Veränderung und Investitionen ermittelt. Die Cashflows jenseits des Detailplanungszeitraumes werden über das Ewige-Renten-Konzept erfasst. Der bewertungsrelevante Cashflow für die ewige Rente basiert auf einer nachhaltigen Cashflow-Annahme unter Abzug einer rechnerischen Thesaurierungsquote, in Abhängigkeit der unterstellten Wachstumsrate für die ewige Rente, der jeweiligen firmenwerttragenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Der Barwert der ewigen Rente wird unter Zugrundelegung einer nachhaltigen Wachstumsrate von 2,0 % (2022: 2,0 %) ermittelt.
Für die Werthaltigkeitsprüfung der firmenwerttragenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit der „IMPULS-LEASING International“-Gruppe im Tätigkeitsland Rumänien und der firmenwerttragenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit „BTU Business Travel Unlimited Reisebürogesellschaft mit beschränkter Haftung“ kommt das Ertragswertverfahren zur Anwendung. Dabei wird der zu Fortführungswerten ermittelte Unternehmenswert (Nutzungswert) dem Eigenkapital zuzüglich zugeordnetem Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit gegenübergestellt. Im Rahmen der Nutzungswertermittlung wird zwischen einem Detailprognose- und einem darauffolgenden Fortschreibungszeitraum unterschieden. Der Detailprognosezeitraum erstreckt sich über einen Zeitraum von fünf Jahren und basiert auf der aktuellen Mittelfristplanung, welche im Zuge der Werthaltigkeitsprüfung auf den Stichtag 31.12.2023 abdiskontiert wird. Der Fortschreibungswert (ewige Rente oder Continuing Value) baut auf den Werten des letzten Planjahres der Mittelfristplanung auf und wird anhand des Barwertes der ewigen Rente ohne Berücksichtigung etwaiger Wachstumsraten ermittelt. Die Summe der Barwerte aus Detailprognose- sowie Fortschreibungswert ergibt den Nutzungswert, welcher für die Überprüfung der Werthaltigkeit mit dem Eigenkapital plus Firmenwert der firmenwerttragenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit verglichen wird. Die als Berechnungsbasis herangezogene Mittelfristplanung basiert auf Vergangenheitsdaten unter Berücksichtigung der künftigen Marktentwicklung. Dabei werden konzerninterne Erwartungen um externe Markteinschätzungen ergänzt.
Tierkörperverwertung
Aufgrund einer umfassenden Analyse wurde der mit der Erstkonsolidierung der ECOFLY GmbH ermittelte Firmenwert i. H. v. TEUR 451 der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Tierkörperverwertung“ zugeordnet. Für die zahlungsmittelgenerierende Einheit „Tierkörperverwertung“ wird ein WACC gemäß Capital Asset Pricing Model (CAPM) vor Steuern von 9,40 % (31.12.2022: 8,70 %) herangezogen. Eine Änderung des herangezogenen Diskontierungszinssatzes um +/-100 Basispunkte hätte eine Senkung bzw. Steigerung des ermittelten Nutzungswertes von EUR -7,0 Mio. bzw. EUR +9,1 Mio. zur Folge. Der Impairment-Test ergab hinsichtlich des Firmenwertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Tierkörperverwertung“ mit einem Buchwert von TEUR 5.073 (31.12.2022: TEUR 4.622) für den Stichtag 31.12.2023 – analog zum Stichtag des Vorjahres – keinen Wertminderungsbedarf.
Tiefkühl-Convenience
Für die Bewertung der zahlungsmittelgenerierende Einheit „Tiefkühl-Convenience“ wird ein WACC gemäß Capital Asset Pricing Model (CAPM) vor Steuern von 7,89 % (31.12.2022: 7,87 %) herangezogen. Eine Änderung des herangezogenen Diskontierungszinssatzes um +/-100 Basispunkte hätte eine Senkung bzw. Steigerung des ermittelten Nutzungswertes von EUR -7,9 Mio. bzw. EUR +11,1 Mio. zur Folge. Der Impairment-Test ergab hinsichtlich des Firmenwertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Tiefkühl-Convenience“ mit einem Buchwert von TEUR 5.079 (31.12.2022: TEUR 5.079) für den Stichtag 31.12.2023 – analog zum Stichtag des Vorjahres – keinen Wertminderungsbedarf.
Event-Catering
Für die zahlungsmittelgenerierende Einheit „Event-Catering“ wird ein WACC gemäß Capital Asset Pricing Model (CAPM) vor Steuern von 12,09 % (31.12.2022: 12,27 %) herangezogen. Eine Änderung des herangezogenen Diskontierungszinssatzes um +/-100 Basispunkte hätte eine Senkung bzw. Steigerung des ermittelten Nutzungswertes von EUR -7,9 Mio. bzw. EUR +9,7 Mio. zur Folge. Der Impairment-Test ergab hinsichtlich des Firmenwertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Event-Catering“ mit einem Buchwert von TEUR 7.370 (31.12.2022: TEUR 7.370) für den Stichtag 31.12.2023 keinen Wertminderungsbedarf.
Frische- und Kühl-Convenience
Für die Werthaltigkeitsprüfung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Frische- und Kühl-Convenience“ wurde gemäß Capital Asset Pricing Model (CAPM) ein WACC vor Steuern von 7,27 % (31.12.2022: 8,04 %) herangezogen. Eine Änderung des herangezogenen Diskontierungszinssatzes um +/-100 Basispunkte hätte eine Senkung bzw. Steigerung des ermittelten Nutzungswertes von EUR -14,1 Mio. bzw. EUR +20,8 Mio. zur Folge. Der Impairment-Test ergab hinsichtlich des Firmenwertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Frische- und Kühl-Convenience“ mit einem Buchwert von TEUR 18.033 (31.12.2022: TEUR 18.033) für den Stichtag 31.12.2023 keinen Wertminderungsbedarf.
IMPULS-LEASING International
Für die Bewertung der firmenwerttragenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit IMPULS-LEASING International in Rumänien kommt ein Eigenkapitalkostensatz gemäß Capital Asset Pricing Model (CAPM) vor Steuern von 14,44 % (31.12.2022: 11,72 %) zur Anwendung. Der Firmenwert der „IMPULS-LEASING International“-Gruppe i. H. v. TEUR 1.485 per 31.12.2023 (31.12.2022: TEUR 1.485) ist werthaltig.
BTU Business Travel Unlimited Reisebürogesellschaft mit beschränkter Haftung
Beim Erwerb der Verkehrsbüro Business Travel GmbH durch die BTU Business Travel Unlimited Reisebürogesellschaft mit beschränkter Haftung wurde per 30.06.2022 ein Firmenwert i. H. v. EUR 3,7 Mio. gebildet. Für die Bewertung der firmenwerttragenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit kommt ein Eigenkapitalkostensatz gemäß Capital Asset Pricing Model (CAPM) vor Steuern von 12,10 % (31.12.2022: 13,10 %) zur Anwendung. Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „BTU Business Travel Unlimited Reisebürogesellschaft mit beschränkter Haftung“ i. H. v. TEUR 3.719 per 31.12.2023 ist werthaltig.
Salvida Holding GmbH
Für die Bewertung der firmenwerttragenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Salvida Holding GmbH“ wurden einerseits die beiden seit Erstkonsolidierung enthaltenen Beteiligungen mittels eines Multiple-Verfahrens bewertet, andererseits wurde ein ergänzender Wert für die Geschäftstätigkeit der Holding mittels eines Erwartungswertverfahrens abgebildet. Der Firmenwert i. H. v. TEUR 136 per 31.12.2023 ist werthaltig.
Sachanlagen
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Betrieblich genutzte Grundstücke und Gebäude
253.941
233.574
Nutzungsrechte betrieblich genutzte Grundstücke und Gebäude
114.343
130.906
Sonstige Sachanlagen
122.014
111.589
Nutzungsrechte sonstige Sachanlagen
52.386
39.557
Leasinggegenstände aus Operating Leasing - Sachanlagen
189.897
166.088
Anlagen in Bau
37.431
28.574
Sachanlagen
770.012
710.288
Buchwertentwicklung
IN TEUR
Betrieblich genutzte Grundstücke
und Gebäude
Nutzungsrechte betrieblich genutzte
Grundstücke und Gebäude
Sonstige Sachanlagen
Nutzungsrechte sonstige Sachanlagen
Leasinggegenstände aus Operating Leasing – sonstige Sachanlagen
Anlagen in Bau
Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 01.01.2023
527.522
167.259
496.700
58.626
235.013
28.573
1.513.693
Änderung Konsolidierungskreis
34.095
44
227
0
0
2.886
37.252
Währungsdifferenzen
-142
133
-103
33
45
-9
-43
Zugänge
9.343
6.706
37.962
22.763
88.965
12.899
178.638
Abgänge
-2.030
-27.718
-19.447
-8.813
-67.902
-8
-125.918
Veränderungen aufgrund Modifikation
0
6.471
0
-313
0
0
6.158
Umbuchungen*
1.626
0
6.535
0
0
-6.910
1.251
Stand 31.12.2023
570.414
152.895
521.874
72.296
256.121
37.431
1.611.031
Zu- und Abschreibungen
Kumulierte Abschreibungen
-303.229
-38.551
-399.735
-19.911
-66.224
0
-827.650
davon außerplanmäßige Abschreibungen im Geschäftsjahr
-88
0
-181
0
0
0
-269
davon planmäßige Abschreibungen im Geschäftsjahr
-11.046
-14.520
-32.625
-9.616
-31.952
0
-99.759
davon Wertaufholung
0
0
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
-13.245
0
-124
0
0
0
-13.369
Buchwert 31.12.2023
253.940
114.344
122.015
52.385
189.897
37.431
770.012
IN TEUR
Betrieblich genutzte Grundstücke
und Gebäude
Nutzungsrechte betrieblich genutzte
Grundstücke und Gebäude
Sonstige Sachanlagen
Nutzungsrechte sonstige Sachanlagen
Leasinggegenstände aus Operating Leasing – sonstige Sachanlagen
Anlagen in Bau
Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 01.01.2022
477.760
144.382
452.957
35.729
227.557
13.951
1.352.336
Änderung Konsolidierungskreis
6.375
16.639
28.944
13
0
173
52.144
Währungsdifferenzen
161
22
238
-26
-211
10
194
Zugänge
4.237
41.678
24.336
23.156
68.014
22.926
184.347
Abgänge
-298
-4.469
-13.007
-1.942
-60.347
0
-80.063
Veränderungen aufgrund Modifikation
0
7.077
0
1.682
0
0
8.759
Umbuchungen*
39.287
-38.070
3.232
14
0
-8.487
-4.024
Stand 31.12.2022
527.522
167.259
496.700
58.626
235.013
28.573
1.513.693
Zu- und Abschreibungen
Kumulierte Abschreibungen
-288.770
-36.354
-361.367
-19.069
-68.924
0
-774.484
davon außerplanmäßige Abschreibungen im Geschäftsjahr
0
0
-466
0
0
0
-466
davon planmäßige Abschreibungen im Geschäftsjahr
-10.819
-13.253
-28.961
-8.815
-31.290
0
-93.138
davon Wertaufholung
0
0
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
-5.178
0
-23.742
0
0
0
-28.920
Buchwert 31.12.2022
233.574
130.905
111.591
39.557
166.089
28.573
710.289
*Die Zeile „Umbuchungen“ beinhaltet sowohl Bewegungen innerhalb der hier dargestellten Anlagenklasse als auch Bewegungen in andere Anlageklassen.
Finanzimmobilien
Unter Finanzimmobilien werden solche Immobilien ausgewiesen, die zur Vermietung und Verpachtung oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden.
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Finanzimmobilien
742.525
530.543
Nutzungsrechte Finanzimmobilien
20.278
20.796
Leasinggegenstände aus Operating Leasing – Finanzimmobilien
104.501
110.156
Anlagen in Bau
36.882
171.856
Finanzimmobilien
904.186
833.351
Buchwertentwicklung
IN TEUR
Finanzimmobilien
Nutzungsrechte Finanzimmobilien
Leasinggegenstände aus Operating Leasing – Finanzimmobilien
Anlagen in Bau
Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 01.01.2023
689.946
26.795
167.150
171.965
1.055.856
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Währungsdifferenzen
0
0
-190
0
-190
Zugänge
16.652
0
58
133.974
150.684
Abgänge
-24.531
0
-2.835
-911
-28.277
Veränderungen aufgrund Modifikation
0
1.064
0
0
1.064
Umbuchungen*
266.779
0
0
-268.030
-1.251
Stand 31.12.2023
948.846
27.859
164.183
36.998
1.177.886
Zu- und Abschreibungen
Kumulierte Abschreibungen
-206.322
-7.581
-59.681
-116
-273.700
davon außerplanmäßige Abschreibungen im Geschäftsjahr
-39.247
0
0
0
-39.247
davon planmäßige Abschreibungen im Geschäftsjahr
-11.558
-1.582
-4.161
-42
-17.343
davon Wertaufholung
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Buchwert 31.12.2023
742.524
20.278
104.502
36.882
904.186
IN TEUR
Finanzimmobilien
Nutzungsrechte Finanzimmobilien
Leasinggegenstände aus Operating Leasing – Finanzimmobilien
Anlagen in Bau
Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 01.01.2022
681.942
26.132
166.028
125.326
999.428
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
-18.273
0
-18.273
Währungsdifferenzen
0
0
231
0
231
Zugänge
4.326
0
24.270
75.074
103.670
Abgänge
-28.087
0
-5.106
-236
-33.429
Veränderungen aufgrund Modifikation
0
663
0
0
663
Umbuchungen*
31.765
0
0
-28.199
3.566
Stand 31.12.2022
689.946
26.795
167.150
171.965
1.055.856
Zu- und Abschreibungen
Kumulierte Abschreibungen
-159.404
-5.999
-63.592
-110
-229.105
davon außerplanmäßige Abschreibungen im Geschäftsjahr
0
0
0
0
0
davon planmäßige Abschreibungen im Geschäftsjahr
-8.593
-1.524
-4.409
-38
-14.564
davon Wertaufholung
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
6.599
0
6.599
Buchwert 31.12.2022
530.542
20.796
110.157
171.855
833.350
*Die Zeile „Umbuchungen“ beinhaltet sowohl Bewegungen innerhalb der hier dargestellten Anlagenklasse als auch Bewegungen in andere Anlageklassen.
Im Geschäftsjahr 2023 kam es im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern durch die Inbetriebnahme von Finanzimmobilien in einem Immobilientochterunternehmen zu einer Umbuchung von Anlagen in Bau i. H. v. EUR 263,7 Mio. Darüber hinaus kam es bei diesen Finanzimmobilien im Zuge der Werthaltigkeitsprüfung zu einer Wertminderung i. H. v. EUR -37,2 Mio. Die Wertminderung resultiert aus einem geringeren Verkehrswert der Liegenschaften bzw. gestiegenen Zinsen und höheren Baukosten. Die betroffenen Finanzimmobilien sind dem Segment Beteiligungen zugeordnet.
Vom Buchwert der Finanzimmobilien stammt ein Anteil von EUR 429,2 Mio. (31.12.2022: EUR 429,7 Mio.) aus den „OÖ Wohnbau“-Gesellschaften – diese wurden keiner Fair Value-Bewertung unterzogen. Der Zugriff auf diese Finanzimmobilien unterliegt aufgrund des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes (WGG) gesetzlichen Beschränkungen.
Der Fair Value von jenen Finanzimmobilien, für welche eine Fair Value-Bewertung vorliegt, beträgt TEUR 541.001 (31.12.2022: TEUR 457.259) bei einem Buchwert von TEUR 451.053 (31.12.2022: TEUR 374.920). Die Gutachten werden von der Gesellschaft Real-Treuhand Immobilien Vertriebs GmbH erstellt.
Im Geschäftsjahr 2023 wurde ein Buchwert von TEUR 125 (31.12.2022: TEUR 0) von den Finanzimmobilien zu den betrieblich genutzten Gebäuden und Grundstücken aufgrund der Änderung des Verwendungszweckes einer Immobilie umgegliedert.
Es bestehen per 31.12.2023 keine vertraglichen Verpflichtungen (31.12.2022: TEUR 0) für als Finanzinvestition gehaltene Immobilien.
Steuern
Steueransprüche
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Laufende Steueransprüche
10.200
6.937
Latente Steueransprüche
33.736
35.778
Steueransprüche
43.936
42.715
Von den laufenden Steueransprüchen sind TEUR 2.623 (31.12.2022: TEUR 6.772) innerhalb eines Jahres fällig.
Von den latenten Steueransprüchen sind TEUR 6.153 (31.12.2022: TEUR 8.106) innerhalb eines Jahres fällig.
Steuerverbindlichkeiten
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Laufende Steuerverbindlichkeiten
95.605
88.227
Latente Steuerverbindlichkeiten
60.258
41.045
Steuerverbindlichkeiten
155.864
129.272
Von den laufenden Steuerverbindlichkeiten sind TEUR 19.437 (31.12.2022: TEUR 14.803) innerhalb eines Jahres fällig.
Von den latenten Steuerverbindlichkeiten sind TEUR 1.362 (31.12.2022: TEUR 5.415) innerhalb eines Jahres fällig.
Temporäre Unterschiede zwischen den Wertansätzen im IFRS-Konzernabschluss und den steuerlichen Wertansätzen wirken sich wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen latenten Steuern aus:
IN TEUR
Latente
Steueransprüche
31.12.2023
Latente Steuer-
verbindlichkeiten
31.12.2023
Erfolgswirksam
2023
Finanzanlagen der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert“ (FVTPL)
3.665
79.943
-4.175
Finanzanlagen der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ (AC)
269.575
361.149
82.444
Finanzanlagen der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden
Zeitwert“ (FVOCI)
42.800
349
-24.052
Finanzanlagen der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert designiert“ (FVO)
7.541
8.752
10.391
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges
85.503
0
-40.854
Derivate
239.204
255.687
-39.089
Leasinggeschäfte
363.298
336.641
374
Rückstellungen
29.384
276
-2.323
Noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge
9.105
0
-1.401
Sonstige temporäre Differenzen
5.120
38.919
-3.973
Saldierung Steuerlatenz
-1.021.459
-1.021.459
0
Steuern vom Einkommen und Ertrag
33.736
60.258
-22.657
IN TEUR
Latente
Steueransprüche
31.12.2022
Latente Steuer-
verbindlichkeiten
31.12.2022
Erfolgswirksam
2022
Finanzanlagen der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert“ (FVTPL)
8.777
80.831
-8.910
Finanzanlagen der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ (AC)
42.038
216.260
-258.518
Finanzanlagen der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden
Zeitwert“ (FVOCI)
67.378
1.507
67.732
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges
4.223
15.582
-68.172
Finanzanlagen der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert designiert“ (FVO)
129.980
3.623
114.138
Derivate
376.338
353.732
119.555
Leasinggeschäfte
370.746
345.390
9.135
Rückstellungen
30.750
270
-3.001
Noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge
10.216
0
-5.315
Sonstige temporäre Differenzen
16.444
44.961
3.623
Saldierung Steuerlatenz
-1.021.111
-1.021.111
0
Steuern vom Einkommen und Ertrag
35.778
41.045
-29.732
Für steuerliche Verlustvorträge i. H. v. TEUR 13.875 (31.12.2022: TEUR 13.729) wurden keine latenten Steuerforderungen angesetzt, da aus heutiger Sicht ein steuerlicher Nutzen in angemessener Zeit nicht realisierbar erscheint. Die Verlustvorträge sind zum überwiegenden Teil zeitlich unbegrenzt vortragsfähig.
In den latenten Steueransprüchen sind Beträge für offene Siebentel aus steuerlichen Teilwertabschreibungen auf Beteiligungen gemäß § 12 Abs. 3 Z 2 des österreichischen Körperschaftsteuergesetzes i. H. v. TEUR 2.095 (31.12.2022: TEUR 913) enthalten.
Die temporären Differenzen i. Z. m. Anteilen an Tochterunternehmen, Zweigniederlassungen und assoziierten Unternehmen sowie Anteilen an gemeinsamen Vereinbarungen, für die keine latenten Steuerschulden bilanziert worden sind, betragen TEUR 2.941.298 (31.12.2022: TEUR 2.600.897).
Ausschüttungen der Raiffeisenlandesbank OÖ an Eigentümer führen zu keinen ertragsteuerlichen Konsequenzen.
Sonstige Aktiva
Die Forderungen aus bankfremder Tätigkeit betreffen überwiegend Unternehmen aus der Nahrungsmittelbranche (VIVATIS/efko-Gruppe). Die Vorräte setzen sich im Wesentlichen aus noch nicht fertigen Immobilienprojekten sowie Vorratsvermögen aus der Nahrungsmittelbranche zusammen. In den Vertragsvermögenswerten wird der Überschuss der angefallenen Auftragskosten sowie erfassten Gewinne über die Teilabrechnungen und erhaltenen bzw. fälligen Anzahlungen erfasst.
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Forderungen aus bankfremder Tätigkeit
237.307
200.856
Rechnungsabgrenzungsposten
55.320
43.413
Vorräte
381.656
342.175
Vertragsvermögenswerte
11.647
2.465
Übrige Aktiva
533.927
393.361
Sonstige Aktiva
1.219.859
982.269
Der Betrag der (eingesetzten) Vorräte, der in der Berichtsperiode als Aufwand erfasst wurde, beläuft sich auf EUR 588,1 Mio. (2022: EUR 586,3 Mio.).
In der Berichtsperiode erfasste Erlöse, die zu Beginn der Periode im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren, belaufen sich auf TEUR 4.854 (2022: TEUR 2.783).
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen
Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen, die Vermögenswerte und Schulden umfassen, werden gemäß IFRS 5.6 als zur Veräußerung gehalten eingestuft, wenn es höchstwahrscheinlich ist, dass sie überwiegend durch Veräußerung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden. Damit dies der Fall ist, muss der Vermögenswert oder die Veräußerungsgruppe gängig und üblich, sofort veräußerbar und eine solche Veräußerung höchstwahrscheinlich sein.
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Veräußerungsgruppe, die als zur Veräußerung gehalten eingestuft wird
0
0
Einzelne Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten eingestuft werden
7.572
437
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen
7.572
437
Einzelne Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten eingestuft werden
Per 31.12.2023 wird eine Minderheitsbeteiligung an einem Unternehmen für Roh- und Baustofflösungen mit einem Buchwert i. H. v. TEUR 7.572. „als zur Veräußerung gehalten“ ausgewiesen, da von einem Verkauf im Jahr 2024 ausgegangen wird. Die Beteiligung wird als finanzieller Vermögenswert gemäß IFRS 9 in der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVTPL) bilanziert. Aufgrund einer Ausschüttung im 4. Quartal 2023 sowie der anschließenden Bewertung per 31.12.2023 ergab sich im Geschäftsjahr 2023 eine positive Ergebniswirkung i. H. v. TEUR 8.333 im Zinsüberschuss sowie eine negative Ergebniswirkung i. H. v. TEUR -7.638 im Ergebnis aus zu Fair Value bilanzierten Finanzinstrumenten. Bei Abschluss des Verkaufs im Jahr 2024 werden keine wesentlichen Ergebniseffekte erwartet. Der Vermögenswert wird dem Segment Beteiligungen zugeordnet.
Per 31.12.2022 wurde eine Minderheitsbeteiligung an einer Bank mit einem Buchwert per 31.12.2022 i. H. v. TEUR 437 „als zur Veräußerung gehalten“ ausgewiesen. Die Beteiligung wurde als finanzieller Vermögenswert gemäß IFRS 9 in der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVTPL) bilanziert. Im Laufe des Jahres 2023 wurde diese Minderheitsbeteiligung vollständig abgeschrieben und aufgrund Wegfall der Bedingungen zur Klassifizierung als „zur Veräußerung gehalten“ in den ursprünglichen Bilanzposten rückgegliedert. Der Vermögenswert wird dem Segment Beteiligungen zugeordnet.
In den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete, finanzielle Vermögenswerte enthalten, die in den Spiegeln zu Risikovorsorge und Bruttobuchwerten nicht enthalten sind.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Täglich fällige Verbindlichkeiten
5.503.269
4.940.564
Geldmarktgeschäfte
1.481.094
7.946.663
Langfristige Finanzierungen
8.289.602
4.841.452
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
15.273.964
17.728.679
davon Inland
12.803.968
15.113.707
davon Ausland
2.469.996
2.614.972
Nach Auslaufen von Tendergeschäften (TLTRO III) i. H. v. EUR 0,9 Mrd. sowie der vorzeitigen Rückführung von weiteren EUR 2,0 Mrd. im Geschäftsjahr 2023 beträgt der Bestand per 31.12.2023 EUR 1,0 Mrd. (31.12.2022: EUR 3,9 Mrd.) und wird im Posten „Geldmarktgeschäfte“ ausgewiesen. Der Anteil an Tendergeschäften, die in weiterer Folge den oberösterreichischen Raiffeisenbanken zur Verfügung gestellt wurden, beläuft sich per 31.12.2023 auf EUR 191,5 Mio. (31.12.2022: EUR 526,0 Mio.). Die Verzinsung für Tendergeschäfte wurde bereits im November 2022 auf den von der Europäischen Zentralbank festgelegten Zinssatz für die Einlagenfazilität umgestellt. Dieser ist somit auch für die Verzinsung im Geschäftsjahr 2023 relevant und stellt den jeweils aktuellen Effektivzins der Tendergeschäfte dar. Im Geschäftsjahr 2023 ergab sich dabei ein Zinsaufwand i. H. v. EUR 111,7 Mio. aus den Tendergeschäften (2022: Zinsertrag i. H. v. EUR 39,0 Mio.). Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern hat die letzte verbliebene Tranche bis zum Laufzeitende im März 2024 gehalten.
Die Bedingungen des Langfristtenders werden nicht als staatliche Subvention im Sinne von IAS 20 betrachtet, sondern stellen für den Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern einen spezifischen Markt mit nicht beeinflussbaren Konditionen dar, sodass die Tendergeschäfte gemäß IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Weder die im Oktober 2022 beschlossenen Änderungen der Konditionen noch die Erhöhungen der Leitzinssätze wurden vom Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern als (signifikante oder nicht signifikante) Modifikationen betrachtet, sondern als Änderung der variablen Verzinsung behandelt.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Sichteinlagen
5.529.978
7.037.319
Termineinlagen
6.235.326
5.385.140
Spareinlagen
1.328.525
1.279.238
Sonstige
165.573
163.635
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
13.259.402
13.865.332
davon Inland
10.743.017
11.234.227
davon Ausland
2.516.385
2.631.105
Handelspassiva
Im Bilanzposten „Handelspassiva“ erfolgt der Ausweis der Sicherungsgeschäfte i. Z. m. derivativen Finanzinstrumenten sowie Mikro- und Portfolio Fair Value Hedge Accounting.
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Zinssatzgeschäfte
1.158.647
1.583.731
Wechselkursgeschäfte
109.559
136.548
Aktien-/Indexbezogene Geschäfte
0
0
Übrige Geschäfte
0
0
Handelspassiva
1.268.206
1.720.279
Verbriefte Verbindlichkeiten
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Begebene Schuldverschreibungen
5.258.073
5.148.800
Börsennotierte Pfandbriefe/Kommunalbriefe
1.558.968
190.654
Nicht börsennotierte Pfandbriefe/Kommunalbriefe
334.210
265.714
Sonstige verbriefte Verbindlichkeiten
2.917.129
3.028.630
Verbriefte Verbindlichkeiten
10.068.380
8.633.799
Rückstellungen
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Personalrückstellungen
152.230
145.353
Jubiläumsgeldrückstellungen
26.830
21.554
Abfertigungsrückstellungen
87.267
84.424
Pensionsrückstellungen
38.132
39.375
Sonstige Rückstellungen
122.989
123.623
Rückstellungen für außerbilanzielle Verpflichtungen
67.766
55.238
Übrige Rückstellungen
55.223
68.385
Rückstellungen
275.219
268.976
Personalrückstellungen
Jubiläumsgeldrückstellungen
Entwicklung der Jubiläumsgeldrückstellung
IN TEUR
2023
2022
Barwert (DBO) 01.01.
21.554
23.235
Änderung Konsolidierungskreis
0
1.292
Laufender Dienstzeitaufwand (Current Service Cost)
1.472
1.721
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand (Past Service Cost)
3.340
0
Zinsaufwand (Interest Cost)
749
116
Zahlungen
-2.036
-1.274
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust
1.752
-3.536
Barwert (DBO) 31.12. (= Rückstellung)
26.830
21.554
Abfertigungsrückstellungen
Entwicklung der Abfertigungsverpflichtung
IN TEUR
2023
2022
Barwert (DBO) 01.01.
85.030
100.260
Änderung Konsolidierungskreis
0
2.437
Laufender Dienstzeitaufwand (Current Service Cost)
2.984
3.625
Gewinne oder Verluste aus dem Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
-78
-53
Zinsaufwand (Interest Cost)
2.936
488
Zahlungen
-5.567
-5.724
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust
2.656
-16.004
hievon erfahrungsbedingte Anpassungen
-37
584
hievon Änderungen der demografischen Annahmen
-177
20
hievon Änderungen der finanziellen Annahmen
2.870
-16.607
Barwert (DBO) 31.12.
87.961
85.030
Entwicklung des Planvermögens
IN TEUR
2023
2022
Zeitwert 01.01.
605
519
Zinserträge
23
1
Beiträge
77
77
Übrige Gewinne/Verluste
-12
7
Zeitwert 31.12.
693
605
Überleitung der Abfertigungsrückstellungen
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Barwert (DBO) der Abfertigungsverpflichtung
87.961
85.030
Zeitwert des Planvermögens
-693
-605
Nettoverpflichtung (= Rückstellung)
87.267
84.424
Pensionsrückstellungen
Entwicklung der Pensionsverpflichtung
IN TEUR
2023
2022
Barwert (DBO) 01.01.
41.216
49.350
Änderung Konsolidierungskreis
0
207
Laufender Dienstzeitaufwand (Current Service Cost)
246
449
Gewinne oder Verluste aus Abgeltung
57
-771
Zinsaufwand (Interest Cost)
1.374
244
Zahlungen
-4.004
-4.379
Abgeltungszahlungen
-236
-697
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust
1.217
-3.186
hievon erfahrungsbedingte Anpassungen
-56
2.215
hievon Änderungen der demografischen Annahmen
1
0
hievon Änderungen der finanziellen Annahmen
1.273
-5.401
Barwert (DBO) 31.12.
39.871
41.216
Entwicklung des Planvermögens
IN TEUR
2023
2022
Zeitwert 01.01.
1.931
2.944
Änderung Konsolidierungskreis
0
99
Zinserträge
65
14
Beiträge
134
63
Zahlungen
-263
-434
Abgeltungszahlungen
0
-697
Übrige Gewinne/Verluste
-32
-59
Zeitwert 31.12.
1.836
1.931
Entwicklung der Auswirkung der Vermögenswertobergrenze
IN TEUR
2023
2022
Vermögenswertobergrenze zum 01.01.
90
0
Zinserträge
3
0
Vermögensgewinne/Vermögensverluste
3
90
Vermögenswertobergrenze 31.12.
97
90
Überleitung der Pensionsrückstellungen
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Barwert (DBO) der Pensionsverpflichtung
39.871
41.216
Zeitwert des Planvermögens
-1.836
-1.931
Vermögenswertobergrenze
97
90
Nettoverpflichtung (= Rückstellung)
38.132
39.375
Der Marktwert der bilanzierten Erstattungsansprüche beläuft sich zum 31.12.2023 auf TEUR 2.042 (31.12.2022: TEUR 2.000).
Aufgliederung der Pensionsverpflichtung nach Begünstigten
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Barwert (DBO) der Pensionsverpflichtung
39.871
41.216
Verpflichtungen an aktive begünstigte Arbeitnehmer
4.934
4.949
Verpflichtungen an ausgeschiedene begünstigte Arbeitnehmer
mit unverfallbarem Anspruch
192
183
Verpflichtungen an Pensionisten
34.745
36.085
Veranlagung des Planvermögens für Abfertigungs- und Pensionsverpflichtungen
IN %
31.12.2023
31.12.2022
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
40,1
13,5
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
20,8
20,8
Sonstige
39,1
65,7
Gesamt
100
100
Die Veranlagung des Planvermögens erfolgt zum überwiegenden Teil auf keinem aktiven Markt. Das Planvermögen enthält weder eigene Finanzinstrumente noch andere vom Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern genutzte Vermögenswerte.
Für das Geschäftsjahr 2024 wird eine Beitragszahlung zu den leistungsorientierten Plänen im Ausmaß von TEUR 131 erwartet.
Sensitivitätsangaben zu Personalrückstellungen
Die folgende Sensitivitätsanalyse zeigt eine Änderung des Barwertes der Verpflichtung (DBO) zum 31.12.2023 bei Änderung jeweils eines als wesentlich erachteten versicherungsmathematischen Parameters. Die Berechnung für die Sensitivitätsbetrachtung erfolgt analog zur Berechnung der Rückstellung gemäß IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ nach dem Anwartschaftsbarwertfahren (Projected Unit Credit Method).
Veränderung des
Parameters um
Auswirkung
auf DBO
in %
Veränderung des
Parameters um
Auswirkung
auf DBO
in %
Abfertigungsrückstellungen
Rechnungszinssatz
+0,5%
-4,1
-0,5%
4,4
Steigerung der Bemessungsgrundlagen
+0,5%
4,3
-0,5%
-4,0
Fluktuation
+0,5%
-2,3
-0,5%
0,9
Pensionsrückstellungen
Rechnungszinssatz
+0,5%
-4,3
-0,5%
4,7
Steigerung der Bemessungsgrundlagen
+0,5%
0,5
-0,5%
-0,5
Steigerung der künftigen Pensionen
+0,5%
4,0
-0,5%
-3,8
Sterbetafel/Lebenserwartung
+1 Jahr
5,9
-1 Jahr
-6,1
Gewichtete Restlaufzeit der Verpflichtungen
IN JAHREN
2023
2022
Abfertigungsverpflichtungen
9
9
Pensionsverpflichtungen
9
9
Sonstige Rückstellungen
Der Stand der sonstigen Rückstellungen per 31.12.2023 beläuft sich auf TEUR 122.989 (31.12.2022: TEUR 123.623) und beinhaltet die Rückstellungen für außerbilanzielle Verpflichtungen sowie die übrigen Rückstellungen, deren Entwicklung in den Folgetabellen dargestellt wird.
Übrige Rückstellungen
IN TEUR
2023
2022
Stand 01.01.
68.385
64.999
Zuführungen
5.384
14.529
Auflösungen
-8.698
-3.756
Verbrauch
-9.848
-7.387
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
Stand 31.12.
55.223
68.385
Die erwarteten Fristigkeiten der übrigen Rückstellungen stellen sich wie folgt dar:
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Übrige Rückstellungen
55.223
68.385
bis 1 Jahr
53.405
66.945
1 Jahr bis 5 Jahre
1.379
1.038
über 5 Jahre
439
402
Die Zinsentwicklung der vergangenen Jahre führte zu negativen Indikatorwerten, welche zur Berechnung der Zinsen herangezogen werden. In mehreren Verfahren wurde durch den OGH ausgesprochen, dass der Erhalt eines nicht explizit vereinbarten Aufschlags unzulässig ist. Bei den Verbraucherkunden erfolgte eine Refundierung. Für die Fälle der übrigen Kunden wurde beginnend mit dem Geschäftsjahr 2017 für den Zeitraum ab 2015 eine Rückstellung gebildet und in der Folge weiter angepasst. Die Höhe der Rückstellung per 31.12.2023 beträgt EUR 30,8 Mio. (31.12.2022: EUR 39,2 Mio.). Aufgrund von Verjährungen kam es im Geschäftsjahr 2023 für diese Rückstellung zu einer Nettoauflösung von EUR 8,5 Mio. (2022: Nettodotierung EUR 0,6 Mio.). Der Stand wird in den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen, Dotierungen und Auflösungen erfolgen im Zinsüberschuss. Aufgrund des OGH-Urteils vom 22.12.2021 zur Verzinsung von Kreditfällen im staatlichen Moratorium bei Verbrauchern bzw. Kleinstunternehmen wurde für mögliche Zinsrückzahlungen im Geschäftsjahr 2021 eine Rückstellung gebildet. Die Höhe der Rückstellung per 31.12.2023 beträgt EUR 2,3 Mio. (31.12.2022: EUR 2,4 Mio.). Der Stand wird ebenfalls in den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen, Dotierungen und Auflösungen erfolgen im Zinsüberschuss.
Risikovorsorge auf Rückstellungen für außerbilanzielle Verpflichtungen
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
19.622
10.545
25.070
0
55.238
Zuführungen aufgrund von Zugängen
5.709
1.395
3.486
0
10.590
Auflösungen aufgrund von Abgängen
-2.858
-1.242
-5.090
0
-9.190
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
-5.681
5.376
11.432
0
11.126
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
611
332
-942
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
1
0
0
0
2
Stand 31.12.2023
17.404
16.406
33.956
0
67.766
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
10.672
7.948
46.603
0
65.223
Zuführungen aufgrund von Zugängen
7.898
2.231
2.508
0
12.637
Auflösungen aufgrund von Abgängen
-2.563
-891
-8.844
0
-12.298
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
1.436
1.524
-13.287
0
-10.327
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
2.176
-267
-1.909
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
3
0
0
0
3
Stand 31.12.2022
19.622
10.545
25.071
0
55.238
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
Risikovorsorge auf gem. IFRS 5 zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte – außerbilanziell
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
0
0
0
0
0
Zuführungen aufgrund von Zugängen
0
0
0
0
0
Auflösungen aufgrund von Abgängen
0
0
0
0
0
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
0
0
0
0
0
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
0
0
0
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2023
0
0
0
0
0
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
3
0
0
0
3
Zuführungen aufgrund von Zugängen
0
0
0
0
0
Auflösungen aufgrund von Abgängen
0
0
0
0
0
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
0
0
0
0
0
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
0
0
0
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
-3
0
0
0
-3
Stand 31.12.2022
0
0
0
0
0
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
Änderungen der Bruttobuchwerte von Rückstellungen für außerbilanzielle Verpflichtungen
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
9.686.653
1.022.401
72.177
0
10.781.231
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
382.916
-455.723
-70.192
0
-142.999
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
-322.121
207.482
114.640
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Direktabschreibungen
0
0
0
0
0
Konzernkreisänderung
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2023
9.747.447
774.159
116.625
0
10.638.232
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
8.637.142
1.364.900
93.396
0
10.095.438
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
934.549
-213.175
-36.446
0
684.928
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
114.097
-129.324
15.227
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Direktabschreibungen
0
0
0
0
0
Konzernkreisänderung
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
865
0
0
0
865
Stand 31.12.2022
9.686.653
1.022.401
72.177
0
10.781.231
Änderungen der Bruttobuchwerte auf gem. IFRS 5 zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte – außerbilanziell
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
0
0
0
0
0
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
0
0
0
0
0
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Direktabschreibungen
0
0
0
0
0
Konzernkreisänderung
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2023
0
0
0
0
0
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
923
0
0
0
923
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
-58
0
0
0
-58
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Direktabschreibungen
0
0
0
0
0
Konzernkreisänderung
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
-865
0
0
0
-865
Stand 31.12.2022
0
0
0
0
0
Sonstige Passiva
In den Vertragsverbindlichkeiten werden erhaltene Anzahlungen sowie der passivische Saldo aus Fertigungsaufträgen ausgewiesen. Die erhaltenen Anzahlungen werden mit ihrem Nominalwert angesetzt.
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Verbindlichkeiten aus bankfremder Tätigkeit
177.477
187.905
Rechnungsabgrenzungsposten
24.597
23.353
Vertragsverbindlichkeiten
283
4.856
Leasingverbindlichkeiten
190.816
196.140
Sonstige Verbindlichkeiten
429.353
321.673
Sonstige Passiva
822.526
733.926
Nachrangkapital
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Ergänzungskapital und nachrangige Verbindlichkeiten und Genussrechtskapital
882.822
924.127
Nachrangkapital
882.822
924.127
Die Entwicklung im Nachrangkapital stellt die Veränderungen aus Finanzierungtätigkeit in Zusammenhang mit Verbindlichkeiten dar und wird in nachfolgender Tabelle gezeigt.
IN TEUR
2023
2022
Stand 01.01.
924.127
1.083.646
Zahlungswirksame Veränderungen
-69.261
-66.969
davon Einzahlung aus Emissionen
70.103
34.286
davon Rückkauf/Rückzahlung
-139.364
-101.255
Nicht-zahlungswirksame Veränderungen
27.956
-92.550
davon Ergebnis aus zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumenten
27.973
-86.985
davon Bewertung aufgrund Änderung des eigenen Kreditrisikos
-384
-6.264
davon sonstige Änderungen
367
699
Stand 31.12.
882.822
924.127
Eigenkapital
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Grundkapital
277.630
277.630
Kapitalrücklagen
971.973
971.913
Kumulierte Ergebnisse
4.318.834
3.860.488
Nicht beherrschende Anteile
237.080
223.499
Eigenkapital
5.805.517
5.333.530
Das Grundkapital der Raiffeisenlandesbank OÖ beträgt gemäß Satzung per 31.12.2023 TEUR 277.630  (31.12.2022: TEUR 277.630). Es setzt sich aus 1.942.042 Stammaktien zusammen (31.12.2022: 1.942.042 Stammaktien). Bei den Stammaktien handelt es sich um nennbetragslose auf Namen lautende Stammaktien (Stückaktien). Die Veräußerung der Namensaktien bedarf der schriftlichen Zustimmung des Vorstandes und des Aufsichtsrates.
Die Kapitalrücklagen wurden i. H. v. TEUR 410.859 in Zusammenhang mit der Einbringung des Bankgeschäftsbetriebes der seinerzeitigen Raiffeisenlandesbank Oberösterreich reg. Gen.m.b.H. in die Raiffeisenlandesbank OÖ im Geschäftsjahr 2004 und i. H. v. TEUR 136.987 durch ein Agio bei einer Neuemission von Vorzugs-Stückaktien im Jahr 2007 gebildet. Im Rahmen einer Zuzahlung nach § 229 Abs. 2 Z. 5 UGB erhöhten sich die Kapitalrücklagen im Geschäftsjahr 2008 um TEUR 149.992. Durch die Erhöhung des Grundkapitals in Form von Stammaktien 2013 stiegen die Kapitalrücklagen um TEUR 274.257. Im Geschäftsjahr 2016 kam es aufgrund der Wandlung von Partizipationskapital zu einer Veränderung der Kapitalrücklagen i. H .v. TEUR -122.
Gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 09.05.2023 über die Verwendung des Ergebnisses 2022 wurde im 1. Halbjahr 2023 eine Ausschüttung von TEUR 38.000 auf Stammaktien vorgenommen. Pro Stammaktie ergibt sich demnach eine Dividende von EUR 19,57. Der Vorschlag des Vorstandes über die Verwendung des Ergebnisses 2023 sieht eine Ausschüttung von TEUR 48.400 auf Stammaktien vor. Pro Stammaktie ergibt sich demnach eine geplante Dividende von EUR 24,92.
Die kumulierten Ergebnisse i. H. v. TEUR 4.318.834 (31.12.2022: TEUR 3.860.488) im Eigenkapital der beherrschenden Anteile beinhalten neben den thesaurierten Ergebnissen der vorangegangenen Geschäftsjahre den Anteil an den erfolgsneutral erfassten Veränderungen im Eigenkapital sowie den Anteil am aktuellen Jahresüberschuss, der den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnen ist. Im gesamten Eigenkapital befindet sich ein Stand von sonstigen Ergebnissen der aktuellen Periode sowie aus Vorperioden i. H. v. TEUR -435.943 (31.12.2022: TEUR -341.549).
Wesentliche nicht beherrschende Anteile
Nicht
beherrschende
Anteile
Eigenkapital
Jahresüber-
schuss nach
Steuern
Summe
sonstige
Ergebnisse
Gesamt-
ergebnis
2023
2022
2023
2022
2023
2022
2023
2022
2023
2022
Gesellschaft
Sitzland
in %
in %
IN TEUR
IN TEUR
IN TEUR
IN TEUR
IN TEUR
IN TEUR
IN TEUR
IN TEUR
Hypo Holding Teilkonzern
Österreich
15,33
15,33
27.275
25.112
1.271
2.960
1.663
-1.748
2.934
1.212
efko Teilkonzern
Österreich
49,00
49,00
40.231
37.413
3.540
2.635
-135
267
3.405
2.902
WOJNAR-Gruppe
Österreich
26,00
26,00
16.068
16.678
-271
1.001
1
36
-270
1.037
OÖ Wohnbau Teilkonzern
Österreich
n/a
n/a
126.394
120.644
5.697
8.567
85
56
5.782
8.623
Übrige
27.112
23.652
3.911
4.500
-93
504
3.818
5.004
237.080
223.499
14.148
19.663
1.521
-885
15.669
18.778
Aufgrund der Regelungen des § 10 WGG (Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz) betreffend der Limitierung von Ausschüttungen sowie Erlösen i. Z. m. dem Ausscheiden oder Liquidation wird bei der Konsolidierung der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften (OÖ Wohnbau gemeinnützige Wohnbau und Beteiligung GmbH sowie OÖ Wohnbau Gesellschaft für den Wohnungsbau gemeinnützige GmbH) der Eigenanteil auf das eingezahlte Kapital sowie auf die an die Eigentümer ausschüttbaren Ergebnisse beschränkt.
Gesellschaften mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen 2023
IN TEUR
Hypo Holding
Teilkonzern
OÖ Wohnbau
Teilkonzern
efko Teilkonzern
WOJNAR-Gruppe
Vermögenswerte
180.791
596.526
130.261
99.206
Verbindlichkeiten und Rückstellungen
2.912
459.367
47.682
41.139
Eigenkapital
177.879
137.159
82.579
58.067
Erlöse
8.306
78.348
123.456
105.404
Jahresüberschuss nach Steuern
8.291
6.047
7.335
-2.058
Summe sonstige Ergebnisse
10.848
85
-275
4
Gesamtergebnis
19.139
6.132
7.060
-2.054
An die nicht beherrschenden Gesellschafter gezahlte Dividenden
767
32
588
3
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
5.000
-2.741
6.152
4.834
Cashflow aus Investitionstätigkeit
0
3.125
-4.920
-3.532
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
-5.000
-382
-1.233
-1.303
Änderung Zahlungsmittelbestand
0
2
-1
-1
Gesellschaften mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen 2022
IN TEUR
Hypo Holding
Teilkonzern
OÖ Wohnbau
Teilkonzern
efko Teilkonzern
WOJNAR-Gruppe
Vermögenswerte
164.261
580.149
121.726
100.601
Verbindlichkeiten und Rückstellungen
490
448.739
44.973
39.178
Eigenkapital
163.771
131.410
76.753
61.423
Erlöse
19.918
93.808
112.936
98.838
Jahresüberschuss nach Steuern
19.307
8.917
5.465
1.269
Summe sonstige Ergebnisse
-11.402
56
546
140
Gesamtergebnis
7.905
8.973
6.011
1.409
An die nicht beherrschenden Gesellschafter gezahlte Dividenden
767
32
490
25
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
5.000
-15.810
4.962
5.125
Cashflow aus Investitionstätigkeit
0
16.190
-3.930
-2.003
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
-5.000
-382
-1.030
-3.125
Änderung Zahlungsmittelbestand
0
-2
2
-3
Entwicklung der Rücklage aus versicherungsmathematischen Gewinnen/Verlusten aus leistungsorientierten Plänen
IN TEUR
2023
2022
Stand 01.01.
-19.272
-33.149
Bewertungsänderung der Rücklage aus versicherungsmathematischen Gewinnen/
Verlusten aus leistungsorientierten Plänen
-3.950
19.110
In die Gewinnrücklage umgegliederte Beträge
0
0
Darauf erfasste Steuern
923
-5.233
Stand 31.12.
-22.299
-19.272
Entwicklung der Rücklage für eigene Kreditrisiken
IN TEUR
2023
2022
Stand 01.01.
11.009
2.274
Bewertungen aufgrund Änderung des eigenen Kreditrisikos bei zum beizulegenden
Zeitwert designierten finanziellen Verbindlichkeiten
1.062
10.343
In die Gewinnrücklage umgegliederte Beträge
713
922
Darauf erfasste Steuern
-409
-2.530
Stand 31.12.
12.375
11.009
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten, die auf Änderungen des eigenen Kreditrisikos zurückzuführen sind, werden erfolgsneutral im Posten „Rücklage für eigene Kreditrisiken“ ausgewiesen. Eine spätere Umgliederung der in dieser Rücklage enthaltenen Beträge in die Erfolgsrechnung ist nicht vorgesehen. Im Falle einer Ausbuchung werden die entsprechenden Beträge in die Gewinnrücklage umgegliedert. Im Geschäftsjahr 2023 wurde ein Betrag i. H. v. TEUR +713 vor Berücksichtigung latenter Steuern (2022: TEUR +922) in die Gewinnrücklage umgegliedert.
Entwicklung der Rücklage für finanzielle Vermögenswerte der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVOCI)
IN TEUR
2023
2022
Stand 01.01.
-8.106
117.095
Bewertungsänderung der Rücklage für finanzielle Vermögenswerte der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVOCI)
61
-161.889
In die Erfolgsrechnung umgegliederte Beträge
-2.811
-4.765
Darauf erfasste Steuern
633
41.453
Stand 31.12.
-10.223
-8.106
Die Rücklage für finanzielle Vermögenswerte der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVOCI) spiegelt die erfolgsneutral im Eigenkapital zu erfassenden Bewertungsänderungen sowie die Risikovorsorge bei finanziellen Vermögenswerten der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ (FVOCI) gemäß IFRS 9 wider.
Im Geschäftsjahr 2023 beläuft sich die erfolgsneutrale Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ auf TEUR 61 (2022: TEUR -161.889). Weiters wurde im Geschäftsjahr 2023 ein Betrag i. H. v. TEUR -2.811 (2022: TEUR -4.765) vor Berücksichtigung latenter Steuern in die Erfolgsrechnung umgegliedert. Hievon entfallen TEUR -2.491 (2022: TEUR -4.602) auf Bewertungseffekte, welche in das Veräußerungsergebnis der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet“, und TEUR -320 (2022: TEUR -163) auf Risikovorsorgen, welche in der Erfolgsrechnung in die Position „Risikovorsorge“ umgegliedert wurden.
Entwicklung des Bewertungsergebnisses aus der Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb
IN TEUR
2023
2022
Stand 01.01.
-2.760
-1.838
Bewertungsänderung aus der Absicherung einer Nettoinvestition
934
-1.134
In die Erfolgsrechnung umgegliederte Beträge
0
0
Darauf erfasste Steuern
-215
212
Stand 31.12.
-2.041
-2.760
Es besteht eine Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb gegenüber Währungsrisiken. Das Volumen des abgesicherten Grundgeschäftes beläuft sich per 31.12.2023 umgerechnet auf EUR 37,0 Mio. (31.12.2022: EUR 38,0 Mio.). Sicherungsgeschäfte stellen Refinanzierungen in diesen Fremdwährungen in derselben Höhe dar. Die Erfassung des effektiven Teils der Bewertungsgewinne bzw. -verluste der Sicherungsgeschäfte erfolgt erfolgsneutral in oben genannter Rücklage.
Entwicklung der Rücklage aus Währungsumrechnung
IN TEUR
2023
2022
Stand 01.01.
-2.524
-2.522
Änderungen Konsolidierungskreis
-83
28
Bewertungsänderung aus der Währungsumrechnung
521
-30
In die Erfolgsrechnung umgegliederte Beträge
0
0
Stand 31.12.
-2.086
-2.524
Entwicklung der „Sonstigen Ergebnisse“ aus at equity bilanzierten Unternehmen
IN TEUR
2023
2022
Stand 01.01.
-319.896
-306.342
Veränderung durch anteilige „Sonstige Ergebnisse“
-91.777
-13.554
Darauf erfasste Steuern
4
0
Sonstige Veränderungen
0
0
Stand 31.12.
-411.669
-319.896
Der Stand der Rücklage für „Sonstige Ergebnisse“ aus at equity bilanzierten Unternehmen basiert i. H. v. TEUR -364.539 auf recyclingfähigen Sachverhalten (31.12.2022: TEUR -266.051).
Entwicklung der Gewinnrücklage (inkl. nicht beherrschende Anteile)
IN TEUR
2023
2022
Stand 01.01.
4.425.536
4.133.992
Jahresüberschuss nach Steuern
608.262
338.802
Ausschüttung
-43.991
-52.861
Sonstige Veränderungen
2.050
5.603
Stand 31.12.
4.991.857
4.425.536
Angaben zu Finanzinstrumenten
Kategorien von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

IN TEUR
Zu
fortgeführten
Anschaffungs-
kosten
bewertet
(AC)
Erfolgsneutral
zum beizule-
genden
Zeitwert
bewertet
(FVOCI)
Erfolgsneutral
zum beizule-
genden
Zeitwert
designiert
(FVOCI-Option)
Erfolgswirk-
sam zum bei-
zulegenden
Zeitwert
bewertet
(FVTPL)
Erfolgswirk-
sam zum bei-
zulegenden
Zeitwert
designiert
(FVO)
Buchwert
gesamt
31.12.2023
Fair Value
gesamt
31.12.2023
Barreserve
46.986
0
0
0
0
46.986
46.986
Forderungen an
Kreditinstitute
9.671.898
0
0
142.667
0
9.814.565
9.749.818
Forderungen an
Kunden
25.846.770
0
0
54.093
76.913
25.977.776
25.859.500
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges
-345.258
0
0
0
0
-345.258
0
Handelsaktiva
0
0
0
1.332.208
0
1.332.208
1.332.208
Finanzanlagen
86.196
4.329.557
0
978.644
13.832
5.408.229
5.408.815
Zur Veräußerung
gehaltene
Vermögenswerte*
0
0
0
7.572
0
7.572
7.572
Aktiva
35.306.592
4.329.557
0
2.515.184
90.745
42.242.078
42.404.899

IN TEUR
Zu
fortgeführten Anschaffungs-kosten
bewertet
(AC)
Erfolgsneutral
zum beizulegenden
Zeitwert
bewertet
(FVOCI)
Erfolgsneutral
zum beizulegenden
Zeitwert
designiert
(FVOCI-Option)
Erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert
bewertet
(FVTPL)
Erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert
designiert
(FVO)
Buchwert
gesamt
31.12.2022
Fair Value
gesamt
31.12.2022
Barreserve
49.141
0
0
0
0
49.141
49.141
Forderungen an
Kreditinstitute
12.209.575
0
0
180.620
0
12.390.195
12.309.115
Forderungen an
Kunden
25.792.199
0
0
62.506
78.102
25.932.807
25.444.450
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges
-565.129
0
0
0
0
-565.129
0
Handelsaktiva
0
0
0
1.621.764
0
1.621.764
1.621.764
Finanzanlagen
102.825
3.800.728
0
966.092
39.561
4.909.206
4.909.912
Zur Veräußerung
gehaltene
Vermögenswerte*
0
0
0
437
0
437
437
Aktiva
37.588.611
3.800.728
0
2.831.419
117.663
44.338.421
44.334.819
* nur Buchwerte Finanzinstrumente betreffend
Der Betrag der Fair Value-Änderung von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designierten Vermögenswerten, der auf bonitätsinduzierte Änderungen zurückzuführen ist, beläuft sich für das Geschäftsjahr 2023 auf einen Bewertungsverlust von TEUR 114 (Bewertungsgewinn kumulativ TEUR 1.783). Dagegen wurde im Geschäftsjahr 2022 ein Bewertungsverlust von TEUR 351 (Bewertungsgewinn kumulativ TEUR 1.976) verzeichnet. Der genannte Betrag wurde unter Heranziehung der Credit Spread-Änderungen ermittelt. Das maximale Ausfallrisiko in Bezug auf die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designierten Vermögenswerte beträgt zum 31.12.2023 TEUR 90.745 (31.12.2022: TEUR 117.663).

IN TEUR
Zu fortgeführten
Anschaffungs-
kosten
bewertet
(AC)
Erfolgswirksam
zum beizule-
genden Zeitwert
bewertet
(FVTPL)
Erfolgswirksam zum
beizulegenden
Zeitwert
designiert
(FVO)
Buchwert
gesamt
31.12.2023
Fair Value
gesamt
31.12.2023
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
15.214.823
0
59.141
15.273.964
15.128.647
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
13.098.123
0
161.279
13.259.402
13.244.282
Wertanpassung aus Portfolio
Fair Value Hedges
26.494
0
0
26.494
0
Handelspassiva
0
1.268.207
0
1.268.207
1.268.206
Verbriefte Verbindlichkeiten
8.883.640
0
1.184.740
10.068.380
9.998.048
Nachrangkapital
680.465
0
202.357
882.822
873.598
Passiva
37.903.545
1.268.207
1.607.517
40.779.269
40.512.781

IN TEUR
Zu fortgeführten
Anschaffungs-
kosten
bewertet
(AC)
Erfolgswirksam
zum beizule-
genden Zeitwert
bewertet
(FVTPL)
Erfolgswirksam zum
beizulegenden
Zeitwert
designiert
(FVO)
Buchwert
gesamt
31.12.2022
Fair Value
gesamt
31.12.2022
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
17.643.217
0
85.461
17.728.678
17.356.855
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
13.607.790
0
257.542
13.865.332
13.791.827
Wertanpassung aus Portfolio
Fair Value Hedges
-15.751
0
0
-15.751
0
Handelspassiva
0
1.720.279
0
1.720.279
1.720.279
Verbriefte Verbindlichkeiten
7.450.004
0
1.183.795
8.633.799
8.545.600
Nachrangkapital
648.201
0
275.926
924.127
904.524
Passiva
39.333.461
1.720.279
1.802.724
42.856.464
42.319.085
Per 31.12.2023 war die Raiffeisenlandesbank OÖ beim Rating von Moody’s auf A2 (31.12.2022: A3) eingestuft. Von den Fair Value-Änderungen bei erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designierten Verbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2023 sind TEUR 1.063 auf Bewertungsgewinne aus bonitätsinduzierten Änderungen zurückzuführen (Bewertungsgewinn kumulativ TEUR 16.073 vor Berücksichtigung latenter Steuern), wohingegen im Geschäftsjahr 2022 TEUR 10.343 auf Bewertungsgewinne aus bonitätsinduzierten Änderungen zurückzuführen sind (Bewertungsgewinn kumulativ TEUR 14.298 vor Berücksichtigung latenter Steuern).
Auswirkungen von Änderungen des Ausfallrisikos werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Der verbleibende Teil der Änderung des beizulegenden Zeitwerts der finanziellen Verbindlichkeiten wird erfolgswirksam erfasst. Für die Berechnung der bonitätsinduzierten Fair Value-Änderung wird der Fair Value zum Bilanzstichtag mit einem Fair Value verglichen, der mittels historischer kreditrisikoinduzierter Aufschläge auf die Zinskurve einerseits zum Startzeitpunkt des Geschäftes und andererseits zum Bilanzstichtag des Vorjahres ermittelt wird. Als Basis werden die Geschäftsdaten und Zinskurven vom Bilanzstichtag verwendet. Der Buchwert der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designierten Verbindlichkeiten beträgt zum 31.12.2023 TEUR 1.607.517 (31.12.2022: TEUR 1.802.724). Im Geschäftsjahr 2023 wurden TEUR 713 (2022: TEUR 922) des kumulierten Gewinns oder Verlusts innerhalb des Eigenkapitals aufgrund von Tilgungen bzw. Rücknahmen umgegliedert.
Der Buchwert von designierten finanziellen Verbindlichkeiten war am 31.12.2023 um TEUR 204.639 niedriger als der vertraglich vereinbarte Rückzahlungsbetrag. Im Vergleich dazu war per 31.12.2022 der Buchwert von designierten finanziellen Verbindlichkeiten um TEUR 258.939 niedriger als der vertraglich vereinbarte Rückzahlungsbetrag.
Hedge Accounting
Im Rahmen der ordentlichen Geschäftstätigkeit des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns entstehen Fixzinsrisikopositionen durch den Abschluss von Krediten und Termineinlagen mit Kunden bzw. den Ankauf von Wertpapieren und die Ausgabe von Emissionen. Diese Fixzinsrisikopositionen werden entweder mittels Mikro Hedge Accounting oder mittels Portfolio Fair Value Hedge abgesichert.
Beim Mikro Hedge Accounting werden vor allem Positionen auf der Passivseite bezüglich ihres Fixzinsrisikos abgesichert, um negative Fristentransformationseffekte zu reduzieren. Weiters kommt es aktivseitig vereinzelt bei großvolumigen Kundengeschäften mit stabilen Cashflows und im Wertpapierbereich zu einer vermehrten Zinssicherung auf Mikro-Basis.
Bei Fair Value Hedge Accounting auf Portfolio-Basis („Portfolio Fair Value Hedge“) werden Zinsrisiken des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns auf Makroebene gesteuert. Das Risikomanagement des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns identifiziert festverzinsliche Grundgeschäfte anhand von festgelegten Kriterien und ordnet diese dem Makro Hedge-Portfolio zu. Die Grundgeschäfte der Portfolios stellen festverzinsliche Kredite und Wertpapiere sowie Einlagen und verbriefte Verbindlichkeiten in Euro der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ (AC) dar. Diese Geschäfte erfüllen auch weitere allgemeine Kriterien (z. B. keine Grundgeschäfte in einem Mikro-Hedge, keine ausgefallenen oder keine Inter-Company-Geschäfte).
Auch variabel verzinste Instrumente, in denen Caps und Floors eingebettet sind, weisen bei Über- oder Unterschreitung der Zinsgrenzen zumindest temporär ein Festzinsrisiko auf. Variable finanzielle Vermögenswerte mit Zinsuntergrenze werden in einem separaten Portfolio bilanziert. Derzeit werden Kredite, Schuldscheindarlehen und Wertpapiere mit expliziten Floors unter Einhaltung der oben angeführten Kriterien diesem Portfolio zugeordnet.
Sicherungsgeschäfte
Laufzeit der Sicherungsgeschäfte per 31.12.2023
IN TEUR
bis 3 Monate
3 Monate
bis 1 Jahr
1 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Fair Value Hedges – Handelsaktiva
Nominalbetrag
479.676
1.744.300
6.920.852
5.242.465
Fair Value Hedges – Handelspassiva
Nominalbetrag
94.600
858.984
4.958.775
3.689.153
Laufzeit der Sicherungsgeschäfte per 31.12.2022
IN TEUR
bis 3 Monate
3 Monate
bis 1 Jahr
1 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Fair Value Hedges – Handelsaktiva
Nominalbetrag
226.753
988.199
6.650.028
5.057.127
Fair Value Hedges – Handelspassiva
Nominalbetrag
102.000
854.694
4.188.242
4.239.765
Sicherungsinstrumente
IN TEUR
Buchwert der
Sicherungsinstrumente
31.12.2023
Nominalbetrag
31.12.2023
Änderung des
beizulegenden Zeitwerts,
die als Grundlage für die
Erfassung einer
Unwirksamkeit
herangezogen wird
2023*
Mikro Fair Value Hedges Derivate – Handelsaktiva (Fixzinsrisiko)
267.449
5.355.837
-33.548
Zinsswaps
267.449
5.355.837
-33.548
Mikro Fair Value Hedges Derivate – Handelspassiva (Fixzinsrisiko)
620.935
7.895.313
275.195
Zinsswaps
620.935
7.895.313
275.195
Portfolio Fair Value Hedges Derivate – Handelsaktiva (Fixzinsrisiko)
424.566
9.031.456
-21.522
Zinsswaps
398.230
6.125.278
-21.005
Caps/Floors
26.336
2.906.178
-517
Portfolio Fair Value Hedges Derivate – Handelspassiva (Fixzinsrisiko)
45.684
1.706.199
-31.119
Zinsswaps
45.467
1.324.037
-30.745
Caps/Floors
217
382.162
-374
* inklusive im Geschäftsjahr 2023 ausgelaufener Geschäfte
IN TEUR
Buchwert der
Sicherungsinstrumente
31.12.2022
Nominalbetrag
31.12.2022
Änderung des
beizulegenden Zeitwerts,
die als Grundlage für die
Erfassung einer
Unwirksamkeit
herangezogen wird
2022*
Mikro Fair Value Hedges Derivate – Handelsaktiva (Fixzinsrisiko)
340.102
3.661.643
-553.038
Zinsswaps
340.102
3.661.643
-553.038
Mikro Fair Value Hedges Derivate – Handelspassiva (Fixzinsrisiko)
933.253
8.720.141
-164.893
Zinsswaps
933.253
8.720.141
-164.893
Portfolio Fair Value Hedges Derivate – Handelsaktiva (Fixzinsrisiko)
556.745
9.260.464
588.132
Zinsswaps
522.600
5.464.858
539.363
Caps/Floors
34.145
3.795.606
48.769
Portfolio Fair Value Hedges Derivate – Handelspassiva (Fixzinsrisiko)
40.290
664.560
-25.056
Zinsswaps
40.159
624.806
-25.618
Caps/Floors
131
39.754
562
* inklusive im Geschäftsjahr 2022 ausgelaufener Geschäfte
Grundgeschäfte
IN TEUR
Buchwert der
Grundgeschäfte
31.12.2023
Kumulierter Betrag
des Hedge Adjustments
im Buchwert des
Grundgeschäfts bzw. im separaten Bilanzposten
31.12.2023
Wertänderung des
Grundgeschäfts, die
als Grundlage für die
Erfassung einer Unwirk-
samkeit in der Periode
herangezogen wird
2023*
Kumulierter Betrag
des Hedge Adjustments, der in der
Bilanz verbleibt
und nicht mehr um
Sicherungsgewinne
und -verluste
angepasst wird
31.12.2023
Mikro Fair Value Hedges – Aktiva (Fixzinsrisiko)
3.976.904
-211.056
162.068
-92
Forderungen an Kreditinstitute
37.743
-2.897
1.730
0
Forderungen an Kunden
459.351
-42.248
25.682
-92
Finanzanlagen
3.479.810
-165.911
134.656
0
Mikro Fair Value Hedges – Passiva (Fixzinsrisiko)
8.755.607
-511.888
-403.029
-1.028
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
634.897
-36.963
-28.365
77
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
436.102
-26.150
-23.829
-1.105
Verbriefte Verbindlichkeiten
7.361.787
-403.855
-327.884
0
Nachrangkapital
322.821
-44.920
-22.951
0
Portfolio Fair Value Hedges – Aktiva (Fixzinsrisiko)
7.474.844
-345.258
87.286
n/a
Forderungen an Kreditinstitute
418.637
-44.974
n/a
n/a
Forderungen an Kunden
7.056.207
-300.284
n/a
n/a
Finanzanlagen
0
0
n/a
n/a
Portfolio Fair Value Hedges – Passiva (Fixzinsrisiko)
2.533.553
-26.494
-35.604
n/a
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
1.212.779
-20.329
n/a
n/a
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
1.079.724
-2.507
n/a
n/a
Verbriefte Verbindlichkeiten
241.050
-3.658
n/a
n/a
* inklusive im Geschäftsjahr 2023 ausgelaufener Geschäfte
IN TEUR
Buchwert der
Grundgeschäfte
31.12.2022
Kumulierter Betrag
des Hedge Adjustments
im Buchwert des
Grundgeschäfts bzw. im separaten Bilanzposten
31.12.2022
Wertänderung des
Grundgeschäfts, die
als Grundlage für die
Erfassung einer Unwirk-
samkeit in der Periode
herangezogen wird
2022*
Kumulierter Betrag
des Hedge Adjustments, der in der
Bilanz verbleibt
und nicht mehr um
Sicherungsgewinne
und -verluste
angepasst wird
31.12.2022
Mikro Fair Value Hedges – Aktiva (Fixzinsrisiko)
3.506.531
-379.853
-451.133
302
Forderungen an Kreditinstitute
37.391
-4.636
-6.593
0
Forderungen an Kunden
533.005
-69.336
-95.133
302
Finanzanlagen
2.936.135
-305.881
-349.407
0
Mikro Fair Value Hedges – Passiva (Fixzinsrisiko)
7.775.332
-918.887
1.165.559
105
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
685.361
-68.683
77.753
105
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
639.679
-51.756
102.120
0
Verbriefte Verbindlichkeiten
6.149.654
-730.389
921.094
0
Nachrangkapital
300.638
-68.059
64.592
0
Portfolio Fair Value Hedges – Aktiva (Fixzinsrisiko)
8.065.634
-565.129
-583.263
n/a
Forderungen an Kreditinstitute
461.721
-64.499
n/a
n/a
Forderungen an Kunden
7.552.615
-496.444
n/a
n/a
Finanzanlagen
51.298
-4.186
n/a
n/a
Portfolio Fair Value Hedges – Passiva (Fixzinsrisiko)
494.849
-15.751
16.781
n/a
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
330.545
-12.078
n/a
n/a
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
127.053
-2.757
n/a
n/a
Verbriefte Verbindlichkeiten
37.251
-916
n/a
n/a
* inklusive im Geschäftsjahr 2022 ausgelaufener Geschäfte
Unwirksamkeit
Unwirksamkeit der
Absicherung
2023*

IN TEUR
Mikro Fair Value Hedges – Aktiva (Fixzinsrisiko)
Forderungen an Kreditinstitute
-17
Forderungen an Kunden
-356
Finanzanlagen
-1.082
Mikro Fair Value Hedges – Passiva (Fixzinsrisiko)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
207
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
375
Verbriefte Verbindlichkeiten
898
Nachrangkapital
661
Portfolio Fair Value Hedges – Aktiva (Fixzinsrisiko)
Finanzielle Vermögenswerte – AC
-2.840
Portfolio Fair Value Hedges – Passiva (Fixzinsrisiko)
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC
1.881
Fair Value Hedges
-273
* inklusive im Geschäftsjahr 2023 ausgelaufener Geschäfte
Unwirksamkeit der
Absicherung
2022

IN TEUR
Mikro Fair Value Hedges – Aktiva (Fixzinsrisiko)
Forderungen an Kreditinstitute
42
Forderungen an Kunden
394
Finanzanlagen
2.176
Mikro Fair Value Hedges – Passiva (Fixzinsrisiko)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
-203
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
-860
Verbriefte Verbindlichkeiten
-4.400
Nachrangkapital
-654
Portfolio Fair Value Hedges – Aktiva (Fixzinsrisiko)
Finanzielle Vermögenswerte – AC
-4.140
Portfolio Fair Value Hedges – Passiva (Fixzinsrisiko)
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC
735
Fair Value Hedges
-6.910
* inklusive im Geschäftsjahr 2022 ausgelaufener Geschäfte
Fair Value Angaben
Aufgliederung des Fair Value von Finanzinstrumenten
IN TEUR
Zum Fair Value
bewertete
Finanz-
instrumente
31.12.2023
Davon notierte
Marktpreise in
aktiven Märkten
(Level I)
Davon
Bewertungs-
methoden auf Basis
Marktdaten
(Level II)
Davon
Bewertungs-
methoden nicht auf
Basis Marktdaten
(Level III)
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)*
2.515.184
35.799
1.508.213
971.172
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert (FVO)
90.745
13.831
0
76.914
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI)
4.329.557
3.917.112
412.445
0
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert designiert
(FVOCI-Option)
0
0
0
0
Zum Fair Value bewertete finanzielle
Vermögenswerte
6.935.486
3.966.742
1.920.658
1.048.086
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
1.268.207
0
1.268.207
0
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert (FVO)
1.607.517
0
1.607.517
0
Zum Fair Value bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten
2.875.724
0
2.875.724
0
* hievon EUR 7,6 Mio. i. Z. m. zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten
IN TEUR
Zum Fair Value
bewertete
Finanz-
instrumente
31.12.2022
Davon notierte
Marktpreise in
aktiven Märkten
(Level I)
Davon
Bewertungs-
methoden auf Basis
Marktdaten
(Level II)
Davon
Bewertungs-
methoden nicht auf
Basis Marktdaten
(Level III)
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertet (FVTPL)*
2.831.419
33.096
1.870.347
927.976
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
designiert (FVO)
117.663
39.561
0
78.102
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
bewertet (FVOCI)
3.800.728
3.343.742
456.986
0
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
designiert (FVOCI-Option)
0
0
0
0
Zum Fair Value bewertete finanzielle
Vermögenswerte
6.749.810
3.416.399
2.327.333
1.006.078
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertet (FVTPL)
1.720.279
0
1.720.279
0
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
designiert (FVO)
1.802.724
0
1.802.724
0
Zum Fair Value bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten
3.523.003
0
3.523.003
0
* hievon EUR 0,4 Mio. i. Z. m. zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten
Umgliederungen zwischen Level I und Level II
Die Umgliederungen von Level I auf Level II resultieren aus dem Wegfall von in aktiven Märkten notierten Preisen für identische Vermögenswerte. Die Umgliederungen von Level II nach Level I ergeben sich aus dem Auftreten von in aktiven Märkten notierten Preisen, die zuvor nicht vorlagen.
Umgliederungen zwischen Level I und Level II finden im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern statt, sobald sich eine Veränderung der Inputfaktoren ergibt, die für die Einordnung in die Bemessungshierarchie relevant ist.
IN TEUR
Umgliederungen von Level I
nach Level II
Umgliederungen von Level II
nach Level I
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
0
0
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
designiert (FVO)
0
0
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI)
0
0
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert designiert (FVOCI-Option)
0
0
Zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte 31.12.2023
0
0
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
0
0
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert (FVO)
0
0
Zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 31.12.2023
0
0
IN TEUR
Umgliederungen von Level I
nach Level II
Umgliederungen von Level II
nach Level I
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
0
0
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
designiert (FVO)
0
0
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI)
284
0
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert designiert (FVOCI-Option)
0
0
Zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte 31.12.2022
284
0
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
0
0
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert (FVO)
0
0
Zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 31.12.2022
0
0
Überleitungsrechnung der zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente in Level III
Erfolgswirksame Ergebnisse von finanziellen Vermögenswerten werden im Wesentlichen in folgenden Positionen erfasst:
  • Ergebnis aus zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumenten
  • Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten
Erfolgsneutrale Ergebnisse werden in der Gesamtergebnisrechnung erfasst und somit im Eigenkapitalposten „Kumulierte Ergebnisse“ ausgewiesen. Ausgenommen davon sind Veräußerungsergebnisse und Devisenbewertungen aus monetären Finanzinstrumenten (Schuldinstrumente), die im Ergebnis aus übrigen Finanzinstrumenten erfasst werden.
IN TEUR
Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
bewertet (FVTPL)
Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
designiert (FVO)
Erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert
bewertet (FVOCI)
Erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert
designiert (FVOCI-Option)
Stand 01.01.2023
927.976
78.102
0
0
Käufe
20.589
-1
0
0
Veräußerungen
-11.459
6
0
0
Konzernkreisänderung
-15.613
0
0
0
Erfolgswirksame Ergebnisse
15.093
-1.193
0
0
Erfolgsneutrale Ergebnisse
0
0
0
0
Neu als zum Fair Value bewertet
0
0
0
0
Umgliederung in Level III
36.535
0
0
0
Umgliederung aus Level III
-1.949
0
0
0
Stand 31.12.2023
971.172
76.914
0
0
IN TEUR
Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
bewertet (FVTPL)
Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
designiert (FVO)
Erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert
bewertet (FVOCI)
Erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert
designiert (FVOCI-Option)
Stand 01.01.2022
893.577
109.402
0
0
Käufe
55.813
0
0
0
Veräußerungen
-85.464
-3.446
0
0
Konzernkreisänderung
3.401
0
0
0
Erfolgswirksame Ergebnisse
69.033
-27.854
0
0
Erfolgsneutrale Ergebnisse
0
0
0
0
Neu als zum Fair Value bewertet
0
0
0
0
Umgliederung in Level III
0
0
0
0
Umgliederung aus Level III
-8.384
0
0
0
Stand 31.12.2022
927.976
78.102
0
0
Der Betrag der erfolgswirksam erfassten Gewinne und Verluste aus wiederkehrenden Bemessungen des beizulegenden Zeitwerts in Level III von am Abschlussstichtag im Bestand befindlichen Vermögenswerten und Schulden beträgt TEUR +13.898 (31.12.2022: TEUR +35.602).
Aufgliederung des Fair Value von nicht zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten
IN TEUR
Buchwert
31.12.2023
Fair Value
31.12.2023
Davon notierte
Marktpreise
in aktiven
Märkten
(Level I)
Davon
Bewertungs-
methoden
auf Basis
Marktdaten
(Level II)
Davon
Bewertungs-
methoden
nicht auf Basis
Marktdaten
(Level III)
Forderungen an Kreditinstitute
9.671.898
9.607.146
0
105.890
9.501.256
Forderungen an Kunden
25.846.770
25.728.401
0
11.014
25.717.387
Wertanpassungen aus Portfolio Fair Value Hedges
-345.258
0
0
0
0
Finanzanlagen
86.196
86.783
9.657
75.926
1.200
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
0
0
0
0
0
Nicht zum Fair Value bewertete finanzielle
Vermögenswerte
35.259.606
35.422.330
9.657
192.830
35.219.843
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
15.214.823
15.069.574
0
15.069.560
14
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
13.098.123
13.083.003
0
13.083.003
0
Wertanpassungen aus Portfolio Fair Value Hedges
26.494
0
0
0
0
Verbriefte Verbindlichkeiten
8.883.640
8.813.308
3.577.568
5.235.740
0
Nachrangkapital
680.465
671.241
0
671.241
0
Nicht zum Fair Value bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten
37.903.545
37.637.126
3.577.568
34.059.544
14
IN TEUR
Buchwert
31.12.2022
Fair Value
31.12.2022
Davon notierte
Marktpreise
in aktiven
Märkten
(Level I)
Davon
Bewertungs-
methoden
auf Basis
Marktdaten
(Level II)
Davon
Bewertungs-
methoden
nicht auf Basis
Marktdaten
(Level III)
Forderungen an Kreditinstitute
12.209.575
12.128.496
0
268.327
11.860.169
Forderungen an Kunden
25.792.199
25.303.841
0
71.377
25.232.465
Wertanpassungen aus Portfolio Fair Value Hedges
-565.129
0
0
0
0
Finanzanlagen
102.825
103.531
12.328
87.338
3.865
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
0
0
0
0
0
Nicht zum Fair Value bewertete finanzielle
Vermögenswerte
37.539.470
37.535.868
12.328
427.042
37.096.499
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
17.643.217
17.271.394
0
17.271.394
0
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
13.607.790
13.534.285
0
13.534.285
0
Wertanpassungen aus Portfolio Fair Value Hedges
-15.751
0
0
0
0
Verbriefte Verbindlichkeiten
7.450.004
7.361.804
2.686.794
4.675.010
0
Nachrangkapital
648.201
628.598
0
628.598
0
Nicht zum Fair Value bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten
39.333.461
38.796.081
2.686.794
36.109.287
0
Sensitivitätsangaben zu Fair Values
Für die Sensitivitätsanalyse werden bei sämtlichen zum Fair Value bewerteten festverzinslichen Wertpapieren und Forderungen Credit Spreads jeweils um 100 Basispunkte variiert. Auf Basis dieser geshifteten Credit Spreads, die bei der Bewertung als Aufschlag bzw. Abschlag in die Diskontkurve einfließen, wurden Fair Values neu ermittelt. Die Differenz zum ursprünglich ermittelten Fair Value wird in untenstehenden Tabellen in %-Werten dargestellt.
Der Sensitivitätsanalyse für nicht festverzinsliche Wertpapiere und Beteiligungen wurde ebenfalls ein Zinsshift von +100 Basispunkte bzw. –100 Basispunkte unterlegt. Bei Immobilienwerten nach der Net Asset Value-Methode wurde der Kapitalisierungszinssatz variiert. Bei den übrigen Beteiligungen wurde der risikolose Basiszinssatz bzw. bei den nach der DCF-Methode bewerteten Beteiligungen der WACC verändert. Die übrigen Bewertungsparameter wurden dabei konstant gelassen (z. B. keine Berücksichtigung des entgegenwirkenden bzw. dämpfenden Finanzierungsvorteils aus Fixzinsvereinbarungen).
Sensitivitätsanalyse
Buchwert entspricht
Fair Value (Level III)
Fair Value-Zunahme
–100 Basispunkte
31.12.2023
IN TEUR
IN %
Forderungen
131.118
1,55%
Wertpapiere
435.167
22,14%
Beteiligungen
375.376
23,21%
Buchwert entspricht
Fair Value (Level III)
Fair Value-Rückgang
+100 Basispunkte
31.12.2023
IN TEUR
IN %
Forderungen
131.118
-6,56%
Wertpapiere
435.167
-15,84%
Beteiligungen
375.376
-16,71%
Buchwert entspricht
Fair Value (Level III)
Fair Value-Zunahme
–100 Basispunkte
31.12.2022
IN TEUR
IN %
Forderungen
140.763
1,71%
Wertpapiere
419.270
21,59%
Beteiligungen
354.178
24,93%
Buchwert entspricht
Fair Value (Level III)
Fair Value-Rückgang
+100 Basispunkte
31.12.2022
IN TEUR
IN %
Forderungen
140.763
-6,42%
Wertpapiere
419.270
-15,20%
Beteiligungen
354.178
-17,35%
Bei unwesentlichen Beteiligungen und nicht festverzinslichen Wertpapieren wurde auf einen Zinsshift verzichtet. Der damit verbundene Buchwert bzw. Fair Value dieser finanziellen Vermögenswerte i. H. v. TEUR 106.425 (31.12.2022: TEUR 91.867) ist in obigen Tabellen folglich nicht enthalten.
Bei den Beteiligungen und Genussrechten wurden darüber hinaus u. a. Parameter im Rahmen der damit verbundenen Unternehmensbewertungen variiert. Anders als beim Diskontierungszinssatz wurde dabei jeweils auf eine Teilmenge der Unternehmensbewertungen, für welche der Parameter bzw. Parameter-Shift sinnvoll bzw. möglich ist, abgestellt. Dies führte zu folgenden Ergebnissen:
  • Eine Veränderung um +100 Basispunkte bzw. ‒100 Basispunkte im Zinssatz für die „ewige Rente“ führt bei zugrunde liegenden
Unternehmensbewertungen mit einem Fair Value von in Summe EUR 294,3 Mio. zu einer Steigerung um +9,82 % bzw. zu
einer Reduktion um ‒9,82 % (31.12.2022: Fair Value EUR 291,6 Mio., +10,03 % bzw. ‒10,00 %).
  • Eine Veränderung um +100 Basispunkte bzw. –100 Basispunkte beim herangezogenen absoluten „Mietpreis“ führt bei
zugrunde liegenden Unternehmensbewertungen (von Immobiliengesellschaften) mit einem Fair Value von in Summe EUR 135,3 Mio. zu einer Steigerung um +1,97 % bzw. zu einer Reduktion um ‒1,97 % (31.12.2022: Fair Value EUR 123,8 Mio., +2,69 % bzw. ‒1,66 %).
  • Eine Veränderung um +5 €/MWh bzw. ‒5 €/MWh des langfristigen Strompreisniveaus führt bei zugrunde liegenden
Unternehmensbewertungen (von Energieversorgungsunternehmen) mit einem Fair Value von in Summe EUR 259,4 Mio. zu einer Steigerung um +4,00 % bzw. zu einer Reduktion um ‒4,00 % (31.12.2022: Fair Value von in Summe EUR 237,9 Mio., +4,70 % bzw. ‑4,70 %).
Derivative Finanzinstrumente
Restlaufzeit per 31.12.2023
Nominalbetrag
Marktwert
in TEUR
bis 1 Jahr
1 Jahr
bis 5 Jahre
über
5 Jahre
Summe
positiv
negativ
Zinsabhängige Termingeschäfte
7.600.524
18.083.293
15.740.108
41.423.925
1.232.771
1.158.647
OTC-Produkte
Forward Rate Agreements
0
0
0
0
0
0
Zinsswaps
6.919.875
15.735.086
12.117.421
34.772.382
1.193.154
1.149.094
Zinsoptionen – Käufe
127.000
128.087
24.479
279.566
3.023
0
Zinsoptionen – Verkäufe
553.649
2.220.120
3.598.208
6.371.977
36.594
9.553
Sonstige Zinskontrakte
0
0
0
0
0
0
Börsengehandelte Produkte
Zinsfutures
0
0
0
0
0
0
Zinsoptionen – Käufe
0
0
0
0
0
0
Zinsoptionen – Verkäufe
0
0
0
0
0
0
Fremdwährungsabhängige Termingeschäfte
5.206.034
1.114.561
59.395
6.379.990
99.310
109.559
OTC-Produkte
Devisenkassa- und -termingeschäfte
1.539.183
605.396
0
2.144.579
45.904
44.918
Währungs- und Zinsswaps
mit mehreren Währungen
3.620.823
509.165
59.395
4.189.383
53.343
64.578
Devisenoptionen – Käufe
23.014
0
0
23.014
63
0
Devisenoptionen – Verkäufe
23.014
0
0
23.014
0
63
Sonstige Devisenkontrakte
0
0
0
0
0
0
Börsengehandelte Produkte
Devisenfutures
0
0
0
0
0
0
Devisenoptionen
0
0
0
0
0
0
Sonstige Termingeschäfte
0
0
0
0
0
0
OTC-Produkte
Strukturierte Aktien-/Index-Produkte
0
0
0
0
0
0
Aktienoptionen – Käufe
0
0
0
0
0
0
Aktienoptionen – Verkäufe
0
0
0
0
0
0
Kreditderivate
0
0
0
0
0
0
Edelmetallgeschäfte
0
0
0
0
0
0
Warenoptionen – Käufe
0
0
0
0
0
0
Warenoptionen – Verkäufe
0
0
0
0
0
0
Sonstige Geschäfte
0
0
0
0
0
0
Börsengehandelte Produkte
Aktienfutures
0
0
0
0
0
0
Aktienoptionen
0
0
0
0
0
0
Sonstige Futures
0
0
0
0
0
0
Sonstige Optionen
0
0
0
0
0
0
Derivative Finanzinstrumente
12.806.558
19.197.854
15.799.503
47.803.915
1.332.081
1.268.206
davon OTC-Produkte
12.806.558
19.197.854
15.799.503
47.803.915
1.332.081
1.268.206
davon börsengehandelte Produkte
0
0
0
0
0
0
Restlaufzeit per 31.12.2022
Nominalbetrag
Marktwert

