ENERGY.
LEADERSHIP.
PROGRESS.
JAHRESFINANZBERICHT 2023
2
Index
Index
INDEX
LAGEBERICHT 4
FINANCIAL HIGHLIGHTS 6
Entwicklung des Marktumfeldes 2023 6
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage: Ergebnisse und Analyse 9
Forschung & Entwicklung 16
Weitere rechtliche Angaben 17
Ausblick 18
NON-FINANCIAL HIGHLIGHTS 22
TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe 22
TEIL 2:
ESG-Entwicklungen im Jahr 2023 40
KONZERN ABSCHLUSS 66
Erläuterungen zum Konzernabschluss 76
Angaben zu den Organen der Konzernleitung 150
Bestätigungsvermerk 152
JAHRES ABSCHLUSS 160
Bestätigungsvermerk 197
CORPORATE GOVERNANCE 204
Corporate Governance Bericht 204
Bericht des Aufsichtsrates über das Geschäftsjahr 2023 215
ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER 218
3
LAGEBERICHT
4
5
LAGEBERICHT | Entwicklung des Marktumfeldes 2023
Konzern-Lagebericht bezogen auf den IFRS-Konzernabschluss
im Sinne des § 245a UGB
Entwicklung des
Marktumfeldes 2023
1
International Monetary Fund (IMF), World Economic Outlook Update, Jänner 2024.
Die globale Wirtschaftsleistung stieg 2023 um 3,1 %,
nach einem Plus von 3,5 % im Jahr 2022. Diese Ent
-
wicklung vollzog sich unterschiedlich über die Regionen:
Die Wirtschaftsleistung der Industrienationen lag nach
einem Wachstum von 2,6 % in 2022 bei 1,6 % in 2023,
jene der Schwellenländer kam auf 4,1 %, nach einem An-
stieg von 4,1 % in 2022.
1
Trotz anhaltender Herausforderungen gab es vor allem zu
Beginn des Jahres 2023 positive Entwicklungen für das
weltweite Wirtschaftswachstum. So erklärte die WHO im
Mai 2023, dass COVID-19 keine globale Gesundheits-
notlage mehr darstellte; Lieferketten hatten sich deutlich
erholt und auch Transportkosten sowie Lieferzeiten er-
reichten großteils wieder ihr Vor-Pandemie-Niveau.
Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung war jedoch durch
mehrere Faktoren belastet: Einige resultierten aus dem
Angriffskrieg Russlands in der Ukraine und zunehmenden
geopolitischen Spannungen. Andere waren zyklischer
Natur, darunter die Effekte der geldpolitischen Straffung
zur Bekämpfung der Inflation sowie die Aufhebung fiskaler
Unterstützungsmaßnahmen.
Financial Highlights
Lagebericht
6
Entwicklung des Marktumfeldes 2023 | LAGEBERICHT
Energiemarkt heute: Weiterhin hohe Erdöl- und Gasnachfrage
2
Evercore ISI report, Energy | Oilfield Services, Equipment & Drilling, Dezember 2023.
3
International Energy Agency (IEA), Medium-Term Gas Report 2023. Including the Gas Market Report, Q4-2023, Oktober 2023.
4
International Energy Agency (IEA), Oil Market Report, Februar 2024.
5
Baker Hughes Rig Count.
6
Bloomberg, NG1 Natural Gas (Nymex).
7
Bloomberg, CO1 Brent Crude (ICE) and CL1 WTI Crude (Nymex).
Trotz der fortwährenden Unsicherheiten der Weltwirtschaft
zeigten sich die Energiemärkte im Jahr 2023 robust. Die-
se Widerstandsfähigkeit lässt sich einerseits auf das ge-
steigerte Bewusstsein hinsichtlich Energiesicherheit und
speziell in der Oilfield-Service-Industrie auf die wachsen-
de Nachfrage nach Öl- und Gasressourcen zurückführen.
Andererseits wurden die weltweiten Ausgaben für Explo-
ration und Produktion (E&P-Ausgaben) im Jahr 2023 um
weitere 11 % gesteigert.
2
Langfristige internationale und
Offshore-Projekte erhielten Auftrieb und bilden auch eine
solide Grundlage für zukünftige Branchenaktivität. Der
US-Markt blieb durch Ausgabendisziplin der Industrie und
niedrige Gaspreise belastet.
Im Jahr 2023 blieb die Erdgasnachfrage weitgehend
stabil. Der weltweite Erdgasverbrauch kam bei 4.071 Mil-
liarden Kubikmetern (bcm) zu stehen. Die strukturellen
Nachfragerückgänge, die in Europa und Zentralamerika
verzeichnet wurden, fanden einen Ausgleich durch eine
gesteigerte Nachfrage in den aufstrebenden Märkten
Asiens und des Nahen Ostens. China allein verursachte
fast die Hälfte des Anstiegs der globalen Gasnachfrage,
wobei der Energiesektor, die industrielle Produktion und
städtische Gasnetze die Hauptverbraucher waren.
3
Die durchschnittliche globale Ölnachfrage verzeichnete
laut der Internationalen Energieagentur (IEA) im Jahr 2023
ein Wachstum von 2,3 Millionen Barrel pro Tag (mb/d)
oder 2,2 % auf 101,8 mb/d (2022: 99,5 mb/d), ein neuer
Höchstwert.
4
Die erhöhte Nachfrage reflektierte sich al-
lerdings nicht durchgehend in der Anzahl der weltweiten
Bohranlagen für Öl und Gas (Rig Count), die im Verlauf
des Jahres 2023 um 5,2 % auf 1.739 Anlagen abnahm
(Dezember 2022: 1.834 Anlagen), wobei international
ein Anstieg von 6,1 % auf 955 Anlagen verzeichnet
wurde (Dezember 2022: 900 Anlagen). Der Rig Count
in den USA hingegen fiel um 20,0 % auf 623 Anlagen
(Dezember 2022: 779 Anlagen), in Kanada stieg der Rig
Count leicht um 3,9 % auf 161 Anlagen (Dezember 2022:
155).
5
Die Energiepreise gaben im Jahr 2023 nach. Der Gas-
preis Henry Hub begann das Jahr 2023 mit USD 4,5/
MMBtu (million British thermal units), erreichte damit sei-
nen Höchststand und schloss Ende Dezember mit einem
Kurs von USD 2,5/MMBtu, ein Minus von 44,4 % seit
Jahresbeginn.
6
Die europäische Rohölsorte Brent starte-
te bei USD 85,9 pro Barrel ins Jahr 2023, erreichte im
September 2023 einen Höchststand von über USD 96,5
und lag am letzten Handelstag bei USD 77,0, seit Jah-
resbeginn eine Reduktion von 10,3 %. WTI begann das
Jahr mit USD 80,3 pro Barrel, nach einem Höchststand
von USD 93,6 sank der Kurs zu Jahresende auf einen
Preis von USD 71,6, was einem Minus von 10,8 % im
Vergleich zum Jahresbeginn entspricht.
7
7
LAGEBERICHT | Entwicklung des Marktumfeldes 2023
Der Energiemarkt im Wandel
8
International Energy Agency (IEA), Renewables 2023, Jänner 2024.
9
International Monetary Fund (IMF), World Energy Outlook, Oktober 2023.
10
International Energy Agency (IEA), Renewables 2023, Jänner 2024.
11
International Monetary Fund (IMF), World Energy Outlook, Oktober 2023.
12
International Monetary Fund (IMF), World Energy Outlook, Oktober 2023.
Die weltweite Energielandschaft erlebt eine tiefgreifende
Veränderung im Übergang zu nachhaltigeren Energie
-
optionen. Weltweit stiegen die erneuerbaren Stromkapa-
zitäten im Jahr 2023 auf über 500 Gigawatt (GW), der
höchste absolute Zuwachs, den es je gab.
8
Dennoch erfolgt die Transformation des Energiesystems
in einem anspruchsvollen makroökonomischen und geo-
politischen Kontext. Unsicherheiten bezüglich der Wider-
standsfähigkeit neuer Energieversorgungsketten sowie
Risiken hinsichtlich der Sicherheit und Bezahlbarkeit im
Übergang zu nachhaltigen Energielösungen bleiben wei
-
ter bestehen. Grüne Energieprojekte sahen sich 2023
in einigen Märkten mit Herausforderungen wie Kosten
-
steigerungen und Lieferproblemen konfrontiert. Trotzdem
stellen alternative Energieträger aktuell den dynamischs-
ten Bereich der globalen Energieinvestitionen dar.
9
Wasserstoff
Im Jahr 2023 erhöhte sich die weltweite Wasserstoff-
produktion um 10 %. Dieser Anstieg wurde maßgeblich
von China vorangetrieben, das für mehr als 70 % der glo-
balen Nettoneuzugänge zwischen 2023 und 2024 ver-
antwortlich sein soll.
10
Der Ausbau von emissionsarmem
Wasserstoff setzt sich weiter fort, wobei Investitionen be-
reits im Jahr 2022 die Marke von USD 1 Milliarde erreicht
haben. Weltweit werden neue Richtlinien eingeführt, um
das Vertrauen in die Technologie zu stärken. Im Mai 2023
wurde mit einer 260-Megawatt-Anlage in China ein neuer
Rekord für die größte betriebsbereite Elektrolyseanlage
aufgestellt. Bei erfolgreicher Umsetzung aller angekündig-
ten Projekte könnten bis 2030 mehr als 400 GW Elektro-
lyse-Anlagen in Betrieb sein.
11
Geothermie
Inmitten des weltweiten Übergangs zu nachhaltigen
Energiequellen eröffnet die Geothermie eine weitere viel-
versprechende Perspektive, um Kohlenstoffemissionen
zu reduzieren und die Zuverlässigkeit der Energiever
-
sorgung zu verbessern. Dabei soll die Geothermie als
Grundlastquelle fungieren und sowohl zur Strom- als
auch zur Wärmeerzeugung genutzt werden. Der Markt
für die geothermische Stromerzeugung befindet sich in
einem Aufschwung.
Im Jahr 2023 soll die Stromerzeugung 95,63 Milliarden
Kilowattstunden (mKWh) erreicht haben. Bis 2030 soll
sich die installierte Kapazität in etwa verdoppeln.
12
8
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage: Ergebnisse und Analyse | LAGEBERICHT
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche
Lage: Ergebnisse und Analyse
SBO verzeichnete im Jahr 2023 eine ausgezeichnete Umsatz- und Ergebnisentwicklung mit einem Allzeit-
hoch im Umsatz, nach einem bereits sehr guten Vorjahr. Das Unternehmen konnte das Ergebnis durch die
hervorragende Performance der AMS-Division weiter steigern. Neben der Ertragsstärke konnte auch der
operative Cashflow verbessert werden. Die solide Bilanz besticht weiterhin durch eine gute Finanzlage und
eine hohe Eigenkapitalquote.
Die wesentlichen Highlights im Überblick:
IN MEUR 2023 2022
Umsatz 585,9 501,2
EBITDA 131,3 129,1
Bereinigtes EBITDA 138,2 123,8
Bereinigte EBITDA-Marge (%) 23,6 24,7
EBIT 102,3 96,2
Bereinigtes EBIT 109,2 90,9
Bereinigte EBIT-Marge (%) 18,6 18,1
Operativer Cashflow 86,5 52,4
Eigenkapitalquote (%) 53,6 47,1
Die SBO-Gruppe erzielte einen Auftragseingang
von MEUR 543,7, dank der anhaltend hohen Nach-
frage vor allem in den internationalen Märkten. Der
Auftragsstand mit Ende des Jahres belief sich auf
MEUR 225,4.
Mit 16,9 % Wachstum erreichte der Umsatz ein
Rekordniveau von MEUR 585,9 durch den hohen
Umsatzzuwachs im AMS-Segment (+32,2 %).
EBITDA und EBIT konnten im Vergleich zum Vorjahr
zulegen, waren allerdings 2023 von negativen Wäh-
rungseffekten beeinflusst.
Bereinigt um diese Währungseffekte, konnte das
EBITDA um 12 % und das EBIT um 20 % gesteigert
werden. Dies führte zu einer um 0,5 %-Punkte ver-
besserten bereinigten EBIT-Marge von 18,6 % im
Vergleich zu 2022.
Der operative Cashflow steigerte sich um rund
65 % im Vergleich zum Vorjahr.
9
LAGEBERICHT | Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage: Ergebnisse und Analyse
Umsatzentwicklung
SBO erzielte mit einem Rekordumsatz von MEUR 585,9
ein deutliches Wachstum von +16,9 % gegenüber dem
Vorjahr (2022: MEUR 501,2). Dabei verzeichnete die
Gruppe ähnlich hohe Umsätze über alle vier Quartale.
Im Vergleich zum Vorjahr waren die Wachstumsraten
2023 mit +46,6 % und +20,6 % im ersten und zweiten
Quartal am stärksten. Der Anstieg im dritten Quartal fiel
mit +2,9 % relativ gering aus, da die OE-Division mit einer
Abschwächung des US-Marktes und längeren Durch-
laufzeiten im Projektgeschäft konfrontiert war. Im vierten
Quartal konnte eine Erholung der Umsatzentwicklung am
amerikanischen Markt festgestellt werden, was zu einem
Wachstum der Gruppe von +6,2 % führte.
Der US-Dollar ist für die SBO-Gruppe auch weiterhin die
wichtigste Währung, da 81 % aller Umsätze im Jahr 2023
(2022: 79 %) in US-Dollar erwirtschaftet wurden. Dem
gegenüber standen 55 % der Aufwendungen (2022:
57 %) in US-Dollar.
Der durchschnittliche US-Dollar Wechselkurs des Jah-
res 2023 war mit 1 Euro = 1,0816 USD etwas schwä-
cher als im Jahr 2022 (1 Euro = 1,0539 USD), was den
Umsatz im Jahr 2023 schmälerte (Translationseffekt:
MEUR 15,4). Bereinigt um diesen Translationseffekt kam
das Umsatzwachstum im Jahr 2023 auf +20,0 % (nomi-
nal +16,9 %).
501,2
585,9
+16,9 %
FY
2022 2023
Umsatz
IN MEUR
0
50.000
100.000
150.000
200.000
Q1 Q2 Q3 Q4
2022 2023
+46,6 % +20,6 % +2,9 % +6,2 %
Umsatz | Quartalsentwicklung
IN MEUR
10
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage: Ergebnisse und Analyse | LAGEBERICHT
Beide Geschäftssegmente 2023 mit Umsatzwachs-
tum, AMS mit 32,2 % Steigerung
Beide Geschäftssegmente der SBO verzeichneten 2023
positives Wachstum, wobei der Umsatzzuwachs der
Gruppe hauptsächlich von der Advanced Manufactu
-
ring & Services (AMS)-Division getragen wurde. Diese er-
reichte einen außerordentlichen Anstieg von 32,2 % im
Vergleich zum bereits hohen Umsatz des Vorjahres. Da-
durch nahm auch der relative Anteil der Umsätze der
AMS-Division im Jahr 2023 deutlich zu (56 %), nach einer
Umsatzverteilung von 50 % : 50 % zwischen AMS und
OE im Jahr 2022.
Die AMS-Division profitierte unter anderem vom boo-
menden internationalen Geschäft und zunehmenden Off-
shore-Aktivitäten der SBO-Kunden, was zu einer hohen
Nachfrage nach High-Tech-Produkten führte. Dadurch
wurde ein Rekordumsatz von MEUR 328,7 erzielt (2022:
MEUR 248,7). Der zweistellige Umsatzzuwachs über alle
Quartale resultierte in einer hohen Kapazitätsauslastung in
den SBO-Werken.
252,6 257,2
248,7
328,7
2022 2023
Oilfield Equipment Advanced Manufacturing & Services
+1,8 %
+32,2 %
Umsatz nach Geschäftssegment
IN MEUR
56 %
Advanced Manufacturing &
Services
Oilfield Equipment
44 %
Relativer Umsatzanteil der Segmente 2023
Relativer Umsatzanteil der Segmente 2023
0
25.000
50.000
75.000
100.000
Q1 Q2 Q3 Q4
Umsatz / Quartalsentwicklung / Advanced
Manufacturing & Services in MEUR
2022 2023
+66,9 % +35,1 % +19,9 % +17,4 %
Umsatz | Quartalsentwicklung |
Advanced Manufacturing & Services
IN MEUR
11
LAGEBERICHT | Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage: Ergebnisse und Analyse
Die Oilfield Equipment-Division erreichte einen Umsatz
von MEUR 257,2 (2022: MEUR 252,6), ein Zuwachs von
+1,8 %. Nach kräftigem Wachstum im ersten (+27,2 %)
und zweiten Quartal (+6,7 %) im Vergleich zum Vorjahr
waren die Umsätze im dritten Quartal rückläufig (-16,0 %),
was auf eine Verlangsamung des US-Marktes und länge-
re Durchlaufzeiten im Projektgeschäft zurückzuführen war.
Die Stabilisierung des Marktes im vierten Quartal sowie
die Integration der Praxis Completion Technology im
Oktober 2023 führten zum umsatzstärksten Quartal der
Division am Jahresende.
Der Auftragseingang der SBO-Gruppe erreichte
MEUR 543,7, nach einem Rekordwert im Vorjahr (2022:
MEUR 646,0). Der Auftragsstand lag Ende des Jahres
weiterhin auf einem hohen Niveau von MEUR 225,4
(2022: MEUR 265,0).
Ergebnisentwicklung
Das Bruttoergebnis der Gruppe verbesserte sich um
MEUR 33,7 im Vergleich zum Vorjahr (2022: 168,9) auf
MEUR 202,6 im Jahr 2023. Die Bruttomarge erreichte
34,6 %, eine Steigerung um 0,9 %-Punkte im Vergleich
zu 2022 (33,7 %), was auf die gestiegenen Umsätze, die
hohe Kapazitätsauslastung in den SBO-Betriebsstätten
und die damit verbundene Produktivitätssteigerung zu
-
rückzuführen ist. Wichtige Elemente der Herstellungskos-
ten (MEUR 383,3) sind Materialaufwand, Personalkosten
sowie Abschreibungen auf das Anlagevermögen.
Die Ausgaben für Verwaltung und Vertrieb sind
im Jahr 2023 durch die höhere Betriebsleistung um
MEUR 12,1 angestiegen und umfassen im Wesent
-
lichen Personalaufwendungen, Rechts-, Prüfungs- und
Beratungskosten, Reise- und Bewirtungskosten sowie
Kommunikations- und Versicherungsaufwendungen. Im
Verhältnis zum Umsatz sind sie jedoch exakt auf dem
Vorjahresniveau von 14,7 % geblieben.
Zu den sonstigen betrieblichen Aufwendungen
von MEUR 22,4 im Jahr 2023 zählten in erster Linie
Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von
MEUR 8,2 (2022: MEUR 6,9), die vor allem Aufwen
-
dungen für die Neu- und Weiterentwicklung von Bohr-
motoren, Rotary Steerable Tools und Well Completion
Lösungen in der OE-Division betrafen. Zusätzlich waren
im Jahresvergleich deutlich höhere Kursverluste in Höhe
0
25.000
50.000
75.000
100.000
Q1 Q2 Q3 Q4
2022 2023
+27,2 % +6,7 % -16,0 % -4,1 %
Umsatz | Quartalsentwicklung |
Oilfield Equipment
IN MEUR
168,9
202,6
2022 2023
33,7 % 34,6 %
Bruttoergebnis
IN MEUR | IN % VOM UMSATZ
12
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage: Ergebnisse und Analyse | LAGEBERICHT
von MEUR 13,0 (2022: MEUR 8,0) in den sonstigen
betrieblichen Aufwendungen enthalten. Die sonstigen
betrieblichen Erträge 2023 in Höhe von MEUR 8,1
(2022: MEUR 16,6) beinhalteten mit MEUR 6,0 wesent-
lich geringere Kursgewinne (2022: MEUR 13,3) sowie
diverse Erlöse aus dem Verkauf von Anlagevermögen,
Mieteinnahmen und Dienstleistungserträge.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(EBITDA) erhöhte sich 2023 auf MEUR 131,3 (2022:
MEUR 129,1), die EBITDA-Marge lag bei 22,4 % im Ver-
gleich zu 25,8 % 2022. Bereinigt um Währungsgewinne
und -verluste steigerte sich das EBITDA um 11,6 % auf
MEUR 138,2 im Vergleich zu MEUR 123,8 im Vorjahr. Die
bereinigte EBITDA-Marge
13
erreichte 23,6 % im Ver-
gleich zu 24,7 % im Vorjahr.
Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg auf MEUR 102,3 im
Jahr 2023 (2022: MEUR 96,2), wobei das Ergebnis
2022 durch Nettokursgewinne von MEUR 5,3 profitierte,
während das Betriebsergebnis 2023 mit Nettokursverlus-
ten von insgesamt MEUR 6,9 belastet war. Bereinigt um
Währungsgewinne und -verluste erhöhte sich das
bereinigte EBIT
14
um 20,1 % auf MEUR 109,2 (2022:
MEUR 90,9), was zu einer bereinigten EBIT-Marge von
18,6 % für das Gesamtjahr 2023 führte (2022: 18,1 %).
Das Finanzergebnis lag bei MEUR minus 8,1 (2022:
MEUR minus 2,8), vor allem durch einen einmaligen
Aufwand im Zusammenhang mit der Beilegung eines
Rechtsstreits betreffend den Erwerb von Minderheits
-
anteilen, teilweise kompensiert durch ein positives Net-
tozinsergebnis von MEUR 0,5, welches durch höhere
Zinserträge aus US-Dollar-Veranlagungen erzielt wurde.
13
Bereinigtes EBITDA: EBITDA bereinigt um Kursgewinne und -verluste laut Erläuterung 24 im Konzernanhang.
14
Bereinigtes EBIT: EBIT bereinigt um Kursgewinne und -verluste laut Erläuterung 24 im Konzernanhang.
Das Ergebnis vor Steuern in Höhe von MEUR 94,2 lag
leicht über dem des Vorjahres (2022: MEUR 93,3), das
Ergebnis nach Steuern kam auf MEUR 71,6 (2022:
MEUR 75,2). Die erhöhte Steuerquote des Jahres 2023
(24,0 %) ergab sich in erster Linie im Zusammenhang mit
Beteiligungsbewertungen.
Das Ergebnis pro Aktie (EPS) lag bei EUR 4,55 (2022:
EUR 4,78).
90,9
109,2
2022 2023
18,1 % 18,6 %
Bereinigtes EBIT
IN MEUR | IN % VOM UMSATZ
13
LAGEBERICHT | Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage: Ergebnisse und Analyse
Segmentergebnisse: AMS mit Rekordumsatz und -ergebnis;
solide Performance in OE
Die AMS-Division verzeichnete durch das Wachstum
der internationalen Märkte und einer ausgezeichneten
operativen Performance ein hervorragendes Jahr. Der
Umsatz im AMS-Segment stieg kräftig auf MEUR 328,7
(2022: MEUR 248,7). Das Betriebsergebnis (EBIT) ver-
besserte sich aufgrund des hohen Umsatzes und der ge-
steigerten Produktivität dank hoher Kapazitätsauslastung
auf MEUR 80,3 (2022: MEUR 48,3). Somit erreichte die
EBIT-Marge ein neues Hoch von 24,4 % für das Gesamt-
jahr (2022: 19,4 %).
Die OE-Division verzeichnete insgesamt solide Ergebnis-
se trotz einer Reduktion der Bohr- und Komplettierungs-
aktivitäten im US-Markt im Jahr 2023. Der Umsatz stieg
leicht auf MEUR 257,2 (2022: MEUR 252,6), nach einem
starken Finish zum Jahresende. Das Betriebsergebnis
(EBIT) der OE-Division von MEUR 31,5 und 12,2 % vom
Umsatz lag unter dem des Vorjahres (2022: MEUR 50,1;
19,9 %). Gründe dafür waren: Negative Währungseffekte,
akquisitions- und integrationsverbundene Aufwendungen,
Wertberichtigungen von Vorräten im Zusammenhang mit
der Weiterentwicklung des Produktportfolios sowie höhe-
re Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen.
Advanced Manufacturing & Services
MEUR 329
Umsatz
24,4 %
EBIT-Marge
986
Mitarbeiter
56 %
681
International
305
Nordamerika
Mitarbeiter
pro Markt
Anteil am
Gruppenumsatz
IN %
Oilfield Equipment
MEUR 257
Umsatz
12,2 %
EBIT-Marge
582
Mitarbeiter
44 %
167
International
415
Nordamerika
Anteil am
Gruppenumsatz
IN %
Mitarbeiter
pro Markt
14
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage: Ergebnisse und Analyse | LAGEBERICHT
Bilanzkennzahlen und Cashflow
15
Summe aus dem Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit und dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit.
Das Eigenkapital der SBO-Gruppe belief sich
zum 31. Dezember 2023 auf MEUR 448,0 (2022:
MEUR 425,0). Durch die reduzierten kurzfristigen sons
-
tigen Verbindlichkeiten (MEUR 107,6 niedriger) vor allem
im Zusammenhang mit dem außergerichtlichen Vergleich
erhöhte sich die Eigenkapitalquote auf 53,6 % zum
Jahresende 2023 im Vergleich zu 47,1 % im Vorjahr.
Der Bestand an liquiden Mitteln kam auf MEUR 162,4
(2022: MEUR 287,8), nach einmaligen Kapitalabflüssen
für die Akquisition der Praxis Completion Technology von
MEUR 21,7 und für den Erwerb von Minderheitsanteilen
von MEUR 119,0 nach der Beilegung eines Rechts-
streits. Die Nettoverschuldung lag bei MEUR 92,3
(2022: Nettoliquidität von MEUR 34,5), das Gearing hielt
bei 20,6 % (2022: minus 8,1 %).
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätig-
keit (operativer Cashflow) konnte sich im Vergleich zum
Vorjahr um MEUR 34,1 steigern und betrug MEUR 86,5
(2022: MEUR 52,4), vor allem dank eines reduzierten
Wachstums an Umlaufvermögen und eines etwas höhe-
ren Cashflows aus dem Ergebnis. Der Freie Cashflow
15
lag bei MEUR 33,1 (2022: MEUR 27,1). Bereinigt um
die Bezahlung für die Akquisition von Praxis Comple
-
tion Technology (MEUR 18,6 abzüglich erworbener
Finanzmittel) stieg der Freie Cashflow um MEUR 24,7
im Vergleich zum Vorjahr. Der Cashflow aus der Fi
-
nanzierungstätigkeit von MEUR minus 152,9 (2022:
MEUR minus 44,5) beinhaltete die Bezahlung für den
Erwerb von Minderheitsanteilen im Wert von MEUR 119,0
sowie die Auszahlung der Dividende von MEUR 31,5.
Die Investitionen in Sachanlagevermögen und im-
materielle Vermögenswerte (CAPEX) stiegen 2023
auf MEUR 37,5 (2022: MEUR 31,0), um das betriebliche
Wachstum zu unterstützen. Die getätigten Investitionen
betrafen mit MEUR 21,6 die Oilfield Equipment-Division,
hauptsächlich den weiteren Ausbau der Mietflotte an
Bohrmotoren, Circulation Tools und Rotary Steerable
Tools sowie Investitionen in Maschinen. Im AMS-Segment
entfielen MEUR 15,7 zum Großteil auf den Maschinen-
park inklusive 3D-Metalldrucker. Am 31. Dezember 2023
betrug das Bestellobligo für Sachanlagen MEUR 9,7
(2022: MEUR 5,6).
Dividendenvorschlag
Dank der ausgezeichneten Ergebnisentwicklung wird
der Vorstand der Hauptversammlung am 25. April 2024
vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2023 erneut eine
Dividende von EUR 2,00 pro Aktie auszuschütten (2022:
EUR 2,00 pro Aktie).
15
LAGEBERICHT | Forschung & Entwicklung
Forschung & Entwicklung
Hoch-innovative Technologie sichert unsere Marktführerschaft
Der Grundstein zum Erfolg der SBO-Gruppe liegt seit Jahren in intensiver, marktorientierter Forschung und
Entwicklung (F&E). Stets am Puls der Zeit, ist unser innovatives Produktportfolio am Energiemarkt sehr ge-
fragt und sichert und verstärkt dadurch unsere marktführende Position. Unsere hoch-innovativen Produkte
sind weltweit anerkannt und die hervorragende Qualität unserer Fertigung ist ein angesehenes Differenzie-
rungsmerkmal im Markt.
Ein Beispiel unserer aktuellen Forschungs- und Ent-
wicklungsarbeit ist der 3D-Druck von hochlegierten
Metallen (DMLS). SBO baut seine additiven Fertigungs-
möglichkeiten kontinuierlich aus und hat das Produkt-
portfolio im 3D-Druck mittlerweile auf verschiedenste
Metalle erfolgreich erweitert (Inconel, Kupfer, Titan, und
andere). Damit haben wir ein breiteres Spektrum für die
kundenorientierte Fertigung von Bauteilen geschaffen.
Unser Fokus liegt dabei auf der Herstellung von Bauteilen
mit geringen Wandstärken, komplexen Geometrien und
großen Überhängen. Darüber hinaus können wir alle ge-
druckten Schichten mit einer integrierten Qualitätskontroll-
software einzeln auf Fehler überprüfen, was ein äußerst
hohes Qualitätsniveau gewährleistet.
Im Bereich der Bohrwerkzeuge investieren wir in die
Steigerung der Performance und der Anwendungs
-
möglichkeiten unserer Tools. Dazu gehören vor allem die
Integration von Kommunikationssystemen, welche die
Wirtschaftlichkeit des Bohrbetriebs erheblich verbessern.
Diese Systeme ermöglichen effizientes, kostengünstiges
Bohren, da sie Informationen real-time zur Verfügung
stellen, wodurch rasche Entscheidungen während des
Bohrens getroffen werden können.
Auch im Bereich der Bohrlochkomplettierungslösungen
gibt es innovative Weiterentwicklungen unseres Produkt-
portfolios. Dissolvable Plugs sind eine wichtige Ergän-
zung unserer Produktpalette, und werden stetig weiter-
entwickelt. Unser Baby Boss Plug (by Wellboss) hat sich
in den vergangenen Jahren bereits stark auf dem Markt
etabliert. Im Jahr 2024 werden wir einen weiteren Dissol-
vable HPHT Frac Plug auf den Markt bringen.
Für den Geothermiemarkt werden einige unserer erfolg-
reichen Bohrmotoren, Rotary Steerable Tools, Circulation
Tools und auch Plugs weiterentwickelt. So werden zum
Beispiel bestehende Bohrmotoren und Circulation Tools
durch Materialadaption für die Anwendung bei den hohen
Temperaturen der Geothermie-Bohrungen (bis zu 300°C)
angepasst. Außerdem arbeiten wir an der Weiterentwick-
lung unseres Plug-Portfolios, um die Plugs auf die Be-
sonderheiten der Geothermiebohrlöcher abzustimmen.
Ein weiteres Beispiel für Forschungs- und Entwicklungsin-
itiativen zum Zweck der Diversifikation unseres Geschäfts
ist die Adaption des Packerportfolios der 2023 akquirier-
ten Praxis Completion Technology. Hier investieren wir
aktiv in die Anpassung von Packern für die Verwendung
in Carbon Capture & Storage Anwendungen.
Wir sind stolz auf unsere branchenführenden Kompeten-
zen in der Technologieentwicklung und Fertigung sowie
auf die moderne Ausstattung unserer Betriebstätten, die
nicht nur hoch-innovatives Equipment hervorbringen,
sondern auch den höchsten Qualitätsanforderungen
unserer Kunden gerecht werden.
16
Weitere rechtliche Angaben | LAGEBERICHT
Weitere rechtliche Angaben
Berichterstattung über wesentliche Merkmale
des internen Kontrollsystems und des Risiko-
ma nage mentsystems im Hinblick auf den
Rechnungs le gungsprozess
Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement
der SBO-Gruppe liegt beim Vorstand, während die un
-
mittelbare Verantwortung bei den Geschäfts führern der
operativen Einheiten liegt. Demzufolge hat das interne
laufende Berichtswesen an die Konzernzentrale beson
-
ders hohe Bedeutung, um Risiken frühzeitig erkennen
und Gegenmaßnahmen ergreifen zu kön nen. Dies erfolgt
durch eine zeitnahe monatliche Berichterstattung über die
notwendigen Informationen von den operativen Einheiten
an den Vorstand.
Für die Tochterunternehmen wurden vom Konzern welt-
weit einheitliche Standards für die Umsetzung und Do-
kumentation des gesamten internen Kon troll systems und
damit vor allem auch für den Rechnungslegungsprozess
vorgegeben. Da durch sol len jene Risiken vermieden
werden, die zu einer un vollständigen oder fehlerhaften
Finanz bericht er stat tung führen können.
Weiters werden die von den Tochtergesellschaften er-
stellten internen Berichte in der Konzernzentrale auf Plau-
sibilität geprüft und mit Planungsrechnungen verglichen,
um bei Abweichungen geeignete Maßnahmen setzen zu
können. Hierzu werden von den Gesellschaften Jahres-
budgets und Mittelfrist pla nungen angefordert, welche
vom Vorstand genehmigt werden müssen. Weiters wird
die Liquiditäts pla nung der Gesellschaften laufend über
-
wacht und mit den Holdingvorgaben abgestimmt.
Die Ordnungsmäßigkeit des Rechnungswesens bei den
Tochtergesellschaften wird durch Prüfungstätigkeiten des
Konzerncontrollings über wacht. Weiters werden die Jah-
resabschlüsse aller wesentlichen operativen Gesellschaf-
ten durch internationale Prüfungsgesellschaften geprüft.
Im Zuge von regelmäßigen Meetings des Vorstandes mit
den lokalen Geschäftsführungen werden die lau fende
Geschäftsentwicklung sowie absehbare Chan cen und
Risiken besprochen.
Für die Erstellung des Konzernabschlusses be stehen
in Ergänzung zu den Internationalen Rechnungs-
legungsvorschriften konzerninterne Richtlinien, um eine
einheitliche Darstellung bei den berichtenden Gesell
-
schaften zu gewährleisten (Bewertungs- und Ausweis-
fragen). Für die automationsunterstützte Auf stellung des
Konzernabschlusses wird ein zertifiziertes Konsolidie
-
rungs-Programm verwendet.
Nachtragsbericht
Hierzu verweisen wir auf die Erläuterung 38 im
Konzernabschluss.
Berichterstattung gem. § 243a sowie § 267 Abs. 3
Z 3 UGB
Hierzu verweisen wir auf die Erläuterung 20 im
Konzernabschluss.
Sicherungsgeschäfte und Finanzinstrumente
Hierzu verweisen wir auf die Erläuterungen 4.6, 31 und
32 im Konzernabschluss.
17
LAGEBERICHT | Ausblick
Ausblick
Nach einem globalen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 3,1 % im Jahr 2023 wird für das Jahr 2024 ein gleichbleiben-
des weltweites Wirtschaftswachstum von 3,1 % prognostiziert. Die Wirtschaft der Industriestaaten soll dabei um 1,5 %
wachsen, nach einem Anstieg von 1,6 % in 2023. Für das Wirtschaftswachstum in den Schwellen- und Entwicklungs-
ländern erwartet der IWF für 2024 einen Anstieg um 4,1 %, ähnlich wie im Vorjahr (2023: 4,1 %).
16
Die Entwicklung des Energiemarkts bringt viele Chancen mit sich
16
International Monetary Fund (IMF), World Economic Outlook Update, Jänner 2024.
17
International Monetary Fund (IMF), World Energy Outlook, Oktober 2023.
18
International Energy Agency (IEA), Global Hydrogen Review 2023, September 2023.
19
International Monetary Fund (IMF), World Energy Outlook, Oktober 2023.
20
Statista, Geothermie weltweit, Jänner 2024.
Der weltweite Gesamtenergiebedarf soll laut aktuellen
Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) im
Stated Policy Scenario (STEPS-Szenario) von etwa
630 Exajoule (EJ) im Jahr 2022 auf 670 EJ bis 2030
steigen. Dies entspricht einer durchschnittlichen jähr
-
lichen Wachstumsrate von 0,7 %. In den Schwellen- und
Entwicklungsländern soll die Nachfrage getrieben von
wirtschaftlichem Wachstum stark ansteigen, während der
Bedarf in den Industrieländern zurückgeht. Fossile Brenn-
stoffe, die aktuell etwa 80 % des Gesamtenergiebedarfs
abdecken, werden weiterhin eine wichtige Rolle spielen,
wobei der Kohleanteil stark abnehmen wird. Der Erdölan-
teil wird bis 2030 auf anhaltend hohem Niveau erwartet,
die Nachfrage nach Erdgas sollte sogar weiter zuneh-
men, vorangetrieben durch den erwarteten Ausbau der
LNG-Produktionsstätten, welche benötigt werden, um die
Umstellung der Industrie von Kohle auf Gas in China zu
beschleunigen und um süd- und südostasiatische Län-
der in ihrem Wirtschaftswachstum zu unterstützen.
17
Gleichzeitig werden Technologien für erneuerbare
Energieträger immer wichtiger, um die wachsende Nach-
frage nach Energie abzudecken. Wasserstoff, Carbon
Capture & Storage und Geothermie nehmen hierbei eine
maßgebliche Position ein, was für die SBO-Gruppe we-
sentliches Geschäftspotenzial birgt.
Wasserstoff
Bei der Umsetzung der EU-Ziele, bis 2030 die Produktion
von 10 Millionen Tonnen erneuerbarem Wasserstoff zu
erreichen, spielt die EU Wasserstoffbank, die mit einem
milliardenschweren Fördertopf dotiert ist, eine zentrale
Rolle. Volkswirtschaften wie Australien und Lateinamerika
verfolgen ebenfalls neue industrielle Ansätze, bei denen
emissionsarme Wasserstofftechnologien eine wichtige
Stellung einnehmen.
18
Die Pipeline an Projekten enthält
über 400 GW neuer Elektrolysekapazitäten für Wasser
-
stoff, die bis 2030 operativ sein sollen.
19
Geothermie
Auch der Ausbau der Geothermie ist im Energiemix
von entscheidender Bedeutung, da sie eine stetige und
kontinuierliche Energiequelle bietet, unabhängig von Wit-
terungsbedingungen oder Tageszeiten. Die USA, Indone-
sien, die Philippinen und die Türkei sind derzeit für etwa
60 % der Gesamtinstallationskapazität verantwortlich. Ak-
tuellen Prognosen zufolge soll die installierte Kapazität für
die geothermische Stromerzeugung im Jahr 2024 99,73
Milliarden Kilowattstunden (KWh) betragen.
20
18
Ausblick | LAGEBERICHT
Carbon Capture & Storage (CCS)
Im Bereich Carbon Capture and Storage (CCS) nimmt
die Zahl der Projekte weltweit rasant zu. Das Investitions-
volumen im Jahr 2022 erreichte USD 3 Milliarden mit sehr
positiven Wachstumserwartungen für die Zukunft. Allein in
den USA wurden durch großzügige Steueranreize und
Finanzierungsprogramme mehr als 100 neue Projekte
angekündigt. Auch in anderen Ländern wie Kanada und
China gibt es nennenswerten Fortschritt mit Investitionen
in Großprojekte sowie wichtige regulatorische Schritte zur
Förderung von CCS-Anwendungen in Kanada, Däne-
mark, Indonesien, Japan und Malaysien. In Summe rech-
net man mit über 400 Mt CO
2
Speicherkapazität, die bis
2030 operativ sein wird.
21
Erdgas und Erdöl
Auch für Öl und Gas sind die erwarteten Marktdaten
überzeugend. Die IEA rechnet für das Jahr 2024 mit
21
International Monetary Fund (IMF), World Energy Outlook, Oktober 2023.
22
International Energy Agency (IEA), Medium-Term Gas Report 2023. Including the Gas Market Report, Q4-2023, Oktober 2023.
23
International Energy Agency (IEA), Oil Market Report, Februar 2024.
24
International Energy Agency (IEA), Medium-Term Gas Report 2023. Including the Gas Market Report, Q4-2023, Oktober 2023.
25
Evercore ISI report, Energy | Oilfield Services, Equipment & Drilling, Dezember 2023.
einem steigenden Gas- und Ölbedarf: So soll die Nach-
frage nach Gas um 64 Milliarden Kubikmeter (bcm) auf
4.135 bcm steigen
22
, jene nach Öl um 1,2 Millionen Bar-
rel pro Tag (mb/d) auf einen neuen Rekordwert von 103,0
mb/d.
23
Durch den Ausbau der LNG-Verflüssigungskapa-
zitäten in den Jahren 2025-2026 wird ein robustes LNG-
Angebot erwartet, was den Druck auf den Markt mildern
und die Nachfrage in den aufstrebenden asiatischen
Märkten ankurbeln sollte. Das weltweite LNG-Angebot
wird zwischen 2022 und 2026 um voraussichtlich 25 %
steigen.
24
Im Jahr 2024 rechnet man mit einem Anstieg der Ausga-
ben für Exploration und Produktion (E&P) von insgesamt
5 % auf USD 515 Milliarden, nach einem Wachstum von
11 % im Jahr 2023. Die internationalen Aktivitäten sollen
2024 mit 10 % zunehmen, die Wachstumsrate in den
USA wird mit 2 % prognostiziert.
25
19
LAGEBERICHT | Ausblick
Positiver Unternehmensausblick
Basierend auf diesen erwarteten positiven Marktentwick-
lungen bleibt SBO im Hinblick auf den Öl- und Gassektor
zuversichtlich. Die zu Grunde liegenden Fundamental-
daten des Marktes unterstützen eine nachhaltige, mehr-
jährige Zunahme der weltweiten Investitionen in Explo-
ration und Produktion. Die Industrie und unsere Kunden
blicken optimistisch in das Jahr 2024, getragen von dem
anhaltenden Bedürfnis nach Energiesicherheit und den
erhöhten Investitionen vor allem in internationalen Märkten
und in Offshore-Projekten.
Zeitgleich wird ein weiterer dynamischer Anstieg im Be-
reich der alternativen Energieträger prognostiziert. Dies
stellt für die SBO-Gruppe das größte mittel- und langfristi-
ge Wachstumspotenzial dar.
Trotz der aktuell positiven Einschätzung der zukünftigen
Marktentwicklung werden wirtschaftliche Prognosen und
Unsicherheiten sowie geopolitische Risiken immer mit
Vorsicht und strategischem Weitblick beobachtet.
Für das Jahr 2024 ist SBO zuversichtlich dank gut ge-
füllter Auftragsbücher, der Integration der Praxis-Akqui-
sition sowie neuer Produktinnovationen. Mit Fokus auf
die wachsenden Märkte im Nahen Osten und in Asien
werden die Kapazitäten während des Jahres weiter aus-
gebaut und die lokale Präsenz verstärkt, um Wachstums-
chancen optimal zu nutzen.
Zum Aufbau des neuen Geschäftsbereichs im Green
Tech Energy-Sektor arbeitet SBO mit hohem Elan an
Initiativen für organisches Wachstum sowie strategischen
Investitionen außerhalb des bestehenden Kerngeschäfts.
Einerseits wird die Weiterentwicklung des vorhandenen
Produktportfolios vorangetrieben, um neue Märkte, vor
allem in der Geothermie und im Bereich des Carbon
Capture & Storage zu erschließen. Anderseits plant SBO
Unternehmenszukäufe, um in neue Technologie-Bereiche
vorzustoßen und am prognostizierten Marktwachstum
alternativer Energieträger teilzuhaben.
20
PROGRESS.
/ˈprɑː.ɡres/ (noun)
Measurable success;
move forward through
innovation, agility and
perseverance. progress.
21
LAGEBERICHT | TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe
Non-financial Highlights
ESG-MANAGEMENT
TEIL 1:
ESG in der SBO-Gruppe
Der rechtliche Rahmen: NaDiVeG, UN-Agenda 2030
und EU-Taxonomie
Unser Jahresbericht entspricht den Anforderungen des österreichischen Nachhaltigkeits-
und Diversitätsverbesserungsgesetzes (NaDiVeG) gemäß § 267a UGB. Wir sind Mitglied der
Science-Based Targets Initiative (SBTi) und bekennen uns zur Agenda 2030 für nachhaltige
Entwicklung der Vereinten Nationen, einem globalen Plan zur Förderung von nachhaltigem
Frieden und Wohlstand und zum Schutz unseres Planeten. Kernstück sind die 17 Ziele für
nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs).
Lagebericht
TEIL 1: ESG in der
SBO-Gruppe
22
TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe | LAGEBERICHT
Das Unternehmen hat Ziele definiert, die SBO beeinflussen kann, und sie in sein Nachhaltig-
keitsmanagement integriert. Von den 17 SDGs werden die folgenden 13 als besonders rele-
vant für SBO angesehen:
23
LAGEBERICHT | TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe
Die EU-Taxonomie-Verordnung auf einen Blick
Der Europäische Green Deal zielt darauf ab, einen grünen Übergang zu erreichen, welcher
der EU hilft, bis 2050 klimaneutral zu werden. Artikel 8 der EU-Taxonomie-Verordnung (Ver-
ordnung (EU) 2020 / 852) stellt die Weichen für mehr Transparenz bei Nachhaltigkeitsmaß-
nahmen. Dieser bezieht sich nur auf diejenigen Wirtschaftstätigkeiten, die in den einschlägi-
gen delegierten Rechtsakten ausdrücklich angeführt sind. Im verarbeitenden Gewerbe liegt
der Fokus insbesondere auf emissionsintensiven Industrien. Die Zulieferindustrie ist noch
nicht zufriedenstellend erfasst. Doch gerade in der Zulieferindustrie finden wichtige Innovatio-
nen statt, die einen wesentlichen Beitrag zur Klimaneutralität leisten können.
Die EU-Taxonomie vereinheitlicht die Definition der ökologischen Nachhaltigkeit und dient
als Leitfaden für Investitionsentscheidungen. Unternehmen müssen ihre wirtschaftlichen
Aktivitäten nach den Kriterien der Verordnung klassifizieren. Wenn sich die wirtschaftlichen
Aktivitäten einer oder mehreren der potenziell nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten zuordnen
lassen, sind sie taxonomiefähig („eligible“), erfüllen sie auch die Kriterien für einen wesent-
lichen Beitrag, das Kriterium „Do No Significant Harm (DNSH)“ und die Kriterien zum sozialen
Mindestschutz, sind sie auch taxonomiekonform („aligned“).
Die EU-Taxonomie-Verordnung verpflichtet die Unternehmen, ihre wirtschaftlichen Tätigkeiten
nach dem Kriterienkatalog in Anhang 1 („Klimaschutz“) und Anhang 2 („Anpassung an den
Klimawandel“) der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 zu klassifizieren. Diese Aktivi-
täten sind anhand der Kriterien „wesentlicher Beitrag“ und „Do No Significant Harm (DNSH)“
sowie dem sozialen Mindestschutz zu bewerten.
Erstmals im Jahr 2023 berichten die Unternehmen über die kürzlich verabschiedeten Rechts-
vorschriften zu den zusätzlichen Umweltzielen der EU-Taxonomie, die die bestehenden Um-
weltziele ergänzen und ändern (Delegierte Verordnungen (EU) 2023/2485 und 2023/2486).
Neben dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel sollen die Unternehmen
auch darüber berichten, inwieweit sie die Kriterienkataloge für die Umweltziele „nachhaltige
Nutzung und Schutz der Wasser- und Meeresressourcen“, „Übergang zu einer Kreislauf-
wirtschaft“, „Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung“ und „Schutz und
Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme“ erfüllen. Im Hinblick auf die kürz-
lich verabschiedeten delegierten Verordnungen müssen die Unternehmen im Jahr 2023 nur
über die Eignung für die Taxonomie berichten.
24
TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe | LAGEBERICHT
Nichtfinanzielle Berichterstattung
UNSERE STAKEHOLDER
Als Stakeholder der SBO-Gruppe definieren wir diejenigen Personen und Organisationen,
mit denen wir in Kontakt stehen und die einen direkten Einfluss auf unsere Geschäftsent-
wicklung und Aktivitäten haben. Die Identifikation berücksichtigt die globale Präsenz unserer
Standorte und Produktionsstätten sowie unsere führende Rolle als Nischenanbieter und die
Wertschöpfungskette unserer Branche.
Der Stakeholder-Value ist ein Schlüsselfaktor für die Unternehmensführung. Je nach ihren
Interessen teilen wir unsere Stakeholder in zwei Hauptgruppen ein:
1. Zulieferer, Mitarbeiter und Kunden – alle, die Teil unserer Wertschöpfungskette sind. Für
diese Stakeholder sind betriebliche Leistungskriterien von großer Bedeutung, wie zu-
friedenstellende und sichere Arbeitsbedingungen und -prozesse, qualitativ hochwertige
Produkte und nachhaltig wertschöpfende Geschäftsbeziehungen.
2.
Aktionäre sowie die Kapital- und Finanzmärkte, das gesellschaftliche Umfeld und die
Medien bilden die zweite Gruppe unserer Stakeholder. Sie interessieren sich sowohl
für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens als auch für unsere Aktivitäten unter
ökologischen und sozialen Gesichtspunkten.
25
LAGEBERICHT | TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe
Wir sind bestrebt, einen engen Kontakt zu allen Interessengruppen zu pflegen und einen
kollegialen Austausch zu fördern. So können wir potenzielle Risiken frühzeitig erkennen und
bei Bedarf proaktiv gegensteuern. Gleichzeitig trägt dieser enge Austausch wesentlich zu
unserem wirtschaftlichen Erfolg und unserer Reputation bei.
SBO
MITARBEITER
KUNDEN
LIEFERANTEN
SOZIALES
UMFELD
AKTIONÄRE /
KAPITALMARKT /
BANKEN
MEDIEN
STAKEHOLDER DER
WERTSCHÖPFUNGSKETTE
STAKEHOLDER DER
EXTERNEN COMMUNITY
26
TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe | LAGEBERICHT
Die folgenden SDGs und Nachhaltigkeitsthemen sind für SBO von strategischer Bedeutung:
N
A
C
H
H
A
L
T
I
G
E
S
W
A
C
H
S
T
U
M
Organisches
Wachstum
Forschung &
Entwicklung
• Akquisitionen
• Qualitätsmanagement
Energieverbrauch und
CO
2
-Emissionen
• Wasserverbrauch
• Abfallmanagement
• Erneuerbare Energien
Achtung der
Menschenrechte
Compliance und
Korruptionsprävention
Corporate Governance
• Diversität
Personalentwicklung
Gesundheit und
Arbeitssicherheit
Community
Engagement
27
LAGEBERICHT | TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe
WESENTLICHKEITSANALYSE: STAKEHOLDER UND THEMEN DER
NACHHALTIGKEIT
Die SBO-Gruppe konzentriert sich auf die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aus
-
wirkungen ihrer Aktivitäten. Durch eine gründliche Wesentlichkeitsanalyse konnten wir re-
levante Stakeholder identifizieren, die zentralen Themenfelder für Nachhaltigkeit bestimmen
und die wichtigsten Handlungsfelder definieren.
Mit Inkrafttreten des Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetzes wurden Ge-
schäftsführer und Mitarbeiter befragt, Kundengespräche analysiert, interne Richtlinien zum
Qualitäts- und Lieferantenmanagement evaluiert, Aus- und Weiterbildungsprogramme aus-
gewertet und Gespräche mit Kapital- und Finanzmarktteilnehmern geführt. So konnte die
SBO-Gruppe wesentliche Nachhaltigkeitsbereiche identifizieren.
Die Hauptthemen wurden anhand von zwei Kriterien gruppiert und gewichtet:
1. nach ihrem Einfluss auf unsere Stakeholder und deren Entscheidungen bezüglich SBO
und
2. nach den sozialen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen der SBO-Gruppe.
28
TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe | LAGEBERICHT
Die Grundlage für die Nachhaltigkeitsstrategie ist eine zweidimensionale Wesentlichkeitsma-
trix. Themen, die in der Auswertung nicht mehrfach vorkamen, wurden als „gering“ relevant
eingestuft. Andererseits werden Themen, die in mindestens zwei der verwendeten Quellen
als wichtig eingestuft wurden, als „hoch“ relevant eingestuft.
Hoch
Gering
Gering
BEDEUTUNG FÜR DIE WIRTSCHAFTLICHEN, ÖKOLOGISCHEN UND
GESELLSCHAFTLICHEN AUSWIRKUNGEN VON SBO
Hoch
EINFLUSS AUF DIE BEURTEILUNGEN UND
ENTSCHEIDUNGEN DER STAKEHOLDER
Corporate Governance
Community Engagement
Diversität
Wasserverbrauch
Abfallmanagement
Organisches Wachstum
Forschung & Entwicklung
Akquisitionen
Qualitätsmanagement
Achtung der Menschenrechte
Personalentwicklung
Gesundheit und Arbeitssicherheit
Compliance und
Korruptionsprävention
Erneuerbare Energien
Energieverbrauch und CO
2
-Emissionen
29
LAGEBERICHT | TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe
Daraus ergeben sich die folgenden zentralen Handlungsfelder für SBO:
AKTIONS FELDER
SDG
3
SDG
4
SDG
5
SDG
6
SDG
7
SDG
8
SDG
9
SDG
10
SDG
12
SDG
14
SDG
15
SDG
16
SDG
17
Organisches Wachs tum /
Forschung & Entwicklung /
Akquisitionen
Qualitäts management
Achtung der
Menschenrechte
Personal entwicklung
Gesundheit und
Arbeitssicherheit
Compliance und
Korruptionsprävention
Corporate Governance
Erneuerbare Energien
Energie verbrauch und
CO
2
-Emissionen
Wasser verbrauch
Abfall management
Unsere strategischen ESG-Bereiche decken diese Schwerpunktbereiche ab und verwalten
und verfolgen die entsprechenden Themen. Eine detaillierte Analyse dieser Bereiche und
ihrer Entwicklung im Berichtsjahr folgt im zweiten Teil unserer nichtfinanziellen Erklärung.
