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Im Jahr 2025 nahm das Carbon Capture Innovation Center (CCIC) den Betrieb einer mobilen lösungsmittelbasierten Pilotanlage auf, die jährlich bis zu 1.000 t CO₂ abscheiden kann. Dies dient der Validierung innovativer Technologien zur CO₂-Abscheidung wie etwa CoolSwingCC® im Hinblick auf eine künftige Skalierung.
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Titel: ©OMV Aktiengesellschaft
Hinweise:
Zahlen in Tabellen und Grafiken lassen sich möglicherweise aufgrund von Rundungsdifferenzen nicht aufaddieren. Die Differenzen zwischen den Prozentsätzen werden im gesamten Dokument in Prozentpunkten angezeigt.
Im Interesse des Textflusses und der Lesefreundlichkeit wurden im Konzernanhang des Geschäftsberichts größtenteils geschlechterunspezifische Termini verwendet.
Haftungshinweis für die Zukunft betreffende Aussagen:
Dieser Bericht beinhaltet die Zukunft betreffende Aussagen. Diese Aussagen sind üblicherweise durch Bezeichnungen wie „Ausblick“, „glauben“, „erwarten“, „rechnen“, „beabsichtigen“, „planen“, „Ziel“, „Einschätzung“, „können/könnten“, „werden“ und ähnliche Begriffe gekennzeichnet oder können sich aus dem Zusammenhang ergeben. Aussagen dieser Art beruhen auf aktuellen Erwartungen, Einschätzungen und Annahmen der OMV sowie der OMV aktuell zur Verfügung stehenden Informationen. Die Zukunft betreffende Aussagen unterliegen ihrer Natur nach bekannten und unbekannten Risiken und Unsicherheiten, weil sie sich auf Ereignisse beziehen und von Umständen abhängen, die in der Zukunft eintreten werden oder eintreten können und die außerhalb der Kontrolle der OMV liegen. Folglich können die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von jenen Ergebnissen, welche durch die Zukunft betreffende Aussagen beschrieben oder unterstellt werden, abweichen. Empfänger dieses Berichts sollten die Zukunft betreffende Aussagen daher mit der gebotenen Vorsicht zur Kenntnis nehmen. Weder die OMV noch irgendeine andere Person übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen die Zukunft betreffenden Aussagen Verantwortung. Die OMV lehnt jede Verpflichtung ab und beabsichtigt nicht, diese Aussagen im Hinblick auf tatsächliche Ergebnisse, geänderte Annahmen und Erwartungen sowie zukünftige Entwicklungen und Ereignisse zu aktualisieren. Dieser Bericht stellt keine Empfehlung oder Einladung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren der OMV dar.
Inhalt
| Teil 1: Konzerngeschäftsbericht – beinhaltet: |
6 | Konzernlagebericht |
7 | Managementbericht |
83 | Nachhaltigkeitserklärung |
380 | Konzernabschluss |
381 | Bestätigungsvermerk |
396 | Konzernabschluss und Konzernanhang |
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| Teil 2: Einzelabschluss der OMV Aktiengesellschaft – beinhaltet: |
530 | Lagebericht |
543 | Bestätigungsvermerk |
548 | Jahresabschluss und Anhang |
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| Teil 3: Abkürzungen und Definitionen – beinhaltet: |
579 | Abkürzungen und Definitionen |
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| Teil 4: Erklärung des Vorstands – beinhaltet: |
584 | Erklärung gemäß § 124 Abs. 1 BörseG 2018 |
Nachhaltigkeitserklärung83
Konzernlagebericht
Der OMV Konzernlagebericht besteht aus zwei Teilen:
dem Managementbericht und der Nachhaltigkeitserklärung.
Managementbericht
Managementbericht | |
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OMV im Überblick | 8 |
Strategie | 14 |
Digitalisierung | 27 |
Innovation und Technologie | 28 |
OMV Geschäftsjahr | 32 |
Energy | 49 |
Fuels | 61 |
Chemicals | 64 |
Ausblick 2026 | 71 |
Risikomanagement | 72 |
Weitere Informationen | 79 |
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Nachhaltigkeitserklärung | 83 |
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OMV im Überblick
OMV ist ein integriertes Unternehmen mit drei starken Säulen: Energy, Fuels und Chemicals. Das Unternehmen unterstützt den Übergang zu einer CO2-ärmeren Wirtschaft und ist bestrebt, bis 2050 Netto-Null-Emissionen für Scope 1, 2 und 3 zu erreichen. Die Mehrheit der über 22.000 Arbeitnehmer:innen ist an den integrierten europäischen Standorten von OMV tätig. Im Jahr 2025 belief sich der Konzernumsatz aus fortgeführten Geschäftsbereichen auf EUR 24 Mrd. Mit einer Marktkapitalisierung zum Jahresende von rund EUR 16 Mrd ist OMV eines der größten börsennotierten Industrieunternehmen Österreichs.
Unser Purpose und unsere Werte
Der Purpose von OMV „Re-inventing essentials for sustainable living“ ist ein wesentlicher Bestandteil der Strategie 2030, mit der wir ein integriertes Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemikalien werden wollen – beruhend auf der uns selbst auferlegten Verpflichtung, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Um sicherzugehen, dass dieser Purpose auch wirklich gelebt wird, haben wir Werte und Verhaltensgrundsätze formuliert, die mit dem von uns eingeschlagenen Kurs in Einklang stehen. Unsere OMV Werte „We care | We’re curious | We progress“ wurden 2023 eingeführt und leiten uns auf unserem Weg in eine nachhaltigere Zukunft.
Unsere Geschäftsbereiche
Energy
Im Geschäftsbereich Energy ist OMV in Explorations-, Erschließungs- und Förderungsprojekten von Rohöl und Erdgas mit Schwerpunkt auf seine drei Kernregionen Nord, CEE (Mittel- und Osteuropa) und Süd aktiv. Die Aktivitäten umfassen auch das Low-Carbon-Geschäft und den gesamten Gasbereich. Die Tagesproduktion von Kohlenwasserstoffen belief sich 2025 auf 305 kboe/d (2024: 340 kboe/d). Während Flüssigprodukte 58% zur Produktion beitrugen, erreichte der Erdgasanteil 42%. Das OMV Segment Gas Marketing & Power handelt und vermarktet Erdgas und Strom in mehreren europäischen Ländern und umfasst auch das LNG-Geschäft. Zudem ist OMV zu 65% am Central European Gas Hub (CEGH) beteiligt und betreibt Erdgasspeicher mit einer Kapazität von rund 30 TWh in Österreich und Deutschland sowie ein Gaskraftwerk in Rumänien. Das Low-Carbon-Geschäft konzentriert sich auf nachhaltigere Energie – in Österreich hauptsächlich auf Geothermie und in Rumänien vor allem auf erneuerbaren Strom.
Fuels
Im Geschäftsbereich Fuels betreibt OMV drei Raffinerien in Europa: Schwechat (Österreich) und Burghausen (Deutschland), die beide über eine integrierte Petrochemieproduktion verfügen, sowie die Raffinerie Petrobrazi (Rumänien). Zusätzlich hält OMV jeweils 15% an ADNOC Refining und ADNOC Global Trading in den VAE. OMV verfügt über eine globale Raffineriekapazität von rund 500 kbbl/d. Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in Europa beliefen sich 2025 auf 16,4 Mio t (2024: 16,2 Mio t) und das Retail-Netz umfasste Ende 2025 1.708 Tankstellen (2024: 1.702) in acht europäischen Ländern. Fuels erweitert sein Angebot an erneuerbaren Kraftstoffen und nachhaltigen chemischen Rohstoffen und baut gleichzeitig sein Netz an Ladelösungen für Elektrofahrzeuge aus.
Chemicals
Im Geschäftsbereich Chemicals zählte OMV im Jahr 2025 zu den weltweit führenden Anbietern von fortschrittlichen und kreislauforientierten Polyolefinlösungen mit Gesamtverkaufsmengen von 6,5 Mio t (2024: 6,3 Mio t) und war ein europäischer Marktführer bei Basischemikalien und Kunststoffrecycling. Gemeinsam mit Borealis und den zwei Joint Ventures Borouge (mit ADNOC in den VAE) und Baystar™ (mit TotalEnergies in den USA) bot das Unternehmen im Jahr 2025 Kund:innen weltweit Produkte und Dienstleistungen an. Mit Standorten in mehr als 120 Ländern stellte OMV wertsteigernde, innovative und kreislauffähige Materiallösungen für Schlüsselindustrien in fünf Industrieclustern bereit: Konsumgüter, Energie, Healthcare, Infrastruktur und Mobilität. Am 3. März 2025 haben OMV und ADNOC eine verbindliche Vereinbarung über die Zusammenlegung ihrer Anteile an Borealis und Borouge zur Gründung von Borouge Group International unterzeichnet. Mehr dazu in > Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture.


Strategie
OMV will sich zu einem integrierten Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemikalien entwickeln. Ein wesentlicher Bestandteil der OMV Strategie ist das Ziel, bis 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden. Der Konzern wird eine agile Transformation vorantreiben und dabei Investitionen in neue Bereiche sorgfältig abwägen. Gleichzeitig wird das Kerngeschäft – mit Erdgas und chemischen Produkten als primären Wertschöpfungstreibern – ausgebaut, wodurch OMV seine Verantwortung als zuverlässiger Lieferant bekräftigt. Bis 2030 rechnet OMV mit der Steigerung seines operativen Cashflows auf mindestens EUR 6 Mrd und der Realisierung eines ROACE von mindestens 12%. Ebenso sollen zuverlässig attraktive Aktionärsrenditen geboten werden. Der Purpose von OMV „Re‑inventing essentials for sustainable living“ ist unser konzernweites Leitbild.
Marktausblick
Die Internationale Energieagentur (IEA) geht für 2026 von einem moderaten Wachstum der Ölnachfrage von rund 0,9 Mio bbl/d aus. Diese Prognose liegt unter den historischen Durchschnittswerten von 1,1 bis 1,2 Mio bbl/d. Beim Angebot wird eine Steigerung um 2,5 Mio bbl/d erwartet.
1 Folglich könnte der Brent-Preis kurzfristig unter Druck geraten, da das Angebot die Nachfrage übersteigen dürfte. Daher ist von einer Phase niedrigerer Preise auszugehen, die notwendig wäre, um das Angebotswachstum zu begrenzen bzw. die Nachfrage zu stützen. Die Raffineriemargen könnten aufgrund der schwächer prognostizierten Nachfrage ebenso einem moderaten Druck ausgesetzt sein. Neu hinzukommende Raffineriekapazitäten werden voraussichtlich ebenfalls zu einem gewissen Margendruck beitragen. Dies könnte gezwungenermaßen zu einer Konsolidierung der Produktion in Europa führen, wo das langfristige Nachfragewachstum tendenziell schwächer ausfällt als in anderen Regionen.
Mittel- und längerfristig werden der Pfad der Energiewende und die Dekarbonisierung der Wirtschaft weiterhin von Kontroversen und Unsicherheiten geprägt sein. Der Trend zum kumulativen Anstieg der Zusagen von Staaten, Regionen, Kommunen und Unternehmen zur Dekarbonisierung der Energiesysteme und der Wirtschaft setzte sich 2025 nicht mehr fort. Laut dem Carbon Tracker der University of Oxford gibt es derzeit für geschätzte 77% des globalen BIP eine Netto-Null-Zusage, während diese Zahl im Jahr 2024 noch bei 93% lag. Der Hauptgrund für den Rückgang ist die Abkehr der USA von ihren Klimaschutzverpflichtungen. In der Unternehmenswelt haben sich jedoch bereits mehr als 60% der gemessen am weltweiten Umsatz größten Unternehmen in irgendeiner Form zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen verpflichtet. Dieser Prozentsatz ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Etwa 54% der beobachteten Unternehmen haben ein Netto-Null-Ziel als Teil ihrer Unternehmensstrategie definiert.
Im jüngsten World Energy Outlook hat die IEA ihre Szenarien aktualisiert. Das Announced Pledges-Szenario (APS) – bei dem davon ausgegangen wird, dass alle Klimaschutzverpflichtungen rechtzeitig und vollständig erfüllt werden – wurde gestrichen; das Current Policies-Szenario (CPS) – das auf bereits verabschiedeten Gesetzen basiert – wurde nach einigen Jahren erneut in die Prognosen aufgenommen. Im Vergleich zum Vorjahr basiert das Stated Policies-Szenario (STEPS) des aktuellen Berichts auf der Annahme einer geringeren Wachstumsrate bei erneuerbaren Energien und entsprechend steilerer Entwicklungskurven bei der Öl- und Gasnachfrage sowie der Stromerzeugung aus Kernenergie. Infolgedessen wurde der angenommene Temperaturanstieg bis 2100 gegenüber dem vorindustriellen Niveau um 0,1 Grad auf 2,5°C nach oben korrigiert. Anders als im STEPS wird im CPS von einer weiteren Zunahme des Temperaturanstiegs (auf 3°C) ausgegangen.
Gesamtangebot an Primärenergie weltweit
In EJ

Im STEPS-Szenario beträgt die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Gesamtangebots an Primärenergie bis 2035 etwa 0,7%, und die Nachfrage steigt im Prognosezeitraum weiter an. Im CPS-Szenario wächst der Gesamtenergiebedarf aufgrund einer schwächeren Umsetzung der Energiewende noch schneller. Das Net Zero Emissions by 2050-Szenario (NZE) ist das einzige, in dem der Energiebedarf im Vergleich zu 2024 sinkt und 70% des Bedarfs bis 2050 durch erneuerbare Energien gedeckt werden.
Mehr über die Szenarioanalyse von OMV finden Sie in der Nachhaltigkeitserklärung (>Umweltinformationen) sowie im Konzernanhang (>Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende).
Globale Nachfrage nach Olefinen1
In Mio t
Die Ölnachfrage für die chemische Produktion wird aufgrund einer steigenden Nachfrage in Schwellenländern und der engen Verknüpfung mit der BIP-Entwicklung voraussichtlich zunehmen. Bis 2030 wird die Ölnachfrage für die chemische Produktion um etwa 3,2% pro Jahr steigen. Das Wachstum der Nachfrage nach chemischen Produkten und Kunststoffen wird sich bis 2030 und darüber hinaus auf Schwellenländer, vor allem in Asien, konzentrieren. Auf diese Region entfällt der größte Teil des weltweiten Bevölkerungswachstums und damit des entsprechenden Potenzials zur Verbesserung des Lebensstandards. Die Nachfrage in gesättigten Märkten wie Europa und Japan dürfte langfristig herausfordernd bleiben, während das Nachfragewachstum in Amerika mit der wirtschaftlichen Entwicklung im Einklang stehen wird.
Globale Nachfrage nach Polyolefinen (Neu hergestellt und Rezyklat)
In Mio t
Polyolefine sind das größte Marktsegment bei der Herstellung von Kunststoffprodukten. Die Nachfrage nach neu hergestellten Polyolefinen wird bis 2030 – verstärkt durch den asiatischen Markt – weiterhin stärker als das globale BIP wachsen. Polyolefine werden für verschiedene Branchen, darunter Verpackungen, Bauwesen, Transport, Gesundheitswesen, Pharmazeutika und Elektronik, auch künftig unverzichtbar sein. Der wichtigste Erfolgsfaktor für mittel- bis langfristig nachhaltige Geschäftsmodelle ist das Wachstum bei erneuerbaren Rohstoffen und Biokunststoffen sowie die Entwicklung von kreislauffähigen Lösungen. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach rezyklierten Polyolefinen bis 2030 mehr als dreimal so schnell wachsen wird wie das globale BIP, wobei Asien den größten Anteil ausmachen wird.
Konzernstrategie
Mit der Einführung der OMV Strategie 2030 im Jahr 2022 hat OMV seine Transformation eingeleitet und nutzt dafür die Stärke seines integrierten Geschäftsmodells. Durch den Fokus auf Wertschöpfung und finanzielle Resilienz hat das Unternehmen solide Fortschritte bei der Umsetzung erzielt. Mit Blick auf die Zukunft bleiben die strategischen Ausrichtungen klar und unverändert. OMV setzt weiterhin auf Wachstumskurs und den Wandel hin zu einem integrierten Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemikalien. Mit seiner agilen Transformation, die sich an den Kundenerwartungen orientiert, positioniert sich OMV für langfristige Widerstandsfähigkeit in einer sich schnell verändernden Energielandschaft. Dieser Ansatz stärkt den Fokus, verbessert die Effizienz, verringert die mit der Transformation einhergehenden Risiken und gewährleistet gleichzeitig eine starke finanzielle Performance.
OMV behält in seinem traditionellen Geschäft ein starkes Fundament bei und verfolgt gleichzeitig Wachstumschancen in nachhaltigen Sektoren. Die Energiewende gewinnt weiter an Fahrt, wenngleich langsamer als bislang prognostiziert. Als zuverlässiger Lieferant treibt OMV eine verantwortungsvolle Transformation nachfrageorientiert voran. Gleichzeitig investiert das Unternehmen zügig in Zukunftstechnologien und stimmt Investitionen in nachhaltige Geschäftstätigkeiten auf Marktentwicklungen ab.
Die Strategie stützt sich auf drei solide Säulen:
Ausbau der Gasproduktion und selektive Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien
Stärkung des profitablen Kraftstoffgeschäfts bei gleichzeitiger Nutzung von Möglichkeiten im Bereich der nachhaltigen Mobilität
Beschleunigung des Wachstums im Chemiebereich durch Borouge Group International (BGI), Rohstoffintegration und Förderung innovativer Kreislaufwirtschaftsprojekte
Im Segment Energy investiert OMV verstärkt in die Exploration und Produktion und treibt gleichzeitig erneuerbare Energien selektiv voran – mit dem übergeordneten Ziel, starke und zuverlässige Cashflows zu generieren. Gas ist für OMV ein wichtiger Wachstumsmotor, da von einer weiter anhaltenden, robusten Nachfrage ausgegangen wird. Zudem wird Erdgas in der europäischen Energielandschaft langfristig eine zentrale Rolle spielen und für die Energiewende von wesentlicher Bedeutung sein. Die etablierten Standorte von OMV in Mittel- und Osteuropa, auf dem norwegischen Festlandsockel und in Nordafrika verschaffen dem Unternehmen eine wettbewerbsfähige Position, um von dieser Chance zu profitieren und seine Präsenz weiter auszubauen. OMV will bis 2030 eine Gesamtproduktion von Öl und Gas von rund 400 kboe/d erreichen. Eines der transformativsten Vorhaben ist Neptun Deep – ein Projekt in der Entwicklungsphase, das in der Strategie von OMV einen wichtigen Stellenwert hat. Im Geschäftsbereich Gas Marketing & Power ist OMV bestrebt, durch die Ausweitung der Handels- und Verkaufsaktivitäten in Europa eine erhebliche Wertsteigerung zu erzielen. OMV Petrom hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, ein führender Akteur auf dem Strommarkt in Südosteuropa zu werden und bis 2030 mehr als 2,4 TWh (netto für OMV Petrom) an erneuerbarem Strom zu erzeugen. Im Bereich Geothermie investiert OMV weiter in Projekte in Österreich und erprobt die Closed-Loop-Technologie auf ihre Wirtschaftlichkeit. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Weiterentwicklung und Verbesserung dieser Lösung, um ihre technologische Reife und langfristige Rentabilität zu gewährleisten.
Im Segment Fuels konzentriert sich OMV auf die Maximierung der integrierten Margen in der gesamten Wertschöpfungskette und eine stärkere Integration in den Chemiebereich. Durch die Verbesserung der Kosten- und Margenvorteile und die Nutzung neuer Möglichkeiten in den Bereichen erneuerbare Kraftstoffe, chemische Rohstoffe und nachhaltige Mobilität passt sich OMV proaktiv den sich verändernden Verbraucherpräferenzen und regulatorischen Anforderungen an. Ziel ist es, bis 2030 eine jährliche Produktionskapazität von rund 900.000 t erneuerbarer Kraftstoffe und chemischer Rohstoffe zu erreichen und rund 5.000 Hochleistungsladepunkte für Elektrofahrzeuge zu installieren. Zudem setzt OMV sein profitables Wachstum im Retail-Geschäft fort, wobei der Schwerpunkt sowohl auf Premiumkraftstoffen als auch auf dem Non-Fuel-Geschäft liegt.
Im Segment Chemicals ist OMV mit Borouge Group International (BGI) für weiteres Wachstum gut aufgestellt. Bei den selbst betriebenen Anlagen strebt OMV eine maximale Auslastung an und treibt gleichzeitig Technologien und Innovationen für kreislauffähige chemische Produkte voran. Am 3. März 2025 haben OMV und ADNOC eine verbindliche Vereinbarung über die Zusammenführung von Borealis und Borouge zu BGI unterzeichnet. Die Gründung des neuen Unternehmens bedeutet eine Beschleunigung der Wachstumsstrategie von OMV im Segment Chemicals. BGI bietet Größenvorteile, Synergien, Kapitaleffizienz und Shareholder Value und unterstützt damit vollumfassend die Transformation von OMV und unseren Weg in eine nachhaltige Zukunft. Das neue Unternehmen wird das langfristige Wachstum der weltweiten Nachfrage nach Polyolefinen (die das Wachstum des globalen BIP übertreffen wird) für sich nutzen und von der geografischen Diversifizierung, dem Zugang zu kostengünstigen Rohstoffen und einem innovativen, differenzierten Produktportfolio profitieren. Nach Abschluss der Transaktion wird BGI durch die Übernahme von NOVA Chemicals seine Präsenz in Nordamerika weiter ausbauen. NOVA Chemicals ist ein nordamerikanischer Polyolefinhersteller und Marktführer bei fortschrittlichen Verpackungslösungen, hat vorteilhaften Zugang zu Rohstoffen und verfügt über firmeneigene Technologien.
Nachhaltigkeit bleibt auch weiterhin ein Eckpfeiler der Strategie 2030 von OMV. Das Unternehmen hat Zwischenziele für die Jahre 2030 und 2040 festgelegt: So sollen die absoluten Scope‑1- und Scope‑2-Emissionen bis 2030 um 30% bzw. bis 2040 um 60% und die absoluten Scope‑3-Emissionen bis 2030 um 20% bzw. bis 2040 um 50% reduziert werden, jeweils im Vergleich zu den Werten von 2019. OMV hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, die CO2-Intensität seiner Energieversorgung bis 2030 um bis zu 10% und bis 2040 um 25% zu reduzieren. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, das routinemäßige Abfackeln und Ablassen von Erdölbegleitgas bis 2030 komplett einzustellen und die Methanemissionen bis 2030 auf unter 0,1% zu senken. All diese Reduktionen sollen durch die gezielte Nutzung von Technologie und Innovation entlang der gesamten Wertschöpfungskette erreicht werden.
Mit der Strategie 2030 bleibt OMV dem Ziel verpflichtet, nachhaltiges Wachstum, finanzielle Stärke und langfristigen Wert für die Aktionär:innen zu generieren und sich gleichzeitig in der sich wandelnden Energielandschaft zu behaupten.
Energy-Strategie
Angesichts der sich weiter verändernden Energielandschaft hat OMV die strategischen Prioritäten für das Segment Energy bis 2030 neu geordnet. Das Unternehmen hält weiter an dem Ziel fest, sein Gasportfolio auszubauen. Das Tempo der Investitionen in erneuerbare Energien wurde angepasst, die allgemeine strategische Ausrichtung hingegen unverändert belassen.
Strategische Prioritäten im Segment Energy bis 2030:
● Entwicklung des Gasbereichs als strategischer Wachstumsmotor:
- Umsetzung von Neptun Deep und anderen organischen Projekten
- Verstärkte Investitionen im Bereich Exploration und Produktion
- Cashflow-steigerndes anorganisches Wachstum
● Selektive Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien
Mit den verstärkten Investitionen in Exploration und Produktion strebt OMV eine führende Position in der Förderung von Gas für seine europäischen Kernmärkte an. Diese Bestrebung beruht auf der Überzeugung, dass Gas für die Energiewende in Europa eine zentrale Rolle spielen wird, da es angesichts der Abkehr von Kohle und Öl sowohl Versorgungssicherheit als auch eine CO2-ärmere Alternative bietet.
Das Explorations- und Produktionsportfolio von OMV konzentriert sich auf drei Kernregionen: Nord, CEE (Mittel- und Osteuropa) und Süd. In der Region Nord, sprich in Norwegen, liegt der Schwerpunkt auf der Aufwertung des Portfolios durch Steigerung der Eigengasproduktion, deren Langlebigkeit und Signifikanz gesichert werden soll. Ein wichtiger Bestandteil der Strategie zur Steigerung der Gasmengen ist das Projekt Berling – die erste Feldentwicklung unter Betriebsführerschaft von OMV auf dem norwegischen Festlandsockel. Mit geschätzten förderbaren Ressourcen von 45 Mio boe stärkt Berling die Rolle von OMV als zuverlässiger Energiepartner für Europa und unterstützt den Übergang zu einer sicheren und nachhaltigen Energiezukunft. In der Region CEE ist OMV in Österreich, Rumänien und Bulgarien tätig. Das Projekt Neptun Deep unter der Betriebsführerschaft von OMV Petrom ist das größte Offshore-Gasprojekt in der EU und wird dem Unternehmen eine bedeutende Rolle im Schwarzen Meer verschaffen. Neptun Deep wird während einer acht- bis zehnjährigen Plateauphase eine Bruttoproduktion von 140 kboe/d (50% OMV Petrom) liefern. Mit der Gasförderung soll 2027 begonnen werden. Das Unternehmen geht davon aus, dass Neptun Deep bis 2030 ungefähr EUR 0,5 Mrd zum Operativen Ergebnis vor Sondereffekten von OMV Petrom beitragen wird. Neptun Deep wird die Gasproduktion Rumäniens verdoppeln und Exporte nach Europa ermöglichen. Ergänzend dazu wird die Präsenz in der Schwarzmeerregion durch die umfangreiche Erfahrung von OMV Petrom und die Erschließung des Explorationspotenzials im Offshore-Block Han Asparuh vor der Küste Bulgariens weiter gestärkt. In der Region Süd ist OMV in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Libyen, Tunesien und der Region Kurdistan-Irak tätig. Die Hauptziele dort sind die Steigerung der Gasproduktion und die Erschließung zusätzlicher Reserven in Nordafrika.
Mit dem unveränderten Fokus auf Kostenoptimierung und Effizienzsteigerung ist OMV weiterhin bestrebt, eine wachsende Zahl organischer Projekte umzusetzen und anorganische Wertsteigerungsmöglichkeiten zu verfolgen. Ziel dabei ist es, die Stärken von OMV zu nutzen und zusätzliche Synergien zu schaffen. Das Unternehmen peilt bis 2030 eine organische Öl- und Gasproduktion von 320 bis 330 kboe/d an und evaluiert überdies anorganische Möglichkeiten zur Ergänzung des Portfolios, um bis 2030 ein Gesamtproduktionsniveau von rund 400 kboe/d zu erreichen. Weiters sollen bis 2030 für das Öl- und Gasportfolio ein Cash-Breakeven von unter USD 30/boe und Produktionskosten von unter USD 9 USD/boe erreicht werden.
Im Geschäftsbereich Gas Marketing & Power verwaltet OMV ein integriertes Portfolio bestehend aus Erdgasbezug, -verkauf und -handel, Speicherung, LNG-Regasifizierungskapazitäten und Stromerzeugung. Mit einer Speicherkapazität von rund 30 TWh in Österreich und Deutschland sowie langfristigen LNG-Verträgen gewährleistet OMV Versorgungssicherheit und stabile Erträge. Die Gasbezugsquellen sind nunmehr umfassend diversifiziert, da OMV seit Dezember 2024 kein Gas mehr aus Russland bezieht. OMV hat sich Transportkapazitäten über Deutschland und Italien nach Österreich gesichert, um die Lieferung von Eigen- und Drittgasmengen aus Norwegen nach Österreich sowie von LNG-Mengen unter Nutzung der Kapazitäten des LNG-Regasifizierungsterminals Gate in Rotterdam zu ermöglichen. Mit der für 2027 erwarteten Aufnahme des Betriebs von Neptun Deep werden die Eigengasmengen von OMV deutlich steigen. Strategisches Ziel ist es, zusätzliches Wertpotenzial auszuschöpfen und Gas als wichtigen Baustein im Portfolio des Unternehmens zu etablieren. Dies soll durch den weiteren Ausbau der Präsenz im Gashandel und -verkauf in Europa und die Stärkung der Rentabilität über eine Multi-Commodity-Handelsplattform erreicht werden.
Im Bereich der Stromerzeugung profitiert der Konzern weiterhin von der Integration von Gas und Strom in Rumänien durch OMV Petrom. Ausschlaggebend für die Rentabilität sind dabei Strommargen und Spark Spreads sowie Ausgleichsleistungen und die Integration von Kapazitäten erneuerbaren Stroms. Der Konzern rechnet mit einer Jahresproduktion von über 6 TWh. Das Wachstum von OMV im Bereich der erneuerbaren Energien wird stark durch OMV Petrom vorangetrieben, die eine führende Position auf dem südosteuropäischen Strommarkt anstrebt. Dies soll durch erhebliche Investitionen und eine klare Wachstumsstrategie bei erneuerbaren Energien erreicht werden – mit dem Ziel, bis 2030 jährlich mehr als 2,4 TWh (netto für OMV Petrom) an erneuerbarem Strom zu erzeugen. Um die günstigen Wind- und Sonnenverhältnisse in Rumänien zu nutzen, hat sich OMV Petrom eine solide Projektpipeline gesichert. Mit einem der größten neuen Solar- und Windenergieportfolios in Rumänien sind bis Ende 2025 bereits mehr als 2,5 GW an Kapazität hinzugekommen, die laufenden Partnerschaften eingeschlossen. Dazu gehören die Partnerschaft mit Complexul Energetic Oltenia für eine Kapazitätssteigerung von etwa 550 MW und das Projekt Isalnița mit einer PV-Kapazität von rund 89 MW. Für dieses Projekt wurde der EPCC-Auftrag bereits vergeben und die Ausführungsphase eingeleitet. OMV Petrom expandierte auch in Bulgarien, wo das Projekt Gabare mit einer Nettostromerzeugung von rund 0,3 TWh pro Jahr im September 2025 abgeschlossen wurde. Die Gesamtinvestitionen von OMV Petrom werden sich im Zeitraum von 2026 bis 2030 auf rund EUR 0,7 Mrd belaufen, wobei ein IZF von mindestens 10% angestrebt wird. Das bestehende 860-MW-Gaskraftwerk fungiert als flexibler Backbone und trägt dazu bei, die typischen Schwankungen bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen zu verringern. Darüber hinaus werden Möglichkeiten zur Stromspeicherung geprüft, um die Flexibilität und Zuverlässigkeit der Stromversorgung weiter zu erhöhen.
Im Bereich Geothermie strebt OMV bis 2030 eine Nettoproduktionsleistung von rund 1 TWh mit einem IZF von mindestens 10% an. Dies bedeutet ein moderateres Entwicklungstempo, das der sich verändernden Marktdynamik und dem Stand der Technik zur Nutzung von Geothermie Rechnung trägt. Damit wird sichergestellt, dass die Investitionen auf technologische Reife und langfristige Wertschöpfung abgestimmt sind. OMV treibt die Entwicklung im Bereich Geothermie mittels zweier sich ergänzender Technologien voran. Die erste, das sogenannte Open-Loop-System, nutzt natürliche Grundwasserleiter, um das heiße Wasser für die Energieerzeugung aus der Tiefe zu fördern und wieder dorthin zurückzuleiten. OMV hat mit Wien Energie, die eines der europaweit größten Fernwärmenetze betreibt, im Jahr 2023 ein Joint Venture gegründet, um das Potenzial des Wiener Beckens mithilfe dieser auf offenen Kreisläufen basierenden Technologie zu erkunden und zu erschließen. Das Joint Venture namens „deeep“ hat die Bohrungen für eine 20-MW-Pilotanlage bereits abgeschlossen. Derzeit laufen Produktionstests, und die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant. Für die zweite Phase, die auf 60 MW abzielt, wird 2026 mit den Bohrungen begonnen. Diese Anlage wird voraussichtlich 2030 in Betrieb genommen werden. Langfristig, d. h. über das Jahr 2030 hinaus, ist eine Skalierung auf 200 MW geplant. Dies würde ausreichen, um rund 200.000 Haushalte zu versorgen – etwa die Hälfte der Fernwärmekund:innen Wiens. Die zweite Technologie, das Closed-Loop-System, nutzt ausschließlich heiße Gesteinsformationen im Untergrund. Für dieses System, bei dem das Wasser in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert, sind keine natürlichen Reservoirs erforderlich. Das geschlossene Kreislaufsystem bietet ein erhebliches Potenzial für Skalierbarkeit, da es von den jeweiligen geologischen Verhältnissen weniger stark abhängig ist. Damit stellt es eine vielversprechende Lösung für eine umfassendere Nutzung in der Zukunft dar. Im Jahr 2023 wurde OMV Minderheitsanteilseigner an dem kanadischen Unternehmen Eavor, das sich im Bereich der Geothermie auf die innovative Closed-Loop-Technologie spezialisiert hat. Derzeit führen die beiden Unternehmen Tests durch, um die Wirtschaftlichkeit dieser Methode in Deutschland am Standort Geretsried zu prüfen, wo im Dezember 2025 erstmals Strom aus Tiefenwärme erzeugt wurde. Die organischen Investitionen für Geothermieprojekte im Zeitraum 2026 bis 2030 werden sich voraussichtlich auf rund EUR 700 Mio belaufen.
Fuels-Strategie
In Anbetracht der sich verändernden Nachfrage in Europa wird der Geschäftsbereich Fuels sein Produktportfolio umgestalten, um Wachstumsmöglichkeiten in den Bereichen Flugkraftstoff, nachhaltige Kraftstoffe und chemische Rohstoffe sowie Elektromobilität zu nutzen. OMV verpflichtet sich dabei auch weiterhin zu Sicherheit, Innovation und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit und treibt den Wandel unter Berücksichtigung der Marktdynamiken voran. Durch diese Transformation werden die Aktivitäten und Produkte von OMV weit weniger CO2 emittieren, was die Resilienz des Unternehmens bei anhaltender Rentabilität sicherstellt.
Strategische Prioritäten im Segment Fuels bis 2030:
● Optimierungen entlang der Wertschöpfungskette und Intensivierung der Integration in den Chemiebereich
● Erzielung von Kosten- und Margenvorteilen
● Steigerung des Beitrags der Bereiche Retail und Handel
● Nutzung von Chancen in den Bereichen erneuerbare Kraftstoffe, chemische Rohstoffe und E-Mobilität
Der Markt der europäischen Raffinerien für fossile Brennstoffe wird voraussichtlich schrumpfen, insbesondere in Westeuropa. Prognosen zufolge dürften sowohl die Mengen als auch die Raffineriemargen aufgrund der Dekarbonisierungsbestrebungen in Europa unter Druck geraten. Gleichzeitig wird eine wachsende Nachfrage nach erneuerbaren Kraftstoffen für den Mobilitätssektor sowie nach nachhaltigen chemischen Rohstoffen erwartet. Um sich dieses Wachstum zunutze zu machen, baut OMV ein Produktionsportfolio nachhaltiger Kraftstoffe und chemischer Rohstoffe mit einer angestrebten jährlichen Kapazität von rund 900.000 t bis 2030 auf. Dieses Portfolio bietet bei der Projektausführung und in puncto Ertragsoptimierung eine hohe Flexibilität, was wiederum Margenoptimierungen ermöglicht.
Das Unternehmen rechnet damit, dass sich aus dem Geschäft mit erneuerbaren Kraftstoffen und chemischen Rohstoffen bis 2030 ein Beitrag zum CCS Operativen Ergebnis vor Sondereffekten von EUR 200 bis 300 Mio ergeben wird. Im Hinblick auf dieses Ziel hat OMV wichtige Projekte zum Abschluss gebracht, setzt nun sein aktuelles Investitionsportfolio um und plant zusätzliche Investitionen bei gleichzeitiger Prüfung von Möglichkeiten für anorganisches Wachstum:
In Österreich wurden eine Co-Processing-Anlage mit einer Produktionskapazität von 135.000 t pro Jahr und eine 10-MW-Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff in Betrieb genommen.
In Rumänien sind derzeit eine SAF/HVO-Anlage mit einer Produktionskapazität von 250.000 t pro Jahr und zwei Anlagen für grünen Wasserstoff mit einer Kapazität von 20 MW bzw. 35 MW im Bau. Die entsprechenden Gesamtinvestitionen von rund EUR 750 Mio werden von OMV Petrom getätigt. Baubeginn war Anfang 2025 und die Produktion soll 2028 anlaufen.
In Österreich befindet sich eine 140-MW-Anlage für grünen Wasserstoff im Bau. Sie wird eine der größten Elektrolyseanlagen in Europa sein und soll Ende 2027 in Betrieb gehen. OMV und Masdar unterzeichneten im November 2025 eine Vereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures für die Finanzierung, den Bau und den Betrieb der Anlage.
Im Hinblick auf Optimierungen der Wertschöpfungskette intensiviert OMV die Integration zwischen Raffinerie- und Chemiebereich. Durch entsprechende Umstrukturierungen von Anlagen und Standorten soll eine Maximierung hochwertiger fossiler Kraftstoffressourcen bei gleichzeitiger Steigerung des Anteils nachhaltiger Kraftstoffe und Rohstoffe erreicht werden. Die drei europäischen Raffinerien in Österreich, Deutschland und Rumänien agieren als integriertes System, was eine optimale Anlagenauslastung und Margenmaximierung gewährleistet. Parallel dazu führt OMV Maßnahmen zur Steigerung der Energie- und Betriebseffizienz in den bestehenden Raffinerieanlagen durch, um eine führende Kostenposition in Europa aufrechtzuerhalten.
Im Tankstellengeschäft will OMV das Marktpotenzial durch ein deutliches Wachstum des Non-Fuel-Geschäfts, um 70% gegenüber 2021 bis 2030, weiter ausschöpfen. Neue Gastronomie- und Servicekonzepte sowie Partnerschaften im Bereich der Lebensmittellogistik sollen bis 2030 für deutliches Volumen- und Margenwachstum sorgen. Gleichzeitig wird OMV seinen hohen Anteil bei Premiumkraftstoffen weiterhin als wesentliches Differenzierungsmerkmal und wichtigen Margenfaktor nutzen. Im Bereich des nachhaltigen Verkehrs wird OMV seine Position im Segment E-Mobilität der Marktentwicklung Folge leistend ausbauen. Im Zuge des Aufbaus eines leistungsstarken (schnellen und ultraschnellen) Ladenetzes für Elektrofahrzeuge in der CEE-Region sollen bis 2030 rund 5.000 Ladepunkte entstehen. Im Rahmen seiner strategischen Fahrpläne hat OMV auch erste Schritte zum Aufbau eines eigenen Netzes von Ladestationen für schwere Nutzfahrzeuge gesetzt und will künftig wichtige Verkehrswege in Österreich entsprechend abdecken. Das Unternehmen erwartet, dass das Tankstellengeschäft bis 2030 ungefähr EUR 600 Mio zum CCS Operativen Ergebnis vor Sondereffekten beitragen wird.
Im Commercial-Geschäft wird die Dieselnachfrage voraussichtlich noch länger anhalten. Durch gezielte Erweiterungen des Netzwerks und verbesserte Angebote will OMV die Verkaufsmengen im gewerblichen Straßengüterverkehr bis 2030 um 25% gegenüber 2024 steigern. Im Luftfahrtbereich ist OMV bestrebt, seine Präsenz weiter auszubauen, um die wachsende Nachfrage nach Flugzeugtreibstoff zu nutzen und ein erfolgreiches Pre-Marketing bei nachhaltigem Flugkraftstoff zu ermöglichen.
Insgesamt wird OMV die Rentabilität des Fuels-Geschäfts durch intensivere Integration und eine erweiterte Kundenbasis stärken. Auf seiner starken Position in den CEE-Märkten aufbauend wird das Unternehmen den Fokus auf die profitabelsten Segmente richten und Marktanteile in einem sich konsolidierenden Markt hinzugewinnen. Gleichzeitig sollen die mit der nachhaltigen Transformation einhergehenden Chancen entsprechend genutzt werden. Der Geschäftsbereich Fuels soll durch Optimierungen zu einem soliden Cash-Generator werden, um den Cashflow aus der Betriebstätigkeit bis 2030 (gegenüber 2024) um 50% zu steigern.
Chemicals-Strategie
Im Segment Chemicals ist die Gründung von Borouge Group International (BGI) ein wichtiger Meilenstein für OMV. Durch das neue Unternehmen tun sich erhebliche Wachstumschancen auf. Gleichzeitig bleiben die zunehmende Integration der Wertschöpfungskette und die Steigerung der Verkaufsmengen nachhaltiger chemischer Produkte wichtige strategische Säulen von OMV Chemicals.
Strategische Prioritäten im Segment Chemicals bis 2030:
● Wachstum durch Borouge Group International
● Erfolgreiche Fusion und Integration
● Organische Wachstumsprojekte, Effizienzsteigerungen und Synergien
● Maximierung der Auslastung der OMV Cracker
● Weitere Optimierung der End-to-End-Integration in der gesamten Wertschöpfungskette
● Einsatz von Technologie und Innovation für kreislauffähige chemische Produkte
Die Gründung von BGI wird das Wachstum im Geschäftsbereich Chemicals beschleunigen. OMV wird zu gleichen Anteilen wie ADNOC an dem neuen Unternehmen beteiligt sein, dessen Konsolidierung nach der Equity-Methode erfolgen wird. BGI umfasst drei sich ergänzende Polyolefinunternehmen:
Borealis, ein innovativer Polyolefinhersteller mit hoher Rohstoffflexibilität, der hauptsächlich die europäischen und nordamerikanischen Märkte bedient.
Borouge, ein integrierter Produzent im Weltmaßstab, der hauptsächlich die Märkte im Mittleren Osten und in Asien bedient und von einer Rohstoffkostenposition im ersten Quartil sowie branchenführenden Margen profitiert.
NOVA Chemicals, ein führender nordamerikanischer Hersteller mit attraktivem Zugang zu Rohstoffen, proprietären Technologien und einer starken Position im Bereich Verpackungslösungen.
Strategische Leitprinzipien von Borouge Group International:
● Führendes global integriertes Polyolefinunternehmen: Ein Player von signifikanter Größe, fokussiert auf wertschöpfungsstarke Segmente und wachstumsstarke Märkte sowie eine Plattform, über die OMV und ADNOC ihre Wachstumsstrategie im Polyolefinbereich vorantreiben.
● Innovation und Differenzierung: Technologieführer mit kundenorientierter Innovation und zirkulären Lösungen sowie gleichzeitigem Ausbau in hochprofitablen Segmenten durch Premium- und Spezialprodukte.
● Attraktive Kostenposition: Rund 70% der Produktion befinden sich in Rohstoffregionen mit Kostenvorteilen, während der Rest von hoher Rohstoffflexibilität profitiert.
● Attraktive Aktionärsrendite: Ausgezeichnet positioniert, um über den gesamten Zyklus hinweg attraktive Renditen für Aktionär:innen zu erwirtschaften.
Durch BGI wird sich das Produktionsprofil von OMV erheblich verändern: Werden derzeit 60% der Produktion in Europa generiert, so sollen künftig 70% der Produktion im Mittleren Osten und Nordamerika erzielt werden – in Ländern, die im ersten Quartil der Regionen mit günstigen Rohstoffbedingungen liegen. Darüber hinaus wird erwartet, dass die Gründung von BGI mittelfristige EBITDA‑Synergien von mehr als USD 500 Mio pro Jahr bis 2030 generiert, von denen rund 75% innerhalb von drei Jahren nach Abschluss realisiert werden sollen. Nach der erfolgreichen Fusion und Integration wird die Mindestdividende von BGI an OMV ab 2026 voraussichtlich USD 1 Mrd pro Jahr betragen, wobei von Potenzial nach oben ausgegangen wird.
Im OMV Basischemikaliengeschäft rangieren die beiden Cracker in Österreich und Deutschland wettbewerbsfähig im zweiten Quartil der europäischen Kostenkurve und profitieren sowohl von der vorgelagerten Integration mit den Raffinerien als auch der nachgelagerten Integration mit BGI. Die langfristigen Verträge zwischen OMV und BGI über Lieferungen von Ethylen und Propylen von den Standorten Burghausen und Schwechat werden beiden Unternehmen Vorteile und Stabilität verschaffen. Mit Blick auf die Zukunft misst OMV der Maximierung des Auslastungsgrads seiner Cracker vorrangige Bedeutung bei. Die verstärkte Integration mit den Raffinerien und verbesserte Flexibilität bei der Verarbeitung erneuerbarer Rohstoffe über das integrierte System sollen dazu beitragen, den bis 2030 angestrebten Auslastungsgrad von über 90% (ohne Berücksichtigung von Turnarounds) zu erreichen.
Zudem entwickelt OMV unter Nutzung seiner Technologieführerschaft nachhaltige Produkte und steigert deren Verkaufsmengen im Einklang mit der Nachfrage. Das Vorzeigeprojekt von OMV auf diesem Gebiet ist ReOil®, eine firmeneigene Technologie für chemisches Recycling. Die ReOil®-Anlage mit einer Kapazität von 16.000 t wurde 2024 fertiggestellt und war 2025 durchgehend in Betrieb. Die mit dem ReOil®-Projekt gewonnenen Erkenntnisse in puncto Technologie und Marktpotenzial dienen dem Unternehmen als Grundlage für die richtige technische und zeitliche Dimensionierung künftiger Projekte. Parallel dazu investiert OMV im Rahmen des Joint Ventures mit Interzero in den Bau der größten Sortieranlage für Post-Consumer-Kunststoffe in Europa, um eine kostenmäßig vorteilhafte Versorgung der eigenen Anlagen mit diesen Einsatzstoffen sicherzustellen. Basierend auf dem Geschäftsmodell der Integration zwischen Raffinerie- und Chemiebereich werden die künftigen Anlagen zur Erzeugung von hydriertem Pflanzenöl (Hydrotreated Vegetable Oil; HVO) für den Aufbau eines profitablen Geschäfts mit erneuerbaren Kraftstoffen von wesentlicher Bedeutung sein. Mit einem innovativen Produktportfolio wird OMV eine nachhaltige Marktentwicklung unter Berücksichtigung der sich verändernden Kundenerwartungen vorantreiben.
Insgesamt erwartet OMV, dass das Basischemikaliengeschäft bis 2030 rund EUR 200 Mio zum Operativen Ergebnis vor Sondereffekten beitragen wird.
Finanzstrategie
Der Strategie von OMV liegt ein solider finanzieller Rahmen zugrunde, der auf die Sicherstellung einer disziplinierten Kapitalallokation und nachhaltige, langfristige Wertschöpfung ausgelegt ist. Die für 2030 festgelegten finanziellen Ziele spiegeln sowohl die laufende Weiterentwicklung des strategischen Portfolios als auch die aktuellen Marktbedingungen wider.
● CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten von mehr als EUR 6,5 Mrd
● Cashflow aus der Betriebstätigkeit über EUR 6 Mrd
● CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten von mehr als EUR 9
● Mittel- bis langfristiger CCS Return on Average Capital Employed (ROACE) vor Sondereffekten von mindestens 12%
● Leverage-Grad weiterhin unter 30%
● Attraktive Aktionärsausschüttung durch progressive Dividendenpolitik bei den regulären Dividenden, ergänzt durch einen Rahmen für zusätzliche variable Dividenden
Um diese Ziele zu erreichen, setzt OMV weiterhin auf eine disziplinierte Kapitalallokation in allen Geschäftsbereichen. Für den Zeitraum 2026 bis 2030 plant OMV organische Investitionen in Höhe von durchschnittlich rund EUR 2,8 Mrd pro Jahr (ohne Borealis). Dies entspricht einer jährlichen Reduktion von EUR 1 Mrd gegenüber der bisherigen Prognose, wobei die Effekte der Entkonsolidierung von Borealis, die im besagten Zeitraum kumuliert mit etwa EUR 3,5 Mrd zu Buche schlagen, berücksichtigt sind. Darüber hinaus wird OMV seine Investitionen optimieren und bestimmte Nachhaltigkeitsprojekte in den Geschäftsbereichen Energy und Chemicals auf nach 2030 verschieben, um ein angemessenes Verhältnis zwischen Risiken und Chancen zu wahren. Im genannten Zeitraum werden rund 70% der gesamten organischen CAPEX im traditionellen Geschäft aufgewendet werden, während 30% in die Unterstützung von nachhaltigen Initiativen fließen.
Die Kapitalallokationsprioritäten von OMV sind klar definiert: erstens Investitionen in das organische Portfolio bei strikter Kapitaldisziplin, zweitens attraktive und verlässliche Renditen für die Aktionär:innen, drittens anorganische Investitionen zur Beschleunigung des Wachstums und der Transformation auf Grundlage strenger Investitionskriterien und viertens Entschuldung, um mittel- bis langfristig einen Leverage-Grad von unter 30% zu erreichen und das Investment-Grade-Rating aufrechtzuerhalten. Sollte der Leverage-Grad aufgrund von Portfoliomaßnahmen vorübergehend 30% übersteigen, wird ein gezieltes Entschuldungsprogramm zur Stärkung der Bilanz umgesetzt. OMV hat spezifische Investitionskriterien festgelegt, einschließlich des internen Zinsfußes (IZF) und der Amortisationszeiten, die für jeden Geschäftsbereich die jeweiligen Risiko- und Ertragsprofile widerspiegeln.
Während des gesamten Zeitraums der Umsetzung der Strategie ist OMV bestrebt, den Aktionär:innen attraktive Ausschüttungen zu bieten. Dazu wurden eine progressive Dividendenpolitik bei den regulären Dividenden und ein transparenter Rahmen für zusätzliche variable Dividenden beschlossen. Im Oktober 2025 gab OMV eine Aktualisierung seiner Dividendenpolitik im Hinblick auf die neue Unternehmensstruktur bekannt, die der Entkonsolidierung von Borealis und den durch die BGI-Transaktion neu hinzukommenden Dividenden Rechnung trägt. Die Grundlage für Ausschüttungen an die Aktionär:innen wurde entsprechend geändert. Das Ziel von OMV ist es, die reguläre Dividende jedes Jahr zu erhöhen oder zumindest auf dem Niveau des Vorjahres zu halten. Damit stellt das Unternehmen sein Engagement unter Beweis, den Aktionär:innen einen nachhaltigen, wachsenden Wert zu bieten. Zudem unterstreicht dies die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells und das Vertrauen in die Zukunft. Darüber hinaus beabsichtigt OMV, zusätzliche variable Dividenden auszuschütten, wenn der Leverage-Grad unter 30% liegt. Ab dem Geschäftsjahr 2026 wird OMV 50% der OMV zuzurechnenden BGI-Dividenden zusätzlich zu 20% bis 30% des Cashflows aus der Betriebstätigkeit (ohne die OMV zuzurechnenden BGI-Dividenden) ausschütten, mit Auszahlung der Dividenden im Jahr 2027. Für das Geschäftsjahr 2025 bleibt die aktuelle Dividendenpolitik bestehen, das heißt eine Ausschüttung von 20% bis 30% des operativen Cashflows von OMV, mit Auszahlung der Dividenden im Jahr 2026.
Um seine langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit zu stärken, hat OMV ein konzernweites Programm zur Effizienzsteigerung initiiert. Dabei geht es insbesondere darum, den Fokus verstärkt auf Geschäftsaktivitäten in wertschöpfenden Investitionsbereichen zu richten und diese entsprechend zu priorisieren. Ebenso gilt es, vereinfachte Prozesse zu entwickeln, um die Agilität und Flexibilität der Organisation zu steigern, sowie das Kundenerlebnis nochmals deutlich zu verbessern. Dieses Programm soll bis Ende 2027 (im Vergleich zu 2023) einen positiven Beitrag im Ausmaß von mehr als EUR 0,5 Mrd auf den Cashflow aus der Betriebstätigkeit bewirken, wovon bis Ende 2025 mehr als EUR 350 Mio erreicht wurden.
Digitalisierung
Für die digitale Transformation von OMV war 2025 ein entscheidendes Jahr. Künstliche Intelligenz (KI) ist mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Digitalisierungsstrategie. Damit untermauern wir unsere Bestrebung, nachhaltiges Wachstum zu erzielen und die betrieblichen Abläufe weiter zu optimieren (Operational Excellence). Aufbauend auf dem soliden Fundament, das in den vergangenen Jahren geschaffen wurde, hat OMV seine KI-Kapazitäten rasch skaliert – von geschäftsspezifischen Anwendungsfällen für maschinelles Lernen über erste Pilotprojekte mit generativer KI (GenAI) bis hin zum unternehmensweiten Einsatz. Im Jahr 2025 erweiterten wir nicht nur den Umfang der KI‑Anwendungen, sondern konnten KI auch tiefer in unserer Kultur, unseren Plattformen und im Tagesgeschäft verankern und damit einen echten Mehrwert für den gesamten Konzern schaffen.
Empowerment für alle Mitarbeiter:innen: der AI Hub
Ein wichtiger Faktor für unsere Transformation ist der OMV AI Hub, der 2025 als Knotenpunkt für GenAI-Chatbots, ‑Assistenten und ‑Agenten eingerichtet wurde. Der AI Hub bietet einen sicheren, zentralisierten Zugriff auf eine wachsende Suite von intelligenten Tools und Lernressourcen, die alle auf Microsoft Azure basieren und vollständig in die digitale Umgebung von OMV eingebunden sind. Dies gewährleistet Datenschutz und Compliance auf Unternehmensniveau, und die KI ist für alle Mitarbeiter:innen gleichermaßen zugänglich.
Der positive Effekt macht sich bereits bemerkbar: Unser eigener GPT-Assistent wird nunmehr jeden Monat von mehr als 2.500 Mitarbeiter:innen für schnelle Analysen von Dokumenten und das Abrufen von Informationen aktiv genutzt. Ein weiteres Tool zur Vereinfachung der täglichen Arbeit ist unser Regulations Assistant, der die Kolleg:innen durch mehr als 1.500 interne Vorschriften und Verfahren führt. Mit einer wachsenden Bibliothek von KI-Anwendungen, kuratierten Prompts und kontinuierlichen Weiterbildungsmöglichkeiten beschleunigt der AI Hub unsere digitale Transformation und etabliert eine „KI zuerst”-Denkweise im gesamten OMV Konzern.
Aufbau einer KI-versierten Belegschaft
Unser Engagement für die Weiterbildung im digitalen Bereich zeigt sich an den Zahlen: mehr als 10.000 Kolleg:innen – doppelt so viele wie im Vorjahr – haben an GenAI-Workshops und -Schulungen teilgenommen. Die Frage „Kann künstliche Intelligenz mir dabei helfen?“ ist bei OMV mittlerweile eine Selbstverständlichkeit: KI unterstützt heute Innovation und Effizienz auf allen Ebenen. Begleitet wird dieser kulturelle Wandel durch einen ganzheitlichen, wirkungsorientierten Ansatz zur Nutzung von KI. Bei OMV laufen derzeit mehr als 50 KI-Projekte (gegenüber 25 im Jahr 2024). Mehr als 40 weitere Projekte befinden sich in Entwicklung, und mehr als 210 neue Ideen warten bereits in der Pipeline. Unsere „Buy before Build“-Philosophie und die strategischen Partnerschaften mit Microsoft, SAP, Salesforce und SLB (ehemals Schlumberger) versetzen uns in die Lage, KI-Lösungen in allen Geschäftsbereichen zügig zu skalieren und individuell anzupassen.
Geschäftlicher Nutzen durch KI in der Wertschöpfungskette
OMV priorisiert Anwendungsfälle für künstliche Intelligenz, die den größtmöglichen strategischen und finanziellen Nutzen bringen, die Energiewende unterstützen und unsere Operational Excellence stärken. Die folgenden Beispiele veranschaulichen, wie KI in der gesamten OMV Wertschöpfungskette eingesetzt wird.
KI in Energy: mehr Effizienz, mehr Nachhaltigkeit
Im Geschäftsbereich Energy machen wir uns das Potenzial von KI zunutze. Ein Beispiel dafür ist der Norwegian AI Companion (NAIC), der schnelle und schlüssige Antworten auf komplexe geologische, geowissenschaftliche und erdöltechnische Fragestellungen im Zusammenhang mit dem norwegischen Festlandsockel liefert. Für die Bereitstellung prägnanter, praxistauglicher Informationen greift der NAIC auf mehr als 2,5 Mio öffentlich zugängliche und OMV interne Seiten aus den Bereichen Geologie und Geophysik sowie auf entsprechende Berichte zu. Dadurch können sich die Engineering-Teams auf ihre eigentlichen technischen Aufgaben konzentrieren. Diese spezielle KI-Lösung stärkt die Fähigkeit von OMV, in einer der komplexesten geologischen Umgebungen der Welt effizient und sicher zu agieren.
In Zusammenarbeit mit der Stanford University und TerraAI testen wir außerdem eine auf KI-Agenten basierende Technologie zur Optimierung der Feldentwicklung bei Low-Carbon-Projekten. Diese Technologie unterstützt die Entscheidungsprozesse und die Sicherheit bei Low-Carbon-Initiativen in Norwegen. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass dies den jeweiligen Projektwert steigern und untertägige Risiken reduzieren kann. Somit lassen sich CO2‑arme Lösungen effizienter und sicherer gestalten.
Im Bereich Well Engineering haben wir mit iDEA ein wissensbasiertes System eingeführt, das Bohrtechniker:innen bei der Erstellung optimierter Bohrprogramme unterstützt. iDEA analysiert weltweite Analogien und gewonnene Erkenntnisse und trägt so dazu bei, wiederholt auftretende Herausforderungen und damit verbundene Kosten zu vermeiden. Dieses Echtzeit-Tool verknüpft die aktive Bohrlochplanung mit der internationalen Erfahrung von OMV und OMV Petrom und liefert relevante Informationen zur Automatisierung unternehmensweiter Lernprozesse. Durch den verringerten Zeitaufwand für die manuelle Datensuche können sich die Ingenieur:innen auf die technische Umsetzung konzentrieren. Das Unternehmen wiederum profitiert dadurch von schnelleren und fundierteren Entscheidungen.
In Rumänien erproben wir eine Lösung für maschinelles Lernen im Bereich der Ursachenanalyse, um die Überwachung kritischer Bohrlochausfälle und Prozessinterventionen zu verbessern. Durch die Analyse historischer Pumpenbetriebs- und Ereignisdaten kann das Modell potenzielle Ausfälle bis zu neunzig Tage im Voraus vorhersagen. Dies unterstützt die proaktive Wartungsplanung und minimiert Stillstandzeiten.
KI in Fuels: betriebliche Optimierungen und verbessertes Kundenerlebnis
In den letzten sechs Jahren hat das für Automation zuständige Team im Geschäftsbereich Fuels mehr als 300 Prozesse automatisiert. Durch den Einsatz von Software-Robotern zur Erledigung repetitiver Aufgaben und die Reduzierung manueller Tätigkeiten durch Nutzung von KI-Funktionen konnten im Jahresvergleich Einsparungen von über EUR 7 Mio erzielt werden. Beispielhaft erwähnt sei eine Automatisierungslösung, die aus den Portalen der verschiedenen Energieversorgungsunternehmen Smart-Meter-Zählerstände für alle Tankstellen in Österreich zusammenführt. Dies spart mehr als 1.300 Arbeitsstunden pro Jahr ein, was einem monetären Wert von EUR 140.000 entspricht. Ein weiteres Beispiel kommt aus dem Bereich Logistik: Dort spart eine Lösung zur automatisierten Verwaltung von Fahrplanänderungen im Bahnverkehr 1.000 Arbeitsstunden pro Jahr mit einem monetären Wert von EUR 110.000 ein.
KI in Chemicals: Empowerment der Belegschaft und Einbindung von KI in Kernprozesse
Im Geschäftsbereich Chemicals hat Borealis in Programme zur Vermittlung von KI-Kenntnissen, Initiativen zur Entwicklung digitaler Kompetenzen und in ein „Digital Workforce“-Modell investiert. Bei Letzterem geht es darum, den Mitarbeiter:innen die in Zukunft benötigten Fähigkeiten zu vermitteln und sie für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Technologien zu sensibilisieren. Darüber hinaus fördern strukturierte Programme die Kreativität und beschleunigen die Markteinführung neuer Lösungen, was wiederum die Betriebseffizienz verbessert.
Unter dem Motto „AI Everywhere: From Vision to Impact“ wird KI bei Borealis nun noch tiefer in Kernprozesse eingebunden, um einen messbaren geschäftlichen Nutzen zu erzielen. In den Bereichen Operations, Lieferketten, Kundenansprache und Nachhaltigkeitsinitiativen wurden über 100 KI-Anwendungsfälle identifiziert und nach Prioritäten geordnet. Kostenoptimierungen, verbesserte Entscheidungsprozesse und gesteigerte Produktivität sind dabei nur einige der bereits erzielten Vorteile. Ein wesentlicher Grundsatz von „AI Everywhere“ ist eine gute Governance: Borealis hält sich an das EU-KI-Gesetz und vertritt die Prinzipien einer verantwortungsvollen Nutzung von KI – einschließlich Transparenz, Fairness und Datenschutz. Nicht zuletzt gewährleistet die Einbindung des Menschen („Human in the Loop“) einen ethischen und verantwortungsvollen Einsatz von KI.
Weitere Digitalisierungsinitiativen
Zusätzlich zu den KI-Projekten hat OMV mehrere Digitalisierungsinitiativen auf den Weg gebracht. Eine dieser Initiativen ist die „Renewable Tracing Platform“: Mit dieser Lösung für Massenbilanzierungen und digitale Workflows kann OMV Zertifikate für erneuerbare Kraftstoffe ausstellen. Die Plattform prüft, ob ein- und ausgehende Lieferungen mit den entsprechenden Zertifikaten verknüpft sind. Die erfassten Daten erleichtern auch die Erfüllung verschiedener Nachhaltigkeitsberichterstattungspflichten. Den Kund:innen steht damit eine revisionssichere Lösung zur Verfügung, auf die sie sich verlassen können, da der biobasierte Anteil des Kraftstoffs über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg durchgehend rückverfolgbar ist. Im Jahr 2025 konnten wir die manuellen Arbeitsschritte durch den Aufbau mehrerer digitaler Verbindungen zu internen und externen Systemen und Datenbanken reduzieren und mithilfe des Tools mehr als 7.000 Zertifikate ausstellen.
Weiters wurden elektronische Regaletiketten im Retail-Bereich an 100 Tankstellen eingeführt. Retail-Shops können damit wettbewerbsfähige Preise und verkaufsfördernde Maßnahmen digital implementieren, was eine optimale Nutzung von Nachfragespitzenzeiten sowie eine 5%ige Umsatzsteigerung ermöglicht. Die Lösung entlastet außerdem das Personal, sorgt für ein positives Kundenerlebnis und reduziert Produkt- und Papierabfälle um bis zu 25%. Das Projekt wird auf die restlichen OMV Tankstellen in Rumänien ausgeweitet und soll auch in Ungarn und der Slowakei umgesetzt werden.
OMV bietet zudem digitale Touchpoints zu Kund:innen und Nutzer:innen. Dazu gehören Websites, Apps, Zahlungsterminals in Außenbereichen und Kundenportale. Die von OMV entwickelte Bibliothek mit Designelementen und Benutzerabläufen gewährleistet einen konsistenten Markenauftritt und beschleunigt die Einführung neuer benutzerfreundlicher Funktionen. So konnte zum Beispiel ein App-Prototyp innerhalb eines Tages entwickelt werden. Aufgrund der geringeren Abhängigkeit von externen Anbieter:innen konnten mit diesem Ansatz rund EUR 1,3 Mio eingespart werden.
Für Fahrer:innen von Elektrofahrzeugen hat OMV die Bezahlvorgänge vereinfacht und sich damit einen wichtigen Differenzierungsvorteil gesichert. Viele Fahrer:innen nutzen mehrere Apps für verschiedene Ladedienste. Da OMV nun direkte Transaktionen mit anderen Anbieter:innen ermöglicht, können Fahrer:innen von Elektrofahrzeugen unterschiedliche Netzwerke nutzen und ihre Ladevorgänge über nur ein Konto oder eine einzige App bezahlen. Dieser Ansatz reduziert die direkten Kosten, sorgt für mehr Transparenz in der Wertschöpfungskette und führt zu vorteilhafteren Preisen für Kund:innen und Partner:innen, verbesserten Margen sowie höheren Transaktionsvolumina.
Ein weiteres Beispiel ist das „Work Clearance Management“-Tool – ein standortübergreifendes Arbeitsbewilligungssystem, das 2025 in der Raffinerie Schwechat und den Tanklagern in der Lobau und in St. Valentin eingeführt wurde. Dieses Tool digitalisiert und rationalisiert den Prozess zur Bewilligung von Wartungs- und Reparaturarbeiten. Damit reduziert es nicht nur den Verwaltungsaufwand, sondern trägt auch zu mehr Sicherheit und Compliance bei. Das Tool basiert auf nahtlosen digitalen Verbindungen zu mehreren Prozessen und bietet Funktionen wie elektronische Signaturen, QR-Code-Scanning und automatisierte Workflows. Im Hinblick auf die Einhaltung sämtlicher Vorschriften in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) sowie der entsprechenden gesetzlichen Auflagen werden unsere eigenen Arbeitnehmer:innen und die Beschäftigten unserer Vertragsunternehmen durch ein streng geregeltes System unterstützt, das sichere und zuverlässige Arbeitsbedingungen in den Raffinerien von OMV gewährleistet.
Verantwortungsvolle KI und digitale Sicherheit
Das Engagement von OMV für eine vertrauenswürdige und ethische Nutzung von KI ist und bleibt von grundlegender Bedeutung. OMV hält sich an eine solide Governance im Einklang mit dem EU-KI-Gesetz. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Datenschutz, Vermeidung von Voreingenommenheit und Erklärbarkeit. Das nach ISO/IEC 27001:2022 zertifizierte Informationssicherheitsmanagementsystem von OMV und ein eigenes KI-Sicherheitsframework sorgen dafür, dass alle KI-Anwendungen auf sichere und verantwortungsvolle Weise eingesetzt werden. Regelmäßige externe Audits helfen uns dabei, die höchsten Standards aufrechtzuerhalten.
Innovation und Technologie
Im Zuge unserer Transformation zu einem integrierten Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemikalien treiben wir Innovationen mit gezielten Programmen zur Verbesserung bestehender Produktionsprozesse und Entwicklung neuer Technologien voran, um eine Differenzierung durch Wertschöpfung zu erreichen. OMV konzentriert sich auf die Entwicklung von Technologien, die einen direkten Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens leisten. Im Fokus steht dabei die Erforschung bahnbrechender, hochwirksamer Technologien, die die Umsetzung der OMV Strategie beschleunigen. Das Unternehmen betreibt Innovation sowohl intern als auch in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partner-Panels, die sich aus Vertreter:innen aus der Wissenschaft, privaten Forschungsinstituten und Start-ups zusammensetzen. Zudem verfügt OMV über ein ausgewogenes Portfolio an Technologien und Produkten.
OMV Innovation 360 – ein integrierter Ansatz
Mit OMV Innovation 360 führte OMV im Jahr 2025 eine Plattform ein, die alle Innovationsaktivitäten des Konzerns bündelt. Ziel ist es, Innovationen zu beschleunigen und interne Kompetenzen durch die Einbeziehung externer Kooperationspartner:innen zu ergänzen, um skalierbare Technologien zu entwickeln, die entsprechend vermarktet werden können. Die Plattform stützt sich auf vier Säulen:
den OMV Innovation Hub Vienna als strategischen Motor für Innovationsplanung,
den OMV Innovation Hub Schwechat als Technologiebeschleuniger für Lösungen im industriellen Maßstab,
die OMV Innovation Collaboration & Partnerships als Katalysator für die Zusammenarbeit mit Start-ups, Vertreter:innen aus der Wissenschaft und Technologiepartner:innen sowie
das OMV Innovators Network zur Ermöglichung von Synergien und Wissensaustausch im gesamten Konzern.
Ein wichtiger Meilenstein im Jahr 2025 war der Spatenstich für den Bau des OMV Innovation Hub Schwechat in unmittelbarer Nähe zur Raffinerie Schwechat. Der Hub wird eine Fläche von rund 8.000 m² für Pilotanlagen, Labors (darunter das erste Biotechnologielabor von OMV) und moderne Arbeitsplätze für Innovator:innen bieten. Die Nähe zu den OMV Produktionsanlagen wird eine schnellere Überführung von technologischen Innovationen in kommerzielle Anwendungen ermöglichen. Das Portfolio von OMV Innovation & Technology zielt auf Technologien zur Unterstützung der Kreislaufwirtschaft sowie für alternative Rohstoffe, nachhaltige Kraftstoffe und neue Energielösungen ab.
Geistiges Eigentum und Lizenzierung
OMV bemüht sich aktiv um den Schutz von geistigem Eigentum, einschließlich Patentrechten für technologische Innovationen. Die Vergabe von Technologielizenzen treibt die Kommerzialisierung der patentierten Technologien von OMV voran. Ziel ist es, das Wachstum lizenzierter Unternehmen zu unterstützen und Kund:innen während des gesamten Zyklus zu begleiten, vom Erwerb der Lizenz über die Bereitstellung bis hin zum Support. Ein Beispiel für eine mögliche Lizenzierung im Portfolio von OMV ist ReOil®, die proprietäre patentierte Technologie für das chemische Recycling von Altkunststoffen.
Technologische Innovation
Kreislaufwirtschaft
Die proprietäre ReOil®-Technologie von OMV für thermisches Cracken wurde entwickelt, um die Kreislaufwirtschaftsziele der Europäischen Kommission zu erreichen und zukünftige Verpackungsrecyclingquoten zu erfüllen. OMV und Borealis verfolgen das klare Ziel, im Bereich der Technologien für chemisches und mechanisches Recycling eine führende Rolle zu spielen. Durch strenge Tests und Erprobungen konnte OMV umfangreiche operative Erfahrungen mit der ReOil®-Technologie für das chemische Recycling sammeln. Seit Ende 2024 betreibt OMV in der Raffinerie Schwechat eine neue Anlage mit einer Nennleistung von 16.000 t pro Jahr. Die vollständig in die Raffinerie integrierte Anlage für das chemische Recycling von Post-Consumer-Polyolefinen belegt die Zuverlässigkeit der OMV ReOil®-Technologie und bildet die Basis für deren weitere Industrialisierung. ReOil® ist skalierbar und lässt sich nahtlos in bestehende Industrieanlagen integrieren, wodurch vorhandene Assets optimal genutzt werden können.
Nachhaltige Kraftstoffe
OMV treibt die Entwicklung nachhaltiger Kraftstofftechnologien voran und konzentriert sich dabei auf die Herstellung von nachhaltigem Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel; SAF) über HVO-Routen sowie auf die Erforschung von Lösungen für eSAF. Die Innovationsaktivitäten zielen darauf ab, die Prozesseffizienz zu verbessern und den Weg für künftige Skalierungen zu ebnen, um kürzere Markteinführungszeiten zu ermöglichen. Zur Unterstützung dessen wurde das Fuels Innovation Lab in Schwechat renoviert und mit modernsten Analysegeräten ausgestattet. Zudem werden im Kleinanlagenbereich von OMV, der Prozessoptimierungen und Technologievalidierungen dient, Tischreaktoren aufgestellt. Die Entwicklungsarbeit erfolgt in Kooperation mit nationalen und internationalen Partner:innen (u. a. Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Technologieunternehmen), um Fachwissen zu nutzen und gemeinsame Innovationen voranzutreiben.
Biotechnologie
Innovationsaktivitäten, bei denen biotechnologische Konzepte zur Anwendung gelangen, konzentrieren sich auf die Widerstandsfähigkeit und Diversifizierung der Rohstoffversorgung. Ziel ist es, einen vorteilhaften Zugang zu biobasierten bzw. aus Abfällen gewonnenen Kohlenstoff- und Energiequellen zu sichern. Die Entwicklungsarbeit umfasst enzymatische und mikrobielle Prozesse zur Herstellung erneuerbarer Drop-in-Kraftstoffe und ‑Chemikalien. Diese Bemühungen tragen dazu bei, die Produktbasis von OMV zu verbreitern und die Position des Unternehmens in den neu entstehenden CO₂-armen Wertschöpfungsketten zu stärken.
Neue Energietechnologien
Gleich mehrere technologische Meilensteine trugen dazu bei, dass OMV im Jahr 2025 Fortschritte bei der Umsetzung seiner Dekarbonisierungsstrategie erzielte. So nahm zum Beispiel das Carbon Capture Innovation Center (CCIC) den Betrieb einer mobilen lösungsmittelbasierten Pilotanlage auf, die jährlich bis zu 1.000 t CO₂ abscheiden kann. Dies dient der Validierung innovativer Technologien zur CO₂-Abscheidung wie etwa CoolSwingCC® im Hinblick auf eine künftige Skalierung. Im Juni nahm Hycamite, ein Kooperationspartner von OMV, in Finnland eine der größten Demonstrationsanlagen Europas für die Methanspaltung in Betrieb. Die Anlage soll bis zu 2.000 t CO₂-armen Wasserstoff und 6.000 t fortschrittliche Kohlenstoffallotrope pro Jahr erzeugen. Für den weiteren Ausbau des Portfolios zur Inwertsetzung von Kohlenstoff startete OMV im Juli ein zweites Pilotprojekt in Österreich, bei dem die LOOP-Technologie von Levidian zur Erzeugung von Wasserstoff und Graphen zum Einsatz kommt. Graphen ist ein hochwertiger Werkstoff, der sich mit dieser Technologie erstmals in großem Maßstab herstellen lässt.
Angewandte Technologien
Energy
Im Segment Energy setzt OMV sein Engagement für Innovation und Technologie fort, um die strategischen Ziele in diesem Geschäftsbereich bis 2030 zu erreichen. Die weltweiten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E) konzentrieren sich auf vier Schlüsselbereiche:
Kosteneffiziente und nachhaltige Produktion
Geothermie und erneuerbare Energien
CO₂-Abscheidung und -Speicherung (Carbon Capture and Storage; CCS)
„Out-of-the-Box“-Innovationen und neue Geschäftsmodelle
In diesen Schwerpunktbereichen sollen schnelle, wirkmächtige Lösungen bereitgestellt werden, die zur Schlagkraft von OMV in allen Wertströmen beitragen, Operational Excellence ermöglichen und den Übergang zu einer CO₂-armen Zukunft unterstützen. Die Aktivitäten decken das gesamte Spektrum der Energiewende ab – von der Optimierung reifer Felder bis hin zur Entwicklung von Energiespeichern der nächsten Generation. Fortschrittliche Geothermieanwendungen, CCS, Wasserstofferzeugung und die Integration erneuerbarer Energien sind dabei nur einige der Initiativen. Digitale Innovationen wie KI-gestützte Workflows im untertägigen Bereich (einschließlich der Platzierung von Bohrlöchern in Zusammenarbeit mit der Stanford University), Emissionskontrollsysteme und Wasseraufbereitungstechnologien sorgen für sichere, effiziente und nachhaltige betriebliche Abläufe weltweit.
Die spezialisierten OMV Technologiezentren in Österreich (Tech Center & Lab) und Rumänien (Upstream Laboratory, ICPT) fungieren als F&E-Hubs. Die führenden Standorte für Innovation und Technologie sind Norwegen, Rumänien und Österreich. Während sich Norwegen auf Innovationen im Untertagebereich und Low-Carbon-Geschäftslösungen konzentriert, treibt Rumänien die Produktionsoptimierung und die Integration erneuerbarer Energien voran. Der Standort dient zudem als Testfeld für geothermisches Potenzial und die Speicherung thermischer Energie. In Österreich leitet OMV mit Unterstützung internationaler Forschungspartnerschaften groß angelegte Programme in den Bereichen CO₂-Abscheidung, Wasserstofferzeugung (Methanspaltung), Geothermie und fortschrittliche Untergrundmodellierung. Zu den bemerkenswerten Erfolgen gehört das Alkali-Polymer-Pilotprojekt im Feld Matzen, das Untergrund-, Oberflächen- und Laboranalysen für Injektionsverfahren zur Steigerung der Ausbeute abdeckt. Des Weiteren wurde ein mobiler Flow-Assurance-Bypass (MoFlow) für ausfallsichere geothermische Anwendungen eingeführt.
Fuels
OMV erkundet aktiv alternative Rohstoffe, Technologien und Kraftstoffe, um ein gut diversifiziertes und wettbewerbsfähiges Portfolio für die Zukunft zu entwickeln. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Herstellung von Biokraftstoffen und synthetischen Kraftstoffen als zukünftige Kraftstoffe für den schwer zu elektrifizierenden Teil des Transportsektors sowie auf nachhaltige chemische Produkte und grünen Wasserstoff gelegt. Während die entwickelten biogenen Produkte zunächst in erster Linie aufgrund des regulierten Markts als Kraftstoffe vertrieben werden, können sie auch als Chemierohstoffe verwendet werden.
OMV nahm die Co-Processing-Anlage in der Raffinerie Schwechat Mitte 2024 in Betrieb. Diese Technologie ermöglicht es OMV, biogene Rohstoffe (z. B. Rapsöl) zusammen mit Stoffen fossilen Ursprungs in einer bestehenden Hydrotreating-Anlage während der Kraftstofferzeugung zu verarbeiten. Durch den Ersatz von fossilem Diesel wird sich der CO₂-Fußabdruck von OMV um bis zu 360.000 t CO₂ pro Jahr verringern. Im Jahr 2025 setzte OMV die Pilotproduktion von nachhaltigem Flugkraftstoff nach einem anderen Co-Processing-Verfahren in Schwechat ebenso fort wie die Umwandlung biogener Rohstoffe in hochwertige Chemikalien, wie Ethylen, Propylen, Butadien und Benzol, in der Raffinerie Burghausen.
Im Jahr 2025 begann OMV mit der Erzeugung von grünem Wasserstoff in der neuen 10-MW-Elektrolyseanlage in Schwechat (UpHy-Projekt). Die Anlage hat eine Produktionskapazität von bis zu 1.500 t grünem Wasserstoff pro Jahr und ist die größte ihrer Art in Österreich. OMV traf 2025 außerdem die finale Entscheidung, einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in eine neue Vorzeigeanlage für grünen Wasserstoff im niederösterreichischen Bruck an der Leitha zu investieren. Dort plant OMV den Bau einer 140-MW-Elektrolyseanlage, die mit einer jährlichen Produktionskapazität von bis zu 23.000 t grünem Wasserstoff eine der größten ihrer Art in Europa sein wird. OMV erwartet sich dadurch eine Reduzierung der CO₂-Emissionen um etwa 150.000 t pro Jahr.
OMV Petrom verzeichnete 2025 wichtige Fortschritte in der Ausführungsphase des Baus einer SAF/HVO-Anlage und zweier Anlagen für grünen Wasserstoff. Dank eines soliden Projektmanagements und der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten schreiten die Bauarbeiten für die SAF/HVO-Anlage und die beiden Anlagen für grünen Wasserstoff planmäßig voran. Die finale Investitionsentscheidung für den Bau dieser Anlagen, die für die Produktion von Biokraftstoffen genutzt werden sollen, wurde von OMV Petrom im Juni 2024 getroffen. Die Investitionen für die SAF/HVO-Anlage belaufen sich auf EUR 560 Mio. Ab 2028 wird die Anlage eine Produktionskapazität von 250 kt pro Jahr für SAF und HVO sowie für Nebenprodukte wie Bio-Naphtha und Bio-LPG haben, die in der chemischen Industrie verwendet werden. Die hohe Flexibilität der Anlage ermöglicht die Anpassung des Produktmixes an die Marktnachfrage und den verfügbaren Rohstoffmix. Die Anlage wird einen Jahresverbrauch von etwa 11 kt Wasserstoff haben, der größtenteils von den beiden neuen Anlagen zur Herstellung von grünem Wasserstoff bereitgestellt werden soll. Die Investitionskosten für die beiden Anlagen für grünen Wasserstoff werden auf rund EUR 190 Mio geschätzt, wobei bis zu EUR 50 Mio mit EU-Mitteln im Rahmen des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans (National Recovery and Resilience Plan; NRRP) finanziert werden sollen. Die beiden Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 55 MW werden jährlich geschätzte 8 kt grünen Wasserstoff produzieren. Die Integration von grünem Wasserstoff in nachhaltige Kraftstoffe, wie zum Beispiel nachhaltigen Flugkraftstoff und erneuerbaren Diesel, wird eine Reduktion der CO₂-Emissionen um mindestens 70% im Vergleich zu herkömmlichen Kraftstoffen zur Folge haben.
Chemicals
Bei Borealis ist Innovation kundenzentriert und hat eine globale Dimension. In den drei Innovationshubs des Unternehmens – den Innovationszentren in Porvoo (Finnland) und Stenungsund (Schweden) sowie der Zentrale in Linz (Österreich) – sind derzeit mehr als 500 Personen beschäftigt. Am Standort Linz haben Forschende vor kurzem mit dem hochschmelzfesten Polypropylen (HMS PP) Daploy™ eine bahnbrechende Innovation für recyclinggerechtes Design entwickelt. Borealis betreibt überdies Borstar®-Pilotanlagen für PE in Porvoo und für PP ebenfalls in Porvoo sowie in Schwechat (Österreich). Die Anlagen zur Produktion von Katalysatoren in Linz und Porvoo werden durch eine Pilotanlage in Porvoo ergänzt.
Borealis wird im Europäischen Patentindex regelmäßig unter Österreichs Top-Innovatoren geführt und baut sein umfangreiches Patentportfolio weiter aus. Im Jahr 2025 meldete Borealis 115 neue Prioritätspatente (2024: 121) beim Europäischen Patentamt an. Mit Stand Dezember 2025 verfügt Borealis über rund 7.400 Patente sowie ungefähr 3.200 Patentanmeldungen, die in rund 1.500 Patentfamilien zusammengefasst sind.
Bei Borealis bilden auf proprietären Technologien wie Borstar® und Borstar® Nextension sowie auf Technologiemarken wie Borlink™ basierende Polymerlösungen die Grundlage von Materiallösungen, die der Industrie helfen, einen Beitrag zur Bewältigung dringender gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen wie Dekarbonisierung, grüne Energiewende und Abfallreduzierung zu leisten. Borealis erweitert ständig das Angebot an fortschrittlichen Spezialpolyolefinen, um vielversprechende Märkte in lukrativen Nischenanwendungen in den Bereichen erneuerbare Energien, Mobilität, Healthcare, Konsumgüterverpackungen und Kreislaufwirtschaft zu erschließen.
Einige dieser Innovationen wurden im Oktober 2025 auf der Fachmesse K vorgestellt. Zum einen die bahnbrechende Borstar® Nextension PE-Technologie, die überlegene Leistung und Verarbeitbarkeit bietet und eine Reduzierung der Materialstärke ermöglicht. Im Sinne eines recyclinggerechten Designs können herkömmliche Multimateriallösungen damit durch Monomateriallösungen ersetzt werden. Außerdem wurden drei auf Borstar® Nextension PP basierende Materialien erneut auf den Markt gebracht: BorPure™ RE539MF, BorPure™ RB787MF und Borealis HG485FB. Alle drei tragen dazu bei, dass die Healthcare-Branche das von der EU-Verordnung für Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) vorgegebene Ziel erreichen kann, bis 2030 zu 100% auf recycelbare Verpackungen umzustellen. Im Energiesektor bietet das neu eingeführte dreischichtige Cast-Polypropylen-Konzept für Polymer-Aluminium-Folien die für Lithium-Ionen-Batteriezellen notwendige Sicherheit, Langlebigkeit und effiziente Verarbeitung.
OMV Geschäftsjahr
Im Jahr 2025 erzielte OMV ein solides CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten von EUR 4,6 Mrd. Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit inklusive Net-Working-Capital-Positionen blieb mit EUR 5,2 Mrd signifikant, und der organische freie Cashflow belief sich auf EUR 1,5 Mrd. Der Leverage-Grad betrug 14%. Diese finanzielle Stärke ist eine exzellente Basis für die laufende strategische Transformation von OMV zu einem integrierten Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemikalien, sowie für unseren Anspruch, den OMV Aktionär:innen attraktive Renditen zu bieten.
Wirtschaftliches Umfeld
Makroökonomie
Das Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) blieb auch 2025 hinter den Erwartungen zurück. Die Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für 2025 gingen von einem jährlichen BIP-Wachstum von 3,3% aus, das sich im Laufe des Jahres abschwächen und unter dem Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2019 bleiben sollte.
3 Im April 2025 kündigten die Vereinigten Staaten erhebliche Zölle gegenüber den meisten ihrer Handelspartner:innen an und wandten sich damit klar von den bisher üblichen handelspolitischen Grundsätzen und Gepflogenheiten ab. Dennoch hielten sich die negativen Auswirkungen dessen auf das weltweite BIP in Grenzen, da US-Unternehmen ihre Importe in die erste Jahreshälfte vorverlagerten. Hinzu kam, dass der Privatsektor die Lieferketten rasch umstrukturieren und Handelsströme umlenken konnte. Der Abschluss von Handelsabkommen mehrerer Länder mit den USA sorgte schließlich dafür, dass der Welthandel weitgehend offen blieb.
Anders als bei früheren Handelskonflikten kam es zu einer Abwertung des US-Dollars. Dies war auf die verstärkte Nachfrage nach Absicherungsgeschäften seitens nicht in den USA ansässiger Investor:innen und eine potenzielle Neubewertung des Dollars durch den Markt zurückzuführen. Der schwächere Dollar verstärkte zwar den Zollschock für die Verbraucher:innen in den USA, stützte aber auch den globalen Handel und trug zu günstigen Finanzierungsbedingungen weltweit bei. Durch den Einfluss der Wechselkurse auf die Preise verminderte sich zudem der Inflationsdruck. Dies verschaffte den politischen Entscheidungsträger:innen (insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern) Spielraum zur Unterstützung der jeweiligen Wirtschaftsstandorte. Allerdings wurden die erheblichen Entwicklungshilfekürzungen zu einem belastenden Faktor für aufstrebende Volkswirtschaften. Nachdem die öffentliche Entwicklungshilfe im Jahr 2024 um 9% zurückgegangen war, wurde für 2025 aufgrund der von wichtigen Geberländern angekündigten Kürzungen ein Rückgang in einer ähnlichen Größenordnung erwartet.
Die Wachstumsraten waren weiterhin uneinheitlich, wobei in den einzelnen Regionen unterschiedliche Faktoren zum Tragen kamen. So übertrafen die USA abermals andere entwickelte Volkswirtschaften, vor allem aufgrund von Investitionen in Sachanlagen und geistiges Eigentum, einschließlich künstlicher Intelligenz. Allerdings wirkten sich der schwächelnde Arbeitsmarkt und die nachlassende Bautätigkeit negativ auf die US-Wirtschaft aus. Die Konjunkturentwicklung im Euroraum war 2025 angesichts der schwachen wirtschaftlichen Performance Deutschlands und Italiens neuerlich enttäuschend. Die chinesische Wirtschaft zeigte ab dem zweiten Quartal aufgrund rückläufiger Nettoexporte Anzeichen einer Abschwächung, was durch die Inlandsnachfrage nur teilweise ausgeglichen werden konnte. Das japanische BIP konnte sich im Jahresverlauf dank gestiegener Investitionsausgaben und zunehmender Exporte, insbesondere von Fahrzeugen, etwas verbessern.
Die globale Gesamtinflation ging weiter zurück, von durchschnittlich 5,8% im Jahr 2024 auf 4,1% im Jahr 2025. Die Handelsunsicherheiten hatten bislang nur marginale Auswirkungen, da der Aufbau von Lagerbeständen, die Aussetzung von Zöllen und andere Faktoren, wie zum Beispiel Umlenkungen und Verlagerungen der Handelsströme, niedrigere effektive Zölle bewirkten als ursprünglich erwartet. In der zweiten Hälfte des Jahres 2025 gab es in den Industrieländern Anzeichen für eine Beschleunigung der Inflation, da die Auswirkungen der Zölle von den Lieferketten nicht mehr abgefedert werden konnten. Andererseits wurde erwartet, dass die Entspannung auf den Arbeitsmärkten dazu beitragen würde, die Inflation wieder auf das von den politischen Entscheidungsträger:innen angestrebte Niveau zurückzubringen.
Der Welthandel erwies sich im ersten Quartal 2025 als robust, was auf das signifikante Wachstum der US-Importe sowie der Exporte aus Asien und dem Euroraum aufgrund von Vorzieheffekten in Erwartung höherer Zölle in den Vereinigten Staaten zurückzuführen war. Diese Stärke stand vermutlich bis zu einem gewissen Grad mit dem schwächeren Dollar in Zusammenhang. Nachfolgende Daten wiesen auf Anzeichen einer Verlangsamung im zweiten Quartal hin. Die Warenexporte der wichtigsten europäischen Volkswirtschaften – insbesondere aus Deutschland, Spanien und Großbritannien – in die USA gingen deutlich zurück. Aufgrund zunehmender Handelsströme innerhalb Europas erwies sich die Exporttätigkeit des Euroraums insgesamt betrachtet dennoch als widerstandsfähig. In China wurde der Rückgang der Exporte in die USA durch höhere Exporte in den Euroraum und in Länder des Verbands südostasiatischer Staaten (Association of Southeast Asian Nations; ASEAN) teilweise ausgeglichen. Einen stützenden Effekt hatte dabei unter anderem die Abwertung des Renminbi gegenüber den meisten Währungen (mit Ausnahme des US-Dollars).
Öl
Der Ölmarkt war 2025 schwächer als im Jahr davor. Lag der Durchschnittspreis von Platts Dated Brent 2024 noch bei etwa USD 81/bbl, war er 2025 mit ungefähr USD 69/bbl rund 14% niedriger als im Vorjahr. Die Handelsströme bei Rohöl und Rohölprodukten passten sich zusehends an die seit 2022 wirkenden Sanktionen und bestehenden Handelskonflikte an. Da das Angebot die Nachfrage weiterhin deutlich überstieg, war der Markt im Jahresverlauf durch einen Abwärtsdruck gekennzeichnet. Die größte Veränderung auf der Angebotsseite war politisch bedingt, da die OPEC-Länder ihre 2023 beschlossenen Förderkürzungen weitgehend rückgängig machten. Dadurch gelangten ab April innerhalb von weniger als sechs Monaten mehr als 2 Mio bbl/d Rohöl auf den Markt zurück. Die Nachfrage entwickelte sich 2025 zwar nicht so schwach wie erwartet wurde, als die USA im zweiten Quartal eine deutliche Kehrtwende in ihrer Handelspolitik ankündigten, blieb indes im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit gedämpft. Der Abwärtstrend bei den Ölpreisen wurde vermutlich durch strategische Käufe in China begrenzt, die einigen Quellen zufolge im Durchschnitt ein so hohes Niveau erreichten, dass sie einen bedeutenden Teil des neuerlich vorhandenen OPEC-Angebots ausglichen. Gleichzeitig dürfte die markante Abschwächung des Dollars gegenüber den Währungen mehrerer ölimportierender Länder die in USD notierten Ölpreise vor einem weiteren Rückgang bewahrt haben.
Ölpreis (Brent) – Monatsdurchschnitt1
In USD/bbl
Erdgas
Die Entwicklung der Erdgaspreise an den europäischen Handelsplätzen verlief umgekehrt zum Vorjahr. So waren die Preise zu Jahresbeginn höher und gaben gegen Ende 2025 allmählich nach. Dennoch kam es zu einem leichten Anstieg des durchschnittlichen Preisniveaus gegenüber dem Vorjahr. Mit ungefähr EUR 37/MWh war der Durchschnittspreis 2025 um etwa 8% höher als im Schnitt des Jahres 2024 von rund EUR 35/MWh. Der Gasmarkt in Europa war durch moderates Wachstum gekennzeichnet. Dies galt insbesondere für den Stromerzeugungssektor, der zu Beginn des Jahres 2025 eine phasenweise geringe Erzeugung aus erneuerbaren Energien verzeichnete. Als immer mehr LNG auf den Markt kam, gingen die Gaspreise im Vergleich zu den hohen Niveaus im ersten Quartal zurück. Einer der Hauptgründe für die niedrigeren Preise war die relativ schwache Erdgasnachfrage in Asien, wo das Nachfragewachstum deutlich geringer ausfiel als in den Jahren davor. Dies schränkte auch den Wettbewerb um LNG-Lieferungen ein, wodurch Europa trotz niedrigerer Preise weiterhin gut versorgt blieb. Die Lockerung der EU-Vorgaben für Speicherstände vor Beginn der Entnahmesaison dürfte ebenfalls dazu beigetragen haben, dass die Preise bis Ende 2025 auf unter EUR 30/MWh sanken.
Erdgaspreis (THE) – Monatsdurchschnitt1
In EUR/MWh
OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa
Die Raffineriemarge lag im Jahr 2025 bei durchschnittlich USD 10,1/bbl. Diese signifikante Steigerung gegenüber USD 7,2/bbl im Jahr 2024 war auf die durch das knappe Angebot bedingte Stärke in der zweiten Jahreshälfte zurückzuführen. Die Crack-Spreads für Naphtha blieben etwas unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Nachfrage nach petrochemischen Produkten stand in Anbetracht makroökonomischer Widrigkeiten weiterhin unter Druck. Abschwächungen der absoluten Preisniveaus, Angriffe der Ukraine auf russische Raffinerien und neue Sanktionen gegen den russischen Energiesektor bewirkten indes eine Verknappung des Angebots. Die Crack-Spreads für Motorenbenzin entsprachen in der ersten Jahreshälfte den typischen saisonalen Verläufen. Ab August zogen sie hingegen saisonuntypisch an. Während Betriebsstörungen in der Dangote-Raffinerie zu verstärkten Exporten aus Europa nach Westafrika führten, veranlassten die attraktiven Crack-Spreads bei Mitteldestillaten die Raffinerien dazu, die Produktion von Mitteldestillaten auf Kosten von Leichtdestillaten zu maximieren. Infolgedessen verknappte sich das Angebot an Motorenbenzin. Im Juni begannen die Crack-Spreads für Mitteldestillate zu steigen. Ein Grund dafür war, dass sich die Importe aus dem Mittleren Osten aufgrund des Konflikts zwischen dem Iran und Israel zunehmend schwieriger gestalteten, da die Transport- und Versicherungskosten sprunghaft anstiegen. Die verstärkten Angriffe der Ukraine auf russische Raffinerien trugen ebenfalls zur Verknappung des Angebots an Mitteldestillaten bei. In der zweiten Oktoberhälfte verhängte die US-Regierung Sanktionen gegen Lukoil und Rosneft, was die ohnehin schon hohen Raffineriemargen bis in die zweite Novemberhälfte hinein noch weiter ansteigen ließ. Zum Jahresende lagen die Margen neuerlich auf Spätsommerniveau. Zudem verbesserte sich die allgemeine Marktstimmung, da die russischen Exporte wieder zunahmen und die Friedensgespräche bezüglich der Ukraine intensiviert wurden.
Raffinerie-Referenzmarge Europa (OMV) – Monatsdurchschnitt1
In USD/bbl
Chemikalien
Auch auf Chemikalien bezogen hielt das schwache wirtschaftliche Umfeld in Europa 2025 an. Dies hatte die Schließung mehrerer Cracker zur Folge, wodurch sich die Marktbedingungen jedoch nicht so stark verbesserten wie erwartet. Die Schließungen trugen zwar zu einer Marktbereinigung bei, änderten jedoch nichts daran, dass die Region weiterhin unter dem Druck niedrigpreisiger Importe litt. Anhaltende Zölle, stockendes Wirtschaftswachstum und geopolitische Risiken erwiesen sich als zusätzliche Hemmnisse für eine Erholung. Die Turnaround-Saison hatte einen ebenso geringen Einfluss wie im Vorjahr. Auch wenn sich die Mengen auf dem Markt dadurch etwas verringerten, reichte dieser Effekt aufgrund der schwächeren Nachfrage für eine Markterholung nicht aus. Der Auslastungsgrad der europäischen Cracker lag bei durchschnittlich 73% und damit einen Prozentpunkt über dem Durchschnitt des Jahres 2024, was hauptsächlich den dauerhaften Schließungen von Anlagen geschuldet war. Insgesamt sind seit Anfang 2024 ungefähr 2,7 Mio t Crackerkapazitäten – das entspricht 13% der Gesamtkapazität Westeuropas – weggefallen.
Der europäische Polyolefinmarkt war weiterhin durch die makroökonomische Abschwächung und die gedämpfte Nachfrage mehrerer Sektoren beeinträchtigt. Insbesondere die Nachfrage aus Schlüsselsektoren wie der Baubranche und der Automobilindustrie blieb schwach. Der erhebliche Zustrom von Fertigwaren aus China sorgte für eine weitere Verzögerung der Erholung der Industrie. Der europäische Polyolefinmarkt stand 2025 unter erheblichem Importdruck. Ursächlich dafür waren günstigere Preise auf externen Märkten und wirtschaftliche Herausforderungen in der Region. Dessen ungeachtet war das Angebot das ganze Jahr über ausreichend. Für zusätzlichen Druck sorgten Zölle, schwache Ölpreise und das anhaltende Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, das sich durch hohe Lagerbestände und eine angesichts der anhaltenden Handelsspannungen gedämpfte Stimmung weiter verstärkte. Im Jahr 2025 lag die Auslastung der Anlagen für die Erzeugung von Polyethylen in Europa bei 74% (2024: 72%). Dazu trugen auch Kapazitätsrationalisierungen um etwa 7% bei. Trotz einer Kapazitätsrationalisierung von rund 3% sank die Anlagenauslastung für Polypropylen in Europa verglichen mit 2024 um 1% auf 81%. Ursächlich dafür waren geringe Rentabilität, Anlagenausfälle und eine schwache Exportnachfrage.
Die Nachfrage nach Polyolefin in Asien stand 2025 angesichts eines strukturbedingten Überangebots und der schwachen Nachfrage nachgelagerter Branchen erheblich unter Druck. Zölle, schwache Rohölpreise und das anhaltende Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage dämpften die Stimmung so weit, dass Käufer:innen wenig Interesse daran zeigten, Lagerbestände aufzubauen. Die Importe in die Region gingen zurück, da Verkäufer:innen in Übersee ihre Mengen auf wettbewerbsfähigere Märkte umleiteten, was die Preise nur geringfügig stützte. Im Jahr 2025 lagen die Anlagenauslastungen in Nordostasien bei 77% für Polyethylen (2024: 79%) und bei 72% für Polypropylen (2024: 77%).
Polyolefinmargen (OMV) – Monatsendwerte1
In EUR/t
Finanzieller Lagebericht
Ergebnisse auf einen Blick |
In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben) | | | | |
| | 2025 | 2024 | Δ |
Umsatzerlöse aus fortgeführten Geschäftsbereichen1 | | 24.308 | 26.194 | –7% |
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten2 | | 4.607 | 5.141 | –10% |
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Energy2 | | 2.707 | 3.810 | –29% |
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Fuels2 | | 1.116 | 927 | 20% |
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Chemicals2 | | 784 | 459 | 71% |
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Konzernbereich & Sonstiges2 | | –75 | –73 | –3% |
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung | | 75 | 19 | n.m. |
CCS Steuerquote des Konzerns vor Sondereffekten | in % | 43 | 45 | –3 |
CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten2 | | 2.649 | 2.814 | –6% |
Den Aktionär:innen des Mutterunternehmens zuzurechnender CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten2, 3 | | 1.941 | 2.090 | –7% |
CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten2 | in EUR | 5,94 | 6,39 | –7% |
| | | | |
Sondereffekte4 | | –924 | –764 | –21% |
davon Energy | | –830 | –605 | –37% |
davon Fuels | | –7 | –98 | 93% |
davon Chemicals | | –75 | –55 | –37% |
davon Konzernbereich & Sonstiges | | –12 | –6 | –87% |
Sondereffekte4 | | –924 | –764 | –21% |
davon Personallösungen | | –75 | –15 | n.m. |
davon Wertminderungen/Wertaufholungen | | –465 | –504 | 8% |
davon Anlagenverkäufe | | 19 | 23 | –18% |
davon Sonstiges | | –402 | –268 | –50% |
CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (−) | | –239 | –123 | –95% |
| | | | |
Operatives Ergebnis Konzern | | 3.110 | 4.202 | –26% |
Operatives Ergebnis Energy | | 1.877 | 3.205 | –41% |
Operatives Ergebnis Fuels | | 866 | 709 | 22% |
Operatives Ergebnis Chemicals aus fortgeführten Geschäftsbereichen1 | | 374 | 352 | 6% |
Operatives Ergebnis Konzernbereich & Sonstiges | | –87 | –80 | –9% |
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung | | 80 | 16 | n.m. |
Finanzerfolg | | –63 | –103 | 39% |
Steuerquote des Konzerns aus fortgeführten Geschäftsbereichen1 | in % | 60 | 53 | 7 |
Periodenüberschuss | | 1.520 | 2.024 | –25% |
Den Aktionär:innen des Mutterunternehmens zuzurechnender Periodenüberschuss | | 1.017 | 1.389 | –27% |
Ergebnis je Aktie | in EUR | 3,11 | 4,25 | –27% |
| | | | |
Cashflow aus der Betriebstätigkeit | | 5.215 | 5.456 | –4% |
Freier Cashflow vor Dividenden | | 2.461 | 2.304 | 7% |
Freier Cashflow nach Dividenden | | 180 | –158 | n.m. |
Organischer freier Cashflow vor Dividenden | | 1.499 | 1.986 | –25% |
Organischer freier Cashflow nach Dividenden | | –781 | –475 | –64% |
| | | | |
Leverage-Grad | in % | 14 | 12 | 2 |
Investitionen5 | | 3.798 | 4.101 | –7% |
Organische Investitionen6 | | 3.739 | 3.710 | 1% |
CCS ROACE vor Sondereffekten | in % | 10 | 10 | 0 |
ROACE | in % | 6 | 7 | –1 |
Erläuterungen zu den Ergebnissen auf einen Blick
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten
4;5In EUR Mio
Mit EUR 4,6 Mrd erzielte OMV im Jahr 2025 ein solides CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten. Dieses sank um 10% verglichen mit dem Ergebnis 2024 infolge des ungünstigeren Marktumfelds. Während der Beitrag von Energy deutlich sank, stieg das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten von Fuels und Chemicals.
CCS Steuerquote des Konzerns vor Sondereffekten
6Die CCS Steuerquote des Konzerns vor Sondereffekten lag bei 43% und damit 2,5 Prozentpunkte niedriger im Vergleich zu 45% im Vorjahr. Grund dafür ist der niedrigere Anteil von in Hochsteuerländern ansässigen Unternehmen des Geschäftsbereichs Energy am Konzernergebnis.
Den Aktionär:innen des Mutterunternehmens zuzurechnender CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten
7In EUR Mio
Der den Aktionär:innen des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenüberschuss vor Sondereffekten sank auf EUR 1,9 Mrd von EUR 2,1 Mrd im Jahr 2024 und folgte dem CCS Operativen Ergebnis vor Sondereffekten.
Die finanzielle Performance von OMV führte zu einem nur moderaten Anstieg des Leverage-Grads auf 14% im Jahr 2025 von 12% im Vorjahr. Dies unterstreicht weiterhin die finanzielle Stärke von OMV trotz konstanter Investitionsaktivitäten und einer hohen Dividende an die Aktionär:innen.
CCS ROACE vor Sondereffekten
9Aufgrund der starken operativen Performance konnte OMV im Jahr 2025 einen CCS NOPAT vor Sondereffekten von EUR 2,7 Mrd erzielen und somit auf einem konstanten Niveau halten (2024: EUR 2,7 Mrd). Obwohl das durchschnittlich eingesetzte Kapital um 2% sank, blieb der CCS ROACE vor Sondereffekten im Jahr 2025 stabil bei 10%.
Cashflow aus der Betriebstätigkeit exkl. Net-Working-Capital-Positionen
10In EUR Mio

Im Jahr 2025 verringerte sich der Cashflow aus der Betriebstätigkeit exkl. Net-Working-Capital-Positionen auf EUR 4,5 Mrd (2024: EUR 5,3 Mrd), aufgrund eines schwierigeren Marktumfelds im Bereich Energy sowie der Entkonsolidierung von SapuraOMV im Dezember 2024.
Organischer freier Cashflow vor Dividenden
11In EUR Mio
Im Jahr 2025 wurde ein organischer freier Cashflow vor Dividenden in Höhe von EUR 1,5 Mrd erzielt, der um 25% unter dem Niveau des Vorjahres lag.
Organische Investitionen
12In EUR Mio
Die organischen Investitionen blieben mit EUR 3,7 Mrd stabil.
Gesamte Investitionen
In EUR Mio

Die Investitionen in Energy einschließlich aktivierter E&A-Ausgaben wurden 2025 auf EUR 1.910 Mio reduziert (2024: EUR 1.972 Mio). Dieser Rückgang spiegelt wider, dass das Jahr 2024 durch anorganische Investitionen in Erneuerbare-Energie-Projekte in Rumänien beeinflusst war. Gleichzeitig stiegen die organischen Investitionen auf EUR 1.881 Mio (2024: EUR 1.787 Mio) an. Dies war bedingt durch das Projekt Neptun Deep in Rumänien sowie erhöhte Aktivitäten in Österreich, Libyen und Norwegen, die die Rückgänge infolge der Veräußerungen der Ghasha-Konzession in den Vereinigten Arabischen Emiraten und von SapuraOMV mehr als kompensierten. Die Explorationsausgaben betrugen im Jahr 2025 EUR 148 Mio und lagen damit unter dem Wert von 2024 (EUR 229 Mio). Der Rückgang ist größtenteils auf den Verkauf von SapuraOMV und geringere Aufwendungen bei OMV Petrom E&P zurückzuführen. Die E&A-Ausgaben konzentrierten sich 2025 vor allem auf Aktivitäten in Norwegen, Österreich und Libyen.
Die Investitionen in Fuels beliefen sich auf EUR 883 Mio (2024: EUR 980 Mio). Das Vorjahr war durch den Erwerb von Tankstellen in Österreich und der Slowakei beeinflusst. Neben den laufenden Geschäftsaktivitäten umfassten die organischen Investitionen im Jahr 2025 die SAF/HVO-Anlage einschließlich Elektrolyseure in Petrobrazi, Elektrolyseure für grünen Wasserstoff in Österreich sowie Investitionen in das schnelle und ultraschnelle Ladenetz für Elektrofahrzeuge.
Die Investitionen in Chemicals sanken auf EUR 971 Mio (2024: EUR 1.081 Mio), hauptsächlich aufgrund geringerer Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen und da 2024 die Übernahme des Unternehmens Integra Plastics in Bulgarien beinhaltete. Organische Investitionen wurden 2025 neben den üblichen laufenden Geschäftsinvestitionen im Wesentlichen im Zuge der Errichtung einer neuen PDH-Anlage in Kallo (Belgien) durch Borealis, der Errichtung der Sortieranlage für chemisches Recycling in Walldürn (Deutschland) sowie zur Förderung des Wachstums bei Spezialprodukten getätigt.
Die Überleitung von den gesamten Investitionen zu den Investitionen laut Cashflow-Rechnung ist folgender Tabelle zu entnehmen:
Investitionen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 | ∆ |
Investitionen gesamt | 3.798 | 4.101 | –7% |
+/– sonstige Anpassungen1 | –519 | –51 | n.m. |
– Investitionen in Finanzanlagen | –38 | –350 | 89% |
Zugang lt. Anlagespiegel (immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) | 3.242 | 3.699 | –12% |
+/– Anpassungen an Cashflow-Rechnung2 | 608 | –186 | n.m. |
Zahlungswirksame Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 3.849 | 3.513 | 10% |
+ Zahlungswirksame Investitionen, Ausleihungen und sonstige Finanzanlagen | 457 | 605 | –25% |
+ Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel | 11 | 199 | -94% |
Investitionen laut Cashflow-Rechnung | 4.317 | 4.317 | 0% |
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung
Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung (verkürzt) |
In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben) |
| 2025 | 20241 | Δ |
Umsatzerlöse | 24.308 | 26.194 | –7% |
Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 810 | 1.057 | –23% |
Summe Erlöse und sonstige Erträge | 25.118 | 27.251 | –8% |
Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) | –13.975 | –15.025 | 7% |
Produktions- und operative Aufwendungen und produktionsbezogene Steuern | –2.860 | –3.157 | 9% |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –2.311 | –2.457 | 6% |
Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen | –2.002 | –1.905 | –5% |
Explorationsaufwendungen | –149 | –151 | 1% |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | –711 | –354 | –101% |
Operatives Ergebnis | 3.110 | 4.202 | –26% |
Finanzerfolg | –63 | –103 | 39% |
Ergebnis vor Steuern | 3.047 | 4.099 | –26% |
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –1.834 | –2.163 | 15% |
Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 1.212 | 1.936 | –37% |
Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 307 | 88 | n.m. |
Jahresüberschuss | 1.520 | 2.024 | –25% |
davon den Hybridkapitalbesitzer:innen zuzurechnen | 60 | 64 | –7% |
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen | 443 | 571 | –22% |
Den Aktionär:innen des Mutterunternehmens zuzurechnender Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 789 | 1.324 | –40% |
Effektivsteuersatz (%) | 60 | 53 | 7 |
Aufgrund der im März 2025 unterzeichneten verbindlichen Vereinbarung zwischen OMV und ADNOC zur Zusammenlegung von Borouge und Borealis zur Borouge Group International wurde der Borealis Konzern (ohne Borouge-Beteiligungen) in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert und als „aufgegebener Geschäftsbereich“ eingestuft. Mit der Umgliederung wurden die planmäßige Abschreibung von langfristigen Vermögenswerten und die at-equity Bilanzierung von Beteiligungen eingestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung sowie das sonstige Gesamtergebnis für den Vorjahreszeitraum wurden entsprechend angepasst, um vergleichbare Informationen für aufgegebene Geschäftsbereiche darzustellen. Weitere Einzelheiten finden Sie in >Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture – im Anhang zum Konzernabschluss.
Umsätze mit Dritten 2025 (2024)
In EUR Mio, wenn nicht anders angegeben (Vorjahr)
Umsätze nicht konsolidiert 2025 (2024)
In EUR Mio, wenn nicht anders angegeben (Vorjahr)
Der Umsatz sank um 7% auf EUR 24.308 Mio, im Wesentlichen aufgrund niedrigerer Verkaufsmengen aus Kundenverträgen im Gas Marketing & Power-Bereich des Geschäftsbereichs Energy. Die regionale Umsatzaufteilung mit Dritten finden Sie im Anhang zum Konzernabschluss (>Anhangangabe 6 – Segmentberichterstattung).
Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken von EUR 609 Mio im Jahr 2024 auf EUR 408 Mio. Der positive Ausgang eines Rechtsstreits in Rumänien wirkte sich 2025 vorteilhaft aus. Darüber hinaus enthielt das Jahr 2025 einen Ertrag von EUR 48 Mio infolge eines Schiedsspruchs zugunsten von OMV in Bezug auf den österreichischen Gasliefervertrag mit Gazprom Export. Das Jahr 2024 wurde erheblich durch einen Ertrag von EUR 234 Mio beeinflusst, der sich aus dem Abschluss des Schiedsgerichtsverfahrens im Zusammenhang mit dem deutschen Gasliefervertrag mit Gazprom Export ergab. Mehr dazu finden Sie im Anhang zum Konzernabschluss (>Anhangangabe 8 – Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen).
Die Nettoaufwendungen aus Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen gingen im Vergleich zum Vorjahr zurück, hauptsächlich bedingt durch geringere Abschreibungen und geringere Netto-Wertminderungen. Im Jahr 2025 enthielten die Netto-Wertminderungen vor allem EUR 135 Mio im Zusammenhang mit Öl‑ und Gasvermögenswerten sowie Firmenwerten in Tunesien, EUR 131 Mio für Gasvermögenswerte in Neuseeland und EUR 122 Mio für Öl‑ und Gasvermögenswerte in Rumänien. Im Jahr 2024 wirkten sich hauptsächlich Wertminderungen in Höhe von EUR 222 Mio auf Gasvermögenswerte in Neuseeland, EUR 125 Mio auf bestimmte Vermögenswerte im Geschäftsbereich Energy, die 2025 veräußert wurden, und EUR 121 Mio für Öl‑ und Gasvermögenswerte in Rumänien aus. Mehr dazu finden Sie im Anhang zum Konzernabschluss (>Anhangangabe 9 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen).
Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen von EUR 354 Mio im Jahr 2024 auf EUR 711 Mio im Jahr 2025. Das Jahr 2025 wurde durch eine Wertminderung sonstiger finanzieller Vermögenswerte in Höhe von EUR 297 Mio beeinflusst. Diese Wertminderung stand im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen, die von OMV Petrom auf eigene Kosten getragen werden, aufgrund der Vereinbarungen zwischen OMV Petrom und dem rumänischen Staat über die Verlängerung der Produktionslizenzen in Rumänien um 15 Jahre. Mehr dazu finden Sie im Anhang zum Konzernabschluss (>Anhangangabe 20 – Finanzielle Vermögenswerte).
Das Finanzergebnis verbesserte sich von EUR –103 Mio im Jahr 2024 auf EUR –63 Mio im Jahr 2025. Im Jahr 2025 wurde das Ergebnis durch höhere Zinserträge infolge eines positiven Ausgangs eines Rechtsstreits in Rumänien positiv beeinflusst, was teilweise durch ein negatives Währungsergebnis ausgeglichen wurde. Mehr dazu finden Sie im Anhang zum Konzernabschluss (>Anhangangabe 13 – Finanzerfolg).
Der effektive Steuersatz stieg von 53% im Jahr 2024 auf 60% im Jahr 2025, hauptsächlich aufgrund der Neubewertung aktiver latenter Steuern der österreichischen Steuergruppe im Zusammenhang mit der Entscheidung von OMV und ADNOC, ein neues Polyolefins Joint Venture zu gründen, sowie aufgrund aktualisierter steuerlicher Planungsannahmen. Weitere Details finden Sie in den Anhangangaben zum Konzernabschluss (> Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture und > Anhangangabe 14 – Steuern vom Einkommen und Ertrag).
Erläuterungen zur Konzernbilanz
Konzernbilanz (verkürzt) |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 | Δ |
Aktiva | | | |
Langfristiges Vermögen | 24.486 | 32.679 | –25% |
Kurzfristiges Vermögen | 11.258 | 15.709 | –28% |
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | 10.594 | 425 | n.m. |
Passiva | | | |
Eigenkapital | 22.567 | 24.617 | –8% |
Langfristige Verbindlichkeiten | 12.735 | 14.735 | –14% |
Kurzfristige Verbindlichkeiten | 7.525 | 9.404 | –20% |
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten | 3.510 | 56 | n.m. |
Summe Aktiva/Passiva | 46.338 | 48.813 | –5% |
Langfristiges Vermögen
Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen wurden im Jahr 2025 vor allem durch die Umgliederung der Borealis Veräußerungsgruppe in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ sowie durch Abschreibungen und Netto-Wertminderungen beeinflusst. Diese Effekte wurden teilweise durch wesentliche Investitionen ausgeglichen. Mehr dazu finden Sie im Anhang zum Konzernabschluss (>Anhangangabe 16 – Immaterielle Vermögenswerte und >Anhangangabe 17 – Sachanlagen).
Die at-equity bewerteten Beteiligungen verringerten sich von EUR 6.661 Mio im Jahr 2024 auf EUR 5.255 Mio im Jahr 2025, beeinflusst durch Dividendenausschüttungen, die Umgliederung von Bayport Polymers LLC (Baystar) als Teil der Borealis Veräußerungsgruppe (ohne Borouge-Beteiligungen) in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ sowie durch einen schwächeren US-Dollar, teilweise ausgeglichen durch positive Ergebnisse, überwiegend von Borouge PLC und ADNOC Global Trading. Mehr dazu finden Sie im Anhang zum Konzernabschluss (>Anhangangabe 18 – At-equity bewertete Beteiligungen).
Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte sanken um EUR 1.137 Mio, hauptsächlich bedingt durch die Umgliederung der Borealis Veräußerungsgruppe in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ sowie durch eine Wertminderung sonstiger finanzieller Vermögenswerte im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen, die von OMV Petrom auf eigene Kosten getragen werden, aufgrund der Vereinbarungen zwischen OMV Petrom und dem rumänischen Staat über die Verlängerung der Produktionslizenzen in Rumänien um 15 Jahre.
Kurzfristiges Vermögen
Der Rückgang der kurzfristigen Vermögenswerte wurde hauptsächlich durch die Umgliederung der Borealis Veräußerungsgruppe in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ beeinflusst, wobei die wesentlich betroffenen Positionen Vorräte, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren.
Die Vorräte gingen von EUR 3.936 Mio auf EUR 1.962 Mio zurück, diese Veränderungen wurden zudem durch Effekte geringerer Mengen und niedrigerer Preise im Gasgeschäft beeinflusst. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sanken von EUR 6.182 Mio auf EUR 5.077 Mio. Mehr dazu finden Sie im Kapitel >Erläuterungen zur Cashflow-Rechnung.
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten
Der Anstieg war vor allem auf die Umgliederung der Borealis Veräußerungsgruppe im März 2025 in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ zurückzuführen. Dies wurde teilweise kompensiert durch den Abschluss der Veräußerung des 5%-Anteils von OMV an der Ghasha-Konzession. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (>Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture und >Anhangangabe 5 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten).
Langfristige Verbindlichkeiten
Die Verringerung der Leasingverbindlichkeiten und der sonstigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten sowie der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen war hauptsächlich auf die Umgliederung der Borealis Veräußerungsgruppe in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ zurückzuführen. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (>Anhangangabe 26 – Verbindlichkeiten und Anhangangabe 24 – Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen).
Die langfristigen Rekultivierungsverpflichtungen erhöhten sich um EUR 191 Mio, vor allem aufgrund von Effekten aus der Neubewertung sowie zusätzlichen Verpflichtungen. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (>Anhangangabe 25 – Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen und sonstige Rückstellungen).
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Der Rückgang der kurzfristigen Verbindlichkeiten war hauptsächlich durch die Umgliederung der Borealis Veräußerungsgruppe in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ beeinflusst. Hauptsächlich betroffen waren die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die von EUR 3.723 Mio auf EUR 2.633 Mio sanken.
Der Anstieg der Position Anleihen war insbesondere auf die Umgliederung von etwa EUR 1 Mrd von langfristig auf kurzfristig zurückzuführen. Teilweise wurde dieser Effekt ausgeglichen durch die Rückzahlung von Anleihen mit einem Nominalwert von EUR 500 Mio sowie EUR 300 Mio in Zusammenhang mit der Borealis Veräußerungsgruppe, welche zunächst in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgliedert und anschließend vor Jahresende rückgezahlt wurden. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (>Anhangangabe 26 – Verbindlichkeiten).
Die sonstigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten verringerten sich um EUR 252 Mio, hauptsächlich aufgrund der Umgliederung der Borealis Veräußerungsgruppe in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“, welche anschließend vor Jahresende rückgezahlt wurden. Der Rückgang wurde teilweise ausgeglichen durch die Umgliederung von langfristig auf kurzfristig.
Weitere Erläuterungen zur Konzern-Cashflow-Rechnung
Konzern-Cashflow-Rechnung (verkürzt) |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 | ∆ |
Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen | 4.494 | 5.308 | –15% |
Cashflow aus der Betriebstätigkeit | 5.215 | 5.456 | –4% |
Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –2.754 | –3.152 | 13% |
Freier Cashflow | 2.461 | 2.304 | 7% |
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | –2.834 | –3.132 | 10% |
Währungsdifferenz auf liquide Mittel | –53 | 0 | n.m. |
Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel | –426 | –828 | 49% |
Liquide Mittel Jahresbeginn | 6.182 | 7.011 | –12% |
Liquide Mittel Jahresende | 5.756 | 6.182 | –7% |
Davon liquide Mittel umgegliedert auf „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ | 679 | — | n.a. |
In der Konzernbilanz als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen | 5.077 | 6.182 | –18% |
Freier Cashflow nach Dividenden | 180 | –158 | n.m. |
Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen verringerte sich 2025 auf EUR 4.494 Mio (2024: EUR 5.308 Mio). Neben anderen Effekten war dieser Rückgang auf einen geringeren Beitrag des E&P Geschäfts sowie die Entkonsolidierung von SapuraOMV im Dezember 2024 zurückzuführen. Dies wurde teilweise ausgeglichen durch niedrigere Einkommensteuerzahlungen im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 sowie durch Zahlungen für den Solidaritätsbeitrag in Rumänien im Jahr 2024. Die Auswirkungen aus den Net-Working-Capital-Positionen waren positiv und beliefen sich auf EUR 721 Mio (2024: EUR 148 Mio), beeinflusst durch niedrigere Vorratsstände. Als Ergebnis betrug der Cashflow aus der Betriebstätigkeit EUR 5.215 Mio (2024: EUR 5.456 Mio).
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit verzeichnete 2025 einen Mittelabfluss von EUR –2.754 Mio gegenüber EUR –3.152 Mio im Jahr 2024. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit im Jahr 2025 profitierte von der Veräußerung eines 5%-Anteils an der Ghasha-Konzession in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie der Rückzahlung eines Darlehens durch Bayport Polymers LLC. Im Jahr 2024 enthielt der Cashflow aus der Investitionstätigkeit Mittelzuflüsse von EUR 766 Mio aus dem erfolgreichen Verkauf des 50%-Anteils von OMV an SapuraOMV.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Mittelabfluss von EUR –2.834 Mio gegenüber EUR –3.132 Mio im Jahr 2024, da es 2025 trotz gestiegener Rückzahlungen von Schulden zu einer höheren Ausgabe von Anleihen kam. Des Weiteren waren die Dividendenzahlungen geringer als 2024.
Energy
Der Geschäftsbereich Energy leistet einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Wertschöpfung von OMV. Er sichert die Versorgung mit leistbarer Energie zur Deckung des aktuellen Bedarfs, investiert aber auch in die Entwicklung CO2-armer Lösungen und die Erschließung nachhaltiger Ressourcen für eine grüne Energiezukunft. Energy umfasst das Explorations- und Produktionsgeschäft (E&P), den gesamten Gasbereich (Gas Marketing & Power) und das Low-Carbon-Geschäft (Low Carbon Business; LCB). E&P befasst sich mit der Exploration, Erschließung und Förderung von Kohlenwasserstoffen. Gas Marketing & Power betreibt eine vollständige Wertschöpfungskette im Erdgasbereich mit Vertriebs-, Speicher- und Optimierungsaktivitäten, Logistik und dem Stromgeschäft in Rumänien. LCB konzentriert sich auf erneuerbare Energien und Geothermie.
Auf einen Blick |
| | 2025 | 2024 | Δ |
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten | in EUR Mio | 2.707 | 3.810 | –29% |
davon Gas Marketing & Power | in EUR Mio | 252 | 628 | –60% |
Sondereffekte | in EUR Mio | –830 | –605 | –37% |
Operatives Ergebnis | in EUR Mio | 1.877 | 3.205 | –41% |
Investitionen1 | in EUR Mio | 1.910 | 1.972 | –3% |
Explorationsausgaben | in EUR Mio | 148 | 229 | –35% |
Explorationsaufwendungen | in EUR Mio | 149 | 151 | –1% |
Produktionskosten | in USD/boe | 10,64 | 9,98 | 7% |
| | | | |
Gesamtproduktion | in kboe/d | 305 | 340 | –10% |
Gesamtverkaufsmenge | in kboe/d | 288 | 324 | –11% |
Sichere Reserven per 31. Dezember | in Mio boe | 880 | 979 | –10% |
| | | | |
Durchschnittlicher Brent-Preis | in USD/bbl | 69,11 | 80,76 | –14% |
Durchschnittlicher THE-Erdgaspreis | in EUR/MWh | 37,18 | 34,57 | 8% |
Durchschnittlich realisierter Rohölpreis2 | in USD/bbl | 66,79 | 77,51 | –14% |
Durchschnittlich realisierter Gaspreis2,3 | in EUR/MWh | 30,31 | 25,12 | 21% |
Finanzielle Performance
Im Jahr 2025 betrug der durchschnittliche Brent-Preis USD 69/bbl und lag damit rund 14% unter dem Wert des Vorjahres (2024: USD 81/bbl). Der durchschnittlich realisierte Rohölpreis des Konzerns ging im Einklang mit der Brent-Benchmark um 14% auf USD 67/bbl zurück (2024: USD 78/bbl). Der THE-Gaspreis stieg um 8% auf EUR 37/MWh (2024: EUR 35/MWh). Der durchschnittlich realisierte Gaspreis erhöhte sich um 21% auf rund EUR 30/MWh (2024: EUR 25/MWh) und entwickelte sich damit besser als die europäischen Benchmark-Preise, was überwiegend auf die geänderte Portfoliostruktur nach der Veräußerung von SapuraOMV zurückzuführen ist.
Das Operative Ergebnisvor Sondereffekten sank 2025 um 29% auf EUR 2.707 Mio (2024: EUR 3.810 Mio). Ursächlich dafür waren vor allem negative Markteffekte und ein deutlich geringeres Ergebnis von Gas Marketing & Power. Das E&P-Geschäft wurde durch niedrigere Ölpreise sowie ungünstige Wechselkursentwicklungen beeinträchtigt. Gestiegene Gaspreise konnten dies nur teilweise kompensieren. Die resultierenden Markteffekte betrugen EUR –634 Mio. Geringere Liftings in Norwegen und die fehlenden Verkaufsmengen der veräußerten malaysischen Assets verringerten das Ergebnis zusätzlich. Dies wurde teilweise durch niedrigere Abschreibungen in Neuseeland, hauptsächlich bedingt durch die Wertminderung einiger E&P-Vermögenswerte im Jahr 2024, sowie höhere Liftings in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Libyen kompensiert.
Die Gesamtproduktion an Kohlenwasserstoffen belief sich auf 305 kboe/d und war damit im Rahmen des prognostizierten Niveaus. Bereinigt um den Effekt der Veräußerung von SapuraOMV beschränkte sich der Produktionsrückgang auf rund 2%. Im Jahr 2024 verzeichnete SapuraOMV eine Förderung von 28 kboe/d. Überdies verringerte sich die Produktion in Neuseeland, Rumänien und Norwegen, vor allem infolge natürlicher Förderrückgänge. Eine gesteigerte Produktion in Libyen, wo es 2024 infolge höherer Gewalt zu ungeplanten Stillständen gekommen war, konnte dies teilweise ausgleichen. Die Produktionskosten abzüglich Lizenzgebühren stiegen aufgrund geringerer Fördermengen und einer unvorteilhaften Wechselkursentwicklung auf USD 10,6/boe (2024: USD 10,0/boe). Eine niedrigere absolute Kostenbasis konnte dies teilweise kompensieren. Die Gesamtverkaufsmenge an Kohlenwasserstoffen ging größtenteils im Einklang mit der Gesamtproduktion um 36 kboe/d auf 288 kboe/d zurück.
Das Ergebnis von Gas Marketing & Power verringerte sich 2025 auf EUR 252 Mio (2024: EUR 628 Mio). Dies ist vor allem auf das Ergebnis von Gas Marketing Westeuropa zurückzuführen, das 2025 auf EUR 181 Mio (2024: EUR 557 Mio) sank. Ursächlich dafür waren größtenteils Einmaleffekte im Zusammenhang mit Schiedssprüchen, die das Vorjahr positiv beeinflusst hatten. Zusätzlich führten ein schwächeres Speichergeschäft infolge geringerer Sommer/Winter-Margen sowie ein Rückgang im Verkaufsgeschäft aufgrund einer geringeren Preisvolatilität zu einem rückläufigen Ergebnis. Der Beitrag von Gas & Power Osteuropa war mit EUR 71 Mio gleich hoch wie im Vorjahr (2024: EUR 71 Mio). Eine starke Leistung in der zweiten Hälfte des Jahres 2025, unterstützt durch die Liberalisierung des Strommarkts in Rumänien ab Juli 2025, konnte die negativen Ergebnisse der ersten beiden Quartale ausgleichen.
Die 2025 erfassten Sondereffekte beliefen sich auf EUR –830 Mio (2024: EUR –605 Mio), wobei der Großteil davon auf nicht zahlungswirksame Netto-Wertminderungen von E&P-Vermögenswerten zurückzuführen ist. Zudem wurde 2025 gemäß den vereinbarten Grundsätzen über die Verlängerung der Produktionslizenzen in Rumänien um weitere 15 Jahre eine Wertminderung von EUR 297 Mio an sonstigen finanziellen Vermögenswerten im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen vorgenommen. Die im Jahr 2024 erfassten Sondereffekte standen hauptsächlich im Zusammenhang mit Wertminderungen von E&P-Vermögenswerten. Das Operative Ergebnis verringerte sich auf EUR 1.877 Mio (2024: EUR 3.205 Mio).
Die Investitionen einschließlich aktivierter E&A-Ausgaben verringerten sich 2025 auf EUR 1.910 Mio (2024: EUR 1.972 Mio), da das Jahr 2024 durch anorganische Investitionen in Erneuerbare-Energien-Projekte in Rumänien beeinflusst war. Dies wurde teilweise durch einen Anstieg der organischen Investitionen auf EUR 1.881 Mio (2024: EUR 1.787 Mio) ausgeglichen, insbesondere aufgrund von Neptun Deep in Rumänien sowie erhöhter Aktivitäten in Österreich, Libyen und Norwegen. Diesen Mehrausgaben standen die Veräußerungen der Ghasha-Konzession in den Vereinigten Arabischen Emiraten und von SapuraOMV gegenüber. Organische Investitionen wurden im Jahr 2025 vorwiegend für Projekte in Rumänien, Norwegen und Österreich getätigt. Die Explorationsausgaben betrugen im Jahr 2025 EUR 148 Mio und lagen damit unter dem Wert von 2024 (EUR 229 Mio). Der Rückgang ist größtenteils auf den Verkauf von SapuraOMV und geringere Aufwendungen bei OMV Petrom E&P zurückzuführen. Die E&A-Ausgaben konzentrierten sich 2025 vor allem auf Aktivitäten in Norwegen, Österreich und Libyen.
Geschäftsüberblick
Im Geschäftsbereich Energy investiert OMV sowohl in traditionelle als auch in nachhaltige Geschäftsfelder mit dem übergeordneten Ziel, einen stabilen freien Cashflow zu erwirtschaften und die Emissionen kontinuierlich zu reduzieren.
Energy umfasst das Explorations- und Produktionsgeschäft (E&P), den gesamten Gasbereich (Gas Marketing & Power) und das Low-Carbon-Geschäft. Mit der Neuausrichtung des E&P-Portfolios in und um Europa zielt OMV insbesondere auf Kostenoptimierung und Betriebseffizienz ab. Gleichzeitig setzt das Unternehmen eine Vielzahl von organischen Wachstumsprojekten um. Gas Marketing & Power ist mit einem vollständig integrierten Erdgasverkaufs- und Logistikgeschäft entlang der gesamten Wertschöpfungskette tätig – vom Bohrloch bis zu den Endkund:innen. Der Geschäftsbereich umfasst zudem ein Gaskraftwerk in Rumänien sowie Stromverkäufe in Rumänien und den Nachbarländern. Das Low-Carbon-Geschäft konzentriert sich auf die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen und die geothermische Energiegewinnung.
Im Jahr 2025 hatte das SPARK-Programm zur Cashflow-Verbesserung des Geschäftsbereichs Energy weiterhin einen bedeutenden positiven Einfluss auf die finanzielle Performance und die Cashflows des OMV Konzerns. Mehr als 500 Einzelinitiativen wurden definiert, die nun im Rahmen des Programms weiterverfolgt werden.
Explorations- und Produktionsgeschäft (E&P)
Das zentrale strategische Ziel im E&P-Geschäft besteht darin, eine führende Position bei der Produktion von Erdgas für die europäischen Kernmärkte von OMV einzunehmen. Bis 2030 will OMV in E&P ein Produktionsniveau von rund 400 kboe/d erreichen, wobei Erdgas mehr als 50% der Gesamtproduktion ausmachen soll. OMV hat sein Produktionsportfolio neu ausgerichtet und konzentriert sich nun auf drei Kernregionen: Nord, CEE (Mittel- und Osteuropa) und Süd. Im Zuge der Neuausrichtung veräußerte OMV im Dezember 2024 seine Assets in Malaysia.
Die durchschnittliche Kohlenwasserstoffproduktion belief sich 2025 auf insgesamt 305 kboe/d (2024: 340 kboe/d), wobei der Erdgasanteil bei rund 42% lag (2024: 47%).
Produktion1 |
| 2025 | 2024 |
| Erdöl & NGL | Erdgas2 | Gesamt | Erdöl & NGL | Erdgas2 | Gesamt |
| in Mio bbl | in bcf | in Mio boe | in Mio boe | in Mio bbl | in bcf | in Mio boe | in Mio boe |
Rumänien | 17,6 | 110,9 | 20,5 | 38,1 | 19,1 | 112,4 | 20,8 | 39,9 |
Österreich | 2,9 | 16,4 | 2,7 | 5,6 | 3,0 | 18,2 | 3,0 | 6,0 |
Norwegen | 8,6 | 85,5 | 14,3 | 22,9 | 10,0 | 86,1 | 14,4 | 24,4 |
Libyen | 12,9 | — | — | 12,9 | 10,2 | — | — | 10,2 |
Tunesien | 0,7 | 7,9 | 1,3 | 2,0 | 0,9 | 9,2 | 1,5 | 2,5 |
Region Kurdistan im Irak | 1,0 | 18,8 | 3,1 | 4,1 | 1,0 | 18,2 | 3,0 | 4,0 |
Vereinigte Arabische Emirate | 18,7 | — | — | 18,7 | 18,4 | — | — | 18,4 |
Neuseeland | 2,5 | 26,2 | 4,4 | 6,8 | 2,9 | 36,0 | 6,0 | 8,9 |
Malaysia | — | — | — | — | 0,8 | 56,9 | 9,5 | 10,2 |
Gesamt | 64,9 | 265,6 | 46,3 | 111,2 | 66,2 | 337,1 | 58,3 | 124,4 |
Reservenentwicklung
Zum 31. Dezember 2025 sanken die sicheren Reserven (1P) von 979 Mio boe (Stand 31. Dezember 2024) auf 880 Mio boe (davon OMV Petrom: 411 Mio boe). Die jährliche Reservenersatzrate betrug 11% im Jahr 2025, da positive Revisionen nahezu vollständig durch die Veräußerung der Ghasha-Konzession ausgeglichen wurden (2024: – 26%). Der Dreijahresdurchschnitt der Reservenersatzrate erreichte 57% (2024: 21%). Positive Performance-Revisionen bei den sicheren Reserven, insbesondere in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Rumänien und Norwegen, sowie erfolgreiche Projektentwicklungen – hauptsächlich in Rumänien, Libyen und Norwegen – konnten die Gesamtproduktion und die Veräußerung der Ghasha-Konzession nicht vollständig ausgleichen. Die sicheren und wahrscheinlichen Reserven (2P) verringerten sich von 1.543 Mio boe (Stand 31. Dezember 2024) auf 1.389 Mio boe (davon OMV Petrom: 620 Mio boe). Netto-Reservenzugänge auf Basis von Projektentwicklungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Rumänien und eine bessere Performance in Libyen konnten die Produktion vollständig ersetzen, nicht aber die Veräußerung der Ghasha-Konzession kompensieren.
Nord
OMV ist an Offshore-Projekten im Bereich der Exploration, Evaluierung, Erschließung und Produktion in Norwegen aktiv beteiligt. Der Fokus des Unternehmens liegt dabei auf der Optimierung seines Portfolios und der Steigerung der Eigengasproduktion. Durch die Konzentration auf infrastrukturgeführte Exploration in der Nähe bestehender Felder will OMV die Langlebigkeit und Signifikanz seines Portfolios erhöhen und dadurch langfristige Wertschöpfung und Widerstandsfähigkeit sicherstellen. Im Jahr 2025 lag die Produktion von OMV in Norwegen bei durchschnittlich 63 kboe/d (2024: 67 kboe/d), wobei der Erdgasanteil rund 62% (2024: 59%) betrug.
Norwegen
Exploration
Aufgrund des Gasfunds Haydn/Monn im Jahr 2024 im Vøring-Becken (PL1194) in der Norwegischen See führte OMV 2025 die Explorationsbohrung Hoffmann durch. Bei dieser Bohrung wurden im Hauptreservoir nur residuale Kohlenwasserstoffe gefunden, was vermutlich auf ein Leck in der Lagerstättenfalle zurückzuführen war. Durch ein umfangreiches Datenerfassungsprogramm konnten wir allerdings weitere potenzielle Gasvorkommen in der Nähe von Haydn/Monn ausmachen. OMV verstärkte seine Präsenz im Vøring-Becken durch vier neue Lizenzen (drei als Betriebsführer und eine als Partnerunternehmen), die im Rahmen der Vergaberunde APA (Awards in Predefined Areas) 2024 erteilt wurden.
Joint Ventures/ Operations
OMV hält Beteiligungen an vier Förderfeldern auf dem norwegischen Festlandsockel: Gudrun (Anteil 24%, Öl- und Gasfeld, betrieben von Equinor), Gullfaks (Anteil 19%, Öl- und Gasfeld, betrieben von Equinor), Edvard Grieg (Anteil 20%, Öl- und Gasfeld, betrieben von Aker BP) und Aasta Hansteen (Anteil 15%, Gasfeld, betrieben von Equinor).
Feld Gudrun
Die dritte Zwischenbohrkampagne mit zwei neuen Bohrungen, die für Juli und August 2026 geplant sind, zielt darauf ab, die Produktion in dem von Equinor betriebenen reifen Offshore-Ölfeld zu beschleunigen, das sich dem Ende seiner Lebensdauer nähert. Es wird erwartet, dass sich diese Maßnahme mit etwa 4 kboe/d (netto für OMV) positiv auf die Plateauförderung auswirkt.
Edvard Grieg/ Solveig Phase 2
Edvard Grieg fungiert als Host-Plattform für mehrere angebundene Feldentwicklungen, einschließlich Solveig Phase 1 und 2. Die Maßnahmen zur Wertmaximierung des erweiterten Gebiets Edvard Grieg schreiten gut voran: So steht das Projekt Solveig Phase 2 kurz vor dem Abschluss, und die Aufnahme der Produktion ist für das erste Quartal 2026 geplant. Die Offshore-Pipelines, Versorgungsleitungen und Unterwasseranlagen konnten 2025 plangemäß installiert werden. Die Änderungen der Aufbauten wurden während des planmäßigen Förderstillstands im Feld Edvard Grieg im September 2025 erfolgreich abgeschlossen. Die im November 2025 mit dem Abteufen von drei Bohrungen begonnene Kampagne soll im April 2026 abgeschlossen werden. Der Effekt auf die Plateauförderung wird auf rund 2 kboe/d (netto für OMV) geschätzt.
Feld Gullfaks
Im Jahr 2025 wurden im Feld Gullfaks 15 Bohrungen durchgeführt und der Produktion übergeben. Ein neues Projekt zur Modernisierung eines bestehenden Nassgaskompressors wurde im Laufe des Jahres zur Reife gebracht. Die Projektbewilligung wurde Ende 2025 erteilt.
Wachstumsprojekte
Berling
● Art der Kohlenwasserstoffe: Erdgas und Kondensat
● Standort: Norwegische See, 20 km westlich des Felds Åsgard, in einer Wassertiefe von rund 350 m
● Betreiber: OMV Norge (30%)
● Erschließungskonzept: Unterseeische Förderanlage, die an die von Equinor betriebene halbtauchfähige schwimmende Plattform Åsgard B angebunden ist
● Plateauförderung: 12 kboe/d (netto für OMV)
● Finale Investitionsentscheidung (FID): 4. Quartal 2022
● Status quo und Ausblick: Die Umsetzung des Projekts schreitet gut voran, bislang kam es zu keinen Unfällen mit Ausfallzeiten (Lost Time Injuries; LTI). Die wichtigsten Offshore-Installationen, darunter unterseeische Anlagen, Versorgungsleitungen und Pipelines, sind abgeschlossen. Im Rahmen der im Feld Åsgard für 2026 geplanten Arbeiten werden Steigleitungen und dynamische Versorgungsleitungen installiert. Die Planungen der Bohrarbeiten sind im Gange, der Bohrbeginn wird für 2027 erwartet.
Mittel- und Osteuropa (CEE)
In CEE ist OMV in Österreich, Rumänien und Bulgarien tätig. Die wichtigsten Schwerpunktbereiche in der Region sind die Entwicklung des Großprojekts Neptun Deep zur Förderung von Erdgas im rumänischen Schwarzmeersektor sowie die Erschließung von weiterem Wachstumspotenzial durch Explorationsaktivitäten sowohl im rumänischen als auch im bulgarischen Teil des Schwarzen Meeres. Darüber hinaus wirkt OMV dem Förderrückgang reifer Felder durch Workover-Kampagnen und Well-Intervention-Maßnahmen aktiv entgegen, um die Langlebigkeit seiner Assets sicherzustellen. Im Jahr 2025 lag die Produktion von OMV in der CEE-Region bei durchschnittlich 120 kboe/d (2024: 125 kboe/d), wobei sich der Erdgasanteil auf rund 53% (2024: 52%) belief.
Österreich
Exploration
Die Explorationsbohrung Wittau West Tief 1 wurde sicher niedergebracht und traf ihr primäres Ziel im Hauptdolomit an. Da es erste positive Anzeichen für das Vorhandensein von Gas gibt, wird ein Bohrlochtest durchgeführt, um das technische und kommerzielle Potenzial der Lagerstätte zu bestätigen.
Operations
Die Produktion von OMV Österreich ist stabil, nicht zuletzt dank regelmäßiger Workover-Kampagnen und „Smart Oil Recovery“-(SOR-)Projekte. Durch den erfolgreichen Abschluss der Workover-Kampagne zur Gasspeicherung konnte die Speicherkapazität von 2,2 Mrd m³ aufrechterhalten und damit die Versorgungssicherheit gewährleistet werden. Die Kostendisziplin konnte durch die konsequente Umsetzung von Programmen zur Kosten- und Produktionsoptimierung gewahrt werden. Die Maßnahmen zur Verbesserung der HSSE-Leistung wurden auf das Personal der Vertragsunternehmen ausgeweitet, um eine starke Sicherheitskultur auf allen Ebenen der Organisation zu etablieren. Mit der im Jahr 2025 durchgeführten Initiative zur Einhaltung von Methanemissionsvorschriften konnten interne Fähigkeiten und Kompetenzen gestärkt werden. Mit der Genehmigung des elektrischen Kompressors in der Gasstation Auersthal und den Arbeiten zur Anbindung des Gasspeicherkompressors verlaufen auch die Dekarbonisierungsmaßnahmen weiterhin nach Plan.
Wachstumsprojekte
Wittau Phase 1
● Art der Kohlenwasserstoffe: Erdgas
● Standort: Östlich von Wien, nahe Aderklaa
● Betreiber: OMV Österreich (100%)
● Erschließungskonzept: Die Phase 1 umfasst zwei Bohrungen (Wittau Tief 2a und Wittau Tief 3). Das geförderte Gas wird eine Gastrocknungsanlage (ZGT Wittau) durchlaufen und anschließend über eine 12 km lange Pipeline zur Gasaufbereitungsanlage Aderklaa transportiert.
● Plateauproduktion: Rund 3 kboe/d (netto für OMV), was zu einer Steigerung der Gasproduktion von OMV in Österreich um etwa 50% führen sollte
● Finale Investitionsentscheidung (FID): 1. Quartal 2025
● Status quo und Ausblick: Die Fertigstellungs-, Stimulations- und Bohrlochreinigungsarbeiten für die Bohrung Wittau Tief 2a sind abgeschlossen. Mit der Bohrung Wittau Tief 3 wurde im Oktober 2025 begonnen, die Arbeiten sollen bis ins 1. Quartal 2026 andauern. Der Bau der Pipeline von der ZGT Wittau zur Gasaufbereitungsanlage Aderklaa inklusive Anschlussarbeiten und Wassertest ist abgeschlossen. Die Bauarbeiten in der ZGT Wittau und das Arbeitspaket für den Hochdruckkompressor in Aderklaa sind im Gange, die Inbetriebnahme soll im 1. Quartal 2026 erfolgen.
Rumänien
Im Jahr 2025 erzielte Rumänien gute Produktionsmengen. Zudem schritt das von OMV Petrom in Partnerschaft mit Romgaz Black Sea Limited (50%/50%) betriebene Vorzeigeprojekt Neptun Deep im vorgegebenen Zeit- und Budgetrahmen voran.
Exploration
Die Erdgasbohrung Spineni-1 wurde getestet und bestätigte ein Produktionspotenzial von 180.000 m³/d Erdgas und 25 m³/d Kondensat, was einer Gesamtmenge von etwa 1 kboe/d aus diesem Fund entspricht. Während der Explorationsphase wurden rund EUR 15 Mio investiert. Die Sonde wird an die bestehende Infrastruktur im Feld angebunden.
Operations
Im Jahr 2025 wurden in Rumänien abgesehen von Production Enhancement Contracts 31 neue Bohrungen und Sidetracks abgeteuft, 542 Workovers durchgeführt und 634 Sonden stillgelegt. Die guten Ergebnisse aus neuen Bohrungen und Workovers konnten den natürlichen Produktionsrückgang teilweise ausgleichen. Wichtige geplante Wartungsarbeiten sowohl an Offshore- als auch an Onshore-Anlagen wurden erfolgreich und sicher abgeschlossen.
Darüber hinaus hat OMV Petrom seine erste Dual-String-Gaskomplettierung im Gebiet Oltenia fertiggestellt. Die Bohrung Predești 2010 wurde sicher abgeteuft und komplettiert. Die Sonde fördert derzeit gleichzeitig Gas aus zwei separaten geologischen Schichten. Dual-String-Komplettierungen haben sich bereits bei Feldentwicklungsprojekten wie Brădești bewährt und sollen künftig auch in anderen Gasfeldern eingesetzt werden.
Im Hinblick auf weitere Projekte haben die Bauaktivitäten für das Tanklager Independenta und die Gasaufbereitungsanlage Abramut Fortschritte gemacht und sollen 2026 fortgesetzt werden.
Die Aktivitäten zur Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen bei OMV Petrom schritten 2025 voran. Dazu gehören Projekte zur Gewinnung von Strom (Gas to Power; G2P) oder Strom und thermischer Nutzenergie (Kraft-Wärme-Kopplung; KWK), um das routinemäßige Abfackeln und Ablassen von Erdölbegleitgas zu vermeiden. Zusammen mit den Anlagen zur Gewinnung von Solarstrom (Solar to Power; S2P) decken sie beinahe den gesamten Strombedarf des Geschäftsbereichs E&P von OMV Petrom ab.
Wachstumsprojekte
Neptun Deep
● Art der Kohlenwasserstoffe: Erdgas
● Betreiber: OMV Petrom (50%)
● Standort: Rumänischer Sektor des Schwarzen Meeres, ca. 160 km vor der Küste, in Wassertiefen von 100 bis 1.000 m
● Erschließungskonzept: Insgesamt sind zehn Bohrungen unter Wasser geplant. Das Pelican South-Feld verfügt über vier Bohrungen an einem Bohrzentrum und das Domino-Feld hat sechs Bohrungen, die sich auf zwei Bohrzentren verteilen. Das Projekt umfasst weiters Förderleitungen, eine unbemannte, autarke Offshore-Plattform mit Gastrocknungsanlagen, eine Gaspipeline nach Tuzla und eine Messstation.
● Plateauförderung: 70 kboe/d (netto für OMV); wird voraussichtlich innerhalb eines Jahres nach dem ersten Gas erreicht und soll acht bis zehn Jahre andauern
● Finale Investitionsentscheidung (FID): 2. Quartal 2023
● Status quo und Ausblick: Im März 2025 begann die unter Vertrag genommene mobile Offshore-Bohranlage Transocean Barents mit der Bohrung von vier Bohrlöchern im Feld Pelican South. Anfang 2026 wurde sie zum Feld Domino verlegt, um dort mit den für den Abschluss des Feldentwicklungsplans vorgesehenen sechs Bohrungen zu beginnen. Alle von Drittunternehmen bezogenen Materialien, Pipelines, Versorgungsleitungen und unterseeischen Förderungssysteme wurden pünktlich angeliefert, um die Arbeiten des Hauptauftragnehmers zu unterstützen. Die Herstellung der Aufbauten und des Tragwerks der Flachwasserplattform verläuft planmäßig; das Auslaufen der Plattform aus Indonesien bzw. Sardinien wird für 2026 erwartet. Die Arbeiten an der Erdgasmessstation an Land kommen gut voran. Der Mikrotunnel, der die Trasse für die Hauptpipeline unter dem Strand bildet, wurde bereits fertiggestellt und ist für die für Anfang 2026 geplante Verlegung der Pipeline im Anlandebereich bereit. Insgesamt verläuft das Projekt nach Plan; die erste Gasproduktion wird für 2027 erwartet.
Bulgarien
Im März 2025 übertrug OMV Petrom 50% seiner Beteiligung an der Explorationslizenz Han Asparuh an eine Tochtergesellschaft des israelischen Unternehmens NewMed Energy, wird jedoch weiterhin als Betreiber fungieren. Im Gegenzug wird NewMed Energy einen erheblichen Teil der Explorations- und Evaluierungskosten übernehmen. Nach dem Einstieg des staatlichen bulgarischen Energieunternehmens BEH in den Han Asparuh-Block im Jänner 2026 mit einem Anteil von 10% hält OMV Petrom weiterhin 45% an der Lizenz und bleibt der Betreiber.
Geplant sind zwei vielversprechende Tiefsee-Explorationsbohrungen, wobei die erste Bohrung bereits im Dezember 2025 mit dem Bohrschiff Noble Globetrotter I abgeteuft wurde. Die Kosten für diese auf fünf Monate anberaumte Bohrkampagne werden sich voraussichtlich auf ungefähr EUR 170 Mio (OMV Petrom Anteil rund EUR 30 Mio) belaufen.
Han Asparuh ist ein Explorationsblock mit einer Fläche von 13.712 km² und einer Wassertiefe von knapp 2.000 m auf bulgarischem Gebiet im westlichen Teil des Schwarzen Meeres und liegt südlich des Blocks Neptun Deep, der zu Rumänien gehört.
Süd
In der Region Süd ist OMV in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Libyen, Tunesien und der Region Kurdistan im Irak tätig. OMV beabsichtigt, seine Gasförderung und Ressourcenbasis in Nordafrika auszubauen. In Anbetracht des erheblichen Potenzials dieser Region bietet sich dem Unternehmen die Möglichkeit, sein Portfolio zu diversifizieren und die allgemeine Widerstandsfähigkeit zu verbessern. Im Jahr 2025 belief sich die Produktion von OMV in der Region Süd auf durchschnittlich 103 kboe/d (2024: 96 kboe/d), wobei der Erdgasanteil bei rund 12% (2024: 13%) lag.
Libyen
Exploration
Die Bohrung Essar wurde im Oktober 2025 erfolgreich getestet. Dieser Ende 2024 getätigte Fund liegt in dem unter Betriebsführerschaft von OMV stehenden Vertragsgebiet 106/4 (EPSA C103) im Sirte-Becken. Im Zuge der Tests wurden kommerziell nutzbare Fördermengen von rund 4 kboe/d gemessen. Der Fund soll über eine Anbindung an die in der Nähe befindliche bestehende Infrastruktur erschlossen werden. Darüber hinaus wurden die Explorationsaktivitäten im Murzuq-Becken mit drei Bohrungen unter der Betriebsführerschaft von Repsol wiederaufgenommen.
Operations
Im Jahr 2025 lag die Produktion um 25% über dem Vorjahr – ein wichtiger Meilenstein für die OMV Aktivitäten in Libyen. Die im Jahr 2025 erzielte durchschnittliche Produktion von 35 kboe/d stellt die höchste jemals von OMV Libyen erzielte Förderrate dar. Hauptverantwortlich dafür war der Anteil von OMV am Feld El Sharara (26 kboe/d), wo dank verstärkter Bohrtätigkeiten und Workovers die höchsten Produktionsmengen seit Jahren erzielt wurden.
Im zweiten Quartal 2025 wurde das Nafoora Asset Team eingesetzt, um die Anlagenleistung zu verbessern, den Produktionshochlauf zu beschleunigen und OMV mehr operative Kontrolle zu verschaffen. Trotz der angespannten Sicherheitslage in Tripolis im Frühjahr 2025 stabilisierte sich das allgemeine Umfeld, und es konnte eine konstante Förderung erzielt werden.
Wachstumsprojekte
Neuentwicklung des Felds Nafoora
● Art der Kohlenwasserstoffe: Erdöl
● Standort: Sirte-Becken im Osten Libyens
● Betreiber/ JV: AGOCO, mit OMV und NOC JV unter dem Nafoora Asset Team (NAT)
● Erschließungskonzept: Projekt zur Neuentwicklung des Ölfelds unter gemeinsamer Leitung von OMV und NOC durch NAT und AGOCO als Betriebsführer; wesentlicher Beitrag zum Wachstum in Libyen bis 2030 und darüber hinaus.
● Plateauförderung: 8 kboe/d (netto für OMV) bis 2030
● Finale Investitionsentscheidung (FID): Für die komplette Neuentwicklung des Felds geplant im 2. Quartal 2026
● Status quo und Ausblick: Im Jahr 2025 wurden fünf Bohrungen niedergebracht. Die Förderung im Feld Nafoora erreichte rund 6 kboe/d (netto für OMV). Im Jahr 2026 sind sechs weitere Zwischenbohrungen geplant , wobei ie FID im 2. Quartal 2026 erfolgen soll.
Vereinigte Arabische Emirate (VAE)
In den VAE stieg die Förderleistung im Jahr 2025 leicht an, was auf die verbesserte Zuverlässigkeit und Effizienz der Offshore-Anlagen in den Feldern Umm Lulu und SARB (Satah Al Razboot) zurückzuführen ist. In beiden Feldern wurden die Erschließungsbohrungen und Evaluierungstätigkeiten fortgesetzt.
Wachstumsprojekte
SARB und Umm Lulu Phase 2
● Art der Kohlenwasserstoffe: Erdöl
● Standort: Feld SARB, 120 km von Abu Dhabi entfernt; Feld Umm Lulu, rund 30 km entfernt
● Betreiber: Ölförderanlagen in Flachwasserzonen unter Betriebsführerschaft von ADNOC (OMV Anteil 20%)
● Erschließungskonzept: Zwischenbohrprogramm (2024-2026) und Anbindung an bestehende Anlagen
● Plateauförderung: 8 kboe/d (netto für OMV) bis 2030
● Finale Investitionsentscheidung (FID): 3. Quartal 2022
● Status quo und Ausblick: Sowohl SARB Phase 2 als auch Umm Lulu Phase 2 befinden sich in der Ausführungsphase; mehr als 50% der Bohrungen sind abgeteuft, und die Arbeiten werden 2026 fortgesetzt; die Installation der Hauptölleitung für Umm Lulu ist im Gange.
Tunesien
Exploration
Die jüngsten Explorationsfunde (Aziza-1 im Gebiet Jenein Sud sowie Anbar-1, Sabeh-1 und Wissal-1 im Gebiet Borj El Khadra) ermöglichten die Vergabe von zwei neuen Konzessionen für OMV. Beide Konzessionen, Aziza und Sabeh, werden über die oberirdischen Anlagen von OMV des Komplexes Nawara erschlossen.
Operations
Die Produktionsaktivitäten wurden im gesamten Jahr 2025 sicher durchgeführt und aufrechterhalten. Bei den Bohrungen Ritma-1 und Benefsej-1 wurde eine Workover-Kampagne zur Wiederaufnahme der Förderung durchgeführt. Die Workovers der Bohrung Sourour-1 waren darauf ausgerichtet, das Bohrloch zu sichern und das Produktionsniveau aufrechtzuerhalten. Die geplanten Abschaltungen der Anlagen des Komplexes Nawara im Mai und im Feld Waha im September verliefen erfolgreich. Der nächste Turnaround soll 2027 erfolgen.
Region Kurdistan im Irak (RKI)
Operations
In der RKI bewiesen die Tätigkeiten im Feld Khor Mor unter der Betriebsführerschaft von Pearl Petroleum anhaltende Widerstandsfähigkeit. Die Produktion konnte trotz widriger Sicherheitsbedingungen aufrechterhalten werden. Im Rahmen des Erweiterungsprojekts KM250 wurde erstes Gas gefördert. Die Drohnenaktivitäten hielten das ganze Jahr über an. Leider kam es im November 2025 zu einem schweren Angriff. Während glücklicherweise keine Personen verletzt wurden, gab es Schäden an den Anlagen, woraufhin die Produktion im Feld für zwei Tage gestoppt werden musste.
Wachstumsprojekte
Khor Mor Erweiterung („KM250“)
● Art der Kohlenwasserstoffe: Gas, Kondensat und LPG
● Standort: Region Kurdistan im Irak
● Betreiber/ JV: Für RKI bedeutendes Onshore-Gasentwicklungsprojekt unter Betriebsführerschaft von Pearl Petroleum (OMV Anteil 10%)
● Plateauförderung: 4 kboe/d (netto für OMV)
● Finale Investitionsentscheidung (FID): 4. Quartal 2019
● Status quo: Erste kommerzielle Gasverkäufe wurden im Oktober 2025 erzielt; die Anlage wurde 2025 an den Betrieb übergeben.
Rest der Welt
Im Jahr 2025 schloss OMV seinen Rückzug aus dem Jemen ab. Abgesehen von den Kernregionen ist OMV in Neuseeland aktiv. Die Produktion von OMV in Neuseeland lag 2025 bei durchschnittlich 19 kboe/d (2024: 24 kboe/d), bei einem Erdgasanteil von rund 64% (2024: 67%).
Neuseeland
In Neuseeland wurden die Regierung und die Aufsichtsbehörden in Kenntnis gesetzt, dass die Förderung aus dem Gasfeld Māui voraussichtlich Ende 2026 eingestellt wird. Eine stärkere Produktionsleistung und geringere Förderrückgänge im Ölfeld Maari veranlassten OMV, die wirtschaftliche Lebensdauer des Felds bis 2032/33 zu verlängern und eine Verlängerung der Genehmigung über das Jahr 2027 hinaus zu beantragen. Der Antrag auf eine zehnjährige Verlängerung wurde im August 2025 bewilligt.
Gas Marketing & Power
OMV Gas Marketing & Power will sein Kundenportfolio in Westeuropa weiter stärken und diversifizieren und das Gas-&-Power-Geschäft an Standorten mit eigener Gasförderung regional ausbauen.
Gas Marketing Westeuropa
OMV vermarktet und handelt Erdgas in mehreren europäischen Ländern sowie in der Türkei. Im Jahr 2025 lagen die Verkaufsmengen von Gas Marketing Westeuropa bei 39,5 TWh (2024: 53,1 TWh). Die Grundlage des Erdgasverkaufsgeschäfts ist ein diversifiziertes Gasbezugsportfolio, das Erdgas aus eigenen Produktionsstätten in Österreich und Norwegen (29,8 TWh im Jahr 2025 bzw. 30,5 TWh im Jahr 2024) und von einer Vielzahl internationaler Zulieferunternehmen umfasst. Darüber hinaus wird das Gasbezugsportfolio von OMV durch den Zugang zu den wichtigsten europäischen Handelsplätzen gestärkt.
Supply, Marketing und Trading von Gas
Die Verkaufsaktivitäten von OMV Gas Marketing & Trading konzentrieren sich auf ein diversifiziertes Kundenportfolio in den Segmenten Großindustrie und Kommunen in Österreich, Deutschland, den Niederlanden und Belgien sowie auf Geschäftsmöglichkeiten in Italien, der Slowakei, Frankreich und Großbritannien. OMV will auch grüne Gase in sein Portfolio aufnehmen, um die CO2-Intensität zu reduzieren.
Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine verfolgt OMV konsequent eine Strategie zur Diversifizierung der Bezugsquellen und kann daher alle seine Kund:innen mit Erdgas nicht russischer Herkunft beliefern. OMV bezieht Erdgas aus seiner eigenen Produktion in Norwegen und Österreich sowie von norwegischen Erdgasproduzenten. Darüber hinaus hat OMV Zugang zu allen wichtigen mittel- und nordwesteuropäischen Handels- und Kapazitätsmarktplätzen für Erdgas.
Das LNG-Geschäft ist ein sehr wichtiger Baustein für die Diversifizierung des Erdgasbezugsportfolios von OMV und erhöht damit die Versorgungssicherheit. Die Verträge von OMV über Transportkapazitäten nach Österreich ermöglichen dem Unternehmen die Lieferung von Eigen- und Drittgasmengen aus Norwegen nach Österreich sowie von LNG-Mengen unter Nutzung der langfristig vereinbarten Jahreskapazität von 3 Mrd m³ (rund 36 TWh) am Regasifizierungsterminal Gate in Rotterdam. Im Jahr 2025 nutzte OMV diese zugeteilte Kapazität am Terminal voll aus.
Gas-Logistik
OMV betreibt Erdgasspeicher in Österreich und Deutschland mit einer Speicherkapazität von rund 30 TWh. Die europäischen Speicherbetreiber:innen starteten im April 2025 mit Speicherständen von 34% (1. April 2024: 59%) in das Speicherjahr. Internationale und nationale Rechtsvorschriften und eine anhaltend hohe Preisvolatilität beherrschten die Energiemärkte im Jahr 2025. Trotz dieses herausfordernden Umfelds konnte der Bereich OMV Gas Storage im Jahr 2025 neue Kund:innen gewinnen und die Speicher von OMV auf Höchststände von 80% (2024: 93%) in Österreich und 86% (2024: 95%) in Deutschland füllen. Zudem ist OMV mit 65% am Central European Gas Hub (CEGH), der führenden Erdgashandelsplattform in Mittel- und Osteuropa, beteiligt. Im Jahr 2025 wurden am virtuellen Handelspunkt des CEGH 554 TWh Erdgas gehandelt (2024: 700 TWh). Dieses Volumen entspricht etwa dem siebenfachen des jährlichen österreichischen Erdgasverbrauchs.
Gas & Power Osteuropa
Auf den Gas- und Strommärkten in Rumänien profitiert OMV weiterhin vom integrierten Geschäftsmodell. Ausschlaggebend für die Rentabilität sind dabei Gas- und Strommargen, Spark Spreads sowie Ausgleichsleistungen und die Integration von erneuerbaren Stromkapazitäten.
Der Gas- und Stromverbrauch in Rumänien ist nach wie vor durch die Folgewirkungen der Energiekrise beeinträchtigt. Dies gilt insbesondere für die Industrie, die keine Anzeichen einer deutlichen Erholung zeigt. Die Regulierung der rumänischen Gas- und Strommärkte setzte sich 2025 fort, was sich in der ersten Jahreshälfte entsprechend stark auf das Stromgeschäft von OMV Petrom auswirkte. Im Juli 2025 wurde der rumänische Strommarkt dereguliert, während die Gasgesetzgebung noch bis März 2026 Bestand haben wird.
Gas
Die Verkaufsmengen von Gas & Power Osteuropa lagen 2025 bei 37,5 TWh, was einem Anstieg von 16% gegenüber dem Vorjahresniveau entspricht (2024: 32,2 TWh). Dies spiegelt eine starke Leistung wider – das höchste Jahresniveau seit 2021 – angetrieben durch die führende Position von OMV Petrom auf dem rumänischen Gasmarkt und die wachsende Präsenz in den regionalen Märkten. Alle Vertriebskanäle für Gasverkäufe haben im Vergleich zum Vorjahr zugelegt, vom Endkundenportfolio über den regulierten Markt bis hin zum nicht regulierten Großhandelsmarkt.
Die regionale Entwicklung stand auch 2025 im Fokus. Im Februar schloss OMV Petrom die Übernahme von OMV Gas Marketing & Trading Hungary ab, sicherte sich damit die volle Eigentümerschaft und stärkte die bereits etablierte Präsenz auf dem ungarischen Gasmarkt durch den Zugang zu einem neuen Vertriebskanal für Endkund:innen. In der Republik Moldau war OMV Petrom auch 2025 einer der wichtigsten Gaslieferanten und unterstützte dadurch das Land bei der Bewältigung von Herausforderungen im Zusammenhang mit der Versorgungssicherheit. Damit konsolidierte das Unternehmen seine zentrale Rolle für die Zukunft, die unter anderem durch die zu erwartenden Mengen aus dem Projekt Neptun Deep weiter gestärkt werden wird.
Strom
Die Nettostromerzeugung des von OMV Petrom betriebenen flexiblen 860-MW-Gaskraftwerks Brazi belief sich im Jahr 2025 auf 4.7 TWh. Dieser Rückgang von 5% gegenüber 2024 ist auf den legislativen Kontext und die Marktentwicklung zurückzuführen. Das Kraftwerk deckte 9% des rumänischen Stromerzeugungsmixes ab und trug damit maßgeblich zur Versorgungssicherheit und Stabilität des nationalen Stromnetzes bei, nicht zuletzt durch Ausgleichsleistungen und Hilfsdienste. Darüber hinaus baute OMV Petrom im Bereich Strom das Portfolio an langfristigen Stromabnahmeverträgen (Power Purchase Agreements; PPAs) für erneuerbaren Strom aus seinen Anlagen aus. Zudem führte das Unternehmen weiterhin regionale Stromvermarktungs- und Handelsaktivitäten durch, um Marktchancen zu nutzen und konnte vor allem in Ungarn seine Position und Expertise konsolidieren.
Low-Carbon-Geschäft
Im Low-Carbon-Geschäft (Low Carbon Business; LCB) konzentriert sich OMV auf das Evaluieren von Möglichkeiten und Vorantreiben von Projekten in den Bereichen erneuerbare Energien und Geothermie. Dazu plant OMV im Zeitraum 2026 bis 2030 Investitionen in Höhe von insgesamt rund EUR 1,4 Mrd. Etwa 50% davon sind für erneuerbare Energien vorgesehen, um das Ziel von OMV Petrom zu unterstützen, eine führende Rolle auf dem Strommarkt in Südosteuropa einzunehmen. OMV Petrom strebt bis 2030 eine Nettostromerzeugung von mehr als 2,4 TWh an. Die andere Hälfte dieser CAPEX wird für Geothermieprojekte bereitgestellt – mit dem Ziel, bis 2030 rund 1 TWh Energie aus Tiefenwärme zu erzeugen.
Um diese Ziele zu unterstützen, treibt unser LCB-Team Lösungen zur Nutzung erneuerbarer Energien und geothermischer Ressourcen aktiv voran. In den letzten Jahren haben diese Initiativen erheblich an Dynamik gewonnen. Derzeit befinden sich viele Projekte in der Bewertungsphase oder im Stadium erster Investitionen, wobei geplant ist, die Investitionen in den besagten Bereichen nach 2027 weiter zu intensivieren.
Erneuerbarer Strom
Im Geschäftsbereich Gas & Power Osteuropa werden mehrere Projekte zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen entwickelt. OMV Petrom arbeitet mit Partner:innen zusammen, um ein starkes Projektportfolio aufzubauen, das schrittweise umgesetzt bzw. ausgeführt wird. Die ausgewogene Mischung aus eigenen Projekten und Partnerschaften gewährleistet Risikoteilung, eine optimierte Finanzierungsstruktur und die bestmögliche Nutzung der operativen Kapazitäten.
Im Jahr 2025 schloss OMV Petrom den Erwerb von 50% der Anteile an dem von Enery in Bulgarien entwickelten Photovoltaikprojekt Gabare ab. Mit einer Gesamtkapazität von rund 400 MW ist dieses Projekt eines der größten im Land und wird nach der Fertigstellung eine geschätzte Jahresproduktion von 0,3 TWh (netto für OMV Petrom) erzielen. Zur Maximierung der Energieerzeugung wird die PV-Anlage mit Solartrackern ausgestattet. Darüber hinaus erwägen die Partner die Entwicklung eines Batteriespeichersystems zur Unterstützung der Netzflexibilität und -stabilität. Die Transaktion ist ein wichtiger Schritt für die regionale Expansion von OMV Petrom und die Stärkung seines Portfolios im Bereich der erneuerbaren Energien.
Derzeit verfügen OMV Petrom und seine Partner:innen über eine Kapazität für erneuerbare Energien von rund 70 MW, die bereits in Betrieb sind. Kapazitäten von über 900 MW sind in Bau, und der Rest befindet sich in verschiedenen Phasen der Ausführung.
Geothermie
OMV strebt eine starke Position im Bereich der Geothermie an und hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 eine Nettoproduktion von rund 1 TWh zu generieren. Erreicht werden soll dies durch Nutzung der jahrzehntelangen Expertise und Erfahrung von OMV untertage und beim Bohren sowie durch den Zugang zu den neuesten technologischen Entwicklungen. Das Potenzial der Geothermie soll durch bestehende und neue Technologien erschlossen werden. Das Unternehmen möchte damit zur Dekarbonisierung von Fernwärmenetzen, großen Infrastrukturbetreiber:innen und Industrieanlagen beitragen.
Ein wichtiges Beispiel ist „deeep“, unser Joint Venture mit Wien Energie, das sich auf die Entwicklung von geothermischen Anlagen in Wien konzentriert, um klimaneutrale Fernwärme für bis zu 200.000 Haushalte bereitzustellen. Die erste Anlage in Aspern bei Wien wird dank der Unterstützung durch Wärmepumpen eine Kapazität von 20 MW aufweisen. Dies reicht aus, um rund 20.000 Haushalte zu versorgen. Es wurden drei Bohrungen mit jeweils einer Tiefe von über 3.000 Metern fertiggestellt, und die Untersuchungen sollen bis Anfang 2026 abgeschlossen sein. Die Bohrungen werden heißes Formationswasser für die Wärmeerzeugung nutzen, und die erste Wärmelieferung wird 2028 erwartet.
Im Sinne unseres Engagements für nachhaltige Energielösungen führte OMV eine umfassende seismische Untersuchung durch, um das geothermische Potenzial des oststeirischen Beckens zu bewerten. OMV prüft und entwickelt laufend weitere Möglichkeiten und Projekte zur geothermischen Energiegewinnung mit hydrothermischem und geschlossenem Kreislauf. So ist OMV beispielsweise an der Eavor Technologies Inc. beteiligt, einer führenden Entwicklerin von Geothermie-Lösungen mit geschlossenem Kreislauf. Die Technologie von Eavor nutzt geschlossene, multilaterale Tiefenbohrungen. OMV unterhält exklusive Vereinbarungen mit Eavor als strategischer Investorin. Eavor erprobt zurzeit die Wirtschaftlichkeit am Standort Geretsried in Deutschland, wo im Dezember 2025 erstmals erfolgreich Strom aus Tiefenwärme erzeugt wurde. Zum möglichen Einsatz der Technologie führt OMV derzeit Verhandlungen mit mehreren Städten in Deutschland und Rumänien. Die erste Produktion aus OMV Projekten wird noch vor 2030 erwartet.
Fuels
Der OMV Geschäftsbereich Fuels raffiniert und vermarktet Kraftstoffe. Er betreibt drei Binnenraffinerien in Europa, hält eine starke Marktposition in den Gebieten, in denen sich diese Raffinerien befinden, und bedient ein robustes Marken-Retail-Netz sowie gewerbliche Kund:innen. Im Mittleren Osten hält der Bereich einen 15%igen Anteil an ADNOC Refining und ADNOC Global Trading.
Auf einen Blick |
| | 2025 | 2024 | ∆ |
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten1 | in EUR Mio | 1.116 | 927 | 20% |
davon ADNOC Refining & Trading | in EUR Mio | 101 | 78 | 30% |
Sondereffekte | in EUR Mio | –7 | –98 | 93% |
CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–)1 | in EUR Mio | –243 | –119 | –104% |
Operatives Ergebnis | in EUR Mio | 866 | 709 | 22% |
Investitionen2 | in EUR Mio | 883 | 980 | –10% |
| | | | |
OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa3 | in USD/bbl | 10,10 | 7,15 | 41% |
Raffinerie-Auslastungsgrad Europa | | 89% | 87% | 2 |
Kraftstoff- und sonstige Verkaufsmengen Europa | in Mio t | 16,39 | 16,21 | 1% |
davon Retail-Verkaufsmengen | in Mio t | 5,67 | 5,54 | 2% |
Finanzielle Performance
Das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg auf EUR 1.116 Mio (2024: EUR 927 Mio), hauptsächlich infolge höherer Raffinerie-Referenzmargen. Diese wurden teilweise kompensiert durch höhere Betriebskosten, gestiegene Abschreibungen, negative Produktionseffekte im Zusammenhang mit Reparaturen in der Raffinerie Burghausen sowie Auswirkungen im Zusammenhang mit dem geplanten Stillstand der Raffinerie Petrobrazi.
Die OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa lag bei USD 10,1/bbl und damit deutlich über dem Vorjahreswert (2024: USD 7,1/bbl), was insbesondere auf höhere Margen bei Mitteldestillaten zurückzuführen war. Im Jahr 2025 stieg der Auslastungsgrad der europäischen Raffinerien geringfügig auf 89% (2024: 87%). Die höhere Auslastung der Raffinerie Schwechat 2025, nach den geplanten und ungeplanten Stillständen 2024, glich die negativen Effekte des geplanten Stillstands in Petrobrazi und der Coker-Reparaturen in Burghausen im Jahr 2025 mehr als aus. Mit 16,4 Mio t lagen die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in Europa leicht über dem Niveau des Vorjahres (16,2 Mio t). Das Ergebnis des Retail-Geschäfts stieg vor allem aufgrund verbesserter Kraftstoffmargen, höherer Verkaufsmengen infolge der Akquisition von Tankstellen in Österreich und der Slowakei sowie einer besseren Entwicklung des Non-Fuel-Geschäfts. Der Ergebnisbeitrag im Commercial-Geschäft ging hingegen aufgrund geringerer Margen, die durch die schwache wirtschaftliche Entwicklung bedingt waren, zurück.
Der Beitrag von ADNOC Refining & ADNOC Global Trading, ausgewiesen als der OMV Anteil am CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten der at-equity konsolidierten Unternehmen, verbesserte sich 2025 auf EUR 101 Mio (2024: EUR 78 Mio). Dies war vor allem höheren Raffinerie-Referenzmargen zu verdanken, die jedoch teilweise durch ein schwächeres Handelsergebnis kompensiert wurden.
Die Netto-Sondereffekte betrugen EUR –7 Mio (2024: EUR –98 Mio) und ergaben sich hauptsächlich durch Marktwertbewertungen von Rohstoffderivaten und die Neubewertung von Rückstellungen bei OMV Petrom. Die Netto-Sondereffekte 2024 standen im Wesentlichen im Zusammenhang mit Verlusten aus Rohstoffderivaten. Als Folge des Rückgangs der Rohölpreise wurden 2025 CCS Effekte von EUR –243 Mio erfasst (2024: EUR –119 Mio). Das Operative Ergebnis im Bereich Fuels wuchs auf EUR 866 Mio (2024: EUR 709 Mio).
Die Investitionen in Fuels beliefen sich auf EUR 883 Mio (2024: EUR 980 Mio). Das Vorjahr war durch den Erwerb von Tankstellen in Österreich und der Slowakei beeinflusst. Neben den laufenden Geschäftsaktivitäten umfassten die organischen Investitionen im Jahr 2025 die SAF/HVO-Anlage einschließlich Elektrolyseuren in Petrobrazi, Elektrolyseure für grünen Wasserstoff in Österreich sowie das schnelle und ultraschnelle Ladenetz für Elektrofahrzeuge.
Geschäftsüberblick
Der Geschäftsbereich Fuels raffiniert Rohöl und andere Rohstoffe. Die Aktivitäten umfassen die Bereiche Refining, Supply & Trading, Commercial und Retail. OMV verfügt über eine Raffineriekapazität von insgesamt rund 500 kbbl/d, mit drei eigenen Raffinerien in Europa und einer 15%igen Beteiligung an ADNOC Refining und ADNOC Global Trading. In Europa sind die Raffinerieaktivitäten in hohem Maße mit dem Bereich Marketing integriert, um ein starkes Marken-Retail-Netz und eine breite Basis von gewerblichen Kund:innen zu bedienen. Kraftstoffe und andere Verkaufsmengen in Europa beliefen sich im Jahr 2025 auf 16,39 Mio t. Für rund 35% des Verkaufsvolumens war das starke Marken-Retail-Netz mit 1.708 Tankstellen verantwortlich, während das restliche vermarktete Volumen auf gewerbliche Kund:innen entfiel, die hauptsächlich aus dem Bereich Straßen- und Lufttransport und der Baubranche kommen.
Raffinerien inklusive Produktbeschaffung und -verkauf
Die europäischen Raffinerien der OMV erreichten im Jahr 2025 eine Auslastung von 89 %. Dies ist hauptsächlich auf Wartungsarbeiten in der Raffinerie Burghausen zurückzuführen, die im März die Rohöldestillationsanlage und im Oktober und November die Kokerei betrafen. Maßgeblichen Einfluss auf den Auslastungsgrad hatte auch ein Stillstand aufgrund von Reinigungsarbeiten in der Raffinerie Petrobrazi im Mai. Trotz dieses herausfordernden wirtschaftlichen und operativen Umfelds konnte OMV seine B2B-Kund:innen zuverlässig beliefern und mit hohen Umsätzen im Commercial-Geschäft im Jahr 2025 ein hervorragendes Geschäftsergebnis erzielen. Um aktiven Marktentwicklungen und -erschließungen Rechnung zu tragen, erweiterte OMV sein Angebot an Produkten und Dienstleistungen im Commercial-Bereich und trieb die Transformation des Unternehmens mit wertschöpfenden und nachhaltigeren Lösungen voran. Mehr zur Entwicklung der Raffinerie-Referenzmarge Europa finden Sie im Abschnitt >Wirtschaftliches Umfeld.
OMV setzte seine profitable Expansion im Geschäft mit Flugkraftstoffen fort. Dabei erfüllte das Unternehmen die SAF-Vorgaben der EU durch eine wirksame Beschaffungsstrategie sowie strategische Investitionen in hochmoderne Mischanlagen in der Raffinerie Schwechat in Österreich und der Raffinerie Burghausen in Deutschland. Darüber hinaus setzt sich OMV weiter dafür ein, die Einführung von SAF über die regulatorischen Anforderungen hinaus zu beschleunigen, damit auch die Kund:innen ihre Nachhaltigkeitsziele schneller erreichen können. Ein Beispiel hierfür ist das innovative Modell zur Bündelung der Nachfrage, das in Zusammenarbeit mit Airbus entwickelt und umgesetzt wurde. Damit setzt OMV wichtige Schritte zur Entwicklung des europäischen SAF-Markts. Mit dem Bau der ersten großtechnischen Anlage von OMV zur Herstellung von erneuerbaren Kraftstoffen und Chemikalien wurde im Februar 2025 in der Raffinerie Petrobrazi in Rumänien begonnen. Mehr zu unserem Geschäft mit nachhaltigen Kraftstoffen finden Sie im Abschnitt >Innovation und Technologie.
OMV konzentriert sich zudem weiterhin verstärkt auf die Verbesserung seines Produkt- und Serviceangebots für den gewerblichen Straßengüterverkehr. Dazu erweitert das Unternehmen sein umfassendes Mobilitätsangebot um nachhaltige Lösungen wie HVO100-Kraftstoff und errichtet E-Ladestationen sowie erste B2B-Depots für elektrisch betriebene Lkw. Customer Excellence bleibt dabei eine Priorität. Dies zeigt sich auch an unserem hervorragenden Net Promoter Score von +76 im Jahr 2025, der ganz klar signalisiert, wie sehr wir uns für kontinuierliche Verbesserungen und langfristige Partnerschaften einsetzen.
ADNOC Refining und ADNOC Global Trading
Neben den Hauptanteilseignerinnen ADNOC (65%) und Eni (20%) ist OMV (15%) ein strategischer Partner von ADNOC Refining, das den viertgrößten Raffineriekomplex der Welt mit integriertem Petrochemiegeschäft betreibt.
Im Jahr 2025 verbesserte ADNOC Refining die Zuverlässigkeit seiner Anlagen und erreichte einen hohen Auslastungsgrad ohne längere ungeplante Stillstände. In der zweiten Jahreshälfte profitierte ADNOC Refining zudem von einem günstigen Margenumfeld. In der ersten Hälfte des Jahres 2025 musste hingegen ein Rückgang des Geschäfts verzeichnet werden, was jedoch den globalen Markttrends entsprach. ADNOC Refining konzentrierte sich auf die fortlaufende Optimierung und stellte seine Rohölbeschaffung mit dem Projekt Crude Flexibility erfolgreich um. Da nun die Verarbeitung einer breiteren Palette von Rohstoffen möglich ist, kann ADNOC Refining das volle Potenzial des Raffineriekomplexes und seines Produktportfolios ausschöpfen.
ADNOC Global Trading (AGT) hat die gleiche Eigentümerstruktur wie ADNOC Refining. AGT handelt den Großteil des Exportvolumens der Produkte von ADNOC Refining und beschafft ausländische Rohöle, Kondensate und andere Flüssigprodukte für die Verarbeitung in der Raffinerie. In Zusammenarbeit mit ADNOC verschafft AGT durch kontinuierliche Optimierung der Handelsströme ADNOC Refining Zugang zu wettbewerbsfähigen internationalen Rohstoffquellen. AGT erzielte 2025 erneut eine sehr gute Performance und baute sein Handelsportfolio ebenso aus wie seine geografische Reichweite. Die Eröffnung einer neuen Niederlassung in Genf stärkt nun die bereits durch den Standort in Singapur gesicherte internationale Präsenz.
Nominalkapazitäten der Raffinerien |
In kbbl/d |
Schwechat (Österreich) | 204 |
Burghausen (Deutschland) | 79 |
Petrobrazi (Rumänien) | 86 |
ADNOC Refining (Vereinigte Arabische Emirate)1 | 138 |
Insgesamt | 507 |
Retail
Das Retail-Geschäft erzielte im Jahr 2025 ein starkes Ergebnis und erwies sich einmal mehr als stabiler Abnehmer für Raffinerieerzeugnisse sowie als robuster Cash-Generator. Die Gesamtverkaufsmenge belief sich auf 5,7 Mio t, was in etwa 7 Mrd l entspricht. Einen wichtigen Beitrag dazu leistete das anhaltende Wachstum im Tankkartengeschäft. Darüber hinaus profitierte OMV von den 2024 erfolgten Übernahmen des auf den Lkw-Verkehr ausgerichteten AP-Netzes in Österreich und des B2C-Netzes von BENZINOL in der Slowakei. Zum Jahresende umfasste das Netzwerk 1.708 Tankstellen (2024: 1.702).
Die Einführung des neuen Logos des OMV Konzerns wurde erfolgreich auf alle Länder ausgeweitet und führte zum Rebranding von knapp 30% der Tankstellen der Marke OMV (285 Tankstellen). Davon ausgenommen war lediglich Moldau, wo ausschließlich Tankstellen der Marke Petrom betrieben werden.
OMV profitierte in einem schwierigen Preisumfeld besonders von seiner bewährten Mehrmarkenstrategie. Die Marke OMV ist als Premiummarke positioniert und steht mit VIVA für ein starkes Shop-, Gastronomie- und Serviceangebot, während die Automatentankstellenmarke Avanti in Österreich und die Marke Petrom in Rumänien preissensible Kundengruppen bedienen. Der Absatz von Kraftstoffen der OMV Premiummarke MaxxMotion legte neuerlich stark zu und trug als margenstarkes Produkt zum Retail-Gesamtergebnis bei.
Darüber hinaus konzentrierte sich OMV auf das B2B-Geschäft und den gewerblichen Straßengüterverkehr (Commercial Road Transport; CRT). Das Unternehmen setzte eine explizit kundenorientierte Strategie um und erweiterte das Netz der auf das CRT-Geschäft spezialisierten Verkaufsstellen unter der Marke AP in Österreich und Ungarn. Das Non-Fuel-Geschäft übertraf die Zahlen des Jahres 2024 und verzeichnete in allen Segmenten – Shop, Gastronomie und Autowäsche – erhebliches Wachstum. Bei den treuen Kund:innen war ein deutlicher Zuwachs bei MaxxMotion, beim Kraftstoffverbrauch und beim Umsatz im Non-Fuel-Geschäft zu beobachten. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisteten das OMV Treueprogramm sowie gezielte Cross- und Upselling-Aktivitäten über die OMV MyStation App.
Als integrierter eMobility-Anbieter in Österreich, Ungarn, Rumänien und der Slowakei setzt OMV seine Initiativen im Bereich der Elektromobilität erfolgreich fort. So fiel zum Beispiel im September 2025 die finale Investitionsentscheidung für den Aufbau eines Hochleistungsladenetzes in der Tschechischen Republik gemeinsam mit PRE, einem der führenden Unternehmen für Ladelösungen des Landes. OMV hat auch die ersten Ladestationen in Bulgarien in Betrieb genommen. Per Ende 2025 belief sich die Zahl der von OMV betriebenen Hochleistungsladepunkte auf 1.689 (2024: 804).
Chemicals
Mit seinem Geschäftsbereich Chemicals zählte OMV im Jahr 2025 zu den weltweit führenden Anbietern von fortschrittlichen und kreislauforientierten Polyolefinlösungen sowie zu den europäischen Marktführern bei Basischemikalien und im Kunststoffrecycling. Das Unternehmen versorgte über Borealis und seine beiden Joint Ventures – Borouge mit ADNOC in den VAE und Baystar mit TotalEnergies in den USA – Kund:innen weltweit mit Dienstleistungen und Produkten. Mit der Unterzeichnung der verbindlichen Vereinbarung über den Zusammenschluss von Borealis und Borouge zu Borouge Group International sowie die anschließende Übernahme von NOVA Chemicals wurde im Jahr 2025 ein wichtiger Meilenstein erreicht. Nach Abschluss wird das neue Unternehmen, Borouge Group International, zu gleichen Teilen von OMV und ADNOC gehalten und gemeinschaftlich kontrolliert.
Auf einen Blick |
| | 2025 | 2024 | ∆ |
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten | in EUR Mio | 784 | 459 | 71% |
davon Borealis exklusive JVs | in EUR Mio | 447 | 247 | 81% |
davon Borealis JVs1 | in EUR Mio | 248 | 180 | 38% |
Sondereffekte | in EUR Mio | –75 | –55 | –37% |
Operatives Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen2 | in EUR Mio | 335 | 52 | n.m. |
Operatives Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen2 | in EUR Mio | 374 | 352 | 6% |
Investitionen3 | in EUR Mio | 971 | 1.081 | –10% |
| | | | |
Ethylen-Referenzmarge Europa | in EUR/t | 569 | 505 | 13% |
Propylen-Referenzmarge Europa | in EUR/t | 445 | 384 | 16% |
Polyethylen-Referenzmarge Europa | in EUR/t | 461 | 432 | 7% |
Polypropylen-Referenzmarge Europa | in EUR/t | 361 | 402 | –10% |
Steamcracker-Auslastungsgrad Europa | | 82% | 84% | –2 |
Verkaufsmenge Polyolefine | in Mio t | 6,48 | 6,27 | 3% |
davon Verkaufsmenge Polyethylen exkl. JVs | in Mio t | 1,95 | 1,83 | 7% |
davon Verkaufsmenge Polypropylen exkl. JVs | in Mio t | 2,12 | 2,04 | 4% |
davon Verkaufsmenge Polyethylen JVs4 | in Mio t | 1,50 | 1,52 | –1% |
davon Verkaufsmenge Polypropylen JVs4 | in Mio t | 0,90 | 0,89 | 2% |
Finanzielle Performance
Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg 2025 auf EUR 784 Mio (2024: EUR 459 Mio), hauptsächlich infolge der Umgliederung des Borealis Konzerns (mit Ausnahme der Borouge Beteiligungen) als zu Veräußerungszwecken gehalten. Zusätzliche Unterstützung boten verbesserte Olefinmargen, während negative Lagerbewertungseffekte, ein geringerer Vorteil bei der Verarbeitung leichter Rohstoffe und höhere Marktabschläge teilweise entgegenwirkten.
Der Beitrag des OMV Basischemikaliengeschäfts stieg erheblich, hauptsächlich aufgrund verbesserter Olefin-Referenzmargen. Niedrigere Auslastungsgrade der Steamcracker und höhere Marktabschläge wirkten teilweise kompensierend. Die Ethylen-Referenzmarge Europa stieg um 13% auf EUR 569/t (2024: EUR 505/t), während sich die Propylen-Referenzmarge Europa um 16% auf EUR 445/t (2024: EUR 384/t) erhöhte. Dies war primär auf niedrigere Rohstoffkosten zurückzuführen, da die Naphthapreise sanken. Während das schwache wirtschaftliche Umfeld zu mehreren Crackerschließungen auf dem europäischen Markt führte, hielt der Importdruck an, und der Markt sah sich angesichts fortbestehender Zölle und des verlangsamten Wirtschaftswachstums weiteren Herausforderungen im Hinblick auf eine Erholung gegenüber.
Der Auslastungsgrad der europäischen Steamcracker, die von OMV und Borealis betrieben werden, war mit 82% um 2 Prozentpunkte niedriger als in der Vorjahresperiode (2024: 84%), lag aber immer noch rund 10 Prozentpunkte über dem europäischen Durchschnitt. Im Jahr 2025 verzeichneten die Steamcracker in Schwechat, Stenungsund und Burghausen eine niedrigere Auslastung, während der Auslastungsgrad des Steamcrackers in Porvoo anstieg.
Im Jahr 2025 verbesserte sich der Beitrag von Borealis exklusive JVs auf EUR 447 Mio (2024: EUR 247 Mio), in erster Linie aufgrund des Wegfalls der Abschreibung von langfristigen Vermögenswerten. Negative Lagerbewertungseffekte belasteten das Ergebnis 2025, da sie wesentlich stärker ausfielen als 2024. Der Beitrag des Basischemikaliengeschäfts reduzierte sich deutlich. Ursächlich dafür waren hauptsächlich der geringere Vorteil bei der Verarbeitung leichter Rohstoffe, negative Lagerbewertungseffekte, höhere Marktabschläge und niedrigere Phenol-Margen. Verbesserte Olefin-Referenzmargen in Europa konnten dies nur teilweise ausgleichen. Der Beitrag des Polyolefingeschäfts fiel geringer aus, vor allem aufgrund negativer Lagerbewertungseffekte, höherer Marktabschläge und gestiegener Fixkosten. Der europäische Polyolefinmarkt blieb 2025 verhalten. Die Hauptgründe dafür waren eine gedämpfte makroökonomische Stimmung, politische Unsicherheit und vorsichtiges Kaufverhalten der Kunden. Die Polyethylen-Referenzmarge Europa stieg um 7% auf EUR 461/t (2024: EUR 432/t), gestützt durch erhöhte geopolitische Unsicherheiten im Jahresverlauf, einschließlich Sorgen über mögliche EU-Zölle auf US-Importe, die die Preissetzungsmacht vorübergehend stärkten. Im Gegensatz dazu sank die Polypropylen-Referenzmarge Europa um 10% auf EUR 361/t (2024: EUR 402/t), was die andauernd schwache zugrunde liegende Nachfrage in wichtigen Endverbrauchssektoren und die anhaltende Verfügbarkeit von Importen widerspiegelt. Dies führte zu einem fortgesetzten Margenverfall im Jahresverlauf. Verglichen mit 2024 stieg die Verkaufsmenge an Polyethylen exklusive JVs um 7%, während die Verkaufsmenge an Polypropylen exklusive JVs um 4% zunahm. Die Verkaufsmengen waren 2025 vor allem aufgrund gesteigerter Verkäufe von bei Borouge bezogenen Mengen höher.
Der Beitrag der Borealis JVs, ausgewiesen als der OMV Anteil am Periodenüberschuss vor Sondereffekten der at-equity konsolidierten Unternehmen, stieg 2025 auf EUR 248 Mio (2024: EUR 180 Mio). Dies resultierte in erster Linie daraus, dass Baystar aufgrund der Umklassifizierung in die Veräußerungsgruppe seit März 2025 nicht mehr konsolidiert wird (vormals at-equity konsolidiert). Der Beitrag von Borouge verringerte sich im Jahr 2025 hauptsächlich aufgrund gesunkener durchschnittlicher Markt-Benchmark-Preise infolge eines weniger vorteilhaften Marktumfelds in Asien. Die Polyethylen-Verkaufsmengen der JVs blieben im Wesentlichen auf dem Niveau von 2024, während die Polypropylen-Verkaufsmengen der JVs um 2% anstiegen.
Die Netto-Sondereffekte lagen 2025 bei EUR –75 Mio (2024: EUR –55 Mio) und waren hauptsächlich die Folge von Personallösungen und Aufwendungen im Zusammenhang mit Borouge Group International. Das Operative Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen stieg 2025 deutlich auf EUR 335 Mio (2024: EUR 52 Mio), während das Operative Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen mit EUR 374 Mio nur geringfügig höher war (2024: EUR 352 Mio).
Die Investitionen in Chemicals sanken auf EUR 971 Mio (2024: EUR 1.081 Mio), hauptsächlich aufgrund geringerer nicht zahlungswirksamer Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen und da 2024 die Übernahme des Unternehmens Integra Plastics in Bulgarien beinhaltete. Organische Investitionen wurden 2025 neben den üblichen laufenden Geschäftsinvestitionen im Wesentlichen im Zuge der Errichtung einer neuen PDH-Anlage in Kallo durch Borealis, der Errichtung der Sortieranlage für chemisches Recycling in Walldürn sowie zur Förderung des Wachstums bei Spezialprodukten getätigt.
Geschäftsüberblick
Mit seinem Geschäftsbereich Chemicals zählte der OMV Konzern im Jahr 2025 zu den weltweit führenden Anbietern von fortschrittlichen und kreislauforientierten Polyolefinlösungen sowie zu den europäischen Marktführern bei Basischemikalien und im Kunststoffrecycling. Das Segment umfasste die Basischemikalienproduktion von OMV, die in die von OMV betriebenen Raffinerien in Österreich und Deutschland integriert ist, das Basischemikalien- und Polyolefingeschäft von Borealis sowie mehrere Joint Ventures. Der Konzern hat eine maßgebliche Präsenz in Europa und unterhält durch Borealis zwei starke Partnerschaften – Borouge mit ADNOC in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Baystar mit TotalEnergies in den USA –, um Kund:innen weltweit mit Dienstleistungen und Produkten zu versorgen. Ende 2025 belief sich die Produktionskapazität einschließlich der Joint Ventures auf 7,0 Mio t Basischemikalien, 6,4 Mio t Polyolefine (wobei sich Polyethylen und Polypropylen in etwa die Waage hielten) und 0,8 Mio t Polyolefin-Compounding. Das Polyolefingeschäft bedient fünf Industriecluster: Konsumgüter, Energie, Healthcare, Infrastruktur und Mobilität.
Am 3. März 2025 haben OMV und ADNOC eine verbindliche Vereinbarung über die Zusammenlegung ihrer Anteile an Borealis und Borouge zu Borouge Group International unterzeichnet. Nach Abschluss wird das neue Unternehmen, Borouge Group International (BGI), zu gleichen Teilen von OMV und ADNOC gehalten und gemeinschaftlich kontrolliert. OMV und ADNOC haben außerdem vereinbart, dass Borouge Group International nach Abschluss der Zusammenlegung NOVA Chemicals für einen Unternehmenswert von USD 13,4 Mrd erwerben wird. NOVA Chemicals ist ein in Nordamerika ansässiger Polyolefin-Produzent und führend bei hochwertigen Verpackungslösungen und proprietären Technologien. Diese Akquisition wird die Präsenz von BGI auf dem amerikanischen Kontinent weiter stärken und den Anteil kostengünstiger Rohstoffen ausbauen. Borouge Group International wird hervorragend positioniert sein, um Wert zu schaffen und über den gesamten Zyklus hinweg überdurchschnittliche Aktionärsrenditen zu erzielen - gestützt durch Synergieeffekte und eine starke Pipeline an Wachstumsprojekten. Mehr dazu in >Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture.
Basischemikalien
Basischemikalien sind wichtige Grundelemente für die chemische Industrie und werden zu Kunststoffen, Verpackungen, Kleidung und vielen anderen Konsumgütern verarbeitet. OMV betreibt direkt zwei Steamcracker, die in die Raffinerien in Österreich und Deutschland physisch integriert sind und dadurch eine kosteneffiziente Naphtha-Versorgung ermöglichen. Borealis betreibt zwei Cracker – einen in Schweden und einen in Finnland –, die sich durch eine hohe Rohstoffflexibilität auszeichnen. Beide Anlagen können einen hohen Anteil an leichten Rohstoffen nutzen, was einen wirtschaftlichen Vorteil mit sich bringt. In Belgien betreibt Borealis eine Propan-Dehydrierungsanlage, die zu 100% auf Propan als Grundstoff setzt. OMV produziert Basischemikalien wie Olefine (Ethylen, Propylen, Butadien und hochreines Isobuten) und Aromaten (Benzol und Phenol).
Angesichts des anhaltenden Konjunkturabschwungs in Europa, der die Nachfrage nach Basischemikalien belastet, verzeichneten die europäischen Cracker des OMV Konzerns im Jahr 2025 mit 82% eine geringere Auslastung als im Vorjahr (2024: 84%). Das nach wie vor schwache wirtschaftliche Umfeld in Europa und die daraus resultierende geringe Nachfrage führten dazu, dass mehrere Crackeranlagen dauerhaft geschlossen wurden. Die Schließungen trugen zwar in der ersten Jahreshälfte zu einer Marktbereinigung bei, doch aufgrund der gedämpften Nachfrage und der gestiegenen Mengen kostengünstigerer Importe blieb ein Angebotsüberhang bestehen. Weiter gebremst wurde die Konjunkturerholung durch anhaltende Unsicherheiten in Bezug auf Zölle, verstärkte geopolitische Spannungen und fortdauernde regionale Konflikte. Die Turnaround-Saison hatte einen ebenso geringen Einfluss wie im Vorjahr. Auch wenn dadurch geringfügig höhere Mengen wegfielen, reichte dieser Effekt aufgrund der schwächeren Nachfrage nicht aus, um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Der Auslastungsgrad der europäischen Cracker lag bei durchschnittlich 73% und damit um einen Prozentpunkt über dem Durchschnitt des Vorjahres, was hauptsächlich den bereits erwähnten dauerhaften Schließungen geschuldet war. Insgesamt sind seit 2024 ungefähr 2,7 Mio t Crackerkapazitäten weggefallen – das entspricht 13% der Gesamtkapazität Westeuropas.
Die Butadien-Nachfrage blieb 2025 schwach, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte, als die Bedenken angesichts einer durch Zölle bedingten Schwächung des Automobilsektors zunahmen. In der ersten Jahreshälfte war das Angebot aufgrund dauerhafter Schließungen und einer Verlagerung hin zu leichteren Rohstoffen eingeschränkt, während eine geringere Crackerproduktion und Exporte nach Asien dafür sorgten, dass der Markt ausgeglichen bis angespannt war. Insgesamt wirkten sich die schwache Nachfrage, Abschaltungen von Anlagen zur Produktion von Derivaten, eine generelle pessimistische Stimmung und das Überangebot weiterhin belastend auf den Markt aus.
Der Inlandsverbrauch von Benzol war aufgrund der schwachen Nachfrage rückläufig. Zudem beeinträchtigten Rückgänge bei den Derivateexporten in Verbindung mit steigenden Nettoimporten von Derivaten das Wachstumspotenzial. Der sinkende Inlandsverbrauch zwang die Hersteller, sich zunehmend auf die Exportmärkte zu konzentrieren. Allerdings schränkte ein 15%iger Zoll auf europäische Importe in die USA die Exportmöglichkeiten ein.
Wachstumsprojekte
Kallo
Im Hinblick auf das erwartete Wachstum der Propylennachfrage in Europa errichtet Borealis derzeit in Kallo (Belgien) eine zweite Anlage für die Propan-Dehydrierung (PDH). PDH ist ein unerlässlicher Prozessschritt bei der Herstellung von Propylen aus Propan. Als einer der wichtigsten Bausteine in der chemischen Industrie dient Propylen auch als Rohstoff für die Herstellung von Polypropylen (PP). Das Projekt schritt 2025 weiter gut voran. So wurde beim eigentlichen Bau und der Vorinbetriebnahme eine Fertigstellungsrate von über 97% erreicht. Die Anlage wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2026 den Betrieb aufnehmen. Die neue Anlage wird über eine geplante Produktionskapazität von 740 kt Propylen pro Jahr verfügen und an das bestehende Pipelinenetz im Raum Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) angeschlossen, was kosteneffiziente und zugleich nachhaltige Propylentransporte ermöglicht.
Polyolefine
Durch seine Tochtergesellschaft Borealis war OMV im Jahr 2025 das zweitgrößte polyolefinproduzierende Unternehmen in Europa und zählte weltweit zu den Top Ten in der Branche. Die Polyolefinprodukte von Borealis sind die Grundlage vieler wertvoller Kunststoffanwendungen, die aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken sind. Borealis betreibt acht Polyolefinanlagen, die an den Standorten Schwechat, Stenungsund, Porvoo und Burghausen rückwärts in die Steamcracker integriert sind. Hinzu kommen die Standorte Beringen und Kallo, wo sie in die Propan-Dehydrierung integriert sind, sowie die Anlagen in Antwerpen und Geleen. Darüber hinaus betreibt Borealis mehrere Compoundinganlagen in Europa, den USA, Südkorea und Brasilien (JV mit Braskem).
Mit der proprietären Borstar®-Technologie zur Herstellung von Polyolefinen produziert Borealis einen Großteil der Spezialpolyolefine, die rund 45% der Gesamtverkaufsmengen ausmachen. Während das Geschäft mit Standardpolyolefinen durch Importe aus verschiedenen Regionen der Welt in hohem Maße beeinflusst wird, sind die Spezialpolyolefine aufgrund ihrer hohen technologischen Integration und der engen Kundenbeziehungen des Unternehmens besser geschützt. Borealis bietet fortschrittliche Polyolefine als Neuware und als kreislauffähige Lösungen für die folgenden Schlüsselindustrien an: Konsumgüter, Energie, Healthcare, Infrastruktur und Mobilität. Die Polyolefine von Borealis tragen durch die effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen und Energieeffizienz wesentlich zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette bei.
Im Jahr 2025 traf Borealis wichtige Investitionsentscheidungen für seine europäischen Anlagen. So werden nun zum Beispiel über EUR 100 Mio in den Produktionsstandort Burghausen (Deutschland) investiert. Die Investition umfasst eine neue Produktionslinie, durch die sich die Kapazität zur Herstellung von Daploy™ verdreifachen wird. Bei diesem innovativen Material handelt es sich um eine schäumbare Lösung auf Basis von hochschmelzfestem Polypropylen (HMS PP), die auf Recyclingfähigkeit ausgelegt ist. Die Inbetriebnahme ist für die zweite Hälfte des Jahres 2026 geplant. In Schwechat (Österreich) werden EUR 100 Mio in eine neue PP-Compounding-Anlage investiert, die im zweiten Halbjahr 2026 in Betrieb gehen soll. Die neue Anlage wird die Produktion von Spezialcompounds unterstützen, die auf Langlebigkeit, Hitzebeständigkeit und/oder geringeres Gewicht ausgelegt sind.
Der europäische Polyolefinmarkt blieb 2025 aufgrund der schwachen makroökonomischen Lage, politischer Ungewissheiten und des zurückhaltenden Kaufverhaltens hinter den Erwartungen. Insgesamt war die Nachfrage im Vergleich zu 2024 relativ unverändert – stabil, wenn auch anämisch, was zum Teil der anhaltenden Sorge um die Lebenshaltungskosten geschuldet ist. Der Importdruck blieb hoch, insbesondere bei Polyethylen (PE), das weltweit stärker gehandelt wird als Polypropylen (PP). In Europa war die Auslastung der PE-Anlagen weiterhin schwach, verbesserte sich aber gegenüber dem Vorjahr nicht zuletzt aufgrund einer Kapazitätsrationalisierung. Die Auslastung der europäischen Anlagen zur Herstellung von PP sank. Ursächlich dafür waren geringe Rentabilität, Anlagenausfälle und eine schwache Exportnachfrage. Für weitere Informationen über die Marktentwicklung siehe >Wirtschaftliches Umfeld.
Erneuerbare und kreislauforientierte Chemikalien
Kunststoffe sind aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken: Sie halten unsere Lebensmittel frisch, reduzieren das Gewicht unserer Fahrzeuge und sorgen dafür, dass unsere Medikamente steril bleiben. In vielen Anwendungsbereichen bieten Kunststoffe im Vergleich zu alternativen Materialien deutliche Vorteile. So zum Beispiel sind Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff höchst effektiv, indem sie die Sterilität aufrechterhalten und die Haltbarkeit verlängern und so zur Verringerung der Lebensmittelverschwendung beitragen. Aus Kunststoff gefertigte Fahrzeugkomponenten sind leicht und dennoch robust, was das Gewicht der Fahrzeuge und damit auch die Emissionen im Betrieb reduziert. Die meisten der heute hergestellten Kunststoffe werden nach einmaliger Verwendung auf Deponien entsorgt oder der Verbrennung zugeführt. Mit unseren kreislauffähigen Lösungen lassen sich die Mengen dieser Einwegkunststoffe verringern. Dabei kommt der Grundsatz „Reduzieren, Wiederverwenden und Recyceln“ („Reduce-Reuse-Recycle“) zum Tragen. Unser Ziel ist es, Materialien über möglichst viele Lebenszyklen im Kreislauf zu führen und dabei gleichzeitig Abfälle zu minimieren und den Verbrauch fossiler Ressourcen für die Herstellung neuer Kunststoffe zu senken. In einer solchen Kreislaufwirtschaft wird das, was in einem Stadium des Kreislaufs als Kunststoffabfall betrachtet worden wäre, in einem anderen Stadium zu einem wertvollen Rohstoff.
Für den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft braucht es eine ganze Reihe unterschiedlicher, sich ergänzender Technologien. Das bereits gängige mechanische Recycling konzentriert sich auf Altkunststoffe, die gereinigt, geschreddert, aufgeschmolzen und zu Kunststoffpellets verarbeitet werden. Bei diesem Verfahren bleibt die chemische Struktur des Materials im Wesentlichen unverändert. Es hat sich als effektiv erwiesen und dürfte auf absehbare Zeit die ökoeffiziente Methode der Wahl bleiben. Dennoch stößt es auch an Grenzen, etwa bei der Verarbeitung mehrschichtiger Ausgangsmaterialien oder bei der Verwendung für bestimmte Produktanwendungen wie zum Beispiel kontaktempfindliche Verpackungen.
Im Gegensatz dazu werden beim chemischen Recycling mittels Pyrolyse Kunststoffe durch Erhitzen auf 400 bis 450°C in inerter Atmosphäre in ihre Kohlenwasserstoffelemente zerlegt. Das resultierende Pyrolyseöl wird anschließend in den petrochemischen Anlagen der Raffinerie Schwechat weiterverarbeitet, um eine neuwertige Basischemikalie zu erzeugen, die fossile Kohlenwasserstoffe als chemischen Rohstoff für die Herstellung neuer Kunststoffe ersetzt. Das chemische Recycling ist eine wichtige Ergänzung zum mechanischen Recycling, da es auf schwer zu recycelnde Kunststoffe abzielt. Das daraus entstehende Ausgangsmaterial für die Kunststoffproduktion ist qualitativ von fossilen Rohstoffen nicht zu unterscheiden. Darüber hinaus können Kunststoffe mit diesem Verfahren nahezu unbegrenzt und ohne Qualitätseinbußen recycelt werden. Das gewonnene Rezyklat eignet sich für anspruchsvolle Anwendungen, zum Beispiel in der Healthcare- und Energieindustrie oder für kontaktempfindliche Verpackungen. Das chemische Recycling stärkt die Kreislauffähigkeit in der Kunststoff-Wertschöpfungskette und hilft den Beteiligten im gesamten Prozess, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Wir verfolgen das Ziel, die Kreislaufwirtschaft in jeder Phase des Lebenszyklus von Kunststoffen voranzutreiben und kreislauforientierte Grundsätze bereits in das Produktdesign zu integrieren. OMV strebt auch die Maximierung des Einsatzes alternativer Rohstoffe, darunter Biomasse und Altkunststoffe, an. Dabei setzen OMV und Borealis eigene Technologien für mechanisches und chemisches Recycling ein und arbeiten an verschiedenen Strategien, um Altkunststoffe als Rohstoffe für unsere Recyclingprozesse zu sichern. OMV hat den Anspruch, den Anteil der kreislauffähigen Produkte an seiner Gesamtproduktion weiter zu erhöhen. Hierzu werden wir den Zugang zu Rohstoffen verbessern sowie wichtige Kapazitäten im Bereich des mechanischen und chemischen Recyclings weiter ausbauen.
Partnerschaften für den Zugang zu Rohstoffen
Im Oktober 2023 gab OMV die finale Investitionsentscheidung für den Bau einer innovativen Sortieranlage zur Gewinnung von Rohstoffen für das chemische Recycling bekannt. Diese Anlage wurde von Interzero entwickelt, dem europaweit führenden Anbieter von Lösungen für die Kreislaufwirtschaft. Zu diesem Zweck gründeten OMV und Interzero ein Joint Venture, an dem OMV 89,9% der Anteile hält, während 10,1% der Anteile auf Interzero entfallen. OMV investiert über EUR 170 Mio in den Bau dieser hochmodernen Anlage im süddeutschen Walldürn. Mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von bis zu 260.000 t gemischten Post-Consumer-Kunststoffabfällen wird diese vollautomatische Sortieranlage die erste ihrer Art sein, die im großindustriellen Maßstab Rohstoffe für das chemische Recycling von OMV produziert. Die Bauarbeiten wurden im vierten Quartal 2023 aufgenommen und schreiten derzeit planmäßig voran, sodass der Produktionsstart für 2026 erwartet wird.
Mechanisches Recycling
Im Laufe des Jahres 2025 wurde die Integration der Integra Plastics EAD in Bulgarien abgeschlossen. Die Produktion des Konzerns im Bereich des fortschrittlichen mechanischen Recyclings wird damit weiter gesteigert. Durch zusätzliche Investitionen in die Anlage wird sich die Kapazität auf über 20 kt pro Jahr erhöhen. Zudem wurde die im Juni in Beringen (Belgien) installierte Anlage für die Compoundierung von rezyklatbasiertem Polyolefin im November in Betrieb genommen. Diese Anlage nutzt die kontinuierlich weiterentwickelte Borcycle™ M-Technologie, um mechanisch recycelte Post-Consumer-Abfälle in hochwertige starre Polypropylen- und Polyethylen-Compounds zu verwandeln. Weitere Konzernunternehmen mit Anlagen für mechanisches Recycling sind die Rialti S.p.A. in Italien, die Ecoplast Kunststoffrecycling GmbH in Österreich und die mtm plastics GmbH in Deutschland.
Chemisches Recycling
In der von OMV betriebenen ReOil®-Pilotanlage in der Raffinerie Schwechat werden seit 2018 Altkunststoffe von Haushalten und aus der Industrie in einem Pyrolyseverfahren zu Pyrolyseöl recycelt. Im Jahr 2024 schloss OMV den Bau einer neuen Anlage ab, die auf der firmeneigenen ReOil®-Technologie basiert, und hat damit die Kapazitäten für das chemische Recycling ausgebaut. Die Anlage mit einer Nennkapazität von 16.000 t pro Jahr wurde erfolgreich in Betrieb genommen. Bei dem zur Verarbeitung gelangenden Rohstoff handelt es sich um nach ISCC PLUS zertifizierte Altkunststoffe, die Partner:innen aus der gesamten Wertschöpfungskette liefern, darunter Abfallwirtschafts- und Recyclingunternehmen wie das im Bereich des mechanischen Recyclings tätige Borealis Tochterunternehmen Ecoplast. Als nächsten Schritt strebt OMV die Entwicklung einer rentablen großtechnischen ReOil®-Anlage in der Raffinerie Schwechat mit einer Verarbeitungskapazität von bis zu 200.000 t pro Jahr an. Im März 2025 gab OMV die Unterzeichnung einer Vereinbarung mit der Europäischen Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt (CINEA) über eine Förderung von bis zu EUR 81,6 Mio aus dem EU-Innovationsfonds bekannt.
Borealis gab im Dezember 2025 eine strategische Partnerschaft mit BlueAlp bekannt, einem in den Niederlanden ansässigen Technologieführer für chemisches Recycling. Im Sinne des wachsenden Engagements des Unternehmens in der Wertschöpfungskette des chemischen Recyclings wird Borealis seine Mehrheitsbeteiligung an Renasci N.V. an BlueAlp übertragen und eine direkte Beteiligung von 10% an dem Unternehmen erwerben.
Joint Ventures
Borouge (Borealis 36%, ADNOC 54%, Streubesitz 10%)
Borouge wurde 1998 gegründet und hat sich zu einer echten Erfolgsgeschichte der langfristigen Zusammenarbeit mit ADNOC entwickelt. Das Joint Venture hat die hochkarätige Borstar®-Technologie mit wettbewerbsfähigen Rohstoffen und dem Zugang zu wachsenden asiatischen Märkten vereint. Borouge betreibt Steamcracker auf Ethanbasis mit einer Kapazität von 3,6 Mio t pro Jahr und eine Anlage zur Olefinumwandlung, die Ethylen in Propylen umwandelt, mit einer Gesamtkapazität von rund 0,8 Mio t pro Jahr. Darüber hinaus betreibt Borouge Polyolefinanlagen mit einer Gesamtproduktionskapazität von 5 Mio t pro Jahr, davon 2,7 Mio t Polyethylen, 2,2 Mio t Polypropylen und 0,1 Mio t sonstige Produkte. Im Juni 2022 wurde Borouge mit 10% des gesamten ausgegebenen Aktienkapitals an der Abu Dhabi Securities Exchange (ADX) notiert. Durch Borouge ist der Konzern im Mittleren Osten, in der Region Asien-Pazifik, auf dem indischen Subkontinent und in Afrika vertreten. Das Produktionsunternehmen Borouge ADP hat seinen Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten, während die für Vertrieb und Marketing zuständige Borouge PTE in Singapur ansässig ist.
Wachstumsprojekte
Borouge 4
Das derzeit größte Wachstumsprojekt ist Borouge 4 am Standort des 1998 von Borealis und der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) gegründeten Joint Ventures Borouge. Der Spatenstich für den Bau von Borouge 4, der neuen Anlage mit Anschaffungskosten von USD 6,2 Mrd im bestehenden Komplex in Ruwais (VAE), erfolgte im Jahr 2022. Der Bau verläuft planmäßig und ist zu rund 90% abgeschlossen. Im Hinblick auf die Gründung von Borouge Group International wurde die 40%ige Beteiligung von Borealis an Borouge 4 auf OMV und ADNOC übertragen. Infolge des Abschlusses der Übertragung im Oktober 2025 hält OMV jetzt 30% und ADNOC 70%. Das Borouge 4-Projekt wird einen Steamcracker auf Ethanbasis mit einer Kapazität von 1,5 Mio t und zwei zusätzliche Borstar®-Polyethylen-(PE-)Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 1,4 Mio t einbringen. Hinzu kommen eine Anlage für vernetztes Polyethylen (XLPE) mit einer Kapazität von 100 kt sowie eine 1-Hexen-Anlage. Mit der Inbetriebnahme der ersten Borouge 4-Anlage (XLPE 2) zur Herstellung hochspezialisierter Draht- und Kabellösungen wurde Ende 2025 begonnen. Die Inbetriebnahme weiterer Borouge 4-Anlagen ist für 2026 geplant. Die gesteigerte Produktionskapazität für fortschrittliche Basischemikalien und Polyolefine, die sich mit der Inbetriebnahme von Borouge 4 erschließt, wird die Rolle von Borouge weiter stärken, da das Unternehmen große Mengen an Kund:innen im Mittleren Osten und in Asien liefern und auch die benachbarte TA’ZIZ Industrial Chemicals Zone mit Rohstoffen versorgen wird. Mit vollständiger Aufnahme des Betriebs soll Borouge 4 an Borouge Group International zurückübertragen werden.
Baystar (Borealis 50%, TotalEnergies 50%)
Das Joint Venture Baystar mit TotalEnergies in Texas (USA) betreibt einen integrierten Ethan-zu-Polyethylen-Komplex im Weltmaßstab mit einer Kapazität von 1 Mio t unter Verwendung der einzigartigen Borstar®-Technologie. Zu dem texanischen Komplex gehören ein Ethancracker mit einer Kapazität von 1 Mio t in Port Arthur und drei Polyethylen-Anlagen in Pasadena. Die beiden bestehenden Polyethylen-Anlagen, Bay 1 und Bay 2, haben zusammen eine Kapazität von 0,4 Mio t, während die neue Bay 3-Anlage eine Kapazität von 0,6 Mio t aufweist. Bay 3 basiert auf der neuesten Borstar®-3G-Technologie und wurde im Oktober 2023 in Betrieb genommen. Mit der Fertigstellung der USD 1,4 Mrd teuren Anlage konnte Baystar seine Produktionskapazität mehr als verdoppeln. Als vollständig integrierter Akteur in der US-Petrochemie kann das Unternehmen Spezialpolymere mit hoher Wertschöpfung für die boomende Energie-, Infrastruktur- und Konsumgüterindustrie in Nordamerika liefern.
Ausblick 2026
Aufgrund der verbindlichen Vereinbarung zwischen OMV und ADNOC zur Zusammenlegung von Borouge und Borealis zu Borouge Group International und der Übernahme von NOVA Chemicals enthält der Ausblick 2026 keinerlei auf Borealis bezogene Auswirkungen.
Marktumfeld
OMV erwartet einen durchschnittlichen Preis für Brent-Rohöl von rund USD 65/bbl (2025: USD 69/bbl). Der durchschnittlich realisierte Gaspreis wird unter EUR 30/MWh prognostiziert (2025: EUR 30/MWh), wobei die THE‑Preisprognose bei über EUR 30/MWh liegt (2025: EUR 37/MWh).
Konzern
Organische Investitionen werden sich voraussichtlich auf rund EUR 3,2 Mrd belaufen (2025: EUR 3,7 Mrd).
Energy
OMV erwartet eine Gesamtproduktion von Kohlenwasserstoffen von etwas weniger als 300 kboe/d (2025: 305 kboe/d), vorausgesetzt, die Geschäftstätigkeit in Libyen verläuft ohne Einschränkungen.
Die Produktionskosten auf OMV Konzernebene werden unter USD 11/bbl (2025: USD 10.6/bbl) erwartet.
Die organischen Investitionen im Bereich Energy werden sich voraussichtlich auf rund EUR 1,9 Mrd belaufen (2025: EUR 1,9 Mrd).
Die Explorations- und Evaluierungsausgaben (E&A) werden voraussichtlich unter EUR 200 Mio liegen (2025: EUR 148 Mio).
Fuels
Die OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa wird voraussichtlich rund USD 8/bbl betragen (2025: USD 10,1/bbl).
Der Auslastungsgrad der Raffinerien in Europa wird über 90% erwartet (2025: 89%).
Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in den europäischen OMV Märkten werden höher als im Vorjahr prognostiziert (2025: 16,4 Mio t). Die Commercial-Margen werden voraussichtlich niedriger sein als 2025. Die Retail-Margen werden voraussichtlich leicht unter dem Niveau von 2025 liegen.
Die organischen Investitionen im Geschäftsbereich Fuels werden den Prognosen zufolge rund EUR 1,1 Mrd betragen (2025: EUR 0,9 Mrd).
Chemicals
Die Ethylen-Referenzmarge Europa wird voraussichtlich bei rund EUR 550/t liegen (2025: EUR 569/t). Die Propylen-Referenzmarge Europa wird den Prognosen zufolge bei rund EUR 420/t liegen (2025: EUR 445/t).
Der Steamcracker-Auslastungsgrad wird voraussichtlich bei rund 90% liegen (2025: 82%).
14 Die organischen Investitionen im Geschäftsbereich Chemicals werden auf rund EUR 0,1 Mrd prognostiziert (2025: EUR 1,0 Mrd).
Informationen über den längerfristigen Ausblick finden Sie im Kapitel >Strategie.
Aufgrund seines integrierten Geschäftsmodells und seiner Risikomanagement-Fähigkeiten bleibt OMV widerstandsfähig bei der Bewältigung globaler Marktdynamiken, einschließlich der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten. Angesichts der inhärenten Marktvolatilität und geopolitischer Unsicherheiten ist jedoch davon auszugehen, dass Schwankungen kurzfristig weiterhin bestehen bleiben. Zum jetzigen Zeitpunkt hält es OMV für verfrüht, die gesamte Markteinschätzung anzupassen; OMV beobachtet die Situation weiterhin genau. Weitere Einzelheiten zur Entwicklung im Mittleren Osten finden Sie im Konzernabschluss (>Anhangangabe 36 – Ereignisse nach dem Bilanzstichtag).
Risikomanagement
Als internationales Öl-, Gas- und Chemieunternehmen ist OMV entlang der gesamten Wertschöpfungskette tätig – von der Exploration und Förderung von Kohlenwasserstoffen bis hin zum Handel und zur Vermarktung von Mineralölprodukten, chemischen Produkten und Erdgas. OMV ist einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, darunter Markt- und Finanzrisiken, operationelle Risiken, strategische Risiken sowie inhärente ESG-Risiken. Die Risikomanagementprozesse des Konzerns konzentrieren sich auf die Identifizierung, Bewertung und Beurteilung dieser Risiken sowie deren Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität und Rentabilität. Ziel dieser Aktivitäten ist es, Risiken aktiv auf Basis der Risikobereitschaft und der definierten Risikotoleranz des Konzerns zu steuern, um die langfristigen strategischen Ziele von OMV zu erreichen.
Risikomanagement-Governance
Eine wirksame Risikosteuerung ist von entscheidender Bedeutung für die erfolgreiche Bewältigung von Unsicherheiten, die in der Natur der Geschäftstätigkeit von OMV liegen. Auf Ebene des Aufsichtsrats überwacht der Prüfungsausschuss die Umsetzung und Wirksamkeit der Risikomanagementprozesse bei OMV. Durch die Nutzung der Expertise des Prüfungsausschusses und laufende Fortbildungsmaßnahmen setzt sich der Aufsichtsrat weiterhin für eine solide Risikosteuerung ein. Der Vorstand überwacht und verbessert proaktiv die Risikomanagementprozesse von OMV und sorgt für eine starke Risikokultur im gesamten Unternehmen. Ein funktionsübergreifender Risikoausschuss, bestehend aus Mitgliedern des Senior Managements unter der Leitung des:der CFO, stellt sicher, dass wesentliche Risiken innerhalb des Unternehmens im Rahmen des Risikomanagementprozesses effektiv erfasst und gesteuert werden. OMV verfügt über eine effektive zentrale Risikomanagementfunktion innerhalb des CFO-Bereichs, die direkt an den Vorstand berichtet und von den Geschäftsbereichen unabhängig ist.
Das Unternehmen vertritt die Ansicht, dass durch sein integriertes Geschäftsmodell und die damit verbundenen, teilweise gegenläufigen Risiken das Gesamtrisiko wesentlich niedriger ist als die Summe der einzelnen Risiken. Die ausgleichende Wirkung von Branchenrisiken erfolgt jedoch häufig zeitlich verzögert oder abgeschwächt. Die Risikomanagementaktivitäten konzentrieren sich daher auf die Nettoposition der Risiken des aktuellen und zukünftigen Geschäftsportfolios des Unternehmens. Die wechselseitigen Abhängigkeiten und Korrelationen zwischen den einzelnen Risiken spiegeln sich auch im konzernweiten Risikoprofil wider. Die Risikomanagement- und Versicherungsaktivitäten werden zentral durch die Bereiche Treasury und Risk & Insurance Management koordiniert. Damit wird sichergestellt, dass im gesamten Unternehmen klare und konsistente Prozesse, Werkzeuge und Methoden im Risikomanagement angewendet werden. Für jedes Risiko wird ein:eine Risk Owner definiert, der:die am besten geeignet ist, die Überwachung und Steuerung des jeweiligen Risikos zu verantworten. Das übergeordnete Ziel der OMV Risikopolitik besteht darin, die Liquidität des Unternehmens abzusichern und ein dem Risikoappetit von OMV entsprechend starkes Investment-Grade-Rating beizubehalten.
Finanzielle und nicht finanzielle Risiken werden regelmäßig im Rahmen des Prozesses des unternehmensweiten Risikomanagements (Enterprise-Wide Risk Management; EWRM) von OMV identifiziert, beurteilt und berichtet. Der Hauptzweck des EWRM-Prozesses besteht darin, einen wesentlichen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten, indem risikobasierte Managemententscheidungen ermöglicht werden. Dies erfolgt mithilfe des Modells der drei Verteidigungslinien:
2. Risikomanagement und Aufsichtsfunktionen
Durch die richtige Einschätzung der finanziellen, operationellen und strategischen Risiken wird die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten systematisch unterstützt, wodurch der Wert von OMV nachhaltig gesteigert wird. Das EWRM-System hat seit 2003 in allen Konzernbereichen, einschließlich der Tochtergesellschaften in mehr als 20 Ländern, das Risikobewusstsein und die Kenntnisse über das Risikomanagement deutlich verbessert. OMV arbeitet laufend an der Weiterentwicklung des EWRM-Prozesses gemäß den internen und externen Anforderungen, wie zum Beispiel der Berücksichtigung von Standards und Rahmenwerken für die Berichterstattung zu den Themenbereichen Umwelt, Gesellschaft und Governance (Environmental, Social, and Governance; ESG). Der OMV EWRM-Prozess wurde gemäß der Norm ISO 31000 eingerichtet und wird durch ein konzernweites IT-System unterstützt, in dem sämtliche festgelegten Prozessschritte dokumentiert werden: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikobehandlung, Berichterstattung und Risikoüberprüfung führen zur kontinuierlichen Überwachung von Änderungen des Risikoprofils. Die Auswirkungen der durch einen Bottom-up-Prozess ermittelten Konzernrisiken werden mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation bewertet und den Planungsdaten gegenübergestellt. Diese Herangehensweise wird vom Senior Management in einem Top-down-Ansatz unter Einbeziehung der mit der Konzernstrategie verbundenen Risiken ergänzt. Auch nicht voll konsolidierte Gesellschaften sind in diesen Prozess eingebunden. Im Rahmen des EWRM-Prozesses bedienen wir uns konzernweit derselben Risikoterminologie und sprechen eine gemeinsame Risikosprache, um eine effektive Kommunikation von Risiken zu gewährleisten, wobei ESG-Risiken in der Risikotaxonomie von OMV eine Schlüsselrolle spielen.
Zweimal im Jahr werden die Ergebnisse dieses Prozesses zusammengeführt und dem Vorstand sowie dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. In Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex wird die Funktionsfähigkeit des EWRM jährlich durch einen:eine Wirtschaftsprüfer:in evaluiert. Folgende wesentliche finanzielle und nicht finanzielle Risiken wurden in Bezug auf die Mittelfristplanung von OMV ermittelt:
Finanzielle Risiken wie Marktpreis-, Liquiditäts-, Kredit- und Währungsrisiken
Operationelle Risiken, einschließlich aller mit physischen Anlagen verbundenen Risiken und Auswirkungen, Produktionsrisiken, Projektrisiken, Steuerrisiken, Personalrisiken, IT-Risiken, Risiken in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) sowie regulatorischer bzw. Compliance-Risiken
Strategische Risiken, die zum Beispiel im Zusammenhang mit der Energiewende und durch technologischen Fortschritt entstehen, aber auch Reputationsrisiken und durch politische Unsicherheiten bedingte Risiken wie Sanktionen beinhalten
Weitere Einzelheiten zum Risikomanagement und zum Einsatz von Finanzinstrumenten finden Sie im Konzernabschluss (> Anhangangabe 29 – Risikomanagement).
Finanzielle Risiken
Marktpreis- und andere finanzielle Risiken, einschließlich der Marktpreisrisiken durch EU-Emissionszertifikate, entstehen durch die Volatilität von Rohstoffpreisen, Wechselkursen und Zinssätzen. Kreditrisiken, die durch die Unfähigkeit von Kontrahent:innen entstehen können, ihren Zahlungs- oder Lieferverpflichtungen nachzukommen, zählen ebenfalls zu den wesentlichen Risiken. Als Öl‑, Gas- und Chemieunternehmen ist OMV in signifikantem Maße den Preisschwankungen der entsprechenden Rohstoffe ausgesetzt. Auf der Währungsseite hat das Unternehmen wesentliche Risikopositionen in USD, RON, NOK, NZD und SEK. Insbesondere aus dem Verkauf von Ölprodukten resultiert bei OMV eine ökonomische Netto-Long-Position in USD. Die vergleichsweise weniger signifikanten Risikopositionen in RON, NOK, NZD und SEK entstehen durch Kosten in lokalen Währungen in den jeweiligen Ländern.
Management von Rohstoffpreisrisiken, Währungsrisiken und Risiken im Zusammenhang mit EU‑Emissionszertifikaten
Die Analyse und das Management finanzieller Risiken, die sich aus Fremdwährungen, Zinssätzen, Rohstoffpreisen, EU‑Emissionszertifikaten, Liquiditäts-, Kredit- und versicherbaren Risiken ergeben, werden zentral konsolidiert. Aufgrund ihrer möglichen Cashflow-Auswirkungen werden Marktpreisrisiken konzernweit betrachtet und mittels eines Risikomodells analysiert, das Portfolioeffekte berücksichtigt. Die Auswirkungen der finanziellen Risiken (z. B. Rohstoffpreise und Währungen) auf den Cashflow und die Liquidität von OMV werden regelmäßig vom Risikoausschuss geprüft. Dieser Ausschuss unter der Leitung des:der CFO setzt sich aus Mitgliedern des Senior Managements der Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen zusammen.
In Bezug auf Rohstoffpreis- und Währungsrisiken entscheidet der OMV Vorstand bei Bedarf über Absicherungsstrategien zur Risikominderung. OMV setzt Finanzinstrumente zu Absicherungszwecken ein, um die Konzernliquidität beispielsweise gegen den potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise im Geschäftsbereich Energy abzusichern. In den Geschäftsbereichen Fuels und Chemicals ist OMV insbesondere volatilen Raffinerie- und Chemiemargen, Erdgaspreisen und CO2-Emissionszertifikaten sowie Lagerrisiken ausgesetzt. Entsprechende Optimierungs- und Absicherungsmaßnahmen werden ergriffen, um diese Risiken zu reduzieren. Hierunter fallen insbesondere Margen- und Rohstoffabsicherungen. Ein Governance-System zur Kontrolle von Optimierungs-, Handels- und Absicherungsrisiken legt klare Mandate einschließlich der Risikoschwellen für diese Aktivitäten fest.
Zinsrisikomanagement
Zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Unternehmens können im Rahmen definierter Regelungen Kredite von fixer auf variable Zinsbindung und umgekehrt umgestellt werden. Weiters analysiert OMV regelmäßig die Auswirkungen von Zinsänderungen auf die Zinserträge und -aufwendungen aus variabel verzinsten Geldanlagen und Krediten.
Kreditrisikomanagement
Das Kreditrisiko wesentlicher Kontrahent:innen wird auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limits für Banken, Geschäftspartner:innen und Sicherheitsgeber:innen überwacht und gesteuert. Die Abläufe sind durch OMV Richtlinien auf Konzernebene geregelt. Angesichts eines herausfordernden geopolitischen und wirtschaftlichen Umfelds mit volatilen Rohstoffpreisen, hohen Zinsen und verzerrten Lieferketten wird besonders auf Frühwarnsignale, wie beispielsweise Änderungen im Zahlungsverhalten, geachtet.
Operationelle Risiken
OMV ist durch seine Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) ausgesetzt. Dazu zählen die möglichen Auswirkungen von Naturkatastrophen sowie von Vorfällen im Bereich der Prozesssicherheit und der persönlichen Sicherheit. Weitere operationelle Risiken gehen mit der Durchführung von Investitionsprojekten und der Nichteinhaltung von gesetzlichen oder regulatorischen Bestimmungen einher. Sämtliche operationellen Risiken werden nach den definierten Risikomanagementverfahren des Konzerns identifiziert, analysiert, überwacht und gemindert. Die bewerteten Risiken werden auf allen Unternehmensebenen unter Anwendung der definierten Risikorichtlinien und mit klar zugeordneten Verantwortlichkeiten gesteuert und gemindert. Die wesentlichen Risiken des Konzerns, beispielsweise im Zusammenhang mit Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz, Recht und Compliance, Personalmanagement sowie Nachhaltigkeit, werden zentral durch definierte Konzernrichtlinien geregelt, um sicherzustellen, dass Planungsziele erreicht werden können.
Projektrisiken
Bei der Umsetzung der Strategie 2030 investiert OMV sowohl in organische als auch anorganische Wachstumsprojekte und folgt dabei einem ausgereiften Projektrisikomanagementprozess zur regelmäßigen Identifizierung, Analyse und Überwachung der Projektrisiken. OMV verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Management von Großprojekten und bei der Minimierung von Projektrisiken.
Das Unternehmen kann operationellen, politischen, technologischen und anderen Risiken ausgesetzt sein, die sich seinem eigenen Einfluss und dem seiner Vertragspartner:innen entziehen, was den Fortschritt der Projekte von OMV verzögern oder behindern kann. So kann beispielsweise die Durchführung großer Onshore- und Offshore-Projekte in Rumänien, Norwegen und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) durch Änderungen des jeweiligen regulatorischen oder steuerlichen Rahmens, durch die Nichtverfügbarkeit von Auftragnehmer:innen oder den Mangel an qualifiziertem Personal beeinträchtigt werden. Die Projektkosten können durch Preisinflation, Arbeitskräftemangel oder die Unterbrechung bzw. Neuorganisation von Lieferketten negativ beeinflusst werden. Insbesondere Projekte in den Bereichen Recycling und nachhaltige Kraftstoffe können von einer unzureichenden Verfügbarkeit der benötigten Ausgangsstoffe, der Unfähigkeit einer kommerziellen Nutzung neuer Technologien oder mangelnder regulatorischer Klarheit betroffen sein. Vor allem in neuen Geschäftsbereichen investiert OMV unter Umständen häufiger über Partnerschaften und Joint Ventures, wodurch das Unternehmen erhöhten Governance- und Kreditrisiken ausgesetzt sein kann, die die Projektabwicklung möglicherweise negativ beeinflussen. Jedes dieser Risiken kann wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäfts-, Ertrags- und Finanzlage von OMV haben.
IT-Risiken
Da OMV bei seinen Aktivitäten auf IT-Systeme angewiesen ist, kann es zu Beeinträchtigungen durch groß angelegte Cyberangriffe kommen. Zum Schutz von Daten und IT-Assets, die Daten speichern und verarbeiten, ist ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) mit entsprechenden Sicherheitskontrollen in alle IT-Dienste des Unternehmens implementiert. IT-Risiken werden bewertet, regelmäßig überwacht und mit gezielten Maßnahmen adressiert oder durch umfassende IT- und Sicherheitsprogramme im gesamten Unternehmen gesteuert. Betriebstechnische Risiken spiegeln sich in der Bewertung von Prozesssicherheitsrisiken wider. OMV ist sich auch der aufkommenden Risiken durch künstliche Intelligenz (KI) bewusst und integriert daher aktiv Maßnahmen in die bestehenden Security-Governance-Konzepte und -Kontrollen, um potenziellen Sicherheitslücken und Schwachstellen im Zusammenhang mit KI entgegenzuwirken.
Strategische Risiken
Zur Identifizierung strategischer Risiken, die potenziell langfristige Auswirkungen auf die Unternehmensziele haben könnten, beobachtet OMV laufend sein internes und externes Umfeld.
Geopolitische und regulatorische Risiken
OMV beobachtet die geopolitischen Entwicklungen aufmerksam, insbesondere den anhaltenden Krieg Russlands gegen die Ukraine sowie mögliche zusätzliche Sanktionen und Gegensanktionen, die sich daraus ergeben könnten. Ebenso aufmerksam verfolgt OMV die US-Zölle und die Entwicklungen im Mittleren Osten, insbesondere in Israel, Iran und Syrien, die Bedenken hinsichtlich der regionalen Stabilität und ihrer potenziellen Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten von OMV hervorgerufen haben. Weitere Einzelheiten zur Entwicklung im Mittleren Osten finden Sie im Konzernabschluss (>Anhangangabe 36 – Ereignisse nach dem Bilanzstichtag).
Das Unternehmen prüft regelmäßig die Auswirkungen derartiger geopolitischer Entwicklungen auf seine Geschäftstätigkeit. Zum Beispiel könnten anhaltende und/oder zunehmende Unterbrechungen der russischen Rohstofflieferungen nach Europa zu volatilen europäischen Energiepreisen führen. Sanktionen gegen Russland und von Russland verhängte Gegensanktionen könnten zu weiteren Störungen in den globalen Lieferketten und Engpässen führen – beispielsweise bei Energieprodukten, Rohstoffen, Agrarprodukten und Metallen –, was wiederum einen weiteren Anstieg der Betriebskosten zur Folge hätte.
Eine hohe Volatilität der Erdgaspreise kann potenziell zu Liquiditätsspitzen führen, um Margin Calls für kurzfristige Börsenhandelsaktivitäten zu erfüllen. OMV verfügt über ungenutzte zugesagte und nicht zugesagte Kreditfazilitäten, um solche kurzfristigen Anforderungen im Bedarfsfall zu erfüllen. Das Unternehmen reagiert auf die Situation mit gezielten Maßnahmen, um die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens und eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten.
Abgesehen von den oben erwähnten geopolitischen Spannungen ist die Geschäftstätigkeit von OMV weiteren geopolitischen Risiken ausgesetzt, wie beispielsweise Enteignung und Verstaatlichung von Eigentum, Beschränkungen für ausländisches Eigentum, inneren Unruhen, Kriegshandlungen oder Terrorismus sowie politischer Instabilität, etwa in Libyen und Tunesien sowie anderen Ländern, in denen OMV tätig ist und Investitionen getätigt hat. OMV verfügt jedoch über umfangreiche Erfahrungen und Kenntnisse hinsichtlich des politischen Umfelds in Schwellenländern. Mögliche regulatorische Änderungen können auch zu Unterbrechungen, Produktionseinschränkungen oder einer höheren Steuerbelastung führen. OMV beobachtet laufend politische und regulatorische Entwicklungen in allen Märkten, die sich auf die Geschäftstätigkeit des Unternehmens auswirken. Spezifische Länderrisiken werden vor dem Eintritt in neue Länder überprüft.
Makroökonomische Risiken
Geoökonomische Fragmentierung, Handelsbeschränkungen sowie Unterbrechungen der globalen Lieferketten könnten zu weiteren Kostensteigerungen für OMV führen. In Verbindung mit hohen Zinssätzen kann diese Situation das Wirtschaftswachstum negativ beeinflussen, was wiederum die Nachfrage nach den Produkten von OMV beeinträchtigen könnte.
Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel
Neben dem Marktpreisrisiko im Zusammenhang mit EU-Emissionszertifikaten bewertet OMV laufend die Exposition des Unternehmens gegenüber Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Dazu zählen die potenziellen Auswirkungen von akuten oder chronischen Ereignissen, wie etwa häufigeren extremen Wetterereignissen, aber auch systemische Änderungen unseres Geschäftsmodells aufgrund veränderter rechtlicher Rahmenbedingungen oder die Substitution von OMV Produkten durch verändertes Konsumverhalten. OMV betrachtet den Klimawandel als zentrale globale Herausforderung und berücksichtigt daher bei der Entwicklung seiner Geschäftsstrategie klimarelevante Risiken und Chancen. Die Maßnahmen zur Steuerung oder Minderung dieser Risiken sind in den entsprechenden Abschnitten dieses Berichts, insbesondere in der Nachhaltigkeitserklärung und im Abschnitt Strategie, näher erläutert.
Risiken im Zusammenhang mit der Unternehmenstransformation
Die Transformation von OMV zu einem führenden Anbieter von nachhaltigen Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien sowie nachhaltigen Energielösungen ist mit einer Vielzahl von Unsicherheiten verbunden. Zu diesen Risiken gehören die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter:innen, Technologie- und Skalierungsrisiken, die Verfügbarkeit nachhaltiger Rohstoffe in ausreichender Qualität und Quantität sowie Governance-Risiken im Zusammenhang mit Joint Ventures und Partnerschaften.
Personalrisiken
Durch eine gezielte Nachfolge- und Entwicklungsplanung will die Abteilung People & Culture geeignete Führungskräfte für das weitere Unternehmenswachstum entwickeln bzw. für OMV gewinnen und damit Personalrisiken mindern.
Auswirkungen, Risiken und Chancen im Bereich der Nachhaltigkeit
Durch die entsprechende Verankerung im unternehmensweiten Risikomanagementprozess legt OMV besonderes Augenmerk auf fünf Schwerpunktbereiche der Nachhaltigkeit:
2. Management natürlicher Ressourcen
3. Menschen und Menschenrechte
4. Gesundheit und Arbeitsschutz
5. Ethische Geschäftspraktiken
Das weiter oben kurz beschriebene, bewährte Risikosicherungsmodell wurde angepasst, um eine wirksame Steuerung der potenziellen Auswirkungen, Risiken und Chancen in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Governance zu gewährleisten.
Mehr über Risiken in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Governance finden Sie in den entsprechenden Abschnitten der >Nachhaltigkeitserklärung.
OMV Group Security
Im Jahr 2025 spielte die geopolitische Unsicherheit eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung sowohl des globalen Sicherheitsumfelds als auch des Energiesektors. Laut dem Uppsala Conflict Data Program gibt es derzeit weltweit mehr als 60 staatliche Konflikte – die höchste Zahl seit dem Zweiten Weltkrieg. Davon haben elf das Ausmaß eines Krieges erreicht. Die globale Sicherheit wird insbesondere durch die anhaltenden Konflikte in der Ukraine und im Mittleren Osten beeinträchtigt.
OMV Group Security investierte daher weiterhin beträchtliche Ressourcen in die Gewährleistung der Resilienz und Sicherheit in Regionen, die zuvor als risikoarm galten. Der Schwerpunkt lag jedoch wie schon bisher auf den Standorten im Mittleren Osten und Nordafrika.
Neben den Herausforderungen für die sichere Geschäftstätigkeit in Tunesien und Libyen hat auch die anhaltende Bedrohung durch Terroranschläge und hybride Kriegsführung in Europa nicht abgenommen. Politischer Extremismus, organisierte Kriminalität und die zunehmende Konvergenz von Cyberrisiken und physischen Bedrohungen machen es erforderlich, dass sich die Abteilung OMV Group Security weiterhin auf eine robuste und dennoch flexible Sicherheitsstrategie konzentriert. Diese Strategie ermöglicht es OMV, seine Geschäftstätigkeit in dynamischen Umfeldern mit asymmetrischen Bedrohungen fortzusetzen.
Der konzerninterne Sicherheitsmanagementstandard legt eine umfassende Reihe von Sicherheitsvorschriften, Plänen, Verfahren, Maßnahmen und Systemen fest. Das Dokument berücksichtigt die IOGP-Leitlinien sowie andere branchenspezifische bewährte Verfahren (ASIS und UK Security Institute), damit das Unternehmen Bedrohungen bestmöglich erkennen, abwenden, verhindern, aufzeichnen, untersuchen und sich davor schützen kann.
Managementprozesse und Verfahren zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht
OMV verfügt über ein einzigartiges, agiles und bewährtes Sicherheitsmanagementsystem, das regelmäßig überprüft und je nach Bedarf angepasst oder weiterentwickelt wird. Die Philosophie, sicherheitsrelevante Informationen zu sammeln und als präventives Sicherheitsinstrument zu bewerten, ist und bleibt ein grundlegendes Prinzip der OMV Sicherheitsstrategie. Dieser Ansatz ermöglicht es, auf ein breites Spektrum geopolitischer Ereignisse, regionaler Konflikte und einzelner Vorfälle vorausschauend zu reagieren oder unmittelbar zu handeln. Zusätzlich gestärkt wird dieser Ansatz durch die wirksame Zusammenarbeit mit staatlichen und lokalen Sicherheitsbehörden zwecks zuverlässiger Bestätigung der Faktenlage vor Ort.
Die OMV Plattform zur Sicherheitsrisikobewertung bietet weiterhin eine Echtzeitübersicht über das Risikoprofil der OMV Standorte und kann bei geopolitischen oder sicherheitsrelevanten Ereignissen rasch angepasst werden. Zudem ermöglicht sie die zeitgleiche Weitergabe sicherheitskritischer Informationen.
Um die Wirksamkeit und Angemessenheit der Sicherheitsmaßnahmen in den OMV Geschäftsbereichen sicherzustellen, führt die Abteilung OMV Group Security regelmäßige Audits durch. Diese finden jährlich für Unternehmen in Hochrisikoländern statt; im Jahr 2025 waren dies Tunesien und Libyen. Zwei weitere umfassende Audits werden jährlich durchgeführt, wobei die Auswahl der Geschäftsbereiche auf Basis betrieblicher Erfordernisse erfolgt. Im Jahr 2025 fiel die Wahl auf OMV Österreich und eine vertiefte Überprüfung von OMV Tunesien, einschließlich der Erprobung eines überarbeiteten Auditprozesses.
Die Leistungsbeschreibung (Terms of Reference) wird vor Beginn des Audits mit dem jeweiligen Geschäftsbereich vereinbart. Anschließend erfolgt eine umfassende Überprüfung, die Standortbesuche, Interviews, Dokumentenanalysen und Beobachtungen umfasst. Im Anschluss wird ein Auditbericht erstellt, abgestimmt und veröffentlicht. Der Bericht enthält SMART-Maßnahmen, wobei der gesamte Prozess über das OMV HSSE-Reporting-Tool nachverfolgt wird.
Die Abteilung OMV Group Security unterstützte auch 2025 die operativen Aktivitäten von OMV weltweit, insbesondere durch die Bereitstellung zusätzlicher Kapazitäten bei sicherheitsrelevanten Herausforderungen. In Hochrisikoländern setzte OMV zudem spezialisierte Country-Security-Manager:innen und Asset-Protection-Expert:innen vor Ort ein, um die Sicherheit durch zusätzliche und – wo sinnvoll – lokale Expertise zu stärken.
Sicherheit und Menschenrechte
Wir bekennen uns zur Achtung der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts. Dies erreichen wir, indem wir im Einklang mit allen relevanten Gesetzen sowie internationalen Standards und Initiativen handeln, einschließlich der Freiwilligen Grundsätze zur Wahrung der Sicherheit und der Menschenrechte (Voluntary Principles on Security and Human Rights; VPs) und des Internationalen Verhaltenskodex für private Sicherheitsdienstleister:innen (International Code of Conduct for Private Security Service Providers; ICoC). Dies gilt insbesondere, aber nicht ausschließlich, für unsere Interaktionen mit öffentlichen und privaten Sicherheitsdiensten. Diese Grundsätze sind Teil unseres unternehmerischen Selbstverständnisses, jedoch noch nicht vollständig an die Europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (European Sustainability Reporting Standards; ESRS) angepasst. Mehr über unseren Ansatz zum Schutz der Menschenrechte finden Sie in der Nachhaltigkeitserklärung (>S1 Menschenrechte).
Im Jahr 2025 wurde OMV nach der Bewerbung im Jahr 2023 offiziell als engagiertes Mitglied in die Initiative VPs aufgenommen. Darüber hinaus wurde OMV als Beobachtermitglied bei ICoCA akzeptiert, was unser strategisches Ziel untermauert, bis 2030 eine branchenführende Rolle in diesem Bereich einzunehmen.
Weitere Informationen
Informationen gemäß § 267 Absatz 3a in Verbindung mit § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)
1. Das Grundkapital beträgt EUR 327.272.727 und ist in 327.272.727 auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
2. Zwischen den Kernaktionärinnen Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) und Abu Dhabi National Oil Company P.J.S.C. (ADNOC) besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.
15 3. ÖBAG hält 31,5% und ADNOC hält 24,9% des Grundkapitals.
4. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
5. Arbeitnehmer:innen, die Aktien direkt halten, üben bei Hauptversammlungen ihr Stimmrecht unmittelbar aus. Arbeitnehmer:innen, die am MyShare-Programm von OMV teilnehmen, üben ihre Stimmrechte bei Hauptversammlungen nicht direkt aus, sondern erhalten vor der jeweiligen Hauptversammlung die Möglichkeit, über einen Online-Mechanismus Anweisungen zu erteilen, wie die mit ihren Aktien verbundenen Stimmrechte auszuüben sind.
6. Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß § 110 Abs 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Mitgliedern bestehen. Die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern gemäß § 87 Abs. 8 Aktiengesetz (AktG) bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Für Kapitalerhöhungen gemäß § 149 AktG und Satzungsänderungen (ausgenommen Änderungen des Unternehmensgegenstands) genügt die einfache Stimmen- und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
7.1. Zuletzt in der Hauptversammlung vom 27. Mai 2025 wurde der Vorstand ermächtigt:
a) gemäß § 65 Abs 1 Z 8 AktG auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 5% des Grundkapitals der Gesellschaft
b) während einer Geltungsdauer von 15 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung der Hauptversammlung
c) zu einem niedrigsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30% unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage vor dem jeweiligen Rückkauf der Aktien liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 20% über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage vor dem jeweiligen Rückkauf der Aktien liegen darf,
mit der Zustimmung des Aufsichtsrats zu erwerben, wobei allfällige Erwerbe so auszuüben sind, dass die Gesellschaft zu keinem Zeitpunkt mehr als 1.300.000 Stück eigene Aktien hält.
Der Erwerb kann über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine jede sonstige gesetzlich zulässige Weise und zum Zweck der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen erfolgen.
Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats aber ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen und der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen.
7.2. In der Hauptversammlung vom 27. Mai 2025 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, somit bis einschließlich 26. Mai 2030, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer:innen, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zum Zweck der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
8. An eigenen Aktien wurden zum Bilanzstichtag 2025 insgesamt 1.271.670 Stück gehalten (EUR 1.271.670), was 0,389% des Grundkapitals entspricht. Im Geschäftsjahr wurden zur Bedienung von aktienbasierten Vergütungsprogrammen 85.659 Stück, das entspricht 0,03% des Grundkapitals, mit einem Kurswert von EUR 3,70 Mio verwendet. Die Differenz zum historischen Rückkaufswert in Höhe von EUR 0,132 Mio wurde in die Kapitalrücklage eingestellt.
9. Per 31. Dezember 2025 hat OMV unbefristete Hybridschuldverschreibungen im nominalen Ausmaß von EUR 2.000 Mio ausstehend, die gegenüber allen sonstigen Gläubiger:innen nachrangig sind. Die Nettoerlöse aus den Hybridschuldverschreibungen in Höhe von EUR 1.985 Mio werden gemäß IFRS zur Gänze als Eigenkapital klassifiziert, da die Rück- und Zinszahlungen im alleinigen Ermessen von OMV liegen.
Am 1. September 2020 begab OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.250 Mio in zwei Tranchen (Tranche 1: EUR 750 Mio; Tranche 2: EUR 500 Mio) mit folgender Verzinsung:
(i) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 werden bis zum 1. September 2026 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 1, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,500% verzinst. Vom ersten Resettermin (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
(ii) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 1. September 2029 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Vom 1. September 2029 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 1. September eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die OMV Hauptversammlung beschließt, eine Dividende auf die OMV-Aktien zu leisten.
Am 30. Juni 2025 begab OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 750 Mio mit folgender Verzinsung:
Die Hybridschuldverschreibungen werden bis zum 30. Dezember 2030 (ausschließlich), dem ersten Resettermin der Hybridschuldverschreibungen, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 4,3702% verzinst. Vom ersten Resettermin (einschließlich) bis zum Step-Up Datum (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem Step-Up Datum (einschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 30. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die OMV Hauptversammlung beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
Die zum 31. Dezember 2025 ausstehenden Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens OMV unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Bei Rückzahlung werden sämtliche ausständigen Zinsen zur Zahlung fällig. So hat OMV zum Beispiel im Falle eines Kontrollwechsels die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzu¬zahlen, andernfalls tritt gemäß den Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.
Am 8. August 2025 veröffentlichte OMV an der Luxemburger Börse die Mitteilung über die vorzeitige Rückzahlung und übte damit das Recht aus, die am 7. Dezember 2015 emittierte zweite Tranche der Hybridanleihe über EUR 750 Mio zu kündigen und zurückzuzahlen. Infolgedessen wurde der beizulegende Zeitwert der Hybridanleihe zum 8. August 2025 aus dem Eigenkapital umgegliedert und der Nennwert zuzüglich Zinsen am 11. September 2025 zurückgezahlt. Die Umgliederung der Hybridanleihe ist in der Zeile „Verminderung Hybridkapital“ in der Eigenkapitalveränderungsrechnung ausgewiesen. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt >Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2025.
10. Die wesentlichen Finanzierungsvereinbarungen, an denen OMV beteiligt ist, und von OMV begebene Anleihen beinhalten übliche Standardklauseln für den Fall eines Kontrollwechsels.
11. Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmer:innen für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
12. Die wichtigsten Merkmale des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind folgende: Die Governance des internen Kontrollsystems wird in einer internen Konzernrichtlinie (IKS-Richtlinie und ihre Anhänge) festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Grundsätze und Anforderungen durch regelmäßige Prüfungen basierend auf dem vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats genehmigten Jahresprüfungsplan oder in Form von Ad-hoc-Prüfungen. Mehr über unser Risikomanagementsystem finden Sie im Abschnitt >Risikomanagement.
Die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. Für die Überwachung der wesentlichen „End-to-End“-Prozesse (z.B. Purchase-to-Pay, Order-to-Cash) werden konzernweit gültige Mindestanforderungen definiert. Diese werden nach einem festgelegten Zeitplan hinsichtlich ihrer Umsetzung und Effektivität überprüft. Die Festlegung von konzerneinheitlichen Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen entsprechend dem Konzern-IFRS-Accounting-Manual wird ebenfalls in einer internen Konzernrichtlinie geregelt. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer:innen regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.
Nachhaltigkeitserklärung
Nachhaltigkeitserklärung
Allgemeine Angaben | 83 |
Umweltinformationen | 147 |
Sozialinformationen | 229 |
Governance-Informationen | 311 |
Anhang zur Nachhaltigkeitserklärung | 336 |
Zusicherungsvermerk | 376 |
ESRS 2 Allgemeine Angaben
BP-1 Allgemeine Grundlagen für die Erstellung der Nachhaltigkeitserklärungen
OMV veröffentlicht seit 2008 jedes Jahr einen Nachhaltigkeitsbericht, zuletzt am 2. April 2026. Die Nachhaltigkeitserklärung für 2025 beschreibt, welche Resultate OMV bei Aspekten im Hinblick auf Umwelt, Soziales und Governance vorweisen kann, die für OMV wesentlich sind. Sie bezieht sich auf die Geschäftstätigkeit von OMV mit Hauptsitz in Wien, Österreich, im Geschäftsjahr 2025.
[ESRS-2-BP-1.5a] Die nichtfinanzielle Berichterstattung wurde gemäß § 267a Unternehmensgesetzbuch (UGB) als Teil des Konzern-Lageberichts entsprechend den Anforderungen des österreichischen Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetzes (NaDiVeG), dem zum 31. Dezember 2025 geltenden Rahmenwerk, erstellt. Das neue Nachhaltigkeitsberichtsgesetz (NaBeG), das im Februar 2026 in Kraft trat, wird für zukünftige Berichterstattung gelten. Entsprechend den Berichtspflichten des NaDiVeG (UGB § 243b) werden die für die OMV Aktiengesellschaft besonders relevanten Kennzahlen in dem Anhang zur Nachhaltigkeitserklärung unter Governance-Informationen >Kennzahlen der OMV Aktiengesellschaft gesondert berichtet. Die nichtfinanzielle Berichterstattung wurde außerdem in Übereinstimmung mit den Europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (European Sustainability Reporting Standards; ESRS) zur Vorbereitung auf die Berichtspflicht gemäß der Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive; CSRD) erstellt. Entsprechend den ESRS-Anforderungen werden Vergleichsinformationen nur für Kennzahlen berichtet, die schon zuvor berichtet wurden und für die sich die Begriffsbestimmungen nicht geändert haben.
Umfang und Grenzen des Berichts
[ESRS-2-BP-1.5b] Grundsätzlich wurden die in der Nachhaltigkeitserklärung präsentierten Daten auf Konzernebene erhoben und umfassen analog zum Jahresabschluss des Unternehmens alle voll konsolidierten Gesellschaften. In Bezug auf die folgenden Aspekte geht die Nachhaltigkeitserklärung über den für den Konzernabschluss geltenden Umfang hinaus: Tochtergesellschaften, die mangels Wesentlichkeit nicht im Konzernabschluss konsolidiert sind, werden entsprechend ihrer thematischen Relevanz in die Nachhaltigkeitserklärung aufgenommen. Dieser Rahmen gilt für alle wesentlichen Themen, es sei denn, im Text dieses Berichts wird zu einem bestimmten wesentlichen Thema ausdrücklich Anderweitiges festgelegt. Wenn eine Gesellschaft nicht in die Berichterstattung einbezogen ist, wird dies in einer Fußnote erwähnt. Daten zu Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE), einschließlich der Daten zu Scope
‑1-, Scope
‑2- und Scope
‑3
16-Treibhausgasemissionen (THG-Daten) wurden zu 100% für die Aktivitäten berichtet, bei denen OMV Betriebsführer ist oder einen Anteil von über 50% hält und einen beherrschenden Einfluss ausübt. Eine Ausnahme ist die Scope-3-Kategorie 15 „Investitionen“, für deren Berichterstattung dem Equity-Ansatz gefolgt wird. Der Anteil von OMV an Scope
‑1-, Scope
‑2- und, sofern relevant, Scope
‑3-Emissionen von Investitionen wird in dieser Kategorie erfasst. Handelt es sich bei einer Investition um eine:n Geschäftspartner:in in der vor- oder nachgelagerten Wertschöpfungskette von OMV, werden die betreffenden Emissionen in Scope 3 in der entsprechenden Kategorie erfasst.
[ESRS-2-BP-1.5c] Geschäftsbeziehungen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette wurden bei der Ermittlung unserer wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Rahmen unserer Wesentlichkeitsanalyse berücksichtigt. Die Wesentlichkeit wurde nach der Art der Tätigkeiten, der Geschäftsbeziehungen oder des geografischen Schwerpunkts bestimmt. Relevante Informationen zur Wertschöpfungskette in dieser Erklärung umfassen tatsächliche und potenzielle wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen, die vor- und nachgelagerte Geschäftsbeziehungen betreffen oder sich aus diesen ergeben können, sowie Strategien und Maßnahmen, die über unsere eigenen Tätigkeiten hinausreichen. Gegebenenfalls enthaltene Informationen zur Wertschöpfungskette sind als solche angegeben. [ESRS-2-BP-1.5d] Alle verpflichtenden Angaben zu den ermittelten wesentlichen Themen wurden in die Nachhaltigkeitserklärung aufgenommen. Entsprechend den Bestimmungen gemäß ESRS 1 Abschnitt 7.7 über die Zulässigkeit der Auslassung von Verschlusssachen oder vertraulichen Informationen wurden jedoch die wichtigsten Maßnahmen im Zusammenhang mit dem unternehmensspezifischen wesentlichen Thema der Cybersicherheit aufgrund ihres vertraulichen und sensiblen Charakters nicht angegeben.
BP-2 Angaben im Zusammenhang mit konkreten Umständen
Zeithorizonte
[ESRS-2-BP-2.9a, 2.9b] OMV folgt einem umfassenden Prozess zur Bewertung nachhaltigkeitsbezogener Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks, and Opportunities; IROs) über verschiedene Zeithorizonte hinweg. Diese sind auf die Strategie und das Geschäftsmodell von OMV abgestimmt. Der kurzfristige Horizont (bis zu einem Jahr) konzentriert sich auf den Umgang mit tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen und Risiken, die das Tagesgeschäft betreffen. Der mittelfristige Horizont (bis zu fünf Jahren) integriert die Auswirkungen, Risiken und Chancen in die Mittelfristplanung des Konzerns. Der langfristige Horizont (über fünf Jahre hinaus) ist mit der Strategieumsetzung verknüpft und bietet dem Management eine objektive Perspektive zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen.
Quellen für Schätzungen und Ergebnisunsicherheit
[ESRS-2-BP-2.10a-10d] [ESRS-2-BP-2.11a, 11b] Im Jahr 2025 wurden alle offengelegten Daten zu unseren eigenen Tätigkeiten und unserer Wertschöpfungskette auf der Grundlage tatsächlicher Daten gemessen oder berechnet, sofern nicht anders angegeben. Um den Leser:innen ein besseres Verständnis der Daten zu ermöglichen, wurden alle relevanten Kontextinformationen zu den Berechnungen der Kennzahlen dem >Anhang zur Nachhaltigkeitserklärung hinzugefügt. Zu den spezifischen Kennzahlen in unserem Bericht, die anhand indirekter Quellen geschätzt werden, gehören Daten zur vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, wie zum Beispiel Sektordurchschnittsdaten zu Emissionsfaktoren. Bei dieser Kennzahl handelt es sich um „Scope-3 -Treibhausgasemissionen“. Diese umfassen indirekte Emissionen, die in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette entstehen, wie sie zum Beispiel in der Kategorie 3.15 „Investitionen“ ausgewiesen werden. Mehr zur Berechnungsmethode für diese Kennzahl finden Sie unter >E1-6 THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen.
[ESRS-2-BP-2.12] Unsere Nachhaltigkeitserklärung beinhaltet vorausschauende Aussagen. Diese Aussagen sind üblicherweise durch Bezeichnungen wie „Ausblick“, „erwarten“, „rechnen“, „beabsichtigen“, „planen“, „Ziel“, „Einschätzung“, „können/könnten“, „werden“ und ähnliche Begriffe gekennzeichnet oder können sich aus dem Zusammenhang ergeben. Aussagen dieser Art beruhen auf aktuellen Erwartungen, Einschätzungen und Annahmen von OMV sowie uns aktuell zur Verfügung stehenden Informationen. Vorausschauende Aussagen unterliegen ihrer Natur nach bekannten und unbekannten Risiken und Unsicherheiten, weil sie sich auf Ereignisse beziehen und von Umständen abhängen, die in der Zukunft eintreten werden oder eintreten können und die außerhalb der Kontrolle von OMV liegen. Folglich können die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von jenen Ergebnissen abweichen, die in den vorausschauenden Aussagen beschrieben oder angedeutet wurden. Empfänger:innen dieses Berichts sollten die vorausschauenden Aussagen daher mit der gebotenen Vorsicht zur Kenntnis nehmen. Weder OMV noch irgendeine andere Person übernimmt Verantwortung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen vorausschauenden Aussagen.
Änderungen bei der Erstellung oder Darstellung von Nachhaltigkeitsinformationen
[ESRS-2-BP-2.13a-2.13c] Diese Erklärung wurde in Übereinstimmung mit den ESRS erstellt und folgt dem gleichen Ansatz wie im Jahr 2024. In den Themenkapiteln sind daher Vergleichszahlen angegeben, die Fortschritte zwischen dem vorangegangenen und dem aktuellen Berichtszeitraum aufzeigen. Die Abkürzung „n.a.“ wird dabei verwendet, um auf fehlende Vergleichszahlen für neue, in den aktuellen Bericht aufgenommene Kennzahlen hinzuweisen. Bei Änderungen von Nachhaltigkeitsinformationen wird die Differenz zwischen den im vorangegangenen Zeitraum angegebenen Zahlen und den korrigierten Vergleichszahlen im Abschnitt Kennzahlen in den Themenkapiteln angegeben. Eine Begründung für die jeweilige Änderung wird dort ebenso angeführt.
Fehler bei der Berichterstattung in früheren Berichtszeiträumen
[ESRS-2-BP-2.14a, 2.14b] Im Vergleich zum vorangegangenen ESRS-Berichtszeitraum (2024) wurden bestimmte Arten von Daten oder Kennzahlen in der aktuellen Nachhaltigkeitserklärung angepasst. Anpassungen von Kennzahlen für das Vorjahr ergaben sich aufgrund von Änderungen der Definitionen von Kennzahlen oder wesentlichen Fehlern bei der Berichterstattung. Als wesentliche Fehler definiert wurden jene, die eine Wesentlichkeitsschwelle von über 5% überstiegen. Lag die Differenz zwischen der Vorjahreskennzahl und der angepassten Kennzahl über diesem Schwellenwert, wurde eine Anpassung vorgenommen. Anpassungen, einschließlich der Art des Fehlers im vorangegangenen Berichtszeitraum, werden für jede betroffene Angabe oder Kennzahl im jeweiligen Themenkapitel erläutert, um den relevanten Kontext beizubehalten.
Angaben aufgrund anderer Rechtsvorschriften oder allgemein anerkannter Verlautbarungen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung
[ESRS-2-BP-2.15] Zusätzlich zu den Anforderungen gemäß NaDiVeG und ESRS enthält die OMV Nachhaltigkeitserklärung 2025 die von der EU-Taxonomie-Verordnung 2020/852 und der Delegierten Verordnung 2025/19 verlangten Angaben. Unsere Nachhaltigkeitserklärung orientiert sich außerdem an den von Ipieca, API und IOGP entwickelten Leitlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Öl- und Gasindustrie. Bei der Berichterstattung über die Ausrichtung von OMV an den UN-Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals; SDGs) richteten wir uns nach dem von der Global Reporting Initiative (GRI) und vom UN Global Compact (UNGC) veröffentlichten Leitfaden zur Berichterstattung zu den SDGs (Business Reporting on the SDGs). Die Nachhaltigkeitserklärung ist damit gleichzeitig unser Fortschrittsbericht für den UNGC. In diesem Bericht werden quantitative Angaben in drei Kategorien eingeteilt: ESRS‑konforme Angaben, die Informationen abbilden, die durch die ESRS‑Standards vorgeschrieben sind; unternehmensspezifische Angaben, die das Unternehmen auswählt, weil sie den Fortschritt in Bezug auf seine Ziele messen, branchenspezifisch sind oder sich auf eine identifizierte Auswirkung, ein Risiko oder eine Chance beziehen; sowie freiwillige Angaben, die zusätzliche ESG‑Informationen umfassen, die für das Unternehmen als relevant erachtet werden.
Aufnahme von Informationen mittels Verweis
[ESRS-2-BP-2.16] In dieser Nachhaltigkeitserklärung verweist OMV auf andere Abschnitte des Kombinierten Geschäftsberichts 2025, insbesondere auf den Konzernanhang. Entsprechend der ESRS-Anforderung 9.1 wird darauf verwiesen, dass die folgenden Informationen im Konzernanhang enthalten sind:
[ESRS-2-SBM-1.40d-i, 40d-ii] in >Anhangangabe 7 – Umsatzerlöse
[ESRS-2-SBM-3.48d] [E1-4.34f AR 30c] in >Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende
[E1-IRO-1.AR 12c] [E1-IRO-1.AR 13a-13d] [E1-IRO-1.AR 15] [E1-SBM-3.AR 7a-7c] [E1-SBM-3.AR 8a-8b] [E1-8.AR 65a-65c][E1-SBM-3.19b]
[E1-SBM-3.19c] in >Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende
[E1- SBM -3.19a] [E1-SBM-3 AR 7a] im >Lagebericht – Managementbericht
[E1-5.AR 36c, AR 36e] [E1-5.AR 38] [E1-6.55] [E1-6.AR 55b] in >Anhangangabe 7 – Umsatzerlöse
[E2-2.18a] [MDR-A-68a-68c, 68e] [E1-3.29c-i] in der >Konzern-Cashflow-Rechnung im Konzernabschluss und im Konzernanhang
[S1-6.50f] in >Anhangangabe 12 – Personalaufwand und durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer:innen
GOV-1 Die Rolle der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane
Zusammensetzung der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane
OMV hat eine zweistufige Führungsstruktur, bestehend aus einem Vorstand und einem Aufsichtsrat. Der Vorstand, der sich aus Generaldirektor:in (auch zum:zur Vorstandsvorsitzenden ernannt), CFO, Executive Vice President (EVP) Energy, EVP Fuels und EVP Chemicals zusammensetzt, ist das höchste Managementgremium des Unternehmens und dafür verantwortlich, die Strategie des Unternehmens einschließlich seiner Klima- und sonstigen Nachhaltigkeitsziele festzulegen und umzusetzen.
[ESRS-2-GOV-1.21a-1.21b] Der Aufsichtsrat von OMV besteht in der Regel aus zehn von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern (Kapitalvertreter:innen) und fünf von der Konzernvertretung entsandten Mitgliedern (Arbeitnehmervertreter:innen). Aufgrund eines Rücktritts im Juni 2024 bestand der Aufsichtsrat bis zur Hauptversammlung 2025, die am 27. Mai 2025 stattfand, vorübergehend nur aus neun Kapitalvertreter:innen. Eines der Aufsichtsratsmitglieder fungiert nach seiner Wahl durch den Aufsichtsrat als Vorsitzende:r.
Die Leitung des Unternehmens obliegt dem Vorstand. Die Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren bestellt. Wiederbestellungen sind möglich. Derzeit besteht der Vorstand aus vier Mitgliedern mit folgenden Funktionsperioden:
Alfred Stern (Generaldirektor), vertragliche Amtszeit: 1. September 2021 bis 31. August 2026
Reinhard Florey (CFO), vertragliche Amtszeit: 1. Juli 2016 bis 30. Juni 2027
Martijn Arjen van Koten (Executive Vice President Fuels und nach dem Ausscheiden von Daniela Vlad aus dem Vorstand auch ad-interim Executive Vice President Chemicals mit Wirkung vom 1. März 2025), vertragliche Amtszeit: 1. Juli 2021 bis 30. Juni 2031
Berislav Gaso (Executive Vice President Energy), vertragliche Amtszeit: 1. März 2023 bis 29. Februar 2028
Daniela Vlad war Mitglied des Vorstands als Executive Vice President Chemicals bis zum 28. Februar 2025, dem Datum ihres Ausscheidens aus dem Vorstand.
Der Vorstand wird vom Aufsichtsrat überwacht und in relevanten Fragen, einschließlich der Strategieentwicklung, beraten. Bestimmte Entscheidungen des Vorstands bedürfen der Genehmigung durch den Aufsichtsrat. Darüber hinaus bewertet der Aufsichtsrat die Performance des Vorstands, auch im Hinblick auf Nachhaltigkeitskriterien. Der Vorstand berichtet regelmäßig und anlassbezogen an den Aufsichtsrat.
Erfahrung und Expertise
[ESRS-2-GOV-1.21c] Die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane von OMV verfügen über ein breites Spektrum an branchenrelevanter Erfahrung und internationaler Expertise.
Vorstand
Die Vorstandsmitglieder, die im Jahr 2025 dem Vorstand angehörten, haben drei verschiedene Nationalitäten und verfügen über umfangreiche internationale Managementerfahrung in allen relevanten Geschäftsbereichen:
Alfred Stern ist seit September 2021 Vorstandsvorsitzender der OMV Aktiengesellschaft und Generaldirektor. Er trat im April 2021 als verantwortliches Vorstandsmitglied für den Bereich Chemicals in das Unternehmen ein. Davor war er CEO von Borealis und hatte während seiner Zeit bei Borealis von über 14 Jahren verschiedene Führungspositionen inne. Seine internationale Karriere startete Alfred Stern bei DuPont de Nemours.
Reinhard Florey ist seit 1. Juli 2016 CFO der OMV Aktiengesellschaft. Er begann seine Berufslaufbahn im Bereich der Unternehmens- und Strategieberatung. Von 2002 bis 2012 war er weltweit in verschiedenen Positionen für thyssenkrupp Steel tätig. Vor seinem Eintritt in die OMV Aktiengesellschaft war er CFO und stellvertretender CEO des Unternehmens Outokumpu.
Martijn Arjen van Koten ist seit 1. Juli 2021 Mitglied des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft und für den Geschäftsbereich Fuels verantwortlich. Nach dem Ausscheiden von Daniela Vlad aus dem Vorstand ist er seit 1. März 2025 zudem ad-interim Executive Vice President Chemicals. Davor hatte er verschiedene Managementpositionen bei Shell und Borealis inne und sammelte umfangreiche internationale Erfahrungen in den Bereichen Raffinerie, Produktion und Betrieb in Europa, Asien und den Vereinigten Staaten.
Berislav Gaso trat seine Funktion als Mitglied des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft am 1. März 2023 an und ist für den Geschäftsbereich Energy verantwortlich. Nach seiner Tätigkeit als Juniorpartner bei McKinsey & Company bekleidete er verschiedene Managementpositionen in der MOL Group. Zuletzt war er als Executive Vice President für den Bereich Exploration & Produktion der MOL Group zuständig.
Daniela Vlad war vom 1. Februar 2023 bis 28. Februar 2025 Mitglied des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft und verantwortete als Executive Vice President den Bereich Chemicals. Davor war sie in leitenden Positionen bei Shell, Philips und AkzoNobel tätig. Daniela Vlad brachte umfassende internationale Erfahrung in der chemischen Industrie, bei der Leitung strategischer Transformationen und im Bereich nachhaltiger technischer Lösungen ein.
Mehr über die Erfahrungen der OMV Vorstandsmitglieder finden Sie auf unserer Website / Der OMV Vorstand | OMV.com.
Aufsichtsrat
[ESRS-2-GOV-1.21c] Die von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats (Kapitalvertreter:innen) verfügen über qualifizierte Erfahrung in verschiedenen Branchen:
Lutz Feldmann ist selbstständiger Unternehmensberater und Vorsitzender des Aufsichtsrats der EnBW Energie Baden-Württemberg AG sowie Vorsitzender des Aufsichtsrats der Thyssen’sche Handelsgesellschaft mbH. Im Laufe seiner über 40-jährigen Karriere hatte er verschiedene Vorstands- und Managementpositionen bei der Aral AG, der BP AG (Deutschland) und der E.ON AG (Marketing, Retail, Corporate Management) inne.
Edith Hlawati ist seit 2022 Alleinvorständin der Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG), die Beteiligungen der Republik Österreich an verschiedenen Unternehmen verwaltet. Vor ihrem Eintritt in die ÖBAG war sie als Rechtsanwältin und geschäftsführende Gesellschafterin einer der führenden Wirtschaftskanzleien Österreichs tätig. Edith Hlawati hält Aufsichtsratsmandate bei der VERBUND AG, der Telekom Austria AG und der EuroTeleSites AG.
Khaled Salmeen war Chief Executive Officer Downstream Industry, Marketing and Trading bei der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) bis 2025 und hält Verwaltungsratsmandate bei mehreren Unternehmen der ADNOC Group. Davor hatte er Führungspositionen bei Borouge, der Abu Dhabi Future Energy Company, bei Tabreed und der Khalifa Industrial Zone Abu Dhabi inne. Zudem war er als Executive Director für Marketing, Supply & Trading bei ADNOC tätig.
Khaled Al Zaabi ist CFO der Abu Dhabi National Oil Company Group. Davor war er als Senior Vice President für Finanzplanung, Budgetierung und Berichterstattung zuständig, bevor er zum Group CFO bestellt wurde. Er ist Mitglied des Verwaltungsrats mehrerer börsennotierter und nicht börsennotierter Unternehmen der ADNOC Group.
Dorothée Deuring ist CEO von Deuring Corporate Advisory und bringt Erfahrungen in der chemischen Industrie, der Strategieberatung und im Investmentmanagement ein. Sie war für McKinsey & Company, die CoCap AG, die F. Hoffmann La Roche AG, das Bankhaus Sal. Oppenheim und die UBS AG tätig. In der Vergangenheit hatte sie zahlreiche Verwaltungsratsmandate inne und ist derzeit Mitglied des Verwaltungsrats der Cornucopia SIVAC SIF.
Patrick Lammers ist CEO der Skyborn Renewables GmbH und war zuvor in leitenden Positionen bei Royal Dutch Shell, der Dyson Group plc, AEA Investors, der Essent N.V. und der innogy SE tätig. Bis Mai 2024 war er auch Mitglied des Vorstands der E.ON SE.
Hans Joachim Müller wurde von der Hauptversammlung 2025 in den Aufsichtsrat der OMV Aktiengesellschaft gewählt. Zuvor war er CEO der Azelis SA (von 2012 bis 2023) und hatte leitende Positionen bei der Clariant AG, der Süd-Chemie AG und der BASF AG inne. Hans Joachim Müller ist derzeit Mitglied des Verwaltungsrats der LANXESS AG und der AkzoNobel N.V. sowie Vorsitzender des Aufsichtsrats der TIB Chemicals AG.
Jean-Baptiste Renard ist selbstständiger Unternehmensberater und Gründungspartner von 2PR Consulting. Er war über 20 Jahre in verschiedenen Funktionen für die BP plc tätig, unter anderem als Supply Manager für Europa und als Regional Group Vice President für Europa und das südliche Afrika. Derzeit hat er verschiedene Non-Executive-Positionen in Leitungsorganen inne, unter anderem bei der Exolum Group. Bis 2022 war er außerdem Non-Executive Director bei Neste.
Elisabeth Stadler hält Aufsichtsratsmandate bei der voestalpine AG, der Österreichische Post AG (als Vorsitzende) und der Andritz AG (als stellvertretende Vorsitzende). Sie blickt auf eine lange Karriere in der Versicherungswirtschaft zurück und war unter anderem CEO der Ergo Versicherungsgruppe AG, der Donau Versicherung AG und zuletzt der VIG Vienna Insurance Group AG (bis Juni 2023).
Robert Stajic war bis 30. September 2025 Executive Director der Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) und ist Mitglied des Aufsichtsrats der VERBUND AG. Davor war er unter anderem als Engagement Manager bei McKinsey & Company tätig. Bei der OMV Aktiengesellschaft hatte er verschiedene Funktionen inne, etwa in den Bereichen Transformation und Einkauf. Nach seiner Tätigkeit für OMV war er Director Corporate Development & Transformation bei der Semperit AG.
Diese Personen bringen eine Fülle von Erfahrungen aus leitenden Positionen, aus der Unternehmensberatung und aus Führungsaufgaben in großen Unternehmen mit, die für die Tätigkeitsbereiche und die Produkte von OMV relevant sind. Ihre ausführlichen Profile mit weiteren Details sind auf unserer Website unter / Der OMV Aufsichtsrat | OMV.com öffentlich zugänglich.
Arbeitnehmervertretung
[ESRS-2-GOV-1.21b] Der Aufsichtsrat bezieht die Interessenvertretung der Belegschaft über das Gremium der Arbeitnehmervertretung ein. Nach österreichischem Recht entsendet die Arbeitnehmervertretung für je zwei Kapitalvertreter:innen eine:n Vertreter:in der Arbeitnehmer:innen in den Aufsichtsrat. Ist die Zahl der Kapitalvertreter:innen ungerade, kann die Arbeitnehmervertretung eine:n zusätzliche:n Arbeitnehmervertreter:in entsenden. Dem Aufsichtsrat gehören daher derzeit fünf Arbeitnehmervertreter:innen an. Dadurch ist sichergestellt, dass die Interessen und Perspektiven der Belegschaft in Entscheidungsprozessen vertreten sind.
Mitglieder des Aufsichtsrats – Arbeitnehmervertreter:innen |
|
Arbeitnehmervertreter:innen | Position im Aufsichtsrat | Rolle im Betriebsrat | Amtsdauer |
Angela Schorna | Mitglied | Vorsitzende des Betriebsrats der Angestellten, OMV Aktiengesellschaft | Erstmals entsandt 2018 |
Alexander Auer | Mitglied | Vorsitzender des Zentralbetriebsrats der OMV Downstream GmbH | Erstmals entsandt 2021 |
Nicole Schachenhofer | Mitglied | Vorsitzende des Betriebsrats der Angestellten, OMV Austria Exploration & Production GmbH | Erstmals entsandt 2021 |
Hubert Bunderla1 | Mitglied | Stellvertretender Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der OMV Aktiengesellschaft | Erstmals entsandt 2021 |
Alfred Redlich | Mitglied | Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der OMV Aktiengesellschaft | Erstmals entsendet 2013, erneut entsandt 2023 |
Diversität in Leitungsorganen
[ESRS-2-GOV-1.21d] OMV fällt in den Anwendungsbereich von § 86 Abs. 7 Aktiengesetz, weshalb der Aufsichtsrat die darin genannte Mindestquote (d. h. 30% Frauen und 30% Männer) erfüllen muss. Im Fall des OMV Aufsichtsrats wird diese Quote durch die von den Kapitalvertreter:innen gewählten Mitglieder und die von der Arbeitnehmervertretung entsandten Mitglieder getrennt erfüllt. Derzeit sind sieben der Sitze der Kapitalvertreter:innen von Männern und drei von Frauen besetzt. Drei der fünf Sitze der Arbeitnehmervertretung sind von Männern und zwei von Frauen besetzt. Damit sind die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestquoten derzeit erfüllt.
Der Aufsichtsrat der OMV Aktiengesellschaft setzte sich im Jahr 2025 aus 66% männlichen (2024: 63%) und 34% weiblichen (2024: 37%) Mitgliedern zusammen. Damit lag das durchschnittliche Verhältnis von Frauen zu Männern im Jahr 2025 bei 0,52 (2024: 0,59). 27% der Aufsichtsratsmitglieder waren unter 50 Jahre (2024: 25%) und 73% über 50 Jahre (2024: 75%) alt. 62% der Aufsichtsratsmitglieder waren österreichische (2024: 68%) und 38% nicht österreichische Staatsangehörige (2024: 32%).
Der Vorstand der OMV Aktiengesellschaft setzte sich bis zum 28. Februar 2025 aus 80% männlichen (2024: 80%) und 20% weiblichen (2024: 20%) Mitgliedern zusammen; ab dem 1. März 2025 setzte sich der Vorstand aus 100% männlichen Mitgliedern zusammen. Bis zum 28. Februar 2025 waren 40% zwischen 30 und 50 Jahre alt, 60% über 50 Jahre. Ab dem 1. März waren 25% zwischen 30 und 50 Jahre (2024: 20%) und 75% über 50 Jahre (2024: 80%) alt. Was die Nationalität betrifft, so waren während des gesamten Jahres 2024 und bis zum 28. Februar 2025 40% der Vorstandsmitglieder österreichische und 60% nicht österreichische Staatsangehörige. Ab dem 1. März 2025 waren jeweils 50% der Vorstandsmitglieder österreichische bzw. nicht österreichische Staatsangehörige.
Integrität und Unabhängigkeit
[G1-GOV-1-5a] Die Unternehmensleitung verpflichtet sich, eine ethische, von Vertrauen und Integrität geprägte Kultur in unserem Tagesgeschäft zu etablieren und zu pflegen. Die Mitglieder unseres Senior Managements unterzeichnen eine Compliance-Erklärung, um zu bestätigen, dass ihr Verhalten dem Code of Business Ethics entspricht. Neue Mitglieder des Senior Managements werden überdies zu Beginn ihrer Tätigkeit vom Compliance-Team persönlich über die Integritätsstandards von OMV informiert. Darüber hinaus müssen alle Führungskräfte und Arbeitnehmer:innen in besonders exponierten Positionen einmal im Jahr eine Erklärung zur Einhaltung der Geschäftsethik und zu Interessenkonflikten unterzeichnen.
[ESRS-2-GOV-1.21e] Was die Unabhängigkeit anbelangt, so haben alle (100%) Kapitalvertreter:innen im Aufsichtsrat ihre Unabhängigkeit von der Gesellschaft gemäß den auf der OMV Website veröffentlichten Unabhängigkeitskriterien erklärt. Sollte es in bestimmten Angelegenheiten zu Interessenkonflikten kommen, gelten die entsprechenden gesetzlichen Regelungen nach österreichischem Recht. Das betroffene Aufsichtsratsmitglied muss den Interessenkonflikt offenlegen, und je nach Schweregrad des Konflikts werden weitere Maßnahmen ergriffen.
Steuerung der Nachhaltigkeit
[ESRS-2-GOV-1.22c] Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil der OMV Strategie 2030. Dies zeigt sich daran, dass sich das Unternehmen für 2050 ein Netto-Null-Ziel gesetzt hat, ambitionierte Dekarbonisierungsziele verfolgt und über eine entsprechende Roadmap für 2030/2040 verfügt. Darüber hinaus deckt das OMV Nachhaltigkeits-Framework 2030 alle ESG-bezogenen wesentlichen Themen ab, die für OMV relevant sind. Strategie, Ziele und Anreize sind klar festgelegt. Zudem wird der Reifegrad des ESG-Managementsystems regelmäßig überprüft, um identifizierte Lücken im Betriebsmodell für Nachhaltigkeit (Sustainability Operating Model) zu schließen.
Nachhaltigkeitsthemen sind in die Governance-Struktur des Unternehmens voll integriert. Diese Themen haben dasselbe Gewicht wie jedes andere Geschäftsthema und sind gemäß dem verantwortungsvollen Geschäftsansatz von OMV in den täglichen Betrieb und die Managementprozesse des Unternehmens eingebunden. So sind beispielsweise Nachhaltigkeitskriterien Teil des Kapitalallokationsrahmens (siehe >E1-2 Konzepte im Zusammenhang mit dem Klimaschutz). Die Sorgfaltspflicht in Bezug auf ESG-Aspekte ist auch ein fester Bestandteil von Unternehmenszusammenschlüssen und Akquisitionen.
Aufgaben und Zuständigkeiten
[ESRS 2-GOV-1.22a, 22c-i, 22c-ii] Bei OMV gibt es auf Führungsebene mehrere Positionen und Ausschüsse, die für die Governance-Prozesse, -Kontrollen und -Abläufe im Zusammenhang mit der Überwachung, Verwaltung und Beaufsichtigung von nachhaltigkeitsbezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen verantwortlich sind. Die Aufsicht über diese Funktionen und Ausschüsse erfolgt durch regelmäßige Sitzungen, Berichterstattung an den Vorstand und Präsentationen vor dem Aufsichtsrat und seinen Ausschüssen. Die Aufsicht über Auswirkungen, Risiken und Chancen wird bei OMV in erster Linie von den folgenden Gremien und Einzelpersonen wahrgenommen:
Aufsichtsebene
[ESRS-2-GOV-1.22a-22c] Der Aufsichtsrat ist die höchste Unternehmensebene, die nachhaltigkeitsbezogene Risiken und Auswirkungen beaufsichtigt. Er erfüllt seine Aufgaben nach Maßgabe des geltenden Rechts, insbesondere des österreichischen Aktiengesetzes, der Satzung der Gesellschaft und der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat konzentriert sich unter anderem über den Nachhaltigkeits- und Transformationsausschuss darauf, wirksame Nachhaltigkeitsinitiativen in die Umsetzung der Strategie einzubinden und die Beaufsichtigung nachhaltigkeitsbezogener Auswirkungen, Risiken und Chancen sicherzustellen. Der Aufsichtsrat prüft und genehmigt zudem jährlich die Nachhaltigkeitserklärung von OMV.
Der Aufsichtsrat bestellt aus seinen eigenen Reihen qualifizierte Fachausschüsse und legt deren Aufgaben und Befugnisse fest. Die Ausschüsse sollen Empfehlungen abgeben, die der Vorbereitung der vom Aufsichtsrat selbst zu fassenden Beschlüsse dienen. In hinlänglich präzisierten Ausnahmefällen können auch Entscheidungsbefugnisse des Aufsichtsrats an einen Ausschuss übertragen werden. Zur Beaufsichtigung nachhaltigkeitsbezogener Auswirkungen, Risiken und Chancen bei OMV hat der Aufsichtsrat insbesondere folgende Ausschüsse eingesetzt:
Nachhaltigkeits- und Transformationsausschuss
[ESRS 2-GOV-1.22b, 1.22c-i, 1.22c-ii] Der Nachhaltigkeits- und Transformationsausschuss (NTA) des Aufsichtsrats konzentriert sich darauf, wirksame Nachhaltigkeitsinitiativen in die Umsetzung der Strategie einzubinden. Dieser Ausschuss tritt vierteljährlich zusammen, um Themen wie regulatorische ESG-Anforderungen, einschließlich der Anforderungen an die nichtfinanzielle Berichterstattung, ESG-bezogene Kapitalmarktaktivitäten, ESG-Governance und -Steuerung, sowie kritische Anliegen im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit zu erörtern und zu lenken.
17 Der Zweck des NTA besteht darin, den Aufsichtsrat des Unternehmens bei der Überprüfung und Überwachung der OMV Strategie in Bezug auf Nachhaltigkeit, ESG-Standards, Leistungen und Prozesse und insbesondere die Performance in Sachen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) sowie im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu unterstützen. Darüber hinaus dient der Ausschuss der Unterstützung und Überwachung des Prozesses der Transformation zu einem nachhaltigeren Geschäftsmodell, einschließlich der kulturellen Integration strategisch bedeutender Akquisitionen. In den Aufsichtsratssitzungen erstattet der:die Vorsitzende des Nachhaltigkeits- und Transformationsausschusses dem gesamten Plenum vierteljährlich Bericht.
Prüfungsausschuss
[ESRS-2-GOV-1.22c-i, 22c-ii] Der Prüfungsausschuss ist für die Überwachung der Wirksamkeit der internen Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsysteme des Unternehmens zuständig. Er überprüft die Funktionsweise dieser Systeme und berichtet dem Aufsichtsrat über seine Erkenntnisse. Darüber hinaus überwacht der Ausschuss die Unabhängigkeit der Abschlussprüfer:innen und überprüft die Prüfungsentgelte und -aktivitäten. Die interne Revision, die dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss unterstellt ist, evaluiert die Wirksamkeit der Governance-, Risikomanagement- und internen Kontrollverfahren. Zudem stellt sie sicher, dass angemessene Kontrollen und Prozesse vorhanden sind und wirksam funktionieren.
Leitungsebene
[ESRS-2-GOV-1.22c-i, 22c-ii] Der Vorstand ist dafür verantwortlich, die Auswirkungen von OMV auf die Wirtschaft, die Umwelt und die Menschen zu steuern. Dazu gehört auch die Aufsicht über wesentliche Themen wie Klimaschutz, Menschenrechte und Sicherheit. Der Vorstand ergreift eine proaktive Haltung, um die Risikomanagementprozesse von OMV zu überwachen und zu verbessern, eine starke Risikokultur bei OMV sicherzustellen und das Risikomanagementprogramm voranzutreiben. Der:die Generaldirektor:in und der:die CFO sind ausdrücklich in die Aufsicht von Menschenrechtsbelangen eingebunden und erhalten halbjährliche Briefings zu den Auswirkungen auf die Menschenrechte. Darüber hinaus ist das Management in die Bewertung und Steuerung von klimabezogenen Risiken und Chancen eingebunden, wie im Index der TCFD-Empfehlungen dargelegt. Der Vorstand beaufsichtigt auch das Compliance-Management-System von OMV, das die Themen Geschäftsethik, Korruptionsbekämpfung, Wettbewerbsrecht und Handelssanktionen abdeckt.
[ESRS-2-GOV-1.22b] Der Vorstand erfüllt seine Aufgaben, einschließlich der Aufsicht über das Risikomanagement, nach Maßgabe des geltenden Rechts, insbesondere des österreichischen Aktiengesetzes, der Satzung der Gesellschaft und der Geschäftsordnung für den Vorstand. Als Anreiz für den Vorstand integriert die auf der Hauptversammlung im Juni 2022 genehmigte und 2024 in Kraft getretene Vergütungsrichtlinie THG- und ESG-Ziele im Zusammenhang mit wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen in den Jahresbonus und den Long-Term Incentive Plan (LTIP). Die OMV Aktiengesellschaft hält sich auch an den Österreichischen Corporate Governance Kodex und ist folglich bestrebt, ein verantwortungsvolles, auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichtetes Management- und Kontrollsystem zu etablieren.
[ESRS-2- GOV-1.22d] Der Vorstand ist für die Festlegung und Umsetzung der Unternehmensstrategie verantwortlich und trägt die Verantwortung für die strategischen Ziele, einschließlich der Nachhaltigkeitsziele. Er hält zumindest alle zwei Wochen Sitzungen zur wechselseitigen Information und Entscheidungsfindung in Angelegenheiten ab, die der Genehmigung des gesamten Organs bedürfen. Konzernfunktionen wie Investor Relations & Sustainability, Group HSSE, Strategic Planning & Projects, People & Culture, Compliance und Procurement, die alle direkt an den Vorstand berichten, sind für wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte verantwortlich und für die Definition und Umsetzung von Nachhaltigkeitsinitiativen in Zusammenarbeit mit Group Sustainability und den Geschäftsbereichen zuständig. Diese Funktionen informieren den Vorstand laufend über Fortschritte bei der Umsetzung des OMV Nachhaltigkeits-Frameworks. Der Vergütungsausschuss bewertet die Performance des Vorstands auch in Bezug auf Nachhaltigkeitskriterien und legt Kriterien fest, die sich aus der OMV Strategie 2030 ableiten. Ein Schwerpunkt ist dabei die Reduzierung der Treibhausgasemissionen.
Risikoausschuss
[ESRS-2-GOV-1.22b, 1.22c-i, 22c-ii] Der Risikoausschuss unter der Leitung des:der CFO von OMV stellt sicher, dass wesentliche Risiken innerhalb von OMV im Rahmen des Risikomanagementprozesses effektiv erfasst und gesteuert werden. Das Management hat die Aufgabe, geeignete Strategien zur Minderung festgestellter Risiken umzusetzen. Zudem ist es dafür verantwortlich, die Wirksamkeit dieser Strategien durch einen strukturierten Prozess zur Identifizierung, Bewertung und Beurteilung dieser Risiken sicherzustellen.
Sustainability Coordination Forum
[ESRS-2-GOV-1.22b, 1.22c-i, 22c-ii] Im Jahr 2023 wurde unter dem Vorstand ein neuer Ausschuss gebildet – das Sustainability Coordination Forum. Dieser Ausschuss wird vom:von der CFO von OMV geleitet und besteht aus leitenden Führungskräften, die für wesentliche Aspekte verantwortlich sind, sowie aus Vertreter:innen der Geschäftsbereiche, die für die Umsetzung der OMV Nachhaltigkeits- und Transformationsagenda zuständig sind. Seine Aufgabe ist es, die Entwicklung der Nachhaltigkeitsagenda bei OMV zu koordinieren, die Fortschritte bei der Zielerreichung zu überwachen, im Falle von Abweichungen Maßnahmen vorzuschlagen und Nachhaltigkeitsaspekte für die Diskussion im Vorstand und Aufsichtsrat vorzubereiten. Der Ausschuss tritt mindestens alle zwei Monate zusammen.
Group Sustainability
[ESRS 2-GOV-1.22c-i, 22c-ii] Unter der Verantwortung des:der CFO entwickelt die Abteilung Group Sustainability das OMV Nachhaltigkeits-Framework, definiert die Mindestanforderungen an das Nachhaltigkeitsmanagement bei OMV, stellt die Governance und Verantwortlichkeit für wesentliche Aspekte sicher und ist für die ESRS-konforme Nachhaltigkeitsberichterstattung und die ESG-Offenlegung verantwortlich. In enger Zusammenarbeit mit den für die wesentlichen Themen verantwortlichen Personen, die als Sachverständige für ihre jeweiligen Nachhaltigkeitsaspekte fungieren, treibt die Abteilung Group Sustainability die übergreifende Nachhaltigkeitsagenda für alle wesentlichen Belange voran, die zur Umsetzung in die OMV Strategie aufgenommen wurden. Group Sustainability informiert den Vorstand und den Aufsichtsrat vierteljährlich über die Fortschritte bei der Umsetzung des OMV Nachhaltigkeits-Frameworks.
[ESRS-2-GOV-1.22d] Das von der Abteilung Group Sustainability entwickelte Nachhaltigkeits-Framework umfasst die für OMV wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte sowie wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks, and Opportunities; IROs), Ziele/Ambitionen, Leistungskennzahlen, Maßnahmen und Managementverantwortlichkeiten für jeden wesentlichen Aspekt. Die für ein wesentliches Thema verantwortliche Person ist als treibende Kraft dafür zuständig, die ESRS-Anforderungen in Aktionspläne zu überführen und entsprechende Ressourcen, Kontrollen und Verfahren zur Identifizierung und Steuerung der jeweiligen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit unseren eigenen Aktivitäten und der Wertschöpfungskette zu implementieren. All dies hat entsprechend den von OMV Group Sustainability definierten Anforderungen und Prozessen zu erfolgen. Alle Ziele hinsichtlich der für OMV wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen werden von der für das jeweilige wesentliche Thema verantwortlichen Person unter Aufsicht von Group Sustainability entwickelt und im OMV Nachhaltigkeits-Framework detailliert beschrieben. Dieses wird dann dem Sustainability Coordination Forum und dem OMV Vorstand zur Genehmigung vorgelegt, um die Aufsicht durch die oberste Führungsebene sicherzustellen. Die Fortschritte bei der Erreichung dieser Ziele werden von den für die wesentlichen Themen verantwortlichen Personen und von Group Sustainability jährlich überprüft und von Group Sustainability mindestens einmal jährlich dem Sustainability Coordination Forum, dem OMV Vorstand und dem Nachhaltigkeits- und Transformationsausschuss des OMV Aufsichtsrats berichtet.
Zentrale Risikomanagementfunktion
[ESRS-2-GOV-1.22c-i, 22c-ii, 22c-iii] Diese eigenständige Funktion innerhalb des CFO-Bereichs berichtet zweimal jährlich direkt an den Vorstand und den Prüfungsausschuss über die Ergebnisse der Risikoberichterstattung des Konzerns. Sie ist von den Geschäftsfeldern unabhängig, wodurch eine wirksame Risikosteuerung gewährleistet wird. OMV hat umfassende Risikomanagementprozesse etabliert, die das Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen in andere interne Funktionen integrieren. Der Risikomanagementprozess basiert auf einer Kombination von Bottom-up- und Top-down-Ansatz und stellt sicher, dass jede:r Arbeitnehmer:in für die Umsetzung geeigneter Strategien zur Risikobegrenzung verantwortlich ist. Die Risiken werden anhand einer standardisierten Methodik ermittelt und bewertet, die auch umweltbezogene Faktoren und Auswirkungen einbezieht. Die Identifizierung, Analyse, Evaluierung, Behandlung und Überprüfung der Risiken werden durch ein konzernweites IT-System unterstützt. Als Grundlage dafür dienen die Leitlinien der ISO-Reihen 31000/27000. Die Integration mit internen Funktionen wird durch einen funktionsübergreifenden Risikoausschuss unter der Leitung des:der CFO von OMV unterstützt. Dieser Ausschuss, dem Mitglieder des Senior Managements angehören, stellt sicher, dass wesentliche Risiken bei OMV effektiv erfasst und wirksam gesteuert werden. Außerdem werden die Risikomanagementprozesse zentral vom Bereich Risk & Insurance Management koordiniert, um eine konzernweit einheitliche Anwendung der Methoden und Techniken für das Risikomanagement zu gewährleisten.
Ethisches Geschäftsverhalten
[ESRS 2-G1.GOV-1-5a] Die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane von OMV sind von entscheidender Bedeutung für die Sicherstellung eines ethischen Geschäftsverhaltens im Konzern. Der Vorstand legt die ethischen Standards von OMV fest und hält diese aufrecht, während sowohl der Vorstand als auch der Aufsichtsrat die oberste Verantwortung für die Sicherstellung des ethischen Verhaltens von OMV bei gleichzeitiger wirtschaftlicher Wertschöpfung tragen. Alle Mitglieder dieser Gremien werden umfassend geschult. Darüber hinaus gibt es regelmäßige Meetings mit dem Gesamtvorstand und jedem einzelnen Vorstandsmitglied, regelmäßige Sitzungen des Prüfungsausschusses mit dem Aufsichtsrat sowie Meetings mit dem:der Aufsichtsratsvorsitzenden, bei denen Compliance-Belange berichtet und erörtert werden.
Die Zuständigkeit für das Management von Belangen im Zusammenhang mit ethischem Geschäftsverhalten – einschließlich unseres wesentlichen Unterthemas Unternehmenskultur sowie (NaDiVeG-relevanten) Belangen im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Korruption und Bestechung – ist nicht zentral angesiedelt, sondern über verschiedene Abteilungen verteilt. So wird zum Beispiel unser Compliance-Management-System konzernweit durch die Zusammenarbeit zwischen zentralen Managementfunktionen und lokalen Verantwortlichen in allen Ländern umgesetzt, in denen OMV tätig ist. Die Verantwortung für die Definition und Verankerung unserer Unternehmenskultur im Unternehmen liegt beim People & Culture-(P&C-)Team, das direkt an den:die Senior Vice President (SVP) P&C des OMV Konzerns berichtet. Die endgültige Genehmigung der Werte und Richtlinien, die unsere Unternehmenskultur bestimmen, liegt beim Vorstand. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >G1 Unternehmensführung.
Fähigkeiten und Fachkenntnisse zur Überwachung von Nachhaltigkeitsaspekten
[ESRS-2-GOV-1.23a] In Bezug auf alle oben beschriebenen Funktionen können die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane von OMV auf mehrere Mechanismen zurückgreifen, um sicherzustellen, dass geeignete Fähigkeiten und Fachkenntnisse zur Überwachung von Nachhaltigkeitsaspekten vorhanden sind oder entwickelt werden. Mit der Unterstützung eines externen Beratungsunternehmens wird jährlich eine Selbstbewertung des Aufsichtsrats durchgeführt, bei der die Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse überprüft wird. Die im Jänner 2026 durchgeführte Bewertung für das gesamte Jahr 2025 ergab insgesamt positive Ergebnisse. Insbesondere der Nachhaltigkeits- und Transformationsausschuss erhielt hohe Bewertungen für seine Rolle bei der Beaufsichtigung von umweltbezogenen Prozessen und der Umweltperformance. Durch jährliche Schulungsprogramme zu relevanten Themen, einschließlich ESG-bezogener Interessengebiete, erwirbt der Aufsichtsrat die zur Überwachung aktueller und künftiger Nachhaltigkeitsaspekte erforderlichen Sachkenntnisse. So umfasste das Programm im Jahr 2023 beispielsweise einen externen Vortrag über den Sechsten Sachstandsbericht des IPCC zum Klimawandel. Im Jahr 2024 absolvierte der Aufsichtsrat eine Schulung zu den Anforderungen der CSRD und der ESRS sowie eine Schulung zu Risikobewusstsein, die sich auf das unternehmensweite Risikomanagementprogramm von OMV konzentrierte. Auch die Mitglieder des Vorstands nahmen an dieser Schulung teil. Im Jahr 2025 befasste sich der Nachhaltigkeits- und Transformationsausschuss eingehend mit Nachhaltigkeitsthemen wie THG- und ESG-Performance, Prozesssicherheit, kultureller Transformation, Lösungen für die Kreislaufwirtschaft, nachhaltigem Lieferantenmanagement, der Nachhaltigkeits- und Umweltperformance des Projekts Neptun Deep und den Prioritäten der Nachhaltigkeitsagenda der Europäischen Kommission.
[ESRS-2-GOV-1.23b] Durch die Qualifikationen und Fachkenntnisse der Personen, die an der Überprüfung und Ausarbeitung von Konzepten, Maßnahmen und Zielen beteiligt sind, ist der Zusammenhang zwischen den Fähigkeiten und Erfahrungen innerhalb des Unternehmens mit den Auswirkungen, Risiken und Chancen im Bereich der Nachhaltigkeit gegeben. Die im Jahr 2024 veranstaltete Schulung für den Aufsichtsrat zur CSRD und zu den ESRS konzentrierte sich auch auf den Grundsatz der doppelten Wesentlichkeit zur Identifizierung und Bewertung von Auswirkungen und Risiken sowie auf die Erörterung der Ergebnisse der OMV Wesentlichkeitsanalyse.
[ESRS 2-G1.GOV-1-5b] Insbesondere in Fragen des Geschäftsgebarens verfügen die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands über einschlägiges Fachwissen, da sie vom Compliance-Team zu allen relevanten Compliance-Themen umfassend geschult werden. Zudem haben Aufsichtsrat und Vorstand Zugang zu nachhaltigkeitsbezogenem Fachwissen, beispielsweise durch regelmäßige Briefings seitens interner Nachhaltigkeitsteams, Beratungen mit externen Expert:innen oder die Teilnahme an branchenspezifischen Foren. OMV bietet darüber hinaus fortlaufend Schulungs- und Weiterbildungsinitiativen an, darunter gezielte Schulungen zu nachhaltigkeitsrelevanten Themen, einschließlich der für OMV wesentlichen Themen und IROs, sowie zum weiter oben beschriebenen Risikomanagement.
GOV-2 Informationen und Nachhaltigkeitsaspekte, mit denen sich die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane des Unternehmens befassen
Der Austausch zwischen den zuvor beschriebenen Rollen und Funktionen findet sowohl auf Aufsichts- als auch auf Managementebene auf verschiedene Weise statt. Dadurch wird sichergestellt, dass Informationen zu Nachhaltigkeitsaspekten an alle relevanten Stellen weitergeleitet werden. Diese befassen sich dann auf der Grundlage ihrer Mandate mit den jeweiligen Nachhaltigkeitsaspekten. Im folgenden Abschnitt werden die Informationsflüsse und Abläufe zwischen den verschiedenen Stellen in Bottom-up-Reihenfolge beginnend mit der Bewertung der Wesentlichkeit beschrieben.
Ermittlung und Bewertung wesentlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks, and Opportunities; IROs)
[ESRS-2-GOV-2.26a] Die Abteilung Group Sustainability von OMV ist für den Prozess zur Bewertung der Wesentlichkeit verantwortlich. Damit ist sie die Stelle, die die für OMV wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen ermittelt und definiert. Bei der Ermittlung der Wesentlichkeit wird sie vom Sustainability Coordination Forum unterstützt, das die Wesentlichkeitsschwellenwerte für OMV festlegt. Die Gesamtergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse werden zunächst vom Sustainability Coordination Forum genehmigt und dann für die Genehmigung durch den Vorstand vorbereitet.
Basierend auf den wesentlichen IROs legt OMV Group Sustainability die übergreifenden Konzepte zur Steuerung der nachhaltigkeitsbezogenen Auswirkungen und Risiken sowie zur Sorgfaltspflicht im Bereich der Nachhaltigkeit fest. Darüber hinaus sind die für die wesentlichen Themen zuständigen Personen für die Festlegung der Konzepte, Maßnahmen, Kennzahlen und Ziele verantwortlich, um die für ihre jeweiligen Themen relevanten IROs in Angriff zu nehmen. Damit unterstützen sie die Umsetzung der Sorgfaltspflicht und ermöglichen die Bewertung der entsprechenden Wirksamkeit. Group Sustainability informiert den Nachhaltigkeits- und Transformationsausschuss, das Sustainability Coordination Forum und den Vorstand regelmäßig über die Umsetzung der Sorgfaltsprüfung, die Ergebnisse und die Wirksamkeit der jeweiligen Konzepte, Maßnahmen, Kennzahlen und Ziele, die im Hinblick auf den Umgang mit den ermittelten wesentlichen IROs festgelegt wurden.
Das Sustainability Coordination Forum spielt eine zentrale Rolle bei der Sicherstellung, dass die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen richtig verstanden und im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen von OMV gesteuert werden. Es überprüft die Exposition von OMV gegenüber Auswirkungen, Risiken und Chancen sowie die entsprechenden Maßnahmenpläne und stellt sicher, dass diese mit den Nachhaltigkeitszielen übereinstimmen. Das wirksame Management der ermittelten Auswirkungen und Risiken wird auf der zweiten Verteidigungslinie in enger Abstimmung zwischen dem Sustainability Coordination Forum und dem Risikoausschuss überprüft. Das Sustainability Coordination Forum unterstützt die Entscheidungsfindung durch die Erörterung wesentlicher ESG-Auswirkungen, -Risiken und -Chancen bei den monatlichen Meetings. Die Informationen zu ESG-relevanten Auswirkungen, Risiken und Chancen werden zweimal jährlich von der zentralen Risikomanagementfunktion vollständig in das Risikoprofil von OMV integriert und vom Risikoausschuss erörtert, bevor sie dem Vorstand zur Kenntnis gebracht werden. Die wesentlichen IROs wurden im Zuge der Wesentlichkeitsanalyse 2024 nach einem Top-down-Ansatz ermittelt und im Jahr 2025 von Fachexpert:innen weiter verfeinert. Nachhaltigkeitsaspekte werden hingegen im gesamten Unternehmen bereits auf lokaler Ebene behandelt. Der bestehende Prozess zur Berichterstattung über das Risikomanagement wird künftig weiter angepasst, um lokale Risikoregister einzubeziehen, die auf den wesentlichen Auswirkungen und Risiken gemäß den von den zuständigen Expert:innen festgelegten ESG-Kriterien basieren.
Berücksichtigung wesentlicher IROs in der Strategie, bei Entscheidungsfindungen und im Risikomanagement
[ESRS-2-GOV-2.26b] ESG-Aspekte sind Teil der strategischen Überlegungen und der Entscheidungsfindung bei allen größeren Transaktionen, die der Genehmigung des OMV Vorstands und des OMV Aufsichtsrats bedürfen. Sie sind auch Teil der Verfahren zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht bei M&A-Aktivitäten. Das Sustainability Coordination Forum und der Risikoausschuss unterstützen diese Entscheidungen mit einem Zustimmungsmandat. Im Rahmen des Entscheidungsprozesses wird stets auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den potenziellen Risiken und den Chancen für nachhaltiges Wachstum geachtet. Bei der strategischen Entscheidungsfindung geht es um die Abwägung von Kompromissen zwischen dem Eingehen von Risiken, dem Umgang mit Auswirkungen und dem Ergreifen von Chancen.
Was das Risikomanagement betrifft, wird der Risikoausschuss zweimal im Jahr von Group Sustainability über die identifizierten wesentlichen IROs informiert. Der Risikoausschuss bewertet die Maßnahmen zur Risikominderung im Hinblick auf deren Wirksamkeit und rechtzeitige Umsetzung, wenn es um größere Risiken geht. Er berichtet zu Abhilfemaßnahmen und empfiehlt dem OMV Vorstand und dem Prüfungsausschuss Maßnahmen für den Fall, dass Risikotoleranzgrenzen überschritten werden. Ebenso werden die Ergebnisse des OMV Risikoprofils dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss zur Kenntnis gebracht. Der Prüfungsausschuss wird zweimal jährlich von der zentralen Risikomanagementfunktion über das OMV Risikoprofil informiert. Darüber hinaus beaufsichtigt der Ausschuss die Umsetzung und Wirksamkeit der Risikomanagementprozesse und erhält im Rahmen der jährlichen Prüfung der Risiken des Unternehmens einen Überblick über die wichtigsten Risiken, Auswirkungen und Chancen. Zu all dem steuert Group Sustainability durch fachliche Beaufsichtigung und Beratung zu Nachhaltigkeitsaspekten grundlegende Informationen bei.
Überblick über die im Berichtszeitraum behandelten wesentlichen IROs
[ESRS-2-GOV-2.26c] Die Liste aller wesentlichen IROs, mit denen sich die zuständigen Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane von OMV (Aufsichtsrat, Vorstand, Nachhaltigkeits- und Transformationsausschuss, Prüfungsausschuss, Sustainability Coordination Forum, Risikoausschuss) im Berichtszeitraum befassten, findet sich unter >SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell.
GOV-3 Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme
[ESRS-2-GOV-3.29a] [E1-GOV-3.13] Der Aufsichtsrat bewertet die Leistung des Vorstands, auch im Hinblick auf die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie. Der Vergütungsausschuss entscheidet über die Vergütung des Vorstands, einschließlich der Struktur des Vergütungssystems und der tatsächlichen Zielerreichung. Die Vergütung des Vorstands besteht aus fixen und variablen Elementen. Ausgewählte Arbeitnehmer:innen der obersten Führungsebene sind ebenfalls zur Teilnahme am Long-Term Incentive Plan (LTIP) berechtigt. Die variable Vergütung – der LTIP und der Jahresbonus – berücksichtigt Leistungskriterien in Bezug auf die Performance des Unternehmens in Sachen Nachhaltigkeit und Treibhausgas-(THG-)Emissionen. Die langfristigen Interessen der Aktionär:innen und sonstiger Interessenträger:innen werden in der leistungsbezogenen Vergütung berücksichtigt, die sowohl kurz- als auch langfristige Elemente beinhaltet.
[ESRS-2-GOV-3.29b-29e] [E1-GOV-3.13] Die Vergütungsrichtlinie für den Vorstand wurde auf der Hauptversammlung im Juni 2022 genehmigt. Sie sieht vor, dass THG- und ESG-Ziele Teil des Jahresbonus und des LTIP sind. Der Anteil der variablen Vergütung, der an nachhaltigkeitsbezogene Ziele geknüpft ist, entspricht 15% des Jahresbonus, der auf der Erreichung der festgelegten Reduzierung der absoluten Netto-THG-Emissionen nach Scope 1 und 2 basiert, und 30% des Long-Term Incentive Plan (LTIP), der von der Erreichung von ESG-Zielen abhängt. Bei diesen ESG-Zielen geht es um die Reduktion der absoluten Netto-THG-Emissionen nach Scope 1 und 2 (gewichtet mit 20%) und die Verbesserung der Diversität (gewichtet mit 10%) im OMV Konzern. Die THG-Ziele im Jahresbonus (d. h. Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen) und im LTIP (d. h. Reduktion der absoluten Netto-THG-Emissionen nach Scope 1 und 2) sind miteinander verknüpft und leiten sich direkt von den THG-Emissionsreduktionszielen von OMV für 2030 und den erforderlichen Reduktionspfaden bis 2030 im Vergleich zum Basisjahr 2019 ab.
[ESRS-2-GOV-3.29b-29d] [E1-GOV-3.13] Der Vergütungsausschuss hat eigens für OMV einen Kriterienkatalog erstellt, der sich aus der OMV Strategie 2030 ableitet. Auf Basis dieses Katalogs wählt er die spezifischen ESG-Ziele und deren Gewichtung für jede LTIP-Tranche aus und genehmigt sie. Gemäß der aktuellen Vergütungsrichtlinie ist die Reduktion der THG-Emissionen immer ein ESG-Ziel im LTIP. Die THG- und ESG-Ziele und ihre Gewichtung werden im Vergütungsbericht für das Jahr der Gewährung veröffentlicht. Den Vergütungsbericht finden Sie auf der /OMV Website. Basierend auf vordefinierten Kriterien (z. B. Todesfälle, TRIR, Prozesssicherheit) und im Vergleich zu Branchenbenchmarks wird sowohl für den Jahresbonus als auch für den LTIP ein Gesundheits- und Sicherheitsmalus von 0,8 bis 1,0 auf die Gesamtzielerreichung angewendet. Bei schwerwiegenden Zwischenfällen kann der Vergütungsausschuss die Auszahlung auf null reduzieren. Dieser Malus berücksichtigt das Engagement von OMV für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Der:die Abschlussprüfer:in von OMV führt eine externe Überprüfung der tatsächlichen Zielerreichung durch. Die Ergebnisse der Prüfung werden an den Vergütungsausschuss und den Aufsichtsrat kommuniziert.
GOV-4 Erklärung zur Sorgfaltspflicht
[ESRS 2-GOV-4.30] [ESRS 2-GOV-4.32] |
Kernelemente der Sorgfaltspflicht | Absätze in der Nachhaltigkeitserklärung |
Einbindung der Sorgfaltspflicht in Governance, Strategie und Geschäftsmodell | ESRS 2 GOV-2 Informationen und Nachhaltigkeitsaspekte, mit denen sich die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane des Unternehmens befassen ESRS 2 GOV-3 Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme, GOV-3.29a-29e ESRS 2 SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell, ESRS 2 SBM 3-48a-48b |
Einbindung betroffener Interessen-träger:innen in alle wichtigen Schritte der Sorgfaltspflicht | ESRS 2 GOV-2 Informationen und Nachhaltigkeitsaspekte, mit denen sich die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane des Unternehmens befassen, GOV-2.26a ESRS 2 SBM-2 Interessen und Standpunkte der Interessenträger:innen, SBM-2.45a-i-45-v, S1.SBM-2.12, S2.SBM-2.9, S3.SBM-2.8 Themenbezogene ESRS, ESRS S1-SBM 2-12, S1-1.19, S1-2.27, ESRS S2-2, ESRS S3-2.21-23 ESRS 2 IRO-1 Verfahren für die Wesentlichkeitsanalyse, ESRS 2 IRO-1.53b-iii ESRS 2 MDR-P Überblick über die Konzepte, ESRS E5-1.14, ESRS E4-2.22, E4-2, ESRS E3-1.14, ESRS E2-1, ESRS S1-2.2, ESRS S3-1 |
Ermittlung und Bewertung nachteiliger Auswirkungen | ESRS 2 SBM-2 Interessen und Standpunkte der Interessenträger:innen, SBM-2.48a, 48b ESRS 2 IRO-1 Verfahren für die Wesentlichkeitsanalyse, ESRS 2 IRO-1.53a, 53e, 53g, E1.20a, 20b-ii, 20c-i; E1.21; E2.11a; E4.17c |
Maßnahmen gegen diese nachteiligen Auswirkungen | Themenbezogene ESRS, ESRS E1-3, ESRS E2-2, ESRS E3-2, ESRS E4-3, ESRS E5-2, ESRS S1-4, ESRS S2-4, ESRS S3-4 ESRS 2 MDR-A Maßnahmen und Mittel in Bezug auf wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte |
Nachverfolgung und Kommunikation der Wirksamkeit dieser Bemühungen | ESRS 2 MDR-T Nachverfolgung der Wirksamkeit dieser Bemühungen durch Zielvorgaben, ESRS E1-4, ESRS E2-3, ESRS E5-3, ESRS S1-5, ESRS S2-5, ESRS S3-3 ESRS 2 MSR-A Maßnahmen und Mittel in Bezug auf wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte ESRS 2 MDR-M Kennzahlen in Bezug auf wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte |
GOV-5 Risikomanagement und interne Kontrollen der Nachhaltigkeitsberichterstattung
[ESRS-2-GOV-5.36a] OMV hat im Laufe der Jahre ein effektives internes Kontrollsystem (IKS) entwickelt, das alle wesentlichen „End-to-End“-Prozesse umfasst, um die Integrität und Zuverlässigkeit unserer Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung zu gewährleisten. Die Grundlage dafür ist ein Modell mit vier Verteidigungslinien. Das operative Management bildet die erste Verteidigungslinie, indem es die Verantwortung für Risiken übernimmt und diese steuert. Die zweite Linie umfasst das Risikomanagement, das unternehmensweite IKS und die Compliance-Funktionen, die diese Praktiken beaufsichtigen und überwachen. Als dritte Verteidigungslinie fungiert unsere interne Revision, die für die unabhängige Prüfung der Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollen sorgt. Als vierte Verteidigungslinie werden bei OMV externe Prüfungsunternehmen betrachtet, die eine enge Abstimmung mit IKS-bezogenen Themen sicherstellen. Dieser Ansatz stellt sicher, dass die Zuständigkeiten für das Risikomanagement und interne Kontrollen innerhalb des Unternehmens klar definiert und verteilt sind, um die Integrität und Genauigkeit der Nachhaltigkeitsdaten zu wahren und alle Risiken, die mit unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung verbunden sein könnten, zu mindern. Group Sustainability definiert und verantwortet den Prozess zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von OMV. Der Prozess wird jährlich evaluiert und im Falle von Änderungen aktualisiert. Der Prozess selbst wird sowohl intern als auch extern auf seine Wirksamkeit geprüft. Um dem sich wandelnden regulatorischen Umfeld Rechnung zu tragen, hat OMV außerdem vor Kurzem interne Kontrollen eingeführt, die speziell auf die Einhaltung der EU-Taxonomie bei der Berichterstattung ausgerichtet sind.
[ESRS-2-GOV-5.36b] Unser Risikomanagement und unsere internen Kontrollverfahren sind auf die Ermittlung, Bewertung und Minderung der Risiken ausgelegt, die sich auf unsere Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung auswirken könnten. Im Zuge unserer jährlichen Risikobewertungen ermitteln wir potenzielle Risiken wesentlicher Falschangaben anhand von Kriterien wie Wesentlichkeit, Prozesskomplexität und Fehlerwahrscheinlichkeit. Das interne Kontrollsystem von OMV umfasst Konzepte, Verfahren und Kontrollen, die jährlich überprüft und aktualisiert werden, um unter Berücksichtigung regulatorischer Anforderungen auf neue Risiken reagieren zu können. Gemäß den Grundsätzen des unternehmensweiten Risikomanagements (Enterprise-Wide Risk Management; EWRM) werden Nachhaltigkeitsrisiken nach ihren potenziellen Auswirkungen auf die Einhaltung von Vorschriften, unsere strategischen Ziele und die Erwartungen der Interessenträger:innen nach Prioritäten geordnet. Der Prozess zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von OMV wird 2026 neu bewertet, um alle notwendigen Aktualisierungen entsprechend den in den ESRS festgelegten Anforderungen vorzunehmen.
[ESRS-2-GOV-5.36c] Zu den potenziellen Risiken im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung gehören fehlerhafte Angaben von quantitativen Daten, unvollständige Daten und die nicht rechtzeitige Bereitstellung von Daten. Zur Minderung dieser Risiken werden mehrere Kontrollen implementiert. So dienen beispielsweise Validierungskontrollen dazu, die Genauigkeit der Daten durch automatische und manuelle Überprüfungen sicherzustellen. Die Vollständigkeit der Daten wird durch umfassende Datenerfassungsverfahren und regelmäßige Prüfungen kontrolliert, um sicherzustellen, dass alle erforderlichen Daten erfasst werden. Zur Kontrolle der rechtzeitigen Bereitstellung der Daten werden stringente Zeitrahmen festgelegt, und die Einhaltung der Fristen wird entsprechend überwacht. Die Implementierung zusätzlicher Kontrollen der Nachhaltigkeitsberichterstattung befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium. Umfassende interne Kontrollen zur wirksamen Adressierung aktueller und künftiger Risiken werden nach und nach integriert.
[ESRS-2-GOV-5.36d] Das IKS von OMV dient der fortlaufenden Neubewertung dieser Risiken. Dazu gehören alle drei Jahre stattfindende Überprüfungen aller „End-to-End“-Prozesse, die in den Anwendungsbereich des IKS fallen, einschließlich des Verfahrens der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Tritt jedoch während dieses Zeitraums eine wesentliche Änderung ein, wird eine Ad-hoc-Überprüfung durchgeführt, und der Dreijahreszyklus beginnt von Neuem. Interne Kontrollen sind in diese Prozesse eingebunden, um ein umfassendes Risikomanagement zu gewährleisten. Wird ein neues Risiko erkannt, nimmt die zuständige Funktion eine Bewertung vor. Für neue Risiken, die als erheblich eingeschätzt werden, werden interne Kontrollen konzipiert und in das IKS des Unternehmens integriert. [ESRS-2-GOV-5.36e] Das IKS von OMV basiert auf dem COSO-Framework. Dieser Rahmen gewährleistet effektive Kontrollen, die Identifizierung von Mängeln und entsprechende Abhilfemaßnahmen, kontinuierliche Verbesserungen und die Einhaltung von Vorschriften. OMV hat ein Verfahren zur stichprobenartigen Prüfung der internen Kontrollen und eine jährliche interne Überprüfung etabliert. Die Ergebnisse dieser Überprüfungen werden der obersten Führungsebene und dem Prüfungsausschuss berichtet. Für etwaige identifizierte Probleme werden Abhilfemaßnahmen umgesetzt und überwacht. Zudem wird deren Status regelmäßig berichtet – in Übereinstimmung mit der Häufigkeit der Sitzungen des Prüfungsausschusses, die mindestens viermal im Jahr stattfinden. Für das IKS gibt es bei den Sitzungen des Prüfungsausschusses erforderlichenfalls einen eigenen Tagesordnungspunkt für Aktualisierungen und dringende Fragen, wodurch kontinuierliche Verbesserungen gewährleistet werden.
SBM-1 Strategie, Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette
Über OMV
[ESRS-2-SBM-1.40a-i-40a-iii] [ESRS-2-SBM-1.40e-40g] OMV ist ein integriertes Unternehmen mit drei Säulen: Energy, Fuels und Chemicals. Mit dem übergeordneten Ziel, starke und zuverlässige Cashflows zu generieren, investiert OMV im Segment Energy in sein traditionelles Geschäft und treibt erneuerbare Energien selektiv voran. Im traditionellen Geschäft liegt der Schwerpunkt auf Gas. Gas ist für OMV ein wichtiger Wachstumsmotor, da von einer anhaltend robusten Nachfrage ausgegangen wird. Zudem spielt Gas in der europäischen Energielandschaft eine zentrale Rolle und gilt als wesentlicher Faktor für die Energiewende. Die Tagesproduktion von Kohlenwasserstoffen belief sich 2025 auf 305 kboe/d, mit einem Erdgasanteil von 40%. Die Aktivitäten von OMV Gas Marketing & Power umfassen Supply, Marketing und Trading von Gas in West- und Osteuropa. OMV betreibt Erdgasspeicher mit einer Gesamtkapazität von rund 30 TWh sowie ein Gaskraftwerk in Rumänien.
Im Geschäftsbereich Fuels betreibt OMV drei Raffinerien in Europa und hält jeweils 15% an ADNOC Refining und ADNOC Global Trading in den VAE. OMV verfügt über eine globale Raffineriekapazität von rund 500 kbbl/d. Ende 2025 umfasste das Retail-Netz von OMV rund 1.700 Tankstellen in acht europäischen Ländern. Im Segment Chemicals ist OMV in Europa einer der größten Hersteller von Ethylen und Propylen und gehört weltweit zu den zehn größten Produzenten von Polyolefinen. Darüber hinaus stellt OMV über seine Tochtergesellschaft Borealis wertsteigernde, innovative und kreislauffähige Materiallösungen für Schlüsselindustrien in fünf Industrieclustern bereit: Konsumgüter, Energie, Healthcare, Infrastruktur und Mobilität. Am 3. März 2025 haben OMV und ADNOC eine verbindliche Vereinbarung über die Zusammenlegung ihrer Anteile an Borealis und Borouge zur Gründung von Borouge Group International unterzeichnet. Nach Abschluss der Transaktion wird OMV 46,9% an dem neuen Unternehmen halten – zu gleichen Anteilen und mit gemeinsamer Kontrolle mit ADNOC. Mit Borouge Group International wird sich das Produktionsprofil von OMV erheblich verändern: Werden derzeit 60% der Produktion in Europa generiert, sollen durch die künftige Präsenz von Borouge Group International 70% der Produktion in den rohstoffgünstigen Regionen des Mittleren Ostens und Nordamerikas erzielt werden. Die Zahl der Beschäftigten von OMV gliedert sich nach geografischen Gebieten wie folgt. Mehr dazu finden Sie unter >S1-6 Merkmale der Arbeitnehmer:innen von OMV.
Arbeitnehmer:innen nach Regionen und Ländern1, 2 |
[ESRS 2 SBM-1-40a-iii] |
Personenzahl |
| 31. Dezember 2025 | 31. Dezember 2024 |
Österreich | 5.356 | 5.407 |
Übriges Europa | 15.675 | 16.723 |
Mittlerer Osten und Afrika | 517 | 639 |
Rest der Welt | 767 | 788 |
Gesamt | 22.315 | 23.557 |
OMV will sich zu einem integrierten Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemikalien entwickeln und bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen. Das Unternehmen hat Zwischenziele für die Jahre 2030 und 2040 festgelegt: So sollen die Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis 2030 um 30% bzw. bis 2040 um 60% und die Scope-3-Emissionen bis 2030 um 20% bzw. bis 2040 um 50% reduziert werden, jeweils im Vergleich zu den Werten von 2019. OMV hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, die CO2-Intensität seiner Energieversorgung bis 2030 um bis zu 10% und bis 2040 um 25% zu reduzieren. Im Hinblick darauf will OMV den Umsatz mit CO2-freier Energie, nachhaltigen Basischemikalien sowie nachhaltigen und kreislauffähigen Produkten steigern und gleichzeitig die Verkäufe fossiler Brennstoffe reduzieren. OMV wird zudem das routinemäßige Abfackeln und Ablassen von Erdölbegleitgas bis 2030 schrittweise einstellen. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >E1 Klimawandel.
Mit der Einführung der OMV Strategie 2030 im Jahr 2022 hat OMV seine Transformation eingeleitet und nutzt dafür die Stärke seines integrierten Geschäftsmodells. Mit Fokus auf Wertschöpfung und finanzielle Resilienz hat das Unternehmen solide Fortschritte bei der Umsetzung erzielt. Die letzte Aktualisierung der Strategie 2030 wurde im Oktober 2025 veröffentlicht. Mit Blick auf die Zukunft bleiben die strategischen Ausrichtungen klar und unverändert: OMV setzt weiterhin auf Wachstumskurs und den Wandel hin zu einem integrierten Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemikalien. Mit seiner agilen Transformation, die sich an den Kundenerwartungen orientiert, positioniert sich OMV für langfristige Widerstandsfähigkeit in einer sich schnell verändernden Energielandschaft. Dieser Ansatz stärkt den Fokus, verbessert die Effizienz, verringert die mit der Transformation einhergehenden Risiken und gewährleistet gleichzeitig eine starke finanzielle Performance. Die Energiewende gewinnt weiter an Fahrt, wenngleich langsamer als bislang prognostiziert. Als zuverlässiger Lieferant treibt OMV eine agile und verantwortungsvolle Transformation nachfrageorientiert voran. Gleichzeitig investiert das Unternehmen zügig in Zukunftstechnologien und stimmt Investitionen in nachhaltige Geschäftstätigkeiten auf Marktentwicklungen ab. Die Strategie 2030 stützt sich auf drei Säulen:
Ausbau der Gasproduktion und selektive Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien
Stärkung des profitablen Kraftstoffgeschäfts bei gleichzeitiger Nutzung von Möglichkeiten im Bereich der nachhaltigen Mobilität
Beschleunigung des Wachstums im Chemiebereich durch Borouge Group International, Rohstoffintegration und Förderung innovativer Kreislaufwirtschaftsprojekte
Im Geschäftsbereich Chemicals wird die richtungsweisende Transaktion zur Formierung von Borouge Group International die Wachstumsstrategie von OMV beschleunigen. Dies wird die Verkaufsmengen innovativer Premium-Polyolefinprodukte erheblich steigern und dem Unternehmen eine Spitzenposition bei erneuerbaren und kreislauffähigen Lösungen verschaffen. Im Segment Fuels strebt OMV eine jährliche Produktionskapazität für erneuerbare Kraftstoffe und chemische Einsatzstoffe von rund 900 kt bis 2030 an. Schwerpunktbereiche sind dabei SAF, Biodiesel und chemische Einsatzstoffe. Zu den wichtigsten Projekten gehören Anlagen für das Co-Processing sowie für die Produktion von SAF/HVO und grünem Wasserstoff an verschiedenen OMV Standorten.
[ESRS 2-SBM-1.40a-iv] Keine der in den drei OMV Raffinerien hergestellten Substanzen unterliegt gemäß EU-Chemikalienverordnung REACH einem Verbot in den 27 EU- und den drei EWR-Ländern. Angesichts der Marktentwicklung baut OMV in der CEE-Region ein leistungsstarkes Ladenetz für Elektrofahrzeuge auf. Ziel ist es, bis 2030 rund 5.000 schnelle und ultraschnelle Ladepunkte zu errichten und ein spezielles Netz von Ladestationen für schwere Nutzfahrzeuge zu entwickeln. Im Geschäftsbereich Energy strebt das Unternehmen bis 2030 eine organische Öl- und Gasproduktion von 320 bis 330 kboe/d an und prüft anorganische Möglichkeiten zur Ergänzung des Portfolios, um bis 2030 ein Gesamtproduktionsniveau von rund 400 kboe/d zu erreichen. Mit einer klaren Wachstumsstrategie im Bereich der erneuerbaren Energien durch seine Tochtergesellschaft OMV Petrom will das Unternehmen eine jährliche Stromproduktion von mehr als 2,4 TWh (netto für OMV Petrom) unter Nutzung der günstigen Wind- und Sonnenverhältnisse in Rumänien erreichen. In Sachen Geothermie strebt OMV eine Nettoproduktionsleistung von rund 1 TWh an, was ein moderateres Entwicklungstempo in diesem Bereich widerspiegelt. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >E1-3 Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit den Klimakonzepten.
Der Aufbau und die Bindung eines talentierten und qualifizierten Teams von Arbeitnehmer:innen für internationales und integriertes Wachstum sind entscheidend für den Erfolg der Strategie von OMV. Unsere „People & Culture“-(P&C-)Strategie unterstützt die Transformation von OMV auf ganzer Linie. Im Zentrum steht dabei unser Purpose „Re-inventing essentials for sustainable living“. Dazu haben wir vier strategische Schwerpunkte entwickelt: „Employee Experience“, „Growing Talent“, „Organizational Evolution“ und „New Ways of Working“. Sie alle werden durch eine solide Basis transformationaler Führungskompetenzen („Transformational Leadership“) unterstützt, die von unseren Führungskräften angetrieben werden. Damit bei der Umsetzung unserer Strategie niemand auf der Strecke bleibt, haben wir uns zu einem gerechten Übergang zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft („Just Transition“) verpflichtet. Daher bieten wir Schulungen zur Gestaltung eines CO2-armen Unternehmens an und bauen unsere Initiativen zur Fortbildung unserer Belegschaft weiter aus. Unser Ziel ist es, das Fachwissen auf dem neuesten Stand zu halten, da vorhandene Kenntnisse auch auf neue Energielösungen übertragen werden können. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >Maßnahmen in Bezug auf Arbeitsbedingungen, Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle und sonstige arbeitsbezogene Rechte.
Umsatzerlöse aus fossilen Brennstoffen
[ESRS-2-SBM-1.40d-i, 40d-ii] Die Umsatzerlöse aus fossilen Brennstoffen (einschließlich einer Aufschlüsselung der Erlöse aus Öl und Gas) und aus der Produktion von Chemikalien sind im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2025 in >Anhangangabe 7 - Umsatzerlöse dargestellt. Da OMV keine Erlöse aus Kohle generiert, ist dieser Brennstoff in der Tabelle nicht berücksichtigt. Im Berichtsjahr wurden keine Umsatzerlöse aus taxonomiekonformen Tätigkeiten im Zusammenhang mit fossilem Gas erzielt. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >Taxonomiefähige und taxonomiekonforme CAPEX.
Aufschlüsselung der Umsatzerlöse aus Öl, Gas und Chemikalien1 |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Rohöl, NGL, Kondensate, Kraftstoff und Heizöl, andere Raffinerieprodukte | 15.432 | 16.281 |
Erdgas und LNG | 5.613 | 7.270 |
Chemikalien | 588 | 696 |
Gesamt | 21.633 | 24.247 |
Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette
[ESRS-2-SBM-1.42] OMV ist ein integriertes Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemikalien mit einem vielfältigen Geschäftsmodell, das die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt. Die wichtigsten Bestandteile des Geschäftsmodells von OMV sind die Exploration und Förderung von Erdöl und Erdgas sowie die Entwicklung von CO2-armen Energieprojekten wie Geothermie; die Raffination von Rohöl und nachhaltigen Rohstoffen zu verschiedenen Produkten, darunter Kraftstoffe, Heizöl, biobasierte Brennstoffe und petrochemische Einsatzstoffe; das Marketing- und Retailgeschäft für seine raffinierten Kraftstoffprodukte; der Transport, die Speicherung und die Vermarktung von Erdgas; die Stromerzeugung; die Herstellung und Vermarktung von hochwertigen Kunststoffen und Chemikalien; das mechanische und chemische Recycling von Kunststoffabfällen sowie die Forschung und Entwicklung in den Bereichen Energie, Kraftstoffe sowie nachhaltige Chemikalien und Materialien. Die Petrochemie-Aktivitäten von OMV in Österreich und Deutschland sind rückwärts in die OMV Raffinerien integriert. Naphtha wird als Einsatzstoff für die von OMV betriebenen Steamcracker verwendet. Die wichtigsten Produkte sind Ethylen und Propylen, die größtenteils an die OMV Tochter Borealis zur Weiterverarbeitung zu Polyolefinen geliefert werden. Durch den Einsatz modernster Technologien im Bereich des chemischen und mechanischen Recyclings will OMV ein kreislauforientiertes Geschäftsmodell etablieren. Ein immer größerer Anteil der von OMV produzierten Polyolefine wird demnach auf recycelten Einsatzstoffen basieren. Damit wird OMV seinen integrierten Geschäftsansatz auch in Zukunft weiterverfolgen.
[ESRS-2-SBM-1.42a] Das Geschäftsmodell von OMV ist auf eine Vielzahl von Inputs angewiesen, die für seine Aktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette unerlässlich sind. Die wichtigsten Inputs und der Ansatz von OMV, um diese Inputs zu sammeln, zu entwickeln und zu sichern, sind im Folgenden beschrieben.
Natürliche Ressourcen: Erdöl, Erdgas und andere Kohlenwasserstoffe, die durch eigene Explorations- und Produktionsaktivitäten sowie durch Einkäufe auf den globalen Märkten beschafft werden; biobasierte Rohstoffe und Kunststoffabfälle, die auf nationalen und internationalen Märkten bezogen werden; petrochemische Produkte, die durch eigene Tätigkeiten von OMV gewonnen und auf den globalen Märkten eingekauft werden
Technologie und Innovation: Fortschrittliche Technologien und innovative Lösungen sind für effiziente Explorations-, Produktions-, Raffinerie- und Chemieprozesse entscheidend. OMV investiert in Forschung und Entwicklung, um seine technologischen Fähigkeiten zu verbessern.
Humankapital: Qualifizierte und erfahrene Arbeitnehmer:innen sind für den Erfolg von OMV von zentraler Bedeutung. OMV konzentriert sich auf die Akquise, Entwicklung und Bindung von Talenten durch umfassende Schulungsprogramme und Karriereentwicklungsmöglichkeiten.
Finanzkapital: OMV benötigt erhebliche finanzielle Mittel für Investitionen in Explorations- und Produktionstätigkeiten, Raffinerien und nachhaltige Energieprojekte. OMV sichert sich die Finanzierung durch eine Mischung aus Eigenkapital, Fremdkapital und reinvestierten Gewinnen.
Partnerschaften und Kooperationen: Strategische Partnerschaften mit anderen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Regierungen sind für den Zugang zu neuen Ressourcen, Technologien und Märkten unverzichtbar.
[ESRS-2-SBM-1.42b] Die Leistungen und Ergebnisse von OMV sollen für eine Vielzahl von Interessenträger:innen – darunter Kund:innen, Investor:innen, Arbeitnehmer:innen und die Gesellschaft im Allgemeinen – Wert schaffen. Die aktuellen und künftig erwarteten Hauptvorteile für die Interessengruppen sind:
Kund:innen
Förderung der Energiewende: Im Mittelpunkt der OMV Strategie 2030 steht die Transformation zu einem integrierten Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemikalien, das erhebliche Emissionsreduktionen erzielt und gleichzeitig auf Marktanforderungen und Kundenbedürfnisse eingeht.
Zuverlässige Energieversorgung: OMV gewährleistet eine stabile und sichere Versorgung mit Energieprodukten, einschließlich Öl, Gas, petrochemischer Produkte und nachhaltiger Energieprodukte, die für verschiedene Branchen und das tägliche Leben unerlässlich sind.
Qualitätsprodukte: OMV konzentriert sich darauf, hochwertige Kraftstoffe und Chemikalien zu liefern, die strenge Umwelt- und Sicherheitsstandards erfüllen.
Innovation und Nachhaltigkeit: OMV investiert in innovative Lösungen wie grünen Wasserstoff und Initiativen für die Kreislaufwirtschaft. Ziel ist es, den Kund:innen nachhaltigere Energieoptionen zu bieten.
Investor:innen
Finanzielle Performance: OMV kann bezüglich der finanziellen Performance auf eine sehr gute Erfolgsbilanz verweisen und bietet Renditen durch Dividenden und Aktienkurssteigerungen.
Strategisches Wachstum: Die OMV Strategie 2030 setzt auf Wachstum bei nachhaltigen und innovativen Energielösungen und positioniert das Unternehmen damit für langfristigen Erfolg.
Transparenz und Governance: OMV hält einen hohen Standard der Unternehmensführung aufrecht, wahrt ein hohes Maß an Transparenz und fördert so das Vertrauen der Investor:innen.
Arbeitnehmer:innen
Wettbewerbsfähige Vergütung: OMV bietet wettbewerbsfähige Löhne und Gehälter und sonstige betriebliche Leistungen und trägt so zum wirtschaftlichen Wohlergehen seiner Arbeitnehmer:innen bei.
Karriereentwicklung: OMV bietet Möglichkeiten für berufliches Fortkommen und Entwicklung, einschließlich Schulungsprogrammen und Aufstiegsmöglichkeiten.
Sicheres Arbeitsumfeld: OMV legt großen Wert auf Gesundheit und Sicherheit und gewährleistet ein sicheres Arbeitsumfeld für alle Arbeitnehmer:innen.
Just Transition: Damit bei der Umsetzung unserer Strategie niemand auf der Strecke bleibt, haben wir uns zu einem gerechten Übergang zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft verpflichtet. Unser Ziel ist es, das Fachwissen auf dem neuesten Stand zu halten, da vorhandene Kenntnisse auch auf neue Energielösungen übertragen werden können.
Gesellschaft
Wirtschaftlicher Beitrag: OMV leistet durch die Schaffung von Arbeitsplätzen, durch Steuern und durch Investitionen in die betroffenen Gemeinschaften einen Beitrag zur Wirtschaft.
Engagement für Umweltschutz: OMV ist bestrebt, seine Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren, und investiert dazu in Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien und nachhaltigen Praktiken.
Gemeinnütziges Engagement: OMV unterstützt verschiedene soziale Projekte, Sponsoring und Spenden. So trägt das Unternehmen zur Verbesserung der Lebensqualität in seinen Standortgemeinden bei.
Der integrierte Ansatz von OMV stellt sicher, dass das Unternehmen über seine gesamte Wertschöpfungskette hinweg Wert schafft, der allen Interessenträger:innen zugutekommt.
[ESRS-2-SBM-1.42c] Unsere Wertschöpfungskette reicht von unseren Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen über unsere Anlagen und Arbeitnehmer:innen bis hin zu unseren Kund:innen und Partner:innen. Für die OMV Geschäftsbereiche Fuels und Chemicals sowie das Gasverkaufsgeschäft liefern unsere Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen aus der vorgelagerten Wertschöpfungskette hauptsächlich Roh- und Einsatzstoffe (z. B. Rohöl, Zwischenprodukte, Erdgas, LNG) sowie (petro-)chemische Produkte. Diese Einsatzstoffe werden von nationalen und internationalen Energie-, Chemie- und Handelsunternehmen bezogen. Im Segment Energy beziehen wir hauptsächlich Ausrüstung, Komponenten und Dienstleistungen für unsere Explorations-, Erschließungs- und Bohraktivitäten – entsprechend unserer geografischen Präsenz in erster Linie von europäischen Lieferant:innen. Mehr über unsere eigenen Tätigkeiten finden Sie in der folgenden Grafik der OMV Wertschöpfungskette sowie im Abschnitt Über OMV in diesem Bericht, der auch eine Beschreibung unserer Anlagen sowie eine geografische Aufschlüsselung unserer Geschäftstätigkeiten enthält.
Unsere Kund:innen – sie bilden die nachgelagerte Wertschöpfungskette – reichen von Energieunternehmen über den Großhandel bis zu Industriebetrieben und Endverbraucher:innen. Etwa die Hälfte des vom Segment Energy produzierten Öls und Gases wird intern weiterverarbeitet. Die andere Hälfte wird hauptsächlich an nationale und internationale Energieunternehmen und -märkte verkauft. Im Segment Fuels werden die Produkte in erster Linie über unser Tankstellennetz und an Industriekund:innen verkauft. Über Letztere bedient Fuels direkt und indirekt Endkund:innen des Mobilitätssektors (z. B. Straßenverkehr, Luft- und Schifffahrt) sowie Industriekund:innen, wie etwa die Baubranche. Darüber hinaus beliefert Fuels unseren Geschäftsbereich Chemicals mit Rohstoffen. Der Geschäftsbereich Chemicals verkauft seine Basischemikalien an europäische Chemieunternehmen. Polyolefine werden an Industriekund:innen in mehr als 100 Ländern weltweit verkauft, wobei der Schwerpunkt auf den europäischen Märkten liegt. Dieser Geschäftsbereich bedient Endverbraucher:innen in einer Vielzahl von Branchen, darunter Konsumgüter, Energie, Healthcare, Infrastruktur und Mobilität. Partner:innen von OMV entlang der Wertschöpfungskette betreiben Joint-Venture-Anlagen mit OMV, liefern Rohstoffe und Zwischenprodukte, tragen zur Entwicklung und Verbesserung von Technologien bei oder arbeiten mit uns beim Verkauf unserer Produkte zusammen. Mit der Neuausrichtung unseres Unternehmens und der damit einhergehenden Anpassung des Produktangebots für unsere Kund:innen wird sich die Wertschöpfungskette erweitern und künftig auch unsere nachhaltigen Geschäftsmodelle umfassen.