IN TEUR
bis 1 Jahr
1 Jahr
bis 5 Jahre
über
5 Jahre
Summe
positiv
negativ
Zinsabhängige Termingeschäfte
5.202.531
16.448.784
17.160.130
38.811.445
1.493.584
1.583.731
OTC-Produkte
Forward Rate Agreements
50.000
0
0
50.000
0
1.553
Zinsswaps
4.673.348
14.209.733
13.518.385
32.401.466
1.443.339
1.575.468
Zinsoptionen – Käufe
3.050
106.029
28.403
137.482
3.433
0
Zinsoptionen – Verkäufe
476.133
2.133.022
3.613.342
6.222.497
46.812
6.710
Sonstige Zinskontrakte
0
0
0
0
0
0
Börsengehandelte Produkte
Zinsfutures
0
0
0
0
0
0
Zinsoptionen – Käufe
0
0
0
0
0
0
Zinsoptionen – Verkäufe
0
0
0
0
0
0
Fremdwährungsabhängige Termingeschäfte
4.702.380
1.001.451
55.855
5.759.686
127.920
136.548
OTC-Produkte
Devisenkassa- und -termingeschäfte
1.759.431
524.302
0
2.283.733
63.400
62.394
Währungs- und Zinsswaps
mit mehreren Währungen
2.919.675
477.149
55.855
3.452.679
64.342
73.976
Devisenoptionen – Käufe
11.637
0
0
11.637
178
0
Devisenoptionen – Verkäufe
11.637
0
0
11.637
0
178
Sonstige Devisenkontrakte
0
0
0
0
0
0
Börsengehandelte Produkte
Devisenfutures
0
0
0
0
0
0
Devisenoptionen
0
0
0
0
0
0
Sonstige Termingeschäfte
0
0
0
0
0
0
OTC-Produkte
Strukturierte Aktien-/Index-Produkte
0
0
0
0
0
0
Aktienoptionen – Käufe
0
0
0
0
0
0
Aktienoptionen – Verkäufe
0
0
0
0
0
0
Kreditderivate
0
0
0
0
0
0
Edelmetallgeschäfte
0
0
0
0
0
0
Warenoptionen – Käufe
0
0
0
0
0
0
Warenoptionen – Verkäufe
0
0
0
0
0
0
Sonstige Geschäfte
0
0
0
0
0
0
Börsengehandelte Produkte
Aktienfutures
0
0
0
0
0
0
Aktienoptionen
0
0
0
0
0
0
Sonstige Futures
0
0
0
0
0
0
Sonstige Optionen
0
0
0
0
0
0
Derivative Finanzinstrumente
9.904.911
17.450.235
17.215.985
44.571.131
1.621.504
1.720.279
davon OTC-Produkte
9.904.911
17.450.235
17.215.985
44.571.131
1.621.504
1.720.279
davon börsengehandelte Produkte
0
0
0
0
0
0
Sonstige Angaben zu Finanzinstrumenten
Nicht signifikante Modifikationen
Die in den nachtehenden Tabellen erfassten finanziellen Vermögenswerte mit nicht signifikanter Modifikation stehen im Zusammenhang mit Zinssatzänderungen und verursachten Netto-Modifikationseffekte im Geschäftsjahr 2023 i. H. v. TEUR 3.954 (2022: TEUR ‑234).
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Bruttobuchwert vor Modifikation 2023
478.453
62.810
1.286
Netto-Modifikationseffekt 2023
3.172
804
-21
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Bruttobuchwert vor Modifikation 2022
59.349
18.975
0
Netto-Modifikationseffekt 2022
-304
70
0
Im Geschäftsjahr 2023 gab es Kreditfälle mit einem Bruttobuchwert i. H. v. TEUR 97 (2022: TEUR 30.861), die in der Vergangenheit zu einem Zeitpunkt modifiziert wurden, als sie sich in Stage 2 oder Stage 3 befanden und deren Einstufung sich in der Berichtsperiode von Stage 2 oder Stage 3 auf Stage 1 geändert hat.
Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“
Im Geschäftsjahr 2023 wurden finanzielle Vermögenswerte der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ i. H. v. TEUR 2.059 (2022: TEUR 5.369), für welche bereits Einzelwertberichtigungen gemäß Stage 3 erfasst waren, verkauft. Aus der Ausbuchung entstanden dabei Gewinne i. H. v. TEUR +513 (2022: TEUR +229) und Verluste i. H. v. TEUR 838 (2022: TEUR 0), welche in der Position „Risikovorsorge“ in der Erfolgsrechnung ausgewiesen werden. Darüber hinaus gab es sowohl im Kredit- als auch Wertpapierbestand Ausbuchungen aufgrund Rückzahlungen bzw. Tilgungen.
Auswirkungen i. Z. m. der IBOR-Reform
Die Ablöse der folgenden Referenzzinssätze bzw. Währungen im Zusammenhang mit der IBOR-Reform – EONIA, CHF-LIBOR, GBP-LIBOR, JPY-LIBOR, USD-LIBOR (Fristigkeiten 1 Woche und 2 Monate) – ist bereits bis zum 31.12.2021 erfolgt.
Die Umstellung des entsprechenden Referenzzinssatzes in US-Dollar (restliche Fristigkeiten) erfolgte mit 03.07.2023. Die Volumina der betroffenen Finanzinstrumente zum Umstellungszeitpunkt betrugen 41,7 Mio. finanzielle Vermögenswerte sowie 178,5 Mio. finanzielle Verbindlichkeiten. Die Raiffeisenlandesbank OÖ orientiert sich an den Empfehlungen zur LIBOR Nachfolge und nutzt für US-Dollar die SOFR bzw. die CME Term SOFR Rate. Durch die Umstellung ergaben sich keine wesentlichen Effekte.
Mögliche Auswirkungen von Nettingvereinbarungen
Die nachfolgenden Tabellen enthalten Angaben zu den Aufrechnungseffekten auf die Konzernbilanz sowie die finanziellen Auswirkungen einer Aufrechnung im Falle von Instrumenten, die Gegenstand einer Netting-Rahmenvereinbarung oder einer ähnlichen Vereinbarung sind, sowie zu Barsicherheiten.
Vermögenswerte
Nicht bilanzierte Beträge
IN TEUR
Finanzielle Vermögens-
werte (brutto) =
bilanzierte finanzielle
Vermögenswerte (netto)
Effekt von
Aufrechnungs-
Rahmenverein-
barungen
Barsicherheiten
Nettobetrag
Forderungen an Kreditinstitute
9.814.565
-7.562
-322.355
9.484.648
Positive Marktwerte aus derivativen
Finanzinstrumenten
1.332.081
-912.415
-258.832
160.834
Gesamt 31.12.2023
11.146.646
-919.977
-581.187
9.645.482
Nicht bilanzierte Beträge
IN TEUR
Finanzielle Vermögens-
werte (brutto) =
bilanzierte finanzielle
Vermögenswerte (netto)
Effekt von
Aufrechnungs-
Rahmenverein-
barungen
Barsicherheiten
Nettobetrag
Forderungen an Kreditinstitute
12.390.194
-78.035
-416.675
11.895.484
Positive Marktwerte aus derivativen
Finanzinstrumenten
1.621.504
-1.244.025
-238.280
139.199
Gesamt 31.12.2022
14.011.698
-1.322.060
-654.955
12.034.683
Verbindlichkeiten
Nicht bilanzierte Beträge
IN TEUR
Finanzielle Verpflich-
tungen (brutto) =
bilanzierte finanzielle
Verpflichtungen (netto)
Effekt von
Aufrechnungs-
Rahmenverein-
barungen
Barsicherheiten
Nettobetrag
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
15.273.964
-7.562
-283.184
14.983.218
Negative Marktwerte aus derivativen
Finanzinstrumenten
1.268.206
-912.415
-298.003
57.788
Gesamt 31.12.2023
16.542.170
-919.977
-581.187
15.041.006
Nicht bilanzierte Beträge
IN TEUR
Finanzielle Verpflich-
tungen (brutto) =
bilanzierte finanzielle
Verpflichtungen (netto)
Effekt von
Aufrechnungs-
Rahmenverein-
barungen
Barsicherheiten
Nettobetrag
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
17.728.679
-78.035
-238.165
17.412.479
Negative Marktwerte aus derivativen
Finanzinstrumenten
1.720.279
-1.244.025
-416.791
59.463
Gesamt 31.12.2022
19.448.958
-1.322.060
-654.956
17.471.942
In der Spalte „Effekt von Aufrechnungs-Rahmenvereinbarungen“ werden die Beträge ausgewiesen, die Gegenstand einer gültigen Netting-Rahmenvereinbarung sind, aber wegen Nichterfüllung der Voraussetzungen nicht aufgerechnet werden. Aufrechnungs-Rahmenvereinbarungen sind insbesondere für Kontrahenten mit mehreren Derivateverträgen relevant. Im Falle des Ausfalls einer Gegenpartei erfolgt durch diese Verträge eine Nettoabwicklung über alle Verträge.
Die Spalte „Barsicherheiten“ beinhaltet die – bezogen auf die Gesamtsumme der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten – erhaltenen bzw. gegebenen Beträge von Barsicherheiten. Je nach Entwicklung der Marktwerte von Derivaten (positiv oder negativ) werden diese Besicherungsinstrumente entsprechend disponiert.
In der Darstellung der „Barsicherheiten“ werden zusätzlich zur Aufrechnung von Marktwertüberhängen mit Barsicherheiten auch die Aufrechnungsmöglichkeiten innerhalb der verbleibenden Cash-Sicherheiten berücksichtigt.
Angaben zu Risikovorsorgen
Überblick Risikovorsorge
Nachfolgend wird der Risikovorsorgebestand für die zur Veräußerung gehaltenen bilanziellen Vermögenswerte, sowie der gesamte Risikovorsorgebestand aufgegliedert nach Stages und POCI dargestellt. Für die Darstellung der gebildeteten Risikovorsorge und Änderungen der Bruttobuchwerte je Bilanzposten wird auf die jeweiligen Angaben zur Konzernbilanz verwiesen:
  • Anhangangabe 4.2. Forderungen an Kreditinstitute
  • Anhangangabe 4.3. Forderungen an Kunden
  • Anhangangabe 4.6. Finanzanlagen
  • Anhangangabe 4.13. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen
  • Anhangangabe 4.18.3. Sonstige Rückstellungen
Risikovorsorge auf zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte – bilanziell
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
0
0
0
0
0
Zuführungen aufgrund von Zugängen
0
0
0
0
0
Auflösungen aufgrund von Abgängen
0
0
0
0
0
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
0
0
0
0
0
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
0
0
0
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2023
0
0
0
0
0
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
228
330
0
0
558
Zuführungen aufgrund von Zugängen
0
0
0
0
0
Auflösungen aufgrund von Abgängen
-196
-360
0
0
-556
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
0
64
0
0
64
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
-25
25
0
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
-7
-59
0
0
-66
Stand 31.12.2022
0
0
0
0
0
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
Risikovorsorge gesamt – bilanziell
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
77.717
95.513
294.405
4.344
471.979
Zuführungen aufgrund von Zugängen
19.589
16.433
31.730
-2.749
65.003
Auflösungen aufgrund von Abgängen
-17.209
-12.838
-33.253
-3.652
-66.952
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
-34.344
31.615
218.919
504
216.694
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
30.105
-17.917
-12.188
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
-188
-48
33
0
-203
Verbrauch
-27
-510
-60.870
-45
-61.453
Änderung Konsolidierungskreis
9
-120
0
0
-110
Sonstige Anpassungen
118
110
755
0
983
Stand 31.12.2023
75.769
112.239
439.531
-1.599
625.941
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
In den Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko sind auch den Risikovorsorgestand erhöhende Effekte aus erfolgsneutralen Umwertungen i. Z. m. Währungsumrechnungen ausländischer Tochtergesellschaften i. H. v. insgesamt TEUR 985 enthalten.
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
51.052
90.909
274.095
5.317
421.373
Zuführungen aufgrund von Zugängen
29.197
10.205
23.808
0
63.210
Auflösungen aufgrund von Abgängen
-10.775
-7.698
-24.412
-432
-43.317
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
-20.247
29.107
75.980
-541
84.299
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
28.444
-27.163
-1.281
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
2
264
57
0
323
Verbrauch
0
-47
-53.901
0
-53.948
Änderung Konsolidierungskreis
44
-6
0
0
38
Sonstige Anpassungen
-1
-58
59
0
0
Stand 31.12.2022
77.716
95.513
294.405
4.344
471.978
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
In den Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko sind auch den Risikovorsorgestand mindernde Effekte aus erfolgsneutralen Umwertungen i. Z m. Währungsumrechnungen ausländischer Tochtergesellschaften i. H. v. insgesamt TEUR -188 enthalten.
Risikovorsorge gesamt – außerbilanziell
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
19.622
10.545
25.070
0
55.238
Zuführungen aufgrund von Zugängen
5.709
1.395
3.486
0
10.590
Auflösungen aufgrund von Abgängen
-2.858
-1.242
-5.090
0
-9.190
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
-5.681
5.376
11.432
0
11.126
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
611
332
-942
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
1
0
0
0
2
Stand 31.12.2023
17.404
16.406
33.956
0
67.766
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
10.675
7.948
46.603
0
65.226
Zuführungen aufgrund von Zugängen
7.898
2.231
2.508
0
12.637
Auflösungen aufgrund von Abgängen
-2.563
-891
-8.844
0
-12.298
Änderungen aufgrund verändertem Ausfallrisiko*
1.436
1.524
-13.287
0
-10.327
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
2.176
-267
-1.909
0
0
Veränderungen aufgrund von Modifikation
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Änderung Konsolidierungskreis
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2022
19.622
10.545
25.071
0
55.238
* im Falle von POCI-Vermögenswerten handelt es sich um Änderungen des jeweiligen Nettobuchwertes
Änderungen der Bruttobuchwerte
Änderungen der Bruttobuchwerte von zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte – bilanziell
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
0
0
0
0
0
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
0
0
0
0
0
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
0
0
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Direktabschreibungen
0
0
0
0
0
Konzernkreisänderung
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2023
0
0
0
0
0
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
33.961
10.253
0
0
44.214
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
-24.682
-19.306
0
0
-43.988
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
-7.281
7.281
0
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Direktabschreibungen
0
0
0
0
0
Konzernkreisänderung
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
-1.998
1.772
0
0
-226
Stand 31.12.2022
0
0
0
0
0
Änderungen der Bruttobuchwerte gesamt – bilanziell
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
37.265.599
4.498.130
904.627
25.956
42.694.312
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
-1.387.564
-465.120
-15.817
9.036
-1.859.466
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
-493.558
-90.847
584.405
0
0
Verbrauch
-27
-510
-60.870
-45
-61.453
Direktabschreibungen
-26
-33
-11.137
-12.522
-23.718
Konzernkreisänderung
-3.781
-5.089
0
0
-8.870
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2023
35.380.642
3.936.529
1.401.208
22.425
40.740.805
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
37.600.833
5.218.494
819.650
34.589
43.673.566
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
-223.228
-609.411
-82.046
-7.612
-922.297
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
-115.241
-109.840
225.081
0
0
Verbrauch
0
-47
-53.901
0
-53.948
Direktabschreibungen
0
-34
-4.843
-1.021
-5.898
Konzernkreisänderung
3.304
-417
0
0
2.887
Sonstige Anpassungen
-70
-616
686
0
0
Stand 31.12.2022
37.265.598
4.498.129
904.627
25.956
42.694.310
Änderungen der Bruttobuchwerte gesamt – außerbilanziell
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2023
9.686.653
1.022.401
72.177
0
10.781.231
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
382.916
-455.723
-70.192
0
-142.999
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
-322.121
207.482
114.640
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Direktabschreibungen
0
0
0
0
0
Konzernkreisänderung
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2023
9.747.447
774.159
116.625
0
10.638.232
IN TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
Stand 01.01.2022
8.638.065
1.364.900
93.396
0
10.096.361
Zugänge, Abgänge, Saldoveränderungen
934.491
-213.175
-36.446
0
684.870
Umbuchungen aufgrund von Stagetransfer
114.097
-129.324
15.227
0
0
Verbrauch
0
0
0
0
0
Direktabschreibungen
0
0
0
0
0
Konzernkreisänderung
0
0
0
0
0
Sonstige Anpassungen
0
0
0
0
0
Stand 31.12.2022
9.686.653
1.022.401
72.177
0
10.781.231
Sensitivitätsangaben zu Risikovorsorge Stage 1 und 2
Für die Berechnung der bilanziellen Risikovorsorge fließen gemäß IFRS 9 sogenannte „forward looking information“ – sprich makroökonomische Prognosen – ein. Darauf aufbauend werden mittels statistischer Modelle die IFRS 9-Risikoparameter und in weiterer Folge die bilanzielle Risikovorsorge ermittelt. Dabei sind sowohl die einfließenden makroökonomischen Prognosen als auch die berechneten Risikoparameter modellimmanent mit einer Schätzunsicherheit behaftet. Um diese Unsicherheit aufgrund von veränderten Parametern besser ein- und abschätzen zu können, werden von der Raiffeisenlandesbank OÖ Sensitivitätsanalysen der bilanziellen Risikovorsorge in Stage 1 und 2 berechnet und auf den nachfolgenden Seiten dargestellt.
In diesem Zusammenhang wird angemerkt, dass die von der Raiffeisenlandesbank OÖ per Halbjahr 2022 beschlossene Modellweiterentwicklung im Segment Corporates weiterhin Einfluss auf die Sensitivitätsanalysen beim Shift des BIPs nimmt. Die Auswirkungen beruhen auf der Einführung einer Obergrenze für die Prognosen von Ausfallsraten im Bereich Corporates. Weiterführende Details zur Modellweiterentwicklung sind dem Abschnitt „Ermessensausübungen und Schätzungen“ zu entnehmen.
Per Bilanzstichtag 31.12.2023 sind bei den verwendeten makroökonomischen Faktoren Realisationen bis zum 3. Quartal 2023 in Verwendung. Diese sind nicht mehr durch einen BIP- oder Immobilienpreis-Shift betroffen und bleiben somit für die Sensitivitätsanalyse unverändert. Der Shift auf die makroökonomischen Prognosen kommt hiermit erst ab dem 1. Quartal 2024 zu tragen.
BIP-Shift +/–1 %-Punkt: Das BIP stellt aus Sicht der Raiffeisenlandesbank OÖ den wichtigsten makroökonomischen Parameter dar und ist die zentrale erklärende Variable bei den meisten IFRS 9-PD-Modellen der Raiffeisenlandesbank OÖ. Es wurde daher als relevanter Parameter für die Sensitivitätsanalyse identifiziert. Der Shift der jährlichen BIP-Wachstumsrate um einen Prozentpunkt dient dazu, die Sensitivität auf den Risikoparameter PD darzustellen. Dabei wird ein Parallelshift auf alle jährlichen BIP-Prognosewerte durchgeführt. Bei den vierteljährlichen BIP-Wachstumsraten wird der 1 %-Punkt-Shift unter Berücksichtigung des statistischen Überhangs gleichmäßig auf ein Jahr aufgeteilt. Der Parallelshift über den gesamten Prognosehorizont dient dazu, um bei Modellen mit unterschiedlichen Zeitverzögerungen keine unterschiedlich wirkenden Shifts anzuwenden. Auf Basis der veränderten BIP-Wachstumsraten werden alternative IFRS 9-PDs ermittelt, die in weiterer Folge für das Staging und für die Berechnung der bilanziellen Risikovorsorge je Shift-Szenario herangezogen werden. Die Höhe des Shifts wurde auf Basis einer Expertenschätzung gewählt und stellt eine mittlere Veränderung der Risikoparameter dar.
Immobilienpreis-Shift +/–5 %-Punkte: Die Schwankung der Immobilienpreiswachstumsrate ist der zentral erklärende Faktor bei den IFRS 9-LGD-Modellen der Raiffeisenlandesbank OÖ und wurde daher als relevanter Parameter für die Sensitivitätsanalyse identifiziert. Konkret werden sowohl die aktuell prognostizierte Immobilienpreiswachstumsrate pro Jahr als auch die Immobiliensicherheiten um 5 %-Punkte reduziert bzw. erhöht. Dadurch ergibt sich ein indirekter Shift der IFRS 9-LGD und damit eine erhöhte bzw. verringerte bilanzielle Risikovorsorge. Die Höhe des Shifts wurde auf Basis einer Expertenschätzung gewählt und stellt eine mittlere Veränderung der Risikoparameter dar.

Sensitivitätsangaben zu Bruttoinlandsprodukt (BIP)
–1%-Punkt
+1%-Punkt
IN TEUR
Stand 31.12.2023
Delta
Stand PD BIP
Stand 31.12.2023
Delta
Stand PD BIP
Forderungen an Kreditinstitute
5.202
3.839
9.041
5.202
-2.285
2.917
hievon Stage 1
5.075
3.759
8.834
5.081
-2.173
2.908
hievon Stage 1 mit Transfer in Stage 2
6
37
43
114
-110
4
hievon Stage 2
121
43
164
7
-2
5

Forderungen an Kunden – exkl. Leasingforderungen
167.981
184
168.165
167.981
-152
167.829
hievon Stage 1
63.876
35
63.911
63.883
-21
63.862
hievon Stage 1 mit Transfer in Stage 2
7
19
26
5
-2
3
hievon Stage 2
104.098
130
104.228
104.093
-129
103.964

Forderungen an Kunden – Leasingforderungen
10.359
14
10.373
10.359
-14
10.345
hievon Stage 1
4.701
0
4.701
4.705
0
4.705
hievon Stage 1 mit Transfer in Stage 2
4
3
7
11
-3
8
hievon Stage 2
5.654
11
5.665
5.643
-11
5.632

Finanzanlagen – exkl. FVOCI
649
2
651
649
-2
647
hievon Stage 1
30
0
30
30
0
30
hievon Stage 1 mit Transfer in Stage 2
0
0
0
0
0
0
hievon Stage 2
619
2
621
619
-2
617

Finanzanlagen – FVOCI
3.816
2.222
6.038
3.816
-597
3.219
hievon Stage 1
1.999
983
2.982
2.070
-597
1.473
hievon Stage 1 mit Transfer in Stage 2
71
1.239
1.310
0
0
0
hievon Stage 2
1.746
0
1.746
1.746
0
1.746

Zwischensumme
188.007
6.261
194.268
188.007
-3.050
184.957

Rückstellungen für außerbilanzielle Verpflichtungen
33.811
1.502
35.313
33.811
-876
32.935
hievon Stage 1
17.401
1.485
18.886
17.405
-858
16.547
hievon Stage 1 mit Transfer in Stage 2
4
4
8
7
-7
0
hievon Stage 2
16.406
13
16.419
16.399
-11
16.388
Sensitivitätsangaben zu BIP
221.818
7.763
229.581
221.818
-3.926
217.892

–1%-Punkt
+1%-Punkt
IN TEUR
Stand 31.12.2022
Delta
Stand PD BIP
Stand 31.12.2022
Delta
Stand PD BIP
Forderungen an Kreditinstitute
9.006
4.509
13.515
9.006
-3.012
5.994
hievon Stage 1
8.205
4.069
12.274
8.239
-2.750
5.489
hievon Stage 1 mit Transfer in Stage 2
34
45
79
528
-180
348
hievon Stage 2
767
395
1.162
239
-82
157

Forderungen an Kunden – exkl. Leasingforderungen
142.469
326
142.795
142.469
-134
142.335
hievon Stage 1
60.129
64
60.193
60.194
-45
60.149
hievon Stage 1 mit Transfer in Stage 2
65
179
244
11
-7
4
hievon Stage 2
82.275
83
82.358
82.264
-82
82.182

Forderungen an Kunden – Leasingforderungen
14.335
30
14.365
14.335
-29
14.306
hievon Stage 1
5.183
0
5.183
5.202
0
5.202
hievon Stage 1 mit Transfer in Stage 2
19
11
30
30
-10
20
hievon Stage 2
9.133
19
9.152
9.103
-19
9.084

Finanzanlagen – exkl. FVOCI
121
0
121
121
0
121
hievon Stage 1
121
0
121
121
0
121
hievon Stage 1 mit Transfer in Stage 2
0
0
0
0
0
0
hievon Stage 2
0
0
0
0
0
0

Finanzanlagen – FVOCI
7.297
10.739
18.036
7.297
-4.003
3.294
hievon Stage 1
2.525
1.037
3.562
3.960
-1.182
2.778
hievon Stage 1 mit Transfer in Stage 2
1.435
8.266
9.701
3.195
-2.821
374
hievon Stage 2
3.337
1.436
4.773
142
0
142

Zwischensumme
173.228
15.604
188.832
173.228
-7.178
166.050

Rückstellungen für außerbilanzielle Verpflichtungen
30.167
868
31.035
30.167
-585
29.582
hievon Stage 1
19.617
747
20.364
19.622
-504
19.118
hievon Stage 1 mit Transfer in Stage 2
5
3
8
158
-54
104
hievon Stage 2
10.545
118
10.663
10.387
-27
10.360
Sensitivitätsangaben zu BIP
203.395
16.472
219.867
203.395
-7.763
195.632

Sensitivitätsangaben zu Immobilienpreisen
–5%-Punkte
+5%-Punkte
IN TEUR
Stand 31.12.2023
Delta
Stand LGD
Immobilienpreis
Stand 31.12.2023
Delta
Stand LGD
Immobilienpreis
Forderungen an Kreditinstitute
5.202
0
5.202
5.202
0
5.202
hievon Stage 1
5.081
0
5.081
5.081
0
5.081
hievon Stage 2
121
0
121
121
0
121

Forderungen an Kunden – exkl. Leasingforderungen
167.981
18.781
186.762
167.981
-19.188
148.793
hievon Stage 1
63.883
7.179
71.062
63.883
-7.332
56.551
hievon Stage 2
104.098
11.602
115.700
104.098
-11.856
92.242

Forderungen an Kunden – Leasingforderungen
10.359
92
10.451
10.359
-58
10.301
hievon Stage 1
4.705
30
4.735
4.705
-19
4.686
hievon Stage 2
5.654
62
5.716
5.654
-39
5.615

Finanzanlagen – exkl. FVOCI
649
0
649
649
0
649
hievon Stage 1
30
0
30
30
0
30
hievon Stage 2
619
0
619
619
0
619

Finanzanlagen – FVOCI
3.816
6
3.822
3.816
-6
3.810
hievon Stage 1
2.070
6
2.076
2.070
-6
2.064
hievon Stage 2
1.746
0
1.746
1.746
0
1.746

Zwischensumme
188.007
18.879
206.886
188.007
-19.252
168.755

Rückstellungen für außerbilanzielle Verpflichtungen
33.811
1.142
34.953
33.811
-1.165
32.646
hievon Stage 1
17.405
393
17.798
17.405
-402
17.003
hievon Stage 2
16.406
749
17.155
16.406
-763
15.643
Sensitivitätsangaben zu Immobilienpreisen
221.818
20.021
241.839
221.818
-20.417
201.401
–5%-Punkte
+5%-Punkte
IN TEUR
Stand 31.12.2022
Delta
Stand LGD
Immobilienpreis
Stand 31.12.2022
Delta
Stand LGD
Immobilienpreis
Forderungen an Kreditinstitute
9.006
0
9.006
9.006
0
9.006
hievon Stage 1
8.239
0
8.239
8.239
0
8.239
hievon Stage 2
767
0
767
767
0
767

Forderungen an Kunden – exkl. Leasingforderungen
142.469
14.366
156.835
142.469
-14.739
127.730
hievon Stage 1
60.194
6.218
66.412
60.194
-6.373
53.821
hievon Stage 2
82.275
8.148
90.423
82.275
-8.366
73.909

Forderungen an Kunden – Leasingforderungen
14.335
78
14.413
14.335
-58
14.277
hievon Stage 1
5.202
34
5.236
5.202
-29
5.173
hievon Stage 2
9.133
44
9.177
9.133
-29
9.104

Finanzanlagen – exkl. FVOCI
121
0
121
121
0
121
hievon Stage 1
121
0
121
121
0
121
hievon Stage 2
0
0
0
0
0
0

Finanzanlagen – FVOCI
7.297
0
7.297
7.297
0
7.297
hievon Stage 1
3.960
0
3.960
3.960
0
3.960
hievon Stage 2
3.337
0
3.337
3.337
0
3.337

Zwischensumme
173.228
14.444
187.672
173.228
-14.797
158.431

Rückstellungen für außerbilanzielle Verpflichtungen
30.167
870
31.037
30.167
-894
29.273
hievon Stage 1
19.622
552
20.174
19.622
-567
19.055
hievon Stage 2
10.545
318
10.863
10.545
-327
10.218
Sensitivitätsangaben zu Immobilienpreisen
203.395
15.314
218.709
203.395
-15.691
187.704
Risikobericht
Überblick
Grundsätze im Risikomanagement
Der langfristige Erfolg des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns hängt wesentlich vom aktiven Management der Risiken ab. Um dieser Zielsetzung gerecht zu werden, wurde in der Raiffeisenlandesbank OÖ als der dominierenden Konzerngesellschaft ein Risikomanagement gemäß der §§ 39, 39a BWG und der Kreditinstitute-Risikomanagementverordnung (KI-RMV) implementiert, das es ermöglicht, sämtliche Risiken im Konzern (Kreditrisiko, Marktrisiko, Beteiligungsrisiko, Liquiditätsrisiko, makroökonomisches Risiko, operationelle Risiken und sonstige Risiken) zu identifizieren, zu messen und durch das Management aktiv zu steuern. Das Kredit-, Beteiligungs- und operationelle Risiko werden im Bereich RMKM (Risikomanagement Kredit, Meldewesen, Operationelles Risiko), das Markt-, Liquiditäts- und makroökonomische Risiko im Bereich RMIM (Risikomanagement ICAAP & Marktrisiko) betreut. ESG (Environment, Social, Governance)- Risiken als neue Dimension von Risiken werden schrittweise in die bestehenden Risikokategorien integriert, wobei der stärkste Fokus derzeit auf dem Klima- und Umweltrisiko liegt. Hierfür werden zentral durch ein Team, welches organisatorisch RMIM zugeordnet ist, Inputs in Form von Metriken und Scores zur Verfügung gestellt.
Die vom Vorstand der Raiffeisenlandesbank OÖ genehmigte Risikopolitik stellt die Richtlinie für die anderen Konzerngesellschaften dar.
Der Vorstand und alle Mitarbeiter handeln nach diesen risikopolitischen Grundsätzen und treffen ihre Entscheidungen unter Einhaltung dieser Leitlinien. Das Risikomanagement ist so organisiert, dass Interessenskonflikte sowohl auf persönlicher Ebene als auch auf Ebene von Organisationseinheiten vermieden werden.
Bei den wesentlichen Risikoarten orientiert sich die Raiffeisenlandesbank OÖ am Niveau eines Risikomanagements, welches zumindest jenem von strukturell und größenmäßig vergleichbaren Instituten entspricht („Best-Practice-Grundsatz“) und primär das Ziel eines geordneten Unternehmensfortbestandes („Going-Concern-Prinzip“) verfolgt.
Die Raiffeisenlandesbank OÖ richtet ihr Engagement grundsätzlich nur auf Geschäftsfelder, in denen sie über eine entsprechende Expertise zur Beurteilung der spezifischen Risiken verfügt. Der Aufnahme neuer Geschäftsfelder oder Produkte geht eine adäquate Analyse der geschäftsspezifischen Risiken voraus.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Raiffeisenlandesbank OÖ werden zeitnah durch eine umfassende objektive Berichterstattung über die Risikosituation der Bank informiert. Es werden alle relevanten Risiken (Kreditrisiko, Marktrisiko, Beteiligungsrisiko, Liquiditätsrisiko, makroökonomisches Risiko, operationelle Risiken und sonstige Risiken) der Raiffeisenlandesbank OÖ überwacht und mit der Gesamtstrategie abgestimmt.
Alle quantifizierbaren Risiken werden im Rahmen der Risikotragfähigkeit nach konzerneinheitlichen Maßstäben überwacht. Ziel der Risikofrüherkennungs- und Risikoüberwachungssysteme ist die qualifizierte und zeitnahe Identifizierung aller wesentlichen Risiken.
Die Raiffeisenlandesbank OÖ unterscheidet gemäß „Leitfaden der EZB für den bankinternen Prozess zur Sicherstellung einer angemessenen Kapitalausstattung (Internal Capital Adequacy Assessment Process – ICAAP)“ zwischen der ökonomischen Sicht (99,9 %) und der ergänzenden normativen Sicht: Die ökonomische Sicht fokussiert sich dabei auf eine barwertige Risikobetrachtung und -ausnützung der Risikodeckungsmasse, wohingegen sich die normative Sicht auf bilanzielle Risiken in der Gewinn- und Verlustrechnung und deren Auswirkung auf die Kapitalquoten konzentriert.
Das Risikomanagement analysiert alle Risiken und prüft durch laufende Soll-Ist-Vergleiche die Einhaltung der definierten Risikolimits. Die Innenrevision/Konzernrevision prüft die Wirksamkeit von Arbeitsabläufen, Prozessen und internen Kontrollen.
Änderungen und Erweiterungen des Risikomanagements werden im Risikomanagement-Handbuch laufend dokumentiert.
Der aufsichtsrechtliche Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern legt detaillierte, das Risikomanagement betreffende Informationen gemäß Teil 8 der CRR offen. Veröffentlicht wird die Offenlegung auf der Internetseite der Raiffeisenlandesbank OÖ im Bereich „Zahlen und Fakten“.
Organisation des Risikomanagements
Der Vorstand der Raiffeisenlandesbank OÖ trägt die Verantwortung für sämtliche Risikosteuerungsaktivitäten. Der Vorstand genehmigt die Risikopolitik im Einklang mit den Geschäftsstrategien, die Risikogrundsätze, Verfahren und Methoden der Risikomessung und die Risikolimits. Der Chief Risk Officer (Vorstandsmitglied) ist für das Controlling aller quantifizierbaren Risiken – insbesondere Kreditrisiko, Marktrisiko, Beteiligungsrisiko, Liquiditätsrisiko, makroökonomisches Risiko, Klima- und Umweltrisiko und operationelle Risiken – der Raiffeisenlandesbank OÖ sowie für die Erarbeitung und die Umsetzung der Gesamtrisikostrategie verantwortlich.
Die organisatorische Trennung zwischen Markt und Marktfolge ist gewährleistet.
Die Organisationseinheiten des Risikomanagements übernehmen die Identifikation und Messung der Risiken. Sie sind auch für die Entwicklung und Bereitstellung von Risikomessverfahren und IT-Risikomanagementsystemen verantwortlich, erstellen die zur aktiven Risikosteuerung erforderlichen Ergebnis- und Risikoinformationen und berichten die rechnungslegungsrelevanten Informationen entsprechend an den Vorstand. Zudem wird einmal jährlich im Rahmen des Risikoidentifikationsprozesses geprüft, ob bestehende Risiken in ihrer Wesentlichkeit anders als bisher einzustufen sind und ob neue Risiken auftreten. Das Ergebnis dieses Prozesses wird im Risikoinventar dokumentiert.
Durch das Produktbewilligungskomitee wird sichergestellt, dass auch bei neuen Produkten Risiken adäquat abgebildet werden und die ordnungsgemäße Abwicklung garantiert ist. Im Bewilligungsprozess werden neben der Risikomessung auch Marktthemen, die rechtliche Zulässigkeit, aufsichtsrechtliche Vorgaben und Fragen der Geschäftsabwicklung beurteilt. Das Ergebnis des Bewilligungsprozesses ist von den zuständigen Organisationseinheiten schriftlich festzuhalten. Neue Produkte/Produktvarianten sind dem Vorstand der Raiffeisenlandesbank OÖ vor dem ersten Geschäftsabschluss – gemeinsam mit allen notwendigen Stellungnahmen – zur Bewilligung vorzulegen.
Das Länderrisikokomitee ist für die Steuerung des Länderrisikos zuständig. Geschäftsabschlüsse, aus denen ein Länderrisiko/Länderobligo resultiert, dürfen nur erfolgen, wenn das daraus resultierende Länderrisiko/Länderobligo im bewilligten Länderrisikolimit und Länderobligolimit Platz findet.
Die Weiterentwicklung des bestehenden Risikomanagementsystems (Identifikation, Messung, Steuerung) erfolgt durch den Geschäftsbereich Risikomanagement in Abstimmung mit dem Chief Risk Officer, dem Gesamtvorstand und den für die operative Risikobeurteilung zuständigen Mitarbeitern.
Rechtlich selbstständige Konzerneinheiten und deren Organe tragen die Verantwortung für die Risikopolitik ihrer Geschäftseinheit und gehen nur Risiken ein, die mit der festgelegten Risikopolitik der Raiffeisenlandesbank OÖ im Einklang stehen.
Zur Beurteilung der Konzernrisiken identifiziert und misst der Geschäftsbereich Risikomanagement die Risiken in Zusammenarbeit mit den Konzernmitgliedern. Geschäftsbedingte Ausprägungen in den Risikomessverfahren werden mit dem Risikomanagement abgestimmt. Ein hohes Maß an Standardisierung wird angestrebt, um eine vergleichbare Zusammenführung der Konzernrisiken zu gewährleisten.
Das Risikomanagement im Teilkonzern „Gesellschaft zur Förderung agrarischer Interessen in Oberösterreich GmbH“ erfolgt dezentral in den jeweiligen Konzernunternehmen. Neben dem Kreditrisiko ist der Teilkonzern mit beschaffungs- und absatzseitigen Preisrisiken konfrontiert. Diese resultieren aus der weltweiten Angebots- und Nachfragesituation auf den Rohstoffmärkten und der branchenbedingten Wettbewerbsintensität.
Neue, bereichsübergreifende Themen sind im Zusammenhang mit Klima- und Umweltrisiken entstanden und werden ebenfalls in enger Kooperation zwischen Risikomanagement und den restlichen Einheiten der Bank bearbeitet.
Nachhaltigkeit und ESG-Risiken
Die Institute und das Bankensystem als Ganzes sind verschiedenen Risiken ausgesetzt, die sich aus klima- und umweltbezogenen Themen ergeben. So wirken sich beispielsweise aus dem Klimawandel herrührende Risiken, z. B. vermehrte Dürreperioden und Extremwetterereignisse, über makro- und mikroökonomische Übertragungskanäle auf die Kreditportfolios der Banken aus und schlagen sich in verschiedenen Risikotreibern und damit den banktypischen Risikoarten nieder. Neben den direkten physischen Auswirkungen des Klimawandels sind vor allem auch die transitorischen Risiken (Risiken, die sich aus dem Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft ergeben) anzuführen, mit denen die Kunden der Banken konfrontiert sind und welche im Sinne der Transformation der Wirtschaft teils die Überarbeitung ganzer Geschäftsmodelle erfordern werden, um entsprechende Risiken zu mitigieren. Als dritte Dimension treten sonstige Umweltrisiken hinzu. Alle drei Dimensionen werden in weiterer Folge im Detail erläutert.
Metriken zu Klima- und Umweltrisiken
Klima- und Umweltrisiken werden in drei Dimensionen betrachtet. Diese werden repräsentiert durch transitorische beziehungsweise physische Klimarisiken und sonstige Umweltrisiken. Entsprechend werden diese drei Dimensionen gesondert betrachtet beziehungsweise bedarf es gesonderter Metriken, um die Messbarkeit und somit die Bewertung entlang der unterschiedlichen Aspekte von Klima- und Umweltrisiken zu ermöglichen.
Transitorische Klimarisiken
Als Transitionsrisiko („Übergangsrisiko“) bezeichnet man finanzielle Verluste, die direkt oder indirekt als Folge des Anpassungsprozesses oder einer nicht erfolgenden Anpassung hin zu einer kohlenstoffärmeren und ökologisch nachhaltigeren Wirtschaft entstehen können (z. B. technischer Fortschritt, Änderungen bei Marktbestimmungen und Präferenzen, zunehmende Bepreisung von Treibhausgasemissionen).
Die grüne Transformation der Wirtschaft hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise, welche die Dekarbonisierung sämtlicher Wirtschaftsaktivitäten entlang des Net-Zero-2050-Ziels gemäß des EU Green Deals voraussetzt, stellt v. a. für Geschäftsmodelle, die aktuell (noch) stark von fossilen Energieträgern abhängig sind (sowohl direkt als auch indirekt), große Herausforderungen dar. Um dieses Ziel zu erreichen, kommen unter anderem marktbasierte politische Instrumente (wie bspw. der EU-Emissionshandel oder Steuern) zum Einsatz, um den Ausstoß von klimaschädlichen THG-Emissionen entsprechend zu bepreisen. Politisches Ziel ist die Schaffung von Kostenwahrheit. Eine entsprechend hohe Bepreisung von THG-Emissionen führt vor allem in Branchen mit hohem THG-Fußabdruck (direkt oder indirekt) zu Kostensteigerungen. Innerhalb dieser Branchen stellt die THG-Intensität der jeweiligen Wirtschaftstätigkeit ein immer größeres (abhängig von der Höhe der Bepreisung) Differenzierungsmerkmal hinsichtlich Wettbewerbsvor- bzw. -nachteil dar. Entscheidend ist neben dem angebotsseitigen Wettbewerb auch die Struktur der jeweiligen Nachfrage (Preiselastizität). Weniger THG-intensiv arbeitende Unternehmen haben aufgrund ihres Wettbewerbsvorteils die Möglichkeit, den (verbleibenden) Markt günstiger zu bedienen, während THG-intensivere Unternehmen Marktanteile verlieren könnten. Daneben sorgen Technologiesprünge dafür, dass innovative Konzepte hinsichtlich einer THG-unabhängigen bzw. -armen Technologie sehr rasch zu Kipppunkten führen können, welche THG-intensivere, konkurrierende Technologien verdrängen. Darüber hinaus spielt auch ein sich änderndes Marktverhalten diverser Marktteilnehmer eine entscheidende Rolle. So ist auf Basis zunehmender Offenlegungsverpflichtungen hinsichtlich der Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen und auch weiterer Gesetze (bspw. CSRD oder CSDDD) davon auszugehen, dass sich das Verhalten der Akteure laufend (oder abrupt) verändert. Die mit diesen Themen verbundene Nicht-Linearität stellt für die Bewertung der zugehörigen Risiken eine entsprechend große Herausforderung dar.
Um derartige (potenzielle) Risiken identifizieren zu können, werden in der Raiffeisenlandesbank OÖ insbesondere Metriken entlang der finanzierten Treibhausgasemissionen herangezogen. Diese werden den klassischen Risikoarten auch in Form eines Scores (Transition Risk Score) zur Verfügung gestellt.
Finanzierte THG-Emissionen:
Die Raiffeisenlandesbank OÖ misst quartalsweise ihre finanzierten Treibhausgasemissionen (Scope 3-Emissionen). Dazu kommt der international etablierte methodische Ansatz von PCAF2 zum Einsatz. Diese THG-Emissionen umfassen Scope 1-, Scope 2- und Scope 3-THG-Emissionen der finanzierten Kunden, Projekte und Kontrahenten. Die Treibhausgase inkludieren dabei sämtliche relevanten anthropogen verursachten Treibhausgase (CO2, CH4, N2O etc.). Zur besseren Vergleichbarkeit wird jeweils deren Wirkung in Richtung Strahlungsantrieb (W/m2) auf jene von CO2 umgerechnet. Somit werden die THG-Emissionen generell in CO2-Äquivalenten ausgedrückt (CO2e).
Ziel ist es auf der einen Seite, den eigenen THG-Fußabdruck zu messen, auf der anderen Seite liefern diese Informationen die Basis für die Berechnung des transitorischen Klimarisikos, welches sich aus der Zusammensetzung des Portfolios der Raiffeisenlandesbank OÖ ergibt. Dahingehend wird das gemäß PCAF definierte „analysierbare Portfolio“ anhand unterschiedlicher Parameter geschnitten, um besonders betroffene Exposures so weit wie möglich exakt herausarbeiten zu können.
Für die Berechnung der Scope 1-Emissionen wurden für die Qualitätsstufen 4 und 5 (PCAF-Score) im Wesentlichen statistische länder- und sektorspezifische Daten von Eurostat verwendet. Bei Gebäuden werden die von PCAF zur Verfügung gestellten länder- und gebäudeartspezifischen Emissionsfaktoren herangezogen. Für Scope 2-Emissionen kommen darüber hinaus statistische Werte (THG-Emissionsfaktoren zum Strom- und Wärmemix je Land) von EMBER sowie von Eurostat zum Einsatz3. Die Basis für die Scope 3-Emissionen der Kunden stellen Input-Output-Tabellen der Statistik Austria dar, welche letztlich einen Überblick über die up- und downstream-Flüsse der THG-Emissionen geben.
Die Sektorgranularitätsstufe liegt bei der Ermittlung auf statistischer Basis dabei auf NACE 2. Als Wertgröße wird der IFRS-Bruttosaldo aus aufsichtsrechtlichen Meldungen auf IFRS-Basis herangezogen.
Die u. a. Tabellen zeigen die finanzierten THG-Emissionen per 31.12.2023 je NACE 1-Sektor, je CPRS4 (Climate Policy Relevant Sector) und je Alignment Metric-Sektor. Sie geben in Zusammenschau einen guten Überblick über das gesamte analysierbare Portfolio und die entsprechend exponierten Sektoren.
Transition Risk Score:
Weiters wurden für eine bessere Verständlichkeit und Weiterverarbeitung die eigens errechneten THG-Intensitäten (t CO2e/MEUR Finanzierung) im Zuge der Risikoinventur in einen Score übergeleitet. Dieser ist analog zu weiteren hausinternen Scorings zwischen 0 und 100 skaliert, wobei ein höherer Score eine höhere THG-Intensität widerspiegelt. Durch die Überleitung kann gewährleistet werden, dass die Scores für alle Anwender im Haus leicht interpretierbar sind und für jegliche Analysen herangezogen werden können.
Bruttosaldo in Mio. EUR 31.12.2023
Finanzierte THG-Emissionen (tCO2e)
THG-Intensität
(t CO2e / MEUR)
Datenqualität - PCAF Score
(Scope 1 + 2)
Sektor (NACE 1)
Scope 1
Scope 2
Scope 1+2
Scope 3
Scope 1 + 2
Scope 3
A - Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
384
226.490
10.783
237.273
189.006
618
492
4,3
B - Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden
188
67.792
17.346
85.138
86.975
453
463
4,2
C - Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren
6.888
1.639.079
402.140
2.041.219
2.603.989
296
378
3,5
D - Energieversorgung
971
309.286
38.434
347.720
305.367
358
314
4,0
E - Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen
129
75.565
4.632
80.198
90.797
622
705
4,2
F - Baugewerbe/Bau
2.956
74.327
3.778
78.106
228.120
26
77
4,3
G - Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen
2.571
177.360
88.225
265.585
831.132
103
323
4,1
H - Verkehr und Lagerei
1.375
344.230
70.871
415.101
570.909
302
415
4,1
I - Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie
622
14.448
9.343
23.791
44.802
38
72
4,2
J - Information und Kommunikation
320
1.912
5.742
7.654
10.848
24
34
4,2
K - Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
4.668
18.488
2.754
21.242
23.460
5
5
4,8
L - Grundstücks- und Wohnungswesen
7.129
150.439
3.531
153.969
92.639
22
13
4,2
M - Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen
421
8.461
2.947
11.407
45.053
27
107
4,4
N - Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen
451
26.127
4.747
30.874
99.339
68
220
4,2
O - Öffentliche Verwaltung
252
1.072
1.140
2.211
4.848
9
19
4,2
P - Erziehung und Unterricht
15
445
911
1.356
4.411
90
292
4,7
Q - Gesundheits- und Sozialwesen
423
5.195
12.040
17.235
29.125
41
69
4,3
R - Kunst
81
1.566
5.109
6.675
6.948
82
86
4,1
S - Erbringung von sonstigen Dienstleistungen
649
23.942
20.905
44.847
65.587
69
101
4,6
T - Private Haushalte mit Hauspersonal; Herstellung von Waren und Erbringung von Dienstleistungen durch private Haushalte für den Eigenbedarf ohne ausgeprägten Schwerpunkt
1.149
9.628
n/a
9.628
16
8
0
4,0
SUMME
31.641
3.175.852
705.378
3.881.230
5.333.369
123
169
4

Finanzierte THG-Emissionen (tCO2e)
THG-Intensität
(t CO2e / MEUR)
Sektor (NACE Rev. 1)
Bruttosaldo in Mio. EUR
31.12.2022
Scope 1
Scope 2
Scope 1+2
Scope 1 + 2
Datenqualität - PCAF Score (Scope 1 + 2)
A - Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
361
204.986
7.458
212.443
589
4,5
B - Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden
189
45.455
30.533
75.988
403
4,3
C - Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren
6.885
1.571.627
536.752
2.108.380
306
3,6
D - Energieversorgung
943
280.191
41.412
321.603
341
4,1
E - Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und
Beseitigung von Umweltverschmutzungen
140
51.802
5.430
57.232
408
4,3
F - Baugewerbe/Bau
3.060
135.922
5.071
140.993
46
4,4
G - Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen
2.487
143.196
90.826
234.022
94
4,2
H - Verkehr und Lagerei
1.255
275.547
49.425
324.971
259
4,3
I - Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie
621
21.397
4.912
26.309
42
4,3
J - Information und Kommunikation
378
2.012
4.469
6.481
17
4,3
K - Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
4.192
16.379
12.326
28.704
7
4,9
L - Grundstücks- und Wohnungswesen
6.400
174.567
1.377
175.944
27
4,3
M - Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen
390
9.505
3.487
12.992
33
4,4
N - Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen
439
8.600
2.446
11.046
25
4,2
O - Öffentliche Verwaltung
253
1.249
1.976
3.225
13
4,2
P - Erziehung und Unterricht
11
238
46
284
26
4,9
Q - Gesundheits- und Sozialwesen
486
3.345
4.937
8.281
17
4,3
R - Kunst
88
1.427
1.182
2.609
30
4,2
S - Erbringung von sonstigen Dienstleistungen
684
28.912
8.616
37.528
55
4,7
T - Private Haushalte mit Hauspersonal; Herstellung von Waren
und Erbringung von Dienstleistungen durch private Haushalte
für den Eigenbedarf ohne ausgeprägten Schwerpunkt
1.176
17.235
-
17.235
15
4,1
SUMME
30.437
2.993.593
812.679
3.806.272
125
4,2
Bruttosaldo in Mio. EUR 31.12.2023
Finanzierte THG-Emissionen (tCO2e)
THG-Intensität
(t CO2e / MEUR)
Datenqualität - PCAF Score
(Scope 1 + 2)
Climate Policy Relevant Sectors
Scope 1
Scope 2
Scope 1+2
Scope 3
Scope 1 + 2
Scope 3
energy-intensive
3.849
1.442.421
252.794
1.695.215
1.575.738
440
409
3,3
buildings
10.506
297.310
19.012
316.322
347.358
30
33
4,2
transportation
2.554
394.334
92.747
487.081
732.098
191
287
4,0
agriculture
384
226.490
10.783
237.273
189.006
618
492
4,3
utility | electricity
849
265.676
33.491
299.167
272.910
353
322
4,0
fossil-fuel
100
27.663
5.333
32.996
47.205
329
470
4,0
SUMME
18.242
2.653.893
414.161
3.068.054
3.164.314
168
173
4,0
Finanzierte THG-Emissionen (tCO2e)
THG-Intensität
(t CO2e / MEUR)
Climate Policy Relevant Sectors
Bruttosaldo in Mio. EUR
31.12.2022
Scope 1
Scope 2
Scope 1+2
Scope 1 + 2
Datenqualität - PCAF Score (Scope 1 + 2)
buidlings
9.879
436.241
21.234
457.475
46
4,3
energy-intensive
3.663
1.179.779
294.383
1.474.162
402
3,3
transportation
2.458
303.841
77.502
381.343
155
4,2
agriculture
361
204.986
7.458
212.443
589
4,5
utility | electricity
230
36.282
5.312
41.594
181
4,1
fossil-fuel
74
19.231
3.923
23.154
312
4,2
SUMME
16.665
2.180.360
409.812
2.590.171
155
4,1
Bruttosaldo in Mio. EUR 31.12.2023
Finanzierte THG-Emissionen (tCO2e)
THG-Intensität
(t CO2e / MEUR)
Datenqualität - PCAF Score
(Scope 1 + 2)
Alignment Metrik Sektoren
Scope 1
Scope 2
Scope 1+2
Scope 3
Scope 1 + 2
Scope 3
Stahl
1.058
917.078
68.559
985.637
939.318
931
888
2,6
Strom
1.020
269.347
36.775
306.122
308.760
300
303
4,0
PKW
553
7.209
8.821
16.030
42.704
29
77
3,7
Papier
265
77.899
67.092
144.991
99.809
548
377
3,0
Zement
134
99.633
41.875
141.507
45.086
1.053
335
3,5
Schifffahrt
41
45.586
727
46.312
9.068
1.137
223
4,1
Öl und Gas
73
26.699
5.604
32.303
27.970
441
382
4,0
Luftfahrt
6
9.609
174
9.782
2.004
1.525
312
4,1
Kohle
8
2.039
567
2.606
3.568
340
465
5,0
SUMME
3.158
1.455.098
230.193
1.685.291
1.478.286
534
468
3,4
Finanzierte THG-Emissionen (tCO2e)
THG-Intensität
(t CO2e / MEUR)
Alignment Metrik Sektoren
Bruttosaldo in Mio. EUR
31.12.2022
Scope 1
Scope 2
Scope 1+2
Scope 1 + 2
Datenqualität - PCAF Score (Scope 1 + 2)
Stahl
1.114
934.720
102.865
1.037.585
931
2,7
Strom
1.002
240.534
41.157
281.691
281
4,2
PKW
557
5.626
12.949
18.575
33
4,0
Papier
236
62.762
60.926
123.688
525
3,2
Zement
179
99.111
12.400
111.512
624
4,0
Schifffahrt
40
17.410
157
17.567
444
4,1
Öl und Gas
34
14.838
2.454
17.292
502
4,3
Luftfahrt
11
7.674
137
7.811
719
4,6
Kohle
8
1.875
1.217
3.091
402
5,0
SUMME
3.179
1.384.551
234.263
1.618.814
509
3,6
In Zusammenschau der dargestellten Tabellen zeigt sich, dass sich für die Raiffeisenlandesbank OÖ vor allem folgende Sektoren als meistbetroffen und zugleich meistrelevant im Sinne eines Transitionsrisikos präsentieren:
  • Industrie (C), insbesondere
  • Metallerzeugung und -bearbeitung (C24)
  • Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden (C23)
  • Herstellung von chemischen Erzeugnissen (C20)
  • Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus (C17)
  • Energieversorgung (D)
  • Landtransport (H49)
  • Landwirtschaft (A01)
  • Grundstücks- und Wohnungswesen (L) und Baugewerbe/Bau (F)
Physische Klimarisiken
Physische Klimarisiken stellen jene Risiken dar, die sich aus der voranschreitenden Klimaerwärmung und deren Folgen ergeben. Diese äußern sich unter anderem in Form von häufigeren (Erhöhung der Wahrscheinlichkeit) und intensiveren (höhere Schäden) Extremwetterereignissen sowie Naturgefahren. Entsprechende Wetterereignisse und Veränderungen haben Einfluss auf ein breites Spektrum an Unternehmenstätigkeiten.
Beispielhaft können zunehmende Naturgefahren den operationellen Betrieb durch Schäden an Anlagen und der Infrastruktur von Unternehmen beeinträchtigen, was in weiterer Folge zu Umsatzausfällen und erhöhten Reparatur- bzw. Versicherungskosten bis hin zu Wertberichtigungen von Sachanlagen und allgemein erschwerter Kapitalbeschaffung führen kann. Abseits des eigenen Betriebs kann es in der Lieferkette zu preislichen Verwerfungen aufgrund von Ressourcenengpässen sowie zu Störungen und Unterbrechungen in der Logistik kommen.
Aufgrund der hohen Komplexität der miteinander in Zusammenhang stehenden Systeme und deren potenziellen Auswirkungen auf Unternehmen und den Finanzsektor ist es notwendig, möglichst treffsichere Analysen und Bewertungsmethoden zu entwickeln.
Um die Materialität für die Bank einschätzen zu können, müssen physische Risiken aus zwei Blickwinkeln betrachtet werden. Einerseits unterscheiden sich physische Risiken anhand der geografischen Lage und der jeweils individuellen Veränderungen je Gebiet/Region. Andererseits können diverse – sich im Zuge des Klimawandels verstärkende – Naturgefahren starken Einfluss auf ein breites Spektrum an Unternehmenstätigkeiten haben. Dies gilt sowohl für die eigene Wertschöpfung als auch für jene in der vor- und nachgelagerten Lieferkette. Gesamthaft gilt es somit zu klären, welche Geschäftsmodelle in welchen Gebieten/Regionen finanziert werden und welche physischen Naturgefahren jeweils wie stark auf das zugehörige Geschäft einwirken (werden).
Die sektorale Sensitivität gegenüber physischen Klimarisiken wurde in Anlehnung an die Anlageintensität (Sachanlagen im Verhältnis zum Umsatz) aufgebaut. Die dahinter liegende Logik stützt sich auf die Annahme, dass Betriebe, deren Umsätze stark abhängig vom vorhandenen Sachanlagevermögen sind, auch stärker von etwaigen Beschädigungen betroffen sind. Die geografische Exponiertheit gegenüber diversen akuten und chronischen Naturgefahren wird mit Hilfe des Anbieters „Prometeia“5 bewertet und basiert aktuell auf dem Kundenstandort.
Als pauschale Metrik, die als Basis für die Bewertung von physischen Klimarisiken herangezogen werden kann, wurde ein mehrstufiger Physical Risk Score entwickelt, welcher bei der Bewertung von physischen Klimarisiken unterstützt.
Physical Risk Score:
Das in der Raiffeisenlandesbank OÖ entwickelte Scoringmodell für physische Klimarisiken stellt einen Ansatz der Materialitätsanalyse des finanzierten Portfolios dar. Es handelt sich um einen mehrstufigen Score, der sowohl die Exponiertheit aufgrund des Standortes eines Kunden als auch das Geschäftsmodell (gesondert) betrachten lässt, um einen möglichst umfangreichen Überblick zu erlangen. Mithilfe des Scorings kann das Portfolio der Raiffeisenlandesbank OÖ hinsichtlich physischer Klimarisiken laufend analysiert werden. Der Score ist zwischen 0 und 100 skaliert, wobei 100 eine starke Betroffenheit ausdrückt.
Dabei lassen sich die folgenden Sektoren mit sehr hohem Sektorscore für physische Klimarisiken identifizieren. Eine Aussage über das tatsächliche Risiko für die Bank kann dabei klarerweise nicht getroffen werden. Diese Einschätzung obliegt der jeweiligen Risikoart. Eine Betrachtung des Standortes spielt bei dieser Bewertung konsequenterweise keine Rolle.
Sektoren mit der höchsten Betroffenheit hinsichtlich akuter physischer Klimarisiken sind demnach:
  • Grundstücks- und Wohnungswesen (L)
  • Landtransport (H49)
  • Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie (I)
  • Fischerei und Aquakultur (A03)
  • Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln, Getränkeherstellung, Tabakverarbeitung (C10–12)
Sektoren mit der höchsten Betroffenheit hinsichtlich chronischer physischer Klimarisiken sind demnach:
  • Forstwirtschaft- und Holzeinschlag (A02)
  • Baugewerbe (F)
  • Fischerei und Aquakultur (A03)
  • Landwirtschaft, Jagd und damit verbundene Tätigkeiten (A01)
  • Energieversorgung (D)
Wie bereits erwähnt, ist es auch möglich, die geografische Exponiertheit anhand des Geografiescores (als Teilaspekt des Physical Risk Scores) einzuschätzen. Nachfolgend sind jene Regionen (NUTS3) aufgelistet, welche als überproportional von physischen Klimarisiken betroffen eingeschätzt werden und zugleich auch wesentlich im Sinne eines entsprechend hohen Finanzierungsvolumens sind. Ergänzend sind jene Naturgefahren gelistet (akut und chronisch), welche absteigend gereiht als besonders überproportional im Portfoliovergleich gesehen werden:
  • Bratislavský kraj (SK010): akut: Überflutung, Hitzewellen
  • Passau, Kreisfreie Stadt (DE222):akut: Überflutung, Stürme, Hangrutsch
chronisch: Windmuster, Temperaturvariabilität
  • Linz-Wels (AT312):akut: Überflutung, Stürme, Hitzewellen
  • Hlavní město Praha (CZ010):akut: Überflutung, Hitzewellen, Hangrutsch, Stürme
  • Wien (AT130):akut: Hitzewellen, Stürme, Überflutung
  • Oberkärnten (AT212):akut: Hangrutsch, Überflutung, Hitzewellen
  • Steyr-Kirchdorf (AT314):akut: Dürren, Hangrutsch, Stürme
  • Tiroler Unterland (AT335):akut: Dürren, Hangrutsch
  • Berlin (DE300):chronisch: Windmuster, Niederschlagsvariabilität, Temperaturvariabilität
  • Würzburg, Kreisfreie Stadt (DE263):akut: Überflutung, Stürme
Für eine darauf aufbauende Risikobewertung der klassischen Risikoarten sind sowohl der jeweilige Standort als auch das Geschäftsmodell in die Betrachtung miteinzubeziehen.
Sonstige Umweltrisiken
Neben Klimarisiken können auch sonstige Veränderungen der Umwelt durch äußere Einflüsse zu Risiken führen. In der Raiffeisenlandesbank OÖ orientiert sich die Analyse der sonstigen Umweltrisiken (abseits von Klimarisiken) am Thema Biodiversität und nähert sich diesem im ersten Schritt über diverse Komponenten des Naturkapitals (z. B. Wasser und Boden). Biodiversität (auch biologische Artenvielfalt genannt) bezeichnet die Vielfalt von Genen, Tier- und Pflanzenarten, Landschaften, Ökosystemen und allen autogenen ökologischen Prozessen (World Wide Fund for Nature). Sie lässt sich somit auch als „Vielfalt des Lebens“ bezeichnen. Eine hohe biologische Vielfalt ist der Maßstab für eine gesunde Umwelt für den Menschen und eine intakte Natur. Biodiversitätsverluste können gravierende Auswirkungen auf Sektoren bzw. Unternehmen, die von bestimmten Ökosystemen abhängig sind, haben. Bei stark betroffenen Sektoren sind Verluste zu erwarten, falls diese nicht in gewohntem Ausmaß auf erforderliche Ökosystemdienstleistungen zugreifen können. In einem weiteren Schritt haben Unternehmen im Rahmen ihrer eigenen Geschäftstätigkeit selbst einen starken Einfluss auf diverse Ökosysteme. Die Risiken für Unternehmen können sich zum einen durch Regulierungen, Steuern, Abgaben (z. B. für Wasserverbrauch, Verschmutzung, Bodeninanspruchnahme (transitorisches Umweltrisiko)) ergeben oder daraus, dass die benötigte Ressource nicht mehr (ausreichend) vorhanden ist (physisches Umweltrisiko).
Als Metrik wurde hier ein mehrstufiger Umweltscore entwickelt, der nachfolgend erläutert wird.
Umweltscore:
Die Abhängigkeiten von Branchen bzw. Unternehmen und in weiterer Folge auch deren Einfluss auf die Umwelt werden in einem mehrstufigen Umweltscore abgebildet. Es werden insbesondere Themen im Zusammenhang mit den Ressourcen Wasser, Boden, Luft und Abfall im Score berücksichtigt. Als Datenbasis dient hierbei die Plattform ENCORE6. Der Score drückt die Betroffenheit zwischen 0 und 100 aus, wobei 100 eine starke Betroffenheit darstellt.
Sektoren mit einem hohen Einfluss („Impact“) auf die Umwelt (z. B. auf Wasser, Boden oder Luft) sind:
  • Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden (B)
  • Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden (C23)
  • Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (C29)
  • Luftfahrt (H51)
  • Grundstücks- und Wohnungswesen (L)
Sektoren mit einer hohen Abhängigkeit („Dependency“) von Naturkapital (Wasser oder Boden) sind:
  • Forstwirtschaft und Holzeinschlag (A02)
  • Landwirtschaft, Jagd und damit verbundene Tätigkeiten (A01)
  • Schifffahrt (H50)
  • Fischerei und Aquakultur (A03)
  • Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln, Getränkeherstellung, Tabakverarbeitung (C10–12)
Diese Sektorbewertung stellt noch keine Aussage über das tatsächliche Risiko dar, sondern liefert lediglich eine Information/Metrik über die Betroffenheit. Eine Aussage über das tatsächliche Risiko obliegt der Bewertung der einzelnen klassischen Risikoarten.
ESG-Score
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Der ESG-Score ist eine mehrstufige Einschätzung des Kunden in den Dimensionen Environment (Klima- und Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Dabei können alle Dimensionen einzeln oder der ESG Score in Summe betrachtet werden. Ausgehend von einem Basis-Score (abhängig von der Branche und dem Sitzland des Kunden – ESG Branchen Score) ist man dabei, mittels eines Fragebogens einen kundenspezifischen Score zu ermitteln. Die Basis-Scores werden im bestehenden Kreditvergabeprozess bereits als Information zur Verfügung gestellt bzw. wird der durchschnittliche E-Basis-Score je limitierter Branche im Reporting zu den limitierten Branchen ausgewiesen. Die Skala der beschriebenen Scores reicht jeweils von 0 bis 100, wobei ein höherer Wert eine höhere Nachhaltigkeitsleistung bedeutet.
Derzeit liegt der Fokus auf dem E-Basis-Score (Klima und Umwelt), welcher auf qualitativen und quantitativen Aspekten basiert. Die quantitativen Werte werden über einen „Umwelt“-Fragebogen gesammelt, weiterverarbeitet und mit Benchmark-Werten verglichen. Die Benchmark-Werte werden von Raiffeisen Research (Abteilung der RBI) auf 6-stelliger GICS-Code-Ebene zur Verfügung gestellt und regelmäßig aktualisiert. Sie repräsentieren ein globales externes Portfolio auf Basis von Reuters- und Bloomberg-Informationen. Die jeweiligen quantitativen Bewertungen basieren auf den Abweichungen vom Durchschnitt innerhalb der betrachteten GICS-Codes.
Die qualitativen Datenpunkte basieren auf sieben für alle Branchen einheitlichen Fragen. Die Gewichtung ist jedoch je Branche unterschiedlich. Es ist sichergestellt, dass kein Unternehmen über 100 oder unter 0 Punkte erreichen kann.
Der E-Score dient weniger der Festlegung eines absoluten Wertes für die Umweltleistung als vielmehr der Darstellung der Entwicklung im Zeitablauf und einer Einordnung der Umweltleistung im Peer-Vergleich. Er steht derzeit bereits als informativer Wert im Rahmen des Finanzierungsantrages zur Verfügung. Weiters wird der E-Score auch im Rahmen des ESG-Portals (web-basierte Anwendung) den Referenten zur Abfrage und zur Unterstützung des Finanzierungsprozesses bereitgestellt.
S- und G-Scores werden zunehmend mehr in den Fokus rücken, sobald der kundenspezifische ESG-Score im Ratingprogramm vollständig operationalisiert wurde, was planmäßig im Jahr 2024 erfolgen wird. Diese beiden Dimensionen des ESG-Scores werden ausschließlich über qualitative Fragen abgebildet. Sobald eine kritische Masse an kundenspezifischen S- und G-Scores zur Verfügung steht, werden diese auch als Metrik im Rahmen der nächsten Risikoinventur verwendet.
Die folgende Abbildung zeigt die Maske Firmen-Screening mit den E-, S- und G-Scores eines Unternehmens, globale und regionale Vergleiche sowie Vergleiche innerhalb einer Industrie:
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'
Die folgende Tabelle zeigt die Forderungen an Kunden für den Stichtag 31.12.2023 im aufsichtsrechtlichen RLB OÖ Konzern je Branchengruppe klassifiziert nach dem E-Basis-Score. Ein höherer E-Score weist dabei auf eine höhere Umweltleistung im Vergleich zu einem niedrigeren E-Score hin.
E-Basis-Score der Forderungen an Kunden
nach Branchengruppen per 31.12.2023
Bruttosaldo
in TEUR
davon E-Basis-Score < 30 in TEUR
davon E-Basis-Score >= 30 und < 40 in TEUR
davon E-Basis-Score >= 40 und < 50 in TEUR
davon E-Basis-Score 50 bis 100 in TEUR
davon E-Basis-Score >= 50
in %
Gewerbliche und sonstige Immobilienprojekte
4.003.852
0
6.756
839.519
3.157.577
79%
Bau- und Baunebengewerbe
1.831.526
0
172.873
1.184.700
473.952
26%
Wohnbauträger nicht gemeinnützig
1.745.556
0
0
1.058.930
686.626
39%
Private Haushalte
1.562.832
0
417
39.332
1.523.084
97%
Verkehr und Lagerei
1.331.486
0
1.854
1.112.845
216.786
16%
KFZ
1.302.146
0
3.468
1.155.438
143.240
11%
Lebensmittel
1.145.787
17
14
1.098.345
47.412
4%
Maschinen- und Anlagenbau
1.123.025
0
305
732.464
390.256
35%
Konsumgüter
1.004.307
0
131
690.997
313.179
31%
Öffentliche Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck
958.191
0
0
178.424
779.767
81%
Tourismus, Beherbergung, Gastronomie
931.936
0
0
561.973
369.963
40%
Metallerzeugung und -bearbeitung
879.985
0
3.003
798.506
78.476
9%
Immobilienprojektbetreiber
857.944
0
0
350.092
507.852
59%
Kunststoffe, chemische Produkte
797.471
0
615
754.419
42.437
5%
Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen
754.119
0
14.540
153.849
585.729
78%
Land- und Forstwirtschaft
715.585
0
606
687.209
27.770
4%
Elektronik/Elektro
659.171
0
86
359.692
299.393
45%
Beteiligungsgesellschaften
644.504
0
2.299
384.025
258.181
40%
Wohnbauträger gemeinnützig
548.241
0
0
180.116
368.125
67%
Gesundheits- und Sozialwesen
539.959
0
0
483.556
56.403
10%
Energieversorgung
539.184
0
3.001
322.315
213.868
40%
Möbelerzeugung und -handel
474.688
0
79
459.310
15.299
3%
Information und Kommunikation
464.382
0
0
208.281
256.101
55%
Pharmaindustrie und Medizintechnologie
398.206
0
0
361.037
37.170
9%
Freiberufliche/technische Dienstleistungen
300.140
0
0
72.397
227.743
76%
Freizeit
297.528
0
0
280.472
17.056
6%
Fonds und Privatstiftungen
288.740
0
0
151.875
136.865
47%
Papier und Pappe
286.449
0
0
94.106
192.343
67%
Erdöl, Erdgas, sonstige Rohstoffe
247.726
0
71.766
153.858
22.102
9%
Erneuerbare Energien
161.513
0
34.444
126.031
1.038
1%
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
153.365
0
0
125.548
27.817
18%
Wasserversorgung und Abfallentsorgung
146.693
0
1.922
127.229
17.542
12%
Finanzierungsleasing
84.200
0
0
43.715
40.485
48%
Kreditinstitute EU ohne Österreich
1.401
0
0
151
1.250
89%
Kreditinstitute Österreich
12
0
0
12
0
0%
Kreditinstitute Sonstige
4
0
0
1
3
75%
Forderungen an Kunden im CRR-Kreis
27.181.854
17
318.179
15.330.769
11.532.890

