549300V62YJ9HTLRI4862021-01-012021-12-31iso4217:EUR549300V62YJ9HTLRI4862020-01-012020-12-31iso4217:EURxbrli:shares549300V62YJ9HTLRI4862021-12-31549300V62YJ9HTLRI4862020-12-31549300V62YJ9HTLRI4862020-12-31ifrs-full:IssuedCapitalMember549300V62YJ9HTLRI4862020-12-31ifrs-full:CapitalReserveMember549300V62YJ9HTLRI4862020-12-31omv:HybridCapitalMember549300V62YJ9HTLRI4862020-12-31omv:RevenueReservesMember549300V62YJ9HTLRI4862020-12-31ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember549300V62YJ9HTLRI4862021-01-012021-12-31omv:RevenueReservesMember549300V62YJ9HTLRI4862021-01-012021-12-31ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember549300V62YJ9HTLRI4862021-01-012021-12-31omv:HybridCapitalMember549300V62YJ9HTLRI4862021-01-012021-12-31ifrs-full:CapitalReserveMember549300V62YJ9HTLRI4862021-12-31ifrs-full:IssuedCapitalMember549300V62YJ9HTLRI4862021-12-31ifrs-full:CapitalReserveMember549300V62YJ9HTLRI4862021-12-31omv:HybridCapitalMember549300V62YJ9HTLRI4862021-12-31omv:RevenueReservesMember549300V62YJ9HTLRI4862021-12-31ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember549300V62YJ9HTLRI4862019-12-31ifrs-full:IssuedCapitalMember549300V62YJ9HTLRI4862019-12-31ifrs-full:CapitalReserveMember549300V62YJ9HTLRI4862019-12-31omv:HybridCapitalMember549300V62YJ9HTLRI4862019-12-31omv:RevenueReservesMember549300V62YJ9HTLRI4862019-12-31ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember549300V62YJ9HTLRI4862020-01-012020-12-31omv:RevenueReservesMember549300V62YJ9HTLRI4862020-01-012020-12-31ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember549300V62YJ9HTLRI4862020-01-012020-12-31omv:HybridCapitalMember549300V62YJ9HTLRI4862020-01-012020-12-31ifrs-full:CapitalReserveMember549300V62YJ9HTLRI4862020-12-31ifrs-full:ReserveOfCashFlowHedgesMember549300V62YJ9HTLRI4862020-12-31omv:ShareOfOtherComprIncomeOfEquityAccountedInvestmentsMember549300V62YJ9HTLRI4862020-12-31ifrs-full:TreasurySharesMember549300V62YJ9HTLRI4862020-12-31ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember549300V62YJ9HTLRI4862020-12-31ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember549300V62YJ9HTLRI4862021-01-012021-12-31ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember549300V62YJ9HTLRI4862021-01-012021-12-31ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember549300V62YJ9HTLRI4862021-01-012021-12-31ifrs-full:ReserveOfCashFlowHedgesMember549300V62YJ9HTLRI4862021-01-012021-12-31omv:ShareOfOtherComprIncomeOfEquityAccountedInvestmentsMember549300V62YJ9HTLRI4862021-01-012021-12-31ifrs-full:TreasurySharesMember549300V62YJ9HTLRI4862021-12-31ifrs-full:ReserveOfCashFlowHedgesMember549300V62YJ9HTLRI4862021-12-31omv:ShareOfOtherComprIncomeOfEquityAccountedInvestmentsMember549300V62YJ9HTLRI4862021-12-31ifrs-full:TreasurySharesMember549300V62YJ9HTLRI4862021-12-31ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember549300V62YJ9HTLRI4862021-12-31ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember549300V62YJ9HTLRI4862019-12-31ifrs-full:ReserveOfCashFlowHedgesMember549300V62YJ9HTLRI4862019-12-31omv:ShareOfOtherComprIncomeOfEquityAccountedInvestmentsMember549300V62YJ9HTLRI4862019-12-31ifrs-full:TreasurySharesMember549300V62YJ9HTLRI4862019-12-31ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember549300V62YJ9HTLRI4862019-12-31ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember549300V62YJ9HTLRI4862019-12-31549300V62YJ9HTLRI4862020-01-012020-12-31ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember549300V62YJ9HTLRI4862020-01-012020-12-31ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember549300V62YJ9HTLRI4862020-01-012020-12-31ifrs-full:ReserveOfCashFlowHedgesMember549300V62YJ9HTLRI4862020-01-012020-12-31omv:ShareOfOtherComprIncomeOfEquityAccountedInvestmentsMember549300V62YJ9HTLRI4862020-01-012020-12-31ifrs-full:TreasurySharesMember

Inhalt
| - Teil 1: Konzerngeschäftsbericht – beinhaltet:
|
| |
| |
| - Konzernabschluss und Konzernanhang
|
| |
| - Teil 2: Einzelabschluss der OMV Aktiengesellschaft – beinhaltet:
|
| |
| |
| - Jahresabschluss und Anhang
|
| |
| - Teil 3: Abkürzungen und Definitionen – beinhaltet:
|
| - Abkürzungen und Definitionen
|
| |
| - Teil 4: Erklärung des Vorstands – beinhaltet:
|
| - Erklärung gemäß § 124 Abs. 1 BörseG 2018
|
KONZERNLAGEBERICHT
5 — 71
6 — OMV im Überblick
7 — Strategie
17 — Nachhaltigkeit
23 — Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE)
27 — Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
30 — Geschäftsjahr des OMV Konzerns
41 — Exploration & Production
48 — Refining & Marketing
55 — Chemicals & Materials
63 — Ausblick
64 — Risikomanagement
68 — Weitere Informationen
OMV im Überblick
Die OMV fördert und vermarktet Öl und Gas sowie chemische Produkte und Lösungskonzepte auf verantwortungsvolle Weise und entwickelt innovative Lösungen für die Kreislaufwirtschaft. Der Konzernumsatz 2021 belief sich auf EUR 36 Mrd. Mit einer Marktkapitalisierung zum Jahresende von rund EUR 16 Mrd ist die OMV eines der größten börsennotierten Industrieunternehmen Österreichs. Die Mehrheit der rund 22.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OMV ist an den integrierten europäischen Standorten des Konzerns tätig.
- Im Geschäftsbereich Exploration & Production exploriert, erschließt und produziert die OMV Öl und Gas in den vier Kernregionen Mittel- und Osteuropa, Mittlerer Osten und Afrika, Nordsee sowie Asien-Pazifik und produziert Gas in einem JV in Russland1. Die Tagesproduktion belief sich 2021 auf 486 kboe/d (2020: 463 kboe/d). Während Erdgas 59% zur Produktion beitrug, erreichten Flüssigprodukte 41%.
- Im Geschäftsbereich Refining & Marketing betreibt die OMV drei Raffinerien in Europa: Schwechat (Österreich) und Burghausen (Deutschland), die beide über eine integrierte Petrochemieproduktion verfügen, sowie die Raffinerie Petrobrazi (Rumänien). Zusätzlich hält die OMV jeweils 15% an ADNOC Refining und ADNOC Global Trading. Die OMV verfügt über eine globale Raffineriekapazität von rund 500 kbbl/d. Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in Europa beliefen sich 2021 auf 16,3 Mio t (2020: 17,8 Mio t) und das Retail-Netz umfasst rund 2.100 Tankstellen2. Die Erdgas-Verkaufsmengen lagen 2021 bei 196,4 TWh (2020: 164,0 TWh). Die OMV besitzt Erdgasspeicher mit einer Kapazität von 30 TWh, ist zu 65% am Central European Gas Hub (CEGH) beteiligt und betreibt ein Gaskraftwerk in Rumänien.
Im Geschäftsbereich Chemicals & Materials zählt die OMV durch ihre Tochtergesellschaft Borealis zu den weltweit führenden Anbietern von fortschrittlichen und kreislauforientierten Polyolefinlösungen mit Gesamtverkaufsmengen von 5,9 Mio t im Jahr 2021 (2020: 5,9 Mio t) und ist eine europäische Marktführerin bei Basischemikalien, Pflanzennährstoffen3 und Kunststoffrecycling. Gemeinsam mit Borealis und den zwei wichtigen Joint Ventures – Borouge (mit ADNOC in den VAE) und Baystar™ (mit TotalEnergies in den USA) – bietet das Unternehmen Kunden auf der ganzen Welt Produkte und Dienstleistungen an.
Unsere Wertschöpfungskette
Strategie
Die OMV wird sich von einem integrierten Öl-, Gas- und Chemieunternehmen zu einer führenden Anbieterin von innovativen nachhaltigen Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien entwickeln und dabei die Chancen der Kreislaufwirtschaft nutzen. Der Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 zu einem Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen in Bezug auf alle drei Scopes von Treibhausgasemissionen zu werden. Auf dem Weg dorthin erwartet die OMV einen operativen Cashflow exklusive Net-Working-Capital-Positionen von rund EUR 6 Mrd bis 2025 und von mindestens EUR 7 Mrd4bis 2030 zu erzielen, sowie einen ROACE von mindestens 12% und eine Fortführung der progressiven Dividendenpolitik.
Marktausblick
- Gegen Ende des letzten Jahrzehnts rückten die globale Erwärmung und der Klimawandel als zwei der dringendsten globalen Herausforderungen unserer Zeit in den Mittelpunkt. Darüber hinaus hatte die Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 erhebliche Auswirkungen auf die Energiemärkte. Die Störung der Dynamik von Angebot und Nachfrage hat zur aktuellen Eskalation der Energiepreise geführt. Sie hat auch die Entwicklung der Nachhaltigkeit zum Megatrend für die Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels und damit der Energiewende beschleunigt. Oberstes Ziel der Energiewende ist die Verringerung des Treibhausgas-(THG-)Fußabdrucks des globalen Energiesystems. Bis 2050 sollen Netto-Null-Emissionen erreicht und der globale Temperaturanstieg auf maximal 1,5 C begrenzt werden.
- Das Ziel von Netto-Null-Emissionen bis 2050 hat sich als globaler Konsens herauskristallisiert und wird wohl die neue Norm und die „License to Operate“ für Unternehmen. Insgesamt 136 Länder, auf die mehr als 77% der weltweiten CO2-Emissionen und 80% des BIP entfallen, haben sich mit November 2021 in irgendeiner Form dazu verpflichtet, die CO2-Emissionen auf null zu reduzieren. Unternehmen auf der ganzen Welt haben reagiert und sich zu Netto-Null-Emissionen bis 2050 verpflichtet. Dazu zählen auch führende Öl- und Gas- sowie Chemieunternehmen. Die Europäische Union hat sich verpflichtet, ihr Netto-Null-Ziel im EU-Klimagesetz verbindlich zu verankern.
- Die Nachfrage nach fossilen Rohstoffen wird sich aufgrund der Umstrukturierung der Weltwirtschaft und der Anpassung des Verbraucherverhaltens an den Netto-Null-Weg drastisch verändern. Während Energieprodukte fossilen Ursprungs rückläufig sein werden, werden sich in verwandten Bereichen aufgrund der steigenden Nachfrage nach Lösungen, die THG-Emissionen verringern können, neue Geschäfts- und Wachstumschancen eröffnen. Dazu gehören beispielsweise Erdgas als Übergangsenergie, erneuerbare Energien, Biokraftstoffe, Wasserstoff, Kohlenstoffabscheidung, -nutzung und -speicherung (CCU/S), Geothermie, die Erweiterung der Wertschöpfungskette hin zu höherwertigen Produkten wie Chemikalien und Polymerlösungen sowie die zunehmende Entwicklung hin zu einer Kreislaufwirtschaft. Diese erwartete Verlagerung auf neuartige Lösungen erfordert Investitionen in Technologien mit niedrigen THG-Emissionen und in kreislauffähige Lösungen, für die ein großes Potenzial angenommen wird, auch wenn die Geschäftsmodelle noch unsicher sind.
- Trotz aller Bemühungen um eine Verringerung der THG-Emissionen und ein starkes Wachstum der erneuerbaren Energien wird der Öl- und Gassektor voraussichtlich auch im nächsten Jahrzehnt die wichtigste Primärenergiequelle bleiben. Auf der Grundlage des World Energy Outlook (WEO) 2021 der Internationalen Energieagentur (IEA) nimmt das Gesamtenergieangebot von 2020 bis 2030 im Stated Policies Scenario (STEPS) der IEA um 1,3% pro Jahr zu und erreicht bis 2030 insgesamt 670 Exajoule (EJ), wobei das Wachstum der Öl- und Gasnachfrage im Vergleich zu den erneuerbaren Energien etwa gleich groß ist. Das STEPS der IEA geht von einem Anteil fossiler Brennstoffe am globalen Energiemix von 75% im Jahr 2030 und 66% im Jahr 2050 aus. Dieser erwartete Wachstumskurs könnte sich jedoch ändern, wenn sich die aktuellen Ankündigungen bezüglich der Emissionsziele bewahrheiten und zu einem Rückgang der Nachfrage nach und des Angebots an fossilen Brennstoffen führen. Dieser Trend steht gemäß dem WEO 2021 der IEA im Einklang mit dem Sustainable Development Scenario (SDS), das einen möglichen Weg zur Erfüllung der UN-Klimaziele unter Berücksichtigung ehrgeiziger politischer Ziele aufzeigt.
Gesamtangebot an Primärenergie weltweit
In EJ
- Während der Ölverbrauch in gesättigten Märkten wie Nordamerika und Europa zurückgehen dürfte, wird das globale Wachstum nach 2030 aus Asien, dem Mittleren Osten und Afrika kommen. Der Höhepunkt der Ölnachfrage wird für das kommende Jahrzehnt erwartet. Erdgas hingegen, das im Vergleich zu Erdölprodukten um 10–30% weniger THG-Emissionen verursacht, wird eine zuverlässige und belastbare Brennstoffwahl für die Energiewende sein. Dies wird zu einem Anstieg der Erdgasnachfrage führen, mit starken Impulsen aus der Industrie und insbesondere dem Bausektor.
- Angesichts der oben genannten Trends werden die Raffinerien in Europa aufgrund der Dekarbonisierung des Straßenverkehrs mit einem Rückgang der Nachfrage nach fossilen Brennstoffen konfrontiert sein. Daher wird dieser Sektor strategisch auf diesen Umstand reagieren müssen. Der Retail-Bereich wird widerstandsfähig sein, sich aber zunehmend von Kraftstoffen auf Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge, Wasserstoff und Convenience-Angebote verlagern. Der Anteil der Biokraftstoffe und insbesondere der fortschrittlichen Biokraftstoffe, die eine wichtige Voraussetzung für die Erreichung der Netto-Null-Ziele sind, wird bis 2030 voraussichtlich stark ansteigen. Auslöser dafür werden gesetzliche Bestimmungen und Endnutzer sein, insbesondere in schwer zu elektrifizierenden Segmenten wie der Schifffahrt, dem Flugverkehr und dem schweren Nutzverkehr.
- Die Ölnachfrage für die chemische Produktion wird aufgrund einer steigenden Nachfrage in Schwellenländern und der engen Verknüpfung mit der BIP-Entwicklung mutmaßlich zunehmen. Etwa 80% des Wachstums der Nachfrage nach chemischen Produkten und Kunststoffen werden sich bis 2030 und darüber hinaus auf Schwellenländer, vor allem in Asien, konzentrieren. Auf diese Region entfällt der größte Teil des weltweiten Bevölkerungswachstums und damit des entsprechenden Potenzials zur Verbesserung des Lebensstandards. Die durchschnittliche Ölnachfrage für chemische Produkte in den Schwellenländern wird bis 2030 voraussichtlich um über 1% über dem globalen BIP-Wachstum liegen.
- Die Nachfrage in gesättigten Märkten wie Europa, Nordamerika und Japan dürfte langfristig im Einklang mit der wirtschaftlichen Entwicklung insgesamt gesund bleiben, die Wachstumsraten werden sich jedoch voraussichtlich verlangsamen.
- Polyolefine sind das größte Marktsegment bei der Herstellung von Kunststoffprodukten. Die Nachfrage nach Polyolefin-Neuware wird bis 2030 – angekurbelt durch den asiatischen Markt – weiterhin särker als das globale BIP wachsen. Polyolefine sind nach wie vor unverzichtbar für verschiedene Branchen, darunter Verpackungen, Bauwesen, Transport, Healthcare, Pharmazeutika und Elektronik.
Der wichtigste Erfolgsfaktor für mittel- bis langfristig nachhaltige Geschäftsmodelle ist das Wachstum von erneuerbaren Rohstoffen und Biokunststoffen sowie die Entwicklung von kreislauffähigen Lösungen. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach recycelten Polyolefinen bis 2030 deutlich stärker wachsen wird als das globale BIP, wobei Asien den größten Anteil ausmachen wird.
- In den nächsten zehn Jahren wird sich die Kunststoffindustrie vor allem auf die kontinuierliche Verbesserung der Abfallsammlung, die Entwicklung neuer Kunststoffe und deren Anwendungen für eine bessere Wiederverwertbarkeit und die Verbesserung von Recyclingtechnologien konzentrieren. Die weltweiten Recyclingquoten werden voraussichtlich von derzeit 17% auf 20% im Jahr 2030 ansteigen, während für Europa noch höhere Recyclingquoten erwartet werden.
Basierend auf dem oben beschriebenen Marktausblick entwickelte die OMV zwei zukunftsorientierte Energiemarktkonzepte. Das Basisszenario der OMV beruht auf dem Stated Policies Scenario (STEPS) der IEA, das dem World Economic Outlook entnommen und auf der Grundlage der Annahme angepasst wurde, dass die EU, die USA, China, Japan und Südkorea (mit einer zweijährigen Verzögerung für die politische Harmonisierung und die Messung der Wirksamkeit) das Sustainable Development Scenario (SDS) der IEA verfolgen und die Ziele des Pariser Abkommens erreichen. Das Stressszenario der OMV basiert auf dem SDS der IEA, in dem die ganze Welt bis 2070 der Verpflichtung zu Netto-Null-Emissionen des Pariser Abkommens nachkommt. Das SDS wird für die Downside-Sensitivitätsanalyse verwendet, um zu ergründen, wie sich das bestehende und das zukünftige Portfolio in diesem Geschäftsszenario entwickeln werden. In diesem Szenario beginnen die globalen Ölmärkte einen kontinuierlichen Abwärtstrend der Produktion mit einem deutlichen Gefälle bis 2040, während die Erdgasmärkte ihren Höhepunkt im Jahr 2030 erreichen und anschließend stark zurückgehen. Die europäische Gasnachfrage wird voraussichtlich bis 2030 um 25% sinken und bis 2050 stark rückläufig sein.
Strategische Eckpfeiler
- Die OMV wird sich von einem integrierten Öl-, Gas- und Chemieunternehmen zu einer führenden Anbieterin von innovativen nachhaltigen Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien entwickeln und dabei die Chancen der Kreislaufwirtschaft nutzen. Ein integraler Bestandteil der Konzernstrategie ist das Ziel, bis 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen für Scope 1, 2 und 3 zu werden. Angesichts des laufenden Wandels in der Energiewirtschaft und des globalen Ziels von Netto-Null-Emissionen baut die OMV auf ihre Stärken und ergreift die sich bietenden Gelegenheiten, um sich wettbewerbsfähig zu positionieren.
Strategische Prioritäten bis 2030
- ▸ Entwicklung zu einem Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen bis 2050; Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 30% und der Scope-3-Emissionen um 20% bis 2030
- ▸ Entwicklung zu einer weltweit führenden Anbieterin von differenzierten Polyolefinlösungen
- ▸ Aufbau einer globalen Führungsposition bei Lösungen für die Kreislaufwirtschaft
- ▸ Einnahme einer führenden europäischen Position bei der Herstellung von nachhaltigen Kraftstoffen und chemischen Rohstoffen
- ▸ Reduktion der Produktion fossiler Brennstoffe und Umstellung auf Gas
- ▸ Steigerung des Shareholder Value der OMV: Wachstum mit starken Finanzergebnissen und Fortführung einer progressiven Dividendenpolitik
- Der Geschäftsbereich Chemicals & Materials wird der zentrale Wachstumsmotor des Konzerns sein. Die OMV will eine weltweit führende Anbieterin von differenzierten Polyolefinlösungen werden – mit einer deutlich stärkeren Position im Mittleren Osten, in Asien und in Nordamerika. Der Konzern wird sein bestehendes Polyolefingeschäft stärken und gleichzeitig ein starkes und diversifiziertes Portfolio von Chemikalien und Materialien aufbauen, indem er in angrenzende Geschäftsbereiche und neue Produktgruppen expandiert. Um dies zu verwirklichen, wird die OMV gezielt Investitionen tätigen und Initiativen starten, die ihre Erträge und ihre CO2-Bilanz verbessern. Darüber hinaus wird die OMV ihre geografische Reichweite ausbauen und den Blick verstärkt auf wachstumsstarke Märkte wie Asien und Nordamerika richten. Zu diesem Zweck wird die OMV marktnahe Investitionen tätigen und Partnerschaften auf der Grundlage differenzierter Technologien und Anwendungsportfolios schließen. Außerdem wird das Unternehmen seine Präsenz über Polyolefine hinaus diversifizieren, indem es in die Bereiche Spezialchemikalien und Materialien einsteigt, um eine führende Position aufzubauen.
- Ein wichtiger Pfeiler der Konzernstrategie ist das Ziel, eine führende Position bei erneuerbaren und kreislauffähigen Chemikalien und Materialien einzunehmen. Der Konzern wird das Potenzial der entstehenden Märkte für erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft nutzen, indem er seine integrierte Technologieplattform und seine Position als Anbieter von End-to-End-Lösungen zur Entwicklung innovativer Produkte und neuer Geschäftsmodelle einsetzt. Die Kreislaufwirtschaft ist entscheidend für ein langfristig nachhaltiges Chemiegeschäft. Daher ist eine Transformation zu einem wirtschaftlich tragfähigen kommerziellen Maßstab erforderlich. In diesem Zusammenhang hat sich der Konzern das Ziel gesetzt, bis 2030 rund 2 Mio t nachhaltige Produkte im Bereich C&M zu liefern.
- Die OMV strebt außerdem eine führende europäische Position bei der Herstellung von nachhaltigen Kraftstoffen und chemischen Rohstoffen an. Deshalb werden die westeuropäischen Raffinerien bis 2030 ihre Rohöldestillationskapazität um 2,6 Mio t verringern und den Anteil der chemischen Grundstoffe auf 24% erhöhen. Es ist stattdessen geplant, die Produktion von erneuerbaren Kraftstoffen und nachhaltigen Rohstoffen auf rund 1,5 Mio t zu steigern. Im Marketing will OMV die erste Wahl unserer Kunden für Energie, Mobilität und Convenience werden und konzentriert sich dabei auf den Verkauf nachhaltiger Flugtreibstoffe, den Aufbau eines EV-Ladenetzes und den Ausbau des Non-Fuel-Retail-Geschäfts.
- Im Geschäftsbereich Exploration & Production konzentriert sich die OMV auf die Wertmaximierung und Cash-Generierung. E&P wird die fossile Produktion bis 2030 schrittweise auf unter 400 kboe/d senken, wobei Gas übergewichtet wird. Gleichzeitig wird OMV signifikante Investitionen in kohlenstoffarme Lösungen tätigen, insbesondere in rund 10 TWh erneuerbaren Energien (z.B. Geothermie) und in CCS-Kapazitäten (rund 5 Mio. Tonnen pro Jahr) bis 2030, um ihren Treibhausgas-Fußabdruck zu reduzieren. Das E&P-Geschäft wird als Cash-Motor für den Konzern fungieren und die Transformation unterstützen.
- Das Gasverkaufs- und Logistikgeschäft, exklusive der OMV Petrom, wird ab dem Jahr 2022 im E&P-Geschäft konsolidiert werden. Gegen Ende des Jahrzehnts wird der Beitrag von Eigengas zum Gasvertriebsportfolio aufgrund des natürlichen Förderrückgangs abnehmen und überwiegend durch hauptsächlich über Trading bezogene grüne Gasprodukte ersetzt werden, um die CO2-Intensität des Produktportfolios zu reduzieren.
- Die OMV hat sich dazu verpflichtet, bis 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden (Scopes 1, 2 und 3), und hat Zwischenziele für 2030 und 2040 sowie klar definierten Maßnahmen festgelegt, um die Ziele bis 2030 zu erreichen. Bis 2030 sollen die Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 30% und die Scope-3-Emissionen um 20% reduziert werden. Der Konzern hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, die CO2-Intensität der Energieversorgung bis 2030 um 20% zu senken. Zu diesem Zweck wird die OMV den Verkauf fossiler Brennstoffe verringern, den Absatz CO2-freier Energie steigern, das Recycling von Polyolefinen und den Anteil an nachhaltigen Rohstoffen und Produkten erhöhen sowie Neutralisierungsmaßnahmen wie CCS implementieren.
- Dies wird es der OMV ermöglichen, bis 2025 einen operativen Cashflow exklusive Net-Working-Capital-Positionen von rund EUR 6 Mrd und bis 2030 von mindestens EUR 7 Mrd sowie mittel- bis langfristig einen ROACE von mindestens 12% zu erzielen und ihre progressive Dividendenpolitik fortzusetzen. Unterstützt wird dies durch sinnvolle Prioritäten bei der Kapitalallokation und eine solide Bilanz mit einem mittel- bis langfristigen Leverage-Grad von unter 30%.
- Aufbauend auf ihren derzeitigen Stärken und ihrer Vision der Technologie- und Innovationsführerschaft ist die OMV gut aufgestellt, um in einer Welt mit niedrigen THG-Emissionen nachhaltig zu wachsen. Diese Strategie steigert den Shareholder Value der OMV, da der Transformationspfad ein Geschäftsmodell des nachhaltigen Wachstums ermöglicht und das Engagement des Konzerns zur Reduktion von THG-Emissionen, zur Erzielung solider Finanzergebnisse und zur Beibehaltung seiner progressiven Dividendenpolitik unterstreicht.
Chemicals & Materials
Strategische Prioritäten bis 2030
- ▸ Entwicklung zu einem weltweit führenden Anbieter von Polyolefin-Speziallösungen
- ▸ Wachstum in attraktiven Märkten mit besonderem Fokus auf Nordamerika und Asien
- ▸ Steigerung der nachhaltigen Polyolefinproduktion auf bis zu 40% der gesamten europäischen Polyolefinproduktion
- ▸ Aufbau einer führenden Position bei erneuerbaren und kreislaufbasierten Lösungen
- ▸ Diversifizierung des Portfolios durch Einstieg in verwandte Produkte und neue Produktgruppen
- Die Nachfrage nach chemischen Produkten wird weiterhin über dem globalen BIP wachsen, auch in einer Welt mit geringen THG-Emissionen. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Polyolefin-Neuware mit einer CAGR (2021–2030) von 3,6% geringfügig über dem BIP wächst. Der Großteil dieses Nachfragewachstums stammt aus den wachstumsstarken Märkten in Asien und ist mit einer Vielzahl unterschiedlicher Endverbrauchermärkte und ‑anwendungen verbunden, die eine natürliche Absicherung gegen die Volatilität einzelner Branchen darstellen. Für recycelte Polyolefine wird ein jährlicher Anstieg mit einer CAGR (2021–2030) von 11,7% prognostiziert, der deutlich über dem BIP liegt. Dies ist auf das starke Engagement in Endmärkten, insbesondere im Konsumgütersektor, den zunehmenden regulatorischen Druck und den Bedarf an Lösungen für Kunststoffabfälle am Ende ihrer Lebensdauer zurückzuführen.
- Polyolefine spielen eine entscheidende Rolle als ökoeffiziente Wegbereiter für eine nachhaltige Zukunft, indem sie beispielsweise leichtere Automobillösungen und Verpackungen ermöglichen, die Lebensmittelabfälle reduzieren und die Haltbarkeit verlängern. Die derzeitige lineare Wertschöpfungskette bei Polyolefinen steht vor großen Herausforderungen: schlecht oder gar nicht bewirtschaftete Abfälle, Umweltverschmutzung, unnötige Emissionen und die zunehmende Verbreitung von Mikroplastik. Die Umstellung der Wertschöpfungskette von einem linearen auf ein kreislauforientiertes Modell wird in Zukunft eine der Prioritäten für ein nachhaltiges Chemikaliengeschäft sein. Dies bedarf jedoch eines tiefgreifenden Wandels, um eine Skalierung bei attraktiver Rentabilität zu ermöglichen. Derzeit ist der Zugang zu Rohstoffen, die direkt aus dem Recycling stammen, begrenzt. Aus diesem Grund ist die Beschaffung von vor- und nachgelagerten Rohstoffen, vor allem durch Partnerschaften, von entscheidender Bedeutung, um einen ausreichenden Zugang zu Kunststoffabfällen zu gewährleisten. Partnerschaften mit Markeninhabern sowie dem Einzelhandel sorgen für attraktive langfristige Abnahmeverträge mit Aufschlägen für grüne Produkte. Darüber hinaus muss das künftige Betriebsmodell so angelegt sein, dass eine rasche Reaktion auf sich ändernde regulatorische Anforderungen und Kundenbedürfnisse möglich ist. Das Hauptaugenmerk gilt dabei dem hoch entwickelten europäischen Umfeld wie auch der Fähigkeit, erfolgreiche Konzepte kurzfristig weltweit einzuführen.
- Ziel der OMV ist es, ihr Polyolefingeschäft weiterzuentwickeln, indem sie auf bestehenden Stärken und Fähigkeiten aufbaut und Wettbewerbsvorteile voll ausschöpft, um in angrenzende Märkte zu wachsen. Dafür gilt es, gezielte Investitionen zu tätigen und Initiativen zu starten, die die Rendite verbessern und den ökologischen Fußabdruck des Konzerns verringern.
- Der Geschäftsbereich Chemicals & Materials verfügt über eine starke Pipeline an organischen Wachstumsprojekten in Europa, dem Nahen Osten und Nordamerika.
Zu den wichtigsten Wachstumsinitiativen gehören:
- ▸ Ausbau der Propylenkapazitäten in Europa (Anlage in Kallo, 2023)
- ▸ Ausbau des auf Naphtha basierten Steamcrackers in Burghausen (2022)
- ▸ Erweiterung des Borouge JVs durch Borouge 4 – Bau eines auf Ethan basierten Steamcracker, mit einer Kapazität von 1,5 Mio t und einer Polyolefinanlagen mit einer Kapazität von 1,4 Mio t. Die Inbetriebnahme des Steamcrackers und der Polyolefinanlagen sind für Ende 2025 geplant.