30
TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe | LAGEBERICHT
ESG-Managementansatz
Die SBO-Gruppe arbeitet auf der Grundlage einer langfristigen Strategie und nachhaltiger
Geschäftspraktiken. Im Rahmen unserer nachhaltigen Wachstumsstrategie ist es unser
Ziel, langfristigen Mehrwert zu schaffen und vertrauensvoll mit unseren Stakeholdern, Mit
-
arbeitern, Lieferanten und Kunden zusammenzuarbeiten. Die Themen Umwelt, Soziales und
(Corporate) Governance (ESG) sind fest in unsere Strategie 2030 integriert.
Neben dieser direkten Verankerung von ESG-Themen sieht die Unternehmensstrategie den
Aufbau eines neuen Geschäftsfeldes im Einklang mit ökologischen Zielen vor. Das Manage-
ment sondiert den Markt nach neuen Geschäftsfeldern und sucht nach profitablen Nischen
mit einem fundierten Technologiefokus, vor allem im Bereich New Energy, die SBO eine
Rolle als führender Anbieter von Hightech-Lösungen und -Produkten auch außerhalb des
heutigen Kerngeschäfts sichern werden.
Unsere ESG-Strategie geht von einem branchenweit hohen Niveau an ökologischer Effizienz
aus und sieht eine weitere Verbesserung in allen Bereichen vor. Es wurden Berichtsstandards
erarbeitet und Key Performance Indicators (KPIs) mit Zielwerten für das zentrale Management
definiert. Sie sollen mögliche Ineffizienzen aufzeigen und ein gezieltes Management der als
strategisch angesehenen Bereiche ermöglichen. Dazu gehören im Bereich Umwelt („E“) ins-
besondere die Beibehaltung einer hohen Umwelteffizienz, die sich in einem im Branchenver-
gleich niedrigen CO
2
-Ausstoß zeigt, ein optimiertes Wasser- und Abfallmanagement sowie
die Förderung einer Kreislaufwirtschaft, da beispielsweise die Rückführung von Stahlschrott
in die Herstellung von Stabstahl große ökologische Vorteile bietet. Darüber hinaus wird durch
gezielte Maßnahmen der Anteil erneuerbarer Energieträger am Eigenverbrauch erhöht und
damit die CO
2
-Effizienz der eingesetzten Ressourcen weiter verbessert. Im Bereich Social
(„S“) liegt der Schwerpunkt auf der Sicherheit und Entwicklung der Mitarbeiter. Governance
(„G“) gliedert sich in die strategischen Bereiche Verantwortung, Compliance und Risikoma-
nagement sowie Informationssicherheit.
Wir verfolgen traditionell eine Politik der transparenten Berichterstattung. In den letzten Jah-
ren lag der Schwerpunkt auf der Berichterstattung über Scope 1 Treibhausgas (THG) -Emis-
sionen und Scope 2 THG-Emissionen aus der Geschäftstätigkeit eines Stahlherstellers und
Anbieters von Oilfield-Equipment, die durch Werte und gemessene Mengen untermauert
werden. Ab 2023 werden auch die Daten zu den Scope 3 THG-Emissionen erhoben und
offengelegt. Darüber hinaus wird die Berichterstattung über finanzielle Schlüsselindikatoren
im Einklang mit den EU-Umweltzielen fortgesetzt. Wir sind Mitglied der Science-Based Tar-
gets Initiative (SBTi). Darüber hinaus sind wir bestrebt, die ESG-Kommunikation durch die
Veröffentlichung von Wettbewerbsratings weiter auszubauen.
31
LAGEBERICHT | TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe
Zu den derzeitigen Geschäftsaktivitäten von SBO gehört die Herstellung von hochlegier-
ten, nicht-magnetisierbaren Stählen. Zusätzlich gehören die Entwicklung und der Vertrieb
von Equipment zum Angebot des Unternehmens, welches in erster Linie für die effiziente
Ressourcengewinnung eingesetzt werden. Das Unternehmen ist laut Definition der CSRD
nicht im Bereich der fossilen Brennstoffe tätig, sondern arbeitet als Hersteller von Stahl und
Lieferant für den Energy Services Sektor.
Schnelle und effiziente Kommunikationswege innerhalb unserer Gruppe gewährleisten die
Einhaltung der ESG-Anforderungen. Die Prozesse werden sowohl vom SBO-Vorstand als
auch von Group Compliance ständig überwacht und verbessert. Verstöße gegen unseren
Verhaltenskodex werden gründlich untersucht und entsprechende Maßnahmen ergriffen.
Darüber hinaus verfolgen wir eine Null-Toleranz-Politik gegenüber jeder Form von Korruption
oder wettbewerbswidrigem Verhalten. Wir schaffen Programme für unsere Mitarbeiter, um
sie kontinuierlich zu fördern, auf höchstem Niveau weiterzubilden und langfristig zu binden.
SCOPE 1 UND 2
Die SBO führt konzernweite Programme durch, um sich über erfolgreiche Maßnahmen zur
nachhaltigen Reduzierung der in den Betrieben und Anlagen anfallenden Scope 1 und 2
THG-Emissionen auszutauschen, mit dem Ziel, stetige Fortschritte und eine einheitliche
Messung zu gewährleisten. Zu den wichtigsten Maßnahmen in diesem Zusammenhang ge-
hören die Umstellung von Öl und Gas auf umweltverträgliche Energiequellen und die Installa-
tion von erneuerbaren Energiequellen wie Photovoltaikanlagen. Der Fokus unserer Strategie
liegt weiterhin auf betrieblicher Effizienz, Digitalisierung und kohlenstoffarmen Brennstoffalter-
nativen. Vor allem die Digitalisierung soll die Gesamtproduktivität steigern und Produkt- und
Produktionsabfälle reduzieren.
Ein Beispiel dafür ist die Installation von PV-Anlagen am Produktionsstandort Ternitz, die auf
einer Fläche von 7.000 Quadratmetern rund 1.450 MWh Energie pro Jahr erzeugen. Da-
durch werden CO
2
-Emissionen in Höhe von 434.000 kg pro Jahr vermieden.
Die SBO hat sich verpflichtet, bis 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen.
32
TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe | LAGEBERICHT
SCOPE 3
Effiziente und widerstandsfähige Lieferketten sind zweifelsohne entscheidend für den Erfolg
unseres Unternehmens und der wichtigste Faktor auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel. Scope
3 THG-Emissionen machen bei weitem den größten Anteil an den gesamten THG-Emissio-
nen der SBO-Gruppe aus.
Wir arbeiten mit unseren Lieferanten auf sozial verantwortliche und ethische Weise zusam-
men. Wir haben gezielte Projekte gestartet, um unser Knowhow in unseren Wertschöp-
fungsketten zu nutzen und die Nachhaltigkeit bei unseren Lieferanten und Partnern zu för-
dern. Projekte zur Verbesserung der Nachhaltigkeit unserer Lieferketten werden konzernweit
in direkter Zusammenarbeit mit verantwortlichen Supply-Chain-Managern in verschiedenen
Teilen des Unternehmens koordiniert.
Unsere übergeordneten Projektziele für nachhaltige Wertschöpfungsketten sind die vorge-
lagerte Dekarbonisierung nach Scope 3. Wir haben gelernt, dass ein erfolgreiches nicht-
finanzielles Supply-Chain-Management starke Beziehungen zu Lieferanten und Kunden im
Einklang mit unserem Verhaltenskodex erfordert. Im Laufe des Jahres 2023 konnten mit
strategischen Lieferanten und Kunden Grundlagen geschaffen und Projekte identifiziert wer-
den, wie z.B. das unten beschriebene Kreislaufwirtschaftsprojekt.
Außerdem haben wir den Datenaustausch mit Lieferanten und Kunden intensiviert. Wir arbei-
ten mit Lieferanten zusammen, um genaue Scope 3 THG-Emissionsdaten zu erhalten und
teilen Scope 1, 2 und 3 THG-Emissionsdaten mit ausgewählten Kunden. Wir wissen es zu
schätzen, dass einige dieser Kunden CDP-unterstützte Supply-Chain-Erhebungen durchfüh-
ren, die wir durch die Bereitstellung der erforderlichen Informationen und Daten unterstützen.
33
LAGEBERICHT | TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe
KREISLAUFWIRTSCHAFT
Das Streben nach Kreislaufwirtschaft im Bereich der Stahllieferungen und -produkte ist ein
Kernaspekt unserer Nachhaltigkeitsreise und ein wichtiger Hebel für die Scope 3 THG-Effi-
zienz. Kreislaufwirtschaft bedeutet ein Wirtschaftssystem, in dem der Wert von Produkten,
Materialien und anderen Ressourcen in der Wirtschaft so lange wie möglich erhalten bleibt.
Dies fördert ihre effiziente Nutzung in der Produktion und im Verbrauch und reduziert so die
Umweltauswirkungen ihrer Nutzung, indem es Abfälle und die Freisetzung gefährlicher Stoffe
in allen Phasen ihres Lebenszyklus minimiert.
Im Jahr 2023 führte SBO spezielle Pilotprojekte mit ausgewählten Mitgliedern der Wert-
schöpfungskette durch, um Scope 3 THG-Effizienzpotenziale durch das Recycling größe-
rer Mengen ehemaliger SBO-Produkte zu ermitteln und die technische und wirtschaftliche
Machbarkeit für eine breitere Einführung zu prüfen. Während der Projekte erhielten wir eine
Bestätigung der bereits hohen Umweltverträglichkeit der von der SBO hergestellten Spezial-
stähle und konnten unser Wissen über den positiven Zusammenhang zwischen höheren
Schrottquoten und geringeren THG-Emissionen pro Tonne Produkt erweitern. Es ist anzu-
merken, dass wichtige Stahllieferungen von SBO bereits einen relativ hohen Anteil an re-
cyceltem Material enthalten. Die SBO baut auf dieser Erfahrung auf und wird sie, soweit
möglich, in ihre künftigen Wertschöpfungsketten integrieren.
Ergebnisse und Risiken
Im Risikobericht, der Teil des Konzernabschlusses ist, gibt die SBO-Gruppe einen umfas-
senden Überblick über die Risiken, denen das Unternehmen ausgesetzt ist. Das Gesamtrisi-
ko aus der Geschäftstätigkeit des Unternehmens in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Arbeit-
nehmerbelange, die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption und
Bestechung im Allgemeinen kann als gering eingestuft werden. Das Unternehmen bereitet
sich auf die systematische Identifizierung und Bewertung von nicht-finanziellen Risiken in der
Lieferkette vor. Eine Due Diligence-Prüfung im Sinne der Richtlinie über die Sorgfaltspflichten
von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeit (Corporate Sustainability Due Diligence Di-
rective, CSDDD) wurde jedoch noch nicht durchgeführt, da sie noch nicht in Kraft getreten
ist.
In diesem Kapitel befassen wir uns ausschließlich mit Risiken im Zusammenhang mit einer
nachhaltigen Unternehmensführung. Die folgenden Risiken wurden auf der Grundlage der
nichtfinanziellen Leistungsindikatoren und der qualitativ gesammelten Erläuterungen in den
Bereichen Produktion, Produkte und Lieferanten bewertet:
34
TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe | LAGEBERICHT
Umweltfragen
Herstellungsprozesse und Produkte im Hinblick auf direkte Risiken für Luft,
Wasser und Boden; zur Bewertung werden relevante Kennzahlen wie CO
2
-
Emissionen oder Abfallmengen verglichen.
Soziales und Arbeitnehmerfragen
Mitarbeiterentwicklung, Mitarbeiterfluktuation und Rekrutierung in einem Umfeld,
in dem ein starker Wettbewerb um gut ausgebildete Fachkräfte herrscht, sowie
Ausfallzeiten aufgrund von Arbeitsunfällen.
Einhaltung der Vorschriften
Qualitative Berichte über Verstöße gegen die Unternehmensführung, wie z.B.
Vorfälle von Menschenrechtsverletzungen (z.B. Diskriminierung), Korruption und
Bestechung sowie erhöhte Anforderungen an die Informationssicherheit.
Die Geschäftsrisiken des Konzerns haben sich im Geschäftsjahr 2023 nicht
grundlegend verändert. Aus heutiger Sicht sind keine Risiken erkennbar, die
den Fortbestand des Unternehmens gefährden. Dennoch ist die Geschäfts-
tätigkeit des Konzerns einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit
dem globalen unternehmerischen Handeln verbunden sind. Zur Identifizierung,
Analyse und Steuerung dieser Risiken bestehen wirksame Management- und
Kontrollsysteme, in deren Rahmen die Geschäftsleitungen der einzelnen Stand-
orte die Risiken überwachen und der Konzernleitung darüber berichten.
Erkannte Risiken wurden intern bewertet und bei Bedarf sofort Gegenmaß-
nahmen ergriffen. Die Umsetzung und Einarbeitung von Arbeitsanweisungen
werden im Rahmen regelmäßiger interner Audits überprüft. Im Geschäftsjahr
2023 lag der Prüfungsschwerpunkt auf zahlreichen Themen, wie zum Beispiel
dem internen Kontrollsystem.
Die COVID-19-bedingten Absenzen sind mit zunehmender Immunisierung und
schließlich mit der Reduktion der behördlich angeordneten Maßnahmen auf ein
operationell unbedeutendes Niveau gesunken. Da COVID-19 nicht mehr als
Pandemie eingestuft wird, erwartet die SBO in absehbarer Zeit keine Verschär-
fung weiterer Maßnahmen.
35
LAGEBERICHT | TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe
Die folgenden Risiken werden regelmäßig ermittelt und dokumentiert, um bei
Bedarf strategische Verbesserungen einzuleiten:
Der Klimawandel
Die SBO-Gruppe beobachtet den Klimawandel und seine möglichen Auswir-
kungen auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe seit Jahren. Der Klimawandel
als solcher wird nicht als wesentliches Risiko für das Unternehmen eingestuft.
Klimabezogene Risiken müssen im Zusammenhang mit dem europäischen
Green Deal und relevanten EU-Verordnungen wie der EU-Taxonomieverord-
nung bewertet werden.
Der Europäische Green Deal verlangt von Unternehmen unter anderem einen
Plan, der sicherstellt, dass das Geschäftsmodell und die Strategie des Unterneh-
mens mit dem Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft und der Begrenzung
der globalen Erwärmung auf 1,5°C im Einklang mit dem Pariser Abkommen ver-
einbar sind. SBO verweist in diesem Zusammenhang auf die „Strategie 2030“.
Gleichzeitig sollen Investitionen vorrangig in nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten
verlagert werden. Auch der Energiesektor soll langfristig umgestaltet werden
mit dem Ziel, fossile Brennstoffe schrittweise durch erneuerbare Energien zu
ersetzen oder deren Emissionen zu neutralisieren, damit das Netto-Null-Ziel für
2050 erreicht werden kann.
Eine strengere Klimapolitik könnte zu einem Rückgang der Ölnachfrage inner-
halb der EU führen und das Kerngeschäft der SBO-Gruppe aufgrund einer
geringeren Nachfrage nach Werkzeugen für die Ölförderung beeinträchtigen.
Langfristig erwartet der Markt jedoch, dass die weltweite Nachfrage nach dieser
Ressource noch lange Zeit steigen wird. Darüber hinaus hat die Europäische
Union Erdgas als wesentliche Übergangsressource für die Erreichung der
Klimaziele anerkannt und beispielsweise die Stromerzeugung aus fossilen
gasförmigen Brennstoffen als eine taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeit ein-
gestuft. Die Produkte und Lösungen von SBO werden bei Bohrungen nach
Erdöl, Erdgas und Geothermie eingesetzt.
36
TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe | LAGEBERICHT
Die von der SBO-Gruppe produzierten Waren und Dienstleistungen werden
überwiegend außerhalb der Europäischen Union nachgefragt, so dass die
europäische Klimapolitik nur teilweise Einfluss auf die wirtschaftlichen Aktivi-
täten und (Produktions-)Standorte der SBO-Gruppe hat. Dennoch beinhalten
die Annahmen zu einzelnen im Konzernabschluss erfassten langfristigen Ver-
mögenswerten (hauptsächlich Geschäfts- oder Firmenwerte) Schätzungen und
Ermessensentscheidungen über zukünftige Entwicklungen in Bezug auf den Kli-
mawandel und die damit verbundenen klimapolitischen Rahmenbedingungen.
Standorte der SBO-Gruppe haben einen relativ geringen Energieverbrauch, der
in den kommenden Jahren durch entsprechende Maßnahmen noch weiter re-
duziert werden soll. So wurden beispielsweise am Standort Ternitz (Österreich)
zwei Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtnennleistung von rund 1.450 MWh
erneuerbarer Energie installiert und durch einen langfristigen Stromabnahme-
vertrag abgesichert. Darüber hinaus wurden weitere Photovoltaik-Anlagen an
Standorten in den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten errichtet. Die
Umstellung auf erneuerbare Energiequellen ist ein relativ geringer Kostenfaktor.
Die wirtschaftliche Tätigkeit und die Standorte der SBO-Gruppe sind nur in
geringem Maße physischen Klimarisiken in Bezug auf Temperaturänderungen,
Wind, Niederschlag oder Erosion ausgesetzt, wobei die klimabedingten Risiken
insgesamt als gering eingestuft werden. Für relevante Standorte wurden Klima-
risikoanalysen durchgeführt, die auch für die Zukunft keine signifikanten Risiken
ergaben.
SBO gibt die Klimakonformität ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten im Rahmen ihrer
Berichterstattung zur EU-Taxonomieverordnung an (siehe Kapitel „EU-Taxono-
mie“) und meldet klimabezogene Risiken und Werte an ausgewählte ESG-Ra-
tings wie CDP. Klimabezogene Risiken sind derzeit kein relevanter Faktor bei der
Kreditrisikobewertung, und es ist nicht vollständig absehbar, ob und in welchem
Umfang solche Risiken in Zukunft bei der Aufnahme neuer Kreditlinien zu einem
Risiko werden könnten. Dennoch arbeitet die SBO proaktiv an der sukzessiven
Verbesserung der ESG-Scores.
37
LAGEBERICHT | TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe
Marktumfeld
Die Energiewirtschaft, in der derzeit ein großer Teil unserer Produkte eingesetzt
wird, ist traditionell von zyklischen Phasen geprägt. Der Personal- und Material-
bedarf der SBO war auch im produktionsstarken Jahr 2023 gedeckt. Engpässe
in den Lieferketten gab es nur in geringem Umfang, ohne dass dies Auswirkun-
gen auf die Gesamtproduktion hatte.
Rekrutierung von Mitarbeitern
Das derzeitige Marktumfeld mit einer robusten Produktion in der Branche in
fast allen Industrieländern verlängerte den Fachkräftemangel im Jahr 2023,
was für die Unternehmen eine schwierige Situation darstellt. Die SBO hat diese
Umstände erfolgreich gemeistert. Obwohl die Marktlage weiterhin angespannt
blieb, löste SBO diese Herausforderung durch gezielte Maßnahmen wie attrak-
tive Gesamtpakete, Arbeitszeitflexibilität und Gehaltsanpassungen, um sicher-
zustellen, dass die Produktionsleistung aufrechterhalten wird.
Sicherheit am Arbeitsplatz
Fehlverhalten und Unachtsamkeit im Arbeitsprozess bergen Risiken für die
Sicherheit unserer Mitarbeiter am Arbeitsplatz. Die Einführung bzw. Umsetzung
von standortspezifischen HSE-Programmen ist innerhalb der SBO-Gruppe ver-
pflichtend. Um das Unfallrisiko so gering wie möglich zu halten, gelten darüber
hinaus weitere wichtige Maßnahmen, wie z.B. spezifische Anweisungen für
jeden Arbeitsplatz, detaillierte Unterweisungen zu den jeweiligen Arbeitsabläufen
sowie Beschilderungen und vorausschauende Aus- und Weiterbildungsmaß-
nahmen um das Unfallrisiko bei SBO zu minimieren.
Sicherung der Qualität
Produktmängel wie z.B. Materialbruch können Risiken für unsere Kunden und
die Umwelt mit sich bringen, da solche Vorfälle den Boden beschädigen oder
verunreinigen können. Durch ein konsequentes Qualitätsmanagement wirken
wir diesen Risiken aktiv entgegen. Dies dient sowohl dem Schutz der Umwelt
als auch dem Geschäftserfolg unserer Kunden und der SBO-Gruppe.
Compliance- und Anti-Korruptionsvorschriften
Bei der SBO legen strenge interne Regeln und Vorschriften ein verbindliches,
ethisches Verhalten in der gesamten Gruppe fest. Die Nichteinhaltung dieser
Regeln könnte zu schwerwiegenden wirtschaftlichen Nachteilen führen und
unseren Ruf schädigen. Wir unterstützen unsere Mitarbeiter weltweit durch re-
gelmäßigen Austausch auf Führungsebene und durch zielgerichtete Schulungs-
maßnahmen, um ethisches Verhalten weiter zu verankern und die Einhaltung
38
TEIL 1: ESG in der SBO-Gruppe | LAGEBERICHT
unserer Regeln sicherzustellen. Unsere Mitarbeiter werden weltweit eingehend
zur Korruptionsprävention geschult.
IT-Sicherheit
Im Bereich der IT-Sicherheit ergreift die SBO-Gruppe aktive Präventivmaßnah-
men gegen potenzielle Cyberangriffe und verfügt über Sicherheitsvorkehrungen
für den Fall, dass Cyberangriffe auftreten. In Bezug auf das allgemeine Risiko
eines Angriffs auf das IT-System eines Unternehmens ist die IT-Sicherheit als
mittleres Risiko einzustufen. Im Jahr 2023 gab es Angriffe auf das IT-System,
die jedoch keine berichtspflichtigen Schäden verursachten. Das Unternehmen
verfügt über strenge Richtlinien, welche die Verwendung personenbezogener
Daten für andere als rechtmäßige Zwecke untersagen. Die Mitarbeiter werden
im ordnungsgemäßen Umgang mit personenbezogenen Daten geschult, und
es wurden systematische Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass die
Anforderungen ordnungsgemäß erfüllt werden.
Sanktionsrisiken
Die Sanktionsrisiken werden als mittel eingestuft, weil die Energiedienst-
leistungsbranche in der Regel mit Sanktionen und Embargos konfrontiert ist,
die von den Vereinten Nationen und westlichen Ländern gegen ausgewählte
Länder, Einrichtungen oder Einzelpersonen verhängt werden und die sich direkt
oder indirekt auf die Geschäfte der SBO auswirken könnten. Die SBO-Gruppe
verfügt über ein Sanktionsmanagement, das Unternehmen auf die Einhaltung
von Sanktionsregelungen überprüft.
Die Geschäftsaktivitäten gegenüber Russland unterliegen zunehmenden
Restriktionen. Lieferungen des Konzerns, die bereits in der Vergangenheit in
Teilbereichen (insbesondere im Rahmen von Projekten zur Ölexploration und
-förderung in der Tiefsee und / oder der Arktis oder bei Schieferölprojekten in
Russland) untersagt waren, wurden schon im Jahr 2022 vollständig eingestellt
und werden in absehbarer Zeit nicht wieder aufgenommen. Unsere Tochter-
gesellschaft, die als Reparatur- und Servicewerkstatt in Russland tätig ist, führt
ihr Geschäft eigenständig durch.
Die derzeit geltenden Sanktionen gegen Russland sind primärer Natur und
gelten für westliche Unternehmen und Einzelpersonen, nicht aber für Toch-
tergesellschaften dieser Unternehmen. Die Lage wird laufend evaluiert, um
gegebenenfalls rechtzeitig die notwendigen organisatorischen Maßnahmen
einleiten zu können. In jedem Fall ist davon auszugehen, dass diese Situation
eine längerfristige sein wird.
39
LAGEBERICHT | TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023
TEIL 2:
ESG-Entwicklungen im Jahr 2023
Wichtige Entwicklungen 2023 im Überblick
Im Jahr 2023 hat die SBO an Transparenz- und Effizienzprojekten gearbeitet. Während die
Scope 3 THG-Emissionen erfasst und in diesem Bericht zum ersten Mal offengelegt werden,
wurden Effizienzprojekte im Bereich der Kreislaufwirtschaft mit dem Ziel initiiert, die Scope 3
THG-Emissionen insgesamt zu senken.
In unserer eigenen Produktion achten unsere Tochtergesellschaften auf den effizienten Ein-
satz von Ressourcen wie Energie oder Wasser und optimieren kontinuierlich Maßnahmen,
um den CO
2
-Ausstoß strukturell gering zu halten. Unsere Photovoltaikanlagen tragen zur
Versorgung unseres Energiebedarfs für die lokale Produktion bei. 2023 wurden zusätzliche
Photovoltaikkapazitäten in Houston und Dubai installiert.
Unsere ESG-Bemühungen wurden auch mit überdurchschnittlichen globalen Sektor-Ratings
von CDP (Score B-) und ISS ESG (Score C-) gewürdigt.
TEIL 2: ESG-
Entwicklungen
im Jahr 2023
40
TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023 | LAGEBERICHT
SBO berichtet über die EU-Taxonomieverordnung
Für das Geschäftsjahr 2023 mussten erstmals Einstufungen zu den verbleibenden vier
Umweltzielen der EU-Taxonomieverordnung vorgenommen und Änderungen an bestehen-
den Rechtsakten, die im Jahr 2023 erlassen wurden, berücksichtigt werden. Infolge-
dessen wurden zusätzliche relevante Aktivitäten identifiziert, insbesondere im Bereich der
Kreislaufwirtschaft.
VERARBEITENDES GEWERBE UND SEKTORÜBERGREIFENDE
AKTIVITÄTEN
Was das verarbeitende Gewerbe der SBO-Gruppe betrifft, so sind die folgenden Tätigkeiten
als taxonomiefähig eingestuft:
3.9 Herstellung von Eisen und Stahl (Umweltziel: Klimaschutz)
Eine Wirtschaftstätigkeit dieser Kategorie ist eine Übergangstätigkeit im Sinne von
Artikel 10 Absatz 2 der EU-Taxonomieverordnung.
SBO ist ein Hersteller von hochlegierten, nicht-magnetisierbaren Stählen mit hoher
Korrosionsbeständigkeit. Die Herstellung erfolgt in einem gemeinsamen Verfahren mit
dem Hauptlieferanten. Diese besondere Art der Prozessaufteilung hat sich historisch
entwickelt und spiegelt sich teilweise in gemeinsamen Patenten wider. Der Haupt
-
lieferant produziert in enger Abstimmung mit SBO maßgeschneiderte Rohmaterialien.
Die Kaltumformung und -bearbeitung erfolgt durch SBO und erfüllt das Kriterium der
Wirtschaftstätigkeit 3.9. Darüber hinaus ist SBO im Bereich der 3D-Drucktechnologie
(Direct Metal Laser Sintering) tätig. Die Beschreibung der Wirtschaftstätigkeit 3.9 ist
auch für diese Aktivität erfüllt. Der Verkauf von Stahlschrott („Scrap“) fällt ebenfalls unter
die Tätigkeit 3.9. Die Umsatz-, CapEx- und OpEx-KPIs, die den genannten Aktivitäten
zuzuordnen sind, werden dementsprechend als taxonomiekonform dargestellt.
Die Produktpalette im Segment Oilfield Equipment, einschließlich Werkzeugen und Aus-
rüstungen für das Bohren und das Komplettieren von Öl-, Gas- und Bohrlöchern der
Geothermie, konnte keiner der in Anhang 1 der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139
aufgeführten Wirtschaftstätigkeiten zugeordnet werden. Das Unternehmen ist nicht in
der Gewinnung oder Verarbeitung von Erdgas tätig. Daher wurden die ab 2023 gelten-
den gasbezogenen Wirtschaftstätigkeiten nicht aufgenommen.
41
LAGEBERICHT | TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023
SBO hat im Geschäftsjahr 2023 auch infrastrukturelle und sektorübergreifende Aktivitä-
ten durchgeführt. Die EU-Taxonomieverordnung klassifiziert nicht nur die wirtschaftlichen
Kernaktivitäten im Hinblick auf die ökologische Nachhaltigkeit, sondern auch bestimmte
Investitionen und Betriebsausgaben in erneuerbare Energien, Gebäude oder Fahrzeug-
flotten. Die folgenden Wirtschaftstätigkeiten sind auf die SBO-Gruppe anwendbar (sie
gehören alle zum Umweltziel Klimaschutz):
6.5 Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen
Insbesondere der Erwerb, die Finanzierung, die Vermietung, das Leasing und der Be-
trieb von Fahrzeugen der Klassen M, N oder L sind taxonomiefähig. In diesem spe-
ziellen Fall handelt es sich um eine Tätigkeit im Hinblick auf die für die SBO relevanten
Investitionen und Betriebsausgaben im Zusammenhang mit dem Fuhrpark.
6.6 Güterbeförderung im Straßenverkehr
Der Erwerb, die Finanzierung, das Leasing, die Anmietung und der Betrieb von Fahr-
zeugen der Klassen N1, N2 oder N3 für den Güterkraftverkehr, die unter die EURO-VI-
Norm der Stufe E oder deren Nachfolger fallen, sind taxonomiefähig. Im vorliegenden
Fall handelt es sich um Betriebsausgaben im Zusammenhang mit den SBO eigenen
Lieferwägen.
7.2 Renovierung bestehender Gebäude
Einzelne Hoch- und Tiefbauarbeiten oder deren Vorbereitung sind taxonomiefähig.
7.3 Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten
Einzelne Renovierungsmaßnahmen, die in der Installation, Wartung oder Reparatur ener-
gieeffizienter Geräte bestehen, sind taxonomiefähig.
7.5 Installation, Wartung und Reparatur von Geräten für die Messung, Regelung und
Steuerung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden
Die Installation, Wartung und Reparatur von Geräten zur Messung, Regulierung und
Kontrolle der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden ist taxonomiefähig. Für SBO ist
diese Tätigkeit im Zusammenhang mit der effizienten Kühlung und Heizung von Ge
-
bäuden wichtig.
42
TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023 | LAGEBERICHT
7.6 Installation, Wartung und Reparatur von Technologien für erneuerbare Energien
Taxonomiefähig sind Installation, Wartung und Reparatur von Technologien für erneuer-
bare Energien vor Ort. Für SBO ist diese Tätigkeit besonders wichtig im Zusammenhang
mit der Installation von Photovoltaikanlagen an ihren eigenen Standorten in den USA
und in den VAE.
7.7 Erwerb von und Eigentum an Gebäuden
Der Erwerb von Immobilien und die Ausübung des Eigentums an diesen Immobilien
ist taxonomiefähig. Neben dem Eigentum können auch aktivierte Nutzungsrechte an
gemieteten Gebäuden taxonomiefähige Investitionsausgaben darstellen. Für die SBO
ist diese Aktivität besonders wichtig in Bezug auf Verwaltungs- und Betriebsgebäude.
SBO weist seine direkten Aktivitäten als Betreiber von Photovoltaikanlagen aus, nicht
aber die Photovoltaikkapazitäten, die über Stromabnahmeverträge von einem Drittbetrei-
ber erworben werden.
43
LAGEBERICHT | TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023
TAXONOMIE-KONFORMITÄT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023
Für das Geschäftsjahr 2023 muss die Taxonomie-Konformität nur für die in Anhang 1 der
Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 genannten Wirtschaftstätigkeiten und die Umwelt-
ziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel bewertet werden. Die Taxonomie-
Konformität für die zusätzlichen Umweltziele muss ab dem Jahresbericht 2024 berichtet
werden.
Taxonomie-Konformität bedeutet, dass die Wirtschaftstätigkeit einer oder mehreren der
potenziell nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten zugeordnet werden kann, die Kriterien für einen
wesentlichen Beitrag, die Kriterien „Do No Significant Harm (DNSH)“ und den sozialen Min-
destschutz erfüllen. Der erforderliche Nachweis der Konformität wurde für die Aktivität 3.9
(Herstellung von Eisen und Stahl) erbracht, insbesondere für das Kaltschmieden und die Be-
handlung von hochlegierten, nicht-magnetisierbaren Stählen sowie für die additive Fertigung
von Metallteilen durch Direct Metal Laser Sintering (DMLS). Neben den Fertigungstätigkeiten
meldet SBO auch Taxonomie-Konformität für ihre Tätigkeit 7.6 (Installation, Wartung und
Reparatur von Technologien für erneuerbare Energien), die sich auf Photovoltaikanlagen an
ihren eigenen Standorten bezieht.
Das Verständnis und die Auslegung der technischen Bewertungskriterien der Tätigkeit 3.9
(Herstellung von Eisen und Stahl) und der Tätigkeit 7.6 (Installation, Wartung und Reparatur
von Technologien für erneuerbare Energien) werden im Folgenden näher erläutert. SBO hat
die technischen Bewertungskriterien sowohl an eigenen Aktivitäten geprüft, als auch Be-
stätigungen vom Hauptlieferanten eingeholt, wo dies aufgrund der Tätigkeit geboten war.
44
TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023 | LAGEBERICHT
Erläuterungen zur Bewertung der Taxonomie-Konformität werden für jede Wirtschaftstätigkeit
gesondert dargelegt im Hinblick auf ihren wesentlichen Beitrag zum Umweltziel und „Do No
Significant Harm“:
TÄTIGKEIT 3.9
(HERSTELLUNG VON EISEN UND STAHL)
AKTIVITÄT 7.6
(INSTALLATION, WARTUNG UND REPARATUR
VON TECHNOLOGIEN FÜR ERNEUERBARE
ENERGIEN)
Wesentlicher
Beitrag
Je nach Herstellungsverfahren geben die
technischen Bewertungskriterien unterschiedliche
Emissionsgrenzwerte vor. Die hier relevante
Messgröße für hochlegierte, nicht-magnetisierbare
Stähle, die in Elektrolichtbogenöfen hergestellt
werden, beträgt 0,266 t CO
2
-eq/t Produkt. Dieser
Grenzwert bezieht sich ausschließlich auf die
Emissionen, die beim Erschmelzen des Rohstahls
entstehen. Das Kriterium des wesentlichen
Beitrags ist durch die Einhaltung der Emissions
-
grenzwerte erfüllt.
Die Installation von Photovoltaikanlagen wird
als wesentlicher Beitrag zum Umweltziel der
Eindämmung des Klimawandels angesehen.
Do No
Significant
Harm (DNSH)
Die folgenden Erläuterungen fassen das Verständ
-
nis und die wesentlichen Interpretationen der Do
No Significant Harm (DNSH) Kriterien zusammen.
Bei der Analyse der DNSH-Kriterien bezieht sich
SBO auf die jeweiligen Produktionsstätten bzw.
betroffenen Produkte.
Die folgenden Erläuterungen fassen das Ver
-
ständnis und die wesentlichen Interpretationen
der Do No Significant Harm (DNSH) Kriterien
zusammen. Bei der Analyse der DNSH-
Kriterien bezieht sich SBO auf die jeweiligen
Produktionsstätten bzw. betroffenen Produkte.
Anpassung
an den
Klimawandel
Für die betreffenden Produktionsstandorte
wurde eine Bewertung des Klimarisikos und der
Anfälligkeit durchgeführt.
Für die betreffenden Standorte wurde eine Be
-
wertung des Klimarisikos und der Anfälligkeit
durchgeführt.
Nachhaltige
Nutzung und
Schutz der
Wasser- und
Meeres-
ressourcen
Im Rahmen des bestehenden Umweltkonzeptes
legt die SBO bereits großen Wert auf einen
sparsamen, schonenden und effizienten Umgang.
Der Fokus des Wassermanagements liegt auf
der Reduzierung des Wasserverbrauchs, der
effizienten Nutzung der Wasserressourcen und
der angemessenen Abwasserbehandlung. In den
hier relevanten Produktionsprozessen der SBO
wird kein Wasser (z.B. zur Kühlung) eingesetzt,
weshalb Umweltbelastungen im Zusammenhang
mit der Aufrechterhaltung der Wasserqualität und
der Vermeidung von Wasserknappheit im Zuge
der Ausübung der Tätigkeiten der SBO nicht zu
erwarten sind.
Keine technischen Kriterien angegeben.
Übergang zu
einer Kreislauf
-
wirtschaft
Keine technischen Kriterien angegeben. Keine technischen Kriterien angegeben.
Vermeidung
und Ver
-
ringerung der
Umweltver
-
schmutzung
Einige der Kriterien dieses Umweltziels sind auf die
untersuchte Tätigkeit der SBO nicht anwendbar
(z.B. in Bezug auf persistente organische Schad
-
stoffe, Quecksilberverbindungen oder elektrische
und elektronische Geräte). Die Erfüllung der
übrigen Kriterien wurde geprüft und entsprechend
dokumentiert. Auch das Kriterium der BVT-
Emissionswerte ist auf die Tätigkeit der SBO nicht
anwendbar. Entsprechende Emissionen fallen bei
den Fertigungsprozessen der SBO nicht an.
Keine technischen Kriterien angegeben.
Schutz und
Wiederher
-
stellung der
Biodiversität
und der
Ökosysteme
Die Einhaltung der Umweltvorschriften wurde an
den jeweiligen Produktionsstandorten überprüft.
Keine technischen Kriterien angegeben.
45
LAGEBERICHT | TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023
Einhaltung des Mindestschutzes
Um die Taxonomie-Konformität zu erreichen, muss SBO sicherstellen, dass die betreffenden
Wirtschaftstätigkeiten zusätzlich zu den beiden Kriterien „wesentlicher Beitrag“ und „Do No
Significant Harm (DNSH)“ im Einklang mit Artikel 18 der Taxonomieverordnung stehen.
Unter Berücksichtigung des im Oktober 2022 veröffentlichten Abschlussberichts über Min-
destschutzmaßnahmen der Plattform für nachhaltige Finanzen konzentriert sich SBO auf
die Themen Menschenrechte, Bestechung/Korruption, Steuern und fairer Wettbewerb. Die
folgenden Aspekte wurden im Detail berücksichtigt:
Menschenrechte
Die Geschäftstätigkeit erfolgt in Übereinstimmung mit dem Katalog der inter-
national anerkannten Menschenrechte. Es gibt einen Verhaltenskodex, der Füh-
rungskräfte und Mitarbeiter dazu verpflichtet, geeignete Maßnahmen zu ergrei-
fen, um mögliche und tatsächliche Menschenrechtsverletzungen aufzudecken,
zu verhindern und abzumildern. Es hat keine Verurteilungen im Zusammenhang
mit Menschenrechtsverletzungen gegeben.
Bestechung/Korruption
Die SBO-Gruppe hat einen Whistleblowing-Service eingerichtet, der geschützte
Kommunikationskanäle gewährleistet und die Meldung von Bestechungs-/Kor-
ruptionsvorfällen auf einer eigenen Online-Plattform ermöglicht. Darüber hinaus
gibt es konzernweite Richtlinien und eine Null-Toleranz-Politik in Bezug auf Be-
stechung, Betrug und jegliche Form von Korruption.
Steuern
Im Rahmen der Wirtschaftstätigkeiten der SBO-Gruppe fallen weltweit Steuerauf-
wendungen in unterschiedlicher Form an. Umsatzsteuern, Körperschaftsteuern,
Steuern auf Löhne und Gehälter usw. bedeuten, dass die Wirtschaftstätigkeiten
der SBO in den einzelnen Ländern wirtschaftliche Beiträge leisten. SBO verfolgt
keine aggressive Steuerpolitik. Die Standorte der einzelnen Unternehmen folgen
ausschließlich den lokalen Wirtschaftstätigkeiten in den jeweiligen Industrie-
zentren. Im Anhang des Konzernabschlusses ist die Überleitung zum Konzern-
steuersatz transparent dargestellt.
46
TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023 | LAGEBERICHT
Fairer Wettbewerb
Durch die Anwendung eines gruppenweiten Verhaltenskodex stellt die SBO-
Gruppe die Einhaltung der einschlägigen Wettbewerbsregeln sicher. Fairer
Wettbewerb bedeutet für die SBO, dass keine Kartelle, wettbewerbswidrige
Geschäftspraktiken oder Vereinbarungen, die eine Marktbeherrschung oder
Marktmacht ausnutzen oder ausweiten, sowie wettbewerbswidrige Fusionen
und Übernahmen eingegangen oder durchgeführt werden. Dies gilt insbeson-
dere, wenn sie Festpreise, manipulierte Angebote (kollusive Ausschreibungen),
Produktionsbeschränkungen oder -quoten oder die Aufteilung von Märkten
durch die Zuteilung von Kunden, Lieferanten, Gebieten oder Geschäftsberei-
chen beinhalten.
WICHTIGE LEISTUNGSINDIKATOREN (KPI)
Auf dieser Grundlage werden die folgenden Kennzahlen ausgewiesen:
INFORMATIONEN IN % UMSATZ CAPEX OPEX
Taxonomiefähig gesamt 14,1 10,3 6,2
Nicht taxonomiefähig gesamt 85,9 89,7 93,8
Taxonomiekonform gesamt 14,1 3,4 4,0
Nicht taxonomiekonform gesamt 85,9 96,6 96,0
Die neu in Kraft getretenen Wirtschaftstätigkeiten, insbesondere im Bereich der Kreislauf-
wirtschaft, decken weitere wirtschaftliche Aktivitäten von SBO ab. Diese sind Gegenstand
eingehender Evaluierung und in der aktuellen Berichterstattung daher noch nicht enthalten.
Sie könnten im darauffolgenden Berichtsjahr zu einer weiteren Verbesserung der Kennzahlen
führen.
47
LAGEBERICHT | TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023
UMSATZ-KPI
GESCHÄFTSJAHR 2023 JAHR
KRITERIEN FÜR EINEN WESENT LICHEN BEITRAG DNSH-KRITERIEN („KEINE ERHEBLICHE BEEINTRÄCHTIGUNG“)
Wirtschafts tätigkeiten
(01)
Code
(02)
Umsatz
(03)
Umsatz
-
anteil,
Jahr
2023
(04)
Klima-
schutz
(05)
Anpas-
sung
an den
Kli ma-
wan del
(06)
Wasser
(07)
Umwelt
-
ver-
schmut-
zung
(08)
Kreislauf
-
wirtschaft
(09)
Bio
-
logische
Vielfalt
(10)
Klima-
schutz
(11)
Anpassung
an den
Klima-
wandel
(12)
Wasser
(13)
Umwelt
-
ver-
schmut-
zung
(14)
Kreislauf
-
wirtschaft
(15)
Biologische
Vielfalt
(16)
Mindest-
schutz
(17)
Anteil
taxonomie
-
konformer
(A.1.) oder
taxonomie
-
fähiger (A.2.)
Umsatz, Jahr
2022
(18)
Kategorie
ermög
-
lichende
Tätigkeit
(19)
Kategorie
Über
-
gangs-
tätigkeit
(20)
TEUR % %
J / N %
A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
A.1. Ökologisch nachhaltige
Tätigkeiten (taxonomie konform)
Herstellung von Eisen und Stahl
3.9 82.788 14,1 % 14,1 %
J J J J J J J 12,5 % 12,5 %
Umsatz ökologisch nachhaltiger
Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1)
82.788 14,1 % 14,1 %
12,5 %
Davon ermöglichende Tätigkeiten
0 0,0 % 0,0 %
0,0 %
Davon Übergangstätigkeiten
82.788 14,1 % 14,1 %
12,5 %
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht
ökologisch nachhaltige
Tätigkeiten (nicht taxonomie-
konforme Tätigkeiten)
Herstellung von Eisen und Stahl
3.9 0 0,0 %
0,0 %
Umsatz taxonomiefähiger, aber nicht
ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten
(nicht taxonomie konforme
Tätigkeiten) (A.2)
A. UMSATZ TAXONOMIEFÄHIGER
TIGKEITEN (A.1+A.2)
82.788 14,1 % 12,5 %
B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE
TÄTIGKEITEN
Umsatz nicht taxonomiefähiger
Tätigkeiten
503.083 85,9 %
87,5 %
GESAMT
585.871 100,0 %
48
TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023 | LAGEBERICHT
CAPEX-KPI
GESCHÄFTSJAHR 2023 JAHR KRITERIEN FÜR EINEN WESENT LICHEN BEITRAG DNSH-KRITERIEN („KEINE ERHEBLICHE BEEINTRÄCHTIGUNG“)
Wirtschafts tätigkeiten
(01)
Code
(02)
CapEx
(03)
CapEx,
Jahr
2023
(04)
Klima-
schutz
(05)
Anpas-
sung
an den
Kli ma-
wan del
(06)
Wasser
(07)
Umwelt
-
ver-
schmut-
zung
(08)
Kreislauf
-
wirtschaft
(09)
Bio
-
logische
Vielfalt
(10)
Klima-
schutz
(11)
Anpassung
an den
Klima-
wandel
(12)
Wasser
(13)
Umwelt
-
ver-
schmut-
zung
(14)
Kreislauf
-
wirtschaft
(15)
Biologische
Vielfalt
(16)
Mindest-
schutz
(17)
Anteil
taxonomie
-
konformer
(A.1.) oder
taxonomie
-
fähiger (A.2.)
CapEx, Jahr
2022
(18)
Kategorie
ermög
-
lichende
Tätigkeit
(19)
Kategorie
Über
-
gangs-
tätigkeit
(20)
TEUR % %
J / N %
A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
A.1. Ökologisch nachhaltige
Tätigkeiten (taxonomie konform)
Herstellung von Eisen und Stahl 3.9 1.187 3,0 % 3,0 %
J J J J J J J 21,1 % 21,1 %
Installation, Wartung und Reparatur
von energieeffizienten Geräten 7.3 170 0,4 % 0,4 %
J J J J J J J 0,0 % 0,0 %
CapEx ökologisch nachhaltiger
Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) 1.357 3,4 % 3,4 %
21,1 %
Davon ermöglichende Tätigkeiten 170 0,4 % 0,4 %
0,0 %
Davon Übergangstätigkeiten 1.187 3,0 % 3,0 %
21,1 %
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht
ökologisch nachhaltige
Tätigkeiten (nicht taxonomie-
konforme Tätigkeiten)
Beförderung mit Motorrädern,
Personenkraftwagen und leichten
Nutzfahrzeugen 6.5 1.133 2,8 %
1,0 %
Renovierung bestehender Gebäude 7.2 39 0,1 %
0,0 %
Installation, Wartung und Reparatur
von energieeffizienten Geräten 7.3 422 1,0 %
0,4 %
Installation, Wartung und Reparatur
von Geräten für die Messung, Regelung
und Steuerung der Gesamtenergie-
effizienz von Gebäuden 7.5 0 0,0 %
0,1 %
Installation, Wartung und Reparatur
von Technologien für erneuerbare
Energien 7.6 602 1,5 %
0,1 %
Erwerb von und Eigentum an Gebäuden 7.7 602 1,5 %
12,1 %
CapEx taxonomiefähiger, aber nicht
ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten
(nicht taxonomie konforme
Tätigkeiten) (A.2)
A. CAPEX TAXONOMIEFÄHIGER
TIGKEITEN (A.1+A.2) 4.155 10,3 % 34,8 %
B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE
TÄTIGKEITEN
CapEx nicht taxonomiefähiger
Tätigkeiten 36.041 89,7 %
65,2 %
GESAMT 40.197 100,0 %
49
LAGEBERICHT | TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023
OPEX-KPI
GESCHÄFTSJAHR 2023 JAHR KRITERIEN FÜR EINEN WESENT LICHEN BEITRAG DNSH-KRITERIEN („KEINE ERHEBLICHE BEEINTRÄCHTIGUNG“)
Wirtschafts tätigkeiten
(01)
Code
(02)
OpEx
(03)
Anteil
OpEx,
Jahr
2023
(04)
Klima-
schutz
(05)
Anpas-
sung
an den
Kli ma-
wan del
(06)
Wasser
(07)
Umwelt
-
ver-
schmut-
zung
(08)
Kreislauf
-
wirtschaft
(09)
Bio
-
logische
Vielfalt
(10)
Klima-
schutz
(11)
Anpassung
an den
Klima-
wandel
(12)
Wasser
(13)
Umwelt
-
ver-
schmut-
zung
(14)
Kreislauf
-
wirtschaft
(15)
Biologische
Vielfalt
(16)
Mindest-
schutz
(17)
Anteil
taxonomie
-
konformer
(A.1.) oder
taxonomiefähi
-
ger (A.2.) OpEx,
Jahr 2022
(18)
Kategorie
ermög
-
lichende
Tätigkeit
(19)
Kategorie
Über
-
gangs-
tätigkeit
(20)
TEUR % %
J / N %
A. TAXONOMIEFÄHIGE TÄTIGKEITEN
A.1. Ökologisch nachhaltige
Tätigkeiten (taxonomie konform)
Herstellung von Eisen und Stahl 3.9 451 2,6 % 2,6 %
J J J J J J J 3,3 % 3,3 %
Installation, Wartung und Reparatur
von energieeffizienten Geräten 7.3 249 1,4 % 1,4 %
J J J J J J J 0,0 % 0,0 %
OpEx ökologisch nachhaltiger
Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) 700 4,0 % 4,0 %
3,3 %
Davon ermöglichende Tätigkeiten 249 1,4 % 1,4 %
0,0 %
Davon Übergangstätigkeiten 451 2,6 % 2,6 %
3,3 %
A.2 Taxonomiefähige, aber nicht
ökologisch nachhaltige
Tätigkeiten (nicht taxonomie-
konforme Tätigkeiten)
Beförderung mit Motorrädern,
Personenkraftwagen und leichten
Nutzfahrzeugen 6.5 47 0,3 %
0,5 %
Installation, Wartung und Reparatur
von energieeffizienten Geräten 7.3 284 1,6 %
1,4 %
Installation, Wartung und Reparatur
von Technologien für erneuerbare
Energien 7.6 0 0,0 %
0,4 %
Erwerb von und Eigentum an Gebäuden 7.7 58 0,3 %
3,0 %
OpEx taxonomiefähiger, aber nicht
ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten
(nicht taxonomie konforme
Tätigkeiten) (A.2) 389 2,2 % 2,6 %
A. OPEX TAXONOMIEFÄHIGER
TIGKEITEN (A.1+A.2) 1.090 6,2 % 5,9 %
B. NICHT TAXONOMIEFÄHIGE
TÄTIGKEITEN
OpEx nicht taxonomiefähiger
Tätigkeiten 16.511 93,8 %
94,1 %
GESAMT 17.601 100,0 %
50
TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023 | LAGEBERICHT
AUSFÜHRLICHE ERLÄUTERUNGEN
Die Berechnung der Leistungsindikatoren (KPI) erfolgt gemäß Anhang 1 der Delegierten Ver-
ordnung (EU) 2021/2178 der Kommission.
Informationen über den Konzernabschluss
zur Vermeidung von Doppelzählungen und das allgemeine Verfahren
Der Konzernabschluss der SBO zum 31. Dezember 2023 wurde in Übereinstimmung mit
den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS) und den Auslegun-
gen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt, wie sie in
der EU anzuwenden sind. Einzelheiten zu den angewandten Rechnungslegungsmethoden
sind im Anhang des SBO-Konzernabschlusses dargestellt. Die Grundsätze des IFRS-Kon-
zernabschlusses zur Ermittlung von Umsatz, CapEx und OpEx dienen als Basis für die Ab-
leitung der Taxonomie KPIs. Um Doppelzählungen zu vermeiden, wurden bei der Erfassung
der Umsatzerlöse nur Umsätze mit externen Kunden berücksichtigt, um eine einfache und
transparente Überleitung zum Konzernumsatz zu ermöglichen.
Bei der Erfassung des CapEx-KPI wurde ein Screening auf Einzelgesellschaftsebene und
eine anschließende Übertragung auf den konsolidierten Wert der SBO-Gruppe durchgeführt.
Zur Erfassung der OpEx wurde ein Screening auf Einzelunternehmensebene mit anschlie-
ßender Aggregation durchgeführt, wobei konzerninterne Verrechnungen vorab ausgeschlos-
sen wurden, um eine unsachgemäße Erhöhung der Kennzahl zu vermeiden. Generell ist
anzumerken, dass bei der Ableitung von taxonomiekonformen Umsätzen, CapEx und OpEx
eine eindeutige Zuordnung zu einzelnen Wirtschaftstätigkeiten möglich war und kein Ver-
teilungsschlüssel verwendet wurde. Dies ermöglichte auch den Ausschluss einer möglichen
Doppelzählung von Umsatz, CapEx und OpEx in verschiedenen Wirtschaftstätigkeiten.
Berechnung des Umsatz-KPI
Der Umsatz-KPI wurde als der Teil des Nettoumsatzes mit Waren oder Dienstleistungen,
einschließlich immaterieller Güter, der mit den taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten
verbunden ist (Zähler), geteilt durch den Nettoumsatz (Nenner) berechnet. Der Nenner ent-
spricht den konsolidierten Umsatzerlösen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023, wie sie in
den konsolidierten Jahresabschlüssen der SBO für 2023 ausgewiesen sind. Zur Ermittlung
des Zählers wurde ein Screening auf Unternehmensebene mit anschließender Zuordnung zu
den taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten durchgeführt.