E-Basis-Score der Forderungen an Kunden
nach Branchengruppen per 31.12.2022
Bruttosaldo
in TEUR
davon E-Basis-Score < 30 in TEUR
davon E-Basis-Score >= 30 und < 40 in TEUR
davon E-Basis-Score >= 40 und < 50 in TEUR
davon E-Basis-Score 50 bis 100 in TEUR
davon E-Basis-Score >= 50
in %
Gewerbliche und sonstige Immobilienprojekte
3.835.602
0
82.737
731.166
3.021.698
79%
Bau- und Baunebengewerbe
1.742.961
0
174.835
1.205.745
362.381
21%
Private Haushalte
1.739.820
444
2.746
1.736.083
546
0%
Wohnbauträger nicht gemeinnützig
1.577.410
0
n/a
936.856
640.553
41%
KFZ
1.238.888
0
7.869
1.091.382
139.636
11%
Verkehr und Lagerei
1.182.055
0
3.179
957.797
221.079
19%
Maschinen- und Anlagenbau
1.163.050
0
11.365
1.038.881
112.804
10%
Lebensmittel
1.110.879
11
34.295
1.013.025
63.548
6%
Metallerzeugung und -bearbeitung
1.045.803
87
41.710
949.811
54.195
5%
Immobilienprojektbetreiber
1.013.998
0
0
487.559
526.439
52%
Konsumgüter
1.005.108
0
12.108
792.722
200.279
20%
Tourismus, Beherbergung, Gastronomie
970.591
0
215
846.864
123.512
13%
Öffentliche Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck
924.022
0
140.796
165.033
618.192
67%
Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen
801.601
2.805
61.917
618.874
118.004
15%
Kunststoffe, chemische Produkte
794.325
0
90.401
617.422
86.503
11%
Elektronik/Elektro
689.121
0
1.661
527.309
160.152
23%
Land- und Forstwirtschaft
656.573
0
385.951
234.515
36.107
5%
Gesundheits- und Sozialwesen
576.606
0
29.471
534.972
12.162
2%
Beteiligungsgesellschaften
574.792
0
11.377
272.377
291.039
51%
Energieversorgung
567.698
0
87.884
272.304
207.510
37%
Wohnbauträger gemeinnützig
550.231
0
0
124.543
425.689
77%
Information und Kommunikation
488.163
0
22.560
240.404
225.199
46%
Pharmaindustrie und Medizintechnologie
350.841
0
35.578
310.604
4.659
1%
Freizeit
319.351
0
0
294.373
24.978
8%
Freiberufliche/technische Dienstleistungen
288.083
0
681
97.859
189.543
66%
Fonds und Privatstiftungen
284.360
0
0
197.784
86.576
30%
Erdöl, Erdgas, sonstige Rohstoffe
269.216
0
86.754
159.695
22.768
8%
Möbelerzeugung und -handel
261.531
0
0
246.996
14.535
6%
Papier und Pappe
248.896
0
0
98.172
150.724
61%
Erneuerbare Energien
183.189
0
59.408
25.861
97.920
53%
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
165.703
0
0
132.473
33.230
20%
Wasserversorgung und Abfallentsorgung
154.574
0
3.238
149.284
2.052
1%
Finanzierungsleasing
77.273
0
0
76.798
475
1%
Kreditinstitute Österreich
1.330
0
0
1.242
88
7%
Kreditinstitute EU ohne Österreich
1.011
0
0
68
943
93%
Kreditinstitute Sonstige
2
0
0
0
2
100%
Forderungen an Kunden im CRR-Kreis
26.854.657
3.347
1.388.736
17.186.853
8.275.720
Der auf Kundenebene ermittelte E-Basis-Score nach Branchen (Branchenschnitt) wird monatlich im Bericht zu den limitierten Branchen reportet und dem Risiko- und Marktvorstand sowie sämtlichen Bereichsleitern des Finanzierungsmanagements und der Marktbereiche übermittelt. Weiters wird der Bericht auf working@raiffeisen (interne Informationsplattform) veröffentlicht, um allen betroffenen Mitarbeitern einen Branchenüberblick zu ermöglichen.
Beurteilung der Wesentlichkeit
Die erläuterten Metriken bilden den wesentlichen Input für eine einheitliche Basis zur Bewertung von Klima- und Umweltrisiken entlang der klassischen Risikoarten.
Klima- und Umweltrisiken sind Treiber bestehender Risikoarten, insbesondere des Kreditrisikos, des Beteiligungsrisikos, des operationellen Risikos, des Markt- und Liquiditätsrisikos. Vor diesem Hintergrund wurden Klima- und Umweltrisiken in das Risikoinventar bereits bestehender Risikoarten aufgenommen. Für die Messung und Meldung ist demnach der relevante Risikobereich zuständig – die Parameter, Metriken und daraus resultierende Analysen, die als Input dienen, sowie der generelle Know-how-Transfer erfolgen über eine zentrale Einheit innerhalb des Risikomanagements. Durch die Integration von Klima- und Umweltrisiken in die Risikoarten werden letztlich die klassischen Risikogremien automatisch bedient.
Im Fokus der diesjährigen Risikoinventur stand die Bewertung von Klima- und Umweltrisiken unter Berücksichtigung von unterschiedlichen Szenarien und Zeithorizonten. Dabei wurde für jedes Szenario bzw. jeden ausgewählten Zeithorizont eine Materialitätsbewertung entlang einheitlicher Matrizen (Szenarien und Zeithorizonte) durchgeführt. Die Ergebnisse je Risikoart sind dabei in den untenstehenden Tabellen ersichtlich.
Für die Klimarisiken wurden als Szenarien die nachfolgend beschriebenen NGFS-Szenarien (Network for Greening the Financial System) gewählt: Dem Szenario „Orderly Transition“ liegt die Annahme zugrunde, dass klimapolitische Maßnahmen frühzeitig eingeführt und stetig verschärft werden. Sowohl transitorisches als auch physisches Risiko halten sich dabei kurzfristig in Grenzen. Über die Zeithorizonte 2030 und 2040 werden Geschäftsmodelle, welche nicht in die Dekarbonisierung investiert haben, zunehmend mit höheren Kosten und den folglichen Konsequenzen konfrontiert. Durch die frühzeitige Einführung und laufende Verschärfung von Klimaschutzmaßnahmen nehmen die physischen Folgen des Klimawandels bis 2030 zu, bis 2040 treten diese jedoch nicht noch häufiger/intensiver auf verglichen mit 2030.
Im Szenario „Disorderly Transition“ entsteht ein hohes Transitionsrisiko aufgrund verzögerter oder unterschiedlicher Politik in Ländern und/oder Sektoren. Beispielsweise hätte das verzögerte Handeln einen (nötigen) abrupten Anstieg des CO2-Preises zur Folge. Dies überfordert wiederum v. a. bis 2040 viele Geschäftsmodelle, die stark davon betroffen sind und für die der hohe Preisanstieg wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Die physischen Folgen des Klimawandels entwickeln sich im Disorderly Szenario beinahe analog „Orderly Transition“.
Im Szenario „Hothouse World“ geht man davon aus, dass klimapolitische Maßnahmen in einigen Ländern umgesetzt werden, aber die globalen Bemühungen nicht ausreichen, um eine signifikante globale Erwärmung aufzuhalten. Die Folgen davon sind über die Zeithorizonte zunehmende hohe physische Risiken, welche irreversible Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft mit sich bringen.
Für Umweltrisiken werden zwei Szenarien, welche angelehnt an die NGFS-Szenarien intern ausgearbeitet wurden, betrachtet. Das „Business as usual“-Szenario unterstellt dabei, dass keine großen (politischen) Anstrengungen vorgenommen werden, um das Naturkapital zu schützen. Unternehmen können somit die benötigten Ressourcen wie z. B. Wasser und Boden verbrauchen. Die ersten Auswirkungen sind somit bis 2030 zu erwarten, bis 2040 werden sehr viele Ressourcen nicht mehr in der benötigten Form zur Verfügung stehen, was hohe Kosten verursacht, weshalb wiederum einige Geschäftsmodelle nicht mehr in der ursprünglichen Form funktionieren werden.
Im Szenario „hohe politische Anstrengungen“ unterstellt die Raiffeisenlandesbank OÖ, dass es politische Maßnahmen beispielsweise in Form von Steuern, Ver- und Geboten zum Schutz der Umwelt geben wird. Somit werden sich mittelfristig transitorische Umweltrisiken ergeben, während das Naturkapital weitestgehend intakt bleibt und Geschäftsmodelle mit kleineren Einschränkungen auf die benötigte Ökosystemleistung zugreifen können.
Kurzfristig
Kredit-
risiko
Markt-
risiko
Liquiditäts-
risiko
Operatio-
nelles
Risiko
Ertrags- und
Profitabilitätsrisiko
Beteiligungs-
risiko
Transitorische
Klimarisiken
Orderly
Transition
gering
unbedeutend
unbedeutend
gering
unbedeutend
gering
Disorderly
Transition
gering
unbedeutend
unbedeutend
gering
unbedeutend
unbedeutend
Hothouse
World
unbedeutend
unbedeutend
unbedeutend
gering
unbedeutend
unbedeutend
Physische
Klimarisiken
Orderly
Transition
gering
unbedeutend
unbedeutend
gering
unbedeutend
gering
Disorderly
Transition
gering
unbedeutend
unbedeutend
gering
unbedeutend
gering
Hothouse
World
gering
unbedeutend
unbedeutend
gering
unbedeutend
gering
Sonstige
Umweltrisiken
Business as usual
gering
unbedeutend
unbedeutend
NA
unbedeutend
gering
Hohe politische Anstrengungen
gering
unbedeutend
gering
NA
unbedeutend
gering
2030
Kredit-
risiko
Markt-
risiko
Liquiditäts-
risiko
Operatio-
nelles
Risiko
Ertrags- und
Profitabilitätsrisiko
Beteiligungs-
risiko
Transitorische
Klimarisiken
Orderly
Transition
mittel
gering
gering
gering
mittel
hoch
Disorderly
Transition
gering
mittel
mittel
mittel
gering
mittel
Hothouse
World
unbedeutend
unbedeutend
unbedeutend
gering
unbedeutend
unbedeutend
Physische
Klimarisiken
Orderly
Transition
mittel
gering
gering
gering
mittel
mittel
Disorderly
Transition
mittel
gering
gering
gering
mittel
mittel
Hothouse
World
mittel
gering
gering
gering
mittel
mittel
Sonstige
Umweltrisiken
Business as usual
mittel
gering
gering
NA
mittel
mittel
Hohe politische Anstrengungen
mittel
gering
gering
NA
mittel
mittel
2040
Kredit-
risiko
Markt-
risiko
Liquiditäts-
risiko
Operatio-
nelles
Risiko
Ertrags- und
Profitabilitätsrisiko
Beteiligungs-
risiko
Transitorische
Klimarisiken
Orderly
Transition
mittel
gering
gering
gering
mittel
mittel
Disorderly
Transition
hoch
gering
gering
gering
hoch
hoch
Hothouse
World
gering
unbedeutend
unbedeutend
gering
mittel
gering
Physische
Klimarisiken
Orderly
Transition
gering
gering
gering
gering
mittel
mittel
Disorderly
Transition
gering
gering
gering
gering
hoch
mittel
Hothouse
World
hoch
mittel
mittel
gering
hoch
hoch
Sonstige
Umweltrisiken
Business as usual
hoch
mittel
mittel
NA
hoch
hoch
Hohe politische Anstrengungen
mittel
gering
gering
NA
mittel
mittel
Risikoarten und Risikomessung
Kreditrisiko
Das Kreditrisiko stellt das Risiko der Bank dar, dass ein Verlust aufgrund der Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtungen durch Kunden oder Vertragspartner eintritt. Das Kreditrisiko resultiert hauptsächlich aus den Forderungen an Kunden und Banken und aus den Wertpapieren des Bankbuchs.
Im Zusammenhang mit der Berücksichtigung von Kreditrisiken bei der Modellbewertung von Derivaten wurde ein Credit Value Adjustment (CVA) und ein Debt Value Adjustment (DVA) auf Basis von Faktoren wie insbesondere Restlaufzeit, Kontrahentenausfallrisiko und Besicherung ermittelt.
Die Berichterstattung über das Kreditrisiko erfolgt quartalsweise bzw. anlassbezogen an den Vorstand. Für die Zwecke der Risikoberichterstattung der Gruppe fließen alle Elemente der Kreditrisikoforderungen, wie z. B. Ausfallrisiko einzelner Debitoren, Länder- und Sektorrisiken, mit ein.
Die Branchenverteilung des Kreditportfolios wird vierteljährlich auf Klumpenrisiken überprüft. An einzelne Kreditnehmer oder Gruppen verbundener Kunden wird ein maximales Obligo nach internen Regelwerken bis zur gesetzlichen Großkredit-Obergrenze vergeben. Voraussetzungen sind geschäftspolitische und strategische Interessen des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns und die einwandfreie Bonität des Kreditnehmers. Zusätzlich ist eine Branchenlimitierung im Einsatz und das Kreditvolumen in Fremdwährung ist ebenfalls limitiert.
Die Grundsätze für die Bonitätsbeurteilung von Kunden sind in den Regelwerken „Ratingrichtlinie“ und „Konzern-Sicherheitenrichtlinie“ enthalten. Diese Regelwerke sind eine kompakte Darstellung der für die Raiffeisenlandesbank OÖ gültigen Standards. Sie orientieren sich an internationalen Standards (Basel), Vorgaben der Europäischen Union (CRR), den EBA-Guidelines, nationalen gesetzlichen Regelungen und Verordnungen (BWG, Kreditinstitute-Risikomanagementverordnung) bzw. an aufsichtsrechtlichen Empfehlungen (FMA-Mindeststandards für das Kreditgeschäft, FMA-Leitfadenreihe zum Kreditrisiko).
Zur Messung des Kreditrisikos werden die Finanzierungen nach Vornahme eines bankinternen Ratings in Bonitäts- und Risikoklassen eingeteilt. Die Risikosituation eines Kreditnehmers umfasst demnach zwei Dimensionen: die Erhebung und Beurteilung der wirtschaftlichen Situation und die Bewertung der bestellten Sicherheiten.
Als Bonitätskriterien werden sowohl Hard Facts als auch Soft Facts herangezogen. Im Firmenkundengeschäft werden Soft Facts auch im Zuge eines Unternehmergesprächs systematisch erhoben und gewürdigt.
Die Unterlegung von Krediten mit Kreditsicherheiten ist eine wesentliche Strategie zur Reduktion des potenziellen Kreditrisikos. Die anerkannten Sicherheiten sind in der Konzern-Sicherheitenrichtlinie mit den dazugehörigen Bewertungsrichtlinien festgelegt. Der Sicherheitenwert errechnet sich dabei anhand einheitlicher Methoden, die vordefinierte Abschläge, Expertengutachten und standardisierte Berechnungsformeln umfassen. Die Abbildung und Wartung der Sicherheiten erfolgt in einem zentralen Sicherheitensystem.
Die Ratingsysteme sind nach den Kundensegmenten Corporates, Retailkunden, Projekte, Banken, Staaten, Länder/Gemeinden, Versicherungen sowie Fonds differenziert. Für die automatisierte Einstufung des kleinvolumigen Mengengeschäftes mit unselbstständigen Privatkunden bzw. Freiberuflern und Kleinunternehmern ist ein Scoringsystem im Einsatz.
Die Systeme zur Bonitätsbeurteilung werden laufend validiert und weiterentwickelt. Dazu wird vierteljährlich ein Validierungsbericht mit einer Zusammenfassung der Validierungsergebnisse erstellt. Es werden qualitative und quantitative Elemente bei der Validierung angewendet. Bei der qualitativen Validierung wird der Fokus auf die Überprüfung und Verbesserung der Datenqualität und die Analyse der Einhaltung der Ratingstandards gelegt. Bei der quantitativen Validierung werden die Trennschärfe und die Stabilität der Ratingmodelle untersucht.
Das Kreditportfolio der Raiffeisenlandesbank OÖ wird tourlich mittels automatischer Parameter, die auf eine negative wirtschaftliche Entwicklung des jeweiligen Kunden hinweisen, überprüft (Frühwarnsystem). Die als mit wesentlichem Risikogehalt identifizierten Kunden werden im Zuge einer Überprüfung im Vier-Augen-Prinzip dem Kundenportfolio Intensivbetreuung zugeordnet und in weiterer Folge zumindest halbjährlich einer Folgeprüfung unterzogen.
In der Raiffeisenlandesbank OÖ erfolgt zur Steuerung des Konzentrationsrisikos eine Limitierung der Branchen über Nominallimits auf Basis des Bankobligos. Grundlage für die Festlegung der Nominallimits sind das ICAAP-Kreditrisiko für die Raiffeisenlandesbank OÖ sowie volkswirtschaftliche Branchen-Analysen. Die aktuelle Limitausnutzung kann durch den Referenten im System abgefragt werden. Zusätzlich wird monatlich ein Bericht zu den limitierten Branchen erstellt und an den Markt- und den Risikovorstand sowie den Finanzierungsbereich übermittelt.
Das CVA-Risiko stellt das Risiko einer negativen Marktwertveränderung von OTC-Derivaten bei einem Anstieg des Ausfallrisikos der Gegenpartei dar und findet in Form einer Anpassung des Marktwerts (Credit Value Adjustment) eines Portfolios von Geschäften mit einer Gegenpartei Berücksichtigung.
Im „Risikobericht Kontrahentenrisiko“ erfolgt die strukturelle Darstellung des Kontrahentenrisikos der Raiffeisenlandesbank OÖ zur internen Risikosteuerung im Sinne der Mindeststandards für das Kreditgeschäft bzw. genereller internationaler Normen („ICAAP“). Der Aufbau und Inhalt des Risikoberichts der Raiffeisenlandesbank OÖ gibt auch den Standard für Risikoberichte von Tochterunternehmen vor. Der Risikobericht wird quartalsweise an den Gesamtvorstand übermittelt.
Für das interne Rating sind im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern folgende Ratingklassen in Verwendung:
10-stufige
Skala
Subklassen
Bezeichnung
0,5
0,5
risikolos
1,0
1,0
ausgezeichnete Bonität
1,5
1,5
sehr gute Bonität
2,0
2+
gute Bonität
2,0
2,5
2-
durchschnittliche Bonität
2,5
3,0
3+
akzeptable Bonität
3,0
3,5
3-
mäßige Bonität
3,5
schwache Bonität
4,0
4+
sehr schwache Bonität
4,0
4,5
4,5
ausfallgefährdet
5,0
5,0
Ausfallmerkmale erreicht
5,1
5,2
Die Definition und Abgrenzung der einzelnen Ratingklassen orientiert sich an statistischen Ausfallwahrscheinlichkeiten. Die verbalen Bezeichnungen dienen nur der Veranschaulichung.
Kreditrisikoexpositionen
Maximale Kreditrisikoexposition nach Bilanzposten
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Barreserve (Guthaben bei Zentralnotenbanken)
13.271
12.355
Forderungen an Kreditinstitute
9.814.560
12.390.194
Forderungen an Kunden
25.977.782
25.932.807
Handelsaktiva
1.332.208
1.621.764
Finanzanlagen
4.432.552
3.945.726
Gesamt
41.570.373
43.902.846
Finanzgarantien
3.452.622
3.248.302
Kreditrisiken
7.117.843
7.477.691
Gesamt
10.570.465
10.725.993
Maximale Kreditrisikoexposition
52.140.838
54.628.839

Sicherheitenwerte zur Gesamtstruktur
Die angegebenen Sicherheitenwerte entsprechen den im internen Risikomanagement angesetzten Werten. Sie drücken die konservativen Eingangserwartungen bei allfällig notwendiger Abwicklung der Kreditengagements aus.
31.12.2023
31.12.2022
IN TEUR
Sicherheiten
gesamt
davon
Immobilien
davon Gewer-
beimmobilien
Sicherheiten
gesamt
davon
Immobilien
davon Gewer-
beimmobilien
Forderungen an Kreditinstitute
26.146
0
0
46.175
0
0
Forderungen an Kunden
15.392.181
10.852.870
7.385.577
15.218.073
10.654.304
7.126.877
Handelsaktiva
132.033
2.652
2.652
121.002
5.206
5.206
Finanzanlagen
28.156
0
0
34.103
0
0
Gesamt
15.578.516
10.855.522
7.388.229
15.419.353
10.659.510
7.132.083
Finanzgarantien
359.601
95.697
92.245
327.462
107.140
100.963
Kreditrisiken
998.635
391.941
335.249
1.109.279
479.443
425.655
Gesamt
1.358.236
487.638
427.494
1.436.741
586.583
526.618
Sicherheitenwerte
16.936.752
11.343.160
7.815.723
16.856.094
11.246.093
7.658.701
Die Summe der Sicherheitenwerte setzt sich per 31.12.2023 zu 67,0 % aus Sicherheiten an unbeweglichen Gütern (z. B. Hypotheken, Rangordnungen) zusammen. Davon entfallen 68,9 % auf Gewerbeimmobilien. Im Vorjahr waren 66,7 % der Sicherheiten unbewegliche Güter und 68,1 % davon betrafen Gewerbeimmobilien.
Branchenstruktur/Klumpenrisiken
Maximale Kreditrisikoexposition nach Branchengruppen
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Kreditinstitute Österreich
12.749.781
14.616.731
Gewerbliche und sonstige Immobilienprojekte
4.041.352
4.166.376
Bau- und Baunebengewerbe
3.523.776
3.351.024
Öffentliche Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck
3.430.948
3.237.100
Maschinen- und Anlagenbau
2.267.604
2.157.933
Private Haushalte
1.795.381
2.007.019
KFZ
1.784.952
1.714.723
Wohnbauträger nicht gemeinnützig
1.778.887
1.783.914
Verkehr und Lagerei
1.620.178
1.513.203
Kreditinstitute EU ohne Österreich
1.585.297
1.565.822
Lebensmittel
1.328.536
1.359.160
Konsumgüter
1.315.345
1.361.137
Metallerzeugung und -bearbeitung
1.268.184
1.457.692
Kunststoffe, chemische Produkte
1.064.235
1.081.101
Tourismus, Beherbergung, Gastronomie
1.034.849
1.103.848
Elektronik/Elektro
1.013.469
1.019.434
Immobilienprojektbetreiber
935.707
1.274.958
Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen
914.459
918.270
Land- und Forstwirtschaft
819.309
822.700
Energieversorgung
753.470
908.286
Beteiligungsgesellschaften
745.512
681.703
Gesundheits- und Sozialwesen
621.504
645.479
Kreditinstitute Sonstige
618.953
574.239
Information und Kommunikation
596.696
696.763
Fonds und Privatstiftungen
570.129
518.911
Pharmaindustrie und Medizintechnologie
561.663
492.464
Möbelerzeugung und -handel
505.158
334.750
Freizeit
445.312
488.104
Wohnbauträger gemeinnützig
434.053
488.101
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
432.599
658.459
Zwischensumme
50.557.298
52.999.404
Sonstige Branchen
1.583.540
1.629.435
Maximale Kreditrisikoexposition
52.140.838
54.628.839

Im CRR-Kreis der RBG OÖ Verbund eGen bestanden per 31.12.2023 27 (31.12.2022: 29) Großkredite* (ohne Kredite gegenüber Gruppenmitgliedern). Davon entfallen 11 (31.12.2022: 11) Großkredite auf den kommerziellen Sektor, 3 (31.12.2022: 3) Großkredite auf den Bankenbereich und 13 (31.12.2022: 15) Großkredite auf öffentliche Haushalte.
* Wert (vor Anwendung von Ausnahmen und vor Abzug von Sicherheiten) größer 10 % der anrechenbaren Eigenmittel für Großkredite nach CRR
Geografische Verteilung der Forderungen an Kunden
in %
31.12.2023
31.12.2022
Österreich
58,3%
59,4%
Deutschland
26,4%
26,0%
Tschechien
4,0%
3,9%
Rumänien
2,2%
1,8%
Polen
2,1%
1,9%
Slowakei
1,5%
1,5%
Luxemburg
1,3%
1,2%
Ungarn
1,3%
0,9%
Sonstige
3,0%
3,5%
Monitoring der Immobiliensicherheiten in Zusammenhang mit dem Immobilienmarkt
Die Raiffeisenlandesbank OÖ hat, gemeinsam mit ihren Tochterunternehmen, bedeutende finanzielle Positionen im Zusammenhang mit der Immobilienwirtschaft inklusive Bau- und Baunebengewerbe. Strengere Kreditvergabestandards, steigende Zinsen und damit verbunden höhere Renditeerwartungen sowie hohe Baukosten haben die Immobilienwirtschaft 2023 geprägt. Das Transaktionsvolumen und die Anzahl der Transaktionen haben sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich reduziert.
In der Raiffeisenlandesbank OÖ führt diese Gemengelage im Geschäftsjahr 2023 zu einer starken Erhöhung der Risikokosten, wobei der Großteil dieses Anstiegs diesmal auf Vorsorgen für bereits eingetretene Ausfälle zurückzuführen ist und nicht wie in den vergangenen Jahren auf den Anstieg der Portfoliovorsorgen durch schlechter werdende Ratings oder herausfordernde makroökonomische Parameter.
Vor allem bei Immobilienprojekten in Entwicklung oder im Bau waren Stundungen oder Aufschübe notwendig, weil geplante Vorverkaufsquoten nicht erreicht oder vereinbarte Beiträge von Kapitalgebern nicht geleistet werden konnten. Etwa die Hälfte der gebildeten Vorsorgen ist auf solche Immobilienfinanzierungen zurückzuführen, wobei keine einzelne Kundengruppe heraussticht, sondern sich diese Vorsorgen vielmehr auf etliche kleinere und mittlere Kreditengagements verteilen.
Ergänzend wurden die Portfoliovorsorgen genutzt, um gezielt für Immobilienfinanzierungen vorzusorgen, bei denen eine Refinanzierung für den Projektentwickler bei Ablauf der Kreditlinien in der Zukunft durch die geänderten Rahmenbedingungen herausfordernd werden könnte.
Betrachtet man die Form der Immobilien, für die die Raiffeisenlandesbank OÖ Finanzierungen mit Kunden abschließt, so ergibt sich ein eindeutiger Schwerpunkt bei der Finanzierung von Liegenschaften, die zur Vermietung gedacht sind.
Direkt hinter den finanzierten Mietobjekten liegen Immobilien, die zur Eigennutzung gedacht sind. Der Verkauf von Immobilien wird als drittwichtigster Punkt finanziert.
Kredit nach Art der Liegenschaftsfinanzierung
Bruttosaldo
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Vermietung
6.113.658
5.755.290,0
Eigennutzung
2.233.879
2.160.313,0
Verkauf
1.123.377
959.811,0
Summe
9.470.914
8.875.414,0
Da sich die unterschiedlichen Arten von Immobilien unterschiedlich entwickelt haben, gibt die folgende Darstellung einen Überblick über den aktuellen Finanzierungsbestand im Vergleich zum Vorjahr:
Marktwert der unbeweglichen Sicherheiten
31.12.2023
31.12.2022
Liegenschaftsart
in TEUR
in %
in TEUR
in %
Wohnen
11.290.730
37%
11.691.062
38%
Büro
4.493.659
15%
4.094.331
13%
Einzelhandel
2.823.405
9%
3.102.912
10%
Garagen/Lager
2.203.820
7%
1.852.877
6%
Grundstücke
1.849.039
6%
1.943.073
6%
Hotels/Gastronomie
1.704.161
6%
1.345.773
5%
Geschäftsräume
1.653.068
5%
1.895.874
6%
Industrie/Produktion
1.339.483
4%
1.236.292
4%
Pflegeheime/Rehazentren
1.051.451
3%
1.056.630
4%
Landwirtschaft
309.557
1%
297.436
1%
Freizeit
226.007
1%
189.456
1%
Infrastruktur
143.228
0%
132.203
0%
sonstige Kategorie
1.753.270
6%
1.895.891
6%
Gesamt
30.840.878
100%
30.733.810
100%
Die Nachfrage nach zusätzlichem Wohnraum ist – nicht nur in Österreich - weiterhin gegeben. Der Wohnungsmarkt ist im Bereich Neubau sowohl bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen aufgrund der Leistbarkeit der Immobilienkredite stark eingebrochen. Es kommt zu einer Verlagerung in Richtung Miete und starken Mietpreissteigerungen. In der zweitgrößten Liegenschaftsart, bei den Büros, werden die nachgefragten Flächen tendentiell kleiner. Nachhaltige Immobilien bieten klare Vorteile, während Objekte, die nicht modernen Standards entsprechen zunehmend unter Druck geraten.
Nach einem herausfordernden Jahr 2023 der Immobilienmärkte in den meisten der nachfolgenden dargestellten Ländern erwarten wir für 2024 ein höheres Angebot am Markt sowie eine schrittweise Stabilisierung des Immobilienmarktes und eine Belebung des Investmentmarktes. Insbesondere die Berücksichtigung von ESG-Kriterien rücken auch hier zunehmend in den Fokus. Somit geht die RLB OÖ dazu über, hier Einflussfaktoren zu messen und in der Steuerung zu berücksichtigen.
Monitoring der Immobiliensicherheiten in Zusammenhang mit physischen Klimarisiken
Das unbewegliche Portfolio an Sicherheiten betrifft Liegenschaften unterschiedlichster Form und verteilt sich geografisch wie folgt:
Geografische Verteilung in % der unbeweglichen Sicherheiten zu Forderungen an Kunden
in %
31.12.2023
31.12.2022
Österreich
61,5%
60,7%
Deutschland
28,3%
29,1%
Tschechien
6,5%
6,5%
Slowakei
2,7%
2,6%
Kroatien
0,7%
0,7%
Sonstige
0,3%
0,4%
Für Österreich sind mittels der HORA-Datenbank (Natural Hazard Overview & Risk Assessment Austria vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft) historische Daten zu physischen Risiken für die Raiffeisenlandesbank OÖ verfügbar. Bei der Interpretation der Daten ist zu beachten, dass risikomitigierende Maßnahmen wie beispielsweise die Bauweise von Gebäuden und das potenzielle Ausmaß des Schadens bei Eintritt des Risikos in den Daten nicht enthalten sind.

Adresszonierung in Hochwasserzonen
Sturm – Windspitzen Sommer
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Quelle: https://www.hora.gv.at/, 03.03.2023, Medieninhaber: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft, Stubenring 1, 1012 Wien, Österreich. DVR: 0000183
Laut Auswertung aus 2022 liegen rund 5 % der als Sicherheiten angesetzten Immobilien für Kredite und Darlehen in Österreich in einem Hochwassergebiet mit hoher Gefährdung (Überflutung bei 30-jährigem Hochwasser möglich). Weitere rund 4 % liegen in einem Hochwassergebiet mit mittlerer Gefährdung (Überflutung bei 100-jährigem Hochwasser möglich). Die historischen Ereignisse werden in den in Auftrag gegebenen Marktwertgutachten berücksichtigt.
Das künftige physische Klima- bzw. Umweltrisiko wird auf Basis der Daten von Prometeia halbjährlich in Form eines Physical Risk Scores in geografischer Hinsicht quantifiziert. Dieser Score berücksichtigt mögliche Beeinträchtigungen der Tätigkeit des Kunden auf Basis der Lage seines Hauptsitzes. Darüber hinaus werden die Prometeia-Daten auch zum Immobiliensicherheitenportfolio der Raiffeisenlandesbank OÖ gemappt, um die Betroffenheit der konkreten Standorte dieser Sicherheiten regelmäßig zu erheben. Zusätzlich wurde ein Physical Risk Score für die sektorspezifische Vulnerabilität von Geschäftsmodellen entwickelt, wobei die Anlagenintensität (Sachanlagen im Verhältnis zum Umsatz) als Basis genutzt wurde.
Die folgenden Tabellen zeigen die Forderungen an Kunden für den Stichtag 31.12.2023 im aufsichtsrechtlichen RLB OÖ Konzern je Branchengruppe klassifiziert nach akuten bzw. chronischen physischen Risiko-Scores. Ein niedrigerer Score weist dabei auf ein niedrigeres physisches Klimarisiko hin:
Branchengruppen
Physischer Score Akut
Bruttosaldo in TEUR per 31.12.2023
gesamt
kleiner 30
30–50
größer 50
nicht bewertet
Gewerbliche und sonstige Immobilienprojekte
4.003.852
2.216
366.752
3.618.197
16.687
Bau- und Baunebengewerbe
1.831.526
0
399.074
1.414.657
17.795
Wohnbauträger nicht gemeinnützig
1.745.556
0
13.497
1.700.925
31.134
Private Haushalte
1.562.832
0
1.147
27.387
1.534.298
Verkehr und Lagerei
1.331.486
0
57.645
1.273.749
92
KFZ
1.302.146
0
273.090
1.023.277
5.778
Lebensmittel
1.145.787
11.286
165.133
965.612
3.756
Maschinen- und Anlagenbau
1.123.025
0
263.337
854.591
5.097
Konsumgüter
1.004.307
0
147.193
855.444
1.670
Öffentliche Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck
958.191
0
268.151
690.040
0
Tourismus, Beherbergung, Gastronomie
931.936
0
76.500
819.504
35.932
Metallerzeugung und -bearbeitung
879.985
0
181.279
698.706
0
Immobilienprojektbetreiber
857.944
0
5.650
849.993
2.301
Kunststoffe, chemische Produkte
797.471
0
186.839
610.632
0
Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen
754.119
1.911
148.743
208.528
394.937
Land- und Forstwirtschaft
715.585
0
105.731
609.854
0
Elektronik/Elektro
659.171
0
102.295
556.876
0
Beteiligungsgesellschaften
644.504
509
572.366
68.957
2.672
Wohnbauträger gemeinnützig
548.241
0
0
548.241
0
Gesundheits- und Sozialwesen
539.959
0
218.510
319.621
1.828
Energieversorgung
539.184
0
245.062
293.266
857
Möbelerzeugung und -handel
474.688
0
22.139
452.550
0
Information und Kommunikation
464.382
0
280.572
182.955
855
Pharmaindustrie und Medizintechnologie
398.206
0
70.747
309.083
18.376
Freiberufliche/technische Dienstleistungen
300.140
0
276.667
16.011
7.462
Freizeit
297.528
0
24.002
261.376
12.150
Fonds und Privatstiftungen
288.740
48
287.763
929
0
Papier und Pappe
286.449
0
65.052
221.397
0
Erdöl, Erdgas, sonstige Rohstoffe
247.726
0
42.262
205.428
37
Erneuerbare Energien
161.513
0
0
160.542
971
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
153.365
85.818
64.391
2.673
482
Wasserversorgung und Abfallentsorgung
146.693
0
2.323
140.698
3.672
Finanzierungsleasing
84.200
0
44.830
39.370
0
Kreditinstitute EU ohne Österreich
1.401
0
1.401
0
0
Kreditinstitute Österreich
12
0
12
0
0
Kreditinstitute Sonstige
4
0
4
0
0
Summe
27.181.854
101.788
4.980.159
20.001.069
2.098.839

Branchengruppen
Physischer Score Chronisch
Bruttosaldo in TEUR per 31.12.2023
gesamt
kleiner 30
30–50
größer 50
nicht bewertet
Gewerbliche und sonstige Immobilienprojekte
4.003.852
371.445
9.340
3.606.380
16.687
Bau- und Baunebengewerbe
1.831.526
505.942
483.263
824.526
17.795
Wohnbauträger nicht gemeinnützig
1.745.556
13.497
37.769
1.663.156
31.134
Private Haushalte
1.562.832
1.147
0
27.387
1.534.298
Verkehr und Lagerei
1.331.486
63.960
72.337
1.195.097
92
KFZ
1.302.146
1.124.518
64.316
107.534
5.778
Lebensmittel
1.145.787
176.668
422.034
543.329
3.756
Maschinen- und Anlagenbau
1.123.025
856.681
204.200
57.048
5.096
Konsumgüter
1.004.307
162.165
520.503
319.968
1.670
Öffentliche Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck
958.191
268.150
5.745
684.296
0
Tourismus, Beherbergung, Gastronomie
931.936
68.436
2.071
825.497
35.932
Metallerzeugung und -bearbeitung
879.985
790.067
36.768
53.149
0
Immobilienprojektbetreiber
857.944
5.650
7.262
842.731
2.301
Kunststoffe, chemische Produkte
797.471
211.522
553.307
32.642
0
Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen
754.119
270.487
61.980
26.713
394.937
Land- und Forstwirtschaft
715.585
106.110
248.235
361.240
0
Elektronik/Elektro
659.171
488.391
114.287
56.493
0
Beteiligungsgesellschaften
644.504
590.342
17.350
34.141
2.672
Wohnbauträger gemeinnützig
548.241
0
0
548.241
0
Gesundheits- und Sozialwesen
539.959
223.784
6.809
307.539
1.828
Energieversorgung
539.184
245.068
4.663
288.597
857
Möbelerzeugung und -handel
474.688
52.136
128.791
293.761
0
Information und Kommunikation
464.382
334.168
73.994
55.365
855
Pharmaindustrie und Medizintechnologie
398.206
81.020
236.174
62.637
18.376
Freiberufliche/technische Dienstleistungen
300.140
288.476
1.821
2.381
7.462
Freizeit
297.528
90.652
165.303
29.423
12.150
Fonds und Privatstiftungen
288.740
287.811
0
929
0
Papier und Pappe
286.449
65.052
200.782
20.615
0
Erdöl, Erdgas, sonstige Rohstoffe
247.726
45.544
195.455
6.691
37
Erneuerbare Energien
161.513
0
67
160.475
971
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
153.365
152.545
39
299
482
Wasserversorgung und Abfallentsorgung
146.693
3.714
16.451
122.857
3.672
Finanzierungsleasing
84.200
70.997
0
13.202
0
Kreditinstitute EU ohne Österreich
1.401
1.401
0
0
0
Kreditinstitute Österreich
12
12
0
0
0
Kreditinstitute Sonstige
4
4
0
0
0
Summe
27.181.854
8.017.562
3.891.116
13.174.339
2.098.838
Transitorische Klimarisiken im Kreditrisiko
Gefolgt von der Identifizierung des sensitiven Exposures im Portfolio gilt es, die transitorischen Risiken zu quantifizieren bzw. zu messen. Dies ermöglicht, den Schweregrad in den identifizierten Bereichen zu bestimmen, die Maßnahmen zu priorisieren und Ziele – inkl. Monitoring und Reporting – zu formulieren. Die Raiffeisenlandesbank OÖ hat hierbei den Anspruch, Klima- und Umweltrisiken kosteneffizient zu reduzieren bzw. den Risikoappetit entsprechend zu definieren.
Die Messung der Auswirkungen (und damit ein Verständnis der Sensitivität und des Ausmaßes) dient unter anderem der Erarbeitung von Zielen für die Ausrichtung der Geschäftsstrategie auf die Erfüllung des Pariser Klimaabkommens.
Zur Messung des transitorischen Risikos, das sich aus unterschiedlichen (Klima-) Szenarien auf das Portfolio der Raiffeisenlandesbank OÖ ergibt, sind aktuell vor allem Stressszenarien entlang der NGFS-Szenarien7 implementiert, welche auch im Zuge des EZB-Klimastresstests Anwendung gefunden haben. In der nachfolgenden Tabelle ist die Auswirkung des NGFS-Szenarios „Orderly 2030“ auf die bilanzielle Risikovorsorge (Stage 1+2) im IFRS-Teilkonzern 34000 (Raiffeisenlandesbank OÖ) dargestellt. Dazu wurde auf Basis des NGFS-Szenarios „Orderly 2030“ eine PD-Simulation erstellt, die zu Veränderungen bei Kundenratings führt, und anschließend auf Basis der simulierten Bonitäten die bilanzielle Portfoliovorsorge erneut berechnet. Die Spalte „Delta Risikovorsorge“ gibt jene Veränderung der bilanziellen Risikovorsorge an, die sich ceteris paribus per 31.12.2023 ergäbe, wenn die entsprechenden Prämissen des „Orderly 2030“-Szenarios bereits eingetreten wären, welche u. a. einen CO2-Preis in Höhe von ca. EUR 300/t CO2 beinhalten.
Sektor (NACE Rev. 1)
Bruttosaldo (RLB OÖ) in Mio. EUR
31.12.2023
Risikovorsorge in Mio. EUR
31.12.2023
Risikovorsorge Simulation Orderly 2030 in Mio. EUR
31.12.2023
Delta Risikovorsorge in Mio. EUR
A - Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
163
-1
-2
-1
B - Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden
182
-1
0
1
C - Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren
7.727
-44
-55
-11
D - Energieversorgung
904
-5
-9
-4
E - Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen
130
-1
-1
0
F - Baugewerbe/Bau
3.568
-27
-45
-18
G - Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen
2.912
-15
-20
-5
H - Verkehr und Lagerei
889
-3
-4
-1
I - Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie
616
-12
-14
-2
J - Information und Kommunikation
357
-3
-3
0
K - Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
14.982
-12
-16
-4
L - Grundstücks- und Wohnungswesen
6.577
-55
-67
-12
M - Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen
959
-6
-7
-1
N - Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen
325
-1
-2
-1
O - Öffentliche Verwaltung
2.588
-2
-2
0
P - Erziehung und Unterricht
14
0
0
0
Q - Gesundheits- und Sozialwesen
423
-10
-10
0
R - Kunst
86
-1
-1
0
S - Erbringung von sonstigen Dienstleistungen
717
-4
-6
-2
T - Private Haushalte mit Hauspersonal; Herstellung von Waren und Erbringung von Dienstleistungen durch private Haushalte für den Eigenbedarf ohne ausgeprägten Schwerpunkt
1.708
-6
-13
-7
U - Exterritoriale Organisationen und Körperschaften
89
0
0
0
SUMME
45.916
-209
-277
-68
Sektor (NACE Rev. 1)
Bruttosaldo (RLB OÖ) in Mio. EUR
31.12.2022
Risikovorsorge in Mio. EUR
31.12.2022
Risikovorsorge Simulation Orderly 2030 in Mio. EUR
31.12.2022
Delta Risikovorsorge in Mio. EUR
A - Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
171
-1
-2
-1
B - Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden
195
-1
-1
0
C - Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren
7.751
-38
-46
-8
D - Energieversorgung
989
-5
-6
-1
E - Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen
142
-1
-3
-1
F - Baugewerbe/Bau
3.872
-22
-26
-4
G - Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen
3.051
-15
-18
-3
H - Verkehr und Lagerei
856
-6
-7
-2
I - Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie
672
-9
-9
-1
J - Information und Kommunikation
508
-3
-3
0
K - Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
16.579
-20
-25
-5
L - Grundstücks- und Wohnungswesen
6.696
-36
-41
-6
M - Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen
1.047
-6
-6
0
N - Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen
370
-2
-2
-1
O - Öffentliche Verwaltung
2.527
0
-0
-0
P - Erziehung und Unterricht
4
0
0
0
Q - Gesundheits- und Sozialwesen
478
-10
-10
-0
R - Kunst
84
-1
-1
-0
S - Erbringung von sonstigen Dienstleistungen
781
-6
-7
-1
T - Private Haushalte mit Hauspersonal; Herstellung von Waren und Erbringung von Dienstleistungen durch private Haushalte für den Eigenbedarf ohne ausgeprägten Schwerpunkt
1.908
-10
-11
-2
U - Exterritoriale Organisationen und Körperschaften
69
0
0
0
SUMME
48.749
-190
-224
-34
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Zusammenhang zwischen der errechneten THG-Intensität je Sektor/Kunde und dem zu erwartenden PD-Stress entlang des Transitionsrisikoszenarios „Orderly 2030“ groß ist und damit künftig ceteris paribus erhöhte Risikovorsorgen zu erwarten sind. Insofern werden mittels der Ergebnisse aus dem Stresstesting jene Erkenntnisse gestützt, die bereits in der Risikoidentifikation aufgezeigt werden.
Gemäß Risikostrategie sollen zukünftig bei Neufinanzierungen Treibhausgasemissionen auf Basis von sektorspezifischen Korridoren für Alignment-Metriken bei der Kreditentscheidung mitberücksichtigt werden.
Zur Messung der Emissionen von unbeweglichen Sicherheiten wie Ein- und Mehrfamilienhäusern, Hotels, Einkaufszentren und Geschäftslokalen sind im Zusammenhang mit der Finanzierung Energieausweise der besicherten bzw. finanzierten Objekte vorzulegen.
Zum Stichtag 31.12.2023 sind Energieausweise in Höhe von 26 % des Marktwertes an Sicherheiten, gemessen am gesamten Marktwert der unbeweglichen Sicherheiten für Kredite und Darlehen im aufsichtsrechtlichen RLB OÖ Konzern mit Emissionscharakter, vorhanden.

Sonstige Umweltrisiken im Kreditrisiko
Sonstige Umweltrisiken sind finanziellen Risiken, welche sich aus den negativen Folgen von Umweltveränderungen ergeben. Die Abhängigkeit von Ökosystemleistungen (Dependencies), aber auch der Einfluss unserer Kunden auf diese (Impacts) kann demnach zu finanziellen Risiken führen.
Zur Einstufung der Relevanz sonstiger Umweltrisiken für die Raiffeisenlandesbank OÖ wurden weitere Risiko-Scores entwickelt, die das Ziel haben, die Einflüsse und Abhängigkeiten der Faktoren Wasser, Boden und Abfall Einflüsse (Impacts) und Abhängigkeiten (Dependencies) je Sektor zu quantifizieren. Die Bruttosalden im aufsichtsrechtlichen RLB OÖ Konzern gliedern sich in den bekannten Branchengruppen in den angeführten Bereichen zum Jahresende 2023 wie folgt:
Branchengruppen
Dependencies Score
Bruttosaldo in TEUR per 31.12.2023
gesamt
kleiner 30
30–50
größer 50
nicht bewertet
Gewerbliche und sonstige Immobilienprojekte
4.003.852
370.680
16.715
3.599.770
16.687
Bau- und Baunebengewerbe
1.831.526
370.359
238.907
1.204.465
17.795
Wohnbauträger nicht gemeinnützig
1.745.556
13.497
37.769
1.663.156
31.134
Private Haushalte
1.562.832
591
792
27.151
1.534.298
Verkehr und Lagerei
1.331.486
57.645
440.030
833.719
92
KFZ
1.302.146
595.921
129.125
571.322
5.778
Lebensmittel
1.145.787
427.353
171.378
543.299
3.756
Maschinen- und Anlagenbau
1.123.025
280.551
191.491
645.886
5.097
Konsumgüter
1.004.307
346.543
186.757
469.337
1.670
Öffentliche Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck
958.191
630.323
6.900
320.968
0
Tourismus, Beherbergung, Gastronomie
931.936
70.464
220
825.320
35.932
Metallerzeugung und -bearbeitung
879.985
183.089
38.179
658.717
0
Immobilienprojektbetreiber
857.944
10.956
1.956
842.731
2.301
Kunststoffe, chemische Produkte
797.471
188.987
199.765
408.719
0
Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen
754.119
140.399
188.223
30.558
394.937
Land- und Forstwirtschaft
715.585
106.159
181.493
427.932
0
Elektronik/Elektro
659.171
373.668
182.676
102.827
0
Beteiligungsgesellschaften
644.504
576.392
7.153
58.287
2.672
Wohnbauträger gemeinnützig
548.241
0
0
548.241
0
Gesundheits- und Sozialwesen
539.959
224.804
259.215
54.112
1.828
Energieversorgung
539.184
245.062
30.254
263.012
857
Möbelerzeugung und -handel
474.688
148.406
29.059
297.223
0
Information und Kommunikation
464.382
292.040
116.164
55.322
855
Pharmaindustrie und Medizintechnologie
398.206
73.581
208.326
97.923
18.376
Freiberufliche/technische Dienstleistungen
300.140
276.487
12.246
3.944
7.462
Freizeit
297.528
132.812
116.780
35.785
12.150
Fonds und Privatstiftungen
288.740
287.811
0
929
0
Papier und Pappe
286.449
65.052
200.767
20.629
0
Erdöl, Erdgas, sonstige Rohstoffe
247.726
56.230
23.124
168.335
37
Erneuerbare Energien
161.513
67
0
160.475
971
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
153.365
150.210
2.374
299
482
Wasserversorgung und Abfallentsorgung
146.693
121.895
17.610
3.516
3.672
Finanzierungsleasing
84.200
44.830
26.167
13.202
0
Kreditinstitute EU ohne Österreich
1.401
1.401
0
0
0
Kreditinstitute Österreich
12
12
0
0
0
Kreditinstitute Sonstige
4
4
0
0
0
Summe
27.181.854
6.864.281
3.261.615
14.957.111
2.098.839

Branchengruppen
Impacts Score
Bruttosaldo in TEUR per 31.12.2023
gesamt
kleiner 30
30–50
größer 50
nicht bewertet
Gewerbliche und sonstige Immobilienprojekte
4.003.852
121.088
21.374
3.844.703
16.687
Bau- und Baunebengewerbe
1.831.526
50.277
143.321
1.620.133
17.795
Wohnbauträger nicht gemeinnützig
1.745.556
0
37.769
1.676.653
31.134
Private Haushalte
1.562.832
0
20
28.514
1.534.298
Verkehr und Lagerei
1.331.486
0
66.299
1.265.095
92
KFZ
1.302.146
7.823
13.344
1.275.201
5.778
Lebensmittel
1.145.787
47.233
177.057
917.741
3.756
Maschinen- und Anlagenbau
1.123.025
19.796
188.744
909.389
5.097
Konsumgüter
1.004.307
5.304
177.447
819.886
1.670
Öffentliche Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck
958.191
142.695
433
815.063
0
Tourismus, Beherbergung, Gastronomie
931.936
38.538
506.627
350.838
35.932
Metallerzeugung und -bearbeitung
879.985
23.989
36.131
819.865
0
Immobilienprojektbetreiber
857.944
20
2.699
852.924
2.301
Kunststoffe, chemische Produkte
797.471
11.461
27.010
759.001
0
Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen
754.119
1.913
139.267
218.001
394.937
Land- und Forstwirtschaft
715.585
10.052
436.558
268.974
0
Elektronik/Elektro
659.171
0
67.787
591.384
0
Beteiligungsgesellschaften
644.504
107.105
4.790
529.937
2.672
Wohnbauträger gemeinnützig
548.241
0
0
548.241
0
Gesundheits- und Sozialwesen
539.959
139.303
938
397.890
1.828
Energieversorgung
539.184
0
155
538.172
857
Möbelerzeugung und -handel
474.688
0
2.162
472.527
0
Information und Kommunikation
464.382
4.140
64.014
395.372
855
Pharmaindustrie und Medizintechnologie
398.206
78.565
119.489
181.777
18.376
Freiberufliche/technische Dienstleistungen
300.140
199
402
292.076
7.462
Freizeit
297.528
0
55.698
229.679
12.150
Fonds und Privatstiftungen
288.740
287.811
0
929
0
Papier und Pappe
286.449
0
5.161
281.288
0
Erdöl, Erdgas, sonstige Rohstoffe
247.726
0
21.803
225.886
37
Erneuerbare Energien
161.513
0
0
160.542
971
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
153.365
139.009
258
13.615
482
Wasserversorgung und Abfallentsorgung
146.693
119.262
16.402
7.358
3.672
Finanzierungsleasing
84.200
44.830
0
39.370
0
Kreditinstitute EU ohne Österreich
1.401
1.401
0
0
0
Kreditinstitute Österreich
12
12
0
0
0
Kreditinstitute Sonstige
4
4
0
0
0
Summe
27.181.854
1.401.830
2.333.159
21.348.024
2.098.839
Struktur der Kreditrisikoexpositionen
Struktur der Performing überfälligen Kreditrisikoexpositionen und der zugehörigen Sicherheiten
Die Buchwerte zu den Performing* überfälligen Vermögenswerten betreffen ausschließlich den Bilanzposten „Forderungen an Kunden“. Sie sind inklusive der dazugehörigen Sicherheitenwerte in folgender Tabelle dargestellt:
31.12.2023
31.12.2022
überfällige
Vermögenswerte
überfällige
Vermögenswerte
Sicherheiten zu
überfälligen
überfällige
Vermögenswerte
überfällige
Vermögenswerte
Sicherheiten zu
überfälligen
IN TEUR
Bruttosaldo
Buchwert
Vermögenswerten
Bruttosaldo
Buchwert
Vermögenswerten
bis 30 Tage
581.802
578.912
437.296
739.697
733.456
459.122
31 bis 60 Tage
123.730
123.215
108.422
107.142
106.238
93.983
61 bis 90 Tage
19.317
19.228
16.754
11.682
11.566
9.822
über 90 Tage
67.145
63.483
52.226
22.307
21.747
18.484
Gesamt
791.994
784.838
614.698
880.828
873.007
581.411
Die Wertansätze der Sicherheiten berücksichtigen Abschläge, werden zeitnah überprüft und entsprechen den konservativen, nachhaltig erwartbaren Verwertungserlösen.
Die Summe der Sicherheitenwerte zu den Performing* überfälligen Kreditrisikoexpositionen setzt sich per 31.12.2023 zu 12,6 % (31.12.2022: 5,3 %) aus Sicherheiten an unbeweglichen Gütern (z. B. Hypotheken, Rangordnungen) zusammen.
Die Altersstruktur wird auf Basis des Einzelkontos ohne Berücksichtigung der Materialitätsgrenzen nach Art. 178 CRR ausgewiesen.
Risikovorsorge und Sicherheiten zu Non Performing** Kreditrisikoexpositionen
Die finanziellen Vermögenswerte, die zum Abschlussstichtag als Non Performing** bestimmt werden, weisen folgende Struktur auf und haben folgende Sicherheiten zugeordnet:
Forderungen an
Kreditinstitute
Forderungen an
Kunden
Finanzanlagen
Finanzgarantien
Kreditrisiken
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
31.12.2023
31.12.2022
31.12.2023
31.12.2022
31.12.2023
31.12.2022
31.12.2023
31.12.2022
Bruttowert
0
0
1.419.965
924.960
899
1.957
49.990
33.968
66.208
38.210
Risikovorsorge*
0
0
-438.524
-301.747
-899
-440
-26.585
-16.959
-7.370
-8.112
hievon: Risikovorsorge
FX–Finanzierung
0
0
-26.139
-32.072
0
0
0
0
-101
-147
Buchwert
0
0
981.441
623.213
0
1.517
23.405
17.009
58.838
30.098
Sicherheiten
0
0
758.936
455.428
0
0
9.675
5.792
31.069
8.761
Auslösetatbestände für die Bildung einer Risikovorsorge gemäß Non Performing Definition** stellen vor allem wirtschaftliche bzw. finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, Ausfall von Zins- oder Tilgungszahlungen sowie weitere Ausfalltatbestände nach aufsichtsrechtlichen Normen dar.
Die Non Performing** Definition des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns umfasst neben dem Ausfall nach Art. 178 CRR (Insolvenzen, drohende Zahlungsunfähigkeit, Klagsfälle, Stundungen, Restrukturierungen, erhebliche Kreditrisikoanpassungen, Forderungsverzicht, Direktabschreibungen, bonitätsbedingte Zinsfreistellungen, Fälligstellungen mit erwartetem wirtschaftlichen Verlust, Moratorien/Zahlungsstopp/Lizenzentzug bei Banken, wesentliche 90-Tage-Überfälligkeiten) auch die im Zusammenhang mit Forbearance als Non Performing zu meldenden Geschäfte (Non Performing gemäß Art. 47a CRR).
Neue Non Performing Fälle**, die gemäß Restrukturierungs- und Insolvenz-Richtlinie-Umsetzungsgesetz/StaRUG erfasst wurden, aber kein formelles Insolvenzverfahren darstellen, sind bisher von untergeordneter Bedeutung.
Kunden mit einem Non Performing** Kennzeichen sind entweder den Bonitätsklassen 5,0, 5,1 und 5,2 zugeordnet oder haben in der Folge einer früheren Non Performing Phase aufgrund wiederholter wirtschaftlicher Schwierigkeiten erneut Restrukturierungsmaßnahmen zugestanden bekommen bzw. wiesen eine Überfälligkeit von mehr als 30 Tagen in der an die Gesundung aus Non Performing** anschließenden einjährigen Probephase auf.
Die ausgefallenen Forderungen an Kunden sind im Vergleich zum Vorjahr stark angestiegen. Die Tage an überfälligen Zahlungen wurden im Vergleich ebenfalls mehr.
In Bezug auf die Aktivaqualität ergaben sich für den Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern bei Forderungen an Kunden und Kreditinstitute (einschließlich Guthaben bei Zentralnotenbanken) folgende Kennzahlen: Die NPL Ratio betrug per 31.12.2023 3,90 % (31.12.2022: 2,38 %). Die Coverage Ratio I betrug per 31.12.2023 30,88 % (31.12.2022: 32,62 %), die Coverage Ratio II 84,33 % (31.12.2022: 82,86 %).
* inkl. bonitätsinduzierten Fair Value-Änderungen bei zu FVPL kategorisierten Geschäften
** Performing vs. Non Performing gemäß Art. 47a CRR
In Besitz genommene Sicherheiten
Sicherheiten, die durch den Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern in Besitz genommen werden, werden auf ordnungsgemäße Weise veräußert, wobei der Erlös der Veräußerung zur Rückführung der Forderung verwendet wird. In Besitz genommene Sicherheiten werden grundsätzlich nicht im eigenen Geschäftsbetrieb verwendet. Vorrangiges Ziel ist es, diese Immobilien in einem angemessenen Zeitraum wieder zu veräußern. Bei schwer veräußerbaren Immobilien kommt auch eine sonstige Nutzung, die vorwiegend aus der Vermietung der Immobilien besteht, in Betracht. Der Buchwert dieser Vermögensgegenstände belief sich per 31.12.2023 auf TEUR 0 (31.12.2022: TEUR 0).
Forbearance
Die finanziellen Vermögenswerte (Buchwerte), bei welchen zum Abschlussstichtag Forbearance-relevante Maßnahmen bestanden, weisen folgende Struktur auf:
Performing
IN TEUR
31.12.2022
Zugang 2023
Abgang 2023
31.12.2023
Forderungen an Kunden
653.434
276.562
-442.692
487.304
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (IFRS 5) – bilanziell
0
0
0
0
Kreditzusagen
39.936
27.599
-35.566
31.969
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (IFRS 5) – außerbilanziell
0
0
0
0
Performing
693.370
304.161
-478.258
519.273
Risikovorsorge**
10.626
22.907
-8.171
25.362
Risikovorsorge** von gem. IFRS 5 zur Veräußerung gehaltenen Expositionen
0
0
0
0
Non-Performing*
IN TEUR
31.12.2022
Zugang 2023
Abgang 2023
31.12.2023
Forderungen an Kunden
266.182
302.790
-92.770
476.202
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (IFRS 5) – bilanziell
0
0
0
0
Kreditzusagen
4.673
8.686
-3.005
10.354
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (IFRS 5) – außerbilanziell
0
0
0
0
Non Performing*
270.855
311.476
-95.775
486.556
Risikovorsorge**
159.363
113.808
-72.934
200.237
Risikovorsorge** von gem. IFRS 5 zur Veräußerung gehaltenen Expositionen
0
0
0
0
Performing
IN TEUR
31.12.2021
Zugang 2022
Abgang 2022
31.12.2022
Forderungen an Kunden
591.383
277.119
-215.067
653.434
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (IFRS 5) – bilanziell
249
0
-249
0
Kreditzusagen
23.105
33.320
-16.489
39.936
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (IFRS 5) – außerbilanziell
0
0
0
0
Performing
614.737
310.439
-231.805
693.370
Risikovorsorge**
14.250
8.012
-11.636
10.626
Risikovorsorge** von gem. IFRS 5 zur Veräußerung gehaltenen Expositionen
6
0
-6
0
* Performing vs. Non Performing gemäß Art. 47a CRR
** Risikovorsorge gemäß IFRS 9

Non-Performing*
IN TEUR
31.12.2021
Zugang 2022
Abgang 2022
31.12.2022
Forderungen an Kunden
222.818
130.894
-87.531
266.182
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (IFRS 5) – bilanziell
0
0
0
0
Kreditzusagen
5.736
1.993
-3.056
4.673
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (IFRS 5) – außerbilanziell
0
0
0
0
Non Performing*
228.554
132.887
-90.586
270.855
Risikovorsorge**
138.791
73.858
-53.286
159.363
Risikovorsorge** von gem. IFRS 5 zur Veräußerung gehaltenen Expositionen
0
0
0
0
* Performing vs. Non Performing gemäß Art. 47a CRR
** Risikovorsorge gemäß IFRS 9
Unter „Forbearance“ werden Maßnahmen verstanden, die dadurch gekennzeichnet sind, dass Bedingungen des Kreditvertrages zugunsten des Kreditnehmers verändert (z. B. Stundungen) oder Kredite neu finanziert werden, weil der Kreditnehmer die bestehenden Bedingungen aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht mehr erfüllen kann. Die finanziellen Schwierigkeiten des Kreditnehmers und die Veränderungen des Kreditvertrages bringen dabei nicht in jedem Fall Verluste für das Kreditinstitut mit sich. Sofern Forbearance-Maßnahmen zu Verlusten für das Kreditinstitut führen, werden entsprechende Wertberichtigungen gemäß IFRS 9 für Stage 3 vorgenommen.
Änderungen von Kreditverträgen, die aus anderen Gründen als finanziellen Schwierigkeiten des Kreditnehmers erfolgen, sind als marktinduzierte Maßnahmen zu qualifizieren.
Wertberichtigungsstufen gemäß IFRS 9 nach Ratingklassen
Die Bruttobuchwerte und die korrespondierenden Endstände der Risikovorsorge von Forderungen an Kreditinstitute, Forderungen an Kunden, Finanzanlagen, Finanzgarantien und Kreditrisiken, die zu fortgeführten Anschaffungskosten (Amortized Cost, AC) oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value through Other Comprehensive Income, FVTOCI) bewertet werden, gliedern sich pro Stage nach der 10-stufigen Ratingskala wie folgt:
IN TEUR
31.12.2023
Ratingklasse
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
je Stage nach w-Note
0,5
348.647
0
0
0
348.647
1,0
7.795.328
6.516
0
0
7.801.844
1,5
16.687.648
123.076
0
0
16.810.724
2,0
10.931.866
306.910
0
132
11.238.908
2,5
5.313.469
532.533
0
1.339
5.847.341
3,0
2.528.426
1.158.047
0
0
3.686.473
3,5
1.289.829
1.425.793
0
0
2.715.622
4,0
71.026
843.895
0
0
914.921
4,5
46.263
312.329
0
1.738
360.330
5,0; 5,1; 5,2
0
0
1.517.833
19.216
1.537.049
kein Rating
115.587
1.590
0
0
117.177
Bruttobuchwert
45.128.089
4.710.689
1.517.833
22.425
51.379.036
je Stage nach w-Note
0,5
-9
0
0
0
-9
1,0
-1.085
-3
0
0
-1.088
1,5
-16.940
-320
0
0
-17.260
2,0
-24.802
-840
0
15
-25.627
2,5
-19.334
-2.813
0
730
-21.417
3,0
-17.435
-13.964
0
0
-31.399
3,5
-12.324
-41.355
0
0
-53.679
4,0
-802
-42.018
0
0
-42.820
4,5
-434
-27.316
0
-161
-27.911
5,0; 5,1; 5,2
0
0
-473.487
1.015
-472.472
kein Rating
-8
-16
0
0
-24
Risikovorsorge
-93.173
-128.645
-473.487
1.599
-693.706
Buchwert
45.034.916
4.582.044
1.044.346
24.024
50.685.330