- ▸ Ausweitung der Präsenz in Nordamerika durch das Baystar JV. Bau eines auf Ethan basierten Steamcrackers mit einer Kapazität von 1 Mio t und Erweiterung der Polyethylenanlagen auf von 1 Mio t pro Jahr. Die Inbetriebnahme des Steamcrackers und der Polyolefinanlagen wird für 2022 erwartet.
- Der Geschäftsbereich Chemicals & Materials plant sein Polyolefin- und Spezialproduktportfolio zu stärken und sich dabei attraktive Margen zu sichern. Der Bereich strebt ein Wachstum in Asien an und will die Präsenz in Nordamerika durch organische und anorganische Investitionen stärken. Darüber hinaus will Chemicals & Materials das Portfolio weiter ausbauen, indem es angrenzende Wertschöpfungsbereiche erschließt und eine breitere, diversifizierte Führungsposition in der Chemieindustrie entwickelt, hauptsächlich durch M&A-Aktivitäten.
Zu den wichtigsten Wachstumsinitiativen gehören:
- ▸ Ausbau der Polypropylen-Position in Nordamerika
- ▸ Wachstum bei differenzierten Spezialprodukten
- ▸ Wachstum in Asien in Spezial-Polyolefinen und Kreislauflösungen
- Neben der allgemeinen Marktattraktivität, der strategischen Eignung und der Wertschöpfung sind Nachhaltigkeit und geografische Reichweite die wichtigsten Investitionskriterien für potenzielle Diversifikationsmöglichkeiten. Um die Technologieführerschaft aufrechtzuerhalten, ist eine kontinuierliche Konzentration auf Innovation unerlässlich.
- Ziel der OMV ist es, eine führende Position bei erneuerbaren und kreislauffähigen Chemikalien und Materialien einzunehmen. Zu diesem Zweck plant der Konzern, das aufkommende Marktpotenzial für erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft zu erschließen, indem er seine integrierte Technologieplattform und seine Position als Anbieter von End-to-End-Lösungen nutzt, um neue Produkte und innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln.
- Ziel ist es, bis 2030 jährlich rund 2 Mio t nachhaltige Produkte zu liefern, um den CO2-Fußabdruck der Produkte zu reduzieren und die Emissionsziele der OMV zu erreichen. Dies soll durch die Beschleunigung laufender (fortschrittlicher) Initiativen zum mechanischen und chemischen Recycling in Europa sowie durch den Einsatz nachhaltiger Rohstoffe erreicht werden. Die nachhaltigen Produkte werden das Ergebnis der zunehmenden Verwendung von Biorohstoffen für Polyolefine und des breiteren Chemikalienportfolios sein und die enge Integration mit dem OMV Geschäftsbereich Refining & Marketing nutzen. Aufbauend auf seiner europäischen Führungsposition im Bereich der Nachhaltigkeit wird Chemicals & Materials seine globale Präsenz nutzen, um Lösungen für die Kreislaufwirtschaft durch bestehende Joint Ventures, neue Wachstumsplattformen und zusätzliche Partnerschaften in Asien und Nordamerika weltweit zu verbreiten.
- Der C&M Geschäftsbereich der OMV wird der wesentliche Wachstumsmotor des Konzerns sein. Mit einem Portfolio unterschiedlicher Wachstumsinitiativen wird er Nachhaltigkeit, Risiko und Rendite in Einklang bringen und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Marktdynamiken stärken. Die C&M-Strategie bietet erhebliches Wachstums- und Wertschöpfungspotenzial.
Die gesamten organischen Investitionen im Geschäftsbereich Chemicals & Materials werden durchschnittlich EUR 0,9 Mrd pro Jahr betragen, wovon EUR 0,3 Mrd pro Jahr für nachhaltige Projekte und Initiativen zur Verringerung der CO2-Emissionen bestimmt sind.
Refining & Marketing
Strategische Prioritäten bis 2030
- ▸ Reduktion der Rohöldestillationskapazität um 2,6 Mio t bei gleichzeitiger Steigerung der Produktion von erneuerbaren Kraftstoffen für den Mobilitätssektor und nachhaltigen chemischen Rohstoffen auf etwa 1,5 Mio t
- ▸ Produktion und Vermarktung von mindestens 700.000 t nachhaltigen Flugzeugtreibstoffen
- ▸ Investition in ein Ladenetz für Elektrofahrzeuge und deutliche Steigerung des Margenbeitrags aus dem Non-Fuel-Geschäft
- ▸ Signifikante Reduktion der absoluten Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen
- R&M ist gerade dabei, sein Produktportfolio umzugestalten, und setzt nun verstärkt auf erneuerbare Kraftstoffe für den Mobilitätssektor und nachhaltige chemische Rohstoffe. Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf sichere, innovative sowie ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Tätigkeiten. Dadurch wird R&M die Umstellung auf einen CO2-armen Betrieb und Vertrieb bei gleichzeitig hoher Rentabilität ermöglichen.
- Das Marktpotenzial europäischer Raffinerien für fossile Kraftstoffe wird bis 2030 deutlich zurückgehen, da sowohl die Mengen als auch die Raffineriemargen aufgrund des Tempos der Energiewende in Europa unter Druck geraten dürften. Im gleichen Zeithorizont wird es ein starkes Wachstum bei erneuerbaren Kraftstoffen für den Mobilitätssektor sowie bei nachhaltigen chemischen Rohstoffen geben. Das Geschäftssegment Refining wird die Rohöldestillationskapazität in den Raffinerien Schwechat und Burghausen proaktiv von 12,9 Mio t im Jahr 2019 auf rund 10,3 Mio t im Jahr 2030 senken, um der veränderten Nachfrage gerecht zu werden. Durch diese Anpassung wird die Produktion von Heizöl- und Dieselprodukten bis 2030 erheblich reduziert, während in den westlichen Raffinerien die Produktausbeute im Chemiebereich bis 2030 auf rund 24% steigt. Um die Chancen der laufenden Energiewende zu nutzen, arbeitet das Geschäftssegment Refining an der Entwicklung eines Produktionsportfolios für erneuerbare Kraftstoffe und nachhaltige chemische Rohstoffe, wie etwa dem Co-Processing von biogenen Rohstoffen in Schwechat, das bis 2030 die Marke von insgesamt rund 1,5 Mio t erreichen soll. In diesem Zusammenhang wird die Beschaffung von Biorohstoffen ein entscheidender Erfolgsfaktor sein.
- Die OMV wird die Schnittstelle zwischen Öl und Chemikalien mit Schwerpunkt auf den integrierten Standorten Schwechat und Burghausen optimieren und zu diesem Zweck Anlagen und Standorte neu konfigurieren, um die Quote hochwertiger fossiler Ressourcen zu maximieren und den Anteil an nachhaltigen Rohstoffen für die Produktion von Chemikalien zu steigern. Die OMV wird ihre drei europäischen Raffinerien in Österreich, Deutschland und Rumänien weiterhin als integriertes System betreiben, um die Anlagenauslastung zu optimieren und die Margen zu maximieren. Darüber hinaus führt das Unternehmen Maßnahmen zur Steigerung der Energie- und Betriebseffizienz in den bestehenden Raffinerieanlagen durch, um eine führende Kostenposition in Europa aufrechtzuerhalten.
- Ziel der internationalen, nicht von der OMV betriebenen Raffineriestandorte in den Vereinigten Arabischen Emiraten (ADNOC Refining) und Pakistan (PARCO) ist es, ihre wirtschaftliche Leistung zu verbessern. Der Schwerpunkt wird kurz- bis mittelfristig auf der weiteren Optimierung der Betriebsabläufe (Operational Excellence) und der Leistungskultur an den einzelnen Standorten liegen. Mittel- bis langfristig wird die OMV kommerzielle Optionen für die Produktion von nachhaltigen Kraftstoffen für den Mobilitätssektor evaluieren und strategische Optionen für eine Kapitalumschichtung prüfen.
- Die Aktivitäten von Marketing & Trading in Europa sichern den Kunden- und Marktzugang der OMV. Im Einklang mit den sich ändernden Nachfragemustern und den regulatorischen Verpflichtungen wird die OMV ihr Produktportfolio bis 2030 schrittweise auf nachhaltigere Kraftstoffe und Dienstleistungen umstellen und damit die Resilienz ihres Produktmixes erhöhen. Die OMV wird ein wachsendes Geschäft für nachhaltige Flugzeugtreibstoffe (Sustainable Aviation Fuels; SAFs) in Mitteleuropa aufbauen, indem sie neue Marktpositionen in der Nähe der geplanten Produktionsstandorte, wie in Belgien und in Rumänien, etabliert. OMV Marketing & Trading wird bis 2030 mehr als 700.000 t SAFs vermarkten. Die OMV beabsichtigt, die SAF-Verkaufsmengen deutlich über den geplanten regulatorischen Rahmen hinaus zu steigern, und wird sich auf den wachsenden freiwilligen Kohlenstoffmarkt konzentrieren. Gleichzeitig wird Marketing & Trading seine Position bei Bitumen und Schiffskraftstoff aufrechterhalten, um die Auslastung der Raffinerien zu sichern, und diese Produkte weiterentwickeln, um die THG-Emissionen zu senken.
- Im Geschäftssegment Retail Mobility & Convenience plant die OMV den weiteren Ausbau des bestehenden Marktpotenzials durch ein deutliches Wachstum des Non-Fuel-Geschäfts. Neue Gastronomie- und Servicekonzepte sowie Kooperationen im Bereich der Lebensmittellogistik werden das Volumen und die Marge des Non-Fuel-Geschäfts bis 2030 voraussichtlich deutlich erhöhen. Parallel dazu wird das Unternehmen seinen Anteil an Premiumkraftstoffen bis 2030 auf mehr als 30% erhöhen, um sich von der Konkurrenz abzuheben und höhere Margen zu erzielen. Das OMV Geschäftssegment Retail Mobility & Convenience wird in den Bereich E-Mobilität expandieren und eine führende Position bei Ladestationen für Elektrofahrzeuge an Autobahnstationen und Transittankstellen sowie an Convenience-Hubs einnehmen. Mit einer Gesamtinvestition in diesem Segment von mehr als EUR 400 Mio bis zum Jahr 2030 wird die OMV die Profitabilität ihres Retail-Geschäfts steigern und den Wert ihrer Assets monetarisieren. Die gesamten organischen Investitionen im Geschäftsbereich R&M werden von 2022 bis 2030 durchschnittlich EUR 1 Mrd pro Jahr betragen, wovon EUR 0,5 Mrd pro Jahr für nachhaltige Projekte und Initiativen zur Verringerung der CO2-Emissionen bestimmt sind.
- Mit dieser neuen Strategie wird die OMV ihr Ziel, die Treibhausgasemissionen zu senken, schneller erreichen, indem sie fossile Brennstoffe reduziert, die Produktion und Vermarktung erneuerbarer Kraftstoffe und nachhaltiger chemischer Rohstoffe intensiviert und Energieeffizienzmaßnahmen umsetzt.
Exploration & Production
Strategische Prioritäten bis 2030
- ▸ Portfoliomanagement als robuster Cash-Generator zur Unterstützung der Transformation des Konzerns
- ▸ Produktion von mindestens 450 kboe/d bis 2025 und unter 400 kboe/d bis 2030 mit einer Übergewichtung von Gas5
- ▸ Produktionskosten von unter USD 7/boe
- ▸ Entwicklung CO2-armer Geschäftslösungen mit rund 10 TWh erneuerbaren Energien (z.B. Geothermie) und einer CCS-Menge von 5 Mio t CO2 pro Jahr, um die absoluten und relativen Treibhausgasemissionen erheblich zu reduzieren
- ▸ Maßnahmen zur Portfolio-Optimierung werden evaluiert
- Vor dem Hintergrund der laufenden Energiewende und zur Unterstützung der Transformation des OMV Konzerns wird E&P als solider Cash-Generator geführt werden und sich auf die weitere Aufwertung seines wettbewerbsfähigen Asset-Portfolios konzentrieren, wobei der Schwerpunkt auf den vier Kernregionen liegt: Mittel- und Osteuropa, Nordsee, Mittlerer Osten und Afrika sowie Asien-Pazifik. Die Umstellung des Kohlenwasserstoffportfolios auf Gas wird fortgesetzt, wobei zur Steigerung der Effizienz weitere Positionen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, veräußert werden, während das Geschäft mit CO2-armen Produkten so weit ausgebaut wird, dass es bis zum Ende des Jahrzehnts einen wesentlichen Beitrag leistet.
- Die Steigerung der Wertschöpfung und des Cashflows sind die wichtigsten Ziele und Kriterien für das Management und die Entwicklung des Portfolios von Öl- und Gas-Assets, wobei der Fokus auf Gas liegt. Die mittelfristige Realisierung von Schlüsselprojekten des Portfolios, wie die Entwicklung von Neptun in Rumänien, Jerun in Malaysia und die Verlängerung der Plateauförderung von Umm Lulu SARB Phase 2 in den Vereinigten Arabischen Emiraten, wird bis 2025 und darüber hinaus eine starke Cash-Generierung unterstützen. Mit dem aktuellen Portfolio geht die OMV davon aus, bis 2025 ein Produktionsniveau von mindestens 450 kboe/d mit einem Gasanteil von rund 60% aufrechtzuerhalten.5 Danach plant die OMV eine Reduktion ihrer Öl- und Gasproduktion bis 2030 auf unter 400 kboe/d, wobei Gas weiterhin übergewichtet werden soll.5 Der Produktionsrückgang wird vor allem in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts stattfinden, da keine (Neu-)Entwicklungen größerer Projekte stattfinden werden. Um die oben genannten Produktionsniveaus aufrechtzuerhalten, das CO2-arme Geschäft voranzutreiben und einen starken Cashflow zu erzielen, rechnet E&P mit durchschnittlichen jährlichen Investitionen von insgesamt rund EUR 1,6 Mrd über die nächsten zehn Jahre, wovon EUR 0,6 Mrd für CO2-arme Aktivitäten vorgesehen sind. Die Explorations- und Evaluierungsaktivitäten der OMV werden weiter gestrafft, und das durchschnittliche jährliche Gesamtbudget wird innerhalb der nächsten zehn Jahre voraussichtlich rund EUR 0,2 Mrd betragen. Gegen Ende des Jahrzehnts werden die Investitions- sowie die Explorations- und Evaluierungsausgaben im Öl- und Gassektor sinken, wodurch mehr Kapital für den Ausbau des CO2-armen Geschäfts und die generelle Transformation der OMV zur Verfügung stehen wird.
- E&P will die Wettbewerbsfähigkeit seines Portfolios ebenso stärken wie dessen Resilienz gegenüber Marktschwankungen und den sich schnell ändernden Anforderungen der Öl- und Gasindustrie. Neben der Portfoliooptimierung wird der starke Fokus auf eine weitere Optimierung der Betriebsabläufe (Operational Excellence) – unterstützt durch Digitalisierung und agile Arbeitsweisen – sicherstellen, dass die Produktionskosten über das Jahr 2025 hinaus unter USD 7/boe bleiben.
- Das Gasverkaufs- und Logistikgeschäft, exklusive OMV Petrom, wird ab 2022 im E&P-Geschäft konsolidiert werden. Im Laufe der nächsten zehn Jahre wird die europäische Produktion zurückgehen, während die Nachfrage voraussichtlich stabil bleiben wird. Um die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage zu schließen, wird die OMV weiterhin ihre eigene Erdgasproduktion in Norwegen, Österreich und Rumänien durch langfristige Gaslieferverträge aus Russland ergänzen und bemüht sich weitere Bezugsquellen zu identifizieren und zu erschließen. Der Beitrag von Eigengas zum Gasverkaufsportfolio wird gegen Ende des nächsten Jahrzehnts in der Nordwestregion aufgrund des natürlichen Förderrückgangs bei den bestehenden Feldern deutlich abnehmen und weitgehend durch hauptsächlich über Trading bezogene grüne Gase wie Biogas und Wasserstoff ersetzt werden, um die CO2-Intensität des Produktportfolios zu verringern. Neue Eigengasmengen aus dem rumänischen Neptun-Projekt werden die Volumen in der Südostregion hoch halten. Die OMV wird auch versuchen, einen zunehmenden Anteil ihrer Erdgasverkäufe auf Kunden aus Nichtenergiesektoren, wie etwa der chemischen Industrie, zu verlagern, um ihre Scope-3-Portfolio-Emissionen weiter zu reduzieren.
- Der Konzern wird eine Reihe von Möglichkeiten und Portfolio-Optionen prüfen, die die Cashflow-Generierung durch das derzeitige E&P-Geschäft verbessern und einen potenziell beschleunigten Übergang zu nachhaltigen Kraftstoffen, Chemikalien und Materialien unterstützen. Zu diesen Möglichkeiten könnten die Ausschöpfung des gesamten Wertpotenzials der Assets zählen, wie zum Beispiel das Geschäftspotenzial mit CO2-armen Produkten, die Aufrechterhaltung einer hervorragenden Lagerstättenförderung und die Optimierung der Kosten, sowie die Bewertung und Entwicklung von Joint-Venture-Möglichkeiten für ausgewählte Assets, ohne dabei anorganische Optionen auszuschließen.
- Zur Verbesserung der CO2-Bilanz seiner Geschäftstätigkeiten wird E&P das routinemäßige Abfackeln und Ablassen von Erdölbegleitgas einstellen, diffuse Methanemissionen reduzieren und Maßnahmen zur Portfolio-Optimierung einführen. Außerdem werden Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien zur Eigenversorgung der OMV verfolgt, wie zum Beispiel die mit VERBUND entwickelte Photovoltaikanlage in Schönkirchen (Österreich). Zur Gesamtreduzierung der absoluten und relativen Treibhausgasemissionen seines Produktportfolios wird E&P seine bestehenden Assets und Kernkompetenzen nutzen, um finanzstarke, CO2-arme Projekte zu realisieren. Die vorhandenen Möglichkeiten werden genutzt, um bis zum Jahr 2030 eine geothermische Wärmekapazität von bis zu 9 TWh pro Jahr aufzubauen. Zusätzlich zur Geothermie soll in OMV Kernregionen mit günstigen Sonnen- und Windverhältnissen mindestens 1 TWh aus erneuerbaren Energien gewonnen werden, um den Eigenbedarf zu decken und damit die Scope-2-Emissionen aus den Geschäftstätigkeiten der OMV zu reduzieren. E&P wird seine bestehenden Lagerstätten und unter- bzw. oberirdischen Kapazitäten weiter ausschöpfen, um Chancen zu realisieren, die bis 2030 in einer CCS-Speicherkapazität von rund 5 Mio t CO2 netto jährlich für die OMV resultieren. Zusätzliche Möglichkeiten, bei denen E&P seine Stärken und Fähigkeiten einsetzen kann, wie zum Beispiel Wasserstoff und Energiespeicherung, werden ebenfalls untersucht und möglicherweise unter Berücksichtigung der strategischen Prioritäten der OMV weiterverfolgt.
Dekarbonisierungsstrategie
Strategische Prioritäten bis 2030
- ▸ Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen des OMV Konzerns um 30%
- ▸ Reduktion der Scope-3-Emissionen des OMV Konzerns um 20%
- ▸ Reduktion der CO2-Intensität der Energieversorgung des OMV Konzerns um 20%
- Die OMV hat sich verpflichtet, bis 2050 Netto-Null-Emissionen (Scope 1, 2 und 3) zu erreichen – mit Zwischenzielen für 2030 und 2040. Die OMV erwartet die Veröffentlichung der „Science Based Targets“-(SBT-)Methodik für den Öl- und Gassektor, um ihre neuen Ziele anhand der SBT-Anforderungen zu bewerten und diese letztlich von der „Science Based Target initiative“ (SBTi) anerkennen zu lassen. Die OMV Ziele werden auf absoluter Ebene und auf der Ebene der Emissionsintensität festgelegt, mit dem Endziel, bis 2050 in Scope 1, 2 und 3 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Für Scope 1 und 2 strebt die OMV eine absolute Reduktion um 30% bis 2030 und um 60% bis 2040 an. Für die definierten Kategorien in Scope 3 strebt die OMV eine Reduktion um 20% bis 2030 und um 50% bis 2040 an. In Bezug auf die CO2-Intensität der Energieversorgung strebt die OMV eine Reduktion um 20% bis 2030 und um 50% bis 2040 an.
- Diese Emissionsreduktionen können nur mit beträchtlichen Anstrengungen und großem Kapitaleinsatz erreicht werden. Der Konzern hat dafür organische Investitionen von mehr als EUR 13 Mrd vorgesehen. Alle Geschäftsbereiche werden bei dieser Umgestaltung auf ihren jeweiligen Stärken und Fachkenntnissen aufbauen. Um die angestrebten Reduktionen bis 2030 zu erreichen, werden drei Schlüsselinitiativen gestartet:
- ▸ Verringerung des Verkaufs fossiler Brennstoffe: deutlicher Abbau bei den fossilen Brennstoffen und weniger starker Abbau bei den Erdgasverkäufen
- ▸ Steigerung des Absatzes von CO2-freier Energie: deutlicher Anstieg bei nachhaltigen und biobasierten Kraftstoffen, Absatz von grünem Gas, Aufbau von Photovoltaik-Kapazitäten für den Eigenverbrauch sowie von geothermischer Wärme
- ▸ Steigerung des Recyclings im Geschäftsbereich Chemicals & Materials, Erhöhung des Anteils an nachhaltigen Rohstoffen und Lieferung von jährlich rund 2 Mio t kreislauffähigen Produkten: Produktion von Rezyklaten als Ersatz für fossile Chemikalien und Materialien und Produktion aus biogenen Rohstoffen
- Neben diesen Bemühungen sind auch Neutralisierungsmaßnahmen erforderlich. Die OMV geht davon aus, dass sie CCS-Kapazitäten von 5,0 Mio t in allen Geschäftsbereichen nutzen wird. Eingekaufte Energie wird zu 100% aus erneuerbaren Quellen stammen. Das anorganische Wachstum des Geschäftsbereichs Chemicals & Materials wird im Einklang mit den Dekarbonisierungszielen der OMV erfolgen, wobei Dekarbonisierungspfade entweder bereits vorhanden sind oder nach einer möglichen Akquisition umgesetzt werden sollen.
Finanzen
Strategische Prioritäten bis 2030
- ▸ Erzielung eines operativen Cashflows exklusive Net-Working-Capital-Positionen von EUR ~6 Mrd bis 2025 und EUR ≥7 Mrd bis 2030
- ▸ Erzielung eines mittel- bis langfristigen ROACE von ≥12%
- ▸ Sicherstellung solider Prioritäten bei der Kapitalallokation: organische Investitionen, Dividende, anorganisches Wachstum, Entschuldung6
- ▸ Aufrechterhaltung einer soliden Bilanz mit einem mittel- bis langfristigen Leverage-Grad von unter 30%
- ▸ Kontinuierliche Umsetzung der progressiven Dividendenpolitik
- Die Finanzstrategie des Konzerns zielt darauf ab, den Wert des Unternehmens und die Rendite für die Aktionärinnen und Aktionäre zu steigern und gleichzeitig eine solide Bilanz sowie ein finanziell robustes Portfolio zu gewährleisten, das in einer CO2-armen Welt erfolgreich ist und über ein attraktives Wachstumspotenzial bis weit in die Zukunft verfügt. Die wertorientierte Finanzstrategie basiert auf einem klaren Rahmen, der ein langfristig rentables und solides Wachstum ermöglicht, und hat folgende Ziele: einen ROACE von mindestens 12%, einen positiven freien Cashflow nach Dividenden, eine solide Bilanz mit einem mittel- bis langfristigen Leverage-Grad von unter 30%, ein CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten von mindestens EUR 5 Mrd bis 2025 und von EUR 6 Mrd bis 2030, Steigerung des den Aktionären zuzurechnenden CCS Jahresüberschusses vor Sondereffekten, einen Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen von rund EUR 6 Mrd bis 2025 und von mindestens EUR 7 Mrd bis 2030 sowie eine progressive Dividendenpolitik.
- Bei der Erstellung ihres Finanzplans verfolgte die OMV eine solide Politik der Kapitalallokation: erstens Investitionen in ihr organisches Portfolio, zweitens die Zahlung attraktiver Dividenden, drittens anorganische Investitionen für eine beschleunigte Transformation und viertens Entschuldung6. Bei der Kapitalallokation konzentriert sich der Konzern auf die Auswahl der wettbewerbsfähigsten und tragfähigsten Projekte. Zu den definierten Investitionskriterien gehören Mindestrenditen und Amortisationszeiten für die einzelnen Geschäftsbereiche, die die jeweiligen Risiko- und Ertragsprofile widerspiegeln, sowie die Prüfung von Projekten auf ihre Belastbarkeit und ihre Rentabilität anhand relevanter Markt-KPIs.
- Um ihr strategisches Ziel zu erreichen, plant die OMV für den Zeitraum von 2022 bis 2030 jährliche organische Investitionen in Höhe von rund EUR 3,5 Mrd. Insgesamt wendet der Konzern für den Zeitraum 2022–2030 mehr als EUR 13 Mrd auf, um seine ehrgeizigen Dekarbonisierungsziele zu erreichen. Darüber hinaus wird die OMV ein anorganisches Wachstum in Bereichen von strategischer Bedeutung in Betracht ziehen. Dies wird jedoch vom Verschuldungsspielraum des Konzerns abhängen. Außerdem können sich im Portfolio des Konzerns Möglichkeiten bieten, die Umsetzung der Strategie durch Veräußerungen zu beschleunigen, wenn sich attraktive Akquisitionsziele in bestimmten Wachstumsbereichen anbieten.
- Die Konzernstrategie, unterstützt durch eine disziplinierte Kapitalallokation, wird die OMV in die Lage versetzen, steigende und solide Cashflows und höhere Erträge zu erwirtschaften. Diese robusten Finanzkennzahlen stellen eine solide Konzernbilanz sicher. In ihrer Finanzstrategie hat sich die OMV dazu verpflichtet, eine solide Bilanz und ein Investment-Grade-Rating zu gewährleisten. Das Unternehmen strebt mittel- bis langfristig einen Leverage-Grad von unter 30% an. Je nach den Portfoliomaßnahmen kann der Leverage-Grad 30% überschreiten, allerdings wird dann ein Entschuldungsprogramm durchgeführt, um die Bilanz zu stärken.
- Während des Strategiezeitraums wird die OMV ihre progressive Dividendenpolitik fortsetzen. Das Ziel des Konzerns ist daher, die Dividende jedes Jahr zu erhöhen oder zumindest auf dem Niveau des jeweiligen Vorjahres zu halten. Dies unterstreicht das Engagement des Konzerns für seine progressive Dividendenpolitik.
Nachhaltigkeit
Wir wollen eine nachhaltige Welt mitgestalten – eine Welt, die für alle lebenswert ist. Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft stehen im Mittelpunkt unserer Konzernstrategie. Unser Ziel ist es, bis 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden, die Energiewende zu beschleunigen und den Übergang von einer linearen zu einer kreislauforientierten Wirtschaft proaktiv voranzutreiben. Wir bauen positive Beziehungen zu unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Lieferantinnen und Lieferanten, Gemeinden und anderen Interessengruppen auf, indem wir uns auch mit den sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Übergangs zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft befassen. Unser strategischer Rahmen für Nachhaltigkeitsthemen basiert auf den drei Säulen Umwelt, Soziales und Governance (Environmental, Social, and Governance; ESG).
- Unsere Strategie 2030 wird durch diesen Nachhaltigkeits-Framework untermauert, wobei alle Geschäftsentscheidungen von unserem Ziel geleitet werden, ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden. Innerhalb dieses Frameworks für Nachhaltigkeitsthemen haben wir fünf strategische Schwerpunktbereiche festgelegt: Klimawandel, Management natürlicher Ressourcen, Gesundheit und Sicherheit, Menschen und ethische Geschäftspraktiken. Für jeden dieser Schwerpunktbereiche haben wir konkrete Commitments, Ziele und Maßnahmen formuliert, die bis 2030 erreicht werden sollen und den Beitrag der OMV zur UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung darstellen.
Nachhaltigkeitsziele und Commitments der OMV
Klimawandel
- ▸ Die OMV verbessert laufend die CO2Effizienz ihrer Geschäftstätigkeit und ihres Produktportfolios. Die OMV hat sich dazu verpflichtet, die Energiewende zu unterstützen und zu beschleunigen, und möchte bis spätestens 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen werden.
- ▸ Reduzierung der CO2-Intensität unserer Geschäftstätigkeit (Scope 1) um ≥30% vs. 2010
- ▸ Reduzierung der CO2-Intensität unseres Produktportfolios (Scope 3) um >6% vs. 2010
- ▸ Mindestens 1 Mio t weniger Emissionen in CO2-Äquivalent in betriebenen Assets 2020–2025
- ▸ Erreichen einer E&P-Methanintensität von 0,2% oder weniger
- ▸ Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um ≥30% vs. 2019
- ▸ Reduzierung der Scope-3-Emissionen7 um ≥20% vs. 2019
- ▸ Reduzierung der CO2-Intensität der Energieversorgung um ≥20% vs. 2019
- ▸ Erreichen einer E&P-Methanintensität von 0,1% oder weniger
- ▸ Abschaffung des routinemäßigen Abfackelns oder Ablassens von Erdölbegleitgas so rasch wie möglich, jedoch spätestens bis 2030
- ▸ Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um ≥60% vs. 2019
- ▸ Reduzierung der Scope-3-Emissionen7 um ≥50% vs. 2019
- ▸ Reduzierung der CO2-Intensität der Energieversorgung um ≥50% vs. 2019
Management natürlicher Ressourcen
- ▸ Die OMV setzt sich für ein verantwortungsvolles Management natürlicher Ressourcen ein und wird den Übergang von einer linearen zu einer kreislauforientierten Wirtschaft proaktiv vorantreiben.
- ▸ Ziel der OMV ist es, die Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten, indem sie die Verschmutzung von Wasser und Boden verhindert, Emissionen reduziert, natürliche Ressourcen effizient nutzt und eine Beeinträchtigung der biologischen Vielfalt vermeidet.