Die im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse ermittelten IROs im Zusammenhang mit unserem Geschäftsmodell und unserer Wertschöpfungskette finden Sie unter >SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell.
SBM-2 Interessen und Standpunkte der Interessenträger:innen
[ESRS-2-SBM-2.45, 2.45a-i-45a-ii, 45a-iv] OMV verpflichtet sich zur proaktiven Einbeziehung seiner Interessenträger:innen. Das übergeordnete Ziel der Einbeziehung der Interessenträger:innen von OMV besteht darin, gegenseitigen Respekt, Transparenz und einen offenen Dialog mit unseren elf identifizierten Interessengruppen zu fördern. Dies hilft OMV bei der Identifizierung und Pflege von Beziehungen zu Personen, Gruppen oder Organisationen, die von unseren Aktivitäten betroffen sein oder einen Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit haben könnten. Durch die Einbeziehung der Interessenträger:innen kann OMV auf Bedenken eingehen, Informationen austauschen und starke, kollaborative Beziehungen aufbauen. Die wichtigsten Interessenträger:innen von OMV, Informationen darüber, wie die Einbeziehung für welche Kategorie von Interessenträger:innen erfolgt, sowie die spezifischen Themen der Einbeziehung der Interessenträger:innen sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.
Einbeziehung der Interessenträger:innen |
|
Interessengruppen | Beispiele für die Einbeziehung durch OMV | Beispiele für wichtige von den Interessenträger:innen vorgebrachte Themen und Belange |
Kapitalmarkt-teilnehmer:innen | • Regelmäßige Berichte und Präsentationen, Roadshows, Hauptversammlungen, Konferenzen • Treffen von sozial verantwortlichen Investor:innen (SRIs) | • Aktienkurs und allgemeine Unternehmensleistung • Kreditwürdigkeit • Bewertung im Vergleich zu Mitbewerber:innen • Klimastrategie • Signifikante ESG-bezogene Kontroversen |
Kund:innen | • Werbung • Veranstaltungen • Kundenbefragungen | • Preis und Qualität der Produkte und Dienstleistungen • Kundendienst |
Arbeitnehmer:innen | • Informative Betriebsversammlungen, kleine Informationsveranstaltungen mit einem Vorstandsmitglied • Interne Newsletter, Infoscreens, Intranet, interner Blog • Mitarbeiterbefragungen (z. B. Pulse Check) • Vertrauliche Meldung von arbeitsbezogenem Fehlverhalten (ggf. anonym) über den OMV SpeakUp-Kanal • Vertrauliche Meldung von ethischem Fehlverhalten (ggf. anonym) über die OMV Integrity Platform/Whistleblowing | • Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten • Transparente Kommunikation und Information • Unterstützendes Management |
Staatliche Stellen | • Informationsaustausch • Beziehungsmanagement • Regelmäßige Berichterstattung (gemäß gesetzlicher Anforderung) | • Regulatorischer Rahmen • Geschäftsumfeld • Sicherheit der (Energie-)Versorgung |
Branchenverbände | • Informationsaustausch und regelmäßiger Kontakt • Teilnahme an branchenspezifischen Arbeitsgruppen | • Regulatorischer Rahmen • Geschäftsumfeld |
Betroffene Gemeinschaften | •Nachhaltigkeitsprojekte, Sponsoring und Spenden • Konsultationen mit betroffenen Gemeinschaften • Möglichkeit für betroffene Gemeinschaften, Bedenken im Zusammenhang mit den Aktivitäten von OMV, einschließlich Menschenrechtsfragen, über Community-Beschwerdemechanismen zu melden | • Sachverhalte, die sich aus den Aktivitäten von OMV ergeben, wie z. B. Staub, Lärmbelästigung, erhöhtes Verkehrsaufkommen
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Medien | • Pressemitteilungen und Konferenzen • Interviews | • Allgemeine Unternehmensstrategie, Performance und Ergebnisse |
NGOs/NPOs | • Soziale Projekte, Sponsoring und Spenden • Dialog mit den Interessenträger:innen und Beschwerdemechanismen • Treffen zwischen dem:der Generaldirektor:in von OMV und wichtigen NGOs | • Performance und Risiken in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Klima • Langfristige Strategie von OMV |
Geschäftspartner:innen (JVs, operative und strategische Partner:innen) | • Branchentreffen • Verträge
| • Branchenweite Standards für Nachhaltigkeitsthemen • Gute Praxis bei Explorations-, Entwicklungs- und Produktionsaktivitäten |
Wissenschaftliche und Forschungseinrichtungen | • Projektkooperationen mit Industriepartner:innen, Wissenschaftsinstitutionen und Universitäten • Konferenzen und Vorträge | • Information und Best Practices zu neuen Technologien |
Lieferant:innen und Vertragsunternehmen | • Verhandlungen und Verträge • Audits und Beurteilungen von Lieferant:innen • Lieferantenevents • Möglichkeit für Vertragsunternehmen und Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, arbeitsbezogenes Fehlverhalten (ggf. anonym) über den OMV SpeakUp-Kanal zu melden • Meldung von ethischem Fehlverhalten (ggf. anonym) über die OMV Integrity Platform/Whistleblowing | • Faire Verträge • Pünktliche Zahlung • Angemessene Arbeitsbedingungen |
[ESRS-2-SBM-2.45a-iii] Die Einbeziehung der Interessenträger:innen baut bei OMV auf der Identifizierung und Pflege von Beziehungen zu verschiedenen Interessengruppen auf, die von unseren Aktivitäten betroffen sein oder einen Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit haben könnten. Die wichtigsten Aspekte unseres Ansatzes sind:
Identifizierung der Interessenträger:innen: OMV identifiziert relevante Interessenträger:innen wie Kapitalmarktteilnehmer:innen, Kund:innen, Arbeitnehmer:innen, staatliche Stellen, Branchenverbände, betroffene Gemeinschaften, Medien, NGOs/NPOs, Geschäftspartner:innen, wissenschaftliche Einrichtungen und Lieferant:innen.
Formate der Einbeziehung von Interessenträger:innen: Für den Dialog mit den Interessenträger:innen nutzt OMV verschiedene Kanäle, darunter regelmäßige Berichte, Präsentationen, Roadshows, Betriebsversammlungen, interne Newsletter, Pressemitteilungen, Konferenzen, persönliche Treffen, Beschwerdekanäle und soziale Projekte. Eine gezielte Einbeziehung von Interessenträger:innen erfolgt zudem im Rahmen des Prozesses zur Bewertung der Wesentlichkeit.
Wichtige Themen und Belange: OMV befasst sich mit Themen und Belangen, die von den Interessenträger:innen vorgebracht werden. Beispiele hierfür sind die Unternehmensleistungen, regulatorische Rahmenbedingungen, soziale und ökologische Auswirkungen, Branchenstandards und wesentliche Themen für OMV.
Transparenz und Dialog: OMV setzt auf gegenseitigen Respekt, transparentes Verhalten und einen offenen Dialog als Grundlage für gute Beziehungen zu den Interessenträger:innen.
Das OMV Managementteam ist sich seiner Verantwortung für die Leistung und das Handeln des Unternehmens bewusst. Dazu gehört auch die Verantwortung, die Interessen der Aktionär:innen zu vertreten und zu fördern. Dieser Rechenschaftspflicht kommen wir durch den Dialog mit Aktionär:innen und potenziellen Investor:innen nach. So nahmen das Topmanagement und das Team der Abteilung Investor Relations im Jahr 2025 an Konferenzen sowie Analysten- und Investorengesprächen teil, um die aktive Präsenz von OMV auf lokalen und internationalen Kapitalmärkten aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus nahm das Topmanagement an Konferenzen und Meetings mit Investmentfondsvertreter:innen teil, um Investor:innen und Analyst:innen regelmäßig über die vierteljährliche operative und finanzielle Performance, die Umsetzung der Strategie und geplante Vorhaben zu informieren. Der Dialog mit den Gewerkschaften ist für ein harmonisches Miteinander in unserem Unternehmen sehr wichtig. Der OMV Vorstand und das Senior Management arbeiten daher weiterhin konstruktiv mit den Arbeitnehmervertreter:innen zusammen. Der Austausch von OMV mit den Gewerkschaften zur Entwicklung gemeinsam getragener Ansätze wird auch in Zukunft ein Schlüsselelement für die Entscheidungsprozesse von OMV sein. Wir nehmen auch aktiv an Meetings und Diskussionen mit NGOs teil, um sicherzustellen, dass wir uns mit gesellschaftlichen Anliegen auf einer breiteren Basis befassen.
Darüber hinaus führt OMV mindestens alle drei Jahre einen Konsultationsprozess mit externen und internen Interessenträger:innen für die Wesentlichkeitsanalyse durch. Dieser Prozess, der von Group Sustainability gesteuert wird, dient dazu, Feedback zu unseren wesentlichen Themen einzuholen und erforderlichenfalls neue Nachhaltigkeitsprioritäten festzulegen. Mehr dazu finden Sie unter >IRO-1 Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen.
[ESRS-2-SBM-2.45a-45v] Die Ergebnisse der Einbeziehung der Interessenträger:innen werden durch ihre Integration in die Entscheidungsprozesse von OMV auf verschiedene Weise fortlaufend berücksichtigt – entweder nach einem festgelegten Prozess oder je nach Fall bzw. Bedarf. So gehen wir zum Beispiel auf die Bedenken von Investor:innen zu ESG-Themen in Einzelgesprächen und Gruppenmeetings ein, nehmen an externen Veranstaltungen teil und engagieren uns aktiv in wichtigen Interessengruppen, Arbeitskreisen und Partnerschaften. Das Feedback der Interessenträger:innen fließt auch in die Bewertung der Wesentlichkeit ein, um die relevantesten Themen auf Grundlage des Inputs der Interessenträger:innen zu ermitteln und zu priorisieren. Das Feedback der Interessenträger:innen wird auch bei der Entwicklung oder Aktualisierung der Strategien und Konzepte von OMV berücksichtigt. Das Feedback der Interessenträger:innen wird darüber hinaus zur kontinuierlichen Verbesserung unserer Performance genutzt, insbesondere in Bereichen wie Umweltauswirkungen, soziale Verantwortung und Governance. Dies geschieht beispielsweise durch regelmäßige Treffen mit Umwelt-NGOs, die Durchführung von Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen für neue Projekte sowie die Einbeziehung betroffener Gemeinschaften über unsere Sozialinvestitionsprojekte oder durch die Erörterung von Anliegen, die über Community-Beschwerdemechanismen vorgebracht werden.
[ESRS-2-SBM-2.45b] Im Zuge des Prozesses zur Bewertung der Wesentlichkeit im Jahr 2024 wurden unsere wichtigsten Interessenträger:innen identifiziert, um ein besseres Verständnis für ihre Interessen und Ansichten zu entwickeln. Die in der obigen Tabelle aufgeführten wichtigsten Interessengruppen wurden mittels Online-Fragebögen konsultiert. Mit dieser Einbeziehung sollte sichergestellt werden, dass die für OMV und seine Interessenträger:innen wichtigsten Themen identifiziert und nach Prioritäten geordnet werden. Die Ansichten und Interessen der Interessenträger:innen, die in Form von Bewertungen der wesentlichen Themen zum Ausdruck kamen, wurden herangezogen, um die Ansichten von OMV zu den wesentlichen Fragen und Themen zu validieren bzw. gegebenenfalls anzupassen. Insgesamt bestätigte das Feedback der wichtigsten Interessenträger:innen im Prozess zur Bewertung der Wesentlichkeit im Jahr 2024 die internen Ansichten von OMV zu wesentlichen Themen. Im Jahr 2025 wurde eine Überprüfung der 2024 ermittelten IROs durchgeführt, bei der auch die Ergebnisse der Befragung der Interessenträger:innen aus dem Jahr 2024 berücksichtigt und integriert wurden. Mehr zu unserer Wesentlichkeitsanalyse finden Sie unter >IRO-1 Beschreibung des Verfahrens zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen.
[ESRS-2-SBM-2.45d] Der OMV Vorstand wird über die Standpunkte und Interessen der betroffenen Interessenträger:innen auf unterschiedliche Weise unterrichtet. Einerseits ist er eng in den Genehmigungsprozess der Wesentlichkeitsanalyse eingebunden und erfährt dadurch mehr über die Anliegen der Interessenträger:innen zu wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekten. Andererseits wird er über ihre Sichtweisen in regelmäßigen Meetings mit Expert:innen des Unternehmens, die direkt mit allen in der oben stehenden Tabelle aufgeführten Interessengruppen interagieren, auf dem Laufenden gehalten. Dazu gehören die Ergebnisse von Initiativen zur direkten Einbindung der Arbeitnehmer:innen, aber auch Erkenntnisse aus Meetings mit Vertreter:innen von Investor:innen, Medien, Geschäftspartner:innen oder aus der Wissenschaft.
Insbesondere im Hinblick auf unsere drei wichtigsten Gruppen betroffener Interessenträger:innen stellen wir sicher, dass ihre Interessen, Ansichten und Rechte in unsere Strategie und unser Geschäftsmodell einfließen. Diese Herangehensweise wird im Folgenden beschrieben.
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens
[S1-SBM-2.12] Bei OMV haben die Ansichten, Interessen und Rechte unserer Arbeitnehmer:innen, einschließlich der Achtung ihrer Menschenrechte, maßgeblichen Einfluss auf unsere Strategie und unser Geschäftsmodell. Dieser Einfluss spiegelt sich in unserem Code of Conduct, unserem umfassenden Ansatz in Bezug auf die Menschenrechte, der in unserer Menschenrechts-Grundsatzerklärung dargelegt ist, und in unserer „People & Culture“-Strategie wider. [S1-SBM-2.AR 4] Damit sind unsere wesentlichen Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit den Arbeitskräften unseres Unternehmens bereits in unserer Strategie und unserem Geschäftsmodell verankert. Darüber hinaus berücksichtigt unsere „People & Culture“-Strategie die Interessen der Arbeitnehmer:innen und trägt zur Anpassung unseres Geschäftsmodells an veränderte Bedürfnisse zur Umsetzung der OMV Strategie 2030 bei. [S1-SBM-2.12] Wir legen großen Wert auf die Achtung der Menschenrechte und stellen sicher, dass die Standpunkte der Arbeitnehmer:innen gehört und wertgeschätzt werden. Dies geschieht durch verschiedene Aktivitäten zur Einbeziehung und über unsere Beschwerdekanäle. Direkte Interaktionen zwischen dem Vorstand und Expert:innen des Unternehmens sowie regelmäßige Meetings mit den Arbeitnehmervertreter:innen stellen sicher, dass wir kontinuierlich über Anliegen und Vorschläge der Arbeitnehmer:innen informiert sind. Indem wir diese Erkenntnisse in unsere strategische Planung einbeziehen, wollen wir die Werte und Erwartungen unserer Arbeitnehmer:innen berücksichtigen. [S1-SBM-2.AR 4] Wir sind uns bewusst, dass unsere Strategie und unser Geschäftsmodell Auswirkungen auf unsere Belegschaft haben. Dazu gehören die angemessene Anwendung von Menschenrechtsstandards, das Management von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sowie die erhöhte Zufriedenheit, Produktivität und Gesundheit der Arbeitnehmer:innen durch ein gesteigertes Bewusstsein für die Menschenrechte. Darüber hinaus ist unsere Strategie wichtig, um das Risiko ineffizienter Schulungen und Umschulungen unserer Belegschaft zu mindern. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >S1 Arbeitskräfte des Unternehmens.
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
[S2-SBM-2.9] [S2-SBM-2.AR 4] Bei OMV sind wir uns bewusst, dass die Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette wichtige Interessenträger:innen sind, deren Interessen, Ansichten und Rechte Einfluss auf unsere Strategie und unser Geschäftsmodell haben. Um sicherzustellen, dass ihre Stimmen gehört und respektiert werden, haben wir neue Meldekategorien in unsere bestehende Integrity Platform integriert. Diese Plattform ist für die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette zugänglich und deckt verschiedene Themenbereiche ab, wie zum Beispiel Fehlverhalten am Arbeitsplatz oder geschäftsethische Aspekte. Der Code of Conduct wurde 2024 aktualisiert, um im Einklang mit den geltenden internationalen Standards ausdrücklich auf die Ansichten, Interessen und Rechte der Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette sowie die Themenbereiche Gesundheit und Arbeitsschutz, Menschenhandel, Zwangsarbeit, Kinderarbeit und andere Menschenrechtsgrundsätze einzugehen. Darüber hinaus führen wir regelmäßig Audits und Überprüfungen (z. B. HSSE, Menschenrechte) unserer Partner:innen in der Wertschöpfungskette durch, um tatsächliche oder potenzielle Auswirkungen auf die Menschenrechte zu identifizieren und zu adressieren. Dazu tauschen wir uns direkt mit den Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette und ihren Vertreter:innen aus, um ein besseres Verständnis für ihre Anliegen und Sichtweisen zu entwickeln. Wir arbeiten mit unseren Lieferant:innen und Geschäftspartner:innen zusammen, um faire Arbeitspraktiken zu fördern und die Einhaltung internationaler Menschenrechtsstandards sicherzustellen. Die aus diesen Interaktionen gewonnenen Erkenntnisse fließen in unsere strategische Planung und unser Geschäftsmodell ein. Ziel ist es, unsere Tätigkeiten mit den Werten und Bedürfnissen der Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette in Einklang zu bringen, ihre Rechte und ihr Wohlergehen zu unterstützen und gleichzeitig zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. [S2-SBM-2.AR 4] Wir sind uns bewusst, dass unsere Strategie und unser Geschäftsmodell zu wesentlichen Auswirkungen für die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette beitragen können, insbesondere durch aktives Engagement für Sicherheit und Menschenrechtsgrundsätze. Die Strategie und das Geschäftsmodell können auch zur Minderung negativer Auswirkungen und Risiken beitragen, die mit dem Verlust von qualifiziertem Personal entlang der Wertschöpfungskette einhergehen. Wir sind uns unserer Auswirkungen und Risiken bewusst und verpflichten uns, ihnen mit geeigneten Maßnahmen zu begegnen. Aus heutiger Sicht werden diese Maßnahmen unsere Gesamtstrategie und unser Geschäftsmodell jedoch nicht verändern. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
S3 Betroffene Gemeinschaften
[S3-SBM-2.7] [S3-SBM-2.AR 3] Bei OMV berücksichtigen wir die Ansichten, Interessen und Rechte betroffener Gemeinschaften, einschließlich indigener Bevölkerungsgruppen. Dazu führen wir Sozialverträglichkeits- und Menschenrechtsprüfungen (Social and Human Rights Impact Assessments; SHRIA) und Risikoanalysen durch und wenden gegebenenfalls den Grundsatz der freiwilligen und in Kenntnis der Sachlage erteilten vorherigen Zustimmung an. Diese Prüfungen werden in einigen Fällen mit Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen (Environmental and Social Impact Assessments; ESIA) kombiniert. Damit stellen wir sicher, dass die Sichtweisen betroffener Gemeinschaften und indigener Bevölkerungsgruppen in allen Projektphasen berücksichtigt werden. Wir beziehen die Gemeinschaften, einschließlich der indigenen Gemeinschaften, durch Aktivitäten zur Einbindung der Interessenträger:innen, öffentliche Konsultationen, Treffen, Projekte und Partnerschaften sowie Community-Beschwerdemechanismen (Community Grievance Mechanisms; CGMs) ein und pflegen eine offene und transparente Kommunikation. Dieses Commitment, ihr Feedback zu respektieren und in unsere strategische Planung und unser Geschäftsmodell einfließen zu lassen, hilft uns, unsere Tätigkeiten mit den Werten und Bedürfnissen dieser Gemeinschaften in Einklang zu bringen, eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen und unsere gesellschaftliche Akzeptanz zu verbessern. [S3-SBM-2.AR 3] Wir sind uns bewusst, dass unsere Strategie und unser Geschäftsmodell Auswirkungen auf betroffene Gemeinschaften, einschließlich indigener Bevölkerungsgruppen, haben können. Durch die Wahrung ihrer Bürgerrechte sowie ihrer politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte und die Schaffung von Geschäftschancen für die lokale Bevölkerung wollen wir positive Beziehungen pflegen. Unser Ansatz zielt auch darauf ab, potenzielle negative Auswirkungen zu mindern, wie zum Beispiel die Nichtbeachtung sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Rechte von Gemeinschaften, die Nichtgewährleistung von Konsultationen, Entschädigungen und Wiedergutmachungen, Folgen von Prozesssicherheitsereignissen, Staub- und Lärmbelästigung oder eingeschränkte Beschäftigungsmöglichkeiten. Wir sind uns unserer positiven und negativen Auswirkungen voll und ganz bewusst und verpflichten uns, ihnen durch positive Beziehungen zur lokalen Bevölkerung, Investitionen in unsere Standortgemeinden und die Stärkung des Vertrauens der Gemeinschaften zu begegnen. Aus heutiger Sicht werden diese Maßnahmen unsere Gesamtstrategie und unser Geschäftsmodell jedoch nicht verändern. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >S3 Betroffene Gemeinschaften.
SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
Die im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse identifizierten wesentlichen Aspekte sind den Fokusthemen des OMV Nachhaltigkeits-Frameworks zugeordnet. Im Jahr 2025 wurden die folgenden Themen und Unterthemen als wesentlich für OMV identifiziert:

[ESRS-2-SBM-3.48g] Im Jahr 2024 führte OMV eine umfassende doppelte Wesentlichkeitsanalyse (Double Materiality Assessment; DMA) durch, die auch als Grundlage für den aktuellen Berichtszeitraum dient. Die 2025 von OMV vorgenommene Überprüfung der DMA führte zu einer Verfeinerung der IROs und infolgedessen zu Änderungen bei wesentlichen Unterthemen im Vergleich zu 2024. Eine ausführliche Erläuterung der Prozesse zur Bewertung der Wesentlichkeit für die Jahre 2024 und 2025 finden Sie im Abschnitt >IRO-1 Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen. Für 2025 wurden die Unterthemen Anpassung an den Klimawandel, Korruption und Bestechung, Schutz von Hinweisgeber:innen (Whistleblowers) und Wirtschaftliche Auswirkungen zusammen mit den jeweiligen IROs als nicht wesentlich eingestuft. [ESRS-2-IRO-1.53h] Für alle zu den wesentlichen Themen ermittelten IROs wurden die Angabepflichten gemäß den ESRS sowie die Anforderungen des NaDiVeG soweit zutreffend berücksichtigt. Für zusätzliche unternehmensspezifische Angaben in diesem Bericht wurden die von Ipieca, API und IOGP entwickelten Leitlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Öl- und Gasindustrie herangezogen. Alle zusätzlichen Informationen, die aufgenommen wurden und für unsere Branche relevant sind, jedoch nicht aus den oben genannten Quellen stammen, wurden als freiwillige Angaben definiert. Mehr dazu finden Sie in den Tabellen unter >Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen.
Unwesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Verschiedene Überlegungen im Rahmen der Überarbeitung der IROs im Jahr 2025 führten dazu, dass die im Folgenden aufgeführten IROs für das hier betrachtete Berichtsjahr als unwesentlich eingestuft wurden. Diese Überlegungen sind unter >ESRS 2: Änderungen der Wesentlichkeitsanalyse 2025 gegenüber 2024 dargelegt. Einen detaillierten Überblick über alle IROs, die für 2025 als nicht wesentlich betrachtet werden, finden Sie im >Anhang: Unwesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen.
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
[ESRS-2-SBM-3.48b] [S1-SBM-3.13a-ii] [S2-SBM-3.10a-ii] [S3-SBM-3.8a-ii] OMV ist sich seiner tatsächlichen und potenziellen negativen IROs im Zusammenhang mit Klima und Umwelt bewusst und nimmt diese sehr ernst. Im Mittelpunkt der OMV Strategie 2030 steht daher die Transformation zu einem integrierten Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemikalien, das erhebliche Emissionsreduktionen erzielt und gleichzeitig auf Marktanforderungen und Kundenbedürfnisse eingeht. Im Sinne dieser strategischen Neuausrichtung passen wir unser Geschäftsmodell und unsere Kerngeschäftsprozesse fortlaufend an. Wie schon im Jahr 2024 wurden auch 2025 keine aktuellen Auswirkungen wesentlicher IROs auf das Geschäftsmodell, die Strategie in Bezug auf die Wertschöpfungskette oder die Entscheidungsfindung festgestellt, weshalb keine durch wesentliche IROs bedingten Änderungen an der Strategie und dem Geschäftsmodell vorgenommen wurden. Mehr über die Abstimmung unserer Nachhaltigkeitsziele auf unseren strategischen Fokus und unser Geschäftsmodell finden Sie im Abschnitt >SBM-1 Strategie, Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette. Konkrete Maßnahmen, die wir ergreifen, um negative Umweltauswirkungen und -risiken zu mindern und Chancen zu nutzen, sind stets auf unsere strategischen Ziele abgestimmt. Mehr zu unseren Maßnahmen im Zusammenhang mit unseren wesentlichen IROs finden Sie in den jeweiligen Kapiteln über >Umwelt, >Soziales und >Governance.
[ESRS-2-AR.17] Die Bewertung der IROs spiegelt die Komplexität der Wertschöpfungskette von OMV wider, die entsprechend dem OMV Betriebsmodell abgebildet wird. Die potenzielle Risikoexposition von Lieferant:innen, Kund:innen und JV-Partner:innen wird durch die Abbildung globaler ESG-Risiken und geografischer Angaben zur Lieferkette bewertet. Diese ESG-Risikobewertung wird mithilfe einer externen Plattform für globale Risikoinformationen durchgeführt. Diese stellt eine detaillierte Liste von Indizes bereit, die in Klima und Umwelt, Geopolitik und soziale Faktoren einschließlich Menschenrechten unterteilt sind. Die Bewertung der Wertschöpfungskette vermittelt uns ein besseres Verständnis der geografischen Konzentration von OMV und hilft uns, die Hauptschwachstellen in der Lieferkette zu ermitteln. Dadurch sind wir in der Lage, Anpassungsmaßnahmen zur Steigerung unserer Widerstandsfähigkeit gegenüber kurzfristigen Herausforderungen und Megatrends zu definieren. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz können wir Schwachstellen in der Wertschöpfungskette lokalisieren und im Bedarfsfall zusammen mit wichtigen Lieferant:innen und Kund:innen geeignete Lösungen erarbeiten. Eine detaillierte Zuordnung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen innerhalb der Wertschöpfungskette finden Sie in der Liste der IROs zu den jeweiligen themenbezogenen Standards. Mehr dazu siehe >SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell.
Wesentliche IROs für die Biodiversität und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
[E4-SBM-3-4.16a, a-ii, a-iii] Eine Geodatenanalyse ergab, dass sich mehrere OMV Standorte in oder in der Nähe von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität befinden, darunter nationale Schutzgebiete gemäß der gemeinsamen Datenbank für ausgewiesene Gebiete (Common Database on Designated Areas), Natura-2000-Gebiete und Schlüsselgebiete der biologischen Vielfalt (Key Biodiversity Areas; KBAs). Um die wesentlichen Standorte sowie die wesentlichen Auswirkungen und Abhängigkeiten auf Standortebene zu bestimmen, müssen die Auswirkungen und Risiken auf Standortebene analysiert werden. Dazu begann OMV im letzten Quartal 2023 mit einer Bewertung seiner Betriebsstandorte nach dem LEAP-Ansatz der TNFD. Nach der Analyse von sechs Pilotstandorten in der ersten Phase (Q3 2023 bis Q3 2024) verfeinerten wir die Methode, schlossen die „Locate“-Phase ab und führten 2025 ein konzernweites Standortscreening durch. Unser Ziel ist es, die Bewertung unserer Betriebsstandorte (mit Ausnahme der Tankstellen) zeitnah abzuschließen. Da wir aktuell noch keine vollständige Liste der für OMV wesentlichen Standorte veröffentlichen können, haben wir uns entschlossen, eine zusammenfassende Tabelle aller Standorte in der Nähe von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität zu erstellen – unabhängig davon, ob mit diesen Standorten tatsächliche Auswirkungen und Risiken einhergehen. Diese Tabelle finden Sie im Abschnitt >IRO-1 Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen.
[E4-SBM-3-4.16a-i] Die Tätigkeiten, die sich auf die biologische Vielfalt negativ auswirken könnten, sind typisch für unsere Branche: zum Beispiel die Exploration und Erschließung neuer Öl- und Gasvorkommen, aber auch die Produktion, der Transport und die Raffination dieser Ressourcen. Die letztendliche Nutzung dieser Ressourcen trägt zum Klimawandel bei, einer der Hauptursachen für den Verlust an biologischer Vielfalt. Neue Aktivitäten von OMV, wie die Erschließung geothermaler Ressourcen oder der Bau von Anlagen zur Erzeugung und Umwandlung von kreislauffähigen Einsatzstoffen, könnten sich ebenfalls auf die biologische Vielfalt auswirken, wenn sie nicht gut gehandhabt werden. Diese Aktivitäten können auch zu indirekten Auswirkungen auf die biologische Vielfalt führen – sowohl kurz- als auch langfristig. Die Auswirkungen auf die biologische Vielfalt können die Verfügbarkeit, die Zugänglichkeit oder die Qualität der natürlichen Ressourcen einschränken. Dies wiederum kann sich negativ auf das Wohlergehen und die Lebensgrundlagen betroffener Gemeinschaften auswirken. Die Schädigung der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme geht mit der Nutzung von Süßwasser- und Meeresökosystemen, der Nutzung von Wasser und anderen Ressourcen, dem Klimawandel, der Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung sowie der potenziellen Einschleppung invasiver gebietsfremder Arten einher und erfordert unsere Aufmerksamkeit.
[E4-SBM-3-4.16b] Wir sind aktuell dabei, die IROs zu evaluieren (TNFD LEAP). Für die bisher untersuchten Standorte haben wir keine wesentlichen negativen Auswirkungen in Bezug auf Landdegradation, Wüstenbildung oder Bodenversiegelung festgestellt. [E4-SBM 3-4.16c] Auf der Grundlage der laufenden LEAP-Bewertung haben wir bis dato keine potenziellen Auswirkungen unserer Tätigkeiten auf bedrohte Arten festgestellt. Wir gehen davon aus, dass sich unsere Geschäftstätigkeit nicht auf bedrohte Arten auswirkt. Zur Verifizierung dieser Annahme bedarf es jedoch eingehenderer Untersuchungen auf Standortebene. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Biodiversität werden bereits in unserer Strategie 2030 thematisiert, die sich insbesondere mit der Dekarbonisierung und folglich der Minimierung unseres Beitrags zum Klimawandel befasst.
Wesentliche IROs für die Arbeitskräfte des Unternehmens und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
[S1-SBM-3.13a, 13b] Die tatsächlichen und potenziellen wesentlichen Auswirkungen auf die Arbeitskräfte des Unternehmens sind eng mit unserem Geschäftsmodell und unseren strategischen Plänen verbunden, die nur mithilfe unserer Arbeitnehmer:innen umgesetzt werden können. In Anbetracht der hohen Sicherheitsrisiken in unserer Branche sind die „People & Culture“- und HSSE-Strategien von OMV für die erfolgreiche Umsetzung unserer Geschäftsstrategie, den Schutz unserer Arbeitnehmer:innen und die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben von entscheidender Bedeutung. Ebenso hängt unser wesentliches Risiko im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens direkt mit unserer Strategie zusammen. Der Aufbau und die Bindung eines talentierten und qualifizierten Teams von Arbeitnehmer:innen sind entscheidend für internationales und integriertes Wachstum und den Erfolg unserer Konzernstrategie. Dies gilt umso mehr, als die strategische Transformation gemäß unserer Strategie 2030 laufend neues Wissen erfordert. Sind Umschulungen und Schulungen unserer Belegschaft ineffizient, könnte dies die erfolgreiche Umsetzung unserer Strategie gefährden. Deshalb haben wir zur Unterstützung unserer Strategie 2030 eine „People & Culture“-Strategie entwickelt. Diese zielt darauf ab, negative Auswirkungen und Risiken zu minimieren und positive Auswirkungen zu maximieren.
Alle wesentlichen Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens sind somit bereits in unserer Strategie und unserem Geschäftsmodell verankert. Diesbezüglich sind keine größeren Veränderungen zu erwarten. Fortlaufende Qualitätssicherungs- und Verbesserungsmaßnahmen werden geprüft und je nach Bedarf implementiert. Unsere wesentlichen Auswirkungen und Risiken haben jedoch derzeit keinen Einfluss auf unsere Strategie und unser Geschäftsmodell als solches. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >Mit S1 Arbeitskräfte des Unternehmens verbundene wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen.
[S1-SBM-3.14a] Die vorerwähnten Auswirkungen betreffen alle unsere Arbeitnehmer:innen (z. B. Pipeline-Ingenieur:innen, Außendiensttechniker:innen, Chemieingenieur:innen, Bohranlagen-Betreiber:innen, Finanzanalyst:innen und Projektleiter:innen) und Fremdarbeitskräfte (z. B. Leiharbeitskräfte, Selbstständige oder Personen, die von Unternehmen bereitgestellt werden, die in erster Linie im Bereich der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften tätig sind). Sie alle sind in den Umfang der Offenlegung einbezogen.
[S1-SBM-3.14b-i, b-ii] Die weithin als potenziell identifizierten negativen Auswirkungen beschränkten sich auf begrenzte Gruppen von Arbeitnehmer:innen. So beispielsweise jene, die unter projektbezogenem Druck arbeiten oder in Ländern tätig sind, in denen eine formelle Arbeitnehmervertretung gesetzlich untersagt ist. Im Berichtszeitraum wurden vereinzelte Ereignisse im Zusammenhang mit unzureichendem Gesundheits- und Sicherheitsmanagement festgestellt (z. B. arbeitsbedingte Verletzungen).
[S1-SBM-3.14c] Die positive Auswirkung eines gestärkten Bewusstseins für die Menschenrechte resultiert aus mehreren Maßnahmen, die von OMV umgesetzt wurden, und macht sich im gesamten Konzern bemerkbar. Während Schulungen zu Menschenrechten nur für die eigene Belegschaft verpflichtend sind, wirken sich die Einführung des aktualisierten Menschenrechtsmanagementsystems und die Ernennung neuer Menschenrechtsbeauftragter auf die Gesamtheit der Arbeitskräfte des Unternehmens aus, d. h. auf die eigenen Mitarbeiter:innen und auf Fremdarbeitskräfte. Schulungs- und Weiterbildungsprogramme, die sich sowohl an Arbeiter:innen als auch an Angestellte richten, fördern die Zufriedenheit und Produktivität unserer eigenen Arbeitnehmer:innen und unserer Fremdarbeitskräfte. Spezielle DE&I-Maßnahmen zur Unterstützung von Arbeitnehmer:innen, die einer Minderheit angehören oder mit höherer Wahrscheinlichkeit gefährdet sind, werden in sechs Mitarbeiterressourcengruppen (Employee Resource Groups) entwickelt: Barrierefreiheit, Gender, Generationen, Interkulturelles, LGBTQ+ und Elternschaft/Pflege.
[S1-SBM-3.14d, 3.14e] Um das identifizierte wesentliche Risiko einer ineffizienten Umschulung unserer Arbeitnehmer:innen im Hinblick auf die Anforderungen der strategischen Transformation zu minimieren, stellt OMV sicher, dass alle Arbeitnehmer:innen gut vorbereitet sind und über die richtigen Fähigkeiten für das Unternehmen jetzt und in der Zukunft verfügen. Um einen gerechten Übergang zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft („Just Transition“) zu ermöglichen, müssen wir einem potenziellen Mangel an qualifiziertem Personal vorbeugen, denn dies könnte zu geringerer Produktivität, wirtschaftlicher Ungleichheit und Arbeitsplatzunsicherheit bei den Arbeitnehmer:innen führen.
[S1-SBM-3.16] Eine ineffiziente Umschulung könnte durch die Tatsache verschärft werden, dass die Belegschaft von OMV zu mehr als 50% aus Personen der Generation X und Babyboomer:innen besteht. Dies hat zu Bedenken geführt, da große Gruppen in den nächsten Jahren in den Ruhestand treten werden. Um dieses Risiko zu adressieren, konzentriert sich OMV darauf, den Wissenstransfer zwischen den Generationen zu verbessern und die nächste Generation von Führungskräften durch unsere „Operational Excellence“-Programme zu fördern. Auf diese Weise lässt sich das Risiko verringern, das aus der Abhängigkeit von unserer Belegschaft – insbesondere von der Gruppe derer, die kurz vor dem Ruhestand stehen – resultiert. Es ist entscheidend, dass wir alle Arbeitnehmer:innen in unsere Weiterbildungsstrategie einbeziehen, um damit Fairness und Inklusivität zu fördern. Wir bieten allen Arbeitnehmer:innen die gleichen Chancen, die notwendigen Fähigkeiten für bestehende und neue Aufgaben zu erwerben. Die Ausrichtung der Schulungsprogramme an den strategischen Bedürfnissen von OMV trägt zur wirtschaftlichen Stabilität bei und verringert das Risiko von Arbeitsplatzverlusten und wirtschaftlichen Härtefällen. Darüber hinaus kann eine wirksame Schulung sozioökonomische Unterschiede überbrücken, soziale Gerechtigkeit fördern und nachhaltiges Wachstum unterstützen. Indem OMV dieses Risiko in Angriff nimmt, können wir einen Beitrag zu einem gerechten Übergang zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft („Just Transition“) leisten, der sowohl unserer Belegschaft als auch der Allgemeinheit zugutekommt.
[S1-SBM-3.14e] Der Übergangsplan von OMV zielt auf einen klimaneutralen Geschäftsbetrieb bis 2050 ab. Die damit einhergehenden Konsequenzen für unsere Strategie und unser Geschäftsmodell werden sich auch im Tagesgeschäft vieler unserer Arbeitnehmer:innen widerspiegeln. Zu den möglichen Folgen gehören betriebliche Umstrukturierungen sowie Änderungen der Stellenbeschreibungen. Mit unserer Personalpolitik fördern wir langfristige Beschäftigungsverhältnisse und kontinuierliches Lernen, was sowohl den Arbeitnehmer:innen als auch dem Unternehmen zugutekommt. Daher sehen wir derzeit keine wesentlichen Auswirkungen auf unsere Belegschaft, die sich aus unserem Übergang zu einem kohlenstoffarmen Geschäft ergeben könnten, und erwarten auch künftig keine derartigen Auswirkungen.
[S1-SBM-3.14f] Was besonders anfällige Bereiche für negative Auswirkungen betrifft, ist anzumerken, dass OMV Betriebsstätten (z. B. Herstellung von Ethylen und Propylen, Öl- und Gasexploration und -produktion, Raffinerien) in Regionen unterhält, in denen unzureichend durchgesetzte Arbeitnehmerrechte zu einem höheren Risiko für Zwangsarbeit führen. Zu diesen Regionen gehören der Jemen, Pakistan, Libyen, Brasilien, China und Irak.
[SBM-3.14g] OMV unterhält auch Betriebsstätten (z. B. Öl- und Gasexploration und -produktion, Tätigkeiten im Zusammenhang mit Chemikalien) in Regionen, in denen unzureichend durchgesetzte Arbeitnehmerrechte zu einem erhöhten Risiko für Kinderarbeit führen. Dies gilt insbesondere für den Jemen und Libyen.
[S1-SBM-3.15] Wir haben zudem festgestellt, dass Arbeitskräfte, die im Bereich der Exploration, in einer Raffinerie oder in der Erzeugung von Chemikalien tätig sind, im Allgemeinen negativen Auswirkungen (insbesondere im Falle unerwarteter Zwischenfälle) stärker ausgesetzt sind als Arbeitskräfte, die nicht im operativen Bereich tätig sind. Diese Einschätzung basiert auf den Ergebnissen interner Konsultationen und Bewertungen mit P&C sowie mit Menschenrechts- und HSSE-Expert:innen. Diese potenziellen negativen Auswirkungen können und werden bereits durch ein solides Gesundheits- und Sicherheitsmanagement auf ein Minimum reduziert. Weitere Einzelheiten zu allen oben genannten Aspekten finden Sie unter >S1 Arbeitskräfte des Unternehmens.
Wesentliche IROs für die Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
[S2-SBM-3.10a, 10b] Die identifizierten wesentlichen Auswirkungen für die Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette sind die unzureichende Anwendung der Menschenrechtsgrundsätze sowie die Förderung starker Menschenrechte in der gesamten Wertschöpfungskette, was entweder schlechte oder verbesserte Arbeitsbedingungen zur Folge haben kann. Hier zeigt sich ein Zusammenhang mit der Strategie wie auch dem Geschäftsmodell von OMV. Einerseits agieren wir mit unserem Geschäftsmodell in einer Branche, in der ein erhöhtes Risiko für Sicherheitsvorfälle und Menschenrechtsverletzungen gegeben ist. Andererseits betont unsere Strategie 2030 einen gerechten Übergang zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft („Just Transition“), weg vom traditionellen Öl- und Gasgeschäft. Im Fokus stehen dabei HSSE und Menschenrechte – nicht nur für unsere eigene Belegschaft, sondern für alle Arbeitskräfte, die in unsere Aktivitäten eingebunden sind. Analog dazu besteht ein enger Zusammenhang zwischen unserer Strategie bzw. unserem Geschäftsmodell und dem wesentlichen Risiko potenzieller Reputationsschäden aufgrund von mangelnder Gleichbehandlung und Chancengleichheit der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette sowie dem wesentlichen Risiko einer Verringerung des Fachwissens entlang der Wertschöpfungskette. Wenn sich diese Risiken manifestieren, können sie unsere Transformationsziele gefährden. Vor diesem Hintergrund haben wir erkannt, dass wir im Rahmen unserer Gesamtstrategie kontinuierlich geeignete Maßnahmen entwickeln und anpassen müssen, um unsere wesentlichen Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit den Arbeitskräften in unserer Wertschöpfungskette zu steuern. Aus heutiger Sicht werden sich diese Maßnahmen jedoch nicht auf unsere Strategie und unser Geschäftsmodell auswirken und auch keine diesbezüglichen Änderungen erfordern. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >Mit S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette verbundene wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen.
[S2-SBM-3.11a-i, 11a-ii, 11a-iv] Was die vorerwähnten Auswirkungen und Risiken anbelangt, sind alle Arbeitskräfte in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette betroffen und werden daher in den Umfang der Offenlegung einbezogen. Im vorgelagerten Bereich sind dies Arbeitskräfte von Auftragnehmer:innen (Tier 1) und Subunternehmer:innen (Tier n), die Dienstleistungen an OMV Standorten oder im Auftrag von OMV erbringen, wie zum Beispiel Bohrungen, Transporte auf den Verkehrswegen Straße, Wasser und Luft, Instandhaltung, Engineering, Facility Management, Catering, Sicherheit, Fahrer:innen sowie Berater:innen, die von ihren eigenen Büros aus arbeiten. Dazu gehören auch Arbeitskräfte von Tier-1-Lieferant:innen, die Waren und Materialien an OMV liefern, wie etwa Kompressoren, Rohstoffe, Rohre und Motoren. Im nachgelagerten Bereich sind dies Arbeitskräfte, die mit unseren Produkten und Dienstleistungen zu tun haben, auch wenn sie nicht direkt an unseren Standorten tätig sind. [S2-SBM-3.11a-v] Zu den Arbeitskräften, die für negative Auswirkungen als besonders anfällig identifiziert wurden, gehören Arbeitsmigrant:innen, Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Minderheiten, Frauen, junge und ältere Arbeitskräfte, Arbeitskräfte aus indigenen Bevölkerungsgruppen, Arbeitskräfte, die mit gefährlichen Aufgaben betraut oder an Hochrisikostandorten wie in Konfliktgebieten und entlegenen Gebieten tätig sind, Arbeitskräfte mit Betreuungspflichten und Mitglieder der LGBTQ+ Community.
[S2-SBM-3.11b] Um Länder zu identifizieren, die für Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette aus menschenrechtlicher Sicht ein hohes Risiko mit sich bringen, nutzen wir das globale Risikobewertungssystem von Verisk Maplecroft. Basierend auf den Daten aus diesem System betrachten wir Länder, die aus menschenrechtlicher Sicht ein hohes Risiko mit sich bringen, als solche, die mit bis zu 5 von 10 Punkten bewertet werden (auf einer Skala von 0,00 bis 10,00, wobei 0,00 für das höchste und 10,00 für das niedrigste Risiko steht). Zu diesen Ländern gehören der Jemen, Libyen, Pakistan und China. [S2-SBM-3.11c] Die potenziellen negativen Auswirkungen der unzureichenden Anwendung von Menschenrechtsgrundsätzen sind weit verbreitet und systembedingt und treten tendenziell in Ländern auf, die aus menschenrechtlicher Sicht ein hohes Risiko mit sich bringen. Sie stehen im Zusammenhang mit der unzureichenden Überwachung von Lieferant:innen, JV-Partner:innen und anderen Geschäftspartner:innen sowie der noch laufenden Einführung bzw. Etablierung des neu eingerichteten OMV Beschwerdemechanismus. Andere negative Auswirkungen beziehen sich auf einzelne Vorfälle, die im Zusammenhang mit Arbeitsbedingungen (einschließlich Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette) auftreten können.
[S2-SBM-3.11d] Um die identifizierten positiven Auswirkungen starker Menschenrechtsgrundsätze zu fördern, führen wir verschiedene Maßnahmen durch. Dazu gehören Audits, Bewertungen der menschenrechtlichen Auswirkungen und Risiken, Menschenrechtsprüfungen sowie die Verbesserung der Sicherheit von Auftragnehmer:innen. Auf Arbeitskräfte, die an Standorten von OMV oder im Auftrag von OMV Dienstleistungen erbringen, kann sich dies positiv auswirken. Darüber hinaus bieten wir allen Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette, die an OMV Betriebsstandorten tätig sind oder an Standorten arbeiten, an denen OMV die operative Kontrolle ausübt, Bewusstseinsbildung und Kompetenzentwicklung durch Webinare und HSSE-Trainings an. Zudem haben die Arbeitskräfte in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette Zugang zur TfS Academy und zur EcoVadis Academy, was sich ebenfalls positiv auf sie auswirkt. Unsere eigenen Arbeitnehmer:innen werden außerdem im Rahmen von Programmen wie dem verpflichtenden E-Learning zu Menschenrechten über die Rechte der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette aufgeklärt. Auch dies trägt zu den positiven Auswirkungen auf die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette bei. [S2-SBM-3.11e] In Bezug auf die Auswirkungen und Abhängigkeiten im Zusammenhang mit den Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette wurden wesentliche Risiken identifiziert. Ein erhebliches Risiko besteht in der Verringerung des Fachwissens entlang der Wertschöpfungskette. Dieses Risiko steht in Verbindung mit dem potenziellen Verlust qualifizierter Arbeitnehmer:innen und einer möglicherweise sinkenden Qualität der von Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette geleisteten Arbeit, wenn diese nicht von starken Menschenrechtsgrundsätzen – einschließlich menschenwürdiger Arbeitsbedingungen – profitieren. Ein weiteres Risiko sind Reputationsschäden aufgrund potenziell mangelnder Gleichbehandlung und Chancengleichheit der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
[S2-SBM-3.12] Um zu verstehen, inwiefern bestimmte Arbeitskräfte einem größeren Schadensrisiko ausgesetzt sind, hat OMV basierend auf der Exposition gegenüber schlecht regulierten oder überwachten Arbeitsgesetzen und -standards verschiedene Risikogruppen identifiziert. Arbeitsmigrant:innen könnten einem höheren Schadensrisiko ausgesetzt sein, weil sie auf einen bestimmten Arbeitsplatz angewiesen sind, um ihre Aufenthaltserlaubnis zu behalten. Dazu fehlt ihnen häufig auch ein unterstützendes soziales und familiäres Netzwerk in der Nähe. Menschen mit besonderen Bedürfnissen müssen sich gegebenenfalls auf zusätzliche Bedingungen verlassen können, um Chancengleichheit zu erfahren, wie etwa den barrierefreien Zugang zu Einrichtungen. Minderheiten, Frauen, Mitglieder der LGBTQ+ Community und Arbeitskräfte, die indigenen Bevölkerungsgruppen angehören, könnten in einem Umfeld, in dem sie strukturell oder regelmäßig diskriminiert werden, mit ungleichen Chancen und Arbeitsbedingungen konfrontiert sein. Junge wie auch ältere Arbeitskräfte sind oft besonders gefährdet, da sie stärker von ihrem Arbeitsplatz abhängig sind, sei es aufgrund mangelnder Erfahrung oder aufgrund begrenzter Möglichkeiten, bei Bedarf eine andere Beschäftigung zu finden. Selbstständige, denen es an Möglichkeiten für einen beruflichen Austausch mangelt, sind ebenfalls stärker gefährdet, Schaden zu nehmen. Arbeitskräfte, die Gefahrstoffen ausgesetzt bzw. in großen Höhen, auf Offshore-Plattformen oder in anderen schwierigen Umgebungen tätig sind, sind besonders durch Auswirkungen auf ihre Gesundheit und Sicherheit gefährdet. Arbeitskräfte in Konfliktregionen oder abgelegenen Gebieten sind mit Risiken für ihre Sicherheit sowie physische und psychische Gesundheit konfrontiert. Arbeitskräfte mit Betreuungspflichten sind gefährdeter, weil es für sie schwierig ist, ihre beruflichen Pflichten mit der Betreuungsverantwortung in Einklang zu bringen, insbesondere in Fällen, in denen es um die Pflege von älteren Menschen bzw. von Personen mit chronischen oder langfristigen Krankheiten geht oder wenn alleinstehende Pflegende die alleinige Verantwortung für ihre Angehörigen tragen. All diese Gruppen nehmen vor dem Hintergrund schlecht regulierter oder überwachter Arbeitsgesetze und -standards mit höherer Wahrscheinlichkeit Schaden. Wir wenden eine gründliche Methodik an, um die negativen Auswirkungen für diese potenziell gefährdeten Gruppen zu identifizieren. Dazu gehören Befragungen und Datenanalysen, wie beispielsweise Lieferantenrisikoberichte und -überwachung, sowie das interne Zwischenfallmeldesystem. Überwachung und kontinuierliche Verbesserung werden durch regelmäßige Bewertungen erreicht. Dazu zählen Arbeitsplatzaudits, Audits bei Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen sowie Feedback von Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette (z. B. Synergi, Audits).
[S2-SBM-3.13] Unsere wesentlichen Risiken durch Auswirkungen und Abhängigkeiten im Zusammenhang mit den Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette – vor allem im Hinblick auf die Anwendung der Menschenrechtsgrundsätze – betreffen alle Arbeitnehmer:innen in der Wertschöpfungskette, insbesondere jene mit den oben beschriebenen besonderen Merkmalen. Weitere Einzelheiten zu allen oben genannten Aspekten finden Sie unter >S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
Wesentliche IROs für betroffene Gemeinschaften und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
[S3-SBM-3.8a, 8b] Was betroffene Gemeinschaften anbelangt, ist sich OMV im Klaren, dass Transparenz, Vertrauen und partnerschaftliche Beziehungen zu diesen von entscheidender Bedeutung sind. Somit stellen wir sicher, dass wir ein verantwortungsbewusster und willkommener Nachbar sind. Daher besteht ein direkter Zusammenhang zwischen den von uns ermittelten wesentlichen Auswirkungen – Nichtbeachtung der Rechte von Gemeinschaften, mangelnde Schaffung lokaler Arbeitsplätze, aber auch Schaffung von Geschäftsmöglichkeiten und Sozialinvestitionen – und unserer Strategie bzw. unserem Geschäftsmodell. Diese Auswirkungen können durch unseren Modus Operandi und die Wahl unserer Geschäftspartner:innen an Standorten bedingt sein, in deren Nähe betroffene Gemeinschaften leben. Um sicherzustellen, dass negative Auswirkungen minimiert bzw. abgeschwächt und positive Auswirkungen gefördert werden, berücksichtigt die Strategie von OMV sowohl positive als auch negative Auswirkungen. Dies spiegelt sich beispielsweise in unserem Code of Conduct und unserem umfassenden Ansatz in Bezug auf die Menschenrechte wider, der in unserer Menschenrechts-Grundsatzerklärung dargelegt ist. Die Auswirkungen fließen durch die Messung und Erfüllung unserer Ziele in unsere Strategie ein. Die derzeitige Strategie von OMV in diesem Kontext ist gut geeignet, um die identifizierten Auswirkungen zu adressieren, und es sind keine unmittelbaren Anpassungen geplant. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >Mit S3 Betroffene Gemeinschaften verbundene wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen.
[S3-SBM-3.9] Betroffene Gemeinschaften werden definiert als die Menschen, die in der Nähe von OMV Betriebsstandorten und -einrichtungen leben, bis hin zu in weiterer Entfernung lebenden Gemeinschaften, die von den Geschäftstätigkeiten von OMV betroffen sind. Dazu gehören verschiedene Gemeinschaften oder Einzelpersonen, die aufgrund ihrer gesetzlichen Rechte bzw. ihrer Rechte im Rahmen internationaler Übereinkommen legitime Ansprüche gegen das Unternehmen haben, darunter lokale Gemeinschaften, weiter entfernt lebende Gemeinschaften und Gemeinschaften, die an unserer Wertschöpfungskette beteiligt oder von ihr betroffen sind. Gemeinschaften sind den Auswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit und der vorgelagerten Wertschöpfungskette von OMV ausgesetzt. Zu den Umweltauswirkungen gehören Boden- und Wasserverschmutzung durch Prozesssicherheitsereignisse. Unter soziale Auswirkungen fallen Staub- und Lärmbelästigungen, Landnutzung und Beschäftigungsmöglichkeiten.
[S3-SBM-3.9a-i, 3.9a-ii, 3.9a-iii, 3.9a-iv] Zu den lokalen Gemeinschaften, auf die wir wesentliche Auswirkungen haben, gehören jene, die in der Nähe von OMV Betriebsstandorten und -einrichtungen, wie Bohrstellen, Raffinerien und Pipelinetrassen, leben und von unseren Geschäftsaktivitäten direkt betroffen sind. Auch abgelegene Gemeinden, die weiter von unseren Hauptstandorten entfernt und indirekt von den Aktivitäten von OMV betroffen sind, werden hierbei berücksichtigt. Wo wir auf See und an Land (einschließlich ländlicher Gebiete) tätig sind, gehören zu den betroffenen Gemeinschaften im Allgemeinen:
benachbarte Landwirt:innen und Grundbesitzer:innen
ungelernte, angelernte und qualifizierte Personen, die im Umfeld der OMV Betriebsstandorte leben
einflussreiche Gemeindemitglieder wie Stammesführer:innen, politische oder religiöse Führungspersönlichkeiten
schutzbedürftige Gruppen wie z. B. Migrant:innen, Angehörige von Minderheiten, Frauen und Kinder
indigene Stämme mit Verbindungen zu den Land- und Meeresgebieten, in denen wir tätig sind, sowie benachbarte Stämme, deren Gebiete im unwahrscheinlichen Fall einer Freisetzung gefährlicher Stoffe betroffen sein könnten. Indigene Bevölkerungsgruppen leben bekanntlich in der Nähe unserer Standorte in Māui, Pohokura und Maari in Neuseeland.
Diese Interessenträger:innen spielen eine entscheidende Rolle im sozialen Gefüge der betroffenen Gemeinschaften, und ihre Sichtweisen sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Einbeziehungsprozesse. Unser Ansatz umfasst regelmäßige Konsultationen und Dialoge mit diesen Gruppen, um ihre Anliegen und Wünsche zu verstehen. Dies hilft uns, nachteilige Auswirkungen abzumildern und positive Beziehungen zu fördern, die auf Vertrauen und gegenseitigem Respekt basieren.
In der vorgelagerten Wertschöpfungskette sind die folgenden Gemeinschaften von den identifizierten wesentlichen Auswirkungen von OMV betroffen:
weiter entfernte Gemeinschaften (Bevölkerungsgruppen, die weiter von unseren Hauptbetriebsstandorten entfernt leben und direkt oder indirekt von unseren Aktivitäten in der vorgelagerten Wertschöpfungskette betroffen sind, z. B. durch Baustellenverkehr oder Ölverluste auf der Straße)
Gemeinschaften, die an unserer Wertschöpfungskette beteiligt oder davon betroffen sind, einschließlich jener in Regionen, aus denen wir Rohstoffe beziehen oder in denen wir Förderverfahren entwickeln, sowie in Gebieten, die am Transport- und Vertriebsnetz beteiligt sind, wie z. B. Gemeinschaften an vorgelagerten Endpunkten der Wertschöpfungskette.
[S3-SBM-3.9b] Die ermittelten potenziellen wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Gemeinschaften in der Nähe unserer Standorte stehen in der Regel im Zusammenhang mit einzelnen Vorfällen im Rahmen der eigenen Tätigkeit von OMV oder solchen aus Geschäftsbeziehungen, wie zum Beispiel Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualität von Gemeinschaften. Allerdings könnte es auch zu weitreichenderen Auswirkungen kommen, wenn bestimmte Verfahren nicht befolgt werden. Systemische Auswirkungen können mit Problemen oder Herausforderungen verbunden sein, die im lokalen Kontext vorherrschen und durch Ursachen hervorgerufen werden, die sich der unmittelbaren Kontrolle von OMV entziehen, wie zum Beispiel regionale Beschäftigungsquoten oder lokale Grundstückspreise. Dennoch erhöhen sie das Risiko nachteiliger Auswirkungen im Rahmen der eigenen Tätigkeiten oder der Wertschöpfungskette von OMV. Ein wesentlicher Prozess, mit dem wir Auswirkungen ermitteln und nachprüfen, ob es sich um individuelle oder systemische Auswirkungen handelt, ist die Analyse der an den Standorten eingegangenen Beschwerden.
Aufgrund des Profils unserer Branche können unsere Wertschöpfungskette und unsere Logistik negative Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften haben, beispielsweise indem sie Staus verursachen und die Luftverschmutzung erhöhen. Dies kann die Gesundheit und das Wohlergehen der lokalen Gemeinschaften beeinträchtigen. Aus unserem Beschwerderegister gehen frühere Sachverhalte im Zusammenhang mit Staub- und Lärmbelästigungen durch unsere Geschäftstätigkeit hervor. Derartige Auswirkungen können die Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualität der lokalen Gemeinschaften beeinträchtigen. In der Regel handelt es sich dabei um Einzelereignisse im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung wie Freisetzungen gefährlicher Stoffe, Lärm und Staub. Das Prozesssicherheitsmanagement (PSM) bleibt als moralische und geschäftliche Notwendigkeit ein entscheidender Schwerpunkt für das Unternehmen. Ein Prozesssicherheitsereignis könnte erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualität von Gemeinschaften sowie auf die Umwelt haben, wie beispielsweise Wasserverunreinigungen durch Bohrungen oder die Exposition gegenüber gefährlichen Stoffen. Zur Minderung dieser Risiken werden wirksame präventive Maßnahmen umgesetzt.
[S3-SBM-3.9c] Neben diesen negativen Auswirkungen wurden auch positive Auswirkungen für die lokalen Gemeinschaften festgestellt. Dazu gehören gestiegene lokale Beschäftigung und bessere Entwicklung der lokalen Wirtschaft, beispielsweise durch verstärkte lokale Beschaffung oder mehr Laufkundschaft für lokale Betriebe durch Arbeitskräfte, die für ein OMV Projekt in ein Gebiet kommen. Weitere positive Auswirkungen sind Verbesserungen der Infrastruktur und Beiträge zur lokalen Entwicklung in Form von Sozialinvestitionen, zum Beispiel in Erste Hilfe und medizinische Versorgung für benachteiligte Gemeinschaften.
[S3-SBM-3.10] Im Rahmen unseres Ansatzes identifizieren und pflegen wir Beziehungen zu Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen, die von unseren Aktivitäten betroffen sind oder Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit haben. Die Identifizierung und Analyse von Interessengruppen ist ein wesentlicher Teil unserer Abläufe betreffend Community-Relations- und Sozialinvestitionen. Lokale Community-Relations-Beauftragte sind dafür verantwortlich, Interessenträger:innen zu identifizieren, deren Bedürfnisse sowie potenzielle Risiken und Auswirkungen für die Aktivitäten und die Wertschöpfungskette von OMV zu bewerten und diese Informationen zur Entwicklung lokaler Community-Relations- und Sozialinvestitionen zu nutzen. Beispielsweise haben wir indigene Bevölkerungsgruppen (iwi und hapū) in Neuseeland aufgrund der kulturellen Bedeutung der Umwelt als Interessenträger:innen mit hoher Priorität identifiziert und tauschen uns im Rahmen des laufenden Programms von OMV Neuseeland zur Einbeziehung von Interessengruppen regelmäßig mit ihnen aus. Diese Einbeziehung ist auf verschiedene Anlagen und Projekte zugeschnitten und bezieht mehrere Gruppen ein, um sicherzustellen, dass ihre Stimmen gehört werden.
[S3-SBM-3.11] In Bezug auf das Thema der betroffenen Gemeinschaften wurden im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse keine wesentlichen Risiken und Chancen festgestellt. Allerdings sind wir uns auch der Vorteile einer positiven Reputation bewusst, die sich aus der Gewährung von Sofortunterstützung und humanitärer Hilfe für von Naturkatastrophen oder Kriegen betroffene Gemeinschaften ergeben. Weitere Einzelheiten zu allen oben genannten Aspekten finden Sie unter >S3 Betroffene Gemeinschaften.
Finanzielle Folgen wesentlicher Risiken und Chancen
[ESRS-2-SBM-3.48d] Die für alle E-, S- und G-Themen identifizierten wesentlichen Risiken und Chancen hatten keine wesentlichen messbaren tatsächlichen Auswirkungen auf die aktuelle Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von OMV. Die im Jahr 2025 angefallenen Investitionsausgaben (CAPEX) für Maßnahmen zur Verhinderung oder Minderung dieser Risiken bzw. Nutzung dieser Chancen sind in den Tabellen mit den Zusammenfassungen der wichtigsten Maßnahmen in den jeweiligen Kapiteln enthalten, einschließlich einer Zuordnung der CAPEX zu den jeweiligen Auswirkungen, Risiken und Chancen. Die aktuellen finanziellen Effekte wesentlicher Risiken und Chancen, bei denen ein erhebliches Risiko einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten innerhalb des nächsten Berichtszeitraums unter Berücksichtigung des für die mittelfristige Planung verwendeten Basisszenarios besteht, sind im Konzernabschluss in >Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende angeführt.
[ESRS-2-SBM-3.48f] Die Widerstandsfähigkeit der Strategie und des Geschäftsmodells von OMV trägt dazu bei, wesentliche Auswirkungen und Risiken zu bewältigen und gleichzeitig Chancen zu nutzen. Der strategische Rahmen von OMV ist auf Anpassungsfähigkeit ausgelegt und ermöglicht es dem Unternehmen, sich auf dem dynamischen und oft volatilen Energiemarkt zurechtzufinden. Durch die Integration von Nachhaltigkeit in seine Kernaktivitäten verfolgt OMV einen proaktiven Ansatz zur Minderung von Umweltrisiken wie CO2-Emissionen und Ressourcenerschöpfung. Die selbst auferlegte Verpflichtung des Unternehmens, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, unterstreicht seine langfristige Vision und sein Engagement für Umweltschutz. Die erheblichen Investitionen in erneuerbare Energien und technologische Innovationen versetzen OMV in die Lage, die sich bietenden Chancen im Bereich der grünen Energie entsprechend zu nutzen. Darüber hinaus dient das Risikomanagement von OMV dazu, menschenrechtliche und operationelle Risiken innerhalb der Lieferkette des Unternehmens zu identifizieren und zu mindern. Nach Maßgabe unserer Strategie 2030 und unserer Transformationsziele wird die Klimaresilienz von OMV einer entsprechenden Analyse unterzogen. Diese Analyse bestätigte die Fähigkeit des Unternehmens zur Umsetzung seiner Strategie 2030 sowie die Resilienz des zukünftigen Portfolios von OMV mit einem positiven Cashflow aus der Betriebstätigkeit und einem freien Cashflow im Zeitraum von 2026 bis 2040. Mehr dazu finden Sie unter >E1: ESRS 2 SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell.
Mit E1 Klimawandel verbundene wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
[SBM-3.48a] [SBM-3.48c-i, 48c-ii, 48c-iii, 48c-iv] [SBM-3-48h] |
Unterthemen | Beschreibung | Weitere Einzelheiten | Zeithorizont | IRO | `-/+ | Tatsächlich/ potenziell | Wertschöp-fungskette | Relevante Konzepte | Art der Angabe |
Klimaschutz/ Energie | [IRO-E1-CC1] Durch unsere Geschäftstätigkeit, verkaufte Produkte und geringe Energieeffizienz an unseren Standorten bedingte THG-Emissionen
Hohe Emissionen und erheblicher Energieverbrauch durch die Fortführung von Standorten und Geschäftsaktivitäten entsprechend dem derzeitigen Geschäftsmodell | Direkte und indirekte THG-Emissionen aus eigenen Tätigkeiten und Produkten sowie erheblicher Energieverbrauch infolge geringer Energieeffizienz tragen zur globalen Erwärmung und zum Klimawandel bei und haben negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Die Auswirkungen sind auf die Strategie und das Geschäftsmodell von OMV zurückzuführen, da Freisetzungen von THG-Emissionen aus den Kernaktivitäten von OMV resultieren. OMV hat aufgrund der durch Lieferant:innen, eigene Tätigkeiten und die Verwendung unserer Produkte verursachten Emissionen einen Anteil an den Auswirkungen. Die OMV Tochtergesellschaft Borealis produziert den Großteil der Polyolefine aus fossilen Rohstoffen und trägt damit zu den indirekten THG-Emissionen bei. | Kurzfristig, mittelfristig, langfristig | I | - | Tatsächlich | Vorgelagert Eigene Tätigkeiten Nachgelagert | Code of Conduct THG-Management-Framework-Standard Umweltmanagement-standard Standard zur Kontrolle von Investitionen | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Klimaschutz | [IRO-E1-CC3] Verlust des Vertrauens der Investor:innen aufgrund unzureichender Umsetzung unserer Strategie 2030
Unfähigkeit der Umsetzung unseres strategischen Fahrplans in Richtung Netto-Null mit Zwischenzielen aufgrund regulatorischer Unsicherheiten und mangelnden technologischen Fortschritts, der für unsere Transformation unerlässlich ist
(NaDiVeG-Zuordnung: Umweltbelange) | | Langfristig | R | | | Eigene Tätigkeiten | Code of Conduct THG-Management-Framework-Standard Unternehmensweites Risikomanagement | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht |
Klimaschutz | [IRO-E1-CC5] Energiewende und kreislauforientierte Technologien
Wettbewerbsvorteil durch Mitgestaltung der Energiewende und Umstellung auf saubere Energien Ein proaktives Engagement für die Energiewende kann einen Wettbewerbsvorteil bieten, da die Betriebskosten durch verbesserte Energieeffizienz gesenkt werden und die Reputation der Marke als vertrauenswürdiger Partner in Nachhaltigkeitsbelangen gestärkt wird. Die enge Orientierung an den Werten umweltbewusster Verbraucher:innen bietet auch in der chemischen Industrie einen strategischen Vorteil, insbesondere angesichts der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Produkten und der Forderung transparenter Geschäftspraktiken.
(NaDiVeG-Zuordnung: Umweltbelange) | | Langfristig | O | | | Eigene Tätigkeiten | Code of Conduct THG-Management-Framework-Standard Standard zur Kontrolle von Investitionen Unternehmensweites Risikomanagement | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht |
Energie | [IRO-E1-CC6] Höhere Kosten infolge regulatorischer Änderungen in der Wertschöpfungskette
Die Umsetzung neuer verbindlicher Änderungen in der gesamten Wertschöpfungskette kann erhebliche finanzielle Folgen haben, wie z. B. höhere Betriebskosten oder eine Verlangsamung des Übergangs zu einem nachhaltigeren Geschäftsmodell.
Durch sich wandelnde rechtliche Rahmenbedingungen in wichtigen Märkten (z. B. in der EU und den USA) können neue Zölle oder Quoten für importierte Rohstoffe und Kraftstoffe einführt werden. Diese Änderungen könnten den Marktzugang einschränken und die Kosten für nicht konforme Produkte erhöhen, ohne dass zwangsläufig eine Anreizwirkung für die Kund:innen gegeben ist, die neuen, konformen Alternativen anzunehmen. | | Kurzfristig, mittelfristig, langfristig | R | | | Eigene Tätigkeiten | Unternehmensweites Risikomanagement | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht |
[E1-SBM-3.18] Alle in der obigen Tabelle aufgeführten wesentlichen klimabezogenen Risiken sind klimabedingte Übergangsrisiken.
Mit E2 Umweltverschmutzung verbundene wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
[SBM-3.48a] [SBM-3.48c-i, 48c-ii, 48c-iii, 48c-iv] [SBM-3-48h] |
Unterthemen | Beschreibung | Weitere Einzelheiten | Zeithorizont | IRO | `-/+ | Tatsächlich/ potenziell | Wertschöp-fungskette | Relevante Konzepte | Art der Angabe |
Luft-verschmutzung | [E2-P-IRO-1] Auswirkungen von Luftschadstoffen entlang der Wertschöpfungskette
Durch Lieferant:innen, unsere eigenen Tätigkeiten und die Verwendung von OMV Produkten bedingte Luftschadstoffe, dadurch negative Auswirkungen auf die Luftqualität und folglich auf die Gesundheit von Mensch und Umwelt
| Die Auswirkungen sind auf die Strategie und das Geschäftsmodell von OMV zurückzuführen, da Luftschadstoffe aus den Kernaktivitäten von OMV resultieren. OMV hat aufgrund der durch Lieferant:innen, eigene Tätigkeiten und die Verwendung unserer Produkte verursachten Emissionen einen Anteil an den Auswirkungen. | Kurzfristig, mittelfristig, langfristig | I | - | Tatsächlich und potenziell | Vorgelagert Eigene Tätigkeiten Nachgelagert | Code of Conduct Umweltmanagement-standard | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Wasser-verschmutzung | [E2-P-IRO-4] Wasserverschmutzung
Potenzielle Auswirkungen im Zusammenhang mit Wasserverschmutzung durch Abwassereinleitung in unseren Betrieben oder Vorfälle aufgrund der Nichteinhaltung von Umweltvorschriften | Wasserverschmutzungen beeinträchtigen die Wasserqualität und wirken sich negativ auf Mensch und Umwelt aus. Die Auswirkungen sind auf das Geschäftsmodell von OMV zurückzuführen, da das Risiko von Verschmutzungen unseren Tätigkeiten innewohnt, wenn Präventionsmaßnahmen nicht konsequent befolgt werden. OMV hat durch eigene Tätigkeiten (z. B. Wasserableitung, Störfallprävention) einen Anteil an den Auswirkungen. | Kurzfristig, mittelfristig | I | - | Potenziell | Eigene Tätigkeiten
| Code of Conduct Umweltmanagement-standard Corrosion Management Framework
| Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Boden-, Wasser- und Luft-verschmutzung/ Prozesssicherheit | [E2-P-IRO-5] Risiko durch Verschmutzungsvorfälle
Luft-, Wasser- oder Bodenverschmutzung durch unbeabsichtigte Freisetzungen schädlicher Substanzen, dadurch Folgen für die Umwelt und die Gesellschaft, kostspielige Abhilfemaßnahmen und Reputationsschäden
Das Risiko einer Boden-, Wasser- oder Luftverschmutzung kann schwerwiegende ökologische, rechtliche, finanzielle und rufschädigende Folgen für OMV haben. Ein solches Risiko resultiert aus unbeabsichtigten Ereignissen (z. B. Anlagenausfälle, menschliches Versagen, Verstöße gegen interne Standards und Prozesse) oder auch aus Naturkatastrophen.
(NaDiVeG-Zuordnung: Umweltbelange) | | Kurzfristig, mittelfristig, langfristig | R | | | Eigene Tätigkeiten
| Code of Conduct Umweltmanagement-standard Unternehmensweites Risikomanagement HSSE-Risikomanagement | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Boden-, Wasser- und Luft-verschmutzung/ Prozesssicherheit | [E2-P-IRO-6] Auswirkungen von Verschmutzungsvorfällen
Verschmutzungsvorfälle, einschließlich Ereignisse im Zusammenhang mit der Prozesssicherheit, können sich auf die Boden-, Luft- und Wasserqualität auswirken. Diese Auswirkungen können sowohl aus routinemäßigen als auch aus nicht routinemäßigen Aktivitäten resultieren, entweder im Rahmen unserer eigenen Tätigkeiten oder bei Tätigkeiten unserer Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen.
(NaDiVeG-Zuordnung: Umweltbelange)
| Vorfälle während des Betriebs führen zu Boden-, Luft- und Wasserverschmutzungen, die sich negativ auf Mensch und Umwelt auswirken. Die Auswirkungen sind auf die Kerngeschäftsaktivitäten von OMV zurückzuführen, da das Potenzial für Vorfälle unseren Tätigkeiten innewohnt, wenn Präventionsmaßnahmen nicht konsequent befolgt werden. Beispiele für potenzielle branchentypische Verschmutzungsauswirkungen aufgrund von Vorfällen sind Einleitungen von Abwasser, Austritte von Chemikalien oder ungeplante Emissionsereignisse sowie Prozesssicherheitsereignisse, wie z. B. Fehlfunktionen von Anlagen oder Integritätsstörungen, die zur Freisetzung gefährlicher Stoffe führen. OMV hat durch eigene Tätigkeiten und Geschäftsbeziehungen zu Lieferant:innen einen Anteil an den Auswirkungen. | Kurzfristig, mittelfristig, langfristig | I | - | Tatsächlich und potenziell | Vorgelagert Eigene Tätigkeiten | Code of Conduct Umweltmanagement-standard HSSE-Direktive HSSE-Risikomanagement Kontraktoren-HSSE-Managementstandard Prozesssicherheits-standard Umgang mit Gefahrstoffen Standard für die Meldung, Untersuchung und Klassifizierung von Zwischenfällen Corrosion Management Framework | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Mikroplastik | [E2-P-IRO-7] Verschmutzung durch Kunststoffabfälle und Pelletfreisetzungen
Verschmutzung durch Mikroplastik aufgrund von Pelletfreisetzungen | Verschmutzungen durch Freisetzungen von Kunststoffpellets können sich negativ auf Mensch und Umwelt auswirken. Die Auswirkungen stehen mit dem Geschäftsmodell von OMV im Zusammenhang (Geschäftsbereich Chemicals). OMV hat durch seine nachgelagerten Geschäftsbeziehungen und seine Kund:innen einen Anteil an den Auswirkungen. | Kurzfristig, mittelfristig, langfristig | I | - | Tatsächlich und potenziell | Eigene Tätigkeiten Nachgelagert | Code of Conduct Umweltmanagement-standard HSSE-Direktive „Responsible Care“-Richtlinie | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht |
Mit E3 Wasser- und Meeresressourcen verbundene wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
[SBM-3.48a] [SBM-3.48c-i, 48c-ii, 48c-iii, 48c-iv] [SBM-3-48h] |
Unterthemen | Beschreibung | Weitere Einzelheiten | Zeithorizont | IRO | -/+ | Tatsächlich/potenziell | Wertschöp-fungskette | Relevante Konzepte | Art der Angabe |
Wasser | [E3-W-IRO-1] Wassernutzung, insbesondere in Gebieten mit Wasserstress
Die Entnahme von Süßwasser für Produkte und Dienstleistungen, insbesondere in Wasserstressgebieten, kann erhebliche Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Wasser für Ökosysteme und lokale Gemeinschaften haben.
| Die Nutzung von Wasser, insbesondere aus Gebieten mit Wasserstress, hat negative Auswirkungen auf die Menschen (Verfügbarkeit von Wasser) und die Umwelt. Die Auswirkungen sind auf die Strategie und das Geschäftsmodell von OMV zurückzuführen, da das Unternehmen für seine Kernaktivitäten auf Wasser angewiesen ist. OMV hat durch seine Kernaktivitäten und damit zusammenhängende Geschäftsbeziehungen zu Lieferant:innen einen Anteil an den Auswirkungen. | Kurzfristig, mittelfristig, langfristig | I | - | Tatsächlich und potenziell | Vorgelagert Eigene Tätigkeiten | Code of Conduct Umweltmanagement-standard | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Wasser | [E3-W-IRO-3] Wasserrisiko für die eigenen Tätigkeiten
Betriebsunterbrechungen aufgrund unzureichender Wasserverfügbarkeit und schlechter Wasserqualität sowie unzureichender Bewertung wasserbezogener Einschränkungen
Risiko, dass in Regionen, in denen OMV tätig ist, in den kommenden Jahren nicht genügend Wasser verfügbar ist, um den betrieblichen und kommunalen Bedarf zu decken. Wasserbezogene Risiken können durch Dürrebedingungen unter verschiedenen Klimawandelszenarien entstehen oder auch durch regulatorische Änderungen, die Wassernutzungsbeschränkungen auferlegen. Dieses Risiko kann für OMV eine Reihe von Folgen haben, darunter Betriebsunterbrechungen, höhere Kosten für die Einhaltung von Vorschriften und möglicherweise höhere Versicherungsprämien.
(NaDiVeG-Zuordnung: Umweltbelange)
| | Mittelfristig, langfristig | R | | | Eigene Tätigkeiten | Code of Conduct Umweltmanagement-standard Unternehmensweites Risikomanagement | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Mit E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme verbundene wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
[SBM-3.48a] [SBM-3.48c-i, 48c-ii, 48c-iii, 48c-iv] [SBM-3-48h] |
Unterthemen | Beschreibung | Weitere Einzelheiten | Zeithorizont | IRO | -/+ | Tatsächlich/potenziell | Wertschöp-fungskette | Relevante Konzepte | Art der Angabe |
Auswirkungen auf Umfang und Zustand von Ökosystemen/ direkte Ursachen des Biodiversitäts-verlusts/ Auswirkungen und Abhängigkeiten von Ökosystem-dienstleistungen/ Auswirkungen auf den Zustand der Arten | [E4-BE-IRO-1] Auswirkungen auf biologische Vielfalt und Ökosysteme
Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und die Ökosysteme durch Landnutzungsänderungen, Wasser- und Ressourcennutzung, Schadstofffreisetzungen, Einführung invasiver Arten und andere ökologische Beeinträchtigungen | Negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und die Ökosysteme könnten Mensch und Umwelt beeinflussen. Die Auswirkungen sind auf die Kerngeschäftsaktivitäten von OMV zurückzuführen, die das Potenzial haben, sich direkt auf die biologische Vielfalt und die Ökosysteme auszuwirken. OMV hat an diesen Auswirkungen sowohl durch seine eigenen Tätigkeiten als auch durch Geschäftsbeziehungen, insbesondere mit Lieferant:innen, einen Anteil. So zum Beispiel kann die Beschaffung von Rohstoffen – wie Biomasse für Kraftstoffe und Chemikalien – aufgrund der Art ihrer Produktion zum Verlust biologischer Vielfalt beitragen. Ebenso kann die durch Betriebe verursachte Luftverschmutzung zu einer Schädigung von Ökosystemen und der biologischen Vielfalt führen. | Mittelfristig, langfristig | I | - | Potenziell | Vorgelagert Eigene Tätigkeiten Nachgelagert | Code of Conduct Umweltmanagement-standard | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht |
Auswirkungen auf den Umfang und den Zustand von Ökosystemen | [E4-BE-IRO-2] Risiko im Hinblick auf Interessengruppen und Einhaltung von Vorschriften im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt
Die Erwartungen der Öffentlichkeit und der Interessengruppen in Bezug auf die biologische Vielfalt steigen. Versäumnisse können zu Reputationsschäden und Projektverzögerungen führen. Gleichzeitig können Verordnungen wie das EU-Renaturierungsgesetz dazu führen, dass OMV Prozesse und Vorschriften anpassen muss. Dies kann Compliance-Kosten und mögliche Auswirkungen auf die Einnahmen zur Folge haben. | | Mittelfristig, langfristig | R | | | Eigene Tätigkeiten | Code of Conduct Umweltmanagement-standard Unternehmensweites Risikomanagement | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht |
Mit E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft verbundene wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
[SBM-3.48a] [SBM-3.48c-i, 48c-ii, 48c-iii, 48c-iv] [SBM-3-48h] |
Unterthemen | Beschreibung | Weitere Einzelheiten | Zeithorizont | IRO | -/+ | Tatsächlich/potenziell | Wertschöp-fungskette | Relevante Konzepte | Art der Angabe |
Ressourcen-zuflüsse, einschließlich Ressourcen-nutzung/Abfälle/ Ressourcen-abflüsse im Zusammenhang mit Produkten und Dienstleistungen | [E5-CE-IRO-1] Substitution von fossilen Einsatzstoffen
Positive Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft durch Verwendung nachhaltiger Produkte (z. B. biobasierte Einsatzstoffe, die aus Abfällen stammen, oder recycelte Kunststoffabfälle) und Geschäftspraktiken, die wir in unserer eigenen Geschäftstätigkeit und Wertschöpfungskette einsetzen (Abfallmanagement und -minimierung, auf Recyclingfähigkeit ausgelegte Produkte) | Die Verwendung nachhaltiger statt fossiler Einsatzstoffe spart Ressourcen und reduziert Emissionen, was sich positiv auf Mensch und Umwelt auswirkt. Die Auswirkungen sind auf die Strategie von OMV zurückzuführen, die darauf abzielt, fossile Einsatzstoffe schrittweise durch nachhaltige Einsatzstoffe zu ersetzen, indem nachhaltige Produkte beschafft, verarbeitet und verkauft werden. OMV hat durch seine Aktivitäten und damit zusammenhängende Geschäftsbeziehungen zu Lieferant:innen und Kund:innen einen Anteil an den Auswirkungen. | Kurzfristig, mittelfristig, langfristig | I | + | Tatsächlich | Vorgelagert Eigene Tätigkeiten Nachgelagert | Code of Conduct Umweltmanagement-standard
| Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Ressourcen-zuflüsse, einschließlich Ressourcen-nutzung | [E5-CE-IRO-2] Umweltauswirkungen durch den Wettbewerb um nachhaltige Einsatzstoffe
Ökologische und soziale Auswirkungen aufgrund der wachsenden Nachfrage nach alternativen Einsatzstoffen, einschließlich Landnutzungsänderung, Natur- und Waldzerstörung oder Menschenrechtsverletzungen
| Die steigende Nachfrage nach biobasierten Einsatzstoffen hat negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Die Auswirkungen sind auf die Strategie von OMV zurückzuführen, die darauf abzielt, fossile Rohstoffe schrittweise durch nachhaltige Einsatzstoffe zu ersetzen. OMV hat durch seine Geschäftsbeziehungen zu Kund:innen einen Anteil an den Auswirkungen, wenn nachhaltige Produkte knapp werden. | Mittelfristig, langfristig | I | - | Potenziell | Eigene Tätigkeiten Nachgelagert | Code of Conduct Umweltmanagement-standard Anforderungen an das Nachhaltigkeits-management von erneuerbaren Ressourcen | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht |
Ressourcen-zuflüsse, einschließlich Ressourcen-nutzung | [E5-CE-IRO-4] Nutzbarmachung von kreislauffähigem und erneuerbarem Kohlenstoff für nachhaltige Energie- und Industrieanwendungen
Mittelfristig liegt das Hauptaugenmerk auf der Integration von recycelten Kunststoffen und regenerativen Einsatzstoffen in die Produktion nachhaltiger Chemikalien und Materialien. Damit soll ein geschlossener Kreislauf gewährleistet werden, um die Umweltauswirkungen zu minimieren und gleichzeitig neue Kund:innen mit einem Wettbewerbsvorteil beim Preis zu gewinnen. Zusätzlich besteht eine wichtige langfristige Strategie darin, CO2 abzuscheiden und für synthetische Kraftstoffe sowie nachhaltige Chemikalien und Materialien zu verwenden, um Emissionen in wertvolle Einsatzstoffe umzuwandeln. Durch diese Maßnahmen würden sich für OMV Chancen im Zusammenhang mit Kosteneinsparungen, höheren Produktpreisen und einem größeren Vertrauen der Interessengruppen ergeben.
(NaDiVeG-Zuordnung: Umweltbelange) | | Mittelfristig, langfristig | O | | | Eigene Tätigkeiten
| Code of Conduct Unternehmensweites Risikomanagement THG-Management-Framework | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht |
Mit S1 Arbeitskräfte des Unternehmens verbundene wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
[SBM-3.48a] [SBM-3.48c-i, 48c-ii, 48c-iii, 48c-iv] [SBM-3-48h] |
Unterthemen | Beschreibung | Weitere Einzelheiten | Zeithorizont | IRO | -/+ | Tatsächlich/potenziell | Wertschöp-fungskette | Relevante Konzepte | Art der Angabe |
Arbeits-bedingungen | [S1-HR-IRO-1] Unzureichende Anwendung von Menschenrechtsstandards
Die unzureichende Anwendung von Menschenrechtsstandards könnte sich negativ auf die Rechte unserer Belegschaft auswirken.
(NaDiVeG-Zuordnung: Menschenrechts-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange) | Dazu zählen die Missachtung der Vereinigungsfreiheit an Orten, an denen die Gesetzgebung eine formelle Arbeitnehmervertretung verbietet, und das Versäumnis, sich mit den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Entlassung von Arbeitnehmer:innen auseinanderzusetzen. Auch das Thema der angemessenen Entlohnung ist hier einzuordnen. | Kurzfristig, mittelfristig | I | - | Potenziell | Eigene Tätigkeiten | Code of Conduct Menschenrechts-Grundsatzerklärung Personalrichtlinie | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht |
Arbeits-bedingungen | [S1-HSW-IRO-1] Diskrepanz zwischen Personalbedarf und Ressourcen mit Folgen für das Sicherheits- und Gesundheitsmanagement
| Projektbedingter Druck kann sich negativ auf die Gesundheit der Arbeitnehmer:innen auswirken (z. B. Ermüdung, die zu Unfällen führen kann). Potenziell begrenzte personelle Ressourcen führen folglich dazu, dass die Teams hinsichtlich der Anforderungen von Regulierungsbehörden und externen Partner:innen möglicherweise überbeansprucht sind. OMV hat durch seine Aktivitäten in Form von internen Vorschriften und Standards (z. B. zu Ruhezeiten, Schulungsstunden) einen Anteil an den Auswirkungen. | Kurzfristig, mittelfristig, langfristig | I | - | Potenziell | Eigene Tätigkeiten | Code of Conduct Personalrichtlinie HSSE-Direktive Gesundheitsstandard; Standard für die Meldung, Untersuchung und Klassifizierung von Zwischenfällen; Standard für das Management von Sicherheit am Arbeitsplatz | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Arbeits-bedingungen/ sonstige arbeits-bezogene Rechte/ Gleich-behandlung und Chancen-gleichheit für alle | [S1-OW-IRO-1] Verstärktes Bewusstsein für Menschenrechte
Erhöhte Zufriedenheit und Gesundheit der Arbeitnehmer:innen durch Gewährleistung gerechter und günstiger Arbeitsbedingungen, Förderung der Work-Life-Balance und der Gesundheit und Sicherheit sowie Verbesserung der Chancen für Arbeitnehmer:innen, die einer Minderheit angehören, bei gleichzeitiger Gewährleistung der Privatsphäre
(NaDiVeG-Zuordnung: Menschenrechts-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange) | OMV bietet verbesserte Arbeitsbedingungen und sonstige arbeitsbezogene Rechte, die das Wohlbefinden der Beschäftigten priorisieren (z. B. Programme zur Förderung der psychischen Gesundheit und zur Stressbewältigung). Damit geht das Unternehmen über seine gesetzlichen Verpflichtungen hinaus. OMV fördert aktiv die Vielfalt und Inklusivität am Arbeitsplatz. Das Unternehmen bietet dazu entsprechende Schulungen, setzt sich für Chancengleichheit ein, unterstützt die Gleichstellung der Geschlechter – einschließlich gleichen Lohns für gleiche Arbeit – und stellt die Inklusion von Menschen mit Behinderungen sicher. Durch proaktive Maßnahmen gegen Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz schafft OMV ein sicheres, respektvolles und befähigendes Umfeld, in dem sich alle Arbeitnehmer:innen entfalten können. | Kurzfristig, mittelfristig | I | + | Tatsächlich und potenziell | Eigene Tätigkeiten | Code of Conduct Menschenrechts-Grundsatzerklärung Personalrichtlinie HSSE-Direktive Gesundheits-standard; Standard für die Meldung, Untersuchung und Klassifizierung von Zwischenfällen; Standard für das Management von Sicherheit am Arbeitsplatz | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Gleich-behandlung und Chancen-gleichheit für alle | [S1-OW-IRO-4] Ineffiziente Schulungen und Umschulungen
Unfähigkeit, aufgrund unzureichender Schulungen unsere Strategie erfolgreich umzusetzen und gesetzliche Anforderungen zu erfüllen Das Risiko steht im Zusammenhang mit der Strategie von OMV, da unzureichend geschultes Personal die erfolgreiche Umsetzung der Strategie gefährden könnte.
(NaDiVeG-Zuordnung: Arbeitnehmer- und Sozialbelange) | | Langfristig | R | | | Eigene Tätigkeiten | Personalrichtlinie Unternehmensweites Risikomanagement | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Mit S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette verbundene wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
[SBM-3.48a] [SBM-3.48c-i, 48c-ii, 48c-iii, 48c-iv] [SBM-3-48h] |
Unterthemen | Beschreibung | Weitere Einzelheiten | Zeithorizont | IRO | -/+ | Tatsächlich/ potenziell | Wertschöp-fungskette | Relevante Konzepte | Art der Angabe |
Arbeits-bedingungen/ sonstige arbeits-bezogene Rechte | [S2-WV-IRO-1] Unzureichende Anwendung von Menschenrechtsgrundsätzen
Versäumnisse von Partner:innen in der Wertschöpfungskette bei der Achtung der Menschenrechte und der Sicherstellung angemessener Arbeitsbedingungen – insbesondere in Bezug auf Gesundheit und Sicherheit – können das Wohlergehen der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette erheblich beeinträchtigen. | Die potenziellen Auswirkungen stehen im Zusammenhang mit der Strategie von OMV, da Menschenrechtsverletzungen zum Verlust von Fachkräften und von Ansehen führen könnten, was beides kritische Faktoren für die Umsetzung der Strategie sind. OMV hat durch seine Geschäftsbeziehungen zu Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette einen Anteil an den Auswirkungen. | Kurzfristig, mittelfristig, langfristig | I | - | Potenziell | Vorgelagert Nachgelagert | Code of Conduct Menschenrechts-Grundsatzerklärung Konzernweite Beschaffungs-richtlinie HSSE-Direktive Kontraktoren-HSSE-Management-standard | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Arbeits-bedingungen | [S2-WV-IRO-3] Starke Menschenrechtsgrundsätze entlang der Wertschöpfungskette
OMV fördert und schützt die Menschenrechte über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus entlang der gesamten Lieferkette durch eine Kombination aus Einbeziehung der Lieferant:innen und Customer-Excellence-Initiativen. Starke Menschenrechtsgrundsätze entlang der Wertschöpfungskette wirken sich positiv auf Arbeitsbedingungen, die Fähigkeiten und das Engagement von Arbeitskräften sowie sonstige arbeitsbezogene Rechte (z. B. angemessene Unterbringung) aus. Gleichzeitig fördern sie ethische Prinzipien im Beschaffungsprozess und die Vermeidung von Kinderarbeit.
| Die Auswirkungen stehen im Zusammenhang mit der Strategie von OMV, da gute Arbeitsbedingungen die Akquise und Bindung von qualifizierten Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette fördern, was kritische Faktoren für die Umsetzung der Strategie sind. OMV hat durch seine Geschäftsbeziehungen zu Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette einen Anteil an den Auswirkungen. | Kurzfristig, mittelfristig | I | + | Tatsächlich und potenziell | Vorgelagert Nachgelagert | Code of Conduct Menschenrechts-Grundsatzerklärung Konzernweite Beschaffungs-richtlinie HSSE-Direktive Kontraktoren-HSSE-Management-standard | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Gleich-behandlung und Chancen-gleichheit für alle/sonstige arbeitsbezogene Rechte | [S2-WV-IRO-4] Potenzielle Reputationsschäden im Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen
Risiko von Reputationsschäden aufgrund potenzieller Ungleichheiten bei der Gewährleistung angemessener Arbeitsbedingungen (z. B. unzureichende Unterbringung), in Bezug auf Gleichbehandlung und Chancengleichheit oder sonstige arbeitsbezogene Rechte für Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
Das Risiko steht im Zusammenhang mit der Strategie von OMV, da Rufschädigung zu einem Verlust qualifizierter Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette führen könnte, was die erfolgreiche Umsetzung der Strategie gefährden könnte.
(NaDiVeG-Zuordnung: Arbeitnehmer- und Sozialbelange) | | Kurzfristig, mittelfristig | R | | | Eigene Tätigkeiten | Code of Conduct Menschenrechts-Grundsatzerklärung Unternehmensweites Risikomanagement | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Gleich-behandlung und Chancen-gleichheit für alle | [S2-WV-IRO-5] Verringerung des Fachwissens entlang der Wertschöpfungskette Verlust von qualifizierten Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette und sinkende Qualität der Arbeit von Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen
Das Risiko steht im Zusammenhang mit der Strategie von OMV, da der Verlust von qualifizierten Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette die erfolgreiche Umsetzung der Strategie gefährden könnte.
(NaDiVeG-Zuordnung: Arbeitnehmer- und Sozialbelange) | | Kurzfristig, mittelfristig | R | | | Eigene Tätigkeiten | Unternehmensweites Risikomanagement | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht |
Mit S3 Betroffene Gemeinschaften verbundene wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
[SBM-3.48a] [SBM-3.48c-i, 48c-ii, 48c-iii, 48c-iv] [SBM-3-48h] |
Unterthemen | Beschreibung | Weitere Einzelheiten | Zeithorizont | IRO | -/+ | Tatsächlich/ potenziell | Wertschöp-fungskette | Relevante Konzepte | Art der Angabe |
Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte von Gemeinschaften/Rechte indigener Völker/Bürger-rechte und politische Rechte von Gemeinschaften | [S3-AC-IRO-1] Nichtbeachtung wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Rechte von Gemeinschaften
Nichtbeachtung, fehlender Schutz und Nichteinhaltung wirtschaftlicher, sozialer, politischer, ziviler und kultureller Rechte oder fehlende Konsultation mit den Gemeinschaften bzw. fehlende Entschädigung und Wiedergutmachung im Zusammenhang mit der Lieferkette oder den eigenen Tätigkeiten. Dazu gehören auch die Auswirkungen von Prozesssicherheitsereignissen oder Staub- und Lärmbelästigungen für Anrainergemeinden, einschließlich indigener Gruppen, durch Bauarbeiten und Transporte.
(NaDiVeG-Zuordnung: Menschenrechts- und Sozialbelange) | Wenn es nicht gelingt, die Rechte der Gemeinschaften zu berücksichtigen, eine respekt- und vertrauensvolle Beziehung aufzubauen und für beide Seiten akzeptable Lösungen zu finden, wirkt sich dies negativ auf die Menschen und die Umwelt aus. Die Auswirkungen stehen im Zusammenhang mit der Strategie von OMV, da vertrauensvolle Beziehungen zu den lokalen Gemeinschaften, einschließlich indigener Bevölkerungsgruppen, dazu beitragen, ein förderliches Betriebsumfeld zu schaffen und Reputationsschäden zu vermeiden. OMV hat durch seine Geschäftsbeziehungen zu lokalen Gemeinschaften einen Anteil an den Auswirkungen. | Kurzfristig, mittelfristig, langfristig | I | - | Tatsächlich und potenziell | Vorgelagert Eigene Tätigkeiten | Menschenrechts-Grundsatzerklärung Code of Conduct Nachhaltigkeits-richtlinie | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte von Gemeinschaften | [S3-AC-IRO-3] Geschäftschancen und Sozialinvestitionen für lokale Gemeinschaften
Unterstützung der lokalen Beschäftigungs- und Geschäftsentwicklung über Geschäftsinitiativen von OMV, was zu greifbar positiven Ergebnissen für lokale Gemeinschaften führt
(NaDiVeG-Zuordnung: Menschenrechts- und Sozialbelange) | Die Unterstützung der Entwicklung lokaler Gemeinschaften führt zu einer respekt- und vertrauensvollen Beziehung und wirkt sich positiv auf die Menschen aus. Durch Sozialinvestitionen leistet OMV einen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung des Lebensstandards und zur langfristigen Resilienz lokaler Gemeinschaften. Die Auswirkungen stehen im Zusammenhang mit der Strategie von OMV, da vertrauensvolle Beziehungen zu den lokalen Gemeinschaften dazu beitragen, ein förderliches Betriebsumfeld zu schaffen. OMV hat durch seine Geschäftsbeziehungen zu lokalen Gemeinschaften einen Anteil an den Auswirkungen. | Kurzfristig, mittelfristig, langfristig | I | + | Tatsächlich und potenziell | Vorgelagert Eigene Tätigkeiten | Code of Conduct Nachhaltigkeits-richtlinie | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte von Gemeinschaften/Rechte indigener Völker/Bürger-rechte und politische Rechte von Gemeinschaften | [S3-AC-IRO-6] Begrenzte Beschäftigungsmöglichkeiten
Das Versäumnis, lokalen Gemeinschaften aufgrund eines Mangels an qualifizierten Arbeitskräften Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten, kann lokale sozioökonomische Herausforderungen (z. B. erschwinglicher Wohnraum guter Qualität) verschärfen. | Begrenzte Beschäftigungsmöglichkeiten oder eine begrenzte Entwicklung der Gemeinschaft wirken sich negativ auf die Menschen aus. Die Auswirkungen stehen im Zusammenhang mit der Strategie von OMV, da die Förderung der Entwicklung lokaler Gemeinschaften und die Bereitstellung von Beschäftigungsmöglichkeiten dazu beitragen, ein förderliches Betriebsumfeld zu schaffen. OMV hat durch seine Geschäftsbeziehungen zu lokalen Gemeinschaften einen Anteil an den Auswirkungen. | Mittelfristig, langfristig | I | - | Potenziell | Eigene Tätigkeiten | Code of Conduct | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Mit G1 Unternehmensführung verbundene wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
[SBM-3.48a] [SBM-3.48c-i, 48c-ii, 48c-iii, 48c-iv] [SBM-3-48h] |
Unterthemen | Beschreibung | Weitere Einzelheiten | Zeithorizont | IRO | -/+ | Tatsächlich/ potenziell | Wertschöp-fungskette | Relevante Konzepte | Art der Angabe |
Unternehmens-kultur | [G1-BE-IRO-3] Unternehmenskultur
| Durch seine Unternehmenskultur bleibt OMV ein starker Arbeitgeber in der Branche, der eine gesetzeskonforme und ethische Unternehmenskultur fördert und ein positives Arbeitsumfeld und Arbeitsplätze bietet. | Kurzfristig, mittelfristig, langfristig | I | + | Tatsächlich und potenziell | Vorgelagert Eigene Tätigkeiten Nachgelagert | Code of Conduct Personalrichtlinie Code of Business Ethics | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht |
Management der Beziehungen zu Lieferant:innen, einschließlich Zahlungs-praktiken | [G1-SR-IRO-2] Bewusstseinsbildung für Nachhaltigkeit bei Lieferant:innen
Einbeziehung von Lieferant:innen/Geschäftspartner:innen, um eine gute Unternehmenskultur zu etablieren und zu entwickeln und diese in unserem Netzwerk von Geschäftspartner:innen kontinuierlich zu fördern | ESG-Lieferantenbewertungen führen zu positiven Auswirkungen auf die Unternehmenskultur in der Lieferkette. Potenziell können sie zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen/der Lebensqualität der Arbeitnehmer:innen in der Lieferkette in Ländern mit niedrigeren Standards als in Österreich/der EU führen. Die Auswirkungen sind mit dem Geschäftsmodell und der Strategie von OMV durch die Zusammenarbeit mit Lieferant:innen verbunden. OMV hat durch seine Geschäftsbeziehungen zu Lieferant:innen einen Anteil an den Auswirkungen. | Mittelfristig | I | + | Potenziell | Vorgelagert | Konzernweite Beschaffungs-richtlinie | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
Management der Beziehungen zu Lieferant:innen, einschließlich Zahlungs-praktiken | [G1-SR-IRO-3] Abhängigkeit und finanzielle Anfälligkeit von Geschäftspartner:innen
Finanzielle Anfälligkeit von Geschäftspartner:innen aufgrund ihrer erheblichen Abhängigkeit von OMV als Haupteinnahmequelle | Potenzielle negative Auswirkungen aufgrund von Zahlungsverzug können zu Abhängigkeit und anschließender finanzieller Anfälligkeit von Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen führen. | Kurzfristig, mittelfristig | I | - | Potenziell | Vorgelagert | Konzernweite Beschaffungs-richtlinie Purchase-to-Pay-Standard | Unterliegt der ESRS-Angabepflicht, unternehmens-spezifische Angabe |
G-(Unternehmensspezifisch): Mit Cybersicherheit verbundene wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
[SBM-3.48a] [SBM-3.48c-i, 48c-ii, 48c-iii, 48c-iv] [SBM-3-48h] |
Unterthemen | Beschreibung | Weitere Einzelheiten | Zeithorizont
| IRO | -/+ | Tatsächlich/ potenziell | Wertschöp-fungskette | Relevante Konzepte | Art der Angabe |
Unternehmens-spezifisch Cybersicherheit | [G1-CS-IRO-1] Potenzieller fortgeschrittener Cyberangriff
Ein potenzieller fortgeschrittener Cyberangriff zielt auf die konvergenten IT-/OT-Systeme ab und könnte Fehlfunktionen und Unterbrechungen bei wichtigen Prozesssteuerungen der Anlagen zur Folge haben. | Ein Cyberangriff kann zu falschen Informationen über die Parameter von Produktionsprozessen führen und eine Kettenreaktion auslösen, die in physischen Störfällen mit Auswirkungen auf die Umwelt resultieren kann, wie beispielsweise Bränden, Gaslecks oder Ölaustritten. Die Unterbrechung wichtiger Prozessleitsysteme in Anlagen kann negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. | Kurzfristig, mittelfristig | I | - | Potenziell | Eigene Tätigkeiten | IT/OT-Sicherheitsrichtlinie | Unternehmens-spezifische Angabe |
Übergeordnete Konzepte
Um unsere wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen zu steuern, hat OMV verschiedene Konzepte eingeführt. Einige dieser Konzepte dienen als übergeordnete Leitlinien für unsere Tätigkeiten, um ein verantwortungsvolles Verhalten in Bezug auf E-, S- und G-Belange sicherzustellen. Im folgenden Abschnitt stellen wir diese übergeordneten Konzepte vor und erläutern, wie sie mit den verschiedenen Themen in Zusammenhang stehen. In den Kapiteln zu den themenbezogenen Standards wird dann erläutert, wie sich spezifische thematische Konzepte auf einzelne wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen beziehen.
Code of Conduct |
[MDR-P 65a-65f – E1, E2, E3, E4, E5, S1, S2, S3, G1] |
Wesentliche IROs (Codes) | Umwelt: E1 [IRO-E1-CC1, IRO-E1-CC3, IRO-E1-CC5]; E2 [E2-P-IRO-1, E2-P-IRO-4, E2-P-IRO-5, E2-P-IRO-6, E2-P-IRO-7]; E3 [E3-W-IRO-1, E3-W-IRO- 3]; E4 [E4-BE-IRO-1, E4-BE-IRO-2]; E5 [E5-CE-IRO-1, E5-CE-IRO-2, E5-CE-IRO-4] Soziales: S1 [S1-HR-IRO-1, S1-HSW-IRO-1, S1-OW-IRO-1], S2 [S2-WV-IRO-1, S2-WV-IRO-3, S2-WV-IRO- 4]; S3 [S3-AC-IRO-1, S3-AC-IRO-3, S3-AC-IRO-6] Governance: G1 [G1-BE-IRO-3] |
a. Beschreibung der wichtigsten Inhalte des Konzepts, einschließlich seiner allgemeinen Ziele, und der wesentlichen Auswirkungen, Risiken oder Chancen, auf die sich das Konzept bezieht, sowie des Überwachungsprozesses | Der Code of Conduct (CoC) legt allgemeine Verhaltensgrundsätze fest und beschreibt die spezifischen Commitments von OMV in unseren fünf Hauptschwerpunktbereichen der Nachhaltigkeit: Klimawandel/Netto-Null-Transformation, Management natürlicher Ressourcen, Gesundheit und Sicherheit, Menschen und Menschenrechte und ethische Geschäftspraktiken. Wir verpflichten uns zu einer verantwortungsvollen Geschäftstätigkeit, die die natürliche Umwelt und die Menschenrechte respektiert und einen Mehrwert für die Gesellschaft schafft. Diese Commitments werden von den jeweiligen Funktionen regelmäßig überwacht. Der Prozess zur Überwachung der Wirksamkeit unseres CoC ist eine fortlaufende Maßnahme. Dazu gehören die Durchführung von Menschenrechtsprüfungen, die Bewertung der Wirksamkeit unserer Community-Beschwerdemechanismen sowie interne Audits, Compliance-Prüfungen, Stichprobenkontrollen und Lieferantenbewertungen. Durch diese Aktivitäten fördern wir Transparenz, Verantwortungsbewusstsein und ethisches Verhalten im gesamten Unternehmen und stärken unser Engagement für verantwortungsvolle Geschäftspraktiken.
Unser Code of Conduct erläutert unser Commitment zur Verringerung der betrieblichen Emissionen durch Verbesserung der Betriebs- und Energieeffizienz im Einklang mit unserer Strategie 2030 und unseren Netto-Null-Zielen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf transparenter Kommunikation, technologischer Innovation und der Einhaltung von Vorschriften, um das Vertrauen der Investor:innen zu erhalten und die Anpassung an sich verändernde rechtliche Rahmenbedingungen zu gewährleisten. Der Code unterstützt auch das Engagement für die Energiewende und die Kreislaufwirtschaft und betrachtet Nachhaltigkeit als strategischen Vorteil zur Stärkung der Reputation der Marke und der Wettbewerbsfähigkeit, während gleichzeitig die mit regulatorischen Änderungen entlang der Wertschöpfungskette einhergehenden finanziellen Risiken gesteuert werden. |
Der OMV CoC verdeutlicht unser Engagement für einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen und den Schutz der Umwelt. Wir sind bestrebt, Gewässer und Böden nicht zu schädigen. Dazu befolgen wir bewährte Branchenpraktiken und greifen im Falle von Freisetzungen gefährlicher Stoffe unverzüglich ein. Unser besonderes Augenmerk gilt der effizienten Nutzung von Wasser. Deshalb haben wir entsprechende Wassermanagementpläne implementiert und setzen die besten verfügbaren Techniken ein – vor allem in Gebieten, in denen Wasser knapp ist. Ebenso achten wir die Rechte betroffener Gemeinschaften auf Zugang zu Wasser. Der Code verweist auf die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Wasser, insbesondere in Gebieten mit Wasserstress, weshalb bei allen Aktivitäten auf Effizienz im Verbrauch, Wasserrecycling und Abwasseraufbereitung zu achten ist. OMV verpflichtet sich, Betriebsunterbrechungen aufgrund von Wasserknappheit durch standortspezifische Wassermanagementpläne und Risikobewertungen zu minimieren. Im Hinblick auf die biologische Vielfalt wendet OMV eine Abhilfemaßnahmenhierarchie an, die der Vermeidung und Minimierung von Auswirkungen auf die Umwelt Priorität beimisst. Das Unternehmen führt Biodiversitätsscreenings durch und integriert Aktionspläne in seine Tätigkeiten, um Risiken im Zusammenhang mit Landnutzungsänderungen und Umweltverschmutzung zu adressieren. Der CoC verpflichtet uns außerdem zum Schutz der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme durch Minimierung der negativen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit, zu denen unter anderem Umweltverschmutzung, Landnutzungsänderungen und Ressourcennutzung zählen. In Bezug auf Ressourceneffizienz geht OMV vom herkömmlichen Modell des „Nehmens, Herstellens und Wegwerfens“ („Take-Make-Waste“) zu einer Kreislaufwirtschaft über, um das Abfallaufkommen zu verringern und Ressourcen zu schonen. Wir wollen den Anteil recycelter und erneuerbarer Materialien in unseren Produkten erhöhen und die Umweltverschmutzung durch Kunststoffe reduzieren. |
OMV setzt sich für die Schaffung eines sicheren und fairen Arbeitsumfelds ein, indem Gefahren systematisch identifiziert, verhindert, beseitigt bzw. minimiert und Risiken auf ein akzeptables Maß reduziert werden. Der CoC beschreibt unser Engagement für die Menschenrechte, verantwortungsvolle Geschäftspraktiken und den Umweltschutz. Wir verlangen von unseren Geschäftspartner:innen, dass sie diese Standards einhalten und die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in ihren Lieferketten sicherstellen. Der CoC erläutert unsere Erwartungen hinsichtlich des Schutzes vor Zwangsarbeit, der Nulltoleranz gegenüber Diskriminierung und Belästigung, sicherer Arbeitsbedingungen und des Zugangs zu Beschwerdemechanismen für die eigene Belegschaft, die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette und betroffene Gemeinschaften. Er dient auch als Grundlage für unser Management zur Verhütung von Arbeitsunfällen und verweist auf die Bedeutung von Risikominderung, Schulungen, Schutzausrüstung und die Förderung der psychischen und physischen Gesundheit. Als fairer Arbeitgeber fördert OMV Chancengleichheit, Mitarbeiterentwicklung und ein positives Arbeitsumfeld. Dazu gehören die Einhaltung von Lohnstandards und Arbeitszeitregelungen, das Bestreben zur Gewährleistung einer fairen Behandlung sowie die Unterstützung des Rechts auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen. Wir sind uns unserer Auswirkungen auf die betroffenen Gemeinschaften bewusst und verpflichten uns, ihre Rechte zu respektieren und sie in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Wir unternehmen Schritte zum Schutz des kulturellen Erbes und setzen uns mit negativen Auswirkungen, insbesondere für indigene Bevölkerungsgruppen, auseinander. Je nach Bedarfsfall führen wir Konsultationen durch, ergreifen Abhilfemaßnahmen und leisten erforderlichenfalls Entschädigungen. |
Ethisches Verhalten und Integrität sind zentrale Bestandteile der OMV Unternehmenskultur und leiten uns bei unseren Entscheidungen auf allen Ebenen. Wir halten uns an ethische Standards und tolerieren keinerlei Form von Bestechung, Betrug und Korruption. OMV hält internationale und nationale Antikorruptionsgesetze ein und stellt sicher, dass die lokalen Praktiken mit unseren ethischen Grundprinzipien im Einklang stehen. Umgesetzt wird dies beispielsweise durch ein Compliance-Management-System, laufende Sorgfaltsprüfungen, regelmäßige Schulungen für die relevanten Funktionen und Kommunikationsmaßnahmen zur Sensibilisierung.
Mehr dazu finden Sie im vollständigen Code of Conduct auf unserer Website. |
b. Beschreibung des Anwendungsbereichs des Konzepts (oder der Ausnahmen) in Bezug auf Aktivitäten, die vor- und/oder nachgelagerte Wertschöpfungskette, geografische Gebiete und gegebenenfalls betroffene Interessengruppen | Unser CoC führt die Grundsätze auf, die alle Arbeitnehmer:innen von OMV und auch Dritte einhalten müssen, um hohe Standards in puncto Professionalität und Integrität bei allen Tätigkeiten sicherzustellen, die sie bei oder im Auftrag von OMV erbringen.
Alle Bestimmungen des CoC gelten weltweit für alle unsere Geschäftsbereiche und konsolidierten Konzerngesellschaften und decken die gesamte Wertschöpfungskette ab. Alle unsere Geschäftspartner:innen sowie alle anderen Personen, die im Namen von OMV agieren, haben sämtliche relevanten Gesetze und Vorschriften zu beachten und sich an unseren CoC bzw. bei Nachweis eigener angemessener Regeln an diese alternativen Standards zu halten. Dies betrifft alle Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, wie zum Beispiel jene von Rohstoffpartner:innen, JV-Partner:innen, Lieferant:innen, Vertreter:innen, Beratungsunternehmen, Handelsvertretungen, Händler:innen, Auftragnehmer:innen, Subunternehmen, Vertragsbeschäftigte und verbundene Unternehmen. Relevante Interessenträger:innen im Sinne des CoC sind Personen bzw. Gruppen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit benachteiligt oder gefährdet sind, wie Kinder, Frauen, Arbeitsmigrant:innen, indigene Bevölkerungsgruppen und Menschenrechtsaktivist:innen. Unternehmensspezifische und/oder gewisse bereichs- und länderspezifische Anpassungen werden begrüßt, sofern sie mit dem OMV Code of Conduct im Einklang stehen. |
c. Die oberste Ebene in der Organisation des Unternehmens, die für die Umsetzung des Konzepts verantwortlich ist | Der CoC und alle seine Bestimmungen werden vom OMV Vorstand genehmigt. Die Vorstandsmitglieder sind für die Umsetzung im jeweiligen Geschäftsbereich verantwortlich. |
d. Gegebenenfalls ein Verweis auf die Standards oder Initiativen Dritter, zu deren Einhaltung sich das Unternehmen im Rahmen der Umsetzung des Konzepts verpflichtet hat | Mit unserem CoC und seinen Grundsätzen und Bestimmungen verpflichten wir uns zur Einhaltung der folgenden international anerkannten Standards und Leitlinien, die sich auf alle E-, S- und G-Themen beziehen: - United Nations Global Compact (UNGC) - UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte - OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen - Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (UN Sustainable Development Goals; SDGs)
Darüber hinaus legt der CoC die Einhaltung der folgenden Verpflichtungen Dritter in Bezug auf spezifische Themenbereiche fest: E1: Pariser Abkommen E4: Globaler Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal (Vision 2050, Mission 2030) G1: Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption, Antikorruptionsübereinkommen der OECD sowie sämtliche geltenden nationalen Antikorruptionsgesetze |
e. Gegebenenfalls eine Beschreibung, wie die Interessen der wichtigsten Interessenträger bei der Beschließung des Konzepts berücksichtigt wurden | Da sich unser Code of Conduct auf alle wesentlichen IROs bezieht, die mit unseren Hauptschwerpunkten im Bereich der Nachhaltigkeit zusammenhängen, deckt er ein breites Spektrum von Interessenträger:innen ab. Bei der Ausarbeitung des CoC wurden daher die Interessen unserer Interessenträger:innen entweder direkt oder indirekt so weit wie möglich berücksichtigt, um sicherzustellen, dass diese Interessen nicht untergraben werden. Die Berücksichtigung der von Interessenträger:innen vorgebrachten Belange erfolgte unter Beiziehung von Fachexpert:innen, die operative, rechtliche, ökologische und soziale Perspektiven vertraten. In Bezug auf Umweltbelange im Zusammenhang mit E1, E2, E3, E4 und E5 wurden interne Interessenträger:innen aus Abteilungen wie HSSE, Sustainability und Einkauf sowie alle Geschäftsbereiche im Rahmen eines internen Konsultationsprozesses einbezogen. Im Hinblick auf unsere Sozialstandards stehen wir in ständigem Austausch mit den Arbeitskräften des Unternehmens, um sicherzustellen, dass ihre Bedürfnisse und Anliegen angemessen berücksichtigt werden. Der Betriebsrat ist ebenfalls aktiv beteiligt, um die Vertretung der Arbeitnehmerinteressen zu gewährleisten. Um aktuellen und ethischen Governance-Frameworks Genüge zu tun, tauschen wir uns mit Interessenträger:innen wie Aufsichtsbehörden, Branchenverbänden und Fachexpert:innen aus. Der CoC deckt Bereiche wie Menschenrechte, Maßnahmen zum Klimaschutz, Biodiversität, Wassernutzung und gemeinnütziges Engagement und damit Themen ab, die für Arbeitnehmer:innen, Investor:innen, Aufsichtsbehörden und betroffene Gemeinschaften relevant sind. |
f. Gegebenenfalls, ob und wie das Unternehmen das Konzept für potenziell betroffene Interessenträger und Interessenträger, deren Hilfe bei der Umsetzung benötigt wird, verfügbar macht | Unser Code of Conduct ist öffentlich auf unserer Website und intern über eigene Plattformen zugänglich. Alle Bestimmungen können im Detail online eingesehen werden. |
Menschenrechts-Grundsatzerklärung |
[MDR-P 65a-65f – E1, E2, E3, E4, E5, S1, S2, S3, G1] |
Wesentliche IROs (Codes) | Soziales: S1 [S1-HR-IRO-1, S1-OW-IRO-1]; S2 [S2-WV-IRO-1, S2-WV-IRO-3, S2-WV-IRO-4]; S3 [S3-AC-IRO-1] |
a. Beschreibung der wichtigsten Inhalte des Konzepts, einschließlich seiner allgemeinen Ziele, und der wesentlichen Auswirkungen, Risiken oder Chancen, auf die sich das Konzept bezieht, sowie des Überwachungsprozesses | Die OMV Menschenrechts-Grundsatzerklärung legt fest, wie das Unternehmen die Menschenrechte, einschließlich umweltbezogener Menschenrechte, in seine Geschäftstätigkeiten integriert, mit dem Ziel, Verantwortung und Transparenz zu gewährleisten. Geleitet von diesen Grundsätzen verpflichtet sich OMV zur Einhaltung höchster sozialer und ethischer Standards und zur Förderung einer sauberen und gesunden Umwelt als grundlegendes Menschenrecht. Dazu gehören auch die Ermöglichung eines gerechten Übergangs („Just Transition“) zu einer Netto-Null-Wirtschaft und Kreislaufwirtschaft sowie die Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Menschen und Ressourcen an den Standorten des Unternehmens und in deren Umfeld. Diese Commitments werden von den jeweiligen Funktionen regelmäßig überwacht. Der Prozess zur Überwachung der Wirksamkeit unserer Menschenrechts-Grundsatzerklärung ist eine fortlaufende Maßnahme. Er umfasst die Durchführung von Selbstbewertungen und Stichprobenkontrollen im Bereich der Menschenrechte sowie die Aufrechterhaltung eines kontinuierlichen Verfahrens zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht.
Mit unserer Menschenrechts-Grundsatzerklärung verpflichten wir uns, die Menschenrechte in allen unseren Geschäftstätigkeiten zu fördern, nachteilige Auswirkungen auf die Menschenrechte, an denen wir beteiligt sind, aufzugreifen und angemessene Maßnahmen zu deren Verhinderung, Minderung und, falls erforderlich, Wiedergutmachung zu ergreifen. Diese Grundsatzerklärung verlangt, dass die Rechte aller Arbeitnehmer:innen des Unternehmens und aller Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette jederzeit respektiert werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf fairer Behandlung, Nichtdiskriminierung und Nulltoleranz gegenüber Belästigung, Mobbing, Zwangsarbeit und Kinderarbeit. Die Grundsatzerklärung unterstützt Chancengleichheit und ein positives Arbeitsumfeld durch Achtung des Rechts auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen sowie durch Zahlung angemessener Löhne und Gewährleistung sicherer Arbeitsbedingungen. Mit Schulungsprogrammen, die das Bewusstsein stärken und die Einhaltung strategischer Anforderungen sicherstellen, wird die menschenrechtliche Bildung auf Arbeitnehmer:innen und Geschäftspartner:innen ausgeweitet. OMV erwartet, dass auch Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen in der gesamten Wertschöpfungskette diese Standards umsetzen. Neben dem Schutz der eigenen Arbeitnehmer:innen und der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette schreibt die Grundsatzerklärung auch den Schutz der Rechte von Anrainergemeinden und der Gesellschaft im weiteren Sinne fest. Dies gilt insbesondere für Gruppen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit benachteiligt oder gefährdet sind, wie Kinder, Frauen, indigene Bevölkerungsgruppen und Menschenrechtsaktivist:innen. All dies wird durch ein strukturiertes Verfahren zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht im Bereich der Menschenrechte durchgesetzt. |
b. Beschreibung des Anwendungsbereichs des Konzepts (oder der Ausnahmen) in Bezug auf Aktivitäten, die vor- und/oder nachgelagerte Wertschöpfungskette, geografische Gebiete und gegebenenfalls betroffene Interessengruppen | Die Menschenrechts-Grundsatzerklärung gilt für alle Unternehmen des OMV Konzerns in allen Geschäftsbereichen weltweit und deckt somit alle eigenen Arbeitnehmer:innen ab. Sie betrifft auch die Wertschöpfungskette, einschließlich aller Geschäftspartner:innen und Gemeinschaften, die in die Aktivitäten von OMV eingebunden bzw. von diesen betroffen sind. Besonderes Augenmerk gilt dabei Personen oder Gruppen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit benachteiligt oder gefährdet sind, wie Kinder, Frauen, indigene Bevölkerungsgruppen und Menschenrechtsaktivist:innen. |
c. Die oberste Ebene in der Organisation des Unternehmens, die für die Umsetzung des Konzepts verantwortlich ist | Die Menschenrechts-Grundsatzerklärung und alle ihre Bestimmungen werden vom OMV Vorstand genehmigt. Die Vorstandsmitglieder sind für die Umsetzung im jeweiligen Geschäftsbereich verantwortlich. |
d. Gegebenenfalls ein Verweis auf die Standards oder Initiativen Dritter, zu deren Einhaltung sich das Unternehmen im Rahmen der Umsetzung des Konzepts verpflichtet hat | Durch unsere Menschenrechts-Grundsatzerklärung und die damit verbundenen Grundsätze und Bestimmungen verpflichten wir uns zur Einhaltung international anerkannter Standards, einschließlich der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen, die für alle E-, S- und G-Themen gelten. Darüber hinaus orientieren wir uns für bestimmte soziale Themen (S1, S2) an wichtigen Rahmenwerken Dritter wie den Kernarbeitsnormen der ILO, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. |
e. Gegebenenfalls eine Beschreibung, wie die Interessen der wichtigsten Interessenträger bei der Beschließung des Konzepts berücksichtigt wurden | Bei der Ausgestaltung unserer Menschenrechts-Grundsatzerklärung werden die Interessen und Ansichten der wichtigsten Interessenträger:innen gebührend berücksichtigt. Die Richtlinie wird in einem umfassenden Konsultationsprozess entwickelt und regelmäßig aktualisiert. In diesen Prozess sind interne Interessenträger:innen aus Abteilungen wie People & Culture, HSSE, Sicherheit, Einkauf, Business, Community Relations & Development, Umwelt und Datenschutz eingebunden. Der Betriebsrat ist ebenfalls aktiv beteiligt, um die Vertretung der Arbeitnehmerinteressen zu gewährleisten. Darüber hinaus holen wir Inputs von externen, unabhängigen Menschenrechtsexpert:innen ein, um die Erwartungen der breiten Gesellschaft und bewährte Praktiken einzubeziehen. |
f. Gegebenenfalls, ob und wie das Unternehmen das Konzept für potenziell betroffene Interessenträger und Interessenträger, deren Hilfe bei der Umsetzung benötigt wird, verfügbar macht | Unsere Menschenrechts-Grundsatzerklärung ist öffentlich auf unserer Website und intern über entsprechende Plattformen zugänglich. Alle Bestimmungen können im Detail online eingesehen werden. |
Standard für unternehmensweites Risikomanagement (EWRM) |
[MDR-P 65a-65f – E1, E2, E3, E4, E5, S1, S2, S3, G1] |
Wesentliche IROs (Codes) | Umwelt: E1 [IRO-E1–CC3, IRO-E1-CC5, IRO-E1-CC6]; E2 [E2-P-IRO-5]; E3 [E3-W-IRO-3]; [E4-BE-IRO-2]; E5 [E5-CE-IRO-4] Soziales: S1 [S1-OW-IRO-4]; S2 [S2-WV-IRO-4, S2-WV-IRO-5] |
a. Beschreibung der wichtigsten Inhalte des Konzepts, einschließlich seiner allgemeinen Ziele, und der wesentlichen Auswirkungen, Risiken oder Chancen, auf die sich das Konzept bezieht, sowie des Überwachungsprozesses | Der OMV Standard für unternehmensweites Risikomanagement (Enterprise-Wide Risk Management; EWRM) befasst sich mit der Steuerung und Minderung von Risiken bei gleichzeitiger Nutzung von Chancen in sämtlichen marktbezogenen, operativen und strategischen Belangen. Dieser Standard dient den Konzernfunktionen, Geschäftsbereichen und Tochtergesellschaften innerhalb des OMV Konzerns als Anleitung dafür, wie Risiken effizient zu bewerten, zu steuern und zu berichten sind, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und potenziellen Erträgen zu gewährleisten. Damit deckt er auch die Steuerung von Risiken und Chancen im Zusammenhang mit den Themen Umwelt, Soziales und Governance sowie das Management von Risiken ab, die sich aus negativen Auswirkungen des Unternehmens ergeben können. Die Wirksamkeit des EWRM wird durch laufende Risikoidentifikation und eine regelmäßige, strukturierte Risikoberichterstattung überwacht. Formelle Risikobewertungen und Überprüfungen zur Risikominderung finden mindestens zweimal im Jahr statt. Zudem wird das Programm mindestens alle drei Jahre einer unabhängigen Bewertung durch die interne Revision unterzogen. Dies gewährleistet ein systematisches Risikomanagement und kontinuierliche Verbesserungen. |
Insbesondere befasst sich das EWRM mit umweltbedingten Unsicherheiten, die Einfluss auf die Ziele von OMV haben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Risiken wie regulatorischen Änderungen und täglichen betriebsbedingten Auswirkungen auf Gesundheit, Sicherheit und Umwelt. Der EWRM-Standard integriert Risikomanagementprozesse, um Innovationen voranzutreiben, Emissionen zu reduzieren, die Ressourceneffizienz zu verbessern und nachhaltiges Wachstum im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu fördern. Er deckt auch das Management sozialer Risiken ab, das potenzielle Bedrohungen und Chancen im Tagesgeschäft von OMV aufzeigt. Der Standard stellt sicher, dass die Leitlinien für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz eingehalten werden, fördert aktiv das Wohlbefinden der Arbeitnehmer:innen und das gemeinnützige Engagement und schafft einen sozial verantwortlichen, gesetzeskonformen operativen Rahmen.
Zusammengefasst gewährleistet dieses Framework eine kontinuierliche Risikobewertung und -berichterstattung durch Integration eines konsequenten Risikomanagements in die täglichen Abläufe. Auf diese Weise werden die Integrität der Unternehmensführung gewahrt und die Einhaltung der internationalen Norm ISO 31000 unterstützt. |
b. Beschreibung des Anwendungsbereichs des Konzepts (oder der Ausnahmen) in Bezug auf Aktivitäten, die vor- und/oder nachgelagerte Wertschöpfungskette, geografische Gebiete und gegebenenfalls betroffene Interessengruppen | Der EWRM-Standard gilt weltweit für alle Unternehmen und voll konsolidierten Konzerngesellschaften von OMV. Die relevante Interessengruppe für diesen Standard sind alle Arbeitnehmer:innen. |
c. Die oberste Ebene in der Organisation des Unternehmens, die für die Umsetzung des Konzepts verantwortlich ist | Der EWRM-Standard und alle seine Bestimmungen werden vom OMV Vorstand genehmigt. Die Verantwortung für die Umsetzung des Konzepts liegt beim Vorstand. |
d. Gegebenenfalls ein Verweis auf die Standards oder Initiativen Dritter, zu deren Einhaltung sich das Unternehmen im Rahmen der Umsetzung des Konzepts verpflichtet hat | Das OMV Risikomanagement basiert auf der internationalen Risikomanagementnorm ISO 31000. |
e. Gegebenenfalls eine Beschreibung, wie die Interessen der wichtigsten Interessenträger bei der Beschließung des Konzepts berücksichtigt wurden | An der Entwicklung des OMV EWRM-Standards waren Fachexpert:innen und relevante Abteilungen entweder direkt beteiligt oder wurden im Rahmen eines internen Konsultationsprozesses um Feedback zum ersten Entwurf gebeten. |
f. Gegebenenfalls, ob und wie das Unternehmen das Konzept für potenziell betroffene Interessenträger und Interessenträger, deren Hilfe bei der Umsetzung benötigt wird, verfügbar macht | Unser EWRM-Standard wird intern für alle Arbeitnehmer:innen über entsprechende Plattformen und regelmäßige Rollouts verfügbar gemacht. |
HSSE-Direktive |
[MDR-P 65a-65f – E1, E2, E3, E4, E5, S1, S2, S3, G1] |
Wesentliche IROs (Codes) | Umwelt: E2 [E2-P-IRO-6, E2-P-IRO-7] Soziales: S1 [S1-HSW-IRO-1, S1-OW-IRO-1], S2 [S2-WV-IRO-1, S2-WV-IRO-3] |
a. Beschreibung der wichtigsten Inhalte des Konzepts, einschließlich seiner allgemeinen Ziele, und der wesentlichen Auswirkungen, Risiken oder Chancen, auf die sich das Konzept bezieht, sowie des Überwachungsprozesses | Die OMV HSSE-Direktive, die durch eine Reihe von HSSE-Vorschriften und -Prozessen untermauert wird, zielt darauf ab, Mensch und Umwelt sowie die Vermögenswerte und den Ruf des OMV Konzerns zu schützen. Sie bildet den Rahmen für die HSSE-Strategie 2030 des OMV Konzerns, mit der die mittelfristigen Ziele in Bezug auf Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen zur Unterstützung der Geschäftsstrategie des Konzerns umrissen werden. Die HSSE-Strategie ist mit den Werten von OMV verknüpft und unterstreicht das Engagement des Unternehmens für Sicherheit, starke Kooperationen und kontinuierlichen Fortschritt im Hinblick darauf, das allgemeine Wohlergehen zu fördern, verantwortungsvolle Partnerschaften einzugehen und eine führende Rolle in HSSE-Belangen einzunehmen. Die HSSE-Strategie 2030 stärkt unseren Fokus auf die Gesundheit der Arbeitnehmer:innen mit besonderem Augenmerk auf die psychische Gesundheit. Ziel ist es, eine starke Sicherheitskultur zu etablieren, um Zwischenfälle gänzlich zu vermeiden und Arbeitsunfälle mit Todesfolge zu verhindern. Darüber hinaus trägt sie zu einem verbesserten Kontraktorenmanagement bei, indem sichergestellt wird, dass wir nur mit qualifizierten Partner:innen zusammenarbeiten, die unseren HSSE-Standards gerecht werden. Auf diese Weise fördert unsere Strategie langfristige, vertrauensvolle Beziehungen. Die HSSE-Strategie gilt für alle OMV Arbeitnehmer:innen und Fremdarbeitskräfte, einschließlich Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen.
Nach Maßgabe der Strategie legt die HSSE-Direktive die Grundsätze und Regeln für das Management von Gesundheit, Sicherheit und Resilienz sowie Umwelt während des gesamten Lebenszyklus der Geschäftsaktivitäten von OMV fest. Dies gilt auch für Investitionsprojekte, Unternehmenszusammenschlüsse und Akquisitionen. Die Direktive bietet somit einen umfassenden Rahmen für das Management aller HSSE-Aspekte durch OMV Arbeitnehmer:innen, Partner:innen und Auftragnehmer:innen. Die HSSE-Richtlinie, die Richtlinie zur Vermeidung schwerer Unfälle (Major Accident Prevention Policy), HSSE-Begriffe und -Definitionen und die lebensrettenden Regeln (Life-Saving Rules) sind ebenfalls Teil dieses Frameworks.
In Bezug auf Umwelt, Gesundheit und Sicherheit schreibt die Direktive systematische Risikobewertungen zur Identifizierung und Steuerung umwelt- und klimabezogener Auswirkungen und Risiken vor. Maßnahmen wie Leistungsüberwachung, die Einhaltung sich ändernder Vorschriften, ein proaktiver Dialog mit den Interessenträger:innen und eine transparente Berichterstattung sind in der Direktive festgeschrieben. Dies soll OMV dabei unterstützen, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, die Energieeffizienz zu verbessern, die Umweltverschmutzung und die Auswirkungen auf die biologische Vielfalt zu steuern und sich an regulatorische und Marktveränderungen anzupassen. Im Umgang mit Luftschadstoffen und Wasserverschmutzung sind kontinuierliche Überwachung, fortschrittliche Kontrolltechnologien und die Einhaltung von Vorschriften erforderlich. Gegengesteuert wird mit Präventivmaßnahmen gegen Verschmutzungsrisiken, robusten Notfallplänen und Sanierungsmaßnahmen. Der Wasserverbrauch muss insbesondere in Regionen mit Wasserstress durch Recycling und effizienzverbessernde Maßnahmen minimiert werden.
In Bezug auf die Sicherheit am Arbeitsplatz schreibt die HSSE-Direktive die Förderung von Arbeitsbedingungen und Abläufen vor, die verhindern, dass Menschen zu Schaden kommen. Die Direktive ermutigt auch dazu, unsichere Handlungen oder Bedingungen zu unterbinden und zu korrigieren. Zu HSSE-Aspekten bedarf es einer offenen Kommunikation mit Arbeitnehmer:innen, Vertragsunternehmen und Gemeinden. Für die Belegschaft, das Linienmanagement und das Senior Management sind klare Aufgaben und Zuständigkeiten festgelegt, um sicherzustellen, dass HSSE-Aspekte vollständig in alle Geschäftsaktivitäten und Entscheidungsprozesse integriert werden. Zu den wichtigsten Prozessen gehören das Risikomanagement, die Meldung von Vorfällen und Unfällen, das Notfall- und Krisenmanagement, die Einbeziehung der Interessenträger:innen sowie regelmäßige Audits und Überprüfungen. |
b. Beschreibung des Anwendungsbereichs des Konzepts (oder der Ausnahmen) in Bezug auf Aktivitäten, die vor- und/oder nachgelagerte Wertschöpfungskette, geografische Gebiete und gegebenenfalls betroffene Interessengruppen | Die HSSE-Direktive und alle ihre Bestimmungen gelten weltweit für alle Arbeitnehmer:innen von OMV. Im Hinblick auf die Einhaltung lokaler Rechtsvorschriften gelangen zusätzlich eigene Bestimmungen zur Anwendung. Dies gilt für den gesamten OMV Konzern, einschließlich aller Geschäftsbereiche und voll konsolidierten Tochtergesellschaften weltweit. In geringem Umfang gibt es auch Ausnahmeregelungen. So gelten zum Beispiel bei Borealis separate Richtlinien für unternehmensspezifische betriebliche Vorfälle. Die HSSE-Direktive gilt auch für alle Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, die an OMV Betriebsstandorten tätig sind oder an Standorten arbeiten, an denen OMV die operative Kontrolle ausübt, einschließlich externer Expert:innen, die die OMV Konzerngesellschaften fachlich beraten. Relevante Interessengruppen für die HSSE-Direktive sind Personen bzw. Gruppen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit schutzbedürftig sind, wie Arbeitnehmer:innen und Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, die an OMV Betriebsstandorten tätig sind oder an Standorten arbeiten, an denen OMV die operative Kontrolle ausübt. Die Wirksamkeit unserer HSSE-Konzepte wird regelmäßig von den jeweiligen Funktionen durch Audits, HSSE-Bewertungen, Standortbegehungen und die Verfolgung des Fortschritts anhand von Zielvorgaben überwacht. |
c. Die oberste Ebene in der Organisation des Unternehmens, die für die Umsetzung des Konzepts verantwortlich ist | Die HSSE-Direktive und alle ihre Bestimmungen werden vom OMV Vorstand genehmigt. Für die Umsetzung des Konzepts sind die Vorstandsmitglieder der einzelnen Geschäftsbereiche verantwortlich. |
d. Gegebenenfalls ein Verweis auf die Standards oder Initiativen Dritter, zu deren Einhaltung sich das Unternehmen im Rahmen der Umsetzung des Konzepts verpflichtet hat | n.a. |
e. Gegebenenfalls eine Beschreibung, wie die Interessen der wichtigsten Interessenträger bei der Beschließung des Konzepts berücksichtigt wurden | An der Entwicklung des OMV HSSE-Direktive waren Fachexpert:innen und relevante Abteilungen entweder direkt beteiligt oder wurden im Rahmen eines internen Konsultationsprozesses um Feedback zum ersten Entwurf gebeten. |
f. Gegebenenfalls, ob und wie das Unternehmen das Konzept für potenziell betroffene Interessenträger und Interessenträger, deren Hilfe bei der Umsetzung benötigt wird, verfügbar macht | Unsere HSSE-Direktive wird intern für alle Arbeitnehmer:innen über entsprechende Plattformen und regelmäßige Rollouts verfügbar gemacht. Sie wird ergänzt durch Schulungen, um sicherzustellen, dass alle betroffenen Arbeitnehmer:innen und Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, die an OMV Betriebsstandorten tätig sind oder an Standorten arbeiten, an denen OMV die operative Kontrolle ausübt, unsere allgemeinen Richtlinien verstehen und wissen, wie diese in der Praxis anzuwenden sind. Ein Teil dieser Direktive ist auf unserer Website öffentlich zugänglich. |
Umweltmanagementstandard (UMS) |
[MDR-P 65a-65f – E1, E2, E3, E4, E5, S1, S2, S3] |
Wesentliche IROs (Codes) | Umwelt: E1 [IRO-E1-CC1]; E2 [E2-P-IRO-1, E2-P-IRO-4, E2-P-IRO-5, E2-P-IRO-6, E2-P-IRO-7]; E3 [E3-W-IRO-1, E3-W-IRO-3]; E4 [E4-BE-IRO-1, E4-BE-IRO-2]; E5 [E5-CE-IRO-1, E5-CE-IRO-2] |
a. Beschreibung der wichtigsten Inhalte des Konzepts, einschließlich seiner allgemeinen Ziele, und der wesentlichen Auswirkungen, Risiken oder Chancen, auf die sich das Konzept bezieht, sowie des Überwachungsprozesses | Der OMV Umweltmanagementstandard (UMS) zielt auf eine wirksame Steuerung und Minderung von potenziellen und tatsächlichen negativen Umweltauswirkungen im Zusammenhang mit den Betrieben, Produkten und Geschäftsaktivitäten von OMV ab. Er enthält umfassende Leitlinien zu Energieeffizienz, THG-Emissionen und Abfallmanagement sowie zur Verminderung der Umweltverschmutzung und zum Schutz der biologischen Vielfalt. Durch die Förderung der Einhaltung bewährter Verfahren und internationaler Standards gewährleistet der UMS das Engagement von OMV für nachhaltige Ressourcennutzung und Umweltverantwortung. Die Wirksamkeit unserer HSSE-Konzepte wird regelmäßig von den jeweiligen Funktionen durch Audits, HSSE-Bewertungen, Standortbegehungen und die Verfolgung des Fortschritts anhand von Zielvorgaben überwacht.
Mit Blick auf die Auswirkungen des Klimawandels enthält der OMV UMS Leitlinien zur Reduktion der THG-Emissionen und zur Verbesserung der Energieeffizienz. Er schreibt einen verantwortungsvollen Energieverbrauch, die Schonung von Ressourcen und ein Energiemanagement gemäß ISO 50001 vor. Zudem gewährleistet er die Überwachung und Kontrolle von Luftemissionen sowie die Minimierung der Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt und enthält spezifische Anforderungen für das Abfackeln und Ablassen von Erdölbegleitgas. |
In Bezug auf den Umweltschutz legt der UMS detaillierte Leitlinien zur Kontrolle der Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung durch THG-Emissionen und Luftschadstoffe, Freisetzungen gefährlicher Stoffe, Kunststoffpartikel, Gefahrstoffe und natürlich vorkommende radioaktive Stoffe fest. Er schreibt die Einhaltung strenger EU-Rechtsvorschriften vor und gewährleistet, dass Luftemissionen systematisch überwacht oder abgeschätzt werden.
Der UMS von OMV legt auch klare Leitlinien für den Schutz von Gewässern fest, einschließlich spezifischer Anforderungen für die Abwassereinleitung an Land und auf See. Direkte Einleitungen von nicht aufbereitetem Abwasser sind nicht zulässig. Zudem müssen die besten verfügbaren Techniken (BVTs) angewendet werden, um Abwassermengen und Schadstoffbelastungen zu verringern und die Effizienz der Wassernutzung nach dem Prinzip „Reduzieren, Wiederverwenden und Recyceln“ („Reduce-Reuse-Recycle“) zu optimieren. Der UMS verweist auch auf die Vermeidung von Wasserknappheit durch eine verantwortungsvolle Entnahme von Süßwasser in Gebieten mit Wasserstress. Die Einhaltung lokaler Vorschriften und Genehmigungen wird durch Einbeziehung lokaler Behörden im Hinblick auf systematische Überwachung, Berücksichtigung von Auswirkungen auf Wasserstressgebiete und Aufrechterhaltung der Umweltintegrität sichergestellt. |
Der UMS schreibt eine minimale Beeinträchtigung der biologischen Vielfalt, der Ökosysteme und der Ökosystemdienstleistungen vor und enthält Leitlinien für Screenings zur Ermittlung potenzieller Gefahren für bedrohte Arten und empfindliche Ökosysteme. Zudem empfiehlt er die Aufnahme von Aktionsplänen für die biologische Vielfalt in Umweltmanagementpläne, die soziale, regulatorische und ökosystembezogene Aspekte abdecken. Zur Förderung proaktiver Überwachungs- und Schutzmaßnahmen explizit hervorgehoben werden Partnerschaften mit externen Interessenträger:innen, Grundlagenerhebungen zur biologischen Vielfalt, Folgenabschätzungen und die Umsetzung von Minderungs- und Erhaltungsmaßnahmen.
Schließlich befasst sich der UMS mit dem Thema Abfallmanagement unter besonderer Bezugnahme auf die prioritäre Wiederverwendung von Abfallstoffen, die Reduzierung von Leckagen und die Prozessoptimierung zur Minimierung von Restabfällen. Er schreibt die Verwendung weniger gefährlicher Stoffe vor, fordert eine Minimierung des Rohstoffeinsatzes und verweist darauf, dass die Entsorgung von Flüssigkeiten auf Deponien sowie die offene Verbrennung von Materialien strengstens verboten sind. Abfälle dürfen nur Einrichtungen übergeben werden, die über entsprechende Zulassungen verfügen und regelmäßigen Audits unterzogen werden. OMV unterstützt Dritte bei der Entwicklung von Abfallmanagementkapazitäten, wenn es an geeigneten Einrichtungen fehlt. Dabei wird verlangt, dass für den gesamten Lebenszyklus einer Anlage ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt werden. Jeder Standort hat einen Abfallmanagementplan zu erstellen und aufrechtzuerhalten, der den örtlichen Rechtsvorschriften entspricht. Ein solcher Plan muss eine wirksame Sammlung, Trennung, Kennzeichnung, Lagerung und Behandlung von Abfällen gewährleisten. Jährliche interne Audits des UMS und alle drei Jahre stattfindende externe Audits für Standorte ohne ISO 14001-Zertifizierung gewährleisten Konformität und Verbesserungen. |
b. Beschreibung des Anwendungsbereichs des Konzepts (oder der Ausnahmen) in Bezug auf Aktivitäten, die vor- und/oder nachgelagerte Wertschöpfungskette, geografische Gebiete und gegebenenfalls betroffene Interessengruppen | Der Umweltmanagementstandard gilt für den gesamten OMV Konzern, einschließlich aller Geschäftsbereiche und voll konsolidierten Tochtergesellschaften weltweit. Der Standard ist auch von allen externen Berater:innen einzuhalten, die Umweltdienstleistungen für Unternehmen von OMV erbringen. |
c. Die oberste Ebene in der Organisation des Unternehmens, die für die Umsetzung des Konzepts verantwortlich ist | Der Umweltmanagementstandard wird vom:von der Generaldirektor:in von OMV genehmigt. Die Verantwortung für die Umsetzung des Konzepts obliegt den Vorstandsmitgliedern der einzelnen Geschäftsbereiche. |
d. Gegebenenfalls ein Verweis auf die Standards oder Initiativen Dritter, zu deren Einhaltung sich das Unternehmen im Rahmen der Umsetzung des Konzepts verpflichtet hat | Das Umweltmanagement von OMV orientiert sich an international anerkannten Best-Practice-Anforderungen und -Standards, die von relevanten Verbänden und Organisationen der Ölindustrie wie API, IOGP, Ipieca, Concawe, ISO und FuelsEurope entwickelt wurden. |
e. Gegebenenfalls eine Beschreibung, wie die Interessen der wichtigsten Interessenträger bei der Beschließung des Konzepts berücksichtigt wurden | An der Entwicklung des OMV Umweltmanagementstandards waren Fachexpert:innen und relevante Abteilungen entweder direkt beteiligt oder wurden im Rahmen eines internen Konsultationsprozesses um Feedback zum ersten Entwurf gebeten. |
f. Gegebenenfalls, ob und wie das Unternehmen das Konzept für potenziell betroffene Interessenträger und Interessenträger, deren Hilfe bei der Umsetzung benötigt wird, verfügbar macht | Der UMS wird intern über entsprechende Plattformen und regelmäßige Rollouts verfügbar gemacht. Er wird ergänzt durch Schulungen, um sicherzustellen, dass alle betroffenen Arbeitnehmer:innen und Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, die an OMV Betriebsstandorten tätig sind oder an Standorten arbeiten, an denen OMV die operative Kontrolle ausübt, unsere allgemeinen Richtlinien verstehen und wissen, wie sie diese in der Praxis anwenden können. Dieser Ansatz gewährleistet sowohl Transparenz als auch eine wirksame Umsetzung. |
IRO-1 Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen
[ESRS 2-IRO-1.53a] Die Wesentlichkeitsanalyse hilft uns, wichtige ESG-Aspekte und wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen zu ermitteln und nach Prioritäten einzustufen. Damit stellen wir sicher, dass unsere ESG-Strategie mit den Erwartungen von Interessenträger:innen und externen Anforderungen im Einklang steht. Im Jahr 2024 wurde daher eine vollständige doppelte Wesentlichkeitsanalyse (Double Materiality Assessment, DMA) anhand der ESRS-Vorgaben durchgeführt. Daraus resultierten detaillierte IRO-Listen, wesentliche Themen, Unterthemen und Unter-Unterthemen sowie unternehmensspezifische Themen. Diese Bewertung wurde 2025 überprüft und verfeinert. Dabei wurden die wesentlichen IROs des vorangegangenen Zeitraums von Fachexpert:innen qualitativ hinterfragt. Dies führte dazu, dass einige dieser IROs umformuliert, zusammengeführt oder gestrichen wurden. Dies wiederum hatte zur Folge, dass (Unter-)Themen umgruppiert oder gemäß der überarbeiteten Liste der IROs auf inaktiv gesetzt wurden. Ausgehend von dieser 2025 vorgenommenen Überprüfung der DMA wurde festgelegt, dass neun der zehn in den ESRS dargelegten Nachhaltigkeitsthemen für OMV wesentlich sind. Zusätzlich wurden die unternehmensspezifischen Nachhaltigkeitsaspekte „Cybersicherheit“ und „Prozesssicherheit“ als wesentlich beibehalten. Mehr zu den Überlegungen, die der Überprüfung im Jahr 2025 zugrunde lagen, finden Sie unter >Änderungen der Wesentlichkeitsanalyse 2025 gegenüber 2024.
Im Folgenden werden die Hauptelemente des Prozesses der DMA 2024 beschrieben. Diese sind unverändert geblieben und bilden die Basis für die Überprüfung der DMA im Jahr 2025 sowie für die wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte von OMV für diesen Bericht. Gegebenenfalls werden auch Änderungen des Prozesses im Vergleich zu 2024 beschrieben.
[ESRS 2-IRO-1.53a] Die vollständige Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2024 wurde auf Konzernebene durchgeführt, wobei ähnlich wie beim Jahresabschluss des Unternehmens alle voll konsolidierten Gesellschaften einbezogen wurden. Um einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Nachhaltigkeitsaspekte beizubehalten, wurde die Wesentlichkeitsanalyse anhand eines strukturierten und systematischen Prozesses durchgeführt. Dies ermöglichte die Bewertung ESG-bezogener Auswirkungen, Risiken und Chancen als integralen Bestandteil des übergeordneten Rahmens für den Umgang mit Auswirkungen und Risiken im Bereich der Nachhaltigkeit. [ESRS 2-IRO-1.53b-i] Die Bewertung der Auswirkungen wurde für alle drei OMV Geschäftsbereiche – Energy, Fuels und Chemicals – durchgeführt, einschließlich der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, wie unter >Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette beschrieben. Die geografische Präsenz der OMV Geschäftsbereiche erstreckt sich über Europa, den Mittleren Osten, Nordamerika und Asien. OMV priorisiert Hochrisikogebiete, einschließlich Regionen mit strengen gesetzlichen Auflagen oder sensiblen Ökosystemen, und überwacht die Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Rohstoffgewinnung und -veredelung genau.
[ESRS 2-IRO-1.53b, 53b-iv] In Übereinstimmung mit den ESRS wurde 2024 eine „Inside-Out“-Perspektive angewandt. Dabei wurde auf die positiven oder negativen Auswirkungen der regulären Geschäftstätigkeit von OMV oder auf ungeplante Ereignisse für die Umwelt (Luft, Wasser, Boden, Ressourcen, Biodiversität) oder die Menschen (Gesundheit, Sicherheit, sozioökonomische Entwicklung und Gerechtigkeit, Arbeitnehmer:innen, Menschenrechte) Bezug genommen. Die Auswirkungen wurden für alle Tätigkeiten und Geschäftsbeziehungen des Unternehmens anhand folgender Kriterien bewertet: Ausmaß (Schwere der Auswirkung), Umfang (Tragweite), Behebbarkeit (Möglichkeit und Ausmaß dessen, wie die Umwelt oder die betroffenen Menschen in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden können) und Wahrscheinlichkeit (tatsächliche oder potenzielle Auswirkungen), wobei alle auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet wurden. Negative Auswirkungen wurden nach ihrem Schweregrad (Ausmaß, Umfang, Behebbarkeit) und ihrer Wahrscheinlichkeit bewertet. Positive Auswirkungen wurden nach Ausmaß, Umfang und Wahrscheinlichkeit bewertet. Darüber hinaus wurden auch mögliche Auswirkungen auf die Menschenrechte berücksichtigt. Bei einer potenziellen negativen Auswirkung auf die Menschenrechte hatte der Schweregrad Vorrang vor der Wahrscheinlichkeit. Bei der Bewertung wurden auch die Zeithorizonte der Auswirkungen berücksichtigt. Für Umweltthemen wurde aufgrund der Verfügbarkeit fundierter Daten ein von der EFRAG empfohlener Wesentlichkeitsschwellenwert für Auswirkungen von 8 angesetzt. Für die Bereiche Soziales und Governance wählte OMV einen Schwellenwert von 5, um eine umfassende Beaufsichtigung zu gewährleisten. Eine neue qualitative Bewertung der Auswirkungen wurde 2025 nicht vorgenommen.
[ESRS 2-IRO-1.53b-ii] OMV evaluierte die Auswirkungen der eigenen Tätigkeiten, wie in IRO 1.53a beschrieben (z. B. Datenerhebung: quantitative Datenberichte, qualitative Berichte, interne Vorschriften, Einschätzungen interner Fachexpert:innen), sowie die Auswirkungen, die aus Geschäftsbeziehungen resultieren. In Bezug auf Letztere prüfte OMV Partner:innen und Lieferant:innen, um die Wahrung ethischer Praktiken und die Einhaltung von Menschenrechtsstandards sicherzustellen. Regelmäßige Bewertungen und Audits helfen dabei, potenzielle Auswirkungen sowohl auf unsere eigenen Tätigkeiten als auch auf unsere Geschäftsbeziehungen zu identifizieren und in Angriff zu nehmen. [ESRS 2-IRO-1.53b-iii] Bei der Wesentlichkeitsanalyse 2024 wurden die Perspektiven der Interessenträger:innen unter Bezugnahme auf eine 2023 durchgeführte Konsultation der Interessengruppen berücksichtigt. Die Überprüfung der DMA im Jahr 2025 stützte sich auf die Ergebnisse ebendieser Konsultation. Dabei wurde davon ausgegangen, dass sich die Interessengruppen, ihre Interessen und ihr Maß an Einfluss nicht verändert haben und daher für den aktuellen Berichtszeitraum weiterhin relevant und zutreffend sind. Die Überprüfung erfolgte daher nach einem Top-down-Ansatz und stützte sich hauptsächlich auf die Expertise und das Wissen von Fachexpert:innen.
[ESRS 2-IRO-1.53c, c-ii] Die OMV Definition von „Risiko“ (Outside-In-Perspektive) stellt die Unsicherheit in Bezug auf die OMV Ziele dar, gemessen an der Wahrscheinlichkeit oder Häufigkeit eines Ereignisses und dessen Folgen, was in Chancen (Upside) oder Gefährdungen (Downside) resultieren kann. Die ermittelten Risiken und Chancen beziehen sich auf mögliche zukünftige Ereignisse, die sich über verschiedene Zeithorizonte hinweg negativ oder positiv auf die Ziele von OMV auswirken könnten. Dabei wurden Abhängigkeiten von natürlichen, personellen und sozialen Ressourcen berücksichtigt, wie etwa Vorschriften in Bezug auf Emissionen, Energieeffizienz und den zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix, was zu einem Rückgang der Produktion fossiler Brennstoffe und zu Verlusten bei Umsatz bzw. Ertrag führen könnte. Im Jahr 2024 wurden die Risiken und Chancen anhand der folgenden Kriterien bewertet: Ausmaß der finanziellen Auswirkungen (auf einer Skala von 0 bis 3) und Eintrittswahrscheinlichkeit (auf einer Skala von 0 bis 5). Je nach Bedarf wurden bei der Bewertung Expert:innen für Risikomanagement konsultiert. Für die finanzielle Wesentlichkeit wurde ein Schwellenwert von 1,5 festgelegt. Damit werden finanzielle Auswirkungen im hohen und oberen Bereich des Mittelwerts als wesentlich einstuft. Eine neue qualitative Bewertung der Risiken und Chancen wurde 2025 nicht vorgenommen.
Das OMV Risikouniversum („Risk Universe“) wurde angepasst, um das gesamte Spektrum der ESG-bezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen zu erfassen, die sich in unterschiedlicher Form manifestieren und von Jahr zu Jahr ändern können. Das OMV Risikouniversum wird jährlich nach Maßgabe der Konzernanforderungen überprüft. Der strategische Top-down-Risikomanagementprozess zur Bewertung und Steuerung von mit der OMV Strategie verbundenen Risiken wird jährlich durchgeführt. Dabei werden interne und externe Zusammenhänge berücksichtigt, um den Wert für Aktionär:innen und Interessenträger:innen zu erhalten. Dieser Prozess umfasst langfristige Risikobewertungen und Chancen, die als Teil des strategischen Risikoprofils von OMV anerkannt sind und mithilfe von Szenario-Modellen oder in Gesprächen mit dem Topmanagement identifiziert werden. Dieser Prozess wird durch einen Bottom-up-Ansatz zur Steuerung operationeller mittelfristiger Risiken ergänzt. Der Fokus liegt dabei auf geschäftlichen Unsicherheiten auf Ebene der Tochtergesellschaften und daraus resultierenden Unsicherheiten im Hinblick auf mittelfristige Planziele. Potenzielle Risiken werden mit den Risiken verknüpft, die gemäß dem unternehmensweiten Risikomanagement-(EWRM-)Prozess bewertet werden. Alle relevanten Risiken werden zweimal jährlich in einem zentralen Register, dem Active Risk Management System (ARMS), erfasst und dokumentiert und dem Topmanagement berichtet.
[ESRS 2-IRO-1.53c-i] [S1-AR.45] Im Zuge der Bewertung der Risiken erfolgte eine Evaluierung der potenziellen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt an den Standorten, an denen OMV tätig ist. Dies diente einem besseren Verständnis möglicher Folgen dieser Inside-Out-Auswirkungen für OMV, einschließlich finanzieller, betrieblicher oder strategischer Effekte. Darüber hinaus wurden Abhängigkeiten, die die Wahrscheinlichkeit und den Schweregrad von Risiken beeinflussen können, im Hinblick auf die finanzielle Wesentlichkeit berücksichtigt. Das Verständnis dieser Abhängigkeiten hilft bei der Ermittlung potenzieller Schwachstellen und ihrer Kaskadeneffekte durch die Risikoereignisse, wobei interne und externe Entwicklungen Berücksichtigung finden.
[ESRS 2-IRO-1.53c-iii] ESG-Risiken sind Teil des OMV Risikouniversums und werden wie jede andere Art von Risiken nach Prioritäten eingeteilt. Dazu werden die potenziellen Auswirkungen und die Wahrscheinlichkeit evaluiert, um festzustellen, welche Risiken am meisten Aufmerksamkeit erfordern. Bei der Bewertung der Wesentlichkeit im Jahr 2024 wurden vorhandene Daten zu Risiken und Chancen, frühere Vorfälle, die Einbeziehung von Interessenträger:innen, Audits und nachhaltige Praktiken herangezogen, um wesentliche Themen und miteinander verknüpfte Abhängigkeiten zu ermitteln. Dieser integrierte Ansatz stellt sicher, dass nachhaltigkeitsbezogene Risiken neben anderen Risiken priorisiert werden, um eine fundierte Entscheidungsfindung und eine belastbare Strategieumsetzung zu unterstützen. Mehr dazu finden Sie unter >GOV-2 Informationen und Nachhaltigkeitsaspekte, mit denen sich die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane des Unternehmens befassen.
[ESRS 2-IRO-1.53d] Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse 2024 wurden im Sustainability Coordination Forum präsentiert, mit dem Senior Management diskutiert und schließlich genehmigt. Die endgültigen Ergebnisse wurden vom OMV Vorstand genehmigt. Die Ergebnisse der Überprüfung der DMA im Jahr 2025 wurden nur vom Sustainability Coordination Forum genehmigt, da es im Vergleich zu 2024 keine signifikanten Änderungen gab. Der Prozess der Nachhaltigkeitsberichterstattung, der durch die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse geprägt ist, wird durch die Nachhaltigkeitsrichtlinie und den Prozess „Manage Sustainability Reporting“ geregelt. Sowohl die Richtlinie als auch der Prozess sind wesentliche Bestandteile des allgemeinen Management-Frameworks von OMV. Die Nachhaltigkeitserklärung, die im OMV Geschäftsbericht enthalten ist, wird vom OMV Vorstand und dem Aufsichtsrat genehmigt. ESG-Themen werden auch in die Entscheidungsprozesse bei Investitionen integriert, um diese mit den Nachhaltigkeitszielen in Einklang zu bringen. Die Anträge an den Vorstand für Investitionsentscheidungen enthalten Kernelemente betreffend Umwelt und Gesellschaft (Environmental and Social; E&S). Diese Elemente umfassen eine breite Palette von Faktoren, die sicherstellen, dass negative Auswirkungen und Risiken adressiert werden. Gleichzeitig bekräftigen sie das Engagement von OMV, positive Beiträge zu leisten.
[ESRS 2-IRO-1.53e] Der Prozess zur Identifizierung, Bewertung und Steuerung der Risiken ist in das allgemeine Risikomanagementverfahren von OMV integriert und wird zur Beurteilung des allgemeinen Risikoprofils und der Risikomanagementverfahren von OMV herangezogen. Risiken sind potenzielle Ereignisse, die im Falle ihres Eintretens die Ziele von OMV beeinträchtigen sowie Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft haben können. Mehr über den Prozess finden Sie unter >ESRS 2-IRO-1.53c-i-ii. Ein eigenes System für den Umgang mit Auswirkungen befindet sich derzeit in Entwicklung. Einige potenzielle Auswirkungen sind bereits durch den bestehenden Risikomanagementprozess abgedeckt. [ESRS 2-IRO-1.53f] Das OMV Risikoprogramm beinhaltet zudem einen strukturierten Prozess für das Chancenmanagement, um Geschäftsmöglichkeiten in der gesamten Organisation aufzuzeigen und zur Reife zu bringen. OMV integriert diesen Prozess in die strategische Planung, in operative Überlegungen und Investitionsentscheidungen. Funktionsübergreifende Teams arbeiten zusammen, um potenzielle Chancen zu ermitteln und ihre Machbarkeit und Vereinbarkeit mit den Unternehmenszielen zu bewerten.
[ESRS 2-IRO-1.53g] Ergänzend zu den oben beschriebenen Daten wurden bei der Wesentlichkeitsanalyse 2024 auch Informationen aus internen Berichten, Rückmeldungen aus Community-Beschwerdemechanismen, operative Daten sowie Drittdaten verwendet. Diese Informationen stammten in erster Linie aus der bereits vorhandenen Berichterstattung zu ESG-Themen und aus Workshops mit Fachexpert:innen, die mit ESG-Management befasst sind. Darüber hinaus wurden Standards wie GRI und SASB geprüft, um die Bewertung der Wesentlichkeit hinsichtlich sektorspezifischer Auswirkungen zu unterstützen. Für die 2025 vorgenommene Überprüfung der DMA wurde außerdem eine Peer-Analyse auf Konzernebene durchgeführt, um von bewährten Branchenpraktiken zu lernen und die Stärken von OMV bei der Berichterstattung zu bewerten. Diese Analyse diente außerdem der Identifizierung von Bereichen mit Verbesserungspotenzial im Einklang mit den Branchenstandards. Im Rahmen des Peer-Benchmarkings prüften wir auch, wie andere Unternehmen im Jahr 2024 ihre IROs berichteten. Die Ergebnisse dieses speziellen IRO-Benchmarkings wurden dann als Input für die Überarbeitung der IROs im Jahr 2025 herangezogen, insbesondere im Hinblick auf Chancen und positive Auswirkungen.
Änderungen der Wesentlichkeitsanalyse 2025 gegenüber 2024
[ESRS 2-IRO-1.53h] Gemäß dem Prozess zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von OMV ist eine vollständige Wesentlichkeitsanalyse unter Beteiligung interner und externer Interessenträger:innen zumindest alle drei Jahre bzw. bei signifikanten Veränderungen im Geschäfts- oder Marktumfeld durchzuführen. OMV schloss die letzte vollständige Bewertung im Jahr 2024 ab. Daher wurden die Ergebnisse aus 2024 im Jahr 2025 einer kritischen Überprüfung unterzogen und die Liste der wesentlichen IROs überarbeitet und verfeinert. Dies ist unter ESRS 2-IRO-1.53a-53g beschrieben. Im Rahmen der Überarbeitung der DMA im Jahr 2025 wurden bestehende oder neu identifizierte IROs zu den definierten Nachhaltigkeitsthemen von Fachexpert:innen in eigenen Workshops überprüft. Dies erfolgte anhand objektiver Daten und bestehender Systeme, die sowohl quantitative Indikatoren als auch qualitative Aspekte erfassen.
Als Ergebnis der Überprüfung haben sich die IROs und die Wesentlichkeit einiger Unterthemen im Vergleich zu 2024 geändert. Dies ist im Abschnitt SBM-3 dargestellt. Die folgenden zentralen Überlegungen führten zu einer Änderung der IROs und folglich der Wesentlichkeiten: Positive Auswirkungen oder Chancen, die 2024 angegeben wurden, wurden 2025 als inaktiv gekennzeichnet, da sie nun als Teil laufender Minderungsmaßnahmen bzw. strategischer Umsetzungsbemühungen betrachtet werden. Um die Berichterstattung zu straffen, wurden bestimmte IROs als unwesentlich eingestuft, da die jeweiligen Informationen bereits durch andere IROs abgedeckt oder anderswo im Bericht widersprüchlich dargestellt waren. Einige IROs wurden für 2025 basierend auf den Einschätzungen der jeweiligen Fachexpert:innen, die die Relevanz anhand verfügbarer Daten und festgelegter Bewertungskriterien evaluierten, als unwesentlich eingestuft. Die folgenden Unterthemen wurden 2025 als unwesentlich betrachtet:
Anpassung an den Klimawandel: Nach einer Prüfung des Risikoprofils des Konzerns in Bezug auf physische Klimarisiken – sowohl im Rahmen der eigenen Tätigkeiten als auch in der Wertschöpfungskette – bestätigte die Bewertung die Resilienz unserer Organisation und ihrer global diversifizierten Lieferantenbasis. Die Schlussfolgerung lautete, dass der Konzern in nicht erheblichem Maße physischen klimabezogenen Risiken ausgesetzt ist. Obwohl das Thema entsprechend der jüngsten Risikobewertung nicht mehr als wesentlich erachtet wird, werden klimabedingte physische Risiken weiterhin überwacht und geeignete Maßnahmen zur Risikominderung im Rahmen unseres laufenden Risikomanagements ergriffen.
Der Schutz von Hinweisgeber:innen (Whistleblowers) ist im allgemeinen OMV Framework zur Unternehmensführung fest verankert und wird durch strikte interne Kontrollen unterstützt. Da dieses Thema gut geregelt ist und keine erheblichen Risiken oder Auswirkungen zu erwarten sind, wird es nicht als wesentlich erachtet.
Korruption und Bestechung: OMV verfügt über ein robustes Compliance-Programm, Antikorruptionsrichtlinien und entsprechende Schulungsprogramme. Dadurch ist ein gutes Management der Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit Korruption und Bestechung gegeben und eine Eskalation unwahrscheinlich. Es sind diesbezüglich auch keine erheblichen Auswirkungen auf Menschen, die Gesellschaft oder die Umwelt zu erwarten. Das Unterthema ist für unsere Tochtergesellschaft Borealis nach wie vor wesentlich, wird jedoch auf OMV Konzernebene aus den weiter oben erläuterten Gründen als unwesentlich erachtet. Entsprechend den Anforderungen des NaDiVeG stellt OMV dennoch relevante Informationen zu diesem Thema bereit, wobei dessen Bedeutung hervorgehoben wird und bestehende Initiativen und Maßnahmen zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht dargelegt werden.
Die auf wirtschaftliche Auswirkungen bezogenen IROs wurden überprüft, was zu folgenden Anpassungen führte: Einige dieser IROs fallen nun unter andere wesentliche Themen (z. B. ESRS S3 Betroffene Gemeinschaften), während andere, wie zum Beispiel IROs im Zusammenhang mit Steuern, aus Sicht der Nachhaltigkeit als nicht wesentlich oder nicht relevant bewertet wurden.
E1 Klimawandel
[E1-IRO-1.20a] [E1-IRO-1.21] [E1-IRO-1.AR 11a] Die Bewertung der klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Rahmen unserer Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2024 erfolgte nach dem unter dem Datenpunkt ESRS 2-IRO-1.53a beschriebenen mehrstufigen Prozess. Die Folgenabschätzung wurde von der Abteilung Group Sustainability durchgeführt, die für die THG-Bilanzierung und die THG-Berichterstattung sowie die Steuerung von Nachhaltigkeitsrisiken zuständig ist. Unter Einbeziehung von Experteneinschätzungen und internen qualitativen und quantitativen Berichten prüften unsere Sachverständigen die Aktivitäten und Pläne (nach kurz-, mittel- und langfristigen Zeithorizonten), um potenzielle und künftige klimawandel- und energiebezogene Auswirkungen zu ermitteln. Die Risiken und Chancen wurden nach demselben Ansatz evaluiert. Dabei wurde die gesamte Wertschöpfungskette in die Bewertung einbezogen, um sowohl die tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen als auch Risiken und Chancen zu identifizieren. [E1-IRO-1.AR 9a] Tatsächliche und potenzielle THG-Emissionsquellen wurden durch ein Screening der Aktivitäten und Pläne von OMV nur für die eigenen Tätigkeiten identifiziert, wie unter E1 beschrieben, zum Beispiel im Abschnitt Gebundene Emissionen. [E1-IRO-1.AR 9b] Die tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen auf den Klimawandel wurden im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse bewertet. Mehr dazu finden Sie unter IRO-1-53a, 53b.
Physische Risiken
[E1-IRO-1-.20b] [E1-IRO-1.21] [E1-IRO-1.AR 11c] Die Bewertung der physischen Klimarisiken ist ein integraler und kontinuierlicher Bestandteil des unternehmensweiten Risikomanagementprozesses. Group Sustainability koordiniert eine umfassende Analyse dieser Risiken und konzentriert sich dabei auf mehrere Schlüsselaspekte. Dies beginnt mit der Auswahl einer Liste der klimabedingten Gefahren, die für die geografischen Standorte der eigenen Geschäftsaktivitäten von OMV relevant sind. Als Basis dafür dient die Delegierte Verordnung (EU) 2021/2139 der Kommission. Als Nächstes wird die Spezifität und Kritikalität der Aktivitäten von OMV bewertet, um ein besseres Verständnis davon zu bekommen, wie sich die Risiken des Klimawandels auf diese auswirken könnten. Zusätzlich wird die Lebensdauer der gefährdeten Vermögenswerte und Geschäftsbereiche evaluiert. Daraufhin wird der Ansatz für das Risikomanagement in dem Bewusstsein entwickelt, dass sich die potenziellen Auswirkungen der klimawandelbedingten Risiken über die Zeit des Bestehens eines Geschäftsbereichs oder Vermögenswerts hinweg verändern können. Mit der Unterstützung eines externen Beratungsunternehmens, das über umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen verfügt, modellierte OMV die relevanten physischen Klimarisiken unter besonderer Berücksichtigung von Überschwemmungen durch Oberflächengewässer und Flüsse, Überflutungen in Küstenzonen, Bodenbewegungen, extremem Wind, Wald- und Flächenbränden, Frost-Tau-Wechsel und extremer Hitze. Dieses Klimawandelmodell zeigt, wie sich ausgewählte klimabedingte Gefahren im zeitlichen Verlauf entwickeln könnten, und quantifiziert die für das Anlagenportfolio möglicherweise zu erwartenden physischen Schäden. Der Schweregrad der Risiken wird mit dem Prozentsatz des Sachschadens für jede in die Analyse einbezogene Anlage abgebildet, um den potenziellen geschätzten finanziellen Verlust zu eruieren. Dabei werden die zur Darstellung der Anlagenspezifikationen von OMV herangezogenen standardisierten Grundmodelle berücksichtigt. Bei der Bewertung der physischen Risiken wird davon ausgegangen, dass sich der Wiederbeschaffungswert der gefährdeten Anlagen nicht wesentlich ändert.
[E1–IRO-1.AR 11c] Die potenzielle Exposition unserer Vermögenswerte gegenüber klimabedingten Gefahren wurde berücksichtigt. Obwohl das Thema entsprechend der jüngsten Risikobewertung nicht mehr als wesentlich erachtet wird, werden physische klimabedingte Risiken weiterhin überwacht und die erforderlichen Abhilfemaßnahmen umgesetzt. Sollte sich das Risiko jedoch erhöhen, etwa aufgrund von Anpassungen der IPCC-Szenarien oder Änderungen im OMV Portfolio, erfolgt eine Neubewertung und werden erforderlichenfalls entsprechende Maßnahmen ergriffen. [E1-IRO-1.20b] Für die Lieferkette werden mögliche Gefährdungen durch klimabedingte physische Risiken anhand einer Reihe klimawandelbezogener Risikoindikatoren ermittelt. Diese werden den Lieferant:innen und ihren geografischen Standorten zugeordnet, wobei auf die Art der erbrachten Dienstleistungen und gelieferten Produkte Bezug genommen wird. Angesichts des ebenso umfangreichen wie diversifizierten Portfolios von OMV und der global verteilten Lieferantenbasis des Unternehmens wurde im Rahmen der Bewertung die Schlussfolgerung gezogen, dass OMV in nicht erheblichem Maße physischen klimabedingten Risiken (akuten Risiken) ausgesetzt ist.
[E1-IRO-1.20a, 20bb] [E1-IRO-1.21] [E1-IRO-1.AR 11a, 11b] Für 2025 deutet das Ergebnis der Bewertung der physischen Risiken darauf hin, dass die analysierten Anlagen bis zur Mitte des Jahrhunderts weitgehend nicht von Naturgefahren betroffen sein werden. Bis zum Jahr 2030 ist es nicht erforderlich, die analysierten Anlagen von OMV an unvermeidbare Auswirkungen des Klimawandels anzupassen. Dies bestätigt, dass das OMV Portfolio in Bezug auf Strategie und Geschäftsmodell unter kurz-, mittel- und langfristigen Zeithorizonten bis 2040 klimaresilient ist. [E1‑IRO-1.21] [E1-IRO-1.AR 11d] Häufigkeit und Schweregrad von Naturgefahren wurden anhand der folgenden repräsentativen Konzentrationspfade (Representative Concentration Pathways; RCPs) gemäß IPCC ermittelt: RCP 8.5, ein Business-as-Usual-Szenario mit sehr hohen Emissionen, und RCP 4.5, ein mittleres Emissionsszenario, bei dem die globalen Emissionen um 2040 ihren Höchststand erreichen und dann sinken, wodurch sich die Treibhausgaskonzentration bis 2100 stabilisiert. Darüber hinaus führt OMV jedes Jahr eine robuste Vulnerabilitätsbewertung der physischen Klimarisiken in Übereinstimmung mit der EU-Taxonomie durch. Die taxonomiekonformen Tätigkeiten werden auf der Basis ihrer wirtschaftlichen Spezifika und ihrer geografischen Standorte anhand einer Reihe von Indizes geprüft, die speziell darauf abzielen, ein Verständnis der Veränderungen der künftigen Umweltbedingungen für die jeweilige wirtschaftliche Aktivität zu vermitteln. Mehr dazu finden Sie unter >Bewertung der Taxonomiekonformität.
Übergangsrisiken
[E1-IRO-1.20b] OMV führt auch eine strategische Risikomanagementanalyse unter Verwendung der Risikoszenarien durch, um die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Tempo der Energiewende zu verstehen, die sich auf die Strategie und das Geschäftsmodell von OMV auswirken könnten. Die wichtigsten klimabezogenen Risiken und Chancen (Übergang) werden von OMV in der strategischen Planung oder im Risikomanagementprozess berücksichtigt, um potenzielle finanzielle Folgen zu ermitteln. [E1-IRO-1.20c] [E1-IRO-1.AR 12a-12b] Die Übergangsrisiken und -chancen werden über kurz-, mittel- und langfristige Zeithorizonte bewertet, wie in den Grundlagen für die Erstellung beschrieben [BP-2.9a], und im Kontext der Strategie und des Geschäftsmodells von OMV bewertet. OMV bewertet, inwieweit seine Vermögenswerte und Geschäftstätigkeiten unter Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeit, des Ausmaßes und des Zeithorizonts 2040 den ermittelten Übergangsereignissen ausgesetzt und anfällig für diese sein können. Die Übergangsrisiken sind bereichsübergreifend und daher bereits durch den unternehmensweiten Risikomanagementprozess hinreichend abgedeckt. Dieser Prozess umfasst eine Reihe finanzieller, operativer und strategischer Maßnahmen, die mit dem Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft vorangetrieben werden. Die folgenden Arten von Übergangsrisiken und -chancen werden bewertet:
Regulatorische Risiken im Zusammenhang mit Konzepten, die die Anpassung an den Klimawandel forcieren oder Maßnahmen einschränken, die zu den negativen Auswirkungen des Klimawandels beitragen (Herausforderungen bei der Anpassung der Wertschöpfungskette an regulatorische Änderungen)
Technologiebezogene Risiken bzw. Chancen, die potenzielle Vor- und Nachteile technologischer Verbesserungen oder Innovationen erfassen, die den Übergang zu einer CO2-ärmeren Zukunft unterstützen bzw. die Energieeffizienz steigern
Marktunsicherheiten unter besonderer Berücksichtigung von positiven oder negativen Marktveränderungen für bestimmte Rohstoffe, Produkte oder Dienstleistungen (z. B. CO2-Bepreisung, Nachfrage nach Öl- und Gasprodukten)
Reputationsrisiken, die durch verändertes Verbraucherverhalten, die Wahrnehmung des Beitrags von OMV zum Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft oder die Behinderung des Übergangs zu einer CO2-ärmeren Wirtschaft entstehen
[E1-IRO-1.AR 12c-12d] Für Informationen zur Szenarioanalyse klimabedingter Übergangsrisiken verweisen wir auf >Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende. Zukünftige Emissionen von Anlagen werden im Rahmen der vorausschauenden THG-Bewertungen von OMV ermittelt. Ihre Vereinbarkeit mit den Klimazielen von OMV ist insofern gewährleistet, als THG-Emissionen ein integraler Bestandteil des Planungsprozesses von OMV sind. Dieser Prozess ist entsprechend abgestimmt, um sowohl die Geschäfts- als auch die Klimaziele zu erreichen. Mehr zu den THG-Emissionen der wichtigsten Anlagen von OMV finden Sie unter >Gebundene Emissionen. [E1-IRO-1.AR 13a-13d] Informationen zur Analyse von Klimaszenarien sind in >Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende enthalten. [E1-IRO-1.AR 15] Für weitere Informationen zu den Basisszenario- und „Netto-Null-Emissionen bis 2050“-Annahmen verweisen wir auf >Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende.
E2 Umweltverschmutzung
[E2-IRO-1.11a] Zur ersten Ermittlung der durch Umweltverschmutzung bedingten Auswirkungen, Risiken und Chancen von OMV prüften die OMV Umweltexpert:innen (die auch für die Berichterstattung im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung zuständig sind) im Jahr 2024 die OMV Geschäftsaktivitäten auf tatsächliche und potenzielle Umweltverschmutzungsaspekte für alle Dimensionen, das heißt Luft, Wasser und Boden. Der Screening-Prozess umfasste die Bewertung früherer Ereignisse und potenzieller künftiger Szenarien, um die Auswirkungen zu ermitteln. Für eine umfassende qualitative Top-down-Bewertung der Auswirkungen, Risiken und Chancen wurde der solide Rahmen für Umwelt-Governance von OMV herangezogen. Es wurden sowohl unternehmensspezifische Inputs als auch spezifische Inputs aus unseren Community-Feedback-Mechanismen berücksichtigt. In Anbetracht der Komplexität und der Wechselwirkungen von Umweltverschmutzungsbelangen erkennt OMV die Bedeutung einer strukturierten und systematischen Identifizierungs- und Bewertungsmethode an, wie etwa des von den ESRS vorgeschriebenen LEAP-Ansatzes (Locate, Evaluate, Assess, Prepare – Lokalisieren, Evaluieren, Bewerten, Vorbereiten). Bei der ersten ESRS-konformen Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2024 haben wir diesen systematischen Ansatz, der sich nach einer klaren Methodik richtet, noch nicht angewendet. Allerdings wurde parallel zur Wesentlichkeitsanalyse und zur Vorbereitung auf die kommenden Jahre in einem eigenen Workstream mit der Entwicklung eines methodischen Ansatzes begonnen, der für Belange im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung, Wasser und biologischer Vielfalt herangezogen werden soll. Diese Entwicklung ist im hier betrachteten Berichtszeitraum noch im Gange.
[E2-IRO-1.11b] Im Rahmen des Prozesses zur Bewertung der Wesentlichkeit im Jahr 2024 bestand einer der Schritte in der Konsultation interner und externer Interessenträger:innen mittels einer Onlineumfrage. Insbesondere von den betroffenen Gemeinschaften wurden durch regelmäßige Interaktionen, die Onlineumfrage und die über den Community-Beschwerdemechanismus gesammelten Daten Inputs eingeholt. Ziel war es, die Perspektiven der betroffenen Gemeinschaften zu Umweltverschmutzungsaspekten vollständig in unsere Bewertung zu integrieren. Die Ergebnisse flossen in die Überprüfung der DMA im Jahr 2025 ein. [E2-IRO-1.AR 9a-9b] [E2-IRO-1.AR 3] Diese Überprüfung erfolgte in erster Linie nach einer Top-down-Methode basierend auf der Einbeziehung der internen und externen Interessenträger:innen im Jahr 2024. Die Überprüfung enthielt zwar keine detaillierten Informationen über bestimmte Standorte, stützte sich aber in hohem Maße auf die Expertise und das Wissen von Fachexpert:innen. Die identifizierten umweltrelevanten wesentlichen IROs sind mit den drei Geschäftsbereichen von OMV verbunden.
[E2-IRO-1.AR 3] Beim Prozess zur Bewertung der Wesentlichkeit der IROs im Jahr 2024 berücksichtigte OMV die in ESRS 2 IRO-1 und IRO-2 dargelegten Bestimmungen. [E2-IRO-1.AR 4a] Alle E2-Unterthemen gemäß ESRS 1 Anhang A AR16 wurden bei der Wesentlichkeitsanalyse berücksichtigt; jene, die schließlich als wesentlich identifiziert wurden, betrafen die Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung. [E2-IRO-1.AR4b] Bei der Bewertung wurden keine Abhängigkeiten von Ökosystemen festgestellt, die möglicherweise dazu beitragen könnten, die mit der Umweltverschmutzung zusammenhängenden Auswirkungen zu mindern.
E3 Wasser- und Meeresressourcen
[E3-IRO-1.8a] Im Rahmen des Prozesses zur ersten Bewertung der Wesentlichkeit im Jahr 2024 prüften die Umweltexpert:innen von OMV die Geschäftsaktivitäten auf tatsächliche und potenzielle Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen. Die Auswirkungen, Risiken und Chancen wurden anhand eines soliden Rahmens für Umwelt-Governance bewertet. Dabei wurden Informationen aus den Geschäftsbereichen für die qualitative Bewertung nach dem Top-down-Ansatz berücksichtigt. Auch die Wertschöpfungskette wurde in die Evaluierung einbezogen. Zur Ermittlung von Aktivitäten, die für die Natur belastend sein können (z. B. Aktivitäten in Gebieten, die von Wasserknappheit oder Wasserstress bedroht sind), wurde der Water Risk Filter des World Wide Fund For Nature (WWF) herangezogen, um den Zustand der Natur einschließlich der Wasserressourcen zu prüfen. Die bislang durchgeführten Risikobewertungen deuten für die meisten eigenen Tätigkeiten von OMV auf einen niedrigen bis mittleren Wasserrisikograd hin. Die Bewertung zur wissenschaftlichen Abgrenzung von Gebieten auf Grundlage des Wasserrisikos ist noch im Gange. Für weitere Analysen basierend auf dem LEAP-Ansatz (Locate, Evaluate, Assess, Prepare – Lokalisieren, Evaluieren, Bewerten, Vorbereiten) sollen auch noch andere Tools wie der Water Stress Index von Verisk Maplecroft und der Aqueduct Water Risk Atlas des World Resources Institute (WRI) herangezogen werden. Bei der Überprüfung der DMA im Jahr 2025 wurden die Resultate dieser Analysen einer kritischen Beurteilung unterzogen und die Ergebnisse aus 2024 bestätigt. An den wesentlichen Unterthemen für E3 wurden keine Änderungen vorgenommen.
[E3-IRO-1.8b] Interne und externe Interessenträger:innen, einschließlich Vertreter:innen betroffener Gemeinschaften, wurden durch die Onlineumfrage in die Wesentlichkeitsanalyse 2024 einbezogen. Die Überprüfung im Jahr 2025 baute auf diesen Erkenntnissen auf und stützte sich darüber hinaus auf Inputs von Fachexpert:innen.
[E3-IRO-1.AR 3] Bei der Bewertung der Wesentlichkeit von Auswirkungen, Risiken und Chancen im Jahr 2024 berücksichtigte OMV die in ESRS 2 IRO-1 und IRO-2 dargelegten Bestimmungen. [E3-IRO-1.AR 4a-AR 4b] Bei der Wesentlichkeitsanalyse 2024 wurden alle Wasserunterthemen, Wasser- und Meeresressourcen berücksichtigt und Wasser als wesentlich eingestuft.
[E3-IRO-1.AR 6] Die Wesentlichkeitsanalyse 2024 und die Überprüfung der DMA im Jahr 2025 konzentrierten sich auf umfassendere Bewertungen auf einer breiteren Basis, weshalb spezifische Flusseinzugsgebiete für den angewendeten Top-down-Ansatz nicht berücksichtigt wurden. In den standortspezifischen Wassermanagementplänen für unsere Betriebe werden jedoch spezifische Informationen über Flusseinzugsgebiete berücksichtigt. [E3-IRO-1.AR7] Bei der Wesentlichkeitsanalyse 2024 und der Überprüfung im Jahr 2025 wurden die Kriterien für die Bestimmung des Zustands von Gewässern gemäß den einschlägigen Anhängen der Richtlinie 2000/60/EG (Wasserrahmenrichtlinie) bzw. den Leitlinien für deren Umsetzung von OMV nicht berücksichtigt. Wir werden diese Kriterien prüfen und in Erwägung ziehen, sie in künftige Bewertungen einzubeziehen.
[E3-IRO-1.AR 15a] [E3-IRO-1.AR 15d] Die wichtigsten Geschäftsbereiche innerhalb unserer Aktivitäten, die mit diesem wesentlichen Thema in Zusammenhang stehen, sind Energy (Exploration und Produktion), Fuels (Raffination) und Chemicals. Die Wesentlichkeitsanalyse und ihre Neubewertung erfolgten nach einem Top-down-Ansatz, wobei der Schwerpunkt auf übergreifenden Evaluierungen auf einer breiteren Basis lag und keine detaillierten Informationen über bestimmte Standorte einbezogen wurden. [E3-IRO-1.AR 10] [E3-IRO-1.15b] Aufgrund der Natur unserer Aktivitäten ist unsere Geschäftstätigkeit nicht auf Rohstoffe im Zusammenhang mit Meeresressourcen angewiesen.
E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme
[E4-IRO-1.17a] Zur Ermittlung der Auswirkungen, Risiken und Chancen untersuchten Umweltexpert:innen von OMV im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse 2024 in einer qualitativen Top-down-Bewertung die Geschäftsaktivitäten von OMV auf tatsächliche und potenzielle Aspekte im Zusammenhang mit der biologischen Vielfalt und den Ökosystemen. Auch die Wertschöpfungskette wurde in die Analyse einbezogen. Parallel zu unserer Wesentlichkeitsanalyse begannen wir damit, die OMV Standorte mit Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität abzugleichen und eine interne formale Bewertung der Biodiversitätsrisiken gemäß den Environmental Management Standards und dem LEAP-Ansatz (Locate, Evaluate, Assess, Prepare) durchzuführen. [E4-IRO-1.17a, 17b] In der ersten Phase (Q3 2023 bis Q3 2024) wurden sechs Pilotstandorte analysiert. Im Jahr 2025 verfeinerten wir die Methode, schlossen die „Locate“-Phase ab und führten ein konzernweites Standortscreening durch. Unser Ziel ist es, die Bewertung unserer Betriebsstandorte (mit Ausnahme der Tankstellen) zeitnah abzuschließen. Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse werden in den nächsten Jahren mit einem spezifischeren Ansatz konsolidiert, der auch weiterhin entsprechend den Empfehlungen der TNFD auf den Leitlinien und Phasen des LEAP-Ansatzes basieren wird. Im Jahr 2023 begann OMV eine konzernweite Bewertung gemäß dem LEAP-Ansatz der TNFD, um naturrelevante Auswirkungen und Risiken zu ermitteln und zu bewerten. In der Phase „Locate“ wurden alle OMV Standorte einer Geodatenanalyse unterzogen, um eine Priorisierung der Standorte nach ihrer geografischen Lage unter Berücksichtigung der Dimensionen Ökosystemintegrität und Biodiversitätsbedeutung vorzunehmen. Dabei wurden verschiedene aus dem Integrated Biodiversity Assessment Tool (IBAT) übernommene Datenlayer zur biologischen Vielfalt (z. B. Layer zu Schutzgebieten, zu Schlüsselgebieten der biologischen Vielfalt (Key Biodiversity Areas; KBAs) und zu auf der Roten Liste der IUCN stehenden Arten) sowie frei verfügbare Layer zu Landbedeckung (von Esri), mittlerer Artenhäufigkeit (Mean Species Abundance) und Wasserstress verwendet. Die Ergebnisse der „Locate“-Phase wurden auch zur Auswahl von sechs Pilotstandorten aus allen Geschäftsbereichen herangezogen.
Im Schritt „Evaluate“ erfolgt ein Screening auf Konzernebene, um Standorte mit hoher Priorität zu ermitteln. Dieses Screening basiert auf der Bedeutung für die biologische Vielfalt, wobei die Ergebnisse aus der „Locate“-Phase berücksichtigt werden, sowie auf potenziellen Belastungen für die biologische Vielfalt. Standorte mit hoher Priorität werden Screenings der Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen (Biodiversity and Ecosystem Services; BES) auf Standortebene unterzogen. Die Folgenabschätzung basiert auf den direkten Ursachen des Biodiversitätsverlusts. Schwerpunktbereiche sind dabei die direkte Nutzung von Süßwasser, Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung, invasive gebietsfremde Arten und andere Beeinträchtigungen. Die Bewertung zielt darauf ab, die Auswirkungen dieser Faktoren auf den Zustand der Arten sowie Auswirkungen auf den Umfang und den Zustand von Ökosystemen zu evaluieren. Zur Beurteilung der Auswirkungen auf Standortebene ist es erforderlich, den Grad der Folgen und die Eintrittswahrscheinlichkeit zu bewerten. Auf ähnliche Weise werden auch die Abhängigkeiten bewertet. Die Ergebnisse der „Evaluate“-Phase dienen als Input für den Schritt „Assess“, in dem die Risiken und Chancen analysiert werden. Zur Bewertung von Biodiversitätsrisiken verwendet OMV ein biodiversitätsspezifisches Risikoregister, das in das bestehende HSSE-Risikomanagement-Framework von OMV integriert ist. In den „Prepare“-Schritten konzentrierten wir uns auf Arbeiten zur Definition von Kennzahlen und Zielen, auf die Aktualisierung der Biodiversitätsrichtlinie und die Festlegung eines Fahrplans für den weiteren Rollout. Da unsere LEAP-Bewertung zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts noch nicht abgeschlossen ist, können wir noch keine Liste der wesentlichen Standorte offenlegen und sind auch nicht zu dem Schluss gekommen, dass OMV unmittelbar zu den Einflussfaktoren im Hinblick auf Landnutzungsänderungen, Süßwasser- und/oder Meeresnutzungsänderungen beiträgt.
[E4-IRO-1.17c] Basierend auf dem Szenario, das auch für die Klimawandelanalyse verwendet wurde, zeigte der IPCC auf, wie der Klimawandel die Ökosysteme verändern und zum Verlust der biologischen Vielfalt führen könnte, was durch Umweltverschmutzung oder Landnutzungsänderungen verschärft wird. Durch die Reduzierung seines CO2-Fußabdrucks will OMV jede zusätzliche Belastung der Natur minimieren. Darüber hinaus sollen die Biodiversitätsinitiativen, zu denen sich OMV verpflichtet, den Schutz oder die Wiederherstellung von Ökosystemen sicherstellen. Die Analyse der physischen Risiken in Bezug auf die biologische Vielfalt berücksichtigt derzeit die folgenden Dimensionen:
Die Analyse in Bezug auf den Klimawandel ist in E1 abgedeckt;
Wasserentnahme ist ein relevanter Einflussfaktor, um die Widerstandsfähigkeit von OMV anhand der IPCC-Klimawandelszenarien und des OMV Managementansatzes, wie im Abschnitt E3 beschrieben, nachvollziehen zu können;
Potenzielle Veränderungen natürlicher Lebensräume und Ökosysteme zusätzlich zu den oben genannten Faktoren werden in Anbetracht der Art der Geschäftstätigkeit voraussichtlich nur begrenzte Implikationen für die Aktivitäten von OMV haben. Diese Überprüfung bezieht sich lediglich auf die langfristigen potenziellen Implikationen für die Geschäftstätigkeit von OMV. Eine Analyse der wirtschaftlichen und sozialen Widerstandsfähigkeit vor dem Hintergrund der verschiedenen verwendeten Szenarien erfolgte dabei nicht.
Bei der Überprüfung der DMA im Jahr 2025 wurde ein neues Übergangsrisiko im Zusammenhang mit den steigenden Erwartungen von Interessengruppen und zunehmenden regulatorischen Anforderungen betreffend biologische Vielfalt und Ökosysteme ermittelt. Diese Schlussfolgerung wurde nach Anwendung von Bewertungskriterien auf der Grundlage der Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und der Abhängigkeiten gezogen.
[E4-IRO-1.17d] Sowohl die erste Bewertung im Jahr 2024 als auch die Überprüfung im Jahr 2025 ergaben, dass keine systemischen Risiken im Zusammenhang mit der biologischen Vielfalt bestehen. Es ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass die systemischen Risiken gründlich evaluiert und in die Analyse des physischen Klimawandels einbezogen wurden. Dies gewährleistet ein umfassendes Verständnis potenzieller Bedrohungen und ihrer weitreichenden Folgen. [E4-IRO-1.17e-i, 17e-ii] Im Rahmen des Prozesses zur Bewertung der Wesentlichkeit im Jahr 2024 bestand einer der Schritte in der Konsultation interner und externer Interessenträger:innen mittels einer Onlineumfrage. Die Ergebnisse dieser Umfrage wurden für die Überprüfung der DMA im Jahr 2025 herangezogen. Der Prozess zur Bewertung der Wesentlichkeit im Jahr 2024 und die Überprüfung 2025 folgten einem Top-down-Ansatz, bei dem vor allem die Expertise und das Wissen von Fachexpert:innen genutzt wurden. Folglich wurden nicht alle relevanten Kriterien berücksichtigt, wie zum Beispiel bestimmte Standorte, die Rohstoffproduktion oder die Beschaffung. [E4‑IRO-1.19, 19a] Die erste Bewertung und die Neubewertung durch die Expert:innen erfolgten durch eine Kartierung zur Verknüpfung von OMV Standorten mit Gebieten schutzbedürftiger Biodiversität. Wir arbeiten in oder in der Nähe von verschiedenen Arten von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität, wie zum Beispiel nationalen Schutzgebieten (Nationally Protected Areas; NPAs), Natura-2000-Gebieten und Schlüsselgebieten der biologischen Vielfalt (Key Biodiversity Areas; KBAs). Die meisten dieser sensiblen Gebiete sind Natura-2000-Gebiete. Nach unserer Einschätzung macht die Gesamtfläche der Standorte in oder in der Nähe von sensiblen Gebieten eine Gesamtfläche aus, die in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst ist. Es ist wichtig zu betonen, dass die in der nachstehenden Tabelle enthaltenen Informationen keine Aussage über negative Auswirkungen auf sensible Gebiete darstellen. Vielmehr zeigen sie lediglich die Nähe des OMV Betriebs zu solchen Gebieten auf. Da unsere LEAP-Bewertung noch nicht abgeschlossen ist, können wir derzeit nicht sagen, ob die Aktivitäten an unseren Standorten negative Auswirkungen auf Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität haben.
Verknüpfung von OMV Standorten mit Gebieten schutzbedürftiger Biodiversität |
In ha |
Geschäftsbereich | Land | Fläche der Standorte in oder in der Nähe von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität 2025 | Fläche der Standorte in oder in der Nähe von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität 2024 | Arten von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität |
Chemicals | AT | 75 | 75 | NPA, Natura 2000, KBA |
BE | 168 | 168 | NPA, Natura 2000, KBA |
BR | 0 | 0 | n.a. |
DE | 7 | 7 | NPA, Natura 2000 |
FI | 79 | 79 | NPA, Natura 2000 |
IT | 0 | 0 | n.a. |
NL | 0 | 0 | n.a. |
SE | 0 | 52 | NPA |
US | 0 | 0 | n.a. |
Fuels | AT | 318 | 318 | NPA, Natura 2000, KBA |
DE | 160 | 160 | NPA, Natura 2000, KBA |
HU | 9 | 9 | Natura 2000 |
RO | 0 | 25 | NPA, Natura 2000, KBA |
Energy | AT | 27 | 25 | NPA, Natura 2000, KBA |
NO | 0 | 0 | n.a. |
NZ | 2 | 2 | KBA |
RO | 286 | 222 | NPA, Natura 2000, KBA |
TN | 0 | 0 | n.a. |
Gesamt | 1.131 | 1.141 | n.a. |
[Freiwillig] Die Fläche der Standorte in oder in der Nähe von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität, aggregiert (nach Geschäftsbereich und Land), ist definiert als die Gesamtfläche der OMV Standorte (in ha), die sich in einem Umkreis von 1 km um Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität befinden. Die Analyse berücksichtigt dabei nicht den Überschneidungsbereich zwischen OMV Standorten und dem biodiversitätssensiblen Gebiet, das durch eine 1-km-Pufferzone vergrößert wird. Stattdessen wird die gesamte Standortfläche berücksichtigt, sobald ein Teil des Standorts innerhalb der 1-km-Pufferzone liegt. Die Geodatenanalyse der Industriestandorte unserer Geschäftsbereiche Fuels und Chemicals wurde jeweils für das gesamte Gelände innerhalb der Einfriedung durchgeführt. Dieser Ansatz lässt sich nicht auf die Standorte unseres Geschäftsbereichs Energy anwenden, da diese eine Vielzahl kleinerer Anlagen umfassen, die über ein großes Areal verteilt sind. In diesem Fall wurde daher eine differenzierte Analyse basierend auf einzelnen Bohrungen und Anlagen durchgeführt. Da alle Bohrungen und die meisten unserer Anlagen in unseren GIS-Systemen als Punktdaten (d. h. ohne Flächenangabe) eingegeben werden, mussten Proxy-Polygone mit durchschnittlichen Flächen erstellt und in der Geodatenanalyse verwendet werden. Für Bohrungen wurde eine durchschnittliche Proxy-Fläche von 900 m² und für Anlagen eine durchschnittliche Proxy-Fläche von 5.000 m² für die Analyse verwendet. Die Annahmen und Einschränkungen für diese Analyse ergaben sich in erster Linie durch die Verwendung von Proxy-Flächen für OMV Anlagen und Bohrungen im Geschäftsbereich Energy. Darüber hinaus wurde von der Annahme ausgegangen, dass Tankstellen, Pipelines und gewisse Arten von Einrichtungen (z. B. Bürogebäude außerhalb von Industriestandorten) keine Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und die Ökosysteme haben. Diese wurden daher von der Analyse ausgeschlossen. Die Analyse wird einmal pro Jahr durchgeführt. Das Jahr 2024 war das erste, für das OMV dazu Bericht erstattete. Für die Bewertung werden Primärdaten (OMV Standorte) und öffentlich verfügbare Daten über Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität verwendet.
[E4-IRO-1.19b] Bei der Wesentlichkeitsanalyse 2024 und der Überprüfung der DMA im Jahr 2025 berücksichtigten wir keine Abhilfemaßnahmen in Bezug auf die biologische Vielfalt, wie sie in verschiedenen Richtlinien und Standards beschrieben sind, darunter die Richtlinie 2009/147/EG, die Richtlinie 92/43/EWG des Rates, die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gemäß der Richtlinie 2011/92/EU oder gleichwertige nationale Bestimmungen und internationale Standards wie der IFC Performance Standard 6. Die Richtlinien werden evaluiert und möglicherweise in Zukunft integriert. Die Auswirkungen und Abhilfemaßnahmen bei OMV werden unter Berücksichtigung der für jeden unserer Standorte erteilten Genehmigungen definiert. Zur Minderung erheblicher Auswirkungen, die im Rahmen behördlicher Prüfverfahren in Abstimmung mit den Umweltbehörden identifiziert wurden, werden entsprechende Maßnahmen ergriffen. Die Genehmigungs- und Bewertungsverfahren gelten in allen Ländern, in denen OMV tätig ist. Werden erhebliche Auswirkungen beobachtet oder erwartet, wird nach der Abhilfemaßnahmenhierarchie vorgegangen, und bei der Maßnahmenplanung haben die Vermeidung und Minimierung von Auswirkungen Vorrang.
E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
[E5-IRO-1.11, 11a] Die erste Bewertung der Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft im Jahr 2024 erfolgte nach einer Top-down-Methode. Die Bewertung enthielt zwar keine detaillierten Informationen über bestimmte Standorte, stützte sich aber in hohem Maße auf die Expertise und das Wissen von Fachexpert:innen. [E5-IRO-1.11b] Im Rahmen des Prozesses zur Bewertung der Wesentlichkeit im Jahr 2024 bestand einer der Schritte in der Konsultation interner und externer Interessenträger:innen mittels einer Onlineumfrage. Die Ansichten der betroffenen Gemeinschaften, die von ihren Stellvertretenden erläutert wurden, fanden in der Wesentlichkeitsanalyse mittels Fragebögen Berücksichtigung. Wir stützten uns dabei auf die Schlussfolgerungen aus den OMV Community-Beschwerdemechanismen und die regelmäßigen Konsultationen mit den betroffenen Gemeinschaften, um ein besseres Verständnis für deren Anliegen, Bedürfnisse und Prioritäten zu entwickeln. Die Ergebnisse dieser Umfrage wurden für die Überprüfung der DMA im Jahr 2025 herangezogen, ohne dass aufgrund der Überarbeitung Änderungen erforderlich waren. Sowohl bei der Wesentlichkeitsanalyse als auch bei der Überprüfung berücksichtigte OMV die in ESRS 2 IRO-1 und IRO-2 dargelegten Bestimmungen.
[E5-IRO-1.AR 7a] Es wurden alle drei OMV Geschäftsbereiche (Energy, Fuels und Chemicals) betrachtet, mit besonderem Fokus auf die Bereiche Chemicals und Fuels, da diese laut den Ergebnissen der Wesentlichkeitsanalyse eng mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft verbunden sind. [E5-IRO-1-AR 7b] Wir priorisierten Materialien, die für OMV im Kontext der Kreislaufwirtschaft relevant sind, wie zum Beispiel Polymere und Chemikalien. Was Abfälle anbelangt, orientierten wir uns an der Liste der bestehenden Abfallkategorien in unseren Betrieben.
[E5-IRO-1.AR 7c-d] Risiken und Chancen wurden im Rahmen des internen EWRM-Prozesses berücksichtigt. Die Auswirkungen der Beibehaltung eines „Business-as-Usual“-Ansatzes in Bezug auf die Kreislaufwirtschaft wurden nicht berücksichtigt, da sich OMV zu einer Netto-Null-Transformation verpflichtet hat. [E5-IRO-1.AR 7e] Im Zuge der Bewertung und Neubewertung der Wesentlichkeit wurden lediglich wesentliche Auswirkungen für die Kreislaufwirtschaft ermittelt; wesentliche Risiken wurden dabei nicht identifiziert. [E5-IRO-1.AR 7f] Die negativen wesentlichen Auswirkungen und Chancen zeigen sich in der gesamten Wertschöpfungskette, einschließlich Rohstoffen und Dienstleistungen, Verarbeitung und Fertigungstätigkeiten.
G1 Unternehmensführung
[G1-IRO-1.6] Sowohl die Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2024 als auch die Überprüfung der DMA im Jahr 2025 wurden nach einem Top-down-Ansatz durchgeführt und stützten sich in erster Linie auf die Expertise und das Wissen von Fachexpert:innen. Daher wurden nicht alle relevanten Kriterien in den Prozess einbezogen, einschließlich Standort, Tätigkeit, Sektor und Struktur der Transaktionen.
IRO-2 In ESRS enthaltene von der Nachhaltigkeitserklärung des Unternehmens abgedeckte Angabepflichten
Dieser Abschnitt vermittelt ein Verständnis der in unserer Nachhaltigkeitserklärung enthaltenen Angabepflichten und der Themen, die infolge der Wesentlichkeitsanalyse als nicht wesentlich erachtet und folglich weggelassen wurden.
[ESRS 2-IRO-2.58] Besorgniserregende und besonders besorgniserregende Stoffe sind für OMV nicht wesentlich, da die Wahrscheinlichkeit von Vorfällen aufgrund der hohen Prozesssicherheitsstandards, der Vermeidung von Kontaminationen und der strengen behördlichen Auflagen gering ist. Diese Bewertung basiert auf Daten und Informationen, wie zum Beispiel Daten zu Vorfällen, und berücksichtigt auch die EU-Rechtsvorschriften. Darüber hinaus gelten behördliche Auflagen (z. B. Genehmigungen, Inspektionen) und Abhilfemaßnahmen, die den Seveso-Anforderungen an allen Standorten entsprechen. Alle von uns hergestellten und eingekauften Produkte sind zertifiziert und Sicherheitsdatenblätter werden auf unserer Website öffentlich zugänglich gemacht.
[ESRS 2-IRO-2.59] Diese gemäß CSRD und ESRS erstellte Nachhaltigkeitserklärung enthält die in ESRS 2 festgelegten Mindestangaben. Basierend auf den Ergebnissen der Wesentlichkeitsanalyse analysierten wir die Wesentlichkeit für alle einzelnen Angabepflichten und berücksichtigten zusätzlich die für OMV geltenden bedingten Angabepflichten, freiwilligen Angaben und Bestimmungen für schrittweise eingeführte Angabepflichten. Mehr über den Prozess finden Sie unter IRO-1-53a/b. Folglich wurden alle Angabepflichten und Datenpunkte zu unwesentlichen Themen und Unterthemen, mit Ausnahme von Schutz von Hinweisgeber:innen sowie Korruption und Bestechung aus G1 Unternehmensführung, aus dieser Erklärung ausgeschlossen. Die Liste der Angabepflichten gemäß IRO-2.56 und die Liste der Datenpunkte in generellen und themenbezogenen Standards, die sich aus anderen EU‑Rechtsvorschriften ableiten, finden Sie unter >Anhang: IRO-2 In ESRS enthaltene von der Nachhaltigkeitserklärung des Unternehmens abgedeckte Angabepflichten.
Umweltinformationen
Berichterstattung zur EU-Taxonomie | 148 |
E1 – Klimawandel | 156 |
E2 – Umweltverschmutzung | 188 |
E3 – Wasser | 205 |
E4 – Biologische Vielfalt und Ökosysteme | 212 |
E5 – Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft | 216 |
Dieser Abschnitt beinhaltet Informationen zu den folgenden Themen: EU-Taxonomie, E1 Klimawandel, E2 Umweltverschmutzung (einschließlich des unternehmensspezifischen Themas Prozesssicherheit), E3 Wasser, E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme sowie E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft.
Bis 2050 strebt OMV einen Geschäftsbetrieb mit Netto-Null-Emissionen an. Die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf die Umwelt – und unsere Verantwortung, zu handeln – beschränken sich nicht nur auf den Aspekt der Treibhausgasemissionen. Als Energie-, Kraftstoff- und Chemieunternehmen weist OMV einen signifikanten Fußabdruck im Hinblick auf Wasserverbrauch, Abfall, potenzielle Umweltschäden durch die Freisetzung gefährlicher Stoffe und Auswirkungen auf die biologische Vielfalt auf. Andererseits verfügen wir über das technische Know-how, um Lösungen zur Verringerung dieser Auswirkungen zu entwickeln, insbesondere durch den Ausbau der Kreislaufwirtschaft. Im Gegensatz zum linearen „Take-Make-Waste“-Ansatz, der zu mehr Plastikmüll und Umweltverschmutzung führt und die begrenzten Ressourcen des Planeten weiter unter Druck setzt, ist eine Kreislaufwirtschaft allein durch ihr Konzept regenerativ. Sie zielt darauf ab, Wachstum vom Verbrauch endlicher Ressourcen zu entkoppeln. OMV hat sich voll und ganz dem verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen verschrieben. Wir wollen unsere Emissionen verringern und treiben den Übergang von einer linearen zu einer kreislauforientierten Wirtschaft proaktiv voran. Ziel von OMV ist es, die Auswirkungen seiner Geschäftstätigkeit auf die Umwelt auf ein Minimum zu begrenzen, indem das Unternehmen die Verschmutzung von Gewässern und Böden verhindert, Emissionen reduziert, natürliche Ressourcen effizient nutzt und dem Verlust der biologischen Vielfalt entgegenwirkt.
Berichterstattung zur EU-Taxonomie
Die EU-Taxonomie ist ein wichtiges Instrument für die Europäische Union zur Neuausrichtung der Kapitalströme auf nachhaltige Investitionen und zur Schaffung von Markttransparenz. Sie fördert eine bessere Steuerung der Investitionen von Unternehmen, Investor:innen und politischen Entscheidungsträger:innen in die Bereiche, in denen sie für eine nachhaltige Entwicklung am meisten benötigt werden. Somit wird die EU-Taxonomie-Verordnung eine wichtige Rolle bei der Ausweitung nachhaltiger Investitionen und der Umsetzung des europäischen Green Deal spielen.
Im Rahmen des Aktionsplans der Europäischen Kommission zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums wurde mit der Verordnung (EU) 2020/852 ein Klassifikationssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten (im Folgenden EU-Taxonomie) eingeführt. Die Verordnung trat 2020 in Kraft und legt sechs Umweltziele fest:
2. Anpassung an den Klimawandel
3. Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen
4. Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft
5. Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung
6. Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme
Seitdem wurden delegierte Rechtsakte zu allen sechs Umweltzielen veröffentlicht. OMV erkennt den Wert der EU-Taxonomie-Verordnung zur Förderung von Transparenz und Vergleichbarkeit in einem nachhaltigen Finanzwesen an. Die klaren Leitlinien der Taxonomie unterstützen den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft und schaffen einen gemeinsamen Rahmen zur Identifizierung nachhaltiger Investitionen. Im folgenden Abschnitt wird der Ansatz von OMV zur Identifizierung und Bewertung seiner Wirtschaftstätigkeiten gemäß den Anforderungen der EU-Taxonomie dargelegt.
Im Zuge der Omnibus-Initiative I der EU-Kommission des Jahres 2025 erfolgte durch die delegierte Verordnung (EU) 2026/73, im Amtsblatt veröffentlicht am 8. Jänner 2026, auch eine Anpassung der delegierten Verordnung (EU) 2021/2178 zu Artikel 8 der EU-Taxonomie-Verordnung (EU) 2020/852. Hierdurch kommt es zu Reduktionen im Umfang der Meldebögen sowie unter bestimmten Voraussetzungen zu Erleichterungen in der Bewertung von umfassten Wirtschaftsaktivitäten sowie Finanzierungen und Investments. Die Offenlegung der Angaben gemäß EU-TaxonomieVO (EU) 2020/852 in Verbindung mit (EU) 2021/2178 erfolgt zum 31. Dezember 2025 in dieser Fassung. Da nach wie vor Unsicherheiten in der rechtlichen Auslegung von Teilen der Bestimmungen bestehen, werden, soweit dies als zweckmäßig erachtet wird, die Rechtsauslegungen der EU-Kommission, welche sie in ihren Bekanntmachungen im Amtsblatt kundgemacht hat, herangezogen.
Bitte beachten Sie, dass die EU‑Taxonomie‑Werte für Umsatz und OPEX 2024 aufgrund der im März 2025 erfolgten Umgliederung des Borealis‑Konzerns, mit Ausnahme der Borouge Beteiligungen, auf „zu Veräußerungszwecken gehalten“ und als „aufgegebener Geschäftsbereich“ angepasst wurden.
Verfahren von OMV zur Identifizierung und Bewertung von EU-Taxonomie-Aktivitäten
Bewertung der Taxonomiefähigkeit
Eine Wirtschaftstätigkeit ist taxonomiefähig, wenn sie in Anhang I oder II der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 der Kommission (delegierter Rechtsakt zur Klimataxonomie) und in Anhang I–IV der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2486 der Kommission (delegierter Rechtsakt zur Umwelttaxonomie) aufgeführt ist und der angegebenen Beschreibung der Tätigkeit entspricht.
Zur Ermittlung taxonomiefähiger Tätigkeiten und Produkte bei OMV wurde eine umfassende Bewertung des gesamten Portfolios vorgenommen, um unsere Aktivitäten mit den relevanten Tätigkeitsbeschreibungen zu vergleichen. Dieser Prozess, in den interdisziplinäre Teams eingebunden sind, ist vollständig in unsere Verfahren zur Vorbereitung und Genehmigung von Projekten integriert und umfasst mehrere Gegenprüfungen sowie Schulungen und Workshops mit dem Management und Expert:innen aus allen Geschäftsbereichen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass jedes relevante Projekt bereits in einem frühen Stadium seines Lebenszyklus identifiziert wird.
Die von OMV identifizierten taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten stehen hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Umweltziel des Klimaschutzes. Eine Analyse aller unserer Wirtschaftstätigkeiten wird jährlich durchgeführt und beinhaltet eine Aktualisierung der Bewertung aus dem Vorjahr.
Bewertung der Taxonomiekonformität
Gemäß der Taxonomie-Verordnung muss jede konforme Tätigkeit einen wesentlichen Beitrag zu mindestens einem der Umweltziele der EU leisten, darf keines der anderen Ziele erheblich beeinträchtigen und muss den festgelegten sozialen Mindestschutz erfüllen.
OMV nimmt seit 2022 Bewertungen der Taxonomiekonformität nach einem dreistufigen Bewertungsprozess vor: Überprüfung der Einhaltung der technischen Bewertungskriterien, Sicherstellung der Einhaltung der Anforderungen zur Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen (Do No Significant Harm; DNSH) und Erfüllung der Kriterien für den sozialen Mindestschutz. Die Konformitätsbewertung wird jährlich aktualisiert. Alle wirtschaftlichen Tätigkeiten, die von OMV als taxonomiekonform identifiziert wurden, sind mit dem Umweltziel des Klimaschutzes verbunden.
OMV hat einen internen Leitfaden erstellt, der alle Anforderungen der EU-Taxonomie in klare und verständliche Regeln für die Arbeitnehmer:innen umsetzt. In diesem Leitfaden sind auch die Zuständigkeiten für die Konformitätsprüfungen und das Einholen von Nachweisen im gesamten Unternehmen festgelegt. Dies gewährleistet einen einheitlichen und transparenten Ansatz.
Um die DNSH-Kriterien zur Anpassung an den Klimawandel zu erfüllen, führt OMV umfassende Klimarisiko- und Vulnerabilitätsbewertungen der physischen Klimarisiken gemäß dem OMV Standard für den Umgang mit Auswirkungen und Risiken im Bereich der Nachhaltigkeit durch (Sustainability Impact and Risk Management Standard). Diese Bewertungen werden zentral von der OMV Abteilung Group Sustainability in Zusammenarbeit mit Corporate Risk Management und externen Expert:innen durchgeführt. Sie werden auch regelmäßig aktualisiert – vor allem dann, wenn neue Anlagen hinzukommen oder Veränderungen in der Risikoexposition festgestellt werden. Alle Analysen entsprechen in vollem Umfang den DNSH-Kriterien zur Anpassung an den Klimawandel und werden in Übereinstimmung mit den Vorgaben der CSRD und der EU-Taxonomie durchgeführt.
Die Bewertung der Konformität mit dem sozialen Mindestschutz und den Governance-Kriterien wird von der OMV Abteilung Group Sustainability durchgeführt. Damit wird sichergestellt, dass die relevanten OMV Konzepte (wie die Menschenrechts-Grundsatzerklärung, der Code of Conduct, der Code of Business Ethics und die Steuerstrategie) mit den in der EU-Taxonomie genannten internationalen Standards übereinstimmen. Das Menschenrechts-managementsystem von OMV und die damit verbundenen Verfahren (z. B. Beschwerdemechanismen, Menschenrechtsbewertungen) sind im Einklang mit diesen internationalen Standards eingerichtet. Die Bewertung bestätigte, dass es keine Lücken zwischen dem Ansatz des OMV Konzerns in Bezug auf Menschenrechtspolitik und Sorgfaltspflicht und den Anforderungen gemäß EU-Taxonomie betreffend den sozialen Mindestschutz gibt. Mehr über das unbereinigte geschlechtsspezifische Verdienstgefälle und die Geschlechtervielfalt in den Leitungs- und Kontrollorganen finden Sie in den Abschnitten >S1-16 Vergütungskennzahlen (Verdienstunterschiede und Gesamtvergütung) bzw. >ESRS 2 Geschlechtervielfalt in den Leitungs- und Kontrollorganen.
Angesichts der kartellrechtlichen Entscheidungen in Moldau und der Ukraine gegen Tochtergesellschaften von OMV sei darauf hingewiesen, dass OMV präventive, proaktive und reaktive Maßnahmen implementiert hat. Diese zielen darauf ab, aus der Nichtbeachtung kartellrechtlicher Vorschriften resultierende Risiken innerhalb des Unternehmens zu verhindern bzw. zu mindern. Präventive Maßnahmen umfassen die Entwicklung verbindlicher Regeln zur Vermeidung von Compliance-Verstößen und die Durchführung von Schulungen in diesem Bereich. Darüber hinaus wird den Arbeitnehmer:innen Beratung zu kartellrechtlichen Themen angeboten und es werden Compliance-Prüfungen in Geschäftsprozesse integriert. Um Fehlverhalten zu erkennen, können Compliance-Verstöße über den Whistleblowing-Kanal gemeldet werden. Zudem werden externe Entwicklungen genau beobachtet, um Risiken zu identifizieren. Jeder Hinweis auf Fehlverhalten wird untersucht und gegebenenfalls werden reaktive Maßnahmen ergriffen. Das Compliance-System von OMV wird regelmäßig evaluiert und wurde von externen Prüfer:innen nach dem IDW PS 980-Standard zertifiziert. Die letzte Zertifizierung erfolgte 2023. Dabei wurde das Compliance-System von OMV als Best Practice und geeignet für die Identifizierung, Kontrolle und Steuerung aller wesentlichen kartellrechtlichen Risiken eingestuft. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >G1-3 Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung.
Definition der Finanzkennzahlen
Die Berechnung der Finanzkennzahlen (KPIs) von OMV erfolgt auf Basis der Zahlen des Konzernabschlusses nach IFRS. Die KPIs werden auf Basis der Umsatzerlöse, Investitionsausgaben (CAPEX) und Betriebsausgaben (OPEX) aller voll konsolidierten Tochtergesellschaften des OMV Konzerns berechnet. Tochtergesellschaften, die nicht konsolidiert wurden, assoziierte Unternehmen und Joint Ventures wurden gemäß den Berichtsanforderungen der EU-Taxonomie-Verordnung von der Berechnung der KPIs ausgeschlossen.
Der Anteil der taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten an den Umsatzerlösen, CAPEX und OPEX (die „Taxonomiekonformitätsquote“) wurde berechnet als Anteil der Umsatzerlöse, CAPEX und OPEX, der auf Produkte und Dienstleistungen entfällt, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind (Zähler), dividiert durch Gesamtumsatzerlöse, Gesamt-CAPEX und Gesamt-OPEX (Nenner). Die gleiche Logik gilt für die Berechnung der „Taxonomiefähigkeitsquote“.
Die Nenner für die Finanzkennzahlen wurden wie folgt definiert und lassen sich wie folgt mit dem IFRS-Konzernabschluss abstimmen: Der Nenner für die Umsatz-KPI basiert auf den konsolidierten Umsatzerlösen von OMV. Mehr dazu finden Sie in >Anhangangabe 7 – Umsatzerlöse.
Der Nenner für die CAPEX-KPI besteht aus Zugängen zu den immateriellen Vermögenswerten (einschließlich Öl- und Gasvermögen mit nicht sicheren Reserven), Sachanlagen und IFRS 16 Nutzungsrechten. Mehr dazu finden Sie in >Anhangangabe 16 – Immaterielle Vermögenswerte und >Anhangangabe 17 – Sachanlagen. Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen werden in den Nenner einbezogen, mit Ausnahme von Zugängen zu Firmenwerten. Aktivierte Kosten für den Rückbau von Anlagen werden nicht in den Nenner einbezogen. Weiters enthält der Nenner Zugänge zu langfristigen zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerten. Die im Nenner enthaltenen Zugänge weichen von den Zugängen gemäß IFRS-Konzernabschluss ab, da die Zuwendungen der öffentlichen Hand im Nenner nicht berücksichtigt sind, während für den Konzernabschluss die IFRS-Nettomethode angewendet wird.
Die Gesamt-OPEX umfassen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E), Wartungs- und Reparaturkosten, sonstige direkte Ausgaben im Zusammenhang mit der täglichen Instandhaltung von Vermögenswerten sowie kurzfristige Leasingverhältnisse. Die F&E-Aufwendungen beinhalten auch die Aufwendungen, die gemäß IAS 38 und in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ ausgewiesen sind. Mehr dazu finden Sie in >Anhangangabe 11 – Sonstige betriebliche Aufwendungen. Wartungs- und Reparaturkosten und sonstige direkte Ausgaben im Zusammenhang mit der täglichen Instandhaltung von Vermögenswerten beinhalten hauptsächlich Kosten für externe Dienstleistungen, Personalaufwand sowie Materialkosten im Zusammenhang mit regelmäßiger und ungeplanter Wartung, Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen. Die dazugehörigen Kosten finden sich in den Posten „Produktions- und operative Aufwendungen“ sowie „Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen“ der Gewinn- und Verlustrechnung. Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse wurden ermittelt und gemäß IFRS 16 inkludiert. Direkte Kosten für Schulungen und sonstigen personalbezogenen Verbesserungsbedarf sind unwesentlich und deshalb weder im Nenner noch im Zähler enthalten.
Für die meisten Tätigkeiten konnten Umsatzerlöse, CAPEX und OPEX für taxonomiekonforme und taxonomiefähige Tätigkeiten direkt den einzelnen in der Taxonomie aufgeführten Tätigkeiten zugeordnet werden. Als Grundlage dafür dienten die in den ERP-Systemen der Konzernunternehmen verfügbaren Daten. Auf diese Weise wurde sichergestellt, dass es keine Doppelzählung von taxonomiekonformen oder taxonomiefähigen Umsatzerlösen, CAPEX und OPEX gab. In den Raffinerien wurden CAPEX für Anlagen, die für die Kuppelproduktion von Treibstoffen und organischen Basischemikalien verwendet werden, der taxonomiefähigen Tätigkeit „3.14. Herstellung organischer Grundstoffe und Chemikalien“ zugeordnet. Die Zuordnung zu dieser taxonomiefähigen Tätigkeit bzw. den nicht taxonomiefähigen Tätigkeiten erfolgte mithilfe eines Verteilungsschlüssels, der den Ertrag, die Größe und die Komplexität der verschiedenen zu diesem Zweck verwendeten Raffinerieanlagen widerspiegelt. Die gleiche Vorgehensweise wurde für Wartungs- und Reparaturkosten auf Kostenstellen, die sowohl an der Herstellung von Treibstoffen als auch von organischen Basischemikalien beteiligt sind, angewendet.
EU-Taxonomie – Überblick Kennzahlen 2025 |
| 2025 |
| Umsatz | CAPEX | OPEX |
| EUR Mio | % | EUR Mio | % | EUR Mio | % |
Ökologisch nachhaltige (taxonomiekonforme) Tätigkeiten | 23 | 0,1 | 757 | 18,4 | 4 | 0,7 |
Taxonomiefähige, aber nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten | 1.046 | 4,3 | 686 | 16,6 | 148 | 29,5 |
Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten | 23.240 | 95,6 | 2.683 | 65,0 | 349 | 69,8 |
Gesamt | 24.308 | | 4.125 | | 500 | |
EU-Taxonomie – Überblick Kennzahlen 2024 |
| 2024 |
| Umsatz1 | CAPEX | OPEX1 |
| EUR Mio | % | EUR Mio | % | EUR Mio | % |
Ökologisch nachhaltige (taxonomiekonforme) Tätigkeiten | 17 | 0,1 | 756 | 18,7 | 2 | 0,3 |
Taxonomiefähige, aber nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten | 1.089 | 4,2 | 908 | 22,4 | 135 | 27,3 |
Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten | 25.088 | 95,8 | 2.388 | 58,9 | 358 | 72,4 |
Gesamt | 26.194 | | 4.052 | | 495 | |
Taxonomiefähiger und taxonomiekonformer Umsatz
Im Jahr 2025 wurden 4,3% (2024: 4,2%) des Gesamtumsatzes von OMV als taxonomiefähig (nicht taxonomiekonform) eingestuft. 0,1% (2024: 0,1%) des Gesamtumsatzes von OMV konnten als taxonomiekonform eingestuft werden. Im Jahr 2025 stand der gesamte taxonomiefähige/taxonomiekonforme Umsatz im Zusammenhang mit dem Ziel des Klimaschutzes. Der taxonomiefähige Umsatz resultiert aus der Tätigkeit „3.14. Herstellung organischer Grundstoffe und Chemikalien“, in der sich die Tätigkeiten unseres Geschäftsbereichs Chemicals widerspiegeln (z. B. Produktion von Ethylen und Propylen), sowie der Tätigkeit „4.29. Stromerzeugung aus fossilen gasförmigen Brennstoffen“, die hauptsächlich die Stromverkäufe des Gaskraftwerks Brazi in Rumänien enthält. Darüber hinaus trug die Tätigkeit „4.30. Hocheffiziente Kraft-Wärme/Kälte-Kopplung mit fossilen gasförmigen Brennstoffen“ zum taxonomiefähigen Umsatz bei.
Taxonomiekonformer Umsatz 2025
In EUR Mio
Der größte Teil des taxonomiekonformen Umsatzes im Jahr 2025 stammt aus der Tätigkeit „6.15. Infrastruktur für einen CO2-armen Straßenverkehr und öffentlichen Verkehr“, die die Verkäufe von elektrischem Strom für Mobilitätszwecke enthält. Weitere Beiträge zum taxonomiekonformen Umsatz stammen aus der Tätigkeit „4.25. Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme“, die die Lieferungen von Abwärme der Raffinerie Schwechat widerspiegelt, sowie aus der Tätigkeit „4.13. Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen“, die die Verkäufe von nachhaltigen Flugkraftstoffen enthält. Im Jahr 2025 wurde ein taxonomiekonformer Umsatz aus der Tätigkeit „4.22. Erzeugung von Wärme/Kälte aus geothermischer Energie“ im Zusammenhang mit unseren Aktivitäten im Bereich der Geothermie im Wiener Becken erzielt.
Die Aufteilung des taxonomiekonformen und taxonomiefähigen Umsatzes auf Erlöse aus Verträgen mit Kund:innen und Erlöse im Anwendungsbereich von IFRS 9 ist in der folgenden Tabelle enthalten. Die taxonomiefähigen Erlöse aus Transaktionen im Anwendungsbereich von IFRS 9 beinhalten Stromverkäufe aus dem Gaskraftwerk in Rumänien.
EU–Taxonomie – Taxonomiefähiger und taxonomiekonformer Umsatz |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Taxonomie- konformer Umsatz | Taxonomiefähiger (nicht taxonomie- konformer) Umsatz | Taxonomie- konformer Umsatz | Taxonomiefähiger (nicht taxonomie- konformer) Umsatz |
Erlöse aus Verträgen mit Kund:innen (IFRS 15) | 23 | 501 | 17 | 578 |
Erlöse aus Transaktionen im Anwendungsbereich von IFRS 9 | 0 | 545 | 0 | 511 |
Gesamt | 23 | 1.046 | 17 | 1.089 |
Taxonomiefähige und taxonomiekonforme CAPEX
Im Jahr 2025 wurden 16,6% (2024: 22,4%) der Gesamt-CAPEX von OMV als taxonomiefähig (nicht taxonomiekonform) eingestuft. Von den Gesamt-CAPEX von OMV konnten 18,4% (2024: 18,7%) als taxonomiekonform eingestuft werden. Die niedrigeren taxonomiefähigen CAPEX im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 sind auf einen Rückgang der Tätigkeit „3.14. Herstellung organischer Grundstoffe und Chemikalien“ zurückzuführen. Die taxonomiekonformen CAPEX blieben auf Vorjahresniveau, wobei geringere Investitionen in Photovoltaik-Technologie und marktnahe Forschung durch einen wesentlichen Anstieg bei den Ausgaben für Wasserstoffprojekte, bei den Tätigkeiten im Bereich der Übertragung und Verteilung von Elektrizität in unseren Raffinerien sowie bei den Initiativen im Bereich der Geothermie ausgeglichen werden konnten.
Im Jahr 2025 war der Großteil der taxonomiefähigen/taxonomiekonformen CAPEX mit dem Ziel des Klimaschutzes verbunden, und nur ein geringer Anteil der taxonomiefähigen CAPEX stand mit dem Umweltziel des Übergangs zu einer Kreislaufwirtschaft im Zusammenhang.
Der größte Teil der taxonomiefähigen CAPEX ergab sich aus den Tätigkeiten „3.17. Herstellung von Kunststoffen in Primärformen“ und „3.14. Herstellung organischer Grundstoffe und Chemikalien“, die beide die Tätigkeiten unseres Geschäftsbereichs Chemicals widerspiegeln. Weitere Beiträge leisteten die Tätigkeiten in Abschnitt 6 „Verkehr“ (z. B. „6.2. Güterbeförderung im Eisenbahnverkehr“, „6.10. Güterbeförderung in der See- und Küstenschifffahrt“ und andere) sowie verschiedene Tätigkeiten in Abschnitt 4 „Energie“ (z. B. „4.13. Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen“, „4.9. Übertragung und Verteilung von Elektrizität“, „4.22. Erzeugung von Wärme/Kälte aus geothermischer Energie“, „4.29. Stromerzeugung aus fossilen gasförmigen Brennstoffen“ usw.).
Den größten Beitrag zu den taxonomiekonformen CAPEX leisteten die Tätigkeit „3.14. Herstellung organischer Grundstoffe und Chemikalien“, die unsere Investition in die Propan-Dehydrierungsanlage 2 (PDH2) von Borealis in Kallo widerspiegelt, und die Tätigkeit „3.17. Herstellung von Kunststoffen in Primärformen“, die zum Beispiel die Investition in die Vorbehandlungsanlage in Walldürn darstellt, wo wir die europaweit größte Sortieranlage für chemisches Recycling errichten und betreiben wollen. Die taxonomiekonformen CAPEX in der Tätigkeit „3.10. Herstellung von Wasserstoff“ stiegen deutlich an, insbesondere aufgrund des grünen Wasserstoffprojekts von OMV in Österreich, das darauf abzielt, die Produktion von erneuerbaren Kraftstoffen nicht biogenen Ursprungs (RFNBO) in Europa zu fördern – durch den Bau und Betrieb einer neuen, effizienten und nachhaltigen 140-MW-Elektrolyseanlage, die jährlich bis zu 23.000 t grünen Wasserstoff erzeugen soll. Weitere wesentliche Beiträge zu den taxonomiekonformen CAPEX ergaben sich aus den folgenden Tätigkeiten: „4.13. Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen (einschließlich Anlagen zur Produktion von nachhaltigen Flugkraftstoffen und Bio-LNG), „6.15. Infrastruktur für einen CO2-armen Straßenverkehr und öffentlichen Verkehr“, was unsere fortgesetzten Investitionen im Bereich E-Mobilität hervorhebt, sowie „7.1. Neubau“, unter die der Bau des OMV Innovation Hub Schwechat – unserer neuen Forschungs- und Entwicklungseinrichtung am OMV Standort Schwechat – fällt. Die CAPEX zur Tätigkeit „4.22. Erzeugung von Wärme aus Geothermie“ konnten mehr als verdreifacht werden, wobei das OMV Geothermieprojekt „Hydros Seestadt“ in Wien erstmals als taxonomiekonform eingestuft wurde. Das Projekt ist Teil einer gemeinsamen Geothermie-Initiative, die auf die Erschließung geothermaler Hochtemperatur-Ressourcen abzielt, um eine klimaneutrale Fernwärmeversorgung bereitzustellen.
Taxonomiekonforme CAPEX 2025
In EUR Mio
Taxonomiekonforme und taxonomiefähige CAPEX können in die verschiedenen Anlageklassen gemäß unten stehender Tabelle aufgeschlüsselt werden. Zugänge zu Nutzungsrechten sind in den Zugängen zu den Sachanlagen enthalten.
EU–Taxonomie – Taxonomiefähige und taxonomiekonforme CAPEX |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Taxonomie- konforme CAPEX | Taxonomiefähige (nicht taxonomie- konforme) CAPEX | Taxonomie- konforme CAPEX | Taxonomiefähige (nicht taxonomie- konforme) CAPEX |
Zugänge zu Sachanlagen | 725 | 658 | 690 | 883 |
Zugänge zu aktivierten Entwicklungskosten | 9 | 2 | 62 | 15 |
Zugänge zu sonstigen immateriellen Vermögenswerten | 24 | 25 | 4 | 11 |
Gesamt | 757 | 686 | 756 | 908 |
davon Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen | 0 | 0 | 89 | 41 |
EU Taxonomie-CAPEX-Plan |
In EUR Mio | | | | |
Umweltziel | Tätigkeits- code1 | Tätigkeit | Taxonomiekonforme CAPEX 2025 | Geplante CAPEX 2026–20282 |
Klimaschutz | 3.10. | Herstellung von Wasserstoff | 99 | 483 |
3.14. | Herstellung organischer Grundstoffe und Chemikalien | 333 | 0 |
3.17. | Herstellung von Kunststoffen in Primärformen | 104 | 51 |
4.1. | Stromerzeugung mittels Photovoltaik-Technologie | 34 | 260 |
4.3. | Stromerzeugung aus Windkraft | 0 | 64 |
4.13. | Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen | 91 | 779 |
4.22. | Erzeugung von Wärme/Kälte aus geothermischer Energie | 19 | 289 |
4.25. | Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme | 0 | 2 |
6.15. | Infrastruktur für einen CO2-armen Straßenverkehr und öffentlichen Verkehr | 61 | 105 |
7.1. | Neubau | 13 | 27 |
7.3. | Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten | 1 | 2 |
9.1. | Marktnahe Forschung, Entwicklung und Innovation | 4 | 16 |
Gesamt | 757 | 2.079 |
Taxonomiefähige und taxonomiekonforme OPEX
Im Jahr 2025 wurden 29,5% (2024: 27,3%) der Gesamt-OPEX von OMV als taxonomiefähig (nicht taxonomiekonform) eingestuft. Von den Gesamt-OPEX von OMV konnten 0,7% (2024: 0,3%) als taxonomiekonform eingestuft werden. Im Jahr 2025 standen alle taxonomiefähigen/taxonomiekonformen OPEX im Zusammenhang mit dem Ziel des Klimaschutzes.
Den größten Beitrag zu den taxonomiefähigen OPEX leistete die Tätigkeit „3.14. Herstellung organischer Grundstoffe und Chemikalien“, welche die Tätigkeiten unseres Geschäftsbereichs Chemicals widerspiegelt. Weitere Beiträge leisteten die Tätigkeiten „9.1. Marktnahe Forschung, Entwicklung und Innovation“ (z. B. F&E im Bereich von ReOil®, Geothermieaktivitäten, CO2-Abscheidung usw.) und „4.29. Stromerzeugung aus fossilen gasförmigen Brennstoffen“.
Taxonomiekonforme OPEX 2025
In EUR Mio
Taxonomiekonforme OPEX stammten hauptsächlich aus den Tätigkeiten „3.10. Herstellung von Wasserstoff“, „4.25. Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme“ (Fernwärme-Hub in der Raffinerie Schwechat), „6.15. Infrastruktur für einen CO2-armen Straßenverkehr“ (Ladestationen an unseren Tankstellen) und „4.1. Stromerzeugung mittels Photovoltaik-Technologie“.
EU–Taxonomie – Taxonomiefähige und taxonomiekonforme OPEX |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Taxonomie- konforme OPEX | Taxonomiefähige (nicht taxonomie- konforme) OPEX | Taxonomie- konforme OPEX | Taxonomiefähige (nicht taxonomie- konforme) OPEX |
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung | 0 | 59 | 0 | 44 |
Aufwendungen für Wartung und Reparaturen | 4 | 84 | 2 | 84 |
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse | 0 | 5 | 0 | 7 |
Gesamt | 4 | 148 | 2 | 135 |
EU-Taxonomie-Kennzahlen – Tabellen
EU-Taxonomie – CAPEX-Überleitung mit dem Konzernabschluss |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen gemäß Konzernabschluss | 3.239 | 3.697 |
Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen aufgrund von Änderungen im Konsolidierungskreis gemäß Konzernabschluss | 0 | 275 |
abzüglich Zugänge zum Firmenwert | 0 | -106 |
zuzüglich Zugänge zu zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten | 852 | 178 |
zuzüglich Zugänge zu staatlichen Zuschüssen | 35 | 7 |
Gesamt | 4.125 | 4.052 |
CAPEX gemäß Berichterstattung zur EU-Taxonomie | 4.125 | 4.052 |
Die Tabellen für das Jahr 2025 betreffend „Anteil des Umsatzes, der CAPEX und OPEX aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiefähigen oder taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind“, „Anteil des Umsatzes aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiefähigen oder taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind“, „Anteil der CAPEX aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiefähigen oder taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind“ sowie „Anteil der OPEX aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiefähigen oder taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind“ finden Sie in >Anhang: Tabellen zu den EU-Taxonomie-Kennzahlen.
E1 Klimawandel
Wesentliches Thema: E1 Klimawandel
Wesentliche Unterthemen: Klimaschutz, Energie Unterstützung der Ziele des Pariser Abkommens durch Reduzierung des CO2-Fußabdrucks unserer Geschäftstätigkeit, zum Beispiel durch Verbesserung der Energieeffizienz, Verringerung des routinemäßigen Abfackelns und Ablassens von Erdölbegleitgas sowie Reduzierung des CO2-Fußabdrucks unserer Energieversorgung, insbesondere durch Steigerung des Absatzes von CO2-freien Energieprodukten, wie zum Beispiel von erneuerbaren Kraftstoffen für den Mobilitätssektor und Strom aus erneuerbaren EnergieträgernRelevante SDGs:


SDG-Ziele:
Die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit E1 Klimawandel finden Sie im Abschnitt >SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell. Das wesentliche Thema E1 Klimawandel wird zentral von der Abteilung Group Sustainability unter der Leitung des:der SVP Investor Relations & Sustainability gesteuert, der:die direkt dem:der CFO untersteht.
E1-1 Übergangsplan für den Klimaschutz
[E1-1 AR 1] [E1-1.14] [E1-1.16] OMV bekennt sich in vollem Umfang zu den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens. Die Bekämpfung des Klimawandels ist daher ein zentraler Bestandteil unserer Konzernstrategie. Wir wollen uns zu einem integrierten Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemikalien entwickeln und bis 2050 das Netto-Null-Ziel erreichen.
18 Dieses Commitment bezieht sich nicht nur auf die Emissionen aus unserer eigenen Geschäftstätigkeit (Scope 1 und 2), sondern auch auf unser Produktportfolio und andere Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (Scope 3). OMV setzt sich für den Klimaschutz ein und will die Energiewende fördern bzw. vorantreiben.
[E1-1.16h] [E1-4.34] [E1-4 AR 31] Zur Unterstützung des Ziels von OMV, bis 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden, hat OMV einen Übergangsplan entwickelt. Dieser Plan ist fester Bestandteil der OMV Strategie 2030 und wird durch konkrete kurz-, mittel- und langfristige Ziele ergänzt. Die Ziele von OMV werden sowohl auf absoluter Ebene als auch auf Ebene der Emissionsintensität festgelegt – mit dem Endziel, bis 2050 in Scope 1, 2 und 3 Netto-Null-THG-Emissionen zu erreichen. Für Scope 1 und 2 strebt OMV eine absolute Reduktion um 30% bis 2030 und um 60% bis 2040 an. Für die definierten Kategorien in Scope 3 zielt OMV auf eine absolute Reduktion um 20% bis 2030 und um 50% bis 2040 ab. Diese absoluten Reduktionen der THG-Emissionen und die Steigerung des Verkaufs CO
2-freier Energie sind der Schlüssel, um die CO
2-Intensität unserer Energieversorgung zu reduzieren. Angestrebt wird ein Rückgang um 10% bis 2030 sowie um 25% bis 2040. Diese Ziele wurden 2021
19 festgelegt und sind für 2030 an das nachhaltige Entwicklungsszenario (Sustainable Development Scenario; SDS) der Internationalen Energieagentur (IEA) angelehnt. Unser Ziel, bereits bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, ist jedoch weitaus ehrgeiziger als der Emissionsminderungspfad des nachhaltigen Entwicklungsszenarios. Als Basis für diese Ziele dient das Jahr 2019 als letztes volles Jahr vor der Covid-19-Pandemie, in dem der Großteil der Anlagen von OMV das gesamte Jahr über in Betrieb war. Mehr zu unseren Klimazielen finden Sie im Abschnitt
>E1-4 Ziele im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel.
[E1-1.16i] Die Klimaziele, an denen sich der Übergangsplan von OMV orientiert, wurden von Vorstand und Aufsichtsrat genehmigt. Strategische Maßnahmen zur Umsetzung des Übergangsplans von OMV und zur Erreichung unserer Klimaziele werden vom OMV Vorstand im Zuge der Mittelfristplanung des Unternehmens und der Investitionsgenehmigungsprozesse genehmigt. Die Erreichung der Ziele ist auch ein wichtiges Element der Vergütung des Vorstands; Einzelheiten finden Sie im Abschnitt >GOV-3 Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme. Die Reduktion der CO2-Emissionen wird vom OMV Aufsichtsrat überwacht, unterstützt durch den Nachhaltigkeits- und Transformationsausschuss (NTA); Einzelheiten zur Überwachung und Verantwortung in Sachen Nachhaltigkeitsaspekte finden Sie im Abschnitt >GOV-1 Die Rolle der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane. Eine der Aufgaben des NTA ist dabei die Prüfung und Bewertung der Fortschritte, die OMV bei der Erreichung seiner Ziele in den Bereichen Klimawandel und Energiewende macht. Der NTA und der Aufsichtsrat prüfen und genehmigen gemeinsam jedes Jahr die Nachhaltigkeitserklärung des OMV Konzerns, die auch den Übergangsplan umfasst.
Dekarbonisierungshebel
[E1-1 AR 1] [E1-1.16b] [E1-4.34f] [E1-4 AR 30a] Um diese Ziele zu erreichen, hat sich OMV verpflichtet, sein Geschäftsmodell anzupassen und Maßnahmen zum Klimaschutz in den verschiedensten Bereichen zu ergreifen, die entsprechend den unten beschriebenen Dekarbonisierungshebeln eingeteilt wurden. Diese Hebel fassen die Investitionen zusammen, die als Teil der Mittelfristplanung im Hinblick auf die Implementierung der OMV Strategie 2030 (siehe Abschnitt >Lagebericht: Strategie) und das Erreichen der Klimaziele von OMV festgelegt wurden (Einzelheiten siehe Abschnitt >E1-3 Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit den Klimakonzepten). [E1-4.34f AR 30c] Der mittelfristige Planungsprozess von OMV und die daraus abgeleiteten Dekarbonisierungshebel basieren auf der Szenarioanalyse von OMV; Einzelheiten finden Sie im Abschnitt >ESRS 2 SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell sowie in >Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende.
Dekarbonisierungshebel | Geschätzter Beitrag zu den absoluten THG-Emissionsreduktionszielen 2019–20301 |
Scope 1 & 2 | Scope 3 |
Verbesserung der Betriebseffizienz | Dieser Dekarbonisierungshebel umfasst Initiativen zur Optimierung und Dekarbonisierung unserer betrieblichen Prozesse, zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Elektrifizierung von Betriebsprozessen, zur Installation von Photovoltaikanlagen für die eigene Stromversorgung, zur Reduzierung des Abfackelns und Ablassens von Erdölbegleitgas sowie zur Verringerung der Methanemissionen durch Leckerkennung und Verbesserungen der Anlagenintegrität. | 62% | |
Erhöhung der Einkäufe erneuerbarer Energie | Für den Betrieb seiner eigenen Anlagen setzt OMV zunehmend auf erneuerbare Energien. Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist der Zukauf von erneuerbarer Energie, wodurch unsere Scope-2-Emissionen reduziert werden. | 7% | |
Anpassungen bei der Petrochemie- und Kraftstoffproduktion | Ein wachsender Anteil an nachhaltigen (erneuerbaren und recycelten) Einsatzstoffen für die Produktion von Kraftstoffen und Chemikalien an unseren integrierten Standorten Schwechat und Burghausen unterstützt die Dekarbonisierungsstrategie von OMV. | | 47% |
Steigerung der Verkäufe CO2-freier Produkte | Wir verringern aktiv die CO2-Intensität unserer Energieversorgung durch die Aufnahme erneuerbarer Produkte in unser Vertriebsportfolio, indem wir nachhaltige und biobasierte Kraftstoffe, den Umsatz mit grünem Erdgas, Ladekapazitäten für Elektrofahrzeuge und Photovoltaikkapazitäten sowie den Bereich Geothermie stark ausbauen. | Keine absoluten THG-Auswirkungen, aber Beitrag zur Reduktion der CO2-Intensität der Energieversorgung |
Portfolio-Änderungen | Die Umsetzung weiterer strategischer Portfolio-Änderungen durch Akquisitionen und Investitionen, die Stilllegung und Veräußerung von Anlagen sowie die Optimierung unseres Öl- und Gasportfolios mit Schwerpunkt auf Erdgas als Brückenenergieträger der Energiewende wird uns dabei helfen, Emissionen zu reduzieren und unsere Klimaziele zu erreichen. | 31% | 53% |
CCS/CCU | Die Investition in Kapazitäten zur Abscheidung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture and Storage; CCS) als Minderungsmaßnahme wird unsere Bemühungen zur Erreichung der Klimaziele unterstützen. | Beitrag nach 2030 |
Dekarbonisierungsmaßnahmen zur Erreichung der OMV Klimaziele 2030 mit dem Ziel, bis 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden
Investitionen zur Unterstützung des Übergangsplans
[E1-1.16c] Zur Unterstützung der OMV Strategie 2030 plant das Unternehmen für den Zeitraum 2026 bis 2030 organische Investitionen von durchschnittlich rund EUR 2,8 Mrd pro Jahr. Davon sind 30% für nachhaltige Projekte bestimmt. Gemäß dem Nachhaltigkeits-Framework von OMV umfasst dies Projekte, die entweder taxonomiekonform sind oder zur Erreichung der THG-Ziele von OMV beitragen, darunter geothermische Projekte, erneuerbare Elektrizität, mechanisches und chemisches Recycling sowie Biokraftstoffe. Etwa 25% der CAPEX für nachhaltige Projekte werden auf das OMV Segment Energy entfallen und 75% auf die Segmente Chemicals und Fuels. Weitere Einzelheiten finden Sie im Abschnitt >E1-3 Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit den Klimakonzepten.
[E1-1.16e] Durchschnittlich werden 76% der Investitionen in nachhaltige Projekte im mittelfristigen Planungszeitraum von 2026 bis 2028 voraussichtlich der EU-Taxonomie entsprechen. Der CAPEX-Plan von OMV für den weiteren Ausbau der taxonomiekonformen Tätigkeiten basiert auf dem jüngsten, vom Aufsichtsrat genehmigten Geschäftsplan. Er ist Gegenstand von Überprüfungen und möglichen Änderungen. Er berücksichtigt keine taxonomiefähigen Tätigkeiten, die seit 2022 nicht als taxonomiekonform geltend gemacht wurden, aber in Zukunft taxonomiekonform sein könnten, wie beispielsweise Tätigkeiten im Bereich der Geothermie. [E1-1 AR 4] OMV hat im Jahr 2025 einen insgesamt taxonomiekonformen CAPEX-Anteil am gesamten CAPEX von 18,4% und wird diesen voraussichtlich in der Mittelfristplanung von 2026 bis 2028 auf 19% erhöhen. Weitere Einzelheiten finden Sie im Abschnitt >Taxonomiefähige und taxonomiekonforme CAPEX. [E1-1.16f, 16g] [E1-1 AR 5] OMV ist von den Paris-abgestimmten EU-Referenzwerten ausgenommen. Signifikante CAPEX in Wirtschaftstätigkeiten in den Bereichen Öl und Gas beliefen sich in 2025 auf EUR 2 Mrd.
Fortschritte bei der Umsetzung des Übergangsplans
[E1-1.16j] OMV arbeitet aktiv an der Umsetzung seines Übergangsplans und erzielt entsprechende Fortschritte; Einzelheiten finden Sie im Abschnitt >Fortschritte bei konkreten wichtigsten Maßnahmen. OMV hat auch seine Energie- und Betriebseffizienz verbessert und damit zu einer Reduktion der absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 26% im Vergleich zu 2019 beigetragen. Die Scope-3-Emissionen haben sich im Vergleich zu 2019 um 19% verringert, da die Verkäufe fossiler Brennstoffe zurückgingen. Um diese Fortschritte zu erreichen, investierte OMV im Jahr 2025 EUR 0,5 Mrd. [E1-1.16c] Im Jahr 2025 wurden 16,6% (2024: 22,4%) der Gesamt-CAPEX von OMV als taxonomiefähig (nicht taxonomiekonform) und 18,4% (2024: 18,7%) als taxonomiekonform eingestuft.
Übereinstimmung mit 1,5°C
[E1-1.16a, 16h] Bei der Bewertung der Übereinstimmung der Klimaziele von OMV mit einer 1,5-Grad-Welt wurden mehrere Szenarien und Ansätze untersucht, da keine Leitlinien für ein integriertes Energie-, Kraftstoff- und Chemieunternehmen verfügbar sind. Einer der wichtigsten Ausgangspunkte für die Bewertung von OMV waren die vom Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change; IPCC) entwickelten Szenarien zur Unterstützung des Sechsten Sachstandsberichts, insbesondere die C1-Szenarien, bei welchen die globale Erwärmung auf 1,5°C ohne oder mit begrenzter Überschreitung beschränkt ist (>50% Wahrscheinlichkeit). Eine Untersuchung der weltweiten energiebezogenen THG-Emissionen (CO2, CH4 und N2O) – zur besseren Darstellung der Geschäftstätigkeit von OMV unter Ausschluss der Emissionen aus Kohle – ergibt ein breites Spektrum von rund 70 Szenarien bis 2030 und darüber hinaus. Deren Emissionen wurden für 2019, das Basisjahr für die Klimaziele von OMV, auf 100% normalisiert. Dann wurden jeweils 5% der extremen Ausreißer nach unten und oben herausgenommen, um das Spektrum der Szenarien zu verdichten. Alle Ziele von OMV liegen innerhalb des definierten Wertebereichs, was auf eine Übereinstimmung mit einer 1,5-Grad-Welt hinweist (siehe Abbildung unten). Im Vergleich zu den Scope‑3-Zielen von OMV für 2030 bzw. 2040 sind etwa 40% bzw. über 20% der analysierten IPCC-Szenarien durch weniger ehrgeizige CO2-Emissionsreduktionen gekennzeichnet.
Übereinstimmung der Ziele zur Verringerung der Treibhausgase
Die zweite wichtige Quelle, auf die sich OMV zur Bewertung seiner Klimaziele stützt, ist der World Energy Outlook (WEO 2025) der IEA. Dabei ziehen wir insbesondere drei IEA-Szenarien heran: das „Netto-Null-Emissionen bis 2050“-Szenario (Net Zero Emissions by 2050; NZE), das einem Temperaturanstieg von 1,5°C entspricht (50% Wahrscheinlichkeit), das Announced-Pledges-Szenario (APS)
20, das von einem Anstieg um 1,7°C ausgeht, und das Stated-Policies-Szenario (STEPS) mit einem Temperaturanstieg von 2,5°C. Das Scope
‑3-Ziel von OMV bis 2030 entspricht dabei annähernd dem Emissionspfad für den Öl- und Gassektor im NZE-Szenario, während die Ziele bis 2040 zwischen dem NZE- und dem APS-Szenario liegen.
Eine weitere wichtige Referenz für sektorspezifische Dekarbonisierungspfade ist der 2023 veröffentlichte Sonderbericht der IEA mit dem Titel „The Oil and Gas Industry in Net Zero Transitions“. Für ein Unternehmen wie OMV, das weiterhin im Öl- und Gasgeschäft tätig sein wird, schlägt die IEA vor, dass bis 2030 ein Kapitalbudgetanteil von mehr als 50% auf saubere Energietechnologien entfallen sollte. Dies wird als Schlüsselkriterium für einen angemessenen Beitrag zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen bis 2050 erachtet. Wie die IEA anmerkt, wäre dieser Kapitaleinsatz für Unternehmen der Öl- und Gasindustrie nur machbar, wenn Regierungen ihre Steuereinnahmen erheblich reduzieren würden und Aktionär:innen bereit wären, niedrigere Dividenden zu akzeptieren. Zum Vergleich: OMV ist bestrebt, im Zeitraum bis 2030 durchschnittlich 30% der organischen Investitionen
21 für nachhaltige Projekte aufzuwenden. Der IEA-Bericht erläutert zudem Scope
‑1- und Scope
‑2-Emissionspfade für den Öl- und Gassektor. Diese wurden mit den im World Energy Outlook prognostizierten Emissionen des Chemiesektors kombiniert, wobei eine Gewichtung auf Grundlage der Scope
‑1- bis Scope
‑3-Emissionen von OMV in den jeweiligen Geschäftsbereichen im Jahr 2019 durchgeführt wurde. Der Vergleich mit den Zielen von OMV für 2030 bzw. 2040 deutet darauf hin, dass diese dem resultierenden APS-Pfad entsprechen, nicht aber dem NZE-Szenario. Dem NZE-Szenario zufolge sollen allein die Scope
‑1- und Scope
‑2-Emissionen der Öl- und Gasindustrie bis 2030 um mehr als 60% sinken. Die IEA räumt allerdings ein, dass dies für Unternehmen, die bereits in der Vergangenheit umfangreiche Maßnahmen zur Emissionsreduktion gesetzt haben, eine Herausforderung darstellen könnte, und schlägt daher für die vorgelagerte Öl- und Erdgasförderung und die Ölveredelung alternative Emissionsintensitätsziele für 2030 vor. Nach diesen Intensitätszielen stimmen die Scope
‑1- und Scope
‑2-Ziele von OMV zu ungefähr 70% mit den Ergebnissen des NZE-Szenarios überein.
Der Vergleich mit den Intensitätszielen deckt jedoch nur etwa ein Drittel der aktuellen zielrelevanten Scope‑1- und Scope‑2-Emissionen von OMV ab und lässt folglich einen wesentlichen Teil der Geschäftstätigkeit von OMV unberücksichtigt. Weiters treffen die Leitlinien der IEA für die Übereinstimmung der Öl- und Gasindustrie mit dem NZE-Szenario für OMV nicht vollständig zu, da sie das Chemiegeschäft von OMV ausschließen. Diese Einschränkung gilt insbesondere für das Emissionsintensitätsziel der IEA, das auf konventionelle Erdölraffinerien ausgelegt ist. Für einen aussagekräftigen Vergleich mit den Zielen der IEA ist es notwendig, den Geschäftsbereich Chemicals und die damit verbundenen Emissionen der integrierten OMV Petrochemiestandorte Schwechat und Burghausen herauszurechnen. Daraus ergibt sich ein etwas beschränkterer Umfang des verbleibenden Ölraffineriegeschäfts, und durch die damit verbundenen geringeren Emissionen fällt das Ergebnis insgesamt positiver aus.
Für ein vollständigeres Bild mit einem Szenario für Chemicals wird das „One Earth Climate Model“ (OECM) als Referenz herangezogen. Das OECM wurde von der von den Vereinten Nationen gegründeten Net-Zero Asset Owner Alliance und der European Climate Foundation in Auftrag gegeben, um konkrete Dekarbonisierungsfahrpläne für Aktivitäten des Öl-, Gas- und Chemiesektors zu erstellen. Im Vergleich zum NZE-Szenario der IEA hat das OECM-Szenario einige restriktivere Annahmen: Es geht von einem niedrigeren CO2-Budget, dem Ausstieg aus fossilen Brennstoffen für die energetische Nutzung bis 2050 und dem Verzicht auf Technologien zur CO2-Abscheidung wie CCS aus. Folglich spielen Öl und Gas, insbesondere mit Blick auf 2040, im OECM eine deutlich geringere Rolle als im NZE-Szenario der IEA. Der im OECM vorgesehene Verzicht auf CCS entspricht jedoch nicht der Strategie von OMV, da CCS für das Unternehmen zur Erreichung des Netto-Null-Ziels bis 2050 ein wichtiges Element ist. Eine erfolgreiche weltweite Einführung von Technologien zur CO2-Abscheidung könnte jedoch das verfügbare CO2-Budget erhöhen und damit den sektorspezifischen Dekarbonisierungspfaden auf Basis des OECM mehr Spielraum verschaffen.
Wie bei den IEA-Szenarien wurden auch die OECM-Pfade für den Öl-, Gas- und Chemiesektor gewichtet und kombiniert, um die Geschäftsstruktur von OMV widerzuspiegeln. Daraus ergibt sich für die Emissionsziele in den Scopes 1 und 2 eine klare Übereinstimmung mit einem 1,5-Grad-Pfad bis 2030. Den kombinierten Pfad auf Basis des OECM würde OMV bis 2040 verfehlen. Die Gewichtung muss jedoch nach dem für das Jahr 2026 geplanten Abschluss der Gründung von Borouge Group International (BGI) durch den Zusammenschluss von Borouge und Borealis sowie die Übernahme von NOVA Chemicals neu bewertet werden. Da Borealis im Rahmen dieses Geschäfts entkonsolidiert würde, müsste die Emissionsbasis für 2019 neu berechnet werden. Dies würde die Gewichtung des OECM-Chemiepfads deutlich verringern. Da dieser Pfad im Vergleich zu den Bereichen Öl und Gas die ehrgeizigsten Scope‑1- und Scope‑2-Emissionsreduktionen aufweist, würde dies die Übereinstimmung von OMV mit dem kombinierten 1,5-Grad-Pfad verbessern. Die Scope‑3-Ziele von OMV stimmen indes eindeutig nicht mit dem kombinierten OECM-Pfad überein. Nach Abschluss der BGI-Transaktion würden sie der Erreichung dieses Ziels im Jahr 2030 jedoch näherkommen.
Temperaturübereinstimmung der OMV Ziele für 2030 |
Scope 1 & 2 |
Übereinstimmungskriterium | Temperaturanstieg | Übereinstimmung |
Pariser Abkommen | deutlich unter 2°C | Ja |
IEA | APS-Szenario | 1.7°C | Ja |
NZE-CAPEX | 1.5°C | 60% von Zielwert |
NZE-Intensitäten1 | ~70% Übereinstimmung |
NZE-Szenario | Nein |
OECM-Szenario | 1.5°C | Ja |
Scope 3 |
Übereinstimmungskriterium | Temperaturanstieg | Übereinstimmung |
Pariser Abkommen | deutlich unter 2°C | Ja |
IPCC-Szenarien | 1.5°C | Innerhalb des Bereichs |
IEA | APS-Szenario | 1.7°C | Ja |
NZE-Szenario | 1.5°C | Beinahe |
OECM-Szenario | 1.5°C | Nein |
Während die Klimaziele von OMV eindeutig mit dem Ziel des Pariser Abkommens übereinstimmen, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2°C zu begrenzen, ergibt die Bewertung der Vereinbarkeit mit einer 1,5-Grad-Welt ein differenzierteres Bild, da es derzeit noch an verbindlichen Leitlinien für die Öl-, Gas- und Chemieindustrie und glaubwürdigen sektorspezifischen Emissionsreduktionspfaden mangelt. Gegenwärtig ist OMV zuversichtlich, dass seine Emissionsreduktionsziele in Scope 3 bis 2030 mit der Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C vereinbar sind, während die Ziele in den Scopes 1 und 2 mit einem Temperaturanstieg von 1,7°C kompatibel sind. Sobald neue Szenarien und Leitlinien verfügbar sind, wird OMV seine Bewertung der Übereinstimmung mit dem 1,5-Grad-Ziel überprüfen und die Schlussfolgerungen entsprechend anpassen.
Gebundene Emissionen
Wichtigste Vermögenswerte, damit verbundene Emissionsquellen und Reduktionsmaßnahmen
[E1-1.16d] Gebundene („locked-in“) Emissionen sind zu erwartende künftige Treibhausgasemissionen, die durch die wichtigsten aktiven und fest vorhergesehenen Vermögenswerte von OMV oder verkaufte Produkte über ihre gesamte Lebensdauer hinweg erzeugt werden. Die wichtigsten Vermögenswerte von OMV in Bezug auf gebundene Emissionen sind
22: die Raffinerien in Schwechat, Burghausen und Petrobrazi, das Kraftwerk Brazi und die Explorations- und Produktionsgeschäfte (E&P) in Rumänien und Österreich. Rund 60% der gebundenen Emissionen bis 2030 entfallen auf die Raffinerien, während das Kraftwerk Brazi etwa ein Fünftel zum Gesamtwert und E&P Rumänien und Österreich den Rest beitragen. Diese wichtigsten Vermögenswerte werden zusammen über 90% der gesamten Scope
‑1- und Scope
‑2-Treibhausgasemissionen von OMV im Zeitraum 2025 bis 2030 ausmachen. Um diese Emissionen zu reduzieren, optimiert OMV fortlaufend seinen Betrieb und seine Anlagen, insbesondere im Hinblick auf deren Energieeffizienz. Die für alle wichtigsten Vermögenswerte ermittelten Maßnahmen werden dazu beitragen, die Scope
‑1- und Scope
‑2-Ziele von OMV bis 2030 zu erfüllen. Rund drei Viertel der Reduktionen der gebundenen Emissionen bis 2030 werden dabei auf die Raffinerie Schwechat und das Kraftwerk Brazi entfallen.
Gebundene Scope-1- und Scope-2-Emissionen der wichtigsten Vermögenswerte von 2025 bis 2030 nach Umsetzung von Maßnahmen zur Emissionsverringerung
Die wichtigsten Emissionsquellen dieser drei Arten von Vermögenswerten sowie potenzielle Maßnahmen zur Emissionsreduktion werden nachfolgend beschrieben.
Raffinerien
[E1-1.16d] Die Raffinerien von OMV, insbesondere jene in Österreich (Schwechat) und Deutschland (Burghausen), sind petrochemisch integrierte Standorte. Neben dem traditionellen Geschäft, das Kraftstoffe für den Straßen- und Luftverkehr umfasst, beliefern sie Borealis und andere Kund:innen mit petrochemischen Monomeren. Zu den Treibhausgasemissionen der Raffinerien gehören Emissionen der Prozessanlagen, zum Beispiel für die Herstellung von Kraftstoffen und anderen Produkten (wie Hydrotreating-Anlagen, Rohöldestillationsanlagen oder die Bitumenverarbeitung usw.), die zum Teil auch für vorgelagerte petrochemische Prozesse benötigt werden. Hinzu kommen Emissionen der Steamcracker bei der Herstellung petrochemischer Produkte sowie Emissionen der für die Strom- und Dampferzeugung benötigten Anlagen. Bis 2030 umzusetzende Maßnahmen zur Reduktion der Emissionen werden derzeit geprüft. Darunter fallen beispielsweise die Nutzung von grünem Wasserstoff sowie Maßnahmen zur Energieeffizienz. Über das Jahr 2030 hinaus wird OMV die CO2-Emissionen weiter reduzieren, etwa durch die fortlaufende Umstellung des künftigen Produktportfolios auf nachhaltige (erneuerbare und recycelte) Produkte und die Dekarbonisierung der restlichen Prozessanlagen mittels Elektrifizierung oder nachhaltigerer Prozessbrennstoffe.
Kraftwerk Brazi
[E1-1.16d] Das Kraftwerk Brazi von OMV Petrom ist ein Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerk mit einer Gesamtkapazität von 860 MW, das etwa 10% der rumänischen Stromerzeugung bereitstellt. Emissionsreduktionen könnten über verschiedene technische Wege erreicht werden, wie zum Beispiel den Betrieb mit einem niedrigeren Kapazitätsfaktor oder die Einbindung sauberer Brennstoffquellen, die Erdgas ergänzen (wie Biomethan oder Wasserstoff). Allerdings müssen die Machbarkeit und Reife dieser technischen Wege sowie die Marktentwicklung (einschließlich Nachfrage, Preisgestaltung und regulatorischem Umfeld) berücksichtigt werden.
Exploration & Production
[E1-1.16d] Der Geschäftsbereich E&P von OMV Petrom in Rumänien betreibt rund 150 kommerzielle Öl- und Gasfelder mit ungefähr 6.000 Förderbohrungen, 9.000 km Pipelines und rund 900 Verarbeitungsanlagen. Insgesamt produzieren diese Einrichtungen derzeit rund 110 kboe/d. Ab dem Jahr 2027 soll das Projekt Neptun Deep auf seinem Produktionsplateau zusätzlich bis zu 70 kboe/d zur Erdgasproduktion von OMV Petrom beitragen. In Österreich fördern rund 1.000 Bohrungen über 15 kboe/d. Der größte Anteil der Scope‑1-Emissionen des Geschäftsbereichs E&P in Rumänien (ca. 70%) und Österreich (ca. 60%) entsteht durch den Verbrauch von Brenngas für die Förderung und Verarbeitung von Öl und Gas, beispielsweise beim Betrieb von Kompressoren und bei der Dampferzeugung. Die Scope‑2-Emissionen stehen im Zusammenhang mit dem Erwerb und Verbrauch von Strom und Dampf.
Es ist davon auszugehen, dass sich die Emissionen über die Lebensdauer der Öl- und Gasfelder im Zuge des natürlichen Förderrückgangs reduzieren werden. Bei E&P Rumänien sind Energieeffizienzsteigerungen, Prozessoptimierungen, Feldmodernisierungen und Integritätsverbesserungen die wichtigsten Maßnahmen, die zur Reduktion der Scope‑1-Emissionen bis 2030 in Betracht gezogen werden. Bei E&P Österreich ist der Austausch von gasbetriebenen durch elektrische Kompressoren – zusätzlich zum Förderrückgang – die wichtigste Maßnahme zur Reduktion der Scope‑1-Emissionen bis 2030 und darüber hinaus. Bis 2040 sollen die mit den laufenden Aktivitäten verbundenen Emissionen voraussichtlich auf weniger als die Hälfte des derzeitigen Niveaus sinken. Dies ist hauptsächlich auf den Produktionsrückgang, aber auch auf die Umstellung auf erneuerbare Energien zurückzuführen.
Emissionen durch verkaufte Produkte
[E1-1.16d] Die gebundenen Emissionen aus den von OMV im Berichtsjahr verkauften Produkten (Scope 3, Kategorie 11) gemäß ESRS-Definition machten im Jahr 2025 über 49% der gesamten Scope‑3-Emissionen von OMV aus (76,0 von 154,3 Mio t CO2e). Diese Emissionen stehen in direktem Zusammenhang mit der Verbrennung der für die Energienutzung verkauften Öl- und Gasprodukte. Das heißt, sie fallen größtenteils im Berichtsjahr an und sind nicht für viele Jahre gebunden. Vielmehr gehen sie im Einklang mit der OMV Strategie 2030 und unseren oben genannten Klimazielen und Dekarbonisierungshebeln Jahr für Jahr zurück.
Auswirkungen von gebundenen Emissionen auf THG-Reduktionsziele
[E1-1.16d] Die Emissionsziele von OMV decken 100% der Scope-1- und Scope-2-Treibhausgase der oben genannten wichtigsten Vermögenswerte und 97% der durch verkaufte Produkte bedingten Emissionen ab (da der Bereich Chemicals nicht inkludiert ist). Die Klimaziele von OMV für 2030 sind zentraler Bestandteil der Strategie 2030 und der damit verbundenen Geschäftsziele, und ihre Erreichung ist ein wesentliches Element der Vorstandsvergütung. Um sowohl die Geschäfts- als auch die Klimaziele zu erreichen, nutzt OMV einen einheitlichen Planungsprozess. Die gebundenen Emissionen der wichtigsten Vermögenswerte von OMV und aus verkauften Produkten werden daher in die Strategie und deren Umsetzung einbezogen, um sicherzustellen, dass sie das Erreichen der OMV Emissionsziele für 2030 gemäß den aktuellen Erwartungen nicht gefährden. Mit Blick auf 2040 und 2050 ergeben sich weitere Optionen zur Reduktion der Emissionen im Einklang mit den Klimazielen von OMV: Neben der Umstellung auf nachhaltigere Kraftstoffe und Einsatzstoffe gehören dazu auch Dekarbonisierungsmaßnahmen, wie etwa verstärkte Elektrifizierung, Technologien zur CO2-Abscheidung und andere neu entstehende Lösungen. Die endgültige Auswahl der umzusetzenden Maßnahmen wird davon abhängen, wie sich die rechtlichen Rahmenbedingungen entwickeln, inwieweit geeignete Technologien und die entsprechende Infrastruktur verfügbar sein werden (z. B. Pipelines für Wasserstoff oder CCS) und wie sich die Nachfrage nach und das Angebot an nachhaltigeren Produkten gestalten werden. OMV geht davon aus, dass bis 2050 alle verbleibenden gebundenen Emissionen kompensiert werden, um das Ziel von Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Mit der Umsetzung komplexer Dekarbonisierungsprojekte gehen Herausforderungen in Bezug auf Finanzierung, Zeitplanung und Dauer einher. Damit die Erreichung der Emissionsreduktionsziele von OMV nicht gefährdet wird, werden die entsprechenden Projektrisiken in das Risikomanagement von OMV einbezogen. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >Managementbericht: Risikomanagement.
ESRS 2 SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
[E1-SBM-3.19a] [E1-SBM-3 AR 6] OMV bewertet seine langfristige Resilienz in einem 1,5-Grad-Dekarbonisierungsszenario für die drei Geschäftsbereiche Energy, Fuels und Chemicals. Da Borealis voraussichtlich im Jahr 2026 entkonsolidiert und Teil von Borouge Group International (BGI) wird, ist das Unternehmen von den Analysen der Strategie und des Geschäftsmodells ausgeschlossen. Die Analysen werden im Hinblick auf das wesentliche Übergangsrisiko im Zusammenhang mit der Umsetzung der OMV Strategie 2030 durchgeführt. Die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette von OMV wird implizit durch die Rohstoffpreise für Einsatzstoffe und Produkte berücksichtigt, darunter das wesentliche Übergangsrisiko höherer Kosten infolge regulatorischer Änderungen in der Wertschöpfungskette. Dieses wesentliche Risiko wird auch im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagements (Enterprise-Wide Risk Management; EWRM) von OMV explizit berücksichtigt (siehe >Managementbericht: Risikomanagement). Die langfristige Resilienz der OMV Anlagen wird durch physische Klimarisiken wie Überschwemmungen oder extreme Hitze nicht beeinträchtigt. Diese Risiken wurden aufgrund der Ergebnisse der physischen Klimarisikobewertung durch OMV als nicht wesentlich eingestuft (siehe >ESRS 2: Physische Risiken).
Szenarien
[E1-SBM-3 AR 7a]Die Entwicklung der Strategie und des Geschäftsmodells von OMV, einschließlich der Analyse seiner Resilienz, basiert auf verschiedenen Szenarien des zukünftigen Marktumfelds. Diese Szenarien beruhen auf Veränderungen der Nachfrage und des Angebots im Einklang mit den Szenarien der Internationalen Energieagentur (IEA) sowie auf Preisannahmen, die auf anderen externen und internen Marktanalysen basieren. Das OMV Basisszenario geht vom Stated Policies Scenario (STEPS) der IEA aus, dem ein Temperaturanstieg von 2,4°C bis 2100 zugrunde liegt (50% Wahrscheinlichkeit). Das OMV APS Szenario basiert analog auf dem Announced Pledges Scenario (APS) der IEA. Das „Netto-Null-Emissionen bis 2050“-Szenario (OMV NZE) basiert auf Preisen im Einklang mit dem Szenario Net Zero Emissions by 2050 (NZE) der IEA. APS entspricht dabei einem Temperaturanstieg von 1,7°C und NZE einem Anstieg von 1,5°C. Einzelheiten zu unseren Marktprognosen und den zugrunde liegenden Trends und Annahmen finden Sie im Abschnitt > Managementbericht: Marktumfeld, in > Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende sowie im World Energy Outlook 2024 der IEA.
Methode
[E1-SBM-3.19b] Die langfristige Resilienzanalyse von OMV umfasst drei Komponenten: Analyse (1) der bestehenden Anlagen des Unternehmens, (2) der anstehenden Investitionen sowie (3) der Strategie und des Geschäftsmodells. Einzelheiten zu den ersten beiden Komponenten finden Sie im Einklang mit IFRS-Anforderungen in >Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende.
Die dritte Komponente umfasst die Resilienzanalyse der OMV Strategie in seinen drei Geschäftsbereichen unter Berücksichtigung zukünftiger Anlagen.
[E1-SBM-3 AR 7c] Der erste Schritt dieser Analyse war die Bewertung der betrieblichen (einschließlich Produktverkäufe) und finanziellen Performance der bestehenden und potenziellen zukünftigen Anlagen von OMV. Dabei wurde auf einer Erweiterung der Leitprinzipien der OMV Strategie 2030 aufgebaut. Die beiden in diesem Zusammenhang berücksichtigten Szenarien waren das OMV Basisszenario und OMV APS (siehe Kasten „Szenarien“). Um die Resilienz zu ermitteln, wurde dieses zukünftige Portfolio mit den Preisen gemäß OMV NZE bewertet: Ausgehend vom OMV Basisszenario wurden die Sensitivitäten
23 der wichtigsten Marktpreise, darunter Öl- und Gaspreise, berechnet und angewendet. Für jedes Segment wurden der Cashflow aus der Betriebstätigkeit und der freie Cashflow ermittelt und mit dem OMV Basisszenario verglichen. In einem zweiten Schritt überprüfte OMV die Annahme, die prognostizierten Verkaufsmengen des Basisszenarios auch im OMV NZE-Szenario aufrechterhalten zu können. Die Bewertung der Resilienz umfasst keine Maßnahmen zur Risikominderung als Reaktion auf das Ergebnis dieser Analyse, wie Änderungen in der Produktion, Investitionen oder Veräußerungen
. [E1-SBM-3 AR 7b] In Übereinstimmung mit den OMV Klimazielen bis 2040 sowie dem Prozess für das Management von Nachhaltigkeitsauswirkungen und -risiken erstreckt sich die Analyse über den Zeitraum von 2026 bis 2040.
[E1-SBM-3.19b] Die Analyse wurde im September 2025 abgeschlossen.
Ergebnisse
[E1-SBM-3.19c] Die Resilienzanalyse der OMV Strategie und des Geschäftsmodells hat gezeigt, dass OMV in der Lage ist, seine Strategie 2030 umzusetzen. Sie bestätigte die erwartete Resilienz des zukünftigen Portfolios von OMV im OMV NZE Szenario mit einem positiven Cashflow aus der Betriebstätigkeit und einem positiven freien Cashflow in allen drei Geschäftsbereichen im Zeitraum von 2026 bis 2040. [E1-SBM-3 AR 8a] Einzelheiten zu den Unsicherheiten hinsichtlich der Annahmen finden Sie in >Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende.
Aufrechterhaltung eines wettbewerbsfähigen Geschäfts
[E1-SBM-3 AR 8a, AR 8b] Diese Ergebnisse bestätigen die Robustheit der OMV Strategie 2030. Die Anpassungsfähigkeit wird durch die Einbeziehung regelmäßiger Szenarioanalysen in Planungsprozesse wie der jährlichen Mittelfristplanung gewährleistet. Dies ermöglicht es OMV, seine strategischen Prioritäten an neue regulatorische, technologische und marktwirtschaftliche Bedingungen anzupassen. Die drei Geschäftsbereiche von OMV sind von zentraler Bedeutung für die Weiterentwicklung seines Produktportfolios im Einklang mit den >Dekarbonisierungshebeln des Unternehmens, die in allen Segmenten durch erhebliche Investitionen in nachhaltige Maßnahmen unterstützt werden (siehe >Investitionen zur Unterstützung des Übergangsplans). Die Dekarbonisierungsambitionen von OMV machen sich die vorhandenen Fähigkeiten der Arbeitskräfte zunutze, um CO2-arme Lösungen zu entwickeln. So wird beispielsweise das Fachwissen in der Exploration und Produktion bei der Erschließung von Geothermie genutzt. Darüber hinaus werden die wichtigsten Anlagen wie die Raffinerien von OMV aufgerüstet, um der künftigen Nachfrage nach nachhaltigen Produkten gerecht zu werden. Ein Beispiel dafür ist ReOil® (Einzelheiten siehe >Managementbericht: Innovation und Technologie). Die strategischen und klimapolitischen Ziele von OMV werden durch den Finanzierungsrahmen unterstützt. Dieser zielt darauf ab, eine starke Bilanz zu sichern und ein solides Investment-Grade-Rating zu erreichen. OMV bemüht sich um eine breite Diversifizierung der Anlegerbasis und Finanzierungsquellen und prüft laufend ESG-konforme Finanzierungsoptionen, um den Zugang zu Finanzierungen und liquiden Mitteln zu attraktiven Konditionen entsprechend den Marktentwicklungen sicherzustellen. Durch die Nutzung des diversifizierten Portfolios und das Vorantreiben der Dekarbonisierung ist OMV gut aufgestellt, um nachhaltiges Wachstum zu erzielen und seine Wettbewerbsfähigkeit bis 2040 aufrechtzuerhalten.
E1-2 Konzepte im Zusammenhang mit dem Klimaschutz
[E1-2.25] Zur Unterstützung des Übergangs von OMV zu einem Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen und den Klimastrategien und -zielen der EU sowie zur Steuerung unserer Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit E1 Klimawandel hat OMV die folgenden Konzepte und Frameworks entwickelt, die sein Handeln im Zusammenhang mit dem Klimaschutz, der Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energien leiten sollen.
Code of Conduct
[MDR-P-65a-65f] In Bezug auf den Code of Conduct werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E1 Klimawandel, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
Umweltmanagementstandard
[MDR-P-65a-65f] In Bezug auf den Umweltmanagementstandard werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E1 Klimawandel, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
THG-Management-Framework
[E1-2.24] [MDR-P-65a] Das Treibhausgas-(THG-)Management-Framework ergänzt die Leitlinien unseres Umweltmanagementstandards. Es bietet einen detaillierten Ansatz zur Steuerung der negativen Auswirkungen von THG-Emissionen, die durch unsere Tätigkeiten und die von uns verkauften Produkte bedingt sind, sowie zur Verbesserung der niedrigen Energieeffizienz in unseren Betrieben. Dazu gehört auch, dass die hohen Emissionen und der erhebliche Energieverbrauch durch die Fortführung von Standorten und Geschäftsaktivitäten entsprechend dem derzeitigen Geschäftsmodell gemindert werden. Die Steuerung dieser negativen Auswirkungen hilft uns auch, einen Verlust des Vertrauens der Investor:innen aufgrund möglicher unzureichender Umsetzung unserer Strategie 2030 zu verhindern, denn dies haben wir als ein wesentliches Risiko identifiziert. Darüber hinaus bezieht sich das THG-Management-Framework auf die langfristige Chance, einen Wettbewerbsvorteil durch die Mitgestaltung der Energiewende zu erlangen.
Das THG-Management-Framework ist ein Standard von OMV, der festlegt, wie Treibhausgasemissionen gemessen, gemeldet und gemanagt werden sollen. Es enthält die Definitionen, Grenzen und Regeln für die strategischen THG-Reduktionsziele von OMV. Außerdem definiert der Standard Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, wie etwa durch Carbon Capture and Storage (CCS) und Carbon Capture and Utilization (CCU), und legt die Anforderungen für die freiwillige CO2-Kompensation und deren Beitrag zur Erreichung der THG-Ziele des Konzerns fest. Der Standard enthält zudem Leitlinien für den Umgang mit Methanemissionen sowie für die Bilanzierung und Berichterstattung von biogenen CO2-Emissionen. Die Wirksamkeit des THG-Management-Frameworks wird durch das jährliche Sammeln von Daten, Plausibilitätsprüfungen und die regelmäßige Überwachung der Fortschritte bei der Erreichung der festgelegten Ziele bewertet. [MDR-P-65b] Es gilt für OMV einschließlich Borealis und OMV Petrom. [MDR-P-65c] Der:die CFO von OMV genehmigt das THG-Management-Framework und ist auch für dessen Erfüllung verantwortlich. Die Verantwortung für die Umsetzung liegt beim:bei der SVP Investor Relations & Sustainability. [MDR-P-65d] Das THG-Management-Framework stützt sich auf das THG-Protokoll, das Framework der OGMP 2.0 sowie die Richtlinien des IPCC und des Integrity Council for the Voluntary Carbon Market. [MDR-P-65e] Fachexpert:innen und relevante Arbeitnehmer:innen von OMV waren entweder direkt an der Entwicklung des Standards beteiligt oder wurden im Rahmen des internen Konsultationsprozesses um Feedback zum Entwurf des Standards gebeten. [MDR-P-65f] Der Standard steht allen OMV Arbeitnehmer:innen über die Regulations Alignment Platform im OMV Intranet zur Verfügung.
Direktive zur Kontrolle von Investitionen
[E1-2.24] [MDR-P-65a] Die Direktive zur Kontrolle von Investitionen (Controlling of Investment Directive) regelt den Prozess der Investitionsentscheidungen und entsprechenden Berichterstattung bei OMV, insbesondere die CAPEX-Definitionen für Controllingzwecke. Die Direktive regelt auch die Investitionskriterien für Nachhaltigkeitsprojekte zur Minderung der negativen Auswirkungen, die im Zusammenhang mit THG-Emissionen aufgrund unserer Geschäftstätigkeit, den von uns verkauften Produkten und geringer Energieeffizienz an unseren Standorten identifiziert wurden. Darüber hinaus unterstützt die Direktive unsere ermittelte langfristige Chance, einen Wettbewerbsvorteil durch Mitgestaltung der Energiewende zu erlangen. Das Ziel besteht darin, Investitionen in Projekte zu fördern und zu erleichtern, die mit unseren Klimazielen im Einklang stehen. OMV definiert die CAPEX für Nachhaltigkeitsprojekte als Investitionen, die eines von zwei Kriterien erfüllen müssen: Entweder sind sie taxonomiekonform oder sie unterstützen die Umsetzung des OMV Nachhaltigkeits-Frameworks 2030. Dieses Framework umfasst unter anderem Investitionen in die Erkennung und Reparatur von Methanlecks, Energieeffizienzprogramme, chemisches Recycling und Community-Investitionen, die als strategische Investitionen in das Gemeinwesen eingestuft werden. Damit Nachhaltigkeitsprojekte die finale Investitionsentscheidung bestehen, gelten für sie andere finanzielle Hürden als für die restlichen Projekte des Portfolios. Auf „Nachhaltigkeitsinvestitionen“ werden besondere „gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten“ (Weighted Average Cost of Capital; WACC) angewendet, die die spezifischen Risiken von Nachhaltigkeitsprojekten (in der Regel niedriger als bei anderen Projekten) und eine Amortisationsdauer von weniger als 15 Jahren berücksichtigen. Im Mittelpunkt des regelmäßigen Überwachungsprozesses der Investitionen stehen jährliche Nach- und Zwischenprüfungen, Berichte über Kostenüberschreitungen und die laufende Überwachung durch das Controlling & Performance Management.
[MDR-P-65b] Die Direktive zur Kontrolle von Investitionen gilt für OMV einschließlich aller voll konsolidierten Tochtergesellschaften. [MDR-P-65c] Die Direktive wird vom OMV Vorstand genehmigt, der für ihre Erfüllung verantwortlich ist. Die Zuständigkeit für die Umsetzung liegt beim:bei der SVP Group Controlling & Performance Management. [MDR-P-65e] Fachexpert:innen und relevante Arbeitnehmer:innen von OMV waren entweder direkt an der Entwicklung der Direktive beteiligt oder wurden im Rahmen des internen Konsultationsprozesses um Feedback zum Entwurf der Direktive gebeten. [MDR-P-65f] Die Direktive steht allen OMV Arbeitnehmer:innen über die Regulations Alignment Platform im OMV Intranet zur Verfügung.
Standard für unternehmensweites Risikomanagement
[MDR-P-65a- 65f] In Bezug auf den Standard für unternehmensweites Risikomanagement (Enterprise-Wide Risk Mangagement; EWRM) werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E1 Klimawandel, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
E1-3 Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit den Klimakonzepten
[E1-3.28] [MDR-A-68a-68e] Dieser Abschnitt bietet einen Überblick der (wichtigsten) Maßnahmen, die im Berichtsjahr ergriffen wurden, sowie der geplanten künftigen Maßnahmen zur Adressierung unserer Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit dem Klimawandel.
[E1-3.29a, 29b] [E1-4.34f] [E1-4 AR 30a, 30b] Die Emissionsreduktion sowie nachhaltige Energielösungen spielen eine wichtige Rolle auf unserem Weg, ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden. Um die für E1 Klimawandel identifizierten Auswirkungen und Risiken zu verhindern bzw. gegebenenfalls zu mindern, hat OMV die folgenden wichtigsten Maßnahmen festgelegt,
24 die unter jedem ermittelten
>Dekarbonisierungshebel in der Tabelle mit den wichtigsten Maßnahmen zusammengefasst sind. Durch die Steigerung der Verkäufe CO
2-freier Produkte, die zunehmende Nutzung nachhaltiger (erneuerbarer und recycelter) Einsatzstoffe, die Investition in CO
2-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung (Carbon Capture, Utilization and Storage; CCU/S) und die Verbesserung unserer Betriebseffizienz begegnen wir den negativen Auswirkungen der THG-Emissionen, die durch unsere Geschäftstätigkeit und die von uns verkauften Produkte verursacht werden. Diese Anstrengungen tragen dazu bei, die hohen Emissionen und den erheblichen Energieverbrauch durch die Fortführung von Standorten und Geschäftsaktivitäten entsprechend dem derzeitigen Geschäftsmodell zu senken. Dies trägt im Sinne der Energiewende positiv zur Reduktion der THG-Emissionen bei und unterstützt den Übergang der Gesellschaft von einer linearen zu einer Kreislaufwirtschaft durch ein diversifiziertes Angebot an Produkten mit geringerem CO
2-Fußabdruck sowie durch die schrittweise Abkehr von fossilen Brennstoffen im Hinblick auf unser Netto-Null-Ziel bis 2050. Innovationen sind dabei ein wichtiges Element bei der Umsetzung der OMV Strategie 2030 und entscheidend für die Transformation der Wertschöpfungskette von einem linearen zu einem kreislauforientierten Modell. OMV sucht immer nach innovativen Lösungen, um das operative Geschäft zu optimieren, Geschäftsmöglichkeiten auszuloten und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, damit OMV als Unternehmen nachhaltiger wird.
Dekarbonisie-rungshebel | Wichtigste Maßnahmen (Zusammenfassung der einzelnen Maßnahmen, deren Implementierung CAPEX von EUR ≥5 Mio erfordert) | Status | Erwartetes Ergebnis | Beitrag zu Vorgabe1/Ziel des Konzepts | Umfang | Zeithorizont | Abhilfe | Fortschritt | CAPEX 2025 | CAPEX 2026–20282 | Relevante IROs | Erzielte THG-Reduktion, Mio t CO2e (2025 vs. Basisjahr 2019) | Geplante THG-Reduktion, Mio t CO2e (2030 vs. Basisjahr 2019) |
EUR Mrd |
Verbesserung der Betriebseffizienz | Energieeffizienzprogramme | Tatsächlich und geplant | Senkung des Energieverbrauchs und Verbesserung der Energieeffizienz von Betriebsprozessen. Energieeffizienz bedeutet geringere THG-Emissionen in Scope 1 und Scope 2. | Strategisches Ziel für 2030, Beitrag zum Scope-1- und Scope-2-Reduktionsziel und zum Ziel der Verringerung der CO2-Intensität der Energieversorgung | Eigene Tätigkeiten | Kurz- bis mittelfristig | n.a. | Bewertung, Ausführung | 0,1 | 2,6 | IRO-E1-CC1, IRO-E1-CC3, IRO-E1-CC5 | 1,4 | 1,9 |
Sonstige Reduktionen in Scope 1 und Scope 2 | Tatsächlich und geplant | Die Verbesserung der Betriebseffizienz bedeutet geringere THG-Emissionen in Scope 1 und Scope 2. | Mittelfristig | Bewertung, Ausführung |
Stromerzeugung aus Photovoltaik, Windkraft und Abwärme aus Abfall | Tatsächlich und geplant | Verringerung der Emissionen in Scope 1 und Scope 2 durch Produktion und Nutzung von Strom aus erneuerbaren Quellen. Die Verbesserung der Betriebseffizienz bedeutet geringere THG-Emissionen in Scope 1 und Scope 2. | Mittelfristig | Bewertung, Ausführung |
Steigerung der Verkäufe CO2-freier Produkte | Stromerzeugung aus Photovoltaik und Windkraft, Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abfall | Tatsächlich und geplant | Steigerung der Verkäufe CO2-freier Energie als Beitrag zur Verringerung der CO2-Intensität der Energieversorgung | Trägt zu den strategischen Zielen von OMV bei, selektive Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien voranzutreiben und Chancen im Bereich der nachhaltigen Mobilität zu nutzen; Beitrag zum Scope-3-Reduktionsziel, den Absatz von fossilen Brennstoffen zu ersetzen, und zum Ziel der Verringerung der CO2-Intensität der Energieversorgung | Eigene Tätigkeiten | Kurz- bis mittelfristig | n.a. | Bewertung, Ausführung, Fertigstellung | 0,4 | IRO-E1-CC1, IRO-E1-CC3, IRO-E1-CC5 | Keine absoluten THG-Auswirkungen, aber Beitrag zur Reduktion der CO2-Intensität der Energieversorgung |
Aktivitäten im Bereich der Geothermie | Tatsächlich und geplant | Mittelfristig | Bewertung, Ausführung |
Infrastruktur für CO2-armen Verkehr | Tatsächlich | Steigerung der Verkäufe biobasierter CO2-freier Energie als Beitrag zur Verringerung der CO2-Intensität der Energieversorgung | Kurz- bis mittelfristig | Ausführung |
Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen | Tatsächlich | Mittelfristig | Ausführung |
Nachhaltige Kraftstoffe und Einsatzstoffe, E-Kraftstoffe | Tatsächlich und geplant | Steigerung der Verkäufe CO2-freier Produkte | Kurz- bis mittelfristig | Bewertung, Ausführung, Fertigstellung |
Herstellung von Wasserstoff | Tatsächlich | Kurzfristig | Fertigstellung |
CCS/CCU | Carbon Capture and Storage (CCS) | Geplant | Verringerung der in die Atmosphäre freigesetzten CO2-Emissionen durch unterirdische Speicherung in geologischen Formationen. Dieser Prozess unterstützt die Eindämmung des Klimawandels, da er verhindert, dass große Mengen CO2 zur globalen Erwärmung beitragen. | Beitrag zum Scope-1- und Scope-2-Reduktionsziel, zum Scope 3-Reduktionsziel und zum Ziel der Verringerung der CO2-Intensität der Energieversorgung – nach 2030 | Eigene Tätigkeiten | Mittelfristig | n.a. | Bewertung | 0,4 | IRO-E1-CC1, IRO-E1-CC3, IRO-E1-CC5 | Beitrag nach 2030
|
Die in der obigen Tabelle aufgelisteten wichtigsten Maßnahmen bauen auf dem vorhandenen Know-how von OMV sowie den neuesten verfügbaren Technologien auf, die für die Umsetzung der OMV Strategie 2030 und die Erreichung seiner THG-Emissionsreduktionsziele von zentraler Bedeutung sind.
[MDR-A 69b] [E1-3.29c-i] Im Jahr 2025 erforderte die Umsetzung der wichtigsten Maßnahmen im Zusammenhang mit E1 Klimawandel CAPEX von EUR 0,5 Mrd. Die Gesamt-CAPEX von OMV und ihre Überleitung zu den in der Cashflow-Rechnung ausgewiesenen Investitionen finden Sie im >Lagebericht: Investitionsausgaben (CAPEX) und im > Konzernabschluss: Konzern-Cashflow-Rechnung. [MDR-A 69b] [E1-3.29c-ii] Von den Gesamt-CAPEX 2025 für die Umsetzung der wichtigsten Maßnahmen sind 68% taxonomiekonform. Von den insgesamt geplanten CAPEX für die Umsetzung der wichtigsten Maßnahmen im Zeitraum 2026 bis 2028 werden voraussichtlich 78% taxonomiekonform und Teil des CAPEX-Plans gemäß EU-Taxonomie sein. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >EU-Taxonomie – CAPEX-Plan.
[MDR-A 69a] OMV ist bestrebt, seine langfristige Finanzierungspolitik mit der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens in Einklang zu bringen. Aus diesem Grund prüft OMV die Möglichkeiten nachhaltiger Finanzierungen und nachhaltigkeitsbezogener Finanzierungen, bei denen die Kosten eines Finanzinstruments an die Erreichung bestimmter strategischer Nachhaltigkeitsziele gekoppelt sind. Ein erster Schritt in Richtung nachhaltige Finanzierung wurde 2021 mit einem grünen Darlehen für die ReOil®-2000-Anlage für chemisches Recycling in Schwechat (Österreich) gemacht. Dieses Darlehen wurde in Einklang mit den Green Loan Principles gewährt und basiert auf einem projektspezifischen Rahmen für grüne Finanzierungen und einer Second Party Opinion. Für die Durchführung der anderen in der oben stehenden Tabelle aufgeführten wichtigsten Maßnahmen steht derzeit kein nachhaltiges Finanzinstrument zur Verfügung.
[E1-3 AR 21] OMV verfügt über eine solide Liquidität (rund EUR 4,4 Mrd per Ende Q3/25). Darüber hinaus stützt sich OMV in der Regel auf Fremdkapitalmärkte als Hauptfinanzierungsquelle, da diese effizient und liquide sind und lange bzw. längere Laufzeiten bieten. OMV strebt eine breite Diversifizierung seiner Anlegerbasis und seiner Finanzierungsquellen an und möchte ein ausgewogenes Fälligkeitsprofil seiner Verbindlichkeiten beibehalten. OMV ist um effiziente Finanzierung bemüht und stellt gleichzeitig sicher, dass die Finanzierungsmaßnahmen das Investment-Grade-Rating des Unternehmens und den langfristigen Ziel-Leverage-Grad (16% per Ende Q3/25) unterstützen. Außerdem verfügt OMV über zugesagte und nicht zugesagte Kreditlinien, um kurzfristige Cashflow-Schwankungen abzufedern. Ergänzt wird die Palette der Finanzierungsinstrumente durch Strukturen, die es dem Unternehmen ermöglichen, das Working Capital zu optimieren. Die Finanzierung des künftigen Wachstums und des Transformationsprozesses wird im Wesentlichen auf einer Mischung aus operativem Cashflow, Beiträgen aus weiteren Kostenoptimierungen und Veräußerungen basieren. Jegliche zusätzliche Finanzierung kann mithilfe der oben beschriebenen Instrumente entsprechend dem Cashflow-Profil der Investition sowie in Übereinstimmung mit den finanziellen Prioritäten und langfristigen Zielen von OMV aufgebracht werden. Hybridkapital wird auch langfristig eine solide Säule unserer Kapitalstruktur bleiben.
Fortschritte bei ausgewählten wichtigsten Maßnahmen
Steigerung des Anteils CO2-freier Produkte
Die Steigerung der Verkäufe CO2-freier und auf erneuerbaren Energien basierender Produkte bei gleichzeitiger Reduktion der Verkäufe fossiler Brennstoffe ist für die Verringerung des CO2-Fußabdrucks unserer Energieversorgung ausschlaggebend. Das Portfolio von OMV in diesem Bereich umfasst Biokraftstoffe, Elektrizität, Abwärme und innovative Lösungen wie Geothermie.
In unserem Geschäftsbereich Energy treibt das für unser Low-Carbon-Geschäft (Low Carbon Business; LCB) zuständige Team die Geothermie und erneuerbare Energielösungen aktiv voran. In den letzten Jahren haben diese Initiativen erheblich an Dynamik gewonnen. Derzeit befinden sich viele Projekte in der Bewertungsphase oder im Stadium erster Investitionen, wobei geplant ist, die Investitionen in diesen Bereichen nach 2027 weiter zu intensivieren.
Ein gutes Beispiel für unser Engagement ist unser Joint Venture mit Wien Energie namens „deeep“. Die Initiative konzentriert sich auf die Entwicklung von Tiefengeothermie-Anlagen im Großraum Wien. Die erste Anlage in Aspern im Nordosten der Stadt wird dank der Unterstützung von Wärmepumpen eine Kapazität von 20 MW aufweisen. Dies reicht aus, um rund 20.000 Haushalte zu versorgen. Es wurden drei Bohrungen mit jeweils einer Tiefe von über 3.000 m fertiggestellt, und die Untersuchungen sollen bis Anfang 2026 abgeschlossen sein. Die Bohrungen werden heißes Formationswasser für die Wärmeerzeugung nutzen, und die erste Wärmelieferung wird 2028 erwartet. Diese erste Geothermie-Anlage soll den Grundstein für den weiteren Ausbau in Wien legen. Gemeinsam möchten OMV und Wien Energie bis zu sieben Geothermie-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von bis zu 200 MW umsetzen. Damit kann klimaneutrale Fernwärme für bis zu 200.000 Wiener Haushalte erzeugt werden.
In unserem Geschäftsbereich Fuels tragen wir zur Entwicklung eines nachhaltigen Energiesystems bei, indem wir innovative Lösungen identifizieren und zur Reife bringen. Dabei konzentrieren wir uns hauptsächlich auf Märkte, die nur schwer mit Akkus und Batterien zu elektrifizieren sind, sowie auf Kundensegmente wie den Schwerlast- und Luftverkehr. Diese Märkte haben gemeinsam, dass sie energiereiche und doch klimafreundliche Treibstoffe bei geringstmöglicher Standzeit benötigen. Unser Portfolio fördert nachhaltige Produkte wie abfallbasierte und fortschrittliche Biokraftstoffe sowie erneuerbare Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs, da sich bei diesen Synergien mit den bestehenden Raffineriestandorten und Kompetenzen von OMV ergeben. Die Umsetzung dieser Projekte soll die Gesamtemissionen reduzieren, die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen unterstützen und OMV als aktiven Mitgestalter der Energiewende positionieren.
Im Juni 2024 wurde die Co-Processing-Anlage in der Raffinerie Schwechat erfolgreich in Betrieb genommen. Sie wandelt bis zu 160.000 t flüssige Biomasse in erneuerbaren Diesel um und spart damit bis zu 360.000 t CO2e im Jahr. Die aus dem Betrieb dieser Anlage gewonnene Erfahrung wird OMV helfen, die Produktion erneuerbarer Energie auf Basis flüssiger Biomasse weiter zu optimieren, und kann die Dekarbonisierungsziele unterstützen.
Im April 2025 begann OMV in der Raffinerie Schwechat mit der Produktion des ersten grünen Wasserstoffs mit einem neuen PEM-Elektrolyseur mit einer Kapazität von 10 MW. Dies ist derzeit die größte Anlage dieser Art in Österreich. Die Anlage kann jährlich bis zu 1.500 t grünen Wasserstoff produzieren, was eine nachhaltige Brennstoffproduktion unterstützt und bis zu 15.000 t CO₂ pro Jahr einspart.
Nach diesem Erfolg genehmigte OMV im Mai 2025 die finale Investitionsentscheidung für ein 140-MW-Projekt für grünen Wasserstoff in Bruck an der Leitha (Niederösterreich). Mit dem Bau wurde im September 2025 begonnen. Die Produktion soll laut Business Case Ende 2027 mit einer Produktionskapazität von 23.000 t grünem Wasserstoff und einer geschätzten Reduktion der CO₂-Emissionen um etwa 150.000 t pro Jahr starten. Der grüne Wasserstoff wird über eine unterirdische Pipeline in die Raffinerie Schwechat transportiert und auch zur Produktion nachhaltiger Kraftstoffe und Chemikalien verwendet, darunter nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) und erneuerbarer Diesel (HVO).
Im Februar 2025 begann OMV Petrom nach der finalen Investitionsentscheidung im Juni 2024 mit dem Bau einer Anlage für nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) und erneuerbaren Diesel (HVO). Ab 2028 wird die Anlage jährlich rund 250.000 t nachhaltige Kraftstoffe liefern.
OMV liefert Fernwärme von seiner Raffinerie in Schwechat an den Flughafen Wien und an Wien Energie. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 705.845 MWh geliefert.
In unserem Retail-Geschäft setzte OMV seine Initiativen im Bereich der Elektromobilität erfolgreich fort und implementierte ein komplettes Betriebssystem einschließlich CPO (Charge Point Operator), eMSP (eMobility Service Provider) und App-Modulen in Österreich, Ungarn, Rumänien und der Slowakei. In Rumänien setzte OMV Petrom den Ausbau der Ladeinfrastruktur fort, unter anderem durch die nach Abschluss der Übernahme von Renovatio betriebenen Ladestationen. Im September gründete OMV ein Joint Venture mit PRE, einem führenden Unternehmen für Ladelösungen in der Tschechischen Republik, in dessen Rahmen gemeinsam Hochleistungsladepunkte an OMV Tankstellen und anderen Standorten eingeführt werden sollen. Per Ende 2025 belief sich die Zahl der von OMV betriebenen Hochleistungsladepunkte auf 1.689 (2024: 804). Einen Überblick über die Standorte dieser Ladestationen finden Sie im Abschnitt >Managementbericht: Geschäftsfelder.
CO2-Abscheidung und -Speicherung
Zusammen mit Aker BP hält OMV die Poseidon-Lizenz für die Speicherung von CO2 in der norwegischen Nordsee (OMV Norge 50%). Das Projekt hat das Potenzial zur Speicherung von über 5 Mio t CO2 jährlich. Wir beabsichtigen, den Standort als Speicher für CO2 nutzen, das von verschiedenen Industrieanlagen in Nordwesteuropa abgeschieden wird, darunter auch von den europäischen Anlagen von Borealis. Ende 2023 wurde eine 3D-Seismik-Untersuchung erfolgreich abgeschlossen. Im Jahr 2027 wird eine Drill-or-Drop-Entscheidung (Bohren oder Lizenzrückgabe) erwartet. Zusammen mit unseren Partnerunternehmen Vår Energi (Betriebsführer) und Lime Petroleum AS konnten wir uns 2024 eine zweite Lizenz zur Speicherung von CO2 sichern (OMV Norge 30%). Die Lizenz namens Iroko befindet sich in der zentralen norwegischen Nordsee und bietet die Kapazität zur Speicherung von rund 215 Mio t CO2, mit einer erwarteten Injektionskapazität von mehr als 7,5 Mio t CO2 pro Jahr. Eine Drill-or-Drop-Entscheidung soll im Jahr 2027 getroffen werden. Wir möchten auch weiterhin vielversprechende CCS-Möglichkeiten erkunden.
Die folgenden Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit dem Dekarbonisierungshebel „Verbesserung der Betriebseffizienz“ (siehe >Tabelle der wichtigsten Maßnahmen).
Energieeffizienzmaßnahmen
Ein effektives CO2- und Energiemanagement trägt dazu bei, THG-Emissionen und dadurch bedingte Verbindlichkeiten zu reduzieren. Damit lassen sich Umweltkosten senken, finanzielle Einsparungen durch Energieeffizienz erzielen und regulatorische Vorgaben erfüllen. Regierungsbehörden verlangen die Einhaltung der Vorschriften des EU-Emissionshandelssystems (EU-EHS), der nationalen Umsetzungen der EU-Energieeffizienzrichtlinie sowie verpflichtende Energieaudits alle vier Jahre. Der umfassende Ansatz von OMV zum Management seiner Treibhausgasemissionen ist in der Formulierung und Umsetzung der OMV Strategie verankert. Er beinhaltet die THG- und energiebezogene Bilanzierung und Berichterstattung, das Bestandsmanagement, Audits, Bewertungspläne sowie Schulungen für die Arbeitnehmer:innen.
Die Energieeffizienzmaßnahmen von Betriebsprozessen von OMV stehen in direktem Zusammenhang mit technischen Verbesserungen, die bei gleichbleibender operativer Leistung Energie einsparen. Auch in unseren Raffinerien konzentrieren wir uns auf die Optimierung von Prozessen und die Steigerung der Energieeffizienz, um Kosten und CO2-Emissionen zu senken. In der Raffinerie Schwechat wurde im Jahr 2025 ein Projekt zur Verbesserung des Wirkungsgrades eines Kessels durchgeführt. Dies führte zu einer Reduktion von ca. 8.900 t CO2 pro Jahr. Es wurden mehrere Maßnahmen durchgeführt, darunter der Austausch eines vorhandenen Luftvorwärmers gegen ein System mit getrennten Wärmetauschern. Das Potenzial für einen reduzierten Energieeinsatz wird in jährlichen Kampagnen zur Verbesserung der Umweltleistung einschließlich Energieverbrauch erhoben. Wir haben Ziele für die Raffinerien festgelegt, bestimmte Werte gemäß dem Energieintensitätsindex zu erreichen, die jährlich überwacht werden. Darauf aufbauend ermitteln wir Bereiche für Energieeffizienzverbesserungen und entscheiden über die zu ergreifenden Maßnahmen zur Reduzierung des Verbrauchs im Rahmen unseres Umweltmanagements.
Auf Borealis entfallen 25% des Energieverbrauchs von OMV. Das Unternehmen betrachtet Energieeffizienz daher als wesentliches Element seiner Klimastrategie und will seinen Energieverbrauch gegenüber 2015 bis 2030 um 10% reduzieren. Für die gemeinsamen Anlagen in Schwechat und Burghausen gibt es Initiativen zur Verstärkung von Synergien wie das Management von Zwischenprodukten und Rückständen, die zu Energie- und CO2-Einsparungen führen.
Schrittweise Einstellung des routinemäßigen Abfackelns von Erdölbegleitgas
[MDR-A-68a-68c] Bei der Ölproduktion fällt neben dem Öl auch Erdölbegleitgas an. Ein Großteil dieses Gases wird zwar genutzt, aber ein Teil davon wird aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen abgefackelt, was zur Freisetzung von Treibhausgasen wie CO2 und Methan führt. Etwa 0,2% der gesamten direkten THG-Emissionen von OMV und etwa 0,7% der direkten THG-Emissionen des OMV Geschäftsbereichs Energy resultierten aus dem routinemäßigen Abfackeln von Begleitgas. Seit dem Jahr 2017 unterstützt OMV die Weltbank-Initiative „Zero Routine Flaring by 2030“. Bestehende Standorte, an denen Begleitgas und freies Gas nach wie vor routinemäßig abgefackelt werden, müssen einen Ausstiegsplan erstellen, um das routinemäßige Abfackeln so bald wie möglich, jedoch bis spätestens 2030 einzustellen. Neue Produktionsstätten werden mit geeigneten Lösungen für die Verwendung des Begleitgases entwickelt. Ein routinemäßiges Abfackeln findet an diesen Standorten dann nicht mehr statt. Im Rahmen dieser Initiative berichten wir jährlich an die Weltbank über unsere Fortschritte. Außerdem müssen alle Betriebe von OMV Methanemissionen – sowohl aus Punktquellen als auch aus diffusen Quellen – sowie technisch vermeidbare Emissionen, wie etwa bei Sondentests oder Workovers, auf ein Mindestmaß reduzieren. Im Jahr 2025 fackelten wir routinemäßig 10.159.000 Sm³ Erdölbegleitgas ab. [MDR-A 68e] Seit 2017 haben wir die Menge an routinemäßig abgefackeltem Gas um 93% reduziert.
Überwachung von diffusen Emissionen sowie Leckagesuche und -reparatur
[MDR-A-68a-68c] Diffuse Methanemissionen und andere Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen ohne Methan (Non-Methane Volatile Organic Compounds; NMVOCs) werden von OMV mithilfe von Programmen zur Leckagesuche und -reparatur (Leak Detection and Repair; LDAR) systematisch überwacht und kontrolliert. Zur Leckagesuche werden routinemäßige akustische und visuelle Inspektionen sowie Geruchsprüfungen durchgeführt. Auch mittels Seifenblasentests, optischer Gasdetektion und anderen Technologien wird nach Leckagen gesucht. Modernste Methoden wie Infrarotkameras und die Zusammenarbeit mit Dritten, die Drohnen, Satellitendaten und akustische Leck-Bildgebung einsetzen, tragen zur weiteren Verbesserung der Überwachung von diffusen Emissionen bei.
Leckagen werden basierend auf Priorisierungen und Risikobewertungen repariert. Zu den wichtigsten Initiativen gehören das Pipeline-Integritätsprogramm und die Modernisierung von Anlagen, zum Beispiel von Verdichterstationen. OMV setzt die LDAR-Programme sowohl im vorgelagerten (OMV Energy) als auch im nachgelagerten Bereich (OMV Fuels) ein. Im OMV Geschäftsbereich Energy sind die LDAR-Programme abgestimmt auf das THG-Management-Framework, das Framework der OGMP 2.0 des UN-Programms zur Reduktion von Methanemissionen, dem OMV im April 2024 beitrat, sowie die EU-Methanemissionsverordnung (Methane Emissions Regulation; MER), die im August 2024 für die betroffenen Standorte in Kraft getreten ist. Ein internes und externes LDAR-Team bei OMV Österreich und OMV Petrom setzt modernste Technologien für regelmäßige Standortuntersuchungen ein. Im August 2025 legte OMV den zuständigen Behörden des jeweiligen Mitgliedstaats die ersten LDAR-Berichte sowie die Jahresberichte mit der Quantifizierung der Methanemissionen auf Quellenebene unter Verwendung generischer Emissionsfaktoren vor, um der MER zu entsprechen. Darüber hinaus legte OMV seinen ersten jährlichen OGMP-Bericht vor und erreichte für das Berichtsjahr 2025 den Gold Standard Pathway-Status. Dies unterstreicht das starke Engagement des Unternehmens im Bereich des Managements von Methan. Im Jahr 2025 konnten im vorgelagerten Bereich (OMV Energy) weitere Fortschritte bei der Überwachung und Berichterstattung von Methanemissionen erzielt werden, indem zusätzliche Methanmessungen und ‑quantifizierungen auf Quellenebene in den Anlagen durchgeführt wurden. Auf Grundlage der Daten für 2025 machen diffuse Methanemissionen 13% der gesamten Methanemissionen von OMV Energy aus.
Beschaffung erneuerbarer Energien für Anlagen
[MDR-A 68a-68c] Für den Betrieb seiner Anlagen setzt OMV zunehmend auf erneuerbare Energien. Ein Ansatz ist dabei der Zukauf von erneuerbarer Energie, wodurch unsere Scope‑2-Emissionen reduziert werden. Unsere Anlagen können auf zwei Arten mit erneuerbarer Energie versorgt werden:
Zum einen können Verträge für die Stromvollversorgung für unsere Standorte, die auf Spot-Basis abgeschlossen werden und eine Laufzeit von ein bis drei Jahren haben, vereinbart werden. Das Rohstoffpreisrisiko wird durch entsprechende Risikomanagementinstrumente gesteuert. OMV hat festgelegt, dass für die Raffinerien Schwechat und Burghausen und die AWP-Standorte 50% des zugekauften Stroms aus erneuerbaren Quellen stammen müssen. Der Strom, der von den österreichischen Tankstellen von OMV, dem OMV Headoffice und für die österreichischen Tanklager und Pumpstationen eingekauft wird, stammt ausschließlich aus erneuerbaren Quellen.
Zum anderen können Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements; PPAs) abgeschlossen werden, die erneuerbare Energien in Verbindung mit einem Zertifikat zum Nachweis der Herkunft und Korrelation sichern. Für unsere Elektrolyseprojekte spielen PPAs eine wichtige Rolle bei der Sicherung erneuerbarer Energien, um die Erzeugung von grünem Wasserstoff gemäß den Anforderungen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU (RED II/III) und der delegierten Rechtsakte für erneuerbare Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs (RFNBOs) nachzuweisen. Neben unseren Elektrolyseprojekten werden PPAs genutzt, um einen bestimmten Anteil an erneuerbaren Energien zu decken, der in unseren Vollversorgungsverträgen vereinbart wurde.
Nach der Unterzeichnung dreier großer PPAs in Österreich und Deutschland mit den Vertragspartnern VERBUND, ImWind und Statkraft hat OMV einen weiteren PPA mit Energy abgeschlossen und sich damit 9 GWh/Jahr einer PV-Anlage in Niederösterreich gesichert, die ab Ende 2026 geliefert werden sollen.
Diese Maßnahmen haben in Summe dazu geführt, dass im Jahr 2025 49% des zugekauften Stroms in der Raffinerie Schwechat und für die AWP sowie 82% in der Raffinerie Burghausen einschließlich der Tanklager und Pumpstationen aus erneuerbaren Quellen stammten.
Der Strombedarf von OMV wird in den kommenden Jahren stark ansteigen, vor allem durch den 140-MW-Elektrolyseur in der Nähe der Raffinerie Schwechat. OMV plant daher, den Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien durch den Abschluss weiterer PPAs und Investitionen in Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien zu erhöhen. Im September 2025 wurde der kommerzielle Betrieb in der PV-Anlage Neusiedl von OMV aufgenommen. An einem 80 Jahre alten Produktionsstandort in Neusiedl an der Zaya wurde eine PV-Anlage mit 5,6 MWp errichtet, deren Produktion etwa dem Jahresverbrauch von 1.500 Haushalten entspricht. Aufgrund des schwierigen Geländes und der gleichzeitig fortgeführten Arbeiten in den Anlagen waren die Projektplanung und -ausführung sehr komplex. Der Strom wird im Rahmen eines internen PPA an die Raffinerie verkauft. In den nächsten Jahren sollen mehrere ähnliche Projekte in Betrieb genommen werden.
Das Segment Chemicals ist der größte Stromverbraucher bei OMV und bezog im Jahr 2025 2.750 GWh (2024: 2.731 GWh), was rund 77% (2024: 73%) des insgesamt gekauften Stroms von OMV entspricht. Die in den vergangenen Jahren ergriffenen Maßnahmen zum Kauf von Strom aus erneuerbaren Energiequellen, darunter die Unterzeichnung neuer PPAs, haben dazu geführt, dass 2025 60% (2024: >50%) des Stroms von Borealis aus erneuerbaren Energiequellen bezogen wurden. Das ist ein beträchtlicher Fortschritt bei der Erreichung des Ziels von Borealis, bis 2030 Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien zu beziehen.
Kennzahlen und Ziele
E1-4 Ziele im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel
Die durch unsere eigenen Tätigkeiten und die von uns verkauften Produkte bedingten Treibhausgas-(THG‑)Emissionen tragen zu hohen Emissionen und einem erheblichen Energieverbrauch bei. Diese Herausforderungen gehen mit unserem derzeitigen Geschäftsmodell unvermeidlich einher. Um sie zu bewältigen und die Wirksamkeit unserer Konzepte und Maßnahmen zu verfolgen, hat OMV absolute THG-Emissionsreduktionsziele für Scope 1 und 2 (kombiniert) sowie für Scope 3 festgelegt und will die CO2-Intensität seiner Energieversorgung reduzieren. Darüber hinaus haben wir uns zum Ziel gesetzt, unsere Methanintensität zu senken und das routinemäßige Abfackeln und Ablassen von Erdölbegleitgas bis 2030 komplett einzustellen.
[MDR-T-80f] Um die Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit bei der Verfolgung unserer Fortschritte in Richtung dieser THG-Reduktionsziele zu gewährleisten, nehmen wir eine Neuberechnung der Baseline vor, wenn es aufgrund von Fusionen, Übernahmen oder Veräußerungen zu signifikanten Änderungen der THG-Emissionen kommt. Diese Neuberechnung gilt auch für die Bewertung der Erreichung der THG-Ziele, einschließlich der Zielerreichung für den LTIP und den Jahresbonus für den Vorstand. Eine signifikante Änderung bedeutet, dass sich Fusionen, Übernahmen oder Veräußerungen im Berichtsjahr kumulativ mit mehr als 5% auf die in den Geltungsbereich der THG-Ziele fallenden absoluten Emissionen in Scope 1–3 des Basisjahrs auswirken. Dies umfasst Scope‑1- und Scope‑2-THG-Emissionen (marktbezogen), indirekte Scope‑3-THG-Emissionen von OMV Energy und Fuels aus Kategorie 11 (3.11) „Verwendung verkaufter Produkte“ an Dritte auf Eigenproduktionsbasis, indirekte Scope‑3-THG-Emissionen von OMV Chemicals aus Kategorie 1 „Erworbene Waren und Dienstleistungen“ (3.1) auf Basis von 100% Betriebsführerschaft/Mehrheitsbesitz und indirekte Scope‑3-THG-Emissionen von Chemicals (Borealis) aus Kategorie 12 „Behandlung von Produkten am Ende der Lebensdauer“, die an Dritte verkauft wurden, auf Eigenproduktionsbasis (3.12).
Alle unsere THG-Ziele wurden 2021 an das nachhaltige Entwicklungsszenario (Sustainable Development Scenario; SDS) der IEA angeglichen, sind jedoch ehrgeiziger, da es unser Ziel ist, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Dieser Ansatz und die Neuberechnung des Basisjahrs gelten auch für unsere Ziele in Bezug auf die Scope‑3-THG-Emissionen und die CO2-Intensität der Energieversorgung. [MDR-T-80g] [E1-4.34e] Für die Öl- und Gasindustrie gibt es keine wissenschaftlich fundierten Leitlinien zur Festlegung von Klimazielen oder zur Evaluierung der Übereinstimmung von Klimazielen mit schlüssigen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Bei der Festlegung von Klimazielen und der Bewertung der Vereinbarkeit der OMV Klimaziele mit einer 1,5-Grad-Welt untersuchten wir jedoch mehrere Szenarien und Ansätze, die wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigen oder auf solchen basieren, wie zum Beispiel die vom Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change; IPCC) entwickelten Szenarien, insbesondere die C1-Szenarien, die die globale Erwärmung auf 1,5°C ohne oder mit begrenzter Überschreitung beschränken (>50% Wahrscheinlichkeit). Dies gilt für alle unsere Ziele.
[MDR-T-80h] Alle Klimaziele wurden zunächst von der Abteilung Group Sustainability dem Vorstand und dem Aufsichtsrat vorgeschlagen. Anschließend wurden sie mit internen Interessenträger:innen, darunter die Abteilung Group Strategy und relevante Geschäftsfunktionen, im Rahmen interner Strategieabstimmungsgespräche erörtert und vereinbart. Letztendlich wurden die Ziele vom Vorstand genehmigt.
[E1-4.34c AR 25a] Als Basis für alle drei Scopes und unsere Ziele für 2030, 2040 und 2050 dient OMV das Basisjahr 2019. Das war das letzte volle Jahr vor der Covid-19-Pandemie, in dem der Großteil der Anlagen von OMV das gesamte Jahr über in Betrieb war. Die Berichterstattungsgrenzen, die erfassten Aktivitäten und die Methoden für Kennzahlen und Ziele bleiben im Zeitverlauf einheitlich. Im Falle von Änderungen der Methoden wird deren Erheblichkeit bewertet, und die Baseline-Daten werden nach Möglichkeit angepasst. [E1-4.34c AR 25b] Im Jahr 2025 wurde keine Neuberechnung des Basisjahrs veranlasst. Mehr über die erwarteten Dekarbonisierungshebel und deren quantitativen Gesamtbeitrag zur Erreichung der THG-Emissionsreduktionsziele finden Sie im Abschnitt > E1-1 Übergangsplan für den Klimaschutz.
Absolutes Ziel: Scope 1 und 2
[E1-4.32] [MDR-T-80a-80j] [E1-7.60] [E1-4.34a-34c] [E1-4.34 AR 23-24, 36]
[MDR-T-80a] In unserem Code of Conduct verpflichten wir uns zur Reduktion betrieblicher Emissionen, unter anderem durch die Verbesserung der Betriebs- und Energieeffizienz, zur Umstellung auf saubere Energien an unseren Standorten und zur Beschaffung erneuerbarer Energien, so wie dies auch in der OMV Strategie 2030 dargelegt ist. OMV wird daher auf eine Dekarbonisierung seiner Geschäftstätigkeit hinarbeiten, um bis 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden. Dieses Ziel ist an unsere strategische und mittelfristige Planung gekoppelt, und als Anreiz für die Zielerreichung ist ein entsprechender Bonus für den Vorstand vorgesehen.
2030
Absolute Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen um ≥30%
2040
Absolute Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen um ≥60%
2050
Netto-Null-Scope‑1- und -Scope‑2-Treibhausgasemissionen
Absolutes Ziel | |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten und vorgelagerte Wertschöpfungskette (Stromerzeugung) |
Im Umfang enthalten | 100% Scope-1- und Scope- 2-THG-Emissionen (marktbezogen) von Anlagen, die sich vollständig im Besitz des Konzerns befinden, von Anlagen, an denen der Konzern zu weniger als 100%, aber zu mehr als 50% beteiligt ist, sowie von Anlagen, an denen der Konzern zu 50% oder weniger beteiligt ist, wenn OMV der Betreiber eines Joint Ventures ist |
Nicht im Umfang enthalten | Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen von Anlagen, die nicht von OMV betrieben werden oder nicht im Mehrheitsbesitz von OMV sind |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2019 |
Bezugswert in Mio t CO2e | 13,9 |
[MDR-T-80f] Die Scope‑1- und Scope‑2-THG-Emissionsreduktionen bis 2030 und 2040 beinhalten eigene Maßnahmen und Investitionen in die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2 (CCU/S); die Entnahme von Treibhausgasen (gemäß ESRS-Definitionen), vermiedene Emissionen und CO2-Zertifikate sind als Mittel zur Erreichung der THG-Emissionsreduktionsziele für 2030 und 2040 ausgeschlossen. Für das Netto-Null-Ziel der Scope‑1- und Scope‑2-Emissionen bis 2050 sollen die verbleibenden THG-Emissionen (nach einer Reduktion der THG-Emissionen um rund 90–95%) durch Methoden wie Entnahme und Speicherung von Treibhausgasen im Zuge der eigenen Tätigkeiten, in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (Stromerzeugung) und durch CO2-Zertifikate neutralisiert werden. [MDR-T-80i] An diesem Ziel und den entsprechenden Kennzahlen wurden im Berichtsjahr keine Änderungen vorgenommen. Eine Neuberechnung des Basisjahrs aufgrund von Fusionen, Übernahmen oder Veräußerungen war nicht erforderlich. [MDR-T-80j] Dieses Ziel wird jährlich überwacht und überprüft.
Stand 2025
[MDR-T- 80j] Absolute Scope‑1- und Scope‑2-Emissionen reduziert um 26% vs. 2019 (2024: –23%)
[E1-4.34b] Für die THG-Ziele von OMV werden dieselben Grenzen wie für das Treibhausgasinventar verwendet, um die Konsistenz zwischen Zielsetzung und Berichterstattung zu gewährleisten. Das Ziel deckt 100% der Scope‑1- und Scope‑2-Emissionen aus dem OMV Treibhausgasinventar ab und umfasst somit die gleichen Treibhausgase: CO2, CH4 und N2O. Im Jahr 2025 betrug der Anteil der Scope‑1-Emissionen an den kombinierten Scope‑1- und Scope‑2-Emissionen (marktbezogen) 92%, während die Scope‑2-Emissionen 8% ausmachten. Gemessen an den THG-Gesamtemissionen (Scope 1–3, marktbezogen) lag der Anteil der Scope‑1-Emissionen bei 6% und der Anteil der Scope‑2-Emissionen bei 0,5%.
Absolutes Ziel: Scope 3
[E1-4.32] [MDR-T-80a-80j] [E1-7.60] [E1-4.34a-c] [E1-4.34 AR 23-24, 36]
[MDR-T-80a] Im OMV Code of Conduct verpflichten wir uns, die Scope‑3-Emissionen aus unserem Produktportfolio und andere Emissionen entlang der Wertschöpfungskette zu reduzieren. Wir wollen die Produktion und den Verkauf von CO2-armer bzw. CO2-freier Energie steigern, indem wir den Einsatz reifer Technologien für erneuerbare Energien ausweiten und neue Lösungen in den Bereichen CO2-arme bzw. CO2-freie Technologien für Energieversorgung, Mobilität und Industrie entwickeln. Das strategische Ziel von OMV ist die Dekarbonisierung des Produktportfolios, um bis 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden. Dieses Ziel steht im Einklang mit der OMV Strategie 2030 und ist vollumfänglich an die strategische und mittelfristige Planung von OMV gekoppelt.
2030
Absolute Reduktion der Scope-3-Treibhausgasemissione um ≥20%
2040
Absolute Reduktion der Scope-3-Treibhausgasemissionen um ≥50%
2050
Netto-Null-Scope‑3-Treibhausgasemissionen
Absolutes Ziel | |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten, vorgelagerte Wertschöpfungskette (Einsatzstoffe) und nachgelagerte Wertschöpfungskette (Verwendung von Produkten und Produkte am Ende der Lebensdauer) |
Im Umfang enthalten | Indirekte Scope-3-THG-Emissionen von Energy und Fuels aus Kategorie 11 (3.11) „Verwendung verkaufter Produkte“ an Dritte auf Eigenproduktionsbasis; indirekte Scope-3-THG-Emissionen von Chemicals aus Kategorie 1 „Erworbene Waren und Dienstleistungen“ (3.1) auf Basis von 100% Betriebsführerschaft/Mehrheitsbesitz; indirekte Scope-3-THG-Emissionen von Chemicals (Borealis) aus Kategorie 12 „Behandlung von Produkten am Ende der Lebensdauer“, die an Dritte verkauft wurden, auf Eigenproduktionsbasis (3.12) |
Nicht im Umfang enthalten | Unternehmensinterne Verkäufe und rein finanziell gehandelte Mengen, unternehmensinterne Lieferungen; sonstige indirekte Scope-3-THG-Emissionen |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2019 |
Bezugswert in Mio t CO2e | 113,7 |
[MDR-T-80f] Die Reduktion der Scope‑3-THG-Emissionen bis 2030 und 2040 umfasst unsere eigenen Maßnahmen sowie Investitionen in CCU/S in der Wertschöpfungskette und alle zusätzlich geschaffenen CCS-Kapazitäten. Die Entnahme von Treibhausgasen (gemäß ESRS-Definitionen), vermiedene Emissionen und CO2-Zertifikate sind als Mittel zur Erreichung der THG-Emissionsreduktionsziele für 2030 und 2040 ausgeschlossen. Für das Netto-Null-Ziel der Scope‑3-Emissionen bis 2050 sollen die verbleibenden THG-Emissionen (nach der Reduktion der THG-Emissionen um zirka 90–95%) durch Methoden wie Entnahme und Speicherung von Treibhausgasen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, zusätzliche CCS-Kapazitäten und CO2-Zertifikate neutralisiert werden.
[MDR-T-80i] An diesem Ziel und den entsprechenden Kennzahlen wurden im Berichtsjahr keine Änderungen vorgenommen. Eine Neuberechnung des Basisjahrs aufgrund von Fusionen, Übernahmen oder Veräußerungen war nicht erforderlich. [MDR-T-80j] Dieses Ziel wird jährlich überwacht und überprüft.
Stand 2025
[MDR-T-80j] Absolute Scope‑3-Emissionen reduziert um 19% vs. 2019 (2024: –17%)
[E1-4.34b] Für die THG-Ziele von OMV werden dieselben Abgrenzungen wie für das Treibhausgasinventar verwendet, um die Konsistenz zwischen Zielsetzung und Berichterstattung zu gewährleisten. Im Jahr 2025 betrug der Anteil der Scope‑3-Emissionen, die unter die Zielvorgabe für die gesamten Scope‑3-Emissionen des THG-Inventars von OMV fallen, 59%. Gemessen an den THG-Gesamtemissionen (Scopes 1–3, marktbezogen) lag der Anteil der Scope‑3-Emissionen bei 56%.
CO2-Intensität der Energieversorgung (Scopes 1–3)
[E1-4.32] [MDR-T-80a-80j] [E1-7.60] [E1-4.34a-34c] [E1-4.34 AR 23-24, 36]
[MDR-T-80a] Im OMV Code of Conduct verpflichten wir uns zur Dekarbonisierung unserer Geschäftstätigkeit und unseres Produktportfolios, um bis 2050 zu einem Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden. Dieses Commitment bezieht sich nicht nur auf die Emissionen aus unserer eigenen Geschäftstätigkeit (Scope 1 und 2), sondern auch auf die Emissionen aus unserem Produktportfolio und andere Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (Scope 3). Das Ziel steht im Einklang mit der OMV Strategie 2030 und ist vollumfänglich an die strategische und mittelfristige Planung von OMV gekoppelt. Anreize für die Zielerreichung bieten der LTIP und der Jahresbonus für den Vorstand.
2030
Reduktion der CO2-Intensität der Energieversorgung um 10%
2040
Reduktion der CO2-Intensität der Energieversorgung um ≥25%
2050
Netto-Null-CO2-Intensität der Energieversorgung
Relatives Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten, vorgelagerte Wertschöpfungskette (Stromerzeugung) und nachgelagerte Wertschöpfungskette (Verwendung von Produkten) |
Im Umfang enthalten | Direkte Scope-1-THG-Emissionen auf Basis von 100% Betriebsführerschaft/Mehrheitsbesitz von Energy und Fuels; indirekte Scope-2-THG-Emissionen (marktbezogen) aus Einkäufen von Energie von Dritten (z. B. Strom, Wärme, Dampf) auf Basis von 100% Betriebsführerschaft/Mehrheitsbesitz von Energy und Fuels; indirekte Scope-3-THG-Emissionen aus Kategorie 11 „Verwendung verkaufter Produkte“ an Dritte auf Eigenproduktionsbasis |
Nicht im Umfang enthalten | Direkte Scope-1-THG-Emissionen von Chemicals, direkte Scope-1-THG-Emissionen im Zusammenhang mit der petrochemischen Produktion im Raffineriebereich sowie von Anlagen von Energy und Fuels, die nicht von OMV betrieben bzw. nicht im Mehrheitsbesitz von OMV sind; indirekte Scope-2-THG-Emissionen (marktbezogen) aus Einkäufen von Energie von Dritten (z. B. Strom, Wärme, Dampf) von Chemicals, indirekte Scope-2-THG-Emissionen im Zusammenhang mit der petrochemischen Produktion im Raffineriebereich sowie von Anlagen von Energy und Fuels, die nicht von OMV betrieben bzw. nicht im Mehrheitsbesitz von OMV sind; indirekte Scope-3-THG-Emissionen aus Kategorie 11 „Verwendung verkaufter Produkte“, unternehmensinterne Verkäufe und rein finanziell gehandelte Mengen sowie sonstige indirekte Scope-3-THG-Emissionen |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2019 |
Bezugswert in g CO2e/MJ | 70,0 |
[MDR-T-80f] Die Emissionsreduktionen der CO2-Intensität der Energieversorgung bis 2030 und 2040 umfassen sowohl unsere eigenen Maßnahmen als auch Investitionen in die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2 (CCU/S) (bei unseren eigenen Tätigkeiten und in der Wertschöpfungskette sowie zusätzlich geschaffene CCS-Kapazitäten). Die Entnahme von Treibhausgasen (gemäß ESRS-Definitionen), vermiedene Emissionen und CO2-Zertifikate sind als Mittel zur Erreichung der THG-Emissionsreduktionsziele für 2030 und 2040 ausgeschlossen. Für das Netto-Null-Ziel der CO2-Intensität der Energieversorgung bis 2050 sollen die verbleibenden THG-Emissionen (nach einer Verringerung der THG-Emissionen um rund 90–95%) durch Methoden wie Entnahme und Speicherung von Treibhausgasen in unseren eigenen Tätigkeiten, in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, zusätzlich geschaffene CCS-Kapazitäten und CO2-Zertifikate neutralisiert werden. [MDR-T-80i] Im Zuge der Weiterentwicklung des OMV Portfolios haben sich einige unserer Projektzeitpläne verschoben und der Konzern hat sein Ziel für die CO2-Intensität der Energieversorgung von 15–20% auf 10% bis 2030 und von 50% auf 25% bis 2040 revidiert. Eine Neuberechnung des Basisjahrs aufgrund von Fusionen, Übernahmen oder Veräußerungen war nicht erforderlich. [MDR-T-80j] Dieses Ziel wird jährlich überwacht und überprüft.
Stand 2025
[MDR-T-80j] CO2-Intensität der Energieversorgung reduziert um 1% vs. 2019 (2024: –1%)
Abschaffung des routinemäßigen Abfackelns oder Ablassens von Erdölbegleitgas
[E1-4.32] [MDR-T-80a-80j] [E1-4.34a-34c] [E1-4.34 AR 23-24]
[MDR-T-80a] Im OMV Code of Conduct verpflichten wir uns zur Reduktion betrieblicher Emissionen, unter anderem durch Verbesserung der Betriebs- und Energieeffizienz, so wie dies auch in unserer Strategie 2030 dargelegt ist. In unserem Umweltmanagementstandard haben wir die Vorgabe verankert, das routinemäßige Abfackeln und Ablassen von Erdölbegleitgas bis 2030 schrittweise einzustellen. Dieses Ziel unterstützt das strategische Ziel von OMV, seine Geschäftstätigkeit zu dekarbonisieren, um bis 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden.
2030
Abschaffung des routinemäßigen Abfackelns oder Ablassens von Erdölbegleitgas
2050
Netto-Null-Scope-1-Treibhausgasemissionen
Absolutes Ziel | |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten |
Im Umfang enthalten | 100% der durch routinemäßiges Abfackeln und Ablassen von Begleitgas bedingten Emissionen aus Anlagen, die sich vollständig im Besitz des Konzerns befinden, aus Anlagen, an denen der Konzern zu weniger als 100%, aber zu mehr als 50% beteiligt ist, sowie aus Anlagen, an denen der Konzern zu 50% oder weniger beteiligt ist, wenn OMV der Betreiber eines Joint Ventures ist |
Nicht im Umfang enthalten | Von Energy betriebene Kraftwerke, Fuels und Chemicals; routinemäßiges Abfackeln und Ablassen von Begleitgas bei Anlagen, die nicht von OMV betrieben werden bzw. nicht im Mehrheitsbesitz von OMV sind |
Geografische Abdeckung | OMV Energy |
Basisjahr | 2019 |
Bezugswert in Mio Sm3 | 514 |
[MDR-T-80f] OMV definiert routinemäßiges Abfackeln in Übereinstimmung mit der Global Flaring and Methane Reduction Partnership (GFMR) und der Initiative „Zero Routine Flaring by 2030“ der Weltbank. Die Mengen an routinemäßig abgefackeltem und abgelassenem Gas werden auf Ebene der E&P-Länder/Vermögenswerte, einschließlich Gasspeicher, ausgewiesen und auf Ebene von OMV Energy aggregiert. [MDR-T-80c] Im Basisjahr 2019 wurden etwa 80% des gesamten abgefackelten und abgelassenen Gases im gesamten OMV Konzern routinemäßig abgefackelt und abgelassen. Durch Reduktionen des routinemäßigen Abfackelns und Ablassens von Erdölbegleitgas konnte dieser Anteil 2025 auf 12% reduziert werden. [MDR-T-80i] An diesem Ziel wurden im Berichtsjahr keine Änderungen vorgenommen. [MDR-T-80j] Dieses Ziel wird jährlich überwacht und überprüft.
Stand 2025
[MDR-T-80j] Menge an routinemäßig abgefackeltem und abgelassenem Gas von 37 Mio Sm3 im Jahr 2024 auf 13 Mio Sm3 im Jahr 2025 reduziert
Methanintensitätsziel
[E1-4.32] [MDR-T-80a-80f] [E1-4.34a-34c] [E1-4.34 AR 23-24]
[MDR-T-80a] Im OMV Code of Conduct verpflichten wir uns zur Reduktion betrieblicher Emissionen, unter anderem durch Verbesserung der Betriebs- und Energieeffizienz. In unserem Umweltmanagementstandard haben wir die Vorgabe verankert, das routinemäßige Abfackeln und Ablassen von Erdölbegleitgas bis 2030 einzustellen. Diese Initiativen spielen eine wichtige Rolle bei der Reduktion der Methanintensität von OMV. Dieses Ziel unterstützt das strategische Ziel von OMV, seine Geschäftstätigkeit zu dekarbonisieren, um bis 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden.
2025
Erreichung einer Methanintensität von ≤0,2%
2030
Erreichung einer Methanintensität von ≤0,1%
2050
Netto-Null-Scope-1-Treibhausgasemissionen
Absolutes Ziel | |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten |
Im Umfang enthalten | Die E&P-Aktivitäten von Energy umfassen alle Tätigkeiten von der Exploration bis zur Produktion sowie die Gasverarbeitung und Gasspeicherung (bis zum ersten Point of Sale; PoS), einschließlich LNG-Verflüssigungsanlagen, wenn diese sich vor dem ersten Point of Sale befinden. Der PoS ist definiert als die Stelle, an der die Übertragung des Eigentums an dem Produkt auf den nachgelagerten Akteur erfolgt. Bei diesem kann es sich um einen Dritten oder eine nachgelagerte Geschäftseinheit innerhalb von OMV handeln. Vereinfacht beschreiben lässt sich dies mit „vom Bohrloch zum Point of Sale“. 100% der Methanemissionen (als Teil der direkten Scope-1-THG-Emissionen) und das gesamte (brutto) vermarktete Gas (Verkäufe) von Anlagen, die sich vollständig im Besitz des Konzerns befinden, von Anlagen, an denen der Konzern zu weniger als 100%, aber zu mehr als 50% beteiligt ist, sowie von Anlagen, an denen der Konzern zu 50% oder weniger beteiligt ist, wenn OMV der Betreiber eines Joint Ventures ist. Alle Methanemissionen aus selbst betriebenen vorgelagerten Anlagen zur Vermarktung von Öl und/oder Gas sind einbezogen, einschließlich der von OMV betriebenen Gasspeicher. Ebenfalls einbezogen sind diffuse Methanemissionen sowie Methanemissionen, die bei dem Ablassen und der unvollständigen Verbrennung entstehen, zum Beispiel in Fackeln und Turbinen. Nach diesem Ansatz sind auch Emissionen im Zusammenhang mit Ereignissen höherer Gewalt oder Sabotage einbezogen. |
Nicht im Umfang enthalten | Methanemissionen und vermarktetes Gas von Anlagen, die nicht von OMV betrieben werden bzw. nicht im Mehrheitsbesitz von OMV sind. Explorationsbohrungen werden als außerhalb der Grenze für die Einbeziehung liegend angesehen (da diese Tätigkeit getrennt von der Wertschöpfungskette für vermarktetes Gas und Öl betrachtet werden kann), wohingegen Produktionsbohrungen und Abschlussarbeiten innerhalb der Grenze für die Einbeziehung eingestuft werden. Von Energy betriebene Kraftwerke, Fuels und Chemicals. |
Geografische Abdeckung | OMV Energy |
Basisjahr | 2019 |
Bezugswert in % (Sm3/Sm3) | 1,1 |
[MDR-T-80f] Das Ziel der Verringerung der Methanintensität resultiert aus der Notwendigkeit, die Methanemissionen im Öl- und Gassektor gemäß den EU-Anforderungen (EU-Verordnungen zu Methanemissionen) und den Erwartungen der IEA an die Branche zu verringern. Die Methode zur Berechnung der Methanintensität ist auf den Ansatz der Oil and Gas Climate Initiative (OGCI) abgestimmt und wie folgt definiert: Methanintensität [%] = Methanemissionen [Sm³] / vermarktetes Gas (Verkäufe) [Sm³]. [MDR-T-80i] Die Methode zur Messung der absoluten Methanemissionen, die zur Kennzahl der Methanintensität beitragen, wurde im Berichtsjahr aktualisiert, um sie an die Standards nach OGMP 2.0 anzugleichen. Für die Jahre 2019 und 2024 wurden die Methanemissionen nach einer anderen Methode berechnet und sollten daher nicht für einen direkten Vergleich mit dem Jahr 2025 herangezogen werden. Zum Vergleich: Würde die Methanintensität für das Jahr 2025 nach der vorherigen Methode berechnet, wäre der Wert 0,2% anstatt 0,3%. Im Jahr 2026 wird OMV das festgelegte Basisjahr für das Methanintensitätsziel 2030 überprüfen. [MDR-T-80j] Dieses Ziel wird jährlich überwacht und überprüft.
Stand 2025
[MDR-T-80j] 0,3% Methanintensität (2024: 0,2%)
[E1-4.33] Zu den zusätzlichen Leistungskennzahlen, die zum Management der Dekarbonisierung von OMV beitragen, gehören:
Reduktion der CO2-Intensität unserer Geschäftstätigkeit (Scope 1) (Stand 2025: 79% vs. 100% im Jahr 2010)
Erhebliche Reduktion der CO2-Emissionen der von OMV betriebenen Anlagen im Zeitraum 2020–2025 (Scope 1) durch konkrete Reduktionsinitiativen und Veräußerungen (Stand 2025: 0,9 Mio t CO2e)
Reduzierung der CO2-Intensität des Produktportfolios (Scope 3) (Stand 2025: 2,6 Mio t CO2 pro Mio t Öläquivalent)
E1-5 Energieverbrauch und Energiemix
Energieverbrauch |
[E1-5.37a-37c] [E1-5.38a-38e] [E1-5.39] [E1-5 AR 34] [MDR-M.77c] [Unternehmensspezifisch] |
In MWh |
| 2025 | 2024 |
Gesamtenergieverbrauch | 47.841.925 | 46.265.174 |
davon Verbrauch von nicht erneuerbarer Energie | 45.107.867 | 43.775.979 |
davon Verbrauch aus nuklearen Quellen | 270.375 | 281.639 |
davon Verbrauch von erneuerbarer Energie | 2.463.683 | 2.207.556 |
davon Gesamtenergieverbrauch aus fossilen Quellen | 43.272.287 | 41.851.084 |
davon aus Kohle und Kohleerzeugnissen | 0 | 0 |
davon aus Rohöl und Erdölerzeugnissen | 4.533.140 | 4.030.888 |
davon aus Erdgas | 36.905.484 | 35.805.770 |
davon aus sonstigen fossilen Quellen | 1.833.663 | 2.014.426 |
davon Gesamtverbrauch aus erworbener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung aus fossilen Quellen | 1.835.580 | 1.924.895 |
davon Elektrizität1 | 989.415 | 1.146.867 |
davon Wärme1 | 163.726 | 4.626 |
davon Kühlung1 | 0 | 0 |
davon Dampf1 | 682.438 | 773.401 |
davon Gesamtenergieverbrauch aus nuklearen Quellen | 270.375 | 281.639 |
davon selbst erzeugte erneuerbare Energie, bei der es sich nicht um Brennstoffe handelt | 45.227 | 39.775 |
davon Gesamtbrennstoffverbrauch aus erneuerbaren Quellen, einschließlich Biomasse | 66.643 | 82.628 |
davon Gesamtverbrauch aus erworbener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung aus erneuerbaren Quellen | 2.351.813 | 2.085.153 |
davon Elektrizität1 | 2.312.311 | 2.050.046 |
davon Wärme1 | 1.122 | 803 |
davon Kühlung1 | 0 | 0 |
davon Dampf1 | 38.381 | 34.304 |
Anteil fossiler Brennstoffquellen am Gesamtenergieverbrauch (in %) | 94 | 95 |
Anteil des Verbrauchs aus nuklearen Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %) | 1 | 1 |
Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch (in %) | 5 | 5 |
Gesamtenergieverbrauch außerhalb des Unternehmens | | |
Gesamtenergieerzeugung (für den Markt) | 322.416.754 | 344.166.550 |
davon aus nicht erneuerbaren Quellen | 312.660.042 | 335.524.028 |
davon aus erneuerbaren Quellen | 9.756.712 | 8.642.522 |
Energieintensität |
[MDR-M.77c] [E1-5.40] [E1-5.41] [E1-5 AR 36a-36e] [E1-5 AR 37] [E1-5 AR 38] [Unternehmensspezifisch] | |
Energieintensität pro Umsatzerlös | | | |
| | 2025 | 2024 |
Gesamtenergieverbrauch pro Umsatzerlös aus Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren und in Sektoren mit geringen Klimaauswirkungen2, 3 | MWh/EUR | 0,001 | n.a. |
Gesamtenergieverbrauch aus Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren und in Sektoren mit geringen Klimaauswirkungen | MWh | 35.928.072 | 36.848.642 |
Erlöse aus Verträgen mit Kund:innen1 | EUR Mio | 23.895 | 26.174 |
Erlöse aus anderen Quellen1 | EUR Mio | 413 | 20 |
Gesamtumsatzerlöse aus Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren und in Sektoren mit geringen Klimaauswirkungen (siehe Anhangangabe 7 – Umsatzerlöse)1 | EUR Mio | 24.308 | 26.194 |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zum Energieverbrauch und Energiemix finden Sie im >Anhang: E1-5 Energieverbrauch und Energiemix.
[E1-5.42] [E1-5 AR 33] Die wichtigsten NACE-Codes von OMV sind C.19.2. Mineralölverarbeitung, B.6.2. Gewinnung von Erdgas, B.6.1. Gewinnung von Erdöl und C.20.16 Herstellung von Kunststoffen in Primärformen. Alle angegebenen Energieverbrauchszahlen spiegeln den Verbrauch in klimaintensiven Sektoren und in Sektoren mit geringen Klimaauswirkungen wider.
Zertifizierte Energiemanagementsysteme
[Freiwillig] [MDR-M.77c]57% der Standorte sind nach ISO 50001 zertifiziert (2024: 59%). Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zu zertifizierten Energiemanagementsystemen finden Sie im >Anhang: E1-5 Energieverbrauch und Energiemix.
E1-6 THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen
[E1-6.44 AR 39] [E1-AR 32a] [E1-6 AR 46h-i, 46h-ii, 46h-iii] Die Daten zu Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE), einschließlich der Daten zum Energieverbrauch und zu Scope
‑1-, Scope
‑2- und Scope
‑3
25-Treibhausgasemissionen, wurden für die Aktivitäten berichtet (100%), bei denen OMV Betriebsführer ist oder einen Anteil von über 50% hält und einen beherrschenden Einfluss ausübt. Eine Ausnahme ist Scope 3 Kategorie 15 „Investitionen“, für deren Berichterstattung dem Equity-Ansatz gefolgt wird. Der Anteil von OMV an Scope
‑1-, Scope
‑2- und, sofern relevant, Scope
‑3-Emissionen von Investitionen wird in dieser Kategorie erfasst. Handelt es sich bei einer Investition um eine:n Geschäftspartner:in in der vor- oder nachgelagerten Wertschöpfungskette von OMV, werden die betreffenden Emissionen in Scope 3 in der entsprechenden Kategorie erfasst. OMV berechnet den CO
2-Fußabdruck (Scope
‑1-, Scope
‑2- und Scope
‑3-Emissionen) nach den Grundsätzen, Anforderungen und Leitlinien des Unternehmensstandards des THG-Protokolls (Fassung von 2004), der Leitlinien des THG-Protokolls für Scope
‑2-Treibhausgasemissionen (Fassung von 2015) und des Bilanzierungs- und Berichterstattungsstandards des THG-Protokolls für die Wertschöpfungskette von Unternehmen (Scope 3) (Fassung von 2011).
Scope 1: Bezieht sich auf direkte Emissionen aus Quellen, die im Besitz von OMV sind oder von OMV kontrolliert werden. OMV verwendet Emissionsfaktoren aus verschiedenen Quellen, wie beispielsweise dem IPCC und der API-THG-Dokumentation. OMV bezieht die Treibhausgase CO2, CH4 und N2O in seine Scope‑1-Berechnungen ein. OMV legt den Berechnungen der CO2e-Emissionen von Nicht-CO2-Gasen die Erderwärmungspotenziale (Global Warming Potentials; GWPs) gemäß dem Sechsten Sachstandsbericht des IPCC (AR6 – 100 Jahre) zugrunde. Anlagen, die dem EU-EHS unterliegen, berichten nach der EU-EHS-Methode.
Scope 2: Bezieht sich auf indirekte Emissionen aus der Erzeugung von eingekauftem bzw. erworbenem Strom und Dampf oder eingekaufter bzw. erworbener Heiz- und Kühlenergie. OMV berichtet sowohl nach der standortbasierten als auch nach der marktbasierten Methode und verwendet dabei Emissionsfaktoren aus verschiedenen Quellen, darunter die Internationale Energieagentur und lieferantenspezifische Emissionsfaktoren.
Scope 3: Deckt andere indirekte Emissionen ab, die außerhalb des Unternehmens auftreten, einschließlich vor- und nachgelagerter Emissionen. OMV verwendet Emissionsfaktoren aus verschiedenen Quellen, wie beispielsweise IPCC, Plastics Europe und DBEIS. Die Daten beinhalten Scope‑3-Emissionen aus der Nutzung und Verarbeitung verkaufter Produkte. Reine „Trading Margin“-Verkäufe sowie unternehmensinterne Verkäufe sind nicht enthalten. Seit 2015 werden Emissionen von erworbenen Waren, Dienstleistungen und Investitionsgütern ebenfalls mitberücksichtigt. Seit 2018 werden auch Nettoimporte von Raffinerieeinsatzstoffen miteinbezogen.
Scope-1- und Scope-2-Emissionen, unterteilt in die konsolidierte Gruppe und in nicht vollkonsolidierte Unternehmen mit operativer Kontrolle |
[E1-6.50a, 50b] [E1-6.50 AR 40] [MDR-M.77c] | | | |
In t CO2e |
| 2025 | 2024 |
| Scope 1 | Scope 2 (marktbezogen) | Scope 2 (standortbezogen) | Scope 1 | Scope 2 (marktbezogen) | Scope 2 (standortbezogen) |
THG-Gesamtemissionen von OMV | 9.470.995 | 815.098 | 730.629 | 9.778.526 | 991.275 | 1.036.020 |
Konsolidierte Gruppe | 9.314.215 | 813.954 | 729.367 | 9.605.122 | 989.062 | 1.033.789 |
Nicht vollkonsolidierte Unternehmen mit operativer Kontrolle | 156.780 | 1.144 | 1.262 | 173.403 | 2.213 | 2.231 |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zu den Scope-1- und Scope-2-Emissionen, unterteilt in die konsolidierte Gruppe und in nicht vollkonsolidierte Unternehmen mit operativer Kontrolle, finden Sie im >Anhang: E1-6 THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen.
Treibhausgasemissionen |
[E1-6.44a, 44b, 44c, 44d] [E1-6.48a] [E1-6.48a AR 43] [E1-6.48b AR 44] [E1-6.44-52] [E1-6.49a, 49b] [E1-6.52a, 52b] [E1-6.49 AR 45] [E1-6.51 AR 46] [E1-6.52 AR 47] [E1-6 AR-41] [E1-6.47] [MDR-M.77c] |
In t CO2e | | | | | | | |
| Rückblickend | | Etappenziele und Zieljahre |
| 2019 (Basisjahr) | 2024 | 2025 | % N/N-1 | 20301 | 20401 | Jährlich % des Ziels/Basisjahr |
Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen (marktbezogen) | 13.920.157 | 10.769.800 | 10.286.093 | 96 | 9.744.110 | 5.568.063 | 3,0 |
Scope-1-THG-Emissionen | | | | | | | |
Scope-1-THG-Bruttoemissionen | 12.648.004 | 9.778.526 | 9.470.995 | 97 | – | – | – |
davon aus Energiesegmenten von OMV | 9.516.872 | 6.675.721 | 6.513.460 | 98 | – | – | – |
davon CO2 | 7.790.533 | 6.384.552 | 6.231.669 | 98 | – | – | – |
davon CH42 | 1.708.657 | 282.589 | 273.466 | 97 | – | – | – |
davon N2O | 17.682 | 8.580 | 8.325 | 97 | – | – | – |
davon aus Nichtenergiesegmenten von OMV | 3.131.132 | 3.102.805 | 2.957.534 | 95 | – | – | – |
davon CO2 | 3.126.781 | 3.098.710 | 2.953.061 | 95 | – | – | – |
davon CH42 | 2.020 | 1.909 | 2.473 | 130 | – | – | – |
davon N2O | 2.332 | 2.186 | 1.999 | 91 | – | – | – |
Prozentsatz der Scope-1-THG-Emissionen aus regulierten Emissionshandelssystemen (%) | 67 | 85 | 85 | 100 | – | – | – |
Scope-2-Treibhausgasemissionen | | | | | | | |
Standortbezogene Scope-2-THG-Bruttoemissionen | 906.219 | 1.036.020 | 730.629 | 71 | – | – | – |
Marktbezogene Scope-2-THG-Bruttoemissionen | 1.272.153 | 991.275 | 815.098 | 82 | – | – | – |
Signifikante Scope-3-THG-Emissionen | | | | | | | |
Gesamte indirekte (Scope-3-)THG-Bruttoemissionen (z.r.) [unternehmensspezifisch] | 113.696.828 | 94.394.552 | 91.536.655 | 97 | 90.957.462 | 56.848.414 | 2,0 |
Gesamte indirekte (Scope-3-)THG-Bruttoemissionen (alle wesentlichen Kategorien) | 134.419.405 | 148.357.711 | 154.270.286 | 104 | – | – | – |
1 Erworbene Waren und Dienstleistungen | 12.114.065 | 12.527.258 | 13.389.241 | 107 | – | – | – |
davon aus Einsatzstoffen (z.r.)3 | 5.477.906 | 4.787.483 | 5.443.387 | 114 | – | – | – |
2 Investitionsgüter | 536.442 | 462.182 | 572.588 | 124 | – | – | – |
3 Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brennstoffen und Energie (nicht in Scope 1 oder Scope 2 enthalten) | 212.529 | 161.192 | 193.207 | 120 | – | – | – |
5 Abfallaufkommen in Betrieben | 1.142.347 | 216.402 | 238.840 | 110 | – | – | – |
10 Verarbeitung verkaufter Produkte | 12.195.100 | 9.541.912 | 10.101.949 | 106 | – | – | – |
11 Verwendung verkaufter Produkte | 96.466.758 | 79.908.065 | 76.017.561 | 95 | – | – | – |
davon aus Öl für energetische Nutzung (z.r.) | 64.543.321 | 56.038.351 | 57.091.773 | 102 | – | – | – |
davon aus Gas für energetische Nutzung (z.r.) | 31.923.436 | 23.025.700 | 16.873.738 | 73 | – | – | – |
12 Behandlung von Produkten am Ende der Lebensdauer (z.r.) | 11.752.165 | 10.543.018 | 12.127.757 | 115 | – | – | – |
15 Investitionen3 | – | 34.997.682 | 41.629.142 | 119 | – | – | – |
THG-Gesamtemissionen | | | | | | | |
THG-Gesamtemissionen (standortbezogen) | 147.973.628 | 159.172.256 | 164.471.910 | 103 | – | – | – |
THG-Gesamtemissionen (marktbezogen) | 148.339.562 | 159.127.511 | 164.556.379 | 103 | – | – | – |
z.r. = zielrelevant
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zu den THG-Emissionen finden Sie im >Anhang: E1-6 THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen.
[E1-6 AR 45d] OMV verwendet verschiedene vertragliche Instrumente
26 für den Verkauf und Kauf von Energie, die mit Attributen zur Energieerzeugung gebündelt oder nicht mit Energieattributen gebündelt ist. Diese vertraglichen Instrumente bilden die Grundlage für die angegebenen marktbezogenen Scope
‑2-Emissionen. Von den 4.457.768 MWh an erworbener Elektrizität, Wärme und Dampf sind 56% durch vertragliche Instrumente abgedeckt. Die wichtigsten vertraglichen Instrumente von OMV sind Vollversorgungsverträge, Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements; PPAs) und Herkunftsnachweise. Etwa 36% der erworbenen Energie sind mit Attributen zur Energieerzeugung gebündelt und 64% sind nicht mit Energieattributen gebündelt.
[E1-6 AR 46g] Im Jahr 2025 wurden 0,03% von Scope 3.1 „Erworbene Waren und Dienstleistungen“ und 0,002% von Scope 3.2 „Investitionsgüter“ anhand von Daten berechnet, die von Lieferant:innen eingeholt wurden. Dies entspricht 0,004% der gesamten Scope‑3-Emissionen. [E1-6 AR 46i] Bestimmte Kategorien sind aus unseren Scope-3-Emissionen ausgeschlossen, was wie folgt begründet wird: Die Kategorie 3.4 „Vorgelagerter Transport und Vertrieb“ wurde basierend auf den Ipieca-Leitlinien ausgeschlossen. Diese schlagen vor, vorgelagerte Emissionen aus Transport und Vertrieb nicht gesondert auszuweisen, da die verwendeten Kraftstoffe bereits in Scope‑3-Kategorie 11 „Verwendung verkaufter Produkte“ erfasst werden. Dies verhindert Doppelzählungen und gilt für OMV inklusive Borealis, obwohl die Kategorie für Borealis als unabhängiges Unternehmen relevant sein könnte. Ebenso ausgeschlossen wurden Emissionen der Kategorie 3.6 „Geschäftsreisen“, der Kategorie 3.7 „Pendeln der Arbeitnehmer:innen“ und der Kategorie 3.9 „Nachgelagerte Emissionen aus Transport und Verteilung“, um eine Doppelzählung zu vermeiden, da die betreffenden Kraftstoffe in Kategorie 11 „Verwendung verkaufter Produkte“ enthalten sind. Diese Ausschlüsse gelten für OMV inklusive Borealis, obwohl die genannten Kategorien für Borealis als unabhängiges Unternehmen relevant sein könnten. Die Kategorie 3.8 „Vorgelagerte geleaste Wirtschaftsgüter“ wird nicht gesondert ausgewiesen, da Offshore-Plattformen und Joint Ventures bereits unter den Scope‑1-Emissionen von OMV erfasst sind. Die Kategorie 3.13 bezieht sich auf Emissionen aus „Nachgelagerten geleasten Wirtschaftsgütern“ im Besitz von OMV, die jedoch bereits in Scope 1 oder 2 enthalten sind, weshalb dieser Kategorie keine Emissionen zugeordnet sind. Und da OMV keine Franchise-Geschäftstätigkeiten betreibt, entstehen auch keine Emissionen nach Kategorie 3.14 „Franchises“.
THG-Intensität |
[MDR-M.77c] [E1-6.53-54 AR 53a-AR 53e] [E1-6.AR 55b] [E1-6.55] [Unternehmensspezifisch] |
| | 2025 | 2024 |
THG-Intensität pro Umsatzerlös | | | |
THG-Gesamtemissionen (standortbezogen) pro Umsatzerlös2, 3 | t CO2e/EUR | 0,004 | n.a. |
THG-Gesamtemissionen (marktbezogen) pro Umsatzerlös2, 3 | t CO2e/EUR | 0,004 | n.a. |
Gesamtumsatzerlöse (siehe Anhangangabe 7 – Umsatzerlöse)1 | EUR Mio | 24.308 | 26.194 |
Biogene CO2-Emissionen |
[E1-6 AR 43c] [E1-6 AR 45e] [E1-6 AR 46j] [MDR-M.77c] |
In t CO2 |
| 2025 | 2024 |
Emissionen von biogenem CO2, die nicht in den Scope-1-THG-Emissionen enthalten sind | 15.200 | 16.219 |
Emissionen von biogenem CO2, die nicht in den Scope-2-THG-Emissionen enthalten sind (marktbasiert) | 73.160 | 205.337 |
Emissionen von biogenem CO2, die nicht in den Scope-3-THG-Emissionen enthalten sind | 2.696.622 | 2.713.258 |
Abfackeln und Ablassen |
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77c] |
In t |
| 2025 | 2024 |
Abgefackelte Kohlenwasserstoffe | 76.012 | 87.912 |
Abgelassene Kohlenwasserstoffe | 6.308 | 6.228 |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zur THG-Intensität, zu biogenen CO2-Emissionen sowie zum Abfackeln und Ablassen finden Sie im >Anhang: E1-6 THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen.
E1-7 Entnahme von Treibhausgasen und Projekte zur Verringerung von Treibhausgasen, finanziert über CO2-Zertifikate
[E1-7.56a] [E1-7 AR 57] [E1-7.58a-58f] Im Jahr 2025 kam es bei OMV zu keiner Entnahme und Speicherung von Treibhausgasen durch Projekte im Rahmen der eigenen Tätigkeiten oder in der vor- oder nachgelagerten Wertschöpfungskette.
Im Berichtsjahr gelöschte CO2-Zertifikate |
[E1-7.AR 64] [E1-7.59a, 59b] [E1-7.AR-64] [E1-7.AR-62a, 62b, 62c, 62d, 62e] [MDR-M.77c] |
| | 2025 | 2024 |
Gesamt | t CO2e | 311.573 | 346.094 |
Anteil von Entnahmeprojekten | % | 0,0 | 0,0 |
Anteil von Reduktionsprojekten | % | 100,0 | 100,0 |
Anteil von Projekten innerhalb der EU | % | 0,00 | 0,03 |
Anteil von CO2-Zertifikaten, der als entsprechende Anpassung gemäß Artikel 6 des Übereinkommens von Paris gilt | % | 0,0 | 0,0 |
Anerkannte Qualitätsstandards | | | |
CDM (Clean Development Mechanism) | % | 22,7 | 18,4 |
Gold Standard | % | 0,0 | 0,1 |
VCS (Verified Carbon Standard) | % | 77,3 | 81,4 |
Freiwillige CO2-Kompensation
[E1-7.56b] [E1-7.56 AR 56-57] [E1-7.59a-59b] [E1-7.61a-61c] OMV bietet seinen Kund:innen die Möglichkeit der freiwilligen CO2-Kompensation und arbeitet dabei eng mit ClimatePartner, einem international anerkannten Servicepartner mit Sitz in München, zusammen. OMV wählt zertifizierte Klimaschutzprojekte aus, ClimatePartner bietet diese an und stellt sicher, dass OMV Kund:innen, die diese Möglichkeit nutzen, diese Projekte mit einem bestimmten Betrag unterstützen können. Die Kriterien für die Nutzung von CO2-Zertifikaten zur freiwilligen CO2-Kompensation sind im THG-Management-Framework von OMV klar definiert. Im Jahr 2025 machten Wind-, Solar- und Wasserkraftprojekte in Indien und China den größten Teil der CO2-Kompensationen in unserem Portfolio aus. Die Klimaschutzprojekte zur CO2-Kompensation setzten sich wie folgt zusammen: Wasserkraftprojekte (9%) in Indien; Solarprojekte (54%) in Indien; und Windenergieprojekte (37%) in China und Indien. Die CO2-Zertifikate sind nach einem oder mehreren der folgenden international anerkannten Standards verifiziert: Gold Standard (GS), Verified Carbon Standard (VCS), Clean Development Mechanism (CDM) und Climate, Community & Biodiversity Standard (CCBS).
Die Nutzung freiwilliger CO2-Kompensationen durch OMV behindert oder verringert die Erreichung der OMV THG-Emissionsreduktionsziele nicht, die auf tatsächlichen Emissionsreduktionen innerhalb der Wertschöpfungskette von OMV basieren. CO2-Zertifikate werden nicht auf diese bis 2050 zu erreichenden Ziele angerechnet, sondern den Kund:innen als freiwillige Kompensation angeboten. Für das OMV Netto-Null-Ziel bis 2050 sollen die verbleibenden THG-Emissionen (nach der Reduktion der THG-Emissionen um zirka 90–95%) durch Methoden wie CO2-Zertifikate neutralisiert werden. Der THG-Management-Framework-Standard von OMV enthält Mindestanforderungen für freiwillige CO2-Kompensationen. [E1-7.59b] Die Gesamtmenge der CO2-Zertifikate außerhalb der Wertschöpfungskette von OMV, deren Löschung geplant ist, beträgt 219.140 t CO2e (2024: 612.288 t CO2e). Alle diese Zertifikate basieren auf bestehenden vertraglichen Vereinbarungen.
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zu im Berichtsjahr gelöschten CO2-Zertifikaten sowie zur freiwilligen CO2-Kompensation finden Sie im >Anhang: E1-7 Entnahme von Treibhausgasen und Projekte zur Verringerung von Treibhausgasen, finanziert über CO2-Zertifikate.
E1-8 Interne CO2-Bepreisung
[E1-8.62] [E1-8.63a-63d] OMV wendet bei Investitionsentscheidungen in allen Geschäftsbereichen eine interne CO2-Bepreisung an. Im Basisszenario werden die Kosten der CO2-Emissionen immer dann einberechnet, wenn es in den jeweiligen Ländern CO2-Bepreisungssysteme gibt. Zusätzlich wird ein Stresstest basierend auf einem Szenario von „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ durchgeführt. Für diesen Stresstest werden Schattenpreise auf 100% der anteilsmäßig dem Konzern zurechenbaren direkten Scope‑1-Emissionen angewendet. Da die internen CO2-Preise für künftige Investitionen herangezogen werden, gelten diese nicht für das Berichtsjahr, in dem die tatsächlichen CO2-Preise berücksichtigt werden. Diese tatsächlichen CO2-Preise decken 85% (2024: 85%) der für 2025 berichteten Scope‑1-Emissionen von OMV ab – das entspricht 8,1 Mio t CO2 (2024: 8,3 Mio t CO2).
Die zugrunde gelegten internen CO2-Preise stimmen mit den für Bilanzierungszwecke (einschließlich Werthaltigkeitstests, Abschreibungsberechnungen, Bewertungen der Nutzungsdauer und Fair-Value-Bewertungen von Vermögenswerten gemäß IFRS) verwendeten CO2-Preisen überein. [E1-8 AR 65a-65c] Die angewendeten CO2-Preise finden Sie in >Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende.
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 finden Sie im >Anhang: E1-8 Interne CO2-Bepreisung.
E2 Umweltverschmutzung
Wesentliches Thema: E2 Umweltverschmutzung
Wesentliche Unterthemen: Luftverschmutzung, Wasserverschmutzung, Bodenverschmutzung, Mikroplastik, Prozesssicherheit (unternehmensspezifisch)
Minimierung der negativen Umweltauswirkungen durch Verhinderung der Verschmutzung von Gewässern und Böden, wo immer möglich, sowie Reduzierung der Emissionen in die Luft. Verringerung der Vorfälle und Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit der Umweltverschmutzung durch Umsetzung eines effektiven Gefahren- und Prozesssicherheitsmanagements.
SDG-Ziele:
Die wesentlichen Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit E2 Umweltverschmutzung und dem unternehmensspezifischen Unterthema Prozesssicherheit finden Sie im Abschnitt >SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell. Beide Themen werden zentral durch die Group Health, Safety, Security, and Environment (HSSE)-Konzernfunktion gesteuert. Diese Funktion steht unter der Leitung des:der VP HSSE, der:die direkt an den:die Generaldirektor:in berichtet. Die HSSE-Abteilungen von OMV Petrom und Borealis regeln die jeweiligen eigenen Belange und koordinieren lokale HSSE-Beauftragte und Expert:innen.
E2-1 Konzepte im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung
OMV hat die folgenden Konzepte eingeführt, um die wesentlichen Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit E2 Umweltverschmutzung (einschließlich Prozesssicherheit) zu steuern.
Code of Conduct
Unsere gesellschaftliche Akzeptanz („License to Operate“) beruht auf unserer Einhaltung der Vorschriften zum Umweltschutz. Dies ist für Regierungsbehörden, Aktionär:innen und andere Interessenträger:innen wie die Öffentlichkeit, lokale Gemeinschaften in der Nähe unserer Anlagen sowie Umwelt-NGOs und -NPOs von entscheidender Bedeutung. Unsere öffentlichen Commitments zum Schutz der Umwelt sind im Code of Conduct von OMV festgeschrieben. [MDR-P.65a-65f] In Bezug auf den Code of Conduct werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E2 Umweltverschmutzung und das unternehmensspezifische Unterthema Prozesssicherheit, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt. [E2-1.15b] Darüber hinaus verpflichten wir uns in unserem Code of Conduct, Gefahrstoffe im Rahmen eines vertretbaren Aufwands durch weniger gefährliche Alternativen zu ersetzen. Zur Unterstützung dessen sind Prozesse so zu gestalten, zu modifizieren und durchzuführen, dass die Herstellung sowie Verwendung von Gefahrstoffen auf ein Mindestmaß reduziert wird. Ebenso gilt es, gefährliche Nebenprodukte und Abfälle zu reduzieren bzw. deren Mengen und Konzentrationen bei der Handhabung und Lagerung zu verringern.
HSSE-Direktive
[MDR-P.65a-65f] In Bezug auf die HSSE-Direktive werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E2 Umweltverschmutzung und das unternehmensspezifische Unterthema Prozesssicherheit, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
HSSE-Risikomanagementstandard
[MDR-P-65a] Der HSSE-Risikomanagementstandard des OMV Konzerns legt einen Rahmen für die Ermittlung, Bewertung, Kontrolle, Dokumentation und Kommunikation von Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltrisiken mit besonderem Schwerpunkt auf Prozesssicherheit fest. Seine allgemeinen Ziele sind der Schutz der Menschen, der Umwelt und der Vermögenswerte des Unternehmens bei gleichzeitiger Förderung der Geschäftsintegrität und nachhaltiger Betriebsabläufe. Der Standard befasst sich direkt mit den wesentlichen negativen Auswirkungen durch Boden-, Luft- und Wasserverschmutzung aufgrund von Vorkommnissen und Prozesssicherheitsvorfällen sowie dem daraus resultierenden wesentlichen finanziellen Risiko durch kostspielige Abhilfemaßnahmen und Reputationsschäden. Zur Erreichung der darin festgeschriebenen Ziele umfasst der Standard ein Verfahren zur laufenden Überwachung und Überprüfung anhand von Risikoregistern, Audits und der Einbeziehung der Interessenträger:innen. Die Wirksamkeit unserer HSSE-Konzepte wird von den zuständigen Funktionen durch Audits, HSSE-Bewertungen, Standortbegehungen sowie die jährliche Überprüfung des Fortschritts anhand definierter Zielvorgaben überwacht. [MDR-P-65b] Der Anwendungsbereich des Konzepts erstreckt sich auf OMV, Borealis und OMV Petrom sowie deren jeweilige Tochtergesellschaften und gilt für alle Arbeitnehmer:innen. Zu den betroffenen Interessenträger:innen gehören interne Teams, Vertragsunternehmen und gegebenenfalls externe Parteien. In geringem Umfang gibt es auch Ausnahmeregelungen. So gelten zum Beispiel bei Borealis separate Richtlinien für unternehmensspezifische betriebliche Vorfälle. [MDR-P-65c] Mitglieder des Vorstands tragen die oberste Verantwortung für die Genehmigung und Umsetzung dieses Standards. [MDR-P-65d] Das Konzept steht im Einklang mit Standards Dritter wie ISO 31000 und IEC. [MDR-P-65e] Die Interessen der Interessenträger:innen werden durch strukturierte Kommunikation, Konsultation und Beteiligung an Risikomanagementprozessen berücksichtigt. [MDR‑P‑65f] Das Konzept wird allen relevanten Interessenträger:innen über interne Plattformen zugänglich gemacht, und Aktualisierungen des Konzepts werden allen Arbeitskräften von OMV monatlich mitgeteilt.
Standard für unternehmensweites Risikomanagement
[MDR-P.65a-65f] In Bezug auf den Standard für unternehmensweites Risikomanagement (Enterprise-Wide Risk Management; EWRM) werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E2 Umweltverschmutzung, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
Umweltmanagementstandard
[MDR-P.65a-65f] In Bezug auf den Umweltmanagementstandard (UMS) werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E2 Umweltverschmutzung, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt. Im Rahmen des UMS von OMV wurden Prozesse und Mechanismen definiert, um potenzielle negative Auswirkungen und Risiken zu verhindern, abzumildern und zu beheben. Im Umweltmanagementstandard werden insbesondere die folgenden Verfahren zum Umgang mit der Umweltverschmutzung beschrieben:
Risikomanagement
[MDR-P-65a] OMV hat sich verpflichtet, die Umweltaspekte sowie die damit verbundenen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit unserer gesamten Geschäftstätigkeit proaktiv zu ermitteln, zu analysieren und zu bewerten. Die Bewertung von Umweltaspekten sowie damit verbundenen Auswirkungen und Risiken unter normalen und abnormalen Bedingungen sowie bei Unfällen erfolgt gemäß den im HSSE-Risikomanagementstandard genannten Ansätzen und Prozessen und ist vollständig auf die in ISO 14001 beschriebene Umweltrisikobewertungsmethodik abgestimmt. Je nach Risikograd werden entsprechende Maßnahmen ergriffen. Dieser Ansatz spiegelt unser Engagement für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt sowie kontinuierliche Verbesserungen wider.
Überwachung
[MDR-P-65a] Luft- und Wasseremissionen werden systematisch überwacht oder abgeschätzt und unter Kontrolle gehalten. Geeignete Überwachungssysteme oder Schätzmodelle sind dafür vorhanden. Wir überwachen in allen unseren Raffinerien die Emissionen von Schadstoffen wie Schwefeloxiden (SOx), Stickoxiden (NOx), Kohlenmonoxid (CO), Feinstaub/Staub und flüchtigen organischen Verbindungen ohne Methan (Non-Methane Volatile Organic Compounds; NMVOCs), wie von der europäischen und nationalen Gesetzgebung und den jeweiligen Anlagengenehmigungen gefordert. Wird festgestellt, dass die Emissionen die national vorgeschriebenen und/oder in einer Genehmigung festgelegten Grenzwerte überschreiten, werden entsprechende Maßnahmen eingeleitet und zusätzliche Überwachungsstationen installiert. OMV verfügt über ein Well-Integrity-Managementsystem (WIMS) für alle von OMV betriebenen aktiven Öl- und Gassonden. Das WIMS ermöglicht einen einheitlichen und strukturierten Ansatz zur Beschreibung, Dokumentation und Berichterstattung der Sondenintegrität während der gesamten Produktionsphase. Somit stellt das WIMS sicher, dass wir unsere Sonden sicher betreiben – sowohl für die Menschen als auch für die Umwelt.
Prävention und Aufbereitung
[MDR-P-65a] OMV setzt schon seit langem Technologien zur Emissionsminderung ein, wie beispielsweise End-of-Pipe-Abgasreinigungstechnologien oder Schwimmdachtanks. In den letzten Jahren haben wir uns darauf konzentriert, diese Technologien zu modernisieren, um sicherzustellen, dass sie weiterhin wirksam sind und Emissionen verringern. So wurde zum Beispiel in der Raffinerie Schwechat eine Rauchgasentschwefelungsanlage installiert. Mit der Einführung des Programms „SNOx Refurbishment of Wet Gas Sulfuric Acid“ (WSA), bei dem eine von OMV patentierte Lösung (zweilagige PFA-Folienstruktur mit Monitoringsystem) zum Einsatz kommt, konnten sowohl die Zuverlässigkeit als auch die Verfügbarkeit des Rauchgasreinigungssystems gesteigert werden. Die Rauchgasreinigungsanlage in der Raffinerie Schwechat dient neben der Beseitigung von Staub der Entstickung und Entschwefelung der Rauchgase aus den beiden Kraftwerken, bevor diese über den Schornstein abgegeben werden. Dadurch lassen sich 95% des Staubs abscheiden, mehr als 96% des Schwefels zurückgewinnen und über 90% der NOx-Emissionen verhindern. Werden Leckagen erkannt, werden diese entweder sofort oder innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens gemäß den Instandhaltungsverfahren des Standorts behoben. Diese Verfahren basieren auf den Ergebnissen der Risikobewertung und anderen Faktoren, wie zum Beispiel der Durchführbarkeit von Reparaturen im laufenden Betrieb. Um unsere Reaktionsfähigkeit bei Ölaustritten zu verbessern und deren Umweltauswirkungen zu reduzieren, führen wir periodisch Notfallübungen durch, die auf Umweltverschmutzungsszenarien basieren. In unseren Raffinerien Petrobrazi, Schwechat und Burghausen wurden Programme zur Leckagesuche und -reparatur (Leak Detection And Repair; LDAR) eingeführt. An diesen Programmen wirken sowohl externe Geschäftspartner:innen als auch eigene Arbeitskräfte mit, die die Anlagen laufend auf Leckagen überprüfen. Identifizierte Leckagen werden so schnell wie möglich repariert, und die durchgeführten Reparaturen werden durch das Überwachungspersonal eingehend auf ihre Wirksamkeit überprüft.
Audits
[MDR-P-65a] Bei OMV sind interne und externe Audits eine wichtige Anforderung unseres Umweltmanagementsystems (UMS), das auf ISO 14001 basiert. Interne UMS-Audits werden mindestens einmal jährlich durchgeführt, um die Einhaltung der Vorschriften zu überprüfen, die Leistung zu bewerten und Verbesserungsmöglichkeiten zu ermitteln. Diese Audits können sich auf das gesamte Umweltmanagementsystem erstrecken oder auf ein bestimmtes Umweltthema konzentrieren. Darüber hinaus werden Standorte, die nicht nach ISO 14001 zertifiziert sind, alle drei Jahre einem vollständigen Audit durch eine:n externe:n Sachverständige:n oder den:die OMV Corporate Advisor unterzogen. Für zertifizierte Standorte erfüllt das Audit nach ISO 14001 diese Anforderung. Diese Audits sind für die Aufrechterhaltung hoher Umweltstandards und die kontinuierliche Verbesserung aller OMV Standorte im Hinblick auf den betrieblichen Umweltschutz von wesentlicher Bedeutung.
Bereitschafts- und Reaktionsplanung bei Freisetzungen gefährlicher Stoffe
[E2-1.14] [MDR-P-65a, 65b] Ölaustritte sind in unserer Branche ein kritisches Umweltthema. Das Management von Ölaustritten umfasst sowohl die Vermeidung betriebsbedingter Austritte sowie solcher, die durch Sabotage oder Naturereignisse verursacht werden, als auch die sachgerechte Handhabung und Sanierung von Austritten nach einem Vorfall. Unser zentrales Anliegen ist es dabei, Ölaustritte von vornherein zu verhindern. Sollte es dennoch zu Freisetzungen in Böden oder Gewässer kommen, bietet der Anhang „Bereitschafts- und Reaktionsplanung bei Freisetzungen gefährlicher Stoffe“ (Spills Preparedness and Response Planning) zu unserem Umweltmanagementstandard klare Leitlinien für die Handhabung und Beseitigung, um die Auswirkungen des Vorfalls so gering wie möglich zu halten. Der Umweltmanagementstandard und seine Anhänge gelten für alle Standorte von OMV weltweit, die Borealis GmbH und die OMV Petrom S.A. Der Überwachungsprozess der Wirksamkeit unserer HSSE-Konzepte wird von den jeweiligen Funktionen durch Audits, HSSE-Bewertungen, Standortbegehungen und die Verfolgung des Fortschritts anhand von Zielvorgaben überwacht.
Die Zielgruppe umfasst alle Arbeitnehmer:innen und externen Expert:innen, die mit der fachlichen Beratung von Unternehmen von OMV befasst sind, sowie alle Arbeitnehmer:innen von Vertragsunternehmen. Unsere Aktivitäten zum Management von Freisetzungen gefährlicher Stoffe wirken sich auf mehrere Interessengruppen aus. Regierungsbehörden sind aufgrund potenzieller Verstöße gegen Umweltvorschriften betroffen, während Arbeitnehmer:innen und Auftragnehmer:innen durch potenzielle negative Folgen für die Gesundheit und Sicherheit aufgrund von Unfällen und Schäden an Umwelt und Gesellschaft gefährdet sind. NGOs/NPOs befassen sich mit potenziellen Schäden für die Umwelt und die Gesellschaft. Die Gesellschaft wiederum kann unter Umweltschäden leiden, und Aktionär:innen müssen eventuell mit direkten finanziellen Verlusten aufgrund der Kosten für Sanierungsmaßnahmen und Reputationsschäden rechnen. Nachdem OMV gerade dabei ist, sich zu diversifizieren, sind Ölaustritte nicht mehr die einzigen relevanten Freisetzungen gefährlicher Stoffe. Für unsere Tochtergesellschaft Borealis sind auch Kunststoffpelletfreisetzungen ein zentrales Thema. [MDR-P-65c-65f] Sofern nicht anders angegeben, werden die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt. Um potenzielle negative Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit der Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung zu verhindern, abzumildern und zu beheben, wurden konkrete Prozesse und Mechanismen definiert. Diese umfassen:
Notfall- und Katastrophenpläne
[MDR-P-65a] Wir reagieren auf Schadstofffreisetzungen gemäß einem Plan, der geeignete Ressourcen (verantwortliche Personen und Interventionsmaterialien) und die erforderliche Expertise festlegt. Dieser Plan unterstützt das Personal vor Ort beim Umgang mit Freisetzungen, indem er die Zuständigkeiten für die notwendigen Maßnahmen zum Stoppen und Eindämmen der Freisetzungen und zur Minderung der Auswirkungen klar definiert. Dazu zählen Techniken, die eine Ausbreitung über den unmittelbaren Standort hinaus verhindern, sowie das Entfernen des freigesetzten Stoffs und des kontaminierten Materials. In den lokalen Plänen sind klare Kommunikations- und Koordinationsprotokolle festgelegt, insbesondere für den Fall, dass nationale oder internationale Ressourcen erforderlich sind. Wir führen regelmäßig Übungen und Schulungen zur Bekämpfung von Schadstofffreisetzungen durch.
Reinigung und Sanierung
[MDR-P-65a] Alle Ölaustritte, ob an Land oder im Wasser, werden sofort nach ihrem Auftreten in Übereinstimmung mit unserem Umweltmanagementstandard, Anhang „Spills Preparedness and Response Planning“, bewertet und beseitigt. In besonders scherwiegenden Fällen fordern wir für das Abdichten und Eindämmen, die Oberflächenreinigung und das Notfallmanagement die Unterstützung Dritter an. Leckagen werden entweder sofort oder innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens gemäß den Instandhaltungsverfahren des Standorts repariert. Diese Verfahren basieren auf den Ergebnissen der Risikobewertung und anderen Faktoren, wie zum Beispiel der Durchführbarkeit von Reparaturen im laufenden Betrieb. Unser Ansatz für Abhilfemaßnahmen steht im Einklang mit den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen, die die Reinigung, Wiederherstellung, Sanierung und/oder den Ersatz beschädigter Umweltrezeptoren umfassen. Mit Abhilfemaßnahmen stellen wir sicher, dass die betroffenen Areale wieder für die vorgesehene Nutzung geeignet sind. Zu diesen Maßnahmen zählen die Beseitigung freigesetzter Stoffe (z. B. durch Erdaushub und anschließende Verfüllung mit sauberer Erde) sowie die natürliche Erholung – immer auf Grundlage der jeweiligen Entscheidung der Umweltbehörden. In unserem Jahresabschluss werden Rückstellungen für Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Schadstofffreisetzungen gebildet; sie decken Reinigungs- und Sanierungskosten ab.
Prozesssicherheitsmanagementstandard
[Unternehmensspezifisch] [MDR-P-65a] Der Prozesssicherheitsmanagementstandard von OMV dient als Rahmen und Referenz für die Umsetzung und Aufrechterhaltung der umgesetzten Richtlinien für die Prozesssicherheit. Er legt die Mindestanforderungen fest und bietet Leitlinien zur Integration der Prozesssicherheit in das Management von Gesundheit, Sicherheit und Umwelt. Der Prozesssicherheitsmanagementstandard befasst sich direkt mit den negativen wesentlichen Auswirkungen im Zusammenhang mit der Boden-, Luft- und Wasserverschmutzung aufgrund von Vorkommnissen und Prozesssicherheitsvorfällen. Dabei geht es insbesondere um die Minimierung der Gefahren in Verbindung mit dem Umgang mit Gefahrstoffen bei Tätigkeiten in den Bereichen Öl, Gas, Energie und Chemie. Ziel ist es, Zwischenfälle zu verhindern, durch die Personen, die Umwelt, Vermögenswerte und die Reputation von OMV Schaden erleiden könnten. Der Rahmen umfasst eine proaktive Risikoerkennung und ‑steuerung durch die Analyse und Evaluierung von Gefahren, um Risiken innerhalb akzeptabler Grenzen zu halten. Zudem fördert er durch das Engagement der Führungskräfte, die Einbindung der Arbeitnehmer:innen und kontinuierliches Lernen eine starke Sicherheitskultur. Mit der Integration des Prozesssicherheitsmanagementstandards in das HSSE-Managementsystem stellt OMV die Einhaltung der rechtlichen und branchenspezifischen Standards sicher. Im Hinblick auf den Umgang mit Vorfällen bietet der Rahmen klare Leitlinien zur Minderung der Auswirkungen sowie zu Notfallmaßnahmen. Die Wirksamkeit unserer HSSE-Konzepte wird von den jeweiligen Funktionen durch Audits, HSSE-Bewertungen, Standortbegehungen und die Verfolgung des Fortschritts anhand von Zielvorgaben überwacht. [Unternehmensspezifisch] [MDR-P-65b] Der Prozesssicherheitsmanagementstandard und die >zusätzlichen relevanten Standards zur Prozesssicherheit gelten für OMV weltweit. Im Hinblick auf die Einhaltung lokaler Rechtsvorschriften gelangen zusätzlich eigene Bestimmungen zur Anwendung. Dies betrifft OMV und alle Tochtergesellschaften sowie Borealis und OMV Petrom mit ihren jeweiligen Tochtergesellschaften. In geringem Umfang gibt es auch Ausnahmeregelungen. So gelten zum Beispiel bei Borealis separate Richtlinien für unternehmensspezifische betriebliche Vorfälle.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-P 65c, 65d, 65e, 65f] Alle Konzepte zur Steuerung des Prozesssicherheitsmanagements (der Prozesssicherheitsmanagementstandard und die >zusätzlichen relevanten Standards) bei OMV werden vom Vorstand genehmigt. Die Verantwortung für die Umsetzung dieser Konzepte liegt bei den jeweiligen Geschäftsbereichen bzw. den jeweils zuständigen Mitgliedern des Vorstands. Die Konzernfunktionen sind dafür verantwortlich, die Umsetzung zu unterstützen und bis zu einem gewissen Grad deren Steuerung und Kontrolle zu beaufsichtigen. Der Prozesssicherheitsmanagementstandard von OMV orientiert sich an international anerkannten Best-Practice-Anforderungen und -Standards, die von bedeutenden Verbänden und Organisationen der Ölindustrie wie API, IOGP, Ipieca, Concawe und ISO entwickelt wurden. An der Entwicklung des Prozesssicherheitsmanagementstandards waren Fachexpert:innen und relevante Abteilungen entweder direkt beteiligt oder wurden im Rahmen eines internen Konsultationsprozesses um Feedback zum ersten Entwurf gebeten. Die Unternehmensrichtlinien mit HSSE-Bezug stehen allen OMV Arbeitnehmer:innen über die Regulations Alignment Platform im OMV Intranet zur Verfügung. Der Überwachungsprozess wird im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte beschrieben.
Zur Minderung der negativen Auswirkungen ungeplanter Freisetzungen aufgrund von Prozesssicherheitsereignissen, die zu Sachschäden und Umweltverschmutzung in der Nähe unserer Standorte führen können, folgt OMV dem Prozesssicherheitsmanagementstandard. Dieser Standard bietet umfassende Leitlinien und Verfahren zur Verhinderung und zum Management von Prozesssicherheitsereignissen und Freisetzungen. Er stellt Kontrollen sicher, um die Wahrscheinlichkeit und die Auswirkungen solcher Vorfälle zu minimieren, und trägt so zum Schutz von Umwelt und Eigentum in der Umgebung unserer Standorte bei. Im Rahmen des Prozesssicherheits-managementstandards von OMV wurden Prozesse und Mechanismen definiert, um tatsächliche negative Auswirkungen zu verhindern, abzumildern und zu beheben. Diese umfassen:
Risikomanagement
[Unternehmensspezifisch] [MDR-P-65a] Gefahren für die Prozesssicherheit werden durch eine Vielzahl von Risikobeurteilungen systematisch bewertet, wie etwa PAAG/HAZOP-Studien, quantitative Risikoanalysen (Quantitative Risk Assessments; QRAs) und Risikobewertungen gemäß der Seveso-Richtlinie, der wichtigsten EU-Verordnung zur Beherrschung der Gefahren schwerer Unfälle mit gefährlichen Stoffen an Land. Empfehlungen aus Prozesssicherheitsanalysen (Process Hazard Analyses; PHAs), Audits, Überprüfungen und Untersuchungen von Vorfällen, die sich mit Risiken der Prozesssicherheit befassen, werden zentral erfasst und im integrierten Risikoregister von OMV systematisch priorisiert. Die Empfehlungen werden an die Mittelfristplanung gekoppelt, damit für die Umsetzung der Empfehlungen auch Mittel zur Verfügung stehen. Vor der Inbetriebnahme einer neuen Anlage, nach größeren Änderungen oder nach einer Generalüberholung führen wir eine unabhängige Sicherheitsüberprüfung durch, um die Sicherheit der Anlage in der Inbetriebnahmephase und im laufenden Betrieb zu gewährleisten. Im Jahr 2025 wurde zur Identifizierung und Steuerung der Risiken in jedem operativen Produktionsbereich ein Register mit Maßnahmen zur Risikominderung in die Praxis umgesetzt und mit Daten – auch von Borealis Standorten – befüllt, wobei die Maßnahmen durch diverse Prozesssicherheitsanalysen (PHAs), Bewertungen und Sicherheitsüberprüfungen ermittelt wurden. So entstand ein konsolidierter Überblick, der uns bei der Priorisierung und Weiterentwicklung von Plänen zur Risikominderung unterstützt. Außerdem wurde bei OMV ein Softwaretool zur Auswertung der Ergebnisse von Prozesssicherheitsanalysen sowie zur Nachverfolgung von daraus resultierenden Empfehlungen und Arbeitsabläufen weiterentwickelt.
Notfallmanagementpläne
[Unternehmensspezifisch] [MDR-P-65a] Prozesssicherheitsereignisse können mitunter auch unsere Anrainergemeinden betreffen. Aus diesem Grund verfügen wir über Notfallmanagementpläne, die mit den umliegenden Gemeinden abgestimmt sind. Diese Notfallmanagementpläne sehen verschiedene Stufen vor, für die Aufgaben und Zuständigkeiten, Struktur und Kommunikation sowie Schnittstellen zu Notfall- und Störfallmanagementteams festgelegt sind. Um eine koordinierte Durchführung von Notfallmaßnahmen sicherzustellen, umfassen unsere Notfallpläne spezifische Notfallprozeduren sowie Alarmierungs- und Benachrichtigungsvorschriften.
Inspektion und Wartung
[Unternehmensspezifisch] [MDR-P-65a] Umfassende Inspektions- und Wartungsprogramme werden von speziellen Abteilungen für Inspektion, Wartung und Anlagenintegrität durchgeführt. Diese nehmen regelmäßige Inspektionen von Anlagen und Maschinen, Rohrleitungen, Tanks usw. vor und kümmern sich um die Prüfung von Sicherheitsausrüstungen sowie die Instandhaltung und Revision von Anlagen.
Untersuchungen und Audits
[Unternehmensspezifisch] [MDR-P-65a] Regelmäßige Audits, Überprüfungen und Aktualisierungen unserer Sicherheitssysteme und -verfahren sind in den Richtlinien vorgeschrieben. Das Engagement von OMV zur Verbesserung unserer Sicherheitsprotokolle gewährleistet nicht nur ein sicheres Arbeitsumfeld, sondern verhindert auch Schäden an unseren Anlagen und mindert negative Auswirkungen auf unser Personal, lokale Gemeinschaften und die Umwelt. Sämtliche Vorfälle werden in angemessener Weise zeitgerecht identifiziert und gemeldet. Arbeitsbezogene Vorfälle mit potenziellen Folgen für Menschen, die Umwelt, Vermögenswerte oder unsere Reputation werden entsprechend untersucht, um unmittelbare, tiefer liegende und systemische Ursachen zu ermitteln, aus denen Erkenntnisse gezogen werden können, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Tier‑1- und Tier‑2-Prozesssicherheitsereignisse werden regelmäßig erfasst, nachverfolgt und untersucht, um einen konsistenten Überblick über die Prozesssicherheitsleistung von OMV zu erhalten. Zusätzlich überwachen wir Tier‑3-Prozesssicherheitsereignisse, um eine bessere Bewertung der kritischen Barrieren auf Anlagenebene zu ermöglichen. Die Überwachung von Prozesssicherheitsereignissen sowie die Berichterstattung über diese vermitteln uns einen Überblick über die Herausforderungen für die Sicherheitssysteme, sodass wir Schwachstellen innerhalb der Barrieren auf Anlagenebene identifizieren und korrigieren können.
Zusätzliche relevante Standards
[Unternehmensspezifisch] [MDR-P-65a] Weitere Konzernrichtlinien zur Prozesssicherheit bei OMV decken das Kontraktoren-HSSE-Management, das Management von Gefahrstoffen und die Meldung, Untersuchung und Klassifizierung von Vorfällen ab. Zusammen bilden sie den Rahmen für das Sicherheitsmanagement. Sie schreiben regelmäßige Überprüfungen und Aktualisierungen der Risikoregister und Aktionspläne vor, um die Einhaltung der Maßnahmen und eine kontinuierliche Verbesserung unserer Sicherheitskultur zu gewährleisten. Diese Standards befassen sich mit unseren tatsächlichen und potenziellen negativen wesentlichen Auswirkungen im Zusammenhang mit der Boden-, Luft- und Wasserverschmutzung aufgrund von Vorkommnissen und Prozesssicherheitsvorfällen. Unsere Richtlinie zur Vermeidung schwerer Unfälle (Major Accident Prevention Policy) definiert die generellen Ziele und Leitlinien zur Verhinderung und Kontrolle schwerer Unfälle im Rahmen der Tätigkeit von OMV. OMV ist sich dessen bewusst, dass die Gefahr schwerer Unfälle bei Onshore- und Offshore-Arbeiten im Zusammenhang mit der Gewinnung, dem Transport, der Aufbereitung und der Verteilung von Öl und Gas signifikant ist und dass derartige Unfälle erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt und betroffene Menschen haben können. Deshalb ist OMV überzeugt, dass ein tief verwurzeltes Bewusstsein für HSSE in der Unternehmenskultur das Fundament all seiner Geschäftstätigkeiten und Beziehungen mit Vertragsunternehmen ist.
Unser Konzernstandard für das Kontraktoren-HSSE-Management definiert die Mindestanforderungen für die Integration von HSSE-Themen in alle Phasen des Vertragslebenszyklus und in das Kontraktorenmanagement. Er legt einen strukturierten Prozess für das Kontraktoren-HSSE-Management – von der Auswahl bis zum Vertragsabschluss – fest. Zusammen bieten diese Konzepte umfassende Leitlinien und Maßnahmen zur Minderung der negativen Auswirkungen ungeplanter Freisetzungen aufgrund von Prozesssicherheitsereignissen, die zu Sachschäden und Umweltverschmutzung in der Nähe unserer Standorte führen können. Die Wirksamkeit unserer HSSE-Konzepte wird von den jeweiligen Funktionen durch Audits, HSSE-Bewertungen, Standortbegehungen und die Verfolgung des Fortschritts anhand von Zielvorgaben überwacht. [Unternehmensspezifisch] [MDR-P-65b] Den Anwendungsbereich des Kontraktoren-HSSE-Managementstandards sowie weitere Informationen finden Sie im Abschnitt S2 >Kontraktoren-HSSE-Managementstandard. [Unternehmensspezifisch] [MDR-P-65c] Der OMV Vorstand trägt die oberste Verantwortung für die Umsetzung dieser zusätzlichen relevanten Standards. [Unternehmensspezifisch] [MDR-P-65d] Der Standard für die Meldung, Untersuchung und Klassifizierung von Zwischenfällen nimmt Bezug auf den Standard API 754.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-P-65b65e] In Bezug auf das Management von Gefahrstoffen und den Standard für die Meldung, Untersuchung und Klassifizierung von Zwischenfällen sind, sofern nicht anders angegeben, der Anwendungsbereich des Konzepts und die Beschreibung der Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) dieselben wie für den >Prozesssicherheitsmanagementstandard.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-P-65f] Das HSSE-Management von OMV steht in engem Austausch mit den Arbeitnehmer:innen und ihren Vertreter:innen, darunter Betriebsräte und Gewerkschaften, um kritische Themen anzusprechen und Bereiche mit Verbesserungsbedarf aufzuzeigen. So gibt es zum Beispiel bei Borealis an jedem Standort ein HSE-Forum, das dazu dient, Arbeitnehmervertreter:innen anzuhören und über das HSE-Managementsystem zu informieren. Die HSSE-Abteilung organisiert HSSE-Tage für verschiedene OMV Bereiche, um die Arbeitnehmer:innen über HSSE-Themen einschließlich Prozesssicherheit aufzuklären. Darüber hinaus stellt OMV durch die Zusammenarbeit mit lokalen Stellen und Regulierungsbehörden sicher, dass die Richtlinien des Unternehmens den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Außerdem bieten die an den Standorten eingerichteten Sicherheitsschulungszentren eine Plattform für Interaktion und Austausch.
Corrosion Management Framework
[E2-1.14] [MDR-P-65a, 65b, 65c, 65d] Ergänzend zum Umweltmanagementstandard hat der Geschäftsbereich Energy von OMV ein Rahmenwerk für das Korrosionsmanagement (Corrosion Management Framework; CMF) entwickelt, das einen proaktiven und konsistenten Ansatz für die Überwachung und das Management von Korrosion bei allen Tätigkeiten festlegt. Das CMF bietet eindeutige Leitlinien für die Aufrechterhaltung der Integrität unserer Anlagen und Einrichtungen, um die wesentlichen negativen Auswirkungen im Zusammenhang mit der Boden-, Luft- und Wasserverschmutzung aufgrund von Vorkommnissen (z. B. durch das Versagen der Anlagenintegrität bei unseren Onshore- und Offshore-Aktivitäten) sowie die potenziell negative Auswirkung speziell in Bezug auf die Wasserverschmutzung zu verhindern. Dieses Rahmenwerk unterstützt unser Engagement für den Umweltschutz und den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Das CMF gilt für den Geschäftsbereich Energy von OMV und deckt den vollen Lebenszyklus der Anlagenteile ab, die sowohl in Öl- als auch Gaseinrichtungen vom Bohrloch bis zum Vertriebspunkt einem Korrosionsrisiko ausgesetzt sind. Dieser vom:von der Head of Development von OMV genehmigte Standard gilt für die gesamte Belegschaft von OMV sowie für alle Partnerunternehmen, die weltweit mit dem Korrosionsmanagement während der Planungs-, Bau- und Betriebsphase von Öl- und Gasfeldern von OMV Energy und OMV Petrom Exploration & Production (einschließlich ihrer Tochtergesellschaften) befasst sind. Der Vorstand, und da insbesondere das für den Geschäftsbereich Energy verantwortliche Mitglied, trägt die oberste Verantwortung für die Umsetzung. Das CMF schreibt vor, dass alle Schutzbeschichtungen und Ummantelungen internationalen Normen wie ISO 14879, ISO 16961 und/oder ISO 12944 entsprechen müssen. Darüber hinaus müssen laut CMF verschiedene Industrienormen eingehalten werden, darunter ISO 15156, NACE SP0499, NACE SP0407, NACE SP0169, NACE TM0497 sowie API TR17 TR6.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-P 65e, 65f] In Bezug auf das Corrosion Management Framework sind, sofern nicht anders angegeben, die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, dieselben wie für die >HSSE-Direktive. [E2-1.15a] Der Umweltmanagementstandard, der den Anhang „Spills Preparedness and Response Planning“ (Bereitschafts- und Reaktionsplanung bei Freisetzungen gefährlicher Stoffe) umfasst, und das Corrosion Management Framework sind essenzielle Instrumente, die Leitlinien zur Minderung der negativen Auswirkungen im Zusammenhang mit Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung bieten. Diese Konzepte decken die mit unserer Wesentlichkeitsanalyse ermittelten Präventions- und Kontrollmaßnahmen ab und sind in der IRO-Tabelle im Abschnitt >SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell aufgeführt. Sie gelten derzeit ausschließlich für die Tätigkeiten von OMV. Darüber hinaus unterstreicht unser Code of Conduct als übergeordnetes Konzept unser Commitment zur Umsetzung von Präventions- und Kontrollmaßnahmen zum Schutz von Gewässern und Böden. Wir sind bestrebt, bei unseren Aktivitäten anerkannte branchenübliche bewährte Verfahren zu befolgen, die oft über gesetzliche Vorgaben und maßgebliche Standards hinausgehen. Jegliche Freisetzung gefährlicher Stoffe ist unverzüglich zu bewerten und zu beseitigen, um die Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft zu minimieren.
[E2-1.15c] Um Vorfälle und Notfallsituationen zu vermeiden beziehungsweise, falls sie dennoch eintreten, ihre Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu kontrollieren und zu begrenzen, hält sich OMV an seinen Umweltmanagementstandard. Dieser schreibt vor, dass die Pläne zur Vermeidung und Kontrolle von Freisetzungen gefährlicher Stoffe auf die spezifischen Merkmale jedes Unternehmens angepasst werden müssen. Bei allen Onshore- und Offshore-Aktivitäten müssen Tätigkeiten, bei denen das Risiko einer Freisetzung flüssiger Substanzen mit negativen Auswirkungen auf die Umwelt besteht, ermittelt und analysiert werden. Werden derartige Risiken festgestellt, müssen Verfahren zur Verhinderung, Kontrolle und Bekämpfung von Freisetzungen für alle gefährlichen Stoffe am Standort, insbesondere für Öl und Kohlenwasserstoffe, ausgearbeitet und schriftlich festgehalten werden. Je nach den gesetzlichen Bestimmungen, der Komplexität der betreffenden Anlage und den jeweiligen Erfordernissen kann dieses Dokument der übergeordneten Verfahrensanweisung als Anhang beigefügt oder als eigenständiger Plan erstellt werden. Jedes Reaktionssystem muss folgende Elemente beinhalten: Gefahrenerkennung, Risikobewertung, Präventions-, Kontroll- und Reaktionspläne, Führungs- und Kontrollregelungen sowie Schulungen und Tests. Eine vorausschauende Planung ist für die Beherrschung von Freisetzungen gefährlicher Stoffe von zentraler Bedeutung und umfasst das Einholen von Informationen, die Durchführung von Risikobewertungen, die Identifizierung gefährdeter ökologischer und sozioökonomischer Rezeptoren sowie die Entwicklung von Reaktionsstrategien. Darüber hinaus werden Verfahren etabliert, um sicherzustellen, dass für die identifizierten Risiken angemessene Reaktionskapazitäten auch im Hinblick auf die verantwortungsvolle Entsorgung zurückgewonnener freigesetzter Substanzen mobilisiert werden. Mit der Befolgung dieser Leitlinien verpflichtet sich OMV, Vorfälle zu verhindern beziehungsweise, wenn sie dennoch eintreten, ihre Auswirkungen wirksam zu kontrollieren und zu mindern.
„Responsible Care“-Richtlinie
[E2-1.15a] [MDR-P-65a] Bei Borealis wurden Verschmutzungen durch Mikroplastik infolge unbeabsichtigter Freisetzung von Kunststoffgranulat in seinen Betrieben als wesentliche Auswirkung identifiziert, der mittels der „Responsible Care“-Richtlinie begegnet wird. Die Auswirkungen unbeabsichtigter Freisetzungen in den Betrieben unserer Tochtergesellschaft Borealis werden insbesondere dadurch gezielt gesteuert, dass für die Polyolefin-(PO‑)Produktionsstätten der „Operation Clean Sweep“-(OCS-)Standard zur Anwendung gelangt. OCS ist eine freiwillige Brancheninitiative, die speziell darauf abzielt, Freisetzungen von Kunststoffen in Form von Pellets, Flakes oder Pulver über die gesamte Kunststofflieferkette, von der Produktion über die Handhabung bis zum Transport, zu verringern bzw. zu verhindern. Die an der Initiative teilnehmenden Unternehmen verpflichten sich, bewährte Verfahren im Umgang mit Kunststoffpellets umzusetzen. Außerdem wird von ihnen eine externe Zertifizierung zur Einhaltung des Standards verlangt.
Zu den zentralen Inhalten und Zielen der Richtlinie zählen die Einführung des OCS‑Standards an allen PO‑Standorten von Borealis sowie die externe OCS‑Zertifizierung sämtlicher europäischen PO‑Standorte. Recyclinganlagen sind derzeit vom Zertifizierungsprozess ausgenommen. Darüber hinaus legt die Richtlinie eine Maßnahmenhierarchie als Leitprinzip fest, die auf der Verhinderung von Freisetzungen von Kunststoffgranulat aus vorgesehenen Behältern in die Umwelt, der Minderung möglicher Auswirkungen im Falle von Freisetzungen und der umgehenden Beseitigung ausgetretenen Materials basiert, um irreversible Pelletfreisetzungen in die Umwelt zu vermeiden. [E2-1.15c] Darüber hinaus umfasst die Richtlinie die Umsetzung der folgenden sechs OCS-Hauptanforderungen an jedem PO-Standort: Verbesserung der technischen Ausstattung der Betriebsstätten, um Freisetzungen zu verhindern und zu beseitigen; Erstellung und Veröffentlichung interner Verfahren zur Erreichung des Ziels „Zero Pellet Loss“; Mitarbeiterschulungen sowie die Bereitschaft, Verantwortung für die Vermeidung und Eindämmung von Pelletfreisetzungen sowie für entsprechende Reinigungs-, Aufräum- und Entsorgungsmaßnahmen zu übernehmen; regelmäßige Leistungsprüfung; Einhaltung aller einschlägigen geltenden staatlichen und örtlichen Vorschriften; Aufforderung der Geschäftspartner:innen, die gleichen Ziele zu verfolgen.
[MDR-P-65b] [E2-1.15a] Die „Responsible Care“-Richtlinie gilt für alle Borealis Gesellschaften und Tochterunternehmen, die mit der Verarbeitung, der Handhabung oder dem Management von Polyolefinen befasst sind (PO-Standorte). Neu erworbene Unternehmen befolgen einen Integrationsplan, der die „Responsible Care“-Richtlinie sowie die Umsetzung des OCS-Standards umfasst. [MDR-P-65c] Die „Responsible Care“-Richtlinie fällt in den Zuständigkeitsbereich des:der CEO von Borealis, der:die auch für ihre Umsetzung und die Einhaltung des OCS-Standards an allen PO-Standorten verantwortlich ist. [MDR-P-65d] Das integrierte Managementsystem (Integrated Management System; IMS) von Borealis entspricht den Anforderungen des OCS-Standards und der Norm ISO 14001. [MDR-P 65e] Bei der Einführung der „Responsible Care“-Richtlinie berücksichtigte Borealis die Interessen wichtiger Interessenträger:innen, d. h. seiner Eigentümer:innen in Absprache mit dem Aufsichtsrat sowie seiner Arbeitnehmer:innen in Absprache mit dem Betriebsrat. Der OCS-Standard wird von einem Lenkungsausschuss verwaltet, dem Vertreter:innen der Europäischen Kommission, der EU-Mitgliedstaaten und von NGOs angehören, wodurch deren jeweilige Interessen und Perspektiven Berücksichtigung finden. [MDR-P 65f] Bei Borealis ist der OCS-Standard in das konzernweite Managementsystem integriert. Zudem wurde er kontextbezogen in die Sprachen der Standortländer übersetzt, um sicherzustellen, dass er für alle Arbeitnehmer:innen von Borealis zugänglich und verständlich ist. Alle relevanten Arbeitnehmer:innen von Borealis absolvieren Schulungen zur Einhaltung des OCS-Standards. Diese Richtlinie steht externen Interessenträger:innen nicht zur Verfügung. Mehr dazu finden Sie im /Borealis Geschäftsbericht 2025 – Konzernlagebericht – Nachhaltigkeitserklärung.
[E2-1.15a] Wasser- und Bodenverschmutzung durch unbeabsichtigte Freisetzungen von Kunststoffen wird bei Borealis durch die „Responsible Care“-Richtlinie und den OCS-Standard geregelt. Darüber hinaus werden alle Umweltthemen, die die Standorte von Borealis betreffen, über deren Umweltmanagementsystem gesteuert, dessen Grundlage die „Responsible Care“-Richtlinie darstellt. Das Borealis Managementsystem gliedert sich in fünf Ebenen. Die erste Ebene („Policy“) legt den Rahmen für Bereiche wie Umwelt, Gesundheit und Sicherheit und Produktverantwortung fest, wie in der „Responsible Care“-Richtlinie dargelegt. Die zweite Ebene umfasst Managementhandbücher, die dritte beschreibt Prozesse, die vierte stellt detaillierte Anweisungen bereit und die fünfte Ebene deckt Meeting-Chartas ab. [E2-1.15c] Zur Vermeidung von Vorfällen und Notfallsituationen im Zusammenhang mit unbeabsichtigten Freisetzungen von Kunststoffpellets setzt jeder PO-Standort die sechs OCS-Hauptanforderungen um, wie in der Betriebsanweisung von Borealis zur Umsetzung des OCS beschrieben. Jeder Borealis Standort muss außerdem einen Risikomanagementplan erstellen und jährlich überprüfen. Dieser Plan umfasst Protokolle und Verfahren zur Verhinderung und Bekämpfung von Freisetzungen, einschließlich Präventivmaßnahmen wie die vorbeugende Wartung und doppelte Abdichtungen, Maßnahmen zum Rückhalt, wie Auffangwannen und Einhausungen, sowie Reinigungs- bzw. Reaktionsmaßnahmen, einschließlich des Einsatzes von Staubsaugern und Straßenkehrmaschinen. Der Plan beschreibt Zuständigkeiten, Maßnahmen, Zeitrahmen und Dokumentationsverfahren für den Fall, dass Pellets außerhalb der vorgesehenen Behälter gefunden werden.
E2-2 Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung
OMV zielt darauf ab, Luftemissionen über alle Geschäftsbereiche und Aktivitäten hinweg zu minimieren. Dabei kommen das Vorsorgeprinzip, internationale branchenspezifische bewährte Verfahren und/oder die beste verfügbare Technik (BVT) zur Anwendung. Dies umfasst Luftemissionen sowohl aus Punktquellen als auch aus diffusen Quellen sowie Emissionen in Wasser und Boden. Unser Ziel ist es auch, Ölaustritte und Leckagen bei unseren Tätigkeiten sowohl auf See als auch an Land zu verhindern und zu reduzieren. Wir haben Pläne zur Vermeidung und Kontrolle von Austritten etabliert, die den spezifischen Bedingungen des Unternehmens Rechnung tragen. Dazu gehören sowohl proaktive Managementpläne, die Risikobewertungen, präventive Maßnahmen und Inspektionen vorsehen, als auch reaktive Managementpläne mit Kontroll-, Reaktions- und Reinigungsverfahren. Der folgende Abschnitt bietet einen Überblick und eine Beschreibung der wichtigsten Maßnahmen, die im Berichtsjahr ergriffen wurden, sowie der geplanten künftigen Maßnahmen zur Bewältigung unserer Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit der Umweltverschmutzung.
Wichtigste Maßnahmen
[E2-2.18a] [MDR-A 68a-68c, 68e] [E1-3.29c-i] OMV hat die folgende wichtigste Maßnahme (siehe Tabelle) definiert, um die für E2 Umweltverschmutzung identifizierten negativen Auswirkungen und das Risiko zu verhindern bzw. zu mindern. Beispiele dafür sind die negativen Auswirkungen im Zusammenhang mit Luftschadstoffen sowie die negativen Auswirkungen von Boden- und/oder Wasserverschmutzungen durch Versagen der Anlagenintegrität.
27 Darüber hinaus haben wir auch Maßnahmen zur Prozesssicherheit und zur Verringerung der Verschmutzung durch Mikroplastik ergriffen, um unsere Auswirkungen und das Risiko in diesen Bereichen zu reduzieren.
[MDR-A 69b] Im Jahr 2025 erforderte die Umsetzung der wichtigsten Maßnahmen im Zusammenhang mit E2 Umweltverschmutzung einen Investitionsaufwand (CAPEX) von EUR
11 Mio. Die Gesamt-CAPEX des Konzerns und deren Überleitung zu den in der Cashflow-Rechnung ausgewiesenen Investitionen sind den Abschnitten
>Investitionsausgaben (CAPEX) im Konzernlagebericht und
>Konzern-Cashflow-Rechnung im Konzernabschluss und Konzernanhang zu entnehmen.
[MDR-A 69a] OMV ist bestrebt, seine langfristige Finanzierungspolitik mit der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens in Einklang zu bringen. Aus diesem Grund prüft OMV die Möglichkeiten nachhaltiger Finanzierungen und nachhaltigkeitsbezogener Finanzierungen, bei denen die Kosten eines Finanzinstruments an die Erreichung bestimmter strategischer Nachhaltigkeitsziele gekoppelt sind. Für die Durchführung der in der nachstehenden Tabelle aufgeführten wichtigsten Maßnahmen steht derzeit kein nachhaltiges Finanzinstrument zur Verfügung.
Wichtigste Maßnahme (Zusammenfassung der einzelnen Maßnahmen, deren Implementierung CAPEX von EUR ≥5 Mio erfordert) | Vermeidung von Umweltverschmutzung |
Status | Tatsächlich und geplant |
Erwartetes Ergebnis | Verringerung von Schadstofffreisetzungen in Luft, Boden und Wasser |
Beitrag zu Vorgabe/Ziel des Konzepts | Vermeidung von Umweltverschmutzung, Minimierung der Umweltauswirkungen und effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen |
Umfang | Eigene Tätigkeiten |
Zeithorizont | Mittelfristig |
Abhilfe | n.a. |
Fortschritt | Bewertung, Ausführung |
CAPEX 2025 (EUR Mio) | 11 |
CAPEX 2026–2028 (EUR Mio) | 66 |
Relevante IROs | E2-P-IRO-1, E2-P-IRO-4, E2-P-IRO-6, E2-P-IRO-5 |
Neben der oben beschriebenen wichtigsten Maßnahme hat OMV mehrere zusätzliche Maßnahmen ergriffen und geplant, deren Umsetzungskosten den festgelegten finanziellen Schwellenwert nicht überschreiten. Diese umfassen:
Reduktion der Luftschadstoffe
[E2-2.18] [MDR-A-68a-68c] Auf Basis der Vorgaben zur Vermeidung von und zum Umgang mit Verschmutzung in unserem Umweltmanagementstandard ermitteln unsere Standorte regelmäßig das Potenzial für Verbesserungen, um Luftschadstoffe zu verringern. Die Optimierung des Fackelsystems in der Raffinerie Burghausen begann im Jahr 2024 und wurde im Laufe des Jahrs 2025 abgeschlossen. Dabei wurde eine Kombination von Verbesserungen umgesetzt, die zu einer Verringerung des abgefackelten Gases und der damit verbundenen Luftschadstoffe, einschließlich NOx, VOC und CO, geführt haben. Diese Maßnahmen umfassten die Erhöhung des Arbeitsvolumens des Fackelgasbehälters, die Optimierung des Backup-Gas-Algorithmus und die Umleitung eines stickstoffreichen Stroms von der Fackel in den Raffinerieprozess. Die Maßnahme beschränkt sich auf unsere eigene Geschäftstätigkeit in der Raffinerie Burghausen in Deutschland.
[E2-2.18] [MDR-A-68a-68c] OMV hat auch einen Schiffskraftstoff, das sogenannte Ultra-Low Sulfur Fuel Oil (ULSFO), entwickelt, der die Anforderungen der Sulfur Emission Control Areas (SECA), insbesondere im Mittelmeer, erfüllt. Der Umfang dieser Maßnahmen, die im Jahr 2025 in Kraft traten, erstreckt sich auf die eigenen Tätigkeiten und die nachgelagerte Wertschöpfungskette von OMV. Diese Maßnahmen sollen der negativen Auswirkung von Luftschadstoffen durch unsere Lieferant:innen und unsere eigenen Tätigkeiten entgegenwirken, die die Luftqualität und folglich die Gesundheit von Mensch und Umwelt beeinträchtigen. Das neue Schiffskraftstoffprojekt von OMV ist ein Beispiel für einen strategischen Ansatz zur Nachhaltigkeit, mit dem wir die Umwelt-Compliance auch durch Formulierung eines innovativen Kraftstoffs sicherstellen. Das neu entwickelte ULSFO ist speziell auf die strengen Anforderungen der SECA ausgelegt, einschließlich der zukünftigen SECA-Verordnung für das Mittelmeer, die den Schwefelgrenzwert auf 0,1% reduziert. Der Kraftstoff entspricht auch der aktualisierten Norm ISO 8217:2024. Zu den erwarteten Ergebnissen gehören eine erhebliche Verringerung der Luftschadstoffe, eine bessere Luft- und Wasserqualität und damit verbundene Vorteile für die menschliche Gesundheit und die Umwelt.
Reduktion der Umweltverschmutzung durch Mikroplastik
[E2-2.18a, 18b] [MDR-A-68a] Ein Ziel der „Responsible Care“-Richtlinie ist die Sicherstellung, dass alle Polyolefin-(PO‑)Standorte von Borealis den OCS-Standard erfüllen und dass alle europäischen PO-Standorte (mit Ausnahme der Recyclinganlagen) ihre OCS-Zertifizierung erhalten oder erneuern. Mehr über alle anderen Standorte finden Sie im Borealis Geschäftsbericht 2025 – Konzernlagebericht – Nachhaltigkeitserklärung. [MDR-A-68b] Diese definierten Maßnahmen konzentrieren sich auf die eigene Geschäftstätigkeit von Borealis an seinen PO-Produktionsstandorten weltweit, über die das Unternehmen die operative Kontrolle hat. [MDR-A 68c] Alle Standorte im Geltungsbereich erhielten die OCS-Zertifizierung. [E2-2.19b] Das OCS-Programm zielt auf Vermeidung ab, und alle Maßnahmen konzentrieren sich darauf, die Freisetzung von Kunststoffpellets in die Umwelt zu verhindern. [MDR-A-68c] Bisher ist es jedoch nicht gelungen, Freisetzungen gänzlich zu vermeiden, sodass alle OCS-Aktivitäten in der Abhilfemaßnahmenhierarchie in die Kategorie der Reduktion von Umweltverschmutzungen fallen. [MDR-A 69a] Alle OCS-Maßnahmen im Jahr 2025 waren entweder mit geringen Investitionen verbunden oder verursachten keine Kosten, sodass keine der Maßnahmen, weder einzeln noch kumuliert, den von Borealis für seine wichtigsten Maßnahmen festgelegten Schwellenwert von EUR 2,5 Mio überschritt. Mehr dazu finden Sie im
/Borealis Geschäftsbericht 2025 – Konzernlagebericht – Nachhaltigkeitserklärung.
Prozesssicherheit
[Unternehmensspezifisch] [MDR-A-68] Unser Ziel, in Bezug auf unsere Prozesssicherheitsereignisrate eine führende Position beizubehalten, unterstützt unser strategisches Ziel, weiterhin einen starken Fokus auf die traditionelle Risikokontrolle zu legen und uns gleichzeitig auf neue Technologien vorzubereiten, die in der HSSE-Strategie 2030 von OMV definiert sind. Wir erreichen dies durch umfangreiche Schulungsprogramme für unsere Arbeitnehmer:innen und durch die Verbesserung unserer Sicherheitskultur. Mit unseren Schulungen sorgen wir dafür, dass Sicherheit für unsere Standorte oberste Priorität bleibt und Risiken im Zusammenhang mit ungeplanten Freisetzungen aufgrund von Prozesssicherheitsereignissen wirksam gesteuert werden. Diese Maßnahme ist in unserem Prozesssicherheitsmanagementstandard festgeschrieben, mit dem wir unser Engagement für den Schutz unserer Arbeitnehmer:innen und der Umwelt bekräftigen. In den folgenden Abschnitten beschreiben wir die konkreten Maßnahmen in Bezug auf die Prozesssicherheit im Detail:
Schulungen
[Unternehmensspezifisch] [MDR-A-68a-68c] Gemäß unserem Prozesssicherheitsmanagementstandard wird die Kompetenz der Arbeitnehmer:innen durch einen strukturierten Schulungsplan, kontinuierliche Kommunikation und den Austausch von Erfahrungen sichergestellt. In den Raffinerien werden regelmäßig szenariobasierte Notfallübungen sowie reguläre Feuerwehrübungen durchgeführt, um die Sicherheitsverfahren zu festigen. Diese Schulungen tragen dazu bei, das Risiko von Prozesssicherheitsereignissen zu verringern und die negative wesentliche Auswirkung im Zusammenhang mit der Boden-, Wasser- und Luftverschmutzung aufgrund von Vorkommnissen (z. B. durch das Versagen der Anlagenintegrität) zu verhindern. Diese Maßnahme unterstützt unser Ziel, in Bezug auf unsere Prozesssicherheitsereignisrate eine führende Position beizubehalten.
Interaktive Plattformen und verbesserter Wissensaustausch
[Unternehmensspezifisch] [MDR-A-68a-68c] Wir haben unser OMV Process Safety Network mit einer Online-Kollaborationsplattform einschließlich einer Referenzbibliothek und eines Diskussionsforums fortgesetzt. Regelmäßige virtuelle Veranstaltungen, bei denen rund 200 Teilnehmer:innen aus dem gesamten Konzern zusammenkommen, ermöglichen den Wissensaustausch und fördern kontinuierliches Lernen, um eine negative Auswirkung von Vorkommnissen, darunter Prozesssicherheitsereignisse, zu vermeiden. Die aktive Teilnahme der Führungsebene an diesen Veranstaltungen demonstriert starke Führungsverantwortung und Engagement für das Thema Prozesssicherheit. Ein Konzernausschuss für Prozesssicherheit unter Beteiligung von Vorstandsmitgliedern tagt zweimal jährlich. Auf diesen Sitzungen werden die Leistungen, Erfolge und Herausforderungen erörtert. Vierteljährliche halbtägige Veranstaltungen und der jährliche Process Safety Day fördern den Wissensaustausch mit aktiver Beteiligung des Senior Managements.
Lebensrettende Regeln und Sicherheitszentren
[Unternehmensspezifisch] [MDR-A-68a-68c] Auf Grundlage der in unserem Umweltmanagementstandard dargelegten Präventionsrichtlinien und der im Prozesssicherheitsstandard beschriebenen Leitlinien zur Integration der Prozesssicherheit in das Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltmanagement haben wir auch im Jahr 2025 weiter daran gearbeitet, die Sicherheitskultur an den von uns betriebenen Standorten (einschließlich Borealis) zu verbessern. Dazu zählten auch 30 Bewertungen zur Einhaltung der konzernweit geltenden lebensrettenden Regeln (Life-Saving Rules). Diese sollen zu einer Verhinderung der negativen Auswirkung von Vorkommnissen wie Prozesssicherheitsereignissen beitragen, die die Boden-, Luft- und Wasserqualität beeinträchtigen können. Auf Basis dieser Bewertungen wurden für festgestellte Mängel Aktionspläne erstellt, und bewährte Verfahren wurden kommuniziert. Darüber hinaus wurden an mehreren Standorten Sicherheitszentren eingerichtet, sodass es nun insgesamt 20 Zentren im gesamten Konzern gibt. Diese Sicherheitszentren spielen eine wichtige Rolle bei der Implementierung und praktischen Anwendung unserer lebensrettenden Regeln. Die Schulungen in den Sicherheitszentren richten sich an die Arbeitskräfte des Unternehmens und die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, die an den Standorten des OMV Konzerns tätig sind. Im Jahr 2025 nahmen insgesamt mehr als 11.000 Arbeitskräfte des Unternehmens und mehr als 6.000 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette an Schulungen in den Sicherheitszentren teil.
Kennzahlen und Ziele
E2-3 Ziele im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung
Um die Wirksamkeit unserer Konzepte und Maßnahmen hinsichtlich der wesentlichen Auswirkungen und Risiken in Bezug auf E2 Umweltverschmutzung (einschließlich Prozesssicherheit) zu verfolgen, haben wir die folgenden messbaren, ergebnisorientierten und zeitgebundenen Ziele festgelegt.
Externe Zertifizierung aller europäischen Polyolefin-(PO-)Standorte (mit Ausnahme der Recyclinganlagen) nach dem OCS-System
[E2-3.22] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] [E5-3.25] Dieses freiwillige Ziel bezieht sich auf das angestrebte Ziel, Freisetzungen von Kunststoffgranulat aus den vorgesehenen Behältern zu verhindern, und unterstützt das wesentliche Ziel von Borealis, die Emissionen von Kunststoffpartikeln in die Umwelt so weit wie möglich zu minimieren.
2025
Externe Zertifizierung aller europäischen PO-Standorte von Borealis gemäß dem europäischen OCS-Standard
Absolutes Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten |
Im Umfang enthalten | Das Ziel gilt für alle Polyolefin-Produktionsstandorte von Borealis und umfasst alle Aktivitäten im Zusammenhang mit der Verarbeitung und Handhabung von Kunststoffpellets. |
Nicht im Umfang enthalten | Recyclinganlagen von Borealis |
Geografische Abdeckung | Europäische PO-Standorte |
Basisjahr | 2024 |
Bezugswert | 9 (basierend auf dem Ergebnis von 2024) |
[MDR-T-80f] Das Ziel wird anhand der Daten über die Anzahl der von externen Zertifizierungsstellen ausgestellten OCS-Zertifikate festgelegt. Ein Lenkungsausschuss aus leitenden Angestellten von Borealis bewertete und beschloss die Zielvorgabe, die dann vom höchsten Managementgremium für den Betrieb genehmigt und durchgesetzt wurde. [MDR-T-80i] Borealis hat seine Ziele, Kennzahlen und Methoden seit der Festlegung des Ziels im Jahr 2024 nicht geändert. Borealis überprüft regelmäßig seine Methoden, um sicherzustellen, dass sie mit den sich entwickelnden wissenschaftlichen und regulatorischen Standards übereinstimmen. [MDR-T-80g] Das Ziel für die Minimierung der Freisetzung von Kunststoffgranulat stützt sich nicht auf schlüssige wissenschaftliche Erkenntnisse. Dieses Ziel wurde durch internes Benchmarking unter Berücksichtigung bewährter Verfahren der Branche, erreichbarer Werte, vorhandener Technologien und betrieblicher Verbesserungen ermittelt. [MDR-T-80h] In die Festlegung dieses Ziels wurden keine Interessenträger:innen direkt einbezogen.
Stand 2025
[MDR-T-80j] Das Ziel wurde erreicht. Für alle 10 europäischen PO-Standorte von Borealis wurde die externe OCS-Zertifizierung abgeschlossen. (2024: Von 10 europäischen Borealis PO-Standorten wurde die externe OCS-Zertifizierung für 9 abgeschlossen und für 1 verschoben). Einzelheiten dazu finden Sie im /Borealis Geschäftsbericht 2025 – Konzernlagebericht – Nachhaltigkeitserklärung.
[MDR-T 80j] Borealis überwacht die Leistung durch vierteljährliche Treffen der lokalen OCS-Teams vor Ort. Das Ziel wird jährlich im Rahmen des integrierten Umweltmanagementsystems im Zuge von Managementbewertungen überprüft und auf Grundlage von Leistungstrends und betrieblichen Entwicklungen angepasst.
Gesamtzahl der Freisetzungen von Kunststoffgranulat in die Umwelt von ≤1 pro Polyolefin-(PO-)Standort und Jahr
[E2-3.22] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] [E5-3.25] Dieses freiwillige Ziel steht im Einklang mit dem angestrebten Ziel, die Auswirkungen von Freisetzungen von Kunststoffgranulat zu verringern, und unterstützt das wichtige Ziel von Borealis, die Emissionen von Kunststoffpartikeln in die Umwelt so weit wie möglich zu minimieren.
2025
≤1 Pelletfreisetzungen in die Umwelt pro PO-Standort und Jahr
Absolutes Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten |
Im Umfang enthalten | Das Ziel gilt für alle Polyolefin-Produktionsstandorte von Borealis und umfasst alle Aktivitäten im Zusammenhang mit der Verarbeitung und Handhabung von Kunststoffpellets. |
Nicht im Umfang enthalten | n.a. |
Geografische Abdeckung | Polyolefin-Standorte von Borealis |
Basisjahr | 2024 |
Bezugswert | 7 (basierend auf dem Ergebnis von 2024) |
[MDR-T-80f] Das Ziel basiert auf Daten über die Nichteinhaltung von standortspezifischen OCS-Verfahren, die bei Inspektionen außerhalb des Standorts durch lokale OCS-Teams beobachtet und dokumentiert werden, sowie auf Beobachtungen des gesamten Standortpersonals, von Auftragnehmer:innen und Anwohner:innen. Ein Lenkungsausschuss aus leitenden Angestellten von Borealis bewertete und beschloss die Zielvorgabe, die dann vom höchsten Managementgremium für den Betrieb genehmigt und durchgesetzt wurde. [MDR-T-80i] Borealis hat seine Ziele, Kennzahlen und Methoden seit der Festlegung des Ziels im Jahr 2024 nicht geändert. Borealis überprüft regelmäßig seine Methoden, um sicherzustellen, dass sie mit den sich entwickelnden wissenschaftlichen und regulatorischen Standards übereinstimmen. [MDR-T-80g] Das Ziel für die Minimierung von Freisetzungen stützt sich nicht auf schlüssige wissenschaftliche Erkenntnisse. Es wurde durch internes Benchmarking unter Berücksichtigung bewährter Verfahren der Branche, erreichbarer Werte, vorhandener Technologien und betrieblicher Verbesserungen ermittelt. [MDR-T 80h] In die Festlegung dieses Ziels wurden keine Interessenträger:innen direkt einbezogen.
Stand 2025
[MDR-T-80j] Im Jahr 2025 meldete Borealis insgesamt 5 Freisetzungen von Kunststoffgranulat, wobei ein Standort mehr als 1 Freisetzung von Kunststoffgranulat verzeichnete; das Ziel wurde damit nicht erreicht. Dazu gehörten Borealis Polyolefins GmbH (Schwechat, 2 Freisetzungen), Borealis Polymers N.V. (1 Freisetzung), Borealis Polymers Oy (1 Freisetzung) und Borealis Compounds Inc. (Port Murray & Taylorsville; 1 Freisetzung). (2024: 7 Freisetzungen von Kunststoffgranulat; ein Standort mit mehr als 1 Freisetzung). Mehr dazu finden Sie im
/ Borealis Geschäftsbericht 2025 – Konzernlagebericht – Nachhaltigkeitserklärung.
Prozesssicherheitsereignisrate
[Unternehmensspezifisch] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] Unser freiwilliges Ziel, in Bezug auf die Prozesssicherheitsereignisrate eine führende Position aufrechtzuerhalten, steht im Einklang mit dem in unserem Code of Conduct und unserem Prozesssicherheitsmanagementstandard festgeschriebenen Commitment, Arbeitsplätze und Prozesse so zu gestalten, dass sie sicher sind – für unsere Arbeitnehmer:innen, Auftragnehmer:innen und Geschäftspartner:innen ebenso wie für externe Interessenträger:innen und die Umwelt.
2025
Führende Position bei der Prozesssicherheitsereignisrate beibehalten
2030
Führende Position bei der Prozesssicherheitsereignisrate beibehalten
Relatives Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten |
Im Umfang enthalten | 100% für Anlagen, die sich vollständig im Besitz des Konzerns befinden, für Anlagen, an denen der Konzern zu weniger als 100%, aber zu mehr als 50% beteiligt ist, sowie für Anlagen, an denen der Konzern zu 50% oder weniger beteiligt ist, wenn OMV der Betreiber eines Joint Ventures ist |
Nicht im Umfang enthalten | Joint Ventures, bei denen OMV weder die Kontrolle noch die Betriebsführerschaft innehat |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2023 |
Bezugswert | 0,23 |
[MDR-T-80f] Die Methode zur Klassifizierung der Prozesssicherheitsereignisrate folgt einem Stufenkonzept, wie es im API-754-Standard dargelegt ist.
28 Diese Rate wird berechnet als die normalisierte Rate von Tier-1- und Tier-2-Prozesssicherheitsereignissen pro 1.000.000 Arbeitsstunden, die von den entsprechenden Unternehmensfunktionen innerhalb des Berichtsumfangs geleistet wurden, mit Ausnahme der Arbeitsstunden der Konzernfunktionen. Dieser Ansatz ermöglicht die Ermittlung von Trends und Verbesserungsmöglichkeiten. Darüber hinaus unterstützt er die Umsetzung gezielter Interventionen und präventiver Maßnahmen, wodurch die Wahrscheinlichkeit und Häufigkeit von Prozesssicherheitsereignissen verringert wird.
[MDR-T-80g] Dieses Ziel basiert auf dem Vergleich unserer Leistung mit Vergleichsgruppen unter Verwendung von Daten, die von Branchenverbänden wie IOGP und Concawe für das vorangegangene Jahr veröffentlicht wurden.
[MDR-T-80h] Das Ziel wurde nach Konsultationen mit Vorstandsmitgliedern, SVPs und HSSE festgelegt und vom Vorstand genehmigt.
[MDR-T-80i] Im Berichtsjahr wurden keine Änderungen an dem Ziel vorgenommen. Alle Daten werden wie gehabt in unserem internen Register zur Meldung von Vorfällen erfasst.
[MDR-T-80j] Die Ziele werden monatlich überwacht und jährlich überprüft.
Stand 2025
[MDR-T.80j]0,30 (2024: 0,20)