IN TEUR
31.12.2022
Ratingklasse
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Gesamt
je Stage nach w-Note
0,5
5.927.396
238
0
0
5.927.634
1,0
10.934.087
7.454
0
0
10.941.541
1,5
10.595.396
329.547
0
0
10.924.943
2,0
9.962.134
829.163
0
162
10.791.459
2,5
5.378.600
792.907
0
1.494
6.173.001
3,0
3.020.686
1.334.896
0
1.231
4.356.813
3,5
928.037
1.678.720
0
507
2.607.264
4,0
46.111
319.437
0
456
366.004
4,5
44.195
224.971
0
1.247
270.413
5,0; 5,1; 5,2
0
0
976.805
20.860
997.665
kein Rating
115.610
3.197
0
0
118.807
Bruttobuchwert
46.952.252
5.520.530
976.805
25.957
53.475.544
je Stage nach w-Note
0,5
-2
0
0
0
-2
1,0
-9.940
-10
0
0
-9.950
1,5
-13.930
-3.540
0
0
-17.470
2,0
-22.554
-4.201
0
609
-26.146
2,5
-18.969
-6.128
0
712
-24.385
3,0
-19.306
-18.706
0
501
-37.511
3,5
-11.282
-38.617
0
1.450
-48.449
4,0
-960
-12.599
0
29
-13.530
4,5
-315
-22.199
0
-293
-22.807
5,0; 5,1; 5,2
0
0
-319.475
-7.353
-326.828
kein Rating
-82
-58
0
0
-140
Risikovorsorge
-97.340
-106.058
-319.475
-4.345
-527.218
Buchwert
46.854.912
5.414.472
657.330
21.612
52.948.326
Beteiligungsrisiko
Das Beteiligungsrisiko umfasst direkt bzw. indirekt potenzielle Verluste durch Dividendenausfälle, Wertberichtigungen, Reduktion stiller Reserven, makroökonomische Risiken, Risiken aus Branchenkonzentration und die Risiken aus branchenspezifischen Ein- und Verkaufspreisen. Veräußerungsverluste, gesetzliche Nachschussverpflichtungen und die strategische Sanierungsverantwortung werden im derzeitigen Risikomodell nicht berücksichtigt und sind eher als untergeordnet anzusehen. Hinsichtlich Klima- und Umweltrisiken wurden im Rahmen der Risikoinventur bzgl. ihrer Wesentlichkeit transitorische Risiken als „mittel“ und physische sowie sonstige Risiken als „gering“ eingestuft. Auf Basis dieser Erkenntnis wird eine künftige Berücksichtigung dieser Risiken im Beteiligungsrisikomodell evaluiert.
Im Zuge des Erwerbes einer neuen Beteiligung wird das Beteiligungsmanagement nach Möglichkeit bei der Due Diligence durch externe Experten in der Einschätzung unterstützt. Zusätzlich wird von der Organisationseinheit Finanzierungsmanagement Projekte & strukturierte Finanzierungen eine Stellungnahme zur Risikobeurteilung des Akquisitionsobjektes abgegeben.
Die operative Geschäftstätigkeit der Beteiligungen wird durch die Entsendung von Organen der Raiffeisenlandesbank OÖ in die Geschäftsführungen sowie Aufsichts- und Beiräte maßgeblich überwacht.
Das periodische Beteiligungscontrolling schließt die Analyse und Prüfung von Abschluss- und Planzahlen mit ein.
Der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern besitzt ein breit diversifiziertes Beteiligungsportfolio. Für die Beurteilung des Risikopotenzials aus Beteiligungen ist ein Value at Risk-Modell im Einsatz, welches auf diesen externen gutachterlichen Bewertungen (i. d. R. auf dem Discounted Cashflow-basierte Gutachterwerte) statisch signifikante Iterationen rechnet und in weiterer Folge durch Gegenüberstellung der ermittelten Value at Risk-Werte (Konfidenzintervall: 99,9 %) zum Gutachterwert das entsprechende Risikopotenzial für die ökonomische Sicht (99,9 %) je Beteiligung ermittelt.
Hierbei werden auf die eingesetzten Inputparameter des gutachterlichen Bewertungsverfahrens die am Markt beobachtbaren historischen Schwankungsintensitäten im Hinblick auf Volatilitäten der Zahlungsströme (der zugrunde liegenden Branche) und Diskontierungssätze angewendet und somit statistisch signifikante Iterationen gerechnet. Die Vorgehensweise ist analog für anteilige Marktanteilwerte von börsennotierten Beteiligungen. Durch Aufaggregation der Risikopotenziale sämtlicher Beteiligungen lässt sich somit das Risikopotenzial des gesamten Beteiligungsportfolios bestimmen.
Basierend auf den vorhandenen externen Bewertungen (Marktkapitalisierungen bzw. Gutachterwerte zum relevanten Stichtag) wird das Risikopotenzial aus Beteiligungen mit einem Simulationsmodell quantifiziert. Auf Basis einer Monte-Carlo-Simulation in Abhängigkeit schwankender Inputfaktoren, entsprechend ihrer historischen Volatilität, wird die Streuung des Bewertungsergebnisses für Beteiligungen ermittelt. Das Ergebnis ist eine Wahrscheinlichkeitsverteilung der einzelnen Beteiligungswerte, aus der sich in weiterer Folge das Risikopotenzial der Beteiligungen und somit des gesamten Beteiligungsportfolios bestimmen lässt.
Die Validierung des Beteiligungsrisikomodells umfasst neben qualitativen Analysen zur Datenqualität und zum Modelldesign insbesondere ein Backtesting. Hierbei wird überprüft, ob das vom Modell prognostizierte Risikopotential sowohl Buchwert- als auch Marktwertverluste ausreichend abdeckt.
Quartalsweise finden die gemäß Simulationsmodell (ökonomische Sicht 99,9 %) ermittelten Risikopotenziale und die Risikodeckungsmassen aus Beteiligungsunternehmen Eingang in die periodisch auf Gesamtbankebene durchgeführten Risikotragfähigkeitsanalysen. Die Organisationseinheit Gesamtbankrisikomanagement erstellt quartalsweise einen Controlling-Report zum Beteiligungsrisiko.
Nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte der Beteiligungen des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns per 31.12.2023 und 31.12.2022 gegliedert nach Kreditrisikoklassen dar. Die Qualität der finanziellen Vermögenswerte wird – aufbauend auf der internen Ratingeinstufung für Kredite – folgend dargestellt:
Sehr niedriges bzw. niedriges Risiko: Ratingklassen 0,5 bis 1,5
Normales Risiko: Ratingklassen 2+ bis 3+
Erhöhtes Risiko: Ratingklassen 3 und schlechter
Sehr niedriges bzw.
niedriges Risiko
Normales
Risiko
Erhöhtes
Risiko
kein Rating
IN TEUR
12/2023
12/2022
12/2023
12/2022
12/2023
12/2022
12/2023
12/2022
Banken
1.655.860
1.474.930
21.232
19.715
0
437
404
404
Nicht-Banken
1.268.260
1.375.976
500.198
297.499
28.866
49.484
352
387
Beteiligungsrisiko
2.924.120
2.850.906
521.430
317.214
28.866
49.921
756
791
Beteiligungsengagements sind jedoch im Vergleich zu Kreditpositionen in der Regel mit höheren Risiken behaftet.
Im Beteiligungsrisikomodell bildet das Exposure der Beteiligungen die Ausgangsbasis für die Ermittlung des absoluten Risikowerts je Beteiligung. Sofern Marktwerte im Sinne von Börsenkursen für die Beteiligungen vorhanden sind, werden vorrangig diese für die Bestimmung des Exposures herangezogen. Dies ist insbesondere für die wesentlichen Beteiligungen an der RBI-Gruppe, der voestalpine AG und AMAG Austria Metall AG der Fall.
Die Risiko- und Exposureentwicklung des Beteiligungsportfolios wurde in der ersten Jahreshälfte 2023 primär durch die Entwicklung der börsennotierten Beteiligung an der voestalpine AG bestimmt. Aufgrund guter Unternehmenskennzahlen konnte diese deutlich im Kurs zulegen, wodurch sich das ausgewiesene Exposure bzw. Risiko entsprechend erhöhte. In der zweiten Jahreshälfte setzte sich der Exposureanstieg aufgrund der guten Kursentwicklung der Raiffeisen Bank International fort. Ein dementsprechend anziehendes Einzelrisiko der RBI sowie Risikoanstiege bei Immobiliengesellschaften aufgrund verschlechterter Risikoparameter wurden jedoch durch Risikorückgänge bei anderen Beteiligungen mehr als kompensiert. Letztere ergaben sich u. a. aus der rückläufigen Notierung der voestalpine AG, günstigeren Risikoparametern für bedeutende Beteiligungsgesellschaften sowie Abschreibungen und Entkonsolidierungen bei Immobilienbeteiligungen.
Modell für C&E-Risiken im Beteiligungsportfolio (geplante Einführung 2025)
Für das Beteiligungsportfolio der Raiffeisenlandesbank OÖ AG wird ein Gesamt-Environment (E)- Score auf Basis der gewichteten E-Scores der einzelnen Beteiligungen gerechnet werden, wobei die Daten von Vertragspartnern der Raiffeisenlandesbank OÖ zugeliefert werden. Die Ermittlung des E-Scores wird anhand der zur Verfügung gestellten Scores und eines Mappings über die NACE-Zuordnung auf die entsprechenden Beteiligungen erfolgen. Der jeweilige Gesamtscore für das gesamte Beteiligungsportfolio wird sich durch die exposuregewichtete Aggregation der Einzelscores je Beteiligung ergeben.
Weiters wird der Anteil der Klima- und Umweltrisiken am Gesamt-Value at Risk des Beteiligungsportfolios gemessen und quantifiziert sowie im Beteiligungsrisikobericht quartalsmäßig ausgewiesen werden.
Marktrisiko
Marktrisiken bestehen im Zinsänderungs-, Spread-, Währungs-, Volatilitäts-, Basis- und im Kursrisiko aus Wertpapieren, Zins- und Devisenpositionen. Diese Risiken werden sowohl für die Handelsbuchpositionen als auch die Anlagebuchpositionen gemessen und enthalten somit auch das Zinsrisiko im Anlagebuch (Interest Risk in the Banking Book - IRRBB) und das Credit-Spread-Risiko im Anlagebuch (Credit Spread Risk in the Banking Book - CSRBB) im Sinne der EBA Leitlinien (EBA/GL/2022/14). Grundsatz für alle Geschäfte ist eine ausgewogene Ertrags-Risiko-Relation. Die strikte Aufgabentrennung zwischen Front-, Mid- und Backoffice und Risikomanagement gewährleistet eine umfassende, transparente und objektive Darstellung der Risiken gegenüber Gesamtvorstand, Aufsichtsrat und Aufsichtsbehörden. Neue Produkte und Märkte werden in einem Bewilligungsprozess evaluiert und anschließend durch den Vorstand freigegeben.
Die Handelsbestände und das Marktpreisrisiko werden über ein umfangreiches Limitsystem begrenzt. Alle Handelsbestandspositionen werden täglich zu Marktpreisen bewertet. Die Wertpapiere des Handelsbuches werden im Rahmen des Risikomanagements getrennt behandelt und bilden einen Bestandteil der Berichterstattung des Marktrisikos. Die Marktrisiken werden täglich mit der Risikokennzahl Value at Risk für das Handels- und Anlagebuch gemessen. Mit dieser Kennzahl wird ein möglicher Verlust angezeigt, der mit 99 %iger Wahrscheinlichkeit bei einer Haltedauer von einem Monat nicht überschritten wird. Neben der Kennzahl Value at Risk werden zusätzlich Stop-Loss-Limits und Szenarioanalysen als risikobegrenzende Limits eingesetzt.
Die Berechnung des Marktrisikos erfolgt in FrontArena/RiskCube. Als Value at Risk-Modell wird die gewichtete historische Simulation verwendet. Die Qualität des eingesetzten Risikoprogramms FrontArena/RiskCube bzw. der darin verwendeten Methode der historischen Simulation wird täglich durch Backtesting überprüft. Sowohl die tatsächlich eingetretenen mark to market-Ergebnisse (ökonomischer Gewinn/Verlust) als auch die hypothetischen Ergebnisse (Portfoliobestand wird einen Tag konstant gehalten, kein Einfluss von exogenen Faktoren) werden den errechneten Risiken gegenübergestellt und auf Signifikanz getestet.
Die Steuerung der Marktrisiken erfolgt über ein auf dem Value at Risk basierenden Limitsystem. Alle Marktrisikoaktivitäten sind mit einem Risikolimit versehen, sie fließen in ihrer Gesamtheit in die Risikotragfähigkeitsanalyse ein.
Die anderen vollkonsolidierten Konzerngesellschaften minimieren ihr Marktrisiko durch eine fristenkonforme Refinanzierung über die Raiffeisenlandesbank OÖ.
Die folgende Tabelle zeigt die Value at Risk-Werte für den Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern zum 31.12.2023 bzw. 31.12.2022 (Konfidenzniveau: 99,0 %, Haltedauer ein Monat).
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Gesamt
123.231
115.344
Zinsen
114.990
110.465
Spread
45.504
32.374
Währung
652
776
Aktien
1.439
1.589
Volatilität
3.439
3.630
Der Gesamtwert Value at Risk per 31.12.2023 ist im Vergleich zum 31.12.2022 um EUR +7,9 Mio. angestiegen, was hauptsächlich auf eine höhere Marktvolatilität zurückzuführen ist.
Für die Berücksichtigung von Risiken bei extremen Marktbewegungen werden zusätzlich Stresstests durchgeführt. Die Krisenszenarien beinhalten die Simulation von großen Schwankungen der Risikofaktoren und dienen dem Aufzeigen von möglichen Verlustpotenzialen, die nicht vom Value at Risk-Modell abgedeckt werden. Die Stressszenarien umfassen sowohl tatsächlich in der Vergangenheit aufgetretene extreme Marktschwankungen als auch standardisierte Schockszenarien bei Zinssätzen, Credit Spreads, Aktienkursen, Devisenkursen und Volatilitäten.
Für das Handels- und Anlagebuch wird ein Stresstest mit einem +/-200 Basispunkte-Zinsshift durchgeführt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Ergebnisse des Stresstests per 31.12.2023 bzw. per 31.12.2022:
31.12.2023
31.12.2022
IN TEUR
+200 BP
-200 BP
+200 BP
-200 BP
EUR
-295.120
309.702
-298.298
354.172
USD
-1.520
1.588
-829
851
GBP
-429
442
-9
10
CHF
-1.135
2.908
-1.018
2.198
JPY
120
-71
-103
184
CZK
-442
635
-1.048
1.112
Sonstige Währungen
429
-382
-2
89
Der Stresstest zeigt die Barwertänderung bei einer Parallelverschiebung der Zinskurve um +/-2 %-Punkte.
Einbindung von Klima- und Umweltrisiken in das Marktrisiko
Klima- und Umweltrisiken können die Marktrisikoposition aufgrund ihrer möglichen Auswirkungen auf die Subrisikoarten (Credit Spreads, Aktienkurse, Währungskurse, Rohstoffpreise) beeinflussen. Aus diesem Grund werden die Positionen des Handels- und Anlagebuchs regelmäßig auf deren Betroffenheit gegenüber Klima- und Umweltrisiken untersucht.
Aufgrund des Geschäftsmodells der Raiffeisenlandesbank OÖ wird vor allem die Credit Spread-Komponente genauer analysiert. Die restlichen Subrisikoarten des Marktrisikos sind von Klima- und Umweltrisiken entweder nicht betroffen oder entsprechend stark limitiert.
Im Hinblick auf das Credit Spread-Risiko wurde eine qualitative Analyse hinsichtlich der aktuellen Exposition gegenüber physischen, transitorischen und sonstigen Klima- und Umweltrisken durchgeführt, wobei jeweils mehrere Szenarien und Zeithorizonte berücksichtigt wurden. Aufgrund der derzeitigen Portfoliostruktur ergeben sich in Summe keine materiellen Auswirkungen auf das Marktrisiko.
Die Nachhaltigkeit im Nostroportfolio der Raiffeisenlandesbank OÖ soll zudem zukünftig weiter geschärft werden. Der Fokus wird vermehrt auf nachhaltige Aspekte (ESG) gelegt. Hierzu dient eine einheitliche Gesamteinstufung (ESG-Score) des Nostroportfolios als Grundlage. Das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie ist die laufende Verbesserung des ESG-Gesamt-Scores über die Folgejahre. Hierzu wurden jährlich ansteigende Ratinguntergrenzen definiert.
Zinsrisikosteuerung
Die Zinsrisikosteuerung erfolgt in der Raiffeisenlandesbank OÖ auf Basis von mit dem Gesamtvorstand abgestimmten Steuerungsstrategien und bilanziellen Widmungsvorgaben. Die Zinsmeinung und die darauf abgestimmte Positionierung werden laufend im Rahmen des Aktiv-Passiv-Komitees dargestellt. Auf Gesamtbuchebene wird ein Festzinsüberhang angestrebt, um das Fristentransformationsergebnis zu vereinnahmen. Die Aussteuerung des Zinsrisikos erfolgt vorrangig durch Grundgeschäfte (Kredite, Emissionen) bzw. deren Absicherung. Für Aktivpositionen in Eigenbesitzfonds erfolgt eine „bilanzielle Durchschau“, die Anleihen fließen somit in die Sicherungsstrategien des Gesamtanlagebuches ein.
Grundgeschäfte können in die Fair Value-Option klassifiziert werden, um das bilanzielle Fair Value-Risiko der Gesamtposition zu reduzieren. Hierfür muss jedoch ein teilweises oder vollumfängliches Sicherungsgeschäft für dieses Grundgeschäft existieren. Auch die Verknüpfung mehrerer Grundgeschäfte mit einem Sicherungsgeschäft ist bei nahezu identen Geschäftsausgestaltungen möglich. Eine explizite Zinsrisikoerhöhung der FVPL-Position durch Aufnahme eines Geschäftes in die Fair Value-Option wird vermieden.
Neben Absicherungen auf Einzelebene von Aktiva und Passiva in Form von Hedge Accounting werden im Rahmen der Anwendung des „Portfolio Fair Value Hedges“ Zinsrisiken in der Raiffeisenlandesbank OÖ auf Makroebene gesteuert. Es werden sowohl festverzinsliche Aktiva als auch Passiva in definierten Laufzeitbändern jeweils zu einer Gesamtrisikoposition zusammengefasst und mit entsprechenden derivativen Sicherungsgeschäften abgesichert. Dabei ist zu beachten, dass auch variable Instrumente, in die Caps/Floors eingebettet sind, Festzinsrisiken aufweisen. Zur Anwendung kommt der Bottom Layer Approach gemäß den EU-Carve-out-Regelungen zu IAS 39.
Makroökonomisches Risiko
Das makroökonomische Risiko wird in der Raiffeisenlandesbank OÖ als zusätzliches Risiko in Folge einer angenommenen Rezession und deren Auswirkung in der ökonomischen Sicht der Risikotragfähigkeit interpretiert.
Auf Basis des pessimistischen Szenarios aus IFRS 9 wird eine gestresste, bilanzielle Risikovorsorge simuliert. Aufgrund der erhöhten PDs und LGDs aus diesem pessimistischen Szenario sowie aus den daraus resultierenden vermehrten Stagetransfers von Stage 1 zu 2 ergibt sich eine erhöhte Risikovorsorge. Die Differenz zwischen der gestressten Risikovorsorge aus dem pessimistischen Szenario und der gebuchten Risikovorsorge ergibt das Makroökonomische Risiko Säule 2. Dieser Betrag wird in der ökonomischen Sicht (99,9 %) der Risikotragfähigkeitsanalyse als Abzugsposition in der Deckungsmasse berücksichtigt und erhöht somit die Risikoauslastung.
Für das pessimistische Szenario wird je nach Wirkungsrichtung des makroökonomischen Faktors mittels Polynomfunktion das obere bzw. untere knapp 80 %- bis 90 %-Quantil (bzw. 20 %- bis 10 %-Quantil) des Prognoseintervalls verwendet. Dadurch wird die steigende Unsicherheit bei zunehmendem Prognosehorizont abgebildet. Für weitere Details zu den verwendeten makroökonomischen Prognosen siehe Kapitel „Ermessensausübungen und Schätzungen“.
Credit Value at Risk
Das Kreditrisiko nach Säule II wird im Rahmen des ICAAPs monatlich ermittelt und als Power BI Report an den Gesamtvorstand übermittelt. Ein Risiko entsteht aus Kreditausfällen, Bonitätsverschlechterungen oder durch verminderte Werthaltigkeit von Sicherheiten. Dieses Risiko wird durch die Risikokennzahl Unexpected Loss ausgedrückt.
Der Unexpected Loss ist jener Verlust eines Portfolios, der über den erwarteten Verlust hinausgehen kann. Der Unexpected Loss wird durch Eigenkapital gedeckt und ist der maximale Verlust, der innerhalb eines Jahres eintreten könnte und mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. In der Raiffeisenlandesbank OÖ wird der Unexpected Loss mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 % berechnet.
Die Berechnung des Unexpected Loss erfolgt in einem Portfoliomodell, welches auch Konzentrationsrisiken berücksichtigt. Die Erstellung der Portfoliowertverteilung erfolgt auf Basis der Wanderungswahrscheinlichkeiten und Korrelationen mit einer Monte-Carlo-Simulation. Dabei kommt das Länder-Branchen-Modell (= Asset Value Modell) zur Anwendung. Das Länder-Branchen-Modell leitet anhand der MSCI-Branchen-Aktien-Indizes die Korrelationen zwischen den Kontrahenten ab. Aus der Portfoliowertverteilung wird der Unexpected Loss je Quantil abgelesen.
Unbesicherte Obligoteile der wirtschaftlichen Einstufungen w5,0 bis w5,2 (bzw. 10A bis 10C nach der 30-teiligen Ratingskala), für die keine Einzelwertberichtigung besteht, werden dem Unexpected Loss zugerechnet. Dabei werden die jeweiligen LGD-Werte (Best Estimation of Expected Loss (BEEL), Customer segmentation TimeInDefault: no securization <= 24 months) für Corporates und Retail berücksichtigt. Die Risiken/Chancen aus Kreditausfällen oder Bonitätsänderungen für alle anderen Kunden werden mit einem Marktbewertungsmodell simuliert.
Operationelles Risiko
Das operationelle Risiko definiert die Raiffeisenlandesbank OÖ als das Risiko aus Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder aufgrund externer Ereignisse eintreten können. Das operationelle Risiko schließt Rechts- und Reputationsrisiken ein. Zur Quantifizierung des operationellen Risikos verwendet die Raiffeisenlandesbank OÖ im Rahmen der Gesamtbankrisikosteuerung den Basisindikatoransatz.
Die Raiffeisenlandesbank OÖ setzt organisatorische und EDV-technische Maßnahmen ein, um diese Risikoart bestmöglich zu begrenzen. Limitsysteme, Kompetenzregelungen, ein risikoadäquates internes Kontrollsystem, ein umfassendes Sicherheitshandbuch als Verhaltenskodex und Leitlinie sowie plan- und außerplanmäßige Prüfungen durch die Innenrevision gewährleisten einen hohen Sicherheitsgrad. Das operative Management dieser Risikoart umfasst Risikogespräche und Risikoanalysen mit den Führungskräften (Frühwarnsystem) sowie auch die systematische Erfassung und Analyse von Fehlern in einer Schadensfalldatenbank (Ex-post-Analyse). Als Schnittstellengremium verschiedener Fachabteilungen zum nichtfinanziellen Risiko wurde 2023 das „Non Financial Risk Committee“ (NFRC) eingerichtet.
Transitorische Klima- & Umweltrisiken im operationellen Risiko
Metrik: In Risikoassessments werden durch Gespräche mit Führungskräften potenzielle operationelle Risiken auf Abteilungsebene erhoben. In der internen Schadensfalldatenbank werden bereits eingetretene operationelle Risiken dokumentiert. Die Risikobeurteilung erfolgt auf Basis dieser internen Informationen.
Identifizierung: Die Relevanz von transitorischen Klima- und Umweltrisiken im operationellen Risiko ist abhängig vom angenommenen Szenario. Im Zuge der Erstellung des Risikoinventars wurde für die Raiffeisenlandesbank OÖ auf Basis von internen Informationen eine Analyse über verschiedene Zeithorizonte und NGFS-Szenarien durchgeführt. In der internen Schadensfalldatenbank und der internen Risikobibliothek aus Risikoassessments können Datensätze i. Z. m. Klima- und Umweltrisiken geflaggt und somit gesondert ausgewertet werden. Bei der Risikobeurteilung im Zuge der jährlichen Risikoinventarerstellung werden diese Daten als Grundlage für die Einschätzung des transitorischen Klima- und Umweltrisikos herangezogen.
Messung: Die Informationen aus Risikoassessments liefern Anhaltspunkte für wesentliche operationelle Risiken aus diesem Bereich unter Annahme eines „Disorderly Szenarios“, bei dem aufgrund einer abrupten Transformation erhöhte Rechts- und Reputationsrisiken auftreten. Im Sinne einer konservativen Risikogesamtbetrachtung erfolgt die Einschätzung des transitorischen Klima- und Umweltrisikos im operationellen Risiko daher als „mittel“.
Steuerung: Zur Minderung und Absicherung gegenüber Rechtsrisiken auf qualitativer Ebene gibt es in der Raiffeisenlandesbank OÖ eine eigene Rechtsabteilung, welche sich mit den operativen Rechtsthemen, wie insbesondere der Gestaltung rechtssicherer Verträge, Monitoring der aktuellen Judikaturentwicklungen, laufender Rechtsberatung der operativen Geschäftsbereiche der Bank sowie der Betreuung von gerichtlichen und außergerichtlichen Rechtsstreitigkeiten, befasst. Als 2nd line-Funktion kümmert sich als Teil der Compliance-Organisation der Raiffeisenlandesbank OÖ das sogenannte BWG-Compliance Team, um die Einhaltung der Rechtsvorschriften durch die Raiffeisenlandesbank OÖ, ihrer Organe und ihrer Mitarbeiter anhand geeigneter Tools zu überwachen. Für die Pressearbeit und den Umgang mit negativer Publizität (Reputationsrisiko) gibt es in der Raiffeisenlandesbank OÖ eine Pressestelle.Auch in den Instrumenten des operationellen Risikomanagements (Assessments, Szenarioanalysen, Schadensfalldatenbank, tourliche Berichterstattung) werden transitorische Klima- und Umweltrisiken entsprechend verarbeitet.Gegen schlagend werdende Rechts- und Reputationsrisiken ist die Bank durch die Eigenkapitalhinterlegung für operationelle Risiken (ermittelt nach dem Basisindikatoransatz) geschützt. Zu laufenden Rechtsrisiken wurden bereits Rückstellungen gebildet, wodurch diese bereits bilanziell verarbeitet wurden.
Physische Klima- & Umweltrisiken im operationellen Risiko
Metrik: Die Risikobeurteilung der physischen Klima- und Umweltrisiken erfolgt auf Basis externer Rauminformationssysteme (für OÖ: DORIS, für Salzburg: SAGIS) sowie interner Daten (interne Schadensfalldatenbank, interne Risikobibliothek aus Risikoassessments).
Identifizierung: Die Relevanz von physischen Klima- und Umweltrisiken im operationellen Risiko ist stark abhängig von den örtlichen Gegebenheiten und den Voraussetzungen des Bankstandorts. Im Zuge der Erstellung des Risikoinventars wurde für die Bankstandorte der Raiffeisenlandesbank OÖ in Oberösterreich und Salzburg auf Basis von Rauminformationssystemen eine Analyse bezüglich von relevanten Naturkatastrophen potenziell betroffenen Standorten durchgeführt. In der internen Schadensfalldatenbank und der internen Risikobibliothek aus Risikoassessments können Datensätze i. Z. m. Klima- und Umweltrisiken geflaggt und somit gesondert ausgewertet werden. Bei der Risikobeurteilung im Zuge der jährlichen Risikoinventarerstellung werden diese Daten als Grundlage für die Einschätzung des physischen Klima- und Umweltrisikos herangezogen, wobei eine Analyse über verschiedene Zeithorizonte und NGFS-Szenarien durchgeführt wird.
Messung: Die Standortlage ist selbst bei den mit den Rauminformationssystemen auswertbaren Extremszenarien für die Raiffeisenlandesbank OÖ sehr günstig, mit wenigen Bankstellen in einer potenziellen Gefahrenzone. Selbst wenn es einmal zu einem Ausfall kommen sollte, können durch Homeoffice und die Arbeit an Ersatzstandorten durch Naturkatastrophen bedingte Ausfälle der Infrastruktur abgefedert werden. Auch die Informationen aus Risikoassessments und der internen Schadensfalldatenbank liefern keine Anhaltspunkte für wesentliche operationelle Risiken aus diesem Bereich. Auf Basis dieser Informationen erfolgt die Einschätzung des physischen Klima- und Umweltrisikos im operationellen Risiko als „gering“.
Steuerung: Die Steuerung physischer Risiken berücksichtigt die geografische Lage und Infrastruktur des Instituts. Strategien zum Umgang mit Notfall- und Katastrophenszenarien, die Auswirkungen, vorbeugende Maßnahmen und Pläne zur Aufrechterhaltung oder zur Wiederherstellung der Dienstleistungsverfügbarkeit sind in der Raiffeisenlandesbank OÖ im Disaster Recovery Plan und dem Krisenhandbuch dokumentiert. Zudem werden physische Risiken in den Instrumenten des operationellen Risikomanagements (Assessments, Szenarioanalysen, Schadensfalldatenbank, tourliche Berichterstattung) verarbeitet und auf quantitativer Ebene durch die Eigenkapitalhinterlegung für operationelle Risiken sowie Versicherungen für Schäden aufgrund von Naturkatastrophen abgesichert.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko umfasst das Risiko, seinen Zahlungsverpflichtungen zum Zeitpunkt der Fälligkeit nicht nachkommen zu können oder im Fall einer Liquiditätsverknappung keine ausreichende Liquidität zu erwarteten Konditionen (strukturelles Liquiditätsrisiko) beschaffen zu können.
Die Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität hat in der Raiffeisenlandesbank OÖ als Spitzeninstitut für die Raiffeisenbankengruppe OÖ höchste Priorität. Die Liquidität ist zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen. Im Zentrum der Refinanzierungsstrategie steht deshalb das Ziel einer bestmöglichen Diversifizierung – sowohl im Hinblick auf Produkte (Termin-, Spar- und Sichteinlagen, Senior Funding durch Anleihen und Schuldscheindarlehen, fundierte Anleihen, Interbankrefinanzierungen und Eigenmittelinstrumente) als auch bei den Absatzkanälen und/oder Kunden. Hierzu zählen der Retailvertrieb von eigenen Emissionen an Privatkunden direkt über die Raiffeisenlandesbank OÖ und über die oberösterreichischen Raiffeisenbanken sowie das institutionelle Funding durch Platzierungen an institutionelle Investoren direkt über den Wertpapiervertrieb der Raiffeisenlandesbank OÖ oder über international tätige Vermittlerbanken. Weiters stehen direkte Primärmittel durch Einlagen von Retail- und Kommerzkunden der Raiffeisenlandesbank OÖ und indirekte Primärmittel durch bei der Raiffeisenlandesbank OÖ veranlagte Kundeneinlagen der oberösterreichischen Raiffeisenbanken zur Verfügung. Darüber hinaus werden Förderbanken als direkte Refinanzierungsquellen zur Kreditvergabe genutzt.
Das Management von Liquidität und Liquiditätsrisiko erfolgt in der Raiffeisenlandesbank OÖ in einem Steuerungskreislauf zwischen den Organisationseinheiten Asset Liability Management, Risikomanagement ICAAP & Marktrisiko und der Betriebswirtschaft Raiffeisenbanken. Die Liquiditätssteuerung liegt dabei in der Organisationseinheit Asset Liability Management, während das Liquiditätsrisikomanagement im Risikomanagement ICAAP & Marktrisiko angesiedelt ist. Hinsichtlich der Aufgaben im Bereich des Aktiv-Passiv-Managements sowie des Liquiditätsmanagements stellt das Aktiv-Passiv-Management-Komitee als geschäftsgruppenübergreifendes Gremium ein wesentliches Element der Gesamtbanksteuerung dar.
Die oberösterreichischen Raiffeisenbanken sind in das Liquiditätsmanagementsystem durch die Liquiditätsmanagementvereinbarung ‒ abgeschlossen mit der Hilfsgemeinschaft der Raiffeisenbankengruppe OÖ ‒ eingebunden. Ziel dieser Vereinbarung ist die Sicherung der Liquiditätsversorgung in Oberösterreich. Jede Raiffeisenbank plant und bewirtschaftet ihre Liquidität, die Raiffeisenlandesbank OÖ als Spitzeninstitut der Raiffeisenbankengruppe OÖ plant und steuert die Liquidität für den Sektor. Die Kommunikation mit den Raiffeisenbanken erfolgt dabei über die Organisationseinheit Betriebswirtschaft Raiffeisenbanken. Ferner ist ein Liquiditätsgremium eingerichtet, das sich aus Vertretern der Raiffeisenlandesbank OÖ, der Raiffeisenbanken sowie des Raiffeisenverbandes zusammensetzt und sich mit aktuellen Themen befasst bzw. bei angespannter Liquiditätslage Gegenmaßnahmen erarbeitet.
In der Raiffeisenlandesbank OÖ ist – neben dem einheitlich für die Raiffeisenbankengruppe Österreich definierten Sektor-Liquiditätsnotfallplan – auch ein eigener Liquiditätsnotfallplan für die Raiffeisenbankengruppe OÖ etabliert, der die Prozesse, Verantwortlichkeiten und Maßnahmen in einer Liquiditätskrise regelt.
Seit dem 15.03.2021 besteht zudem ein Vertrag zum „Institutsbezogenen Sicherungssystem“ („Institutional Protection Scheme“) für den Raiffeisensektor Österreich („Raiffeisen-IPS“). Alle Raiffeiseninstitute – vom Zentralinstitut RBI über die Raiffeisenlandesbanken bis hin zu den Raiffeisenbanken der Primärebene – sowie diverse Sektoreinrichtungen sind Teil dieses IPS. Die Aufrechterhaltung der Liquidität ist ein Teil der Aufgaben dieses IPS.
Das Liquiditätsmanagement und das Management des Liquiditätsrisikos erfolgen in einem sektoreinheitlichen Modell, das neben der Liquiditätsablaufbilanz für den Normalfall auch die Ermittlung der Stressszenarien Rufkrise, Systemkrise, Problemfall/kombinierte Krise umfasst. Während im Normalfall Liquiditätszu- und -abflüsse basierend auf dem derzeitigen Marktumfeld (Going Concern) dargestellt werden, werden in den Krisenfällen der zu erwartenden Marktsituation entsprechend verschärfte Annahmen zu den Kapitalflüssen getroffen. Während die Verschärfung der Bedingungen im Szenario der Rufkrise durch einen Imageschaden des Namens Raiffeisen ausgelöst wird (etwa aufgrund negativer Berichterstattung), wird in der Systemkrise eine generelle Krise unterstellt. Das Szenario Problemfall/kombinierte Krise ist als Kombination von Ruf- und Systemkrise definiert.
Für alle Szenarien werden die erwarteten Zu- und Abflüsse ermittelt und die resultierenden Liquiditätsgaps einem aus liquiden Vermögenswerten bestehenden Liquiditätspuffer gegenübergestellt. Auf Basis dieser Gegenüberstellung werden folgende Kennzahlen berechnet und limitiert:
  • Der operative Liquiditätsfristentransformationsquotient (O-LFT) wird für die operative Liquidität bis 18 Monate aus dem Quotienten aus Aktiva und Passiva über das von vorne kumulierte Laufzeitband gebildet. Durch die Limitierung des O-LFT ist gewährleistet, dass der Risikoappetit, d. h. die Liquiditätsabflüsse im Verhältnis zu den Liquiditätszuflüssen, unter Berücksichtigung des Liquiditätspuffers, ein gewisses Maß nicht überschreitet.
  • Für die strukturelle Liquiditätsfristentransformation (S-LFT) wird die Kennziffer aus dem Quotienten aus Passiva und Aktiva über das von hinten kumulierte Laufzeitband gebildet. Die Limitierung des S-LFT stellt sicher, dass der Risikoappetit, der in einer unzureichend langen Refinanzierung besteht, in den längeren Laufzeiten begrenzt wird.
  • Der GBS-Quotient (Quotient des Gaps über die Bilanzsumme) wird aus dem Quotienten aus Nettopositionen je Laufzeitband und Bilanzvolumen gebildet und zeigt überhöhte Refinanzierungsrisiken auf. Er begrenzt damit ebenfalls den Risikoappetit.
In der Raiffeisenlandesbank OÖ umfasst das Management von Liquidität und Liquiditätsrisiko zusätzlich folgende Eckpfeiler:
  • Die operative Liquidität wird neben dem oben beschriebenen O-LFT mit der Liquidity Coverage Ratio (LCR) sowie einem Überlebenshorizont (Survival Period) gemessen.
  • Das untertägige Liquiditätsrisiko wird ebenfalls überwacht und mittels Limitierung begrenzt.
  • Die strukturelle Liquidität wird zusätzlich mit der Net Stable Funding Ratio (NSFR) gemessen.
  • Das Refinanzierungsrisiko misst den Vermögensverlust erhöhter Liquiditätskosten beim Schließen der Liquiditätslücken durch eine Refinanzierungsverteuerung, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 % innerhalb von 250 Handelstagen nicht überschritten wird.
  • Wöchentlich wird auch ein quantitativer Liquiditätsnotfallplan erstellt.
Die LCR per 31.12.2023 liegt auf Ebene der obersten Finanzholding (CRR-Kreis der RBG OÖ Verbund eGen) bei 164,34 % (31.12.2022: 163,26%) und übersteigt somit deutlich die gesetzlich geforderten 100 %. Dies zeigt die gute Liquiditätssituation des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns.
Die NSFR per 31.12.2023 liegt auf Ebene der obersten Finanzholding (CRR-Kreis der RBG OÖ Verbund eGen) bei 123,95 % (31.12.2022: 128,61 %) und ist daher über den geforderten 100 %.
Der Überlebenshorizont (Survival Period) per 31.12.2023 war größer als 365 Tage und übertrifft somit deutlich die in den Leitlinien des CEBS (Commitee of European Banking Supervisors) geforderte Mindestperiode von 30 Tagen.
Hinsichtlich ihres Long Term Issuer Ratings ist die Raiffeisenlandesbank OÖ von Moody’s auf A2 eingestuft (erhöht von A3 am 1. August.2023).
Die folgende Tabelle fasst die Fristigkeiten der undiskontierten Verbindlichkeiten inklusive Zinszahlungen zusammen und zeigt die frühestmögliche Inanspruchnahme von Bürgschaften und Kreditzusagen:
31.12.2023
täglich
fällig/ohne
bis
3 Monate
1 bis 5
Mehr als
IN TEUR
Laufzeit
3 Monate
bis 1 Jahr
Jahre
5 Jahre
Summe
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
5.553.357
2.241.341
1.126.984
4.286.187
2.754.952
15.962.821
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
7.044.399
2.522.210
1.969.124
1.787.928
481.736
13.805.397
Verbriefte Verbindlichkeiten
106.298
172.071
967.466
7.272.927
3.199.404
11.718.166
Handelspassiva
0
101.625
155.369
447.524
446.007
1.150.525
Nachrangkapital
70.343
89.221
40.095
444.994
473.541
1.118.194
Gesamt
12.774.397
5.126.468
4.259.038
14.239.560
7.355.640
43.755.103
Finanzgarantien
3.452.622
0
0
0
0
3.452.622
Kreditzusagen
7.117.843
0
0
0
0
7.117.843
31.12.2022
täglich
fällig/ohne
bis
3 Monate
1 bis 5
Mehr als
IN TEUR
Laufzeit
3 Monate
bis 1 Jahr
Jahre
5 Jahre
Summe
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
4.984.535
1.717.637
1.785.893
7.320.568
2.727.637
18.536.270
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
7.865.099
1.835.667
1.966.602
1.350.716
1.378.662
14.396.747
Verbriefte Verbindlichkeiten
-2.989
265.181
963.297
4.953.600
3.993.139
10.172.228
Handelspassiva
0
88.104
216.462
754.698
561.947
1.621.211
Nachrangkapital
25.000
23.738
155.309
406.701
551.399
1.162.147
Gesamt
12.871.645
3.930.328
5.087.563
14.786.283
9.212.785
45.888.603
Finanzgarantien
3.248.302
0
0
0
0
3.248.302
Kreditzusagen
7.477.691
0
0
0
0
7.477.691
Aus der nachfolgenden Gap-Analyse ist ersichtlich, dass in den einzelnen Laufzeitbändern nur ein geringes Liquiditätsrisiko besteht. Für den laufenden Liquiditätsausgleich steht ein hohes Sicherheitenpotenzial für Tendergeschäfte mit der EZB und der Schweizerischen Nationalbank sowie für sonstige Pensionsgeschäfte zur Verfügung. Ein wesentlicher Teil des ursprünglich gezogenen Langfristtenders TLTRO III wurde nach Anpassung der Verzinsung seitens der EZB – u. a. im Rahmen von freiwilligen vorzeitigen Rückzahlungen – bereits in den Jahren 2022 und 2023 rückgeführt. Diese TLTRO III-Teilrückführung (EUR 2,9 Mrd. in 2023) erklärt die wesentlichsten Änderungen in den Laufzeitbändern bis drei Jahre im Vergleich zum Vorjahr. Die Reduktion des Aktivüberhanges bis ein Jahr wird durch den Anstieg des Liquiditätspuffers – aufgrund von frei werdenden Sicherheiten im Rahmen der TLTRO III-Rückführung – kompensiert. Die Ablaufstruktur des Liquiditätspuffers weist keine wesentliche Konzentration von ablaufenden Wertpapieren innerhalb der nächsten drei Jahre auf, abseits von einbehaltenen fundierten Eigenemissionen, die aufgrund des dafür reservierten Deckungsstocks bei Ablauf neu begeben werden können. Der überwiegende Teil der als Liquiditätspuffer gehaltenen Wertpapiere hat, abseits von den einbehaltenen fundierten Eigenemissionen, eine Restlaufzeit von über drei Jahren.
Liquiditätsgaps des CRR-Kreises der RBG OÖ Verbund eGen in Mio. EUR*
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  • * Die Positionen ohne fixe Kapitalbindung wurden zur realitätsnäheren Darstellung entsprechend der historischen Entwicklungen analysiert und werden per 31.12.2023 modelliert dargestellt; die Werte per 31.12.2022 sind ebenfalls nach dieser Methode dargestellt.
Angaben zu Klima- und Umweltrisiken im Bereich Liquidität
Klima- und Umweltrisiken haben potenziell Auswirkungen auf die Liquiditätsposition der Bank. Transitorische Risiken können etwa die Werthaltigkeit von Vermögenswerten beeinträchtigen oder die Stabilität der Refinanzierung und Reputation der Bank negativ beeinflussen. Physische Risiken können ebenso die Werthaltigkeit von Vermögenswerten beeinträchtigen, aber auch vermehrten Liquiditätsbedarf bei Kunden bedingen.
Um ein angemessenes Liquiditätsrisikomanagement sicherzustellen, werden die direkten und indirekten Auswirkungen von Klima- und Umweltrisiken auf die Liquiditätsposition laufend auf ihre Materialität überwacht und bei einer Änderung der Einschätzung entsprechende Schritte gesetzt, um dies im Liquiditätsrisikomanagement und bei der Kalibrierung des Liquiditätspuffers zu berücksichtigen. Die aktuelle Einschätzung, die auf einer detaillierten Analyse unter verschiedenen Szenarioannahmen und Zeithorizonten beruht, zeigt eine geringe Bedeutung von transitorischen und physischen Risken sowie sonstigen Umweltrisiken im Bereich der Liquidität. Dies leitet sich primär von den Umständen ab, dass sich einerseits transitorische Risiken im Allgemeinen eher langsam manifestieren und kaum akut auf die Liquiditätssituation wirken, andererseits physische Risiken in der Tendenz auf viele Banken wirken und damit keinen idiosynkratischen Risikofaktor darstellen, welche aus Liquiditätsrisikosicht am wesentlichsten sind.
Zur Bestimmung der Materialität werden auch Bestandsanalysen durchgeführt, und zwar zum transitorischen Risikopotenzial im Liquiditätspuffer (Staatsanleihen, notenbankfähige Kredite) und in der Einlagenbasis.
Um die Nachhaltigkeit im Nostroportfolio der Raiffeisenlandesbank OÖ zu schärfen, werden die Wertpapierbestände der Bank mit einer ESG-Einstufung versehen. Dabei wird angestrebt, die Einstufungen sukzessive zu verbessern und damit auch die Risiken im Bereich des Liquiditätspuffers zu mindern.
Auf Vertriebsseite wurden die Voraussetzungen bereits geschaffen, um die Emission sogenannter „Green Bonds“ auch durch die Raiffeisenlandesbank OÖ zu ermöglichen und so die Refinanzierung nachhaltiger sowie stabiler ausrichten zu können (auch im Sinne der sich ändernden Markt-/Kundenerwartungen).
Sonstiges Risiko
Sonstige, nicht quantifizierbare Risiken werden in der Raiffeisenlandesbank OÖ im Rahmen der Risikotragfähigkeit durch einen Risikopuffer berücksichtigt. Zu den sonstigen Risiken zählen gemäß Risikoinventar das Ertrags- und Profitabilitätsrisiko (Strategisches Risiko), das Eigenkapitalrisiko, das Risiko aus Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung, das Restwertrisiko ILG und das Risiko einer übermäßigen Verschuldung.
Im Rahmen des jährlichen Validierungsberichts zum sonstigen Risiko/Puffer wird das Risiko einer möglichen Unterschreitung des geplanten Betriebsergebnisses im nächsten Jahr mit Hilfe eine Binominalverteilung abgeschätzt und die geplante Abweichung für das nächste Jahr ermittelt, um den Risikopuffer zu validieren.
Risikotragfähigkeitsanalyse
In der Risikotragfähigkeitsanalyse wird das aggregierte Gesamtbankrisiko des Konzerns gegliedert nach Kreditrisiko, Marktrisiko, Beteiligungsrisiko, Refinanzierungsrisiko (als Messgröße des Liquiditätsrisikos), operationelles Risiko und sonstige Risiken der Risikodeckungsmasse gegenübergestellt. Die Gegenüberstellung der Risiken und der vorhandenen Deckungsmasse ergibt die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Sicht (99,9%).
Die Deckungsmasse setzt sich in der Ökonomischen Sicht (99,9%) daher aus Eigenkapital, stille Reserven/Lasten und Abzugsposten zusammen. In den Abzugsposten wird unter anderem das makroökonomische Risiko sowie Klimarisiken berücksichtigt.
Mit diesem Vergleich stellt der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern sicher, dass ein unerwarteter Verlust ohne schwerwiegende negative Auswirkungen aus eigenen Mitteln abgedeckt werden kann. Als Risikomaß zur Berechnung von unerwarteten Verlusten dient das ökonomische Kapital. Es ist definiert als jenes notwendige Mindestkapital, das unerwartete Verluste mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 % innerhalb eines Jahres deckt.
Zusätzlich unterscheidet die Raiffeisenlandesbank OÖ gemäß „Leitfaden der EZB für den bankinternen Prozess zur Sicherstellung einer angemessenen Kapitalausstattung (Internal Capital Adequacy Assessment Process – ICAAP“) zwischen der ökonomischen Sicht (99,9%) und der ergänzenden normativen Sicht: Die ökonomische Sicht fokussiert sich dabei auf eine barwertige Risikobetrachtung und -Ausnützung der Risikodeckungsmasse, wohingegen sich die normative Sicht auf bilanzielle Risiken in der Gewinn- und Verlustrechnung und deren Auswirkung auf die Kapitalquoten konzentriert.
Die folgende Tabelle zeigt das ökonomische Kapital für den Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern zum 31.12.2023 je Risikoart im Vergleich zum Vorjahr (Konfidenzniveau: 99,9 %):
Details zum Risikokapital
Segment
Corporates
Retail & Private
Financial
Beteiligungen
Corporate
Gesamt
Risikoart
Banking
Markets
Center
IN MIO. EUR
12/2023
12/2022
12/2023
12/2022
12/2023
12/2022
12/2023
12/2022
12/2023
12/2022
12/2023
12/2022
Marktrisiko
27,4
0,6
0,2
524,4
512,0
7,7
5,8
559,7
518,4
Kreditrisiko*
781,3
713,3
83,5
74,9
98,3
80,6
31,7
28,9
126,9
75,6
1.121,8
973,2
Beteiligungsrisiko
20,0
31,9
8,0
1.629,1
1.342,4
0,1
1.657,0
1.374,4
Refinanzierungsrisiko
0,0
0,0
0,0
0,0
Operationelles Risiko**
49,1
52,2
19,1
14,5
12,9
14,2
57,0
36,7
5,4
6,2
143,4
123,8
Sonstige Risiken/Puffer**
12,0
14,8
4,7
4,1
3,1
4,0
13,9
10,4
1,3
1,7
35,0
35,0
Risikokapital
889,7
812,8
115,4
93,5
638,8
610,9
1.739,4
1.424,1
133,7
83,6
3.516,9
3.024,8
RWA
18.398,9
18.255,2
2.004,6
2.177,9
1.147,0
1.071,4
7.375,4
6.546,9
1.310,9
1.078,7
30.236,8
29.130,2
Die Zuordnung des Risikokapitals und der RWAs folgt der Assetzuordnung, wie sie im IFRS-Konzernabschluss der Raiffeisenlandesbank OÖ durchgeführt wird.
* Das Kreditrisiko fällt auch im Corporate Center an, da im IFRS-Abschluss Finanzierungen auch in diesem Segment zugeordnet sind. Das CVA-Risiko wird
Financial Markets zugeordnet.
** Das operationelle Risiko und der Risikopuffer wurden aliquot zu den durchschnittlichen 3-Jahres-Erträgen aufgeteilt.
Aufsichtsrecht und institutionelles Sicherungssystem
Im Zuge des Geschäftsberichts wird im Kapitel „Aufsichtsrechtliche konsolidierte Eigenmittel gemäß § 64 (1) Z 16f BWG“ das Ergebnis des institutseigenen Verfahrens zur Beurteilung der Angemessenheit des internen Kapitals veröffentlicht. Die Raiffeisenlandesbank OÖ übertrifft zu jedem Zeitpunkt deutlich die von der Behörde vorgeschriebene SREP-Quote für das harte Kernkapital.
Stresstesting
Zusätzlich zu den isolierten Stresstests bei den einzelnen Risikoarten werden risikoartenübergreifende integrierte Stresstests durchgeführt. Dabei wird zum einen die Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung sowie auf die Kapitalausstattung betrachtet, zum anderen wird auch die Auswirkung auf die Risikoauslastung dargestellt.
Neben den klassischen Risikoarten werden auch Szenarien hinsichtlich Klima- und Umweltrisiken in das Stresstest Framework integriert. Aktuell liegt der Fokus auf den transitorischen Klimarisiken, die sich vorwiegend aus sich verändernden politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen ergeben. Als Grundlage für Klima-Stresstests werden in der RLB OÖ die neun langfristigen NGFS-Szenarien (Orderly, Disorderly, Hot House – jew. 2030, 2040, 2050) sowie das kurzfristige NGFS-Szenario Shorttermin Disorderly Transition 2024 eingesetzt, welche auch im EZB-Klimastresstest 2022 verwendet wurden. Die Ergebnisse der Szenarien ergeben sich aus einer CGE-Modellierung (Computable General Equilibrium), welche als Schockparameter die jeweiligen NGFS-Szenario-Parameter verwenden. Die daraus resultierenden, gestressten Ausfallswahrscheinlichkeiten je Kunde bzw. Branche, werden in weiterer Folge für die Simulation von spezifischen Kreditrisiko-Kennzahlen verwendet, d.h. bspw. für die bilanzielle Risikovorsorge gemäß IFRS 9 (Expected Credit Loss), für den Unexpected Loss 99,9% sowie für die RWAs.
Auswirkung auf die Risikotragfähigkeit in der normativen Sicht
Im Zuge der normativen Sicht der Risikotragfähigkeitsanalyse werden auf Basis der Ergebnisse der Baseline und Adverse Planung verschiedene Stressszenarien betrachtet und deren Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung und Kapitalquoten analysiert. Dabei werden beispielsweise der Ausfall von den größten Kunden bestimmter Branchen und allgemeine Ratingverschlechterungen für die kommenden 3 Jahre, oder auch das NGFS Shortterm Disorderly Transition Szenario im Kontext von Klimarisiken simuliert. Das Stressszenario mit den stärksten Verlusten wird als relevantes Szenario in der Normativen Sicht in der Risikotragfähigkeitsanalyse berücksichtigt.
Auswirkung auf die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Sicht (99,9 %)
Ziel ist es, die ökonomische Sicht der Risikotragfähigkeit unter Stressbedingungen für alle Risikoarten und die Risikodeckungsmasse zu analysieren. Die Ermittlung des gestressten Kreditrisikos bzw. Beteiligungsrisikos erfolgt über die Simulation von Ratingverschlechterungen einzelner Kreditnehmer, die sich in einer für die Raiffeisenlandesbank OÖ bedeutenden Branche befinden. Zusätzlich werden die Auswirkungen von Spread-Änderungen auf das Exposure bzw. auf das Risiko berücksichtigt. Im Bereich Marktrisiko wird von einer negativen Entwicklung der Zinskurve bzw. der Credit Spreads ausgegangen. Im Rahmen des Liquiditätsrisikos werden drei definierte Szenarien (Problemfall, Rufkrise und Systemkrise) simuliert und das daraus resultierende Refinanzierungsrisiko ermittelt. Zusätzlich wird der Ausfall der größten Kreditnehmer simuliert und das Eintreten von operationellen Schäden dargestellt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, zusätzliche Szenarien zu simulieren, wie zum Beispiel die Finanzkrise 2008, den Russland-Ukraine-Konflikt oder einen Klimastress auf Basis der NGFS-Szenarien, wie weiter oben dargestellt.
EBA- bzw. SSM-SREP-Stresstest
Auch im Rahmen des EBA- bzw. SSM-SREP-Stresstests wird die Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung und somit auf die Kapitalquoten betrachtet. Der Horizont beträgt drei Jahre und wird nach den von der Aufsicht vorgegebenen Methoden durchgeführt.
Institutionelles Sicherungssystem
Die Raiffeisenbankengruppe Oberösterreich
Die Raiffeisenbankengruppe Österreich (RBG Ö) ist die größte Bankengruppe Österreichs mit 303 lokal tätigen Raiffeisenbanken, acht regional tätigen Landeszentralen und der Raiffeisen Bank International AG in Wien. Rund 1,7 Mio. Österreicher sind Mitglieder und damit Miteigentümer von Raiffeisenbanken.
Die Raiffeisenbankengruppe Oberösterreich (RBG OÖ) besteht aus der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG als Zentralinstitut und 68 Raiffeisenbanken mit insgesamt 394 Bankstellen.
Rund 317.000 Oberösterreicher sind Mitinhaber der oberösterreichischen Raiffeisenbanken.
Die Raiffeisenbanken sind als Kreditinstitute im genossenschaftlichen Verbund den Grundsätzen der Subsidiarität, der Solidarität und der Regionalität verpflichtet.
Mit dem IPS-Vertrag, datiert 15.03.2021, wurde ein neuer Raiffeisen-IPS-Vertrag erstellt, mit dem die bisherige IPS-Struktur, bestehend aus Landes-IPSen und einem Bundes-IPS, ersetzt wurde. Das neue Raiffeisen-IPS stellt ein Institutsbezogenes Sicherungssystem im Sinne der Art. 49 Abs. 3 und 113 Abs. 7 CRR dar und wurde auch als Einlagensicherungssystem anerkannt.
Die Struktur des einheitlichen Raiffeisen-IPS ist dergestalt, dass es innerhalb dieses IPS acht Landesgruppen, bestehend aus der jeweiligen Landesbank und den Raiffeisenbanken, sowie eine Bundesgruppe, bestehend aus der RBI und den acht Landesbanken, gibt.
Basis für das einheitliche Raiffeisen-IPS ist die einheitliche und gemeinsame Risikobeobachtung im Rahmen des Früherkennungssystems der „Österreichischen Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen“ (ÖRS), die für die Verwaltung des Raiffeisen-IPS verantwortlich ist. Das Raiffeisen-IPS dient auch der Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität und der Zahlungsfähigkeit (Solvenz, Solvabilität und Mindestkapitalausstattung) der Vertragsparteien.
Hilfsgemeinschaft der RBG OÖ Raiffeisen Kredit Garantiegesellschaft m.b.H.
Alle oberösterreichischen Raiffeisenbanken haben gemeinsam mit der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG die Hilfsgemeinschaft der RBG OÖ und die Raiffeisen Kredit Garantiegesellschaft m.b.H. eingerichtet, die durch geeignete Maßnahmen sicherstellen, dass in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratene Institute Hilfestellung erhalten.
Gesetzliche Einlagensicherung
Das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (ESAEG), das eine europäische Richtlinie umsetzt, ist Mitte August 2015 in Kraft getreten. Alle Mitgliedsinstitute der Raiffeisenbankengruppe OÖ sind seit 29. November 2021 Mitglied bei der „Österreichischen Raiffeisen Sicherungseinrichtung eGen“.
Das Gesetz sieht die Errichtung eines Einlagensicherungsfonds vor, der durch jährliche Beiträge von Kreditinstituten zu speisen ist. Das Zielvolumen, das bis zum Jahr 2024 erreicht werden muss, beträgt 0,8 % der gedeckten Einlagen. Sollten diese Mittel im Schadensfall nicht ausreichen, können die Institute jährlich verpflichtet werden, zusätzlich 0,5 % der gedeckten Einlagen zu leisten.
Einlagen sind pro Kunde pro Institut bis zu EUR 100.000 gesichert. Dies gilt sowohl für natürliche als auch juristische Personen. Nicht gesichert sind alle Einlagen, die in § 10 Abs. 1 ESAEG aufgelistet sind (u. a. Einlagen von Finanzinstituten, Wertpapierfirmen, Versicherungsunternehmen, Pensions- und Rentenfonds sowie von staatlichen Stellen).
Die Erstattung der gedeckten Einlagen hat innerhalb von sieben Arbeitstagen nach Eintritt eines Sicherungsfalls zu erfolgen.
Weiters ist ein Garant für die Sicherheit der Einlagen das im Jahr 2021 neugegründete österreichweite institutsbezogene Sicherungssystem (Raiffeisen-IPS), dem sowohl die Raiffeisenlandesbank OÖ als auch alle oberösterreichischen Raiffeisenbanken beigetreten sind.
Bankensanierungs- und Abwicklungsgesetz (BaSAG)
Mit Etablierung einer europaweiten Bankenunion durch die Europäische Union trat die Banking Recovery and Resolution Directive (BRRD) per 01.01.2015 in Kraft. Das Bankensanierungs- und Abwicklungsgesetz (BaSAG) wurde mit 01.01.2015 als nationale Umsetzung der BRRD in Kraft gesetzt. Dieses Gesetz verpflichtet jedes Institut mit Sitz im Inland, das nicht Teil einer Gruppe ist, die einer Beaufsichtigung auf konsolidierter Basis unterliegt, einen Sanierungsplan nach den im BaSAG definierten Anforderungen zu erstellen und jährlich zu aktualisieren. Die RBG OÖ Verbund eGen erstellte als EU-Mutterunternehmen auf Basis dieser Rechtslage den Gruppensanierungsplan 2023, der Spezifika der Raiffeisenlandesbank OÖ enthält.
Ein Abwicklungsplan wird von der Abwicklungsbehörde erstellt, mindestens jährlich überprüft und gegebenenfalls aktualisiert.
Für den Stresstest im Zusammenhang mit dem Sanierungsplan gemäß BaSAG wurde das Sanierungspotenzial des Instituts in vier unterschiedlichen Szenarien ermittelt, wobei sowohl zwei kombinierte (langsame bzw. schnell/langsame Ausprägung), eine idiosynkratische (schnelle Ausprägung) und eine systemische Krise (langsame Ausprägung) in Betracht gezogen wurden. Die Szenarien erfüllen im Hinblick auf Strenge die Kriterien der EBA-Guideline 2014/06.
Damit Krisen bereits in einer frühen Phase identifiziert werden können, sind in einem umfassenden Rahmenkonzept Frühwarnindikatoren festgelegt, die Zeit verschaffen sollen, um geeignete Gegenmaßnahmen zu treffen. Das gewählte Indikatoren-Set entspricht den Mindestanforderungen an qualitative und quantitative Indikatoren gemäß EBA-Guideline. Zusätzlich wurden weitere Indikatoren selbst gewählt, sodass in Summe ein Set aus 28 Indikatoren überwacht und regelmäßig an den Vorstand berichtet wird.
Die Raiffeisenlandesbank OÖ ist gesetzlich verpflichtet, einen jährlichen Beitrag in den einheitlichen Abwicklungsfonds (Single Resolution Fund – SRF) auf europäischer Ebene zu leisten. Der Beitrag in den Abwicklungsfonds wird von der zuständigen Aufsichtsbehörde in Abhängigkeit von den nicht gesicherten Einlagen in Verbindung mit dem Risikoprofil des Instituts festgesetzt. Reichen die verfügbaren Finanzmittel nicht aus, um Verluste, Kosten und sonstige Aufwendungen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme des Fonds für Abwicklungsmechanismen zu decken, werden außerordentliche Beiträge erhoben, um die zusätzlichen Aufwendungen zu decken.
Der Anwendungsbereich erstreckt sich auf alle im Euroraum tätigen Institute. Nicht-Euro-Staaten können sich freiwillig am SRF beteiligen.
Sonstige Angaben
Angaben aufgrund von österreichischen Rechnungslegungsnormen
Nachrangige Verbindlichkeiten
Zu den nachrangigen Verbindlichkeiten ist die Nachrangigkeit im Sinne des § 51 Abs. 9 BWG jeweils schriftlich vereinbart.
Der Gesamtbetrag der Aufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten lag im Geschäftsjahr 2023 bei TEUR 36.236 (2022: TEUR 35.719).
Fremdwährungsvolumina
Auf fremde Währung lautend sind im Konzernabschluss folgende Vermögenswerte und Schulden enthalten:
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Aktiva
1.494.683
1.576.882
Passiva
1.685.971
1.169.262
Geografische Aufteilung gemäß Country-by-Country Reporting
Die Angabe des Sitzstaates zu den vollkonsolidierten Unternehmen ist dem Kapitel „Konsolidierungskreis“ zu entnehmen.
Zinsüberschuss
Betriebserträge
Jahresüber-
schuss vor
Steuern
Steuern vom
Einkommen
und Ertrag
Mitarbeiter-
anzahl
IN TEUR
2023
2023
2023
2023
2023
Österreich
434.056
1.815.076
572.471
-63.110
6.657
Tschechien
3.689
69.774
57.163
-959
115
Deutschland
171.077
82.352
7.238
-2.784
234
Kroatien
7.437
22.998
6.663
-1.202
56
Ungarn
22
5.757
592
-57
0
Polen
10.178
17.135
9.847
-1.663
102
Rumänien
22.222
41.293
27.620
-3.795
119
Slowenien
15
52
12
-2
0
Slowakei
6
2.156
291
-64
0
Gesamt
648.702
2.056.592
681.897
-73.636
7.282
Zinsüberschuss
Betriebserträge
Jahresüber-
schuss vor
Steuern
Steuern vom
Einkommen
und Ertrag
Mitarbeiter-
anzahl
IN TEUR
2022
2022
2022
2022
2022
Österreich
344.884
1.175.122
309.592
-85.461
6.328
Tschechien
3.448
97.724
85.560
-511
117
Deutschland
102.397
79.683
9.666
-2.157
224
Kroatien
7.576
20.163
4.215
-761
54
Ungarn
3
4.890
564
-53
0
Polen
8.561
17.761
6.727
-389
99
Rumänien
16.560
27.035
12.891
-1.303
120
Slowenien
24
42
17
-5
0
Slowakei
12
1.736
264
-54
0
Gesamt
483.466
1.424.155
429.497
-90.694
6.942
Zum Börsenhandel zugelassene Wertpapiere gemäß § 64 BWG
BÖRSENNOTIERT
NICHT BÖRSENNOTIERT
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
31.12.2023
31.12.2022
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche
Wertpapiere
1.703.720
1.375.865
0
0
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
0
10
0
0
Von den zum Börsenhandel zugelassenen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren können TEUR 1.703.720 (31.12.2022: TEUR 1.375.865) dem Anlagevermögen zugeordnet werden.
Von den zum Börsenhandel zugelassenen Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren können TEUR 0 (31.12.2022: TEUR 0) dem Anlagevermögen zugeordnet werden.
Gesamtkapitalrentabilität gemäß § 64 (1) Z 19 BWG
Die Gesamtkapitalrentabilität – errechnet aus Jahresüberschuss nach Steuern im Verhältnis zur Bilanzsumme per 31.12.2023 – beträgt 1,27 % (31.12.2022: 0,69 %).
Volumen des Wertpapierhandelsbuches gemäß Art. 92 CRR
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Wertpapiere
2.279
14.014
Sonstige Finanzinstrumente
6.469.601
5.659.109
Gesamt
6.471.880
5.673.123
Aufsichtsrechtliche konsolidierte Eigenmittel gemäß § 64 (1) Z 16f BWG
Seit 01.01.2014 sind die Verordnung (EU) 575/2013 (Capital Requirements Regulation, CRR) und die Richtlinie (EU) 36/2013 (Capital Requirements Directive, CRD IV) zur Umsetzung von Basel III in Kraft. Zusätzlich definiert die ergänzende CRR-Begleitverordnung die Umsetzung der Übergangsbestimmungen der CRR für Österreich. Diese gesetzlichen Vorschriften bedeuten für Banken die Einhaltung deutlich höherer Eigenmittelquoten sowie verschärfter Liquiditätsvorschriften.
Die konsolidierten Eigenmittel auf Ebene der obersten Finanzholding (Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen) stellen sich gemäß CRR wie folgt dar:
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Kapitalinstrumente und das mit ihnen verbundene Agio
1.032.857
1.032.857
Einbehaltene Gewinne
4.848.548
4.295.028
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
-414.498
-308.868
Anrechenbare Minderheitsbeteiligungen CET 1 (inkl. Übergangsbestimmungen)
15.703
14.252
Hartes Kernkapital (CET 1) vor regulatorischen Anpassungen
(Korrektur- und Abzugsposten)
5.482.610
5.033.269
Korrekturposten Prudential Filters
-21.147
-20.276
Abzugsposten immaterielle Vermögenswerte (inkl. Firmenwert)
-85.451
-84.566
Abzugsposten latente Steuern
-4.080
-8.799
Abzugsposten Instrumente des harten Kernkapitals von Unternehmen der Finanzbranche
-195.590
-168.491
Von den Posten des zusätzlichen Kernkapitals in Abzug zu bringende Posten,
die das zusätzliche Kernkapital überschreiten
-25.230
-25.024
Unzureichende Deckung notleidender Risikopositionen
-19.134
-9.968
Sonstige Übergangsanpassungen des harten Kernkapitals
0
0
Sonstige Abzüge und Bestandteile bezüglich des harten Kernkapitals
-127.004
-108.077
Hartes Kernkapital (CET 1)
5.004.974
4.608.068
Anrechenbare Minderheitsbeteiligungen AT 1 (inkl. Übergangsbestimmungen)
2.417
2.329
Abzugsposten Instrumente des zusätzlichen Kernkapitals von Unternehmen der
Finanzbranche
-27.647
-27.353
Sonstige Übergangsanpassungen des zusätzlichen Kernkapitals
0
0
Von den Posten des zusätzlichen Kernkapitals in Abzug zu bringende Posten, die das
zusätzliche Kernkapital überschreiten (Abzug vom harten Kernkapital)
25.230
25.024
Zusätzliches Kernkapital (AT 1)
0
0
Kernkapital (T 1 = CET 1 + AT 1)
5.004.974
4.608.068
Grandfathering zu Kapitalinstrumenten des Ergänzungskapitals und nachrangiger
Darlehen
0
0
Anrechenbare Minderheitsbeteiligungen T 2 (inkl. Übergangsbestimmungen)
442.154
407.866
Ergänzungskapital (T 2) vor regulatorischen Anpassungen
442.154
407.866
Abzugsposten sowie sonstige Übergangsanpassungen des Ergänzungskapitals
-43.657
-43.629
Ergänzungskapital (T 2)
398.497
364.237
Gesamtkapital (TC = T 1 + T 2)
5.403.471
4.972.305
Der Gesamtrisikobetrag (risikogewichtete Aktiva, RWA) gliedert sich wie folgt:
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Eigenmittelanforderungen für das Kredit-, Gegenparteiausfall- und Verwässerungsrisiko
28.275.486
27.454.949
Eigenmittelanforderungen für Abwicklungs- und Lieferrisiken
0
0
Eigenmittelanforderungen für Positions-, Fremdwährungs- und Warenpositionsrisiken
110.978
66.489
Eigenmittelanforderungen für operationelle Risiken
1.792.326
1.547.006
Eigenmittelanforderungen für Anpassungen der Kreditbewertung (CVA)
58.052
61.755
Gesamtrisikobetrag
30.236.842
29.130.199
Die Kapitalquoten (phase in) gemäß CRR stellen sich wie folgt dar und werden unter Berücksichtigung von Art. 92 CRR berechnet.
IN %
31.12.2023
31.12.2022
Harte Kernkapitalquote (CET 1 Ratio)
16,55
15,82
Kernkapitalquote (Tier 1 Ratio)
16,55
15,82
Gesamtkapitalquote (TC Ratio)
17,87
17,07
Gemäß § 23 BWG beträgt der Kapitalerhaltungspuffer 2,50 %. Dieser ist im harten Kernkapital zu halten.
Gemäß § 7 der Kapitalpuffer-Verordnung (KP-V) wurden der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft auf Basis der konsolidierten Lage der Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen als oberster Finanzholding sowie der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft auf Einzelbasis von der FMA eine Kapitalpuffer-Quote für die systemische Verwundbarkeit (Systemrisikopuffer) i. H. v. 0,5 % sowie ein Puffer für systemrelevante Institute (O-SRI) i. H. v. 0,75 % vorgeschrieben. Letzterer wurde mit dem BGBl. II Nr. 469/2022 für das Jahr 2023 auf 0,75 % angehoben und beträgt aufgrund der stufenweisen Anhebung 0,9 % für das Geschäftsjahr 2024.
Durch den antizyklischen Kapitalpuffer soll in Zeiten, in denen das Kreditwachstum über dem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts liegt, volkswirtschaftlich gegengesteuert werden. Er beträgt zwischen 0 % und 2,50 % der risikogewichteten Aktiva und ist in hartem Kernkapital zu halten. Die jeweiligen Aufsichtsbehörden können für die Institute in ihren Ländern auch einen antizyklischen Kapitalpuffer von über 2,50 % vorschreiben.
Die Kapitalpuffer-Quote für die in Österreich gebundenen wesentlichen Kreditrisikopositionen per 31.12.2023 beträgt 0 %. Der institutsspezifische antizyklische Kapitalpuffer für die Raiffeisenlandesbank OÖ berechnet sich gemäß § 23a Abs. 1 BWG aus dem gewichteten Durchschnitt der Quoten der antizyklischen Kapitalpuffer jener Länder, in denen die wesentlichen Kreditrisikopositionen der Raiffeisenlandesbank OÖ gebunden sind. Es ist zu erwarten, dass – so wie auch 2023 – der antizyklische Kapitalpuffer im Jahr 2024 eine unwesentliche Größe für die Raiffeisenlandesbank OÖ sein wird.
Übersicht gesetzliche Mindestkapitalanforderungen
IN %
31.12.2023
31.12.2022
Säule 1
Mindestanforderung an das harte Kernkapital gem. CRR
4,500
4,500
Kapitalerhaltungspuffer
2,500
2,500
Systemrisikopuffer
0,500
0,500
Puffer für systemrelevante Institute (O-SRI)
0,750
0,500
Antizyklischer Kapitalpuffer
0,331
0,088
Säule 2
Eigenmittelanforderung über Mindesteigenmittelanforderung (SREP; P2R)
1,131
1,125
Kapitalanforderung an das harte Kernkapital aus Säule 1 und Säule 2
9,712
9,213
Mindestanforderung an das zusätzliche Kernkapital gem. CRR
1,877
1,875
Kapitalanforderung an das Kernkapital aus Säule 1 und Säule 2
11,589
11,088
Mindestanforderung an das Ergänzungskapital gem. CRR
2,502
2,500
Kapitalanforderung an das Gesamtkapital aus Säule 1 und Säule 2
14,091
13,588
Zusätzlich zu den Mindestkapitalanforderungen und Kapitalpufferanforderungen müssen Kreditinstitute nach Maßgabe des aufsichtsrechtlichen Überprüfungs- und Evaluierungsprozesses (Supervisory Review and Evaluation Process, SREP) Kapitalanforderungen erfüllen. Als Ergebnis dieses durchgeführten SREP durch die EZB hat die Raiffeisenlandesbank OÖ auf konsolidierter Lage des CRR-Kreises der Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen ein Säule 2-Erfordernis (Pillar 2 Requirement, P2R) i. H. v. 2,01 % (2022: 2,00 %) in den Mindestkapitalanforderungen der Säule 1 zu berücksichtigen. Dieses Säule 2-Erfordernis (Pillar 2 Requirement, P2R) ist zu 56,25 % mittels hartem Kernkapital, zu 75 % in zusätzlichem Kernkapital und zu 25 % in Ergänzungskapital in den Mindestkapitalanforderungen der Säule 1 zu berücksichtigen. Darüber hinaus wurde im Rahmen des SREP-Prozesses von der EZB eine Säule 2-Empfehlung (Pillar 2 Guidance, P2G) i. H. v. 1,50 % (2022: 1,50 %) festgelegt, welche zur Gänze mit hartem Kernkapital zu erfüllen ist. Die Säule 2-Empfehlung hat jedoch keine Auswirkung auf den maximal ausschüttungsfähigen Betrag (Maximum Distributable Amount, MDA). Im aktuellen SREP-Prozess blieb die P2R mit 2,01 % unverändert, während die P2G auf 2,00 % angehoben wurde und ab 01.01.2024 anwendbar ist.
Im Rahmen des Eigenkapitalmanagements stehen die Sicherstellung einer adäquaten Kapitalausstattung des Konzerns und die Einhaltung aufsichtsrechtlicher Eigenmittelanforderungen im Vordergrund.
Eigenmittel sind eine zentrale Größe in der Banksteuerung. Durch die Verordnung (EU) 575/2013 (Capital Requirements Regulation, CRR) in Verbindung mit der Richtlinie (EU) 36/2013 (Capital Requirements Directive, CRD IV) werden regulatorisch die Mindestwerte vorgegeben. Demnach müssen Kreditinstitute bzw. Kreditinstitutsgruppen ihre risikogewichteten Aktiva (RWA) derzeit mit mindestens 8,00 % Eigenmittel unterlegen. Für die Unterlegung der RWA mit Kernkapital wird derzeit eine Quote von mindestens 6,00 % verlangt.
In der internen Steuerung werden von der Raiffeisenlandesbank OÖ jeweils Zielwerte verwendet, die alle Risikoarten (inkl. des Handelsbuches, des Währungsrisikos und des operationellen Risikos) enthalten. In der Raiffeisenlandesbank OÖ sind Zielquoten definiert, die ausreichend über dem gesetzlich geforderten harten Kernkapital liegen, um keinen regulatorischen Einschränkungen bei Managemententscheidungen zu unterliegen.
Bei der Steuerung liegt das Hauptaugenmerk auf dem harten Kernkapital. Gleichzeitig wird die Risikotragfähigkeit unter regulatorischen und ökonomischen Gesichtspunkten ermittelt. Diese entspricht dem maximalen Schaden, der das Kreditinstitut bzw. die Gruppe treffen kann, ohne dass die Mindestkapitalwerte unterschritten werden. Aufgrund der Anrechnungsbegrenzungen ist im Rahmen der internen Steuerung auch die Zusammensetzung der Eigenmittelinstrumente wichtig.
Für die nächsten Jahre erwartet die Raiffeisenlandesbank OÖ eine stabile Eigenkapital- bzw. Eigenmittelsituation – bei der die gesetzlichen Quoten übertroffen und die von der EZB vorgeschriebene SREP-Quote eingehalten werden – und wird damit weiterhin in der Lage sein, ihre Kunden nachhaltig und eng zu begleiten.
Die Informationen gemäß Teil 8 der CRR zur Offenlegung werden auf der Website der Raiffeisenlandesbank OÖ (www.rlbooe.at) veröffentlicht.
Durchschnittliche Mitarbeiteranzahl gemäß § 266 UGB
2023
2022
Angestellte
4.842
4.584
hievon VIVATIS/efko
1.229
1.164
Arbeiter
2.440
2.358
hievon VIVATIS/efko
2.420
2.337
Hilfszeile Validierung
7.282.000
6.942.000
Mitarbeiter
7.282
6.942
hievon VIVATIS/efko
3.649
3.501
Abschlussprüferhonorar gemäß § 251 UGB
2023
2022
IN TEUR
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs-
und Steuerberatungs-
gesellschaft*
Österreichischer
Raiffeisenverband**
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-
gesellschaft*
Österreichischer
Raiffeisenverband**
Abschlussprüfung
1.601
1.172
1.520
1.078
Andere Bestätigungsleistungen
162
169
31
136
Steuerberatungsleistungen
476
0
451
0
Sonstige Leistungen
690
0
469
0
* inkl. Netzwerkgesellschaften
** Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen beim Österreichischen Raiffeisenverband (ÖRV) beziehen sich auf den vom ÖRV bestellten Revisor.
Gemäß § 238 Abs. 1 Z 18 UGB wird das Abschlussprüferhonorar der Einzelabschlüsse der Tochterunternehmen im Rahmen der Konzernanhangangabe veröffentlicht. Somit enthält die Darstellung kumulativ das Abschlussprüferhonorar des Konzerns sowie der Tochterunternehmen.
Zusätzliche Angaben zu Fristigkeiten gemäß § 64 BWG
Im Jahr 2023 werden im Eigenbesitz befindliche Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere i. H. v. TEUR 199.800 fällig (2022: TEUR 166.616), an begebenen Schuldverschreibungen TEUR 458.692 (2022: TEUR 687.457).
Einbezogene Tochterunternehmen
Name
Durchgerech-
neter Kapital-
anteil in %
Land
Bilanz-
stichtag
Aufnahme
2023
Vollkonsolidierte Unternehmen
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft
Konzernmutter
Österreich
31.12.
activ factoring AG
100,00%
Deutschland
31.12.
Bauen und Wohnen Beteiligungs GmbH
99,97%
Österreich
31.12.
BC Petzoldstraße 14 GmbH & Co OG
100,00%
Österreich
31.12.
Raiffeisen Beteiligungsholding GmbH (vormals: BHG Beteiligungsmanagement und Holding GmbH)
100,00%
Österreich
31.12.
BTU Business Travel Unlimited Reisebürogesellschaft mit beschränkter Haftung
100,00%
Österreich
31.12.
DAILY SERVICE GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
DLC Operngasse Liegenschaftsverwaltung und -verwertung GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
x
ECOFLY GmbH
67,79%
Österreich
31.12.
efko cz s.r.o.
51,00%
Tschechien
31.12.
efko Frischfrucht und Delikatessen GmbH
51,00%
Österreich
31.12.
Enigma Trading 2000 SRL
92,70%
Rumänien
31.12.
x
EOS Immobilien GmbH & Co. KG1
0,00%
Deutschland
30.09.
Eurolease finance d.o.o.
100,00%
Slowenien
31.12.
EUROPASTEG Errichtungs- und Betriebs GmbH
51,00%
Österreich
30.09.
Eurotherme Bad Schallerbach Hotelerrichtungsgesellschaft m.b.H.
51,00%
Österreich
31.12.
F6 Entwicklungsgesellschaft m.b.H. & Co KG
100,00%
Österreich
31.12.
Franz Reiter Ges.m.b.H. & Co. OG.
100,00%
Österreich
31.12.
FW Trading GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
Gesellschaft zur Förderung agrarischer Interessen in Oberösterreich GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
Gesellschaft zur Förderung des Wohnbaus GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
GMS GOURMET Deutschland GmbH
100,00%
Deutschland
31.12.
GMS GOURMET GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
GOURMET Beteiligungs GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
Grundstücksverwaltung Steyr GmbH
95,00%
Österreich
31.12.
Grundstücksverwaltung Villach-Süd GmbH
51,49%
Österreich
31.12.
GRZ Immobilien GmbH (vormals: GRZ IT Center GmbH)
100,00%
Österreich
31.12.
H26 GmbH & Co KG
100,00%
Österreich
31.12.
HLV Immobilien GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
HYPO Beteiligung Gesellschaft m.b.H.
100,00%
Österreich
30.09.
HYPO Grund- und Bau-Leasing Gesellschaft m.b.H.
100,00%
Österreich
30.09.
Hypo Holding GmbH
84,67%
Österreich
31.12.
HYPO IMPULS Immobilien Leasing GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
HYPO IMPULS Immobilien Rif GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
HYPO IMPULS Mobilien Leasing GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
HYPO IMPULS Vital Leasing GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
HYPO Salzburg IMPULS Leasing GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
HYPO-IMPULS Immobilien GmbH
51,00%
Österreich
31.12.
IL 1 Raiffeisen-IMPULS-Mobilienleasing Gesellschaft m.b.H.
100,00%
Österreich
30.09.
IMMOBILIEN Invest Real-Treuhand Portfoliomanagement GmbH & Co OG
100,00%
Österreich
31.12.
IMPULS Broker de Asigurare SRL
90,00%
Rumänien
31.12.
IMPULS Chlumcany s.r.o.
100,00%
Tschechien
31.12.
IMPULS Malvazinky s.r.o.
100,00%
Tschechien
31.12.
IMPULS Šterboholy s.r.o.
100,00%
Tschechien
31.12.
IMPULS Trnávka s.r.o.
100,00%
Slowakei
31.12.
IMPULS-Immobilien Beteiligungs GmbH
73,80%
Deutschland
31.12.
IMPULS-Immobilien GmbH & Co. Objekt Laupheim KG1
5,10%
Deutschland
31.12.
IMPULS-INSURANCE Polska Sp. z o.o.
100,00%
Polen
31.12.
IMPULS-LEASING d.o.o.
100,00%
Kroatien
31.12.
IMPULS-Leasing GmbH & Co. Objekt Aschheim KG1
0,00%
Deutschland
31.12.
IMPULS-Leasing GmbH & Co. Objekt Hengersberg KG
100,00%
Deutschland
31.12.
IMPULS-Leasing GmbH & CO. Objekt MMM KG
100,00%
Deutschland
31.12.
x
IMPULS-Leasing GmbH & Co. Objekt Wiesau KG
51,00%
Deutschland
31.12.
IMPULS-LEASING International GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
IMPULS-LEASING Polska Sp. z o.o.
100,00%
Polen
31.12.
IMPULS-Leasing-AUSTRIA s.r.o.
100,00%
Tschechien
31.12.
IMPULS-Leasing-Real-Estate s.r.o.
100,00%
Tschechien
31.12.
Invest Holding GmbH
100,00%
Österreich
31.12.