51
LAGEBERICHT | TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023
Berechnung des CapEx-KPI
Dieser KPI ist definiert als die an der Taxonomie ausgerichteten CapEx (Zähler) geteilt durch
die konsolidierten Investitionsausgaben. Der Nenner umfasst die konsolidierten Zugänge zu
Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten während des betrachteten Geschäfts-
jahres vor Abschreibungen und Neubewertungen, einschließlich derjenigen, die sich aus
Neubewertungen und Wertminderungen für das betreffende Geschäftsjahr ergeben, und
ohne Änderungen des beizulegenden Zeitwerts. Im Nenner werden auch Zugänge zu Sach-
anlagen und immateriellen Vermögenswerten, die aus Unternehmenszusammenschlüssen
resultieren, sowie Nutzungsrechte gemäß IFRS 16 berücksichtigt. Taxonomiekonforme In-
vestitionen konnten eindeutig identifiziert und den taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten
zugeordnet werden, sodass kein Zuordnungsschlüssel verwendet wurde.
Berechnung des OpEx-KPI
Diese Kennzahl ist definiert als taxonomiekonforme Betriebsausgaben im Zähler dividiert
durch die gesamten Betriebsausgaben im Sinne der EU-Taxonomie im Nenner. Der Nenner
umfasst direkte, nicht aktivierte Kosten, die sich beziehen auf Forschung und Entwicklung,
Gebäudesanierungsmaßnahmen, kurzfristige Vermietung, Wartung und Instandhaltung sowie
alle anderen direkten Ausgaben im Zusammenhang mit der täglichen Wartung von Ver-
mögenswerten des Sachanlagevermögens durch das Unternehmen oder durch Dritte, an
die Tätigkeiten ausgelagert werden, die notwendig sind, um die fortlaufende und wirksame
Funktionsfähigkeit dieser Vermögenswerte zu gewährleisten.
Konzernweit wurden die oben aufgeführten Betriebsausgaben mit der EU-Taxonomie dar-
aufhin überprüft, ob sie einer taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit zugeordnet werden
können, wobei das konzernweit einheitliche Ausweisschema für nicht aktivierte Betriebs-
ausgaben (die auch in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten sind) den
Ausgangspunkt für das Screening bildete. Taxonomiekonforme OpEx konnten eindeutig
identifiziert und taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten zugeordnet werden, sodass kein
Zuordnungsschlüssel verwendet wurde.
TAXONOMIE AUSBLICK
Die SBO kann weitere an der Taxonomie ausgerichtete Wirtschaftstätigkeiten identifizieren,
insbesondere im Bereich der Kreislaufwirtschaft. Aus strategischer Sicht spielt der Übergang
zu einer Kreislaufwirtschaft auch im Rahmen der Entwicklung einer unternehmensweiten
Kreislaufwirtschaftsstrategie eine zentrale Rolle.
52
TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023 | LAGEBERICHT
Environment: Umweltkonzept
Als Hersteller legen wir großen Wert auf eine möglichst geringe Umweltbelastung. Wir über-
prüfen regelmäßig unsere Produktionsprozesse und deren Umweltauswirkungen, um Ver-
besserungsmöglichkeiten zu identifizieren und so schnell wie möglich umzusetzen. Unsere
Fortschritte bei den Umweltschutzmaßnahmen werden in unseren ESG-Berichten trans-
parent dargestellt. Die Umweltschutzmaßnahmen konzentrieren sich auf den Abfall-, Was-
ser- und Energieverbrauch sowie auf die Gewährleistung höchster Qualitätsstandards bei
Prozessen und Produkten. Im Jahr 2023 stieg die Produktionsleistung der SBO-Gruppe und
das Umsatzwachstum betrug rund 17 %. Im Verhältnis dazu war der Anstieg aller relevanten
nicht-finanziellen Leistungsindikatoren unterproportional.
EMISSIONEN
CO
2
-FUSSABDRUCK DES UNTERNEHMENS (CCF)
2023
2022
Scope 1, direkt CO
2
-eq in Tonnen 4.040,9 4.180,2
Scope 2, indirekt (market based) CO
2
-eq in Tonnen 9.610,2 9.462,5
Scope 3, indirekt CO
2
-eq in Tonnen 102.828,4 89.246,1
Gesamt CO
2
-eq in Tonnen 116.479,6 102.888,8
Die berechneten Scope 1 THG-Emissionen sanken auf 4.040,9 Tonnen (2022: 4.180,2
Tonnen, -3,3 %). Die Scope 2 THG-Emissionen blieben mit 9.610,2 Tonnen (2022: 9.462,5
Tonnen, 1,6 %) relativ unverändert. Dies entsprach einer Intensität von 23,3 CO
2
-eq in Ton-
nen je 1 Million EUR Umsatz.
SBO hat die Scope 3 THG-Emissionen zum ersten Mal im Jahr 2023 berichtet. Während
langfristige vor- und nachgelagerte Maßnahmen untersucht werden, haben sich unsere
Scope 3-Emissionen aufgrund des erheblich gestiegenen Geschäftswachstums erhöht. Der
vorgelagerte Scope 3 stieg vor allem bei eingekauften Gütern und Dienstleistungen (Kate-
gorie 3.1), Investitionsgütern (Kategorie 3.2) und der Verarbeitung verkaufter Produkte (Kate-
gorie 3.10).
53
LAGEBERICHT | TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023
ANGABEN ZU EMISSIONEN
CO
2
-eq IN TONNEN
2023
2022
Scope 1, direkt 4.040,9 4.180,2
Scope 2, indirekt
market based 9.610,2 9.462,5
location based 11.979,6 11.646,9
Scope 3, indirekt 102.828,4 89.246,1
Upstream
Kategorie 1:
Eingekaufte Güter und Dienstleistungen 66.243,5 57.813,3
Kategorie 2:
Investitionsgüter 8.479,1 6.473,4
Kategorie 3:
Brennstoff- und energiebezogene Emissionen 3.914,4 3.658,3
Kategorie 4:
Transport und Verteilung 1.471,8 1.243,3
Kategorie 5:
Im Betrieb anfallende Abfälle 3.371,9 3.691,3
Kategorie 6:
Geschäftsreisen 3.180,6 2.598,9
Kategorie 7:
Pendeln von Arbeitnehmern 2.316,3 2.083,8
Kategorie 8:
Geleaste Vermögenswerte - -
Downstream
Kategorie 9:
Transport und Verteilung 6.398,8 5.610,9
Kategorie 10:
Verarbeitung verkaufter Produkte 6.827,5 5.466,1
Kategorie 11:
Nutzung der verkauften Produkte - -
Kategorie 12:
Umgang von verkauften Produkten
an deren Lebenszyklusende 624,5 606,9
Kategorie 13:
Vermietete oder verleaste Sachanlagen - -
54
TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023 | LAGEBERICHT
EMISSIONSINTENSITÄT
2023
2022
Emissionsintensität Scope 1 + 2
CO
2
-eq in Tonnen /
1 MEUR Umsatz 23,3 27,2
Emissionsintensität Scope 3
CO
2
-eq in Tonnen /
1 MEUR Umsatz 175,5 178,1
Die Emissionen wurden in Übereinstimmung mit dem Standard des Treibhausgasprotokolls
gemeldet.
ENERGIEVERBRAUCH
Für die Herstellung unserer Produkte benötigen wir Energie, vor allem Strom. Dieser wird
größtenteils aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen. Der Einsatz von Generatoren wird,
wo immer möglich, vermieden. Die kontinuierliche Senkung des Energieverbrauchs und die
Steigerung der Ressourceneffizienz sind zentrale Ziele unseres Nachhaltigkeitsansatzes.
Im Jahr 2023 hat der Anteil der erneuerbaren Energien 44 % am gesamten Stromverbrauch
betragen, was 15.463,3 MWh entspricht. Diese Zahl beinhaltet Ökotarife in Regionen wie
Österreich, USA, Großbritannien, CAN, VAE und Brasilien sowie die Erzeugung vor Ort in
Österreich, den USA und den VAE.
Der Energieverbrauch stieg im Jahr 2023 leicht um rund 2,6 %, blieb aber deutlich unter
dem Umsatzwachstum.
55
LAGEBERICHT | TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023
ENERGIEVERBRAUCH
EINHEIT
2023
2022
Energieverbrauch MWh 53.072,9 51.753,0
davon Strom MWh 34.828,2 32.984,8
davon aus erneuerbaren Quellen MWh 15.463,3 15.324,1
davon aus nicht-erneuerbaren Quellen MWh 19.364,9 17.660,7
WASSERVERBRAUCH
Da Wasser eine der wertvollsten Ressourcen der Welt ist, legt unsere Unternehmensgruppe
großen Wert auf einen sparsamen, effizienten und schonenden Umgang mit Wasser an allen
Standorten. Unser Wassermanagement zielt darauf ab, den Wasserverbrauch zu reduzie-
ren, eine angemessene Wasseraufbereitung durchzuführen und eine effiziente Nutzung der
Wasserressourcen sicherzustellen. Die SBO-Gruppe setzt Maßnahmen zur strukturellen
Reduzierung des Wasserverbrauchs um, wie z.B. die Verwendung von Kreislaufwasser bei
der Herstellung von Stählen.
Im Jahr 2023 hat die SBO-Gruppe weltweit 101.382,7 m³ Wasser entnommen (2022:
92.132,6 m³). Der Anstieg war geringer als das Umsatzwachstum im Jahr 2023. Eini
-
ge Standorte bezogen Wasser aus einem eigenen Brunnen und aus dem öffentlichen
Wassernetz.
WASSERENTNAHME
EINHEIT
2023
2022
Wasserentnahme 101.382,7 92.132,6
davon aus eigenem Brunnen 68.449,0 70.340,0
davon aus dem öffentlichen Wassernetz 32.933,7 21.792,6
56
TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023 | LAGEBERICHT
ABFALLWIRTSCHAFT
Die SBO-Gruppe setzt bereits bei der Entwicklung von Werkstoffen, insbesondere von Stahl,
auf die Reduzierung von Schadstoffen. Dies gewährleistet eine schadstoffarme Produktion
und damit auch eine umweltfreundliche Entsorgung. Um unnötigen Produktionsabfall zu
minimieren und den ökologischen Fußabdruck durch geringere Transportmengen zu reduzie-
ren, werden die Materialien so nah wie möglich an den Grenzspezifikationen bestellt.
Wir optimieren das Input-Output-Verhältnis, indem wir einen großen Teil der Produktionsabfäl-
le wiederverwerten. Nicht verwertbare Abfälle werden nach den neuesten Umweltstandards
entsorgt. Schmierstoffe, wie z.B. Produktionsöle, werden je nach Standort während der lau-
fenden Produktion gesammelt, gefiltert und dem Produktionskreislauf wieder zugeführt. Auch
die kontinuierliche Erhöhung der Recyclingquote wird als Ziel unseres Umweltmanagements
verfolgt.
Im Jahr 2023 fielen konzernweit insgesamt 7.887,3 Tonnen Abfall an, einschließlich Produk-
tionsabfälle und Verpackungsmaterial (2022: 7.662,5 Tonnen).
ABFALLWIRTSCHAFT
EINHEIT
2023
2022
Abfall gesamt* Tonnen 7.887,3 7.662,5
davon nicht gefährliche Abfälle Tonnen 7.175,0 6.972,8
davon gefährliche Abfälle Tonnen 712,3 689,7
Zwischenstaatlich transportierte und als
gefährlich eingestufte Abfälle (gemäß dem
Basler Übereinkommen) Tonnen 0,0 0,0
* Gesamtabfall einschließlich Produktionsabfall und Verpackungsmaterial. Gefährliche Abfälle einschließlich durch gefährliche
Abfälle verunreinigte Abwässer. Definition von gefährlichen Abfällen auf der Grundlage des Basler Übereinkommens.
57
LAGEBERICHT | TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023
Social: Sozial- und Mitarbeiterkonzept
Hochqualifizierte Mitarbeiter sind entscheidend für den nachhaltigen Erfolg der SBO-Gruppe.
Wir schaffen ein attraktives, sicheres Arbeitsumfeld mit optimalen Entwicklungsmöglichkeiten
und setzen auf den Erhalt des qualifizierten Kernteams. Unsere gemeinsamen Werte, die
von Respekt, Vertrauen und Professionalität geprägt sind, tragen dazu bei.
Wir setzen uns aktiv für Chancengleichheit und Diversität ein, insbesondere indem wir ver-
stärkt Frauen ansprechen. Mitarbeiter werden auf Grundlage ihrer Qualifikationen eingestellt,
unabhängig von ihrer Nationalität, Herkunft oder politischen Zugehörigkeit. Wir respektieren
das Grundrecht auf Vereinigungsfreiheit weltweit und pflegen, wo vorhanden, gute Bezie-
hungen zu Betriebsräten und Gewerkschaften.
GESUNDHEIT UND ARBEITSSICHERHEIT
Wir halten uns an die Standards der Occupational Health and Safety Assessment Series
(OHSAS) und legen höchsten Wert auf die Sicherheit unserer Mitarbeiter. Interne Sicher
-
heitsrichtlinien regeln Arbeitsabläufe und Verantwortlichkeiten klar. Wegmarkierungen und
strenge Anweisungen für Anlagen und Maschinen werden umgesetzt, regelmäßig überprüft
und optimiert. Unsere Mitarbeiter werden laufend geschult, unter anderem durch Erste-Hilfe-
Kurse. Wir informieren regelmäßig über Sicherheitsrichtlinien und lokale Arbeitsschutzgeset-
ze, um Unfälle zu vermeiden. Je nach Bedarf werden standortspezifische Checklisten und
Notfallpläne verwendet. Wir bieten an einigen Standorten Fitnessmöglichkeiten an, darunter
auch eigene Fitnessräume, um die Gesundheit unserer Mitarbeiter zu fördern.
58
TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023 | LAGEBERICHT
Die Unfallhäufigkeit (LTIR) blieb bei 8 Unfällen pro einer Million Arbeitsstunden (2022: 8 Un-
fälle pro einer Million Arbeitsstunden). Die Unfallschwere (SA) lag bei niedrigen 4 Ausfalltagen
pro Arbeitsunfall (2022: 6 Ausfalltage bezogen auf die Anzahl der Unfälle). Wir bemühen uns
aktiv, die Anzahl der Unfälle niedrig zu halten und dokumentieren und überprüfen alle Unfälle
auf Verbesserungspotenzial.
SICHERHEIT AM ARBEITSPLATZ
2023
2022
Unfälle mit Ausfallzeit
Anzahl der Unfälle mit
Ausfallzeit (1 Tag und mehr) 25 25
Unfallhäufigkeit
Anzahl der Unfälle mit
Ausfallzeit (1 Tag und mehr)
pro 1 Million Arbeitsstunden 8 8
Unfallschwere (SA)
Anzahl der Ausfalltage
(Kalendertage ohne Unfalltag)
bezogen auf die Anzahl der
Unfälle (i. e. durchschnittliche
Ausfallzeit) 4 6
Arbeitsbedingter Todesfall Anzahl 0 0
Todesfallhäufigkeit (FAR)
Anzahl der Unfälle mit
Todesfolge pro 1 Million
Arbeitsstunden 0 0
* Unfälle ab einer Ausfallzeit von 8 Arbeitsstunden.
59
LAGEBERICHT | TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023
PERSONALENTWICKLUNG UND FLEXIBLE ARBEITSZEITMODELLE
Weltweit herrscht ein intensiver Wettbewerb um Fachkräfte. Als Arbeitgeber streben wir op-
timale Arbeitsbedingungen an und haben eine attraktive Vergütung sowie ein umfassendes
Aus- und Weiterbildungskonzept in der Personalentwicklung etabliert. Damit begegnen wir
dem Fachkräftemangel und stärken unsere Position als Arbeitgeber. In Ternitz (Österreich)
bilden wir in einem eigens entwickelten Lehrlingsprogramm die Fachkräfte von morgen aus.
7 neue Lehrlinge konnten für unser preisgekröntes Ausbildungsprogramm gewonnen wer-
den. Insgesamt waren 26 Lehrlinge, davon 3 weibliche und 23 männliche, in unseren Teams
tätig.
Eine faire Entlohnung ist uns besonders wichtig. Durch eine leistungsbezogene Vergütung
gewinnen und binden wir die besten Fachkräfte, die je nach Unternehmenserfolg neben
einem Festgehalt auch eine leistungsbezogene variable Vergütung erhalten.
60
TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023 | LAGEBERICHT
GESAMTZAHL DER MITARBEITER NACH DIENSTVERHÄLTNIS,
GESCHLECHT UND REGION
1
2023
ÖSTERREICH NORDAMERIKA REST DER WELT GESAMT
Mitarbeiter
Gesamt 408 724 469 1.601
Status
Angestellte/r 80 166 212 458
Arbeiter/in 302 558 257 1.117
Lehrling 26 0 0 26
Geschlecht
Männlich 355 643 392 1.390
Weiblich 53 81 77 211
Diverse 0 0 0 0
1
Gesamtzahl jeweils zum Stichtag, Länderabgrenzung nach dem Sitz der anstellenden Gesellschaft.
GESAMTZAHL DER MITARBEITER NACH DIENSTVERHÄLTNIS,
GESCHLECHT UND REGION
1
2022
ÖSTERREICH NORDAMERIKA REST DER WELT GESAMT
Mitarbeiter
Gesamt 399 712 373 1.484
Status
Angestellte/r 77 189 149 415
Arbeiter/in 294 523 224 1.041
Lehrling 28 0 0 28
Geschlecht
Männlich 351 642 309 1.302
Weiblich 48 70 64 182
Diverse 0 0 0 0
1
Gesamtzahl jeweils zum Stichtag, Länderabgrenzung nach dem Sitz der anstellenden Gesellschaft.
61
LAGEBERICHT | TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023
Wir investieren in die Ausbildung unserer Mitarbeiter und fördern Innovationen in der Arbeits-
welt. Im Jahr 2023 lag der Ausbildungsschwerpunkt in den Bereichen Ausbildung und Quali-
fizierung sowie Gesundheit und Sicherheit. Die Anzahl der Aus- und Weiterbildungsstunden
hat sich auf 56.244 Schulungsstunden mehr als verdoppelt, was einem durchschnittlichen
Schulungsaufwand von 35,1 Stunden pro Mitarbeiter entspricht.
AUS- UND WEITERBILDUNG NACH MITARBEITERKATEGORIE UND
BILDUNGSSCHWERPUNKT* 2023
GESAMT-
STUNDEN
GESUNDHEIT &
SICHERHEIT
INFORMATIONS-
TECHNOLOGIE
RECHT &
COMPLIANCE
TRAINING &
QUALIFIZIERUNG
MANAGEMENT VERWALTUNG PRODUKTION
56.244 27 % 3 % 3 % 67 % 3 % 12 % 85 %
* Aus- und Weiterbildung einschließlich interner und externer Schulungsmaßnahmen mit Ausnahme von
Einschulungsmaßnahmen.
AUS- UND WEITERBILDUNG NACH MITARBEITERKATEGORIE UND
BILDUNGSSCHWERPUNKT* 2022
GESAMT-
STUNDEN
GESUNDHEIT &
SICHERHEIT
INFORMATIONS-
TECHNOLOGIE
RECHT &
COMPLIANCE
TRAINING &
QUALIFIZIERUNG
MANAGEMENT VERWALTUNG PRODUKTION
24.845 30 % 6 % 8 % 56 % 7 % 14 % 79 %
* Aus- und Weiterbildung einschließlich interner und externer Schulungsmaßnahmen mit Ausnahme von
Einschulungsmaßnahmen.
COMMUNITY ENGAGEMENT
Partnerschaftliche Beziehungen zu lokalen Gemeinden sind für unseren Konzern von großer
Bedeutung. Unser Ziel ist es, starke Gemeinschaften auszubauen und das gesellschaftliche
Umfeld an unseren Standorten zu unterstützen. Daher ist es uns wichtig, gegenseitiges Ver-
trauen aufzubauen und zu erhalten, respektvolle Beziehungen zu pflegen und in die lokale
Entwicklung zu investieren. In diesem Rahmen unterstützen wir beispielsweise das Rote
Kreuz sowie andere NGOs finanziell.
62
TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023 | LAGEBERICHT
DIVERSITÄT
In der SBO-Gruppe fördern wir die Diversität der Generationen, der Geschlechter und der
Kulturen, da dies für die Entwicklung des Unternehmens entscheidend ist. Bei Neueinstel-
lungen berücksichtigen wir neben der fachlichen Qualifikation gezielt auch die Diversität.
Diese ist Teil unserer Strategie, wobei der Schwerpunkt auf Förderprogrammen für Frauen
und der Rekrutierung von Fachkräften liegt. Eine ausführliche Beschreibung des Diversitäts-
ansatzes findet sich im Corporate Governance Bericht.
DIVERSITÄT NACH GESCHLECHT UND FUNKTION 2023
MITARBEITER GESAMT DAVON
MITTLERES
MANAGEMENT
DAVON
TOP-MANAGEMENT
DAVON
NON MANAGEMENT
1.601 154 23 1.424
GESCHLECHT
Männlich 1.390 125 22 1.243
Weiblich 211 29 1 181
Divers 0 0 0 0
FRAUENQUOTE 13 % 19 % 4 % 13 %
DIVERSITÄT NACH GESCHLECHT UND FUNKTION 2022
MITARBEITER GESAMT DAVON
MITTLERES
MANAGEMENT
DAVON
TOP-MANAGEMENT
DAVON
NON MANAGEMENT
1.484 145 23 1.316
GESCHLECHT
Männlich 1.302 115 22 1.165
Weiblich 182 30 1 151
Divers 0 0 0 0
FRAUENQUOTE 12 % 21 % 4 % 11 %
63
LAGEBERICHT | TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023
Governance: Konzept der Achtung der Menschenrechte
und Bekämpfung von Korruption und Bestechung
ACHTUNG DER MENSCHENRECHTE
In der SBO-Gruppe führen wir alle Geschäfte unter strikter Einhaltung der international
anerkannten Menschenrechte. Unabhängig von Merkmalen wie Hautfarbe, Geschlecht,
Herkunft, Nationalität, ethnischer oder politischer Zugehörigkeit, Religion, Alter, sexueller
Orientierung, Sprache und körperlicher oder psychischer Beeinträchtigung setzen wir uns für
Chancengleichheit und Gleichbehandlung am Arbeitsplatz ein. Diversität ist ein Schlüssel-
faktor für den Erfolg, den wir in der Branche fördern. Mitarbeiter und Führungskräfte sind ver-
pflichtet, Maßnahmen gegen mögliche Menschenrechtsverletzungen zu ergreifen. Der Ver-
haltenskodex, der für alle Unternehmen der SBO-Gruppe weltweit gilt, steht für integratives
und ethisches Verhalten. Im Berichtszeitraum wurden keine Menschenrechtsverletzungen
gemeldet.
COMPLIANCE UND KORRUPTIONSPRÄVENTION
Transparenz, offene Kommunikation und Berechenbarkeit sind die Grundlagen der Unter-
nehmensführung in der SBO-Gruppe und sichern das Vertrauen der Stakeholder. Ethisches
und rechtskonformes Verhalten ist wesentlich für unsere Reputation und unseren Geschäfts-
erfolg. Die SBO-Group Compliance sorgt für eine einheitliche Umsetzung und frühzeitige
Risikoerkennung. Durch konsequente Compliance und verstärkte Schulungen in diesem
Bereich konnten im Jahr 2023 Betrugsversuche verhindert werden.
Mit unserem Whistleblowing-Service ermutigen wir unsere Mitarbeiter, Fehlverhalten und
nicht konforme Vorfälle oder Situationen offen anzusprechen. Dieser Service steht unse
-
ren Mitarbeitern über einen Online-Dienst zur Verfügung. Die Meldungen werden zentral bei
der Group Compliance bearbeitet. Im Geschäftsjahr 2023 gingen vier Meldungen über den
Whistleblowing-Service ein. Alle Meldungen wurden in Übereinstimmung mit der SBO Richt-
linie und dem Gesetz, das die EU-Whistleblower-Richtlinie widerspiegelt, bearbeitet.
Group Compliance setzt sich aktiv für die Bekämpfung von Korruption und die Einhaltung
der gesetzlichen Bestimmungen ein. Für Betrug, Bestechung und jegliche Korruption gilt
Null-Toleranz. Verstöße gegen die Geschäftsethik werden konsequent sanktioniert. Diese
Standards gelten weltweit für alle Mitarbeiter und Geschäftspartner. Die Einhaltung wird
durch Schulungen und Kontrollen sichergestellt. Während des Berichtszeitraums wurden
keine Fälle von Korruption oder Bestechung festgestellt, und es wurden keine behördlichen
Maßnahmen ergriffen.
64
TEIL 2: ESG-Entwicklungen im Jahr 2023 | LAGEBERICHT
CYBERSICHERHEIT
Mit der zunehmenden Digitalisierung steigen die Anforderungen an sichere Systeme. Auch
die SBO-Gruppe stellt sich dieser Herausforderung und setzt sich für die Stärkung der digi-
talen Kompetenzen ein.
SBO verfügt über eine dezentrale IT-Struktur, die Flexibilität und Produktivität gewährleistet.
Diese Struktur wird durch eine zentrale Entscheidungsstelle unterstützt. Diese ermöglicht
die Identifizierung von Lücken, strategische Maßnahmen, den Aufbau konzernweiter Warn-
systeme und den Ausbau von Kompetenzen. IT-Sicherheit und Compliance arbeiten eng
zusammen.
Im Jahr 2022 wurde ein internationales externes IT-Audit bei allen Tochtergesellschaften der
SBO-Gruppe durchgeführt. Feststellungen wurden korrigiert und Verbesserungsvorschläge
in IT-Policies und Prozesse eingearbeitet.
65
KONZERN-
ABSCHLUSS
66
67
Konzern abschluss
ENERGY.
LEADERSHIP.
PROGRESS.
68
KONZERN ABSCHLUSS
KONZERN-
ABSCHLUSS
Erläuterungen zum Konzernabschluss 76
Angaben zu den Organen der Konzernleitung 150
Bestätigungsvermerk 152
JAHRES ABSCHLUSS 160
Bestätigungsvermerk 197
CORPORATE GOVERNANCE 204
Corporate Governance Bericht 204
Bericht des Aufsichtsrates über das Geschäftsjahr 2023 215
ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER 218
KONZERN ABSCHLUSS 66
Konzerngewinn- und Verlustrechnung 70
Konzerngesamt ergebnisrechnung 71
Konzernbilanz 72
Entwicklung des Konzerneigenkapitals 74
Konzerngeldflussrechnung 75
69
KONZERN ABSCHLUSS
Konzerngewinn- und
Verlustrechnung
IN TEUR
ERLÄUTERUNG 2023 2022
Umsatzerlöse 22 585.871 501.239
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse
erbrachten Leistungen 23 -383.272 -332.384
Bruttoergebnis 202.599 168.855
Vertriebsaufwendungen 23 -36.357 -31.339
Verwaltungsaufwendungen 23 -49.646 -42.544
Sonstige betriebliche Aufwendungen 24 -22.395 -15.357
Sonstige betriebliche Erträge 24 8.077 16.565
Betriebsergebnis 102.278 96.180
Zinserträge 25 9.038 2.854
Zinsaufwendungen 25 -8.544 -5.692
Aufwendungen aus dem Erwerb von nicht beherrschenden
Anteilen 18 -8.563 0
Finanzergebnis -8.069 -2.838
Ergebnis vor Steuern 94.209 93.342
Steuern vom Einkommen und Ertrag 26 -22.635 -18.144
Ergebnis nach Steuern 71.574 75.198
Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien 20 15.732.013 15.729.465
Ergebnis pro Aktie in EUR
(unverwässert = verwässert) 4,55 4,78
70
KONZERN ABSCHLUSS
Konzerngesamt -
ergebnisrechnung
IN TEUR
ERLÄUTERUNG 2023 2022
Ergebnis nach Steuern 71.574 75.198
Beträge, die in künftigen Perioden in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden können
Währungsumrechnung Eigenkapital 21 -14.668 17.918
Währungsumrechnung sonstige Positionen
1
21 -2.330 3.551
darauf entfallende Steuern 26 536 -834
Summe Beträge, die in künftigen Perioden in die Gewinn-
und Verlustrechnung umgegliedert werden können -16.462 20.635
Beträge, die in künftigen Perioden in die Gewinn- und
Verlustrechnung nicht umgegliedert werden können
Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen 16 -463 12
darauf entfallende Steuern 26 111 -3
Summe Beträge, die in künftigen Perioden in die Gewinn-
und Verlustrechnung nicht umgegliedert werden können -352 9
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -16.814 20.644
GESAMTERGEBNIS NACH STEUERN 54.760 95.842
1
Hauptsächlich aus langfristigen Forderungen an ausländische Tochtergesellschaften.
71
KONZERN ABSCHLUSS
Konzernbilanz
VERMÖGEN
IN TEUR
ERLÄUTERUNG 31.12.2023 31.12.2022
Kurzfristiges Vermögen
Zahlungsmittel und kurzfristige Veranlagung 162.351 287.764
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5 132.519 124.514
Forderungen aus Ertragsteuern 3.178 995
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 6 11.518 10.647
Vorräte 7 205.811 175.873
Summe kurzfristiges Vermögen 515.377 599.793
Langfristiges Vermögen
Sachanlagen 8 130.436 123.801
Firmenwerte 9 138.407 134.509
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 9 19.012 11.990
Langfristige Forderungen und Vermögenswerte 10 3.551 3.175
Aktive latente Steuern 11 29.638 29.829
Summe langfristiges Vermögen 321.044 303.304
SUMME VERMÖGEN 836.421 903.097
72
KONZERN ABSCHLUSS
Konzernbilanz
SCHULDEN UND EIGENKAPITAL
IN TEUR
ERLÄUTERUNG 31.12.2023 31.12.2022
Kurzfristige Schulden
Bankverbindlichkeiten 12 38.144 30.765
Kurzfristiger Teil der langfristigen Darlehen 15 41.638 58.552
Leasingverbindlichkeiten 19 2.378 2.530
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 39.624 33.075
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 18.932 11.027
Sonstige Verbindlichkeiten 13, 18 46.127 153.772
Sonstige Rückstellungen 14 3.654 3.832
Summe kurzfristige Schulden 190.497 293.553
Langfristige Schulden
Langfristige Darlehen 15 174.839 163.977
Leasingverbindlichkeiten 19 6.589 6.825
Rückstellungen für Sozialkapital 16 5.988 6.616
Sonstige Verbindlichkeiten 17 10.231 6.980
Passive latente Steuern 11 260 130
Summe langfristige Schulden 197.907 184.528
Eigenkapital
Grundkapital 20 15.759 15.729
Kapitalrücklagen 59.526 61.956
Gesetzliche Rücklage 21 785 785
Sonstige Rücklagen 19 19
Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung 21 32.739 49.201
Kumulierte Ergebnisse 21 339.189 297.326
Summe Eigenkapital 448.017 425.016
SUMME SCHULDEN UND EIGENKAPITAL 836.421 903.097
73
KONZERN ABSCHLUSS
Entwicklung des
Konzerneigenkapitals
2023
IN TEUR
GRUND-
KAPITAL
KAPITAL-
RÜCKLAGE
GESETZLICHE
RÜCKLAGE
SONSTIGE
RÜCKLAGEN
AUSGLEICHS
-
POSTEN WÄHRUNGS-
UMRECHNUNG
KUMULIERTE
ERGEBNISSE
GESAMT
Erläuterung 20 21 21 21
1. Jänner 2023 15.729 61.956 785 19 49.201 297.326 425.016
Ergebnis nach Steuern 71.574 71.574
Sonstiges Ergebnis -16.462 -352 -16.814
Gesamtergebnis 0 0 0 0 -16.462 71.222 54.760
Dividende
1
-31.459 -31.459
Aktienbasierte Vergütung 30 -2.430 2.100 -300
31. Dezember 2023 15.759 59.526 785 19 32.739 339.189 448.017
1
Die Ausschüttung betrug EUR 2,00 pro Aktie.
2022
IN TEUR
GRUND-
KAPITAL
KAPITAL-
RÜCKLAGE
GESETZLICHE
RÜCKLAGE
SONSTIGE
RÜCKLAGEN
AUSGLEICHS-
POSTEN WÄHRUNGS-
UMRECHNUNG
KUMULIERTE
ERGEBNISSE
GESAMT
Erläuterung 20 21 21 21
1. Jänner 2022 15.729 63.122 785 19 28.566 232.658 340.879
Ergebnis nach Steuern 75.198 75.198
Sonstiges Ergebnis 20.635 9 20.644
Gesamtergebnis 0 0 0 0 20.635 75.207 95.842
Dividende
1
-11.797 -11.797
Aktienbasierte Vergütung -1.166 1.258 92
31. Dezember 2022 15.729 61.956 785 19 49.201 297.326 425.016
1
Die Ausschüttung betrug EUR 0,75 pro Aktie.
74
KONZERN ABSCHLUSS
Konzerngeldflussrechnung
IN TEUR
ERLÄUTERUNG 2023 2022
Ergebnis vor Steuern*
94.209 93.342
Abschreibungen und Wertminderungen
8, 9 29.002 32.927
Zinsergebnis*
25 -494 2.838
Aufwendungen aus dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen
18 8.563 0
Veränderung der Sozialkapital-Rückstellungen
16 -628 -242
Gewinne / Verluste aus dem Verkauf von Sachanlagen
507 -890
Erträge aus der Auflösung von Zuschüssen
0 -89
Sonstige unbare Aufwendungen und Erträge*
2.564 -6.286
Veränderung von latenten Steuern*
0 0
Gezahlte Zinsen*
-7.310 -5.046
Erhaltene Zinsen*
9.285 2.595
Gezahlte Ertragsteuern*
-18.934 -9.079
Erhaltene Ertragsteuern*
1.328 4.058
Cashflow aus dem Ergebnis*
118.092 114.128
Veränderung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
-3.955 -34.700
Veränderung sonstiger Forderungen und Vermögenswerte*
-1.661 -3.640
Veränderung Vorräte
-32.393 -50.429
Veränderung Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
2.527 14.430
Veränderung sonstiger Verbindlichkeiten und Rückstellungen*
3.915 12.590
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit
35 86.525 52.379
Investitionen in Sachanlagen
8 -35.486 -29.189
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
9 -1.992 -1.780
Veränderung Verbindlichkeiten aus Investitionen
598 -33
Unternehmenserwerbe abzüglich erworbener Finanzmittel
36 -18.594 0
Einzahlungen aus Sachanlagenabgängen
2.081 5.686
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
35 -53.393 -25.316
Freier Cashflow
35 33.132 27.063
Dividendenzahlungen
-31.459 -11.797
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten
-2.859 -2.317
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen
18 -118.990 0
Veränderung kurzfristiger Bankverbindlichkeiten
12 7.397 -6.642
Aufnahme von langfristigen Darlehen
15 52.500 0
Rückzahlung von langfristigen Darlehen
15 -58.552 -21.987
Rückzahlung von sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten
-942 -1.739
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
35 -152.905 -44.482
Veränderung des Finanzmittelbestandes
-119.773 -17.419
Finanzmittelbestand am Anfang des Jahres
287.764 291.754
Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand
-5.640 13.429
Finanzmittelbestand am Ende des Jahres
35 162.351 287.764
* Zur verbesserten Darstellung der Zinsein- und -auszahlungen sowie der Steuerein- und -auszahlungen wurde die Darstellung von Werten innerhalb des Cashflows
aus der laufenden Geschäftstätigkeit des Vorjahres angepasst (siehe Erläuterung 35).
75
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
ERLÄUTERUNGEN ZUM
KONZERNABSCHLUSS
Erläuterung 1
ALLGEMEINE INFORMATIONEN ÜBER DAS UNTERNEHMEN
Die SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft (das Unternehmen, SBO) mit Sitz in
2630 Ternitz, Hauptstraße 2, wurde am 26. Mai 1994 in Ternitz, Österreich, gegründet und ist im Firmenbuch beim
Handelsgericht in Wiener Neustadt, Österreich, unter FN 102999w eingetragen.
Der Gegenstand des Unternehmens umfasst insbesondere die Herstellung und den Vertrieb von hochlegierten
nicht-magnetisierbaren Stählen, sowie von Produkten aus Metallen, Verbundstoffen oder sonstigen Materialien für
die Bohr-, Komplettier- und Fördertechnik, insbesondere der Erdöl- und Erdgasindustrie und der Geothermie sowie
die Erbringung von Dienstleistungen in diesen Bereichen.
Seit 27. März 2003 notieren die Aktien der Gesellschaft an der Wiener Börse.
Erläuterung 2
GRUNDSÄTZE DER RECHNUNGSLEGUNG
Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting
Standards (IFRS) sowie der Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC),
wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Dabei wurden auch die zusätzlichen Anforderungen des § 245a Abs.
1 UGB erfüllt.
Der vorliegende Konzernabschluss der SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft und
deren Tochtergesellschaften für das Geschäftsjahr 2023 (Stichtag 31. Dezember 2023) wurde am 1. März 2024
vom Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben.
Erläuterungen zum
Konzernabschluss
Konzernabschluss
76
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Der Konzernabschluss wird in EURO aufgestellt. Sofern nicht anders angegeben, werden sämtliche Werte auf
eintausend EURO (TEUR) gerundet. Die Summierungen der gerundeten Beträge und Prozentangaben können
durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen aufweisen.
Erläuterung 3
KONSOLIDIERUNGSKREIS
In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 wurden neben der SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD
EQUIPMENT Aktiengesellschaft als oberstes Mutterunternehmen 34 (Vorjahr: 31) Tochterunternehmen einbezogen:
77
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
DIREKT UND INDIREKT DIREKT UND INDIREKT GEHALTENE ANTEILE GEHALTENE ANTEILE UNTERNEHMEN IN % IN % SITZ 31.12.2023 31.12.2022 SCHOELLER-BLECKMANN Oilfield Technology GmbH Ternitz, AT 100,00 100,00 Schoeller-Bleckmann Beteiligungs GmbH Ternitz, AT 100,00 100,00 Schoeller Bleckmann America, Inc. Wilmington, US 100,00 100,00 Bafco Investment Co. Houston, US 100,00 100,00 Knust-Godwin LLC Houston, US 100,00 100,00 Schoeller-Bleckmann Energy Services L.L.C.* Lafayette, US 98,00 98,00 Schoeller-Bleckmann Sales Co. L.L.C. Houston, US 100,00 100,00 The WellBoss Company, LLC Houston, US 100,00 100,00 The WellBoss Company, Inc. Calgary, CA 100,00 100,00 The Wellboss Company FZE (zuvor: Praxis Completion Technology FZCO) Dubai, VAE 100,00 0,00 The WellBoss Company for Maintenance (zuvor: Praxis Completion Technology Arabia for Maintenance) Dammam, KSA 100,00 0,00 BICO Drilling Tools Inc. Houston, US 100,00 100,00 BICO DRILLING TOOLS FZE Dubai, VAE 100,00 100,00 BICO Faster Drilling Tools Inc. Nisku, CA 100,00 100,00 Foxano AG Luzern, CH 100,00 100,00 D-TECH (UK) Limited Bristol, GB 100,00 100,00 D-TECH Drilling Tools Inc. Houston, US 100,00 100,00 Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (UK) Limited Chesterfield, GB 100,00 100,00 Darron Tool and Engineering Limited Chesterfield, GB 100,00 100,00 Darron Oil Tools Limited Chesterfield, GB 100,00 100,00 Schoeller-Bleckmann Darron Limited Aberdeen, GB 100,00 100,00 Schoeller-Bleckmann Darron (Aberdeen) Limited* Aberdeen, GB 94,00 94,00 Techman Engineering Limited Chesterfield, GB 100,00 100,00 Schoeller-Bleckmann (UK) Limited Chesterfield, GB 100,00 100,00 OOO “Schoeller-Bleckmann” (künftig: Nomatek LLC) Noyabrsk, RU 100,00 100,00 DSI FZE Dubai, VAE 100,00 100,00 DSI FZE Services Private Limited Mumbai, IND 100,00 0,00 Schoeller Bleckmann Saudi LLC Al-Khobar, KSA 100,00 100,00 DSI PBL de Mexico S. A. de C. V. Villahermosa, MX 100,00 100,00 ADRIANA HOLDING COMPANY LIMITED Dubai, VAE 100,00 100,00 Schoeller Bleckmann do Brasil, Ltda. Macaé, BR 100,00 100,00 Knust-SBD Pte. Ltd. Singapur, SG 100,00 100,00 Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment Middle East FZE Dubai, VAE 100,00 100,00 Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment Vietnam Co., Ltd. Binh Duong, VN 100,00 100,00
* Hinsichtlich Anteile, die vom Management dieser Gesellschaften gehalten werden, siehe Erläuterung 17.
78
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Für sämtliche Gesellschaften entsprechen die Anteile den Stimmrechten, wodurch die Beherrschung der
Tochterunternehmen direkt aus den gehaltenen Anteilen abzuleiten ist.
Im Jahr 2023 fanden folgende Änderungen im Konsolidierungskreis statt:
Erwerb von 100 % der Anteile an der The Wellboss Company FZE (zuvor: Praxis Completion Technology
FZCO), Dubai, und der The WellBoss Company for Maintenance (zuvor: Praxis Completion Technology Arabia
for Maintenance), Saudi-Arabien im Oktober 2023 (siehe Erläuterung 36).
Erwerb der DSI FZE Services Private Limited, Indien, im März 2023. Mangels Vorliegen eines Geschäftsbetriebes
zum Erwerbszeitpunkt wurde IFRS 3 auf diesen Unternehmenserwerb nicht angewendet.
Erläuterung 4
WESENTLICHE BILANZIERUNGSGRUNDSÄTZE
Die angewandten Rechnungslegungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden
mit nachfolgend aufgelisteten Ausnahmen.
1. Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen
Der Konzern hat im Geschäftsjahr 2023 die nachfolgend aufgelisteten neuen und überarbeiteten Standards und
Interpretationen erstmals angewandt. Daraus ergaben sich auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023
keine wesentlichen Auswirkungen.
WESENTLICHE AUSWIRKUNGEN AUF DEN KONZERNABSCHLUSS 1 REGELUNG INKRAFTTRETENVON SBO 1 IAS 1 Änderungen Angaben zu Rechnungslegungsmethoden 1.1.2023nein Definition von rechnungslegungsbezogenen 1 IAS 8 Änderungen Schätzungen 1.1.2023nein Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einem einzigen 1 IAS 12 Änderungen Geschäftsvorfall entstehen 1.1.2023nein Reform des internationalen Steuersystems – 1 IAS 12 Änderungen Mustervorschriften für Pillar 2 1.1.2023nein 1 IFRS 17 Versicherungsverträge 1.1.2023nein
1
In der EU anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen.
79
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Mit dem am 31. Dezember 2023 in Österreich in Kraft getretenen und ab 2024 anzuwendenden Mindest-
besteuerungsgesetz („MinBestG“) wurden die OECD-Mustervorschriften sowie die entsprechende EU-Richtlinie zur
Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen („Pillar Two“) im österreichischen
Recht umgesetzt. SBO als oberste Muttergesellschaft iSd MinBestG evaluiert derzeit die möglichen Auswirkungen
der Einführung der globalen Mindestbesteuerung auf den Konzern. Nachdem kurzfristig nicht mit einem
Überschreiten der verankerten Umsatzgrenzen gerechnet wird, sind aktuell keine Anwendung bzw. Auswirkungen
daraus auf die SBO zu erwarten.
Folgende bereits veröffentlichte, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende bzw. von der Europäischen Union
noch nicht übernommene neue bzw. überarbeitete Standards und Interpretationen wurden im Geschäftsjahr 2023
nicht vorzeitig angewendet, sondern werden für zukünftige Berichtsperioden, für welche die Anwendung verpflichtend
ist, angewendet:
1,2 INKRAFTTRETENVORAUSSICHTLICHE WESENTLICHE AUSWIRKUNGEN AUF DEN REGELUNG KONZERNABSCHLUSS VON SBO IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig 1 Änderungen und Langfristige Schulden mit Nebenbedingungen 1.1.2024nein IAS 7 und IFRS 7 2 Änderung Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen 1.1.2024nein IAS 21 2 Änderungen Fehlende Umtauschbarkeit 1.1.2025nein IFRS 16 Leasingverbindlichkeiten aus einer Sale-and-1 Änderungen Leaseback Transaktion 1.1.2024nein
1
In der EU anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen.
2
Der Standard ist in der EU noch nicht verpflichtend anzuwenden und wurde nicht vorzeitig angewendet. Das angegebene Datum betrifft das vom IASB
beschlossene Erstanwendungsdatum.
2. Bilanzstichtag
Der Bilanzstichtag sämtlicher in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist der 31. Dezember.
3. Behandlung von nicht beherrschenden Anteilen im Konzernabschluss
Nicht beherrschende Anteile werden im Konzern mit dem anteiligen neubewerteten Reinvermögen im
Erwerbszeitpunkt angesetzt. In der Folge wird den nicht beherrschenden Anteilen ein entsprechender Anteil am
ERGEBNIS NACH STEUERN und am SONSTIGEN ERGEBNIS zugeordnet, was bei Verlusten des betreffenden
Tochterunternehmens auch zu einem negativen Saldo führen kann. Eine Veränderung der Beteiligungshöhe an
einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.
Zur Entwicklung der Verbindlichkeit aus dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen im Geschäftsjahr 2023
siehe Erläuterung 18.
80
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
4. Währungsumrechnung
Der Konzernabschluss wird in EURO, der funktionalen Währung und Berichtswährung der Muttergesellschaft,
aufgestellt. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die im
Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen
Währung bewertet.
Fremdwährungstransaktionen werden zum jeweiligen Fremdwährungskurs am Tag der Transaktion umgerechnet.
Zum Bilanzstichtag bestehende monetäre Fremdwährungspositionen werden zum Stichtagskurs umgerechnet.
Währungsdifferenzen werden in der betreffenden Periode ertrags- bzw. aufwandswirksam gebucht.
Für die Konzernabschlusserstellung werden die in funktionaler Währung erstellten Jahresabschlüsse ausländischer
Tochterunternehmen nach dem Konzept der modifizierten Stichtagskursmethode in EURO umgerechnet:
Die Vermögenswerte und Schulden (sowohl monetäre als auch nicht-monetäre) werden zum Stichtagskurs
umgerechnet.
Sämtliche Aufwands- und Ertragspositionen der ausländischen Tochterunternehmen werden zum
Jahresdurchschnittskurs umgerechnet.
Die Währungen haben sich wie folgt entwickelt:
STICHTAGSKURS JAHRESDURCHSCHNITTSKURS 1 EUR = 31.12.2023 31.12.2022 2023 2022 USD 1,1050 1,0666 1,0816 1,0539 GBP 0,8691 0,8869 0,8699 0,8526 CAD 1,4642 1,4440 1,4596 1,3703 BRL 5,3618 5,6386 5,4016 5,4432 CHF 0,9260 0,9847 0,9717 1,0052 VND 26.955,1 25.279,9 26.033,0 24.798,2
Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Einbeziehung der Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften
in den Konzernabschluss sowie aus langfristigen konzerninternen Fremdwährungsforderungen, die als Teil
einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb qualifiziert werden, werden unter der Position
AUSGLEICHSPOSTEN AUS DER WÄHRUNGSUMRECHNUNG im Eigenkapital des Konzernabschlusses
ausgewiesen, wobei die Veränderung im laufenden Jahr im SONSTIGEN ERGEBNIS der Gesamtergebnisrechnung
dargestellt wird.
81
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
5. Einteilung in kurz- und langfristige Vermögenswerte und Schulden
Vermögenswerte und Schulden mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr werden als kurzfristig, jene mit einer
Restlaufzeit von mehr als einem Jahr als langfristig eingestuft. Die Feststellung der Restlaufzeiten erfolgt ausgehend
vom Bilanzstichtag.
Betriebliche Posten, wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, werden selbst dann
als kurzfristig eingestuft, wenn sie erst später als zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag fällig werden, da dies dem
üblichen Geschäftszyklus entspricht.
6. Finanzinstrumente
Die Transaktionen von Finanzinstrumenten werden zum Erfüllungstag erfasst.
In der Konzernbilanz werden folgende Finanzinstrumente gemäß IFRS 9 ausgewiesen:
ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN
Finanzielle Vermögenswerte
Die Gesellschaft klassifiziert alle unter dem Posten ZAHLUNGSMITTEL UND KURZFRISTIGE VERANLAGUNG
enthaltenen Barbestände, Sichteinlagen und kurzfristigen, äußerst liquiden Finanzinvestitionen, die jederzeit in
bestimmte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen
unterliegen, als Finanzmittelbestand. Die kurzfristigen Veranlagungen stellen zur Veräußerung verfügbare
Vermögenswerte mit einer Laufzeit von grundsätzlich unter drei Monaten oder längeren Laufzeiten mit kurzfristigen
Kündigungsmöglichkeiten ohne nennenswerte Kündigungsnachteile dar, welche nicht-derivative finanzielle
Vermögenswerte sind, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden.
Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven
Markt notiert sind, umfassen insbesondere FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN sowie
sonstige gegebene Kredite und Forderungen (im Wesentlichen Darlehen, die für den Erwerb von Management-
Darlehen und Genussrechten gewährt wurden), die in den LANGFRISTIGEN FORDERUNGEN UND
VERMÖGENSWERTEN enthalten sind.
Forderungen werden am Erfüllungstag zu Anschaffungskosten erfasst und in weiterer Folge zu fortgeführten
Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertberichtigungen für Wertminderungen
bewertet. Gewinne und Verluste werden aufgrund der Amortisation nach der Effektivzinsmethode, aufgrund
von Wertminderungen oder bei Ausbuchung des Kredits bzw. der Forderung in der Konzerngewinn- und
Verlustrechnung erfasst.
82
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Das Unternehmen gewährt den Kunden unter geschäftsüblichen Bedingungen Zahlungsziele, wofür allerdings
grundsätzlich keine zusätzlichen Sicherheiten oder Bürgschaften zur Sicherung der offenen Beträge angefordert
werden. Davon ausgenommen sind Kunden mit nur gelegentlichen Geschäftsbeziehungen sowie Kunden
in Hochrisikoländern, von denen die Gesellschaft bestätigte Akkreditive einfordert. FORDERUNGEN AUS
LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN, die über das übliche Zahlungsziel hinaus gewährt werden, werden
marktüblich verzinst.
Bei FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN wendet der Konzern eine vereinfachte Methode
zur Berechnung der erwarteten Kreditverluste an. Es werden laufend Bewertungen der Forderungen durchgeführt
und erforderlichenfalls Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen gebildet. Die Wertminderungen tragen
den erwarteten Ausfallsrisiken hinreichend Rechnung, konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden
Forderung. Die Entscheidung, ob ein Ausfallsrisiko mittels eines Wertberichtigungskontos oder über eine direkte
Minderung der Forderung berücksichtigt wird, hängt vom Grad der Verlässlichkeit der Beurteilung der Risikosituation
ab.
Die vom Management verwendeten Grundlagen für die Beurteilung der Angemessenheit der Wertberichtigungen
auf zweifelhafte Forderungen basieren auf bisherigen Erfahrungen mit Kreditverlusten. Hierbei wird eine
Wertberichtigungsmatrix aufgestellt, die sowohl die Fälligkeitsstruktur der Forderungssalden als auch die Erfahrungen
der letzten fünf Jahre in Bezug auf Ausfälle von Forderungen, wobei auch erfolglose anwaltliche Betreibung nach
drei Jahren als Ausfall gewertet wird, und die Bonität der Kunden sowie Veränderungen im Zahlungsverhalten
umfasst. Aufgrund der in der Oilfield Service Industrie vorherrschenden Zyklizität und wiederkehrender ökonomischer
Ab- und Aufschwünge in der Branche eignen sich historische Ausfallmuster auch zur Ableitung zukünftiger
Forderungsausfallmuster. Ein stringentes Forderungsmanagement, welches eine enge Abstimmung mit dem
Vertrieb von der Auftragsannahme bis zum Zahlungseingang umfasst, laufende Bonitätsprüfungen zur Reduktion
des Kreditrisikos sowie genaues Monitoring des Zahlungsverhaltens stellen zudem eine solide Grundlage für die
Bewertung der erwarteten Zahlungsausfälle dar.
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen insbesondere VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND
LEISTUNGEN, Verbindlichkeiten gegenüber Banken und anderen Darlehensgebern sowie Leasingverbindlichkeiten.
Verbindlichkeiten werden mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der mit der Kreditaufnahme verbundenen
Transaktionskosten erfasst und in der Folge unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet. Erträge und Aufwendungen aufgrund der Effektivzinsmethode werden in der
Konzerngewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Weiters sind Kaufpreise für Anteile an Tochtergesellschaften, die von deren Management gehalten werden, in
den finanziellen Verbindlichkeiten enthalten. Vertraglich sind die Manager verpflichtet, ihre Anteile bei Eintreffen
festgelegter Ereignisse an die Gesellschaft zurück zu verkaufen; ebenso ist die Gesellschaft verpflichtet, die
Anteile zurück zu erwerben. Der Rückkaufbetrag bemisst sich jeweils in der Höhe des anteiligen Eigenkapitals zum
Zeitpunkt des Verkaufes. Gemäß IAS 32.23 begründet dies eine finanzielle Verbindlichkeit in Höhe des Barwertes
des Rückkaufbetrages. Die laufende Bewertung erfolgt mangels exakt vorher bestimmbarer Wertermittlung zum
jeweiligen anteiligen Eigenkapital zum Bilanzstichtag, welches den Ergebnisanteil des laufenden Geschäftsjahres
enthält, der in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung unter den ZINSAUFWENDUNGEN bzw. ZINSERTRÄGEN
erfasst ist. Dieser laufende Ergebnisanteil wird als repräsentativ für das Effektivzinsergebnis angesehen.