[E2-3.23a] Keines der Ziele bezieht sich direkt auf Luftschadstoffe und entsprechende Frachtwerte. In der EU, wo sich die wichtigsten Standorte von OMV befinden, sind Emissionen in die Luft streng geregelt. OMV plant, die Luftemissionen seiner Anlagen zu analysieren und anhand der Ergebnisse dieser Analysen zu entscheiden, ob die Festlegung eines über die strengen gesetzlichen Vorgaben hinausreichenden Luftschadstoffziels erforderlich ist. Die Luftemissionen sind zwar indirekt in unserem Ziel für Prozesssicherheitsereignisse enthalten, der Beitrag solcher Ereignisse zu den Gesamtluftemissionen ist jedoch gering. [E2-3.23b-23c] Unser Ziel hinsichtlich der Anzahl der Freisetzungen bezieht sich sowohl auf Emissionen ins Wasser und spezifische Frachtwerte als auch auf die Bodenverschmutzung und spezifische Frachtwerte, mit dem Ziel, die Freisetzung von Kunststoffpellets in die Umwelt zu reduzieren. Aufgrund seiner mangelnden biologischen Abbaubarkeit neigt Mikroplastik dazu, sich in verschiedenen Umweltbereichen, einschließlich Wasser und Boden, anzusammeln. Unser Ziel in Bezug auf Pelletfreisetzungen ist es, den Eintrag von Kunststoff in die Umwelt, insbesondere ins Wasser, zu verringern. Bei OMV ist unser Ansatz für den Umgang mit Freisetzungen gefährlicher Stoffe darauf ausgerichtet, Bodenverschmutzungen zu minimieren und die Integrität der Umwelt in der Umgebung unserer Standorte zu wahren. Zu diesem Anspruch haben wir uns verpflichtet. Ein spezifisches Ziel zur Minimierung der Bodenverschmutzung durch Freisetzungen gefährlicher Stoffe besteht momentan nicht.
E2-4 Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung
[E2-4.30b] Alle Umweltverschmutzungsdaten werden aus standortspezifischen Informationen und Messungen abgeleitet, bei denen die jeweiligen nationalen gesetzlichen Vorgaben für Messmethoden und -häufigkeiten eingehalten werden. Luftschadstoffdaten werden mit einer Reihe verschiedener Methoden ermittelt: kontinuierliche Messungen, auf Jahreswerte hochgerechnete Einzelmessungen und Datenberechnungen anhand von Standardfaktoren. Schadstoffe ins Wasser werden durch Stichproben und interne oder externe Laboranalysen gemessen. Bodenverschmutzungen durch freigesetzte Kohlenwasserstoffe werden je nach Art und Schweregrad der Freisetzung bzw. der Verfügbarkeit von Daten mit verschiedenen Methoden gemessen. Annahmen und Einschränkungen ergeben sich in erster Linie durch die Verwendung von Schätzungen und Standardfaktoren sowie durch Hochrechnung von Einzelmessungen. [E2-4.30c] Umweltdaten, einschließlich Daten zur Umweltverschmutzung, werden im Umweltreportingsystem von OMV entweder auf kontinuierlicher Basis (z. B. Meldung von Prozesssicherheitsereignissen und sonstigen Vorfällen, bei denen gefährliche Stoffe freigesetzt wurden) oder im Rahmen von Datenerfassungskampagnen erfasst. Um die Richtigkeit der Daten zu gewährleisten, sollte eine andere Person als diejenige, die die Daten auf Standortebene erfasst oder eingegeben hat, diese nach dem Vieraugenprinzip überprüfen, validieren und genehmigen. Dies ist erforderlich, bevor die Daten auf Geschäftsbereichs- oder Konzernebene verwendet oder konsolidiert werden können. Das lokale Management bleibt Eigentümer der Daten.
[E2-4.31] Alle Messmethoden entsprechen den nationalen gesetzlichen Vorschriften und Industrienormen. Für Schätzungen werden wann immer möglich Industrienormen und -leitlinien wie Kapitel 19.2 des Manual of Petroleum Measurement Standards, VDI 3790, VDI 2440 und VDI 3479 herangezogen. Da diese Normen und Leitlinien allgemeine Methoden enthalten, sind die inhärenten Unsicherheiten größer als bei direkten Messungen. Je erheblicher die jeweilige Umweltbelastung durch den Schadstoff im regionalen und nationalen Kontext ist, desto genauer muss die angewendete Messmethode in der Regel sein. Für eine höhere Genauigkeit sind indes komplexere und kostspieligere Messtechniken und -methoden erforderlich. Bei geringen oder unerheblichen Schadstoffmengen ist es im Sinne einer möglichst effizienten Nutzung der Ressourcen durchaus akzeptabel und auch vernünftig, weniger genaue Methoden zu verwenden. Die dadurch frei werdenden Ressourcen können im Rahmen des Umweltmanagementsystems sinnvoller eingesetzt werden.
Freisetzung von Schadstoffen in Luft, Wasser und Boden |
[MDR-M.77c] [E2-4.28a, 28b] [E2-4 AR 22] |
kg/Jahr |
| 2025 | 2024 |
Schadstoff | in Luft | in Wasser | in Boden | in Luft | in Wasser | in Boden |
Teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKWs) | n.a.3 | n.a.1 | n.a.1 | 111 | n.a.1 | n.a.1 |
Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC) | 4.881.656 | n.a.1 | n.a.1 | 3.808.131 | n.a.1 | n.a.1 |
Stickoxide (NOx/NO2) | 4.313.835 | n.a.1 | n.a.1 | 4.458.812 | n.a.1 | n.a.1 |
Schwefeloxide (SOx/SO2) | 2.009.397 | n.a.1 | n.a.1 | 2.387.598 | n.a.1 | n.a.1 |
Gesamtstickstoff | n.a.1 | n.a.3 | n.a.2 | n.a.1 | 51.599 | n.a.2 |
Arsen und Verbindungen (als As) | n.a.3 | 50 | n.a.2 | n.a.3 | 56 | n.a.2 |
Cadmium und Verbindungen (als Cd) | 20 | n.a.1 | n.a.2 | 20 | n.a.3 | n.a.2 |
Kupfer und Verbindungen (als Cu) | n.a.3 | 77 | n.a.2 | n.a.3 | 93 | n.a.2 |
Nickel und Verbindungen (als Ni) | 149 | n.a.3 | n.a.2 | 103 | 21 | n.a.2 |
Zink und Verbindungen (als Zn) | n.a.3 | n.a.3 | n.a.2 | n.a.3 | 1.560 | n.a.2 |
Benzol | 56.485 | n.a.3 | n.a.2 | 63.159 | n.a.3 | n.a.2 |
Phenole (als Gesamt C) | n.a.3 | 116 | n.a.2 | n.a.3 | 178 | n.a.2 |
Chloride (als Gesamt-Cl) | n.a.1 | n.a.3 | n.a.2 | n.a.1 | 2.882.950 | n.a.2 |
Fluoride (als Gesamt-F) | n.a.1 | 2.068 | n.a.2 | n.a.1 | 2.711 | n.a.2 |
Feinstaub (PM10) | 53.000 | n.a.1 | n.a.1 | 59.000 | n.a.1 | n.a.1 |
Gesamte Luftschadstoffe |
[MDR-M.77c] [Unternehmensspezifisch] |
kg/Jahr |
| 2025 | 2024 |
SO2 | 2.079.551 | 2.461.811 |
NOx | 9.021.328 | 7.560.341 |
NMVOC | 7.927.664 | 7.673.828 |
Feinstaubemissionen | 145.040 | 139.384 |
Ozonabbauende Stoffe | 0 | 134 |
Zusätzliche Kennzahlen |
[MDR-M.77c] [Freiwillig] |
| Einheit | 2025 | 2024 |
Berichtseinheiten gemäß ISO 14001 zertifiziert | % | 48,0 | 54,0 |
Verstöße gegen gesetzliche Umweltauflagen/-vorschriften | Anzahl | 34 | n.a. |
davon Betrag an Geldstrafen | EUR Mio | 0,138 | n.a. |
davon zum Jahresende aufgelaufene Umwelthaftung | EUR Mio | 0,019 | n.a. |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zur Freisetzung von Schadstoffen in Luft, Wasser und Boden, der Summe der Luftschadstoffe sowie den zusätzlichen Kennzahlen finden Sie im >Anhang: E2-4 Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung.
Mikroplastik
[E2-4.28b] [MDR-M.77c] Im Jahr 2025 erzeugte Borealis an seinen PO-
Standorten 3.882.689,2 t (2024: 4.024.286,9 t) Mikroplastik in Form von produzierten Kunststoffpellets und emittierte 0,0185 t (2024: 0,0180 t) Mikroplastik in Form von freigesetztem Kunststoffgranulat, das nicht wieder eingesammelt werden konnte.
[E2-4.30a] Borealis begann 2024 im Rahmen der Implementierung des OCS-Standards an allen PO-Standorten mit spezifischen Untersuchungen und Datenerhebungen zu unbeabsichtigten Freisetzungen von Kunststoffgranulat.
[E2-4.30b, 30c] Die Gesamtmasse des erzeugten Mikroplastiks bezieht sich auf die Produktionsleistung jedes der Borealis Extruder (letzter Anlagenteil für die Herstellung von Polyolefin-Neuware, Compounding und Recycling), die gemessen und im Umwelt- und Energiedatenmanagementsystem des Unternehmens erfasst wird. Die Gesamtmasse des nicht wieder eingesammelten Mikroplastiks infolge größerer Freisetzungen von Pellets
29 wird in erster Linie von geschultem Personal vor Ort bei Routinekontrollen geschätzt.
[E2-4.31] Derzeit gibt es keine standardisierten, wissenschaftlich anerkannten Methoden zur direkten Messung von nicht wieder eingesammelten Pellets, die aus den Betrieben von Borealis stammen. Die Quantifizierung basiert auf einer Schätzung nach erfolgter Ursachenforschung. In den jüngsten EU-Verordnungen (2023/0373 (COD) und Verordnung (EU) 2023/2055 der Kommission zur Änderung der REACH-Verordnung) wurde eine standardisierte Methode zur Messung von kanalisierten und diffusen Verschmutzungen durch Mikroplastik vorgeschlagen. Borealis wird diese übernehmen, sobald sie etabliert und anwendbar ist. Mehr dazu finden Sie im
/Borealis Geschäftsbericht 2025 – Konzernlagebericht – Nachhaltigkeitserklärung.
Freisetzung gefährlicher Stoffe |
[MDR-M.77c] [Unternehmensspezifisch] |
| | 2025 | 2024 |
Freisetzung gefährlicher Stoffe | Anzahl | 1.671 | 2.305 |
davon größere (d. h. Schweregrad 3 bis 5) | Anzahl | 2 | 4 |
Freigesetzte Menge | Liter | 34.660 | 127.015 |
Umweltbezogene Aufwendungen |
[MDR-M.77c] [Freiwillig] |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Aufwendungen für Umweltschutz exkl. Abschreibungen | 640 | 555 |
Umweltinvestitionen für in Betrieb gesetzte Anlagen | 378 | 592 |
Prozesssicherheitsereignisse |
[MDR-M.77c] [Unternehmensspezifisch] |
| 2025 | 2024 |
Tier 1 (Anzahl) | 16 | 8 |
davon Energy | 1 | 5 |
davon Fuels | 7 | 3 |
davon Chemicals | 8 | 0 |
Tier 2 (Anzahl) | 15 | 13 |
davon Energy | 3 | 5 |
davon Fuels | 6 | 0 |
davon Chemicals | 6 | 8 |
Prozesssicherheitsereignisrate1 (pro 1 Mio Arbeitsstunden) | 0,30 | 0,20 |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zu Mikroplastik, Freisetzungen, umweltbezogenen Aufwendungen und Prozesssicherheit finden Sie im >Anhang: E2-4 Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung.
E3 Wasser
Wesentliches Thema: E3 Wasser
Wesentliches Unterthema: Wasser
Effiziente Wassernutzung in unseren Betrieben und Minimierung der Auswirkungen der Wassernutzung und der Wasserableitung auf die Umwelt und lokale Gemeinschaften
SDG-Ziele:
Die wesentliche Auswirkung und das Risiko im Zusammenhang mit E3 Wasser finden Sie im Abschnitt >SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell. Dieses Thema wird zentral durch die HSSE-Konzernfunktion gesteuert. Diese Funktion steht unter der Leitung des:der VP HSSE, der:die direkt an den:die Generaldirektor:in berichtet. Die HSSE-Abteilungen von OMV Petrom und Borealis regeln die jeweiligen eigenen Belange und koordinieren lokale HSSE-Beauftragte und Expert:innen.
E3-1 Konzepte im Zusammenhang mit Wasser
OMV hat die folgenden Konzepte eingeführt, um unsere wesentliche Auswirkung und das Risiko im Zusammenhang mit E3 Wasser zu steuern.
Code of Conduct
[E3-1.12] [MDR-P-65a-65f] In Bezug auf den Code of Conduct werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E3 Wasser, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
Standard für unternehmensweites Risikomanagement
[MDR-P-65a-65f] In Bezug auf den Standard für unternehmensweites Risikomanagement (Enterprise-Wide Risk Management; EWRM) werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E3 Wasser, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
Umweltmanagementstandard
[MDR-P-65a- 65f] In Bezug auf den Umweltmanagementstandard (UMS) werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E3 Wasser, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt. Im Rahmen des Umweltmanagementstandards von OMV wurden Prozesse und Mechanismen definiert, um die identifizierten tatsächlichen und potenziellen negativen Auswirkungen und das Risiko zu verhindern, abzumildern und zu beheben. Diese umfassen:
Risikomanagement
[MDR-P-65a] Umfassende Bewertungen des Wasserstressniveaus werden jährlich durchgeführt. Um Standorte mit einem erhöhten Risiko für Wasserknappheit oder Wasserstress zu ermitteln, verwendet OMV internationale Tools und Indizes wie etwa den Wasserstressindex von Verisk Maplecroft, der auf dem „Aqueduct Baseline Water Stress“‑Index des World Resources Institute (WRI) basiert, sowie bei Bedarf auch eigene Bewertungen. In einigen Regionen, in denen OMV tätig ist, kam es in trockenen Jahren bereits zu Wasserstress. Vor allem aufgrund des Klimawandels müssen wir mit einem weiteren Rückgang des verfügbaren Wassers rechnen. Ein Bottom-up-Ansatz bei der Bewertung der Wasserrisiken gemäß unserer konzernweiten Richtlinie für die Bewertung von Umweltrisiken (Environmental Risk Assessment; ERA) gewährleistet eine konsistente qualitative Beurteilung von operationellen Risiken und Auswirkungen auf die Umwelt. Wesentliche Risiken werden im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagementsystems (EWRM) von OMV bewertet. Bevor wir unsere Geschäftstätigkeit in einem neuen Land aufnehmen oder neue Tätigkeiten starten, ermitteln wir potenzielle künftige Wasserrisiken wie die jährliche Gesamtentnahme von Grundwasser in Relation zur Grundwassermenge (Baseline Water Stress; BWS), das Verhältnis zwischen Grundwasserentnahme und Grundwasserneubildung (Groundwater Stress) und saisonale Schwankungen. Dazu verwendet OMV in erster Linie die Aqueduct-Tools des World Resources Institute (WRI) und die Indizes von Verisk Maplecroft. Wassermanagementrisiken sind eng mit der Verhinderung der Freisetzung gefährlicher Stoffe verknüpft. Mehr über die Vermeidung von Freisetzungen gefährlicher Stoffe finden Sie im Abschnitt >Bereitschafts- und Reaktionsplanung bei Freisetzungen gefährlicher Stoffe.
Wassermanagementpläne
[MDR-P-65a] [E3-1.12a] Wassermanagementpläne sind für OMV ein essenzielles Instrument, um alle wasserbezogenen Themen, Probleme und Aufgaben zu behandeln – mit dem Ziel, das Wassermanagement zu verbessern. Sie geben Aufschluss über die aktuelle Wassernutzung und weisen den Weg für Verbesserungen der Wassereffizienz, Maßnahmen zur Wassereinsparung und Ziele zur Wasserreduzierung. Jeder Standort von OMV muss einen Wassermanagementplan entwickeln, umsetzen und aufrechterhalten. Dieser Plan sollte mindestens die folgenden Elemente enthalten: Umfang und Ziele einschließlich Standortbeschreibung; geltende Rechtsvorschriften, sonstige Anforderungen und Genehmigungen; Identifizierung von Wasserquellen, Einleitungen einschließlich Wasserqualitätsparametern und Überwachungsplänen; Wasserkarte, -inventar und -bilanz einschließlich Ableitungen; Systeme für Wassertransport, -speicherung und -aufbereitung; wesentliche Wasserrisiken und Maßnahmen zur Risikominderung; Maßnahmen zur Wassereinsparung und Steigerung der Wassereffizienz einschließlich eines Aktionsplans. Betriebseinrichtungen in Regionen, die von Wasserknappheit betroffen sind oder sein könnten, und Betriebe, die signifikante Wasserressourcen nutzen (z. B. in Tunesien), wurden bei der Entwicklung und Umsetzung von Wassermanagementplänen priorisiert. Das Ziel dieser Pläne ist eine langfristige nachhaltige Produktion mit minimalen Auswirkungen auf die Umwelt.
Beste verfügbare Techniken
[MDR-P-65a] [E3-1.12a] Wir ergreifen Maßnahmen, um die Süßwasserentnahme auf ein Minimum zu reduzieren. Dazu zählen die Reduzierung der Komplexität der Betriebsabläufe, die Modernisierung von Anlagen (Kesseln), die Instandhaltung von Anlagen zur Verringerung von Wasserverlusten, die Verwendung von entsalztem Meerwasser anstelle von Süßwasser, die Installation von Umlaufkühlsystemen, die Verwendung von Luft oder Glykol als Kühlmittel anstelle von Wasser (z. B. in der Verdichterstation 2 Bustuchin im Oltenia-Asset) und die Optimierung der Leitungswege für die Wasserversorgung. Neben der Umsetzung von Maßnahmen zur Verringerung der Süßwasserentnahme implementieren wir die beste verfügbare Technik (BVT), um Wasser nachhaltig aufzubereiten. Außerdem wollen wir die Wassereffizienz im täglichen Betrieb an unseren Tankstellen verbessern. In diesem Geschäftsbereich sind Autowaschanlagen einer der Hauptverbraucher von Wasser. Daher ist die in unsere Anlagen implementierte Wasserrecyclingtechnik ein wichtiges Element zur effizienten und nachhaltigen Nutzung der Wasserressourcen von OMV.
Einbeziehung der Interessenträger:innen
[MDR-P-65a] Die Auswirkung unserer Geschäftstätigkeit auf die Wasserressourcen ist für diverse Interessenträger:innen von Bedeutung. Wir arbeiten mit Behörden – zum Beispiel mit jenen, die für das Flussgebietsmanagement zuständig sind – im Hinblick auf die Einhaltung von Wassernutzungsvorschriften sowie in Bezug auf die Einhaltung der für die Abwasseraufbereitung geltenden Umweltparameter zusammen. Wir stimmen uns mit lokalen Wasserversorgungsunternehmen zur Süßwasserversorgung der OMV Betriebseinrichtungen sowie zur Abwasserbehandlung ab. Wir kooperieren mit NGOs in Bezug auf den Umweltschutz und die Erhaltung der Wasserressourcen sowie mit lokalen Gemeinschaften im Hinblick auf die gemeinsame Nutzung lokaler Wasserressourcen und die Qualität des eingeleiteten Abwassers. In Österreich zum Beispiel fischen Ortsansässige nahe der Raffinerie Schwechat und des Tanklagers Lobau in der Donau sowie im dortigen Hafen. Mit ihnen führen wir bereits seit Jahren einen aktiven und offenen Dialog. In Gebieten, in denen OMV Betriebe große Wassermengen benötigen oder die unter Wasserstress leiden, ist die Einbeziehung lokaler Interessenträger:innen in das Wassermanagement besonders wichtig, um die gesellschaftliche Akzeptanz für unser unternehmerisches Handeln sicherzustellen. Die Aktivitäten von OMV im Rahmen des Wassermanagements haben eine sozial gerechte Wassernutzung zum Ziel. Zudem führt OMV regelmäßig Lieferantenaudits durch, um die Einhaltung unserer Anforderungen in Bezug auf die Menschenrechte sicherzustellen.
Damit wir mit den Interessen und Bedürfnissen lokaler Gemeinschaften vertraut sind und diese während des gesamten Lebenszyklus eines Projekts berücksichtigen können, führt OMV im Zuge von Sozialverträglichkeitsprüfungen (Social Impact Assessments; SIAs) gesellschaftliche Bestandsaufnahmen und Bedarfsanalysen durch. Zeigt sich aufgrund dieser Analysen ein Bedarf, startet OMV Entwicklungsprojekte, die für die lokale Bevölkerung einen besseren Zugang zu sauberem Wasser sicherstellen. Bedenken über wasserspezifische Probleme können auch über unsere Community-Beschwerdemechanismen geäußert werden. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >S3-3 Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die betroffene Gemeinschaften Bedenken äußern können. [E3-1.12c] Da alle unsere Standorte unter den UMS fallen, umfasst unser allgemeines Engagement zur Reduktion des Wasserverbrauchs und zur Verbesserung der Wassereffizienz auch Gebiete, die von Wasserrisiken betroffen sind. [E3-1.14] Der UMS enthält einen Anhang, der zusätzliche Anforderungen an die Einleitung von produziertem Wasser und Offshore-Abwasser vorschreibt. Darüber hinaus hat OMV jedoch keine konkreten Richtlinien in Bezug auf nachhaltige Ozeane und Meere eingeführt.
E3-2 Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Wasser
[E3-2.19] OMV verwendet für vor- und nachgelagerte Tätigkeiten erhebliche Mengen Wasser. Süßwasser zum Beispiel wird für Öl- und Gasbohrungen, zur Dampferzeugung und zum Kühlen eingesetzt. Kleinere Mengen Wasser werden auch für nicht industrielle Zwecke genutzt. Sämtliches Lagerstättenwasser wird aufbereitet und wenn möglich erneut in die Kohlenwasserstofflagerstätten eingepresst, um die Förderrate zu optimieren. Entsalztes Wasser wird für einige Offshore-Tätigkeiten eingesetzt. Raffinerien und verschiedene andere Betriebseinrichtungen verwenden auch Brackwasser und/oder wiederaufbereitetes Wasser für diverse betriebliche Zwecke. Einige OMV Betriebsanlagen befinden sich in Wasserstressgebieten.
30 Der folgende Abschnitt bietet einen Überblick und eine Beschreibung der Maßnahmen, die im Berichtsjahr ergriffen wurden, sowie der geplanten künftigen Maßnahmen zur Bewältigung unserer Auswirkung und unseres Risikos im Zusammenhang mit Wasser.
Wasserbewertung
[E3-2.19] [MDR-A-68a-68c] Im Jahr 2025 führte OMV Tunesien (TN) die wasserrechtlich vorgeschriebene Evaluierung für die zentrale Aufbereitungsanlage Waha durch, um den Wasserverbrauch und das damit verbundene Wassernetz zu bewerten. Ziel war es, die Wassereffizienz in der gesamten betrieblichen Wertschöpfungskette zu verbessern. Dabei wurden mehrere Bereiche mit Verbesserungsbedarf ermittelt, darunter die Einführung eines intelligenten Wasserüberwachungssystems, die Wiederverwendung von Kondenswasser aus den Klimaanlagen und die Umgestaltung des Wassernetzes und des Bewässerungssystems. Eine weitere Initiative widmet sich der Wiederverwendung von aufbereitetem Wasser für die Bewässerung einer Grünzone. Diese Maßnahmen sind besonders wichtig, da Tunesien als Gebiet mit Wasserrisiko gilt. Die Umsetzung soll im Jahr 2026 beginnen. Dazu wird derzeit ein detaillierter Zeitplan auf Grundlage der 2025 durchgeführten Vorbereitungsarbeiten ausgearbeitet. Mit diesen Maßnahmen möchten wir unser erklärtes Ziel der Verbesserung der Wassereffizienz und unsere Bestrebung zur Minimierung der Entnahme von Süßwasser unterstützen.
Risikobewertung
[MDR-A-68a-68c] Im Berichtsjahr hat OMV mehrere Maßnahmen zur Verbesserung des Wassermanagements umgesetzt. Dazu wurden an allen Betriebsstandorten umfassende Bewertungen von Auswirkungen und Risiken in Bezug auf Wasser unter Verwendung des „Water Risk Filter“ des WWF und des LEAP-Ansatzes der TNFD durchgeführt. Eine Gap-Analyse anhand der ESRS-Anforderungen ergab Bereiche mit Verbesserungsbedarf, einschließlich des Bedarfs an messbaren Wasserzielen, der laufenden Überwachung von Maßnahmen zur Wassereinsparung und Initiativen zur Wiederherstellung von Ökosystemen. Basierend auf Risiko, Standort und Wesentlichkeit wurden wassersensible Standorte ermittelt und nach Prioritäten geordnet. Um eine strukturierte Überwachung zu gewährleisten, wurde zur Nachverfolgung von Maßnahmen und Chancen ein „Water Action and Opportunities Tracker“ eingeführt, der von allen Standorten detaillierte Übersichten über wasserbezogene Maßnahmen und mehrjährige Prognosen des Süßwasserbedarfs verlangt. Es wird erwartet, dass diese Maßnahmen zu unserem erklärten Ziel der Verbesserung der Wassereffizienz und unserer Bestrebung zur Minimierung der Entnahme von Süßwasser, insbesondere in wasserarmen Regionen, beitragen. Gleichzeitig sollen damit die Wasserqualität verbessert und die Verschmutzung durch den Betrieb minimiert werden. Es wird erwartet, dass die Maßnahmen dazu beitragen, das Vertrauen der Interessenträger:innen zu stärken und die Erfüllung der ESRS- und TNFD-Anforderungen zu gewährleisten. Damit unterstützen sie die Einhaltung von Vorschriften und Nachhaltigkeitszielen. Gemeinsam tragen die Maßnahmen direkt zur HSSE-Strategie 2030 von OMV und zu den allgemeinen Umweltzielen bei, da sie die Bemühungen und Praktiken im Bereich der Wasserbewirtschaftung vorantreiben, die Umweltauswirkungen reduzieren und eine transparente Berichterstattung sowie kontinuierliche Verbesserungen unterstützen.
Die Maßnahmen erstreckten sich auf alle Betriebsstandorte, die unter der finanziellen oder operativen Kontrolle des Unternehmens stehen, einschließlich Industrieanlagen wie Raffinerien und Chemieproduktionsanlagen, dezentraler Produktionsbereiche, Konzessionen und der entsprechenden Büros. Geografisch galten die Maßnahmen für alle Regionen, in denen OMV tätig ist. Dabei wurden standortspezifische Bewertungen und Maßnahmen, die auf die lokalen Wasserrisiken und Einzugsgebiete zugeschnitten waren, durchgeführt. Gebieten mit Wasserstress bzw. Entwässerungsgebieten mit hohem Risiko wurde Priorität eingeräumt. Die Maßnahmen betrafen sowohl interne Interessenträger:innen wie Arbeitnehmer:innen, das Standortmanagement und Einsatzteams als auch externe Gruppen wie Aufsichtsbehörden, lokale Gemeinden und andere Wassernutzer:innen im Einzugsgebiet.
[MDR-A-69a-69c] Trotz der für die angeführten Maßnahmen und Initiativen bereitgestellten Ressourcen hat keine davon unseren Schwellenwert für die wichtigsten Maßnahmen überschritten.
31 Daher wurden diese Datenanforderungen an die zugewiesenen Finanzmittel nicht ausgewiesen.
Kennzahlen und Ziele
E3-3 Ziele im Zusammenhang mit Wasser
Um die Wirksamkeit unserer Konzepte und Maßnahmen hinsichtlich unserer wesentlichen Auswirkung und unseres Risikos in Bezug auf E3 Wasser zu verfolgen, haben wir folgende Ambition formuliert.
Unsere Ambition
[MDR-T.81b-i] OMV hat noch kein ESRS-konformes Ziel für das wesentliche Thema E3 Wasser festgelegt. Das Unternehmen hat jedoch bereits damit begonnen, ein Ziel zum Thema Wasser zu erarbeiten. Seit 2021 berichten wir über die Süßwasserentnahme und es ist unsere Bestrebung, die Süßwasserentnahme zu reduzieren und die Auswirkungen der Wassernutzung, insbesondere in wasserarmen Gebieten, zu minimieren. Dieses Commitment ist in unserem Code of Conduct, dem Umweltmanagementstandard und der HSSE-Strategie des OMV Konzerns festgelegt. Wir überprüfen die Wirksamkeit, indem wir die jährliche Reduktion der Süßwasserentnahme in unseren Betrieben messen, ohne ein spezifisches Basisjahr zu verwenden.
Stand 2025
[MDR-T-81b-ii]47.712 Megaliter Süßwasserentnahme (2024: 44.998 Megaliter)
E3-4 Wasserverbrauch
Wasserverbrauch und Wasserwiederverwendung |
[MDR-M.77c] [E3-4.26] [E3-4.28a-28c] [E3-4.29] [E3-4-28 AR 28] [Unternehmensspezifisch] |
m3 |
| 2025 | 2024 |
Wasserverbrauch | | |
Gesamtwasserverbrauch | 65.423.949 | 68.126.854 |
davon in Gebieten, die von Wasserrisiken betroffen sind, einschließlich Gebieten mit hohem Wasserstress | 2.219.687 | 1.706.154 |
Wasserwiederverwendung | | |
Zurückgewonnenes und wiederverwendetes Wasser1 | 8.576.533 | 10.433.128 |
Wasserintensität (in m³/EUR Mio)2, 3 | 2.579 | n.a. |
Entnahmen von Wasser und Ableitung von Wasser |
[MDR-M.77c] [E3-4 AR 29] [E3-4 AR 32] [Unternehmensspezifisch] [Freiwillig] |
m3 |
| 2025 | 2024 |
Entnahmen von Wasser3 | 604.019.749 | 568.598.186 |
davon Grundwasser | 29.937.035 | 27.228.924 |
davon Süßwasser (≤1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS])4 | 29.937.035 | 22.439.019 |
davon anderes Wasser (>1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS])4 | 0 | 4.789.905 |
davon Oberflächenwasser | 14.799.342 | 18.623.214 |
davon Süßwasser (≤1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS]) | 14.799.342 | 18.623.214 |
davon Durchlaufkühlwasser | 219.757 | 326.211 |
davon anderes Wasser (>1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS]) | n.a. | n.a. |
davon Wasser aus öffentlichen Systemen | 2.975.808 | 3.951.688 |
davon Süßwasser (≤1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS]) | 2.885.450 | 3.951.688 |
davon anderes Wasser (>1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS]) | 90.358 | n.a. |
davon Meerwasser | 511.034.801 | 469.922.685 |
davon Durchlaufkühlwasser | 509.123.064 | 467.992.793 |
davon produziertes Wasser | 45.363.121 | 48.871.675 |
Entnahmen von Wasser in Gebieten, die von Wasserrisiken betroffen sind, einschließlich Gebieten mit hohem Wasserstress1 | 3.490.265 | 3.153.508 |
davon Grundwasser2 | 2.705.303 | 1.018.748 |
davon Süßwasser (≤1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS])2 | 2.705.303 | 1.018.748 |
davon anderes Wasser (>1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS])2 | n.a. | n.a. |
davon Oberflächenwasser2 | n.a. | n.a. |
davon Süßwasser (≤1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS])2 | n.a. | n.a. |
davon anderes Wasser (>1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS])2 | n.a. | n.a. |
davon Wasser aus öffentlichen Systemen2 | 402.810 | 1.816.026 |
davon Süßwasser (≤1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS])2 | 402.810 | 1.816.026 |
davon anderes Wasser (>1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS])2 | n.a. | n.a. |
davon Meerwasser2 | n.a. | n.a. |
davon produziertes Wasser2 | 382.152 | 318.735 |
Ableitungen von Wasser3 | | |
Ableitungen von Wasser | 598.593.438 | 500.662.842 |
davon ins Grundwasser | n.a. | n.a. |
davon Süßwasser (≤1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS]) | n.a. | n.a. |
davon anderes Wasser (>1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS]) | n.a. | n.a. |
davon ins Oberflächenwasser | 21.254.498 | 21.902.446 |
davon Süßwasser (≤1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS]) | 16.934.508 | 17.258.804 |
davon Durchlaufkühlwasser | 219.757 | 326.211 |
davon anderes Wasser (>1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS])5 | 4.319.990 | 4.643.662 |
davon ins Meerwasser | 513.140.290 | 472.296.220 |
davon Durchlaufkühlwasser | 509.123.064 | 467.992.793 |
davon an Dritte | 64.198.650 | 6.464.156 |
davon an andere | 17.990 | 34.798 |
Ableitungen von Wasser nach Ziel in allen Gebieten mit Wasserstress1 | 1.724.906 | 1.500.979 |
davon ins Grundwasser2 | n.a. | n.a. |
davon Süßwasser (≤1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS])2 | n.a. | n.a. |
davon anderes Wasser (>1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS])2 | n.a. | n.a. |
davon ins Oberflächenwasser2 | 1.243.255 | 734.904 |
davon Süßwasser (≤1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS])2 | 1.243.255 | 734.904 |
davon anderes Wasser (>1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand [TDS])2 | n.a. | n.a. |
davon ins Meerwasser2 | n.a. | 590.378 |
davon an Dritte2 | 463.661 | 140.899 |
davon an andere2 | 17.999 | 34.798 |
Ableitungen von Wasser – Qualität | | |
Abgeleitete Kohlenwasserstoffe (Öl) (in t)2 | 9 | 6 |
Standorte mit umgesetzten Wassermanagementplänen (%)2 | 82,0 | 77,0 |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zu Wasserverbrauch und Wasserwiederverwendung sowie Wasserentnahme und Ableitungen von Wasser finden Sie im >Anhang: E3-4 Wasserverbrauch.
E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme
Wesentliches Thema: E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme
Wesentliche Unterthemen: Direkte Ursachen des Biodiversitätsverlusts, Auswirkungen auf den Zustand der Arten, Auswirkungen auf den Umfang und den Zustand von Ökosystemen sowie Auswirkungen und Abhängigkeiten von Ökosystemdienstleistungen
Minderung der Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und die Ökosysteme bei allen unseren Projekten und Tätigkeiten oder in deren Nähe, und Bestrebung zum Beitrag zu den Zielen des Globalen Biodiversitätsrahmens (Global Biodiversity Framework; GBF) und der EU-Biodiversitätsstrategie durch den Erhalt der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme
Relevante SDGs:

Die wesentliche Auswirkung und das Risiko im Zusammenhang mit E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme finden Sie im Abschnitt >SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell. Dieses Thema wird zentral durch die HSSE-Konzernfunktion gesteuert. Diese Funktion steht unter der Leitung des:der VP HSSE, der:die direkt an den:die Generaldirektor:in berichtet. Die HSSE-Abteilungen von OMV Petrom und Borealis regeln die jeweiligen eigenen Belange und koordinieren lokale HSSE-Beauftragte und Expert:innen.
E4-1 Übergangsplan und Berücksichtigung von biologischer Vielfalt und Ökosystemen in Strategie und Geschäftsmodell
[E4-1.11] [E4-1.13] Die Bewertung der Widerstandsfähigkeit der Strategie und des Geschäftsmodells von OMV gegenüber den Auswirkungen auf die biologische Vielfalt wurde noch nicht durchgeführt, da die Bewertung gemäß dem LEAP-Ansatz der TNFD noch nicht abgeschlossen ist. Die Ergebnisse werden zu einem besseren Verständnis der Auswirkungen, Abhängigkeiten, Risiken und Chancen von OMV in Bezug auf die biologische Vielfalt beitragen und sind für die Durchführung dieser Analyse unerlässlich. Die bisherigen Bewertungen der Pilotstandorte zeigen, dass potenzielle Veränderungen der natürlichen Ökosysteme aufgrund der Art unserer Geschäftstätigkeit voraussichtlich nur einen begrenzten Einfluss auf die Aktivitäten von OMV haben werden. Nichtsdestotrotz sind wir aufgrund unserer Bestrebung zur Leistung eines Beitrags zu den Zielen des Globalen Biodiversitätsrahmens und der Biodiversitätsstrategie der EU verpflichtet, auf unsere Auswirkungen zu reagieren – ungeachtet der operationellen Risiken für OMV. Überdies werden biobasierte Einsatzstoffe eine immer wichtigere Rolle in der Strategie und im Geschäftsmodell von OMV spielen, wodurch die Abhängigkeit von der Ökosystemdienstleistung der Biomassebereitstellung in den kommenden Jahren mehr Aufmerksamkeit erfordern wird. Weitere Informationen zum Zusammenspiel unserer ermittelten wesentlichen Auswirkung und unseres Risikos hinsichtlich der biologischen Vielfalt mit der Strategie und dem Geschäftsmodell von OMV finden Sie im Abschnitt >SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell.
E4-2 Konzepte im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen
OMV hat die folgenden Konzepte eingeführt, um unsere wesentliche Auswirkung und das Risiko im Zusammenhang mit E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme zu steuern.
Code of Conduct
[E4-1.22] [MDR-P-65a-65f] In Bezug auf den Code of Conduct werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
Standard für unternehmensweites Risikomanagement
[MDR-P-65a-65f] In Bezug auf den Standard für unternehmensweites Risikomanagement (Enterprise-Wide Risk Management; EWRM) werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
Umweltmanagementstandard
[E4-1.22] [MDR-P-65a-65f] In Bezug auf den Umweltmanagementstandard werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt. Im Rahmen des Umweltmanagementstandards von OMV wurden Prozesse und Mechanismen definiert, um identifizierte potenzielle negative Auswirkungen zu verhindern, zu mindern und zu beheben. Die konkreten Prozesse im Zusammenhang mit dem Biodiversitätsmanagement, die im Umweltmanagementstandard beschrieben sind, umfassen:
Bewertungen der Biodiversität auf Standortebene
[MDR-P-65a] Screenings der biologischen Vielfalt und der Ökosystemdienstleistungen (Biodiversity and Ecosystem Services; BES) sind im Umweltmanagementstandard vorgeschrieben. Diese Screenings sind fester Bestandteil der TNFD LEAP-Bewertung. Im letzten Quartal des Jahres 2023 haben wir mit der Arbeit an BES-Screenings an sechs Pilotstandorten im Rahmen der laufenden Bewertung gemäß dem LEAP-Ansatz der TNFD begonnen.
Im Jahr 2025 haben wir auf Konzernebene ein Screening aller Betriebsstandorte des OMV Konzerns durchgeführt, um Standorte mit hoher Priorität für die für 2026 geplanten standortspezifischen Bewertungen der Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen zu ermitteln. Unser Ziel ist es, die Bewertungen im Laufe des Jahrs 2026 an 13 Standorten mit hoher Priorität zu beenden und damit die Evaluierungs- und Bewertungsphase des LEAP-Rahmens abzuschließen. Diese Bewertungen entsprechen unserem Umweltmanagementstandard und tragen zur Erreichung der dort festgeschriebenen Ziele bei, indem sie dabei helfen, wirkungsvolle Minderungs- und Erhaltungsmaßnahmen zu ermitteln.
Aktionspläne für die Biodiversität
[MDR-P-65a] OMV ist Mitglied der Biodiversity Task Force der Internationalen Umweltschutzorganisation der Erdölindustrie (International Petroleum Industry Environmental Conservation Association; Ipieca). Diese gab einen Leitfaden zur Entwicklung von Aktionsplänen für die Biodiversität (Biodiversity Action Plans; BAPs) heraus. Im Jahr 2024 entwickelte OMV eine BAP-Vorlage, die sich am Ipieca-Leitfaden orientiert und auch die Anforderungen der TNFD und der CSRD erfüllt. Wie im Umweltmanagementstandard von OMV festgelegt, beabsichtigt OMV die Entwicklung von BAPs für alle Standorte und Projekte, bei denen anhand von Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen (Environmental and Social Impact Assessments; ESIAs) erhebliche Restauswirkungen identifiziert werden. Erhebliche Restauswirkungen sind diejenigen, die nach der Umsetzung von Maßnahmen zur Vermeidung, Minimierung und Wiederherstellung weiterhin vorhanden sind.
Abhilfemaßnahmenhierarchie
[MDR-P-65a] Die Abhilfemaßnahmenhierarchie ist das übergreifende Prinzip, das den Schutz und die Erhaltung der Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen gewährleistet. Priorität haben dabei die Vermeidung und Minimierung. Eine Wiederherstellung erfolgt nach Bedarf. Kompensationen hingegen sollten erst dann in Betracht gezogen werden, wenn alle anderen Abhilfemaßnahmen ausgeschöpft sind. Beispiele für Abhilfemaßnahmen sind die Umplanung der Streckenführung von Pipelines oder die Planung von Projekten in Jahreszeiten, in denen die Auswirkungen auf Brutpopulationen vermieden werden können. Ein Beispiel für gutes Biodiversitätsmanagement ist das Entwicklungsprojekt Berling vor der norwegischen Küste. Ziel war es, eine Schädigung der empfindlichen Kaltwasserkorallen zu vermeiden. Auf der Grundlage des vorhandenen Know-hows und der verfügbaren Technologie wurden im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung ein Screening der Artenvielfalt und Bestandsaufnahmen durchgeführt. Unter Anwendung der Abhilfemaßnahmenhierarchie wurden die Bohrstelle, die Position der Unterwasserinstallationen und der Verlauf der Pipeline möglichst weit von Korallenkolonien entfernt geplant. Wir setzten die besten verfügbaren Techniken ein, um die Auswirkungen auf die Umwelt auf ein Mindestmaß zu reduzieren.
[E4-2.23a-23c] Unser Umweltmanagementstandard fordert die Bewertung der Umweltaspekte sowie ihrer Auswirkungen, Risiken und Chancen und die Einhaltung von Umweltanforderungen. Die Bewertung der Auswirkungen, Abhängigkeiten, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der biologischen Vielfalt erfolgt anhand eines LEAP-Ansatzes der TNFD, der eine standortspezifische Überprüfung der Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen an ausgewählten Standorten mit hoher Priorität umfasst. Die Bewertung basiert dabei auf den direkten Ursachen des Biodiversitätsverlusts. Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVPs) von Großprojekten beschreiben und analysieren die beobachteten oder voraussichtlichen direkten und indirekten Auswirkungen auf die Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen.
[E4-2.23d-23e] Die wichtigsten Produkte – Energie, Kraftstoffe und Chemikalien – und Rohstoffe von OMV werden nicht aus Ökosystemdienstleistungen abgeleitet. Folglich hängen deren Produktion und Beschaffung nicht von Ökosystemen ab, und es besteht keine unmittelbare Notwendigkeit für Maßnahmen zur Rückverfolgbarkeit oder zur regelmäßigen Überwachung sowie zur Berichterstattung über den Zustand der biologischen Vielfalt und den Gewinn oder Verlust an biologischer Vielfalt. Da jedoch einige Materialien, die aus Ökosystemen stammen, in unserer langfristigen Strategie immer wichtiger werden könnten, planen wir, unsere Konzepte zu erweitern bzw. anzupassen, um eine transparente Rückverfolgbarkeit über die gesamte Wertschöpfungskette sowie eine regelmäßige Überwachung und Berichterstattung über den Zustand der biologischen Vielfalt in den kommenden Jahren sicherzustellen. Alle erneuerbaren biobasierten Einsatzstoffe sind nach ISCC PLUS oder ISCC EU zertifiziert, was Nachhaltigkeit, Rückverfolgbarkeit und Transparenz gewährleistet. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft.
[E4-2.23f] Wir sind uns darüber im Klaren, dass unsere potenziellen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt auch die Fähigkeit der Ökosysteme beeinträchtigen können, wichtige Dienstleistungen zu erbringen, was wiederum soziale Folgen haben kann. Die derzeitigen Konzepte enthalten keine detaillierten Leitlinien zur Bewertung sozialer Folgen von Auswirkungen im Zusammenhang mit einer Verschlechterung der biologischen Vielfalt. Sobald die Bewertung gemäß dem LEAP-Ansatz abgeschlossen ist und das Ausmaß unserer Auswirkungen besser bekannt ist, können wir die Aufnahme solcher Leitlinien in unsere Konzepte in Betracht ziehen. [E4-2.24a- 24d] Unser Umweltmanagementstandard gilt für unsere Betriebsstandorte und schließt auch jene ein, die sich in oder in der Nähe von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität befinden. OMV hat keine spezifischen Konzepte in Bezug auf nachhaltige Verfahren oder Strategien im Bereich Landnutzung und Landwirtschaft, nachhaltige Verfahren oder Strategien im Bereich Meere und Ozeane oder in Bezug auf Entwaldung eingeführt, da bei unserer letzten Wesentlichkeitsanalyse keine diesbezüglichen Auswirkungen, Risiken oder Chancen identifiziert wurden.
E4-3 Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen
Der folgende Abschnitt bietet einen Überblick und eine Beschreibung der Maßnahmen, die wir im Berichtsjahr zur Handhabung unserer Auswirkung und unseres Risikos im Zusammenhang mit E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme ergriffen haben.
Sanierungs- und Renaturierungsprojekte
[E4-3.25] [MDR-A-68a-68c] [E4-3.28b] [E4-3.28c] OMV arbeitet bei Sanierungs- und Renaturierungsprojekten auf lokaler Ebene mit Dritten zusammen.
So unterstützen wir gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften aktiv Projekte zum Schutz der Biodiversität als Teil unseres umfassenderen Stakeholder-Engagement- und „Corporate Social Responsibility“-Portfolios in Neuseeland. Beispiele dafür sind eine Partnerschaft mit dem Ngāti Rāhiri hapū zur Regenerierung der beiden Feuchtgebiete in der Nähe der Pohokura-Produktionsstation und die Unterstützung der Ngāti Tara Sandy Bay Society bei der Wiederherstellung und Bepflanzung von Dünen in der Nähe der Māui-Produktionsstation. Außerdem arbeiten wir mit der Herpetological Society Taranaki zusammen, um einheimische Eidechsen in den Feuchtgebieten rund um das OMV Tanklager zu schützen. Darüber hinaus ist OMV Neuseeland langjähriger Sponsor des Rotokare Scenic Reserve Trust. Dieses groß angelegte Regenerierungsprojekt zielt darauf ab, die Lebensräume und die Tier- und Pflanzenwelt in einem 230 ha großen, schädlingfreien Reservat zu verbessern. Biodiversitätskompensationsmaßnahmen waren nicht Teil des Projekts.
Die beschriebenen Maßnahmen waren laufende Aktivitäten im Jahr 2025 und stehen im Einklang mit der in unserem Code of Conduct dargelegten Ambition, durch den Erhalt und die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme auf dem Land und in den Meeren einen Beitrag zu den Zielen des Globalen Biodiversitätsrahmens (GBF) zu leisten.
[MDR-A-69a-69c] Trotz der für die angeführten Maßnahmen und Initiativen bereitgestellten Ressourcen hat keine davon unseren Schwellenwert für die wichtigsten Maßnahmen überschritten.
32 Daher wurden diese Datenanforderungen an die zugewiesenen Finanzmittel nicht ausgewiesen.
Kennzahlen und Ziele
E4-4 Ziele im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen
[MDR-T-81b-i] OMV hat noch kein ESRS-konformes Ziel für das wesentliche Thema E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme festgelegt. Die Wirksamkeit unseres Umweltmanagementstandards speziell in Bezug auf die biologische Vielfalt kann nicht verfolgt werden, da unsere konzernweite Bewertung gemäß dem LEAP-Ansatz noch nicht abgeschlossen ist.
E4-5 Kennzahlen für die Auswirkungen im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemveränderungen
[E4-5.33] Kennzahlen in Bezug auf unsere wesentlichen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und die Ökosysteme werden festgelegt, sobald die Bewertung gemäß dem LEAP-Ansatz abgeschlossen ist. Mehr dazu finden Sie unter >IRO-1 Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen.
E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
SDG-Ziele:
8.4Bis 2030 die weltweite Ressourceneffizienz in Konsum und Produktion Schritt für Schritt verbessern und die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung anstreben, im Einklang mit dem Zehnjahres-Programmrahmen für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster, wobei die entwickelten Länder die Führung übernehmen
9.4Bis 2030 die Infrastruktur modernisieren und die Industrien nachrüsten, um sie nachhaltig zu machen, mit effizienterem Ressourceneinsatz und unter vermehrter Nutzung sauberer und umweltverträglicher Technologien und Industrieprozesse, wobei alle Länder Maßnahmen entsprechend ihren jeweiligen Kapazitäten ergreifen
Die wesentlichen Auswirkungen und die Chance im Zusammenhang mit E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft finden Sie im Abschnitt >SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell. Verschiedene Abteilungen sind bei OMV für dieses Thema verantwortlich. OMV Group Sustainability ist zusammen mit den OMV Geschäftsbereichen Fuels und Chemicals für dieses Thema zuständig. Für die Themen Abfall und Abwasser sind der:die SVP Investor Relations & Sustainability und der:die VP OMV Group HSSE gemeinsam verantwortlich.
E5-1 Konzepte im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
OMV hat die folgenden Konzepte eingeführt, um unsere wesentlichen Auswirkungen und die Chance im Zusammenhang mit E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft zu steuern.
Code of Conduct
[E5-1.14] [MDR-P-65a-65f] In Bezug auf den Code of Conduct (CoC) werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
Umweltmanagementstandard
[E5-1.14] [MDR-P-65a-65f] In Bezug auf den Umweltmanagementstandard (UMS) werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
Im Rahmen des Umweltmanagementstandards von OMV wurden konkrete Prozesse und Mechanismen definiert, um die identifizierte potenzielle negative Auswirkung zu verhindern, zu mindern und zu beheben. [E5-1.AR 9a, AR 9b] So regelt beispielsweise ein Abfallmanagementplan, wie er im Umweltmanagementstandard definiert ist, das Management und Monitoring von Abfallunternehmen und entsprechenden Einrichtungen. Die dabei zur Anwendung gelangende Abfallkontrollhierarchie priorisiert die Abfallvermeidung, gefolgt von der Aufbereitung zur Wiederverwendung, dem Recycling, sonstigen Verwertungsmethoden, wie etwa der energetischen Verwertung, und der kontrollierten Entsorgung. Der Standard legt auch fest, dass die Abfallhierarchie bei der Abfallkontrolle angewendet werden muss, wobei die Abfallvermeidung als wichtigste Maßnahme Vorrang vor Verwertungs- oder Behandlungsoptionen hat. Unter anderem dürfen Abfälle nur an Abfallunternehmen übergeben werden, die für die Art der Abfälle, die sie erhalten, zertifiziert sind. Menge, Art, Gefährlichkeit und Entsorgungsart der Abfälle werden vom Abfallunternehmen ermittelt, erfasst und an OMV gemeldet. Dieser Plan sollte auf gegebenenfalls vorhandene länderspezifische Abfallmanagementstrategien abgestimmt sein. In Abwesenheit lokaler oder nationaler Vorgaben muss der Plan die Einhaltung der geltenden Rechtsvorschriften und Anforderungen sicherstellen. Er muss demnach allen einschlägigen Gesetzen und Vorschriften entsprechen. Außerdem muss er Maßnahmen zur Abfallvermeidung und -minimierung inkludieren sowie entsprechende Strategien zur Umsetzung enthalten. Der Schwerpunkt sollte dabei auf der Identifizierung, Erfassung und Rückverfolgung von Abfallströmen liegen. Zudem muss eine detaillierte Nachverfolgung bis zur endgültigen Verwertung oder Entsorgung gegeben sein. Der Plan muss auch die Sammlung, Trennung, Kennzeichnung, Lagerung und Behandlung von Abfällen abdecken, um eine ordnungsgemäße Handhabung und Abwicklung zu gewährleisten. Und schließlich muss er das Management und Monitoring von Abfallunternehmen und entsprechenden Einrichtungen umfassen, wobei sicherzustellen ist, dass diese anerkannt und zugelassen sind und regelmäßige Audits auf der Grundlage von Risikoprofilen durchgeführt werden.
Standard für unternehmensweites Risikomanagement
[MDR-P-65a-65f] In Bezug auf den Standard für unternehmensweites Risikomanagement werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
THG-Management-Framework
[E5-1.14] [MDR-P-65a-65f] In Bezug auf das THG-Management-Framework werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft, insbesondere im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Reduktion von Scope-3-Emissionen, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >E1-2 Konzepte im Zusammenhang mit dem Klimaschutz behandelt.
Anforderungen an das Nachhaltigkeitsmanagement von erneuerbaren Ressourcen
[E5-1.14] [MDR-P-65a, 65b] Die Anforderungen an das Nachhaltigkeitsmanagement von erneuerbaren Ressourcen von OMV beziehen sich auf ein internes Verfahren, das allgemeine Regeln und Verantwortlichkeiten hinsichtlich der Anforderungen an ein nachhaltiges Management von erneuerbaren Ressourcen definiert, wie zum Beispiel den Prozess der Überprüfung von Zertifizierungen von Lieferant:innen. Dieses Konzept zielt darauf ab, die potenziellen negativen wesentlichen Auswirkungen in den Griff zu bekommen, die mit den Umweltauswirkungen aufgrund des Wettbewerbs um nachhaltige Einsatzstoffe (z. B. Landnutzungsänderungen und Natur- und Waldzerstörung) sowie sozialen Auswirkungen wie Menschenrechtsverletzungen verbunden sind. Dies wird erreicht, indem die Korrektheit und Rückverfolgbarkeit der Nachhaltigkeitszertifizierungen der Lieferant:innen von erneuerbaren biobasierten Einsatzstoffen sichergestellt wird. Die Anforderungen gelten für alle biobasierten erneuerbaren Komponenten, Zwischenprodukte und erneuerbaren Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs (Renewable Fuels of Non-Biological Origin; RFNBOs), die als Biokraftstoffe oder Zwischenprodukte verwendet werden, sowie für alle Biokraftstoffe für den Verkehrssektor. OMV stellt die Überwachung und Umsetzung dieses Konzepts durch regelmäßige externe Audits im Rahmen der Zertifizierungen nach ISCC PLUS und ISCC EU sicher. Im Jahr 2025 schloss OMV auch eine freiwillige unabhängige Überprüfung der Nachhaltigkeitsmanagementprozesse ab. Darunter fielen die nationale Berichterstattung, die regelmäßigen Abgleiche und das Management von Zertifikaten für erneuerbare Einsatzstoffe. [MDR-P-65c] Die Umsetzung der Anforderungen an das Nachhaltigkeitsmanagement von erneuerbaren Ressourcen von OMV liegt in der Verantwortung des:der SVP Value Chain Optimization. [MDR-P-65d] Mit diesem Konzept stellt OMV sicher, dass die vorgelagerten Lieferant:innen von biobasierten Zuflüssen über gültige Nachhaltigkeitszertifikate für ihre gelieferten Mengen verfügen (z. B. ISCC EU, ISCC PLUS), damit OMV den nachgelagerten Kund:innen angemessene Informationen bereitstellen kann. [MDR-P-65e] An der Entwicklung des Rahmenwerks waren Fachexpert:innen und relevante Abteilungen entweder direkt beteiligt oder wurden im Rahmen eines internen Konsultationsprozesses um Feedback zum ersten Entwurf gebeten. [MDR-P-65f] Das Rahmenwerk wird intern für alle Arbeitnehmer:innen über entsprechende Plattformen verfügbar gemacht.
Auswirkungen der Konzepte auf Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
[E5-1.15a] OMV ist der Überzeugung, dass der Umstieg auf eine Kreislaufwirtschaft den ökologischen Fußabdruck und die THG-Emissionen des Unternehmens reduzieren wird. Eine Kreislaufwirtschaft entkoppelt das Wirtschaftswachstum von der Ressourcenerschöpfung. Sie sorgt dafür, dass Materialien, Rohstoffe und Produkte so lange wie möglich im Umlauf bleiben und zu ihrem höchstmöglichen Wert genutzt werden, wodurch ihr Austritt in die Umwelt, insbesondere in die Ozeane, sowie ihre Entsorgung auf Deponien minimiert wird. Der Übergang von einem linearen Modell des „Nehmens, Herstellens und Wegwerfens“ („Take-Make-Waste“) zu einem kreislauforientierten Modell, bei dem die Prinzipien „Reduzieren, Wiederverwenden und Recyceln“ („Reduce-Reuse-Recycle“) im Mittelpunkt stehen, wird auch zu einer Eindämmung der globalen Erwärmung beitragen. Durch die effiziente Nutzung wertvoller Ressourcen können wir Nebenprodukte oder Abfälle verwerten, wiederverwenden und zu neuen Materialien und Produkten machen. Dieser Ansatz hat das Potenzial, die THG-Emissionen entlang der Produktwertschöpfungsketten deutlich zu verringern. Neben der verstärkten Nutzung von Sekundärrohstoffen, wie zum Beispiel dem Recycling von Kunststoffabfällen zur Herstellung neuer Materialien und Produkte, betrachtet OMV auch Chemikalien, Polymere und Kraftstoffe aus erneuerbaren Rohstoffen als wichtige Bestandteile der Kreislaufwirtschaft. Die Verwendung erneuerbarer Rohstoffe senkt den Bedarf an fossilen Primärrohstoffen und verbessert die CO2-Bilanz erheblich.
Für Monomere und Polymere aus erneuerbaren Quellen konzentriert sich OMV auf die Verwendung von Abfallbiomasse wie etwa von Rückständen aus der Forstwirtschaft, die nicht in Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelkette stehen und deshalb keine zusätzlichen natürlichen Ressourcen wie Land und Wasser in Anspruch nehmen. Wenn sie dann recycelt werden, können diese erneuerbaren biobasierten Kunststoffe der zweiten Generation in einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft eine wichtige Rolle spielen und die Treibhausgasemissionen sowohl in der Input- als auch in der End-of-Life-Phase reduzieren. Darüber hinaus plant OMV, eine führende Position bei der Herstellung von erneuerbaren Kraftstoffen einzunehmen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf erneuerbarem Diesel und nachhaltigem Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel; SAF). OMV setzt sich außerdem dafür ein, vermehrt abfallbasierte und fortschrittliche Einsatzstoffe in der Produktion zu verwenden, um die Abhängigkeit von Biokraftstoffen der ersten Generation zugunsten neuartiger Materialien zu verringern.
Prozesse und Mechanismen
Zertifizierung
[E5-1.15] Die Nutzung renommierter Zertifizierungssysteme liefert konkrete Nachweise für Herkunftsangaben von erneuerbaren und sekundären Rohstoffen und stärkt das Vertrauen der Verbraucher:innen in die Produkte von OMV. OMV betrachtet Materialien nur dann als nachhaltig, wenn sie durch ein anerkanntes Nachhaltigkeitszertifizierungssystem zertifiziert sind, wie dies in den internen Anforderungen an das Nachhaltigkeitsmanagement von erneuerbaren Ressourcen von OMV festgehalten ist. Die folgenden Zertifizierungssysteme werden verwendet:
Die Borealis Unternehmen für mechanisches Recycling mtm plastics, Ecoplast, Rialti und Integra sind nach dem europaweiten RecyClass-Programm zertifiziert. Es bietet Unternehmen, die Kunststoffabfälle aus dem Endverbraucherbereich recyceln, ein System zur zuverlässigen Rückverfolgbarkeit des Ursprungs der Kunststoffabfälle.
OMV nutzt die Zertifizierungen nach ISCC PLUS sowohl für erneuerbare als auch für recycelte Zuflüsse. ISCC PLUS ist eine Nachhaltigkeitszertifizierung, die von den Interessenträger:innen im Bereich recycelter und erneuerbarer Materialien anerkannt wird. Sie ermöglicht die Rückverfolgbarkeit entlang der Lieferkette durch Erstellung einer Chain of Custody (Nachweiskette) und bestätigt, dass Unternehmen Umwelt- und Sozialstandards einhalten. Konformität mit der Zertifizierung bedeutet, dass für jede Tonne nachhaltigen Rohstoffs, die einer Anlage anstelle fossiler Rohstoffe zugeführt wird, ein bestimmter Anteil des produzierten Materials nach der Massenbilanz als nachhaltig klassifiziert werden kann. Die Anwendung des Massenbilanzansatzes bedeutet, dass die primären fossilen und erneuerbaren oder recycelten Materialien in den Produktionsprozessen über die gesamte Lieferkette hinweg physisch gemischt, aber buchhalterisch getrennt geführt werden. Dies schafft eine überprüfbare Grundlage für die Rückverfolgung der Menge und der Nachhaltigkeitseigenschaften von recycelten und/oder erneuerbaren Bestandteilen in der Wertschöpfungskette. Dieses Zertifizierungssystem gewährleistet die Rückverfolgbarkeit des erneuerbaren oder recycelten, nachhaltig produzierten Einsatzstoffs von seinem Ursprungsort über die gesamte Chain of Custody hinweg.
Dank der Anwendung des Massenbilanzansatzes kann OMV die Menge seiner erneuerbaren und chemisch recycelten Rohstoffe in der Wertschöpfungskette nachvollziehen. Für den Übergang zu einer stärker kreislauforientierten Wirtschaft ist es von entscheidender Bedeutung, mehr Produkte anzubieten, die gemäß ISCC PLUS zertifiziert sind. Im OMV Geschäftsbereich Chemicals sind zwei ReOil®-Anlagen (ReOil® 100 und 2000) sowie die Integration nachhaltiger Produkte im Cracker in Schwechat nach ISCC PLUS zertifiziert. In Burghausen ist die OMV Deutschland Marketing & Trading GmbH für die Integration von biobasierten, biokreislauffähigen und kreislauffähigen Einsatzstoffen in verschiedenen Raffinerieanlagen zertifiziert. Somit können eine breite Palette an nachhaltigen Produkten im Rahmen der ISCC-PLUS-Zertifizierung hergestellt und nachhaltige Chemikalien, Kraftstoffe und kalzinierter Koks an den Markt geliefert werden. Das Bornewables™-Portfolio, Borcycle™ C und Borvida™ von Borealis sind ebenfalls nach ISCC PLUS gemäß dem Massenbilanzansatz zertifiziert. Die Borealis Compounds Inc. in den USA erhielt in diesem Jahr ebenfalls die Zertifizierung nach ISCC PLUS.
Alle von OMV im Jahr 2025 gekauften und zum Beimischen verwendeten Biokraftstoffe erfüllten die Anforderungen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (EU) 2018/2001 (RED II). Gleichzeitig bereitete OMV die Umsetzung der EU-Richtlinie 2023/2413 (RED III) in die jeweilige nationale Gesetzgebung vor, die in den einzelnen Mitgliedstaaten zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgt. Die Zertifizierung nach ISCC EU ermöglicht die Überprüfung der Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen an Einsparungskriterien hinsichtlich Nachhaltigkeit und Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) für nachhaltige Kraftstoffe sowie die Erzeugung von Strom, Wärme und Kälte aus Biomasse, wie in der aktualisierten Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union festgelegt.
In den Bereichen Fuels und Chemicals war OMV bis Ende 2025 nach insgesamt 17 ISCC-Geltungsbereichen zertifiziert. OMV Tochtergesellschaften in Österreich, Italien, Großbritannien, Deutschland, der Tschechischen Republik, Rumänien, Ungarn, der Slowakei und Bulgarien verfügen über ISCC-EU-Zertifizierungen als Händler (Trader) oder Händler mit Lagerung (Trader with Storage). Damit sind wir in der Lage, mit nachhaltigen Produkten zu handeln und diese auf den Markt zu bringen. Darüber hinaus sind in der Raffinerie Schwechat in Österreich zwei Co-Processing-Anlagen und die Glycerin-zu-Propanol-Anlage nach ISCC EU zertifiziert. Dies ermöglicht es uns, nachhaltige (von der ersten Generation bis hin zu fortschrittlichen) Bioeinsatzstoffe zu verwenden, um verschiedene nachhaltige Ersatzstoffe für Benzin, Diesel und Flugkraftstoff zu produzieren. Auch die OMV Supply & Trading Limited (UK) ist nach ISCC PLUS und ISCC CORSIA zertifiziert und kann damit international mit nachhaltigen Chemikalien und nachhaltigen Flugkraftstoffen handeln. Im Geschäftsbereich Energy ist die OMV Gas Marketing & Trading GmbH ebenfalls ISCC-EU-zertifiziert, um mit nachhaltigen Stoffen (darunter Biomethan, Bio-LNG) zu handeln und diese auf den Markt zu bringen.
OMV hat intern eine digitale Plattform zur Nachverfolgung erneuerbarer Rohstoffe implementiert, in der die Bilanzen von erneuerbaren Rohstoffen und die Übermittlung von Nachhaltigkeitsnachweisen (Proofs of Sustainability; PoS) und Nachhaltigkeitserklärungen (Sustainability Declarations; SDs) zwischen Lieferant:innen und Kund:innen verwaltet werden. Diese Plattform wird schrittweise auf Produkte und Standorte ausgeweitet. Damit werden die Einhaltung der Vorschriften, die Transparenz und die Dokumentation der Lieferkette für erneuerbare Kraftstoffe und Einsatzstoffe gewährleistet.
Technologie
Erneuerbare Rohstoffe für Kraftstoffe
[E5-1.15a] Mehr über die technologischen Fortschritte von OMV im Bereich CO2-armer und CO2-freier Produkte unter Verwendung erneuerbarer Rohstoffe finden Sie im Abschnitt >Steigerung des Anteils CO2-freier Produkte.
Komplementarität von Recyclingtechnologien
[E5-1.15a] OMV hat sich verpflichtet, das Spektrum der Anwendungen zu erweitern, für die recycelte Kunststoffabfälle als Rohstoffe eingesetzt werden können. Derzeit ist das mechanische Recycling die vorherrschende Methode für das Recycling von Kunststoffabfällen aus dem Endverbraucherbereich, bei der sie geschreddert und wieder aufgeschmolzen werden. Da das chemische Recycling auf schwer zu recycelnde Kunststoffe abzielt, ergänzen sich die beiden Technologien.
Mechanisches Recycling
[E5-1.15a] Die Bestrebungen von OMV im Bereich des mechanischen Recyclings werden von seiner Tochtergesellschaft Borealis verfolgt. In diesem Sinne setzt Borealis seine Zusammenarbeit mit Partner:innen fort, um innovative Technologien für das fortschrittliche mechanische Recycling zu entwickeln – mit dem Ziel, Produkte in einer mit Neuware vergleichbaren Qualität und mit der bestmöglichen CO2-Bilanz zu liefern. Gleichzeitig sollen die Qualität der Rezyklate für den Einsatz in anspruchsvolleren Anwendungen wie kontaktempfindlichen Verpackungen verbessert und der Rezyklatanteil in Produkten erhöht werden. Im Laufe des Jahres 2025 gab Borealis bekannt, dass die Entscheidung über den Bau eines neuen Werks für mechanisches Recycling in Österreich aufgrund ungünstiger wirtschaftlicher Bedingungen aufgeschoben wird. Die Maßnahmen des Konzerns in Nord-, Mittel- und Südamerika befinden sich noch in der Sondierungsphase. Borealis konzentrierte sich im Jahr 2025 auf die vollständige Integration des auf mechanisches Recycling spezialisierten Unternehmens Integra Plastics in Bulgarien. Borealis setzte darüber hinaus seine Investitionen in Compoundingprozesse fort, um das Portfolio an Anwendungen zu erweitern, in denen recycelte Kunststoffe als rentable Ausgangsstoffe verwendet werden können. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Verbesserung der Verfügbarkeit, Sortierung und Vorbehandlung der Abfälle.
Chemisches Recycling
Durch chemisches Recycling, zum Beispiel Pyrolyse, können Restabfallströme aus dem mechanischen Recycling sowie gemischte Kunststoffabfallströme verwertet werden, die sonst verbrannt oder deponiert würden. Bei diesem Prozess wird die chemische Zusammensetzung des Kunststoffs verändert. Das resultierende Pyrolyseöl wird anschließend weiterverarbeitet und veredelt, um eine Basischemikalie zu erzeugen, die fossile Kohlenwasserstoffe als chemischen Einsatzstoff für die Herstellung neuer Kunststoffe ersetzt. Da diese Kunststoffe praktisch mit Neukunststoffen vergleichbar sind, können sie im Vergleich zu mechanisch recyceltem Kunststoff auch für ein breiteres Anwendungsspektrum eingesetzt werden. Im Jahr 2025 nahm OMV am Standort Schwechat seine ReOil® 2000-Anlage in Betrieb, die auf die Verarbeitung von bis zu 16.000 t schwer recycelbaren Kunststoffabfällen pro Jahr ausgelegt ist. Darüber hinaus liegt auch das Joint Venture zwischen OMV und Interzero zum Bau und Betrieb der größten Sortieranlage für chemisches Recycling in Europa weiterhin im Zeitplan. Die Anlage soll im Jahr 2026 eröffnet werden. Der Geschäftsbereich Chemicals von OMV hat seine strategische Investition in die ReOil®-Technologie weiter ausgelotet. Aufgrund der Marktunsicherheit wurde die Expansion im kommerziellen Maßstab jedoch verschoben.
ReOil®
[E5-1.15a] Im Vergleich zu Glas oder Metall ist Kunststoff ein exzellenter Wärmeisolator mit niedrigen Wärmeübertragungseigenschaften. Diese Eigenschaften, die Kunststoff im Alltag so begehrt machen, sind jedoch auch der Grund, weshalb Kunststoff nur schwer aufzuspalten ist. Die firmeneigene ReOil®-Technologie von OMV basiert auf der Pyrolyse, einer bewährten Raffinerietechnik, bei der Thermokunststoffe zuerst aufgeschmolzen und anschließend bei einer Temperatur von 400–450°C gecrackt werden. Dies bedeutet, dass langkettige Kohlenwasserstoffe in leichte kürzerkettige Kohlenwasserstoffe gespalten werden. Im Vergleich zu Metall und Glas kann Kunststoff im Allgemeinen leichter geschmolzen werden. Eine der inhärenten Herausforderungen der Pyrolyse besteht darin, dass Kunststoffe nach dem Schmelzprozess in hohem Maße viskos werden, was die für die erfolgreiche Pyrolyse benötigte Wärmeübertragung beeinträchtigt. Die ReOil®-Technologie ist im Vergleich zu den Verfahren von Mitbewerber:innen einzigartig. Dies liegt daran, dass bei ihr eine innovative Wärmeübertragungstechnik zum Einsatz kommt, die es ermöglicht, die Viskosität des geschmolzenen Kunststoffs zu verringern. Damit lässt sich das ReOil®-Verfahren zu einem Verfahren im industriellen Maßstab skalieren. Durch die Integration in die OMV Raffinerie in Schwechat erzielt ReOil® zudem eine höhere Effizienz als andere nicht integrierte chemische Recyclingverfahren.
Auswahl der Einsatzstoffe
Kunststoffabfall als Ressource
[E5-1.15b] Die ReOil®-Anlage kann verschiedene Arten von Kunststoffabfällen verarbeiten. Die Palette reicht dabei von Haushaltsabfällen bis hin zu Abfällen aus gewerblichen und industriellen Quellen. Die wichtigsten Einsatzstoffe sind Polyethylen (z. B. Folien), Polypropylen (z. B. Lebensmittelverpackungen und Autoteile) und bis zu einem bestimmten Grad auch Polystyrol (z. B. Verpackungen und Isolationsmaterialien). Derzeit werden die eingesetzten Abfälle noch fast ausschließlich aus österreichischen Wertstoffsortieranlagen bezogen. Angesichts der Absicht, eine vollkommen neuartige ReOil®-Anlage im industriellen Maßstab zu entwickeln, und des daraus resultierenden Bedarfs an mehr Einsatzstoffen wird der geografische Aktionsradius für die Beschaffung erweitert. In diesem Zuge werden die Nachbarländer Österreichs erkundet. Die Skalierbarkeit der ReOil®-Technologie und ihre Integration in die Raffinerie ermöglichen es, exponentielle Skaleneffekte zu erzielen und die Ressourcen- und Energiebilanz zu optimieren. Als Einsatzstoffe für seine ReOil®-Technologie für chemisches Recycling verwendet OMV ausschließlich Kunststoffabfälle, die nicht mechanisch recycelt werden können, und stellt damit sicher, dass verfügbare Kunststoffabfälle mit der jeweils nachhaltigsten verfügbaren Recyclingtechnologie verarbeitet werden.
OMV und Borealis haben mit TOMRA Feedstock, einer Tochtergesellschaft des führenden Sortiertechnikherstellers TOMRA, langfristige Lieferverträge für Einsatzstoffe für ihre Recyclinganlagen abgeschlossen. Diese Verträge sichern eine kontinuierliche Versorgung der Recyclingaktivitäten von OMV mit nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Einsatzstoffen. OMV wird die von TOMRA Feedstock gelieferten Einsatzstoffe in seinen ReOil®-Anlagen in Österreich verarbeiten, während Borealis die von TOMRA produzierten Einsatzstoffe in seinen Anlagen für mechanisches Recycling in Europa verarbeiten wird. Die Einsatzstoffe werden aus gemischten Post-Consumer-Kunststoffabfällen hergestellt, die andernfalls auf Deponien oder in Verbrennungsanlagen entsorgt würden. Dies wird in einer einzigartigen Sortieranlage geschehen, die derzeit von TOMRA in Deutschland entwickelt wird. Dadurch wird OMV in der Lage sein, fossile Primärrohstoffe durch eine kontinuierliche Versorgung mit hochwertigen Einsatzstoffen aus Kunststoffabfällen zu ersetzen.
Biobasierte Ressourcen
In Zusammenarbeit mit Partner:innen verfolgt OMV die Entwicklung von Projekten in industriellem Maßstab zur Herstellung von biobasierten Kraftstoffen, Chemikalien und Kunststoffen aus erneuerbaren Einsatzstoffen und Abfallströmen. Abfallbiomasse, wie Rückstände aus der Land- und Forstwirtschaft sowie aus der holzverarbeitenden Industrie oder gemischte Siedlungsabfälle, steht nicht in Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelkette. Die Umwandlung dieser Abfallbiomasse in hochwertige Produkte ist zwar technisch anspruchsvoll, trägt jedoch im Vergleich zu fossilen Brennstoffen zu einer Reduktion der CO2-Emissionen bei und schafft einen Mehrwert aus lokal verfügbaren Abfall- und Nebenproduktströmen anderer Wirtschaftstätigkeiten. OMV konzentriert sich auf die Verwendung sekundärer Einsatzstoffe wie Altspeiseöl für die Chemikalienproduktion. OMV verwendet auch primäre Einsatzstoffe wie Pflanzenöl, hauptsächlich für die Kraftstoffproduktion und auf Wunsch für die Belieferung nachgelagerter Kund:innen.
Die bei der OMV Tochter Borealis zur Herstellung nachhaltiger Polyolefine verwendeten biobasierten Einsatzstoffe stammen zur Gänze aus Abfallbiomasse wie Rückständen aus der Landwirtschaft oder gesammelten Abfallströmen. Diese Polyolefine werden unter dem Portfolionamen Bornewables™ vermarktet. Bei OMV wird die nachhaltige Beschaffung für alle erneuerbaren Einsatzstoffe durch ISCC-PLUS- oder ISCC-EU-Zertifizierungen sichergestellt. Ein wichtiger Meilenstein für Borealis ist die kurz vor der Fertigstellung stehende Propan-Dehydrierungsanlage im Weltmaßstab von Borealis im belgischen Kallo. Diese Anlage soll die Integration von nachhaltigen Einsatzstoffen in die Produktion von Basischemikalien erhöhen.
OMV bezieht Biokraftstoffe hauptsächlich von europäischen Hersteller:innen und schließt Palmöl, Palmkernöl und abgeleitete Stoffe als Einsatzstoffe aus. Gemäß den ISCC-Richtlinien darf seit Jänner 2008 für Rohstoffe, die zur Herstellung von Biodiesel verwendet werden, keine Abholzung mehr stattfinden. Neben der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften legt OMV großen Wert auf die verstärkte Verwendung von abfallbasierten und fortschrittlichen Einsatzstoffen in der Produktion. Wichtig dabei sind die Auswahl von Partner:innen und betriebliche Entscheidungen, die aktiv dazu beitragen, die Abhängigkeit von Biokraftstoffen der ersten Generation zugunsten von neuartigen und fortschrittlichen Materialien zu verringern. Im Jahr 2025 führte OMV beispielsweise Cashewnussschalenöl in der Co-Processing-Anlage als regulären Einsatzstoffstrom ein, wodurch sich die CO2-Intensität der entsprechenden Endprodukte reduziert. Darüber hinaus basierten im Jahr 2025 keine Biokraftstoffe, die von OMV auf den Markt gebracht wurden, auf Palmöl. Die Rohstoffe mit den höchsten Einsatzmengen waren Rapsöl (27,3%), Altspeiseöl (21,9%) und Mais (13,3%). Insgesamt 56,0% der erneuerbaren biobasierten Einsatzstoffe von OMV stammten aus konventionellen Quellen, die als konkurrierend mit der Lebens- und Futtermittelproduktion gelten. 22,2% der Rohstoffe stammten aus Abfällen, 12,9% aus tierischen Fetten und 9,2% aus fortschrittlichen Ressourcen wie Weizenstroh, Bagasse (ein Rückstand aus der Zuckerrohrmahlung), Braunlauge (ein Nebenprodukt aus der Papierproduktion), POME (Abwasser aus Palmölmühlen) oder Cashewnussschalenöl.
Anwendung von bewährten Verfahren
[E5-1.14] Für das Management und die Behandlung von Abfällen einschließlich Bohrabfällen finden internationale bewährte Verfahren der Branche Anwendung. Sind die bestehenden lokalen, regionalen und nationalen Abfallentsorgungseinrichtungen unzureichend, unterstützt OMV Dritte bei der Entwicklung entsprechender Kapazitäten. Dadurch kann OMV unsachgemäßes Abfallmanagement, das negative Auswirkungen auf die Umwelt und umliegende Gemeinden haben könnte, besser kontrollieren.
Recycling von Betriebsabfällen
[E5-1.15a] Abfälle werden, wo immer möglich, zurückgewonnen und recycelt. Dies gilt auch für die Schließung von Standorten oder die Stilllegung von Anlagen. Diese Richtlinien ermöglichen es OMV, die Nutzung unserer eigenen Betriebsabfälle zu erhöhen und die damit verbundenen Auswirkungen zu steuern. Wenn ein Recycling nicht möglich ist, wird der Abfall ausschließlich in dafür zugelassenen Einrichtungen oder über seriöse und entsprechend zugelassene Vertragsunternehmen verarbeitet und/oder entsorgt. Beauftragte Abfallunternehmen werden regelmäßig überprüft, wobei die Häufigkeit der Prüfungen von den Standorten auf lokaler Ebene auf Grundlage einer Risikoanalyse festgelegt wird. Dies stellt sicher, dass die Freisetzung von Abfällen reduziert und durch Prozessoptimierung Abfallrückstände minimiert werden.
E5-2 Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Der folgende Abschnitt bietet einen Überblick und eine Beschreibung der wichtigsten Maßnahmen, die im Berichtsjahr ergriffen wurden, sowie der geplanten künftigen Maßnahmen zur Bewältigung unserer Auswirkungen und Ergreifung unserer Chance im Zusammenhang mit E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft.
Wichtigste Maßnahmen
[E5-2.19] [MDR-A-68a-68c, 68e] Um unsere positiven Auswirkungen auf die Natur und die Gesellschaft zu verstärken, indem wir fossile Rohstoffe durch nachhaltige (recycelte und erneuerbare) Alternativen ersetzen, haben wir wichtige Maßnahmen zur Förderung der Verwendung von nachhaltigen Einsatzstoffen definiert. Diese tragen dazu bei, die negative Umweltauswirkung zu verringern, die sich aus der Beschaffung und Nutzung fossiler Primärrohstoffe ergibt. Darüber hinaus konnten wir Geschäftschancen im Zusammenhang mit Kosteneinsparungen, höheren Produktpreisen und einem größeren Vertrauen der Interessenträger:innen ermitteln, die mit dieser Initiative genutzt werden können.
[MDR-A-69b] Die wichtigsten Maßnahmen,
33 die zur Erreichung unserer Ziele und Vorgaben ergriffen und geplant wurden, sind in der untenstehenden Tabelle aufgeführt. Zusätzliche Maßnahmen, die den erforderlichen Schwellenwert für die Umsetzungskosten nicht erreichen, aber für unsere Auswirkungen und die Chance im Zusammenhang mit E5 von strategischer Bedeutung sind, werden nach der Tabelle angeführt.
[MDR-A-69a] OMV ist bestrebt, seine langfristige Finanzierungspolitik mit der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens in Einklang zu bringen. Aus diesem Grund prüft OMV die Möglichkeiten nachhaltiger Finanzierungen und nachhaltigkeitsbezogener Finanzierungen, bei denen die Kosten eines Finanzinstruments an die Erreichung bestimmter strategischer Nachhaltigkeitsziele gekoppelt sind. Ein erster Schritt in Richtung nachhaltige Finanzierung wurde 2021 mit einem grünen Darlehen für die ReOil® 2000-Anlage für chemisches Recycling in Schwechat (Österreich) gemacht. Dieses Darlehen wurde in Einklang mit den Green Loan Principles gewährt und basiert auf einem projektspezifischen Rahmen für grüne Finanzierungen und einer Second Party Opinion. Für die Durchführung anderer (in der untenstehenden Tabelle) aufgeführten wichtigsten Maßnahmen steht derzeit kein nachhaltiges Finanzinstrument zur Verfügung.
Wichtigste Maßnahmen (Zusammenfassung der einzelnen Maßnahmen, deren Implementierung CAPEX von EUR ≥5 Mio erfordert) | Status | Erwartetes Ergebnis | Beitrag zu Vorgaben/Ziel des Konzepts | Umfang | Zeithorizont | Abhilfe | Fortschritt | CAPEX 2025 | CAPEX 2026–2028 | Relevante IROs |
EUR Mrd | EUR Mrd1 |
Erhöhung nachhaltiger (recycelter und erneuerbarer) Einsatzstoffe | Herstellung organischer Basischemikalien | Tatsächlich und geplant | Erhöhung der Recyclingkapazitäten zur Steigerung des Absatzes von nachhaltigen Basischemikalien. Kreislauffähige Produkte, die aus erneuerbaren Einsatzstoffen oder recycelten Kunststoffabfällen hergestellt werden, verursachen weniger Emissionen als Produkte, die aus fossilen Primärrohstoffen hergestellt werden. | Beitrag zum strategischen Ziel von OMV, das Wachstum im Chemiebereich zu beschleunigen und innovative Kreislaufwirtschaftsprojekte zu fördern | Eigene Tätigkeiten | Kurz- bis mittelfristig | n.a. | Bewertung, Ausführung | 0,4 | 0,1 | E5-CE-IRO-2, E5-CE-IRO-1, E5-CE-IRO-4 |
Herstellung von Kunststoffen in Primärformen/ Chemisches Recycling | Tatsächlich und geplant | Kurz- bis mittelfristig | Bewertung, Ausführung |
Mechanisches Recycling und Kunststoffabfallverarbeitung | Tatsächlich | Kurzfristig | Fertigstellung |
Marktnahe Forschung, Entwicklung und Innovation | Tatsächlich und geplant | Kurz- bis mittelfristig | Bewertung, Fertigstellung |
Ergänzend zu den auf der vorherigen Seite beschriebenen wichtigsten Maßnahmen hat OMV mehrere zusätzliche Maßnahmen ergriffen und geplant, deren Umsetzungskosten den festgelegten finanziellen Schwellenwert von mindestens EUR 5 Mio jedoch nicht überschreiten.
Lebenszyklusanalysen
[MDR-A-68a-68c, 68e] Die zunehmende Erstellung von Lebenszyklusanalysen (Life Cycle Assessments; LCAs) für die Anlagen und vermarkteten Produkte von OMV ermöglicht die Erlangung konkreter Daten nach akzeptierten internationalen Standards. Diese Daten können Nachhaltigkeitsbehauptungen belegen, wie zum Beispiel reduzierte Emissionen von nachhaltigen Produkten, die aus erneuerbaren Einsatzstoffen oder recycelten Kunststoffabfällen hergestellt werden. Die LCAs unterstützen die strategische Säule von OMV, die Menge an nachhaltigen Produkten zu erhöhen, unser Bestreben, eine führende Position im Bereich von erneuerbaren und kreislauffähigen Lösungen einzunehmen, sowie unsere Bestrebung, die Verkaufsmengen von nachhaltigen Basischemikalien und Polyolefinen, die aus erneuerbaren und recycelten Einsatzstoffen hergestellt wurden, zu steigern. Im Jahr 2024 wurde die erste Lebenszyklusanalyse für die Raffinerie Burghausen nach ISO 14040/14044 mit Schwerpunkt auf Basischemikalien wie Ethylen, Propylen, Benzol, Butadien und Isobuten durchgeführt. Diese LCA wurde von einem externen Beratungsunternehmen in enger Zusammenarbeit mit OMV Expert:innen erstellt. Dabei wurden mehrere Kategorien der Umweltauswirkungen untersucht, darunter Klimawandel, Versauerung, Eutrophierung, Strahlung, Landnutzung, Ozonabbau, Feinstaub, photochemische Ozonbildung, Ressourcennutzung und Wassernutzung. Die LCA für die Raffinerie Burghausen wurde im Jahr 2025 mit dem Ziel aktualisiert, LCA-Werte für alle Raffinerieprodukte bereitzustellen. Darüber hinaus wurden LCAs für die Integration nachhaltiger erneuerbarer Produkte in den Cracker in Burghausen vorgenommen, die eine breite Palette an nachhaltigen Einsatzstoffen umfassten. Derzeit führt OMV LCAs in Übereinstimmung mit den Empfehlungen von Together for Sustainability (TfS) durch, wobei verfügbare Primärdaten einbezogen werden. Die Ergebnisse dieser neuesten LCAs werden nun von Dritten geprüft. Nach Abschluss der Prüfungen werden ähnliche LCAs für die anderen Raffineriestandorte von OMV durchgeführt. Darüber hinaus findet derzeit eine Aktualisierung der OMV LCAs für die chemische Recyclingtechnologie ReOil® statt.
Bei Borealis wird nach den 2021/22 für das Portfolio durchgeführten LCAs weiter daran gearbeitet, das Verständnis für die Umweltauswirkungen der Produkte zu verbessern. In den Jahren 2024 und 2025 hat Borealis intern detaillierte Lebenszyklusinventarmodelle der Anlagen und folglich auch der Produkte entwickelt. Diese Bemühungen zielen darauf ab, die Datenqualität zu verbessern, multikriterielle Umweltverträglichkeitsanalysen zu unterstützen und zu einem kontinuierlichen Fortschritt zur Unterstützung der Kund:innen beizutragen. Die Zielgruppe für die LCA-Ergebnisse sind in erster Linie petrochemische Kund:innen in der nachgelagerten Wertschöpfungskette. Für Daten zu den Aktivitäten wurden Primärdatensätze von OMV herangezogen. Für die Einsatzstoffe (Rohöl, Zwischenprodukte, hydriertes Pflanzenöl) wurden aktuelle länderspezifische Datensätze aus kommerziellen validierten Datenbanken verwendet. Die Einführung von Umweltbilanzen für Primärrohstoffe wird derzeit geprüft. Die Durchführung von LCAs ist ein laufender Prozess.
Audits
[MDR-A-68a-68c] Um ISCC-Zertifizierungen (siehe oben) zu erhalten, werden unsere Betriebe jährlich von unabhängigen, akkreditierten Zertifizierungsstellen geprüft. Dabei wird die Einhaltung der Anforderungen in Bezug auf Nachhaltigkeit, Rückverfolgbarkeit und Treibhausgasemissionen verifiziert. Diese Audits gewährleisten eine transparente Dokumentation, die Integrität der Massenbilanz und die Einhaltung der weltweit anerkannten ISCC-Standards für verantwortungsvolle Beschaffung und Produktion. Sie tragen zu unserem in den Anforderungen an das Nachhaltigkeitsmanagement von erneuerbaren Ressourcen festgelegten Ziel bei, die potenziellen negativen wesentlichen Auswirkungen im Zusammenhang mit der steigenden Nachfrage nach und dem wachsenden Wettbewerb um alternative Einsatzstoffe wie Landnutzungsänderungen, Natur- und Waldzerstörung und Menschenrechtsverletzungen in den Griff zu bekommen. Daher ist es wichtig, die Korrektheit und Rückverfolgbarkeit der Nachhaltigkeitszertifizierungen der Lieferant:innen von erneuerbaren biobasierten Einsatzstoffen sicherzustellen. Im Jahr 2025 unterzog sich OMV den geplanten jährlichen Zertifizierungsaudits für die chemischen Produktionsanlagen in den Raffinerien Burghausen und Schwechat, die Kraftstoffproduktionsanlagen in der Raffinerie Schwechat, die Bio-LNG-Anlage in der Raffinerie Burghausen und mehrere Handelsunternehmen, unter anderem in Österreich, Deutschland, Großbritannien und Italien. Zusätzlich zu diesen Zertifizierungen organisierte OMV im Jahr 2025 eine freiwillige Überprüfung des internen Nachhaltigkeitsmanagementprozesses durch ein externes Unternehmen. Diese Überprüfung umfasste die Berichtspflichten gemäß den einschlägigen österreichischen Rechtsvorschriften, die monatlichen/quartalsweisen Abgleiche, die Verwaltung der eingehenden Zertifikate für erneuerbare Einsatzstoffe, die Bilanzierung erneuerbarer Einsatzstoffe und die Verwaltung der ausgehenden Zertifikate. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass die Prozesse und das interne Kontrollsystem bestätigt werden können und keine wesentlichen Mängel gefunden wurden. Ausgesprochene Empfehlungen sollen zu gegebener Zeit umgesetzt werden.
Kennzahlen und Ziele
E5-3 Ziele im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
[E5-3.27] [MDR-T-81a-81b-i] In Anbetracht der laufenden Entkonsolidierung der Tochtergesellschaft Borealis zog OMV im Rahmen seines Kapitalmarkt-Updates 2025 sein Ziel im Zusammenhang mit E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft vorübergehend zurück. Es wurde davon ausgegangen, dass Borealis einen erheblichen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leisten würde. Sobald der Entkonsolidierungsprozess abgeschlossen ist, wird OMV die Festlegung eines neuen Ziels für 2026 in Erwägung ziehen, das sowohl auf Borealis als Kunden ausgerichtet ist als auch im Rahmen der neuen Geschäftsstruktur erreicht werden kann. Trotz der Entkonsolidierung und der aktuellen Marktunsicherheiten bekennt sich OMV weiter zu dem Ziel, den Absatz nachhaltiger Chemikalien an Drittkund:innen zu erhöhen und damit das Wachstum der Kreislaufwirtschaft zu unterstützen.
Das Commitment von OMV
gründet auf der Unterstützung unserer nachgelagerten Kund:innen bei der Einhaltung einschlägiger EU-Vorschriften wie der Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (Packaging and Packaging Waste Regulation; PPWR), der Altfahrzeugrichtlinie (End-of-Life Vehicles Directive; ELVD) und des EU-Aktionsplans für die Kreislaufwirtschaft (Circular Economy Action Plan; CEAP). Dieses Commitment konzentriert sich auf die Verbesserung des Kreislaufdesigns von Produkten, indem die Verfügbarkeit von Rohmaterialien (Chemikalien und Polymere) für nachgelagerte Kund:innen sichergestellt wird, die Waren aus erneuerbaren und recycelten Einsatzstoffen herstellen möchten. Die Zusammenarbeit mit Partner:innen aus der Wertschöpfungskette ist für die Entwicklung nachhaltigerer, ressourceneffizienterer und innovativerer Produktlösungen von entscheidender Bedeutung. OMV und Borealis bemühen sich häufig um Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette, um gemeinsam einen positiven Beitrag zu leisten. Das Commitment von OMV zur Steigerung der nachhaltigen Absatzmengen trägt auch direkt zur Minimierung des Einsatzes von Primärrohstoffen bei. Neben der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften legt OMV großen Wert auf die Beschaffung von abfallbasierten und fortschrittlichen Einsatzstoffen für die Produktion erneuerbarer Chemikalien sowie auf die Auswahl von Partner:innen, die die Nachhaltigkeitsgrundsätze von OMV teilen.

Unsere Ambition
[MDR-T.81b-i, 81b-ii] Um die Wirksamkeit unseres Umweltmanagementstandards nachzuverfolgen, messen wir die jährliche Entwicklung der Abfallverwertungs- oder Recyclingquote in unseren Betrieben, ohne dabei ein spezifisches Bezugsjahr zu verwenden.
Stand 2025
Rate des aufbereiteten oder wiederverwerteten Abfalls: 68% (2024: 74%)
E5-4 Ressourcenzuflüsse
[E5-4.30] Bei den Materialzuflüssen von OMV handelt es sich um primäre fossile Materialien wie Rohöle und Erdölerzeugnisse. Die nachhaltigen Ressourcenzuflüsse von OMV bestehen aus Kunststoffabfällen, synthetischem Rohöl wie Pyrolyseöl und erneuerbaren biobasierten Zuflüssen wie FAME, Bioethanol, Rohglycerin, hydrierten Pflanzenölen oder Altspeiseöl. OMV führt eine Liste aller kritischen Rohstoffe, die für seine Geschäftsaktivitäten Verwendung finden, einschließlich des Standorts und der Art der Verwendung.
Ressourcenzuflüsse und -abflüsse |
[MDR-M.77c] [E5-4.31a, 31b, 31c] |
| 2025 | 2024 |
Gesamtgewicht der im Berichtszeitraum verwendeten Produkte und technischen und biologischen Materialien | t | 25.396.830 | 24.831.597 |
Prozentualer Anteil biologischer Materialien (und von Biokraftstoffen, die für nicht energetische Zwecke verwendet werden) | % | 2,6 | 2,9 |
Absolutes Gewicht der zur Herstellung der Produkte und im Rahmen der Dienstleistungen des Unternehmens verwendeten wiederverwendeten oder recycelten sekundären Komponenten, Produkte und Materialien (einschließlich Verpackungen) | t | 157.362 | 191.938 |
Prozentualer Anteil der verwendeten wiederverwendeten oder recycelten sekundären Komponenten, Produkte und Materialien | % | 0,6 | 0,8 |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zu Ressourcenzuflüssen und -abflüssen finden Sie im >Anhang: E5-4 Ressourcenzuflüsse.
E5-5 Ressourcenabflüsse
[E5-5.35] OMV produziert und verkauft Rohöl und Erdgas und produziert und vermarktet verschiedene Produkte aus Raffinerieprozessen, darunter Kraftstoffe aus primären fossilen und erneuerbaren Einsatzstoffen, wie zum Beispiel Kraftstoffe für den Straßenverkehr und Flugkraftstoffe, sowie Industriegüter wie Bitumen und Koks. Das Unternehmen stellt auch Basischemikalien wie Olefine und Aromaten sowie Polyolefinprodukte in Form von Pellets her, für die fossile Primärrohstoffe, erneuerbare Einsatzstoffe oder recycelte Kunststoffabfälle verwendet werden können. Laut der Überprüfung der DMA im Jahr 2025 gelten Verpackungen nicht als einer der wesentlichen Abflüsse des Unternehmens. Mehr dazu finden Sie in den Abschnitten >Fuels und >Chemicals. [E5-5.36c] Die von der OMV Tochtergesellschaft Borealis verkauften Polyolefinprodukte sind zu 100% recycelbar, bevor sie von den Kund:innen des Unternehmens zu Endprodukten verarbeitet werden. Bei der Verarbeitung zu Endprodukten können sie mit unverträglichen und untrennbaren Komponenten vermischt werden, was ihre Recyclingfähigkeit beeinträchtigen könnte. Diese Erklärung gilt nur für die von OMV verkauften Polyolefinprodukte. Die Kreislaufwirtschaftsprinzipien der Haltbarkeit und Reparierbarkeit finden auf die Produkte von OMV keine Anwendung. [E5-5.38a, 38b] Bei unseren Produktionsaktivitäten fallen sowohl feste als auch flüssige Abfälle an. Darunter befinden sich auch gefährliche Stoffe wie etwa Ölschlämme, Chemikalien und Katalysatoren. Beispiele für nicht gefährliche Abfälle umfassen Erdaushub, gemischte Siedlungsabfälle, Papier und Metall. Oft werden Kunststoffabfälle unkontrolliert verbrannt oder auf Deponien entsorgt, die nicht dem Stand der Technik entsprechen. Dadurch erhöht sich das Risiko, dass sie in Wasserläufe, Seen oder Ozeane gelangen und sich damit negativ auf die Umwelt, das Meeresleben und eventuell sogar die menschliche Gesundheit auswirken.
Abfall |
[MDR-M.77c] [E5-5.37a-37d] [E5-5.39] [E5-5.40] [E5-5 AR 31] [Unternehmensspezifisch] [Freiwillig] |
| 2025 | 2024 |
Gesamtmenge des Abfallaufkommens (t) | 752.078 | 1.001.027 |
davon nicht gefährliche Abfälle1 | 386.673 | 628.992 |
davon gefährliche Abfälle | 365.405 | 372.034 |
Insgesamt von Beseitigung abgezweigte Abfälle (t) | 512.757 | 736.803 |
davon nicht gefährliche Abfälle | 219.637 | 455.971 |
davon Vorbereitung zur Wiederverwendung | 6.718 | 1.180 |
davon sonstige Verwertungsverfahren | 113.891 | 380.682 |
davon Recycling | 99.028 | 74.108 |
davon gefährliche Abfälle3 | 293.120 | 280.165 |
davon Vorbereitung zur Wiederverwendung | 25 | n.a. |
davon sonstige Verwertungsverfahren | 3.658 | 4.249 |
davon Recycling | 288.953 | 275.916 |
Insgesamt zur Beseitigung bestimmte Abfälle (t) | 239.322 | 264.224 |
davon nicht gefährliche Abfälle | 167.036 | 172.913 |
davon Verbrennung | 45.262 | n.a. |
davon Verbrennung (mit energetischer Verwertung)2 | 44.945 | 15.012 |
davon Verbrennung (ohne energetische Verwertung)2 | 317 | 2.246 |
davon Deponierung | 105.772 | 150.965 |
davon sonstige Arten der Beseitigung | 16.001 | 4.690 |
davon gefährliche Abfälle | 72.285 | 91.549 |
davon Verbrennung | 24.687 | n.a. |
davon Verbrennung (mit energetischer Verwertung)2 | 20.768 | 15.572 |
davon Verbrennung (ohne energetische Verwertung)2 | 3.919 | 6.204 |
davon Deponierung | 5.974 | 16.747 |
davon sonstige Arten der Beseitigung | 41.624 | 52.360 |
Gesamtrate der verwerteten oder wiederverwendeten Abfälle (%)2 | 68 | 74 |
Gesamtmenge nicht recycelter Abfälle (t) | 239.322 | 264.224 |
Prozentualer Anteil nicht recycelter Abfälle (%) | 32 | 26 |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zu Abfällen finden Sie im >Anhang: E5-5 Ressourcenabflüsse.
Sozialinformationen
S1 – Arbeitskräfte des Unternehmens | 230 |
S2 – Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette | 281 |
S3 – Betroffene Gemeinschaften | 296 |
| |
In diesem Kapitel informieren wir über Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen sowie Menschenrechte und Gleichbehandlung im Zusammenhang mit unseren Geschäftsaktivitäten. Dabei stehen unsere drei wesentlichen Interessengruppen im Fokus: Arbeitskräfte des Unternehmens (S1), Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette (S2) und betroffene Gemeinschaften (S3).
Unsere Geschäftsaktivitäten wirken sich auf unterschiedliche Weise auf Menschen aus, sowohl positiv als auch negativ. Unsere gesellschaftliche Akzeptanz („License to Operate“) beruht darauf, dass wir Menschenrechte und Arbeitnehmerrechte achten und positive Beziehungen zu unseren Arbeitnehmer:innen und betroffenen Gemeinschaften pflegen. Aus diesem Grund legen wir in diesem Bereich besonderen Wert auf hohe Standards.
Wir sind uns zudem dessen bewusst, dass die Energiewende soziale Auswirkungen hat. OMV ist bestrebt, den Übergang zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft für seine Arbeitnehmer:innen und betroffene Gemeinschaften gerecht zu gestalten („Just Transition“) und sich mit den sozialen und wirtschaftlichen Folgen auseinanderzusetzen, die aus diesem Übergang resultieren.
Menschenrechte sind universell und leiten unser Verhalten bei all unseren Maßnahmen. Als Unterzeichner des United Nations Global Compact bekennt sich OMV voll und ganz zu den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und will durch gezielte Investitionen in Projekte für das Gemeinwesen, die auf lokale Bedürfnisse und die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals; SDGs) ausgerichtet sind, einen Beitrag zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung leisten. OMV bemüht sich, ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber zu sein. Wir sind bestrebt, bei allen unseren geschäftlichen Aktivitäten die Menschenrechte zu achten und nachteilige Auswirkungen auf die Menschenrechte, an denen wir beteiligt sind, aufzugreifen. Wir konzentrieren uns insbesondere auf die Auswirkungen unserer Aktivitäten auf die Menschenrechte von Einzelpersonen und Gruppen, die mit größerer Wahrscheinlichkeit schutzbedürftig sind, wie indigene Bevölkerungsgruppen, Frauen oder Kinder.
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens
SDG-Ziele:
Unsere wesentlichen Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit S1 Arbeitskräfte des Unternehmens finden Sie im Abschnitt>SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell. Die Verantwortung für S1 Arbeitskräfte des Unternehmens wird innerhalb von OMV von verschiedenen Abteilungen gemeinsam getragen. Die Verantwortung für Menschenrechte ist in unserer Unternehmensführung verankert. Die Hauptverantwortung für das Thema Menschenrechte bleibt weiterhin bei dem:der Generaldirektor:in, wobei der:die CFO Mitverantwortung trägt. Beide werden halbjährlich über Erfolge, Herausforderungen und wichtige Belange im Zusammenhang mit Menschenrechten informiert. Die Governance der Aspekte Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) wird zentral durch die HSSE-Konzernfunktion gesteuert. Diese Funktion steht unter der Leitung des:der VP HSSE, der:die direkt an den:die Generaldirektor:in berichtet. Die HSSE-Abteilungen von OMV Petrom und Borealis regeln die jeweiligen eigenen Belange und koordinieren lokale HSSE-Beauftragte und Expert:innen. Die OMV Abteilung People & Culture (P&C) ist für eine Vielzahl von Funktionen verantwortlich, die für unseren Unternehmenserfolg von entscheidender Bedeutung sind, beispielsweise die Talentakquise. Das Führungsteam von OMV P&C berichtet direkt an den:die Senior Vice President (SVP) von P&C, der:die wiederum direkt an den:die Generaldirektor:in berichtet.
S1-1 Konzepte im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens
Über verschiedene Konzepte, Richtlinien und interne Commitments stellen wir einen soliden Rahmen für die Interaktion mit unseren Arbeitskräften bereit. Damit gewährleisten wir, dass bestimmte Grundsätze und Standards jederzeit eingehalten werden und die identifizierten wesentlichen Auswirkungen und Risiken abgedeckt sind. Die relevantesten dieser Konzepte und Richtlinien sind im Folgenden aufgeführt.
Code of Conduct
[MDR-P-65a- 65f] In Bezug auf den Code of Conduct (CoC) werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für S1 Arbeitskräfte des Unternehmens, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt
>ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
[S1-1.20a] [S1-1.21, S1-1.AR 12] In Bezug auf Menschenrechte, einschließlich Arbeitnehmerrechte, legt der OMV Code of Conduct eine klare Verpflichtung zur Einhaltung internationaler Standards fest, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, der Erklärung der ILO über die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit
35 und den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen verankert sind. OMV erachtet die Grundsätze dieser Standards als Basis für seine Unternehmensführung sowie für die Interaktionen mit den Arbeitskräften des Unternehmens und erwartet von allen Arbeitnehmer:innen, dass sie entsprechend handeln. Unsere Geschäftspartner:innen sind aufgefordert, den OMV CoC zu unterzeichnen und damit die Einhaltung der Standards zu bestätigen.
Zur Gewährleistung der Einhaltung dieser Standards haben wir verschiedene Mechanismen eingerichtet. Einer dieser Mechanismen ist unser Menschenrechtsmanagementsystem, das strenge Verfahren zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht sowie Audits, Beschwerdemechanismen und kontinuierliche Überprüfungen umfasst. Ferner sind professionelle Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen zum Thema Menschenrechte von entscheidender Bedeutung. Damit wird unser Engagement für die Menschenrechte zur gelebten Realität. [S1-1.20b] Die Achtung der Interessen unserer Arbeitnehmer:innen ist ein zentraler Aspekt des Ansatzes, den OMV in Bezug auf Menschenrechte verfolgt. Deshalb legen wir Wert auf eine proaktive und respektvolle Einbeziehung unserer Arbeitskräfte. Dazu gehören unter anderem der kontinuierliche Austausch mit Arbeitnehmervertreter:innen, das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen, die Durchführung regelmäßiger Umfragen sowie die Bereitstellung von Kanälen für Meinungsäußerungen und Beschwerden, wie beispielsweise unsere Integrity Platform. Einzelheiten finden Sie unter >S1-2 Verfahren zur Einbeziehung der Arbeitskräfte des Unternehmens und von Arbeitnehmervertreter:innen in Bezug auf Auswirkungen. [S1-1.20c] Der CoC legt außerdem unser Commitment fest, im Einklang mit internationalen Standards Abhilfemaßnahmen für Auswirkungen auf die Menschenrechte anzubieten oder zu ermöglichen. Mehr dazu finden Sie unter >S1-3 Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die die Arbeitskräfte des Unternehmens Bedenken äußern können.
[S1-1.22] [S1-1.24a-24c; AR 13; AR 16] Im Rahmen unseres Engagements für die Menschenrechte und unseres CoC verfolgen wir eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Zwangs- oder Pflichtarbeit, Menschenhandel und jeglicher Form von Sklaverei oder Kinderarbeit innerhalb unserer Belegschaft. Wir unterstützen damit auch die Ziele des UK Modern Slavery Act von 2015 in vollem Umfang und setzen uns dafür ein, unser Geschäft und unsere Lieferkette frei von Zwangsarbeit, Sklaverei und Menschenhandel zu betreiben. Die Erklärung von OMV zu moderner Sklaverei und Menschenhandel führt detailliert auf, welche Gegenmaßnahmen wir diesbezüglich in allen Geschäftsbereichen und in der Wertschöpfungskette ergreifen. Wir erkennen Schutzbedürftigkeit als entscheidenden Faktor für die Wahrnehmung von Menschen- und Arbeitsrechten an. Unser besonderes Augenmerk gilt dabei Personen und Gruppen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit benachteiligt oder schutzbedürftig sind, wie junge Arbeitnehmer:innen, Kinder, Frauen, Arbeitsmigrant:innen, indigene Völker und Menschenrechtsaktivist:innen.
Dementsprechend engagieren wir uns für Diversität und dulden keinerlei rassistische Diskriminierung oder Diskriminierung aus anderen Gründen, wie aufgrund von Hautfarbe, sexueller Identität, Geschlechtsidentität oder -ausdruck, Alter, ethnischer oder sozialer Herkunft, genetischen Merkmalen, Sprache, Religion oder Glaube, politischer oder sonstiger Anschauung, Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, indigener Herkunft, Vermögen, Ehe- oder Familienstand, Behinderung, Gesundheitszustand einschließlich psychischer Gesundheit oder eines sonstigen Status. Dies gilt sowohl für die Arbeitskräfte unseres Unternehmens als auch für Bewerber:innen. Wir dulden keinerlei Form von Missbrauch, Belästigung oder Diskriminierung in jeglichen Situationen, die im Rahmen des Beschäftigungsverhältnisses oder im Zusammenhang mit einer beschäftigungsbezogenen Aktivität stattfinden. Wie in unserem Code of Conduct dargelegt, sind wir bestrebt, ein diverses und inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen, das Chancengleichheit für alle fördert. Dies erreichen wir in erster Linie durch unsere verschiedenen Diversity, Equity and Inclusion (DE&I)-Initiativen. [S1-1 AR 10] Seit der umfassenden Überarbeitung des CoC im Jahr 2024 wurde im Berichtsjahr eine geringfügige Änderung in Bezug auf die Arbeitskräfte unseres Unternehmens vorgenommen: Menschenrechtsfragen wurden ausdrücklich in die Liste der Themen aufgenommen, die über die Integrity Platform als Beschwerden eingereicht werden können.
Standard für unternehmensweites Risikomanagement
[MDR-P-65a-65f] In Bezug auf den Standard für unternehmensweites Risikomanagement (Enterprise-Wide Risk Management; EWRM) werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für S1 Arbeitskräfte des Unternehmens, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
Konzepte im Zusammenhang mit Menschenrechten
Menschenrechts-Grundsatzerklärung
[S1-1.17] [S1-1.19] [MDR-P-65a-65f] In Bezug auf die Menschenrechts-Grundsatzerklärung werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für S1 Arbeitskräfte des Unternehmens, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt. [S1‑1.20a] [S1-1.21] [S1-1.22] [S1-1.24a, 24b] Die Menschenrechts-Grundsatzerklärung untermauert ausdrücklich unsere im Code of Conduct festgelegten Menschenrechtsverpflichtungen und bestätigt die vollständige Übereinstimmung mit internationalen Standards und Verträgen sowie die Bekämpfung jeglicher Diskriminierung aus den oben genannten Gründen. Die Menschenrechts-Grundsatzerklärung legt spezifische Menschenrechtsverpflichtungen fest, die für die Arbeitskräfte unseres Unternehmens relevant sind, wie unten aufgeführt.
Arbeitnehmerrechte
[S1-1.20a] Dazu gehören angemessene und existenzsichernde Löhne, Arbeitszeiten, Arbeitnehmervertretung, Tarifverhandlungen sowie Maßnahmen gegen Zwangsarbeit, Kinderarbeit und moderne Sklaverei. Wir unterstützen die in der Erklärung der ILO definierten fünf grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit. Wir haben uns zur Einhaltung der Rechte von Arbeitnehmer:innen in Übereinstimmung mit den Kernarbeitsnormen der ILO verpflichtet und erwarten dies auch von unseren Auftragnehmer:innen und Lieferant:innen sowie von Joint Ventures, an denen wir beteiligt sind. Wenn lokale arbeitsrechtliche Normen unter den OMV Standards liegen, die auf internationalem Recht zum Schutz der Menschenrechte basieren, richtet sich OMV nach seinen eigenen höheren Standards, sofern dies nicht gesetzlich verboten ist. OMV ist bestrebt, ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber zu sein. Die Wahrung und Förderung von Arbeitnehmerrechten ist eine wesentliche Voraussetzung für die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen in einem lokalen und internationalen Umfeld. Sie ist auch entscheidend dafür, dass sich unsere Arbeitnehmer:innen weltweit – im Einklang mit unseren Geschäftsanforderungen – beruflich weiterentwickeln und ihre persönlichen Ziele verwirklichen können. Mehr über unseren Ansatz zu diesem Thema finden Sie im Abschnitt Betriebliche Veränderungen und Mindestkündigungsfristen.
Sicherheit
[S1-1.20a] Dazu gehören präventive, defensive und gemeinschaftsorientierte Sicherheitsansätze, klare Richtlinien sowie Supervision und Schulungen, die im Einklang mit allen einschlägigen Gesetzen und internationalen Standards oder Initiativen stehen, einschließlich der Freiwilligen Grundsätze zur Wahrung der Sicherheit und der Menschenrechte (Voluntary Principles on Security and Human Rights; VPs) und des Internationalen Verhaltenskodex für private Sicherheitsdienstleister:innen (International Code of Conduct for Private Security Service Providers; ICoC).
Gesundheit und Arbeitsschutz
[S1-1.20a] [S1-1.23] Dazu gehören das Managementsystem von OMV für Arbeits- und Gesundheitsschutz, einschließlich der Richtlinie und des Managementsystems zur Verhütung von Unfällen am Arbeitsplatz, sowie entsprechende Vorkehrungen in den lokalen Gemeinschaften.
Umwelt und Klimawandel
[S1-1.20a] OMV erkennt das Recht auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt als ein Menschenrecht an, das untrennbar mit vielen anderen Menschenrechten verbunden ist. Mit unserer OMV Strategie 2030 haben wir uns verpflichtet, die Energiewende zu unterstützen und zu beschleunigen, ein verantwortungsvolles Ressourcenmanagement zu betreiben und die Umweltauswirkungen unserer Geschäftstätigkeit zu minimieren. Im Wissen um die sozialen Auswirkungen, die die Energiewende mit sich bringt, ist OMV bestrebt, zu einem gerechten Übergang zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft für die Arbeitskräfte des Unternehmens und betroffene Gemeinschaften beizutragen („Just Transition“) und sich mit den sozialen und wirtschaftlichen Folgen auseinanderzusetzen, die aus diesem Übergang resultieren.
Die OMV Menschenrechts-Grundsatzerklärung stellt unser umfassendes Commitment zur Wahrung der Menschenrechte in unseren Geschäftstätigkeiten, zur Ermittlung aller potenziellen bzw. tatsächlichen nachteiligen Auswirkungen und zum angemessenen Umgang damit dar. Dies wird durch unser Verfahren zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht ermöglicht, das auf zwei wesentlichen Mechanismen basiert:
Menschenrechtsmanagementsystem
[S1-1.20a] [S1-1.21] Das OMV Menschenrechtsmanagementsystem (Human Rights Management System; HRMS) bietet einen Rahmen für das aktive Management der Auswirkungen und Risiken von OMV im Bereich der Menschenrechte und unterstützt das Engagement des Unternehmens für die Achtung der Menschenrechte, wie es in der Menschenrechts-Grundsatzerklärung des OMV Konzerns dargelegt ist. Das HRMS besteht aus der OMV Menschenrechtsverantwortungsmatrix, einer Beschreibung des Verfahrens zur Erfüllung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht (Human Rights Due Diligence; HRDD) von OMV sowie der entsprechenden Rollen und Verantwortlichkeiten bei deren Umsetzung. Wir haben spezifische Anforderungen unter anderem in Bezug auf Arbeits- und Ruhezeiten, angemessene existenzsichernde Löhne sowie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz festgelegt. Diese Anforderungen, die alle im Einklang mit internationalen Menschenrechtsstandards stehen, sind in unsere Menschenrechtsverantwortungsmatrix integriert, die die Grundlage für alle unsere Sorgfaltsprüfungen bildet. Wo immer wir Lücken in der Umsetzung dieser internationalen Standards feststellen, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte bzw. von der ILO oder der OECD festgelegt sind, entwickeln wir Aktionspläne, um diese Lücken zu schließen und unserer Verpflichtung in vollem Umfang gerecht zu werden.
[S1-1.20b] Bei der Überarbeitung unserer Menschenrechtsgrundsätze und -prozesse, einschließlich der Menschenrechts-Grundsatzerklärung von 2022 und des Menschenrechtsmanagementsystems von 2024, bezogen wir eine Vielzahl interner Interessenträger:innen in die Gap-Analyse und Konsultationsphase mit ein. Die Arbeitnehmervertreter:innen wurden auch zu unserem Vorschlag, das E-Learning zu Menschenrechten zu einer obligatorischen Schulungsanforderung für Arbeitnehmer:innen zu machen, konsultiert und haben diesen unterstützt. [S1-1.20c] OMV hat sich öffentlich verpflichtet, nachteilige Auswirkungen auf die Menschenrechte, an denen wir beteiligt sind, zu adressieren und angemessene Maßnahmen zu deren Vermeidung, Minderung und, falls erforderlich, Wiedergutmachung zu ergreifen. Wir erachten Beschwerdemechanismen als unverzichtbares Instrument zur Verhinderung und zum Management unserer negativen Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften, Arbeitnehmer:innen und andere Interessenträger:innen. Unser Ziel besteht darin, alle eingegangenen Beschwerden in Übereinstimmung mit den UN-Wirksamkeitskriterien zu bearbeiten, unabhängig davon, ob sie auf tatsächliche oder vermeintliche Sachverhalte zurückzuführen sind und ob der:die Beschwerdeführer:in bekannt oder anonym ist.
Menschenrechtliche Sorgfaltspflicht und Menschenrechtsverantwortungsmatrix
[S1-1.21] Das Verfahren zur Erfüllung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht folgt den Schritten, die in den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte definiert sind, und lässt sich in vier wichtigen Schritten zusammenfassen: Ermitteln, Adressieren, Wirksamkeitskontrolle und Abhilfe. Die Menschenrechtsverantwortungsmatrix ist unser präventives Instrument zur Adressierung von negativen Auswirkungen, die im Zusammenhang mit der Anwendung der Menschenrechtsgrundsätze festgestellt werden. In allen Phasen des fortlaufenden Verfahrens zur Erfüllung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht verwenden wir sie als gemeinsame Grundlage. Dabei stellen wir die Gegebenheiten vor Ort den in der Matrix definierten konkreten Verantwortlichkeiten gegenüber und identifizieren alle Abweichungen, auf die wir uns konzentrieren müssen. Dieser Ansatz hilft uns dabei, alle potenziellen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeiten auf die Menschenrechte zu identifizieren und Prioritäten für das Management unserer Auswirkungen zu setzen.
Konzepte in Bezug auf Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen
Alle Konzepte für Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen sind durch die HSSE-Strategie 2030 des OMV Konzerns miteinander verbunden. Diese Strategie basiert auf der HSSE-Direktive und skizziert konkrete mittelfristige Ziele zur Unterstützung der Geschäftsstrategie des Konzerns. Mehr dazu finden Sie unter >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte. [MDR-P-65a] Diese Konzepte zielen alle darauf ab, die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz bei OMV in verschiedenen Phasen und durch verschiedene Initiativen zu verbessern. So tragen sie dazu bei, mögliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit unserer Arbeitskräfte, die durch eine unangemessene Personalbesetzung entstehen könnten, zu minimieren. Außerdem unterstützen sie unseren potenziellen und tatsächlichen positiven Einfluss auf die Zufriedenheit und Gesundheit unserer Arbeitnehmer:innen, indem sie für einen gesunden und sicheren Arbeitsplatz sorgen. [S1-1.23] Die Konzepte und Bestimmungen im Zusammenhang mit Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen bilden auch das Konzept und Managementsystem in Bezug auf die Verhütung von Arbeitsunfällen bei OMV. Konkret sind die Konzepte zur Verhütung von Arbeitsunfällen die HSSE-Direktive, der Standard für das Management von Sicherheit am Arbeitsplatz und das HSSE-Risikomanagement. Das HSSE-Managementsystem umfasst auch ein Element, das sich speziell der Prävention von Arbeitsunfällen widmet.
HSSE-Direktive
[MDR-P-65a-65f] [S1-1.19] In Bezug auf die HSSE-Direktive werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für S1 Arbeitskräfte des Unternehmens, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt>ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
Die spezifischen HSSE-Commitments, die in dieser Direktive festgeschrieben und für alle Arbeitnehmer:innen unter den Arbeitskräften des Unternehmens relevant sind, sind im Folgenden aufgeführt.
Risikobewertungen
[MDR-P-65a] Unser Risikomanagementansatz umfasst die Identifizierung von Gefahren, die Bewertung von Risiken und die Implementierung geeigneter Kontrollen. Vorschriften für das Risikomanagement werden entwickelt, aufrechterhalten und angewendet. HSSE-Risiken bei Übernahmen und Veräußerungen werden bewertet, um eine solide Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Alle Standorte und Aktivitäten werden systematisch und in regelmäßigen Abständen überprüft. Verfahren und Vorschriften werden auf ihre HSSE-Auswirkungen geprüft. Arbeitsmedizinische Untersuchungen werden durchgeführt, um zu verhindern, dass Arbeitnehmer:innen durch ihre spezifische Arbeit oder ihr Arbeitsumfeld Schaden erleiden. Die Risiken werden entsprechend folgender Hierarchie kontrolliert: Beseitigen – Tolerieren – Reduzieren – Übertragen („Eliminate – Tolerate – Reduce – Transfer“). Der Prozess der Gefahrenermittlung und Risikobewertung wird dokumentiert, aufrechterhalten und am Ort des Einsatzes verfügbar gemacht. Festgestellte Probleme werden gemeldet und adressiert, Folgemaßnahmen entsprechend ihrer Priorität zeitnah umgesetzt und ihre Wirksamkeit überprüft. Personen, die Gefahren ausgesetzt sind, werden auf die Risiken, die durchgeführten Kontrollen und ihre Verantwortlichkeiten aufmerksam gemacht. Gefahrenregister und Risikobewertungen werden regelmäßig aktualisiert und überprüft. Wesentliche Risiken und deren entsprechende Minderungsmaßnahmen werden im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagement-(EWRM-)Systems evaluiert und überwacht und in einer konzernweiten Datenbank, dem Active Risk Management System (ARMS), dokumentiert. Sie werden dem Topmanagement berichtet – zumindest zweimal jährlich, aber immer, sobald neue Themen anstehen. Das Senior Management ist in die Überprüfung der als vorrangig eingestuften Risiken direkt eingebunden.
Audits
[MDR-P-65a] Um die effektive Umsetzung der HSSE-Vorschriften zu bewerten und Bereiche mit Verbesserungsbedarf zu ermitteln, haben wir ein Audit- und Überprüfungssystem eingerichtet. Dieses System stellt sicher, dass HSSE-relevante Informationen und Daten regelmäßig gesammelt, gemeldet, kompiliert und analysiert werden. Unsere HSSE-Vorschriften werden von unabhängiger Seite überprüft, um eine kontinuierliche Verbesserung zu gewährleisten. Die HSSE-Aspekte aller Tätigkeiten werden regelmäßig von uns selbst und von unabhängigen Stellen gemäß den festgelegten Verfahren geprüft. Wir stellen sicher, dass Ressourcen für die Durchführung dieser Audits und Überprüfungen zur Verfügung stehen. Maßnahmen, die sich aus Audits und Überprüfungen ergeben, werden hinsichtlich ihrer Qualität bewertet und überwacht, bis sie zufriedenstellend geklärt sind. Wir sorgen dafür, dass Systeme, Konzepte, Arbeitsprozesse, Aktivitäten oder Aufgaben den festgelegten Vorschriften entsprechen, und überprüfen die Möglichkeit des Zugriffs auf die geltenden HSSE-Vorschriften.
Meldung und Untersuchung von Zwischenfällen als Abhilfemaßnahme
[MDR-P-65a] Alle Arbeitnehmer:innen und Auftragnehmer:innen sind angehalten, dem Linienmanagement unsichere Arbeitsbedingungen und unsicheres Verhalten zu melden, damit Situationen mit Unfallgefahr erkannt und verhindert werden können. Wir begrüßen diese Verbesserungsvorschläge von Arbeitnehmer:innen und Auftragnehmer:innen auf lokaler Ebene. Alle Zwischenfälle, Gefahrensituationen, HSSE-Begehungen, Audits, Erkenntnisse und festgelegten Maßnahmen werden in unserem zentralen HSSE-Melderegister erfasst und nachverfolgt. Über die Learning-Plattform „My Success Factors“ finden regelmäßige Online-Schulungen statt, um die effektive Nutzung des HSSE-Melderegisters sicherzustellen.
Gesundheitsstandard
[S1-1.19] [MDR-P-65a] Der OMV Gesundheitsstandard bietet Leitlinien, um die potenziellen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Arbeitnehmer:innen, die durch eine Diskrepanz zwischen Personalbedarf und projektbedingtem Druck entstehen können, abzumildern. Damit wird eine wirksame Gesundheitsversorgung für Arbeitnehmer:innen im gesamten Unternehmen sichergestellt, wobei der Schwerpunkt auf dem Management von Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sowohl für die Arbeitskräfte unseres Unternehmens als auch für die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, die an OMV Standorten arbeiten, liegt. Gemäß dem Standard basiert die Gesundheitsversorgung des OMV Konzerns auf vier Säulen: Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, kurative Medizin, Notfallversorgung und -vorsorge sowie Präventionsprogramme für physische und psychische Gesundheit. Darüber hinaus enthält der Standard die wichtigsten Prinzipien, Rollen und Verantwortungsbereiche sowie Kommunikationswege innerhalb des OMV Konzerns und gibt den Rahmen für das Management der Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsversorgung sowie für die Zusammenarbeit zwischen den HSSE-Spezialist:innen vor. Er ergänzt die lokalen rechtlichen Anforderungen, wodurch es uns möglich ist, ein weitgehend einheitliches Niveau von Gesundheitsdiensten und den Zugang zu medizinischen Einrichtungen an allen Standorten von OMV sicherzustellen. [MDR-P-65b- 65f] In Bezug auf den Gesundheitsstandard sind, sofern nicht anders angegeben, sein Anwendungsbereich, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend), der Überwachungsprozess und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, dieselben wie für die HSSE-Direktive und werden im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt. Zusätzlich gilt der OMV Gesundheitsstandard auch für das medizinische Personal, das medizinische Dienstleistungen und medizinische Beratungsdienste für die OMV Konzerngesellschaften erbringt.
Standard für die Meldung, Untersuchung und Klassifizierung von Zwischenfällen
[S1-1.19] [MDR-P-65a] OMV ist bestrebt, seinen Arbeitnehmer:innen und Auftragnehmer:innen einen sicheren Arbeitsplatz zu bieten. Wir erachten dies nicht nur als moralische Verpflichtung, sondern auch als wichtige Voraussetzung, um einen reibungslosen Betrieb ohne kostspielige Anlagenabschaltungen oder Verzögerungen aufgrund von Zwischenfällen zu gewährleisten. Der Standard von OMV für die Meldung, Untersuchung und Klassifizierung von Zwischenfällen enthält eine klare Darstellung des systematischen Ansatzes, der (über die lokalen/nationalen Gesetze hinaus) zu befolgen ist. Er umfasst auch Vorschriften sowie Rollen und Verantwortlichkeiten bei der Meldung, Berichterstattung, Untersuchung und Klassifizierung von Zwischenfällen innerhalb des Unternehmens. Darüber hinaus finden sich darin geeignete Präventiv- und Korrekturmaßnahmen. Damit soll sichergestellt werden, dass sämtliche Zwischenfälle zeitgerecht identifiziert und gemeldet werden. Arbeitsbedingte Zwischenfälle mit Auswirkungen oder potenziell schwerwiegenden Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit von Menschen, die Umwelt, die Arbeitskräfte unseres Unternehmens, die Qualität, unsere Kund:innen, unser Kapital und unsere Anlagen, unsere Reputation, das Medieninteresse oder die Compliance werden gründlich untersucht. Dabei gilt es auch, ihre direkten, zugrunde liegenden und systemischen Ursachen zu ermitteln. [MDR-P 65b-65f] In Bezug auf den Standard für die Meldung, Untersuchung und Klassifizierung von Zwischenfällen sind, sofern nicht anders angegeben, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend), der Überwachungsprozess und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, dieselben wie für die HSSE-Direktive und werden im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
Standard für das Management von Sicherheit am Arbeitsplatz
[S1-1.19] [MDR-P-65a, 65d] Der Standard für das Management von Sicherheit am Arbeitsplatz ist ein integraler Bestandteil des HSSE-Managementsystems des Konzerns. Dafür kommen standardisierte Anweisungen, Verfahren und Spezifikationen zur Anwendung, um sicheres Arbeiten zu gewährleisten. Zu den grundlegenden Komponenten gehören unsere Organisation, die Ressourcen und Managementprozesse, die Performance, die Sicherheitskultur sowie dokumentierte Praktiken, die mit der ISO 45001 in Einklang stehen. Ziel ist es, einen Rahmen für die Prävention von arbeitsbezogenen Zwischenfällen zu schaffen, Arbeitssicherheitsziele zu entwickeln und umzusetzen und systematische Prozesse zu etablieren, bei denen Sicherheitsrisiken und Verbesserungsmöglichkeiten berücksichtigt werden. Dazu gehören die Ermittlung von Gefahren, die Bewertung von Arbeitssicherheitsrisiken und die Einrichtung von betrieblichen Kontrollen, mit denen sich solche Risiken auf ein Minimum beschränken lassen. Darüber hinaus geht es um eine Sensibilisierung für Arbeitssicherheitsrisiken und deren Minderung durch Informationen, Kommunikation und Schulungen, eine kontinuierliche Bewertung und Verbesserung der Sicherheitsperformance, die Entwicklung der erforderlichen Kompetenzen und die Förderung einer ausgereiften Sicherheitskultur. Hierbei müssen die Einbindung von Arbeitnehmer:innen und Auftragnehmer:innen sowie deren Informierung und Beteiligung sichergestellt werden. [MDR-P 65b-65c, 65e-65f] In Bezug auf den Standard für das Management von Sicherheit am Arbeitsplatz sind, sofern nicht anders angegeben, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend), der Überwachungsprozess und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, dieselben wie für die HSSE-Direktive und werden im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
Konzepte in Bezug auf Arbeitsbedingungen, Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle und sonstige arbeitsbezogene Rechte
Unsere Konzepte in Bezug auf gleiche Arbeitsbedingungen, Gleichbehandlung und andere arbeitsbezogene Rechte basieren auf der OMV „People & Culture“-Strategie 2030, die die Vision und kulturelle Orientierung für alle unsere Personalangelegenheiten vorgibt und sich auf die Arbeitnehmererfahrung („Employee Experience“), die organisatorische Entwicklung („Organizational Evolution“), neue Arbeitsweisen („New Ways of Working“) und die Förderung von Talenten („Growing Talent“) konzentriert. Die Strategie ist eng auf die Geschäftsstrategie des Unternehmens für 2030 abgestimmt und ermöglicht es OMV somit, seine Transformations- und Wachstumsziele zu erreichen und gleichzeitig eine leistungsstarke, inklusive und innovative Kultur zu fördern, die die Entwicklung von Führungskräften, das Talentmanagement, die Diversität und die organisatorische Effektivität unterstützt.
Personalrichtlinie
[S1-1.19] [MDR-P-65a, 65b] Die Personalrichtlinie (HR-Direktive) von OMV schafft den operationellen Rahmen und die entsprechende Governance zur Umsetzung der Ambitionen der P&C-Strategie. Dabei werden HR-Prozesse und ‑Regelungen im gesamten OMV Konzern und allen seinen Unternehmen, mit Ausnahme von Borealis, entwickelt. Sie umreißt die wichtigsten Grundsätze, Werte und organisatorischen Strukturen für HR-Funktionen und geht detailliert auf Rollen und Verantwortlichkeiten, HR-Prozesse und die Governance ein. Ziel der Richtlinie ist es, Konsistenz, interne Gleichbehandlung und Transparenz in der Personalpolitik zu gewährleisten. Darüber hinaus unterstützt sie die Konzernstrategie und schafft einen Mehrwert, indem das gesamte Unternehmen in Personalangelegenheiten einbezogen wird. Sie deckt Bereiche wie Vergütungsmanagement, Talentakquise, Personalentwicklung, internationale Mobilität und Personaladministration ab, wobei lokale Gesetze und länderspezifische Vorschriften berücksichtigt werden. Mit ihren besonderen Bestimmungen zur Personalentwicklung trägt unsere HR-Direktive dazu bei, das Risiko einer ineffizienten Umschulung und Weiterbildung und damit das Risiko einer erfolglosen Umsetzung unserer Strategie zu mindern. Durch die Regulierung der Rekrutierung von Talenten, der Personalverwaltung und arbeitszeitbezogener Belange trägt die Direktive auch dazu bei, die potenziellen negativen Auswirkungen auf das Gesundheits- und Sicherheitsmanagement zu mindern, die durch falsch abgestimmten Personalbedarf und Ressourcenengpässe bei Projekten verursacht werden. Nicht zuletzt tragen die Grundsätze der Richtlinie in Bezug auf Gleichbehandlung, Transparenz, Vergütungsmanagement sowie Arbeitszeit und Flexibilität dazu bei, unseren tatsächlichen und potenziellen positiven Einfluss auf die Steigerung der Zufriedenheit, Produktivität und Gesundheit unserer Arbeitnehmer:innen durch gerechte und angemessene Arbeitsbedingungen und die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben zu nutzen. Die Wirksamkeit der Direktive wird regelmäßig von den jeweiligen Funktionen durch Bewertungen und die Verfolgung des Fortschritts anhand von Zielvorgaben überwacht.
Unterstützt wird diese Richtlinie durch ihren Anhang 1, der die People & Culture Ethics Policy enthält. Darin ist festgeschrieben, dass OMV keine Form von Missbrauch, Belästigung oder Diskriminierung in jeglicher Art und Weise, die im Rahmen des Beschäftigungsverhältnisses stattfinden, toleriert. [S1-1.24a] Die HR-Direktive und die People & Culture Ethics Policy unterstreichen die Bedeutung, die dem Umgang mit Diversität bei OMV zukommt. Diversität ist für uns eine wesentliche Stärke, auf der wir aktiv aufbauen. Gleichzeitig schaffen wir ein Umfeld, in dem alle Arbeitnehmer:innen frei von Belästigung, unrechtmäßiger Diskriminierung und Vergeltungsmaßnahmen arbeiten können. Unser Ziel ist es, fortlaufend neue Initiativen und Maßnahmen zu entwickeln, um die Vielfalt und Chancengleichheit innerhalb unseres Unternehmens weiter auszubauen. [S1-1.24d] Über unseren SpeakUp-Kanal kann jede:r online Bedenken hinsichtlich schwerwiegenden arbeitsbezogenen Fehlverhaltens, einschließlich Belästigung und diskriminierender Praktiken, äußern. [S1-1 AR 10] Die HR-Direktive wurde mit Leitlinien zu diesem internen Beschwerdekanal („SpeakUp-Kanal“) aktualisiert, der den Arbeitnehmer:innen unseres Unternehmens zur Verfügung steht.
[MDR-P-65c] Der:die Senior Vice President der Abteilung People & Culture trägt die oberste Verantwortung für die Umsetzung der HR-Direktive und der People & Culture Ethics Policy. [MDR-P-65e] Fachexpert:innen von OMV (z. B. aus der P&C-Abteilung, Menschenrechtsexpert:innen, juristische Expert:innen) waren entweder direkt an der Entwicklung der HR-Direktive und der P&C Ethics Policy beteiligt oder wurden im Rahmen des internen Konsultationsprozesses um Feedback zu den Entwürfen der Konzepte gebeten. [MDR-P-65f] Die HR-Direktive und die People & Culture Ethics Policy werden allen OMV Arbeitnehmer:innen über die Regulations Alignment Platform im OMV Intranet und bei Bedarf im Rahmen von Schulungen zur Verfügung gestellt.
Die spezifischen Menschenrechtsverpflichtungen, die in der HR-Direktive festgeschrieben und für die Arbeitskräfte des Unternehmens relevant sind, sind im Folgenden aufgeführt.
Arbeitszeiten und Flexibilität
[S1-1.20a] [MDR-P-65a] Wir sorgen für die Einhaltung maßgeblicher lokaler Arbeitszeit- und Überstundenregelungen. Wir ermöglichen auch Teilzeitarbeit. Unsere Teilzeitkräfte haben generell Anspruch auf die gleichen Zusatzleistungen wie Vollzeitkräfte, außer wenn diese Leistungen an den Umfang der geleisteten Arbeitsstunden gebunden sind (z. B. eine bestimmte Anzahl von Homeoffice-Tagen pro Monat, wobei Vollzeitkräfte Anspruch auf mehr Homeoffice-Tage haben als Teilzeitkräfte). Entsprechend den lokalen gesetzlichen Vorschriften bieten wir weitere flexible Arbeitsmöglichkeiten an, wie etwa spezielle Teilzeitarbeit für bestimmte Altersgruppen oder Möglichkeiten für das Arbeiten von zu Hause aus, wodurch sich unsere Arbeitnehmer:innen die Zeit flexibler einteilen können. Wir bieten verschiedene Formen von lang- und kurzfristigen Unterbrechungen der Berufstätigkeit an, wie Sabbaticals und Elternzeit oder andere Formen des Betreuungsurlaubs.
Betriebliche Veränderungen und Mindestkündigungsfristen
[S1-1.20a] [MDR-P-65a] Unsere Personalpolitik basiert auf langfristiger Beschäftigung. Sowohl die Arbeitnehmer:innen als auch unser Unternehmen profitieren von langfristigen Arbeitsverhältnissen. In diesem Zusammenhang sind wir uns bewusst, dass Arbeitsplatzsicherheit nicht nur für die einzelnen Arbeitnehmer:innen, sondern auch für die Gesellschaft und die betroffene Region ein großes Anliegen darstellt. Wir streben daher danach, dieser Verantwortung durch die Entwicklung umfassender Geschäftskontinuitätspläne gerecht zu werden. Wo geschäftliche, organisatorische oder sicherheitsrelevante Veränderungen Anpassungen am Arbeitsplatz oder sogar eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses erfordern, evaluieren wir alle Optionen, führen konstruktive Dialoge und reagieren mit größtmöglicher Sorgfalt und Sensibilität. Für fast alle unsere Arbeitnehmer:innen gelten im Falle von Umstrukturierungen arbeitsrechtliche oder tarifvertragliche Kündigungsfristen. In Fällen, in denen eine Trennung von Arbeitnehmer:innen unvermeidbar wird, berücksichtigen wir die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen auf die betroffenen Personen im größtmöglichen Umfang. Wir verpflichten uns, in jedem Land, in dem wir tätig sind, die lokalen Gesetze hinsichtlich der Mindestkündigungsfristen einzuhalten.
Entlohnung und Vergütung
[S1-1.20a] [MDR-P-65a] Wir verpflichten uns, in den Regionen, in denen wir tätig sind, lokal angemessene Löhne zu zahlen. Für fast alle unsere Arbeitnehmer:innen sind Mindestlöhne oder -gehälter gesetzlich festgelegt oder tarifvertraglich vereinbart. Zu diesem Zweck werden jährliche Vergütungsüberprüfungen durchgeführt. OMV beobachtet kontinuierlich Markttrends und internationale bewährte Verfahren, um die bestqualifizierten Talente aus aller Welt zu gewinnen, zu motivieren und zu halten. Grundgehälter werden gemäß international anerkannten Methoden zur Bestimmung von Marktvergütungsniveaus festgelegt und entsprechen den relevanten gesetzlichen Vorschriften, wie zum Beispiel Tarifverträgen. Die Grundgehälter sind marktgerecht und fair und auf die Position und Expertise der Arbeitnehmer:innen zugeschnitten. OMV fördert gleiche Bezahlung in allen Karrierestufen, zum Beispiel durch die Festlegung standardisierter Einstiegsgehälter, die jährlich entsprechend der lokalen Marktsituation überprüft werden. Zur Förderung und Unterstützung der OMV Strategie bieten wir überdies auch Vergütungs- und Leistungspakete, die auf den relevanten Arbeitsmärkten in der Öl-, Gas- und Chemieindustrie wettbewerbsfähig sind.
People & Culture Ethics Policy zur Nichtdiskriminierung
[S1-1.19] [S1-1.24a-24d] [MDR-P-65a] Mit unserer People & Culture Ethics Policy möchten wir gleiche Beschäftigungschancen ohne Diskriminierung oder Belästigung, einschließlich sexueller Belästigung, auf der Grundlage der im Abschnitt >Code of Conduct genannten Gründe gewährleisten. Diese Richtlinie gilt für alle Bewerber:innen und Arbeitnehmer:innen, alle Tochtergesellschaften, an denen OMV eine Mehrheitsbeteiligung hält, sowie alle verbundenen Unternehmen unter der Kontrolle von OMV, die diese Richtlinie entweder unverändert anwenden oder Richtlinien einführen, die mit dieser Richtlinie im Einklang stehen. Unabhängig von der Identität bzw. der Position des:der Zuwiderhandelnden sollen alle wahrgenommenen Fälle von Diskriminierung und Belästigung bei OMV gemeldet werden, und Vergeltungsmaßnahmen sind bei OMV untersagt. Eigens zu diesem Zweck hat OMV Kanäle entwickelt, über die Interessenträger:innen ihren Beschwerden Ausdruck verleihen können. Alle gemeldeten Anschuldigungen wegen Belästigung, Diskriminierung oder Vergeltung werden unverzüglich untersucht, wobei unter anderem die Grundsätze der Vertraulichkeit, der Anonymität, der fairen und gleichen Behandlung sowie des angemessenen Schutzes eingehalten werden. Über diese Richtlinie fördert OMV die Zufriedenheit und Gesundheit seiner Arbeitnehmer:innen, indem ein sicheres, respektvolles und motivierendes Umfeld geschaffen wird. Die wirksame Umsetzung dieser Richtlinie wird durch Stichprobenkontrollen, Untersuchungen von Beschwerden und interne Audits überwacht. [MDR-P-65b-65c, 65e-65f] In Bezug auf die P&C Ethics Policy sind, sofern nicht anders angegeben, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, identisch mit der HR-Direktive.
Vision zu Diversität, Gleichstellung und Inklusion
[S1-1.24a] OMV verpflichtet sich, gleiche Beschäftigungschancen zu gewährleisten, wie es in der P&C Ethics Policy festgeschrieben ist, um unsere positiven Auswirkungen für alle Arbeitnehmer:innen zu verstärken. Die „Diversity, Equity & Inclusion“-(DE&I-)Vision baut auf bestehenden Konzepten auf und unterstützt das Bestreben von OMV, eine faire Behandlung und Chancengleichheit für alle Arbeitnehmer:innen zu gewährleisten, Diskriminierung nicht zu tolerieren und ein inklusives Arbeitsumfeld zu fördern. Die DE&I-Vision des OMV Konzerns gründet auf drei wichtigen Säulen: Vielfalt der Gedanken und Erfahrungen, Chancengleichheit sowie inklusive und sichere Räume. Diese Vision stützt sich auf folgende Konzepte, in denen niedergelegt ist, dass OMV Missbrauch, Belästigung oder Diskriminierung in keinerlei arbeitsbezogener Situation duldet: den Code of Conduct, die HR-Direktive (einschließlich der P&C Ethics Policy) und die Menschenrechts-Grundsatzerklärung. [S1-1.24c] Darüber hinaus engagiert sich OMV für inklusive Praktiken und positive Handlungen für besonders schutzbedürftige Gruppen innerhalb seiner Belegschaft. Insbesondere für Frauen stellen wir durch unsere Initiativen zur Chancengleichheit die Gleichstellung der Geschlechter bei der Rekrutierung, Einstellung und Beförderung sicher. Darüber hinaus hat OMV unterstützende Maßnahmen eingeführt, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern, Mutterschaftsurlaub ermöglichen und die Karriereentwicklung von Frauen unterstützen.
[S1-1.24d] In Österreich bieten wir Kinderbetreuungsmöglichkeiten und familienfreundliche Räumlichkeiten. Im Headoffice gibt es beispielsweise einen verschließbaren Ruheraum für schwangere Arbeitnehmerinnen und in der Raffinerie Schwechat ein voll ausgestattetes Eltern-Kind-Büro mit Arbeitsplätzen und Spielbereichen. Im Jahr 2025 hatten bei OMV 100% der Frauen und 100% der Männer Anspruch auf Familienurlaub. 10% der Frauen und 5,6% der Männer nahmen diese Möglichkeit in Anspruch. [S1-1.24d] Alle diese Grundsätze werden Hand in Hand mit den entsprechenden Konzepten und durch eine konzernweite DE&I-Governance-Struktur sowie freiwillige Arbeitnehmerressourcengruppen (Employee Resource Groups; ERGs) umgesetzt. Zusätzlich ist das Erreichen unserer Diversitätsziele in den ESG-Zielen im Long-Term Incentive Plan (LTIP) festgeschrieben, der an die Vorstandsvergütung geknüpft ist. Wir haben Diversitätsziele in unseren Personalprozessen, wie etwa Rekrutierung, Talent- und Nachfolgeplanung, Lernen und Führungskräfteentwicklung, verankert. Damit wollen wir sicherstellen, dass weibliche Talente identifiziert und Frauen über ihre gesamte Karriere hinweg unterstützt werden. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >S1-5 Ziele im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens.
S1-2 Verfahren zur Einbeziehung der Arbeitskräfte des Unternehmens und von Arbeitnehmervertreter:innen in Bezug auf Auswirkungen
Im Hinblick auf einen angemessenen Umgang mit unseren wesentlichen Auswirkungen und Risiken achten wir darauf, eine kontinuierliche Einbeziehung der Arbeitskräfte unseres Unternehmens und deren Vertreter:innen zu gewährleisten. Dazu gehören:
Einbeziehung in Bezug auf Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen
[S1-1.25] [S1-2.27a, 27b] Sicherheitsbegehungen und Kampagnen zur Sensibilisierung für HSSE, die sich an Arbeitnehmer:innen richten, werden laufend durchgeführt, um sicherzustellen, dass Sicherheit in unserer Unternehmenskultur verankert ist. Wir legen verstärktes Augenmerk auf die Verbesserung unserer HSSE-Begehungen und fördern diesbezüglich einen offenen Dialog. Nur so können wir das Verständnis für die Herausforderungen im Feld vertiefen und größeres Vertrauen zwischen Belegschaft und Management schaffen. Feedback fließt in die HSSE-Pläne ein (sowohl auf lokaler Ebene als auch auf Ebene des Konzerns) und wird über unser HSSE-Melderegister überwacht. Praktische Schulungen zu lebensrettenden Regeln (Life-Saving Rules; LSRs) werden fortgesetzt und systematisch in den Sicherheitszentren durchgeführt. Die LSRs werden mit den Arbeitnehmer:innen im Rahmen von Sensibilisierungsprogrammen, Workshops, HSSE-Begehungen und verschiedenen Teammeetings laufend diskutiert. Arbeitnehmer:innen starten, implementieren, bewerten und verbessern Gesundheits- und Sicherheitsprogramme mit großem Engagement. Sie arbeiten eng mit ihren Vorgesetzten zusammen, um gemeinsam Lösungen für häufige Probleme zu finden. So können Vorgesetzte Schwachstellen lokalisieren, während Arbeitnehmer:innen motiviert und ermutigt werden, ihre eigene Sicherheit zu verbessern. Aktivitäten zur Förderung der Sicherheit stehen in unserer Organisation stets im Mittelpunkt. Dazu gehören eigene Ressourcen und konkrete Maßnahmen, die monatlich, vierteljährlich und jährlich umgesetzt werden. Die finanziellen und personellen Ressourcen im Bereich Gesundheit und Sicherheit umfassen Mittel für Engagement-Aktivitäten wie HSSE-Kampagnen, HSSE-Begehungen, Schulungsprogramme und Workshops sowie eigenes Personal für Gesundheit und Sicherheit.
Die Aktivitäten im Zusammenhang mit HSSE-Themen finden auf verschiedenen Ebenen innerhalb des OMV Konzerns statt. Auf Konzernebene gehören dazu die Erstellung eines HSSE-Jahresplans für den Konzern, die Kommunikation und Abstimmung der Kontaktpersonen (Points of Contact; PoCs) in den Sicherheitszentren, die Unterstützung von HSSE-Systemen innerhalb der Organisation sowie die Umsetzung einer konzernweiten Kommunikationsstrategie. Zudem umfassen die Konzerninitiativen HSSE-Kampagnen und -veranstaltungen wie die HSSE Manager Days, den Welttag für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, die Weltwoche für psychische Gesundheit und die HSSE-Führungskräfteschulungsprogramme. Auf lokaler Ebene bestehen diese Einbeziehungsaktivitäten aus regelmäßigen Meetings und HSSE-Tagen. Durch sie soll sichergestellt werden, dass Informationen sowohl in lokale als auch in konzernweite HSSE-Pläne und interne Kommunikationskampagnen einfließen. [S1-2.27e] Die Wirksamkeit unseres Engagements in Bezug auf Gesundheit und Sicherheit wird durch Feedback von Teilnehmer:innen, einschließlich Arbeitnehmer:innen und Auftragnehmer:innen, sowie durch jährliche interne Audits bewertet. Wenn negatives Feedback eingeht oder bei Sicherheitsbegehungen unsichere Praktiken festgestellt werden, wird die Ursache untersucht und gemeldet. Interne Audits werden durchgeführt, um sicherzustellen, dass unsere Sicherheitsmaßnahmen und -protokolle unseren internen Richtlinien entsprechen. Die ermittelten Verbesserungsbereiche werden anschließend in die jährlichen HSSE-Pläne aufgenommen.
[S1-2.27c] Der:die VP der HSSE-Abteilung, der:die direkt an den:die Generaldirektor:in berichtet, ist für die Überwachung aller Initiativen im Zusammenhang mit unserem HSSE-Engagement verantwortlich.
Einbeziehung in Bezug auf Arbeitsbedingungen, Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle und sonstige arbeitsbezogene Rechte
[S1-2.27a, 27b] Wir treten mit den Arbeitskräften unseres Unternehmens und Arbeitnehmervertreter:innen durch direkte Kommunikation und Initiativen zur Wertschöpfung in Austausch – unser wichtigstes Instrument sind die alle zwei Jahre stattfindenden Pulse-Check-Umfragen sowie vierteljährliche Veranstaltungen mit dem Topmanagement. Diese vierteljährlichen Veranstaltungen umfassen Diskussionen über Finanzergebnisse und Q&A Sessions, während Townhall-Meetings einen offenen Dialog ermöglichen. OMV unterstützt auch Tarifverhandlungen, um die Interessen und Rechte der Arbeitnehmer:innen zu vertreten und zu schützen. Ein Europäischer Betriebsrat, der durch eine Vereinbarung zwischen OMV und Arbeitnehmervertreter:innen in der EU/im EWR eingerichtet wurde, regelt die Informations- und Konsultationsrechte sowie die Finanzierung. Der Rat und sein Lenkungsausschuss treten regelmäßig zusammen, wobei Vertreter:innen von OMV auf Einladung an den Sitzungen teilnehmen. In Ländern mit Betriebsräten oder Arbeitnehmervertreter:innen steht die lokale Geschäftsleitung regelmäßig oder bei Bedarf mit diesen in Kontakt, sei es durch Besprechungen oder schriftliche Kommunikation. Arbeitnehmervertreter:innen werden immer dann eingebunden, wenn die Interessen der Arbeitskräfte betroffen sind, sowie in allen Phasen, die nach lokalem Recht vorgeschrieben sind.
Der Pulse Check, unser Hauptinstrument zur Messung des Engagements unserer Arbeitnehmer:innen, ist ein wesentlicher Bestandteil unserer „People & Culture“-Strategie in Bezug auf die Arbeitnehmererfahrung. Er bietet den Arbeitnehmer:innen die Gelegenheit, sich zu äußern und ihre Gedanken und Ideen zu teilen. Der Pulse Check umfasst die Bereiche Purpose, Arbeitszufriedenheit, Motivation und Wohlbefinden. Er bewertet mehrere Schlüsselindikatoren, darunter Sicherheit, Innovation, Vorgesetzte, Mitarbeiterentwicklung, Strategie, Empowerment/Beteiligung, Well-being, Werte, Nachhaltigkeit, transformationale Führung und Inklusion. Der Pulse Check findet sowohl auf Ebene der Organisation als auch auf lokaler Ebene statt. Führungskräfte erhalten ein ausführliches Debriefing-Paket mit allen relevanten Informationen. Die wichtigsten Erkenntnisse werden den Arbeitnehmer:innen über interne Kommunikationskanäle mitgeteilt. [S1-2.27c] Die Abteilungen People & Culture bei OMV, OMV Petrom und Borealis haben Ressourcen bereitgestellt, um die Planung und Ausführung der Pulse-Check-Umfrage und entsprechende Folgemaßnahmen zu unterstützen. Die Führungskräfte sind aufgefordert, innerhalb ihrer Teams ein Debriefing zu den Ergebnissen der Befragung durchzuführen und gemeinsam mit ihren Teams in speziellen Workshops Aktionspläne zu entwickeln.
[S1-2.27e] Basierend auf dem Feedback aus der letzten Pulse-Check-Umfrage im vierten Quartal 2024, wurden auf Konzernebene wichtige Schwerpunktbereiche zur Stärkung der Arbeitnehmereinbeziehung definiert. Die Einbeziehung dieses Feedbacks in Aktionspläne war eine Priorität für das Jahr 2025. Diese Aktionspläne werden gemeinsam mit den Arbeitnehmer:innen in speziellen Workshops entwickelt und über interne Kommunikationskanäle an die Arbeitskräfte des Unternehmens weitergegeben. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Feedback systematisch erfasst und in Entscheidungsprozesse integriert wird und dass die Arbeitnehmer:innen darüber informiert werden, wie ihre Beiträge die Entscheidungen beeinflusst haben. [S1-2.AR 24e] Im Zuge der Transformation von OMV zu einem kohlenstoffarmen Geschäft ermöglicht uns der Pulse Check nicht nur, das Engagement unserer Arbeitnehmer:innen im Auge zu behalten, sondern auch in Erfahrung zu bringen, inwieweit sie das Gefühl haben, einen Beitrag zur Strategie zu leisten, mit den richtigen Kompetenzen für die Zukunft ausgestattet zu werden und die Nachhaltigkeitsziele zu verstehen.
[S1-2.27e] Anhand der Pulse-Check-Rücklaufquote lässt sich die Wirksamkeit der Maßnahmen ablesen, da die Arbeitnehmer:innen das Gefühl haben, dass wir ihnen zuhören und entsprechend handeln. Beim Pulse Check 2024 erreichten wir eine sehr hohe Rücklaufquote von 86% auf Konzernebene. Im Vergleich zu 2023 wechselten 3% der Arbeitnehmer:innen im Konzern (OMV 7%) von „aktiv unengagiert/passiv“ zu „mäßig/sehr engagiert“, was einen Anstieg des Engagement-Werts für den OMV Konzern um insgesamt 3% bedeutet. Dieser positive Trend ist bei beiden Geschlechtergruppen zu beobachten. Seit 2022 ist der Wert für unengagierte Arbeitnehmer:innen kontinuierlich zurückgegangen, und die Diskrepanz zur Benchmark des Sektors Öl, Gas und Verbrauchskraftstoffe wird geringer.
[S1-2.28] Bei OMV ist es für unser Commitment für DE&I von zentraler Bedeutung, die Perspektiven aller Arbeitnehmer:innen zu verstehen, insbesondere derjenigen, die möglicherweise marginalisiert oder schutzbedürftig sind. Unser Pulse Check enthält einen Standard zum Thema Inklusion und 64% der Arbeitnehmer:innen des OMV Konzerns stimmen zu, dass wir uns bemühen, die vielfältigen Talente, Erfahrungen und Hintergründe aller Arbeitnehmer:innen einzubeziehen und voll auszuschöpfen. Zur Untermauerung dieser Bemühungen verfügen wir über DE&I-Arbeitnehmerressourcengruppen (Employee Resource Groups; ERGs) und DE&I-Botschafter:innen, die sich für DE&I im Tagesgeschäft und bei strategischen Entscheidungen einsetzen. Wir veranstalten konzernweite Events mit Q&A Sessions, die als Plattform für einen offenen Dialog dienen und auf alle Bedenken oder Vorschläge unserer vielfältigen Belegschaft eingehen. Ferner haben wir eine E-Mail-Adresse, über die Arbeitnehmer:innen ihre Erfahrungen und Ideen zum Thema DE&I mitteilen können, sowie den SpeakUp-Kanal eingerichtet, über den Fehlverhalten gemeldet werden kann. Unser Commitment zu Transparenz spiegelt sich in unserer DE&I-Berichterstattung wider, die detaillierte Informationen über Geschlecht, Alter und Nationalität liefert. Diese Berichte werden im Rahmen des Talentmanagementprozesses auf unseren jährlichen Group People Days geteilt, um sicherzustellen, dass unsere Fortschritte und Herausforderungen für alle Interessenträger:innen sichtbar sind, und um unsere fortlaufenden Bemühungen zur Förderung eines inklusiven und gerechten Arbeitsplatzes zu unterstützen. Mit diesen umfassenden Schritten möchte OMV ein Umfeld schaffen, in dem sich alle Arbeitnehmer:innen wertgeschätzt und gehört fühlen.
S1-3 Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die die Arbeitskräfte des Unternehmens Bedenken äußern können
SpeakUp-Kanal
[S1-3.30, S1-3.32a-32c] Wir betrachten Beschwerdemechanismen als ein wichtiges Instrument zur Verhinderung, Bewältigung und Behebung negativer Auswirkungen auf Arbeitskräfte unseres Unternehmens und andere Interessenträger:innen. Im Einklang mit den UN-Wirksamkeitskriterien sind wir bestrebt, alle eingegangenen Beschwerden zu bearbeiten, unabhängig davon, ob sie auf tatsächliche oder vermeintliche Sachverhalte zurückzuführen sind und ob der:die Beschwerdeführer:in bekannt oder anonym ist. Wenn wir wesentliche negative Auswirkungen verursacht oder dazu beigetragen haben, verpflichten wir uns, angemessene Abhilfemaßnahmen zu ergreifen oder dazu beizutragen. Zu den verfügbaren Kanälen für die Meldung arbeitsbezogener Beschwerden gehören lokale Meldemechanismen auf Unternehmensebene und unser Online-SpeakUp-Kanal. All diese Kanäle werden von OMV eingerichtet und verwaltet.
Der SpeakUp-Kanal bietet den Arbeitskräften unseres Unternehmens und anderen Interessenträger:innen eine sichere Plattform, um vertraulich und bei Bedarf auch anonym Informationen über von ihnen wahrgenommenes oder beobachtetes potenzielles Fehlverhalten am Arbeitsplatz zu teilen. Dieser ist Teil unserer Whistleblowing Integrity Platform, wird jedoch unabhängig von der P&C-Funktion verwaltet. Die P&C-Funktion ist für den Betrieb des SpeakUp-Kanals verantwortlich und verwaltet die Kommunikation mit den Meldenden zu arbeitsplatzbezogenen Beschwerden über das zugehörige IT-Tool. Geschultes P&C-Personal überwacht den Beschwerdebehandlungsprozess und stellt sicher, dass alle Beschwerden einheitlich und fair bearbeitet werden. Der Prozess umfasst: ein erstes Pre-Screening zur Priorisierung der Fälle, Zuweisung, Planung, interne Untersuchung, geeignete Lösungsmaßnahmen, klare Kommunikation der Ergebnisse, Follow-up zur Gewährleistung einer wirksamen Umsetzung (sofern erforderlich) und Dokumentation nach Abschluss. [S1-3.32d] Wir bieten umfassende Schulungen für Arbeitnehmer:innen an, die mit der Überwachung und Unterstützung des Beschwerdeprozesses befasst sind. Wir informieren alle unsere Arbeitnehmer:innen und die Geschäftsführung über die Verfügbarkeit dieser Kanäle über unsere internen Kommunikationstools. Dabei betonen wir die Bedeutung der Nutzung der Beschwerdekanäle und der Aufrechterhaltung einer offenen Kommunikation. Auf unseren Intranet- und Internetseiten finden sich detaillierte Informationen über die Funktionsweise, Prozesse und Zwecke der Beschwerdebearbeitung. Diese Informationen helfen dabei, Erwartungen zu formulieren und eine ordnungsgemäße Berichterstattung sicherzustellen.
[S1-3.32e] OMV bewertet die Wirksamkeit der angebotenen Abhilfemaßnahmen, indem das Unternehmen Feedback von Arbeitnehmer:innen einholt, die für die Lösung von Problemen erforderliche Zeit im Auge behält und prüft, ob ähnliche Probleme erneut auftreten. Um eine Wiederholung zu verhindern, stellt OMV sicher, dass die umgesetzten Maßnahmen kontinuierlich überwacht und bei Bedarf verbessert werden. So werden beispielsweise Stichprobenkontrollen und interne Audits durchgeführt, um die Wirksamkeit der Maßnahme und etwaige Lücken oder Bereiche mit Verbesserungsbedarf zu ermitteln.
[S1-3.33] Um sicherzustellen, dass unsere Belegschaft diesem Kanal bei der Meldung von Bedenken vertrauen kann, arbeiten wir auch an der Umsetzung wirksamer Feedback-Mechanismen. So machen wir zum Beispiel die Themen des SpeakUp-Kanals zu einem regelmäßigen Tagesordnungspunkt bei Besprechungen mit dem Betriebsrat und führen Feedback-Meetings mit Fallmanager:innen und Administrator:innen durch. Bestimmungen zum Schutz vor Vergeltungsmaßnahmen gegen Personen, die arbeitsbezogenes Fehlverhalten melden, sind in unserem Code of Conduct, unserer P&C Ethics Policy und unserem P&C-Verfahren zur Meldung von Fehlverhalten festgelegt. Diese Bestimmungen schützen Arbeitnehmer:innen insbesondere davor, negative Konsequenzen in Bezug auf ihren beruflichen Aufstieg, ihre Fortbildung, ihr Einkommen oder andere berufliche Entwicklungsmöglichkeiten zu erfahren, wie beispielsweise Entlassung, Herabstufung, Verweigerung der Beförderung, negative Leistungsbeurteilungen oder Disziplinarmaßnahmen für Meldungen, die in gutem Glauben gemacht wurden. Zusätzlich zu unserem SpeakUp-Kanal bieten wir verschiedene andere lokale Kanäle auf Unternehmensebene an, wie Hotlines für Arbeitnehmer:innen und für die jeweilige Problemstellung zuständige Ansprechpartner:innen (z. B. People & Culture, Compliance, HSSE-Vertreter:innen oder PetrOmbudsman). In vielen unserer Unternehmen sind Arbeitnehmervertretungen wie Betriebsräte eingerichtet, die bei Beschwerden weitere Unterstützung bieten.
S1-4 Maßnahmen im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens
Wir haben eine Reihe von Maßnahmen für den Umgang mit unseren wesentlichen Auswirkungen und Risiken in Bezug auf die Arbeitskräfte unseres Unternehmens eingeführt, von denen viele kontinuierlich umgesetzt werden. Nach einem Kurzüberblick und allgemeinen Informationen werden diese Maßnahmen und Initiativen im Folgenden ausführlicher vorgestellt – gegliedert nach unseren Schwerpunktbereichen Menschenrechte, HSSE und Gleichbehandlung für alle.
Angesichts der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, einschließlich militärischer Aktionen im Iran, in den VAE und anderen Regionen, hat OMV alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen – und ergreift diese weiterhin –, um mögliche Auswirkungen auf unsere eigenen Mitarbeiter:innen so weit wie möglich zu minimieren. Derzeit bleiben potenzielle Folgen ungewiss und hängen von zukünftigen Entwicklungen ab; die Situation wird entsprechend weiter beobachtet.
[S1-4.37] [S1-4.38a] [MDR-A-68a] Um unseren Menschenrechtsverpflichtungen gemäß unserem Code of Conduct und unserer Menschenrechts-Grundsatzerklärung nachzukommen und den wesentlichen negativen Auswirkungen einer unzureichenden Anwendung von Menschenrechtsstandards entgegenzuwirken, haben wir folgende Maßnahmen festgelegt: Identifizierung und Bewertung von Auswirkungen und Risiken sowie Durchführung von Schulungen und Sensibilisierung im Bereich der Menschenrechte. [S1-4.39] Diese Maßnahmen werden auf der Grundlage der Ergebnisse der ersten Phase der menschenrechtlichen Sorgfaltsprüfung entwickelt, die die jährliche Erfassung der Auswirkungen und Risiken in Bezug auf Menschenrechte umfasst. Dieser Prozess erfolgt in Zusammenarbeit mit Menschenrechtsexpert:innen auf Konzernebene, lokalen Menschenrechtsbeauftragten sowie Fachexpert:innen und stützt sich auf Konsultationen mit internen Interessenträger:innen, externen Expert:innen sowie betroffenen Rechteinhaber:innen. [S1-4.43] Zur ordnungsgemäßen Umsetzung der Maßnahmen hat OMV folgende Ressourcen bereitgestellt: drei Menschenrechtsexpert:innen – zwei bei OMV und eine:n bei OMV Petrom. Darüber hinaus steuert und unterstützt ein dreiköpfiges Expertenteam für Compliance bei Borealis die Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht. Sie stellen Instrumente, Anleitungen, Trainings und Fachwissen zur Verfügung, um die oben beschriebenen Schritte der menschenrechtlichen Sorgfaltsprüfung durchzuführen. Diese Bemühungen werden von 23 Menschenrechtsbeauftragten und den entsprechenden Fachexpert:innen innerhalb des Unternehmens unterstützt.
[S1-4.37] [S1-4.38a] [MDR-A-68a] Zur Unterstützung unserer HSSE-Direktive und der konkreten Ziele der HSSE-Strategie des Konzerns sowie zur Bewältigung der potenziellen negativen Auswirkungen einer Diskrepanz zwischen Personalbedarf und Ressourcen mit Auswirkungen auf das Gesundheits- und Sicherheitsmanagement werden im Rahmen der umfassenderen HSSE-Strategie jährliche HSSE-Pläne entwickelt. Die HSSE-Strategie wird mithilfe dieser Jahrespläne und der entsprechenden Ziele umgesetzt. Mit einem kombinierten Top-down- und Bottom-up-Ansatz werden 47 lokale HSSE-Jahrespläne entwickelt und zentral überwacht. Die Projekte werden jährlich entsprechend unserer P&C-Strategie priorisiert und umgesetzt. [S1-4.43] OMV unternimmt Anstrengungen und setzt Personal ein, um sicherzustellen, dass alle in den HSSE-Plänen festgelegten Maßnahmen umgesetzt werden.
[S1-4.37] [S1-4.38c] [S1-4.40a] [MDR-A-68a] Zur Bewältigung der anderen wesentlichen Auswirkungen im Zusammenhang mit unserer Belegschaft, insbesondere zur Steigerung der Zufriedenheit, Gesundheit und Produktivität der Arbeitnehmer:innen durch die Sensibilisierung für Menschenrechte und die Minderung des Risikos einer Stagnation aufgrund ineffizienter Umschulungen und Schulungen, haben wir spezifische Maßnahmen definiert. Beispiele hierfür sind Schulungen und Kompetenzentwicklung, die Entwicklung transformativer Führungskompetenzen, die Akquise und Bindung von Talenten, Performance-Management und Karriereentwicklung sowie die Sensibilisierung für DE&I. Wir sind uns des Risikos bewusst, das ein Mangel an Fachkenntnissen und Fähigkeiten für unseren Fortschritt darstellt. Deshalb verpflichten wir uns, unsere Schulungsprogramme kontinuierlich zu verbessern, um die Qualifikation unserer Arbeitskräfte sicherzustellen sowie die Einhaltung aller notwendigen Vorschriften zu gewährleisten. Diese Maßnahmen tragen somit zur Erfüllung der Ziele unserer HR-Direktive und der P&C Ethics Policy bei. [S1-4.43] OMV setzt erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen ein, um wesentliche Risiken zu mindern und zur Entwicklung der Bevölkerung und der Kultur in den Gebieten, in denen wir tätig sind, beizutragen. Dazu gehören ein jährliches Budget für die Umsetzung der in der „People & Culture“-Strategie definierten Maßnahmen sowie dediziertes P&C-Personal im gesamten Unternehmen. [S1 4.AR 47] Ergänzend zu diesen Maßnahmen werden unsere wesentlichen Risiken im Rahmen des regulären unternehmensweiten Risikomanagementprozesses (EWRM) gesteuert sowie regelmäßig bewertet, behandelt und überwacht. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >ESRS-2 Allgemeine Angaben.
[MDR-A-69a, 69b] Trotz der für die angeführten Maßnahmen und Initiativen bereitgestellten Ressourcen hat keine davon im Berichtsjahr unseren Schwellenwert für die wichtigsten Maßnahmen
36 überschritten. Daher wurden diese Datenanforderungen nicht ausgewiesen.
[S1-4.AR 43] Im Wissen um die sozialen Auswirkungen, die die Energiewende mit sich bringt, ist OMV bestrebt, zu einer gerechten Gestaltung des Übergangs zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft für seine Arbeitnehmer:innen beizutragen („Just Transition“)
37 und sich mit den sozialen und wirtschaftlichen Folgen auseinanderzusetzen, die aus diesem Übergang resultieren. Für unsere P&C-Strategie und die laufende Transformation hat die Entwicklung unserer Arbeitnehmer:innen höchste Priorität. Wir müssen Arbeitnehmer:innen mit vielfältigen Kompetenzen identifizieren und integrieren. Es ist von entscheidender Bedeutung, ein Gleichgewicht zwischen der Umschulung von Arbeitnehmer:innen für die Entwicklung neuer Energielösungen und der Bindung und Fortbildung von Arbeitnehmer:innen mit den für unser Geschäft erforderlichen Fähigkeiten zu finden.
[S1-4.41] Als Basis jedweder Maßnahmen verpflichtet sich OMV sicherzustellen, dass unsere Praktiken keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf unsere eigenen Arbeitskräfte verursachen oder dazu beitragen. Wir priorisieren den Datenschutz und die Datensicherheit, indem wir sicherstellen, dass Arbeitnehmerinformationen verantwortungsvoll, ethisch und in Übereinstimmung mit allen geltenden Vorschriften behandelt werden, indem Zugriffsrechte nur berechtigten Personen gewährt werden. Es werden Stichprobenkontrollen und interne Audits durchgeführt, um zu gewährleisten, dass nur autorisierte Personen Zugriff auf personenbezogene Daten haben. [S1‑4.AR 45] Mehr darüber, ob und wie externe Entwicklungen in Bezug auf Abhängigkeiten, die zu Risiken werden, berücksichtigt wurden, finden Sie im Abschnitt >IRO-1 Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen.
Maßnahmen im Zusammenhang mit Menschenrechten
Identifizierung und Bewertung von Auswirkungen und Risiken
[S1-4.41] [S1-4.37] [S1-4.38a] [MDR-A-68a] Die Identifizierung und Bewertung von Auswirkungen und Risiken dient als Präventivmaßnahme, um sicherzustellen, dass unsere aktuellen und künftigen Geschäftstätigkeiten keine negativen Auswirkungen auf die betroffenen Rechteinhaber:innen, einschließlich der Arbeitskräfte unseres Unternehmens, der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette und der betroffenen Gemeinschaften, verursachen oder zu solchen beitragen. Außerdem gilt es, negative Auswirkungen auf Menschenrechte zu adressieren, wo immer sie nicht ausreichend verhindert werden können. OMV hat Instrumente und Techniken für Sorgfaltsprüfungen entwickelt, um die tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen und Risiken im Bereich der Menschenrechte in Verbindung mit unserer Geschäftstätigkeit zu identifizieren und zu bewerten – noch bevor wir in einem neuen Land oder einer neuen Region tätig werden oder Unternehmen akquirieren. Die Erkenntnisse werden dem zuständigen Vorstandsmitglied dargelegt und fließen in die Entscheidung für oder gegen ein Engagement in einem Land ein. Wir nutzen diese Bewertungen zur Ableitung konkreter Due-Diligence-Maßnahmen, um unserer Verantwortung in Bezug auf die Menschenrechte bei allen Aktivitäten gerecht zu werden. Diese Sorgfaltspflicht in Bezug auf Menschenrechte ist ein fortlaufender Prozess, der mit dem Einstieg in neue Geschäftsaktivitäten beginnt und während unserer laufenden Geschäftstätigkeit sowie bei Stilllegung oder Veräußerung fortgesetzt wird.
[MDR-A-68a-68c, 68e] Im Jahr 2025 führten wir für vier Länder Bewertungen der Menschenrechtssituation im Zusammenhang mit einer neuen potenziellen Geschäftstätigkeit von OMV in diesen Ländern durch, die Vorschläge für konkrete Abhilfemaßnahmen für den Fall eines Markteinstiegs beinhalteten. Dabei analysierten wir, inwieweit OMV im Fall einer Entscheidung für eine geplante Geschäftstätigkeit potenziell negative Auswirkungen auf die Menschenrechte der Arbeitskräfte des Unternehmens verursachen könnte und wie diese Auswirkungen adressiert werden könnten. Außerdem führten wir im Jahr 2025 eine Exit-Prüfung für den Jemen durch, bei der wir die Auswirkungen auf die Menschenrechte der Arbeitskräfte unseres Unternehmens im Zusammenhang mit dem Rückzug von OMV aus dem Jemen und der Übertragung von OMV Anlagen an die jemenitische Regierung untersuchten. Zudem führte OMV mit Unterstützung externer Menschenrechtsexpert:innen eine Überprüfung der Menschenrechtsmanagementsysteme der Niederlassung in den Vereinigten Arabischen Emiraten durch. Die wichtigsten Erkenntnisse und Empfehlungen wurden in speziellen Workshops mit internen Teams und externen Expert:innen diskutiert. Die Überprüfung bewertete die Managementsysteme und -prozesse von OMV Abu Dhabi zur Ermittlung und Bewältigung nachteiliger Auswirkungen auf die Arbeitskräfte des Unternehmens und Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette im Rahmen von Joint-Venture-Aktivitäten unter Gewährleistung der Einhaltung der Vorschriften des Gastlandes. Die Empfehlungen konzentrierten sich darauf, bestehende Due-Diligence-Systeme zu nutzen, um die Auswirkungen auf die Arbeitnehmerrechte innerhalb von Joint Ventures effektiver zu steuern. Diese Empfehlungen wurden in einen umfassenden Aktionsplan für OMV Abu Dhabi aufgenommen. Über unsere neu eingeführte jährliche Bewertung der Auswirkungen und Risiken in Bezug auf die Menschenrechte identifizieren wir auch Länder und Geschäftsumfelder mit erhöhtem Risiko für Verstöße gegen Arbeitnehmerrechte und schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen wie Zwangsarbeit, Kinderarbeit oder Beschränkungen der Vereinigungsfreiheit.
[MDR-A-68b, 68c] Diese fortlaufenden Initiativen in Bezug auf die Sorgfaltspflicht für die Identifizierung und Bewertung von Auswirkungen und Risiken sind für unsere aktuellen und zukünftigen Geschäftsaktivitäten weltweit relevant und konzentrieren sich auf die Arbeitskräfte unseres Unternehmens sowie auf die Aktivitäten unserer Geschäftspartner:innen. [S1-4.38d] Um die Wirksamkeit unserer Initiativen in Bezug auf die Sorgfaltspflicht im Bereich der Menschenrechte zu verfolgen und zu bewerten, nutzen wir eine fortlaufende Überwachung (z. B. Menschenrechtskontrollen vor Ort) und das Human Rights Self-Assessment Tool. Der Selbstbewertungsfragebogen, der auf unserer Menschenrechtsverantwortungsmatrix basiert, behandelt Themen wie die Einbeziehung von Rechteinhaber:innen, Arbeitsbedingungen sowie Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Dieser wird vom lokalen Management ausgefüllt, bevor er von unabhängigen externen Menschenrechtsexpert:innen analysiert und ausgewertet wird. Auf der Grundlage der Ergebnisse erarbeiten wir einen Aktionsplan, um die aufgeworfenen Bedenken auszuräumen und die bei der Umsetzung unserer Menschenrechtsverpflichtungen identifizierten Lücken zu schließen. Die Durchführung von Human Rights Self-Assessments ist entscheidend, um die Wirksamkeit unserer Maßnahmen zum Umgang mit den Auswirkungen auf die Menschenrechte unserer Arbeitskräfte zu überprüfen. Infolgedessen wurden seit 2017 keine schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen oder Vorfälle im Zusammenhang mit Kinderarbeit oder Zwangsarbeit gemeldet.
[MDR-A-68e] Nach dem Human Rights Self-Assessment im Jahr 2024 setzte OMV Tunesien im Rahmen des Aktionsplans mehrere Menschenrechtsinitiativen um. Im Jahr 2025 gelang es dem Unternehmen, seine gesellschaftliche Akzeptanz zu bewahren, indem es seine Community-Relations- und Sozialinvestitionsprogramme fortsetzte und sich dabei auf den Zugang zu Grundversorgungsleistungen, Bildung und Beschäftigung konzentrierte. Darüber hinaus wurde die People & Culture Policy von OMV Tunesien aktualisiert, um den SpeakUp-Kanal einzuführen und die Bedeutung der kollektiven Vertretung, der Gleichstellung am Arbeitsplatz, der Nichtdiskriminierung und fairer Arbeitsbedingungen zu unterstreichen.
Schulungen zu Menschenrechten
[S1-4.37] [S1-4.38a] [MDR-A-68a-68c] Besonderes Augenmerk legen wir auf Schulungen. Damit wird unser Engagement für die Menschenrechte zur gelebten Realität und negative Auswirkungen auf die Arbeitskräfte unseres Unternehmens werden verhindert. Alle Arbeitnehmer:innen sind aufgefordert, unseren interaktiven E-Learning-Kurs über Menschenrechte zu absolvieren, der seit 2020 Teil des Lehrplans für alle unsere Arbeitnehmer:innen weltweit und nun eine fortlaufende Maßnahme ohne zeitliche Begrenzung ist. Der Kurs vermittelt ein grundlegendes Verständnis für Menschenrechte im Geschäftskontext, gibt Einblicke in unsere spezifischen Verantwortlichkeiten und Werkzeuge zu Sorgfaltsprüfungen und informiert darüber, was im Falle einer beobachteten oder vermuteten Menschenrechtsverletzung zu tun ist. In unserer Tochtergesellschaft Borealis wird ein für die gesamte Belegschaft verpflichtender E-Learning-Kurs zum Thema Menschenrechte angeboten. Er ist in neun Sprachen verfügbar und deckt alle relevanten Menschenrechtsaspekte ebenso ab wie transparente Informationen und Erkenntnisse im Zusammenhang mit dem Vorfall, der sich 2022 beim Bau der PDH-Anlage in Kallo ereignete. Mehr dazu finden Sie im /OMV Nachhaltigkeitsbericht 2022.
Im Jahr 2025 absolvierten
4.33938 Arbeitnehmer:innen den E-Learning-Kurs zu Menschenrechten, und insgesamt 49 Teilnehmer:innen lernten in von Referent:innen geleiteten Einheiten über Menschenrechte im geschäftlichen Kontext, neue und anstehende regulatorische Anforderungen, das Menschenrechtsmanagementsystem von OMV und weitere Schwerpunktthemen. Bis Ende 2025 wurden 78,5% der Arbeitnehmer:innen von Borealis, OMV Petrom und OMV in Menschenrechten geschult.
[S1-4.38d] Zur Überprüfung der Wirksamkeit unserer Schulungen bitten wir die Teilnehmer:innen um Feedback anhand eines standardisierten Fragebogens. Ferner helfen uns Human Rights Self-Assessments dabei, die Wirksamkeit unserer Schulungsinitiativen zu beurteilen. Schließlich haben wir uns zum Ziel gesetzt, alle OMV Arbeitnehmer:innen zum Thema Menschenrechte zu schulen, was uns dabei unterstützt, den Fortschritt der Schulungsinitiativen zu verfolgen (siehe Abschnitt
>S1-5 Ziele im Zusammenhang mit Menschenrechten).
[MDR-A-68e] Neben der Schulung aller Arbeitnehmer:innen in den Grundlagen richteten wir im Jahr 2025 unsere Bemühungen strategisch darauf aus, maßgeschneiderte Schulungsprogramme für unsere 23 neu ernannten Menschenrechtsbeauftragten anzubieten und Arbeitnehmer:innen anzusprechen, die das E-Learning zum Thema Menschenrechte noch nicht abgeschlossen hatten. Infolgedessen nahm die Mehrheit der Menschenrechtsbeauftragten (78,3%) an speziellen Webinaren teil, und wir erreichten eine Gesamtabschlussquote von 78,5% geschulten Arbeitnehmer:innen. Schulungen zum Thema Menschenrechte werden auch Arbeitskräften in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette angeboten. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
Bewusstseinsbildung
[S1-4.37] [S1-4.38a, 38c] [MDR-A-68a] Wir führen auch interne Sensibilisierungskampagnen im gesamten Konzern durch, um unsere Belegschaft über unseren Ansatz und Präventionsmaßnahmen in Bezug auf wesentliche Menschenrechtsprobleme wie Menschenhandel zu informieren. Im Jahr 2025 haben wir weiter daran gearbeitet, die oberste Führungsebene in das Thema Menschenrechte einzubeziehen. Als wichtige Persönlichkeiten und Mitverantwortliche in Bezug auf das Thema Menschenrechte im OMV Konzern wurden der:die Generaldirektor:in und der:die CFO von unseren Menschenrechtsexpert:innen direkt über Aktualisierungen unserer Konzepte, Richtlinien und Sorgfaltspflichten informiert. Menschenrechtsthemen wurden zudem mit den Geschäftsführer:innen und Führungsteams der jeweiligen Geschäftsbereiche besprochen und die Zusammenfassungen in schriftlicher Form übermittelt. [MDR-A-68b, 68c] Unsere Sensibilisierungskampagnen richten sich an unsere eigenen Arbeitnehmer:innen und finden das ganze Jahr über ohne zeitliche Begrenzung statt. [S1-4.38d] Zur Überprüfung der Wirksamkeit unserer Sensibilisierungsmaßnahmen verwenden wir das Human Rights Self-Assessment Tool.
Maßnahmen in Bezug auf Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen
Gesundheitsvorsorge
[S1-4.37] [S1-4.38a, 38c] [MDR-A 68a] Die Gesundheitsvorsorge ist unsere proaktive Maßnahme, um die langfristige Gesundheit unserer Arbeitnehmer:innen zu fördern und zu erhalten. Dies erreichen wir durch die Umsetzung einer Vielzahl von Initiativen und Projekten im gesamten OMV Konzern. An seinen operativen Betriebsstandorten unterhält OMV insgesamt 42 medizinische Einrichtungen bzw. arbeitet mit diesen zusammen. Um Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz zu begegnen, führt unser medizinisches Personal Vorsorgeuntersuchungen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen jener Länder durch, in denen wir tätig sind. Vorsorgeprogramme zielen nicht nur auf bestimmte Krankheiten ab, sondern umfassen auch Schulungen zum Stressmanagement und Kampagnen für einen gesunden Lebensstil. [S1-4.38d] Um die Wirksamkeit dieser medizinischen Einrichtungen zu überprüfen, werden interne Audits durchgeführt. So wird sichergestellt, dass die Qualität der Vorsorgeuntersuchungen unserem Gesundheitsstandard und den gesetzlichen Bestimmungen der Länder, in denen wir tätig sind, entspricht.
[MDR-A 68b, 68c, 68e] Die Vorsorgeuntersuchungen, die von den medizinischen Einrichtungen an unseren Standorten angeboten werden, stehen sowohl den Arbeitskräften unseres Unternehmens als auch den anderen Arbeitskräften an OMV Standorten zur Verfügung. Zusätzliche Gesundheitsinitiativen und Sensibilisierungskampagnen wie das Hautkrebsscreening, Herz-Kreislauf-Programme und augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen sind den Arbeitskräften unseres Unternehmens vorbehalten. Im Jahr 2025 wurden zahlreiche Webinare zum Thema Gesundheitsvorsorge zu verschiedenen Aspekten organisiert, von psychischer Gesundheit bis hin zu Herz-Kreislauf-Aufklärung. Da der Fokus 2025 auf der psychischen Gesundheit lag, wurde besonderes Augenmerk darauf gelegt, die Verschlechterung der ersten Anzeichen psychischer Erkrankungen zu verhindern. Zehn Webinare widmeten sich diesem Thema, wobei unser Netzwerk von Ersthelfer:innen für psychische Gesundheit das angestrebte Ziel von 60 Arbeitnehmer:innen erreichte. In sechs intensiven Workshops, die wir zusammen mit den Abteilungen durchführten, erfuhren unsere Arbeitnehmer:innen, wie sich erste Anzeichen von psychischen Erkrankungen wie Burnout erkennen lassen. Ebenso wurden sie darüber informiert, dass sie sich an unsere Gesundheitszentren wenden können, wenn sie Unterstützung benötigen. [S1-4.38d] Zur Fortsetzung der Vorsorge mit Schwerpunkt auf der psychischen Gesundheit haben wir uns zum Ziel gesetzt, bis 2030 mindestens 30% aller Arbeitnehmer:innen an mindestens einer Maßnahme zur psychischen Gesundheit zu beteiligen (siehe Abschnitt >S1-5 Ziele in Bezug auf Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen). Dadurch können wir den Fortschritt der damit verbundenen Aktivitäten überprüfen.
Schulungen, Bewusstseinsbildung und Förderung der Sicherheit
[MDR-A 68a-68c] [S1-4.37] [S1-4.38a, 38c] Schulungen, Sensibilisierungsmaßnahmen und Aktivitäten zur Förderung der Sicherheitskultur sind Teil unserer Präventiv- und Verbesserungsmaßnahmen, die sich fortlaufend an alle Arbeitnehmer:innen richten. Alle Arbeitnehmer:innen von OMV aller Ebenen werden regelmäßig für ihre Aufgaben und Zuständigkeiten geschult. Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sind unerlässlich, um die Belegschaft und Führungskräfte über Gefahren am Arbeitsplatz und die entsprechenden Kontrollmechanismen zu informieren, damit sie die Gefahren genau kennen, die Risiken beseitigen oder mindern sowie sicher arbeiten können. Alle Arbeitnehmer:innen müssen mit der HSSE-Richtlinie, internen HSSE-Vorschriften und den einschlägigen Gesetzen sowie insbesondere mit den lebensrettenden Regeln (Life-Saving Rules; LSRs) vertraut sein. Nach der Aktualisierung und konzernweiten Angleichung unserer LSRs führten wir ein umfassendes Programm zur Schulung unserer Arbeitnehmer:innen in unserem LSR-Sicherheitsschulungszentrum durch. Alle Schulungsmaßnahmen tragen aktiv zum HSSE-Bewusstsein bei und entwickeln dieses als Teil der Unternehmenskultur weiter, indem sie beispielsweise unsicheres oder verantwortungsloses Verhalten bei der Arbeit und unsichere Zustände stoppen und melden sowie alle Beinaheunfälle, Zwischenfälle und Verstöße melden. [S1-4.38d] Anhand dieser Berichte verfolgen wir die Wirksamkeit von Schulungen, Sensibilisierungsmaßnahmen und der Förderung von Sicherheitspraktiken.
Sicherheitsschulungszentren für lebensrettende Regeln
[S1-4.38a, 38c] [MDR-A 68a-68c, 68e] Im Jahr 2024 starteten wir mit der Umsetzung unseres neuen Konzepts für praktische Schulungen zu unseren lebensrettenden Regeln an 20 Betriebsstandorten. Seitdem werden die Arbeitskräfte unseres Unternehmens in eigens dafür eingerichteten Sicherheitsschulungszentren geschult, um dann vor Ort als Multiplikator:innen für Sicherheit zu agieren. Dies trägt dazu bei, das Verhältnis zwischen den Arbeitskräften und dem Management zu verbessern und sicheres Verhalten zu fördern und wirkt sich insgesamt positiv auf unsere Standorte aus. Ein Schwerpunkt der Sicherheitszentren ist die Erhöhung des Bewusstseins für Sicherheit und die Vertiefung des einschlägigen Know-hows durch praktische Schulungen zur Vermeidung schwerer Zwischenfälle. Sicherheitsprogramme wurden mit dem Ziel der Konsolidierung und Verbesserung der Sicherheitsperformance implementiert. Zur Hervorhebung ihrer Bedeutung werden sie vom Senior Management als Sponsor unterstützt und geleitet. [S1-4.38d] Alle diese Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau – Schulungen, Sensibilisierung, Sicherheitsförderung und die LSR-Sicherheitszentren – stehen in Zusammenhang mit unseren Zielen in Bezug auf die Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle und der Arbeitsunfälle mit Todesfolge, da unsere Performance hinsichtlich dieser Ziele unter anderem die Wirksamkeit unserer Initiativen zum Kapazitätsaufbau widerspiegelt (siehe >S1-5 Ziele in Bezug auf Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen).
Maßnahmen in Bezug auf Arbeitsbedingungen, Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle und sonstige arbeitsbezogene Rechte
Schulungen und Kompetenzentwicklung
[S1-4.37] [S1-4.38a, 38c] [S1-4.40a] [MDR-A 68a-68c] Durch das Angebot wettbewerbsfähiger Weiterbildungs- und Kompetenzentwicklungsmöglichkeiten für die Arbeitskräfte unseres Unternehmens innerhalb des gesamten Konzerns möchten wir das Risiko einer ineffizienten Umschulung mindern und eine Kultur des kontinuierlichen Lernens und der Weiterentwicklung fördern. Um den Anforderungen unseres dynamischen Geschäftsumfelds gerecht zu werden und bis 2050 das Netto-Null-Ziel zu erreichen, konzentrieren wir uns bei der Entwicklung unserer Arbeitnehmer:innen auf mehrere Schlüsselbereiche.
Im Jahr 2025 konzentrierten sich die Schulungsangebote auf HSSE, gesetzlich vorgeschriebene, verpflichtende und geschäftskritische Themen. Wir haben unsere Zusammenarbeit mit LinkedIn Learning fortgesetzt und bieten die Digital Academy an, die Schulungen bereitstellt, um allen die Teilnahme am lebenslangen Lernen zu ermöglichen und Kompetenzen in den Bereichen aufzubauen, die für die Umsetzung der OMV Digital Journey erforderlich sind. Die Data Academy, eine globale Initiative für alle Finanzarbeitskräfte, bietet datenbezogene Schulungen, die vollständig in das Kompetenzmanagement, die Kompetenzdefinition und die DataCamp-Lehrpläne integriert sind und umfassende Kurse für alle Kompetenzniveaus bereitstellen. Darüber hinaus unterstützt ein globales Data-Analytics-Programm die Weiterbildung in den Bereichen Datenanalyse und -wissenschaft. OMV hat auch einen globalen KI-Lernpfad über LinkedIn Learning für alle Kompetenzniveaus erstellt. Diese Initiativen bereiten die Arbeitnehmer:innen auf ein sich schnell entwickelndes berufliches Umfeld und das wachsende Feld der Digitalisierung vor. Das Führungskräfteportfolio von OMV unterstützt neue Führungskräfte dabei, ihre Rolle schnell und effizient zu übernehmen, Führungskompetenzen zu entwickeln und relevante Tools kennenzulernen. Zudem hilft ein modulares Programm neuen und bestehenden Führungskräften dabei, ihre Kompetenzen im Umgang mit Menschen und Geschäftsprozessen zu verbessern. Um das Risiko einer ineffizienten Umschulung unserer Belegschaft zu mindern, insbesondere im Hinblick auf den Übergang zu einer grüneren, klimaneutralen Wirtschaft, werden spezifische Initiativen zur Weiterqualifizierung der Arbeitnehmer:innen in technischen Bereichen fortgesetzt, z. B. Schulungen zu grünen Gasen und Energieeffizienz. Die Weiterbildungs- und Kompetenzentwicklungsaktivitäten sowie deren Fortschritte stehen in direktem Zusammenhang mit unserem Ziel, die durchschnittliche Anzahl der jährlichen Lernstunden pro Arbeitnehmer:in zu erhöhen (siehe Abschnitt >S1-5 Ziele in Bezug auf die Gleichbehandlung der Arbeitskräfte des Unternehmens). [S1-4.38d] Die Messung der Wirksamkeit von Schulungen erfolgt anhand von Schulungsbewertungsformularen, die den Schulungsteilnehmer:innen nach Abschluss der betreffenden Schulung ausgehändigt werden.
Transformationale Führungskompetenzen
[S1-4.37] [S1-4.38a, 38d] [S1-4.40a] [MDR-A 68a-68c] Die transformationalen Führungskompetenzen (Transformational Leadership Competencies; TLCs) bilden die Grundlage für das konzernweite obligatorische Leadership Assessment, das Teil des Rekrutierungsprozesses für wichtige Management- und Projektmanagementpositionen ist und von einem externen Partner durchgeführt wird. Unter Einsatz standardisierter Bewertungsmethoden werden Kandidat:innen identifiziert und ausgewählt, die nicht nur über die notwendigen Fähigkeiten und Fachkenntnisse verfügen, sondern sich auch an unserem Commitment zu nachhaltigen Führungspraktiken orientieren. Diese Maßnahme ist ein fortlaufender Prozess und richtet sich speziell an Führungskräfte unseres Unternehmens. Die Maßnahme unterstützt auch unser Ziel, bis 2030 den Anteil von Frauen in der oberen Führungsebene auf 30% zu erhöhen (siehe Abschnitt >S1-5 Ziele in Bezug auf die Gleichbehandlung der Arbeitskräfte des Unternehmens).
Die transformationalen Führungskompetenzen werden in unseren Schulungsprogrammen angewendet und vor diesem Hintergrund mithilfe der Schulungsbewertungsformulare bewertet. Durch ihre Integration in unsere Schulungsprogramme und deren kontinuierliche Bewertung anhand dieser Formulare können wir die Effektivität unserer Führungsentwicklungsmaßnahmen präzise messen und sicherstellen, dass sie Führungskräfte optimal fördern. Dieser Prozess ermöglicht es uns, die Auswirkungen unserer Schulungen auf die Mitarbeiterperformance, das Engagement und die gesamte Unternehmenskultur zu beurteilen und sicherzustellen, dass unsere Initiativen positive Ergebnisse für unsere Belegschaft erzielen.
Akquise und Bindung von Talenten
[S1-4.37] [S1-4.38a, 38c] [MDR-A-68a] [S1-4.40a] Bei OMV nutzen wir gemeinsame interne Job Boards, um vielfältige Karrieremöglichkeiten anzubieten. Extern entwickeln wir durch Partnerschaften mit wichtigen Universitäten starke Talent-Pipelines und bieten Ausbildungsplätze und Praktika mit Schwerpunkt auf technischen und kaufmännischen Tätigkeiten an. Sowohl im Geschäftsbereich Energy als auch im Geschäftsbereich Fuels führen wir regelmäßig Programme für hoch qualifizierte Hochschulabsolvent:innen durch, um sie bei der Entwicklung ihrer Karrieren zu unterstützen. Das Integrated Graduate Development (IGD) Program in Energy konzentriert sich auf ein verbessertes Verständnis der Energiewertschöpfungskette sowie die Entwicklung von Soft Skills und technischen Fähigkeiten mit Schwerpunkt auf dem Low-Carbon-Geschäft. Das Fuels & Feedstock Fresh Graduate Program richtet sich an Absolvent:innen der Ingenieurwissenschaften oder Betriebswirtschaftslehre und bietet virtuelle sowie Präsenzschulungen, kombiniert mit Standortbesuchen und Treffen mit Führungskräften. Beide Programme unterstützen die Karriereentwicklung junger Arbeitnehmer:innen, indem sie technische und betriebswirtschaftliche Kompetenzen verbessern, die für eine herausragende Arbeitsleistung erforderlich sind. Im Jahr 2025 nahmen 86 Arbeitnehmer:innen am IGD-Programm und 34 Arbeitnehmer:innen am Fuels & Feedstock-Programm teil.
[S1-4.38d] Um die Wirksamkeit der Qualität dieser Programme zu verfolgen, werden alle Teilnehmer:innen aufgefordert, in einer Umfrage am Ende des Kurses Feedback zu geben. [MDR-A 68b, 68c] Diese Maßnahmen richten sich an alle Arbeitskräfte unseres Unternehmens sowie an externe Interessenträger:innen, die sich für eine Karriere bei OMV interessieren, und werden fortlaufend umgesetzt.
[MDR-A-68e] Um Talente zu binden, haben wir laufende Leadership-Programme eingerichtet. Diese Programme unterstützen sowohl alle Arbeitnehmer:innen, die neue Führungsaufgaben übernehmen, als auch aktuelle Führungskräfte, die ihre Grundkenntnisse in der Mitarbeiterführung auffrischen wollen. Das „Leading Ahead“-Programm von OMV wurde im Jahr 2025 gemeinsam mit Borealis und OMV Petrom mit dem Ziel fortgesetzt, Toptalenten des Konzerns vielfältige Möglichkeiten zur Entwicklung von Führungskompetenzen und eine umfassende Karriereplattform zu bieten. Im Rahmen unserer fortschreitenden Transformation setzen wir alles daran, dass alle miteinbezogen werden. Daher bieten wir Schulungen zur Gestaltung eines CO2-armen Unternehmens an und bauen unsere Initiativen zur Fortbildung unserer Belegschaft weiter aus. Ziel ist es, das Fachwissen auf dem neuesten Stand zu halten, da uns bewusst ist, dass vorhandene Kenntnisse auch auf neue Energielösungen übertragen werden können. Dadurch wird das Risiko gemindert, dass fehlende Kompetenzen bei den Arbeitskräften die Umsetzung unserer Transformationsstrategie gefährden könnten.
Performance-Management und Karriereentwicklung
[S1-4.37] [S1-4.38a] [MDR-A-68a-68c] OMV legt Wert auf eine Organisationsstruktur, die Verantwortlichkeiten und hierarchische Positionen klar und transparent definiert. Bei OMV und OMV Petrom haben wir für eine erfolgreiche Karriereentwicklung für unsere Arbeitnehmer:innen unternehmensweit gültige Karrierepfade etabliert, die die erforderlichen Fähigkeiten und Erfahrungen für jede Position beschreiben. Unser jährlicher Beurteilungsprozess dient dazu, unsere Arbeitnehmer:innen und Führungskräfte in der strukturierten und systematischen Planung von Performance und persönlicher Entwicklung im Unternehmen zu unterstützen. Die Arbeitnehmer:innen legen gemeinsam mit ihren Vorgesetzten Leistungs- und Entwicklungsziele fest, überprüfen die Fortschritte und evaluieren die Erfolge. Dies wirkt sich letztendlich auf die jährliche Vergütung und Anerkennung der Arbeitnehmer:innen aus. Der Fortschritt wird jährlich anhand der Abschlussquoten der Leistungsbeurteilungen überwacht. [S1-4.38d] Die Nachfolgeplanung ist ein wesentlicher Bestandteil bei der Verfolgung und Bewertung der Wirksamkeit dieser Maßnahme. Indem wir sicherstellen, dass Kandidat:innen für verfügbare Positionen aus einem klar definierten Nachfolgeplan ausgewählt werden, können wir den Erfolg unserer Talententwicklungsprogramme, Führungstrainings und Karriereentwicklungsinitiativen messen. Dieser Prozess hilft uns, zu bewerten, wie effektiv wir unsere Arbeitskräfte auf zukünftige Rollen vorbereiten, und unterstützt somit unsere Gesamtstrategie für die Entwicklung der Arbeitskräfte und die organisatorische Resilienz. Ebenso lässt sich dadurch das Risiko von unzureichend qualifizierten Arbeitskräften mindern.
Diversität, Gleichstellung und Inklusion
[S1-4.37] [S1-4.38a] [MDR-A-68a, 68b, 68c, 68e] Im Jahr 2025 führten wir unsere DE&I-Initiativen fort, um unsere Ziele für 2030 zu unterstützen: die Erhöhung des Frauenanteils auf Führungsebene auf 30%, die Sicherstellung, dass mindestens 20% (Stretch-Ziel 30%) der Vorstandsmitglieder weiblich sind, und die Schaffung eines inklusiven und barrierefreien Arbeitsumfelds für Menschen mit Behinderung (siehe Abschnitt >S1-5 Ziele im Zusammenhang mit der Gleichbehandlung für die Arbeitskräfte des Unternehmens). Diversität wird durch unsere Arbeitnehmerressourcengruppen in sechs Workstreams innerhalb von OMV gefördert: Barrierefreiheit, Gender, Generationen, Interkulturelles, LGBTQ+ und Elternschaft/Pflege. Die unternehmensübergreifenden Arbeitnehmerressourcengruppen organisierten mehrere Veranstaltungen: die Internationale Frauenwoche, Veranstaltungen zum Pride Month, den International Day of Tolerance und das Positively Purple Event. Darüber hinaus wurden Generations Coffee Mornings eingeführt, Community-Lunches veranstaltet und interne Blogartikel veröffentlicht, die zur zunehmenden Sichtbarkeit von DE&I im OMV Konzern beitrugen.
Das DE&I-Playbook dient als umfassendes Toolkit, um Vorgesetzte beim Aufbau eines inklusiven Arbeitsumfelds zu unterstützen. Darüber hinaus bietet das DE&I Learning Hub eine breite Palette von LinkedIn-Schulungsmodulen, mit denen die Fähigkeiten sowohl von Führungskräften als auch von Arbeitnehmer:innen verbessert werden sollen. Im Jahr 2025 startete OMV ein neues DE&I-Schulungsprogramm für Führungskräfte und Arbeitnehmer:innen, das sich mit den Grundlagen von DE&I, der Bedeutung von Zugehörigkeit und praktischen Ansätzen für aktive Inklusion befasst. Um Feedback aus unterschiedlichen Perspektiven zu sammeln, wurden zwei Pilotveranstaltungen organisiert. Die Schulungen werden von internen Schulungsleiter:innen durchgeführt und finden zweimonatlich statt. Zusammen mit unseren DE&I-Botschafter:innen wurden mehrere Veranstaltungen in verschiedenen Geschäftsbereichen organisiert. Diese Workshops konzentrierten sich darauf, zu sensibilisieren, die spezifischen DE&I-Anforderungen von OMV zu ermitteln und Möglichkeiten zur Schaffung und Aufrechterhaltung eines inklusiven Arbeitsumfelds zu untersuchen.
Der Workstream Gender organisierte eine Veranstaltung zum Internationalen Frauentag unter dem Motto #AccelerateAction, einschließlich einer Keynote und einer Podiumsdiskussion mit Führungskräften von OMV. In unseren Geschäftsbereichen beging OMV den Internationalen Tag der Frauen in der Technik und wurde für sein Engagement in der Ausbildung und Chancengleichheit junger Frauen in technischen Berufen mit dem amaZone Award ausgezeichnet. Im Segment Chemicals befasste sich ein spezieller Workshop mit der Bindung weiblicher Fachkräfte, der Überwindung von Vorurteilen und der Unterstützung von Müttern, die aus dem Elternurlaub zurückkehren. Um Frauen im Geschäftsbereich Energy zu vernetzen und zu stärken, wurde das Netzwerk „femmeforward“ als Pilotprogramm ins Leben gerufen. Ziel dieses Programms ist es, den Austausch von Wissen und Erfahrungen innerhalb des Geschäftsbereichs Energy zu fördern. Unser Workstream Barrierefreiheit setzte seine Sensibilisierungsmaßnahmen mit dem jährlichen Positively Purple Event fort.
Alle diese Initiativen richten sich an alle Arbeitskräfte des Unternehmens und finden fortlaufend statt. Sie tragen zur Schaffung eines vielfältigen, inklusiven, günstigen und gerechten Arbeitsplatzes für alle bei, was wiederum unseren positiven Einfluss auf das Wohlergehen der Arbeitnehmer:innen fördert.
[S1-4.38d] Das Ergebnis der Frage zu „Inklusion“ im Pulse Check und unsere Schulungsbewertungsformulare sind wesentliche Werkzeuge zur Verfolgung und Bewertung der Wirksamkeit unserer DE&I-Programme. Diese Tools helfen uns, zu messen, wie gut wir ein vielfältiges und inklusives Umfeld fördern, wie wirksam unsere Schulungen zu DE&I-Themen sind und welche Fortschritte wir insgesamt im Hinblick auf unsere DE&I-Ziele bereits erzielt haben.
Kennzahlen und Ziele
S1-5 Ziele im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens
Um die Wirksamkeit und den Fortschritt unserer Konzepte und Maßnahmen zur Eindämmung wesentlicher Auswirkungen und Risiken in Bezug auf die Arbeitskräfte unseres Unternehmens zu verfolgen, haben wir messbare, ergebnisorientierte und zeitgebundene Ziele festgelegt. Zur Bewältigung der negativen Auswirkungen einer unzureichenden Anwendung von Menschenrechtsstandards und einer mangelnden Abstimmung von Personalbedarf und Ressourcen, die sich auf das Sicherheits- und Gesundheitsmanagement auswirken können, streben wir an, unsere Arbeitskräfte in Menschenrechtsfragen, einschließlich des Rechts auf einen sicheren und gesunden Arbeitsplatz, zu schulen. Zudem fördern wir eine Sicherheitskultur im Unternehmen über Ziele, die sich auf psychische Gesundheit, Unfallverhütung, Null Todesfälle und sichere Arbeitspraktiken konzentrieren. Zur Verstärkung der positiven Auswirkungen einer erhöhten Sensibilisierung für Menschenrechte fördert OMV ein vielfältiges und inklusives Arbeitsumfeld mit Zielen wie der Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen, der Förderung der internationalen Vertretung im Management und der Sicherstellung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Das wesentliche Risiko ineffizienter Umschulung und Weiterbildung wird durch unser Ziel adressiert, die durchschnittliche Anzahl der jährlichen Lernstunden pro Arbeitnehmer:in zu erhöhen. Wie unsere Konzepte und Maßnahmen sind auch unsere Ziele entsprechend unseren Schwerpunktbereichen Menschenrechte, HSSE und Gleichbehandlung für alle strukturiert und werden im folgenden Abschnitt näher dargelegt.
Ziele im Zusammenhang mit Menschenrechten
Schulung aller Arbeitnehmer:innen des OMV Konzerns in Menschenrechten
[S1-5.44a, 44b] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] Professionelle Schulungen in Bezug auf und die Sensibilisierung für Menschenrechte sind von entscheidender Bedeutung, um unser Engagement für die Menschenrechte, wie es in unserem Code of Conduct und der Menschenrechts-Grundsatzerklärung dokumentiert ist, mit Leben zu erfüllen. Es ist wichtig, dass unsere Arbeitskräfte ihre eigenen Rechte sowie die Rechte der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette und der betroffenen Gemeinschaften kennen. Mit diesem Wissen werden sie für Menschenrechte sensibilisiert, können gemeinsam bessere Arbeitsbedingungen schaffen und negative Auswirkungen einer unzureichenden Anwendung von Menschenrechtsstandards erkennen und adressieren. Deshalb ist unser verpflichtendes E-Learning zum Thema Menschenrechte ein wesentlicher Bestandteil des Schulungsprogramms für alle Arbeitnehmer:innen weltweit.
2025
Alle Arbeitnehmer:innen des OMV Konzerns in Menschenrechten schulen
2030
Alle Arbeitnehmer:innen des OMV Konzerns in Menschenrechten schulen
Absolutes Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten |
Im Umfang enthalten | Alle Arbeitnehmer:innen von OMV (auf Basis der Personenzahl) |
Nicht im Umfang enthalten | Arbeitnehmer:innen von Lieferant:innen/Vertragsunternehmen |
Geografische Abdeckung | Alle Arbeitnehmer:innen konzernweit |
Basisjahr | 2019 |
Bezugswert in % | 47 |
[MDR-T-80f] Das Ziel wurde festgelegt, um einen messbaren und vergleichbaren KPI zu schaffen und durch Schulungs- und Sensibilisierungsinitiativen die Fähigkeiten im Umgang mit Menschenrechten zu verbessern. Zum Zeitpunkt der Festlegung dieses Ziels hatten nur wenige Mitbewerber:innen messbare Ziele im Zusammenhang mit Menschenrechten, und wir erkannten das Schulungsziel als ein wertvolles Instrument zur Unterstützung der Umsetzung unseres Commitments. Ursprünglich konzentrierte sich der KPI auf eine spezifische Zielgruppe (Arbeitskräfte in Konzernfunktionen, die Menschenrechtsrisiken managen, sowie entsprechende Funktionen in Ländern mit erhöhten Menschenrechtsrisiken) mit einem Bezugswert von 4%, die im Jahr 2017 geschult wurden. Bis 2019 hatten wir bereits 82% der Arbeitnehmer:innen dieser Gruppe geschult und beschlossen, den Umfang auf die gesamte Belegschaft auszuweiten, wobei wir einen neuen Bezugswert von 47% geschulten Arbeitnehmer:innen im Jahr 2019 festlegten. [S1-5.47a, MDR-T-80h, 80i] Interne Interessenträger:innen, die in der Festlegung des Ziels involviert waren, umfassten Vorstandsmitglieder (z. B. im Rahmen von Vorstands-Workshops während der Entwicklung unserer Nachhaltigkeitsstrategie 2017/18), den Betriebsrat (Diskussion und Zustimmung zum verpflichtenden E-Learning-Modul 2022) und die Abteilung P&C Learning Services (laufende Beratung und Abstimmung mit Expert:innen). Das Ziel wurde durch den OMV Vorstand freigegeben. Im Berichtsjahr wurden keine Änderungen an diesem Ziel oder den damit verbundenen Kennzahlen vorgenommen.
Stand 2025
[MDR-T-80j] Das Ziel wird zweimal jährlich überwacht und jährlich berichtet. 78,5% (2024: 80%) der Arbeitnehmer:innen wurden in Menschenrechten geschult. Im Jahr 2025 absolvierten 4.339 (2024: 6.868) Arbeitnehmer:innen den E-Learning-Kurs zu Menschenrechtsthemen, und 49 (2024: 23) Arbeitnehmer:innen nahmen an einer virtuellen bzw. Präsenzschulung zu Menschenrechten teil. Das Ziel, bis 2025 100% der Arbeitnehmer:innen zu schulen, wurde nicht vollständig erreicht. Ein maßgeblicher Faktor war die Integration („In-Setting“) einer großen Anzahl von Arbeiter:innen, die im Rahmen dieser spezifischen Zielvorgabe nicht vorgesehen war. Darüber hinaus haben diese Arbeitnehmer:innen nur eingeschränkten Zugang zur Online-Lernplattform.

[S1-47b, 47c] Der Fortschritt gegenüber dem Ziel wird zweimal jährlich, kombiniert mit den jährlichen Zahlen, überwacht und bietet einen Einblick in die Performance bei diesem Ziel. Unser:e Generaldirektor:in und unser:e CFO erhalten im Rahmen unserer halbjährlichen Briefings zu Menschenrechten Updates zu den Fortschritten in Bezug auf die Zielerreichung. Nur ausgewählte Arbeitnehmer:innen sind an der Verfolgung der Performance von OMV im Hinblick auf dieses Ziel beteiligt, wie zum Beispiel Menschenrechtsexpert:innen von OMV, die untereinander sowie mit den für Weiterbildung und Entwicklung zuständigen Expert:innen über die Fortschritte und Maßnahmen zur Verbesserung der Performance diskutieren. Der Fortschritt wird hinsichtlich der Wirksamkeit der zugehörigen Maßnahmen zur Schulung zu Menschenrechten überwacht. Über Einbindung der Schulungsteilnehmer:innen und der Menschenrechtsbeauftragten durch Umfragen können verbesserungswürdige Bereiche identifiziert werden.
Ziele in Bezug auf Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen
39Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle
[S1-5.44a] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] Unterstützt durch die HSSE-Direktive und in Übereinstimmung mit den Bestimmungen unseres Code of Conduct definiert die HSSE-Strategie 2030 des OMV Konzerns mehrere strategische Ziele. Dieses Ziel in Bezug auf die Quote der Arbeitsunfälle unterstützt das strategische Ziel der „Gewährleistung der Sicherheit sowie der körperlichen und geistigen Unversehrtheit der Menschen“ und adressiert damit alle potenziellen negativen Auswirkungen auf das Gesundheits- und Sicherheitsmanagement.
2025
Mindestens das zweite Quartil im jeweiligen Geschäftsbereich
2030
Erstes Quartil im jeweiligen Geschäftsbereich
Relatives Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Arbeitnehmer:innen und Arbeitnehmer:innen von Vertragsunternehmen |
Im Umfang enthalten | 100% für Anlagen, die sich vollständig im Besitz des Konzerns befinden, für Anlagen, an denen der Konzern zu weniger als 100%, aber zu mehr als 50% beteiligt ist, sowie für Anlagen, an denen der Konzern zu 50% oder weniger beteiligt ist, wenn OMV der Betreiber eines Joint Ventures ist. Wir ziehen Vergleiche für jeden Geschäftsbereich und jede Region (in der Regel auf Kontinentebene), in der wir tätig sind. Relevante Branchenverbände (z. B. IOGP, Concawe, Cefic, Solomon, NACE) |
Nicht im Umfang enthalten | Joint Ventures, bei denen OMV weder die Kontrolle noch die Betriebsführerschaft innehat; bei denen OMV nicht die Managementkontrolle innehat; M&A in der Integrationsphase |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2024 |
Bezugswert | Der KPI wird für jedes Jahr unabhängig berechnet, ohne Bezugnahme auf frühere Jahre. |
[MDR-T-80f] Die Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) ist die Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (Todesfälle, Fälle mit Ausfalltagen, Fälle mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit und Fälle, die einer medizinischen Behandlung bedürfen) pro 1.000.000 Arbeitsstunden. Die TRIR wird auf jährlicher Basis berechnet und als kombinierte Quote berichtet, die sowohl Daten von Arbeitnehmer:innen als auch von anderen Arbeitskräften an OMV Standorten enthält (Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette unter OMV Managementkontrolle). Die folgenden Quellen werden zur Definition oder zum Benchmarking dieses KPI verwendet: OMV HSSE-Richtlinie/-Direktive, OMV Konzern-HSSE-Richtlinie und internes HSSE-Reporting-Tool. Die Berichterstattung erfolgt gemäß den IOGP-Standards für die Berichterstattung über Sicherheits- und Umweltdaten, den Concawe-Berichterstattungsrichtlinien und den Ipieca/IOGP-Gesundheitsleistungsindikatoren, die als Leitfaden für die Öl- und Gasindustrie dienen. [MDR-T-80h] Das Ziel wurde im Rahmen interner Workshops unter Einbeziehung relevanter interner Interessenträger:innen und Geschäftsfunktionen vorgeschlagen und 2024 vom OMV Vorstand genehmigt. [MDR-T-80i] Im Berichtsjahr gab es keine Änderungen an diesem Ziel.
Stand 2025
[MDR-T-80j]TRIR: 1,38 pro 1 Mio Arbeitsstunden (2024: 1,33)
HSSE-Begehungen (HSSE Engagement Walks; HSSE EWs)
[S1-5.44a, 44b] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] Ein weiteres strategisches Ziel der HSSE-Strategie 2030 des OMV Konzerns lautet: „Verbesserung der Wirksamkeit und Effizienz von Verfahren, Vorschriften und Instrumenten“. Das Ziel im Zusammenhang mit den HSSE-Begehungen (HSSE Engagement Walks) besteht somit darin, sicheres Arbeiten vor Ort zu gewährleisten, positive Beobachtungen auszutauschen, unsichere Situationen und Verhaltensweisen zu beseitigen und Engagement zu fördern, um so potenzielle negative Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer:innen zu minimieren und positive Auswirkungen zu verstärken.
2025
30% der HSSE EWs sollten den nachstehenden Schwerpunktbereichen zugeordnet werden:
1. EWs mit Fokus auf LSRs, 2. EWs mit Auftragnehmer:innen, 3. EWs zur Schulung von Neueinsteiger:innen und weniger erfahrenen Arbeitnehmer:innen
2030
Ab 2030 wird auch die Anzahl der HSSE EWs mit Belohnungen für positive Beobachtungen in die Berechnung integriert, wie für 2025 angeführt
Relatives Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten (einschließlich ggf. kontrahierter Dienstleistungen) |
Im Umfang enthalten | 100% für Anlagen, die sich vollständig im Besitz des Konzerns befinden, für Anlagen, an denen der Konzern zu weniger als 100%, aber zu mehr als 50% beteiligt ist, sowie für Anlagen, an denen der Konzern zu 50% oder weniger beteiligt ist, wenn OMV der Betreiber eines Joint Ventures ist |
Nicht im Umfang enthalten | Joint Ventures, bei denen OMV weder die Kontrolle noch die Betriebsführerschaft innehat |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2025 |
Bezugswert | n.a. Dieses Ziel wurde ab 2025 festgelegt, wobei der Wert für 2025 als Basiswert für die folgenden Jahre dient. |
[MDR-T-80f] Das Ziel wird gemäß folgender Formel berechnet: (Anzahl EWs mit Fokus auf LSRs + Anzahl EWs mit Auftragnehmer:innen + Anzahl EWs gecoacht) / (Gesamtanzahl der EWs) × 100. Die Anzahl EWs mit LSRs bezieht sich auf HSSE EWs mit Schwerpunkt auf lebensrettenden Regeln (LSRs), die Anzahl EWs mit Auftragnehmer:innen bezieht sich auf mit anderen Arbeitskräften an OMV Standorten durchgeführte HSSE EWs und die Anzahl EWs gecoacht bezieht sich auf EWs zur Schulung von Neueinsteiger:innen und weniger erfahrenen Arbeitnehmer:innen. [MDR-T-80h] Das Ziel wurde im Rahmen interner Workshops vorgeschlagen, an denen relevante interne Interessenträger:innen teilnahmen, darunter von Group HSSE (z. B. in den Raffinerien), Group Sustainability und bestimmten Geschäftsfunktionen. Es wurde vom OMV Vorstand genehmigt. [MDR-T-80i] Das Ziel konzentriert sich auf die Verringerung negativer Auswirkungen auf die Sicherheit. Im Berichtsjahr gab es keine Änderungen an diesem Ziel. Dieses Ziel soll sicheres Arbeiten vor Ort gewährleisten, um wesentliche Auswirkungen auf unsere eigenen Arbeitnehmer:innen und Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, die an unseren Standorten tätig sind, zu verringern.
Stand 2025
[MDR-T-80j]Im Jahr 2025 wurden 37% der HSSE EWs mit Fokus auf LSRs, EWs mit Auftragnehmer:innen und EWs zur Schulung von Neueinsteiger:innen und weniger erfahrenen Arbeitnehmer:innen durchgeführt.
Gesundheitsvorsorgeprogramme mit Schwerpunkt auf psychischem Wohlbefinden
[S1-5.44a, 44b] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] Ein weiteres strategisches Ziel der HSSE-Strategie 2030 des OMV Konzerns ist die „Verbesserung der Arbeitsfähigkeit durch integriertes Gesundheitsmanagement“. Das Ziel im Bereich der Gesundheitsvorsorge unterstützt dieses Ziel und steht im Einklang mit unserem Commitment, unsere Arbeitnehmer:innen bei der Verbesserung ihres psychischen Wohlbefindens und ihrer körperlichen Gesundheit zu unterstützen. Dadurch verringern wir unsere potenziellen negativen Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden und verstärken unsere positiven Auswirkungen.
2025
Mindestens drei Konzernmaßnahmen (Webinare, Umfragen, Vorträge) zu Themen der psychischen Gesundheit
2030
Erreichen einer Beteiligung von mindestens 30% aller Arbeitnehmer:innen an mindestens einer Maßnahme zur psychischen Gesundheit
Relatives Ziel von 2025 bis 2030; absolutes Ziel ab 2030 |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Arbeitnehmer:innen des Unternehmens |
Im Umfang enthalten | 100% für Anlagen, die sich vollständig im Besitz des Konzerns befinden, für Anlagen, an denen der Konzern zu weniger als 100%, aber zu mehr als 50% beteiligt ist, sowie für Anlagen, an denen der Konzern zu 50% oder weniger beteiligt ist, wenn OMV der Betreiber eines Joint Ventures ist |
Nicht im Umfang enthalten | Joint Ventures, bei denen OMV weder die Kontrolle noch die Betriebsführerschaft innehat |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2023 |
Bezugswert in % | 0 |
[MDR-T-80f] Die Methode zur Berechnung der Zielerreichung für das Jahr 2025 besteht darin, die Anzahl von jeder Art von Veranstaltungen zur psychischen Gesundheit zu melden, die von der für das Gesundheitsmanagement zuständigen Abteilung pro Jahr organisiert werden, einschließlich interner Kommunikation (Blogs, MyNews), Webinaren und Schulungskursen zur psychischen Gesundheit. Für das Jahr 2030 besteht die Methode in der Berechnung des prozentualen Anteils der Gesamtzahl der Personen, die in den letzten fünf Jahren an mindestens einer der organisierten Aktivitäten zu Themen der psychischen Gesundheit teilgenommen haben, im Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen. Die Annahme bezüglich der Anzahl der Teilnehmer:innen an den Online-Veranstaltungen basiert auf der Anzahl der Personen, die die Einladung zur Schulung angenommen haben.
[MDR-T-80h] Das Ziel wurde im Rahmen interner Workshops unter Einbeziehung relevanter interner Interessenträger:innen und Geschäftsfunktionen vorgeschlagen und vom OMV Vorstand genehmigt. [MDR-T-80i] Im Berichtsjahr wurden keine Änderungen an den Zielen, Kennzahlen oder Methoden vorgenommen.
Stand 2025
[MDR-T-80j] Im Jahr 2025 haben wir die Anzahl der Arbeitnehmer:innen, die an Webinaren teilnehmen, verdreifacht. Fast 1.000 Personen nahmen an den zehn Webinaren teil, die zu diesem Thema organisiert wurden. Bis Ende 2025 haben wir unser Netzwerk von Ersthelfer:innen für psychische Gesundheit auf insgesamt 60 Personen ausgebaut (2024: 12) und damit die Abdeckung auf mehrere OMV Standorte ausgeweitet. Dank dieses Wachstums konnten wir ein robustes Wissensnetzwerk zum Thema psychische Gesundheit aufbauen, das bei Bedarf jederzeit bereitsteht, um Arbeitnehmer:innen im gesamten Unternehmen zu unterstützen. Sechs Abteilungsworkshops wurden organisiert, von denen die Hälfte als Präsenzveranstaltungen abgehalten wurde. Diese Veranstaltungen haben interessante Diskussionen angestoßen und viele unserer Arbeitnehmer:innen über Themen der psychischen Gesundheit informiert.
Arbeitsunfälle mit Todesfolge
[S1-5.44a] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] Unser Ziel im Zusammenhang mit Arbeitsunfällen mit Todesfolge ist ein weiteres Ziel, das unser strategisches Ziel der HSSE-Strategie 2030 des OMV Konzerns der „Gewährleistung der Sicherheit sowie der körperlichen und geistigen Unversehrtheit von Menschen“ unterstützt und damit unseren potenziellen negativen Auswirkungen auf Gesundheit und Sicherheit entgegenwirkt.
2025
0
2030
0
Absolutes Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Arbeitnehmer:innen und Arbeitnehmer:innen von Vertragsunternehmen |
Im Umfang enthalten | 100% für Anlagen, die sich vollständig im Besitz des Konzerns befinden, für Anlagen, an denen der Konzern zu weniger als 100%, aber zu mehr als 50% beteiligt ist, sowie für Anlagen, an denen der Konzern zu 50% oder weniger beteiligt ist, wenn OMV der Betreiber eines Joint Ventures ist |
Nicht im Umfang enthalten | Joint Ventures, bei denen OMV weder die Kontrolle noch die Betriebsführerschaft innehat; bei denen OMV nicht die Managementkontrolle innehat; M&A in der Integrationsphase |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2023 |
Bezugswert | 1 |
[MDR-T-80f] Die Methode zur Ermittlung der Arbeitsunfälle mit Todesfolge basiert auf den in der HSSE-Richtlinie von OMV festgeschriebenen Leitlinien und orientiert sich an Berichtsstandards wie den Sicherheits- und Umweltdatenberichten der IOGP, den Concawe-Berichtsrichtlinien und den Ipieca/lOGP-Indikatoren für Gesundheitsleistung, die Leitlinien für die Öl- und Gasindustrie darstellen. [MDR-T-80h] Das Ziel wurde im Zuge interner Workshops unter Beteiligung relevanter interner Interessenträger:innen und Geschäftsfunktionen vorgeschlagen und vom OMV Vorstand genehmigt. [MDR-T-80i] Im Berichtsjahr gab es keine Änderungen an diesem Ziel.
Stand 2025
[MDR-T-80j]1 Arbeitsunfall mit Todesfolge (2024: 0)

[S1-5.47a-47c] Das Verfahren zur Festlegung unserer HSSE-Ziele in Bezug auf Zwischenfälle, HSSE-Begehungen, Gesundheitsvorsorgeprogramme und Arbeitsunfälle mit Todesfolge umfasste eine Auswertung der Ergebnisse gemeldeter HSSE-Zwischenfälle, interner Audits und Bewertungen von Auftragnehmer:innen, um Bereiche mit Verbesserungsbedarf zu ermitteln. Es folgten Konsultationen mit internen Interessenträger:innen wie Vorstandsmitgliedern und der Abteilung Group Sustainability sowie ein Benchmarking mit bewährten Verfahren und Richtlinien von IOGP und Concawe. Bei der Festlegung der Ziele haben wir uns nicht direkt mit Arbeitskräften in unserer Wertschöpfungskette oder ihren Vertreter:innen ausgetauscht. Wir überwachen unsere Performance in Bezug auf diese Ziele monatlich und prüfen sie jährlich. Die monatliche Überwachung der Fortschritte bei der Erreichung dieser Ziele in Verbindung mit den Zahlen im Jahresvergleich gibt Aufschluss über die Wirksamkeit der zur Erreichung dieser Ziele ergriffenen Maßnahmen. Wenn ein negativer Trend beobachtet wird, untersuchen wir die Ursache und stellen sicher, dass die daraus gewonnenen Erkenntnisse an die betroffenen Interessenträger:innen (z. B. Arbeitnehmer:innen, Geschäftspartner:innen und Lieferant:innen/Auftragnehmer:innen) weitergegeben werden.
Ziele im Zusammenhang mit Arbeitsbedingungen, Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle und sonstigen arbeitsbezogenen Rechten
Frauen auf Führungsebene
[S1-5.44b] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] OMV verpflichtet sich, den Frauenanteil auf Führungsebene zu erhöhen, um gleiche Beschäftigungschancen zu gewährleisten, wie es in der P&C Ethics Policy festgeschrieben ist. Dieses Ziel leitet sich aus der DE&I-Vision von OMV ab und unterstützt das Bestreben von OMV, eine faire Behandlung und Chancengleichheit für alle Arbeitnehmer:innen zu gewährleisten, Diskriminierung nicht zu tolerieren und ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu fördern, um so die positiven Auswirkungen eines vielfältigen, inklusiven und gerechten Arbeitsumfelds aufrechtzuerhalten.
2025
Erhöhung des Frauenanteils auf Führungsebene auf 25%
2030
Erhöhung des Frauenanteils auf Führungsebene auf 30%
Absolutes Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten |
Im Umfang enthalten | Absoluter Personalstand von OMV |
Nicht im Umfang enthalten | Ohne Akquisitionen, Personenzahl des Borealis Konzerns an Standorten in den USA |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2021 |
Bezugswert in % | 20.9 |
[MDR-T-80f] Führungsebene ist definiert als OMV Stufe 15 und höher sowie Borealis Stufe 14 und höher, um sich in Richtung der EU-Richtlinie zur Gewährleistung einer ausgewogeneren Vertretung von Frauen und Männern unter den Direktoren börsennotierter Gesellschaften und über damit zusammenhängende Maßnahmen (2022/2381) zu bewegen. [MDR-T-80h] Dieses Ziel wurde im Rahmen interner Konsultationen von der P&C-Abteilung entwickelt. Anschließend wurde es dem Vorstand, den DE&I-Sponsor:innen von OMV, Group Sustainability und anderen relevanten Unternehmens- und Geschäftsfunktionen innerhalb von OMV, OMV Petrom und Borealis zur Prüfung unterbreitet. In der Folge wurde das Ziel vom OMV Vorstand genehmigt. [MDR-T-80i] An diesem Ziel wurden im Berichtsjahr geringfügige Änderungen vorgenommen. Im Jahr 2025 änderte OMV den Anwendungsbereich dieses Ziels von „ohne Akquisitionen, Personenzahl von DUNATÀR Köolajtermék Tároló és Kereskedelmi Kft. und SapuraOMV“ zu „ohne Akquisitionen, Personenzahl des Borealis Konzerns an Standorten in den USA“. Dies ist bedingt durch die Integration von DUNATÀR Köolajtermék Tároló és Kereskedelmi Kft. und den Verkauf von SapuraOMV. Aus Gründen der Einhaltung der US-amerikanischen Antidiskriminierungsgesetze wurden Positionen und Stelleninhaber:innen an Standorten in den USA ausgeschlossen. Darüber hinaus wurden die Definitionen der Führungsebenen von OMV geringfügig angepasst. Aus Konsistenzgründen wurde der Titel dieses Ziels entsprechend aktualisiert.
Stand 2025
[MDR-T-80j] 24,2% Frauen auf Führungsebene (2024: 23,7%). Das Ziel wird vierteljährlich überwacht und jährlich überprüft.
Weibliche Vorstandsmitglieder
[S1-5.44b] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] OMV hat sich dazu verpflichtet, die Anzahl weiblicher Vorstandsmitglieder von OMV, OMV Petrom und Borealis zu erhöhen. Dies wird durch unsere P&C Ethics Policy unterstützt, die Chancengleichheit ohne Diskriminierung oder Belästigung aus irgendeinem Grund vorschreibt. Das Ziel konzentriert sich darauf, die positiven Auswirkungen in Bezug auf Chancengleichheit für alle in der OMV Kultur durch ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in der Führungsebene voranzutreiben.
2030
Mindestens 20% weibliche Vorstandsmitglieder (Stretch-Ziel: 30%)
Absolutes Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten |
Im Umfang enthalten | Vorstände von OMV, OMV Petrom und Borealis |
Nicht im Umfang enthalten | Vorstände von nicht von OMV betriebenen Anlagen und Minderheitsbeteiligungen |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2021 |
Bezugswert in % | 26.7 |
[MDR-T-80f] Die Methode basiert auf der EU-Richtlinie zur Gewährleistung einer ausgewogeneren Vertretung von Frauen und Männern unter den Direktoren börsennotierter Gesellschaften und über damit zusammenhängende Maßnahmen (2022/2381) und zielt darauf ab, die Einhaltung dieser Richtlinie zu erreichen. [MDR-T-80h] Dieses Ziel wurde im Rahmen interner Konsultationen von der P&C-Abteilung entwickelt. Anschließend wurde es dem Vorstand, den DE&I-Sponsor:innen von OMV, Group Sustainability und anderen relevanten Unternehmens- und Geschäftsfunktionen innerhalb von OMV, OMV Petrom und Borealis zur Prüfung unterbreitet. In der Folge wurde das Ziel vom OMV Vorstand genehmigt. [MDR-T-80i] Im Berichtsjahr gab es keine Änderungen des Ziels und der Kennzahlen.
Stand 2025
[MDR-T-80j] 14,3% weibliche Vorstandsmitglieder (2024: 20%). Das Ziel wird vierteljährlich überwacht und jährlich überprüft.
Topmanagement mit internationaler Erfahrung
[S1-5.44b] [S1-5.45] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] OMV hat sich dazu verpflichtet, den Anteil von Führungskräften mit internationaler Erfahrung zu erhöhen. Dies wird durch unsere P&C Ethics Policy unterstützt, die Chancengleichheit ohne Diskriminierung oder Belästigung aus irgendeinem Grund vorschreibt. Das Ziel konzentriert sich darauf, die positiven Auswirkungen in Bezug auf Chancengleichheit für alle in der OMV Kultur durch eine verstärkte Internationalität im Topmanagement zu fördern.
2025
Beibehaltung des Anteils des Topmanagements mit internationaler Erfahrung bei 75%
2030
Beibehaltung des Anteils des Topmanagements mit internationaler Erfahrung bei 75%
Absolutes Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten |
Im Umfang enthalten | Absoluter Personalstand von OMV |
Nicht im Umfang enthalten | Ohne Akquisitionen, Personenzahl des Borealis Konzerns an Standorten in den USA |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2021 |
Bezugswert in % | 71.8 |
[MDR-T-80f] Die Methode basiert auf der EU-Richtlinie zur Gewährleistung einer ausgewogeneren Vertretung von Frauen und Männern unter den Direktoren börsennotierter Gesellschaften und über damit zusammenhängende Maßnahmen (2022/2381) und zielt darauf ab, die Einhaltung dieser Richtlinie zu erreichen. Dieses Zielt gilt für das Topmanagement, zu dem definitionsgemäß die OMV Senior Vice Presidents sowie die Vorstandsmitglieder von OMV Petrom und des Borealis Konzerns gehören. Internationale Erfahrung bedeutet definitionsgemäß mindestens drei Jahre Berufserfahrung in Ländern, für die die Person nicht die Staatszugehörigkeit besitzt. [MDR-T-80h] Dieses Ziel wurde im Rahmen interner Konsultationen von der P&C-Abteilung entwickelt. Anschließend wurde es dem Vorstand, den DE&I-Sponsor:innen von OMV, Group Sustainability und anderen relevanten Unternehmens- und Geschäftsfunktionen innerhalb von OMV, OMV Petrom und Borealis zur Prüfung unterbreitet. In der Folge wurde das Ziel vom OMV Vorstand genehmigt. [MDR-T-80i] An diesem Ziel wurden im Berichtsjahr geringfügige Änderungen vorgenommen. Im Jahr 2025 änderte OMV den Anwendungsbereich dieses Ziels von „ohne Akquisitionen, Personenzahl von DUNATÀR Köolajtermék Tároló és Kereskedelmi Kft. und SapuraOMV“ zu „ohne Akquisitionen, Personenzahl des Borealis Konzerns an Standorten in den USA“. Dies ist bedingt durch die Integration von DUNATÀR Köolajtermék Tároló és Kereskedelmi Kft. und den Verkauf von SapuraOMV. Aus Gründen der Einhaltung der US-amerikanischen Antidiskriminierungsgesetze wurden Positionen und Stelleninhaber:innen an Standorten in den USA ausgeschlossen. Darüber hinaus wurden die Definitionen der Führungsebenen von OMV geringfügig angepasst. Aus Konsistenzgründen wurde der Titel dieses Ziels entsprechend aktualisiert.
Stand 2025
[MDR-T-80j] 75,5% des Topmanagements mit internationaler Erfahrung (2024: 72,3%). Das Ziel wird vierteljährlich überwacht und jährlich überprüft.
Internationales Senior Management
[S1-5.44b] [S1-5.45] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] OMV möchte den Anteil an internationalen Arbeitnehmer:innen auf Ebene des Senior Managements erhöhen. Dies wird durch unsere P&C Ethics Policy unterstützt, die Chancengleichheit ohne Diskriminierung oder Belästigung aus irgendeinem Grund vorschreibt. Das Ziel konzentriert sich darauf, die positiven Auswirkungen in Bezug auf Chancengleichheit für alle in der OMV Kultur durch ein verstärkt internationales Senior Management voranzutreiben.
2030
Erhöhung des Anteils des internationalen Senior Managements auf 65%
Absolutes Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten |
Im Umfang enthalten | Absoluter Personalstand von OMV |
Nicht im Umfang enthalten | Ohne Akquisitionen, Personenzahl des Borealis Konzerns an Standorten in den USA |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2021 |
Bezugswert in % | 60 |
[MDR-T-80f] Dieses Ziel gilt für das Senior Management, definiert als OMV Stufe 15 und höher sowie Borealis Stufe 14 und höher. [MDR-T-80h] Dieses Ziel wurde im Rahmen interner Konsultationen von der P&C-Abteilung entwickelt. Anschließend wurde es dem Vorstand, den DE&I-Sponsor:innen von OMV, Group Sustainability und anderen relevanten Unternehmens- und Geschäftsfunktionen innerhalb von OMV, OMV Petrom und Borealis zur Prüfung unterbreitet. In der Folge wurde das Ziel vom OMV Vorstand genehmigt. [MDR-T-80i] An diesem Ziel wurden im Berichtsjahr geringfügige Änderungen vorgenommen. Im Jahr 2025 änderte OMV den Anwendungsbereich dieses Ziels von „ohne Akquisitionen, Personenzahl von DUNATÀR Köolajtermék Tároló és Kereskedelmi Kft. und SapuraOMV“ zu „ohne Akquisitionen, Personenzahl des Borealis Konzerns an Standorten in den USA“. Dies ist bedingt durch die Integration von DUNATÀR Köolajtermék Tároló és Kereskedelmi Kft. und den Verkauf von SapuraOMV. Aus Gründen der Einhaltung der US-amerikanischen Antidiskriminierungsgesetze wurden Positionen und Stelleninhaber:innen an Standorten in den USA ausgeschlossen. Darüber hinaus wurden die Definitionen der Führungsebenen von OMV geringfügig angepasst. Aus Konsistenzgründen wurde der Titel dieses Ziels entsprechend aktualisiert.
Stand 2025
[MDR-T-80j] Internationales Senior Management: 61% (2024: 60,3%). Das Ziel wird vierteljährlich überwacht und jährlich überprüft.
Schaffung eines inklusiven und barrierefreien Arbeitsumfelds für Menschen mit Behinderung
[S1-5.44b] [S1-5.45] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] OMV setzt sich für die Schaffung eines inklusiven und barrierefreien Arbeitsumfelds ein, in dem Menschen mit Behinderung für OMV arbeiten können. Dies wird durch unsere P&C Ethics Policy unterstützt, die Chancengleichheit ohne Diskriminierung oder Belästigung aus irgendeinem Grund vorschreibt. Das Ziel konzentriert sich darauf, die positiven Auswirkungen in Bezug auf Chancengleichheit für alle in der OMV Kultur durch ein verstärkt inklusives und barrierefreies Arbeitsumfeld voranzutreiben. Das Ziel besteht aus zwei Komponenten, die im Folgenden erläutert werden.
2025
● (1) Verbesserung im Schwerpunktbereich „Inklusion“ beim Pulse Check um +1% gegenüber dem Bezugswert
● (2) Verbesserung der gemeldeten Anzahl der Arbeitnehmer:innen mit Behinderung in den rechtlichen Einheiten des OMV Konzerns in Österreich
2030
● (1) Verbesserung im Schwerpunktbereich „Inklusion“ beim Pulse Check um +5% gegenüber dem Bezugswert
● (2) 1% Anstieg der gemeldeten Anzahl der Arbeitnehmer:innen mit Behinderung in den rechtlichen Einheiten des OMV Konzerns in Österreich
Relatives Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten |
Im Umfang enthalten | (1) Die Schaffung eines inklusiven Arbeitsumfelds gilt für alle Länder. (2) Das Ziel für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen gilt nur für Österreich. Gemäß österreichischer Gesetzgebung werden Mitarbeiter:innen nur dann als Personen mit begünstigter Behinderung gezählt, wenn ihr bestätigter Grad der Behinderung 50 % oder höher ist. |
Nicht im Umfang enthalten | (1) Kein Land ist von der Schaffung eines inklusiven Arbeitsumfelds ausgenommen. (2) Andere Länder als Österreich sind vom Ziel für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung ausgeschlossen. |
Geografische Abdeckung | (1) Konzernweit für die Schaffung eines inklusiven Arbeitsumfelds (2) Österreich für das Ziel der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung |
Basisjahr | 2024 |
Bezugswert in % | (1) DE&I-Wert von 64% beim konzernweiten OMV Pulse Check (2) Durchschnittlich 0,9% Arbeitnehmer:innen mit Behinderung in den rechtlichen Einheiten von OMV in Österreich (Bandbreite 0,3 bis 1,6%) |
[MDR-T-80f] Zu den wesentlichen Annahmen, die bei der Festlegung des Ziels zugrunde gelegt wurden, gehören die folgenden: In den einzelnen Ländern gibt es unterschiedliche Rechtsvorschriften, Definitionen und Richtlinien zum Arbeitnehmerschutz (z. B. Mindestprozentsatz an Arbeitskräften), und in einigen Fällen gibt es überhaupt keine Rechtsvorschriften. Nicht alle rechtlichen Einheiten verfügen über ausreichend sichere Arbeitsplätze für Arbeitnehmer:innen mit Behinderung. Daher kann OMV nicht in allen Einheiten eine 100%ige Konformität erreichen. Nur rechtliche Einheiten des OMV Konzerns mit ausreichend sicheren Arbeitsplätzen in Ländern mit Behindertengesetzgebung sind qualifiziert. [MDR-T-80h] Dieses Ziel wurde im Rahmen interner Konsultationen von der P&C-Abteilung entwickelt. Anschließend wurde es dem Vorstand, den DE&I-Sponsor:innen von OMV, Group Sustainability und anderen relevanten Unternehmens- und Geschäftsfunktionen innerhalb von OMV, OMV Petrom und Borealis zur Prüfung unterbreitet. In der Folge wurde das Ziel vom OMV Vorstand genehmigt. [MDR-T-80i] Das Ziel wurde im Berichtszeitraum aktualisiert, um wesentliche Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit einem barrierefreien und inklusiven Arbeitsumfeld zu berücksichtigen. Dazu wurden der Zeithorizont erweitert und der geografische Anwendungsbereich näher spezifiziert.
Stand 2025
[MDR-T-80j] (1) 64% gemäß dem Pulse Check. Der Pulse Check wird alle zwei Jahre durchgeführt.
(2) Die rechtlichen Einheiten des OMV Konzerns in Österreich beschäftigten durchschnittlich 1,3% (2024: 0,9%) Arbeitnehmer:innen mit Behinderung. Das Ziel wird jährlich überwacht und überprüft.
Jährliche Lernstunden
[S1-5.44b, 44c] [S1-5.45] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] OMV hat sich dazu verpflichtet, den Übergang zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft für seine Arbeitnehmer:innen gerecht zu gestalten („Just Transition“) und die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu adressieren, die aus diesem Übergang resultieren. Dazu gehört auch die Herausforderung, die Kompetenzen der Arbeitnehmer:innen auf dem neuesten Stand zu halten. Dieses Commitment spiegelt sich in unserer HR-Direktive wider, die das Ziel beinhaltet, Arbeitnehmer:innen mit den Fähigkeiten auszustatten, die zur Unterstützung der aktuellen und zukünftigen Geschäftstätigkeiten erforderlich sind. Daher trägt das Ziel im Zusammenhang mit den Lernstunden dazu bei, unser Risiko in Bezug auf ineffiziente Umschulungen und Weiterbildungen zu mindern, die die erfolgreiche Umsetzung unserer Strategie 2030 gefährden könnten.
2030
Erhöhung der durchschnittlichen Anzahl der jährlichen Lernstunden auf mindestens 30 Stunden pro Arbeitnehmer:in
Absolutes Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten |
Im Umfang enthalten | Arbeitskräfte von OMV |
Nicht im Umfang enthalten | OMV Russland, OMV Orient Upstream GmbH, DYM Solutions, Integra, Rialti, Renasci |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2022 |
Bezugswert in Stunden | 23 |
[MDR-T-80f] Die Erhöhung der Lernstunden von Arbeitnehmer:innen wird die notwendige Kompetenzentwicklung in ausreichendem Maße unterstützen. Eine Steigerung der Anzahl an Lernstunden ist erforderlich, um den Bedarf an verpflichtenden/HSSE-Schulungen zu decken und die notwendige Weiterbildung und Umschulung zu gewährleisten. Ausgehend von einem Vergleich mit anderen Unternehmen der Branche und der Annahme, dass eine jährliche Erhöhung um durchschnittlich 3–4 Stunden realistisch und umsetzbar ist, haben wir das Ziel auf 30 Stunden festgelegt. Die verwendete Kennzahl ist die Gesamtzahl der den Arbeitnehmer:innen bereitgestellten Schulungsstunden geteilt durch die Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen (Personalstand zum 31. Dezember).
[MDR-T-80h] Dieses Ziel wurde im Rahmen interner Konsultationen von der P&C-Abteilung entwickelt. Anschließend wurde es dem Vorstand, den DE&I-Sponsor:innen von OMV, Group Sustainability und anderen relevanten Unternehmens- und Geschäftsfunktionen innerhalb von OMV, OMV Petrom und Borealis zur Prüfung unterbreitet. In der Folge wurde das Ziel vom OMV Vorstand genehmigt. [MDR-T-80i] An diesem Ziel wurden im Berichtsjahr keine Änderungen vorgenommen.
Stand 2025
[MDR-T-80j] Durchschnittliche Anzahl der jährlichen Lernstunden: 24 (2024: 23). Das Ziel wird vierteljährlich überwacht und jährlich überprüft.