Name
Durchgerech-
neter Kapital-
anteil in %
Land
Bilanz-
stichtag
Aufnahme
2023
KARNERTA GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
KEPLER-FONDS Kapitalanlagegesellschaft m.b.H.
64,00%
Österreich
31.12.
Klitschgasse 2-4 GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
x
LABA-IMPULS-Gebäudeleasing Gesellschaft m.b.H.
100,00%
Österreich
31.12.
LABA-IMPULS-Gebäudeleasing GmbH & Co KG
100,00%
Österreich
31.12.
LKW-Zentrum Radfeld Liegenschaftsverwaltung GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
machland obst- und gemüsedelikatessen gmbh
51,98%
Österreich
31.12.
MARESI Austria GmbH
92,70%
Österreich
31.12.
MARESI Foodbroker Kft.
92,70%
Ungarn
31.12.
MARESI Foodbroker S.R.L.
92,70%
Rumänien
31.12.
MARESI Foodbroker s.r.o.
92,70%
Tschechien
31.12.
MARESI Foodbroker s.r.o.
92,70%
Slowakei
31.12.
MARESI Trademark GmbH & Co KG
100,00%
Österreich
31.12.
MH53 GmbH & Co OG
100,00%
Österreich
31.12.
„NECHLEDIEL“ Vertriebs GmbH
74,00%
Österreich
30.09.
NGA Immobilien GmbH & Co. KG1
0,00%
Deutschland
31.12.
O.Ö. Kommunalgebäude-Leasing Gesellschaft m.b.H.2
40,00%
Österreich
31.12.
O.Ö. Kommunal-Immobilienleasing GmbH2
40,00%
Österreich
31.12.
Oberösterreichische Kfz-Leasing Gesellschaft m.b.H.
100,00%
Österreich
31.12.
OK Platz Errichtungs- und Vermietungs GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
OÖ Wohnbau gemeinnützige Wohnbau und Beteiligung GmbH3
n/a
Österreich
31.12.
OÖ Wohnbau Gesellschaft für den Wohnungsbau gemeinnützige GmbH3
n/a
Österreich
31.12.
Pflaum Feinkost GmbH
74,00%
Deutschland
30.09.
Privatstiftung der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft4
n/a
Österreich
31.12.
pro-beam GmbH & Co. Objekt Gilching KG1
0,00%
Deutschland
31.12.
PROGRAMMIERFABRIK GmbH
89,80%
Österreich
30.09.
Projekt Blumau Tower Immobilien GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
PUREA Austria GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
Raiffeisen Innovation Invest GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
Raiffeisen Invest Holding GmbH & Co KG
100,00%
Österreich
31.12.
Raiffeisen OÖ Immobilien- und Projektentwicklungs GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
Raiffeisen-IMPULS Finance & Lease GmbH
100,00%
Deutschland
31.12.
Raiffeisen-IMPULS Kfz und Mobilien GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
Raiffeisen-IMPULS-Alpha Immobilien GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
Raiffeisen-IMPULS-Delta Immobilien GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
Raiffeisen-IMPULS-Fahrzeugleasing GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
Raiffeisen-IMPULS-Fuhrparkmanagement GmbH & Co. KG
100,00%
Deutschland
31.12.
Raiffeisen-IMPULS-Immobilien GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
Raiffeisen-IMPULS-Immobilien GmbH & Co. Messepark Kohlbruck Vermietungs KG
75,21%
Deutschland
31.12.
Raiffeisen-IMPULS-Immobilien GmbH & Co. Objekt Hilpoltstein KG
100,00%
Deutschland
31.12.
Raiffeisen-IMPULS-Leasing Beteiligungs Gesellschaft m.b.H.
100,00%
Deutschland
31.12.
Raiffeisen-IMPULS-Leasing Gesellschaft m.b.H.
100,00%
Österreich
31.12.
Raiffeisen-IMPULS-Leasing GmbH & Co KG
100,00%
Deutschland
31.12.
Raiffeisen-IMPULS-Leasing Schönau GmbH
100,00%
Deutschland
31.12.
Raiffeisen-IMPULS-Liegenschaftsverwaltung Gesellschaft m.b.H.
75,00%
Österreich
31.12.
Raiffeisen-IMPULS-Projekt Atzbach GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
Raiffeisen-IMPULS-Projekt Enns GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
Raiffeisen-IMPULS-Projekt Gänserndorf GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
Raiffeisen-IMPULS-Projekt Hermann-Gebauer-Straße GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
Raiffeisen-IMPULS-Projekt Hörsching GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
Raiffeisen-IMPULS-Projekt Kittsee GmbH
95,00%
Österreich
31.12.
Raiffeisen-IMPULS-Projekt Lehen GmbH
95,00%
Österreich
31.12.
Raiffeisen-IMPULS-Projekt Lichtenegg GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
Raiffeisen-IMPULS-Projekt Ort GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
Raiffeisen-IMPULS-Projekt Straßwalchen GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
Raiffeisen-IMPULS-Projekt Traunviertel GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
Raiffeisen-IMPULS-Projekt Wolfsberg GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
Raiffeisen-IMPULS-Realitätenleasing GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
Raiffeisen-IMPULS-Rho Immobilien GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
Raiffeisen-IMPULS-Rho Immobilien GmbH & Co KG
100,00%
Österreich
31.12.
Raiffeisen-IMPULS-Vermietungsgesellschaft m.b.H.
100,00%
Österreich
31.12.
Raiffeisen-IMPULS-Zeta Immobilien GmbH
60,00%
Österreich
30.09.
RAITEC GmbH
78,41%
Österreich
31.12.
Name
Durchgerech-
neter Kapital-
anteil in %
Land
Bilanz-
stichtag
Aufnahme
2023
RealBestand Immobilien GmbH & Co KG
100,00%
Österreich
31.12.
RealRendite Immobilien GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
Real-Treuhand Bau- und Facilitymanagement GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
Real-Treuhand Immobilien Bayern GmbH
97,50%
Österreich
31.12.
Real-Treuhand Immobilien Vertriebs GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
REAL-TREUHAND Management GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
Real-Treuhand Projekt- und Bauträger GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
Ringstraße 8 GmbH & Co OG
100,00%
Österreich
31.12.
RLB OÖ Sektorholding GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
RLB OÖ Unternehmensholding GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
RVB Raiffeisen Versicherungsberatung GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
RVD Raiffeisen Versicherungsdienst GmbH
75,00%
Österreich
31.12.
RVM Versicherungsmakler GmbH
100,00%
Österreich
30.09.
Salvida Holding GmbH
74,00%
Österreich
31.12.
x
S.G.S. Immobilienbesitz und Verwaltungs GmbH & Co KG
100,00%
Österreich
31.12.
SC IMPULS - LEASING SERVICES SRL
90,00%
Rumänien
31.12.
SC IMPULS-LEASING Romania IFN S.A.
90,00%
Rumänien
31.12.
Schwesternheim Wels Vermietungsgesellschaft m.b.H.
100,00%
Österreich
31.12.
SENNA Nahrungsmittel GmbH & Co KG
100,00%
Österreich
31.12.
Softwarepark Schloß Hagenberg Errichtungs- und Betriebsges.m.b.H.
90,00%
Österreich
31.12.
SP Feinkost Vertriebs GmbH
74,00%
Österreich
30.09.
TKV Burgenland GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
TKV Oberösterreich GmbH & Co KG
100,00%
Österreich
31.12.
VIO PLAZA GmbH & Co KG
100,00%
Österreich
31.12.
VIVATIS Beteiligungs-GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
VIVATIS Capital Invest GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
VIVATIS Capital Services eGen
100,00%
Österreich
31.12.
VIVATIS Holding AG
100,00%
Österreich
31.12.
VIVATIS Vermögensverwaltungs Beta GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
VIVATIS Vermögensverwaltungs GmbH & Co KG
100,00%
Österreich
31.12.
WDL Infrastruktur GmbH
51,00%
Österreich
30.09.
WEINBERGMAIER GmbH
100,00%
Österreich
31.12.
WOJNAR Beta Immobilien GmbH
73,26%
Österreich
30.09.
WOJNAR Beteiligungs GmbH
74,00%
Österreich
30.09.
Wojnar Deutschland Vertriebs GmbH
74,00%
Deutschland
30.09.
WOJNAR Immobilien GmbH
73,26%
Österreich
30.09.
„WOJNAR’S WIENER LECKERBISSEN“ Delikatessenerzeugung GmbH
74,00%
Österreich
30.09.
At equity bilanzierte Gesellschaften
"VOG" Einfuhr und Großhandel mit Lebensmitteln und Bedarfsgütern Aktiengesellschaft
22,32%
Österreich
31.12.
AMAG Austria Metall AG5
16,50%
Österreich
31.12.
Beteiligungs- und Immobilien GmbH
46,00%
Österreich
31.12.
Beteiligungs- und Wohnungsanlagen GmbH
47,21%
Österreich
31.12.
GEMDAT OÖ GmbH & Co KG
33,33%
Österreich
31.12.
x
K-Businesscom Rental Services GmbH6
49,00%
Österreich
30.09.
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
41,14%
Österreich
31.12.
Österreichische Salinen Aktiengesellschaft
41,25%
Österreich
30.06.
Raiffeisen Bank International AG5
9,51%
Österreich
31.12.
Raiffeisenbank a.s.
25,00%
Tschechien
31.12.
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG6
75,65%
Österreich
30.09.
1 Beherrschung aufgrund Komplementärstellung mit Mehrheit der Stimmrechte
2 Beherrschung aufgrund Mehrheit der Geschäftsführer sowie Stimmrechtsbindungsvertrag
3 Unter Berücksichtigung der Restriktionen des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes (WGG) Beschränkung auf eingezahltes Kapital sowie die an Eigentümer ausschüttbaren Ergebnisse (siehe dazu auch Anhangangabe "4.21. Eigenkapital"). Der Anteil der Bauen und Wohnen Beteiligungs GmbH am Kapital der OÖ Wohnbau gemeinnützige Wohnbau und Beteiligung GmbH beträgt 83,59 %.
4 Beherrschung aufgrund Bestellungsrecht von Stiftungsvorständen
5 Maßgeblicher Einfluss unter anderem i. Z. m. Vertretung in Leitungsorganen – siehe Anhangangabe „4.7. At equity bilanzierte Unternehmen“
6 Gemeinsame Beherrschung aufgrund der Beschlussregelungen im Gesellschaftsvertrag
Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Das oberste Mutterunternehmen ist die Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen, die neben ihrer Holdingfunktion nicht operativ tätig ist. Zu den „übergeordneten Unternehmen“ zählt weiters die RLB Holding eGen OÖ, welche mit über 50 % der Geschäftsanteile von der RBG OÖ Verbund eGen beherrscht wird und ihrerseits wiederum 1,08 % der Stammaktien an der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft besitzt.
Die Kategorie „Tochterunternehmen (nicht konsolidiert)“ beinhaltet alle aus Wesentlichkeitsgründen nicht vollkonsolidierten Tochterunternehmen. In der Kategorie „Assoziierte Unternehmen“ werden Angaben zu Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss inkl. der at equity bilanzierten Unternehmen dargestellt. Die Kategorie „Gemeinschaftsunternehmen“ beinhaltet alle Unternehmen mit gemeinschaftlicher Führung, bei denen die Raiffeisenlandesbank OÖ ein Partnerunternehmen ist.
Mutter-
unternehmen
Tochter-
unternehmen
(nicht konsolidiert)
Assoziierte
Unternehmen
Gemeinschafts-
unternehmen
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2023
31.12.2023
31.12.2023
Forderungen an Kreditinstitute
0
0
4.013.067
0
hievon Stand Risikovorsorge Forderungen an Kreditinstitute
0
0
3.863
0
Forderungen an Kunden
0
108.115
834.790
54.198
hievon Stand Risikovorsorge Forderungen an Kunden
0
389
3.546
16.007
Handelsaktiva
0
0
127
0
Derivate
0
0
147.390
0
Finanzanlagen
403
85.613
981.501
331
hievon Stand Risikovorsorge Wertpapiere
0
0
420
34
At equity bilanzierte Unternehmen
0
0
1.965.853
526.070
Sonstige Aktiva
0
19.563
6.331
82
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
0
0
810.858
0
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
6.407
38.349
308.198
354
Handelspassiva
0
0
71.799
0
Sonstige Passiva
0
3.376
2.161
20.395
Nachrangkapital
0
0
25.000
0
Erteilte Kreditzusagen, Finanzgarantien und sonstige Zusagen
403
5.015
592.098
5.249
Empfangene Kreditzusagen, Finanzgarantien und sonstige Zusagen
0
0
22.741
0
Mutter-
unternehmen
Tochter-
unternehmen
(nicht konsolidiert)
Assoziierte
Unternehmen
Gemeinschafts-
unternehmen
IN TEUR
2023
2023
2023
2023
Zinsüberschuss
-4
15.794
197.221
3.295
Erfolgswirksame Änderungen der Risikovorsorge
0
0
5.038
-15.955
hievon Direktabschreibungen
0
0
0
0
hievon Eingänge auf abgeschriebene Forderungen
0
0
0
0
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
0
0
381.613
57.438
Der Anstieg der Risikovorsorge gegenüber „Gemeinschaftsunternehmen“ in 2023 steht vor allem in Zusammenhang mit der Beteiligung an einem Unternehmen der Photovoltaik-Industrie, welches aufgrund der schwierigen Marktsituation im Dezember 2023 Insolvenz anmelden musste. Die Abschreibungen von Krediten und Darlehen schlugen sich mit einer Wirkung von rund EUR -16,0 Mio. in der Risikovorsorge nieder.
Mutter-
unternehmen
Tochter-
unternehmen
(nicht konsolidiert)
Assoziierte
Unternehmen
Gemeinschafts-
unternehmen
IN TEUR
31.12.2022
31.12.2022
31.12.2022
31.12.2022
Forderungen an Kreditinstitute
0
0
4.816.919
0
hievon Stand Risikovorsorge Forderungen an Kreditinstitute
0
0
5.492
0
Forderungen an Kunden
0
97.874
825.957
56.779
hievon Stand Risikovorsorge Forderungen an Kunden
0
311
4.218
287
Handelsaktiva
0
0
260
0
Derivate
0
1
211.245
0
Finanzanlagen
403
109.321
964.440
331
hievon Stand Risikovorsorge Wertpapiere
0
0
3.193
32
At equity bilanzierte Unternehmen
0
0
1.759.523
495.401
Sonstige Aktiva
0
15.485
11.425
740
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
0
17.367
1.116.710
0
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
5.918
68.070
252.431
19.816
Handelspassiva
0
0
98.415
0
Sonstige Passiva
0
1.099
10.577
829
Nachrangkapital
0
0
25.000
0
Erteilte Kreditzusagen, Finanzgarantien und sonstige Zusagen
403
4.605
457.486
5.074
Empfangene Kreditzusagen, Finanzgarantien und sonstige Zusagen
0
0
8.370
0
Mutter-
unternehmen
Tochter-
unternehmen
(nicht konsolidiert)
Assoziierte
Unternehmen
Gemeinschafts-
unternehmen
IN TEUR
2022
2022
2022
2022
Zinsüberschuss
0
9.816
70.692
24.846
Erfolgswirksame Änderungen der Risikovorsorge
0
-152
-6.150
-191
hievon Direktabschreibungen
0
0
0
0
hievon Eingänge auf abgeschriebene Forderungen
0
0
0
0
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
0
0
123.452
-83.345
Gegenüber Mitgliedern des Vorstandes bestehen per 31.12.2023 Vorschüsse, Kredite und Haftungen i. H. v. TEUR 989 (31.12.2022: TEUR 1.423), gegenüber Mitgliedern des Aufsichtsrates i. H. v. TEUR 128 (31.12.2022: TEUR 269). Die Ausleihungen an die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates werden zu den sektorüblichen Vertragsbedingungen gewährt. Rückzahlungen werden vereinbarungsgemäß geleistet.
Gegenüber Mitgliedern des Vorstandes und Aufsichtsrates bestehen Verbindlichkeiten i. H. v. TEUR 5.930 (31.12.2022: TEUR 4.936).
Gegenüber sonstigen nahestehenden Personen und Unternehmen bestehen per 31.12.2023 Vorschüsse, Kredite und Haftungen i. H. v. TEUR 1.962 (31.12.2022: TEUR 3.321) und Verbindlichkeiten i. H. v. TEUR 2.502 (31.12.2022: TEUR 3.443).
Im Rahmen der Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen kommen die marktüblichen Konditionen zur Anwendung.
Vergütungen des Vorstandes und des Aufsichtsrates
Die im Geschäftsjahr entstandenen Aufwendungen für Vergütungen für Mitglieder des Vorstandes des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns verteilen sich wie folgt:
IN TEUR
2023
2022
Laufende Bezüge
5.121
4.471
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
4.698
3.346
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
0
0
Andere langfristig fällige Leistungen
49
17
Vergütung
9.869
7.834
An die Aufsichtsratsmitglieder wurden 2023 Vergütungen (inkl. Fahrtkostenvergütungen) i. H. v. TEUR 609 (2022: TEUR 648) bezahlt.
Nicht konsolidierte strukturierte Unternehmen
Nachfolgend werden die relevanten Geschäftsaktivitäten des Konzerns mit nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen beschrieben:
Publikumsfonds
Der Konzern gründet strukturierte Einheiten, um unterschiedliche Kundenanforderungen in Bezug auf Investitionen in spezifische Vermögenswerte zu erfüllen.
Buchwerte der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Raiffeisenlandesbank OÖ Konzerns gegenüber nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Vermögenswerte
12.487
19.426
Forderungen an Kunden
10.629
17.642
Handelsaktiva
64
92
Finanzanlagen
1.794
1.692
Verbindlichkeiten
150.780
146.193
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
94.595
74.838
Verbriefte Verbindlichkeiten
40.957
45.777
Handelspassiva
10.919
21.760
Nachrangkapital
4.309
3.818
Außerbilanzielle Verpflichtungen
165.841
163.997
Umfang der nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen
Die Art der Geschäftsaktivitäten einer strukturierten Einheit bestimmt deren Umfang. Dieser wird bei jenen Publikumsfonds, zu denen Transaktionen bestehen, als das von den Fonds verwaltete Vermögen angegeben. Aufgrund von Schwankungen im Fondsvermögen erfolgt eine Durchschnittsangabe auf Basis der täglichen Vermögensstände.
IN TEUR
2023
2022
Umfang
7.876.945
7.923.270
Höchstexponierung des Unternehmens in Bezug auf Verluste aus Anteilen an nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen
Das maximal mögliche Verlustrisiko bestimmt sich aus den in der Bilanz abgebildeten Buchwerten und den Nominalwerten der außerbilanziellen Verpflichtungen (Kreditzusagen) zum jeweiligen Bilanzstichtag. Die Nominalwerte der außerbilanziellen Verpflichtungen spiegeln nicht die Wahrscheinlichkeit von möglichen Verlusten wider.
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Forderungen an Kunden
10.629
17.642
Handelsaktiva
64
92
Finanzanlagen
1.794
1.692
Außerbilanzielle Verpflichtungen
165.841
163.997
Restlaufzeitengliederung
31.12.2023
IN TEUR
tägl. fällig/
ohne Laufzeit
bis
3 Monate
3 Monate
bis 1 Jahr
1 bis
5 Jahre
mehr als
5 Jahre
Gesamt
Aktiva
Barreserve
46.986
0
0
0
0
46.986
Forderungen an Kreditinstitute
60.137
8.477.868
224.749
149.555
902.256
9.814.565
Forderungen an Kunden
1.300.553
2.932.267
4.120.080
10.390.306
7.234.570
25.977.776
Handelsaktiva
0
41.397
78.326
396.069
816.416
1.332.208
Finanzanlagen
872.358
147.917
371.120
2.722.655
1.294.179
5.408.229
At equity bilanzierte Unternehmen
2.491.923
0
0
0
0
2.491.923
Passiva
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
11.021.442
710.476
543.464
1.856.223
1.142.359
15.273.964
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
7.234.055
2.433.331
1.867.316
1.553.986
170.714
13.259.402
Handelspassiva
0
35.841
63.140
384.889
784.337
1.268.207
Verbriefte Verbindlichkeiten
106.298
97.608
789.397
6.256.125
2.818.952
10.068.380
Nachrangkapital
70.344
77.379
30.394
324.808
379.897
882.822
31.12.2022
IN TEUR
tägl. fällig/
ohne Laufzeit
bis
3 Monate
3 Monate
bis 1 Jahr
1 bis
5 Jahre
mehr als
5 Jahre
Gesamt
Aktiva
Barreserve
49.141
0
0
0
0
49.141
Forderungen an Kreditinstitute
10.110.145
273.914
506.554
678.725
820.857
12.390.195
Forderungen an Kunden
937.598
3.520.624
4.105.883
10.374.099
6.994.603
25.932.807
Handelsaktiva
77.970
50.195
70.753
463.504
959.342
1.621.764
Finanzanlagen
971.851
96.665
190.495
2.592.029
1.058.166
4.909.206
At equity bilanzierte Unternehmen
2.254.924
0
0
0
0
2.254.924
Passiva
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
4.781.932
1.716.725
1.687.693
6.916.312
2.626.016
17.728.678
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
7.978.434
1.810.089
1.857.598
1.022.780
1.196.431
13.865.332
Handelspassiva
16.938
50.449
62.504
475.870
1.114.518
1.720.279
Verbriefte Verbindlichkeiten
62.541
233.937
843.314
4.186.267
3.307.740
8.633.799
Nachrangkapital
68.219
9.500
131.338
300.128
414.942
924.127
Außerbilanzielle Verpflichtungen
Zum Bilanzstichtag bestehen folgende außerbilanzielle Verpflichtungen:
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Eventualverbindlichkeiten
3.452.623
3.248.302
hievon aus Bürgschaften, Haftungen und Akkreditiven
3.451.960
3.247.639
hievon aus sonstigen Eventualverbindlichkeiten
663
663
Kreditzusagen
7.117.843
7.477.691
Leasing
Leasingnehmer
Im Posten „Sonstige Passiva“ sind TEUR 190.816 (31.12.2022: TEUR 196.141) Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen enthalten. Diese gliedern sich wie folgt:
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Mindestleasingzahlungen
190.816
196.141
bis 1 Jahr
26.731
24.308
1 bis 5 Jahre
78.511
72.404
über 5 Jahre
85.574
99.429
Zinsanteil
3.480
1.270
Im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern wurden die Erleichterungsbestimmungen für kurzfristige Leasingverhältnisse bzw. Leasingverhältnisse mit geringem Wert, welche in der Anhangangabe „1.5. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ erläutert werden, angewendet. Im Geschäftsjahr 2023 sind Aufwendungen betreffend kurzfristige Leasingverhältnisse von TEUR 115 (2022: TEUR 140) in der Konzernerfolgsrechnung in den Verwaltungsaufwendungen ausgewiesen. Außerdem sind in derselben Position Aufwendungen betreffend Leasingverhältnisse mit geringem Wert von TEUR 520 (2022: TEUR 639) enthalten. Die Höhe der Leasingverpflichtungen für kurzfristige Leasingverhältnisse beträgt per 31.12.2023 TEUR 46 (31.12.2022: TEUR 82).
Weiters wurden im Geschäftsjahr 2023 im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern in Summe TEUR 3.404 (2022: TEUR 2.188) an variablen Leasingzahlungen von den Konzernunternehmen nicht in die Bewertung von Leasingverhältnissen einbezogen. Diese sind in der Position „Verwaltungsaufwendungen“ enthalten. Die Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse beliefen sich auf TEUR 31.817 (2022: TEUR 27.609).
Die Nutzungsrechte, die im Rahmen von Operating Leasingverhältnissen weiterverleast werden, werden in den Sachanlagen im Posten „Nutzungsrechte Finanzimmobilien“ mit einem Betrag von TEUR 6.457 (31.12.2022: TEUR 6.210) ausgewiesen und stammen überwiegend aus der „OÖ Wohnbau“-Gruppe.
Leasinggeber
Im Posten „Leasingforderungen“ sind TEUR 2.539.863 (31.12.2022: TEUR 2.451.312) Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen enthalten. Diese stellen sich wie folgt dar:
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Bruttoinvestitionswert
2.852.305
2.676.762
Mindestleasingzahlungen
2.741.628
2.550.925
bis 1 Jahr
817.488
747.530
1 bis 2 Jahre
627.683
606.341
2 bis 3 Jahre
490.066
449.830
3 bis 4 Jahre
372.835
316.749
4 bis 5 Jahre
180.052
169.221
über 5 Jahre
253.504
261.254
Nicht garantierte Restwerte
110.677
125.837
Unrealisierter Finanzertrag
312.441
225.450
bis 1 Jahr
106.622
77.770
1 bis 2 Jahre
75.641
54.979
2 bis 3 Jahre
47.715
34.665
3 bis 4 Jahre
27.699
19.947
4 bis 5 Jahre
15.107
10.757
über 5 Jahre
39.657
27.332
Nettoinvestitionswert
2.539.863
2.451.312
Im Geschäftsjahr 2023 wurden Finanzerträge auf die Nettoinvestitionen von TEUR 144.457 (2022: TEUR 96.871) erfasst.
Die in der Folge dargestellten künftigen Leasingzahlungen beziehen sich auf Operating Leasinggeschäfte:
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
bis 1 Jahr
45.892
40.397
1 bis 2 Jahre
34.019
29.315
2 bis 3 Jahre
24.196
17.641
3 bis 4 Jahre
16.948
13.864
4 bis 5 Jahre
18.503
9.942
über 5 Jahre
34.726
29.307
operative Leasingforderungen
174.284
140.466
Die sonstigen betrieblichen Erlöse aus Operating Leasingverhältnissen belaufen sich im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 37.471 (2022: TEUR 43.318).
Sicherheiten
Zum 31.12.2023 sind für die Mündelgeldspareinlagen i. H. v. TEUR 12.045 (31.12.2022: TEUR 11.696) Wertpapiere als Deckungsstock i. H. v. TEUR 14.962 (31.12.2022: TEUR 15.010) gewidmet. Für Pfand- und Kommunalbriefe und fundierte Bankschuldverschreibungen sind ein Deckungsstock an Wertpapieren von TEUR 74.024 (31.12.2022: TEUR 50.055) sowie Forderungen an Kunden i. H. v. TEUR 2.885.040 (31.12.2022: TEUR 1.923.948) gewidmet. Als Sicherheit für fremde Verbindlichkeiten werden Forderungen an Kunden i. H. v. TEUR 540.226 (31.12.2022: TEUR 395.834) verwendet.
Weiters sind Forderungen mit einem Buchwert von TEUR 3.779.779 (31.12.2022: TEUR 4.020.901) und Wertpapiere mit einem Buchwert von TEUR 81.125 (31.12.2022: TEUR 84.283) als Sicherheit bei Kreditinstituten und Börsen hinterlegt. Zusätzlich wurde ein von der RLB OÖ begebener Retained Covered Bond mit einer Nominale in Höhe von TEUR 250.000 (Vorjahr: TEUR 0) an Dritte in Form einer Wertpapierleihe verliehen.
Bei Kreditinstituten und Kunden sind TEUR 341.813 (31.12.2022: TEUR 447.575) aufgrund von Sicherheitenvereinbarungen hinterlegt. An Kreditinstitute sind Forderungen i. H. v. TEUR 4.410.806 (31.12.2022: TEUR 4.535.548) zediert. Die diesbezüglichen Vertragsbedingungen sind branchenüblich.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im Dezember 2023 hat die Raiffeisen Bank International AG (RBI) die Entscheidung getroffen, über ihre russische Tochter AO Raiffeisenbank 28.500.000 Aktien der STRABAG SE, dies entspricht 27,78 % der ausgegebenen Aktien, von der in Russland ansässigen MKAO „Rasperia Trading Limited“ für einen Kaufpreis in Höhe von EUR 1.510 Mio. (einschließlich früherer Dividenden) zu erwerben. Die Durchführung des Erwerbs ist abhängig von verschiedenen aufschiebenden Bedingungen, darunter der zufriedenstellende Abschluss der Sanktions-Compliance-Due-Diligence-Prüfung durch die RBI, die Genehmigungen der Aufsichtsbehörden und die kartellrechtlichen Freigaben.
Nach der Durchführung der Transaktion (Closing) wird die AO Raiffeisenbank die STRABAG-Aktien als Sachdividende an die RBI übertragen. Die Genehmigung der Sachdividende durch die zuständigen russischen Behörden entspricht einer aufschiebenden Bedingung für den Erwerb der STRABAG-Aktien durch die AO Raiffeisenbank. Nach dem Closing wird die RBI die Aktien an der STRABAG SE als langfristige Kapitalbeteiligung halten. Mit dieser Transaktion reduziert die RBI weiter ihr Engagement in Russland.
Mit Closing der Transaktion wird ein Effekt auf die harte Kernkapitalquote des RBI-Konzerns von rund –10 Basispunkten erwartet, hingegen ein positiver Effekt auf die harte Kernkapitalquote des RBI-Konzerns ohne Russland von rund 120 Basispunkten angenommen. Dadurch wird ebenfalls von einer deutlich positiven Wirkung bei der Bewertung der RBI-Beteiligung im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern ausgegangen.
Im Februar 2024 hat die RBI ihren potenziellen Ausstieg aus dem belarussischen Markt bekanntgegeben. Die RBI ist in fortgeschrittenen Verhandlungen über den Verkauf ihres Anteils von 87,74 % an der Priorbank JSC samt deren Tochtergesellschaften mit einem Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Transaktion würde auf Konzernebene zu einem Verlust in Höhe von rund EUR 225 Mio. führen, der erwartete Effekt auf die harte Kernkapitalquote des RBI-Konzerns wäre minimal. Bei Closing würde ein zusätzlicher negativer Effekt i. H. v. rund EUR 450 Mio. in der Erfolgsrechnung des RBI-Konzerns aufgrund der Umgliederung überwiegend historischer Währungsverluste aus dem sonstigen Ergebnis entstehen. Auf das regulatorische Kapital des RBI-Konzerns hätte diese Umgliederung keine Auswirkungen. Bei der Bewertung der RBI-Beteiligung wird dadurch im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern mit keinen wesentlichen Auswirkungen gerechnet.
Im März 2024 hat der Vorstand der voestalpine AG den geplanten Verkauf von Buderus Edelstahl und die Reorganisation des Automotive Components-Geschäfts in Deutschland bekanntgegeben. Der Verkauf und außerplanmäßige Abschreibungen in der High Performance Metals Division sind mit einem negativen Einmaleffekt im Ergebnis des voestalpine-Konzerns in Höhe von rund EUR -340 Mio. verbunden. Im Zuge der Reorganisation des Automobilzulieferbereichs in Deutschland wurden die Planannahmen in der Metal Forming Division entsprechend angepasst, was zu einmaligen Abschreibungen in Höhe von rund EUR -70 Mio. führt. Bei der künftigen Bewertung der voestalpine-Beteiligung wird aus den genannten Vorgängen mit keinen wesentlichen Auswirkungen im Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern gerechnet.
Weitere Ereignisse von besonderer Bedeutung sind nach dem Bilanzstichtag nicht eingetreten. Der Konzernabschluss wurde am 2. April 2024 aufgestellt und an den Aufsichtsrat weitergegeben.
Organe
Vorstand
Vorstandsmitglieder
Dr. Heinrich Schaller
Vorsitzender, CEO
Mag. Michaela Keplinger-Mitterlehner
Stellvertretende Vorsitzende, CMO
Mag. Sigrid Burkowski
CGO
Dr. Michael Glaser
CRO
Mag. Stefan Sandberger
COO
Mag. Reinhard Schwendtbauer
CFO
Aufsichtsrat
Aufsichtsratsmitglieder
Ing. Volkmar Angermeier
Vorsitzender
KR Herbert Brandmayr
Stellvertretender Vorsitzender
Ing. Roman Braun
Stellvertretender Vorsitzender
Klaus Ahammer, MBA
Mitglied
Mag. Cornelia Altreiter-Windsteiger
Mitglied
MMMag. Dr. Pauline Andeßner
Mitglied
Dipl.-Kfm. Matthias Breidt
Mitglied
Dr. Manfred Denkmayr
Mitglied
Karl Dietachmair
Mitglied
Dr. Norman Eichinger
Mitglied
Mag. Karl Fröschl
Mitglied
Anna Gstöttenbauer
Mitglied
Mag. Dagmar Inzinger-Dorfer
Mitglied
ÖkR Walter Lederhilger
Mitglied
Mag. Othmar Nagl
Mitglied
Robert Oberfrank
Mitglied
Josef Pfoser
Mitglied
Regina Reiter
Mitglied
Gertrude Schatzdorfer-Wölfel
Mitglied
Anita Straßmayr
Mitglied
Prokurist Mag. Hermann Schwarz
Vom Betriebsrat entsandt
Gerald Stutz
Vom Betriebsrat entsandt
Bianca Denkmaier
Vom Betriebsrat entsandt
Mag. Christoph Huber
Vom Betriebsrat entsandt
Harald John
Vom Betriebsrat entsandt
Monika Mitter-Neuhauser
Vom Betriebsrat entsandt
Sandra Müller
Vom Betriebsrat entsandt
Albert Ruhmer
Vom Betriebsrat entsandt
Mag. Christian Spitzenberger
Vom Betriebsrat entsandt
Arne Michael Suppan
Vom Betriebsrat entsandt
Staatskommissäre
Staatskommissäre
Mag. Dominik Freudenthaler, MA
Staatskommissär, Bundesministerium für Finanzen
Mag. Matthias Falkensteiner-Kudweis
Staatskommissär-Stellvertreter, Bundesministerium für Finanzen
Ehrenpräsident
Ehrenpräsident
ÖkR Helmut Angermeier
Linz, am 2. April 2024
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft
Europaplatz 1a, 4020 Linz
DER VORSTAND
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Erklärung des Vorstandes
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Die Zuständigkeiten der einzelnen Vorstände sind auf den Seiten 8 und 9 dargestellt.
Linz, am 2. April 2024
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft
Europaplatz 1a, 4020 Linz
DER VORSTAND
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Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Ich habe den Konzernabschluss der
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft, Linz,
und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach meiner Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB sowie den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Ich habe meine Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Meine Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und ich habe meine sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach meinem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für meine Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit meiner Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung meines Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und ich gebe kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Im Rahmen der Prüfung wurden drei dieser Sachverhalte identifiziert, die nachfolgend beschrieben werden:
Bewertung der at equity bilanzierten Anteile
Sachverhalt und Risiko für den Abschluss
Im Konzernabschluss der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft (RLB OÖ AG) zum 31. Dezember 2023 werden Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen in Höhe von 2.491.923 TEUR bzw. 5,2 % der Bilanzsumme ausgewiesen.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise zur Bewertung von at equity bilanzierten Anteilen im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 in den Erläuterungen in den Kapiteln „1.2.2. Konsolidierungskreis“ und „1.3. Ermessensausübungen und Schätzungen“ sowie in Note „4.7. At equity bilanzierte Unternehmen“ und Note „3.3. Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“.
Die Werthaltigkeit des jeweiligen Buchwertes der at equity bilanzierten Anteile ist zu überprüfen, wenn objektive Hinweise auf eine Wertminderung oder Wertaufholung vorliegen. Wertminderungen bzw. Wertaufholungen sind auf den erzielbaren Betrag vorzunehmen. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und Nutzungswert.
Zum 31. Dezember 2023 wurden von der RLB OÖ AG at equity bilanzierte Unternehmen identifiziert, bei denen objektive Hinweise auf Wertminderungen vorlagen, und somit eine Werthaltigkeitsprüfung nach IAS 36 durchgeführt. Zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Anteile wurden den Buchwerten die jeweiligen erzielbaren Beträge gegenübergestellt. Die Nutzungswerte wurden auf Basis von Discounted Cash Flow Verfahren ermittelt und lagen über den jeweiligen beizulegenden Zeitwerten. Da der erzielbare Betrag zum 31. Dezember 2023 bei zwei Unternehmen den Buchwert überstieg, wurde nach Übernahme des anteiligen Ergebnisses und der Kapitalveränderungen eine Wertaufholung in Höhe von 60.931 TEUR berücksichtigt.
Bei drei at equity bilanzierten Unternehmen, bei denen der Buchwert den erzielbaren Betrag zum 31. Dezember 2023 überstieg, wurden nach Übernahme der anteiligen Ergebnis- und Kapitalveränderungen Wertminderungen in der Gesamthöhe von 29.796 TEUR berücksichtigt.
Das Risiko für den Konzernabschluss ergibt sich daraus, dass die Ermittlung des Nutzungswertes in hohem Maße auf der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen Vertreter beruht, und das Bewertungsergebnis in hohem Ausmaß vom verwendeten Diskontierungszinssatz abhängig und daher mit einem erheblichen Grad an Schätzunsicherheit verbunden ist.
Prüferisches Vorgehen
Ich habe die Prozesse zur Identifizierung von objektiven Hinweisen auf Wertminderungen oder Wertaufholungen sowie die eingerichteten Kontrollen dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, Wertminderungs- oder Zuschreibungserfordernisse zeitgerecht zu erkennen.
Ich habe die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter in Hinblick auf das Vorliegen von objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung bzw. Wertaufholung beurteilt.
Bei Vorliegen von Wertminderungs- und Zuschreibungsindikatoren habe ich auf Basis der zugrundeliegenden externen Gutachten die Angemessenheit des zur Ermittlung der Nutzungswerte verwendeten Bewertungsmodells, der Planungsannahmen und der
Bewertungsparameter überprüft. Dabei wurde das verwendete Bewertungsmodell nachvollzogen und beurteilt, ob es geeignet ist, den Nutzungswert angemessen zu ermitteln.
Ich habe die im Rahmen der Bewertungen herangezogenen zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse in Hinblick auf die Planungstreue insbesondere auf der Basis von Unternehmens- dokumentationen und externen Gutachten analysiert und beurteilt. Dabei habe ich allfällige Managementeingriffe in die Zahlungsmittelzuflüsse in Hinblick auf die Begründung und die Berechnung auf deren Angemessenheit hin geprüft.
Ich habe die Herleitung der Diskontierungszinssätze nachvollzogen und die für die Bewertungen herangezogenen Parameter durch Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten hinsichtlich ihrer Angemessenheit beurteilt.
Ich habe die korrekte Ermittlung der erzielbaren Beträge durch Vergleich der beizulegenden Zeitwerte (Börsenkurse) und den Nutzungswerten geprüft.
Die rechnerische Richtigkeit der Wertminderung wurde geprüft.
Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Wertminderung der at equity bilanzierten Anteile im Konzernabschluss angemessen sind.
Bewertung der Forderungen an Kunden
Sachverhalt und Risiko für den Abschluss
Im Konzernabschluss der RLB OÖ AG zum 31. Dezember 2023 wird der Bilanzposten „Forderungen an Kunden“ mit einem Betrag von 25.977.776 TEUR ausgewiesen. Zu diesen Forderungen bestehen zum Bilanzstichtag Risikovorsorgen im Ausmaß von 616.112 TEUR.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Risikovorsorgen in den Notes in den Kapiteln „1.5. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ insbesondere im Abschnitt „1.3. Ermessensausübungen und Schätzungen“ bzw. in Note „6. Risikovorsorge“ sowie Kapitel „7. Risikobericht“.
Die Gesellschaft überprüft im Rahmen der Kreditüberwachung, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen und damit Einzelrisikovorsorgen zu bilden sind. Dies beinhaltet auch die Einschätzung, ob Kunden die vertraglich vereinbarten Rückflüsse in voller Höhe leisten können.
Die Berechnung der Risikovorsorge für ausgefallene, individuell signifikante Kunden basiert auf einer Analyse der erwarteten zukünftigen Rückflüsse. Diese Analyse ist von der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des jeweiligen Kunden, der Bewertung von Kreditsicherheiten sowie der Schätzung der Höhe und des Zeitpunkts der daraus abgeleiteten Rückflüsse beeinflusst.
Die Risikovorsorge für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kunden wird auf der Grundlage eines statistischen Bewertungsmodells berechnet.
Für alle Kredite, bei denen keine objektiven Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, wird von der Bank eine Wertberichtigung auf Basis statistischer Bewertungsmodelle gebildet.
Dabei wird für jene Forderungen, bei denen sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat, die Wertberichtigung in Höhe des erwarteten 12-Monats- Kreditverlusts bemessen. Für jene Forderungen, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, werden die Wertberichtigungen auf Basis des über die Laufzeit erwarteten Kreditverlustes berechnet.
In die Bewertungsmodelle fließen Kundenobligo, Sicherheiten und makroökonomische Faktoren ein. Parameter, denen statistische Annahmen zugrunde liegen, umfassen insbesondere die Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis des Bonitätsratings des Kunden und die Verlustquote vor und nach Berücksichtigung von Sicherheiten.
Im Immobilienfinanzierungssegment waren sich verschlechternde Rahmenbedingungen festzustellen, die durch ein sich erhöhendes Zinsumfeld, sinkende Immobilienpreise und erhöhte Bau-/Finanzierungskosten bedingt waren. Um diesen Entwicklungen zu begegnen, wurde das Finanzierungsportfolio bei Commercial Real Estate-Kunden intensiv analysiert, ob diese potenziell von Stundungsanfragen, drohenden Liquiditätsproblemen oder Finanzierungslücken betroffen sein könnten. Auf Basis dieser Analyse wurden Ratingaktualisierungen durchgeführt, die zu zusätzlichen Kreditrisikovorsorgen in Höhe von 18,5 Mio.EUR führten.
Das Risiko für den Konzernabschluss ergibt sich daraus, dass die Identifikation von objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung, die Ratingeinstufung sowie die Bestimmung einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos seit dem erstmaligen Ansatz auf Annahmen und Ermessensspielräumen basieren. Bei der Ermittlung der Höhe der Kreditrisikovorsorgen, denen in unterschiedlichem Ausmaß die oben beschriebenen Annahmen und Schätzungen zu Grunde liegen, ergeben sich Ermessensspielräume und Schätzunsicherheiten.
Prüferisches Vorgehen
Ich habe die bestehende Dokumentation und die Prozesse zur Vergabe, Klassifizierung und Überwachung von Kundenkrediten sowie der Risikovorsorgebildung analysiert und beurteilt, ob diese Prozesse geeignet sind, objektive Hinweise auf eine Wertminderung zu identifizieren sowie die signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos seit dem erstmaligen Ansatz zu bestimmen und somit die sachgerechte Bewertung der Kundenforderungen sicherzustellen. Die Prozessabläufe sowie wesentliche Kontrollen habe ich erhoben und die Schlüsselkontrollen auf deren Ausgestaltung und Implementierung, sowie im Rahmen von Stichproben auf deren Effektivität getestet.
Ich habe auf Grundlage der vorgelegten Unternehmensdokumentation und Prozesse in Stichproben die richtige Klassifizierung der Kundenforderungen in Zusammenhang mit dem Geschäftsmodell und der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme beurteilt.
Es wurde die korrekte Stufenzuordnung (Staging) gemäß IFRS 9 und den relevanten internen Richtlinien geprüft.
Für individuell signifikante Kunden habe ich auf Basis von Stichproben an Krediten untersucht, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung bestehen und ob in angemessener Höhe Kreditrisikovorsorgen gebildet wurden. Die Auswahl der Stichproben erfolgte risikoorientiert unter besonderer Berücksichtigung von Ratingstufen mit höherem Ausfallrisiko bzw. von Unternehmen, die verstärkt von den Auswirkungen der makroökonomischen Rahmenbedingungen betroffen waren sowie nach statistischen Verfahren. Bei Feststellung von objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung wurden die von der Bank getroffenen Annahmen und unterstellten Szenarien hinsichtlich des Zeitpunktes und der Höhe der Zahlungsrückflüsse untersucht. Bezüglich der internen Sicherheitenbewertungen habe ich in Stichproben überprüft, ob die eingeflossenen Annahmen adäquat sind.
Im Bereich der Vorsorgen für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kunden sowie für Kunden, bei denen keine objektiven Hinweise auf Wertminderungen vorliegen, habe ich mithilfe von Experten die Modelle sowie die darin verwendeten Parameter und zukunftsgerichteten Informationen und deren Anpassungen unter Berücksichtigung der von der Bank durchgeführten Validierungen nachvollzogen und diese dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln.
Die Berechnung der Vorsorgen habe ich nachvollzogen.
Die Änderungen im Vorgehen bei der Ermittlung des Effektivzinssatzes habe ich nachvollzogen und die Umstellungseffekte durch die geänderte der Bilanzierung von Forderungen habe ich geprüft. Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Bewertung der Kundenforderungen im Konzernabschluss (Notes) angemessen sind.
Hinsichtlich der Schätzunsicherheiten bei der Ermittlung der Wertberichtigung auf Basis statistischer Bewertungsmodelle wird auf das Kapitel „1.5.1.4. Wertminderungen nach IFRS9“, Abschnitt „1.3. Ermessensausübungen und Schätzungen“ sowie die Darstellungen in Note „6. Risikovorsorge“ verwiesen. Die Darstellung der zur Anwendung kommenden makroökonomischen Faktoren erfolgt im Kapitel „7. Risikobericht“.
Bewertung der Wertpapiere und derivativen Finanzinstrumente
Sachverhalt und Risiko für den Abschluss
Die für die Bewertung von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten herangezogenen beizulegenden Zeitwerte basieren im Konzernabschluss der RLB OÖ AG auf beobachtbaren Marktpreisen oder werden mit Bewertungsmodellen ermittelt. Derivative Finanzinstrumente werden in wesentlichem Umfang für die Bildung von Sicherungsbeziehungen eingesetzt oder zu Handelszwecken abgeschlossen.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise bei der Bewertung und Zuordnung von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten, der Bildung von Sicherungsbeziehungen in den Notes in den Kapiteln „1.5. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ und „1.3. Ermessensausübungen und Schätzungen“.
Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten, für die keine Marktkurse und keine ausreichend beobachtbaren Marktdaten für eine Bewertung vorliegen, ist die Bewertung aufgrund der Verwendung von internen Bewertungsmodellen und den darin enthaltenen Annahmen und Parameter ermessensbehaftet.
Darüber hinaus sind für die Bildung von Sicherungsbeziehungen die Anforderungen an die Dokumentation der Sicherungsbeziehung sowie der Effektivität derselben zu erfüllen.
Bei der Sicherung des beizulegenden Zeitwertes gegen Zinsänderungsrisiken eines Portfolios sind außerdem die Abgrenzung und Homogenität der Grundgeschäfte und die Ermittlung des gesonderten Bilanzpostens zu beachten.
Das Risiko für den Konzernabschluss ergibt sich daraus, dass bei der Verwendung von Bewertungsmodellen zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte die darin enthaltenen Annahmen und Parameter in hohem Ausmaß ermessensbehaftet sind und dass an die Darstellung der Sicherungsbeziehungen formelle und materielle Anforderungen geknüpft sind.
Prüferisches Vorgehen
Ich habe die von der Bank implementierten Richtlinien und die Dokumentation der eingerichteten Prozesse für die Bewertung und Zuordnung der Wertpapiere und der derivativen Finanzinstrumente eingesehen und die wesentlichen Kontrollen stichprobenartig auf ihre Effektivität geprüft.
Die Bewertungsmodelle und die zugrunde liegenden Bewertungsparameter zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte habe ich auf ihre Angemessenheit und konsistente Anwendung hin geprüft. Ich habe in Stichproben wesentliche verwendete Parameter mit extern zugänglichen Werten und die Berechnung der Zeitwerte nachvollzogen.
Sicherungsbeziehungen habe ich in Stichproben insbesondere dahingehend beurteilt, ob die Dokumentation der Sicherungsbeziehung und der Effektivität der Sicherung vorhanden ist und den internen Richtlinien entspricht. Die durchgeführten Effektivitätstests wurden von mir in Bezug auf ihre Angemessenheit kritisch gewürdigt.
Bei der Sicherung des beizulegenden Zeitwertes gegen Zinsänderungsrisiken eines Portfolios habe ich darüber hinaus die Abgrenzung der Grundgeschäfte, sowie deren Homogenität und die Ermittlung des gesonderten Bilanzpostens nachvollzogen.
Weiters habe ich überprüft, ob die Angaben im Konzernabschluss (Notes) betreffend die Bewertungsmethoden und die Bildung von Sicherungsbeziehungen angemessen und vollständig sind.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht sowie den Nachhaltigkeitsbericht 2023 einschließlich die konsolidierte nichtfinanzielle Erklärung, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird mir voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt. Den Nachhaltigkeitsbericht 2023 habe ich vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erhalten.
Mein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und ich werde dazu keine Art der Zusicherung geben.
Im Zusammenhang mit meiner Prüfung des Konzernabschlusses habe ich die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald diese vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder meinen bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des
§ 245a UGB sowie den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Meine Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der mein Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, übe ich während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahre eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
  • • Ich identifiziere und beurteile die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, plane Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führe sie durch und erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • • Ich gewinne ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
  • • Ich beurteile die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • • Ich ziehe Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungs- legungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich die Schlussfolgerung ziehe, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, bin ich verpflichtet, in meinem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • • Ich beurteile die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses
einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • • Ich erlange ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Ich bin verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Ich trage die Alleinverantwortung für mein Prüfungsurteil.
Ich tausche mich mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die ich während meiner Abschlussprüfung erkenne, aus.
Ich gebe dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass ich die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten habe, und tausche mich mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf meine Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Ich bestimme von den Sachverhalten, über die ich mich mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht habe, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Ich beschreibe diese Sachverhalte in meinem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder ich bestimme in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in meinem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken.
Ich habe meine Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach meiner Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a Abs. 2 UGB zutreffenden Angaben und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Ich wurde vom Österreichischen Raiffeisenverband als dem für die Gesellschaft zuständigen Revisionsverband für die gesetzliche Konzernabschlussprüfung im Sinne des Bankwesengesetzes (BWG) zur Konzernabschlussprüferin für das Geschäftsjahr 2023 bestellt. Ich bin ununterbrochen seit der Prüfung des Konzernabschlusses 2022 Konzernabschlussprüferin der Gesellschaft.
Ich erkläre, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem
zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Ich erkläre, dass ich keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht habe und dass ich bei der Durchführung der Abschlussprüfung meine Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt habe.
Auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin
Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Frau Mag. Alexandra Tychi.
Wien
2. April 2024
Als vom Österreichischen Raiffeisenverband bestellte Bankprüferin:
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'
Mag. Alexandra Tychi Wirtschaftsprüferin
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit meinem Bestätigungsvermerk darf nur in der von mir bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft, Linz,
und ihrer Tochterunternehmen ("der Konzern") bestehend aus der Konzernerfolgsrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern- eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stich- tag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. De- zember 2023 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des
§ 245a UGB sowie § 59a BWG.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir wurden von den gesetzlichen Vertretern als weiterer (freiwilliger) Abschlussprüfer bestellt und haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Stan- dards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzern- abschlusses" unseres Vermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit dem Code of Ethics for Professional Accountants des International Ethics Standards Board for Accountants (IESBA Code) sowie den österreichischen berufsrecht- lichen Vorschriften nach dem Wirtschaftstreuhandberufsgesetz 2017 ("WTBG 2017") samt ein- schlägigen Verordnungen und Richtlinien ("Richtlinien für die Ausübung der Wirtschaftstreuhand- berufe") und wir haben unsere sonstigen beruflichen Verhaltenspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen und dem IESBA Code erfüllt. Die Regelungen der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 über spezifische Anforderungen an die Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse sind nicht vereinbart. Diese Nichtanwendung kann bedeuten, dass etwa die Vorschriften zur Einhaltung der externen Rotation, zur Einhaltung der Bestimmungen betreffend die Erbringung verbotener Nichtprüfungsleistungen ("fee cap") und die Verpflichtung zur Erstellung eines gesonderten Berichts an den Prüfungsausschuss nicht eingehalten wurden. Bezüglich unserer Verantwortlichkeit und Haftung als Abschlussprüfer gegenüber der Gesell- schaft und gegenüber Dritten kommt § 275 UGB zur Anwendung.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Vermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflicht- gemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Ge- schäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berück- sichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Wir haben folgende besonders wichtige Prüfungssachverhalte identifiziert:
  • — Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
  • — Bewertung von at-equity bilanzierten Unternehmen
Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
Das Risiko für den Abschluss
Die Forderungen an Kunden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet umfassen in der Konzernbilanz einen Betrag in Höhe von MEUR 25.847, die darin enthaltenen Risikovorsorgen betragen MEUR 616.
Der Vorstand beschreibt in den Notes unter den Kapiteln "Bilanzierungs- und Bewertungs- methoden", Abschnitt "Wertminderung nach IFRS 9“ die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Risikovorsorgen.
Der Konzern überprüft im Rahmen der Kreditüberwachung, ob Ausfälle bei Forderungen an Kunden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet vorliegen und somit Einzelwertberichti- gungen zu bilden sind. Dies beinhaltet auch die Einschätzung, ob Kunden die vertraglich verein- barten Rückflüsse in voller Höhe leisten können.
Die Berechnung der Einzelwertberichtigungen für ausgefallene, individuell bedeutsame Forde- rungen an Kunden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet basiert auf einer Analyse der erwarteten und Szenario gewichteten, zukünftigen Rückflüsse. Diese Analyse ist von der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des jeweiligen Kunden, der Bewertung von Kreditsicherheiten sowie der Schätzung der Höhe und des Zeitpunkts der daraus abge- leiteten Rückflüsse beeinflusst.
Für ausgefallene, individuell nicht bedeutsame Forderungen an Kunden zu fortgeführten An- schaffungskosten bewertet führt der Konzern eine Berechnung der Einzelwertberichtigungen auf Basis eines Bewertungsmodells durch. Die darin verwendeten Verlustquoten basieren auf statistischen Erfahrungswerten.
Bei allen anderen Forderungen wird für den erwarteten Kreditverlust ("expected credit loss", "ECL") eine Portfoliowertberichtigung gebildet. Dabei wird grundsätzlich der 12-Monats-ECL (Stage1) verwendet. Bei einer signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos wird der ECL auf Basis der Gesamtlaufzeit (Stage 2) berechnet. Bei der Ermittlung des ECL sind umfangreiche Schätzun- gen und Annahmen erforderlich. Diese umfassen ratingbasierte Ausfallwahrscheinlichkeiten und pauschale Verlustquoten, die gegenwartsbezogene und zukunftsgerichtete Informationen be- rücksichtigen.
Das Risiko für den Konzernabschluss ergibt sich somit, dass die Ermittlung des Stufentransfers und der Wertberichtigungen in bedeutendem Ausmaß auf Annahmen basiert, aus denen sich Ermessensspielräume und Schätzunsicherheiten in Bezug auf die Höhe der Risikovorsorge ergeben.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden zu fortgeführten Anschaffungs- kosten bewertet haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
  • — Wir haben die bestehende Dokumentation der Prozesse zur Überwachung und der Bildung von Risikovorsorgen für Forderungen an Kunden zu fortgeführten Anschaffungskosten be- wertet analysiert und kritisch hinterfragt, ob diese Prozesse geeignet sind, Kreditausfälle zu identifizieren und die Werthaltigkeit der Kundenforderungen angemessen abzubilden. Darüber hinaus haben wir die relevanten Schlüsselkontrollen erhoben, deren Ausgestaltung und Implementierung beurteilt und in Stichproben deren Effektivität getestet.
  • — Wir haben in Testfällen von Kreditforderungen untersucht, ob Indikatoren für Kreditausfälle bestehen. Die Auswahl der Testfälle erfolgte sowohl zufallsorientiert als auch risikoorientiert unter besonderer Berücksichtigung der Ratingstufen und Branchenzugehörigkeit.
  • — Bei Ausfällen von individuell bedeutsamen Forderungen an Kunden zu fortgeführten Anschaf- fungskosten bewertet wurden in Testfällen die vom Konzern getroffenen Annahmen hin- sichtlich Schlüssigkeit und Konsistenz von Zeitpunkt und Höhe der angenommenen Rück- flüsse untersucht.
  • — Bei allen anderen Forderungen an Kunden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, deren Risikovorsorge auf Basis des ECL berechnet wurde, haben wir die Methodendoku- mentation des Konzerns kritisch gewürdigt. Weiters haben wir auf Basis interner Validierun- gen die Modelle und die darin verwendeten Parameter dahingehend überprüft, ob diese ge- eignet sind, Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln. Die rechnerische Richtigkeit der Vorsorgen haben wir mittels einer Näherungsrechnung nachvollzogen. Bei diesen Prüfungs- handlungen haben wir unsere Finanzmathematiker eingebunden.
Bewertung von at-equity bilanzierten Unternehmen
Das Risiko für den Abschluss
Der Konzern der Raiffeisenlandesbank OÖ bilanziert seine Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode. Insgesamt belaufen sich die at- equity bilanzierten Unternehmen auf einen Buchwert von MEUR 2.492.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise zur Bewertung von at-equity bilanzierten Anteilen im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 in den Notes unter dem Kapitel "Ermessens- ausübungen und Schätzungen", Abschnitt "Unternehmensbewertungen ".
Liegen objektive Hinweise für eine Wertminderung vor bzw. dass in früheren Perioden vorge- nommene Wertminderungen wegfallen, wird der erzielbare Betrag – der höhere der beiden Be- träge aus Nutzwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten – ermittelt. Für die Ermittlung des Nutzwertes wird auf Gutachten von unabhängigen Sachverständigen zurück- gegriffen.
Das Risiko für den Konzernabschluss besteht darin, dass diese Bewertungen in hohem Maße von zukünftig erwarteten Cashflows und Bewertungsparametern – insbesondere Dis- kontierungsfaktoren, Wachstumsannahmen und Unternehmensplanungen – abhängig sind und damit Schätzunsicherheiten und Ermessensspielräumen unterliegen.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Bewertung von at-equity bilanzierten Unternehmen haben wir folgende we- sentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
  • — Wir haben die wesentlichen Prozesse zur Identifikation von Wertminderungsereignissen und Zuschreibungserfordernissen für die Beurteilung der Werthaltigkeit von at-equity bilanzierten Unternehmen erhoben und beurteilt
  • — Wir haben die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter zum Vorliegen von Wertminderungs- und Zuschreibungsindikatoren beurteilt.
  • — Bei Vorliegen von Wertminderungs- und Zuschreibungsindikatoren haben wir die Bewertung der Anteile an at-equity bilanzierten Unternehmen basierend auf den der Beurteilung zu- grundeliegenden externen Gutachten überprüft.
  • — Wir haben die Grundlagen dieser externen Gutachten, insbesondere die Bewertungsmodelle sowie die verwendeten Parameter wie den Diskontierungszinssatz unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten überprüft. Dabei wurden die in den externen Bewertungs- gutachten verwendeten Bewertungsparameter auf Angemessenheit hin beurteilt. Die bei der Bestimmung der Diskontierungssätze herangezogenen Annahmen haben wir durch Abgleich mit Kapitalmarktdaten auf ihre Angemessenheit beurteilt.
  • — Zudem haben wir die Angemessenheit der bei den Berechnungen verwendeten zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse und die Planungstreue insbesondere auf der Basis von Unterneh- mensdokumentationen und den externen Gutachten analysiert und beurteilt. In ausgewählten Fällen haben wir die für die angesetzten Cashflows zugrundeliegenden Unternehmenspla- nungen mit den jeweils intern genehmigten Planungsrechnungen abgestimmt bzw haben wir uns durch Einschau in Protokolle und in Bewertungsgutachten von der Verwendung der genehmigten Planungsrechnungen überzeugt.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Konzern- abschluss und den Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers. Den Konzernlagebericht haben wir vor dem Datum des Vermerks des unabhängigen Abschlussprüfers erlangt, die übrigen Teile des Geschäfts- und Jahresfinanzberichtes werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlich- keit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Vermerk des unabhängigen Abschluss- prüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflich- tet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, den österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften und den zusätzlichen Anfor- derungen des § 245a UGB sowie § 59a BWG, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verant- wortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhal- te im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – an- zugeben sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätig- keit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alterna- tive dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozes- ses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des unabhängigen Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers zu erteilen, der unser Prü- fungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit den ISA durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich ange- sehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidun- gen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den ISA üben wir während der gesam- ten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
  • — Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reak- tion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zu- sammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • — Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kon- trollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen ange- messen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kon- trollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • — Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rech- nungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern darge- stellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende An- gaben.
  • — Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungsle- gungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertre- ter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsich- erheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers auf die dazuge- hörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schluss- folgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Vermerks des unabhängigen Abschlussprüfers erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • — Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Ge- schäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • — Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abgeben zu können. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Über- wachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwor- tung für unser Prüfungsurteil.
  • — Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
  • — Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflich- en Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise ange- nommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
  • — Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausge- tauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzern- abschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffent- liche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mit- teilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Ulrich Pawlowski.
Linz
2. April 2024
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert: Mag. Ulrich Pawlowski Wirtschaftsprüfer
Dieses Dokument wurde qualifiziert elektronisch signiert und ist nur in dieser Fassung gültig. Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Vermerk des unabhängigen Ab- schlussprüfers darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Volkswirtschaftliches Umfeld
Die Weltkonjunktur verlief 2023 wenig dynamisch, speziell die Industrie durchlief eine ausgewachsene Schwächephase. Zwar beruhigten sich die Lieferkettenprobleme, der globale Warenhandel schrumpfte weniger stark und die Nachfrage nach Dienstleistungen blieb grundsätzlich recht robust, eine echte Erholung kam dennoch nicht richtig in die Gänge. Zum Jahresende hin traten zahlreiche Bremsfaktoren immer mehr in Erscheinung: restriktive Geldpolitik, schwacher Welthandel, schlechte Unternehmer- und Verbraucherstimmung und die nochmals gestiegenen geopolitischen Spannungen. Der Inflationsdruck ging im Lauf des Jahres 2023 weltweit vor allem dank Basiseffekten bei Energie- und Nahrungsmittelpreisen signifikant zurück, die Kernraten (Verbraucherpreisinflation ohne Energie und Nahrungsmittel) verharrten jedoch oftmals hartnäckig und deutlich über den jeweiligen Zentralbankzielen, wozu auch die großteils trotz Stagnationstendenzen überraschend gut ausgelasteten Arbeitsmärkte beitrugen. Das erste Halbjahr 2023 stand damit noch im Zeichen von Leitzinserhöhungen, im zweiten Halbjahr 2023 gingen viele Notenbanken mit nachlassendem Inflationsdruck zu Zinsänderungspausen über, einige Entwicklungs- und Schwellenländer wagten sich über erste Senkungen.
Die US-Wirtschaft wuchs 2023, vor allem angetrieben vom privaten Verbrauch, überraschend robust: Der Arbeitsmarkt blieb gut ausgelastet, die Realeinkommen stiegen, ein dämpfender Effekt der Geldpolitik auf den Konsum blieb vorerst aus. Mit hinein spielte hier auch, dass in den USA viele bestehende Wohnbaukredite fix verzinst mit langen Laufzeiten sind. Zudem war die Fiskalpolitik 2023 äußerst expansiv. Obwohl die anhaltend starke Nachfrage dazu beitrug, dass die Inflationsrate deutlich über dem 2 %-Ziel der US-Notenbank FED blieb, ließ diese anklingen, dass der Zinsgipfel mit der letzten Erhöhung Ende Juli 2023 auf eine Spanne von 5,25 – 5,50 % erreicht sein könnte.
Schwellen- und Entwicklungsländer zeigten 2023 deutlich mehr Konjunkturdynamik als die Industrieländer, allerdings mit großen länderspezifischen Unterschieden. Grundsätzlich blieben die großen globalen Wachstumstreiber die aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften – allerdings explizit exklusive China, das aus der Flaute nicht herausfand und weiter mit zahlreichen Belastungen kämpft: Nicht nur der angeschlagene Immobiliensektor, auch die schwächelnde Exportnachfrage und die nach Corona nachhaltig verunsicherten Konsumenten belasteten die Konjunktur. Dank staatlicher Unterstützungsmaßnahmen dürfte das Wachstumsziel 2023 von 5 % dennoch geschafft worden sein. Da in China die Teuerungsrate (zu) niedrig ist, konnte zudem auch die Notenbank stimulierend eingreifen.
Die Eurozone verzeichnete 2023 kaum Wachstum. Die hohen Lebenserhaltungskosten bremsten den Konsum stärker als erwartet und auch die Außenhandelsseite (rezessive Entwicklung des Welthandels) unterstützte wenig. Viele Euroländer, allen voran Deutschland, litten unter der anhaltend schwachen Industriekonjunktur, die nach den coronabedingten Lieferkettenproblemen nahezu übergangslos besonders heftig mit dem Energiepreisschock konfrontiert wurde. Daher werden, im Gegensatz zum gesamten Eurozonen- und EU-Wirtschaftsraum, wo sich 2023 übers Gesamtjahr eine positive BIP-Wachstumsrate ausgehen sollte, besonders die industrielastigen Volkswirtschaften wie Österreich, Deutschland, Irland, Tschechien, Ungarn bzw. die zum Krisenherd Ukraine exponierten Staaten wie Schweden und Baltikum real schrumpfen. Die Tourismusnationen hingegen profitierten weiter von der Post-Corona-Reiselust und führen das EU-weite BIP-Wachstumsranking 2023 an (Kroatien, Spanien, Griechenland, Portugal, Zypern). Die generell schwächere Konjunkturdynamik dämpft den Inflationsdruck, allerdings zeitverzögert, sodass die EZB zwar ebenso mit 4,5 % am Zinsgipfel angekommen scheint, aber bei ihrer letzten Sitzung 2023 vorerst noch nicht von angedachten Leitzinssenkungen sprach.
Vorlaufindikatoren lassen erwarten, dass sich die rezessive Wirtschaftsentwicklung, in der sich Österreich seit dem zweiten Halbjahr 2022 befindet, im vierten Quartal 2023 fortgesetzt hat. Besonders die Industrie leidet unter der weltweiten Flaute in Produktion und Handel und den Nachwirkungen des Energiepreisschocks, sodass ihre Wertschöpfung 2023 markant zurückging. Die privaten Haushalte sahen sich von der hohen Inflation belastet und reagierten mit stagnierenden Konsumausgaben. Für das Gesamtjahr 2023 dürfte sich so laut Hochrechnungen heimischer Wirtschaftsforscher eine reale Schrumpfung der Wirtschaftsleistung Österreichs zwischen 0,7 % und 0,8 % ergeben. Generell zeigen viele Stimmungsindikatoren gegen Jahresende 2023 hin eine Bodenbildung auf niedrigem Niveau, weshalb man davon ausgeht, dass die konjunkturelle Talsohle um den Jahreswechsel 2023/24 durchschritten wurde, auch wenn die Dynamik im Europa- und Weltvergleich unterdurchschnittlich bleibt. Die Inflationsrate, die zwar 2023 auch in Österreich merklich zurückging, blieb das ganze Jahr hindurch am oberen Ende im Euroländervergleich. Verantwortlich dafür war in erster Linie der in Österreich überdurchschnittlich große Teuerungsdruck von Seiten der Dienstleistungen, aber auch Energie- und Industriegüterpreise lieferten einen nicht unwesentlichen Beitrag.
Sachgüterindustrie und Bausektor waren am stärksten von den gestiegenen Preisen und der mauen Weltkonjunktur betroffen, weshalb Oberösterreich als Industrie- und Exportbundesland 2023 im Bundesländervergleich ein unterdurchschnittliches Wachstum verzeichnete. Konkret könnte es sich um eine Schrumpfung von knapp 1 % des Bruttoregionalproduktes handeln. Insbesondere die engen Verflechtungen zur rezessiven deutschen Industrie trübten das Konjunkturbild unseres Bundeslandes. Positive Impulse kamen auch in Oberösterreich vom Tourismus.
Geschäftsverlauf
Die Raiffeisenlandesbank OÖ konnte auf Basis ihres stabilen Kurses und ihrer nachhaltigen Ausrichtung im Jahr 2023 in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld ein hervorragendes Ergebnis erzielen. Das vorliegende Jahresergebnis ist ein starker Beweis dafür, dass die Raiffeisenlandesbank OÖ erfolgreich am Markt agieren konnte und die richtigen Maßnahmen zur weiteren Effizienzsteigerung gesetzt hat. So zeigt die positive Entwicklung, dass das vorausschauende und aktive Risikomanagement mit umfassenden Frühwarnparametern und einer laufenden Weiterentwicklung des Frühwarnsystems konsequent umgesetzt wird.
Im Umgang mit den globalen Unsicherheitsfaktoren aufgrund des Kriegsgeschehens in der Ukraine und im Nahen Osten hat die Raiffeisenlandesbank OÖ besonders vorausschauend agiert und die Kundenbeziehungen mit Nähe, Flexibilität und Kompetenz besonders gestärkt. Massiv gestiegene Inflationsraten, hohe Energiepreise, Lieferengpässe bei Rohstoffen, ein zunehmender Fachkräftemangel, niedriges Wirtschaftswachstum und gestiegene Zinsen sind wesentliche Faktoren, für die gemeinsam mit Kundinnen und Kunden Lösungen entwickelt werden.
Das operative Kundengeschäft hat sich trotz der genannten Faktoren sehr gut entwickelt: Das Volumen der Spareinlagen in der Raiffeisenlandesbank OÖ konnte im Vergleich zum Vorjahr um 24,3 % gesteigert werden. Besonders gut hat sich dabei das Online Sparen entwickelt: Hier konnte das Volumen um 47,7 % gesteigert werden. Diese Steigerungen sind unter anderem auf die stark gestiegenen Zinsen zurückzuführen. Rückläufig waren hingegen die Volumina bei Giroeinlagen, was insgesamt zu einem Rückgang bei Kundeneinlagen auf EUR 13,6 Mrd. per 31. Dezember 2023 führte. Das Finanzierungsvolumen liegt per Ende 2023 bei EUR 26,9 Mrd. Bei den Investitionsfinanzierungen konnte eine Steigerung von +1,3 % erzielt werden.
Mit einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) in Höhe von EUR 221,9 Mio. (EUR 42,6 Mio. gegenüber dem Vorjahr) und einem Betriebsergebnis von EUR 418,6 Mio. (EUR 75,3 Mio.) konnte ein hervorragendes Ergebnis erzielt werden.
Die Bilanzsumme der Raiffeisenlandesbank OÖ liegt per 31. Dezember 2023 mit EUR 44,7 Mrd. (-3,8 % gegenüber dem Jahresende 2022) weiterhin auf hohem Niveau. Hauptausschlaggebend ist der Rückgang von TLTRO III-Rückzahlungen (EZB-Langfristtender), die aus der Überschussliquidität der Einlagenfazilität gedeckt wurden.
Der Aufsichtsrat der Raiffeisenlandesbank OÖ Aktiengesellschaft hat Ende April einstimmig beschlossen, das aktuelle Vorstandsmandat von Generaldirektor-Stellvertreterin Michaela Keplinger-Mitterlehner bis Ende 2027 zu verlängern. Neben dieser Mandatsverlängerung hat der Aufsichtsrat einstimmig Sigrid Burkowski mit Wirkung zum 1. Juli 2023 bis zum 30. Juni 2026 in den Vorstand der Raiffeisenlandesbank OÖ berufen. Nach einer Station in der voestalpine AG startete Sigrid Burkowski im Jahr 1996 ihre Karriere im Rechtsbüro der Raiffeisenlandesbank OÖ. Im Jahr 2012 wurde sie zur Leiterin des Bereiches Corporate Governance & Compliance ernannt. Ihre Zuständigkeit umfasst die Themen Compliance und Recht sowie das wichtige Zukunftsthema Nachhaltigkeit (ESG). Die gesamte Bankenbranche ist mit einem stetig komplexer werdenden regulatorischen Umfeld konfrontiert. Diese Entwicklung hat insbesondere Auswirkung auf die unterschiedlichen Compliance- und Rechtsdimensionen der Bankenwelt und in letzter Konsequenz auf die Kundinnen und Kunden. Gerade mit Blick auf die Zukunft begreift die Raiffeisenlandesbank OÖ ein gesamthaftes und kundenorientiertes Nachhaltigkeitsmanagement (ESG) als eine zentrale und fundamentale Säule, um die Kundinnen und Kunden bei der grünen Transformation zu unterstützen.
Die Ratingagentur Moody’s hat im Juli 2023 die Ratings der Raiffeisenlandesbank OÖ um eine Stufe angehoben (Long-Term Deposit von A3 auf A2 sowie Short-Term Deposit von P-2 auf P-1). Zusätzlich wurde der Ausblick auf „stabil“ aktualisiert (zuvor: „Rating under review“). Dies spiegelte Moody’s Erwartung im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Kreditwürdigkeit der Raiffeisenlandesbank OÖ wider. Das Upgrade folgt der geänderten Annahme von Moody’s im Hinblick auf die Unterstützungswahrscheinlichkeit der Republik Österreich (Rating Aa1 / stabil). Die Unterstützungsannahme wurde von „niedrig“ auf „moderat“ angehoben. Damit wurde seitens Moody’s eine Anpassung an die Ratingmethodik in anderen EU-Staaten vorgenommen. Dies wirkt sich positiv auf die Ratings von insgesamt elf aus Sicht von Moody’s systemrelevanten österreichischen Banken aus, darunter auch die Raiffeisenlandesbank OÖ.
Die Raiffeisenlandesbank OÖ hat 2023 nach den Jahren 2014, 2016, 2018 und 2021 neuerlich einen EU-weiten Stresstest absolviert. Daraus resultiert, dass das Unternehmen auch im schweren Stressszenario (adverse scenario) eine robuste Kernkapitalausstattung vorweisen kann. Die Ergebnisse dieses intensiven Gesundheitschecks unterstreichen, dass die Raiffeisenlandesbank OÖ nicht nur sehr solide und nachhaltig agiert, sondern auch, dass sie für die Zukunft optimal aufgestellt ist. Bei der intensiven Prüfung, die nach höchsten internationalen Standards durchgeführt und von der Europäischen Zentralbank (EZB) koordiniert worden ist, wurden alle Risikoarten (Kreditrisiko, Beteiligungsrisiko, Marktrisiko, Zinsrisiko, Liquiditätsrisiko und Operationales Risiko) und GuV-Positionen gestresst und die Auswirkungen auf die Kapitalquoten der Raiffeisenlandesbank OÖ berechnet. Trotz verschärfter Szenario-Annahmen, insbesondere bei Immobilienpreisen, Ausfallraten bei Corporate-Krediten und Kursrückgängen bei Aktien, weist die Raiffeisenlandesbank OÖ selbst im schweren Stressszenario (adverse scenario) robuste Kapitalquoten nach den vorgegebenen Methoden und internationalen Standards der EZB auf.
Die vorliegenden sehr guten Ergebnisse sind die beste Basis dafür, dass die Raiffeisenlandesbank OÖ ihre starke Marktposition im aktuell volatilen wirtschaftlichen Umfeld halten und auch weiter ausbauen wird. Darüber hinaus sorgt die Raiffeisenlandesbank OÖ mit einer Reihe von laufenden Projekten dafür, ihre strategische Ausrichtung rechtzeitig an die Herausforderungen der Zukunft anzupassen.
Regulatorische Entwicklungen
Die Raiffeisenlandesbank OÖ wurde gemäß dem Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism – SSM) als bedeutendes Institut (Significant Institution – SI) eingestuft und unterliegt damit der direkten Aufsicht durch die Europäische Zentralbank (EZB). Vor diesem Hintergrund ist die europäische Rechtsentwicklung im Bereich Bankaufsichtsrecht besonders bedeutsam. Daneben sind für die Raiffeisenlandesbank OÖ aber auch einzelne Normen des österreichischen Gesetzgebers bzw. vereinzelt Publikationen von österreichischen Behörden von großer Bedeutung. Die Raiffeisenlandesbank OÖ befasst sich derzeit intensiv mit der CRR (Capital Requirements Regulation, Kapitaladäquanzverordnung) und der CRD (Capital Requirements Directive, Eigenkapitalrichtlinie) bzw. deren sukzessiver Weiterentwicklung („CRR III“, „CRD VI“).
Die Basel-Rechtstexte aus den abschließenden Trilogverhandlungen liegen nunmehr vor. Die Raiffeisenlandesbank OÖ rechnet aus heutiger Sicht damit, dass im ersten Halbjahr 2024 die Verabschiedung des Basel IV-Pakets durch das Europäische Parlament erfolgt und die Gesetzestexte anschließend kundgemacht werden. Die CRR III soll am 1. Jänner 2025 in Kraft treten. Die CRD VI ist binnen 18 Monaten nach deren Inkrafttreten in nationales Recht (insb. BWG) umzusetzen. Aktuell werden die Änderungen von den betroffenen Fachbereichen der Raiffeisenlandesbank OÖ analysiert und die entsprechenden Umsetzungsmaßnahmen vorbereitet.
Die Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung (KIM-V) ist am 1. August 2022 in Kraft getreten (vorerst befristet bis 30. Juni 2025). Mit 1. April 2023 trat eine Novelle der KIM-V in Kraft, welche Erleichterungen bei Zwischenfinanzierungen und Vorfinanzierungen von nicht-rückzahlbaren Zuschüssen durch Gebietskörperschaften sowie Mindestausnahmekontingente vorsieht. Vom Finanzmarktstabilitätsgremium wurde festgehalten, dass der Großteil der Banken die bestehenden Ausnahmekontingente unzureichend ausnutzt und deshalb von keiner unverhältnismäßigen Einschränkung der Kreditvergabe durch die KIM-V ausgegangen wird.
Einen weiteren Schwerpunkt stellt die Regulatorik zu den Nachhaltigkeitsthemen dar. Im Geschäftsjahr 2023 wurde intensiv an der Umsetzung diverser Offenlegungsverpflichtungen gearbeitet (Art. 449a CRR, Art. 8 Taxonomie). Im Juni 2023 wurden delegierte Rechtsakte zur EU-Taxonomie-Verordnung veröffentlicht. Neben den technischen Bewertungskriterien für die vier weiteren Umweltziele (Nachhaltige Nutzung und Schutz der Wasser- und Meeresressourcen, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung und Kontrolle der Umweltverschmutzung, Schutz und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme) wurden auch Ergänzungen bei den Klimazielen vorgenommen.
Das Paket „Fit für 55“ umfasst eine Reihe von Vorschlägen zur Überarbeitung und Aktualisierung der EU-Rechtsvorschriften. Außerdem enthält es Vorschläge für neue Initiativen, mit denen sichergestellt werden soll, dass die Maßnahmen der EU im Einklang mit den Klimazielen stehen, die der Rat und das Europäische Parlament vereinbart haben.
„Fit für 55“ bezieht sich auf das Ziel der EU, die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 % zu senken. Das vorgeschlagene Paket zielt darauf ab, die EU-Rechtsvorschriften mit dem Ziel für 2030 in Einklang zu bringen. Im Oktober hat die EU einen Fit-for-55-Klimastresstest für Banken angekündigt. Dieser Test, der Teil der ESG-Roadmap der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) ist, wird in Zusammenarbeit mit anderen EU-Institutionen und rund 70 Banken durchgeführt, die auch am EU-weiten Stresstest 2023 teilnahmen.
Im Dezember 2023 fanden die Trilogverhandlungen zur Richtlinie zu unternehmerischen Sorgfaltspflichten für Nachhaltigkeit (Corporate Sustainability Due Diligence Directive ‒ CSDDD) statt. Die geplante EU-Lieferketten-Richtlinie sieht weitgehende Dokumentationspflichten sowie zivilrechtliche Haftungen für die gesamte Wertschöpfungskette von Unternehmen und Landwirten vor. Finanzinstitute wären nach dem aktuellen Text vom Anwendungsbereich vorübergehend ausgenommen. Deutschland äußerte sich kritisch zu den Texten, eine weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das Nachhaltigkeitsrecht, welches Banken als Drehscheibe des Geldes versteht, und diesen daher eine wesentliche Rolle auf dem Weg zur Klimaneutralität zuschreibt, enorm an Bedeutung zugenommen hat. Es ist hier mit weiteren regulatorischen Vorgaben und Herausforderungen in den kommenden Jahren zu rechnen.
Weitere wesentliche regulatorische Themen im Jahr 2023 waren:
  • Die neue Verbraucherkredit-Richtlinie wurde im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Der österreichische Gesetzgeber hat die Richtlinie bis spätestens 20. November 2025 in nationales Recht umzusetzen. Die neuen Regelungen sollen ab dem 20. November 2026 für Verbraucherkreditverträge bis TEUR 100 gelten.
  • Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat am 18. November 2023 beschlossen, die nächste Prozessphase des digitalen Euro, die sogenannte Vorbereitungsphase, mit 01. November 2023 zu starten. Am Ende der voraussichtlich zweijährigen Vorbereitungsphase entscheidet der EZB-Rat, ob er zur nächsten Phase übergeht.
  • Die FMA hat am 14. August 2023 überarbeitete Mindeststandards zum Risikomanagement und zur Vergabe von Fremdwährungskrediten und Krediten mit Tilgungsträgern veröffentlicht. Diese stellen eine Überarbeitung der FMA-Mindeststandards vom 1. Juli 2017 dar.
  • Am 19. Juli 2023 wurde das Barrierefreiheitsgesetz („BaFG“) veröffentlicht, welches verpflichtende Barrierefreiheitsanforderungen für Produkte und Dienstleistungen vorsieht. Das BaFG tritt am 28. Juni 2025 in Kraft.
  • Das HinweisgeberInnenschutzgesetz (innerstaatliche Umsetzung der Whistleblowing-RL) wurde im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und trat mit 25. Februar 2023 in Kraft.
  • Das Europäische Parlament und der Europäische Rat haben am 14. Dezember 2022 DORA, die Verordnung (EU) 2022/2544 über die digitale operationelle Resilienz im Finanzsektor, beschlossen. Die Verordnung wurde am 27. Dezember 2022 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und ist am 17. Dezember 2023 in Kraft getreten. Ab dem 17. Dezember 2025 ist sie anzuwenden.
  • Aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges war bzw. ist die Raiffeisenlandesbank OÖ zudem intensiv mit der Umsetzung der einschlägigen Sanktionsnormen befasst. Diesbezüglich fand und findet ein laufendes Reporting an den Vorstand und den Aufsichtsrat statt.
Die Raiffeisenlandesbank OÖ erwartet für das Jahr 2024 erneut ein sich stark und vor allem schnell änderndes regulatorisches Umfeld. Wie bisher wird die Raiffeisenlandesbank OÖ die regulatorischen Neuerungen proaktiv beobachten, die sich daraus ergebenden Änderungen umsetzen und in ihren Geschäftsaktivitäten entsprechend berücksichtigen.
Bilanzentwicklung
Die Bilanzsumme der Raiffeisenlandesbank OÖ sank im Jahresvergleich um EUR -1.757 Mio. bzw. -3,8 % und wird mit einem Wert von EUR 44.692 Mio. (31.12.2022: EUR 46.449 Mio.) ausgewiesen.
31.12.2023
31.12.2022
Veränderung
IN MIO. EUR
IN %
IN MIO. EUR
IN %
IN MIO. EUR
IN %
Forderungen
an Kunden
26.372
59,0
26.371
56,8
1
0,0
Forderungen an Kreditinstitute
9.968
22,3
12.611
27,2
-2.643
-21,0
Wertpapiere
5.255
11,8
4.637
10,0
618
13,3
Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen
2.192
4,9
2.155
4,6
37
1,7
Sonstige Aktiva
905
2,0
675
1,4
230
34,1
Aktiva
44.692
100,0
46.449
100,0
-1.757
-3,8
Die Forderungen an Kunden stiegen im Jahresvergleich um EUR 1 Mio. und erreichten zum Bilanzstichtag 2023 ein Volumen von EUR 26.372 Mio. (31.12.2022: EUR 26.371 Mio.).
Die Forderungen an Kreditinstitute verringerten sich im Jahresverlauf um EUR -2.643 Mio. bzw. -21,0 % auf EUR 9.968 Mio. (31.12.2022: EUR 12.611 Mio.). Von diesen Forderungen betreffen EUR 1.213 Mio. (31.12.2022: EUR 1.653 Mio.) Refinanzierungen an oberösterreichische Raiffeisenbanken. Weiters sind Forderungen an die RBI i. H. v. EUR 3.752 Mio. (31.12.2022: EUR 4.496 Mio.) enthalten. Der Rückgang in den Forderungen an Kreditinstitute ist im Wesentlichen auf Tilgungen bzw. vorzeitige TLTRO III-Rückführungen zurückzuführen, die aus der Überschussliquidität gedeckt wurden.
Die im Eigenbesitz der Raiffeisenlandesbank OÖ befindlichen Wertpapiere blieben im Jahr 2023 mit EUR 5.255 Mio. (31.12.2022: EUR 4.637 Mio.) auf einem hohen Niveau. Die Wertpapiere gliedern sich zum Bilanzstichtag 2023 wie folgt:
  • Schuldtitel öffentlicher Stellen und ähnliche Wertpapiere mit EUR 1.814 Mio. (31.12.2022: EUR 1.772 Mio.)
  • Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere mit EUR 2.008 Mio. (31.12.2022: EUR 1.481 Mio.)
  • Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (z. B. Rentenfonds) mit EUR 1.432 Mio. (31.12.2022: EUR 1.384 Mio.)
Der Veranlagungsschwerpunkt im Eigenbesitz der Raiffeisenlandesbank OÖ liegt nach wie vor auf Wertpapieren mit hoher Bonität und Liquidität. Als zusätzliches Liquiditätspotenzial hat die Raiffeisenlandesbank OÖ einen hohen Bestand an Kreditforderungen, die bei der OeNB als Sicherheiten eingereicht sind. Darüber hinaus können ungenützte Kredite in den Deckungsstöcken der Raiffeisenlandesbank OÖ als Sicherheiten bei der OeNB mobilisiert werden. Per 31.12.2023 beträgt die ungenutzte Liquiditätsreserve der Raiffeisenlandesbank OÖ EUR 9.270 Mio. (31.12.2022: EUR 6.626 Mio.).
Die Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen haben sich im Jahresvergleich um EUR 37 Mio. bzw. 1,7 % auf EUR 2.192 Mio. (31.12.2022: EUR 2.155 Mio.) geringfügig erhöht.
Die sonstigen Aktiva, bestehend aus den Posten „Kassenbestand und Guthaben bei Zentralnotenbanken“, „immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens“, „Sachanlagen“, „sonstige Vermögensgegenstände“, „Rechnungsabgrenzungsposten“ und „aktive latente Steuern“, stiegen im Vergleich zu 2022 um EUR 230 Mio. bzw. 34,1 % auf EUR 905 Mio. (31.12.2022: EUR 675 Mio.).
31.12.2023
31.12.2022
Veränderung
IN MIO. EUR
IN %
IN MIO. EUR
IN %
IN MIO. EUR
IN %
Verbindlichkeiten
gegenüber
Kreditinstituten
14.912
33,4
17.526
37,7
-2.614
-14,9
Spar- und Giroeinlagen
13.635
30,5
14.287
30,8
-652
-4,6
Eigene Emissionen
11.636
26,0
10.398
22,4
1.238
11,9
Eigenkapital
3.716
8,3
3.580
7,7
136
3,8
Sonstige Passiva
792
1,8
658
1,4
134
20,3
Passiva
44.692
100,0
46.449
100,0
-1.757
-3,8
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken im Jahresvergleich um EUR -2.614 Mio. auf EUR 14.912 Mio. (31.12.2022: EUR 17.526 Mio.) und setzen sich wie folgt zusammen:
  • Verbindlichkeiten gegenüber oberösterreichischen Raiffeisenbanken: EUR 8.618 Mio. (31.12.2022: EUR 7.582 Mio.)
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten der Raiffeisenbankengruppe (RBG) Österreich exklusive der oberösterreichischen Raiffeisenbanken: EUR 479 Mio. (31.12.2022: EUR 404 Mio.)
  • Verbindlichkeiten gegenüber Hypothekenbanken (i. W. Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft): EUR 76 Mio. (31.12.2022: EUR 107 Mio.)
  • Verbindlichkeiten gegenüber Förderstellen/-banken (i. W. Österreichische Kontrollbank, Europäische Investitionsbank): EUR 3.839 Mio. (31.12.2022: EUR 4.014 Mio.)
  • Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten: EUR 1.901 Mio. (31.12.2022: EUR 5.420 Mio.)
Der Rückgang ergibt sich vor allem aus Tilgungen bzw. vorzeitigen TLTRO III-Rückführungen i. H. v. EUR 2.900 Mio. Die Reduktion der Kreditverbindlichkeiten wurde dabei vom starken Liquiditätszug der Raiffeisenbanken abgeschwächt.
Die Kundeneinlagen (Spar- und Giroeinlagen) sanken im Jahresvergleich in Summe um EUR -652 Mio. auf EUR 13.635 Mio. (31.12.2022: EUR 14.287 Mio.). Die Kundeneinlagen ergeben sich aus Spareinlagen mit EUR 1.329 Mio. (31.12.2022: EUR 1.279 Mio.) sowie Sicht- und Termineinlagen mit EUR 12.307 Mio. (31.12.2022: EUR 13.007 Mio.). Diese Entwicklung spiegelt die generelle wirtschaftliche Entwicklung wider, in der die Liquiditätsreserven der Kunden reduziert wurden.
Das Emissionsvolumen (ohne Zinsabgrenzungen) veränderte sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 1.238 Mio. bzw. 11,9 % und beträgt zum 31.12.2023 insgesamt EUR 11.636 Mio. (31.12.2022: EUR 10.398 Mio.). Vom gesamten Emissionsvolumen entfallen EUR 5.243 Mio. (31.12.2022: EUR 3.943 Mio.) auf bei Investoren platzierte fundierte Emissionen (Covered Bonds). Unbesicherte Emissionen mit einer Stückelung unter EUR 2.000 (bei Emissionen in Fremdwährung der EUR-Gegenwert der Stückelung), die für Retailinvestoren begeben wurden, haben einen Anteil von EUR 2.328 Mio. (31.12.2022: EUR 2.179 Mio.) am gesamten ausstehenden Volumen.
Das Eigenkapital ist im Vorjahresvergleich um EUR 136 Mio. bzw. 3,8 % gestiegen und wird zum Bilanzstichtag 2023 mit EUR 3.716 Mio. (31.12.2022: EUR 3.580 Mio.) ausgewiesen.
Die sonstigen Passiva, bestehend aus sonstigen Verbindlichkeiten, Rechnungsabgrenzungsposten und Rückstellungen, nahmen um EUR 134 Mio. bzw. 20,3 % auf EUR 792 Mio. (31.12.2022: EUR 658 Mio.) zu.
Ertragslage
2023
2022
Veränderung
IN
MIO. EUR
IN %
Ø BS
IN
MIO. EUR
IN %
Ø BS
IN MIO.
EUR
IN %
Nettozinsertrag
517,7
1,1
409,0
0,9
108,7
26,6
Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen
135,3
0,3
89,5
0,2
45,8
51,2
Provisionsüberschuss
125,3
0,3
142,9
0,3
-17,6
-12,3
Sonstige Erträge
90,4
0,2
128,9
0,3
-38,5
-29,9
Betriebserträge
868,7
1,9
770,3
1,6
98,4
12,8
Personalaufwand
-206,4
-0,5
-192,8
-0,4
-13,6
7,1
Sachaufwand
-179,4
-0,4
-160,7
-0,3
-18,7
11,6
Sonstige Aufwendungen
-64,4
-0,1
-73,5
-0,2
9,1
-12,4
Betriebsaufwendungen
-450,2
-1,0
-427,0
-0,9
-23,2
5,4
Betriebsergebnis
418,6
0,9
343,3
0,7
75,3
21,9
Ergebnis aus Kreditvorsorge
-239,7
-0,5
-135,0
-0,3
-104,7
77,6
Ergebnis aus Wertpapieren des Finanzanlagevermögens und Beteiligungen
43,0
0,1
-29,1
-0,1
72,1
-247,9
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
221,9
0,5
179,2
0,4
42,7
23,8
Steuern vom Einkommen und Ertrag und sonstige Steuern
-47,8
-0,1
-47,4
-0,1
-0,4
0,9
Jahres-
überschuss
174,0
0,4
131,9
0,3
42,1
31,9
Ø Bilanzsumme
45.570
46.977
-1.407
-3,0
Der Nettozinsertrag stieg gegenüber dem Vorjahr um EUR 108,7 Mio. oder 26,6 % auf EUR 517,7 Mio. (2022: EUR 409,0 Mio.). Dies resultiert vorwiegend aus dem gestiegenen Zinsumfeld. Die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen belaufen sich in Summe auf EUR 135,3 Mio. (2022: EUR 89,5 Mio.). Das Ergebnis aus Provisionserträgen und -aufwendungen liegt bei EUR 125,3 Mio. (2022: EUR 142,9 Mio.). Die sonstigen Erträge werden mit EUR 90,4 Mio. (2022: EUR 128,9 Mio.) und somit um -29,9 % unter dem Vorjahreswert ausgewiesen. Dieser Rückgang ist überwiegend auf Bewertungseffekte bei Derivaten zurückzuführen.
In Summe stiegen die Betriebserträge 2023 um 12,8  % auf EUR 868,7 Mio. (2022: EUR 770,3 Mio.).
Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen setzen sich im Jahr 2023 aus dem Personalaufwand mit EUR -206,4 Mio. (2022: EUR -192,8 Mio.) und dem Sachaufwand mit EUR -179,4 Mio. (2022: EUR -160,7 Mio.) zusammen. Die Anstiege im Personal- und Sachaufwand stehen vor allem in Zusammenhang mit der erhöhten Inflation sowie mit Anstiegen in den Bereichen IT-, Miet- und Leasingaufwand sowie Werbeaufwand im Vergleich zum Vorjahr.
Die sonstigen Aufwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um -12,4 % verringert und betragen im Jahr 2023 EUR -64,4 Mio. (2022: EUR -73,5 Mio.). Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus den Aufwendungen für den Abwicklungsfonds i. H. v. EUR - 14,3 Mio. (2022: EUR -25,7 Mio.) und für die Einlagensicherung i. H. v. EUR -8,0 Mio. (2022: EUR -7,1 Mio.).
Die gesamten Betriebsaufwendungen veränderten sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR -23,2 Mio. und werden 2023 mit EUR -450,2 Mio. (2022: EUR -427,0 Mio.) ausgewiesen.
Das Betriebsergebnis – berechnet als Differenz von Betriebserträgen und Betriebsaufwendungen – liegt im Jahr 2023 bei EUR 418,6 Mio. (2022: EUR 343,3 Mio.).
Das Ergebnis aus Kreditvorsorgen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR -104,7 Mio. auf EUR -239,7 Mio. (2022: EUR -135,0 Mio.). Diese Veränderung steht vor allem in Zusammenhang mit einem Anstieg der Einzelwertberichtigungen sowie einem leichten Anstieg bei den statistischen Risikovorsorgen im Vergleich zum Vorjahr.
Das Ergebnis aus Wertpapieren des Finanzanlagevermögens und Beteiligungen wird mit EUR 43,0 Mio. (2022: EUR -29,1 Mio.) ausgewiesen. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr geht unter anderem auf die Kursanstiege in Folge der gefallenen Kapitalmarktzinsen zurück.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) wird 2023 mit EUR 221,9 Mio. (2022: EUR 179,2 Mio.) ausgewiesen.
Die Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie sonstige Steuern belaufen sich auf EUR -47,8 Mio. (2022: EUR -47,4 Mio.). In den sonstigen Steuern ist die Stabilitätsabgabe i. H. v. EUR -9,7 Mio. (2022: EUR -9,7 Mio.) enthalten.
Im Geschäftsjahr 2023 wurde allein für Stabilitätsabgabe, Einlagensicherung und Abwicklungsfonds ein Betrag i. H. v. EUR -31,9 Mio. (2022: EUR -42,4 Mio.) abgeführt.
Damit ergibt sich ein Jahresüberschuss von EUR 174,0 Mio. (2022: EUR 131,9 Mio.).
Bericht über die Bankstellen und Zweigniederlassungen
Bankstellen
Die Raiffeisenlandesbank OÖ führt per 31.12.2023 eine Bankstelle in Wien (31.12.2022: eine), 14 Bankstellen in Oberösterreich (31.12.2022: 14) und 20 Bankstellen in Salzburg (31.12.2022: 24). Dabei betreut und begleitet die Raiffeisenlandesbank OÖ 203.505 (31.12.2022: 200.046) Privat- und Firmenkunden.
Zweigniederlassungen und Tochterunternehmen im Ausland
Die Raiffeisenlandesbank OÖ ist seit 1991 mit Zweigniederlassungen im süddeutschen Raum aktiv. Sie begleitet in dieser dynamischen Wirtschaftsregion wachstumsorientierte Unternehmen mit kunden- und zukunftsorientierten Finanzierungsmodellen. Per Ende des Jahres 2023 verfügt die Raiffeisenlandesbank OÖ in Bayern und Baden-Württemberg mit Augsburg, Heilbronn, München, Nürnberg, Passau, Regensburg, Stuttgart, Ulm und Würzburg über insgesamt neun Standorte. Das Hauptaugenmerk der Betreuungsaktivitäten liegt auf Kunden aus der Industrie, mittelständischen Unternehmen sowie gehobenen Privatkunden.
Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Finanzielle Leistungsindikatoren
Wesentliche im internationalen Vergleich sowie zur internen Steuerung verwendete Kennzahlen stellen sich wie folgt dar:
Erfolgskennzahlen
  • Die Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity, RoE) – berechnet als das prozentuelle Verhältnis von Jahresüberschuss vor Steuern vom Einkommen und Ertrag zum durchschnittlichen Eigenkapital (ermittelt als Durchschnitt aus Anfangs- und Endbestand des Eigenkapitals) – liegt 2023 bei 5,8 % (31.12.2022: 4,8 %). Der höhere RoE im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich vorwiegend aus einem höheren Jahresüberschuss vor Steuern per 31.12.2023. Für Details wird auf den Abschnitt „Ertragslage“ verwiesen.
  • Die Gesamtkapitalrentabilität (Return on Assets, RoA) – berechnet als das prozentuelle Verhältnis von Jahresüberschuss vor Steuern vom Einkommen und Ertrag zur durchschnittlichen Bilanzsumme (ermittelt als Durchschnitt aus Anfangs- und Endbestand der Bilanzsumme) – liegt 2023 bei 0,5 % (31.12.2022: 0,3 %). Die Veränderung im RoA im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich wiederum vorwiegend aus einem höherem Jahresüberschuss vor Steuern per 31.12.2023.
Liquiditätskennzahlen
  • Die NSFR (Net Stable Funding Ratio) ist mit einer gesetzlichen Mindestquote von 100 % verbindlich einzuhalten. Die NSFR per 31.12.2023 liegt auf Einzelinstitutsebene bei 123,48 % (31.12.2022: 129,09 %) und ist daher deutlich über dem gesetzlichen Minimum.
  • Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) liegt per 31.12.2023 auf Einzelinstitutsebene bei 160,04 % (31.12.2022: 159,20 %) und übersteigt somit deutlich die gesetzlich geforderten 100 %.
  • Der Überlebenshorizont (Survival Period) per 31.12.2023 war größer als 365 Tage und übertrifft somit deutlich die in den Leitlinien des CEBS (Commitee of European Banking Supervisors) geforderte Mindestperiode von 30 Tagen.
Aktivaqualitätsindikatoren
Die Aktivaqualitätsindikatoren, die im Rahmen des regelmäßigen Berichts zu den BaSAG (Bundesgesetz über die Sanierung und Abwicklung von Banken)-Sanierungsindikatoren ermittelt werden, dienen dazu, allfällige Veränderungen im Portfolio der Raiffeisenlandesbank OÖ aufzuzeigen. Dabei wird der Fokus der Betrachtung auf das Kreditrisiko (inkl. Kontrahentenrisiko) gelegt.
Die Schwellenwerte der Aktivaqualitätsindikatoren wurden so festgelegt, dass noch genügend Puffer über den intern festgelegten Grenzwerten bestehen (keine regulatorischen Mindestquoten seitens des Regulators festgelegt), um eine Reaktionsmöglichkeit oder die Ergreifung von Sanierungsmaßnahmen zu gewährleisten, bevor der Sanierungsschwellenwert verletzt wird.
  • Die Coverage Ratio I bzw. Deckungsquote I zeigt den zugeordneten Stand an Wertberichtigungen (WB) in Bezug zu den notleidenden Krediten. Die Quote zeigt somit die Fähigkeit des Instituts, potenzielle Verluste aus dem Non Performing Portfolio zu absorbieren. Auf Einzelinstitutsebene liegt die Coverage Ratio I per 31.12.2023 bei 32,9 % (31.12.2022: 33,9 %).
  • Die Coverage Ratio II bzw. Deckungsquote II zeigt den zugeordneten Stand an Wertberichtigungen (WB) und Sicherheiten in Bezug zu den notleidenden Krediten. Die Quote zeigt somit die Fähigkeit des Instituts, potenzielle Verluste aus dem Non Performing Portfolio zu absorbieren. In der Kennzahl werden im Gegensatz zur Deckungsquote I Sicherheiten berücksichtigt. Auf Einzelinstitutsebene liegt die Coverage Ratio II per 31.12.2023 bei 84,9 % (31.12.2022: 80,3 %).
  • Die Änderungsrate der NPLs (in %) zeigt eine Indikation für die Dynamik in der Entwicklung des Bestandes an notleidenden Krediten. Dies hat unmittelbar Auswirkungen auf das Ergebnis bzw. auf die Eigenkapitalquote der Bank. Per Jahresende 2023 beträgt die auf ein Jahr bezogene Änderungsrate der NPLs auf Einzelinstitutsebene 59,2 % (31.12.2022: 6,6 %).
  • Die NPL-Quote (Verhältnis von Non Performing Loans Exposure zu Gesamtrisikoexposure) auf Einzelinstitutsebene beträgt per 31.12.2023 3,5 % (31.12.2022: 2,0 %).
Eigenmittel- und Solvabilitätskennzahlen
Das harte Kernkapital (Common Equity Tier 1, CET 1) sowie das Kernkapital (Tier 1, T 1) der Raiffeisenlandesbank OÖ gemäß Capital Requirements Regulation (CRR) betragen zum Jahresende 2023 EUR 3.460,5 Mio. (31.12.2022: EUR 3.357,5 Mio.) Die Steigerung ergibt sich vorwiegend aus der Anrechnung des Jahresergebnisses abzüglich vorhersehbarer Abgaben und Ausschüttungen.
Das Ergänzungskapital (Tier 2, T 2) wird zum 31.12.2023 mit EUR 710,3 Mio. (31.12.2022: EUR 733,4 Mio.) ausgewiesen. Die Veränderung ist hauptsächlich auf die höhere Amortisierung von Ergänzungskapitalinstrumenten gemäß Art. 64 CRR im Vergleich zu den Neubegebungen zurückzuführen.
Die gesamten Eigenmittel (Total Capital, TC) ergeben sich aus Kernkapital und Ergänzungskapital und sind zum 31.12.2023 in Summe auf EUR 4.170,8 Mio. (31.12.2022: EUR 4.090,9 Mio.) gestiegen.
Der Gesamtrisikobetrag (risikogewichtete Aktiva, RWA) wird per 31.12.2023 mit EUR 28.537,2 Mio. (31.12.2022: EUR 27.779,5 Mio.) ausgewiesen. Der Anstieg der risikogewichteten Aktiva resultiert aus dem allgemeinen Geschäftsverlauf wobei sich, in den Bereichen Risikopositionen gegenüber Instituten, Risikopositionen gegenüber ausgefallenen Kunden und bei den sonstigen Positionen größere Veränderungen eingestellt haben.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 werden gemäß CRR eine harte Kernkapitalquote sowie eine Kernkapitalquote von 12,1 % (31.12.2022: 12,1 %) und eine Gesamtkapitalquote von 14,6 % (31.12.2022: 14,7 %) ausgewiesen. Die Quoten werden gemäß Art 92 CRR auf den Gesamtrisikobetrag berechnet.
Gemäß § 23 BWG beträgt der Kapitalerhaltungspuffer per 31.12.2023 2,50 %. Dieser ist in hartem Kernkapital zu halten.
Gemäß § 7 der Kapitalpuffer-Verordnung (KP-V) wurden der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft auf Basis der konsolidierten Lage der Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen als oberster Finanzholding sowie der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft auf Einzelbasis von der FMA eine Kapitalpuffer-Quote für die systemische Verwundbarkeit (Systemrisikopuffer) i. H. v. 0,50 % sowie ein Puffer für systemrelevante Institute (O-SRI) i. H. v. 0,75 % vorgeschrieben. Letzterer wurde mit dem BGBl. II Nr. 469/2022 für das Jahr 2023 auf 0,75 % angehoben und beträgt aufgrund der stufenweisen Anhebung 0,9 % für das Geschäftsjahr 2024.
Durch den antizyklischen Kapitalpuffer soll in Zeiten, in denen das Kreditwachstum über dem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts liegt, volkswirtschaftlich gegengesteuert werden. Er beträgt zwischen 0 % und 2,50 % der risikogewichteten Aktiva und ist in hartem Kernkapital zu halten.
Die Kapitalpufferquote für die in Österreich gebundenen wesentlichen Kreditrisikopositionen per 31.12.2023 beträgt 0 %. Der institutsspezifische antizyklische Kapitalpuffer für die Raiffeisenlandesbank OÖ berechnet sich gemäß § 23a Abs. 1 BWG aus dem gewichteten Durchschnitt der Quoten der antizyklischen Kapitalpuffer jener Länder, in denen die wesentlichen Kreditrisikopositionen der Raiffeisenlandesbank OÖ gebunden sind. Es ist zu erwarten, dass – so wie auch 2023 – der antizyklische Kapitalpuffer im Jahr 2024 weiter ansteigen wird, aber eine unwesentliche Größe (unter einem Prozent der Gesamt RWA) für die Raiffeisenlandesbank OÖ sein wird.
Dadurch ergeben sich folgende gesetzliche Mindestkapitalanforderungen:
IN %
2023
2022
Säule 1
Mindestanforderung an das harte Kernkapital gem. CRR
4,500
4,500
Kapitalerhaltungspuffer (KEP)
2,500
2,500
Systemrisikopuffer
0,500
0,500
Puffer für systemrelevante Institute (O-SRI)
0,750
0,500
Institutsspezifischer antizyklischer Kapitalpuffer
0,359
0,092
Säule 2
Kapitalanforderungen an das harte Kernkapital aus Säule 1 und Säule 2
8,609
8,092
Mindestanforderung an das zusätzliche Kernkapital gem. CRR
1,500
1,500
Kapitalanforderung an das Kernkapital aus Säule 1 und Säule 2
10,109
9,592
Mindestanforderung an das Ergänzungskapital gem. CRR
2,000
2,000
Kapitalanforderungen an das Gesamtkapital aus Säule 1 und Säule 2
12,109
11,592
Zusätzlich zu den Mindestkapitalanforderungen und Kapitalpufferanforderungen müssen Kreditinstitute nach Maßgabe des aufsichtsrechtlichen Überprüfungs- und Evaluierungsprozesses (Supervisory Review and Evaluation Process, SREP) Kapitalanforderungen erfüllen. Als Ergebnis dieses durchgeführten SREP durch die EZB hat die Raiffeisenlandesbank OÖ seit 2020 kein zusätzliches Säule 2-Erfordernis (Pillar 2 Requirement, P2R) in den Mindestkapitalanforderungen der Säule 1 auf Einzelinstitutsebene zu berücksichtigen.
Für die nächsten Jahre erwartet die Raiffeisenlandesbank OÖ eine stabile Eigenkapital- bzw. Eigenmittelsituation – bei der die gesetzlichen Quoten eingehalten werden – und wird damit weiterhin in der Lage sein, ihre Kunden nachhaltig und eng zu begleiten.
Institutionelles Sicherungssystem
Ein IPS ist eine vertragliche oder satzungsmäßige Haftungsvereinbarung, die die teilnehmenden Institute dezentraler Bankengruppen absichert (Haftungsverbund). Damit wird das solidarische Zusammenstehen geregelt. Gemäß Art. 49 CRR müssen Kreditinstitute bei der Ermittlung ihrer Eigenmittel grundsätzlich deren Positionen in Eigenmittelinstrumenten anderer Kreditinstitute in Abzug bringen, sofern nicht eine Befreiung aufgrund von Art. 49 Abs. 3 CRR i. V. m. Art. 113 Abs. 7 CRR im Rahmen eines bestehenden IPS gegeben ist. Das Raiffeisen-IPS erfüllt diese Voraussetzungen.
Am 21. Dezember 2020 haben die Raiffeisen Bank International AG, die Raiffeisenlandesbanken und die Raiffeisenbanken Anträge bei der FMA und der EZB eingereicht, um ein neues institutsbezogenes Sicherungssystem („Raiffeisen-IPS“), bestehend aus der RBI und ihren österreichischen Tochterbanken, allen Raiffeisenlandesbanken und den österreichischen Raiffeisenbanken, zu gründen und einer Genossenschaft unter dem Namen „Österreichische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen“ (ÖRS, vormals Sektorrisiko eGen) zum Zwecke der gesetzlichen Einlagensicherung und Anlegerentschädigung im Sinne des ESAEG beizutreten.
Auf Basis des IPS-Vertrages vom 15. März 2021, von dem unter anderen über 350 Raiffeisenbanken, die acht Raiffeisenlandesbanken sowie die Raiffeisen Bank International AG umfasst sind, wurde das neue Raiffeisen-IPS von den Aufsichtsbehörden EZB am 12. Mai 2021 und FMA am 18. Mai 2021 rechtsgültig genehmigt, auch wurde dieses neue IPS als Einlagensicherung und Anlegerentschädigung gemäß ESAEG am 28. Mai 2021 anerkannt. Die Institute der Raiffeisenbankengruppe OÖ sind per 29. November 2021 aus der Einlagensicherung AUSTRIA ausgetreten. Ab diesem Zeitpunkt ist die ÖRS die zuständige Sicherungseinrichtung.
Die ÖRS nimmt für das Raiffeisen-IPS die Risikofrüherkennung und das Berichtswesen wahr und verwaltet insbesondere die Fondsmittel für das IPS und den Fonds für die gesetzliche Einlagensicherung. Das Raiffeisen-IPS wird durch den Gesamt-Risikorat gesteuert, der sich aus Vertretern der RBI, der Raiffeisenlandesbanken und Vertretern der Raiffeisenbanken zusammensetzt. Er wird bei der Wahrnehmung der Aufgaben unter anderem durch Landes-Risikoräte auf Ebene der Bundesländer unterstützt.
Wesentliche Aufgabe des Raiffeisen-IPS ist, im Rahmen des Früherkennungssystems der ÖRS eine mögliche wirtschaftliche Schieflage eines Mitgliedsinstituts frühzeitig zu erkennen und über die jeweils vorgesehenen Entscheidungsgremien (Gesamt-Risikorat, Bundes-Risikorat, Landes-Risikorat) entsprechende Maßnahmen einzuleiten, um eine Insolvenz des jeweils betroffenen Institutes zu verhindern. Zudem dient das Raiffeisen-IPS auch der Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität sowie der Zahlungsfähigkeit (Solvenz, Solvabilität und Mindestkapitalausstattung) der Mitgliedsinstitute.
Ein wesentlicher Grundsatz des Raiffeisen-IPS ist der Anspannungsgrundsatz, demgemäß jedes Mitglied im IPS zuerst alle Möglichkeiten auf Institutsebene auszuschöpfen hat, um eine Inanspruchnahme des IPS zu vermeiden. Dies bedeutet, bei monetären Maßnahmen ist bei einer Raiffeisenbank zuerst der Topf der Landesgruppe (Stufe 1 bis 3) zu verwenden, bei einer Landesbank zuerst der Topf der Landesgruppe (Stufe 1 bis 3) und dann der Topf der Bundesgruppe (Stufe 1 bis 3), bei der RBI zuerst der Topf der Bundesgruppe (Stufe 1 bis 3). Erst bei darüber hinaus gehendem Bedarf (Überschwappen auf das Gesamt-IPS) greift der Gesamt-Risikorat anteilig auf die anderen Töpfe zurück.
Landesgruppe innerhalb des Raiffeisen-IPS
Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft ist als Zentralinstitut Mitglied der Landesgruppe OÖ im Raiffeisen-IPS, dem auch sämtliche Raiffeisenbanken in Oberösterreich, die Kepler KAG, die Hilfsgemeinschaft der RBG OÖ sowie die Raiffeisen-Kredit-Garantiegesellschaft mbH angehören. Die „Österreichische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen“ (ÖRS) nimmt die Funktion der Treuhänderin für das zu verwaltende Vermögen wahr und ist daher dem Vertrag beigetreten. lm Rahmen der Landesgruppe OÖ wurde als Entscheidungsgremium der Risikorat eingerichtet, welcher identisch mit den Mitgliedern des Vorstandes der Hilfsgemeinschaft ist.
Durch die Errichtung des Raiffeisen-IPS sollen die angeschlossenen lnstitute in einem nachhaltigen, wirtschaftlich gesunden Zustand gehalten, ihr Bestand abgesichert und insbesondere
  • ihre Liquidität und/oder
  • ihre Zahlungsfähigkeit (Solvenz, Solvabilität, Mindestkapitalausstattung)
zur Vermeidung eines Konkurses sichergestellt werden.
Um eine vollständige und zeitnahe Kenntnis möglicher Risikosituationen der einzelnen Mitglieder, aber auch der Landesgruppe OÖ des Raiffeisen-lPS in seiner Gesamtheit zu haben, wurde ein Früherkennungssystem eingerichtet, welches grundsätzlich durch die ÖRS betrieben wird, die jedoch für die Früherkennung der Mitglieder der Landesgruppe OÖ die Unterstützung der Landesorganisation in Anspruch nimmt.
Die Hilfsgemeinschaft erstellt quartalsweise umfassende ökonomische Bewertungen der Mitglieder der Landesgruppe OÖ und stellt diese dem Landes-Risikorat und der ÖRS zur Verfügung. Jedes Mitglied des Raiffeisen-IPS hat sich unabhängig davon ein zeitnahes, detailliertes, genaues, wirtschaftlich fundiertes Bild über seine aktuelle und kurz- bis mittelfristige wirtschaftliche Situation zu machen. Im Rahmen des Raiffeisen-IPS erstellt die ÖRS alle erforderlichen Berichte sowie die Eigenmittelkontrollrechnung.
Jährlich an die ÖRS als Treuhänderin für die Mitglieder zu entrichtende Zahlungen zum Aufbau eines Sondervermögens (Stufe 1), das dem Landes-Risikorat für Zwecke dieses Vertrages zur Verfügung steht und von der ÖRS für Rechnung der Mitglieder entsprechend den Weisungen des Gesamt-Risikorates verwaltet wird, werden vom Landes-Risikorat vorgeschrieben. Das gesamte ex-ante Sondervermögen wurde für das gesamte Raiffeisen-IPS mit 0,5 % der RWA fixiert, wobei im Hintergrund ein detailliertes Regelwerk zur Aufteilung innerhalb des Raiffeisen-IPS zwischen den Landeskreisen und dem Bundeskreis vorhanden ist. Die von den Mitgliedern zu leistenden jährlichen Zahlungen werden von der ÖRS vom Risikorat unter Berücksichtigung der von der Aufsicht für den Aufbau/Wiederaufbau des Sondervermögens vorgeschriebenen Auflagen (insbesondere Höhe und Frist) festgesetzt bzw. angepasst, wobei sowohl die Festsetzung als auch die Änderung der Bemessungsgrundlage eines Beschlusses des Risikorates mit 2/3-Mehrheit bedarf.
Das ex-ante dotierte Sondervermögen dient der Unterstützung von Mitgliedern, deren Liquidität oder Zahlungsfähigkeit aus Sicht des IPS als gefährdet eingestuft wurde. Reicht das Sondervermögen nicht zur Erfüllung des Vertragszwecks aus, so wird der Landes-Risikorat ad-hoc-Zahlungen vorschreiben (Stufe 2). Monetäre Maßnahmen in Stufe 1 und 2 sind auch an § 39 BWG zu messen und daher zu begrenzen. Die Eigenmittelgrenze besteht in Stufe 1 und 2 aus den aufsichtsrechtlich zum Konzessionserhalt vorgeschriebenen Mindesteigenmitteln (CET 1-Quote, T 1-Quote und EM-Gesamtquote) jeweils zuzüglich eines Puffers von 10 %. Dabei sind sämtliche für die Mitglieder relevanten Konsolidierungserfordernisse zu berücksichtigen (sowohl Solo-, und Kl-/FH-Gruppensicht als auch Landesgruppe).
Sofern auch die Zahlungen aus Stufe 2 nicht zur Erfüllung des Vertragszwecks ausreichen, kann der Landes-Risikorat den Mitgliedern zusätzliche ad-hoc-Zahlungen oder sonstige zweckdienliche Maßnahmen vorschreiben.
Bundesgruppe innerhalb des Raiffeisen-IPS
Die Raiffeisenlandesbank OÖ ist weiters Mitglied der Bundesgruppe innerhalb des Raiffeisen-IPS, dem neben der Raiffeisen Bank International AG (RBI) auch die österreichischen Raiffeisenlandesbanken, die Raiffeisen Wohnbaubank AG, die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen. m.b.H., die Posojilnica Bank eGen sowie die Raiffeisen Bausparkasse GmbH angehören. Die ÖRS nimmt hier ebenfalls die Funktion als Treuhänderin wahr und betreibt das Früherkennungssystem des B-IPS.
lm Rahmen der Bundesgruppe innerhalb des Raiffeisen-IPS wurde als Entscheidungsgremium der Bundes-Risikorat eingerichtet. Er entscheidet in allen Angelegenheiten, die ausschließlich die Bundesgruppe, den B-IPS-Vertrag, seine Umsetzung, Änderungen sowie Beendigungen betreffen.
Quartalsweise werden umfassende ökonomische Bewertungen der Mitglieder der Bundesgruppe des Raiffeisen-IPS durch die ÖRS erstellt und dem Bundes-Risikorat sowie dem Generalrevisor des Österreichischen Raiffeisen Verbandes zur Verfügung gestellt. Jedes Mitglied der Bundesgruppe des Raiffeisen-lPS hat sich unabhängig davon ein zeitnahes, detailliertes, genaues, wirtschaftlich fundiertes Bild über seine aktuelle und kurz- bis mittelfristige wirtschaftliche Situation zu machen. Im Rahmen des Raiffeisen-IPS erstellt die ÖRS für das gesamte Raiffeisen-IPS alle erforderlichen Berichte sowie die Eigenmittelkontrollrechnung.
Ist die Liquidität und/oder Zahlungsfähigkeit eines Mitgliedes oder der Gesamtheit der Bundesgruppe des B-IPS gefährdet, wird der Bundes-Risikorat unverzüglich Maßnahmen beschließen.
Bezüglich der Systematik der zu verwendenden monetären Mittel wird auf die obigen Ausführungen verwiesen. Festzuhalten ist, dass der Gesamt-Risikorat berechtigt ist, die vorstehend beschriebenen Kompetenzen des Landes-Risikorates sowie des Bundes-Risikorates jederzeit wieder an sich zu ziehen.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Hierzu wird auf den konsolidierten gesonderten Nachhaltigkeitsbericht, einschließlich der Angaben für das Mutterunternehmen für das Geschäftsjahr 2023, auf der Website der Raiffeisenlandesbank OÖ verwiesen. Gleiches gilt für die auf Basis der Taxonomie-Verordnung offenzulegenden Angaben und Kennzahlen für Finanzunternehmen und Nicht-Finanzunternehmen. Für eine kurze Zusammenfassung wird auch auf die Angaben im Abschnitt „Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility“ unter „Allgemeine Informationen“ im Geschäftsbericht verwiesen.
Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
Voraussichtliche Entwicklung des volkswirtschaftlichen Umfelds
Weltkonjunktur weiter im Schritttempo
Frühindikatoren deuten an, dass die Phase nur moderaten Wachstums weiter anhält. Nachfrageseitig stützen Konsum- und Staatsausgaben die Weltwirtschaft trotz restriktiver Finanzierungsbedingungen, angebotsseitig helfen hohe Erwerbsbeteiligung, wieder besser funktionierende Lieferketten und niedrigere Energie- und Rohstoffpreise, den geopolitischen Verwerfungen zu trotzen. Der Internationale Währungsfonds erwartet für 2024 ein Weltwirtschaftswachstum von 3,1 %. Diese eigentlich ansehnliche Wachstumsrate soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwar für die USA die sanfte Landung (Inflationsreduktion ohne Rezession) durchaus möglich scheint, die restriktive Geldpolitik aber immer noch bremst. Vor allem für Europa stehen die Zeichen auf Schwäche, allen voran für Deutschland. Der Ausblick für die anderen großen, weniger von russischen Energieimporten abhängigen EU-Volkswirtschaften Italien, Frankreich und Spanien ist hingegen optimistischer. Weit klaffen die Konjunkturprognosen für die Schwellenländer auseinander: Während aus Indien klare Tendenzen eines starken kurzfristigen Momentums und auch aus anderen Ländern Südostasiens und Brasilien positive Impulse kommen, scheint Argentinien in einer tiefen Rezession verfangen und die ausgewachsene Schwächephase Chinas mit tiefen strukturellen Problemen ist noch nicht überwunden.
Kampf gegen die Inflation noch nicht gewonnen
Zwar bildeten sich Gesamt- wie Kerninflation 2023 rasch zurück. Faktoren, die diese Disinflation beschleunigten, fallen nun aber vielfach weg und das Wachstum der Lohnstückkosten ist zu dynamisch für die niedrigen mittelfristigen Inflationsziele. Die potenziell inflationstreibenden Risiken bleiben: kriegerische Handlungen in rohstoffexportierenden Nationen, mögliche Wetterextreme oder sonstige unvorhergesehene Ereignisse höherer Gewalt. Es bleibt also spannend, wann die Phase erhöhter Inflationsraten, die 2021 begann, endgültig endet. Die Hochs dürften aber jedenfalls überschritten sein und auch wenn strukturell gut ausgelastete Arbeitsmärkte die Kerninflation noch über den Notenbankzielen halten, lassen Letztere anklingen, dass man 2024 über erste Zinsschritte nach unten durchaus nachdenken kann, sofern sich nicht wieder neue, unvorhergesehene Preisschocks auftun.
Österreich: Dynamischer Aufschwung verzögert sich
Für 2024 wird ein moderates, primär konsumgetragenes BIP-Wachstum von 0,6 % bis 0,9 % prognostiziert. Sehr verhalten ist der Ausblick für das Baugewerbe: Es dürfte im Gesamtjahr 2024 nochmals eine Schrumpfung verbuchen. Für den Dienstleistungssektor hingegen halten Wirtschaftsforscher merkliches Wachstum für möglich, auch wenn nicht gleichmäßig über den Sektor verteilt. 2025/26 hofft man neben dem Konsum als Hauptwachstumsstütze auf eine sich wieder erholende Investitions- und Exportdynamik.
Nach der schwachen Einkommensentwicklung 2022/23 werden die Reallöhne bei guten Abschlüssen und sinkender Inflation 2024/25 kräftig zulegen, sodass die Lohnquote (Anteil der Löhne am BIP) 2026 um rund 3 %-Punkte über dem Niveau von 2019 liegen könnte. Dies stützt die These der BIP-Wachstumshoffnung Konsum, der bis 2026 maßgeblich zum BIP-Wachstum beitragen dürfte. Die prognostizierte deutlich positive Reallohnentwicklung sollte den Haushalten sogar Spielraum geben, ihre Sparquote, die 2023 zur Abfederung der Realeinkommensverluste auf 6,4 % sank, wieder anzuheben. Der Wermutstropfen dabei: Innerhalb des Prognosehorizonts 2023–26 könnten die Lohnstückkosten um durchschnittlich 5,8 % jährlich wachsen und damit um 2,1 % stärker als im Euroraum. Diese überdurchschnittliche Lohnstückkostenentwicklung schlägt sich in einem Rückgang der internationalen preislichen Wettbewerbsfähigkeit Österreichs nieder und führt zu einem Verlust an Exportmarktanteilen.
Wie international sind auch für Österreich die konjunkturellen Risiken überwiegend nach unten gerichtet. Ein wesentliches Thema bleibt die Inflation: Sie könnte sich als noch hartnäckiger erweisen als erwartet, neue oder wiederaufflammende Störungen auf den Energie- und Lebensmittelmärkten sind jederzeit möglich, zum Beispiel als Folge des Krieges im Gazasteifen (vgl. Blockade des Suezkanals im Dezember). Bedeuten würde dies, dass die Zentralbanken doch länger am restriktiven Ast bleiben müssen. Die österreichische Konjunkturdynamik stärker bremsen könnte auch ein höherer Verlust an Exportmarktanteilen aufgrund der Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit sowie eine mögliche ausbleibende Belebung der internationalen Industriekonjunktur. Stärker als prognostiziert könnte die Konjunktur anziehen, wenn die Inflation schneller zurückgeht als erwartet und eine frühere Zinswende nach unten erlaubt, was die Finanzierungskosten senken und die Nachfrage beleben würde.
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Das wirtschaftliche Umfeld bleibt auch im Jahr 2024 herausfordernd: Die Konjunktur in Österreich zeigt bereits seit mehreren Quartalen deutliche Züge einer Rezession. Die infolge der restriktiven Geldpolitik kräftig gestiegenen Zinssätze belasten die Investitionsnachfrage. Augenscheinliches Beispiel: Die für den Standort Österreich wesentliche Baubranche steht stark unter Druck – hohe Energiepreise, hohe Lohnkosten, sinkende Aufträge und die strengeren Kreditvergaberegelungen führen zu starken Umsatzeinbrüchen. Neben dem Baugewerbe sind davon auch die verbundenen Branchen wie etwa die Holzindustrie oder Zulieferer betroffen. Unter anderem bremsen die genannten Faktoren nach wie vor die Konjunkturentwicklung, wenngleich im zweiten Halbjahr 2024 von einer Erholung ausgegangen wird. Ein leichtes BIP-Wachstum für Österreich von 0,9 % (WIFO) bzw. 0,8 % (IHS) wird erwartet. Damit könnte die Wirtschaftsentwicklung ähnlich wie im Euroraum (WIFO: +1,0 %) ausfallen. Trotz des weiterhin herausfordernden Umfelds wird im Jahr 2024 mit einer stabilen operativen Geschäftsentwicklung der Raiffeisenlandesbank OÖ sowie der übrigen Konzernunternehmen gerechnet.
Nachhaltigkeit war und ist immer schon ein fester Bestandteil der Raiffeisen-DNA. Auf Basis dieses starken Wertegerüsts wurde in den letzten Monaten eine neue Nachhaltigkeitsstrategie für die Raiffeisenlandesbank OÖ ausgearbeitet und nun zur Umsetzung gebracht. Dabei wurden bestehende Strategiedokumente analysiert, Anregungen aus aufsichtsrechtlichen Prüfungen berücksichtigt und mit maßgeblichen Bereichen im Haus konkrete Ziele und Wege erarbeitet. Ziel ist es, Nachhaltigkeit in allen Geschäftsbereichen zu verankern, Kundinnen und Kunden bei der grünen Transformation zu begleiten und Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil der Unternehmenskultur zu begreifen. Die Nachhaltigkeitsstrategie orientiert sich an den drei Bereichen „Umwelt und Zukunft“ bzw. Environment, „der Mensch im Mittelpunkt“ bzw. Soziales sowie „Unternehmen und Verantwortung“ bzw. Governance. Zu den damit verbundenen Maßnahmen zählen unter anderem konkrete Dekarbonisierungszielwerte für die wichtigsten Branchen, Ausschlusskriterien in den Kreditvergaberichtlinien, die Dotierung eines Sozialfonds oder die Installation eines Nachhaltigkeitsboards. Mit einem professionellen Angebot an nachhaltigen Finanzdienstleistungen setzt die Raiffeisenlandesbank OÖ darüber hinaus starke Impulse und ist durch Geschäftsfelder, wie etwa den Beteiligungsbereich, breit und stabil aufgestellt.
Kundenorientierung und persönliche Betreuung bleiben auch in Zukunft die wesentlichen Erfolgsfaktoren des eigenen Geschäftsmodells. Unternehmen, Institutionen und Privatkunden werden auch weiterhin umfassend begleitet, gerade in einem herausfordernden Umfeld möchte die Raiffeisenlandesbank OÖ nicht nur Impulsgeber, sondern vor allem auch ein stabiler Partner bei Vorhaben und Investitionen sein. Neben klassischen Finanzierungen forciert die Raiffeisenlandesbank OÖ auch weiterhin die Bereitstellung von Eigenkapital. Die Beteiligungsgesellschaften sind dabei nicht nur Kapitalgeber, sondern unterstützen Unternehmen auch mit Expertise in vielen Bereichen, etwa im Controlling, Liquiditätsmanagement oder bei Restrukturierungen.
Als Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung des eigenen Geschäftsmodells dienen die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden. Potenziale sollen nicht nur in bestehenden Geschäftsfeldern gehoben werden, sondern auch die sich bietenden Chancen im „Beyond Banking“ sollen genützt werden. Klarer Auftrag ist, die Werte der Genossenschaft in die Gegenwart zu übertragen. Die Raiffeisenlandesbank OÖ und die oberösterreichischen Raiffeisenbanken haben deshalb mit „Raiffeisen OÖ Ventures“ eine Genossenschaft für Beyond Banking-Initiativen gegründet. Dort werden unter anderem Corporate Start-Ups vorangetrieben, entwickelt und aufgebaut. Mit „findeR“ hat bereits ein erstes Leuchtturmprojekt Marktreife erlangt. Der Online-Marktplatz stellt Regionalität und die Vernetzung in den Mittelpunkt: „findeR“ unterstützt Unternehmen dabei, mit ihrem Angebot in der Region sichtbar und nun vor allem auch für die Menschen erlebbar zu werden. Die Plattform ist für den einfachen, sicheren Einstieg in den Onlinevertrieb genauso geeignet wie für den Ausbau von e-Commerce-Aktivitäten erfahrener Unternehmen. Weitere Beyond Banking-Initiativen stehen in den Startlöchern. Vor allem nachhaltige, regionale Energieversorgung sowie die flächendeckende Gesundheitsversorgung sind Themen, für die aktuell Lösungen entwickelt werden.
Als Vorreiter bei der Entwicklung und dem Vertrieb von digitalen Bankdienstleistungen hat die Raiffeisenlandesbank OÖ bereits in der Vergangenheit eine gute Basis für die Zukunft gelegt. Diesen Weg möchte das Unternehmen auch mithilfe von starken Partnern und breit angelegten Kooperationen weitergehen.
Die Raiffeisenlandesbank OÖ forciert einerseits eine effiziente und zielgerichtete Liquiditätsplanung und -steuerung. Darüber hinaus setzt das Unternehmen auf ein umfassendes Risikomanagement in Kombination mit einem genauen Controlling. Mit dem Projekt „Finanzarchitektur Neu“ wurden im Unternehmen zudem wesentliche Eckpfeiler für neue moderne Standards gesetzt, die nach rund zweieinhalb Jahren Projektzeit nun in vielen Bereichen sukzessive implementiert und umgesetzt werden. Mit der Einführung der Standardsoftware SAP in der Raiffeisenlandesbank OÖ wurde in diesem Zusammenhang ein Meilenstein erreicht. Hauptziel war es, die unterschiedlichen Prozesse und Programme, die in der Raiffeisenlandesbank OÖ und den Tochterunternehmen im Rechnungswesen-Bereich verwendet wurden, zu vereinheitlichen und zu zentralisieren und damit ineffiziente Vorgänge und Zeitressourcen zu verbessern. Auch aufsichtsrechtliche Erfordernisse machten es notwendig, unterschiedliche Programme und Buchungskreise zusammenzuführen und zu modernisieren.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Der langfristige Erfolg der Raiffeisenlandesbank OÖ hängt wesentlich vom aktiven Management der Risiken ab. Um dieser Zielsetzung gerecht zu werden, wurde ein Risikomanagement gemäß der §§ 39, 39a BWG und der Kreditinstitute-Risikomanagementverordnung (KI-RMV) implementiert, das es ermöglicht, sämtliche Risiken im Konzern (Kreditrisiko, Marktrisiko, Beteiligungsrisiko, Liquiditätsrisiko, makroökonomisches Risiko, operationelle Risiken und sonstige Risiken) zu identifizieren, zu messen und durch das Management aktiv zu steuern. Das Kredit-, Beteiligungs- und operationelle Risiko werden im Bereich RMKM (Risikomanagement Kredit, Meldewesen, Operationelles Risiko), das Markt-, Liquiditäts- und makroökonomische Risiko im Bereich RMIM (Risikomanagement ICAAP & Marktrisiko) betreut. ESG (Environment, Social, Governance)-Risiken als neue Dimension von Risiken werden schrittweise in die bestehenden Risikokategorien integriert, wobei der stärkste Fokus bisher auf dem Klima- und Umweltrisiko liegt. Vor diesem Hintergrund wurde das Risikoinventar um Klima- und Umweltrisiken ergänzt, welche wiederum Treiber bestehender Risikoarten sind, insbesondere des Kredit- und Beteiligungsrisikos, des operationellen Risikos, des Markt- und Liquiditätsrisikos. Hierfür werden zentral durch ein Team, welches organisatorisch RMIM zugeordnet ist, Inputs in Form von Metriken und Scores zur Verfügung gestellt.
Durch die Aufnahme in den Risikorahmen ist jeder relevante Risikobereich (Kredit-, Beteiligungs-, Markt-, Liquiditätsrisiko und operationelle Risiken) für die Messung und Meldung der jeweiligen Risiken verantwortlich. Klima- und Umweltrisiken werden dabei in drei Dimensionen betrachtet. Diese werden repräsentiert durch transitorische beziehungsweise physische Klimarisiken und sonstige Umweltrisiken. Dabei kommen aktuell insbesondere folgende Inputs zur Identifizierung, Bewertung und Messung zum Einsatz:
  • Die finanzierten Treibhausgasemissionen werden einmal im Quartal berechnet und dienen als Ausblick und Grundlage für die Steuerung Richtung Metaziel „Net-Zero 2050“. Dabei wird auch das Exposure in klimapolitikrelevanten Sektoren (CPRS)8 zentral dargestellt.
  • Das in der Raiffeisenlandesbank OÖ entwickelte Scoringmodell für physische Klimarisiken stellt einen Ansatz der Materialitätsanalyse des finanzierten Portfolios dar. Es handelt sich um einen mehrstufigen Score, der sowohl die Exponiertheit aufgrund des Standortes eines Kunden als auch das Geschäftsmodell (gesondert) betrachten lässt, um einen möglichst umfangreichen Überblick zu erlangen. Mithilfe des Scorings kann das Portfolio der Raiffeisenlandesbank OÖ hinsichtlich physischer Klimarisiken laufend analysiert werden.
  • Neben Klimarisiken können auch sonstige Veränderungen der Umwelt durch äußere Einflüsse zu Risiken führen. Die Abhängigkeiten von Branchen bzw. Unternehmen und in weiterer Folge auch deren Einfluss auf die Umwelt werden in einem mehrstufigen Umweltscore abgebildet. Es werden insbesondere Themen im Zusammenhang mit den Ressourcen Wasser, Boden, Luft und Abfall im Score berücksichtigt. Als Datenbasis dient hierbei die Plattform ENCORE9.
  • Weiters dient der ESG-Score einer mehrstufigen Einschätzung des Kunden in den Dimensionen Environment (Klima- und Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Dabei können alle Dimensionen einzeln oder der ESG-Score in Summe betrachtet werden.
Um die gemessenen Klima- und Umweltrisiken effizient zu steuern gilt es, vorab entsprechende Key Performance Indicators (KPIs)/Key Risk Indicators (KRIs) zu definieren, welche am tauglichsten sind, um sich potentiell ergebende Chancen und Risiken aus der Klima- und Umweltleistung des Portfolios der Raiffeisenlandesbank OÖ ableiten zu können. Dahingehend stehen die bereits erläuterten Metriken und Scores analog dem Risikoinventurprozess (und damit der Formulierung der Risikostrategie) auch dem Geschäftsstrategiefindungsprozess zur Verfügung.
Die vom Vorstand beschlossene Gesamtrisikostrategie sichert den Gleichlauf der Risiken im Sinne der strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden in regelmäßigen Berichten über die Risikosituation der Bank informiert. Die unterschiedlichen Risikoarten werden wie folgt quantifiziert und gesteuert:

Strategie und Verfahren für die Steuerung des Risikos
Kreditrisiko
  • Quantitative Steuerung über Limitierung des Aktivvolumens je Geschäftsbereich sowie über Einzel- und Branchenlimitierungen;
  • Monatliche Ermittlung des Credit Value at Risk im Rahmen des ICAAP (Unexpected Loss sowie Stresstests);
  • Risiko-/Ertrags-Steuerung über RoRAC;
  • „Risikomanagement-Handbuch“ und „Finanzierungshandbuch“ als zentrale Regelwerke
  • „Handbuch Kreditrisikomessung ICAAP“ als zentrales Regelwerk der Kreditrisiko Säule II Ermittlung
Beteiligungsrisiko
  • Risiko-Berechnung:
    Basierend auf den vorhandenen externen Bewertungen (Marktkapitalisierungen bzw. Gutachterwerte zum relevanten Stichtag) wird das Risikopotenzial aus Beteiligungen mit einem Simulationsmodell quantifiziert. Auf Basis einer Monte-Carlo-Simulation in Abhängigkeit schwankender Inputfaktoren, entsprechend ihrer historischen Volatilität, wird die Streuung des Bewertungsergebnisses für Beteiligungen ermittelt. Das Ergebnis ist eine Wahrscheinlichkeitsverteilung der einzelnen Beteiligungswerte, aus der sich in weiterer Folge das Risikopotenzial der Beteiligungen und somit des gesamten Beteiligungsportfolios bestimmen lässt.
  • Risiko-/Ertrags-Steuerung über RoRAC;
  • Handbuch Beteiligungsrisikomessung
Marktrisiko
  • Fortlaufende quantitative Steuerung über definierte Limits für Risiko und schwebende Gewinne und Verluste;
  • Tägliche Berechnung des Value at Risk, basierend auf historischer Simulation sowie Durchführung von Stresstests;
  • Risiko-/Ertrags-Steuerung über Return on Risk Adjusted Capital (RoRAC);
  • „Treasury Rulebook“ und „Risikomanagement-Handbuch“ als zentrale Regelwerke
Operationelles Risiko
  • (Self-) Assessments sowie Schadensfalldatenbank;
  • Risikoermittlung erfolgt mittels Basisindikatoransatz;
  • Jährlicher Validierungsbericht zum operationellen Risiko
Liquiditätsrisiko
  • Quantitative Steuerung des strukturellen Liquiditätsrisikos mittels strukturellem Liquiditätsfristentransformationsquotienten (S-LFT) und Gaps zu Bilanzsumme (GBS-Quotient) für den Normal- und Stressfall sowie mittels der Net Stable Funding Ratio (NSFR);
  • Refinanzierungsrisiko mittels Funding Liquidity Value at Risk (FLVaR);
  • Operatives Liquiditätsrisiko durch tägliche Berechnung der Liquidity Coverage Ratio (LCR) und des Überlebenshorizonts sowie durch den operativen Liquiditätsfristentransformationsquotienten (O-LFT);
  • Limitierung Intraday-Liquiditätsrisiko über vorausschauendes Monitoring der Abflüsse und Reglementierung der Nutzung des Liquiditätspuffers;
  • „Liquiditätsrisikomanagement-Handbuch“ und „Liquiditätsnotfallplan-Handbuch“ als zentrale Regelwerke
Makroökonomisches Risiko
  • Quantifizierung der makroökonomischen Risiken in Folge einer angenommenen Rezession über IFRS 9-Szenarien und Berücksichtigung in Säule 2 über eine Abzugsposition in der Deckungsmasse.
  • „Methodendokumentation Makroökonomisches Risiko“ als zentrales Regelwerk
Sonstige Risiken
  • Ansatz eines Risikopuffers sowie eines zusätzlichen Pauschalbetrages für sonstige, nicht quantifizierbare Risiken im Rahmen der Risikotragfähigkeitsanalyse
  • Jährlicher Validierungsbericht zum sonstigen Risiko/Risikopuffer