83
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Weitere finanzielle Verbindlichkeiten resultieren aus dem Management gewährten Genussrechten an
Tochtergesellschaften. Die Übertragung dieser Genussrechte an Dritte ist nur mit Zustimmung der Gesellschaft
möglich, bzw. besteht bei Eintritt bestimmter Ereignisse eine Kaufoption, wobei sich der Rückkaufbetrag am
Nettovermögen der jeweiligen Tochtergesellschaft zum Ausübungszeitpunkt bemisst. Der laufende Ergebnisanteil
wird als repräsentativ für das Effektivzinsergebnis angesehen und verändert entsprechend die Verbindlichkeit.
ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT ERFOLGSWIRKSAM ÜBER DIE GUV
Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen
Der Konzern verwendet Devisenterminkontrakte, um sich gegen Währungsrisiken abzusichern. Diese derivativen
Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt
und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als
Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als Schulden, wenn ihr beizulegender
Zeitwert negativ ist.
Zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken bilanzierter monetärer Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wendet
das Unternehmen Sicherungsmaßnahmen an, die nicht die Anforderungen für Hedge Accounting erfüllen, jedoch
gemäß den Grundsätzen des Risikomanagements effektiv zur Sicherung des finanziellen Risikos beitragen.
Gewinne und Verluste aus Kurssicherungsgeschäften, welche der Absicherung der Kursrisiken aus
Konzernlieferungen in fremder Währung dienen und nicht die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsbeziehungen
erfüllen, werden nicht separat ausgewiesen, sondern gemeinsam mit den Kursgewinnen und Kursverlusten von
Lieferungen erfolgswirksam im Betriebsergebnis dargestellt. Die Gesellschaft behält sich auch in Zukunft das
Wahlrecht vor, die Kriterien des IAS 39 für Hedge Accounting anzuwenden.
Zu den zum 31. Dezember 2023 bzw. 2022 vorhandenen Finanzinstrumenten siehe Erläuterung 31.
7. Vorräte
Vorräte bestehen aus Werkstoffen und zugekauften Teilen in unterschiedlichem Fertigstellungsgrad und werden
mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. zum niedrigeren erzielbaren Marktwert am Bilanzstichtag
bewertet. Die Einsatzermittlung erfolgt mittels FIFO-, gewogenem Durchschnittspreis- oder Identitätspreisverfahren.
Herstellungskosten von Fertigerzeugnissen beinhalten die Kosten für Rohstoffe, andere direkt zurechenbare
Aufwendungen sowie anteilige Gemeinkosten. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert, sofern sich diese nicht
auf qualifizierte Vermögenswerte beziehen. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter
Verwertbarkeit ergeben, sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.
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Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
8. Sachanlagen und Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Die Bewertung des Sachanlagevermögens und der Sonstigen immateriellen Vermögenswerte erfolgt zu
Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen. Die Abschreibungen erfolgen
grundsätzlich linear über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer. Folgende geschätzte Nutzungsdauern
kommen zur Anwendung:
NUTZUNGSDAUER IN JAHREN Sonstige immaterielle Vermögenswerte: Software 4 Technologie 5 – 10 Kundenbeziehungen 5 – 10 Wettbewerbsvereinbarungen 5 – 10 Markenrechte 10 Sachanlagen: Bauten 5 – 50 Technische Anlagen und Maschinen 3 – 17 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 – 10 Nutzungsrechte 3 – 10*
* bzw. in Einzelfällen länger entsprechend dem zugrundeliegenden Mietvertrag.
Das Unternehmen ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung von
Sachanlagen und Sonstigen immateriellen Vermögenswerten vorliegen. Liegen solche Anhaltspunkte vor,
nimmt das Unternehmen eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor.
Wertminderungsaufwendungen der fortzuführenden Geschäftsbereiche werden erfolgswirksam abhängig von ihrem
Ausmaß in den HERSTELLUNGSKOSTEN oder in eigenen Positionen WERTMINDERUNG VON SACHANLAGEN
bzw. WERTMINDERUNG VON FIRMENWERTEN UND SONSTIGEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEN
erfasst.
Es wird zu jedem Abschlussstichtag eine Überprüfung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen,
dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht mehr länger besteht oder sich verringert hat. Ein
zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung
des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung der Annahmen ergeben hat, die bei der Bestimmung
des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Die Wertaufholung ist dahingehend begrenzt, dass der
Buchwert eines Vermögenswerts weder seinen erzielbaren Betrag noch den Buchwert übersteigen darf,
der sich nach Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen ergeben hätte, wenn in früheren Jahren kein
Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Eine Wertaufholung wird erfolgswirksam
erfasst.
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KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Fremdkapitalkosten werden ebenfalls sofort aufwandswirksam erfasst, sofern sich diese nicht auf qualifizierte
Vermögenswerte beziehen.
Gemietete Sachanlagen, die gemäß IFRS 16 zu aktivieren sind, werden in der Bilanz innerhalb der Sachanlagen
als Nutzungsrechte ausgewiesen. Daraus resultierende künftige Zahlungsverpflichtungen werden unter den
Leasingverbindlichkeiten ausgewiesen. Die Zinssätze für aktivierte Leasinggegenstände werden abhängig vom
Mindestzinssatz für Neukredite zu Beginn jedes Leasingverhältnisses oder entsprechend einer kalkulatorischen
Rendite des Leasinggebers festgesetzt. SBO wendet die Ausnahmeregelung für Leasingvereinbarungen, deren
Laufzeit zwölf Monate oder weniger beträgt, sowie für Leasingvereinbarungen über geringwertige Vermögenswerte
an (siehe dazu Erläuterung 19).
9. Firmenwerte
Die Firmenwerte werden mit den Anschaffungskosten erfasst und in Folge jährlich zum Stichtag 31. Dezember
bzw. zusätzlich unterjährig bei Vorliegen eines Triggering Events auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Zu diesem Zweck
werden die Firmenwerte auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten aufgeteilt und den Nutzungswerten der
Geschäftseinheiten aufgrund der erwarteten Cashflows gegenübergestellt.
Ein einmal erfasster Wertminderungsaufwand für einen Firmenwert wird in den Folgeperioden nicht wieder
zugeschrieben.
10. Tatsächliche und latente Ertragsteuern
Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für laufende und frühere Perioden werden
mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die
Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrages werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde
gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.
Vom Unternehmen werden Abgrenzungen für latente Steuern in Übereinstimmung mit der in IAS 12
vorgeschriebenen „Balance Sheet Liability Method“ gebildet. Latente Steueransprüche und Schulden werden
anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der diese realisiert werden, voraussichtlich Gültigkeit
erlangen werden. Bei Vorliegen von Verlusten in der aktuellen Periode oder Vorperiode werden für nicht genutzte
steuerliche Verlustvorträge aktive latente Steuern nur in der Höhe erfasst, in der auf Basis der vorliegenden
Mittelfristplanungen substanzielle Hinweise dafür vorliegen, dass ein ausreichendes steuerliches Ergebnis zur
Verfügung stehen wird, sodass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei nicht verfallbaren
Verlustvorträgen wird dabei auf die Verwertbarkeit innerhalb der nächsten fünf Jahre abgestellt.
Tatsächliche und latente Steuern, die sich auf Posten beziehen, die entweder im SONSTIGEN ERGEBNIS oder
direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im SONSTIGEN
ERGEBNIS bzw. direkt im Eigenkapital erfasst.
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Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
11. Erhaltene Zuschüsse
Zuschüsse der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuschüsse
gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Aufwandsbezogene Zuschüsse
werden planmäßig ertragswirksam über den Zeitraum erfasst, in dem die entsprechenden Aufwendungen anfallen.
Aufwandsbezogene Zuschüsse, die für konkrete einzelne Aufwandsarten gewährt werden (z.B. Zuschüsse für
Personalaufwendungen) werden in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung mit den jeweiligen Aufwendungen
saldiert. Zuschüsse, die für unterschiedliche Aufwandsarten gewährt werden und damit nicht einzeln zugeordnet
werden können, werden im Posten SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE erfasst.
Die Zuschüsse für Vermögenswerte werden als Passivposten erfasst, sobald die für den Erhalt notwendigen
Bedingungen erfüllt sind. Die Auflösung erfolgt entsprechend der Nutzungsdauer der betreffenden Vermögenswerte
und wird im Posten SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung
ausgewiesen.
12. Rückstellungen
In Übereinstimmung mit IAS 37 werden Rückstellungen gebildet, wenn für das Unternehmen gegenwärtig
rechtliche oder faktische Verpflichtungen vorliegen, die auf zurückliegenden Ereignissen beruhen und bei denen
es wahrscheinlich ist, dass diese zu einem Mittelabfluss führen werden. Die Rückstellungen werden mit jenem
Wert angesetzt, der zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung nach bester Schätzung des Managements ermittelt werden
kann. Ist eine vernünftige Schätzung nicht möglich, unterbleibt die Bildung einer Rückstellung.
13. Rückstellungen für Sozialkapital
LEISTUNGSORIENTIERTE PLÄNE
Leistungsorientierte Pläne betreffen ausschließlich Abfertigungsverpflichtungen österreichischer Gesellschaften.
Der Arbeitgeber ist bei Beendigung eines Dienstverhältnisses oder bei regulärem Pensionsantritt eines
Dienstnehmers verpflichtet, einen Pauschalbetrag an den Dienstnehmer zu leisten, sofern das Dienstverhältnis
bereits vor dem 1. Jänner 2003 begonnen hat. Die zu leistenden Beträge reichen in Abhängigkeit von der Dauer
des Dienstverhältnisses von mittlerweile neun bis zwölf bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Monatsbezügen.
Die Zahlungen sind bei regulärem Pensionsantritt oder Kündigung durch den Arbeitgeber zu leisten, nicht aber
bei freiwilligem Austritt des Dienstnehmers. Die Rückstellungsbeträge werden zu jedem Abschlussstichtag
mittels versicherungsmathematischer Bewertung unter Anwendung der „Projected-Unit-Credit-Method” mit einer
Verteilung des Dienstzeitaufwandes über den Zeitraum vom Eintritt in das Unternehmen bis zum Zeitpunkt des
geplanten Pensionsantrittes des jeweiligen Dienstnehmers berechnet und entsprechen dem Barwert der von
den Dienstnehmern bis zum Abschlussstichtag erworbenen Leistungsansprüche. Für das Pensionsantrittsalter
werden die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen herangezogen. Künftig zu erwartende Gehaltssteigerungen
und entsprechende Fluktuationsabschläge werden auf Basis der Erfahrungen der mittelfristigen Vergangenheit
berücksichtigt.
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KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Sämtliche Neubewertungen bei leistungsorientierten Versorgungsplänen (versicherungsmathematische Gewinne
und Verluste) werden gemäß IAS 19 im SONSTIGEN ERGEBNIS erfasst. Weitere Anmerkungen zu den
Rückstellungen für Abfertigungen sind in Erläuterung 16 enthalten.
BEITRAGSORIENTIERTE PLÄNE
Bei verschiedenen Konzerngesellschaften bestehen beitragsorientierte Pensionspläne einerseits aufgrund
länderspezifischer gesetzlicher Verpflichtungen sowie andererseits aufgrund des Abschlusses von
Betriebsvereinbarungen bzw. einzelvertraglicher Pensionsvereinbarungen. Die Verpflichtung der Gruppe beschränkt
sich darauf, die Beiträge bei Fälligkeit an den jeweiligen Pensionsfonds zu entrichten. Eine rechtliche oder faktische
Verpflichtung zu künftigen Leistungen besteht nicht.
Beiträge zu sämtlichen beitragsorientierten Versorgungsplänen werden dann als Aufwand erfasst, wenn die
Arbeitnehmer die Arbeitsleistung erbracht haben, die das Unternehmen zur Beitragsleistung verpflichtet.
SONSTIGE LANGFRISTIGE PERSONALVERPFLICHTUNGEN
Nach Maßgabe der österreichischen Kollektivverträge haben Dienstnehmer in Abhängigkeit von der Dauer ihres
Dienstverhältnisses Anspruch auf Jubiläumsgeldzahlungen (leistungsorientiertes System). Die rückzustellenden
Beträge werden ebenfalls unter Anwendung der „Projected-Unit-Credit-Method“ berechnet. Die Parameter
der Abfertigungsrückstellung finden ebenso bei der Berechnung der Jubiläumsgeldrückstellung Anwendung.
Neubewertungen (versicherungsmathematische Gewinne und Verluste) werden in der Gewinn- und Verlustrechnung
erfasst.
14. Ertragsrealisierung
Leistungsverpflichtungen aus dem Verkauf von Erzeugnissen und Waren gelten bei Übergang der Kontrolle, in
der Regel bei Lieferung an den Empfänger, als realisiert und werden demzufolge zu einem bestimmten Zeitpunkt
erfüllt. Leistungsverpflichtungen aus Service- und Reparaturtätigkeiten gelten mit dem Zeitpunkt der Erbringung der
Leistung, somit zum Zeitpunkt der Lieferung der servicierten bzw. reparierten Güter an den Kunden, als realisiert.
Leistungsverpflichtungen aus der Unterstützung von Kunden bei der Anwendung von SBO-Tools am Ölfeld werden
über den Zeitraum, in dem die Beratungsleistung vor Ort erbracht wird, erfüllt und somit über einen bestimmten
Zeitraum erfasst.
Einzelne Unternehmen innerhalb der SBO-Gruppe treten als Vermieter auf. Dabei werden Erträge laufend auf
Basis der tatsächlichen Nutzung durch den Kunden realisiert (Leistungsverpflichtungen, die über einen bestimmten
Zeitraum erfasst werden). Es liegen grundsätzlich keine Finanzierungsleasingmodelle vor.
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Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Für Verträge mit Zahlungszielen von maximal einem Jahr verzichtet die Gesellschaft aus praktischen Gründen
und Wesentlichkeitsüberlegungen auf eine Anpassung der Höhe der zugesagten Gegenleistung um eine allfällige
Finanzierungskomponente.
Zinserträge werden unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung zeitanteilig realisiert.
15. Forschung und Entwicklung
Gemäß IAS 38 werden Forschungsaufwendungen zum Zeitpunkt ihres Entstehens erfolgswirksam gebucht.
Entwicklungsaufwendungen sind zum Entstehungszeitpunkt erfolgswirksam zu erfassen, falls die Voraussetzungen
für eine Aktivierung der Entwicklungsaufwendungen gemäß IAS 38 nicht gänzlich erfüllt werden. Im Konzernabschluss
der SBO werden Entwicklungskosten mangels Erfüllung der entsprechenden Ansatzkriterien in der Berichtsperiode
ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst.
16. Aktienbasierte Vergütung
Im Jahr 2014 wurde mit dem Vorstandsvorsitzenden eine Vereinbarung über eine aktienbasierte Vergütung
abgeschlossen, die im Geschäftsjahr 2022 beendet und durch eine Anpassung der fixen und variablen
Vergütungsbestandteile ersetzt wurde. Weiters wurde eine Vereinbarung über die Gewährung einer freiwilligen
Abfertigung bei Beendigung des Dienstverhältnisses in Form von SBO-Aktien abgeschlossen, die im Rahmen des
Pensionsantrittes des Vorstandsvorsitzenden per 31. Dezember 2023 vollständig erfüllt wurde. Da die Kompensation
in eigenen Aktien erfolgte, wurde die Erfassung des Aufwands aus diesen Vereinbarungen in Vorjahren laufend
über den Personalaufwand und innerhalb des Eigenkapitals vorgenommen (siehe dazu Erläuterung 29).
17. Schätzungen, Ermessensentscheidungen und Annahmen
Bei der Erstellung des Konzernabschlusses unter Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS)
müssen bis zu einem gewissen Grad Schätzungen vorgenommen und Annahmen sowie Ermessensentscheidungen
getroffen werden, welche die in der Bilanz, im Anhang und in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen
Werte beeinflussen. Die sich in der Zukunft tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen
abweichen, wobei der Vorstand aus derzeitiger Sicht der Meinung ist, dass sich daraus keine wesentlichen
negativen Auswirkungen in den Konzernabschlüssen der nächsten Zukunft ergeben werden. Im Folgenden werden
die wesentlichen Schätzungen und Ermessensentscheidungen erläutert, die diesem Konzernabschluss zugrunde
liegen.
Bei der Erfassung und der Bewertung von im Zuge von Unternehmenserwerben angesetzten IMMATERIELLEN
VERMÖGENSWERTEN sind Annahmen und Ermessensentscheidungen zu treffen (siehe Erläuterung 9).
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KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Bei den SACHANLAGEN und IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEN sind Einschätzungen über den Zeit-
raum erforderlich, in dem diese Vermögenswerte vom Unternehmen voraussichtlich genutzt werden können
(siehe Erläuterungen 8 und 9). Weiters sind, falls Anhaltspunkte für eine Wertminderung von SACHANLAGEN
oder IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEN erkannt werden, Schätzungen bei der Ermittlung des erzielbaren
Betrages erforderlich. Bei der Bewertung von Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten sind Ermessensent-
scheidungen für die Ermittlung der Laufzeit der Verträge bzw. die Ausübung von Verlängerungsoptionen zu treffen
(siehe Erläuterung 19).
Für den jährlichen Wertminderungstest der GESCHÄFTS- UND FIRMENWERTE erfolgt eine Schätzung
der Nutzungswerte, wobei die Unternehmensleitung die voraussichtlichen künftigen Cashflows der
zahlungsmittelgenerierenden Einheit schätzen und einen angemessenen Abzinsungssatz wählen muss (siehe
Erläuterung 9).
Latente Steueransprüche werden für nicht genutzte steuerliche Verluste in dem Maß angesetzt, in dem es
wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, sodass die Verlustvorträge
tatsächlich genutzt werden können. Bei der Bilanzierung der AKTIVEN LATENTEN STEUERN ist eine wesentliche
Ermessensausübung des Managements notwendig, zu welchem Zeitpunkt und in welchem Ausmaß künftig zu
versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, um die temporären Differenzen bzw. Verlustvorträge tatsächlich zu
nutzen (siehe Erläuterung 11).
Bei der Bewertung der VORRÄTE sind Einschätzungen des Managements über die Preisgestaltung und
Marktentwicklung erforderlich, um die Höhe der Wertansätze festzulegen (siehe Erläuterung 7). Da entsprechend
der zugrundeliegenden Kundenverträge grundsätzlich keine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung nach der
Percentage-of-Completion Methode angewendet wird, sind Schätzungen hinsichtlich bereits erbrachter Leistungen
und noch anfallender Kosten der ausschließlich kurzfristigen Aufträge lediglich zur Ermittlung von etwaigen
Drohverlustrückstellungen erforderlich.
Bei FORDERUNGEN sind neben einer Bewertung auf Basis von Zahlungseingängen der Vergangenheit
Annahmen über die künftige Ausfallswahrscheinlichkeit erforderlich (siehe Erläuterung 5). Neben Überfälligkeiten
und Marktrisiken wird dabei auch auf die Erfahrung mit den Kunden Rücksicht genommen. Bei der Erfassung
von UMSATZERLÖSEN sind Schätzungen hinsichtlich der zu erwartenden Rückgaben betreffend Produkte mit
Rückgaberechten (siehe Erläuterung 13) sowie von zu gewährenden Mengenrabatten erforderlich.
Für den Ansatz von RÜCKSTELLUNGEN muss die Eintrittswahrscheinlichkeit zum Abschlussstichtag vom
Management evaluiert werden. Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der zum Zeitpunkt der
Bilanzerstellung nach bester Schätzung des Managements ermittelt werden kann (siehe Erläuterung 14).
Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen wird anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen
ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage von Annahmen in Bezug auf die
Abzinsungssätze, künftige Lohn- und Gehaltssteigerungen, die Sterblichkeit und Fluktuationswahrscheinlichkeiten
(siehe Erläuterung 16).
Für die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Management-Beteiligungen und Genussrechten sind die zukünftige
Zugehörigkeitsdauer der jeweiligen Personen zum Unternehmen und die zukünftige Ergebnisentwicklung
zu schätzen. Die Gesellschaft geht davon aus, dass der jeweilige Anteil am aktuellen Jahresergebnis der
Tochtergesellschaft im Wesentlichen dem Effektivzinsaufwand entspricht (siehe Erläuterung 17).
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Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
18. Klimabezogene Risiken – Schätzungen, Ermessensentscheidungen und Annahmen
Die SBO-Gruppe beobachtet seit Jahren die Thematik des Klimawandels und dessen Folgen in Hinblick
auf mögliche Konsequenzen auf die Geschäftsaktivitäten der Gruppe. Hierbei ist zwischen den Folgen des
Klimawandels an sich und daraus resultierende notwendige Anpassungen sowie den Rahmenbedingungen zur
Vermeidung und Reduktion von klimaschädlichen Treibhausgasen zu unterscheiden. Die Risiken hinsichtlich
Vermeidung und Reduktion von Treibhausgasen sind im Kontext des European Green Deal und der damit in
Zusammenhang stehenden Regularien der Europäischen Union wie etwa mit der EU-Taxonomie-Verordnung zu
bewerten. Der Klimawandel als solcher wird als ein nicht wesentliches Risiko für das Unternehmen eingestuft.
Der European Green Deal verlangt von Unternehmen unter anderem einen Plan, um sicherzustellen, dass das
Geschäftsmodell und die Strategie des Unternehmens mit dem Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft und mit
der Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C im Einklang mit dem Pariser Abkommen vereinbar sind. SBO
verweist diesbezüglich auf die „Strategie 2030“ im Lagebericht, Abschnitt „Ausblick“. Gleichzeitig sollen Investitionen
vorrangig in nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten verlagert werden. Dabei soll langfristig auch der Energiesektor mit
dem Ziel umgebrochen werden, fossile Brennstoffe schrittweise durch erneuerbare Energien zu ersetzen bzw.
deren Emissionen zu neutralisieren, wobei der Anteil von Öl und Gas über einen langen Zeitraum hinweg auf
hohem Niveau bleiben soll.
Im Zuge der UN-Klimakonferenz (COP 28) in Dubai im Dezember 2023, stand die Öl- und Gasindustrie und deren
Rolle zur Erreichung des Pariser Klimaschutzübereinkommens im Fokus medialen Interesses. Die medial verbreitete,
jedoch als unrealistisch zu sehende Erwartungshaltung, die Teilnehmer der COP 28 würden die Entscheidung
zur Einstellung der Förderung von Öl- und Gas verkünden, ist nicht eingetreten. Vielmehr wurde von National Oil
Companies (NOC) und International Oil Companies (IOC) deren Bekenntnis formuliert, zur Erreichung der Ziele des
Pariser Klimaschutzabkommens verstärkt beitragen zu wollen. Dies wurde in der „Oil and Gas Decarbonization
Charter“ festgehalten.
Eine verschärfte Klimapolitik könnte einen Rückgang der Ölnachfrage in der Europäischen Union und aufgrund des
geringeren Bedarfs an Werkzeugen für das Bohren nach Erdöl das Kerngeschäft der SBO-Gruppe beeinflussen.
Langjähriger Markterwartung zufolge wird aber noch lange Zeit von einem weltweiten Anstieg der Nachfrage nach
dieser Ressource ausgegangen. Zudem hat die Europäische Union Erdgas als wesentliche Übergangsressource
zur Erreichung der Klimaziele anerkannt und etwa die Stromerzeugung aus fossilen gasförmigen Brennstoffen als
taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeit eingestuft. Produkte und Lösungen von SBO werden bei der Bohrung
nach Erdöl und Erdgas gleichermaßen eingesetzt.
Die produzierten Waren und Dienstleistungen der SBO-Gruppe werden vor allem außerhalb der Europäischen
Union nachgefragt, sodass die europäische Klimapolitik nur teilweise Einfluss auf die Wirtschaftsaktivitäten
und (Produktions-)Standorte der SBO-Gruppe mit sich bringt. Dennoch bedürfen Annahmen zu einzelnen, im
Konzernabschluss erfassten langfristigen Vermögenswerten (im Wesentlichen Firmenwerte) Schätzungen und
Ermessensentscheidungen über die zukünftige Entwicklung in Bezug auf den Klimawandel sowie die damit in
Zusammenhang stehenden klimapolitischen Rahmenbedingungen.
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KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
(Produktions-)Standorte der SBO-Gruppe haben einen relativ geringen Energieverbrauch, welcher durch geeignete
Maßnahmen in den nächsten Jahren noch weiter reduziert wird. Die Hauptenergiequelle zur Herstellung von SBO
Produkten ist Elektrizität, wobei der Anteil an Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen einen Anteil von rund
45 % beträgt. Unterstützt wird der Anteil aus erneuerbaren Energiequellen durch den Betrieb von Photovoltaik-
Anlagen an SBO Standorten zur Deckung des eigenen Verbrauches am jeweiligen Standort. Für jene Anlagen, die
sich nicht im Eigentum von SBO befinden bzw. nicht im Rahmen von Leasingverträgen genutzt werden, wird von
der Ausnahmeregelung für den Eigenverbrauch gemäß IFRS 9.2.4 Gebrauch gemacht.
Die Wirtschaftstätigkeit sowie die Standorte der SBO-Gruppe sind nur in geringem Ausmaß physischen Klimarisiken
in Bezug auf Temperaturveränderungen, Wind, Niederschlag oder Erosion ausgesetzt, sodass insgesamt
klimabedingte Risiken als gering eingestuft werden. Für einen wesentlichen (Produktions-)Standort wurden
Klimaszenarien-Analysen erstellt, welche ebenfalls keine signifikanten zukünftigen Risiken ergaben.
Weitere Annahmen zu klimabezogenen Risiken, Schätzungen und Ermessensentscheidungen werden in den
Erläuterungen 9. Immaterielle Vermögenswerte sowie 32. Risikobericht dargestellt.
Erläuterung 5
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Eine Analyse der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar: IN TEUR 31.12.2023 FÄLLIGKEIT BRUTTOBETRAG PAUSCHALWERT-EINZELWERT-NETTOBETRAG BERICHTIGUNG (ECL) BERICHTIGUNG Nicht bzw. < 30 Tage überfällig 118.357 -318 -648 117.391 30 – 90 Tage überfällig 10.812 -203 -14 10.595 90 – 180 Tage überfällig 3.850 -153 -238 3.459 > 180 Tage überfällig 5.897 -170 -4.653 1.074 Summe 138.916 -844 -5.553 132.519
92
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
IN TEUR 31.12.2022 FÄLLIGKEIT BRUTTOBETRAG PAUSCHALWERT-EINZELWERT-NETTOBETRAG BERICHTIGUNG (ECL) BERICHTIGUNG Nicht bzw. < 30 Tage überfällig 100.694 -325 -812 99.557 30 – 90 Tage überfällig 18.624 -281 -415 17.928 90 – 180 Tage überfällig 6.154 -190 -827 5.137 > 180 Tage überfällig 5.708 -160 -3.656 1.892 Summe 131.180 -956 -5.710 124.514
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben üblicherweise Zahlungsziele von bis zu 90 Tagen. Weder zum
31. Dezember 2023 noch zum 31. Dezember 2022 lagen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einer
Laufzeit von über 12 Monaten vor.
Der Buchwert der einzelwertberichtigten Forderungen beträgt TEUR 277 (Vorjahr: TEUR 108). Wertminderungen
für erwartete Ausfälle werden gemäß IFRS 9 auf Basis historischer Erfahrungen, der aktuellen Marktlage inklusive
Erwartungen hinsichtlich künftiger Zahlungseingänge und unter Berücksichtigung von Außenstandsdauern erfasst
(siehe dazu Erläuterung 4). Zum 31. Dezember 2023 betragen die gemäß vereinfachter Methode für über die
Laufzeit erwartete Kreditverluste bemessenen Wertberichtigungen TEUR 844 (Vorjahr: TEUR 956).
Die Entwicklung des Wertberichtigungskontos stellt sich wie folgt dar:
IN TEUR 2023 2022 Stand 1. Jänner 6.666 3.703 Kursdifferenzen -304 170 Verbrauch -1.439 -632 Auflösung -480 -322 Aufwandswirksame Zuführungen 1.954 3.747 Stand 31. Dezember 6.397 6.666
Zu den angeführten Forderungen wurden keine Sicherheiten erhalten.
93
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Erläuterung 6
SONSTIGE FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTE
Diese Position enthält im Wesentlichen sonstige Forderungen gegenüber Steuerbehörden sowie
Periodenabgrenzungen. Weiters sind in diesem Posten positive Marktwerte von Devisentermingeschäften in Höhe
von TEUR 810 (Vorjahr: TEUR 1.337) sowie Vermögenswerte betreffend Rückgaberechte einzelner Kunden gemäß
IFRS 15 in Höhe von TEUR 425 (Vorjahr: TEUR 652) enthalten.
Zu den Forderungen wurden keine Sicherheiten erhalten und keine Wertberichtigungen vorgenommen.
Erläuterung 7
VORRÄTE Die Gliederung der Vorräte ist in folgender Übersicht detailliert dargestellt: IN TEUR 31.12.2023 31.12.2022 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 29.026 28.396 Unfertige Erzeugnisse 88.899 85.788 Fertige Erzeugnisse 87.886 61.689 Summe 205.811 175.873
Die hohe Nachfrage nach Produkten von SBO bzw. die hohen Auftragseingänge der Jahre 2022 und 2023 haben
zu einem weiteren Anstieg der Vorratsbestände im Jahr 2023 geführt.
Die Wertberichtigungen, welche im Jahr 2023 als Aufwand erfasst wurden, betrugen TEUR 4.436 und sind in den
HERSTELLUNGSKOSTEN ausgewiesen (Vorjahr: TEUR 3.224).
94
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Erläuterung 8
SACHANLAGEN
Eine Zusammenfassung der Bruttowerte und der kumulierten Abschreibungen sowie Wertminderungen des
Sachanlagevermögens kann wie folgt dargestellt werden:
2023 IN TEUR GRUNDSTÜCKE TECHNISCHE ANDERE ANZAHLUNGEN NUTZUNGS-GESAMT UND BAUTEN ANLAGEN UND ANLAGEN, UND ANLAGEN RECHTE MASCHINEN BETRIEBS- UND IN BAU GESCHÄFTS-AUSSTATTUNG Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 1. Jänner 2023 105.139 361.007 14.617 3.513 17.663 501.939 Umrechnungsdifferenzen -2.345 -8.700 -276 -134 -396 -11.851 Unternehmenszusammen-schlüsse 0 146 22 0 0 168 Zugänge 2.432 24.697 1.803 6.554 2.719 38.205 Umbuchungen -134 3.075 557 -3.917 0 -419 Abgänge -401 -26.080 -864 0 -636 -27.981 31. Dezember 2023 104.691 354.145 15.859 6.016 19.350 500.061 Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 1. Jänner 2023 43.865 314.322 12.217 0 7.734 378.138 Umrechnungsdifferenzen -864 -7.154 -218 0 -228 -8.464 Zugänge aus Abschreibungen 3.027 17.909 1.473 0 2.894 25.303 Umbuchungen -33 -37 70 0 0 0 Abgänge -401 -23.527 -829 0 -595 -25.352 31. Dezember 2023 45.594 301.513 12.713 0 9.805 369.625 Buchwerte 31. Dezember 2023 59.097 52.632 3.146 6.016 9.545 130.436 31. Dezember 2022 61.274 46.685 2.400 3.513 9.929 123.801
Die in der Position „Anzahlungen und Anlagen in Bau“ enthaltenen geleisteten Anzahlungen betragen zum
31. Dezember 2023 TEUR 3.696 (Vorjahr: TEUR 1.350).
95
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
2022 IN TEUR GRUNDSTÜCKE TECHNISCHE ANDERE ANZAHLUNGEN NUTZUNGS-GESAMT UND BAUTEN ANLAGEN UND ANLAGEN, UND ANLAGEN RECHTE MASCHINEN BETRIEBS- UND IN BAU GESCHÄFTSAUS-STATTUNG Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 1. Jänner 2022 102.457 341.468 13.596 8.901 13.548 479.970 Umrechnungsdifferenzen 3.719 12.644 329 351 244 17.287 Zugänge 1.165 23.353 2.113 2.558 5.001 34.190 Umgliederung in zur Veräußerung gehalten -1.995 0 0 0 0 -1.995 Umbuchungen 51 7.008 20 -8.278 0 -1.199 Abgänge -258 -23.466 -1.441 -19 -1.130 -26.314 31. Dezember 2022 105.139 361.007 14.617 3.513 17.663 501.939 Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 1. Jänner 2022 38.854 297.566 11.536 4.914 6.179 359.049 Umrechnungsdifferenzen 1.152 10.501 285 232 174 12.344 Zugänge aus Abschreibungen 3.226 21.617 1.121 0 2.487 28.451 Zugänge aus Wertminderungen 1.282 0 0 0 0 1.282 Umgliederung in zur Veräußerung gehalten -425 0 0 0 0 -425 Umbuchungen 0 5.146 0 -5.146 0 0 Abgänge -224 -20.508 -725 0 -1.106 -22.563 31. Dezember 2022 43.865 314.322 12.217 0 7.734 378.138 Buchwerte 31. Dezember 2022 61.274 46.685 2.400 3.513 9.929 123.801 31. Dezember 2021 63.603 43.902 2.060 3.987 7.369 120.921
Die Wertminderungen des Jahres 2022 in Höhe von TEUR 1.282 betrafen im Segment „Advanced
Manufacturing & Services“ (AMS) ein Gebäude der in Russland tätigen Gesellschaft Schoeller-Bleckmann Darron
Limited und wurden im Rahmen eines zum 31. Dezember 2022 durchgeführten Werthaltigkeitstests aufgrund
gesunkener Cashflowprognosen in Russland in Folge sanktionsbedingt geänderter Lieferketten in der Position
HERSTELLUNGSKOSTEN erfasst.
96
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Zum 30. Juni 2022 wurde im Segment „Oilfield Equipment“ (OE) ein nicht mehr benötigtes bebautes Grundstück
in den USA in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte umgegliedert und in Folge im 3. Quartal 2022
veräußert. Dabei wurde ein Veräußerungsgewinn in Höhe von TEUR 1.182 erzielt, der in der Position SONSTIGE
BETRIEBLICHE ERTRÄGE enthalten ist.
Das Unternehmen besitzt Produktionsstätten in folgenden Ländern: Österreich, USA, Vietnam und Singapur.
Service- und Wartungsstützpunkte sowie Verkaufsstellen werden in den USA, Kanada, Großbritannien, Singapur,
den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Russland, Mexiko und Brasilien geführt.
Das Bestellobligo für Investitionen in Sachanlagen betrug zum 31. Dezember 2023 TEUR 9.698 (Vorjahr:
TEUR 5.637).
Für Details betreffend aktivierte Nutzungsrechte siehe Erläuterung 19.
97
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Erläuterung 9
IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Eine Zusammenfassung der Bruttowerte und der kumulierten Abschreibungen der Immateriellen Vermögenswerte
kann wie folgt dargestellt werden:
2023 IN TEUR FIRMENWERTE TECHNOLOGIE WETTBEWERBS-KUNDEN-ÜBRIGE GESAMT VEREIN-BEZIEHUNGEN IMMATERIELLE BARUNGEN VERMÖGENS-WERTE Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 1. Jänner 2023 243.574 70.064 9.648 37.200 15.715 376.201 Umrechnungsdifferenzen -7.053 -2.089 -122 -953 -463 -10.680 Unternehmenszusammen-schlüsse 8.720 2.991 0 4.766 1.302 17.779 Zugänge 0 0 0 0 1.992 1.992 Umbuchungen 0 0 0 0 419 419 Abgänge 0 -2.273 -9.526 -7.393 -1.059 -20.251 31. Dezember 2023 245.241 68.693 0 33.620 17.906 365.460 Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 1. Jänner 2023 109.065 62.076 9.648 37.200 11.713 229.702 Umrechnungsdifferenzen -2.231 -1.741 -122 -761 -255 -5.110 Zugänge aus Abschreibungen 0 2.499 0 233 967 3.699 Abgänge 0 -2.273 -9.526 -7.393 -1.059 -20.251 31. Dezember 2023 106.834 60.561 0 29.279 11.366 208.040 Buchwerte 31. Dezember 2023 138.407 8.132 0 4.341 6.540 157.420 31. Dezember 2022 134.509 7.988 0 0 4.002 146.499
98
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
2022 IN TEUR FIRMENWERTE TECHNOLOGIE WETTBEWERBS-KUNDEN-ÜBRIGE GESAMT VEREIN-BEZIEHUNGEN IMMATERIELLE BARUNGEN VERMÖGENS-WERTE Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 1. Jänner 2022 234.062 68.514 9.301 36.276 12.800 360.953 Umrechnungsdifferenzen 9.512 1.550 347 924 351 12.684 Zugänge 0 0 0 0 1.780 1.780 Umbuchungen 0 0 0 0 1.199 1.199 Abgänge 0 0 0 0 -415 -415 31. Dezember 2022 243.574 70.064 9.648 37.200 15.715 376.201 Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 1. Jänner 2022 107.026 58.704 9.060 36.276 11.213 222.279 Umrechnungsdifferenzen 2.039 914 329 924 320 4.526 Zugänge aus Abschreibungen 0 2.458 259 0 477 3.194 Abgänge 0 0 0 0 -297 -297 31. Dezember 2022 109.065 62.076 9.648 37.200 11.713 229.702 Buchwerte 31. Dezember 2022 134.509 7.988 0 0 4.002 146.499 31. Dezember 2021 127.036 9.810 241 0 1.587 138.674
Das Bestellobligo für Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte betrug zum 31. Dezember 2023 TEUR 766
(Vorjahr: TEUR 0).
99
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
1. FIRMENWERTE
Die in der Bilanz ausgewiesenen Firmenwerte entfallen auf die folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten
bzw. Segmente:
IN TEUR 31.12.2023 31.12.2022 Segment „Advanced Manufacturing & Services” (AMS) Knust-Godwin LLC 12.171 12.609 SCHOELLER-BLECKMANN Oilfield Technology GmbH 4.655 4.655 Schoeller-Bleckmann Darron (Aberdeen) Limited 798 798 Segment „Oilfield Equipment” (OE) The WellBoss Company, LLC 98.176 93.043 DSI FZE 22.607 23.404 Summe 138.407 134.509
Im Rahmen der erstmaligen Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses der Praxis Completion
Technology (nunmehr: The Wellboss Company FZE) zum 1. Oktober 2023 wurde ein Firmenwert in Höhe von
TEUR 8.720 erfasst und der zahlungsmittelgenerierenden Einheit The WellBoss Company, LLC zugeordnet (siehe
dazu Erläuterung 36).
Das Wachstum der Oilfield-Service-Industrie hat im Laufe des Jahres 2023 weiter angehalten und sich
entsprechend positiv auf den SBO Konzern ausgewirkt. Trotz der fortwährenden Unsicherheiten der Weltwirtschaft
zeigten sich die Energiemärkte im Jahr 2023 robust. Diese Widerstandsfähigkeit lässt sich einerseits auf das
gesteigerte Bewusstsein hinsichtlich Energiesicherheit und speziell in der Oilfield-Service-Industrie auf die
wachsende Nachfrage nach Öl- und Gasressourcen zurückführen. Andererseits wurden die unzureichenden
Investitionen der vergangenen Jahre in die Exploration nun wieder angekurbelt. Langfristige Explorationsinitiativen
wie internationale Offshore-Projekte erhielten Auftrieb und bilden auch eine solide Grundlage für zukünftige
Branchenaktivität. Die zuvor beschriebenen Rahmenbedingungen stellen die Ausgangslage zur Bewertung der
zahlungsmittelgenerierenden Einheiten per 31. Dezember 2023 dar.
100
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Die Bewertung von sämtlichen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erfolgte anhand des Nutzungswertes durch
Diskontierung der prognostizierten Cashflows unter Heranziehung eines Kapitalkostensatzes nach Steuern (WACC =
Weighted Average Costs of Capital), welcher aufgrund aktueller Marktdaten für vergleichbare Unternehmen im
selben Industriezweig unter Berücksichtigung der länderspezifischen Inflationserwartungen ermittelt wurde.
Der Detailprognosezeitraum beträgt 5 Jahre (Vorjahr: 5 Jahre), die Cashflows basieren auf Budgetierungen des
Managements.
Für die ewige Rente wurde für sämtliche zahlungsmittelgenerierende Einheiten ein Cashflow mit konstanter
Wachstumsrate von 1 % (Vorjahr: 1 %) angenommen. Die langfristigen Wachstumserwartungen wurden unter
Würdigung von Studien in Bezug auf die globale Energienachfrage und dem dieser zu Grunde liegenden Energiemix
abgeleitet. Langfristige Studien zur globalen Energienachfrage, wie beispielsweise der World Energy Outlook 2023
der International Energy Agency (IEA), prognostizieren weit über den Detailplanungszeitraum der Impairmenttests
hinaus eine anhaltend hohe Nachfrage nach Öl und Gas. Der Energiesektor befindet sich in einem Umbruch (Energy
Transition), wobei das Ziel verfolgt wird, fossile Brennstoffe schrittweise durch erneuerbare Energien zu ersetzen,
um so Treibhausgas-Emissionen zu verringern. Der Anteil erneuerbarer Energien am globalen Gesamtenergiemix
soll sich dadurch in Zukunft erhöhen. Aufgrund des stetigen Nachfragewachstums nach Energie wird der Ausbau
erneuerbarer Energien die fossilen Brennstoffe aber nicht in einem Ausmaß reduzieren, welches kein Wachstum
der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten von SBO zulassen würde. Des Weiteren ist die Nachfrage nach SBO
Produkten nicht direkt an den erwarteten Output von Öl und Gas gekoppelt, sondern an die Rahmenbedingungen
zur Erschließung dieser Ressourcen. Immer komplexer werdende Bohr- und Komplettierungsvorhaben verlangen
nach High-End Equipment, wie von SBO hergestellt und zur Verfügung gestellt. Zusammengefasst sind die
Wachstumsannahmen aus SBO Sicht auch unter Berücksichtigung der Energy Transition als angemessen
anzusehen.
Folgende Diskontierungssätze kamen zum 31. Dezember 2023 bzw. 31. Dezember 2022 zur Anwendung:
WACC (VOR STEUERN) IN % 31.12.2023 31.12.2022 Segment „Advanced Manufacturing & Services“ (AMS) Knust-Godwin LLC 11,9 % 14,2 % SCHOELLER-BLECKMANN Oilfield Technology GmbH 12,6 % 14,7 % Schoeller-Bleckmann Darron (Aberdeen) Limited 12,9 % 15,0 % Segment „Oilfield Equipment” (OE) The WellBoss Company, LLC 12,4 % 14,6 % DSI FZE 12,9 % 15,3 %
Die Reduktion der Diskontierungszinssätze gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf geringere Beta Faktoren
und einen geringeren Anteil der Eigenkapitalkosten (jeweils abgeleitet aus einer unveränderten Peer Group)
zurückzuführen.
101
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Die Cashflows wurden auf Basis der prognostizierten Umsätze und der geplanten Investitionen ermittelt. Der
Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird am stärksten von den Umsatzerlösen beeinflusst. Die
Planung der Umsatzerlöse und Cashflows berücksichtigt einerseits die aus Vergangenheitswerten abgeleitete
Zyklizität der Industrie und andererseits langfristige Entwicklungen des Absatzmarktes. Die Umsatzplanungen
basieren bei sämtlichen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf der erwarteten Geschäftsentwicklung in der
Oilfield-Service-Industrie. Diese wird aus Erwartungswerten über Bohraktivitäten, den geografischen Absatzmärkten
sowie unternehmensspezifischen Entwicklungen abgeleitet. Die Margenplanung wird darüber hinaus aus dem
erwarteten Produktmix sowie den erwarteten Kostenentwicklungen aufgrund erwarteter Materialpreisentwicklungen
und geplanten Investitionen abgeleitet. Weiters wird die geschätzte Personalentwicklung (basierend auf geplantem
Headcount, erforderlicher Qualifikation der benötigten Mitarbeiter sowie aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage
erwartete Personalkosten) berücksichtigt.
Den jährlichen Werthaltigkeitstests liegen die im Rahmen des jährlichen Budgetierungsprozesses aktualisierten
Mittelfristplanungen zu Grunde, welche unter Berücksichtigung der zuvor erläuterten Rahmenbedingungen
erstellt wurden. Die aktualisierten Mittelfristplanungen gehen davon aus, dass sich die Oilfield-Service-Industrie
in einem mehrjährigen Wachstumszyklus befindet. Risiken in Zusammenhang mit dem Klimawandel und deren
mögliche Folgen auf die Wirtschaftsaktivitäten der SBO-Gruppe und folglich die zum 31. Dezember 2023
ermittelten Nutzungswerte werden, wie in Erläuterung 4.18 dargelegt, als gering eingestuft. Physische Klimarisiken
wie Hitzewellen, Wind, Niederschlag, Flut, Anstieg des Meeresspiegels oder Erosion werden für Mitarbeiter,
wesentliche (Produktions-) Standorte, wesentliche Kunden als auch die Hauptlieferanten der SBO-Gruppe als
gering eingestuft. Eine über das übliche Ausmaß hinausgehende Adaption der (Produktions-) Standorte an durch
den Klimawandel hervorgerufene geänderte Rahmenbedingungen zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes
ist dementsprechend nicht erforderlich und findet auch in den Cashflow-Prognosen keine gesonderte
Berücksichtigung. Die im Herstellungsprozess benötigte Hauptenergiequelle stellt Elektrizität dar, welche bereits
zu einem wesentlichen Teil aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird. Der Kostenanteil von Energie an
den Herstellungskosten stellt nur einen äußerst geringen Anteil, im niedrigen einstelligen Prozentbereich, dar.
Zusammengefasst beinhalten die Planungsannahmen der Goodwill tragenden, zahlungsmittelgenerierenden
Einheiten keine wesentlichen im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehenden Annahmen in Form von erhöhten
Investitionen oder Aufwendungen.
Ebenso erfordern Risiken in Zusammenhang mit dem Klimawandel keine wesentliche Anpassung der Bewertung von
Sachanlagevermögen (bspw. Verkürzung der Nutzungsdauer von Sachanlagevermögen). Für einen wesentlichen
(Produktions-) Standort wurde dies mittels Klimaszenarien-Analysen bestätigt. SBO erachtet die unterstellten mittel-
und langfristigen Wachstumserwartungen demnach auch unter Würdigung des Klimawandels als angemessen.
Die durchgeführten Werthaltigkeitstests haben keine Wertminderung ergeben. Die Veränderung der Buchwerte der
Firmenwerte sämtlicher zahlungsmittelgenerierenden Einheiten in 2023 ergab sich neben der erstmaligen Erfassung
des Firmenwertes aus der Akquisition Praxis aus der Fremdwährungsumrechnung.
102
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Für sämtliche firmenwerttragende zahlungsmittelgenerierende Einheiten wurde zum 31. Dezember 2023 eine
Sensitivitätsanalyse erstellt. Da der Nutzungswert insbesondere auf Veränderungen der Annahmen zu den
Cashflows sowie zum Diskontierungsfaktor reagiert, wurden für diese wesentlichen Inputfaktoren jeweils isoliert
ein vom Management im aktuellen Marktumfeld als möglich erachteter Anstieg des Diskontierungszinssatzes
um 2 Prozentpunkte (31. Dezember 2022: 1 Prozentpunkt) sowie eine Reduktion der Cashflows von 10 %
(31. Dezember 2022: 10 %) berücksichtigt. Die Erhöhung der WACC Sensitivität gegenüber 31.12.2022 ist der
gegenwärtigen möglichen Bandbreite der Kapitalkosten geschuldet. Wenngleich Risiken in Zusammenhang mit
dem Klimawandel als gering eingestuft werden, wurden dennoch, mit Bezug auf mögliche nachteilige Folgen
der Energy Transition auf die Wirtschaftsaktivitäten von SBO, Sensitivitätsanalysen ermittelt, welche eine
negative Wachstumsrate von minus 1 Prozentpunkt (31. Dezember 2022: minus 1 Prozentpunkt) in der
ewigen Rente umfassen. Dabei ergab sich für keine der angeführten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ein
Wertminderungsbedarf.
2. SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Die Buchwerte der SONSTIGEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE zum 31. Dezember 2023 beinhalten
einserseits die im Rahmen der erstmaligen Erfassung der Praxis Completion Technology FZCO (nunmehr The
Wellboss Company FZE) im Jahr 2023 erworbenen Technologien (Buchwert zum 31. Dezember 2023: TEUR 2.765)
mit einer Nutzungsdauer von 7 Jahren sowie Kundenbeziehungen (Buchwert zum 31. Dezember 2023: TEUR 4.341)
mit einer Nutzungsdauer von 5 Jahren. Für weitere Informationen zum Unternehmenszusammenschluss Praxis
siehe Erläuterung 36.
Des Weiteren sind die im Rahmen der erstmaligen Erfassung der Downhole Technology, LLC (nunmehr The
WellBoss Company, LLC) im Jahr 2016 erworbenen Technologien sowie Markenrechte mit einer Nutzungsdauer
von zehn Jahren erfasst.
Darüberhinaus sind aus Unternehmenszusammenschlüssen aus Vorjahren Technologien, Kundenbeziehungen und
Markenrechte enthalten, die bereits in Vorjahren planmäßig vollständig abgeschrieben wurden.
Zusätzlich beinhalten die SONSTIGEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE Nutzungsrechte für EDV-Software.
103
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Erläuterung 10
LANGFRISTIGE FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTE
Diese Position besteht im Wesentlichen aus verzinslichen Darlehen, welche an das Management von in
den Konsolidierungskreis einbezogenen Unternehmen für den Erwerb von Anteilen bzw. Genussrechten an
diesen Gesellschaften gewährt wurden (siehe auch Erläuterung 17). Für das Unternehmen besteht hier nur ein
eingeschränktes Kreditrisiko, da die Anteile bei Nichterfüllung der Darlehensbedingungen an das Unternehmen
zurückgegeben werden müssen. Die Darlehen sind grundsätzlich laufend anteilig zu tilgen, eine vollständige Tilgung
hat spätestens bei Rückübertragung der Anteile bzw. Genussrechte und somit spätestens erst bei Beendigung der
Dienstverhältnisse zu erfolgen.
IN TEUR 31.12.2023 31.12.2022 Darlehen 2.012 2.535 Andere Forderungen und Vermögenswerte 1.539 640 Summe 3.551 3.175 Weder zum 31. Dezember 2023 noch zum 31. Dezember 2022 waren Wertberichtigungen vorzunehmen. Es bestanden keine überfälligen Forderungen.
Zu den angeführten anderen Forderungen und Vermögenswerten wurden keine Sicherheiten erhalten.
104
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Erläuterung 11
LATENTE STEUERN
Die aktiven und passiven latenten Steuerabgrenzungen resultieren aus den folgenden Positionen:
IN TEUR 31.12.2023 31.12.2022 AKTIV PASSIV AKTIV PASSIV Sachanlagen 1.545 -4.972 1.300 -4.211 Sonstige immaterielle Vermögenswerte (unterschiedliche Nutzungsdauern) 4.432 -435 3.826 -360 Firmenwerte und Sonstige immaterielle Vermögenswerte (unterschiedliche Wertansätze) 23.301 -9.984 11.827 -8.793 Vorräte (Bewertungsunterschiede) 6.407 -79 5.947 -64 Beteiligungsbewertung 0 0 1.470 0 Verbindlichkeit aus dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen 0 0 12.737 0 Sonstige Posten (Bewertungsunterschiede) 1.471 -225 2.565 -1.428 Rückstellungen 2.270 -61 2.228 0 Kursdifferenzen Schuldenkonsolidierung -40 0 52 0 Steuerliche Verlustvorträge 5.748 0 2.603 0 Zwischensumme 45.134 -15.756 44.555 -14.856 Saldierung gegenüber derselben Steuerbehörde -15.496 15.496 -14.726 14.726 Summe 29.638 -260 29.829 -130
Nicht angesetzt bzw. wertberichtigt wurden latente Steuern in der Höhe von TEUR 3.567 (Vorjahr: TEUR 6.052) für
Verlustvorträge in Höhe von TEUR 15.920 (Vorjahr: TEUR 27.977), deren Verbrauch im Rahmen der vorliegenden
Mittelfristplanung nicht gesichert ist. Davon werden TEUR 5.827 nach 2028 (Vorjahr TEUR 9.189 nach 2027)
auslaufen, während TEUR 10.093 (Vorjahr: TEUR 18.788) unbegrenzt vortragsfähig sind.
In den unsaldierten latenten Steueransprüchen sind Steueransprüche einer Gesellschaft in Nordamerika enthalten,
die im Geschäftsjahr Verluste erzielt hat und deren latente Steueransprüche die latenten Steuerschulden um
TEUR 2.815 überstiegen haben. Der Ansatz dieser aktiven latenten Steuern zum 31. Dezember 2023 wird mit
aufwandswirksamen Einmaleffekten in 2023, einer erweiterten Produktpalette des Unternehmens und den
mittelfristig erwarteten, steigenden Investitionen in der Oilfield-Service-Industrie begründet.
In den aktiven latenten Steuerabgrenzungen des Vorjahres waren Steueransprüche in Höhe von TEUR 1.470
(2023: TEUR 0) aus nach österreichischem Steuerrecht auf sieben Jahre zu verteilende Abschreibungen von
Finanzanlagen in Höhe von TEUR 6.393 enthalten.