- ▸ Verdreifachung der Menge an recycelten Polyolefinen auf 350 kt/J
- ▸ Steigerung der Wiederverwendung und des Recyclings von Abfällen aus der Geschäftstätigkeit
- ▸ Reduzierung des Frischwasserverbrauchs
- ▸ Produktion von nachhaltigen Polyolefinen (einschließlich recycelter und biobasierter Polyolefine) im Ausmaß von rund 2.000 kt/J
- ▸ Reduzierung des Verbrauchs natürlicher Ressourcen durch Senkung der Öl- und Gasproduktion auf unter 400 kboe/d und durch Verringerung des Rohöldestillationsdurchsatz um 2,6 Mio t
- ▸ Steigerung der Wiederverwendung und des Recyclings von Abfällen aus der Geschäftstätigkeit
- ▸ Reduzierung des Frischwasserverbrauchs
Gesundheit und Sicherheit
- ▸ Gesundheit und Sicherheit haben bei allen Tätigkeiten oberste Priorität. Die OMV hat sich dem proaktiven Risikomanagement verschrieben, um ihre HSSE-Vision „ZERO harm – NO losses“ zu verwirklichen.
- ▸ Erreichen einer Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) von rund 1,0 pro 1 Mio Arbeitsstunden
- ▸ Keine Arbeitsunfälle mit Todesfolge
- ▸ Aufrechterhaltung der führenden Position bei der Prozesssicherheitsvorfallrate
- ▸ Stabilisierung der Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) bei unter 1,0 pro 1 Mio Arbeitsstunden
- ▸ Keine Arbeitsunfälle mit Todesfolge
- ▸ Aufrechterhaltung der führenden Position bei der Prozesssicherheitsvorfallrate
Menschen
- ▸ Die OMV bemüht sich um den Aufbau und Erhalt eines talentierten und kompetenten Expertenteams für internationales und integriertes Wachstum. Wir begrüßen unsere Verschiedenartigkeit und nutzen unsere Vielfalt an Gedanken und Erfahrungen als Katalysator für Wachstum und Kreativität.
- ▸ Die OMV setzt sich für eine faire Behandlung und Chancengleichheit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein und toleriert keinerlei Diskriminierung oder Belästigung jeglicher Art.
- ▸ Wir haben den UN Global Compact unterzeichnet, befürworten die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und unterstützen die UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, indem wir eine Strategie sozialer Investitionen verfolgen, die auf lokale Bedürfnisse und die SDGs ausgerichtet ist.
- ▸ Die OMV hat sich dazu verpflichtet, zu einem gerechten Wandel („Just Transition“) für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Standortgemeinden beizutragen und die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Übergangs zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft zu berücksichtigen.
- ▸ Erhöhung des Frauenanteils auf Führungsebene auf 25%
- ▸ Beibehaltung des hohen Anteils von 75% an Executives mit internationaler Erfahrung
- ▸ Schulung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des OMV Konzerns zum Thema Menschenrechte
- ▸ Überprüfung des Beschwerdemechanismus für Communities an allen Standorten nach den UN-Wirksamkeitskriterien
- ▸ Erhöhung des Frauenanteils auf Führungsebene auf 30%
- ▸ Mindestens 20% weibliche Vorstandsmitglieder (Stretch-Ziel 30%)
- ▸ Erhöhung des Anteils des internationalen Managements auf 65%
- ▸ Beibehaltung des Anteils von 75% an Executives mit internationaler Erfahrung
- ▸ Erhöhung der durchschnittlichen Anzahl der jährlichen Lernstunden auf mindestens 30 Stunden pro Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter
- ▸ Verstärkte Unterstützung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung an unseren Hauptstandorten
- ▸ Durchführung von Menschenrechtsbewertungen in Hochrisikoländern für alle Geschäftstätigkeiten des OMV Konzerns und Entwicklung von Aktionsplänen alle fünf Jahre
- ▸ Mindestens 1% strategische soziale Investitionen pro Jahr (auf Basis des den Aktionärinnen und Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnenden Periodenüberschusses des vorangegangenen Jahres) bis 2030
Ethische Geschäftspraktiken
- ▸ Die OMV möchte an allen Standorten dieselben hohen ethischen Standards einhalten. Wir wollen uns das Vertrauen unserer Stakeholder verdienen, indem wir einen hohen Standard der Unternehmensführung einhalten und ein hohes Maß an Transparenz und Vorhersehbarkeit wahren.
- ▸ Die OMV hat sich zur Umsetzung einer nachhaltigen Beschaffung verpflichtet. Dies bedeutet, dass die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Dienstleistungen und Waren, die das Unternehmen zu kaufen beabsichtigt, berücksichtigt werden.
- ▸ Ein aktives Mitglied von TfS sein und Nachhaltigkeitsbewertungen für alle Lieferantinnen und Lieferanten durchführen, die >80% der Beschaffungsausgaben abdecken
- ▸ Einbindung von Lieferantinnen und Lieferanten, die 80% der Beschaffungsausgaben abdecken, und Bewertung ihres CO2-Fußabdrucks als Grundlage für die Definition und Durchführung gemeinsamer Initiativen zur Verringerung der CO2-Emissionen
- ▸ Förderung des Bewusstseins für ethische Werte und Prinzipien: Durchführung von persönlichen oder Online-Business-Ethics-Schulungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- ▸ Ausweitung der Nachhaltigkeitsbewertungen auf alle Lieferantinnen und Lieferanten, die 90% der Beschaffungsausgaben abdecken
- ▸ Gewährleistung, dass alle Lieferantinnen und Lieferanten, die mehr als 80% der Beschaffungsausgaben abdecken, CO2-Reduktionsziele haben
Klimawandel
- Die OMV betrachtet den Klimawandel als eine der derzeit größten globalen Herausforderungen und bekennt sich zu den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens. Bei der Entwicklung unserer Geschäftsstrategie und der Planung unserer betrieblichen Tätigkeiten berücksichtigen wir klimarelevante Risiken und Chancen. In dieser Hinsicht verbessert die OMV laufend die CO2Effizienz ihrer Geschäftstätigkeit und ihres Produktportfolios und hat sich dazu verpflichtet, die Energiewende zu unterstützen und zu beschleunigen. Wir wollen bis spätestens 2050 ein Unternehmen mit Netto-Null-Emissionen sein.
- Die OMV setzt auf Maßnahmen zur Optimierung ihrer betrieblichen Prozesse, zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Reduzierung des Abfackelns und Ablassens von Erdölbegleitgas sowie zur Verringerung der Methanemissionen durch Leckerkennung und Verbesserung der Anlagenintegrität. Im Sinne unseres Commitments zur Weltbank-Initiative „Zero Routine Flaring by 2030“ werden wir das routinemäßige Abfackeln und Ablassen von Erdölbegleitgas bis spätestens 2030 schrittweise einstellen. So haben wir beispielsweise im Jemen, einem unserer Standorte mit der höchsten Abfackelrate, im Dezember 2021 in den zentralen Verarbeitungsanlagen zwei Gasmotoren zur Stromerzeugung in Betrieb genommen. Die Gasmotoren werden zur Reduzierung des Abfackelns beitragen, da sie mit Gas betrieben werden, das zuvor abgefackelt wurde. Da sie überdies Dieselgeneratoren ersetzen, werden sich die Treibhausgasemissionen noch weiter verringern. Außerdem setzen wir zunehmend auf erneuerbare Energien, um unsere Anlagen zu betreiben. Im Jahr 2021 installierte Borealis seine erste Photovoltaik-Dachanlage zur Stromerzeugung für Produktionszwecke am Borealis Standort in Monza (Italien). Das Unternehmen hat außerdem langfristige Verträge über die Versorgung mit erneuerbaren Energien für seine Anlagen in Schweden und Belgien unterzeichnet.
- Ein Eckpfeiler unserer Klimastrategie ist die Erhöhung des Anteils an CO2-freien Produkten in unserem Produktportfolio sowie die Reduktion des Verkaufs fossiler Brennstoffe. Die Öl- und Gasproduktion wird bis 2030 auf unter 400 kboe/d sinken.
- Die OMV konzentriert sich auf hochwertige Raffinerieprodukte wie emissionsarme Premiumkraftstoffe und Ausgangssubstanzen für die chemische Industrie. Unser Ziel ist es, das Recycling von Polyolefinen zu erhöhen und die Produktion fossiler Polyolefine schrittweise durch die Produktion aus biogenen Rohstoffen zu ersetzen. Darüber hinaus planen wir, den Absatz von nachhaltigen und biobasierten Kraftstoffen und grünem Gas deutlich zu steigern und die Produktion erneuerbarer Energien auf rund 10 TWh zu erhöhen (einschließlich Erdwärme, Sonne und Wind). Wir wollen die Produktion von erneuerbaren Kraftstoffen und nachhaltigen chemischen Rohstoffen auf ca. 1,5 Mio t pro Jahr steigern, einschließlich der Produktion und Vermarktung von mindestens 700.000 t nachhaltiger Flugzeugtreibstoffe pro Jahr.
- So zum Beispiel produzieren und verwenden die OMV und die Austrian Airlines (AUA) in Österreich regionalen nachhaltigen Flugzeugtreibstoff (Sustainable Aviation Fuel; SAF). Die beiden Unternehmen vereinbarten für 2022 die Produktion und Verwendung von 1.500 t SAF. Durch den Einsatz von 1.500 t SAF bei der AUA werden rund 3.750 t CO2 eingespart. Das entspricht den CO2-Emissionen von 333 Wien-London-Flügen mit einem typischen Kurz- und Mittelstreckenflugzeug der AUA (Airbus A320).
Unsere Klimaziele können nur mit beträchtlichen Anstrengungen und großem Kapitaleinsatz erreicht werden. Der OMV Konzern hat dafür Investitionen von mehr als EUR 13 Mrd vorgesehen. Alle Geschäftsbereiche werden bei dieser Umgestaltung auf ihren jeweiligen Stärken und Fachkenntnissen aufbauen.
Im Jahr 2021 erhielt die OMV zum sechsten Mal in Folge ein herausragendes CDP-Klimaschutz-Rating von A– (Leadership). Damit ist die OMV eines von 20 Unternehmen im globalen Öl- und Gassektor mit Leadership-Status und unter den besten 7 Unternehmen aller Branchen in Österreich.
Performance im Bereich Geschäftsgrundsätze und soziale Verantwortung
Geschäftsethik und Compliance
- Die OMV ist Unterzeichnerin des UN Global Compact und verfügt über einen Code of Business Ethics, der für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bindend ist. Obwohl wir unseren Hauptsitz in Österreich haben – einem Land mit hohen Geschäftsethikstandards –, sind wir in mehreren Staaten im Mittleren Osten, in Nordafrika, Asien-Pazifik sowie Mittel- und Osteuropa tätig, die der Korruptionswahrnehmungsindex (Corruption Perception Index; CPI) von Transparency International als Hochrisikoländer einstuft. Wir bemühen uns, branchenspezifische Bestechungs- und Korruptionsrisiken zu vermeiden. Auch unsere Reputation ist uns sehr wichtig. Deshalb legen wir größten Wert darauf, die einheitliche Einhaltung unserer Geschäftsethikstandards überall sicherzustellen, wo wir tätig sind. Die Einhaltung von Ethikstandards ist ein nicht verhandelbarer Wert, der vor allen Geschäftsinteressen Priorität hat. Die absolute Verbindlichkeit dieses Ziels gilt auf allen Ebenen der OMV – vom Topmanagement bis zu den einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Von unseren Geschäftspartnerinnen und ‑partnern erwarten wir dasselbe Verständnis von und dieselbe Verpflichtung zu ethischen Standards. Jede geschäftliche Aktivität, von der Planung der Geschäftsstrategie bis zum Tagesgeschäft, wird an der Einhaltung von Ethikstandards wie dem Code of Conduct und dem Code of Business Ethics gemessen.
- Eine spezielle länderübergreifende Compliance-Organisation stellt die konzernweit einheitliche Einhaltung der OMV Standards sicher. Im Jahr 2021 wurden 16.020 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des OMV Konzerns in Geschäftsethik geschult. Diese Zahl setzt sich aus 9.020 E-Learning-Kursen und 477 Präsenzschulungen bei der OMV und 5.996 CodeOne-E‑Learning-Kursen und 527 Präsenzschulungen bei Borealis zusammen. Die Integrity Platform bietet einen anonymen Whistleblower-Mechanismus für OMV Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und externe Stakeholder, wie zum Beispiel Lieferantinnen und Lieferanten. Sie können diese Plattform verwenden, um Probleme im Zusammenhang mit Korruption, Bestechungsgeldern, Interessenkonflikten, Kartellgesetzen oder dem Kapitalmarktrecht zu melden. Im Jahr 2021 wurde der Anwendungsbereich der Integrity Platform erweitert, und die Plattform kann nun auch für Meldungen über wahrgenommene Verstöße in folgenden Rechtsbereichen genutzt werden: öffentliche Auftragsvergabe, Umweltschutz, Produkt- und Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz, Unternehmenssteuervorschriften und Datenschutz.
Compliance der Lieferantinnen und Lieferanten
- Die Umsetzung einer nachhaltigen Beschaffung bedeutet, dass die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Waren und Dienstleistungen, die das Unternehmen zu kaufen beabsichtigt, berücksichtigt werden. Der Code of Conduct der OMV stellt sicher, dass Lieferantinnen und Lieferanten die Grundsätze der OMV unterstützen. Beim Management unserer Lieferkette ist es für unser Unternehmen von höchster Bedeutung, sämtliche geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie unsere internen Standards in den Bereichen Sicherheit, Umweltschutz und Menschenrechte vollumfänglich einzuhalten. Die OMV hat einen Prozess eingeführt, der sicherstellt, dass Vertragspartnerinnen und -partner, gegen die von der EU oder internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen Sanktionen verhängt wurden, nicht als Einkaufspartnerinnen bzw. -partner akzeptiert werden.
- Zur Minderung der Risiken in der Lieferkette, einschließlich Zwangsarbeit, Sklaverei, Menschenhandel und Korruption, erlegt die OMV ihren Lieferantinnen und Lieferanten die für die OMV geltenden Rechtsvorschriften und internen Regeln auf. Unsere Lieferantinnen und Lieferanten sowie unsere Geschäftspartnerinnen und -partner sind verpflichtet, unseren Code of Conduct zu unterzeichnen und vollständig zu erfüllen. Darüber hinaus müssen unsere Lieferantinnen und Lieferanten die Allgemeinen Einkaufsbedingungen, die unsere Geschäftsstandards (z.B. Arbeitsrechte) näher erläutern, als integralen Bestandteil unserer vertraglichen Vereinbarungen akzeptieren. Die OMV behält sich das Recht vor, die Vertragsbeziehungen zu Lieferantinnen und Lieferanten zu kündigen, wenn Verstöße festgestellt oder nicht innerhalb eines angemessenen Zeitraums adressiert werden.
- Die Lieferantenpräqualifikation ist ein Teil der vorvertraglichen Aktivitäten, bei denen die OMV Informationen von potenziellen Lieferantinnen und Lieferanten einholt, um die Einhaltung unserer HSSE- und anderer Nachhaltigkeitsanforderungen zu bewerten. Ziel des Präqualifikationsprozesses ist es, potenzielle Lieferantinnen und Lieferanten zu prüfen – entweder bevor sie unter Vertrag genommen werden oder noch während der Ausschreibungsphase. Damit soll sichergestellt werden, dass nur solche Lieferantinnen und Lieferanten für eine zukünftige Zusammenarbeit infrage kommen, die unsere HSSE- und Nachhaltigkeitsstandards erfüllen. Im Anschluss an die Präqualifikation wählt die Beschaffung gemeinsam mit anderen Vertreterinnen und Vertretern der OMV im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens die besten Lieferantinnen und Lieferanten auf der Grundlage von zuvor festgelegten wirtschaftlichen, rechtlichen, HSSE-relevanten und technischen Kriterien aus. Im Jahr 2021 begannen wir damit, bei mehreren Pilotprojekten Nachhaltigkeitselemente in die Bewertungsmatrix einzubinden (z.B. technologisch innovative Elemente, CO2-Emissionen und KPIs zur Energieeffizienz).
- Die OMV führt Lieferantenaudits im Zuge des Präqualifikationsprozesses und/oder während des Vertragsabschlusses durch. Das Ziel der Audits ist, die Performance unserer Lieferantinnen und Lieferanten zu messen und Maßnahmen zu definieren, die es ihnen ermöglichen, ihre Performance zu optimieren und die Anforderungen der OMV zu erfüllen. Zu den Schwerpunktbereichen der Audits zählen die finanzielle Stabilität unserer Lieferantinnen und Lieferanten, ihre Strategie und Organisation sowie die Nachhaltigkeit der Lieferkette (z.B. Menschenrechte, CO2-Management, Umweltmanagement, Zertifizierungen und soziale Verantwortung). Im Jahr 2021 erweiterten wir unsere Lieferantenaudits um eine neue Dimension, die Cybersicherheit. Darüber hinaus führen wir jährlich spezifische Audits zu Themen wie Prozesssicherheit, Qualität und Effizienz durch.
- Im Jahr 2021 trat die OMV der Initiative „Together for Sustainability“ (TfS) bei und weitete die seit 2017 bestehende Mitgliedschaft von Borealis auf die Konzernebene aus. Together for Sustainability, eine gemeinsame Initiative und ein globales Netzwerk von 34 Chemieunternehmen, gibt de facto den globalen Standard für die ESG-Leistung von Lieferketten der chemischen Industrie vor. Das TfS-Programm basiert auf dem UN Global Compact und den Responsible Care®-Grundsätzen.
Die OMV beabsichtigt, auf der Expertise von Borealis aufzubauen und in den kommenden Jahren ein breiteres Spektrum an ESG-Bewertungen unserer Lieferantinnen und Lieferanten abzudecken. Die TfS-Mitgliedschaft wird der OMV dabei helfen, Nachhaltigkeit noch stärker im Tagesgeschäft zu verankern und die Nachhaltigkeitsanforderungen in unserer Lieferkette zu kaskadieren.
Unser Ziel ist es, die CO2-Emissionen der von uns eingekauften Waren und Dienstleistungen kontinuierlich zu kontrollieren und zu verringern. Aus diesem Grund wurde die OMV im Jahr 2021 Mitglied der CDP-Supply-Chain-Initiative. Im Rahmen dieser Initiative lud die OMV im Jahr 2021 rund 140 Lieferantinnen und Lieferanten dazu ein, den CDP-Climate-Change-Fragebogen zu beantworten. Zusätzlich zur Berichterstattung über ihre Emissionen fragten wir die Lieferantinnen und Lieferanten, ob sie Ziele zur Verringerung der CO2-Emissionen haben, und baten sie, uns Initiativen oder Projekte zur Verringerung der CO2-Emissionen mitzuteilen, an denen sie uns beteiligen möchten. Insgesamt 63% der im Rahmen der CDP-Supply-Chain-Initiative bewerteten Lieferantinnen und Lieferanten erklärten, dass sie konkrete Klimaziele festgelegt haben.
Menschenrechte
- Menschenrechte sind universelle Werte, die unser Verhalten in allen Aspekten unserer Tätigkeit leiten. Unsere Verantwortung in Bezug auf Menschenrechte umfasst insbesondere Gleichberechtigung und Gleichbehandlung, angemessene Löhne, Arbeitszeiten, Arbeitnehmervertretung, Sicherheit, medizinische Grundversorgung, Arbeitnehmerrechte in der Lieferkette, Bildung, Armutsminderung, Landrechte sowie auf Kenntnis der Sachlage gegründete vorherige Konsultation (Free, Prior, and Informed Consultation). Die OMV respektiert und unterstützt die Menschenrechte, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und in international anerkannten Abkommen, einschließlich jener der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization; ILO), beschrieben sind. Die OMV hat 2003 den UN Global Compact unterzeichnet und bekennt sich vollumfänglich zu den UN‑Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen. Wir unterstützen die Ziele des UK Modern Slavery Act von 2015 in vollem Umfang und setzen uns dafür ein, unser Geschäft und unsere Lieferkette frei von Zwangsarbeit, Sklaverei und Menschenhandel zu betreiben. Wir betrachten die Menschenrechte als einen wichtigen Aspekt unseres Risikomanagementansatzes und integralen Bestandteil unserer Entscheidungsprozesse. Wir übernehmen die Verantwortung dafür, die Menschenrechte im Zusammenhang mit all unseren geschäftlichen Aktivitäten zu achten, zu erfüllen und zu unterstützen, sowie sicherzustellen, dass wir uns nicht an Menschenrechtsverletzungen im Sinne des derzeitigen internationalen Rechts mitschuldig machen.
- Wir führen Risikobewertungen zum Thema Menschenrechte auf Länderebene durch, um aktuelle und künftige Auswirkungen auf die Menschenrechte und daraus resultierende Risiken, die sich auf die OMV Geschäftstätigkeit im jeweiligen Land auswirken, zu identifizieren und abzuschätzen und die Auswirkungen zu lindern oder zu vermeiden. Mithilfe von E‑Learning-Modulen und Präsenzschulungen schulten wir insgesamt 980 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Menschenrechtsfragen (2020: 2.304). Für die Umsetzung unserer Menschenrechtsverpflichtung sind professionelle Schulungen unabdingbar. Daher haben wir uns zum Ziel gesetzt, bis 2025 alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Menschenrechtsfragen zu schulen. Darüber hinaus führten wir interne Kampagnen zur Bewusstseinsbildung durch. Im Jahr 2021 wurden sieben Menschenrechtsbeschwerden gemeldet (2020: 0), die sich auf Aspekte wie Arbeits- und Ruhezeiten sowie auf mutmaßliche Fälle von Mobbing, Belästigung, Verleumdung, unfairer Behandlung und respektlosem Verhalten bezogen.
Community Relations und Entwicklung
- Die OMV pflegt aktive Partnerschaften mit den lokalen Gemeinden in allen Ländern, in denen das Unternehmen tätig ist, und ist bestrebt, Mehrwert für die lokale Bevölkerung zu schaffen. Im Rahmen unseres Stakeholder-Dialogs führten wir an allen Betriebsstandorten Community-Beschwerdesysteme ein. Im Jahr 2021 gingen bei der OMV über diese Systeme insgesamt 884 Beschwerden (2020: 812) ein. Alle Beschwerden wurden nach den lokalen Verfahren des Community-Beschwerdemanagements (Community Grievance Management; CGM) der OMV gehandhabt. Unser CGM fordert einen stringenten Ansatz zur systematischen Entgegennahme, Dokumentation, Bearbeitung und Klärung von Beschwerden in allen Ländern, in denen wir tätig sind.
- Die OMV wird ihr CGM-System an den Wirksamkeitskriterien der Leitprinzipien der Vereinten Nationen ausrichten. Zur Umsetzung dieses Ziels nehmen wir entsprechende Bewertungen vor. Dazu zählen Überprüfungen der Managementprozesse und Beratungen mit internen und externen Stakeholdern. Die Bewertungen resultieren in Empfehlungen und maßgeschneiderten Aktionsplänen zur Verbesserung des Beschwerdemanagements auf Standortebene. Die Aktionspläne werden vom lokalen Management umgesetzt und von der Konzernzentrale überwacht. Die bereits bewerteten Standorte repräsentieren 99% aller im Jahr 2021 bei der OMV eingegangenen Beschwerden.
- Weitere Einzelheiten zu Ratings und Indexaufnahmen der OMV in Bezug auf Umwelt, Gesellschaft und Governance (ESG) finden Sie im Kapitel Die OMV an den Kapitalmärkten.
- Managementansätze und Leistungsdetails zu allen wesentlichen Themen finden Sie im OMV Nachhaltigkeitsbericht. Dieser Bericht stellt auch den separaten konsolidierten nicht finanziellen Bericht der OMV Aktiengesellschaft nach österreichischem Recht (§ 267a UGB) dar.
Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE)
Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz sind für die OMV zentrale Werte. Die Integrität der Betriebsanlagen der OMV, Schadenverhütung, proaktives Risikomanagement und Maßnahmen gegen den Klimawandel sind entscheidend für die Verwirklichung der HSSE-Vision der OMV: „ZERO harm – NO losses“.
HSSE-Strategie
- Zur Verwirklichung dieser Vision etablierte die OMV die HSSE-Strategie als integralen Bestandteil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie im Konzern. Die HSSE-Strategie konzentriert sich auf die funktionsübergreifenden Ziele eines starken HSSE-Engagements und entsprechender Führung, die Steigerung der Effizienz und Effektivität von HSSE-Prozessen, das Management von HSSE-Risiken und qualifiziertes Personal sowie spezifische Ziele in den einzelnen Fachbereichen:
- ▸ Gesundheit: die Arbeitsfähigkeit durch integriertes Gesundheitsmanagement verbessern
- ▸ Arbeitsschutz: nachhaltige Sicherheit für Menschen und Anlagen schaffen
- ▸ Sicherheit: Menschen, Anlagen und den Ruf des Unternehmens vor böswillig herbeigeführten Bedrohungen schützen
- ▸ Umwelt: den ökologischen Fußabdruck über den gesamten Lebenszyklus der Aktivitäten minimieren
Gesundheit und Sicherheit
- Im Jahr 2021 lagen die Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit (Lost-Time Injury Rate; LTIR) für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OMV sowie von Vertragsunternehmen bei insgesamt 0,57 (2020: 0,32) und die Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) bei insgesamt 0,96 (2020: 0,60). Tief betroffen sind wir über drei tödliche Arbeitsunfälle, bei denen Mitarbeiter von Vertragsunternehmen im Zuge von Transportaktivitäten in Österreich und Rumänien ums Leben kamen. Die Bewältigung der Covid-19-Pandemie hatte auch im Jahr 2021 neben dem routinemäßigen HSSE-Management hohe Priorität. Ein spezieller Schwerpunkt lag unternehmensweit auf dem Lernen aus Zwischenfällen: Mit Videos, Lernfällen und Kommunikationskampagnen sollten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreicht werden.
- Im Geschäftsbereich Exploration & Production erreichten wir eine TRIR von 0,92 (2020: 0,58). Tragischerweise verloren 2021 zwei Mitarbeiter von Vertragsunternehmen bei zwei Arbeitsunfällen ihr Leben. Wir verzeichneten 19 Zwischenfälle mit hohem Potenzial (High-Potential Incidents; HiPos), die unter geringfügig anderen Umständen zu schweren oder sogar tödlichen Arbeitsunfällen hätten führen können. Die tödlichen Arbeitsunfälle und alle HiPos wurden gründlich untersucht, und es wurden Maßnahmen gesetzt, um eine Wiederholung derartiger Vorfälle auszuschließen. Kontraktorenmanagement war und wird auch in Zukunft ein Schwerpunkt unserer HSSE-Anstrengungen sein. Wir haben uns auch weiterhin auf Prozesssicherheitsmanagement konzentriert, und es wurden verschiedene Initiativen verfolgt, um die Zuverlässigkeit der Produktion zu gewährleisten.
- Die HSSE-Leistung des Geschäftsbereichs Refining & Marketing im Jahr 2021 war von einem tödlichen Verkehrsunfall eines Mitarbeiters eines Vertragsunternehmens überschattet. Daher wurde eine breit angelegte Kampagne zum Thema Sicherheit im Straßenverkehr durchgeführt, und es wurden die Rahmenanforderungen für zukünftige Vertragsunternehmen im Bereich Logistik verbessert. Ein weiterer Schwerpunkt war die Implementierung der Prozesssicherheits-Roadmap, einschließlich einer Bewertung des Prozesssicherheitsmanagements in den Raffinerien. Wir verzeichneten 23 HiPos. Die TRIR lag 2021 bei 0,56 (2020: 0,59). Besonderes Augenmerk wurde im Laufe des Jahres auf die Einbeziehung von Führungskräften, das Kontraktorenmanagement und Schulungen in verschiedenen Notfall- und Krisenmanagementszenarien gelegt.
- Im Geschäftsbereich Chemicals & Materials wurden die konzernweit gültigen und strengeren Definitionen und Berichtskriterien für die Meldung und Klassifizierung von Zwischenfällen vollständig auf Borealis ausgerollt. Der Geschäftsbereich erreichte eine TRIR von 2,24 (2020 hatte Borealis alleine 3,89). Im Bereich Arbeitssicherheit lagen die Schwerpunkte auf weiteren Trainings zu den Life Saving Rules, Schutzmaßnahmen gegen Covid-19 und der ISO-45001-Zertifizierung von Borealis. Im Bereich Prozesssicherheit standen der Roll-out von Prozesssicherheitsregeln, eine quantitative Risikoevaluierung für Porvoo Hydrocarbons und die Entwicklung eines Konzepts für die Verbesserung von Prozesssicherheitsanalysen im Mittelpunkt. Borealis setzte den positiven Trend fort und reduzierte die Anzahl an Prozesssicherheitsvorfällen von 19 im Jahr 2020 auf 16 im Jahr 2021.
Sicherheitskennzahlen des OMV Konzerns |
Pro 1 Mio Arbeitsstunden |
| 2021 | 2020 |
Konzern |
|
|
Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit | 0,70 | 0,43 |
Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle | 1,18 | 0,83 |
Vertragsunternehmen |
|
|
Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit | 0,51 | 0,27 |
Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle | 0,85 | 0,48 |
Gesamt (Konzern und Vertrags- unternehmen) |
|
|
Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit | 0,57 | 0,32 |
Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle | 0,96 | 0,60 |
|
|
|
-
- Das Wohlergehen und die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind grundlegend für den Unternehmenserfolg, da sie wesentlich dazu beitragen, die Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Im Jahr 2021 war die Covid-19-Pandemie das alles beherrschende Thema. Unsere medizinischen Teams und Fachkräfte waren gefordert, die Notfallmanagementteams bei der Aktualisierung und Implementierung von Pandemieplänen, Richtlinien und Gesundheitsinformationen zu unterstützen sowie Covid-19-infizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu Hause oder im Krankenhaus Beistand zu leisten. Darüber hinaus setzte die OMV ihre lange Tradition der Gesundheitsversorgung und -vorsorge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Maßnahmen wie Herz-Kreislauf-Vorsorgeprogrammen, freiwilligen Gesundheitschecks, Impfungen (vor allem gegen Grippe und in einigen Ländern Covid-19) und virtuellen Sprechstunden und Veranstaltungen fort, die weit über die lokalen gesetzlichen Anforderungen hinausgehen.