Kreditrisiko
Die Grundsätze für die Bonitätsbeurteilung von Kunden sind in den Regelwerken „Ratingrichtlinie RLB Konzern“ und „Konzern-Sicherheitenrichtlinie“ enthalten. Diese Regelwerke sind eine kompakte Darstellung der für die Raiffeisenlandesbank OÖ gültigen Standards. Sie orientieren sich an internationalen Standards (Basel), Vorgaben der Europäischen Union (CRR), den EBA-Guidelines, nationalen gesetzlichen Regelungen und Verordnungen (BWG, Kreditinstitute-Risikomanagementverordnung) bzw. an aufsichtsrechtlichen Empfehlungen (FMA-Mindeststandards für das Kreditgeschäft, FMA-Leitfadenreihe zum Kreditrisiko). Die organisatorische Trennung zwischen Markt und Marktfolge ist vorgenommen.
Zur Messung des Kreditrisikos werden die Finanzierungen nach Vornahme eines bankinternen Ratings in Bonitäts- und Risikoklassen eingeteilt. Die Risikosituation eines Kreditnehmers umfasst demnach zwei Dimensionen: die Erhebung und Beurteilung der wirtschaftlichen Situation und die Bewertung der bestellten Sicherheiten.
Als Bonitätskriterien werden sowohl Hard Facts als auch Soft Facts herangezogen. Im Firmenkundengeschäft werden Soft Facts auch im Zuge eines Unternehmergesprächs systematisch erhoben und gewürdigt.
Die Unterlegung von Krediten mit Kreditsicherheiten ist eine wesentliche Strategie zur Reduktion des potenziellen Kreditrisikos. Die anerkannten Sicherheiten sind in der „Konzern-Sicherheitenrichtlinie“ mit den dazugehörigen Bewertungsrichtlinien festgelegt. Der Sicherheitenwert errechnet sich dabei anhand einheitlicher Methoden, die vordefinierte Abschläge, Expertengutachten und standardisierte Berechnungsformeln umfassen. Die Abbildung und Wartung der Sicherheiten erfolgt in einem zentralen Sicherheitensystem.
Die Ratingsysteme sind nach den Kundensegmenten Corporates, Retailkunden, Projekte, Banken, Staaten, Länder/Gemeinden, Versicherungen sowie Fonds differenziert. Für die automatisierte Einstufung des kleinvolumigen Mengengeschäfts mit unselbstständigen Privatkunden bzw. Freiberuflern und Kleinunternehmen ist ein Scoringsystem im Einsatz.
Die Systeme zur Bonitätsbeurteilung werden laufend validiert und weiterentwickelt. Dazu wird jährlich ein Validierungsbericht mit einer Zusammenfassung der Validierungsergebnisse erstellt. Es werden qualitative und quantitative Elemente bei der Validierung angewendet. Bei der qualitativen Validierung wird der Fokus auf die Überprüfung und Verbesserung der Datenqualität und die Analyse der Einhaltung der „Ratingrichtlinie RLB Konzern“ gelegt. Bei der quantitativen Validierung wird die Trennschärfe, die Stabilität und die Kalibrierung der Ratingmodelle untersucht.
Geschäftsabschlüsse, aus denen ein Länderrisiko resultiert, dürfen nur erfolgen, wenn das daraus resultierende Länderrisiko im bewilligten Länderrisikolimit Platz findet.
Das Kreditportfolio der Raiffeisenlandesbank OÖ wird tourlich mittels automatischer Parameter, die auf eine negative wirtschaftliche Entwicklung des jeweiligen Kunden hinweisen, überprüft (Frühwarnsystem). Die als mit wesentlichem Risikogehalt identifizierten Kunden werden im Zuge einer Überprüfung im Vier-Augen-Prinzip dem Kundenportfolio Intensivbetreuung zugeordnet und in weiterer Folge zumindest halbjährlich einer Folgeprüfung unterzogen.
In der Raiffeisenlandesbank OÖ erfolgt zur Steuerung des Konzentrationsrisikos eine Limitierung der Branchen über Nominallimits auf Basis des Bankobligos. Grundlagen für die Festlegung der Nominallimits sind das ICAAP-Kreditrisiko für die Raiffeisenlandesbank OÖ sowie volkswirtschaftliche Branchen-Analysen. Die aktuelle Limitausnutzung kann durch den Referenten im System abgefragt werden. Zusätzlich wird monatlich ein Bericht zu den limitierten Branchen erstellt und an den Markt- und den Risikovorstand sowie den Finanzierungsbereich übermittelt.
Das Kreditrisiko nach Säule II wird im Rahmen des ICAAPs monatlich ermittelt und als Power BI Report an den Gesamtvorstand übermittelt. Ein Risiko entsteht aus Kreditausfällen, Bonitätsverschlechterungen oder durch verminderte Werthaltigkeit von Sicherheiten. Dieses Risiko wird durch die Risikokennzahl Unexpected Loss ausgedrückt.
Der Unexpected Loss ist jener Verlust eines Portfolios, der über den erwarteten Verlust hinausgehen kann. Der Unexpected Loss wird durch Eigenkapital gedeckt und ist der maximale Verlust, der innerhalb eines Jahres eintreten könnte und mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. In der Raiffeisenlandesbank OÖ wird der Unexpected Loss mit der Wahrscheinlichkeit von 99,9 % berechnet.
Die Berechnung des Unexpected Loss erfolgt in einem Portfoliomodell, welches auch Konzentrationsrisiken berücksichtigt. Die Erstellung der Portfoliowertverteilung erfolgt auf Basis der Wanderungswahrscheinlichkeiten und Korrelationen mit einer Monte-Carlo-Simulation. Dabei kommt das Länder-Branchen-Modell (= Asset Value Model) zur Anwendung. Das Länder-Branchen-Modell leitet anhand der MSCI-Branchen-Aktien-Indizes die Korrelationen zwischen den Kontrahenten ab. Aus der Portfoliowertverteilung wird der Unexpected Loss je Quantil abgelesen.
Für Kunden in der Verwertung (Bonitätsrating 10C nach der 30-teiligen Ratingskala) bzw. Kunden, für die eine Einzelwertberichtigung gebildet wurde (Bonitätsrating 10B nach der 30-teiligen Ratingskala), bzw. für Kunden mit einer länger als 90 Tage bestehenden wesentlichen Überziehung (Bonitätsrating 10A nach der 30-teiligen Ratingskala) wird das Kreditrisiko in Anlehnung an das ÖRS-Modell berechnet. Die Berechnung des Unexpected Loss für ausgefallene Kunden erfolgt außerhalb des Credit Managers und ergibt sich aus Bankobligo abzüglich Wertberichtigungen und Sicherheiten multipliziert mit der LGD (BEEL). Die Risiken/Chancen aus Kreditausfällen oder Bonitätsänderungen für alle anderen Kunden werden mit einem Marktbewertungsmodell simuliert. Die für die Portfoliowertverteilung erforderlichen Marktdaten (Zinssätze und Credit Spreads) werden jeweils zum Quartalsultimo aktualisiert. Zusätzlich zu den Marktdaten fließen in die Portfoliowertverteilung die Korrelationen auf Basis der Länder-Branchen-Indizes ein. Diese werden jährlich aktualisiert.
Das CVA-Risiko stellt das Risiko einer negativen Marktwertveränderung von OTC-Derivaten bei einem Anstieg des Ausfallrisikos der Gegenpartei dar und findet in Form einer Anpassung des Marktwerts (Credit Valuation Adjustment) eines Portfolios von Geschäften mit einer Gegenpartei Berücksichtigung.
Im Kontrahentenrisikobericht erfolgt die strukturelle Darstellung des Kontrahentenrisikos der Raiffeisenlandesbank OÖ zur internen Risikosteuerung im Sinne der Mindeststandards für das Kreditgeschäft. Der Aufbau und Inhalt des Risikoberichts der Raiffeisenlandesbank OÖ gibt auch den Standard für Risikoberichte von Tochterunternehmen vor. Der Risikobericht wird quartalsweise an den Gesamtvorstand übermittelt.
Beteiligungsrisiko
Das Beteiligungsrisiko bezeichnet die Gefahr von potenziellen zukünftigen Wertminderungen von Beteiligungen. Dieses umfasst direkt bzw. indirekt potenzielle Verluste durch Dividendenausfälle, Wertberichtigungen, Reduktion stiller Reserven, makroökonomische Risiken, Risiken aus Branchenkonzentration und die Risiken aus branchenspezifischen Ein- und Verkaufspreisen.
Basierend auf den vorhandenen externen Bewertungen (Marktkapitalisierungen bzw. Gutachterwerte zum relevanten Stichtag) wird das Risikopotenzial aus Beteiligungen mit einem Simulationsmodell quantifiziert. Auf Basis einer Monte-Carlo-Simulation in Abhängigkeit schwankender Inputfaktoren, entsprechend ihrer historischen Volatilität, wird die Streuung des Bewertungsergebnisses für Beteiligungen ermittelt. Das Ergebnis ist eine Wahrscheinlichkeitsverteilung der einzelnen Beteiligungswerte, aus der sich in weiterer Folge das Risikopotenzial der Beteiligungen und somit des gesamten Beteiligungsportfolios bestimmen lässt.
Die Validierung des Beteiligungsrisikomodells umfasst neben qualitativen Analysen zur Datenqualität und zum Modelldesign insbesondere ein Backtesting. Hierbei wird überprüft, ob das vom Modell prognostizierte Risikopotential sowohl Buchwert- als auch Marktwertverluste ausreichend abdeckt.
Marktrisiko
Marktrisiken bestehen im Zinsänderungs-, Spread-, Währungs-, Volatilitäts-, Basis- und im Kursrisiko aus Wertpapieren, Zins- und Devisenpositionen. Diese Risiken werden sowohl für die Handelsbuchpositionen als auch die Anlagebuchpositionen gemessen und enthalten somit auch das Zinsrisiko im Anlagebuch (Interest Rate Risk in the Banking Book - IRRBB) und das Credit-Spread-Risiko im Anlagebuch (Credit Spread Risk in the Banking Book - CSRBB) im Sinne der EBA Leitlinien (EBA/GL/2022/14).
Grundsatz für alle Geschäfte ist eine ausgewogene Ertrags-Risiko-Relation. Die strikte Aufgabentrennung zwischen Front-, Mid- und Backoffice und Risikomanagement gewährleistet eine umfassende, transparente und objektive Darstellung der Risiken gegenüber Gesamtvorstand, Aufsichtsrat und Aufsichtsbehörden. Neue Produkte und Märkte werden in einem Bewilligungsprozess evaluiert und anschließend durch den Vorstand freigegeben. Die Handelsbestände und das Marktpreisrisiko werden über ein umfangreiches Limitsystem begrenzt. Alle Handelsbestandspositionen werden täglich zu Marktpreisen bewertet.
Die Marktrisiken werden täglich mit der Risikokennzahl Value at Risk für das Handels- und Anlagebuch gemessen. Mit dieser Kennzahl wird ein möglicher Verlust angezeigt, der mit 99 %iger Wahrscheinlichkeit bei einer Haltedauer von einem Monat nicht überschritten wird. Neben der Kennzahl Value at Risk werden zusätzlich Stop Loss Limits und Szenarioanalysen als risikobegrenzende Limits eingesetzt.
Für die Berücksichtigung von Risiken bei extremen Marktbewegungen werden zusätzlich Stresstests durchgeführt. Die Krisenszenarien beinhalten die Simulation von großen Schwankungen der Risikofaktoren und dienen dem Aufzeigen von möglichen Verlustpotenzialen, die nicht vom Value at Risk-Modell abgedeckt werden. Die Stressszenarien umfassen sowohl tatsächlich in der Vergangenheit aufgetretene extreme Marktschwankungen als auch standardisierte Schockszenarien bei Zinssätzen, Credit Spreads, Aktienkursen, Devisenkursen und Volatilitäten.
Zur Risikoverringerung setzt die Raiffeisenlandesbank OÖ auch auf das Prinzip der Diversifikation nach Geschäftspartnern, Produkten, Regionen und Vertriebswegen. Weiters werden derivative Geschäfte fast ausschließlich mit Banken, mit denen Sicherheitenvereinbarungen bestehen, abgeschlossen. Derivative Finanzinstrumente des Handelsbuches werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam gebucht. Derivative Finanzinstrumente des Anlagebuches, die nicht der Zinssteuerung dienen und in keiner Sicherungsbeziehung stehen, werden grundsätzlich bei einem negativen beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam gebucht. Bei jenen derivativen Finanzinstrumenten des Anlagebuches, die der Zinssteuerung dienen, wird im Falle eines negativen Überhangs einer funktionalen Einheit je Währung die Veränderung zum beizulegenden Zeitwert des Vorjahres erfolgswirksam gebucht. Grundsätzliche Zielsetzung ist das Eingehen von Mikro- und Makro-Sicherungsbeziehungen zwischen Grundgeschäften (in der Regel Kredite und Anleihen) und Sicherungsgeschäften (vor allem Zinsswaps) zur Reduktion der bilanziellen Ergebnisvolatilitäten. Für negative Derivatemarktwerte in nicht vollständig effektiven Mikro-Sicherungsbeziehungen werden Drohverlustrückstellungen gebildet. Liegt beim Sicherungs- oder Grundgeschäft einer Mikro-Sicherungsbeziehung eine schlechte Bonitätsstufe vor, so erfolgt eine Einzelfallbetrachtung, ob dieser Mikrohedge aufzulösen ist und gegebenenfalls ebenso die imparitätische Bildung einer Drohverlustrückstellung.
Sowohl der Value at Risk als auch standardisierte Schockszenarien werden durch Limits begrenzt. Die oben angeführten Risikomanagementmethoden werden auch für die Sicherungsgeschäfte (Hedge-Positionen) angewendet. Das Gesamtlimit für diese Risiken wird unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit vom Vorstand beschlossen. Die Einhaltung der Limits wird vom Risikomanagement laufend geprüft. Die Berechnung des Marktrisikos erfolgt in FrontArena/RiskCube. Als Value at Risk-Modell wird die gewichtete historische Simulation verwendet.
Die Qualität des eingesetzten Risikoprogramms FrontArena/RiskCube bzw. die darin verwendete Methode der historischen Simulation wird täglich durch Backtesting überprüft. Sowohl die tatsächlich eingetretenen mark to market-Ergebnisse (ökonomischer Gewinn/Verlust) als auch die hypothetischen Ergebnisse (Portfolio wird einen Tag konstant gehalten; kein Einfluss von exogenen Faktoren) werden den errechneten Risiken gegenübergestellt und auf Signifikanz getestet.
Operationelles Risiko
Das operationelle Risiko definiert die Raiffeisenlandesbank OÖ als das Risiko aus Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen – einschließlich ICT (information and communications technology)-Risiken – oder aufgrund externer Ereignisse eintreten können. Zur Quantifizierung des operationellen Risikos verwendet die Raiffeisenlandesbank OÖ den Basisindikatoransatz, der jährlich validiert wird. Die Raiffeisenlandesbank OÖ setzt organisatorische und EDV-technische Maßnahmen ein, um diese Risikoart bestmöglich zu begrenzen. Limitsysteme, Kompetenzregelungen, ein risikoadäquates internes Kontrollsystem, ein umfassendes Sicherheitshandbuch als Verhaltenskodex und Leitlinie sowie plan- und außerplanmäßige Prüfungen durch die Innenrevision gewährleisten einen hohen Sicherheitsgrad. Das operative Management dieser Risikoart umfasst Risikogespräche und Risikoanalysen mit den Führungskräften (Frühwarnsystem) sowie auch die systematische Erfassung und Analyse von Fehlern in einer Schadensfalldatenbank (Ex-post-Analyse).
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko umfasst das Risiko, seinen Zahlungsverpflichtungen zum Zeitpunkt der Fälligkeit nicht nachkommen zu können oder im Fall einer Liquiditätsverknappung keine ausreichende Liquidität zu erwarteten Konditionen (strukturelles Liquiditätsrisiko) beschaffen zu können.
Die Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität hat in der Raiffeisenlandesbank OÖ als Spitzeninstitut für die Raiffeisenbankengruppe OÖ höchste Priorität. Die Liquidität ist zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen. Im Zentrum der Refinanzierungsstrategie steht deshalb das Ziel einer bestmöglichen Diversifizierung – sowohl im Hinblick auf Produkte (Termin-, Spar- und Sichteinlagen, Senior Funding durch Anleihen und Schuldscheindarlehen, fundierte Anleihen, Interbankrefinanzierungen und Eigenmittelinstrumente) als auch bei den Absatzkanälen und/oder Kunden. Hierzu zählen der Retailvertrieb von eigenen Emissionen an Privatkunden direkt über die Raiffeisenlandesbank OÖ und über die oberösterreichischen Raiffeisenbanken sowie das institutionelle Funding durch Platzierungen an institutionelle Investoren direkt über den Wertpapiervertrieb der Raiffeisenlandesbank OÖ oder über international tätige Vermittlerbanken. Weiters stehen direkte Primärmittel durch Einlagen von Retail- und Kommerzkunden der Raiffeisenlandesbank OÖ und indirekte Primärmittel durch bei der Raiffeisenlandesbank OÖ veranlagte Kundeneinlagen der oberösterreichischen Raiffeisenbanken zur Verfügung. Darüber hinaus werden Förderbanken als direkte Refinanzierungsquellen zur Kreditvergabe genutzt.
Das Management von Liquidität und Liquiditätsrisiko erfolgt in der Raiffeisenlandesbank OÖ in einem Steuerungskreislauf zwischen den Organisationseinheiten Asset Liability Management, Risikomanagement ICAAP & Marktrisiko und der Betriebswirtschaft Raiffeisenbanken. Die Liquiditätssteuerung liegt dabei in der Organisationseinheit Asset Liability Management, während das Liquiditätsrisikomanagement im Risikomanagement ICAAP & Marktrisiko angesiedelt ist. Hinsichtlich der Aufgaben im Bereich des Aktiv-Passiv-Managements sowie des Liquiditätsmanagements stellt das Aktiv-Passiv-Management-Komitee als geschäftsgruppenübergreifendes Gremium ein wesentliches Element der Gesamtbanksteuerung dar.
Die oberösterreichischen Raiffeisenbanken sind in das Liquiditätsmanagementsystem durch die Liquiditätsmanagementvereinbarung – abgeschlossen mit der Raiffeisenlandesbank OÖ und mit der Hilfsgemeinschaft der Raiffeisenbankengruppe – eingebunden. Ziel dieser Vereinbarung ist die Sicherung der Liquiditätsversorgung in Oberösterreich. Jede Raiffeisenbank plant und bewirtschaftet ihre Liquidität, die Raiffeisenlandesbank OÖ als Spitzeninstitut der Raiffeisenbankengruppe OÖ plant und steuert die Liquidität für den Sektor. Die Kommunikation mit den Raiffeisenbanken erfolgt dabei über die Organisationseinheit Betriebswirtschaft Raiffeisenbanken. Ferner ist ein Liquiditätsgremium eingerichtet, das sich aus Vertretern der Raiffeisenlandesbank OÖ, der Raiffeisenbanken sowie des Raiffeisenverbandes Oberösterreich zusammensetzt und sich mit aktuellen Themen befasst bzw. bei angespannter Liquiditätslage Gegenmaßnahmen erarbeitet.
In der Raiffeisenlandesbank OÖ ist – neben dem einheitlich für die Raiffeisenbankengruppe Österreich definierten Sektor-Liquiditätsnotfallplan – auch ein eigener Liquiditätsnotfallplan für die Raiffeisenbankengruppe OÖ etabliert, der die Prozesse, Verantwortlichkeiten und Maßnahmen in einer Liquiditätskrise regelt.
Seit dem 15. März 2021 besteht zudem ein Vertrag zum „Institutsbezogenen Sicherungssystem“ (Institutional Protection Scheme) für den Raiffeisen-Sektor Österreich („Raiffeisen-IPS“). Alle Raiffeiseninstitute – vom Zentralinstitut RBI über die Raiffeisenlandesbanken bis hin zu den Raiffeisenbanken der Primärebene – sowie diverse Sektoreinrichtungen sind Teil dieses IPS. Die Aufrechterhaltung der Liquidität ist ein Teil der Aufgaben dieses IPS. Für weitere Ausführungen zum Raiffeisen-IPS wird auf den Abschnitt „Institutionelles Sicherungssystem“ im Lagebericht verwiesen.
Das Liquiditätsmanagement und das Management des Liquiditätsrisikos erfolgen in einem sektoreinheitlichen Modell, das neben der Liquiditätsablaufbilanz für den Normalfall auch die Ermittlung der Stressszenarien Rufkrise, Systemkrise, Problemfall/kombinierte Krise umfasst. Während im Normalfall Liquiditätszu- und -abflüsse basierend auf dem derzeitigen Marktumfeld (Going Concern) dargestellt werden, werden in den Krisenfällen der zu erwartenden Marktsituation entsprechend verschärfte Annahmen zu den Kapitalflüssen getroffen. Während die Verschärfung der Bedingungen im Szenario der Rufkrise durch einen Imageschaden des Namens Raiffeisen ausgelöst wird (etwa aufgrund negativer Berichterstattung), wird in der Systemkrise eine generelle Krise unterstellt. Das Szenario Problemfall/kombinierte Krise ist als Kombination von Ruf- und Systemkrise definiert.
Für alle Szenarien werden die erwarteten Zu- und Abflüsse ermittelt und die resultierenden Liquiditätsgaps einem aus liquiden Vermögenswerten bestehenden Liquiditätspuffer gegenübergestellt. Auf Basis dieser Gegenüberstellung werden folgende Kennzahlen berechnet und limitiert:
  • Der operative Liquiditätsfristentransformationsquotient (O-LFT) wird für die operative Liquidität bis 18 Monate aus dem Quotienten aus Aktiva und Passiva über das von vorne kumulierte Laufzeitband gebildet. Durch die Limitierung des O-LFT ist gewährleistet, dass der Risikoappetit, d. h. die Liquiditätsabflüsse im Verhältnis zu den Liquiditätszuflüssen unter Berücksichtigung des Liquiditätspuffers, ein gewisses Maß nicht überschreitet.
  • Für die strukturelle Liquiditätsfristentransformation (S-LFT) wird die Kennziffer aus dem Quotienten aus Passiva und Aktiva über das von hinten kumulierte Laufzeitband gebildet. Die Limitierung des S-LFT stellt sicher, dass der Risikoappetit in den längeren Laufzeiten, der in einer unzureichend langen Refinanzierung besteht, begrenzt wird.
  • Der GBS-Quotient (Quotient des Gaps über die Bilanzsumme) wird aus dem Quotienten aus Nettopositionen je Laufzeitband und Bilanzvolumen gebildet und zeigt überhöhte Refinanzierungsrisiken auf. Er begrenzt damit ebenfalls den Risikoappetit.
In der Raiffeisenlandesbank OÖ umfasst das Management von Liquidität und Liquiditätsrisiko zusätzlich folgende Eckpfeiler:
  • Die operative Liquidität wird neben dem oben beschriebenen O-LFT mit der Liquidity Coverage Ratio (LCR) sowie einem Überlebenshorizont (Survival Period) gemessen.
  • Das untertägige Liquiditätsrisiko wird ebenfalls überwacht und mittels Limitierung begrenzt.
  • Die strukturelle Liquidität wird zusätzlich mit der Net Stable Funding Ratio (NSFR) gemessen.
  • Das Refinanzierungsrisiko misst den Vermögensverlust erhöhter Liquiditätskosten beim Schließen der Liquiditätslücken durch eine Refinanzierungsverteuerung, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 % innerhalb von 250 Handelstagen nicht überschritten wird.
  • Wöchentlich wird auch ein quantitativer Liquiditätsnotfallplan erstellt.
Aus der nachfolgenden Gap-Analyse ist ersichtlich, dass in den einzelnen Laufzeitbändern nur ein geringes Liquiditätsrisiko besteht. Für den laufenden Liquiditätsausgleich steht ein hohes Sicherheitenpotenzial für Tendergeschäfte mit der EZB und der Schweizerischen Nationalbank sowie für sonstige Pensionsgeschäfte zur Verfügung. Ein wesentlicher Teil des ursprünglich gezogenen Langfristtenders TLTRO III wurde nach Anpassung der Verzinsung seitens der EZB – u. a. im Rahmen von freiwilligen vorzeitigen Rückzahlungen – bereits in den Jahren 2022 und 2023 rückgeführt. Diese TLTRO III-Teilrückführung (EUR 2,9 Mrd. in 2023) erklärt die wesentlichsten Änderungen in den Laufzeitbändern bis drei Jahre im Vergleich zum Vorjahr. Die Reduktion des Aktivüberhanges bis ein Jahr wird durch den Anstieg des Liquiditätspuffers – aufgrund von frei werdenden Sicherheiten im Rahmen der TLTRO III-Rückführung – kompensiert.
Die Ablaufstruktur des Liquiditätspuffers weist keine wesentliche Konzentration von ablaufenden Wertpapieren innerhalb der nächsten drei Jahre auf, abseits von einbehaltenen fundierten Eigenemissionen, die aufgrund des dafür reservierten Deckungsstocks bei Ablauf neu begeben werden können. Der überwiegende Teil der als Liquiditätspuffer gehaltenen Wertpapiere hat, abseits von den einbehaltenen fundierten Eigenemissionen, eine Restlaufzeit von über drei Jahren.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'
1) Die Positionen ohne fixe Kapitalbindung wurden zur realitätsnäheren Darstellung entsprechend der historischen Entwicklungen analysiert und werden per 31.12.2023 modelliert dargestellt; die Werte per 31.12.2022 sind ebenfalls nach dieser Methode dargestellt.
Makroökonomisches Risiko
Auf Basis des pessimistischen Szenarios aus IFRS 9 wird eine gestresste bilanzielle Risikovorsorge simuliert. Aufgrund der erhöhten PDs und LGDs aus diesem pessimistischen Szenario sowie aus den daraus resultierenden vermehrten Stagetransfers von Stage 1 zu 2 ergibt sich eine erhöhte Risikovorsorge. Die Differenz zwischen der gestressten Risikovorsorge aus dem pessimistischen Szenario und der gebuchten Risikovorsorge ergibt das makroökonomische Risiko Säule 2. Dieser Betrag wird in der ökonomischen Sicht 99,9 % der Risikotragfähigkeitsanalyse als Abzugsposition in der Deckungsmasse berücksichtigt und erhöht somit die Risikoauslastung.
Für das pessimistische Szenario wird je nach Wirkungsrichtung des makroökonomischen Faktors mittels Polynomfunktion das obere bzw. untere knapp 80 %- bis 90 %-Quantil (bzw. 20 %- bis 10 %-Quantil) des Prognoseintervalls verwendet. Dadurch wird die steigende Unsicherheit bei zunehmendem Prognosehorizont abgebildet.
Sonstiges Risiko
Sonstige, nicht quantifizierbare Risiken werden in der Raiffeisenlandesbank OÖ im Rahmen der Risikotragfähigkeit durch einen Risikopuffer berücksichtigt. Zu den sonstigen Risiken zählen gemäß Risikoinventar das Ertrags- und Profitabilitätsrisiko (Strategisches Risiko), das Eigenkapitalrisiko, das Risiko aus Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung, das Restwertrisiko ILG und das Risiko einer übermäßigen Verschuldung.
Im Rahmen des jährlichen Validierungsberichts zum sonstigen Risiko/Puffer wird das Risiko einer möglichen Unterschreitung des geplanten Betriebsergebnisses im nächsten Jahr mit Hilfe eine Binominalverteilung abgeschätzt und die geplante Abweichung für das nächste Jahr ermittelt, um den Risikopuffer zu validieren.
Risikotragfähigkeitsanalyse
Die Risikotragfähigkeitsanalyse wird aus zwei Perspektiven, der ökonomischen und der normativen Sicht, durchgeführt:
  • In der ökonomischen Sicht der Risikotragfähigkeitsanalyse wird das potenzielle Gesamtbankrisiko den vorhandenen Risikodeckungsmassen gegenübergestellt, um die Gewissheit zu haben, dass bei einem Konfidenzniveau von 99,9 % ausreichend Kapital zur Risikodeckung zur Verfügung steht.
  • In der normativen Sicht der Risikotragfähigkeitsanalyse werden die bilanziellen Risiken in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie deren Auswirkung auf die Kapitalquoten untersucht.
Aufsichtsrecht
Im Zuge des Geschäftsberichts wird im Kapitel „Aufsichtsrechtliche konsolidierte Eigenmittel gemäß § 64 (1) Z 16f BWG“ das Ergebnis des institutseigenen Verfahrens zur Beurteilung der Angemessenheit des internen Kapitals veröffentlicht. Die Raiffeisenlandesbank OÖ übertrifft zu jedem Zeitpunkt deutlich die von der Behörde vorgeschriebene SREP-Quote für das harte Kernkapital.
Stresstesting
Zusätzlich zu den isolierten Stresstests bei den einzelnen Risikoarten werden risikoartenübergreifende integrierte Stresstests durchgeführt. Dabei wird zum einen die Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung sowie auf die Kapitalausstattung betrachtet, zum anderen wird auch die Auswirkung auf die Risikoauslastung dargestellt.
Neben den klassischen Risikoarten werden auch Szenarien hinsichtlich Klima- und Umweltrisiken in das Stresstest-Framework integriert. Aktuell liegt der Fokus auf den transitorischen Klimarisiken, die sich vorwiegend aus sich verändernden politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen ergeben. Als Grundlage für Klimastresstests werden in der Raiffeisenlandesbank OÖ die neun langfristigen NGFS-Szenarien (Orderly, Disorderly, Hot House – jew. 2030, 2040, 2050) sowie das kurzfristige NGFS-Szenario Shorttermin Disorderly Transition 2024 eingesetzt, welche auch im EZB-Klimastresstest 2022 verwendet wurden. Die Ergebnisse der Szenarien ergeben sich aus einer Computable General Equilibrium (CGE)-Modellierung, welche als Schockparameter die jeweiligen NGFS-Szenario-Parameter verwendet. Die daraus resultierenden, gestressten Ausfallwahrscheinlichkeiten je Kunde bzw. Branche werden in weiterer Folge für die Simulation von spezifischen Kreditrisiko-Kennzahlen verwendet, d. h. beispielsweise für die bilanzielle Risikovorsorge gemäß IFRS 9 (Expected Credit Loss), für den Unexpected Loss 99,9% sowie für die RWAs.
Auswirkung auf die Risikotragfähigkeit in der normativen Sicht
Im Zuge der jährlichen Mittelfristplanung werden anhand von adversen makroökonomischen Annahmen die daraus resultierenden Risikoparameter bestimmt und eine aggregierte risikoartenübergreifende Sicht auf mögliche Verluste dargestellt. Es wird die Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung betrachtet und eine daraus resultierende Kapitalausstattung für das Ende des Planungshorizonts ermittelt. Die Analyse basiert auf einem mehrperiodisch angelegten adversen Szenario, in dem hypothetische Marktentwicklungen bei einem signifikanten wirtschaftlichen Abschwung simuliert werden. Als Risikoparameter kommen unter anderem Zinssätze und Wechselkurse, aber auch Änderungen der Ausfallwahrscheinlichkeiten im Kreditportfolio zum Einsatz. In der normativen Sicht der Risikotragfähigkeit werden zusätzlich mit dem Risikovorstand abgestimmte Stressszenarien definiert und on-top zur adversen Mittelfristplanung dargestellt.
Auswirkung auf die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Sicht (99,9 %)
Ziel ist es, die ökonomische Sicht der Risikotragfähigkeit unter Stressbedingungen für alle Risikoarten und die Risikodeckungsmasse zu analysieren. Die Ermittlung des gestressten Kreditrisikos bzw. Beteiligungsrisikos erfolgt über die Simulation von Ratingverschlechterungen einzelner Kreditnehmer, die sich in einer für die Raiffeisenlandesbank OÖ bedeutenden Branche befinden. Zusätzlich werden die Auswirkungen von Spread-Änderungen auf das Exposure bzw. auf das Risiko berücksichtigt. Im Bereich Marktrisiko wird von einer negativen Entwicklung der Zinskurve bzw. der Credit Spreads ausgegangen. Im Rahmen des Liquiditätsrisikos werden drei definierte Szenarien (Problemfall, Rufkrise und Systemkrise) simuliert und das daraus resultierende Refinanzierungsrisiko ermittelt. Zusätzlich wird der Ausfall der größten Kreditnehmer simuliert und das Eintreten von operationellen Schäden dargestellt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, zusätzliche Szenarien zu simulieren, wie zum Beispiel die Finanzkrise 2008, den Russland-Ukraine-Konflikt oder einen Klimastress auf Basis der NGFS-Szenarien.
EBA- bzw. SSM-SREP-Stresstest
Auch im Rahmen des EBA- bzw. SSM-SREP-Stresstests wird die Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung und somit auf die Kapitalquoten betrachtet. Der Horizont beträgt drei Jahre und wird nach den von der Aufsicht vorgegebenen Methoden durchgeführt.
Gesetzliche Einlagensicherung
Das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (ESAEG), das eine europäische Richtlinie umsetzt, ist Mitte August 2015 in Kraft getreten. Alle Mitgliedsinstitute der Raiffeisenbankengruppe OÖ sind seit 29. November 2021 Mitglied bei der „Österreichischen Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen“.
Das Gesetz sieht die Errichtung eines Einlagensicherungsfonds vor, der durch jährliche Beiträge von Kreditinstituten zu speisen ist. Das Zielvolumen, das bis zum Jahr 2024 erreicht werden muss, beträgt 0,8 % der gedeckten Einlagen. Sollten diese Mittel im Schadensfall nicht ausreichen, können die Institute jährlich verpflichtet werden, zusätzlich 0,5 % der gedeckten Einlagen zu leisten.
Einlagen sind pro Kunde pro Institut bis zu EUR 100.000 gesichert. Dies gilt sowohl für natürliche als auch juristische Personen. Nicht gesichert sind alle Einlagen, die im § 10 Abs. 1 ESAEG aufgelistet sind (u. a. Einlagen von Finanzinstituten, Wertpapierfirmen, Versicherungsunternehmen, Pensions- und Rentenfonds sowie von staatlichen Stellen).
Die Erstattung der gedeckten Einlagen hat innerhalb von sieben Arbeitstagen nach Eintritt eines Sicherungsfalls zu erfolgen.
Weiters ist ein Garant für die Sicherheit der Einlagen das im Jahr 2021 neugegründete österreichweite institutsbezogene Sicherungssystem (Raiffeisen-IPS), dem sowohl die Raiffeisenlandesbank OÖ als auch alle oberösterreichischen Raiffeisenbanken beigetreten sind.
Bankensanierungs- und Abwicklungsgesetz (BaSAG)
Mit Etablierung einer europaweiten Bankenunion durch die Europäische Union trat die Banking Recovery and Resolution Directive (BRRD) per 1. Jänner 2015 in Kraft. Das Bankensanierungs- und Abwicklungsgesetz (BaSAG) wurde mit 1. Jänner 2015 als nationale Umsetzung der BRRD in Kraft gesetzt. Dieses Gesetz verpflichtet jedes Institut mit Sitz im Inland, das nicht Teil einer Gruppe ist, die einer Beaufsichtigung auf konsolidierter Basis unterliegt, einen Sanierungsplan nach den im BaSAG definierten Anforderungen zu erstellen und jährlich zu aktualisieren. Die RBG OÖ Verbund erstellte als EU-Mutterunternehmen auf Basis dieser Rechtslage den Gruppensanierungsplan 2023, der Spezifika der Raiffeisenlandesbank OÖ enthält.
Ein Abwicklungsplan wird von der Abwicklungsbehörde erstellt, mindestens jährlich überprüft und gegebenenfalls aktualisiert.
Für den Stresstest im Zusammenhang mit dem Sanierungsplan gemäß BaSAG wurde das Sanierungspotenzial des Instituts in vier unterschiedlichen Szenarien ermittelt, wobei sowohl zwei kombinierte (langsame bzw. schnelle/langsame Ausprägung), eine idiosynkratische (schnelle Ausprägung) und eine systemische Krise (langsame Ausprägung) in Betracht gezogen wurden. Die Szenarien erfüllen im Hinblick auf Strenge die Kriterien der EBA-Guideline 2014/06.
Damit Krisen bereits in einer frühen Phase identifiziert werden können, sind in einem umfassenden Rahmenkonzept Frühwarnindikatoren festgelegt, die Zeit verschaffen sollen, um geeignete Gegenmaßnahmen zu treffen. Das gewählte Indikatoren-Set entspricht den Mindestanforderungen an qualitative und quantitative Indikatoren gemäß EBA-Guideline. Zusätzlich wurden weitere Indikatoren selbst gewählt, sodass in Summe ein Set aus 28 Indikatoren überwacht und regelmäßig an den Vorstand berichtet wird.
Die Raiffeisenlandesbank OÖ ist gesetzlich verpflichtet, einen jährlichen Beitrag in den einheitlichen Abwicklungsfonds (Single Resolution Fund – SRF) auf europäischer Ebene zu leisten. Der Beitrag in den Abwicklungsfonds wird von der zuständigen Aufsichtsbehörde in Abhängigkeit von den nicht gesicherten Einlagen in Verbindung mit dem Risikoprofil des Instituts festgesetzt. Reichen die verfügbaren Finanzmittel nicht aus, um Verluste, Kosten und sonstige Aufwendungen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme des Fonds für Abwicklungsmechanismen zu decken, werden außerordentliche Beiträge erhoben, um die zusätzlichen Aufwendungen zu decken.
Der Anwendungsbereich erstreckt sich auf alle im Euroraum tätigen Institute. Nicht-Euro-Staaten können sich freiwillig am SRF beteiligen.
Risikoentwicklung vor dem Hintergrund makroökonomischer Auswirkungen
Das Jahr 2023 war wirtschaftlich geprägt von einer sehr hohen Inflation einhergehend mit einer Normalisierung des Zinsniveaus. Letzteres hat aber durch die rasche Abfolge der Zinsanstiege nach vielen Jahren der Null- bzw. Negativzinsen viele Unternehmen überrascht und die Nachfrage sowie die Investitionsbereitschaft der Unternehmen stark gedämpft. Das Bruttoinlandsprodukt ist 2023 gegenüber dem Vorjahr um 0,4 % gesunken.10
Der Nachfragerückgang, die höheren Finanzierungskosten, die nach wie vor teilweise angespannten Lieferketten und der in vielen Branchen vorhandene Personalmangel sowie der damit verbundene Druck auf die Lohnkosten haben viele Unternehmen stark gefordert, manche auch überfordert und damit für einen kräftigen Anstieg der Insolvenzen in einigen Branchen gesorgt.
Vor allem im Immobilienbereich, der durch die lange Zeit kaum relevanter Zinslast eine gewisse Überhitzung erfahren hat, hat der fast schockartige Anstieg der Zinsen für eine abrupte Vollbremsung gesorgt, die manche Projekte ins Trudeln gebracht hat. Die Auswirkung davon war und ist eine Eintrübung der Baukonjunktur vor allem im Hochbau, die zunächst auf den Hochbau fokussierte Baufirmen aber auch Bauzulieferer trifft. Ebenso leidet der Handel und dort besonders Bereiche, die im Zuge der Pandemie Sonderkonjunkturen erlebt haben, wie Möbelhandel und Baumärkte, unter dem Nachfragerückgang. Besonders bei „zyklischen“ Produkten, die nicht zum täglichen Leben benötigt werden, hat der Nachfragerückgang jene Unternehmen, die auf höhere Lagerhaltung gesetzt hatten, um Lieferkettenproblemen und stark steigenden Transportkosten zu begegnen, am falschen Fuß erwischt. Volle Lager sorgen bei ausbleibender Nachfrage und stark gestiegenen Zinsen ebenso für höhere Kosten wie die aufgrund der hohen Inflation auch entsprechend hohen Lohnabschlüsse.
In der Raiffeisenlandesbank OÖ führt diese Gemengelage im Geschäftsjahr 2023 zu einer starken Erhöhung der Risikokosten, wobei der Großteil dieses Anstiegs diesmal auf Vorsorgen für bereits eingetretene Ausfälle zurückzuführen ist und nicht wie in den vergangenen Jahren auf den Anstieg der Portfoliovorsorgen durch schlechter werdende Ratings oder herausfordernde makroökonomische Parameter.
Vor allem bei Immobilienprojekten in Entwicklung oder im Bau waren Stundungen oder Aufschübe notwendig, weil geplante Vorverkaufsquoten nicht erreicht oder vereinbarte Beiträge von Kapitalgebern nicht geleistet werden konnten. Etwa die Hälfte der gebildeten Vorsorgen ist auf solche Immobilienfinanzierungen zurückzuführen, wobei keine einzelne Kundengruppe heraussticht, sondern sich diese Vorsorgen vielmehr auf etliche kleinere und mittlere Kreditengagements verteilen. Der Rest der gebildeten Vorsorgen verteilt sich auf viele Branchen, die in die oben angeführte Schere zwischen in dieser Höhe unerwarteten Rückgänge der Nachfrage einerseits und Anstiege der Kosten, auch in Form von Zinsen, andererseits geraten sind.
Ergänzend wurden die Portfoliovorsorgen genutzt, um gezielt für Immobilienfinanzierungen vorzusorgen, bei denen eine Refinanzierung für den Projektentwickler bei Ablauf der Kreditlinien in der Zukunft durch die geänderten Rahmenbedingungen herausfordernd werden könnte. In Summe tragen die Portfoliovorsorgen 2023 noch nicht zu einer Entlastung der Risikokosten bei, die aber für 2024 bei einer Normalisierung der Inflation und einer moderaten Zinssenkung erwartet wird. Sie waren aber im abgelaufenen Jahr nur mehr für einen relativ kleinen Teil der Risikokosten des Jahres 2023 verantwortlich.
Während also das Kreditrisiko nach Jahren der relativen Stagnation 2023 deutlich angestiegen ist, zeigten die drei anderen (Risiko-) Bereiche der Bank eine durchaus erfreuliche Entwicklung.
Die für das Ergebnis der Bank relevanten Werte der Beteiligungen haben sich nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine wieder deutlich erholt. Diese Erholung wurde vom Krieg in Israel bislang kaum gedämpft.
Das Zinsgeschäft, als einer der Kerngeschäftsbereiche von Banken, ist durch die Normalisierung des Zinsniveaus von einem Anstieg des Zinsüberschusses gekennzeichnet, der die gestiegenen Kreditausfälle überkompensiert. Dies gilt, obwohl die österreichischen Banken im europäischen Vergleich die höheren Zinsen an die Sparer überproportional weitergeben und damit weniger Zinsmarge generieren als Banken in anderen Ländern.
Nachdem Sparen und Veranlagen in Anleihen für Kundinnen und Kunden wieder attraktiv geworden ist, war es auch kein Problem, das Auslaufen der im Rahmen der TLTRO-Programme gewährten Liquiditätsunterstützungen der EZB zu kompensieren. Es wurden darüber hinaus auch vorzeitige Rückführungen getätigt. Dazu ist es der Raiffeisenlandesbank OÖ gelungen, Sparer mit attraktiven Angeboten ein Stück weit weg von täglich fälligen Sparguthaben hin zu Termineinlagen zu bewegen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die wieder erstarkten Zinserträge die erhöhten Ausfälle im Kreditbereich mehr als kompensieren. Dies gilt, obwohl durch die lange Niedrigzinsphase die letzte positive Konjunkturphase deutlich länger gedauert hat als üblich und damit die negative Konjunkturentwicklung jetzt auch stärker ausschlägt als normalerweise.
Forschung und Entwicklung
Das Projekt „Digitale Regionalbank“ ist ein zentraler Teil der Zukunftsstrategie. Das Ziel ist die Öffnung neuer – bislang ungenutzter – Kanäle sowie die Vernetzung mit den bestehenden Strukturen. Durch die „Digitale Regionalbank“ sollen einerseits Produktinnovationen gefördert und beschleunigt werden. Das Projekt soll andererseits aber auch dazu beitragen, das Kundenvertrauen weiter zu stärken, neue Marktanteile zu sichern sowie die Qualitätsführerschaft weiter auszubauen. Durch Standardisierungen soll dabei auch die Effizienz gesteigert werden. Inhalte sind unter anderem Onlineprojekte (App, „Mein ELBA“, Homepage, digitaler Vertrieb, Produktabschlussstrecken, WILL – die digitale Vermögensverwaltung etc.), Beratungsprojekte (SMART-Beratung, Wunschplaner für Kunden, Produktfinder, Produktabschlussstrecken für Berater etc.) und der Aufbau einer Omnikanalplattform sowie Analytik. In Ausarbeitung ist ein Omnikanalmanagement, das die Kanäle orchestriert und dem Kunden über den richtigen Kanal das richtige Angebot übermittelt.
Kurzbeschreibung der wesentlichsten Teilprojekte:
  • „Mein ELBA“/„Mein ELBA“-App: Ein zentraler Bestandteil ist die Entwicklung des persönlichen Finanzportals „Mein ELBA“. „Mein ELBA“ wird in Zukunft als zentrale Drehscheibe eine zunehmend wichtigere Rolle in der Kundenbeziehung spielen. Das Finanzportal kann von den Kunden individuell gestaltet werden und stellt vor allem auch eine wichtige Kommunikationsplattform zwischen Kunden und Bank dar. Die Übermittlung von passenden Produktvorschlägen mit unmittelbaren Abschlussmöglichkeiten vervollständigt diese zentrale Kundenplattform. Mit der Online-Kontoeröffnung, Kreditkartenanträgen, Kreditwünschen mittels Sofortkredit oder Onlinekredit wird Kunden die Möglichkeit geboten, digital und rund um die Uhr das eigene Finanzleben zu managen. Diese digitalen Möglichkeiten werden konsequent laufend ausgebaut. Die Integration und gemeinsame Weiterentwicklung einer Omnikanalstrategie in den Projekten SMART-Beratung, Kundenkontaktcenter, Analytik omnikanalfähige Prozesse und „Mein ELBA“ bieten den Kunden künftig ein einheitlich übergreifendes, einzigartiges Service.
  • SMART-Beratung: SMART-Beratung ermöglicht dem Kundenberater eine 365-Grad-Sicht seiner Kunden und daraus einfach Prozesse zu starten (z. B. Kundendaten ändern, Produkte neu abschließen oder ändern – oder eine umfassende Beratung starten). Mit dem Wunschplaner und anderen hilfreichen Features unterstützt es den Kundenberater, ein qualitativ hochwertiges Beratungsgespräch zu führen.
  • Signalcontainer: Der Signalcontainer ist ein Tool, das in Echtzeit Kundensignale erkennt und diese zum richtigen Zeitpunkt über den richtigen Kanal mit dem richtigen Medium ausspielt. In Echtzeit kann dann in den Verlauf eingesehen und bei Bedarf Änderungen vorgenommen werden (z. B. Änderung des Kanals etc.). Somit ist eine kundenindividuelle (digitale) Ansprache möglich.
  • End-to-End-Strecken: Ziel ist es hier, die Omnikanalfähigkeit der Kunden- als auch der Beraterstrecken herzustellen und damit eine optimale Kundenreise zu ermöglichen. End-to-End-Strecken sind sowohl produktbezogen (z. B. Konto, Kredit etc.) als auch servicebezogen (z. B. Änderung der Adresse durch den Kunden etc.).
  • Omnikanalmangement (OKM): OKM ermöglicht es, die Kundensignale noch kundenzentrierter zu verarbeiten und dem Kunden nur noch jene Signale zukommen zu lassen, die auch seiner aktuellen Lebenslage entsprechen. Dabei werden sowohl die Wahl des richtigen Kanals als auch die Intensität der Leads kundenzentriert orchestriert.
Mit RaiPay hat Raiffeisen Österreich eine neue, moderne App für das Bezahlen mit dem Smartphone gelauncht. RaiPay bietet Android-Nutzern smartes, mobiles Bezahlen mit der Debit- und mit der RBI-Kreditkarte – 2023 wurden von über 45.000 Kunden über 1,1 Mio. Zahlungen getätigt. Zusätzlich hat der Raiffeisenkunde mit RaiPay eine benutzerfreundliche „Geld Senden und Empfangen“-Funktion (P2P), welche sofort und ohne zusätzliche Registrierung genutzt werden kann, um Geld in Echtzeit an jede österreichische Debit- und/oder Kreditkarte zu senden oder von dort zu empfangen.
Damit wurden die bisherigen Lösungen ELBA-pay und ZOIN abgelöst. Das aktuelle Portfolio an modernen, digitalen und mobilen Bezahlmöglichkeiten umfasst somit RaiPay, Apple Pay, Bluecode, Garmin Pay und LAKS Pay. Am weiteren Ausbau wird laufend gearbeitet. Im Jahr 2023 wurden bei Raiffeisen OÖ mehr als 76 Mio. kontaktlose Zahlungen durchgeführt, das entspricht ca. 92 % aller Zahlungen mit Debitkarten. Rund 15 % aller kartenbasierten Zahlungen – das sind über 12 Mio. Transaktionen – erfolgten bereits mit dem Smartphone.
Zusätzlich garantiert der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern bei allen Transaktionen innerhalb der RBG Ö, die mittels „Mein ELBA“ bzw. der „Mein ELBA“-App beauftragt werden, dass die Gutschrift unmittelbar und rund um die Uhr am Empfängerkonto gutgeschrieben wird – wie eine Instant Payment-Transaktion.
Mit Raiffeisen INFINITY stellt die Raiffeisenlandesbank OÖ Firmenkunden eine moderne Online Business Banking-Lösung zur Verfügung. Neben den bekannten und wesentlichen Zahlungsverkehrsfunktionen bietet Raiffeisen INFINITY diverse Mehrwertfunktionen (z. B. Anforderung von Bankgarantien, Finanzstatus, direkte Kommunikation über Mailbox, digitale Dokumentensignatur mittels ID Austria etc.). Raiffeisen INFINITY wird die bisherige Firmenkundenlösung „ELBA-business“ ablösen.
2023 war der Bereich der Prozessdigitalisierung geprägt von einer Vielzahl an digitalisierten Produktabschlüssen in den Bankstellen. Dabei wurde das Augenmerk vermehrt auf hoch frequente Produkte wie Kontoanlage und Debitkarte gelegt. Darüber hinaus konnte der Raiffeisenlandesbank OÖ Konzern einen modernen, digitalisierten und optimalen Prozess zur Kundenstammanlage flächendeckend ausrollen.
Weiters wurde mit SMART Schalter eine neue zentrale Arbeitsoberfläche für nahezu alle Standard-Schalter-Transaktionen flächendeckend in den Raiffeisenbanken ausgerollt. Damit können neben der digitalen Belegablage auch die Vorteile der digitalen Signatur einfach und bequem am Schalter mittels U-Pad genutzt werden.
Im Bereich Online-Produktabschluss wurden der Einsatz und die Nutzung von Antragsstrecken forciert. Im Jahr 2023 wurden bereits mehr als 74.000 Produkte online eröffnet. Einfach und bequem können so Kunden von Raiffeisen OÖ von zuhause aus beispielsweise die Antragsstrecken „Sofortkredit“ (Abschluss in der „Mein ELBA“-App bis EUR 4.000), „Onlinekredit“ (in „Mein ELBA“ bis EUR 30.000), „Online Sparen“, „Online-Konto“, „Bausparverträge“ oder „Kreditkarten“ und viele mehr nutzen. Die Legitimation für Neukunden erfolgt per Videolegitimation, eps-Überweisung, direkt in einer Bankstelle oder ab dem ersten Quartal 2024 mit dem Foto-Ident-Verfahren.
Um Neukunden den Kontowechsel zu Raiffeisen zu erleichtern, bietet Raiffeisen Österreich mit dem Kooperationspartner Qwist einen für den Kunden vollautomatisierten Online-Kontowechselservice an.
Die Personalentwicklung hat im Jahr 2023 unter dem Motto „Volle Führungskraft voraus“ den ersten Raiffeisen OÖ Leadership-Kongress veranstaltet. Ziel war es, Führungskräften der Raiffeisenlandesbank OÖ, Raiffeisenbanken, Tochterunternehmen sowie Beteiligungen aus ganz Oberösterreich Raum zu geben, sich mit ausgewählten Expertinnen und Experten sowie Zukunftsforschern zu Themenstellungen rund um Leadership auszutauschen. Weiters hat die Raiffeisenlandesbank OÖ als Kompetenzzentrum e-Learning Österreich einen Schwerpunkt in der Weiterentwicklung der gesamten e-Learning-Infrastruktur gesetzt. Mit dem Einsatz einer neuen, modernen Lernplattform wurde ein wichtiger Schritt in der Professionalisierung der gesamten Lernwelt bei Raiffeisen gesetzt, der die Weiterentwicklung von Blended Learning und Hybridlösungen für das Aus- und Weiterbildungsprogramm forciert.
Durch die Bereitstellung von tätigkeitsbezogenen und bedarfsgerechten Arbeitsmöglichkeiten werden direkte Kommunikation, Kreativität und Transparenz gefördert. Darum wurde in der Raiffeisenlandesbank OÖ ein neues Raumkonzept entwickelt, welches eine effektive Zusammenarbeit unterstützt. Auf den neuen Büroflächen werden sowohl ein ruhiges Umfeld zur Konzentration als auch belebte Zonen zum Austausch im Team ‒ auch bereichsübergreifend ‒ ermöglicht. Somit erhält man die benötigte Flexibilität, um kurzfristig auf neue Anforderungen zu reagieren und neue Ideen und Potenziale zu verwirklichen.
Im Rechenzentrum der Raiffeisenlandesbank OÖ, der RAITEC GmbH, wird laufend an der Konzeption und Implementierung neuester IT-Sicherheitsstandards und -methoden geforscht. Neben diversen ISO- und ISAE-Zertifizierungen wird laufend an Projekten gearbeitet, um die technische Sicherheit weiter zu erhöhen. Darüber hinaus gibt es auch ständig Initiativen, um das Sicherheitsbewusstsein bei den Mitarbeitern im Umgang mit Infrastruktur, Systemen und Daten weiter zu schärfen.
Die Verhinderung von Betrug im Zahlungsverkehr steht im Zeitalter des Echtzeit-Zahlungsverkehrs neuen Herausforderungen gegenüber. Durch Einsatz von Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) kann die Raiffeisenlandesbank OÖ eine schnellere Prüfung und Bewertung von Transaktionen, schnellere Reaktion auf neue Betrugsmuster und eine verbesserte Erkennung betrügerischer Transaktionen sicherstellen.
Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Unter dem rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem versteht die Raiffeisenlandesbank OÖ den vom Vorstand und den mit der Unternehmensüberwachung betrauten und anderen Personen entworfenen und ausgeführten Prozess, durch den folgende Ziele erreicht werden sollen:
  • Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit des Rechnungslegungsprozesses (hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens vor Verlusten durch Schäden und Malversationen)
  • die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung
  • die Einhaltung der für die Rechnungslegung maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften
Eine ausgewogene und vollständige Finanzberichterstattung ist für die Raiffeisenlandesbank OÖ und ihre Organe ein wichtiges Ziel. Aufgabe des internen Kontrollsystems ist es, das Management in der Weise zu unterstützen, dass es effektive und laufend verbesserte interne Kontrollen im Zusammenhang mit der Rechnungslegung gewährleistet. Basis für die Erstellung des Jahresabschlusses sind die österreichischen Gesetze, allen voran das österreichische Unternehmensgesetzbuch (UGB) und das Bankwesengesetz (BWG), in dem die Aufstellung des Jahresabschlusses geregelt wird.
Kontrollumfeld
Mit dem Kontrollumfeld wird die Struktur des internen Kontrollsystems festgelegt. Das Kontrollumfeld wird durch das Bewusstsein der Geschäftsleiter und Führungskräfte für gute Unternehmensführung (= Corporate Governance) bestimmt. Der Vorstand der Raiffeisenlandesbank OÖ hat die Gesamtverantwortung für die Ausgestaltung und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems. Zusätzlich zum Vorstand umfasst das allgemeine Kontrollumfeld auch die mittlere Managementebene (Leiter der Organisationseinheiten).
Der Code of Conduct als Grundlage für das Verhalten im Geschäftsalltag bildet als verbindliches Regelwerk die genossenschaftlichen Prinzipien von Raiffeisen und die Wertvorstellungen der Raiffeisenlandesbank OÖ ab. Das interne Kontrollsystem ist auf die Größe, die Art der betriebenen Geschäfte (Komplexität, Diversifikation, Risikopotenzial) in der Raiffeisenlandesbank OÖ und die zu beachtenden rechtlichen Vorschriften ausgerichtet. Die aktuelle Fassung des Code of Conduct wurde auf der Homepage der Raiffeisenlandesbank OÖ veröffentlicht.
Die Fit & Proper Policy stellt die schriftliche Festlegung der Strategie für die Auswahl und den Prozess zur Eignungsbeurteilung der Mitglieder des Aufsichtsrats, der Geschäftsleitung und der Mitarbeiter in Schlüsselfunktionen dar und steht mit den professionellen Werten und langfristigen Interessen der Raiffeisenlandesbank OÖ im Einklang. Die Grundsätze der Vergütungspolitik gemäß § 39b BWG bzw. Art. 92 ff CRD werden, soweit anwendbar, eingehalten.
Risikobeurteilung
Die Risikobeurteilung ist ein dynamischer und iterativer Prozess zur Identifizierung und Bewertung von Risiken. Risiken, die eine Erreichung der definierten Ziele behindern, müssen rechtzeitig erkannt und angemessene Maßnahmen eingeleitet werden. Die Zuständigkeiten für die Beurteilung und Steuerung der Risiken gemäß § 39 BWG bzw. CRR/CRD- sowie CEBS/EBA-Standards sind in der Raiffeisenlandesbank OÖ geregelt. Die erforderliche Funktionstrennung ist dabei gegeben.
Die Organisationseinheiten Risikomanagement, ICAAP & Marktrisiko und Risikomanagement Kredit, Meldewesen, Operationelles Risiko sind in der Raiffeisenlandesbank OÖ für die Entwicklung und Bereitstellung von Risikomessverfahren und IT-Risikomanagementsystemen verantwortlich, erstellen die zur aktiven Risikosteuerung erforderlichen Ergebnis- und Risikoinformationen und berichten die rechnungslegungsrelevanten Informationen in Zusammenhang mit der Risikoüberwachung entsprechend an den Vorstand.
Zur Vermeidung von Fehlern in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess werden die wesentlichen Risiken durch den Vorstand evaluiert und überwacht.
Kontrollmaßnahmen
Zur Absicherung von Risiken und zur Erreichung der Unternehmensziele sind Grundsätze und Verfahren zur Einhaltung der Unternehmensentscheidungen eingerichtet und bekannt gemacht. Wirksamkeit, Nachvollziehbarkeit und Effizienz des internen Kontrollsystems hängen im Wesentlichen von der ausgewogenen Mischung und ordnungsgemäßen Dokumentation der verschiedenen Kontrollaktivitäten ab. Dafür sind konkrete Kontroll- und Überwachungsaktivitäten festgelegt.
Im laufenden Geschäftsprozess werden geeignete Kontrollmaßnahmen angewendet, um potenziellen Fehlern oder Abweichungen in der Finanzberichterstattung vorzubeugen bzw. diese im Bedarfsfall aufzudecken und zu korrigieren. Derartige Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht der Periodenergebnisse durch das Management und der spezifischen Überleitung von Konten bis zur Analyse der fortlaufenden Prozesse im Rechnungswesen.
Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt durch die Organisationseinheit Konzernrechnungswesen. Die für das Rechnungswesen verantwortlichen Mitarbeiter und die Führungskräfte der Organisationseinheit Konzernrechnungswesen sind für die vollständige Abbildung und korrekte Bilanzierung aller ihnen zur Kenntnis gebrachten Transaktionen verantwortlich. Im Geschäftsjar 2023 wurde in der Raiffeisenlandesbank OÖ S/4 HANA von SAP implementiert. Mit dieser ERP-Umstellung wurde die Raiffeisenlandesbank OÖ an die State-of-the-Art Technologien angepasst, wodurch Transparenz in komplexen Geschäftsprozessen und Effizienz gewonnen werden.
Information und Kommunikation
Der Jahresabschluss wird samt Lagebericht im Prüfungsausschuss behandelt. Der Jahresabschluss wird darüber hinaus dem Aufsichtsrat zur Feststellung vorgelegt. Er wird im Rahmen des Jahresfinanzberichts auf der firmeneigenen Internetseite sowie im Amtsblatt der Wiener Zeitung veröffentlicht und in weiterer Folge zum Firmenbuch eingereicht. Grundlage für den Jahresabschluss sind standardisierte, unternehmensweit einheitliche Prozesse. Die Bilanzierungs- und Bewertungsstandards sind dabei in der Raiffeisenlandesbank OÖ definiert und für die Erstellung des Jahresabschlusses verbindlich.
Funktionierende Informations- und Kommunikationswege sind eingerichtet und werden durch geeignete IT-Anwendungen unterstützt, aufgezeichnet und verarbeitet, damit Informationen identifiziert, erfasst, rechtzeitig verarbeitet und an die relevanten Ebenen im Unternehmen weitergegeben werden können.
Überwachung
Die Verantwortung für die Überwachung der Prozessabläufe obliegt dem Vorstand sowie den jeweiligen Leitern der Organisationseinheiten. Die Dokumentation der IKS-Aktivitäten im Konzern wird von der Organisationseinheit Operationelle und nichtfinanzielle Risiken wahrgenommen.
Die Revisionsfunktion hat der Bereich Konzernrevision der Raiffeisenlandesbank OÖ inne. Der Leiter des Bereichs Konzernrevision berichtet direkt an den Vorstand der Raiffeisenlandesbank OÖ. Für sämtliche Revisionsaktivitäten gelten die konzernweit gültigen revisionsspezifischen Regelwerke, die auf den Mindeststandards für die interne Revision der Österreichischen Finanzmarktaufsicht sowie internationalen „Best Practices“ basieren.
Linz, am 2. April 2024
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft
Europaplatz 1a, 4020 Linz
DER VORSTAND
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Bilanz zum 31. Dezember 2023
31.12.2023
31.12.2022
IN EUR
IN EUR
IN EUR
IN EUR
1.
Kassenbestand und Guthaben bei
Zentralnotenbanken
46.144.974,22
48.604.102
2.
Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel,
die zur Refinanzierung bei der Zentral-
notenbank zugelassen sind:
a)
Schuldtitel öffentlicher Stellen und
ähnliche Wertpapiere
1.814.286.230,84
1.772.165.773
b)
zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken
zugelassene Wechsel
0,00
1.814.286.230,84
0
1.772.165.773
3.
Forderungen an Kreditinstitute:
a)
täglich fällig
8.244.596.250,89
10.270.595.257
b)
sonstige Forderungen
1.723.544.660,16
9.968.140.911,05
2.340.281.643
12.610.876.900
4.
Forderungen an Kunden
26.371.976.912,52
26.371.130.020
5.
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere:
a)
von öffentlichen Emittenten
0,00
0
b)
von anderen Emittenten
2.008.052.728,06
2.008.052.728,06
1.481.086.659
1.481.086.659
darunter:
eigene Schuldverschreibungen
251.858.467,75
13.963.949
6.
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
1.432.168.252,06
1.384.240.711
7.
Beteiligungen
364.717.648,40
364.245.808
darunter:
an Kreditinstituten
5.767.770,44
5.254.856
8.
Anteile an verbundenen Unternehmen
1.827.175.957,47
1.790.616.579
darunter:
an Kreditinstituten
3.140.424,55
3.140.425
9.
Immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens
35.457.379,94
28.712.835
10.
Sachanlagen
64.508.228,44
58.573.738
darunter:
Grundstücke und Bauten, die vom
Kreditinstitut im Rahmen seiner eigenen
Tätigkeit genutzt werden
51.084.005,19
46.463.598
11.
Anteile an einer herrschenden oder an einer
mit Mehrheit beteiligten Gesellschaft
0,00
0
darunter:
Nennwert
0,00
0
12.
Sonstige Vermögensgegenstände
631.323.143,95
408.700.941
13.
Gezeichnetes Kapital, das eingefordert,
aber noch nicht eingezahlt ist
0,00
0
14.
Rechnungsabgrenzungsposten
49.935.590,27
43.620.478
15.
Aktive latente Steuern
77.964.812,66
86.177.201
Aktiva
44.691.852.769,88
46.448.751.747
1.
Auslandsaktiva
14.128.294.668,68
13.529.124.092
31.12.2023
31.12.2022
IN EUR
IN EUR
IN EUR
IN EUR
1.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten:
a)
täglich fällig
5.631.356.160,75
5.076.446.131
b)
mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
9.281.038.924,77
14.912.395.085,52
12.449.725.184
17.526.171.315
2.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden:
a)
Spareinlagen
darunter:
1.328.527.471,99
1.279.242.879
aa)
täglich fällig
462.821.396,17
723.979.587
bb)
mit vereinbarter Laufzeit
oder Kündigungsfrist
865.706.075,82
555.263.292
b)
sonstige Verbindlichkeiten
darunter:
12.306.608.623,86
13.635.136.095,85
13.007.446.009
14.286.688.888
aa)
täglich fällig
5.958.519.440,37
7.194.880.563
bb)
mit vereinbarter Laufzeit
oder Kündigungsfrist
6.348.089.183,49
5.812.565.446
3.
Verbriefte Verbindlichkeiten:
a)
begebene Schuldverschreibungen
7.402.754.076,58
5.945.246.678
b)
andere verbriefte Verbindlichkeiten
3.350.792.512,14
10.753.546.588,72
3.493.888.449
9.439.135.127
4.
Sonstige Verbindlichkeiten
316.132.540,84
203.346.790
5.
Rechnungsabgrenzungsposten
88.347.888,06
68.385.845
6.
Rückstellungen:
a)
Rückstellungen für Abfertigungen
59.434.638,39
57.293.213
b)
Rückstellungen für Pensionen
37.190.662,74
39.389.583
c)
Steuerrückstellungen
82.681.114,31
82.573.638
d)
sonstige
207.730.633,07
387.037.048,51
206.795.304
386.051.738
6.a
Fonds für allgemeine Bankrisiken
0,00
0
7.
Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I
Kapitel 4 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
882.834.472,41
958.591.140
8.
Zusätzliches Kernkapital gemäß Teil 2 Titel I
Kapitel 3 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
0,00
0
darunter:
Pflichtwandelschuldverschreibungen
gemäß § 26a BWG
0,00
0
8.b
Instrumente ohne Stimmrecht gemäß
§ 26a BWG
0,00
0
9.
Gezeichnetes Kapital
277.630.343,36
277.630.343
10.
Kapitalrücklagen:
a)
gebundene
824.230.812,41
824.230.812
b)
nicht gebundene
149.991.600,00
974.222.412,41
149.991.600
974.222.412
11.
Gewinnrücklagen:
a)
gesetzliche Rücklage
0,00
0
b)
satzungsmäßige Rücklagen
0,00
0
c)
andere Rücklagen
2.006.296.463,10
2.006.296.463,10
1.877.056.183
1.877.056.183
12.
Haftrücklage gemäß § 57 Abs. 5 BWG
409.827.012,34
403.659.199
13.
Bilanzgewinn
48.446.818,76
47.812.766
Passiva
44.691.852.769,88
46.448.751.747
31.12.2023
31.12.2022
IN EUR
IN EUR
IN EUR
IN EUR
1.
Eventualverbindlichkeiten
3.894.702.979,39
3.548.167.621
darunter:
a)
Akzepte und Indossamentverbindlichkeiten
aus weitergegebenen Wechseln
0,00
0
b)
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und
Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten
3.894.640.271,99
3.533.964.418
2.
Kreditrisiken
7.247.610.045,65
7.577.619.098
darunter:
Verbindlichkeiten aus Pensionsgeschäften
0,00
0
3.
Verbindlichkeiten aus Treuhandgeschäften
724.560,62
2.315.748
4.
Anrechenbare Eigenmittel gemäß
Teil 2 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
4.170.837.109,74
4.090.905.081
darunter:
Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I
Kapitel 4 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
710.340.910,30
737.411.434
5.
Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 92
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
28.537.153.895,73
27.799.543.593
darunter:
Eigenmittelanforderungen gemäß
Art. 92 Abs. 1 lit. a der Verordnung (EU)
Nr. 575/2013
12,13 %
12,08 %
Eigenmittelanforderungen gemäß
Art. 92 Abs. 1 lit. b der Verordnung (EU)
Nr. 575/2013
12,13 %
12,08 %
Eigenmittelanforderungen gemäß
Art. 92 Abs. 1 lit. c der Verordnung (EU)
Nr. 575/2013
14,62 %
14,72 %
6.
Auslandspassiva
4.719.667.876,09
5.285.410.241
Gewinn- und Verlustrechnung 2023
31.12.2023
31.12.2022
IN EUR
IN EUR
IN EUR
IN EUR
1.
Zinsen und ähnliche Erträge
1.867.875.898,02
756.462.889
darunter:
aus festverzinslichen Wertpapieren
66.123.138,27
49.254.156
2.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-1.350.170.055,81
-347.435.602
I.
NETTOZINSERTRAG
517.705.842,21
409.027.287
3.
Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen:
a)
Erträge aus Aktien, anderen Anteilsrechten
und nicht festverzinslichen Wertpapieren
35.303.233,42
19.768.605
b)
Erträge aus Beteiligungen
29.078.996,38
23.715.050
c)
Erträge aus Anteilen an
verbundenen Unternehmen
70.925.505,39
135.307.735,19
46.048.163
89.531.819
4.
Provisionserträge
174.012.523,17
183.879.107
5.
Provisionsaufwendungen
-48.687.700,87
-40.998.706
6.
Erträge/Aufwendungen aus Finanzgeschäften
10.757.659,80
7.207.146
7.
Sonstige betriebliche Erträge
79.640.650,68
121.718.948
II.
BETRIEBSERTRÄGE
868.736.710,18
770.365.600
8.
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen:
a)
Personalaufwand
-206.434.735,16
-192.751.713
darunter:
aa)
Löhne und Gehälter
-153.052.201,28
-134.952.537
bb)
Aufwand für gesetzlich vorgeschriebene
soziale Abgaben und vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
-33.443.297,55
-31.102.536
cc)
sonstiger Sozialaufwand
-3.617.228,33
-1.772.332
dd)
Aufwendungen für Altersversorgung
und Unterstützung
-11.172.209,67
-9.954.809
ee)
Dotierung der Pensionsrückstellung
1.751.555,43
-4.779.238
ff)
Aufwendungen für Abfertigungen
und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen
-6.901.353,76
-10.190.261
b)
sonstige Verwaltungsaufwendungen
(Sachaufwand)
-179.368.125,60
-385.802.860,76
-160.739.407
-353.491.120
9.
Wertberichtigungen auf die in den
Aktivposten 9 und 10 enthaltenen
Vermögensgegenstände
-10.698.130,36
-8.399.914
10.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-53.667.210,74
-65.116.948
III.
BETRIEBSAUFWENDUNGEN
-450.168.201,86
-427.007.983
IV.
BETRIEBSERGEBNIS
418.568.508,32
343.357.618

31.12.2023
31.12.2022
IN EUR
IN EUR
IN EUR
IN EUR
IV.
BETRIEBSERGEBNIS Übertrag
418.568.508,32
343.357.618
11./
12.
Saldo aus den Auflösungen/Zuführungen
von bzw. zu den Wertberichtigungen auf
Forderungen und aus bzw. zu Rückstellungen
für Eventualverbindlichkeiten und für
Kreditrisiken
-239.735.196,95
-135.033.464
13./
14.
Saldo aus Wertberichtigungen bzw.
Erträgen aus Wertberichtigungen auf
Wertpapiere, die wie Finanzanlagen bewertet
sind, sowie auf Beteiligungen und Anteile an
verbundenen Unternehmen
43.033.713,05
-29.090.074
V.
ERGEBNIS DER GEWÖHNLICHEN
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
221.867.024,42
179.234.079
15.
Außerordentliche Erträge
0,00
0
16.
Außerordentliche Aufwendungen
0,00
0
darunter:
Zuweisungen zum Fonds für allgemeine
Bankrisiken
0,00
0
17.
Außerordentliches Ergebnis
0,00
0
(Zwischensumme aus Posten 15 und 16)
18.
Steuern vom Einkommen und Ertrag
-37.905.551,25
-37.424.414
darunter:
aus latenten Steuern
-8.212.388,51
15.803.345
19.
Sonstige Steuern, soweit nicht in Posten 18
auszuweisen
-9.919.327,64
-9.935.153
VI.
JAHRESÜBERSCHUSS
174.042.145,53
131.874.512
20.
Rücklagenbewegung
-125.595.326,77
-84.061.746
darunter:
Dotierung der Haftrücklage
-6.167.813,15
-6.154.572
Auflösung der Haftrücklage
0,00
0
VII.
JAHRESGEWINN
48.446.818,76
47.812.766
21.
Gewinn– /Verlustvortrag
0,00
0
VIII.
BILANZGEWINN
48.446.818,76
47.812.766

Linz, am 2. April 2024
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft
Europaplatz 1a, 4020 Linz
DER VORSTAND
Dr. Heinrich Schaller
Mag. Michaela Keplinger-Mitterlehner
Generaldirektor
CEO
Generaldirektor-Stellvertreterin
CMO
Mag. Sigrid Burkowski
Dr. Michael Glaser
Vorstandsdirektorin
CGO
Vorstandsdirektor
CRO
Mag. Stefan Sandberger
Mag. Reinhard Schwendtbauer
Vorstandsdirektor
COO
Vorstandsdirektor
CFO
Anhang zum Jahresabschluss 2023
Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Der vorliegende Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches (UGB) – soweit auf Kreditinstitute anwendbar – sowie nach den Vorschriften des Bankwesengesetzes (BWG) und der EU-Verordnung 575/2013 (CRR) – soweit für den vorliegenden Jahresabschluss relevant – aufgestellt.
Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung sind entsprechend der Gliederung der Anlage 2 zu § 43 BWG Teil 1 und Teil 2 aufgestellt.
Der Jahresabschluss wurde unter Bedachtnahme auf die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, erstellt.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit beachtet.
Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.
Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste am Abschlussstichtag berücksichtigt wurden.
Währungsumrechnung
Die Fremdwährungsbeträge werden gemäß § 58 Abs. 1 BWG zu den EZB-Bewertungskursen umgerechnet. Sofern keine EZB-Referenzkurse vorliegen, werden Mittelkurse von Referenzbanken herangezogen.
Wertpapiere
Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Wertpapiere des Anlagevermögens werden auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben, wenn die Wertminderung voraussichtlich von Dauer ist (gemildertes Niederstwertprinzip). Kursrückgänge bei nicht festverzinslichen Positionen sowie hohe Bonitätsbeeinträchtigungen bei festverzinslichen Positionen des Anlagevermögens werden jedoch weiterhin stets als dauerhafte Wertminderungen betrachtet. Bei Wegfall der Gründe für eine Abschreibung erfolgt gemäß § 208 UGB wieder eine Zuschreibung. Über pari angeschaffte Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere des Anlagevermögens werden gemäß § 56 Abs. 2 BWG zeitanteilig mittels Effektivzinsmethode auf den Rückzahlungsbetrag abgeschrieben. Bei Wertpapieren, die unter pari angeschafft wurden, erfolgt keine zeitanteilige Zuschreibung.
Wertpapiere, die als Deckungsstock für Mündelgelder gewidmet sind, sind Teil des Anlagevermögens und werden gemäß § 2 Abs. 3 der Mündelsicherheitsverordnung zum strengen Niederstwertprinzip bewertet.
Für die Bewertung der Wertpapiere werden Börsenkurse oder am Markt beobachtbare Quotierungen von Handelsteilnehmern herangezogen.
Für die Beurteilung des Wertpapier-Nostrobestandes der Raiffeisenlandesbank OÖ nach dem Kriterium des „inaktiven Marktes“ werden Wertpapiere, bei denen laut Einschätzung der Raiffeisenlandesbank OÖ Indizien für einen inaktiven Markt vorliegen, einzeln überprüft.
Für einen inaktiven Markt können folgende Indikatoren sprechen: ein wesentlicher Einbruch des Handelsvolumens oder der Handelsaktivitäten; verfügbare Börsenkurse oder Marktpreise variieren wesentlich im Zeitablauf oder zwischen Marktteilnehmern; die Börsenkurse oder Marktpreise sind nicht aktuell; ein wesentlicher Anstieg der Bid/Ask-Spreads. Diese Indikatoren müssen für sich genommen allerdings nicht notwendigerweise bedeuten, dass ein Markt inaktiv ist.
Sind keine adäquaten Marktquotierungen vorhanden, erfolgt die Kursermittlung anhand interner Bewertungsmodelle unter Zugrundelegung von Auf-/Abschlägen für Bonität, Handelbarkeit und Ausstattung des Wertpapiers.
Die Wertpapiere des Handelsbestandes werden „mark to market“ bewertet.
Bewertung der Forderungen an Kreditinstitute und Kunden
Die Forderungen an Kreditinstitute und Kunden werden zu Anschaffungskosten erfasst.
Auslösetatbestände für die Bildung einer Risikovorsorge stellen vor allem wirtschaftliche bzw. finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, Ausfall von Zins- oder Tilgungszahlungen sowie weitere Ausfalltatbestände nach aufsichtsrechtlichen Normen dar. Als Grundlage dient die laufende Überwachung des Kontrahenten bzw. Kreditfalles im internen Risikomanagement. Im Kreditgeschäft erfolgt die Bildung von Einzelwertberichtigungen bzw. Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen bei signifikanten Kundenengagements durch Einzelfallbetrachtung. Die Höhe der Risikovorsorge wird von den erwarteten abgezinsten Rückflüssen aus Zins- und Tilgungszahlungen sowie einer etwaigen Sicherheitenverwertung bestimmt. Bei nicht signifikanten Kundenengagements kommt eine standardisierte Methode zur Bildung der Risikovorsorge auf Basis statistischer Modelle zum Einsatz.
Für nicht einzelwertberichtigte Forderungen wird eine Portfoliovorsorge gebildet, wobei für die Berechnung dieselben Risikoparameter (PD, LGD, CCF) wie im IFRS-Konzernabschluss herangezogen werden, welche auf Basis makroökonomischer Prognosen mittels statistischer Modelle ermittelt werden. Wichtigster Unterschied zur Ermittlung der bilanziellen Risikovorsorge im IFRS-Konzernabschluss ist jener, dass das Staging gemäß IFRS 9 entfällt und somit für alle Finanzinstrumente der One Year Expected Loss als bilanzielle Risikovorsorge angesetzt wird.
Unterbewertung gemäß § 57 Abs. 1 BWG
Für Forderungen an Kunden, die nicht wie Anlagevermögen bewertet werden, wurde weiterhin vom Bewertungswahlrecht gemäß § 57 Abs. 1 und 2 BWG Gebrauch gemacht.
Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen
Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn aufgrund anhaltender Verluste, eines verringerten Eigenkapitals, eines verminderten beizulegenden Wertes oder sonstiger Gründe eine Wertminderung eingetreten ist, die voraussichtlich von Dauer ist. Bei Wegfall der Gründe für die Abschreibung erfolgt gemäß § 208 UGB eine Zuschreibung.
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sowie der Sachanlagen erfolgt zu den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich der planmäßigen linearen Abschreibungen. Die der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegte Nutzungsdauer bewegt sich bei den unbeweglichen Anlagen von 20 bis 50 Jahren, bei den beweglichen Anlagen von 2 bis 20 Jahren und bei den immateriellen Vermögensgegenständen von 3 bis 9 Jahren. Die geringwertigen Wirtschaftsgüter werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung durchgeführt.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten werden mit dem Nennwert oder dem höheren Rückzahlungsbetrag angesetzt.
Eigene Emissionen
Bei eigenen Emissionen werden Agios bzw. Disagios zeitanteilig auf den Rückzahlungsbetrag verteilt.
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder
Die Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden im Einklang mit der AFRAC-Stellungnahme 27 „Personalrückstellungen“ (UGB) nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet. Als Finanzierungsverfahren für die Ansprüche wird die Projected Unit Credit Method herangezogen. Zukünftige Gehalts- und Pensionssteigerungen sowie Fluktuationsabschläge werden berücksichtigt.
Die in der Bilanz erfasste leistungsorientierte Verpflichtung aus einem Versorgungsplan stellt den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung dar. Des Weiteren werden die Zahlungen für beitragsorientierte Verpflichtungen im Personalaufwand erfasst.
Übrige Rückstellungen
In den übrigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses erkennbaren Risiken sowie dem Grunde nach gewisse, jedoch hinsichtlich der Höhe ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich sind. Bei langfristigen Rückstellungen wird eine Abzinsung mit einem adäquaten Zinssatz vorgenommen.
Latente Steuern
Die gebildeten Steuerabgrenzungen sind bei einem Aktivsaldo unter dem Posten „Aktive latente Steuern“, bei einem Passivsaldo unter dem Posten „Steuerrückstellungen“ ausgewiesen.
Erläuterungen zu Bilanzposten
Darstellung der Fristigkeiten von Forderungen
Die nicht täglich fälligen Forderungen gegenüber Kreditinstituten und Nichtbanken gliedern sich gemäß § 64 Abs. 1 Z 4 BWG nach der Fristigkeit wie folgt (in TEUR):
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Nichtbanken
Buchwert 31.12.2023
Buchwert 31.12.2022
Buchwert 31.12.2023
Buchwert 31.12.2022
Restlaufzeit
IN TEUR
IN TEUR
IN TEUR
IN TEUR
bis 3 Monate
372.715
255.973
2.783.093
3.406.980
3 Monate bis 1 Jahr
136.678
506.723
4.239.645
4.088.703
1 bis 5 Jahre
490.925
746.839
10.110.699
10.519.927
mehr als 5 Jahre
723.226
830.747
7.178.898
7.144.855
Forderungen
1.723.544
2.340.282
24.312.335
25.160.465
Forderungen an Kunden
In den Forderungen an Kunden sind Forderungen mit wechselmäßiger Verbriefung in Höhe von TEUR 988 (31.12.2022: TEUR 50.219) enthalten.
Wertpapiere und Beteiligungen
Wertpapiere
Die zum Börsenhandel zugelassenen Wertpapiere der Aktivposten 5 und 6 betreffen mit TEUR 1.986.330 (31.12.2022: TEUR 1.469.928) börsennotierte Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere und mit TEUR 0 (31.12.2022: TEUR 0) börsennotierte Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere.
Nicht börsennotierte Schuldverschreibungen, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, die zum Börsenhandel zugelassen sind, sind nicht vorhanden.
Die zum Börsenhandel zugelassenen Wertpapiere der Aktivposten 5 und 6 unterteilen sich in Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 1.735.112 (31.12.2022: TEUR 1.456.194) und in Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere des Umlaufvermögens in Höhe von TEUR 251.218 (31.12.2022: TEUR 13.735). Aktien und nicht festverzinsliche Wertpapiere werden, so wie im Vorjahr, weder im Anlage- noch im Umlaufvermögen gehalten.
Die Zuordnung der betreffenden Vermögenspositionen zum Anlagevermögen wird vorgenommen, weil die angeführten Wertpapiere der langfristigen Veranlagung von liquiden Mitteln zur Erzielung von höheren Erträgen dienen.
Die Wertpapiere des Umlaufvermögens wurden zum Zwecke des Wertpapierhandels, zur Erzielung von Kursgewinnen und zur Haltung der Liquiditätsreserve angeschafft.
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert und dem niedrigeren Rückzahlungsbetrag gemäß § 56 Abs. 2 BWG bei Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren des Anlagevermögens der Aktivposten 2a, 4 und 5 beträgt TEUR 49.431 (31.12.2022: TEUR 50.636).
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Anschaffungswert und dem höheren Marktwert gemäß § 56 Abs. 4 und 5 BWG bei Wertpapieren der Aktivposten 2a, 5 und 6, die nicht dem Anlagevermögen angehören, beträgt TEUR 119 (31.12.2022: TEUR 45).
Per 31. Dezember 2023 ist Ergänzungskapital und nachrangiges Kapital mit einem Buchwert von TEUR 2.153 (Vorjahr: TEUR 10.482) aus eigener Emission im Bestand.
Die Raiffeisenlandesbank OÖ führt ein Wertpapierhandelsbuch im Sinne des Art. 92 CRR. Das Volumen der darin enthaltenen Wertpapiere beträgt TEUR 2.279 (31.12.2022: TEUR 14.014), das der derivativen Finanzinstrumente TEUR 6.469.601 (31.12.2022: TEUR 5.659.109).
Im Jahr 2024 werden im Eigenbesitz der Raiffeisenlandesbank OÖ befindliche Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere in der Höhe von TEUR 201.990 (31.12.2022: TEUR 175.322) fällig.
Beteiligungen
Zum Börsenhandel zugelassene Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen sind nicht vorhanden. Angaben zu Beteiligungen und Anteilen an verbundenen Unternehmen sind im Anlagespiegel dargestellt.
Zum 31. Dezember 2023 ist die Beteiligung an der Raiffeisen Bank International AG (RBI), an welcher indirekt über die RLB OÖ Sektorholding GmbH 9,51 % (Vorjahr: 9,51 %) gehalten werden, die größte Beteiligung der Raiffeisenlandesbank OÖ. Neben der RBI werden in der RLB OÖ Sektorholding GmbH auch die Anteile der Raiffeisenbank a.s., Prag, gehalten.
Der Krieg in der Ukraine, die Sanktionen und die unklaren Aussichten haben auch für die RBI, die in Russland, der Ukraine und in Belarus mit eigenen Tochterbanken präsent ist, weitreichende Auswirkungen. Seit Kriegsbeginn 2022 reduziert die RBI ihre Geschäftsaktivitäten in Russland stark. Das Kreditvolumen sank seither um 43 %, die Provisionsergebnisse im Vergleich zum Vorjahr ebenso um 43 %. Die RBI arbeitet weiterhin an der Entkonsolidierung der AO Raiffeisenbank (Netzwerkbank Russland) durch einen Verkauf oder ersatzweise durch eine Abspaltung. Beide Varianten erfordern eine Vielzahl von Genehmigungen von diversen russischen und europäischen Behörden sowie den jeweiligen Zentralbanken. Bis zur Aufstellung des vorliegenden Jahresabschlusses kam es diesbezüglich jedoch zu keinen Beschlüssen, sodass diese Szenarien keinen Eingang in die Ermittlung des beizulegenden Wertes per 31.12.2023 fanden.
Darüber hinaus wurde im Dezember 2023 der Erwerb der Aktien an der STRABAG SE sowie die Ausschüttung einer möglichen Sachdividende angekündigt. Weiters wurde im Februar 2024 der potenzielle Ausstieg aus dem belarussischen Markt bekanntgegeben. Die beiden letztgenannten Themen stellen nach Einschätzung der Raiffeisenlandesbank OÖ Ereignisse nach dem Bilanzstichtag dar – siehe auch Anhangangabe „4.9. Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag“ – und wurden im Zuge der Ermittlung des beizulegenden Wertes der RBI-Beteiligung per 31.12.2023 nicht berücksichtigt.
Seit Februar 2022 ist die Geschäftstätigkeit der RBI von den Kriegsereignissen und deren Folgen betroffen. Die RBI schloss das Geschäftsjahr 2023 mit einem Konzernergebnis von EUR 2.386 Mio. (2022: EUR 3.627 Mio.) ab, welches um 34,2 % unter dem Vorjahr lag. Im Vergleich erzielte die RBI ein Konzernergebnis von EUR 997 Mio. ohne Russland und Belarus, im Vorjahr i. H. v. EUR 982 Mio. (ohne Russland und Belarus sowie zusätzlich ohne Verkauf der bulgarischen Einheiten i. H. v. EUR 453 Mio.). Aufgrund des positiven Zinsumfeldes stieg der Zinsüberschuss auf EUR 5.683 Mio. (2022: EUR 5.053 Mio.). Der Provisionsüberschuss sank auf EUR 3.042 Mio. (2022: EUR 3.878 Mio.), bedingt durch den Rückgang der Geschäftstätigkeit in Russland sowie die Abwertung des Rubels. Die hohen Kernerträge i. H. v. EUR 8.725 Mio. (2022: EUR 8.931 Mio.) kompensierten die zusätzliche Bankenbesteuerung in einzelnen Ländern, die inflationsbedingt gestiegenen Betriebskosten und die teilweise höheren Refinanzierungskosten aus einem steigenden Anteil an Termineinlagen und einer teureren MREL-Finanzierung. Aufgrund der hohen Inflationsrate und zusätzlicher Investitionen in der Konzernzentrale, Ungarn, Rumänien und Russland stiegen die Verwaltungsaufwendungen von EUR 3.552 Mio. auf EUR 3.908 Mio. Die Risikokosten i. H. v. EUR 393 Mio. (2022: EUR 949 Mio.), die überwiegend der Region Osteuropa und der Konzernzentrale zugeordnet waren, lagen deutlich unter dem Vorjahreswert. Die NPE Ratio betrug per 31.12.2023 1,9 % (31.12.2022: 1,6 %) und die NPE Coverage Ratio sank von 59,0 % auf 51,7 %.
Die Ermittlung des beizulegenden Wertes basiert auf einer externen Unternehmensbewertung. Die Unternehmensbewertung wurde auf Basis des Barwertes der zu erwartenden Cashflows (Discounted-Cashflow-Verfahren) der Konzernunternehmen unter Berücksichtigung der für Zwecke der Ermittlung des beizulegenden Wertes nötigen Anpassungen ermittelt. Die Raiffeisenlandesbank OÖ hat sich eingehend mit den Planannahmen auseinandergesetzt und im Vergleich zum Management der RBI bzw. zum errechneten Unternehmenswert konservativere Annahme zum Russlandgeschäft und zur Entwicklung im Kerngeschäft getroffen. Zur Berücksichtigung der Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs wurde bei der Ermittlung des beizulegenden Wertes ein Verfahren gemäß dem dualen Steuerungsansatz angewendet. Der Gesamtwert der RBI-Gruppe resultiert dabei einerseits aus der Wertkomponente Kerngeschäft (RBI-Gruppe exkl. Russland) und andererseits aus der Wertkomponente Netzwerkbank Russland. Die Bewertung enthält jeweils drei Szenarien (Low, Mid und High Case) für beide Wertkomponenten (RBI-Gruppe exkl. Russland und Netzwerkbank Russland). Bei der Bewertung der russischen Netzwerkbank wurden zusätzlich in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung des Kriegs zwischen der Ukraine und Russland mögliche Szenarien – diese reichen von einer Befriedung bis zu einer weiteren Eskalation – mit entsprechenden Eintrittswahrscheinlichkeiten sowie die aktuell vorliegenden Ausschüttungsbeschränkungen berücksichtigt. Das Mid Case-Szenario stellt den Erwartungswert dar, weshalb dieses Szenario für die Berechnung des beizulegenden Wertes herangezogen wurde.
Aufgrund der Überdeckung des Buchwertes durch die beizulegenden Werte der enthaltenen Beteiligungen kam es dabei weder im Geschäftsjahr 2023 noch im Vorjahr zu einem Abschreibungsbedarf in der Raiffeisenlandesbank OÖ AG auf den Beteiligungsansatz an der RLB OÖ Sektorholding GmbH.
In den Aktivposten 2, 3, 4 und 5 sind nachstehende verbriefte und unverbriefte Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, und an verbundene Unternehmen enthalten:
Forderungen an Beteiligungs-
unternehmen
Forderungen an
verbundene Unternehmen
Buchwert
Buchwert
Buchwert
Buchwert
31.12.2023
31.12.2022
31.12.2023
31.12.2022
Bezeichnung der Bilanzposten
IN TEUR
IN TEUR
IN TEUR
IN TEUR
Forderungen an Kreditinstitute
0
34
0
0
(hievon nachrangig)
0
0
0
0
Forderungen an Kunden
50.808
65.448
3.738.982
3.534.936
(hievon nachrangig)
2.389
2.283
1.107
1.207
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche
Wertpapiere
0
0
0
0
(hievon nachrangig)
0
0
0
0
Aus Ergebnisabführungsverträgen resultieren Anteilserträge in Höhe von TEUR 27.011 (31.12.2022: TEUR 33.093).
Das Unternehmen erstellt den Konzernabschluss für den kleinsten Konsolidierungskreis. Das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen, Linz. Diese Konzernabschlüsse sind beim Landesgericht Linz hinterlegt.
Anlagevermögen
Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurden überwiegend von verbundenen Unternehmen erworben. Der im Aktivposten 10 enthaltene Buchwert der Grundstücke beträgt insgesamt TEUR 9.148 (31.12.2022: TEUR 9.152).
Das Anlagevermögen der Raiffeisenlandesbank OÖ hat sich folgendermaßen entwickelt (Angaben in TEUR):
Bilanzposten
Anschaffungs-/Herstellungskosten
IN TEUR
Stand 01.01. des
Geschäftsjahres
Umbuchung
Zugänge im
Geschäftsjahr
Abgänge im
Geschäftsjahr
Stand 31.12. des
Geschäftsjahres
Schuldtitel öffentlicher Stellen und ähnliche Wertpapiere
1.824.953
0
139.991
-94.336
1.870.608
Sonstige Forderungen an Kreditinstitute
65.935
0
9.970
0
75.905
Forderungen an Kunden
54.498
0
0
-13.651
40.847
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche
Wertpapiere von öffentlichen Stellen
0
0
0
0
0
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche
Wertpapiere von anderen Emittenten
1.484.282
0
474.299
-198.029
1.760.552
darunter:
eigene Schuldverschreibungen
0
0
0
0
0
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
1.467.888
0
6.525
-108
1.474.305
Beteiligungen
375.248
0
240
0
375.488
darunter:
an Kreditinstituten
12.995
0
0
0
12.995
Anteile an verbundenen Unternehmen
1.832.601
0
22.687
0
1.855.288
darunter:
an Kreditinstituten
3.140
0
0
0
3.140
Immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens
55.946
0
14.639
-2.457
68.128
Sachanlagen
153.484
0
13.495
-5.102
161.877
darunter:
Grundstücke und Bauten, die vom Kreditinstitut im
Rahmen seiner eigenen Tätigkeit genutzt werden
112.363
36
10.299
-4.047
118.651
Anlagevermögen
7.314.835
0
681.846
-313.683
7.682.998

Kumulierte Abschreibungen
Buchwerte
Stand 01.01. des
Geschäftsjahres
Umbuchung
Zugänge im
Geschäftsjahr
Zuschreibungen
im Geschäftsjahr
Abgänge im
Geschäftsjahr
Stand 31.12. des
Geschäftsjahres
Stand 31.12. des
Geschäftsjahres
Stand 31.12.
des Vorjahres
73.551
0
10.270
-2
-4.276
79.543
1.791.065
1.751.402
0
0
0
0
0
0
75.905
65.935
2.415
0
262
-170
-705
1.802
39.045
52.084
0
0
0
0
0
0
0
0
28.089
0
3.233
-7
-5.875
25.440
1.735.112
1.456.194
0
0
0
0
0
0
0
0
96.320
0
0
-25.718
0
70.602
1.403.703
1.371.568
11.002
0
1.145
-1.377
0
10.770
364.718
364.246
7.740
0
437
-950
0
7.227
5.768
5.255
41.984
0
0
-13.872
0
28.112
1.827.176
1.790.617
0
0
0
0
0
0
3.140
3.140
27.233
0
7.247
0
-1.810
32.670
35.458
28.713
94.910
0
3.451
0
-992
97.369
64.508
58.574
65.900
36
1.631
0
0
67.567
51.084
46.464
375.504
0
25.608
-41.146
-13.658
346.308
7.336.690
6.939.333
Sonstige Vermögensgegenstände
In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Erträge in Höhe von TEUR 79.556 (31.12.2022: TEUR 84.192) enthalten, welche nach dem Stichtag zahlungswirksam werden.
Latente Steuern (§ 238 Abs. 1 Z 3 UGB)
Die Steuerabgrenzung für aktive latente Steuern resultiert aus Differenzen bei:
  • Rückstellung für Rückrechnung des Margenerhalts an Unternehmer
  • Rückstellungen für Sozialkapital
  • Aufwandsrückstellung
  • Langfristige Rückstellungen gem. § 9 Abs. 5 EStG
  • Abschreibung gem. § 56 Abs. 2 BWG
  • Unterbewertung gem. § 57 Abs. 1 BWG
  • Portfoliowertberichtigungen
  • Verteilung der Teilwertabschreibung auf Beteiligungen gemäß § 12 Abs. 3 Z 2 KStG
  • Unterschiedliche Wertansätze im Finanzanlagevermögen
  • Verteilung von Geldbeschaffungskosten gemäß § 6 Z 3 EStG
Aus steuerlichen Verlustvorträgen kommt es zu keiner Aktivierung latenter Steuern.
Die Steuerabgrenzung für passive latente Steuern resultiert aus Differenzen bei Finanzanlagen und Sachanlagen (Gebäude).
Latente Steuern von Gruppenmitgliedern, mit denen ein gesellschaftsrechtlicher Ergebnisabführungsvertrag besteht (Anzahl: 26 Gesellschaften, 31.12.2022: 25 Gesellschaften), wurden auf Ebene des Gruppenträgers über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Die aktiven Differenzen übersteigen die passiven Differenzen, sodass sich per Saldo eine Steuerentlastung ergibt.
Die Berechnung der latenten Steuern beruht auf einem Steuersatz von 23 % (ÖkoStRefG 2022 Teil I).
Latente Steuern
2023
IN TEUR
Temporäre Differenzen
Latente Steuern
Raiffeisenlandesbank OÖ AG
Aktiv
318.568
73.271
Passiv
–5.006
–1.151
Saldo
313.563
72.119
EAV-Gruppenmitglieder
Aktiv
56.404
12.973
Passiv
–30.990
–7.127
Saldo
25.414
5.846
Aktivsaldo
338.977
77.965
Latente Steuern
2022
IN TEUR
Temporäre Differenzen
Latente Steuern
Raiffeisenlandesbank OÖ AG
Aktiv
357.700
82.486
Passiv
–373
–86
Saldo
357.327
82.400
EAV-Gruppenmitglieder
Aktiv
44.236
10.177
Passiv
–27.812
–6.400
Saldo
16.424
3.777
Aktivsaldo
373.751
86.177
Die aktiven latenten Steuern betragen in saldierter Betrachtungsweise per 31. Dezember 2023 TEUR 77.965 (31.12.2022: TEUR 86.177). Diese wurden erfolgswirksam gebucht und im Posten Aktiva 15 ausgewiesen.
Darstellung der Fristigkeiten von Verbindlichkeiten
Die nicht täglich fälligen Verpflichtungen gegenüber Kreditinstituten und Nichtbanken gliedern sich gemäß § 64 Abs. 1 Z 4 BWG nach der Fristigkeit wie folgt (in TEUR):
Restlaufzeit
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber
Nichtbanken

IN TEUR
Buchwert 31.12.2023
Buchwert 31.12.2022
Buchwert 31.12.2023
Buchwert 31.12.2022
bis 3 Monate
2.128.075
1.665.291
2.652.900
2.083.891
3 Monate bis 1 Jahr
965.848
1.651.793
2.924.862
2.796.716
1 bis 5 Jahre
3.781.580
6.774.903
8.594.400
5.789.478
mehr als 5 Jahre
2.405.537
2.357.738
3.685.124
5.070.869
Verbindlichkeiten
9.281.040
12.449.725
17.857.286
15.740.954
Im Jahr 2024 werden von der Raiffeisenlandesbank OÖ begebene Schuldverschreibungen in Höhe von TEUR 466.700 (31.12.2022: TEUR 693.148) fällig.
In den Passivposten 1, 2, 3 und 7 sind nachstehende verbriefte und unverbriefte Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, und gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten:
Bezeichnung der Bilanzposten
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