Zur Verbindlichkeit aus dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen siehe Erläuterung 18.
105
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Bei den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften bestehen insbesondere aus einbehaltenen
Gewinnen bzw. nicht abgedeckten Verlusten resultierende Unterschiede zwischen steuerlichem Beteiligungsan-
satz und anteiligem Eigenkapital (Outside Basis Differences). Daraus bestehen zum 31. Dezember 2023 tem-
poräre Differenzen in Höhe von TEUR 136.137 (Vorjahr: TEUR 112.380), da Ausschüttungen oder Beteiligungs-
veräußerungen einzelner Gesellschaften grundsätzlich steuerwirksam wären. Da der Konzern in absehbarer Zukunft
keine Ausschüttungen oder Veräußerungen für diese Gesellschaften plant, wurden gemäß IAS 12.39 jedoch keine
latenten Steuern angesetzt. Mangels geplanter Ausschüttungen wurden zum 31. Dezember 2023 ebenso keine
Quellensteuern erfasst (Vorjahr: TEUR 0).
Erläuterung 12
BANKVERBINDLICHKEITEN
Die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten gliedern sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt:
WÄHRUNG BETRAG IN TEUR ZINSSATZ IN % Kredite in GBP 6.904 6,31 % variabel Kredite in USD 7.240 5,39 % variabel Exportförderungskredite in EUR 24.000 4,43 % – 4,70 % variabel Summe 38.144 Die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten gliedern sich zum 31. Dezember 2022 wie folgt: WÄHRUNG BETRAG IN TEUR ZINSSATZ IN % Kredite in GBP 6.765 3,72 % variabel Exportförderungskredite in EUR 24.000 1,73 % – 2,00 % variabel Summe 30.765
Die Exportförderungskredite stellen revolvierende Kreditrahmen dar, welche von der Gesellschaft unter
Einhaltung bestimmter Kreditvereinbarungen dauerhaft in Anspruch genommen werden können. Gemäß den
Exportförderungsrichtlinien wurden Forderungen in der Höhe von TEUR 28.800 (Vorjahr: TEUR 28.800) als
Sicherheit für diese Kredite vereinbart.
106
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Erläuterung 13
SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN (KURZFRISTIG)
Die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:
IN TEUR 31.12.2023 31.12.2022 Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten Noch nicht konsumierte Urlaube 2.649 2.372 Sonstige Personalaufwendungen 18.883 14.452 Steuerverbindlichkeiten (ohne Ertragsteuern) 7.066 4.549 Sozialaufwendungen 2.794 2.367 Rückerstattungsverbindlichkeit gemäß IFRS 15 834 1.279 Vertragsverbindlichkeit gemäß IFRS 15 860 6.612 Andere sonstige Verbindlichkeiten 0 1.260 Summe Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 33.086 32.891 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Verbindlichkeit aus dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen 0 99.600 Andere sonstige Verbindlichkeiten 13.041 21.281 Summe Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 13.041 120.881 Summe Sonstige Verbindlichkeiten 46.127 153.772
Zur Verbindlichkeit aus dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen siehe Erläuterung 18.
Die anderen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten unter anderem diverse Abgrenzungen für
Kundenverbind lichkeiten, Zinsen, Provisionen und sonstige ausstehende Leistungsabrechnungen.
In den anderen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten des Vorjahres waren Verbindlichkeiten in Höhe von
TEUR 12.381 enthalten, die in Zusammenhang mit dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen standen (siehe
Erläuterung 18). Diese betrafen überwiegend noch nicht ausbezahlte Dividenden und Nebenkosten.
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KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Die Überleitung der Vertragsverpflichtungen aus Kundenverträgen (erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen und
Umsatzabgrenzungen) der Jahre 2023 und 2022 stellt sich wie folgt dar:
IN TEUR 2023 2022 Vertragsverbindlichkeiten am 1. Jänner 6.612 1.575 erhaltene Anzahlungen 618 6.023 als Umsatz erfasst -6.282 -1.067 Kursdifferenzen -88 81 Vertragsverbindlichkeiten am 31. Dezember 860 6.612
Erläuterung 14
SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
IN TEUR 1.1.2023 UNTER-VERWENDUNG AUFLÖSUNG DOTIERUNG KURS-31.12.2023 NEHMENS-DIFFERENZEN ZUSAMMEN-SCHLUSS Gewährleistungen und Garantien 2.796 183 -102 0 702 -8 3.571 Sonstige 1.036 0 -275 -673 7 -12 83 Summe 3.832 183 -377 -673 709 -20 3.654
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Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Erläuterung 15
LANGFRISTIGE DARLEHEN INKLUSIVE KURZFRISTIGER TEIL
(PLANMÄSSIGE TILGUNGEN DES NÄCHSTEN JAHRES)
Zum 31. Dezember 2023 bestehen langfristige Darlehen in Höhe von TEUR 216.477. Davon sind innerhalb des
nächsten Jahres TEUR 41.638 planmäßig zu tilgen. Die Gesamtsumme der langfristigen Darlehen setzt sich wie
folgt zusammen:
WÄHRUNG BETRAG IN TEUR ZINSSATZ IN % LAUFZEIT RÜCKZAHLUNG EUR 7.500 4,910 % fix 2023 – 2029 jährlich ab 2024 EUR 10.000 5,022 % variabel 2023 – 2028 endfällig EUR 10.000 5,479 % variabel 2023 – 2028 endfällig EUR 20.000 5,380 % variabel 2023 – 2028 endfällig EUR 3.000 2,445 % fix 2018 – 2028 endfällig EUR 5.000 5,466 % variabel 2023 – 2027 halbjährlich ab 2023 EUR 5.714 1,832 % fix 2018 – 2027 jährlich ab 2021 EUR 11.143 1,732 % fix 2018 – 2027 jährlich ab 2021 EUR 3.429 5,400 % variabel 2018 – 2027 jährlich ab 2021 EUR 20.500 2,352 % fix 2018 – 2027 endfällig EUR 10.000 6,049 % variabel 2020 – 2026 endfällig EUR 27.500 2,100 % fix 2020 – 2026 endfällig EUR 2.625 1,900 % fix 2020 – 2025 vierteljährlich ab 2023 EUR 5.000 1,707 % fix 2018 – 2025 jährlich ab 2022 EUR 4.500 1,961 % fix 2018 – 2025 endfällig EUR 3.000 5,841 % variabel 2020 – 2025 endfällig EUR 37.500 1,900 % fix 2020 – 2025 endfällig EUR 66 0,000 % fix 2008 – 2024 vierteljährlich ab 2011 EUR 30.000 1,782 % fix 2018 – 2024 endfällig 216.477
In Summe wurden Darlehen in Höhe von TEUR 66 (Vorjahr: TEUR 331) mit Sicherheiten unterlegt. Diese betreffen
Pfandrechte an Maschinen mit einem Buchwert von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0).
Bezüglich Marktwerte siehe Erläuterung 31, hinsichtlich Zinsrisiko siehe Erläuterung 32.
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KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Die Gesamtsumme der langfristigen Darlehen zum 31. Dezember 2022 in Höhe von TEUR 222.529 setzt sich wie
folgt zusammen:
WÄHRUNG BETRAG IN TEUR ZINSSATZ IN % LAUFZEIT RÜCKZAHLUNG EUR 3.000 2,445 % fix 2018 – 2028 endfällig EUR 7.143 1,832 % fix 2018 – 2027 jährlich ab 2021 EUR 13.928 1,732 % fix 2018 – 2027 jährlich ab 2021 EUR 4.286 3,792 % variabel 2018 – 2027 jährlich ab 2021 EUR 20.500 2,352 % fix 2018 – 2027 endfällig EUR 27.500 2,100 % fix 2020 – 2026 endfällig EUR 10.000 2,829 % variabel 2020 – 2026 endfällig EUR 3.000 2,653 % variabel 2020 – 2025 vierteljährlich ab 2023 EUR 40.500 1,900 % fix 2020 – 2025 endfällig EUR 4.500 1,961 % fix 2018 – 2025 endfällig EUR 7.500 1,707 % fix 2018 – 2025 jährlich ab 2022 EUR 30.000 1,782 % fix 2018 – 2024 endfällig EUR 331 0,000 % fix 2008 – 2024 vierteljährlich ab 2011 EUR 10.000 1,482 % fix 2018 – 2023 endfällig EUR 18.750 1,582 % fix 2018 – 2023 endfällig EUR 2.500 1,842 % fix 2016 – 2023 endfällig EUR 10.000 2,060 % fix 2016 – 2023 endfällig EUR 9.091 0,489 % fix 2016 – 2023 halbjährlich ab 2018 222.529
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Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Erläuterung 16
RÜCKSTELLUNGEN FÜR SOZIALKAPITAL
Die Rückstellungen für Sozialkapital setzen sich wie folgt zusammen:
IN TEUR 31.12.2023 31.12.2022 Abfertigungen 3.470 4.517 Jubiläumsgelder 2.518 2.099 Summe 5.988 6.616
Bei der Berechnung der Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen kamen folgende versicherungsmathema-
tische Parameter zur Anwendung:
2023 2022 Rechnungszinssatz 3,50 % 3,80 % Gehaltssteigerung 4,50 % 4,50 % Fluktuationsabschlag (Jubiläumsgeldrückstellung) 0,0 % – 15,0 % 0,0 % – 15,0 %
Die Rückstellungsbeträge wurden unter Anwendung der Sterbetabellen AVÖ 2018-P (Vorjahr: AVÖ 2018-P)
von Pagler & Pagler berechnet. Neubewertungen für Abfertigungsrückstellungen (versicherungsmathematische
Gewinne und Verluste) werden gemäß IAS 19 im SONSTIGEN ERGEBNIS erfasst.
Für die ausgewiesenen Verpflichtungen wurden keine Beiträge an gesondert verwaltete Fonds geleistet.
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KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Abfertigungsrückstellungen
Die Rückstellung für Abfertigungen hat sich wie folgt entwickelt:
IN TEUR 2023 2022 Barwert der Abfertigungsverpflichtung zum 1. Jänner 4.517 4.389 Dienstzeitaufwand 714 384 Zinsaufwand 172 38 Summe der Aufwendungen für Abfertigungen 886 422 Neubewertungen 463 -12 Laufende Abfertigungszahlungen -2.396 -282 Barwert der Abfertigungsverpflichtung zum 31. Dezember 3.470 4.517
Die in der Tabelle ausgewiesenen Aufwendungen werden in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung im
Personalaufwand der jeweiligen Funktionsbereiche ausgewiesen (siehe Erläuterung 23).
Die gemäß IAS 19 im SONSTIGEN ERGEBNIS erfassten Neubewertungen der Rückstellungen für Abfertigungen
setzen sich wie folgt zusammen:
IN TEUR 2023 2022 Neubewertung der Verpflichtungen aus der Änderung finanzieller Annahmen 118 -1.045 aus erfahrungsbedingten Anpassungen 345 1.033 Summe 463 -12
Zum 31. Dezember 2023 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der Abfertigungsverpflichtungen 12,0 Jahre (Vorjahr:
9,0 Jahre).
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Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Sensitivitätsanalyse
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse wurden die Auswirkungen resultierend aus Änderungen wesentlicher
versicherungsmathematischer Annahmen auf die Verpflichtung dargestellt. Es wurde jeweils ein wesentlicher
Einflussfaktor verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden. In der Realität ist es jedoch
eher unwahrscheinlich, dass diese Einflussgrößen nicht korrelieren. Die Ermittlung der geänderten Verpflichtung
erfolgt analog zur Ermittlung der tatsächlichen Verpflichtung nach der Projected-Unit-Credit-Method (PUC-Methode)
gemäß IAS 19.
BARWERT DER VERPFLICHTUNG (DBO) ABFERTIGUNGEN 31.12.2023 IN TEUR ÄNDERUNG DER ANNAHME VERÄNDERUNG DER RÜCKSTELLUNG VERÄNDERUNG DER RÜCKSTELLUNG BEI ANSTIEG DER ANNAHME BEI VERRINGERUNG DER ANNAHME Rechnungszinssatz +/- 1,0 Prozentpunkt -373 442 Gehaltssteigerung +/- 1,0 Prozentpunkt 413 -357
BARWERT DER VERPFLICHTUNG (DBO) ABFERTIGUNGEN 31.12.2022 IN TEUR ÄNDERUNG DER ANNAHME VERÄNDERUNG DER RÜCKSTELLUNG VERÄNDERUNG DER RÜCKSTELLUNG BEI ANSTIEG DER ANNAHME BEI VERRINGERUNG DER ANNAHME Rechnungszinssatz +/- 1,0 Prozentpunkt -347 409 Gehaltssteigerung +/- 1,0 Prozentpunkt 385 -334
Jubiläumsgeldrückstellung
Die Rückstellung für Jubiläumsgelder hat sich wie folgt entwickelt:
IN TEUR 2023 2022 Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtung zum 1. Jänner 2.099 2.469 Dienstzeitaufwand 163 210 Zinsaufwand 79 22 Summe der Aufwendungen für Jubiläumsgelder 242 232 Neubewertungen 193 -546 Laufende Jubiläumsgeldzahlungen -16 -56 Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtung zum 31. Dezember 2.518 2.099
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KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Beitragsorientierte Vorsorgepläne
Zahlungen im Rahmen der beitragsorientierten Pensions- und Mitarbeitervorsorgepläne wurden aufwandswirksam
erfasst und betrugen im Geschäftsjahr 2023 TEUR 1.435 (Vorjahr: TEUR 1.521). Für das Folgejahr wird mit
Beitragszahlungen in Höhe von rund TEUR 1.000 gerechnet.
Erläuterung 17
SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN (LANGFRISTIG)
Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:
IN TEUR 31.12.2023 31.12.2022 Management-Beteiligungen 1.162 936 Genussrechte 4.186 4.406 Verbleibende Kaufpreiszahlung Unternehmenserwerb Praxis 3.587 0 Sonstige Verpflichtungen 1.296 1.638 Summe 10.231 6.980
Zur verbleibenden Kaufpreiszahlung im Zusammenhang mit dem Unternehmenserwerb Praxis siehe Erläuterung 36.
Bei den folgenden Gesellschaften, welche in den Konsolidierungskreis einbezogen sind, werden Anteile von deren
Management gehalten:
GESELLSCHAFT 31.12.2023 31.12.2022 Schoeller-Bleckmann Energy Services L.L.C. 2,00 % 2,00 % Schoeller-Bleckmann Darron (Aberdeen) Limited 6,00 % 6,00 %
Das Management ist damit anteilig an diesen Firmen beteiligt.
114
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Bei den folgenden Gesellschaften, welche in den Konsolidierungskreis einbezogen sind, werden Genussrechte
vom jeweiligen Management gehalten:
GESELLSCHAFT 31.12.2023 31.12.2022 DSI FZE 0,40 % 0,40 % SCHOELLER-BLECKMANN Oilfield Technology GmbH 0,85 % 0,85 % The WellBoss Company, LLC 1,30 % 1,30 % D-TECH Drilling Tools, Inc 1,00 % 0,50 %
Der für Management-Beteiligungen und Genussrechte erfasste Effektivzinsaufwand und Effektivzinsertrag wird
unter den ZINSAUFWENDUNGEN bzw. -ERTRÄGEN dargestellt.
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KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Erläuterung 18
VERBINDLICHKEIT AUS DEM ERWERB VON NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILEN
Die Gesellschaft hat im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses Downhole Technology (nunmehr
The WellBoss Company, LLC) in 2016 mit den nicht beherrschenden Gesellschaftern eine Vereinbarung zum
späteren Erwerb dieser nicht beherrschenden Anteile abgeschlossen. SBO hat bereits in Vorjahren ihr Recht zum
Erwerb der Anteile von 32,3 % an der Gesellschaft ausgeübt, womit der an der Gesellschaft gehaltene Anteil
per 1. April 2019 100 % erreichte. Mit einem ehemaligen Minderheitsgesellschafter bestand ein Rechtsstreit
hinsichtlich der Beendigung seines Dienstverhältnisses im Jahr 2018, der im vierten Quartal 2023 im Rahmen
einer außergerichtlichen Einigung beigelegt wurde. Diese Einigung führte unter Berücksichtigung der in
Vorjahren im Konzernabschluss der SBO dafür bereits vorgesorgten Beträge bzw. der bereits im Rahmen einer
Sicherheitsleistung im Jahr 2021 erfolgten Zahlung von MUSD 25,0 im Geschäftsjahr 2023 zu einer Zahlung von
MUSD 128,7 (MEUR 119,0), die im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen wurde, sowie zu einem
Aufwand in Höhe von MEUR 8,6, der innerhalb des Finanzergebnisses in der Position „Aufwendungen aus dem
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen“ erfasst wurde.
Die Entwicklung der Verbindlichkeit aus dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen betreffend
Unternehmenszusammenschluss Downhole Technology stellt sich wie folgt dar:
IN TEUR 2023 2022 Stand zum 1. Jänner 99.600 93.796 Umgliederung aus sonstigen Verbindlichkeiten zum 1. Jänner 12.381 0 Ergebniswirksame Bewertungsverluste 8.563 0 Kursdifferenzen -1.554 5.804 Abgang durch Erfüllung -118.990 0 Stand zum 31. Dezember 0 99.600
116
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Erläuterung 19
LEASING
Die im Rahmen von Leasingverhältnissen aktivierten Nutzungsrechte sind folgenden Anlageklassen zuzuordnen:
IN TEUR 31.12.2023 31.12.2022 Grundstücke und Bauten 7.531 9.134 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.014 795 Summe 9.545 9.929
Nutzungsrechte werden linear über die Dauer der Laufzeit des Vertrages unter Berücksichtigung der erwarteten
Ausübung von Verlängerungsoptionen abgeschrieben. Die Abschreibungen gliedern sich wie folgt:
IN TEUR 2023 2022 Grundstücke und Bauten 2.124 2.163 Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 770 324 Summe 2.894 2.487
Die Fälligkeitsanalyse der undiskontierten Zahlungen, welche im Barwert der Leasingverbindlichkeiten zum
31. Dezember 2023 enthalten sind, stellt sich wie folgt dar:
IN TEUR 31.12.2023 31.12.2022 fällig < 1 Jahr 2.497 2.610 fällig 2 – 5 Jahre 4.767 4.419 fällig > 5 Jahre 6.686 7.306 Summe der undiskontierten Leasingzahlungen 13.950 14.335
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KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Folgende Beträge wurden im Geschäftsjahr 2023 in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:
IN TEUR 2023 2022 Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten 343 328 Mietaufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse 662 496 Mietaufwand für Leasing von geringem Wert 17 56
Folgende Beträge wurden im Geschäftsjahr 2023 in der Kapitalflussrechnung erfasst:
IN TEUR 2023 2022 Gesamte Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse 3.877 3.207
Aus Leasingverhältnissen, die bereits eingegangen wurden, die aber zum 31. Dezember 2023 noch nicht
begonnen haben, ist mit künftigen Zahlungsmittelabflüssen in Höhe von TEUR 2.969 zu rechnen (Vorjahr: TEUR 0).
Erläuterung 20
GRUNDKAPITAL
Das Grundkapital der Gesellschaft betrug zum 31. Dezember 2023 wie auch zum 31. Dezember 2022 EUR 16
Millionen und ist zerlegt in 16 Millionen Stück Nennbetragsaktien zum Nennbetrag von je EUR 1,00.
In der Hauptversammlung vom 23. April 2019 wurde der Vorstand für die Dauer von 5 Jahren ermächtigt, mit
Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital um bis zu TEUR 1.600 durch Ausgabe neuer Aktien zu erhöhen.
In den Hauptversammlungen vom 23. April 2020 sowie vom 28. April 2022 wurde der Vorstand für die Dauer
von jeweils 30 Monaten ermächtigt, eigene Aktien der Gesellschaft bis zu maximal 10 % des Grundkapitals zu
erwerben. In den Geschäftsjahren 2023 sowie 2022 hat die Gesellschaft von der Ermächtigung zum Erwerb
eigener Aktien keinen Gebrauch gemacht.
Zum Bilanzstichtag 2023 hält die Gesellschaft 240.535 Stück eigene Aktien (Vorjahr: 270.535 Stück). Dies
entspricht einem Anteil von 1,50 % (Vorjahr: 1,69 %) am Grundkapital mit einem Anschaffungswert von TEUR 7.798
(Vorjahr TEUR 8.771). Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien beträgt somit zum 31. Dezember 2023
15.759.465 Stück (Vorjahr: 15.729.465 Stück).
118
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Bei einem Unternehmenszusammenschluss in 2010 wurde als bedingte Gegenleistung die Abgabe von
50.000 Stück Aktien bei Erreichen gewisser zukünftiger Umsatzziele vereinbart. Da die Umsatzziele 2023 nicht
erreicht wurden, ergibt sich auf die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien per 31. Dezember 2023 kein
Verwässerungseffekt.
Zum 31. Dezember 2023 hält die Berndorf Industrieholding AG, Wien, rund 33,4 % vom Grundkapital (Vorjahr:
rund 33,4 %).
Erläuterung 21
RÜCKLAGEN
Nach österreichischem Recht ist die Bildung einer GESETZLICHEN RÜCKLAGE in Höhe von 10 % des
nominellen Grundkapitals der Gesellschaft erforderlich. Solange die gesetzliche Rücklage und andere gebundene
Kapitalrücklagen diesen Betrag nicht erreichen, ist die Gesellschaft verpflichtet, 5 % des um einen Verlustvortrag
geminderten Jahresüberschusses in die gesetzliche Rücklage einzustellen. Für die Bildung dieser Rücklage
ist ausschließlich der nach österreichischen Rechnungslegungsvorschriften erstellte Jahresabschluss der
Muttergesellschaft maßgeblich. Aufgrund der bereits ausgewiesenen ausreichenden Höhe der Rücklage ist keine
weitere Dotierung mehr erforderlich.
Der AUSGLEICHSPOSTEN AUS DER WÄHRUNGSUMRECHNUNG enthält im Wesentlichen Währungsumrech-
nungsdifferenzen aus der Einbeziehung der Jahresabschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften in den
Konzernabschluss. Ebenso werden in dieser Position Währungsumrechnungsdifferenzen und damit verbundene
ertragsteuerliche Auswirkungen aus langfristigen konzerninternen Fremdwährungsforderungen, die als Teil einer
Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb qualifiziert werden, ausgewiesen. Die Veränderung des
Jahres 2023 in Höhe von TEUR -1.794 (Vorjahr: TEUR 2.717) wird im SONSTIGEN ERGEBNIS der Gesamt-
ergebnisrechnung erfasst.
In den KUMULIERTEN ERGEBNISSEN werden neben den jeweiligen laufenden Ergebnissen nach Steuern
laut Gewinn- und Verlustrechnung auch die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus den
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Abfertigungsverpflichtungen erfasst. Diese werden auch
in künftigen Perioden nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Weiters wurde im Geschäftsjahr 2023
in Zusammenhang mit der Erfüllung des Programms zur Abgabe von Aktien (siehe Erläuterung 29) ein Betrag
von TEUR 2.100 (Vorjahr: TEUR 1.258) von den KAPITALRÜCKLAGEN in die KUMULIERTEN ERGEBNISSE
umgegliedert.
Im Geschäftsjahr 2023 wurde eine Dividende in Höhe von TEUR 31.459 (Vorjahr: TEUR 11.797) auf das
dividendenberechtigte Grundkapital in der Höhe von TEUR 15.729 (Vorjahr: TEUR 15.729), somit EUR 2,00
(Vorjahr: EUR 0,75) pro Aktie ausgeschüttet.
119
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Erläuterung 22
UMSATZERLÖSE
Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:
ADVANCED MANUFACTURING & OILFIELD SUMME SERVICES EQUIPMENT IN TEUR 2023 2022 2023 2022 2023 2022 Erträge aus Verkauf von Produkten 305.072 225.932 123.391 114.839 428.463 340.771 Erträge aus Service und Reparaturen 18.432 16.362 5.409 7.190 23.841 23.552 Erträge aus Vermietung 5.183 6.378 128.384 130.538 133.567 136.916 Summe 328.687 248.672 257.184 252.567 585.871 501.239 Nordamerika 142.935 112.724 161.156 189.007 304.091 301.731 Europa 60.461 51.698 7.723 8.732 68.184 60.430 Naher Osten 14.620 9.790 32.088 23.557 46.708 33.347 Asien 94.466 52.286 22.344 9.405 116.810 61.691 Zentral- und Südamerika 1.994 3.492 27.338 16.456 29.332 19.948 Sonstige 14.211 18.682 6.535 5.410 20.746 24.092 Summe 328.687 248.672 257.184 252.567 585.871 501.239
Die Erlöse sind hierbei dem Standort des Kunden zugeordnet. Die in 2023 ausgewiesenen Umsatzerlöse
betreffen mit TEUR 455.206 Leistungsverpflichtungen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt wurden (Vorjahr:
TEUR 366.761), und mit TEUR 130.665 Leistungsverpflichtungen, die über einen bestimmten Zeitraum erfüllt
wurden (Vorjahr: TEUR 134.478) (im Wesentlichen Erträge aus Vermietung).
Die Gesellschaft vermietet Bohrwerkzeuge mit grundsätzlichen Vertragsdauern von unter einem Jahr. Die
Vermietungserträge werden bis auf wenige Ausnahmefälle nutzungsabhängig verrechnet und sind somit variabel.
120
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Erläuterung 23
ZUSÄTZLICHE AUFWANDSGLIEDERUNG
Da die Gesellschaft aufgrund der Anwendung des Umsatzkostenverfahrens die Aufwendungen nach deren Funktion
gliedert, sind gemäß IAS 1 nachstehende zusätzliche Angaben zu erteilen (Ausweis gemäß Gesamtkostenverfahren):
IN TEUR 2023 2022 Materialaufwendungen 245.607 211.792 Personalaufwendungen 158.534 140.930 Abschreibungen Sachanlagen inklusive Wertminderungen 25.303 29.733 Abschreibungen Sonstige immaterielle Vermögenswerte inklusive Wertminderungen 3.699 3.194
Erläuterung 24
SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN UND ERTRÄGE
Die größten Posten in den SONSTIGEN BETRIEBLICHEN AUFWENDUNGEN sind:
IN TEUR 2023 2022 Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen 8.243 6.887 Kursverluste 12.987 8.042
Eine Aktivierung der Entwicklungskosten unterblieb bisher aufgrund der Ungewissheit von zukünftigen, direkt
zurechenbaren wirtschaftlichen Erträgen.
121
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Die größten Posten in den SONSTIGEN BETRIEBLICHEN ERTRÄGEN sind:
IN TEUR 2023 2022 Kursgewinne 6.042 13.310 Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen und zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 662 1.296
Erläuterung 25
ZINSERTRÄGE UND ZINSAUFWENDUNGEN
Die ZINSERTRÄGE in Höhe von TEUR 9.038 (Vorjahr: TEUR 2.854) betreffen im wesentlichen Bankguthaben und
sonstige Darlehen.
Die ZINSAUFWENDUNGEN gliedern sich wie folgt:
IN TEUR 2023 2022 Bankverbindlichkeiten und Darlehen 7.270 4.659 Effektivverzinsung Management-Beteiligungen und Genussrechte 931 705 Aufzinsung Leasingverbindlichkeiten IFRS 16 343 328 Zinsaufwendungen 8.544 5.692
122
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Erläuterung 26
STEUERN VOM EINKOMMEN UND ERTRAG
Eine Überleitung der Ertragsteuern unter Verwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes auf die
ausgewiesene Konzernsteuerquote stellt sich folgendermaßen dar:
IN TEUR 2023 2022 Konzernsteueraufwand bei rechnerischem Ertragsteuersatz von 24 % (Vorjahr 25 %) -22.610 -23.336 Abweichende ausländische Steuersätze 5.269 6.332 Veränderung in- und ausländischer Steuersätze -16 -30 Quellensteuern, ausländische Steuern -2.327 -2.150 Beteiligungsbewertung -4.520 -134 Nicht absetzbare Aufwendungen -2.960 -2.072 Nicht steuerbare Erträge und Steuerfreibeträge 554 628 Vorjahresanpassungen 789 642 Nicht angesetzte Verlustvorträge -498 0 Verbrauch von im Vorjahr nicht angesetzten Verlustvorträgen 337 1.366 Aktivierung von im Vorjahr nicht angesetzten Verlustvorträgen 2.683 900 Ergebnisanteil Management-Beteiligungen -51 -34 Sonstige Differenzen 715 -256 Konzernsteueraufwand -22.635 -18.144 Ergebnis vor Steuern 94.209 93.342 Konzernsteuersatz 24,0 % 19,4 %
Auf Basis der im Geschäftsjahr 2022 beschlossenen Änderung des österreichischen Körperschaftsteuergesetzes,
wodurch der Steuersatz von 24 % im Jahr 2023 auf 23 % ab dem Jahr 2024 sinkt, wurde bei der Bewertung
der im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 ausgewiesenen latenten Steuern für die österreichischen
Gesellschaften unter Berücksichtigung der zeitlichen Umkehreffekte ein Steuersatz von 23 % angewendet.
123
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Die Position STEUERN VOM EINKOMMEN UND ERTRAG gliedert sich wie folgt:
IN TEUR 2023 2022 Tatsächliche Steuern -23.477 -14.533 Latente Steuern 842 -3.611 Summe -22.635 -18.144
Im SONSTIGEN ERGEBNIS wurden folgende Ertragsteuern erfasst:
IN TEUR 2023 2022 Tatsächliche Steuern Kursdifferenzen 3 -214 Neubewertungen IAS 19 111 -3 Latente Steuern Kursdifferenzen 533 -620 Summe 647 -837
Der aktive Saldo der in der Bilanz ausgewiesenen latenten Steuern wurde im Geschäftsjahr 2023 aufgrund von
Währungsumrechnungsdifferenzen um TEUR 898 reduziert (Vorjahr: um TEUR 1.675 erhöht).
Aus der Ausschüttung von Dividenden durch das Unternehmen an die Anteilseigner ergeben sich weder für das
Geschäftsjahr 2023 noch für die Vergleichsperiode 2022 ertragsteuerliche Konsequenzen beim Unternehmen.
124
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Erläuterung 27
SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
Der Konzern ist weltweit im Wesentlichen in einem einzigen Industriesegment, der Konstruktion und Produktion von
Ausrüstungsgegenständen für die Erdöl- und Erdgasindustrie, tätig.
Die nachfolgende Segmentberichterstattung folgt gemäß IFRS 8 dem „Management Approach“ des gesamten
Vorstandes der SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft als verantwortliche
Unternehmensinstanz (Chief Operating Decision Maker), welche die Performance der relevanten Geschäftseinheiten
überwacht und über die Allokation von Ressourcen auf die Geschäftssegmente entscheidet.
Das Segment „Advanced Manufacturing & Services“ (AMS) umfasst die Herstellung hochlegierter, nicht-
magnetisierbarer Stähle und die Hochpräzisionsfertigung von Stählen zu Spezialkomponenten für die Öl-, Gas- und
andere Industrien unter Anwendung innovativer und additiver Technologien wie insbesondere Direct Metal Laser
Sintering (DMLS), einer 3D-Metalldruck-Technologie.
Im Segment „Oilfield Equipment“ (OE) werden hocheffiziente Werkzeuge für die Bohrung und Komplettierung in der
Öl- und Gasindustrie sowie im Bereich der Geothermie angeboten.
Die Steuerung des Unternehmens sowie die Zuteilung der Ressourcen erfolgen auf Basis der finanziellen
Performance dieser Segmente. Umsatzerlöse, Betriebsergebnis und Ergebnis vor Steuern der Geschäftseinheiten
werden vom Management getrennt überwacht, um Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen zu fällen.
Die dargestellten Beträge stellen eine Zusammenfassung der Einzelbilanzen und Gewinn- und
Verlustrechnungen der einzelnen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen dar. Zur Erreichung
der dargestellten Konzernergebnisse sind somit einzelne Holdinganpassungen und Konsolidierungsbuchungen
(Zwischenergebniseliminierung sowie andere konzerninterne Geschäftsfälle) zu berücksichtigen. Die Ergebnisse in
der Summenspalte entsprechen jenen in der Gewinn- und Verlustrechnung.
125
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Konzerninterne Umsätze erfolgten zu fremdüblichen Konditionen („at arm’s length“-Prinzip).
2023 IN TEUR ADVANCED OILFIELD SBO HOLDING & KONZERN MANUFACTURING & EQUIPMENT KONSOLIDIERUNG SERVICES Außenumsätze 328.687 257.184 0 585.871 Innenumsätze 130.589 37.167 -167.756 0 Summe Umsatzerlöse 459.276 294.351 -167.756 585.871 Betriebsergebnis 80.347 31.476 -9.545 102.278 Ergebnis vor Steuern 82.873 33.544 -22.208 94.209 Investitionen inklusive Nutzungsrechte 15.838 24.156 203 40.197 Abschreibungen 10.167 18.396 439 29.002 davon Wertminderungen 0 0 0 0 Personalstand (Durchschnitt) 964 563 30 1.557
2022 IN TEUR ADVANCED OILFIELD SBO HOLDING & KONZERN MANUFACTURING & EQUIPMENT KONSOLIDIERUNG SERVICES Außenumsätze 248.672 252.567 0 501.239 Innenumsätze 90.228 27.184 -117.412 0 Summe Umsatzerlöse 338.900 279.751 -117.412 501.239 Betriebsergebnis 48.318 50.144 -2.282 96.180 Ergebnis vor Steuern 49.290 50.148 -6.096 93.342 Investitionen inklusive Nutzungsrechte 14.541 21.380 49 35.970 Abschreibungen 12.028 20.395 504 32.927 davon Wertminderungen 1.282 0 0 1.282 Personalstand (Durchschnitt) 876 521 27 1.424
Von den unter „Holding & Konsolidierung“ dargestellten Ergebnissen entfallen im Betriebsergebnis TEUR 592
(Vorjahr: TEUR -653) bzw. im Ergebnis vor Steuern TEUR 306 (Vorjahr: TEUR -850) auf den Bereich „Konsolidierung“.
126
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Länderinformationen:
Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:
IN TEUR 2023 2022 Österreich 5.214 3.896 USA 279.406 271.498 Restliche Länder 301.251 225.845 Summe 585.871 501.239
Die Erlöse sind hierbei dem Standort des Kunden zugeordnet. Es gibt keine weiteren einzelnen Länder, deren
Umsatzerlöse 10 % der Gesamtumsätze der SBO-Gruppe übersteigen.
Betreffend Informationen zu den wichtigsten Kunden siehe Erläuterung 32.
Die langfristigen Vermögenswerte gliedern sich wie folgt:
IN TEUR 2023 2022 Österreich 35.688 33.061 USA 196.730 183.939 Vereinigte Arabische Emirate 28.770 29.125 Restliche Länder 26.667 24.175 Summe 287.855 270.300
Die Vermögenswerte sind hierbei dem Standort des jeweiligen Unternehmens zugeordnet.
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KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Erläuterung 28
VORSTANDS- UND AUFSICHTSRATSBEZÜGE
Die Aktivbezüge des Vorstandes setzen sich wie folgt zusammen:
2023 IN TEUR GRUNDGEHALT PENSIONSKASSEN-ZWISCHENSUMME ERFOLGSABHÄNGIGE GESAMT BEITRÄGE VERGÜTUNG Gerald Grohmann 820 431 1.251 1.395 2.646 Klaus Mader 519 156 675 565 1.240 Summe 1.339 587 1.926 1.960 3.886
2022 IN TEUR GRUNDGEHALT PENSIONSKASSEN-ZWISCHENSUMME ERFOLGSABHÄNGIGE GESAMT BEITRÄGE VERGÜTUNG Gerald Grohmann 763 446 1.209 429 1.638 Klaus Mader 479 268 747 201 948 Summe 1.242 714 1.956 630 2.586
Das Grundgehalt enthält auch Sachbezüge. Die erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteile beziehen sich jeweils
auf Beträge, die das Vorjahr betreffen und im laufenden Geschäftsjahr ausbezahlt werden.
Darüberhinaus wurden an den Vorstandsvorsitzenden im Rahmen seines planmäßigen Ausscheidens in 2023
Abfertigungen in Höhe von TEUR 3.937 sowie eine Urlaubsabfindung in Höhe von TEUR 66 ausbezahlt.
Die Aufwendungen für Pensionen und Abfertigungen betrugen für die beiden Vorstände TEUR 3.031 (Vorjahr:
TEUR 1.597), wobei ein Aufwand von TEUR 604 (Vorjahr: TEUR 725) beitragsorientierte Pensionsvereinbarungen
und TEUR 2.427 (Vorjahr: TEUR 871) leistungsorientierte Vereinbarungen betrifft. Das aktienbasierte
Vergütungsprogramm betreffend jährlicher Gewährung von Aktien wurde in 2022 beendet. Zur freiwilligen
Abfertigung bzw. aktienbasierten Vergütung siehe Erläuterung 29.
Die Vergütungen an den Aufsichtsrat betrugen im Geschäftsjahr 2023 für das Geschäftsjahr 2022 TEUR 186 als
pauschale Aufwandsentschädigung (Vorjahr: TEUR 170).
Mitgliedern des Vorstandes bzw. des Aufsichtsrates wurden in den Geschäftsjahren 2023 sowie 2022 keine
Darlehen gewährt.
128
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Erläuterung 29
AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG
Im Geschäftsjahr 2014 wurde dem Vorstandsvorsitzenden, Ing. Gerald Grohmann, für Vorstandstätigkeiten
eine jährliche Übertragung von jeweils 6.000 Stück SBO-Aktien ab 2014 zugesagt. Diese Vereinbarung wurde
im Jahr 2022 beendet und durch eine Anpassung der fixen und variablen Vergütungsbestandteile in zum
Beendigungszeitpunkt wertmäßig vergleichbarer Höhe ersetzt. Die diesbezüglich in 2023 und 2022 bereits
ausbezahlten Beträge sind in den in Erläuterung 28 dargestellten Bezügen enthalten. In Zusammenhang mit
der Beendigung des Programmes in 2022 wurden die auf Basis der Bewertung bei Programmstart bzw. den
jeweiligen Verlängerungen bewerteten und in Vorjahren vorgesorgten Beträge in Höhe von TEUR 1.258 für
ursprünglich geplante und nicht mehr zu erfolgende Übertragungen von Aktien von den KAPITALRÜCKLAGEN in
die KUMULIERTEN ERGEBNISSE umgegliedert (siehe Erläuterung 21).
Weiters wurden dem Vorstandsvorsitzenden im Zuge des Ausscheidens im Dezember 2023 im Rahmen einer
im Geschäftsjahr 2014 zugesagten freiwilligen Abfertigung 30.000 Stück SBO-Aktien übertragen. Der Kurswert
zum Übertragungszeitpunkt betrug TEUR 1.241. Zum Zeitpunkt der Zusage im Jahr 2014 wurde der Wert je Aktie
mit EUR 70,00 auf Basis des Durchschnittskurses der vorhergehenden 36 Monate ermittelt. Nachdem für die
Übertragung bereits in Vorjahren vollständig vorgesorgt wurde, ergab sich für die Gesellschaft daraus sowohl in
2022 als auch in 2023 kein weiterer Aufwand. Bei Übertragung in 2023 wurde der dafür vorgesorgte Betrag
von TEUR 2.100 von den KAPITALRÜCKLAGEN in die KUMULIERTEN ERGEBNISSE umgegliedert (siehe
Erläuterung 21).
Erläuterung 30
GESCHÄFTSFÄLLE MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Unverändert zu Vorjahren hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2023 an den zum 31. Dezember 2023
ausgeschiedenen Vorstandsvorsitzenden eine Liegenschaft für Wohnzwecke zu marktüblichen Bedingungen
vermietet.
129
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Erläuterung 31
FINANZINSTRUMENTE
Derivative Finanzinstrumente
DEVISENTERMINGESCHÄFTE
Die österreichische Gesellschaft sichert ihre US-Dollar/CAN-Dollar-Forderungssalden durch den Abschluss von
Devisentermingeschäften ab. Dabei handelt es sich ausschließlich um kurzfristige Dispositionen (3 – 9 Monate).
DEVISENTERMINGESCHÄFTE ZUM 31. DEZEMBER 2023 IN TEUR FORDERUNG ZUM FORDERUNG ZUM MARKTWERT GESICHERTEN KURS STICHTAGSKURS USD 36.475 35.665 810 CAD 1.758 1.773 -15
DEVISENTERMINGESCHÄFTE ZUM 31. DEZEMBER 2022 IN TEUR FORDERUNG ZUM FORDERUNG ZUM MARKTWERT GESICHERTEN KURS STICHTAGSKURS USD 25.203 24.275 928 CAD 5.134 4.725 409
Die Devisentermingeschäfte werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet und ergebniswirksam erfasst, da
nicht sämtliche Voraussetzungen für Hedge-Accounting gemäß IAS 39 erfüllt werden.
SONSTIGE DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
Die zum 31. Dezember 2022 bestehende Verbindlichkeit aus dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen
wurde im Geschäftsjahr 2023 erfüllt (siehe Erläuterung 18).
130
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Übersicht über vorhandene Finanzinstrumente
Die folgenden Tabellen zeigen die Finanzinstrumente gegliedert nach Kategorien gemäß IFRS 9:
KLASSIFIZIERUNG FINANZINSTRUMENTE 31.12.2023 IN TEUR BEWERTUNG GEMÄSS IFRS 9 Buchwert Kein Finanz-Finanzielle Finanzielle Zum beizulegenden Buchwert instrument Vermögenswerte Verbindlichkeiten Zeitwert Finanzinstrument zu fortgeführten zu fortgeführten erfolgswirksam über Anschaffungskosten Anschaffungskosten die GuV bewertet bewertet bewertet Kurzfristiges Vermögen Zahlungsmittel und kurzfristige Veranlagung 162.351 0 162.351 162.351 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 132.519 0 132.519 132.519 Forderungen aus Ertragsteuern 3.178 3.178 0 Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 11.518 10.708 810 810 Vorräte 205.811 205.811 0 Summe kurzfristiges Vermögen 515.377 219.697 294.870 0 810 295.680 Langfristiges Vermögen Sachanlagen 130.436 130.436 0 Firmenwerte 138.407 138.407 0 Sonstige immaterielle Vermögenswerte 19.012 19.012 0 Langfristige Forderungen und Vermögenswerte 3.551 1.539 2.012 2.012 Aktive latente Steuern 29.638 29.638 0 Summe langfristiges Vermögen 321.044 319.032 2.012 0 0 2.012 SUMME VERMÖGEN 836.421 538.729 296.882 0 810 297.692 Kurzfristige Schulden Bankverbindlichkeiten 38.144 0 38.144 38.144 Kurzfristiger Teil der langfristigen Darlehen 41.638 0 41.638 41.638 Leasingverbindlichkeiten 2.378 0 2.378 2.378* Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 39.624 0 39.624 39.624 Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 18.932 18.932 0 Sonstige Verbindlichkeiten 46.127 33.086 13.026 15 13.041 Sonstige Rückstellungen 3.654 3.654 0 Summe kurzfristige Schulden 190.497 55.672 0 134.810 15 134.825 Langfristige Schulden Langfristige Darlehen 174.839 0 174.839 174.839 Leasingverbindlichkeiten 6.589 0 6.589 6.589* Rückstellungen für Sozialkapital 5.988 5.988 0 0 Sonstige Verbindlichkeiten 10.231 0 10.231 10.231 Passive latente Steuern 260 260 0 0 Summe langfristige Schulden 197.907 6.248 0 191.659 0 191.659 Eigenkapital Grundkapital 15.759 15.759 0 Kapitalrücklagen 59.526 59.526 0 Gesetzliche Rücklage 785 785 0 Sonstige Rücklagen 19 19 0 Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung 32.739 32.739 0 Kumulierte Ergebnisse 339.189 339.189 0 Summe Eigenkapital 448.017 448.017 0 0 0 0 SUMME SCHULDEN UND EIGENKAPITAL 836.421 509.937 0 326.469 15 326.484
* Die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt gemäß IFRS 16.
131
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
KLASSIFIZIERUNG FINANZINSTRUMENTE 31.12.2022 IN TEUR BEWERTUNG GEMÄSS IFRS 9 Buchwert Kein Finanz-Finanzielle Finanzielle Zum beizulegenden Buchwert instrument Vermögenswerte Verbindlichkeiten Zeitwert Finanzinstrument zu fortgeführten zu fortgeführten erfolgswirksam über Anschaffungskosten Anschaffungskosten die GuV bewertet bewertet bewertet Kurzfristiges Vermögen Zahlungsmittel und kurzfristige Veranlagung 287.764 0 287.764 287.764 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 124.514 0 124.514 124.514 Forderungen aus Ertragsteuern 995 995 0 Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 10.647 9.310 1.337 1.337 Vorräte 175.873 175.873 0 Summe kurzfristiges Vermögen 599.793 186.178 412.278 0 1.337 413.615 Langfristiges Vermögen Sachanlagen 123.801 123.801 0 Firmenwerte 134.509 134.509 0 Sonstige immaterielle Vermögenswerte 11.990 11.990 0 Langfristige Forderungen und Vermögenswerte 3.175 640 2.535 2.535 Aktive latente Steuern 29.829 29.829 0 Summe langfristiges Vermögen 303.304 300.769 2.535 0 0 2.535 SUMME VERMÖGEN 903.097 486.947 414.813 0 1.337 416.150 Kurzfristige Schulden Bankverbindlichkeiten 30.765 0 30.765 30.765 Kurzfristiger Teil der langfristigen Darlehen 58.552 0 58.552 58.552 Leasingverbindlichkeiten 2.530 0 2.530 2.530* Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 33.075 0 33.075 33.075 Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 11.027 11.027 0 Sonstige Verbindlichkeiten 153.772 32.891 21.281 99.600 120.881 Sonstige Rückstellungen 3.832 3.832 0 Summe kurzfristige Schulden 293.553 47.750 0 146.203 99.600 245.803 Langfristige Schulden Langfristige Darlehen 163.977 0 163.977 163.977 Leasingverbindlichkeiten 6.825 0 6.825 6.825* Rückstellungen für Sozialkapital 6.616 6.616 0 0 Sonstige Verbindlichkeiten 6.980 0 6.980 6.980 Passive latente Steuern 130 130 0 0 Summe langfristige Schulden 184.528 6.746 0 177.782 0 177.782 Eigenkapital Grundkapital 15.729 15.729 0 Kapitalrücklagen 61.956 61.956 0 Gesetzliche Rücklage 785 785 0 Sonstige Rücklagen 19 19 0 Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung 49.201 49.201 0 Kumulierte Ergebnisse 297.326 297.326 0 Summe Eigenkapital 425.016 425.016 0 0 0 0 SUMME SCHULDEN UND EIGENKAPITAL 903.097 479.512 0 323.985 99.600 423.585
* Die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt gemäß IFRS 16.
132
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten
Die Gesellschaft verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte von
Finanzinstrumenten je Bewertungsverfahren:
Stufe 1: Notierte (unangepasste) Preise auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten.
Stufe 2: Verfahren, bei denen sämtliche Input-Parameter, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden
Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind.
Stufe 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert
auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.
Die im Konzernabschluss zum beizulegenden Zeitwert erfassten Finanzinstrumente sind wie folgt zugeordnet:
2023 IN TEUR BILANZPOSITION GESAMT STUFE 2 STUFE 3 Vermögenswerte Sonstige Forderungen und Derivate (FVTPL) Vermögenswerte 810 810 0 Schulden Derivate (FVTPL) Sonstige Verbindlichkeiten -15 -15 0
2022 IN TEUR BILANZPOSITION GESAMT STUFE 2 STUFE 3 Vermögenswerte Sonstige Forderungen und Derivate (FVTPL) Vermögenswerte 1.337 1.337 0 Schulden Derivate (FVTPL) Sonstige Verbindlichkeiten -99.600 0 -99.600
In den Berichtsperioden 2023 und 2022 erfolgten keine Umgliederungen zwischen den einzelnen Bewertungsstufen.
Grundsätzlich erfolgen im Bedarfsfall Umgliederungen zum Ende der Berichtsperiode.
133
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Die der Stufe 3 zum 31. Dezember 2022 zugeordneten Derivate beinhalten ausschließlich die Verbindlichkeit aus
dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen (siehe Erläuterung 18).
Die Devisentermingeschäfte werden auf Basis von beobachtbaren Devisenkassenkursen bewertet.
Für die fix verzinsten erhaltenen Darlehen wurde der beizulegende Zeitwert durch Abzinsung der erwarteten künftigen
Cashflows unter Verwendung von marktüblichen Zinssätzen ermittelt. Bei den variabel verzinsten Bankkrediten
und den gegebenen und erhaltenen Darlehen entspricht die Verzinsung den aktuellen marktüblichen Konditionen,
weshalb die Buchwerte weitestgehend mit den beizulegenden Zeitwerten übereinstimmen. Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen sowie alle anderen Posten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren
Buchwerte zum Abschlussstichtag dem beizulegenden Zeitwert.
Für Finanzinstrumente, die zu Anschaffungskosten bewertet sind, werden der Buchwert und der abweichende
beizulegende Zeitwert in der folgenden Tabelle dargestellt:
2023 2022 IN TEUR STUFE BUCHWERT ZEITWERT BUCHWERT ZEITWERT Schulden Darlehen und Bankverbindlichkeiten 2 -254.621 -248.166 -253.294 -239.462
134
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Nettoergebnisse von Finanzinstrumenten
Die folgende Tabelle zeigt die Gewinne und Verluste (Nettoergebnis) je Kategorie gemäß IFRS 9:
2023 IN TEUR FOLGEBEWERTUNG AUSBUCHUNG / ABGANG WERT-GEWINN- UND SONSTIGES ERGEBNIS GEWINN- UND SONSTIGES ERGEBNIS NETTOERGEBNIS BERICHTIGUNG VERLUSTRECHNUNG VERLUSTRECHNUNG Zu fortgeführten Anschaffungskosten (Kredite und Forderungen) -1.474 - - -410 - -1.884 Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam über die GuV Derivative Instrumente: Devisentermingeschäfte - -542 - - - -542 Verbindlichkeit aus Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen - -8.563 - - - -8.563
2022 IN TEUR FOLGEBEWERTUNG AUSBUCHUNG / ABGANG WERT-GEWINN- UND SONSTIGES ERGEBNIS GEWINN- UND SONSTIGES ERGEBNIS NETTOERGEBNIS BERICHTIGUNG VERLUSTRECHNUNG VERLUSTRECHNUNG Zu fortgeführten Anschaffungskosten (Kredite und Forderungen) -3.425 - - -48 - -3.473 Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam über die GuV Derivative Instrumente: Devisentermingeschäfte - 1.616 - - - 1.616 Verbindlichkeit aus Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen - - - - - -
Der nach der Effektivzinsmethode berechnete Gesamtzinsaufwand für finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, beträgt TEUR 8.544 (Vorjahr: TEUR 5.692), der
entsprechende Gesamtzinsertrag beträgt TEUR 9.038 (Vorjahr: TEUR 2.854).
135
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Erläuterung 32
RISIKOBERICHT
Die Geschäftstätigkeit der SBO-Gruppe ist einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit weltweitem
unternehmerischen Handeln verbunden sind. Zur Erkennung, Analyse und Bewältigung dieser Risiken befinden
sich wirksame Steuer- und Kontrollsysteme im Einsatz, in deren Rahmen das Management der einzelnen Betriebe
die operativen Risiken überwacht und darüber an die Konzernleitung berichtet.
Aus heutiger Sicht lassen sich keine Risiken erkennen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden.
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN
Die Geschäftsentwicklung der SBO ist in hohem Maße konjunkturellen Zyklen, insbesondere dem Zyklusverlauf
der Öl- und Gasbohrtätigkeit der nationalen und internationalen Ölgesellschaften, unterworfen. Um die damit
verbundenen Schwankungsrisiken beim Auftragseingang zu minimieren, sind die Produktionsunternehmen der
Gruppe auf höchstmögliche Flexibilität ausgelegt.
Die Geschäftsrisiken der SBO-Gruppe haben sich im Geschäftsjahr 2023 nicht grundlegend geändert. Der russische
Angriffskrieg in der Ukraine hat beginnend mit 2022 global, aber insbesondere auf den Energiemärkten, starke
Auswirkungen gezeigt und Aktivitäten in anderen Regionen wie etwa den USA, in Nordafrika und im Nahen Osten
verstärkt. Engpässe in den Lieferketten bestanden nur eingeschränkt, ohne Auswirkung auf die Produktionsleistung
insgesamt. Die Wirtschaftsaktivitäten mit Russland sind zunehmenden Einschränkungen unterworfen. Lieferungen
aus der Gruppe wurden bereits im Jahr 2022 zur Gänze heruntergefahren und werden auf absehbare Zeit auch
nicht mehr aufgenommen. Die in Russland als Service- und Repair-Shop tätige Tochtergesellschaft führt ihren
Betrieb eigenständig. Die Reorganisationsmaßnahmen einzelner Kunden in der Region führten zu keiner signifikanten
Neubewertung des Marktes; entsprechend allgemeiner Erwartung wurden die bestehenden Aktivitäten fortgesetzt.
Es liegen aktuell keine wesentlichen Sachverhalte vor, die zu einer geänderten Beurteilung des Kontrolltatbestandes
und damit zu einer Änderung des Konsolidierungskreises führen würden.