- Auch für das Sicherheitsmanagement brachte die Covid-19-Pandemie im Jahr 2021 erhebliche Herausforderungen mit sich. Auf betrieblicher Ebene wurden Schutzmaßnahmen wie streng getrennte Teams in Schlüsselbereichen, Hygienemaßnahmen und Initiativen zur fortlaufenden Bewusstseinsbildung implementiert. Dank digitaler Kommunikations- und Kollaborationstools führten wir trotz Reisebeschränkungen eine Reihe wichtiger sicherheitsrelevanter Maßnahmen durch:
- ▸ Wir setzten die breit angelegte Kommunikation zu den lebensrettenden HSSE-Regeln (Life Saving Rules) mit Videos von hochrangigen Führungskräften fort, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einfache Regeln zur Vermeidung von Gefahren zu erinnern, die schwere Verletzungen zur Folge haben könnten.
- ▸ Alle Zwischenfälle des Schweregrads 3 und darüber sowie HiPos wurden untersucht und daraus abgeleitete Lernfälle in der gesamten Organisation kommuniziert. Verbesserungsmaßnahmen wurden gesetzt und über unser HSSE-Berichtssystem Synergi überwacht.
- ▸ In unserem Sicherheitskulturprogramm führten wir auf unterschiedlichen Ebenen der Organisation mehrere Workshops durch, um HSSE zu einer persönlichen Angelegenheit zu machen. Die halbjährlichen Treffen mit dem Programmverantwortlichen fanden online statt.
- ▸ Das HSSE-Management unserer Vertragsunternehmen ist für die Sicherheitsleistung des OMV Konzerns entscheidend. Wir aktualisierten die konzernweit gültige Regelung dazu und setzten die Schulungen der Bedarfsträgerinnen und Bedarfsträger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Beschaffungswesens im Umgang mit dem Rahmenwerk der internen Vorschriften fort. Wir führten strategische Lieferantenmeetings mit den wichtigsten Vertragsunternehmen durch, um Informationen, Erfahrungen und Erwartungen auszutauschen.
- ▸ Wir entwickelten einen harmonisierten Satz von KPIs zur Prozesssicherheit und ein Dashboard weiter. Wir unterstützten Ventures, Assets und Raffinerien bei der Erstellung eigener Prozesssicherheits-Roadmaps für ihre Anlagen. In unserem neuen Integrierten Risikoregister implementierten wir einen neuartigen Ansatz zur Analyse und Priorisierung von Prozesssicherheitsrisiken, um sicherzustellen, dass Investitionen tatsächlich zu signifikanten Reduzierungen von Risiken führen. Darüber hinaus bauten wir das Prozesssicherheitsnetzwerk des OMV Konzerns, eine Online-Kollaborationsplattform, weiter aus (mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer) und hielten vierteljährlich virtuelle Meetings zum Informations- und Erfahrungsaustausch, einschließlich Mitgliedern des Senior Managements, ab.
- ▸ Wir unterzogen 15 konzernweit gültige HSSE-Regularien sowie das HSSE-Melde- und Berichtssystem einer gründlichen Analyse und aktualisierten diese, um eine systematische Harmonisierung zwischen dem OMV Konzern und Borealis zu erreichen.
Ein instabiles geopolitisches Umfeld in Kombination mit komplexen, lang andauernden regionalen Konflikten war auch 2021 im Fokus unserer Security-Arbeit. Corporate Security hat diese geopolitische Lage auch weiterhin überwacht und unsere Wahrnehmung strategischer Ereignisse geschärft, um potenzielle Bedrohungen für unsere Geschäftsplanung in den Regionen proaktiv identifizieren zu können. Dazu zählen Vorfälle von bewaffneten Konflikten, zivilen Unruhen, gezieltem Aktivismus und Kriminalität auf lokaler, nationaler, regionaler und internationaler Ebene. - Unsere Krisenmanagement- und Resilienzverfahren unterstützten das effektive Management der Covid-19-Pandemie auch 2021. Lokale Notfallmanagementteams arbeiteten eng mit dem Konzernmanagement zusammen, um lokale Maßnahmen im Einklang mit der unternehmensweiten Pandemiestrategie umzusetzen.
- Im Jahr 2021 aktualisierten wir unser bewährtes Security-Managementsystem, damit wir ein breites Spektrum von geopolitischen, regionalen oder isolierten Security-Vorfällen antizipieren oder darauf reagieren können. Unsere Plattform für Security-Risiken ermöglichte uns weiterhin, eine Echtzeitübersicht über unsere Risikoexposition aufgrund geopolitischer und sicherheitsrelevanter Vorfälle zu haben. Corporate Security setzte die globale operative Unterstützung, Governance und Kontrolle fort und wird eine vergleichbare, effektive Sicherheitsstrategie beibehalten, damit die OMV weiterhin ihre Geschäftstätigkeit in dynamischen Umfeldern mit konvergierenden asymmetrischen Bedrohungen fortführen kann.
- Die OMV bekennt sich zur Wahrung der Menschenrechte bei allen Aktivitäten. Daher möchte sich die OMV den Freiwilligen Grundsätzen zur Wahrung der Sicherheit und der Menschenrechte (Voluntary Principles on Security and Human Rights; VPSHR) anschließen, einer Initiative mit den Schwerpunkten Menschenrechte, öffentliche Sicherheit sowie Interaktion zwischen Unternehmen und privater und öffentlicher Sicherheit. Corporate Security wird eine VPSHR-Präqualifikationsprüfung durchführen, um festzustellen, ob eine vollständige Akkreditierung in den kommenden Jahren möglich ist.
Umweltmanagement
- Die Geschäftstätigkeit der OMV wirkt sich auf die Umwelt aus. Wir sind stets bestrebt, diese Auswirkungen insbesondere in Bezug auf Produktaustritte, Energieeffizienz, Emissionen von Treibhausgasen (THGs) sowie Wasser- und Abfallmanagement so gering wie möglich zu halten. Die OMV bemüht sich laufend um die Optimierung ihrer Prozesse, damit natürliche Ressourcen so effizient wie möglich genutzt und Emissionen und Abfälle reduziert werden.
- 2021 gab es 3 größere Kohlenwasserstoffaustritte (Schweregrad 3 auf der fünfstufigen Skala; 2020: 2). Insgesamt stieg das Volumen der Kohlenwasserstoffaustritte im Vergleich zum Vorjahr. Die OMV hat ihre Einsatzpläne und Kapazitäten für die Beherrschung von Kohlenwasserstoffaustritten weiter verbessert.
- Zentrale Umweltmaßnahmen und -resultate im Jahr 2021:
- ▸ Unsere Betriebe im Jemen führten neue Wassermanagementpläne ein. Die Abwasserbehandlungsanlagen wurden modernisiert, sodass das aufbereitete Wasser nun zur Bewässerung in einem sehr ariden Gebiet verwendet werden kann.
- ▸ In der Raffinerie Schwechat können nun über 800.000 m³ Wasser pro Jahr, das sind mehr als 5% des jährlichen Wasserverbrauchs, eingespart werden – großteils durch ein neues Steuerungskonzept für das Kühlwasser eines Wärmetauschers der Ethylenanlage.
- ▸ In der Raffinerie Petrobrazi wurde das Tankmodernisierungsprogramm mit der Installation interner schwimmender Membranen bzw. der doppelten Abdichtung von sechs Produkttanks und der Inbetriebnahme eines neuen Tanks fortgesetzt, was zur Verringerung der flüchtigen organischen Verbindungen (Volatile Organic Compounds; VOCs) beiträgt.
- ▸ Die OMV Petrom schloss die Stilllegung von 718 Bohrlöchern und 30 Anlagen im Geschäftsbereich E&P ab. Insgesamt 184.000 t von kontaminiertem Boden wurden in unseren Bioremediationsanlagen aufbereitet, und 14.500 t Metallschrott wurden von zertifizierten Unternehmen recycelt.
- ▸ Die Modernisierung des Tanklagers Ghercești im Asset Oltenia wurde abgeschlossen. Sie umfasste die Installation von zwei neuen Tanks mit Gasrückgewinnungssystem. Neben der Optimierung des Ölaufbereitungsprozesses konnten auch die Umweltauswirkungen (VOC-Emissionen) erheblich reduziert werden. Das verbesserte Wassersystem wird bis zu 5.000 m³ Wasser pro Jahr einsparen.
- ▸ Borealis wurde Mitglied des UN Global Compact und unterzeichnete die Sustainable Ocean Principles. Diese verpflichten Unternehmen dazu, einen gesunden und produktiven Ozean wiederherzustellen und zu erhalten. Darüber hinaus initiierte Borealis „Project STOP“, ein bahnbrechendes Programm zur Unterstützung von Städten in Entwicklungs- und Schwellenländern beim Aufbau kosteneffizienter, effektiver und kreislauforientierter Abfallsammelsysteme. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website von Project STOP.
- ▸ Wir setzten weitere Biodiversitätsinitiativen um, wie etwa unser Grünflächenprojekt in Trockengebieten Tunesiens. Nach 512 Bäumen in Waha im Jahr 2020 pflanzten wir 2021 in Nawara 1.200 Bäume, und installierten ein Bewässerungssystem. Ziel ist es, Erholungsgebiete bereitzustellen, um das Wohlbefinden von Personal sowie Besucherinnen und Besuchern zu verbessern und die Aufforstung zu fördern.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Es sind die 22.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OMV, die unsere Konzernstrategie erfolgreich umsetzen. Wir sind stolz auf die Ergebnisse, die wir gemeinsam erzielt haben. Vertrauen in und Stolz auf das Unternehmen geben unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Energie und Entschlossenheit, Herausforderungen zu bewältigen und sich auf innovative Lösungen zu konzentrieren, die uns noch stärker machen.
Die Personalstrategie der OMV
- Im Jahr 2021 stellte die Covid-19-Situation für unsere Personalabteilung wieder einen erheblichen zusätzlichen Schwerpunkt dar. Wir bauen weiterhin auf unsere strategischen Prioritäten, um das volle Potenzial unseres Unternehmens auszuschöpfen und unser Fundament für Wachstum und Erfolg zu stärken:
- ▸ Verstärkung der Einbeziehung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
- ▸ Steigerung der organisatorischen Agilität
- ▸ Verstärkung des Fokus auf Diversität und Inklusion
- ▸ OMV als Arbeitgeberin erster Wahl
Highlights 2021
- Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigten in diesem herausfordernden Jahr, das im Zeichen der Covid-19-Pandemie stand, erneut außerordentliche Flexibilität und Leistungsbereitschaft für das Unternehmen. Seit Beginn der Pandemie wurden viele neue arbeitsbezogene Maßnahmen implementiert, um die Gesundheit, das Wohlergehen und die wirtschaftliche Situation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen. Indem wir die ständig neuen Gesetze, Verordnungen und Erlässe zu Covid-19 genauestens verfolgten, ist es uns gelungen, die volle arbeitsrechtliche Compliance aufrechtzuerhalten und gleichzeitig unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neue Möglichkeiten im Umgang mit ihrer pandemiebedingten persönlichen Situation und ihren Bedürfnissen an die Hand zu geben. Wir boten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – je nach lokaler Rechtslage – verschiedene neue Lösungen an, um ihre beruflichen und privaten Verpflichtungen flexibler miteinander verbinden zu können. Sofern praktisch und technisch durchführbar, konnten sie von zu Hause aus arbeiten.
Wir entwickelten Programme für virtuelle Zusammenarbeit und förderten Remote-Leadership-Kompetenzen, um organisatorische Agilität und Exzellenz zu gewährleisten und die OMV in diesen herausfordernden Zeiten als attraktive Arbeitgeberin zu positionieren. Unsere neuen Führungskräftetrainings fanden durchwegs virtuell statt, und ein neues Programm mit dem Titel „Remote Leadership“ unterstützte unsere Executives und Führungskräfte bei der Leitung von Teams aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die von zu Hause aus oder in einem anderen Land arbeiten. Die Unternehmenskultur und Performance der OMV wurden durch die Stärkung der Kompetenzen unserer Führungskräfte im Bereich der virtuellen und dezentralen Zusammenarbeit gesichert. Wir erstellten unseren Online-Leitfaden für die Arbeit im Homeoffice mit Tipps und Tricks zur besseren Nutzung von Technologie für virtuelle Teams. Darüber hinaus entwickelten wir eigene Lernpakete zum Thema „Führen in Krisenzeiten“ sowie zum Umgang mit Stress und virtuellen Arbeitswelten. Wir berieten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter laufend und beantworteten all ihre Fragen. Außerdem boten wir allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kostenlose psychologische Betreuung an, damit sie sich professionellen Rat zur Bewältigung der Pandemie holen konnten. Im Sinne der „neuen Normalität“ und auf Wunsch unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin von zu Hause aus zu arbeiten, führten wir 2021 eine flexible Homeoffice-Regelung ein. - Im Jahr 2020 führten wir eine Strategie zur Förderung des Mitarbeiterengagements ein, in deren Rahmen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fragen, wie es ihnen geht und wie sie mit der Pandemie zurechtkommen. Mit der zweiten Blitzumfrage Ende 2021 haben wir die Kultur des Zuhörens in unserem Unternehmen weiter gestärkt und Feedback zu Diversität, Chancengleichheit und einem inklusiven Arbeitsumfeld bei der OMV eingeholt. Die Ergebnisse der Umfrage werden bei der Ausarbeitung unserer neuen konzernweiten Strategie zur Förderung von Diversität, Gleichstellung und Inklusion bis 2030 eine wesentliche Rolle spielen.
Ein Schwerpunkt im Jahr 2021 lag auf verpflichtenden, rechtsverbindlichen, geschäftskritischen und kostenoptimierten Schulungen, die E-Learning sowie Online-Lerninhalte über unsere Partnerschaft mit LinkedIn Learning und virtuelle Kurse/Webinare umfassten. Bei den Schulungen für Führungskräfte ging es vorrangig um die erstmalige Übernahme von Führungsverantwortung, um Frauen in Führungspositionen und um die Leitung von dezentral tätigen und hybriden Teams. Ein weiterer Schwerpunkt war die Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Entwicklung ihrer virtuellen Fähigkeiten, wie etwa durch das Angebot virtueller Moderationskurse. Beim Training betriebswirtschaftlicher Kompetenzen lag der Fokus auf Verkaufsschulungen und wie gehabt auf der Ausbildung neuer Kolleginnen und Kollegen im Rahmen unseres IGD-Programms (Integrated Graduate Development).
Anzahl der Trainingsteilnehmerinnen und -teilnehmer1,2 |
|
| 20213 | 20204 |
Österreich | 5.632 | 3.662 |
Rumänien/übriges Europa | 13.762 | 10.914 |
Mittlerer Osten/Afrika | 709 | 769 |
Rest der Welt | 784 | 699 |
Insgesamt | 20.887 | 16.044 |
|
|
|
Ausgaben für Trainingsmaßnahmen pro Region1 |
In EUR |
| 20213 | 20204 |
Österreich | 2.672.471 | 1.512.514 |
Rumänien/übriges Europa | 5.094.527 | 2.477.244 |
Mittlerer Osten/Afrika | 342.242 | 134.197 |
Rest der Welt | 243.485 | 225.262 |
Insgesamt | 8.352.725 | 4.349.217 |
|
|
|
- In Österreich starteten wir 2021 ein Programm für werdende Eltern, bei dem es insbesondere darum geht, künftige Eltern über Elternzeit und Teilzeitmodelle, damit verbundene langfristige finanzielle Belange sowie bei der Rückkehr in den Beruf zu beachtende Aspekte zu informieren. Zur Förderung einer ausgewogeneren Aufteilung der Kinderbetreuungspflichten richtet sich dieses Programm gleichermaßen an männliche und weibliche Beschäftigte.
- Wir arbeiten an neuen HR-Strategien und einem neuen HR-Ziel, das mit der neuen Strategie des Unternehmens im Einklang steht. Über das gesamte vergangene Jahr hinweg arbeiteten die HR-Teams der OMV Petrom, der OMV und von Borealis verstärkt zusammen, um Best Practices auszutauschen und einen weiteren gemeinsamen Weg zu definieren. Wichtige Synergiepotenziale wurden im Bereich Rekrutierung, bei der gemeinsamen Nutzung von Online-Diensten (z.B. LinkedIn Learning) und bei Trainingsprogrammen zur Öl-, Gas- und Chemieindustrie erschlossen.
Diversität
- Die OMV engagierte sich auch 2021 für die Umsetzung ihrer Diversitäts-Strategie. Bereits 2018 wurden im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie 2025 eigene Diversitätsziele formuliert. Dadurch konnten wir klare Verpflichtungen für diesen Themenbereich festlegen und Verbesserungen in den zwei Schwerpunktbereichen Geschlechtergleichstellung und Internationalität messbar machen. Mit einer Vielzahl von Schulungen, Aktivitäten und Sensibilisierungskampagnen wie der „Diversity & Inclusion Week“, die im März rund um den Internationalen Frauentag stattfand, wird unser Fokus auf Diversität heute im gesamten Unternehmen aktiv weiterverfolgt. Außerdem setzten wir unsere Reihe von Online-Veranstaltungen mit Gastbeiträgen zu relevanten Diversitäts-Themen wie Remote Leadership, kulturübergreifendes Arbeiten oder die Überschneidung von Inklusion und Technologie fort.
- Wir entwickelten und implementierten gezielte Schulungsprogramme wie SHEnergy, ein Blended-Learning-Programm zur Förderung der Führungsqualitäten von Frauen bei der OMV. SHEnergy konzentriert sich auf Fähigkeiten im Bereich der aktiven Inklusion und betont auch die Bedeutung von Mentoring und Networking für die Entwicklung von weiblichen Führungskräften.
- Dadurch liegt der Frauenanteil im Konzern bei rund 27% (2020: 25%), wobei sich der Anteil von Frauen in Management- und Führungspositionen auf 20,9% (2020: 20,7%, ohne Borealis) beläuft.
Wichtige Mitarbeiterkennzahlen
- Ende 2021 beschäftigte der OMV Konzern 22.434 Personen. Im Vergleich zu 2020 ging die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um 11,30% zurück.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter |
|
|
| 20211 | 2020 |
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pro Region |
|
|
|
Österreich |
| 5.762 | 3.938 |
Übriges Europa |
| 15.074 | 12.539 |
Mittlerer Osten und Afrika |
| 634 | 587 |
Rest der Welt |
| 964 | 974 |
Borealis Gruppe |
| – | 7.253 |
Gesamtzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter |
| 22.434 | 25.291 |
|
|
|
|
Diversity |
|
|
|
Frauen | in % | 27 | 25 |
Männer | in % | 73 | 75 |
Weibliche Executives | in % | 152 | 153 |
|
|
|
|
Anzahl der Nationalitäten |
| 101 | 1014 |
|
|
|
|
Geschäftsjahr des OMV Konzerns
Im Jahr 2021 verzeichnete die OMV ein CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten von EUR 6,0 Mrd. Dies stellt das höchste CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten der OMV-Geschichte dar. Des Weiteren konnte mit einem Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen von EUR 8,9 Mrd ein Rekord erzielt werden, der die OMV auf ein völlig neues Cashflow-Niveau hebt. Daraus ergab sich ein organischer freier Cashflow vor Dividenden in Höhe von EUR 4,5 Mrd, der auf einer starken operativen Performance sowie positiven Entwicklungen des Marktumfelds basiert.
Wirtschaftliches Umfeld
- Nach der Ausnahmesituation im Jahr 2020 durch die Covid-19-Pandemie war weltweit eine solide Konjunkturerholung zu verzeichnen. Dennoch war das Jahr durch ungleichen Zugang zu Impfungen und unterschiedliche Impfraten, neue und infektiösere Covid-19-Mutationen (Delta und Omikron), wiederholte regionale Lockdowns und eine massive wirtschaftliche Unterstützung durch den Staat gekennzeichnet.
- Viele Roh- und Grundstoffe waren von globalen Angebots- und Nachfragestörungen betroffen, was außergewöhnlich angespannte Märkte und deutlich höhere Preise zur Folge hatte. Die Inflation erreichte nach mehr als sieben Jahren neue Höchststände und ließ Bedenken über die lockere Geldpolitik und niedrige Zinssätze aufkommen. Im Jahr 2022 herrscht weiterhin beträchtliche Unsicherheit, und die weltweite Pandemie wird auch in Zukunft nachteilige Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Der Klimawandel und die globale Dekarbonisierungspolitik haben an politischer Dynamik gewonnen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer mittel- bis langfristigen reibungslosen Energiewende.
- Die globale Wirtschaftsleistung stieg 2021 um 5,9% (im Gegensatz zu einem Rückgang um 3,1% im Jahr 2020) und übertraf dank einer starken Konjunkturerholung in Asien das Vorkrisenniveau. Sämtliche Sektoren, die von kontaktintensiven Interaktionen abhängig sind (Tourismus, Gastgewerbe, Kultur und Unterhaltung), haben sich teilweise erholt, spüren aber nach wie vor die nachteiligen Auswirkungen. Die Beschäftigungslage in fortgeschrittenen Volkswirtschaften wurde durch kurz- bis mittelfristige Eindämmungsmaßnahmen stark in Mitleidenschaft gezogen, hat sich aber dank der starken wirtschaftlichen Unterstützung durch den Staat fast wieder auf das Niveau von 2019 erholt.
- Der Welthandel stieg 2021 um mehr als 9% (nach einem Rückgang von 8,2% im Jahr 2020). Die Entwicklungen wurden durch erhebliche Störungen der globalen Lieferketten beeinflusst, was in verschiedenen Sektoren außergewöhnliche Auswirkungen auf die industrielle Produktion und den Handel hatte.
Die regional unterschiedlich schnell verlaufenden Pandemiewellen haben zu enormen Unterschieden bei der wirtschaftlichen Entwicklung auf den verschiedenen Kontinenten geführt. In Europa hatten die Eindämmungsmaßnahmen erhebliche Auswirkungen auf die Konjunkturerholung. So stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone 2021 zwar um 5,2% (nach einem Rückgang von 6,4% im Jahr 2020), liegt aber noch unter dem Vorkrisenniveau. In den asiatischen Schwellen- und Entwicklungsländern stieg das BIP um 7,2% (nach einem Rückgang von 0,9% im Jahr 2020), was vor allem auf rigorose Impf-, Quarantäne- und Kontaktverfolgungsmaßnahmen zurückzuführen war. So konnten wieder Wachstumsraten wie vor der Krise erzielt werden.- Das wirtschaftliche Umfeld in mittel- und osteuropäischen Ländern folgte in etwa dem durchschnittlichen Wachstum in der EU, wobei das BIP um 2,7% (Deutschland) bis 7,2% (Kroatien) wuchs und größtenteils über dem Niveau von 2019 lag. Die Unterschiede bei den BIP-Wachstumsraten lassen sich auch auf die unterschiedliche Dauer und das jeweilige Ausmaß der Lockdowns und die Sektorenzusammensetzung des BIP der einzelnen Länder zurückführen. Die massiven Staatsausgaben in allen Ländern stützten die wirtschaftliche Erholung, ließen die Staatsverschuldungen aber auf Rekordniveaus ansteigen.
- In Deutschland stieg das BIP im Jahr 2021 um 2,7%. Ursächlich dafür waren Covid-19-bedingte Einschränkungen sowie Störungen beim Import von Rohstoffen mit nachteiligen Auswirkungen auf den Industriesektor (insbesondere die Automobilindustrie). In Österreich stieg das BIP im Jahr 2021 trotz strengerer Lockdown-Maßnahmen und des größeren Anteils der stark betroffenen Tourismus- und Dienstleistungssektoren an der österreichischen Wirtschaft um 4,1%. Die Wirtschaft in Rumänien wuchs aufgrund der Erholung des Industriesektors und des anhaltenden Wachstums des Dienstleistungssektors (vor allem Retail, Transport sowie Informationstechnologie und Telekommunikation) um 6,8%.
Die Inflationsraten sind weltweit sprunghaft angestiegen. In der Eurozone belief sich die Inflation im Jahr 2021 auf durchschnittlich 2,2% und erreichte im vierten Quartal 2021 monatliche Höchststände, während die Inflationsrate in den USA Ende 2021 Werte um 7% aufwies. In den meisten Fällen spiegeln steigende Inflationsraten pandemiebedingte Diskrepanzen zwischen Angebot und Nachfrage und höhere Rohstoffpreise im Vergleich zum niedrigen Niveau im Vorjahr wider. - Im Jahr 2021 stieg die weltweite Nachfrage nach Öl um 5,6 Mio bbl/d, liegt aber noch um 3% unter dem Niveau von 2019. Aufgrund der kontinentalen Unterschiede hinsichtlich der Covid-19-Pandemiewellen hat Asien 2021 schon wieder das Vorkrisenniveau übertroffen, während viele andere Länder noch immer unter dem Niveau von 2019 liegen. In Europa stieg die Nachfrage nach Öl im Jahr 2021 um 0,7 Mio bbl/d.
- Bei allen wichtigen Ölprodukten zog die Nachfrage 2021 an, sobald die Covid-19-bedingten Eindämmungsmaßnahmen gelockert wurden. Die Nachfrage nach Benzin- und Dieselkraftstoffen für den Straßenverkehr stieg weltweit um rund 3,1 Mio bbl/d, und bei Flugzeugtreibstoff bzw. Kerosin kam es aufgrund der nach wie vor geltenden Flugreise- und Mobilitätseinschränkungen nur zu einer leichten Erholung im Ausmaß von 0,5 Mio bbl/d. Die Nachfrage nach Flugzeugtreibstoff wird frühestens 2022 mit der vollständigen Erholung des weltweiten Tourismus wieder das Niveau von 2019 erreichen.
- Die steigende Ölförderung hielt auch dank der Produktionssteuerung durch die „OPEC+“-Allianz mit der zunehmenden weltweiten Nachfrage Schritt. Mitgliedsstaaten der „OPEC+“-Allianz einigten sich auf eine schrittweise Normalisierung der Erdölproduktion im gesamten Jahr 2021, was mit einem hohen Konformitätsgrad umgesetzt und durch geopolitische Einschränkungen in einigen Ländern begünstigt wurde. Der Großteil der Angebotssteigerung der OPEC stammte von Saudi-Arabien und Libyen, die ihre Produktion nach innerstaatlichen Einschränkungen rasch erhöhten. Die US-Rohölproduktion stieg 2021 zwar leicht, aber 2022 wird mit einer Produktionsverzögerung nach einer Zunahme
der Anzahl von Bohranlagen gerechnet (noch durch die Erwartungen von Aktionärinnen und Aktionären und finanzielle Einschränkungen beschränkt). Obwohl der Iran und Venezuela noch immer unter US-Sanktionen und infrastrukturbedingten Einschränkungen zu leiden hatten, gelang es dem Iran, seine Produktion im Vergleich zur durchschnittlichen Förderung im Jahr 2020 deutlich zu steigern. - Der Brent-Rohölpreis stieg durch die weltweite Konjunkturerholung insbesondere in Asien und die wirkungsvolle Produktionssteuerung der OPEC+ von etwa USD 55/bbl Anfang 2021 auf rund USD 74/bbl zum Jahresende. Auch die positive Stimmung angesichts anlaufender Impfkampagnen und konjunkturbelebender Maßnahmen in zahlreichen Ländern trug dazu bei. Neue Infektionswellen und Mutationen des Coronavirus bestätigten die Ungewissheit hinsichtlich der Konjunkturerholung und führten zu kurzfristigen Marktschwankungen. Insgesamt lag der durchschnittliche Brent-Rohölpreis im Jahr 2021 bei fast USD 71/bbl.
- Die Nachfrage nach Erdölprodukten in den für die OMV relevanten mittel- und südosteuropäischen Ländern folgte dem Wirtschaftsaufschwung in Europa. Die Nachfrage nach Kraftstoffen für den Transport stieg in den relevanten Märkten im Jahr 2021 bei Benzin und Diesel um etwa 3,6% und bei Flugzeugtreibstoff um mehr als 27%. In Österreich erreichte das Marktvolumen mehr als 10 Mio t (+3,2% im Vergleich zu 2020), wobei die Nachfrage nach Kraftstoffen stieg, während jene nach Heizöl aufgrund des ansteigenden Preisniveaus und der sinkenden Lagerbestände rückläufig war. Der rumänische Markt für Ölprodukte wuchs mit 7,4% im Vergleich zu 2020 schneller als im EU-Durchschnitt.
- Durch niedrige Rohstoffpreise und ein instabiles Finanz- und Liquiditätsumfeld gingen die Investitionen in Öl und Gas 2021 weiter zurück (um etwa 30% im Vergleich zu 2019). In den nächsten Jahren muss die Investitionsleistung aller Voraussicht nach kompensiert werden, um die zur Deckung der zukünftigen globalen Ölnachfrage erforderliche Öl- und Gasproduktion sicherzustellen.
Der weltweite Erdgasbedarf stieg 2021 wieder über das Vorkrisenniveau. Das globale Erdgasangebot (hauptsächlich LNG-Exporte) legte hingegen weiterhin beträchtlich zu; maßgebend dafür war ein Investitionszyklus in den letzten Jahren. Im ersten Halbjahr 2021 übertraf die Nachfrage in Asien infolge eines kalten Winters und einer starken Wirtschaft die Erwartungen und hatte weltweit eine angespannte Marktlage zur Folge. In Europa schnellten die Erdgaspreise im Sommer auf rund EUR 40/MWh in die Höhe. Durch die niedrigen Lagerbestände und das knappe Angebot für Europa verschärfte sich die Lage im Herbst dramatisch. Infolge dieser Umstände stieg der Erdgaspreis vor Jahresende auf ein Rekordniveau von EUR >180/MWh. Zudem ist Nord Stream 2, ein neuer Versorgungskorridor für Europa, nicht in Betrieb gegangen. Insgesamt betrug der durchschnittliche CEGH-Erdgaspreis 2021 etwa EUR 46/MWh.
In Österreich stieg die Gasnachfrage 2021 um 7,3%, während die Erdgasimporte und die Inlandsproduktion um 8,5% bzw. 11,5% zurückgingen, was durch höhere Speicherentnahmeraten (+50%) vor allem aufgrund eines vorübergehenden Kälteeinbruchs im Spätfrühling kompensiert wurde.