[S1-5.47a-47c] Der Prozess zur Festlegung aller unserer Ziele im Zusammenhang mit Arbeitsbedingungen, Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle und sonstigen arbeitsbezogenen Rechten umfasst eine Bewertung früherer Daten, externer Best Practices und gesetzlicher Anforderungen. Darauf folgen Konsultationen mit Group Sustainability und Group DE&I Governance und schließlich die Genehmigung durch den Konzernvorstand. Alle Ziele werden jährlich überprüft, und wir überwachen unsere Performance im Zusammenhang mit diesen Zielen vierteljährlich. Eine Ausnahme bildet das Ziel im Zusammenhang mit der Barrierefreiheit der Arbeitskräfte, dessen Performance wir jährlich überprüfen. Die Überwachung der Performance in Verbindung mit den Zahlen im Jahresvergleich gibt Aufschluss über die Wirksamkeit der zur Erreichung dieser Ziele ergriffenen Maßnahmen. Die Ziele und ihre Ergebnisse werden dem Führungsteam und dem Vorstand während der Group People Days mitgeteilt, um potenzielle positive oder negative Trends und Verbesserungsmaßnahmen zu diskutieren.
S1-6 Merkmale der Arbeitnehmer:innen von OMV
Arbeitnehmer:innen nach Geschlecht1 |
[S1-6.50a] [MDR-M.77c] |
Personenzahl |
| 31. Dezember 2025 | 31. Dezember 2024 |
| Anzahl | % | Anzahl2 | %2 |
Männlich | 16.573 | 74,3 | 17.557 | 74,5 |
Weiblich | 5.742 | 25,7 | 6.000 | 25,5 |
Divers | 0 | 0,0 | 0 | 0,0 |
Keine Angaben | 0 | 0,0 | 0 | 0,0 |
Gesamt | 22.315 | 100,0 | 23.557 | 100,0 |
Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf Angabepflichten gemäß MDR-M-77 zu Arbeitnehmer:innen nach Geschlecht, Arbeitnehmer:innen nach Region, Land, Geschlecht und lokaler Staatszugehörigkeit, Arbeitnehmer:innen nach lokaler Staatszugehörigkeit und Managementposition, Arbeitnehmer:innen nach Geschlecht, Region, Beschäftigungsverhältnis und Art des Vertrags, Anzahl der ausgeschiedenen Arbeitnehmer:innen und Fluktuationsrate sowie Neueinstellungen nach Region, Geschlecht, Alter und Karrierestufe finden Sie im >Anhang: S1-6 Merkmale der Arbeitnehmer:innen von OMV – Kennzahlendefinitionen und Methoden.
[S1-6.50f] Siehe >Anhangangabe 12 – Personalaufwand und durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer:innen (basierend auf unterschiedlichen Berechnungsmethoden: Durchschnittswerte in Anhangangabe 12 und Jahresendwerte in S1-6).
Arbeitnehmer:innen nach Region, Land, Geschlecht und lokaler Staatszugehörigkeit2 |
[S1-6.50a] [S1-6.51] [MDR-M.77c] [Freiwillig] |
Personenzahl |
| 31. Dezember 2025 | 31. Dezember 2024 |
| Weiblich | Männlich | Divers | Keine Angaben | Personen- zahl gesamt | Davon lokale Staatszuge- hörigkeit1 | %1 | Weiblich | Männlich | Divers | Keine Angaben | Personen- zahl gesamt3 | Davon lokale Staatszuge- hörigkeit | % |
Österreich | | | | | | | | | | | | | | |
Österreich | 1.554 | 3.802 | 0 | 0 | 5.356 | 4.001 | 74,7 | 1.599 | 3.808 | 0 | 0 | 5.407 | 3.991 | 73,8 |
Übriges Europa | | | | | | | | | | | | | | |
Belgien | 234 | 1.016 | 0 | 0 | 1.250 | 1.188 | 95,0 | 238 | 1.027 | 0 | 0 | 1.265 | 1.176 | 93,0 |
Bulgarien | 69 | 123 | 0 | 0 | 192 | 190 | 99,0 | 73 | 129 | 0 | 0 | 202 | 201 | 99,5 |
Kroatien | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 1 | 100,0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 1 | 100,0 |
Tschechien | 21 | 26 | 0 | 0 | 47 | 44 | 93,6 | 21 | 25 | 0 | 0 | 46 | 43 | 93,5 |
Dänemark | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0,0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 1 | 100,0 |
Finnland | 224 | 716 | 0 | 0 | 940 | 904 | 96,2 | 223 | 720 | 0 | 0 | 943 | 910 | 96,5 |
Frankreich | 4 | 13 | 0 | 0 | 17 | 14 | 82,4 | 5 | 13 | 0 | 0 | 18 | 15 | 83,3 |
Deutschland | 120 | 800 | 0 | 0 | 920 | 800 | 87,0 | 118 | 792 | 0 | 0 | 910 | 792 | 87,0 |
Ungarn | 35 | 63 | 0 | 0 | 98 | 98 | 100,0 | 34 | 59 | 0 | 0 | 93 | 93 | 100,0 |
Italien | 21 | 186 | 0 | 0 | 207 | 168 | 81,2 | 19 | 180 | 0 | 0 | 199 | 163 | 81,9 |
Moldau | 25 | 16 | 0 | 0 | 41 | 39 | 95,1 | 23 | 21 | 0 | 0 | 44 | 41 | 93,2 |
Niederlande | 9 | 97 | 0 | 0 | 106 | 101 | 95,3 | 10 | 107 | 0 | 0 | 117 | 108 | 92,3 |
Norwegen | 39 | 47 | 0 | 0 | 86 | 69 | 80,2 | 40 | 47 | 0 | 0 | 87 | 69 | 79,3 |
Polen | 2 | 5 | 0 | 0 | 7 | 7 | 100,0 | 2 | 5 | 0 | 0 | 7 | 7 | 100,0 |
Rumänien | 2.644 | 7.637 | 0 | 0 | 10.281 | 10.211 | 99,3 | 2.855 | 8.488 | 0 | 0 | 11.343 | 11.280 | 99,4 |
Russland | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0,0 | 1 | 2 | 0 | 0 | 3 | 3 | 100,0 |
Serbien | 23 | 22 | 0 | 0 | 45 | 45 | 100,0 | 25 | 22 | 0 | 0 | 47 | 47 | 100,0 |
Slowakei | 148 | 54 | 0 | 0 | 202 | 181 | 89,6 | 140 | 46 | 0 | 0 | 186 | 164 | 88,2 |
Slowenien | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 1 | 100,0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 1 | 100,0 |
Spanien | 2 | 9 | 0 | 0 | 11 | 8 | 72,7 | 2 | 9 | 0 | 0 | 11 | 8 | 72,7 |
Schweden | 254 | 769 | 0 | 0 | 1.023 | 1.001 | 97,9 | 246 | 740 | 0 | 0 | 986 | 957 | 97,1 |
Schweiz | 6 | 58 | 0 | 0 | 64 | 0 | 0,0 | 5 | 60 | 0 | 0 | 65 | 2 | 3,1 |
Türkei | 20 | 34 | 0 | 0 | 54 | 53 | 98,2 | 24 | 32 | 0 | 0 | 56 | 56 | 100,0 |
Großbritannien | 19 | 63 | 0 | 0 | 82 | 70 | 85,4 | 20 | 72 | 0 | 0 | 92 | 77 | 83,7 |
Mittlerer Osten und Afrika | | | | | | | | | | | | | | |
Iran | 0 | 3 | 0 | 0 | 3 | 3 | 100,0 | 0 | 3 | 0 | 0 | 3 | 3 | 100,0 |
Libyen | 5 | 25 | 0 | 0 | 30 | 29 | 96,7 | 5 | 24 | 0 | 0 | 29 | 28 | 96,6 |
Marokko | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 1 | 100,0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 1 | 100,0 |
Südafrika | 2 | 0 | 0 | 0 | 2 | 2 | 100,0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 | 100,0 |
Tunesien | 59 | 332 | 0 | 0 | 391 | 389 | 99,5 | 44 | 225 | 0 | 0 | 269 | 267 | 99,3 |
Vereinigte Arabische Emirate | 24 | 66 | 0 | 0 | 90 | 0 | 0,0 | 23 | 69 | 0 | 0 | 92 | 1 | 1,1 |
Jemen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0,0 | 14 | 230 | 0 | 0 | 244 | 243 | 99,6 |
Rest der Welt | | | | | | | | | | | | | | |
Argentinien | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 1 | 100,0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 1 | 100,0 |
Brasilien | 48 | 102 | 0 | 0 | 150 | 150 | 100,0 | 50 | 98 | 0 | 0 | 148 | 148 | 100,0 |
Chile | 4 | 2 | 0 | 0 | 6 | 5 | 83,3 | 3 | 2 | 0 | 0 | 5 | 4 | 80,0 |
China | 1 | 1 | 0 | 0 | 2 | 2 | 100,0 | 1 | 1 | 0 | 0 | 2 | 2 | 100,0 |
Kolumbien | 4 | 3 | 0 | 0 | 7 | 7 | 100,0 | 4 | 3 | 0 | 0 | 7 | 7 | 100,0 |
Mexiko | 1 | 3 | 0 | 0 | 4 | 4 | 100,0 | 1 | 3 | 0 | 0 | 4 | 4 | 100,0 |
Neuseeland | 57 | 159 | 0 | 0 | 216 | 168 | 77,8 | 65 | 173 | 0 | 0 | 238 | 179 | 75,2 |
Singapur | 2 | 6 | 0 | 0 | 8 | 2 | 25,0 | 1 | 9 | 0 | 0 | 10 | 2 | 20,0 |
Südkorea | 18 | 93 | 0 | 0 | 111 | 92 | 82,9 | 19 | 87 | 0 | 0 | 106 | 87 | 82,1 |
USA | 44 | 218 | 0 | 0 | 262 | 245 | 93,5 | 46 | 221 | 0 | 0 | 267 | 246 | 92,1 |
Gesamt | 5.742 | 16.573 | 0 | 0 | 22.315 | 20.294 | 90,9 | 6.000 | 17.557 | 0 | 0 | 23.557 | 21.430 | 91,0 |
Arbeitnehmer:innen1 nach lokaler Staatszugehörigkeit und Managementposition |
[MDR-M.77c] [Freiwillig] |
% |
| 31. Dezember 2025 |
| Anteil an der Gesamtbelegschaft2 | Anteil an allen Managementpositionen |
Rumänisch | 46,8 | 32,3 |
Österreichisch | 18,3 | 26,8 |
Belgisch | 5,5 | 7,7 |
Deutsch | 4,6 | 5,8 |
Arbeitnehmer:innen1 nach Geschlecht, Region, Beschäftigungsverhältnis und Art des Vertrags |
[S1-6.50b-i, b-ii, b-iii] [S1-6.50d] [S1-6.51] [S1-6.52a, 52b] [MDR-M.77c] |
Personenzahl |
| 31. Dezember 2025 |
| Österreich | Übriges Europa | Mittlerer Osten und Afrika | Rest der Welt | Gesamt |
Art des Vertrags | | | | | |
Arbeitnehmer:innen mit unbefristeten Arbeitsverträgen | 4.996 | 15.288 | 509 | 751 | 21.544 |
davon weiblich | 1.455 | 3.808 | 86 | 172 | 5.521 |
davon männlich | 3.541 | 11.480 | 423 | 579 | 16.023 |
davon divers | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
davon keine Angaben | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Arbeitnehmer:innen mit befristeten Arbeitsverträgen2 | 360 | 387 | 8 | 16 | 771 |
davon weiblich | 99 | 111 | 4 | 7 | 221 |
davon männlich | 261 | 276 | 4 | 9 | 550 |
davon divers | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
davon keine Angaben | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Beschäftigungsverhältnis | | | | | |
Vollzeitkräfte3 | 4.858 | 15.080 | 517 | 751 | 21.206 |
davon weiblich | 1.178 | 3.769 | 90 | 167 | 5.204 |
davon männlich | 3.680 | 11.311 | 427 | 584 | 16.002 |
davon divers | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
davon keine Angaben | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Teilzeitkräfte | 498 | 595 | 0 | 16 | 1.109 |
davon weiblich | 376 | 150 | 0 | 12 | 538 |
davon männlich | 122 | 445 | 0 | 4 | 571 |
davon divers | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
davon keine Angaben | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Abrufkräfte | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Arbeitnehmer:innen1 nach Geschlecht, Region, Beschäftigungsverhältnis und Arbeitsvertrag |
[S1-6.50b-i, b-ii, b-iii] [S1-6.50d] [S1-6.51] [S1-6.52a, 52b] [MDR-M.77c] |
Personenzahl |
| 31. Dezember 2024 |
| Österreich | Übriges Europa | Mittlerer Osten und Afrika | Rest der Welt | Gesamt |
Art des Vertrags | | | | | |
Arbeitnehmer:innen mit unbefristeten Arbeitsverträgen | 4.961 | 16.154 | 633 | 770 | 22.518 |
davon weiblich | 1.467 | 3.972 | 85 | 183 | 5.707 |
davon männlich | 3.494 | 12.182 | 548 | 587 | 16.811 |
davon divers | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
davon keine Angaben | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Arbeitnehmer:innen mit befristeten Arbeitsverträgen2 | 446 | 569 | 6 | 18 | 1.039 |
davon weiblich | 132 | 152 | 2 | 7 | 293 |
davon männlich | 314 | 417 | 4 | 11 | 746 |
davon divers | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
davon keine Angaben | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Beschäftigungsverhältnis | | | | | |
Vollzeitkräfte3 | 4.924 | 16.186 | 612 | 769 | 22.491 |
davon weiblich | 1.222 | 3.967 | 84 | 177 | 5.450 |
davon männlich | 3.702 | 12.219 | 528 | 592 | 17.041 |
davon divers | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
davon keine Angaben | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Teilzeitkräfte | 483 | 537 | 27 | 19 | 1.066 |
davon weiblich | 377 | 157 | 3 | 13 | 550 |
davon männlich | 106 | 380 | 24 | 6 | 516 |
davon divers | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
davon keine Angaben | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Abrufkräfte | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen, die das Unternehmen verlassen haben, und Quote der Arbeitnehmerfluktuation1, 2 |
[S1-6.50c] [MDR-M.77c] [Freiwillig] |
Personenzahl |
| 2025 |
| Österreich | Übriges Europa | Mittlerer Osten und Afrika | Rest der Welt | GESAMT |
Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen, die das Unternehmen verlassen haben | 306 | 2.063 | 163 | 135 | 2.667 |
Quote der Arbeitnehmerfluktuation | 5,7% | 13,2% | 31,5% | 17,6% | 12,0% |
Freiwillig ausgeschiedene Arbeitnehmer:innen | 47 | 62 | 10 | 24 | 143 |
Quote der Arbeitnehmerfluktuation – freiwillig ausgeschiedene Arbeitnehmer:innen | 0,9% | 0,4% | 1,9% | 3,1% | 0,6% |
| | | | | |
Zahl der ausgeschiedenen Arbeitnehmer:innen nach Geschlecht | | | | | |
Weiblich | 102 | 500 | 12 | 43 | 657 |
Männlich | 204 | 1.563 | 151 | 92 | 2.010 |
Divers | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Keine Angaben | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Zahl der ausgeschiedenen Arbeitnehmer:innen nach Altersgruppe | | | | | |
Unter 30 Jahren | 44 | 222 | 4 | 24 | 294 |
30 bis 50 Jahre | 140 | 376 | 116 | 80 | 712 |
Über 50 Jahre | 122 | 1.465 | 43 | 31 | 1.661 |
Quote der Arbeitnehmerfluktuation nach Geschlecht | | | | | |
Weiblich | 1,9% | 3,2% | 2,3% | 5,6% | 2,9% |
Männlich | 3,8% | 10,0% | 29,2% | 12,0% | 9,0% |
Divers | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Keine Angaben | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Quote der Arbeitnehmerfluktuation nach Altersgruppe | | | | | |
Unter 30 Jahren | 0,8% | 1,4% | 0,8% | 3,1% | 1,3% |
30 bis 50 Jahre | 2,6% | 2,4% | 22,4% | 10,4% | 3,2% |
Über 50 Jahre | 2,3% | 9,3% | 8,3% | 4,0% | 7,4% |
Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen, die das Unternehmen verlassen haben, und Quote der Arbeitnehmerfluktuation1 |
[S1-6.50c] [MDR-M.77c] [Freiwillig] |
Personenzahl |
| 2024 |
| Österreich | Übriges Europa | Mittlerer Osten und Afrika | Rest der Welt | GESAMT |
Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen, die das Unternehmen verlassen haben | 276 | 1.071 | 76 | 128 | 1.551 |
Quote der Arbeitnehmerfluktuation | 5,1% | 6,4% | 11,9% | 16,2% | 6,6% |
Freiwillig ausgeschiedene Arbeitnehmer:innen | 106 | 173 | 38 | 57 | 374 |
Quote der Arbeitnehmerfluktuation - freiwillig ausgeschiedene Arbeitnehmer:innen | 2,0% | 1,0% | 6,0% | 7,2% | 1,6% |
| | | | | |
Zahl der ausgeschiedenen Arbeitnehmer:innen nach Geschlecht | | | | | |
Weiblich | 90 | 296 | 11 | 30 | 427 |
Männlich | 186 | 775 | 65 | 98 | 1.124 |
Divers | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Keine Angaben | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Zahl der ausgeschiedenen Arbeitnehmer:innen nach Altersgruppe | | | | | |
Unter 30 Jahren | 39 | 201 | 0 | 19 | 259 |
30 bis 50 Jahre | 144 | 311 | 60 | 79 | 594 |
Über 50 Jahre | 93 | 559 | 16 | 30 | 698 |
Quote der Arbeitnehmerfluktuation nach Geschlecht | | | | | |
Weiblich | 5,6% | 7,2% | 12,6% | 15,8% | 7,1% |
Männlich | 4,9% | 6,2% | 11,8% | 16,4% | 6,4% |
Divers | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Keine Angaben | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Quote der Arbeitnehmerfluktuation nach Altersgruppe | | | | | |
Unter 30 Jahren | 6,3% | 16,9% | 0,0% | 32,2% | 13,8% |
30 bis 50 Jahre | 4,2% | 4,3% | 11,6% | 15,9% | 5,1% |
Über 50 Jahre | 7,1% | 6,7% | 13,5% | 12,9% | 7,0% |
Neueinstellungen nach Region, Geschlecht, Alter und Karrierestufe |
[MDR-M.77c] [Freiwillig] |
| 2025 |
| Österreich | Übriges Europa | Mittlerer Osten und Afrika | Rest der Welt | Gesamt |
| Personen- zahl | % | Personen- zahl | % | Personen- zahl | % | Personen- zahl | % | Personen- zahl | % |
Gesamt nach Region | 242 | 14,4 | 1.037 | 61,8 | 284 | 16,9 | 115 | 6,9 | 1.678 | 100,0 |
| | | | | | | | | | |
Geschlecht | | | | | | | | | | |
Männlich | 188 | 77,7 | 737 | 71,1 | 255 | 89,8 | 92 | 80,0 | 1.272 | 75,8 |
Weiblich | 54 | 22,3 | 300 | 28,9 | 29 | 10,2 | 23 | 20,0 | 406 | 24,2 |
Divers | 0 | 0,00 | 0 | 0,00 | 0 | 0,00 | 0 | 0,00 | 0 | 0,00 |
Keine Angaben | 0 | 0,00 | 0 | 0,00 | 0 | 0,00 | 0 | 0,00 | 0 | 0,00 |
Gesamt | 242 | 100,0 | 1.037 | 100,0 | 284 | 100,0 | 115 | 100,0 | 1.678 | 100,0 |
| | | | | | | | | | |
Alter | | | | | | | | | | |
Unter 30 Jahren | 110 | 45,5 | 352 | 33,9 | 15 | 5,3 | 46 | 40,0 | 523 | 31,2 |
30 bis 50 Jahre | 114 | 47,1 | 440 | 42,4 | 223 | 78,5 | 60 | 52,2 | 837 | 49,9 |
Über 50 Jahre | 18 | 7,4 | 245 | 23,6 | 46 | 16,2 | 9 | 7,8 | 318 | 19,0 |
Gesamt | 242 | 100,0 | 1.037 | 100,0 | 284 | 100,0 | 115 | 100,0 | 1.678 | 100,0 |
| | | | | | | | | | |
Stufe | | | | | | | | | | |
Oberste Führungsebene1 | 1 | 0,4 | 2 | 0,2 | 0 | 0,0 | 0 | 0,0 | 3 | 0,2 |
Advanced Level | 13 | 5,4 | 14 | 1,4 | 0 | 0,0 | 1 | 0,9 | 28 | 1,7 |
Core Level | 23 | 9,5 | 110 | 10,6 | 1 | 0,4 | 11 | 9,6 | 145 | 8,6 |
Primary Level | 27 | 11,2 | 177 | 17,1 | 11 | 3,9 | 9 | 7,8 | 224 | 13,4 |
Entry Level | 170 | 70,3 | 591 | 57,0 | 272 | 95,8 | 65 | 56,5 | 1.098 | 65,4 |
Nicht klassifiziert | 8 | 3,3 | 143 | 13,8 | 0 | 0,0 | 29 | 25,2 | 180 | 10,7 |
Gesamt | 242 | 100,0 | 1.037 | 100,0 | 284 | 100,0 | 115 | 100,0 | 1.678 | 100,0 |
Neueinstellungen nach Region, Geschlecht, Alter und Karrierestufe |
[MDR-M.77c] [Freiwillig] |
| 2024 |
| Österreich | Übriges Europa | Mittlerer Osten und Afrika | Rest der Welt | Gesamt |
| Personen- zahl | % | Personen- zahl | % | Personen- zahl | % | Personen- zahl | % | Personen- zahl | % |
Gesamt nach Region | 444 | 9,7 | 3.973 | 86,8 | 20 | 0,4 | 143 | 3,1 | 4.580 | 100,0 |
| | | | | | | | | | |
Geschlecht | | | | | | | | | | |
Männlich | 312 | 70,3 | 3.376 | 85,0 | 16 | 80,0 | 104 | 72,7 | 3.808 | 83,1 |
Weiblich | 132 | 29,7 | 597 | 15,02 | 4 | 20,0 | 39 | 27,3 | 772 | 16,9 |
Divers | 0 | 0,00 | 0 | 0,00 | 0 | 0,00 | 0 | 0,00 | 0 | 0,00 |
Keine Angaben | 0 | 0,00 | 0 | 0,00 | 0 | 0,00 | 0 | 0,00 | 0 | 0,00 |
Gesamt | 444 | 100,0 | 3.973 | 100,0 | 20 | 100,0 | 143 | 100,0 | 4.580 | 100,0 |
| | | | | | | | | | |
Alter | | | | | | | | | | |
Unter 30 Jahren | 145 | 32,7 | 2.433 | 61,2 | 0 | 0,0 | 31 | 21,7 | 2.609 | 57,0 |
30 bis 50 Jahre | 270 | 60,8 | 1.486 | 37,4 | 20 | 100,0 | 99 | 69,2 | 1.875 | 40,9 |
Über 50 Jahre | 29 | 6,5 | 54 | 1,4 | 0 | 0,0 | 13 | 9,1 | 96 | 2,1 |
Gesamt | 444 | 100,0 | 3.973 | 100,0 | 20 | 100,0 | 143 | 100,0 | 4.580 | 100,0 |
| | | | | | | | | | |
Stufe | | | | | | | | | | |
Oberste Führungsebene1 | 3 | 0,7 | 0 | 0,0 | 0 | 0,0 | 0 | 0,0 | 3 | 0,1 |
Advanced Level | 15 | 3,4 | 22 | 0,6 | 0 | 0,0 | 1 | 0,7 | 38 | 0,8 |
Core Level | 107 | 24,1 | 182 | 4,6 | 1 | 5,0 | 20 | 14,0 | 310 | 6,8 |
Primary Level | 129 | 29,1 | 291 | 7,3 | 7 | 35,0 | 27 | 18,9 | 454 | 9,9 |
Entry Level | 172 | 38,7 | 3.265 | 82,2 | 11 | 55,0 | 78 | 54,6 | 3.526 | 77,0 |
Nicht klassifiziert | 18 | 4,1 | 213 | 5,4 | 1 | 5,0 | 17 | 11,9 | 249 | 5,4 |
Gesamt | 444 | 100,0 | 3.973 | 100,0 | 20 | 100,0 | 143 | 100,0 | 4.580 | 100,0 |
S1-7 Merkmale der Fremdarbeitskräfte in der Belegschaft von OMV
Fremdarbeitskräfte des Unternehmens |
[S1-7.55a] [MDR-M.77c] |
Anzahl1 |
| 31. Dezember 2025 | 31. Dezember 2024 |
Gesamtzahl der Fremdarbeitskräfte unter den Arbeitskräften des Unternehmens | 91 | 182 |
S1-8 Tarifvertragliche Abdeckung und sozialer Dialog
[S1-8.60a, 60b] 91% (2024: 92%) unserer gesamten Arbeitnehmer:innen sind durch Tarifverträge abgedeckt. Im EWR haben wir mehr als einen Tarifvertrag.
[S1-8.63b] OMV schloss im Jahr 2013 mit der Arbeitnehmervertretung eine Vereinbarung über die Einsetzung eines Europäischen Betriebsrats und verlängerte diese im Jahr 2021. Der Europäische Betriebsrat und sein Lenkungsausschuss treten regelmäßig zusammen. Vertreter:innen des Managements, einschließlich der Mitglieder des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft, nehmen auf Einladung des Europäischen Betriebsrats an diesen Sitzungen teil.
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zu tarifvertraglicher Abdeckung und sozialem Dialog finden Sie im >Anhang: S1-8 Tarifvertragliche Abdeckung und sozialer Dialog – Kennzahlendefinitionen und Methoden.
Tarifvertragliche Abdeckung und sozialer Dialog |
[S1-8.60a, 60b, 60c] [S1-8.63a, 63b] [S1 AR 70] [MDR-M.77c] |
| Tarifvertragliche Abdeckung | Sozialer Dialog |
Abdeckungs-quote | Arbeitnehmer:innen – nur EWR (für Länder mit >50 Arbeitnehmer:innen, die >10% der Gesamtzahl ausmachen) | Arbeitnehmer:innen – Nicht-EWR-Länder (Schätzung für Regionen mit >50 Arbeitnehmer:innen, die >10% der Gesamtzahl ausmachen) | Vertretung am Arbeitsplatz – nur EWR (für Länder mit >50 Arbeitnehmer:innen, die >10% der Gesamtzahl ausmachen) |
| 31. Dezember 2025 | 31. Dezember 2024 | 31. Dezember 2025 | 31. Dezember 2024 | 31. Dezember 2025 | 31. Dezember 2024 |
0–19% | | | Übriges Europa (0,1%) | Übriges Europa (0,13%); Rest der Welt (19%) | | |
20–39% | | | Rest der Welt (20%) | | | |
40–59% | | | Mittlerer Osten und Afrika (52%) | | | |
60–79% | | | | | | Rumänien (79,4%) |
80–100% | Österreich (100%), Rumänien (100%) | Österreich (100%), Rumänien (100%) | | Mittlerer Osten und Afrika (80%) | Österreich (99%), Rumänien (82%) | Österreich (99%) |
S1-9 Diversitätskennzahlen
Diversitätskennzahlen3 |
[S1-9.66a, 66b] [MDR-M.77c] [Unternehmensspezifisch] [Freiwillig] |
| 31. Dezember 2025 |
| Altersgruppe | Geschlecht | Gesamt |
| Unter 30 Jahren | 30 bis 50 Jahre | Über 50 Jahre | Weiblich | Männlich | Divers | Keine Angaben | |
OMV Vorstand1 | | | | | | | | |
Personenzahl | 0 | 0 | 4 | 0 | 4 | 0 | 0 | 4 |
% | 0,0 | 0,0 | 100,0 | 0,0 | 100,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Oberste Führungsebene (Executives)4 | | | | | | | | |
Personenzahl | 0 | 15 | 34 | 7 | 42 | 0 | 0 | 49 |
% | 0,0 | 30,6 | 69,4 | 14,3 | 85,7 | 0,0 | 0,0 | 0,2 |
Advanced Level1 | | | | | | | | |
Personenzahl | 0 | 495 | 404 | 219 | 680 | 0 | 0 | 899 |
% | 0,0 | 55,1 | 44,9 | 24,4 | 75,6 | 0,0 | 0,0 | 4,0 |
Senior-Management (Executives2 und Advanced Level) | | | | | | | | |
Personenzahl | 0 | 510 | 438 | 226 | 722 | 0 | 0 | 948 |
% | 0,0 | 53,8 | 46,2 | 23,8 | 76,2 | 0,0 | 0,0 | 4,3 |
Junior Management2, 5 | | | | | | | | |
Personenzahl | 16 | 867 | 506 | 357 | 1.032 | 0 | 0 | 1.389 |
% | 1,2 | 62,4 | 36,4 | 25,7 | 74,3 | 0,0 | 0,0 | 6,2 |
Gesamtes Management (Senior Management und Junior Management)2, 6 | | | | | | | | |
Personenzahl | 16 | 1.377 | 944 | 583 | 1.754 | 0 | 0 | 2.337 |
% | 0,7 | 58,9 | 40,4 | 25,0 | 75,1 | 0,0 | 0,0 | 10,5 |
Managementpositionen in umsatzgenerierenden Funktionen2 | | | | | | | | |
Personenzahl | 15 | 981 | 698 | 339 | 1.355 | 0 | 0 | 1.694 |
% | 0,9 | 57,9 | 41,2 | 20,0 | 80,0 | 0,0 | 0,0 | 0,8 |
Arbeitnehmer:innen in MINT-Positionen2, 7 | | | | | | | | |
Personenzahl | 790 | 4.346 | 3.093 | 1.503 | 6.726 | 0 | 0 | 8.229 |
% | 9,6 | 52,8 | 37,6 | 18,3 | 81,7 | 0,0 | 0,0 | 36,9 |
Gesamt | | | | | | | | |
Personenzahl | 1.792 | 11.141 | 9.382 | 5.742 | 16.573 | 0 | 0 | 22.315 |
% | 8,0 | 49,9 | 42,0 | 25,7 | 74,3 | 0,0 | 0,0 | 100,0 |
Diversitätskennzahlen1, 3 |
[S1-9.66a, 66b] [Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77c] |
| 31. Dezember 2024 |
| Altersgruppe | Geschlecht | Gesamt |
| Unter 30 Jahren | 30 bis 50 Jahre | Über 50 Jahre | Weiblich | Männlich | Divers | Keine Angaben | |
OMV Vorstand | | | | | | | | |
Personenzahl | 0 | 1 | 4 | 1 | 4 | 0 | 0 | 5 |
% | 0,0 | 20,0 | 80,0 | 20,0 | 80,0 | 0,0 | 0,0 | 100,0 |
Oberste Führungsebene (Executives)2 | | | | | | | | |
Personenzahl | 0 | 17 | 30 | 8 | 39 | 0 | 0 | 47 |
% | 0,0 | 36,2 | 63,8 | 17,0 | 83,0 | 0,0 | 0,0 | 100,0 |
Advanced Level | | | | | | | | |
Personenzahl | 0 | 505 | 376 | 212 | 669 | 0 | 0 | 881 |
% | 0,0 | 57,3 | 42,7 | 24,1 | 75,9 | 0,0 | 0,0 | 100,0 |
Gesamt3 | | | | | | | | |
Personenzahl | 1.877 | 11.677 | 10.003 | 6.000 | 17.557 | 0 | 0 | 23.557 |
% | 8,0 | 49,6 | 42,5 | 25,5 | 74,5 | 0,0 | 0,0 | 100,0 |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zur Diversität finden Sie im >Anhang: S1-9 Diversitätskennzahlen – Kennzahlendefinitionen und Methoden.
S1-10 Angemessene Entlohnung
[S1-10.69] 100% der Arbeitnehmer:innen des OMV Konzerns erhalten eine angemessene Entlohnung, die den geltenden Benchmarks entspricht. Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zu angemessener Entlohnung finden Sie im >Anhang: S1-10 Angemessene Entlohnung – Kennzahlendefinitionen und Methoden. Weitere Details zu unseren Richtlinien siehe >ESRS -2 Übergeordnete Konzepte und S1-1 Konzepte im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens.
S1-11 Soziale Absicherung
[S1-11.74] Alle unsere Arbeitnehmer:innen sind gegen Einkommensverluste aufgrund bedeutender Lebensereignisse sozial abgesichert, mit Ausnahme der in dieser Tabelle aufgeführten Kategorien von Arbeitnehmer:innen und Lebensereignissen in den jeweiligen Ländern:
Kennzahlen zur sozialen Absicherung |
[S1-11.75] [MDR-M.77c] |
| 2025 | 2024 |
| Neuseeland | Großbritannien | Neuseeland | Großbritannien | Jemen2 |
Krankheit | Angestellte | ● | ● | ● | ● | |
Arbeiter:innen | ● | | ● | | |
Executives | ● | | ● | | |
Arbeitslosigkeit1 | Angestellte | ● | | ● | | ● |
Arbeiter:innen | ● | | ● | | ● |
Executives | ● | | ● | | ● |
Arbeitsunfälle und Erwerbsunfähigkeit | Angestellte | | ● | | ● | |
Arbeiter:innen | | | | | |
Executives | | | | | |
Elternzeit | Angestellte | | ● | | ● | ● |
Arbeiter:innen | | | | | ● |
Executives | | | | | ● |
Ruhestand | Angestellte | | ● | | ● | |
Arbeiter:innen | | | | | |
Executives | | | | | |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zur sozialen Absicherung finden Sie im >Anhang: S1-11 Soziale Absicherung – Kennzahlendefinitionen und Methoden.
S1-12 Menschen mit Behinderungen
[S1-12.77] [S1-12.79] [S1-12.AR 76] [MDR-M.77c] Weltweit sind 0,8% (2024: 0,7%) der Arbeitnehmer:innen des OMV Konzerns Menschen mit Behinderungen. Die Zahl der Arbeitnehmer:innen mit Behinderung wird für jedes Land gemäß den Bestimmungen der lokalen Gesetze angegeben. Die für das Jahr 2024 gemeldeten Zahlen bilden ein Basisjahr, auf dessen Grundlage die Länder eine Steigerung dieser Zahlen anstreben können. Die rechtlichen Einheiten des OMV Konzerns in Österreich streben an, ihren relativen Referenzwert (0,9%) an Arbeitnehmer:innen mit Behinderung bis 2030 um 1% zu erhöhen. Im Jahr 2025 beschäftigten die rechtlichen Einheiten des OMV Konzerns in Österreich 1,3% (2024: 0,9%) Arbeitnehmer:innen mit Behinderung. Außerdem messen wir mit dem Pulse Check, wie die Arbeitnehmer:innen den Arbeitsplatz erleben. Beim letzten Pulse Check im Jahr 2024 erhielten wir zu diesem Schwerpunktbereich eine positive Rückmeldung. Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zu Menschen mit Behinderungen finden Sie im >Anhang: S1-12 Menschen mit Behinderungen – Kennzahlendefinitionen und Methoden.
S1-13 Kennzahlen für Weiterbildung und Kompetenzentwicklung
Kennzahlen für Weiterbildung und Kompetenzentwicklung |
[S1-13.83a, 83b, AR 77] [S1-13 AR 77b] [S1-13.84] [MDR-M.77c] [Unternehmensspezifisch] [Freiwillig] |
Personenzahl |
| 2025 |
| Weiblich | Männlich | Divers | Keine Angaben | Gesamt |
Kennzahlen zu Leistungs- und Laufbahnbeurteilungen | | | | | |
Prozentsatz der Arbeitnehmer:innen, die an regelmäßigen Leistungs- und Laufbahnbeurteilungen teilgenommen haben3 | 79,7 | 53,0 | 0,0 | 0,0 | 60,0 |
Schulungskennzahlen4 | | | | | |
Gesamtzahl der Schulungsstunden für alle Arbeitnehmer:innen1 | 135.687 | 400.196 | 0 | 0 | 535.883 |
Durchschnittliche Zahl der Schulungsstunden pro Arbeitnehmer:in | 24 | 25 | 0 | 0 | 24 |
Anzahl der Arbeitnehmer:innen, die im vergangenen Jahr in Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltstandards geschult wurden1 | 4.675 | 15.295 | 0 | 0 | 19.970 |
Durchschnittliche Stundenanzahl von Gesundheits-, Sicherheits- und Notfallschulungen für Arbeitnehmer:innen1 | 7 | 10 | 0 | 0 | 9 |
Durchschnittliche Zahl der Schulungsstunden nach Beschäftigungsart | | | | | |
Oberste Führungsebene (Executives) | 30 | 17 | 0 | 0 | 19 |
Advanced Level | 25 | 20 | 0 | 0 | 22 |
Core Level | 25 | 23 | 0 | 0 | 24 |
Primary Level | 26 | 27 | 0 | 0 | 27 |
Entry Level | 21 | 25 | 0 | 0 | 24 |
Nicht klassifiziert | 18 | 14 | 0 | 0 | 15 |
Anzahl der Schulungsteilnehmer:innen1 | 6.065 | 17.278 | 0 | 0 | 23.343 |
Prozentsatz der zu Diskriminierung und Belästigung geschulten Arbeitnehmer:innen2 | 21,0 | 18,0 | 0,0 | 0,0 | 19,0 |
Schulungsausgaben (EUR)1 | 1.882.673 | 5.342.377 | 0 | 0 | 7.225.050 |
Kennzahlen für Weiterbildung und Kompetenzentwicklung |
[S1-13.83a, 83b, AR 77] [S1-13 AR 77b] [S1-13.84] [MDR-M.77c] [Unternehmensspezifisch] [Freiwillig] |
Personenzahl |
| 2024 |
| Weiblich | Männlich | Divers | Keine Angaben | Gesamt |
Kennzahlen zu Leistungs- und Laufbahnbeurteilungen | | | | | |
Prozentsatz der Arbeitnehmer:innen, die an regelmäßigen Leistungs- und Laufbahnbeurteilungen teilgenommen haben1 | 82,0 | 64,1 | 0,0 | 0,0 | 69,1 |
Kennzahlen zu Schulungen | | | | | |
Gesamtzahl der Schulungsstunden für alle Arbeitnehmer:innen2 | 158.778 | 375.064 | 0 | 0 | 533.842 |
Durchschnittliche Zahl der Schulungsstunden pro Arbeitnehmer:in2 | 27 | 22 | 0 | 0 | 23 |
Anzahl der Arbeitnehmer:innen, die im Berichtsjahr in Gesundheits- und Sicherheitsstandards geschult wurden2 | 4.502 | 12.949 | 0 | 0 | 17.451 |
Durchschnittliche Stundenanzahl von Gesundheits-, Sicherheits- und Notfallschulungen für Arbeitnehmer:innen2 | 7 | 9 | 0 | 0 | 8 |
Durchschnittliche Zahl der Schulungsstunden nach Beschäftigungsart2 | | | | | |
Oberste Führungsebene (Executives) | 60 | 49 | 0 | 0 | 51 |
Advanced Level | 41 | 28 | 0 | 0 | 31 |
Core Level | 33 | 26 | 0 | 0 | 28 |
Primary Level | 31 | 29 | 0 | 0 | 30 |
Entry Level | 20 | 18 | 0 | 0 | 18 |
Nicht klassifiziert | 15 | 17 | 0 | 0 | 17 |
Anzahl der Schulungsteilnehmer:innen2 | 5.737 | 15.011 | 0 | 0 | 20.748 |
Prozentsatz der zu Diskriminierung und Belästigung geschulten Arbeitnehmer:innen2 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Schulungsausgaben (EUR)2 | 3.397.045 | 7.830.491 | 0 | 0 | 11.227.536 |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zu Weiterbildung und Kompetenzentwicklung finden Sie im >Anhang: S1-13 Weiterbildung und Kompetenzentwicklung – Kennzahlendefinitionen und Methoden.
S1-14 Kennzahlen für Gesundheitsschutz und Sicherheit
Kennzahlen für Gesundheitsschutz und Sicherheit4 |
[S1-14.88a, 88b, 88c] [S1-14.89] [MDR-M.77c] [Unternehmensspezifisch] [Freiwillig] |
| | 2025 | 2024 |
Personen unter den Arbeitskräften des Unternehmens, die auf der Grundlage gesetzlicher Anforderungen und/oder anerkannter Normen oder Leitlinien vom Managementsystem für Gesundheit und Sicherheit des Unternehmens abgedeckt sind (Arbeitnehmer:innen) | % | 100 | 100 |
Personen unter den Arbeitskräften des Unternehmens, die auf der Grundlage gesetzlicher Anforderungen und/oder anerkannter Normen oder Leitlinien vom Managementsystem für Gesundheit und Sicherheit des Unternehmens abgedeckt sind (Fremdarbeitskräfte) | % | 100 | 100 |
Arbeitssicherheit – Arbeitnehmer:innen | | | |
Anzahl der gearbeiteten Stunden1 | 1.000 Stunden | 40.025 | 36.976 |
Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen zurückzuführen sind | Anzahl | 0 | 0 |
davon Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Verletzungen zurückzuführen sind | Anzahl | 0 | 0 |
davon Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Erkrankungen zurückzuführen sind | Anzahl | 0 | 0 |
Häufigkeit tödlicher Arbeitsunfälle1 | pro 100 Mio Arbeitsstunden | 0,00 | 0,00 |
Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injuries) | Anzahl | 61 | 52 |
Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) | pro 1 Mio Arbeitsstunden | 1,57 | 1,41 |
Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit (Lost-Time Injury Rate; LTIR)1 | pro 1 Mio Arbeitsstunden | 1,00 | 1,05 |
Schwere der Unfälle mit Ausfallzeit1 | Durchschnittliche Anzahl von LWDs pro LWDI | 32,30 | 29,23 |
Arbeitssicherheit – Fremdarbeitskräfte | | | |
Anzahl der gearbeiteten Stunden1 | 1.000 Stunden | 292 | 0 |
Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen zurückzuführen sind | Anzahl | 0 | 0 |
davon Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Verletzungen zurückzuführen sind | Anzahl | 0 | 0 |
davon Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Erkrankungen zurückzuführen sind | Anzahl | 0 | 0 |
Häufigkeit tödlicher Arbeitsunfälle1 | pro 100 Mio Arbeitsstunden | 0,00 | 0,00 |
Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injuries) | Anzahl | 2 | 0 |
Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) | pro 1 Mio Arbeitsstunden | 6,84 | 0,00 |
Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit (Lost-Time Injury Rate; LTIR)1 | pro 1 Mio Arbeitsstunden | 0,00 | 0,00 |
Schwere der Unfälle mit Ausfallzeit1 | Durchschnittliche Anzahl von LWDs pro LWDI | 0,00 | 0,00 |
Arbeitssicherheit – andere Arbeitskräfte an OMV Standorten | | | |
Anzahl der gearbeiteten Stunden1 | 1.000 Stunden | 67.216 | 72.562 |
Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen zurückzuführen sind | Anzahl | 1 | 0 |
davon Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Verletzungen zurückzuführen sind | Anzahl | 1 | 0 |
davon Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Erkrankungen zurückzuführen sind | Anzahl | 0 | 0 |
Häufigkeit tödlicher Arbeitsunfälle1 | pro 100 Mio Arbeitsstunden | 1,49 | 0,00 |
Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injuries)1 | Anzahl | 85 | 94 |
Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR)1 | pro 1 Mio Arbeitsstunden | 1,26 | 1,30 |
Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit (Lost-Time Injury Rate; LTIR)1 | pro 1 Mio Arbeitsstunden | 0,67 | 0,87 |
Schwere der Unfälle mit Ausfallzeit1 | Durchschnittliche Anzahl von LWDs pro LWDI | 33,42 | 38,383 |
Arbeitssicherheit - Arbeitnehmer:innen und andere Arbeitskräfte an OMV Standorten2 | | | |
Anzahl der gearbeiteten Stunden1 | 1.000 Stunden | 107.240 | 109.540 |
Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen zurückzuführen sind | Anzahl | 1 | 0 |
davon Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Verletzungen zurückzuführen sind | Anzahl | 1 | 0 |
davon Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Erkrankungen zurückzuführen sind | Anzahl | 0 | 0 |
Häufigkeit tödlicher Arbeitsunfälle | pro 100 Mio Arbeitsstunden | 0,93 | 0,00 |
Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injuries) | Anzahl | 148 | 146 |
Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) | pro 1 Mio Arbeitsstunden | 1,38 | 1,33 |
Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit (Lost-Time Injury Rate; LTIR) | pro 1 Mio Arbeitsstunden | 0,79 | 0,93 |
Schwere der Unfälle mit Ausfallzeit | Durchschnittliche Anzahl von LWDs pro LWDI | 32,89 | 36,673 |
Weitere Kennzahlen für Gesundheitsschutz und Sicherheit2 |
[S1-14.90] [MDR-M.77c] [Unternehmensspezifisch] [Freiwillig] |
| | 2025 | 2024 |
Standorte nach ISO 45001 zertifiziert2 | % | 38,0 | 42,0 |
Durch diese Zertifizierung abgedeckte Arbeitnehmer:innen von OMV | % | 35,0 | 31,0 |
Von OMV Corporate Health auditierte Kliniken1 | Anzahl | 14 | 10 |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zu Gesundheitsschutz und Sicherheit finden Sie im >Anhang: S1-14 Kennzahlen für Gesundheitschutz und Sicherheit – Kennzahlendefinitionen und Methoden.
S1-15 Kennzahlen für die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben
Prozentsatz der Arbeitnehmer:innen, die Anspruch auf eine Arbeitsfreistellung aus familiären Gründen haben, im Vergleich zu jenen, die sie in Anspruch genommen haben |
[S1-15.93a, 93b] [S1-15.94] [MDR-M.77c] |
In % |
| 2025 | 2024 |
Geschlecht | Anspruchsberechtigt | In Anspruch genommen | Anspruchsberechtigt | In Anspruch genommen |
Weiblich | 100,0 | 10,0 | 100,0 | 8,2 |
Männlich | 100,0 | 5,6 | 98,7 | 5,3 |
Divers | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Keine Angaben | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Gesamt | 100,0 | 6,7 | 99,0 | 6,1 |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben finden Sie im >Anhang: S1-15 Kennzahlen für die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben – Kennzahlendefinitionen und Methoden.
S1-16 – Vergütungskennzahlen (Verdienstunterschiede und Gesamtvergütung)
[S1-16.97a] Geschlechtsspezifisches Verdienstgefälle für alle Arbeitnehmer:innen: 1,5% (2024: 1,0%2,3). [MDR-M.77c] [S1-16.97b, 97c] Jährliche Gesamtvergütungsquote (Verhältnis der Vergütung des:der Generaldirektor:in zum Median der Vergütung aller Arbeitnehmer:innen): 73:1 (2024: 76:1). Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zu den Vergütungskennzahlen (Verdienstunterschiede und Gesamtvergütung) finden Sie im >Anhang: S1-16 Vergütungskennzahlen (Verdienstunterschiede und Gesamtvergütung) – Kennzahlendefinitionen und Methoden.
Geschlechtsspezifisches Verdienstgefälle1 |
[S1-16-98] [S1-16.97a] [MDR-M.77c] |
| Personenzahl per. 31 Dezember 2025 / Geschlechtsspezifisches Verdienstgefälle 2025 |
Land | Oberste Führungsebene | Advanced Level | Core Level | Primary Level | Entry Level | Nicht klassifiziert | Gesamt |
| Personen-zahl | Verdienst-gefälle zwischen Männern und Frauen (%) | Personen-zahl | Verdienst-gefälle zwischen Männern und Frauen (%) | Personen-zahl | Verdienst-gefälle zwischen Männern und Frauen (%) | Personen-zahl | Verdienst-gefälle zwischen Männern und Frauen (%) | Personen-zahl | Verdienst-gefälle zwischen Männern und Frauen (%) | Personen-zahl | Verdienst-gefälle zwischen Männern und Frauen (%) | Personen-zahl | Verdienst-gefälle zwischen Männern und Frauen (%) |
Österreich | 39 | 11,5 | 453 | 9,3 | 1.389 | 5,5 | 1.559 | 10,8 | 1.752 | 7,6 | 69 | -1,5 | 5.261 | 8,1 |
Belgien | 0 | n.a. | 72 | 12,5 | 237 | 4,3 | 325 | 9,3 | 586 | 0,3 | 30 | -7,2 | 1.250 | -3,9 |
Deutschland | 2 | n.a. | 31 | 6,2 | 152 | 1,2 | 222 | 20,7 | 261 | -42,7 | 240 | 29,1 | 908 | 13,0 |
Finnland | 0 | n.a. | 27 | -10,4 | 163 | 2,8 | 225 | -1,8 | 500 | 3,3 | 25 | -3,5 | 940 | -7,7 |
Rumänien | 6 | n.a. | 146 | 16,3 | 953 | 19,6 | 2.100 | 10,2 | 6.894 | -1,2 | 135 | 20,6 | 10.234 | -15,6 |
Schweden | 0 | n.a. | 31 | 13,7 | 138 | 4,5 | 269 | 1,9 | 585 | 5,2 | 0 | n.a. | 1.023 | 2,0 |
Gesamt alle Länder OMV Konzern | 22.136 | 1,5 |
Geschlechtsspezifisches Verdienstgefälle1 |
[S1-16-98] [S1-16.97a] [MDR-M.77c] |
| Personenzahl per Dezember 31. 2024 / Geschlechtsspezifisches Verdienstgefälle 2024 |
Land | Oberste Führungsebene | Advanced Level | Primary Level | Core Level | Entry Level | Nicht klassifiziert | Gesamt |
| Personen-zahl | Verdienst-gefälle zwischen Männern und Frauen (%) | Personen-zahl | Verdienst-gefälle zwischen Männern und Frauen (%) | Personen-zahl | Verdienst-gefälle zwischen Männern und Frauen (%) | Personen-zahl | Verdienst-gefälle zwischen Männern und Frauen (%) | Personen-zahl | Verdienst-gefälle zwischen Männern und Frauen (%) | Personen-zahl | Verdienst-gefälle zwischen Männern und Frauen (%) | Personen-zahl | Verdienst-gefälle zwischen Männern und Frauen (%) |
Österreich | 40 | 13,5 | 472 | 12,5 | 1.625 | 8,9 | 1.401 | 7,0 | 1.774 | 5,0 | 62 | 24,5 | 5.374 | 9,8 |
Belgien | n.a. | n.a. | 79 | 19,1 | 333 | 8,0 | 241 | 3,1 | 583 | 0,6 | 29 | 5,1 | 1.265 | -2,5 |
Deutschland | 2 | n.a. | 30 | 19,1 | 222 | 23,4 | 152 | 3,5 | 264 | -52,4 | 235 | 5,4 | 905 | 17,0 |
Finnland | n.a. | n.a. | 31 | -11,6 | 224 | -1,0 | 155 | 0,8 | 507 | 2,8 | 26 | -7,0 | 943 | -8,4 |
Rumänien2 | 5 | n.a. | 109 | 13,4 | 2.244 | 8,6 | 857 | 5,9 | 7.905 | 0,6 | 124 | 20,1 | 11.244 | -16,8 |
Schweden | n.a. | n.a. | 30 | 12,5 | 255 | 2,4 | 128 | 3,9 | 573 | 5,5 | n.a. | n.a. | 986 | 1,9 |
Gesamt alle Länder3 | 23.296 | 1,0 |
1Mit Ausnahme der OMV Vorstandsmitglieder
n.a. Aus Datenschutzgründen wird das Verdienstgefälle nicht angegeben, wenn die Zielgruppe nach Karrierestufe zu klein ist.
Die Grundgehälter sind marktgerecht und fair und auf die Position und Expertise der Arbeitnehmer:innen zugeschnitten. OMV fördert gleiche Bezahlung in allen Karrierestufen, zum Beispiel durch die Festlegung standardisierter Einstiegsgehälter, die jedes Jahr entsprechend der lokalen Marktsituation überprüft werden.
S1-17 Vorfälle, Beschwerden und schwerwiegende Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten
Vorfälle, Beschwerden und schwerwiegende Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten |
[S1-17-103a, 103b, 103c] [S1-17.104] [S1-17-104a, 104b] [S1-17 AR 106] [MDR-M.77c] [Freiwillig] |
| | 2025 | 2024 |
ESRS Kennzahlen | | | |
Zahl der Beschwerden, die über Kanäle eingereicht wurden, über die Arbeitskräfte des Unternehmens Bedenken äußern können1 | Anzahl | 83 | 27 |
Zahl der Fälle von Diskriminierung, einschließlich Belästigung | Anzahl | 43 | 31 |
Betrag der Geldbußen, Sanktionen und Schadenersatzzahlungen im Zusammenhang mit Fällen von Diskriminierung, einschließlich Belästigung, und eingereichten Beschwerden sowie ein Abgleich der angegebenen Geldbeträge mit dem aussagekräftigsten im Abschluss angegebenen Betrag | EUR Mio | 0 | 0 |
Schwerwiegende Menschenrechtsprobleme und -vorfälle im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens | Anzahl | 0 | 0 |
Davon schwerwiegende Vorfälle von Kinderarbeit | Anzahl | 0 | 0 |
Davon schwerwiegende Vorfälle von Zwangsarbeit | Anzahl | 0 | 0 |
Davon schwerwiegende Vorfälle in Bezug auf Menschenrechte, in denen das Unternehmen eine Rolle bei der Gewährleistung von Abhilfemaßnahmen für die Betroffenen übernommen hat | Anzahl | 0 | 0 |
Davon Fälle des Verstoßes gegen die UNGC-Grundsätze und gegen die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen | Anzahl | 0 | 0 |
Betrag der Geldbußen, Sanktionen und Schadenersatzzahlungen in Verbindung mit schwerwiegenden Vorfällen in Bezug auf Menschenrechte im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens | EUR Mio | 0 | 0 |
Beschwerden, die bei nationalen Kontaktstellen für multinationale Unternehmen der OECD eingebracht wurden | Anzahl | 0 | 0 |
Freiwillige Kennzahlen | | | |
Menschenrechtsbewertungen | | | |
Gesamtzahl der Betriebsstandorte, die in den letzten drei Jahren bewertet wurden | % | 100,0 | n.a. |
davon Fälle, in denen Auswirkungen auf die Menschenrechte oder Risiken identifiziert wurden | % | 9,5 | n.a. |
davon Fälle, in denen Maßnahmen zur Schadensminderung ergriffen wurden | % | 100,0 | n.a. |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zu Vorfällen, Beschwerden und schwerwiegenden Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten finden Sie im >Anhang: S1-17 Vorfälle, Beschwerden und schwerwiegende Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten – Kennzahlendefinitionen und Methoden.
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
Wesentliches Thema: S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
Wesentliche Unterthemen: Arbeitsbedingungen, Gleichbehandlung und Chancengleichheit sowie sonstige arbeitsbezogene Rechte (z. B. Kinderarbeit)Schutz der Grundrechte der Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette, einschließlich Arbeitnehmerrechten wie Vereinigungsfreiheit und Nichtdiskriminierung, bei gleichzeitiger Schaffung stabiler Arbeitsplätze und Gewährleistung sicherer Arbeitsbedingungen im Zusammenhang mit unseren GeschäftsaktivitätenRelevante SDGs:


SDG-Ziele:
Die wesentlichen Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette finden Sie im Abschnitt >SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell.
S2-1 Konzepte im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette
[MDR-P-65a] [S2-1.14] [S2-1.16] Für das Management der identifizierten wesentlichen Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten in der Wertschöpfungskette und unserer wesentlichen Risiken im Zusammenhang mit Rufschädigung aufgrund von Menschenrechtsverletzungen sowie dem Verlust qualifizierter Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette dienen unser Code of Conduct und unsere Menschenrechts-Grundsatzerklärung als übergreifende Dokumente, die unsere allgemeinen Verpflichtungen gegenüber den Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette darlegen. Die HSSE-Direktive und die konzernweite Beschaffungsrichtlinie umfassen spezifische Anforderungen an die von OMV beauftragten Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette. Dies gilt unter anderem für jene Arbeitskräfte, die ausgelagerte Dienstleistungen erbringen (z. B. Sicherheit, Catering), sowie für Lieferant:innen von Ausrüstung, die vertraglich vereinbarte regelmäßige Wartungsarbeiten an von OMV kontrollierten Standorten durchführen.
Code of Conduct
[MDR-P-65a-65f] In Bezug auf den Code of Conduct werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt. [S2-1.16] Unser Code of Conduct gilt gleichermaßen für alle Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette. [S2-1.18] Durch unseren Code of Conduct lehnen wir Zwangsarbeit, Sklaverei, Kinderarbeit und Menschenhandel strikt ab. Unsere Partner:innen in der Lieferkette müssen als Teil ihres Vertrags unseren Code of Conduct unterzeichnen und diesen Commitments zustimmen. OMV behält sich das Recht vor, die Vertragsbeziehungen mit Lieferant:innen zu kündigen, wenn Verstöße gegen unseren Code of Conduct festgestellt und nicht innerhalb eines angemessenen Zeitraums behoben werden.
Menschenrechts-Grundsatzerklärung
[MDR-P-65a-65f] In Bezug auf die Menschenrechts-Grundsatzerklärung werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
[S2‑1.16] Unsere Menschenrechts-Grundsatzerklärung gilt gleichermaßen für alle Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette. Die in der Menschenrechts-Grundsatzerklärung dargelegten spezifischen Commitments für Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette umfassen:
Gesundheit und Arbeitsschutz
[S2-1.17a] Das Commitment von OMV zur Achtung der Menschenrechte der Arbeitskräfte unseres Unternehmens und aller Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette gemäß den Kernarbeitsnormen und der Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization; ILO) über die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit sind im Abschnitt >S1-1 Konzepte im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens zu finden. Ein zentrales Menschenrecht ist das Recht auf einen gesunden und sicheren Arbeitsplatz. Daher haben wir uns insbesondere für die Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette verpflichtet, Standards einzuhalten, um ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld zu gewährleisten. Unser Sicherheitsmanagementsystem stützt sich auf die HSSE-Strategie des OMV Konzerns, die HSSE-Direktive und verschiedene Konzernvorschriften von OMV. Mit der Unterzeichnung unserer Allgemeinen Einkaufsbedingungen verpflichten sich Auftragnehmer:innen und Lieferant:innen, dieselben Menschenrechtsstandards einzuhalten, die auch in unserem Code of Conduct dargelegt sind. Wir bemühen uns um eine Zusammenarbeit mit Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen, die unsere Grundsätze achten, und verlangen von unseren Geschäftspartner:innen, diese Anforderungen sofern anwendbar auch an ihre eigenen Geschäftspartner:innen weiterzugeben. Auf diese Weise wollen wir starke Menschenrechtsgrundsätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette unterstützen.
Sorgfaltspflicht und Einbeziehung
[S2-1.17b] Im Einklang mit den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte umfasst unsere menschenrechtliche Sorgfaltspflicht die kontinuierliche Einbindung und Konsultation externer Interessenträger:innen, einschließlich jener, auf die unsere Geschäftstätigkeiten Auswirkungen haben. Wir sind bestrebt, die Perspektive der Rechteinhaber:innen einzunehmen und zu gewährleisten, dass neben den geschäftsbezogenen Risiken auch tatsächliche und potenzielle menschenrechtliche Auswirkungen professionell bewertet und entsprechend behandelt werden. OMV bezieht die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette über jährliche Umfragen und regelmäßige Townhall-Meetings mit ein. Einige Beispiele für diese Einbeziehung sind die Durchführung von Lieferantenaudits und -bewertungen, die Abhaltung von Meetings zur Servicequalität, die Veranstaltung von Foren und Sitzungen zur Sicherheitsperformance mit Auftragnehmer:innen, die Durchführung von HSSE-Begehungen mit den Vorgesetzten der Auftragnehmer:innen in ihren Einrichtungen sowie die Organisation jährlicher Treffen mit strategischen Lieferant:innen und Veranstaltungen zum Tag der Nachhaltigkeit für Lieferant:innen. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >S2-2 Verfahren zur Einbeziehung der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette in Bezug auf Auswirkungen. [S2-1.17c] Um negative Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten zu beheben, die die Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette betreffen könnten, bieten wir Beschwerdemechanismen an, die es ihnen ermöglichen, ihre Bedenken zu melden – auf Wunsch auch anonym. Mehr dazu finden Sie unter >S2-3 Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette Bedenken äußern können.
Übereinstimmung mit international anerkannten Instrumenten
[S2-1.17] [S2-1.19] [S2-1.AR 14] Die OMV Menschenrechts-Grundsatzerklärung und das OMV Menschenrechtsmanagementsystem basieren auf internationalen Menschenrechtsstandards und -gesetzen, wie der Internationalen Menschenrechtscharta, dem humanitären Völkerrecht (sofern anwendbar), den Kernarbeitsnormen der ILO, dem UN Global Compact, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen. Als engagiertes Mitglied der Initiative zu den Freiwilligen Grundsätzen zur Wahrung der Sicherheit und der Menschenrechte (Voluntary Principles on Security and Human Rights; VPs) haben wir uns verpflichtet, im Einklang mit diesen Grundsätzen und dem Internationalen Verhaltenskodex für private Sicherheitsdienstleister (International Code of Conduct for Private Security Service Providers; ICoC) zu handeln. OMV hat sich darüber hinaus zur Einhaltung des UK Modern Slavery Act 2015 verpflichtet und veröffentlicht jedes Jahr eine Erklärung zu moderner Sklaverei und Menschenhandel. Darin werden die Maßnahmen dargelegt, die wir ergriffen haben und weiterhin ergreifen, um moderne Sklaverei oder Menschenhandel innerhalb der Wertschöpfungskette von OMV und den damit verbundenen Geschäftstätigkeiten zu verhindern.
HSSE-Direktive
[MDR-P-65a-65f] In Bezug auf die HSSE-Direktive werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt. [S2-1.16] Unsere HSSE-Direktive gilt gleichermaßen für alle vorhin erwähnten Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
Kontraktoren-HSSE-Managementstandard
[MDR-P-65a] Der Kontraktoren-HSSE-Managementstandard bietet Leitlinien zum Umgang mit den negativen Auswirkungen, die sich aus dem Versäumnis ergeben, angemessene Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen zu gewährleisten. Damit trägt dieser Standard zur Sicherheit unserer Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette unter OMV Managementkontrolle bei. Der Standard definiert die wichtigsten HSSE-Verantwortlichkeiten für alle Arbeitnehmer:innen, Partner:innen und Auftragnehmer:innen von OMV, von denen erwartet wird, dass sie sich an die in der HSSE-Direktive und unserem Managementsystem festgelegten Leitlinien halten. Unsere Tochtergesellschaft Borealis verpflichtet sich zur Implementierung der Richtlinien der Responsible Care Global Charter, einer freiwilligen Initiative der Chemieindustrie, die eine kontinuierliche Verbesserung der Performance in Bezug auf Gesundheit und Sicherheit anstrebt. Die Wirksamkeit unserer HSSE-Konzepte wird regelmäßig von den jeweiligen Funktionen durch Audits, HSSE-Bewertungen, Standortbegehungen und die Verfolgung des Fortschritts anhand von Zielvorgaben überwacht.
[MDR-P-65b] [S2-1.16] Dieser Standard gilt weltweit auch für alle Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, die unter OMV Managementkontrolle stehen. Im Hinblick auf die Einhaltung lokaler Rechtsvorschriften gelangen zusätzlich eigene Bestimmungen zur Anwendung. Dies betrifft die OMV Aktiengesellschaft und alle ihre Tochtergesellschaften, die Borealis GmbH und die OMV Petrom S.A. mit ihren jeweiligen Tochtergesellschaften. In geringem Umfang gibt es auch Ausnahmeregelungen. So gelten zum Beispiel bei Borealis separate Richtlinien für unternehmensspezifische betriebliche Vorfälle. Die Richtlinie gilt auch für Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, einschließlich externer Expert:innen, die OMV Konzernunternehmen fachlich beraten, sowie für alle Arbeitnehmer:innen von Vertragsunternehmen. [MDR-P 65c] Die Mitglieder des Vorstands sind die oberste Ebene, die für die Genehmigung und Umsetzung des Standards verantwortlich ist. [MDR-P-65f] Die im Standard definierten detaillierten Aspekte des Gesundheits- und Sicherheitsmanagements werden beim Onboarding von Auftragnehmer:innen behandelt, während andere für Lieferant:innen relevante Aspekte in die vertraglichen Vereinbarungen aufgenommen werden.
Konzernweite Beschaffungsrichtlinie
[MDR-P-65a] Die konzernweite Beschaffungsrichtlinie legt den Rahmen, die Grundsätze und die Regeln für das Management der Beschaffungsaktivitäten von OMV fest, einschließlich des Managements der Lieferantenbeziehungen, der Beschaffungsprozesse und des Vertragsmanagements. Sie unterstreicht, wie wichtig eine frühzeitige Einbindung der Einkaufsabteilung, ethische Werte und die Einhaltung rechtlicher Anforderungen sind, um Transparenz, Effizienz und Wertschöpfung zu gewährleisten. Das Dokument beschreibt den gesamten Prozess der Lieferanteneinbeziehung und des Lieferantenmanagements und erläutert detailliert, wie Menschenrechtsaspekte in die Präqualifikation und Audits von Lieferant:innen sowie in Meetings mit Lieferant:innen integriert werden. Die Richtlinie legt damit den Rahmen für unser Ziel in Bezug auf Lieferantenbewertungen fest (siehe >S2-5 Ziele in Bezug auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette). Ihre Wirksamkeit wird von der Einkaufseinheit „Strategy & Digitalization” anhand der Fortschritte bei der Erreichung dieses Ziels überwacht. Indem wir die Menschenrechte in diesen wichtigen Beschaffungsaktivitäten verankern, stellen wir sicher, dass unsere Lieferkette ethisch und verantwortungsvoll arbeitet und international anerkannte Standards im Hinblick auf Menschenrechte erfüllt. Dieser Ansatz führt zu verbesserten Arbeitsbedingungen und Chancen für die Arbeitskräfte in der gesamten Wertschöpfungskette und verringert das Risiko einer Rufschädigung, die durch ungleiche Behandlung entstehen könnte. Die Richtlinie behandelt somit sowohl unsere negativen als auch unsere positiven wesentlichen Auswirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung von Menschenrechtsgrundsätzen und dem Risiko der Rufschädigung durch ungleiche Behandlung und ungleiche Chancen für Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
Die Richtlinie definiert außerdem qualitative Ziele in Bezug auf die sozialen Praktiken von Lieferant:innen, indem sie zwei Kriterien zur Beurteilung der Nachhaltigkeitsperformance von Bieter:innen in deren wirtschaftlicher Bewertung festlegt: die Teilnahme an der EcoVadis-Bewertung und das Beantworten des Fragebogens zum Klimawandel, wie im Abschnitt „Bewertung von Angeboten” der konzernweiten Beschaffungsrichtlinie beschrieben. Die Einkaufseinheiten „Governance & Analytics“ und „Strategy & Digitalization“ führen halbjährliche Kontrollen und Fortschrittsüberprüfungen anhand der Zielvorgaben durch, um die Wirksamkeit der Umsetzung der konzernweiten Beschaffungsrichtlinie zu überwachen. [MDR-P-65b-65f] In Bezug auf die konzernweite Beschaffungsrichtlinie werden, sofern nicht anders angegeben, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >G1 Unternehmensführung behandelt. [S2-1.16] Diese Richtlinie gilt für Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen. Die Richtlinie legt spezifische Anforderungen fest in Bezug auf:
Präqualifikation
[MDR-P-65a] Die konzernweite Beschaffungsrichtlinie verlangt ein umfassendes Präqualifizierungsverfahren für Lieferant:innen, um sicherzustellen, dass diese von Beginn unserer Geschäftsbeziehung an unsere Standards in Bezug auf ökologische, soziale, wirtschaftliche und nachhaltige Beschaffung einhalten. Über solche Maßnahmen möchten wir die Wahrscheinlichkeit negativer Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit Menschenrechtsdefiziten minimieren und von vornherein ein Umfeld schaffen, das positive Auswirkungen in der Wertschöpfungskette begünstigt. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >G1 Unternehmensführung.
Lieferantenauswahl
[MDR-P-65a] Eine vergleichbare Logik gilt für die Lieferantenauswahl, wobei strenge Kriterien sicherstellen, dass Auftragnehmer:innen unsere Standards kennen und einhalten. Auf diese Weise entsteht eine Lieferkette, die weniger anfällig für Menschenrechtsverletzungen ist, die wiederum negative Auswirkungen auf die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette und Reputationsrisiken für OMV mit sich bringen können. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >G1 Unternehmensführung.
Standard für unternehmensweites Risikomanagement
[MDR-P-65a-65f] In Bezug auf den Standard für unternehmensweites Risikomanagement (Enterprise-Wide Risk Management; EWRM) werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt. [S2-1.16] Der EWRM-Standard gilt gleichermaßen für alle Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
S2-2 Verfahren zur Einbeziehung der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette in Bezug auf Auswirkungen
[S2-2.22a, 22b] OMV fördert die Zusammenarbeit mit und Einbeziehung von Auftragnehmer:innen und Subunternehmer:innen zu Gesundheit, Sicherheit und anderen Nachhaltigkeitsthemen. Die Einbeziehung der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, wie vorstehend erwähnt, erfolgt auf allen Stufen unserer Geschäftsbeziehungen sowie auf allen Ebenen von Interessenträger:innen (sowohl mit der Geschäftsführung als auch mit Arbeitskräften vor Ort) und findet in unterschiedlicher Form statt. Um die Sensibilisierung für die Verankerung von HSSE- und Nachhaltigkeitsgrundsätzen in unserer Wertschöpfungskette zu erhöhen, organisieren wir jährliche Foren und Schulungen für Auftragnehmer:innen, bei denen wir uns mit Vertreter:innen des Managements unserer Auftragnehmer:innen und Lieferant:innen austauschen. Darüber hinaus halten wir vierteljährliche Service-Meetings zwischen Vertreter:innen des OMV Business, von HSSE und der Einkaufsabteilung und ausgewählten Vertreter:innen der Vertragsunternehmen ab, um die Serviceleistung zu überprüfen und zu verbessern. Um die Bedingungen vor Ort besser zu verstehen, führen wir gemeinsame HSSE-Begehungen sowie Menschenrechtsprüfungen vor Ort durch. Wir führen jährliche HSSE-, TfS- und Kontraktorenaudits mit externen Prüfungsunternehmen durch, um die Wirksamkeit der ergriffenen Korrekturmaßnahmen zu bewerten (siehe Abschnitt >S2-4 Maßnahmen hinsichtlich der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette). [S2-2.22c] Die Verantwortlichkeiten und Aufgaben für das Kontraktoren-HSSE-Management werden zwischen den Bereichen Business, Procurement und HSSE aufgeteilt. Der:die VP HSSE, der:die direkt dem:der Generaldirektor:in unterstellt ist, und die SVPs Procurement sowie Investor Relations & Sustainability, die direkt dem:der CFO unterstellt sind, überwachen diese Einbeziehung aller vorhin beschriebenen Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
[S2-2.22e] Die Wirksamkeit der Einbeziehung der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette oder ihrer Vertreter:innen wird mithilfe einer Reihe von Instrumenten bewertet. Wir führen eine 360-Grad-Bewertung durch, um zu verstehen, ob die Regelmäßigkeit und das Format der bei OMV eingesetzten Methoden zur Einbeziehung der Lieferant:innen den erwarteten Anforderungen entsprechen. Wir verfolgen außerdem die Wirksamkeit der Einbeziehung der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette mit Instrumenten wie dem Human Rights Self-Assessment (siehe Abschnitt >S2-4 Maßnahmen hinsichtlich der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette). [S2-2.23] OMV unternimmt konkrete Schritte, um Einblicke in die Sichtweisen der Arbeitskräfte zu gewinnen, die besonders schutzbedürftig sein könnten. Wir identifizieren diese schutzbedürftigen Gruppen und haben über unsere Beschwerdekanäle und TfS-Audits Feedbackmechanismen eingerichtet, um Einblicke von Arbeitskräften zu sammeln, die besonders anfällig für Auswirkungen oder Marginalisierung sein könnten. Darüber hinaus führen wir während der Audits Gespräche mit den Arbeiter:innen der Vertragsunternehmen, um deren Sichtweisen besser zu verstehen und potenzielle Probleme zu identifizieren. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >Audits.
S2-3 Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette Bedenken äußern können
[S2-3.27a] Wir betrachten Beschwerdemechanismen als ein zentrales Instrument zur Verhinderung und zum Management negativer Auswirkungen auf unsere Interessenträger:innen, einschließlich der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
Gemäß den UN-Wirksamkeitskriterien sind wir bestrebt, alle eingegangenen Beschwerden zu bearbeiten, unabhängig davon, ob sie auf tatsächliche oder vermeintliche Sachverhalte zurückzuführen sind und ob der:die Beschwerdeführer:in bekannt oder anonym ist. Diese Mechanismen bieten einen Kanal zur Ermittlung potenzieller oder tatsächlicher negativer Auswirkungen, zur Beilegung von Beschwerden und, falls wir eine negative Auswirkung verursacht oder dazu beigetragen haben, zur Behebung der Auswirkung auf die Rechteinhaber:innen. Wir erkennen an, dass durch diese Mechanismen die Rechte der Interessenträger:innen, rechtliche Schritte einzuleiten oder sonstige Rechtsbehelfe in Anspruch zu nehmen, nicht beeinträchtigt werden dürfen. Jede Beschwerde einer Arbeitskraft in der Wertschöpfungskette wird untersucht, wobei Vertraulichkeit, Datenschutz, Schutz vor Vergeltungsmaßnahmen, Gleichbehandlung, Objektivität und Unparteilichkeit gewährleistet sind. Wo immer OMV negative Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten verursacht oder dazu beigetragen hat, ergreifen wir Abhilfemaßnahmen, um diesen entgegenzuwirken oder sie zu mildern, wie etwa durch finanzielle oder nicht finanzielle Entschädigung, Restitution, Wiederherstellung, Rehabilitation oder andere Abhilfemaßnahmen. Bei der Umsetzung der vorgeschlagenen Abhilfemaßnahme arbeiten wir mit den betroffenen Rechteinhaber:innen zusammen und stellen sicher, dass die Abhilfemaßnahme rechtskonform ist und nicht zu Folgeschäden führt. Die Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette können ihre Anliegen über die folgenden Kanäle vorbringen: den SpeakUp-Kanal (auf unserer Integrity Platform) und unsere Community-Beschwerdemechanismen. [S2-3.28] Diese beiden Kanäle sind gegen Vergeltungsmaßnahmen geschützt, wobei über unseren Code of Conduct Methoden wie der für OMV gesetzlich vorgeschriebene Schutz für Hinweisgeber:innen zum Einsatz kommen. Sie werden in Schulungen, Besprechungen und Veranstaltungen vermittelt und sind auf unserer Website und an den Standorten (z. B. über CGMs) öffentlich zugänglich. Bei Audits werden Gespräche mit Arbeiter:innen geführt, um ihr Vertrauen in diese Beschwerdekanäle zu bewerten.
SpeakUp-Kanal
[S2-2.27a, 27b] [S2-3 AR 23] Unser allgemeiner Ansatz und der entsprechende Prozess zur Behebung einer identifizierten wesentlichen negativen Auswirkung in Bezug auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette besteht in der Bereitstellung von Beschwerdemechanismen. OMV hat daher den SpeakUp-Kanal eingerichtet, der technisch Teil unserer Integrity Platform für Hinweisgeber:innen ist. Diese bietet unseren Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette und anderen Interessenträger:innen eine sichere Plattform, um vertraulich und, falls erforderlich, anonym Bedenken in Bezug auf schwerwiegendes arbeitsbezogenes Fehlverhalten, einschließlich Diskriminierung, Belästigung, ungleicher Beschäftigungschancen und jeglicher Verletzung arbeitsbezogener Menschenrechte (wie Zwangsarbeit, Kinderarbeit und Menschenhandel) zu äußern und diese untersuchen zu lassen. [S2-2.27c] OMV führte im Jahr 2025 Kommunikationsmaßnahmen für unsere Geschäftspartner:innen durch, um den Zugang zum SpeakUp-Kanal für Arbeitnehmer:innen in der Wertschöpfungskette zu verbessern. Zu diesen Maßnahmen gehörten die Vorstellung dieses Beschwerdekanals in Besprechungen mit Auftragnehmer:innen, und wir initiierten zudem die Verteilung von Informationsplakaten an den Betriebsstandorten. [S2-2.27d] Mehr über das Verfahren, mit dem wir die Verfügbarkeit des SpeakUp-Kanals unterstützen, sowie zu unserem Ansatz zur Verfolgung, Überwachung und Sicherstellung der Wirksamkeit unseres SpeakUp-Kanals finden Sie im Abschnitt >S1-3 Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die die Arbeitskräfte des Unternehmens Bedenken äußern können.
Community-Beschwerdemechanismen (CGMs)
[S2-3.27a-27c] Bei Menschenrechtsproblemen, wie unangemessenen Arbeitsbedingungen, oder anderen Belangen in Verbindung mit OMV Geschäftstätigkeiten kann jede externe Partei – auch Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette – lokal verfügbare Community-Beschwerdemechanismen (Community Grievance Mechanisms; CGMs) nutzen. Diese Mechanismen werden im Einklang mit den Wirksamkeitskriterien der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie geltenden nationalen Vorschriften für Beschwerdeverfahren entwickelt und stehen an unseren Betriebsstandorten zur Verfügung. Sie ermöglichen die Meldung von Beschwerden, die Identifizierung potenziell nachteiliger Auswirkungen, die Lösung von Problemen und das Ergreifen von Abhilfemaßnahmen, wenn OMV negative Auswirkungen verursacht oder dazu beigetragen hat. Die CGMs, die von Community-Relations-Teams oder speziellen Beauftragten gemanagt werden, stehen an unseren Standorten zur Bearbeitung von Beschwerden von externen Interessenträger:innen zur Verfügung. In Übereinstimmung mit dem Code of Conduct von OMV müssen Geschäftspartner:innen von OMV, soweit gesetzlich zulässig, ebenfalls über einen zugänglichen und wirksamen Beschwerdemechanismus (oder einen anderen Mechanismus nach geltendem Recht) für ihre eigenen Arbeitskräfte und andere Interessenträger:innen verfügen, damit Menschenrechtsverletzungen gemeldet werden können. Bei Kontrollen der Einhaltung der Menschenrechte (z. B. bei Kontrollen vor Ort) überprüfen wir die Zugänglichkeit dieser Beschwerdemechanismen für Arbeitskräfte. [S2-3.27d] Wir sind bemüht, alle Beschwerden umgehend zu lösen. Je nach Schweregrad und Art des Sachverhalts können die Reaktionszeiten zwischen 24 Stunden für dringende Fälle und maximal 45 Tagen für Fälle, die eingehende Untersuchungen erfordern, liegen. Unser Ansatz steht im Einklang mit dem bewährten Verfahren von Ipieca und den Wirksamkeitskriterien der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und stellt sicher, dass unsere CGMs legitim, zugänglich, berechenbar, gerecht, transparent und rechtekompatibel sind, sich kontinuierlich verbessern und auf Dialog basieren. Mehr über das Verfahren, mit dem wir die Verfügbarkeit unserer CGMs unterstützen, sowie über unseren Ansatz zur Verfolgung, Überwachung und Sicherstellung seiner Wirksamkeit finden Sie im Abschnitt >S3-3 Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die betroffene Gemeinschaften Bedenken äußern können.
S2-4 Maßnahmen hinsichtlich der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
[S2-4.31] Es wurden spezielle Maßnahmen festgelegt, um die wesentlichen negativen Auswirkungen und Risiken in Bezug auf die Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette zu adressieren, wie zum Beispiel die unzureichende Anwendung von Menschenrechtsgrundsätzen, einschließlich des Versäumnisses, Gesundheit und Sicherheit zu gewährleisten oder die Menschenrechte zu achten, der Verlust von Fachkräften entlang der Wertschöpfungskette und die Rufschädigung aufgrund von ungleicher Behandlung und ungleichen Chancen. Diese Maßnahmen unterstützen zudem die positiven wesentlichen Auswirkungen in Bezug auf die Förderung starker Menschenrechtsgrundsätze entlang der Wertschöpfungskette. Dazu gehören die Durchführung von Bewertungen von Auswirkungen und Risiken, Menschenrechtsüberprüfungen, Audits, Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen. Außerdem betrachten wir die aktive Zusammenarbeit mit Auftragnehmer:innen zu Sicherheitsthemen nicht nur als Mittel zur Kommunikation und zum Austausch, sondern ebenso als praktische Maßnahme zum Management unserer Auswirkungen und Risiken. [S2-4.33c] Verfahren zur Ermöglichung oder Bereitstellung von Abhilfemaßnahmen im Falle wesentlicher negativer Auswirkungen werden über unseren SpeakUp-Kanal eingerichtet, gemäß Beschreibung unter >S2-3 Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette Bedenken äußern können.
[S2-4.38] OMV setzt erhebliche Ressourcen zur Umsetzung dieser Maßnahmen ein, wobei besondere Berücksichtigung der Schulung und Bewusstseinsbildung der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette zukommt. Die für nachhaltige Beschaffung, Innovationen bei Lieferant:innen und HSSE zuständigen Abteilungen organisieren auch Webinare und Schulungen, um sie für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und die Sicherheit an den Auftragnehmerstandorten zu erhöhen. Das Menschenrechtsmanagement ist in der gesamten Organisation integriert, wie beispielsweise in Beschaffung, Sicherheit, HSSE und Community Relations. Wir nutzen auch externe Ressourcen für Bewertungen, Audits und andere damit verbundene Aktivitäten.
Angesichts der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, einschließlich militärischer Aktionen im Iran, in den VAE und anderen Regionen, hat OMV alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen – und ergreift diese weiterhin –, um sicherzustellen, dass mögliche Auswirkungen auf Beschäftigte in der Wertschöpfungskette unter unserer Managementkontrolle so weit wie möglich minimiert werden. Derzeit bleiben potenzielle Folgen ungewiss und hängen von zukünftigen Entwicklungen ab; die Situation wird entsprechend weiterhin beobachtet.
Bewertungen der menschenrechtlichen Auswirkungen und Risiken sowie Menschenrechtsüberprüfungen
[MDR-A-68a] [S2-4.32a] [S2-4.33a] [S2-4.34a] [S2-4.35] Die Identifizierung und Bewertung von Auswirkungen und Risiken dient als fortlaufende Präventivmaßnahme, um sicherzustellen, dass unsere aktuellen und künftigen Geschäftstätigkeiten keine negativen Auswirkungen auf die betroffenen Rechteinhaber:innen, einschließlich der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, verursachen oder zu ihnen beitragen. Außerdem gilt es, negative Auswirkungen auf Menschenrechte zu adressieren. OMV hat Instrumente und Techniken zur Sorgfaltspflicht entwickelt, damit wir unsere Menschenrechtsverpflichtungen gemäß unserer Menschenrechts-Grundsatzerklärung und unserem Code of Conduct einhalten. Hierzu gehören übergeordnete Bewertungen wie Prüfungen zum Markteintritt in ein Land, Menschenrechtsüberprüfungen von potenziellen Geschäftspartner:innen und die Erfassung von Auswirkungen und Risiken in Bezug auf Menschenrechte sowie eingehende Bewertungen wie Folgenabschätzungen, Selbstbewertungen und Audits, die in der Regel durchgeführt werden, wenn die übergeordneten Bewertungen mögliche Probleme aufzeigen. Wir konzentrieren uns insbesondere auf die Prävention der identifizierten wesentlichen negativen Auswirkungen und Risiken. Dazu gehören die unzureichende Anwendung von Menschenrechtsgrundsätzen und die mangelnde Gewährleistung angemessener Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen sowie die daraus resultierenden Risiken der Rufschädigung durch ungleiche Behandlung und ungleiche Chancen für Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette und des Rückgangs der Fachkompetenz der Belegschaft entlang der Wertschöpfungskette.
[S2-4.32c] Zugleich unterstützen uns diese Instrumente zur Sorgfaltspflicht auch dabei, die positiven Auswirkungen strenger Menschenrechtsgrundsätze entlang der Wertschöpfungskette zu fördern.
[MDR-A 68e]Im Jahr 2025 wurden insgesamt 55 Menschenrechtsüberprüfungen und -bewertungen im OMV Konzern durchgeführt (2024: 20)
40. Die positiven und negativen Erkenntnisse daraus werden in Berichten zusammengefasst, die den zuständigen Manager:innen vorgelegt werden, und es werden Aktionspläne zur Bewältigung der identifizierten Auswirkungen oder Risiken definiert.
[MDR-A68b, 68c] Dieser Prozess zur Ermittlung und Beurteilung von Auswirkungen und Risiken ist für unsere derzeitigen und zukünftigen Geschäftsaktivitäten und -beziehungen weltweit relevant. Er konzentriert sich auf die Arbeitskräfte unseres Unternehmens und die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, vor allem auf jene, die als Auftragnehmer:innen vor Ort oder in der vorgelagerten Wertschöpfungskette arbeiten. Dies ist ein fortlaufender Prozess.
[MDR-A-68a, 68b] [S2-4.33a] Auf höherer Ebene führten wir im Jahr 2025 eine konzernweite Erfassung der Auswirkungen und Risiken in Bezug auf Menschenrechte durch, die von nun an jährlich überprüft und aktualisiert wird. Dieses neu eingerichtete Werkzeug ermöglicht eine umfassende Identifizierung der Auswirkungen und Risiken, die mit den von uns betriebenen und nicht von uns betriebenen Betriebsstandorten verbunden sind, basierend auf dem jeweiligen Länderkontext sowie der Art der Geschäftsaktivitäten. Die identifizierten Auswirkungs- und Risikoniveaus bestimmen Umfang und Intensität der weiteren Sorgfaltspflichtmaßnahmen in Bezug auf Menschenrechte, einschließlich verstärkt tiefgehender Menschenrechtsbewertungen. Dies betrachten wir als fortlaufenden Prozess, der mit dem Einstieg in neue Geschäftsaktivitäten beginnt und während unserer laufenden Geschäftstätigkeit sowie bei Stilllegung oder Veräußerung fortgesetzt wird.
Ein weiteres Beispiel sind unsere Menschenrechtsüberprüfungen, anhand derer wir die Kompetenz unserer Geschäftspartner:innen zur Einhaltung der Menschenrechtsverpflichtungen von OMV prüfen. [MDR-A 68e] Im Jahr 2025 wurden insgesamt 49 Menschenrechtsüberprüfungen im OMV Konzern durchgeführt. Diese Überprüfungen unterstützen uns dabei, eventuelle Lücken zu ermitteln und das Risiko für OMV bei der Zusammenarbeit mit dem:der jeweiligen Geschäftspartner:in zu definieren.
[MDR-A-68a, 68b] [S2-4.33a] Im Anschluss an die übergeordneten Bewertungen führten wir im Jahr 2025 eine tiefgreifende Exit-Prüfung für den Jemen durch, bei der die mit dem Rückzug von OMV verbundenen Menschenrechtsrisiken untersucht wurden. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf den aktuellen und potenziellen Auswirkungen auf die lokalen Gemeinschaften und die Belegschaft, einschließlich der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette. Zudem wurden die mit dem Rückzug verbundenen Risiken bewertet, die Verantwortung von OMV für negative Auswirkungen analysiert und Maßnahmen zur Risikominderung und -behebung empfohlen, um diese Risiken während und nach dem Rückzug zu steuern. Diese tiefgehenden Prüfungen stehen im Zusammenhang mit unserem Ziel, bis 2030 Menschenrechtsbewertungen einschließlich Aktionsplänen in allen Hochrisikoländern alle fünf Jahre durchzuführen. (siehe Abschnitt >S2-5 Ziele in Bezug auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette).
[S2-4.32d] Zur Verfolgung der Wirksamkeit unserer Bewertungen der menschenrechtlichen Auswirkungen und Risiken sowie Menschenrechtsüberprüfungen setzen wir das Human Rights Self-Assessment Tool ein. Der Selbstbewertungsfragebogen, der auf unserer Menschenrechtsverantwortungsmatrix basiert, behandelt Themen wie die Einbeziehung von Rechteinhaber:innen, Arbeitsbedingungen sowie Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Dieser wird vom lokalen Management ausgefüllt, bevor er von unabhängigen externen Menschenrechtsexpert:innen analysiert und ausgewertet wird. Auf der Grundlage der Ergebnisse erarbeiten wir einen Aktionsplan, um die aufgeworfenen Bedenken auszuräumen und die bei der Umsetzung unserer Menschenrechtsverpflichtungen identifizierten Lücken zu schließen.
Audits
[MDR-A 68a, 68b, 68c] [S2-4.32a] [S2-4.33a, 33b] [S2-4.35] Audits sind sowohl eine präventive als auch eine Überwachungsmaßnahme, die in der konzernweiten Beschaffungsrichtlinie festgelegt ist. Sie dienen der Überprüfung, ob unsere strengen Menschenrechtsgrundsätze entlang der Wertschöpfungskette eingehalten werden. Damit soll den negativen Auswirkungen und Risiken, die mit einer unzureichenden Anwendung der Menschenrechtsgrundsätze verbunden sind, sowie dem Risiko einer möglichen Rufschädigung aufgrund von ungleicher Behandlung und ungleichen Chancen entgegengewirkt werden. Seit 2021 ist OMV Mitglied von Together for Sustainability (TfS), einem globalen Netzwerk von 53 Unternehmen, das den Standard für die Umwelt-, Sozial- und Governance-Performance in den Lieferketten der chemischen Industrie festlegt. Das TfS-Programm basiert auf den Grundsätzen des UN Global Compact und von Responsible Care. Die TfS-Mitgliedschaft hilft OMV dabei, Nachhaltigkeit noch fester im Tagesgeschäft zu verankern und Nachhaltigkeitsanforderungen in unsere Lieferkette zu integrieren. OMV führt jedes Jahr zwei Arten von Audits ausgewählter Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen durch: TfS-Audits vor Ort, die sich auf die Nachhaltigkeitsperformance konzentrieren, und Remote Audits, die von externen Prüfungsunternehmen vorgenommen und sich auf finanzielle Stabilität, Strategie, Organisation, Lieferkette, Nachhaltigkeit und Cybersicherheitsperformance konzentrieren. Beiderlei Audits werden fortlaufend während der Präqualifikation bzw. der Vertragsausführung durchgeführt und zielen darauf ab, die Performance unserer Lieferant:innen zu messen und zu verbessern. Damit sind sie direkt mit unserem Ziel für 2030 verbunden, sicherzustellen, dass 100% der Lieferant:innen, auf die 80% des Einkaufvolumens entfallen, über eine gültige TfS-Nachhaltigkeitsbewertung und/oder ein entsprechendes Audit verfügen (siehe Abschnitt >S2-5 Ziele in Bezug auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette). [S2-4.32d] Die Wirksamkeit der Audits wird auf der Grundlage von Verbesserungsplänen bewertet. Mit einem Warnhinweis versehene Auditergebnisse werden vom Einkaufsteam in Zusammenarbeit mit Vertreter:innen des Business und anderen relevanten Funktionen (z. B. HSSE, Rechtsabteilung, Interne Revision und Compliance) weiterverfolgt und analysiert. Die Lieferant:innen werden über das Ergebnis des Audits informiert und aufgefordert, einen Korrekturplan mit konkreten Maßnahmen und einen Zeitplan für deren Umsetzung vorzulegen.
Schulungen und Bewusstseinsbildung
[MDR-A68a] [S2-4.32a, 32c] Verbesserungsmaßnahmen wie Schulungen, Webinare und andere Informationsveranstaltungen sind dazu bestimmt, Kapazitäten und Wissen über Menschenrechte und HSSE-Grundsätze entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette weiterzuentwickeln. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, unsere negativen Auswirkungen zu mindern, die durch eine unzureichende Anwendung der Menschenrechte aufgrund mangelnden Wissens entstehen könnten, und verringern damit auch das daraus resultierende Risiko einer Rufschädigung. Die Schulungen behandeln zudem das Risiko einer Verschlechterung der Arbeitsqualität aufgrund des Verlusts von Fachwissen und Kompetenzen in der Wertschöpfungskette. Schließlich ermöglichen Schulungen die positive Auswirkung starker Menschenrechtsprinzipien, die entlang der Wertschöpfungskette angewendet werden. Vor diesem Hintergrund unterstützen diese Maßnahmen die Ziele unseres Code of Conduct, unserer HSSE-Direktive, unseres Kontraktoren-HSSE-Managementstandards und unserer konzernweiten Beschaffungsrichtlinie. Schulungen werden auch durch unser Ziel in Bezug auf das Onboarding von Auftragnehmer:innen unterstützt (siehe Abschnitt >S2-5 Ziele in Bezug auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette).
Im Berichtszeitraum setzte OMV seine Maßnahmen zum Schutz der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette fort, indem das Unternehmen Schulungen bereitstellte. Werden beispielsweise Lieferant:innen dazu aufgefordert, eine EcoVadis-Bewertung zu absolvieren, erhalten sie auch Zugang zu einer E-Learning-Plattform mit Kursen zu nachhaltigen Geschäftspraktiken (einschließlich Arbeitspraktiken und Menschenrechten). Darüber hinaus können sich unsere Lieferant:innen auch auf der Plattform der TfS Academy registrieren, auf der eine Vielzahl von Kursen zu Themen wie Diskriminierung und Belästigung, Menschenhandel, moderne Sklaverei, Kinderarbeit, Erkennung und Prävention von Zwangsarbeit usw. angeboten wird. Außerdem sorgt die Schulung unserer eigenen Arbeitskräfte im Bereich der Menschenrechte dafür, dass sie in der Lage sind, diese Standards in der gesamten Wertschöpfungskette einzuhalten und für sie einzutreten und so zu besseren Arbeitsbedingungen und einer fairen Behandlung aller Arbeitskräfte beizutragen. [MDR-A-68e] Im Jahr 2025 wurden 86 (2024: 26) Lieferant:innen in Sozialbelangen geschult. Menschenrechtsschulungen tragen zu unserem Ziel im Zusammenhang mit Menschenrechtsüberprüfungen und der Entwicklung von Aktionsplänen bei, da sie unsere Arbeitnehmer:innen in die Lage versetzen, solche Aktionspläne besser zu entwickeln, umzusetzen und deren Wirksamkeit zu verfolgen (siehe >S2-5 Ziele in Bezug auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette).
[MDR-A68b, 68c] [S2-4.32d] OMV arbeitet auch gemeinsam mit seinen Lieferant:innen an bewusstseinsbildenden Maßnahmen zur Verbesserung der gesamten Nachhaltigkeitsperformance. Die Schulung und Sensibilisierung von Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette ist von entscheidender Bedeutung für unsere globalen Geschäftsaktivitäten. Diese Bemühung konzentriert sich in erster Linie auf Geschäftspartner:innen in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette, insbesondere auf jene, die als Auftragnehmer:innen vor Ort arbeiten. Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen sind fortlaufende Prozesse. Um deren Wirksamkeit zu verfolgen, überwacht OMV den Fortschritt der Lieferant:innen über verbesserte EcoVadis-Ergebnisse, die die Verbesserungen ihrer Nachhaltigkeitsperformance widerspiegeln.
Sicherheit von Auftragnehmer:innen
[MDR-A 68a-68c] [S2-4.32a, 32c, 32d] [S2-4.34a] Zusätzlich zu allen oben beschriebenen Maßnahmen ergreifen wir weitere Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit unserer Auftragnehmer:innen, um mögliche negative Auswirkungen aufgrund unzureichender Gesundheits- und Sicherheitsstandards an den Standorten unserer Auftragnehmer:innen und das daraus resultierende Risiko einer Rufschädigung zu mindern. Die aktive Verbesserung der Sicherheit von Auftragnehmer:innen hat auch positive Auswirkungen, da sie einen sicheren und gesunden Arbeitsplatz für die Arbeitnehmer:innen in der Wertschöpfungskette schafft. Sicherheitsmaßnahmen für Auftragnehmer:innen sind für unsere derzeitigen Geschäftsaktivitäten weltweit relevant. Sie konzentrieren sich auf unsere Geschäftspartner:innen in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette, vor allem auf jene, die als Auftragnehmer:innen vor Ort arbeiten. Dabei handelt es sich um einen fortlaufenden Prozess, der durch unseren Kontraktoren-HSSE-Managementstandard geregelt wird. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird anhand der Performance im Vergleich zu unserem Ziel in Bezug auf das Onboarding von Auftragnehmer:innen verfolgt (siehe Abschnitt >S2-5 Ziele in Bezug auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette). Unser Kontraktoren-HSSE-Managementprozess beginnt, sobald wir die Leistungsbeschreibung mitsamt den dazugehörigen Risiken, Informationen über HSSE-Anforderungen und den HSSE-Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators; KPIs) ausgeben. Der Prozess setzt sich mit der HSSE-Evaluierung und gegebenenfalls einem HSSE-Audit durch die gesamte Ausschreibungsphase fort. Sobald die Vertragsbedingungen vereinbart sind und der Auftrag vergeben ist und noch bevor mit der Ausführung der Arbeiten vor Ort begonnen wird, bekräftigen wir unsere Erwartungen und Anforderungen bei Kick-off-Meetings, während der Unterweisung in HSSE-Belangen sowie im Rahmen von standortspezifischen Schulungen und anderen gemeinsamen Treffen.
Alle Auftragnehmer:innen nehmen an einer eigens für sie entwickelten Sicherheitsschulung teil. Außerdem bieten wir in unserem Sicherheitsschulungszentrum für lebensrettende Regeln (Life-Saving Rules; LSR) ein umfassendes Programm zur Schulung anderer Arbeitskräfte an OMV Standorten an. Die Anwesenheit von Auftragnehmer:innen an unseren Standorten wird mithilfe von Registrierungssystemen entweder elektronisch (z. B. in den Raffinerien) oder in Papierform (z. B. Anwesenheitsblatt, Arbeitserlaubnis und Einweisungsblatt) rund um die Uhr überwacht. Während der Vertragslaufzeit überwachen wir unsere Auftragnehmer:innen mittels Supervision, Audits, Inspektionen, gemeinsamer HSSE- oder Sicherheitsbegehungen, Besprechungen zur Servicequalität, Foren und Workshops. Die Ergebnisse dienen dem Informationsaustausch und bilden die Grundlage für Verbesserungsvorschläge für unsere HSSE-Performance als Team. Zur Schärfung des Bewusstseins und Vertiefung des Know-hows von Bedarfsträger:innen (d. h. Personen, die Bedarf an externen Dienstleistungen haben), Arbeitnehmer:innen aus dem Einkauf sowie HSSE-Expert:innen für unseren Kontraktoren-HSSE-Managementprozess führten wir weiterhin spezielle Schulungen durch, in denen erläutert wird, wie die HSSE-Anforderungen und -Tools in den Source-to-Contract-Prozess integriert sind. Bei OMV wurden zudem die HSSE Contractor Awards eingeführt, um jene Auftragnehmer:innen zu würdigen und zu belohnen, die außergewöhnliche Sicherheitspraktiken demonstrieren. OMV beteiligt sich auch aktiv an Branchennetzwerken, um bewährte Verfahren im Bereich Gesundheitsschutz und Sicherheit auszutauschen und regelmäßig von Branchenführer:innen zu lernen, beispielsweise im Rahmen der International Association of Oil & Gas Producers (IOGP).
[S2-4 AR 43] Um ein ordnungsgemäßes Management unserer wesentlichen Risiken in der Wertschöpfungskette, insbesondere bei Auftragnehmer:innen/Lieferant:innen, zu gewährleisten, werden diese in unser bestehendes Risikomanagementsystem für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) integriert. Mithilfe dieses etablierten Rahmenwerks identifiziert, bewertet und mindert OMV systematisch unsere potenziellen negativen Auswirkungen und damit verbundenen Risiken. Zu den wichtigsten Bestandteilen dieses Verfahrens gehören regelmäßige Audits, strenge Präqualifikationsverfahren und die kontinuierliche Einbeziehung von Interessenträger:innen.
[MDR-A-69a, 69b] Trotz der für die angeführten Maßnahmen und Initiativen bereitgestellten Ressourcen hat keine davon im Berichtsjahr unseren Schwellenwert
41 von EUR 5 Mio CAPEX für die wichtigsten Maßnahmen überschritten. Vor diesem Hintergrund wurden die Datenanforderungen in Bezug auf CAPEX nicht berücksichtigt.
Kennzahlen und Ziele
S2-5 Ziele in Bezug auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
[MDR-T-80a] [S2-5.39a, 39c] Um die Wirksamkeit und den Fortschritt unserer Konzepte und Maßnahmen zur Eindämmung wesentlicher Auswirkungen und Risiken in Bezug auf die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette zu verfolgen, haben wir messbare, ergebnisorientierte und zeitgebundene Ziele festgelegt. Zunächst sind wir kontinuierlich bestrebt, unsere potenziellen negativen Auswirkungen auf die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette aufgrund einer unzureichenden Anwendung der Menschenrechte zu minimieren und unsere positiven Auswirkungen durch die Einhaltung strenger Menschenrechtsgrundsätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verstärken. Zur Unterstützung dieser Ziele arbeiten wir darauf hin, bis 2030 in 100% der Hochrisikoländer Menschenrechtsprüfungen durchzuführen. Im Zusammenhang mit diesen potenziellen negativen und potenziellen sowie tatsächlichen positiven Auswirkungen steht auch das Ziel in Bezug auf Lieferantenbewertungen. Ferner trägt dieses Ziel dazu bei, das Risiko einer Rufschädigung aufgrund von Menschenrechtsdefiziten zu mindern, da es eine kontinuierliche Verbesserung der Nachhaltigkeitsperformance unserer Lieferant:innen erfordert. Schließlich haben wir ein Ziel für das Onboarding von Auftragnehmer:innen festgelegt, das kontinuierliches Lernen und die Kapazitätsentwicklung in der Wertschöpfungskette unterstützt und speziell mit HSSE verknüpft ist. Daher bezieht sich dieses Ziel sowohl auf unsere positiven als auch auf unsere negativen Auswirkungen und behandelt das Risiko eines Rückgangs der Fachkompetenz unserer Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette. Weitere Einzelheiten zu diesen Zielen sind im nachstehenden Abschnitt aufgeführt.

Durchführung von Menschenrechtsprüfungen
[S2-5.39a, 39c] [S2-5.41] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] Der Code of Conduct und die Menschenrechts-Grundsatzerklärung von OMV unterstreichen unser uneingeschränktes Bekenntnis zu den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Unser Ziel, bis 2030 Menschenrechtsbewertungen einschließlich Aktionsplänen in allen Hochrisikoländern alle fünf Jahre durchzuführen, bekräftigt unser Commitment, die Auswirkungen auf die Menschenrechte der Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette zu identifizieren und zu beseitigen. Mithilfe dieser Bewertungen können wir potenzielle negative Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeiten und Geschäftsbeziehungen im Zusammenhang mit Menschenrechten identifizieren, vermeiden und mildern. Dies gilt insbesondere für Hochrisikoländer und Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette. Auf diese Weise können wir unsere Aktionspläne effektiver festlegen und umsetzen.
2030
Menschenrechtsbewertungen
42 einschließlich Aktionsplänen in allen Hochrisikoländern alle fünf Jahre bis 2030 durchgeführt
Absolutes Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten (einschließlich ggf. kontrahierter Dienstleistungen) |
Im Umfang enthalten | JVs, eigene Tätigkeiten, operative Partner:innen mit einem OMV Anteil von mehr als 10% |
Nicht im Umfang enthalten | Minderheitsbeteiligungen von 10% oder weniger |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2022 |
Bezugswert in % | 4/15 Ländern: 26,6% |
[MDR-T-80f] Zur Identifizierung und Adressierung von Menschenrechtsauswirkungen und -risiken in Bezug auf die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette hält sich OMV an die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNGPs) und an die Anforderungen des UN Global Compact (UNGC) in Bezug auf die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht, die nun auch in den Europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) enthalten sind. In unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette sind die Verfahren für lokale Lieferant:innen in die Due-Diligence-Aktivitäten auf Länder- oder Anlagenebene integriert. Wir dokumentieren jährlich alle Aktivitäten zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht, einschließlich Aktionsplänen für unsere Geschäftsaktivitäten. [MDR-T-80h] Das Ziel wurde nach Konsultationen mit Vorstandsmitgliedern, SVPs und HSSE festgelegt und vom Vorstand genehmigt. Es wurden keine Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette in die Zielsetzung involviert. [MDR-T-80i] An den Zielen wurden im Berichtsjahr keine Änderungen vorgenommen. Die Messmethoden werden regelmäßig dahingehend überprüft, ob sie den neuesten Standards und Praktiken entsprechen.
Stand 2025
[MDR-T-80j] In den letzten fünf Jahren wurden für 66,7% (6 von 9; 2024: 70%) unserer Geschäftstätigkeiten in Hochrisikoländern eine Menschenrechtsbewertung durchgeführt und Aktionspläne entwickelt. Dieses Ziel wird jährlich überwacht und überprüft.

[S2-5.42a] Der Zielsetzungsprozess umfasst eine Bewertung unserer aktuellen Performance, die Identifizierung der wichtigsten Bereiche mit Verbesserungsbedarf sowie ausführliche Konsultationen mit den Geschäftsbereichen, Fachexpert:innen und dem Senior Management. Obwohl wir uns nicht direkt mit den Arbeitskräften in unserer Wertschöpfungskette oder ihren Vertreter:innen ausgetauscht haben, wurde das Ziel in dem Bewusstsein festgelegt, dass Menschenrechtsprüfungen unerlässlich sind, um tatsächliche oder potenzielle Auswirkungen auf die Rechte der Betroffenen, einschließlich jener der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, sowie damit verbundene Geschäftsrisiken zu ermitteln und entsprechend zu behandeln. [S2-5.42b] Um realistische Ziele zu setzen, wurde ein Benchmarking mit Branchenstandards durchgeführt. Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette sind nicht in die Überwachung unserer Performance hinsichtlich dieses gesetzten Ziels involviert. [S2-5.42c] Die Zahlen im Jahresvergleich geben Aufschluss über die Wirksamkeit unserer Maßnahmen, die zur Erreichung ergriffen werden. Wird ein negativer Trend festgestellt, analysieren wir die Ursachen und ermitteln Maßnahmen zur Verbesserung der Performance. So können wir beispielsweise Workshops veranstalten, um das interne Bewusstsein für unsere Verantwortung im Bereich der Menschenrechte und die Bedeutung ausführlicher Bewertungen zu schärfen.

TfS-Bewertungen und Nachhaltigkeitsbewertungen von Lieferant:innen
[S2-5.39b] [S2-5.41] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] Wie in unserer konzernweiten Beschaffungsrichtlinie festgelegt, verpflichtet sich OMV, das Management und die Performance im Bereich der Nachhaltigkeit bei unseren eigenen Tätigkeiten und in unserer Wertschöpfungskette kontinuierlich zu verbessern. Zu diesem Zweck ist es unser Ziel, ein aktives Mitglied von TfS zu sein und bis 2025 Nachhaltigkeitsbewertungen für alle Lieferant:innen durchzuführen, auf die mehr als 80% des Einkaufsvolumens entfallen. Wir möchten dieses Ziel bis 2030 jährlich aufrechterhalten. Mit diesem Commitment wollen wir die Nachhaltigkeit bei den täglichen Beschaffungsaktivitäten verbessern, einen besseren Überblick über die ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der gekauften Waren und Dienstleistungen bieten und ehrgeizigere Nachhaltigkeitsziele in der Lieferkette verankern.
2025
Aktive Tätigkeit im Rahmen der „Together for Sustainability“-(TfS-)Initiative und Durchführung von Nachhaltigkeitsbewertungen aller Lieferant:innen, auf die >80% des Einkaufsvolumens entfallen
2030
Sicherstellen, dass 100% der Lieferant:innen, auf die 80% des Einkaufsvolumens entfallen, über eine gültige TfS-Nachhaltigkeitsbewertung und/oder ein entsprechendes Audit verfügen
Absolutes Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Vorgelagerte Wertschöpfungskette – Tier-1-Lieferant:innen |
Im Umfang enthalten | Lieferant:innen, die gemäß konzernweiter Beschaffungsrichtlinie in den Aufgabenbereich der Einkaufsabteilung fallen |
Nicht im Umfang enthalten | Alle Lieferant:innen, die gemäß konzernweiter Beschaffungsrichtlinie nicht in den Aufgabenbereich der Einkaufsabteilung fallen |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2022 |
Bezugswert in % | 36 |
[MDR-T-80f] Dieses Ziel wurde im Rahmen des Commitments von OMV zu TfS und in Übereinstimmung mit anderen TfS-Mitgliedern festgelegt. Ziel ist es, sich auf EcoVadis-Bewertungen für Lieferant:innen mit dem höchsten Einkaufsvolumen und auf TfS-Audits für jene aus Ländern mit hohem Risiko in Bezug auf Menschenrechte oder Arbeitsrechte (z. B. Südostasien) zu konzentrieren. Zusätzlich zu den Lieferant:innen, die 80% des Einkaufsvolumens ausmachen, werden jedes Jahr Lieferant:innen mit einem EcoVadis-Score unter 45 Punkten aufgefordert, sich einer neuen EcoVadis-Bewertung zu unterziehen, um ihre Performance zu verbessern. [MDR-T-80h] Interne Interessenträger:innen, wie Vorstandsmitglieder und die Abteilung Group Sustainability, sowie externe Interessenträger:innen, einschließlich der TfS-Organisation, wurden durch Konsultationen in den Zielsetzungsprozess einbezogen. Das Ziel wurde vom OMV Vorstand genehmigt. [MDR-T-80i] In Übereinstimmung mit unserer Überprüfung der Geschäftsstrategie und den aktuellen regulatorischen Entwicklungen in der EU, darunter das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und die Richtlinie über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeit (Corporate Sustainability Due Diligence Directive; CSDDD), wurde unser Ziel für 2030 nach der Genehmigung durch das Sustainability Coordination Forum von OMV im Oktober 2025 überarbeitet. Im Berichtsjahr gab es keine Änderungen an den Methoden, die regelmäßig überprüft werden, um zu gewährleisten, dass sie den neuesten Standards und Praktiken für nachhaltige Beschaffung entsprechen.
Stand 2025
[MDR-T-80j] Lieferant:innen, auf die 80% des Einkaufsvolumens entfallen, wurden bewertet (2024: 65%). Dieses Ziel wird monatlich überwacht und jährlich überprüft.
[S2-5.42a] Der Zielsetzungsprozess umfasst eine gründliche Bewertung unserer aktuellen Performance, die Identifizierung der wichtigsten Bereiche mit Verbesserungsbedarf und Konsultationen mit internen Interessenträger:innen wie Vorstandsmitgliedern und der Abteilung Group Sustainability sowie mit externen Interessenträger:innen wie der TfS-Organisation. Wir haben uns nicht direkt mit Arbeitskräften in unserer Wertschöpfungskette oder ihren Vertreter:innen ausgetauscht. Als TfS-Mitglied fordern wir unsere Lieferant:innen auf, Nachhaltigkeitsbewertungen (über EcoVadis) und Audits durchzuführen, um ihre ESG-Performance zu bewerten. [S2-5.42b] Der Austausch von Ergebnissen innerhalb des TfS-Netzwerks verringert Doppelungen und kommt der gesamten Lieferkette zugute. Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette involvieren wir nicht in die Überwachung unserer Performance hinsichtlich der Ziele. [S2-5.42c] Die monatliche Überprüfung der Fortschritte bei der Verwirklichung dieses Ziels sowie die Zahl im Vergleich zum Vorjahr geben Aufschluss über die Wirksamkeit unserer Maßnahmen, die zur Erreichung ergriffen werden. Wenn die Performance einen negativen Trend anzeigt, analysieren wir die Gründe und ermitteln mögliche Maßnahmen, um unsere Performance in Bezug auf dieses Ziel zu verbessern. So können beispielsweise zusätzliche Schulungen mit unseren Auftragnehmer:innen durchgeführt werden, um das Bewusstsein für die Bedeutung der Durchführung der TfS-Nachhaltigkeitsbewertungen (über EcoVadis) zu schärfen.

Onboarding von Auftragnehmer:innen
[S2-5.41] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] Unterstützt durch die HSSE-Direktive und in Übereinstimmung mit den Bestimmungen unseres Code of Conduct definiert die HSSE-Strategie 2030 des OMV Konzerns mehrere strategische Ziele. Das Ziel im Zusammenhang mit dem Onboarding von Auftragnehmer:innen unterstützt das Ziel der „Entwicklung von Managementfähigkeiten von Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen auf allen Ebenen, sowohl intern als auch extern“. Dazu gehören das ordnungsgemäße Onboarding wichtiger Auftragnehmer:innen und die Bereitstellung spezieller HSSE-Unterstützung während der Anfangsphase, wie auch im Standard für das Kontraktoren-HSSE-Management dargelegt. [MDR-T-80c] Dieses Ziel umfasst alle Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette an OMV Standorten, wie etwa jene Arbeitskräfte, die ausgelagerte Dienstleistungen erbringen (z. B. Sicherheit), sowie Lieferant:innen von Ausrüstung, die vertraglich vereinbarte regelmäßige Wartungsarbeiten an von OMV kontrollierten Standorten durchführen.
2025
Abschlussrate der Schulungen zu lebensrettenden Regeln in Sicherheitszentren für externe Arbeitskräfte (phasenweise Einführung)
Ziel: 85% der Arbeitnehmer:innen von Vertragsunternehmen
43 gemäß Abteilungsplänen geschult.
Relatives Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten (einschließlich ggf. kontrahierter Dienstleistungen) |
Im Umfang enthalten | 100% für Anlagen, die sich vollständig im Besitz des Konzerns befinden, für Anlagen, an denen der Konzern zu weniger als 100%, aber zu mehr als 50% beteiligt ist, sowie für Anlagen, an denen der Konzern zu 50% oder weniger beteiligt ist, wenn OMV der Betreiber eines Joint Ventures ist |
Nicht im Umfang enthalten | Joint Ventures, bei denen OMV weder die Kontrolle noch die Betriebsführerschaft innehat, bzw. die über kein Sicherheitszentrum verfügen |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2025 |
Bezugswert | n.a. |
[MDR-T-80f] Die Methode zur Ermittlung der Abschlussrate von Auftragnehmer:innen (Completion Rate; CR) basiert auf der folgenden Berechnung: Anzahl der im Sicherheitszentrum für lebensrettende Regeln (Life-Saving Rules; LSR) geschulten Arbeitnehmer:innen von Vertragsunternehmen geteilt durch die Anzahl der Arbeitnehmer:innen von Vertragsunternehmen, die im LSR-Sicherheitszentrum geschult werden sollen, multipliziert mit 100. Das Ergebnis sollte bei 85% oder höher liegen. [MDR-T-80h] Die Kennzahl und das Ziel wurden im Leading KPI Framework während interner Workshops vorgeschlagen, an denen interne Interessenträger:innen aus HSSE und Group Sustainability sowie aus spezifischen Geschäftsfunktionen teilnahmen, die eng mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten (z. B. in der Raffinerie). Die Arbeitskräfte in unserer Wertschöpfungskette oder ihre Vertreter:innen waren nicht direkt an diesem Prozess beteiligt. Das Leading KPI Framework wurde anschließend vom OMV Vorstand genehmigt. [MDR-T-80i] Im Berichtsjahr wurden keine Änderungen vorgenommen.
Stand 2025
[MDR-T-80j] Bis Ende 2025 wurde das Ziel einer Abschlussrate von 85% erreicht: CR = 135%, da mehr Arbeitnehmer:innen von Vertragsunternehmen geschult wurden als geplant.
[S2-5.42a] Das Verfahren zur Festlegung des Ziels für das Onboarding von Auftragnehmer:innen umfasste eine Auswertung der Ergebnisse von Auftragnehmerbewertungen und -audits, um Bereiche mit Verbesserungsbedarf zu ermitteln. Es folgten Konsultationen mit internen Interessenträger:innen wie Vorstandsmitgliedern und der Abteilung Group Sustainability sowie ein Benchmarking mit bewährten Verfahren und Richtlinien von IOGP und Concawe. [S2-5.42b] Wir überwachen unsere Performance in Bezug auf dieses Ziel jährlich. [S2-5.42c] Die vierteljährliche Überprüfung der Fortschritte bei der Erreichung dieses Ziels sowie die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr geben Aufschluss über die Wirksamkeit unserer Maßnahmen, die zur Erreichung ergriffen werden. Wird ein negativer Trend festgestellt, kommunizieren wir die gewonnenen Erkenntnisse gegenüber Auftragnehmer:innen, implementieren Verbesserungen an den Standorten und tauschen bewährte Sicherheitsverfahren aus.

Kennzahlen im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette
Kennzahlen zu Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette |
[S2-4.36] [S2-1.19] [MDR-M.77c] [Unternehmensspezifisch] [Freiwillig] |
| | 2025 | 2024 |
ESRS-Kennzahlen | | | |
Schwerwiegende Probleme und Vorfälle im Zusammenhang mit Menschenrechten innerhalb unserer vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette | Anzahl | 0 | 0 |
Davon gemeldete Fälle der Nichteinhaltung internationaler Standards in der Wertschöpfungskette von OMV | Anzahl | 0 | 0 |
Gesamtzahl von menschenrechtlichen Beschwerden, die über den SpeakUp-Kanal und CGMs von Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette eingegangen sind | | 77 | n.a. |
Unternehmensspezifische und freiwillige Kennzahlen | | | |
Vom OMV Einkauf mit einem externen Prüfungsunternehmen durchgeführte Audits | Anzahl | 33 | 42 |
Über EcoVadis durchgeführte TfS-(Neu-)Bewertungen | Anzahl | 632 | 570 |
Durchgeführte TfS-Audits | Anzahl | 23 | 13 |
Lieferant:innen mit einem gültigen EcoVadis-Rating (nicht älter als 3 Jahre) | Anzahl | 900 | 697 |
Lieferant:innen mit einem verbesserten EcoVadis-Rating | % | 78,0 | 67,0 |
Einkäufer:innen über alle Standorte hinweg, die an Veranstaltungen zur Sensibilisierung für das Thema nachhaltige Beschaffung teilnahmen | Anzahl | 190 | 155 |
Neue Lieferant:innen, die anhand von sozialen Kriterien (z. B. Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Tarifverträgen) und Umweltkriterien bewertet wurden | Anzahl | 1.175 | 1.531 |
Neue Lieferant:innen mit negativen sozialen Auswirkungen in der Lieferkette, die disqualifiziert wurden | % | 0,1 | 1,0 |
Lieferant:innen, die in Sozialbelangen geschult wurden | Anzahl | 86 | 26 |
Auf lokale Lieferant:innen entfallene Ausgaben | % | 70,9 | 71,1 |
Zusätzliche Kennzahlen |
[MDR-M.77c] [Freiwillig] |
| | 2025 |
Gesamtzahl der Tier-1-Lieferant:innen | Anzahl | 14.000 |
Gesamtzahl der bedeutenden Lieferant:innen in Tier 1 | Anzahl | 300 |
Gesamtausgaben für bedeutende Lieferant:innen in Tier 1 | % | 80,0 |
Gesamtzahl der bedeutenden Lieferant:innen außerhalb von Tier 1 | Anzahl | 0 |
Gesamtzahl der bedeutenden Lieferant:innen (Tier 1 und außerhalb von Tier 1) | Anzahl | 300 |
Gesamtzahl der bewerteten bedeutenden Tier-1- und Nicht-Tier-1-Lieferant:innen durch Desktop- oder Vor-Ort-Prüfung | Anzahl | 56 |
Ziel für die Anzahl der anhand von Dokumentenprüfungen oder Vor-Ort-Bewertungen bewerteten Lieferant:innen | Anzahl | 12 |
Anzahl der bewerteten Lieferant:innen mit erheblichen tatsächlichen/potenziellen negativen Auswirkungen | Anzahl | 16 |
Lieferant:innen mit erheblichen tatsächlichen/potenziellen negativen Auswirkungen und vereinbarten Korrekturmaßnahmen/Verbesserungsplänen | % | 100,0 |
Anzahl der Lieferant:innen mit erheblichen tatsächlichen/potenziellen negativen Auswirkungen, die beendet wurden | Anzahl | 0 |
Gesamtzahl der Lieferant:innen in Programmen zum Kapazitätsaufbau | Anzahl | 289 |
Gesamtzahl der Auftragnehmer:innen und Tier-1-Lieferant:innen, die in den letzten drei Jahren in Bezug auf Menschenrechte bewertet wurden | % | 7,2 |
davon Fälle, in denen Risiken identifiziert wurden | % | 0,1 |
davon Fälle, in denen Maßnahmen zur Schadensminderung ergriffen wurden | % | 100,0 |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette finden Sie im >Anhang: S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette – Kennzahlendefinitionen und Methoden.
S3 Betroffene Gemeinschaften
Wesentliches Thema: S3 Betroffene Gemeinschaften
Wesentliche Unterthemen: Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte von Gemeinschaften; Bürgerrechte und politische Rechte von Gemeinschaften; sowie Rechte indigener VölkerSteuerung der Auswirkungen unserer Aktivitäten auf lokale Gemeinschaften (z. B. lokale Beschäftigung und Entwicklung von Fertigkeiten, Auswirkungen auf die Infrastruktur, Auswirkungen auf Umwelt, Gesundheit und Wohlergehen), auch durch gezielte SozialinvestitionenRelevante SDGs:



SDG-Ziele:
Die wesentlichen Auswirkungen im Zusammenhang mit S3 Betroffene Gemeinschaften finden Sie im Abschnitt >SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell. Dieses Thema wird zentral von der Abteilung Group Sustainability unter der Leitung des:der SVP Investor Relations & Sustainability gesteuert, der:die direkt dem:der CFO untersteht. Die Nachhaltigkeitsabteilungen von OMV Petrom und Borealis steuern ihre jeweiligen eigenen Belange und koordinieren ihre lokalen Community-Relations-Beauftragten.
S3-1 Konzepte im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften
[S3-1.12] [S3-1.14] [S3-1 AR 9] Für das Management der identifizierten wesentlichen Auswirkungen im Zusammenhang mit allen betroffenen Gemeinschaften im Umfeld unserer Aktivitäten dienen unser Code of Conduct (CoC) und unsere Menschenrechts-Grundsatzerklärung als übergeordnete Frameworks, die unser allgemeines Commitment gegenüber betroffenen Gemeinschaften und hinsichtlich ihrer Menschenrechte darlegen. Die Nachhaltigkeitsrichtlinie beschreibt zusätzlich spezifische Prozesse und deckt das Thema der sozialen Verantwortung ab, darunter Community Relations und Sozialinvestitionen. Die Nachhaltigkeitsrichtlinie wurde im Jahr 2025 aktualisiert und umfasst damit neue Anforderungen in Bezug auf Community Relations und Sozialinvestitionen, einschließlich eines Verweises auf das Handbuch zu Community Relations und Sozialinvestitionen (Community Relations & Social Investments (CR & SI) Handbook). Dieses enthält zusätzliche Leitlinien für die Verwaltung dieser Aktivitäten und steht allen lokalen OMV Beauftragten für Community Relations und Sozialinvestitionen zur Verfügung.
Code of Conduct
[MDR-P-65a-65f] In Bezug auf den Code of Conduct werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für S3 Betroffene Gemeinschaften, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, in den Konzepten im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
Menschenrechts-Grundsatzerklärung
[MDR-P-65a-65f] In Bezug auf die Menschenrechts-Grundsatzerklärung werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für S3 Betroffene Gemeinschaften, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, in den Konzepten im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
Spezifische Commitments gegenüber betroffenen Gemeinschaften und indigenen Völkern
[S3-1.15] [MDR-P-65a] Über spezifische Bestimmungen in der Menschenrechts-Grundsatzerklärung verpflichtet sich OMV, jeglichen nachteiligen Auswirkungen auf lokale Kultur, Religion, Bräuche und Traditionen, die Rechte indigener Völker, legitime Landrechte und die Lebensgrundlagen entgegenzuwirken, die sich aus unserer Geschäftstätigkeit sowie durch unsere Community-Investitionsprojekte ergeben oder durch diese begünstigt werden.
[S3-1.16a] OMV hält sich an den Grundsatz der freien, vorherigen und informierten Zustimmung gemäß dem International Finance Corporation (IFC) Performance Standard 7 und dem ILO-Übereinkommen 169. Dieses Commitment umfasst Konsultationen der betroffenen Gemeinschaften, um sicherzustellen, dass die Rechte, die Kultur und die Bräuche indigener Völker respektiert und geschützt werden. OMV ist bestrebt, Zwangsumsiedlungen zu vermeiden, und verfolgt eine Null-Toleranz-Politik gegenüber unrechtmäßiger Landaneignung. Wir achten die legitimen Besitzrechte im Zusammenhang mit Land und natürlichen Ressourcen, einschließlich Wasser, gemäß dem IFC Performance Standard 5. Falls Aktivitäten von OMV zu einer Beeinträchtigung der Rechte von betroffenen Gemeinschaften, insbesondere von indigenen Völkern, führen könnten, verpflichten wir uns, in Absprache mit den entsprechenden Interessenträger:innen, einschließlich der staatlichen Stellen des jeweiligen Landes, Pläne zur Schadensbegrenzung, Wiedergutmachung und Entschädigung zu entwickeln. [S3-1.16b, 16c] Wir verpflichten uns zu einem regelmäßigen Dialog mit den lokalen Gemeinschaften, um deren Bedürfnisse, Belange und Interessen zu verstehen. Die Formen der Einbeziehung lokaler Gemeinschaften sind auf den jeweiligen lokalen Kontext zugeschnitten. Durch Einbeziehung der ermittelten lokalen Bedürfnisse werden unsere Investitionsprioritäten gesetzt. Wir verpflichten uns, Community-Beschwerdemechanismen (Community Grievance Mechanisms; CGMs) an sämtlichen Betriebsstandorten verfügbar zu machen. Ein CGM ist ein formalisiertes Verfahren, um Beschwerden systematisch und transparent zu bearbeiten und Abhilfemaßnahmen bereitzustellen (siehe Abschnitt >Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die betroffene Gemeinschaften Bedenken äußern können). [S3-1.17] Die Menschenrechts-Grundsatzerklärung und das Menschenrechtsmanagementsystem von OMV orientieren sich an der Internationalen Menschenrechtscharta, humanitärem Völkerrecht (sofern anwendbar), den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization; ILO), dem UN Global Compact, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen, um sicherzustellen, dass die Rechte betroffener Gemeinschaften und die Rechte indigener Völker respektiert und geschützt werden. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte.
Nachhaltigkeitsrichtlinie
[S3-1.12] [MDR-P-65a] Um sicherzustellen, dass lokale Gemeinschaften in der Nähe unserer Betriebe von unserer Präsenz profitieren, legt die Nachhaltigkeitsrichtlinie die Anforderungen für die Erlangung und Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Akzeptanz („Social License to Operate“) durch partnerschaftliche Community Relations und Sozialinvestitionen fest. Sozialinvestitionen befassen sich mit den ermittelten Bedürfnissen der Gemeinschaft und sind darauf ausgerichtet, potenzielle und tatsächliche negative Auswirkungen auf betroffene Gemeinschaften abzumildern, die durch die mangelnde Achtung ihrer Rechte während der Geschäftstätigkeit des Unternehmens entstehen können. Gleichzeitig fördern sie die tatsächlichen und potenziellen positiven Auswirkungen einer respektvollen und vertrauensvollen Beziehung. Sie schaffen zudem wertvolle Geschäftsmöglichkeiten, indem sie das Vertrauen, die Zusammenarbeit und den gegenseitigen Nutzen zwischen OMV und den betroffenen Gemeinschaften fördern. Mit der Überwachung der Einhaltung dieser Richtlinie durch regelmäßige Selbstbewertungen stellen wir sicher, dass die Anforderungen konsequent angewendet werden. Dadurch können wir auch Möglichkeiten für kontinuierliche Verbesserungen identifizieren. [MDR-P-65b] Die Nachhaltigkeitsrichtlinie gilt für die Aktivitäten von OMV weltweit, einschließlich Borealis und OMV Petrom.
[MDR-P-65c] Die endgültige Genehmigung der Nachhaltigkeitsrichtlinie obliegt dem Vorstand. Die Expert:innen von Group Sustainability steuern die gesamte Agenda und die Ziele im Bereich Community Relations und stellen dem Unternehmen Werkzeuge, Schulungen, Anleitungen, Fachwissen und Unterstützung zur Verfügung, um die Community Relations je nach Bedarf zu gestalten. Die Verantwortung obliegt den jeweiligen SVPs/Geschäftsführer:innen, die lokale Beauftragte für Community Relations und Sozialinvestitionen in ihren jeweiligen Geschäftsbereichen ernennen, soweit diese Geschäftsbereiche aus Sicht der Community Relations relevant sind. Die lokalen Beauftragten sind dafür verantwortlich, Beziehungen zu lokalen Interessenträger:innen aufzubauen und zu pflegen, lokale Anliegen und Beschwerden gemäß den Community-Beschwerdemanagementsystemen zu bearbeiten sowie Sozialinvestitionen zu planen und umzusetzen. Darüber hinaus sind die lokalen Beauftragten dafür verantwortlich, die Einstellungen der Interessenträger:innen aus den lokalen Gemeinschaften gegenüber dem Unternehmen im Auge zu behalten, um negative Auswirkungen für das Unternehmen zu mindern. Außerdem obliegt es ihnen, das Linienmanagement über schwerwiegende soziale Probleme zu informieren, die weitreichende Auswirkungen auf Projektaktivitäten haben. Der in der Nachhaltigkeitsrichtlinie geregelte Prozess der Beziehungen zu und der Einbeziehung von Gemeinschaften dient der Überwachung der Wirksamkeit.
[MDR-P-65d] Über das übergeordnete Nachhaltigkeits-Framework von OMV (siehe Abschnitt >ESRS 2 GOV-1 Rolle der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane) und zugehörige Aktivitäten ist die Nachhaltigkeitsrichtlinie darauf ausgerichtet, zur Erreichung der SDGs beizutragen. In Übereinstimmung mit diesen Bemühungen priorisieren wir Sozialinvestitionen gemäß definierten strategischen sozialen Aktivitäten (einschließlich Community-Investitionen), um auf die Bedürfnisse der betroffenen Gemeinschaften einzugehen und positive Veränderungen, die sich aus unseren Geschäftstätigkeiten ergeben, zu steuern. [MDR-P-65e] Fachexpert:innen und relevante Abteilungen von OMV waren entweder direkt an der Entwicklung der Richtlinie beteiligt oder wurden im Rahmen des internen Konsultationsprozesses um Feedback zum Entwurf der Richtlinie gebeten. [MDR-P-65f] Die Richtlinie steht allen Arbeitnehmer:innen intern über entsprechende Plattformen zur Verfügung.
S3-2 Verfahren zur Einbeziehung betroffener Gemeinschaften in Bezug auf Auswirkungen
Im Zusammenhang mit unserem Community-Relations-Management verstehen wir die Einbeziehung betroffener Gemeinschaften sowohl als Mittel zur Kommunikation und zum Aufbau gegenseitigen Verständnisses als auch als konkrete Maßnahme zum Management unserer wesentlichen Auswirkungen. Diese Einbeziehung erfolgt auf unterschiedliche Weise und zu verschiedenen Zwecken gemäß Erläuterung unter >S3-3 Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die betroffene Gemeinschaften Bedenken äußern können und >S3-4 Maßnahmen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften.
[S3-2.21a] Die Einbeziehung von Interessenträger:innen ist ein fortlaufender Prozess, der die Ermittlung und Analyse von Interessenträger:innen, die regelmäßige Offenlegung und Verbreitung von Informationen, aussagekräftige Konsultationen und Beteiligungen, die Einrichtung und Aufrechterhaltung eines Beschwerdemechanismus sowie die fortlaufende Kommunikation zu Themen, die für die Gemeinschaften als vorrangig ermittelt wurden, umfasst. Die Einbeziehung betroffener Gemeinschaften hängt von der Projektphase und dem Reifegrad des Projekts ab. Bei neuen Unternehmensprojekten erfolgt die Einbeziehung betroffener Gemeinschaften in der Regel über deren legitime Vertreter:innen. Bei Projekten, die eine Sozialverträglichkeits- und Menschenrechtsprüfung (Social and Human Rights Impact Assessment; SHRIA) erfordern, erfolgt während der Projektvorbereitung auch eine direkte Einbeziehung der Mitglieder der betroffenen Gemeinschaften sowie glaubwürdiger Vertreter:innen, etwa durch Fokusgruppen und Interviews. Bei ausgereiften Projekten, wie zum Beispiel in Raffinerien oder Produktionsstätten, erfolgt die Einbeziehung der betroffenen Gemeinschaften sowie der legitimen Vertreter:innen direkt.
[S3-2.21b] Wir beziehen lokale Gemeinschaften in jeder Phase unserer Projekte ein, um deren Sichtweisen in unsere Aktivitäten zu integrieren. Jeder Betriebsstandort ist dafür verantwortlich, eine Analyse der Interessenträger:innen durchzuführen und einen Plan zur Einbeziehung von Interessenträger:innen (Stakeholder Engagement Plan) zu entwickeln, in dem die Häufigkeit und Art der Einbeziehung entsprechend den lokalen Gegebenheiten festgelegt werden. Zu den Arten der Einbeziehung können beispielsweise persönliche Treffen, E-Mail-Updates, Kommunikation über soziale Medien und die Teilnahme an lokalen Versammlungen gehören. Die Häufigkeit der Einbeziehung richtet sich nach dem Plan zur Einbeziehung von Interessenträger:innen, ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Größe und Art des Projekts, der geografischen Lage und den spezifischen Merkmalen des jeweiligen Projekts. An einigen Standorten kann die Einbeziehung beispielsweise weniger häufig erfolgen, weil die Projekte bereits gut etabliert sind oder OMV den lokalen Gemeinschaften bereits bekannt ist (z. B. in Österreich), während sie an anderen Standorten aufgrund des Bedarfs an kontinuierlicher Entwicklung und Kommunikation häufiger stattfinden kann. Bei neuen Projekten, die potenziell erhebliche Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften haben könnten, wird eine Sozialverträglichkeits- und Menschenrechtsprüfung (Social and Human Rights Impact Assessment; SHRIA) durchgeführt, die nach Möglichkeit Feldforschung an und um die Standorte sowie eine konstruktive, diskriminierungsfreie und persönliche Einbeziehung umfasst. Gemäß den internen Richtlinien für die Durchführung von SHRIAs umfassen diese eine Bestandsaufnahme, eine Analyse der Interessenträger:innen, die Ermittlung und Analyse der Auswirkungen sowie vorgeschlagene Maßnahmen zur Minderung negativer Auswirkungen. Falls relevant, erfolgt auch eine Bewertung der Bedürfnisse der Gemeinschaft, um positive Ergebnisse zu erzielen und die positiven Auswirkungen des Projekts zu steigern. Wo immer möglich, werden SHRIAs auf partizipative Weise durchgeführt, indem wir uns direkt mit potenziell betroffenen Gemeinschaften beraten. Unsere Standards verlangen, dass die Ergebnisse der SHRIAs den betroffenen Interessenträger:innen möglichst über angemessene Mittel zur Kenntnis gebracht werden. Basierend auf diesen Bewertungen entwickeln und implementieren wir standortspezifische Strategien für Community Relations, Pläne zur Einbeziehung der Interessenträger:innen, Community-Beschwerdemechanismen und Sozialinvestitionen. Gelegentlich wird die SHRIA in eine Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung (Environmental and Social Impact Assessment; ESIA) integriert, um Synergien zu nutzen und die Effizienz zu steigern. Neben den SHRIAs führen wir kulturelle Folgenabschätzungen für bestimmte Gemeinschaften durch, wie etwa indigene Bevölkerungsgruppen.
Um beispielsweise negative Auswirkungen auf kulturell bedeutsame Stätten zu vermeiden, haben wir die anfängliche Planung von Geschäftsprojekten geändert und unter anderem den Verlauf von Bohrungen angepasst. Während des gesamten Projektlebenszyklus und abhängig von der jeweiligen Projektphase werden die Sichtweisen der Gemeinschaftsmitglieder berücksichtigt, beispielsweise hinsichtlich der Planung von Zugangswegen und Zeiten, in denen die Arbeiten durchgeführt werden, sowie hinsichtlich der Formen von Community-Investitionen.
Wir stehen in regelmäßigem Kontakt mit betroffenen Gemeinschaften und bemühen uns, sie im Voraus über alle geplanten Geschäftsaktivitäten zu informieren, die sie betreffen könnten. In der Nähe unserer Raffinerien werden beispielsweise Interessenträger:innen wie lokale Behörden und Anrainer:innen proaktiv im Vorhinein über Arbeiten in Kenntnis gesetzt, die zu Störungen führen können (z. B. Lärm bei Wartungsarbeiten). Je nach Situation erfolgt die Verständigung im Rahmen von Treffen mit Interessenträger:innen, über soziale Medien, Broschüren oder andere Kanäle.
Wenn Anlagen stillgelegt werden oder wir uns von einem Standort zurückziehen, befasst sich unser Community-Relations-Team mit den potenziellen sozialen Auswirkungen, indem es beispielsweise gezielte Programme zur Einbeziehung betroffener Gemeinschaften erstellt, eine Sozialverträglichkeits- und Menschenrechtsprüfung durchführt und Managementpläne und Ausstiegsstrategien für laufende Projekte zur Entwicklung von Gemeinschaften erarbeitet. Im Jahr 2025 führten wir eine umfassende Bewertung mit unabhängigen Menschenrechtsexpert:innen für den Jemen durch, bei der die mit dem Rückzug von OMV aus dem Jemen verbundenen Menschenrechtsrisiken untersucht wurden. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf den aktuellen und potenziellen Auswirkungen auf die lokalen Gemeinschaften und die Belegschaft, einschließlich der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette. Zudem wurden die mit dem Rückzug verbundenen Risiken bewertet, die Verantwortung von OMV für negative Auswirkungen analysiert und Maßnahmen zur Risikominderung und -behebung empfohlen, um diese Risiken während und nach dem Rückzug zu steuern.
[S3-2.21c] Die Abteilung Group Sustainability von OMV steuert, regelt und berichtet über die konzernweiten Aktivitäten im Bereich Community Relations und Sozialinvestitionen (CR & SI). Group Sustainability legt zudem die gesamte Agenda und die Ziele im Bereich CR & SI fest und stellt dem Unternehmen Werkzeuge, Schulungen, Anleitungen, Fachwissen und Unterstützung zur Verfügung, um CR & SI je nach Bedarf zu gestalten. Lokale Beauftragte für CR & SI sind für die Entwicklung und Umsetzung lokaler CR & SI-Aktivitäten verantwortlich, um die Nachhaltigkeitsagenda des Konzerns zu unterstützen. Die CR & SI-Expert:innen innerhalb der Abteilung Group Sustainability sind die führende Instanz, die die Community Relations und Sozialinvestitionen auf Konzernebene steuert. Die Verantwortung für die Entwicklung und Umsetzung der CR & SI-Aktivitäten, einschließlich der Umsetzung von Plänen zur Einbeziehung von Interessenträger:innen, obliegt den Geschäftsführer:innen/Standortleiter:innen. Gemäß unserer Nachhaltigkeitsrichtlinie können jeder Geschäftsbereich und alle Tochtergesellschaften im Rahmen der Prozesse der Nachhaltigkeitsstrategie von OMV soziale Investitionen und Projekte zu Investitionen in Gemeinschaften initiieren. Die CR & SI-Expert:innen innerhalb der Abteilung Group Sustainability sorgen zudem dafür, dass die Ergebnisse der Einbeziehungen in die Strategie des OMV Konzerns für Community Relations und Sozialinvestitionen einfließen. Wir halten beispielsweise strukturierte vierteljährliche Abstimmungsgespräche und bei Bedarf auch Ad-hoc-Besprechungen mit unseren lokalen Community-Relations-Beauftragten ab, um die lokale Umsetzung unserer globalen Community-Relations- und Entwicklungscommitments zu überwachen und zu steuern. Wir organisieren auch einen regelmäßigen Dialog zwischen allen Ländern, um Herausforderungen und Erfahrungen mit bewährten Verfahren als Ergänzung zu den bereitgestellten Leitlinien zu teilen.
[S3-2.21d] Unmittelbar nach der Lösung eines Problems oder dem Start eines Sozialinvestitionsprogramms holen wir das Feedback unserer Interessenträger:innen ein. Die Wirksamkeit der Einbeziehung unserer Interessenträger:innen wird durch die Erfassung und Auswertung derartigen Feedbacks bewertet. Dieses Feedback wird lokal durch Umfragen oder direkte Einbeziehung gesammelt und anschließend analysiert, um Bereiche mit Verbesserungsbedarf zu ermitteln, den Fortschritt im Hinblick auf unsere Einbeziehungsziele zu verfolgen und sicherzustellen, dass unsere Interaktion mit den betroffenen Gemeinschaften produktiv und sinnvoll ist. Unsere Community- und Sozialinvestitionen sind von den Bedürfnissen gelenkt, die bei den SHRIAs sowie den fortlaufenden Konsultationen mit den betroffenen Gemeinschaften ermittelt werden. Wir priorisieren die Kooperationsprojekte mit lokalen Interessenträger:innen jährlich, um den sozialen Nutzen unserer Investitionen zu maximieren.
Einbeziehung schutzbedürftiger Gruppen
[S3-2.22] Wir legen unser Augenmerk auf mögliche Auswirkungen auf Menschenrechte, insbesondere jene von potenziell gefährdeten Einzelpersonen und Gruppen, wie indigenen Bevölkerungsgruppen, Frauen und Kindern. Im SHRIA-Framework wird beispielsweise besonderer Wert auf die direkte Einbeziehung dieser potenziell schutzbedürftigen Gruppen gelegt, wie etwa durch spezielle Fokusgruppen, an denen ausschließlich Frauen teilnehmen. In enger Zusammenarbeit mit NGOs wollen wir zudem durch verschiedene soziale Projekte, Sponsorings und Spendenaktionen Einblicke in bestimmte Gruppen der von uns betroffenen Gemeinschaften gewinnen. Unser Dialog mit den Interessenträger:innen, unsere Beschwerdemechanismen und unsere SHRIAs erleichtern den Erhalt von direktem Feedback von betroffenen Gemeinschaften und stellen sicher, dass ihre Anliegen gehört und gelöst werden. Über diesen kooperativen Ansatz können wir vulnerable Gruppen ermitteln und schützen.
[S3-2.23i-23iii] Alle Projekte des OMV Geschäftsbereichs Energy erfordern in der Entwicklungsphase eine Konsultation der Gemeinschaften. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn das Projekt Auswirkungen auf indigene Gemeinschaften haben könnte und eine freie, vorherige und informierte Zustimmung (Free, Prior, and Informed Consent; FPIC) erforderlich ist. Unsere betroffenen Gemeinschaften in Neuseeland schließen indigene Völker ein. In unserer Menschenrechts-Grundsatzerklärung verpflichten wir uns, ihre Menschenrechte zu respektieren und zu wahren, insbesondere ihr kulturelles, intellektuelles, religiöses und spirituelles Eigentum, die Aktivitäten, die sich auf ihr Land und ihre Gebiete auswirken, und die legislativen oder administrativen Maßnahmen, die sie betreffen. Wir verpflichten uns zur Konsultation der Gemeinschaften und erkennen den Grundsatz der freien, vorherigen und informierten Zustimmung (Free, Prior, and Informed Consent; FPIC) in Übereinstimmung mit dem Performance Standard 7 der International Finance Corporation (IFC) und dem ILO-Übereinkommen 169 an. OMV berücksichtigt und respektiert die legitimen Besitzrechte im Zusammenhang mit Eigentum und der Nutzung von Land und natürlichen Ressourcen (einschließlich Wasser), wie im IFC Performance Standard 5 festgelegt. Wir verpflichten uns, Zwangsumsiedlungen zu vermeiden und verfolgen eine Null-Toleranz-Politik gegenüber unrechtmäßiger Landaneignung und respektieren gleichzeitig das Recht auf Wasser. Sollte es zu einer Beeinträchtigung der Rechte lokaler Gemeinschaften, insbesondere jener indigener Völker, durch OMV kommen, verpflichten wir uns, in enger Absprache mit allen Interessenträger:innen, einschließlich der staatlichen Stellen des jeweiligen Landes, angemessene Pläne zur Schadensbegrenzung, Wiedergutmachung und Entschädigung zu entwickeln (siehe Abschnitt >S3-3 Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die betroffene Gemeinschaften Bedenken äußern können).
Die Standorte von OMV Neuseeland sind seit langem etabliert. Als betroffene Gemeinschaften wurden dort Landwirtschaftsbetriebe in der Nachbarschaft und indigene Bevölkerungsgruppen ermittelt, die mit Land und Meer verbunden sind. Die Māori, die als das indigene Volk Neuseelands anerkannt sind und dem Vertrag von Waitangi unterliegen, haben das Recht, ihre Lebensweise und Ressourcen zu schützen. Der Vertrag beeinflusst die Geschäftstätigkeit von OMV Neuseeland und unterstreicht die enge Zusammenarbeit mit den iwi (Stämmen) und hapū (Unterstämmen), um eine laufende gesellschaftliche Akzeptanz aufrechtzuerhalten. Die langjährige Beziehung zu den iwi und hapū basiert auf gegenseitigem Respekt und wechselseitiger Kommunikation, wobei es die iwi vorziehen, zeitweise getrennt von größeren Gruppen einbezogen zu werden. Zu den Einbeziehungsmethoden gehören Telefonate, persönliche Meetings, Foren mit mehreren Gruppen, Standortbesuche und E-Mails. Die Häufigkeit dieser Interaktionen hängt von den Aktivitäten am Standort oder laufenden Projekten ab, wobei einige monatlich, andere wiederum je nach Bedarf stattfinden. In den Diskussionen geht es um die Auswirkungen und Minderungsmaßnahmen, insbesondere um die kulturellen Auswirkungen. Häufig bedarf es einer Bewertung der kulturellen Auswirkungen durch die indigene Gruppe. Auch Möglichkeiten der Zusammenarbeit, wie etwa Kulturbeobachter:innen, Einführungen in die jeweilige Kultur und Beschäftigungsmöglichkeiten, werden untersucht.
S3-3 Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die betroffene Gemeinschaften Bedenken äußern können
[S3-3.27a-27d] Unser Umgang mit Beschwerden aus den lokalen Gemeinschaften folgt dem Vorsorgeprinzip und sichert uns die lokale Zustimmung für die Geschäftstätigkeit von OMV. Dazu gehört, dass wir frühzeitig die Bedenken der lokalen Bevölkerung identifizieren und lösen. Wir achten darauf, dass unsere Geschäftstätigkeiten für die Anrainer:innen möglichst störungsfrei ablaufen. Dennoch kann es zu Beschwerden kommen. Wir handhaben diese Beschwerden mithilfe lokaler Community-Beschwerdemechanismen (Community Grievance Mechanisms; CGMs). Die CGMs helfen OMV und den potenziell von seiner Geschäftstätigkeit Betroffenen, Probleme außergerichtlich zu lösen, und bieten je nach Fall Zugang zu entsprechenden Lösungen. Bei OMV sind lokale CGMs ein zentrales Instrument zur Verhinderung und zum Management unserer potenziellen negativen Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften, da wir Sachverhalte frühzeitig erkennen, bearbeiten und deren Eskalation vermeiden können. Zudem können wir Abhilfemaßnahmen ergreifen, falls dennoch negative Auswirkungen auftreten. Sie schaffen Vertrauen bei den lokalen Gemeinschaften, helfen dabei, wertvolles Feedback von den Gemeinschaften zu sammeln, das die Projektentwicklung verbessert, und stellen sicher, dass wir unsere gesellschaftliche Akzeptanz aufrechterhalten können.
Die Einrichtung von CGMs ist ein formalisierter Prozess, um Belange und Beschwerden von Gemeinschaften und anderen Interessenträger:innen systematisch und transparent zu verwalten und Abhilfemöglichkeiten anzubieten. Auf Basis der Konzernprozesse fordern die lokalen Verfahren einen stringenten Ansatz zur systematischen Entgegennahme, Dokumentation, Bearbeitung und Klärung von Beschwerden in allen Ländern, in denen wir tätig sind. Hierzu gehören die Umsetzung angemessener und leicht zugänglicher Beschwerdekanäle für betroffene Gemeinschaften am Standort durch die zuständigen Geschäftsführer:innen, der Aufbau und die Aufrechterhaltung von Beziehungen zu Interessenträger:innen aus den lokalen Gemeinschaften, die Auseinandersetzung mit lokalen Anliegen und Beschwerden und nach Bedarf das Ergreifen von Abhilfemaßnahmen. Mögliche Abhilfemaßnahmen sind Entschuldigungen, finanzielle oder nicht finanzielle Entschädigungen, die Vermeidung von Schäden durch gerichtliche Verfügungen oder Garantien für die Nichtwiederholung, Strafsanktionen (wie Bußgelder), Rückgabe, Wiederherstellung und Rehabilitation. Wir nutzen einen systematischen Ansatz zur Verfolgung und Überwachung von Problemen, die durch unsere Beschwerdemechanismen aufgeworfen werden. Jede Beschwerde wird gründlich untersucht und behandelt, um sicherzustellen, dass Mitglieder der betroffenen Gemeinschaften Zugang zu geeigneten und auf ihren spezifischen Fall zugeschnittenen Abhilfemaßnahmen haben.
Unser Beschwerdemanagement soll die Richtlinien von Ipieca und die Wirksamkeitskriterien der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte vollumfänglich erfüllen. Gemäß den Wirksamkeitskriterien muss ein Beschwerdemechanismus legitim, zugänglich, berechenbar, ausgewogen, transparent, rechtekompatibel und eine Quelle kontinuierlichen Lernens sein sowie auf Dialog und Austausch aufbauen.
Durch lokale Mechanismen können Fälle zeitnah durch Mitarbeitende bearbeitet werden, die mit den lokalen Gegebenheiten vertraut sind. Wir bemühen uns, alle Beschwerden umgehend zu lösen. Je nach Schweregrad und Art des Sachverhalts können die Reaktionszeiten zwischen 24 Stunden für dringende Fälle und maximal 45 Tagen für Fälle, die eingehende Untersuchungen erfordern, liegen. Ein praktisches Beispiel dafür ist das sogenannte „Grüne Telefon“ in der Raffinerie Schwechat, das seit einigen Jahren allen Anrainer:innen rund um die Uhr direkten Kontakt ermöglicht. Jeder Anruf wird von dem:der Schichtleiter:in beantwortet. Bei Lärm- oder Geruchswahrnehmungen, die die Hauptursache für Beschwerden in der Raffinerie sind, erfolgt unverzüglich eine Überprüfung der Raffinerie vor Ort zur Ermittlung möglicher Ursachen, die ehestmöglich behoben werden. Die lokalen Kanäle können sich also unterscheiden und werden an die Bedürfnisse der Rechteinhaber:innen angepasst.
Community-Beschwerdemechanismen sind in allen von OMV betriebenen Anlagen des Geschäftsbereichs Energy, in den OMV Raffinerien Schwechat (Österreich) und Burghausen (Deutschland) sowie in der Raffinerie Petrobrazi und dem Kraftwerk Brazi von OMV Petrom in Rumänien eingerichtet. Borealis verfügt über ein Hotline-System, über das interne und externe Interessenträger:innen Beschwerden einbringen können. Einzelheiten zu den verfügbaren Kanälen sind auf unseren Länderwebsites und an den Standorten zu finden. Wir unterstützen außerdem die Einrichtung von Beschwerdemechanismen in unseren Geschäftsbeziehungen. So haben wir beispielsweise im Jemen, aus dem wir uns 2025 zurückgezogen haben, wichtige Auftragnehmer:innen bei der Einführung von Beschwerdemechanismen unterstützt.
[S3-3.AR 22] Sollte es zu einer Beeinträchtigung der Rechte lokaler Gemeinschaften, insbesondere jener indigener Völker, durch OMV kommen, verpflichten wir uns, in enger Absprache mit allen Interessenträger:innen, einschließlich der staatlichen Stellen des jeweiligen Landes, angemessene Pläne zur Schadensbegrenzung, Wiedergutmachung und Entschädigung zu entwickeln. So sorgen wir beispielsweise bei Bedenken oder Beschwerden im Zusammenhang mit Entschädigungen für die Nichtnutzung von Land (wie etwa durch oberirdische Rohrleitungen, Freileitungen oder Betonblöcke) für eine angemessene finanzielle Entschädigung für die Landnutzung oder bieten, wenn möglich, ein Ersatzgrundstück an. Wenn ein Standort nach Abschluss des Projekts stillgelegt wird, stellen wir außerdem sicher, dass er ordnungsgemäß wiederhergestellt und saniert wird. Besondere Umsicht ist auch im Umgang mit indigenen Gruppen geboten, insbesondere in Bezug auf Land- und Eigentumsrechte. Für nicht indigene Gruppen mag eine Entschädigung eine angemessene Abhilfemaßnahme darstellen, für indigene Gruppen hat das Land ihrer Vorfahren jedoch oft eine besondere Bedeutung. Bei der Ausgestaltung unserer Einbeziehungs- und Abhilfemaßnahmen berücksichtigen wir die Bräuche, Traditionen, Regeln und Rechtssysteme indigener Völker.
OMV hat sich das Ziel gesteckt, die CGMs an allen Standorten bis 2025 anhand der UN-Wirksamkeitskriterien für außergerichtliche Beschwerdemechanismen zu bewerten (siehe Abschnitt >S3-5 Ziele im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften). Bei den CGM-Bewertungen werden die bestehenden Prozesse und Praktiken überprüft und praktische Verbesserungsmaßnahmen identifiziert. Die Aktionspläne zur Verbesserung der CGMs werden von lokalen Community-Relations-Beauftragten umgesetzt und von der Konzernfunktion Community Relations & Social Investments überwacht.
[S3-3.28] [S3-3 AR 21] Beschwerden können auf Wunsch anonym eingereicht werden. Sie können persönlich, im Namen einer anderen Person oder als Sammelbeschwerde eingereicht werden, beispielsweise von einer Gruppe von Gemeinschaftsmitgliedern mittels eines gemeinsamen Schreibens von einem:einer Bürgermeister:in, der:die im Namen der Gemeinschaft an OMV herantritt, oder über eine Gewerkschaft, die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette vertritt. Es gibt keine Beschränkungen hinsichtlich der Art der vorgebrachten Sachverhalte, und die Beschwerdekanäle sind nicht exklusiv in Bezug darauf, wer Beschwerden einreichen kann. Beschwerden werden vertraulich behandelt. OMV unternimmt keinerlei Vergeltungsmaßnahmen gegenüber Gemeinschaftsmitgliedern, die eine Beschwerde vorbringen. Der Schutz vor Vergeltungsmaßnahmen gemäß unserem Code of Conduct ist eine wichtige Maßnahme, um zu gewährleisten, dass sich die Gemeinschaftsmitglieder sicher fühlen, wenn sie Bedenken äußern, einschließlich negativer Aspekte im Zusammenhang mit ihren Rechten, ihrem kulturellen Erbe oder Zwangsumsiedlungen. Wir bestärken die Gemeinschaftsmitglieder aktiv darin, Sachverhalte anzusprechen, und verpflichten uns, sie vor jeglicher Form von Vergeltungsmaßnahmen zu schützen, die sich aus der Weitergabe ihres Feedbacks oder ihrer Bedenken ergeben könnten. Die CGMs helfen OMV und den potenziell von seiner Geschäftstätigkeit Betroffenen, Probleme außergerichtlich zu lösen. Die CGMs von OMV hindern betroffene Gemeinschaften jedoch nicht daran, zur Behandlung ihrer Beschwerden auf gerichtliche oder andere Verfahren zuzugreifen.
Die Verfügbarkeit des Beschwerdemechanismus wird allen externen Interessenträger:innen mitgeteilt. Er ist so konzipiert, dass er für alle Mitglieder betroffener Gemeinschaften, insbesondere für schutzbedürftige Gruppen, leicht zugänglich ist. Wir sind uns der spezifischen Rolle und Vulnerabilität von Menschenrechtsverteidiger:innen bewusst, und treten Drohungen, Einschüchterungen und physischen, verbalen oder rechtlichen Angriffen gegen diese in Zusammenhang mit unserer Geschäftstätigkeit entschieden entgegen. Um sicherzustellen, dass die von OMV betroffenen Gemeinschaften nicht nur unsere Beschwerdeverfahren kennen, sondern auch auf deren Wirksamkeit vertrauen, überwachen wir die Anzahl und Art der eingereichten Beschwerden. Wir analysieren das Verhältnis zwischen eingehenden Beschwerden und gelösten Beschwerden, einschließlich jener, die durch Abhilfemaßnahmen gelöst wurden, um einen Einblick in die Zuverlässigkeit unseres Verfahrens zu erhalten. Ferner führt OMV Bewertungen der CGM-Prozesse durch, um deren Wirksamkeit zu gewährleisten. Im Rahmen dieser Bewertungen werden interne und externe Interessenträger:innen zum Beispiel in Form von Interviews zur aktuellen Leistung der CGMs und zur Art der Gestaltung eventuell erforderlicher Verbesserungen befragt.
S3-4 Maßnahmen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften
[MDR-A-68a-68c] [S3-4.30] [S3-4.35] Wir haben spezielle Maßnahmen definiert, um unsere wesentlichen negativen Auswirkungen auf Gemeinschaften zu adressieren, die sich aus der Nichtbeachtung, dem mangelnden Schutz und der Nichterfüllung wirtschaftlicher, sozialer, bürgerlicher und kultureller Rechte oder aus der fehlenden Sicherstellung einer angemessenen Konsultation, Entschädigung und Wiedergutmachung oder aus der fehlenden Bereitstellung und Ermöglichung von Abhilfemaßnahmen ergeben. Gleichzeitig möchten wir unsere wesentlichen positiven Auswirkungen durch den Aufbau respektvoller und vertrauensvoller Beziehungen stärken und so zur nachhaltigen Verbesserung des Lebensstandards und zur langfristigen Widerstandsfähigkeit der lokalen Gemeinschaften beitragen. Die Maßnahmen sind fortlaufend und adressieren die Auswirkungen sowohl unserer eigenen Geschäftstätigkeit als auch unserer Lieferkette. Dazu gehören Aktivitäten im Zusammenhang mit der Planung, dem Landerwerb und der Landnutzung, der Öl- und Gasförderung, der Nutzung natürlicher Ressourcen und anderen Umwelt- und Sozialfaktoren. Somit tragen diese Maßnahmen zur Erfüllung unserer Commitments bei, die im Code of Conduct und in der Menschenrechts-Grundsatzerklärung von OMV dargelegt sind. Sie entsprechen zudem den Leitlinien unserer Nachhaltigkeitsrichtlinie.
Unser Handbuch zu Community Relations und Sozialinvestitionen enthält weitere Leitlinien für lokale Beauftragte zur Umsetzung dieser Maßnahmen. Unsere Maßnahmen werden im folgenden Abschnitt näher erläutert. Sie umfassen die Einbeziehung lokaler Gemeinschaften in Bezug auf potenzielle und tatsächliche Auswirkungen von Projekten, die Etablierung, Bewertung und Verbesserung von Community-Beschwerdemechanismen, die Bewältigung und Minderung von Konflikten oder Beschwerden durch Abhilfemaßnahmen, die Durchführung von Bedarfsanalysen in Gemeinschaften, um zu ermitteln, welche Arten von Community-Investitionen erforderlich sind, und die Umsetzung von Sozialinvestitionen. [S3-4.38] OMV setzt erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen ein, um soziale Risiken zu mindern und einen Beitrag zum sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Fortschritt in den Gebieten zu leisten, in denen wir tätig sind. Dazu gehört ein jährliches Budget für die Umsetzung der in den Plänen für Community Relations und Sozialinvestitionen definierten Maßnahmen. Wir haben das Ziel, mindestens 1% des den Aktionär:innen des Mutterunternehmens zuzurechnenden Jahresüberschusses des Vorjahres für soziale Ziele zu verwenden. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >S3-5 Ziele im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften.
[MDR-A-69a, 69b] Trotz der für die angeführten Maßnahmen und Initiativen bereitgestellten Ressourcen hat keine davon im Berichtsjahr unseren Schwellenwert
44 für wichtigste Maßnahmen überschritten. Vor diesem Hintergrund wurden die Datenanforderungen in Bezug auf CAPEX nicht berücksichtigt.
Einbeziehung von Gemeinschaften
Im Rahmen des Managements unserer Beziehungen zu den Gemeinschaften ist die Einbeziehung der betroffenen Gemeinschaften nicht nur ein Mittel zur Kommunikation und zur Schaffung von gegenseitigem Verständnis, sondern auch eine Maßnahme, die wir ergreifen, um unsere wesentlichen Auswirkungen zu steuern und unsere strategischen Ziele zu erreichen. Erläuterungen zu unserem diesbezüglichen allgemeinen Ansatz finden Sie im Abschnitt >S3-2 Verfahren zur Einbeziehung betroffener Gemeinschaften in Bezug auf Auswirkungen. Im Folgenden beschreiben wir konkrete Einbeziehungsaktivitäten, die im Berichtsjahr stattgefunden haben.
[MDR-A68a-68c] [S3-4.32a] [S3-4.33a, 33b] Im Jahr 2025 haben wir unsere Bemühungen fortgesetzt, mit den Gemeinschaften in der Umgebung unserer Betriebe über die tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen unserer Tätigkeiten zu sprechen, insbesondere über Auswirkungen im Zusammenhang mit Landnutzung, Planung und Bauvorhaben. Zum Beispiel ist OMV seit mehr als 60 Jahren im niederösterreichischen Weinviertel in Kooperationspartnerschaften eingebunden. Im Juli 2023 bestätigte OMV den neuen Gasfund Wittau Tief-2a. Die Förderung beginnt 2026. OMV entwickelte einen Plan zur Einbeziehung von Interessenträger:innen und die lokale Geschäftsleitung hielt Treffen mit Vertreter:innen der betroffenen Gemeinschaften ab, um diese über das laufende Projekt zu informieren. Wir haben außerdem Informationen zu unserem CGM an Anschlagtafeln bei allen relevanten Gemeinschaften ausgehängt. In der Steiermark in Österreich führen wir aktuell eine Analyse der Interessenträger:innen durch und entwickeln einen praktischen Plan zur Einbeziehung dieser Gruppen bei einem Projekt im Rahmen unseres Low-Carbon-Geschäfts. Durch die frühzeitige Identifizierung und Einbeziehung unserer Interessenträger:innen können wir tatsächliche negative Auswirkungen vermeiden oder abmildern.
[MDR-A68a-68c] [S3-4.32a] [S3-4.33a, 33b] Die Einbeziehung der Interessenträger:innen ist auch für das Projekt UpHy Large von OMV von zentraler Bedeutung. Das Projekt UpHy Large von OMV ist eine strategische Initiative zur Versorgung der Raffinerie Schwechat mit grünem Wasserstoff. Die Elektrolyseanlage wird in Bruck an der Leitha gebaut und wird die fünftgrößte in Europa sein. Als Schlüsselanlage wird sie einen erheblichen Teil des jährlichen Wasserstoffbedarfs der Raffinerie decken und somit Auswirkungen auf verschiedene Interessenträger:innen haben. Hier bezieht OMV Gemeinden, Behörden, Industriepartner:innen, NGOs und Umweltschutzgruppen aktiv mit ein. Im Jahr 2025 wurden verschiedene Interessenträger:innen anhand ihres Einflusses und Interesses identifiziert und nach Prioritäten geordnet. Dabei wurden Auftragnehmer:innen und Grundbesitzer:innen im Hinblick auf die Verlegung der Pipeline besonders berücksichtigt. Der Plan zur Einbeziehung von Interessenträger:innen umfasst regelmäßige Berichterstattung und vierteljährliche Workshops, um Belange anzusprechen, Projektaktualisierungen auszutauschen und ökologische und soziale Auswirkungen zu diskutieren.
Community-Beschwerdemechanismen (CGMs) und Bereitstellung von Abhilfemaßnahmen
[MDR-A68a-68c] [S3-4.32b,32d] [S3-4.33a-33c] Als Abhilfemaßnahme für lokale Gemeinschaften in der Nähe unserer Betriebe stehen Community-Beschwerdemechanismen zur Verfügung, über die Gemeinschaften ihre Bedenken äußern können. Diese Mechanismen sind für uns gleichzeitig das wichtigste Instrument, um zu ermitteln, welche Maßnahmen als Reaktion auf negative Auswirkungen erforderlich sind. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >S3-3 Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die betroffene Gemeinschaften Bedenken äußern können. OMV hat sich das Ziel gesteckt, die CGMs an allen Standorten bis 2025 anhand der UN-Wirksamkeitskriterien für außergerichtliche Beschwerdemechanismen zu bewerten. Nachdem das Ziel erreicht wurde, wurden im Jahr 2025 keine neuen Bewertungen durchgeführt (siehe Abschnitt >S3-5 Ziele im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften). Die CGM-Bewertungen dienen dazu, die Wirksamkeit der bestehenden Prozesse und Praktiken zu überprüfen und praktische Verbesserungsmaßnahmen zu ermitteln. Im Rahmen dieser Bewertungen werden interne und externe Interessenträger:innen zur aktuellen Funktionsweise der CGMs und zu eventuell erforderlichen Verbesserungen befragt. Wir setzen derzeit die auf den Ergebnissen basierenden Folgemaßnahmen um, um die CGMs zu verbessern. Außerdem prüfen wir derzeit, wie wir am besten gewährleisten können, dass auch bei nicht selbst betriebenen Anlagen Beschwerdekanäle zur Verfügung stehen. Dies wird in den kommenden Jahren ein Thema von zunehmender Bedeutung sein. Im Jahr 2025 sorgten wir weiterhin für Abhilfe bei vorgebrachten Beschwerden, beispielsweise durch die Reparatur von Produktionsinfrastruktur, die Lärm verursachte, oder durch Entschädigungen für verschmutzte Flächen.
Sozialinvestitionen
[MDR-A 68a-68c] [S3-4.32c, 32d] OMV hat für seine Aktivitäten, die monetäre oder nicht monetäre Unterstützung und über das Kerngeschäft hinausgehende Maßnahmen umfassen und einen Beitrag zum Wohlergehen und zum Fortschritt der Gesellschaft im Allgemeinen leisten sollen, den Oberbegriff „Sozialinvestitionen“ definiert. Unsere Sozialinvestitionen (einschließlich Projekten zu Investitionen in Gemeinschaften), die sich an unserer Nachhaltigkeitsrichtlinie orientieren, zielen darauf ab, einen langfristigen gesellschaftlichen Wert für die lokalen Gemeinschaften zu schaffen, die von unserer Geschäftstätigkeit betroffen sind. Auf diese Weise werden unsere potenziellen und tatsächlichen negativen Auswirkungen, die sich aus der Nichtbeachtung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte der Gemeinschaften ergeben, abgeschwächt und unsere tatsächlichen und potenziellen positiven Auswirkungen in Form von verbesserten Lebensstandards und langfristiger Widerstandsfähigkeit der lokalen Gemeinschaften gefördert. Zur Gewährleistung der Kontinuität bei Sozialinvestitionen haben wir ein Ziel hinsichtlich der dafür bereitgestellten Ressourcen festgelegt. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >S3-5 Ziele im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften.
Community-Investitionen werden auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmt und nach Absprache mit den lokalen Interessenträger:innen sowie unter Berücksichtigung länderspezifischer Prioritäten in Bezug auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals; SDGs) getätigt. Wir konzentrieren uns auf Projekte, die das Potenzial haben, langfristigen gesellschaftlichen Wert zu generieren und das Leben der Begünstigten nachhaltig zu verändern. Community- und Sozialinvestitionen erfolgen in Übereinstimmung mit den im Zuge der Sozialverträglichkeits- und Menschenrechtsprüfungen identifizierten Bedürfnissen der betroffenen Gemeinschaften oder mit breiter gefassten gesellschaftlichen Prioritäten (z. B. durch Konsultation des Social Progress Index).
Im Jahr 2025 beispielsweise weitete OMV Petrom seine Unterstützung von Initiativen zur Gesundheitsförderung für Kleinkinder aus und führte seine Baumpflanzaktionen in Rumänien fort. OMV Tunesien unterstützte das erste Start-up-Förderprogramm für Absolvent:innen der MINT-Fächer im ENIG Innovation Hub – dem ersten universitären Gründerzentrum der Region – in Zusammenarbeit mit der Universität Gabes und der Ingenieursschule Gabes. Diese nachhaltige Initiative soll technologiebasierte, innovative Geschäftslösungen fördern und die Selbstständigkeit unterstützen. Da die Digitalisierung auch für die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft immer wichtiger wird, bieten wir in österreichischen Volksschulen ein virtuelles Unterrichtsprogramm an. Außerdem haben wir drei hochmoderne Feuerwehrfahrzeuge nach Libyen geliefert, um die lokalen Behörden dabei zu unterstützen, die Dienstleistungen für die Gemeinschaften in der Umgebung der lokalen OMV Betriebsstätten zu verbessern.
Unser Ziel ist die Implementierung unserer Projekte in Partnerschaft mit lokal aktiven Interessenträger:innen oder NGOs, um eine maximale soziale Rendite unserer Investitionen sicherzustellen. Wir erachten unsere Community-Projekte als Investitionen und erwarten daher, dass jedes Projekt für lokale Gemeinschaften oder die Gesellschaft im weiteren Sinne gewinnbringend ist. Dazu gehört häufig auch der Wissenstransfer, bei dem es darum geht, die fachlichen Kompetenzen von potenziellen neuen Arbeitnehmer:innen bzw. Geschäftspartner:innen auf lokaler Ebene zu erweitern. Wir verfolgen die Wirksamkeit der Ergebnisse mithilfe der „Input, Output, Outcome, Impact“- (IOOI-)Methode, die für festgelegte Sozialinvestitionsprojekte entwickelt wurde. Dank maßgeschneiderter Fragebögen, die von Projektteilnehmer:innen ausgefüllt werden, gewinnen wir Erkenntnisse und können die Qualität sozialer Projekte bewerten. Das hilft uns, den Erfolg unserer Bemühungen zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen zu messen. Durch unsere Sozialinvestitionsprojekte erreichten wir im Jahr 2025 1,2 Mio Begünstigte (2024: 1,1 Mio) und investierten EUR 23,7 Mio (2024: EUR 36,1 Mio).
Sozialinvestitionen im Jahr 2025 nach den wichtigsten SDGs und nach Begünstigten
Eine konsistente Kommunikation gewährleistet einen einheitlichen strategischen Ansatz und unterstützt die Ziele, die sich OMV hinsichtlich seiner sozialen Verantwortung gesetzt hat. OMV hat drei strategische Sozialmaßnahmen für seine Community- und Sozialinvestitionen definiert:
Zusätzlich zu den vom Konzern definierten Prioritäten legen einzelne Länder oder Tochtergesellschaften auch für sie spezifische Prioritäten fest. So wurden etwa vom Borealis Social Fund drei Bereiche sozialen Engagements definiert, die zu den SDGs 14, 6, 7 und 4 beitragen. Beim ehrenamtlichen Engagement von Unternehmen geht es um eine weitere Reihe unterschiedlicher Aktivitäten, die unternommen werden, um positive Auswirkungen für betroffene Gemeinschaften zu erzielen. Die Arbeitnehmer:innen von OMV werden dazu ermutigt, persönlich an Nachhaltigkeitsinitiativen teilzunehmen, auch durch ehrenamtliches Engagement. Wir bieten ihnen die Möglichkeit, sich aktiv für verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln einzusetzen, und unterstützen das Engagement unserer Arbeitnehmer:innen bei gemeinnützigen Partnerorganisationen oder in Verbindung mit durch das Unternehmen gesponserten Sozialprojekten. Konzernweite ehrenamtliche Tätigkeiten, die mit spezifischen Zielen in Einklang stehen, sind Teil unserer Community- und Sozialinvestitionen.
Kennzahlen und Ziele
S3-5 Ziele im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften
[MDR-T-80a] [S3-5.39a, 39b] Um die Wirksamkeit und den Fortschritt unserer Konzepte und Maßnahmen zum Umgang mit wesentlichen Auswirkungen in Bezug auf betroffene Gemeinschaften zu verfolgen, haben wir messbare, ergebnisorientierte und zeitgebundene Ziele festgelegt. Wir wollen unseren negativen Auswirkungen der Nichteinhaltung, Nichtwahrung und Nichterfüllung wirtschaftlicher, sozialer, bürgerlicher und kultureller Rechte sowie der Nichtgewährleistung von Konsultationen, Entschädigungen und Wiedergutmachungen für die Gemeinschaften entgegenwirken. Daher haben wir uns zum Ziel gesetzt, sicherzustellen, dass 100% der an unseren Standorten vorhandenen Community-Beschwerdemechanismen (Community Grievance Mechanisms; CGMs) anhand der UN-Wirksamkeitskriterien bewertet sind. Dieser Ansatz soll im Falle negativer Auswirkungen wirksame Abhilfe sicherstellen. Zur Bewältigung der negativen Auswirkungen, die sich aus dem Mangel an Beschäftigungsmöglichkeiten für lokale Gemeinschaften aufgrund fehlender Qualifikationen ergeben, und zur Förderung unserer positiven Auswirkungen, einschließlich der Unterstützung der lokalen Beschäftigung und der Unternehmensentwicklung, haben wir ein Ziel für die Ressourcen festgelegt, die den strategischen Community-Investitionen gewidmet sind. Beide Ziele stützen unmittelbar unsere Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung unserer CGMs und im Zusammenhang mit Community-Investitionen. So tragen sie schließlich dazu bei, die Ziele unseres Code of Conduct und unserer Menschenrechts-Grundsatzerklärung hinsichtlich der Achtung der Menschenrechte in all ihren Dimensionen zu erreichen.

Nach den UN-Wirksamkeitskriterien überprüfte Community-Beschwerdemechanismen an Standorten
[S3-5.39] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] Im Code of Conduct von OMV verpflichten wir uns vollumfänglich zu den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und zur Einbeziehung lokaler Gemeinschaften, wenn wir diesbezügliche Aktivitäten planen und umsetzen. Unser Ansatz zum Umgang mit Beschwerden von betroffenen Gemeinschaften konzentriert sich darauf, positive Beziehungen mit ihnen und mit den potenziell von unserer Geschäftstätigkeit Betroffenen zu schaffen und aufrechtzuerhalten, Probleme außergerichtlich zu lösen und bei Bedarf Zugang zu entsprechender Abhilfe zu bieten.
2025
100% der Community-Beschwerdemechanismen an allen Standorten nach den UN-Wirksamkeitskriterien überprüft
2030
100% der Community-Beschwerdemechanismen an allen Standorten nach den UN-Wirksamkeitskriterien überprüft
Absolutes Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten |
Im Umfang enthalten | Sieben definierte Anlagen in den Geschäftsbereichen Upstream, Raffinerien und Power, die sich zu 100% unter der Betriebsführerschaft bzw. im Mehrheitsbesitz von OMV befinden (der Umfang kann sich je nach Betriebsführerschaft bzw. aufgrund von Veräußerungen ändern) |
Nicht im Umfang enthalten | Nicht von OMV betriebene bzw. nicht mehrheitlich im Besitz von OMV befindliche Anlagen/Unternehmen; das Chemiegeschäft ist derzeit nicht im Umfang enthalten. Wir werden das Ziel nach 2025 überprüfen, um es mit Blick auf die Geschäftsstrategie anzupassen oder neu zu definieren. Zu den Optionen für eine Änderung des Umfangs gehören die Förderung von Beschwerdekanälen an Standorten, die nicht von OMV betrieben werden, die Einbindung des Chemiegeschäfts usw. |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2018 |
Bezugswert | 0 |
[MDR-T-80f] Zwischen 2015 und 2017 wurden die Community-Beschwerdemechanismen (CGMs) an den Standorten des Geschäftsbereichs Upstream (jetzt Energy), in den Kraftwerken und in den Raffinerien von OMV eingeführt. Seit 2018 sind sie bei OMV Energy, in den drei OMV Raffinerien (Schwechat in Österreich, Burghausen in Deutschland und Petrobrazi in Rumänien) und in einem Kraftwerk (Brazi in Rumänien) voll funktionsfähig. CGMs wurden auch in Malaysia und im Jemen eingesetzt, jedoch wurden diese Standorte aufgegeben und sind daher nicht mehr im Umfang enthalten. Im Jahr 2018 hat OMV sich das Ziel gesteckt, die CGMs an allen seinen Standorten anhand der UN-Wirksamkeitskriterien für außergerichtliche Beschwerdemechanismen zu bewerten. Gemäß den UN-Wirksamkeitskriterien muss der Beschwerdemechanismus legitim, zugänglich, berechenbar, ausgewogen, transparent, rechtekompatibel und eine Quelle kontinuierlichen Lernens sein sowie auf Dialog und Austausch aufbauen. Der Zweck des Ziels besteht in der Verbesserung der CGMs. [MDR-T-80h] Das Ziel wurde von Group Sustainability mit Unterstützung eines externen Beratungsunternehmens vorgeschlagen. Das vorgeschlagene Ziel wurde dann in internen Sitzungen mit den relevanten Unternehmensfunktionen wie Group Strategy, Finance und HSSE diskutiert. Es wurde vom Vorstand und vom Aufsichtsrat genehmigt. [MDR-T-80i] Im Berichtsjahr änderte OMV den Umfang dieses Ziels von neun definierten Anlagen in den Geschäftsbereichen Upstream, Raffinerien und Power, die sich zu 100% unter der Betriebsführerschaft bzw. im Mehrheitsbesitz von OMV befinden, auf sieben definierte Anlagen. Dies ist auf den Verkauf der malaysischen Betriebsstätten und den Rückzug aus dem Jemen zurückzuführen. Beide Standorte waren 2024 im Umfang enthalten und sind 2025 nicht mehr enthalten.
Stand 2025
[MDR-T-80j] 100%45 (2024: 89%) der Community-Beschwerdemechanismen an allen Standorten nach den UN-Wirksamkeitskriterien überprüft.
Das Ziel wird vierteljährlich überwacht und jährlich überprüft. Die bewerteten Standorte repräsentieren 98% aller im Jahr 2025 bei OMV eingegangenen Beschwerden. Die anderen 2% der Beschwerden stammen von Borealis, was nicht zum Umfang des Ziels gehört.
Verwendung von mindestens 1% des den Aktionär:innen des Mutterunternehmens zuzurechnenden Jahresüberschusses des Vorjahres für Sozialinvestitionen
[S3-5.39] [MDR-T-80a-80j]
[MDR-T-80a] Im Code of Conduct von OMV verpflichten wir uns vollumfänglich zu den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Da wir uns der sozialen Auswirkungen, die die Energiewende mit sich bringt, bewusst sind, ist OMV bestrebt, zu einer gerechten Gestaltung des Übergangs für unsere betroffenen Gemeinschaften beizutragen („Just Transition“) und sich mit den sozialen und wirtschaftlichen Folgen auseinanderzusetzen, die aus diesem Übergang resultieren. In Anbetracht unserer Auswirkungen auf die lokalen Gemeinschaften, in denen wir tätig sind, besteht der Zweck dieses Ziels darin, die sozialen Ausgaben für Community-Investitionen zu erhöhen, die den lokalen Bedürfnissen entsprechen und zu den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) beitragen.
2030
Mindestens 1% der strategischen Sozialinvestitionen (basierend auf dem den Aktionär:innen des Mutterunternehmens zuzurechnenden Jahresüberschuss des Vorjahres) bis 2030
Relatives Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten |
Im Umfang enthalten | Alle Anlagen auf Basis von 100% Betriebsführerschaft/Mehrheitsbesitz aller OMV Geschäftsbereiche |
Nicht im Umfang enthalten | Ohne Sport- und Kultursponsoring sowie Managementkosten |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2020 |
Bezugswert in EUR Mio | 16,8 |
[MDR-T-80f] Als Ergebnis eines 2020 durchgeführten internen Benchmarkings entwickelten wir 2021 in Abstimmung mit der Abteilung Group Finance einen KPI auf Konzernebene. Dieser KPI basiert auf dem den Aktionär:innen des Mutterunternehmens zuzurechnenden Jahresüberschuss des Vorjahres. Das Ziel wurde in Übereinstimmung mit der OMV Strategie 2030 definiert, die vollständig in die strategische und mittelfristige Planung von OMV zur Erhöhung der Sozialinvestitionen integriert ist. Wir werden das Ziel in regelmäßigen Abständen überprüfen, um es an wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Veränderungen anzupassen oder neu zu definieren. [MDR-T-80h] Das Ziel wurde von Group Sustainability mit Unterstützung eines externen Beratungsunternehmens vorgeschlagen. Das vorgeschlagene Ziel wurde dann in internen Sitzungen mit den relevanten Unternehmensfunktionen wie Group Strategy, Finance und HSSE diskutiert. Es wurde vom Vorstand und vom Aufsichtsrat genehmigt. [MDR-T-80i] Die Ziele und die dazugehörigen Kennzahlen oder Methoden wurden im Berichtsjahr nicht aktualisiert.
Stand 2025
[MDR-T-80j] Wir verwendeten 1,7% (2024: 2,4%) des den Aktionär:innen des Mutterunternehmens zuzurechnenden Jahresüberschusses des Vorjahres für soziale Ziele. Das Ziel wird halbjährlich überwacht und jährlich überprüft.

[S3-5.42a-42c] Der Zielsetzungsprozess für beide unserer Ziele umfasst eine umfassende Bewertung unserer aktuellen Performance, die Identifizierung der wichtigsten Bereiche mit Verbesserungsbedarf sowie ausführliche Konsultationen mit den Geschäftsbereichen, den Fachexpert:innen, dem Senior Management und unserem Vorstand. Obwohl wir uns nicht direkt mit den betroffenen Gemeinschaften oder ihren Vertreter:innen ausgetauscht haben, wurden die Ziele in dem Bewusstsein festgelegt, dass Menschenrechtsprüfungen unerlässlich sind, um tatsächliche oder potenzielle Auswirkungen auf die Rechte der Betroffenen (einschließlich der betroffenen Gemeinschaften) sowie damit verbundene Geschäftsrisiken zu ermitteln und entsprechend zu behandeln. Um realistische Ziele zu setzen, wurde ein Benchmarking mit Branchenstandards durchgeführt. Wir überwachen die Performance in Bezug auf diese Ziele jährlich. Die Zahlen im Jahresvergleich geben Aufschluss über die Wirksamkeit der zur Erreichung dieser Ziele ergriffenen Maßnahmen. Das Ziel im Zusammenhang mit Sozialinvestitionen hängt von dem den Aktionär:innen des Mutterunternehmens zuzurechnenden Jahresüberschuss des Vorjahres ab.
Kennzahlen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften
Daten zu betroffenen Gemeinschaften |
[S3-1.17] [S3-4.36] [MDR-M.77c] [Unternehmensspezifisch] |
| Einheit | 2025 | 2024 |
ESRS-Kennzahlen | | | |
Schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften | Anzahl | 0 | 0 |
davon gemeldete Fälle der Nichteinhaltung internationaler Standards in Bezug auf betroffene Gemeinschaften | Anzahl | 0 | 0 |
Unternehmensspezifische Kennzahlen | | | |
Gesamtbetrag der Community- und Sozialinvestitionen | EUR Mio | 23,7 | 36,1 |
Anzahl der Begünstigten | Anzahl in Mio | 1,2 | 1,1 |
Externe Beschwerden insgesamt, die von Gemeinschaften eingegangen sind | Anzahl | 604 | 733 |
davon eingegangene Beschwerden über Auswirkungen auf die Gesellschaft1 | Anzahl | 378 | 500 |
Anzahl insgesamt gelöst | Anzahl | 305 | 432 |
davon eingegangene Beschwerden über Auswirkungen auf die Umwelt | Anzahl | 226 | 233 |
Anzahl insgesamt gelöst | Anzahl | 188 | 196 |
Durch Abhilfemaßnahmen gelöste Beschwerden2 | Anzahl | 224 | 220 |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M-77 im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften finden Sie im >Anhang: S3 Betroffene Gemeinschaften – Kennzahlendefinitionen und Methoden.
Informationen zur Governance
G1-1 – Unternehmenskultur | 312 |
G1-2 – Management der Beziehungen zu Lieferant:innen | 325 |
G1-3 – Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung | 316 |
G1-4 – Korruptions- oder Bestechungsfälle | 320 |
G1-6 – Zahlungspraktiken | 330 |
G – (Unternehmensspezifisch) Cybersicherheit | 331 |
Der Abschnitt Governance behandelt unseren strategischen Schwerpunktbereich „Ethische Geschäftspraktiken“, der vom wesentlichen Thema G1 Unternehmensführung der ESRS abgedeckt wird. Der Abschnitt umfasst die folgenden wesentlichen Unterthemen: Unternehmenskultur, Management der Beziehungen zu Lieferant:innen einschließlich Zahlungspraktiken sowie das unternehmensspezifische Unterthema Cybersicherheit. Zusätzlich macht OMV Angaben zum Unterthema Korruption und Bestechung einschließlich deren Verhinderung und Aufdeckung sowie zu Schulung und Fällen, die mit Korruption und Bestechung in Verbindung stehen. Aus der Perspektive der doppelten Wesentlichkeit nach ESRS ist dieses Unterthema für OMV nicht wesentlich; zur Einhaltung der NaDiVeG-Anforderungen ist es jedoch enthalten. Alle Angaben zu diesem Unterthema wurden gemäß den ESRS-Vorgaben aufbereitet.
Um Leser:innen die Informationen leichter zugänglich zu machen, ist der Abschnitt Governance in drei Teile unterteilt: Ein Kapitel behandelt G1-1 Unternehmenskultur, G1-3 Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung sowie G1-4 Bestätigte Korruptions- oder Bestechungsfälle; ein weiteres Kapitel behandelt G1-2 Management der Beziehungen zu Lieferant:innen und G1-6 Zahlungspraktiken; und ein drittes behandelt G-(Unternehmensspezifisch) Cybersicherheit.
G1 Unternehmensführung
Wesentliches Thema: G1 Unternehmensführung
Wesentliches Unterthema: Unternehmenskultur Gemäß NaDiVeG offengelegte Unterthemen: Korruption und Bestechung einschließlich deren Verhinderung und Aufdeckung sowie der Schulungen und Fälle, die mit Korruption und Bestechung in Verbindung stehen. Pflege einer Unternehmenskultur, die Innovation, Nachhaltigkeit, Integrität, Transparenz und ein förderliches Arbeitsumfeld priorisiert, sowie Einhaltung von Richtlinien zur Korruptionsbekämpfung und anderen gesetzlichen VorgabenRelevantes SDG:

SDG-Ziel:
Unternehmenskultur
[G1-1.9] Unsere Unternehmenskultur ist in unseren zentralen Werten verankert: „We care“, „We’re curious“ und „We progress“. Diese Werte stärken unsere Kultur und signalisieren, was uns wichtig ist. Der Aufbau einer Unternehmenskultur, die auf diesen Werten basiert, kann uns einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, neue, verbesserte Arbeitsweisen ermöglichen und uns den Weg in eine nachhaltige Zukunft weisen. Wir integrieren unsere Werte in alles, was wir tun – von der Art und Weise, wie wir unsere Meetings abhalten, bis hin zu der Art und Weise, wie wir mit anderen außerhalb unserer Teams in Kontakt treten. Zudem beziehen wir externes Gedankengut in das Unternehmen ein. Unsere Werte sind auch Teil unserer Programme für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) und das Wohlergehen unserer Arbeitnehmer:innen. Mit unseren Vorschriften, Maßnahmen und Ressourcen wollen wir eine gesunde Unternehmenskultur mit einem hohen Maß an Integrität aufrechterhalten. Wir geben allen Arbeitnehmer:innen Leitlinien für das erwartete Verhalten bei OMV und den Umgang mit unseren Interessenträger:innen an die Hand. Ethisches und integres Handeln ist ein grundlegender Bestandteil der Unternehmenskultur von OMV und leitet die Entscheidungsfindungsprozesse auf allen Ebenen unserer Organisation.
Um unsere Unternehmenskultur zu fördern und die Integration unserer Werte zu beurteilen, tauschen wir uns regelmäßig mit unseren Arbeitnehmer:innen über verschiedene Initiativen und Feedback-Mechanismen aus, zum Beispiel über die alle zwei Jahre stattfindende Pulse-Check-Umfrage, Schulungsprogramme und interne Kommunikationskanäle wie unser Intranet. Dadurch wird sichergestellt, dass unsere Werte tief verankert sind und sich in unseren täglichen Aktivitäten und langfristigen strategischen Zielen widerspiegeln. Dieser Ansatz steht im Einklang mit unserer Transformationsstrategie und fördert ein Umfeld, in dem innovatives, ethisches und verantwortungsbewusstes Verhalten gedeiht. Durch unsere wertebasierte Unternehmenskultur bleiben wir außerdem ein starker Arbeitgeber in der Branche, der ein positives Arbeitsumfeld und Arbeitsplätze bietet und so für unsere Arbeitnehmer:innen wie auch die Interessengruppen, mit denen wir in Verbindung treten, tatsächliche positive Auswirkungen schafft. Mehr zu unseren wesentlichen Auswirkungen im Zusammenhang mit G1 Unternehmensführung finden Sie im Abschnitt >SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell.
Geschäftsethik sowie Korruptions- und Bestechungsbekämpfung
[NaDiVeG] Eine nachhaltige und ethische Herangehensweise bei all unseren Geschäftstätigkeiten ist für OMV entscheidend. Nur so können wir langfristig Wert schaffen und Werte sichern sowie vertrauensvolle Partnerschaften aufbauen. Gleichzeitig streben wir danach, Kund:innen sowie die besten Lieferant:innen, Investor:innen und Arbeitnehmer:innen zu gewinnen. Unser Anspruch ist, allen anwendbaren gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, wie etwa im Bereich der Korruptionsbekämpfung oder im Steuerrecht. Gleichzeitig achten wir auf Transparenz und wollen eine gute Corporate Governance umsetzen, um ethisch korrektes Verhalten sicherzustellen. Die Grundsätze guter Corporate Governance sind ein Schlüsselelement für unser nachhaltiges Wachstum, die Steigerung des langfristigen Werts für unsere Aktionär:innen sowie die Stärkung des Vertrauens unserer Interessenträger:innen. Der OMV Konzern hat seinen Hauptsitz in Österreich, einem Land mit hohen Geschäftsethikstandards. Wir sind jedoch auch in mehreren Staaten im Mittleren Osten, in Nordafrika, Asien-Pazifik, Nord- und Südamerika und Europa tätig, die der Korruptionswahrnehmungsindex (Corruption Perceptions Index; CPI) von Transparency International als Hochrisikoländer einstuft. Wir streben danach, branchenspezifische Bestechungs- und Korruptionsrisiken zu vermeiden. Auch unsere Reputation ist uns sehr wichtig. Deshalb legen wir größten Wert darauf, die einheitliche Einhaltung unserer Geschäftsethikstandards überall sicherzustellen, wo wir tätig sind. Für die Sicherstellung des ethisch korrekten Verhaltens von OMV tragen letztlich der Vorstand und der Aufsichtsrat die Verantwortung.
[G1-1.9] Die Einhaltung ethischer Standards ist ein Schlüsselprinzip, das unsere Entscheidungen in geschäftlichen Fragen leitet. Die Verbindlichkeit dieses Ziels gilt auf allen Ebenen des OMV Konzerns – vom Topmanagement bis zu den einzelnen Arbeitnehmer:innen. Von unseren Geschäftspartner:innen erwarten wir dasselbe Verständnis von und dasselbe Commitment zu ethischen Standards. Jede geschäftliche Aktivität – von der Planung der Geschäftsstrategie bis zum Tagesgeschäft – wird an der Einhaltung von Ethikstandards wie dem Code of Conduct (CoC), dem Code of Business Ethics und der Ethics & Integrity Policy gemessen. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >G1‑1 Unternehmenskultur und Konzepte für die Unternehmensführung.
OMV hat den Global Compact der Vereinten Nationen (UN) unterzeichnet. Wir sind der Überzeugung, dass Nachhaltigkeit mit unserem Wertesystem und einem prinzipienbasierten Geschäftsansatz beginnt. Unter dem strategischen Schwerpunktbereich „Ethische Geschäftspraktiken“ haben wir unsere Verpflichtungen und Maßnahmen im Hinblick auf die Integrität unserer Arbeitnehmer:innen und Geschäftspartner:innen zusammengefasst. Die Etablierung einer Kultur der Integrität ist grundlegend für die weitere Unterstützung der UN-Agenda für nachhaltige Entwicklung: Wir fördern beispielsweise die lokale Entwicklung der Wirtschaft durch regionalen Einkauf und stellen sicher, dass unser öffentliches Engagement und die Zusammenarbeit mit unseren Lieferant:innen im Einklang mit den Klima-Commitments von OMV stehen.
G1-1 Unternehmenskultur und Konzepte für die Unternehmensführung
Code of Conduct
[G1-1.9] [MDR-P-65a–65f] In Bezug auf den Code of Conduct werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für G1 Unternehmensführung, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
People & Culture (P&C) Ethics Policy (Anhang zur HR-Direktive)
[G1-1.7] [MDR-P-65a] Die P&C Ethics Policy zur Nichtdiskriminierung befasst sich mit der Bedeutung der wertorientierten Entscheidungsfindung von OMV und unserem Commitment, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem alle Personen mit Respekt und Würde behandelt werden. Jede:r Einzelne hat das Recht, in einer professionellen Atmosphäre zu arbeiten, die die Chancengleichheit bei der Beschäftigung fördert und rechtswidrige diskriminierende Praktiken, einschließlich Belästigung, verbietet. Die P&C Ethics Policy zur Nichtdiskriminierung sensibilisiert für und schützt Menschenrechte und fordert ausdrücklich Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle. Dieser Ansatz stärkt die Unternehmenskultur, was wiederum die wesentlichen Auswirkungen eines positiven Arbeitsumfelds und Beschäftigungschancen fördert und so die Bindung sowie das Engagement der Beschäftigten erhöht. Ohne eine starke Unternehmenskultur besteht ein höheres Risiko für unethisches Verhalten, geringes Engagement und geringere Produktivität, was die Lebensqualität der Beschäftigten beeinträchtigen kann. Die Überwachung dessen erfolgt anhand der gegenüber unmittelbaren Vorgesetzten oder Mitgliedern der Abteilung P&C geäußerten Bedenken, der über den SpeakUp-Kanal eingegangenen Beschwerden sowie der an eine Ombudsstelle oder eigens eingerichtete lokale Ausschüsse herangetragenen Anliegen. [MDR-P-65b–65f] Dieses Konzept ist Teil der weiter gefassten Personalrichtlinie. Sofern nicht anders angegeben, werden die wesentlichen Inhalte, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >S1-1 Konzepte im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens behandelt.
Code of Business Ethics
[MDR-P-65a] [NaDiVeG] Der Code of Business Ethics gibt Richtlinien vor, wie Integrität, ethische Praktiken und Transparenz im Geschäftsumfeld gefördert werden können, damit alle Arbeitnehmer:innen in Bezug auf verantwortungsvolles Verhalten die höchsten Standards wahren. Er beschreibt, wie OMV seinen geschäftsethischen und rechtlichen Pflichten intern nachkommt, und definiert die Regeln und Prozesse im Zusammenhang mit Interessenkonflikten, Geschenken und Einladungen, Spenden- und Sponsoringaktivitäten, dem Umgang mit Vermittler:innen und Lobbyist:innen sowie anderen Rechtsbereichen wie Handelssanktionen, Geldwäsche oder fairen Wettbewerb. OMV hat auch Vorschriften zur Einhaltung des Kapitalmarktrechts, einschließlich der Verhinderung von Insiderhandel, eingeführt. Diese Vorschriften sind in einer separaten Richtlinie, dem Issuer Compliance Standard, enthalten. Der Überwachungsprozess ist im Abschnitt >Compliance-Management-System näher beschrieben. Der Code of Business Ethics ergänzt die >Whistleblowing-Richtlinie.
Wir fordern von allen Parteien, mit denen wir Partnerschaftsvereinbarungen, wie beispielsweise Joint Ventures eingehen, die Einhaltung internationaler Geschäftsgrundsätze. Unternehmen, die Dienstleistungen für OMV erbringen (z. B. Lieferant:innen), müssen die Grundsätze des OMV Code of Business Ethics und die OMV Geschäftsethikstandards gemäß dem Code of Conduct befolgen. Die im Code of Business Ethics dargelegten Richtlinien werden durch eine Reihe organisatorischer Maßnahmen ergänzt. So müssen zum Beispiel Führungskräfte jedes Jahr allfällige Interessenkonflikte offenlegen oder bestätigen, dass es keine derartigen Konflikte gibt. Darüber hinaus müssen Führungskräfte und Arbeitnehmer:innen in besonders exponierten Positionen die Einhaltung der Regeln des Code of Business Ethics durch Unterzeichnung der Compliance-Erklärung bestätigen. Auch neue Arbeitnehmer:innen müssen die Regeln des Code of Business Ethics zur Kenntnis nehmen, sich ausdrücklich diesen Regeln verpflichten und bei ihrem Eintritt in OMV das E-Learning zu Geschäftsethik absolvieren. Dahingehend wird der Code of Business Ethics durch die Grundsätze der >Ethics & Integrity Policy ergänzt. Im Zusammenspiel untermauern all diese Vorgaben die wesentlichen positiven Auswirkungen in Bezug auf unsere Förderung einer rechtskonformen und ethischen Unternehmenskultur, die ihrerseits ein positives Arbeitsumfeld schafft.
[MDR-P-65b, 65c] [NaDiVeG] Die höchste Ebene, die den Code of Business Ethics, die Ethics & Integrity Policy und die Whistleblowing-Richtlinie unterzeichnet, ist der Vorstand von OMV, der auch die rechtliche Verantwortung trägt. Die Verantwortung für die Umsetzung und Verwaltung der entsprechenden Prozesse und Richtlinien liegt beim:bei der SVP Internal Audit & Compliance. Diese Richtlinien gelten für alle Arbeitnehmer:innen in allen Ländern, in denen OMV tätig ist. Die in diesen Dokumenten festgelegten Vorgehensweisen und Prozesse werden bei jeder voll konsolidierten OMV Tochtergesellschaft umgesetzt und gelten für jede Person, die für OMV arbeitet.
[G1-1.9] [MDR-P-65d] [NaDiVeG] Im OMV Code of Business Ethics sind unsere Null-Toleranz-Politik in Bezug auf Bestechung, Veruntreuung, Schmiergeldzahlungen, Betrug, Diebstahl und andere Formen der Korruption sowie Geldwäsche und das Verbot jeglicher Unterstützung politischer Parteien einschließlich Spenden festgeschrieben. Dieser Code entspricht den Standards der österreichischen und internationalen Antikorruptionsvorschriften, insbesondere dem Antikorruptionsübereinkommen der OECD und dem UK Bribery Act. OMV ist Unterzeichner des UN Global Compact und bekennt sich zu den Werten der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen. Diese Leitsätze bringen die Erwartungen der Regierungen an verantwortungsvolles Verhalten von Unternehmen zum Ausdruck und decken sämtliche Schlüsselbereiche unternehmerischer Verantwortung ab, einschließlich der Verhinderung von Bestechung, anderer Arten der Korruption und Wettbewerbsverzerrung.
[MDR-P-65e, 65f] OMV holt mit seinem standardisierten „Know Your Customer“-(KYC-)Fragebogen Informationen von seinen Geschäftspartner:innen ein, um das Risiko von Korruption, Geldwäsche, Sanktionen und anderen illegalen Verhaltensweisen bewerten zu können. Derartige Nachfragen sind für OMV wichtig, um bei der Gestaltung und Weiterentwicklung des OMV Compliance-Management-Systems und der zugrunde liegenden Richtlinien und Verfahren – wie beispielsweise den hier aufgeführten – die Erwartungen seiner Geschäftspartner:innen und Interessenträger:innen berücksichtigen zu können. Der OMV Code of Business Ethics und die Ethics & Integrity Policy sind auf unserer Website öffentlich zugänglich. Innerhalb des Unternehmens werden diese Richtlinien im Intranet über interne Blogs, in Schulungen und über unsere Compliance-App kommuniziert. So stellen wir sicher, dass sich alle Arbeitnehmer:innen mit den Inhalten vertraut machen und diese auch richtig verstehen. Nach außen hin werden der Inhalt dieser Richtlinien und ihre Bedeutung für die Geschäftstätigkeit von OMV in regelmäßigen Meetings und bei Vertragsverhandlungen mit lokalen Gemeinschaften und anderen externen Interessenträger:innen (z. B. Auftragnehmer:innen und Lieferant:innen) kommuniziert.
[G1-1.10g] [NaDiVeG] Es ist für uns wichtig sicherzustellen, dass alle unsere Arbeitnehmer:innen unsere ethischen Werte und Grundsätze in vollem Umfang kennen. Schulungen sind ein wesentliches Element, um unsere Arbeitnehmer:innen sowie alle Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands über unsere Vorschriften zur Korruptions- und Bestechungsbekämpfung zu informieren und das Bewusstsein für ethische Fragen zu schärfen. [G1‑1.10h] [NaDiVeG] Alle Arbeitnehmer:innen, denen eine Compliance-Schulung zugewiesen wird (d. h. die Schulungszielgruppen), werden zu Beginn des Schulungszyklus auf Basis der bestehenden Struktur und des jeweiligen Risikopotenzials definiert. Dazu gehören Vorstandsmitglieder, Senior Vice Presidents, Vice Presidents und Abteilungsleiter:innen. Die Zielgruppen umfassen außerdem alle Arbeitnehmer:innen, die direkt an Mitglieder der oben genannten Managementfunktionen berichten. Darüber hinaus müssen alle Arbeitnehmer:innen der Einkaufsabteilung an verpflichtenden Schulungen zum Thema Geschäftsethik teilnehmen. Organisatorische und personelle Veränderungen während eines Schulungszyklus werden fortlaufend berücksichtigt. Im Jahr 2025 setzte die Compliance-Abteilung die Verankerung ethischer Grundsätze im Konzern durch zusätzliche Schulungsmaßnahmen fort. Insgesamt wurden 22 Präsenz-Workshops und -Schulungen für Führungsteams zur Vermittlung der Grundsätze unserer Ethics & Integrity Policy abgehalten. Weitere Informationen zu den Schulungen finden Sie im Abschnitt >Schulungen. Darüber hinaus integrierte OMV 2025 seine Erwartungen im Zusammenhang mit Ethik- und Integritätsstandards in laufende Gespräche mit wichtigen strategischen Lieferant:innen.
Ethics & Integrity Policy
[G1-1.7] [G1-1.9] [MDR-P 65a, 65d] [NaDiVeG] In der Ethics & Integrity Policy, die den Code of Business Ethics ergänzt und weltweit für alle Arbeitnehmer:innen von OMV gilt, sind die Grundsätze für ethisches und integres Handeln dargelegt. Diese Richtlinie soll als Leitfaden dafür dienen, wie die Geschäfte in OMV geführt werden und was über die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften hinaus als akzeptables oder wünschenswertes Verhalten angesehen wird. Sie ist zudem Teil der OMV Werte. Unterstützend zur Ethics & Integrity Policy wurde ein Ethics & Integrity Committee eingerichtet, das sicherstellt, dass das Unternehmen seinen ethischen Werten und Verpflichtungen gerecht wird. Die in dieser Richtlinie enthaltenen Leitlinien zeigen auf, wie Integrität, ethische Praktiken und Transparenz im Geschäftsumfeld gefördert werden können, damit alle Arbeitnehmer:innen in Bezug auf verantwortungsvolles Verhalten die Standards von OMV wahren. Dadurch trägt die Richtlinie zur Förderung positiver Auswirkungen in Form einer starken und ethischen Unternehmenskultur bei. Weitere Angaben zum Überwachungsprozess finden Sie im Abschnitt >G1-3 Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung.
Durch die Umsetzung der Ethics & Integrity Policy bekräftigt OMV als Unterzeichner des United Nations Global Compact (UNGC) sein Engagement. [MDR-P 65b–65c, 65e–65f] In Bezug auf dieses Konzept werden, sofern nicht anders angegeben, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >Code of Business Ethics behandelt.
Whistleblowing-Richtlinie
[G1-1.9] [G1-1.10a] [MDR-P 65a] [NaDiVeG] Unsere interne Whistleblowing-Richtlinie, die ebenfalls den Code of Business Ethics ergänzt, legt dar, wie unsere Arbeitnehmer:innen und externe Interessenträger:innen vertraulich und anonym Meldungen insbesondere im Zusammenhang mit Korruption, Bestechungsgeldern, Interessenkonflikten und dem Wettbewerbs- oder Kapitalmarktrecht vornehmen können. Die Richtlinie hält auch fest, wie derartige Fälle zu handhaben sind, und definiert einen besonderen Schutz für Hinweisgeber:innen gegen jegliche Form von Vergeltungsmaßnahmen bei OMV. Dies umfasst sämtliche Handlungen oder Unterlassungen in einem arbeitsbezogenen Kontext, wie beispielsweise Entlassung, Herabstufung, Verweigerung der Beförderung, negative Leistungsbeurteilung oder Disziplinarmaßnahmen. [G1-1.11] [MDR-P-65a, 65d] Diese Richtlinie und unser Whistleblowing-Kanal sind speziell auf die Umsetzung der EU-Whistleblowing-Richtlinie (Richtlinie (EU) 2019/1937) zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden, ausgerichtet. Der Überwachungsprozess und die entsprechenden externen Audits zur Wirksamkeit des Compliance-Management-Systems sind im Abschnitt Compliance-Management-System beschrieben. [MDR-P 65b–65c, 65e–65f] In Bezug auf diese Richtlinie werden, sofern nicht anders angegeben, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >Code of Business Ethics behandelt.
Integrity Platform: Schutz von Hinweisgeber:innen
[G1-1.10a] [G1-1.10c-i, 10c-ii] [G1-1.10e] [NaDiVeG] Wir haben Kanäle zur möglichst frühzeitigen Feststellung ethischen Fehlverhaltens eingerichtet. Um vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung oder Verringerung großer finanzieller Verluste oder von Reputationsschäden zu ergreifen, sind rechtzeitige Mitteilungen von entscheidender Bedeutung. Beobachten Arbeitnehmer:innen potenzielles oder tatsächliches Fehlverhalten bzw. Verstöße gegen interne Regeln oder gesetzliche Vorschriften oder erhalten sie davon Kenntnis, sind sie ermutigt, dies zu melden. Dabei spielt es keine Rolle, ob derartige Verstöße von Arbeitnehmer:innen oder von Geschäftspartner:innen begangen werden. Neben Arbeitnehmer:innen sind andere Interessenträger:innen ebenfalls eine wertvolle Informationsquelle. Auch sie können uns bei der Feststellung von Verstößen gegen Ethikstandards unterstützen. Zu diesem Zweck hat OMV einen Whistleblower-Mechanismus eingeführt – die sogenannte „Integrity Platform“. Sie ist für alle Personen online zugänglich (/https://omv-group.integrityline.app). Alle Personen können dort vertraulich Meldungen übermitteln, sei es insbesondere im Zusammenhang mit Korruption, Bestechungsgeldern, Interessenkonflikten und dem Wettbewerbs- oder Kapitalmarktrecht. Die Meldung kann auf Wunsch anonym erfolgen.
[G1-1.10c-i, 10c-ii] Werden die Informationen in gutem Glauben gegeben, wird den jeweiligen Arbeitnehmer:innen in ihrer Eigenschaft als Hinweisgeber:innen besonderer Schutz gewährt. Dies fördert wiederum die „Speak-up“-Kultur im Unternehmen. Meldungen ziehen zu keinem Zeitpunkt Nachteile für die Hinweisgeber:innen innerhalb von OMV nach sich. Hinweisgeber:innen werden gegen jegliche Form von Vergeltung geschützt. Dies umfasst sämtliche Handlungen oder Unterlassungen in einem arbeitsbezogenen Kontext, wie beispielsweise Entlassung, Herabstufung, Verweigerung der Beförderung, negative Leistungsbeurteilung oder Disziplinarmaßnahmen. Der Schutz für Hinweisgeber:innen ist gemäß den geltenden nationalen Rechtsvorschriften und Definitionen auch für Personen anwendbar, die nicht unmittelbar selbst Hinweisgeber:innen sind. Whistleblowing und der Schutz von Hinweisgeber:innen sind immer wieder Gegenstand interner Kommunikationskampagnen und Teil der Schulungen zum Thema Geschäftsethik, die entweder in Form von E-Learnings oder als Präsenzschulungen angeboten werden.
G1-3 Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung
Compliance-Management-System
[G1-3.16] [G1-3.18a] [NaDiVeG] OMV verfügt über ein weitreichendes Compliance-Management-System, das auf den Anforderungen des IDW PS 980 basiert und Richtlinien, Audits und Schulungen umfasst, die auf die Verhinderung, Aufdeckung, Kontrolle und Behandlung von Korruptions- und Bestechungsvorwürfen oder -fällen ausgerichtet sind. Das System zielt darauf ab, die OMV Richtlinien zur Geschäftsethik im gesamten Unternehmen zu verankern und deren korrekte Umsetzung zu gewährleisten. Die Ausgestaltung und Anwendung des OMV Compliance-Management-Systems wurden extern auf seine Eignung und Wirksamkeit geprüft. Das Ergebnis jedes Audits war, dass das System von OMV angemessen konzipiert ist und wirksam umgesetzt wird. So kann systematisches Fehlverhalten hinsichtlich Geschäftsethik und Korruptionsbekämpfung, Kapitalmarkt- und Wettbewerbsrecht sowie in Bezug auf Handelssanktionen verhindert, aufgedeckt und unterbunden werden. Die letzte Prüfung wurde 2023 von Ernst & Young (EY) nach dem Prüfungsstandard (PS) 980 des deutschen Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) durchgeführt. Es wurde bestätigt, dass OMV ein ambitioniertes, gut etabliertes und ausgereiftes Compliance-Programm unterhält, das für alle Compliance-Bereiche angemessen konzipiert ist und im gesamten OMV Konzern wirksam umgesetzt wird.
Umgang mit Fehlverhalten
[G1-3.18b] [G1-3.20] Arbeitnehmer:innen sind aufgefordert, jegliches Fehlverhalten zu melden. Dazu sieht die interne Whistleblowing-Richtlinie von OMV die Möglichkeit zur anonymen Meldung ebenso vor wie den Schutz der Identität von Hinweisgeber:innen und die Zusicherung von Vertraulichkeit sowie einen besonderen Schutz von Hinweisgeber:innen vor Vergeltungsmaßnahmen. Alle Whistleblowing-Meldungen werden streng vertraulich behandelt, in jeder Hinsicht sorgfältig geprüft und vom Whistleblowing Committee weiter verfolgt. Dieses Komitee, dem Mitglieder des Senior Managements angehören, ist von der in die Angelegenheit involvierten Management-Kette getrennt. Informationen zur Integrity Platform, den zugrunde liegenden Prozessen und dem Schutz von Hinweisgeber:innen finden sich in der Integrity Platform selbst, in einem eigenen Infobereich im Intranet und in der Compliance-App.
[G1-3.18c] [NaDiVeG] OMV hat eine strikte Null-Toleranz-Politik bei Verstößen gegen die im Code of Business Ethics festgelegten Regeln eingeführt. Die Ergebnisse von Compliance-Untersuchungen werden nach diesem Grundsatz bewertet. Sollte eine Untersuchung ergeben, dass sich ein:e Arbeitnehmer:in tatsächlich eines Fehlverhaltens schuldig gemacht hat, werden mögliche arbeitsrechtliche Maßnahmen mit der Geschäftsleitung und der Personalabteilung besprochen. Diese Maßnahmen richten sich nach Art und Schweregrad des Vergehens, wobei alle Umstände des Einzelfalls berücksichtigt werden. Compliance-Belange werden in regelmäßigen Meetings mit entweder dem Gesamtvorstand oder jedem einzelnen Vorstandsmitglied, in regelmäßigen Sitzungen des Prüfungsausschusses mit dem Aufsichtsrat oder in Meetings mit dem:der Vorsitzenden des Aufsichtsrats erörtert und berichtet.
Risikomanagement
[G1-3.18a] [NaDiVeG] Externe und interne Risikofaktoren, insbesondere Veränderungen des regulatorischen Rahmens sowie jüngste Entwicklungen oder Vorfälle, werden laufend überwacht, um deren mögliche Auswirkungen auf das ständige Risikopotenzial von OMV zu beurteilen. Diese laufende Risikoanalyse schließt auch eine institutionalisierte halbjährliche Risikoanalyse im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagements (Enterprise-Wide Risk Management; EWRM) von OMV ein. Werden neue Risiken identifiziert, ergreift OMV Maßnahmen zu deren Beseitigung. Bevor wir in einem neuen Land tätig werden, führen wir eine Analyse der Situation in diesem Land im Hinblick auf Geschäftsethik und Sanktionsgesetze durch. Dieses Business Ethics Entry Assessment berücksichtigt auch eine Analyse des Corruption Perception Index von Transparency International für das jeweilige Land.
Auf der Grundlage des Bewertungsergebnisses wird die Corporate Governance an den lokalen Standorten angepasst, um die Einhaltung der OMV Ethikstandards zu gewährleisten. OMV hat einen Prozess zur Überprüfung sowohl potenzieller neuer als auch bestehender Geschäftspartner:innen anhand von EU- und US-Sanktionslisten implementiert. Zusätzlich zu diesen Sanktionsprüfungen werden vor einem Vertragsabschluss oder bei Bedarf auch während der Geschäftsbeziehung umfassendere Due-Diligence-Prüfungen durchgeführt. Insbesondere erfolgt eine eingehende Überprüfung von Partner:innen von M&A-Transaktionen und strategischen Partnerschaften oder Geschäftspartner:innen, die bereits im Zusammenhang mit illegalem Verhalten in den Medien standen. Eine derartige Überprüfung umfasst potenzielle Geschäftspartner:innen, deren direkte und indirekte Aktionär:innen, andere Investor:innen sowie die wirtschaftlichen Eigentümer:innen von direkt oder indirekt involvierten juristischen Personen.
Deutliche Warnsignale sind Verbindungen zu Regierungsvertreter:innen sowie anderen Personen und Unternehmen, die in öffentlichkeitswirksamen Medienberichten im Zusammenhang mit politischen Affären und Korruptionsfällen genannt werden, oder zu sanktionierten Unternehmen sowie jede andere vermutete Verwicklung in illegales Verhalten. In Fällen, in denen Vermittler:innen, Lobbyist:innen oder Berater:innen beauftragt werden, lassen wir von einem externen Dienstleistungsunternehmen umfassende Recherchen einschließlich Hintergrundprüfungen durchführen. Darüber hinaus führt die OMV Einkaufsabteilung Lieferantenbewertungen durch.
Schulungen
[G1-3.18a] [G1-3.20] [G1-3.21a, 21c] [NaDiVeG] Schulungen zum Thema Geschäftsethik konzentrieren sich insbesondere auf die Bekämpfung von Bestechung und Korruption. Arbeitnehmer:innen erfahren, wie mit Einladungen, Geschenken und möglichen Interessenkonflikten umzugehen ist und dass von ihnen erwartet wird, Ethik- und Integritätsgrundsätze im Tagesgeschäft und bei ihren Entscheidungen zu berücksichtigen. Darüber hinaus werden die Arbeitnehmer:innen in den Themen Spenden und Sponsoring sowie in den Anforderungen im Umgang mit Vermittler:innen und Lobbyist:innen geschult. Alle Schulungsprogramme zum Thema Compliance sind Teil unseres umfassenden Compliance-Management-Systems und werden von diesem gesteuert. Sie sind für Arbeitnehmer:innen, die als Zielgruppe für die jeweilige Schulung identifiziert wurden, verpflichtend. Mehr zum Umfang, in dem die Mitglieder der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane geschult werden, finden Sie in den entsprechenden Tabellen im Abschnitt >G1-4 Korruptions- oder Bestechungsfälle.
[G1-3.21a] Das Online-Schulungsmodul zum Thema Geschäftsethik, das alle zwei Jahre neu ausgerollt wird, richtet sich an alle voll- und teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmer:innen von OMV, während die Teilnehmer:innen an Präsenzschulungen nach risikospezifischen Kriterien, wie zum Beispiel der Tätigkeit im Vertrieb oder im Einkauf, ausgewählt werden. Die von uns angebotenen Schulungen zum Kartellrecht konzentrieren sich auf die Regeln für den Umgang mit Mitbewerber:innen, Kund:innen und Lieferant:innen. Teilnehmer:innen der Online- und Präsenzschulungen werden nach risikospezifischen Kriterien (z. B. Budgetverantwortung, Entscheidungsbefugnis gegenüber Dritten, exponierte Funktionen wie Einkauf und Verkauf) ausgewählt und – einem regelmäßigen Schulungszyklus folgend – zur Teilnahme eingeladen.
Beratung
[G1-3.18a] [G1-3.20] [NaDiVeG] Alle Arbeitnehmer:innen von OMV haben die Möglichkeit, sich zu Compliance-Themen beraten zu lassen. Dabei ergänzen Beratung und Schulungen einander. Letztere dienen der Sensibilisierung der Arbeitnehmer:innen, damit sie in der Lage sind, potenzielle Risiken zu erkennen, und auch bereit sind, Beratung in Anspruch zu nehmen. Aufgabe der Beratung ist es, kritische Compliance-Situationen zu bewerten und rechtskonforme Lösungen zu bieten. Die Arbeitnehmer:innen können sich dazu entweder an lokale Compliance-Beauftragte vor Ort oder direkt an die Compliance-Abteilung in der Konzernzentrale wenden.
Integration in Geschäftsprozesse
[G1-3.18a] [NaDiVeG] Eine weitere präventive Maßnahme ist die Implementierung von Compliance-Prüfungen in Geschäftsprozesse. Die Ausgestaltung und der Grad der Automatisierung dieser Prüfungen variieren je nach Compliance-Bereich. Mit Blick auf Handelssanktionen erfolgt beispielsweise täglich ein vollautomatischer Abgleich aller in den Stammdatensystemen enthaltenen Daten mit Sanktionslisten. In bestimmten Ländern, in denen OMV tätig ist, wird eine automatische Integritätsprüfung der Geschäftspartner:innen durchgeführt. In anderen Bereichen erfolgt die Compliance-Prüfung aufgrund der im Code of Business Ethics definierten Prozessanforderungen unter expliziter Einbeziehung der Compliance-Organisation. Beispiele hierfür sind Prüfungen und Genehmigungen von Geschenken, Einladungen, Sponsoring- und Spendenaktivitäten, Hintergrundrecherchen vor der Einbeziehung bestimmter Geschäftspartner:innen (z. B. Vermittler:innen) und Bewertungen vor Aufnahme der Geschäftstätigkeit in einem neuen Land. Ergänzend zu den im Code of Business Ethics festgelegten Prozessen wird die Compliance-Organisation anlassspezifisch hinzugezogen, etwa bei der Entwicklung neuer Geschäftsstrategien oder Geschäftsmodelle oder der Durchführung von (Groß-)Projekten. Das bedeutet, dass Projekte bereits in einem frühen Stadium auf ihre Compliance hin geprüft werden.
Bewusstseinsbildung
[G1-3.20] [G1-3.21a–21c] [NaDiVeG] Für OMV ist es von strategischer Bedeutung, sicherzustellen, dass all unsere Arbeitnehmer:innen die ethischen Werte und Grundsätze des Unternehmens sowie die zugrunde liegenden Richtlinien in vollem Umfang kennen. Schulungen sind ein wesentliches Element, um unsere Arbeitnehmer:innen über unsere Regeln und Richtlinien zur Geschäftsethik sowie zur Korruptions- und Bestechungsbekämpfung zu informieren und das Bewusstsein für ethische Fragen zu schärfen. Darüber hinaus gibt es einen eigenen Compliance-Bereich im Intranet, in dem die OMV Arbeitnehmer:innen detaillierte Informationen, Orientierungshilfen und Richtlinien zu allen Compliance-Bereichen und insbesondere zu Fragen der Geschäftsethik und Korruptionsbekämpfung finden. Außerdem sind Compliance-Themen, wie Whistleblowing und Schutz von Hinweisgeber:innen, Speaking-up und geschäftsethische Themen immer wieder Gegenstand interner Kommunikationsmaßnahmen, die im Intranet veröffentlicht werden. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt >Kennzahlen.
[G1-3.18a] [G1-3.20] [G1-3.21a] Darüber hinaus hat OMV eine Compliance-App eingeführt, die Arbeitnehmer:innen auf ihren Mobiltelefonen nutzen können und die den schnellen Zugriff auf Unterlagen, Richtlinien und dazugehörige Tools für alle Compliance-Belange ermöglicht. Arbeitnehmer:innen können Anfragen zu sämtlichen ethischen Themen stellen, wie zum Beispiel zu Geschenken, Einladungen oder Interessenkonflikten. Weiters können Sponsoring- oder Spendenaktivitäten geprüft und registriert sowie neue Geschäftspartner:innen einer Handelssanktions- und Embargolistenprüfung unterzogen werden. Außerdem erfahren Arbeitnehmer:innen, wie man mit Insiderinformationen umgeht, und können Anträge zum Wertpapierhandel oder Anfragen zu kartellrechtlichen Angelegenheiten stellen. Und nicht zuletzt können nützliche Anleitungen zu allen ethischen Themen abgerufen und Meldungen zu ethischem Fehlverhalten über den sicheren Meldekanal der Integrity Platform übermittelt werden.
Kennzahlen und Ziele
Ziele
Förderung des Bewusstseins für ethische Werte und Prinzipien
[MDR-T-80a–80h] [NaDiVeG]
[MDR-T-80a] Wir legen größten Wert darauf, die einheitliche Einhaltung unserer Geschäftsethikstandards – festgelegt in unserem Code of Conduct, unserem Code of Business Ethics und unserer Ethics & Integrity Policy – überall sicherzustellen, wo wir tätig sind. Dies erreichen wir, indem wir Präsenz- oder Online-Schulungen zum Thema Geschäftsethik für alle definierten Zielgruppen durchführen und unter den betreffenden Arbeitnehmer:innen das Bewusstsein für ethische Werte und Prinzipien fördern.
2025
Durchführung von Präsenz- oder Online-Schulungen zum Thema Geschäftsethik für alle Arbeitnehmer:innen der Zielgruppe
2030
Förderung des Bewusstseins für ethische Werte und Prinzipien bei allen Arbeitnehmer:innen der Zielgruppe
Absolutes Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Eigene Tätigkeiten |
Im Umfang enthalten | Alle Arbeitnehmer:innen der Zielgruppe von Unternehmen oder Anlagen aller Geschäftsbereiche von OMV, bei denen OMV 100% Betriebsführerschaft/Mehrheitsbesitz (exkl. Borealis) hat |
Nicht im Umfang enthalten | Arbeitnehmer:innen von Anlagen/Unternehmen, die nicht von OMV betrieben werden bzw. sich nicht mehrheitlich im Besitz von OMV befinden und Arbeitnehmer:innen von Borealis |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2022 |
Bezugswert | Arbeitnehmer:innen der Zielgruppe von OMV und OMV Petrom (ohne Borealis) |
[MDR-T-80f] Dieses Ziel stimmt mit unserem Commitment überein, die Geschäfte auf nachhaltige und ethische Art und Weise zu führen. Dies ist für OMV entscheidend, denn nur so können wir langfristig Wert schaffen und Werte sichern sowie vertrauensvolle Partnerschaften aufbauen. Gleichzeitig gelingt es uns so, Kund:innen sowie die besten Lieferant:innen, Investor:innen und Arbeitnehmer:innen zu gewinnen. Die Zielgruppe der Arbeitnehmer:innen umfasst all jene, die innerhalb der definierten risikobasierten Zielgruppen für Schulungen zur Geschäftsethik identifiziert wurden. [MDR-T-80h] Das Ziel wurde im Rahmen interner Workshops unter Einbeziehung relevanter interner Interessenträger:innen und Geschäftsfunktionen vorgeschlagen und vom OMV Vorstand genehmigt. [MDR‑T‑80i] Im Berichtsjahr wurden keine Änderungen an den Zielen, Kennzahlen oder Methoden vorgenommen. Dieses Ziel wird jährlich überprüft.
Stand 2025
[MDR-T-80j] Insgesamt 10.501 OMV Arbeitnehmer:innen wurden im Jahr 2025 persönlich in Geschäftsethik/ Korruptionsbekämpfung geschult. Diese Zahl setzt sich zusammen aus 785 OMV Arbeitnehmer:innen, die an Präsenzschulungen zu Geschäftsethik/Korruptionsbekämpfung teilnahmen, und 9.716 Arbeitnehmer:innen, die das E-Learning-Programm zu Geschäftsethik/Korruptionsbekämpfung absolvierten. Im Jahr 2025 wurden zudem 449 OMV Arbeitnehmer:innen in Präsenz in Wettbewerbsrecht geschult.
Insgesamt 394 Arbeitnehmer:innen (2024: 629) von Borealis erhielten maßgeschneiderte Präsenzschulungen/virtuelle Schulungen zu Korruptionsbekämpfung (2025: 207; 2024: 323) bzw. Wettbewerbsrecht (2025: 187; 2024: 306).
G1-4 Korruptions- oder Bestechungsfälle
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 im Zusammenhang mit Bekämpfung von Korruption und Bestechung, Schulungen zu Geschäftsethik/Bekämpfung von Korruption (Präsenzschulungen), Schulungen zum Wettbewerbsrecht (Präsenzschulungen), Unternehmensethik/Bekämpfung von Korruption (E-Learning-Programm) sowie Schulungen zum Wettbewerbsrecht (E-Learning-Programm) finden Sie im >Anhang: G1-4 Korruptions- oder Bestechungsfälle.
Kennzahlen zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung |
[G1-4.21b] [G1-4.22, 24a, 24b] [G1-4.25a, 25b, 25c] [MDR-M.77c] [Freiwillig] [NaDiVeG] |
| | 2025 | 2024 |
ESRS-Kennzahlen | | | |
Präsenzschulungen | | | |
Derzeit im laufenden Schulungszyklus für das Programm der Präsenzschulungen in Geschäftsethik/Korruptionsbekämpfung abgedeckte risikobehaftete Funktionen | % | 63 | 39 |
Derzeit im laufenden Schulungszyklus für das Programm der Präsenzschulungen in Wettbewerbsrecht abgedeckte risikobehaftete Funktionen | % | 82 | 38 |
E-Learning-Programm | | | |
Durch das E-Learning-Programm zu Geschäftsethik/Korruptionsbekämpfung abgedeckte risikobehaftete Funktionen | % | 97 | n.a. |
Sonstige Kennzahlen | | | |
Verurteilungen wegen Verstoßes gegen Korruptions- und Bestechungsvorschriften | Anzahl | 0 | 0 |
Geldstrafen für Verstöße gegen Korruptions- und Bestechungsvorschriften | EUR Mio | 0 | 0 |
Bestätigte Korruptions- oder Bestechungsfälle | Anzahl | 0 | 0 |
Bestätigte Fälle, in denen eigene Arbeitskräfte wegen Korruption oder Bestechung entlassen oder abgemahnt wurden | Anzahl | 0 | 0 |
Bestätigte Fälle, in denen Verträge mit Geschäftspartner:innen aufgrund von Verstößen im Zusammenhang mit Korruption oder Bestechung beendet oder nicht verlängert wurden | Anzahl | 0 | 0 |
Freiwillige Kennzahlen | | | |
Whistleblowing-Fälle im OMV Konzern, die der Compliance-Abteilung über die OMV Whistleblowing-Kanäle zur Kenntnis gebracht wurden1 | Anzahl | 69 | 60 |
Bestätigte Fälle von Interessenkonflikten | Anzahl | 0 | n.a. |
Bestätigte Fälle von Geldwäsche oder Insiderhandel | Anzahl | 0 | n.a. |
Standorte mit Ethikzertifizierung | % | 100 | n.a. |
Standorte, die intern auf bestimmte Ethikbelange hin bewertet oder geprüft wurden | % | 100 | n.a. |
Schulungen zu Geschäftsethik/Bekämpfung von Korruption (Präsenzschulungen) |
[G1-3.21a, 21b, 21c] [MDR-M.77c] [NaDiVeG] |
| 2025 |
| Risikobehaftete Funktionen | Führungskräfte | Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane | Sonstige eigene Arbeitskräfte |
Abdeckung durch Schulungen (Anzahl) | | | | |
Zielgruppe insgesamt | 1.178 | 824 | 47 | n.a. |
Im Berichtsjahr geschulte Personen insgesamt | 402 | 152 | 13 | 383 |
Schulungsmethode und -dauer (Stunden) | | | | |
Präsenzschulungen | 1 | 1 | 1 | 1 |
Computerbasierte Schulungen | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Freiwillige computerbasierte Schulungen | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Häufigkeit | | | | |
Wie häufig sind Schulungen erforderlich? | Dreijähriger Schulungszyklus | Dreijähriger Schulungszyklus | Dreijähriger Schulungszyklus | n.a. |
Behandelte Themen | | | | |
Definition von Korruption | x | x | x | x |
Konzepte (Code of Business Ethics, Ethics & Integrity Policy, Whistleblowing-Richtlinie) | x | x | x | x |
Verfahren zur Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung | x | x | x | x |
Schutz von Hinweisgeber:innen | x | x | x | x |
Schulungen zu Geschäftsethik/Bekämpfung von Korruption (Präsenzschulungen) |
[G1-3.21a, 21b, 21c] [MDR-M.77c] [NaDiVeG] |
| 2024 |
| Risikobehaftete Funktionen | Führungskräfte | Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane | Sonstige eigene Arbeitskräfte |
Abdeckung durch Schulungen (Anzahl) | | | | |
Zielgruppe insgesamt | 920 | 723 | 59 | n.a. |
Im Berichtsjahr geschulte Personen insgesamt | 357 | 344 | 22 | 844 |
Schulungsmethode und -dauer (Stunden) | | | | |
Präsenzschulungen | 1 | 1 | 1 | 1 |
Computerbasierte Schulungen | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Freiwillige computerbasierte Schulungen | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Häufigkeit | | | | |
Wie häufig sind Schulungen erforderlich? | Dreijähriger Schulungszyklus | Dreijähriger Schulungszyklus | Dreijähriger Schulungszyklus | n.a. |
Behandelte Themen | | | | |
Definition von Korruption | x | x | x | x |
Konzepte (Code of Business Ethics, Ethics & Integrity Policy, Whistleblowing-Richtlinie) | x | x | x | x |
Verfahren zur Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung | x | x | x | x |
Schutz von Hinweisgeber:innen | x | x | x | x |
Schulungen zum Wettbewerbsrecht (Präsenzschulungen) |
[G1-3.21a, 21b, 21c] [MDR-M.77c] [NaDiVeG] |
| 2025 |
| Risikobehaftete Funktionen | Führungskräfte | Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane | Sonstige eigene Arbeitskräfte |
Abdeckung durch Schulungen (Anzahl) | | | | |
Zielgruppe insgesamt | 850 | 181 | 45 | n.a. |
Im Berichtsjahr geschulte Personen insgesamt | 449 | 88 | 19 | n.a. |
Schulungsmethode und -dauer (Stunden) | | | | |
Präsenzschulungen | 1,5 | 1,5 | 1,5 | n.a. |
Computerbasierte Schulungen | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Freiwillige computerbasierte Schulungen | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Häufigkeit | | | | |
Wie häufig sind Schulungen erforderlich? | Dreijähriger Schulungszyklus | Dreijähriger Schulungszyklus | Dreijähriger Schulungszyklus | n.a. |
Behandelte Themen | | | | |
Horizontale Beziehungen/Kartelle | x | x | x | n.a. |
Vertikale Beziehungen | x | x | x | n.a. |
Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung | x | x | x | n.a. |
Vorgehen bei Hausdurchsuchungen | x | x | x | n.a. |
Schulungen zum Wettbewerbsrecht (Präsenzschulungen) |
[G1-3.21a, 21b, 21c] [MDR-M.77c] [NaDiVeG] |
| 2024 |
| Risikobehaftete Funktionen | Führungskräfte | Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane | Sonstige eigene Arbeitskräfte |
Abdeckung durch Schulungen (Anzahl) | | | | |
Zielgruppe insgesamt | 642 | 209 | 38 | n.a. |
Im Berichtsjahr geschulte Personen insgesamt | 245 | 73 | 17 | 51 |
Schulungsmethode und -dauer (Stunden) | | | | |
Präsenzschulungen | 1,5 | 1,5 | 1,5 | 1,5 |
Computerbasierte Schulungen | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Freiwillige computerbasierte Schulungen | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Häufigkeit | | | | |
Wie häufig sind Schulungen erforderlich? | Dreijähriger Schulungszyklus | Dreijähriger Schulungszyklus | Dreijähriger Schulungszyklus | n.a. |
Behandelte Themen | | | | |
Horizontale Beziehungen/Kartelle | x | x | x | x |
Vertikale Beziehungen | x | x | x | x |
Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung | x | x | x | x |
Vorgehen bei Hausdurchsuchungen | x | x | x | x |
Geschäftsethik/Bekämpfung von Korruption (E-Learning-Programm)1 |
[G1-3.21a, 21b, 21c] [MDR-M.77c] [NaDiVeG] |
| 2025 |
| Risikobehaftete Funktionen | Führungskräfte | Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane | Sonstige eigene Arbeitskräfte |
Abdeckung durch Schulungen (Anzahl) | | | | |
Zielgruppe insgesamt | 10.066 | 1.465 | 131 | n.a. |
Im Berichtsjahr geschulte Personen insgesamt | 9.716 | 1.443 | 122 | n.a. |
Schulungsmethode und -dauer (Stunden) | | | | |
Präsenzschulungen | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Computerbasierte Schulungen | 0.75 | 0.75 | 0.75 | n.a. |
Freiwillige computerbasierte Schulungen | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Häufigkeit | | | | |
Wie häufig sind Schulungen erforderlich? (OMV) | Zweijähriger Schulungszyklus | Zweijähriger Schulungszyklus | Zweijähriger Schulungszyklus | n.a. |
Behandelte Themen | | | | |
Definition von Korruption | x | x | x | n.a. |
Konzepte (Code of Business Ethics, Whistleblowing-Richtlinie) | x | x | x | n.a. |
Verfahren zur Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung | x | x | x | n.a. |
Schutz von Hinweisgeber:innen | x | x | x | n.a. |
Schulungen zum Wettbewerbsrecht (E-Learning-Programm)1 |
[G1-3.21a, 21b, 21c] [MDR-M.77c] [NaDiVeG] |
| 2024 |
| Risikobehaftete Funktionen | Führungskräfte | Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane | Sonstige eigene Arbeitskräfte |
Abdeckung durch Schulungen (Anzahl) | | | | |
Zielgruppe insgesamt | 858 | 201 | 27 | n.a. |
Im Berichtsjahr geschulte Personen insgesamt | 811 | 188 | 23 | n.a. |
Schulungsmethode und -dauer (Stunden) | | | | |
Präsenzschulungen | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Computerbasierte Schulungen | 0,75 | 0,75 | 0,75 | n.a. |
Freiwillige computerbasierte Schulungen | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
Häufigkeit | | | | |
Wie häufig sind Schulungen erforderlich? (OMV) | Zweijähriger Schulungszyklus | Zweijähriger Schulungszyklus | Zweijähriger Schulungszyklus | n.a. |
Behandelte Themen | | | | |
Horizontale Beziehungen/Kartelle | x | x | x | n.a. |
Vertikale Beziehungen | x | x | x | n.a. |
Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung | x | x | x | n.a. |
Vorgehen bei Hausdurchsuchungen | x | x | x | n.a. |
G1 Geschäftsethik sowie Korruptions- und Bestechungsbekämpfung bei Borealis |
[G1-3.21b] [MDR-M.77c] [NaDiVeG] |
Risikobehaftete Funktionen |
| 2025 | 2024 |
Abdeckung durch Schulungen | | |
Geschulte Personen insgesamt1 | 207 | 323 |
Schulungsmethode und Dauer | | |
Präsenzschulungen (Stunden) | n.a. | n.a. |
Computerbasierte Schulungen (Stunden) | 0,5 | 0,5 |
Freiwillige computerbasierte Schulungen (Stunden) | n.a. | n.a. |
Häufigkeit | | |
Wie häufig sind Schulungen erforderlich? | Jährlich | Jährlich |
[MDR-M77a] Borealis verwendet die folgenden Leistungskennzahlen, um Performance und Wirksamkeit zu bewerten.
G1 Kennzahlen zur Bewertung eigener Performance und Wirksamkeit bei Borealis |
[MDR-M77.a] |
Kennzahl und Definition | Einheit | Methode | 2025 | 2024 |
Prozentsatz der Arbeitnehmer:innen von Borealis, die das E-Learning zur Borealis Ethics & Integrity Policy, dem Code of Business Ethics und dem Code of Conduct abgeschlossen haben | % | Anzahl der Arbeitnehmer:innen von Borealis, die das E-Learning absolvierten, als Prozentsatz der Anzahl der Arbeitnehmer:innen von Borealis, denen das E-Learning zugewiesen wurde | 93 | 85 |
Anzahl der von den eigenen Arbeitskräften von Borealis über die Whistleblower-Hotline erstatteten Meldungen | Anzahl | Die Daten stammen von EQS, dem externen Dienstleister für die Borealis Whistleblower-Hotline. Unbestätigte Fälle werden gezählt, es sei denn, der gemeldete Missstand stellt offensichtlich kein Fehlverhalten dar. | 79 | 62 |
Anzahl der Verstöße oder Empfehlungen aus Rezertifizierungs- oder Überwachungsaudits nach ISO 37301/37001 | Anzahl | Die verpflichtende jährliche Prüfung der Borealis GmbH wird vom externen Prüfungsunternehmen durchgeführt. Danach wird ein Bericht erstellt und verteilt, in dem jeder Verstoß beschrieben wird. | 2 | 2 |
[MDR-M77b] Sofern nicht anders angegeben, wird die Messung aller unten angeführten Kennzahlen von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. Die Anzahl der Verstöße oder Empfehlungen aus Rezertifizierungs- oder Überwachungsaudits nach ISO 37301/37001 wird von der Zertifizierungsstelle Austrian Standards validiert. Die ISO-Zertifikate können von der Borealis Website heruntergeladen werden: /www.borealisgroup.com. Mehr dazu finden Sie im /Borealis Geschäftsbericht 2025 – Konzernlagebericht – Nachhaltigkeitserklärung.
G1 Unternehmensführung
Wesentliches Thema: G1 Unternehmensführung
Wesentliches Unterthema: Management der Beziehungen zu Lieferant:innen, einschließlich ZahlungspraktikenFörderung starker Lieferantenbeziehungen, um eine widerstandsfähige und innovative Lieferkette zu gewährleisten, die unseren allgemeinen Fortschritt und Erfolg unterstützt, sowie Einbeziehung sozialer und ökologischer Aspekte (z. B. Geschäftsethik, Menschenrechte, Sicherheit und CO2-Bilanz von Lieferant:innen) in das Lieferkettenmanagement Relevante SDGs:



SDG-Ziele
G1-2 Management der Beziehungen zu Lieferant:innen
[G1-2.12] Unser Ziel bei OMV ist es, Innovationen zu fördern, Wertschöpfung zu maximieren und verantwortungsvolles Wachstum in der Lieferkette zu ermöglichen. Dazu gehört die enge Zusammenarbeit mit unseren Partner:innen, Auftragnehmer:innen und Lieferant:innen in Bezug auf alle anwendbaren Rechtsvorschriften, unsere internen Grundsätze zu Sicherheit und Umweltschutz sowie Menschenrechtsstandards. Durch die Integration von Nachhaltigkeitsanforderungen in unsere gesamte Lieferkette (z. B. Audits, Bewertungen und Nachhaltigkeitskriterien in der Beschaffung) wollen wir eine positive Veränderung in der Nachhaltigkeitsleistung unserer Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen bewirken. Gleichzeitig gilt es, mögliche negative Auswirkungen ihnen gegenüber, wie wirtschaftliche Störungen aufgrund von Zahlungsverzögerungen, zu begrenzen.
Die wesentlichen potenziellen Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Management der Beziehungen zu Lieferant:innen, einschließlich Zahlungspraktiken, finden Sie im Abschnitt >SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell. Dieses wesentliche Unterthema wird zentral vom OMV Konzerneinkauf gesteuert. Dieser wird vom:von der Chief Procurement Officer (CPO) geleitet, der:die an den:die Chief Financial Officer (CFO) berichtet. Bei OMV Petrom und bei Borealis gibt es lokale CPOs, die an die jeweiligen CFOs berichten.
Spezifische Konzepte und Verpflichtungen im Zusammenhang mit unserem Lieferantenmanagement
Code of Conduct
[MDR-P-65a–65f] In Bezug auf den Code of Conduct werden, sofern nicht anders angegeben, die wichtigsten Inhalte des Konzepts mit Relevanz für Management der Beziehungen zu Lieferant:innen einschließlich Zahlungspraktiken, der Überwachungsprozess, der Anwendungsbereich des Konzepts, die Einbeziehung der obersten Führungsebene, die Bezugnahme auf Standards Dritter (sofern zutreffend), die Interessen der wichtigsten Interessenträger:innen bei der Festlegung des Konzepts (sofern zutreffend) und die Art und Weise, wie das Konzept potenziell betroffenen Interessenträger:innen zugänglich gemacht wird, im Abschnitt >ESRS 2 Übergeordnete Konzepte behandelt.
Konzernweite Beschaffungsrichtlinie und Purchase-to-Pay-Standard
[MDR-P-65a] Die konzernweite Beschaffungsrichtlinie von OMV beschreibt den gesamten Prozess der Lieferantenbindung und des Lieferantenmanagements, einschließlich der Einbindung von Menschenrechtsaspekten in die Präqualifikation von Lieferant:innen sowie in Audits und Meetings. Durch die darin festgelegten Regelungen befasst sich diese Richtlinie sowohl mit den potenziellen positiven Auswirkungen unserer aktiven Zusammenarbeit mit Lieferant:innen und Geschäftspartner:innen als auch mit den potenziellen negativen Auswirkungen einer finanziellen Anfälligkeit unserer Geschäftspartner:innen durch deren erhebliche Abhängigkeit von OMV als Haupteinnahmequelle. Der Purchase-to-Pay-Standard definiert die Mindestanforderungen für den konzernweiten Purchase-to-Pay-Prozess, der alle bestehenden Regelungen innerhalb des Prozessumfangs umfasst. Dieser Standard betrifft Aktivitäten wie die Bestellung und den Einkauf von Waren und Dienstleistungen bei externen Lieferant:innen (ausgenommen Intercompany-Einkäufe) sowie deren Empfang, Abrechnung und Bezahlung. Im Zusammenspiel mit der konzernweiten Beschaffungsrichtlinie legt der Purchase-to-Pay-Standard die Verfahren und Zahlungsbedingungen fest, die den zeitlichen Rahmen für die Begleichung der Rechnungen unserer Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen vorgeben, um unsere potenziellen negativen Auswirkungen auf unsere Geschäftspartner:innen aufgrund von Zahlungsverzug zu mindern. Die Einkaufseinheiten „Governance & Analytics“ und „Strategy & Digitalization“ führen halbjährliche Kontrollen und Fortschrittsüberprüfungen anhand der Zielvorgaben durch, um die Wirksamkeit der Umsetzung der konzernweiten Beschaffungsrichtlinie zu überwachen.
[MDR-P-65b] Sowohl die konzernweite Beschaffungsrichtlinie als auch der Purchase-to-Pay-Standard gelten für OMV (OMV Aktiengesellschaft und alle ihre voll konsolidierten Tochtergesellschaften), einschließlich Borealis
46 und OMV Petrom und deren Tochtergesellschaften. Die in dieser Richtlinie festgelegten Grundsätze und Mindeststandards gelten für alle Beschaffungsaktivitäten bei OMV, die vom OMV Konzerneinkauf verwaltet werden, während einige Waren und Dienstleistungen (wie zum Beispiel erneuerbare Kraftstoffe und Rohstoffe oder Handelsaktivitäten) von anderen Abteilungen eingekauft werden.
[MDR-P-65c] Die konzernweite Beschaffungsrichtlinie und der Purchase-to-Pay-Standard von OMV werden vom Vorstand unterzeichnet und genehmigt. Die oberste Verantwortung für die konzernweite Beschaffungsrichtlinie liegt beim:bei der Chief Procurement Officer. Für den Purchase-to-Pay-Standard ist hingegen der:die Chief Information Officer zuständig, der:die direkt an den:die CFO berichtet.
[MDR-P-65e] Die konzernweite Beschaffungsrichtlinie und der Purchase-to-Pay-Standard wurden in umfassender Abstimmung mit internen Interessenträger:innen, einschließlich Kreditoren- und Unternehmensvertreter:innen, entwickelt. Sie basieren zudem auf Informationen, die im Zuge unserer Zusammenarbeit mit den externen Partnern CDP und EcoVadis eingeholt wurden.
[MDR-P-65f] Die Bestimmungen stehen allen OMV Arbeitnehmer:innen über die Regulations Alignment Platform im OMV Intranet zur Verfügung. Relevante Aspekte für Lieferant:innen werden in vertragliche Vereinbarungen aufgenommen.
[G1-2.14] [G1-6.31] Zur Standardisierung der Zahlungsbedingungen für unsere Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen, einschließlich der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), sind in unserer konzernweiten Beschaffungsrichtlinie und im Purchase-to-Pay-Standard Standardzahlungsfristen von 60 Tagen festgelegt. Wir überwachen kontinuierlich, dass die Zahlungsbedingungen mit den vertraglichen Vereinbarungen, die mit unseren Lieferant:innen getroffen wurden, übereinstimmen. Zu diesem Zweck schlägt das SAP-System einen Tag vor Ablauf der Zahlungsfrist alle fälligen Rechnungen zur Zahlung vor, die dann automatisch am nächsten Tag bezahlt werden, ohne dass ein manueller Eingriff erforderlich ist. Wenn Rechnungen zur Zahlung gesperrt werden (z. B. aus steuerlichen Gründen), werden die Gründe analysiert und Abhilfemaßnahmen eingeleitet.
Die konzernweite Beschaffungsrichtlinie beschreibt spezifische Prozesse im Zusammenhang mit der Lieferantenbindung und dem Lieferantenmanagement. Diese umfassen:
Management der Beziehungen zu Lieferant:innen
[G1-2.15a] Das OMV Rahmenwerk für das Management der Beziehungen zu Lieferant:innen konzentriert sich darauf, strategische Beziehungen zu unseren Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen zu schaffen. Außerdem berücksichtigt dieses Rahmenwerk das Thema Nachhaltigkeit in der Lieferantensegmentierung, bei der Lieferantenleistung, bei Lieferantenmeetings und in Bezug auf Innovation bei Lieferant:innen. Um OMV bei seiner Transformation zu einem führenden Unternehmen im Bereich innovativer nachhaltiger Kraftstoffe, Chemikalien und Materialien sowie Kreislaufwirtschaft zu unterstützen, ist es unabdingbar, die Lieferant:innen zu Innovationen zu ermutigen. Dies trägt dazu bei, ihr Potenzial freizusetzen, und die innovativen Lösungen, die sie entwickeln, bieten eine gute Möglichkeit zur Intensivierung und Konsolidierung der Partnerschaften. Darüber hinaus kann eine aktive und faire Einbeziehung der Lieferant:innen in Nachhaltigkeitsaspekte positive Veränderungen in der Lieferkette bewirken. Gleichzeitig werden die potenziellen negativen Auswirkungen der finanziellen Anfälligkeit von Lieferant:innen aufgrund von Zahlungsverzug durch OMV gemindert.
Präqualifikation
[G1-2.15b] Die Präqualifikation von Lieferant:innen ist Teil der vorvertraglichen Tätigkeiten, bei denen OMV Informationen von potenziellen Lieferant:innen einholt, um die Einhaltung unserer Anforderungen in Bezug auf Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) und Nachhaltigkeit zu bewerten. Ziel des Präqualifikationsprozesses ist es, potenzielle Lieferant:innen zu prüfen, bevor wir sie an Bord holen. So können wir sicherstellen, dass nur jene Lieferant:innen für eine zukünftige Zusammenarbeit infrage kommen, die unsere HSSE- und Nachhaltigkeitsstandards erfüllen. Die Präqualifikation basiert auf einer standardisierten Liste von Elementen und Zielen in Übereinstimmung mit dem HSSE-Managementsystem von OMV (z. B. HSSE-Richtlinie; ISO 9001, 14001, 45001) und unserem Nachhaltigkeits-Framework (z. B. Nachhaltigkeitsrichtlinie, Menschenrechts-Grundsatzerklärung und Beschwerdemechanismen).
Lieferantenauswahl
[G1-2.15b] Im Anschluss an die Präqualifikation wählt der Einkauf gemeinsam mit Unternehmensvertreter:innen im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens die geeignetsten Lieferant:innen auf der Grundlage eines vordefinierten Katalogs wirtschaftlicher und technischer Kriterien aus. Um Beschaffungsverfahren verstärkt auf Nachhaltigkeit auszurichten, werden soziale und Umweltkriterien bei der wirtschaftlichen Bewertung mit einbezogen. Zur Unterstützung der allgemeinen Nachhaltigkeitsziele 2030 des OMV Konzerns und der Ambition der Abteilung Sustainable Procurement, der Nachhaltigkeit bei der Beschaffung einen „Wert“ zu geben, nahm die Einkaufsabteilung zwei Kriterien zur Beurteilung der Nachhaltigkeitsleistung der Bieter:innen in deren wirtschaftliche Bewertung auf: das EcoVadis-Rating und die Beantwortung unseres Fragebogens zum Klimawandel.
Im Jahr 2025 lud OMV mehr als 1.000 Lieferant:innen ein, einen vereinfachten Fragebogen zum Klimawandel auszufüllen, der intern in Anlehnung an die Struktur des CDP-Fragebogens entwickelt wurde. Zusätzlich zur Berichterstattung über ihre Emissionen fragten wir die Lieferant:innen, ob sie CO2-Reduktionsziele festgelegt haben, und luden sie ein, uns Initiativen oder Projekte zur Verringerung des CO2-Ausstoßes vorzustellen, an denen sie uns gerne beteiligen würden. Die Auswahl der Lieferant:innen erfolgte nach Einkaufsvolumen, um durch Einbindung unserer größten Geschäftspartner:innen die Auswirkungen zu maximieren. Darüber hinaus vermittelten wir unseren Lieferant:innen in persönlichen Treffen und Webinaren ein besseres Verständnis der Anforderungen des Fragebogens zum Klimawandel und erläuterten ihnen, warum diese Informationen für OMV wichtig sind.
Risikobewertungen
[G1-2.15a] Die Kenntnis des Risikos von Lieferant:innen ist ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung, ob und wie wir mit ihnen Geschäfte machen. Das vom OMV Einkauf in unserem internen IT-System erstellte Risikoprofil für Tier-1-Lieferant:innen soll die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette stärken und helfen, die Anforderungen der Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive; CSRD) sowie der Richtlinie über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeit (Corporate Sustainability Due Diligence Directive; CSDDD) zu erfüllen. Die darin definierten Hauptrisikobereiche sind Nachhaltigkeit, Einkauf und HSSE. Zusätzlich hat OMV einen Screening-Prozess eingeführt, der sicherstellt, dass Vertragspartner:innen, gegen die von der EU oder internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen Sanktionen verhängt wurden, nicht als Einkaufspartner:innen akzeptiert werden.
Audits
[G1-2.15a] OMV führt zwei Arten von Audits seiner Lieferant:innen und Auftragnehmer:innen durch: „Together for Sustainability“-(TfS-)Audits vor Ort, die sich auf die Nachhaltigkeitsleistung eines Unternehmens konzentrieren, und Audits, die von einem externen Prüfungsunternehmen vorgenommen werden. Die Audits werden im Rahmen des Präqualifikationsprozesses und/oder während des Vertragsabschlusses durchgeführt. Das Ziel der Audits ist, die Performance unserer Lieferant:innen zu messen und Maßnahmen zu definieren, die es ihnen ermöglichen, ihre Performance zu optimieren und die Anforderungen von OMV zu erfüllen. Bei externen Audits achten wir besonders auf die finanzielle Stabilität unserer Lieferant:innen, ihre Strategie und Organisation, die Lieferkette, die Nachhaltigkeit (z. B. soziale und ökologische Aspekte) und ihre Cybersicherheitsleistung. Jedes mit einem Warnhinweis versehene Auditergebnis wird vom Einkaufsteam in Zusammenarbeit mit Vertreter:innen des Business und anderen relevanten Funktionen (z. B. HSSE, Rechtsabteilung, Interne Revision und Compliance) weiterverfolgt und analysiert. Die Lieferant:innen werden über das Ergebnis des Audits informiert und aufgefordert, einen Korrekturplan mit konkreten Maßnahmen und einen Zeitplan für deren Umsetzung vorzulegen. Im Jahr 2025 hatten 16 Audits (2024: 13) konkrete Maßnahmen zur Folge.
CO2-Transparenz in der Lieferkette
[G1-2.15a] Unser Ziel ist es, den CO2-Gehalt der von uns eingekauften Waren und Dienstleistungen fortlaufend zu überwachen und zu verringern. Nur gemeinsam mit unseren Lieferant:innen können wir Initiativen zur CO2-Reduktion entwickeln, um die CO2-Emissionen in der Lieferkette kontinuierlich zu senken und unsere Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen zu erfüllen. Zentrales Instrument zur Sicherstellung von Transparenz in Bezug auf CO2-Ausstoß in der Lieferkette ist unser Fragebogen zum Klimawandel, der eng verknüpft ist mit unserem Ziel >Einbindung der Lieferant:innen und Bewertung ihrer CO2-Bilanz.
Aufbau von Lieferantenkapazitäten
[G1-2.15] OMV arbeitet mit seinen Lieferant:innen zusammen, um die Nachhaltigkeitsleistung insgesamt zu verbessern. Die Lieferant:innen werden zu persönlichen Treffen oder Webinaren eingeladen, um ihnen zu vermitteln, warum die Teilnahme an TfS-Bewertungen oder die Beantwortung unseres Fragebogens zum Klimawandel wichtig sind. Themen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und CO2-armer Beschaffung besprechen wir auch bei unseren jährlichen strategischen Lieferantenmeetings, und wir laden wichtige Lieferant:innen zu vertiefenden Workshops zum Thema Innovation ein. Im Jahr 2025 fanden 17 Meetings mit unseren strategischen Lieferant:innen statt, bei denen wirtschaftliche und technische Themen ebenso diskutiert wurden wie HSSE- und Nachhaltigkeitsbelange. Mit wichtigen Lieferant:innen wurden zusätzlich insgesamt 6 vertiefende Workshops zum Thema Innovation abgehalten.
Regionale Wertschöpfung
[G1-2.15a] Wir wollen die Gemeinden an den Standorten, an denen wir tätig sind, durch Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung unterstützen. Regionaler Einkauf stärkt die lokale Wirtschaft und erfüllt die Erwartungen der Nachbargemeinden in Bezug auf den regionalen Einkauf. Der verstärkte regionale Einkauf hatte in den letzten Jahren den zusätzlichen Vorteil, dass Unterbrechungen des Geschäftsbetriebs reduziert wurden. Außerdem hat er das Potenzial für eine bessere CO2-Bilanz aufgrund der kürzeren Transportwege der eingekauften Waren. Im Jahr 2025 entfielen 70,9% der konzernweiten Ausgaben auf lokale Lieferant:innen (2024: 71,1%).
ESG-Initiativen im Lieferantenmanagement
[Freiwillig] ESG-Mindeststandards, wie zum Beispiel der Nachweis einer CSR-Richtlinie/Menschenrechts-Grundsatzerklärung oder die Befolgung unseres Code of Conduct, sind Teil unserer Präqualifikationsanforderungen. Darüber hinaus werden in der wirtschaftlichen Bewertung diejenigen Unternehmen höher bewertet, die das EcoVadis-Rating abgeschlossen und unseren Klimawandel-Fragebogen beantwortet haben bzw. zusagen, dies zu tun. So sichern wir die effektive Umsetzung der ESG-Initiativen in unserem Lieferantenmanagement. Lieferant:innen mit einem EcoVadis-Score unter 45 Punkten werden aufgefordert, ihre Leistung zu verbessern und im darauffolgenden Jahr die Bewertung zu wiederholen47. Durch solche ESG-Initiativen im Lieferantenmanagement wollen wir unsere potenziellen positiven Auswirkungen auf die Unternehmenskultur unserer Lieferant:innen verstärken, was wiederum zu verbesserten Arbeitsbedingungen und höherer Lebensqualität für die Beschäftigten in der Lieferkette führen könnte. Wir tauschen uns nicht nur mit unseren Lieferant:innen, sondern auch mit Einkäufer:innen aktiv über nachhaltige Beschaffungspraktiken und Innovationen bei den Lieferant:innen aus. Unsere Einkäufer:innen werden außerdem regelmäßig darin geschult, wie sie die Einkaufsabteilung bei der Erreichung unserer Ziele für eine nachhaltige Beschaffung unterstützen können. Zu dem Zweck arbeiten sie mit den Lieferant:innen zusammen und regen diese zur Teilnahme an ESG-Bewertungen an, wie beispielsweise dem EcoVadis-Rating oder unserem Fragebogen zum Klimawandel. Im Jahr 2025 konzentrierten sich die Schulungen unserer Einkäufer:innen zum Thema nachhaltige Beschaffung auf die Anwendung des neuen Code of Conduct von OMV bei der Lieferantenauswahl und Auftragsvergabe. Es wurden zwei Schulungen mit 190 Einkäufer:innen von OMV, OMV Petrom und Borealis abgehalten (verglichen mit 155 Schulungsteilnehmer:innen 2024). Kennzahlen und Ziele
Ziele
Einbindung der Lieferant:innen und Bewertung ihrer CO2-Bilanz
[Freiwillig] [MDR-T-80a–80j]
Ein Schwerpunktbereich unserer regelmäßigen Gespräche mit Lieferant:innen ist die Verringerung von CO2-Emissionen. Diese jährliche Einbeziehung zahlreicher Lieferant:innen untermauert unser Ziel, bis 2030 eine aktive, klimabezogene Einbindung derjenigen Lieferant:innen aufrechtzuerhalten, auf die 80% des Einkaufsvolumens entfallen. Dies dient als Grundlage dafür, gemeinsame Initiativen zur CO2-Reduktion anzustoßen und durchzuführen. [MDR-T-80a] Unser Ziel, bis 2025 die Lieferant:innen einzubinden, auf die 80% des Einkaufsvolumens entfallen, steht im Einklang mit unserer Verpflichtung, bis 2050 zu einem Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden. Darüber hinaus unterstützt dieses Ziel unsere Ambition in der nachhaltigen Beschaffung, der Nachhaltigkeit beim Einkauf einen „Wert“ zu geben, wie in unserer >konzernweiten Beschaffungsrichtlinie festgelegt. Das bezieht sich nicht nur auf die Emissionen aus unserer eigenen Geschäftstätigkeit, sondern auch auf die Emissionen aus unserem Produktportfolio und andere Emissionen entlang der Wertschöpfungskette. [MDR-T-80h] An der Zielsetzung waren interne Interessenträger:innen wie Vorstandsmitglieder und die Abteilung Nachhaltigkeit genauso beteiligt wie externe Interessenträger:innen (z. B. CDP). Die endgültige Genehmigung erteilte der Vorstand von OMV.
2025
Einbindung aller Lieferant:innen, auf die 80% des Einkaufsvolumens entfallen, und Bewertung ihrer CO2-Bilanz als Grundlage für die Definition und Durchführung gemeinsamer Initiativen zur Verringerung der
CO2-Emissionen
2030
Aufrechterhaltung von aktiver, klimabezogener Einbindung der Lieferant:innen, auf die 80% des Einkaufsvolumens entfallen, als Grundlage für die Definition und Durchführung gemeinsamer Initiativen zur Verringerung der
CO2-Emissionen
Absolutes Ziel |
Aktivitäten der Wertschöpfungskette | Vorgelagerte Wertschöpfungskette – Tier-1-Lieferant:innen |
Im Umfang enthalten | Lieferant:innen, die gemäß konzernweiter Beschaffungsrichtlinie in den Aufgabenbereich der Einkaufsabteilung fallen |
Nicht im Umfang enthalten | Alle Lieferant:innen, die gemäß konzernweiter Beschaffungsrichtlinie nicht in den Aufgabenbereich der Einkaufsabteilung fallen |
Geografische Abdeckung | Konzernweit |
Basisjahr | 2021 |
Bezugswert in % | 33 |
[MDR-T-80f] Diese Kennzahl wurde eingeführt, um die Genauigkeit und Transparenz der Scope-3-Emissionen aus erworbenen Waren und Dienstleistungen zu verbessern. Wir haben uns für den 80/20-Ansatz entschieden und konzentrieren uns auf die Lieferant:innen, auf die 80% des Einkaufsvolumens entfallen, um die Wirkung zu maximieren. [MDR-T-80i] In Übereinstimmung mit unserer Überprüfung der Geschäftsstrategie und den aktuellen regulatorischen Entwicklungen in der EU, darunter das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und die Richtlinie über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeit (Corporate Sustainability Due Diligence Directive; CSDDD), wurde unser Ziel für 2030 nach der Genehmigung durch das Sustainability Coordination Forum von OMV im Oktober 2025 überarbeitet. Es gab keine Änderungen an den Methoden, die regelmäßig überprüft werden, um zu gewährleisten, dass sie den neuesten Standards und Praktiken für nachhaltige Beschaffung entsprechen.
Stand 2025
[MDR-T-80j]100% der Lieferant:innen, auf die mehr als 80% des Einkaufsvolumens entfallen, konnten zur Bewertung ihrer
CO2-Bilanz sowie zur Definition und Durchführung gemeinsamer Initiativen zur Verringerung der CO2-Emissionen verpflichtet werden (2024: 100%). Dieses Ziel wird jährlich überprüft.
G1-6 Zahlungspraktiken
Kennzahlen zu Zahlungspraktiken |
[MDR-77.c] [G1-6.31] [G1-6.33a; 33b; 33c] [Unternehmensspezifisch] [Freiwillig] |
| Einheit | 2025 | 2024 |
Zahlungen, die den Standardzahlungsbedingungen entsprechen3 | % | 74,0 | 75,5 |
Durchschnittliche Zeit bis zur Bezahlung einer Rechnung ab dem Zeitpunkt des Beginns der vertraglichen oder gesetzlichen Zahlungsfrist3 | Tage | 58,1 | 56,1 |
Aktuell laufende Gerichtsverfahren wegen Zahlungsverzugs | Anzahl | 1 | 1 |
Lieferant:innen, die zur Beantwortung des Fragebogens zum Klimawandel aufgefordert wurden1 | Anzahl | 1.064 | 1.450 |
Gesamtzahl bewerteter Lieferant:innen mit negativen Umweltauswirkungen in der Lieferkette, die disqualifiziert wurden1 | % | 0,4 | 0,1 |
Betriebsstätten von Lieferant:innen, die durch ein nach ISO 14001 oder EMAS zertifiziertes Umweltmanagementsystem abgedeckt sind2 | % | 68,5 | 68,9 |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M.77 zu Zahlungspraktiken finden Sie im >Anhang: G1-6 Zahlungspraktiken.
G-(Unternehmensspezifisch) Cybersicherheit
Wesentliches Thema: G1 Unternehmensführung
Wesentliches Unterthema: (Unternehmensspezifisch) Cybersicherheit
Schutz von Menschen, Vermögenswerten, Betrieben, Informationen und Ansehen vor jeglichen Cyberbedrohungen, Zwischenfällen oder Krisen, um die Kontinuität unserer Geschäftstätigkeit und den Schutz von Mensch und Umwelt zu gewährleisten
Die wesentliche Auswirkung im Zusammenhang mit dem Unterthema G-(Unternehmensspezifisch) Cybersicherheit finden Sie im Abschnitt >SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell. Für die IT-Sicherheit ist das Group IT & Digital Office unter der Leitung des:der Chief Information Officer (CIO) zuständig, der:die direkt an den:die Chief Financial Officer (CFO) berichtet. Der:die Group CIO wird von dem:der Chief Information Security Officer (CISO) des Konzerns und dem Group IT/OT Governance Team unterstützt.
Spezifische Konzepte im Zusammenhang mit Cybersicherheit
IT/OT-Sicherheitsrichtlinienframework
[MDR-P.65a] Bei OMV spielt IT/OT eine zentrale Rolle bei der Steuerung der Abläufe an unseren Produktionsstandorten über Systeme zur Prozesssteuerung und Überwachung unserer Anlagen. Eine Störung dieser Systeme, beispielsweise durch einen fortgeschrittenen Cyberangriff, könnte unter anderem physische Störfälle zur Folge haben, die die Umwelt und menschliche Gesundheit gefährden. Um diese potenziellen negativen Auswirkungen zu verhindern, hat OMV ein umfassendes IT/OT-Sicherheitsrichtlinienframework umgesetzt. Das IT
48/OT
49-Sicherheitsrichtlinienframework regelt eine Reihe umfassender Sicherheitskonzepte und Leitlinien, die die Sicherheit und Integrität der IT/OT-Systeme schützen. Dieses Framework ist von entscheidender Bedeutung für den Schutz kritischer Infrastrukturen und die Gewährleistung der Widerstandsfähigkeit von Prozesssteuerungssystemen gegen einen potenziellen fortschrittlichen Cyberangriff. Es besteht aus einer umfassenden Reihe interner Regelwerke, die auf die internationalen Normen ISO/IEC 27001:2022 und für die betreffenden OT-Steuerungssysteme auf IEC 62443 Bezug nehmen. Die Wirksamkeit des Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) von OMV, das Teil des Sicherheitsframeworks ist, unterliegt regelmäßigen externen Prüfungen, und eine vollständige Rezertifizierungsprüfung wurde im Juli 2025 erfolgreich abgeschlossen. Die Zertifizierungsperiode für OMV läuft nun bis 2028. Das Framework umfasst auch das Commitment von OMV zur Sicherung des Betriebs seiner Services in bestimmten Bereichen, wie beispielsweise im Retail-Geschäft und den damit verbundenen PCI-DSS
50-Anforderungen.
[MDR-P.65b, 65c] Dieses Framework gilt für den OMV Konzern weltweit, einschließlich unserer Tochtergesellschaften Borealis GmbH
51 und OMV Petrom S.A. Wo immer erforderlich, werden die jeweils geltenden lokalen Gesetze und Vorschriften berücksichtigt. Es wird vom OMV Vorstand genehmigt, und die oberste Verantwortung für seine Umsetzung trägt der:die CIO.
[MDR-P.65e, 65f] Das IT/OT-Sicherheitsrichtlinienframework wurde im Rahmen umfassender Konsultationen mit internen Interessenträger:innen entwickelt, darunter Vertreter:innen unserer eigenen Belegschaft, des Betriebsrats und der Geschäftsbereiche. Alle im Framework enthaltenen Konzepte, Richtlinien, internen Standards und Prozesse in Bezug auf IT/OT werden über interne Kommunikationskanäle und die OMV Regulations Alignment Platform im OMV Intranet regelmäßig an alle Arbeitnehmer:innen von OMV kommuniziert. Relevante Aspekte für bestimmte externe Interessenträger:innen, wie zum Beispiel Lieferant:innen, werden in vertragliche Vereinbarungen aufgenommen.
Maßnahmen im Zusammenhang mit der Cybersicherheit
[MDR-A.68a] Mithilfe der Maßnahmen, die wir zum Umgang mit potenziellen negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt als Folge eines fortschrittlichen Cyberangriffs umsetzen, wollen wir einen insgesamt hohen Standard an Cybersicherheit erreichen. Ein hoher Reifegrad in diesem Sinne bedeutet, dass sämtliche Abläufe quantitativ verwaltet werden und keine nennenswerten Cybersicherheitsvorfälle zu verzeichnen sind. Da der Faktor Mensch ausschlaggebend für die Gewährleistung der Cybersicherheit im täglichen Betrieb ist, werden unterschiedliche Sensibilisierungsmaßnahmen in allen möglichen Formaten entwickelt und bereitgestellt, um unsere Arbeitnehmer:innen entsprechend zu schulen.
[MDR-A.69b] Im Jahr 2025 blieben diese Maßnahmen unter unserem Schwellenwert für wichtigste Maßnahmen.
52 Folglich wird dieses Thema im Jahresabschluss nicht berücksichtigt. Da die genauen Themengebiete und Inhalte unserer wichtigsten Maßnahmen sensible Informationen umfassen, deren Bekanntwerden OMV externen Risiken aussetzen könnte, machen wir von den Bestimmungen nach ESRS 1-7.7 Gebrauch, die die Auslassung vertraulicher Informationen zulassen. Daher werden keine genaueren Angaben zu den wichtigsten Maßnahmen in Bezug auf Cybersicherheit gemacht.
Innerhalb unserer Organisation bestehen folgende weitere Maßnahmen, die das Erreichen der im IT/OT-Sicherheitsrichtlinienframework festgehaltenen Vorgaben sowie unserer Ziele im Hinblick auf Cybersicherheit stützen:
Risikobewertungen und Audits
[MDR-A.68a–68c, 68e] Das IT/OT-Sicherheitsrichtlinienframework legt die Notwendigkeit einer Bewertung von Risiken im Zusammenhang mit Cyber-Assets in IT und OT konzernweit fest. Daher unterhält OMV seit 2019 ein Exzellenzprogramm für Informationssicherheit. Jedes Jahr werden auf der Grundlage von Vorevaluierungen verschiedene Projekte durchgeführt, die neu auftretende Risiken für die Cybersicherheit behandeln. Die Umsetzung dieser Projekte trägt zum angestrebten allgemeinen Reifegrad der Informationssicherheit bei OMV – wie in unserer Zielsetzung für die Cybersicherheit festgelegt – bei und hilft damit, die Gefährdung durch Cyberbedrohungen zu verringern. Der Umfang konzentriert sich auf unsere eigenen Tätigkeiten weltweit. Risikobewertungen sind ein fortlaufender Prozess, wohingegen die ISMS-Aktivitäten von OMV jährlich externen Audits unterzogen werden, um deren Einhaltung und Effizienz mit einer entsprechenden Zertifizierung zu überprüfen. Die jüngste Zertifizierung nach ISO/IEC 27001:2022 wurde im August 2025 erteilt.
Technische, proaktive und reaktive Maßnahmen
[MDR-A.68a–68e] Basierend auf den Leitlinien des IT/OT-Sicherheitsrichtlinienframeworks wird das Sicherheitsrisiko durch die Einführung von neuen Tools, individuellen Erkennungsstrategien und Reaktionsplänen reduziert, um unsere physischen und digitalen Umgebungen gut abzuschirmen. Technische „Housekeeping“-Maßnahmen sorgen mit der neuesten Hard- und Software sowie adäquaten Informationssicherheitsprozessen für eine solide Basis. Wir implementieren Sicherheitspatches und bieten Leitlinien für konsistente Hard- und Softwarelebenszyklen an. Unsere fortlaufenden proaktiven und reaktiven Maßnahmen werden konstant entwickelt und umgesetzt und sorgen so für Transparenz rund um bestehende Risiken, Sicherheitslücken und Schwachstellen. Damit unterstützen sie die Zielsetzungen unseres IT/OT-Sicherheitsrichtlinienframeworks. Wir integrieren diese Maßnahmen, um unsere Anlagen vor Eindringlingen zu schützen, eventuelle Schäden auf ein Minimum reduzieren und eine schnelle und vollständige Wiederherstellung unserer Systeme zu gewährleisten. Beispiele für derartige Maßnahmen sind kontinuierliche Schwachstellen-Scans von Cyber-Assets, Simulationen von Sicherheitsverletzungen und Angriffen zur Bewertung potenzieller Angriffsflächen, laufende interne und externe Penetrationstests für kritische Anwendungen/Systeme sowie externe Audits zur Qualitätssicherung (ISO 27000, PCI-DSS, NIS usw.). Dieser Ansatz gewährleistet, dass wir proaktiv gegen potenzielle Bedrohungen vorgehen und die hohe Sicherheit unserer Systeme aufrechterhalten. Der Umfang konzentriert sich auf unsere eigenen Tätigkeiten weltweit. Die Einführung und Identifizierung neuer Tools, individueller Erkennungsstrategien und Reaktionspläne ist ein fortlaufender Prozess. Wir bearbeiten fortlaufend IT-Projekte, die von der Funktion IT Security Governance bewertet werden, um gezielt die Risiken von Cyberangriffen auf ein Minimum zu reduzieren.
Schulungen
[MDR-A.68a–68c, 68e] Die ständige Sensibilisierung und fortlaufende Schulung aller Arbeitnehmer:innen weltweit innerhalb unserer eigenen Betriebe zum Thema Cybersicherheit sind grundlegende Anforderungen des IT/OT-Sicherheitsrichtlinienframeworks. OMV führt regelmäßige und ausführliche Schulungen durch, um das Bewusstsein unserer Arbeitnehmer:innen für Informationssicherheit auf einem angemessenen Niveau zu halten. Diese Schulungen decken allgemeine Fragen der Informationssicherheit, anlassbezogene Forderungen nach zeitnahen Gegenmaßnahmen für bestimmte Anwendungsfälle und zielgruppenorientierte Inhalte ab. Zu den Schulungsformaten gehören verpflichtende E-Learning-Kurse inklusive Wissensabfrage, themenbezogene Videos, Präsenzschulungen, Anti-Phishing-Trainings sowie der Austausch von Nachrichten über unser Intranet und interne Blog-Postings. Dieser facettenreiche Ansatz gewährleistet ein umfassendes Programm für kontinuierliches Lernen und damit eine effektive Vertiefung der Kenntnisse unserer Arbeitnehmer:innen in IT-Sicherheitsbelangen. So wird nicht nur die Zielsetzung des IT/OT-Sicherheitsrichtlinienframeworks, sondern auch unser allgemeines Bestreben rund um Cybersicherheit untermauert.
Ziele im Zusammenhang mit der Cybersicherheit
Unsere Ambition
[MDR-T.81b-i] Unsere Ambition ist es, dass alle von der OMV Group IT bereitgestellten Dienste, Anlagen und Infrastrukturen auch im Hinblick auf Cybersicherheit entsprechend ihrem jeweiligen Schutzbedarf zur Verfügung gestellt werden. Um diese Ziele zu erreichen, wird eine Vielzahl von Maßnahmen durchgeführt. Diese beziehen sich entweder auf Menschen und Bewusstseinsbildung mittels prozess- und cyberrisikobasierter Initiativen oder auf technologische Implementierungen (Tools, Cyberabwehrkapazitäten, Endpunkterkennung usw.), um eine angemessene Cyberresilienz zu gewährleisten. Um die Wirksamkeit der in unserem IT/OT-Sicherheitsrichtlinienframework festgelegten Maßnahmen zu überprüfen, bewerten wir regelmäßig den Reifegrad unserer Sicherheitsdienste durch externe Audits auf der Grundlage gegebener Standards (CMMI).
Stand 2025
[MDR-T.81b-ii] Ransomware, Phishing-Angriffe, gezielte Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur, Deepfakes und die Verbreitung von Fehlinformationen und Desinformationen durch den verstärkten Einsatz von KI rücken immer mehr in den Fokus und stellen auch OMV vor neue Herausforderungen. Mit gezielten Maßnahmen wie dem Einsatz neuester IT-Sicherheitstechnologien, umfassenden Schulungsmaßnahmen für unsere Arbeitnehmer:innen und ganzheitlichen Konzepten zur Cyberresilienz des Unternehmens sieht sich OMV gut auf diese neuen Herausforderungen vorbereitet.
Kennzahlen
Kennzahlen Cybersicherheit |
[MDR-M.77c] [Unternehmensspezifisch] [Freiwillig] |
| 2025 | 2024 |
Bemerkenswerte Vorfälle im Bereich der Cybersicherheit | 0 | 0 |
Anzahl bestätigter Vorfälle von Datenschutzverletzung bei personenbezogenen Kundendaten1 | 0 | n.a. |
Die Kennzahlendefinitionen und Methoden in Bezug auf die Angabepflichten gemäß MDR-M-77 im Zusammenhang mit Cybersicherheit finden Sie im >Anhang: G-(Unternehmensspezifisch) Cybersicherheit – Kennzahlendefinitionen und Methoden.
Wien, 13. März 2026
Der Vorstand
Alfred Stern e.h. Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer | Reinhard Florey e.h. Chief Financial Officer |
Martijn van Koten e.h. Executive Vice President Fuels und Executive Vice President Chemicals | Berislav Gaso e.h. Executive Vice President Energy |
Anhang zur Nachhaltigkeitserklärung
Unwesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen | 337 |
Liste der Angabepflichten | 340 |
Liste der Datenpunkte in generellen und themenbezogenen Standards, die sich aus anderen EU-Rechtsvorschriften ergeben | 344 |
EU-Taxonomie-Kennzahlen | 348 |
E1 – Klimawandel – Kennzahlendefinitionen und Methoden | 351 |
E2 – Umweltverschmutzung – Kennzahlendefinitionen und Methoden | 354 |
E3 – Wasser – Kennzahlendefinitionen und Methoden | 356 |
E5 – Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft – Kennzahlendefinitionen und Methoden | 358 |
S1 – Arbeitskräfte des Unternehmens – Kennzahlendefinitionen und Methoden | 360 |
S2 – Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette – Kennzahlendefinitionen und Methoden | 367 |
S3 – Betroffene Gemeinschaften – Kennzahlendefinitionen und Methoden | 369 |
G1 – Unternehmensführung – Kennzahlendefinitionen und Methoden | 369 |
G – (Unternehmensspezifisch) Cybersicherheit – Kennzahlendefinitionen und Methoden | 371 |
Angaben gemäß NaDiVeG | 372 |
ESRS 2 Allgemeine Angaben
Unwesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Mehr zu den verschiedenen Überlegungen, die in die Überarbeitung der IROs im Jahr 2025 einflossen und dazu führten, dass die folgenden IROs als nicht wesentlich eingestuft wurden, finden Sie im Abschnitt >ESRS 2: Unwesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen.
Liste der unwesentlichen IROs (im Vergleich zur Berichterstattung 2024) |
[SBM-3.48a] [SBM-3.48g] [SBM-3.48c-i, 48c-ii, 48c-iii, 48c-iv] |
Unterthemen | Beschreibung | IRO | -/+ | Tatsächlich/potenziell | Wertschöpfungs- kette |
Klimaschutz/Energie | [IRO-E1-CC2] Senkung der THG-Emissionen im Zuge der Energiewende Unterstützung des Übergangs der Gesellschaft von einer linearen zu einer Kreislaufwirtschaft durch ein diversifiziertes Angebot an Produkten mit geringerem CO2-Fußabdruck und die schrittweise Abkehr von fossilen Brennstoffen im Hinblick auf unser Netto-Null-Ziel bis 2050 | I | + | Tatsächlich und potenziell | Vorgelagert Eigene Tätigkeiten Nachgelagert |
Klimaschutz | [IRO-E1-CC4] Reputationsvorteile durch Umsetzung naturbasierter Lösungen Reputationsvorteile durch die Umsetzung naturbasierter Lösungen zur Bindung und potenziellen Nutzung von CO2 als Ressource | O | | | Eigene Tätigkeiten |
Energie | [IRO-E1-CC7] Wettbewerbsvorteil und Kostensenkung durch Erzeugung erneuerbarer Energie für unsere eigenen Standorte Effektives Management des Energieverbrauchs und Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion für den Eigenverbrauch; dadurch geringere Umweltkosten für unsere Betriebe, höhere Kosteneinsparungen dank Energieeffizienzmaßnahmen, Beitrag zur Einhaltung regulatorischer Anforderungen an den Einsatz von Energie und Verringerung von THG-Emissionen | O | | | Eigene Tätigkeiten |
Klimaschutz/ Anpassung an den Klimawandel | [IRO-E1-CC8] Die Wertschöpfungskette ergreift Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und wird dadurch widerstandsfähiger Sicherstellung der kontinuierlichen Versorgung mit wichtigen Rohstoffen aus dem vorgelagerten Bereich für die eigenen Tätigkeiten sowie der zuverlässigen Lieferung von Produkten im nachgelagerten Bereich | I | + | Tatsächlich | Vorgelagert Eigene Tätigkeiten Nachgelagert |
Anpassung an den Klimawandel | [IRO-E1-CC9] Verfügbare Produkte und Lösungen zur Unterstützung der Anpassung an den Klimawandel Borealis bietet Produkte und Lösungen an, die die Anpassung an den Klimawandel unterstützen und damit die Klimaresilienz der Kund:innen und der Gesellschaft erhöhen (Produkte für Kühl- und Regenwassermanagement und anderes mehr). | O | | | Eigene Tätigkeiten |
Anpassung an den Klimawandel | [IRO-E1-CC10] Höhere Rohstoffkosten Lieferant:innen von Borealis werden einen wachsenden Teil ihrer Kosten für Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel auf Borealis abwälzen. | R | | | Eigene Tätigkeiten |
Luftverschmutzung | [E2-P-IRO-2] Senkung der Luftschadstoffe im Zuge der Energiewende Verringerte Luftschadstoffe im Zuge der Energiewende durch neue Geschäftsfelder, die möglichst keine Luftverschmutzung verursachen | O | | | Eigene Tätigkeiten |
Wasser- und Bodenverschmutzung | [E2-P-IRO-3] Verringerung der Wasser- und Bodenverschmutzungen durch Lieferant:innen und Geschäftspartner:innen Geringere Wasser- und Bodenverschmutzungen in unserer Lieferkette durch aktive Zusammenarbeit von OMV mit Lieferant:innen und Geschäftspartner:innen, dadurch positive Auswirkungen auf die Umwelt | I | + | Tatsächlich | Vorgelagert Nachgelagert |
Luftverschmutzung | [E2-P-IRO-8] Positiver Einfluss durch den Übergang zu neuen, saubereren Energiequellen Reduzierung der Luftverschmutzung im Vergleich zu fossilen Quellen durch den Übergang zu neuen, sauberen Energiequellen (z. B. Wasserstoff, Geothermie) | I | + | Potenziell | Eigene Tätigkeiten |
Prozesssicherheit | [E2-PS-IRO-1] Umweltverschmutzung durch Freisetzung gefährlicher Stoffe Prozesssicherheitsereignisse, die zur Freisetzung gefährlicher Stoffe, zu Sachschäden und Umweltverschmutzung in der Nähe unserer Standorte führen | I | - | Tatsächlich und potenziell | Eigene Tätigkeiten |
Wasser | [E3-W-IRO-2] Gefährdung der Wasserressourcen Negative Auswirkungen auf die Wasserressourcen durch inadäquates Abwassermanagement und Wasserverschmutzung | I | - | Tatsächlich | Eigene Tätigkeiten |
Ressourcenzuflüsse, einschließlich Ressourcennutzung | [E5-CE-IRO-3] Nutzung fossiler Primärrohstoffe Beschaffung und Verwendung fossiler Primärrohstoffe, die negative Auswirkungen auf die Umwelt haben | I | - | Tatsächlich | Vorgelagert |
Ressourcenzuflüsse, einschließlich Ressourcennutzung | [E5-CE-IRO-5] Bewährte Verfahren der Kreislaufwirtschaft Erzielung von Kosteneffizienzen durch bewährte Verfahren im Zusammenhang mit Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz | O | | | Eigene Tätigkeiten |
Ressourcenzuflüsse, einschließlich Ressourcennutzung | [E5-CE-IRO-6] Verringerung der Emissionen durch nachhaltige Produkte Geringere Emissionen durch nachhaltige Produkte, die aus erneuerbaren Rohstoffen oder recycelten Kunststoffabfällen hergestellt werden | I | + | Potenziell | Eigene Tätigkeiten |
Abfallmanagement | [E5-CE-IRO-7] Unsachgemäßes Abfallmanagement Negative Auswirkungen auf die Umwelt und die umliegenden Gemeinden durch unsachgemäße Abfallentsorgung in unseren Betrieben oder unserer Lieferkette | I | - | Tatsächlich | Vorgelagert Eigene Tätigkeiten |
Abfallmanagement | [E5-CE-IRO-8] Nutzung von Abfallstoffen und Abfallmanagement Steigerung der Wiederverwendung von Betriebsabfällen, Verringerung von Abfallverlusten in Produktionsstätten, Abfallmanagement und Prozessoptimierung, um Restabfälle zu minimieren | I | + | Tatsächlich | Eigene Tätigkeiten |
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle | [S1-OW-IRO-2] Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle Verbesserte Zufriedenheit, Produktivität und Gesundheit der Arbeitnehmer:innen durch eine umfassende und inklusive Personalstrategie | I | + | Tatsächlich | Eigene Tätigkeiten |
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle | [S1-OW-IRO-3] Gewinnung von Talenten und qualifiziertem Personal Wettbewerbsvorteile, Gewinnung und Bindung von Talenten durch Schulungsmöglichkeiten für unsere Belegschaft | O | | | Eigene Tätigkeiten |
Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte von Gemeinschaften | [S3-AC-IRO-2] Unfähigkeit, Zwangsumsiedlungen zu vermeiden Unfähigkeit, Zwangsumsiedlungen zu vermeiden, die negative Auswirkungen auf das wirtschaftliche, soziale oder kulturelle Wohlergehen der Rechteinhaber:innen in den betroffenen Gemeinschaften haben | I | - | Potenziell | Vorgelagert Eigene Tätigkeiten |
Bürgerrechte und politische Rechte von Gemeinschaften | [S3-AC-IRO-4] Bürgerrechte und politische Rechte von Gemeinschaften Förderung und Unterstützung der Achtung des Rechts auf Protest und der Möglichkeit der freien Meinungsäußerung bei gleichzeitiger Umsetzung einer Richtlinie zu nicht tödlichen Waffen und eines Modells zur abgestuften Reaktion bei Anwendung von Gewalt | I | + | Tatsächlich | Vorgelagert Eigene Tätigkeiten |
Rechte indigener Völker | [S3-AC-IRO-5] Beeinträchtigung des kulturellen Erbes Potenzielle Beeinträchtigungen von Kulturerbestätten indigener Völker und anderer Gemeinschaften infolge der Geschäftsentwicklung könnten nachteilige Auswirkungen auf die Erhaltung des lokalen kulturellen Erbes und seiner materiellen und immateriellen Werte haben (z. B. Beschädigung, Störung, Einschränkung des Zugangs). | I | - | Potenziell | Vorgelagert |
Arbeitsbedingungen | [S2-WV-IRO-2] Aktive Einbeziehung der Geschäftspartner:innen in die Sicherheit Gewährleistung eines sicheren Umgangs mit den Produkten und Dienstleistungen von OMV, was eine sichere und gesunde Umwelt zur Folge hat | I | + | Potenziell | Nachgelagert |
Arbeitsbedingungen | [S2-WV-IRO-6] Wettbewerbsvorteil Wettbewerbsvorteil durch Anwendung und Förderung der sozialen Grundsätze von OMV bei den Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette | O | | | Eigene Tätigkeiten |
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle | [S2-WV-IRO-7] Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften entlang der gesamten Wertschöpfungskette Höhere Rentabilität durch Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften entlang der gesamten Wertschöpfungskette | O | | | Eigene Tätigkeiten |
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle | [S2-WV-IRO-8] Gerechter Übergang zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft (Just Transition) für die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette OMV trägt zur Förderung eines gerechten Übergangs zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft („Just Transition“) bei, indem das Unternehmen rechtzeitig Maßnahmen durchführt, die darauf abzielen, die Fähigkeiten von Arbeitskräften zu entwickeln und ihre Beschäftigungsfähigkeit in anderen Sektoren zu verbessern. | O | | | Eigene Tätigkeiten |
Unternehmens-führung | [G1-BE-IRO-1] Integrität, ethische und transparente Geschäfte Positives Arbeitsumfeld durch Förderung von Integrität, ethischen Praktiken und Transparenz im Geschäftsumfeld | O | | | Eigene Tätigkeiten |
Schutz von Hinweisgeber:innen (Whistleblowers) | [G1-BE-IRO-2] Schutz von Hinweisgeber:innen (Whistleblowers) Förderung eines integren, ethischen und transparenten Geschäftsumfelds durch sicheres, zugängliches Whistleblowing | I | + | Tatsächlich | Eigene Tätigkeiten |
Cybersicherheit, unternehmens-spezifisch | [G1-CS-IRO-2] Ausgereiftes Informationssicherheitsmanagementsystem Ein ausgereiftes Informationssicherheitsmanagementsystem erhöht die Sicherheit personenbezogener Daten und schützt das Recht auf Privatsphäre. | I | + | Potenziell | Eigene Tätigkeiten Nachgelagert |
Wirtschaftliche Auswirkungen, unternehmens-spezifisch | [G1-EI-IRO-1] Aufwertungspotenzial durch den Beitrag von OMV zur lokalen Wirtschaft Neue Geschäftsmöglichkeiten, die durch den aktiven Beitrag von OMV zur lokalen Wirtschaft entstehen könnten | O | | | Eigene Tätigkeiten Nachgelagert |
Wirtschaftliche Auswirkungen, unternehmens-spezifisch | [G1-EI-IRO-2] Positiver Beitrag zur lokalen Wirtschaft Positive Auswirkungen auf Investitionen in die Gemeinschaft durch den Beitrag von OMV zur lokalen Wirtschaft | I | + | Tatsächlich und potenziell | Vorgelagert Eigene Tätigkeiten |
Steuern, unternehmens-spezifisch | [G1-EI-IRO-3] Geringerer Beitrag zu Gemeinschaften Geringere Beiträge zu Gemeinschaften, die sich aus der geringeren Zahlung von lokalen Steuern und Abgaben in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs ergeben | I | - | Potenziell | Eigene Tätigkeiten |
Steuern, unternehmens-spezifisch | [G1-EI-IRO-4] Geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheit Höhere Steuern aufgrund geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit sowie regulatorischer Änderungen | R | | | Eigene Tätigkeiten |
Wirtschaftliche Auswirkungen, unternehmens-spezifisch | [G1-EI-IRO-5] Reputationsverlust durch geringere Verteilung des wirtschaftlichen Werts OMV verpasst Chancen und erleidet Reputationsverluste aufgrund geringerer Beiträge für Gemeinschaften und Investor:innen (z. B. geringere Zahlungen an lokale Haushalte). | R | | | Eigene Tätigkeiten |
Unternehmenskultur | [G1-SR-IRO-1] Hohe Geschäftsstandards Ein ethisches und transparentes Geschäftsumfeld, gestützt auf strenge interne Vorschriften in Bezug auf Geschäftsstandards, das sowohl den Menschen als auch der Umwelt zugutekommt | I | + | Tatsächlich | Vorgelagert |
Korruption und Bestechung | [G1] Borealis spezifisch Korruptions- und Bestechungsfälle in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette Die wirtschaftliche Entwicklung wird behindert, Institutionen werden untergraben, die Rechtsstaatlichkeit ist beeinträchtigt, die Gesellschaft hat kein Vertrauen in ihre Regierungen und Institutionen und die soziale Ungleichheit, die soziale und wirtschaftliche Instabilität und die Not nehmen zu. | I | - | Potenziell | Vorgelagert Nachgelagert |
Korruption und Bestechung | [G1] Borealis spezifisch Eine solide Kultur der Korruptions- und Bestechungsbekämpfung ist vorhanden, und die Rechtsvorschriften werden durchgesetzt. Förderung des Vertrauens der Gesellschaft in ihre Institutionen, soziale Gerechtigkeit, gerechte Verteilung des Wohlstands, wirtschaftliches und soziales Wohlergehen | I | + | Potenziell | Vorgelagert |
Korruption und Bestechung | [G1] Borealis spezifisch Eine starke Kultur der angewandten Ethik mit klaren Konzepten, Verfahren und wirksamen Instrumenten ist vorhanden. Minderung von Korruptions- und Bestechungsrisiken, Stärkung der Reputation von Borealis, Erhöhung des Vertrauens von Lieferant:innen und Arbeitnehmer:innen in den Umgang mit unethischen Angeboten, Verbesserung der Rechtskonformität, Vermeidung von finanziellen und Reputationsschäden und Förderung vertrauensvoller Beziehungen zu Geschäftspartner:innen | O | | | Eigene Tätigkeiten |
IRO-2 In ESRS enthaltene von der Nachhaltigkeitserklärung des Unternehmens abgedeckte Angabepflichten
Mehr zu den in unserer Nachhaltigkeitserklärung enthaltenen Angabepflichten und den Themen, die aufgrund der Wesentlichkeitsanalyse als nicht wesentlich eingestuft und folglich weggelassen wurden, finden Sie im Abschnitt >ESRS 2: IRO-2 In ESRS enthaltene von der Nachhaltigkeitserklärung des Unternehmens abgedeckte Angabepflichten.
Liste der Angabepflichten |
[ESRS 2-IRO-2.56] |
ESRS-Angabepflicht | Aufnahme von Informationen mittels Verweis | Seite |
ESRS 2 Allgemeine Angaben
|
BP-1 Allgemeine Grundlagen für die Erstellung der Nachhaltigkeitserklärungen | | 83 |
BP-2 Angaben im Zusammenhang mit konkreten Umständen | | 84 |
GOV-1 Die Rolle der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane | | 85 |
GOV-2 Informationen und Nachhaltigkeitsaspekte, mit denen sich die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane des Unternehmens befassen | | 94 |
GOV-3 Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme | | 96 |
GOV-4 Erklärung zur Sorgfaltspflicht | | 97 |
GOV-5 Risikomanagement und interne Kontrollen der Nachhaltigkeitsberichterstattung | | 97 |
SBM-1 Strategie, Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette | Anhangangabe 7 – Umsatzerlöse | 98 |
SBM-2 Interessen und Standpunkte der Interessenträger:innen | | 103 |
SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell | Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende | 108 |
IRO-1 Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen | Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende | 135 |
IRO-2 In ESRS enthaltene von der Nachhaltigkeitserklärung des Unternehmens abgedeckte Angabepflichten | | 145 |
E1 Klimawandel
|
GOV-3 Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme | | 96 |
E1-1 Übergangsplan für den Klimaschutz | | 156 |
SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell | Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende Lagebericht – Managementbericht | 165 |
IRO-1 Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen | | 139 |
E1-2 Konzepte im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel | | 125 167 |
E1-3 Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit den Klimakonzepten | Konzern-Cashflow-Rechnung im Konzernabschluss und Konzernanhang | 169 |
E1-4 Ziele im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel | Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende | 175 |
E1-5 Energieverbrauch und Energiemix | Anhangangabe 7 – Umsatzerlöse | 181 |
E1-6 THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG‑Gesamtemissionen | Anhangangabe 7 – Umsatzerlöse | 182 |
E1-7 Entnahme von Treibhausgasen und Projekte zur Verringerung von Treibhausgasen, finanziert über CO2‑Zertifikate | | 186 |
E1-8 Interne CO2-Bepreisung | Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende | 187 |
E2 Umweltverschmutzung (einschließlich des unternehmensspezifischen Unterthemas Prozesssicherheit) | | |
IRO-1 Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung | | 141 |
E2-1 Konzepte im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung | | 125 188 |
E2-2 Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung | Konzern-Cashflow-Rechnung im Konzernabschluss und Konzernanhang | 196 |
E2-3 Ziele im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung | | 199 |
E2-4 Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung | | 202 |
Unternehmensspezifsch: Prozesssicherheit | | 204 |
E3 Wasser- und Meeresressourcen
| | |
IRO-1 Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen | | 141 |
E3-1 Konzepte im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen | | 125 205 |
E3-2 Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen | | 207 |
E3-3 Ziele im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen | | 209 |
E3-4 Wasserverbrauch | | 209 |
E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme | | |
E4-1 Übergangsplan und Berücksichtigung von biologischer Vielfalt und Ökosystemen in Strategie und Geschäftsmodell | | 212 |
SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell | | 109 |
IRO-1 Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen | | 142 |
E4-2 Konzepte im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen | | 125 213 |
E4-3 Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen | | 215 |
E4-4 Ziele im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen | | 215 |
E4-5 Kennzahlen für die Auswirkungen im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemveränderungen | | 215 |
E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft | | |
IRO-1 Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft | | 145 |
E5-1 Konzepte im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft | | 125 216 |
E5-2 Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft | | 222 |
E5-3 Ziele im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft | | 226 |
E5-4 Ressourcenzuflüsse | | 226 |
E5-5 Ressourcenabflüsse | | 227 |
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens | | |
SBM-2 Interessen und Standpunkte der Interessenträger:innen | | 106 |
SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell | | 110 |
S1-1 Konzepte im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens | | 125 231 |
S1-2 Verfahren zur Einbeziehung der Arbeitskräfte des Unternehmens und von Arbeitnehmervertreter:innen in Bezug auf Auswirkungen | | 239 |
S1-3 Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die die Arbeitskräfte des Unternehmens Bedenken äußern können | | 241 |
S1-4 Ergreifung von Maßnahmen in Bezug auf wesentliche Auswirkungen auf die Arbeitskräfte des Unternehmens und Ansätze zum Management wesentlicher Risiken und zur Nutzung wesentlicher Chancen im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens sowie die Wirksamkeit dieser Maßnahmen und Ansätze | | 242 |
S1-5 Ziele im Zusammenhang mit der Bewältigung wesentlicher negativer Auswirkungen, der Förderung positiver Auswirkungen und dem Umgang mit wesentlichen Risiken und Chancen | | 250 |
S1-6 Merkmale der Arbeitnehmer:innen des Unternehmens | Anhangangabe 12 – Personalaufwand und durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer:innen | 261 |
S1-7 Merkmale der Fremdarbeitskräfte des Unternehmens | | 269 |
S1-8 Tarifvertragliche Abdeckung und sozialer Dialog | | 269 |
S1-9 Diversitätskennzahlen | | 271 |
S1-10 Angemessene Entlohnung | | 272 |
S1-11 Soziale Absicherung | | 273 |
S1-12 Menschen mit Behinderungen | | 273 |
S1-13 Kennzahlen für Weiterbildung und Kompetenzentwicklung | | 274 |
S1-14 Kennzahlen für Gesundheitsschutz und Sicherheit | | 275 |
S1-15 Kennzahlen für die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben | | 277 |
S1-16 Vergütungskennzahlen (Verdienstunterschiede und Gesamtvergütung) | | 278 |
S1-17 Vorfälle, Beschwerden und schwerwiegende Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten | | 280 |
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette | | |
SBM-2 Interessen und Standpunkte der Interessenträger:innen | | 106 |
SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell | | 112 |
S2-1 Konzepte im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette | | 125 281 |
S2-2 Verfahren zur Einbeziehung der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette in Bezug auf Auswirkungen | | 285 |
S2-3 Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette Bedenken äußern können | | 285 |
S2-4 Ergreifung von Maßnahmen in Bezug auf wesentliche Auswirkungen auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette und Ansätze zum Management wesentlicher Risiken und zur Nutzung wesentlicher Chancen im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette sowie die Wirksamkeit dieser Maßnahmen | | 287 |
S2-5 Ziele im Zusammenhang mit der Bewältigung wesentlicher negativer Auswirkungen, der Förderung positiver Auswirkungen und dem Umgang mit wesentlichen Risiken und Chancen | | 291 |
S2 Unternehmensspezifische Kennzahlen | | 295 |
S3 Betroffene Gemeinschaften | | |
SBM-2 Interessen und Standpunkte der Interessenträger:innen | | 107 |
SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell | | 114 |
S3-1 Konzepte im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften | | 125 296 |
S3-2 Verfahren zur Einbeziehung betroffener Gemeinschaften in Bezug auf Auswirkungen | | 298 |
S3-3 Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die betroffene Gemeinschaften Bedenken äußern können | | 301 |
S3-4 Ergreifung von Maßnahmen in Bezug auf wesentliche Auswirkungen auf betroffene Gemeinschaften und Ansätze zum Management wesentlicher Risiken und zur Nutzung wesentlicher Chancen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften sowie die Wirksamkeit dieser Maßnahmen | | 303 |
S3-5 Ziele im Zusammenhang mit der Bewältigung wesentlicher negativer Auswirkungen, der Förderung positiver Auswirkungen und dem Umgang mit wesentlichen Risiken und Chancen | | 307 |
S3 Unternehmensspezifische Kennzahlen | | 310 |
G1 Unternehmensführung | | |
GOV-1 Die Rolle der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane | | 85 |
IRO-1 Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen | | 145 |
G1-1 Unternehmenskultur und Konzepte für die Unternehmensführung | | 125 313 |
G1-2 Management der Beziehungen zu Lieferant:innen | | 325 |
G1-3 Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung | | 316 |
G1-4 Fälle von Korruption oder Bestechung | | 320 |
G1-6 Zahlungspraktiken | | 330 |
Unternehmensspezifisch: Cybersicherheit | | 331 |
Liste der Datenpunkte in generellen und themenbezogenen Standards, die sich aus anderen EU-Rechtsvorschriften ergeben |
[ESRS 2-IRO-2.56] |
Angabepflicht und zugehöriger Datenpunkt | SFDR-Referenz1 | Säule-3-Referenz2 | Benchmark-Verordnungs-Referenz3 | EU-Klimagesetz-Referenz4 | Wesentlichkeit | Art der Angabepflicht | Seite |
ESRS 2 GOV-1 Geschlechtervielfalt in den Leitungs- und Kontrollorganen, Absatz 21 Buchstabe d | Indikator Nr. 13 in Anhang 1 Tabelle 1 | | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission, Anhang II | | wesentlich | | 88 |
ESRS 2 GOV-1 Prozentsatz der Leitungsorganmitglieder, die unabhängig sind, Absatz 21 Buchstabe e | | | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission, Anhang II | | wesentlich | | 88 |
ESRS 2 GOV-4 Erklärung zur Sorgfaltspflicht, Absatz 30 | Indikator Nr. 10 in Anhang 1 Tabelle 3 | | | | wesentlich | | 97 |
ESRS 2 SBM-1 Beteiligung an Aktivitäten im Zusammenhang mit fossilen Brennstoffen, Absatz 40 Buchstabe d Ziffer i | Indikator Nr. 4 in Anhang 1 Tabelle 1 | Artikel 449a der Verordnung (EU) Nr. 575/2013; Durchführungsverordnung (EU) 2022/2453 der Kommission, Tabelle 1: Qualitative Angaben zu Umweltrisiken, und Tabelle 2: Qualitative Angaben zu sozialen Risiken | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission, Anhang II | | wesentlich | | 100 |
ESRS 2 SBM-1 Beteiligung an Aktivitäten im Zusammenhang mit der Herstellung von Chemikalien, Absatz 40 Buchstabe d Ziffer ii | Indikator Nr. 9 in Anhang 1 Tabelle 2 | | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission, Anhang II | | wesentlich | | 100 |
ESRS 2 SBM-1 Beteiligung an Tätigkeiten im Zusammenhang mit umstrittenen Waffen, Absatz 40 Buchstabe d Ziffer iii | Indikator Nr. 14 in Anhang 1 Tabelle 1 | | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818, Artikel 12 Absatz 1, Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816, Anhang II | | nicht wesentlich | | n.a. |
ESRS 2 SBM-1 Beteiligung an Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Anbau und der Produktion von Tabak, Absatz 40 Buchstabe d Ziffer iv | | | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818, Artikel 12 Absatz 1, Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816, Anhang II | | nicht wesentlich | | n.a. |
ESRS 2 SBM-3 Erwartete finanzielle Effekte, Absatz 48 Buchstabe e | | | | | | schrittweise Einführung angewendet | n.a. |
ESRS E1-1 Übergangsplan zur Verwirklichung der Klimaneutralität bis 2050, Absatz 14 | | | | Verordnung (EU) 2021/1119, Artikel 2 Absatz 1 | wesentlich | | 156 |
ESRS E1-1 Unternehmen, die von den Paris-abgestimmten Referenzwerten ausgenommen sind, Absatz 16 Buchstabe g | | Artikel 449a der Verordnung (EU) Nr. 575/2013; Durchführungsverordnung (EU) 2022/2453 der Kommission, Meldebogen 1: Anlagebuch – Übergangsrisiko im Zusammenhang mit dem Klimawandel: Kreditqualität der Risikopositionen nach Sektoren, Emissionen und Restlaufzeit | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818, Artikel 12 Absatz 1 Buchstaben d bis g und Artikel 12 Absatz 2 | | nicht wesentlich | | n.a. |
ESRS E1-4 THG-Emissionsreduktionsziele, Absatz 34 | Indikator Nr. 4 in Anhang 1 Tabelle 2 | Artikel 449a der Verordnung (EU) Nr. 575/2013; Durchführungsverordnung (EU) 2022/2453 der Kommission, Meldebogen 3: Anlagebuch – Übergangsrisiko im Zusammenhang mit dem Klimawandel: Angleichungskennzahlen | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818, Artikel 6 | | wesentlich | | 175 |
ESRS E1-5 Energieverbrauch aus fossilen Brennstoffen aufgeschlüsselt nach Quellen (nur klimaintensive Sektoren), Absatz 38 | Indikator Nr. 5 in Anhang 1 Tabelle 1 und Indikator Nr. 5 in Anhang 1 Tabelle 2 | | | | wesentlich | | 181 |
ESRS E1-5 Energieverbrauch und Energiemix, Absatz 37 | Indikator Nr. 5 in Anhang 1 Tabelle 1 | | | | wesentlich | | 181 |
ESRS E1-5 Energieintensität im Zusammenhang mit Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren, Absätze 40 bis 43 | Indikator Nr. 6 in Anhang 1 Tabelle 1 | | | | wesentlich | | 182 |
ESRS E1-6 THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen, Absatz 44 | Indikatoren Nr. 1 und 2 in Anhang 1 Tabelle 1 | Artikel 449a der Verordnung (EU) Nr. 575/2013; Durchführungsverordnung (EU) 2022/2453 der Kommission, Meldebogen 1: Anlagebuch – Übergangsrisiko im Zusammenhang mit dem Klimawandel: Kreditqualität der Risikopositionen nach Sektoren, Emissionen und Restlaufzeit | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818, Artikel 5 Absatz 1, Artikel 6 und Artikel 8 Absatz 1 | | wesentlich | | 182 |
ESRS E1-6 Intensität der THG-Bruttoemissionen, Absatz 53 bis 55 | Indikator Nr. 3 in Anhang 1 Tabelle 1 | Artikel 449a der Verordnung (EU) Nr. 575/2013; Durchführungsverordnung (EU) 2022/2453 der Kommission, Meldebogen 3: Anlagebuch – Übergangsrisiko im Zusammenhang mit dem Klimawandel: Angleichungskennzahlen | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818, Artikel 8 Absatz 1 | | wesentlich | | 185 |
ESRS E1-7 Entnahme von Treibhausgasen und CO2-Zertifikate, Absatz 56 | | | | Verordnung (EU) 2021/1119, Artikel 2 Absatz 1 | wesentlich | | 186 |
ESRS E1-9 Risikoposition des Referenzwert-Portfolios gegenüber klimabezogenen physischen Risiken, Absatz 66 | | | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818, Anhang II, Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816, Anhang II | | wesentlich | schrittweise Einführung angewendet | n.a. |
ESRS E1-9 Aufschlüsselung der Geldbeträge nach akutem und chronischem physischem Risiko, Absatz 66 Buchstabe a ESRS E1-9 Ort, an dem sich erhebliche Vermögenswerte mit wesentlichem physischen Risiko befinden, Absatz 66 Buchstabe c | | Artikel 449a der Verordnung (EU) Nr. 575/2013; Durchführungsverordnung (EU) 2022/2453 der Kommission, Absätze 46 und 47; Meldebogen 5: Anlagebuch – Physisches Risiko im Zusammenhang mit dem Klimawandel: Risikopositionen mit physischem Risiko | | | wesentlich | schrittweise Einführung angewendet | n.a. |
ESRS E1-9 Aufschlüsselungen des Buchwerts seiner Immobilien nach Energieeffizienzklassen, Absatz 67 Buchstabe c | | Artikel 449a der Verordnung (EU) Nr. 575/2013; Durchführungsverordnung (EU) der Kommission 2022/2453, Absatz 34; Meldebogen 2: Anlagebuch – Übergangsrisiko im Zusammenhang mit dem Klimawandel: Durch Immobilien besicherte Darlehen – Energieeffizienz der Sicherheiten | | | wesentlich | schrittweise Einführung angewendet | n.a. |
ESRS E1-9 Grad der Exposition des Portfolios gegenüber klimabezogenen Chancen, Absatz 69 | | | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818 der Kommission, Anhang II | | wesentlich | schrittweise Einführung angewendet | n.a. |
ESRS E2-4 Menge jedes in Anhang II der E-PRTR-Verordnung (Europäisches Schadstofffreisetzungs- und ‑verbringungsregister) aufgeführten Schadstoffs, der in Luft, Wasser und Boden emittiert wird, Absatz 28 | Indikator Nr. 8 in Anhang 1 Tabelle 1, Indikator Nr. 2 in Anhang 1 Tabelle 2, Indikator Nr. 1 in Anhang 1 Tabelle 2 | | | | wesentlich | | 203 |
ESRS E3-1 Wasser- und Meeresressourcen, Absatz 9 | Indikator Nr. 7 in Anhang 1 Tabelle 2 | | | | wesentlich | | 205 |
ESRS E3-1 Spezielles Konzept, Absatz 13 | Indikator Nr. 8 in Anhang 1 Tabelle 2 | | | | nicht wesentlich | | n.a. |
ESRS E3-1 Nachhaltige Ozeane und Meere, Absatz 14 | Indikator Nr. 12 in Anhang 1 Tabelle 2 | | | | nicht wesentlich | | n.a. |
ESRS E3-4 Gesamtmenge des zurückgewonnenen und wiederverwendeten Wassers, Absatz 28 Buchstabe c | Indikator Nr. 6.2 in Anhang 1 Tabelle 2 | | | | wesentlich | | 209 |
ESRS E3-4 Gesamtwasserverbrauch in m3 je Nettoerlös aus eigenen Tätigkeiten, Absatz 29 | Indikator Nr. 6.1 in Anhang 1 Tabelle 2 | | | | wesentlich | | 209 |
ESRS 2-SBM-3-E4, Absatz 16 Buchstabe a Ziffer i | Indikator Nr. 7 in Anhang 1 Tabelle 1 | | | | wesentlich | | 109 |
ESRS 2-SBM-3-E4, Absatz 16 Buchstabe b | Indikator Nr. 10 in Anhang 1 Tabelle 2 | | | | wesentlich | | 109 |
ESRS 2-SBM-3-E4, Absatz 16 Buchstabe c | Indikator Nr. 14 in Anhang 1 Tabelle 2 | | | | wesentlich | | 109 |
ESRS E4-2 Nachhaltige Verfahren oder Konzepte im Bereich Landnutzung und Landwirtschaft, Absatz 24 Buchstabe b | Indikator Nr. 11 in Anhang 1 Tabelle 2 | | | | nicht wesentlich | | n.a. |
ESRS E4-2 Nachhaltige Verfahren oder Konzepte im Bereich Ozeane/Meere, Absatz 24 Buchstabe c | Indikator Nr. 12 in Anhang 1 Tabelle 2 | | | | nicht wesentlich | | n.a. |
ESRS E4-2 Konzepte für die Bekämpfung der Entwaldung, Absatz 24 Buchstabe d | Indikator Nr. 15 in Anhang 1 Tabelle 2 | | | | nicht wesentlich | | n.a. |
ESRS E5-5 Nicht recycelte Abfälle, Absatz 37 Buchstabe d | Indikator Nr. 13 in Anhang 1 Tabelle 2 | | | | wesentlich | | 228 |
ESRS E5-5 Gefährliche und radioaktive Abfälle, Absatz 39 | Indikator Nr. 9 in Anhang 1 Tabelle 1 | | | | nicht wesentlich | | n.a. |
ESRS 2-SBM3–S1 Risiko von Zwangsarbeit, Absatz 14 Buchstabe f | Indikator Nr. 13 in Anhang 1 Tabelle 3 | | | | wesentlich | | 110 |
ESRS 2-SBM3–S1 Risiko von Kinderarbeit, Absatz 14 Buchstabe g | Indikator Nr. 12 in Anhang 1 Tabelle 3 | | | | wesentlich | | 110 |
ESRS S1-1 Verpflichtungen im Bereich der Menschenrechte, Absatz 20 | Indikator Nr. 9 in Anhang 1 Tabelle 3 und Indikator Nr. 11 in Anhang 1 Tabelle 1 | | | | wesentlich | | 231 232 236 |
ESRS S1-1 Vorschriften zur Sorgfaltsprüfung in Bezug auf Fragen, die in den grundlegenden Konventionen 1 bis 8 der Internationalen Arbeitsorganisation behandelt werden, Absatz 21 | | | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission, Anhang II | | wesentlich | | 231 232 |
ESRS S1-1 Verfahren und Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels, Absatz 22 | Indikator Nr. 11 in Anhang 1 Tabelle 3 | | | | wesentlich | | 232 |
ESRS S1-1 Konzept oder Managementsystem für die Verhütung von Arbeitsunfällen, Absatz 23 | Indikator Nr. 1 in Anhang 1 Tabelle 3 | | | | wesentlich | | 232 234 |
ESRS S1-3 Bearbeitung von Beschwerden, Absatz 32 Buchstabe c | Indikator Nr. 5 in Anhang 1 Tabelle 3 | | | | wesentlich | | 241 |
ESRS S1-14 Zahl der Todesfälle und Zahl und Quote der Arbeitsunfälle, Absatz 88 Buchstaben b und c | Indikator Nr. 2 in Anhang 1 Tabelle 3 | | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission, Anhang II | | wesentlich | | 275 |
ESRS S1-14 Anzahl der durch Verletzungen, Unfälle, Todesfälle oder Krankheiten bedingten Ausfalltage, Absatz 88 Buchstabe e | Indikator Nr. 3 in Anhang 1 Tabelle 3 | | | | wesentlich | | n.a. |
ESRS S1-16 Unbereinigtes geschlechtsspezifisches Verdienstgefälle, Absatz 97 Buchstabe a | Indikator Nr. 12 in Anhang 1 Tabelle 1 | | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission, Anhang II | | wesentlich | | 278 |
ESRS S1-16 Überhöhte Vergütung von Mitgliedern der Leitungsorgane, Absatz 97 Buchstabe b | Indikator Nr. 8 in Anhang 1 Tabelle 3 | | | | wesentlich | | 278 |
ESRS S1-17 Fälle von Diskriminierung, Absatz 103 Buchstabe a | Indikator Nr. 7 in Anhang 1 Tabelle 3 | | | | wesentlich | | 280 |
ESRS S1-17 Nichteinhaltung der Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte und der OECD-Leitlinien, Absatz 104 Buchstabe a | Indikator Nr. 10 in Anhang 1 Tabelle 1 und Indikator Nr. 14 in Anhang 1 Tabelle 3 | | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816, Anhang II, Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818 Artikel 12 Absatz 1 | | wesentlich | | 280 |
ESRS 2-SBM3–S2 Erhebliches Risiko von Kinderarbeit oder Zwangsarbeit in der Wertschöpfungskette, Absatz 11 Buchstabe b | Indikator Nr. 12 und Indikator Nr. 13 in Anhang 1 Tabelle 3 | | | | wesentlich | | 112 |
ESRS S2-1 Verpflichtungen im Bereich der Menschenrechte, Absatz 17 | Indikator Nr. 9 in Anhang 1 Tabelle 3 und Indikator Nr. 11 in Anhang 1 Tabelle 1 | | | | wesentlich | | 282 |
ESRS S2-1 Konzepte im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette, Absatz 18 | Indikator Nr. 11 und Indikator Nr. 4 in Anhang 1 Tabelle 3 | | | | wesentlich | | 281 |
ESRS S2-1 Nichteinhaltung der Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte und der OECD-Leitlinien, Absatz 19 | Indikator Nr. 10 in Anhang 1 Tabelle 1 | | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816, Anhang II, Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818 Artikel 12 Absatz 1 | | wesentlich | | 282 |
ESRS S2-1 Vorschriften zur Sorgfaltsprüfung in Bezug auf Fragen, die in den grundlegenden Konventionen 1 bis 8 der Internationalen Arbeitsorganisation behandelt werden, Absatz 19 | | | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission, Anhang II | | wesentlich | | 282 |
ESRS S2-4 Probleme und Vorfälle im Zusammenhang mit Menschenrechten innerhalb der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, Absatz 36 | Indikator Nr. 14 in Anhang 1 Tabelle 3 | | | | wesentlich | | 295 |
ESRS S3-1 Verpflichtungen im Bereich der Menschenrechte, Absatz 16 | Indikator Nr. 9 in Anhang 1 Tabelle 3 und Indikator Nr. 11 in Anhang 1 Tabelle 1 | | | | wesentlich | | 297 |
ESRS S3-1 Nichteinhaltung der Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte, der Prinzipien der IAO und der OECD-Leitlinien, Absatz 17 | Indikator Nr. 10 in Anhang 1 Tabelle 1 | | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816, Anhang II, Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818 Artikel 12 Absatz 1 | | wesentlich | | 297 310 |
ESRS S3-4 Probleme und Vorfälle im Zusammenhang mit Menschenrechten, Absatz 36 | Indikator Nr. 14 in Anhang 1 Tabelle 3 | | | | wesentlich | | 310 |
ESRS S4-1 Konzepte im Zusammenhang mit Verbrauchern und Endnutzern, Absatz 16 | Indikator Nr. 9 in Anhang 1 Tabelle 3 und Indikator Nr. 11 in Anhang 1 Tabelle 1 | | | | nicht wesentlich | | n.a. |
ESRS S4-1 Nichteinhaltung der Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte und der OECD-Leitlinien, Absatz 17 | Indikator Nr. 10 in Anhang 1 Tabelle 1 | | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816, Anhang II, Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818 Artikel 12 Absatz 1 | | nicht wesentlich | | n.a. |
ESRS S4-4 Probleme und Vorfälle im Zusammenhang mit Menschenrechten, Absatz 35 | Indikator Nr. 14 in Anhang 1 Tabelle 3 | | | | nicht wesentlich | | n.a. |
ESRS G1-1 Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption, Absatz 10 Buchstabe b | Indikator Nr. 15 in Anhang 1 Tabelle 3 | | | | nicht wesentlich | | n.a. |
ESRS G1-1 Schutz von Hinweisgebern (Whistleblowers), Absatz 10 Buchstabe d | Indikator Nr. 6 in Anhang 1 Tabelle 3 | | | | nicht wesentlich | | 316 |
ESRS G1-4 Geldstrafen für Verstöße gegen Korruptions- und Bestechungsvorschriften, Absatz 24 Buchstabe a | Indikator Nr. 17 in Anhang 1 Tabelle 3 | | Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission, Anhang II | | nicht wesentlich | | 320 |
ESRS G1-4 Standards zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung, Absatz 24 Buchstabe b | Indikator Nr. 16 in Anhang 1 Tabelle 3 | | | | nicht wesentlich | | 320 |
Umweltinformationen
EU-Taxonomie
EU-Taxonomie – Anteil des Umsatzes, der CAPEX und OPEX aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiefähigen oder taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind – Offenlegung für das Jahr 2025 (zusammenfassende KPI) |
Geschäftsjahr | 2025 | | |
KPI | Insgesamt | Anteil taxonomie- fähiger Tätigkeiten | Taxonomie- konforme Tätigkeiten | Anteil taxonomie- konformer Tätigkeiten | Aufschlüsselung der taxonomiekonformen Tätigkeiten nach Umweltzielen | Anteil der ermöglichenden Tätigkeiten | Anteil der Übergangs- tätigkeiten | Nicht bewertete nicht wesentliche Tätigkeiten | Taxonomie konforme Tätigkeiten im vorangegangenen Geschäftsjahr 2024 | Anteil taxonomie- konformer Tätigkeiten im vorangegangenen Geschäftsjahr 2024 |
Klima- schutz | Anpassung an den Klimawan- del | Wasser | Kreislauf- wirtschaft | Umwelt- verschmut- zung | Biologische Vielfalt |
(1) | (2) | (3) | (4) | (5) | (6) | (7) | (8) | (9) | (10) | (11) | (12) | (13) | (14) | (15) | (16) |
| EUR Mio | % | EUR Mio | % | % | % | % | % | % | % | % | % | % | EUR Mio | % |
Umsatz | 24.308 | 4,40 | 23 | 0,09 | 0,09 | 0,00 | | | | | 0,04 | 0,00 | 0,00 | 17 | 0,07 |
CAPEX | 4.125 | 34,98 | 757 | 18,36 | 18,36 | 0,00 | | | | | 1,57 | 10,58 | 0,00 | 756 | 18,66 |
OPEX | 500 | 30,16 | 4 | 0,70 | 0,70 | 0,00 | | | | | 0,20 | 0,00 | 0,00 | 2 | 0,32 |
EU-Taxonomie – Anteil des Umsatzes aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiefähigen oder taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind – Offenlegung für das Jahr 2025 (Aufgliederung nach Tätigkeit) |
Gemeldeter KPI (Umsatz/CAPEX/OPEX) | | Umsatz |
Geschäftsjahr | | 2025 |
Wirtschaftstätigkeiten | Code | Taxonomie- fähiger KPI (Anteil des/r taxonomie- fähigen Umsatzes) | Taxonomie- konformer KPI (Geldwert des Umsatzes) | Taxonomiekonformer KPI (Anteil des/r taxonomiekonformen Umsatzes) | Umweltziel der taxonomiekonformen Tätigkeiten | Ermöglichen- de Tätigkeit | Übergangs- tätigkeit | Taxonomie konformer Anteil der taxonomiefähigen Tätigkeiten |
Klima- schutz | Anpassung an den Klima- wandel | Wasser | Kreislauf- wirtschaft | Umwelt- verschmut- zung | Biolo- gische Vielfalt |
(1) | (2) | (3) | (4) | (5) | (6) | (7) | (8) | (9) | (10) | (11) | (12) | (13) | (14) |
| | % | EUR Mio | % | % | % | % | % | % | % | (Ggf. E) | (Ggf.T) | % |
Herstellung organischer Grundstoffe und Chemikalien | CCM 3.14. | 2,05 | 0 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | | 0,00 |
Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen | CCM 4.13. | 0,02 | 5 | 0,02 | 0,02 | | | | | | | | 100,00 |
Erzeugung von Wärme/Kälte aus geothermischer Energie | CCM 4.22. | 0,01 | 3 | 0,01 | 0,01 | | | | | | | | 100,00 |
Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme | CCM 4.25. | 0,02 | 6 | 0,02 | 0,02 | | | | | | | | 100,00 |
Stromerzeugung aus fossilen gasförmigen Brennstoffen | CCM 4.29. | 2,24 | 0 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | | 0,00 |
Hocheffiziente Kraft-Wärme/Kälte-Kopplung mit fossilen gasförmigen Brennstoffen | CCM 4.30. | 0,00 | 0 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | | 0,00 |
Infrastruktur für einen CO2-armen Straßenverkehr und öffentlichen Verkehr | CCM 6.15. | 0,04 | 9 | 0,04 | 0,04 | | | | | | E | | 100,00 |
Summe der Konformität nach Ziel | | | | | 0,09 | | | | | | | | |
KPI-Gesamtwert (Umsatz) | | 4,40 | 23 | 0,09 | 0,09 | | | | | | 0,04 | 0,00 | 2,13 |
EU-Taxonomie – Anteil der CAPEX aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiefähigen oder taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind – Offenlegung für das Jahr 2025 (Aufgliederung nach Tätigkeit) |
Gemeldeter KPI (Umsatz/CAPEX/OPEX) | | CAPEX |
Geschäftsjahr | | 2025 |
Wirtschaftstätigkeiten | Code | Taxonomie- fähiger KPI (Anteil des/r taxonomie- fähigen CAPEX) | Taxonomie- konformer KPI (Geldwert des CAPEX) | Taxonomie- konformer KPI (Anteil des/r taxonomie- konformen CAPEX) | Umweltziel der taxonomiekonformen Tätigkeiten | Ermöglichen- de Tätigkeit | Übergangs- tätigkeit | Taxonomie- konformer Anteil der taxonomie- fähigen Tätigkeiten |
Klima- schutz | Anpassung an den Klima- wandel | Wasser | Kreislauf- wirtschaft | Umwelt- verschmut- zung | Biolo- gische Vielfalt |
(1) | (2) | (3) | (4) | (5) | (6) | (7) | (8) | (9) | (10) | (11) | (12) | (13) | (14) |
| | % | EUR Mio | % | % | % | % | % | % | % | (Ggf. E) | (Ggf. T) | % |
Herstellung von Wasserstoff | CCM 3.10., CCA 3.10. | 2,39 | 99 | 2,39 | 2,39 | 0,00 | | | | | | | 100,00 |
Herstellung organischer Grundstoffe und Chemikalien | CCM 3.14., CCA 3.14. | 11,51 | 333 | 8,06 | 8,06 | 0,00 | | | | | | T | 70,06 |
Herstellung von Kunststoffen in Primärformen | CCM 3.17., CCA 3.17. | 10,04 | 104 | 2,51 | 2,51 | 0,00 | | | | | | T | 25,04 |
Stromerzeugung mittels Photovoltaik-Technologie | CCM 4.1., CCA 4.1. | 0,82 | 34 | 0,82 | 0,82 | 0,00 | | | | | | | 100,00 |
Stromerzeugung aus Windkraft | CCM 4.3., CCA 4.3. | 0,01 | 0 | 0,01 | 0,01 | 0,00 | | | | | | | 100,00 |
Übertragung und Verteilung von Elektrizität | CCM 4.9., CCA 4.9. | 1,12 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | E | | 0,00 |
Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen | CCM 4.13., CCA 4.13. | 2,94 | 91 | 2,20 | 2,20 | 0,00 | | | | | | | 74,87 |
Erzeugung von Wärme/Kälte aus geothermischer Energie | CCM 4.22., CCA 4.22. | 0,57 | 19 | 0,46 | 0,46 | 0,00 | | | | | | | 81,76 |
Stromerzeugung aus fossilen gasförmigen Brennstoffen | CCM 4.29., CCA 4.29. | 0,42 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Hocheffiziente Kraft-Wärme/Kälte-Kopplung mit fossilen gasförmigen Brennstoffen | CCM 4.30., CCA 4.30. | 0,01 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Erneuerung von Systemen der Wassergewinnung, -behandlung und -versorgung | CCM 5.2., CCA 5.2. | 0,01 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Güterbeförderung im Eisenbahnverkehr | CCM 6.2., CCA 6.2. | 0,69 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen | CCM 6.5., CCA 6.5. | 0,22 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Güterbeförderung im Straßenverkehr | CCM 6.6., CCA 6.6. | 0,01 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Güterbeförderung in der See- und Küstenschifffahrt, Schiffe für den Hafenbetrieb und Hilfstätigkeiten | CCM 6.10., CCA 6.10. | 1,08 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Schienenverkehrsinfrastruktur | CCM 6.14., CCA 6.14. | 0,17 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Infrastruktur für einen CO2-armen Straßenverkehr und öffentlichen Verkehr | CCM 6.15. | 1,48 | 61 | 1,47 | 1,47 | 0,00 | | | | | E | | 99,53 |
Leasing von Luftfahrzeugen | CCM 6.18. | 0,42 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Neubau | CCM 7.1., CCA 7.1. | 0,35 | 13 | 0,32 | 0,32 | 0,00 | | | | | | | 91,28 |
Renovierung bestehender Gebäude | CCM 7.2., CCA 7.2. | 0,22 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten | CCM 7.3., CCA 7.3. | 0,24 | 1 | 0,02 | 0,02 | 0,00 | | | | | E | | 9,02 |
Installation, Wartung und Reparatur von Technologien für erneuerbare Energien | CCM 7.6., CCA 7.6. | 0,01 | 0 | 0,01 | 0,01 | 0,00 | | | | | E | | 69,13 |
Erwerb von und Eigentum an Gebäuden | CCM 7.7., CCA 7.7. | 0,07 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten | CCM 8.1., CCA 8.1. | 0,05 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Marktnahe Forschung, Entwicklung und Innovation | CCM 9.1. | 0,09 | 4 | 0,09 | 0,09 | 0,00 | | | | | E | | 100,00 |
Bereitstellung datengesteuerter IT-/OT-Lösungen für die Leckageverringerung | CE 4.1. | 0,05 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Summe der Konformität nach Ziel | | | | | 18,36 | 0,00 | | | | | | | |
KPI-Gesamtwert (CAPEX) | | 34,98 | 757 | 18,36 | 18,36 | 0,00 | | | | | 1,58 | 10,58 | 52,49 |
EU-Taxonomie – Anteil der OPEX aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiefähigen oder taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind – Offenlegung für das Jahr (2025) (Aufgliederung nach Tätigkeit) |
Gemeldeter KPI (Umsatz/CAPEX/OPEX) | | OPEX |
Geschäftsjahr | | 2025 |
Wirtschaftstätigkeiten | Code | Taxonomie- fähiger KPI (Anteil des/r taxonomie- fähigen OPEX) | Taxonomie- konformer KPI (Geldwert des OPEX) | Taxonomie- konformer KPI (Anteil des/r taxonomie- konformen OPEX) | Umweltziel der taxonomiekonformen Tätigkeiten | Ermöglichen- de Tätigkeit | Übergangs- tätigkeit | Taxonomie- konformer Anteil der taxonomie- fähigen Tätigkeiten |
Klima- schutz | Anpassung an den Klima- wandel | Wasser | Kreislauf- wirtschaft | Umwelt- verschmut- zung | Biolo- gische Vielfalt |
(1) | (2) | (3) | (4) | (5) | (6) | (7) | (8) | (9) | (10) | (11) | (12) | (13) | (14) |
| | % | EUR Mio | % | % | % | % | % | % | % | (Ggf. E) | (Ggf. T) | % |
Herstellung von Wasserstoff | CCM 3.10., CCA 3.10. | 0,51 | 2 | 0,30 | 0,30 | 0,00 | | | | | | | 58,83 |
Herstellung von Industrieruß | CCM 3.11., CCA 3.11. | 0,18 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Herstellung organischer Grundstoffe und Chemikalien | CCM 3.14., CCA 3.14. | 10,76 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Stromerzeugung mittels Photovoltaik-Technologie | CCM 4.1., CCA 4.1. | 0,04 | 0 | 0,04 | 0,04 | 0,00 | | | | | | | 100,00 |
Übertragung und Verteilung von Elektrizität | CCM 4.9., CCA 4.9. | 0,67 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen | CCM 4.13., CCA 4.13. | 0,19 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Erzeugung von Wärme/Kälte aus geothermischer Energie | CCM 4.22., CCA 4.22. | 0,18 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme | CCM 4.25., CCA 4.25. | 0,16 | 1 | 0,16 | 0,16 | 0,00 | | | | | | | 100,00 |
Stromerzeugung aus fossilen gasförmigen Brennstoffen | CCM 4.29., CCA 4.29. | 3,86 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Hocheffiziente Kraft-Wärme/Kälte-Kopplung mit fossilen gasförmigen Brennstoffen | CCM 4.30., CCA 4.30. | 0,06 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Unterirdische dauerhafte geologische Speicherung von CO2 | CCM 5.12., CCA 5.12. | 1,45 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen | CCM 6.5., CCA 6.5. | 0,35 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Güterbeförderung in der See- und Küstenschifffahrt, Schiffe für den Hafenbetrieb und Hilfstätigkeiten | CCM 6.10., CCA 6.10. | 0,62 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Schienenverkehrsinfrastruktur | CCM 6.14., CCA 6.14. | 1,03 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Infrastruktur für einen CO2-armen Straßenverkehr und öffentlichen Verkehr | CCM 6.15. | 0,20 | 1 | 0,20 | 0,20 | 0,00 | | | | | E | | 100,00 |
Renovierung bestehender Gebäude | CCM 7.2., CCA 7.2. | 0,23 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Marktnahe Forschung, Entwicklung und Innovation | CCM 9.1. | 9,66 | 0 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | | | | | 0,00 |
Summe der Konformität nach Ziel | | | | | 0,70 | 0,00 | | | | | | | |
KPI-Gesamtwert (OPEX) | | 30,16 | 4 | 0,70 | 0,70 | 0,00 | | | | | 0,20 | 0,00 | 2,31 |
E1 Klimawandel – Kennzahlendefinitionen und Methoden
Dieser Abschnitt enthält die Definitionen und Methoden für alle Kennzahlen, die in den folgenden Unterabschnitten angegeben sind: >E1-5 Energieverbrauch und Energiemix, >E1-6 THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen, >E1-7 Entnahme von Treibhausgasen und Projekte zur Verringerung von Treibhausgasen, finanziert über CO2-Zertifikate und >E1-8 Interne CO2-Bepreisung.
E1-5 Energieverbrauch und Energiemix
Energieverbrauch
[MDR-M.77b] Die Messung aller unten angeführten Kennzahlen wird, sofern nicht anders angegeben, von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[E1-5 AR 34] [MDR-M.77a] Der Gesamtenergieverbrauch stellt die gesamte durch die eigenen Tätigkeiten verbrauchte Energie dar, basierend auf standortspezifischen Daten aus direkten Messungen, Berechnungen oder gegebenenfalls Schätzungen. Zu den Einschränkungen gehören mögliche Ungenauigkeiten bei Schätzungen, wenn keine direkten Daten verfügbar sind. [E1-5.37a, 37b, 37c] [E1-5 AR 34] Der Energieverbrauch wird getrennt nach Verbrauch aus nicht erneuerbaren, nuklearen und erneuerbaren Quellen ausgewiesen. Der Anteil der einzelnen Quellen wird als Prozentsatz des Gesamtenergieverbrauchs berechnet, wobei die gleichen Grenzen wie bei den THG-Emissionen aus Scope 1 und 2 verwendet werden. [MDR-M.77b] Einige der in dieser Kennzahl enthaltenen Daten werden von einer externen Stelle verifiziert, wenn der Brennstoffverbrauch direkt mit den THG-Emissionen im Rahmen eines regulierten Emissionshandelssystems korreliert.
[E1-5 AR 34] [MDR-M.77a] Der Gesamtenergieverbrauch aus fossilen Brennstoffquellen stellt den aggregierten Energieverbrauch aus fossilen Brennstoffen dar, basierend auf standortspezifischen direkten Messungen, Berechnungen oder gegebenenfalls Schätzungen. Zu den Einschränkungen gehören mögliche Ungenauigkeiten bei Schätzungen, wenn keine direkten Daten verfügbar sind. [E1-5.38a, 38b, 38c, 38d] [E1-5 AR 34] Der Gesamtenergieverbrauch wird getrennt für Kohle und Kohleerzeugnisse, Rohöl und Erdölerzeugnisse (Diesel, Heizöl und Rückstands-/Altöl sowie andere flüssige Brennstoffe), Erdgas (Erdgas, Restgas und andere gasförmige Brennstoffe) sowie sonstige fossile Quellen (FCC-Koks und andere feste Brennstoffe) ausgewiesen. [MDR-M.77b] Einige der in dieser Kennzahl enthaltenen Daten werden von einer externen Stelle verifiziert, wenn der Brennstoffverbrauch direkt mit den THG-Emissionen im Rahmen eines regulierten Emissionshandelssystems korreliert.
[E1-5.38e] [E1-5 AR 34] [MDR-M.77a] Der Gesamtverbrauch der gekauften Energie stellt den aggregierten Verbrauch von erworbener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung dar, basierend auf standortspezifischen Messungen und Rechnungen der Anbieter:innen. [E1-5.37b, 37c] [E1-5 AR 34] Die Quelle – fossil, erneuerbar oder nuklear – wird entweder nach einem marktbasierten Ansatz (anbieterspezifischer Mix) oder, falls nicht verfügbar, einem standortbasierten Ansatz (allgemeiner lokaler Energiemix) bestimmt. Zu den Einschränkungen gehören mögliche Ungenauigkeiten bei den Anbieterdaten, Messfehler, Verzögerungen bei der Berichterstattung und die Notwendigkeit, Angaben zum Energiemix aus früheren Zeiträumen zu verwenden, wenn keine Daten der Anbieter:innen verfügbar sind. [Unternehmensspezifisch] Der Verbrauch wird getrennt nach den einzelnen Energiequellen und -arten ausgewiesen.
[E1-5.37c] [E1-5 AR 34] [MDR-M.77a] Verbrauch selbst erzeugter erneuerbarer Energie, bei der es sich nicht um Brennstoffe handelt: Die aggregierte selbst erzeugte erneuerbare Energie, bei der es sich nicht um Brennstoffe handelt, bezieht sich auf die Erzeugung von Strom mittels Photovoltaik-(PV-)Technologie für den Verbrauch in den eigenen Anlagen. Sie wird abgeleitet aus standortspezifischen Messungen, die an der PV-Station aufgezeichnet werden. Potenzielle Einschränkungen ergeben sich dabei durch die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Messgeräte.
[E1-5.37c] [E1-5 AR 34] [MDR-M.77a] Gesamtbrennstoffverbrauch aus erneuerbaren Quellen, einschließlich Biomasse: Der aggregierte Verbrauch von Brennstoffen aus erneuerbaren Quellen wird aus standortspezifischen Daten abgeleitet, wobei eine Kombination aus direkten Messungen, Berechnungen und Schätzungen verwendet wird. Sind direkte Messungen oder Berechnungen nicht möglich, werden Schätzungen zur Ermittlung des Brennstoffverbrauchs herangezogen. Zu den potenziellen Einschränkungen der Methode gehören die Genauigkeit und Zuverlässigkeit von Schätzungen, wenn direkte Messungen und Berechnungen nicht möglich sind.
[E1-5.39] [MDR-M.77a] Die Gesamtenergieerzeugung (für den Markt) entspricht dem Gesamtvolumen der an Drittkund:innen verkauften Energieprodukte auf Grundlage der in Rechnung gestellten Beträge und der dokumentierten Transaktionen; unternehmensinterne Verkäufe sind darin nicht enthalten. Die Ergebnisse werden getrennt nach erneuerbaren Quellen (z. B. Biokraftstoffe wie nachhaltiger Flugkraftstoff) und nicht erneuerbaren Quellen (z. B. fossile Brennstoffe, Strom aus Erdgas) angegeben.
Energieintensität
[E1-5.40] [E1-5.41] [E1-5 AR 36a-36e] [E1-5 AR 37] [E1-5 AR 38] [MDR-M.77a-77d] Gesamtenergieverbrauch pro Umsatzerlös aus Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren und in Sektoren mit geringen Klimaauswirkungen: Die Energieintensität pro Umsatzerlös bezieht sich auf den Gesamtenergieverbrauch in klimaintensiven Sektoren und Sektoren mit geringen Klimaauswirkungen im Verhältnis zu den Gesamtumsatzerlösen in EUR. Eine Aufschlüsselung des Energieverbrauchs aus Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren und in Sektoren mit geringen Klimaauswirkungen ist nicht verfügbar. Die Umsatzerlöse werden im Jahresabschluss ausgewiesen. Die Messung dieser Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. Diese Kennzahl bezieht sich auch auf die anderen ausgewiesenen Kennzahlen in [E1-5.37a-37c] [E1-5.38a-38e] [E1-5.39 AR 34].
Zertifizierte Energiemanagementsysteme
[Freiwillig] [MDR-M.77a, 77b] Prozentsatz der nach ISO 50001 zertifizierten Standorte: Dieser Wert bezieht sich auf nach ISO 50001 zertifizierte Standorte im Verhältnis zur Gesamtzahl der Betriebsstandorte, multipliziert mit 100. Die Messung dieser Kennzahl wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
E1-6 THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen
Scope-1- und Scope-2-Emissionen, unterteilt in die konsolidierte Gruppe und in nicht vollkonsolidierte Unternehmen mit operativer Kontrolle
[E1-6.50a, 50b] [E1-6.50 AR 40] [MDR-M.77a] Scope-1- und Scope-2-Emissionen, unterteilt in die konsolidierte Gruppe und nicht vollkonsolidierte Unternehmen mit operativer Kontrolle: Die Scope‑1- und Scope‑2-THG-Emissionen der konsolidierten Gruppe umfassen 100% der Scope‑1-Bruttoemissionen und 100% der Scope‑2-Bruttoemissionen des Mutterunternehmens und der Tochterunternehmen sowie den proportionalen Anteil von OMV an Emissionen von nicht vollkonsolidierten Unternehmen mit operativer Kontrolle. Die unter „nicht vollkonsolidierte Unternehmen mit operativer Kontrolle“ ausgewiesenen Scope‑1- und Scope‑2-Emissionen umfassen auch die Anteile der Partner:innen an Joint Operations, bei denen OMV die operative Kontrolle hat. Einige der in dieser Kennzahl enthaltenen Daten werden von einer externen Stelle verifiziert, wenn die THG-Emissionen im Rahmen eines Emissionshandelssystems reguliert werden. Diese Kennzahlen beziehen sich auch auf ausgewiesene Kennzahlen in [E1-6.44a, 44b] [E1-6.48a] [E1-6.48 AR 43] [E1-6.44-52]
[E1-6.49a, 49b] [E1-6.52a, 52b] [E1-6.49 AR 45] [E1-6.47].
THG-Emissionen
[MDR-M.77b] Die Messung aller unten angeführten Kennzahlen wird, sofern nicht anders angegeben, von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[E1-6.44a] [E1-6.48a] [E1-6.48a AR 43] [E1-6.44b] [E1-6.49a] [E1-6.49 AR 45] [AR 48] [MDR-M.77a] Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen (marktbezogen): Die aggregierten Scope‑1- und Scope‑2-Treibhausgasemissionen (marktbezogen) sind die Summe von 100% der Scope‑1- und 100% der Scope‑2-Bruttoemissionen (marktbezogen). Einige der in dieser Kennzahl enthaltenen Daten werden von einer externen Stelle verifiziert, wenn die THG-Emissionen im Rahmen eines Emissionshandelssystems reguliert werden.
[E1-6.44a] [E1-6.48a] [E1-6.48a AR 43] [AR 48] [MDR-M.77a] Scope‑1-THG-Bruttoemissionen und Prozentsatz aus regulierten Emissionshandelssystemen: Die Scope‑1-THG-Bruttoemissionen umfassen stationäre und mobile Verbrennungsanlagen, das Abfackeln und Ablassen sowie Prozess- und diffuse Emissionen, die durch Multiplikation standortspezifischer Aktivitätsdaten (aus direkter Messung, Berechnung oder Schätzung) mit relevanten Emissionsfaktoren berechnet werden. [E1-6 AR-41] Die Emissionen werden für die Energiesegmente von OMV (Energy und Fuels) und das Nichtenergiesegment von OMV (Chemicals) für jedes der berichteten Treibhausgase (CO2, CH4, N2O) als t CO2e mit dem jeweiligen GWP getrennt ausgewiesen. [E1-6.48b AR 44] [AR 48] Der Prozentsatz der Scope‑1-Treibhausgasemissionen aus regulierten Emissionshandelssystemen wird als Summe der Emissionen aus EU-EHS-Anlagen und sonstigen Nicht-EU-Emissionshandelssystemen, geteilt durch die Scope‑1-THG-Gesamtemissionen, berechnet.
[MDR-M.77a] Zu den Einschränkungen gehören potenzielle Ungenauigkeiten bei Schätzungen, Messgeräten, Emissionsfaktoren, Datenvollständigkeit und mögliche Diskrepanzen, wenn die Berichterstattung des Unternehmens vor der finalen externen Überprüfung erfolgt, oder aufgrund unterschiedlicher gesetzlicher Fristen. [MDR-M.77b] Emissionsdaten, die Emissionshandelssystemen unterliegen, werden von einer anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[E1-6.44b] [E1-6.49a] [E1-6.49 AR 45] [AR 48] [MDR-M.77a] Standortbezogene und marktbezogene Scope‑2-THG-Bruttoemissionen: Scope‑2-THG-Emissionen werden nach dem standortbezogenen und dem marktbezogenen Ansatz getrennt ausgewiesen. Die Emissionen (in t CO2e) werden durch Multiplikation des Strom-, Wärme-, Dampf- und Kälteverbrauchs (MWh) mit den entsprechenden Emissionsfaktoren berechnet. Bei der marktbezogenen Methode werden Emissionsfaktoren aus vertraglichen Instrumenten abgeleitet. Sind keine Daten aus Verträgen verfügbar, werden Restmix-/standortbezogene Emissionsfaktoren verwendet. Eine Einschränkung ist die mögliche Verwendung veralteter Emissionsfaktoren, wenn lieferantenspezifische Daten nicht rechtzeitig für die Berichterstattung zur Verfügung stehen. Dies kann die Genauigkeit der aktuellen Darstellung des Verbrauchs erneuerbarer Energien beeinträchtigen.
[E1-6.44c] [E1-6.51] [E1-6.51 AR 46] [AR 48] [Unternehmensspezifisch][MDR-M.77a] Signifikante Scope‑3-THG-Emissionen: Die gesamten indirekten (Scope‑3-)THG-Bruttoemissionen werden sowohl in den zielrelevanten als auch allen wesentlichen Kategorien ausgewiesen. Dabei werden die Emissionen der relevanten Scope‑3-Kategorien summiert. Die Emissionen werden mithilfe von Aktivitätsdaten (z. B. erworbene Mengen, Ausgaben, Sekundärenergie, Abfalldaten, Produktverkäufe und Investitionsdaten) berechnet, die mit Emissionsfaktoren aus Quellen wie DBEIS, Ecoinvent©, IEA, DEFRA, IPCC und IMF multipliziert werden. Das Scope‑3-Inventar von OMV umfasst die folgenden Kategorien, zu denen die jeweiligen Berechnungsmethoden in Klammern angeführt sind: „Erworbene Waren und Dienstleistungen“ (3.1 – Durchschnittsdaten und hybrid), „Investitionsgüter“ (3.2 – hybrid), „Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brennstoffen und Energie“ (3.3 – Durchschnittsdaten), „Abfallaufkommen in Betrieben“ (3.5 – spezifisch je Abfallart), „Verarbeitung verkaufter Produkte“ (3.10 – Durchschnittsdaten), „Verwendung verkaufter Produkte“ (3.11 – direkte Emissionen in der Nutzungsphase), „Behandlung verkaufter Produkte am Ende der Lebensdauer“ (3.12 – zirkulärer Restwert) und „Investitionen“ (3.15 – investitionsspezifische und Durchschnittsdaten). OMV arbeitet mit den Lieferant:innen zusammen, um die Verwendung lieferantenspezifischer Emissionsfaktoren zu erhöhen. Zu den Einschränkungen gehören die Datenverfügbarkeit, die Verwendung von Schätzungen, wenn keine lieferantenspezifischen Daten vorliegen, und mögliche Diskrepanzen bei den Quellen der Emissionsfaktoren.
[E1-6.44d] [E1-6.52a] [E1-6.52 AR 47] [AR 48] [MDR-M.77a-77b] THG-Gesamtemissionen: Die THG-Gesamtemissionen werden getrennt nach standortbezogenen und marktbezogenen Werten ausgewiesen und als Summe von 100% der Scope‑1-Bruttoemissionen, der Scope‑2-Bruttoemissionen (standortbezogen oder marktbezogen) und der Scope‑3-Bruttoemissionen (alle wesentlichen Kategorien) berechnet. Einige der in dieser Kennzahl enthaltenen Daten werden von einer externen Stelle verifiziert, wenn die THG-Emissionen im Rahmen eines Emissionshandelssystems reguliert werden.
THG-Intensität
[E1-6.53-54 AR 53a, AR 53b, AR 53c, AR 53d, AR 53e] [E1-6.AR 55b] [E1-6.55] [MDR-M.77a-77d] THG-Gesamtemissionen pro Umsatzerlös: Die THG-Intensität pro Umsatzerlös bezeichnet die THG-Gesamtemissionen, aufgeschlüsselt nach standort- und marktbezogenen Werten, im Verhältnis zu den Gesamtumsatzerlösen in EUR. Die Gesamtumsatzerlöse werden im Jahresabschluss ausgewiesen. Die Messung all dieser Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. Diese Methodik bezieht sich auch auf die anderen ausgewiesenen Kennzahlen in [E1-6.44a-44d] [E1-6.48a] [E1-6.48a AR 43] [E1-6.44-52] [E1-6.49a-49b] [E1-6.52a-52b]
[E1-6.48 AR 43] [E1-6.49 AR 45] [E1-6.51 AR 46] [E1-6.52 AR 47] [E1-6.47].
Biogene CO2-Emissionen
[E1-6 AR 43c] [E1-6 AR 45e] [E1-6 AR 46j] [MDR-M.77a-77b] Biogene CO2-Emissionen: Biogene CO2-Emissionen werden durch Messung des bei der Verbrennung oder Zersetzung von organischen Materialien wie Biomasse und Biokraftstoffen freigesetzten CO2 berechnet und für jeden Scope der THG-Emissionen separat ausgewiesen. Biogene CO2-Emissionen, die nicht in Scope‑1-THG-Emissionen enthalten sind, basieren auf dem standortspezifischen Verbrauch von erneuerbaren Kraftstoffen und den vom IPCC veröffentlichten Emissionsfaktoren. Biogene CO2-Emissionen, die nicht in Scope‑2-THG-Emissionen enthalten sind, basieren auf den standortspezifischen Energieeinkäufen unter Berücksichtigung des Biomasseanteils am Energiemix mit einem marktbezogenen Ansatz (lieferantenspezifischer Mix). Sind diese Daten nicht verfügbar, werden ein standortbezogener Ansatz (allgemeiner lokaler Energiemix) und die vom IPCC veröffentlichten Faktoren herangezogen. Biogene CO2-Emissionen, die nicht in den Scope‑3-THG-Emissionen enthalten sind, basieren auf dem Verkauf von Energie aus erneuerbaren Quellen, wie z. B. Biokraftstoffen, und den vom IPCC veröffentlichten Faktoren. Die Messung aller Kennzahlen in dieser Tabelle wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. Diese Kennzahl bezieht sich auch auf die anderen ausgewiesenen Kennzahlen in [E1-5.37a-37c] [E1-5.38a-38e] [E1-5.39 AR 34].
Abfackeln und Ablassen
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a-77b] Abgefackelte und abgelassene Kohlenwasserstoffe: Die aggregierten abgefackelten und abgelassenen Kohlenwasserstoffe werden anhand standortspezifischer Daten ermittelt. Dazu werden direkte Messungen, Berechnungen oder, wenn diese nicht plausibel sind, Schätzungen des zu den Fackeln oder Lüftungsöffnungen geleiteten Gases und des Kohlenwasserstoffgehalts verwendet. Zu den Einschränkungen gehören die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Schätzungen, wenn keine direkten Messungen und Berechnungen vorliegen, sowie die Häufigkeit der Gasanalysen. Die Messung aller Kennzahlen in dieser Tabelle wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
E1-7 Entnahme von Treibhausgasen und Projekte zur Verringerung von Treibhausgasen, finanziert über CO2-Zertifikate
Im Berichtsjahr gelöschte CO2-Zertifikate
[E1-7.AR 64] [E1-7.59a, 59b] [E1-7.AR-64] [E1-7.AR-62a, 62b, 62c, 62d, 62e] [MDR-M.77a-77b] Im Berichtsjahr insgesamt gelöschte CO2-Zertifikate (nach Projektart und Qualitätsstandard): Diese Kennzahl stellt die Anzahl der im Berichtsjahr offiziell gelöschten CO2-Zertifikate dar, die durch Zertifikattransaktionen nachverfolgt und verifiziert werden, um die Einhaltung der Anforderungen regulatorischer und freiwilliger Kompensationsprogramme sowie anerkannter Qualitätsstandards (z. B. Verified Carbon Standard, Gold Standard) zu gewährleisten. Die Ergebnisse werden nach Projektart, EU-Anteil und Zertifikaten, die als entsprechende Anpassung gelten, ausgewiesen. Dieser Prozess umfasst eine detaillierte Dokumentation und Validierung der Zertifikattransaktionen anhand der anerkannten Qualitätsstandards. Zu den Einschränkungen gehören mögliche Ungenauigkeiten oder Unvollständigkeiten in den Aufzeichnungen, Verzögerungen bei der Löschung oder Validierung sowie neue oder uneinheitliche Anwendungen von regulatorischen und Qualitätsstandards bei Projekten und Registern. Die Kennzahlen werden von einer anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle nach Maßgabe der jeweils anerkannten Qualitätsstandards validiert.
[E1-7.59b] [MDR-M.77a-77b] In der Zukunft insgesamt zu löschende CO2-Zertifikate: Diese Kennzahl bildet die geschätzte Anzahl der CO2-Zertifikate ab, die auf Grundlage des voraussichtlichen Bedarfs für eine künftige Löschung vorgesehen sind. Zu den Einschränkungen gehören Unsicherheiten in Bezug auf zukünftige Vorschriften, Marktvolatilität und die Genauigkeit der Bedarfsschätzungen. Die Messung der Kennzahl wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
E1-8 Interne CO2-Bepreisung
[E1-8.62] [E1-8.63a-63d] [MDR-M.77a-77b] Die CO2-Preise im Basisszenario basieren auf dem Stated-Policies-Szenario (STEPS) der IEA und anderen externen und internen Marktanalysen, während die Preise des „Netto-Null-Emissionen bis 2050“-Szenarios weitgehend auf dem Szenario Net-Zero-Emissions by 2050 (NZE) der IEA basieren. Die Messung der Kennzahl wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
E2 Umweltverschmutzung – Kennzahlendefinitionen und Methoden
Dieser Abschnitt enthält die Definitionen und Methoden für alle Kennzahlen, die im Unterabschnitt >E2-4 Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung angegeben sind.
E2-4 Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung
Freisetzung von Schadstoffen in Luft, Wasser und Boden
[MDR-M.77b] Die Messung der Kennzahl wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. [E2-4.1] [E2-4.2] [E2-4.28b] [E2-4 AR 22, 26] [MDR-M.77a] Für die Freisetzung von Schadstoffen in Luft, Wasser und Boden verwendet OMV die nach nationalen und internationalen Umweltrichtlinien und -gesetzen, wie zum Beispiel nach der E-PRTR-Verordnung, vorgeschriebenen Schadstoffdefinitionen. Die an Luft und Wasser abgegebenen Schadstofffrachten werden als jährliche Frachtwerte angegeben. Die Maßeinheit hierfür ist die metrische Tonne. Freisetzungen von flüssigen Kohlenwasserstoffen werden als Gesamtmenge quantifiziert. Die Maßeinheit hierfür ist Liter. Einschränkungen ergeben sich in erster Linie durch Extrapolationen von Spotmessungen und die Verwendung von Standardfaktoren und Schätzungen.
Gesamte Luftschadstoffe[MDR-M.77b] Die Messung all dieser Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. [Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Gesamte Luftschadstoffen: Alle Umweltverschmutzungsdaten werden aus standortspezifischen Informationen und Messungen abgeleitet, bei denen die jeweiligen nationalen gesetzlichen Vorgaben für Messmethoden und -häufigkeiten eingehalten werden. Luftschadstoffdaten werden mit einer Reihe verschiedener Methoden ermittelt: kontinuierliche Messungen, auf Jahreswerte hochgerechnete Spotmessungen und Datenberechnungen anhand von Standardfaktoren.
Zusätzliche Kennzahlen
[MDR-M.77b] Die Messung aller unten angeführten Kennzahlen wird, sofern nicht anders angegeben, von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Nach ISO 14001 zertifizierte Berichtseinheiten werden ermittelt, indem die Anzahl der Berichtseinheiten, die während der jährlichen internen Datenerfassungskampagne eine Zertifizierung nach ISO 14001 bestätigt haben, durch die Gesamtzahl der Berichtseinheiten dividiert und mit 100 multipliziert wird.
● [Freiwillig] [MDR-M.77a] Die Anzahl der Verstöße gegen gesetzliche Umweltauflagen und -vorgaben ist die Anzahl der Verstöße gegen gesetzliche Umweltauflagen oder Umweltvorgaben, für die im Berichtsjahr nachweislich Geldstrafen in Höhe von mindestens EUR 10.000 und nicht monetäre Sanktionen auferlegt wurden. Davon Betrag an Geldstrafen: die Summe aller während des Berichtszeitraums auferlegten und gezahlten Geldstrafen in Höhe von mindestens EUR 10.000.
● [Freiwillig] [MDR-M.77a] Davon zum Jahresende aufgelaufene Umwelthaftung: die Summe der Geldstrafen oder Strafen in Höhe von mindestens EUR 10.000 für Fälle von Verstößen gegen gesetzliche Umweltauflagen oder Umweltverordnungen, die im Berichtsjahr noch nicht abgeschlossen sind.
Mikroplastik
[MDR-M.77b] Die Messung der Kennzahlen wird, sofern nicht anders angegeben, von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[E2-4-28b] [E2-4 AR 22] [E2-4 AR 20] [MDR-M.77a] Die Menge an erzeugtem oder verwendetem Mikroplastik entspricht der Gesamtproduktionsleistung (Polyolefin-Neuware, Compounding und Recycling) zuzüglich der unbeabsichtigten und nicht wieder eingesammelten Freisetzungen von Mikroplastik in die Umwelt, wie sie von allen unseren Standorten im Berichtssystem dokumentiert werden. Der Prozess zur Herstellung von Polyolefinen ist darauf ausgelegt, Mikroplastik in Form von Pellets zu produzieren, die dann für Anwendungen wie Wasserrohre, Kabelisolierungen und Healthcare-Produkte weiterverarbeitet werden können. Daher fällt die gesamte, von Borealis produzierte Menge an Polyolefinen in die Kategorie „erzeugtes Mikroplastik“. Die Produktionsleistung jedes unserer Extruder (letzter Anlagenteil für die Herstellung von Polyolefin-Neuware, Compounding und Recycling) wird gemessen und in unserem Umwelt- und Energiedatenmanagementsystem erfasst. Unbeabsichtigte Freisetzungen von Mikroplastik (Pellets, Flakes, Pulver oder Staub) werden in unserem internen Tool für das Management von Vorfällen dokumentiert und weiterverfolgt. Mehr dazu finden Sie im /Borealis Geschäftsbericht 2025 – Konzernlagebericht – Nachhaltigkeitserklärung.
Freisetzung gefährlicher Stoffe
[MDR-M.77b] Die Messung aller unten angeführten Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Die Summe der Freisetzungen gefährlicher Stoffe bezieht sich auf die Gesamtzahl der im Meldesystem innerhalb der Berichtsgrenzen für das Berichtsjahr dokumentierten Freisetzungen, davon größere (d. h. Schweregrad 3 bis 5): Das OMV System zur Klassifizierung von Störfällen sieht fünf Schweregrade vor, wobei Stufe 1 der niedrigste und Stufe 5 der höchste Schweregrad ist. Ein Störfall der Stufe 3 ist definiert als mittlerer Umweltschaden in einem großen Gebiet außerhalb der Standortgrenzen, der Maßnahmen zur Sanierung/Wiederherstellung erfordert.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Freigesetzte Menge: Menge der freigesetzten Flüssigkeit in Litern. Je nach Art und Schweregrad der Freisetzung und der Verfügbarkeit von Daten werden unterschiedliche Methoden zur Bestimmung der freigesetzten Menge angewendet. Bei größeren Mengen an freigesetztem Material können Prozessdaten zur Bestimmung der freigesetzten Menge herangezogen werden (z. B. Tankfassungsvermögen und -füllstände, Durchflussmessungen und dergleichen). Bei kleineren Mengen an freigesetztem Material können das Volumen des abgetragenen Bodens und die spezifische Kohlenwasserstoffbelastung des Bodens herangezogen werden. Bei sehr kleinen Mengen an freigesetztem Material, die keine Bodensanierung erfordern, werden Schätzungen vorgenommen.
Umweltbezogene Aufwendungen
[MDR-M.77b] Die Messung der Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. [Freiwillig] [MDR-M.77a] Umweltbezogene Aufwendungen und Kosten für Umweltinvestitionen werden durch einen standardisierten Rechnungslegungsprozess im Rahmen des Umweltmanagements ermittelt, wie in unseren internen Vorschriften dargelegt. Die lokalen Unternehmen erheben Kostendaten und stufen Umweltkosten und -investitionen nach Art (End-of-Pipe oder integrierte Vermeidung) und Umweltbereich ein. Die Datenerhebung erfolgt jährlich auf Ebene der Berichtseinheit. Alle Aufwendungen und Investitionen werden dann konsolidiert und im Rahmen der jährlichen Datenkampagne gemeldet.
Prozesssicherheitsereignisse
[MDR-M.77b] Die Messung aller unten angeführten Kennzahlen wird, sofern nicht anders angegeben, von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Die Kennzahlen für Tier‑1- und Tier‑2-Prozesssicherheitsereignisse basieren auf der Klassifizierung von Prozesssicherheitsereignissen (PSEs) nach einem Stufenkonzept gemäß API Recommended Practice 754 bzw. IOGP Report 456. Tier 1 und Tier 2 geben nachlaufende Kennzahlen zur Prozesssicherheitsleistung an.
● PSEs nach Tier 1 sind Zwischenfälle mit schwerwiegenderen Auswirkungen und stellen den nach dem vierstufigen Ansatz am weitesten nachlaufenden Leistungsindikator dar. Die Anzahl der Tier‑1-PSEs spiegelt die Prozesssicherheitsleistung wider und umfasst Stofffreisetzungen (Losses of Primary Containment; LoPC) mit erheblichen Folgen. Ein Tier‑1-PSE ist eine ungeplante oder unkontrollierte Freisetzung eines Stoffes aus einem Prozess, die erhebliche Konsequenzen für Arbeitnehmer:innen, die Allgemeinheit oder das Unternehmen hat.
● PSEs nach Tier 2 sind LoPC-Ereignisse mit geringeren Folgen als bei Tier 1.
Sowohl Tier‑1- als auch Tier‑2-Prozesssicherheitsereignisse werden kumulativ und aufgeschlüsselt nach unseren drei Geschäftsbereichen Energy, Fuels und Chemicals ausgewiesen und basieren auf einer Zählung, die im HSSE-Reporting-Tool erfasst wird.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Die Prozesssicherheitsereignisrate (PSER) wird als normalisierte Rate von Prozesssicherheitsereignissen (Tier‑1- und Tier‑2-PSEs) berechnet, um die Vergleichbarkeit im zeitlichen Verlauf bzw. von Anlagen oder Unternehmen zu erleichtern. Da es keinen einheitlich anwendbaren Normalisierungsfaktor für Prozesssicherheitsindikatoren auf Grundlage von Anlagenkonfigurationen gibt, verwendet die Industrie die Expositionsstunden von Arbeitnehmer:innen (vergleichbar mit Verletzungsraten) als geeigneten und leicht zu ermittelnden Faktor. Die Gesamtzahl umfasst die von Arbeitnehmer:innen und Auftragnehmer:innen für relevante Unternehmensfunktionen im Umfang der Berichterstattung geleisteten Arbeitsstunden. Für die vorgelagerte Wertschöpfungskette werden die geleisteten Arbeitsstunden in den von uns betriebenen Anlagen berücksichtigt, für die nachgelagerte Wertschöpfungskette hingegen die in allen Anlagen geleisteten Arbeitsstunden. Die Arbeitsstunden der Konzernfunktionen, einschließlich General Management und Finance bei OMV und OMV Petrom, werden nicht einbezogen. Aufgrund der wahrscheinlich geringen Häufigkeit von PSEs ist bei der Bewertung der PSER Vorsicht geboten, da die Raten vermutlich nur für Vergleiche auf Branchen- oder Unternehmensebene statistische Gültigkeit haben. Dadurch wird sichergestellt, dass die normalisierte Rate Schwankungen bei den Expositionsstunden der Arbeitnehmer:innen berücksichtigt und genaue Vergleiche ermöglicht. Berichtsformel: [PSER = PSE (Tier 1 + Tier 2) / Arbeitsstunden × 1.000.000].
E3 Wasser – Kennzahlendefinitionen und Methoden
Dieser Abschnitt enthält die Definitionen und Methoden für alle Kennzahlen, die im Unterabschnitt > E3-4 Wasserverbrauch angegeben sind.
E3-4 Wasserverbrauch
Wasserverbrauch und Wasserwiederverwendung sowie Wasserentnahme und Ableitungen von Wasser
[MDR-M. 77b] Die Messung aller unten angeführten Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[E3-4.28a] [MDR-M.77a, 77b] Alle Wasserdaten werden aus standortspezifischen Informationen abgeleitet, die auf eigenen Messungen, Messungen und Rechnungen von Dritten, Berechnungen und Schätzungen beruhen. Sind keine Messdaten verfügbar, werden die Daten zum Beispiel auf Grundlage einer Wasserbilanz oder auf Grundlage von Pumpenspezifikationen und Betriebsstunden berechnet. Sind weder Messdaten noch Berechnungen verfügbar, werden die Wasserdaten geschätzt. Bei den Annahmen im Zusammenhang mit den Wasserkennzahlen handelt es sich um feste Faktoren für die Verteilung innerhalb eines Netzes, feststehende Pumpenspezifikationen oder die Verwendung anderer fester Faktoren, insbesondere für die Berechnung der Ableitungen von Wasser. Die Haupteinschränkung bei den Wasserdaten besteht darin, dass nicht für jeden Wasserstrom ein eigener Zähler vorhanden ist. Die Messung aller unten angeführten Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. Der Gesamtwasserverbrauch in Kubikmetern (m³) errechnet sich aus der Gesamtwasserentnahme (siehe E3-3.4 AR 32) abzüglich der Gesamtableitungen von Wasser (siehe E3-3.4 AR 32).
[E3-4.28b] [MDR-M.77a] Davon in Gebieten, die von Wasserrisiken betroffen sind, einschließlich Gebieten mit hohem Wasserstress (m³), ist der Gesamtwasserverbrauch (siehe E3-4.28a) von Standorten in Gebieten, die von Wasserrisiken betroffen sind. Von Wasserrisiken betroffene Gebiete werden auf Grundlage des Wasserstressindex von Verisk Maplecroft bestimmt, der den Gesamtwasserverbrauch im Verhältnis zum gesamten jährlich verfügbaren Fluss misst. Die von Wasserrisiken betroffenen Gebiete werden jährlich bewertet, was sich auf die ausgewiesenen Kennzahlenwerte auswirkt. Daher sind die Werte im Jahresvergleich nicht direkt vergleichbar.
[E3-4.28c] [MDR-M.77a] Die Gesamtmenge des zurückgewonnenen und wiederverwendeten Wassers in Kubikmetern (m³) wird auf Standortebene berechnet und berichtet. Der Wert für OMV ergibt sich aus der Summe der jeweiligen Daten, die von allen Betriebsstandorten gemeldet werden. Die Gesamtmenge des zurückgewonnenen und wiederverwendeten Wassers ist die Summe aus zurückgewonnenem Wasser, wiederverwendetem Wasser und Abwasser (behandelt oder unbehandelt), das vor der Ableitung aus dem Bereich des Unternehmens oder der gemeinsam genutzten Anlagen mehr als einmal verwendet wurde, um den Wasserbedarf zu verringern. Dies kann im selben Prozess (aufbereitet) oder in einem anderen Prozess innerhalb derselben Anlage oder in einer anderen Anlage des Unternehmens (wiederverwendet) erfolgen. Wasser, das in einem geschlossenen oder offenen Kühlkreislauf (Kühltürme) zirkuliert, fällt nicht unter die Kategorie Zurückgewinnung und Wiederverwendung.
[E3-4.29] [MDR-M.77a] Die Wasserintensität errechnet sich aus dem Gesamtwasserverbrauch der eigenen Tätigkeiten von OMV in Kubikmetern dividiert durch die Nettoerlöse in EUR Mio.
[E3-3.4 AR 32] [MDR-M.77a] Die Gesamtwasserentnahme errechnet sich aus der Summe der Wasserentnahmen aus allen Quellen, darunter Süßwasser, anderes Wasser und produziertes Wasser. Regenwasser und recyceltes Wasser sind von der Gesamtwasserentnahme ausgenommen, da sie der Natur nicht bewusst für den Bedarf von OMV entnommen wurden.
[Freiwillig] Die Entnahmen von Süßwasser setzen sich aus folgenden Komponenten zusammen: Entnahmen von Grundwasser (Süßwasser), Entnahmen von Oberflächenwasser (Süßwasser), Entnahmen von Süßwasser aus öffentlichen Systemen und Entnahmen von Süßwasser aus anderen Quellen (Regenwasser). Die Entnahmen von anderem Wasser setzen sich aus den folgenden Komponenten zusammen: Entnahmen von Grundwasser (anderes Wasser), Entnahmen von Meerwasser und Entnahmen von anderem Wasser aus anderen Quellen (Recycling). Entnahmen von Wasser in Gebieten, die von Wasserrisiken betroffen sind, einschließlich Gebieten mit hohem Wasserstress, sind die Gesamtwasserentnahmen von Standorten in Gebieten, die von Wasserrisiken betroffen sind.
● [Freiwillig] Süßwasser ist definiert als Wasser mit ≤1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand.
● [Freiwillig] Anderes Wasser ist definiert als Wasser mit >1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand.
● [Freiwillig] Oberflächenwasser ist definiert als jegliches Wasser, das während des Berichtszeitraums aus Oberflächengewässern (einschließlich Wasser aus Feuchtgebieten, Seen, Teichen, Bächen und Flüssen sowie Meeren und Ozeanen) entnommen und für jegliche Verwendung in die Grenzen der berichtenden Organisation geleitet wurde.
● [Freiwillig] Grundwasser ist definiert als jegliches Wasser, das während des Berichtszeitraums aus Grundwasserkörpern entnommen und für jegliche Verwendung in die Grenzen der berichtenden Organisation geleitet wurde.
● [Freiwillig] Wasser aus öffentlichen Systemen ist definiert als jegliches Wasser, das während des Berichtszeitraums aus öffentlichen Versorgungssystemen (kommunale Wasserversorgung) oder anderen Wasserversorgungseinrichtungen entnommen und für jegliche Verwendung in die Grenzen der berichtenden Organisation geleitet wurde.
● [Freiwillig] Durchlaufkühlwasser ist definiert als Wasser aus jeglichen Quellen, das für Durchlaufkühlungszwecke verwendet wird.
[E3-3.4 AR 32] [MDR-M.77a] Ableitungen von Wasser errechnen sich aus der Summe von Wasserableitungen zu jeglichem der unten angeführten Zielorte:
● [Freiwillig] Zu den Zielorten von Wasserableitungen zählen Süßwasser, anderes Wasser und andere Zielorte.
● [Freiwillig] Zu den Süßwasserzielorten zählen Grundwasserleiter (Süßwasser) und Oberflächengewässer (Süßwasser).
● [Freiwillig] Zu anderen Wasserzielorten zählen Grundwasserleiter (anderes Wasser), Oberflächengewässer (anderes Wasser) und Meerwasser.
● [Freiwillig] Zu anderen Zielorten zählen externe Wasseraufbereitung (Dritte), Begünstigte oder andere Nutzer:innen (Dritte) und Verdunstungsteiche.
[E3-3.4 AR 32] [MDR-M.77a] Ableitungen von Wasser in allen Gebieten mit Wasserstress umfassen das gesamte abgeleitete Wasser von Standorten in Gebieten, die von Wasserrisiken betroffen sind.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Ableitungen von Wasser nach Zielorten in allen Gebieten mit Wasserstress ist das gesamte abgeleitete Wasser von Standorten in Gebieten, die von Wasserrisiken betroffen sind.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Ableitungen von Wasser – Qualität sind die abgeleiteten Kohlenwasserstoffe (Öl). Abgeleitete Kohlenwasserstoffe (Öl) errechnen sich aus der Menge der Kohlenwasserstoffableitungen über Abwässer gemäß den Ipieca-E9-Standards. Diese Kennzahl misst die Mengen an Kohlenwasserstoffen, die in Gewässer eingeleitet werden, sei es in Binnengewässer oder ins Meer. Sie umfasst die Menge an Kohlenwasserstoffen, die als Prozessabwässer aus Anlagen ins Abwasser eingeleitet werden, wie zum Beispiel Prozesswasser, Kühlwasser, ölhaltige Schlämme und Schnittverluste, Kesselabschlämmwasser und Oberflächenabflusswasser. Bei Raffinerien und anderen Öl- und Gasverarbeitungsanlagen bezieht sie sich auf die Menge der Kohlenwasserstoffe im abgeleiteten Prozessabwasser und Regenwasser. Ableitungen in Binnengewässer über Entwässerungssysteme, die mit Wasserstraßen verbunden sind, sind ebenfalls eingeschlossen. Nicht in dieser Kennzahl enthalten sind: Öl, das in produziertes Wasser abgeleitet wird; Kohlenwasserstoffe, die durch die Injektion von Abwasser in Lagerstätten abgeleitet werden; Freisetzungen von Kohlenwasserstoffen, Chemikalien und/oder ölbasierten Bohrspülungen und Bohrklein; Freisetzungen von Bohr- und Produktionschemikalien.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Standorte mit umgesetzten Wassermanagementplänen werden berechnet als die Anzahl der Standorte, die Wassermanagementpläne entwickelt haben, dividiert durch die Gesamtzahl der in Frage kommenden Standorte, multipliziert mit 100%.
E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft – Kennzahlendefinitionen und Methoden
Dieser Abschnitt enthält die Definitionen und Methoden für alle Kennzahlen, die in den Unterabschnitten >E5-4 Ressourcenzuflüsse und > E5-5 Ressourcenabflüsse angegeben sind.
E5-4 Ressourcenzuflüsse
Ressourcenzuflüsse und -abflüsse
[MDR-M.77a, 77b] [E5-4.31a-31c] Die zur Berechnung der Kennzahlen verwendeten Daten stammen aus direkten Messungen und Schätzungen. Die Messung der Kennzahlen wird von einer externen Stelle validiert: Für nachhaltige zertifizierte Einsatzstoffe, wie etwa zertifizierte erneuerbare Einsatzstoffe für Chemikalien und Polymere und Pyrolyseöl aus Kunststoffabfällen, werden die Verbrauchsdaten bei OMV in einem monatlichen Bericht zusammengefasst, der von TÜV SÜD geprüft wird. Die nachhaltigen Einsatzstoffe von Borealis werden extern von SGS geprüft.
Für alle Kennzahlen in diesem Abschnitt gilt, dass die gemeldeten Daten das Material in seinem ursprünglichen Zustand ohne weitere Datenmanipulation darstellen. ISCC-Zertifizierungen halten eine Abweichung von 0,5% zwischen dem physischen Bestand und der Bestandsführung gemäß Massenbilanzen oder Nachhaltigkeitserklärungen für akzeptabel (ISCC EU 203, Traceability and Chain of Custody). Für zertifizierte nachhaltige Ressourcenzuflüsse, wie Pyrolyseöle aus Kunststoffabfällen oder erneuerbare biobasierte Einsatzstoffe für Kraftstoffe, Chemikalien und Polymere, kann der Nachhaltigkeitsnachweis (Proof of Sustainability; PoS) oder die Nachhaltigkeitserklärung (Sustainability Declaration; SD) von den Lieferant:innen bis zu einem Quartal nach jenem Quartal, in dem die physische Lieferung erfolgte, vorgelegt werden. Dies kann zu Verzögerungen bei den monatlichen und vierteljährlichen Abschlüssen führen. OMV wird die Kennzahlen unter der Annahme offenlegen, dass das Unternehmen für alle gekauften und als solche gebuchten nachhaltigen Ressourcenzuflüsse einen PoS oder eine SD erhalten wird. Etwaige Abweichungen werden im nächsten Berichtszyklus korrigiert.
[E5-4.31a] Das Gesamtgewicht der im Berichtszeitraum verwendeten Produkte und technischen und biologischen Materialien wird durch die Bildung der Summe des absoluten Volumens der zertifizierten erneuerbaren Einsatzstoffe (in Tonnen), des absoluten Volumens der zertifizierten recycelten Einsatzstoffe aus Kunststoffabfällen (in Tonnen) und des absoluten Volumens der primären fossilen Einsatzstoffe (in Tonnen) berechnet. Dieses Gesamtgewicht der Produkte und der technischen und biologischen Materialien stellt auch das gesamte Volumen von Einsatzstoffen für die Produkte von OMV dar, das für die Ermittlung der prozentualen Anteile der biologischen Materialien und der Sekundärmaterialien als Einsatzstoffe herangezogen wird. Bei der Berechnung der Kennzahlen für die Einsatzstoffe werden Halbfertigprodukte, Chemikalien und Materialien für die Veredelung, Zusatzstoffe, Nebenprodukte, frei gehandelte Mengen und Mengen ohne Zertifizierung nicht berücksichtigt. Um Doppelzählungen zu vermeiden, werden auch konzerninterne Verkäufe ausgeschlossen.
[E5-4.31b] Der prozentuale Anteil biologischer Materialien (und von Biokraftstoffen, die für nicht energetische Zwecke verwendet werden) wird berechnet als das Volumen (in Tonnen) des zertifizierten erneuerbaren Einsatzstoffs geteilt durch das gesamte Einsatzstoffvolumen (in Tonnen), ausgedrückt in Prozent. Das Gesamtgewicht der Materialien im Berichtszeitraum wird als Nenner verwendet. Bei der Berechnung der Kennzahlen für die Einsatzstoffe werden Halbfertigprodukte, Chemikalien und Materialien für die Veredelung, Zusatzstoffe, Nebenprodukte, frei gehandelte Mengen und Mengen ohne Zertifizierung nicht berücksichtigt. OMV stellt auch sicher, dass konzerninterne Verkäufe ausgeschlossen werden, um Doppelzählungen zu vermeiden.
[E5-4.31c] Das absolute Gewicht der verwendeten wiederverwendeten oder recycelten sekundären Komponenten, Produkte und Materialien wird berechnet als das absolute Volumen von zertifizierten recycelten Einsatzstoffen aus Kunststoffabfällen (in Tonnen). Der prozentuale Anteil der verwendeten wiederverwendeten oder recycelten sekundären Komponenten, Produkte und Materialien wird berechnet als das Volumen (in Tonnen) von zertifizierten recycelten Einsatzstoffen aus Kunststoffabfällen geteilt durch das gesamte Einsatzstoffvolumen (in Tonnen), ausgedrückt als Prozentsatz. Bei der Berechnung dieser Kennzahl werden Nebenprodukte, Zusatzstoffe, Füllstoffe und erneuerbare abfallbasierte Mengen nicht berücksichtigt. OMV stellt auch sicher, dass konzerninterne Verkäufe ausgeschlossen werden, um Doppelzählungen zu vermeiden.
E5-5 Ressourcenabflüsse
Abfall
[MDR-M.77a, 77b] Alle offengelegten Abfalldaten sind von standortspezifischen Informationen abgeleitet, die auf einer Mischung aus Berechnungen und Schätzungen basieren. Werden Schätzungen verwendet, so basiert die Abfallmenge in Tonnen in erster Linie auf der Anzahl der Abfallcontainer und Abfallfahrzeuge. In einigen Fällen werden nicht jeder Container und jede Lkw-Ladung gewogen, und es können feste Faktoren zur Schätzung der Abfallmenge herangezogen werden. Eine wesentliche Einschränkung der Abfalldaten von OMV ist die Vermischung von Abfallstoffen innerhalb einer bestimmten Kategorie, wie sie durch den Abfallschlüssel definiert ist. Die Messung aller unten angeführten Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[MDR-M.77a] [E5-5.37a] [E5-5.39] Die Gesamtmenge des Abfallaufkommens ist die Summe der gefährlichen und nicht gefährlichen Abfälle in den verschiedenen Kategorien, einschließlich der Abfälle, die deponiert werden, der Abfälle für das Recycling, der Abfälle für die Verbrennung, der Abfälle für sonstige Arten der Beseitigung, der Abfälle für sonstige Verwertungsverfahren, der Abfälle, die für die Wiederverwendung vorbereitet werden, und der gefährlichen Abfälle, die grenzüberschreitend verbracht werden.
● [Unternehmensspezifisch] Davon nicht gefährliche Abfälle bezieht sich auf alle Abfälle, die gemäß den lokalen Gesetzen und Vorschriften als nicht gefährlich eingestuft sind. In Ermangelung spezifischer lokaler Vorschriften und Definitionen sollten andere Definitionen, wie beispielsweise die des Basler Übereinkommens, angewendet werden.
● [E5-5.39] Davon gefährliche Abfälle bezieht sich auf alle Abfälle, die gemäß den lokalen Gesetzen und Vorschriften als gefährlich eingestuft sind. In Ermangelung spezifischer lokaler Vorschriften und Definitionen sollten andere Definitionen, wie beispielsweise die des Basler Übereinkommens, angewendet werden. Der Begriff „lokal“ bezieht sich auf den Ort der Abfallerzeugung.
[MDR-M.77a] [E5-5.37b] [E5 AR 31] Insgesamt von der Beseitigung abgezweigte Abfälle werden als Summe der gefährlichen und nicht gefährlichen Abfälle berechnet, die für das Recycling, die Vorbereitung zur Wiederverwendung, sonstige Verwertungsverfahren und die grenzüberschreitende Verbringung gefährlicher Abfälle bestimmt sind. Dies wird weiter unterteilt in die folgenden Punkte:
● [E5-5.37b] Davon nicht gefährliche Abfälle ist die Summe der nicht gefährlichen Abfälle, die für das Recycling, die Vorbereitung zur Wiederverwendung und sonstige Verwertungsverfahren bestimmt sind und somit von der Beseitigung abgezweigt werden.
● [E5-5.37b-i] Davon Vorbereitung zur Wiederverwendung bezieht sich auf die Summe aller nicht gefährlichen Abfälle, die nach Überprüfung, Reinigung oder Reparatur für denselben Zweck verwendet werden, für den sie konzipiert wurden.
● [E5-5.37b-iii] Davon sonstige Verwertungsverfahren bezieht sich auf alle nicht gefährlichen Abfälle, die zur Erfüllung eines Zwecks anstelle neuer Produkte, Komponenten oder Materialien vorbereitet werden, die ansonsten für diesen Zweck verwendet worden wären.
● [E5-5.37b-ii] Davon Recycling bezieht sich auf die Summe aller nicht gefährlichen Abfälle, die einem Recyclingverfahren unterzogen werden, bei dem die Abfälle in den kommerziellen und/oder produktiven Kreislauf zurückgeführt werden.
● [E5-5.37b] Davon gefährliche Abfälle ist die Summe der gefährlichen Abfälle, die für das Recycling, die Vorbereitung zur Wiederverwendung und sonstige Verwertungsverfahren bestimmt sind sowie die Menge der grenzüberschreitenden Verbringung von gefährlichen Abfällen und somit von der Beseitigung abgezweigt werden.
● [E5-5.37b-i] Davon Vorbereitung zur Wiederverwendung bezieht sich auf die Summe aller gefährlichen Abfälle, die nach Überprüfung, Reinigung oder Reparatur für denselben Zweck verwendet werden, für den sie konzipiert wurden.
● [E5-5.37b-iii] Davon sonstige Verwertungsverfahren bezieht sich auf alle gefährlichen Abfälle, die zur Erfüllung eines Zwecks anstelle neuer Produkte, Komponenten oder Materialien vorbereitet werden, die ansonsten für diesen Zweck verwendet worden wären.
● [E5-5.37b-ii] Davon Recycling bezieht sich auf die Summe aller gefährlichen Abfälle, die einem Recyclingverfahren unterzogen werden, bei dem die Abfälle in den kommerziellen und/oder produktiven Kreislauf zurückgeführt werden.
Hinweis: Gegebenenfalls werden auch die am Standort und außerhalb des Standorts verarbeiteten Abfälle angegeben. „Am Standort“ bezieht sich auf Orte innerhalb der physischen Grenzen oder unter der administrativen Kontrolle der berichtenden Organisation, während „außerhalb des Standorts“ Orte außerhalb der physischen Grenzen oder der administrativen Kontrolle der berichtenden Organisation bezeichnet.
[MDR-M.77a] [E5-5.37b] [E5-5.39] [E5 AR 32] Insgesamt zur Beseitigung bestimmte Abfälle ist die Summe der gefährlichen und nicht gefährlichen Abfälle in den verschiedenen Kategorien, einschließlich gefährlicher Abfälle zur Deponierung, gefährlicher Abfälle zur Verbrennung, gefährlicher Abfälle für sonstige Arten der Beseitigung, nicht gefährlicher Abfälle zur Deponierung, nicht gefährlicher Abfälle zur Verbrennung, nicht gefährlicher Abfälle für sonstige Arten der Beseitigung. Dies wird weiter unterteilt in die folgenden Punkte:
● [E5-5.37c] Davon nicht gefährliche Abfälle: Die Summe der nicht gefährlichen Abfälle zur Deponierung, der nicht gefährlichen Abfälle zur Verbrennung und der nicht gefährlichen Abfälle für sonstige Arten der Beseitigung.
● [E5-5.37c-i] Davon Verbrennung: Summe aus Verbrennung mit energetischer Verwertung und davon Verbrennung ohne energetische Verwertung.
● [Freiwillig] Davon Verbrennung (mit energetischer Verwertung): Die Summe aller als nicht gefährliche Abfälle eingestuften Materialien, die der Verbrennung zugeführt werden und bei denen Energie zur Nutzung oder zum Verkauf zurückgewonnen wird.
● [Freiwillig] Davon Verbrennung (ohne energetische Verwertung): Die Summe aller als nicht gefährliche Abfälle eingestuften Materialien, die der Verbrennung zugeführt werden und bei denen keine Energie zurückgewonnen wird.
● [E5-5.37c-ii] Davon Deponierung: Die Summe aller nicht gefährlichen Abfälle, die in einer genehmigten Deponie entsorgt werden. Deponien sind definiert als Abfallentsorgungsanlagen, in denen Abfälle auf dem oder im Erdreich abgelagert werden. Dazu gehören auch Abfallmengen, die bei der biologischen Sanierung anfallen und auf Deponien entsorgt werden.
● [E5-5.37c-iii] Davon sonstige Arten der Beseitigung: bezieht sich auf jede genehmigte Methode zur endgültigen Entsorgung nicht gefährlicher Abfälle mit Ausnahme von Deponierung, Recycling und Verbrennung. Beispiele für solche Entsorgungsmethoden sind die Entsorgung von Bohrabfällen aus einer Offshore-Anlage auf den Meeresboden, die Reinjektion in geologische Formationen, Landfarming, die externe Entsorgung zur biologischen Sanierung durch Dritte mit anschließender Entsorgung sowie eine nicht spezifizierte Behandlung, sofern sie rechtlich zulässig ist (z. B. nach der österreichischen Abfallnachweisverordnung).
[E5-5.37c] Davon gefährliche Abfälle ist die Summe der gefährlichen Abfälle zur Deponierung, der gefährlichen Abfälle zur Verbrennung und der gefährlichen Abfälle für sonstige Arten der Beseitigung. OMV erzeugt keine radioaktiven Abfälle, daher ist diese Kennzahl nicht wesentlich.
● [E5-5.37c-i] Davon Verbrennung: Summe aus Verbrennung mit energetischer Verwertung und davon Verbrennung ohne energetische Verwertung.
● [Freiwillig] Davon Verbrennung (mit energetischer Verwertung) ist die Summe aller als gefährliche Abfälle eingestuften Materialien, die der Verbrennung zugeführt werden und bei denen Energie zur Nutzung oder zum Verkauf zurückgewonnen wird.
● [Freiwillig] Davon Verbrennung (ohne energetische Verwertung) ist die Summe aller als gefährliche Abfälle eingestuften Materialien, die der Verbrennung zugeführt werden und bei denen keine Energie zurückgewonnen wird.
● [E5-5.37c-ii] Davon Deponierung bezieht sich auf die Summe aller gefährlichen Abfälle, die in einer genehmigten Deponie entsorgt werden. Deponien sind definiert als Abfallentsorgungsanlagen, in denen Abfälle auf dem oder im Erdreich abgelagert werden. Dazu gehören auch Abfallmengen, die bei der biologischen Sanierung anfallen und auf Deponien entsorgt werden.
● [E5-5.37c-iii] Davon sonstige Arten der Beseitigung bezieht sich auf jede genehmigte Methode zur endgültigen Entsorgung gefährlicher Abfälle mit Ausnahme von Deponierung, Recycling und Verbrennung. Beispiele für solche Entsorgungsmethoden sind die Entsorgung von Bohrabfällen aus einer Offshore-Anlage auf den Meeresboden, die Reinjektion in geologische Formationen, Landfarming, die externe Entsorgung zur biologischen Sanierung durch Dritte mit anschließender Entsorgung sowie eine nicht spezifizierte Behandlung, sofern sie rechtlich zulässig ist (z. B. nach der österreichischen Abfallnachweisverordnung).
[MDR-M.77a] [Freiwillig] Die Gesamtrate der verwerteten oder wiederverwendeten Abfälle wird berechnet, indem die Menge der Abfälle berücksichtigt wird, die nach der Datenkonsolidierung von jedem Standort von der Beseitigung abgezweigt oder zur Beseitigung bestimmt werden.
[MDR-M.77a] [E5-5.37d] Die Gesamtmenge nicht recycelter Abfälle ist die Summe aller Abfälle, die nicht recycelt werden.
[MDR-M.77a] [E5-5.37d] Der prozentuale Anteil nicht recycelter Abfälle wird als Summe aller nicht recycelten Abfälle berechnet, jedoch als Prozentsatz ausgedrückt.
Sozialinformationen
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens – Kennzahlendefinitionen und Methoden
Dieser Abschnitt enthält die Definitionen und Methoden für alle Kennzahlen, die in den folgenden Unterabschnitten angegeben sind: >S1-6 Merkmale der Arbeitnehmer:innen von OMV, >S1-7 Merkmale der Fremdarbeitskräfte in der Belegschaft von OMV, >S1-8 Tarifvertragliche Abdeckung und sozialer Dialog, >S1-9 Diversitätskennzahlen,
>S1-10 Angemessene Entlohnung, >S1-11 Soziale Absicherung, >S1-12 Menschen mit Behinderungen,
>S1-13 Kennzahlen für Weiterbildung und Kompetenzentwicklung, >S1-14 Kennzahlen für Gesundheitsschutz und Sicherheit, >S1-15 Kennzahlen für die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben,
>S1-16 Vergütungskennzahlen (Verdienstunterschiede und Gesamtvergütung) und >S1-17 Vorfälle, Beschwerden und schwerwiegende Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten.
S1-6 Merkmale der Arbeitnehmer:innen von OMV – Kennzahlendefinitionen und Methoden
Arbeitnehmer:innen nach Geschlecht
[MDR-M.77b] Die Messung der Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. [S1-6.50a] [MDR-M.77a] Die Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen, wie zum Jahresende ausgewiesen, wird gemäß internen Vorschriften ermittelt und umfasst aktive Arbeitnehmer:innen, vorübergehend abwesende Arbeitnehmer:innen, ins Ausland entsandte Arbeitnehmer:innen und Auszubildende. Zu uns entsandte Expats und Leiharbeitskräfte sind in der Personenzahl nicht enthalten.
Arbeitnehmer:innen nach Region, Land, Geschlecht und lokaler Staatszugehörigkeit
[MDR-M.77b] Die Messung der Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. [S1-6.50a] [S1-6.51] [Freiwillig] [MDR-M.77a] Arbeitnehmer:innen nach Region, Land, Geschlecht und lokaler Staatszugehörigkeit: Die Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen, wie zum Jahresende ausgewiesen, wird gemäß internen Vorschriften ermittelt und umfasst aktive Arbeitnehmer:innen, vorübergehend abwesende Arbeitnehmer:innen, ins Ausland entsandte Arbeitnehmer:innen und Auszubildende. Zu uns entsandte Expats und Leiharbeitskräfte sind in der Personenzahl nicht enthalten.
● Lokale Staatszugehörigkeit bezieht sich auf Arbeitnehmer:innen, die Staatsangehörige des Landes sind, in dem sie beschäftigt sind.
● Der Prozentsatz der lokalen Staatszugehörigkeit wird ermittelt, indem die Anzahl der Arbeitnehmer:innen mit lokaler Staatszugehörigkeit durch die gesamte Personenzahl für jedes Land dividiert wird.
Arbeitnehmer:innen nach lokaler Staatszugehörigkeit und Managementposition
[MDR-M.77b] Die Messung der Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. [Freiwillig] [MDR-M.77a] Arbeitnehmerverteilung nach lokaler Staatszugehörigkeit und Führungsebene. Lokale Staatszugehörigkeit bezieht sich auf Arbeitnehmer:innen, die Staatsangehörige des Landes sind, in dem sie beschäftigt sind. Wir zeigen die vier häufigsten Staatszugehörigkeiten als Prozentsatz der gesamten Arbeitskräfte. Die Anzahl der Arbeitnehmer:innen mit lokaler Staatszugehörigkeit zum Jahresende dividiert durch die gesamte Personenzahl zum Jahresende ist der Anteil an der Gesamtbelegschaft. Alle Managementpositionen umfassen das Senior Management (Karrierestufe Executives und Karrierestufe Advanced) und das Junior Management (Abteilungsleiter:innen und Teamleiter:innen). Dies wird wie folgt berechnet: Von Personen mit lokaler Staatszugehörigkeit gehaltene Managementpositionen zum Jahresende / gesamte Managementpositionen zum Jahresende.
Arbeitnehmer:innen nach Geschlecht, Region, Beschäftigungsverhältnis und Art des Vertrags
[MDR-M.77b] Die Messung der Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[S1-6.50b-i, b-ii, b-iii] [S1-6.50d] [S1-6.51] [S1-6.52a, 52b] [MDR-M.77a] [Unternehmensspezifisch] Die Aufschlüsselung der Arbeitnehmer:innen nach Geschlecht, Region, Beschäftigungsverhältnis und Art des Vertrags wird als Gesamtpersonenzahl zum Jahresende gemäß den internen Vorschriften berechnet. Dazu gehören aktive Arbeitnehmer:innen, vorübergehend abwesende Arbeitnehmer:innen, ins Ausland entsandte Arbeitnehmer:innen und Auszubildende. Zu uns entsandte Expats und Leiharbeitskräfte sind in der Personenzahl nicht enthalten.
[S1-6.50bi, b-ii, b-iii] [AR 56, AR 58] [MDR-M.77a] OMV wendet die folgenden Vertragsdefinitionen an: Unbefristete Verträge beziehen sich auf Arbeitsverträge, die kein vorher festgelegtes Enddatum haben; befristete Verträge beziehen sich auf Arbeitsverträge, die auf bestimmte Zeit abgeschlossen werden und mit einem konkreten Ereignis enden (z. B. Projektabschluss oder Rückkehr ersetzter Personen). Die Summe der Arbeitnehmer:innen mit unbefristeten Verträgen und der Arbeitnehmer:innen mit befristeten Verträgen stellt die gesamte Personenzahl dar.
OMV wendet die folgenden Beschäftigungsarten an: Vollzeitkräfte haben ein Vollzeitäquivalent (VZÄ) von 1 und leisten die im betreffenden Land festgelegten Standardarbeitszeiten; Teilzeitkräfte haben ein VZÄ von weniger als 1 und leisten weniger Stunden als nach länderspezifischem Standard vorgesehen. Die Summe der Vollzeit- und Teilzeitkräfte stellt die gesamte Personenzahl dar.
Abrufkräfte: nicht zutreffend, da es bei OMV ausschließlich Verträge mit definierten Arbeitsstunden gibt.
Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen, die das Unternehmen verlassen haben, und Quote der Arbeitnehmerfluktuation
[MDR-M.77b] Die Messung der Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[S1-6.50c] [MDR-M.77a] Die Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen, die das Unternehmen verlassen haben, wird als Personenzahl für das gesamte Jahr ausgewiesen und nach Altersgruppe, Geschlecht und Region aufgeschlüsselt. Arbeitnehmer:innen gelten als ausgeschieden, wenn ihr Ausscheiden aus dem OMV Konzern auf Entlassung, Pensionierung, einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses, Tod oder freiwillige Kündigung zurückzuführen ist. Versetzungen zwischen Ländern innerhalb des Konzerns werden in diesem Zusammenhang nicht als Ausscheiden berücksichtigt.
[S1-6.50c] [MDR-M.77a] Die Quote der Arbeitnehmerfluktuation bezieht sich auf die Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen, die während des Jahrs ausgeschieden sind, geteilt durch die gesamte Personenzahl zum Jahresende.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Die Quote der Arbeitnehmerfluktuation – freiwillig ausgeschiedene Arbeitnehmer:innen bezieht sich auf die Anzahl der Arbeitnehmer:innen, die während des Jahrs freiwillig ausgeschieden sind, geteilt durch die gesamte Personenzahl zum Jahresende.
Neueinstellungen nach Region, Geschlecht, Alter und Karrierestufe
[MDR-M.77b] Die Messung der Kennzahl wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. [Freiwillig] [MDR-M.77a] Neueinstellungen werden als Gesamtzahl der Neueinstellungen nach Region, Geschlecht, Altersgruppe und Karrierestufe für das Berichtsjahr basierend auf der Personenzahl ausgewiesen (mehr zur Definition der Personenzahl siehe [S1-6.50a]). Arbeitnehmer:innen, die zwischen Ländern oder Unternehmen des OMV Konzerns versetzt werden, werden nicht als Neueinstellungen gezählt. Die Zahlen werden in absoluten Zahlen und als Prozentsatz angegeben. Die regionale Verteilung bezieht sich auf den Prozentsatz der Neueinstellungen nach Region, der wie folgt berechnet wird: (Anzahl der Neueinstellungen in der Region / Gesamtzahl der Neueinstellungen) × 100. Die Verteilung nach Geschlecht, Altersgruppe und Karrierestufe wird in absoluten Zahlen und Prozentsätzen angegeben. Der Prozentsatz pro Kategorie wird berechnet als (Anzahl in der Kategorieaufteilung / Gesamtzahl in der Kategorie) × 100.
S1-7 Merkmale der Fremdarbeitskräfte in der Belegschaft von OMV – Kennzahlendefinitionen und Methoden
Kennzahlen der Fremdarbeitskräfte in der Belegschaft des Unternehmens
[MDR‑M.77b] Die Messung der Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. [S1-7.55a] [MDR-M.77a] Die Anzahl der Fremdarbeitskräfte in unserer Belegschaft bezieht sich auf externes Personal, das von Agenturen bereitgestellt wird, die hauptsächlich im Bereich der Personalvermittlung tätig sind (NACE-Code Nr. 78). Diese Zahl gibt die Gesamtzahl der Leiharbeitskräfte zum Jahresende wieder. Leiharbeitskräfte sind Personen, die bei externen Personaldienstleistungsunternehmen beschäftigt sind und unter der Aufsicht des OMV Managements reguläre Aufgaben ausführen, wobei sie ihre Aufträge vom OMV Management erhalten und diesem direkt unterstellt sind.
S1-8 Tarifvertragliche Abdeckung und sozialer Dialog – Kennzahlendefinitionen und Methoden
[MDR-M.77b] Die Messung dieser Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. [S1-8.60a-60c] [MDR-M.77a] Prozentualer Anteil der Arbeitnehmer:innen mit tarifvertraglicher Abdeckung im OMV Konzern wird berechnet als (Anzahl der Arbeitnehmer:innen mit tarifvertraglicher Abdeckung / Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen zum Jahresende) × 100. Arbeitnehmer:innen gelten als abgedeckt, wenn OMV gesetzlich zur Anwendung des Tarifvertrags verpflichtet ist. Tarifvertragliche Abdeckung nach Ländern im EWR (erhebliche Zahl von Arbeitnehmer:innen): Für EWR-Länder, in denen die Zahl der Arbeitnehmer:innen mit tarifvertraglicher Abdeckung mehr als 10% der Gesamtbelegschaft ausmacht, wird die Abdeckung wie folgt berechnet: (Anzahl der Arbeitnehmer:innen, die in dem Land tarifvertraglich abgedeckt sind / Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen in diesem Land zum Jahresende) × 100. OMV berichtet sowohl über das Vorliegen relevanter Tarifverträge als auch über den prozentualen Abdeckungsgrad für jedes dieser Länder. Tarifvertragliche Abdeckung nach Regionen in Nicht-EWR-Ländern: Die Abdeckung wird berechnet als (Anzahl der von Tarifverträgen in der Region abgedeckten Arbeitnehmer:innen / Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen in der Region zum Jahresende) × 100. Die Angaben erfolgen auf regionaler Ebene.
[S1-8.63a, 63b] [MDR-M.77a] Der Gesamtprozentsatz der Arbeitnehmer:innen, die von Arbeitnehmervertretungen abgedeckt sind, wird auf Länderebene für jedes EWR-Land angegeben, in dem OMV eine erhebliche Zahl von Arbeitnehmer:innen hat. Die Abdeckung wird folgendermaßen berechnet: (Anzahl der Arbeitnehmer:innen, die durch Arbeitnehmervertretungen im Land abgedeckt sind / Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen im Land) × 100.
S1-9 Diversitätskennzahlen – Kennzahlendefinitionen und Methoden
[MDR-M.77b] Die Messung der Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. [S1-9.66a, 66b] [MDR-M.77a] Die oberste Führungsebene umfasst die Karrierestufe Executives, darunter OMV Senior Vice Presidents sowie Vorstandsmitglieder von OMV Petrom und Borealis. Die insgesamt berichteten Diversitätszahlen umfassen alle Arbeitnehmer:innen des OMV Konzerns nach Personenzahl zum Ende des Berichtsjahrs. Das Senior Management umfasst die oberste Führungsebene und die Karrierestufe Advanced. Das Junior Management umfasst Abteilungsleiter:innen und Teamleiter:innen. Gesamtes Management umfasst das Senior Management und das Junior Management. Managementpositionen in umsatzgenerierenden Funktionen umfassen alle Managementfunktionen. Arbeitnehmer:innen in MINT-Positionen umfassen Arbeitnehmer:innen, die in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik tätig sind. Alle Kategorien werden nach Geschlecht und Altersgruppe aufgeschlüsselt und als Personenzahl zum Jahresende und Prozentsatz ausgewiesen. Diese Kennzahlen werden wie folgt berechnet: Personenzahl in einer bestimmten Kategorie / Gesamte Personenzahl in dieser Kategorie = %.
S1-10 Angemessene Entlohnung – Kennzahlendefinitionen und Methoden
[S1-10.69] [MDR-M.77a, 77b] Die vertraglich vereinbarten Grundgehälter aller Arbeitnehmer:innen (Personenzahl zum Jahresende) werden überprüft, um sicherzustellen, dass sie den relevanten Entlohnungsbenchmarks entsprechen. Teilzeitgehälter werden zu Vergleichszwecken in Vollzeitäquivalente umgerechnet.
S1-11 Soziale Absicherung – Kennzahlendefinitionen und Methoden
[MDR-M.77b] Die Messung der Kennzahl wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. [MDR-M.77a] [S1-11.74a-74e] [S1-11.75] Der Umfang der sozialen Absicherung hängt in erster Linie von der Art der ausgeübten Tätigkeit ab. Daher haben wir die Einteilung in Arbeiter:innen/Angestellte und Führungskräfte als die für diese Berichtsanforderung relevanteste Kategorisierung gewählt.
S1-12 Menschen mit Behinderungen – Kennzahlendefinitionen und Methoden
[MDR-M.77b] Die Messung der Kennzahl wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. [S1-12.79] [MDR-M.77a] Prozentualer Anteil von Arbeitnehmer:innen mit Behinderung: Diese Kennzahl gibt den Prozentsatz der Arbeitnehmer:innen mit Behinderungen in den qualifizierten Unternehmen des OMV Konzerns an, wie er durch die lokale Gesetzgebung festgelegt ist. Auftragnehmer:innen und Fremdarbeitskräfte sind von dieser Berechnung ausgeschlossen. Der Prozentsatz wird wie folgt berechnet: (Anzahl der Arbeitnehmer:innen mit Behinderungen / Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen) × 100.
S1-13 Kennzahlen für Weiterbildung und Kompetenzentwicklung – Kennzahlendefinitionen und Methoden
[MDR-M.77b] Die Messung der Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[S1-13.83a, AR 77b] [MDR-M.77a] Der Prozentsatz der Arbeitnehmer:innen, die an regelmäßigen Leistungs- und Laufbahnbeurteilungen teilgenommen haben, errechnet sich, indem die Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen, die zumindest einmal im Jahr an einer Beurteilung teilgenommen haben, durch die Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen geteilt wird.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Die Gesamtzahl der Schulungsstunden für alle Arbeitnehmer:innen wird als Gesamtzahl der für die Arbeitnehmer:innen erbrachten Schulungsstunden berechnet.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Die durchschnittliche Zahl der Schulungsstunden pro Arbeitnehmer:in errechnet sich wie folgt: Gesamtzahl der für die Arbeitnehmer:innen erbrachten Schulungsstunden / Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen (Personenzahl zum 31. Dezember).
[S1-13.83a, b] [MDR-M.77a] Die durchschnittliche Anzahl der Schulungsstunden nach Geschlecht (männlich und weiblich) wird berechnet als Gesamtzahl der Schulungsstunden für weibliche (männliche) Arbeitnehmer:innen / Gesamtzahl der weiblichen (männlichen) Arbeitnehmer:innen (Personenzahl zum 31. Dezember).
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Die Anzahl der Arbeitnehmer:innen, die im Berichtsjahr in Gesundheits- und Sicherheits- und Umweltstandards geschult wurden, wird als Anzahl der Arbeitnehmer:innen berechnet, die mindestens eine HSSE-Schulung erhalten haben.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Die durchschnittliche Stundenanzahl von Gesundheits-, Sicherheits- und Notfallschulungen für Arbeitnehmer:innen errechnet sich wie folgt: Gesamtzahl der Stunden, in denen Arbeitnehmer:innen im Bereich HSSE geschult wurden / Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen (Personenzahl zum 31. Dezember).
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Die durchschnittliche Zahl der Schulungsstunden nach Beschäftigungsart errechnet sich wie folgt: Gesamtzahl der Schulungsstunden für Arbeitnehmer:innen pro Beschäftigungsart (Karrierestufe)/ Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen pro Beschäftigungsart (Karrierestufe) (Personenzahl zum 31. Dezember).
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Die Anzahl der Schulungsteilnehmer:innen errechnet sich aus der Zahl der Arbeitnehmer:innen, die an mindestens einer Schulung teilgenommen haben.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Der Prozentsatz der zu Diskriminierung und Belästigung geschulten Arbeitnehmer:innen errechnet sich wie folgt: Anzahl der Arbeitnehmer:innen, die zum Thema Diskriminierung und Belästigung geschult wurden / Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen (Personenzahl zum 31. Dezember) × 100.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Die Schulungsausgaben (EUR) errechnen sich aus dem Gesamtbetrag, der für Schulungen ausgegeben wurde (einschließlich variabler und fixer Kosten).
S1-14 Kennzahlen für Gesundheitsschutz und Sicherheit – Kennzahlendefinitionen und Methoden
Kennzahlen für Gesundheitsschutz und Sicherheit
[MDR-M.77b] Die Messung der Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[S1-14.88a] [MDR-M.77a] Prozentsatz der Personen unter den Arbeitskräften des Unternehmens, die auf der Grundlage gesetzlicher Anforderungen und/oder anerkannter Normen oder Leitlinien vom Managementsystem für Gesundheit und Sicherheit des Unternehmens abgedeckt sind: Dies ist eine rechtliche Anforderung, die für alle Arbeitnehmer:innen und Fremdarbeitskräfte gilt.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Zahl der geleisteten Arbeitsstunden für Arbeitskräfte des Unternehmens/Auftragnehmer:innen: die Gesamtanzahl der von Arbeitnehmer:innen/sonstigen Arbeitskräften geleisteten Arbeitsstunden an OMV Standorten. Die geleisteten Arbeitsstunden durch sonstige Arbeitskräfte an OMV Standorten sollten alle vom Personal der Auftragnehmer:innen auf dem Betriebsgelände geleisteten Arbeitsstunden und alle arbeitsbezogenen Tätigkeiten umfassen. Die geleisteten Arbeitsstunden werden wie folgt berechnet: Für österreichische und deutsche Unternehmen: Arbeitsstunden pro Jahr für OMV Arbeitnehmer:innen = Anzahl der Arbeitnehmer:innen × 1.570; Arbeitsstunden pro Jahr für Auftragnehmer:innen = Anzahl der Arbeitnehmer:innen des Auftragnehmers/der Auftragnehmerin × 2.000 (die unterschiedlichen Faktoren sind darauf zurückzuführen, dass Auftragnehmer:innen in der Regel 10 Stunden pro Tag auf dem Betriebsgelände arbeiten, während der Faktor für Arbeitnehmer:innen des Unternehmens auf einer 38-Stunden-Arbeitswoche basiert). Für Unternehmen in anderen Ländern können die geleisteten Arbeitsstunden erheblich variieren. Die durchschnittliche Jahresarbeitszeit liegt in der Regel zwischen 1.600 und 2.300 Stunden pro Person und hängt von den regionalen Beschäftigungsbedingungen und den jeweiligen Schichtarbeitszeiten ab.
[S1-14.88b] [MDR-M.77a] Die Zahl der Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen zurückzuführen sind, wird als Summe der Todesfälle infolge von Arbeitsunfällen und der Todesfälle infolge von arbeitsbedingten Erkrankungen berechnet. Zahl der Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Verletzungen zurückzuführen sind, für Arbeitskräfte des Unternehmens: Tod von Arbeitskräften des Unternehmens infolge einer arbeitsbedingten Verletzung, wenn die betreffende Person aufgrund der Verletzung innerhalb von 12 Monaten verstirbt. Die Zahl der Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Erkrankungen zurückzuführen sind und in Synergi berichtet wurden und eine unmittelbare und medizinisch nachgewiesene Ursache in einer arbeitsbedingten Erkrankung haben, wird vierteljährlich und jährlich berichtet.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Häufigkeit tödlicher Arbeitsunfälle für Arbeitskräfte des Unternehmens/Auftragnehmer:innen: Anzahl der Todesfälle unter Arbeitnehmer:innen und/oder Auftragnehmer:innen pro 100 Mio Arbeitsstunden.
[S1-14.88c] [MDR-M.77a] Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle für Arbeitskräfte des Unternehmens: die Summe der Verletzungen, die zum Tod, zu dauerhafter Vollinvalidität, zu Ausfalltagen, zu eingeschränkter Arbeitsfähigkeit und zu einer medizinischen Behandlung führen.
[S1-14.88c] [MDR-M.77a] Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle für Arbeitskräfte des Unternehmens (Total Recordable Injury Rate; TRIR): die Anzahl der meldepflichtigen Verletzungen (Todesfälle + Fälle mit Ausfalltagen + Fälle mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit – Fälle, die eine medizinische Behandlung erfordern) pro 1 Mio Arbeitsstunden.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit (Lost-Time Injury Rate; LTIR) für Arbeitskräfte des Unternehmens/sonstige Arbeitskräfte an OMV Standorten: die Anzahl der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit (Todesfälle und Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit) pro 1 Mio Arbeitsstunden.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Schwere der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit für Arbeitskräfte des Unternehmens/sonstige Arbeitskräfte an OMV Standorten: die durchschnittliche Anzahl der tatsächlich ausgefallenen Arbeitstage pro Arbeitsunfall.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle für Arbeitskräfte des Unternehmens/sonstige Arbeitskräfte an OMV Standorten: die Summe der Verletzungen, die zum Tod, zu dauerhafter Vollinvalidität, zu Ausfalltagen, zu eingeschränkter Arbeitsfähigkeit und zu einer medizinischen Behandlung führen.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle für Arbeitskräfte des Unternehmens/sonstige Arbeitskräfte an OMV Standorten (Total Recordable Injury Rate; TRIR): die Anzahl der meldepflichtigen Verletzungen (Todesfälle + Fälle mit Ausfalltagen + Fälle mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit + Fälle, die eine medizinische Behandlung erfordern) pro 1 Mio Arbeitsstunden.
Weitere Kennzahlen für Gesundheitsschutz und Sicherheit
[MDR-M.77b] Die Messung der Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[S1-14.90] [MDR-M.77a] Prozentualer Anteil der nach ISO 45001 zertifizierten Standorte: Anzahl der nach ISO 45001 zertifizierten berichtenden Standorte geteilt durch die Gesamtzahl der berichtenden Standorte, multipliziert mit 100.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Prozentsatz der Arbeitnehmer:innen, die durch diese Zertifizierung abgedeckt sind: Summe der Anzahl aller Arbeitnehmer:innen des Unternehmens an nach ISO 45001 zertifizierten Standorten, geteilt durch die Summe der Arbeitnehmer:innen des Unternehmens (Personenzahl), multipliziert mit 100.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Anzahl der von OMV Corporate Health geprüften Kliniken: absolute Anzahl der Kliniken und externen medizinischen Dienstleister:innen unter OMV Managementkontrolle, die vom:von der Head of Corporate Health gemäß dem Bewertungsbogen für Gesundheitsaudits und auf Grundlage des vom:von der VP HSSE genehmigten jährlichen Gesundheitsauditplans geprüft und dokumentiert wurden.
S1-15 Kennzahlen für die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben – Kennzahlendefinitionen und Methoden
Prozentsatz der Arbeitnehmer:innen, die Anspruch auf eine Arbeitsfreistellung aus familiären Gründen haben, im Vergleich zu jenen, die sie in Anspruch genommen haben
[MDR-M.77b] Die Messung der Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[S1-15.93a] [MDR-M.77a] Die Anspruchsquote gibt den Prozentsatz der Arbeitnehmer:innen wieder, die Anspruch auf Arbeitsfreistellung aus familiären Gründen haben, darunter Mutterschafts-, Vaterschafts- und Adoptionsurlaub, Mutterschutz und mutterschaftsbedingtes Arbeitsverbot. Sie wird berechnet als (Zahl der anspruchsberechtigten Arbeitnehmer:innen zum Jahresende) / (Gesamte Personenzahl zum Jahresende).
[S1-15.93b] [MDR-M.77a] Die Inanspruchnahmequote ist der Prozentsatz der anspruchsberechtigten Arbeitnehmer:innen, die im Laufe des Jahres eine Arbeitsfreistellung aus familiären Gründen von mehr als einem Monat genommen haben. Sie wird wie folgt berechnet: (Anzahl der Arbeitnehmer:innen, die im Laufe des Jahrs mehr als einen Monat Arbeitsfreistellung in Anspruch genommen haben) / (Anzahl der anspruchsberechtigten Arbeitnehmer:innen zum Jahresende).
S1-16 Vergütungskennzahlen (Verdienstunterschiede und Gesamtvergütung) – Kennzahlendefinitionen und Methoden
Geschlechtsspezifisches Verdienstgefälle
[MDR-M.77b] Die Messung der Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[MDR-M.77a] [S1-16.97a] [S1-16.98] Geschlechtsspezifisches Verdienstgefälle bezieht sich auf die Differenz zwischen dem Durchschnittseinkommen von weiblichen und männlichen Arbeitnehmer:innen, berechnet als relativer Wert zum Durchschnittseinkommen männlicher Arbeitnehmer. Dies basiert auf der jährlichen Gesamtvergütung pro Arbeitnehmer:in (Personenzahl zum Jahresende), die das Grundgehalt, garantierte und variable Zulagen, Überstunden, Einmalzahlungen, kurz- und langfristige Leistungsprämien sowie alle anderen im Laufe des Jahrs gezahlten Vergütungen/Geldleistungen umfasst. Die Vergütung wird auf Basis einer Vollzeitbeschäftigung für das gesamte Jahr berechnet. Der Stundensatz wird ermittelt, indem die jährliche Gesamtvergütung durch die jährliche tatsächliche Arbeitszeit pro Arbeitnehmer:in geteilt wird; liegen keine Daten zur tatsächlichen Arbeitszeit vor, werden stattdessen die vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten herangezogen. Das geschlechtsspezifische Verdienstgefälle wird nach Arbeitnehmerkategorie (Karrierestufe) und auf Länderebene für bedeutende Länder mit mehr als 500 Arbeitnehmer:innen berichtet. Die Gesamtzahl zum geschlechtsspezifischen Verdienstgefälle umfasst alle Arbeitnehmer:innen in allen Ländern innerhalb des OMV Konzerns.
[S1-16.97b] [S1-16 AR 101] Verhältnis der jährlichen Gesamtvergütung der am höchsten bezahlten Einzelperson zum Median der jährlichen Gesamtvergütung aller Arbeitnehmer:innen (ohne die am höchsten bezahlte Einzelperson): Dieses Verhältnis wird unter Verwendung der jährlichen Gesamtvergütung pro Arbeitnehmer:in (Personenzahl zum Jahresende) berechnet, wie für die Kennzahl zum geschlechtsspezifischen Verdienstgefälle definiert.
[S1-16.97a, 16.97b] [S1-16.AR 100] Arbeitnehmer:innen, die während des gesamten Berichtsjahrs unbezahlt beurlaubt waren, und internationale Arbeitnehmer:innen sind von beiden Berechnungen ausgeschlossen. Internationale Arbeitnehmer:innen werden aus dem Ausland für Projekte in einem der OMV Länder eingestellt, wo sie der Einkommenssteuer und/oder Sozialversicherungsbeiträgen unterliegen. Diese Arbeitnehmer:innen haben einen internationalen Hintergrund und verfügen über Nettogehaltsvereinbarungen, um ein einheitliches und transparentes Gehaltsniveau zu erreichen. Die lokale Einkommenssteuer und die Sozialversicherungsbeiträge richten sich nach dem Arbeitsort und werden vom Unternehmen abgeführt.
S1-17 Vorfälle, Beschwerden und schwerwiegende Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten – Kennzahlendefinitionen und Methoden
[MDR-M.77b] Die Messung aller Kennzahlen wird, sofern nicht anders angegeben, von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. [MDR-M.77a] Bei Kennzahlen, die auf Daten aus dem OMV SpeakUp-Kanal basieren, gehen wir davon aus, dass der:die Beschwerdeführer:in eine OMV Arbeitskraft ist, es sei denn, es handelt sich eindeutig um eine Arbeitskraft in der Wertschöpfungskette. In Fällen, in denen dies aufgrund des Sachverhalts unklar ist, wird der Vorfall in die Zählung unter S1-17 aufgenommen.
[S1-17.103b] [MDR-M.77a] Zahl der Beschwerden, die über Kanäle eingereicht wurden, über die Arbeitskräfte des Unternehmens Bedenken äußern können: Meldung der einzelnen Länder zu Vorfällen im Jahr 2025.
[S1-17.103a] [MDR-M.77a] Die Zahl der Fälle von Diskriminierung, einschließlich Belästigung, errechnet sich aus der Gesamtzahl der gemeldeten Fälle, in denen Personen diskriminiert oder belästigt wurden, wobei die einzelnen Länder über die Vorfälle im Jahr 2025 berichteten.
[S1-17.103c] [MDR-M.77a, 77d] Betrag der Geldstrafen, Sanktionen und Schadenersatzzahlungen im Zusammenhang mit Fällen von Diskriminierung, einschließlich Belästigung, und eingereichten Beschwerden: Summe aller bezahlten Geldstrafen und Sanktionen.
[S1-17.104a] [MDR-M.77a] Die Anzahl der schwerwiegenden Menschenrechtsprobleme und -vorfälle im Zusammenhang mit Arbeitskräften des Unternehmens bezieht sich auf die Anzahl der eingegangenen begründeten Beschwerden (bei denen der:die Beschwerdeführer:in als Arbeitskraft des Unternehmens identifizierbar ist), Rechtsfälle oder andere relevante Sachverhalte, die P&C oder Menschenrechtsexpert:innen gemeldet wurden und die OMV (oder seine Tochtergesellschaften) gemäß den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verursacht oder zu denen sie beigetragen haben. Für jeden Vorfall haben wir Ausmaß, Umfang und Unumkehrbarkeit auf einer Skala von 1 (sehr gering) bis 5 (sehr hoch) bewertet und anhand einer Berechnung den Schweregrad des Vorfalls ermittelt.
[S1-17.104] [MDR-M.77a] Die Anzahl der Fälle von Kinderarbeit und die Anzahl der Fälle von Zwangsarbeit basieren auf den Zahlen der schwerwiegenden Menschenrechtsvorfälle.
[S1-17.104] [S1-17 AR 106] [MDR-M.77a] Die Anzahl der schwerwiegenden Vorfälle in Bezug auf Menschenrechte, in denen das Unternehmen eine Rolle bei der Gewährleistung von Abhilfemaßnahmen für die Betroffenen übernommen hat, basiert auf der Zahl der schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen und der Analyse der unterstützenden Informationen, die dem:der Menschenrechtsexpert:in auf Anfrage im Fall von schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen zur Verfügung gestellt wurden.
[S1-17.104a] [MDR-M.77a] Fälle von Nichteinhaltung internationaler Standards (UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, ILO-Erklärung über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit oder OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen), die im Zusammenhang mit den Arbeitskräften von OMV gemeldet wurden, sind schwerwiegende Vorfälle, bei denen die Sorgfaltspflicht von OMV nicht erfüllt wurde, keine Abhilfe geschaffen wurde und/oder dem Sachverhalt nicht weiter nachgegangen wurde.
[S1-17.103b] [MDR-M.77a] Die Anzahl der Beschwerden, die bei nationalen Kontaktstellen für multinationale Unternehmen der OECD eingebracht wurden, ergibt sich aus den Fällen, die auf Grundlage von Informationen des Leiters bzw. der Leiterin der Abteilung Group Sustainability gezählt wurden.
[S1-17.104c] [MDR-M.77a, 77d] Betrag der Geldstrafen, Sanktionen und Schadenersatzzahlungen in Verbindung mit schwerwiegenden Vorfällen in Bezug auf Menschenrechte im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens: Summe aller bezahlten Geldstrafen.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Die Anzahl der Menschenrechtsbeschwerden, davon externe und interne, und die Anzahl der nachgewiesenen Menschenrechtsverletzungen werden auf Grundlage der bei den Community-Beschwerdemechanismen eingegangenen Menschenrechtsbeschwerden und der in der internen Menschenrechts-Mailbox eingegangenen Beschwerden berechnet.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Die Gesamtzahl der Betriebsstandorte, die in den letzten drei Jahren bewertet wurden, ist der Prozentsatz der Betriebsstandorte, die im Rahmen der jährlichen Erfassung von Auswirkungen und Risiken in Bezug auf die Menschenrechte bewertet wurden.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] davon mit identifizierten Auswirkungen oder Risiken im Bereich der Menschenrechte ist der Prozentsatz der Betriebsstandorte, an denen im Rahmen der jährlichen Erfassung von Auswirkungen und Risiken in Bezug auf die Menschenrechte ein hohes oder extremes Maß an Auswirkungen und Risiken festgestellt wurde.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] davon mit ergriffenen Minderungsmaßnahmen ist der Prozentsatz der Betriebsstandorte mit einem hohen oder extremen Maß an Auswirkungen und Risiken, an denen Minderungsmaßnahmen ergriffen wurden.
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette – Kennzahlendefinitionen und Methoden
Dieser Abschnitt enthält die Definitionen und Methoden für alle Kennzahlen, die im Unterabschnitt >Kennzahlen zu Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette angegeben sind.
Kennzahlen zu Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette
[MDR-M.77b] Die Kennzahlen werden von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert, mit Ausnahme der TfS-bezogenen Kennzahlen, bei denen die Daten von TfS validiert werden.
[S2-4.36] [MDR-M.77a] Die Anzahl schwerwiegender Menschenrechtsprobleme und -vorfälle im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette bezieht sich auf die Anzahl der eingegangenen begründeten Beschwerden (bei denen der:die Beschwerdeführer:in als Arbeitskraft in der Wertschöpfungskette identifizierbar ist), Rechtsfälle oder andere relevante Sachverhalte, die P&C oder Menschenrechtsexpert:innen gemeldet wurden und die OMV (oder seine Tochtergesellschaften) gemäß den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verursacht oder zu denen sie beigetragen haben. Für jeden Vorfall haben wir Ausmaß, Umfang und Unumkehrbarkeit auf einer Skala von 1 (sehr gering) bis 5 (sehr hoch) bewertet und anhand einer Berechnung den Schweregrad des Vorfalls ermittelt. Bei Kennzahlen, die auf Daten aus dem OMV SpeakUp-Kanal basieren, gehen wir davon aus, dass der:die Beschwerdeführer:in eine OMV Arbeitskraft ist, es sei denn, es handelt sich eindeutig um eine Arbeitskraft in der Wertschöpfungskette. In Fällen, in denen dies aufgrund des Sachverhalts unklar ist, wird der Vorfall in die Zählung unter S1-17 aufgenommen.
[S2-1.19] [MDR-M.77a] Fälle von Nichteinhaltung internationaler Standards (UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, ILO-Erklärung über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit oder OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen), die im Zusammenhang mit der Wertschöpfungskette von OMV gemeldet wurden, sind schwerwiegende Vorfälle, bei denen die Sorgfaltspflicht von OMV nicht erfüllt wurde, keine Abhilfe geschaffen wurde und/oder dem Sachverhalt nicht weiter nachgegangen wurde.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Summe aller menschenrechtlichen Beschwerden, die über den SpeakUp-Kanal und CGMs von Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette eingegangen sind. Im Jahr 2024 wurden diese in der „Gesamtzahl der externen Beschwerden“ aufgenommen, die in S3 gemeldet wurden.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Vom OMV Einkauf mit einem externen Prüfungsunternehmen durchgeführte Audits: Die Anzahl der mit einem externen Prüfungsunternehmen durchgeführten Audits wird am Ende des Jahres gemessen.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Über EcoVadis durchgeführte TfS-(Neu-)Bewertungen: Die Anzahl wird direkt von der (von TfS bereitgestellten) Tableau-Plattform gemessen/erhoben. Der Umfang der im Jahr 2024 über EcoVadis bewerteten Lieferant:innen umfasst: erste Bewertung, Neubewertung und Wiederverwendung von externen Quellen (Lieferant:in bereits auf Anfrage anderer Unternehmen über EcoVadis bewertet, aber erst 2024 in unsere Datenbank aufgenommen).
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Durchgeführte TfS-Audits: Die Anzahl der Lieferant:innen, die auf unseren Wunsch hin ein TfS-Audit durchgeführt haben, wird auf der OASIS-Plattform gemessen/erhoben. Dies beinhaltet vollständige Prüfungen und Folgeprüfungen.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Lieferant:innen mit einem gültigen EcoVadis-Rating: Daten aus der EcoVadis-Plattform sowie eine Auswahl von Lieferant:innen, die in den letzten drei Jahren an der Bewertung teilgenommen haben.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Lieferant:innen mit einem verbesserten EcoVadis-Rating: Anzahl der Lieferant:innen, die ihr Gesamt-Rating im Vergleich zu früheren Bewertungen verbessert haben. Die Information wird der Tableau-Plattform (bereitgestellt durch TfS) entnommen.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Einkäufer:innen über alle Standorte hinweg, die an Veranstaltungen zur Sensibilisierung für das Thema nachhaltige Beschaffung teilnahmen: Dies wird anhand von Anwesenheitslisten gemessen.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Neue Lieferant:innen, die hinsichtlich sozialer Kriterien (z. B. Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Tarifverhandlungen) und Umweltkriterien (z. B. Umweltzertifizierungen: ISO 14001, ISO 50001 usw.) überprüft wurden: Die Daten werden als Excel-Datei von der SAP-Ariba-Plattform heruntergeladen.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Neu bewertete Lieferant:innen mit negativen sozialen Auswirkungen in der Lieferkette, die disqualifiziert wurden (im Zusammenhang mit den Menschenrechten, z. B. moderne Sklaverei, Zwangsarbeit, Kinderarbeit usw., und unzulässigen Geschäftspraktiken, z. B. Bestechung und Korruption): Diese Kennzahl errechnet sich aus der Anzahl der disqualifizierten Lieferant:innen in der Präqualifikation im Verhältnis zur Gesamtzahl der Lieferant:innen, die an der Präqualifikation teilgenommen haben.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Lieferant:innen, die in Sozialbelangen geschult wurden: Die Daten zu Nachhaltigkeitsschulungen, die von Lieferant:innen durchgeführt werden, werden von der EcoVadis-Plattform heruntergeladen und dann nach Schulungen gefiltert, die sich auf soziale Themen konzentrieren. Während wir in den Vorjahren alle Nachhaltigkeitsschulungen (allgemeine ESG-Themen) berücksichtigt haben, lag der Schwerpunkt im Jahr 2025 ausschließlich auf sozialen Themen in Verbindung mit unseren IROs.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Auf lokale Lieferant:innen entfallene Ausgaben: Diese Kennzahl wird von Power BI automatisch auf Basis des gesamten Einkaufsvolumens bei OMV berechnet. Der Begriff „lokal“ bezieht sich auf das Lieferantenland, in dem die Zahlung erfolgt.
Zusätzliche Kennzahlen
[MDR-M.77b] Die Kennzahlen werden von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Gesamtzahl der Tier-1-Lieferant:innen: Diese stellt die Anzahl unserer Lieferant:innen oder Auftragnehmer:innen dar, die Waren oder Dienstleistungen direkt an den OMV Konzern liefern. Sie wird auf Basis von SAP-Datensätzen aus Power BI erhoben.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Gesamtzahl der bedeutenden Lieferant:innen in Tier 1: Diese stellt die Anzahl der A-Lieferant:innen (die 80% des Einkaufsvolumens ausmachen) dar. Sie wird auf Basis von SAP-Datensätzen aus Power BI erhoben.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Gesamtausgaben für bedeutende Lieferant:innen in Tier 1: entspricht Lieferant:innen, die 80% des Einkaufsvolumens ausmachen. Dies ist ein fester Prozentsatz, der auf einer internen Entscheidung basiert.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Gesamtzahl der bedeutenden Lieferant:innen außerhalb von Tier 1: Die Anzahl beträgt 0; basierend auf internen Bewertungen und historischen Daten gibt es keine bedeutenden Lieferant:innen außerhalb von Tier 1.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Gesamtzahl der bedeutenden Lieferant:innen (Tier 1 und außerhalb von Tier 1): Diese stellt die Anzahl der A-Lieferant:innen (die 80% des Einkaufsvolumens ausmachen) dar. Sie wird auf Basis von SAP-Datensätzen aus Power BI erhoben.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Gesamtzahl der bewerteten bedeutenden Tier-1- und Nicht-Tier-1-Lieferant:innen durch Desktop- oder Vor-Ort-Prüfung: Die Anzahl stellt die Summe der TfS-Audits und der von OMV Procurement mit einem:einer externen Auditor:in durchgeführten Audits dar. Die Informationen stammen aus der OASIS-Plattform (bereitgestellt von TfS) und aus unseren internen Datensätzen zu den von OMV Procurement durchgeführten Audits.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Ziel für die Anzahl der anhand von Dokumentenprüfungen oder Vor-Ort-Bewertungen bewerteten Lieferant:innen: Dies ist das Ziel für unsere TfS-Audits.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Anzahl der bewerteten Lieferant:innen mit erheblichen tatsächlichen/potenziellen negativen Auswirkungen: Dies stellt die Anzahl der Lieferant:innen dar, bei denen während TfS-Audits oder Audits, die von OMV Procurement mit einem:einer externen Auditor:in durchgeführt wurden, Auditergebnisse mit Warnhinweisen versehen wurden. Die Audit-Daten werden aus der TfS OASIS-Plattform und unseren internen Datensätzen erhoben.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Lieferant:innen mit erheblichen tatsächlichen/potenziellen negativen Auswirkungen und vereinbarten Korrekturmaßnahmen/Verbesserungsplänen: Alle Lieferant:innen, die gemäß Auditergebnissen erhebliche tatsächliche/potenzielle negative Auswirkungen haben, werden aufgefordert, einen Vorschlag für Korrekturmaßnahmen/Verbesserungspläne vorzulegen.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Anzahl der Lieferant:innen mit erheblichen tatsächlichen/potenziellen negativen Auswirkungen, die beendet wurden: Diese Anzahl stammt aus unseren internen SAP-Datensätzen.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Gesamtzahl der Lieferant:innen in Programmen zum Kapazitätsaufbau: Dies stellt die Gesamtzahl der Schulungen dar, die wir Lieferant:innen über unsere internen Ressourcen (Webinare des OMV Konzerns) und externe Partner:innen (Webinare von TfS über die EcoVadis Academy) anbieten. Die Daten werden aus unseren internen Datensätzen und der EcoVadis-Plattform erhoben.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Gesamtzahl der Auftragnehmer:innen und Tier-1-Lieferant:innen, die in den letzten drei Jahren hinsichtlich Menschenrechte bewertet wurden: Diese wird auf der Basis einer dreijährigen Analyse von Auftragnehmer:innen und Lieferant:innen berechnet, die anhand von EcoVadis-Bewertungen, TfS-Audits und OMV Procurement-Audits, die mit einem:einer externen Auditor:in durchgeführt werden, bewertet werden. Die Informationen werden aus den Plattformen EcoVadis und TfS OASIS sowie aus unseren internen Datensätzen erhoben.
● davon Fälle, in denen Risiken identifiziert wurden:Der Prozentsatz wird auf der Basis der Anzahl der EcoVadis-Bewertungen mit Punktzahlen unter 25 Punkten und Audits mit durch Warnhinweise versehenen Ergebnissen berechnet. Die Informationen werden aus den Plattformen EcoVadis und TfS OASIS sowie unseren internen Datensätzen erhoben.
● davon Fälle, in denen Maßnahmen zur Schadensminderung ergriffen wurden: Alle Bewertungen und Audits mit durch Warnhinweise versehenen Ergebnissen haben Minderungsmaßnahmen.
S3 Betroffene Gemeinschaften – Kennzahlendefinitionen und Methoden
Dieser Abschnitt enthält die Definitionen und Methoden für alle Kennzahlen, die im Unterabschnitt >Kennzahlen zu betroffenen Gemeinschaften angegeben sind.
Daten zu betroffenen Gemeinschaften
[MDR-M.77b] Die Kennzahlen für betroffene Gemeinschaften werden von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. [MDR-M.77d] Die Währung gilt nur für Community- und Sozialinvestitionen.
[S3-4.36] [MDR-M.77a] Schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften bezieht sich auf die Anzahl der eingegangenen begründeten Beschwerden, Rechtsfälle oder andere relevante Sachverhalte, die Community-Relations- und Menschenrechtsexpert:innen gemeldet wurden und die OMV (oder seine Tochtergesellschaften) gemäß den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verursacht oder zu denen sie beigetragen haben. Für jeden Vorfall haben wir Ausmaß, Umfang und Unumkehrbarkeit auf einer Skala von 1 (sehr gering) bis 5 (sehr hoch) bewertet und anhand einer Berechnung den Schweregrad des Vorfalls ermittelt.
[S3-1.17] [MDR-M.77a] Fälle von Nichteinhaltung internationaler Standards (UN-Leitprinzipien, ILO-Erklärung über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit oder OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen) sind schwerwiegende Menschenrechtsvorfälle in Verbindung mit betroffenen Gemeinschaften, bei denen die Sorgfaltspflicht von OMV nicht erfüllt wurde, keine Abhilfe geschaffen wurde und/oder dem Sachverhalt nicht weiter nachgegangen wurde.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Der Gesamtbetrag der Community- und Sozialinvestitionen bezieht sich auf die Summe der tatsächlichen Investitionen zum Jahresende für die durchgeführten Sozial- und Community-Projekte. Managementkosten, Kultur- und Sportsponsoring sind ausgeschlossen.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Die Anzahl der Begünstigten bezieht sich auf die Gesamtzahl der Personen, die direkt von den durch Sozialinvestitionsprojekte bereitgestellten Dienstleistungen, Ressourcen und Schulungen profitiert haben.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Gesamtzahl der externen Beschwerden von Gemeinschaften: Summe aller Beschwerden, die über die CGMs von betroffenen Gemeinschaften eingegangen sind. Unsere Community Grievance Mechanisms (CGMs) stehen auch Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette zur Verfügung. Im Jahr 2024 umfassten die 733 externen Beschwerden auch Beschwerden von Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette. Im Jahr 2025 werden diese gesondert in S2 berichtet.
● [Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Davon eingegangene Beschwerden über Auswirkungen auf die Gesellschaft: Summe aller Beschwerden in Bezug auf gesellschaftliche Themen (z. B. Landrechte, Sicherheit, Geruch, Lärm), die über die CGMs eingegangen sind.
● [Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Davon eingegangene Beschwerden über Auswirkungen auf die Umwelt: Summe aller Beschwerden in Bezug auf Umweltthemen (z. B. Verschmutzung, Ölaustritte), die über die CGMs eingegangen sind.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Anzahl insgesamt gelöst: Summe der über die Community-Beschwerdemechanismen eingegangenen Beschwerden, die innerhalb eines bestimmten Berichtszeitraums bearbeitet und gelöst wurden.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Durch Abhilfemaßnahmen gelöste Beschwerden: Summe aller Beschwerden, die über die Community-Beschwerdemechanismen eingegangen sind und durch Abhilfemaßnahmen (z. B. Entschädigung, Rehabilitation) gelöst wurden.
Governance-Informationen
G1 Unternehmensführung – Kennzahlendefinitionen und Methoden
Dieser Abschnitt enthält die Definitionen und Methoden für alle Kennzahlen, die in den Unterabschnitten >G1-4 Fälle von Korruption oder Bestechung und > G1-6 Zahlungspraktiken angegeben sind.
G1-4 Fälle von Korruption oder Bestechung
Kennzahlen zur Korruptions- und Bestechungsbekämpfung
[MDR-M.77b] Die Messung aller unten angeführten Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[G1-4.21b] [MDR-M.77a] Der Prozentsatz der von Präsenzschulungs- und E-Learning-Programmen abgedeckten risikobehafteten Funktionen wird wie folgt berechnet: Anzahl der Arbeitnehmer:innen (Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte), die an Schulungsprogrammen teilgenommen haben, geteilt durch die Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen, die in der Zielgruppe für Schulungsprogramme identifiziert wurden, multipliziert mit 100.
[G1-4. 24a] [MDR-M.77a] Die Anzahl der Verurteilungen wegen Verstößen gegen Korruptions- und Bestechungsvorschriften wird von Fall zu Fall für die spezifischen Verstöße gezählt. Die Geldstrafen (in EUR Mio) für Verstöße gegen Korruptions- und Bestechungsvorschriften basieren auf dem Gesamtbetrag der für die spezifischen Verstöße erhaltenen Geldstrafen.
[G1-4.25a] [MDR-M.77a] Die Anzahl der bestätigten Fälle von Korruption oder Bestechung bezieht sich auf die Anzahl der Fälle, in denen ein:e Arbeitnehmer:in einer anderen Person nachweislich einen finanziellen Vorteil gewährt, zusagt, verspricht oder anbietet, um Geschäfte mit OMV zu machen.
[G1-4.25b] [MDR-M.77a] Die Anzahl der bestätigten Fälle, in denen eigene Arbeitskräfte wegen Korruption oder Bestechung entlassen oder abgemahnt wurden, bezieht sich auf die Anzahl der Fälle, in denen ein:e Arbeitnehmer:in einer anderen Person nachweislich einen finanziellen Vorteil gewährt, zusagt, verspricht oder anbietet, um Geschäfte mit OMV zu machen.
[G1-4.25c] [MDR-M.77a] Die Anzahl der bestätigten Fälle, in denen Verträge mit Geschäftspartner:innen aufgrund von Verstößen gegen Korruptions- oder Bestechungsvorschriften gekündigt oder nicht verlängert wurden, bezieht sich auf die Anzahl der Vorfälle, bei denen ein:e Geschäftspartner:in einer anderen Person nachweislich einen finanziellen Vorteil gewährt, zusagt, verspricht oder anbietet, um Geschäfte mit OMV oder einer dritten Partei zu machen.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Die Anzahl der Whistleblowing-Fälle im OMV Konzern bezieht sich auf Meldungen über mutmaßliches Fehlverhalten/Verstöße gegen Gesetze oder interne Vorschriften, die der Compliance-Abteilung über die OMV Whistleblowing-Kanäle zur Kenntnis gebracht wurden.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Bestätigte Fälle von Interessenkonflikten beziehen sich auf die Anzahl der Vorfälle, in denen es ein:e Arbeitnehmer:in nachweislich unterlassen hat, einen Interessenkonflikt offenzulegen, sodass ein bestätigter Korruptions- oder Bestechungsfall eintritt (d.h. Fälle, in denen ein:e Arbeitnehmer:in einer anderen Person nachweislich einen finanziellen Vorteil gewährt, zusagt, verspricht oder anbietet, um Geschäfte mit OMV zu machen).
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Bestätigte Fälle von Geldwäsche oder Insiderhandel beziehen sich auf die Anzahl der Vorfälle, bei denen ein:e Arbeitnehmer:in offiziell durch Gerichtsverfahren oder behördliche Verfahren für schuldig befunden oder nachgewiesen wurde, dass diese:r unter Verstoß gegen geltende Gesetze Geldwäsche oder Insiderhandel betrieben hat.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Standorte mit Ethikzertifizierung beziehen sich auf von OMV betriebene Standorte, die von einer externen Zertifizierung gemäß dem Prüfungsstandard (PS) 980 des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW) umfasst sind; ausgewiesen als Prozentsatz.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Intern auf spezifische ethische Fragestellungen geprüfte oder auditierte Standorte beziehen sich auf den Prozentsatz der von OMV betriebenen Standorte, die von der jährlichen Standardberichterstattung zu Ethikangelegenheiten und der jährlichen Risikobewertung, die Teil des unternehmensweiten Risikomanagements (EWRM) von OMV ist, umfasst sind.
Schulungen zu Geschäftsethik/Bekämpfung von Korruption (Präsenzschulungen)
[MDR-M.77b] Die Messung aller unten angeführten Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert. [G1-3.21b] [MDR-M.77a] Tabelle zu Schulungen in Geschäftsethik (Präsenzschulungen und/oder E-Learning):
● Im Berichtsjahr geschulte Personen insgesamt bezieht sich auf die Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen, die eine Präsenzschulung und/oder E-Learning-Schulung zum Thema Geschäftsethik absolvierten.
● Freiwillige computerbasierte Schulungen: Der Begriff „freiwillig“ bezieht sich auf Schulungen, die im Berichtszyklus nicht verpflichtend sind.
[G1-3.21b] [MDR-M.77a] Tabelle zu Schulungen zum Wettbewerbsrecht (Präsenzschulungen): Im Berichtsjahr geschulte Personen insgesamt bezieht sich auf die Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen, die eine Präsenzschulung zum Thema Wettbewerbsrecht absolvierten.
G1-6 Zahlungspraktiken
Kennzahlen zu Lieferantenbeziehungen
[MDR-M.77b] Die Messung aller unten angeführten Kennzahlen wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
[G1-6.33b] [MDR-M.77a] Zahlungen, die den Standardzahlungsbedingungen entsprechen: wird auf der Grundlage der Anzahl der Zahlungen berechnet, die innerhalb der Standardzahlungsfrist von 60 Tagen geleistet wurden (dies gilt auch für die KMU, mit denen wir zusammenarbeiten).
[G1-6.31] [G1-6.33a, 33d] [MDR-M.77a] Die durchschnittliche Zeit in Tagen bis zur Bezahlung einer Rechnung wird anhand der gewichteten durchschnittlichen Zahlungsfristen des Rahmenvertrags (Basisdatum) ermittelt. Dies wird als Differenz zwischen dem Basisdatum und dem Ausgleichsdatum berechnet, gewichtet mit dem jeweiligen Rechnungswert in EUR. Diese Zahlen werden in einem vom Einkauf verwalteten internen digitalen Tool gemeldet und nachverfolgt. Sie werden auf Grundlage von Aufträgen mit Zahlungsfristen von 60 Tagen oder weniger berechnet. Dies gilt auch für die KMU, mit denen wir zusammenarbeiten.
[G1-6.33c] [MDR-M.77a] Aktuell laufende Gerichtsverfahren wegen Zahlungsverzugs werden auf Basis von Einzelfällen ermittelt und beziehen sich ausschließlich auf Fälle, die unsere standardmäßigen und vereinbarten Zahlungsbedingungen überschreiten.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Lieferant:innen, die zur Beantwortung des Fragebogens zum Klimawandel aufgefordert wurden: bezieht sich auf alle strategischen Lieferant:innen (auf die 80% des Einkaufsvolumens entfallen), die zur Beantwortung des Fragebogens zum Klimawandel aufgefordert wurden.
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a] Gesamtzahl bewerteter Lieferant:innen mit negativen Umweltauswirkungen (z. B. in Bezug auf Ressourcennutzung, Abfallmanagement, Energiemanagement usw.) in der Lieferkette, die disqualifiziert wurden: Dieser Wert errechnet sich aus der Anzahl der disqualifizierten Lieferant:innen in der Präqualifikation im Verhältnis zur Gesamtzahl der Lieferant:innen, die an der Präqualifikation teilgenommen haben.
[Freiwillig] [MDR-M.77a] Betriebsstätten von Lieferant:innen, die durch ein nach ISO 14001 oder EMAS zertifiziertes Umweltmanagementsystem abgedeckt sind: Dieser Wert wird dem EcoVadis-Portal entnommen.
G-(Unternehmensspezifisch) Cybersicherheit – Kennzahlendefinitionen und Methoden
Dieser Abschnitt enthält die Definitionen und Methoden für alle Kennzahlen, die im Unterabschnitt >Kennzahlen angegeben sind.
Kennzahlen zur Cybersicherheit
[Unternehmensspezifisch] [MDR-M.77a, 77b] Die Anzahl nennenswerter Vorfälle im Bereich der Cybersicherheit bezieht sich auf rechtlich definierte Vorfälle (aus der Richtlinie zur Netzwerk- und Informationssicherheit), zu deren Meldung OMV als Anbieter kritischer Infrastrukturen verpflichtet ist. Die Messung dieser Kennzahl wird von einer externen Stelle während der jährlichen Audits nach ISO/IEC 27001:2022 validiert, um die Wirksamkeit der implementierten ISMS-Aktivitäten zu bewerten.
[Freiwillig] [MDR-M.77a, 77b] Die Anzahl bestätigter Vorfälle von Datenschutzverletzungen bei personenbezogenen Kundendaten ergibt sich aus der Anzahl gesicherter Vorfallsmeldungen von sämtlichen verantwortlichen Stellen für Datenverarbeitung, die rechtlich verpflichtet sind, OMV von solchen Verletzungen in Kenntnis zu setzen. Die Messung dieser Kennzahl wird von keiner anderen als der für die Qualitätssicherung zuständigen externen Stelle validiert.
Kennzahlen der OMV Aktiengesellschaft
Umwelt1 |
[NaDiVeG] |
| | 2025 | 2024 |
Verbrauchtes Wasser | m3 | 13.110 | 13.693 |
Gesamtabfall | t | 145 | 159 |
Energieverbrauch | TJ | 32,9 | 31,8 |
davon Elektrizität | MWh | 6.171 | 6.580 |
davon Wärme | MWh | 2.969 | 2.246 |
Anteil Energieverbrauch aus erneuerbaren Quellen2 | % | 80 | 84 |
Scope-2-Emissionen | t CO2-Äquivalent | 65 | 49 |
Arbeitssicherheit |
[NaDiVeG] |
| | 2025 | 2024 |
Arbeitssicherheit – Arbeitnehmer:innen von OMV | | | |
Anzahl der gearbeiteten Stunden | 1.000 Stunden | 1.535 | 1.560 |
Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen zurückzuführen sind | Anzahl | 0 | n.a. |
davon Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Verletzungen zurückzuführen sind | Anzahl | 0 | 0 |
davon Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Erkrankungen zurückzuführen sind | Anzahl | 0 | n.a. |
Häufigkeit tödlicher Arbeitsunfälle | pro 100 Mio Arbeitsstunden | 0,00 | n.a. |
Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injuries; TRIs) | Anzahl | 0 | 1 |
Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) | pro 1 Mio Arbeitsstunden | 0,00 | 0,64 |
Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit (Lost-Time Injury Rate; LTIR) | pro 1 Mio Arbeitsstunden | 0,00 | 0,64 |
Schwere der Unfälle mit Ausfallzeit | Durchschnittliche Anzahl von LWDs pro LWDI | 0,00 | 30,00 |
Arbeitssicherheit – Andere Arbeitskräfte an OMV Standorten | | | |
Anzahl der gearbeiteten Stunden | 1.000 Stunden | 302 | 280 |
Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen zurückzuführen sind | Anzahl | 0 | n.a. |
davon Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Verletzungen zurückzuführen sind | Anzahl | 0 | 0 |
davon Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Erkrankungen zurückzuführen sind | Anzahl | 0 | n.a. |
Häufigkeit tödlicher Arbeitsunfälle | pro 100 Mio Arbeitsstunden | 0,00 | n.a. |
Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injuries; TRIs) | Anzahl | 0 | 1 |
Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) | pro 1 Mio Arbeitsstunden | 0,00 | 3,58 |
Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit (Lost-Time Injury Rate; LTIR) | pro 1 Mio Arbeitsstunden | 0,00 | 3,58 |
Schwere der Unfälle mit Ausfallzeit | Durchschnittliche Anzahl von LWDs pro LWDI | 0,00 | 1,00 |
Arbeitssicherheit – OMV Arbeitnehmer:innen und andere Arbeitskräfte an OMV Standorten | | | |
Anzahl der gearbeiteten Stunden | 1.000 Stunden | 1.836 | 1.840 |
Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen zurückzuführen sind | Anzahl | 0 | n.a. |
davon Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Verletzungen zurückzuführen sind | Anzahl | 0 | 0 |
davon Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Erkrankungen zurückzuführen sind | Anzahl | 0 | n.a. |
Häufigkeit tödlicher Arbeitsunfälle | pro 100 Mio Arbeitsstunden | 0,00 | n.a. |
Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injuries; TRIs) | Anzahl | 0 | 2 |
Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) | pro 1 Mio Arbeitsstunden | 0,00 | 1,09 |
Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit (Lost-Time Injury Rate; LTIR) | pro 1 Mio Arbeitsstunden | 0,00 | 1,09 |
Schwere der Unfälle mit Ausfallzeit | Durchschnittliche Anzahl von LWDs pro LWDI | 0,00 | 15,50 |
Geschäftsgrundsätze |
[NaDiVeG] |
Personenzahl |
| 2025 | 2024 |
In Geschäftsethik geschulte Arbeitnehmer:innen1 | 1.133 | 147 |
In Menschenrechten geschulte Arbeitnehmer:innen | 165 | 189 |
Arbeitnehmer:innen¹ nach Geschlecht, Region, Beschäftigungsverhältnis und Art des Vertrags |
[NaDiVeG] |
| 31. Dezember 2025 | 31. Dezember 2024 |
Arbeitnehmer:innen | | |
Gesamt (inkl. Lehrlingen) | 933 | 959 |
Beschäftigungsverhältnis | | |
Vollzeit | 784 | 819 |
davon Männer | 424 | 438 |
davon Frauen | 360 | 381 |
Teilzeit | 149 | 140 |
davon Männer | 15 | 13 |
davon Frauen | 134 | 127 |
Geschlecht | | |
Männlich | 439 | 451 |
Weiblich | 494 | 508 |
Art des Vertrags | | |
Befristet2 | 52 | 78 |
davon Männer | 23 | 41 |
davon Frauen | 29 | 37 |
Unbefristet | 881 | 881 |
davon Männer | 416 | 410 |
davon Frauen | 465 | 471 |
Abrufkräfte | | |
davon Männer | 0 | 0 |
davon Frauen | 0 | 0 |
Arbeitnehmer:innen mit lokaler Staatszugehörigkeit1 in % |
[NaDiVeG] |
| 31. Dezember 2025 | 31. Dezember 2024 |
Österreich | 64,7 | 63,4 |
Arbeitnehmer:innen, die Anspruch auf eine Arbeitsfreistellung aus familiären Gründen haben, im Vergleich zu jenen, die sie in Anspruch genommen haben |
[NaDiVeG] |
In % |
| 31. Dezember 2025 |
| Anspruchsberechtigt | In Anspruch genommen |
Männlich | 100,0 | 2,8 |
Weiblich | 100,0 | 11,9 |
Anderes Geschlecht | 0,0 | 0,0 |
Nicht angegeben | 0,0 | 0,0 |
Gesamt | 100,0 | 7,6 |
Neueinstellungen nach Geschlecht und Alter |
[NaDiVeG] |
| 2025 | 2024 |
| Anzahl | % | Anzahl | % |
Geschlecht | | | | |
Gesamt | 11 | 100,0 | 81 | 100,0 |
Männlich | 7 | 63,6 | 48 | 59,3 |
Weiblich | 4 | 36,4 | 33 | 40,7 |
Anderes Geschlecht | 0 | 0,0 | 0 | 0,0 |
Nicht angegeben | 0 | 0,0 | 0 | 0,0 |
Alter | | | | |
Gesamt | 11 | 100,0 | 81 | 100,0 |
Unter 30 Jahren | 2 | 18,2 | 16 | 19,8 |
30 bis 50 Jahre | 9 | 81,8 | 58 | 71,6 |
Über 50 Jahre | 0 | 0,0 | 7 | 8,6 |
Vertragsbeendigungen nach Geschlecht und Alter |
[NaDiVeG] |
Personenzahl |
| 2025 | 2024 |
| Anzahl | % | Anzahl | % |
Fluktuationsrate1 | 45 | 4,8 | 50 | 5,2 |
Zahl der ausgeschiedenen Arbeitnehmer:innen nach Geschlecht | | | | |
Gesamt | 45 | 100,0 | 50 | 100,0 |
Männlich | 22 | 48,9 | 21 | 42,0 |
Weiblich | 23 | 51,1 | 29 | 58,0 |
Zahl der ausgeschiedenen Arbeitnehmer:innen nach Altersgruppe | | | | |
Gesamt | 45 | 100,0 | 50 | 100,0 |
Unter 30 Jahren | 5 | 11,1 | 6 | 12,0 |
30 bis 50 Jahre | 23 | 51,1 | 34 | 68,0 |
Über 50 Jahre | 17 | 37,8 | 10 | 20,0 |
Fluktuationsrate nach Geschlecht | | | | |
Gesamt | 45 | 4,8 | 50 | 5,2 |
Männlich | 22 | 2,4 | 21 | 4,7 |
Weiblich | 23 | 2,5 | 29 | 5,7 |
Anderes Geschlecht | 0 | 0,0 | 0 | 0,0 |
Nicht angegeben | 0 | 0,0 | 0 | 0,0 |
Fluktuationsrate nach Altersgruppe | | | | |
Gesamt | 45 | 4,8 | 50 | 5,2 |
Unter 30 Jahren | 5 | 0,5 | 6 | 12,0 |
30 bis 50 Jahre | 23 | 2,5 | 34 | 4,8 |
Über 50 Jahre | 17 | 1,8 | 10 | 4,9 |
Tarifvertragliche Abdeckung und sozialer Dialog |
[NaDiVeG] |
| 31. Dezember 2025 | 31. Dezember 2024 |
| Tarifvertragliche Abdeckung | Sozialer Dialog | Tarifvertragliche Abdeckung | Sozialer Dialog |
Abdeckungsgrad | Arbeitnehmer:innen (nur OMV AG) | Vertretung am Arbeitsplatz (nur OMV AG) | Arbeitnehmer:innen (nur OMV AG) | Vertretung am Arbeitsplatz (nur OMV AG) |
80–100% | 99,6 | 98,0 | 99,3 | 97,9 |
Zusicherungsvermerk über die unabhängige Prüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung gemäß §§ 243b und 267a UGB
Wir haben die Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit der im Konzern-Lagebericht im Abschnitt Nachhaltigkeitserklärung und Anhang zur Nachhaltigkeitserklärung enthaltenen konsolidierten nichtfinanziellen Erklärung gemäß §§ 243b und 267a UGB (im Folgenden „nichtfinanzielle Berichterstattung“) für das Geschäftsjahr 2025 der
OMV Aktiengesellschaft,
Wien
(im Folgenden auch kurz „Konzern“ oder „Gesellschaft“ genannt), durchgeführt.
Zusammenfassende Beurteilung mit begrenzter Zusicherung
Auf Grundlage unserer durchgeführten Prüfungshandlungen und der von uns erlangten Nachweise sind uns keine Sachverhalte bekanntgeworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass die im Konzernlagebericht im Abschnitt Nachhaltigkeitserkärung und Anhang zur Nachhaltigkeitserklärung enthaltene nichtfinanzielle Berichterstattung der Gesellschaft nicht in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit
den gesetzlichen Vorschriften des Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetzes (§ 243b und 267a UGB),
den Vorschriften gemäß Artikel 8 der Taxonomie-Verordnung (EU) 2020/852 (in der Folge EU-Taxonomie-VO), und
den Vorschriften der Delegierten Verordnung (EU) 2023/2772 (im Folgenden „ESRS“), sowie
den Anforderungen und Standards zur Durchführung des Verfahrens zur Ermittlung von Informationen, über die nach den ESRS zu berichten ist (in der Folge „Verfahren zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse“), und dessen Darstellung in der Angabe ESRS 2-IRO-1.53 in der jeweils geltenden Fassung aufgestellt wurde.
Grundlage für die zusammenfassende Beurteilung
Wir haben unsere Prüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung unter Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen und der österreichischen berufsüblichen Grundsätze zu sonstigen Prüfungen sowie des für derartige Aufträge geltenden International Standard on Assurance Engagements (ISAE 3000 (Revised)) durchgeführt. Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, so dass dementsprechend eine geringere Prüfungssicherheit gewonnen wird.
Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortung des Prüfers der nichtfinanziellen Berichterstattung“ unseres Zusicherungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Unser Prüfungsbetrieb unterliegt den Bestimmungen der KSW-PRL 2022, die im Wesentlichen den Anforderungen gemäß ISQM 1 entspricht, und wendet ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem an, einschließlich dokumentierter Richtlinien und Verfahren zur Einhaltung ethischer Anforderungen, professioneller Standards sowie geltender gesetzlicher und regulatorischer Anforderungen.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Zusicherungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere zusammenfassende Beurteilung zu diesem Datum zu dienen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Kombinierten Geschäftsbericht 2025, ausgenommen der nichtfinanziellen Berichterstattung und unseren Zusicherungsvermerk.
Unsere zusammenfassende Beurteilung über die nichtfinanzielle Berichterstattung erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung mit begrenzter Sicherheit der nichtfinanziellen Berichterstattung haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald sie vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zur nichtfinanziellen Berichterstattung oder zu unseren bei der Prüfung mit begrenzter Sicherheit erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen. Falls wir auf der Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft
Die gesetzlichen Vertreter sind für die Aufstellung einer nichtfinanziellen Berichterstattung einschließlich der Entwicklung und Durchführung des Verfahrens zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse gemäß den geltenden Anforderungen und Standards verantwortlich. Diese Verantwortlichkeit umfasst
die Identifizierung der tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen sowie der Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsaspekten und die Beurteilung der Wesentlichkeit dieser Auswirkungen, Risiken und Chancen,
die Aufstellung der nichtfinanziellen Berichterstattung unter Einhaltung der Anforderungen des Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetzes (§ 243b und 267a UGB), einschließlich der Übereinstimmung mit den ESRS,
die Aufnahme von Angaben in die nichtfinanzielle Berichterstattung in Übereinstimmung mit der EU-Taxonomie-VO, sowie
die Gestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung interner Kontrollen, die die gesetzlichen Vertreter als relevant erachten, um die Aufstellung einer nichtfinanziellen Berichterstattung, die frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und die Durchführung des Verfahrens zur Wesentlichkeitsanalyse in Übereinstimmung mit den Anforderungen der ESRS zu ermöglichen.
Diese Verantwortlichkeit umfasst weiters die Auswahl und Anwendung geeigneter Methoden zur nichtfinanziellen Berichterstattung sowie das Treffen von Annahmen und Schätzungen zu einzelnen Nachhaltigkeitsangaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind.
Inhärente Einschränkungen bei der Erstellung der nichtfinanziellen Berichterstattung
Bei der Berichterstattung über zukunftsgerichtete Informationen ist die Gesellschaft verpflichtet, diese zukunftsgerichteten Informationen auf der Grundlage offengelegter Annahmen über Ereignisse, die in der Zukunft eintreten könnten, sowie möglicher zukünftiger Maßnahmen der Gesellschaft zu erstellen. Das tatsächliche Ergebnis wird wahrscheinlich anders ausfallen, da erwartete Ereignisse häufig nicht wie angenommen eintreten.
Bei der Festlegung der Angaben gemäß EU-Taxonomie-VO sind die gesetzlichen Vertreter verpflichtet, unbestimmte Rechtsbegriffe auszulegen. Unbestimmte Rechtsbegriffe können unterschiedlich ausgelegt werden, auch hinsichtlich der Rechtskonformität ihrer Auslegung, und unterliegen dementsprechend Unsicherheiten.
Verantwortung des Prüfers der nichtfinanziellen Berichterstattung
Unsere Ziele sind die Planung und Durchführung einer Prüfung, um begrenzte Sicherheit darüber zu erlangen, ob die nichtfinanzielle Berichterstattung einschließlich der darin dargestellten Verfahren zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse zur Ermittlung der Informationen, über die berichtet werden muss, und der Berichterstattung nach EU-Taxonomie frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist, sei es aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, und darüber einen Bericht mit begrenzter Sicherheit zu erstellen, der unsere zusammenfassende Beurteilung enthält. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf Grundlage dieser nichtfinanziellen Berichterstattung getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Während der gesamten Prüfung mit begrenzter Sicherheit üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Zu unseren Verantwortlichkeiten gehören
die Durchführung von risikobezogenen Prüfungshandlungen, einschließlich der Erlangung eines Verständnisses der internen Kontrollen, die für den Auftrag relevant sind, um Darstellungen zu identifizieren, bei denen es wahrscheinlich zu wesentlichen falschen Angaben kommt, sei es aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, jedoch nicht mit dem Ziel, eine zusammenfassende Beurteilung über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben;
die Entwicklung und Durchführung von Prüfungshandlungen bezogen auf Angaben in der nichtfinanziellen Berichterstattung, bei denen wesentliche falsche Darstellungen wahrscheinlicher sind. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Zusammenfassung der durchgeführten Arbeiten
Eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit erfordert die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Nachweisen über die nichtfinanzielle Berichterstattung.
Die Prüfung von Vorjahreszahlen, abgedruckten Interviews sowie anderen freiwilligen, zusätzlichen Angaben der Gesellschaft, einschließlich Verweisen auf Webseiten oder anderen weiterführenden Berichterstattungsformaten der Gesellschaft dazu, sind nicht Gegenstand unseres Auftrags.
Die Art, der Zeitpunkt und der Umfang der ausgewählten Prüfungshandlungen hängen von pflichtgemäßem Ermessen ab, einschließlich der Identifizierung von Angaben in der nichtfinanziellen Berichterstattung, bei denen wesentliche falsche Darstellungen auftreten können, sei es aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtum.
Bei der Durchführung unserer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit in Bezug auf die nichtfinanzielle Berichterstattung gehen wir wie folgt vor:
Wir gewinnen ein Verständnis von den Verfahren der Gesellschaft, die für die Aufstellung der nichtfinanziellen Berichterstattung relevant sind.
Wir beurteilen, ob alle durch das Verfahren zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse ermittelten relevanten Informationen in die nichtfinanzielle Berichterstattung aufgenommen wurden.
Wir beurteilen, ob die Struktur und die Darstellung der nichtfinanziellen Berichterstattung im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften des Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetzes (§ 243b und 267a UGB), sowie den ESRS stehen.
Wir beurteilen die lokalen Datenerhebungs-, Validierungs- und Berichterstattungsprozesse sowie die Verlässlichkeit der gemeldeten Daten durch eine Stichprobenerhebung an ausgewählten Standorten.
Wir führen Befragungen des relevanten Personals und analytische Prüfungshandlungen zu ausgewählten Darstellungen in der nichtfinanziellen Berichterstattung durch.
Wir führen stichprobenartige ergebnisorientierte Prüfungshandlungen zu ausgewählten Darstellungen in der nichtfinanziellen Berichterstattung durch.
Wir gleichen ausgewählte Angaben der nichtfinanziellen Berichterstattung mit den entsprechenden Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht ab.
Wir erlangen Nachweise über die dargestellten Methoden zur Entwicklung von Schätzungen und zukunftsgerichteter Informationen.
Wir erlangen ein Verständnis des Verfahrens zur Identifikation taxonomiefähiger und taxonomiekonformer Wirtschaftsaktivitäten und der entsprechenden Angaben in der nichtfinanziellen Berichterstattung.
Haftungsbeschränkung, Veröffentlichung und Auftragsbedingungen
Bei der Prüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung mit begrenzter Sicherheit handelt es sich um eine freiwillige Prüfung.
Diesen Zusicherungsvermerk erstatten wir auf Grundlage des mit dem Auftraggeber geschlossenen Prüfungsvertrags, dem auch mit Wirkung gegenüber Dritten die von der Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen herausgegebenen „Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftstreuhandberufe“ zugrunde liegen. Diese können online auf der Internetseite der Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen eingesehen werden (derzeit unter https://ksw.or.at/berufsrecht/mandatsverhaeltnis/). Hinsichtlich unserer Verantwortlichkeit und Haftung aus dem Auftragsverhältnis gilt Punkt 7. der Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftstreuhandberufe.
Der Zusicherungsvermerk über die Prüfung darf ausschließlich zusammen mit der im Konzernlagebericht im Abschnitt Nachhaltigkeitserklärung und Anhang zur Nachhaltigkeitserklärung enthaltenen nichtfinanziellen Berichterstattung und nur in vollständiger und ungekürzter Form Dritten zugänglich gemacht werden. Da unser Bericht ausschließlich im Auftrag und im Interesse der Gesellschaft erstellt wird, bildet er keine Grundlage für ein allfälliges Vertrauen dritter Personen auf seinen Inhalt. Ansprüche dritter Personen können daher daraus nicht abgeleitet werden.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Prüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. (FH) Gerhard Wolf.
Wien
16. März 2026
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. (FH) Gerhard Wolf
Wirtschaftsprüfer
Konzernabschluss | |
Bestätigungsvermerk | 381 |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2025 | 396 |
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2025 | 397 |
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2025 | 398 |
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2025 | 399 |
Konzern-Cashflow-Rechnung 2025 | 401 |
Konzernanhang | 403 |
Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft) | 518 |
Konzernabschluss
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der
OMV Aktiengesellschaft, Wien,
und ihrer Tochtergesellschaften („der Konzern“), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2025 und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals und der Konzern-Cashflow-Rechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, ausgenommen „Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)“, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2025 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen IFRS Accounting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Bezüglich unserer Verantwortlichkeit und Haftung als Abschlussprüfer gegenüber der Gesellschaft und gegenüber Dritten kommt § 275 UGB zur Anwendung.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Der Klimawandel und die Energiewende haben erhebliche Auswirkungen auf das Geschäft von OMV und stellen eine strategische Herausforderung dar. Entsprechend handelt es sich um einen Sachverhalt von übergreifender Bedeutung für den Konzernabschluss und hat potentielle Auswirkungen auf eine Reihe einzelner Posten des Konzernabschlusses sowie auf die im Konzernanhang enthaltenen Angaben. Diese Effekte hatten einen wesentlichen Einfluss auf unsere gesamte Prüfungsstrategie. Als Ergebnis haben wir die folgenden besonders wichtigen Prüfungssachverhalte identifiziert, die im Zusammenhang mit dem Klimawandel und der Energiewende stehen:
Anhangangaben zu den Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende;
Werthaltigkeit von Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven;
Werthaltigkeit von at-equity bewerteten Beteiligungen;
Bewertung von Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen; und
Werthaltigkeit von Raffinerien.
Diese einzelnen besonders wichtigen Prüfungssachverhalte werden im Folgenden zusätzlich zu anderen besonders wichtigen Prüfungssachverhalten ausführlich beschrieben.
Anhangangaben zu den Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende
Siehe Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende.
Das Risiko für den Konzernabschluss
Im Rahmen der im Jahr 2022 vorgestellten Strategie 2030 bekennt sich der Konzern zur Unterstützung der Energiewende. Der Konzern strebt an bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden.
In der Anhangangabe 3 des Konzernabschlusses beschreibt der Konzern, wie das Management sowohl klimabezogene Auswirkungen als auch Emissionsreduktionsziele in Schlüsselbereichen des Konzernabschlusses berücksichtigt und wie sich dies auf die Bewertung von Vermögenswerten und die Bewertung von Verbindlichkeiten auswirkt.
OMV betrachtet zwei verschiedene Szenarien:
der Base Case, dessen Annahmen in Bezug auf die Nachfrage und die Öl- und Gaspreise mit dem Stated Policies Scenario (STEPS) der IEA übereinstimmen, wird für die Mittelfristplanung sowie für Schätzungen in verschiedenen Bereichen des Konzernabschlusses verwendet, einschließlich der Wertminderungstests für nicht finanzielle Vermögenswerte und der Bewertung von Rückstellungen; sowie
der „Netto-Null Emissionen bis 2050“ Case, dessen Annahmen mit dem Net Zero Emissions by 2050 (NZE) Szenario der IEA übereinstimmen, wird zur Durchführung von Sensitivitätsanalysen für die Bewertung nicht finanzieller Vermögenswerte und die Bewertung von Rückstellungen verwendet.
Diese Szenarien unterscheiden sich in den zugrundeliegenden Erwartungen über die Geschwindigkeit der künftigen weltweiten Dekarbonisierung und führen zu unterschiedlichen Annahmen für die Nachfrage und die Preise von Öl und Gas sowie die CO2-Preise.
Die wesentlichsten von den Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende betroffen Bereiche sind:
die Werthaltigkeit von Vermögenswerten,
die Nutzungsdauern von Vermögenswerten,
die Bewertung von Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen.
Aufgrund des hohen Maßes an Unsicherheit und der Komplexität der Transformation in einem „Netto-Null Emissionen bis 2050“-Szenario für Raffinerien im Fuels-Segment sowie Vermögenswerten im Chemicals-Segment fokussieren die entsprechenden Angaben auf Sensitivitäten und qualitative Analysen.
Die Angaben zu den oben genannten Bereichen stehen im Blickpunkt der Öffentlichkeit und beinhalten ein hohes Maß an Ermessensspielraum sowie wesentliche makroökonomische Annahmen. Daher haben wir die Angaben zu den Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende als einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt identifiziert.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Angaben zu den Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende wie folgt beurteilt:
Wir haben die Gestaltung und Umsetzung der internen Kontrollen im Schätzungsprozess beurteilt, wobei wir uns darauf konzentriert haben, wie die Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende bei den wesentlichsten Annahmen in den betroffenen Bereichen des Konzernabschlusses berücksichtigt wurden.
Wir haben ein „Climate Change Panel“, bestehend aus einer Gruppe erfahrener internationaler KPMG-Partner mit spezifischen Fachkenntnissen in den Bereichen Klimawandel, Energiewende sowie Prüfung und Rechnungslegung eingerichtet, um unsere wesentlichsten Entscheidungen und Schlussfolgerungen in Bezug auf die wichtigsten Annahmen in diesem besonders wichtigen Prüfungssachverhalt unabhängig zu hinterfragen.
Wir haben Befragungen durchgeführt, um die Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende auf den Konzernabschluss zu verstehen.
Wir haben die Annahmen für Öl- und Gaspreise als auch CO2-Preise, die im Base Case und im „Netto-Null Emissionen bis 2050“ Case verwendet wurden, mit öffentlich verfügbaren Informationen verglichen (STEPS und NZE-Szenario der IEA).
Wir haben evaluiert, ob sich die Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende in den jeweiligen Angaben zur Werthaltigkeit von Vermögenswerten, zu Nutzungsdauern von Vermögenswerten und zur Bewertung von Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen widerspiegeln.
Wir haben die konsolidierte Nachhaltigkeitserklärung gelesen und beurteilt, ob es Unstimmigkeiten mit dem Konzernabschluss gibt.
Wir haben die Genauigkeit dieser Angaben im Konzernabschluss evaluiert.
Werthaltigkeit von Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven
Siehe Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende, Anhangangabe 9 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen und Anhangangabe 17 – Sachanlagen.
Das Risiko für den Konzernabschluss
Der Buchwert des Öl- und Gasvermögens mit sicheren Reserven beläuft sich zum 31. Dezember 2025 auf EUR 8.456 Mio.
Die operative Leistung der jeweiligen Anlagen und externe Faktoren haben einen erheblichen Einfluss auf die geschätzten zukünftigen Cashflows und damit auf den erzielbaren Betrag des Öl- und Gasvermögens mit sicheren Reserven. Der erzielbare Betrag ist in hohem Maße ermessensabhängig und komplex zu schätzen. Zu den wesentlichsten Annahmen, die der Konzern bei der Bewertung des Nutzungswerts berücksichtigt, gehören Öl- und Gaspreise, CO2-Preise, Öl- und Gasreserven und Abzinsungssätze. Wie in Anhangangabe 3 beschrieben, sind diese wesentlichen Annahmen zukunftsorientiert und können durch zukünftige Wirtschafts- und Marktbedingungen, einschließlich Fragen im Zusammenhang mit dem Klimawandel und der Energiewende, beeinflusst werden.
Der Konzern verzeichnete zum 31. Dezember 2025 Wertminderungen in Höhe von EUR 638 Mio für Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven.
Für den Konzernabschluss besteht das Risiko, dass die Bewertung des Öl- und Gasvermögens mit sicheren Reserven nicht angemessen ist und Wertminderungen falsch dargestellt sind.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Werthaltigkeit des Öl- und Gasvermögens mit sicheren Reserven wie folgt beurteilt:
Wir haben über den Prozess zur Ermittlung des erzielbaren Betrages von Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven ein Verständnis erlangt und die Gestaltung und Umsetzung der wesentlichsten internen Kontrollen beurteilt. Unsere Arbeit umfasste die Prüfung der internen Kontrollen in Bezug auf die Identifikation von Anhaltspunkten für eine Wertminderung und die Bestimmung der wesentlichen Managementannahmen, die dem erzielbaren Betrag der getesteten Vermögenswerte zugrunde liegen.
Zukünftige Cashflows
Wir haben die wesentlichsten Annahmen (zukünftige Öl- und Gaspreise, zukünftige CO2-Preise, Produktionsmengen, zukünftige Produktionskosten), die in den zukünftigen Cashflow-Modellen verwendet werden, mit jenen in der vom Aufsichtsrat genehmigten Mittelfristplanung verglichen.
Wir haben die Konsistenz der Annahmen zu den zukünftigen Produktionskosten beurteilt, indem wir das Verhältnis von Kosten zu Produktion über mehrere Jahre verglichen haben.
Preisannahmen
Wir haben die Angemessenheit der verwendeten kurz- und langfristigen Öl- und Gaspreisannahmen beurteilt, indem wir diese mit verfügbaren Brancheninformationen verglichen haben, insbesondere mit dem STEPS Scenario der IEA.
Wir haben die in den zukünftigen Cashflows enthaltenen CO2-Preisannahmen mit aktuellen Marktdaten und verfügbaren Brancheninformationen verglichen.
Öl- und Gasreserven
Wir haben ein Verständnis über den „OMV Petroleum Resource Evaluation Standard“ erlangt und einen Walkthrough durch den Prozess und die Kontrollen der Reservenschätzung durchgeführt.
Wir haben die Produktionsprognosen mit den internen Bewertungen der nachgewiesenen und wahrscheinlichen Öl- und Gasreserven verglichen. Wie haben außerdem die internen Reservoir Engineers befragt und unterstützende Unterlagen beurteilt, um den Status der Produktionsprognosen, die nicht als Reserven klassifiziert sind, zu verstehen.
Wir haben für ausgewählte Vermögenswerte die für das Vorjahr vom unabhängigen Sachverständigen DeGolyer & MacNaughton vorgenommenen Schätzungen der Öl- und Gasreserven beurteilt und Abweichungen zu den internen Schätzungen hinterfragt.
Wir haben die Kompetenz und Objektivität der internen Reservoir Engineers, die für die Schätzung der Öl- und Gasreserven verantwortlich sind, sowie der unabhängigen Sachverständigen DeGolyer & MacNaughton anhand ihrer relevanten beruflichen Qualifikationen und Erfahrungen beurteilt.
Wir haben die Gründe für wesentlichen Veränderungen bei den Öl- und Gasreserven für ausgewählte Vermögenswerte hinterfragt.
Abzinsungssätze
Mit Unterstützung unserer Bewertungsspezialisten haben wir die Inputfaktoren für die Bestimmung der Abzinsungssätze evaluiert, indem wir sie mit markt- und branchenspezifischen Benchmarks verglichen haben.
Andere Prüfungshandlungen
Wir haben die Bestimmung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten basierend auf der Art und Weise, wie Cashflows generiert werden, und der Branchenpraxis nachvollzogen.
Wir haben die Identifikation von Anhaltspunkten für eine Wertminderung und eine Wertaufholung durch das Management beurteilt.
Wir haben die rechnerische Richtigkeit der relevanten Discounted-Cashflow-Modelle überprüft.
Wir haben die Angemessenheit der Angaben im Konzernabschluss beurteilt.
Werthaltigkeit von at-equity bewerteten Beteiligungen
Siehe Anhangangabe 18 – At-equity bewertete Beteiligungen.
Das Risiko für den Konzernabschluss
Der Buchwert der at-equity bewerteten Beteiligungen beläuft sich zum 31. Dezember 2025 auf EUR 5.255 Mio und enthält im Wesentlichen Borouge PLC (Teil von Borouge Beteiligungen), und Abu Dhabi Oil Refining Company (ADNOC Refining).
Borouge PLC ist an der Börse in Abu Dhabi notiert. Da die anteilige Markkapitalisierung den Buchwert der Beteiligung deutlich übersteigt und die Beteiligung regelmäßig hohe Dividendenausschüttungen aus dem laufenden Ergebnis vornimmt, gehen wir bei dieser Beteiligungen von keinem Werthaltigkeitsrisiko aus.
Die Ermittlung des erzielbaren Betrags von ADNOC Refining erfordert Ermessensentscheidungen und Schätzungen in den folgenden Bereichen:
Feststellung, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Beteiligung wertgemindert sein könnte, oder ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein in Vorperioden erfasster Wertminderungsaufwand nicht mehr besteht oder sich verringert haben könnte, und
Ermittlung eines solchen Wertminderungsaufwands oder einer Wertaufholung.
Zu den wichtigsten Annahmen, die der Konzern bei der Ermittlung des erzielbaren Betrags von ADNOC Refining berücksichtigt, gehören Margenprognosen, zukünftige Auslastungen oder Produktionsmengen, Abzinsungssätze als auch die Wachstumsrate in der ewigen Rente. In Anbetracht der Komplexität des Wertminderungsmodells, der Schätzungsunsicherheiten bei der Ableitung der verwendeten Daten und Parameter sowie der immanenten Ermessensentscheidungen wird die Werthaltigkeit der at-equity bewerteten Beteiligung ADNOC Refining als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt betrachtet.
Insgesamt besteht für den Konzernabschluss das Risiko, dass die Bewertung der at-equity bewerteten Beteiligungen falsch dargestellt ist.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Werthaltigkeit der at-equity bewerteten Beteiligung ADNOC Refining wie folgt beurteilt:
Wir haben ein Prozessverständnis bezüglich der Identifikation von Anhaltspunkten für eine Wertminderung und die Bestimmung der wesentlichen Annahmen, die dem erzielbaren Betrag der at-equity bewerteten Beteiligungen zugrunde liegen, erlangt.
Wir haben die wesentlichsten Annahmen zu zukünftigen Auslastungen oder Produktionsmengen, die in den zukünftigen Cashflow-Modellen verwendet werden, mit den Annahmen in den verfügbaren Budgets verglichen.
Wir haben die Margenprognosen mit externen Marktdaten und anderen öffentlich verfügbaren Informationen analysiert.
Wir haben die Annahmen des Discounted-Cashflow-Modells durch eine Sensitivitätsanalyse hinterfragt, bei der wir eine Reihe von wahrscheinlichen Ergebnissen auf der Grundlage verschiedener Szenarien berücksichtigt haben.
Mit Unterstützung unserer Bewertungsspezialisten haben wir die Inputfaktoren für die Bestimmung der Abzinsungssätze und die Wachstumsrate in der ewigen Rente beurteilt.
Wir haben die rechnerische Richtigkeit der Bewertungsmodelle überprüft.
Wir haben die Angemessenheit der Angaben im Konzernabschluss beurteilt.
Bewertung der Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen
Siehe Anhangangabe 25 – Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen und sonstige Rückstellungen.
Das Risiko für den Konzernabschluss
Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2025 sind Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen in Höhe von EUR 4.310 Mio ausgewiesen.
Wie in der Anhangangabe 25 beschrieben, führen die Kernaktivitäten des Konzerns regelmäßig zu Verpflichtungen zum Abbruch bzw. Rückbau von Anlagen sowie zur Bodensanierung. Die meisten dieser Tätigkeiten sind in ferner Zukunft geplant und können auch durch den Klimawandel und die Energiewende beeinflusst werden, während sich Technologien für die Rekultivierung, Kosten und Vorschriften ständig ändern.
Die Schätzung der Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen ist daher ein Bereich, in dem Ermessensentscheidungen zu treffen sind und eine Reihe wesentlicher Schätzungen in Bezug auf die zukünftigen Kosten und den Zeitpunkt der Rekultivierung, die Inflation und die Annahmen zum Abzinsungssatz beinhaltet.
Für den Konzernabschluss besteht das Risiko, dass die Bewertung der Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen falsch dargestellt ist.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Bewertung der Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen wie folgt beurteilt:
Wir haben ein Verständnis über den Prozess des Konzerns zur Berechnung des Barwerts der geschätzten zukünftigen Kosten für Rekultivierungsverpflichtungen in Übereinstimmung mit den lokalen Vorschriften erlangt, die Gestaltung und Umsetzung sowie die Wirksamkeit der wichtigsten internen Kontrollen getestet.
Wir haben die Vollständigkeit der Vermögenswerte, die Rekultivierungsverpflichtungen unterliegen, beurteilt, insbesondere durch Nachvollziehen des Prozesses zur Bestimmung, ob eine rechtliche oder faktische Verpflichtung zum Berichtszeitpunkt besteht, und durch Vergleich der wesentlichen Zugänge zu den Sachanlagen mit der Einschätzung des Konzerns zu neuen Rekultivierungsverpflichtungen.
Wir haben uns über regulatorische und rechtliche Veränderungen in den betroffenen Ländern informiert und beurteilt, ob solche Veränderungen einen Einfluss auf die Rekultivierungsverpflichtungen hatten.
Zukünftige Kosten und Zeitplan für die Rekultivierung
Wir haben uns vergewissert, dass die geschätzten Zeitpunkte für die Rekultivierung mit den Annahmen in anderen Bereichen übereinstimmen, insbesondere bei den Wertminderungstests für Öl- und Gasvermögen und der Schätzung der Öl- und Gasreserven.
Wir haben wesentliche Änderungen der Kostenschätzungen im Berichtszeitraum anhand von unterstützenden Nachweisen nachvollzogen.
Wir haben die Kostenschätzungen mit den tatsächlichen im Berichtsjahr angefallenen Kosten verglichen.
Abzinsungssatz und Inflationsraten
Mit Unterstützung unserer Bewertungsspezialisten haben wir Inflationsraten und Abzinsungssätze analysiert, indem wir sie mit markt- und branchenspezifischen Benchmarks verglichen haben.
Andere Prüfungshandlungen
Wir haben die rechnerische Richtigkeit der Berechnung der Rekultivierungsverpflichtungen überprüft.
Wir haben die Angemessenheit der Angaben im Konzernabschluss beurteilt.
Werthaltigkeit von Raffinerien
Siehe Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende, Anhangangabe 9 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen und Anhangangabe 17 – Sachanlagen.
Risiko für den Konzernabschluss
Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2025 sind Vermögenswerte für Raffinerien im Wert von EUR 3.758 Mio ausgewiesen.
Die wirtschaftlichen Erträge aus den Raffinerien verändern sich im Zeitablauf aufgrund von Fluktuationen in Angebot und Nachfrage, die auf makroökonomische Einflüsse und Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende zurückzuführen sind. Darüber hinaus gibt es in den folgenden Bereichen Unsicherheiten, die Ermessensentscheidungen und Schätzungen erfordern:
das Niveau von Investitionen in die Raffinerien, um ihre Produktion hin zu nachhaltigen chemischen Grundstoffen und erneuerbare Treibstoffe anzupassen;
zukünftige Cashflows aus dem Verkauf der Produktion der Raffinerien;
wirtschaftliche Nutzungsdauern der Raffinerien, die sich aus der Geschwindigkeit der gesellschaftlichen Dekarbonisierung ergeben.
Für den Konzernabschluss besteht das Risiko, dass die Bewertung der Raffinerien nicht angemessen ist und Wertminderungen falsch dargestellt sind.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Werthaltigkeit der Raffinerien wie folgt beurteilt:
Wir haben über den Prozess zur Ermittlung des erzielbaren Betrages von Raffinerien ein Verständnis erlangt und die Gestaltung und Umsetzung der wesentlichsten internen Kontrollen beurteilt. Unsere Arbeit umfasste die Prüfung der internen Kontrollen in Bezug auf die Identifikation von Anhaltspunkten für eine Wertminderung und die Bestimmung der wesentlichen Managementannahmen, die dem erzielbaren Betrag der getesteten Vermögenswerte zugrunde liegen.
Wir haben ein Verständnis über die Strategie von OMV für ihre Raffinerien erlangt.
Wir haben interne und externe Marktstudien zur zukünftigen Entwicklung von Angebot und Nachfrage analysiert, um den Einfluss möglicher Veränderungen von Angebot und Nachfrage auf die Raffinerien zu verstehen.
Für Raffinerien in zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ohne Firmenwert haben wir die Analyse des Managements im Hinblick auf Anhaltspunkte für eine mögliche Wertminderung beurteilt.
Wir haben die Angemessenheit der wesentlichen Managementannahmen (zukünftige Auslastung, zukünftige Raffineriemargen) in den zukünftingen Cashflow-Modellen beurteilt, indem wir diese mit verfügbaren Brancheninformationen verglichen haben.
Wir haben die wesentlichen Annahmen, die in zukünftigen Cashflow-Modellen verwendet werden, mit jenen in der vom Aufsichtsrat genehmigten Mittelfristplanung verglichen.
Mit Unterstützung unserer Bewertungsspezialisten haben wir die Inputfaktoren für die Bestimmung der Abzinsungssätze beurteilt, indem wir sie mit markt- und branchenspezifischen Benchmarks verglichen haben.
Wir haben auf der Basis eines Vergleichs von historischen Planungen und tatsächlich erzielten Ergebnissen die Prognosegenauigkeit des Managements evaluiert.
Wir haben die rechnerische Richtigkeit der Bewertungsmodelle überprüft.
Wir haben die wirtschaftlichen Nutzungsdauern beurteilt, indem wir sie mit Angaben von Vergleichsunternehmen der Branche verglichen haben.
Wir haben die Angemessenheit der wirtschaftlichen Restnutzungsdauern evaluiert, in dem wir sie den Prognosen für die Nachfrage nach raffinierten Erdölprodukten aus dem Stated Policies Szenario der IEA gegenübergestellt haben.
Wir haben die Angemessenheit der Angaben im Konzernabschluss beurteilt.
Bilanzierung und Darstellung der Borealis Veräußerungsgruppe als zu Veräußerungszwecken gehalten und als aufgegebener Geschäftsbereich
Siehe Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture und Anhangangabe 5 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.
Risiko für den Konzernabschluss
Die Vermögenswerte der Borealis Veräußerungsgruppe (Borealis Konzern mit Ausnahme der Borouge Beteiligungen) mit einem Buchwert von EUR 10.594 Mio und die damit verbundenen Verbindlichkeiten mit einem Buchwert von EUR 3.510 Mio werden in der Konzernbilanz getrennt von den übrigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten des Konzerns zum 31. Dezember 2025 ausgewiesen, ohne die Bilanz zum 31. Dezember 2024 anzupassen.
Am 3. März 2025 haben OMV und ADNOC eine verbindliche Vereinbarung über die Zusammenlegung ihrer Anteile an Borealis und Borouge in einem neuen Unternehmen, Borouge Group International, unterzeichnet. Die Rahmenvereinbarung sieht vor, dass OMV und ADNOC nach einer Barmittelzufuhr von EUR 1,6 Mrd (abzüglich Dividendenzahlungen bis Transaktionsabschluss) durch OMV in das neue Unternehmen zu gleichen Anteilen und in gleichberechtigter Partnerschaft an Borouge Group International beteiligt sein werden. Basierend auf der unterzeichneten Vereinbarung wird erwartet, dass OMV die Beherrschung über den Borealis Konzern (mit Ausnahme der Borouge Beteiligungen) nach Abschluss der Transaktion verliert, der im ersten Quartal 2026 vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen und der Erfüllung üblicher Abschlussbedingungen erwartet wird.
Folglich wird der Borealis Konzern (mit Ausnahme der Borouge Beteiligungen) gemäß IFRS 5 seit dem 3. März 2025 als zu Veräußerungszwecken gehalten und als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen, weil er für OMV einen separaten wesentlichen Geschäftsbereich im Segment „Chemicals“ darstellt. Der Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen, der auf die Borealis Veräußerungsgruppe zurückzuführen ist, belief sich im am 31. Dezember 2025 endenden Geschäftsjahr auf EUR 307 Mio.
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen (Borealis Veräußerungsgruppe) | 10.594 | — |
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten (Borealis Veräußerungsgruppe) | 3.510 | — |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 307 | 88 |
Die Borouge Beteiligungen werden weiterhin nach der At-equity-Methode bilanziert und gehören nicht zur Borealis Veräußerungsgruppe, weil sie auch nach Abschluss der Transaktion weiterhin gemeinsam von OMV und ADNOC als Teil der Borouge Group International beherrscht werden.
Wir haben die Bilanzierung und die Darstellung der Borealis Veräußerungsgruppe als zu Veräußerungszwecken gehalten und als aufgegebener Geschäftsbereich aufgrund der folgenden Kriterien als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt identifiziert:
Die Größe der Transaktion, weil die Borealis Veräußerungsgruppe einen separaten wesentlichen Geschäftsbereich darstellt.
Die Komplexität bei der Anwendung von IFRS 5, aufgrund der bereits bestehenden Beteiligungen von OMV und ADNOC in Borealis und Borouge.
Der erhebliche Einfluss auf die Darstellung im Konzernabschluss einschließlich des Konzernanhangs.
Für den Konzernabschluss besteht das Risiko, dass die Bilanzierung und die Darstellung der Borealis Veräußerungsgruppe als zu Veräußerungszwecken gehalten und als aufgegebener Geschäftsbereich nicht sachgerecht sind.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Bilanzierung und die Darstellung der Borealis Veräußerungsgruppe als zu Veräußerungszwecken gehalten und als aufgegebener Geschäftsbereich wie folgt beurteilt:
Wir haben die Angemessenheit der Klassifizierung der Borealis Veräußerungsgruppe als zu Veräußerungszwecken gehalten und als aufgegebener Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 evaluiert, insbesondere durch die Überprüfung der Protokolle der Sitzungen des Vorstands und des Aufsichtsrats im Zusammenhang mit der geplanten Transaktion sowie die Analyse des am 3. März 2025 unterzeichneten verbindlichen Vereinbarung zwischen OMV und ADNOC.
Wir haben die korrekte Identifizierung und Bewertung der als zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der Bilanz zum 31. Dezember 2025 sowie die Darstellung des Nettogewinns der Borealis Veräußerungsgruppe als Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen in der Konzern-Gewinn- und Gewinnrechnung für die Geschäftsjahre 2025 und 2024 beurteilt.
Wir haben überprüft, dass die Borealis Veräußerungsgruppe zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten gemäß IFRS 5 bewertet wurde.
Wir haben die Anpassung der Vergleichsinformationen auf Grundlage der Klassifizierung der Borealis Veräußerungsgruppe als aufgegebener Geschäftsbereich beurteilt.
Wir haben die bilanzielle Behandlung und Darstellung der bestehenden Transaktionen zwischen den fortgeführten Geschäftsbereichen der OMV und der Borealis Veräußerungsgruppe überprüft.
Wir haben die Neubewertung der Nettoposition der latenten Steueransprüche der österreichischen Steuergruppe analysiert, die durch die erwartete teilweise Veräußerung des Borealis Konzerns aus der österreichischen Steuergruppe bewirkt wurde.
Wir haben die Angemessenheit der Angaben im Konzernabschluss beurteilt.
Realisierbarkeit der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltschutzmaßnahmen
Siehe Anhangangabe 11 – Sonstige betriebliche Aufwendungen und Anhangangabe 20 – Finanzielle Vermögenswerte.
Risiko für den Konzernabschluss
Der Buchwert der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltschutzmaßnahmen der OMV Petrom S.A. belaufen sich zum 31. Dezember 2025 auf EUR 223 Mio, nach einer Wertminderung von EUR 297 Mio im Jahr 2025.
Im Rahmen der Privatisierungsvereinbarung zwischen dem rumänischen Staat und der OMV Aktiengesellschaft hat der Konzern Anspruch auf eine Erstattung vom rumänischen Staat für einen Teil der Rekultivierungskosten und Verpflichtungen für Umweltschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit Aktivitäten vor der Privatisierung im Jahr 2004. Folglich hat der Konzern eine Forderung gegenüber dem rumänischen Staat in Höher der geschätzten Rekultivierungs- und Umweltschutzkosten bilanziert, die der Privatisierungsvereinbarung unterliegt. Gemäß den relevanten Rechnungslegungsstandards kann ein solcher Erstattungsanspruch nur dann bilanziert werden, wenn die Realisierung nahezu sicher ist.
Im Dezember 2025 wurde nach Einigung auf eine Reihe rechtlicher und vertraglicher Ziele zwischen OMV Petrom S.A. und dem rumänischen Staat, zu denen unter anderem die Verlängerung der Produktionslizenzen um 15 Jahre gehört, eine Wertminderung von EUR 297 Mio in den „Sonstigen betrieblichen Aufwendungen“ erfasst. Diese betrifft die Forderung gegenüber dem rumänischen Staat im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen, die voraussichtlich von OMV Petrom S.A. auf eigene Kosten zu tragen sind. Der Abschluss dieses Pakets an rechtlichen und vertraglichen Zielen wird für 2026 erwartet. Folglich wurde zum 31. Dezember 2025 der Teil der Forderungen gegenüber dem rumänischen Staat, dessen Einbringlichkeit als nicht wahrscheinlich eingeschätzt wird, wertberichtigt, während der als nahezu sicher einbringliche Betrag weiterhin bilanziert wird.
Wir betrachten dieses Thema aufgrund der Höhe der Wertminderung und der Komplexität der Beurteilung der angemessenen Bilanzierung als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt.
Für den Konzernabschluss besteht das Risiko, dass die Bewertung der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltschutzmaßnahmen falsch dargestellt ist.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Realisierbarkeit der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltschutzmaßnahmen der OMV Petrom S.A. wie folgt beurteilt:
Wir haben uns ein Verständnis über die im Dezember 2025 mit dem rumänischen Staat vereinbarten rechtlichen und vertraglichen Ziele verschafft, und verifiziert, ob die Wertminderung von EUR 297 Mio auf die Forderung gegenüber dem rumänischen Staat mit den Bedingungen dieser rechtlichen und vertraglichen Ziele konsistent ist.
Wir haben wesentliche Unterlagen überprüft, die der Beurteilung des Managements zugrunde liegen, dass der als nahezu sicher einbringliche Betrag zum 31. Dezember 2025 weiterhin bilanziert wird (einschließlich Nachweisen zum vereinbarten Abwicklungsmechanismus und zum Zahlungsprofil, sofern zutreffend).
Wir haben die Angemessenheit der Angaben im Konzernabschluss beurteilt.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den erlangten, sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS Accounting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der geprüfte Abschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Abschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von den für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Abschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Abschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Abschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir planen die Konzernabschlussprüfung und führen sie durch, um ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftsbereiche innerhalb des Konzerns zu erlangen als Grundlage für die Bildung eines Prüfungsurteils zum Konzernabschluss. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchsicht der für Zwecke der Konzernabschlussprüfung durchgeführten Prüfungstätigkeiten. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in den internen Kontrollen, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – auf vorgenommene Handlungen zur Beseitigung von Gefährdungen oder angewandte Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Abschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Zu der im Konzernlagebericht enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung ist es unsere Verantwortlichkeit zu prüfen, ob sie aufgestellt wurde, sie zu lesen und dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Konzernlagebericht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 27. Mai 2025 als Abschlussprüfer gewählt und am 21. August 2025 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezember 2025 endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Dipl.‑Betriebsw. (FH) Karl Braun.
Wien, 16. März 2026
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Dipl.-Betriebsw. (FH) Karl Braun e.h.
Wirtschaftsprüfer
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2025
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung |
In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben) |
| Anhangangabe | 2025 | 20241 |
Umsatzerlöse | 6, 7 | 24.308 | 26.194 |
Sonstige betriebliche Erträge | 8 | 408 | 609 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 8, 18 | 401 | 447 |
Summe Erlöse und sonstige Erträge | | 25.118 | 27.251 |
Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) | 19 | –13.975 | –15.025 |
Produktions- und operative Aufwendungen | | –2.174 | –2.466 |
Produktionsbezogene Steuern | | –686 | –691 |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | 9 | –2.311 | –2.457 |
Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen | | –2.002 | –1.905 |
Explorationsaufwendungen | 9, 10 | –149 | –151 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | 11 | –711 | –354 |
Operatives Ergebnis | | 3.110 | 4.202 |
Dividendenerträge | 32 | 7 | 6 |
Zinserträge | 13, 32 | 424 | 300 |
Zinsaufwendungen | 13, 32 | –388 | –390 |
Sonstiges Finanzergebnis | 13, 32 | –106 | –20 |
Finanzerfolg | | –63 | –103 |
Ergebnis vor Steuern | | 3.047 | 4.099 |
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 14 | –1.834 | –2.163 |
Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen | | 1.212 | 1.936 |
Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 4 | 307 | 88 |
Jahresüberschuss | | 1.520 | 2.024 |
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen | | 1.017 | 1.389 |
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen | | 60 | 64 |
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen | | 443 | 571 |
| | | |
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnender Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen | | 789 | 1.324 |
| | | |
Unverwässertes Ergebnis je Aktie in EUR | 15 | 3,11 | 4,25 |
Unverwässertes Ergebnis je Aktie in EUR aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 15 | 2,41 | 4,05 |
Verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR | 15 | 3,11 | 4,24 |
Verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 15 | 2,41 | 4,05 |
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2025
Konzern-Gesamtergebnisrechnung |
In EUR Mio |
| Anhangangabe | 2025 | 20241 |
Jahresüberschuss | | 1.520 | 2.024 |
| | | |
Währungsumrechnungsdifferenzen | | –1.180 | 510 |
Saldo Gewinne (+)/Verluste (–) des Jahres | 22 | –1.196 | 550 |
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in die Gewinn- und Verlustrechnung | | 17 | –40 |
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges | 29 | –8 | –1 |