Der Energiesektor befindet sich zudem in einem langfristigen Umbruch mit dem Ziel, fossile Brennstoffe schrittweise
durch erneuerbare Energien zu ersetzen, wobei dieses Ziel gegenwärtig vor allem in der Europäischen Union
vorangetrieben wird. Eine verschärfte Klimapolitik könnte einen Rückgang der Ölnachfrage innerhalb der EU
auslösen und aufgrund des geringeren Bedarfs an Werkzeugen für das Bohren nach Erdöl das Kerngeschäft der
SBO-Gruppe beeinflussen. Wie unter Erläuterung 4.18 dargelegt, stellt die Europäische Union nur einen geringen
Teil des Absatzmarktes von SBO dar. Des Weiteren ist die Energiewende nur unter Einsatz von Erdöl und Erdgas
erreichbar, weil diese wichtige Grundstoffe für Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien bilden. Gas
ist zudem ein unverzichtbarer Bestandteil im Energiemix und nimmt eine essenzielle Rolle beim Kohleausstieg
ein. Dennoch bereitet sich die SBO-Gruppe auch strategisch auf ein sich änderndes Umfeld in Bezug auf den
Klimawandel vor, um neue Chancen zu nutzen. Die Wirtschaftstätigkeit sowie die Standorte der SBO-Gruppe sind
nur in geringem Ausmaß physischen Klimarisiken in Bezug auf Temperaturveränderungen, Wind, Niederschlag
oder Erosion ausgesetzt, sodass insgesamt klimabedingte Risiken als gering eingestuft werden.
Weder im Hinblick auf die gesamtwirtschaftlichen noch auf die klimapolitischen Entwicklungen war in der SBO-
Gruppe im Geschäftsjahr 2023 mittels Rückstellungen vorzusorgen.
136
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
ABSATZ- UND BESCHAFFUNGSRISIKEN
Der Markt für die Produkte und Dienstleistungen der SBO-Gruppe ist in hohem Ausmaß von der laufenden
Entwicklung und Anwendung neuer Technologien bestimmt. Die Sicherung und der Erhalt des Kundenbestandes
hängen daher von der Fähigkeit ab, kundengerechte neue Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können.
Im Jahr 2023 wurde mit den drei größten Kunden (es handelt sich hierbei um weltweit tätige Service-Gesellschaften
auf dem Richtbohrmarkt) ein Umsatzanteil von rund 42,8 % erzielt (Vorjahr: 38,5 %). Dem Risiko, eventuell
spürbare Umsatzeinbußen durch den Ausfall eines Kunden zu erleiden, wird vor allem durch laufende Innovation,
Qualitätssicherungsmaßnahmen und enge Kundenbindung entgegengewirkt.
Auf der Beschaffungsseite unterliegen die Rohstoffe, insbesondere die Legierungszuschläge für nicht-
magnetisierbaren Stahl, starken Preisschwankungen, die teilweise vereinbarungsgemäß an die Kunden
weitergegeben werden.
Das Unternehmen bezieht hochlegierte nicht-magnetisierbare Stähle, den weitaus wichtigsten Rohstoff, in hohem
Ausmaß von einem Zulieferer und ist dadurch Risiken wie verspäteten Lieferungen, Kapazitätsengpässen oder
Ausfällen ausgesetzt. Das Unternehmen hat aus heutiger Sicht keinerlei Schwierigkeiten, weiterhin Qualitätsstahl
von diesem Zulieferer zu beziehen. Bei Ausfall dieses Lieferanten bestehen jedoch kurzfristig nur eingeschränkte
Ersatzbeschaffungsmöglichkeiten.
SUBSTITUTIONSRISIKO
SBO ist dem Risiko der Substitution ihrer Produkte und Technologien unterworfen, was auch zum Heranwachsen
neuer Konkurrenten führen kann. SBO wirkt diesem Risiko durch laufende Marktbeobachtung, gelebte Kundennähe
und eigenständige Innovationen entgegen.
FINANZIELLE RISIKEN
Das Unternehmen verfügt einerseits über verschiedene finanzielle Vermögenswerte, die unmittelbar aus
der Geschäftstätigkeit resultieren, wie zum Beispiel Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie
Zahlungsmittel und kurzfristige Veranlagungen. Auf der anderen Seite werden Finanzinstrumente verwendet,
welche die Finanzierung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens gewährleisten, wie Bankverbindlichkeiten und
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
Weiters verfügt das Unternehmen auch über derivative Finanzinstrumente, deren Zweck die Absicherung von
Währungsrisiken ist, welche aus der Geschäftstätigkeit und seinen Finanzierungsquellen resultieren. Es werden
keine Derivate zu Handels- oder Spekulationszwecken verwendet. Zur Verbindlichkeit aus dem Erwerb von nicht
beherrschenden Anteilen siehe Erläuterung 18.
Aus den Finanzinstrumenten ergeben sich für den Konzern im Wesentlichen zinsbedingte Zahlungsstromrisiken
sowie Liquiditäts-, Währungs- und Kreditrisiken.
137
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Währungsrisiko
Das Währungsrisiko resultiert aus Wertschwankungen von Finanzinstrumenten oder Zahlungsströmen infolge von
Wechselkursschwankungen.
Währungsrisiken entstehen in der SBO-Gruppe dort, wo Bilanzpositionen sowie Erträge und Aufwendungen in einer
anderen als der lokalen Währung bestehen bzw. anfallen. Zur Absicherung von Forderungen und Verbindlichkeiten
in Fremdwährungen werden Devisentermingeschäfte (hauptsächlich in US-Dollar) abgeschlossen.
SBO fakturiert im langjährigen Durchschnitt rund 80 % ihres Umsatzes in US-Dollar. Dies ergibt sich aus der
Kundenstruktur des Unternehmens, da diese vor allem in den USA ansässige Unternehmen der Erdöl- und
Erdgasindustrie umfasst, welche ihre weltweiten Aktivitäten in US-Dollar abwickeln. Ebenfalls langfristig gesehen
entstehen nur rund 50 % – 60 % der Kosten auf Dollarbasis, da wichtige Produktionsstätten nicht nur in den USA
bestehen. Aus Kosten- und Opportunitätsgründen verzichtet SBO jedoch auf ein Hedging des gesamten Netto-
Dollar-Exposures. Die Abhängigkeit des SBO-Ergebnisses vom Dollar-Euro-Wechselkurs ist jedenfalls gegeben.
Weitere Risiken ergeben sich aus der Umrechnung der Jahresabschlüsse der ausländischen Gesellschaften in
die Konzernwährung. Umsatz, Ergebnis und Bilanzwerte dieser Firmen sind vom geltenden Umrechnungskurs
abhängig. Bedingt durch die bedeutenden Investitionen in den USA, dem Hauptabsatzmarkt und Sitz wichtiger
Fertigungsstätten, haben Änderungen des US-Dollars eine wesentliche Auswirkung auf die Konzernbilanz.
Die nachfolgende Tabelle zeigt den Einfluss einer nach vernünftigem Ermessen möglichen Wechselkursänderung
des US-Dollars auf den Konzernabschluss lediglich in Bezug auf die Wertänderungen der derivativen Instrumente
(Devisentermingeschäfte), da keine wesentlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen bestehen, die nicht in der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft denominiert sind:
IN TEUR 2023 2022 Kursveränderung EURO zu US-Dollar +10 Cent -10 Cent +10 Cent -10 Cent Änderung Ergebnis vor Steuern +3.368 -3.368 +2.443 -2.443
138
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Zinsänderungsrisiko
Das Zinsänderungsrisiko ergibt sich aus Schwankungen von Marktzinssätzen, die zu einer Wertänderung von
Finanzinstrumenten und zinsbedingten Zahlungsströmen führen.
Der überwiegende Anteil der zum Bilanzstichtag bestehenden langfristigen Darlehen wird fix verzinst und
unterliegt daher keinem Zinsänderungsrisiko. Der Marktwert dieser langfristigen Darlehen unterliegt demgemäß
Schwankungen. Die Verzinsung der einzelnen Darlehen ist aus Erläuterung 15 ersichtlich. Außer den Darlehen
und Leasingverbindlichkeiten werden die übrigen Verbindlichkeiten nicht verzinst und unterliegen daher keinem
Zinsrisiko.
Weiters reduziert sich das Zinsrisiko durch den Bestand an kurzfristigen verzinslichen Veranlagungen, welche vom
Unternehmen ständig gehalten werden. Je nachdem, ob das Unternehmen einen Finanzmittelüberhang auf der
Anlage- oder Aufnahmeseite hat, können Zinsrisiken daher sowohl aus einem Anstieg als auch einem Sinken der
Zinssätze resultieren.
Die folgende Tabelle zeigt den Einfluss einer nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderung der Zinssätze
(Auswirkung auf den Zinsaufwand für variabel verzinste Bankverbindlichkeiten bzw. auf den Zinsertrag für variabel
verzinsliche Bankguthaben) auf das Konzernergebnis vor Steuern (Auswirkungen auf das Konzerneigenkapital
entstehen nicht):
IN TEUR 2023 2022 Veränderung in Basispunkten +100 +200 +10 +20 Änderung Ergebnis vor Steuern +1.430 +2.860 +172 +344
Kreditrisiko
Das Kreditrisiko besteht durch die Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen durch Geschäftspartner und die daraus
resultierenden Vermögensverluste. Das maximale Ausfallrisiko ergibt sich aus dem Buchwert der Forderungen.
Bei Forderungen gegenüber Kunden kann das Kreditrisiko als gering eingeschätzt werden, da mit allen bedeutenden
Kunden langjährige, stabile Geschäftsbeziehungen bestehen. Weiters wird die Bonität neuer und bestehender
Kunden laufend geprüft, und die Außenstände werden regelmäßig überwacht. Für Ausfallrisiken wird durch
den Ansatz von Wertberichtigungen vorgesorgt (siehe Erläuterungen 4 und 5). Weder die makroökonomischen
Entwicklungen bzw. der russische Angriffskrieg auf die Ukraine noch klimabezogene Risiken haben zu
beobachtbaren bzw. erwarteten Änderungen des geschätzten Ausfallsrisikos geführt.
Bei Darlehen an das Management von Tochtergesellschaften ist das Ausfallrisiko durch die Sicherstellung der
erworbenen Anteile eingeschränkt (siehe Erläuterung 10).
Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten (Zahlungsmittel und kurzfristige Veranlagungen) entspricht das
maximale Kreditrisiko bei Ausfall des Kontrahenten dem Buchwert dieser Finanzinstrumente. Das Kreditrisiko kann
hier jedoch als gering betrachtet werden, da ausschließlich Banken mit hoher Bonität ausgewählt werden.
139
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko besteht in der Gefahr, nicht jederzeit die erforderlichen Finanzmittel zur fristgerechten
Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten aufbringen zu können.
Durch die hohe Selbstfinanzierungskraft des Unternehmens ist das Liquiditätsrisiko relativ gering. Neben der
Gewinnung liquider Mittel durch das operative Geschäft erfolgen bedarfsbezogene externe Finanzierungen bei
Banken. Durch die weltweite Streuung der Finanzierungsmöglichkeiten ist keine nennenswerte Risikokonzentration
gegeben. Klimabezogene Risiken sind aktuell kein relevanter Faktor in der Liquiditätsrisikobewertung. Es ist nicht
absehbar, ob und in welchem Ausmaß derartige klimabezogene Faktoren zukünftig zu einem Risiko bei der
Aufnahme neuer Kreditlinien für das Kerngeschäft der SBO werden könnten.
Wichtigstes Instrument für die Liquiditätssteuerung ist die laufende Überwachung der Liquidität und Finanzplanung
der operativen Einheiten durch das Konzernmanagement. Anhand der konsolidierten Meldungen wird der
Finanzbedarf zentral gesteuert.
Die folgenden Tabellen zeigen alle zum 31. Dezember vertraglich fixierten Zahlungen für Tilgungen, Rückzahlungen
und Zinsen aus bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten einschließlich derivativer Finanzinstrumente, wobei hier die
nicht diskontierten Cashflows für die nächsten Geschäftsjahre angegeben werden:
31. DEZEMBER 2023 IN TEUR JEDERZEIT FÄLLIG 2024 2025 2026 2027 ff Bankverbindlichkeiten 40.047 - - - - Langfristige Darlehen - 48.271 61.974 49.538 79.010 Leasingverbindlichkeiten - 2.497 1.757 1.361 8.335 Management-Beteiligungen und Genussrechte - - - - 5.348 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 39.624 - - - Derivate - 15 - - - Sonstige - 46.112 3.982 - 1.296 Summe 40.047 136.519 67.713 50.899 93.389
140
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
31. DEZEMBER 2022 IN TEUR JEDERZEIT FÄLLIG 2023 2024 2025 2026 ff Bankverbindlichkeiten 31.446 - - - - Langfristige Darlehen - 62.844 42.531 56.377 73.487 Leasingverbindlichkeiten - 2.610 1.636 1.010 9.079 Management-Beteiligungen und Genussrechte - - - - 5.342 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 33.075 - - - Derivate - 99.600 - - - Sonstige - 54.172 230 - 1.408 Summe 31.446 252.301 44.397 57.387 89.316
Die in der obigen Fälligkeitsstruktur zum 31. Dezember 2022 ausgewiesenen Derivate betreffen die Verbindlichkeit
aus dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen (siehe Erläuterung 18).
KAPITALSTEUERUNG
Vorrangiges Ziel des Unternehmens ist es, sicher zu stellen, dass es zur Unterstützung der Geschäftstätigkeit und
zur Maximierung des Shareholder Value ein hohes Bonitätsrating sowie eine solide Eigenkapitalquote aufrechterhält.
Für die Überwachung und Steuerung des Kapitals wird insbesondere die Kennzahl „Gearing-Ratio“
(Nettoverschuldung bzw. Nettoliquidität in Prozent vom Eigenkapital) verwendet. Die Nettoverschuldung bzw. die
Nettoliquidität umfasst langfristige Darlehen und Bankverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel und kurzfristige
Veranlagungen.
141
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Das Gearing betrug zum 31. Dezember 2023 20,6 % (Vorjahr: -8,1 %).
IN TEUR 31.12.2023 31.12.2022 Bankverbindlichkeiten 38.144 30.765 Langfristige Darlehen 216.477 222.529 - Zahlungsmittel und kurzfristige Veranlagung -162.351 -287.764 Nettoliquidität (-) / Nettoverschuldung (+) 92.270 -34.470 Summe Eigenkapital 448.017 425.016 Gearing 20,6 % -8,1 %
Für die Aktionäre des Mutterunternehmens wird im langfristigen Durchschnitt eine Ausschüttungsquote von 30 %
bis 60 % (vom Konzerngewinn nach Steuern) angestrebt.
Erläuterung 33
HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
Weder zum 31. Dezember 2023 noch zum 31. Dezember 2022 bestanden Haftungsverhältnisse seitens der
Gesellschaft.
142
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Erläuterung 34
SONSTIGE VERPFLICHTUNGEN
Sonstige Verpflichtungen bestehen ausschließlich aus kurzfristigen Leasingverhältnissen bzw. Leasingverhältnissen
mit geringem Wert (siehe Erläuterung 19) sowie dem Bestellobligo für Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle
Vermögenswerte (siehe Erläuterungen 8 und 9).
Erläuterung 35
GELDFLUSSRECHNUNG
Die Geldflussrechnung der Gesellschaft zeigt, wie sich die Zahlungsmittel der Gesellschaft und der
Tochtergesellschaften im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Der
Finanzmittelbestand entspricht den Zahlungsmitteln und kurzfristigen Veranlagungen in der Konzernbilanz und
umfasst ausschließlich den Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten inklusive kurzfristiger Veranlagungen.
Aufgrund der aktuellen devisenrechtlichen Bestimmungen bestehen zum 31. Dezember 2023 für Zahlungsmittel
der Tochtergesellschaften in Russland in Höhe von TEUR 7.413 (Vorjahr: TEUR 6.509) Beschränkungen hinsichtlich
der allgemeinen Verwendung im Konzern.
Innerhalb der Geldflussrechnung wird zwischen Zahlungsströmen aus der laufenden Geschäftstätigkeit,
Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit unterschieden.
Der in der Geldflussrechnung ausgewiesene Freie Cashflow berechnet sich aus der Summe des Cashflow aus der
laufenden Geschäftstätigkeit sowie des Cashflow aus der Investitionstätigkeit.
Die Geldflüsse aus ausländischen Bereichen wurden mit einem Durchschnittswechselkurs berechnet.
Der Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt. Bei dieser
Berechnung wird vom Gewinn vor Ertragsteuern ausgegangen und dieser um unbare Aufwendungen und Erträge
korrigiert. Dieses Ergebnis und die bilanziellen Veränderungen des Nettoumlaufvermögens (ohne liquide Mittel)
liefern den Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit.
Die Dividendenzahlungen werden als Teil der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.
Zu den Zahlungen in Zusammenhang mit dem Erwerb von Minderheitsanteilen siehe Erläuterung 18, zu den
Zahlungen in Zusammenhang mit dem Erwerb von Tochtergesellschaften siehe Erläuterung 36.
143
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Um innerhalb des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit Zuflüsse und Abflüsse aus Zinsein- und
-auszahlungen und aus Ertragsteuern klarer darzustellen, wurde die Darstellungsform im Vergleich zum Vorjahr
geändert. Daraus ergeben sich für das Jahr 2022 die folgenden Änderungen in der Darstellung:
2022 IN TEUR DARSTELLUNG DARSTELLUNG DIFFERENZ ANGEPASST BERICHTET Ergebnis vor / nach Steuern 93.342 75.198 18.144 Zinsergebnis 2.838 0 2.838 Sonstige unbare Aufwendungen und Erträge -6.286 -5.808 -478 Veränderung von latenten Steuern 0 3.613 -3.613 Gezahlte Zinsen -5.046 0 -5.046 Erhaltene Zinsen 2.595 0 2.595 Gezahlte Ertragsteuern -9.079 0 -9.079 Erhaltene Ertragsteuern 4.058 0 4.058 Cashflow aus dem Ergebnis 114.128 104.709 9.419 Veränderung sonstiger Forderungen und Vermögenswerte -3.640 39 -3.679 Veränderung sonstiger Verbindlichkeiten und Rückstellungen 12.590 18.330 -5.740
Die Finanzverbindlichkeiten haben sich in den Geschäftsjahren 2023 und 2022 wie folgt verändert:
2023 IN TEUR ZAHLUNGSWIRKSAME NICHT ZAHLUNGSWIRKSAME 1.1.2023 VERÄNDERUNGEN VERÄNDERUNGEN 31.12.2023 WECHSELKURS-SONSTIGE EFFEKTE VERÄNDERUNGEN Langfristige Darlehen inkl. kurzfristigem Anteil 222.529 -6.052 0 0 216.477 Kurzfristige Bankverbindlichkeiten 30.765 7.397 -18 0 38.144 Leasingverbindlichkeiten 9.356 -2.859 -118 2.588 8.967 Verbindlichkeit aus dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen 99.600 -118.990 -1.554 20.944 0 Verbleibende Kaufpreis-zahlung Unter nehmens-erwerb Praxis 0 0 -98 3.685 3.587 Sonstige Finanzverbindlichkeiten 5.342 -942 -68 1.016 5.348 Summe Schulden aus Finanzierungstätig-keiten 367.592 -121.446 -1.856 28.233 272.523
144
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
2022 IN TEUR ZAHLUNGSWIRKSAME NICHT ZAHLUNGSWIRKSAME 1.1.2022 VERÄNDERUNGEN VERÄNDERUNGEN 31.12.2022 WECHSELKURS-SONSTIGE EFFEKTE VERÄNDERUNGEN Langfristige Darlehen inkl. kurzfristigem Anteil 244.516 -21.987 0 0 222.529 Kurzfristige Bankverbindlichkeiten 37.321 -6.642 86 0 30.765 Leasingverbindlichkeiten 6.687 -2.317 23 4.963 9.356 Verbindlichkeit aus dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen 93.796 0 5.804 0 99.600 Sonstige Finanzverbindlichkeiten 5.402 -1.739 98 1.581 5.342 Summe Schulden aus Finanzierungstätig-keiten 383.722 -32.685 6.011 6.544 367.592
Erläuterung 36
UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSE
Am 9. Oktober 2023 fand das Closing für den Erwerb von 100 % der Anteile an der Praxis Completion Technology
FZCO (nunmehr: The Wellboss Company FZE) und deren Tochtergesellschaft, der Praxis Completion Technology
Arabia for Maintenance (nunmehr: The WellBoss Company for Maintenance) statt. In Folge werden das Vermögen
der Gesellschaften sowie sämtliche Erträge und Aufwendungen ab dem 1. Oktober 2023 dem Konzern
zugerechnet.
Das Unternehmen mit Sitz in Dubai und Zweigniederlassung in Saudi-Arabien ist führender Anbieter von
Packersystemen und Komplettierungsprodukten im Nahen Osten, die den Ringraum von der Produktionsleitung
isolieren, dadurch eine kontrollierte Produktion ermöglichen und damit die Produktionsrate aus dem Bohrloch
erhöhen. Die Übernahme stärkt nicht nur die Marktposition von SBO im Nahen Osten, der als der Markt mit
der größten Wachstumsdynamik im Energiesektor gilt, sondern erweitert auch das Produktangebot von SBO um
eine sinnvolle Bohrlochkomplettierungstechnologie. Darüber hinaus werden die Produkte, an denen Praxis arbeitet,
auch für Carbon Capture & Storage (CCS) Anwendungen eingesetzt. Diese bolt-on-Akquisition unterstreicht die
Aktivitäten von SBO im attraktiven Kerngeschäft des Unternehmens.
145
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Die Kaufpreisaufteilung stellt sich auf Basis der ermittelten beizulegenden Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt wie folgt
dar:
IN TEUR Kaufpreis in bar beglichen 21.731 Verbleibende Kaufpreisverbindlichkeit 3.685 Gesamte Gegenleistungen 25.416 - Reinvermögen -16.696 Firmenwert 8.720
Das erworbene Reinvermögen setzt sich auf Basis der ermittelten beizulegenden Zeitwerte zum Erwerbszeitpunkt
wie folgt zusammen:
IN TEUR Immaterielle Vermögenswerte 9.059 Sachanlagevermögen 168 Vorräte 2.910 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.037 Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 203 Liquide Mittel 3.137 23.514 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -4.578 Sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen -1.425 Passive latente Steuern -815 Nettovermögen 16.696
Zu den erworbenen Immateriellen Vermögenswerten siehe Erläuterung 9.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte
entsprachen dem beizulegenden Zeitwert und waren nicht wertgemindert.
146
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Der Zahlungsmittelabfluss aus dem Unternehmenserwerb betrug:
IN TEUR Abfluss von Zahlungsmitteln 21.731 Mit dem Unternehmen erworbene Zahlungsmittel -3.137 18.594
Der auf Basis der erstmaligen Bilanzierung ermittelte Firmenwert, der dem Segment „Oilfield Equipment“ zugeordnet
wird, ergibt sich aus der erwarteten Geschäftsentwicklung sowie dem Mitarbeiter Knowhow unter Berücksichtigung
der zu erwartenden Synergien aus dem Unternehmenserwerb. Der erfasste Firmenwert ist steuerlich aus aktueller
Sicht nicht abzugsfähig. Die verbleibende Kaufpreisverbindlichkeit stellt den diskontierten, fest vereinbarten und in
zwei Jahren fälligen Restbetrag des Kaufpreises dar.
Der ausgewiesene Konzernumsatz des Geschäftsjahres 2023 wurde durch den Erwerb um TEUR 5.251 erhöht,
das ausgewiesene Betriebsergebnis um TEUR 1.044. Wäre der Erwerb bereits zu Jahresbeginn erfolgt, wäre in
2023 der Konzernumsatz um weitere TEUR 16.752 und das Betriebsergebnis um weitere TEUR 3.509 höher.
Im Geschäftsjahr 2023 wurden Transaktionskosten in der Höhe von TEUR 1.103 bezahlt, die in den
Verwaltungsaufwendungen erfasst wurden.
Jahr 2022
Im Jahr 2022 wurden keine Unternehmenszusammenschlüsse getätigt.
Erläuterung 37
MITARBEITER
Die Anzahl der Mitarbeiter betrug im Jahresdurchschnitt bzw. zum Stichtag:
JAHRESDURCHSCHNITT STICHTAG 2023 2022 31.12.2023 31.12.2022 Arbeiter 1.125 998 1.143 1.076 Angestellte 432 426 458 408 1.557 1.424 1.601 1.484
147
KONZERNABSCHLUSS | Erläuterungen zum Konzernabschluss
Erläuterung 38
EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Nach dem Bilanzstichtag sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die zu einer anderen
Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 geführt
hätten.
Erläuterung 39
VORGESCHLAGENE DIVIDENDE
Der Vorstand schlägt vor, den Aktionären für das Jahr 2023 eine Dividende von EUR 2,00 (Vorjahr: EUR 2,00) pro
Aktie auszuschütten. Das ergibt eine Ausschüttung von MEUR 31,5 (Vorjahr: MEUR 31,5).
148
Erläuterungen zum Konzernabschluss | KONZERNABSCHLUSS
Erläuterung 40
AUFWENDUNGEN FÜR DEN KONZERN-ABSCHLUSSPRÜFER
Für den Konzern-Abschlussprüfer, die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft,
(Vorjahr: Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.), sind folgende Aufwendungen angefallen:
IN TEUR 2023 2022 Prüfungsleistungen 568 176 Sonstige Leistungen 17 41
Neben dem Konzernabschluss wurden im Jahr 2023 auch die Einzelabschlüsse der österreichischen Gesellschaften
sowie die Reporting Packages der US-amerikanischen Gesellschaften durch den Konzern-Abschlussprüfer geprüft
(2022: Einzelabschlüsse der österreichischen Gesellschaften).
149
KONZERNABSCHLUSS | Angaben zu den Organen der Konzernleitung
ANGABEN ZU DEN ORGANEN DER
KONZERNLEITUNG
VORSTAND:
Ing. Gerald Grohmann
(Vorsitzender bis 31. Dezember 2023)
Mag. Klaus Mader
(Finanzvorstand, Vorsitzender seit 1. Jänner 2024)
Campbell MacPherson
(Mitglied des Vorstandes seit 1. Jänner 2024)
Der Vorstandsvertrag von Ing. Gerald Grohmann
ist planmäßig mit Ablauf des 31. Dezember 2023
ausgelaufen. Der bestehende Vorstandsvertrag für
Mag. Klaus Mader läuft bis zum 30. September 2028
und jener von Campbell MacPherson bis zum
31. Dezember 2026.
AUFSICHTSRAT:
Mag. Norbert Zimmermann
(Vorsitzender)
Erstbestellung: 1995
Ende der laufenden Funktionsperiode: 2027
Mag. Brigitte Ederer
(Stellvertreterin des Vorsitzenden)
Erstbestellung: 2014
Ende der laufenden Funktionsperiode: 2024
Mag. Dipl.-Ing. Dr. Helmut Langanger
Erstbestellung: 2003
Ende der laufenden Funktionsperiode: 2024
Dr. Wolfram Littich
Erstbestellung: 2016
Ende der laufenden Funktionsperiode: 2026
Mag. Sonja Zimmermann
Erstbestellung: 2018
Ende der laufenden Funktionsperiode: 2028
Angaben zu den Orga-
nen der Konzernleitung
150
Angaben zu den Organen der Konzernleitung | KONZERNABSCHLUSS
AUSSCHÜSSE DES
AUFSICHTSRATES:
NOMINIERUNGS- UND VERGÜTUNGSAUSSCHUSS:
Mag. Norbert Zimmermann
Mag. Dipl.-Ing. Dr. Helmut Langanger
Mag. Sonja Zimmermann
PRÜFUNGSAUSSCHUSS:
Dr. Wolfram Littich
Mag. Norbert Zimmermann
Mag. Sonja Zimmermann
NACHHALTIGKEITS AUSSCHUSS:
Die Aufgaben des Nachhaltigkeitsausschusses werden
vom gesamten Aufsichtsrat wahrgenommen.
Alljährlich mit Beendigung der ordentlichen Hauptver-
sammlung scheidet zumindest ein Mitglied des Auf-
sichtsrates aus, sodass dadurch gewährleistet wird, dass
im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung über
die Wahl zumindest eines Mitgliedes in den Aufsichts
-
rat beschlossen werden kann. Soweit die Reihenfolge
des Ausscheidens sich nicht aus der Amtsdauer ergibt,
entscheidet darüber das Los. In jener Sitzung des Auf-
sichtsrates, die vor Abhaltung einer ordentlichen Haupt
-
versammlung zur Beratung der Beschluss- und Wahlvor-
schläge gemäß § 108 Abs. 1 AktG stattfindet, ist durch
Los zu bestimmen, welches Mitglied des Aufsichtsrates
mit Beendigung der folgenden ordentlichen Hauptver-
sammlung ausscheidet. Der Ausscheidende ist sofort
wieder wählbar.
Ternitz, 1. März 2024
Mag. Klaus Mader Campbell MacPherson
Vorstand
151
Bestätigungsvermerk
BESTÄTIGUNGSVERMERK
Bericht zum Konzernabschluss
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Konzernabschluss der SCHOELLER-
BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesell-
schaft, Ternitz, und ihrer Tochtergesellschaften („der
Konzern“), bestehend aus der Konzernbilanz zum
31. Dezember 2023 und der Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnis-
rechnung, der Konzern-Geldflussrechnung und der
Konzern-Eigenkapitalentwicklung für das an diesem
Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzern-
anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernab-
schluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt
ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und
Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023
sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme
des Konzerns für das an diesem Stichtag endende
Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den Interna-
tional Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie
in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen
Anforderungen des § 245a UGB.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Überein-
stimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im
Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen
Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprü-
fung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern
die Anwendung der International Standards on
Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach
diesen Vorschriften und Standards sind im Ab-
schnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres
Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstim-
mung mit den österreichischen unternehmens- und
berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere
sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung
mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffas-
sung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise
bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausrei-
chend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Bestätigungsvermerk
152
Bestätigungsvermerk
BESONDERS WICHTIGE
PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche
Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen
Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des
Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren.
Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang
mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als
Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils
hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes
Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit der Firmenwerte
Siehe Konzernanhang „Erläuterung 4 – wesentliche
Bilanzierungsgrundsätze, 9. Firmenwerte“ und
Erläuterungen zur Bilanz „Erläuterung 9 – Immaterielle
Vermögenswerte“ sowie allgemeine Angaben zu
„Erläuterung 4 – wesentliche Bilanzierungsgrundsätze,
17. Schätzungen, Ermessensentscheidungen und
Annahmen“.
Das Risiko für den Abschluss
Die Werthaltigkeit der Firmenwerte kommt eine
besondere Bedeutung zu, weil im Konzernabschluss
der Gesellschaft dieser Posten einen Buchwert
von MEUR 138,4 ausweist. Mindestens einmal
jährlich und gegebenenfalls anlassbezogen werden
Firmenwerte von der SCHOELLER-BLECKMANN
OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft einem
Werthaltigkeitstest (sog. Impairment Test) unterzogen.
Den Werthaltigkeitstests liegen Annahmen und
Schätzungen zugrunde. Die Werthaltigkeit ist im
Wesentlichen abhängig von der Einschätzung
des Managements hinsichtlich der künftigen
Zahlungsmittelzu- und -abflüsse, von den zugrunde
gelegten Diskontierungszinssätzen, Wachstumsraten
sowie vom betrachteten Planungszeitraum und ist
daher mit bedeutenden Schätzungsunsicherheiten
behaftet.
Für den Konzernabschluss besteht das Risiko, dass
nicht angemessene Annahmen und Schätzungen
eine wesentliche Auswirkung auf den erzielbaren
Betrag und damit die Werthaltigkeit der Firmenwerte
in der Konzernbilanz und das operative Ergebnis in
der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung haben
können.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Werthaltigkeit der Firmenwerte wie folgt
beurteilt:
Zur Beurteilung der Angemessenheit der zu-
grunde gelegten internen Planungen haben wir
uns ein Verständnis über den Planungsprozess
verschafft, die Annahmen über Wachstumsraten
und operative Ergebnisse in Gesprächen mit den
zuständigen leitenden Personen im Unterneh-
men erörtert und die der Bewertung zugrunde
gelegten Planungsdaten mit den aktuellen, vom
Aufsichtsrat genehmigten, Budgetzahlen sowie
der vom Vorstand freigegebenen Mittelfristpla-
nung, abge glichen.
Zur Beurteilung der Planungstreue haben wir
die im Geschäftsjahr tatsächlich eingetretenen
Zahlungsmittelströme in Stichproben mit den
Planungszahlen der Vorperioden verglichen.
153
Bestätigungsvermerk
Dabei beobachtete Abweichungen haben wir mit
dem Management besprochen.
Unsere Bewertungsspezialisten haben die
Methodik der Bewertungsmodelle nachvollzogen
und beurteilt, ob diese den entsprechenden
Standards entsprechen. Die zur Festlegung der
Kapitalkostensätze herangezogenen Annahmen
haben unsere Bewertungsspezialisten mit
markt- und branchenspezifischen Richtwerten
abgeglichen und die rechnerische Richtigkeit
des Bewertungsmodells überprüft.
Die Zusammensetzung der Cash Generating
Unit (CGU) sowie die Zuordnung der
Vermögenswerte, Schulden und Cashflows auf
die CGU wurden geprüft.
Darüber hinaus haben wir gewürdigt, ob die
Erläuterungen zu den Werthaltigkeitstests im
Konzernabschluss sachgerecht sind.
SONSTIGER SACHVERHALT
Der Konzernabschluss der SCHOELLER-BLECKMANN
OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft für das
am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr
wurde von einem anderen Abschlussprüfer geprüft,
der am 28. Februar 2023 ein uneingeschränktes
Prüfungsurteil zu diesem Abschluss abgegeben hat.
SONSTIGE INFORMATIONEN
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen
Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informa-
tionen umfassen alle Informationen im Geschäfts-
bericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den
Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach
dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung
gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt
sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir
werden keine Art der Zusicherung darauf geben.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des
Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit,
diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald
sie vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob die
sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten
zum Konzernabschluss oder unseren bei der
Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen
oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
154
Bestätigungsvermerk
VERANTWORTLICHKEITEN DER
GESETZLICHEN VERTRETER UND DES
PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN
KONZERNABSCHLUSS
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die
Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass
dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in
der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen
Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst
getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die
sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines
Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von
wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses
sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwort-
lich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung
der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachver-
halte im Zusammenhang mit der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzu-
geben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrund-
satz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter
beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren
oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder
haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des
Konzerns.
VERANTWORTLICHKEITEN DES
ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG
DES KONZERNABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu
erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei
von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und
einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser
Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist
ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür,
dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit
den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer
Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA
erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine
wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche
vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können
aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren
und werden als wesentlich angesehen, wenn von
ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise
erwartet werden könnte, dass sie die auf der
Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern
beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung
mit der AP-VO und mit den österreichischen
Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung,
die die Anwendung der ISA erfordern, üben
wir während der gesamten Abschlussprüfung
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung.
155
Bestätigungsvermerk
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken
wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Ab-
schluss, planen Prüfungshandlungen als Re-
aktion auf diese Risiken, führen sie durch und
erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend
und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus
dolosen Handlungen resultierende wesentliche
falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden,
ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da
dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken,
Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten,
irreführende Darstellungen oder das Außerkraft-
setzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für
die Abschlussprüfung relevanten internen
Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu
planen, die unter den gegebenen Umständen
angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel,
ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen
Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von
den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die
Vertretbarkeit der von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten geschätzten
Werte in der Rechnungslegung und damit
zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die
Angemessenheit der Anwendung des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen
Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten
Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen
oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche
Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur
Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen
können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen,
dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind
wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk
auf die dazugehörigen Angaben im
Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder,
falls diese Angaben unangemessen sind, unser
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere
Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis
zum Datum unseres Bestätigungsvermerks
erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige
Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch
die Abkehr des Konzerns von der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den
Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses
einschließlich der Angaben sowie ob der
Konzernabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise
wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild
erreicht wird.
156
Bestätigungsvermerk
Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungs-
nachweise zu den Finanzinformationen der Ein-
heiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des
Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzern-
abschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für
die Anleitung, Überwachung und Durchführung
der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die
Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss
unter anderem über den geplanten Umfang und
die geplante zeitliche Einteilung der Abschluss-
prüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfest-
stellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer
Mängel im internen Kontrollsystem, die wir wäh-
rend unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine
Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen
Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit
eingehalten haben und uns mit ihm über alle
Beziehungen und sonstigen Sachverhalte
austauschen, von denen vernünftigerweise
angenommen werden kann, dass sie sich auf
unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig
– damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen
auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über
die wir uns mit dem Prüfungsausschuss
ausgetauscht haben, diejenigen Sach-
verhalte, die am bedeutsamsten für die
Prüfung des Konzernabschlusses des
Geschäftsjahres waren und daher die besonders
wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir
beschreiben diese Sachverhalte in unserem
Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze
oder andere Rechtsvorschriften schließen
die öffentliche Angabe des Sachverhalts
aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen
Fällen, dass ein Sach verhalt nicht in unserem
Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte,
weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die
negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren
Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen
würden.
157
Bestätigungsvermerk
Sonstige gesetzliche und andere
rechtliche Anforderungen
BERICHT ZUM KONZERNLAGEBERICHT
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichi-
schen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf
zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Ein-
klang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen
Anforderungen aufgestellt wurde.
Zu der im Konzernlagebericht enthaltenen nicht-
finanziellen Erklärung ist es unsere Verantwortlichkeit
zu prüfen, ob sie aufgestellt wurde, sie zu lesen und
dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informationen
wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss
oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten
Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich
falsch dargestellt erscheinen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich
für die Aufstellung des Konzernlageberichts in
Übereinstimmung mit den österreichischen unter-
nehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung
mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des
Konzernlageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht
nach den geltenden rechtlichen Anforderungen
auf gestellt worden, enthält die nach § 243a UGB
zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem
Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzern-
abschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des
gewonnenen Verständnisses über den Konzern und
sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften
Angaben im Konzernlagebericht festgestellt.
158
Bestätigungsvermerk
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL
10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am
27. April 2023 als Abschlussprüfer gewählt
und am 15. Mai 2023 vom Aufsichtsrat mit der
Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am
31. Dezember 2023 endende Geschäftsjahr
beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Konzern-
abschluss zum 31. Dezember 2023 Abschlussprüfer
der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt
„Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen
Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11
der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen
Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO)
erbracht haben und dass wir bei der Durchführung
der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der
geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHE
WIRTSCHAFTSPRÜFERIN
Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche
Wirtschaftsprüferin ist Frau Mag. Heidi Schachinger.
Wien, 4. März 2024
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Heidi Schachinger
Wirtschaftsprüferin
159
SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft
JAHRES-
ABSCHLUSS
Lagebericht
160160
161161
162
JAHRESABSCHLUSS
JAHRESABSCHLUSS
JAHRESABSCHLUSS
JAHRES ABSCHLUSS 160
Bestätigungsvermerk 197
CORPORATE GOVERNANCE 204
ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER 218
163163
JAHRESABSCHLUSS
SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft
B I L A N Z z u m 3 1 . Dezember 2023
A K T I V A P A S S I V A
31.12.2022 31.12.2022
EUR EUR TEUR EUR EUR TEUR
A. Anlagevermögen
A. Eigenkapital
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
I. eingefordertes und eingezahltes Grundkapital 16.000.000,00 16.000
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile 824,84 2 eigene Anteile -240.535,00 -271
sowie daraus abgeleitete Lizenzen 15.759.465,00 15.729
II. Kapitalrücklagen
1. gebundene 71.313.982,03 70.247
II. Sachanlagen
davon für eigene Aktien EUR 240.535,00 (Vorjahr TEUR 271)
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 8.882.475,33 9.219
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 167.185,18 69
9.049.660,51 9.288 III. Optionsrücklage 0,00 2.400
IV. Gewinnrücklagen
III. Finanzanlagen
1. gesetzliche Rücklage 785.314,64 785
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 299.606.864,90 237.204 2. andere Rücklagen (freie Rücklagen) 10.347.713,24 9.345
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 76.543.056,78 58.244 11.133.027,88 10.130
376.149.921,68 295.448
385.200.407,03 304.738 V. Bilanzgewinn 47.243.388,53 34.375
davon Gewinnvortrag EUR 2.916.510,23 (Vorjahr TEUR 1.732)
B. Umlaufvermögen
145.449.863,44 132.881
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
B. Rückstellungen
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 414,18 0
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 16.922.435,77 15.399
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 14.808.198,98 (Vorjahr TEUR 0,00) 1. Rückstellungen für Abfertigungen 108.487,00 1.599
3. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 647.042,85 1.014 2. Steuerrückstellungen 15.074.025,00 8.691
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 636.339,68 (Vorjahr TEUR 809) 3. sonstige Rückstellungen 5.031.289,66 3.049
17.569.892,80 16.413 20.213.801,66 13.339
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
22.598.592,48 90.521 C. Verbindlichkeiten
40.168.485,28 106.934 davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 85.092.169,09 (Vorjahr TEUR 103.161)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 174.838.966,12 (Vorjahr TEUR 163.977)
C. Aktive latente Steuern
225.908,00 1.686 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 195.410.394,69 201.198
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 41.571.428,57 (Vorjahr TEUR 58.287)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 153.838.966,12 (Vorjahr TEUR 142.911)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 119.373,82 155
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 119.373,82 (Vorjahr TEUR 155)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 38.101.740,83 42.149
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 38.101.740,83 (Vorjahr TEUR 42.149)
4. sonstige Verbindlichkeiten 26.299.625,87 23.636
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 5.299.625,87 (Vorjahr TEUR 2.570)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 21.000.000,00 (Vorjahr TEUR 21.066)
davon aus Steuern EUR 2.903.950,11 (Vorjahr TEUR 176)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 57.741,82 (Vorjahr TEUR 51)
259.931.135,21 267.138
425.594.800,31 413.358 425.594.800,31 413.358
31.12.2023 31.12.2023
164164
JAHRESABSCHLUSS
Gewinn- und Verlustrechnung
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JÄNNER BIS 31. DEZEMBER 2023
2023 2022
EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 9.223.199,86 9.155
2. sonstige betriebliche Erträge (übrige) 3.143.235,95 3.112
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnhame der
Finanzanlagen 6.103,13 0
b) übrige 3.137.132,82 3.112
3. Personalaufwand
a) Löhne -184.781,15 -179
b) Gehälter -6.533.414,05 -4.814
c) soziale Aufwendungen
aa) Aufwendungen für Altersversorgung -594.316,56 -721
bb) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen -2.489.077,22 -898
cc) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge -623.878,29 -466
dd) übrige 906,22 1
-3.706.365,85 -2.084
-10.424.561,05 -7.077
4. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens
und Sachanlagen -439.370,41 -504
5. sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z 15 fallen -180.617,60 -97
b) übrige -7.543.283,21 -5.363
-7.723.900,81 -5.460
6. Zwischensumme aus Z 1 bis 5 (Betriebserfolg) -6.221.396,46 -774
7. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 37.528.347,29
(Vorjahr TEUR 33.374) 37.528.347,29 33.374
8. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 2.785.488,73
(Vorjahr TEUR 2.978) 2.785.488,73 2.978
9. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 1.048.345,57
(Vorjahr TEUR 428) 3.591.868,44 1.415
10. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen 18.472.970,66 1.389
11. Aufwendungen aus Finanzanlagen -985.993,76 0
a) davon Abschreibungen EUR -985.993,76
(Vorjahr TEUR 0)
b) davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen
EUR -985.993,76 (Vorjahr TEUR 0)
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon betreffend verbundene Unternehmen EUR -1.039.509,65
(Vorjahr TEUR -151)
-6.557.493,36 -4.408
13. Zwischensumme aus Z 7 bis 12 (Finanzerfolg) 54.835.188,00 34.748
14. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z 6 und Z 13) 48.613.791,54 33.974
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
davon latente Steuern EUR -1.459.743
(Vorjahr TEUR -457) -4.286.913,24 -1.331
16. Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss = Jahresgewinn
44.326.878,30 32.643
17. Auflösung der Optionsrücklage 0,00 1.258
18. Zuweisung zu freien Rücklagen 0,00 -1.258
19. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 2.916.510,23 1.732
20. Bilanzgewinn 47.243.388,53 34.375
165165
JAHRESABSCHLUSS | Anhang zum Jahresabschluss 2023
Anhang zum Jahresabschluss 2023
I. Allgemeine Angaben
Der Jahresabschluss der SCHOELLER-BLECKMANN
OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft (SBO), mit
Sitz in Ternitz, wurde nach den Vorschriften des Unter-
nehmensgesetzbuches (§§ 189ff UGB) in der gelten
-
den Fassung erstellt.
Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie
unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst ge-
treues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der
Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.
Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegen-
stände und Schulden wurden der Grundsatz der Ein-
zelbewertung und eine Fortführung des Unternehmens
unterstellt. Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rech-
nung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag
verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden.
Für erkennbare Risiken und drohende Verluste, die
aus dem vergangenen und früheren Geschäftsjahren
resultieren und in der Zukunft schlagend werden könn-
ten, wurden entsprechende Vorsorgen in die Bilanz
eingestellt.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem
Gesamtkostenverfahren erstellt.
Die SBO erstellt einen Konzernabschluss gemäß
§ 245a UGB nach international anerkannten Rech-
nungslegungsgrundsätzen. Der Konzernabschluss
wird beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Wiener
Neustadt hinterlegt. Weiters wird darauf hingewiesen,
dass die nichtfinanzielle Berichterstattung gemäß
§§ 243b bzw. 267a UGB zum 31. Dezember 2023 in-
tegraler Bestandteil des SBO-Konzernlageberichts ist.
Die Gesellschaft ist seit 2005 Gruppenträger einer
Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG.
Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und
Prozentangaben können durch Verwendung automati-
scher Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferen-
zen auftreten.
Wesentliche positive Auswirkungen auf das Ergeb-
nis der SBO im Geschäftsjahr 2023 hatten Dividen-
denerträge von Tochtergesellschaften sowie die
Zuschreibung des Beteiligungsansatzes einer Toch-
tergesellschaft. Aus dem andauernden Russland-Uk-
raine-Konflikt waren im Geschäftsjahr 2023 weiterhin
keine wesentlichen Auswirkungen auf den Einzelab-
schluss der SBO abzuleiten.
JAHRESABSCHLUSS
166
Anhang zum Jahresabschluss 2023 | JAHRESABSCHLUSS
II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Bei der Bewertung des ANLAGEVERMÖGENS wurde
das Niederstwertprinzip eingehalten. Die vorgenomme-
nen Abschreibungen tragen den verbrauchsbedingten
und sonstigen Wertminderungen voll Rechnung. Die
planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.
Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten, ge-
gebenenfalls vermindert um außerplanmäßige Ab-
schreibungen zur Berücksichtigung von Wertminde-
rungen, die voraussichtlich von Dauer sind, bewertet.
Bewertungsergebnisse von Finanzanlagen in fremder
Währung werden ebenfalls unter den Abschreibungen
dargestellt. Abschreibungen erfolgen gegebenen-
falls auf den beizulegenden Wert. Zuschreibungen zu
Finanzanlagen erfolgen maximal bis zu den Anschaf-
fungskosten, sofern die Gründe für eine in Vorjahren
vorgenommene Abschreibung nicht mehr bestehen.
Die FORDERUNGEN UND SONSTIGEN VERMÖ-
GENSGEGENSTÄNDE wurden nach dem strengen
Niederstwertprinzip bilanziert. Fremdwährungsforde-
rungen wurden mit dem Devisen-Kurs zum Bilanz-
stichtag oder zu niedrigeren Anschaffungskursen
bewertet. Allen erkennbaren Einzelrisiken wurde durch
Wertberichtigungen Rechnung getragen. Pauschal-
wertberichtigungen wurden nicht vorgenommen.
Auf Fremdwährung lautende GUTHABEN BEI KRE-
DITINSTITUTEN wurden mit dem Devisen-Kurs zum
Bilanzstichtag bilanziert.
Die Berechnung der ABFERTIGUNGSRÜCKSTEL-
LUNGEN erfolgte mittels versicherungsmathemati-
schem Verfahren gemäß IAS 19 (Methode der lau-
fenden Einmalprämien). Hierzu wurden die folgenden
Berechnungsannahmen verwendet: Zinssatz 3,50 %
(Vorjahr: 3,80 %), Gehaltssteigerung 4,50 % p. a. (Vor-
jahr: 4,50 %), Pensionseintrittsalter gemäß den aktuel-
len gesetzlichen Regelungen bzw. davon abweichen-
den einzelvertraglichen Vereinbarungen. Im Rahmen
der Ermittlung der Abfertigungsrückstellung erfolgt die
Verteilung des Dienstzeitaufwandes über den Zeitraum
vom Eintritt in das Unternehmen bis zum Zeitpunkt des
geplanten Pensionsantrittes des jeweiligen Dienstneh
-
mers. Die Veränderungen der Abfertigungsrückstel-
lungen (sowie auch der Jubiläumsgeldrückstellungen)
werden im Personalaufwand erfasst.
Die JUBILÄUMSGELDRÜCKSTELLUNGEN wurden
ebenfalls gemäß IAS 19 berechnet.
Die Bewertung der SONSTIGEN RÜCKSTELLUN-
GEN und der VERBINDLICHKEITEN erfolgte unter
Bedachtnahme auf den Grundsatz der Vorsicht mit
ihrem Erfüllungsbetrag. Fremdwährungsverbindlichkei-
ten wurden mit ihrem Entstehungskurs oder mit dem
höheren Devisen-Kurs zum Bilanzstichtag bewertet.
Mit dem am 31. Dezember 2023 in Österreich in
Kraft getretenen und ab 2024 anzuwendenden Min-
destbesteuerungsgesetz („MinBestG“) wurden die
OECD-Mustervorschriften sowie die entsprechende
EU-Richtlinie zur Gewährleistung einer globalen Min-
destbesteuerung für Unternehmensgruppen („Pillar
Two“) im österreichischen Recht umgesetzt. Die SBO
als oberste Muttergesellschaft iSd MinBestG evaluiert
derzeit die möglichen Auswirkungen der Einführung
der globalen Mindestbesteuerung auf den Konzern.
Nachdem kurzfristig nicht mit einem Überschreiten der
verankerten Umsatzgrenzen gerechnet wird, sind ak-
tuell keine Anwendung bzw. Auswirkungen daraus auf
die SBO zu erwarten.
167
JAHRESABSCHLUSS | Anhang zum Jahresabschluss 2023
III. Erläuterungen zu den Posten der Bilanz und der Gewinn- und
Verlustrechnung
1. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
ANLAGEVERMÖGEN
Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im beiliegenden Anlagenspiegel dargestellt.
Das abnutzbare Anlagevermögen wird über folgende Nutzungsdauern planmäßig linear abgeschrieben:
EDV-Software 4 Jahre
Gebäude und Grundstückseinrichtungen 10 bis 50 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 bis 8 Jahre
Für die ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN wurden zum Bilanzstichtag 31.12.2023 Wert-
haltigkeitstests durchgeführt. Die Bewertung erfolgte auf Basis der vorliegenden Planungen durch Diskontierung der
prognostizierten Cashflows unter Heranziehung eines Kapitalkostensatzes nach Steuern, welcher aufgrund aktueller
Marktdaten für vergleichbare Unternehmen im selben Industriezweig unter Berücksichtigung der länderspezifischen
Inflationserwartungen ermittelt wurde.
Die Cashflows wurden auf Basis der prognostizierten Umsätze und der hierfür notwendigen Kapazitäten (insb.
Personalausstattung sowie Investitionen in das Anlagevermögen und in das Working Capital) ermittelt. Die
Bewertung wird am stärksten von den Umsatzerlösen beeinflusst.
Die Umsatzplanungen werden erstellt, indem einerseits die gesamtheitliche Entwicklung der Oilfield Service Industrie
berücksichtigt wird (im Wesentlichen in Form der erwarteten zukünftigen CAPEX Spendings) und andererseits auch
die unternehmensspezifischen Kundenbeziehungen und regionalen Marktgegebenheiten einbezogen werden.
Die Umsatzplanungen im Bereich Manufacturing berücksichtigen zudem die bereits vorhandenen Auftragsstände
der wichtigsten Kunden. Für die nachhaltige Planung der Umsatzerlöse und Cashflows wird auch die aus der
Vergangenheit abgeleitete Zyklizität der Branche, sofern relevant, herangezogen.
168
Anhang zum Jahresabschluss 2023 | JAHRESABSCHLUSS
Die Margenplanung wird aus dem geplanten Produktmix und den entsprechenden Preiserwartungen sowie
den prognostizierten Kostenentwicklungen abgeleitet. Für die erwarteten Erlöse werden einerseits die bisher
erzielten Preise bzw. die Preise von allenfalls vorhandenen Kundenaufträgen herangezogen als auch zukünftige
Marktindikationen auf Basis von Rückmeldungen des Vertriebs verwendet. Die Kostenentwicklungen basieren
auf den variablen Kosten in Form von bekannten oder erwarteten Materialpreisentwicklungen (basierend
auf Preisindikationen bestehender Lieferanten, Materialpreisentwicklungen auf Rohstoffmärkten und daraus
ableitbare Trends sowie auf der unterstellten Mengenplanung) und auf den erwarteten fixen Kosten in Form von
geplanten Erhaltungs-Investitionen in Maschinen, Anlagen und in die Mietflotte. Weiters wird die erforderliche
Personalausstattung (basierend auf geplantem Headcount, erforderlicher Qualifikation der benötigten Mitarbeiter
sowie der aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage erwarteten Personalkosten) berücksichtigt.