Ölpreis (Brent) – Monatsdurchschnitt
In USD/bbl
Finanzieller Lagebericht
Ergebnisse auf einen Blick |
in EUR Mio (wenn nicht anders angegeben) |
|
| 2021 | 2020 | Δ |
Umsatzerlöse1 | in EUR Mio | 35.555 | 16.550 | 115% |
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten2 | in EUR Mio | 5.961 | 1.686 | n.m. |
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Exploration & Production2 | in EUR Mio | 2.837 | 145 | n.m. |
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Refining & Marketing2 | in EUR Mio | 1.001 | 996 | 1% |
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Chemicals & Materials2 | in EUR Mio | 2.224 | 519 | n.m. |
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten Konzernbereich & Sonstiges2 | in EUR Mio | –62 | –47 | –31% |
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung | in EUR Mio | –39 | 74 | n.m. |
CCS Steuerquote des Konzerns vor Sondereffekten | in % | 36 | 32 | 4 |
CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten2 | in EUR Mio | 3.710 | 1.026 | n.m. |
Den Aktionären zuzurechnender CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten2,3 | in EUR Mio | 2.866 | 679 | n.m. |
CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten2 | in EUR | 8,77 | 2,08 | n.m. |
|
|
|
|
|
Sondereffekte4 | in EUR Mio | –1.315 | –220 | n.m. |
davon Exploration & Production | in EUR Mio | –398 | –1.282 | 69% |
davon Refining & Marketing | in EUR Mio | –509 | 22 | n.m. |
davon Chemicals & Materials | in EUR Mio | –396 | 1.049 | n.m. |
davon Konzernbereich & Sonstiges | in EUR Mio | –12 | –9 | n.m. |
CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (−) | in EUR Mio | 418 | –416 | n.m. |
Operatives Ergebnis Konzern | in EUR Mio | 5.065 | 1.050 | n.m. |
Operatives Ergebnis Exploration & Production | in EUR Mio | 2.439 | –1.137 | n.m. |
Operatives Ergebnis Refining & Marketing | in EUR Mio | 922 | 592 | 56% |
Operatives Ergebnis Chemicals & Materials | in EUR Mio | 1.828 | 1.568 | 17% |
Operatives Ergebnis Konzernbereich & Sonstiges | in EUR Mio | –74 | –56 | –33% |
Konsolidierung: Zwischengewinneliminierung | in EUR Mio | –51 | 83 | n.m. |
Finanzerfolg | in EUR Mio | –194 | –175 | –11% |
Steuerquote des Konzerns | in % | 42 | –69 | 111% |
Periodenüberschuss | in EUR Mio | 2.804 | 1.478 | 90% |
Den Aktionären zuzurechnender Periodenüberschuss3 | in EUR Mio | 2.093 | 1.258 | 66% |
Ergebnis je Aktie | in EUR | 6,40 | 3,85 | 66% |
|
|
|
|
|
Cashflow aus der Betriebstätigkeit | in EUR Mio | 7.017 | 3.137 | 124% |
Freier Cashflow vor Dividenden | in EUR Mio | 5.196 | –2.811 | n.m. |
Freier Cashflow nach Dividenden | in EUR Mio | 4.199 | –3.690 | n.m. |
Organischer freier Cashflow vor Dividenden5 | in EUR Mio | 4.536 | 1.273 | n.m. |
Organischer freier Cashflow nach Dividenden | in EUR Mio | 3.539 | 394 | n.m. |
|
|
|
|
|
Verschuldungsgrad exklusive Leasing | in % | 22 | 41 | –19 |
Leverage-Grad | in % | 21 | 32 | –11 |
Investitionen6 | in EUR Mio | 2.691 | 6.048 | –56% |
Organische Investitionen7 | in EUR Mio | 2.650 | 1.884 | 41% |
CCS ROACE vor Sondereffekten | in % | 13 | 5 | 8 |
ROACE | in % | 10 | 8 | 2 |
|
|
|
|
|
Erläuterungen zu den Ergebnissen auf einen Blick
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten
Sondereffekte und CCS Effekte |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 | Δ |
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten1 | 5.961 | 1.686 | n.m. |
Sondereffekte | –1.315 | –220 | n.m. |
davon: | Personallösungen | –30 | –39 | 22% |
davon: | Wertminderungen / Wertaufholungen | –1.297 | –1.084 | –20% |
davon: | Anlagenverkäufe | 223 | 19 | n.m. |
davon: | Sonstiges | –210 | 885 | n.m. |
CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–) | 418 | –416 | n.m. |
Operatives Ergebnis Konzern | 5.065 | 1.050 | n.m. |
|
|
|
|
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten
In EUR Mio
- Operatives Ergebnis bereinigt um Sondereffekte und CCS-Effekte. Details sind in der Tabelle links dargestellt.
- Ergebnis 2021:
Mit beinahe EUR 6 Mrd CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten hat die OMV 2021 einen Allzeitrekord erzielt. Basierend auf einer starken operativen Performance und positiven Entwicklungen des Marktumfelds, sowie dank des Ergebnisbeitrags der vollkonsolidierten Borealis konnten alle drei Geschäftsbereiche signifikant zu diesem Ergebnis beitragen.
CCS Steuerquote des Konzerns vor Sondereffekten
In EUR Mio
- Die Steuerquote des Konzerns bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte. Die Quote stellt den durchschnittlichen Steuersatz dar, mit dem die Gewinne des Konzerns vor Steuern besteuert sind.
- Ergebnis 2021:
Die CCS Konzernsteuerquote vor Sondereffekten stieg um 4 Prozentpunkte auf 36% im Vergleich zu 32% im Vorjahr. Dies ist vor allem auf einen gestiegenen Beitrag aus dem Geschäftsbereich Exploration & Production, insbesondere aus Hochsteuerregionen, zurückzuführen.
Den Aktionären zuzurechnender CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten
In EUR Mio
- Den Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten.
- Ergebnis 2021:
Der den Aktionären zuzurechnende CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten wuchs deutlich von EUR 679 Mio im Jahr 2020 auf EUR 2,9 Mrd infolge des starken Operativen Ergebnisses.
Nettoverschuldung exklusive Leasing und Leverage-Grad
In EUR Mio
- Nettoverschuldung (verzinsliche Finanzverbindlichkeiten inklusive Anleihen abzüglich liquider Mittel) ausgenommen Leasingverbindlichkeiten, dividiert durch das Eigenkapital, ausgedrückt in Prozent. Der Leverage-Grad errechnet sich aus der Division der Nettoverschuldung inkl. Leasingverhältnissen durch Eigenkapital plus Nettoverschuldung inkl. Leasingverhältnissen.
- Ergebnis 2021:
Die starke finanzielle Performance der OMV sowie ein erfolgreiches Devestitionsprogramm führten über das Jahr hinweg zu einer kontinuierlichen Entschuldung. Das resultierte in einem Verschuldungsgrad exklusive Leasing von 22% und lag damit klar unter dem angestrebten Wert von 30%.
CCS ROACE vor Sondereffekten
In EUR Mio
- Der CCS Return On Average Capital Employed (%) vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: Net Operating Profit After Tax (NOPAT – als Summe vom aktuellen und den letzten drei Quartalen) bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten, dividiert durch durchschnittlich eingesetztes Kapital (Eigenkapital inklusive nicht beherrschender Anteile und Nettoverschuldung)
- Ergebnis 2021:
Von hervorragenden operativen Leistungen getrieben, konnte die OMV einen Rekord-CCS NOPAT vor Sondereffekten von EUR 3,8 Mrd erzielen und so, trotz gestiegenem durchschnittlich eingesetztem Kapital, den CCS ROACE vor Sondereffekten auf 13% verbessern.
Cashflow aus der Betriebstätigkeit exkl.
Net-Working-Capital-Positionen
In EUR Mio
- Betrag der liquiden Mittel, die der OMV Konzern aus dem von ihm erzielten Umsatzerlösen erwirtschaftet, abzüglich Net-Working-Capital-Positionen.
- Ergebnis 2021:
Der Rekord-Cashflow aus der Betriebstätigkeit exkl. Net-Working-Capital-Positionen in Höhe von EUR 8,9 Mrd war deutlich über den EUR 2,8 Mrd in 2020. Dies war vor allem von einer starken operativen Performance, positiven Entwicklungen des Marktumfelds, höheren Dividendenbeiträgen von at-equity Beteiligungen sowie dem Ergebnisbeitrag der vollkonsolidierten Borealis getrieben.
Organischer freier Cashflow
In EUR Mio
- Betrag, um den der operative Cashflow den Working-Capital-Bedarf und die Investitionsausgaben übersteigt. Der organische freie Cashflow nach Dividenden ist der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit abzüglich des Cashflows aus der Investitionstätigkeit ohne Veräußerungen und wesentliche anorganische Cashflow-Komponenten (z.B. Akquisitionen).
- Ergebnis 2021:
In 2021 konnte ein organischer freier Cashflow vor Dividenden in Rekordhöhe von EUR 4,5 Mrd erreicht werden und war damit deutlich über dem Niveau der Vorjahre. Dies ist hauptsächlich auf den hervorragenden Cashflow aus der Betriebstätigkeit im Jahr 2021 zurückzuführen.
Organische Investitionen
In EUR Mio
- Der Betrag ist definiert als Investitionsausgaben einschließlich aktivierter Explorations- und Evaluierungsausgaben und exklusive Eigenkapitalzuführungen in at-equity und vollkonsolidierte Unternehmen, Akquisitionen und bedingter Gegenleistungen.
- Ergebnis 2021:
Organische Investitionen stiegen um 41% auf EUR 2,6 Mrd verglichen mit EUR 1,9 Mrd im Jahr 2020, was insbesondere auf die vollkonsolidierte Borealis zurückzuführen ist.
Investitionen (CAPEX)
Gesamte Investitionen
In EUR Mio
Der Anstieg der Investitionen im Bereich Exploration & Production ist hauptsächlich bedingt durch Investitionen in Norwegen, Neuseeland und Malaysia.
- Der Anstieg der Investitionen im Bereich Refining & Marketing ist im Wesentlichen auf die Investitionen in den europäischen Raffinerien und Tankstellen zurückzuführen.
- Die Verringerung der Chemicals & Materials Investitionen ist hauptsächlich auf den Erwerb eines zusätzlichen 39%-Anteils an Borealis in 2020 zurückzuführen. Sieht man vom Effekt aus der Borealis-Akquisition ab, waren die Investitionen in Chemicals & Materials 2021 höher, was vor allem auf die Investitionen in die PDH-Anlage in Kallo zurückzuführen ist.
- Die Überleitung von den gesamten Investitionen zu den Investitionen laut Cashflow-Rechnung ist folgender Tabelle zu entnehmen:
Investitionen1 |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 | ∆ |
Investitionen gesamt | 2.691 | 6.048 | –56% |
+/– Konsolidierungskreisänderungen und sonstige Anpassungen | –33 | –3.954 | 99% |
– Investitionen in Finanzanlagen | –33 | –156 | 79% |
Zugang lt. Anlagespiegel (immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) | 2.624 | 1.938 | 35% |
+/– Nicht zahlungswirksame Änderungen | –127 | 21 | n.m. |
Zahlungswirksame Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 2.497 | 1.960 | 27% |
+ Zahlungswirksame Investitionen, Ausleihungen und sonstige Finanzanlagen | 382 | 194 | 97% |
+ Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel | — | 3.880 | n.m. |
Investitionen laut Cashflow-Rechnung | 2.879 | 6.034 | –52% |
|
|
|
|
Erläuterungen zur Cashflow-Rechnung
Konzern-Cashflow-Rechnung (Kurzfassung) |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 | ∆ |
Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen | 8.897 | 2.786 | n.m. |
Cashflow aus der Betriebstätigkeit | 7.017 | 3.137 | 124% |
Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –1.820 | –5.948 | –69% |
Freier Cashflow | 5.196 | –2.811 | n.m. |
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | –2.977 | 2.808 | n.m. |
Währungsdifferenz auf liquide Mittel | –25 | –66 | n.m. |
Nettoabnahme (-)/-zunahme (+) liquider Mittel | 2.195 | –69 | n.m. |
Liquide Mittel Periodenbeginn | 2.869 | 2.938 | –2% |
Liquide Mittel Periodenende | 5.064 | 2.869 | 77% |
davon liquide Mittel, umgegliedert auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | 14 | 15 | –7% |
In der Konzernbilanz als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen | 5.050 | 2.854 | 77% |
Freier Cashflow nach Dividenden | 4.199 | –3.690 | n.m. |
|
|
|
|
-
- Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit in Höhe von EUR 7.017 Mio lag um EUR 3.880 Mio über dem Niveau von 2020 (EUR 3.137 Mio). Dies war hauptsächlich auf ein verbessertes Marktumfeld sowie den Beitrag von Borealis zurückzuführen, teilweise kompensiert durch negative Effekte aus Net-Working-Capital Positionen.
- Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit zeigte in 2021 einen Mittelabfluss von EUR –1.820 Mio gegenüber EUR –5.948 Mio in 2020, da 2020 einen Mittelabfluss von EUR –3.870 Mio aus dem Erwerb eines zusätzlichen 39%-Anteils an der Borealis AG beinhaltete. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthielt 2021 Mittelzuflüsse von EUR 443 Mio aus der Veräußerung von Gas Connect Austria,
EUR 290 Mio aus dem Verkauf der Anteile am norwegischen Ölfeld Wisting sowie EUR 94 Mio aus der Veräußerung der Anteile an Kom-Munai LLP und Tasbulat Oil Corporation LLP (Kasachstan). - Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Mittelabfluss von EUR –2.977 Mio gegenüber einem Mittelzufluss von EUR 2.808 Mio in 2020. Die Abweichung war im Wesentlichen bedingt durch die Rückzahlung von Anleihen in 2021 (EUR 1,55 Mrd), wohingegen 2020 die Ausgabe von Anleihen in Höhe von EUR 3,25 Mrd sowie von Hybridanleihen in Höhe von EUR 1,25 Mrd enthielt.
Erläuterungen zur Konzerngewinn- und verlustrechnung
Gewinn- und Verlustrechnung (Kurzfassung) |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 | Δ |
Umsatzerlöse | 35.555 | 16.550 | 115% |
Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 1.533 | 1.915 | –20% |
Summe Erlöse und sonstige Erträge | 37.087 | 18.465 | 101% |
Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) | –20.257 | –9.598 | 111% |
Produktions- und operative Aufwendungen und produktionsbezogene Steuern | –4.302 | –2.218 | 94% |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –3.750 | –2.418 | 55% |
Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen | –2.746 | –1.896 | 45% |
Explorationsaufwendungen | –280 | –896 | –69% |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | –688 | –389 | 77% |
Operatives Ergebnis | 5.065 | 1.050 | n.m. |
Finanzerfolg | –194 | –175 | 11% |
Ergebnis vor Steuern | 4.870 | 875 | n.m. |
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –2.066 | 603 | n.m. |
Periodenüberschuss | 2.804 | 1.478 | 90% |
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen | 94 | 84 | 12% |
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen | 617 | 136 | n.m. |
Periodenüberschuss den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen | 2.093 | 1.258 | 66% |
Effektivsteuersatz (%) | 42 | –69 | 111 |
|
|
|
|
Umsätze mit Dritten 2021 (2020)
In EUR Mio wenn nicht anders angegeben (Vorjahr)
Umsätze nicht konsolidiert 2021 (2020)
In EUR Mio wenn nicht anders angegeben (Vorjahr)

- Der Anstieg des Umsatzes ist insbesondere auf die zusätzlichen Umsatzerlöse infolge der Vollkonsolidierung von Borealis sowie höhere Gasverkaufsmengen und substanziell höhere Marktpreise, insbesondere Gaspreise, zurückzuführen. Die regionale Umsatzaufteilung mit Dritten ist im Anhang des Konzernabschlusses (Anhangangabe 4 – Segmentberichterstattung) zu finden.
- Die sonstigen betrieblichen Erträge fielen von EUR 1.877 Mio im Jahr 2020 auf EUR 933 Mio in 2021. 2020 war hauptsächlich durch EUR 1.284 Mio an Erträgen aus Neubewertungs- und Recyclingeffekten im Zusammenhang mit dem zuvor at-equity gehaltenen 36%-Anteil an Borealis beeinflusst. Dieser Effekt wurde 2021 mit EUR 261 Mio an Gewinnen aus dem Verkauf von Wisting teilweise kompensiert.
- Das Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen stieg von EUR 38 Mio in 2020 auf EUR 600 Mio in 2021, im Wesentlichen aufgrund des positiven Beitrags von Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) und Borouge Pte. Ltd. Beide Beteiligungen werden von Borealis gehalten und die Abweichung ist somit hauptsächlich auf die Vollkonsolidierung von Borealis seit dem 29.Oktober 2020 zurückzuführen.
- Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen stiegen insbesondere aufgrund der Vollkonsolidierung von Borealis, die zu höheren Abschreibungen führte, der Wertminderung des Geschäftsbereichs Stickstoff der Borealis sowie der Wertminderung der at-equity bewerteten Gesellschaft ADNOC Refining. Details hierzu finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 7– Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen).
Die Explorationsaufwendungen verringerten sich hauptsächlich aufgrund der in 2020 erfassten Wertminderungen, infolge der Anpassung der Mittelfristplanung und revidierten langfristigen Planungsannahmen der OMV in 2020.
Das Finanzergebnis verringerte sich hauptsächlich bedingt durch ein geringeres Zinsergebnis, das jedoch teilweise durch ein verbessertes Ergebnis aus Fremdwährungseffekten ausgeglichen wurde. Weitere Einzelheiten finden sich im Anhang zum Konzernabschluss (Anhangangabe 11 – Finanzergebnis).
- Der effektive Steuersatz stieg von –69% im Jahr 2020 auf 42% im Jahr 2021. Der effektive Steuersatz für 2020 wurde durch Erträge aus Steuersynergien aus dem Erwerb zusätzlicher Anteile an Borealis erheblich beeinflusst, die zu einer Zuschreibung von aktiven latenten Steuern in der österreichischen Steuergruppe führte (neben anderen Effekten). Für weitere Informationen bezüglich des Effektivsteuersatzes wird auf Anhangangabe 12 – Steuern vom Einkommen und Ertrag – im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen.
Erläuterungen zur Konzernbilanz
Bilanz (Kurzfassung) |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 | Δ |
Aktiva |
|
|
|
Langfristiges Vermögen | 33.724 | 35.695 | –6% |
Kurzfristiges Vermögen | 18.595 | 12.112 | 54% |
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | 1.479 | 1.464 | 1% |
Passiva |
|
|
|
Eigenkapital | 21.996 | 19.899 | 11% |
Langfristige Verbindlichkeiten | 17.216 | 18.020 | –4% |
Kurzfristige Verbindlichkeiten | 13.677 | 10.616 | 29% |
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten | 909 | 736 | 24% |
Summe Aktiva/Passiva | 53.798 | 49.271 | 9% |
|
|
|
|
Langfristiges Vermögen:
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen verringerten sich im Vergleich zu 2020 um EUR 916 Mio hauptsächlich aufgrund von Umgliederungen auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen, wie insbesondere des Geschäftsbereichs Stickstoff von Borealis.
Die at-equity bewerteten Beteiligungen fielen um EUR 1.434 Mio auf EUR 6.887 Mio, hauptsächlich aufgrund der EUR 1.876 Mio Dividendenausschüttung der Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) sowie einer EUR 669 Mio Wertminderung der Beteiligung ADNOC Refining, teilweise ausgeglichen durch postive Ergebnisbeträge von Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) und positive Währungseffekte.
Die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten stiegen hauptsächlich aufgrund der Umgliederung der Stickstoffsparte von Borealis und des Einzelhandelsnetzwerks in Slowenien in die Bilanzposition „zu Veräußerungszwecken gehalten“. Dieser Effekt wurde teilweise durch den Verkauf der Gas Connect Gruppe kompensiert. Für weitere Details wird auf Anhangangabe 20 – Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten – des Anhangs zum Konzernabschluss verwiesen.
- Das Eigenkapital (inklusive nicht beherrschender Anteile) stieg gegenüber 2020 um 11%.
- Die langfristigen Verbindlichkeiten wurden hauptsächlich durch Rückzahlungen von Anleihen in Höhe von EUR 800 Mio beeinflusst. Für weitere Details wird auf Anhangangabe 24 – Verbindlichkeiten – des Anhangs zum Konzernabschluss verwiesen.
Exploration & Production
Im Geschäftsbereich Exploration & Production lieferte die OMV eine hervorragende Leistung und gestaltete gleichzeitig ihr Portfolio im Sinne der Fokussierung auf die Erhöhung des Erdgasanteils in der Produktion um. Trotz Covid-19-bedingter Restriktionen erreichte die Produktion 486 kboe/d, wobei die Produktionskosten unverändert bei USD 6,7/boe lagen und das Operative Ergebnis vor Sondereffekten deutlich anstieg.
Auf einen Blick |
|
|
| 2021 | 2020 | Δ |
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten | in EUR Mio | 2.837 | 145 | n.m. |
Sondereffekte | in EUR Mio | –398 | –1.282 | 69% |
Operatives Ergebnis | in EUR Mio | 2.439 | –1.137 | n.m. |
Investitionen1 | in EUR Mio | 1.173 | 1.090 | 8% |
Explorationsausgaben | in EUR Mio | 210 | 227 | –8% |
Explorationsaufwendungen | in EUR Mio | 281 | 896 | –69% |
Produktionskosten | in USD/boe | 6,67 | 6,58 | 1% |
|
|
|
|
|
Gesamtproduktion | in kboe/d | 486 | 463 | 5% |
Gesamtverkaufsmenge | in kboe/d | 462 | 439,1 | 5% |
Sichere Reserven per 31. Dezember | in Mio boe | 1.295 | 1.337 | –3% |
|
|
|
|
|
Durchschnittlicher Brent-Preis | in USD/bbl | 70,91 | 41,84 | 69% |
Durchschnittlich realisierter Rohölpreis2 | in USD/bbl | 65,60 | 37,97 | 73% |
Durchschnittlich realisierter Gaspreis2,3 | in EUR/MWh | 16,49 | 8,94 | 84% |
|
|
|
|
|
Finanzielle Performance
- Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg 2021 signifikant von EUR 145 Mio auf EUR 2.837 Mio. Außergewöhnlich positive Markteffekte in Höhe von EUR 2.282 Mio als Folge der wesentlich höheren Öl- und Gaspreise wurden von sehr günstigen operativen Effekten im Ausmaß von EUR 507 Mio unterstützt. Möglich wurde dies durch die Rückkehr zu Vollproduktion in Libyen, die Rücknahme von OPEC-Förderbeschränkungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und die Inbetriebnahme eines neuen Erdgasfelds in Tunesien. Die Verkaufsmengen folgten den Förderraten. Die Abschreibungen stiegen im Einklang mit den Förderzuwächsen um EUR 97 Mio.
- Die 2021 erfassten Sondereffekte beliefen sich auf EUR –398 Mio (2020: EUR –1.282 Mio), die sich hauptsächlich auf temporäre Effekte aus Absicherungsgeschäften bezogen. Während die Sondereffekte 2020 hauptsächlich durch Wertberichtigungen bedingt waren, zu denen es infolge der Anpassung der langfristigen Planungsannahmen der OMV für den Brent-Rohölpreis gekommen war, wurde der Betrag für 2021 von Forderungsabschreibungen auf Explorations- und Produktionsvermögen in Höhe von EUR –383 Mio beeinflusst. Das Operative Ergebnis erreichte EUR 2.439 Mio (2020: EUR –1.137 Mio).
- Die Produktionskosten abzüglich Lizenzgebühren blieben mit USD 6,7/boe auf dem Niveau des Vorjahres (2020: USD 6,6/boe).
- Die Gesamtproduktion an Kohlenwasserstoffen stieg um 23 kboe/d auf 486 kboe/d. Die libysche Förderungskapazität war fast den gesamten Zeitraum hinweg voll ausgelastet, während sie im Vorjahreszeitraum von höherer Gewalt betroffen gewesen war. Die Produktion stieg in den Vereinigten Arabischen Emiraten dank der Zurücknahme von OPEC-Förderbeschränkungen und in Tunesien dank der Inbetriebnahme eines neuen Erdgasfelds. Ein natürlicher Förderrückgang in Rumänien und Österreich, der komplette Verkauf unserer Aktivitäten in Kasachstan im Mai 2021 und eine geringere Erdgasproduktion in Neuseeland schwächten die Förderzunahme etwas. Die Gesamtverkaufsmenge stieg auf 462 kboe/d (2020: 439 kboe/d) und folgte im Wesentlichen der Förderrate.
- Der durchschnittliche Brent-Preis erreichte 2021 USD 70,9/bbl, ein substanzieller Anstieg um 69%. Der durchschnittlich realisierte Rohölpreis des Konzerns verbesserte sich um 73%. Der durchschnittlich realisierte Gaspreis in EUR/MWh wuchs um 84%.
- Die Investitionen einschließlich aktivierter E&A-Ausgaben wurden 2021 auf EUR 1.173 Mio gesteigert (2020: EUR 1.090 Mio), eine Erholung von dem durch Sparmaßnahmen beeinträchtigten Niveau des Vorjahres. Organische Investitionen wurden 2021 vorwiegend für Projekte in Rumänien, Norwegen und Neuseeland getätigt. Die Explorationsausgaben, die sich vor allem auf Aktivitäten in Norwegen, Rumänien und bei SapuraOMV bezogen, beliefen sich 2021 auf EUR 210 Mio und konnten somit gegenüber dem Vorjahr um 8% verringert werden.
Produktion |
|
| 2021 | 2020 |
| Erdöl und NGL | Erdgas¹ | Gesamt | Erdöl und NGL | Erdgas¹ | Gesamt |
| in Mio bbl | in bcf | in Mio boe | in Mio boe | in Mio bbl | in bcf | in Mio boe | in Mio boe |
Rumänien2 | 22,4 | 129,9 | 24,0 | 46,4 | 23,4 | 146,5 | 27,1 | 50,5 |
Österreich | 3,6 | 20,6 | 3,4 | 7,0 | 3,8 | 24,9 | 4,2 | 8,0 |
Kasachstan2 | 0,7 | 0,7 | 0,1 | 0,8 | 2,1 | 2,0 | 0,3 | 2,5 |
Norwegen | 15,3 | 102,3 | 17,0 | 32,3 | 15,1 | 97,5 | 16,2 | 31,3 |
Libyen | 12,0 | – | – | 12,0 | 2,4 | – | – | 2,4 |
Tunesien | 0,9 | 17,3 | 2,9 | 3,8 | 0,6 | 7,0 | 1,2 | 1,7 |
Jemen | 1,1 | – | – | 1,1 | 1,3 | – | – | 1,3 |
Region Kurdistan im Irak | 1,0 | 15,6 | 2,6 | 3,6 | 1,0 | 14,6 | 2,4 | 3,4 |
Vereinigte Arabische Emirate | 10,8 | – | – | 10,8 | 8,4 | – | – | 8,4 |
Neuseeland | 3,5 | 51,8 | 8,6 | 12,1 | 3,8 | 57,7 | 9,6 | 13,4 |
Malaysia2 | 1,7 | 64,5 | 10,8 | 12,4 | 2,7 | 53,3 | 8,9 | 11,6 |
Russland | – | 210,6 | 35,1 | 35,1 | – | 208,4 | 34,7 | 34,7 |
Gesamt | 72,9 | 613,2 | 104,6 | 177,5 | 64,7 | 612,0 | 104,7 | 169,4 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Entwicklungen im Portfolio
- Im Jahr 2021 wirkte sich die Covid-19-Pandemie weiterhin negativ auf die Weltwirtschaft und die Energienachfrage aus. Obwohl die Pandemie nach wie vor operative Herausforderungen in allen produzierenden Assets mit sich brachte, machte die OMV bedeutende Fortschritte bei der Umsetzung ihrer E&P-Strategie. Sie zielt darauf ab, den Anteil von Erdgas gegenüber Rohöl zu erhöhen und die CO2-Intensität im gesamten Portfolio zu verringern. Die SapuraOMV schloss im August den Verkauf aller reifen Erdölfelder auf der malaysischen Halbinsel ab, und im Dezember veräußerte die OMV ihren 25%igen Anteil am Wisting-Ölfund in Norwegen. Weitere Meilensteine der Portfoliooptimierung waren die Veräußerung aller E&P-Assets in Kasachstan im Mai und von 40 marginalen Feldern in Rumänien im Dezember. In Neuseeland arbeitet die OMV weiterhin am Abschluss des Verkaufs ihres 69%-Anteils am Maari-Ölfeld.
Mittel- und Osteuropa
- Mit dem Verkauf von 40 Onshore-Öl- und -Gasfeldern im Südosten Rumäniens setzte die OMV Petrom ihre Bemühungen zur Portfoliooptimierung im Jahr 2021 fort. Die OMV Petrom verkaufte außerdem alle ihre Anteile an E&P-Assets in Kasachstan.
- Die Verhandlungen über einen Production-Sharing-Vertrag für den Offshore-Explorationsblock II in der Republik Georgien wurden erfolgreich abgeschlossen. Eine Seismikkampagne für 2022 ist dort in Vorbereitung.
- In Rumänien wurden 36 neue Bohrungen und Sidetracks abgeteuft (2020: 63) und 695 Workovers durchgeführt. Die erste vollständige Stilllegung des Petromar-Assets wurde im Oktober erfolgreich und sicher abgeschlossen. Im September und Oktober wurden an den Offshore-Plattformen und am Midia-Terminal Modernisierungs- und Aufrüstungsarbeiten sowie notwendige Wartungsarbeiten durchgeführt.
In Österreich wurde im Jänner die Phase 1 der größten Freiflächen-Photovoltaikanlage des Landes in Betrieb genommen. Sie erzeugte von Jänner bis Dezember 12,1 GWh CO2-neutralen Strom für den Eigenverbrauch. Die zweite und letzte Bauphase begann in Q4/21. Diese Phase wird die Stromerzeugungskapazität auf insgesamt 15,32 MWp erhöhen und soll in Q3/22 in Betrieb gehen. Sobald die Anlage voll in Betrieb ist, wird sie rund 14,25 GWh Strom erzeugen. Ein dreiwöchiger Turnaround in der Sauergasanlage in Aderklaa wurde im Mai abgeschlossen. Dank einer neuen Inspektionsmethode konnte das Turnaround-Intervall auf sechs Jahre verlängert werden.- Phase 1 der „Smart Oil Recovery“-(SOR-)Workover-Kampagne wurde abgeschlossen. Acht neue Bohrungen starteten die Förderung Ende Jänner 2022.