Saldo Gewinne (+)/Verluste (–) des Jahres | | — | –36 |
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in die Gewinn- und Verlustrechnung | | –8 | 35 |
Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis | 18 | 1 | 2 |
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden können | | –1.187 | 511 |
| | | |
Gewinne (+)/Verluste(–) aus der Neubewertung von leistungsorientierten Plänen | 24 | 92 | –7 |
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten | 20 | –8 | –3 |
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges, die nachfolgend auf den Buchwert des Grundgeschäftes übertragen werden | 29 | — | 2 |
Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis | 18 | –0 | 2 |
Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden | | 83 | –7 |
| | | |
Ertragsteuern, die auf Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden können, entfallen | | 3 | –2 |
Ertragsteuern, die auf Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden, entfallen | | –7 | –2 |
Summe der auf das sonstige Ergebnis entfallenden Ertragsteuern | 22 | –4 | –3 |
| | | |
Sonstiges Ergebnis des Jahres nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen | | –1.107 | 501 |
Sonstiges Ergebnis des Jahres nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 4 | 9 | –8 |
Sonstiges Ergebnis des Jahres nach Steuern | 22 | –1.098 | 493 |
| | | |
Gesamtergebnis des Jahres aus fortgeführten Geschäftsbereichen | | 105 | 2.437 |
Gesamtergebnis des Jahres aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 4 | 316 | 80 |
Gesamtergebnis des Jahres | | 421 | 2.517 |
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen | | 123 | 1.808 |
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen | | 60 | 64 |
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen | | 238 | 645 |
| | | |
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnendes Gesamtergebnis des Jahres aus fortgeführten Geschäftsbereichen | | –112 | 1.748 |
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2025
Vermögen |
In EUR Mio |
| Anhangangabe | 2025 | 2024 |
| | | |
Immaterielle Vermögenswerte | 16 | 1.049 | 2.023 |
Sachanlagen | 17 | 15.719 | 20.426 |
At-equity bewertete Beteiligungen | 18 | 5.255 | 6.661 |
Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 20 | 979 | 2.116 |
Sonstige Vermögenswerte | 21 | 278 | 200 |
Latente Steuern | 14 | 1.205 | 1.252 |
Langfristiges Vermögen | | 24.486 | 32.679 |
Vorräte | 19 | 1.962 | 3.936 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 20 | 1.900 | 2.842 |
Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 20 | 1.093 | 1.074 |
Forderungen aus laufenden Ertragsteuern | | 34 | 72 |
Sonstige Vermögenswerte | 21 | 1.192 | 1.603 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 27 | 5.077 | 6.182 |
Kurzfristiges Vermögen | | 11.258 | 15.709 |
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | 5 | 10.594 | 425 |
Summe Aktiva | | 46.338 | 48.813 |
Eigenkapital und Verbindlichkeiten |
In EUR Mio |
| Anhangangabe | 2025 | 2024 |
| | | |
Grundkapital | | 327 | 327 |
Hybridkapital | | 1.985 | 1.986 |
Rücklagen | | 14.019 | 15.554 |
Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens | | 16.331 | 17.868 |
Nicht beherrschende Anteile | 23 | 6.235 | 6.749 |
Summe Eigenkapital | 22 | 22.567 | 24.617 |
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 24 | 530 | 956 |
Anleihen | 26 | 5.703 | 5.720 |
Leasingverbindlichkeiten | 26 | 878 | 1.534 |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 26 | — | 717 |
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen | 25 | 4.213 | 4.022 |
Sonstige Rückstellungen | 25 | 393 | 387 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 26 | 210 | 238 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 26 | 54 | 92 |
Latente Steuern | 14 | 754 | 1.070 |
Langfristige Verbindlichkeiten | | 12.735 | 14.735 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 26 | 2.633 | 3.723 |
Anleihen | 26 | 1.050 | 850 |
Leasingverbindlichkeiten | 26 | 265 | 233 |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 26 | 101 | 353 |
Ertragsteuerverbindlichkeiten | | 506 | 679 |
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen | 25 | 97 | 71 |
Sonstige Rückstellungen | 25 | 1.043 | 940 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 26 | 827 | 1.047 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 26 | 1.003 | 1.507 |
Kurzfristige Verbindlichkeiten | | 7.525 | 9.404 |
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten | 5 | 3.510 | 56 |
Summe Passiva | | 46.338 | 48.813 |
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2025
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2025¹ |
In EUR Mio | | | | | | | | | | | |
| Grund- kapital | Kapital- rücklage | Hybrid- kapital | Gewinn- rücklage | Währungs- umrechnungs- differenzen
| Hedges | Sonst. Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | Eigene Anteile | Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunter- nehmens | Nicht beherrschende Anteile | Summe Eigenkapital |
1. Jänner 2025 | 327 | 1.522 | 1.986 | 14.525 | –410 | –4 | –78 | –1 | 17.868 | 6.749 | 24.617 |
Jahresüberschuss | — | — | — | 1.077 | — | — | — | — | 1.077 | 443 | 1.520 |
Sonstiges Ergebnis des Jahres | — | — | — | 86 | –990 | 10 | 1 | — | –894 | –204 | –1.098 |
Gesamtergebnis des Jahres | — | — | — | 1.163 | –990 | 10 | 1 | — | 183 | 238 | 421 |
Erhöhung Hybridkapital | — | — | 744 | — | — | — | — | — | 744 | — | 744 |
Dividendenausschüttung und Hybridkupon | — | — | — | –1.603 | — | — | — | — | –1.603 | –773 | –2.376 |
Verminderung Hybridkapital | — | — | –745 | –40 | — | — | — | — | –785 | — | –785 |
Anteilsbasierte Vergütungen | — | 9 | — | — | — | — | — | 3 | 12 | — | 12 |
Rückkauf eigener Aktien | — | — | — | — | — | — | — | –62 | –62 | — | –62 |
Erhöhung (+)/Verminderung (–) nicht beherrschender Anteile | — | — | — | –18 | –4 | — | — | — | –22 | 22 | –0 |
Umgliederung von Cashflow-Hedges in die Bilanz | — | — | — | — | — | –4 | — | — | –4 | –1 | –5 |
31. Dezember 2025 | 327 | 1.531 | 1.985 | 14.027 | –1.404 | 2 | –78 | –59 | 16.331 | 6.235 | 22.567 |
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2024¹ |
In EUR Mio | | | | | | | | | | | |
| Grund- kapital | Kapital- rücklage | Hybrid- kapital | Gewinn- rücklage | Währungs- umrechnungs- differenzen
| Hedges | Sonst. Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | Eigene Anteile | Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunter- nehmens | Nicht beherrschende Anteile | Summe Eigenkapital |
1. Jänner 2024 | 327 | 1.520 | 2.483 | 14.835 | –844 | –0 | –81 | –2 | 18.238 | 7.131 | 25.369 |
Jahresüberschuss | — | — | — | 1.453 | — | — | — | — | 1.453 | 571 | 2.024 |
Sonstiges Ergebnis des Jahres | — | — | — | –17 | 434 | –1 | 3 | — | 419 | 74 | 493 |
Gesamtergebnis des Jahres | — | — | — | 1.436 | 434 | –1 | 3 | — | 1.872 | 645 | 2.517 |
Dividendenausschüttung und Hybridkupon | — | — | — | –1.732 | — | — | — | — | –1.732 | –711 | –2.443 |
Verminderung Hybridkapital | — | — | –496 | –14 | — | — | — | — | –510 | — | –510 |
Anteilsbasierte Vergütungen | — | 2 | — | — | — | — | — | 1 | 3 | — | 3 |
Erhöhung (+)/Verminderung (–) nicht beherrschender Anteile | — | — | — | — | — | — | — | — | — | –316 | –316 |
Umgliederung von Cashflow-Hedges in die Bilanz | — | — | — | — | — | –2 | — | — | –2 | 0 | –2 |
31. Dezember 2024 | 327 | 1.522 | 1.986 | 14.525 | –410 | –4 | –78 | –1 | 17.868 | 6.749 | 24.617 |
Konzern-Cashflow-Rechnung 2025
Konzern-Cashflow-Rechnung |
In EUR Mio |
| Anhangangabe | 2025 | 2024 |
Jahresüberschuss | | 1.520 | 2.024 |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | 9 | 2.508 | 3.079 |
Latente Steuern | 14 | 65 | 15 |
Laufende Steuern | 14 | 1.863 | 2.195 |
Gezahlte Ertragssteuern inkl. Steuerrückerstattungen | | –1.960 | –2.351 |
Verluste (+)/Gewinne (-) aus Abgängen von Anlagevermögen und Geschäftseinheiten | 8, 11 | 21 | 0 |
Anteil am Ergebnis at-equity bewerteter Beteiligungen und Dividendenerträge | 8, 20, 32 | –383 | –307 |
Einzahlung aus Dividenden von at-equity bewerteten Beteiligungen und anderen Unternehmen | 18, 35 | 542 | 784 |
Zinsaufwendungen | 13, 32 | 179 | 148 |
Gezahlte Zinsen | | –200 | –177 |
Zinserträge | 13, 32 | –440 | –446 |
Erhaltene Zinsen | | 406 | 444 |
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Personalrückstellungen | 24 | –43 | –13 |
Nettoveränderung von sonstigen Rückstellungen und Emissionszertifikaten | 3, 25 | 275 | 23 |
Sonstige Änderungen | 27 | 141 | –110 |
Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen | | 4.494 | 5.308 |
Verminderung (+)/Erhöhung (–) Vorräte | 19 | 699 | –72 |
Verminderung (+)/Erhöhung (–) Forderungen | 20, 21 | 326 | 729 |
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Verbindlichkeiten | 26 | –304 | –508 |
Veränderungen in den Net-Working-Capital-Positionen | | 721 | 148 |
Cashflow aus der Betriebstätigkeit | | 5.215 | 5.456 |
davon Cashflow aus der Betriebstätigkeit von aufgegebenen Geschäftsbereichen | | 852 | 679 |
| | | |
Investitionen | | | |
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 16, 17 | –3.849 | –3.513 |
Beteiligungen, Ausleihungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte | 20 | –457 | –605 |
Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel | | –11 | –199 |
Veräußerungen und andere Einzahlungen aus der Investitionstätigkeit | | | |
Einzahlungen aus Anlagevermögen und finanziellen Vermögenswerten | | 1.108 | 350 |
Einzahlungen aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel | 27 | 455 | 814 |
Cashflow aus der Investitionstätigkeit | | –2.754 | –3.152 |
davon Cashflow aus der Investitionstätigkeit von aufgegebenen Geschäftsbereichen | | –196 | –788 |
| | | |
Zugänge Hybridanleihe | 27 | 744 | — |
Zugänge langfristiger Finanzierungen | 27 | 977 | 990 |
Rückzahlung langfristiger Finanzierungen | 27 | –1.455 | –1.047 |
Rückzahlung Hybridanleihe | 27 | –750 | –500 |
Rückkauf eigener Aktien | | –62 | — |
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige Finanzierungen | 27 | –7 | –113 |
Dividendenzahlungen an Anteilseigner des Mutterunternehmens (inkl. Hybridkupons) | 22 | –1.634 | –1.744 |
Dividendenzahlungen an nicht beherrschende Anteilseigner | 23 | –647 | –717 |
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | | –2.834 | –3.132 |
davon Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit von aufgegebenen Geschäftsbereichen | | –983 | –660 |
| | | |
Währungsdifferenz auf liquide Mittel | | –53 | 0 |
Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel | | –426 | –828 |
Liquide Mittel Jahresbeginn | 27 | 6.182 | 7.011 |
Liquide Mittel Jahresende | 27 | 5.756 | 6.182 |
Davon liquide Mittel umgegliedert auf „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ | | 679 | — |
In der Konzernbilanz als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen | | 5.077 | 6.182 |
Konzernanhang
Grundlagen der Abschlusserstellung | 403 |
Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen | 403 |
Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende | 408 |
OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture | 415 |
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten | 423 |
Segmentberichterstattung | 425 |
Umsatzerlöse | 430 |
Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 432 |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | 433 |
Explorationsaufwendungen | 436 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | 436 |
Personalaufwendungen und durchschnittliche Arbeitnehmer | 437 |
Finanzerfolg | 437 |
Steuern vom Einkommen und Ertrag | 439 |
Ergebnis je Aktie | 445 |
Immaterielle Vermögenswerte | 445 |
Sachanlagen | 449 |
At-equity bewertete Beteiligungen | 455 |
Vorräte | 459 |
Finanzielle Vermögenswerte | 460 |
Sonstige Vermögenswerte | 467 |
Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens | 467 |
Nicht beherrschende Anteile | 471 |
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 472 |
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen und sonstige Rückstellungen | 478 |
Verbindlichkeiten | 481 |
Konzern-Cashflow-Rechnung | 485 |
Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen | 487 |
Risikomanagement | 488 |
Fair-Value-Hierarchie | 494 |
Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten | 497 |
Ergebnis aus Finanzinstrumenten | 499 |
Anteilsbasierte Vergütungen | 500 |
Aufwendungen Konzernabschlussprüfer | 502 |
Nahestehende Unternehmen und Personen | 503 |
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag | 510 |
Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft | 511 |
Konzernanhang
1 | Grundlagen der Abschlusserstellung
Die OMV Aktiengesellschaft (im österreichischen Firmenbuch eingetragen mit dem Sitz Trabrennstraße 6–8, 1020 Wien, Österreich) ist ein integriertes, internationales Öl-, Gas- und Chemieunternehmen, welches Geschäftsaktivitäten in den Bereichen Energy, Fuels und Chemicals unterhält.
Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Beachtung der IFRS AccountingStandards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den ergänzend nach § 245a (1) anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften gemäß dem österreichischen Unternehmensgesetzbuch (UGB) erstellt. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.
Die Aufstellung des Konzernabschlusses ist grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips erfolgt. Hiervon ausgenommen sind bestimmte Positionen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden. Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze entsprechen jenen des vorangegangenen Geschäftsjahres, sofern nicht anders angegeben.
Der Konzernabschluss wurde in Millionen Euro (EUR Mio, EUR 1.000.000) erstellt. Durch die Angabe in EUR Mio können sich Rundungsdifferenzen ergeben.
Der Konzernabschluss 2025 wurde vom OMV Vorstand am 13. März 2026 erstellt und dem Aufsichtsrat zur Genehmigung vorgelegt.
2 | Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen
Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen
Für die Erstellung des Konzernabschlusses sind vom Management Einschätzungen und Annahmen zu treffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Anhang angegebenen Beträge beeinflussen. Diese Schätzungen und Annahmen basieren auf Erfahrungswerten und anderen Faktoren, die zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung als angemessen betrachtet werden. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.
Wesentliche Schätzungen, Annahmen und Ermessensentscheidungen, die mit der Erstellung des Konzernabschlusses verbunden sind, sind in der unten stehenden Tabelle dargestellt.
Anhangangabe | Wesentliche rechnungslegungsbezogene Schätzungen und Ermessensentscheidungen | Schätzung/ Ermessensentscheidung |
Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende | Annahmen über Dekarbonisierungspfade und Warenpreise für die Bewertung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten | Schätzung |
Anhangangabe 9 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | Werthaltigkeit von nicht-finanziellen Vermögenswerten | Schätzung |
Anhangangabe 14 – Steuern vom Einkommen und Ertrag | Werthaltigkeit von aktiven latenten Steuern | Schätzung |
Anhangangabe 16 – Immaterielle Vermögenswerte | Werthaltigkeit von Öl- und Gasvermögenswerten ohne sichere Reserven | Schätzung |
Anhangangabe 17 – Sachanlagen | Schätzung von Öl- und Gasreserven | Schätzung |
Anhangangabe 17 – Sachanlagen | Verlängerungs- und Kündigungsoptionen in Leasingverträgen | Ermessensentscheidung |
Anhangangabe 20 – Finanzielle Vermögenswerte | Werthaltigkeit und Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten | Schätzung |
Anhangangabe 24 – Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | Annahmen für die Bewertung von Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | Schätzung |
Anhangangabe 25 – Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen und sonstige Rückstellungen | Annahmen für die Bewertung von Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen und belastende Verträge | Schätzung |
Anhangangabe 29 – Risikomanagement | Einstufung von Verträgen über den Kauf und Verkauf von Erdgas als „own use“-Verträge außerhalb des Anwendungsbereichs des IFRS 9 | Ermessensentscheidung |
Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die Bilanzierungsmethoden für die einzelnen Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung werden in den entsprechenden Abschnitten des Anhangs erläutert.
Grundsätze der Konsolidierung
Der Konzernabschluss beinhaltet die Abschlüsse der OMV Aktiengesellschaft und aller Unternehmen, die von ihr beherrscht werden, sowie die von OMV gehaltenen Anteile an gemeinschaftlich beherrschten und nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen.
Die Abschlüsse aller einbezogenen Unternehmen sind auf Basis konzerneinheitlicher Rechnungslegungsstandards erstellt.
Unternehmenszusammenschlüsse und Firmenwerte
Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Dabei werden die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden zum Erwerbszeitpunkt erfasst und mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter werden bei Zugang zum entsprechenden Anteil der bilanzierten Beträge des identifizierbaren Nettovermögens bewertet.
Der Firmenwert entspricht dem Überschuss aus der Summe der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen und gegebenenfalls dem beizulegenden Zeitwert des zuvor von OMV am erworbenen Unternehmen gehaltenen Eigenkapitalanteils über das zum Erwerbszeitpunkt beim erworbenen Unternehmen bestehende Nettovermögen.
Ein Gewinn aus einem günstigen Unternehmenserwerb wird sofort im Ergebnis erfasst.
Assoziierte Unternehmen und gemeinsame Vereinbarungen
Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung hat. Für gemeinsame Vereinbarungen, d. h. Vereinbarungen, die der gemeinsamen Führung durch den OMV Konzern und einer oder mehreren weiteren Parteien unterliegen, erfolgt eine Einstufung als Gemeinschaftsunternehmen oder gemeinschaftliche Tätigkeit. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine gemeinsame Vereinbarung, bei der die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzen. Eine gemeinschaftliche Tätigkeit liegt vor, wenn die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte an den der Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden haben.
Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert, wobei die Anteile zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt werden und in den Folgeperioden um den Anteil des Konzerns am Gewinn oder Verlust abzüglich erhaltener Dividenden und um den Anteil des Konzerns am sonstigen Ergebnis und anderen Änderungen im Eigenkapital angepasst werden.
Wesentliche gemeinschaftliche Explorations- und Produktionsaktivitäten im E&P-Geschäft des Energy-Segments werden über gemeinschaftliche Tätigkeiten ausgeübt, die nicht über ein eigenständiges Vehikel strukturiert sind. OMV bilanziert im Konzernabschluss für diese gemeinschaftlichen Tätigkeiten seinen Anteil an den mit den anderen Partnern gehaltenen Vermögenswerten und eingegangenen Verbindlichkeiten und Aufwendungen sowie die Erlöse des Konzerns aus dem Verkauf ihres Anteils an der Produktion sowie Verbindlichkeiten und Aufwendungen, die der Konzern für die gemeinschaftliche Tätigkeit eingegangen ist. Akquisitionen von Beteiligungen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten, bei denen die gemeinschaftliche Tätigkeit einen Geschäftsbetrieb darstellt, werden nach den Vorschriften des IFRS 3 als Unternehmenszusammenschluss bilanziert.
Zusätzlich gibt es vertragliche Vereinbarungen ähnlich zu den gemeinschaftlichen Tätigkeiten, bei denen aber keine gemeinschaftliche Führung besteht und die deshalb nicht die Definition einer gemeinschaftlichen Tätigkeit gemäß IFRS 11 erfüllen. Das ist der Fall, wenn die wesentlichen Entscheidungen durch mehr als eine Kombination der Zustimmung durch die involvierten Parteien getroffen werden können oder eine Partei über Beherrschung verfügt. Die Beurteilung, ob die Vereinbarungen inner- oder außerhalb des Anwendungsbereichs des IFRS 11 sind, wird von OMV auf Basis der relevanten rechtlichen Vereinbarungen wie Konzessions-, Lizenz- oder gemeinsamen Betriebsvereinbarungen vorgenommen, die festlegen, wie und durch wen die relevanten Entscheidungen für diese Aktivitäten getroffen werden. Die Bilanzierung dieser Vereinbarungen erfolgt grundsätzlich analog zu den gemeinschaftlichen Tätigkeiten. Da Erwerbe von Anteilen an solchen Vereinbarungen nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 3 fallen, bilanziert OMV solche Transaktionen als Anschaffung von Anlagevermögen.
Währungsumrechnung
Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste ergebniswirksam erfasst werden.
Die Umrechnung der Abschlüsse von Konzerngesellschaften, bei denen die funktionale Währung von der Konzernwährung abweicht, erfolgt nach der Stichtagskursmethode. Dabei werden Differenzen, die sich aus der Umrechnung von Bilanzpositionen zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, im sonstigen Ergebnis erfasst. Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit Periodendurchschnittskursen umgerechnet. Die aus der Anwendung des Durchschnittskurses in der Gewinn- und Verlustrechnung gegenüber aktuellen Stichtagskursen bei Bilanzpositionen zusätzlich entstehenden Differenzen werden gleichfalls im sonstigen Ergebnis verbucht.
Die wesentlichsten Kurse für die Währungsumrechnung in EUR waren:
Währungsumrechnung |
| 2025 | 2024 |
| Stichtag | Durchschnitt | Stichtag | Durchschnitt |
Tschechische Krone (CZK) | 24,237 | 24,688 | 25,185 | 25,120 |
Ungarischer Forint (HUF) | 385,150 | 397,770 | 411,350 | 395,300 |
Neuseeland Dollar (NZD) | 2,038 | 1,942 | 1,853 | 1,788 |
Norwegische Krone (NOK) | 11,843 | 11,717 | 11,795 | 11,629 |
Rumänischer Leu (RON) | 5,097 | 5,042 | 4,974 | 4,975 |
Schwedische Krone (SEK) | 10,822 | 11,066 | 11,459 | 11,433 |
US Dollar (USD) | 1,175 | 1,130 | 1,039 | 1,082 |
Änderungen in den Bilanzierungsgrundsätzen
Der Konzern wendet seit 1. Jänner 2025 die Änderungen zu IAS 21: Mangel an Umtauschbarkeit an, die keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der OMV hatten.
Noch nicht verpflichtend anwendbare neue und überarbeitete Standards
Die folgenden neuen bzw. überarbeiteten Standards, die bereits veröffentlicht, aber noch nicht verpflichtend in Kraft getreten sind, wurden vom OMV Konzern nicht angewandt. Teilweise ist die Anerkennung dieser Standards durch die EU noch ausständig.
IFRS 18 Darstellung und Angaben im Abschluss
IFRS 18 wird IAS 1 – Darstellung des Abschlusses ersetzen und ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Jänner 2027 beginnen. Auch wenn IFRS 18 keine Auswirkungen auf den Ansatz oder die Bewertung von Posten im Abschluss haben wird, wird erwartet, dass die Auswirkungen auf den Ausweis und die Angaben erheblich sein werden.
OMV arbeitet derzeit an der Identifikation und Bewertung aller Auswirkungen des neuen Standards auf die primären Abschlussbestandteile und Anhangangaben. Die folgenden Hauptauswirkungen wurden identifiziert:
OMV geht davon aus, dass sich die Gruppierung von Erträgen und Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung in die neuen Kategorien auf die Berechnung und Berichterstattung des operativen Ergebnisses auswirken wird. Die größte Auswirkung wird sich im Zusammenhang mit dem Ergebnis aus at-equity bilanzierten Beteiligungen ergeben, das künftig in der Kategorie Investitionen ausgewiesen und damit nicht mehr im operativen Ergebnis enthalten sein wird. Zusätzlich werden bestimmte Posten wie die Gebühren in Zusammenhang mit den Securitization- und Factoringprogrammen nicht mehr im Finanzergebnis sondern im operativen Ergebnis ausgewiesen. Während diese Änderungen das operative Ergebnis verringern, haben sie jedoch keine Auswirkungen auf den Konzern-Jahresüberschuss.
In der Cashflow-Rechnung werden die Hauptauswirkungen aus den Änderungen resultieren, die an der Darstellung erhaltener und gezahlter Zinsen sowie erhaltener Dividenden vorgenommen werden. Erhaltene Zinsen und Dividenden werden künftig als Cashflow aus der Investitionstätigkeit ausgewiesen, was eine Änderung gegenüber dem aktuellen Ausweis als Teil der Cashflows aus der Betriebstätigkeit darstellt. Die gezahlten Zinsen werden als Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit und nicht mehr im Cashflow aus der Betriebstätigkeit ausgewiesen werden.
Neue Angaben werden für vom Management festgelegte Erfolgskennzahlen erforderlich sein. Darüber hinaus wird eine Aufschlüsselung von bestimmten Aufwandsarten für in der operativen Kategorie der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Posten nach Funktionen offengelegt.
OMV wird den neuen Standard ab dem verpflichtenden Zeitpunkt des Inkrafttretens am 1. Jänner 2027 anwenden. Eine rückwirkende Anwendung ist erforderlich, so dass die Vergleichsinformationen für das am 31. Dezember 2026 endende Geschäftsjahr gemäß IFRS 18 angepasst werden.
Sonstige Standards
Durch die folgenden überarbeiteten Standards werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet:
Änderungen an IFRS | Datum des Inkrafttretens laut IASB |
Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7: Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten | 1. Jänner 2026 |
Jährliche Verbesserungen an den IFRS Accounting Standards – Band 11 | 1. Jänner 2026 |
Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7: Verträge, die sich auf naturabhängigen Strom beziehen | 1. Jänner 2026 |
Änderungen an IAS 21: Auswirkungen von Wechselkursänderungen - Umrechnung in eine hochinflationäre Darstellungswährung | 1. Jänner 2027 |
3 | Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende
OMV hat die kurz- und langfristigen Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende bei der Aufstellung des Konzernabschlusses berücksichtigt. Sie unterliegen Unsicherheiten und können erhebliche Auswirkungen auf die derzeit vom Konzern ausgewiesenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten haben.
Der Konzern ist Klimarisiken und Risiken aus der Energiewende ausgesetzt, wozu Risiken für „stranded assets“, ein Nachfragerückgang für fossile Produkte und regulatorische Risiken gehören. Die Risiken aus dem Klimawandel und deren Management werden auch im Lagebericht beschrieben.
Die OMV Dekarbonisierungsziele
2022 definierte OMV erstmals konkrete kurz-, mittel- und langfristige Ziele für die Reduktion der Emissionen und verpflichtete sich, bis 2050 ein Netto-Null-Emissions-Unternehmen (Scope 1, 2 und 3) zu werden. Für die Scope-1 und Scope-2-Emissionen strebt OMV eine absolute Reduktion von mindestens 30% bis 2030 und mindestens 60% bis 2040 an. Für die definierten Kategorien der Scope-3-Emissionen peilt OMV eine Reduktion von mindestens 20% bis 2030 und von 50% bis 2040 an.
53 Diese absoluten Reduktionen der THG-Emissionen und die Steigerung des Verkaufs CO
2-freier Produkte sind der Schlüssel, um die CO
2-Intensität der Energieversorgung durch OMV zu reduzieren. Im Jahr 2025 hat OMV sein Ziel für die CO
2-Intensität bis 2030 aufgrund einer Verschiebung des Projektzeitplans angepasst und strebt nun eine Reduktion der CO
2-Intensität von 10% bis 2030 und 25% bis 2040 an.
54Gemäß der aktuellen Mittelfristplanung plant OMV, in den Jahren 2026–2028 organische Investitionsausgaben für Projekte im Zusammenhang mit nachhaltiger Geschäftstransformation, Entwicklung CO2-armer Geschäftslösungen und Energieeffizienzmaßnahmen in Höhe von rund EUR 2,6 Mrd zu tätigen.
Auswirkungen auf Schätzunsicherheiten
Die vom Management getroffenen, wesentlichen Schätzungen berücksichtigen die künftigen Auswirkungen der strategischen Entscheidungen und das Engagement von OMV, das Portfolio an den Zielen der Energiewende, an kurz- und langfristigen klimabezogenen Risiken sowie am Übergang zu weniger kohlenstoffhaltigen Energieträgern auszurichten, zusammen mit einer bestmöglichen Schätzung des globalen Angebots und der globalen Nachfrage, inklusive prognostizierter Warenpreise.
Dennoch gibt es eine erhebliche Unsicherheit hinsichtlich der Veränderungen im Energieträgermix in den nächsten 30 Jahren und dem Ausmaß, in dem mit diesen Veränderungen die Ziele des Pariser Abkommens erreicht werden. Während sich Unternehmen zu solchen Zielen verpflichten können, erfordert die Bilanzierung nach IFRS die Anwendung von Annahmen, die die aktuellen, bestmöglichen Schätzungen der Bandbreite an zukünftig möglichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen darstellen, die von solchen Zielen abweichen können. Zu diesen Annahmen gehören Erwartungen über die künftigen weltweiten Dekarbonisierungsanstrengungen und den Übergang zu Volkswirtschaften mit Netto-Null-Emissionen.
OMV verwendet zwei unterschiedliche Szenarien: den Base Case und den „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ Case. Die Szenarien unterscheiden sich durch die zugrunde gelegten Erwartungen über die Geschwindigkeit der künftigen weltweiten Dekarbonisierung und führen zu unterschiedlichen Annahmen über Nachfrage, Preise und Margen von fossilen Produkten.
Der
Base Case orientiert sich am IEA Stated Policies Scenario (STEPS).
55 Er berücksichtigt spezifische energie- und klimapolitische sowie verwandte politische Maßnahmen, die verabschiedet oder vorgeschlagen wurden, sowie politische Absichten, die noch nicht gesetzlich festgelegt, aber durch Märkte, Infrastruktur und finanzielle Bedingungen gestützt werden. Das STEPS-Szenario entspricht nicht den Zielen des Pariser Abkommens, die Erwärmung deutlich unter 2°C über dem vorindustriellen Niveau zu halten. Das zugrunde liegende Angebot und die Nachfrage sind an STEPS angelehnt, und die entsprechenden Preisannahmen wurden von der internen Abteilung Strategic Intelligence entwickelt. Der Base Case wird für die Mittelfristplanung sowie für Schätzungen verwendet, die in die Bewertung verschiedener Bilanzpositionen dieses Konzernabschlusses eingehen, wie Werthaltigkeitstests für nicht-finanzielle Vermögenswerte und die Bewertung von Rückstellungen.
Im Vorjahr wurden die von OMV angewandten Basispreisannahmen an das IEA Announced Pledges-Szenario (APS) angelehnt, das im World Energy Outlook, der im Oktober 2025 veröffentlicht wurde, nicht mehr enthalten war. Im Vergleich zum APS-Szenario, das auf der Annahme beruhte, dass alle weltweit von Regierungen angekündigten Dekarbonisierungszusagen pünktlich und vollständig erfüllt werden, geht STEPS von einer höheren Öl- und Gasnachfrage sowie niedrigeren Wachstumsraten bei erneuerbaren Energien aus. Diese Änderung des zugrunde liegenden Pfads der Energiewende führte im Vergleich zum Vorjahr zu höheren Öl- und Gaspreisen in der Mittelfristplanung und den Wertminderungstests für das Jahr 2025.
Der „
Netto-Null-
Emissionen bis 2050“ Case, der auf einem schnelleren Dekarbonisierungspfad basiert als der Base Case, wird für die Berechnung von Sensitivitäten verwendet, um die Unsicherheit aus der Geschwindigkeit der Energiewende zu berücksichtigen und das finanzielle Risiko für die bestehenden OMV Vermögenswerte aus der Energiewende besser abschätzen zu können. Die Annahmen in diesem Szenario stehen im Einklang mit dem Net Zero Emissions by 2050 (NZE) Szenario, das von der IEA modelliert wurde.
56 Dieses Szenario zeigt einen Pfad für den globalen Energiesektor, bei dem bis 2050 Netto-Null-THG-Emissionen erreicht werden und der mit einer Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5°C bis 2100 vereinbar ist.
Für Investitionsentscheidungen werden Wirtschaftlichkeitsrechnungen auf Basis der Preis- und Nachfrageannahmen des Base Cases und mit dem Ziel erstellt, bis 2050 einen Netto-Null-Status zu erreichen. Diese Annahmen sind die gleichen Preis- und Nachfrageannahmen wie in der Mittelfristplanung und den Wertminderungstests. Weiters ist für alle Investitionsentscheidungen ein Stresstest auf Basis der Warenpreisannahmen des „Netto-Null Emissionen bis 2050“ Cases verpflichtend, um das Risiko für „stranded assets“ in diesem Dekarbonisierungsszenario beurteilen zu können.
Werthaltigkeit von Vermögenswerten
Die folgende Tabelle fasst die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte (inkl. Firmenwerte), Sachanlagen und at-equity-bewerteten Beteiligungen des Konzerns aufgeteilt nach Art der Vermögenswerte zusammen:
Buchwerte zum 31. Dezember1 |
In EUR Mio |
| Segment | Immaterielle Vermögens- werte (inkl. Firmenwerte) | Sachanlagen | At-equity bewertete Beteiligungen |
| | 2025 |
Öl- und Gasexploration und -evaluierung | Energy | 245 | — | — |
Öl- und Gasproduktion | Energy | 288 | 8.881 | 263 |
Gasspeicher und -kraftwerk | Energy | 15 | 497 | 0 |
Raffinerien | Fuels | 178 | 3.758 | 1.348 |
Tankstellen | Fuels | 44 | 1.354 | 1 |
Chemische Produktion und Recycling (inkl. chemischer Teil der Raffinerien) | Chemicals | 206 | 841 | 3.552 |
Sonstige | | 74 | 388 | 91 |
Gesamt | | 1.049 | 15.719 | 5.255 |
| | | | |
| | 2024 |
Öl- und Gasexploration und -evaluierung | Energy | 285 | — | — |
Öl- und Gasproduktion | Energy | 360 | 8.679 | 288 |
Gasspeicher und -kraftwerk | Energy | 16 | 515 | 0 |
Raffinerien | Fuels | 185 | 3.508 | 1.524 |
Tankstellen | Fuels | 45 | 1.285 | — |
Chemische Produktion und Recycling (inkl. chemischer Teil der Raffinerien) | Chemicals | 1.047 | 6.087 | 4.777 |
Sonstige | | 85 | 352 | 72 |
Gesamt | | 2.023 | 20.426 | 6.661 |
Annahmen über Warenpreise haben eine wesentliche Auswirkung auf die erzielbaren Beträge von Explorations- und Sachanlagevermögen sowie Firmenwerte. Für die Wertminderungstests werden die Preisannahmen verwendet, die für die Mittelfristplanung auf Basis des oben beschriebenen Szenarios über die Energiewende festgelegt wurden. Kosten für CO2-Emissionen werden insoweit berücksichtigt, als es in den jeweiligen Ländern eine CO2-Bepreisung gibt. Angaben zu den Wertminderungstests sind in der Anhangangabe 9 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen enthalten.
Die Preis- und EUR-USD-Wechselkursannahmen im Base Case, die für die Wertminderungstests verwendet werden, werden nachfolgend dargestellt (in realen Werten mit Basisjahr 2025 im Jahr 2025 bzw. 2024 im Jahr 2024):
2025 Preisannahmen für Base Case und Wertminderungstests |
| | | | | | | | |
| | 2026 | 2027 | 2028 | 2029 | 2030 | 2040 | 2050 |
Brent-Rohölpreis (USD/bbl) | | 64 | 67 | 71 | 69 | 68 | 71 | 71 |
EUR-USD-Wechselkurs | | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 |
Brent-Rohölpreis (EUR/bbl) | | 55 | 59 | 61 | 60 | 59 | 62 | 62 |
Gaspreis THE (EUR/MWh) | | 34 | 29 | 25 | 24 | 24 | 30 | 32 |
CO2-Preis EUA (EUR/t) | | 74 | 88 | 102 | 102 | 100 | 135 | 143 |
2024 Preisannahmen für Base Case und Wertminderungstests |
| | | | | | | | |
| 2025 | 2026 | 2027 | 2028 | 2029 | 2030 | 2040 | 2050 |
Brent-Rohölpreis (USD/bbl) | 73 | 72 | 71 | 69 | 68 | 67 | 63 | 56 |
EUR-USD-Wechselkurs | 1,10 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 |
Brent-Rohölpreis (EUR/bbl) | 67 | 63 | 61 | 60 | 59 | 58 | 55 | 48 |
Gaspreis THE (EUR/MWh) | 32 | 30 | 26 | 23 | 23 | 22 | 24 | 24 |
CO2-Preis EUA (EUR/t) | 69 | 86 | 104 | 111 | 118 | 125 | 147 | 147 |
Sensitivitäten basierend auf dem Klimaszenario „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ wurden berechnet, um die Widerstandsfähigkeit von Vermögenswerten gegenüber Risiken der Energiewende zu testen.
Die für die Sensitivitätsanalyse verwendeten Annahmen sind in folgender Tabelle enthalten (reale Preise mit Basisjahr 2025):
2025 Preisannahmen für „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ Sensitivitäten |
| | | | | | | | |
| | 2026 | 2027 | 2028 | 2029 | 2030 | 2040 | 2050 |
Brent-Rohölpreis (USD/bbl) | | 64 | 59 | 54 | 49 | 44 | 32 | 27 |
EUR-USD-Wechselkurs | | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 |
Brent-Rohölpreis (EUR/bbl) | | 55 | 51 | 47 | 42 | 38 | 28 | 23 |
Gaspreis THE (EUR/MWh) | | 34 | 27 | 23 | 19 | 14 | 13 | 13 |
CO2-Preis (EUR/t): | | | | | | | | |
EUA/Entwickelte Länder | | 78 | 91 | 104 | 116 | 127 | 186 | 227 |
Schwellen- und Entwicklungsländer mit Netto-Null-Zusagen | | 31 | 42 | 54 | 67 | 82 | 145 | 182 |
Ausgewählte Schwellen- und Entwicklungsländer | | 7 | 10 | 14 | 18 | 23 | 77 | 163 |
Sonstige Schwellen- und Entwicklungsländer | | 4 | 6 | 8 | 11 | 14 | 32 | 50 |
Die „Netto-Null-Emissionen bis 2050“-Sensitivitäten wurden anhand einer vereinfachten Methode berechnet und basieren auf einem Discounted-Cash-Flow-Modell analog zu einer Werthaltigkeitsrechnung. In den Berechnungen für Öl- und Gasvermögenswerte basieren die Cashflows auf einer angepassten Mittelfristplanung für drei Jahre und einer Feldlebensplanung für die Jahre bis zur Stilllegung. Der „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ Case beinhaltet keine anderen Änderungen von Inputfaktoren als Preise und Mengen. Die Berechnung berücksichtigt eine frühere Stilllegung von Öl- und Gasfeldern, falls die durch die niedrigeren Preise reduzierten Einnahmen die Kosten nicht decken. Insbesondere wurden aber keine Restrukturierungs- oder Kostensenkungsmaßnahmen, Veräußerungen oder andere Änderungen in der Planung, die nicht im Base Case enthalten sind, angenommen. Die angeführten Beträge sind deshalb nicht als beste Schätzung eines erwarteten Wertminderungsverlusts aus einem solchen Szenario zu sehen.
Die berücksichtigten CO2-Kosten für Öl- und Gasanlagen basieren auf den CO2-Preisen im IEA NZE by 2050 Szenario. CO2-Kosten sind für 100% der anteilsmäßig dem Konzern zurechenbaren direkten Emissionen enthalten.
Die auf Basis des „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ Cases ermittelten Sensitivitäten zeigen für die Öl- und Gasvermögenswerte ein Risiko für Wertminderungen. Die Buchwerte der Öl- und Gasvermögenswerte mit sicheren Reserven (inkl. E&P at-equity bewertete Beteiligungen) würden um EUR 3,3 Mrd und Firmenwerte um EUR 0,1 Mrd reduziert. Zusätzlich würden alle Öl- und Gasvermögenswerte ohne sichere Reserven mit einem Verlust vor Steuern von EUR 0,2 Mrd aufgegeben werden. Der gesamte Nach-Steuer-Effekt in der Gewinn- und Verlustrechnung würde EUR 2,6 Mrd betragen.
OMV plant, seine europäischen Raffinerien so zu transformieren, dass sie im Zuge der fortschreitenden Dekarbonisierung des Kraftstoff- und Chemiesektors wettbewerbsfähig bleiben. Der Durchsatz der Rohöldestillation wird verringert. Der Produktmix wird angepasst, um die Heizöl- und Dieselproduktion zu reduzieren und gleichzeitig die Ausbeute für chemische Produkte zu erhöhen. Parallel dazu wird ein Produktionsportfolio für erneuerbare Kraftstoffe und nachhaltige chemische Rohstoffe entwickelt. Es wird erwartet, dass der energiewendebedingte Nachfragerückgang für fossile Produkte in den Märkten im Mittleren Osten und Asien, zu denen ADNOC Refining Zugang hat, langsamer voranschreiten wird.
Die für die Wertminderungstests der europäischen Raffinerien angewandten OMV-Raffineriereferenzmargen betragen durchschnittlich 6,5 USD/bbl für die nächsten 15 Jahre bis 2040 und gehen danach schrittweise zurück. Die in den Wertminderungstests angenommenen Auslastungsgrade betragen durchschnittlich 81% für die 15 Jahre bis 2040. Der für 2025 angewandte Diskontierungszinssatz nach Steuern betrug für die zahlungsmittelgenerierende Einheit (ZGE) Raffinerie Österreich 6,75% (2024: 6,75%) und für die ZGE Raffinerie Deutschland 6,50% (2024: 6,25%).
Angesichts der hohen Unsicherheit und der Komplexität des Zusammenspiels verschiedener treibender Faktoren in einem Klimaszenario „Netto-Null-Emissionen bis 2050“, werden für Raffinerien Sensitivitäten basierend auf dem operativen Ergebnis bzw. der Raffineriemargen offengelegt.
Ein Rückgang des operativen Ergebnisses der europäischen Raffinerien um 20% über den gesamten Cashflow-Prognosezeitraum und in der ewigen Rente würde zu einer Wertminderung vor Steuern der Raffinerien in Österreich und Deutschland von EUR 0,6 Mrd (inklusive einer Wertminderung von Firmenwerten von EUR 0,1 Mrd) und zu keiner Wertminderung der Raffinerie Petrobrazi in Rumänien führen.
Im Wertminderungstest für die Beteiligung an ADNOC Refining (inklusive ADNOC Global Trading) werden Brutto-Raffineriemargen für die fünf Jahre bis 2030 und darüber hinaus von durchschnittlich 8,5 USD/bbl angenommen. Eine Veränderung der Brutto-Raffineriemargen um USD –1,0/bbl bzw. +1,0/bbl über den gesamten Cashflow-Prognosezeitraum und in der ewigen Rente würde ceteris paribus zu einer Wertminderung der Beteiligung an ADNOC Refining in Höhe von EUR 0,4 Mrd bzw. einer Wertaufholung von bis zu EUR 0,5 Mrd führen.
Für das Tankstellengeschäft reichten Cashflows über einen Zeitraum von weniger als 10 Jahren aus, um die Werthaltigkeit der Buchwerte der aktuell vorhandenen Vermögenswerte nachzuweisen. Aus diesem Grund wurde keine Berechnung für das Szenario „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ durchgeführt.
Was den Borealis Konzern, der abgesehen von den Borouge-Beteiligungen auf zu „Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurde, betrifft, sieht das Management im beschleunigten Dekarbonisierungsszenario keine negativen Auswirkungen auf die Gesamtnachfrage nach Polyolefinlösungen. Die Preisgestaltung für Polyolefine wird hauptsächlich durch die Märkte für Basischemikalien wie Naphtha, Ethan und Propan bestimmt. Eine beschleunigte Veränderung der weltweiten Energielandschaft könnte zu unterschiedlichen Preisbewegungen bei diesen relevanten Basischemikalien führen und sich vorübergehend auf die Rentabilität einiger Vermögenswerte in der Polyolefin-Wertschöpfungskette auswirken. Aufgrund der erwarteten starken Nachfrage nach Polyolefinlösungen sieht das Management keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die gesamte integrierte Wertschöpfungskette.
Nutzungsdauern
Die Geschwindigkeit der Energiewende kann eine Auswirkung auf die Restnutzungsdauer des Anlagevermögens haben. Das abnutzbare Vermögen in den Raffinerien wird im Durchschnitt über die nächsten 10 Jahre und im Retail-Bereich über die nächsten 5 bis 11 Jahre abgeschrieben. Es wird erwartet, dass die Nachfrage für Mineralöl- und chemische Produkte in diesem Zeitraum stabil bleiben wird. Darüber hinaus hat OMV bereits mit der Umsetzung eines Investitionsprogramms zur Transformation der Anlagen im Raffinerie- und Retail-Bereich begonnen. Durch die Energiewende wird deshalb keine wesentliche Auswirkung auf die erwarteten Nutzungsdauern des bestehenden Anlagevermögens in den Segmenten Fuels und Chemicals erwartet.
Die Öl- und Gasvermögenswerte im Energy-Segment werden gemäß der Unit-of-Production-Methode auf Basis der sicheren Reserven abgeschrieben. Entsprechend den aktuellen Produktionsplänen werden von den sicheren Reserven zum 31. Dezember 2025 bis 2030 47%, bis 2040 9% und bis 2050 3% verbleiben. Die bestehenden Öl- und Gasanlagen mit sicheren Reserven werden daher ohne Berücksichtigung von künftigen Investitionen bis 2030 erheblich und mit Ausnahme eines Feldes bis 2050 vollständig abgeschrieben.
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen
Die Buchwerte und das Fälligkeitsprofil für die Rekultivierungsrückstellungen stellen sich wie folgt dar:
Geschätzte Fälligkeit und Mittelabflüsse der Rekultivierungsverpflichtungen1, 2 |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Buchwert | Undiskontierte, inflationierte Kosten | Buchwert | Undiskontierte, inflationierte Kosten |
≤1 Jahr | 97 | 102 | 71 | 76 |
1–10 Jahre | 1.698 | 2.336 | 1.617 | 2.340 |
11–20 Jahre | 2.200 | 4.777 | 1.923 | 4.315 |
21–30 Jahre | 155 | 405 | 296 | 791 |
>30 Jahre | 160 | 680 | 187 | 753 |
Gesamt | 4.310 | 8.300 | 4.093 | 8.275 |
Die Geschwindigkeit der Energiewende beeinflusst den Zeitpunkt der Stilllegung und folglich der Durchführung von Rekultivierungen von Öl- und Gasanlagen. Im „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ Szenario könnte es bei einigen Öl- und Gasfeldern zu einer früheren Stilllegung kommen. Aufgrund der für die Berechnung herangezogenen niedrigen realen Abzinsungssätze und unter der Annahme einer gleichbleibenden jährlichen Kapazität für Rekultivierungen wäre die Auswirkung auf den Buchwert der Rekultivierungsrückstellungen nicht wesentlich.
Für Raffinerie- und Chemiestandorte auf Eigengrund sowie dazugehörige Lager und Leitungen werden keine Rekultivierungsrückstellungen erfasst, da es sich bei diesen Anlagen um langlebige Vermögenswerte handelt, die auch in einem Energiewendeszenario weiterhin genutzt werden. Für die europäischen OMV Raffineriestandorte sind in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen mit dem Ziel, sie in Richtung erneuerbare Treib- und chemische Rohstoffe mit stärkerer Chemie-Integration zu transformieren, geplant, und die Implementierung dieser Pläne wurde bereits begonnen. Weiters wird für ADNOC Refining dank der guten Positionierung im Markt eine Fortsetzung des Betriebs in einem Szenario erwartet, das im Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens steht.
Aktive latente Steuern
Im „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ Szenario werden auf Basis der vereinfachten Werthaltigkeitsüberprüfung die infolge der zusätzlichen Wertminderungen erfassten latenten Steueransprüche großteils als werthaltig angesehen. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Nettoposition der latenten Steueransprüche der österreichischen Steuergruppe erwartet.
Auswirkung auf die Dividendenzahlungsfähigkeit
Das Management bewertete die Auswirkungen des „Netto-Null-Emissionen bis 2050“ Szenarios auf die Dividendenzahlungsfähigkeit der OMV Aktiengesellschaft. Der potenzielle Wertminderungsverlust in diesem Szenario im Jahr 2025 hätte aufgrund des starken Ergebnisses sowie der finanziellen Rücklagen im Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft, der die Basis für die Dividendenzahlungen ist, keinen Einfluss auf die Fähigkeit zur Dividendenzahlung im Jahr 2026.
Emissionszertifikate und CO2-Kosten
Bilanzierungsgrundsätze
Emissionszertifikate werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet und unter den sonstigen, kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen. Von Regierungsstellen gratis zugeteilte Emissionszertifikate (im Rahmen des EU Emissionshandelssystems für Treibhausgas-Emissionszertifikate) werden mit Anschaffungskosten von Null bewertet.
Durch die verursachten Emissionen entsteht eine Verpflichtung zur Abgabe von Emissionsrechten. Für diese Verpflichtung wird eine Rückstellung gebildet, die mit den Anschaffungskosten der gehaltenen Emissionszertifikate, Terminpreisen von offenen Forward-Einkäufen und für eine verbleibende Unterdeckung mit dem Marktwert bewertet wird.
Rechtlicher Hintergrund
Die Richtlinie 2003/87/EG des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates hat ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten geschaffen, das die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, nationale Pläne für die Zuteilung von Emissionszertifikaten zu erstellen. Die Richtlinie richtet ein Emissionshandelssystem ein, bei dem eine Obergrenze für die Gesamtmenge bestimmter Treibhausgase festgelegt wird, die von den im System erfassten Anlagen ausgestoßen werden dürfen. Unternehmen melden ihre Emissionen jährlich und geben genügend Zertifikate ab, um ihre Emissionen abzudecken. Im Rahmen dieses Programms haben die betroffenen Gesellschaften im OMV Konzern einen Anspruch auf die jährliche unentgeltliche Zuteilung von Emissionszertifikaten und kaufen zusätzliche Zertifikate für die verbleibende Unterdeckung.
Die neuseeländische Regierung hat ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten auf Basis des Climate Change Response Act 2002 geschaffen. Unter diesem System haben neuseeländische Gesellschaften keinen Anspruch auf eine Zuteilung von Gratiszertifikaten. OMV hat Emissionszertifikate gekauft, um den eigenen Verpflichtungen nachzukommen. Darüber hinaus entsteht für OMV mit jedem Gasverkauf an inländische Kunden in Neuseeland eine Verpflichtung, für deren Erfüllung OMV Emissionszertifikate von den Kunden erhält. Diese erhaltenen Zertifikate werden als Durchlaufposten behandelt.
In Deutschland ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) die Basis für den nationalen Emissionsrechtehandel in den Sektoren Wärme und Verkehr. Es verpflichtet Unternehmen, die die Brenn- und Kraftstoffe in Verkehr bringen, von der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) kostenpflichtige Zertifikate zu erwerben. Die Zertifikate sind derzeit nicht handelbar, und es gibt keine unentgeltlichen Zuteilungen.
Österreich gibt derzeit keine physischen Zertifikate nach dem Nationalen Emissionszertifikatehandelsgesetz (NEHG) aus und handelt diese auch nicht. Stattdessen basiert das System auf einer Melde- und Zahlungspflicht, bei der die Verpflichteten ihre Emissionen melden und einen festen nationalen CO₂-Preis pro ausgestoßener Tonne CO₂ entrichten müssen.
CO2-Kosten und Verpflichtungen
Die gesamten CO2-Kosten sowie Kohlenstoffsteuern, die sich auf fortgeführte Geschäftsbereiche beziehen, betrugen 2025 EUR 1.105 Mio (2024: EUR 470 Mio). Ab dem Jahr 2025 werden Emissionskosten aus dem Nationalen Emissionszertifikatehandelsgesetz (NEHG) in der OMV Downstream GmbH brutto ausgewiesen. Dies erfolgte auf Grund aktualisierter gesetzlicher Rahmenbedingungen, die die CO2-Steuerlast mit dem tatsächlichen fossilen Anteil der Produkte verknüpfen. Zuvor wurden diese Kosten als Durchlaufposten behandelt.
Die Rückstellungen für CO2-Emissionen werden unter den kurzfristigen sonstigen Rückstellungen ausgewiesen und betrugen 2025 EUR 801 Mio. Davon betreffen EUR 544 Mio zurückzugebende Emissionszertifikate (2024: EUR 509 Mio), EUR 257 Mio gehen auf NEHG-Emissionen in Österreich zurück und sind an Behörden zu entrichten.
Emissionszertifikate
Für 2026 erwartet OMV, für (noch nicht extern verifizierte) Emissionen voraussichtlich 6.562 Tausend Emissionszertifikate des europäischen Emissionshandelssystems, 4.214 Tausend BEHG-Zertifikate sowie 1.460 Tausend Zertifikate des neuseeländischen Emissionshandelssystems zurückzugeben. Darin enthalten sind 1.066 Tausend Zertifikate, die Kunden in Neuseeland betreffen. Diese Zahlen exkludieren Emissionszertifikate der Borealis Veräußerungsgruppe, die als „zu Veräußerungszwecken gehalten“ klassifiziert ist.
Emissionszertifikate1 |
Anzahl der Zertifikate, in Tausend |
| 2025 | 2024 |
| EU Emissions- handels- system | NZ Emissions- handels- system | DE Emissions- handels- system | EU Emissions- handels- system | NZ Emissions- handels- system | DE Emissions- handels- system |
Emissionszertifikate gehalten zum 1. Jänner | 10.899 | 1.358 | 3.640 | 11.506 | 2.079 | 3.472 |
Eröffnungsbilanz in Bezug auf die Borealis Veräußerungsgruppe | –2.223 | — | — | — | — | — |
Unentgeltliche Zuteilung für das Jahr | 3.083 | — | — | 3.588 | — | — |
Rückgabe der Zertifikate2 | –6.719 | –1.703 | –3.861 | –7.618 | –2.730 | –3.668 |
Netto-Zukäufe und -Verkäufe während des Jahres | 3.216 | –13 | 4.241 | 3.424 | 26 | 3.836 |
Von Kunden erhaltene Emissionszertifikate | — | 1.356 | — | — | 1.983 | — |
Emissionszertifikate gehalten zum 31. Dezember | 8.257 | 997 | 4.020 | 10.899 | 1.358 | 3.640 |
4 | OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture
Beschreibung der Transaktion
Am 3. März 2025 haben OMV und ADNOC eine verbindliche Vereinbarung über die Zusammenlegung ihrer Anteile an Borealis und Borouge in einem neuen Unternehmen, Borouge Group International, unterzeichnet. ADNOC hat außerdem mit Nova Chemicals Holding GmbH, einer sich indirekt vollständig im Besitz der Mubadala Investment Company P.J.S.C. befindlichen Gesellschaft, einen Aktienkaufvertrag über 100% von Nova Chemicals für USD 13,4 Mrd Unternehmenswert abgeschlossen. ADNOC und OMV haben vereinbart, dass Borouge Group International nach Abschluss des Zusammenschlusses Nova Chemicals erwerben und damit ihre Präsenz in Nordamerika ausbauen wird. Die Nova Chemicals-Transaktion wird durch Akquisitionsverbindlichkeiten finanziert, die am Kapitalmarkt refinanziert werden sollen.
OMV und ADNOC werden bei Abschluss der Transaktion gleiche Anteile an der Borouge Group International halten, mit eingeschlossen eine Barmittelzuführung von EUR 1,6 Mrd (abzüglich Dividendenzahlungen bis Transaktionsabschluss) durch OMV in das neue Unternehmen. Borouge Group International soll an der Abu Dhabi Securities Exchange (ADX) gelistet werden und den Aktionären, der im Streubesitz befindlichen Aktien von Borouge PLC einen Aktientausch anbieten. Die Zentrale und der Sitz des neuen Unternehmens werden in Österreich sein und eine regionale Zentrale soll in Abu Dhabi errichtet werden. Weiters ist eine künftige Notierung an der Wiener Börse (WBAG) ebenfalls beabsichtigt. Die ausgeglichene Beteiligungsstruktur ermöglicht OMV und ADNOC gemeinsame Beherrschung mit gleichen Entscheidungsrechten bei allen strategischen Belangen.
Im Rahmen der Vorbereitungen für die Gründung des Polyolefins Joint Ventures zwischen OMV und ADNOC wurde die 40%-Beteiligung von Borealis an Borouge 4 LLC (Borouge 4) einschließlich der dazugehörigen Gesellschafterdarlehen und finanziellen Garantien am 24. Oktober 2025 auf die OMV Tochtergesellschaften (30%) und auf die ADNOC-Tochtergesellschaft MPP Holdings GmbH
57 (10%) übertragen. Die Transaktion hatte keine wesentliche Auswirkung auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. Die Einzahlungen im Zusammenhang mit den dazugehörigen Gesellschafterdarlehen beliefen sich auf EUR 158 Mio und sind in der Zeile „Einzahlungen aus Anlagevermögen und finanziellen Vermögenswerten“ in der Konzern-Cashflow-Rechnung ausgewiesen. Mit vollständiger Aufnahme des Betriebs soll Borouge 4 an Borouge Group International AG rückübertragen werden. Durch den Zusammenschluss dieser drei einander optimal ergänzenden Unternehmen entsteht der weltweit viertgrößte Polyolefin-Produzent.
Der Abschluss des Zusammenschlusses von Borealis und Borouge sowie die Übernahme von Nova Chemicals werden voraussichtlich gleichzeitig für das erste Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen und der üblichen Abschlussbedingungen.
Umgliederung in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ und aufgegebene Geschäftsbereiche
Bilanzierungsgrundsätze
OMV gliedert konsolidierte Zahlen für die Darstellung des Ergebnisses aus aufgegebenen Geschäftsbereichen um und stellt zusätzliche Angaben zu wesentlichen Transaktionen zwischen den fortgeführten Geschäftsbereichen der OMV und den aufgegebenen Geschäftsbereichen zur Verfügung. Die Ergebnisse aus aufgegebenen Geschäftsbereichen werden in der Gesamtergebnisrechnung als Gesamtbetrag nach Steuern ausgewiesen.
Basierend auf der unterzeichneten Vereinbarung wird erwartet, dass OMV die Beherrschung über den Borealis Konzern (mit Ausnahme der Borouge Beteiligungen) verliert, was nach Abschluss der Transaktion zur Entkonsolidierung führt. Folglich wurde der Borealis Konzern (mit Ausnahme der Borouge Beteiligungen) am 3. März 2025 gemäß IFRS 5 in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert (nachstehend bezeichnet als „Borealis Veräußerungsgruppe“). Mit der Umgliederung wurde die Abschreibung von langfristigen Vermögenswerten und die At-Equity-Bewertung von Beteiligungen gemäß den Anforderungen von IFRS 5 eingestellt. Die Anwendung der Bewertungsgrundsätze gemäß IFRS 5 führte zu keiner Neubewertung der Borealis-Veräußerungsgruppe. Für einen Überblick über die zum 31. Dezember 2025 umgegliederten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Borealis Veräußerungsgruppe in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ siehe Anhangangabe 5 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.
Die Borealis Veräußerungsgruppe stellt für OMV einen separaten wesentlichen Geschäftsbereich im Segment „Chemicals“ dar und wird daher als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen. Die Gesamtergebnisrechnung des Vorjahres wurde angepasst, um die aufgegebenen Geschäftsbereiche getrennt von den fortgeführten Geschäftsbereichen darzustellen.
OMV Gesellschaften werden weiterhin Waren von aufgegebenen Geschäftsbereichen zukaufen und an diese Waren verkaufen. Die konzerninternen Transaktionen werden vollständig auf Konzernebene eliminiert. Für weitere Details zu wesentlichen eliminierten konzerninternen Verrechnungen siehe Abschnitt „Zusätzliche Angaben zu aufgegebenen Geschäftsbereichen“.
Die Borouge Beteiligungen werden derzeit gemeinsam von OMV und ADNOC beherrscht und werden auch nach Abschluss der Transaktion gemeinsamer Beherrschung unterliegen. OMVs Anteile an den Borouge Beteiligungen erhöhen sich nach der Transaktion, da die Anteile an Borouge indirekt über die Borouge Group International AG gehalten werden. Sie werden daher weiterhin nach der At-Equity-Methode bilanziert.
Borouge Group International AG und einige Gesellschaften des Borealis Konzerns sind Mitglieder der österreichischen Steuergruppe und werden auch nach Abschluss der Transaktion weiterhin Teil der österreichischen Steuergruppe durch eine steuerliche Beteiligungsgemeinschaft sein. Diese gemeinsame Steuergruppe wird von den österreichischen Gesellschaftern der Borouge Group International AG gebildet, und der proportionale Anteil des steuerpflichtigen Ergebnisses der steuerlichen Beteiligungsgemeinschaft wird der österreichischen Steuergruppe zugerechnet. Die erwartete teilweise Veräußerung des Borealis Konzerns aus der österreichischen Steuergruppe hat eine Neubewertung der Nettoposition der latenten Steueransprüche der österreichischen Steuergruppe in der OMV Aktiengesellschaft bewirkt. Folglich reduzierten sich zum Reklassifizierungsstichtag die aktiven latenten Steuern der österreichischen Steuergruppe um EUR 129 Mio. Der Effekt wird in der Position „Steuern vom Einkommen und vom Ertrag“ in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.
Anpassung
Die Vorjahreszeiträume wurden angepasst, um entsprechend den Anforderungen von IFRS 5.34 vergleichbare Informationen für aufgegebene Geschäftsbereiche darzustellen. Die nachstehenden Tabellen zeigen die Finanzinformationen wie in 2024 berichtet und nach erfolgter Anpassung:
Auswirkung auf den Konzernabschluss
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2024 | | | |
In EUR Mio | | | |
| Berichtet | Auswirkung aufgrund aufgegebener Geschäfts-bereiche | Angepasst |
Umsatzerlöse | 33.981 | –7.787 | 26.194 |
Sonstige betriebliche Erträge | 688 | –79 | 609 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 299 | 148 | 447 |
Summe Erlöse und sonstige Erträge | 34.968 | –7.718 | 27.251 |
Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) | –19.787 | 4.763 | –15.025 |
Produktions- und operative Aufwendungen | –3.851 | 1.385 | –2.466 |
Produktionsbezogene Steuern | –691 | — | –691 |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –2.994 | 537 | –2.457 |
Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen | –2.814 | 909 | –1.905 |
Explorationsaufwendungen | –151 | — | –151 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | –426 | 72 | –354 |
Operatives Ergebnis | 4.254 | –52 | 4.202 |
Dividendenerträge | 7 | –1 | 6 |
Zinserträge | 455 | –155 | 300 |
Zinsaufwendungen | –412 | 23 | –390 |
Sonstiges Finanzergebnis | –69 | 50 | –20 |
Finanzerfolg | –19 | –83 | –103 |
Ergebnis vor Steuern | 4.235 | –135 | 4.099 |
Steuern vom Einkommen und Ertrag | –2.211 | 47 | –2.163 |
Periodenüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 2.024 | –88 | 1.936 |
Periodenüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | — | 88 | 88 |
Jahresüberschuss | 2.024 | — | 2.024 |
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen | 1.389 | — | 1.389 |
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen | 64 | — | 64 |
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen | 571 | — | 571 |
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2024 | | | |
In EUR Mio | | | |
| Berichtet | Auswirkung aufgrund aufgegebener Geschäfts- bereiche | Angepasst |
Jahresüberschuss | 2.024 | — | 2.024 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | 511 | –1 | 510 |
Saldo Gewinne (+)/Verluste (–) des Jahres | 551 | –1 | 550 |
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in die Gewinn- und Verlustrechnung | –40 | — | –40 |
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges | –8 | 7 | –1 |
Saldo Gewinne (+)/Verluste (–) des Jahres | –82 | 46 | –36 |
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in die Gewinn- und Verlustrechnung | 74 | –39 | 35 |
Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis | 2 | — | 2 |
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden können | 505 | 6 | 511 |
| | | |
Gewinne (+)/ Verluste(–) aus der Neubewertung von leistungsorientierten Plänen | –16 | 9 | –7 |
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten | –3 | — | –3 |
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges, die nachfolgend auf den Buchwert des Grundgeschäftes übertragen werden | 4 | –2 | 2 |
Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis | 2 | — | 2 |
Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden | –14 | 7 | –7 |
Ertragsteuern, die auf Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden können, entfallen | 2 | –4 | –2 |
Ertragsteuern, die auf Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn - und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden, entfallen | 0 | –2 | –2 |
Summe der auf das sonstige Ergebnis entfallenden Ertragsteuern | 2 | –5 | –3 |
| | | |
Sonstiges Ergebnis des Jahres nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 493 | 8 | 501 |
Sonstiges Ergebnis des Jahres nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | — | –8 | –8 |
Sonstiges Ergebnis des Jahres nach Steuern | 493 | — | 493 |
Gesamtergebnis des Jahres aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 2.517 | –80 | 2.437 |
Gesamtergebnis des Jahres aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | — | 80 | 80 |
Gesamtergebnis des Jahres | 2.517 | — | 2.517 |
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen | 1.808 | — | 1.808 |
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen | 64 | — | 64 |
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen | 645 | — | 645 |
Auswirkung auf die Segmentberichterstattung
Segmentumsätze 2024 | | | |
In EUR Mio | | | |
Umsätze mit Dritten | Berichtet | Auswirkung aufgrund aufgegebener Geschäfts- bereiche | Angepasst |
Energy | 8.984 | — | 8.984 |
Fuels | 16.554 | — | 16.554 |
Chemicals | 8.424 | –7.787 | 637 |
Konzernbereich & Sonstiges | 18 | — | 18 |
Gesamt | 33.981 | –7.787 | 26.194 |
Segment- und Konzernergebnis 2024 | | | |
In EUR Mio | | | |
| Berichtet | Auswirkung aufgrund aufgegebener Geschäfts- bereiche | Angepasst |
Operatives Ergebnis Energy | 3.205 | — | 3.205 |
Operatives Ergebnis Fuels | 709 | — | 709 |
Operatives Ergebnis Chemicals | 404 | –52 | 352 |
Operatives Ergebnis Konzernbereich & Sonstiges | –80 | — | –80 |
Operatives Ergebnis Segment Summe | 4.238 | –52 | 4.187 |
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung | 16 | — | 16 |
OMV Konzern Operatives Ergebnis | 4.254 | –52 | 4.202 |
Zusätzliche Angaben zu aufgegebenen Geschäftsbereichen
Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung aus aufgegebenen Geschäftsbereichen
Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen |
In EUR Mio (wenn nicht anders angegeben) |
| 2025 | 2024 |
Umsatzerlöse | 7.533 | 7.787 |
Sonstige betriebliche Erträge | 135 | 79 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | –28 | –148 |
Summe Erlöse und sonstige Erträge | 7.640 | 7.718 |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –91 | –537 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | –7.215 | –7.128 |
Operatives Ergebnis | 335 | 52 |
Finanzerfolg | 67 | 83 |
Ergebnis vor Steuern | 402 | 135 |
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –94 | –47 |
Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 307 | 88 |
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen | 228 | 64 |
| | |
Ergebnis je Aktie in EUR aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 0,70 | 0,20 |
Verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 0,70 | 0,20 |
Darüber hinaus wurden die nachfolgenden wesentlichen Transaktionen, die eliminiert wurden, zwischen der Borealis Veräußerungsgruppe und den fortgeführten Geschäftsbereichen der OMV berichtet:
Wesentliche eliminierte konzerninterne Transaktionen aus aufgegebenen Geschäftsbereichen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Umsatzerlöse an fortgeführte Geschäftsbereiche | 59 | 66 |
Zukäufe von fortgeführten Geschäftsbereichen | –1.370 | –1.474 |
Laufende Steuern verrechnet aus fortgeführten Geschäftsbereichen | –2 | –65 |
Die Umsatzerlöse an fortgeführte Geschäftsbereiche standen hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Verkauf von chemischen Produkten, die überwiegend an die OMV Chemiestandorte in Schwechat (Österreich) und Burghausen (Deutschland) für die Produktion verkauft wurden. Diese Umsatzerlöse wurden vor der Klassifizierung zu „Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen“ eliminiert. Die damit verbundene Bruttomarge spiegelt sich im „Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen“ wider. Die zuvor genannten Verkaufsverträge bleiben auch nach Abschluss der Transaktion wirksam.
Zukäufe von fortgeführten Geschäftsbereichen standen hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Verkauf von Rohstoffen (Basischemikalien) von den OMV Raffineriestandorten in Schwechat (Österreich) und Burghausen (Deutschland). Diese Umsatzerlöse aus fortgeführten Geschäftsbereichen von OMV an Borealis wurden eliminiert und sind daher nicht in der Zeile „Umsatzerlöse“ in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. Die damit verbundene Bruttomarge spiegelt sich im „Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen“ wider. In der Tabelle „Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen“ werden diese Zukäufe von fortgeführten OMV Geschäftsbereichen in der Zeile „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ berücksichtigt. Die zuvor genannten Verkaufsverträge bleiben auch nach Abschluss der Transaktion wirksam.
Die laufende Steuerumlage der Borealis Veräußerungsgruppe für Mitglieder der österreichischen Steuergruppe wurden mit den Steuerumlagen der anderen Mitglieder der österreichischen Steuergruppe in der OMV Aktiengesellschaft zusammengerechnet. Diese Ertragsteuern wurden vor der Klassifizierung in „Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen“ eliminiert und sind daher nicht in der Zeile „Steuern vom Einkommen und Ertrag“ in der Tabelle „Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen“ enthalten.
Für einen detaillierten Überblick über die Eliminierung konzerninterner Transaktionen betreffend aufgegebener Geschäftsbereiche siehe nachstehende Tabellen:
Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen – vor und nach Eliminierung von konzerninternen Transaktionen |
In EUR Mio | | | | | | |
| 2025 | 2024 |
| Vor Eliminierung konzerninterner Transaktionen betreffend aufgegebener Geschäfts- bereiche | Eliminierung konzerninterner Transaktionen betreffend aufgegebener Geschäfts- bereiche | Summe aufgegebene Geschäfts- bereiche | Vor Eliminierung konzerninterner Transaktionen betreffend aufgegebener Geschäfts- bereiche | Eliminierung konzerninterner Transaktionen betreffend aufgegebener Geschäfts- bereiche | Summe aufgegebene Geschäfts- bereiche |
Umsatzerlöse | 7.592 | –59 | 7.533 | 7.853 | –66 | 7.787 |
Sonstige betriebliche Erträge | 135 | — | 135 | 79 | — | 79 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | –28 | — | –28 | –148 | — | –148 |
Summe Erlöse und sonstige Erträge | 7.699 | –59 | 7.640 | 7.784 | –66 | 7.718 |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –91 | — | –91 | –537 | — | –537 |
Summe betriebliche Aufwendungen | –7.273 | 59 | –7.215 | –7.195 | 66 | –7.128 |
Operatives Ergebnis | 335 | — | 335 | 52 | — | 52 |
Finanzerfolg | 67 | — | 67 | 83 | — | 83 |
Ergebnis vor Steuern | 402 | — | 402 | 135 | — | 135 |
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –96 | 2 | –94 | –112 | 65 | –47 |
Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 306 | 2 | 307 | 24 | 65 | 88 |
Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen – vor und nach Eliminierung von konzerninternen Transaktionen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Vor Eliminierung konzerninterner Transaktionen betreffend aufgegebener Geschäfts- bereiche | Eliminierung konzerninterner Transaktionen betreffend aufgegebener Geschäfts- bereiche | Summe fortgeführte Geschäfts- bereiche | Vor Eliminierung konzerninterner Transaktionen betreffend aufgegebener Geschäfts- bereiche | Eliminierung konzerninterner Transaktionen betreffend aufgegebener Geschäfts- bereiche | Summe fortgeführte Geschäfts- bereiche |
Umsatzerlöse | 25.678 | –1.370 | 24.308 | 27.668 | –1.474 | 26.194 |
Sonstige betriebliche Erträge | 408 | — | 408 | 609 | — | 609 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 401 | — | 401 | 447 | — | 447 |
Summe Erlöse und sonstige Erträge | 26.488 | –1.370 | 25.118 | 28.724 | –1.474 | 27.251 |
Summe betriebliche Aufwendungen | –23.378 | 1.370 | –22.008 | –24.522 | 1.474 | –23.048 |
Operatives Ergebnis | 3.110 | — | 3.110 | 4.202 | — | 4.202 |
Finanzerfolg | –63 | — | –63 | –103 | — | –103 |
Ergebnis vor Steuern | 3.047 | — | 3.047 | 4.099 | — | 4.099 |
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –1.833 | –2 | –1.834 | –2.099 | –65 | –2.163 |
Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 1.214 | –2 | 1.212 | 2.001 | –65 | 1.936 |
Gesamtergebnisrechnung aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | | |
In EUR Mio | | |
| 2025 | 2024 |
Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 307 | 88 |
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden | 5 | –6 |
Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden | 19 | –7 |
Ertragsteuern, die auf Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden können, entfallen | –9 | 4 |
Ertragsteuern, die auf Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn - und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden, entfallen | –5 | 2 |
Summe der auf das sonstige Ergebnis entfallenden Ertragsteuern | –15 | 5 |
Sonstiges Ergebnis des Jahres nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 9 | –8 |
Gesamtergebnis des Jahres aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 316 | 80 |
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen | 235 | 60 |
Das kumulierte Ergebnis (netto nach Steuern), das im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital enthalten ist, belief sich für die Borealis Veräußerungsgruppe zum 31. Dezember 2025 auf EUR 47 Mio.
Weitere Anhangangaben zu aufgegebenen Geschäftsbereichen
Cashflows
Weitere Details zu den Cashflows, die den aufgegebenen Geschäftsbereichen zuzurechnen sind, finden sich in der „Konzern-Cashflow-Rechnung“.
Kreditrisiko
Das Kreditrisiko ist das Risiko, einen finanziellen Verlust zu erleiden, wenn ein Kunde oder eine Gegenpartei eines Finanzinstruments den vertraglichen Pflichten nicht nachkommt. Die Borealis Veräußerungsgruppe ist aufgrund ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (vorwiegend Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) und Finanzierungsaktivitäten, die Geldeinlagen bei Banken und Finanzinstituten sowie sonstige Finanzinstrumente umfassen, einem Kreditrisiko ausgesetzt. Für weitere Details zu den Bilanzpositionen siehe Anhangangabe 5 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.
Ein Kreditrisiko besteht auch im Zusammenhang mit den von Borealis für Bayport Polymers LLC ausgestellten finanziellen Garantieverträgen mit einem maximalen Kreditrisiko bezogen auf die in Anspruch genommenen Finanzierungsvereinbarungen zum 31. Dezember 2025 von EUR 1.387 Mio zuzüglich Zinsen (2024: EUR 727 Mio zuzüglich Zinsen). Details zu von Borealis übernommenen Garantien sind in Anhangangabe 35 – Nahestehende Unternehmen und Personen zu finden.
Liquiditätsrisiko
Borealis steuert aktiv das Liquiditätsrisiko, um das Risiko von Schwierigkeiten bei der Erfüllung der mit finanziellen Verbindlichkeiten verbundenen Verpflichtungen zu verringern. Die Liquidität wird täglich überwacht, um die Liquiditätserfordernisse des Borealis Konzerns sicherzustellen und jederzeit mit dem geringstmöglichen Einsatz von Working Capital abzudecken.
Marktrisiko
Borealis ist bestimmten Rohstoffpreisrisiken im Rahmen seiner Geschäftsaktivitäten ausgesetzt, die durch den Einsatz von derivativen Instrumenten (Level 2 der Fair Value-Hierarchie) gesteuert werden.
Für die petrochemische Produktion werden Teile der geplanten Cracker-Rohstoff-Beschaffung sowie Produktverkäufe mittels Swaps auf raffinierte Erdölerzeugnisse abgesichert. Für diese Derivate wird Cashflow-Hedge Accounting angewandt, mit Ausnahme von Derivaten zur Begrenzung von Preisrisiken bei Vorräten, die zum unmittelbaren Verbrauch zur Verfügung stehen. Derivatkontrakte, die nicht als Cashflow Hedges designiert werden, werden zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung bewertet.
Zudem sichert Borealis seine prognostizierten Stromeinkäufe mit Stromswaps ab. Für diese Derivate wird Cashflow-Hedge Accounting angewandt.
Risikomanagement im Fremdwährungsbereich
Borealis ist Fremdwährungsrisiken ausgesetzt bei Verkäufen, Einkäufen und Finanzverbindlichkeiten, die in anderen Währungen als dem EUR denominiert sind. Die bedeutendsten Risiken bestehen gegenüber USD und SEK, welche teilweise durch Währungsderivate abgesichert werden (Stufe 2 der Fair-Value-Hierarchie). Borealis sichert prognostizierte Fremdwährungspositionen mittels FX Forwards und Swaps ab. Borealis klassifiziert FX Forwards als Cashflow-Hedges und bewertet sie zum beizulegenden Zeitwert über das sonstige Ergebnis.
Darüber hinaus entsteht ein Umrechnungsrisiko aufgrund der Konsolidierung von Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures mit einer funktionalen Währung, die sich vom EUR unterscheidet. Währungsumrechnungsdifferenzen aus diesen Nettoinvestitionen, mit Ausnahme von Nettoinvestitionen in Borouge, werden im sonstigen Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen erfasst.
Borealis hat einen Teil seiner Investitionen in ein Gemeinschaftsunternehmen mit USD als funktionaler Währung mittels externer USD-Kredite abgesichert, die als Sicherungsgeschäfte für die Nettoinvestitionen des Konzerns in einen ausländischen Betrieb designiert sind. Das abgesicherte Risiko in einem Sicherungsgeschäft zur Absicherung einer Nettoinvestition ist das Risiko einer Abwertung des USD gegenüber dem EUR, was zu einer Verringerung des Buchwerts der Nettoinvestition in das Gemeinschaftsunternehmen in USD führt. Der EUR/USD-Effekt auf die Bewertung der Kredite wird im sonstigen Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen erfasst.
Eventualforderungen
Am 11. Juli 2025 hat die Borealis GmbH bei Gericht in Amsterdam, Niederlande, eine Klage gegen Clariant, Orbia, Celanese, Westlake und deren Tochtergesellschaften eingereicht, um Schadensersatz für den Umstand zu verlangen, dass die Beklagten ein Ethylen-Einkaufskartell gebildet haben. Zum Berichtsstichtag ergab sich für den Borealis Konzern eine Eventualforderung aus dieser Klage. Da der Ausgang und die finanzielle Auswirkung weiterhin ungewiss sind, wurde gemäß IAS 37 kein Vermögenswert angesetzt. Die geschätzte finanzielle Auswirkung wird weiterhin geprüft und kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht verlässlich bemessen werden.
5 | Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten
Bilanzierungsgrundsätze
Langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen werden als zu „Veräußerungszwecken gehalten“ klassifiziert, wenn ihr Buchwert durch Verkauf und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden soll. Voraussetzung für diese Klassifikation ist, dass der Verkauf als sehr wahrscheinlich eingeschätzt wird und der Vermögenswert bzw. die Gruppe von Vermögenswerten im derzeitigen Zustand zur sofortigen Veräußerung verfügbar ist. Bei OMV werden diese Voraussetzungen üblicherweise als nicht erfüllt angesehen, bevor verbindliche Angebote von interessierten Parteien eingehen.
Langfristige Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten, die als zu „Veräußerungszwecken gehalten“ klassifiziert werden, werden mit dem niedrigeren Betrag aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wurden, werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben, und Anteile an Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen werden nicht mehr at-equity bilanziert.
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten |
In EUR Mio | | |
| Chemicals | OMV Konzern |
| Borealis Veräußerungs- gruppe | |
| 2025 |
Immaterielle Vermögenswerte | 891 | 891 |
Sachanlagen | 6.018 | 6.018 |
At-equity bewertete Beteiligungen | 437 | 437 |
Sonstige Vermögenswerte inkl. latenter Steuern | 232 | 232 |
Langfristiges Vermögen | 7.579 | 7.579 |
Vorräte | 1.166 | 1.166 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 664 | 664 |
Sonstige Vermögenswerte | 506 | 506 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 679 | 679 |
Kurzfristiges Vermögen | 3.015 | 3.015 |
Summe Aktiva | 10.594 | 10.594 |
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 255 | 255 |
Leasingverbindlichkeiten | 613 | 613 |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 503 | 503 |
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen | 53 | 53 |
Sonstige Rückstellungen | 26 | 26 |
Sonstige Verbindlichkeiten inkl. latenter Steuern | 406 | 406 |
Langfristige Verbindlichkeiten | 1.856 | 1.856 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 932 | 932 |
Leasingverbindlichkeiten | 82 | 82 |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 200 | 200 |
Sonstige Rückstellungen | 79 | 79 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 362 | 362 |
Kurzfristige Verbindlichkeiten | 1.655 | 1.655 |
Summe Verbindlichkeiten | 3.510 | 3.510 |
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten |
In EUR Mio | | |
| Energy | OMV Konzern |
| 2024 |
Immaterielle Vermögenswerte | 31 | 31 |
Sachanlagen | 385 | 385 |
Langfristiges Vermögen | 416 | 416 |
Vorräte | 2 | 2 |
Sonstige Vermögenswerte | 7 | 7 |
Kurzfristiges Vermögen | 9 | 9 |
Summe Aktiva | 425 | 425 |
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen | 2 | 2 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 18 | 18 |
Langfristige Verbindlichkeiten | 19 | 19 |
Sonstige Verbindlichkeiten inkl. Rückstellungen | 37 | 37 |
Kurzfristige Verbindlichkeiten | 37 | 37 |
Summe Verbindlichkeiten | 56 | 56 |
Chemicals
Am 3. März 2025 haben OMV und ADNOC eine verbindliche Vereinbarung über die Zusammenlegung ihrer Anteile an Borealis und Borouge in einem neuen Unternehmen, Borouge Group International, unterzeichnet. Basierend auf der unterzeichneten Vereinbarung wird erwartet, dass OMV die Beherrschung über den Borealis Konzern (mit Ausnahme der Borouge Beteiligungen) verliert, was nach Abschluss der Transaktion zur Entkonsolidierung führt. Der Abschluss der Transaktion wird voraussichtlich für das erste Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen und der üblichen Abschlussbedingungen. Folglich wurde der Borealis Konzern (mit Ausnahme der Borouge Beteiligungen) am 3. März 2025 gemäß IFRS 5 in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert. Für nähere Informationen siehe Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture.
Energy
Am 29. Mai 2025 hat OMV eine Vereinbarung zur Veräußerung seines 5%-Anteils an der Ghasha-Konzession in den Vereinigten Arabischen Emiraten an Lukoil Gulf Upstream L.L.C. S.P.C. (Lukoil) unterzeichnet und abgeschlossen. Die damit verbundenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wurden 2024 als „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert. Die Transaktion hatte 2025 keine wesentliche Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung.
6 | Segmentberichterstattung
Bilanzierungsgrundsätze
Die Geschäftsaktivitäten des Konzerns sind zum Zweck der Unternehmenssteuerung in drei operative Geschäftsbereiche sowie in das Segment Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S) gegliedert. Jeder Geschäftsbereich stellt eine strategische Einheit dar und ist in unterschiedlichen Märkten tätig. Die Führung der Geschäftsbereiche erfolgt eigenständig. Strategische Entscheidungen bezüglich der Geschäftstätigkeit werden vom OMV Vorstand getroffen. Mit Ausnahme von Kb&S entsprechen die berichtspflichtigen OMV Segmente den operativen Geschäftssegmenten.
In die Ermittlung des Segmentvermögens fließen immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ein. Für die regionale Aufteilung externer Umsätze wird der Ort herangezogen, an dem das Risiko auf den Kunden übergeht. Die Nettoumsatzerlöse aus Warengeschäften, die in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen, und das Hedging-Ergebnis werden dem jeweiligen Land zugeordnet, in welchem die berichtende Tochtergesellschaft ihren Sitz hat. Die für die operativen Segmente geltenden Bilanzierungsgrundsätze stimmen mit jenen des Konzernabschlusses überein. Ausnahmen gelten lediglich für konzerninterne Umsätze und Kostenumlagen des Mutterunternehmens, welche nach internen OMV Grundsätzen ermittelt werden. Der Vorstand ist der Meinung, dass die Verrechnungspreise für Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten den Marktpreisen entsprechen. Geschäftsfälle, die den operativen Geschäftsbereichen nicht zuordenbar sind, werden im Ergebnis von Kb&S ausgewiesen.
Geschäftsaktivitäten und Hauptmärkte
Der Geschäftsbereich Energy umfasst drei Aktivitäten in drei Kernregionen: Nord, CEE und Süd. Das Geschäft Exploration & Produktion konzentriert sich auf die Exploration, Entwicklung und Produktion von Rohöl, Flüssigerdgas und Erdgas. Das Gasgeschäft verwaltet ein umfassendes Verkaufs- und Logistiknetzwerk für Erdgas vom Bohrloch bis zum Endkunden, einschließlich Speicher-, Multi-Commodity-Trading- und Stromgeschäft des Konzerns. Das Low Carbon-Geschäft des Segments Energy entwickelt nachhaltige Energiequellen wie Geothermieprojekte und erneuerbare Energielösungen, wie Solar- und Windkraft.
Der Geschäftsbereich Fuels raffiniert und vermarktet Rohöl sowie andere Rohstoffe und betreibt die Raffinerien Schwechat (Österreich), Burghausen (Deutschland) und Petrobrazi (Rumänien) mit einer jährlichen Kapazität von 17,8 Mio t. In diesen Raffinerien wird Erdöl zu Mineralölprodukten verarbeitet, die an Unternehmen und Privatpersonen verkauft werden.
OMV besitzt eine starke Marktposition innerhalb der Bereiche Versorgung, Betreuung gewerblicher Kunden und Betrieb eines Retail-Geschäfts mit 1.708 Tankstellen.
OMV hält Minderheitsanteile an verschiedenen at-equity bewerteten Beteiligungen. Die wesentlichste ist die 15% Beteiligung an ADNOC Refining (Vereinigte Arabische Emirate) mit einer jährlichen Raffineriekapazität von 7,1 Mio t (OMV Anteil).
Der Geschäftsbereich Chemicals ist einer der weltweit führenden Anbieter fortschrittlicher und kreislauffähiger Polyolefin-Lösungen und ein europäischer Marktführer bei Basischemikalien und Kunststoff-Recycling.
Der OMV Konzern, inklusive Joint Ventures, verfügt über Produktionskapazitäten von 7,0 Mio t Basischemikalien, 6,4 Mio t Polyolefine und 0,8 Mio t Compounding-Kapazitäten. Der Großteil der Produktionsanlagen liegt in Europa. Zusätzlich gibt es zwei Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten, eine in Brasilien und eine weitere in Südkorea. Darüber hinaus hält OMV Minderheitsanteile an verschiedenen at-equity bewerteten Beteiligungen. Die wesentlichsten sind: Borouge (Vereinigte Arabische Emirate), das Joint Venture von Borealis mit ADNOC, das den größten petrochemischen Komplex der Welt betreibt, und das Joint Venture Baystar (Pasadena, Vereinigte Staaten), das seit 2022 einen Ethan-Cracker betreibt und 2023 eine zusätzliche Polyethylen-Anlage mit der einzigartigen Borstar® -Technologie in Betrieb nahm.
Der OMV Konzern verfolgt verschiedene Initiativen im Bereich des mechanischen und chemischen Recyclings sowie der Herstellung von erneuerbaren Polyolefinen. Am Standort in Belgien errichtet Borealis eine Propan-Dehydrierungsanlage, um das erwartete Wachstum der Propylennachfrage in Europa zu nutzen. Die neue Anlage wird eine Produktionskapazität von 0,7 Mio t Propylen haben. Weiters befindet sich Borouge 4 (Ruwais, Vereinigte Arabische Emirate) im Bau, ein Steamcracker auf Ethanbasis mit einer Gesamtkapazität von 1,5 Mio t und Polyolefin-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 1,4 Mio t, die die einzigartige Borstar®-Technologie nutzen werden.
Die Konzernführung, Finanzierungs- und Versicherungsaktivitäten sowie gewisse Servicefunktionen sind im Geschäftsbereich Konzernbereich & Sonstiges (Kb&S) zusammengefasst.
Eine zentrale operative Ergebnissteuerungsgröße für den Konzern ist das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten.
Am 3. März 2025 haben OMV und ADNOC eine verbindliche Vereinbarung über die Zusammenlegung ihrer Anteile an Borealis und Borouge in einem neuen Unternehmen, Borouge Group International, unterzeichnet. Folglich wurde der Borealis Konzern, mit Ausnahme der Borouge Beteiligungen, am 3. März 2025 in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert und zusätzlich als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen. Für nähere Informationen siehe Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture. Der Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen ist weiterhin im CCS Operativen Ergebnis vor Sondereffekten enthalten.
Um die Analyse der üblichen Geschäftsentwicklung zu erleichtern, wird der Ausweis von Sondereffekten als angemessen erachtet. Um vergleichbare Werte wiedergeben zu können, werden bestimmte das Ergebnis beeinflussende Effekte hinzugefügt oder abgezogen. Diese Effekte können in vier Unterkategorien unterteilt werden: Personallösungen, Wertminderungen und Wertaufholungen, Anlagenverkäufe und Sonstiges.
Des Weiteren wird der CCS Effekt aus dem Jahresergebnis eliminiert, um ein effektives Performance-Management in einem Umfeld mit volatilen Preisen sowie die Vergleichbarkeit mit Mitbewerbern zu ermöglichen. Der CCS Effekt, auch als Lagerhaltungsgewinne und-verluste bezeichnet, ist die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitende Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse führen. Diese Leistungskennzahl erhöht die Transparenz der Ergebnisse und wird üblicherweise in der Erdölindustrie verwendet. OMV veröffentlicht daher diese Ergebniskennzahl zusätzlich zum gemäß IFRS ermittelten operativen Ergebnis.
Segmentberichterstattung |
In EUR Mio |
| 2025 |
| Energy | Fuels | Chemicals | Kb&S | Gesamt | Konsoli- dierung | OMV Konzern |
| | | | | | | |
Umsatzerlöse1, 2 | 10.813 | 17.347 | 841 | 520 | 29.520 | –5.212 | 24.308 |
Umsätze mit anderen Segmenten2 | –3.128 | –1.302 | –270 | –513 | –5.212 | 5.212 | — |
Umsatzerlöse mit Dritten | 7.685 | 16.045 | 571 | 7 | 24.308 | — | 24.308 |
Sonstige betriebliche Erträge | 196 | 126 | 17 | 69 | 408 | — | 408 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 34 | 88 | 279 | — | 401 | — | 401 |
Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) | 4.172 | 14.096 | 317 | 0 | 18.585 | –4.610 | 13.975 |
Planmäßige Abschreibungen | 1.158 | 524 | 86 | 45 | 1.814 | — | 1.814 |
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) | 793 | 11 | — | 0 | 804 | — | 804 |
Wertaufholungen | 195 | 6 | — | — | 201 | — | 201 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | 501 | 114 | 28 | 68 | 711 | –0 | 711 |
Operatives Ergebnis | 1.877 | 866 | 374 | –87 | 3.030 | 80 | 3.110 |
Operatives Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | — | — | 335 | — | 335 | — | 335 |
Sondereffekte für Personallösungen | 37 | 2 | 32 | 5 | 75 | — | 75 |
Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen | 454 | –5 | 15 | — | 465 | — | 465 |
Sondereffekte für Anlagenverkäufe | — | — | –19 | — | –19 | — | –19 |
Sonstige Sondereffekte | 339 | 10 | 47 | 7 | 402 | — | 402 |
Sondereffekte | 830 | 7 | 75 | 12 | 924 | — | 924 |
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten3 | 2.707 | 873 | 784 | –75 | 4.288 | 80 | 4.368 |
CCS Effekte | — | 243 | — | — | 243 | –5 | 239 |
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten3 | 2.707 | 1.116 | 784 | –75 | 4.532 | 75 | 4.607 |
Segmentvermögen4 | 10.142 | 5.333 | 1.048 | 246 | 16.769 | — | 16.769 |
Zugänge SAV/IV5 | 2.081 | 878 | 246 | 35 | 3.239 | — | 3.239 |
At-equity bewertete Beteiligungen6 | 341 | 1.362 | 3.552 | — | 5.255 | — | 5.255 |
Segmentberichterstattung |
In EUR Mio |
| | 2024 |
| Energy | Fuels | Chemicals | Kb&S | Gesamt | Konsoli- dierung | OMV Konzern |
| | | | | | | |
Umsatzerlöse1, 2 | 12.587 | 18.100 | 913 | 503 | 32.102 | –5.908 | 26.194 |
Umsätze mit anderen Segmenten2 | –3.603 | –1.545 | –275 | –485 | –5.908 | 5.908 | — |
Umsatzerlöse mit Dritten | 8.984 | 16.554 | 637 | 18 | 26.194 | — | 26.194 |
Sonstige betriebliche Erträge | 433 | 90 | 23 | 63 | 609 | — | 609 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 43 | 79 | 326 | — | 447 | — | 447 |
Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) | 4.843 | 15.040 | 445 | — | 20.329 | –5.304 | 15.025 |
Planmäßige Abschreibungen | 1.307 | 489 | 77 | 41 | 1.913 | — | 1.913 |
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) | 620 | 18 | — | 1 | 638 | — | 638 |
Wertaufholungen | –0 | 16 | — | — | 15 | — | 15 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | 166 | 108 | 18 | 62 | 354 | — | 354 |
Operatives Ergebnis | 3.205 | 709 | 352 | –80 | 4.187 | 16 | 4.202 |
Operatives Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | — | — | 52 | — | 52 | — | 52 |
Sondereffekte für Personallösungen | 6 | 0 | 8 | — | 15 | — | 15 |
Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen | 472 | 16 | 16 | — | 504 | — | 504 |
Sondereffekte für Anlagenverkäufe | –23 | — | — | — | –23 | — | –23 |
Sonstige Sondereffekte | 149 | 82 | 31 | 6 | 268 | — | 268 |
Sondereffekte | 605 | 98 | 55 | 6 | 764 | — | 764 |
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten3 | 3.810 | 808 | 459 | –73 | 5.003 | 16 | 5.018 |
CCS Effekte | — | 119 | — | — | 119 | 4 | 123 |
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten3 | 3.810 | 927 | 459 | –73 | 5.122 | 19 | 5.141 |
Segmentvermögen4 | 10.031 | 5.023 | 7.134 | 261 | 22.449 | — | 22.449 |
Zugänge SAV/IV5 | 1.679 | 871 | 1.087 | 59 | 3.697 | — | 3.697 |
At-equity bewertete Beteiligungen6 | 355 | 1.530 | 4.777 | — | 6.661 | — | 6.661 |
2025 waren die Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen hauptsächlich auf Wertminderungen von E&P-Vermögenswerten im Geschäftsbereich Energy zurückzuführen. Nähere Details über Wertminderungen und Zuschreibungen können der Anhangangabe 9 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – entnommen werden.
Die Position Sonstige Sondereffekte wurde hauptsächlich durch eine Wertminderung sonstiger finanzieller Vermögenswerte im Geschäftsbereich Energy im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen, die voraussichtlich von OMV Petrom auf eigene Kosten gemäß den vereinbarten Grundsätzen zwischen OMV Petrom und dem rumänischen Staat übernommen werden müssen, sowie durch temporäre Bewertungseffekte, beeinflusst. Weitere Details können der Anhangangabe 20 – Finanzielle Vermögenswerte.
Informationen über geografische Bereiche |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Umsätze mit Dritten | Segmentver- mögen1 | At-equity bewertete Beteiligungen2 | Umsätze mit Dritten | Segmentver- mögen1 | At-equity bewertete Beteiligungen2 |
Österreich | 7.186 | 4.066 | 11 | 6.868 | 5.109 | 12 |
Belgien | 72 | 49 | — | 65 | 2.840 | 25 |
Deutschland | 3.154 | 1.304 | 20 | 4.322 | 1.391 | 25 |
Ungarn | 1.501 | 122 | — | 1.447 | 107 | — |
Libyen | 591 | 778 | — | 628 | 866 | — |
Norwegen | 484 | 911 | — | 757 | 941 | — |
Rumänien | 5.977 | 7.357 | 65 | 5.888 | 6.480 | 70 |
Vereinigte Arabische Emirate | 1.205 | 1.360 | 4.769 | 1.366 | 1.547 | 5.644 |
Übriges MOE3 | 2.451 | 526 | 17 | 2.472 | 569 | — |
Übriges Europa | 1.367 | 12 | 19 | 1.685 | 1.841 | 23 |
Übrige Welt4 | 320 | 284 | 354 | 696 | 759 | 862 |
Gesamt | 24.308 | 16.769 | 5.255 | 26.194 | 22.449 | 6.661 |
Bilanzierungsgrundsätze
Umsätze aus Kundenverträgen
Die Umsatzerlöse werden grundsätzlich dann realisiert, wenn die Kontrolle über die Produkte oder Dienstleistungen auf den Kunden übergeht. Die Ertragsrealisierung erfolgt auf Basis der mit dem Kunden vereinbarten Gegenleistung mit Ausnahme von Beträgen, die im Auftrag Dritter eingezogen werden.
Beim Verkauf von Gütern wie Rohöl, LNG, Ölprodukten, chemischen und ähnlichen Produkten stellt die Lieferung einer Mengeneinheit grundsätzlich eine separate Leistungsverpflichtung dar. Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Kontrolle über die Güter an den Kunden übertragen wird, wobei dies auch der Zeitpunkt ist, an dem die Eigentumsrechte sowie das Untergangsrisiko auf den Kunden übergehen. Dieser Zeitpunkt kann auf Basis der im Kundenvertrag vereinbarten Incoterms festgestellt werden. Diese Verkäufe erfolgen mit den üblichen Zahlungszielen entsprechend dem Industriestandard.
Umsatzerlöse aus der Rohölproduktion, an der OMV mit anderen Produzenten beteiligt ist, werden gemäß der Umsatzmethode verbucht. Das bedeutet, dass die Umsatzerlöse auf Basis der tatsächlichen Verkäufe an Dritte verbucht werden, unabhängig vom prozentualen Anteil oder Anspruch des Konzerns. Für die Differenz zwischen den Kosten der verkauften Mengen und den Kosten auf Basis der Menge, auf die ein Anspruch besteht, wird eine Anpassung der Produktionskosten auf Basis der durchschnittlichen Kosten mit Gegenbuchung in den sonstigen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten erfasst.
Im Fuels Tankstellengeschäft werden die Umsätze aus dem Verkauf von Treibstoffen realisiert, wenn die Produkte an den Kunden abgegeben werden. Abhängig davon, ob OMV beim Verkauf von Tankstellenshopware als Prinzipal oder Agent handelt, werden die Erlöse und die diesen Erlösen zuordenbaren Kosten in der Gewinn- und Verlustrechnung brutto oder netto dargestellt. OMV ist Prinzipal, wenn OMV vor dem Verkauf Kontrolle über die Güter hat, wofür der Hauptindikator das Lagerrisiko bei OMV ist. An Tankstellen sind die Zahlungen sofort zum Zeitpunkt des Kaufs oder bei Zahlung mit Tankkarten im Folgemonat der Lieferung fällig.
Die OMV Gas- und Stromlieferverträge enthalten eine Leistungsverpflichtung, die über den vereinbarten Lieferzeitraum erbracht wird. Die Umsatzerlöse werden entsprechend den von den Kunden abgenommenen Mengen und in Übereinstimmung mit dem Betrag, den OMV in Rechnung stellen darf, realisiert.
In einigen Kundenverträgen für die Lieferung von Erdgas umfasst das dem Kunden verrechnete Entgelt einen Fixbetrag und ein variables Entgelt abhängig von der gelieferten Menge. Diese Verträge enthalten nur eine Leistungsverpflichtung und zwar eine Zusage, über einen bestimmten Zeitraum für die Lieferung von Gas bereitzustehen. Die Erlöse aus dem fixen und variablen Entgelt werden entsprechend den Beträgen verbucht, die OMV den Kunden in Rechnung stellen darf. Gas- und Stromlieferungen werden monatlich in Rechnung gestellt und gezahlt.
Gasspeicherverträge enthalten eine Zusage, Speicherleistungen über einen vereinbarten Zeitraum zu erbringen. Die Umsatzerlöse werden entsprechend den Beträgen verbucht, die OMV den Kunden in Rechnung stellen darf. Diese Serviceleistungen werden monatlich in Rechnung gestellt und gezahlt.
Bei OMV gibt es einige Kundenverträge für Öl- und Gaslieferungen sowie für Gasspeicherleistungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr. Gemäß IFRS 15 sind die gesamten auf die noch nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen entfallenden Teile der Transaktionspreise grundsätzlich für solche Verträge anzugeben. Die Verträge für Öllieferungen enthalten, so wie in der Ölindustrie üblich, variable Preise auf Basis der Marktpreise zum Lieferzeitpunkt, weshalb für diese Verträge eine Zuordnung des Transaktionspreises auf die nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen nicht möglich ist. Für Gasliefer- und Gasspeicherverträge wendet OMV die Erleichterungsvorschriften gemäß IFRS 15.121 (b) an, wonach diese Informationen bei jenen Verträgen nicht angegeben werden müssen, bei denen die Erlöse in einer Höhe erfasst werden, die dem Wert entspricht, der in Rechnung gestellt werden darf. OMV veröffentlicht diese Information daher nicht.
Umsätze aus anderen Quellen
Die Umsätze aus anderen Quellen enthalten Erlöse aus Warengeschäften, die in den Anwendungsbereich des IFRS 9 fallen. Umsatzerlöse und Kosten für Rohstoffe werden netto dargestellt, wenn die Warentermingeschäfte zu Handelszwecken und nicht mit dem Ziel der finalen physischen Lieferung abgeschlossen wurden.
Die Umsätze aus anderen Quellen enthalten weiters die Anpassung der Umsatzerlöse durch die Berücksichtigung des Produktionsanteils der nationalen Ölgesellschaft als Ertragsteueraufwand bei Produktionsteilungsverträgen im E&P-Geschäft und realisierte und unrealisierte Ergebnisse aus der Absicherung von Umsatztransaktionen.
Umsatzerlöse | | |
In EUR Mio | | |
| 2025 | 2024 |
Umsätze aus Kundenverträgen | 23.895 | 26.174 |
Umsätze aus anderen Quellen | 413 | 20 |
Umsatzerlöse | 24.308 | 26.194 |
Umsätze aus Kundenverträgen |
In EUR Mio |
| Energy | Fuels | Chemicals | Konzern- bereich & Sonstiges | OMV Konzern |
| | | | | |
| 2025 |
Rohöl, NGL und Kondensate | 510 | 1.594 | — | — | 2.104 |
Erdgas und LNG | 5.600 | 13 | — | — | 5.613 |
Treibstoffe, Heizöl und sonstige Raffinerieprodukte | — | 13.328 | — | — | 13.328 |
Chemische Produkte | — | 38 | 550 | — | 588 |
Sonstige Produkte und Dienstleistungen1 | 1.259 | 976 | 21 | 6 | 2.262 |
Umsätze aus Kundenverträgen | 7.369 | 15.950 | 571 | 6 | 23.895 |
| | | | | |
| 2024 |
Rohöl, NGL und Kondensate | 846 | 1.681 | — | — | 2.527 |
Erdgas und LNG | 7.263 | 7 | — | — | 7.270 |
Treibstoffe, Heizöl und sonstige Raffinerieprodukte | — | 13.754 | — | — | 13.754 |
Chemische Produkte | — | 58 | 637 | — | 696 |
Sonstige Produkte und Dienstleistungen1 | 953 | 958 | 0 | 16 | 1.928 |
Umsätze aus Kundenverträgen | 9.062 | 16.458 | 637 | 16 | 26.174 |
Ab dem Jahr 2025 wurden die Umsätze aus Forward-Verkäufen von Strom sowie aus der Vermarktung von Rohöl aus Eigenerzeugung (2024: EUR 1.547 Mio), die bisher als „Umsätze aus anderen Quellen“ ausgewiesen wurden, unter „Umsätze aus Kundenverträgen“ gezeigt, um eine verbesserte und transparentere Darstellung der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft zu gewährleisten. Zur Sicherstellung der Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst.
8 | Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen
Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Fremdwährungskursgewinne aus operativen Geschäften | 143 | 103 |
Gewinne aus Abgängen1 | 24 | 74 |
Übrige sonstige betriebliche Erträge | 241 | 433 |
Sonstige betriebliche Erträge | 408 | 609 |
| | |
Erträge aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 426 | 496 |
Aufwendungen aus at-equity bewerteten Beteiligungen | –25 | –49 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 401 | 447 |
Fremdwährungskursgewinne aus operativen Geschäften waren 2025 und 2024 im Wesentlichen von der USD Wechselkursentwicklung beeinflusst.
Gewinne aus Abgängen des Jahres 2024 bezogen sich hauptsächlich auf Gewinne aus der Veräußerung des 50-prozentigen OMV Anteils an der malaysischen SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd.
Am 3. Jänner 2025 entschied die Stockholmer Handelskammer zugunsten von OMV im Schiedsverfahren im Zusammenhang mit dem österreichischen Liefervertrag und sprach OMV eine Entschädigung durch Gazprom Export LLC zu. Angesichts dieses günstigen Urteils wurde die finanzielle Auswirkung der teilweisen Aufrechnung gegen Verbindlichkeiten aus dem österreichischen Gasliefervertrag im Jahr 2025 im Posten „Sonstige betriebliche Erträge“ (unter „Übrige sonstige betriebliche Erträge“ enthalten) in Höhe von EUR 48 Mio berücksichtigt.
Nach Abschluss des Schiedsverfahrens im Zusammenhang mit dem deutschen Gasliefervertrag mit Gazprom Export gemäß den Regeln der Internationalen Handelskammer (ICC) im November 2024 erhielt OMV einen Schiedsspruch, in dem OMV eine Entschädigung zugesprochen wurde, die gegen Verbindlichkeiten aus dem österreichischen Gasliefervertrag aufgerechnet wurde. Dies führte im Jahr 2024 zu einem positiven Effekt von EUR 259 Mio in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, davon sind EUR 234 Mio im Posten „Sonstige betriebliche Erträge“ (unter „Übrige sonstige betriebliche Erträge“ enthalten) und EUR 25 Mio im Posten „Zinserträge“ berücksichtigt.
Des Weiteren wurde die Position „Übrige sonstige betriebliche Erträge“ im Jahr 2025 durch einen positiven Ausgang eines Rechtsstreits in Rumänien beeinflusst und enthielt in beiden Jahren staatliche Zuschüsse. Zusätzlich umfasste die Position Lagerhaltungserträge im Zusammenhang mit der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. in Höhe von EUR 46 Mio (2024: EUR 46 Mio).
Erträge aus at-equity bewerteten Beteiligungen waren im Wesentlichen durch die Borouge PLC und die ADNOC Global Trading beeinflusst. Nähere Details können der Anhangangabe 18 – At-equity bewertete Beteiligungen – entnommen werden.
9 | Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen
Bilanzierungsgrundsätze
Wertminderung von Vermögenswerten
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen (inklusive Öl- und Gasvermögen) und at-equity bewertete Beteiligungen werden auf Wertminderung überprüft, wenn Ereignisse oder veränderte Umstände einen Anhaltspunkt für eine potenzielle Wertminderung eines Vermögenswerts geben. Überprüfungen auf Werthaltigkeit werden auf der Ebene des Vermögenswerts oder der kleinsten Gruppe von Vermögenswerten durchgeführt, die Zahlungsmittel weitgehend unabhängig von anderen Vermögenswerten oder Gruppen von Vermögenswerten generieren, der sogenannten zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE).
Wenn festgestellt wurde, dass Vermögenswerte wertgemindert sind, werden die Buchwerte bis zu ihrem erzielbaren Betrag, der dem höheren aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert entspricht, abgeschrieben.
Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes nach Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Die Cashflows werden aus den aktuellen Budget- und Planungsrechnungen abgeleitet, die für die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, denen die einzelnen Vermögenswerte zugeordnet sind, separat erstellt werden.
Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden, falls vorhanden, kürzlich erfolgte Markttransaktionen herangezogen. Sind keine derartigen Transaktionen identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodell herangezogen.
Falls in einer Folgeperiode die Gründe für eine Wertminderung wegfallen, wird eine ergebniswirksame Wertaufholung erfasst. Der infolge einer Wertaufholung erhöhte Buchwert eines Vermögenswerts darf nicht den Buchwert übersteigen, der unter Berücksichtigung der planmäßigen Abschreibung bestimmt worden wäre, wäre in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden.
Wertminderungen sind in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile „Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen“ enthalten, mit Ausnahme der Wertminderungen auf Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung, welche in den „Explorationsaufwendungen“ gezeigt werden.
Wesentliche Schätzungen: Werthaltigkeit der Vermögenswerte
Die Beurteilung, ob Vermögenswerte oder ZGE wertgemindert sind oder ob vergangene Wertminderungen wieder zugeschrieben werden sollen, erfordert die Anwendung verschiedener Schätzungen und Annahmen, wie beispielsweise über die Preis- und Margenentwicklung, Produktionsmengen und Diskontierungssätze.
Änderungen der wirtschaftlichen Lage, der Erwartungen hinsichtlich klimabezogener Risiken oder anderer Tatsachen und Umstände können eine Überprüfung dieser Annahmen erforderlich machen und zu Wertminderungen oder Wertaufholungen von Vermögenswerten innerhalb des nächsten Geschäftsjahres führen. Das Management führt diese Analyse für jede wesentliche ZGE durch.
Die den Wertminderungstests zugrundeliegenden Preis- und Margenannahmen werden jährlich im Rahmen der Mittelfristplanung (MTP) vom Management überprüft und vom Aufsichtsrat verabschiedet. Sie stellen die bestmöglichen Schätzungen des Managements dar und sind im Einklang mit externen Quellen. Während die kurzfristigen Annahmen aus aktuellen Forward-Preisen und Marktentwicklungen abgeleitet werden, werden die langfristigen Preisannahmen anhand einer Vielzahl von langfristigen Prognosen von anerkannten Fachleuten unter Berücksichtigung von weltweitem Angebot und Nachfrage entwickelt. Die langfristigen Annahmen von OMV berücksichtigen die Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende hin zu kohlenstoffärmeren Energieträgern (siehe mehr Informationen in Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende).
Die wesentlichen Bewertungsparameter zur Ermittlung der erzielbaren Beträge für E&P-Vermögenswerte sind die Öl- und Gaspreise, Produktionsmengen, Wechselkurse und die Diskontierungssätze. Die Förderprofile wurden aufgrund der Reservenschätzungen (siehe Anhangangabe 17 – Sachanlagen) und der Erfahrungswerte aus der Vergangenheit geschätzt und stellen die beste Schätzung des Managements bezüglich der zukünftigen Produktionsmengen dar. Die Cashflow-Prognosen für die ersten drei Jahre basieren auf der Mittelfristplanung und darüber hinaus auf einer Feldlebensplanung und umfassen damit die gesamte Lebensdauer des Feldes.
Für die Berechnung des erzielbaren Betrags der Raffinerien sind die Hauptannahmen die relevanten Margen, Volumina sowie Diskontierungssätze und Inflationsraten. Die Nutzungswertberechnung basiert auf den Cashflows der Drei-Jahres-Mittelfristplanung, den Cashflows für die strategische Planungsperiode bis 2040 sowie einer ewigen Rente.
Die wesentlichen Preisannahmen für die Berechnung der Nutzungswerte sind in Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende enthalten.
Die folgenden Tabellen zeigen eine Überleitung zu den in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Beträgen:
Abschreibungen, Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) und Wertaufholungen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Planmäßige Abschreibungen | 1.814 | 1.913 |
Wertaufholungen | –201 | –15 |
Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) | 698 | 559 |
Abschreibungen, Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) und Wertaufholungen | 2.311 | 2.457 |
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) | 698 | 559 |
Wertminderungen (Exploration und Evaluierung) | 106 | 79 |
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) | 804 | 638 |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – Aufteilung auf die Funktionen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Planmäßige Abschreibungen | 1.814 | 1.913 |
davon Explorationsaufwendungen | — | — |
davon Produktions- und operative Aufwendungen | 1.552 | 1.664 |
davon Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen | 262 | 249 |
| | |
Wertaufholungen | –201 | –15 |
davon Explorationsaufwendungen | — | — |
davon Produktions- und operative Aufwendungen | –200 | –15 |
davon Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen | –1 | –0 |
| | |
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) | 804 | 638 |
davon Explorationsaufwendungen | 106 | 80 |
davon Produktions- und operative Aufwendungen | 693 | 539 |
davon Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen | 5 | 19 |
Wertminderungen und Wertaufholungen in Energy
Im Jahr 2025 wurden Wertminderungen in Höhe von EUR 135 Mio für bestimmte Öl- und Gasvermögenswerte sowie Firmenwerte in Tunesien erfasst. Diese Wertminderungen waren durch Produktionsrückgänge bedingt. Der erzielbare Betrag der zugehörigen Vermögenswerte, basierend auf dem Nutzungswert, betrug EUR 95 Mio. Der angewandte Diskontierungssatz nach Steuern betrug 10,25%.
Für bestimmte Gasvermögenswerte in Neuseeland wurden Wertminderungen in Höhe von EUR 131 Mio erfasst. Auch diese Wertminderungen waren auf Produktionsrückgänge zurückzuführen. Der erzielbare Betrag der zugehörigen Vermögenswerte, basierend auf dem Nutzungswert, betrug EUR 177 Mio. Der angewandte Diskontierungssatz nach Steuern betrug 7,50%.
In Rumänien wurden Netto-Wertminderungen in Höhe von EUR 122 Mio in Bezug auf bestimmte Öl- und Gasvermögenswerte erfasst. Diese sind hauptsächlich auf höhere Produktionsrückgänge einiger reifer Felder und eine erhöhte E&P-Besteuerung im Kontext der Vereinbarung zwischen OMV Petrom und dem rumänischen Staat zur 15-jährigen Verlängerung der Produktionslizenzen zurückzuführen. Der erzielbare Betrag der zugehörigen Vermögenswerte, basierend auf dem Nutzungswert, betrug EUR 2.162 Mio. Der angewandte Diskontierungssatz nach Steuern betrug 9,00%.
Die berichteten Wertminderungsverluste, die der Exploration und Evaluierung zuzurechnen sind, beliefen sich auf EUR 106 Mio und betrafen hauptsächlich erfolglose Explorationsbohrungen in Norwegen sowie Wertminderungen in Neuseeland und Österreich.
Weitere Wertminderungen im Jahr 2025 umfassten EUR 91 Mio, die hauptsächlich im Zusammenhang mit nicht erfolgreichen Generalüberholungen und veralteten oder ersetzten Sachanlagen in Rumänien standen.
Im Jahr 2024 wurde eine Wertminderung von EUR 222 Mio für Gasvermögenswerte in Neuseeland erfasst. Diese Wertminderung wurde durch erwartete niedrigere Produktionsvolumina verursacht. In Rumänien wurden Wertminderungen in Höhe von EUR 121 Mio für Öl- und Gasvermögenswerte erfasst, hauptsächlich bedingt durch erhöhte allgemeine Betriebskosten im Kontext hohen Inflationsdrucks. Im Geschäftssegment Energy führte die Umgliederung bestimmter Öl- und Gasvermögenswerte in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ zu einer Wertminderung in Höhe von EUR 125 Mio, basierend auf dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.
Die berichteten Wertminderungsverluste, die der Exploration und Evaluierung zuzurechnen sind, beliefen sich 2024 auf EUR 79 Mio und betrafen hauptsächlich erfolglose Explorationsbohrungen in Österreich und Norwegen.
Weitere Wertminderungen im Jahr 2024 umfassten EUR 65 Mio, die hauptsächlich im Zusammenhang mit nicht erfolgreichen Generalüberholungen und veralteten oder ersetzten Sachanlagen in Rumänien standen.
10 | Explorationsaufwendungen
Bilanzierungsgrundsätze
Explorationsaufwendungen betreffen ausschließlich das E&P-Geschäft im Energy-Segment und umfassen jene Kosten, die im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen. Dazu zählen u.a. geologische und geophysikalische Kosten für die Identifikation und Untersuchung von Gebieten mit möglichen Öl- und Gasreserven sowie Verwaltungs-, Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit Explorationsaktivitäten. Des Weiteren umfasst diese Position alle Wertminderungen von Explorationsbohrungen, die keine sicheren Reserven nachweisen konnten.
Die folgende Tabelle zeigt die Konzernbeiträge der Aktivitäten, welche auf die Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen entfallen. All diese Aktivitäten sind im Segment Energy enthalten.
Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Wertminderungen (Exploration und Evaluierung) | 106 | 79 |
Sonstiger Explorationsaufwand | 43 | 72 |
Explorationsaufwand | 149 | 151 |
| | |
Netto-Mittelabfluss aus der Betriebstätigkeit | 41 | 71 |
Netto-Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit | 103 | 141 |
11 | Sonstige betriebliche Aufwendungen
Sonstige betriebliche Aufwendungen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Fremdwährungskursverluste aus operativen Geschäften | 129 | 117 |
Verluste aus dem Abgang von Geschäftseinheiten, Tochterunternehmen und Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten | 12 | 4 |
Netto-Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten | 291 | 18 |
Personallösungen | 42 | 11 |
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen | 84 | 78 |
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen | 153 | 125 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | 711 | 354 |
Fremdwährungskursverluste aus operativen Geschäften waren 2025 und 2024 wesentlich von der USD-Entwicklung beeinflusst.
Netto-Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten wurden 2025 durch eine Wertminderung sonstiger finanzieller Vermögenswerte in Höhe von EUR 297 Mio beeinflusst. Diese Wertminderung stand im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen, die von OMV Petrom auf eigene Kosten getragen werden, weitere Details können der Anhangangabe 20 – Finanzielle Vermögenswerte entnommen werden. 2024 beinhaltete die Position im Wesentlichen Wertminderungen von Forderungen in Tunesien in Höhe von EUR 17 Mio.
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen enthielten Aufwendungen im Zusammenhang mit verschiedenen Digitalisierungsinitiativen in Höhe von EUR 17 Mio (2024: EUR 12 Mio) sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der an die Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. ausgelagerten Mindestbevorratungsverpflichtung in Höhe von EUR 55 Mio (2024: EUR 56 Mio). Darüber hinaus beinhaltete diese Position eine 0,5%ige Umsatzabgabe von EUR 40 Mio (2024: EUR 43 Mio), die für Öl- und Gasunternehmen in Rumänien gilt.
12 | Personalaufwendungen und durchschnittliche Arbeitnehmerzahl
Personalaufwendungen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Löhne und Gehälter | 1.088 | 1.020 |
Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen | 5 | 14 |
Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen | 34 | 35 |
Personallösungen | 42 | 11 |
Sonstiger Personalaufwand | 184 | 173 |
Steuern und Sozialabgaben | 156 | 149 |
Personalaufwendungen | 1.509 | 1.402 |
Anteilsbasierte Vergütungen waren Teil der Position Sonstiger Personalaufwand. Weitere Informationen sind in Anhangangabe 33 – Anteilsbasierte Vergütungen zu finden. Für nähere Details zu den leistungsorientierten Plänen siehe Anhangangabe 24 – Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.
Durchschnittliche Anzahl Arbeitnehmer1 |
| 2025 | 2024 |
OMV Konzern ohne OMV Petrom Konzern und Borealis Konzern | 6.761 | 6.959 |
OMV Petrom Konzern | 10.054 | 8.337 |
Borealis Konzern | 6.187 | 6.110 |
OMV Konzern | 23.002 | 21.406 |
davon Arbeitnehmer in aufgegebenen Geschäftsbereichen | 6.187 | 6.110 |
Bilanzierungsgrundsätze
Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Rekultivierungsrückstellung der OMV Petrom S.A. wurde mit den Zinserträgen aus vom rumänischen Staat erstattungsfähigen Forderungen saldiert.
Zinserträge |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 199 | 217 |
Abgezinste Forderungen | 35 | 8 |
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte | 161 | 59 |
Ausleihungen | 29 | 17 |
Zinserträge | 424 | 300 |
Zinserträge ausZahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten standen 2025 hauptsächlich im Zusammenhang mit Zinserträgen auf Bankeinlagen in EUR, RON und USD.
Zinserträge aussonstigen finanziellen und nicht finanziellen Vermögenswerten enthielten im Jahr 2025 hauptsächlich Zinserträge infolge eines positiven Ausgangs von Rechtsstreitigkeiten in Rumänien. Im Jahr 2024 waren darin Zinserträge in Höhe von EUR 25 Mio nach Abschluss der Schiedsgerichtsverfahren im Zusammenhang mit dem deutschen Gasliefervertrag mit Gazprom Export enthalten.
Zinsaufwendungen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Anleihen | 131 | 107 |
Leasingverbindlichkeiten | 38 | 29 |
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 11 | 14 |
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen | 179 | 204 |
Rückstellungen für Jubiläumsgeld, Personallösungen und andere Leistungen an Arbeitnehmer | 2 | 2 |
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 20 | 22 |
Rückstellungen für belastende Verträge | 5 | 5 |
Sonstige | 11 | 11 |
Zinsaufwendungen, brutto | 398 | 396 |
Aktivierte Fremdkapitalzinsen | –10 | –7 |
Zinsaufwendungen | 388 | 390 |
Weitere Details zu Anleihen und Leasingverbindlichkeiten können der Anhangangabe 26 – Verbindlichkeiten entnommen werden.
Die Zinsaufwendungen fürRückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen wurden im Jahr 2025 durch Aufzinsungseffekte in Höhe von EUR 179 Mio (2024: EUR 173 Mio) beeinflusst. Im Jahr 2024 entfiel ein Teil der Zinsaufwendungen für Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen auf negative Neubewertungseffekte hinsichtlich vom rumänischen Staat erstattungsfähiger Forderungen in Höhe von EUR 31 Mio.
Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Pensions- und Abfertigungsrückstellungen wurden mit Zinserträgen aus dem Planvermögen von EUR 12 Mio (2024: EUR 13 Mio) saldiert dargestellt.
Sonstiges Finanzergebnis |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Buchwert verkaufter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | –7.395 | –7.189 |
Erlöse aus verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 7.342 | 7.127 |
Finanzierungskosten für Factoring und Securitization | –53 | –61 |
Nettofremdwährungsgewinne (+)/-verluste (-) | –58 | 54 |
Sonstige | 5 | –12 |
Sonstiges Finanzergebnis | –106 | –20 |
2025 war das Nettofremdwährungsergebnis hauptsächlich durch den USD beeinflusst.
14 | Steuern vom Einkommen und Ertrag
Bilanzierungsgrundsätze
Neben Körperschaftsteuern und Gewerbesteuern werden auch die für das E&P-Geschäft typischen Steuern aus der Öl- und Gasproduktion, wie z.B. die jeweiligen Anteile des Landes bzw. der nationalen Ölgesellschaft aus bestimmten EPSA-Verträgen, als Ertragsteuern behandelt und ausgewiesen.
Ein Explorations- und Produktionsteilungsvertrag (Exploration and Production Sharing Agreement, EPSA) ist eine Vertragsform bei Erdöl- und Erdgaslizenzen, bei der sich ein oder mehrere Ölunternehmen und das Gastland bzw. die nationale Ölgesellschaft die Erdöl- bzw. Erdgasproduktion nach einem festgelegten Schlüssel teilen. Explorationsaufwendungen werden dabei grundsätzlich von den Ölgesellschaften getragen und nur im Erfolgsfall vom Staat oder der nationalen Ölgesellschaft in Form des sogenannten „cost oil“ erstattet. In bestimmten EPSA-Verträgen stellen die Anteile an der Produktion, die der nationalen Ölgesellschaft zustehen, eine Form der Ertragsbesteuerung dar. In solchen Fällen wird der Anteil der nationalen Ölgesellschaft an der Produktion in der Gewinn- und Verlustrechnung als Ertragsteueraufwand dargestellt.
Für temporäre Differenzen werden latente Steuern bilanziert. Aktive latente Steuern werden in dem Umfang aktiviert, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zukünftiger zu versteuernder Gewinn zur Verfügung stehen wird, gegen den die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste, noch nicht genutzten Steuergutschriften und abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können.
Der Konzern wendete die temporäre, verpflichtende Ausnahmeregelung hinsichtlich der Bilanzierung latenter Steuern an, die sich aus der Einführung der globalen Mindestbesteuerung ergeben.
Wesentliche Schätzungen: Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern
Der Ansatz von aktiven latenten Steuern erfordert eine Einschätzung darüber, wann sie sich wahrscheinlich umkehren werden und ob zu versteuernde Gewinne in ausreichender Höhe den aktiven latenten Steuern zum Zeitpunkt ihrer Umkehrung entgegenstehen. Diese Beurteilung der Realisierbarkeit macht Annahmen über künftige, zu versteuernde Gewinne erforderlich und unterliegt deshalb Unsicherheiten. Bei OMV erfolgt diese Beurteilung auf Basis einer detaillierten Steuerplanung über die Feldlebensdauern bei E&P-Konzerngesellschaften bzw. über einen Zeitraum von fünf Jahren bei allen anderen Konzerngesellschaften.
2025 wurde für die österreichische Steuergruppe ebenso wie im Vorjahr eine Wertberichtigung auf aktive latente Steuern erfasst. Die für die österreichische Steuergruppe zum 31. Dezember 2025 erfassten aktiven latenten Steuern spiegeln die erwartete Nutzung von abzugsfähigen temporären Differenzen von Bilanzposten und steuerlichen Verlustvorträgen innerhalb des 5-Jahres-Planungshorizonts wider. Bei der Bemessung der realisierbaren aktiven latenten Steuern innerhalb sowie nach dem Planungszeitraum wurde die Begrenzung der steuerlichen Verlustnutzung auf 75% gemäß österreichischem Körperschaftsteuergesetz berücksichtigt.
Änderungen in Annahmen über künftige, zu versteuernde Gewinne können zu einem Anstieg oder einer Reduktion der aktiven latenten Steuern führen, was eine Auswirkung auf den Jahresüberschuss der Periode hat, in der die Änderung stattfindet.
Steuern vom Einkommen und Ertrag |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Ergebnis vor Steuern | 3.047 | 4.099 |
Laufende Steuern | 1.825 | 2.147 |
davon betreffend Vorjahre | 42 | –16 |
Latente Steuern | 9 | 16 |
Steuern vom Einkommen und Ertrag | 1.834 | 2.163 |
Direkt im sonstigen Ergebnis verbuchte Ertragsteuern |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Latente Steuern | 4 | 3 |
Laufende Steuern | — | — |
Direkt im sonstigen Ergebnis verbuchte Ertragsteuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 4 | 3 |
Direkt im sonstigen Ergebnis verbuchte Ertragsteuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 15 | –5 |
Summe der direkt im sonstigen Ergebnis verbuchten Ertragsteuern | 18 | –2 |
Entwicklung der latenten Steuern1 |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Latente Steuern zum 1. Jänner | 182 | –114 |
Latente Steuern zum 31. Dezember | 108 | 182 |
Veränderung latente Steuern | –74 | 297 |
Latenter Steueraufwand (–)/Steuerertrag (+) aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | –56 | 1 |
Direkt im sonstigen Ergebnis oder im Eigenkapital verbuchte latente Steuern | –17 | 3 |
Konsolidierungskreisänderungen, Kursdifferenzen und Sonstiges2 | 8 | 309 |
Latenter Steueraufwand laut Gewinn- und Verlustrechnung | –9 | –16 |
Die latenten Steuern laut Gewinn- und Verlustrechnung setzen sich wie folgt zusammen: | | |
Steuersatzänderung | 15 | 1 |
Nichtansatz und Änderungen der Wertberichtigung aktiver latenter Steuern | –147 | 14 |
Anpassungen bei den Verlustvorträgen (in den Vorjahren nicht berücksichtigte oder verfallene Verlustvorträge sowie sonstige Anpassungen) | –12 | –10 |
Zugänge und Verbrauch von Verlustvorträgen | 146 | –64 |
Entstehung und Umkehrung von temporären Differenzen | –11 | 44 |
Die OMV Aktiengesellschaft bildet eine Steuergruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz 1988 (KStG), in der das steuerpflichtige Ergebnis aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften sowie allfällige Verluste einer ausländischen Tochtergesellschaft (OMV AUSTRALIA PTY LTD) zusammengefasst werden.
Beteiligungserträge inländischer Tochtergesellschaften sind grundsätzlich in Österreich steuerbefreit. Dividenden von EU- und EWR-Beteiligungen sowie von Tochtergesellschaften, die in einem Staat ansässig sind, mit welchem Österreich ein umfassendes Amtshilfeabkommen abgeschlossen hat, sind in der Regel ebenfalls von der österreichischen Körperschaftsteuer befreit, sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Dividenden sonstiger ausländischer Beteiligungen, an denen der Konzern einen Anteil von 10% oder mehr besitzt und mindestens ein Jahr hält, sind auf der Ebene der österreichischen Muttergesellschaft ebenfalls steuerbefreit.
Die Veränderung der Wertberichtigung latenter Steuern für die österreichische Steuergruppe wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, ausgenommen in dem Umfang, in welchem die aktiven latenten Steuern aus Geschäftsvorfällen oder Ereignissen herrührten, welche außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurden, d.h. im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital.
Wie in Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture offengelegt, sind Borouge Group International AG und einige Gesellschaften des Borealis Konzerns Mitglieder der österreichischen Steuergruppe und werden auch nach Abschluss der Transaktion über eine steuerliche Beteiligungsgemeinschaft weiterhin Teil der österreichischen Steuergruppe sein. Ein proportionaler Anteil des steuerpflichtigen Ergebnisses der steuerlichen Beteiligungsgemeinschaft wird der österreichischen Steuergruppe zugerechnet werden. Folglich wurden die aktiven latenten Steuern der österreichischen Steuergruppe im März 2025 neu bewertet.
Globale Mindeststeuer
Im Dezember 2023 wurde in Österreich, wo das oberste Mutterunternehmen der Gruppe ansässig ist, das Mindestbesteuerungsgesetz (Pillar Two) verabschiedet, das dann mit 1. Jänner 2024 in Kraft trat. Den Regelungen zufolge unterliegen Konzernunternehmen einer Ergänzungssteuer auf Gewinne, die mit einem effektiven Steuersatz von weniger als 15% besteuert werden. Bestimmte Tochterunternehmen der Gruppe unterliegen in den Ländern, in denen die Regeln der Pillar Two in nationales Recht umgesetzt wurden, einer qualifizierten inländischen Mindeststeuer.
Die Gruppe hat eine vorläufige Berechnung der temporären Safe Harbour-Regelungen für die Zwecke von Pillar Two durchgeführt. Auf Basis einer vorläufigen Berechnung der temporären Safe Harbour-Regelungen und einer detaillierten Pillar Two-Berechnung für jene Länder, die sich nicht als Safe Harbour qualifizieren, wird für das Geschäftsjahr 2025 kein wesentlicher Steueraufwand für die globale Mindeststeuer erwartet.
Effektivsteuersatz
Bei der Ermittlung des Effektivsteuersatzes werden die Ertragsteuern dem Ergebnis vor Steuern gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende Steuersatz wird in den nachfolgenden Tabellen mit dem österreichischen Regelsteuersatz von 23% (2024: 23%) verglichen und die wesentlichen Abweichungen werden analysiert.
Steuerüberleitungsrechnung |
| 2025 | 2024 |
| In EUR Mio | In % | In EUR Mio | In % |
Theoretische Steuern vom Einkommen und Ertrag auf Basis des österreichischen Körperschaftssteuersatzes | 701 | 23,0 | 943 | 23,0 |
Steuereffekte durch: | | | | |
Abweichende ausländische Steuersätze | 939 | 30,8 | 1.149 | 28,0 |
Nicht abzugsfähige Aufwendungen | 224 | 7,4 | 267 | 6,5 |
Steuerfreies Einkommen und Steueranreize | –53 | –1,7 | –45 | –1,1 |
Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit at-equity bewerteten Beteiligungen | –97 | –3,2 | –137 | –3,3 |
Steuersatzänderung | –15 | –0,5 | –1 | –0,0 |
Permanente Effekte aus Verlustvorträgen | –0 | –0,0 | 14 | 0,4 |
Steuerliche Wertberichtigungen und Zuschreibungen auf Beteiligungen an Tochterunternehmen | –27 | –0,9 | –32 | –0,8 |
Nichtansatz und Änderungen der Wertberichtigung aktiver latenter Steuern | 147 | 4,8 | –14 | –0,3 |
Steuern betreffend Vorjahre | 29 | 1,0 | 1 | 0,0 |
Sonstige | –13 | –0,4 | 18 | 0,4 |
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 1.834 | 60,2 | 2.163 | 52,8 |
2025 bezogen sich die Auswirkungen aus abweichenden ausländischen Steuersätzen hauptsächlich auf Tochtergesellschaften, die in Steuergebieten mit hohen Körperschaftsteuersätzen (Norwegen, Vereinigte Arabische Emirate und Libyen) tätig sind. Der Rückgang dieser Position war im Vergleich zu 2024 hauptsächlich auf den geringeren Gewinn vor Steuern dieser Tochtergesellschaften zurückzuführen.
Die nicht abzugsfähigen Aufwendungen beinhalteten hauptsächlich Anpassungseffekte auf Bruttobeträge im Zusammenhang mit Explorations- und Produktionsteilungsvereinbarungen, permanente Effekte im Zusammenhang mit Abschreibungen und Amortisationen sowie Neubewertung von Forderungen. 2024 war hauptsächlich durch die Wertminderung eines Öl- und Gasvermögenswerts im Segment Energy beeinflusst, für den im Laufe des Jahres ein Veräußerungsprozess initialisiert wurde.
Steuerfreies Einkommen und Steueranreize bezogen sich im Jahr 2025 hauptsächlich auf Investitionsfreibeträge sowie auf nicht steuerpflichtige Einnahmen aus Strafen und Verzugszinsen, während diese Effekte im Jahr 2024 überwiegend durch staatliche Zuschüsse und Investitionsfreibeträge beeinflusst waren.
Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit at-equity bewerteten Beteiligungen bezogen sich in den Jahren 2025 und 2024 hauptsächlich auf Gewinnanteile von at-equity bewerteten Beteiligungen.
Die Position Nichtansatz und Änderungen der Wertberichtigung aktiver latenter Steuern wurde im Jahr 2025 hauptsächlich durch die Neubewertung der latenten Steueransprüche der österreichischen Steuergruppe beeinflusst.
Steuern betreffend Vorjahre waren im Jahr 2025 hauptsächlich auf Veränderungen bei unsicheren Steuerpositionen, Anpassungen von Wertminderungen aus Vorjahren und auf Effekte aus Unterschieden zwischen der funktionalen Währung und der Steuerwährung bestimmter Tochterunternehmen zurückzuführen.
Latente Steuern
Latente Steuern |
In EUR Mio |
| Aktive latente Steuern Gesamt | Nicht angesetzte aktive latente Steuern | Angesetzte aktive latente Steuern | Passive latente Steuern |
| | | | |
| 2025 |
Immaterielle Vermögenswerte | 78 | — | 78 | 52 |
Sachanlagen | 109 | 3 | 106 | 1.643 |
Vorräte | 27 | — | 27 | 20 |
Derivate | 24 | — | 24 | 41 |
Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 88 | 20 | 68 | 70 |
Latente Steuern, die auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden | 508 | 368 | 140 | 482 |
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 122 | 81 | 41 | 84 |
Rückstellungen für Rekultivierungsmaßnahmen und Umweltschutzkosten | 1.293 | 15 | 1.278 | — |
Sonstige Rückstellungen | 81 | — | 81 | 3 |
Verbindlichkeiten | 182 | 37 | 145 | 19 |
Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) | 337 | — | 337 | — |
Verlustvorträge | 1.178 | 982 | 196 | — |
Gesamt | 4.028 | 1.506 | 2.522 | 2.413 |
Saldierung aufgrund gleicher Steuerhoheiten | | | –1.307 | –1.307 |
Latente Steuern, die auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden | | | –10 | –352 |
Latente Steuern laut Bilanz | | | 1.205 | 754 |
| | | | |
| 2024 |
Immaterielle Vermögenswerte | 112 | — | 112 | 214 |
Sachanlagen | 142 | 5 | 137 | 2.255 |
Vorräte | 47 | — | 47 | 33 |
Derivate | 22 | — | 22 | 49 |
Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 113 | 22 | 92 | 253 |
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 209 | 97 | 112 | 109 |
Rückstellungen für Rekultivierungsmaßnahmen und Umweltschutzkosten | 1.208 | 25 | 1.183 | — |
Sonstige Rückstellungen | 103 | — | 103 | 1 |
Verbindlichkeiten | 345 | 36 | 308 | 0 |
Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) | 476 | — | 476 | — |
Verlustvorträge | 1.438 | 1.075 | 364 | — |
Outside Basis Differenzen | 141 | — | 141 | — |
Gesamt | 4.357 | 1.259 | 3.097 | 2.915 |
Saldierung aufgrund gleicher Steuerhoheiten | | | –1.845 | –1.845 |
Latente Steuern laut Bilanz | | | 1.252 | 1.070 |
Latente Steuern resultierten im Wesentlichen aus unterschiedlichen Bewertungsregeln, Unterschieden bei Wertminderungen, Wertaufholungen und Abschreibungen sowie unterschiedlichen Kostendefinitionen.
Latente Steuern, die auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden, bezogen sich ausschließlich auf aufgegebene Geschäftsbereiche. Weitere Einzelheiten befinden sich in der Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture.
Zum 31. Dezember 2025 beliefen sich die abzugsfähigen temporären Differenzen, für die keine aktiven latenten Steuern erfasst wurden, auf EUR 629 Mio (2024: EUR 729 Mio).
Die Summe der angesetzten aktiven latenten Steuern von jenen Steuerhoheiten, die entweder im Berichtsjahr oder im vorangegangenen Jahr einen steuerlichen Verlust aufgewiesen haben, belief sich auf EUR 612 Mio, (2024: EUR 10 Mio) wovon EUR 320 Mio der österreichischen Steuergruppe zuzuordnen waren (2024: Null).
Steuerliche Verlustvorträge
Zum 31. Dezember 2025 setzte OMV steuerliche Verlustvorträge vor Wertberichtigung von EUR 4.979 Mio an (2024: EUR 6.108 Mio). Davon wurden EUR 757 Mio (2024: EUR 1.539 Mio) für die Berechnung latenter Steuern als werthaltig angesehen.
Die zeitliche Verteilung der Vortragsfähigkeit von steuerlichen Verlusten stellte sich wie folgt dar:
Steuerliche Verlustvorträge1 |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Basiswert (vor Wertberichtigung) | davon nicht angesetzt | Basiswert (vor Wertberichtigung) | davon nicht angesetzt |
2025 | — | — | 11 | 11 |
2026 | 3 | 3 | 3 | 3 |
2027 | 3 | 3 | 3 | 3 |
2028 | 2 | 2 | 2 | 2 |
2029 | 1 | 1 | 4 | 3 |
2030 | 6 | 3 | — | — |
Nach 2030/2029 | 1 | — | 0 | — |
Unbegrenzt | 4.963 | 4.210 | 6.085 | 4.547 |
Steuerliche Verlustvorträge | 4.979 | 4.222 | 6.108 | 4.569 |
In bestimmten Steuergebieten sehen die örtlichen Steuergesetze Beschränkungen für die Nutzung steuerlicher Verlustvorträge vor. Diese Beschränkungen liegen zwischen 50% und 80% des steuerpflichtigen Jahresgewinns. Zum 31. Dezember 2025 beliefen sich die steuerlichen Verlustvorträge im Zusammenhang mit Steuergebieten mit den oben genannten Beschränkungen auf EUR 4.613 Mio (2024: EUR 5.725 Mio), wovon EUR 676 Mio (2024: EUR 1.470 Mio) für die Berechnung der latenten Steuern als werthaltig angesehen werden.
Nicht angesetzte steuerliche Verlustvorträge bezogen sich im Wesentlichen auf die österreichische Steuergruppe.
Outside Basis Differenzen
Zum 31. Dezember 2025 bestanden temporäre Differenzen in Höhe von EUR 5.052 Mio (2024: EUR 9.667 Mio), die im Zusammenhang mit Anteilen an vollkonsolidierten Tochtergesellschaften und at-equity bewerteten Beteiligungen in fortgeführten Geschäftsbereichen stehen und für die keine latente Steuerverbindlichkeit gebildet wurde.
Die Ausnahmekriterien gemäß IAS 12 für den Nichtansatz dieser latenten Steuerschulden werden als erfüllt angesehen, da der Konzern in der Lage ist, die relevanten Entscheidungen hinsichtlich des Zeitpunkts der Umkehrung zu kontrollieren oder zu beeinflussen und es nicht wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit umkehren werden oder der Konzern beabsichtigt, nicht ausgeschüttete Gewinne zu reinvestieren. Die Realisierung von Gewinnen aus dem Verkauf von Unternehmensbeteiligungen ist in Abhängigkeit von der Strukturierung des Veräußerungsvorgangs auf verschiedenen Stufen des Konzerns möglich. Aufgrund der komplexen rechtlichen Struktur im Konzern und der damit verbundenen steuerlichen Implikationen wurden für die Ermittlung der temporären Differenzen vereinfachende Annahmen getroffen, um Kaskadeneffekte zu minimieren.
Bilanzierungsgrundsätze
Für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird die gewichtete durchschnittliche Anzahl an im Umlauf befindlichen Aktien berücksichtigt, welche sich nach Umwandlung aller potenziellen Aktien mit Verwässerungseffekten ergeben würde.
Ergebnis je Aktie |
| 2025 | 2024 |
| Unverwässert | Verwässert | Unverwässert | Verwässert |
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien | 326.919.829 | 327.272.727 | 327.001.732 | 327.226.795 |
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis in EUR Mio | 1.017 | 1.017 | 1.389 | 1.389 |
Ergebnis je Aktie in EUR | 3,11 | 3,11 | 4,25 | 4,24 |
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen in EUR Mio | 789 | 789 | 1.324 | 1.324 |
Ergebnis je Aktie in EUR aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 2,41 | 2,41 | 4,05 | 4,05 |
Den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen in EUR Mio | 228 | 228 | 64 | 64 |
Ergebnis je Aktie in EUR aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 0,70 | 0,70 | 0,20 | 0,20 |
Die potenziellen Aktien mit Verwässerungseffekten umfassten 352.898 (2024: 225.063) Stück aus den Long-Term- Incentive-Plänen und aus dem Equity Deferral zu gewährende Bonusaktien.
16 | Immaterielle Vermögenswerte
Bilanzierungsgrundsätze
Immaterielle Vermögenswerte inklusive Firmenwert
Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen, ausgewiesen. Entwicklungskosten werden aktiviert, wenn die Aktivierungskriterien gemäß IAS 38 erfüllt sind. Alle anderen Forschungs- und Entwicklungskosten werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand verbucht. Software, Lizenzen, Konzessionen und ähnliche immaterielle Vermögenswerte werden linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben, die zwischen 3 und 20 Jahren beträgt.
Firmenwerte werden als Vermögenswerte erfasst und mindestens einmal jährlich auf eine Wertminderung überprüft. Jede Wertminderung wird sofort ergebniswirksam berücksichtigt. Eine spätere Wertaufholung ist nicht möglich.
Öl- und Gasvermögen mit nicht sicheren Reserven
E&P-Aktivitäten werden nach der Successful-Efforts-Methode bilanziert. Der Erwerb von geologischen und geophysikalischen Studien vor der Auffindung von sicheren Reserven wird im Periodenaufwand erfasst. Die Kosten einer Bohrung werden bis zum Zeitpunkt der Feststellung, ob potenziell wirtschaftlich förderbare Öl- oder Gasreserven vorliegen, aktiviert und als immaterielle Vermögenswerte dargestellt. Kosten für nicht wirtschaftlich fündige Bohrungen werden aufwandswirksam erfasst. Ist die wirtschaftliche Fündigkeit noch nicht geklärt, bleiben die Kosten einer Explorationsbohrung aktiviert, solange die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
1. Durch die Bohrung wurden ausreichend Öl- oder Gasreserven gefunden, die eine Fertigstellung als Produktionsbohrung rechtfertigen würden.
2. Es werden ausreichende Fortschritte hinsichtlich der Einschätzung der wirtschaftlichen und technischen Realisierbarkeit gemacht, die die Aufnahme der Feldentwicklung in naher Zukunft rechtfertigen.
3. Der Zeitraum, für den das Unternehmen das Recht zur Exploration eines bestimmten Gebietes hat, ist nicht abgelaufen.
Zum Jahresende werden noch nicht fertiggestellte Bohrungen, die sich nach dem Bilanzstichtag als nicht fündig herausstellen, als nicht zu berücksichtigende Ereignisse behandelt, d.h. die Kosten für die Explorationsbohrung bleiben zum jeweiligen Periodenende aktiviert und werden in der Folgeperiode als Aufwand verbucht.
Lizenzanschaffungskosten sowie aktivierte Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung werden nicht planmäßig abgeschrieben, solange sie im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen, aber bei Vorliegen eines Indikators für eine potenzielle Wertminderung auf Wertminderung überprüft.
Sobald es sich um sichere und wirtschaftlich förderbare Mineralölvorkommen handelt, werden die damit im Zusammenhang stehenden Vermögenswerte in das Sachanlagevermögen umgegliedert.
Wesentliche Schätzungen: Werthaltigkeit von Öl- und Gasvermögen mit nicht sicheren Reserven
Es kann Fälle geben, bei denen die Kosten für Öl- und Gasvermögen mit nicht sicheren Reserven über einen längeren Zeitraum aktiviert bleiben, während die verschiedenen Evaluierungsaktivitäten und seismischen Analysen zur Beurteilung der Größe des Reservoirs und dessen Wirtschaftlichkeit fortgesetzt werden. Weitere Entscheidungen über den optimalen Zeitpunkt für solche Entwicklungen werden aus einer Ressourcen- und Portfoliosichtweise getroffen. Sobald keine Absichten mehr bestehen, einen Fund zu entwickeln, wird eine sofortige Wertminderung auf die Vermögenswerte erfasst.
Immaterielle Vermögenswerte |
In EUR Mio |
| Konzessionen, Software, Lizenzen, Rechte | Entwicklungs- kosten | Öl- und Gasvermögen mit nicht sicheren Reserven | Firmenwerte | Gesamt |
| | | | | |
| 2025 |
Entwicklung der Kosten | | | | | |
1. Jänner | 1.512 | 795 | 1.022 | 511 | 3.840 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –7 | –0 | –62 | –39 | –109 |
Zugang | 28 | –5 | 107 | — | 130 |
Umbuchung | 2 | –0 | –47 | — | –45 |
Umgliederung in die Position „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ | –681 | –531 | — | –29 | –1.241 |
Abgang | –123 | –0 | –59 | –311 | –214 |
31. Dezember | 731 | 259 | 960 | 411 | 2.362 |
Entwicklung der Abschreibung | | | | | |
1. Jänner | 920 | 161 | 737 | — | 1.817 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –6 | — | –51 | — | –57 |
Planmäßige Abschreibung2 | 44 | 19 | — | — | 63 |
Wertminderung2 | 6 | — | 105 | — | 110 |
Umbuchung | 0 | — | –15 | — | –15 |
Umgliederung in die Position „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ | –268 | –155 | — | — | –423 |
Abgang | –123 | –0 | –59 | — | –183 |
31. Dezember | 572 | 24 | 716 | — | 1.312 |
Buchwert 1. Jänner | 593 | 635 | 285 | 511 | 2.023 |
Buchwert 31. Dezember | 158 | 235 | 245 | 411 | 1.049 |
| | | | | |
| 2024 |
Entwicklung der Kosten | | | | | |
1. Jänner | 1.385 | 695 | 963 | 384 | 3.428 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –3 | 0 | 17 | 21 | 34 |
Konsolidierungskreisänderungen | 20 | — | — | 106 | 125 |
Zugang | 93 | 101 | 139 | — | 333 |
Umbuchung | 30 | 0 | –15 | — | 16 |
Umgliederung in die Position „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ | — | — | –41 | — | –41 |
Abgang | –12 | –1 | –42 | — | –55 |
31. Dezember | 1.512 | 795 | 1.022 | 511 | 3.840 |
Entwicklung der Abschreibung | | | | | |
1. Jänner | 842 | 119 | 688 | — | 1.649 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –2 | –0 | 15 | — | 13 |
Planmäßige Abschreibung2 | 98 | 36 | 0 | — | 134 |
Wertminderung2 | 0 | 6 | 89 | — | 95 |
Umbuchung | –7 | — | — | — | –7 |
Umgliederung in die Position „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ | — | — | –15 | — | –15 |
Abgang | –12 | –0 | –40 | — | –53 |
31. Dezember | 920 | 161 | 737 | — | 1.817 |
Buchwert 1. Jänner | 543 | 576 | 275 | 384 | 1.779 |
Buchwert 31. Dezember | 593 | 635 | 285 | 511 | 2.023 |
Im Jahr 2025 wurden immaterielle Vermögenswerte, die sich auf die Borealis Veräußerungsgruppe bezogen, in die Position Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert. Im Jahr 2024 bezogen sich diese hauptsächlich auf bestimmte Öl- und Gasvermögenswerte im Segment Energy, die im Jahr 2025 veräußert wurden. Für Details siehe Anhangangabe 5 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.
Im Jahr 2024 waren Konsolidierungskreisänderungen hauptsächlich auf den Erwerb der AP Truck Mobility GmbH zurückzuführen, der zu Änderungen bei den immateriellen Vermögenswerten in Höhe von EUR 94 Mio, einschließlich EUR 82 Mio Firmenwert, führte, sowie auf den Erwerb der OPM E-CHARGE S.R.L., der zu einem Firmenwert von EUR 10 Mio führte. Beide Akquisitionen betrafen das Segment Fuels.
Nähere Details zu Wertminderungen und Wertaufholungen sind in Anhangangabe 9 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen zu finden.
Firmenwertzuordnung |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Energy zugeordnete Firmenwerte | 287 | 357 |
Fuels zugeordnete Firmenwerte | 124 | 125 |
Chemicals zugeordnete Firmenwerte | — | 29 |
Firmenwerte | 411 | 511 |
Zum 31. Dezember 2025 entfiel der Firmenwert im Segment Energy überwiegend auf Libyen mit EUR 175 Mio (2024: EUR 198 Mio) und die Vereinigten Arabischen Emirate mit EUR 106 Mio (2024: EUR 120 Mio).
Die Überprüfung aller Firmenwerte auf Werthaltigkeit, die auf Basis der Nutzungswerte erfolgte, führte zu einer Wertminderung des Firmenwerts in Höhe von EUR 31 Mio im Segment Energy in Tunesien. Für Details zu den wesentlichen Annahmen der Werthaltigkeitsprüfung und zu den Sensitivitäten siehe Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende.
Anhangangabe 17 – Sachanlagen enthält Details zu vertraglichen Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten.
Bilanzierungsgrundsätze
Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert (inklusive Kosten für Großinspektionen und Generalüberholungen).
Fremdkapitalzinsen, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten zurechenbar sind, werden bis zu dem Zeitpunkt aktiviert, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung oder zum Verkauf bereit sind. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode, in der sie anfallen, ergebniswirksam erfasst.
Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten enthalten den Barwert für die erwarteten Rückbaukosten von Anlagen nach deren Nutzung, wenn eine Rückstellung für Rückbaukosten angesetzt wurde (siehe Anhangangabe 25 – Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen und sonstige Rückstellungen). Kosten für den Austausch von Anlagenteilen werden aktiviert und die Buchwerte der ersetzten Teile ausgebucht. Kleinere Instandhaltungsleistungen und Reparaturen werden im Jahr des Anfallens als Aufwand gebucht.
Abnutzbare Sachanlagen werden (mit Ausnahme von Öl- und Gasvermögen) linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben.
Nutzungsdauer | Jahre |
| | |
Immaterielle Vermögenswerte | |
Software | 3–7 oder Lizenzlaufzeit |
Konzessionen, Lizenzen, vertragliche immaterielle Vermögenswerte u. Ä. | 3–20 oder Vertragslaufzeit
|
Bereichsspezifische Sachanlagen |
Energy | Öl- bzw. Gasvermögen | Unit-of-Production-Methode |
| Gaskraftwerk | 8–30 |
Fuels | Leitungen | 20–30 |
| Hochbehälter | 40 |
| Raffinerieverarbeitungsanlagen | 25 |
| Tankstellen | 5–20 |
Chemicals | Chemische Produktionsanlagen | 15–20 |
Sonstige Sachanlagen |
Produktions- und Verwaltungsgebäude | 20–50 |
Sonstige technische Anlagen | 10–20 |
Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3–15 |
Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven werden in den Sachanlagen ausgewiesen. Sie werden von immateriellen Vermögenswerten umgegliedert, sobald es sich um sichere und wirtschaftlich förderbare Mineralölvorkommen handelt. Entwicklungskosten für die Errichtung von Infrastruktureinrichtungen wie Ölplattformen und Pipelines sowie für Entwicklungsbohrungen werden innerhalb des Sachanlagevermögens aktiviert.
Mit Produktionsbeginn erfolgt eine planmäßige Abschreibung der aktivierten Kosten. Aktivierte Explorations- und Entwicklungsaufwendungen sowie Hilfseinrichtungen werden grundsätzlich produktionsabhängig auf Basis sicherer entwickelter Reserven abgeschrieben. Davon ausgenommen sind aktivierte Kosten für Aufsuchungsrechte sowie erworbene Reserven, die auf Basis der gesamten sicheren Reserven abgeschrieben werden, sofern nicht eine andere Basis von Reserven für die Abschreibung angemessener ist. Die Abschreibungen von wirtschaftlich erfolgreichen Explorations- und Produktionsvermögenswerten werden als Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen ausgewiesen.
Wesentliche Schätzung: Öl- und Gasreserven
Die Öl- und Gasreserven werden durch firmeninterne Fachleute unter Anwendung von Industriestandards geschätzt und zumindest einmal jährlich neu beurteilt. Zusätzlich werden regelmäßig externe Überprüfungen durchgeführt. Im Jahr 2025 wurden die Reserven zum 31. Dezember 2024 der Öl- und Gasvermögenswerte in Österreich, Neuseeland, Norwegen und Rumänien extern von DeGolyer und MacNaughton (D&M) überprüft. Die Reserven der Öl- und Gasvermögenswerte in Tunesien und der Kurdischen Region im Irak (KRI) wurden im Vorjahr extern überprüft.
Die Ergebnisse der externen Reviews zeigten abgesehen von Ausnahmefällen keine wesentlichen Abweichungen zu den internen Schätzungen. Bei Vorliegen von wesentlichen Abweichungen führt OMV weiterführende Analysen, ggf. unter Einbindung von weiteren, unabhängigen Fachleuten, durch.
Die Schätzungen der Öl- und Gasreserven haben eine wesentliche Auswirkung auf die Beurteilung der Werthaltigkeit der Öl- und Gasvermögenswerte des Konzerns. Korrekturen dieser Schätzungen nach unten können zu einer Wertminderung des Buchwerts des Vermögenswerts führen. Zusätzlich beeinflussen Schätzungsänderungen der Öl- und Gasreserven prospektiv die Höhe der Abschreibungen.
Sachanlagen inklusive Nutzungsrechte |
In EUR Mio |
| Grundstücke und Bauten | Öl- und Gas- vermögen mit sicheren Reserven | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts-ausstattung | Anlagen in Bau | Gesamt |
| | | | | | |
| 2025 |
Entwicklung der Kosten | | | | | | |
1. Jänner | 3.811 | 27.078 | 14.074 | 2.377 | 3.067 | 50.408 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –4 | –1.251 | –28 | –10 | –13 | –1.305 |
Zugang | 77 | 1.695 | 183 | 89 | 1.068 | 3.112 |
Neue Verpflichtungen und Änderung der Parameter für Rekultivierung | 4 | 326 | –2 | — | — | 327 |
Umbuchung | 136 | 55 | 557 | 119 | –822 | 45 |
Umgliederung in die Position „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ | –365 | — | –4.210 | –245 | –1.966 | –6.786 |
Abgang | –17 | –109 | –74 | –71 | –5 | –275 |
31. Dezember | 3.642 | 27.794 | 10.500 | 2.259 | 1.329 | 45.525 |
Entwicklung der Abschreibung | | | | | | |
1. Jänner | 2.017 | 18.800 | 7.547 | 1.596 | 22 | 29.982 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –3 | –860 | –12 | –5 | –0 | –880 |
Planmäßige Abschreibung1 | 137 | 1.043 | 563 | 170 | — | 1.912 |
Wertminderung1 | 8 | 638 | 12 | 2 | 3 | 663 |
Umbuchung | 4 | 15 | –4 | –0 | 1 | 15 |
Umgliederung in die Position „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ | –47 | — | –1.258 | –108 | –9 | –1.421 |
Abgang | –15 | –107 | –71 | –68 | –4 | –264 |
Wertaufholung | –1 | –191 | –9 | –0 | — | –201 |
31. Dezember | 2.100 | 19.338 | 6.766 | 1.587 | 13 | 29.805 |
Buchwert 1. Jänner | 1.794 | 8.278 | 6.527 | 782 | 3.046 | 20.426 |
Buchwert 31. Dezember | 1.542 | 8.456 | 3.733 | 672 | 1.316 | 15.719 |
Sachanlagen inklusive Nutzungsrechte1 |
In EUR Mio |
| Grundstücke und Bauten | Öl- und Gas- vermögen mit sicheren Reserven | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts-ausstattung | Anlagen in Bau | Gesamt |
| | | | | | |
| 2024 |
Entwicklung der Kosten | | | | | | |
1. Jänner | 3.606 | 26.425 | 13.191 | 2.178 | 2.479 | 47.878 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –20 | –8 | –62 | –4 | –2 | –96 |
Konsolidierungskreisänderungen | 40 | — | 37 | 1 | 73 | 150 |
Zugang | 85 | 1.333 | 281 | 196 | 1.473 | 3.366 |
Neue Verpflichtungen und Änderung der Parameter für Rekultivierung | 14 | –141 | –11 | 0 | 34 | –105 |
Umbuchung | 120 | 17 | 702 | 130 | –984 | –16 |
Umgliederung in die Position „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ | –0 | 406 | 1 | 2 | 11 | 420 |
Abgang | –32 | –954 | –65 | –125 | –15 | –1.191 |
31. Dezember | 3.811 | 27.078 | 14.074 | 2.377 | 3.067 | 50.408 |
Entwicklung der Abschreibung | | | | | | |
1. Jänner | 1.900 | 17.498 | 6.844 | 1.540 | 15 | 27.798 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –11 | –80 | –45 | –3 | –0 | –140 |
Planmäßige Abschreibung1 | 145 | 1.191 | 788 | 179 | — | 2.302 |
Wertminderung1 | 5 | 495 | 36 | 2 | 14 | 552 |
Umbuchung | 6 | 1 | 1 | 0 | –1 | 7 |
Umgliederung in die Position „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ | –0 | 648 | 0 | 2 | 7 | 657 |
Abgang | –28 | –953 | –63 | –124 | –12 | –1.179 |
Wertaufholung | –0 | 1 | –16 | –0 | –0 | –15 |
31. Dezember | 2.017 | 18.800 | 7.547 | 1.596 | 22 | 29.982 |
Buchwert 1. Jänner | 1.705 | 8.927 | 6.347 | 637 | 2.464 | 20.081 |
Buchwert 31. Dezember | 1.794 | 8.278 | 6.527 | 782 | 3.046 | 20.426 |
1 Inklusive dem Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen bis zur Umgliederung auf „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“.
Im Jahr 2025 wurden Sachanlagen inklusive Nutzungsrechte im Zusammenhang mit der Borealis Veräußerungsgruppe mit einem Buchwert von EUR 5.366 Mio in die Position Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert. Im Jahr 2024 bezogen sich diese hauptsächlich auf bestimmte Öl- und Gasvermögen im Segment Energy, die 2025 veräußert wurden. Für weitere Informationen siehe Anhangangabe 5 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.
Im Jahr 2024 waren Konsolidierungskreisänderungen in Höhe von EUR 150 Mio auf mehrere Akquisitionen zurückzuführen, insbesondere AP Truck Mobility GmbH, Integra Plastics AD, JR Constanta S.R.L., JR Solar Teleorman S.R.L. und JR Teleorman S.R.L.
Nähere Details zu Wertminderungen und Wertaufholungen sind in Anhangangabe 9 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen zu finden.
Vertragliche Verpflichtungen für Akquisitionen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Immaterielle Vermögenswerte | 242 | 248 |
Sachanlagen | 2.556 | 3.221 |
Vertragliche Verpflichtungen | 2.799 | 3.470 |
Im Jahr 2025 standen die vertraglichen Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen hauptsächlich in Verbindung mit Explorations- und Produktionsaktivitäten im Segment Energy sowie mit Aktivitäten im Segment Fuels. Der Betrag für 2024 umfasste EUR 379 Mio an Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Borealis Veräußerungsgruppe, die auf „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurde und daher in den Beträgen für 2025 nicht mehr enthalten war.
OMV als Leasingnehmer
Bilanzierungsgrundsätze
OMV setzt für Leasingverhältnisse, in denen OMV Leasingnehmer ist, gemäß IFRS 16 Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechte an. Das Unternehmen wendet die Vereinfachungsregeln für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse mit geringwertigem zugrundeliegendem Sachvermögen an und setzt damit für solche Leasingverhältnisse keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz an. Nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 16 fallen Leasingverhältnisse für die Exploration und die Nutzung von Öl und Erdgas, die hauptsächlich Pachtverträge für Grundstücke für solche Aktivitäten umfassen. Die Pacht für diese Verträge wird linear als Aufwand über den Leasingzeitraum erfasst.
Leasingverträge werden für die Bewertung der Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten in ihre Leasingkomponenten und andere Elemente aufgeteilt. Die Leasingverbindlichkeiten werden mit dem Barwert der fixen Leasingzahlungen und der Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, über den Leasingzeitraum abgezinst mit dem Diskontierungssatz bewertet. Nutzungsrechte werden in der Höhe der Leasingverbindlichkeit zuzüglich Vorauszahlungen und anfänglichen direkten Kosten angesetzt.
Wesentliche Ermessensentscheidungen: Verlängerungs- und Kündigungsoptionen von Leasingverträgen
OMV besitzt eine ganze Reihe von Verträgen über die Miete oder Pacht von Tankstellen. Viele von diesen Verträgen enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Verlängerungsoptionen bzw. Perioden nach Kündigungsoptionen wurden bei der Bestimmung des Leasingzeitraums berücksichtigt, wenn eine Verlängerung (bzw. keine Kündigung) hinreichend sicher ist. Bei der Feststellung des Leasingzeitraums berücksichtigt OMV alle relevanten Fakten und Umstände, die zu wirtschaftlichen Anreizen für die Verkürzung oder Verlängerung des Leasingzeitraums gemäß den verfügbaren Optionen führen. Bei der Beurteilung des Leasingzeitraums von Tankstellenmiet- und -pachtverträgen mit Verlängerungs- und Kündigungsoptionen wurde von der Annahme ausgegangen, dass der Leasingzeitraum 20 Jahre nicht überschreitet.
Optionale Zeiträume, die in der Bewertung der Leasingverhältnisse nicht berücksichtigt wurden, gibt es in erster Linie für technische Ausrüstung für E&P-Tätigkeiten in Rumänien, für Bürogebäude, sowie für Gasspeicherkavernen in Deutschland. Die Ausübung der Verlängerungsoption für die Bürogebäude und die Gasspeicherkavernen liegt in ferner Zukunft.
Die Nutzungsrechte betrafen im Wesentlichen das Leasing von Tankstellengrundstücken und -gebäuden, anderen Grundstücken, Tankschiffen, Pipelines und Bürogebäuden. Darüber hinaus least OMV Gasspeicheranlagen in Österreich und Deutschland, technische Ausrüstung und Fahrzeuge.
Leasingverträge, die 2025 abgeschlossen wurden, deren Laufzeit jedoch noch nicht begonnen hat, beliefen sich auf EUR 8 Mio (2024: EUR 251 Mio). Die Zahlen zum 31. Dezember 2025 exkludieren Leasingverpflichtungen der Borealis Veräußerungsgruppe, die als „zu Veräußerungszwecken gehalten“ klassifiziert ist. Die Leasingverpflichtungen zum 31. Dezember 2024 beinhalteten EUR 133 Mio, die sich auf die Borealis Veräußerungsgruppe bezogen.
Nutzungsrechte nach IFRS 16 |
In EUR Mio | | | | |
| Grundstücke und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung | Gesamt |
| | | | |
| 2025 |
1. Jänner | 599 | 701 | 244 | 1.543 |
Zugang | 74 | 157 | 86 | 317 |
Planmäßige Abschreibung | –64 | –95 | –82 | –241 |
Umgliederung in die Position „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ | –73 | –544 | –102 | –719 |
Sonstige Bewegungen | –2 | –4 | –5 | –11 |
31. Dezember | 533 | 215 | 142 | 890 |
| | | | |
| 2024 |
1. Jänner | 556 | 692 | 149 | 1.397 |
Konsolidierungskreisänderungen1 | 24 | — | 0 | 24 |
Zugang | 72 | 86 | 186 | 345 |
Planmäßige Abschreibung | –63 | –71 | –91 | –226 |
Sonstige Bewegungen | 10 | –7 | 0 | 3 |
31. Dezember | 599 | 701 | 244 | 1.543 |
2025 inkludierten die Zugänge zu den Nutzungsrechten Leasingverpflichtungen für eine Bohrinsel und Schiffe in Zusammenhang mit der gemeinschaftlichen Tätigkeit Neptun Deep in Rumänien.
2025 wurden in der Borealis Veräußerungsgruppe enthaltene Nutzungsrechte in Höhe von EUR 720 Mio in die Position „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ umgegliedert. Weitere Informationen finden sich in der Anhangangabe 5 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.
Angaben zu Leasingverbindlichkeiten sind in Anhangangabe 26 – Verbindlichkeiten zu finden.
18 | At-equity bewertete Beteiligungen
Wesentliche Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen
Borouge Beteiligungen
Borealis hält einen Anteil von 36% (2024: 36%) an Borouge PLC (PLC), und Abu Dhabi National Oil Company hält 54%, die restlichen 10% sind an der Abu Dhabi Securities Exchange notiert. PLC ist in Abu Dhabi registriert und ist die Beteiligungsgesellschaft für ihren 100%-Anteil an Abu Dhabi Polymers Company Limited(Borouge) (ADP) und ihrer 84,75%-Beteiligung an Borouge Pte. Ltd. (PTE).
Zum 31. Dezember 2025 betrug der Marktwert der Konzernbeteiligung an PLC, die an der Abu Dhabi Securities Exchange in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) gelistet ist, basierend auf dem verfügbaren börsenotierten Kurs EUR 6.595 Mio (31. Dezember 2024: EUR 6.807 Mio). Der korrespondierende Buchwert der PLC zum 31. Dezember 2025 betrug EUR 3.237 Mio (31. Dezember 2024: EUR 3.799 Mio).
Die „Borouge Beteiligungen“ (den OMV Gesamtanteil an PLC, ADP und PTE umfassend) sind führender Anbieter von innovativen, wertschöpfenden Kunststofflösungen für die Energie-, Infrastruktur-, Automobil-, Gesundheits- und Agrarindustrie sowie von modernen Verpackungsanwendungen und sind auch für das Marketing und den Vertrieb der hergestellten Produkte verantwortlich. Durch den Umstand, dass gemeinschaftliche Beherrschung gegeben ist, werden die Borouge Beteiligungen als Gemeinschaftsunternehmen bilanziert.
Bayport Polymers LLC
Bayport Polymers LLC (Baystar) mit Sitz in Pasadena (eingetragen in Wilmington) ist ein petrochemisches Unternehmen, das hauptsächlich in der Herstellung und im Verkauf von Polyethylen und Ethylen unter dem Markennamen Baystar tätig ist.
Bayport Polymers LLC, im Jahr 2024 als ein wesentliches Gemeinschaftsunternehmen klassifiziert, ist Teil der Borealis Veräußerungsgruppe und wurde im März 2025 in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert. Infolgedessen wird das Bayport Polymers LLC zuzurechnende Ergebnis vor der Umgliederung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in „Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen“ ausgewiesen. Mit der Umgliederung wird die Beteiligung an Bayport Polymers LLC gemäß den Anforderungen von IFRS 5 nicht mehr nach der At-equity-Methode bilanziert. Weitere Informationen finden sich in Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture.
Abu Dhabi Oil Refining Company
OMV hält auch einen 15%-Anteil (2024: 15%) an der in Abu Dhabi registrierten Abu Dhabi Oil RefiningCompany, die ein Raffineriezentrum mit integrierter Petrochemie betreibt. Gemäß der vertraglichen Vereinbarung zwischen den Teilhabern hat OMV starke Gesellschafterrechte, die einen wesentlichen Einfluss gemäß der Definition von IAS 28 darstellen.
Folgende Tabellen zeigen zusammengefasste Finanzinformationen der wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen.
Gesamtergebnisrechnung – wesentliche Gemeinschaftsunternehmen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Borouge Beteiligungen | Borouge Beteiligungen |
Umsatzerlöse | 5.175 | 5.566 |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –647 | –746 |
Zinserträge | 21 | 26 |
Zinsaufwendungen | –157 | –189 |
Steuern vom Einkommen und Ertrag | –322 | –397 |
Jahresüberschuss | 815 | 978 |
Sonstiges Ergebnis | 4 | 4 |
Gesamtergebnis | 819 | 982 |
Bilanz – wesentliche Gemeinschaftsunternehmen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Borouge Beteiligungen | Borouge Beteiligungen |
Langfristiges Vermögen | 5.971 | 7.159 |
Kurzfristiges Vermögen | 1.804 | 2.090 |
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 363 | 403 |
Langfristige Verbindlichkeiten | 353 | 3.428 |
davon langfristige finanzielle Verbindlichkeiten (exkl. sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen) | 1331 | 2.985 |
Kurzfristige Verbindlichkeiten | 3.400 | 900 |
davon kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten (exkl. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen) | 2.5251 | 9 |
Eigenkapital | 4.022 | 4.922 |
OMV Anteil | 1.463 | 1.784 |
Firmenwerte | 1.868 | 2.113 |
Zwischengewinneliminierung | –3 | –2 |
Buchwert der Investition | 3.328 | 3.895 |
| | |
Erhaltene Dividende | 413 | 436 |
Gesamtergebnisrechnung – wesentliche assoziierte Unternehmen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Abu Dhabi Oil Refining Company | Abu Dhabi Oil Refining Company |
Umsatzerlöse | 23.419 | 25.498 |
Jahresüberschuss | –7 | –101 |
Sonstiges Ergebnis | 4 | 7 |
Gesamtergebnis | –3 | –94 |
Bilanz – wesentliche assoziierte Unternehmen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Abu Dhabi Oil Refining Company | Abu Dhabi Oil Refining Company |
Langfristiges Vermögen | 14.671 | 16.961 |
Kurzfristiges Vermögen | 5.854 | 5.328 |
Langfristige Verbindlichkeiten | 6.206 | 5.226 |
Kurzfristige Verbindlichkeiten | 3.397 | 4.403 |
Eigenkapital | 10.922 | 12.661 |
OMV Anteil | 1.638 | 1.899 |
Abschreibung der Investition | –520 | –588 |
Buchwert der Investition | 1.118 | 1.311 |
| | |
Erhaltene Dividende | 44 | 202 |
Überleitungsrechnung Buchwert |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Gemeinschafts- unternehmen | Assoziiertes Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen | Assoziiertes Unternehmen |
| Borouge Beteiligungen | Bayport Polymers LLC | Abu Dhabi Oil Refining Company | Borouge Beteiligungen | Bayport Polymers LLC | Abu Dhabi Oil Refining Company |
| | | | | | |
1. Jänner | 3.895 | 478 | 1.311 | 3.737 | 586 | 1.444 |
Währungsumrechnungsdifferenzen aus fortgeführten Geschäftsbereichen | –445 | — | –148 | 230 | — | 83 |
Währungsumrechnungsdifferenzen aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | — | –3 | — | — | 32 | — |
Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 299 | — | –1 | 359 | — | –15 |
Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | — | –28 | — | — | –140 | — |
Sonstiges Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 0 | — | 1 | 2 | — | 1 |
Dividendenausschüttungen | –421 | — | –44 | –434 | — | –202 |
Umgliederung in die Position „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ | — | –447 | — | — | — | — |
31. Dezember | 3.328 | — | 1.118 | 3.895 | 478 | 1.311 |
Individuell unwesentliche Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen
Borouge 4 LLC
OMV hält einen 30%-Anteil (2024: 40% Anteil über Borealis gehalten) an
Borouge 4 LLC, mit Sitz in Abu Dhabi. Zur Vorbereitung der Gründung des Polyolefins Joint Ventures zwischen OMV und ADNOC wurde die 40%ige Beteiligung von Borealis an Borouge 4 LLC (Borouge 4), einschließlich der zugehörigen Gesellschafterdarlehen und finanziellen Garantien, am 24. Oktober 2025 auf OMV-Tochtergesellschaften (30 %) und auf die ADNOC-Tochtergesellschaft MPP Holdings GmbH
58 (10 %) übertragen. Weitere Informationen finden sich in Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture.
Das Borouge 4-Projekt wird einen ethanbasierten Dampfcracker, zwei Polyolefin-Anlagen, eine 1-Hexen-Einheit und eine Anlage für vernetztes Polyethylen (XLPE) hinzufügen. Mit der Inbetriebnahme der ersten Borouge 4-Anlage (XLPE 2) zur Herstellung hochspezialisierter Draht- und Kabellösungen wurde Ende 2025 begonnen. Das Unternehmen bereitet nun das Hochfahren der Anlage vor. Die Inbetriebnahme weiterer Borouge 4-Anlagen ist für 2026 geplant. Mit vollständiger Aufnahme des Betriebs soll Borouge 4 an Borouge Group International übertragen werden. OMV hat gemeinschaftliche Beherrschung über Borouge 4 LLC, das gemäß IFRS 11 als Gemeinschaftsunternehmen bilanziert wird.
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H.
OMV hält 55,6% (2024: 55,6%) an der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. (ELG), mit Sitz in Lannach, die den größten Teil der Pflichtnotstandsreserve für Rohöl- und Erdölprodukte in Österreich hält. Trotz Mehrheit der Stimmrechte in der Generalversammlung übt OMV keine Beherrschung über die ELG aus. Die wesentlichen Entscheidungen über die Finanz- und Geschäftspolitik des Unternehmens wurden an das Gremium der Ständigen Versammlung der Gesellschafter delegiert, in dem für Beschlüsse ein Quorum von zwei Drittel des Stammkapitals erforderlich ist.
Abu Dhabi Petroleum Investments LLC und Pak-Arab-Refinery Limited
OMV übt gemeinschaftliche Kontrolle über Abu Dhabi Petroleum Investments LLC (ADPINV, OMV-Anteil 25%, 2024: 25%), mit Sitz in Abu Dhabi, und Pak-Arab Refinery Limited (PARCO; indirekte Beteiligung von OMV: 10%, 2024: 10%), mit Sitz in Karachi, aus und bilanziert beide Beteiligungen at-equity. ADPINV ist eine Holding-Gesellschaft mit einem Anteil von 40% an PARCO. Da für die Entscheidungen über relevante Aktivitäten eine einstimmige Zustimmung der Parteien erforderlich ist und OMV aufgrund der rechtlichen Struktur Rechte am Nettovermögen hat, stuft OMV diese Beteiligungen gemäß IFRS 11 als Gemeinschaftsunternehmen ein.
Pearl Petroleum Company Limited
Darüber hinaus hält OMV einen Anteil von 10% (2024: 10%) an Pearl Petroleum Company Limited mit Sitz in Road Town, British Virgin Islands, die in der Exploration und Produktion von Kohlenwasserstoffen in der Region Kurdistan im Irak tätig ist. Aufgrund der Joint-Venture-Vereinbarung hat OMV auf Pearl maßgeblichen Einfluss im Sinne von IAS 28, da es für einige strategische Entscheidungen einstimmiger Zustimmung bedarf. Daher wird dieses Unternehmen trotz eines nur 10%igen-Anteils at-equity einbezogen.
Individuell unwesentliche Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen der Borealis- Veräußerungsgruppe
Darüber hinaus wurden individuell unwesentliche Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen, die Teil der Borealis Veräußerungsgruppe sind, ebenfalls in die Position „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ umgegliedert und werden nicht mehr nach der At-equity-Methode bilanziert. Das vor der Umgliederung zurechenbare Ergebnis wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im „Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen“ ausgewiesen. Weitere Informationen finden sich in Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture.
Gesamtergebnisrechnung für individuell unwesentliche Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen aus fortgeführten Geschäftsbereichen – OMV Anteil |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Gemeinschafts- unternehmen | Assoziierte Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen | Assoziierte Unternehmen |
Umsatzerlöse aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 352 | 5.348 | 319 | 6.162 |
Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen | –7 | 111 | –25 | 128 |
Gesamtergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen | –7 | 111 | –25 | 128 |
Überleitungsrechnung Buchwert für individuell unwesentliche Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Gemeinschafts- unternehmen | Assoziierte Unternehmen1 | Gemeinschafts- unternehmen | Assoziierte Unternehmen1 |
1. Jänner | 489 | 488 | 443 | 458 |
Währungsumrechnungsdifferenzen aus fortgeführten Geschäftsbereichen | –41 | –48 | 27 | 25 |
Konsolidierungskreisänderungen2 | 17 | 8 | 70 | — |
Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen | –7 | 111 | –25 | 128 |
Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | –0 | –0 | –2 | –7 |
Veräußerungen und andere Änderungen | –1 | — | — | — |
Dividendenausschüttungen | –10 | –68 | –24 | –116 |
Umgliederung in die Position „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ | –953 | –33 | — | — |
31. Dezember | 352 | 457 | 489 | 488 |
Bilanzierungsgrundsätze
Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung niedrigerer Nettoveräußerungswerte angesetzt. Die Kosten werden bei austauschbaren Gütern nach ihren individuellen Kosten oder nach dem Durchschnittspreisverfahren ermittelt. Für die Ermittlung der Herstellungskosten werden direkt zurechenbare Kosten sowie fixe und variable Material- und Fertigungsgemeinkosten herangezogen. Im Raffineriebereich kommt ein Kostentragfähigkeitsprinzip zur Anwendung, wonach die Herstellungskosten den produzierten Produktgruppen nach deren jeweiligen Marktwerten am Ende der Periode zugeordnet werden.
Vorräte |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Rohöl | 461 | 652 |
Erdgas | 295 | 582 |
Petrochemische Rohstoffe | — | 308 |
Sonstige Rohstoffe und Hilfsgüter | 327 | 416 |
Raffinierte Mineralölprodukte (inklusive unfertige Produkte) | 825 | 1.041 |
Petrochemische Produkte (inklusive unfertige Produkte) | — | 853 |
Sonstige fertige Erzeugnisse | 55 | 84 |
Vorräte | 1.962 | 3.936 |
Die Position „Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen)“ in der OMV Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung beinhaltet Material- und Warenaufwendungen, Bestandsveränderungen sowie die Bewertung von Vorräten. 2025 wurden Netto-Aufwendungen aus der Bewertung von Vorräten in Höhe von EUR 25 Mio erfasst, verglichen mit Netto-Erträgen von EUR 291 Mio im Jahr 2024. Dies betraf in 2025 hauptsächlich Rohöl und unfertige Mineralölprodukte, in 2024 hauptsächlich im Speicher befindliches Erdgas.
Der Rückgang der Vorräte war hauptsächlich auf die Umgliederung der Borealis Veräußerungsgruppe in die Position „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ zurückzuführen. Für nähere Informationen siehe Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture.
20 | Finanzielle Vermögenswerte
Bilanzierungsgrundsätze
Beim Erstansatz stuft OMV seine finanziellen Vermögenswerte in die Bewertungskategorien „zu fortgeführten Anschaffungskosten“, zum „beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen durch das sonstige Ergebnis (FVOCI)“ oder zum „beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL)“ ein. Die Einstufung erfolgt abhängig vom Geschäftsmodell, nach dem die finanziellen Vermögenswerte vom Konzern gesteuert werden, sowie abhängig von ihren vertraglichen Zahlungsstromeigenschaften. Käufe und Verkäufe im Rahmen handelsüblicher Verträge werden zum Handelstag – jenem Tag, an dem sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen – bilanziert.
Schuldinstrumente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. OMV berücksichtigt für alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte Wertberichtigungen auf Basis der erwarteten Kreditausfälle (Expected Credit Losses; ECL). Die erwarteten Kreditausfälle werden auf Basis externer oder interner Ratings der Kontrahenten und den entsprechenden Ausfallwahrscheinlichkeiten oder, wo es angemessener ist, auf Basis eines wahrscheinlichkeitsgewichteten Betrags, der durch die Bewertung einer Reihe möglicher Ergebnisse bestimmt wird, ermittelt. Verfügbare zukunftsgerichtete Informationen werden berücksichtigt, sofern sie eine wesentliche Auswirkung auf die Höhe der erfassten Wertberichtigungen haben.
Erwartete Kreditausfälle werden in zwei Stufen erfasst. Wenn es seit dem Erstansatz keine wesentliche Erhöhung des Kreditrisikos gegeben hat, wird die Wertberichtigung auf Basis des erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts bemessen. Der 12-Monats-Kreditverlust ist der Kreditverlust, der aus Ausfallereignissen resultiert, die innerhalb der nächsten zwölf Monate möglich sind. Ein finanzieller Vermögenswert weist aus Sicht des Konzerns ein geringes Ausfallrisiko auf, wenn sein Kreditrisikorating der Definition von „Investment Grade“ entspricht.
Wenn das Kreditrisiko hingegen seit dem Erstansatz wesentlich angestiegen ist, ist eine Wertberichtigung in Höhe des über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusts erforderlich, d.h. die erwarteten Kreditverluste, die aus allen möglichen Ausfallereignissen während der erwarteten Laufzeit des Finanzinstruments resultieren. Für diese Einschätzung berücksichtigt der Konzern alle angemessenen und belastbaren Informationen, die ohne unangemessenen Zeit- und Kostenaufwand verfügbar sind. Darüber hinaus nimmt OMV an, dass das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswerts signifikant angestiegen ist, wenn er mehr als 30 Tage überfällig ist. Wenn die Bonität sich wiederum verbessert, geht OMV auf den Ansatz eines 12-Monats-Kreditverlusts zurück. Ein finanzieller Vermögenswert wird als ausgefallen betrachtet, wenn er für mehr als 90 Tage überfällig ist, es sei denn, es liegen vernünftige und vertretbare Informationen vor, dass ein längeres Ausfallkriterium angemessener ist. Ein finanzieller Vermögenswert wird abgeschrieben, wenn keine realistische Aussicht besteht, dass die vertraglichen Cashflows realisierbar sind.
Für Lieferforderungen und vertragliche Vermögenswerte aus Kundenverträgen wird eine vereinfachte Vorgehensweise, bei der die Wertberichtigungen mit den über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusten berücksichtigt werden, angewandt. Im Fall, dass es für die ausstehenden Salden eine Kreditversicherung oder Sicherheiten gibt, werden die erwarteten Kreditverluste für den versicherten bzw. garantierten Betrag auf Basis der Ausfallswahrscheinlichkeit des Versicherers bzw. Garantiegebers und für den verbleibenden Betrag auf Basis der Ausfallswahrscheinlichkeit des Kontrahenten ermittelt.
Die nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte, die ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert (at Fair Value through Profit or Loss; FVTPL) bewertet werden, enthalten Lieferforderungen aus Verkaufsverträgen mit vorläufiger Preisfestlegung, da die vertraglichen Zahlungsströme nicht ausschließlich Tilgung und Zinszahlungen auf ausstehende Rückzahlungsbeträge darstellen. Weiters sind in dieser Bewertungskategorie Portfolios von Lieferforderungen enthalten, für die eine Verkaufsabsicht besteht.
Eigenkapitalinstrumente werden entweder ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) oder ergebnisneutral durch das sonstige Ergebnis zum beizulegenden Zeitwert bewertet(Fair Value through Other Comprehensive Income; FVOCI) bewertet. OMV klassifiziert den Großteil seiner Beteiligungen, die mit einer strategischen Zielsetzung und nicht zu Handelszwecken gehalten werden, unwiderrufbar als FVOCI.
OMV bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Cashflows aus einem Vermögenswert auslaufen oder wenn OMV den Vermögenswert und alle wesentlichen mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten überträgt.
Wesentliche Schätzungen: Werthaltigkeit und beizulegender Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten
Das Management bewertet regelmäßig die Forderung gegenüber dem rumänischen Staat, die sich auf Verpflichtungen zur Rekultivierung und zu Umweltschutzmaßnahmen bei OMV Petrom S.A. beziehen und auf Grundlage des Privatisierungsvertrags anerkannt wurden. Der Bewertungsprozess berücksichtigt unter anderem die Historie der geltend gemachten Beträge, die Anforderungen an den Dokumentationsprozess, mögliche Rechtsstreitigkeiten oder Schiedsverfahren sowie alle Fakten und Umstände, die Einfluss auf die Einbringlichkeit der Forderungen haben. Gemäß den einschlägigen Rechnungslegungsstandards wird die Forderung in der Bilanz angesetzt, wenn die Realisierung als nahezu sicher gilt.
Die Beteiligungen an den russischen Unternehmen JSC GAZPROM YRGM Development (YRGM) und OJSC Severneftegazprom (SNGP) werden seit ihrer Entkonsolidierung infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine gemäß IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bilanziert.
Am 19. Dezember 2023 hat der russische Präsident einen Erlass in Bezug auf das Juschno-Russkoje-Feld unterzeichnet. Gemäß diesem Dekret sollen die OMV Beteiligungen an den russischen Firmen und damit die OMV Anteile an dem Gasfeld an neue russische Unternehmen übertragen werden. Diese Unternehmen sollen schließlich vom Versicherungsunternehmen JSC SOGAZ und Gazprom gehalten werden. Die Erlöse aus der Übertragung der OMV Anteile an JSC SOGAZ sollen auf ein russisches Sonderkonto eingezahlt werden. Dieser Erlass gleicht einer einseitigen und unumkehrbaren Zwangsenteignung durch die Beschlagnahme der OMV Anteile gegen eine Entschädigung, deren Höhe im Grunde durch Russland festgelegt wird und die auf letztlich unter Russlands Kontrolle stehende Konten gutgeschrieben wird. Am 1. Juli 2024 hat die russische Regierung die neuen Unternehmen gegründet. Den öffentlichen Aufzeichnungen zufolge wurden die OMV zuzurechnenden Anteile bis Jahresende 2025 nicht an die SOGAZ übertragen. Aufgrund dieser Entwicklung sowie der unveränderten Situation hinsichtlich des russischen Krieges gegen die Ukraine geht OMV davon aus, dass seine Beteiligungen an YRGM und SNGP zum 31. Dezember 2025 einen beizulegenden Zeitwert von Null (2024: Null) haben.
OMV hat eine vertragliche Position gegenüber Gazprom aus der Neufeststellung der Reserven aus dem Juschno-Russkoje-Gasfeld, die als Teil des Erwerbs der Beteiligung an diesem Feld 2017 übernommen wurde. Gemäß dieser Vereinbarung wurden die Reserven vertraglich definiert, und falls die Reserven höher oder niedriger sind als in der Vereinbarung festgelegt, kann entweder OMV verpflichtet sein, Gazprom zu entschädigen (hätte in diesem Fall aber in der Zukunft von höheren Absatzvolumen profitiert), oder kann umgekehrt Gazprom verpflichtet sein, OMV zu entschädigen. Die Zahlung für die Neufeststellung der Reserven ist an die tatsächlich vorhandenen Gasreserven gebunden.
Basierend auf den von einem unabhängigen Experten, der gemäß dem Swap-Vertrag bestellt wurde, ermittelten Reserven hätte OMV Anspruch auf eine Entschädigung. Aufgrund der aktuell schwierigen politischen und rechtlichen Lage in Russland rechnet OMV derzeit nicht mit der Einbringlichkeit dieser vertraglichen Position und bewertet diesen Vermögenswert deshalb mit Null (2024: Null).
Finanzielle Vermögenswerte |
In EUR Mio |
| Ergebnis- wirksam zum beizu- legenden Zeitwert bewertet | Ergebnis- neutral durch das sonstige Ergebnis zum beizu- legenden Zeitwert bewertet | Zu fortgeführten Anschaf- fungskosten bewertet | Gesamt Buchwert | davon kurzfristig | davon langfristig |
| | | | | | |
| 2025 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus Verträgen mit Kunden | — | — | 1.435 | 1.435 | 1.435 | — |
Sonstige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | — | — | 465 | 465 | 465 | — |
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | — | — | 1.900 | 1.900 | 1.900 | — |
Eigenkapitalinstrumente | — | 102 | — | 102 | — | 102 |
Anleihen | — | — | 43 | 43 | 27 | 15 |
Derivate | 331 | — | — | 331 | 223 | 107 |
Ausleihungen | — | — | 551 | 551 | 1 | 550 |
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | — | — | 1.047 | 1.047 | 841 | 206 |
Summe sonstige finanzielle Vermögenswerte | 331 | 102 | 1.640 | 2.073 | 1.093 | 979 |
Finanzielle Vermögenswerte | 331 | 102 | 3.540 | 3.973 | 2.993 | 979 |
| | | | | | |
| 2024 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus Verträgen mit Kunden | 128 | — | 2.230 | 2.358 | 2.358 | — |
Sonstige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | — | — | 484 | 484 | 484 | — |
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 128 | — | 2.714 | 2.842 | 2.842 | — |
Eigenkapitalinstrumente | 1 | 105 | — | 106 | — | 106 |
Investmentfonds | 29 | — | — | 29 | — | 29 |
Anleihen | — | — | 91 | 91 | 59 | 33 |
Derivate | 269 | 39 | — | 307 | 220 | 87 |
Ausleihungen | — | — | 1.286 | 1.286 | 5 | 1.282 |
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 2 | — | 1.369 | 1.370 | 790 | 581 |
Summe sonstige finanzielle Vermögenswerte | 301 | 143 | 2.746 | 3.190 | 1.074 | 2.116 |
Finanzielle Vermögenswerte | 429 | 143 | 5.460 | 6.032 | 3.916 | 2.116 |
Ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte enthielten hauptsächlich zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte.
Die Position Ausleihungen enthielt 2025 Ausleihungen und damit verbundene abgegrenzte Zinsen im Rahmen eines Aktionärsdarlehensvertrags mit Borouge 4 LLC in Höhe von EUR 490 Mio (2024: EUR 435 Mio). Darüber hinaus enthielt 2024 Ausleihungen und damit verbundene abgegrenzte Zinsen in Höhe von EUR 769 Mio im Rahmen eines Gesellschafterdarlehens an Bayport Polymers LLC, die auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert und in der Berichtsperiode großteils zurückgezahlt wurden. Für nähere Details wird auf Anhangangabe 35 – Nahestehende Unternehmen und Personen verwiesen.
Die übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte beinhalteten die Forderung gegenüber dem rumänischen Staat in Höhe von EUR 223 Mio (2024: EUR 429 Mio) im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltschutzmaßnahmen der OMV Petrom S.A.
Am 2. Oktober 2020 hat die OMV Aktiengesellschaft als Partei des Privatisierungsvertrags ein Schiedsverfahren gegen das rumänische Umweltministerium gemäß den Regeln der Internationalen Handelskammer eingeleitet, in dem es um bestimmte unbezahlte Forderungen des rumänischen Umweltministeriums in Bezug auf Rekultivierungskosten für Bohrungen und Verpflichtungen für Umweltschutzmaßnahmen in Höhe von EUR 31 Mio ging. Am 30. August 2022 erließ das Schiedsgericht den endgültigen Schiedsspruch und verpflichtete das Umweltministerium, der OMV Petrom S.A. den Betrag von EUR 31 Mio und die entsprechenden Zinsen zu erstatten. Im Oktober 2022 hat das Umweltministerium den Schiedsspruch vor dem Pariser Berufungsgericht beeinsprucht, zum 31. Dezember 2025 war das Verfahren noch nicht abgeschlossen.
Außerdem hat die OMV Aktiengesellschaft als Partei des Privatisierungsvertrags Ende des Jahres 2022 weitere Schiedsgerichtsverfahren gegen das rumänische Umweltministerium gemäß den Regeln der Internationalen Handelskammer zu bestimmten unbezahlten Forderungen hinsichtlich Rekultivierungskosten für Bohrungen und Verpflichtungen für Umweltschutzmaßnahmen in Höhe von EUR 46 Mio eingeleitet. Diese wurden zu einem einzigen Verfahren zusammengefasst. Am 15. Jänner 2025 erließ das Schiedsgericht den endgültigen Schiedsspruch und verpflichtete das Umweltministerium, der OMV Petrom S.A. den vollen Betrag und die entsprechenden Zinsen zu erstatten. Zum 31. Dezember 2025 war das Verfahren zur Anerkennung und Vollstreckung des Schiedsspruchs in Rumänien noch nicht abgeschlossen. Am 17. Februar 2026 hat das Pariser Berufungsgericht entschieden, den Antrag des Umweltministeriums auf Aufhebung abzuweisen.Am 20. Dezember 2024 hat die OMV Aktiengesellschaft als Partei des Privatisierungsvertrags ein Schiedsverfahren gegen das rumänische Umweltministerium gemäß den Regeln der Internationalen Handelskammer eingeleitet, in dem es um bestimmte unbezahlte Forderungen des rumänischen Umweltministeriums in Bezug auf Rekultivierungskosten für Bohrungen in Höhe von EUR 49 Mio ging. Zum 31. Dezember 2025 war das Schiedsverfahren noch nicht abgeschlossen.
Im Dezember 2025 wurde nach Einigung auf eine Reihe rechtlicher und vertraglicher Ziele zwischen OMV Petrom S.A. und dem rumänischen Staat – darunter unter anderem die Verlängerung der Produktionslizenzen um 15 Jahre – eine Wertminderung in Höhe von EUR 297 Mio in den „Sonstigen betrieblichen Aufwendungen“ erfasst. Diese betrifft eine Forderung gegenüber dem rumänischen Staat im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen, die voraussichtlich von OMV Petrom S.A. auf eigene Kosten zu tragen sind. Der Abschluss dieses Pakets an rechtlichen und vertraglichen Zielen wird für 2026 erwartet.
Daher wurde zum 31. Dezember 2025 der Teil der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat, dessen Einbringlichkeit als nicht wahrscheinlich eingeschätzt wird, wertberichtigt, während die als einbringlich eingeschätzten Beträge weiterhin in der Bilanz ausgewiesen werden.
Die übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte enthielten des Weiteren Forderungen gegenüber Partnern im Bereich Exploration & Produktion sowie Seller Participation Notes und Complementary Notes an Carnuntum DAC (siehe untenstehendes Kapitel „Nicht konsolidierte strukturierte Unternehmen“ für weitere Details).
Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten
Ausfallwahrscheinlichkeit |
| Entsprechend der externen Bonitätseinstufung | Ausfallwahrscheinlichkeit |
| | | |
| | 2025 | 2024 |
Risikoklasse 1 | AAA, AA+, AA, AA–, A+, A, A– | 0,13% | 0,13% |
Risikoklasse 2 | BBB+, BBB, BBB– | 0,44% | 0,44% |
Risikoklasse 3 | BB+, BB, BB– | 1,18% | 1,18% |
Risikoklasse 4 | B+, B, B– | 8,52% | 8,52% |
Risikoklasse 5 | CCC/C | 29,54% | 29,54% |
Risikoklasse 6 | SD/D | 100,00% | 100,00% |
Weitere Informationen zur Steuerung des Kreditrisikos können der Anhangangabe 29 – Risikomanagement entnommen werden.
Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
1. Jänner | 127 | 101 |
Ausbuchungen | –11 | –6 |
Netto-Neubewertung der erwarteten Kreditausfälle | –25 | 25 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –8 | 3 |
Umgliederung aus der/in die Position „zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ | –5 | 3 |
31. Dezember | 78 | 127 |
Kreditqualität von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Risikoklasse 1 | 593 | 666 |
Risikoklasse 2 | 538 | 700 |
Risikoklasse 3 | 564 | 952 |
Risikoklasse 4 | 141 | 262 |
Risikoklasse 5 | 110 | 225 |
Risikoklasse 6 | 33 | 37 |
Bruttobuchwert gesamt | 1.978 | 2.841 |
Erwartete Kreditausfälle | –78 | –127 |
Gesamt | 1.900 | 2.714 |
Wertminderungen von sonstigen finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten |
In EUR Mio |
| 12-Monate ECL | Lifetime ECL not credit impaired | Lifetime ECL credit impaired | Gesamt |
| | | | |
| 2025 |
1. Jänner | 12 | 23 | 1.600 | 1.635 |
Ausbuchungen | –0 | — | –2 | –3 |
Netto-Neubewertung der erwarteten Kreditausfälle | 18 | –4 | 421 | 435 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –1 | –3 | –15 | –19 |
Umgliederung in die Position „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ | –7 | — | –1 | –9 |
31. Dezember1, 2 | 22 | 17 | 2.002 | 2.041 |
| | | | |
| 2024 |
1. Jänner | 13 | 32 | 1.442 | 1.487 |
Ausbuchungen | –0 | — | –3 | –3 |
Netto-Neubewertung der erwarteten Kreditausfälle | –1 | –10 | 155 | 144 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –0 | 2 | 5 | 7 |
31. Dezember1, 2 | 12 | 23 | 1.600 | 1.635 |
Kreditqualität von sonstigen finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten |
In EUR Mio |
| 12- Monate ECL | Lifetime ECL not credit impaired | Lifetime ECL credit impaired | Gesamt | 12- Monate ECL | Lifetime ECL not credit impaired | Lifetime ECL credit impaired | Gesamt |
| | | | | | | | |
| 2025 | 2024 |
Risikoklasse 1 | 244 | — | — | 244 | 452 | — | — | 452 |
Risikoklasse 21 | 1.229 | 48 | 380 | 1.656 | 832 | 81 | 91 | 1.004 |
Risikoklasse 3 | 158 | — | — | 158 | 1.401 | 0 | — | 1.401 |
Risikoklasse 4 | 0 | — | — | 0 | 0 | — | — | 0 |
Risikoklasse 5 | 0 | — | 22 | 22 | 15 | — | 22 | 37 |
Risikoklasse 62 | — | — | 1.601 | 1.601 | — | — | 1.487 | 1.487 |
Bruttobuchwert gesamt | 1.632 | 48 | 2.002 | 3.681 | 2.700 | 81 | 1.600 | 4.381 |
Erwartete Kreditausfälle3 | –22 | –17 | –2.002 | –2.041 | –12 | –23 | –1.600 | –1.635 |
Gesamt | 1.610 | 30 | — | 1.640 | 2.688 | 58 | — | 2.746 |
Nicht konsolidierte strukturierte Unternehmen
Bilanzierungsgrundsätze
OMV verkauft Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen eines Securitization-Programms und übernimmt weiterhin das Servicing und das Inkasso der Forderungen. Das beim OMV Konzern verbleibende Risiko ist nicht signifikant, weshalb die veräußerten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zur Gänze ausgebucht werden.
OMV verkauft im Rahmen eines Securitization-Programms Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Carnuntum DAC mit Sitz in Dublin, Irland. Obwohl OMV weiterhin das Servicing der Forderungen übernimmt, hat OMV keine Beherrschung über die Carnuntum DAC. OMV führt das Inkasso der Forderungen streng nach den vertraglich vereinbarten Kredit- und Inkassorichtlinien durch, und alle Entscheidungen in Bezug auf überfällige Forderungen können nur vom Käufer getroffen werden. 2025 hat OMV Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Wert von EUR 5.425 Mio an Carnuntum DAC übertragen (2024: EUR 5.505 Mio). Die Forderungen werden zu ihrem Nominalbetrag abzüglich eines Kaufpreisabschlags verkauft. Die Kaufpreisabschläge, die 2025 in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurden, beliefen sich in Summe auf EUR 42 Mio (2024: EUR 51 Mio). Die Zinserträge für die in Carnuntum DAC gehaltenen Notes betrugen 2025 EUR 7 Mio (2024: EUR 11 Mio). Weiters erhielt OMV ein Serviceentgelt für das Debitorenmanagement der verkauften Forderungen.
Zum 31. Dezember 2025 wurden von OMV in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesene Seller Participation Notes in Höhe von EUR 114 Mio (2024: EUR 83 Mio) und Complementary Notes an Carnuntum DAC in Höhe von EUR 75 Mio (2024: EUR 96 Mio) gehalten. Das maximale Verlustrisiko aus dem Securitization-Programm zum 31. Dezember 2025 betrug EUR 120 Mio (2024: EUR 107 Mio).
Eine Loss Reserve und eine Beteiligung durch einen Drittinvestor sind gegenüber den Seller Participation Notes nachrangig. Die Complementary Notes sind vorrangig zu den Seller Participation Notes und haben den gleichen Rang wie die durch das Programm ausgegebenen Senior Notes.
21 | Sonstige Vermögenswerte
Sonstige Vermögenswerte |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Kurzfristig | Langfristig | Kurzfristig | Langfristig |
Aktivische Abgrenzungen | 59 | 18 | 87 | 12 |
Geleistete Anzahlungen auf Anlagevermögen | 144 | 114 | 221 | 13 |
Sonstige geleistete Anzahlungen | 95 | 7 | 193 | 17 |
Forderungen aus sonstigen Steuern und Sozialversicherung | 119 | 31 | 287 | 43 |
Emissionszertifikate1 | 661 | — | 666 | — |
Kundenforderung zur Übertragung von Emissionszertifikaten1 | 14 | — | 23 | — |
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 99 | 108 | 125 | 116 |
Sonstige Vermögenswerte | 1.192 | 278 | 1.603 | 200 |
Der Rückgang der geleistetenAnzahlungen auf das Anlagevermögen und der sonstigen geleisteten Anzahlungen ist hauptsächlich auf das Projekt Neptun Deep in Rumänien zurückzuführen und erfolgte im Einklang mit dem Fortschritt der Arbeiten.
Die Forderungen aus sonstigen Steuern und Sozialversicherung sanken hauptsächlich aufgrund der Umgliederung der Borealis Veräußerungsgruppe auf „zu Veräußerungzwecken gehalten“ sowie niedrigerer Vorauszahlungen von Verbrauchsteuern in Rumänien.
22 | Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens
Grundkapital
Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 327.272.727 (2024: 327.272.727) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von EUR 327.272.727 (2024: EUR 327.272.727). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2025 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien.
Kapitalrücklagen
Kapitalrücklagen wurden bei der OMV Aktiengesellschaft durch Mittel gebildet, die der OMV Aktiengesellschaft von ihren Anteilseignern aufgrund ihrer Eigentümerstellung über das Grundkapital zugeführt wurden.
Hybridkapital
Bilanzierungsgrundsätze
Die Nettoerlöse aus den Hybridschuldverschreibungen werden gemäß IFRS zur Gänze als Eigenkapital klassifiziert, da die Rück- sowie Zinszahlungen im alleinigen Ermessen von OMV liegen.
Das im Eigenkapital ausgewiesene Hybridkapital in Höhe von EUR 1.985 Mio besteht aus unbefristeten, nachrangigen Hybridschuldverschreibungen.
Am 1. September 2020 begab OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.250 Mio in zwei Tranchen (Tranche 1: EUR 750 Mio; Tranche 2: EUR 500 Mio) mit folgender Verzinsung:
Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 werden bis zum 1. September 2026 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 1, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,500% verzinst. Vom ersten Resettermin (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 1. September 2029 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Von 1. September 2029 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 1. September eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die OMV Hauptversammlung beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
Am 30. Juni 2025 begab OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 750 Mio mit folgender Verzinsung:
Die Hybridschuldverschreibungen werden bis zum 30. Dezember 2030 (ausschließlich), dem ersten Resettermin der Hybridschuldverschreibungen, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 4,3702% verzinst. Vom ersten Resettermin (einschließlich) bis zum Step-Up-Datum (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem Step-Up-Datum (einschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 30. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die OMV Hauptversammlung beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
Die zum 31. Dezember 2025 ausstehenden Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens OMV unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Bei Rückzahlung werden sämtliche ausständige Zinsen zur Zahlung fällig. Im Fall eines Kontrollwechsels, zum Beispiel, hat OMV die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.
Am 8. August 2025 veröffentlichte OMV an der Luxemburger Börse die Mitteilung über die vorzeitige Rückzahlung und übte damit das Recht aus, die am 7. Dezember 2015 emittierte zweite Tranche der Hybridanleihe über EUR 750 Mio zu kündigen und zurückzuzahlen. Infolgedessen wurde der beizulegende Zeitwert der Hybridanleihe zum 8. August 2025 aus dem Eigenkapital umgegliedert und der Nennwert zuzüglich Zinsen am 11. September 2025 zurückgezahlt. Die Umgliederung der Hybridanleihe ist in der Zeile „Verminderung Hybridkapital“ in der Eigenkapitalveränderungsrechnung ausgewiesen.
Gewinnrücklagen
Die Ergebnisse aller in den Konsolidierungskreis einbezogenen Unternehmen sind unter Berücksichtigung der Konsolidierungsvorgänge in den Gewinnrücklagen des Konzerns enthalten.
Eigene Anteile
Bilanzierungsgrundsätze
Bei Erwerb eigener Aktien wird das Eigenkapital in Höhe der Anschaffungskosten der zurückgekauften eigenen Anteile gekürzt. Gewinne oder Verluste aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu den Anschaffungskosten erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.
Auf Basis der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 28. Mai 2024 und der Genehmigung des Aufsichtsrats führte die OMV Aktiengesellschaft im März 2025 ein Aktienrückerwerbsprogramm durch. Das Volumen des Rückerwerbsprogramms belief sich auf bis zu 300.000 Aktien und wurde vollständig ausgenutzt. Der Rückerwerb erfolgte ausschließlich über die Wiener Börse und diente der Erfüllung von Verpflichtungen der Gesellschaft aus Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere Long-Term-Incentive-Plänen, Annual Bonus (Equity Deferrals) oder sonstigen Beteiligungsprogrammen.
In der Hauptversammlung vom 27. Mai 2025 wurde der Vorstand ermächtigt:
1. gemäß § 65 Abs. 1 Z 8 AktG auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 5% des Grundkapitals der Gesellschaft,
2. während einer Geltungsdauer von 15 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung der Hauptversammlung,
3. zu einem niedrigsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30% unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage vor dem jeweiligen Rückkauf der Aktien liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 20% über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage vor dem jeweiligen Rückkauf der Aktien liegen darf,
mit der Zustimmung des Aufsichtsrats zu erwerben, wobei allfällige Erwerbe so auszuüben sind, dass die Gesellschaft zu keinem Zeitpunkt mehr als 1.300.000 Stück eigene Aktien hält.
Der Erwerb kann über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine jede sonstige gesetzlich zulässige Weise und zum Zweck der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, erfolgen.
Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats, aber ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss, einzuziehen und der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen.
In der Hauptversammlung vom 27. Mai 2025 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, somit bis einschließlich 26. Mai 2030, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
Auf Basis der bestehenden Ermächtigung der Hauptversammlung vom 27. Mai 2025 und mit der Genehmigung des Aufsichtsrats führte die OMV Aktiengesellschaft einen begrenzten Aktienrückerwerb durch. Dieser begann am 3. November 2025 und wurde am 21. November 2025 abgeschlossen. Das Volumen des Rückerwerbsprogramms belief sich auf bis zu 1.000.000 auf Inhaber lautende Stückaktien und wurde vollständig ausgeübt. Der Rückerwerb erfolgte ausschließlich über die Wiener Börse und dient der Erfüllung von Verpflichtungen der Gesellschaft aus Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere Long-Term-Incentive-Plänen, Annual Bonus (Equity Deferrals) oder sonstigen Beteiligungsprogrammen.
Eigene Anteile |
| Anzahl der Aktien | In EUR Mio |
1. Jänner 2024 | 142.007 | 1,6 |
Abgang | –84.678 | –0,9 |
31. Dezember 2024 | 57.329 | 0,6 |
Rückkauf eigener Aktien | 1.300.000 | 62,1 |
Abgang | –85.659 | –3,5 |
31. Dezember 2025 | 1.271.670 | 59,3 |
Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile |
| Anzahl der Aktien | Eigene Anteile | Im Umlauf befindliche Anteile |
1. Jänner 2024 | 327.272.727 | 142.007 | 327.130.720 |
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen | — | –84.678 | 84.678 |
31. Dezember 2024 | 327.272.727 | 57.329 | 327.215.398 |
Rückkauf eigener Aktien | — | 1.300.000 | –1.300.000 |
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen | — | –85.659 | 85.659 |
31. Dezember 2025 | 327.272.727 | 1.271.670 | 326.001.057 |
Weitere Anhangangaben
Die direkt im sonstigen Ergebnis berücksichtigten Gewinne und Verluste und damit verbundenen Steuereffekte setzten sich wie folgt zusammen:
Steuereffekte im Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Brutto Aufwand (–) Ertrag (+) | Steuer Aufwand (–) Ertrag (+)1 | Netto Aufwand (–) Ertrag (+) | Brutto Aufwand (–) Ertrag (+) | Steuer Aufwand (–) Ertrag (+)1 | Netto Aufwand (–) Ertrag (+) |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –1.180 | 3 | –1.177 | 510 | –2 | 508 |
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges | –8 | — | –8 | –1 | 0 | –1 |
Gewinne (+)/Verluste(–) aus der Neubewertung von leistungsorientierten Plänen | 92 | –8 | 83 | –7 | –2 | –9 |
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten | –8 | 2 | –6 | –3 | 1 | –3 |
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges, die nachfolgend auf den Buchwert des Grundgeschäftes übertragen werden | — | — | — | 2 | –1 | 1 |
Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis | 12 | n.a. | 1 | 42 | n.a. | 4 |
Sonstiges Ergebnis des Jahres aus fortgeführten Geschäftsbereichen | –1.104 | –4 | –1.107 | 504 | –3 | 501 |
Sonstiges Ergebnis des Jahres aus aufgegebenen Geschäftsbereichen | 24 | –15 | 9 | –14 | 5 | –8 |
Sonstiges Ergebnis des Jahres | –1.080 | –18 | –1.098 | 491 | 2 | 493 |
Am 27. Mai 2025 genehmigte die Hauptversammlung die Zahlung einer Gesamtdividende von EUR 4,75 pro Aktie, davon EUR 3,05 je dividendenberechtigter Aktie als reguläre Dividende und EUR 1,70 je dividendenberechtigter Aktie als zusätzliche Dividende. Die gesamte Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2024 erfolgte im Juni 2025 und betrug EUR 1.553 Mio. 2024 betrug die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2023 EUR 1.652 Mio (EUR 5,05 je Aktie). Im Jahr 2025 beliefen sich die ausgeschütteten Zinsen für im Eigenkapital ausgewiesene Hybridanleihen auf EUR 50 Mio (2024: EUR 80 Mio).
Am 4. Februar 2026 wurde seitens des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft eine Gesamtdividende von EUR 4,40 pro Aktie für das Geschäftsjahr 2025 vorgeschlagen. Die vorgeschlagene Gesamtdividende umfasst eine reguläre Dividende von EUR 3,15 pro Aktie und eine zusätzliche Dividende von EUR 1,25 pro Aktie, welche von der Hauptversammlung in 2026 zu genehmigen sind.
23 | Nicht beherrschende Anteile
Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Teilkonzerne | Nicht beherrschende Anteile (%) | Nicht beherrschenden Anteilen zugeordnetes Ergebnis | Kumulierte nicht beherrschende Anteile | Nicht beherrschende Anteile (%) | Nicht beherrschenden Anteilen zugeordnetes Ergebnis | Kumulierte nicht beherrschende Anteile |
OMV Petrom Konzern | 49% | 296 | 3.639 | 49% | 411 | 3.823 |
Borealis Konzern | 25% | 144 | 2.587 | 25% | 108 | 2.916 |
SapuraOMV Konzern | — | — | — | 50% | 50 | — |
Sonstige Tochterunternehmen | n.a. | 2 | 10 | n.a. | 2 | 11 |
OMV Konzern | n.a. | 443 | 6.235 | n.a. | 571 | 6.749 |
Die Beteiligungsquote der nicht beherrschenden Anteile stimmt in allen Fällen mit deren Stimmrechtsquote überein.
Die Haupttätigkeiten des OMV Petrom Konzerns, das größte integrierte Energieunternehmen in Südosteuropa, sind die Exploration und Produktion von Öl und Gas (in Rumänien und Bulgarien), der Raffineriebetrieb (in Rumänien), der Verkauf von Mineralölprodukten (in Rumänien, Bulgarien, Serbien und Moldau) und der Verkauf von Erdgas sowie Stromproduktion und -verkauf (in Rumänien und Nachbarländern).
Der Borealis Konzern ist einer der weltweit führenden Anbieter von fortschrittlichen und kreislauforientierten Polyolefin-Lösungen. Darüber hinaus ist Borealis einer der europäischen innovativen Marktführer im Bereich Recycling von Polyolefinen sowie führender Hersteller von Basischemikalien. Der Großteil der Produktionsanlagen liegt in Europa, zusätzlich gibt es Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten, Brasilien und in Südkorea. Der Borealis Konzern (mit Ausnahme der Borouge Beteiligungen) wurde am 3. März 2025 in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert und als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert. Für mehr Informationen siehe Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture. Für eine Übersicht der umgegliederten Bilanzsalden siehe Anhangangabe 5 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten. Für Finanzinformationen der Borouge Beteiligungen siehe Anhangangabe 18 – At-equity bewertete Beteiligungen.
Die folgenden Tabellen fassen die Finanzinformationen der Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen zusammen:
Gesamtergebnisrechnung der Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen1 |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| OMV Petrom Konzern | OMV Petrom Konzern | Borealis Konzern2 |
Umsatzerlöse | 7.257 | 7.189 | 7.853 |
Jahresüberschuss | 606 | 842 | 424 |
Gesamtergebnis des Jahres | 609 | 840 | 670 |
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen | 298 | 410 | 168 |
an nicht beherrschende Anteile gezahlte Dividende | 369 | 430 | 286 |
Bilanz zum 31. Dezember der Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen1 |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| OMV Petrom Konzern | OMV Petrom Konzern | Borealis Konzern2 |
Langfristiges Vermögen | 8.511 | 7.791 | 12.296 |
Kurzfristiges Vermögen | 3.413 | 3.797 | 3.485 |
Langfristige Verbindlichkeiten | 2.429 | 2.083 | 1.996 |
Kurzfristige Verbindlichkeiten | 2.004 | 1.642 | 2.137 |
Cashflow-Rechnung der Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen1 |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| OMV Petrom Konzern | OMV Petrom Konzern | Borealis Konzern2 |
Cashflow aus der Betriebstätigkeit | 1.785 | 1.300 | 1.188 |
Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –1.276 | –1.160 | –1.033 |
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | –909 | –968 | –1.471 |
Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel | –442 | –828 | –1.320 |
24 | Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Bilanzierungsgrundsätze
Bei Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen wird zwischen beitragsorientierten und leistungsorientierten Vorsorgeplänen unterschieden. Bei beitragsorientierten Plänen werden die laufenden Beiträge als Aufwand verbucht.
Im Fall von leistungsorientierten Plänen werden Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste für leistungsorientierte Pensionspläne und Verpflichtungen aus Abfertigungen werden vollständig zum Zeitpunkt ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis erfasst. Diese versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden im sonstigen Ergebnis (OCI) ohne spätere Umbuchung in die Gewinn- und Verlustrechnung („Recycling“) berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Verpflichtungen für Jubiläumsgelder werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht. Der Netto-Zinsaufwand wird auf Basis der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Plänen ermittelt und im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Differenz zwischen den Erträgen aus dem Planvermögen und dem im Netto-Zinsaufwand enthaltenen Zinsertrag aus dem Planvermögen wird im sonstigen Ergebnis erfasst.
Restrukturierungsrückstellungen für freiwillige und verpflichtende Personallösungen werden gebucht, wenn ein detaillierter Plan mit Zustimmung des Managements vor dem Bilanzstichtag vorliegt, der den Betroffenen kommuniziert wurde und dem sich das Unternehmen nicht mehr entziehen kann. Aufwendungen aus solchen Restrukturierungsplänen sind in der Zeile „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthalten. Freiwillige Änderungen der Vergütungsvereinbarungen für Mitarbeitende werden erfasst, sobald die jeweiligen Mitarbeitenden das Angebot des Arbeitgebers angenommen haben und das Angebot nicht mehr widerrufbar ist. Rückstellungen für Verpflichtungen aus individuellen Auflösungsvereinbarungen, die zu festgelegten Zahlungen über einen bestimmten Zeitraum führen, werden zum Barwert der Verpflichtung angesetzt.
Wesentliche Schätzungen: Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Berechnung von Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder gemäß der Projected-Unit-Credit-Methode erfordert Schätzungen von Abzinsungssätzen, Gehaltstrends und Pensionstrends.
Für die österreichischen Konzerngesellschaften werden der Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018 P – Angestellte – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – zugrunde gelegt. In anderen Ländern werden ähnliche versicherungsmathematische Berechnungsgrundlagen verwendet. Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden altersspezifisch bzw. abhängig vom Dienstalter ermittelt. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen des betreffenden Landes.
Die untenstehenden Tabellen beinhalten Details zu den über einen Fonds finanzierten Pensionsplänen und zu nicht über einen Fonds finanzierten Pensionsplänen, als auch zu Abfertigungen. Diese unterliegen weitgehend ähnlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer im Zusammenhang mit der Borealis Veräußerungsgruppe, die im Jahr 2025 als „zu Veräußerungszwecken gehalten“ klassifiziert wurde, werden gemäß IAS 19 bewertet und als zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten ausgewiesen. Aufwendungen im Zusammenhang mit diesen Verpflichtungen sind im Jahresüberschuss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen enthalten. Weitere Informationen sind der Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture und der Anhangangabe 5 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten zu entnehmen.
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Barwert der fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen | 503 | 867 |
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | –387 | –618 |
Rückstellung für fondsfinanzierte Pensionsverpflichtungen | 115 | 249 |
Barwert der nicht fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen | 266 | 462 |
Barwert der Verpflichtungen für Abfertigungen und andere Pläne | 89 | 157 |
Rückstellung für Pensionen, Abfertigungen und andere Pläne | 470 | 867 |
Barwert der Verpflichtungen für andere langfristige Leistungspläne | 59 | 89 |
Gesamtrückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 530 | 956 |
Andere langfristige Leistungspläne umfassen hauptsächlich Jubiläumszahlungen. In Österreich und Deutschland erhalten Beschäftigte nach Erreichung eines bestimmten Dienstalters Jubiläumsgelder. Diese Pläne erfordern keine Mitarbeiterbeiträge und keine Wertpapierdeckung.
Barwert der Verpflichtungen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Pensionspläne | Abfertigungen und sonstige Pläne | Pensionspläne | Abfertigungen und sonstige Pläne |
Barwert der Verpflichtung zum 1. Jänner | 1.329 | 157 | 1.332 | 145 |
| | | | |
Laufender Dienstzeitaufwand | 7 | 4 | 21 | 4 |
Nachzuverrechender Dienstzeitaufwand | — | –5 | 2 | 6 |
Zinsaufwand | 28 | 4 | 45 | 6 |
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge1 | 34 | 4 | 69 | 16 |
| | | | |
Anpassungen aufgrund von Änderungen der demografischen Annahmen | — | –0 | 1 | –1 |
Anpassungen aufgrund von Änderungen finanzieller Annahmen | –78 | –7 | 39 | 3 |
Erfahrungsbedingte Anpassungen | –6 | 1 | –18 | –1 |
Gesamte Neubewertung der Periode (sonstiges Ergebnis)1 | –84 | –5 | 22 | 2 |
| | | | |
Tatsächlich bezahlte Leistungen | –65 | –29 | –89 | –22 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | 1 | –2 | –5 | 1 |
Umgliederung auf/von „Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten“ | –447 | –35 | — | 15 |
Barwert der Verpflichtung zum 31. Dezember | 768 | 89 | 1.329 | 157 |
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1. Jänner | 618 | 598 |
Zinserträge1 | 12 | 21 |
Erträge aus dem Planvermögen exklusive Zinserträge (sonstiges Ergebnis)1 | 2 | 8 |
Tatsächlich bezahlte Leistungen | –39 | –58 |
Arbeitgeberbeiträge | 27 | 51 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –2 | –1 |
Umgliederung auf/von „Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten“ | –232 | — |
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember | 387 | 618 |
Rückstellungen und Aufwendungen |
In EUR Mio | | | | |
| 2025 | 2024 |
| Pensionspläne | Abfertigungen und sonstige Pläne | Pensionspläne | Abfertigungen und sonstige Pläne |
Rückstellung zum 1. Jänner | 711 | 157 | 734 | 145 |
| | | | |
Laufender Dienstzeitaufwand | 7 | 4 | 21 | 4 |
Nachzuverrechender Dienstzeitaufwand | — | –5 | 2 | 6 |
Nettozinsaufwand | 16 | 4 | 24 | 6 |
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge1 | 22 | 4 | 48 | 16 |
| | | | |
Anpassungen aufgrund von Änderungen der demografischen Annahmen | — | –0 | 1 | –1 |
Anpassungen aufgrund von Änderungen finanzieller Annahmen | –78 | –7 | 39 | 3 |
Erfahrungsbedingte Anpassungen | –6 | 1 | –18 | –1 |
Erträge aus dem Planvermögen exklusive Zinserträge | –2 | — | –8 | — |
Gesamte Neubewertung der Periode (sonstiges Ergebnis)1 | –86 | –5 | 15 | 2 |
| | | | |
Tatsächlich bezahlte Leistungen | –27 | –29 | –31 | –22 |
Arbeitgeberbeiträge | –27 | — | –51 | — |
Währungsumrechnungsdifferenzen | 3 | –2 | –3 | 1 |
Umgliederung auf/von „Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten“ | –216 | –35 | — | 15 |
Rückstellung zum 31. Dezember | 381 | 89 | 711 | 157 |
Pensionspläne
Im OMV Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen treffen OMV nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr.
Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt. Die Ansprüche sind bei leistungsorientierten Pensionsplänen grundsätzlich vom Dienstalter und den durchschnittlichen Bezügen abhängig. Diese leistungsorientierten Pläne setzen den Konzern versicherungsmathematischen Risiken aus, wie beispielsweise dem Langlebigkeitsrisiko, Zinsrisiko, Inflationsrisiko (aufgrund der Wertsicherung) und dem Marktrisiko.
Die Pensionsverpflichtungen wurden auf Basis von länder- und planspezifischen Annahmen berechnet. Der Großteil der Anwartschaften für Pensionszusagen von mehreren OMV Gesellschaften wurde an länderspezifische externe Pensionsfonds übertragen. Es gibt jedoch auch eine Reihe von nicht über einen Fonds finanzierten Plänen, bei denen die Verpflichtung zur Leistungszahlung beim Konzern liegt. Die gewährten Leistungen hängen von der Dienstzeit des Mitarbeiters und dem Gehalt in den letzten Jahren vor dem Ruhestand ab. In der Regel werden diese Leistungen entsprechend dem Verbraucherpreisindex oder einem ähnlichen Index aktualisiert.
Im Jahr 2025 betrifft ein Großteil der Anwartschaften für Pensionszusagen die Pläne in Österreich, die hauptsächlich über Fonds finanziert sind, sowie in Deutschland, die nicht über einen Fonds finanziert sind.
In Österreich wurde der Großteil der Pensionsverpflichtungen auf externe Pensionsfonds übertragen, die von der APK-Pensionskasse AG verwaltet werden. Die Veranlagung des Planvermögens in Österreich wird durch § 25 Pensionskassengesetz und durch das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse AG u.a. die Bandbreite der Asset-Allokation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl der Fondsmanager geregelt. Das Planvermögen wurde hauptsächlich in an liquiden Märkten gehandelten Schuldverschreibungen investiert, an welchen Preisnotierungen verfügbar sind.
Im Jahr 2025 wurden Pensionsverpflichtungen im Zusammenhang mit der Borealis Veräußerungsgruppe als „zu Veräußerungszwecken gehalten“ klassifiziert. Dies betrifft hauptsächlich Pensionspläne in Belgien, die über Fonds finanziert sind, und Pläne in Schweden, die nicht über einen Fonds finanziert sind. Das Planvermögen war vorwiegend in Versicherungsverträgen veranlagt. Die Investitionspläne in Belgien folgen der Investmentstrategie der jeweiligen Versicherungsgesellschaft als auch den lokalen rechtlichen Vorschriften.
Im Jahr 2026 werden Zahlungen für leistungsorientierte Pläne in Höhe von EUR 14 Mio erwartet, die sich auf das Jahr 2025 beziehen. Diese Werte exkludieren Pläne im Zusammenhang mit der Borealis Veräußerungsgruppe, die 2025 als „zu Veräußerungszwecken gehalten“ klassifiziert wurde.
Abfertigungen und sonstige Pläne
Beschäftigte österreichischer Konzerngesellschaften, die bis zum 31. Dezember 2002 eingetreten sind, haben im Falle der Erreichung des Pensionsalters bzw. wenn sie gekündigt werden einen Abfertigungsanspruch. Der Anspruch ist abhängig von der Anzahl der Dienstjahre und der Höhe des letzten Bezugs. Für Beschäftigte, welche nach dem 31. Dezember 2002 eingetreten sind, wird für Abfertigungsansprüche in beitragsorientierten Plänen vorgesorgt. Ähnliche Verpflichtungen zu Abfertigungsansprüchen bestehen auch in anderen Ländern, in denen der Konzern Personal beschäftigt. Diese leistungsorientierten Pläne setzen die Gruppe versicherungsmathematischen Risiken aus, insbesondere dem Zinsrisiko und dem Inflationsrisiko (aufgrund der Indexierung des Gehalts).
Die folgenden Tabellen enthalten für 2025 keine Angaben zu den Plänen der Borealis Veräußerungsgruppe, die auf „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurde.
Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31. Dezember |
| 2025 | 2024 |
| Pensionspläne | Abfertigungen und sonstige Pläne | Pensionspläne | Abfertigungen und sonstige Pläne |
Kapitalmarktzinssatz | 4,00%–4,25% | 3,50%–7,00% | 3,25%–4,50% | 3,00%–7,00% |
Gehaltstrend | 2,50%–4,00% | 3,75%–4,00% | 3,00%–5,50% | 3,00%–5,50% |
Pensionstrend | 2,00%–2,25% | — | 1,75%–3,25% | — |
Die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche werden als erheblich erachtet und in folgenden Bandbreiten einem Stresstest unterzogen. Die daraus resultierenden Steigerungen und Verringerungen im Vergleich zu den Verpflichtungen der leistungsorientierten Ansprüche sind in prozentualen und absoluten Veränderungen wie folgt:
Sensitivitäten – prozentuale Veränderung |
| 2025 |
| Kapitalmarktzinssatz | Gehaltstrend | Pensionstrend |
| +0,50% | –0,50% | +0,50% | –0,50% | +0,50% | –0,50% |
Pensionspläne | –4,25% | 4,60% | 0,28% | –0,26% | 3,93% | –3,66% |
Abfertigungen und sonstige Pläne | –3,29% | 3,48% | 3,51% | –3,35% | — | — |
| | | | | | |
| 2024 |
| Kapitalmarktzinssatz | Gehaltstrend | Pensionstrend |
| +0,50% | –0,50% | +0,50% | –0,50% | +0,50% | –0,50% |
Pensionspläne | –5,05% | 5,54% | 1,72% | –1,61% | 3,67% | –3,40% |
Abfertigungen und sonstige Pläne | –3,68% | 3,94% | 3,29% | –3,13% | — | — |
Sensitivitäten – absolute Veränderung |
In EUR Mio |
| 2025 |
| Kapitalmarktzinssatz | Gehaltstrend | Pensionstrend |
| +0,50% | –0,50% | +0,50% | –0,50% | +0,50% | –0,50% |
Pensionspläne | –33 | 35 | 2 | –2 | 30 | –28 |
Abfertigungen und sonstige Pläne | –3 | 3 | 3 | –3 | — | — |
| | | | | | |
| 2024 |
| Kapitalmarktzinssatz | Gehaltstrend | Pensionstrend |
| +0,50% | –0,50% | +0,50% | –0,50% | +0,50% | –0,50% |
Pensionspläne | –67 | 74 | 23 | –21 | 49 | –45 |
Abfertigungen und sonstige Pläne | –5 | 5 | 5 | –4 | — | — |
Durchschnittliche Laufzeiten und Laufzeitprofile leistungsorientierter Pläne zum 31. Dezember |
In EUR Mio |
| 2025 |
| Laufzeitprofile | Durchschnittliche Laufzeiten (Duration) |
| 1–5 Jahre | 6–10 Jahre | >10 Jahre | in Jahren |
Pensionspläne | 278 | 199 | 291 | 9 |
Abfertigungen und sonstige Pläne | 36 | 36 | 17 | 7 |
| | | | |
| 2024 |
| Laufzeitprofile | Durchschnittliche Laufzeiten (Duration) |
| 1–5 Jahre | 6–10 Jahre | >10 Jahre | in Jahren |
Pensionspläne | 400 | 343 | 587 | 11 |
Abfertigungen und sonstige Pläne | 72 | 51 | 35 | 8 |
Veranlagung des Planvermögens zum 31. Dezember |
| 2025 | 2024 |
Anlagekategorien | | |
Anteilswertpapiere | 30% | 19% |
Schuldverschreibungen | 52% | 33% |
Liquide Mittel und Geldmarktveranlagungen | 2% | 2% |
Versicherungsverträge | — | 37% |
Sonstige | 16% | 9% |
Gesamt | 100% | 100% |
25 | Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen und sonstige Rückstellungen
Bilanzierungsgrundsätze
Rückstellungen werden für gegenwärtige Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, wenn deren Eintritt wahrscheinlich ist und die Höhe der Inanspruchnahme zuverlässig geschätzt werden kann. Einzelverpflichtungen werden mit jenem Betrag rückgestellt, der aufgrund einer bestmöglichen Schätzung zur Erfüllung der Verpflichtung notwendig sein wird, im Fall von langfristigen Verpflichtungen abgezinst auf den Barwert.
Der Konzern bildet Rückstellungen für Rekultivierungs- und Umweltverpflichtungen. Im Zusammenhang mit den Kernaktivitäten des Konzerns entstehen regelmäßig Verpflichtungen zum Abbruch bzw. Rückbau von Anlagen sowie zur Bodensanierung. Diese Rekultivierungsverpflichtungen sind vor allem im Geschäftsbereich Energy (Öl- und Gassonden, obertägige Einrichtungen) und bei Tankstellen auf fremdem Grund von großer Bedeutung. Zum Zeitpunkt der Entstehung einer Verpflichtung wird für diese durch Passivierung des Barwerts der künftigen Rekultivierungsausgaben vollständig vorgesorgt. In gleicher Höhe wird ein Vermögenswert als Teil des Buchwerts des Anlagevermögens aktiviert. Die Berechnung der Verpflichtung beruht auf bestmöglichen Schätzungen. Die Aufzinsung der Rückstellungen führt zu einem Zinsaufwand und erhöht die Verpflichtung zu jedem Bilanzstichtag bis zum Anlagenrückbau. Für sonstige Umweltrisiken und -maßnahmen werden Rückstellungen gebildet, wenn diese Verpflichtungen wahrscheinlich sind und die Höhe der Verpflichtung vernünftig schätzbar ist.
Rückstellungen für belastende Verträge werden für Verträge gebildet, bei denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtung höher sind als der erwartete Nutzen aus dem Vertragsverhältnis. Die Bewertung dieser Rückstellungen erfolgt mit dem niedrigeren Betrag aus den Kosten bei Vertragserfüllung und eventuellen Straf- oder Entschädigungszahlungen im Falle einer Nichterfüllung des Vertrages.
Wesentliche Schätzungen: Rekultivierungs- und Rückstellungen für belastende Verträge
Die wesentlichsten Verpflichtungen für Rekultivierungen bestehen im Konzern für die Versiegelung von Bohrlöchern, die Stilllegung von Anlagen und die Beseitigung und Entsorgung von Offshore-Anlagen. Die Durchführung eines Großteils dieser Tätigkeiten ist in ferner Zukunft geplant, während Technologien für die Rekultivierung, Kosten, Vorschriften und öffentliche Erwartungen sich laufend ändern. Schätzungen künftiger Wiederherstellungskosten basieren auf Berichten interner Fachleute oder der Partnerunternehmen sowie auf Erfahrungen aus der Vergangenheit. Änderungen in den erwarteten künftigen Kosten nach unten oder Verschiebungen in die Zukunft werden über eine Änderung der Rückstellung und des dazugehörigen Vermögenswerts berücksichtigt, sofern ein Buchwert in ausreichender Höhe vorliegt. Sonst wird die Rückstellung über das Ergebnis aufgelöst. Bei wesentlichen Erhöhungen wird eine Beurteilung der Werthaltigkeit des zugrundeliegenden Vermögenswerts erforderlich. Rückstellungen für Rekultivierungs- und Entsorgungsverpflichtungen erfordern die Schätzung von Abzinsungssätzen und Inflationsraten, die eine wesentliche Auswirkung auf die Höhe der Rückstellung haben.
Der Vorstand ist der Ansicht, dass die Einhaltung der gegenwärtigen Gesetze und Bestimmungen und der künftig strengeren Gesetze und Bestimmungen in absehbarer Zukunft keinen wesentlichen negativen Einfluss auf die Konzernergebnisse, -bilanz und -cashflows haben wird.
OMV ging einige langfristige, nicht kündbare Verträge ein, die aufgrund von negativen Marktentwicklungen zu belastenden Verträgen wurden. Dies führte im Konzernabschluss zum Ansatz von Rückstellungen für belastende Verträge in Höhe der unvermeidbaren Kosten bei Erfüllung dieser Verträge. Die Schätzungen zur Berechnung der positiven Beiträge, die die Fixkosten teilweise decken, basieren auf externen Quellen und Erwartungen des Managements.
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen und sonstige Rückstellungen |
In EUR Mio |
| Rekultivierungs-verpflichtungen | Sonstige Rückstellungen | Gesamt |
1. Jänner 2025 | 4.093 | 1.327 | 5.420 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –164 | –19 | –183 |
Verbrauch | –105 | –781 | –886 |
Auflösungen | –30 | –35 | –65 |
Zuweisung | 578 | 1.074 | 1.651 |
Umbuchungen | — | 4 | 4 |
Umgliederung auf „Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten“ | –62 | –133 | –195 |
31. Dezember 2025 | 4.310 | 1.437 | 5.747 |
davon kurzfristig zum 31. Dezember 2025 | 97 | 1.043 | 1.140 |
davon kurzfristig zum 1. Jänner 2025 | 71 | 940 | 1.011 |
Rekultivierungsrückstellungen und sonstige Rückstellungen der Borealis Veräußerungsgruppe wurden auf zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert. Für weitere Details siehe Anhangangabe 5 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen |
In EUR Mio |
| Buchwert |
1. Jänner 2025 | 4.093 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –164 |
Neue Verpflichtungen | 62 |
Erhöhung aus Parameteränderungen | 314 |
Kürzung aus Parameteränderungen | –30 |
Aufzinsung | 202 |
Umgliederung auf „Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten“ | –62 |
Verbrauch, Abgänge und andere Änderungen | –105 |
31. Dezember 2025 | 4.310 |
Die Erhöhung aus Parameteränderungen war vor allem bedingt durch niedrigere reale Diskontierungssätze für RON und USD verglichen mit 2024. Zusätzliche Auswirkungen ergaben sich aus den höheren Kostenschätzungen, vor allem in Rumänien.
Wesentliche Annahmen zur Berechnung der Rekultivierungsverpflichtungen zum 31. Dezember1 |
| | | |
| 2025 |
| Abzinsungssatz | Inflationsrate | Realer Abzinsungssatz |
Eurozone (EUR) | 3,00–3,50% | 2,00% | 1,00–1,50% |
Neuseeland (NZD) | 3,75–5,25% | 2,00% | 1,75–3,25% |
Norwegen (NOK) | 4,25% | 2,00% | 2,25% |
Rumänien (RON) | 6,75% | 3,00% | 3,75% |
Vereinigte Staaten (USD) | 4,25–4,75% | 2,25% | 2,00–2,50% |
Ein Rückgang um 1 Prozentpunkt bei den realen Abzinsungssätzen, die für die Berechnung der Rekultivierungsrückstellungen angewandt werden, würde zu einer zusätzlichen Rückstellung von EUR 538 Mio führen; im umgekehrten Fall würde die Rückstellung um EUR 459 Mio fallen. Details zur geschätzten Fälligkeit und zu den Mittelabflüssen der Rekultivierungsverpflichtungen können der Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende entnommen werden.
Die Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen enthielt Verpflichtungen der OMV Petrom S.A. in Höhe von EUR 2.036 Mio (2024: EUR 1.726 Mio). Gemäß der Privatisierungsvereinbarung sollte ein Teil der Verpflichtung vom rumänischen Staat erstattet werden. Für weitere Informationen siehe Anhangangabe 20 – Finanzielle Vermögenswerte.
Sonstige Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Kurzfristig | Langfristig | Kurzfristig | Langfristig |
Umweltschutzkosten | 12 | 122 | 27 | 98 |
Belastende Verträge | 19 | 153 | 43 | 158 |
Sonstige Personalrückstellungen | 121 | 8 | 172 | 10 |
Emissionszertifikate | 544 | — | 509 | — |
Übrige sonstige Rückstellungen | 347 | 110 | 189 | 120 |
Sonstige Rückstellungen | 1.043 | 393 | 940 | 387 |
Zum 31. Dezember 2025 beziehen sich die Rückstellungen für Umweltschutzkosten hauptsächlich auf Umweltschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit der Raffinerie Arpechim in Rumänien.
Die Rückstellungen für belastende Verträge beinhalteten im Wesentlichen Verpflichtungen für abgeschlossene Transportkapazitäten der OMV Gas Marketing & Trading GmbH. Die Rückstellung für unkündbare Transportverpflichtungen der OMV Gas Marketing & Trading GmbH betrug Ende 2025 EUR 168 Mio (2024: EUR 199 Mio). Die Ermittlung der Rückstellung wurde als Differenz zwischen den Fixkosten der Nutzung der Kapazitäten und dem erwarteten Gewinn aus der Verwendung der Kapazitäten ermittelt. Der angewandte Diskontierungssatz betrug 3,00% (2024: 2,25%). Neben dem Diskontierungssatz sind die Schlüsselannahmen die erwarteten Preise der relevanten Gas Hubs. Diese Preise basieren auf den Forward-Preisen oder auf den Managementannahmen von zukünftigen Preisen.
Die sonstigen Personalrückstellungen bezogen sich hauptsächlich auf Prämienrückstellungen, die aufgrund der Umgliederung der Borealis Veräußerungsgruppe in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ gesunken sind.
Die Rückstellungen für Emissionszertifikate stiegen im Jahr 2025 hauptsächlich aufgrund der Erhöhung des Fixpreises für Emissionszertifikate gemäß dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) in Deutschland.
Im Jahr 2025 beinhalten die übrigen sonstigen Rückstellungen die Verpflichtung im Zusammenhang mit CO₂-Emissionen gemäß dem Nationalen Emissionszertifikategesetz (NEHG) in Österreich in Höhe von 257 Mio. EUR, die an Behörden zu entrichten sind. Aufgrund aktualisierter gesetzlicher Vorgaben, die die CO₂-Steuerbelastung an den tatsächlichen fossilen Gehalt der Produkte koppeln, wird dieser Betrag ab 2025 unter den Rückstellungen ausgewiesen, während er zuvor unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen wurde.
Für weitere Informationen zu den für den OMV Konzern geltenden Emissionshandelssystemen siehe Anhangangabe 3 – Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende.
Verbindlichkeiten |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Kurzfristig | Langfristig | Gesamt | Kurzfristig | Langfristig | Gesamt |
Anleihen | 1.050 | 5.703 | 6.753 | 850 | 5.720 | 6.570 |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 101 | 0 | 101 | 353 | 717 | 1.070 |
Leasingverbindlichkeiten | 265 | 878 | 1.143 | 233 | 1.534 | 1.767 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.633 | — | 2.633 | 3.723 | — | 3.723 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 827 | 210 | 1.037 | 1.047 | 238 | 1.284 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 1.003 | 54 | 1.058 | 1.507 | 92 | 1.600 |
Verbindlichkeiten | 5.879 | 6.845 | 12.724 | 7.713 | 8.301 | 16.014 |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten bezogen sich zum 31. Dezember 2025 überwiegend auf Bankkredite.
Die Verbindlichkeiten sanken hauptsächlich aufgrund der Reklassifizierung der Borealis Veräußerungsgruppe auf „zu Veräußerungzwecken gehalten“. Für weitere Informationen siehe Anhangangabe 5 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.
Weitere Details zu Leasingverträgen können der Anhangangabe 17 – Sachanlagen entnommen werden.
Für nähere Details zu zahlungswirksamen und zahlungsunwirksamen Veränderungen in den Anleihen, sonstigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten und Leasingverbindlichkeiten siehe Anhangangabe 27 – Konzern-Cashflow-Rechnung.
Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen
Bilanzierungsgrundsätze
OMV hat Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen mit verschiedenen Finanzdienstleistern abgeschlossen. Der Konzern hat den Großteil der ursprünglichen Verbindlichkeiten, auf die sich die Vereinbarung bezieht, nicht ausgebucht, da weder eine rechtliche Befreiung erlangt wurde noch die ursprüngliche Verbindlichkeit bei Abschluss der Vereinbarung wesentlich verändert wurde und weist diese Verbindlichkeiten bis zur Zahlung weiterhin in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten aus. Aus OMV Sicht verlängern diese Vereinbarungen die Zahlungsfristen nicht wesentlich gegenüber den mit anderen Lieferanten, die nicht an den Programmen teilnehmen, üblicherweise vereinbarten Fristen. Dem Bilanzausweis folgend sind Zahlungsflüsse Teil des Cashflow aus der Betriebstätigkeit.
OMV nimmt an Supplier Finance-Programmen teil, in deren Rahmen sich seine Lieferanten entscheiden können, eine vorzeitige Zahlung ihrer Rechnung von einer Bank zu erhalten, indem sie ihre Forderungen gegenüber dem Konzern an die Bank abtreten. Im Rahmen dieser Vereinbarung erklärt sich die Bank bereit, Beträge an einen am Programm teilnehmenden Lieferanten für die von OMV geschuldeten Rechnungsbeträge zu zahlen, und erhält den Ausgleich von OMV zu einem späteren Zeitpunkt. Der Hauptzweck dieser Programme ist die Erleichterung einer effizienten Zahlungsabwicklung und die Möglichkeit für die zustimmenden Lieferanten, ihre Forderungen gegenüber OMV vor deren Fälligkeit an eine Bank zu verkaufen.
Aufgrund des Zugangs zu Lieferantenfinanzierungsfazilitäten bei mehreren Finanzdienstleistern besteht kein signifikantes Liquiditätsrisiko im Zusammenhang mit den Lieferantenfinanzierungsprogrammen. OMV hat Vereinbarungen mit mehr als einer Bank getroffen, wodurch die Konzentration des Liquiditätsrisikos verringert wird.
Der Buchwert der Verbindlichkeiten im Rahmen der Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen belief sich zum 31. Dezember 2025 auf EUR 40 Mio an Lieferverbindlichkeiten und EUR 23 Mio an sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten (2024: EUR 66 Mio Lieferverbindlichkeiten und EUR 24 Mio sonstige finanzielle Verbindlichkeiten).
Anleihen
Internationale Unternehmensanleihen |
In EUR Mio |
| | | 2025 | 2024 |
Nominale | Kupon | Rückzahlung | Buchwert zum 31. Dezember | Buchwert zum 31. Dezember |
EUR 500.000.000 | 0,00% fix | 03.07.2025 | — | 500 |
EUR 300.000.000 | 1,75% fix | 10.12.2025 | — | 305 |
EUR 1.000.000.000 | 1,00% fix | 14.12.2026 | 999 | 998 |
EUR 750.000.000 | 3,50% fix | 27.09.2027 | 755 | 754 |
EUR 500.000.000 | 2,00% fix | 09.04.2028 | 507 | 506 |
EUR 500.000.000 | 1,875% fix | 04.12.2028 | 500 | 500 |
EUR 750.000.000 | 0,75% fix | 16.06.2030 | 750 | 750 |
EUR 500.000.000 | 3,25% fix | 04.09.2031 | 502 | 501 |
EUR 750.000.000 | 2,375% fix | 09.04.2032 | 760 | 759 |
EUR 500.000.000 | 3,125% fix | 10.11.2033 | 495 | — |
EUR 500.000.000 | 1,00% fix | 03.07.2034 | 498 | 497 |
EUR 500.000.000 | 3,75% fix | 04.09.2036 | 501 | 500 |
EUR 500.000.000 | 3,875% fix | 12.11.2040 | 488 | — |
Internationale Unternehmensanleihen | | | 6.753 | 6.570 |
Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Kurzfristige Kreditfinanzierungen | 1 | 6 |
Kurzfristiger Teil langfristiger Finanzierungen | 1.150 | 1.197 |
Gesamt kurzfristig | 1.151 | 1.203 |
Fälligkeit langfristiger Finanzierungen | | |
2025 | — | 1.197 |
2026 | 1.150 | 1.188 |
2027 | 748 | 875 |
2028 | 999 | 1.156 |
2029 | — | 97 |
2030 | 747 | — |
2031/2030 und folgende Jahre | 3.210 | 3.121 |
Gesamt langfristig | 6.854 | 7.634 |
Aufgliederung der Anleihen und sonstigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten |
In EUR Mio |
| | 2025 | 2024 |
| | Gewogener Durch- schnittszins- satz | Gewogener Durch- schnittszins- satz |
Anleihen und sonstige langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten1 | | | | |
Fixe Zinssätze | EUR | 6.853 | 2,28% | 7.353 | 1,80% |
| USD | — | — | 240 | 4,19% |
Gesamt | | 6.853 | 2,28% | 7.592 | 1,87% |
Variable Zinssätze2 | EUR | — | — | 26 | 3,61% |
| USD | — | — | 16 | 6,57% |
Gesamt | | — | — | 42 | 4,68% |
Sonstige kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | | | | |
EUR | | 1 | 0,05% | — | — |
Sonstige Währungen | | — | — | 6 | 4,08% |
Gesamt | | 1 | 0,05% | 6 | 4,08% |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten |
In EUR Mio |
| Kurzfristig | Langfristig | Gesamt |
| | | |
| 2025 |
Derivate | 159 | 98 | 257 |
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 667 | 112 | 780 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 827 | 210 | 1.037 |
| | | |
| 2024 |
Derivate | 302 | 100 | 403 |
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 744 | 137 | 882 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.047 | 238 | 1.284 |
Die nachfolgende Tabelle fasst die Fristigkeitsstruktur der vertraglichen, nicht diskontierten Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten zusammen:
Finanzverbindlichkeiten (nicht diskontierte Mittelabflüsse) |
In EUR Mio |
| ≤1 Jahr | 1 – 5 Jahre | >5 Jahre | Gesamt |
| | | | |
| 2025 |
Anleihen | 1.154 | 2.959 | 3.675 | 7.788 |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 101 | — | — | 101 |
Leasingverbindlichkeiten | 297 | 470 | 662 | 1.429 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.633 | — | — | 2.633 |
Derivate | 159 | 98 | — | 257 |
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 668 | 55 | 91 | 814 |
Finanzverbindlichkeiten (nicht diskontierte Mittelabflüsse) | 5.012 | 3.582 | 4.427 | 13.021 |
| | | | |
| 2024 |
Anleihen | 924 | 3.124 | 3.248 | 7.297 |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 356 | 592 | 151 | 1.098 |
Leasingverbindlichkeiten | 277 | 662 | 1.234 | 2.173 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 3.723 | — | — | 3.723 |
Derivate | 315 | 102 | — | 417 |
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 744 | 82 | 89 | 916 |
Finanzverbindlichkeiten (nicht diskontierte Mittelabflüsse) | 6.339 | 4.562 | 4.722 | 15.623 |
Sonstige Verbindlichkeiten
Sonstige Verbindlichkeiten |
In EUR Mio |
| Kurzfristig | Langfristig | Gesamt |
| | | |
| 2025 |
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit | 639 | — | 639 |
Fremde Vorauszahlungen | 42 | 9 | 51 |
Vertragsverbindlichkeiten | 120 | 40 | 159 |
Übrige sonstige Verbindlichkeiten | 203 | 6 | 209 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 1.003 | 54 | 1.058 |
| | | |
| 2024 |
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit | 934 | — | 934 |
Fremde Vorauszahlungen | 136 | 32 | 168 |
Vertragsverbindlichkeiten | 201 | 53 | 253 |
Übrige sonstige Verbindlichkeiten | 237 | 7 | 245 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 1.507 | 92 | 1.600 |
Der Rückgang der sonstigen Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit war im Wesentlichen durch die Verpflichtung aus den CO2 Emissionen gemäß dem Nationalen Emissionszertifikatehandelsgesetz (NEHG) beeinflusst, die ab 2025 in der Position sonstige Rückstellungen ausgewiesen wird. Dies erfolgte auf Grund aktualisierter gesetzlicher Rahmenbedingungen, die die CO2-Steuerlast mit dem tatsächlichen fossilen Anteil der Produkte verknüpfen.
Die Vertragsverbindlichkeiten beinhalteten hauptsächlich nicht rückzahlbare Vorauszahlungen der Entgelte aus langfristigen Lager- und Dienstleistungsverträgen seitens der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H., Lannach, verkaufte Gutscheine und erhaltene Zahlungen für Kundenbindungsprogramme aus dem OMV Retail Geschäft.
27 | Konzern-Cashflow-Rechnung
Bilanzierungsgrundsätze
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, Bankguthaben und jederzeit verfügbare kurzfristige Veranlagungen mit geringem Verwertungsrisiko, welches dann gegeben ist, wenn die kurzfristige Verwertung mit einem vernachlässigbaren Kurs- und Zinsrisiko verbunden ist. Die Veranlagungen dürfen zum Anschaffungszeitpunkt eine maximale Laufzeit von drei Monaten aufweisen.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente1 |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Kassenbestände und Bankguthaben | 416 | 573 |
Kurzfristige Veranlagungen | 5.340 | 5.610 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 5.756 | 6.182 |
Wesentliche unbare Effekte
Die Zeile „Sonstige Änderungen“ der Konzern-Cashflow-Rechnung enthält verschiedene zahlungswirksame und zahlungsunwirksame Anpassungen, unter anderem Anpassungen für realisierte und unrealisierte Derivate sowie für nicht zahlungswirksame Bewertungsanpassungen von Vorräten und Forderungen. Des Weiteren enthielt diese Zeile in 2024 eine Zahlung von EUR 250 Mio für den Solidaritätsbeitrag auf raffiniertes Rohöl in Rumänien betreffend das Jahr 2023.
2025 wurde die Zeile „Erhaltene Zinsen“ positiv durch einen vorteilhaften Ausgang eines Rechtsstreits in Rumänien beeinflusst. Dieser positive Effekt resultierte nicht aus einer direkten Zahlung, sondern aus der Aufrechnung mit verschiedenen Verbindlichkeiten.
2024 beinhaltete der Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen einen positiven Effekt von EUR 259 Mio aus dem Abschluss des Schiedsverfahrens mit Gazprom Export. Dieser positive Effekt resultierte nicht aus einer direkten Zahlung, sondern aus der Aufrechnung mit Verbindlichkeiten aus dem österreichischen Gasliefervertrag.
2025 und 2024 beinhalteten die nicht zahlungswirksamen Zugänge im Anlagevermögen im Wesentlichen neue Leasingverträge sowie die Neubewertung der Rekultivierungsverpflichtungen.
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Die Zeile „Einzahlungen aus Anlagevermögen und finanziellen Vermögenswerten“ beinhaltete Mittelzuflüsse von EUR 656 Mio aus der Rückzahlung eines Darlehens durch Bayport Polymers LLC (für weitere Details siehe Anhangangabe 35 – Nahestehende Unternehmen und Personen). Des Weiteren enthielt diese Zeile Mittelzuflüsse von EUR 158 Mio resultierend aus der Übertragung eines Gesellschafterdarlehens in Bezug auf Borouge 4 LLC an die ADNOC Tochtergesellschaft MPP Holdings GmbH
59 (siehe auch Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture).
Die Zeile „Einzahlungen aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel“ enthielt einen Mittelzufluss von EUR 457 Mio aus der Veräußerung des 5%-Anteils der OMV an der Ghasha-Konzession in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Weitere Details sind in Anhangangabe 5 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten zu finden.
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
2025 war positiv beeinflusst durch die Ausgabe von zwei Anleihen (zu je EUR 500 Mio), teilweise ausgeglichen durch die Rückzahlung von Anleihen mit einer Nominale von in Summe EUR 800 Mio. Des Weiteren enthielt die Zeile „Rückzahlung Hybridanleihe“ die Rückzahlung einer Hybridanleihe mit einer Nominale von EUR 750 Mio und die Zeile „Erhöhung Hybridanleihe“ die Ausgabe einer Hybridanleihe mit einer Nominale von EUR 750 Mio. Für weitere Details zu Hybridanleihen wird auf Anhangangabe 22 – Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens verwiesen.
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit (inkl. zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten) |
In EUR Mio |
| 2025 |
| Anleihen | Sonstige verzinsliche Finanzver- bindlichkeiten | Leasing- verbind- lichkeiten | Gesamt |