Die durchgeführten Werthaltigkeitstests haben in 2023 für die Foxano AG, Luzern, CH, zu einer Zuschreibung in
Höhe von TEUR 17.500 geführt, die in den Erträgen aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen
ausgewiesen ist (Vorjahr: Zuschreibung von TEUR 535 für die Knust-SBD Pte Ltd., Singapur).
Die Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen betreffen mit TEUR 44.903 Kapitalerhöhungen bei
der Schoeller Bleckmann America Inc., Wilmington, US, wovon TEUR 18.873 im Rahmen der Umwandlung einer
Ausleihung zugebucht wurden. Weiters wurden Ausleihungen von TEUR 37.185 neu gewährt.
Die zum 31. Dezember 2023 bestehenden Ausleihungen betreffen ausschließlich Konzerngesellschaften. Die
Ausleihungen mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr betragen TEUR 0,00 (Vorjahr TEUR 17.900).
UMLAUFVERMÖGEN
FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Die FORDERUNGEN GEGENÜBER VERBUNDENEN UNTERNEHMEN resultieren mit TEUR 16.203 aus
Konzernfinanzierungen (Vorjahr: TEUR 15.399) und aus verrechneten Leistungen von TEUR 719 (Vorjahr: TEUR 0).
Im Geschäftsjahr 2023 wurden Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 1.599 aufgelöst.
Die in den SONSTIGEN FORDERUNGEN enthaltenen Erträge, welche nach dem Abschlussstichtag zahlungs-
wirksam werden, betrafen mit TEUR 7 Zinsabgrenzungen (Vorjahr: TEUR 202).
169
JAHRESABSCHLUSS | Anhang zum Jahresabschluss 2023
AKTIVE LATENTE STEUERN
Die aktiven latenten Steuern wurden zum Bilanzstichtag im Wesentlichen für Sachanlagen und Personalrückstellungen
gebildet (Vorjahr: zusätzlich Beteiligungen). Basierend auf der gesetzlichen Neuregelung des österreichischen
Körperschaftsteuersatzes ab 2023 und aufgrund der untergeordneten Auswirkung der stufenweisen Senkung in
2023 und 2024 erfolgte die Bewertung der latenten Steuern bereits im Jahr 2022, und damit unverändert im
Jahr 2023, durchgängig mit einem Steuersatz von 23 %.
Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Stand am 1.1. 1.686 2.143
Erfolgswirksame Veränderung -1.460 -457
Summe 226 1.686
EIGENKAPITAL
Das eingeforderte und eingezahlte GRUNDKAPITAL von TEUR 16.000 besteht aus 16.000.000 auf Inhaber
lautende Aktien zu je EUR 1,00.
In der Hauptversammlung vom 23. April 2019 wurde der Vorstand für die Dauer von 5 Jahren ermächtigt, mit
Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital um bis zu TEUR 1.600 durch Ausgabe neuer Aktien zu erhöhen.
In den Hauptversammlungen vom 23. April 2020 sowie vom 28. April 2022 wurde der Vorstand für die Dauer
von jeweils 30 Monaten ermächtigt, eigene Aktien der Gesellschaft bis zu maximal 10 % des Grundkapitals zu
erwerben. 2023 hat die Gesellschaft so wie im Vorjahr von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien keinen
Gebrauch gemacht.
Zum Bilanzstichtag 2023 hält die Gesellschaft 240.535 Stück eigene Aktien (Vorjahr: 270.535 Stück). Dies
entspricht einem Anteil von 1,50 % (Vorjahr: 1,69 %) am Grundkapital mit einem Anschaffungswert von TEUR 7.798
(Vorjahr TEUR 8.771). Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien beträgt zum 31. Dezember 2023 somit
15.759.465 Stück (Vorjahr: 15.729.465 Stück).
Die GEBUNDENE KAPITALRÜCKLAGE betrug zum Bilanzstichtag TEUR 71.314 (Vorjahr: TEUR 70.247)
und resultiert im Wesentlichen aus dem Agio bei der Ausgabe junger Aktien in 1997 und in 2005. Im Rahmen
der Gewährung einer freiwilligen Abfertigung an den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden durch Abgabe von
30.000 SBO Aktien wurde im Geschäftsjahr 2023 ein Betrag von TEUR 1.097 von der Optionsrücklage in die
gebundene Kapitalrücklage umgegliedert.
170
Anhang zum Jahresabschluss 2023 | JAHRESABSCHLUSS
Die GESETZLICHE RÜCKLAGE betrug zum Bilanzstichtag unverändert TEUR 785.
Die FREIE RÜCKLAGE betrug zum Bilanzstichtag TEUR 10.348 (Vorjahr: TEUR 9.345). Die Veränderung in 2023
resultiert aus der Umgliederung aus der Optionsrücklage in Zusammenhang mit der Erfüllung des Aktienprogramms
für den Vorstandsvorsitzenden.
Die OPTIONSRÜCKLAGE in Zusammenhang mit dem im Jahr 2014 vereinbarten und im Geschäftsjahr 2023
aufgrund Erfüllung nun vollständig beendeten Vorstandsvergütungsprogramm für die Abgabe von eigenen Aktien
beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 2.400).
Gemäß dem Hauptversammlungsbeschluss vom 27. April 2023 wurden TEUR 31.459 vom Bilanzgewinn 2022
ausgeschüttet. Der Rest wurde auf neue Rechnung vorgetragen.
RÜCKSTELLUNGEN
In den ÜBRIGEN RÜCKSTELLUNGEN sind enthalten:
IN TEUR
31.12.2023
31.12.2022
Jubiläumsgeldrückstellungen 81 70
Rückstellungen für nicht konsumierte Urlaube 379 487
sonstige Personalrückstellungen 3.875 1.941
Bilanzveröffentlichung 220 230
Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten 269 134
Sonstige Rückstellungen 207 186
Summe 5.031 3.049
171
JAHRESABSCHLUSS | Anhang zum Jahresabschluss 2023
VERBINDLICHKEITEN
Der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren beträgt TEUR 1.250 (Vorjahr:
TEUR 3.000). Davon entfallen auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten TEUR 1.250 (Vorjahr: TEUR 0) sowie
auf sonstige Verbindlichkeiten TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 3.000).
Die VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER VERBUNDENEN UNTERNEHMEN betreffen mit TEUR 37.349 (Vorjahr:
TEUR 41.588) Konzernfinanzierungen, der Restbetrag betrifft Lieferungen und Leistungen.
In den SONSTIGEN VERBINDLICHKEITEN sind Aufwendungen in Höhe von TEUR 5.320 (Vorjahr: TEUR 2.256)
enthalten, die nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.
HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
Haftungsverhältnisse bestanden in folgendem Ausmaß:
31.12.2023
31.12.2022
IN TEUR GESAMTBETRAG DAVON FÜR
VERBUNDENE
UNTERNEHMEN
GESAMTBETRAG DAVON FÜR
VERBUNDENE
UNTERNEHMEN
Haftungen für Kredite und
Kurssicherungen 39.073 39.073 33.122 33.122
Weiters hat die Gesellschaft gegenüber vier verbundenen Unternehmen (Vorjahr: vier) Patronatserklärungen
abgegeben, die eine unwiderrufliche Zusicherung enthalten, das jeweilige Unternehmen derart zu unterstützen,
dass dieses jederzeit ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann.
FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
Aus der Nutzung von nicht in der Bilanz ausgewiesenen Sachanlagen auf Grund von Miet- oder Leasingverträgen
bestehen keine wesentlichen Verpflichtungen.
172
Anhang zum Jahresabschluss 2023 | JAHRESABSCHLUSS
2. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
UMSATZERLÖSE
Die größten Posten sind:
IN TEUR
2023
2022
Verrechnete Holdingleistungen 6.970 7.044
Mieterträge 2.253 2.045
SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
Die größten Posten sind:
IN TEUR
2023
2022
Kursgewinne 1.457 3.085
Auflösung von Wertberichtigungen 1.599 0
173
JAHRESABSCHLUSS | Anhang zum Jahresabschluss 2023
PERSONALAUFWAND
Im Posten AUFWENDUNGEN FÜR ABFERTIGUNGEN UND LEISTUNGEN AN BETRIEBLICHE MITARBEITER-
VORSORGEKASSEN sind Leistungen an betriebliche Mitarbeiter-Vorsorgekassen in der Höhe von TEUR 43
(Vorjahr: TEUR 33) enthalten.
Von den Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen entfallen TEUR 3.031 (Vorjahr: TEUR 1.597) auf die
Mitglieder des Vorstands. Versicherungsmathematische Verluste aus der Berechnung der Abfertigungsrückstellung
dieses Geschäftsjahres betragen TEUR 88 (Vorjahr: Verluste von TEUR 605). In den Posten Löhne und Gehälter
sind Aufwendungen für Rückstellungen für Jubiläumsgelder in Höhe von TEUR 11 (Vorjahr: TEUR 1) enthalten.
SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
Die größten Posten in den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind:
IN TEUR
2023
2022
Kursverluste 2.423 1.462
Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten 1.093 817
Dienstleistungen Konzern 879 742
Versicherungen 674 567
Darüber hinaus sind Spesen des Geldverkehrs, EDV-Aufwand sowie sonstige Verwaltungs- und Vertriebsaufwen-
dungen sowie Instandhaltungen unter dieser Position verbucht.
ERTRÄGE AUS DEM ABGANG VON UND DER ZUSCHREIBUNG VON FINANZANLAGEN
Zu den in diesem Posten enthaltenen Zuschreibungen des Jahres 2023 in Höhe von TEUR 17.500 siehe im
Abschnitt 1. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ unter den Angaben zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen.
174
Anhang zum Jahresabschluss 2023 | JAHRESABSCHLUSS
STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG
Die SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft hat die Möglichkeit der Bildung
einer steuerlichen Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG unter Anwendung der Belastungsmethode genutzt.
Gruppenmitglieder sind:
INLAND:
SCHOELLER-BLECKMANN Oilfield Technology GmbH, Ternitz (ab 2008)
SCHOELLER-BLECKMANN Beteiligungs GmbH, Ternitz (ab 2020)
AUSLAND:
Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment Vietnam Co.Ltd, Binh Duong (ab 2009)
BICO Drilling Tools Inc., Houston (ab 2020)
Im Geschäftsjahr 2023 weist die Gesellschaft nach Verrechnung der Steuerumlagen an inländische
Gruppenmitglieder in Höhe von TEUR 10.172 (Vorjahr: TEUR 6.681) einen Steueraufwand in Höhe von TEUR 4.287
(Vorjahr Steueraufwand: TEUR 1.331) aus. Darin sind Aufwendungen für Quellensteuern in Höhe von TEUR 20
(Vorjahr: TEUR 22) sowie ein auf Vorjahre entfallender Steueraufwand von TEUR 0 (Vorjahr: Steueraufwand von
TEUR 14) enthalten.
BILANZGEWINN
Der Vorstand schlägt vor, für die dividendenberechtigten Aktien eine Dividende von EUR 2,00 je Aktie (Vorjahr:
EUR 2,00) auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.
175
JAHRESABSCHLUSS | Anhang zum Jahresabschluss 2023
IV. Sonstige Angaben
GESCHÄFTSFÄLLE MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Für das Geschäftsjahr 2023 liegen keine sonstigen berichtspflichtigen Geschäftsfälle gemäß § 238 (1) Z 12 UGB
vor.
AUFWENDUNGEN FÜR DEN ABSCHLUSSPRÜFER
Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer 2023 sind dem Konzernabschluss der SCHOELLER-BLECKMANN
OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft zu entnehmen.
EREIGNISSE VON BESONDERER BEDEUTUNG NACH DEM BILANZSTICHTAG
Nach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, die weder in der Gewinn-
und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind.
176
Anhang zum Jahresabschluss 2023 | JAHRESABSCHLUSS
V. Angaben über Beteiligungen und Beziehungen zu verbundenen
Unternehmen
Verbundene Unternehmen im Sinne des § 189a Z 8 UGB sind alle Unternehmen, die dem Konzern der
SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft, Ternitz, angehören. Geschäfte mit diesen
Gesellschaften werden wie mit unabhängigen Dritten abgewickelt.
Die SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft war zum 31. Dezember 2023 an
folgenden Unternehmen beteiligt:
ANTEIL
IN PROZENT*
ZUM 31.12.2023
EIGENKAPITAL
IN TEUR
ZUM 31.12.2023
SCHOELLER-BLECKMANN Oilfield Technology GmbH,
Ternitz, AT 100,00 122.287
Schoeller Bleckmann America Inc., Wilmington, US 100,00 149.255
BICO Drilling Tools Inc., Houston, US 88,70 59.535
Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (UK) Limited,
Chesterfield, GB 100,00 33.215
Foxano AG, Luzern, CH 100,00 26.838
DSI FZE, Dubai, VAE 100,00 59.450
Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment Middle East FZE,
Dubai, VAE 100,00 9.454
Knust-SBD Pte Ltd., Singapur, SG 51,50 19.321
Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment Vietnam Co., Ltd,
Binh Duong, VN 100,00 31.864
Hinsichtlich der Angabe der Jahresergebnisse wird von den Bestimmungen gemäß § 242 Abs. 2 Z 2 UGB bzw. für die Angaben zu weiteren Beteiligungen gemäß
§ 242 Abs. 2 Z 1 UGB Gebrauch gemacht.
* Direkt gehaltene Anteile
177
JAHRESABSCHLUSS | Anhang zum Jahresabschluss 2023
VI. Angaben über Organe und Arbeitnehmer
Der durchschnittliche Personalstand gliedert sich wie folgt:
2023
2022
Gehaltsempfänger 16 15
Lohnempfänger 5 6
Summe Mitarbeiter 21 21
Die Bezüge für die Mitglieder des Vorstands setzen sich wie folgt zusammen:
IN TEUR GRUNDGEHALT PENSIONS-
KASSENBEITRÄGE
ZWISCHEN-
SUMME
ERFOLGSABHÄNGIGE
VERGÜTUNG
GESAMT
2023
1.339 587 1.926 1.960 3.886
2022
1.242 714 1.956 630 2.586
Das Grundgehalt enthält auch Sachbezüge. Die erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteile beziehen sich jeweils
auf Beträge, die das Vorjahr betreffen und im laufenden Geschäftsjahr ausbezahlt werden.
Darüberhinaus wurden an den Vorstandsvorsitzenden im Rahmen seines planmäßigen Ausscheidens in 2023
Abfertigungen in Höhe von TEUR 3.937 sowie eine Urlaubsabfindung in Höhe von TEUR 66 ausbezahlt.
178
Anhang zum Jahresabschluss 2023 | JAHRESABSCHLUSS
Im Geschäftsjahr 2014 wurde dem Vorstandsvorsitzenden Ing. Gerald Grohmann für Vorstandstätigkeiten eine
jährliche Übertragung von jeweils 6.000 Stück SBO Aktien ab 2014 zugesagt. Diese Vereinbarung wurde im Jahr 2022
beendet und durch eine Anpassung der fixen und variablen Vergütungsbestandteile in zum Beendigungszeitpunkt
wertmäßig vergleichbarer Höhe ersetzt. Die diesbezüglich in 2023 und 2022 bereits ausbezahlten Beträge sind in
den in oben dargestellten Bezügen enthalten. In Zusammenhang mit der Beendigung des Programmes in 2022
wurden die auf Basis der Bewertung bei Programmstart bzw. den jeweiligen Verlängerungen bewerteten und in
Vorjahren vorgesorgten Beträge in Höhe von TEUR 1.258 für ursprünglich geplante und nicht mehr zu erfolgende
Übertragungen von Aktien von der Optionsrücklage im Vorjahr in die freien Rücklagen umgegliedert.
Weiters wurden dem Vorstandsvorsitzenden im Rahmen des Ausscheidens im Dezember 2023 im Rahmen einer
im Geschäftsjahr 2014 zugesagten freiwilligen Abfertigung 30.000 Stück SBO Aktien übertragen. Der Kurswert
zum Übertragungszeitpunkt betrug TEUR 1.241. Zum Zeitpunkt der Zusage im Jahr 2014 wurde der Wert je Aktie
mit EUR 70,00 auf Basis des Durchschnittskurses der vorhergehenden 36 Monate ermittelt. Nachdem für die
Übertragung bereits in Vorjahren vollständig vorgesorgt wurde, ergab sich für die Gesellschaft daraus sowohl in
2022 als auch in 2023 kein weiterer Aufwand. Die den Nennbetrag der Aktien übersteigende Differenz zwischen
den dafür in Vorjahren vorgesorgten Beträgen und den Anschaffungskosten der in 2023 übertragenen Aktien in
Höhe von TEUR 1.097 wurden von der Optionsrücklage in die gebundenen Kapitalrücklagen umgegliedert.
Die ausbezahlten Vergütungen an den Aufsichtsrat betrugen im Geschäftsjahr 2023 für das Geschäftsjahr 2022
TEUR 186 als pauschale Aufwandsentschädigung (Vorjahr: TEUR 170).
179
JAHRESABSCHLUSS | Anhang zum Jahresabschluss 2023
AUFSICHTSRAT:
Mag. NORBERT ZIMMERMANN
Vorsitzender seit 10.04.1995
Mag. Brigitte EDERER
Mitglied seit 23.04.2014, stellvertretende Vorsitzende
seit 24.04.2018
Mag. Dipl.-Ing. Dr. HELMUT LANGANGER
Mitglied seit 29.04.2003
Mag. Dr. WOLFRAM LITTICH
Mitglied seit 27.04 2016
Mag. SONJA ZIMMERMANN
Mitglied seit 24.04.2018
VORSTAND:
Ing. GERALD GROHMANN
Vorsitzender von 03.10.2001 bis 31.12.2023
Mag. KLAUS MADER
seit 01.10.2015
Vorsitzender seit 01.01.2024
CAMPBELL MACPHERSON
seit 01.01.2024
Ternitz, am 1. März 2024
SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Mag. KLAUS MADER CAMPBELL MACPHERSON
180
Anhang zum Jahresabschluss 2023 | JAHRESABSCHLUSS
SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft
Anlagenspiegel gemäß § 226 (1) UGB per 31.12.2023
Buchwert Buchwert
Beträge in EURO Vortrag Stand Vortrag Stand 31.12.23 31.12.22
01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023 01.01.2023 Zugänge Abgänge Zuschreibungen 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1.
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte
68.836,60 0,00 0,00 68.836,60 66.597,76 1.414,00 0,00 0,00 68.011,76 824,84 2.238,84
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 68.836,60 0,00 0,00 68.836,60 66.597,76 1.414,00 0,00 0,00 68.011,76 824,84 2.238,84
II. Sachanlagevermögen
1.
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und
Bauten, davon Grundwert EUR 3.560.935,26 (2022:
TEUR 3.560,9)
20.066.043,77 56.481,92 -401.313,58 19.721.212,11 10.846.552,41 393.497,95 -401.313,58 0,00 10.838.736,78 8.882.475,33 9.219.491,36
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 697.437,40 135.888,32 -122.089,44 711.236,28 628.586,52 33.757,15 -118.292,57 0,00 544.051,10 167.185,18 68.850,88
3. geringwertige Wirtschaftsgüter 0,00 10.701,31 -10.701,31 0,00 0,00 10.701,31 -10.701,31 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 20.763.481,17 203.071,55 -534.104,33 20.432.448,39 11.475.138,93 437.956,41 -530.307,46 0,00 11.382.787,88 9.049.660,51 9.288.342,24
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 256.169.036,73 44.902.828,17 0,00 301.071.864,90 18.965.000,00 0,00 0,00 -17.500.000,00 1.465.000,00 299.606.864,90 237.204.036,73
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 58.244.257,12 37.185.088,78 -17.900.295,36 77.529.050,54 0,00 985.993,76 0,00 0,00 985.993,76 76.543.056,78 58.244.257,12
Summe Finanzanlagen 314.413.293,85 82.087.916,95 -17.900.295,36 378.600.915,44 18.965.000,00 985.993,76 0,00 -17.500.000,00 2.450.993,76 376.149.921,68 295.448.293,85
SUMME ANLAGEVERGEN 335.245.611,62 82.290.988,50 -18.434.399,69 399.102.200,43 30.506.736,69 1.425.364,17 -530.307,46 -17.500.000,00 13.901.793,40 385.200.407,03 304.738.874,93
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
kumulierte Abschreibungen
181
LAGEBERICHT
182182
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023
183183
LAGEBERICHT | Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
1) Bericht über den Geschäftsverlauf
und die wirtschaftliche Lage
Die SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft (SBO) fungiert als konzernleitende
Holdinggesellschaft zur Steuerung und Beratung der Tochter- und Beteiligungsgesellschaften.
Finanzielle und nichtfinanzielle
Leistungsindikatoren
Wegen ihrer Holdingfunktion haben die finanziellen
Kennzahlen der SBO keine Aussagekraft für die wirt-
schaftliche Entwicklung des Konzerns. Die Beurteilung
der Vermögens- und Ertragslage des SBO-Konzerns
ist deshalb nur anhand des Konzernabschlusses
möglich.
Die UMSATZERLÖSE der SBO betrugen 2023
MEUR 9,2 (Vorjahr: MEUR 9,2). Bei den von SBO
ausgewiesenen Umsatzerlösen handelt es sich im
Wesentlichen um konzerninterne Leistungen sowie um
Erlöse aus der Vermietung von Grund- und Gebäude-
flächen in Ternitz.
Die SONSTIGEN BETRIEBLICHEN ERTRÄGE ent-
halten Erträge aus Kursdifferenzen in Höhe von
MEUR 1,5 (Vorjahr: MEUR 3,1). Die SONSTIGEN
BETRIEBLICHEN AUFWENDUNGEN enthalten Kurs-
verluste in Höhe von MEUR 2,4 (Vorjahr: MEUR 1,5).
Die Kurseffekte ergaben sich in erster Linie aus dem
gegen Jahresende 2023 schwächer werdenden USD.
Das ERGEBNIS VOR STEUERN betrug im Ge-
schäftsjahr 2023 MEUR 48,6 (Vorjahr: MEUR 34,0).
Darin enthalten sind ERTRÄGE AUS BETEILIGUN-
GEN in Höhe von MEUR 37,5 (Vorjahr: MEUR 33,4).
Die ERTRÄGE AUS DEM ABGANG VON UND DER
ZUSCHREIBUNG ZU FINANZANLAGEN in Höhe von
MEUR 18,5 resultieren mit MEUR 17,5 aus Beteili-
gungszuschreibungen sowie mit MEUR 1 aus Kursef-
fekten (im Vorjahr MEUR 0,5 Beteiligungszuschreibung
und MEUR 0,9 aus Kurseffekten). Die AUFWEN-
DUNGEN AUS FINANZANLAGEN, resultieren mit
MEUR 1,0 aus Kurseffekten (Vorjahr: MEUR 0,0).
In den Jahren 2023 und 2022 gab es keine nennens-
werten ZUGÄNGE ZU SACHANLAGEN UND IMMA-
TERIELLEN VERMÖGENSGEGENSTÄNDEN.
Die Zugänge zu Finanzanlagen betrugen
MEUR 82,1 (Vorjahr: MEUR 0,0) und betrafen mit
MEUR 44,9 Anteile an verbundenen Unternehmen
(Vorjahr: MEUR 0,0) und mit MEUR 37,2 Ausleihungen
an verbundenen Unternehmen (Vorjahr: MEUR 0,0).
Die ABGÄNGE AUS FINANZANLAGEVERMÖGEN
betrugen MEUR 17,9 und betrafen Ausleihungen an
verbundenen Unternehmen.
Die BILANZSUMME ist im Geschäftsjahr mit
MEUR 425,6 gegenüber dem Vorjahr (MEUR 413,4)
um 2,9 % gestiegen. Dies ist in erster Linie auf die
Zugänge zu Finanzanlagen in Höhe von MEUR 82,1
und um MEUR 67,9 reduzierte Guthaben bei Kredit-
instituten zurückzuführen.
Lagebericht
184
Marktumfeld des SBO-Konzerns | LAGEBERICHT
Die EIGENKAPITALQUOTE ist trotz leicht gestiegener
Bilanzsumme auf Grund des positiven Jahresergebnis-
ses auf 34,2 % gestiegen (Vorjahr: 32,1 %).
1
International Monetary Fund (IMF), World Economic Outlook Update, Jänner 2024.
Ebenso ist das LANGFRISTIG GEBUNDENE VER-
MÖGEN (überwiegend Finanzanlagen) auf 90,5 % der
Bilanzsumme gestiegen (Vorjahr: 73,7 %).
Es bestehen keine Zweigniederlassungen der SBO.
MITARBEITER
Der PERSONALSTAND der SBO zum 31. De-
zember 2023 betrug 21 Mitarbeiter (16 Gehaltsemp-
fänger und 5 Lohnempfänger). Im Vorjahr belief sich
die Mitarbeiteranzahl auf 21 (15 Gehaltsempfänger
und 6 Lohnempfänger).
Unsere Mitarbeiter sichern mit ihrem Wissen und ihrer
Kompetenz den nachhaltigen Erfolg unseres Unter-
nehmens. Wir bauen auf unsere erfahrene und gut
ausgebildete Mannschaft, die wir von der Einstellung
an begleiten und durch ihre gesamte Laufbahn bei
SBO fördern.
Unsere Branche ist von Zyklen mit Auf- und Ab-
schwüngen geprägt. In unserer Personalplanung ach-
ten wir darauf, dieses Auf und Ab bestmöglich abzu-
federn. Während wir im Abschwung aktiv Maßnahmen
setzen, um das Knowhow im Unternehmen zu halten,
bauen wir im Aufschwung unsere Mannschaft schritt-
weise aus. Ein ansprechendes Arbeitsumfeld und
attraktive Bonifikationsmodelle bringen neue Fachkräf-
te an Bord und halten unsere Experten langfristig im
Unternehmen. An unserem Standort in Ternitz haben
wir eine spezifische Lehrlingsausbildung implementiert
und bilden damit junge Menschen zu den Facharbei-
tern von morgen aus. Durch diesen Fokus auf unser
Experten-Team gewährleisten wir Top-Qualität in der
Produktion.
Marktumfeld des SBO-Konzerns
Die globale Wirtschaftsleistung stieg 2023 um 3,1 %,
nach einem Plus von 3,5 % im Jahr 2022. Diese Ent-
wicklung vollzog sich unterschiedlich über die Regio-
nen: Die Wirtschaftsleistung der Industrienationen lag
nach einem Wachstum von 2,6 % in 2022 bei 1,6 %
in 2023, jene der Schwellenländer kam auf 4,1 %,
nach einem Anstieg von 4,1 % in 2022.
1
Trotz anhaltender Herausforderungen gab es vor allem
zu Beginn des Jahres 2023 positive Entwicklungen
für das weltweite Wirtschaftswachstum. So erklärte
die WHO im Mai 2023, dass COVID-19 keine glo-
bale Gesundheitsnotlage mehr darstellte, Lieferketten
hatten sich deutlich erholt und auch Transportkos-
ten und Lieferzeiten erreichten großteils wieder ihr
Vor-Pandemie-Niveau.
Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung war jedoch
durch mehrere Faktoren belastet. Einige resultierten
aus dem Angriffskrieg Russlands in der Ukraine und
zunehmenden geopolitischen Spannungen. Andere
waren zyklischer Natur, darunter die Effekte der geld-
politischen Straffung zur Bekämpfung der Inflation so-
wie die Aufhebung fiskaler Unterstützungsmaßnahmen.
185
LAGEBERICHT | Marktumfeld des SBO-Konzerns
Unser Energiemarkt heute: Weiterhin hohe Erdöl- und Gasnachfrage
2
Evercore ISI report, Energy | Oilfield Services, Equipment & Drilling, December 2023.
3
International Energy Agency (IEA), Medium-Term Gas Report 2023. Including the Gas Market Report, Q4-2023, Oktober 2023.
4
International Energy Agency (IEA), Oil Market Report, Februar 2024.
5
Baker Hughes Rig Count.
6
Bloomberg, NG1 Natural Gas (Nymex).
7
Bloomberg, CO1 Brent Crude (ICE) and CL1 WTI Crude (Nymex).
Trotz der fortwährenden Unsicherheiten der Weltwirt-
schaft zeigten sich die Energiemärkte im Jahr 2023
robust. Diese Widerstandsfähigkeit lässt sich einer-
seits auf das gesteigerte Bewusstsein hinsichtlich
Energiesicherheit und speziell in der Oilfield-Service-
Industrie auf die wachsende Nachfrage nach Öl- und
Gasressourcen zurückführen. Andererseits wurden
die weltweiten Ausgaben für Exploration und Produk-
tion (E&P-Ausgaben) im Jahr 2023 um weitere 11 %
gesteigert.
2
Langfristige internationale und Offshore-
Projekte erhielten Auftrieb und bilden auch eine solide
Grundlage für zukünftige Branchenaktivität. Der US-
Markt blieb durch Ausgabendisziplin der Industrie und
niedrige Gaspreise belastet.
Im Jahr 2023 blieb die Erdgasnachfrage weitgehend
stabil. Der weltweite Erdgasverbrauch kam bei 4.071
Milliarden Kubikmetern (bcm) zu stehen. Die struktu-
rellen Nachfragerückgänge, die in Europa und Zentral-
amerika verzeichnet wurden, fanden einen Ausgleich
durch eine gesteigerte Nachfrage in den aufstreben-
den Märkten Asiens und des Nahen Ostens. China
allein verursachte fast die Hälfte des Anstiegs der
globalen Gasnachfrage, wobei der Energiesektor, die
industrielle Produktion und städtische Gasnetze die
Hauptverbraucher waren.
3
Die durchschnittliche globale Ölnachfrage verzeich-
nete laut der Internationalen Energieagentur (IEA) im
Jahr 2023 ein Wachstum von 2,3 Millionen Barrel pro
Tag (mb/d) oder 2,2 % auf 101,8 mb/d (2022: 99,5
mb/d), ein neuer Höchstwert.
4
Die erhöhte Nachfrage
reflektierte sich allerdings nicht durchgehend in der
Anzahl der weltweiten Bohranlagen für Öl und Gas (Rig
Count), die im Verlauf des Jahres 2023 um 5,2 % auf
1.739 Anlagen abnahm (Dezember 2022: 1.834 An-
lagen), wobei international ein Anstieg von 6,1 % auf
955 Anlagen verzeichnet wurde (Dezember 2022: 900
Anlagen). Der Rig Count in den USA hingegen fiel um
20,0 % auf 623 Anlagen (Dezember 2022: 779 An-
lagen), in Kanada stieg der Rig Count leicht um 3,9 %
auf 161 Anlagen (Dezember 2022: 155).
5
Die Energiepreise gaben im Jahr 2023 nach. Der
Gaspreis Henry Hub begann das Jahr 2023 mit
USD 4,5/MMBtu (million British thermal units), er-
reichte damit seinen Höchststand und schloss Ende
Dezember mit einem Kurs von USD 2,5/ MMBtu,
ein Minus von 44,4 % seit Jahresbeginn.
6
Die euro-
päische Rohölsorte Brent startete bei USD 85,9 pro
Barrel ins Jahr 2023, erreichte im September 2023
einen Höchststand von über USD 96,5 und lag am
letzten Handelstag bei USD 77,0, seit Jahresbeginn
eine Reduktion von 10,3 %. WTI begann das Jahr mit
USD 80,3 pro Barrel, nach einem Höchststand von
USD 93,6 sank der Kurs zu Jahresende auf einen
Preis von USD 71,6, was einem Minus von 10,8 % im
Vergleich zum Jahresbeginn entspricht.
7
186
Marktumfeld des SBO-Konzerns | LAGEBERICHT
Der Energiemarkt im Wandel
8
International Energy Agency (IEA), Renewables 2023, Jänner 2024.
9
International Monetary Fund (IMF), World Energy Outlook, Oktober 2023.
10
International Energy Agency (IEA), Renewables 2023, Jänner 2024.
11
International Monetary Fund (IMF), World Energy Outlook, Oktober 2023.
12
International Monetary Fund (IMF), World Energy Outlook, Oktober 2023.
Die weltweite Energielandschaft erlebt eine tiefgrei-
fende Veränderung im Übergang zu nachhaltigeren
Energieoptionen. Weltweit stiegen die erneuerbaren
Stromkapazitäten im Jahr 2023 auf über 500 Gigawatt
(GW), der höchste absolute Zuwachs, den es je gab.
8
Dennoch erfolgt die Transformation des Energiesys-
tems in einem anspruchsvollen makroökonomischen
und geopolitischen Kontext. Unsicherheiten bezüglich
der Widerstandsfähigkeit neuer Energieversorgungs-
ketten sowie Risiken hinsichtlich der Sicherheit und
Bezahlbarkeit im Übergang zu nachhaltigen Energie-
lösungen bleiben weiter bestehen. Grüne Energie-
projekte sahen sich 2023 in einigen Märkten mit
Herausforderungen wie Kostensteigerungen und Lie-
ferproblemen konfrontiert. Trotzdem stellen alternative
Energieträger aktuell den dynamischsten Bereich der
globalen Energieinvestitionen dar.
9
Wasserstoff
Im Jahr 2023 erhöhte sich die weltweite Wasser-
stoffproduktion um 10 %. Dieser Anstieg wurde maß-
geblich von China vorangetrieben, das für mehr als
70 % der globalen Nettoneuzugänge zwischen 2023
und 2024 verantwortlich sein soll.
10
Der Ausbau von
emissionsarmem Wasserstoff setzt sich weiter fort,
wobei Investitionen bereits im Jahr 2022 die Marke
von USD 1 Milliarde erreicht haben. Weltweit wer-
den neue Richtlinien eingeführt, um das Vertrauen in
die Technologie zu stärken. Im Mai 2023 wurde mit
einer 260-Megawatt-Anlage in China ein neuer Rekord
für die größte betriebsbereite Elektrolyseanlage aufge-
stellt. Bei erfolgreicher Umsetzung aller angekündigten
Projekte könnten bis 2030 mehr als 400 GW Elektro-
lyse-Anlagen in Betrieb sein.
11
Geothermie
Inmitten des weltweiten Übergangs zu nachhaltigen
Energiequellen eröffnet die Geothermie eine weitere
vielversprechende Perspektive, um Kohlenstoff-
emissionen zu reduzieren und die Zuverlässigkeit der
Energieversorgung zu verbessern. Dabei soll die Geo-
thermie als Grundlastquelle fungieren und sowohl zur
Strom- als auch zur Wärmeerzeugung genutzt werden.
Der Markt für die geothermische Stromerzeugung be-
findet sich in einem Aufschwung.
Im Jahr 2023 soll die Stromerzeugung 95,63 Milliar-
den Kilowattstunden (mKWh) erreicht haben. Bis 2030
soll sich die installierte Kapazität in etwa verdoppeln.
12
187
LAGEBERICHT | Geschäftsentwicklung des SBO-Konzerns
Geschäftsentwicklung des
SBO-Konzerns
SBO verzeichnete im Jahr 2023 eine ausgezeichnete
Umsatz- und Ergebnisentwicklung mit einem Allzeit-
hoch im Umsatz, nach einem bereits sehr guten Vor-
jahr. Das Unternehmen konnte das Ergebnis durch die
hervorragende Performance der AMS-Division weiter
steigern. Neben der Ertragsstärke konnte auch der
operative Cashflow verbessert werden. Die solide Bi-
lanz besticht weiterhin durch eine gute Finanzlage und
eine hohe Eigenkapitalquote.
Umsatz und Ergebnis
Der Umsatz der SBO-Gruppe stieg um 16,9 % auf ein
Rekordniveau von MEUR 585,9 (2022: MEUR 501,2).
Der Auftragseingang erreichte MEUR 543,7 dank der
anhaltend hohen Nachfrage vor allem in den interna-
tionalen Märkten (2022: MEUR 646,0). Der Auftrags-
stand lag Ende des Jahres 2023 weiterhin auf einem
hohen Niveau von MEUR 225,4 (2022: MEUR 265,0).
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibun-
gen (EBITDA) erhöhte sich auf MEUR 131,3 (2022:
MEUR 129,1). Das Betriebsergebnis EBIT konnte
SBO auf MEUR 102,3 steigern (2022: MEUR 96,2).
Aufgrund von Währungseffekten wurden die Mar-
gen im Vergleich zu 2022 negativ beeinflusst: die
EBITDA-Marge lag in 2023 bei 22,4 % (2022: 25,8 %),
die EBIT-Marge erreichte 17,5 % nach 19,2 % in 2022.
Das Finanzergebnis betrug MEUR minus 8,1 (2022:
MEUR minus 2,8), vor allem durch einen einmaligen
Aufwand von MEUR 8,6 in Zusammenhang mit der
Beilegung eines Rechtsstreits betreffend den Erwerb
von Minderheitsanteilen. Das Ergebnis vor Steuern in
Höhe von MEUR 94,2 lag leicht über dem des Vor-
jahres (2022: MEUR 93,3), das Ergebnis nach Steu-
ern kam auf MEUR 71,6 (2022: MEUR 75,2). Das
Ergebnis pro Aktie (EPS) beträgt EUR 4,55 (2022:
EUR 4,78).
Segmentergebnisse
Das Geschäft der SBO-Gruppe gliedert sich in die
beiden Segmente „Advanced Manufacturing & Ser-
vices“ (AMS) und „Oilfield Equipment“ (OE). Der Um-
satz im AMS-Segment stieg kräftig auf MEUR 328,7
(2022: MEUR 248,7). Das Betriebsergebnis (EBIT)
verbesserte sich aufgrund des hohen Umsatzes und
der gesteigerten Produktivität dank hoher Kapazitäts-
auslastung auf MEUR 80,3 (2022: MEUR 48,3). Die
OE-Division verzeichnete insgesamt solide Ergebnisse
trotz einer Reduktion der Bohr- und Komplettierungs-
aktivitäten im US-Markt im Jahr 2023. Der Umsatz
stieg leicht auf MEUR 257,2 (2022: MEUR 252,6),
nach einem starken Finish zum Jahresende. Das Be-
triebsergebnis (EBIT) der OE-Division von MEUR 31,5
und 12,2 % vom Umsatz lag unter dem des Vorjahres
(2022: MEUR 50,1; 19,9 %).
188
Geschäftsentwicklung des SBO-Konzerns | LAGEBERICHT
Bilanzkennzahlen und Cashflow
Das Eigenkapital der SBO-Gruppe belief sich zum
31. Dezember 2023 auf MEUR 448,0 (2022:
MEUR 425,0). Durch die reduzierten kurzfristigen
sonstigen Verbindlichkeiten erhöhte sich die Eigenka-
pitalquote auf 53,6 % zum Jahresende 2023 im Ver
-
gleich zu 47,1 % im Vorjahr. Der Bestand an liquiden
Mitteln kam auf MEUR 162,4 (2022: MEUR 287,8),
nach einmaligen Kapitalabflüssen für die Akquisition
der Praxis Completion Technology von MEUR 21,7
und für den Erwerb von Minderheitsanteilen von
MEUR 119,0 nach der Beilegung eines Rechtsstreits.
Die Nettoverschuldung lag bei MEUR 92,3 (2022:
Nettoliquidität von MEUR 34,5), das Gearing hielt bei
20,6 % (2022: minus 8,1 %).
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätig-
keit (operativer Cashflow) konnte sich im Vergleich
zum Vorjahr um MEUR 34,1 steigern und betrug
MEUR 86,5 (2022: MEUR 52,4), vor allem dank eines
reduzierten Wachstums an Umlaufvermögen und eines
etwas höheren Cashflows aus dem Ergebnis. Die In-
vestitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle
Vermögenswerte (CAPEX) stiegen auf MEUR 37,5
(2022: MEUR 31,0). Am 31. Dezember 2023 betrug
das Bestellobligo für Sachanlagen MEUR 9,7 (2022:
MEUR 5,6).
Dividendenvorschlag
Der Vorstand wird der Hauptversammlung am
25. April 2024 vorschlagen, für das Geschäfts-
jahr 2023 eine Dividende von EUR 2,00 pro Aktie aus-
zuschütten (2022: EUR 2,00 pro Aktie).
189
LAGEBERICHT | Ausblick des SBO-Konzerns
2) Bericht über die voraussichtliche
Entwicklung und die Risiken des
Unternehmens
Ausblick des SBO-Konzerns
13
International Monetary Fund (IMF), World Economic Outlook Update, Jänner 2024.
14
International Monetary Fund (IMF), World Energy Outlook, Oktober 2023.
Nach einem globalen Anstieg der Wirtschaftsleistung
um 3,1 % im Jahr 2023 wird für das Jahr 2024 ein
gleichbleibendes weltweites Wirtschaftswachstum von
3,1 % prognostiziert. Die Wirtschaft der Industriestaa-
ten soll dabei um 1,5 % wachsen, nach einem Anstieg
von 1,6 % in 2023. Für das Wirtschaftswachstum in
den Schwellen- und Entwicklungsländern erwartet der
IWF für 2024 einen Anstieg um 4,1 %, ähnlich wie im
Vorjahr (2023: 4,1%).
13
Die Entwicklung des Energiemarkts bringt viele Chancen mit sich
Der weltweite Gesamtenergiebedarf soll laut aktuellen
Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) im
Stated Policy Scenario (STEPS-Szenario) von etwa
630 Exajoule (EJ) im Jahr 2022 auf 670 EJ bis 2030
steigen. Dies entspricht einer durchschnittlichen jähr-
lichen Wachstumsrate von 0,7 %. In den Schwellen-
und Entwicklungsländern soll die Nachfrage getrieben
von wirtschaftlichem Wachstum stark ansteigen,
während der Bedarf in den Industrieländern zurück-
geht. Fossile Brennstoffe, die aktuell etwa 80 % des
Gesamtenergiebedarfs abdecken, werden weiterhin
eine wichtige Rolle spielen, wobei der Kohleanteil stark
abnehmen wird. Der Erdölanteil wird bis 2030 auf an-
haltend hohem Niveau erwartet, die Nachfrage nach
Erdgas sollte sogar weiter zunehmen, vorangetrieben
durch den erwarteten Ausbau der LNG-Produktions-
stätten, welche benötigt werden, um die Umstellung
der Industrie von Kohle auf Gas in China zu beschleu-
nigen und um süd- und südostasiatische Länder in
ihrem Wirtschaftswachstum zu unterstützen.
14
Gleichzeitig werden Technologien für erneuerbare
Energieträger immer wichtiger, um die wachsende
Nachfrage nach Energie abzudecken. Wasserstoff,
Carbon Capture & Storage und Geothermie nehmen
hierbei eine maßgebliche Position ein, was für die
SBO-Gruppe wesentliches Geschäftspotenzial birgt.
190
Ausblick des SBO-Konzerns | LAGEBERICHT
Wasserstoff
Bei der Umsetzung der EU-Ziele, bis 2030 die Pro-
duktion von 10 Millionen Tonnen erneuerbarem Was-
serstoff zu erreichen, spielt die EU Wasserstoffbank,
die mit einem milliardenschweren Fördertopf dotiert ist,
eine zentrale Rolle. Volkswirtschaften wie Australien
und Lateinamerika verfolgen ebenfalls neue industrielle
Ansätze, bei denen emissionsarme Wasserstofftech-
nologien eine wichtige Stellung einnehmen.
15
Die Pipe-
line an Projekten enthält über 400 GW neuer Elektro-
lysekapazitäten für Wasserstoff, die bis 2030 operativ
sein sollen.
16
Geothermie
Auch der Ausbau der Geothermie ist im Energiemix
von entscheidender Bedeutung, da sie eine stetige
und kontinuierliche Energiequelle bietet, unabhängig
von Witterungsbedingungen oder Tageszeiten. Die
USA, Indonesien, die Philippinen und die Türkei sind
derzeit für etwa 60 % der Gesamtinstallationskapazität
verantwortlich. Aktuellen Prognosen zufolge soll die in-
stallierte Kapazität für die geothermische Stromerzeu-
gung im Jahr 2024 99,73 Milliarden Kilowattstunden
(KWh) betragen.
17
Carbon Capture & Storage (CCS)
Im Bereich Carbon Capture and Storage (CCS) nimmt
die Zahl der Projekte weltweit rasant zu. Das Investi-
tionsvolumen im Jahr 2022 erreichte USD 3 Milliarden
mit sehr positiven Wachstumserwartungen für die
15
International Energy Agency (IEA), Global Hydrogen Review 2023, September 2023.
16
International Monetary Fund (IMF), World Energy Outlook, Oktober 2023.
17
Statista, Geothermie weltweit, Jänner 2024.
18
International Monetary Fund (IMF), World Energy Outlook, Oktober 2023.
19
International Energy Agency (IEA), Medium-Term Gas Report 2023. Including the Gas Market Report, Q4-2023, Oktober 2023.
20
International Energy Agency (IEA), Oil Market Report, Februar 2024.
21
International Energy Agency (IEA), Medium-Term Gas Report 2023. Including the Gas Market Report, Q4-2023, Oktober 2023.
22
Evercore ISI report, Energy | Oilfield Services, Equipment & Drilling, December 2023.
Zukunft. Allein in den USA wurden durch großzügige
Steueranreize und Finanzierungsprogramme mehr
als 100 neue Projekte angekündigt. Auch in anderen
Ländern wie Kanada und China gibt es nennenswer-
ten Fortschritt mit Investitionen in Großprojekte sowie
wichtige regulatorische Schritte zur Förderung von
CCS-Anwendungen in Kanada, Dänemark, Indone-
sien, Japan und Malaysien. In Summe rechnet man
mit über 400 Mt CO
2
Speicherkapazität, die bis 2030
operativ sein wird.
18
Erdgas und Erdöl
Auch für Öl und Gas sind die erwarteten Marktdaten
überzeugend. Die IEA rechnet für das Jahr 2024 mit
einem steigenden Gas- und Ölbedarf: So soll die
Nachfrage nach Gas um 64 Milliarden Kubikmeter
(bcm) auf 4.135 bcm steigen
19
, jene nach Öl um 1,2
Millionen Barrel pro Tag (mb/d) auf einen neuen Re-
kordwert von 103,0 mb/d.
20
Durch den Ausbau der
LNG-Verflüssigungskapazitäten in den Jahren 2025-
2026 wird ein robustes LNG-Angebot erwartet, was
den Druck auf den Markt mildern und die Nachfrage in
den aufstrebenden asiatischen Märkten ankurbeln soll-
te. Das weltweite LNG-Angebot wird zwischen 2022
und 2026 um voraussichtlich 25 % steigen.
21
Im Jahr 2024 rechnet man mit einem Anstieg der
Ausgaben für Exploration und Produktion (E&P) von
insgesamt 5 % auf USD 515 Milliarden, nach einem
Wachstum von 11 % im Jahr 2023. Die internationa-
len Aktivitäten sollen 2024 mit 10 % zunehmen, die
Wachstumsrate in den USA wird mit 2 % prognosti-
ziert.
22
191
LAGEBERICHT | Ausblick des SBO-Konzerns
Positiver Unternehmensausblick
Basierend auf diesen erwarteten positiven Marktent-
wicklungen bleibt SBO im Hinblick auf den Öl- und
Gassektor zuversichtlich. Die zu Grunde liegenden
Fundamentaldaten des Marktes unterstützen eine
nachhaltige, mehrjährige Zunahme der weltweiten
Investitionen in Exploration und Produktion. Die In-
dustrie und unsere Kunden blicken optimistisch in
das Jahr 2024, getragen von dem anhaltenden Be-
dürfnis nach Energiesicherheit und den erhöhten In-
vestitionen vor allem in internationalen Märkten und in
Offshore-Projekten.
Zeitgleich wird ein weiterer dynamischer Anstieg im
Bereich der alternativen Energieträger prognostiziert.
Dies stellt für die SBO-Gruppe das größte mittel- und
langfristige Wachstumspotential dar.
Trotz der aktuell positiven Einschätzung der zukünftigen
Marktentwicklung werden wirtschaftliche Prognosen
und Unsicherheiten sowie geopolitische Risiken immer
mit Vorsicht und strategischem Weitblick beobachtet.
Für das Jahr 2024 ist SBO zuversichtlich dank gut
gefüllter Auftragsbücher, der Integration der Praxis-Ak-
quisition sowie neuer Produktinnovationen. Mit Fokus
auf die wachsenden Märkte im Nahen Osten und in
Asien werden die Kapazitäten während des Jahres
weiter ausgebaut und die lokale Präsenz verstärkt, um
Wachstumschancen optimal zu nutzen.
Zum Aufbau des neuen Geschäftsbereichs im Green
Tech Energy-Sektor arbeitet SBO mit hohem Elan an
Initiativen für organisches Wachstum sowie strategi-
schen Investitionen außerhalb des bestehenden Kern-
geschäfts. Einerseits wird die Weiterentwicklung des
vorhandenen Produktportfolios vorangetrieben, um
neue Märkte, vor allem in der Geothermie und im Be-
reich des Carbon Capture & Storage zu erschließen.
Anderseits plant SBO Unternehmenszukäufe, um in
neue Technologie-Bereiche vorzustoßen und am pro-
gnostizierten Marktwachstum alternativer Energieträger
teilzuhaben.
Risikomanagement
Die SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIP-
MENT Aktiengesellschaft fungiert als strategische
Managementholding für ihre Tochtergesellschaften. Ein
wesentliches Aufgabengebiet der Holding ist, sich mit
den strategischen und operativen Risiken auseinander
zu setzen und rechtzeitig Maßnahmen zur Optimierung
dieser Risiken zu setzen. Ein konzernweites Reporting-
System unterstützt den Vorstand der SBO AG beim
laufenden Monitoring des operativen Geschäftes und
damit der Einschätzung operativer Risiken der Toch-
tergesellschaften. Die strategischen Risiken werden
in Zusammenhang mit der jährlichen Erstellung der
Mittelfristplanung zwischen dem Vorstand der SBO AG
und den Geschäftsführern der Tochtergesellschaften
erörtert und bewertet.
192
Ausblick des SBO-Konzerns | LAGEBERICHT
Finanzinstrumente
Die Ausleihungen wurden nur an verbundene
Unternehmungen gewährt und sind fix verzinst.
Diese lauten auf USD und unterliegen daher
Fremdwährungsschwankungen.
Die liquiden Mittel bestehen aus Guthaben bei öster-
reichischen Banken mit marktkonformer Verzinsung.
Der Großteil der zum Bilanzstichtag bestehenden lang-
fristigen Bankverbindlichkeiten wird fix verzinst und
unterliegt daher keinem Zinsänderungsrisiko.
Aufgrund der derzeitig konzernweit verfügbaren liqui-
den Mittel bestehen aus heutiger Sicht keine signifi-
kanten Liquiditätsrisiken.
Die Gesellschaft verwendet keine derivativen
Finanzinstrumente.
193
LAGEBERICHT | Ausblick des SBO-Konzerns
3) Bericht über die Forschung und
Entwicklung im SBO-Konzern
Hoch-innovative Technologie sichert unsere Marktführerschaft
Der Grundstein zum Erfolg der SBO-Gruppe liegt seit
Jahren in intensiver, marktorientierter Forschung und
Entwicklung (F&E). Stets am Puls der Zeit, ist unser
innovatives Produktportfolio am Energiemarkt sehr ge-
fragt und sichert und verstärkt dadurch unsere markt-
führende Position. Unsere hoch-innovativen Produkte
sind weltweit anerkannt und die hervorragende Quali-
tät unserer Fertigung ist ein angesehenes Differenzie-
rungsmerkmal im Markt.
Ein Beispiel unserer aktuellen Forschungs- und Ent-
wicklungsarbeit ist der 3D-Druck von hochlegier-
ten Metallen (DMLS). SBO baut seine additiven
Fertigungsmöglichkeiten kontinuierlich aus und hat
das Produktportfolio im 3D-Druck mittlerweile auf
verschiedenste Metalle erfolgreich erweitert (Inconel,
Kupfer, Titan, und andere). Damit haben wir ein brei-
teres Spektrum für die kundenorientierte Fertigung von
Bauteilen geschaffen. Unser Fokus liegt dabei auf der
Herstellung von Bauteilen mit geringen Wandstärken,
komplexen Geometrien und großen Überhängen. Dar-
über hinaus können wir alle gedruckten Schichten mit
einer integrierten Qualitätskontrollsoftware einzeln auf
Fehler überprüfen, was ein äußerst hohes Qualitäts-
niveau gewährleistet.
Im Bereich der Bohrwerkzeuge investieren wir in die
Steigerung der Performance und der Anwendungs-
möglichkeiten unserer Tools. Dazu gehören vor allem
die Integration von Kommunikationssystemen, welche
die Wirtschaftlichkeit des Bohrbetriebs erheblich ver-
bessern. Diese Systeme ermöglichen effizientes, kos-
tengünstiges Bohren, da sie Informationen real-time
zur Verfügung stellen, wodurch rasche Entscheidun-
gen während des Bohrens getroffen werden können.
Auch im Bereich der Bohrlochkomplettierungslösun-
gen gibt es innovative Weiterentwicklungen unseres
Produktportfolios. Dissolvable Plugs sind eine wich-
tige Ergänzung unserer Produktpalette, und werden
stetig weiterentwickelt. Unser Baby Boss Plug (by
WellBoss) hat sich in den vergangenen Jahren bereits
stark auf dem Markt etabliert. Im Jahr 2024 werden wir
einen weiteren, Dissolvable HPHT Frac Plug auf den
Markt bringen.