Mittlerer Osten und Afrika
- Im Jahr 2021 lieferte die Region Mittlerer Osten und Afrika starke Ergebnisse. Der Betrieb war sicher und störungsfrei, und alle Schlüsselprojekte konnten trotz der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und der angespannten geopolitischen Lage in Libyen, Tunesien und Jemen wie geplant fortgeführt werden.
- In Libyen blieb die Produktion fast das ganze Jahr über stabil. Mitte Jänner 2022 konnten wir die Force Majeure aufheben, die nach einer politischen Auseinandersetzung im Dezember 2021 auf Rohölexporte aus zwei libyschen Häfen erklärt werden musste.
- In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden die Bohrungen auf den Feldern SARB und Umm Lulu fortgesetzt. Dadurch konnte die Produktion trotz der OPEC-Quotenbeschränkungen weiter hochgefahren werden.
- Obwohl die Sicherheitslage im Jemen weiterhin eine große Herausforderung darstellt, konnte die OMV in Q4/21 die Workover-Kampagne in Block S2 abschließen und zwei Stromerzeugungseinheiten für die zentrale Verarbeitungsanlage in Betrieb nehmen.
- In Tunesien konnte die Förderrate des Gasfeldes Nawara im Jahr 2021 stabilisiert werden, was auf den Aufbau von Betriebskapazitäten und die Einführung digitaler Technologien zurückzuführen ist.
Nordsee
- Im Einklang mit der Strategie, die CO2-Intensität des Produktportfolios zu reduzieren, verkaufte die OMV ihren gesamten 25%-Anteil am Ölvorkommen in Wisting. Der wirtschaftliche Stichtag der Transaktion ist der 1. Jänner 2021.
- Das Windkraftprojekt „Hywind Tampen“ wird voraussichtlich 2022 den ersten Strom für Gullfaks liefern. Nach seiner Fertigstellung wird es der weltweit erste Windpark sein, der Offshore-Plattformen mit Strom versorgt und die CO2-Emissionen um 200.000 t pro Jahr reduziert.
- Die Auswahl des Konzepts für die Entwicklung des Iris/Hades-Feldes wurde im November 2021 bestätigt.
- Im Jahr 2021 wurde eine Reihe von Entwicklungen abgeschlossen, die die Plateauförderung für die Felder Gudrun und Edvard Grieg verlängern werden. Dazu gehören zwei Einbindungen in das Gudrun-Feld, ein neuer erweiterter Bohrlochtest im Rolvsnes-Feld, eine Anbindung an das Solveig-Feld und drei neue Infill-Bohrungen auf der Plattform Edvard Grieg, die in Produktion genommen wurden.
Russland
- Im Oktober 2021 erreichte das Feld Juschno-Russkoje mit der Inbetriebnahme der letzten von insgesamt 88 Bohrungen den wichtigen Meilenstein der vollständigen Entwicklung der Turon-Lagerstätte. Zusammen mit den 12 Bohrungen des ersten Komplexes, der 2019 in Betrieb genommen wurde, sind nun 100 Bohrungen in Betrieb und fördern das schwer zugängliche Erdgas der turonischen Lagerstätte des Feldes.
- Ein weiterer Schritt zur Aufrechterhaltung der Förderrate des Feldes war die erfolgreiche Inbetriebnahme einer neuen Booster-Kompressorstation.
Asien-Pazifik
- Im Einklang mit ihrer Strategie verkaufte die SapuraOMV alle ihre Beteiligungen an verschiedenen reifen, ölproduzierenden Assets vor der Küste der malaysischen Halbinsel. Stichtag der Transaktion ist der 1. Jänner 2021.
- Das Erdgasprojekt Jerun schreitet planmäßig voran. Die Detailplanung kommt gut voran, und die ersten Lieferungen von Baustahl sind in der Produktionsstätte eingetroffen.
- In Neuseeland setzte die OMV die Neuentwicklung und Optimierung der Erdgas-Assets Māui und Pohokura fort.
- Die Onshore-Bohrlochintervention Pohokura wurde erfolgreich abgeschlossen. Die Neuentwicklung des neuseeländischen Erdgasfeldes Māui verläuft planmäßig: Das Projekt Māui A Crestal Infill ist abgeschlossen und Māui B IRF Phase 3 kommt gut voran.
- Die Veräußerung des 69%-Anteils der OMV am Maari-Ölfeld wird voraussichtlich im Jahr 2022 abgeschlossen.
Schlüsselprojekte
Neptun (Rumänien, OMV 50%)
- Im Jahr 2021 unterbreitete das staatlich kontrollierte rumänische Erdgasunternehmen Romgaz ein bindendes Angebot für den Erwerb des 50%-Anteils von ExxonMobil an der „Neptun Deep“-Lizenz vor der rumänischen Küste. Die OMV Petrom wird Betriebsführerin des Projekts, sobald Romgaz die Übernahme abgeschlossen hat, was für 2022 erwartet wird. Die Vorbereitungen für die Eigentumsübertragung sind im Gange. Die OMV Petrom hat weiterhin großes Interesse an einer Entwicklung der Ressourcen im Schwarzen Meer. Die endgültige Investitionsentscheidung hängt jedoch von einer Reihe von Faktoren ab, wie etwa einem stabilen und wettbewerbsfähigen steuerlichen Rahmen. Die Änderungen des rumänischen Offshore-Gesetzes werden voraussichtlich im Laufe des Jahres 2022 in Kraft treten.
Weitere Großprojekte (Rumänien, OMV 100%)
- Im Petromar-Asset wurde im März eine neue Offshore-Bohrung in Betrieb genommen, die mit 2.902 m den Rekord für den längsten von der OMV Petrom gebohrten Offshore-Abschnitt aufstellte.
- Im Rahmen eines Erneuerungsprogramms wurde Petromar um eine Reihe von Anlagen erweitert, darunter neue Kräne, ein neuer Hubschrauberlandeplatz und neue Gas-to-Power-Anlagen.
- Das im Asset Moldawien gestartete Pilotprojekt für Enhanced Oil Recovery (EOR) wurde ausgeweitet, und die ersten Ergebnisse, das heißt die Verringerung des Wasserverbrauchs in bestimmten Produktionsbohrungen, liegen vor. Aufgrund der ermutigenden Ergebnisse dieses Pilotprojekts wurde eine industrielle Anwendung auf einem anderen Feld im Asset Muntenia Vest gestartet. Ziel dieser Projekte ist es, die Ausbeute in diesen reifen Feldern durch Injektion eines Gemischs aus viskosem Wasser in die Lagerstätte zu erhöhen.
Nawara (Tunesien, OMV 50%)
- Im Jahr 2021 konnten wir die Produktion im Erdgasfeld Nawara stabilisieren. Ausschlaggebend dafür waren der Aufbau betrieblicher Kapazitäten und die Einführung digitaler Technologien. Ein neuer Gasfund, der Ende 2019 gemacht wurde, wurde mit der zentralen Verarbeitungsanlage (Central Processing Facility; CPF) von Nawara verbunden.
Umm Lulu und SARB (Vereinigte Arabische Emirate, OMV 20%)
- Auf den Feldern Umm Lulu und Satah Al Razboot (SARB) konnte der Betrieb ohne Unterbrechungen aufrechterhalten werden. In beiden Feldern wurden auch die Bohrungen fortgesetzt. Dadurch konnte die Produktion trotz der OPEC-Quotenbeschränkungen weiter hochgefahren werden.
Ghasha-Konzession (Vereinigte Arabische Emirate, OMV 5%)
- Die Ghasha-Konzession wird in Form von drei parallelen Projekten entwickelt: Hail & Ghasha, dem Dalma-Projekt (mit mehreren Feldern in der Region um Dalma) und dem Deep-Gas-Entwicklungsprojekt (ebenfalls mit mehreren Feldern). Die ersten Gaslieferungen von Dalma werden für 2025 erwartet, wobei das Feld letztendlich rund 54 kboe/d Erdgas produzieren soll. Die Vergabe der Engineering-, Beschaffungs- und Bauaufträge (Engineering, Procurement, and Construction; EPC) im November war ein wichtiger Meilenstein für die Ghasha-Konzession. Die Bauarbeiten an den zehn künstlichen Inseln schreiten planmäßig voran.
Khor Mor (KRI, OMV 10%)
- Das Feld Khor Mor hat ein stabiles Produktionsniveau erreicht, das die Erwartungen übertrifft. Das Projekt zur Kapazitätserweiterung schreitet planmäßig voran, und die ersten Tiefbauarbeiten sind abgeschlossen. Das Projekt verläuft nach Plan, und das erste Gas soll 2023 produziert werden.
Gullfaks (Norwegen, OMV 19%)
- Das von Equinor betriebene Gullfaks-Feld lieferte 2021 beachtliche Produktionsmengen, was vor allem auf die reduzierte Erdgasinjektion zurückzuführen ist. Die Bauphase 1 von Hywind Tampen (bestehend aus 11 schwimmenden Windturbinen) wurde in Q2/21 abgeschlossen. Die Erzeugungsleistung von 5 der 11 Turbinen wird genutzt, um in Gullfaks die Stromerzeugung mit Erdgas zu reduzieren. Das Projekt verläuft nach Plan und soll 2022 den ersten Strom liefern. Sobald die Unterkonstruktionen im Frühjahr 2022 fertiggestellt sind, werden die Windkraftanlagen zusammengebaut und zum Feld geschleppt.
Gudrun (Norwegen, OMV 24%)
- Die Phase 2 der Neuentwicklung des Gudrun-Feldes verzögert sich aufgrund von Covid-19-bedingten Personalbeschränkungen auf Offshore-Plattformen. Die erste Wasserinjektion in die neuen Bohrlöcher ist für Mitte 2022 geplant.
Edvard Grieg (Norwegen, OMV 20%)
- Die Produktion des Feldes Edvard Grieg lag 2021 über den Erwartungen, da höhere Exportkapazitäten verfügbar waren. Zur Erhöhung der Produktionskapazität wurden im Laufe des Jahres drei Infill-Bohrungen abgeschlossen.
- In Q3/21 startete die Produktion aus dem nahe gelegenen Solveig-Feld. Das Solveig-Feld wird mit Installationen am Meeresgrund entwickelt, die zur weiteren Verarbeitung an die „Edvard Grieg“-Plattform angebunden sind. Darüber hinaus wurde Anfang August mit dem erweiterten Bohrlochtest im Rolvsnes-Feld begonnen. Diese beiden feldnahen Anbindungen an Edvard Grieg werden die Plateauförderung verlängern. Edvard Grieg ist das erste Feld der Welt, das mit dem CarbonClear-Zertifikat ausgezeichnet wurde, der neuen unabhängigen Zertifizierung der CO2-Intensität für öl- und gasproduzierende Unternehmen von Intertek im Upstream-Bereich.
Hades/Iris (Norwegen, OMV 30%)
- Hades/Iris ist das erste Entwicklungsprojekt in Norwegen unter der Betriebsführerschaft der OMV. Die Auswahl des Konzepts wurde im November von allen Lizenzpartnern gebilligt und ermöglicht es, das Projekt in Richtung FEED-Studien (Front-End Engineering and Design) voranzutreiben. Die OMV plant, die endgültige Investitionsentscheidung im Laufe des Jahres 2022 zu treffen und den Entwicklungs- und Betriebsplan bis Ende 2022 bei den Behörden einzureichen, um von den befristeten norwegischen Steueranreizen zu profitieren. Die Produktion soll 2026 aufgenommen werden.
SK408 (Malaysia, OMV 40%)
- In Malaysia wurden in der Phase 1 der Entwicklung der SK408-Lizenz (die Felder Gorek, Larak und Bakong) weiterhin hohe Fördermengen erzielt.
- Für die Phase 2 der Lizenz, das Jerun-Projekt, traf das Joint Venture im März 2021 die endgültige Investitionsentscheidung. Der Hauptauftrag für Engineering, Beschaffung, Bau, Installation und Inbetriebnahme (EPCIC) könnte somit kurz darauf vergeben werden. Die Bauarbeiten begannen im September, und die wichtigsten Meilensteine für 2021 wurden erreicht.
Māui A Crestal Infill (Neuseeland, OMV 100%)
- Das „Māui A Crestal Infill“-(MACI-)Projekt ist Teil einer Investition in Höhe von NZD 500 Mio in die Felder Māui und Pohokura und von entscheidender Bedeutung für die Sicherheit der heimischen Energieversorgung Neuseelands. Alle sechs Bohrungen wurden planmäßig abgeschlossen.
Māui B IRF Phase 3 (Neuseeland, OMV 100%)
- Der Projektumfang der Infill-Bohrungen im Rahmen des Projekts Māui B IRF Phase 3 umfasst das Bohren, die Fertigstellung, die Einbindung und die Inbetriebnahme von fünf Sidetracks auf der Plattform Māui B. Die kommissionierte Bohrinsel ist in Neuseeland eingetroffen und wird voraussichtlich in Q1/22 mit der Bohrkampagne beginnen.
Highlights Exploration und Evaluierung
- Im Jahr 2021 führte die OMV acht Explorations- und Evaluierungsbohrungen in sechs verschiedenen Ländern durch. Sechs davon wurden abgeschlossen und vier wurden als Funde eingestuft.
- Die OMV Petrom hat in Rumänien eine Explorationsbohrung mit einem Ölfund abgeschlossen, die Evaluierung ist noch nicht abgeschlossen.
- In Norwegen finalisierte die OMV im Jahr 2021 drei Explorationsbohrungen. Während sich Eidsvoll in der südlichen Nordsee als trocken erwies, waren Solveig Seg D und Ommadawn Ölfunde. Die kommerziellen Möglichkeiten für diese Funde werden gerade evaluiert, wobei mit Ergebnissen noch 2022 zu rechnen ist.
- In Neuseeland führte die OMV die Explorationsbohrung MA-14B (Māui East) durch und stieß auf Erdgas.
- Die unter der Betriebsführerschaft der SapuraOMV durchgeführte Eagle-1-Bohrung in Australien wurde im Juni 2021 abgeschlossen. Die Bohrung stieß auf keine förderbaren Kohlenwasserstoffe.
- Die Bohrarbeiten an einer Bohrung in Tunesien und einer in den Vereinigten Arabischen Emiraten waren zum Jahresende noch im Gange. Sie werden voraussichtlich noch im Jahr 2022 abgeschlossen sein.
- In Rumänien wurde in Q4/21 eine 3D-Seismik-Untersuchung gestartet, die in Q1/22 abgeschlossen wurde. Die 3D-Seismik-Untersuchung in Schönkirchen ergab eine Bohrmöglichkeit in Österreich, die im Jahr 2022 weiterentwickelt wird.
- Die Explorations- und Erkundungsausgaben sanken 2021 auf EUR 210 Mio (2020: EUR 227 Mio). In Norwegen und Malaysia wurden Anträge auf neue Explorationslizenzen gestellt, deren Schwerpunkt auf infrastrukturorientierten Erdgasmöglichkeiten liegt. Die Bekanntgabe der Lizenzerteilung wird für Q1/22 erwartet.
Reservenentwicklung
- Zum 31. Dezember 2021 beliefen sich die sicheren Reserven (1P) auf 1.295 Mio boe (davon OMV Petrom: 419 Mio boe), wobei die jährliche Reservenersatzrate im Jahr 2021 bei 77% (2020: 102%) lag. Der Dreijahresdurchschnitt der Reservenersatzrate liegt bei 105% (2020: 138%). Die sicheren Reserven stiegen aufgrund erfolgreicher Bohr- und Entwicklungsaktivitäten in Malaysia, Neuseeland und Norwegen und verbesserter Lagerstättenleistungen in Norwegen, Rumänien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese zusätzlichen Mengen wurden teilweise durch Veräußerungen in Kasachstan, Rumänien und Malaysia kompensiert. Bessere globale Ölpreise wirkten sich mit Ende 2021 ebenfalls positiv auf die sicheren Reserven aus. Die sicheren und wahrscheinlichen Reserven (2P) gingen nicht zuletzt aufgrund der Veräußerungen in Kasachstan, Rumänien und Malaysia auf 2.197 Mio boe zurück (davon OMV Petrom: 680 Mio boe).
Innovation und neue Technologien
- Die E&P-Strategie der OMV besteht darin, modernste, selbst entwickelte Technologien auf gut gewarteten Anlagen anzuwenden und Pilotversuche mit diesen Technologien mit dem Ziel eines raschen weltweiten Feldeinsatzes durchzuführen. Aktuelle Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte sind die Verbesserung des Ausbeutungsfaktors und die Verlängerung der Förderdauer bei älteren Feldern. Von der OMV erfolgreich implementierte Technologien werden der Öffentlichkeit im OMV Innovation & Technology Center (ITC) in Österreich zugänglich gemacht.
- Smart Oil Recovery (SOR) ist eine innovative Methode zur Optimierung der Enhanced Oil Recovery (EOR) in älteren Lagerstätten wie dem Feld Matzen in Österreich um 40% bis 60%. Die Lebensdauer des Feldes wird durch die Injektion von viskosem Salzwasser in die Lagerstätte verlängert. Die Workover-Kampagne der SOR-Projektphase 1, die acht Bohrungen umfasst, wurde erfolgreich abgeschlossen und die Förderung startete in Q1/22.
- Die Tech Center & Lab Teams in Österreich und die OMV Petrom Upstream Laboratories (ICPT) in Rumänien unterstützen alle Assets der OMV weltweit in ihrer Funktion als Kompetenzzentren für Analysen, Tests, technische Forschung und Consulting. Im Jahr 2021 wurde eine neue Produktlinie – die geochemische Modellierung – entwickelt und die erste Pilotanlage zur Optimierung der Entölung mit einer Verbindung von viskosem Salzwasser und Alkali eingerichtet.
Digitalisierung
- Im Jahr 2018 kündigte der Geschäftsbereich E&P seine Vision an, eine digitale Vorreiterrolle in der Branche einzunehmen, und startete seine Digitalisierungsinitiative DigitUP. Die Covid-19-Pandemie hat wieder einmal deutlich gezeigt, wie wichtig die Digitalisierung in den betrieblichen Prozessen ist, und die digitale Transformation auf der ganzen Welt beschleunigt. E&P setzte die Digitalisierung seiner betrieblichen Abläufe im Rahmen der DigitUP-Initiative fort. Die Aktivitäten reichten von KI-gesteuerten Datenanalysen in Untertageanwendungen über verstärkt wertorientierte Entscheidungen bis hin zur Verkürzung der Projektentwicklungszeit. Darüber hinaus sorgte der Einsatz von Robotern und Remote-Echtzeitbetrieb für die Unterstützung von Systemen zur Steigerung der Produktions- und Bohreffizienz bei gleichzeitiger Reduktion der HSSE-Risiken.
- Im Jahr 2021 begannen wir damit, das DigitUP-Programmportfolio von der Konzeptions- und Pilotphase auf den realen Einsatz in unseren Feldern umzustellen. Dabei sind rund 40% von insgesamt mehr als 100 Projekten für die Implementierung vorgesehen. In unserem größten Konzernunternehmen, der OMV Petrom Rumänien, wurde ein eigenes Programm eingerichtet, das die Einführung der Technologie in den jeweiligen Assets im Feld erleichtern soll. Die Digitalisierung wird im gesamten OMV Konzern durch Aktivitäten im Bereich Änderungsmanagement und kontinuierliche Programme zu Unternehmenskultur und Diversity unterstützt.
- Um das Potenzial dieser Initiativen voll auszuschöpfen, richtete E&P eine öffentliche Cloud-Infrastruktur ein, um die Flexibilität, Sicherheit und Performance weltweit zu erhöhen, und stattete unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit „zukunftssicheren“ Fertigkeiten aus, um eine völlig neue Arbeitsweise zu ermöglichen.
- In Österreich implementierte die OMV eine KI-gesteuerte Anwendung, die eine unzureichende Leistung des Produktionssystems auf allen Ebenen systematisch und automatisch erkennt. Basierend auf datengesteuerter KI-Modellierung hilft sie dabei, die maximale Produktionskapazität zu erreichen. Der daraus resultierende Produktionszuwachs für das erste Asset der OMV wird voraussichtlich jährlich um 0,5% über dem jeweils aktuellen Produktionsniveau liegen.
- Ein neues integriertes Managementsystem für Planung, Wirtschaftlichkeit, Portfolio und Reserven wurde für 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen E&P-Ländern ausgerollt. Diese Lösung verbessert die funktionsübergreifende Zusammenarbeit durch integrierte Workflows und konsistente Daten und unterstützt wichtige E&P-Geschäftsprozesse für verschiedene Fachbereiche. Die vollständige Integration der Anwendung und der reibungslose funktionsübergreifende Datenfluss ermöglichen schnellere und qualitativ hochwertigere Kalkulationen.
- An allen E&P-Standorten der OMV wurde ein cloudbasiertes Dokumentenerfassungs- und -managementsystem in Betrieb genommen. Mehr als 5 Mio geschäftskritische Dokumente wurden gespeichert, was eine globale Zusammenarbeit im gesamten Unternehmen ermöglicht. Dies hat den Zeitaufwand für die Suche nach Informationen im Geschäftsalltag signifikant reduziert.
- Die strategische Partnerschaft zwischen der OMV und Schlumberger begann im Jahr 2020. Eine neue Lösung sammelt die Ergebnisse von Bohrprojekten in einer einzigen gemeinsamen Datenbank und ermöglicht es so den Teams aller Bereiche wie etwa Betrieb, Geologie, Petrophysik oder Abschlussarbeiten, auf ein und derselben Plattform zu arbeiten und dabei die aktuellsten Daten und Erkenntnisse zur Hand zu haben. Im Jahr 2021 konnten für die Bohrungsplanung zuständige Teams in Rumänien und Österreich Daten von Offset-Bohrlöchern problemlos abrufen und visualisieren, ohne dafür frühere Protokolle durchforsten zu müssen. So konnten sie acht Bohrungen planen und brauchten dafür nur so viel Zeit, wie sie normalerweise für eine Bohrung aufwenden mussten.
- Die Erhöhung der Sicherheit von Personal in Bereichen mit höherem Risiko ist eines der wichtigsten Ziele beim Einsatz von Robotern. Sie können immer wiederkehrende Aufgaben präziser und schneller verrichten als Menschen. Darüber hinaus haben sie einen betrieblichen Nutzen, da sie Aufgaben erledigen können, die von Menschen nur bedingt durchführbar sind, insbesondere in schwer zugänglichen Bereichen. Im Jahr 2021 wurde in Österreich ein autonomer Inspektionsroboter getestet. Es ist geplant, diesen auch an anderen E&P-Standorten der OMV einzusetzen.
Refining & Marketing
Der OMV Geschäftsbereich Refining & Marketing raffiniert und vermarktet Kraftstoffe und Erdgas. R&M betreibt drei Binnenraffinerien in Europa, hält eine starke Marktposition in den Gebieten, in denen sich diese Raffinerien befinden, und bedient ein starkes Marken-Retail-Netz sowie gewerbliche Kundinnen und Kunden. Im Mittleren Osten hält R&M einen 15%igen Anteil an ADNOC Refining und ADNOC Global Trading.
Auf einen Blick |
|
|
| 2021 | 2020 | ∆ |
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten1 | in EUR Mio | 1.001 | 996 | 1% |
davon ADNOC Refining & Trading | in EUR Mio | –11 | –107 | 90% |
davon Gas | in EUR Mio | 252 | 337 | –25% |
Sondereffekte | in EUR Mio | – 509 | 22 | n.m. |
CCS Effekte: Lagerhaltungsgewinne (+)/-verluste (–)1 | in EUR Mio | 430 | –425 | n.m. |
Operatives Ergebnis | in EUR Mio | 922 | 592 | 56% |
Investitionen2 | in EUR Mio | 654 | 570 | 15% |
|
|
|
|
|
OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa3 | in USD/bbl | 3,67 | 2,44 | 50% |
Raffinerie-Auslastungsgrad Europa |
| 88% | 86% | 2 |
Kraftstoff- und sonstige Verkaufsmengen Europa | in Mio t | 16,34 | 15,45 | 6% |
davon Retail-Verkaufsmengen | in Mio t | 6,40 | 5,88 | 9% |
Erdgas-Verkaufsmengen | in TWh | 196,39 | 164,01 | 20% |
|
|
|
|
|
Finanzielle Performance
- Mit EUR 1.001 Mio blieb das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten gegenüber der Vorjahresperiode (2020: EUR 996 Mio) weitgehend konstant. Ursächlich dafür waren hauptsächlich höhere Raffineriemargen, ein verbesserter Ergebnisbeitrag von ADNOC Refining & Trading und eine erhöhte Nachfrage. Ein niedrigerer Beitrag aus Hedges auf Margen sowie ein schwächeres Ergebnis des Gasgeschäfts und des Ölhandels kompensierten dies fast vollständig. Die OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa stieg um 50% auf USD 3,7/bbl (2020: USD 2,4/bbl), hauptsächlich bedingt durch ein starkes Makroumfeld. Signifikant höhere Margen für Benzin, Naphtha und Flugzeugtreibstoff führten zu einer höheren Raffineriemarge. Dies wurde nur teilweise durch schwächere Dieselmargen kompensiert, die sich erst gegen Ende des Jahres stark erholten. Der Auslastungsgrad der europäischen Raffinerien erreichte 2021 ein robustes Niveau von 88% (2020: 86%). Bedingt durch die erhöhte Nachfrage stiegen die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in Europa um 6% auf 16,3 Mio t. Der Commercial-Bereich verzeichnete gestiegene Verkaufsmengen, insbesondere aufgrund der erhöhten Nachfrage nach Flugzeugtreibstoff und Diesel im Zuge der gelockerten Reisebeschränkungen, während die Margen weitgehend stabil blieben. Der Beitrag aus dem Retail-Geschäft verbesserte sich trotz eines Rückgangs der Margen infolge von um 9% höheren Retail-Verkaufsmengen und eines verbesserten Ergebnisbeitrags aus dem Non-Fuel-Geschäft.
- Der Beitrag von ADNOC Refining & Trading betrug 2021 EUR –11 Mio (2020: EUR –107 Mio), hauptsächlich aufgrund einer verbesserten operativen Performance und höherer Raffineriemargen. ADNOC Global Trading unterstützte das Ergebnis nach dem erfolgreichen Start Ende 2020.
- Das Ergebnis des Gasgeschäfts sank um 25% auf EUR 252 Mio (2020: EUR 337 Mio), vor allem bedingt durch den Verkauf von Gas Connect Austria an VERBUND Ende Mai 2021. Gestiegene Speicherkosten, höhere CO2-Preise sowie gestiegene Kosten für Energie und Erdgas verringerten das Ergebnis zusätzlich. Des Weiteren belasteten ungünstige Terminkontrakte das Ergebnis. Teilweise kompensiert wurde dies von der Möglichkeit, durch Liefer- und Verkaufsverträge von der hohen Marktvolatilität zu profitieren. Zusätzlich gestützt wurde das Ergebnis durch gestiegene Einnahmen aus dem Stromausgleichsmarkt und durch Einmaleffekte aufgrund der Auflösung bestimmter Rückstellungen. Die Erdgas-Verkaufsmengen erhöhten sich signifikant von 164,0 TWh auf 196,4 TWh, hauptsächlich bedingt durch höhere Verkaufsmengen in Deutschland und den Niederlanden. Diese Entwicklung wurde teilweise durch geringere Verkaufsmengen in Rumänien abgeschwächt.
- Die Netto-Sondereffekte betrugen EUR –509 Mio (2020: EUR 22 Mio) und ergaben sich hauptsächlich aufgrund von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit ADNOC Refining in Höhe von EUR –669 Mio. Die Wertberichtigung erfolgte im Wesentlichen infolge reduzierter Annahmen für zukünftige Raffineriemargen und Produktionsmengen. Dies wurde zum Teil durch die Bewertung von Rohstoffderivaten kompensiert. Bedingt durch deutlich gestiegene Rohölpreise im ersten Halbjahr wurden 2021 CCS Effekte von EUR 430 Mio erfasst, während die CCS Effekte im Jahr 2020 infolge des starken Rückgangs der Rohölpreise EUR –425 Mio betrugen. Das Operative Ergebnis im Bereich Refining & Marketing stieg deutlich auf EUR 922 Mio (2020: EUR 592 Mio).
- Die Investitionen in Refining & Marketing beliefen sich auf EUR 654 Mio (2020: EUR 570 Mio). Organische Investitionen fanden 2021 im Wesentlichen in den europäischen Raffinerien und Tankstellen statt.
Geschäftsüberblick
- R&M raffiniert und vermarktet Kraftstoffprodukte in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittleren Osten über die 15%ige Beteiligung der OMV an ADNOC Refining und ADNOC Global Trading. Das europäische Downstream-Geschäftsmodell der OMV zeichnet sich durch einen hohen physischen Integrationsgrad entlang der Wertschöpfungskette von der Rohölversorgung über die Raffinerien bis zum Retail- und Commercial-Geschäft aus. Kraftstoffe und andere Verkaufsmengen in Europa beliefen sich im Jahr 2021 auf 16,34 Mio t. Die gewerblichen Kraftstoffkundinnen und -kunden kommen hauptsächlich aus dem Transportsektor und der Baubranche und machen mehr als 60% des Verkaufsvolumens aus, während das starke Marken-Retail-Netz mit 2.088 Tankstellen für das restliche vermarktete Volumen verantwortlich ist. Die OMV besitzt Erdgasspeicher mit einer Kapazität von 30 TWh, ist zu 65% am Central European Gas Hub (CEGH) beteiligt und betreibt ein Gaskraftwerk in Rumänien. Die Verkaufsmengen von Erdgas lagen bei 196,4 TWh.
Raffinerien inklusive Produktbeschaffung
und -verkauf
- Das Jahr 2021 war hinsichtlich der Raffineriemargen zweigeteilt. Das erste Halbjahr war durch niedrige Margen und allgemein geringen Absatz gekennzeichnet, da die Nachfrage noch unter erheblichem Druck stand. Die zweite Jahreshälfte 2021 war durch sich erholende Margen und einen starken Aufwärtstrend geprägt, wobei mehrere Faktoren für die Verbesserung des Raffineriegeschäfts ausschlaggebend waren.