IN TEUR
Buchwert 31.12.2023
Buchwert 31.12.2022
Buchwert 31.12.2023
Buchwert 31.12.2022
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
0
0
12.765
13.943
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
58.004
68.137
186.770
268.153
Sonstige Verbindlichkeiten
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe von TEUR 31.295 (31.12.2022: TEUR 71.619) enthalten, welche nach dem Stichtag zahlungswirksam werden.
Passive Rechnungsabgrenzung
Die in der Bilanz im Posten Passiva 5 „Rechnungsabgrenzungsposten“ enthaltenen Investitionszuschüsse aus öffentlichen Mitteln haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
Bezeichnung der Bilanzposten
Anfangsbestand
Zugang
Verminderung
Endbestsand
IN TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
1.640
3.849
583
4.906
Sachanlagen
136
0
29
107
Passive Rechnungsabgrenzung
1.776
3.849
612
5.013
Rückstellungen
Personalrückstellungen
Als Rechnungszinssatz wird der Durchschnittszinssatz der vergangenen 10 Jahre herangezogen. Dieser ergibt sich analog der deutschen Rückstellungsabzinsungsverordnung aus den letzten 120 Monatsendständen.
Als Rechnungsgrundlagen wurden die „AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung" in der Ausprägung für Angestellte herangezogen.
Annahmen zur
Berechnung
der erwarteten
leistungsorientierten
Ansprüche
Pensionen
Abfertigungen
Jubiläumsgelder
31.12.2023
31.12.2022
31.12.2023
31.12.2022
31.12.2023
31.12.2022
Bewertungsverfahren
PUC
PUC
PUC
PUC
PUC
PUC
Rechnungszinssatz
1,46%
1,36%
1,46%
1,45%
1,54%
1,45%
Pensionssteigerung
Anwartschaftsphase
1. Jahr: 2,00%
ab 2. Jahr: 3,00%
1. Jahr: 2,00%
ab 2. Jahr: 3,00%
Pensionssteigung
Leistungsphase
1. Jahr: 8,50%
2. Jahr: 5,00%
ab 3. Jahr: 3,50%
1. Jahr: 7,00%
2. Jahr: 5,50%
ab 3. Jahr: 3,50%
Gehaltssteigerung
1. Jahr: 9,00%
2. Jahr: 5,50%
ab 3. Jahr: 4,00%
1. Jahr: 7,50%
2. Jahr: 6,00%
ab 3. Jahr: 4,00%
1. Jahr: 9,00%
2. Jahr: 5,50%
ab 3. Jahr: 4,00%
1. Jahr: 7,50%
2. Jahr: 6,00%
ab 3. Jahr: 4,00%
Pensionsantrittsalter:
Frauen/Männer
60/65
60/65
60/65
60/65
60/65
60/65
Für die Berücksichtigung des Fluktuationsabschlages werden individuell berechnete Raten herangezogen.
Sonstige Rückstellungen
Die in der Bilanz unter dem Posten Passiva 6d ausgewiesenen sonstigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für Derivate in Höhe von TEUR 36.310 (31.12.2022: TEUR 43.808), Rückstellungen für Haftungen und Garantien in Höhe von TEUR 28.568 (31.12.2022: TEUR 30.264), Rückstellungen für zugesagte Rahmen in Höhe von TEUR 8.463 (31.12.2022: TEUR 7.796), Rückstellungen für Portfoliowertberichtigungen in Höhe von TEUR 34.283 (31.12.2022: TEUR 32.139), Rückstellungen für nicht konsumierte Urlaube in Höhe von TEUR 15.693 (31.12.2022: TEUR 14.237) Rückstellungen für Jubiläumsgelder in Höhe von TEUR 15.755 (31.12.2022: TEUR 10.804), sowie Rückstellungen für die Rückrechnung des Margenerhaltes in Zusammenhang mit Negativzinsen inklusive Vergütungszinsen in Höhe von TEUR 32.752 (31.12.2022: TEUR 40.166).
Eigenkapital und eigenkapitalnahe Verbindlichkeiten
Zu den nachrangigen Verbindlichkeiten ist die Nachrangigkeit im Sinne des § 51 Abs. 9 BWG jeweils schriftlich vereinbart. Insgesamt beträgt der zum 31. Dezember 2023 ausgewiesene Bestand an nachrangigen Verbindlichkeiten TEUR 893.834 (31.12.2022: TEUR 969.591). Der Bestand setzt sich aus TEUR 882.834 (31.12.2022: TEUR 958.591) Ergänzungskapitaltitel gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 4 der CRR und TEUR 11.000 (31.12.2022: TEUR 11.000) nachrangigen Anleihen zusammen. Die Laufzeiten bewegen sich zwischen 7 und 20 Jahren. Im Bestand befindet sich folgende Anleihe, welche 10 % des Gesamtbetrags der nachrangigen Verbindlichkeiten übersteigt:
ISIN
Währung
Betrag in TEUR
Zinssatz
fälllig am
a. o. Kündigungsrecht
AT0000A305Z2
EUR
98.578
4,50%
20.09.2030
nein
Das Grundkapital der Raiffeisenlandesbank OÖ beträgt gemäß Satzung per 31. Dezember 2023 TEUR 277.630 (31.12.2022: TEUR 277.630). Es setzt sich aus 1.942.042 Stamm-Stückaktien (31.12.2022: 1.942.042 Stamm-Stückaktien) zusammen.
In den Gewinnrücklagen ist eine Rücklage für das „Institutsbezogene Sicherungssystem“ in Höhe von TEUR 127.004 (31.12.2022: TEUR 108.077) enthalten.
Aufgliederung des Kernkapitals und der ergänzenden Eigenmittel
Gemäß § 64 Abs. 1 Z 16 BWG stellen sich das Kernkapital sowie die ergänzenden Eigenmittel im Geschäftsjahr 2023 wie folgt dar:
in TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Anrechenbare Kapitalinstrumente
1.101.861
1.101.861
Einbehaltene Gewinne
1.879.292
1.768.980
Sonstige Rücklagen
559.819
553.651
Abzüge und Übergangsanpassungen
-80.476
-66.998
Hartes Kernkapital
3.460.496
3.357.494
Ergänzungskapital
754.005
777.040
Abzüge und Übergangs-
anpassungen Ergänzungskapital
-43.664
-43.629
Anrechenbare Eigenmittel
4.170.837
4.090.905
Kernkapitalquote
12,13%
12,08%
Harte Kernkapitalquote
12,13%
12,08%
Gesamtkapitalquote
14,62%
14,72%
IN %
31.12.2023
31.12.2022
Säule 1
Mindestanforderung an das harte Kernkapital gem. CRR
4,500
4,500
Kapitalerhaltungspuffer
2,500
2,500
Systemrisikopuffer
0,500
0,500
Puffer für systemrelevante Institute (O-SRI)
0,750
0,500
Antizyklischer Kapitalpuffer
0,359
0,092
Anforderungen an das harte Kernkapital
8,609
8,092
Eine Aufstellung über die Konsolidierung der Eigenmittel gemäß § 64 Abs. 1 Z 17 BWG erfolgt im Konzernabschluss der Raiffeisenlandesbank OÖ.
Derivative Finanzinstrumente
Bei derivativen Finanzinstrumenten werden die beizulegenden Zeitwerte ermittelt. Der beizulegende Zeitwert (Fair Value) ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögensgegenstand getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte. Sofern Börsenkurse vorhanden sind, werden diese zur Bewertung herangezogen. Für Finanzinstrumente ohne Börsenkurs werden interne Bewertungsmodelle mit aktuellen Marktparametern, insbesondere die Barwertmethode und Optionspreismodelle, herangezogen.
Im Zusammenhang mit der Berücksichtigung von Kreditrisiken bei der Modellbewertung von Derivaten wurde ein Credit Value Adjustment (CVA) und ein Debt Value Adjustment (DVA) auf Basis von Faktoren wie insbesondere Restlaufzeit, Kontrahentenausfallrisiko, eigenem Ausfallrisiko und Besicherung ermittelt.
Derivative Finanzinstrumente des Handelsbuches werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam gebucht. Der negative beizulegende Zeitwert aller im Handelsbuch eingesetzten Derivate beträgt TEUR 449 (31.12.2022: positiver beizulegender Zeitwert TEUR 617).
Derivative Finanzinstrumente des Bankbuches, die nicht der Zinssteuerung dienen und in keiner Sicherungsbeziehung stehen, werden grundsätzlich bei negativem beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam gebucht.
Bei jenen derivativen Finanzinstrumenten des Bankbuches, die der Zinssteuerung dienen, wird im Falle eines negativen Überhangs einer funktionalen Einheit je Währung die Veränderung zum beizulegenden Zeitwert des Vorjahres erfolgswirksam gebucht.
Die funktionalen Einheiten werden entsprechend FMA-Rundschreiben eingesetzt und dienen in der Raiffeisenlandesbank OÖ der Feinaussteuerung der Grundgeschäfte (z. B. Kredite und Emissionen) des Bankbuches und ermöglichen somit eine zielgerichtete Optimierung der Zinsrisikoposition vor dem Hintergrund einer Risiko/Roll-Down-Betrachtung. Das Gesamtrisiko der funktionalen Einheiten beläuft sich zum Bilanzstichtag auf einen Zins-Basis-Point-Value von TEUR +143 (31.12.2022: TEUR +114) und damit gegenläufig zum kumulierten Zinsrisiko des Bankbuches. Die EURO Fixzins Zahlerposition 2 mit einem BPV von TEUR +122 (31.12.2022: TEUR +120) stellt den Großteil des gegenläufigen Zinsrisikos der funktionalen Einheiten dar, die restlichen Subportfolios sind entweder gänzlich oder nahezu geschlossen. Die Rückstellung für funktionale Einheiten beträgt zum 31. Dezember 2023 insgesamt TEUR 18.235 (31.12.2022: TEUR 17.516).
Im Geschäftsjahr 2023 führte ein Rückgang der Zinskurve bei überjährigen Laufzeiten zu negativen Bewertungseffekten bei den bewerteten Zinssteuerungsderivaten.
2023
Funktionale Einheit
Nominale
Positive
Markt-
werte
Negative
Markt-
werte
Bewer-
tungs-
ergebnis 2023
Bewer
tungs
ergebnis
kumuliert
Beschreibung
IN TEUR
EURO Fixzins
Zahlerposition 2
180.000
16.727
34.962
-787
-4.284
Sicherung der Zinsposition gegen eine steilere Zinskurve
EUR Derivate gegenläufig
4.898.379
194.738
188.071
0
15.171
Sicherungs- und deren Closinggeschäfte für ursprünglich im
Anlagebuch getätigte Grundgeschäfte in EUR
USD Derivate gegenläufig
96.173
11.843
4.571
0
3.984
Sicherungs- und deren Closinggeschäfte für ursprünglich im
Anlagebuch getätigte Grundgeschäfte in USD
CHF Cross Currency Position
210.583
484
102
0
0
Langfristige derivative Absicherung der Fremdwährungs-
basiszinskomponente von Anlagebuch Grundgeschäften
CZK Cross Currency Position
36.402
132
0
68
0
Langfristige derivative Absicherung der Fremdwährungs-
basiszinskomponente von Anlagebuch Grundgeschäften
USD Cross Currency Position
0
0
0
0
0
Langfristige derivative Absicherung der Fremdwährungs-
basiszinskomponente von Anlagebuch Grundgeschäften
EUR Cross Currency Position
0
0
0
0
0
Langfristige derivative Absicherung der Fremdwährungs-
basiszinskomponente von Anlagebuch Grundgeschäften
2022
Funktionale Einheit
Nominale
Positive
Markt-
werte
Negative
Markt-
werte
Bewer-
tungs-
ergebnis 2022
Bewer
tungs
ergebnis
kumuliert
Beschreibung
IN TEUR
EURO Fixzins
Zahlerposition 2
180.000
15.341
32.789
32.025
-3.497
Sicherung der Zinsposition gegen eine steilere Zinskurve
AUD Derivate gegenläufig
0
0
0
0
-2
Sicherungs- und deren Closinggeschäfte für ursprünglich im
Anlagebuch getätigte Grundgeschäfte in AUD
EUR Derivate gegenläufig
5.404.829
248.912
242.355
0
15.171
Sicherungs- und deren Closinggeschäfte für ursprünglich im
Anlagebuch getätigte Grundgeschäfte in EUR
NOK Derivate gegenläufig
0
0
0
0
-50
Sicherungs- und deren Closinggeschäfte für ursprünglich im
Anlagebuch getätigte Grundgeschäfte in NOK
SEK Derivate gegenläufig
0
0
0
0
0
Sicherungs- und deren Closinggeschäfte für ursprünglich im
Anlagebuch getätigte Grundgeschäfte in SEK
USD Derivate gegenläufig
100.612
13.086
5.206
0
3.984
Sicherungs- und deren Closinggeschäfte für ursprünglich im
Anlagebuch getätigte Grundgeschäfte in USD
CHF Cross Currency Position
198.030
1.499
0
0
0
Langfristige derivative Absicherung der Fremdwährungs-
basiszinskomponente von Anlagebuch Grundgeschäften
CZK Cross Currency Position
87.079
0
68
-68
-68
Langfristige derivative Absicherung der Fremdwährungs-
basiszinskomponente von Anlagebuch Grundgeschäften
USD Cross Currency Position
0
0
0
487
0
Langfristige derivative Absicherung der Fremdwährungs-
basiszinskomponente von Anlagebuch Grundgeschäften
EUR Cross Currency Position
0
0
0
0
0
Langfristige derivative Absicherung der Fremdwährungs-
basiszinskomponente von Anlagebuch Grundgeschäften
Weiters sind derivative Finanzinstrumente des Bankbuches Mikro-Sicherungsbeziehungen zugeordnet. Der Hauptanwendungsbereich liegt in der Absicherung von Grundgeschäften mit Fixzinsrisiko durch gegenläufige derivative Finanzinstrumente (z. B. Emission mit fixen Kupons und Receiver Swap). Die buchhalterische Zielsetzung besteht in einer Reduktion der Ergebnisvolatilitäten. Die Effektivitätsmessung des jeweiligen Sicherungszusammenhangs wird vorrangig durch den Nachweis einer Übereinstimmung wesentlicher Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft geführt und mittels Critical Term Match Test verifiziert. Dabei wird die Laufzeit von Derivaten an die des Grundgeschäfts angelehnt. Liegen beim Sicherungs- oder Grundgeschäft einer Mikro-Sicherungsbeziehung Zweifel an der Bonität der Gegenpartei vor, so erfolgt eine Einzelfallbetrachtung, ob dieser Mikrohedge aufzulösen ist. Bei einer Bonitätsstufe im Ausfallbereich erfolgt jedenfalls eine Auflösung und damit die imparitätische Bildung einer Drohverlustrückstellung. Der negative beizulegende Zeitwert aller in Mikro-Sicherungsbeziehungen eingesetzten Derivate (ohne Zinsabgrenzung) beträgt TEUR 420.790 (31.12.2022: negativer beizulegender Zeitwert TEUR 684.539).
Darüber hinaus werden derivative Finanzinstrumente des Bankbuches eingesetzt, um das Fixzins- und Liquiditätsbasisrisiko bestimmter Portfolios von Grundgeschäften mittels Makrohedging abzusichern. Die Absicherung erfolgt einerseits bei aktivseitigen Grundgeschäftspositionen (insbesondere Kredite und Anleihen) und andererseits bei passivseitigen Grundgeschäftspositionen (insbesondere Einlagen und Emissionen) mittels jeweils geeigneter Sicherungsinstrumente (insbesondere Zins- und Cross Currency Swaps). Die Sicherungsgeschäfte im Rahmen der Makropositionen werden in der Raiffeisenlandesbank OÖ fristenkonform auf Laufzeitbandebene je Währung den entsprechenden Grundgeschäften gegenübergestellt. Ergibt sich aus dem Basis Point Value bzw. Credit Basis Point Value in einem Laufzeitband ein Überhang der Sicherungsgeschäfte, so wird für das entsprechende Laufzeitband eine Drohverlustrückstellung ermittelt. Die buchhalterische Zielsetzung besteht wiederum in einer Reduktion der Ergebnisvolatilitäten. Der positive beizulegende Zeitwert der eingesetzten Zinsderivate (ohne Zinsabgrenzung) für das aktive Grundgeschäftsportfolio beträgt TEUR 410.852 (31.12.2022: positiver beizulegender Zeitwert TEUR 683.088). Der negative beizulegende Zeitwert der eingesetzten Zinssteuerungsderivate (ohne Zinsabgrenzung) für das passive Grundgeschäftsportfolio beträgt TEUR 528 (31.12.2022: negativer beizulegender Zeitwert TEUR 145.141). Die eingesetzten Derivate zur Liquiditätsabsicherung weisen einen negativen beizulegenden Zeitwert (ohne Zinsabgrenzung) von TEUR 7.641 (31.12.2022: TEUR 10.476) und einen positiven beizulegenden Zeitwert (ohne Zinsabgrenzung) von TEUR 23.633 (31.12.2022: TEUR 13.617) auf.
Zum 31. Dezember 2023 bestanden folgende derivative Finanzinstrumente:
Restlaufzeit
Nominalbetrag
Marktwert1)

IN TEUR
bis
1 Jahr
1 Jahr
bis 5 Jahre
über
5 Jahre
Summe
positiv
negativ
Zinsabhängige Termingeschäfte
OTC-Produkte
Forward Rate Agreements
0
0
0
0
0
0
Zinsswaps
6.919.875
15.733.086
12.117.421
34.770.382
1.193.086
1.149.094
Zinsoptionen – Käufe
127.000
128.087
24.479
279.566
3.023
0
Zinsoptionen – Verkäufe
553.649
2.220.509
3.598.208
6.372.366
36.594
9.553
Gesamt
7.600.524
18.081.682
15.740.108
41.422.314
1.232.703
1.158.647
Fremdwährungsabhängige Termingeschäfte
OTC-Produkte
Devisenkassa- und -termingeschäfte
1.539.326
605.396
0
2.144.722
45.908
44.918
Währungs- und Zinsswaps mit
mehreren Währungen
3.620.823
509.165
59.395
4.189.383
53.343
64.578
Devisenoptionen – Käufe
23.014
0
0
23.014
63
0
Devisenoptionen – Verkäufe
23.014
0
0
23.014
0
63
Gesamt
5.206.177
1.114.561
59.395
6.380.133
99.314
109.559
Sonstige Termingeschäfte
OTC-Produkte
Sonstige Geschäfte
0
0
0
0
0
0
Gesamt
0
0
0
0
0
0
Summe OTC-Produkte
12.806.701
19.196.243
15.799.503
47.802.447
1.332.017
1.268.206
Summe börsengehandelte Produkte
0
0
0
0
0
0
Gesamt
12.806.701
19.196.243
15.799.503
47.802.447
1.332.017
1.268.206
1) inklusive Zinsabgrenzung und CVA/DVA
Zum 31. Dezember 2022 bestanden folgende derivative Finanzinstrumente:
Restlaufzeit
Nominalbetrag
Marktwert1)

IN TEUR
bis
1 Jahr
1 Jahr
bis 5 Jahre
über
5 Jahre
Summe
positiv
negativ
Zinsabhängige Termingeschäfte
OTC-Produkte
Forward Rate Agreements
50.000
0
0
50.000
0
1.553
Zinsswaps
4.673.348
14.207.733
13.518.385
32.399.466
1.443.295
1.575.468
Zinsoptionen – Käufe
3.050
106.029
28.403
137.482
3.433
0
Zinsoptionen – Verkäufe
476.133
2.133.522
3.613.342
6.222.997
46.812
6.711
Gesamt
5.202.531
16.447.284
17.160.130
38.809.945
1.493.540
1.583.732
Fremdwährungsabhängige Termingeschäfte
OTC-Produkte
Devisenkassa- und -termingeschäfte
1.759.927
524.302
0
2.284.229
63.415
62.394
Währungs- und Zinsswaps mit
mehreren Währungen
2.919.675
477.149
55.855
3.452.679
64.342
73.976
Devisenoptionen – Käufe
11.637
0
0
11.637
178
0
Devisenoptionen – Verkäufe
11.637
0
0
11.637
0
178
Gesamt
4.702.876
1.001.451
55.855
5.760.182
127.935
136.548
Sonstige Termingeschäfte
OTC-Produkte
Sonstige Geschäfte
0
0
0
0
0
0
Gesamt
0
0
0
0
0
0
Summe OTC-Produkte
9.905.407
17.448.735
17.215.985
44.570.127
1.621.475
1.720.280
Summe börsengehandelte Produkte
0
0
0
0
0
0
Gesamt
9.905.407
17.448.735
17.215.985
44.570.127
1.621.475
1.720.280
1) inklusive Zinsabgrenzung und CVA/DVA
Die derivativen Finanzinstrumente sind in der Bilanz mit nachfolgenden Buchwerten enthalten:
2023
Forde-
rungen
Kredit-
institute
Forde-rungen Kunden
Verbind-
lichkeiten
Kredit-
institute
Verbind-
lichkeiten
Kunden
Sonstige
Aktiva
Sonstige
Passiva
Aktive
Rechnungs-
abgrenzung
Passive
Rechnungs-
abgrenzung
Rück-
stellungen
Derivate
IN TEUR
Buchwerte von Derivaten des
Handelsbuches/Bankbuches
a) Zinssatzbezogene Verträge
125.368
34.743
66.421
11.208
7.564
14.130
16.716
54.275
36.310
b) Wechselkursbezogene Verträge
1.114
0
–675
0
98.101
110.838
0
0
0
2022
Forde-
rungen
Kredit-
institute
Forder-ungen Kunden
Verbind-
lichkeiten
Kredit-
institute
Verbind-
lichkeiten
Kunden
Sonstige
Aktiva
Sonstige
Passiva
Aktive
Rechnungs-
abgrenzung
Passive
Rechnungs-
abgrenzung
Rück-
stellungen
Derivate
IN TEUR
Buchwerte von Derivaten des
Handelsbuches/Bankbuches
a) Zinssatzbezogene Verträge
185.010
0
123.812
0
8.356
14.558
15.939
36.711
43.808
b) Wechselkursbezogene Verträge
2.290
0
3.032
0
36.880
47.566
0
0
0
Ergänzende Angaben
Die Informationen gemäß „Teil 8 Offenlegung durch Institute“ der Verordnung (EU) 575/2013 (Capital Requirements Regulation - CRR) werden auf der Website der Raiffeisenlandesbank OÖ (www.rlbooe.at) veröffentlicht.
Im Bilanzposten Aktiva 4 sind Treuhandforderungen in Höhe von TEUR 306.503 (31.12.2022: TEUR 289.885) enthalten, Treuhandeinlagen unter Bilanzposten Passiva 1 bestehen in gleicher Höhe.
In der Bilanz sind Aktivposten in fremder Währung in Höhe von TEUR 1.113.819 (31.12.2022: TEUR 1.273.656) und Passivposten in fremder Währung in Höhe von TEUR 1.145.567 (31.12.2022: TEUR 923.583) enthalten.
Zum 31. Dezember 2023 sind für die Mündelgeldspareinlagen in Höhe von TEUR 12.045 (31.12.2022: TEUR 11.696) Wertpapiere als Deckungsstock in Höhe von TEUR 14.962 (31.12.2022: TEUR 15.002) gewidmet.
Als Sicherheit für fremde Verbindlichkeiten werden Forderungen an Kunden in Höhe von TEUR 539.312 (31.12.2022: TEUR 397.450) verwendet.
Als Sicherheit für fundierte Wertpapieremissionen sind Wertpapiere mit einem Buchwert von TEUR 68.731 (31.12.2022: TEUR 47.551) und Forderungen an Kunden in Höhe von TEUR 2.960.405 (31.12.2022: TEUR 1.978.197) verpfändet. Weiters sind Forderungen mit einem Buchwert von TEUR 3.857.108 (31.12.2022: TEUR 4.058.934) und Wertpapiere mit einem Buchwert von TEUR 333.545 (Vorjahr: TEUR 87.043) als Sicherheit bei Kreditinstituten und Börsen hinterlegt. In dieser Summe befindet sich ein von der Raiffeisenlandesbank OÖ begebener Retained Covered Bond mit einer Nominale in Höhe von TEUR 250.000 (31.12.2022: TEUR 0), der an Dritte in Form einer Wertpapierleihe verliehen wurde. Bei Kreditinstituten und Kunden sind TEUR 340.823 (31.12.2022: TEUR 448.502) aufgrund von Sicherheitenvereinbarungen hinterlegt. An Kreditinstitute sind Forderungen in Höhe von TEUR 4.467.210 (31.12.2022: TEUR 4.608.398) zediert. Mit Korrespondenzbanken wurden Nettingvereinbarungen abgeschlossen.
In der Bilanz sind nachstehende Vermögensgegenstände nachrangiger Art enthalten:
Bezeichnung der Bilanzposten
Buchwert
Buchwert
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Forderungen an Kreditinstitute
43.620
43.523
Forderungen an Kunden
7.492
7.707
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
0
10.460
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
241.304
234.779
Unterstrichposten
Die im Bilanzposten Passiva Unterstrich 1 ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten enthalten nachstehende Einzelgeschäfte, die in Bezug auf die Gesamttätigkeit der Raiffeisenlandesbank OÖ von Bedeutung sind:
Art der Eventualverbindlichkeit
Buchwert
Buchwert
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Haftungen
3.619.719
3.070.926
Bei den im Bilanzposten Passiva Unterstrich 2 ausgewiesenen Kreditrisiken handelt es sich um zugesagte Kreditrahmen und Promessen in Höhe von TEUR 7.247.610 (31.12.2022: TEUR 7.577.619).
Das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (ESAEG), das eine europäische Richtlinie umsetzt, ist Mitte August 2015 in Kraft getreten. Alle Mitgliedsinstitute der Raiffeisenbankengruppe OÖ sind Mitglied bei der „Österreichischen Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen“.
Das Gesetz sieht die Errichtung eines Einlagensicherungsfonds vor, der durch jährliche Beiträge von Kreditinstituten zu speisen ist. Das Zielvolumen, das bis zum Jahr 2024 erreicht werden muss, beträgt 0,8 % der gedeckten Einlagen. Sollten diese Mittel im Schadensfall nicht ausreichen, können die Institute jährlich verpflichtet werden, zusätzlich 0,5 % der gedeckten Einlagen zu leisten.
Einlagen sind pro Kunde pro Institut bis zu EUR 100.000 gesichert. Dies gilt sowohl für natürliche als auch juristische Personen. Nicht gesichert sind alle Einlagen, die im § 10 Abs. 1 ESAEG aufgelistet sind (u. a. Einlagen von Finanzinstituten, Wertpapierfirmen, Versicherungsunternehmen, Pensions- und Rentenfonds sowie von staatlichen Stellen).
Die Erstattung der gedeckten Einlagen hat innerhalb von sieben Arbeitstagen nach Eintritt eines Sicherungsfalls zu erfolgen.
Weiters ist ein Garant für die Sicherheit der Einlagen das im Jahr 2021 neugegründete österreichweite institutsbezogene Sicherungssystem (Raiffeisen-IPS), dem sowohl die Raiffeisenlandesbank OÖ als auch alle oberösterreichischen Raiffeisenbanken beigetreten sind.
Mit Etablierung einer europaweiten Bankenunion durch die Europäische Union trat die Banking Recovery and Resolution Directive (BRRD) per 1. Jänner 2015 in Kraft. Das Bankensanierungs- und Abwicklungsgesetz (BaSAG) wurde mit 1. Jänner 2015 als nationale Umsetzung der BRRD in Kraft gesetzt. Dieses Gesetz verpflichtet jedes Institut mit Sitz im Inland, das nicht Teil einer Gruppe ist, die einer Beaufsichtigung auf konsolidierter Basis unterliegt, einen Sanierungsplan nach den im BaSAG definierten Anforderungen zu erstellen und jährlich zu aktualisieren. Die RBG OÖ Verbund erstellte als EU-Mutterunternehmen auf Basis dieser Rechtslage den Gruppensanierungsplan 2023, der Spezifika der Raiffeisenlandesbank OÖ enthält.
Ein Abwicklungsplan wird von der Abwicklungsbehörde erstellt, mindestens jährlich überprüft und gegebenenfalls aktualisiert.
Für den Stresstest im Zusammenhang mit dem Sanierungsplan gemäß BaSAG wurde das Sanierungspotenzial des Instituts in vier unterschiedlichen Szenarien ermittelt, wobei sowohl zwei kombinierte (langsame bzw. schnelle/langsame Ausprägung), eine idio-synkratische (schnelle Ausprägung) und eine systemische Krise (langsame Ausprägung) in Betracht gezogen wurden. Die Szenarien erfüllen im Hinblick auf Strenge die Kriterien der EBA-Guideline 2014/06.
Damit Krisen bereits in einer frühen Phase identifiziert werden können, sind in einem umfassenden Rahmenkonzept Frühwarnindikatoren festgelegt, die Zeit verschaffen sollen, um geeignete Gegenmaßnahmen zu treffen. Das gewählte Indikatoren-Set entspricht den Mindestanforderungen an qualitative und quantitative Indikatoren gemäß EBA-Guideline. Zusätzlich wurden weitere Indikatoren selbst gewählt, sodass in Summe ein Set aus 28 Indikatoren überwacht und regelmäßig an den Vorstand berichtet wird.
Die Raiffeisenlandesbank OÖ ist gesetzlich verpflichtet, einen jährlichen Beitrag in den einheitlichen Abwicklungsfonds (Single Resolution Fund – SRF) auf europäischer Ebene zu leisten. Der Beitrag in den Abwicklungsfonds wird von der zuständigen Aufsichtsbehörde in Abhängigkeit von den nicht gesicherten Einlagen in Verbindung mit dem Risikoprofil des Instituts festgesetzt. Reichen die verfügbaren Finanzmittel nicht aus, um Verluste, Kosten und sonstige Aufwendungen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme des Fonds für Abwicklungsmechanismen zu decken, werden außerordentliche Beiträge erhoben, um die zusätzlichen Aufwendungen zu decken.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Ein IPS ist eine vertragliche oder satzungsmäßige Haftungsvereinbarung, die die teilnehmenden Institute dezentraler Bankengruppen absichert (Haftungsverbund). Damit wird das solidarische Zusammenstehen geregelt. Gemäß Art. 49 CRR müssen Kreditinstitute bei der Ermittlung ihrer Eigenmittel grundsätzlich deren Positionen in Eigenmittelinstrumenten anderer Kreditinstitute in Abzug bringen, sofern nicht eine Befreiung aufgrund von Art. 49 Abs. 3 CRR i. V. m. Art. 113 Abs. 7 CRR im Rahmen eines bestehenden IPS gegeben ist. Das Raiffeisen-IPS erfüllt diese Voraussetzungen.
Am 21. Dezember 2020 haben die Raiffeisen Bank International AG, die Raiffeisenlandesbanken und die Raiffeisenbanken Anträge bei der FMA und der EZB eingereicht, um ein neues institutsbezogenes Sicherungssystem (Raiffeisen-IPS), bestehend aus der RBI und ihren österreichischen Tochterbanken, allen Raiffeisenlandesbanken und den österreichischen Raiffeisenbanken, zu gründen und einer Genossenschaft unter dem Namen „Österreichische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen“ zum Zwecke der gesetzlichen Einlagensicherung und Anlegerentschädigung im Sinne des ESAEG beizutreten.
Auf Basis des IPS-Vertrages vom 15. März 2021, von dem unter anderen über 350 Raiffeisenbanken, die acht Raiffeisenlandesbanken sowie die Raiffeisen Bank International AG umfasst sind, wurde das neue Raiffeisen-IPS von den Aufsichtsbehörden EZB am 12. Mai 2021 und FMA am 18. Mai 2021 rechtsgültig genehmigt, auch wurde dieses neue IPS als Einlagensicherung und Anlegerentschädigung gemäß ESAEG am 28. Mai 2021 anerkannt. Die Institute der Raiffeisenbankengruppe OÖ sind per 29. November 2021 aus der Einlagensicherung AUSTRIA ausgetreten. Ab diesem Zeitpunkt ist die ÖRS die zuständige Sicherungseinrichtung.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Aufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten
Der Gesamtbetrag der Aufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten beträgt im Geschäftsjahr 2023 TEUR 34.821 (2022: TEUR 35.001).
Zinserträge und Zinsaufwendungen
Im Geschäftsjahr 2023 verminderten sich die Zinserträge aufgrund von Negativzinsen um TEUR 894 (2022: TEUR 38.496) und die Zinsaufwendungen um TEUR 550 (2022: TEUR 66.868).
Weiters wurde für die Rückrechnung des Margenerhaltes in Zusammenhang mit Negativzinsen ein Betrag von TEUR 1.123 (2022: TEUR 1.403) rückgestellt und erfolgsmindernd in den Zinserträgen berücksichtigt. Aufgrund von Verjährungen kam es im Geschäftsjahr zu einer Auflösung von TEUR 8.537 (2022: TEUR 0), diese wurde erfolgserhöhend in den Zinserträgen gebucht.
Nach Auslaufen von Tendergeschäften (TLTRO III) i. H. v. EUR 0,9 Mrd. sowie der vorzeitigen Rückführung von weiteren EUR 2,0 Mrd. im Geschäftsjahr 2023 beträgt der Bestand per 31. Dezember.2023 EUR 1,0 Mrd. (31.12.2022: EUR 3,9 Mrd.) und wird im Posten „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ ausgewiesen. Die Verzinsung für Tendergeschäfte wurde bereits im November 2022 auf den von der Europäischen Zentralbank festgelegten Zinssatz für die Einlagenfazilität umgestellt. Dieser ist somit auch für die Verzinsung im Geschäftsjahr 2023 relevant. Im Geschäftsjahr 2023 ergab sich dabei ein Zinsaufwand i. H. v. TEUR 111.709 aus den Tendergeschäften (2022: Zinsertrag i. H. v. TEUR 39.030). Die Raiffeisenlandesbank OÖ hat die letzte verbliebene Tranche bis zum Laufzeitende im März 2024 gehalten.
Erträge aus Wertpapieren
Die anteiligen Jahresergebnisse der im Eigenbesitz befindlichen Fondsanteile betragen TEUR 28.496 (2022: TEUR 12.732). Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2017 ergibt sich somit ein kumulativer Wert in Höhe von TEUR 149.848 (2022: TEUR 121.352). Die Erträge werden zum Jahresende als Forderung eingestellt und im Folgejahr ausgeschüttet.
Sonstige betriebliche Erträge
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung unter Position 7 ausgewiesenen sonstigen betrieblichen Erträge betreffen mit TEUR 13.278 (2022: TEUR 13.547) die Personalkostenersätze sowie mit TEUR 37.969 (2022: TEUR 35.824) die Leistungsverrechnung.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung unter Position 10 ausgewiesenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen mit TEUR 13.246 (2022: TEUR 13.544) die bankfremden Personalaufwendungen.
Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG
Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft als Gruppenträger bildet seit 2005 mit einer Vielzahl von finanziell verbundenen Unternehmen eine Unternehmensgruppe im Sinne von § 9 KStG. Mit allen Gruppenmitgliedern wurden Gruppenverträge geschlossen, in denen insbesondere die nach § 9 Abs. 8 KStG geforderte Steuerausgleichsvereinbarung geregelt ist. Bestehen mit Gruppenmitgliedern Ergebnisabführungsverträge, stellen diese die geforderte Steuerausgleichsvereinbarung gemäß § 9 Abs. 8 KStG dar. Für alle anderen Gruppenmitglieder wurden im Rahmen der abgeschlossenen Gruppenverträge Steuerausgleichsvereinbarungen in Form von Steuerumlagen dergestalt getroffen, dass einerseits für vom übergeordneten Gruppenmitglied/Gruppenträger übernommene steuerliche Gewinne eine Steuerumlage vom jeweiligen Gruppenmitglied an das übergeordnete Gruppenmitglied/Gruppenträger geleistet wird und andererseits für vom übergeordneten Gruppenmitglied/Gruppenträger übernommene steuerliche Verluste eine Steuerumlage von diesem an das jeweilige Gruppenmitglied geleistet wird. Scheidet ein Gruppenmitglied aus der Unternehmensgruppe aus, ist dem Gruppenmitglied für übernommene und noch nicht verrechnete steuerliche Verluste ein angemessener Ausgleich zu leisten. Die aus diesem Titel resultierenden künftigen Verpflichtungen werden rückgestellt, sofern deren Eintritt wahrscheinlich ist. Die Verbindlichkeiten aus Steuerumlagen betragen zum Stichtag TEUR 0 (2022: TEUR 1).
Im Geschäftsjahr 2023 betrifft die Position „Steuern vom Einkommen und Ertrag“ mit TEUR 32.881 (2022: TEUR 56.566) die Körperschaftsteuer der Gruppe, mit TEUR -3.650 (2022: TEUR -3.868) den Saldo aus Steuerumlagen, mit TEUR 463 (2022: TEUR 530) ausländische Ertragsteuern und mit TEUR 8.212 die latenten Steuern (2022: TEUR -15.803). In dieser Angabe sind Aufwendungen positiv sowie Erträge negativ dargestellt.
Aufwendungen für die Prüfung des Jahresabschlusses
Die Aufwendungen für die Prüfung des Jahresabschlusses, für Steuerberatungsleistungen und sonstige Leistungen gemäß § 238 Z 18 UGB werden im Konzernabschluss der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft angegeben.
Sonstige Angaben
Angaben über Arbeitnehmer
Im Geschäftsjahr 2023 waren durchschnittlich 1.744 (2022: 1.675) Angestellte im Bankbetrieb tätig.
Vorschüsse und Kredite an Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates
Die Vorschüsse und Kredite an Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates verteilen sich mit TEUR 989 (2022: TEUR 1.423) auf die Mitglieder des Vorstandes und mit TEUR 128 (2022: TEUR 269) auf die Mitglieder des Aufsichtsrates der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft.
Die Ausleihungen an die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates werden zu den sektorüblichen Vertragsbedingungen gewährt. Rückzahlungen werden vereinbarungsgemäß geleistet.
Aufwendungen für Jubiläumsgelder, Abfertigungen und Pensionen
In der Position „Löhne und Gehälter“ sind Aufwendungen/Erträge für Rückstellungen für Jubiläumsgelder in Höhe von TEUR 4.942 (2022: TEUR 1.226) enthalten. In den Personalaufwendungen sind Aufwendungen für Abfertigungen in Höhe von TEUR 5.485 (2022: TEUR 8.990) und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von TEUR 1.417 (2022: TEUR 1.200) enthalten. Im Geschäftsjahr betragen die Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung TEUR 11.172 (2022: TEUR 9.955) und für die Bildung der Pensionsrückstellung TEUR -1.752 (2022: TEUR 4.779).
Von den im Geschäftsjahr 2023 aufgewendeten Abfertigungen (inklusive Rückstellungen) und Pensionen (inklusive Rückstellungen) entfallen TEUR -828 (2022: TEUR 1.891) auf den Vorstand und TEUR 9.237 (2022: TEUR 16.587) auf andere Arbeitnehmer. Zusätzlich sind für Pensionsvorsorgen TEUR 4.502 (2022: TEUR 3.464) für den Vorstand und TEUR 3.412 (2022: TEUR 2.982) für andere Arbeitnehmer aufgewendet worden.
Aufwendungen für Bezüge und Vergütungen des Vorstandes und des Aufsichtsrates
Die Bezüge für die Mitglieder des Vorstandes (einschließlich Sachbezüge und Aufwendungen im Zusammenhang mit der Pensionsvorsorge) betragen im Jahr 2023 TEUR 9.623 (2022: TEUR 7.935).
Die Aufwendungen für ehemalige Geschäftsleiter (Abfertigungen und Pensionszahlungen) betragen 2023 TEUR 1.192 (2022: TEUR 1.547).
An die Aufsichtsratsmitglieder wurden 2023 Vergütungen (inklusive Fahrtkostenvergütungen) in Höhe von TEUR 609 (2022: TEUR 648) bezahlt.
Nahestehende Unternehmen und Personen
Im Rahmen der Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Mitgliedern des Key Managements (= Vorstand und Aufsichtsrat der Raiffeisenlandesbank OÖ, Vorstand der Raiffeisenbankengruppe OÖ Verbund eGen, RLB Holding eGen OÖ), deren Angehörigen sowie Unternehmen, die von diesen Personen beherrscht werden, kommen die marktüblichen Konditionen zur Anwendung.
Auflistung Daten und Kennzahlen nach Niederlassungsstaaten
Eine nach Niederlassungsstaaten geordnete Auflistung von Daten und Kennzahlen auf konsolidierter Basis erfolgt im Konzernabschluss der Raiffeisenlandesbank OÖ.
Gesamtkapitalrentabilität
Die Gesamtkapitalrentabilität gemäß § 64 Abs. 1 Z 19 BWG (Quotient des Jahresergebnisses nach Steuern und Bilanzsumme zum Bilanzstichtag) beträgt 0,39 % (31.12.2022: 0,28 %).
Vorschlag über die Verwendung des Ergebnisses
Der Vorstand geht zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses davon aus, dass er der Hauptversammlung vorschlagen wird, vom Bilanzgewinn in Höhe von EUR 48.446.818,76 einen Betrag von EUR 48.400.000,00 auszuschütten und den Rest in Höhe von EUR 46.818,76 der Gewinnrücklage zuzuführen.
Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag
Im Dezember 2023 hat die Raiffeisen Bank International AG (RBI) die Entscheidung getroffen, über ihre russische Tochter AO Raiffeisenbank 28.500.000 Aktien der STRABAG SE, dies entspricht 27,78 % der ausgegebenen Aktien, von der in Russland ansässigen MKAO „Rasperia Trading Limited“ für einen Kaufpreis in Höhe von EUR 1.510 Mio. (einschließlich früherer Dividenden) zu erwerben. Die Durchführung des Erwerbs ist abhängig von verschiedenen aufschiebenden Bedingungen, darunter der zufriedenstellende Abschluss der Sanktions-Compliance-Due-Diligence-Prüfung durch die RBI, die Genehmigungen der Aufsichtsbehörden und die kartellrechtlichen Freigaben.
Nach der Durchführung der Transaktion (Closing) wird die AO Raiffeisenbank die STRABAG-Aktien als Sachdividende an die RBI übertragen. Die Genehmigung der Sachdividende durch die zuständigen russischen Behörden entspricht einer aufschiebenden Bedingung für den Erwerb der STRABAG-Aktien durch die AO Raiffeisenbank. Nach dem Closing wird die RBI die Aktien an der STRABAG SE als langfristige Kapitalbeteiligung halten. Mit dieser Transaktion reduziert die RBI weiter ihr Engagement in Russland.
Mit Closing der Transaktion wird ein Effekt auf die harte Kernkapitalquote des RBI-Konzerns von rund -10 Basispunkten erwartet, hingegen ein positiver Effekt auf die harte Kernkapitalquote des RBI-Konzerns ohne Russland von rund 120 Basispunkten angenommen. Durch diese Transaktion wird von einer deutlich positiven Wirkung auf den beizulegenden Wert der indirekt über die RLB OÖ Sektorholding GmbH gehaltene Beteiligung an der RBI ausgegangen. Wesentliche bilanzielle Auswirkungen sind damit jedoch nicht verbunden.
Im Februar 2024 hat die RBI ihren potenziellen Ausstieg aus dem belarussischen Markt bekanntgegeben. Die RBI ist in fortgeschrittenen Verhandlungen über den Verkauf ihres Anteils von 87,74 % an der Priorbank JSC samt deren Tochtergesellschaften mit einem Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Transaktion würde auf Konzernebene zu einem Verlust in Höhe von rund EUR 225 Mio. führen, der erwartete Effekt auf die harte Kernkapitalquote des RBI-Konzerns wäre minimal. Bei Closing würde ein zusätzlicher negativer Effekt i. H. v. rund EUR 450 Mio. in der Erfolgsrechnung des RBI-Konzerns aufgrund der Umgliederung überwiegend historischer Währungsverluste aus dem sonstigen Ergebnis entstehen. Auf das regulatorische Kapital des RBI-Konzerns hätte diese Umgliederung keine Auswirkungen. Bei der Ermittlung des beizulegenden Wertes der RBI-Beteiligungen wird dadurch mit keinen wesentlichen Auswirkungen gerechnet.
Im März 2024 hat der Vorstand der voestalpine AG den geplanten Verkauf von Buderus Edelstahl und die Reorganisation des Automotive Components-Geschäfts in Deutschland bekanntgegeben. Der Verkauf und außerplanmäßige Abschreibungen in der High Performance Metals Division sind mit einem negativen Einmaleffekt im Ergebnis des voestalpine-Konzerns in Höhe von rund EUR -340 Mio. verbunden. Im Zuge der Reorganisation des Automobilzulieferbereichs in Deutschland wurden die Planannahmen in der Metal Forming Division entsprechend angepasst, was zu einmaligen Abschreibungen in Höhe von rund EUR -70 Mio. führt. Bei der künftigen Ermittlung des beizulegenden Wertes der indirekt gehaltenen voestalpine-Beteiligung wird aus den genannten Vorgängen mit keinen wesentlichen Auswirkungen gerechnet.
Weitere wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag, die weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt sind, liegen nicht vor.

Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates
Während des Geschäftsjahres 2023 waren folgende Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates tätig:
Vorsitzender des VorstandesMitglieder des Vorstandes
Generaldirektor Dr. Heinrich SchallerVorstandsdirektorin Mag. Sigrid Burkowski (seit 1. Juli 2023)Vorstandsdirektor Dr. Michael GlaserVorstandsdirektor Mag. Stefan SandbergerVorstandsdirektor Mag. Reinhard Schwendtbauer
Stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes
Generaldirektor-Stellvertreterin
Mag. Michaela Keplinger-Mitterlehner
Angaben über die Mitglieder des Aufsichtsrates der Raiffeisenlandesbank OÖ finden Sie auf den Seiten 12 und 13.
Linz, am 2. April 2024
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft
Europaplatz 1a, 4020 Linz
DER VORSTAND
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Erklärung des Vorstandes
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Linz, am 2. April 2024
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft
Europaplatz 1a, 4020 Linz
DER VORSTAND
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Bericht des Aufsichtsrates gemäss § 96 AKTG
Der Aufsichtsrat der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft hat im Geschäftsjahr 2023 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben vollumfänglich wahrgenommen. Der Vorstand hat regelmäßig, zeitnah und umfassend über bedeutsame Geschäftsvorfälle sowie die Lage und Entwicklung der Bank und des Konzerns berichtet. Im Rahmen seiner Berichterstattungen erörterte der Vorstand umfassend die Ertrags- und Risikosituation der Bank und des Konzerns und informierte über das Kapital-, Risiko- und, Liquiditätsmanagement des Hauses. Bei Entscheidungen von grundlegender Bedeutung erfolgte eine zeitnahe Einbindung des Aufsichtsrates durch den Vorstand. In den Sitzungen des Aufsichtsrates und seiner Ausschüsse wurden dem Vorstand Arbeitsaufträge erteilt, über deren Umsetzung und Ergebnisse zeitnah in den folgenden Sitzungen umfassend und adäquat berichtet wurde.
Im Geschäftsjahr 2023 fanden 40 Sitzungen des Aufsichtsrates bzw. seiner Ausschüsse statt, wobei die Gremialsitzungen des Aufsichtsrates sowie seiner Ausschüsse zu einem Großteil in einem hybriden Sitzungsformat stattfanden, um zu jeder Zeit rasch Entscheidungen treffen zu können. Im Lichte einer effizienten Entscheidungsfindung erfolgten Beschlussfassungen des Aufsichtsrates oder seiner Ausschüsse auch im Umlaufweg, sofern dies zeitlich geboten war.
Der Aufsichtsrat beschäftigte sich in fünf Sitzungen im Geschäftsjahr 2023 mit sämtlichen ihm gemäß den gesetzlichen Bestimmungen und internen Governance-Vorschriften überantworteten Themenstellungen. Folglich erörterte der Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsrat die wirtschaftliche Lage und Situation der Bank und des Konzerns. Im Rahmen von regelmäßigen Berichten aus den jeweiligen Vorstandsbereichen erfolgte in jeder Sitzung des Aufsichtsrates ein Bericht über die Geschäftsentwicklung der Beteiligungs- und Töchterunternehmen und befassten sich die Mitglieder des Aufsichtsrates tourlich mit den Fortschritten bei wesentlichen (IT-) Projekten. Ebenso befassten sich die Mitglieder des Aufsichtsrates mit aktuellen Compliance-Themen der Bank und des Konzerns, insbesondere im Zusammenhang mit AML- und sanktionsrechtlichen Anliegen im Lichte der derzeitigen geopolitischen Konflikte. Im Rahmen von tourlichen Controlling-Berichten erfolgten unter anderem eine umfassende Erörterung der aktuellen Themen des Risikomanagements entlang der quartalsweisen Gesamtbankrisikoberichte sowie Fokusberichte zu einzelnen Risikoarten. Der Leiter der Internen Revision berichtete laufend über seine Prüftätigkeiten und -ergebnisse. Ebenso beschäftigte sich der Aufsichtsrat regelmäßig mit den Finanzierungstätigkeiten der Bank und erfolgten detaillierte Segmentberichte zur Entwicklung der Marktbereiche samt Fokusberichten zu ausgewählten Geschäftsbereichen. Weiters wurden die Aufsichtsratsmitglieder über die Aktivitäten der Bank und des Konzerns im Bereich der Nachhaltigkeit regelmäßig informiert, stellte der Vorstand im Aufsichtsrat die wesentlichen Eckpunkte einer überarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategie vor und genehmigte der Aufsichtsrat die damit verbundene partielle Anpassung der Geschäftsstrategie der Bank.
Sechs Ausschüsse (Nominierungs-, Zustimmungs-, Informations-, Risiko-, Prüfungs- sowie Personal- und Vergütungsausschuss) unterstützten den Gesamtaufsichtsrat wirkungsvoll bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben. Die in den Ausschüssen behandelten Inhalte umfassten die in den jeweiligen Geschäftsordnungen festgelegten Kompetenzkataloge.
Im Berichtszeitraum fasste der Aufsichtsrat den Beschluss, den Vorstand auf sechs Mitglieder mit Wirkung zum 1. Juli 2023 zu erweitern. Als Ergebnis eines strukturierten Bestellungsprozesses unter federführender Leitung des Nominierungsausschusses bestellte der Aufsichtsrat Frau Mag. Sigrid Burkowski in den Vorstand der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft. Ihr Zuständigkeitsbereich umfasst die Themen Governance, Compliance, Recht & Outsourcing, Einkaufsmanagement und Nachhaltigkeitsmanagement.
Der Aufsichtsratsvorsitzende sowie die Ausschussvorsitzenden führten auch außerhalb der regulär abgehaltenen Sitzungen zahlreiche Gespräche mit dem Vorstand zur Stärkung der Kommunikation und des Informationsaustausches zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Zudem erfolgten – sofern sinnvoll und notwendig – Abstimmungen zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und den Ausschussvorsitzenden über fachspezifische Inhalte in Vorbereitung auf anstehende Sitzungen des Aufsichtsrates bzw. der Ausschüsse und erörterten sie dabei gremienübergreifende Themen des Aufsichtsrates. Im Rahmen eines offenen Dialogs erfolgte eine Vorbereitung von bevorstehenden Entscheidungen zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorstand unter themenspezifischer Einbeziehung der betroffenen Ausschussvorsitzenden. Vor den anberaumten Sitzungen hatten die Mitglieder des Aufsichtsrates grundsätzlich stets Gelegenheit, sich in Expertengesprächen zum Inhalt der Tagesordnungspunkte der bevorstehenden Sitzung zu informieren, um fundierte Entscheidungen treffen bzw. die Kontrollpflicht gewissenhaft erfüllen zu können.
Im Geschäftsjahr 2023 fanden mehrere Gespräche des Aufsichtsratsvorsitzenden und einzelner Ausschussvorsitzenden mit Vertretern des Joint Supervisory Teams (JST) statt. Im Zuge dieser Gespräche berichteten der Vorsitzende des Aufsichtsrates sowie die betroffenen Ausschussvorsitzenden im Wesentlichen über die Tätigkeiten des Aufsichtsrates sowie der jeweiligen Ausschüsse und tauschten sich dabei mit den JST-Vertretern über die verschiedenen aufsichtlichen Standpunkte aus.
Der Nominierungsausschuss befasste sich unter anderem mit der tourlichen Bewertung der individuellen und kollektiven Fit & Properness der Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtsrates. Zudem erfolgte im Jahr 2023 im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften eine Evaluierung der Struktur, Größe, Zusammensetzung und Leistung des Vorstandes und Aufsichtsrates oder überprüften die Mitglieder des Nominierungsausschusses den Kurs der Geschäftsleitung im Hinblick auf die Auswahl des höheren Managements. Neben individuellen Fortbildungsmaßnahmen führte der Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Vorstand eine Fit & Proper Schulung zum Schwerpunktthema „Grüne Transformation“ durch, wobei externe und interne Fachexperten die verschiedenen Aspekte der grünen Transformation mit Auswirkungen auf die Bank sowie den Konzern unter verschiedenen Perspektiven zusammenhängend beleuchteten.
Zur weiteren Verbesserung seiner Arbeitsweise führte der Aufsichtsrat eine umfassende Selbstevaluierung unter externer Begleitung durch. Das Ergebnis der Evaluierung wurde in offener und konstruktiver Atmosphäre im Kreis der Aufsichtsratsmitglieder erörtert und daraus abgeleitet von den Mitgliedern Maßnahmen definiert, welche unter anderem die Organisation des Aufsichtsrates, das Berichtswesen an den Aufsichtsrat sowie den Sitzungsablauf verbessern werden.
Der Vorstand hat für das Jahr 2023 einen gesonderten konsolidierten nichtfinanziellen Bericht gemäß § 267a UGB einschließlich der Angaben für das Mutterunternehmen nach § 243b UGB erstellt und dem Aufsichtsrat vorgelegt. Dieser hat den Bericht auf Rechtmäßigkeit und Vollständigkeit geprüft.
Die Buchführung, der Jahresabschluss nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (UGB)/Bankwesengesetzes (BWG), der Konzernabschluss nach den Bestimmungen der International Financial Reporting Standards (IFRS) – wie sie in der EU anzuwenden sind – zum 31. Dezember 2023, der Lagebericht sowie der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023 sind vom Prüfer des Österreichischen Raiffeisenverbandes und von der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft geprüft worden. Die Prüfungen haben zu keinen wesentlichen Beanstandungen Anlass gegeben und den gesetzlichen Vorschriften wurde voll entsprochen. Vom Österreichischen Raiffeisenverband wurden die uneingeschränkten Bestätigungsvermerke des unabhängigen Abschlussprüfers erteilt, von der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft die Vermerke des unabhängigen Abschlussprüfers erstellt.
Der Prüfungsausschuss hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023, den Lagebericht sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023 geprüft und festgestellt, dass keinerlei Anlass zu Beanstandungen besteht. Das Prüfungsergebnis des Prüfungsausschusses mündet daher in der Empfehlung an den Aufsichtsrat, sich dem Ergebnis der Abschlussprüfer anzuschließen und den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 gemäß § 96 Abs. 4 des Aktiengesetzes zu billigen, dem Vorschlag des Vorstandes über die Gewinnverwendung zuzustimmen und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 samt Konzernlagebericht zustimmend zur Kenntnis zu nehmen.
Der Aufsichtsrat hat in der am 17. April 2024 abgehaltenen Sitzung den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023, den Lagebericht sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023 seinerseits geprüft.
Der Aufsichtsrat hat sich dem Prüfungsergebnis des Prüfungsausschusses und dem Vorschlag des Vorstandes über die Gewinnverwendung angeschlossen, den Jahresabschluss 2023 der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft, der damit gemäß § 96 Abs. 4 des Aktiengesetzes festgestellt ist, gebilligt und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 samt Konzernlagebericht zustimmend zur Kenntnis genommen.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft und des gesamten Konzerns für den geleisteten Einsatz sowie ihr hohes Engagement, welches, gepaart mit fachlicher Kompetenz, den wirtschaftlichen Erfolg im Geschäftsjahr 2023 ermöglichte.
Linz, am 17. April 2024
Für den Aufsichtsrat
Ing. Volkmar Angermeier
Aufsichtsratspräsident der Raiffeisenlandesbank OÖ
Bestätigungsvermerk Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Ich habe den Jahresabschluss der
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft, Linz,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023, der Gewinn‐ und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach meiner Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens‐ und Finanzlage zum 31. Dezember 2023 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Ich habe meine Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU‐Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU‐VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Meine Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und ich habe meine sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach meinem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für meine Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit meiner Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung meines Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und ich gebe kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Im Rahmen der Prüfung wurden drei dieser Sachverhalte identifiziert, die nachfolgend beschrieben werden:
① Werthaltigkeit der RLB OÖ Sektorholding GmbH, über die die Anteile an der Raiffeisen Bank International AG (RBI) gehalten werden
Sachverhalt und Risiko für den Abschluss
Im Jahresabschluss der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft (RLB OÖ AG) zum
31. Dezember 2023 wird die RLB OÖ Sektorholding GmbH unter dem Bilanzposten „Anteile an verbundenen Unternehmen“ ausgewiesen. Diese Gesellschaft hält die Anteile an der RBI, die auch das Zentralinstitut der Gesellschaft ist, und Anteile an einem weiteren Unternehmen des Konzerns der RBI. Die Bewertung der RLB OÖ Sektorholding GmbH erfolgt gemäß dem gemilderten Niederstwertprinzip unter Berücksichtigung des Anschaffungskostenprinzips. Wenn daher der beizulegende Wert voraussichtlich dauernd unter dem Beteiligungsbuchwert liegt, wird eine Abschreibung vorgenommen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe dafür nicht mehr bestehen, so ist der Betrag dieser Abschreibung im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung des Anschaffungskostenprinzips zuzuschreiben.
Der Vorstand beschreibt die Bewertung im Anhang im Abschnitt „1. Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn‐ und Verlustrechnung angewendeten Bilanzierungs‐ und Bewertungsmethoden“ im Kapitel „1.5. Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen“. Auf den Russland‐Ukraine‐ Krieg und die daraus resultierenden Annahmen und Unsicherheiten sowie deren finanzielle Auswirkungen auf die Bewertung der Anteile an der RBI wird zusätzlich im Anhang im Abschnitt
„2.3. Erläuterungen zu Bilanzposten“ im Kapitel „2.3.2. Beteiligungen“ eingegangen. In Kapitel
4.9. wird auf „Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag“ eingegangen.
Die Ermittlung des beizulegenden Wertes der RLB OÖ Sektorholding GmbH erfolgte unter Einbezug der RBI‐Bewertung auf Basis eines Discounted Cash Flow Verfahrens. Die Bewertung durch die Bank auf der Grundlage eines externen Gutachtens zeigte, dass der ermittelte beizulegende Wert den Buchwert der Beteiligung übersteigt.
Das Risiko für den Abschluss ergibt sich daraus, dass das Ergebnis dieser Bewertung in hohem Maße von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen Vertreter sowie des verwendeten Diskontierungszinssatzes abhängig und daher mit einem erheblichen Grad an Schätzunsicherheit verbunden ist.
Prüferisches Vorgehen
Ich habe die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter in Hinblick auf das Vorliegen von Wertminderungsindikatoren beurteilt und die Bewertung der RLB OÖ Sektorholding GmbH basierend auf einem externen Gutachten unter Berücksichtigung weiterer Anpassungen durch den Vorstand unter Einbezug einer detaillierten Betrachtung der RBI überprüft.
Ich habe die Grundlagen dieses externen Gutachtens, insbesondere das Bewertungsmodell sowie die Anpassungen des Vorstandes auf seine Angemessenheit hin geprüft. Die darin verwendeten Parameter wie den Diskontierungszinssatz habe ich durch Abgleich mit Kapitalmarktdaten sowie unternehmensspezifischer Informationen und Markterwartungen geprüft.
Ich habe die im externen Gutachten verwendeten, zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse unter Berücksichtigung der Anpassungen des Vorstands mit der Konzernplanung abgeglichen und die Planungstreue insbesondere auf der Basis von Unternehmensdokumentationen und des externen Gutachtens analysiert und beurteilt.
Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Bewertung der RLB OÖ Sektorholding GmbH unter Einbezug der RBI im Anhang angemessen sind und inwiefern eine adäquate Darstellung der Auswirkungen des Russland‐Ukraine‐Krieges und der Ereignisse nach dem Abschlussstichtag erfolgte.
② Bewertung der Forderungen an Kunden
Sachverhalt und Risiko für den Abschluss
Im Jahresabschluss der RLB OÖ AG zum 31. Dezember 2023 werden die Forderungen an Kunden unter Berücksichtigung von Risikovorsorgen und einer Wertberichtigung gemäß § 57 Abs. 1 BWG mit einem Betrag von 26.371.977 TEUR ausgewiesen.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Risikovorsorgen im Anhang im Abschnitt „1. Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn‐ und Verlustrechnung angewendeten Bilanzierungs‐ und Bewertungsmethoden“ im Kapitel „1.3. Bewertung der Forderungen an Kreditinstitute und Kunden“ und im Lagebericht im Kapitel „2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens“ unter Punkt „2.3. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten“.
Die Bank überprüft im Rahmen der Kreditüberwachung, ob eine Ausfallgefährdung vorliegt und damit Einzelrisikovorsorgen zu bilden sind. Dies beinhaltet auch die Einschätzung, ob Kunden die vertraglich vereinbarten Rückflüsse in voller Höhe und ohne Verwertung von Sicherheiten leisten können.
Die Berechnung der Risikovorsorge für ausgefallene, individuell signifikante Kunden basiert auf einer Analyse der erwarteten zukünftigen Rückflüsse. Diese Analyse ist von der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des jeweiligen Kunden, der Bewertung von Kreditsicherheiten sowie der Schätzung der Höhe und des Zeitpunkts der daraus abgeleiteten Rückflüsse beeinflusst.
Die Bank hat die Auswirkungen der makroökonomischen Rahmenbedingungen auf die zukünftige Lage bzw. auf das Geschäftsmodell der Kreditnehmer im Rahmen der Ratingeinstufung und der Schätzung der Zahlungsmittelrückflüsse beurteilt.
Im Immobilienfinanzierungssegment waren sich verschlechternde Rahmenbedingungen festzustellen, die durch ein sich erhöhendes Zinsumfeld, sinkende Immobilienpreise und erhöhte Bau‐/Finanzierungskosten bedingt waren. Um diesen Entwicklungen zu begegnen, wurde das Finanzierungsportfolio bei Commercial Real Estate‐Kunden intensiv analysiert, ob diese potenziell von Stundungsanfragen, drohenden Liquiditätsproblemen oder Finanzierungslücken betroffen sein könnten. Auf Basis dieser Analyse wurden Ratingaktualisierungen durchgeführt, die zu zusätzlichen Kreditrisikovorsorgen in Höhe von 14,9 Mio.EUR führten.
Die Risikovorsorge für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kunden wird auf der Grundlage eines statistischen Bewertungsmodells berechnet.
Für alle nicht ausgefallenen Kredite wird von der Bank eine ratingabhängige Portfoliowertberichtigung auf Basis eines statistischen Bewertungsmodells gebildet.
In diese Modelle fließen Kundenobligo und Sicherheiten ein. Parameter, denen statistische Annahmen zugrunde liegen, umfassen insbesondere die Ausfallwahrscheinlichkeit unter Einbezug zukünftiger makroökonomischer Faktoren auf Basis des Bonitätsratings des Kunden und die Verlustquote der Sicherheiten.
Weiters wurde aus Gründen der Vorsicht in Anbetracht der besonderen bankgeschäftlichen Risiken die Wertberichtigung gemäß § 57 Abs. 1 BWG unverändert gegenüber dem Vorjahr beibehalten.
Das Risiko für den Abschluss ergibt sich daraus, dass der Identifikation von drohenden Kreditausfällen und der Ermittlung der Kreditrisikovorsorgen in unterschiedlichem Ausmaß die oben beschriebenen Annahmen und Schätzungen zu Grunde liegen, aus denen sich Ermessensspielräume und
Schätzunsicherheiten hinsichtlich des makroökonomischen Umfelds, der Ratingeinstufung und der Höhe der Kreditrisikovorsorge ergeben.
Prüferisches Vorgehen
Ich habe die bestehende Dokumentation der Prozesse zur Vergabe und Überwachung von Kundenkrediten sowie der Risikovorsorgebildung analysiert und beurteilt, ob diese Prozesse geeignet sind, drohende Kreditausfälle zu identifizieren und die sachgerechte Bewertung der Kundenforderungen sicherzustellen. Ich habe darüber hinaus die Prozessabläufe sowie wesentliche Kontrollen erhoben und die Schlüsselkontrollen auf deren Ausgestaltung und Implementierung, sowie im Rahmen von Stichproben auf deren Effektivität getestet.
Für individuell signifikante Kunden habe ich auf Basis von Stichproben an Krediten untersucht, ob Indikatoren für Kreditausfälle bestehen, ob in angemessener Höhe Kreditrisikovorsorgen gebildet wurden und inwieweit Anpassungen der Ratingeinstufungen geeignet sind, die Auswirkungen des makroökonomischen Umfelds angemessen zu berücksichtigen. Die Auswahl der Stichproben erfolgte risikoorientiert unter besonderer Berücksichtigung von Ratingstufen mit höherem Ausfallrisiko. Bei Feststellung von Indikatoren für Kreditausfälle wurden die von der Bank getroffenen Annahmen in Bezug auf Zeitpunkt und Höhe der Zahlungsrückflüsse untersucht. Hinsichtlich der internen Sicherheitenbewertungen habe ich in Stichproben überprüft, ob die eingeflossenen Annahmen adäquat sind.
Im Bereich der Vorsorgen für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kunden habe ich das Modell und die darin verwendeten Parameter nachvollzogen und diese dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln.
Bei der Prüfung der Portfoliowertberichtigungen habe ich das Modell und die darin verwendeten Parameter – unter Berücksichtigung der Ergebnisse des von der Bank durchgeführten Backtestings – dahingehend beurteilt, ob die Annahmen in Bezug auf das Kundenportfolio angemessen sind und diese geeignet sind, die Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln.
Ergänzend wurden die Ratingnoten für den Kundengesamtbestand unter Mithilfe von künstlicher Intelligenz verplausibilisiert.
Die Berechnung der Vorsorgen habe ich nachvollzogen.
Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Bewertung der Kundenforderungen im Anhang angemessen sind.
③ Bewertung der Wertpapiere und derivativen Finanzinstrumente
Sachverhalt und Risiko für den Abschluss
Die für die Bewertung von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten herangezogenen beizulegenden Zeitwerte basieren im Jahresabschluss der RLB OÖ AG auf beobachtbaren Marktpreisen oder werden mit Bewertungsmodellen ermittelt. Derivative Finanzinstrumente werden in wesentlichem Umfang für die Bildung von Sicherungsbeziehungen sowie funktionalen Einheiten eingesetzt.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise bei der Bewertung und Zuordnung von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten, der Bildung von Sicherungsbeziehungen und funktionalen Einheiten im Anhang im Abschnitt „1. Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn‐ und Verlustrechnung angewendeten Bilanzierungs‐ und Bewertungsmethoden“ im Kapitel „1.2. Wertpapiere“ bzw. im Abschnitt „2. Erläuterungen zu Bilanzposten“ im Subkapitel „2.3.1. Wertpapiere“ und zu Derivaten im Abschnitt „2. Erläuterungen zu Bilanzposten“ im Subkapitel „2.13. Derivative Finanzinstrumente“.
Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten, für die keine Marktkurse und keine ausreichend beobachtbaren Marktdaten für eine Bewertung vorliegen, ist die Bewertung aufgrund der Verwendung von internen Bewertungsmodellen und den darin enthaltenen Annahmen und Parametern ermessensbehaftet.
Darüber hinaus sind für die Bildung von Sicherungsbeziehungen die Anforderungen an die Dokumentation der Sicherungsbeziehung sowie der Effektivität derselben zu erfüllen. Bei Vorliegen einer entsprechend dokumentierten Strategie können derivative Finanzinstrumente zur Steuerung des Zinsrisikos in funktionale Einheiten zusammengefasst werden.
Das Risiko für den Jahresabschluss ergibt sich daraus, dass bei der Verwendung von Bewertungsmodellen zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte die darin enthaltenen Annahmen und Parameter in hohem Ausmaß ermessensbehaftet sind und dass an die Darstellung und Bilanzierung von Derivaten und Sicherungsbeziehungen und funktionalen Einheiten formelle und materielle Anforderungen geknüpft sind.
Prüferisches Vorgehen
Ich habe die von der Bank implementierten Richtlinien und die Dokumentation der eingerichteten Prozesse für die Bewertung und Zuordnung der Wertpapiere und der derivativen Finanzinstrumente eingesehen und die wesentlichen Kontrollen stichprobenartig auf ihre Effektivität geprüft.
Die Bewertungsmodelle und die zugrunde liegenden Bewertungsparameter zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte habe ich auf ihre Angemessenheit und konsistente Anwendung hin geprüft. Ich habe in Stichproben wesentliche verwendete Parameter mit extern zugänglichen Werten und die Berechnung der Zeitwerte nachvollzogen.
Sicherungsbeziehungen habe ich in Stichproben insbesondere dahingehend beurteilt, ob die Dokumentation der Sicherungsbeziehung und der Effektivität der Sicherung vorhanden ist und den internen Richtlinien der Bank entspricht. Die von der Bank durchgeführten Effektivitätstests wurden von mir in Bezug auf ihre Angemessenheit kritisch gewürdigt.
Bei funktionalen Einheiten von derivativen Finanzinstrumenten zur Steuerung des Zinsrisikos habe ich das Vorliegen und die Einhaltung der dafür erforderlichen Strategien anhand der vorliegenden Dokumentation überprüft und beurteilt, ob diese Dokumentation und das Risikomanagement den Anforderungen zur Bildung von funktionalen Einheiten entsprechen.
Die durch die Änderungen der Bilanzierung von Derivaten verursachten Umstellungseffekte habe ich auf die neue Buchungslogik übergeleitet und einzelne Änderungen wurden mittels Berechnungsbeispielen nachvollzogen.
Weiters habe ich überprüft, ob die Angaben im Anhang betreffend die Bewertungsmethoden und die Bildung von Sicherungsbeziehungen und funktionalen Einheiten angemessen und vollständig sind.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht sowie den Nachhaltigkeitsbericht 2023 einschließlich die konsolidierte nichtfinanzielle Erklärung, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird mir voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt. Den Nachhaltigkeitsbericht 2023 habe ich vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erhalten.
Mein Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und ich werde dazu keine Art der Zusicherung geben.
Im Zusammenhang mit meiner Prüfung des Jahresabschlusses habe ich die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald sie vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder meine bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls ich auf der Grundlage der von mir zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehe, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, bin ich verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Ich habe in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken ein möglichst getreues Bild der Vermögens‐, Finanz‐ und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ‐ sofern einschlägig ‐ anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Meine Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der mein Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU‐VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU‐VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, übe ich während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahre eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
  • • Ich identifiziere und beurteile die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, plane Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führe sie durch und erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • • Ich gewinne ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • • Ich beurteile die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • • Ich ziehe Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungs‐ legungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich die Schlussfolgerung ziehe, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, bin ich verpflichtet, in meinem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • • Ich beurteile die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle
und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Ich tausche mich mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die ich während meiner Abschlussprüfung erkenne, aus.
Ich gebe dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass ich die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten habe, und tausche mich mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf meine Unabhängigkeit und ‐ sofern einschlägig ‐ damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Ich bestimme von den Sachverhalten, über die ich mich mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht habe, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Ich beschreibe diese Sachverhalte in meinem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder ich bestimme in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in meinem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu
prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Überein‐ stimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken.
Ich habe meine Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach meiner Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a Abs. 2 UGB zutreffenden Angaben und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU‐VO
Ich wurde vom Österreichischen Raiffeisenverband als dem für die Gesellschaft zuständigen Revisionsverband für die gesetzliche Jahresabschlussprüfung im Sinne des Bankwesengesetzes (BWG) zur Bankprüferin für das Geschäftsjahr 2023 bestellt. Ich bin ununterbrochen seit der Prüfung des Jahresabschlusses 2022 Bankprüferin der Gesellschaft.
Ich erkläre, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU‐VO in Einklang steht.
Ich erkläre, dass ich keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU‐VO) erbracht habe und dass ich bei der Durchführung der Abschlussprüfung meine Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt habe.
Auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin
Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Frau Mag. Alexandra Tychi.
Wien
2. April 2024
Als vom Österreichischen Raiffeisenverband bestellte Bankprüferin:
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'
Mag. Alexandra Tychi Wirtschaftsprüferin
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit meinem Bestätigungsvermerk darf nur in der von mir bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft,
Linz,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2023 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir wurden von den gesetzlichen Vertretern als weiterer (freiwilliger) Abschlussprüfer bestellt und haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Stand- ards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des unabhängigen Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Vermerks des unabhängigen Abschlussprüfers weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit dem Code of Ethics for Professional Accountants des International Ethics Standards Board for Accountants (IESBA Code) sowie den österreichischen berufsrechtlichen Vorschriften nach dem Wirtschafts- treuhandberufsgesetz 2017 ("WTBG 2017") samt einschlägigen Verordnungen und Richtlinien ("Richtlinien für die Ausübung der Wirtschaftstreuhandberufe") und wir haben unsere sonstigen beruflichen Verhaltenspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen und dem IESBA Code erfüllt. Die Regelungen der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 über spezifische Anforderungen an die Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse sind nicht vereinbart. Diese Nichtanwendung kann bedeuten, dass etwa die Vorschriften zur Einhaltung der externen Rotation, zur Einhaltung der Bestimmungen betreffend die Erbringung verbotener Nichtprüfungs- leistungen ("fee cap") und die Verpflichtung zur Erstellung eines gesonderten Berichts an den Prüfungsausschuss nicht eingehalten wurden. Bezüglich unserer Verantwortlichkeit und Haftung als Abschlussprüfer gegenüber der Gesellschaft und gegenüber Dritten kommt § 62a BWG in Verbindung mit § 275 UGB zur Anwendung.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Vermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflicht- gemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Ge- schäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Wir haben folgende besonders wichtige Prüfungssachverhalte identifiziert:
  • — Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden
  • — Werthaltigkeit von Beteiligungen und Anteilen an verbundenen Unternehmen
Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden
Das Risiko für den Abschluss
Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den entsprechenden Risikovorsorgen, umfassen in der Bilanz einen Betrag in Höhe MEUR 26.372.
Der Vorstand erläutert die Vorgehensweise für die Bildung von Risikovorsorgen im Anhang unter dem Punkt 1.3.
Die Bank überprüft im Rahmen der Kreditüberwachung, ob Ausfälle bei Forderungen an Kunden vorliegen und somit Einzelwertberichtigungen zu bilden sind. Dies beinhaltet auch die Einschät- zung, ob Kunden die vertraglich vereinbarten Rückflüsse in voller Höhe leisten können.
Die Berechnung der Einzelwertberichtigungen für ausgefallene, individuell bedeutsame Forde- rungen an Kunden basiert auf einer Analyse der erwarteten und Szenario gewichteten, zukünf- tigen Rückflüsse. Diese Analyse ist von der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und Entwick- lung des jeweiligen Kunden, der Bewertung von Kreditsicherheiten sowie der Schätzung der Höhe und des Zeitpunkts der daraus abgeleiteten Rückflüsse beeinflusst.
Für ausgefallene, individuell nicht bedeutsame Forderungen an Kunden führt die Bank eine Be- rechnung der Wertberichtigungen (pauschale Einzelwertberichtigungen) auf Basis eines Bewer- tungsmodells durch. Die darin verwendeten Verlustquoten basieren auf statistischen Erfahrungs- werten.
Bei allen anderen Forderungen an Kunden wird für den erwarteten Risikovorsorgebedarf eine Portfoliovorsorge gebildet. Bei der Ermittlung sind umfangreiche Schätzungen und Annahmen erforderlich. Diese umfassen ratingbasierte Ausfallwahrscheinlichkeiten und pauschale Verlust- quoten, die gegenwartsbezogene und zukunftsgerichtete Informationen berücksichtigen.
Die Ermittlung der Wertberichtigung basiert somit in bedeutendem Ausmaß auf Annahmen, aus denen sich Ermessensspielräume und Schätzunsicherheiten in Bezug auf die Höhe der Risiko- vorsorgen ergeben. Für den Jahresabschluss ergibt sich daraus das Risiko einer möglichen fal- schen Darstellung hinsichtlich der Höhe der erforderlichen Kreditrisikovorsorgen.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
  • — Wir haben die bestehende Dokumentation der Prozesse zur Überwachung und der Bildung von Risikovorsorgen für Forderungen an Kunden analysiert und kritisch hinterfragt, ob diese Prozesse geeignet sind, Kreditausfälle zu identifizieren und die Werthaltigkeit der Kunden- forderungen angemessen abzubilden. Darüber hinaus haben wir relevante Schlüsselkon- trollen erhoben, deren Ausgestaltung und Implementierung beurteilt und in Stichproben deren Effektivität getestet.
  • — Wir haben in Testfällen von Kreditforderungen untersucht, ob Indikatoren für Kreditausfälle bestehen. Die Auswahl der Testfälle erfolgte sowohl zufallsorientiert als auch risikoorientiert unter besonderer Berücksichtigung der Ratingstufen und Branchenzugehörigkeit.
  • — Bei Ausfällen von individuell bedeutsamen Forderungen an Kunden wurden in Testfällen die von der Bank getroffenen Annahmen hinsichtlich Schlüssigkeit und Konsistenz von Zeitpunkt und Höhe der angenommenen Rückflüsse überprüft.
  • — Bei allen anderen Forderungen an Kunden, deren Risikovorsorge pauschal ermittelt wurde, haben wir die Methodendokumentation der Bank kritisch gewürdigt. Weiters haben wir auf Basis bankinterner Validierungen die Modelle und die darin verwendeten Parameter dahin- gehend überprüft, ob diese geeignet sind, Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln. Die rechnerische Richtigkeit der Vorsorgen haben wir mittels einer Näherungsrechnung nachvoll- zogen. Bei diesen Prüfungshandlungen haben wir unsere Finanzmathematiker eingebunden.
Werthaltigkeit von Beteiligungen und Anteilen an verbundenen Unternehmen
Das Risiko für den Abschluss
Die Beteiligungen umfassen in der Bilanz einen Betrag von MEUR 365 die Anteile an verbun- denen Unternehmen betragen MEUR 1.827.
Der Vorstand beschreibt die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu Beteiligungen und An- teilen an verbundenen Unternehmen im Anhang unter 1.5.
Unter Berücksichtigung des beizulegenden Wertes wird bei voraussichtlich dauernder Wertmin- derung eine Abschreibung und bei Wegfall der Gründe für eine in der Vergangenheit vorgenom- mene Abschreibung eine Zuschreibung bis zu den ursprünglichen Anschaffungskosten vorge- nommen. Für die Ermittlung des beizulegenden Wertes werden Unternehmensbewertungen von unabhängigen Sachverständigen herangezogen.
Das Risiko für den Abschluss besteht darin, dass diese Bewertungen in hohem Maße auf Basis der Unternehmensplanungen von zukünftig erwarteten Cashflows und Bewertungsparametern
– insbesondere Diskontierungsfaktoren und Wachstumsannahmen – abhängig sind und damit Schätzunsicherheiten und Ermessensspielräumen unterliegen.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit von Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
  • — Wir haben die wesentlichen Prozesse zur Identifikation von Wertminderungsereignissen und Zuschreibungserfordernissen für die Beurteilung der Werthaltigkeit von Beteiligungen und An- teilen an verbundenen Unternehmen erhoben und beurteilt.
  • — Weiters haben wir beurteilt, ob aufgrund einer statischen Unterdeckung Indikatoren für eine Wertminderung vorliegen.
  • — Wir haben die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter zum Vorliegen von Wertminderungs- und Zuschreibungsindikatoren beurteilt.
  • — Bei Vorliegen von Wertminderungs- bzw Zuschreibungsindikatoren haben wir die Unter- nehmensbewertung basierend auf den der Beurteilung zugrundeliegenden externen Gutach- ten überprüft.
  • — Wir haben die Grundlagen dieser externen Gutachten, insbesondere die Bewertungsmodelle sowie die verwendeten Parameter wie den Diskontierungszinssatz unter Einbeziehung unse- rer Bewertungsspezialisten überprüft. Dabei wurden die in den Bewertungsgutachten ver- wendeten Bewertungsparameter auf Angemessenheit hin beurteilt. Die bei der Bestimmung der Diskontierungssätze herangezogenen Annahmen haben wir durch Abgleich mit Kapital- marktdaten auf ihre Angemessenheit beurteilt.
  • — Zudem haben wir die Angemessenheit der bei den Berechnungen verwendeten zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse und die Planungstreue insbesondere auf der Basis von Unterneh- mensdokumentationen und den externen Gutachten analysiert und beurteilt. In ausgewählten Fällen haben wir die für die angesetzten Cashflows zugrundeliegenden Unternehmenspla- nungen mit den jeweils intern genehmigten Planungsrechnungen abgestimmt bzw haben wir uns durch Einschau in Protokolle und in Bewertungsgutachten von der Verwendung der ge- nehmigten Planungsrechnungen überzeugt.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Jahres- abschluss und den Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers. Den Lagebericht haben wir vor dem Datum des Vermerks des unabhängigen Abschlussprüfers erlangt, die übrigen Teile des Jahresfinanzberichts werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlich- keit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informatio- nen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Vermerk des unabhängigen Abschluss- prüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir ver- pflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu be- richten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und bankrecht- lichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Ge- sellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kon- trollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermög- lichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachver- halte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmens- tätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Ge- sellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realis- tische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozes- ses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des unabhängigen Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers zu erteilen, der unser Prü- fungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit den ISA durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich ange- sehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidun- gen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den ISA üben wir während der ge- samten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grund- haltung.
Darüber hinaus gilt:
  • — Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus do- losen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammen- wirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • — Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kon- trollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen ange- messen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • — Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rech- nungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dar- gestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende An- gaben.
  • — Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungs- legungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Ver- treter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Un- sicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf- werfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese An- gaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schluss- folgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Vermerks des unabhängigen Ab- schlussprüfers erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • — Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses ein- schließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäfts- vorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • — Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungs- feststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
  • — Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruf- lichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise an- genommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig
– damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
  • — Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss aus- getauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahres- abschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssach- verhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffent- liche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mit- teilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Ulrich Pawlowski.
Linz
2. April 2024
KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert: Mag. Ulrich Pawlowski Wirtschaftsprüfer
Dieses Dokument wurde qualifiziert elektronisch signiert und ist nur in dieser Fassung gültig. Die Ver- öffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Vermerk des unabhängigen Abschluss- prüfers darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Vermerk des unabhängigen Abschluss- prüfers bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss. Für
1 OECD Economic Outlook „Restoring growth“, November 2023
2 PCAF: https://carbonaccountingfinancials.com
3 https://ember-climate.org/insights/research/european-electricity-review-2022/
4 S. Battiston, A. Mandel, I. Monasterolo, F. Schütze, G. Visentin; A Climate stress-test of the financial system; Nature Climate Change, volume 7, issue 4, p. 283–288; Posted: 2017
5 https://www.prometeia.com/en/home
6 https://encorenature.org/en
7 NGFS – The Network of Central Banks and Supervisors for Greening the Financial System, 2020a
8 S Battiston, A Mandel, I Monasterolo, F Schütze, G Visentin; A Climate stress-test of the financial system; Nature Climate Change, volume 7, issue 4, p. 283 – 288; Posted: 2017
9 https://encorenature.org/en
10 OECD Economic Outlook „Restoring growth“, November 2023