Für den Geothermiemarkt werden einige unserer
erfolgreichen Bohrmotoren, Rotary Steerable Tools,
Circulation Tools und auch Plugs weiterentwickelt. So
werden zum Beispiel bestehende Bohrmotoren und
Circulation Tools durch Materialadaption für die An-
wendung bei den hohen Temperaturen der Geother-
mie-Bohrungen (bis zu 300°C) angepasst. Außerdem
arbeiten wir an der Weiterentwicklung unseres Plug-
Portfolios, um die Plugs auf die Besonderheiten der
Geothermiebohrlöcher abzustimmen.
Ein weiteres Beispiel für Forschungs- und Entwick-
lungsinitiativen zum Zweck der Diversifikation unseres
Geschäfts ist die Adaption des Packerportfolios der
2023 akquirierten Praxis Completion Technology. Hier
investieren wir aktiv in die Anpassung von Packern
für die Verwendung in Carbon Capture & Storage
Anwendungen.
Wir sind stolz auf unsere branchenführenden Kompe-
tenzen in der Technologieentwicklung und Fertigung
sowie auf die moderne Ausstattung unserer Betrieb-
stätten, die nicht nur hoch-innovatives Equipment
hervorbringen, sondern auch den höchsten Qualitäts-
anforderungen unserer Kunden gerecht werden.
194
Ausblick des SBO-Konzerns | LAGEBERICHT
4) Berichterstattung über wesentliche
Merkmale des internen Kontroll
-
systems und des Risikomanage-
mentsystems im Hinblick auf den
Rechnungslegungsprozess
Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement
der SBO-Gruppe liegt beim Vorstand, während die
unmittelbare Verantwortung bei den Geschäftsführern
der operativen Einheiten liegt. Demzufolge hat das
interne laufende Berichtswesen an die Konzernzentrale
besonders hohe Bedeutung, um Risiken frühzeitig er
-
kennen und Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.
Dies erfolgt durch eine zeitnahe monatliche Bericht-
erstattung über die notwendigen Informationen von
den operativen Einheiten an den Vorstand.
Für die Tochterunternehmen wurden vom Konzern
weltweit einheitliche Standards für die Umsetzung und
Dokumentation des gesamten internen Kontrollsys-
tems und damit vor allem auch für den Rechnungs-
legungsprozess vorgegeben. Dadurch sollen jene
Risiken vermieden werden, die zu einer unvollständi-
gen oder fehlerhaften Finanzberichterstattung führen
können.
Weiters werden die von den Tochtergesellschaften
erstellten internen Berichte in der Konzernzentrale
auf Plausibilität geprüft und mit Planungsrechnungen
verglichen, um bei Abweichungen geeignete Maßnah-
men setzen zu können. Hierzu werden von den Ge-
sellschaften Jahresbudgets und Mittelfristplanungen
angefordert, welche vom Vorstand genehmigt werden
müssen. Weiters wird die Liquiditätsplanung der Ge-
sellschaften laufend überwacht und mit den Holding-
vorgaben abgestimmt.
Die Ordnungsmäßigkeit des Rechnungswesens bei
den Tochtergesellschaften wird durch Prüfungstätig-
keiten des Konzerncontrollings überwacht. Weiters
werden die Jahresabschlüsse aller wesentlichen ope-
rativen Gesellschaften durch internationale Prüfungs-
gesellschaften geprüft. Im Zuge von regelmäßigen
Meetings des Vorstandes mit den lokalen Geschäfts-
führungen werden die laufende Geschäftsentwicklung
sowie absehbare Chancen und Risiken besprochen.
Für die Erstellung des Konzernabschlusses bestehen
in Ergänzung zu den Internationalen Rechnungs-
legungsvorschriften konzerninterne Richtlinien, um
eine einheitliche Darstellung bei den berichtenden
Gesellschaften zu gewährleisten (Bewertungs- und
Ausweisfragen). Für die automationsunterstützte Auf-
stellung des Konzernabschlusses wird ein zertifiziertes
Konsolidierungs-Programm verwendet.
Die für den Konzern dargestellten Merkmale des inter-
nen Kontrollsystems und des Risikomanagementsys-
tems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
sind auch uneingeschränkt für die Holdinggesellschaft
anwendbar. Für das Rechnungswesen der Holdingge-
sellschaft sind ebenfalls anerkannte Standardprogram-
me im Einsatz.
195
LAGEBERICHT | Ausblick des SBO-Konzerns
5) Angaben zu Kapital-, Anteils-,
Stimm- und Kontrollrechten und
damit verbundenen Verpflichtungen
Das Grundkapital der Gesellschaft betrug zum
31. Dezember 2023 wie auch zum 31. De-
zember 2022 EUR 16 Millionen und ist zerlegt in 16
Millionen Stück Nennbetragsaktien zum Nennbetrag
von je EUR 1,00.
In der Hauptversammlung vom 23. April 2019 wurde
der Vorstand für die Dauer von 5 Jahren ermächtigt,
mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital
um bis zu TEUR 1.600 durch Ausgabe neuer Ak-
tien zu erhöhen. In den Hauptversammlungen vom
23. April 2020 sowie vom 28. April 2022 wurde der
Vorstand für die Dauer von jeweils 30 Monaten er-
mächtigt, eigene Aktien der Gesellschaft bis zu ma-
ximal 10 % des Grundkapitals zu erwerben. 2023 hat
die Gesellschaft so wie im Vorjahr von der Ermächti-
gung zum Erwerb eigener Aktien keinen Gebrauch
gemacht.
Zum Bilanzstichtag 2023 hält die Gesellschaft
240.535 Stück eigene Aktien (Vorjahr: 270.535
Stück). Dies entspricht einem Anteil von 1,50 % (Vor-
jahr: 1,69 %) am Grundkapital mit einem Anschaf-
fungswert von TEUR 7.798 (Vorjahr TEUR 8.771). Die
Anzahl der zum 31. Dezember 2023 im Umlauf befind-
lichen Aktien beträgt somit 15.759.465 Stück (Vorjahr:
15.729.465 Stück).
Zum 31. Dezember 2023 hält die Berndorf Industrie-
holding AG, Wien, rund 33,4 % vom Grundkapital
(Vorjahr: rund 33,4 %).
Darüber hinaus bestehen keine weiteren angabepflich-
tigen Sachverhalte gemäß § 243a UGB.
Ternitz, 1. März 2024
SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Mag. Klaus Mader Campbell MacPherson
196
BESTÄTIGUNGSVERMERK
BESTÄTIGUNGSVERMERK
Bericht zum Jahresabschluss
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Jahresabschluss der SCHOELLER-
BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesell-
schaft, Ternitz, bestehend aus der Bilanz zum 31. De-
zember 2023, der Gewinn- und Verlustrechnung für
das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und
dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresab-
schluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt
ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und
Finanzlage zum 31. Dezember 2023 sowie der Er-
tragslage der Gesellschaft für das an diesem Stich-
tag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung
mit den österreichischen unternehmensrechtlichen
Vorschriften.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Überein-
stimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im
Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen
Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung
durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwen-
dung der International Standards on Auditing (ISA).
Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften
und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten
des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahres-
abschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weiter-
gehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft
unabhängig in Übereinstimmung mit den österrei-
chischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vor-
schriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen
Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderun-
gen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns
erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses
Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet
sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu
diesem Datum zu dienen.
Bestätigungsvermerk
197197
BESTÄTIGUNGSVERMERK
BESONDERS WICHTIGE
PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche
Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Er-
messen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des
Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren.
Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit
unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes
und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu
berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prü-
fungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Bewertung von Anteilen an verbundenen Unter-
nehmen sowie Ausleihungen an verbundene
Unternehmen
Siehe Anhang „II. Bilanzierungs- und Bewertungs-
methoden“ sowie „1. Erläuterungen zur Bilanz“ im
Abschnitt „III. Erläuterungen zu den Posten der Bilanz
und der Gewinn- und Verlustrechnung“
Das Risiko für den Abschlus
Die SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIP-
MENT Aktiengesellschaft weist im Jahresabschluss
zum 31. Dezember 2023 Anteile an verbundenen
Unternehmen in Höhe von TEUR 299.607 sowie Aus-
leihungen gegenüber verbundenen Unternehmen in
Höhe von TEUR 76.543 aus. Im Geschäftsjahr erfolg-
te eine Wertaufholung der Anteile an der Foxano AG
in Höhe von TEUR 17.500.
Im Rahmen der Aufstellung des Jahresabschlusses
werden Anteile an verbundenen Unternehmen so-
wie Ausleihungen an verbundene Unternehmen von
der Gesellschaft einer Werthaltigkeitsüberprüfung
unterzogen. Hierbei beurteilt die Gesellschaft, ob
Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen bei-
zulegenden Wert und damit für außerplanmäßige Ab-
schreibungen vorliegen. Für jene Finanzanlagen, die
in den Vorjahren außerplanmäßig abgeschrieben wur-
den, wird überprüft, ob die Gründe für die Abschrei-
bung weggefallen sind und somit eine Zuschreibung
erforderlich ist. Im Anlassfall wird eine Bewertung
auf Basis von diskontierten Netto-Zahlungsmittel-
zuflüssen, die im Wesentlichen von zukünftigen Um-
satz- und Margenerwartungen abhängig sind, sowie
auf Basis von abgeleiteten Diskontierungszinssätzen
ermittelt.
Die Bewertung von Anteilen an verbundenen Unter-
nehmen sowie Ausleihungen gegenüber verbundenen
Unternehmen stellen aus unserer Sicht einen be-
sonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar, da hierfür
Annahmen und Schätzungen, wie zukünftige Einzah-
lungsüberschüsse oder die Festlegung von Diskontie-
rungszinssätzen, notwendig sind.
Für den Jahresabschluss besteht das Risiko, dass
nicht angemessene Schätzungen eine wesentliche
Auswirkung auf den beizulegenden Wert der Anteile
an verbundenen Unternehmen sowie Ausleihungen
an verbundene Unternehmen und damit auf deren
Bewertung und das Finanzergebnis in der Gewinn-
und Verlustrechnung haben können.
198198
BESTÄTIGUNGSVERMERK
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Bewertung der Anteile an verbundenen
Unternehmen sowie der Ausleihungen gegenüber ver-
bundenen Unternehmen wie folgt beurteilt:
Zur Beurteilung der Angemessenheit der zu-
grunde gelegten internen Planungen haben wir
uns ein Verständnis über den Planungsprozess
verschafft, die Annahmen über Wachstumsraten
und operative Ergebnisse in Gesprächen mit den
zuständigen leitenden Personen im Unterneh-
men erörtert und die der Bewertung zugrunde
gelegten Planungsdaten mit den aktuellen, vom
Aufsichtsrat genehmigten, Budgetzahlen sowie
der vom Vorstand freigegebenen Mittelfristpla-
nung, abgeglichen.
Zur Beurteilung der Planungstreue haben wir die
im Geschäftsjahr tatsächlich eingetretenen Zah-
lungsmittelströme in Stichproben mit den Pla-
nungszahlen der Vorperioden verglichen. Dabei
beobachtete Abweichungen haben wir mit dem
Management besprochen.
Unsere Bewertungsspezialisten haben die Me-
thodik der durchgeführten Bewertungsmodelle
nachvollzogen und beurteilt, ob diese den ent-
sprechenden Standards entsprechen. Die zur
Festlegung der Kapitalkostensätze herangezoge-
nen Annahmen haben unsere Bewertungsspe-
zialisten mit markt- und branchenspezifischen
Richtwerten abgeglichen und die rechnerische
Richtigkeit des Bewertungsmodells überprüft.
SONSTIGER SACHVERHALT
Der Jahresabschluss der SCHOELLER-BLECKMANN
OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft für das am
31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr wurde
von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der am
28. Februar 2023 ein uneingeschränktes Prüfungs-
urteil zu diesem Abschluss abgegeben hat.
SONSTIGE INFORMATIONEN
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Infor-
mationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen
umfassen alle Informationen im Jahresfinanzbericht,
ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebe-
richt und den Bestätigungsvermerk. Der Jahresfinanz-
bericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des
Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt
sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir
werden keine Art der Zusicherung darauf geben.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahres-
abschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese
sonstigen Informationen zu lesen, sobald sie vorhan-
den sind, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen
Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jah-
resabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung
erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig
falsch dargestellt erscheinen.
199199
BESTÄTIGUNGSVERMERK
VERANTWORTLICHKEITEN DER
GESETZLICHEN VERTRETER UND DES
PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN
JAHRESABSCHLUSS
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die
Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass
dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst
getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertrags-
lage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die
gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf-
grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind
die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich,
die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte
im Zusammenhang mit der Fortführung der Unter-
nehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben,
sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden,
es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen,
entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die
Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine
realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Gesellschaft.
VERANTWORTLICHKEITEN DES
ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG
DES JAHRESABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu
erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von
wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Be-
stätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil
beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß
an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österrei-
chischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschluss-
prüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durch-
geführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche
Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt.
Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlun-
gen oder Irrtümern resultieren und werden als wesent-
lich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insge-
samt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses
getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nut-
zern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung
mit der AP-VO und mit den österreichischen Grund-
sätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die
Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der
gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermes-
sen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
200200
BESTÄTIGUNGSVERMERK
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken
wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Ab-
schluss, planen Prüfungshandlungen als Re-
aktion auf diese Risiken, führen sie durch und
erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend
und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus
dolosen Handlungen resultierende wesentliche
falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden,
ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da
dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken,
Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten,
irreführende Darstellungen oder das Außerkraft-
setzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die
Abschlussprüfung relevanten internen Kontroll-
system, um Prüfungshandlungen zu planen, die
unter den gegebenen Umständen angemessen
sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil
zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems
der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den
gesetzlichen Vertretern angewandten Rech-
nungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit
der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten
geschätzten Werte in der Rechnungslegung und
damit zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die An-
gemessenheit der Anwendung des Rech-
nungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen
Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten
Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsi-
cherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel
an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung
der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.
Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine
wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir ver-
pflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf
die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss
aufmerksam zu machen oder, falls diese Anga-
ben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil
zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schluss-
folgerungen auf der Grundlage der bis zum
Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder
Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der
Gesellschaft von der Fortführung der Unterneh-
menstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Auf-
bau und den Inhalt des Jahresabschlusses
einschließlich der Angaben sowie ob der Jahres-
abschluss die zugrunde liegenden Geschäfts-
vorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt,
dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
201201
BESTÄTIGUNGSVERMERK
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss
unter anderem über den geplanten Umfang und
die geplante zeitliche Einteilung der Abschluss-
prüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfest-
stellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer
Mängel im internen Kontrollsystem, die wir wäh-
rend unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine
Erklärung ab, dass wir die relevanten berufli-
chen Verhaltensanforderungen zur Unabhängig-
keit eingehalten haben und uns mit ihm über
alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte
austauschen, von denen vernünftigerweise an-
genommen werden kann, dass sie sich auf
unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig
– damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen
auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über
die wir uns mit dem Prüfungsausschuss aus-
getauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die
am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahres-
abschlusses des Geschäftsjahres waren und
daher die besonders wichtigen Prüfungssachver-
halte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte
in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn,
Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schlie-
ßen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus
oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen,
dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestäti-
gungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil ver-
nünftigerweise erwartet wird, dass die negativen
Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für
das öffentliche Interesse übersteigen würden.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE
RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prü-
fen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht
und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforde-
rungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die
Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung
mit den österreichischen unternehmensrechtlichen
Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit
den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts
durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach
den geltenden rechtlichen Anforderungen auf-
gestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zu-
treffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem
Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlus-
ses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen
Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld
haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben
im Lagebericht festgestellt.
202202
BESTÄTIGUNGSVERMERK
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL
10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am
27. April 2023 als Abschlussprüfer gewählt und am
15. Mai 2023 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprü-
fung der Gesellschaft für das am 31. Dezember 2023
endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Jahresab-
schluss zum 31. Dezember 2023 Abschlussprüfer
der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt
„Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen
Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11
der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprü-
fungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht
haben und dass wir bei der Durchführung der Ab-
schlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der ge-
prüften Gesellschaft gewahrt haben.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHE
WIRTSCHAFTSPRÜFERIN
Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche
Wirtschaftsprüferin ist Frau Mag. Heidi Schachinger.
Wien, 4. März 2024
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Heidi Schachinger
Wirtschaftsprüferin
203203
Corporate Governance Bericht
„Seit 2005 bekennen wir uns zum Österreichischen Corporate Governance
Kodex und setzen dessen Regeln konsequent um. Damit tragen wir zur Stärkung
des Vertrauens in österreichische Unternehmen und den österreichischen
Kapitalmarkt bei.“
CORPORATE GOVERNANCE
BERICHT
Die SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT
Aktiengesellschaft (SBO) verpflichtet sich seit 2005 zur
Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance
Kodex und setzt dessen Regeln konsequent um. Der
Österreichische Corporate Governance Kodex ist ein Re-
gelwerk, das internationalen Standards für die verantwor-
tungsvolle Führung und Überwachung von Unternehmen
entspricht. Mit der Einhaltung des Österreichischen Cor-
porate Governance Kodex leistet die SBO einen Beitrag
zur Stärkung des Vertrauens in österreichische Unterneh-
men und den österreichischen Kapitalmarkt.
Der Österreichische Corporate Governance Kodex
in der für diesen Bericht maßgeblichen Fassung vom
Jänner 2023 ist auf der Website des Österreichischen
Arbeitskreises für Corporate Governance unter www.
corporate-governance.at zugänglich.
CORPORATE GOVERNANCE
Corporate Go-
vernance Bericht
204
Corporate Governance Bericht
Die SBO hält sich an den Österreichischen Corporate
Governance Kodex. Die Regeln des Kodex sind in drei
Kategorien eingeteilt:
Erstens: L-Regeln (Legal Requirements):
Sie beschreiben zwingende Rechtsvorschriften, die
per Gesetz eingehalten werden müssen.
Zweitens: C-Regeln (Comply or Explain):
Diese Kategorie enthält international übliche
Bestimmungen; die Nichteinhaltung muss erklärt
werden.
Drittens: R-Regeln (Recommendation):
Bei diesen Regeln handelt es sich lediglich um Emp-
fehlungen, deren Nichtumsetzung weder offengelegt
noch erklärt werden muss.
Die SBO erfüllt die zwingenden gesetzlichen Vorschriften
(L-Regeln) vollständig und hält sich an die C-Regeln
(Comply). Der Offenlegungspflicht gemäß den L-Regeln
29a und 50 in Bezug auf die Vergütung der Mitglieder
des Vorstandes und des Aufsichtsrates wird im Vergü
-
tungsbericht entsprochen.
Für das Geschäftsjahr 2023 hatte die SBO sowohl einen
konsolidierten als auch einen nicht konsolidierten Corpo-
rate Governance Bericht zu erstellen. Gemäß § 267b in
Verbindung mit § 251 Abs. 3 UGB können diese Berichte
zu einem Bericht zusammengefasst werden. Der vor-
liegende Bericht enthält daher die gemäß § 243c UGB
geforderten Angaben sowohl für die Muttergesellschaft
(SBO) als auch für die in die Konsolidierung einbezoge-
nen Tochtergesellschaften der SBO. Das Diversitätskon-
zept gemäß § 243c Abs. 2 Z 3 UGB ist im Unterkapitel
„Diversitätskonzept“ beschrieben.
Der Vorstand
Die Geschäftsordnung für den Vorstand regelt die Zu-
sammensetzung und Arbeitsweise des Vorstandes, die
Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat,
das Vorgehen bei Interessenkonflikten, die Informati
-
ons- und Berichtspflichten des Vorstandes sowie die
Zustimmungserfordernisse des Aufsichtsrates, die sich
auch auf wesentliche Geschäftsfälle der wichtigsten
Tochtergesellschaften erstrecken. Der Vorstand besteht
aus zwei Mitgliedern, deren Aufgabenverteilung wie unten
beschrieben geregelt ist. Grundlegende Entscheidungen
fallen in die Zuständigkeit des Gesamtvorstandes. Dazu
gehören insbesondere die Festlegung der Unterneh-
mensziele und die Definition der Unternehmensstrategie.
Bei der Entwicklung und Umsetzung der Unternehmens-
strategie berücksichtigt der Vorstand Aspekte der Nach-
haltigkeit und damit verbundene Chancen und Risiken in
den Bereichen Umwelt, soziale Belange und Corporate
Governance.
Der Vorstand trifft sich regelmäßig zur gegenseitigen In-
formation und Beschlussfassung. Die Vorstandsmitglieder
sind verpflichtet, sich gegenseitig über alle wichtigen Er
-
eignisse und Geschäftsvorfälle zu informieren.
Im Geschäftsjahr 2023 setzte sich der Vorstand aus folgenden Mitgliedern zusammen:
GEBURTSJAHR
DATUM
DER ERSTBESTELLUNG
ENDE DER LAUFENDEN
FUNKTIONSPERIODE
Gerald Grohmann
Vorsitzender des Vorstandes
(CEO) 1953 3. Oktober 2001 31. Dezember 2023
Klaus Mader
Mitglied des Vorstandes
(CFO) 1970 1. Oktober 2015 30. September 2028
Gerald Grohmann hatte im Jahr 2023 je ein Aufsichtsratsmandat in der Berndorf AG und der Berndorf Immobilien AG.
Corporate Go-
vernance Bericht
205
Corporate Governance Bericht
Seit Jänner des Geschäftsjahres 2024 setzt sich der Vorstand aus den folgenden Mitgliedern zusammen:
GEBURTSJAHR
DATUM
DER ERSTBESTELLUNG
ENDE DER LAUFENDEN
FUNKTIONSPERIODE
Klaus Mader
Vorsitzender des Vorstandes
(CEO) 1970 1. Oktober 2015 30. September 2028
Campbell MacPherson
Mitglied des Vorstandes
(COO) 1974 1. Jänner 2024 31. Dezember 2026
Geschäftsverteilung
Die Geschäftsverteilung und die Zusammenarbeit der
Vorstandsmitglieder sind in der Geschäftsordnung des
Vorstandes geregelt.
Der Vorstand hat keine Ausschüsse eingerichtet. Ab
Jänner 2024 sind die Zuständigkeitsbereiche der Vor
-
standsmitglieder unbeschadet der kollektiven Zuständig-
keit des Vorstandes wie folgt festgelegt:
Klaus Mader
Vorsitzender des Vorstandes
(CEO)
Strategie, Öffentlichkeitsarbeit / Investor Relations, ESG &
Nachhaltigkeit, Compliance, Finanzen und Rechnungswesen,
Personal- und Rechtswesen, Digitalisierung
Campbell MacPherson
Mitglied des Vorstandes
(COO)
Produktion, Supply-Chain-Management, Marketing
und Vertrieb, Produkt- und Marktstrategie, F&E und
Innovationsmanagement
Als Vertreter der SBO-Muttergesellschaft nehmen die
Vorstandsmitglieder bei den in die Konsolidierung einbe-
zogenen Tochtergesellschaften (siehe Konzernabschluss)
in der Regel eine Aufsichtsfunktion, ähnlich einer Auf-
sichtsratsfunktion in österreichischen Aktiengesellschaf-
ten, aber keine Geschäftsführungs- oder Leitungsfunktion
wahr.
Klaus Mader | Campbell MacPherson
206
Corporate Governance Bericht
Der Aufsichtsrat
Im Geschäftsjahr 2023 setzte sich der Aufsichtsrat aus fünf Mitgliedern, die von der Hauptversammlung gewählt wurden,
zusammen:
GEBURTSJAHR
DATUM
DER ERSTBESTELLUNG
ENDE DER LAUFENDEN
FUNKTIONSPERIODE
Norbert Zimmermann
Vorsitzender 1947 10. April 1995 2027
Brigitte Ederer
Stellvertretende Vorsitzende 1956 23. April 2014 2024
Helmut Langanger 1950 29. April 2003 2024
Wolfram Littich 1959 27. April 2016 2026
Sonja Zimmermann 1972 24. April 2018 2028
Gemäß der Satzung der SBO scheidet jedes Jahr ein
Mitglied des Aufsichtsrates mit Ablauf der Hauptver
-
sammlung aus dem Aufsichtsrat aus, um eine wirksame
Kontrolle durch die Aktionäre zu gewährleisten. Das aus-
scheidende Mitglied kann sofort wiedergewählt werden.
Weitere Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funk-
tionen in in- und ausländischen börsennotierten Gesell-
schaften werden wie folgt angegeben:
GESELLSCHAFT FUNKTION
Norbert Zimmermann - -
Brigitte Ederer
Marinomed Biotech AG
Stellvertretende Vorsitzende des
Aufsichtsrates
ams-OSRAM AG Mitglied des Aufsichtsrates
Helmut Langanger - -
Wolfram Littich - -
Sonja Zimmermann
Bank für Tirol und Vorarlberg
Aktiengesellschaft
Stellvertretende Vorsitzende des
Aufsichtsrates
Kein Mitglied des Aufsichtsrates übt eine Leitungs- oder Aufsichtsfunktion in einer der konsolidierten Tochtergesellschaften
von SBO aus.
Corporate Go-
vernance Bericht
207
Corporate Governance Bericht
Arbeitsweise des Aufsichtsrates
In Wahrnehmung seiner Aufgaben, insbesondere der
Überwachung und strategischen Unterstützung des Vor-
standes, erörtert der Aufsichtsrat die Lage und die Ziele
des Unternehmens und fasst Beschlüsse.
Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat regelt im
Einzelnen die Zusammensetzung, Arbeitsweise und Auf-
gaben des Aufsichtsrates, das Vorgehen bei Interessen-
konflikten sowie alle Ausschüsse (Prüfungsausschuss,
Nominierungs- und Vergütungsausschuss, Nachhaltig
-
keitsausschuss) und deren Zuständigkeiten.
Der Aufsichtsrat hat im Berichtszeitraum fünf Sitzungen
abgehalten. Darüber hinaus hat der Vorstand den Auf
-
sichtsrat in mehreren mündlichen und schriftlichen Be-
richten über den Gang der Geschäfte und die Lage der
Gesellschaft und der Konzernunternehmen unterrichtet.
Im Vordergrund der Berichterstattung standen die strate-
gische Ausrichtung und Entwicklung des Konzerns, die
wesentlichen geschäftlichen und rechtlichen Vorgänge
sowie die getroffenen Maßnahmen. Im Rahmen der Kon-
zernstrategie wurden auch der Energiemarkt im Wandel
und die damit verbundenen Chancen und Risiken für das
bestehende Geschäftsmodell und die zukünftige Neu-
ausrichtung des Unternehmens erörtert. Darüber hinaus
wurde der Aufsichtsrat halbjährlich über die Themen der
Informationssicherheit sowie weitere Compliance-relevan-
te Themen informiert.
Die Mitglieder des Aufsichtsrates haben im Berichtszeit-
raum an allen Sitzungen des Aufsichtsrates persönlich
teilgenommen. Somit haben alle Mitglieder des Aufsichts-
rates an mehr als 75 % der Sitzungen des Aufsichtsrates
teilgenommen.
Ausschüsse
Der Aufsichtsrat ernennt die Mitglieder des Prüfungs-
ausschusses und des Nominierungs- und Vergütungs-
ausschusses aus seiner Mitte. Ein separater Nachhaltig-
keitsausschuss, dessen Aufgaben derzeit vom gesamten
Aufsichtsrat wahrgenommen werden, wurde eingerichtet.
Die Ausschüsse werden für die Dauer der Amtszeit ihrer
Mitglieder gewählt. Jeder Ausschuss wählt aus seiner
Mitte einen Vorsitzenden.
Nachhaltigkeitsausschuss
Der Nachhaltigkeitsausschuss befasst sich mit Umwelt-,
Sozial- und Governance-Themen (ESG) und unterstützt
den Aufsichtsrat (z. B. durch Diskussion und Einbringung
von Fachwissen) bei der Überprüfung und Überwachung
der ESG-Strategie sowie ESG-bezogener Standards,
Prozesse und Leistungen, auch im Zusammenhang
mit der Umsetzung der Klimaziele der Europäischen
Union. Solange ein solcher Ausschuss nicht bestellt
ist, werden seine Aufgaben vom gesamten Aufsichtsrat
wahrgenommen.
Prüfungsausschuss
Der Prüfungsausschuss ist für die Prüfung und Vorberei-
tung der Feststellung des Jahresabschlusses, des Vor-
schlags für die Gewinnverteilung und des Lageberichts
zuständig. Der Prüfungsausschuss prüft den Konzernab-
schluss. Er ist insbesondere auch für die Überwachung
des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des
internen Kontroll- und Risikomanagementsystems, der
Unabhängigkeit und der Tätigkeit des Abschlussprüfers
(Konzernabschlussprüfers) sowie für die Genehmigung
von Nichtprüfungsleistungen zuständig. Er führt das Ver-
fahren zur Auswahl des Abschlussprüfers (Konzernab-
schlussprüfers) unter Berücksichtigung der Angemessen-
heit des Honorars durch und gibt dem Aufsichtsrat eine
Empfehlung für die Bestellung des Abschlussprüfers.
Mitglieder:
Wolfram Littich (Vorsitzender)
Norbert Zimmermann
Sonja Zimmermann
Der Vorsitzende, Wolfram Littich, fungiert auch als Finanz-
experte im Prüfungsausschuss.
Der Prüfungsausschuss hielt im Jahr 2023 zwei Sitzun-
gen ab, in denen Themen im Zusammenhang mit dem
Jahres- und Konzernabschluss, dem internen Kontroll
-
system und dem Risikomanagement besprochen wur-
den. Der Prüfungsausschuss führte ein Auswahlverfahren
nach Artikel 16 der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (Ab-
schlussprüferverordnung) im Jahr 2022 durch, welches
mit einem Vorschlag des Aufsichtsrates an die Hauptver-
sammlung 2023 endete.
208
Corporate Governance Bericht
Die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems wurde
vom Abschlussprüfer beurteilt. Der Bericht des Ab
-
schlussprüfers über die Beurteilung der Wirksamkeit des
Risikomanagements wurde vom Prüfungsausschuss
erörtert.
Nominierungs- und Vergütungsausschuss
Der Nominierungs- und Vergütungsausschuss befasst
sich mit den Angelegenheiten der Vergütung der Mit
-
glieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates sowie mit
den Bedingungen der mit den Vorstandsmitgliedern ge-
schlossenen Anstellungsverträge. Darüber hinaus unter-
breitet er dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung frei
werdender Mandate im Vorstand und befasst sich mit
Fragen der Nachfolgeplanung. Der Nominierungs- und
Vergütungsausschuss ist, soweit er nicht zwingend dem
Aufsichtsratsplenum zugewiesen ist, für die folgenden
Angelegenheiten zuständig:
a.
Aushandlung, Abschluss, Änderung und Beendigung
von Anstellungsverträgen mit den Mitgliedern des
Vorstandes, nicht aber die gesellschaftsrechtliche Be-
stellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern;
b. Aufstellung der Grundsätze für die Vergütung der Mit-
glieder des Vorstandes (Vergütungspolitik) sowie Fest-
legung der zu gewährenden konkreten Vergütungsbe-
standteile einschließlich der zugrunde liegenden Ziele;
c. Erstellung des Vergütungsberichts über die Vergütung
der Mitglieder des Vorstandes;
d.
Genehmigung der Darlehensgewährung an ein Vor-
standsmitglied durch die Gesellschaft;
e.
Gewährung einer Ausnahmegenehmigung betreffend
Wettbewerbsverbot;
f.
Festlegung der Grundsätze für die Vergütung der
Mitglieder des Aufsichtsrates (Vergütungspolitik);
g. Erstellung des Vergütungsberichts über die Vergütung
der Mitglieder des Aufsichtsrates.
Mitglieder:
Norbert Zimmermann (Vorsitzender)
Helmut Langanger
Sonja Zimmermann
Im Berichtsjahr hat der Nominierungs- und Vergütungs-
ausschuss zwei Sitzungen abgehalten.
Unabhängigkeit
Hinsichtlich der Unabhängigkeitskriterien gemäß C-Regel
53 orientiert sich der Aufsichtsrat an den im Anhang 1
des Österreichischen Corporate Governance Kodex ent-
haltenen Leitlinien. Nach den Kriterien für die Feststellung
der Unabhängigkeit gemäß C-Regel 53 des Anhangs 1
zum Österreichischen Corporate Governance Kodex gel-
ten die folgenden Mitglieder des Aufsichtsrates als von
der Gesellschaft und deren Vorstand unabhängig:
Norbert Zimmermann
Brigitte Ederer
Wolfram Littich
Sonja Zimmermann
Daher ist der Aufsichtsrat ein unabhängiges Gremium.
Brigitte Ederer und Wolfram Littich vertreten die Interessen
der Kleinaktionäre im Aufsichtsrat im Sinne der C-Regel
54 in Verbindung mit den vom Aufsichtsrat festgelegten
Kriterien der Unabhängigkeit.
Im vergangenen Jahr bestanden keine zustimmungs-
pflichtigen Verträge mit Mitgliedern des Aufsichtsrates
oder mit Unternehmen, an denen ein Mitglied des Auf-
sichtsrates ein erhebliches wirtschaftliches Interesse
hatte.
209
Corporate Governance Bericht
MASSNAHMEN ZUR FÖRDERUNG VON FRAUEN
Im Geschäftsjahr 2023 stellt sich der Anteil von Männern, Frauen und Diversen im Vorstand und Aufsichtsrat wie folgt
dar:
VORSTAND UND AUFSICHTSRAT 2023 2022
GESCHLECHT GESCHLECHT
FRAUEN MÄNNER DIVERSE FRAUEN MÄNNER DIVERSE
ABSOLUT % ABSOLUT % ABSOLUT % ABSOLUT % ABSOLUT % ABSOLUT %
Aufsichtsrat 2 40 % 3 60 % 0 0 % 2 40 % 3 60 % 0 0 %
Vorstand 0 0 % 2 100 % 0 0 % 0 0 % 2 100 % 0 0 %
Gesamtzahl jeweils zum 31. Dezember.
Seit 2018 sieht das Gleichstellungsgesetz von Frauen
und Männern im Aufsichtsrat (GFMA-G) verpflichtend bei
Neubesetzungen von Mitgliedern des Aufsichtsrates eine
Geschlechterquote von mindestens 30 % vor, wobei auf
volle Personenzahlen zu runden ist, sofern der Aufsichts-
rat aus mindestens sechs Mitgliedern (Kapitalvertretern)
und die Belegschaft zu mindestens 20 % aus Arbeit
-
nehmerinnen beziehungsweise Arbeitnehmern besteht.
Mit Brigitte Ederer und Sonja Zimmermann im Aufsichtsrat
wurde diese Quote erreicht (40 %).
SBO hat eine sehr schlanke Unternehmensstruktur mit
ebenso schlanken Hierarchien. Dementsprechend ver
-
wenden wir nicht den Begriff „leitende Angestellte“ und
verzichten auf eine diesbezügliche Berichterstattung. Es
wäre verzerrend, nur die Geschäftsführer der Tochterge-
sellschaften zu nennen.
LEADERSHIP.
/ˈliː.də.ʃɪp/ (noun)
Vision; inspiration;
responsibility; driving
change with organizational
skill; teamwork; lead.
210
Corporate Governance Bericht
Diversitätskonzept
Das dynamische Branchenumfeld in unserem Kern-
geschäft stellt eine anhaltende Herausforderung für
Vorstand und Aufsichtsrat und der in die Konsolidierung
einbezogenen Tochtergesellschaften dar. Der zyklische
Charakter unserer Industrie und die damit verbundenen
Schwankungen in der Nachfrage nach unseren Produk-
ten erfordern ein umfassendes Management-Knowhow
und ein Verständnis für die Marktdynamik in diesem Sek-
tor. Darüber hinaus erfordert die internationale Positionie-
rung des Unternehmens einen sorgsamen Umgang mit
den kulturellen Gegebenheiten auf den verschiedenen
Märkten.
Das Unternehmen wendet bei der Zusammensetzung
von Vorstand und Aufsichtsrat kein Diversitätskonzept im
Sinne des § 243c Abs 2 Z 3 UGB an, da die nachhaltige
Umsetzung eines solchen Konzepts für ein Unternehmen
der Energy Service Industry zu erheblichen Einschrän-
kungen führen würde. Stattdessen wurden die beiden
qualitativen Kriterien „Schlüsselkompetenz“ und „Erfah
-
rung“ als wesentlich für die Besetzung von Leitungs- und
Aufsichtsorganen definiert. Alle Personen im Aufsichtsrat
sind ausgewiesene Experten auf ihrem jeweiligen Ge-
biet und bringen ihr Fachwissen in die Sitzungen des
Aufsichtsrates ein. Dieses reicht von einschlägiger Bran-
chenerfahrung über branchenübergreifende Aufsichts-
und / oder Führungserfahrung bis hin zu Qualifikationen
in speziellen Fachgebieten. Besonderes Augenmerk wird
auf die Diversität in der Belegschaft gelegt. Angestrebt
wird eine Frauenquote von 25 % bei den Führungskräften
des Unternehmens.
Im Geschäftsjahr 2023 spiegelte sich der Diversity-Ge-
danke in der gesamten SBO-Gruppe wie folgt wider: Bei
der Einstellung neuer Mitarbeiter wurde darauf geachtet,
ein diversifiziertes und leistungsstarkes Team zu erhalten.
Der Anteil der neu eingestellten Mitarbeiter, die zwischen
30 und 50 Jahren sind, war mit 54 % am höchsten, ge-
folgt von 34 % der unter 30-jährigen. Der Anteil der neu
eingestellten Mitarbeiter über 50 Jahre betrug 12 %.
211
Corporate Governance Bericht
NEUEINSTELLUNGEN
NACH GESCHLECHT UND ALTER
1
2023
ALTER
< 30 30 – 50 > 50 GESAMT
ABSOLUT % ABSOLUT % ABSOLUT % ABSOLUT %
Männer 171 36 % 252 52 % 56 12 % 479 88 %
Frauen 14 21 % 43 65 % 9 14 % 66 12 %
Diverse 0 0 % 0 0 % 0 0 % 0 0 %
Gesamt 185 34 % 295 54 % 65 12 % 545
1
Neueinstellungen beinhalten dauerhafte Einstellungen und Übernahmen aus anderen SBO-Gesellschaften.
NEUEINSTELLUNGEN
NACH GESCHLECHT UND ALTER
1
2022
ALTER
< 30 30 – 50 > 50 GESAMT
ABSOLUT % ABSOLUT % ABSOLUT % ABSOLUT %
Männer 214 35 % 331 54 % 67 11 % 612 88 %
Frauen 26 34 % 40 52 % 11 14 % 77 11 %
Diverse 0 0 % 0 0 % 0 0 % 0 0 %
Gesamt 240 35 % 371 54 % 78 11 % 689
1
Neueinstellungen beinhalten dauerhafte Einstellungen und Übernahmen aus anderen SBO-Gesellschaften.
212
Corporate Governance Bericht
GESAMTZAHL DER MITARBEITER
NACH GESCHLECHT UND ALTER 2023
ALTER
< 30 30 – 50 > 50 GESAMT
ABSOLUT % ABSOLUT % ABSOLUT % ABSOLUT %
Männer 231 17 % 823 59 % 336 24 % 1.390 87 %
Frauen 36 17 % 122 58 % 53 25 % 211 13 %
Diverse 0 0 % 0 0 % 0 0 % 0 % 0 %
Gesamt 267 17 % 945 59 % 389 24 % 1.601
Gesamtzahl jeweils zum 31. Dezember.
GESAMTZAHL DER MITARBEITER
NACH GESCHLECHT UND ALTER 2022
ALTER
< 30 30 – 50 > 50 GESAMT
ABSOLUT % ABSOLUT % ABSOLUT % ABSOLUT %
Männer 229 18 % 784 60 % 289 22 % 1.302 88 %
Frauen 27 15 % 107 59 % 48 26 % 182 12 %
Diverse 0 0 % 0 0 % 0 0 % 0 0 %
Gesamt 256 17 % 891 60 % 337 23 % 1.484
Gesamtzahl jeweils zum 31. Dezember.
Bezogen auf die jeweilige Tätigkeit spiegelt sich die geringe Anziehungskraft der Branche auf Frauen klar wider. Der
Frauenanteil bei den Angestellten betrug 28 %, bei den Arbeitern (einschließlich der Lehrlinge) 7 %. Im Jahresvergleich
konnte der Frauenanteil leicht erhöht werden.
Bei der internationalen Besetzung von Führungspositionen spielen fachliche und unternehmenskulturelle Aspekte eine
wichtige Rolle. Alle Geschäftsführer der SBO-Tochtergesellschaften verfügen über langjährige Erfahrung in der Branche.
213
Corporate Governance Bericht
GESAMTZAHL DER MITARBEITER
NACH GESCHLECHT UND DIENSTVERHÄLTNIS 2023
DIENSTVERHÄLTNIS
ANGESTELLTE(R) ARBEITER(IN) LEHRLINGE GESAMT
ABSOLUT % ABSOLUT % ABSOLUT % ABSOLUT %
Männer 330 72 % 1.037 93 % 23 88 % 1.390 87 %
Frauen 128 28 % 80 7 % 3 12 % 211 13 %
Diverse 0 0 % 0 0 % 0 0 % 0 0 %
Gesamt 458 29 % 1.117 69 % 26 2 % 1.601
Gesamtzahl jeweils zum 31. Dezember.
GESAMTZAHL DER MITARBEITER
NACH GESCHLECHT UND DIENSTVERHÄLTNIS 2022
DIENSTVERHÄLTNIS
ANGESTELLTE(R) ARBEITER(IN) LEHRLINGE GESAMT
ABSOLUT % ABSOLUT % ABSOLUT % ABSOLUT %
Männer 295 71 % 982 94 % 25 89 % 1.302 88 %
Frauen 120 29 % 59 6 % 3 11 % 182 12 %
Diverse 0 0 % 0 0 % 0 0 % 0 0 %
Gesamt 415 28 % 1.041 70 % 28 2 % 1.484
Gesamtzahl jeweils zum 31. Dezember.
BERICHT ÜBER DIE EXTERNE EVALUIERUNG
Die C-Regel 62 Österreichischer Corporate Governance
Kodex (ÖCGK) sieht eine freiwillige externe Evaluierung
der Einhaltung der C-Regeln des Kodex mindestens alle
drei Jahre vor. Die SBO beauftragte die DORDA Rechts-
anwälte GmbH mit der Evaluierung für das Geschäfts-
jahr 2022, wobei diese die Evaluierung der C-Regeln
77 bis 83 ÖCGK nicht umfasste. Die Evaluierung ergab,
dass die SBO den C-Regeln des ÖCGK gemäß der von
der SBO abgegebenen Entsprechenserklärung eingehal-
ten hat.
EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Die Änderungen in der Zusammensetzung des Vorstan-
des ab dem 1. Jänner 2024 wurden bereits oben im Text
erläutert.
214
Bericht des Aufsichtsrates über das Geschäftsjahr 2023
BERICHT DES
AUFSICHTSRATES ÜBER DAS
GESCHÄFTSJAHR 2023
Tätigkeit des Aufsichtsrates
Der Aufsichtsrat hat im Jahr 2023 die ihm nach Gesetz
und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. In
fünf Aufsichtsratssitzungen sowie durch mehrere mündli-
che und schriftliche Berichte des Vorstandes wurde das
Gremium regelmäßig über den Geschäftsverlauf, die
Lage der Gesellschaft und der Konzernunternehmen so-
wie über wesentliche Transaktionen informiert. Darüber
hinaus wurde der Aufsichtsrat halbjährlich über Cy
-
bersicherheit und andere Compliance-Themen auf dem
Laufenden gehalten.
Ein weiterer Schwerpunkt der Kommunikation zwischen
Aufsichtsrat und Vorstand war die strategische Aus
-
richtung und Weiterentwicklung des Konzerns. Dem
Aufsichtsrat wurden wichtige Projekte im Rahmen der
Umsetzung der Strategie 2030 und weitere wichtige
Maßnahmen des Konzerns vorgestellt. Im Rahmen
dieser Präsentationen diskutierte der Aufsichtsrat aktiv
die finanziellen und nicht-finanziellen Auswirkungen von
anorganischen Wachstumschancen, die Auswirkungen
unterschiedlicher neuer Gesetze im Zusammenhang mit
der Transformation des Energiesektors und die damit ver-
bundenen Chancen und Risiken.
Aktuelle Informationen über die Zusammensetzung
des Aufsichtsrates und des Vorstandes
Die ordentliche Hauptversammlung 2023 wurde physisch
abgehalten. Auf der Hauptversammlung 2023 wurde
Sonja Zimmermann für eine weitere fünfjährige Amtszeit
bestätigt und anschließend zum Mitglied des Prüfungs
-
ausschusses sowie des Nominierungs- und Vergütungs-
ausschusses gewählt. Damit blieben sowohl der Auf-
sichtsrat als auch der Vorstand im Geschäftsjahr 2023
unverändert.
Ende 2023 ging Gerald Grohmann nach 22 Dienstjah-
ren als Vorstandsvorsitzender der Gruppe in den wohl-
verdienten Ruhestand. Wir danken Gerald nochmals für
seinen immensen Beitrag zur erfolgreichen Entwicklung
des Unternehmens über die Jahre und wünschen ihm
weiterhin alles Gute.
Mit Wirkung vom 1. Jänner 2024 wurde Klaus Mader
zum Vorstandsvorsitzenden (CEO) und Campbell Mac
-
Pherson zum Chief Operating Officer (COO) und Vor-
standsmitglied des Unternehmens ernannt. Beide sind
seit vielen Jahren erfolgreich im Unternehmen tätig, und
gemeinsam werden sie die Kontinuität in unserem Kern-
geschäft sichern und gleichzeitig die Expansion in neue
Geschäftsfelder vorantreiben.
Bericht des Aufsichtsra-
tes über das Geschäfts-
jahr 2023
MAG. NORBERT ZIMMERMANN | Vorsitzender des Aufsichtsrates
215
Bericht des Aufsichtsrates über das Geschäftsjahr 2023
Aktivitäten der Ausschüsse
Wie in den Jahren zuvor verfügte der Aufsichtsrat der
SBO auch 2023 über ein Audit Committee (Prüfungs
-
ausschuss) und ein Remuneration Committee (Nomi-
nierungs- und Vergütungsausschuss). Zusätzlich verfügt
SBO über einen Nachhaltigkeitsausschuss (Sustainability
Committee), dessen Aufgaben vom gesamten Aufsichts-
rat wahrgenommen werden.
Der Nominierungs- und Vergütungsausschuss hat sich
in zwei Sitzungen im Jahr 2023 mit Vergütungsfragen
befasst, unter anderem im Zusammenhang mit den
Änderungen im Vorstand zu Jahresende sowie mit dem
Bericht über die Vergütung der Mitglieder des Aufsichts-
rates und des Vorstandes gemäß § 78c iVm § 98a AktG
(Vergütungsbericht). Der Vergütungsbericht wurde von
der ordentlichen Hauptversammlung 2023 angenommen.
Der Prüfungsausschuss hat sich im Geschäftsjahr 2023
in zwei Sitzungen mit der Finanzberichterstattung der Ge-
sellschaft (Konzernabschluss und Jahresabschluss) be-
fasst und die ihm gemäß § 92 Abs. 4a AktG obliegenden
Aufgaben wahrgenommen. Vertreter der Ernst & Young
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. als Jahresab
-
schluss- und Konzernabschlussprüfer der Gesellschaft
nahmen an der Sitzung des Prüfungsausschusses teil,
die sich mit der Vorbereitung der Feststellung des Jah
-
res- und Konzernabschlusses 2022, des Lageberichts
einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung und des Cor-
porate Governance Berichts. Außerdem wurde über den
Prüfungsprozess berichtet.
Der Prüfungsausschuss hatte im Geschäftsjahr 2022 ein
Auswahlverfahren gemäß Artikel 16 der Verordnung (EU)
Nr. 537/2014 (Abschlussprüfungsverordnung) für finan-
zielle und nichtfinanzielle Prüfungsleistungen durchge-
führt, wobei letztere gemäß den Anforderungen der Cor-
porate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ab dem
Geschäftsjahr 2024 anwendbar sein werden, und dem
Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 23. November 2022
eine begründete Empfehlung für die Bestellung des Ab-
schlussprüfers vorgelegt. Die Hauptversammlung 2023
ist dieser Empfehlung gefolgt und hat die KPMG Austria
GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-
gesellschaft zum Abschlussprüfer für den Jahres- und
Konzernabschluss 2023 bestellt.
Am 21. November 2023 hielt der Prüfungsausschuss
eine Sitzung mit Vertretern der KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
ab, um die Planung der Prüfung des Jahres- und Kon
-
zernabschlusses 2023 eingehend zu besprechen. Der
Aufsichtsrat wurde laufend über die Ergebnisse der Sit
-
zungen des Prüfungsausschusses informiert.
Jährliche Finanzberichte Konzernabschluss
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und
der Lagebericht wurden von der KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
geprüft.
Die Prüfung hat ergeben, dass der Jahresabschluss den
gesetzlichen Vorschriften entspricht und ein möglichst
getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesell-
schaft zum 31. Dezember 2023 sowie der Ertragslage der
Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2023
bis 31. Dezember 2023 vermittelt. Der Lagebericht ist
nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufge
-
stellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a
UGB und steht im Einklang mit dem Jahresabschluss.
Der gemäß § 243c UGB geforderte Corporate Governan-
ce Bericht wurde gemäß den Bestimmungen des § 251
Abs. 3 UGB erstellt.
Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023, der in
Übereinstimmung mit den International Financial Repor-
ting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden
sind, aufgestellt wurde, und der Konzernlagebericht wur-
den ebenfalls von der KPMG Austria GmbH Wirtschafts-
prüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft geprüft.
Die Prüfung ergab, dass der Konzernabschluss den ge-
setzlichen Vorschriften entspricht und ein möglichst ge-
treues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns
zum 31. Dezember 2023 sowie der Ertragslage und
der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäfts
-
jahr 2023 vermittelt. Der Konzernlagebericht ist nach den
geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden,
enthält zutreffende Angaben nach § 267 Abs. 3a UGB
und steht im Einklang mit dem Konzernabschluss. Die
gemäß § 267a UGB geforderte konsolidierte nichtfinan
-
zielle Erklärung sowie der gemäß § 267b UGB geforderte
konsolidierte Corporate Governance Bericht wurden
erstellt.
216
Bericht des Aufsichtsrates über das Geschäftsjahr 2023
Da die Prüfungen keinen Anlass zu Beanstandungen ga-
ben, erteilte der Abschlussprüfer sowohl für den Jahres-
abschluss 2023 als auch für den Konzernabschluss
2023 uneingeschränkte Bestätigungsvermerke.
Genehmigung und Verwendung Bilanzgewinn
Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 19. März 2024
nach Erörterung und Prüfung durch den Prüfungs-
ausschuss den vorgelegten Jahresabschluss zum
31. Dezember 2023 und den Lagebericht sowie den
Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 und den
Konzernlagebericht einschließlich der konsolidierten nicht-
finanziellen Erklärung und des konsolidierten Corporate
Governance Berichts geprüft. Diese Prüfungen haben
nach ihrem abschließenden Ergebnis keinen Anlass zu
Beanstandungen gegeben.
Der Aufsichtsrat hat daher den Jahresabschluss zum
31. Dezember 2023 gebilligt, der damit gemäß § 96 Abs.
4 AktG festgestellt ist. Darüber hinaus hat der Aufsichts-
rat in dieser Sitzung dem Vorschlag des Vorstandes zur
Verwendung des im Jahresabschluss der Gesellschaft
zum 31. Dezember 2023 ausgewiesenen Bilanzgewinns
zugestimmt.
Dank an den Vorstand, die Mitarbeiter und alle
Stakeholder
Im Namen des gesamten Aufsichtsrates danke ich dem
Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der
SBO-Gruppe für ihr großes Engagement und die überaus
erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2023. Mein beson-
derer Dank gilt auch allen Aktionären der SBO sowie allen
Kunden und Partnern für ihr anhaltendes Vertrauen.
Ternitz, 19. März 2024
Für den Aufsichtsrat
Mag. Norbert Zimmermann
Vorsitzender
217
ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER
ERKLÄRUNG ALLER
GESETZLICHEN VERTRETER
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Ein-
klang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstan-
dards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst ge-
treues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht
den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die
Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst
getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragsla-
ge des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlage-
bericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten
beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Ein-
klang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstan-
dards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunter-
nehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt,
dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Ge-
schäftsergebnis und die Lage des Unternehmens
so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und
dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und
Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen
ausgesetzt ist.
Ternitz, 1. März 2024
Der Vorstand
Mag. Klaus Mader Campbell MacPherson
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
218218
Dieser Jahresfinanzbericht wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Nichtsdestotrotz können Versehen und Druckfehler nicht ausgeschlossen werden. Dieser
Jahresfinanzbericht enthält Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der SBO Gruppe und ihrer Gesellschaften beziehen. Die Prognosen
stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Prognosen
zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder Risiken – wie die im Risikobericht angesprochenen – eintreten, können die tatsächlichen Ergebnisse von den
zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen.
Mit diesem Bericht ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien der SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT Aktiengesellschaft verbunden.
Um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, verzichten wir in diesem Bericht auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Sprachformen und
verwenden lediglich die maskuline Form. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für alle Geschlechter gleichermaßen.
Dieser Bericht ist auch in englischer Sprache verfügbar. In Zweifelsfällen ist die deutsche Version maßgeblich.
Veröffentlicht am 20. März 2024
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