- Betrachtet man die einzelnen Produkte, so widersetzten sich die Preise für Naphtha gewissermaßen dem Trend der zwei unterschiedlichen Jahreshälften und blieben aufgrund der stabilen Petrochemienachfrage das ganze Jahr 2021 hindurch hoch. Naphtha-Produktmargen stiegen in den Herbstmonaten auf beispiellose Höhen. Die Gründe dafür waren die Nachfrage nach Naphtha zur Herstellung von Benzinkraftstoffen und der deutlich steigende Bedarf an LPG aufgrund des Preisanstiegs für konkurrierende petrochemische Rohstoffe. Dies hatte bis zu einem gewissen Grad einen Umstieg von LPG auf Naphtha als Rohstoff für Petrochemieprodukte und somit eine verstärkte Nachfrage nach Naphtha zur Folge. Die Erholung des Benzinmarkts setzte im Sommer ein, als die Nachfrage vor allem in Europa und in den USA fast wieder das Vorkrisenniveau erreichte. Für einen weiteren Schub sorgten die durch den Hurrikan Ida verursachten Versorgungsunterbrechungen im Herbst in den USA.
- Bei den Mitteldestillaten herrschte zu Jahresbeginn ein Angebotsüberhang bei weltweit hohen Lagerbeständen, wodurch die Nachfrage nach Diesel und Kerosin niedrig blieb. Ein Aufwärtstrend zeichnete sich erst gegen Herbst ab, als die Nachfrage nach Diesel im Transport-, Industrie- und Agrarsektor zunahm. Auch der Bedarf an Flugzeugtreibstoff stieg infolge der leichten Aufwärtsentwicklung im globalen Reiseverkehr, der aber weit unter dem normalen Niveau blieb. Gegen Jahrsende geriet der Markt für Flugzeugtreibstoff mit dem Aufkommen der neuen COVID-19-Variante Omikron erneut unter Druck. Die Nachfrage nach Flugzeugtreibstoff erreichte im Jahr 2021 nur rund 65% des Vorkrisenniveaus, während andere Benzin- und Dieselkraftstoffe für den Straßenverkehr nur knapp unter dem Niveau von 2019 lagen (etwa 95%+). Die Raffineriemargen blieben zu Jahresende 2021 dennoch bei fallenden Brent-Preisen stabil.
Hohe Gaspreise in der zweiten Jahreshälfte 2021 setzten auch die Betriebskosten einiger Raffinerien unter Druck. Erdgas wird für die Herstellung von Wasserstoff benötigt, der in den Hydrocracking- und Entschwefelungsprozessen verwendet wird.- Auf den von den OMV Raffinerien Schwechat und Burghausen belieferten Märkten waren eine stärkere Nachfrage nach Kraftstoffen als 2020 und eine anhaltend hohe Nachfrage nach petrochemischen Produkten zu beobachten.Die Kraftstoffnachfrage in Rumänien zeigte gegenüber 2020 auch einen Anstieg aufgrund der höheren Dieselnachfrage. Die europäischen Raffinerien der OMV erzielten daher eine hohe Auslastungsrate von 88%.
- Trotz des herausfordernden Umfelds und der instabilen Nachfrage im Verlauf des Jahres übertraf das Commercial-Geschäft die Erwartungen in vielen Bereichen. Durch kompetentes Preismanagement auf den Termin- und Spotmärkten konnten Margen erzielt werden, die über dem Vorjahr lagen. In einigen Produktsegmenten lagen Absatzmengen und Margen dank des starken Impulses, den die OMV durch die rasche Nutzung lokaler Marktchancen setzen konnte, sogar über dem Vorkrisenniveau. Während des gesamten Jahres wurde ein starker Fokus darauf gelegt, Kundenbedürfnisse zu verstehen und die Kundenzufriedenheit zu steigern. Um den Marktentwicklungen und dem Marktausblick Rechnung zu tragen, wird das Angebot der OMV an kommerziellen Produkten und Dienstleistungen unter anderem durch die Markteinführung einiger neuer nachhaltigerer Produkte erweitert.
ADNOC Refining & Trading
- Neben den Hauptanteilseignerinnen ADNOC (65%) und Eni (20%) bleibt die OMV nach dem Erwerb von 15% der Anteile an ADNOC Refining Ende Juli 2019 eine strategische Partnerin des Unternehmens. Im Jahr 2021 betrieb ADNOC Refining ihre Hauptraffinerie in Ruwais, bei der es sich um den weltweit viertgrößten Raffineriekomplex mit integrierter Petrochemieproduktion handelt, und ihre Raffinerie in Abu Dhabi, die Ende 2021 im Zuge der laufenden Initiativen zur Erhöhung der Effizienz und der Wettbewerbsfähigkeit geschlossen wurde.
Im Vergleich zu 2020 profitierte die Geschäftsentwicklung von ADNOC Refining von der besseren operativen Leistung und einem günstigeren Margenumfeld, insbesondere im zweiten Halbjahr.
- ADNOC Global Trading (AGT) hat die gleiche Eigentümerstruktur wie ADNOC Refining. Aufgabe von AGT ist es, den Großteil des Exportvolumens der Produkte von ADNOC Refining zu handeln sowie ausländische Rohöle, Kondensate und andere Flüssigprodukte für die Verarbeitung in den Raffinieren zu beschaffen.
- Mit AGT weitet der Bereich Refining & Marketing sein erfolgreiches Geschäftsmodell auf wichtige geografische Gebiete und strategische Partnerinnen und Partner aus. Durch kontinuierliche Optimierung der Handelsströme hat ADNOC Refining Zugang zu attraktiven Rohstoffquellen außerhalb der eigenen Quellen und kann den Netback für Produkte auf den globalen Märkten (z.B. Asien-Pazifik) maximieren und Best Practices wie Risikomanagement implementieren.
- Im Jahr 2021 konnte AGT den soliden Aufwärtstrend fortsetzen und das erste Betriebsjahr alles in allem plangemäß abschließen.
Nominalkapazitäten der Raffinerien 2021 |
In kbbl/d |
|
|
Schwechat (Österreich) | 204 |
Burghausen (Deutschland) | 79 |
Petrobrazi (Rumänien) | 86 |
ADNOC Refining (Vereinigte Arabische Emirate)1 | 138 |
Insgesamt | 507 |
|
|
Retail
- Trotz eines aufgrund der Covid-19-Pandemie nach wie vor herausfordernden Umfelds erzielte das Retail-Geschäft 2021 ein Operatives Ergebnis in Rekordhöhe. Das Retail-Geschäft erwies sich erneut als stabiler Abnehmer für Raffinerieerzeugnisse sowie als starker Cash-Generator. Der Gesamtumsatz erholte sich vor allem dank eines wachsenden Kartengeschäfts teilweise auf 6,4 Mio t, was in etwa 7,9 Mrd l entspricht. Das Netzwerk umfasste zum Jahresende 2.088 Tankstellen (2020: 2.085). Die OMV konzentriert sich weiterhin auf ihre bewährte Mehrmarkenstrategie. Die Marke OMV ist als Premiummarke positioniert und steht mit VIVA für ein starkes Shop-, Gastronomie- und Serviceangebot. Dies wird durch das Konzept der Selbstbedienungstankstellen der Marken Avanti und Petrom mit vorteilhaftem Preis-Leistungs-Verhältnis abgerundet. Diese Strategie hat weiterhin solide Ergebnisse geliefert und die Rentabilität pro Standort ist weiter gestiegen. Der Absatz von Kraftstoffen der OMV Premiummarke MaxxMotion blieb stark und trug damit zu Rekordmargen bei, was den Premium-Qualitätsvorsprung auch während der Covid-19-Krise belegt. Das Non-Fuel-Geschäft – hierzu zählen unter anderem VIVA Shops und Autowaschanlagen – entwickelte sich weiterhin gut (insbesondere die VIVA Shops) und wuchs im Vergleich zu 2020 um rund 10% (ohne das Netz der Marke Petrom in Rumänien, wo eine Store-Partnerschaft mit Auchan eingegangen wurde). Der Fokus auf hochwertige Produkte und Services im Netzwerk der Premiumtankstellen bleibt eines der Alleinstellungsmerkmale der OMV.
- Im Juni 2021 wurde ein Vertrag mit der MOL Gruppe für OMV Slowenien über den Verkauf von 119 Tankstellen unterzeichnet. Dies entspricht der Strategie des OMV Konzerns, sich im Retail-Geschäft auf Länder zu konzentrieren, in denen die OMV eine starke Marktposition und Raffinerieintegration hat. Der Verkauf des OMV Netzes in Deutschland soll 2022 abgeschlossen werden. Die OMV hat die Veräußerung von 285 Tankstellen an die EG Group vereinbart.
- Im Juli 2021 einigten sich die OMV und VERBUND auf den Verkauf des 40%igen Anteils der OMV an Smatrics, einem Joint Venture im Bereich Elektromobilität, an VERBUND.
Supply, Marketing und Trading von Gas
- Die OMV vermarktet und handelt Erdgas in neun europäischen Ländern und in der Türkei. Im Jahr 2021 lagen die Erdgas-Verkaufsmengen bei 196,4 TWh (2020: 164,0 TWh), was einer Steigerung um 20% entspricht. Die Grundlage für das Wachstum im Erdgasverkauf ist ein vielfältiges Gasbezugsportfolio, bestehend aus Erdgas aus eigenen Produktionsstätten und von einer Vielzahl internationaler Zulieferunternehmen. Neben mittel- und langfristigen Aktivitäten ergänzen kurzfristige Geschäfte an den wichtigsten internationalen Handelsplätzen (VTP, THE, TTF, PSV) das dynamische Gasbezugsportfolio der OMV.
- Die Verkaufsaktivitäten der OMV Gas Marketing & Trading GmbH (OMV Gas) konzentrieren sich auf ein vielfältiges und belastbares Kundenportfolio in den Segmenten Großindustrie und Kommunen. Die OMV Gas geht ihren Verkaufsaktivitäten in Österreich, Deutschland, Ungarn, den Niederlanden und Belgien nach, wo sich die Verkaufsmengen 2021 auf 156,2 TWh beliefen, was einer Steigerung von 36% gegenüber 2020 entspricht. Italien, Slowenien und Frankreich sind über opportunistische Handelsaktivitäten abgedeckt. Das Absatzvolumen konnte trotz eines äußerst herausfordernden und wettbewerbsintensiven Marktumfelds gesteigert werden, während die Margen unter Druck blieben.
- Im Jahr 2021 war der europäische Gasmarkt durch Gaspreise auf Rekordniveau und ein hohes Maß an Volatilität gekennzeichnet. Diese Situation wird voraussichtlich weiter anhalten.
In Rumänien erzielte OMV Petrom im Gas- und Stromgeschäft ein Operatives Ergebnis in Rekordhöhe. Dies spiegelt die starke Leistung im Stromgeschäft und die Optimierung des Produkt- und Kundenportfolios wider. Die Verkaufsmengen von Erdgas an Dritte lagen 2021 bei 38,4 TWh, was einem Rückgang verglichen mit 47,8 TWh im Jahr 2020 entspricht. Im Jahr 2020 initiierte ANRE, die nationale Regulierungsbehörde für den Energiesektor, ein Erdgasfreigabeprogramm in Rumänien, das gasproduzierende Unternehmen dazu verpflichtet, 40% ihres Produktionsvolumens den zentralisierten Märkten anzubieten. - In Rumänien stieg die Nettostromerzeugung 2021 auf 4,8 TWh (2020: 4,2 TWh), wobei das Kraftwerk Brazi ungefähr 8% der rumänischen Stromerzeugung abdeckt. Das Kraftwerk spielt auch eine wichtige Rolle auf dem Regelenergiemarkt.
- Die OMV Gas konnte 2021 die Auslastung des Regasifizierungsterminals Gate erneut verbessern. Darüber hinaus bietet das LNG-Geschäft eine zusätzliche Erdgasbezugsquelle für die Verwirklichung der ambitionierten Umsatzwachstumsziele der OMV in Nordwesteuropa und sorgt zudem für eine noch höhere Versorgungssicherheit für das geografisch diversifizierte Gasbezugsportfolio der OMV. Das LNG-Geschäft unterstützt überdies die Portfolio-Integration des Supply-, Marketing- und Trading-Geschäfts.
Gas-Logistik
- Die OMV betreibt Gasspeicher in Österreich und Deutschland mit einer Speicherkapazität von 30 TWh. Zudem ist die OMV mit 65% am Central European Gas Hub (CEGH), der führenden Gashandelsplattform in Mittel- und Osteuropa, beteiligt. Am 31. Mai 2021 schloss die OMV die Veräußerung ihres gesamten 51%-Anteils an der Gas Connect Austria GmbH an VERBUND ab.
- Aufgrund einer langen Kälteperiode, die bis April dauerte, sanken die Speicherstände im Jahr 2021 in ganz Europa auf einen historischen Tiefstand. Die starke globale Nachfrage, die auf die Konjunkturerholung von der Pandemie und den Versorgungsengpass zurückzuführen war, resultierte in einem umgekehrten Sommer-/Winterspread mit höheren Preisen im Sommer als im Winter. Eine beispiellose Preisvolatilität im gesamten Energiekomplex dominierte den Markt. Die europäischen Speicher erreichten ihre höchsten Füllstände Ende Oktober (77%), die bis Jahresende auf 55% sanken.
- Im Jahr 2021 wurden am virtuellen Handelspunkt des Central European Gas Hub 749 TWh Erdgas gehandelt. Dieses Volumen entspricht etwa dem Neunfachen des jährlichen österreichischen Erdgasverbrauchs. Am EEX CEGH Gas Market wurden in Österreich insgesamt 231 TWh gehandelt, eine Steigerung um 35%, und in der Tschechischen Republik 28 TWh, eine Zunahme um 117%.
- Die OMV ist Finanzierungspartnerin der Pipeline Nord Stream 2. Die gesamten Auszahlungen der OMV im Rahmen der Finanzierungsverträge für Nord Stream 2 beliefen sich auf etwa EUR 729 Mio. Die Nord Stream 2 AG verkündete die mechanische Fertigstellung des Offshore-Teils der ersten Leitung am 10. Juni 2021 und der zweiten Leitung am 10. September 2021. Die erste Befüllung mit technischem Gas wurde für die erste Leitung am 18. Oktober 2021 und für die zweite Leitung am 29. Dezember 2021 abgeschlossen. Infolge der am 22. Februar 2022 angekündigten US-Sanktionen gegen die Nord Stream 2 AG wird die OMV wegen der erwarteten Uneinbringlichkeit der Forderungen gegenüber der Nord Stream 2 AG eine Wertanpassung in Höhe von EUR 987 Mio (Ausleihung plus Zinsabgrenzung, Stand 31. Dezember 2021) vornehmen. Siehe Anhangangabe 37 "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" im Konzernabschluss zu den jüngsten Entwicklungen der Russland-Ukraine-Krise und den erwarteten Auswirkungen auf die Finanzkennzahlen des OMV Konzerns.
Innovation und neue Technologien
- Die OMV erkundet aktiv alternative Einsatzstoffe, Technologien und Kraftstoffe, um ein gut diversifiziertes und wettbewerbsfähiges Portfolio für die Zukunft zu entwickeln. Der Schwerpunkt der Aktivitäten und Ressourcen liegt auf dem chemischen Recycling von Kunststoffabfällen. Zusätzliches Augenmerk wird auf die Produktion von konventionellen und fortschrittlichen Biokraftstoffen, synthetischen Kraftstoffen und grünem Wasserstoff als zukünftige Kraftstoffe für das schwer zu elektrifizierende Transportsegment sowie als Ausgangsstoffe für nachhaltige chemische Produkte gelegt.
- Die OMV ergriff 2021 mit der Einführung der neuen innovativen Kraftstoffe OMV EcoMotion Diesel und OMV EcoPerform Diesel für Geschäftskunden wichtige Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks des Kraftstoffproduktportfolios. OMV EcoMotion Diesel enthält bis zu 33% erneuerbare Komponenten. Dank dieses hohen Anteils an Biokomponenten und der CO2-Kompensation für den restlichen Teil ist dieser zu 100% CO2-neutrale Diesel der erste seiner Art in Österreich.
- Die OMV hat auch Schritte zur Implementierung der Co-Processing-Technologie in der Raffinerie Schwechat unternommen. Diese Technologie ermöglicht es der OMV, biogene Rohstoffe (z.B. heimisches Rapsöl) zusammen mit Stoffen fossilen Ursprungs in einer bestehenden Hydrotreating-Anlage der Raffinerie während der Kraftstofferzeugung zu verarbeiten. Die endgültige Investitionsentscheidung in Höhe von rund EUR 200 Mio über die Umrüstung einer Raffinerieanlage zur Produktion von 160.000 t Biokraftstoffen pro Jahr wurde 2020 getroffen. Durch die Substitution von fossilem Diesel wird sich der CO2-Fußabdruck der OMV um bis zu 360.000 t verringern. Die Aufnahme des Betriebs ist für 2023 geplant.
- Die OMV unterzeichnete einen Liefervertrag mit der AustroCel Hallein, um die OMV ab Jänner 2021 mit bis zu 1,5 Mio l fortschrittlichem Bioethanol pro Monat zu versorgen. Damit wird eine Emissionsreduktion von rund 45.000 t CO2 pro Jahr erreicht.
- Anders als herkömmliche Biokraftstoffe stehen fortschrittliche Kraftstoffe nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Die Menge, die dem Kraftstoffpool beigemischt werden kann, ist nicht gedeckelt, wie es bei abfallbasierten Kraftstoffen der Fall ist. Die wichtigsten Quellen für fortschrittliche Kraftstoffe sind Biomasseanteile aus gemischten Kommunal- und Industrieabfällen, Stroh, Tiermist oder Rückstände aus der Forstwirtschaft und der holzverarbeitenden Industrie sowie Abfallströme. Die OMV entwickelt gerade ihre eigene Technologie, um eine dieser Biomassen in fortschrittliche Kraftstoffe umzuwandeln. Der nächste Schritt ist eine Pilotanlage in der Raffinerie Schwechat. Um fortschrittliche Biokraftstoffe in großem Maßstab zu produzieren, arbeitet die OMV mit Technologieunternehmen, Partnerinnen und Partnern aus der Industrie und Forschungseinrichtungen zusammen.
- Während die oben genannten Bio- und synthetischen Produkte zunächst in erster Linie aufgrund des regulierten Marktes als Kraftstoffe vertrieben werden, können sie auch als Chemierohstoffe verwendet werden.
- Mit dem UpHy-Projekt wollen die OMV und ihre Partnerunternehmen grünen Wasserstoff für den Einsatz im Mobilitätssektor und im Raffinerieprozess erzeugen. Dazu entwickelt die OMV in der Raffinerie Schwechat eine Elektrolyseanlage, die mit erneuerbarem Strom betrieben wird und CO2-freien Wasserstoff produzieren soll. Zunächst ist geplant, den grünen Wasserstoff für die Hydrierung von Kraftstoffen zu verwenden. Das ultimative Ziel ist jedoch die Entwicklung von Wasserstoff-Brennstoffzellen in industriellem Maßstab für Transportanwendungen wie gewerblich genutzte Busse und Lkws. Als Vorreiterin in der Wasserstoffmobilität betreibt die OMV fünf Wasserstofftankstellen in Österreich. Im Jahr 2020 startete die OMV zusammen mit der Daimler Truck AG, IVECO, Shell und der Volvo Group das Projekt H2Accelerate. Mit dieser Initiative sollen die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden, um wasserstoffbetriebenen Lkws europaweit zum Durchbruch zu verhelfen. Die Lkw-Flotten sollen zunächst in regionalen Clustern sowie entlang europäischer Transportrouten mit hoher Auslastung fahren. Mit der Zeit sollen die Cluster zu einem paneuropäischen Netzwerk zusammengeschlossen werden.
- Die OMV eröffnete ihre erste LNG-Tankstelle für Schwerlastfahrzeuge im September 2021 in Himberg. Das ist ein weiterer Schritt in die Zukunft alternativer Kraftstoffe und nachhaltiger Mobilität auf der Grundlage einer durch technologische Lösungen gewährten Freiheit.
- Im Jahr 2021 setzte die OMV die Installation von Photovoltaikpaneelen auf Tankstellen in mehreren Ländern fort. Bislang wurden 170 Tankstellen mit Photovoltaikpaneelen ausgestattet, und die Nachrüstung soll 2022 fortgesetzt werden. Die Paneele reduzieren den CO2-Fußabdruck von Tankstellen und verbessern die Wirtschaftlichkeit des Betriebs.
Digitalisierung
- Im Jahr 2021 setzte die OMV ihre Digitalisierungsoffensive fort. Mehrere Digitalisierungsprojekte wurden umgesetzt, wodurch eine unmittelbare Wertschöpfung entstand und die Implementierung unserer Geschäftsstrategie beschleunigt wurde.
- Prädiktive Analytik ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Raffinerien und ermöglicht es der OMV, ihre Ziele schneller zu erreichen. So wurde beispielsweise die erste Phase zur Prognostizierung des Reinigungsplans für Wärmetauscher umgesetzt. Dieses Projekt wird dank datenbasierter Optimierung jährliche Einsparungen in Höhe von EUR 1,7 Mio bringen und durch die Vermeidung von CO2-Emissionen von insgesamt 25.000 t pro Jahr einen wesentlichen Beitrag zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie leisten.
- Durch weitere Projekte konnte die Leistung des Raffineriegeschäfts der OMV verbessert werden. Dazu zählten die Digitalisierung des Schichtbuchs zur Optimierung der Effizienz der Wartungsplanung und die Visualisierung der Steamcracker anhand eines 3D-Modells („digitaler Zwilling“) zur Beschleunigung der Turnaround-Aktivitäten.
- Der erwartete Gesamtnutzen in Höhe von bis zu EUR 11 Mio in den nächsten fünf Jahren verdeutlicht, dass Digitalisierung im Raffineriegeschäft der OMV bereits positiv zu Buche schlägt.
- Das Marketingteam hat ein digitales Customer-Journey-Projekt in Angriff genommen, das unter Verwendung der Salesforce-Plattform den Umsatz und die Dienstleistungstätigkeiten steigern und die Kundenerfahrung weiter verbessern wird. In Verbindung mit einem neuen Kundenportal als zentrale Anlaufstelle für alle Anfragen, Rechnungen und Bestellungen bieten wir eine einzige Plattform für die gesamte Interaktion mit Kundinnen und Kunden.
- Personalisierte Angebote und Erfahrungen für unsere Retail-Kundinnen und -Kunden anhand datenbasierter Erkenntnisse haben die Kundenbindung deutlich gestärkt. Im Jahr 2021 führten personalisierte Angebote bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Kundentreueprogramm der OMV zu einer Ausgabensteigerung von 18% und einer Verringerung der Abwanderungsrate von 75%.
- Das neue Konzept für mobile Bezahlung im Retail-Bereich zielt auf die Virtualisierung der B2B-Karte und ein durchgehend digitalisiertes Erlebnis ab, um den neuen Erfordernissen eines schnellen, einfachen und sicheren Tankvorgangs gerecht zu werden. Die Integration dieser Dienstleistung in die neue mobile B2C-App wird neue Maßstäbe in puncto Kundenerlebnis setzen.
- Das neue hochmoderne digitale Außenterminal (Outdoor Payment Terminal; OPT) wurde an sieben ausgewählten Tankstellen (fünf in Rumänien, einer in Österreich und einer weiteren in Slowenien) erfolgreich in Betrieb genommen. Dadurch konnten die Wartezeiten verringert und die Kundenzufriedenheit erhöht werden. An den neuen Terminals wurde eine stetige Zunahme der Transaktionen verzeichnet. Fast 25% der gesamten Transaktionen wurden durch Inanspruchnahme des neuen digitalen Service bezahlt.
- Die OMV nimmt durch den Umstieg auf das neueste ERP-System S/4HANA von SAP eine Vorreiterrolle in Europa ein. Es ist einer der Pfeiler der zukünftigen Digitalisierungsaktivitäten der OMV und setzt neue Maßstäbe für Datenmanagement, Geschäftsprozessautomatisierung und Digitalisierung der Bereiche Finanzen, Versorgung, Logistik, Raffinerien, Vertrieb und Retail.
Durch die Automatisierung von Geschäftsprozessen konnten etwa 250.000 Stunden manuelle Arbeit im Wert von mehr als EUR 2,5 Mio pro Jahr eingespart werden.- Projekte, in deren Rahmen künstliche Intelligenz zur Anwendung kam, brachten einen zusätzlichen Geschäftswert in Höhe von mehr als EUR 1,2 Mio. Beispiele für derartige Projekte sind geringere Kosten für Stichprobenprüfungen in unseren Raffinerielabors und Sicherung ausreichender Lagerbestände durch eine verbesserte Kraftstoffabsatzprognose in unserem Retail-Netz unter Berücksichtigung der Saisonalität und der Covid-19-Auswirkungen.
Chemicals & Materials
Im Geschäftsbereich Chemicals & Materials zählt die OMV nun zu den weltweit führenden Anbietern von fortschrittlichen und kreislauforientierten Polyolefinlösungen und ist eine europäische Marktführerin bei Basischemikalien, Pflanzennährstoffen8 und Kunststoffrecycling. Das Unternehmen versorgt über Borealis und seine beiden Joint Ventures Borouge (mit ADNOC in den VAE und Singapur) und Baystar (mit TotalEnergies in den USA) Kunden in aller Welt mit Dienstleistungen und Produkten.
Auf einen Blick |
|
|
| 2021 | 2020 | ∆ |
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten | in EUR Mio | 2.224 | 519 | n.m. |
davon Borealis exklusive JVs | in EUR Mio | 1.437 | 219 | n.m. |
davon Borealis JVs | in EUR Mio | 534 | 81 | n.m. |
Sondereffekte | in EUR Mio | –396 | 1.049 | n.m. |
Operatives Ergebnis | in EUR Mio | 1.828 | 1.568 | 17% |
Investitionen1 | in EUR Mio | 835 | 4.360 | –81% |
|
|
|
|
|
Ethylen-Referenzmarge Europa | in EUR/t | 468 | 435 | 8% |
Propylen-Referenzmarge Europa | in EUR/t | 453 | 364 | 25% |
Polyethylen-Referenzmarge Europa | in EUR/t | 582 | 350 | 67% |
Polypropylen-Referenzmarge Europa | in EUR/t | 735 | 413 | 78% |
Steamcracker-Auslastungsgrad Europa |
| 90% | 73% | 17 |
Verkaufsmenge Polyolefine | in Mio t | 5,93 | 5,95 | –0% |
davon Verkaufsmenge Polyethylen exkl. JVs | in Mio t | 1,82 | 1,76 | 3% |
davon Verkaufsmenge Polypropylen exkl. JVs | in Mio t | 2,13 | 2,12 | 1% |
davon Verkaufsmenge Polyethylen JVs2 | in Mio t | 1,25 | 1,30 | –4% |
davon Verkaufsmenge Polypropylen JVs2 | in Mio t | 0,74 | 0,77 | –4% |
|
|
|
|
|
Finanzielle Performance
- Das Operative Ergebnis vor Sondereffekten konnte sich auf EUR 2.224 Mio mehr als vervierfachen (2020: EUR 519 Mio). Ursächlich dafür waren insbesondere erheblich gestiegene Polyolefinmargen in Europa, positive Lagerbewertungseffekte sowie die Vollkonsolidierung von Borealis.
- Der Beitrag des OMV Basischemikaliengeschäfts stieg, hauptsächlich infolge von höheren Ethylen- und Propylen-Referenzmargen. Die Ethylen-Referenzmarge Europa erhöhte sich um 8% auf EUR 468/t (2020: EUR 435/t), während die Propylen-Referenzmarge Europa um 25% auf EUR 453/t wuchs (2020: EUR 364/t). In beiden Fällen war im Jahresverlauf eine starke Nachfrage zu verzeichnen, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte. Die Propylen-Referenzmarge konnte von einer Erholung der Nachfrage aus dem Automobilsektor profitieren.
- Der Auslastungsgrad der europäischen Steamcracker, die von der OMV und von Borealis betrieben werden, verbesserte sich 2021 um 17 Prozentpunkte signifikant auf 90% (2020: 73%). Das Jahr 2020 war durch den ungeplanten Ausfall des Steamcrackers in Stenungsund, welcher in Q2/20 begann, beeinflusst.
- Der Beitrag von Borealis exklusive JVs schnellte um EUR 1.219 Mio auf EUR 1.437 Mio hoch (2020: EUR 219 Mio). Dies war hauptsächlich bedingt durch eine außergewöhnliche Performance des Polyolefinbereichs sowie einen höheren Beitrag aus dem Bereich Basischemikalien und dem Stickstoffgeschäft. Das Basischemikaliengeschäft von Borealis profitierte von positiven Lagerbewertungseffekten und einem höheren Auslastungsgrad des Steamcrackers in Stenungsund. Das Polyolefingeschäft verzeichnete einen beispiellosen Ergebnisanstieg, hauptsächlich dank stark gestiegener Margen und positiver Lagerbewertungseffekte, aber auch höherer Verkaufsmengen. Die Polyethylen-Referenzmarge Europa stieg um 67% auf EUR 582/t (2020: EUR 350/t), während die Polypropylen-Referenzmarge Europa ein stärkeres Wachstum von 78% auf EUR 735/t erfuhr (2020: EUR 413/t). Beide Referenzmargen wurden durch eine starke Nachfrage in den europäischen Märkten in Kombination mit einem sich verschärfenden Angebot-Nachfrage-Gleichgewicht unterstützt. Insbesondere begrenzte eine intensive Wartungssaison zu Beginn des Jahres 2021 das regionale Angebot, während logistische Einschränkungen eine zusätzliche Versorgung von außerhalb Europas erschwerten. Verglichen mit 2020 verbesserte sich die Verkaufsmenge an Polyethylen um 3%, während die Verkaufsmenge an Polypropylen um 1% stieg. Insbesondere wirkten sich die Bereiche Energie und Healthcare positiv auf die Nachfrage aus, während die Mengen im Bereich Konsumgüter zurückgingen. Der Beitrag aus dem Stickstoffgeschäft wuchs im Vergleich zu 2020 hauptsächlich infolge von positiven Lagerbewertungseffekten und aufgrund positiver Auswirkungen durch die Neuklassifizierung als zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen.