1. Jänner | 6.570 | 1.070 | 1.767 | 9.407 |
| | | | |
Zugänge langfristige Finanzierungen | 977 | — | — | 977 |
Rückzahlung langfristiger Finanzierungen | –800 | –330 | –326 | –1.455 |
Rückzahlung Hybridanleihe | –750 | — | — | –750 |
Verminderung (–)/Erhöhung (+) von kurzfristigen Finanzierungen | — | –7 | — | –7 |
Summe Mittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit | –573 | –337 | –326 | –1.235 |
| | | | |
Währungsumrechnungsdifferenzen | — | –32 | –29 | –61 |
Umgliederung der Hybridanleihe vom Eigenkapital in finanzielle Verbindlichkeiten | 785 | — | — | 785 |
Differenz zwischen Zinsaufwendungen und gezahlten Zinsen | 2 | –6 | 1 | –3 |
Sonstige Änderungen | — | 1031 | 4242 | 528 |
Summe nicht zahlungswirksamer Änderungen | 787 | 65 | 396 | 1.249 |
| | | | |
Kuponzahlung der Hybridanleihe vor Umgliederung aus dem Eigenkapital3 | –31 | — | — | –31 |
| | | | |
31. Dezember | 6.753 | 798 | 1.838 | 9.390 |
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit (inkl. zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten) |
In EUR Mio |
| 2024 |
| Anleihen | Sonstige verzinsliche Finanzver- bindlich- keiten | Leasing- verbind- lichkeiten | Gesamt |
1. Jänner | 6.073 | 1.470 | 1.587 | 9.130 |
| | | | |
Zugänge langfristige Finanzierungen | 990 | — | — | 990 |
Rückzahlung langfristiger Finanzierungen | –500 | –307 | –240 | –1.047 |
Rückzahlung Hybridanleihe | –500 | — | — | –500 |
Verminderung (–)/Erhöhung (+) von kurzfristigen Finanzierungen | — | –113 | — | –113 |
Summe Mittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit | –10 | –421 | –240 | –671 |
| | | | |
Währungsumrechnungsdifferenzen | — | 14 | 8 | 22 |
Konsolidierungskreisänderungen | — | 18 | 21 | 39 |
Umgliederung der Hybridanleihe vom Eigenkapital zu finanzielle Verbindlichkeiten | 510 | — | — | 510 |
Differenz zwischen Zinsaufwendungen und gezahlten Zinsen | 8 | –13 | 2 | –3 |
Sonstige Änderungen | — | — | 3901 | 390 |
Summe nicht zahlungswirksamer Änderungen | 519 | 20 | 420 | 959 |
| | | | |
Kuponzahlung der Hybridanleihe vor Umgliederung vom Eigenkapital2 | –11 | — | — | –11 |
| | | | |
31. Dezember | 6.570 | 1.070 | 1.767 | 9.407 |
| | | | |
Der Mittelabfluss in Verbindung mit Leasingverbindlichkeiten betrug in Summe EUR 380 Mio (2024: EUR 283 Mio) (inklusive aufgegebener Geschäftsbereiche).
Am 31. Dezember 2025 betrugen die nicht in Anspruch genommenen, zugesagten Kreditlinien der fortgeführten Geschäftsbereiche, die für künftige Aktivitäten verwendet werden können, EUR 3.173 Mio (31. Dezember 2024: EUR 3.115 Mio).
Finanzierungszusagen an nahestehende Unternehmen und Personen werden in Anhangangabe 35 – Nahestehende Unternehmen und Personen beschrieben.
28 | Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen
Das OMV Management vertritt den Standpunkt, dass für jene Rechtsstreitigkeiten, die nicht durch Rückstellungen oder Versicherungen gedeckt sind, keine gegenwärtige Verpflichtung besteht und/oder der Abfluss von Ressourcen unwahrscheinlich ist und/oder diese keinen wesentlichen Einfluss auf die Finanzlage haben werden.
OMV ging im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeiten des Konzerns und genehmigter Kreditrahmen bei Banken Garantien ohne zusätzliche Barsicherheiten ein. Es ist unwahrscheinlich, dass daraus wesentliche Verluste entstehen. Weitere Informationen zu finanziellen Garantien können der Anhangangabe 29 – Risikomanagement entnommen werden.
Zum 31. Dezember 2025 war im Zusammenhang mit lokalen Auftragnehmern in einer der Tochtergesellschaften ein Verfahren gegen OMV anhängig. Der OMV Anteil am geforderten Betrag beläuft sich auf etwa USD 300 Mio. Das Management geht derzeit nicht davon aus, dass einer der mutmaßlichen Sachverhalte einen wesentlichen Einfluss auf die Finanz- oder Ertragslage haben wird. Diese Einschätzung basiert auf Annahmen, die vom Management als angemessen erachtet werden, einschließlich solcher über zukünftige Ereignisse und Ungewissheiten. Der Ausgang dieser Angelegenheiten ist letztlich ungewiss, so dass unvorhergesehene Ereignisse und Umstände eintreten könnten, die OMV dazu veranlassen könnten, diese Annahmen zu ändern, und zu einer wesentlichen nachteiligen Auswirkung auf die Finanzlage in der Zukunft führen könnten.
Der russische Einmarsch in die Ukraine und die darauffolgenden Sanktionen führten zu Unterbrechungen der Gaslieferungen in Österreich, was für den OMV Konzern aufgrund hoher Erdgaspreise und Volatilität zu erheblichen betrieblichen Verlusten führte. Im Jänner 2023 leitete OMV ein Schiedsverfahren bei der Stockholmer Handelskammer (SCC) gemäß dem österreichischen Liefervertrag ein, um Schadenersatz von Gazprom Export LLC (GPE) wegen unvorhersehbarer Lieferungen im Rahmen des bis 2040 laufenden österreichischen Vertrags zu fordern. Nach einer einseitigen vollständigen Lieferunterbrechung durch GPE am 16. November 2024 kündigte OMV den österreichischen Vertrag am 11. Dezember 2024 mit sofortiger Wirkung. Am 23. Dezember 2024 erklärte OMV eine teilweise Aufrechnung ihrer offenen Schadenersatzansprüche in Höhe von EUR 48 Mio gegen Verbindlichkeiten aus dem österreichischen Gasliefervertrag. Da das SCC-Schiedsverfahren jedoch zum 31. Dezember 2024 noch andauerte, berücksichtigte OMV den Gewinn dieser Aufrechnung nicht in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, sondern als Eventualforderung im Jahr 2024.
Am 3. Jänner 2025 entschied die Stockholmer Handelskammer zugunsten von OMV im Schiedsverfahren im Zusammenhang mit dem österreichischen Liefervertrag und sprach OMV eine Entschädigung durch Gazprom Export LLC zu. Angesichts dieses günstigen Urteils wurde die finanzielle Auswirkung der teilweisen Aufrechnung gegen Verbindlichkeiten aus dem österreichischen Gasliefervertrag im Jahr 2025 in den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von EUR 48 Mio berücksichtigt, da der Gewinn nicht mehr bedingt war.
Im Mai 2025 haben OMV Tochtergesellschaften bei Gericht in Amsterdam, Niederlande, eine Schadenersatzklage in Höhe von rund EUR 1 Mrd gegen Clariant, Orbia, Celanese und Westlake eingereicht. Die Klage bezieht sich auf einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht im Markt für Ethylen-Einkäufe, der durch die Europäische Kommission im Juli 2020 sanktioniert wurde. Die Beklagten haben die Klage zurückgewiesen. Der erwartete Zeitplan für den weiteren Verlauf des Falls ist derzeit noch nicht bekannt.
Zusätzlich hat Borealis am 11. Juli 2025 eine separate Klage gegen vier Beklagte und deren verbundene Unternehmen bei Gericht in Amsterdam, Niederlande, eingereicht. Für nähere Details siehe Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture.
Kapitalrisiko
Die OMV Finanzsteuerungsstrategie basiert auf den Prinzipien der operativen Effizienz, Kapitaleffizienz, Finanzierungseffizienz und des nachhaltigen Portfoliomanagements. Mit dem Fokus auf die Stärkung der OMV Bilanz, das Erzielen eines positiven freien Cashflows und die Verbesserung der Ertragskraft ist die Finanzsteuerungsstrategie die Basis für eine nachhaltige, risikobewusste und zukunftsorientierte Wertsteigerung für OMV und seine Stakeholder.
OMV steuert die Kapitalstruktur zur Sicherung der Kapitalbasis, wodurch das Vertrauen von Investoren, Gläubigern und Kapitalmärkten erhalten bleibt und eine nachhaltige finanzielle Grundlage für die zukünftige operative Entwicklung des Konzerns geschaffen wird. Die OMV Finanzierungsstrategie legt den Fokus auf den Cashflow und die finanzielle Stabilität. Die Hauptziele sind ein positiver freier Cashflow nach Dividenden und ein starkes Investment Grade Rating basierend auf einer gesunden Bilanz und einem langfristigen Leverage-Grad von unter 30%, zur Unterstützung der zukünftigen Entwicklung und Strategie von OMV.
Kapitalmanagement – wichtige Leistungskennzahlen |
In EUR Mio (wenn nichts anderes angegeben) |
| 2025 | 2024 |
Anleihen | 6.753 | 6.570 |
Leasingverbindlichkeiten | 1.838 | 1.767 |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 798 | 1.070 |
Schulden | 9.390 | 9.407 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 5.756 | 6.182 |
Nettoverschuldung1 | 3.633 | 3.225 |
Eigenkapital | 22.567 | 24.617 |
Leverage-Grad2 in % | 14 | 12 |
Liquiditätsrisiko
Zur Beurteilung des Liquiditätsrisikos werden die jährlich budgetierten operativen und finanziellen Zahlungsströme des Konzerns auf Monatsbasis beobachtet und analysiert. In der Folge erstellt der Konzern jeden Monat eine Prognose zur Entwicklung der Nettoliquidität, die den zum Monatsende bestehenden Geldanlagen und Finanzierungen und deren geplante Abreifung sowie bestehenden Liquiditätsreserven gegenübergestellt wird. Diese Analyse stellt die Basis für Finanzierungsentscheidungen und Kapitalanlagen dar.
Um die Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität des OMV Konzerns stets sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von zugesagten Kreditlinien und kurzfristigen, nicht zugesagten Geldmarktaufnahmen gehalten. Zum 31. Dezember 2025 betrug die durchschnittliche gewichtete Laufzeit des Schuldenportfolios (exklusive Leasingverbindlichkeiten und finanzieller Verpflichtungen, die in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden) des Konzerns 5,4 Jahre (31. Dezember 2024: 4,5 Jahre).
Das operative Liquiditätsmanagement des OMV Konzerns erfolgt hauptsächlich über Cash-Pooling-Systeme, die einen optimalen Nutzen bestehender liquider Mittel und Liquiditätsreserven zum Vorteil jedes einzelnen Mitglieds des Cash-Pooling Systems und des Konzerns als Ganzes ermöglichen.
Eine hohe Volatilität der Rohstoffpreise kann potenziell zu Spitzen im Liquiditätsbedarf führen, um Margin Calls für börsengehandelte Aktivitäten kurzfristig zu erfüllen. Um das Risiko von Margin Calls und das damit verbundene Liquiditätsrisiko des OMV Konzerns zu überwachen und aktiv zu steuern, hat OMV zielgerichtete Maßnahmen implementiert. Die Konzern-Handelsgesellschaften sind verpflichtet, regelmäßig Stresstests durchzuführen, um die Auswirkungen vordefinierter, extremer Rohstoffpreise auf Kreditrisiken und Margin-Anforderungen zu bewerten. Zusätzlich werden bei neuen Transaktionen außerbörsliche Transaktionen (Over-the-Counter-Geschäfte) gegenüber börsengehandelten Instrumenten bevorzugt.
Detaillierte Angaben zu den finanziellen Verbindlichkeiten des OMV Konzerns enthält Anhangangabe 26 – Verbindlichkeiten.
Marktrisiko
Bilanzierungsgrundsätze
Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung von Marktrisiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Warenpreisen und Zinssätzen als auch zu Handelszwecken eingesetzt. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die Erfassung unrealisierter Gewinne und Verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung, es sei denn, es wird Hedge Accounting gemäß IFRS 9 angewandt.
Derivate, die die Voraussetzungen für die Verbuchung als Sicherungsgeschäft erfüllen und als solches designiert wurden, werden klassifiziert als 1) Fair-Value-Hedge, wenn das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines verbuchten Vermögenswerts oder einer verbuchten Verbindlichkeit abgesichert wird, 2) Cashflow-Hedge, wenn das Risiko von Schwankungen der Cashflows, das sich aus einem speziellen, mit einer erfassten Forderung oder Verbindlichkeit oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktion verbundenen Risiko ergibt, abgesichert wird, oder 3) Net-Investment-Hedge, wenn das Währungsrisiko einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb abgesichert wird.
Bei Cashflow-Hedges wird der effektive Teil der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte im sonstigen Ergebnis erfasst, der ineffektive Teil hingegen wird sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Führt die Cashflow-Absicherung zum Ansatz eines nicht-finanziellen Vermögenswerts oder einer nicht-finanziellen Verbindlichkeit, wird der Buchwert dieser Position um die kumulierten Gewinne oder Verluste, die im sonstigen Ergebnis abgegrenzt wurden, angepasst.
Die Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb wird in ähnlicher Weise wie Cashflow-Hedges bilanziert. Der Teil des Gewinns oder Verlusts aus dem Sicherungsinstrument, der als wirksame Absicherung ermittelt wird, wird im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Rücklage für Währungsumrechnungsdifferenzenkumuliert. Gewinne und Verluste aus dem ineffektiven Teil werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Bei Veräußerung des ausländischen Geschäftsbetriebs werden die Gewinne und Verluste, die im Eigenkapital kumuliert wurden, in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.
Verträge über den Kauf oder Verkauf von nicht-finanziellen Posten, die durch einen Nettoausgleich in bar oder anderen Finanzinstrumenten erfüllt werden können, werden als Finanzinstrumente behandelt und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Damit verbundene Gewinne oder Verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Werden solche Verträge jedoch für den Empfang oder die Lieferung nicht-finanzieller Gegenstände gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Konzerns geschlossen und weiter gehalten, werden sie als schwebende Geschäfte bilanziert.
OMV hat mehrere langfristige Strombezugsverträge abgeschlossen. Der Großteil dieser Verträge wurde für den Eigenbedarf abgeschlossen und wird weiterhin zu diesem Zweck gehalten, weshalb sie als schwebende Geschäfte bilanziert werden.
Wesentliche Ermessensentscheidung: Klassifizierung von Verträgen über den Kauf oder Verkauf von Erdgas als „Eigenverbrauchsverträge“ (own use)
Die Klassifizierung von Verträgen über den Kauf oder Verkauf von Erdgas als Eigenverbrauchsverträge, die nicht unter den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen, erfordert erhebliches Ermessen. OMV analysiert systematisch die Gasliefer- und -verkaufsverträge, ob sie die Bedingungen für die Anwendung der Eigenbedarfsausnahme (Own Use Exemption) erfüllen. Verträge werden als Eigenverbrauchsverträge klassifiziert, wenn nachgewiesen werden kann, dass sie zum Zweck der physischen Lieferung oder des physischen Empfangs des Erdgases gemäß den erwarteten Kauf-, Verkaufs- oder Nutzungsanforderungen des Konzerns abgeschlossen und weiterhin gehalten werden und dass der Konzern nicht die Praxis verfolgt, ähnliche Verträge auf Nettobasis abzurechnen. Darüber hinaus umfasst diese Analyse den Nachweis, dass die Eigenverbrauchsverträge keine schriftlichen Optionen wie Volumenflexibilitäten enthalten, die über die Bedürfnisse des gewöhnlichen Geschäfts hinausgehen und daher finanzielle Optionen gemäß IFRS 9 darstellen. Nur Verträge, die diese Kriterien erfüllen, werden als Eigenverbrauchsverträge außerhalb des Anwendungsbereichs von IFRS 9 behandelt und als schwebende Geschäfte bilanziert.
Zum Zweck der Minderung von Marktpreisrisiken schließt der Konzern derivative Finanzinstrumente wie Over-the-Counter (OTC)-Swaps, Optionen, Futures und Forwards ab.
Swaps erfordern beim Vertragsabschluss kein initiales Investment. Der Zahlungsausgleich erfolgt in der Regel zum Quartals- bzw. Monatsende. Die Prämien für gekaufte Optionen sind bei Vertragsabschluss zu bezahlen. Bei Ausübung der Option erfolgt die Auszahlung der Differenz zwischen dem Basispreis und dem durchschnittlichen Marktpreis der Periode am Ende der Vertragslaufzeit.
Das Risikomanagement von Rohstoffpreisen umfasst die Analyse, Bewertung, Berichterstattung und Absicherung von Marktpreisrisiken, die aus Handels- und Nicht-Handelsaktivitäten entstehen. Dies umfasst die Bereiche Produktion (Öl-, Gas- und Strompreise), Raffinerie- (Raffineriemarge, Lagerbestände bis zu einem vordefinierten Schwellenwert), Öl- und Gasverkaufsaktivitäten (Verkaufsmarge, Lagerbestände bis zu einem vordefinierten Schwellenwert) ebenso wie die Stromerzeugung (Spark Spreads) und Aktivitäten im Eigenhandel.
Um Marktzugang zu Öl-, Strom- sowie Gasmärkten zu bekommen, wird im begrenzten Ausmaß auch Eigenhandel bis zu einem festgelegten Schwellenwert betrieben.
Sicherungsgeschäfte werden in der Regel in jenen Gesellschaften abgeschlossen, in denen das zugrundeliegende Risiko besteht. Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, kann der Konzern ein Sicherungsgeschäft nach IFRS 9 bilanzieren (Hedge Accounting), um kompensatorische Effekte aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments mit dem zugrundeliegenden Grundgeschäft gleichzeitig in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.
Derivate werden großteils zu wirtschaftlichen Absicherungszwecken abgeschlossen und nicht als spekulative Investitionen. Wenn Derivate nicht als Sicherungsinstrument designiert werden (d.h. keine Bilanzierung von Sicherungsgeschäften), werden diese zu Rechnungslegungszwecken ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Rohstoffpreisrisiko
Europäische Emissionszertifikate
Alle Geschäftsbereiche des OMV Konzerns sind Preisschwankungen für Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (ETS) ausgesetzt. Käufe von europäischen Emissionszertifikaten werden immer fristgerecht durchgeführt, und es ist die höchste Priorität von OMV, alle gesetzlichen Verpflichtungen aus dem ETS zu erfüllen. OMV überwacht Preisrisiken aus Emissionsrechten und steuert diese durch bilateral auf dem Sekundärmarkt gehandelte derivative Instrumente (Forwards – sogenannte Over-the-Counter- oder OTC-Geschäfte).
Strompreise
Die OMV Geschäftsbereiche sind Strompreisschwankungen ausgesetzt und überwachen daher die damit verbundenen Preisrisiken engmaschig. Um die Auswirkungen potenziell extremer Marktpreisschwankungen abzumildern, sichern die OMV Geschäftsbereiche Teile ihrer erwarteten Stromzukäufe mittels derivativer Instrumente und langfristiger Stromliefer- und Strombezugsverträge (Power Purchase Agreements, PPAs) ab.
Energy
Operatives Rohstoffpreisrisikomanagement in Energy umfasst die Absicherung der Marktpreisrisiken aus Nichthandels- und Handelsaktivitäten des Gasverkaufs (Absicherung des Preisrisikos bei Bestandsschwankungen und den unterschiedlichen Einkaufs- und Verkaufsbedingungen) sowie begrenzte Eigenhandelspositionen zum Zwecke der Schaffung eines Marktzugangs innerhalb der Gasmärkte.
Diese derivativen Finanzinstrumente wurden nicht als Sicherungsgeschäfte bilanziert.
Fuels
Fuels ist Marktpreisrisiken ausgesetzt, die aus Handels- und Nicht-Handelsaktivitäten entstehen. Dazu gehören Produktions-, Raffinerie- sowie Verkaufsaktivitäten in Bezug auf Öl, Ölprodukte ebenso wie begrenzte Aktivitäten im Eigenhandel mit dem Ziel, für Öl und Ölprodukte einen Marktzugang zu schaffen.
In Fuels werden Derivate sowohl für die Ergebnisabsicherung selektiver Produktverkäufe als auch zur Reduktion des Preisrisikos aus den volatilen Vorratsbeständen verwendet. Eingesetzt werden Rohöl- und Produktswaps, welche die Raffineriemarge (Crack-Spread), d.h. die Preisdifferenz zwischen Rohöl und den erzeugten Bulk-Produkten, absichern sollen.
Darüber hinaus werden börsengehandelte Öl-Futures wie auch OTC-Kontrakte (zum Beispiel Contracts for Difference und Swaps) zur Absicherung von kurzfristigen Einkaufs- wie Verkaufspreisrisiken eingesetzt.
Im Geschäftsbereich Fuels hat OMV beschlossen, ab dem Jahr 2024 keine neuen Sicherungsbeziehungen mehr zu designieren. Sicherungsbeziehungen, die vor 2024 eingegangen wurden, blieben bis zur Realisierung des entsprechenden gesicherten Geschäfts wirksam und wurden für das Jahr 2025 als unwesentlich erachtet.
Für die offenen Absicherungskontrakte wird der Effekt einer Marktpreisschwankung (+/–10%) auf deren beizulegenden Zeitwert mittels Sensitivitätsanalyse gemessen. Die Sensitivität der Gesamtergebnisse des OMV Konzerns weicht von der nachfolgend dargestellten Sensitivität ab, da die abgeschlossenen Verträge zur Absicherung von operativen Positionen verwendet werden.
Die nachfolgende Tabelle stellt die beizulegenden Zeitwerte sowie Marktpreissensitivitäten der offenen Rohstoff-Derivate dar.
Beizulegende Zeitwerte und Sensitivitätsanalyse der offenen Rohstoff-Derivate auf das Ergebnis oder sonstige Ergebnis vor Steuern |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Beizule- gender Zeitwert Vermögens- werte | Beizule- gender Zeitwert Verbindlich- keiten | Markt- preis +10% | Markt- preis -10% | Beizule- gender Zeitwert Vermögens- werte | Beizule- gender Zeitwert Verbindlich- keiten | Markt- preis +10% | Markt- preis -10% |
Rohstoffpreisrisiko | | | | | | | | |
| | | | | | | | |
Öl inkl. Ölprodukte | — | — | — | — | 21 | –1 | -16 | 16 |
Gas | — | — | — | — | — | –1 | 1 | –1 |
Strom | — | — | — | — | 16 | –48 | 29 | –29 |
Rohstoffabsicherungen (in einer CFH Sicherungsbeziehung designiert)1 mit Einfluss auf das sonstige Ergebnis vor Steuern | — | — | — | — | 38 | –50 | 14 | –14 |
| | | | | | | | |
Öl inkl. Ölprodukte | 8 | –4 | -17 | 17 | 2 | –24 | -22 | 22 |
Öl inkl. Ölprodukte (in einer FVH Sicherungsbeziehung designiert)1 | — | — | — | — | 0 | –1 | 4 | –4 |
Gas | 174 | –183 | -28 | 28 | 133 | –231 | -58 | 58 |
Strom | 119 | –64 | -14 | 14 | 86 | –68 | -9 | 9 |
Derivate für europäische Emissionszertifikate | 28 | –1 | 20 | –20 | 44 | –7 | 21 | –21 |
Rohstoffabsicherungen mit Einfluss auf das Ergebnis vor Steuern | 329 | –252 | -39 | 39 | 265 | –330 | –64 | 64 |
Risikomanagement im Fremdwährungsbereich
OMV ist in einer Vielzahl von Ländern und unterschiedlichen Währungsräumen tätig. Daher müssen branchenspezifische Transaktions- und entsprechende Umrechnungsrisiken genau analysiert werden. Die größte Risikoposition stellt der USD dar, und zwar aufgrund der jeweiligen Veränderung des USD im Verhältnis zum EUR sowie zu anderen Hauptwährungen des OMV Konzerns (RON, NOK und NZD). Veränderungen dieser Währungen im Verhältnis zum EUR spielen in der Risikobetrachtung ebenfalls eine wichtige Rolle. Andere Währungen haben auf den Cashflow und das operative Ergebnis nur geringen Einfluss. Das Transaktionsrisiko der Fremdwährungszahlungsströme wird laufend beobachtet. Mindestens halbjährlich werden die Long- und Short-Nettoposition des Konzerns und deren Sensitivität für den Konzern berechnet. Diese Analyse stellt die Basis für das Risikomanagement des Transaktionsrisikos bei Währungen dar. Als Produzent von hauptsächlich in USD gehandelten Rohstoffen weist der OMV Konzern in Bezug auf den USD eine wirtschaftliche Long-Position auf.
FX Optionen, Forwards und Swaps können hauptsächlich zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken von offenen Forderungen oder Verbindlichkeiten verwendet werden. Der beizulegende Zeitwert dieser Instrumente entwickelt sich bei einer Veränderung der zugrundeliegenden Wechselkurse genau gegenläufig zur Veränderung der Forderung oder Verbindlichkeit. Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, kann der Konzern Hedge Accounting nach IFRS 9 anwenden, um kompensatorische Effekte aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments mit dem zugrundeliegenden Grundgeschäft gleichzeitig in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.
Das Umrechnungsrisiko auf Konzernebene wird ebenfalls laufend beobachtet und die daraus resultierende Risikoposition bewertet. Als Umrechnungsrisiko wird jenes Risiko bezeichnet, das aufgrund der Konsolidierung von Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures entsteht, die in einer anderen funktionalen Währung als dem EUR bilanzieren. Die größten Risikopositionen stellen dabei Veränderungen von auf RON, USD und NOK lautenden Nettovermögenswerten im Verhältnis zum EUR dar.
Für Finanzinstrumente wird eine Sensitivitätsanalyse in Bezug auf Änderungen der für den Konzern wesentlichen Wechselkurse durchgeführt. Auf Konzernebene beinhaltet die EUR–RON-Sensitivität nicht nur die RON-Nettoposition gegenüber EUR, sondern auch die RON-Nettoposition gegenüber USD, da das USD–RON Risiko in eine EUR–RON- sowie eine EUR–USD-Position aufgeteilt werden kann. Gleiches gilt für die EUR–NOK- sowie die EUR–NZD-Position.
Die folgende Tabelle zeigt die beizulegenden Zeitwerte offener Fremdwährungsderivate sowie die Sensitivitäten der Wechselkurse in Bezug auf die für den Konzern wesentlichen Netto-Fremdwährungspositionen.
Beizulegende Zeitwerte offener FX Derivate und Sensitivitätsanalyse der Wechselkurse auf das Ergebnis vor Steuern1 |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Beizule- gender Zeitwert Vermögens- werte | Beizule- gender Zeitwert Verbindlich- keiten | EUR- Aufwertung um 10% | EUR- Abwertung um 10% | Beizule- gender Zeitwert Vermögens- werte | Beizule- gender Zeitwert Verbindlich- keiten | EUR- Aufwertung um 10% | EUR- Abwertung um 10% |
EUR–NZD | — | –2 | –23 | 23 | — | — | –34 | 34 |
EUR–USD | 0 | –0 | –17 | 17 | 1 | –10 | –6 | 6 |
EUR–RON | — | — | 5 | –5 | — | — | –18 | 18 |
EUR–NOK | 2 | –3 | 1 | –1 | 2 | –3 | 5 | –5 |
Zinsmanagement
Das OMV Schuldenportfolio ist zum 31. Dezember 2025 nur in begrenztem Ausmaß Zinsveränderungen ausgesetzt, da beinahe alle Verbindlichkeiten festverzinslich sind. Zukünftige Finanzierungsaktivitäten werden den dann vorherrschenden Marktbedingungen ausgesetzt sein und können potenziell zu höheren Zinsaufwendungen führen.
Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten von OMV hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Kennzahlen für die verschiedenen Kategorien festgelegt und bei Bedarf derivative Instrumente zur Absicherung eingesetzt, wenn Abweichungen über bestimmte definierte Bandbreiten hinausgehen.
OMV analysiert regelmäßig die Auswirkungen von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und -aufnahmen. Derzeit werden Effekte aus dem Zinsänderungsrisiko nicht als substanzielles Risiko eingestuft.
Kreditrisikomanagement
Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten wird sowohl auf Konzern- als auch auf Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limits für Banken, Geschäftspartner und Sicherheitengeber überwacht. Für alle Geschäftspartner, Banken und Sicherheitengeber werden, basierend auf einer Risikobewertung, Limithöhe, interne Risikoklasse und Limitlaufzeit vergeben. Die Bonitätseinschätzung wird zumindest jährlich oder ad hoc überprüft. Diese Vorgehensweise ist auf OMV Konzernebene in einer Konzernrichtlinie festgelegt, in der konzernweite Mindestanforderungen definiert und vorgegeben werden. Derivative Finanzinstrumente werden zum überwiegenden Teil mit Vertragspartnern abgeschlossen, die über ein „Investment Grade Rating“ verfügen. Für Teile der Forderungen in einigen Geschäftsbereichen verwendet OMV gewerbliche Versicherungen, um das Kreditrisiko zu mindern. Aufgrund der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit, die sich aus der aktuellen geopolitischen Situation ergibt, wird besonderes Augenmerk auf Frühwarnsignale gelegt, wie zum Beispiel Änderungen im Zahlungsverhalten.
Als Kreditrisiko bezeichnet man das Risiko, dass die Kontrahenten des OMV Konzerns ihren Verpflichtungen aus einem Finanzinstrument oder Kundenvertrag nicht nachkommen, was zu einem finanziellen Verlust führen würde.
Ein Kreditrisiko besteht in Bezug auf die von OMV ausgestellten Finanzgarantien an Borouge 4 LLC, die nach der Equity-Methode bilanziert wird, gemäß Vereinbarung mit der italienischen Exportkreditagentur (Italian Export Credit Agency agreement). Die Gesamtgarantie beläuft sich auf EUR 814 Mio zuzüglich Zinsen (2024: EUR 1.228 Mio zuzüglich Zinsen). Aufgrund der von Borouge 4 LLC bereits in Anspruch genommenen Finanzierung belief sich der garantierte Betrag zum 31. Dezember 2025 auf EUR 814 Mio zuzüglich Zinsen (2024: EUR 1.009 Mio zuzüglich Zinsen).
Im Allgemeinen wird eine Zahlung im Rahmen der Garantievereinbarung durch die Nichterfüllung der von der Garantie abgedeckten Verpflichtung durch die garantierte Partei ausgelöst. Daher wurde eine finanzielle Verbindlichkeit erfasst, die anfangs zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurde.
Maximales Kreditrisiko1 |
In EUR Mio | | |
| 2025 | 2024 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.900 | 2.842 |
Beteiligungen | 102 | 135 |
Anleihen | 43 | 91 |
Derivate | 331 | 307 |
Ausleihungen | 551 | 1.286 |
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1.047 | 1.370 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 5.077 | 6.182 |
Finanzgarantieverträge2 | 814 | 1.735 |
Summe maximales Kreditrisiko | 9.864 | 13.950 |
30 | Fair-Value-Hierarchie
Bilanzierungsgrundsätze
Der beizulegende Zeitwert ist der Betrag, zu dem ein Vermögenswert oder eine Verbindlichkeit am Bewertungsstichtag hätte übertragen werden können. Dabei wird von einem Transfer zwischen Teilnehmern im Hauptmarkt und ggf. von einer bestmöglichen Nutzung des Vermögenswerts ausgegangen.
Die beizulegenden Zeitwerte werden entsprechend der folgenden Hierarchie ermittelt:
Stufe 1: Börsennotierte Kurse in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten. Diese Kategorie ist im OMV Konzern zumeist nur relevant für Aktien, Anleihen, Investmentfonds und Futures.
Stufe 2: Bewertungstechniken mit der Verwendung von direkt und indirekt beobachtbaren Inputs. Zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten innerhalb der Stufe 2 werden üblicherweise Terminpreise für Rohöl und Erdgas, Zinssätze und Wechselkurse als Inputs für das Bewertungsmodell herangezogen. Zusätzlich werden das Kreditrisiko der Gegenpartei und ggf. ein Volatilitätsfaktor berücksichtigt.
Stufe 3: Bewertungstechniken wie z.B. Discounted Cashflow-Modelle, die mit wesentlichen nicht beobachtbaren Inputs arbeiten, wie zum Beispiel langfristigen Preisannahmen und Schätzungen von Reserven.
Fair-Value-Hierarchie für finanzielle Vermögenswerte1 und Nettobetrag zu Veräußerungszwecken gehaltener Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert |
In EUR Mio |
| Buchwert | Stufe des beizulegenden Zeitwerts |
| Zu fortgeführten Anschaffungs- kosten bewertet | Zum beizu- legenden Zeitwert bewertet | Gesamt | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Gesamt |
| | | | | | | |
| 2025 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.900 | — | 1.900 | — | — | — | — |
Eigenkapitalinstrumente | — | 102 | 102 | 14 | 69 | 19 | 102 |
Anleihen | 43 | — | 43 | — | — | — | — |
Derivate | — | 331 | 331 | 7 | 323 | — | 331 |
Ausleihungen | 551 | — | 551 | — | — | — | — |
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1.047 | — | 1.047 | — | — | — | — |
Gesamt | 3.540 | 432 | 3.973 | 21 | 392 | 19 | 432 |
| | | | | | | |
| 2024 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 2.714 | 128 | 2.842 | — | 128 | — | 128 |
Eigenkapitalinstrumente | — | 106 | 106 | 19 | 62 | 25 | 106 |
Investmentfonds | — | 29 | 29 | 29 | — | — | 29 |
Anleihen | 91 | — | 91 | — | — | — | — |
Derivate | — | 307 | 307 | 5 | 302 | — | 307 |
Ausleihungen | 1.286 | — | 1.286 | — | — | — | — |
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1.369 | 2 | 1.370 | — | — | 2 | 2 |
Nettobetrag zu Veräußerungs- zwecken gehaltener Vermögens- werte und Verbindlichkeiten, zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet | n.a. | 369 | 369 | — | 369 | — | 369 |
Gesamt | 5.460 | 941 | 6.401 | 52 | 862 | 27 | 941 |
Fair-Value-Hierarchie für finanzielle Verbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert1 |
In EUR Mio | | | | | | | |
| Buchwert | Stufe des beizulegenden Zeitwerts |
| Zu fortgeführten Anschaffungs- kosten bewertet | Zum beizu- legenden Zeitwert bewertet | Gesamt | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Gesamt |
| | | | | | | |
| 2025 |
Verbindlichkeiten aus Liefe- rungen und Leistungen | 2.633 | — | 2.633 | — | — | — | — |
Anleihen | 6.753 | — | 6.753 | — | — | — | — |
Leasingverbindlichkeiten | 1.143 | — | 1.143 | — | — | — | — |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 101 | — | 101 | — | — | — | — |
Derivate | — | 257 | 257 | 26 | 231 | — | 257 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 766 | 14 | 780 | — | 14 | — | 14 |
Sonstige Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert2 | — | 18 | 18 | — | 18 | — | 18 |
Gesamt | 11.396 | 289 | 11.684 | 26 | 263 | — | 289 |
| | | | | | | |
| 2024 |
Verbindlichkeiten aus Liefe- rungen und Leistungen | 3.723 | — | 3.723 | — | — | — | — |
Anleihen | 6.570 | — | 6.570 | — | — | — | — |
Leasingverbindlichkeiten | 1.767 | — | 1.767 | — | — | — | — |
Sonstige verzinsliche Finanz- verbindlichkeiten | 1.070 | — | 1.070 | — | — | — | — |
Derivate | — | 403 | 403 | 28 | 375 | — | 403 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 865 | 16 | 882 | — | 16 | — | 16 |
Sonstige Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert2 | — | 40 | 40 | — | 40 | — | 40 |
Gesamt | 13.996 | 459 | 14.455 | 28 | 431 | — | 459 |
Finanzielle Verbindlichkeiten für die der beizulegende Zeitwert angegeben wird |
In EUR Mio |
| Buchwert | Beizulegender Zeitwert | Stufe des beizulegenden Zeitwerts |
| | | Stufe 1 | Stufe 2 |
| | | | |
| 2025 |
Anleihen | 6.753 | 6.596 | 6.596 | — |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 101 | 99 | — | 99 |
Finanzielle Verbindlichkeiten | 6.854 | 6.694 | 6.596 | 99 |
| | | | |
| 2024 |
Anleihen | 6.570 | 6.359 | 6.359 | — |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 1.070 | 989 | — | 989 |
Finanzielle Verbindlichkeiten | 7.640 | 7.349 | 6.359 | 989 |
Die obige Tabelle zeigt den Buchwert und den beizulegenden Zeitwert der finanziellen Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Stufen in der Fair-Value-Hierarchie. Sie enthält keine Angaben zum beizulegenden Zeitwert anderer finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, da der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt.
31 | Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten
Bilanzierungsgrundsätze
Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden nur saldiert, wenn der Konzern zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen Rechtsanspruch auf die Saldierung der erfassten Beträge hat und die Absicht besteht, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen, oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.
OMV schließt im Rahmen des normalen Geschäftsverlaufs diverse Global-Netting-Vereinbarungen in Form von Vereinbarungen der International Swaps and Derivatives Association (ISDA), der European Federation of Energy Traders (EFET) oder ähnlichen Vereinbarungen ab.
Die nachfolgenden Tabellen stellen die Buchwerte der erfassten Finanzinstrumente dar, die diversen Aufrechnungsvereinbarungen unterliegen. Die Werte in der Spalte „Netto“ würden die Positionen in der Bilanz darstellen, wenn alle Aufrechnungsrechte ausgeübt worden wären.
Saldierung von finanziellen Vermögenswerten1 |
In EUR Mio | | | | | | |
| Anhang- angabe | Finanz- instrumente (brutto) | Saldierte Beträge in der Bilanz | Finanz- instrumente in der Bilanz (netto) | Verbindlich- keiten mit Saldierungs- rechten (nicht saldiert) | Netto |
| | | | | | |
| | 2025 |
Derivate | 20 | 1.866 | –1.536 | 331 | –55 | 276 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 20 | 3.497 | –1.597 | 1.900 | –77 | 1.824 |
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 20 | 1.049 | –2 | 1.047 | — | 1.047 |
Gesamt | | 6.413 | –3.135 | 3.278 | –131 | 3.146 |
| | | | | | |
| | 2024 |
Derivate | | 1.805 | –1.498 | 307 | –38 | 269 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | | 4.018 | –1.176 | 2.842 | –85 | 2.757 |
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | | 1.374 | –3 | 1.370 | –0 | 1.370 |
Gesamt | | 7.197 | –2.677 | 4.520 | –123 | 4.397 |
Saldierung von finanziellen Verbindlichkeiten1 |
In EUR Mio |
| Anhang- angabe | Finanz- instrumente (brutto) | Saldierte Beträge in der Bilanz | Finanz- instrumente in der Bilanz (netto) | Vermögens- werte mit Saldierungs- rechten (nicht saldiert) | Netto |
| | | | | | |
| | 2025 |
Derivate | 26 | 1.793 | –1.536 | 257 | –55 | 202 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 26 | 4.230 | –1.597 | 2.633 | –77 | 2.556 |
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 26 | 781 | –2 | 780 | — | 780 |
Gesamt | | 6.804 | –3.135 | 3.670 | –131 | 3.538 |
| | | | | | |
| | 2024 |
Derivate | | 1.900 | –1.498 | 403 | –38 | 365 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | | 4.899 | –1.176 | 3.723 | –85 | 3.638 |
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | | 885 | –3 | 882 | –0 | 882 |
Gesamt | | 7.684 | –2.677 | 5.007 | –123 | 4.884 |
32 | Ergebnis aus Finanzinstrumenten
Ergebnis aus Finanzinstrumenten |
In EUR Mio |
| Betrag | Finanz- instrumente ergebnis- wirksam zum beizulegenden Zeitwert | Eigenkapital- instrumente designiert zum beizulegenden Zeitwert durch das sonstige Ergebnis | Finanzielle Vermögens- werte zu fortgeführten Anschaffungs- kosten | Finanzielle Verbindlich- keiten zu fortgeführten Anschaffungs- kosten |
| | | | | |
| 2025 |
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts finanzieller Vermögenswerte und Derivate | 205 | 205 | — | — | — |
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte, netto | –291 | — | — | –291 | — |
Ergebnis aus Finanzinstrumenten im operativen Ergebnis | –86 | 205 | — | –291 | — |
| | | | | |
Dividendenerträge | 7 | — | 6 | — | — |
Zinserträge | 424 | — | — | 294 | — |
Zinsaufwendungen | –388 | — | — | — | –167 |
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von FX Derivaten | 16 | 16 | — | — | — |
Finanzierungskosten für Factoring und Securitization | –53 | –53 | — | — | — |
Sonstige | 5 | — | — | 1 | –4 |
Ergebnis aus Finanzinstrumenten im Finanzergebnis | 11 | –37 | 6 | 295 | –170 |
| | | | | |
| 2024 |
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts finanzieller Vermögenswerte und Derivate | –209 | –209 | — | — | — |
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte, netto | –18 | — | — | –18 | — |
Ergebnis aus Finanzinstrumenten im operativen Ergebnis | –228 | –209 | — | –18 | — |
| | | | | |
Dividendenerträge | 6 | — | 6 | — | — |
Zinserträge | 300 | — | — | 296 | — |
Zinsaufwendungen | –390 | — | — | — | –139 |
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von FX Derivaten | –26 | –26 | — | — | — |
Finanzierungskosten für Factoring und Securitization | –61 | –61 | — | — | — |
Wertminderung von Finanzinstrumenten, netto | –5 | — | — | 0 | — |
Sonstige | –6 | — | 0 | 0 | –6 |
Ergebnis aus Finanzinstrumenten im Finanzergebnis | –183 | –88 | 6 | 296 | –145 |
Im Jahr 2025 setzten sich die nicht aufgeteilten Zinserträge überwiegend aus Zinserträgen infolge eines positiven Ausgangs eines Rechtsstreits in Rumänien zusammen. Die nicht aufgeteilten Zinsaufwendungen bezogen sich im Wesentlichen auf die Aufzinsung von Rückstellungen. Weitere Details können der Anhangangabe 13 – Finanzerfolg entnommen werden.
33 | Anteilsbasierte Vergütungen
Bilanzierungsgrundsätze
Der beizulegende Zeitwert der aktienbasierten Vergütungen aus dem Long-Term-Incentive (LTI) Plan – dem wesentlichen aktienbasierten OMV Vergütungsplan - wird mit Hilfe eines Modells ermittelt, das auf erwarteten Zielerreichungen und Aktienkursen beruht. Bei Vergütungen mit Barausgleich wird eine Rückstellung auf Basis der beizulegenden Zeitwerte des zu zahlenden Betrags über den Erdienungszeitraum verteilt gebildet. Die Rückstellung wird zu jedem Bilanzstichtag sowie zum Fälligkeitszeitpunkt neu bewertet, wobei Änderungen im beizulegenden Zeitwert in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht werden. Bei Vergütungen mit Ausgleich in Aktien wird der beizulegende Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt als Aufwand (inklusive Einkommensteuer) mit einer Gegenbuchung im Eigenkapital über den Erdienungszeitraum der Vergütung erfasst. Der als Aufwand berücksichtigte Betrag wird um nachträgliche Änderungen in den Leistungsbedingungen, die nicht Marktbedingungen darstellen, angepasst.
Zusätzlich erfolgt die Vergütung für den Equity Deferral Teil der jährlichen Bonifikation in Aktien. Dementsprechend werden die damit verbundenen Aufwendungen mit Gegenbuchung im Eigenkapital erfasst. Die Erfüllung von Vergütungen mit Ausgleich in Aktien erfolgt an die Teilnehmer nach Abzug der Einkommensteuer.
Long-Term-Incentive (LTI) Pläne
Im Konzern werden jährlich LTI-Pläne mit vergleichbaren Bedingungen für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte gewährt. Zum Ausübungszeitpunkt erfolgt die Zuteilung der Aktien an die Teilnehmer. Die Zahl der Bonusaktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die Leistungskriterien und ihre typische Gewichtung für die Vorstandsmitglieder sind in der Vergütungspolitik festgelegt und lauten seit 2022 wie folgt: Relative Total Shareholder Return (30%), Clean CCS (Current Cost of Supply) ROACE (40%), ESG-Ziele (30%). Basierend auf vorab definierten Kriterien (z.B. Todesfälle, Total Recordable Injury Rate (TRIR), Prozesssicherheit, auch im Branchenvergleich) wird auf die Gesamtzielerreichung der Vorstandsmitglieder ein Health & Safety Malus zwischen 0,8 und 1,0 angewendet. Bei schwerwiegenden Vorfällen kann der Vergütungsausschuss die Auszahlung auf Null reduzieren. Für Führungskräfte sind folgende Leistungskriterien seit 2022 anwendbar: Relative Total Shareholder Return (30%), Free Cash Flow (35%) und ESG-Ziele/Transformations-Ziele (35%). Die festgelegten Leistungskriterien dürfen während des Zeitraums des LTI-Plans nicht geändert werden. Um den Anreizcharakter des Programms zu erhalten, hat das zuständige Verwaltungsorgan jedoch die Möglichkeit, die Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte des freien Cashflows bei wesentlichen Änderungen der äußeren Einflussfaktoren wie Öl- und Gaspreise für Führungskräfte anzupassen. Die Anpassung ist in beide Richtungen möglich.
Die Auszahlung erfolgt in bar oder in Form von Aktien. Seit 2022 erfolgt die Auszahlung des OMV Petrom LTI Plans ausschließlich in Form von Aktien. Vorstand und Führungskräfte sind verpflichtet, ein angemessenes Ausmaß an Aktien an der Gesellschaft aufzubauen und bis zu ihrer Pensionierung oder ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen zu halten. Für Führungskräfte, die für zukünftige LTI-Pläne nicht mehr anspruchsberechtigt sind, aber noch in einem aufrechten Anstellungsverhältnis mit dem Unternehmen stehen, endet das Aktienbesitzerfordernis mit Auszahlung des letzten LTI-Plans. Das Aktienbesitzerfordernis ist als Prozentsatz des Bruttojahresgehalts für den Vorstand und als Prozentsatz der jeweiligen Ziel-Long Term Incentives für die Führungskräfte definiert. Vorstandsmitglieder müssen dieses Aktienbesitzerfordernis innerhalb von fünf Jahren nach der ersten diesbezüglichen Vereinbarung erfüllen. Bis zur Erfüllung des Aktienbesitzerfordernisses erfolgt die Auszahlung in Form von Aktien, während die Planteilnehmer danach zwischen Barzahlung und Zahlung in Form von Aktien entscheiden können. Solange das Aktienbesitzerfordernis nicht erfüllt ist, werden die gewährten Aktien nach Abzug von Steuern auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt.
Bei den auf Aktien basierenden Zahlungen werden die beizulegenden Zeitwerte zum Gewährungszeitpunkt als Aufwand über den dreijährigen Leistungszeitraum verteilt, bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals. Im Falle zu erwartender Barzahlungen wird für die erwarteten zukünftigen Kosten des LTI-Plans zum Bilanzstichtag auf Basis von beizulegenden Zeitwerten eine Rückstellung gebildet.
Long-Term-Incentive Pläne | | | | |
| | | | |
| Plan 2025 | Plan 2024 | Plan 2023 | Plan 2022 |
Planbeginn | 01.01.2025 | 01.01.2024 | 01.01.2023 | 01.01.2022 |
Ende Leistungszeitraum | 31.12.2027 | 31.12.2026 | 31.12.2025 | 31.12.2024 |
Anspruchstag | 31.03.2028 | 31.03.2027 | 31.03.2026 | 31.03.2025 |
Aktienbesitzerfordernis | | | | |
Vorstandsvorsitzender | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt |
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt |
Andere Vorstandsmitglieder | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt |
Führungskräfte | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive |
Details per Plan1 | | | | |
Aktienkurs (beizulegender Zeitwert) am Zuteilungsdatum | 44,54 | 47,5 | 42,17 | — |
Eigenkapitalrücklage (in EUR Mio) zum 31. Dezember 2025 | 3 | 7 | 8 | — |
Maximale Aktien zum 31. Dezember 2025 | 873.502 | 820.964 | 646.340 | — |
Erwartete Aktien zum 31. Dezember 2025 | 576.036 | 566.220 | 502.923 | — |
davon Ausgleich in Aktien | 215.071 | 229.481 | 179.735 | — |
davon Ausgleich in bar | 360.965 | 336.739 | 323.188 | — |
Beizulegender Zeitwert des Plans - Durchschnittsaktienkurs | 45,94 | 46,49 | 47,45 | — |
Beizulegender Zeitwert des Plans (in EUR Mio) zum 31. Dezember 20252 | 26 | 26 | 24 | — |
Rückstellungen (in EUR Mio) zum 31. Dezember 20252 | 5 | 10 | 15 | — |
Equity Deferral
Das Equity Deferral (Aktienteil des Jahresbonus) dient als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, welches die Bindung an OMV und die Angleichung an Aktionärsinteressen fördert, indem die Interessen des Managements und der Aktionäre durch ein langfristiges Investment in Aktien mit eingeschränkter Verfügbarkeit zusammengeführt werden. Die Behaltedauer für das Equity Deferral ist drei Jahre ab dem Anspruchstag. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, dem Eingehen unangemessener Risiken vorzubeugen.
Die Leistungskriterien und ihre typische Gewichtung für den Vorstand sind in der Vergütungspolitik festgelegt und lauten wie folgt: Jahresüberschuss (40%), Free Cash Flow (30%), operatives Ziel (15%) und ESG-Ziel (15%). Basierend auf vorab definierten Kriterien (z.B. Todesfälle, TRIR, Prozesssicherheit, auch im Branchenvergleich) wird auf die Gesamtzielerreichung ein Health & Safety Malus zwischen 0,8 und 1,0 angewendet. Bei schwerwiegenden Vorfällen kann der Vergütungsausschuss die Auszahlung auf Null reduzieren.
Der Jahresbonus ist mit 180% des Zieljahresbonus begrenzt. Mindestens ein Drittel des Jahresbonus wird in Form von Aktien zugeteilt. Die Bonuserreichung wird am 31. März des Folgejahres festgestellt, wobei die Zielerreichung und der Aktienkurs am Bilanzstichtag geschätzt werden (letzterer auf Basis von Marktnotierungen).
Aufgrund der branchenspezifischen Volatilität der Rohstoffpreise und Marktbedingungen bieten die variablen Vergütungspläne dem Vergütungsausschuss gemäß der in der Öl- und Gasindustrie üblichen Praxis die Möglichkeit, für die finanziellen Ziele die Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte auf der Grundlage des Öl- bzw. Gaspreises sowie des tatsächlichen EUR/USD-Wechselkurses gegenüber den Annahmen, die zum Zeitpunkt der Zielvorgabe zugrunde gelegt wurden, anzupassen. Die Anpassung kann in beide Richtungen angewendet werden, wird vom Vergütungsausschuss festgelegt und im Vergütungsbericht veröffentlicht. Die gewährten Aktien werden nach Abzug von Steuern für einen Zeitraum von drei Jahren auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt.
2025 wurden Aufwendungen von EUR 3 Mio erfasst, bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals (2024: EUR 2 Mio).
Mitarbeiter-Aktienkaufprogramm
2025 initiierte OMV ein Mitarbeiter-Aktienkaufprogramm, eine aktienbasierte Vergütungsvereinbarung gemäß IFRS 2, das berechtigten Mitarbeitern den Kauf von Aktien zu einem vergünstigten Preis ermöglichte. Der Rabatt wurde von OMV übernommen und wird daher gemäß IFRS 2 als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich ausgewiesen. OMV selbst erwarb oder stellte keine Aktien zur Verfügung und hielt für diesen Zweck auch keine eigenen Aktienbestände. Die Aktienkäufe und die anschließende Verwahrung erfolgten ausschließlich über ein externes Drittunternehmen. Die Transaktion hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die konsolidierte Gewinn- und Verlustrechnung von OMV.
Gesamte Aufwendungen
Die Aufwendungen in Bezug auf alle anteilsbasierten Vergütungen sind in untenstehender Tabelle zusammengefasst.
Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen1 |
In EUR Mio | | |
| 2025 | 2024 |
Ausgleich in bar | 21 | 6 |
Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente | 15 | 7 |
Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen | 36 | 13 |
34 | Aufwendungen Konzernabschlussprüfer
Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks im Sinne des § 271b UGB) setzten sich wie folgt zusammen:
Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks) |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Konzern- abschlussprüfer | davon KPMG Austria GmbH Wirtschafts- prüfungs- und Steuerberatungs- gesellschaft | Konzern- abschlussprüfer | davon KPMG Austria GmbH Wirtschafts- prüfungs- und Steuerberatungs- gesellschaft |
Konzern- und Jahresabschlussprüfung | 5,88 | 2,87 | 5,70 | 2,55 |
Sonstige Bestätigungsleistungen | 2,05 | 1,77 | 1,67 | 1,48 |
Steuerberatungsleistungen | 1,03 | — | 2,51 | — |
Sonstige Beratungsleistungen | 0,27 | — | 0,55 | — |
Gesamt | 9,22 | 4,64 | 10,44 | 4,03 |
35 | Nahestehende Unternehmen und Personen
Gemäß IAS 24 müssen Beziehungen zu nahestehenden Personen sowie nahestehenden, nicht konsolidierten Unternehmen (Related Parties) offengelegt werden. Unternehmen und Personen gelten als nahestehend, wenn ein Beherrschungsverhältnis oder maßgeblicher Einfluss vorliegt. Die Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG), Wien, hält einen Anteil von 31,5% und die Abu Dhabi National Oil Company P.J.S.C., Abu Dhabi, einen Anteil von 24,9% an der OMV Aktiengesellschaft; beide Gesellschaften sind Related Parties im Sinne des IAS 24.
Transaktionen mit at-equity bewerteten Beteiligungen
2025 und 2024 bestanden folgende Liefer- und Leistungsbeziehungen (inklusive der Vergabe von Lizenzen für die Nutzung von Technologien des Konzerns) zu fremdüblichen Marktpreisen zwischen dem Konzern und at-equity bewerteten Unternehmen, inklusive Beteiligungen, die in die Position „zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert wurden.
Transaktionen mit at-equity bewerteten Beteiligungen – Umsätze und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Umsätze und sonstige Erträge | Forderungen aus Liefe- rungen und Leistungen | Umsätze und sonstige Erträge | Forderungen aus Liefe- rungen und Leistungen |
Abu Dhabi Oil Refining Company | 2 | 1 | 2 | 1 |
Adamant Ecodev S.R.L. | 2 | — | — | — |
ADNOC Global Trading LTD | 3 | 1 | 4 | 1 |
Bayport Polymers LLC1 | 9 | 2 | 11 | 4 |
Borouge Beteiligungen2 | 562 | 124 | 507 | 126 |
Borouge 4 LLC | 5 | 1 | 7 | 2 |
EEX CEGH Gas Exchange Services GmbH | 1 | 0 | 1 | 0 |
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. | 46 | 0 | 46 | 0 |
GENOL Gesellschaft m.b.H. | 164 | 21 | 134 | 22 |
Kilpilahden Voimalaitos Oy1 | 5 | 0 | 5 | 3 |
Recelerate GmbH1 | 0 | 0 | 1 | 0 |
Gesamt | 799 | 150 | 719 | 159 |
Darüber hinaus verzeichnete OMV Erträge in Höhe von EUR 14 Mio aus finanziellen Garantien, die an at-equity bewertete Beteiligungen gewährt wurden (2024: EUR 7 Mio). Weitere Details siehe unten.
Transaktionen mit at-equity bewerteten Beteiligungen – Zukäufe und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
| Zukäufe und erhaltene Leistungen | Verbindlich- keiten aus Lieferungen und Leistungen | Zukäufe und erhaltene Leistungen | Verbindlich- keiten aus Lieferungen und Leistungen |
Bayport Polymers LLC1 | 65 | 3 | 43 | 3 |
Borouge Beteiligungen2 | 511 | 188 | 434 | 143 |
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH | 34 | 3 | 33 | 3 |
EPS Ethylen-Pipeline-Süd GmbH & Co KG | 4 | — | 4 | — |
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. | 78 | 5 | 56 | 2 |
GENOL Gesellschaft m.b.H. | 23 | 3 | 12 | 1 |
Industrins Räddningstjänst i Stenungsund AB1 | 1 | 0 | 1 | 0 |
Kilpilahden Voimalaitos Oy1 | 101 | 13 | 85 | — |
PetroPort Holding AB1 | 4 | 0 | 4 | 0 |
Recelerate GmbH1 | 0 | 0 | 3 | 0 |
Salzburg Fuelling GmbH | — | — | 1 | 0 |
Società Italiana per l'Oleodotto Transalpino S.p.A. | 5 | 0 | 5 | 1 |
Gesamt | 826 | 216 | 679 | 154 |
Dividendenausschüttungen von at-equity bewerteten Beteiligungen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Abu Dhabi Oil Refining Company | 44 | 202 |
Abu Dhabi Petroleum Investments LLC | 10 | 24 |
ADNOC Global Trading LTD | 37 | 76 |
Borouge Beteiligungen1 | 421 | 434 |
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH | 1 | 1 |
EEX CEGH Gas Exchange Services GmbH | 1 | 1 |
Pearl Petroleum Company Limited | 27 | 35 |
Società Italiana per l'Oleodotto Transalpino S.p.A. | 1 | 1 |
Transalpine Ölleitung in Österreich Gesellschaft m.b.H. | 1 | 1 |
Dividendenausschüttungen von at-equity bewerteten Beteiligungen | 543 | 776 |
Sonstige ausstehende Salden mit at-equity bewerteten Beteiligungen |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Bayport Polymers LLC1 | 42 | 769 |
Borouge 4 LLC | 490 | 435 |
Cil PV Plant SRL | 1 | 0 |
Dunav Solar Plant EOOD | 1 | — |
Electrocentrale Borzesti SRL | 55 | 25 |
Enerintens Solar SRL | 1 | — |
Kilpilahden Voimalaitos Oy1 | 58 | 55 |
Tenersolar Park SRL | 1 | — |
Darlehensforderungen | 650 | 1.285 |
Bayport Polymers LLC1 | 64 | 21 |
Borouge 4 LLC | 15 | — |
C2PAT GmbH2 | — | 1 |
Freya Bunde-Etzel GmbH & Co. KG | 6 | 7 |
Sonstige finanzielle Forderungen | 85 | 29 |
Borouge Beteiligungen3 | 7 | 8 |
Vertragsvermögenswerte | 7 | 8 |
Kilpilahden Voimalaitos Oy1 | 9 | 10 |
Geleistete Anzahlungen | 9 | 10 |
Bayport Polymers LLC1 | 63 | 20 |
Borouge 4 LLC | 14 | 1 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 77 | 21 |
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. | 53 | 66 |
Vertragsverbindlichkeiten | 53 | 66 |
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. | 32 | 32 |
Rückstellungen | 32 | 32 |
Am 24. Oktober 2025 wurde die Vereinbarung zur Übertragung der 40%igen Beteiligung von Borealis an der
Borouge 4 LLC (Borouge 4), einschließlich der damit verbundenen Gesellschafterdarlehen und finanziellen Garantien, auf OMV Tochtergesellschaften (30%) und auf die ADNOC-Tochtergesellschaft MPP Holdings GmbH
60 (10%) abgeschlossen. Demnach spiegeln die nachfolgenden Salden zum 31. Dezember 2025 nur noch die 30%ige Beteiligung an Borouge 4 wider.
Infolge der Übertragung hat Borealis Mittelzuflüsse von der MPP Holdings GmbH
60 im Zusammenhang mit den zugehörigen Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 158 Mio erhalten sowie eine finanzielle Forderung gegenüber der MPP Holdings GmbH
60 in Höhe von EUR 102 Mio zuzüglich Zinsen ausgewiesen.
Zum 31. Dezember 2025 bestanden offene Finanzierungszusagen gegenüber Borouge 4 in Höhe von EUR 227 Mio (31. Dezember 2024: EUR 615 Mio) aus einem Gesellschafterdarlehensvertrag. Zum 31. Dezember 2025 wurden EUR 455 Mio der Finanzierungszusagen in Höhe von insgesamt EUR 682 Mio gezogen. Infolgedessen wurde per Jahresende eine Darlehensforderung (einschließlich Zinsen) in Höhe von EUR 490 Mio ausgewiesen (31. Dezember 2024: EUR 435 Mio).
Darüber hinaus wurde eine Garantie für die Finanzierung von Borouge 4 im Rahmen des italienischen Exportkreditagenturvertrags gewährt. Die Gesamtsumme der Garantie belief sich auf EUR 814 Mio zuzüglich Zinsen. Aufgrund der bereits in Anspruch genommenen Finanzierung durch Borouge 4 wurde der garantierte Betrag vollständig ausgenutzt (31. Dezember 2024: EUR 1.009 Mio).
Am 3. Jänner 2025 schloss Bayport Polymers LLC eine Änderung des bestehenden revolvierenden Kreditfazilität-Vertrags ab, wodurch der Höchstbetrag der Kreditfazilität, der von Borealis garantiert wird, auf EUR 149 Mio erhöht wurde (31. Dezember 2024: EUR 96 Mio). Die Garantie wurde zum 31. Dezember 2025 in Höhe von EUR 74 Mio zuzüglich Zinsen in Anspruch genommen (31. Dezember 2024: EUR 82 Mio).
Im Jahr 2022 emittierte Bayport Polymers LLC zwei Tranchen von Senior Notes, für die Borealis eine Garantie der Muttergesellschaft gewährte, welche sich per 31. Dezember 2025 auf EUR 553 Mio zuzüglich Zinsen belief (31. Dezember 2024: EUR 626 Mio). Am 10. Juni 2025 zahlte Bayport Polymers LLC ein Darlehen an Borealis zurück, womit die Auslagerung von bestimmten Gesellschafterdarlehen abgeschlossen wurde. Dies reduzierte die Darlehensforderungen gegenüber Bayport Polymers LLC auf EUR 42 Mio zum 31. Dezember 2025 (31. Dezember 2024: EUR 769 Mio). Die Rückzahlung wurde durch eine syndizierte Baystar Senior Term Loan Fazilität in Höhe von EUR 638 Mio mit drei Tranchen und einer Laufzeit von bis zu 9 Jahren finanziert, die von Borealis in voller Höhe garantiert wurde. Am 16. Oktober 2025 schloss Bayport Polymers LLC einen neuen Darlehensvertrag in Höhe von EUR 213 Mio ab, von dem 50% (EUR 106 Mio) von Borealis garantiert wurden. Darüber hinaus hat Borealis eine Garantie der Muttergesellschaft für das Leasing von Eisenbahnwaggons durch Bayport Polymers LLC mit einem maximalen Risiko von EUR 15 Mio per 31. Dezember 2025 (31. Dezember 2024: EUR 19 Mio) übernommen. In Summe erfasste Borealis für diese Garantien finanzielle Verbindlichkeiten von EUR 63 Mio.
Im September 2024 hat OMV Petrom den Erwerb von 50% der Anteile am Joint Venture Electrocentrale Borzesti SRL abgeschlossen, das gemeinsam mit der RNV Infrastructure gehalten wird. Beide Partner planen gemäß dem Gesellschaftervertrag Investitionen in Höhe von ca. EUR 1,3 Mrd in Projekte im Bereich erneuerbarer Energien, wovon ein großer Teil fremdfinanziert werden wird. Ein Teil der geschätzten Investitionen wird daher durch von beiden Partnern zu gleichen Teilen zu gewährenden Kapitalerhöhungen und/oder Gesellschafterdarlehen, vorbehaltlich der endgültigen Investitionsentscheidung für die jeweiligen Projekte, finanziert werden. Die Darlehensforderungen von OMV Petrom S.A. gegenüber Electrocentrale Borzesti SRL beliefen sich zum 31. Dezember 2025 auf EUR 55 Mio (31. Dezember 2024: EUR 25 Mio) infolge weiterer Ziehungen im Berichtszeitraum.
Die Vertragsverbindlichkeiten gegenüber der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. standen im Zusammenhang mit einem langfristigen Servicevertrag.
Unternehmen mit staatlichem Naheverhältnis
Basierend auf der OMV Eigentümerstruktur hat die Republik Österreich über die ÖBAG ein Naheverhältnis zu OMV, die damit ebenso wie die unter Kontrolle der Republik stehenden Unternehmen als nahestehende Parteien einzustufen sind. OMV hat im Rahmen seiner üblichen Geschäftstätigkeit hauptsächlich Geschäftsbeziehungen mit der Österreichischen Post Aktiengesellschaft, der VERBUND AG, der Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG), der Österreichischen Bundesbahnen-Holding Aktiengesellschaft, der Bundesbeschaffung GmbH und jeweils deren Tochtergesellschaften. Die Transaktionen mit diesen Unternehmen erfolgten zu fremdüblichen Konditionen.
2024 schloss OMV einen Stromliefervertrag (Power Purchase Agreement) mit VERBUND über die Lieferung von nachhaltigem Strom aus Wasserkraft für vier Jahre ab Jänner 2025.
Über ADNOC sind weiters das Emirat Abu Dhabi sowie die unter Kontrolle von Abu Dhabi stehenden Gesellschaften als nahestehende Unternehmen einzustufen. Liefer- und Leistungsbeziehungen bestanden 2025 zum Beispiel mit Abu Dhabi Company for Offshore Petroleum Operations Ltd und NOVA Chemicals Corporation (NOVA).
Am 3. März 2025 haben OMV und ADNOC eine verbindliche Vereinbarung über die Zusammenlegung ihrer Anteile an Borealis und Borouge in ein neues Unternehmen, Borouge Group International, unterzeichnet. Für mehr Informationen siehe Anhangangabe 4 – OMV und ADNOC gründen ein neues Polyolefins Joint Venture.
Die Borouge Group International AG
61 hat zum 31. Dezember 2025 finanzielle Verbindlichkeiten aus der Weiterverrechnung von Kosten gegenüber der Abu Dhabi National Oil Company P.J.S.C (ADNOC) in Höhe von EUR 18 Mio angesetzt.
Per 31. Dezember 2025 bestand eine offene Darlehensverbindlichkeit gegenüber der MPP Holdings GmbH
62 in Höhe von EUR 102 Mio zuzüglich Zinsen, resultierend aus einer Dividendenausschüttung. Darüber hinaus wurden, wie oben erläutert, Mittelzuflüsse in Höhe von EUR 158 Mio von der MPP Holdings GmbH
62 berichtet und eine finanzielle Forderung in Höhe von EUR 102 Mio zuzüglich Zinsen gegenüber der MPP Holdings GmbH
62 angesetzt.
Am 5. November 2025 haben OMV und Masdar (auch bekannt als Abu Dhabi Future Energy Company, gemeinschaftlich im Besitz von TAQA, ADNOC und Mubadala) eine verbindliche Vereinbarung zur Gründung eines Unternehmens für die Finanzierung, den Bau und den Betrieb einer 140-MW-Green-Hydrogen-Elektrolyseanlage in Bruck an der Leitha, Österreich, unterzeichnet. Mit dem Bau der Anlage wurde im September 2025 begonnen; die Inbetriebnahme soll 2027 erfolgen. Das Unternehmen wird mehrheitlich im Besitz von OMV sein, Masdar wird einen Anteil von 49% halten.
Gemäß dem im Jahr 2018 abgeschlossenen Ghasha-Konzessionsvertrag haben der Supreme Council for Financial and Economic Affairs des Emirats Abu Dhabi (SCFEA) und ADNOC der Übertragung des 5%-Anteils von OMV an der Ghasha-Konzession an Lukoil unter Vorbehalt der Erfüllung bestimmter Bedingungen zugestimmt. Für OMV ist zum Abschlussdatum der Transaktion, d. h. am 29. Mai 2025, eine Transaktionsgebühr in Höhe von USD 100 Mio angefallen.
Darüber hinaus hat OMV mehrere Kooperationen mit ADNOC im Bereich Exploration & Produktion und eine bestehende strategische Partnerschaft mit ADNOC, die das ADNOC Raffineriegeschäft wie auch ein Trading Joint Venture umfasst.
Bezüge von Führungskräften
Vorstandsbezüge der aktiven Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2025 |
In EUR Mio |
| 2025 |
| Stern | Florey | Gaso | van Koten | Gesamt |
Kurzfristige Vergütungen | 2,16 | 1,80 | 1,28 | 1,32 | 6,56 |
Fixer Bezug (Grundbezug) | 1,13 | 0,93 | 0,60 | 0,66 | 3,32 |
Variabel (Barbonifikation)1 | 1,02 | 0,87 | 0,62 | 0,63 | 3,13 |
Sachbezüge2 | 0,01 | 0,01 | 0,053 | 0,034 | 0,11 |
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 0,28 | 0,23 | 0,15 | 0,16 | 0,83 |
Pensionskassenbeiträge | 0,28 | 0,23 | 0,15 | 0,16 | 0,83 |
Anteilsbasierte Vergütungen | 1,61 | 0,98 | 0,38 | 0,63 | 3,60 |
Variabel (Equity Deferral 2024) | 0,84 | 0,72 | 0,38 | 0,39 | 2,34 |
Variabel (LTIP 2022) | 0,76 | 0,26 | — | 0,24 | 1,26 |
Vorstandsbezüge | 4,06 | 3,01 | 1,81 | 2,11 | 10,99 |
Vorstandsbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2025 |
In EUR Mio |
| 2025 |
| Pleininger3 | Skvortsova4 | Seele5 | Vlad6 | Gesamt |
Kurzfristige Vergütungen | — | 0,00 | — | 1,00 | 1,00 |
Fixer Bezug (Grundbezug) | — | — | — | 0,35 | 0,35 |
Variabel (Barbonifikation)1 | — | — | — | 0,59 | 0,59 |
Sachbezüge2 | — | 0,00 | — | 0,057 | 0,06 |
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | — | — | — | 0,15 | 0,15 |
Pensionskassenbeiträge | — | — | — | 0,15 | 0,15 |
Leistungen im Zusammenhang mit Beendigung von Dienstverhältnissen | — | — | — | 0,29 | 0,29 |
Anteilsbasierte Vergütungen | 0,33 | 0,24 | 0,50 | 0,37 | 1,43 |
Variabel (Equity Deferral 2024) | — | — | — | 0,37 | 0,37 |
Variabel (LTIP 2022) | 0,33 | 0,24 | 0,50 | — | 1,07 |
Vorstandsbezüge der ehemaligen Vorstandsmitglieder | 0,33 | 0,24 | 0,50 | 1,80 | 2,87 |
Vorstandsbezüge der aktiven Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2024 |
In EUR Mio |
| 2024 |
| Stern | Florey | Gaso | van Koten | Vlad5 | Gesamt |
Kurzfristige Vergütungen | 2,24 | 1,87 | 1,30 | 1,36 | 1,32 | 8,09 |
Fixer Bezug (Grundbezug) | 1,04 | 0,87 | 0,60 | 0,62 | 0,58 | 3,70 |
Variabel (Barbonifikation)1 | 1,19 | 0,99 | 0,63 | 0,72 | 0,66 | 4,18 |
Sachbezüge2 | 0,01 | 0,01 | 0,073 | 0,034 | 0,093 | 0,21 |
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 0,26 | 0,22 | 0,15 | 0,15 | 0,14 | 0,93 |
Pensionskassenbeiträge | 0,26 | 0,22 | 0,15 | 0,15 | 0,14 | 0,93 |
Anteilsbasierte Vergütungen | 1,58 | 1,19 | 0,35 | 0,61 | 0,36 | 4,09 |
Variabel (Equity Deferral 2023) | 0,87 | 0,72 | 0,35 | 0,40 | 0,36 | 2,70 |
Variabel (LTIP 2021) | 0,71 | 0,47 | — | 0,21 | — | 1,39 |
Vorstandsbezüge | 4,08 | 3,27 | 1,80 | 2,13 | 1,82 | 13,10 |
Vorstandsbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2024 |
In EUR Mio |
| 2024 |
| Pleininger3 | Skvortsova4 | Seele5 | Gangl6 | Gesamt |
Kurzfristige Vergütungen | 0,34 | 0,34 | — | — | 0,68 |
Variabel (Barbonifikation)1 | 0,34 | 0,33 | — | — | 0,67 |
Sachbezüge2 | — | 0,01 | — | — | 0,01 |
Anteilsbasierte Vergütungen | 0,88 | 0,61 | 1,80 | 0,11 | 3,39 |
Variabel (Equity Deferral 2023) | 0,27 | 0,18 | — | — | 0,46 |
Variabel (LTIP 2021) | 0,60 | 0,43 | 1,80 | 0,11 | 2,94 |
Vorstandsbezüge der ehemaligen Vorstandsmitglieder | 1,22 | 0,95 | 1,80 | 0,11 | 4,07 |
Vergütung für leitende Führungskräfte (exkl. Vorstand) |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 |
Gehälter und Prämien | 27,9 | 27,0 |
Pensionskassenbeiträge | 1,5 | 1,5 |
Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung von Dienstverhältnissen | 1,4 | 0,0 |
Anteilsbasierte Vergütungen | 2,9 | 5,9 |
Sonstige langfristige Vergütungen | 0,1 | 0,1 |
Vergütung für leitende Führungskräfte (exkl. Vorstand) | 33,7 | 34,5 |
Daneben sind die Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen einer Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O) und einer Straf-Rechtsschutzversicherung versichert. Auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter sind Begünstigte dieser Versicherungen, und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet.
Anhangangabe 33 – Anteilsbasierte Vergütungen enthält Details zu Long-Term-Incentive-Plänen und Equity Deferral.
Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen 2025 EUR 1,2 Mio (2024: EUR 1,1 Mio).
36 | Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Nach dem Bilanzstichtag haben sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten infolge militärischer Aktionen der Vereinigten Staaten und Israels sowie Vergeltungsmaßnahmen durch den Iran, die sich gegen Israel, Bahrain, Kuwait, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien, Saudi-Arabien, Zypern und Schiffe, die die Straße von Hormus passieren, richten, weiter verschärft.
Seeversicherer haben die Kriegsrisikodeckung im Golf gekündigt und damit die Straße von Hormus faktisch geschlossen. Normalerweise werden etwa 20% des weltweiten Öl- und Erdgasaufkommens durch diese enge Schiffspassage im Golf transportiert. Aufgrund der Unsicherheit und der Störungen im internationalen Handel sind die globalen Öl- und Erdgaspreise infolge der militärischen Aktionen erheblich gestiegen und es wird mit weiterer Volatilität gerechnet. Die Finanzergebnisse der OMV könnten durch die Unfähigkeit, Lieferverträge zu erfüllen, sowie durch die Volatilität von derivativen Finanzinstrumenten beeinträchtigt werden. Das Ausmaß und die Dauer solcher Effekte bleiben jedoch ungewiss und hängen von zukünftigen Entwicklungen ab.
Die Aktivitäten des OMV Konzerns in der Region sind teilweise betroffen. Die Produktion von 15 kboe/d Erdgas und NGL in der Region Kurdistan wird eingestellt (dies entspricht der Beteiligung von OMV an der Pearl Petroleum Company Limited). OMV produziert darüber hinaus 51 kbbl/d Rohöl in den Vereinigten Arabischen Emiraten und hält weiters einen Anteil von 15% an ADNOC Refining (Vereinigte Arabische Emirate). Über die Tochtergesellschaft Borealis ist OMV ein Hauptgesellschafter von Borouge, das Polymerlösungen von seinem Standort in den Vereinigten Arabischen Emiraten vertreibt. Die Straße von Hormus stellt die wichtigste Exportroute für Ausfuhren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten dar.
Angesichts der sich rasch entwickelnden Situation ist es derzeit nicht möglich, die finanziellen Gesamtauswirkungen – ob negativ oder positiv – auf den Konzernabschluss der OMV verlässlich zu quantifizieren. Dementsprechend wurden zum Bilanzstichtag keine Anpassungen am Konzernabschluss vorgenommen, da diese Ereignisse als nach dem Stichtag eingetretene, nicht zu berücksichtigende Ereignisse eingestuft werden. Das Management wird die Entwicklung weiterhin beobachten und potenzielle Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Finanzlage und Leistung regelmäßig neu bewerten.
37 | Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft
Konsolidierungskreisänderungen | | | |
| | | |
Firma | Sitz | Art der Veränderung1 | Wirksamkeitsdatum |
| | | |
Energy |
OMV Austria South Geothermal GmbH | Wien | Erstkonsolidierung | 16. Jänner 2025 |
OMV GeoTherm Graz GmbH | Wien | Erstkonsolidierung | 14. Februar 2025 |
Dunav Solar Plant EOOD2 | Sofia | Erstkonsolidierung (A) | 29. September 2025 |
OMV Petrom Georgia LLC | Tiflis | Entkonsolidierung (I) | 30. November 2025 |
| | | |
Fuels |
Adamant Ecodev S.R.L.2 | Mailand | Erstkonsolidierung (A) | 31. Jänner 2025 |
PRO EMV, s.r.o.2 | Prag | Erstkonsolidierung (A) | 4. September 2025 |
OMV Petrom Biofuels S.R.L. | Bukarest | Entkonsolidierung (I) | 30. November 2025 |
| | | |
Chemicals |
Borealis BoNo Holdings LLC | Houston | Entkonsolidierung (M) | 31. März 2025 |
OMV Borealis Holding GmbH | Wien | Entkonsolidierung (M) | 16. April 2025 |
mtm compact GmbH | Niedergebra | Entkonsolidierung | 30. Mai 2025 |
C2PAT GmbH2 | Wien | Entkonsolidierung | 26. August 2025 |
Borouge Group International AG3 | Schwechat | Erstkonsolidierung | 10. September 2025 |
Anzahl der einbezogenen Unternehmen |
|
| 2025 | 2024 |
| Vollkonsoli- dierung | Equity- Konsoli dierung | Bilanzierung des OMV Anteils1 | Vollkonsoli- dierung | Equity- Konsoli dierung | Bilanzierung des OMV Anteils1 |
1. Jänner | 114 | 27 | 7 | 115 | 23 | 6 |
Im Berichtsjahr erstmals einbezogen | 3 | 3 | — | 10 | 5 | 1 |
Änderung in der Konsolidierungsart | –2 | — | — | — | –1 | — |
Im Berichtsjahr entkonsolidiert | –3 | –1 | — | –11 | — | — |
31. Dezember | 112 | 29 | 7 | 114 | 27 | 7 |
davon mit Sitz und Betrieb im Ausland | 77 | 25 | 6 | 81 | 22 | 6 |
davon mit Sitz in Österreich und Betrieb im Ausland | 9 | — | — | 9 | — | — |
Liste der Beteiligungen
Register der Tochtergesellschaften, at-equity bewerteten Gesellschaften und anderen Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20% |
| | | | |
| Obergesell- schaft | Konsolidie- rungsart1 | Anteil der Obergesell- schaft am Kapital in % am 31. Dezember 2025 | Anteil der Obergesell- schaft am Kapital in % am 31. Dezember 2024 |
Energy | | | | |
ATS Energy S.R.L., Bukarest | PETROM | C | 100,00 | 100,00 |
BridgeConstruct S.R.L., Bukarest | PETROM | C | 100,00 | 100,00 |
Central European Gas Hub AG, Wien (HUB) | OGI | C | 65,00 | 65,00 |
Cil PV Plant S.R.L., Bukarest | PETROM | AEJ | 50,00 | 50,00 |
deeep Tiefengeothermie GmbH, Wien | OGEO | PC | 49,00 | 49,00 |
Dunav Solar Plant EOOD, Sofia | PETROM | AEJ | 50,00 | — |
EEX CEGH Gas Exchange Services GmbH, Wien | HUB | AEA | 49,00 | 49,00 |
Electrocentrale Borzesti SRL, Bukarest | PETROM | AEJ | 50,00 | 50,00 |
Energy Infrastructure Limited, Wellington | NZEA | C | 100,00 | 100,00 |
Energy Petroleum Holdings Limited, Wellington | NZEA | C | 100,00 | 100,00 |
Energy Petroleum Investments Limited, Wellington | NZEA | C | 100,00 | 100,00 |
Enerintens Solar S.R.L., Bukarest | PETROM | AEJ | 50,00 | 50,00 |
Freya Bunde-Etzel GmbH & Co. KG, Bonn | OGSG | AEA | 39,99 | 39,99 |
Intertrans Karla S.R.L., Bukarest | PETROM | C | 100,00 | 100,00 |
IROKO CCS ANS, Sandnes | ONOR | PC | 30,00 | 30,00 |
JR Constanta S.R.L., Bukarest | PETROM | C | 100,00 | 100,00 |
JR Solar Teleorman S.R.L., Bukarest | PETROM | C | 100,00 | 100,00 |
JR TELEORMAN S.R.L., Bukarest | PETROM | C | 100,00 | 100,00 |
JSC GAZPROM YRGM Development, Sankt Petersburg2, 3 | OMVEP | NC-I | — | — |
OJSC Severneftegazprom, Krasnoselkup3 | OMVEP | NC-I | 24,99 | 24,99 |
OMV (Berenty) Exploration GmbH in Liqu., Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV (IRAN) onshore Exploration GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV (Mandabe) Exploration GmbH in Liqu., Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV (NAMIBIA) Exploration GmbH, Wien | ONAFRU | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV NORGE AS, Stavanger (ONOR) | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV (Tunesien) Production GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV (TUNESIEN) Sidi Mansour GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV (Yemen Block S 2) Exploration GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV (YEMEN) Al Mabar Exploration GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV (YEMEN) South Sanau Exploration GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Abu Dhabi E&P GmbH in Liqu., Wien4 | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Abu Dhabi Offshore GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Abu Dhabi Production GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Algeria Energy GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | — |
OMV AUSTRALIA PTY LTD, Perth (OAUST) | OMV AG | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Austria Exploration & Production GmbH, Wien (OEPA) | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Austria Geothermal GmbH, Wien (OGEO) | OGREEN | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Austria South Geothermal GmbH, Wien (OSGEOA) | OGREEN | C | 100,00 | — |
OMV Barrow Pty Ltd, Perth | OAUST | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Beagle Pty Ltd, Perth | OAUST | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Bina Bawi GmbH, Wien | PETEX | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Block 70 Upstream GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Croatia Geothermal GmbH, Wien | OGREEN | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV East Abu Dhabi Exploration GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Enerji Ticaret Anonim Şirketi, Istanbul | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Exploration & Production GmbH, Wien (OMVEP) | OMV AG | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Gas Logistics Holding GmbH, Wien (OGI) | OMV AG | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Gas Marketing & Trading Belgium, Brüssel | ECOGAS | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Gas Marketing & Trading Deutschland GmbH, Düsseldorf | ECOGAS | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Gas Marketing & Trading GmbH, Wien (ECOGAS) | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Gas Marketing & Trading Hungária Kft., Budapest | PETROM | C | 100,00 | — |
| ECOGAS | | — | 100,00 |
OMV Gas Marketing & Trading Italia S.r.l., Mailand | ECOGAS | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Gas Marketing Trading & Finance B.V., Amsterdam | OFS | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Gas Storage Germany GmbH, Köln (OGSG) | OMVDS | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Gas Storage GmbH, Wien | OGI | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Gaz İletim A.Ş., Istanbul | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV GeoTherm Graz GmbH, Wien | OSGEOA | C | 100,00 | — |
OMV GeoTherm NL B.V., Amstelveen | OGREEN | NC | 100,00 | — |
OMV Green Energy GmbH, Wien (OGREEN) | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Jardan Block 3 Upstream GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Maurice Energy GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Middle East & Africa GmbH in Liqu., Wien4 | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Myrre Block 86 Upstream GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV New Zealand Limited, Wellington (NZEA) | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV NZ Production Limited, Wellington | NZEA | C | 100,00 | 100,00 |
OMV OF LIBYA LIMITED, Douglas | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Offshore (Namibia) GmbH, Wien (ONAFRU) | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Offshore Bulgaria GmbH, Wien | PETROM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Offshore Morondava GmbH in Liqu., Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Oil and Gas Exploration GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Oil Exploration GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Oil Production GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Orient Hydrocarbon GmbH in Liqu., Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Orient Upstream GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Petroleum Exploration GmbH, Wien (PETEX) | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Petroleum Pty Ltd, Perth | NZEA | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV PETROM E&P BULGARIA S.R.L., Bukarest | PETROM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Petrom Energy Solution S.R.L., Bukarest | PETROM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV PETROM GEORGIA LLC, Tiflis5 | PETROM | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Proterra GmbH, Wien | OEPA | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Russia Upstream GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Upstream International GmbH, Wien (OUPI) | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
Pearl Petroleum Company Limited, Road Town | OUPI | AEA | 10,00 | 10,00 |
PEI Venezuela Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Burghausen | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
PETROM EXPLORATION & PRODUCTION LIMITED, Douglas | PETROM | NC | 100,00 | 100,00 |
POSEIDON EXL 005 ANS, Lysaker | ONOR | PC | 50,00 | 50,00 |
Preussag Energie International GmbH, Burghausen | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
S. PARC FOTOVOLTAIC ISALNITA S.A., Târgu Jiu | PETROM | PC | 50,00 | 50,00 |
S. PARC FOTOVOLTAIC ROVINARI EST S.A., Târgu Jiu | PETROM | PC | 50,00 | 50,00 |
S. PARC FOTOVOLTAIC TISMANA 1 S.A., Târgu Jiu | PETROM | PC | 50,00 | 50,00 |
S. SOLARIST TISMANA 2 S.A., Târgu Jiu | PETROM | PC | 50,00 | 50,00 |
Tenersolar Park S.R.L., Bukarest | PETROM | AEJ | 50,00 | 50,00 |
| | | | |
Fuels | | | | |
Abu Dhabi Oil Refining Company, Abu Dhabi | OMVRM | AEA | 15,00 | 15,00 |
Abu Dhabi Petroleum Investments LLC, Abu Dhabi (ADPINV) | OMVRM | AEJ | 25,00 | 25,00 |
Adamant Ecodev S.R.L., Mailand | OMVRM | AEA | 30,00 | — |
ADNOC Global Trading LTD , Abu Dhabi | OMVRM | AEA | 15,00 | 15,00 |
Aircraft Refuelling Company GmbH, Wien | OMVRM | NC-I | 33,33 | 33,33 |
AP Truck Mobility GmbH, Wien | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
Autobahn - Betriebe Gesellschaft m.b.H., Wien | OMVRM | NC-I | 47,19 | 47,19 |
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH, München | OMVD | AEA | 32,26 | 32,26 |
DUNATÀR Köolajtermék Tároló és Kereskedelmi Kft., Budapest | OHUN | C | 100,00 | 100,00 |
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H., Lannach6 | OMVRM | AEA | 55,60 | 55,60 |
GENOL Gesellschaft m.b.H., Korneuburg | OMVRM | AEA | 29,00 | 29,00 |
OMV - International Services Ges.m.b.H., Wien | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Beteiligungsverwaltungs GmbH, Wien7 | OMVRM | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV BULGARIA OOD, Sofia | PETROM | C | 99,90 | 99,90 |
| OMVRM | | 0,10 | 0,10 |
OMV Česká republika, s.r.o., Prag (OTCH) | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Deutschland Services GmbH, Burghausen (OMVDS) | OMVD | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Downstream SLO, trgovina z nafto in naftnimi derivati, d.o.o., Ljubljana | OMVRM | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Hungária Ásványolaj Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest (OHUN) | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV PETROM Aviation S.R.L., Otopeni | PETROM | C | 100,00 | 100,00 |
| ROMAN | | 0,00 | 0,00 |
OMV Petrom Biofuels S.R.L., Bukarest5 | PETROM | NC | 25,00 | 25,00 |
| OMVRM | | 75,00 | 75,00 |
OMV PETROM MARKETING S.R.L., Bukarest (ROMAN) | PETROM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Refining & Marketing Middle East & Asia GmbH, Wien | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Renewable Fuels & Feedstock B.V., Beveren | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Renewable Fuels & Feedstock US Inc., Wilmington | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Slovensko s.r.o., Bratislava | OMVRM | C | 99,99 | 99,99 |
OMV SRBIJA d.o.o., Belgrad | PETROM | C | 99,96 | 99,96 |
| OMVRM | | 0,04 | 0,04 |
OMV Supply & Trading Italia S.r.l., Triest | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Supply & Trading Limited, London (OTRAD) | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Supply & Trading Singapore PTE LTD., Singapur | OTRAD | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Switzerland Holding AG in Liquidation, Zug | OGI | NC | — | 100,00 |
OPM E-CHARGE S.R.L., Bukarest8 | PETROM | C | 100,00 | 100,00 |
Pak-Arab Refinery Limited, Karachi | ADPINV | AEJ | 40,00 | 40,00 |
Petrom-Moldova S.R.L., Kischinau | PETROM | C | 100,00 | 100,00 |
PRO EMV, s.r.o., Prag | OTCH | AEJ | 50,00 | — |
Respira Verde SRL, Cheriu | PETROM | AEJ | 41,86 | 40,48 |
Routex B.V., Amsterdam | OMVRM | NC-I | 20,00 | 20,00 |
Salzburg Fuelling GmbH, Salzburg | OMVRM | NC-I | 50,00 | 50,00 |
Società Italiana per l’Oleodotto Transalpino S.p.A., Triest | OMVRM | AEA | 32,26 | 32,26 |
SuperShop Marketing Korlátolt Felelősségű Társaság, Budapest | OHUN | NC-I | 50,00 | 50,00 |
TGN Tankdienst-Gesellschaft Nürnberg GbR, Nürnberg | OMVD | NC-I | 33,33 | 33,33 |
Transalpine Ölleitung in Österreich Gesellschaft m.b.H., Matrei in Osttirol | OMVRM | AEA | 32,26 | 32,26 |
| | | | |
Chemicals | | | | |
Bayport Polymers LLC, Pasadena | BNOVUS | AEJ | 50,00 | 50,00 |
BlueAlp Holding B.V., Groot-Ammers | BRENBE | AEA | 21,25 | 21,25 |
Borealis AB, Stenungsund (BABSWE) | BSVSWE | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis AG, Wien (BORAAG)9 | OBGI | C | 100,00 | — |
| BHOLAT | | — | 39,00 |
| OMVRM | | — | 32,67 |
| OMV AG | | — | 3,33 |
Borealis Antwerpen N.V., Zwijndrecht | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Argentina SRL, Buenos Aires | BORAAG | NC | 98,00 | 98,00 |
| BSVSWE | | 2,00 | 2,00 |
BOREALIS ASIA LIMITED, Hongkong | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis BoNo Holdings LLC, Houston (BBNHUS) | BUS | C | — | 100,00 |
Borealis Brasil S.A., Itatiba | BORAAG | C | 80,00 | 80,00 |
BOREALIS CHEMICALS ZA (PTY) LTD, Germiston | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Chile SpA, Santiago | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Chimie S.A.R.L., Casablanca | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Circular Solutions Holding GmbH, Wien (BCIRC) | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Colombia S.A.S., Bogota | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Compounds Inc., Port Murray (BCOMUS) | BUS | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Denmark ApS, Kopenhagen | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Digital Studio B.V., Mechelen | BORAAG | NC | — | 100,00 |
Borealis Financial Services N.V., Mechelen | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis France S.A.S., Courbevoie (BFR) | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Group Services AS, Bamble | BABSWE | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Insurance A/S (captive insurance company), Kopenhagen | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis ITALIA S.p.A., Monza | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Kallo N.V., Kallo | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis México, S.A. de C.V., Mexiko-Stadt | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
| BCOMUS | | 0,00 | 0,00 |
Borealis Middle East Holding GmbH, Wien (BORMEH) | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Plasticos, S.A. de C.V., Mexiko-Stadt | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
| BCOMUS | | 0,00 | 0,00 |
Borealis Plastik ve Kimyasal Maddeler Ticaret Limited Sirketi, Istanbul | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Plastomers B.V., Geleen | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Poliolefinas da América do Sul Ltda., Itatiba | BORAAG | NC | 99,99 | 99,99 |
| BSVSWE | | 0,01 | 0,01 |
Borealis Polska Sp. z o.o., Warschau | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Polymere GmbH, Burghausen (BPODE) | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Polymers N.V., Beringen | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Polymers Oy, Porvoo | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Polyolefine GmbH, Schwechat (BPOAT) | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
| BSVSWE | | 0,00 | 0,00 |
Borealis Polyolefins d.o.o., Osijek | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Polyolefins S.R.L., Bukarest | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Polyolefins s.r.o., Bratislava | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Química España S.A., Barcelona | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis s.r.o., Prag | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Services S.A.S., Paris | BFR | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Sverige AB, Stenungsund (BSVSWE) | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Technology Oy, Porvoo | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
BOREALIS UK LTD, Manchester | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis USA Inc., Houston (BUS) | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borouge 4 LLC, Abu Dhabi | OMVRM | AEJ | 30,00 | — |
| BORMEH | | — | 40,00 |
Borouge Group International AG, Schwechat (OBGI) | OMV AG | C | 75,00 | — |
Borouge PLC, Abu Dhabi (BOROLC) | BORMEH | AEJ | 36,00 | 36,00 |
Borouge Pte. Ltd., Singapur | BOROLC | AEJ | 84,75 | 84,75 |
| BORMEH | | 15,25 | 15,25 |
Circular Feedstock Walldürn GmbH, Walldürn10 | OMVD | C | 89,90 | 89,90 |
DYM SOLUTION CO., LTD, Cheonan | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Ecoplast Kunststoffrecycling GmbH, Wildon | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
EPS Ethylen-Pipeline-Süd Geschäftsführungs GmbH, München | OMVD | NC-I | 15,46 | 15,46 |
| BPODE | | 7,73 | 7,73 |
EPS Ethylen-Pipeline-Süd GmbH & Co KG, München | OMVD | AEA | 20,66 | 20,66 |
| BPODE | | 10,33 | 10,33 |
Etenförsörjning i Stenungsund AB, Stenungsund | BABSWE | C | 80,00 | 80,00 |
Hallbar Kemi i Stenungsund, Stenungsund | BABSWE | NC-I | 20,00 | 20,00 |
Industrins Räddningstjänst i Stenungsund AB, Stenungsund | BABSWE | NC-I | 25,00 | 25,00 |
Integra Plastics EAD, Sofia | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
KB Munkeröd 1:72, Stenungsund | BABSWE | NC | 100,00 | 100,00 |
| BSVSWE | | 0,00 | 0,00 |
Kilpilahden Voimalaitos Oy, Porvoo | BORAAG | AEA | 20,00 | 20,00 |
mtm compact GmbH, Niedergebra | BORAAG | C | — | 100,00 |
mtm plastics GmbH, Niedergebra | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Novealis Holdings LLC, Houston (BNOVUS) | BUS | C | 50,00 | — |
| BBNHUS | | — | 50,00 |
| BSBHUS | | 50,00 | 50,00 |
OMV Borealis Holding GmbH, Wien (BHOLAT) | OMVRM | C | — | 100,00 |
Petrogas International B.V., Eindhoven | BRENBE | NC-I | 25,00 | 25,00 |
PetroPort Holding AB, Stenungsund | BABSWE | AEJ | 50,00 | 50,00 |
Recelerate GmbH, Herborn | BORAAG | AEJ | 50,00 | 50,00 |
Renasci N.V., Ostende (BRENBE) | BCIRC | C | 99,76 | 99,18 |
Renasci Oostende Holding N.V., Ostende (BRHOBE) | BRENBE | C | 100,00 | 100,00 |
Renasci Oostende Recycling N.V., Ostende | BRHOBE | C | 100,00 | 100,00 |
Renasci Oostende SCP N.V., Ostende | BRHOBE | C | 100,00 | 100,00 |
Rialti S.p.A., Taino | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Star Bridge Holdings LLC, Houston (BSBHUS) | BUS | C | 100,00 | 100,00 |
| | | | |
Konzernbereich & Sonstiges | | | | |
ASOCIATIA ROMANA PENTRU RELATIA CU INVESTITORII, Bukarest | PETROM | NC-I | 20,00 | 20,00 |
Diramic Insurance Limited, Gibraltar | OMV AG | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Clearing und Treasury GmbH, Wien | SNO | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Finance Services GmbH, Wien (OFS) | SNO | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Finance Services NOK GmbH, Wien | SNO | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Finance Solutions USD GmbH, Wien | SNO | C | 100,00 | 100,00 |
OMV International (CH) GmbH, Baar11 | OMV AG | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Petrom Global Solutions S.R.L., Bukarest | SNO | C | 75,00 | 75,00 |
| PETROM | | 25,00 | 25,00 |
OMV Solutions GmbH, Wien (SNO) | OMV AG | C | 100,00 | 100,00 |
PETROMED SOLUTIONS S.R.L., Bukarest | PETROM | C | 100,00 | 100,00 |
| | | | |
Mehreren Segmenten zugeordnet12 | | | | |
BTF Industriepark Schwechat GmbH, Schwechat | BPOAT | NC | 50,00 | 50,00 |
| OMVRM | | 50,00 | 50,00 |
C2PAT GmbH, Wien | BORAAG | AEJ | — | 25,00 |
| OMVRM | | — | 25,00 |
OMV Deutschland GmbH, Burghausen (OMVD) | OMVRM | C | 90,00 | 90,00 |
| OMV AG | | 10,00 | 10,00 |
OMV Deutschland Marketing & Trading GmbH & Co. KG, Burghausen13 | OMVD | C | 99,99 | 99,99 |
| OMVDS | | 0,01 | 0,01 |
OMV Deutschland Operations GmbH & Co. KG, Burghausen13 | OMVD | C | 99,99 | 99,99 |
| OMVDS | | 0,01 | 0,01 |
OMV Downstream GmbH, Wien (OMVRM) | OMV AG | C | 100,00 | 100,00 |
OMV PETROM S.A., Bukarest (PETROM) | OMV AG | C | 51,16 | 51,16 |
Bei den nicht in den Konsolidierungskreis einbezogenen Unternehmen handelt es sich ausschließlich um Gesellschaften mit geringem Geschäftsvolumen sowie um Vertriebsgesellschaften, wobei deren Umsatzvolumina, Jahresüberschüsse bzw. -fehlbeträge und deren Eigenkapital insgesamt unter 1% der Konzernwerte liegen.
Wesentliche gemeinschaftliche Tätigkeiten (IFRS 11) |
|
Name | Tätigkeit | Sitz | % Anteile 31.12.2025 | % Anteile 31.12.2024 |
Nafoora – Augila1 | Onshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Libyen | 100 | 100 |
Concession 1031
| Onshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Libyen
| 100
| 100
|
Pohokura | Offshore-Produktion von Kohlenwasserstoffen | Neuseeland | 74 | 74 |
Neptun Deep | Offshore-Exploration und Entwicklung von Kohlenwasserstoffen | Rumänien | 50 | 50 |
Nawara
| Onshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Tunesien
| 50
| 50
|
Anteile an anderen wesentlichen Tätigkeiten |
| | | | |
Name | Tätigkeit | Sitz | % Anteile 31.12.2025 | % Anteile 31.12.2024 |
NC 1151 | Onshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Libyen | 30 | 30 |
NC 1861 | Onshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Libyen | 24 | 24 |
Aasta Hansteen | Offshore-Produktion von Kohlenwasserstoffen | Norwegen | 15 | 15 |
Edvard Grieg | Offshore-Produktion von Kohlenwasserstoffen | Norwegen | 20 | 20 |
Gullfaks | Offshore-Produktion von Kohlenwasserstoffen | Norwegen | 19 | 19 |
Berling | Offshore-Entwicklung von Kohlenwasserstoffen | Norwegen | 30 | 30 |
Sarb & Umm Lulu | Offshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Vereinigte Arabische Emirate | 20 | 20 |
Ghasha2 | Offshore-Exploration und Entwicklung von Kohlenwasserstoffen | Vereinigte Arabische Emirate | — | 5 |
Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)
Die folgenden Tabellen stellen Zusatzinformationen hinsichtlich der Öl- und Gasaktivitäten des Konzerns dar. Da dieser Themenbereich unter IFRS nicht detailliert geregelt ist, hat der Konzern beschlossen, jene Daten freiwillig zu veröffentlichen, die gemäß der ASC 932 erforderlich wären, würde gemäß US GAAP berichtet werden.
Sofern sich die nachfolgenden Zusatzangaben auf Jahresabschlussinformationen beziehen, beruhen diese auf den Daten des IFRS Konzernabschlusses.
Die Zusatzangaben beziehen sich auf den Geschäftsbereich Energy mit Ausnahme der Bereiche Gasversorgung, -marketing, -handel und -logistik und Low-Carbon-Geschäft. Weitere Informationen zu den OMV Geschäftsbereichen können der Anhangangabe 6 – Segmentberichterstattung entnommen werden.
Die regionale Aufteilung wird nachfolgend beschrieben1:
Rumänien und Schwarzes Meer | Bulgarien und Rumänien |
Österreich | Österreich |
Nord | Norwegen |
Süd | Iran (Evaluierung ausgesetzt), Region Kurdistan im Irak, Libyen, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate, Jemen2 (bis Dezember 2024) |
Neuseeland und Australien | Australien und Neuseeland |
Malaysia | SapuraOMV3 (bis Dezember 2024) |
| |
Akquisitionen
Es gab keine wesentlichen Akquisitionen in den Jahren 2025, 2024 und 2023.
Veräußerungen und Entkonsolidierung
Am 29. Mai 2025 hat OMV eine Vereinbarung zur Veräußerung seines 5%-Anteils an der Ghasha-Konzession in den Vereinigten Arabischen Emiraten an Lukoil Gulf Upstream L.L.C. S.P.C. (Lukoil) unterzeichnet und abgeschlossen. Weitere Informationen können der Anhangangabe 5 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten entnommen werden.
Am 9. Dezember 2024 hat OMV den Verkauf des 50-prozentigen Anteils an der malaysischen SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. an TotalEnergies abgeschlossen.
Es gab keine wesentlichen Veräußerungen im Jahr 2023.
Nicht beherrschende Anteile
Da OMV 51% an OMV Petrom hält, ist diese vollkonsolidiert. Es sind daher 100% der OMV Petrom Vermögenswerte und Ergebnisse enthalten.
OMV hielt eine 50% Beteiligung an SapuraOMV, die vollkonsolidiert war. Die Zahlen beinhalten daher 100% der Vermögenswerte und Ergebnisse von SapuraOMV bis zu ihrer Entkonsolidierung.
At-equity bewertete Beteiligungen
OMV hält 10% an Pearl Petroleum Company Limited (Region Süd).
Die nachfolgenden Angaben zu den at-equity bewerteten Beteiligungen entsprechen dem OMV Anteil an den Unternehmen.
Weitere Informationen zu wesentlichen Auswirkungen
2023 war wesentlich beeinflusst durch die finale Investitionsentscheidung (FID) zur Ausführung des Neptun Deep Projekts im Schwarzen Meer und der Hail und Ghasha Entwicklung in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Die nachfolgenden Darstellungen können Rundungsdifferenzen enthalten.
Tabellen
a) Aktivierte Kosten
Die aktivierten Kosten umfassen die Summe des aktivierten Öl- und Gasvermögens einschließlich sonstiges immaterielles Vermögen und Sachanlagen wie Grundvermögen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Konzessionen, Lizenzen und Rechte.
Aktivierte Kosten – Tochtergesellschaften |
In EUR Mio |
| 2025 | | 2024 | | 2023 |
Öl- und Gasvermögen ohne sichere Reserven | 960 | | 1.068 | | 1.197 |
Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven | 28.850 | | 28.515 | | 29.501 |
Gesamt | 29.810 | | 29.583 | | 30.698 |
Kumulierte Abschreibungen | –20.703 | | –20.223 | | –20.009 |
Aktivierte Kosten (abzüglich Abschreibungen) | 9.107 | | 9.360 | | 10.689 |
Aktivierte Kosten – at-equity bewertete Beteiligungen |
In EUR Mio |
| 2025 | | 2024 | | 2023 |
Öl- und Gasvermögen ohne sichere Reserven | 109 | | 123 | | 116 |
Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven | 350 | | 380 | | 344 |
Gesamt | 460 | | 504 | | 460 |
Kumulierte Abschreibungen | –198 | | –214 | | –193 |
Aktivierte Kosten (abzüglich Abschreibungen) | 262 | | 290 | | 267 |
b) Kosten der Periode
Die Kosten der Periode umfassen alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Anschaffung, Exploration und Entwicklung von Öl- und Gasvorkommen anfallen, unabhängig davon, ob diese Kosten aktiviert werden oder Aufwand der laufenden Periode sind.
Kosten der Periode |
In EUR Mio |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Nord | Süd | Neusee- land und Australien | Malaysia | Gesamt |
| 2025 |
Tochterunternehmen | | | | | | | |
Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven | — | — | — | — | — | — | — |
Explorationskosten | 10 | 37 | 62 | 34 | 5 | — | 148 |
Entwicklungskosten | 929 | 91 | 234 | 275 | 11 | — | 1.541 |
Kosten der Periode | 939 | 128 | 296 | 310 | 16 | — | 1.689 |
At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | — | 17 | — | — | 17 |
| | | | | | | |
| 2024 |
Tochterunternehmen | | | | | | | |
Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven | — | — | — | — | — | — | — |
Explorationskosten | 42 | 41 | 74 | 40 | 2 | 29 | 229 |
Entwicklungskosten | 652 | 48 | 159 | 312 | 15 | 33 | 1.218 |
Kosten der Periode | 694 | 89 | 233 | 352 | 17 | 61 | 1.447 |
At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | — | 14 | — | — | 14 |
| | | | | | | |
| 2023 |
Tochterunternehmen | | | | | | | |
Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven | — | — | — | — | — | — | — |
Explorationskosten | 35 | 61 | 62 | 28 | 25 | 38 | 248 |
Entwicklungskosten | 338 | 40 | 168 | 252 | 71 | 154 | 1.024 |
Kosten der Periode | 373 | 101 | 231 | 280 | 96 | 191 | 1.272 |
At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | — | 33 | — | — | 33 |
c) Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion
Die folgenden Tabellen stellen Erträge und Aufwendungen dar, die direkt im Zusammenhang mit der Öl- und Gasproduktion von OMV anfallen. Das Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion entspricht nicht dem Ergebnis des Energy Bereichs, da Zinsen, allgemeine Verwaltungskosten, andere Aufwendungen und die Bereiche Stromproduktion, Gasversorgung, -marketing, -handel und -logistik und Low-Carbon-Geschäft nicht enthalten sind. Weitere Informationen zu den OMV Geschäftsbereichen können der Anhangangabe 6 – Segmentberichterstattung entnommen werden. Die Ertragsteuer wird nach Berücksichtigung von Investitionsbegünstigungen und Verlustvorträgen und unter Anwendung des lokalen Steuersatzes hypothetisch errechnet.
Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion |
In EUR Mio |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Nord | Süd | Neusee- land und Australien | Malaysia | Gesamt |
| 2025 |
Tochterunternehmen | | | | | | | |
Umsatz mit Dritten | 5 | 2 | 497 | 493 | 110 | — | 1.106 |
Konzerninterner Umsatz | 1.806 | 336 | 932 | 1.645 | 145 | — | 4.865 |
| 1.811 | 338 | 1.429 | 2.138 | 255 | — | 5.971 |
Produktionsaufwand | –566 | –84 | –189 | –97 | –67 | — | –1.003 |
Förderzinsabgaben | –279 | –68 | — | –314 | –24 | — | –686 |
Explorationsaufwand1 | –13 | –22 | –62 | –25 | –28 | — | –149 |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –638 | –94 | –286 | –381 | –196 | — | –1.594 |
Sonstige Kosten2 | –357 | –19 | –122 | –147 | –14 | — | –660 |
| –1.853 | –288 | –659 | –963 | –329 | — | –4.092 |
Ergebnis vor Steuern | –42 | 50 | 771 | 1.175 | –74 | — | 1.879 |
Ertragsteuern3 | 5 | –9 | –632 | –1.034 | 21 | — | –1.650 |
Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion | –37 | 41 | 138 | 141 | –53 | — | 230 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | — | — | — | 35 | — | — | 35 |
| | | | | | | |
| 2024 |
Tochterunternehmen | | | | | | | |
Umsatz mit Dritten | 5 | 0 | 766 | 572 | 159 | 257 | 1.759 |
Konzerninterner Umsatz | 2.107 | 382 | 885 | 1.736 | 172 | — | 5.281 |
| 2.112 | 383 | 1.651 | 2.308 | 330 | 257 | 7.041 |
Produktionsaufwand | –565 | –89 | –182 | –173 | –78 | –18 | –1.104 |
Förderzinsabgaben | –282 | –80 | — | –296 | –25 | –9 | –691 |
Explorationsaufwand1 | –26 | –54 | –46 | –13 | –2 | –10 | –151 |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –639 | –98 | –286 | –389 | –389 | –1 | –1.802 |
Sonstige Kosten2 | –88 | –18 | –120 | –87 | –7 | –24 | –344 |
| –1.601 | –339 | –633 | –957 | –501 | –61 | –4.092 |
Ergebnis vor Steuern | 511 | 44 | 1.018 | 1.351 | –170 | 196 | 2.949 |
Ertragsteuern3 | –79 | 1 | –808 | –1.224 | 48 | –63 | –2.125 |
Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion | 432 | 45 | 210 | 127 | –123 | 132 | 823 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | — | — | — | 42 | — | — | 42 |
Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion |
In EUR Mio |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Nord | Süd | Neusee- land und Australien | Malaysia | Gesamt |
| 2023 |
Tochterunternehmen | | | | | | | |
Umsatz mit Dritten | 6 | 1 | 979 | 635 | 218 | 268 | 2.107 |
Konzerninterner Umsatz | 2.452 | 418 | 1.064 | 1.646 | 231 | — | 5.812 |
| 2.458 | 419 | 2.044 | 2.282 | 450 | 268 | 7.920 |
Produktionsaufwand | –535 | –94 | –197 | –181 | –83 | –18 | –1.108 |
Förderzinsabgaben | –501 | –84 | — | –283 | –46 | –10 | –925 |
Explorationsaufwand1 | –23 | –8 | –60 | –16 | –8 | –107 | –222 |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –475 | –97 | –333 | –168 | –214 | –72 | –1.358 |
Sonstige Kosten2 | –54 | –17 | –116 | –50 | –15 | –19 | –271 |
| –1.587 | –300 | –707 | –698 | –367 | –226 | –3.884 |
Ergebnis vor Steuern | 871 | 119 | 1.337 | 1.584 | 83 | 42 | 4.036 |
Ertragsteuern3 | –124 | –42 | –1.063 | –1.273 | –23 | –16 | –2.542 |
Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion | 746 | 76 | 274 | 311 | 60 | 26 | 1.493 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | — | — | — | –72 | — | — | –72 |
d) Öl- und Gasreserven
Sichere Reserven sind jene Mengen an Erdöl und -gas, für welche durch Analysen von geologischen und technischen Daten mit begründeter Sicherheit beurteilt werden kann, dass sie aus bekannten Lagerstätten unter gegenwärtigen wirtschaftlichen, produktionstechnischen und regulatorischen Bedingungen in der Zukunft und innerhalb der Konzessionsdauer – außer die Verlängerung der Konzession ist sicher – wirtschaftlich gefördert werden können. Die sicheren Reserven werden auf Basis eines 12-Monats-Durchschnittspreises ermittelt, es sei denn, die Preise sind vertraglich festgelegt.
Sichere, entwickelte Reserven sind jene Reserven, die voraussichtlich mittels bestehenden Bohrungen mit bestehenden Ausrüstungen und Verfahren, oder wenn die Kosten der benötigten Ausrüstung verglichen mit den Kosten einer neuen Bohrung relativ gering sind, gefördert werden können. Weiters ist von sicheren entwickelten Reserven auszugehen, falls sichere Reserven voraussichtlich durch bereits vorhandene und zurzeit in Betrieb befindliche Förderanlagen und -infrastruktur gefördert werden können. Es sollte sichergestellt sein, dass die benötigten zukünftigen Aufwendungen zur Sicherstellung der bestehenden Ausrüstungen innerhalb des aktuellen Budgets geleistet werden.
Sichere, nicht entwickelte Reserven sind jene sicheren Reserven, die voraussichtlich aus neuen Bohrungen in Gebieten, in denen noch keine Bohrungen stattgefunden haben oder aus bestehenden Bohrungen, die zur Fertigstellung eine verhältnismäßig hohe Aufwendung oder substanzielle neue Investition benötigen, um den Zustand alternder Einrichtungen zu gewährleisten oder diese zu ersetzen, gefördert werden können.
Erdöl und NGL |
in Mio bbl | | | | | | | |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Nord | Süd | Neusee- land und Australien | Malaysia | Gesamt |
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – Tochterunternehmen |
1. Jänner 2023 | 229,6 | 30,0 | 47,6 | 280,6 | 11,0 | 6,2 | 605,0 |
Revision früherer Schätzungen | –1,6 | 0,7 | 6,9 | 89,9 | 0,6 | 2,1 | 98,6 |
Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | — |
Verkauf von Reserven | — | — | — | — | — | — | — |
Erweiterungen und Neufunde | 0,3 | — | — | — | — | — | 0,3 |
Produktion | –20,0 | –3,0 | –13,4 | –29,1 | –3,6 | –0,7 | –69,7 |
31. Dezember 2023 | 208,3 | 27,7 | 41,1 | 341,5 | 8,0 | 7,6 | 634,2 |
Revision früherer Schätzungen | –1,8 | 1,1 | 3,8 | 13,7 | 0,0 | 0,0 | 16,9 |
Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | — |
Verkauf von Reserven | — | — | — | –4,4 | — | –6,9 | –11,3 |
Erweiterungen und Neufunde | 0,2 | — | — | — | — | — | 0,2 |
Produktion | –19,1 | –3,0 | –10,0 | –29,5 | –2,9 | –0,8 | –65,2 |
31. Dezember 2024 | 187,6 | 25,8 | 35,0 | 321,3 | 5,1 | — | 574,8 |
Revision früherer Schätzungen | –4,1 | 0,9 | 4,5 | 38,2 | 1,0 | — | 40,5 |
Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | — |
Verkauf von Reserven | — | — | — | –47,7 | — | — | –47,7 |
Erweiterungen und Neufunde | 0,4 | — | — | — | — | — | 0,4 |
Produktion | –17,6 | –2,9 | –8,6 | –32,3 | –2,5 | — | –63,9 |
31. Dezember 2025 | 166,3 | 23,9 | 30,9 | 279,5 | 3,6 | — | 504,1 |
| | | | | | | |
| | | | | | | |
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen |
31. Dezember 2023 | — | — | — | 15,1 | — | — | 15,1 |
31. Dezember 2024 | — | — | — | 15,7 | — | — | 15,7 |
31. Dezember 2025 | — | — | — | 15,0 | — | — | 15,0 |
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Sichere, entwickelte Reserven – Tochterunternehmen |
31. Dezember 2023 | 187,6 | 27,7 | 32,8 | 252,4 | 8,0 | 1,4 | 509,8 |
31. Dezember 2024 | 171,1 | 25,8 | 23,6 | 245,3 | 4,8 | — | 470,6 |
31. Dezember 2025 | 155,1 | 23,9 | 19,6 | 262,7 | 3,6 | — | 464,9 |
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Sichere, entwickelte Reserven – at-equity bewertete Beteiligungen |
31. Dezember 2023 | — | — | — | 13,4 | — | — | 13,4 |
31. Dezember 2024 | — | — | — | 14,8 | — | — | 14,8 |
31. Dezember 2025 | — | — | — | 15,0 | — | — | 15,0 |
Erdgas |
in bcf |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Nord | Süd | Neusee- land und Australien | Malaysia | Gesamt |
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – Tochterunternehmen |
1. Jänner 2023 | 813,2 | 147,9 | 331,4 | 129,8 | 236,1 | 446,8 | 2.105,2 |
Revision früherer Schätzungen | 464,3 | 13,7 | 37,0 | 195,5 | –36,5 | 56,2 | 730,1 |
Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | — |
Verkauf | — | — | — | — | — | — | — |
Erweiterungen und Neufunde | 4,9 | — | — | — | — | — | 4,9 |
Produktion | –115,7 | –18,0 | –84,5 | –13,6 | –53,8 | –57,9 | –343,6 |
31. Dezember 2023¹ | 1.166,8 | 143,6 | 283,9 | 311,7 | 145,7 | 445,0 | 2.496,7 |
Revision früherer Schätzungen | 65,9 | 20,3 | 49,5 | 6,6 | –35,4 | 1,8 | 108,7 |
Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | — |
Verkauf | — | — | — | — | — | –389,9 | –389,9 |
Erweiterungen und Neufunde | 1,9 | — | — | — | — | — | 1,9 |
Produktion | –112,4 | –18,2 | –86,1 | –9,2 | –36,0 | –56,9 | –318,9 |
31. Dezember 2024¹ | 1.122,3 | 145,7 | 247,2 | 309,1 | 74,3 | — | 1.898,5 |
Revision früherer Schätzungen | 285,3 | 11,9 | 46,6 | 0,2 | –27,2 | — | 316,7 |
Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | — |
Verkauf | — | — | — | –260,1 | — | — | –260,1 |
Erweiterungen und Neufunde | 22,3 | — | — | — | — | — | 22,3 |
Produktion | –110,9 | –16,4 | –85,5 | –7,9 | –26,2 | — | –246,9 |
31. Dezember 2025¹ | 1.318,9 | 141,2 | 208,4 | 41,2 | 20,8 | — | 1.730,5 |
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Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen |
31. Dezember 2023 | — | — | — | 292,5 | — | — | 292,5 |
31. Dezember 2024 | — | — | — | 307,8 | — | — | 307,8 |
31. Dezember 2025 | — | — | — | 287,5 | — | — | 287,5 |
| | | | | | | |
| | | | | | | |
Sichere, entwickelte Reserven – Tochterunternehmen |
31. Dezember 2023 | 628,0 | 76,0 | 246,8 | 35,0 | 145,7 | 158,5 | 1.290,0 |
31. Dezember 2024 | 621,2 | 74,9 | 203,9 | 39,5 | 56,1 | — | 995,6 |
31. Dezember 2025 | 632,7 | 71,0 | 149,0 | 30,8 | 20,8 | — | 904,3 |
| | | | | | | |
| | | | | | | |
Sichere, entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen |
31. Dezember 2023 | — | — | — | 259,3 | — | — | 259,3 |
31. Dezember 2024 | — | — | — | 268,8 | — | — | 268,8 |
31. Dezember 2025 | — | — | — | 287,5 | — | — | 287,5 |
e) Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows
Die zukünftige Netto-Cashflow-Information wird unter der Annahme erstellt, dass die vorherrschenden wirtschaftlichen und operativen Rahmenbedingungen über die Produktionsdauer der sicheren Reserven bestehen bleiben. Weder zukünftige Veränderungen der Preise, noch Fortschritte in der Technologie oder Veränderungen der operativen Bedingungen werden berücksichtigt.
Zukünftige Mittelzuflüsse beinhalten die Erlöse aus dem Verkauf der Produktionsmengen, inklusive Kissengas in Gasspeicherreservoirs, unter der Annahme, dass die zukünftige Produktion zu jenen Preisen verkauft wird, die zur Schätzung der sicheren Reserven zu den Jahresend-Mengen dieser Reserven verwendet werden (12-Monats-Durchschnittspreis). Die zukünftigen Produktionskosten umfassen geschätzte Ausgaben für die Förderung sicherer Reserven sowie entsprechende Steuern ohne Berücksichtigung der zukünftigen Inflation. In den zukünftigen Rekultivierungsausgaben sind die Nettokosten der Rekultivierung von Sonden und Produktionsanlagen enthalten. Die zukünftigen Entwicklungsausgaben umfassen die geschätzten Kosten für Entwicklungsbohrungen und Produktionsanlagen. Allen drei Bereichen liegt die Annahme zugrunde, dass das Kostenniveau zum Bilanzstichtag ohne Berücksichtigung der Inflation beibehalten wird. Die zukünftigen Steuerzahlungen werden unter Verwendung des Steuersatzes jenes Landes berechnet, in dem OMV tätig ist. Der Barwert ergibt sich aus der Diskontierung des zukünftigen Netto-Cashflows mit einem Diskontfaktor von 10% pro Jahr. Die standardisierte Ermittlung stellt keine Schätzung des beizulegenden Zeitwertes der sicheren Reserven im Konzern dar. Eine Schätzung des beizulegenden Zeitwertes würde neben vielen anderen Faktoren auch die Gewinnungsmöglichkeit von Reserven, die über die Menge der sicheren Reserven hinausgeht, und voraussichtliche Veränderungen in den zukünftigen Preisen und Kosten und einen dem Risiko der Öl- und Gasproduktion entsprechenden Diskontierungssatz berücksichtigen.
Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows |
In EUR Mio |
| Tochterunternehmen und at-equity bewertete Beteiligungen |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Nord | Süd | Neusee- land und Australien | Malaysia | Gesamt |
| 2025 |
Tochterunternehmen | | | | | | | |
Zukünftige Mittelzuflüsse | 22.892 | 2.921 | 4.187 | 17.792 | 344 | — | 48.136 |
Zukünftige Produktions- und Rekultivierungsausgaben | –14.337 | –1.976 | –2.201 | –6.034 | –1.010 | — | –25.558 |
Zukünftige Entwicklungsausgaben | –2.001 | –298 | –522 | –804 | –42 | — | –3.668 |
Zukünftiger Netto-Cashflow vor Ertragsteuern | 6.554 | 646 | 1.464 | 10.954 | –708 | — | 18.911 |
Zukünftige Ertragsteuern | –951 | –92 | –1.461 | –8.417 | 264 | — | –10.657 |
Zukünftiger Netto-Cashflow undiskontiert | 5.602 | 554 | 4 | 2.538 | –444 | — | 8.254 |
10% jährlicher Diskontsatz für die zeitliche Differenz des Cashflows | –1.265 | –384 | 54 | –822 | 206 | — | –2.212 |
Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows | 4.337 | 169 | 57 | 1.716 | –238 | — | 6.042 |
At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | — | 325 | — | — | 325 |
| | | | | | | |
| 2024 |
Tochterunternehmen | | | | | | | |
Zukünftige Mittelzuflüsse | 21.487 | 3.154 | 4.798 | 24.536 | 704 | — | 54.679 |
Zukünftige Produktions- und Rekultivierungsausgaben | –12.668 | –2.071 | –2.240 | –7.589 | –1.227 | — | –25.795 |
Zukünftige Entwicklungsausgaben | –2.652 | –335 | –579 | –1.551 | –78 | — | –5.195 |
Zukünftiger Netto-Cashflow vor Ertragsteuern | 6.167 | 748 | 1.979 | 15.395 | –601 | — | 23.689 |
Zukünftige Ertragsteuern | –783 | –94 | –1.924 | –10.831 | 191 | — | –13.442 |
Zukünftiger Netto-Cashflow undiskontiert | 5.384 | 654 | 55 | 4.564 | –410 | — | 10.247 |
10% jährlicher Diskontsatz für die zeitliche Differenz des Cashflows | –1.864 | –353 | 26 | –2.237 | 167 | — | –4.261 |
Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows | 3.519 | 301 | 81 | 2.327 | –243 | — | 5.986 |
At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | — | 370 | — | — | 370 |
Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows |
In EUR Mio |
| Tochterunternehmen und at-equity bewertete Beteiligungen |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Nord | Süd | Neusee- land und Australien | Malaysia | Gesamt |
| 2023 |
Tochterunternehmen | | | | | | | |
Zukünftige Mittelzuflüsse | 30.238 | 3.656 | 6.457 | 28.233 | 1.170 | 2.256 | 72.011 |
Zukünftige Produktions- und Rekultivierungsausgaben | –13.937 | –2.276 | –2.397 | –8.842 | –1.412 | –622 | –29.486 |
Zukünftige Entwicklungsausgaben | –3.184 | –378 | –512 | –1.901 | –86 | –71 | –6.131 |
Zukünftiger Netto-Cashflow vor Ertragsteuern | 13.117 | 1.002 | 3.549 | 17.491 | –327 | 1.563 | 36.395 |
Zukünftige Ertragsteuern | –1.857 | –129 | –3.265 | –12.340 | 168 | –461 | –17.884 |
Zukünftiger Netto-Cashflow undiskontiert | 11.260 | 873 | 284 | 5.150 | –159 | 1.103 | 18.511 |
10% jährlicher Diskontsatz für die zeitliche Differenz des Cashflows | –4.546 | –422 | –11 | –2.582 | 169 | –297 | –7.689 |
Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows | 6.714 | 451 | 273 | 2.568 | 10 | 806 | 10.821 |
At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | — | 475 | — | — | 475 |
f) Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows
Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows |
In EUR Mio |
| 2025 | 2024 | 2023 |
Tochterunternehmen | | | |
1. Jänner | 5.986 | 10.821 | 12.705 |
Verkauf von gefördertem Öl und Gas in der laufenden Periode abzüglich dazugehöriger Produktionsausgaben | –3.663 | –4.714 | –7.049 |
Nettoveränderung Preise und Produktionskosten für künftige Perioden | –2.094 | –4.427 | –6.538 |
Nettoveränderung aus dem Kauf und Verkauf von Mineralvorkommen1 | –494 | –684 | — |
Nettoveränderung aufgrund von Erweiterungen und neuen Funden | 97 | 9 | 32 |
Entwicklungs- und Rekultivierungsausgaben der laufenden Periode | 1.510 | 1.369 | 823 |
Veränderung der geschätzten zukünftigen Entwicklungs- und Rekultivierungskosten in der Periode | –370 | –436 | –1.912 |
Revision früherer Schätzungen | 2.832 | 293 | 4.239 |
Zuwachs aus der Diskontierung | 565 | 1.011 | 1.146 |
Nettoveränderung der Ertragsteuern (inkl. Steuereffekte aus Zukäufen und Verkäufen) | 1.819 | 2.908 | 7.539 |
Sonstiges2 | –146 | –165 | –165 |
31. Dezember | 6.042 | 5.986 | 10.821 |
At-equity bewertete Beteiligungen | 325 | 370 | 475 |
Wien, 13. März 2026
Der Vorstand
Alfred Stern e.h. Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer | Reinhard Florey e.h. Chief Financial Officer |
Martijn van Koten e.h. Executive Vice President Fuels und Executive Vice President Chemicals | Berislav Gaso e.h. Executive Vice President Energy |
| |
Lagebericht
Geschäftsverlauf 2025
Die im Geschäftsjahr 2025 erwirtschafteten Umsatzerlöse betrugen EUR 296,49 Mio (2024: EUR 289,47 Mio). Da die OMV Aktiengesellschaft die Aufgaben einer Management-Holding wahrnimmt, bestehen die Umsatzerlöse hauptsächlich aus den an die Tochtergesellschaften verrechneten Konzernumlagen und Servicedienstleistungen.
Das Betriebsergebnis belief sich auf EUR -76,37 Mio (2024: EUR -60,39 Mio).
Das Finanzergebnis betrug im Geschäftsjahr 2025 EUR 1.560,11 Mio (2024: EUR 1.618,58 Mio). Das Finanzergebnis der OMV Aktiengesellschaft als Holding besteht im Wesentlichen aus Dividenden- und Beteiligungserträgen der operativen Gesellschaften. Die Netto-Erträge aus Beteiligungen betrugen EUR 1.759,54 Mio und lagen damit über dem Niveau von 2024 (EUR 1.728,22 Mio). Die Dividende von OMV Petrom lag mit EUR 284,38 Mio (2024: EUR 264,59 Mio) über dem Vorjahresniveau. Zusätzlich wurde von OMV Petrom eine Sonderdividende in Höhe von EUR 125,44 Mio (2024: EUR 192,43 Mio) ausgeschüttet.
Das Beteiligungsergebnis der Gesellschaften im Geschäftsbereich Energy exklusive OMV Petrom lag mit EUR 440,91 Mio deutlich über dem Vorjahresniveau (2024: EUR 149,04 Mio). Darin ist das Beteiligungsergebnis der OMV Exploration & Production GmbH mit EUR 524,29 Mio sowie der OMV Gas Logistics Holding GmbH mit EUR 55,46 Mio enthalten (2024: OMV Gas Logistics Holding GmbH EUR 80,27 Mio).
Das Beteiligungsergebnis der Gesellschaften im Geschäftsbereich Fuels exklusive OMV Petrom lag mit EUR -204,58 Mio deutlich unter dem Vorjahresniveau (2024: EUR 268,85 Mio).
Der Chemicals Bereich trug zum Beteiligungsergebnis mit einem Betrag von EUR 1.120,39 Mio (2024: EUR 812,26 Mio) bei.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden die Anteile an der Borealis GmbH in die OMV Downstream GmbH eingebracht. Im September 2025 wurde die Borouge Group International AG gegründet.
Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit für das Geschäftsjahr 2025 betrug EUR -85,22 Mio (2024: EUR 118,32 Mio), der Cashflow aus der Investitionstätigkeit EUR 1.462,84 Mio (2024: EUR 3.440,98 Mio) und der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit EUR -738,86 Mio (2024: EUR -2.090,34 Mio).
Der Jahresüberschuss betrug EUR 1.432,57 Mio (2024: EUR 1.623,21 Mio).
Die Bilanzsumme erhöhte sich 2025 auf EUR 19.644,39 Mio (2024: EUR 18.836,87 Mio).
Das Eigenkapital zum 31. Dezember 2025 belief sich auf EUR 6.429,76 Mio (2024: EUR 6.600,41 Mio). Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2025 betrug 32,73% (2024: 35,04%).
Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2025 lag bei rund 71,75% (2024: 74,55%).
Die Eigenkapitalrendite (Return On Equity) betrug 21,99% (2024: 24,54%).
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Konzernzentrale tätig waren, betrug 2025 946 (2024: 955).
Definitionen dieser Kennzahlen finden Sie in der Beilage „Abkürzungen und Definitionen”, welche ein integraler Bestandteil des Lageberichts ist.
Eigene Anteile
An eigenen Aktien wurden zum Bilanzstichtag 2025 insgesamt 1.271.670 Stück gehalten (EUR 1.271.670), was 0,39% des Grundkapitals entspricht.
Zum Erwerb der eigenen Anteile verweisen wir auf den Punkt „Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)“.
Im Geschäftsjahr wurden zur Bedienung von aktienbasierten Vergütungsprogrammen 85.659 Stück, das entspricht 0,03% des Grundkapitals, mit einem Kurswert von EUR 3,62 Mio verwendet. Die Differenz zum historischen Rückkaufswert in Höhe von EUR 0,132 Mio wurde in die Kapitalrücklage eingestellt.
Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)
1. Das Grundkapital beträgt EUR 327.272.727 und ist in 327.272.727 auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
2. Zwischen den Kernaktionärinnen Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) und Abu Dhabi National Oil Company P.J.S.C. (ADNOC) besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.
63 3. ÖBAG hält 31,5% und ADNOC hält 24,9% des Grundkapitals.
4. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
5. Arbeitnehmer:innen, die Aktien direkt halten, üben bei Hauptversammlungen ihr Stimmrecht unmittelbar aus.
Arbeitnehmer:innen, die am MyShare-Programm von OMV teilnehmen, üben ihre Stimmrechte bei Hauptversammlungen nicht direkt aus, sondern erhalten vor der jeweiligen Hauptversammlung die Möglichkeit, über einen Online-Mechanismus Anweisungen zu erteilen, wie die mit ihren Aktien verbundenen Stimmrechte auszuüben sind.
6. Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Mitgliedern bestehen. Die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern gemäß § 87 Abs. 8 Aktiengesetz (AktG) bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Für Kapitalerhöhungen gemäß § 149 AktG und Satzungsänderungen (ausgenommen Änderungen des Unternehmensgegenstands) genügt die einfache Stimmen- und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
7.1. Zuletzt in der Hauptversammlung vom 27. Mai 2025 wurde der Vorstand ermächtigt:
a) gemäß § 65 Abs. 1 Z 8 AktG auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 5% des Grundkapitals der Gesellschaft
b) während einer Geltungsdauer von 15 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung der Hauptversammlung
c) zu einem niedrigsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30% unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage vor dem jeweiligen Rückkauf der Aktien liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 20% über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage vor dem jeweiligen Rückkauf der Aktien liegen darf,
mit der Zustimmung des Aufsichtsrats zu erwerben, wobei allfällige Erwerbe so auszuüben sind, dass die Gesellschaft zu keinem Zeitpunkt mehr als 1.300.000 Stück eigene Aktien hält.
Der Erwerb kann über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine jede sonstige gesetzlich zulässige Weise und zum Zweck der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen erfolgen.
Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats aber ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen und der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen.
7.2. In der Hauptversammlung vom 27. Mai 2025 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, somit bis einschließlich 26. Mai 2030, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer:innen, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zum Zweck der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
8. Per 31. Dezember 2025 hat OMV unbefristete Hybridschuldverschreibungen im nominalen Ausmaß von EUR 2.000 Mio ausstehend, die gegenüber allen sonstigen Gläubiger:innen nachrangig sind.
Am 1. September 2020 begab OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.250 Mio in zwei Tranchen (Tranche 1: EUR 750 Mio; Tranche 2: EUR 500 Mio) mit folgender Verzinsung:
(i) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 werden bis zum 1. September 2026 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 1, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,500% verzinst. Vom ersten Resettermin (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
(ii) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 1. September 2029 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Vom 1. September 2029 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 1. September eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die OMV Hauptversammlung beschließt, eine Dividende auf die OMV-Aktien zu leisten.
Am 30. Juni 2025 begab OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 750 Mio mit folgender Verzinsung:
Die Hybridschuldverschreibungen werden bis zum 30. Dezember 2030 (ausschließlich), dem ersten Resettermin der Hybridschuldverschreibungen, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 4,3702% verzinst. Vom ersten Resettermin (einschließlich) bis zum Step-Up Datum (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem Step-Up Datum (einschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 30. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die OMV Hauptversammlung beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
Die zum 31. Dezember 2025 ausstehenden Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens OMV unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Bei Rückzahlung werden sämtliche ausständigen Zinsen zur Zahlung fällig. So hat OMV zum Beispiel im Falle eines Kontrollwechsels die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, andernfalls tritt gemäß den Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.
Am 8. August 2025 veröffentlichte OMV an der Luxemburger Börse die Mitteilung über die vorzeitige Rückzahlung und übte damit das Recht aus, die am 7. Dezember 2015 emittierte zweite Tranche der Hybridanleihe über EUR 750 Mio zu kündigen und zurückzuzahlen.
9. Die wesentlichen Finanzierungsvereinbarungen, an denen OMV beteiligt ist, und von OMV begebene Anleihen beinhalten übliche Standardklauseln für den Fall eines Kontrollwechsels.
10. Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmer:innen für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
11. Die wichtigsten Merkmale des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind folgende: Die Governance des internen Kontrollsystems wird in einer internen Konzernrichtlinie (IKS-Richtlinie und ihre Anhänge) festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Grundsätze und Anforderungen durch regelmäßige Prüfungen basierend auf dem vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats genehmigten Jahresprüfungsplan oder in Form von Ad-hoc-Prüfungen. Mehr über unser Risikomanagementsystem finden Sie im Abschnitt > Risikomanagement.
Die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. Für die Überwachung der wesentlichen „End-to-End“-Prozesse (z.B. Purchase-to-Pay, Order-to-Cash) werden konzernweit gültige Mindestanforderungen definiert. Diese werden nach einem festgelegten Zeitplan hinsichtlich ihrer Umsetzung und Effektivität überprüft. Die Festlegung von konzerneinheitlichen Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen entsprechend dem Konzern-IFRS-Accounting-Manual wird ebenfalls in einer internen Konzernrichtlinie geregelt. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer:innen regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.
Risikomanagement
Als internationales Öl-, Gas- und Chemieunternehmen ist OMV entlang der gesamten Wertschöpfungskette tätig – von der Exploration und Förderung von Kohlenwasserstoffen bis hin zum Handel und zur Vermarktung von Mineralölprodukten, chemischen Produkten und Erdgas. OMV ist einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, darunter Markt- und Finanzrisiken, operationelle Risiken, strategische Risiken sowie inhärente ESG-Risiken. Die Risikomanagementprozesse des Konzerns konzentrieren sich auf die Identifizierung, Bewertung und Beurteilung dieser Risiken sowie deren Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität und Rentabilität. Ziel dieser Aktivitäten ist es, Risiken aktiv auf Basis der Risikobereitschaft und der definierten Risikotoleranz des Konzerns zu steuern, um die langfristigen strategischen Ziele von OMV zu erreichen.
Risikomanagement-Governance
Eine wirksame Risikosteuerung ist von entscheidender Bedeutung für die erfolgreiche Bewältigung von Unsicherheiten, die in der Natur der Geschäftstätigkeit von OMV liegen. Auf Ebene des Aufsichtsrats überwacht der Prüfungsausschuss die Umsetzung und Wirksamkeit der Risikomanagementprozesse bei OMV. Durch die Nutzung der Expertise des Prüfungsausschusses und laufende Fortbildungsmaßnahmen setzt sich der Aufsichtsrat weiterhin für eine solide Risikosteuerung ein. Der Vorstand überwacht und verbessert proaktiv die Risikomanagementprozesse von OMV und sorgt für eine starke Risikokultur im gesamten Unternehmen. Ein funktionsübergreifender Risikoausschuss, bestehend aus Mitgliedern des Senior Managements unter der Leitung des:der CFO, stellt sicher, dass wesentliche Risiken innerhalb des Unternehmens im Rahmen des Risikomanagementprozesses effektiv erfasst und gesteuert werden. OMV verfügt über eine effektive zentrale Risikomanagementfunktion innerhalb des CFO-Bereichs, die direkt an den Vorstand berichtet und von den Geschäftsbereichen unabhängig ist.
Das Unternehmen vertritt die Ansicht, dass durch sein integriertes Geschäftsmodell und die damit verbundenen, teilweise gegenläufigen Risiken das Gesamtrisiko wesentlich niedriger ist als die Summe der einzelnen Risiken. Die ausgleichende Wirkung von Branchenrisiken erfolgt jedoch häufig zeitlich verzögert oder abgeschwächt. Die Risikomanagementaktivitäten konzentrieren sich daher auf die Nettoposition der Risiken des aktuellen und zukünftigen Geschäftsportfolios des Unternehmens. Die wechselseitigen Abhängigkeiten und Korrelationen zwischen den einzelnen Risiken spiegeln sich auch im konzernweiten Risikoprofil wider. Die Risikomanagement- und Versicherungsaktivitäten werden zentral durch die Bereiche Treasury und Risk & Insurance Management koordiniert. Damit wird sichergestellt, dass im gesamten Unternehmen klare und konsistente Prozesse, Werkzeuge und Methoden im Risikomanagement angewendet werden. Für jedes Risiko wird ein:eine Risk Owner definiert, der:die am besten geeignet ist, die Überwachung und Steuerung des jeweiligen Risikos zu verantworten. Das übergeordnete Ziel der OMV Risikopolitik besteht darin, die Liquidität des Unternehmens abzusichern und ein dem Risikoappetit von OMV entsprechend starkes Investment-Grade-Rating beizubehalten.
Finanzielle und nicht finanzielle Risiken werden regelmäßig im Rahmen des Prozesses des unternehmensweiten Risikomanagements (Enterprise-Wide Risk Management; EWRM) von OMV identifiziert, beurteilt und berichtet. Der Hauptzweck des EWRM-Prozesses besteht darin, einen wesentlichen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten, indem risikobasierte Managemententscheidungen ermöglicht werden. Dies erfolgt mithilfe des Modells der drei Verteidigungslinien:
2. Risikomanagement und Aufsichtsfunktionen
Durch die richtige Einschätzung der finanziellen, operationellen und strategischen Risiken wird die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten systematisch unterstützt, wodurch der Wert von OMV nachhaltig gesteigert wird. Das EWRM-System hat seit 2003 in allen Konzernbereichen, einschließlich der Tochtergesellschaften in mehr als 20 Ländern, das Risikobewusstsein und die Kenntnisse über das Risikomanagement deutlich verbessert. OMV arbeitet laufend an der Weiterentwicklung des EWRM-Prozesses gemäß den internen und externen Anforderungen, wie zum Beispiel der Berücksichtigung von Standards und Rahmenwerken für die Berichterstattung zu den Themenbereichen Umwelt, Gesellschaft und Governance (Environmental, Social, and Governance; ESG). Der OMV EWRM-Prozess wurde gemäß der Norm ISO 31000 eingerichtet und wird durch ein konzernweites IT-System unterstützt, in dem sämtliche festgelegten Prozessschritte dokumentiert werden: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikobehandlung, Berichterstattung und Risikoüberprüfung führen zur kontinuierlichen Überwachung von Änderungen des Risikoprofils. Die Auswirkungen der durch einen Bottom-up-Prozess ermittelten Konzernrisiken werden mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation bewertet und den Planungsdaten gegenübergestellt. Diese Herangehensweise wird vom Senior Management in einem Top-down-Ansatz unter Einbeziehung der mit der Konzernstrategie verbundenen Risiken ergänzt. Auch nicht voll konsolidierte Gesellschaften sind in diesen Prozess eingebunden. Im Rahmen des EWRM-Prozesses bedienen wir uns konzernweit derselben Risikoterminologie und sprechen eine gemeinsame Risikosprache, um eine effektive Kommunikation von Risiken zu gewährleisten, wobei ESG-Risiken in der Risikotaxonomie von OMV eine Schlüsselrolle spielen.
Zweimal im Jahr werden die Ergebnisse dieses Prozesses zusammengeführt und dem Vorstand sowie dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. In Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex wird die Funktionsfähigkeit des EWRM jährlich durch einen:eine Wirtschaftsprüfer:in evaluiert. Folgende wesentliche finanzielle und nicht finanzielle Risiken wurden in Bezug auf die Mittelfristplanung von OMV ermittelt:
Finanzielle Risiken wie Marktpreis-, Liquiditäts-, Kredit- und Währungsrisiken
Operationelle Risiken, einschließlich aller mit physischen Anlagen verbundenen Risiken und Auswirkungen, Produktionsrisiken, Projektrisiken, Steuerrisiken, Personalrisiken, IT-Risiken, Risiken in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) sowie regulatorischer bzw. Compliance-Risiken
Strategische Risiken, die zum Beispiel im Zusammenhang mit der Energiewende und durch technologischen Fortschritt entstehen, aber auch Reputationsrisiken und durch politische Unsicherheiten bedingte Risiken wie Sanktionen beinhalten
> Mehr über das Risikomanagement und den Einsatz von Finanzinstrumenten finden Sie im Konzerlagebericht.
Finanzielle Risiken
Marktpreis- und andere finanzielle Risiken, einschließlich der Marktpreisrisiken durch EU-Emissionszertifikate, entstehen durch die Volatilität von Rohstoffpreisen, Wechselkursen und Zinssätzen. Kreditrisiken, die durch die Unfähigkeit von Kontrahent:innen entstehen können, ihren Zahlungs- oder Lieferverpflichtungen nachzukommen, zählen ebenfalls zu den wesentlichen Risiken. Als Öl‑, Gas- und Chemieunternehmen ist OMV in signifikantem Maße den Preisschwankungen der entsprechenden Rohstoffe ausgesetzt. Auf der Währungsseite hat das Unternehmen wesentliche Risikopositionen in USD, RON, NOK, NZD und SEK. Insbesondere aus dem Verkauf von Ölprodukten resultiert bei OMV eine ökonomische Netto-Long-Position in USD. Die vergleichsweise weniger signifikanten Risikopositionen in RON, NOK, NZD und SEK entstehen durch Kosten in lokalen Währungen in den jeweiligen Ländern.
Management von Rohstoffpreisrisiken, Währungsrisiken und Risiken im Zusammenhang mit EU‑Emissionszertifikaten
Die Analyse und das Management finanzieller Risiken, die sich aus Fremdwährungen, Zinssätzen, Rohstoffpreisen, EU‑Emissionszertifikaten, Liquiditäts-, Kredit- und versicherbaren Risiken ergeben, werden zentral konsolidiert. Aufgrund ihrer möglichen Cashflow-Auswirkungen werden Marktpreisrisiken konzernweit betrachtet und mittels eines Risikomodells analysiert, das Portfolioeffekte berücksichtigt. Die Auswirkungen der finanziellen Risiken (z. B. Rohstoffpreise und Währungen) auf den Cashflow und die Liquidität von OMV werden regelmäßig vom Risikoausschuss geprüft. Dieser Ausschuss unter der Leitung des:der CFO setzt sich aus Mitgliedern des Senior Managements der Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen zusammen.
In Bezug auf Rohstoffpreis- und Währungsrisiken entscheidet der OMV Vorstand bei Bedarf über Absicherungsstrategien zur Risikominderung. OMV setzt Finanzinstrumente zu Absicherungszwecken ein, um die Konzernliquidität beispielsweise gegen den potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise im Geschäftsbereich Energy abzusichern. In den Geschäftsbereichen Fuels und Chemicals ist OMV insbesondere volatilen Raffinerie- und Chemiemargen, Erdgaspreisen und CO2-Emissionszertifikaten sowie Lagerrisiken ausgesetzt. Entsprechende Optimierungs- und Absicherungsmaßnahmen werden ergriffen, um diese Risiken zu reduzieren. Hierunter fallen insbesondere Margen- und Rohstoffabsicherungen. Ein Governance-System zur Kontrolle von Optimierungs-, Handels- und Absicherungsrisiken legt klare Mandate einschließlich der Risikoschwellen für diese Aktivitäten fest.
Zinsrisikomanagement
Zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Unternehmens können im Rahmen definierter Regelungen Kredite von fixer auf variable Zinsbindung und umgekehrt umgestellt werden. Weiters analysiert OMV regelmäßig die Auswirkungen von Zinsänderungen auf die Zinserträge und -aufwendungen aus variabel verzinsten Geldanlagen und Krediten.
Kreditrisikomanagement
Das Kreditrisiko wesentlicher Kontrahent:innen wird auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limits für Banken, Geschäftspartner:innen und Sicherheitsgeber:innen überwacht und gesteuert. Die Abläufe sind durch OMV Richtlinien auf Konzernebene geregelt. Angesichts eines herausfordernden geopolitischen und wirtschaftlichen Umfelds mit volatilen Rohstoffpreisen, hohen Zinsen und verzerrten Lieferketten wird besonders auf Frühwarnsignale, wie beispielsweise Änderungen im Zahlungsverhalten, geachtet.
Operationelle Risiken
OMV ist durch seine Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) ausgesetzt. Dazu zählen die möglichen Auswirkungen von Naturkatastrophen sowie von Vorfällen im Bereich der Prozesssicherheit und der persönlichen Sicherheit. Weitere operationelle Risiken gehen mit der Durchführung von Investitionsprojekten und der Nichteinhaltung von gesetzlichen oder regulatorischen Bestimmungen einher. Sämtliche operationellen Risiken werden nach den definierten Risikomanagementverfahren des Konzerns identifiziert, analysiert, überwacht und gemindert. Die bewerteten Risiken werden auf allen Unternehmensebenen unter Anwendung der definierten Risikorichtlinien und mit klar zugeordneten Verantwortlichkeiten gesteuert und gemindert. Die wesentlichen Risiken des Konzerns, beispielsweise im Zusammenhang mit Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz, Recht und Compliance, Personalmanagement sowie Nachhaltigkeit, werden zentral durch definierte Konzernrichtlinien geregelt, um sicherzustellen, dass Planungsziele erreicht werden können.
Projektrisiken
Bei der Umsetzung der Strategie 2030 investiert OMV sowohl in organische als auch anorganische Wachstumsprojekte und folgt dabei einem ausgereiften Projektrisikomanagementprozess zur regelmäßigen Identifizierung, Analyse und Überwachung der Projektrisiken. OMV verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Management von Großprojekten und bei der Minimierung von Projektrisiken.
Das Unternehmen kann operationellen, politischen, technologischen und anderen Risiken ausgesetzt sein, die sich seinem eigenen Einfluss und dem seiner Vertragspartner:innen entziehen, was den Fortschritt der Projekte von OMV verzögern oder behindern kann. So kann beispielsweise die Durchführung großer Onshore- und Offshore-Projekte in Rumänien, Norwegen und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) durch Änderungen des jeweiligen regulatorischen oder steuerlichen Rahmens, durch die Nichtverfügbarkeit von Auftragnehmer:innen oder den Mangel an qualifiziertem Personal beeinträchtigt werden. Die Projektkosten können durch Preisinflation, Arbeitskräftemangel oder die Unterbrechung bzw. Neuorganisation von Lieferketten negativ beeinflusst werden. Insbesondere Projekte in den Bereichen Recycling und nachhaltige Kraftstoffe können von einer unzureichenden Verfügbarkeit der benötigten Ausgangsstoffe, der Unfähigkeit einer kommerziellen Nutzung neuer Technologien oder mangelnder regulatorischer Klarheit betroffen sein. Vor allem in neuen Geschäftsbereichen investiert OMV unter Umständen häufiger über Partnerschaften und Joint Ventures, wodurch das Unternehmen erhöhten Governance- und Kreditrisiken ausgesetzt sein kann, die die Projektabwicklung möglicherweise negativ beeinflussen. Jedes dieser Risiken kann wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäfts-, Ertrags- und Finanzlage von OMV haben.
IT-Risiken
Da OMV bei seinen Aktivitäten auf IT-Systeme angewiesen ist, kann es zu Beeinträchtigungen durch groß angelegte Cyberangriffe kommen. Zum Schutz von Daten und IT-Assets, die Daten speichern und verarbeiten, ist ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) mit entsprechenden Sicherheitskontrollen in alle IT-Dienste des Unternehmens implementiert. IT-Risiken werden bewertet, regelmäßig überwacht und mit gezielten Maßnahmen adressiert oder durch umfassende IT- und Sicherheitsprogramme im gesamten Unternehmen gesteuert. Betriebstechnische Risiken spiegeln sich in der Bewertung von Prozesssicherheitsrisiken wider. OMV ist sich auch der aufkommenden Risiken durch künstliche Intelligenz (KI) bewusst und integriert daher aktiv Maßnahmen in die bestehenden Security-Governance-Konzepte und -Kontrollen, um potenziellen Sicherheitslücken und Schwachstellen im Zusammenhang mit KI entgegenzuwirken.
Strategische Risiken
Zur Identifizierung strategischer Risiken, die potenziell langfristige Auswirkungen auf die Unternehmensziele haben könnten, beobachtet OMV laufend sein internes und externes Umfeld.
Geopolitische und regulatorische Risiken
OMV beobachtet die geopolitischen Entwicklungen aufmerksam, insbesondere den anhaltenden Krieg Russlands gegen die Ukraine sowie mögliche zusätzliche Sanktionen und Gegensanktionen, die sich daraus ergeben könnten. Ebenso aufmerksam verfolgt OMV die US-Zölle und die Entwicklungen im Mittleren Osten, insbesondere in Israel, Iran und Syrien, die Bedenken hinsichtlich der regionalen Stabilität und ihrer potenziellen Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten von OMV hervorgerufen haben. Weitere Einzelheiten zur Entwicklung im Mittleren Osten finden Sie im Jahresabschluss (Anhangangabe 18 „Ereignisse nach dem Bilanzstichtag“).
Das Unternehmen prüft regelmäßig die Auswirkungen derartiger geopolitischer Entwicklungen auf seine Geschäftstätigkeit. Zum Beispiel könnten anhaltende und/oder zunehmende Unterbrechungen der russischen Rohstofflieferungen nach Europa zu volatilen europäischen Energiepreisen führen. Sanktionen gegen Russland und von Russland verhängte Gegensanktionen könnten zu weiteren Störungen in den globalen Lieferketten und Engpässen führen – beispielsweise bei Energieprodukten, Rohstoffen, Agrarprodukten und Metallen –, was wiederum einen weiteren Anstieg der Betriebskosten zur Folge hätte.
Eine hohe Volatilität der Erdgaspreise kann potenziell zu Liquiditätsspitzen führen, um Margin Calls für kurzfristige Börsenhandelsaktivitäten zu erfüllen. OMV verfügt über ungenutzte zugesagte und nicht zugesagte Kreditfazilitäten, um solche kurzfristigen Anforderungen im Bedarfsfall zu erfüllen. Das Unternehmen reagiert auf die Situation mit gezielten Maßnahmen, um die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens und eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten.
Abgesehen von den oben erwähnten geopolitischen Spannungen ist die Geschäftstätigkeit von OMV weiteren geopolitischen Risiken ausgesetzt, wie beispielsweise Enteignung und Verstaatlichung von Eigentum, Beschränkungen für ausländisches Eigentum, inneren Unruhen, Kriegshandlungen oder Terrorismus sowie politischer Instabilität, etwa in Libyen und in Tunesien sowie anderen Ländern, in denen OMV tätig ist und Investitionen getätigt hat. OMV verfügt jedoch über umfangreiche Erfahrungen und Kenntnisse hinsichtlich des politischen Umfelds in Schwellenländern. Mögliche regulatorische Änderungen können auch zu Unterbrechungen, Produktionseinschränkungen oder einer höheren Steuerbelastung führen. OMV beobachtet laufend politische und regulatorische Entwicklungen in allen Märkten, die sich auf die Geschäftstätigkeit des Unternehmens auswirken. Spezifische Länderrisiken werden vor dem Eintritt in neue Länder überprüft.
Makroökonomische Risiken
Geoökonomische Fragmentierung, Handelsbeschränkungen sowie Unterbrechungen der globalen Lieferketten könnten zu weiteren Kostensteigerungen für OMV führen. In Verbindung mit hohen Zinssätzen kann diese Situation das Wirtschaftswachstum negativ beeinflussen, was wiederum die Nachfrage nach den Produkten von OMV beeinträchtigen könnte.
Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel
Neben dem Marktpreisrisiko im Zusammenhang mit EU-Emissionszertifikaten bewertet OMV laufend die Exposition des Unternehmens gegenüber Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Dazu zählen die potenziellen Auswirkungen von akuten oder chronischen Ereignissen, wie etwa häufigeren extremen Wetterereignissen, aber auch systemische Änderungen unseres Geschäftsmodells aufgrund veränderter rechtlicher Rahmenbedingungen oder die Substitution von OMV Produkten durch verändertes Konsumverhalten. OMV betrachtet den Klimawandel als zentrale globale Herausforderung und berücksichtigt daher bei der Entwicklung seiner Geschäftsstrategie klimarelevante Risiken und Chancen. Die Maßnahmen zur Steuerung oder Minderung dieser Risiken sind in den entsprechenden Abschnitten dieses Berichts, insbesondere in der Nachhaltigkeitserklärung und im Abschnitt Strategie, näher erläutert.
Risiken im Zusammenhang mit der Unternehmenstransformation
Die Transformation von OMV zu einem führenden Anbieter von nachhaltigen Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien sowie nachhaltigen Energielösungen ist mit einer Vielzahl von Unsicherheiten verbunden. Zu diesen Risiken gehören die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter:innen, Technologie- und Skalierungsrisiken, die Verfügbarkeit nachhaltiger Rohstoffe in ausreichender Qualität und Quantität sowie Governance-Risiken im Zusammenhang mit Joint Ventures und Partnerschaften.
Personalrisiken
Durch eine gezielte Nachfolge- und Entwicklungsplanung will die Abteilung People & Culture geeignete Führungskräfte für das weitere Unternehmenswachstum entwickeln bzw. für OMV gewinnen und damit Personalrisiken mindern.
Auswirkungen, Risiken und Chancen im Bereich der Nachhaltigkeit
Durch die entsprechende Verankerung im unternehmensweiten Risikomanagementprozess legt OMV besonderes Augenmerk auf fünf Schwerpunktbereiche der Nachhaltigkeit:
2. Management natürlicher Ressourcen
3. Menschen und Menschenrechte
4. Gesundheit und Arbeitsschutz
5. Ethische Geschäftspraktiken
Das weiter oben kurz beschriebene, bewährte Risikosicherungsmodell wurde angepasst, um eine wirksame Steuerung der potenziellen Auswirkungen, Risiken und Chancen in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Governance zu gewährleisten
> Mehr über Risiken in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Governance finden Sie in den entsprechenden Abschnitten der Nachhaltigkeitserklärung des OMV Konzernlageberichts.
OMV Group Security
Im Jahr 2025 spielte die geopolitische Unsicherheit eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung sowohl des globalen Sicherheitsumfelds als auch des Energiesektors. Laut dem Uppsala Conflict Data Program gibt es derzeit weltweit mehr als 60 staatliche Konflikte– die höchste Zahl seit dem Zweiten Weltkrieg. Davon haben elf das Ausmaß eines Krieges erreicht. Die globale Sicherheit wird insbesondere durch die anhaltenden Konflikte in der Ukraine und im Mittleren Osten beeinträchtigt.
OMV Group Security investierte daher weiterhin beträchtliche Ressourcen in die Gewährleistung der Resilienz und Sicherheit in Regionen, die zuvor als risikoarm galten. Der Schwerpunkt lag jedoch wie schon bisher auf den Standorten im Mittleren Osten und Nordafrika.
Neben den Herausforderungen für die sichere Geschäftstätigkeit in Tunesien und Libyen hat auch die anhaltende Bedrohung durch Terroranschläge und hybride Kriegsführung in Europa nicht abgenommen. Politischer Extremismus, organisierte Kriminalität und die zunehmende Konvergenz von Cyberrisiken und physischen Bedrohungen machen es erforderlich, dass sich die Abteilung OMV Group Security weiterhin auf eine robuste und dennoch flexible Sicherheitsstrategie konzentriert. Diese Strategie ermöglicht es OMV, seine Geschäftstätigkeit in dynamischen Umfeldern mit asymmetrischen Bedrohungen fortzusetzen.
Der konzerninterne Sicherheitsmanagementstandard legt eine umfassende Reihe von Sicherheitsvorschriften, Plänen, Verfahren, Maßnahmen und Systemen fest. Das Dokument berücksichtigt die IOGP-Leitlinien sowie andere branchenspezifische bewährte Verfahren (ASIS und UK Security Institute), damit das Unternehmen Bedrohungen bestmöglich erkennen, abwenden, verhindern, aufzeichnen, untersuchen und sich davor schützen kann.
Managementprozesse und Verfahren zur Erfüllung der Sorgfaltspflicht
OMV verfügt über ein einzigartiges, agiles und bewährtes Sicherheitsmanagementsystem, das regelmäßig überprüft und je nach Bedarf angepasst oder weiterentwickelt wird. Die Philosophie, sicherheitsrelevante Informationen zu sammeln und als präventives Sicherheitsinstrument zu bewerten, ist und bleibt ein grundlegendes Prinzip der OMV Sicherheitsstrategie. Dieser Ansatz ermöglicht es, auf ein breites Spektrum geopolitischer Ereignisse, regionaler Konflikte und einzelner Vorfälle vorausschauend zu reagieren oder unmittelbar zu handeln. Zusätzlich gestärkt wird dieser Ansatz durch die wirksame Zusammenarbeit mit staatlichen und lokalen Sicherheitsbehörden zwecks zuverlässiger Bestätigung der Faktenlage vor Ort.
Die OMV Plattform zur Sicherheitsrisikobewertung bietet weiterhin eine Echtzeitübersicht über das Risikoprofil der OMV Standorte und kann bei geopolitischen oder sicherheitsrelevanten Ereignissen rasch angepasst werden. Zudem ermöglicht sie die zeitgleiche Weitergabe sicherheitskritischer Informationen.
Um die Wirksamkeit und Angemessenheit der Sicherheitsmaßnahmen in den OMV Geschäftsbereichen sicherzustellen, führt die Abteilung OMV Group Security regelmäßige Audits durch. Diese finden jährlich für Unternehmen in Hochrisikoländern statt; im Jahr 2025 waren dies Tunesien und Libyen. Zwei weitere umfassende Audits werden jährlich durchgeführt, wobei die Auswahl der Geschäftsbereiche auf Basis betrieblicher Erfordernisse erfolgt. Im Jahr 2025 fiel die Wahl auf OMV Österreich und eine vertiefte Überprüfung von OMV Tunesien, einschließlich der Erprobung eines überarbeiteten Auditprozesses.
Die Leistungsbeschreibung (Terms of Reference) wird vor Beginn des Audits mit dem jeweiligen Geschäftsbereich vereinbart. Anschließend erfolgt eine umfassende Überprüfung, die Standortbesuche, Interviews, Dokumentenanalysen und Beobachtungen umfasst. Im Anschluss wird ein Auditbericht erstellt, abgestimmt und veröffentlicht. Der Bericht enthält SMART-Maßnahmen, wobei der gesamte Prozess über das OMV HSSE-Reporting-Tool nachverfolgt wird.
Die Abteilung OMV Group Security unterstützte auch 2025 die operativen Aktivitäten von OMV weltweit, insbesondere durch die Bereitstellung zusätzlicher Kapazitäten bei sicherheitsrelevanten Herausforderungen. In Hochrisikoländern setzte OMV zudem spezialisierte Country-Security-Manager:innen und Asset-Protection-Expert:innen vor Ort ein, um die Sicherheit durch zusätzliche und – wo sinnvoll – lokale Expertise zu stärken.
Sicherheit und Menschenrechte
Wir bekennen uns zur Achtung der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts. Dies erreichen wir, indem wir im Einklang mit allen relevanten Gesetzen sowie internationalen Standards und Initiativen handeln, einschließlich der Freiwilligen Grundsätze zur Wahrung der Sicherheit und der Menschenrechte (Voluntary Principles on Security and Human Rights; VPs) und des Internationalen Verhaltenskodex für private Sicherheitsdienstleister:innen (International Code of Conduct for Private Security Service Providers; ICoC). Dies gilt insbesondere, aber nicht ausschließlich, für unsere Interaktionen mit öffentlichen und privaten Sicherheitsdiensten. Diese Grundsätze sind Teil unseres unternehmerischen Selbstverständnisses, jedoch noch nicht vollständig an die Europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (European Sustainability Reporting Standards; ESRS) angepasst. > Mehr über unseren Ansatz zum Schutz der Menschenrechte finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht (Abschnitt S1 Menschenrechte in der Nachhaltigkeitserklärung) des OMV Konzernlageberichts.
Im Jahr 2025 wurde OMV nach der Bewerbung im Jahr 2023 offiziell als engagiertes Mitglied in die Initiative VPs aufgenommen. Darüber hinaus wurde OMV als Beobachtermitglied bei ICoCA akzeptiert, was unser strategisches Ziel untermauert, bis 2030 eine branchenführende Rolle in diesem Bereich einzunehmen.
Nachhaltigkeit & HSSE (Gesundheit, Sicherheit und Umwelt)
> Details finden Sie in der Nachhaltigkeitsberichterstattung des OMV Konzernlageberichts
Forschung und Entwicklung
Die OMV Aktiengesellschaft betreibt selbst keine Forschung und Entwicklung, koordiniert jedoch die gruppenweiten Forschungs- und Entwicklungsprojekte.
Ausblick 2026
Auch für 2026 werden für die OMV Aktiengesellschaft neben einem leicht negativen operativen Ergebnis positive Ergebnisbeiträge aus den von der Gesellschaft gehaltenen Beteiligungen erwartet. Die Ertragslage der OMV Aktiengesellschaft wird auch weiterhin im Wesentlichen die strukturelle Entwicklung des OMV Konzerns sowie das aktuelle Marktumfeld widerspiegeln.
Aufgrund der verbindlichen Vereinbarung zwischen OMV und ADNOC zur Zusammenlegung von Borouge und Borealis zu Borouge Group International und der Übernahme von NOVA Chemicals enthält der Ausblick 2026 keinerlei auf Borealis bezogene Auswirkungen.
Marktumfeld
OMV erwartet einen durchschnittlichen Preis für Brent-Rohöl von rund USD 65/bbl (2025: USD 69/bbl). Der durchschnittlich realisierte Gaspreis wird unter EUR 30/MWh prognostiziert (2025: EUR 30/MWh), wobei die THE‑Preisprognose bei über EUR 30/MWh liegt (2025: EUR 37/MWh).
Konzern
Organische Investitionen werden sich voraussichtlich auf rund EUR 3,2 Mrd belaufen (2025: EUR 3,7 Mrd).
Energy
OMV erwartet eine Gesamtproduktion von Kohlenwasserstoffen von etwas weniger als 300 kboe/d (2025: 305 kboe/d), vorausgesetzt, die Geschäftstätigkeit in Libyen verläuft ohne Einschränkungen.
Die Produktionskosten auf OMV Konzernebene werden unter USD 11/bbl (2025: USD 10.6/bbl) erwartet.
Die organischen Investitionen im Bereich Energy werden sich voraussichtlich auf rund EUR 1,9 Mrd belaufen (2025: EUR 1,9 Mrd).
Die Explorations- und Evaluierungsausgaben (E&A) werden voraussichtlich unter EUR 200 Mio liegen (2025: EUR 148 Mio).
Fuels
Die OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa wird voraussichtlich rund USD 8/bbl betragen (2025: USD 10,1/bbl).
Der Auslastungsgrad der Raffinerien in Europa wird über 90% erwartet (2025: 89%).
Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in den europäischen OMV Märkten werden höher als im Vorjahr prognostiziert (2025: 16,4 Mio t). Die Commercial-Margen werden voraussichtlich niedriger sein als 2025. Die Retail-Margen werden voraussichtlich leicht unter dem Niveau von 2025 liegen.
Die organischen Investitionen im Geschäftsbereich Fuels werden den Prognosen zufolge rund EUR 1,1 Mrd betragen (2025: EUR 0,9 Mrd).
Chemicals
Die Ethylen-Referenzmarge Europa wird voraussichtlich bei rund EUR 550/t liegen (2025: EUR 569/t). Die Propylen-Referenzmarge Europa wird den Prognosen zufolge bei rund EUR 420/t liegen (2025: EUR 445/t).
Der Steamcracker-Auslastungsgrad wird voraussichtlich bei rund 90% liegen (2025: 82%)
64.
Die organischen Investitionen im Geschäftsbereich Chemicals werden auf rund EUR 0,1 Mrd prognostiziert (2025: EUR 1,0 Mrd).
Aufgrund seines integrierten Geschäftsmodells und seiner Risikomanagement-Fähigkeiten bleibt OMV widerstandsfähig bei der Bewältigung globaler Marktdynamiken, einschließlich der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten. Angesichts der inhärenten Marktvolatilität und geopolitischer Unsicherheiten ist jedoch davon auszugehen, dass Schwankungen kurzfristig weiterhin bestehen bleiben. Zum jetzigen Zeitpunkt hält es OMV für verfrüht, die gesamte Markteinschätzung anzupassen; OMV beobachtet die Situation weiterhin genau. Weitere Einzelheiten zur Entwicklung im Mittleren Osten finden Sie im Jahresabschluss (Anhangangabe 18 – „Ereignisse nach dem Bilanzstichtag“).
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 243b Unternehmensgesetzbuch (UGB)
Die nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 243b UGB wurde in die im Konzernlagebericht enthaltene konsolidierte nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB integriert.
Wien, 13. März 2026
Der Vorstand
Alfred Stern e.h. Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer | Reinhard Florey e.h. Chief Financial Officer |
Martijn van Koten e.h. Executive Vice President Fuels und Executive Vice President Chemicals | Berislav Gaso e.h. Executive Vice President Energy |
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Bestätigungsvermerk
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der
OMV Aktiengesellschaft, Wien,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2025 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2025 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Bezüglich unserer Verantwortlichkeit und Haftung als Abschlussprüfer gegenüber der Gesellschaft und gegenüber Dritten kommt § 275 UGB zur Anwendung.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit der Anteile und Ausleihungen an verbundene(n) Unternehmen
Siehe Anhangangaben „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“, 1 „Anlagevermögen“ und 12 „Erträge und Aufwendungen im Finanzergebnis“.
Das Risiko für den Abschluss
Der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen beläuft sich zum 31. Dezember 2025 auf 12.956 Mio. EUR, nach außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von 172 Mio. EUR im Jahr 2025. Der Buchwert der Ausleihungen an verbundene Unternehmen beläuft sich zum 31. Dezember 2025 auf 614 Mio. EUR.
Die Anteile und Ausleihungen an verbundene(n) Unternehmen werden zu jedem Bilanzstichtag einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen. Falls erforderlich, werden Wertminderungsberechnungen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Berechnungen sind in hohem Maße von Schätzungen der zukünftigen Cashflows und den Annahmen zur Bestimmung der Abzinsungssätze abhängig.
Für den Jahresabschluss besteht das Risiko, dass die Bewertung von Anteilen und Ausleihungen an verbundene(n) Unternehmen falsch dargestellt ist.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Werthaltigkeit der relevanten Anteile und Ausleihungen an verbundene(n) Unternehmen wie folgt beurteilt:
Wir haben ein Verständnis über die wesentlichsten internen Kontrollen für die Werthaltigkeitsprüfung erlangt und deren Gestaltung und Umsetzung beurteilt.
Wir haben die vom Unternehmen durchgeführte Analyse der Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen beizulegenden Wert (einschließlich der Deckung des Beteiligungsansatzes durch das anteilige Eigenkapital) der Anteile an verbundenen Unternehmen nachvollzogen.
Wir haben die Angemessenheit der für Wertminderungsberechnungen verwendeten Bewertungsmethoden evaluiert.
Wir haben die in die Wertminderungsberechnungen eingeflossenen zukünftigen Cashflows mit der genehmigten Mittelfristplanung verglichen.
Mit Unterstützung unserer Bewertungsspezialisten haben wir die Angemessenheit der Annahmen zur Bestimmung der Abzinsungssätze durch Vergleich mit markt- und branchenspezifischen Benchmarks beurteilt.
Wir haben die rechnerische Richtigkeit der Wertminderungsberechnungen überprüft.
Wir haben die Angemessenheit der Angaben im Jahresabschluss beurteilt.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den erlangten, sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens‑, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der geprüfte Abschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Abschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von den für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Abschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Abschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Abschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in den internen Kontrollen, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – auf vorgenommene Handlungen zur Beseitigung von Gefährdungen oder angewandte Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Abschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Lagebericht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 27. Mai 2025 als Abschlussprüfer gewählt und am 21. August 2025 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezember 2025 endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Dipl.-Betriebsw. (FH) Karl Braun.
Wien
16. März 2026
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Dipl.-Betriebsw. (FH) Karl Braun
Wirtschaftsprüfer
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2025
Bilanz Aktiva |
| | | | Anhangangabe | in EUR | in EUR 1.000 |
| | | | | | |
| | | | | 2025 | 2024 |
A. | Anlagevermögen | 1 | | |
| I. | Immaterielle Vermögensgegenstände | | | |
| | 1. | Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Rechte
| | 15.271.218 | 16.491 |
| | | | | 15.271.218 | 16.491 |
| II. | Sachanlagen | | | |
| | 1. | Grundstücke und Bauten auf fremden Grund | | 10.151 | 13 |
| | 2. | andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | | 10.741.462 | 11.984 |
| | | | | 10.751.613 | 11.997 |
| III. | Finanzanlagen | | | |
| | 1. | Anteile an verbundenen Unternehmen | | 12.955.673.507 | 13.108.817 |
| | 2. | Ausleihungen an verbundene Unternehmen | | 613.800.000 | 898.000 |
| | 3. | Wertpapiere des Anlagevermögens | | 7.426.112 | 7.277 |
| | 4. | sonstige Ausleihungen | | 491.622.568 | 1 |
| | | | | 14.068.522.186 | 14.014.095 |
| | | | | 14.094.545.018 | 14.042.583 |
B. | Umlaufvermögen | | | |
| I. | Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 2 | | |
| | 1. | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | | 382.901 | 380 |
| | | davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | | — | — |
| | 2. | Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | | 1.822.569.618 | 1.573.221 |
| | | davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | | — | — |
| | 3. | Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | | 6.880 | — |
| | | davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | | — | — |
| | 3. | sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | | 6.351.424 | 24.569 |
| | | davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | | — | — |
| | | | | 1.829.310.823 | 1.598.170 |
| II. | Wertpapiere und Anteile | | | |
| | 1. | sonstige Wertpapiere | | 188.752.684 | 178.594 |
| III. | Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | | 3.486.207.973 | 2.986.113 |
| | | | | 5.504.271.480 | 4.762.877 |
C. | Rechnungsabgrenzungsposten | | 42.813.279 | 28.514 |
D. | Aktive latente Steuern | 3 | 2.759.398 | 2.900 |
| | | | | 19.644.389.175 | 18.836.874 |
Bilanz Passiva |
| | | | Anhangangabe | in EUR | in EUR 1.000 |
| | | | | | |
| | | | | 2025 | 2024 |
A. | Eigenkapital | 4 | | |
| I. | eingefordertes und eingezahltes Grundkapital | | | |
| | | übernommenes Grundkapital | | 327.272.727 | 327.273 |
| | | Nennbetrag eigener Anteile | | –1.271.670 | –57 |
| | | | | 326.001.057 | 327.215 |
| II. | Kapitalrücklagen | | | |
| | 1. | gebundene | | 1.752.758.401 | 1.752.626 |
| | 2. | nicht gebundene | | 333.728 | 334 |
| | | | | 1.753.092.128 | 1.752.960 |
| III. | Rücklage für anteilsbasierte Vergütungen | | 20.623.600 | 11.896 |
| IV. | Gewinnrücklagen | | | |
| | 1. | freie Rücklagen | | 2.665.369.453 | 2.724.194 |
| | 2. | Rücklage für eigene Anteile | | 1.271.670 | 57 |
| | | | | 2.666.641.123 | 2.724.251 |
| V. | Bilanzgewinn | | 1.663.404.428 | 1.784.085 |
| | | davon Gewinnvortrag | | 230.829.782 | 160.879 |
| | | | | 6.429.762.337 | 6.600.407 |
B. | Rückstellungen | 5 | | |
| 1. | Rückstellungen für Abfertigungen | | 7.206.798 | 9.796 |
| 2. | Rückstellungen für Pensionen | | 43.206.311 | 52.547 |
| 3. | Steuerrückstellungen | | 26.813.721 | 37.738 |
| 4. | sonstige Rückstellungen | | 58.161.334 | 49.495 |
| | | | | 135.388.164 | 149.576 |
C. | Verbindlichkeiten | 6 | | |
| 1. | Anleihen | | 8.750.000.000 | 8.250.000 |
| | davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | | 1.000.000.000 | 500.000 |
| | davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | | 7.750.000.000 | 7.750.000 |
| 2. | Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | | 100.003.358 | 105.956 |
| | davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | | 100.003.358 | 5.956 |
| | davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | | — | 100.000 |
| 3. | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | | 37.845.441 | 51.238 |
| | davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | | 37.845.441 | 51.238 |
| | davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | | — | — |
| 4. | Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | | 3.984.964.724 | 3.457.116 |
| | davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | | 3.984.964.724 | 3.457.116 |
| 5. | sonstige Verbindlichkeiten | | 206.425.151 | 222.581 |
| | davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | | 193.098.625 | 210.437 |
| | davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | | 13.326.527 | 12.144 |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | | 5.315.912.148 | 4.224.746 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | | 7.763.326.527 | 7.862.144 |
| | | | | 13.079.238.675 | 12.086.890 |
| | | | | 19.644.389.175 | 18.836.874 |
Gewinn- und Verlustrechnung |
| | | | Anhangangabe | in EUR | in EUR 1.000 |
| | | | | 2025 | 2024 |
1. | Umsatzerlöse | 7 | 296.494.608 | 289.472 |
2. | sonstige betriebliche Erträge | 8 | | |
| a) | Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen | | 23.682 | 0 |
| b) | Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | | 5.410.956 | 4.616 |
| c) | übrige | | 1.046.046 | 802 |
| | | | | 6.480.684 | 5.419 |
3. | Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen | 9 | | |
| a) | Materialaufwand | | –120.657 | –163 |
| b) | Aufwendungen für bezogene Leistungen | | –58.250.653 | –68.110 |
| | | | | –58.371.310 | –68.272 |
4. | Personalaufwand | 10 | | |
| a) | Gehälter | | –152.691.860 | –142.235 |
| b) | soziale Aufwendungen | | –39.250.514 | –36.272 |
| | davon Aufwendungen für Altersversorgung | | –8.001.649 | –5.242 |
| | aa) | Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen | | –2.690.477 | –2.882 |
| | bb) | Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge | | –27.077.174 | –26.581 |
| | | | | –191.942.374 | –178.507 |
5. | Abschreibungen | | | |
| a) | auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | | –9.167.860 | –8.996 |
| | davon außerplanmäßige Abschreibung | | — | — |
6. | sonstige betriebliche Aufwendungen | 11 | | |
| a) | Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen und vom Ertrag fallen | | –1.948.977 | –1.189 |
| b) | übrige | | –117.916.348 | –98.318 |
| | | | | –119.865.325 | –99.507 |
7. | Zwischensumme aus Z 1 bis 6 (Betriebsergebnis) | | –76.371.577 | –60.392 |
8. | Erträge aus Beteiligungen | | 1.930.889.711 | 1.640.382 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | | 1.925.221.709 | 1.634.883 |
9. | Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | | 30.550.602 | 127.378 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | | 25.963.527 | 127.378 |
10. | sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | | 295.879.468 | 352.720 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | | 101.958.862 | 103.008 |
11. | Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen | | 149.603 | 89.070 |
12. | Aufwendungen aus Finanzanlagen | | –171.502.000 | –1.232 |
| davon Abschreibungen | | –171.502.000 | –1.230 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | | –171.502.000 | –2 |
13. | Zinsen und ähnliche Aufwendungen | | –525.860.499 | –589.738 |
| davon betreffend verbundene Unternehmen | | –164.227.806 | –212.394 |
14. | Zwischensumme aus Z 8 bis 13 (Finanzergebnis) | 12 | 1.560.106.885 | 1.618.580 |
15. | Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z 7 und Z 14) | | 1.483.735.308 | 1.558.188 |
16. | Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 13 | –51.160.662 | 65.018 |
| davon latente Steuern | | –245.326 | 481 |
17. | Jahresüberschuss | | 1.432.574.646 | 1.623.206 |
18. | Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | | 230.829.782 | 160.879 |
19. | Bilanzgewinn | | 1.663.404.428 | 1.784.085 |
Anhang
Der vorliegende Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft, Wien, zum 31. Dezember 2025 ist nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuchs (UGB) in der aktuellen Fassung unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung, sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wird von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen und der Grundsatz der Einzelbewertung angewendet.
Die Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise betreffen die OMV Aktiengesellschaft insoweit, als die wesentlichen Vermögensgegenstände und Erträge im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochtergesellschaften stehen, welche vor allem in den Bereichen Exploration & Production und Refining & Marketing von erheblichen Unsicherheiten hinsichtlich der Veränderungen im Energieträgermix in den nächsten 30 Jahren betroffen sind.
OMV hat die kurz- und langfristigen Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende in der Aufstellung ihres Jahresabschlusses berücksichtigt. 2022 definierte OMV erstmals konkrete kurz-, mittel- und langfristige Ziele für die Reduktion ihrer Emissionen und verpflichtete sich bis 2050 ein Netto-Null-Emissions-Unternehmen zu werden.
Die vom Management getroffenen, wesentlichen Schätzungen berücksichtigen die künftigen Auswirkungen der strategischen Entscheidungen und das Engagement von OMV, ihr Portfolio an den Zielen der Energiewende auszurichten, kurz- und langfristige klimabezogene Risiken sowie den Übergang zu weniger kohlenstoffhaltigen Energieträgern zusammen mit einer bestmöglichen Schätzung des globalen Angebots und Nachfrage, inklusive prognostizierter Warenpreise.
Die Mittelfristplanung (MTP) von OMV basiert auf einem Szenario, das von der internen Marktforschungsabteilung entwickelt wurde, und geht davon aus, dass alle von Regierungen weltweit angekündigten Dekarbonisierungszusagen vollständig und pünktlich umgesetzt werden. In diesem Szenario wird der Temperaturanstieg bis 2100 mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % auf 1,7 °C begrenzt. Die zugrundeliegende Nachfrage- und Preisentwicklung fossiler Rohstoffe entspricht dem APS-Szenario der IEA.
65 Aus diesem Szenario wurden die Erwartungen über die künftige Nachfrage und Preise für die relevanten Waren abgeleitet. Diese Schätzungen fließen in die Bewertung der Beteiligungen an den Tochtergesellschaften ein.
Die durch den Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 ausgelösten Entwicklungen wirkten sich auf den Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft vor allem im Zusammenhang mit direkten und indirekten Beteiligungen an Tochtergesellschaften aus, welche im Bereich Energy im Gasgeschäft tätig sind und über Cash-Pooling- und Ergebnisabführungsverträge mit der OMV Aktiengesellschaft verbunden sind.
Das Management sieht den Fortbestand der Gesellschaft durch die Klimakrise und die Ukraine-Krise derzeit nicht gefährdet und wird die Auswirkungen von Aspekten des Klimawandels und der Energiewende auch in der Zukunft weiter beobachten.
Dem Vorsichtsprinzip wird dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag realisierten Gewinne ausgewiesen werden. Für alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wird vorgesorgt.
Weiters erstellt die OMV Aktiengesellschaft als Mutterunternehmen des OMV Konzerns einen gesonderten Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRSs). Der Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft liegt zur Einsichtnahme beim Handelsgericht Wien unter Nummer FN 93363z auf bzw. ist im Internet veröffentlicht.
Eine detaillierte Darstellung der einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt im Anhang. Die Darstellung der Gewinn-und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.
Der Jahresabschluss wurde in Euro (EUR) erstellt. Die zahlenmäßige Darstellung im Anhang erfolgt in Tausend Euro (EUR 1.000 sowie TEUR). Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es zu Rundungsdifferenzen kommen.
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben. Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zu Grunde:
Kategorie | |
| Nutzungsdauer |
Immaterielle Vermögensgegenstände | 4-8 Jahre |
Bauten auf fremden Grundstücken | 10-15 Jahre |
Maschinen und maschinelle Anlagen | 4-10 Jahre |
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4-10 Jahre |
In Anlehnung an die steuerrechtlichen Bestimmungen wird für Zugänge im ersten Halbjahr eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge im zweiten Halbjahr eine halbe Jahresabschreibung vorgenommen.
Über das Ausmaß der planmäßigen Abschreibung hinausgehende wesentliche und andauernde Wertminderungen bei Anlagegegenständen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt.
Geringwertige Vermögensgegenstände mit einem Betrag von bis EUR 1.000 (2024: EUR 1.000) werden im Jahr der Anschaffung aktiviert und voll abgeschrieben und im Anlagespiegel im Anschaffungsjahr als Zu- und Abgang ausgewiesen.
Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei wesentlichen Wertminderungen werden niedrigere Werte angesetzt. Beim Wegfall der Gründe für eine vorangegangene außerplanmäßige Abschreibung wird eine Zuschreibung im Umfang der Werterhöhung vorgenommen.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungswerten bewertet. Unverzinsliche Forderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden bei Wesentlichkeit abgezinst. Fremdwährungsforderungen werden zum EUR-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank des Entstehungstages oder zum niedrigeren EUR-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank des Bilanzstichtages bewertet. Für alle erkennbaren Risiken werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet.
Sonstige Wertpapiere und Anteile werden mit den Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet.
Die latenten Steuern werden in der Bilanz entweder unter der Position aktive latente Steuern oder Steuerrückstellungen und in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Position Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ausgewiesen. Die Bilanzierung latenter Steuern basiert auf dem bilanzorientierten Konzept. Dabei sind aktive und passive Steuern verpflichtend zu bilanzieren, wenn temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Aktiva und Passiva in der Bilanz nach UGB im Vergleich zu den Wertansätzen nach den steuerlichen Vorschriften bestehen. Für aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge besteht grundsätzlich ein Ansatzwahlrecht, das von der OMV Aktiengesellschaft nicht ausgeübt wurde.
Der Nennbetrag der erworbenen eigenen Anteile wird gemäß § 229 Abs. 1a UGB offen vom Grundkapital abgezogen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten ist mit den Gewinnrücklagen verrechnet.
In der OMV Aktiengesellschaft gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen treffen die Gesellschaft nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt. Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen Rechnung getragen. Das Risiko im Zusammenhang mit diesen leistungsorientierten Pensionsplänen verbleibt bei OMV.
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Method (laufendes Einmalprämienverfahren) berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt. Die Darstellung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, die für das laufende Geschäftsjahr ermittelt werden, erfolgt im Rahmen der Gesamtbetrachtung im Personalaufwand bzw. im sonstigen betrieblichen Ertrag.
Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen sowie die Erträge aus dem Planvermögen werden im Finanzerfolg dargestellt.
Zahlungen für beitragsorientierte Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen sind im laufenden Personalaufwand ausgewiesen.
Verbindlichkeiten für Personallösungen sind mit dem Erfüllungsbetrag ausgewiesen, wenn dieser betragsmäßig fixiert ist und sich das Unternehmen der Leistung nicht mehr entziehen kann.
Verbindlichkeiten für Altersteilzeitblockmodelle sind für geleistete aber noch nicht entlohnte Arbeitszeit in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Rückstellungen und langfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bewertet, weshalb zukünftige Kostensteigerungen berücksichtigt sind. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind mit einem marktüblichen Zinssatz abgezinst. In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach der bestmöglichen Schätzung erforderlich sind.
Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum EUR-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank des Entstehungstages oder zum höheren EUR-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank des Bilanzstichtages bewertet.
Die mit Banken sowie mit Konzernunternehmen abgeschlossenen Fremdwährungsderivate bilden Bewertungseinheiten aus der Sicht der OMV Aktiengesellschaft; der bilanzielle Ausweis dieser Derivate erfolgt nicht in der OMV Aktiengesellschaft, sondern in den jeweiligen Konzerngesellschaften.
Anteilsbasierte Vergütungen
Long-Term-Incentive (LTI) Pläne
Im Konzern werden jährlich LTI-Pläne mit vergleichbaren Bedingungen für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte gewährt. Zum Ausübungszeitpunkt erfolgt die Zuteilung der Aktien an die Teilnehmer. Die Zahl der Bonusaktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die Leistungskriterien und ihre typische Gewichtung für die Vorstandsmitglieder sind in der Vergütungspolitik festgelegt und lauten seit 2022 wie folgt: Relative Total Shareholder Return (30%), Clean CCS (Current Cost of Supply) ROACE (40%), ESG-Ziele (30%). Basierend auf vorab definierten Kriterien (z.B. Todesfälle, Total Recordable Injury Rate (TRIR), Prozesssicherheit, auch im Branchenvergleich) wird auf die Gesamtzielerreichung der Vorstandsmitglieder ein Health & Safety Malus zwischen 0,8 und 1,0 angewendet. Bei schwerwiegenden Vorfällen kann der Vergütungsausschuss die Auszahlung auf Null reduzieren. Für Führungskräfte sind folgende Leistungskriterien seit 2022 anwendbar: Relative Total Shareholder Return (30%), Free Cash Flow (35%) und ESG-Ziele/Transformations-Ziele (35%). Die festgelegten Leistungskriterien dürfen während des Zeitraums des LTI-Plans nicht geändert werden. Um den Anreizcharakter des Programms zu erhalten, hat das zuständige Verwaltungsorgan jedoch die Möglichkeit, die Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte des freien Cashflows bei wesentlichen Änderungen der äußeren Einflussfaktoren wie Öl- und Gaspreise für Führungskräfte anzupassen. Die Anpassung ist in beide Richtungen möglich.
Die Auszahlung erfolgt in bar oder in Form von Aktien. Seit 2022 erfolgt die Auszahlung des OMV Petrom LTI Plans ausschließlich in Form von Aktien. Vorstand und Führungskräfte sind verpflichtet, ein angemessenes Ausmaß an Aktien an der Gesellschaft aufzubauen und bis zu ihrer Pensionierung oder ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen zu halten. Für Führungskräfte, die für zukünftige LTI-Pläne nicht mehr anspruchsberechtigt sind, aber noch in einem aufrechten Anstellungsverhältnis mit dem Unternehmen stehen, endet das Aktienbesitzerfordernis mit Auszahlung des letzten LTI-Plans. Das Aktienbesitzerfordernis ist als Prozentsatz des Bruttojahresgehalts für den Vorstand und als Prozentsatz der jeweiligen Ziel-Long Term Incentives für die Führungskräfte definiert. Vorstandsmitglieder müssen dieses Aktienbesitzerfordernis innerhalb von fünf Jahren nach der ersten diesbezüglichen Vereinbarung erfüllen. Bis zur Erfüllung des Aktienbesitzerfordernisses erfolgt die Auszahlung in Form von Aktien, während die Planteilnehmer danach zwischen Barzahlung und Zahlung in Form von Aktien entscheiden können. Solange das Aktienbesitzerfordernis nicht erfüllt ist, werden die gewährten Aktien nach Abzug von Steuern auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt.
Bei den auf Aktien basierenden Zahlungen werden die beizulegenden Zeitwerte zum Gewährungszeitpunkt als Aufwand über den dreijährigen Leistungszeitraum verteilt, bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals. Im Falle zu erwartender Barzahlungen wird für die erwarteten zukünftigen Kosten des LTI-Plans zum Bilanzstichtag auf Basis von beizulegenden Zeitwerten eine Rückstellung gebildet.
Für die Rückstellungsberechnung kommt ein Diskontierungssatz von 2,04% zur Anwendung (2024: 1,76%).
Long-Term-Incentive Pläne |
|
| Plan 2025 | Plan 2024 | Plan 2023 | Plan 2022 |
Planbeginn | 01.01.2025 | 01.01.2024 | 01.01.2023 | 01.01.2022 |
Ende Leistungszeitraum | 31.12.2027 | 31.12.2026 | 31.12.2025 | 31.12.2024 |
Anspruchstag | 31.03.2028 | 31.03.2027 | 31.03.2026 | 31.03.2025 |
Aktienbesitzerfordernis | | | | |
Vorstandsvorsitzender | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt |
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt |
Andere Vorstandsmitglieder | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt |
Führungskräfte | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive |
Details per Plan | | | | |
Aktienkurs (beizulegender Zeitwert) am Zuteilungsdatum | 44,54 | 47,50 | 42,17 | |
Eigenkapitalrücklage (in EUR 1.000) zum 31. Dezember 2025 | 3.193 | 7.267 | 7.579 | — |
Maximale Aktien zum 31. Dezember 2025 (OMV Konzern) | 873.502 | 820.964 | 646.340 | — |
Erwartete Aktien zum 31. Dezember 2025 (OMV Konzern) | 576.036 | 566.220 | 502.923 | — |
davon Ausgleich in Aktien | 215.071 | 229.481 | 179.735 | |
davon Ausgleich in bar | 360.965 | 336.739 | 323.188 | |
Beizulegender Zeitwert des Plans - Durchschnittsaktienkurs | 45,94 | 46,49 | 47,45 | — |
Beizulegender Zeitwert des Plans (in EUR 1.000) zum 31. Dezember 2025¹ (OMV Konzern) | 26.463 | 26.324 | 23.969 | — |
Rückstellungen (in EUR 1.000) zum 31. Dezember 20251 | 1.609 | 3.400 | 6.875 | — |
Equity Deferral
Das Equity Deferral (Aktienteil des Jahresbonus) dient als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, welches die Bindung an OMV und die Angleichung an Aktionärsinteressen fördert, indem die Interessen des Managements und der Aktionäre durch ein langfristiges Investment in Aktien mit eingeschränkter Verfügbarkeit zusammengeführt werden. Die Behaltedauer für das Equity Deferral ist drei Jahre ab dem Anspruchstag. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, dem Eingehen unangemessener Risiken vorzubeugen.
Die Leistungskriterien und ihre typische Gewichtung für den Vorstand sind in der Vergütungspolitik festgelegt und lauten wie folgt: Jahresüberschuss (40%), Free Cash Flow (30%), operatives Ziel (15%) und ESG-Ziel (15%). Basierend auf vorab definierten Kriterien (z.B. Todesfälle, TRIR, Prozesssicherheit, auch im Branchenvergleich) wird auf die Gesamtzielerreichung ein Health & Safety Malus zwischen 0,8 und 1,0 angewendet. Bei schwerwiegenden Vorfällen kann der Vergütungsausschuss die Auszahlung auf Null reduzieren.
Der Jahresbonus ist mit 180% des Zieljahresbonus begrenzt. Mindestens ein Drittel des Jahresbonus wird in Form von Aktien zugeteilt. Die Bonuserreichung wird am 31. März des Folgejahres festgestellt, wobei die Zielerreichung und der Aktienkurs am Bilanzstichtag geschätzt werden (letzterer auf Basis von Marktnotierungen).
Aufgrund der branchenspezifischen Volatilität der Rohstoffpreise und Marktbedingungen bieten die variablen Vergütungspläne dem Vergütungsausschuss gemäß der in der Öl- und Gasindustrie üblichen Praxis die Möglichkeit, für die finanziellen Ziele die Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte auf der Grundlage des Öl- bzw. Gaspreises sowie des tatsächlichen EUR/USD-Wechselkurses gegenüber den Annahmen, die zum Zeitpunkt der Zielvorgabe zugrunde gelegt wurden, anzupassen. Die Anpassung kann in beide Richtungen angewendet werden, wird vom Vergütungsausschuss festgelegt und im Vergütungsbericht veröffentlicht. Die gewährten Aktien werden nach Abzug von Steuern für einen Zeitraum von drei Jahren auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt.
Mitarbeiter-Aktienkaufprogramm
2025 initiierte OMV ein Mitarbeiter-Aktienkaufprogramm, eine aktienbasierte Vergütungsvereinbarung, das berechtigten Mitarbeitern den Kauf von Aktien zu einem vergünstigten Preis ermöglichte. Der Rabatt wurde von OMV übernommen und wird daher als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich ausgewiesen. OMV selbst erwarb oder stellte keine Aktien zur Verfügung und hielt für diesen Zweck auch keine eigenen Aktienbestände. Die Aktienkäufe und die anschließende Verwahrung erfolgten ausschließlich über ein externes Drittunternehmen.
Gesamte Aufwendungen
2025 wurden folgende Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen erfasst:
Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen |
In EUR 1.000 |
| 2025 | 20241 |
Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen | 6.267 | 4.933 |
davon in bar ausgezahlt | 1.827 | 924 |
davon Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente | 4.440 | 4.009 |
Erläuterungen zur Bilanz
Die Entwicklung des Anlagevermögens 2025 ist im Anlagespiegel dargestellt.
Am 3. März 2025 haben OMV und ADNOC eine verbindliche Vereinbarung über die Zusammenlegung ihrer Anteile an Borealis und Borouge in einem neuen Unternehmen, Borouge Group International, unterzeichnet. ADNOC hat außerdem mit Nova Chemicals Holding GmbH, einer indirekt vollständig im Besitz der Mubadala Investment Company P.J.S.C. befindlichen Gesellschaft, einen Aktienkaufvertrag über 100% von Nova Chemicals für USD 13,4 Mrd Unternehmenswert abgeschlossen. ADNOC und OMV haben vereinbart, dass Borouge Group International nach Abschluss des Zusammenschlusses Nova Chemicals erwerben und damit ihre Präsenz in Nordamerika ausbauen wird. Die Nova Chemicals-Transaktion wird durch Akquisitionsverbindlichkeiten finanziert, die am Kapitalmarkt refinanziert werden sollen.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden die Anteile an der Borealis AG in die OMV Downstream GmbH eingebracht. Danach wurde die Borealis AG in eine GmbH umgewandelt. Die von der OMV Downstream GmbH gehaltenen Anteile an der Borealis GmbH wurden in Folge zur Neugründung der Borouge Group International AG in diese abgespalten.
Der Beteiligungsabgang an der OMV Downstream GmbH ermittelt sich aus dem Verhältnis des beizulegenden Wertes des übertragenen Vermögens zum beizulegenden Wert des Gesamtvermögens der übertragenden Gesellschaft. Der Buchwert an der Tochtergesellschaft Borouge Group International AG wurde um den gleichen Betrag als Beteiligungszugang erhöht.
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen liegen in folgendem Umfang vor:
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen |
In EUR 1.000 |
| 2025 | 2024 |
Im nächsten Jahr | 265 | 247 |
In den nächsten fünf Jahren | 775 | 650 |
Ausleihungen |
In EUR 1.000 |
| 2025 | 2024 |
Inland | | |
OMV Exploration & Production GmbH | — | 400.000 |
OMV Downstream GmbH | 300.000 | 300.000 |
AP Truck Mobility GmbH | 9.000 | 12.000 |
Erste gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH | — | 1 |
Ausland | | |
OMV Deutschland GmbH | 150.000 | 100.000 |
Circular Feedstock Walldürn GmbH | 130.000 | 55.000 |
OMV Slovensko s.r.o. | 24.800 | 31.000 |
Borouge 4 LLC | 491.623 | — |
Gesamt | 1.105.423 | 898.001 |
Ausleihungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr belaufen sich auf insgesamt TEUR 459.000 (2024: TEUR 400.001).
Im Geschäftsjahr wurden neue Darlehen gewährt an: OMV Deutschland GmbH TEUR 50.000 und Circular Feedstock Walldürn GmbH TEUR 75.000. Das Darlehen an Borouge 4 LLC wurde von der Borealis GmbH übernommen.
In der Berichtsperiode wurden Darlehen an die OMV Exploration & Production GmbH in Höhe von TEUR 400.000, an die OMV Slovensko s.r.o. in Höhe von TEUR 6.200 sowie an die AP Truck Mobility GmbH in Höhe von TEUR 3.000 getilgt.
2 | Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände |
In EUR 1.000 |
| 2025 | 2024 |
| ≤1 Jahr | >1 Jahr | ≤1 Jahr | >1 Jahr |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 383 | — | 380 | — |
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | 1.822.570 | — | 1.573.221 | — |
davon aus Lieferungen und Leistungen | 57.349 | — | 29.493 | — |
davon aus Finanzierung | 14.243 | — | 25.421 | — |
davon aus Gewinnübernahmen | 1.514.101 | — | 1.127.432 | — |
davon sonstige | 236.877 | — | 390.875 | — |
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 7 | — | — | — |
davon aus Lieferungen und Leistungen | 7 | — | — | — |
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 6.351 | — | 24.569 | — |
Gesamt | 1.829.311 | — | 1.598.170 | — |
Die Sonstigen Forderungen beinhalten eine Forderung an das Finanzamt in Höhe von TEUR 1.099 (2024: TEUR 17.311) und eine Forderung für abgegrenzte Bankzinsen in Höhe von TEUR 4.819 (2024: TEUR 6.696). Diese Erträge werden erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam.
Latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlichen Bewertungsregeln und unterschiedlichen Verteilungsnormen. Aufgrund ausreichender zu versteuernder Gruppenergebnisse in der Zukunft wurden im Geschäftsjahr aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 2.759 (2024: TEUR 2.900) angesetzt.
Die Bewertung der latenten Steuern zum 31. Dezember 2025 erfolgt mit dem im Körperschaftsteuergesetz vorgesehenen Steuersatz von 23%.
Das Wahlrecht zum Ansatz der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge wird nicht ausgeübt.
Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 327.272.727 (2024: 327.272.727) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von EUR 327.272.727 (2024: EUR 327.272.727). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2025 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien.
Kapitalrücklagen wurden bei der OMV Aktiengesellschaft durch Mittel gebildet, die der OMV Aktiengesellschaft von ihren Anteilseignern aufgrund ihrer Eigentümerstellung über das Grundkapital zugeführt wurden.
Eigene Anteile: Auf Basis der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 28. Mai 2024 und der Genehmigung des Aufsichtsrats führte die OMV Aktiengesellschaft im März 2025 ein Aktienrückerwerbsprogramm durch. Das Volumen des Rückerwerbsprogramms belief sich auf bis zu 300.000 Aktien und wurde vollständig ausgenutzt. Der Rückerwerb erfolgte ausschließlich über die Wiener Börse und diente der Erfüllung von Verpflichtungen der Gesellschaft aus Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere Long-Term-Incentive-Plänen, Annual Bonus (Equity Deferrals) oder sonstigen Beteiligungsprogrammen.
In der Hauptversammlung vom 27. Mai 2025 wurde der Vorstand ermächtigt:
1. gemäß § 65 Abs. 1 Z 8 AktG auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 5% des Grundkapitals der Gesellschaft,
2. während einer Geltungsdauer von 15 Monaten ab dem Tag der Beschlussfassung der Hauptversammlung,
3. zu einem niedrigsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 30% unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage vor dem jeweiligen Rückkauf der Aktien liegen darf, und einem höchsten Gegenwert je Aktie, der höchstens 20% über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage vor dem jeweiligen Rückkauf der Aktien liegen darf,
mit der Zustimmung des Aufsichtsrats zu erwerben, wobei allfällige Erwerbe so auszuüben sind, dass die Gesellschaft zu keinem Zeitpunkt mehr als 1.300.000 Stück eigene Aktien hält.
Der Erwerb kann über die Börse, im Wege eines öffentlichen Angebots oder auf eine jede sonstige gesetzlich zulässige Weise und zum Zweck der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, erfolgen.
Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats aber ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen und der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen.
In der Hauptversammlung vom 27. Mai 2025 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, somit bis einschließlich 26. Mai 2030, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
Auf Basis der bestehenden Ermächtigung der Hauptversammlung vom 27. Mai 2025 und mit der Genehmigung des Aufsichtsrats führte die OMV Aktiengesellschaft, einen begrenzten Aktienrückerwerb durch. Dieser begann am 3. November 2025 und wurde am 21. November 2025 abgeschlossen. Das Volumen des Rückerwerbsprogramms belief sich auf bis zu 1.000.000 auf Inhaber lautende Stückaktien und wurde vollständig ausgeübt. Der Rückerwerb erfolgte ausschließlich über die Wiener Börse und dient der Erfüllung von Verpflichtungen der Gesellschaft aus Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere Long-Term-Incentive-Plänen, Annual Bonus (Equity Deferrals) oder sonstigen Beteiligungsprogrammen.
Der Nennbetrag der erworbenen eigenen Anteile wird gemäß § 229 Abs. 1a UGB offen vom Grundkapital abgezogen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten ist mit den Gewinnrücklagen verrechnet.
Die eigenen Anteile entwickelten sich in den Berichtsperioden wie folgt:
Eigene Anteile |
| Anzahl der Aktien | in EUR 1.000 |
1. Jänner 2024 | 142.007 | 1.569 |
Abgang | –84.678 | –929 |
31. Dezember 2024 | 57.329 | 640 |
| | |
Rückkauf eigener Aktien | 1.300.000 | 62.095 |
Abgang | –85.659 | –3.485 |
31. Dezember 2025 | 1.271.670 | 59.251 |
Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile |
| Anzahl der Aktien | Eigene Anteile | Im Umlauf befindliche Anteile |
1. Jänner 2024 | 327.272.727 | 142.007 | 327.130.720 |
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen | — | –84.678 | 84.678 |
31. Dezember 2024 | 327.272.727 | 57.329 | 327.215.398 |
Rückkauf eigener Aktien | — | 1.300.000 | –1.300.000 |
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen | — | –85.659 | 85.659 |
31. Dezember 2025 | 327.272.727 | 1.271.670 | 326.001.057 |
Die Bildung des Sozialkapitals erfolgt nach dem laufenden Einmalprämienverfahren. Die Anwartschaften für wertgesicherte Pensionszusagen wurden an die außerbetriebliche APK-Pensionskasse AG übertragen. Grundsätzlich sind die Ansprüche bei leistungsorientierten Pensionsplänen vom Dienstalter und dem Durchschnitt der Bezüge der letzten fünf Kalenderjahre abhängig. Die Pensionspläne erfordern keine Beitragsleistungen von den Mitarbeitern.
Die Entwicklung der leistungsorientierten Pläne und Jubiläumsgeldrückstellung stellt sich wie folgt dar:
Entwicklung leistungsorientierter Pläne und Jubiläumsgeldverpflichtungen |
In EUR 1.000 |
| 2025 | 2024 |
| Pensions- pläne | Abferti- gung | Jubiläums- geld | Pensions- pläne | Abferti- gung | Jubiläums- geld |
Barwert der über einen Fonds finanzierten Verpflichtung | 103.562 | — | — | 111.520 | — | — |
Marktwert des Planvermögens | –60.356 | — | — | –58.973 | — | — |
Rückstellung der über einen Fonds finanzierten Verpflichtung | 43.206 | — | — | 52.547 | — | — |
Barwert der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtung | — | 7.207 | 7.232 | — | 9.797 | 7.733 |
Rückstellung der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtung | — | 7.207 | 7.232 | — | 9.797 | 7.733 |
Rückstellung zum 1.1. | 52.547 | 9.797 | 7.733 | 59.796 | 10.940 | 8.458 |
Periodenaufwand | –4.731 | –415 | –261 | –2.274 | 465 | –379 |
Fondsdotierung | –4.610 | — | — | –4.975 | — | — |
Auszahlungen | — | –2.625 | –261 | — | –1.785 | –263 |
Konzernübertrag | — | 450 | 21 | — | 177 | –83 |
Rückstellung zum 31.12. | 43.206 | 7.207 | 7.232 | 52.547 | 9.797 | 7.733 |
Zinsaufwand | 1.895 | 140 | 140 | 1.733 | 163 | 134 |
Laufender Dienstzeitaufwand | — | 304 | 506 | — | 370 | 587 |
Erwartete Erträge aus dem Planvermögen | –2.423 | — | — | –2.672 | — | — |
Realisierung versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (–) | –4.203 | –859 | –907 | –1.335 | –68 | –1.100 |
Periodenaufwand | –4.731 | –415 | –261 | –2.274 | 465 | –379 |
Annahmen zur Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtungen und Jubiläumsgeldverpflichtungen zum 31. Dezember:
Annahmen zur Berechnung |
| 2025 | 2024 |
| Pensions- pläne | Abferti- gungen | Jubiläen | Pensions- pläne | Abferti- gungen | Jubiläen |
Kapitalmarktzinssatz | 2,02% | 1,90% | 2,11% | 1,74% | 1,64% | 1,83% |
Gehaltstrend | — | 4,00% | 4,00% | — | 5,50% | 5,50% |
Pensionstrend | 2,25% | — | — | 2,50% | — | — |
Langfristige Planvermögensrendite | 3,50% | — | — | 4,30% | — | — |
Für die Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ-2018 P – Angestellte – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung zugrunde gelegt.
Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden altersspezifisch bzw. abhängig vom Dienstalter geschätzt. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach dem frühestmöglichen Pensionsantrittsalter gemäß den gesetzlichen Bestimmungen des ASVG in geltender Fassung.
Unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 „Personalrückstellungen (UGB)“ wurde für die Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung der jeweilige Durchschnittszinssatz aus dem Zinssatz des aktuellen Stichtags und den Zinssätzen der 6 vorangegangenen Abschlussstichtage anhand der jeweiligen durchschnittlichen Restlaufzeit der Gesamtverpflichtung ermittelt.
Veranlagung des Planvermögens zum 31. Dezember |
| 2025 | 2024 |
| VRG IV Österreich | VRG VI Österreich | VRG IV Österreich | VRG VI Österreich |
Vermögenskategorien | | | | |
Anteilswertpapiere | 20,29% | 20,58% | 20,53% | 20,27% |
Schuldverschreibungen | 54,31% | 49,21% | 54,02% | 51,73% |
Liquide Mittel und Geldmarktveranlagungen | 2,44% | 2,15% | 3,24% | 3,44% |
Sonstige | 22,96% | 28,06% | 22,21% | 24,56% |
Gesamt | 100,00% | 100,00% | 100,00% | 100,00% |
Ziele der Investitionspolitik sind ein optimierter Aufbau des Planvermögens und die jederzeitige Deckung der bestehenden Ansprüche. Die Veranlagung des Planvermögens in Österreich wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse AG u.a. die Bandbreite der Asset-Allokation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Das Planvermögen ist hauptsächlich in Schuldverschreibungen und Aktien veranlagt. Alternative-Veranlagungen hierunter Immobilien können bis zu 25% des Planvermögens ausmachen. Mit der Ausnahme der Alternative-Veranlagungen, ist der Großteil des Planvermögens in liquiden aktiven Märkten investiert, an welchen Preisnotierungen existieren. Der Einsatz neuer Instrumente oder eine Erweiterung der Fondspalette ist vom Vorstand der APK-Pensionskasse AG zu genehmigen. Sowohl im Bereich der Anteilswertpapiere als auch der Schuldverschreibungen erfolgt die Diversifikation global, wobei jedoch die Schuldverschreibungen schwerpunktmäßig auf EUR lauten oder EUR gesichert sind.
Das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogruppen VRG IV und VRG VI ist in internationale Aktien und Anleihenfonds, alternative Veranlagungsstrategien (Absolute Return Strategien, Immobilien und Private Equity) sowie Anlagen auf dem Geldmarkt investiert. Das langfristige Investitionsziel der VRG IV und VRG VI ist es, die Benchmark (20% globale Aktien, 50% globale Anleihen, 5% Cash, 5% Alternatives & Infrastruktur, 15% Immobilien und 5% Private Equity) zu übertreffen und ihre bestehenden und künftigen Anspruchszahlungen zu decken. Das Vermögen der VRG IV und VRG VI ist gemäß § 25 des österreichischen Pensionskassengesetzes so veranlagt, dass die Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des der VRG IV und VRG VI zugeordneten Vermögens insgesamt gewährleistet ist. Eine zur Benchmark abweichende Asset Allokation oder regionale Allokation ist erlaubt, wenn dies nach Beurteilung der APK durch die aktuellen Bewertungen oder zukünftigen erwarteten Renditen begründet ist. Für alle Asset Klassen können Investmentvehikel, die nach einem aktiven Ansatz verwaltet werden, eingesetzt werden, wenn dies durch Markteigenschaften oder Kosten-/Nutzenerwägungen begründet werden kann. Der Großteil des Vermögens der VRG IV und VRG VI wird in liquiden aktiven Märkten investiert, an welchen Preisnotierungen existieren. Vermögenswerte, für die keine aktive Marktpreisnotierung vorhanden ist (z.B. bestimmte Immobilien und Absolute-Return-Strategien), können auf vorsichtigem Niveau gehalten werden, wenn das Rendite-/Risikoprofil solcher Vermögenswerte als günstig erachtet wird. Das Risiko wird aktiv gesteuert und es wird allgemein erwartet, dass die Volatilität und vor allem das Downsiderisiko niedriger sein werden als jenes der Benchmark.
Für leistungsorientierte Pläne für das Jahr 2025 werden im Jahr 2026 Zahlungen im Ausmaß von TEUR 5.803 (2024: TEUR 5.568) an die APK-Pensionskasse AG erwartet.
In der Position Steuerrückstellungen ist eine Körperschaftsteuerrückstellung für die Nachversteuerung von Verlusten ausländischer Gruppenmitglieder auf Gruppenträger-Ebene in Höhe von TEUR 26.015 (2024: TEUR 26.015) enthalten.
Die sonstigen Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:
Sonstige Rückstellungen |
In EUR 1.000 |
| 2025 | 2024 |
Personalrückstellungen | 53.692 | 46.874 |
Übrige Rückstellungen | 4.470 | 2.621 |
Gesamt | 58.161 | 49.495 |
Die Personalrückstellungen enthalten eine Rückstellung für den Long Term Incentive Plan in Höhe von TEUR 11.884 (2024: TEUR 4.563); der darin enthaltene Anteil mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde mit einem Zinssatz von 2,04% abgezinst (2024: 1,76%).
Darüber hinaus beinhaltet die Position Sonstige Rückstellungen keine langfristigen Rückstellungen.
Verbindlichkeiten |
In EUR 1.000 |
| 2025 | 2024 |
| ≤1 Jahr | >1 Jahr | ≤1 Jahr | >1 Jahr |
Anleihen | 1.000.000 | 7.750.000 | 500.000 | 7.750.000 |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 100.003 | — | 5.956 | 100.000 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 37.845 | — | 51.238 | — |
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 3.984.965 | — | 3.457.116 | — |
davon aus Lieferungen und Leistungen | 17.196 | — | 5.089 | — |
davon aus Finanzierung | 2.542.893 | — | 1.846.051 | — |
davon aus Cash Pooling | 1.284.294 | — | 1.422.962 | — |
davon sonstige | 140.582 | — | 183.015 | — |
Sonstige Verbindlichkeiten | 193.099 | 13.327 | 210.437 | 12.144 |
davon aus Steuern | 124.079 | — | 142.626 | — |
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (inklusive Personallösungen) | 5.984 | 10.894 | 6.693 | 11.869 |
Gesamt | 5.315.912 | 7.763.327 | 4.224.746 | 7.862.144 |
Im Geschäftsjahr 2025 wurde eine Anleihe in Höhe von TEUR 1.000.000 in zwei Tranchen zu je TEUR 500.000 begeben und die im Jahr 2019 begebene Anleihe in Höhe von TEUR 500.000 rückbezahlt.
Im September 2024 wurde eine Anleihe in Höhe von TEUR 1.000.000 in zwei Tranchen von je TEUR 500.000 begeben und eine 2020 begebene Anleihe in Höhe von TEUR 500.000 getilgt.
Am 8. August 2025 veröffentlichte OMV an der Luxemburger Börse die Mitteilung über die vorzeitige Rückzahlung und übte damit das Recht aus, die am 7. Dezember 2015 emittierte zweite Tranche der Hybridanleihe über EUR 750 Mio zu kündigen und zurückzuzahlen. Diese wurde bis zur Kündigung und Tilgung mit einem festen Zinssatz von 6,250% verzinst.
Im Geschäftsjahr 2024 hat die OMV die Hybridschuldverschreibung im Gesamtvolumen von TEUR 500.000, welche am 19. Juni 2018 begeben wurde, mit Wirkung zur ersten Kündigungsmöglichkeit, zum 17. Juni 2024 gekündigt und zu ihrem Nennbetrag zuzüglich Zinsen zurückgezahlt. Die Hybridschuldverschreibung wurde bis zur Kündigung und Tilgung mit einem festen Zinssatz von 2,875% verzinst.
Im September 2020 begab OMV weitere Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von TEUR 1.250.000. Tranche 1 in Höhe von TEUR 750.000 wird bis zum 1. September 2026 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 2,5% und Tranche zwei in Höhe von TEUR 500.000 bis zum 1. September 2029 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 2,875% verzinst.
Am 30. Juni 2025 begab OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von TEUR 750.000, welche bis zum 30. Dezember 2030 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 4,3702% verzinst werden.
Die Position Verbindlichkeiten aus Finanzierung gegenüber verbundenen Unternehmen beinhaltet kurzfristige Aufnahmen (Geldmarktgeschäfte) von diversen Tochtergesellschaften im Rahmen des Liquiditätsmanagements der OMV Gruppe.
Begebene Anleihen |
| Nominale | Kupon | Begebung | Rückzahlung |
Internationale Industrieanleihe | EUR 1.000.000.000 | 1,00% fix | Dezember 2017 | 14.12.2026 |
| EUR 750.000.000 | 3,50% fix | September 2012 | 27.09.2027 |
| EUR 500.000.000 | 2,00% fix | April 2020 | 09.04.2028 |
| EUR 500.000.000 | 1,875% fix | Dezember 2018 | 04.12.2028 |
| EUR 750.000.000 | 0,75% fix | Juni 2020 | 16.06.2030 |
| EUR 500.000.000 | 3,25% fix | September 2024 | 04.09.2031 |
| EUR 750.000.000 | 2,375% fix | April 2020 | 09.04.2032 |
| EUR 500.000.000 | 3,125% fix | November 2025 | 10.11.2033 |
| EUR 500.000.000 | 1,00% fix | Juli 2019 | 03.07.2034 |
| EUR 500.000.000 | 3,75% fix | September 2024 | 04.09.2036 |
| EUR 500.000.000 | 3,875% fix | November 2025 | 10.11.2040 |
| | | | |
Hybridanleihe | EUR 750.000.000 | | September 2020 | |
| EUR 500.000.000 | | September 2020 | |
| EUR 750.000.000 | | Juni 2025 | |
Gesamt | EUR 8.750.000.000 | | | |
In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind in Höhe von TEUR 341 (2024: TEUR 331) solche enthalten, deren Begleichung im Rahmen einer Lieferkettenfinanzierung an ein Kreditinstitut erfolgt.
Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten unter anderem Zinsen für Anleihen in Höhe von TEUR 61.670 (2024: TEUR 59.458) und Personallösungskosten in Höhe von TEUR 14.151 (2024: TEUR 15.945). Diese Aufwendungen werden erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam.
In den Verbindlichkeiten größer als ein Jahr sind folgende Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren enthalten: eine Verbindlichkeit aus Anleihen über TEUR 5.250.000 (2024: TEUR 5.000.000), Verbindlichkeiten aus Personallösungen in Höhe von TEUR 1.834 (2024: TEUR 2.161) sowie Verbindlichkeiten aus Altersteilzeit in Höhe von TEUR 224 (2024: TEUR 26).
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse |
In EUR 1.000 |
| 2025 | 2024 |
Inland | 249.986 | 238.893 |
Ausland | 46.508 | 50.579 |
Gesamt | 296.494 | 289.472 |
Die Umsatzerlöse bestehen aus den an die Konzerngesellschaften verrechneten Konzernumlagen, Erlösen aus den für Konzerngesellschaften wahrgenommenen operativen Aufgaben und für den Konzern erbrachten Servicedienstleistungen in den Bereichen IT, Rechnungswesen, Personalwesen, Facility Management und betriebliche Medizin.
8 | Sonstige betriebliche Erträge
Sonstige betriebliche Erträge |
In EUR 1,000 |
| 2025 | 2024 |
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen | 24 | 0 |
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 5.411 | 4.616 |
Übrige | 1.046 | 802 |
Gesamt | 6.481 | 5.419 |
Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren aus der Auflösung von Rückstellungen für Personal in Höhe von TEUR 5.411 (2024: TEUR 4.616). In der Position Übrige sind unter anderem der Mitarbeiteranteil aus der Betriebskantine, diverse Bonifikationen und Funktionsentschädigungen enthalten.
9 | Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen |
In EUR 1.000 |
| 2025 | 2024 |
Materialaufwand | 121 | 163 |
Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen | 58.251 | 68.110 |
Gesamt | 58.372 | 68.272 |
Die Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen umfassen im Wesentlichen von Dritten zugekaufte Fremdleistungen in Höhe von TEUR 7.863 (2024: TEUR 6.738) und sonstige Leistungen von OMV Petrom Global Solutions SRL in Höhe von TEUR 6.578 (2024: TEUR 6.996). Für die Servicierung von Software wurden Fremdleistungen in Höhe von TEUR 42.196 (2024: TEUR 52.724) zugekauft.
In den Aufwendungen für Gehälter sind Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen enthalten. Wir verweisen diesbezüglich auf die Tabelle „Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen“ im Abschnitt Long Term Incentive (LTI) Pläne und Equity Deferral des Jahresbonus.
Im Geschäftsjahr ergab sich ein Ertrag aus der Auflösung der Rückstellung für Jubiläumsgelder in Höhe von TEUR 261 (2024: TEUR 379) welcher unter dem Punkt Sonstige betriebliche Erträge enthalten ist.
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sowie Altersversorgung |
In EUR 1.000 |
| 2025 | 2024 |
Aufwendungen für Abfertigungen | 694 | 974 |
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen | 1.996 | 1.908 |
Beitragsorientierter Pensionsaufwand | 5.653 | 5.163 |
Leistungsorientierter Pensionsaufwand | 2.349 | 37 |
Gesamt | 10.692 | 8.082 |
In der Position Aufwendungen für Abfertigungen sind TEUR 694 (2024: TEUR 672) und in der Position Leistungsorientierter Pensionsaufwand sind TEUR 2.278 (2024: Ertrag TEUR 42) für Personallösungen enthalten.
Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung verteilen sich folgendermaßen:
Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung |
In EUR 1.000 |
| 2025 | 2024 |
| Abfertigungen | Pensionspläne | Abfertigungen | Pensionspläne |
Vorstände und ehemalige Vorstände | 176 | 911 | 186 | 926 |
Leitende Angestellte | 428 | 484 | 427 | 449 |
Andere Arbeitnehmer | 2.945 | 10.810 | 2.337 | 5.160 |
Versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (–) | –859 | –4.203 | –68 | –1.335 |
11 | Sonstige betriebliche Aufwendungen
Sonstige betriebliche Aufwendungen |
In EUR 1.000 |
| 2025 | 2024 |
Steuern, soweit sie nicht unter Z 16 (Steuern vom Einkommen und Ertrag) fallen | 1.949 | 1.189 |
Übrige | 117.916 | 98.318 |
Gesamt | 119.865 | 99.507 |
In der Position Steuern sind zum Großteil Gebühren für die Finanzmarktaufsicht enthalten. Im übrigen Aufwand sind unter anderem enthalten: Konzernverrechnungen von TEUR 22.335 (2024: TEUR 21.198), Werbeaufwand TEUR 7.137 (2024: TEUR 14.510), Rechts- und Beratungskosten TEUR 61.087 (2024: TEUR 35.287), Mietaufwand TEUR 1.847 (2024: TEUR 1.818), Versicherungsaufwand TEUR 1.770 (2024: TEUR 2.410), Nachrichtenaufwand TEUR 6.078 (2024: TEUR 5.945), Personalbeistellungen TEUR 825 (2024: TEUR 1.040), Reiseaufwand TEUR 1.529 (2024: TEUR 2.839), Instandhaltungsaufwand TEUR 1.701 (2024: TEUR 1.582) und Mitgliedsbeiträge TEUR 1.885 (2024: TEUR 1.903).
Bezüglich der auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer verweisen wir auf den OMV Konzernabschluss.
12 | Erträge und Aufwendungen im Finanzergebnis
Von den Beteiligungserträgen in Höhe von TEUR 1.930.890 (2024: TEUR 1.640.382) resultieren TEUR 1.514.101 (2024: TEUR 1.127.432) aus Ergebnisabführungsverträgen, TEUR 411.121 (2024: TEUR 507.452) aus Dividenden von verbundenen Unternehmen und TEUR 5.668 (2024: TEUR 5.499) aus sonstigen Beteiligungserträgen. Ergebnisabführungsverträge zum 31. Dezember 2025 liegen für folgende Gesellschaften vor: OMV Solutions GmbH, OMV Exploration & Production GmbH, OMV Downstream GmbH und OMV Gas Logistics Holding GmbH.
Die Position Erträge aus Finanzanlagen beinhaltet Zuschreibungen zu Beteiligungen in Höhe von TEUR 150 (2024: TEUR 89.070); davon TEUR 150 (2024: TEUR Null) zu KIC InnoEnergy SE, TEUR Null (2024: TEUR 68.770) zu OMV Gas Logistics Holding GmbH sowie TEUR Null (2024: TEUR 20.300) zu OMV Solutions GmbH.
Die Aufwendungen aus Finanzanlagen enthalten außerplanmäßige Abschreibungen im Zusammenhang mit der OMV Solutions GmbH in Höhe von TEUR 32.663 (2024: TEUR Null), der OMV Gas Logistics Holding GmbH in Höhe von TEUR 138.839 (2024: TEUR Null) sowie eine außerplanmäßige Abschreibung im Zusammenhang mit der KIC InnoEnergy SE in Höhe von TEUR Null (2024: TEUR 1.230). Ebenso war in dieser Position im Geschäftsjahr 2024 ein Verlust aus dem Abgang der Beteiligung an der OMV Beteiligungsverwaltungs GmbH in Höhe von TEUR 2 enthalten.
13 | Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Steuern vom Einkommen und Ertrag |
In EUR 1.000 |
| 2025 | 2024 |
Laufende Steuern | 50.915 | –64.537 |
davon | | |
Verwendung/Dotierung Rückstellung für zukünftige Steuerumlagezahlungen für österreichische Gruppenmitglieder | –1.929 | –3.905 |
Steuerumlage Gruppenmitglieder | 65.245 | –73.865 |
Körperschaftsteueraufwand Gruppe | 176 | 10.046 |
Steuerumlage Gruppenmitglieder aus Vorjahren | –15.135 | 3.187 |
Körperschaftsteueraufwand Gruppe aus Vorjahren | 2.558 | — |
| | |
Latente Steuern | 245 | –481 |
Gesamt | 51.161 | –65.018 |
Der ausgewiesene latente Steueraufwand in Höhe von TEUR 245 (2024: latenter Steuerertrag in Höhe von TEUR 481) betrifft im Wesentlichen die Aktivierung werthaltiger latenter Steuern.
Mit Wirkung ab 1. Jänner 2005 besteht eine Unternehmensgruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz (KStG) mit der OMV Aktiengesellschaft als Gruppenträgerin. In der Unternehmensgruppe werden die steuerpflichtigen Ergebnisse aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften sowie allfällige Verluste einer ausländischen Tochtergesellschaft (OMV AUSTRALIA PTY LTD) zusammengefasst. Im Rahmen der Gruppenbesteuerung erhält die OMV Aktiengesellschaft von jenen Gruppenmitgliedern, die im Wirtschaftsjahr ein positives Einkommen erzielen, eine Steuerumlage in Höhe der auf diesen Gewinn entfallenden Körperschaftsteuer. An jene Gruppenmitglieder mit einem Beteiligungsausmaß von 100%, die im Wirtschaftsjahr einen steuerlichen Verlust erzielen, entrichtet die OMV Aktiengesellschaft eine Steuerumlage in Höhe von 23% bzw. den jeweils gültigen Körperschaftsteuersatz des überrechneten steuerlichen Verlusts. Für Gruppenmitglieder mit einem Beteiligungsausmaß von unter 100% erfolgt eine Verlustzuweisung in einen internen Verlustvortrag der Gesellschaft. Es bestehen mit allen Gruppenmitgliedern Steuerumlageverträge.
Mit dem 31.12.2023 ist in Österreich das Mindestbesteuerungsgesetz in Kraft getreten. Die gesetzlichen Vorschriften sind erstmals im Geschäftsjahr 2024 auf die OMV Aktiengesellschaft als oberste Muttergesellschaft anwendbar. Auf Basis der Jahresabschlussdaten wurden detaillierte Safe Harbour Berechnungen durchgeführt, für Österreich wurde darüber hinaus eine detaillierte Berechnung des effektiven Steuersatzes vorgenommen. Im Jahr 2025 ist bei der OMV Aktiengesellschaft weder durch die nationale Ergänzungssteuer, noch die Primärergänzungssteuer ein zusätzlicher Steueraufwand angefallen. Daher ergeben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Die OMV Aktiengesellschaft wendet die verpflichtende temporäre Ausnahmeregelung hinsichtlich der Bilanzierung latenter Steuern und der Offenlegung von Informationen über latente Steuern im Zusammenhang mit der globalen Mindeststeuer an.
Ergänzende Angaben
14 | Zinsmanagement und Derivate
Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Vergleichskennzahlen festgelegt und bei Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert.
Fallweise werden festverzinsliche Kredite mittels Zinsswaps in variable Kredite oder vice versa umgewandelt. Die letzte Zinssicherung ist im Jahr 2015 ausgelaufen, danach wurden keine weiteren Zinsderivate mehr abgeschlossen.
Die Gesellschaft sichert bei Bedarf entsprechende Fremdwährungsrisiken für die Gesellschaft selbst sowie für Konzerngesellschaften ab. Die OMV Aktiengesellschaft hat Derivate mit Banken abgeschlossen und diese teilweise an Konzerngesellschaften weitergegeben. Die Hauptpositionen per 31. Dezember 2025 betreffen den EUR-USD Wechselkurs. Mit den Devisentermingeschäften wurde der Zeitraum bis Juni 2027 abgesichert.
Per 31. Dezember gab es zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos für die Konzerngesellschaften folgende Transaktionen, welche aufgrund der Bildung von Bewertungseinheiten in der OMV Aktiengesellschaft nicht angesetzt werden:
Währungsderivate: Forwards |
In EUR 1.000 |
| 2025 | 2024 |
| Beizulegender Zeitwert | Beizulegender Zeitwert |
| Nominale | aktiv | passiv | Bilanz- ansatz | Nominale | aktiv | passiv | Bilanz- ansatz |
EUR/CZK | 8.023 | 13 | –13 | – | 16.203 | 16 | –16 | – |
EUR/GBP | 35.040 | 51 | –49 | – | 46.607 | 49 | –46 | – |
EUR/HUF | 24.541 | 67 | –67 | – | 61.898 | 183 | –181 | – |
EUR/USD | 222.201 | 270 | –261 | – | 87.015 | 404 | –400 | – |
USD/CZK | 309 | 1 | –1 | – | — | – | — | – |
USD/NOK | 44 071 | 93 | –92 | – | – | – | — | – |
USD/RON | — | – | — | – | 99.514 | 72 | –69 | – |
NZD/USD | 10.203 | 5 | –5 | – | — | – | — | – |
Gesamt | 344.387 | 502 | –487 | — | 311.237 | 724 | –711 | — |
Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird retrospektiv auf Basis des Wechselkurses des Sicherungsgeschäftes und der Korrelation mit dem Wechselkurs des dazugehörigen Grundgeschäftes ermittelt. Dabei wird die Kursdifferenz aus dem Grundgeschäft durch die Kursdifferenz aus dem Sicherungsgeschäft ausgeglichen. Prospektiv erfolgt die Effektivitätsmessung durch Überprüfung der Übereinstimmung der Critical Terms zwischen Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft (Critical Term Match).
Ohne Bildung von Bewertungseinheiten wären aufgrund des imparitätischen Bewertungsprinzips Drohverlustrückstellungen in Höhe des passiven Marktwertes von TEUR 487 (2024: TEUR 711) zu bilden gewesen.
Zur Liquiditätssteuerung verwendet die OMV Aktiengesellschaft Devisenswaps.
Die Hauptpositionen per 31. Dezember 2025 betreffen den EUR-NOK, NZD-USD und USD-NOK Wechselkurs. Mit den Devisenswaps wurde der Zeitraum bis März 2026 abgesichert.
Per 31. Dezember gab es für die OMV Aktiengesellschaft folgende Transaktionen:
Währungsderivate: FX Swaps |
In EUR 1.000 |
| 2025 | 2024 |
| Nominale | Beizulegender Zeitwert | Bilanzansatz | Nominale | Beizulegender Zeitwert | Bilanzansatz |
FX Swap EUR-CZK | — | — | — | 5.174 | 12 | — |
FX Swap EUR-HUF | — | — | — | 10.939 | 2 | — |
FX Swap EUR-NOK | 644.701 | –2.608 | –2.877 | 801.467 | –604 | –2.621 |
FX Swap USD-NOK | 135.101 | 1.281 | — | — | — | — |
FX Swap NZD-USD | 150.638 | –1.546 | –1.546 | — | — | — |
FX Swap EUR-USD | 499 | –47 | –47 | 230.127 | 906 | — |
Der beizulegende Zeitwert (Tageswert) der derivativen Finanzinstrumente spiegelt den geschätzten Betrag wider, den OMV zahlen oder erhalten müsste, wenn diese Transaktion am Bilanzstichtag geschlossen würde. Für die Schätzung der Tageswerte von Finanzinstrumenten zum Bilanzstichtag werden Preisanbote von Banken oder entsprechende Preismodelle verwendet. Bei diesen Modellen werden die zum Bilanzstichtag geltenden Terminpreise und Wechselkurse sowie Volatilitätskennzahlen zur Preisberechnung herangezogen. Der Bilanzansatz erfolgt unter den sonstigen Rückstellungen.
15 | Organe, Arbeitnehmer, Related Parties
Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug:
Durchschnitt |
| 2025 | 2024 |
Angestellte | 946 | 955 |
Gesamt | 946 | 955 |
Die Vorstandsbezüge der OMV Aktiengesellschaft verteilen sich wie folgt:
Vorstandsbezüge der aktiven Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2025 |
In EUR 1.000 |
| 2025 |
| Stern | Florey | Gaso | van Koten | Gesamt |
Kurzfristige Vergütungen | 2.163 | 1.804 | 1.276 | 1.316 | 6.560 |
Fixer Bezug (Grundbezug) | 1.131 | 925 | 604 | 657 | 3.317 |
Variabel (Barbonifikation)1 | 1.019 | 867 | 618 | 630 | 3.134 |
Sachbezüge2 | 13 | 12 | 543 | 294 | 108 |
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 283 | 231 | 151 | 164 | 829 |
Pensionskassenbeiträge | 283 | 231 | 151 | 164 | 829 |
Anteilsbasierte Vergütungen | 1.610 | 975 | 384 | 609 | 3.597 |
Variabel (Equity Deferral 2024) | 845 | 718 | 384 | 392 | 2.339 |
Variabel (LTIP 2022) | 765 | 258 | — | 236 | 1.259 |
Vorstandsbezüge | 4.056 | 3.011 | 1.811 | 2.109 | 10.986 |
Vorstandsbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2025 |
In EUR 1.000 |
| 2025 |
| Pleininger3 | Skvortsova4 | Seele5 | Vlad6 | Gesamt |
Kurzfristige Vergütungen | — | 2 | — | 995 | 997 |
Fixer Bezug (Grundbezug) | — | — | — | 352 | 352 |
Fixer Bezug (Einmalige Kompensationszahlung) | — | — | — | — | — |
Variabel (Barbonifikation)1 | — | — | — | 589 | 589 |
Sachbezüge2 | — | 2 | — | 547 | 56 |
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | — | — | — | 154 | 154 |
Pensionskassenbeiträge | — | — | — | 154 | 154 |
Leistungen im Zusammenhang mit Beendigung von Dienstverhältnissen | — | — | — | 288 | 288 |
Anteilsbasierte Vergütungen | 333 | 236 | 499 | 366 | 1.433 |
Variabel (Equity Deferral 2024) | — | — | — | 366 | 366 |
Variabel (LTIP 2022) | 333 | 236 | 499 | — | 1.067 |
Vorstandsbezüge der ehemaligen Vorstandsmitglieder | 333 | 238 | 499 | 1.803 | 2.871 |
Vorstandsbezüge der aktiven Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2024 |
In EUR 1.000 | | | | | | |
| 2024 |
| Stern | Florey | Gaso | van Koten | Vlad5 | Gesamt |
Kurzfristige Vergütungen | 2.238 | 1.867 | 1.304 | 1.362 | 1.318 | 8.089 |
Fixer Bezug (Grundbezug) | 1.040 | 868 | 604 | 616 | 575 | 3.703 |
Variabel (Barbonifikation)1 | 1.186 | 988 | 628 | 717 | 658 | 4.177 |
Sachbezüge2 | 11 | 11 | 733 | 294 | 863 | 210 |
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 260 | 217 | 151 | 154 | 144 | 926 |
Pensionskassenbeiträge | 260 | 217 | 151 | 154 | 144 | 926 |
Anteilsbasierte Vergütungen | 1.583 | 1.189 | 346 | 609 | 363 | 4.090 |
Variabel (Equity Deferral 2023) | 872 | 723 | 346 | 396 | 363 | 2.699 |
Variabel (LTIP 2021) | 711 | 466 | — | 213 | — | 1.391 |
Vorstandsbezüge | 4.081 | 3.272 | 1.801 | 2.125 | 1.825 | 13.104 |
Vorstandsbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2024 |
In EUR 1.000 | | | | | |
| 2024 |
| Pleininger3 | Skvortsova4 | Seele5 | Gangl6 | Gesamt |
Kurzfristige Vergütungen | 342 | 337 | — | — | 679 |
Variabel (Barbonifikation)1 | 342 | 329 | — | — | 670 |
Sachbezüge2 | — | 8 | — | — | 8 |
Anteilsbasierte Vergütungen | 876 | 608 | 1.804 | 107 | 3.394 |
Variabel (Equity Deferral 2023) | 274 | 181 | — | — | 456 |
Variabel (LTIP 2021) | 601 | 427 | 1.804 | 107 | 2.938 |
Vorstandsbezüge der ehemaligen Vorstandsmitglieder | 1.217 | 945 | 1.804 | 107 | 4.073 |
Daneben sind die Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O) und einer Rechtsschutzversicherung versichert. Auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter sind Begünstigte dieser Versicherungen, und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, sodass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet.
An Aufsichtsratsvergütungen wurden 2025 TEUR 1.172 aufgewendet (2024: TEUR 1.088).
Die OMV Aktiengesellschaft ist das Mutterunternehmen des OMV Konzerns und nimmt als solches eine Holdingfunktion ein. Die OMV Aktiengesellschaft erbringt für die restlichen Konzerngesellschaften Finanzierungs-, Konzernsteuerungs- sowie diverse Servicedienstleistungen.
Die Fremdüblichkeit der Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen wird laufend dokumentiert und überwacht. Mit nahestehenden Personen oder Unternehmen wurden keine wesentlichen Geschäfte unter marktunüblichen Bedingungen abgeschlossen.
16 | Haftungsverhältnisse gemäß § 199 und sonstige Verpflichtungen gemäß § 237 UGB
Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:
Haftungsverhältnisse |
In EUR 1.000 |
| 2025 | 2024 |
Garantien | 2.373.663 | 2.743.556 |
davon für verbundene Unternehmen | 2.373.450 | 2.743.344 |
Die Veränderung der Haftungsverhältnisse resultiert im Wesentlichen aus der Verringerung der Garantien für OMV Gas Marketing & Trading GmbH um TEUR 78.130, für OMV Deutschland Marketing & Trading GmbH & Co. KG um TEUR 72.000 sowie für OMV Supply & Trading Limited in Höhe von TUSD 175.000.
Nicht in der Bilanz und unter den Haftungsverhältnissen ausgewiesene sonstige finanzielle Verpflichtungen:
Die OMV Aktiengesellschaft hat sich gegenüber der OMV Clearing und Treasury GmbH, die das Konzern-Clearing betreibt, verpflichtet, deren Liquidität für die Dauer der Konzernzugehörigkeit aufrechtzuerhalten.
Für einige Explorations-, Produktions- und Vertriebsgesellschaften bestehen seitens der OMV Aktiengesellschaft Garantien und Patronatserklärungen für die Einhaltung von Konzessionen, Lizenzen und von verschiedenen Verträgen, die in ihrer Höhe unbestimmt sind.
Ebenso hat sich die OMV Aktiengesellschaft gegenüber der OMV Gas Marketing & Trading GmbH mit einem Letter of Financial Support verpflichtet, deren Liquidität im Bedarfsfall aufrechtzuerhalten. Diese Vereinbarung gilt für Verpflichtungen bis zu einem Betrag von TEUR 1.600.000, die bis zum 30.06.2026 fällig werden.
Die OMV Aktiengesellschaft haftet für die Auszahlung der im Rahmen von Schuldbeitritten von den Konzernunternehmen übernommenen Pensionsansprüchen, Nachschussverpflichtungen für an überbetriebliche Pensionskassen übertragene Ansprüche und Überbrückungszahlungen für Personallösungen.
17 | Vorschlag zur Gewinnverteilung
Der verteilungsfähige Bilanzgewinn per Ende des Geschäftsjahrs 2025 wurde mit TEUR 1.663.404 (2024: TEUR 1.784.085) ermittelt.
Für das Geschäftsjahr 2025 wird seitens des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft eine Ausschüttung in Höhe von EUR 3,15 (2024: EUR 3,05) je dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen, welche von der Hauptversammlung zu bestätigen ist. Ebenso wird vom Vorstand der OMV Aktiengesellschaft die Ausschüttung einer zusätzlichen Dividende in Höhe von EUR 1,25 (2024: EUR 1,70) pro dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen, welche ebenfalls von der Hauptversammlung zu bestätigen ist. Die Sonderdividende soll zusätzlich zur und gleichzeitig mit der regulären Dividende ausgeschüttet werden. Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2024 erfolgte im Juni 2025 und betrug TEUR 1.553.255 (2024: TEUR 1.652.438).
18 | Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Nach dem Bilanzstichtag haben sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten infolge militärischer Aktionen der Vereinigten Staaten und Israels sowie Vergeltungsmaßnahmen durch den Iran, die sich gegen Israel, Bahrain, Kuwait, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien, Saudi-Arabien, Zypern und Schiffe, die die Straße von Hormus passieren, richten, weiter verschärft.
Seeversicherer haben die Kriegsrisikodeckung im Golf gekündigt und damit die Straße von Hormus faktisch geschlossen. Normalerweise werden etwa 20% des weltweiten Öl- und Erdgasaufkommens durch diese enge Schiffspassage im Golf transportiert. Aufgrund der Unsicherheit und der Störungen im internationalen Handel sind die globalen Öl- und Erdgaspreise infolge der militärischen Aktionen erheblich gestiegen und es wird mit weiterer Volatilität gerechnet. Die Finanzergebnisse der OMV könnten durch die Unfähigkeit, Lieferverträge zu erfüllen, sowie durch die Volatilität von derivativen Finanzinstrumenten beeinträchtigt werden. Das Ausmaß und die Dauer solcher Effekte bleiben jedoch ungewiss und hängen von zukünftigen Entwicklungen ab.
Die Aktivitäten des OMV Konzerns in der Region sind teilweise betroffen. Die Produktion von 15 kboe/d Erdgas und NGL in der Region Kurdistan wird eingestellt (dies entspricht der Beteiligung von OMV an der Pearl Petroleum Company Limited). OMV produziert darüber hinaus 51 kbbl/d Rohöl in den Vereinigten Arabischen Emiraten und hält weiters einen Anteil von 15% an ADNOC Refining (Vereinigte Arabische Emirate). Über die Tochtergesellschaft Borealis ist OMV ein Hauptgesellschafter von Borouge, das Polymerlösungen von seinem Standort in den Vereinigten Arabischen Emiraten vertreibt. Die Straße von Hormus stellt die wichtigste Exportroute für Ausfuhren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten dar.
Angesichts der sich rasch entwickelnden Situation ist es derzeit nicht möglich, die finanziellen Gesamtauswirkungen – ob negativ oder positiv – verlässlich zu quantifizieren. Dementsprechend wurden zum Bilanzstichtag keine Anpassungen vorgenommen, da diese Ereignisse als nach dem Stichtag eingetretene, nicht zu berücksichtigende Ereignisse eingestuft werden. Das Management wird die Entwicklung weiterhin beobachten und potenzielle Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Finanzlage und Leistung regelmäßig neu bewerten.
Direkte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mindestens 20%
Direkte Beteiligungen |
| Währung | Eigenkapital 31.12.2025 | Jahresüber- schuss/ Jahresfehl- betrag 2025 | Anteil am Kapital in % |
Inland | | | | |
OMV Exploration & Production GmbH, Wien1 | in EUR 1.000 | 3.233.488 | 251.650 | 100 |
OMV Gas Logistics Holding GmbH, Wien1 | in EUR 1.000 | 96.152 | 55.462 | 100 |
OMV Downstream GmbH, Wien1 | in EUR 1.000 | 4.085.325 | 1.415.805 | 100 |
OMV Solutions GmbH, Wien1 | in EUR 1.000 | 397.709 | 18.548 | 100 |
Borouge Group International AG, Schwechat1 | in EUR 1.000 | 13.967.690 | 6.799.679 | 75 |
Ausland | | | | |
Diramic Insurance Limited, Gibraltar | in EUR 1.000 | 115.723 | 2.281 | 100 |
OMV AUSTRALIA PTY LTD, Perth1 | in AUD 1.000 | –167.870 | 649 | 100 |
OMV International Oil & Gas GmbH, Zug2 | in CHF 1.000 | 2.299 | 507 | 100 |
OMV PETROM SA, Bukarest | in RON Mio. | 36.669 | 3.068 | 51,16 |
Aufsichtsrat
Lutz Feldmann
Vorsitzender
Edith Hlawati
Stellvertreterin
Khaled Salmeen
Stellvertreter
Khaled Al Zaabi
Dorothée Deuring
Patrick Lammers
Jean-Baptiste Renard
Elisabeth Stadler
Robert Stajic
Hans Joachim Müller (seit 27.05.2025)
Vom Betriebsrat delegiert:
Alexander Auer
Angela Schorna
Nicole Schachenhofer
Hubert Bunderla
Alfred Redlich
Neben international erfahrenen Vorständen und Direktoren der Kernaktionäre setzt sich der von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsrat aus hochqualifizierten unabhängigen Mitgliedern zusammen, wobei sich OMV bezüglich der Unabhängigkeit an den Empfehlungen der EU orientiert.
Präsidial- und Nominierungsausschuss:
Feldmann (Vorsitzender), Hlawati (Stellvertreterin), Salmeen (Stellvertreter), Al Zaabi, Auer, Redlich
Prüfungsausschuss:
Deuring (Vorsitzende), Stadler (Stellvertreterin), Al Zaabi (Stellvertreter), Stajic, Feldmann, Müller, Schorna, Auer, Bunderla, Redlich
Portfolio- und Projektausschuss:
Renard (Vorsitzender), Stajic (Stellvertreter), Salmeen (Stellvertreter), Al Zaabi, Müller, Lammers, Auer, Redlich
Nachhaltigkeits- und Transformationsausschuss:
Lammers (Vorsitzender), Renard (Stellvertreter), Müller (Stellvertreter), Salmeen, Stajic, Deuring, Schachenhofer, Schorna, Bunderla
Vergütungsausschuss:
Feldmann (Vorsitzender), Hlawati (Stellvertreterin), Salmeen (Stellvertreter), Stadler, Lammers
Vorstand
Alfred Stern
Vorstandsvorsitzender
und Chief Executive Officer
Reinhard Florey
Chief Financial Officer
Martijn van Koten
Executive Vice President Fuels
und Executive Vice President Chemicals
Berislav Gaso
Executive Vice President Energy
Daniela Vlad
(bis 28. Februar 2025)
Executive Vice President Chemicals
Wien, 13. März 2026
Der Vorstand
Alfred Stern e.h. Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer | Reinhard Florey e.h. Chief Financial Officer |
Martijn van Koten e.h. Executive Vice President Fuels und Executive Vice President Chemicals | Berislav Gaso e.h. Executive Vice President Energy |
| |
Anlagespiegel gemäß § 226 Absatz 1 UGB
Entwicklung der Anschaffungskosten | |
In EUR 1.000 | |
| Stand 01.01.2025 |
Zugänge
| Abgänge | Stand 31.12.2025 | Abschreibungen 31.12.2025 (kumuliert) | Bilanzwert 31.12.2025 | Bilanzwert 31.12.2024 |
I. Immaterielle Vermögensgegenstände | | | | | | | |
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen | 53.201 | 3.215 | — | 56.416 | 41.145 | 15.271 | 16.491 |
| 53.201 | 3.215 | — | 56.416 | 41.145 | 15.271 | 16.491 |
II. Sachanlagen | | | | | | | |
1. Grundstücke und Bauten auf fremden Grund | 2.095 | — | — | 2.095 | 2.085 | 10 | 13 |
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 30.498 | 3.489 | 3.272 | 30.715 | 19.974 | 10.742 | 11.984 |
| 32.593 | 3.489 | 3.272 | 32.810 | 22.059 | 10.752 | 11.997 |
III. Finanzanlagen | | | | | | | |
1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 17.497.400 | 4.171.983 | 4.153.624 | 17.515.759 | 4.560.085 | 12.955.674 | 13.108.817 |
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 898.000 | 125.000 | 409.200 | 613.800 | — | 613.800 | 898.000 |
3. Wertpapiere des Anlagevermögens | 8.506 | — | — | 8.506 | 1.080 | 7.426 | 7.277 |
4. Sonstige Ausleihungen | 1 | 497.306 | 1 | 497.306 | 5.684 | 491.623 | 1 |
| 18.403.907 | 4.794.289 | 4.562.825 | 18.635.371 | 4.566.849 | 14.068.522 | 14.014.095 |
| 18.489.701 | 4.800.993 | 4.566.097 | 18.724.597 | 4.630.053 | 14.094.545 | 14.042.583 |
Entwicklung der Abschreibungen |
In EUR 1.000 |
| 01.01.2025 | Planmäßige Abschreibungen | Außerplanmäßige Abschreibungen | Zuschreibungen | Abgänge | 31.12.2025 |
I. Immaterielle Vermögensgegenstände | | | | | | |
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen | 36.710 | 4.434 | — | — | — | 41.145 |
II. Sachanlagen | — | — | — | — | — | — |
1. Grundstücke und Bauten auf fremden Grund | 2.082 | 3 | — | — | — | 2.085 |
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 18.514 | 4.731 | — | — | 3.271 | 19.974 |
| 20.596 | 4.734 | — | — | 3.271 | 22.059 |
III. Finanzanlagen | | | | | | |
1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 4.388.583 | — | 171.502 | — | — | 4.560.085 |
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | — | — | — | — | — | — |
3. Wertpapiere des Anlagevermögens | 1.230 | — | — | 150 | — | 1.080 |
4. Sonstige Ausleihungen | — | — | 5.684 | — | — | 5.684 |
| 4.389.813 | — | 177.186 | 150 | — | 4.566.849 |
| 4.447.119 | 9.168 | 177.186 | 150 | 3.271 | 4.630.053 |
Abkürzungen und Definitionen
A
ADNOC
Abu Dhabi National Oil Company
APS
IEA Announced-Pledges-Szenario
AWP
Adria-Wien Pipeline
Ausschüttungsgrad
%-Verhältnis der Dividende je Aktie zum Ergebnis je Aktie
B
BGI
Borouge Group International
bbl; boe
Barrel (Fass zu ca. 159 Litern); Barrel Öläquivalent
bcf
Milliarde Standard-Kubikfuß (cf)
C
CCA
Climate Change Adaptation; Anpassung an den Klimawandel
CCM
Climate Change Mitigation; Klimaschutz
CCS/CCUS
Carbon Capture, (Utilization) and Storage; CO2-Abscheidung, (‑Nutzung) und ‑Speicherung
CCS/CCS Effekte/Lagerhaltungsgewinne/-verluste
Current Cost of Supply; zu aktuellen Beschaffungskosten
Lagerhaltungsgewinne und -verluste stellen die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten – dar. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitenden Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse (Operatives Ergebnis, Jahresüberschuss etc.) führen. Der als CCS Effekt offengelegte Wert stellt die Differenz zwischen dem in der Gewinn- und Verlustrechnung für Vorräte erfassten Betrag auf Basis der Durchschnittsmethode (angepasst um Wertminderungen, bezogen auf den Nettoveräußerungswert) und dem zu aktuellen Beschaffungskosten bewerteten Betrag dar. Die aktuellen Beschaffungskosten werden monatlich auf Basis von Daten der Versorgungs- und Produktionssysteme berechnet.
CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten
Das CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: den Aktionären zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten dividiert durch die durchschnittlich gewichtete Aktienanzahl.
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten, bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte
Das Konzern CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten stellt die Summe des CCS Operativen Ergebnisses vor Sondereffekten von F&F, der Operativen Ergebnisse vor Sondereffekten der anderen Geschäftsbereiche und des berichteten Konsolidierungseffekts, bereinigt um Änderungen von Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten –, dar.
CCS ROACE vor Sondereffekten
Der CCS Return On Average Capital Employed vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: NOPAT, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten, dividiert durch durchschnittlich eingesetztes Kapital (auf rollierender Basis, als Durchschnitt der letzten vier Quartale; in %).
cf
Standard-Kubikfuß (16°C/60°F)
CoC
OMV Code of Conduct; Verhaltenskodex von OMV
CPS
IEA Current Policies Scenario
CR & SI
Community Relations und Sozialinvestitionen
CSDDD
Corporate Sustainability Due Diligence Directive; EU-Lieferkettenrichtlinie
CSRD
Corporate Sustainability Reporting Directive; EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung
D
DE&I
Diversity, Equity, and Inclusion; Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion
Den Aktionär:innen zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten
Den Aktionär:innen zuzurechnender Jahresüberschuss, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten
DMA
Double Materiality Assessment; doppelte Wesentlichkeitsanalyse
E
ECL
Expected credit losses; erwartete Kreditausfälle
Eigenkapitalquote
%-Verhältnis Eigenkapital zu Gesamtkapital
Eingesetztes Kapital
Eigenkapital inklusive Anteilen anderer Gesellschafter:innen, zuzüglich Nettoverschuldung
Ergebnis je Aktie
Den Aktionär:innen zuzurechnender Jahresüberschuss dividiert durch die durchschnittliche gewichtete Aktienanzahl
ESIA
Environmental and Social Impact Assessments; Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung
ESRS
European Sustainability Reporting Standards; Europäische Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung
Ethylen Referenzmarge Europa Ethylene CP WE (ICIS) – 1.18 * Naphtha FOB Rotterdam
EWRM
Unternehmensweites Risikomanagementsystem
E&A
Exploration & Evaluierung
E&P
Exploration & Produktion, Teil des Geschäftsbereichs Energy
F
FID
Final Investment Decision; finale Investitionsentscheidung
FPIC
Free, Prior, and Informed Consent; den Grundsatz der freien, vorherigen und informierten Zustimmung
FVOCI
Beizulegender Zeitwert mit Wertänderungen durch das sonstige Ergebnis
H
HVO
Hydrotreated vegetable oil; hydriertes Pflanzenöl
I
IAS
International Accounting Standards
ICoCA; ICoC
International Code of Conduct Association; International Code of Conduct for Private Security Service Providers; Internationaler Verhaltenskodex für private Sicherheitsdienstleister:innen
IEA
International Energy Agency;
Internationale Energieagentur
IFRS
International Financial Reporting Standards
IOGP
International Association of Oil & Gas Producers; Internationaler Verband der öl- und gasproduzierenden Unternehmen
IPCC
Intergovernmental Panel on Climate Change; Weltklimarat
ISCC
International Sustainability & Carbon Certification
ISO
International Standards Organization; Internationale Organisation für Normung
J
Jahresüberschuss
Nettogewinn bzw. Nettoverlust nach Zinsen und Steuern
K
kbbl; kboe
Tausend Barrel; Tausend Barrel Öläquivalent
Kb&S
Konzernbereich und Sonstiges
L
LCA
Life Cycle Assessment; Lebenszyklusanalyse
LDAR
Leak Detection and Repair; Leckerkennung und -reparatur
LEAP
Locate Evaluate Assess Prepare; Lokalisieren, Evaluieren, Bewerten, Vorbereiten; Methodik zur Bewertung von Umwelt- und Naturauswirkungen
Leverage-Grad
%-Verhältnis Nettoverschuldung zu eingesetztem Kapital
LNG
Liquefied natural gas; Flüssigerdgas
LPG
Liquefied petroleum gas; Flüssiggas
LTIP
Long-Term Incentive Plan
LTIR
Lost-Time Injury Rate; Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit pro 1 Mio Arbeitsstunden
LWD; LWDI
Lost Workday; Ausfalltag; Lost Work Day Incident; Arbeitsunfall mit Ausfallzeit
N
NaDiVeG
Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz; österreichisches Gesetz zur Nachhaltigkeitsberichterstattung
Nettovermögen
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, at-equity bewertete Beteiligungen, Anteile an sonstigen Unternehmen, Ausleihungen an at-equity bewertete Beteiligungen, Summe Net Working Capital, abzüglich Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen
Nettoverschuldung
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten inklusive Anleihen und Finanzierungsleasing, abzüglich liquider Mittel
NGL
Natural Gas Liquids; Erdgas, das in flüssiger Form bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen auftritt
NPA
Nationally Protected Area; nationales Schutzgebiet
NOPAT
Net Operating Profit After Tax; Jahresüberschuss + Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten – Steuereffekt auf den Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten
NOPAT ist eine Kennzahl, die das finanzielle Unternehmensergebnis nach Steuern unabhängig von der Finanzierungsstruktur einer Firma zeigt.
NZE
Net Zero Emissions; Netto-Null-Emissionen-Szenario der IEA
n.a.
Not applicable; nicht zutreffend
n.m.
Not meaningful; Wert nicht aussagefähig
O
ÖBAG
Österreichische Beteiligungs AG
ÖCGK
Österreichischer Corporate Governance Kodex
OCI
Other comprehensive income; sonstiges Ergebnis
P
PDH
Propane dehydrogenation; ein Propylen-Produktionsprozess
Polyethylen-Referenzmarge Europa
HD BM FD EU Domestic EOM (ICIS low) – Ethylene CP WE (ICIS)
Polypropylen-Referenzmarge Europa
PP Homo FD EU Domestic EOM (ICIS low) – Propylene CP WE (ICIS)
PPA
Power Purchase Agreement; Stromabnahmevertrag
Propylen-Referenzmarge Europa
Propylene CP WE (ICIS) – 1.18 * Naphtha FOB Rotterdam
R
REACH
Registration, Evaluation, Authorization, and Restriction of Chemicals; Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe
ROACE
Return On Average Capital Employed; %-Verhältnis NOPAT zu durchschnittlich eingesetztem Kapital
ROE
Return On Equity; %-Verhältnis Jahresüberschuss/-fehlbetrag zu durchschnittlichem Eigenkapital
RRR
Reserve Replacement Rate; Reservenersatzrate: Gesamtveränderung der Reserven exklusive Produktion, dividiert durch Gesamtproduktion
S
SAF
Sustainable Aviation Fuel; nachhaltiger Flugkraftstoff
SDGs
Sustainable Development Goals; Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung
SHRIA
Social and Human Rights Impact Assessment; Sozialverträglichkeits- und Menschenrechtsprüfung
Sondereffekte
Sondereffekte sind Aufwendungen und Erträge, die separat offengelegt werden, da sie nicht der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzurechnen sind. Diese Effekte werden separat ausgewiesen, um es Investor:innen zu ermöglichen, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des OMV Konzerns besser zu verstehen und zu beurteilen.
STEPS
IEA Stated-Policies-Szenario
T
TfS
Together for Sustainability ; globales Netzwerk für die Festlegung von Nachhaltigkeitsstandards in den Lieferketten der chemischen Industrie
THE
Trading Hub Europe; Handelsplatz für den deutschen Erdgasmarkt
TNFD
Taskforce on Nature-related Financial Disclosures; Task-Force „naturbezogene Finanzinformationen“
TRIR
Total Recordable Injury Rate; Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit pro 1 Mio Arbeitsstunden
TTF
Die Title Transfer Facility; ein virtueller Handelspunkt für Erdgas in den Niederlanden
U
UGB
Österreichisches Unternehmensgesetzbuch
UMS
Umweltmanagementsystem
Umsatzerlöse
Umsatzerlöse ausgenommen Mineralölsteuer
UNGC
United Nations Global Compact; Global Compact der Vereinten Nationen
UNGP
United Nations Guiding Principles on Business and Human Rights; Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte
Z
ZGE
Zahlungsmittelgenerierende Einheit
Kontakte und Impressum
OMV Aktiengesellschaft
Trabrennstraße 6–8
1020 Wien, Österreich
Tel. + 43 1 40440–0
info@omv.com
www.omv.com
Investor Relations
Florian Greger
OMV Aktiengesellschaft
Trabrennstraße 6–8
1020 Wien, Österreich
Tel. + 43 1 40440–21600
Fax + 43 1 40440–621600
investor.relations@omv.com
Herausgeber
OMV Aktiengesellschaft, Wien
Erklärung gemäß § 124 Abs. 1 BörseG 2018
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Wien, 13. März 2026
Der Vorstand
Alfred Stern e.h. Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer | Reinhard Florey e.h. Chief Financial Officer |
Martijn van Koten e.h. Executive Vice President Fuels und Executive Vice President Chemicals
| Berislav Gaso e.h. Executive Vice President Energy |
OMV Aktiengesellschaft
Trabrennstraße 6–8
1020 Wien
Österreich
Tel. + 43 1 40440-0
www.omv.com