- Der Beitrag der Borealis JVs stieg 2021 deutlich auf EUR 534 Mio (2020: EUR 81 Mio). Vor allem die Vollkonsolidierung von Borealis und der daraus folgende separate Ausweis der JVs führten zu dieser Steigerung, während stark gestiegene Polyolefinpreise in Asien und den USA das Ergebnis kräftig unterstützten. Verglichen mit 2020 sanken die Polyethylen- und Polypropylen-Verkaufsmengen der JVs um 4%, insbesondere aufgrund niedrigerer Verkaufsmengen von Borouge infolge logistischer Einschränkungen in Asien. Die Verkaufsmengen von Baystar blieben 2021 trotz der negativen Auswirkungen einer Kältewelle in Texas im ersten Quartal 2021 stabil.
- Die Netto-Sondereffekte betrugen EUR –396 Mio (2020: EUR 1.049 Mio) und ergaben sich hauptsächlich infolge von Wertminderungen des Geschäftsbereichs Stickstoff von Borealis. Im Jahr 2020 waren die Netto-Sondereffekte hauptsächlich durch den Step-up in der Bewertung des bisherigen 36%-Anteils an Borealis bedingt. Das Operative Ergebnis im Bereich Chemicals & Materials stieg auf EUR 1.828 Mio, verglichen mit EUR 1.568 Mio im Jahr 2020.
Die Investitionen in Chemicals & Materials beliefen sich auf EUR 835 Mio (2020: EUR 4.360 Mio). Die Investitionen im Jahr 2020 waren hauptsächlich durch den Erwerb des zusätzlichen 39%-Anteils an Borealis für USD 4,68 Mrd bedingt gewesen. Organische Investitionen fanden 2021 neben den üblichen laufenden Geschäftsinvestitionen im Wesentlichen im Zuge der Errichtung einer neuen Propan-Dehydrierungsanlage in Belgien durch Borealis statt.
Geschäftsüberblick
- Der Geschäftsbereich Chemicals & Materials wurde Anfang 2021 nach der Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an Borealis Ende 2020 begründet. Mit dieser Akquisition konnte die OMV ihr Chemiegeschäft erheblich ausbauen und die Wertschöpfungskette in Richtung Polymere erweitern. Durch ihre Tochtergesellschaft Borealis zählt die OMV nun zu den weltweit führenden Anbietern von fortschrittlichen und kreislauforientierten Polyolefinlösungen und ist eine europäische Marktführerin bei Basischemikalien, Pflanzennährstoffen und Kunststoffrecycling.
- Der Geschäftsbereich umfasst die in die von der OMV betriebenen Raffinerien in Österreich und Deutschland integrierte Produktion von Basischemikalien, das Geschäft von Borealis mit Basischemikalien, Polyolefinen und Pflanzennährstoffen sowie die Gemeinschaftsunternehmen Borouge und Baystar. Mit einer starken Präsenz in Europa und der Tätigkeit von Borealis und seinen beiden Joint Ventures Borouge (mit ADNOC in den VAE und Singapur) und Baystar (mit TotalEnergies in den USA) ist die Gruppe in mehr als 120 Ländern tätig.
Basischemikalien
- Basischemikalien sind wichtige Bausteine für die chemische Industrie und werden zu Kunststoffen, Verpackungen, Kleidung und vielen anderen Konsumgütern verarbeitet.
- Während die von der OMV betriebenen Steamcracker in Schwechat und Burghausen hauptsächlich Naphtha als Grundstoff verwenden, zeichnen sich die von Borealis betriebenen Steamcracker in Stenungsund und Porvoo durch eine hohe Rohstoffflexibilität aus und können Naphtha, Butan, Ethan, Propan oder LPG-Gemische als Grundstoff verwenden. In Kallo betreibt Borealis eine Propan-Dehydrierungsanlage, die zu 100% auf Propan als Grundstoff setzt.
Der OMV Konzern produziert Basischemikalien wie Olefine (Ethylen und Propylen), Aromaten, Butadien, hochreines Isobuten, Benzol, Phenol und Aceton.
- ▸ Olefine (Ethylen und Propylen) sind wichtige chemische Grundbausteine, aus denen unter anderem Polyolefine (Polyethylen und Polypropylen) hergestellt werden, die wiederum zur Herstellung einer Vielzahl von Konsum- und Industriegütern verwendet werden.
- ▸ Aromaten wie Benzol werden als Ausgangsstoffe für Konsumgüter wie Kleidung, Pharmazeutika, Kosmetika, Computer und Sportgeräte verwendet.
- ▸ C4-Kohlenwasserstoffe (z.B. Butadien, Butene) werden in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt, wobei Butadien in erster Linie zur Herstellung von synthetischem Kautschuk verwendet wird, einem unverzichtbaren Grundstoff für die Reifen- und Automobilindustrie. Butene werden in Spezialchemikalien verwendet, wie zum Beispiel in Oxo-Alkoholen für Weichmacher und in Polyolen für Beschichtungen und synthetische Schmiermittel.
- ▸ Hochreines Isobuten ist ein Ausgangsstoff für wichtige chemische Produkte wie Klebstoffe, Schmiermittel und Vitamine.
- ▸ Phenol und Aceton werden hauptsächlich an die Polycarbonat- und Epoxidharzindustrie verkauft. Phenol wird auch in Phenolharzen und in Caprolactam verwendet. Und Aceton ist auch ein Bestandteil von Lösungsmitteln und Methylmethacrylat (MMA), einem Vorprodukt von Plexiglas bzw. Polymethylmethacrylat (PMMA).
- Generell war das Marktumfeld für Basischemikalien im Jahr 2021 durch eine Entspannung der Covid-19-Situation, schlechte Witterungsbedingungen an der US-Golfküste und Engpässe in der Logistik während des gesamten Jahres gekennzeichnet.
- Im Gegensatz zu 2020 trieben die hohen Rohstoffpreise die Preise für Basischemikalien im Jahr 2021 nach oben, und wirkten sich daher nicht negativ auf die Referenzmargen aus. In Q1/21 blieben die Margen auf dem Niveau von 2020, erholten sich aber ab Q2/21 bei allen Produkten deutlich. Diese Entwicklung war auf die insgesamt stabile Nachfrage nach Basischemikalien bei allen Derivaten zurückzuführen und wurde insbesondere durch die anhaltend starke weltweite Nachfrage nach Polyolefinen unterstützt. Bei der Propandehydrierung (PDH) blieben die Margen trotz steigender Propanpreise auf einem zufriedenstellenden Niveau, da die Nachfrage nach Propylen weiterhin hoch war. In der zweiten Jahreshälfte 2021 blieben die Referenzmargen für Ethylen und Propylen auf hohem Niveau. Gegen Ende des Jahres erreichten die Preise aufgrund der starken Nachfrage und des knappen Angebots bei gleichzeitig hohen Strom- und Erdgaspreisen ein Allzeithoch.
- Auch bei den Butadien-Referenzmargen kam es in Q2/21 erneut zu einem Anstieg, was auf die Erholung im Automobilsektor zurückzuführen ist. Der Aufschwung war jedoch aufgrund von Engpässen in der Lieferkette begrenzt. Insbesondere betraf dies die Verfügbarkeit von Halbleiterchips. Vor allem die schwache Nachfrage in Asien wirkte sich im letzten Quartal 2021 negativ auf die Butadienmargen aus.
- Die Nachfrage nach Benzol war das ganze Jahr hindurch ungebrochen. Die Preise und damit auch die Margen wiesen vor allem aufgrund des Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage eine hohe Volatilität auf. Aufgrund von Wetterereignissen in den USA und ungeplanten Anlagenstillständen wurden die Spitzenmargen in Q2/21 erreicht. Trotz eines schwachen vierten Quartals lag die durchschnittliche Referenzmarge für Benzol im Jahr 2021 weit über dem Niveau des Jahres 2020.
Polyolefine
- Nach der Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an Borealis erweiterte die OMV ihre Wertschöpfungskette in Richtung Polymere und zählt nun zu den weltweit führenden Anbietern von fortschrittlichen und kreislauforientierten Polyolefinlösungen. Durch Borealis wurde die OMV zum zweitgrößten polyolefinproduzierenden Unternehmen in Europa und zählt weltweit zu den Top Ten in der Branche.
- Borealis betreibt sieben Polyolefinanlagen: Diese befinden sich in Schwechat, Stenungsund, Porvoo und Burghausen, wo sie mit Steamcrackern integriert sind, in Beringen und Kallo, wo sie mit der bestehenden PDH-Anlage integriert sind, und in Antwerpen. Darüber hinaus betreibt Borealis mehrere Compoundinganlagen in Europa, den USA, Südkorea und Brasilien.
- Die von Borealis hergestellten Polyolefinprodukte sind die Grundlage vieler wertvoller Kunststoffanwendungen, die aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken sind. Die zukunftsweisenden Polyolefine von Borealis leisten einen wesentlichen Beitrag zur Energieeinsparung entlang der Wertschöpfungskette und zur effizienteren Nutzung natürlicher Ressourcen. In enger Zusammenarbeit mit seinen Kunden sowie seinen Partnern aus der Industrie bietet Borealis innovative und wertsteigernde Kunststofflösungen für verschiedene Branchen und Marktsegmente an. Die Endprodukte werden durch diese Lösungen sicherer, leichter, erschwinglicher und einfacher zu recyceln. Kurz gesagt: Sie ermöglichen ein nachhaltigeres Leben. Borealis bietet fortschrittliche Polyolefine als Neuware und als kreislauffähige Lösungen für folgende wichtige Branchen an: Konsumgüter, Energie, Healthcare, Infrastruktur und Mobilität.
- Im Jahr 2021 war die Entwicklung der Margen in der Polyolefinbranche von einer hohen Nachfrage und einem begrenzten Angebot geprägt. Gegen Ende 2020 begann sich die Nachfrage zu erholen, da die Wirtschaftspolitik darauf abzielte, die Wirtschaft nach den Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie wieder anzukurbeln. Dieser Trend setzte sich 2021 fort, als die Entwicklung der Margen in der Polyolefinbranche von einer hohen Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Angebot geprägt war. Dieses Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wurde durch eine Kombination mehrerer Faktoren verursacht. Ende 2020 mussten mehrere europäische Herstellerinnen und Hersteller in der EU aufgrund höherer Gewalt ihre Produktion zu einem Zeitpunkt einstellen, zu dem die Lagerbestände für das Jahresende üblicherweise niedrig gehalten werden, was die Kundinnen und Kunden unter Druck setzte. Darüber hinaus führten Anfang 2021 drei wesentliche Faktoren zu einer weiteren Verschlechterung der Situation. Erstens wurden einige Anlagen vor-übergehend außer Betrieb genommen, um routinemäßige Wartungsarbeiten durchzuführen, die in vielen Fällen für 2020 geplant und verschoben worden waren. Zweitens beeinträchtigte eine noch nie dagewesene Kältewelle die Polyolefinproduktion im US-Bundesstaat Texas. Drittens war es aufgrund von Logistikproblemen nur schwer möglich, Lieferungen auf von diesen Ungleichgewichten betroffene Märkte umzulenken.
- Die oben erwähnten Kapazitätsengpässe in Verbindung mit Beeinträchtigungen in der Transportwirtschaft verschärften die Angebotsknappheit im gesamten zweiten Quartal 2021, bis schließlich die Importe – hauptsächlich aus dem Mittleren Osten – wieder zunahmen und den Markt etwas entlasteten.
- Ab Q3/21 wirkte sich eine neue Dynamik auf den Markt aus. Ein plötzlicher Anstieg der Rohstoff-, Material- und Energieversorgungskosten sowie die Verbreitung neuer Covid-19-Varianten, gefolgt von neuerlichen Eindämmungsmaßnahmen, führten zu einer großen Verunsicherung der Märkte.
Im Geschäftssegment Polyolefine konnte Borealis seine Kundinnen und Kunden während dieses Zeitraums weiterhin erfolgreich betreuen, indem es qualitativ hochwertige Produkte und eine hohe Versorgungssicherheit bot.
Erneuerbare Rohstoffe und kreislauforientierte Chemikalien
- Kunststoffe, die unser aller Leben effizienter, bequemer und sicherer machen, spielen nach wie vor eine wichtige Rolle in der Wirtschaft und in unserer Geschäftstätigkeit. Wenn jedoch keine ausreichenden Anstrengungen zur Rückgewinnung und Wiederverwendung von Kunststoffen unternommen werden, landet der Großteil auf Mülldeponien. Die Vision einer Kreislaufwirtschaft, in der wir die Effizienz von Ressourcen durch Wiederverwendung, Recycling und Umnutzung optimieren, ist nicht nur eine wirtschaftliche Notwendigkeit, sondern eröffnet auch neue Chancen. Die Nachfrage nach recycelten Kunststoffen steigt, da das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung einer nachhaltigen Nutzung von Ressourcen für eine klimaneutrale Zukunft wächst.
- Die Kreislaufwirtschaft eröffnet neue Wege, um den Markt neu zu erfinden und zugleich natürliche Ressourcen zu schonen und Abfälle zu minimieren. Die OMV und Borealis verfolgen verschiedene Initiativen in den Bereichen mechanisches und chemisches Recycling, Design for Recycling (DfR) und kreislauforientierte Polyolefine, die mit erneuerbaren Rohstoffen der zweiten Generation hergestellt werden. Während sich das mechanische Recycling als effektiv erwiesen hat und in absehbarer Zukunft wahrscheinlich die ökoeffiziente Methode der Wahl bleiben wird, gewinnt das chemische Recycling als Ergänzung zum mechanischen Recycling zunehmend an Bedeutung.
- Anfang 2021 gaben Borealis und TOMRA die Inbetriebnahme ihrer Demo-Anlage für mechanisches Recycling in Lahnstein (Deutschland) bekannt. Diese hochmoderne Anlage kann sowohl starre als auch flexible Kunststoffabfälle aus Haushalten verarbeiten. Ziel dieser Demo-Anlage ist es, qualitativ hochwertiges Material zu erzeugen, das auch für anspruchsvollste Anwendungen geeignet ist. Die erfolgreiche technische Umsetzung wird die Basis für eine fortschrittliche Recyclinganlage im kommerziellen Maßstab bilden.
Um die Aktivitäten im Bereich des chemischen Recyclings zu erweitern und zu beschleunigen, erwarb Borealis eine Minderheitsbeteiligung an der Renasci N.V., einem Anbieter innovativer Recyclinglösungen und Erfinder eines neuartigen Konzepts, des Smart Chain Processing (SCP). Das SCP-Konzept ist eine geschützte Methode (EP-Patentanmeldung genehmigt) zur Maximierung der Materialrückgewinnung mit dem mit einem Zero-Waste Ziel. Im Rahmen der Vereinbarung wird Borealis jährlich voraussichtlich 20 kt Kreislaufpyrolyseöl aus der Renasci-Anlage in Oostende für die Produktion von Chemikalien und Polyolefinen auf Basis erneuerbarer und chemisch recycelter Rohstoffe beziehen. Die Gruppe plant auch den Kauf von mechanisch recycelten Materialien. Borealis wird eng mit Renasci zusammenarbeiten, um die SCP-Technologie voranzutreiben und zu skalieren. Dazu zählt die Entwicklung von Anlagen, die ausschließlich auf Haushaltsabfälle als Rohstoff zurückgreifen.- Im Dezember 2021 setzte die OMV durch die endgültige Investitionsentscheidung für den Bau einer Demo-Anlage für chemisches Recycling auf Basis der geschützen ReOil®-Technologie einen wichtigen Schritt zur Erweiterung ihrer Aktivitäten im Bereich des chemischen Recyclings. Die Anlage hat eine Produktionskapazität von jährlich 16.000 t. Das Ausgangsmaterial wird hauptsächlich aus Polyolefinen bestehen und in enger Zusammenarbeit mit lokalen Entsorgungsunternehmen in Österreich bezogen werden. Beispiele für derartige Kunststoffabfälle sind Lebensmittelverpackungen, Plastikbecher, Deckel von Coffee-to-go-Bechern und Süßwarenverpackungen. Dies ist der nächste Schritt der OMV auf dem Weg zu einer großtechnischen Anlage mit einer für 2026 geplanten Verarbeitungskapazität von bis zu 200.000 t pro Jahr.
Pflanzennährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte
- Durch ihre Tochtergesellschaft Borealis zählt die OMV zu den führenden europäischen Produzenten sowie Händlern von Pflanzennährstoffen, technischen Stickstoffprodukten und Melamin: Das Unternehmen ist der drittgrößte Hersteller von Stickstoffdüngern in Europa und der weltweit drittgrößte Produzent von Melamin nach genutzter Produktionskapazität. Borealis produziert Pflanzennährstoffe sowie technische Stickstoffprodukte und vertreibt und liefert diese über Borealis L.A.T aus, welcher über mehr als 60 Lagerhäuser in ganz Europa und eine Lagerkapazität von über 700.000 t verfügt.
- Im Jahr 2020 gab die OMV bekannt, dass der Prozess zur Veräußerung des Stickstoff-Geschäftsbereichs, der Pflanzennährstoffe, technische Stickstoffprodukte und Melamin umfasst, eingeleitet wurde. Die Unternehmensbeteiligung (77,5%) an Rosier mit Produktionsstandorten für Pflanzennährstoffe in den Niederlanden und Belgien wird im Rahmen des Verkaufsprozesses nicht behandelt. Im Februar 2022 erhielt Borealis von EuroChem ein verbindliches Angebot für den Erwerb des Stickstoffgeschäfts.
Joint Ventures
Borouge
- Borouge wurde 1998 gegründet und hat sich zu einer echten Erfolgsgeschichte der langfristigen Zusammenarbeit mit ADNOC entwickelt. Das Joint Venture hat die hochkarätige Borstar®-Technologie mit wettbewerbsfähigen Rohstoffen und dem Zugang zu wachsenden asiatischen Märkten vereint.
- Durch Borouge ist der Konzern nun auch im Mittleren Osten, in der Region Asien-Pazifik, auf dem indischen Subkontinent und in Afrika vertreten. Das Produktionsunternehmen Borouge ADP (Borealis 40%, ADNOC 60%) hat seinen Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten, während Borouge PTE (Borealis 50%, ADNOC 50%), das für Vertrieb und Marketing zuständig ist, in Singapur beheimatet ist. Das Unternehmen beschäftigt über 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und betreut Kundinnen und Kunden in 50 Ländern.
- Im Jahr 2021 verzeichnete Borouge ein weiteres erfolgreiches Produktionsjahr und optimierte den Betrieb mit den verfügbaren Rohstoffen. Durch die anhaltende Konzentration auf Innovation und Commercial Excellence und ein Umfeld mit hohen Marktpreisen erzielte Borouge höhere Preise als 2020.
Baystar (Borealis 50%, TotalEnergies 50%)
- Baystar ist ein Joint Venture zwischen TotalEnergies Petrochemicals and Refining USA, Inc. (TEPRI), einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von TotalEnergies SE, und Novealis Holdings LLC (Novealis), einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Borealis AG.
- TotalEnergies brachte die prämierten Anlagen in Bayport in das Joint Venture ein und wird den Dampfcracker in Port Arthur betreiben. Borealis bringt seine proprietäre Borstar®-Technologie erstmals nach Nordamerika. Am Standort Bayport werden einzigartige Polyethylenmaterialien hergestellt, die für anspruchsvollste Anwendungen geeignet sind.
- Im Jahr 2021 erzielte Baystar aufgrund der günstigen Marktbedingungen einen Nettogewinn in Rekordhöhe. Das Rekordergebnis wurde trotz der negativen Auswirkungen des Wintersturms Uri erreicht, der Texas im Februar 2021 traf und zu insgesamt geringeren Absatz- und Produktionsmengen im Vergleich zu den vergangenen Jahren führte. Im Laufe des Jahres unternahm Baystar intensive Anstrengungen, um mit der Inbetriebnahme des Ethancrackers und der Anlage Borstar Bay 3 zu einem voll integrierten Polyethylenunternehmen mit einer Kapazität von 1 Mio t zu werden.
Wachstumsprojekte
- Trotz der anhaltenden negativen Auswirkungen der Pandemie konnte Borealis im Jahr 2021 deutliche Fortschritte bei seinen globalen Wachstumsprojekten im Mittleren Osten, in Nordamerika und in Europa erzielen.
- Die fünfte Borstar-Polypropylenanlage (PP5) von Borouge ging im Februar 2022 erfolgreich in Betrieb. Damit steigt die aktuelle Produktionskapazität von Borouge auf rund 5 Mio t pro Jahr. Trotz Störungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie wurde das Projekt innerhalb des Zeitplans und des Budgetrahmens abgeschlossen.
- Im November 2021 unterzeichneten Borealis und ADNOC eine endgültige Vereinbarung über eine Investition von USD 6,2 Mrd für den Bau der vierten Anlage im Borouge-Polyolefinkomplex in Ruwais (VAE). Die Expansion von Borouge ist von großer Bedeutung, um die erforderlichen Kapazitäten für die wachsende Kundennachfrage nach Polyolefinlösungen für Energie- und Infrastrukturanwendungen sowie hochentwickelte Verpackungsanwendungen in Asien, Afrika und im Mittleren Osten zu schaffen. Nach Abschluss der Borouge-4-Erweiterung wird Borouge zum größten integrierten Polyolefinkomplex der Welt. Modernste Technologien kommen zum Einsatz, um die Energieeffizienz zu steigern und Emissionen zu senken. Geplant ist, das routinemäßige Abfackeln gänzlich abzustellen. Die neue Anlage wird für die eigene Stromversorgung auch erneuerbare Energiequellen nutzen. In einer derzeit laufenden Studie wird untersucht, ob durch den Einbau einer Anlage zur Kohlenstoffabscheidung die Emissionen von Borouge 4 um bis zu 80% reduziert werden könnten.
- In Texas in den USA wird das Wachstumsprojekt Baystar™ die Jahreskapazität der Polyolefinproduktion um mehr als 1 Mio t steigern und, was besonders wichtig ist, Borealis ermöglichen, nordamerikanische Kundinnen und Kunden erstmals mit lokal produzierten Borstar-Produkten zu beliefern. Der ungewöhnlich harte Frost, der die Region im Winter 2021 traf, wirkte sich auf beinahe alle petrochemischen Unternehmen an der texanischen Golfküste negativ aus. Das Baystar-Projekt bildete hier keine Ausnahme. Während sich die Inbetriebnahme des neuen Steamcrackers auf Ethanbasis verzögert, geht der Bau der Polyethylenanlage am Standort zügig voran.
- Die neue PDH-Anlage im Weltmaßstab, die in Kallo (Belgien) neben der bestehenden PDH-Anlage gebaut wird, sollte ihren Betrieb planmäßig im Jahr 2023 aufnehmen. Mit einer Investitionssumme von rund EUR 1 Mrd zählt dieses Projekt zu den größten, die derzeit in der petrochemischen Industrie in Europa umgesetzt werden. Für Borealis ist es das größte jemals in Angriff genommene Projekt auf dem Kontinent. Trotz des enormen Umfangs des Projekts, das auch die Lieferung eines der größten Anlagenbestandteile umfasst, die jemals in einem Stück den Hafen von Antwerpen erreichten, konnte eine überragende Sicherheitsbilanz erreicht werden.
- Im Juli gab Borealis den Kauf eines 10%-Minderheitsanteils an der Renasci N.V. bekannt, einem in Belgien ansässigen Anbieter innovativer Recyclinglösungen und Erfinder eines neuartigen Konzepts, des Smart Chain Processing (SCP). Dieser Kauf folgte auf eine zuvor mit Renasci geschlossene Abnahmevereinbarung über die Beschaffung von jährlich rund 20 kt kreislauforientierten Pyrolyseöls, das beim chemischen Recycling entsteht und als Rohstoff verwendet werden kann. Gemeinsam tragen diese Vereinbarungen zur ökoeffizienten Beschleunigung des Wandels zur Kreislauffähigkeit von Kunststoffen bei.
Innovation und neue Technologien
- Die proprietäre ReOil®-Technologie der OMV für thermisches Cracken wurde entwickelt, um die Kreislaufwirtschaftsziele der Europäischen Kommission zu erreichen und zukünftige Verpackungsrecyclingquoten zu erfüllen. In der ReOil®-Anlage mit einer Kapazität von 100 kg/h in der Raffinerie Schwechat werden seit 2018 Kunststoffabfälle von Haushalten und aus der Industrie in einem Pyrolyseverfahren zu synthetischem Rohöl recycelt. Dieses synthetische Rohöl wird dann in der Raffinerie Schwechat hauptsächlich zu Monomeren und anderen Kohlenwasserstoffen verarbeitet. Die Pilotanlage war seit ihrer Inbetriebnahme insgesamt 13.000 Stunden in Betrieb und ermöglichte so eine Verbesserung des thermischen Aufspaltungsprozesses und leistete einen Beitrag zur weiteren Skalierung der ReOil®-Technologie. Die OMV und Borealis verfolgen das klare Ziel, im Bereich der chemischen und mechanischen Recyclingtechnologien eine führende Rolle zu spielen.
- Für Borealis ist Innovation von grundlegender Bedeutung, um zur Kreislauffähigkeit von Polyolefinen beizutragen und das Leben nachhaltiger zu machen. Zudem verbessern Innovationen nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe, sondern auch ihre Effizienz und Nachhaltigkeit und wirken sich somit direkt auf die Menschen, die Umwelt und den wirtschaftlichen Erfolg aus. Die Änderung der Eigentümerstruktur von Borealis und die darauf folgende Partnerschaft mit der OMV haben den Fokus der Gruppe auf die Kreislauffähigkeit von Polyolefinen und die Verfügbarkeit von erneuerbaren Kohlenwasserstoffen weiter erhöht.
- Im Polyolefingeschäft konzentrieren sich die Innovationsaktivitäten auf die Entwicklung von Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen, wie sie in den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen definiert sind. Dazu zählen beispielsweise erstklassige Materialien für die Herstellung von Wasser- und Gasrohren, Kabelisolierungen und Kondensatorfolien für den Transport von Waren.
- Im Geschäftssegment Polyolefine wurden im Jahr 2021 unter anderem folgende wichtige Meilensteine erreicht:
- ▸ Infrastruktur: Die Produktfamilie der PE100-RC-Rohre wurde durch die Einführung von farbigen Ausführungen und Qualitäten mit „Low Sagging“-Eigenschaften vervollständigt. Sie gehören zu den besten auf dem Markt und ermöglichen eine noch breitere Anwendung von PE-Rohren in der Bauindustrie.
- ▸ Konsumgüter: Die hochfeste/ steife Folie FX1003 wurde auf den Markt gebracht. Das Produkt ist mindestens so leistungsfähig wie die besten auf dem Markt erhältlichen Materialien und lässt sich hervorragend mit Post-Consumer-Rezyklaten mischen.
- ▸ Lösungen für die Kreislaufwirtschaft: Borealis hat das weiße, zu 100% aus Post-Consumer-Rezyklat bestehende AH1040MO-90 auf den Markt gebracht, das für den Spritzguss von Haushaltswaren und großen dünnwandigen Verpackungen entwickelt wurde.
- Mit 47 Produkten, die neu auf den Markt gebracht wurden, konnte das Geschäftssegment Polyolefine seine Zielsetzung von „21 im Jahr 2021“ übertreffen. Diese Produkteinführungen in einem so herausfordernden Jahr zeigen, dass Borealis ein Marktführer in Sachen Innovation ist und seinem Ziel treu bleibt, für mehr Nachhaltigkeit stets Neues zu erfinden.
Auch im Bereich Basischemikalien sucht Borealis stets nach innovativen Ansätzen zur Nutzung neuer Rohstoffquellen und arbeitet an der Verbesserung seiner Ressourceneffizienz, der Reduktion des Energieverbrauchs und des Abfackelns. Dies wiederum senkt die Treibhausgasemissionen sowie den Ausstoß anderer Substanzen wie zum Beispiel Staub. Diese Aktivitäten umfassen außerdem CO2-Vermeidung und Nutzungsmöglichkeiten von CO2 sowie das chemische Recycling.- Im Laufe des Jahres 2021 brachte Borealis sechs neue Materialien auf den Markt, die als Teil des Bornewables™-Portfolios aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt werden. Bornewables bieten Produkteigenschaften, die denen von Produkten auf fossiler Basis entsprechen. Dies ermöglicht unseren Partnern einen schnellen und einfachen Umstieg von Polypropylen auf fossiler Basis zu Polypropylen auf Basis erneuerbarer Rohstoffe.
- Im Jahr 2021 ging Borealis Kooperationen mit verschiedenen Unternehmen ein, die sich in ihren Kompetenzen ergänzen. Ziel ist es, die Fortschritte von Borealis auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft bei der Herstellung und Verwendung von Polyolefinen zu beschleunigen und den CO2-Fußabdruck des Unternehmens zu verringern. Dies sind die wichtigsten Partnerschaften:
- ▸ Borealis traf mit der Renasci Oostende Recycling NV eine Vereinbarung über den Erwerb der gesamten Produktion ihres chemischen Recyclingzentrums. Die ersten Mengen des durch chemisches Recycling gewonnenen Rohstoffs wurden im September 2021 bei einem Testlauf im Cracker in Porvoo erfolgreich verarbeitet. Borealis rechnet mit regelmäßigen Lieferungen des recycelten Materials, das als wichtiger Rohstoff für die Polyolefinproduktion dienen wird.
- ▸ Gemeinsam mit TOMRA und Zimmerman hat die Gruppe eine hochmoderne Recyclinganlage in Betrieb genommen, um Rezyklate zu produzieren, deren Qualität nahe an der von Neumaterial liegt.
- ▸ Borealis verfügt über ein umfangreiches Patentportfolio mit rund 8.300 erteilten Patenten und rund 3.000 anhängigen Patentanmeldungen. Im Jahr 2021 meldete Borealis 133 neue Prioritätspatente an, um seine unternehmenseigenen Technologien und seine Lizenznehmer zu schützen. Zahlreiche Patente dienen auch dem Schutz der Produkte und Anwendungen von Borealis.
Digitalisierung
- Die Beschleunigung der Digitalisierung ist eine der Triebfedern für die Transformation im Segment Chemicals & Materials. Sie steigert die Produktivität der Gruppe, verbessert das Kundenerlebnis und unterstützt auch die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen. Vor allem digitale Lösungen für die Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen werden für das Erreichen des Ziels der CO2-Neutralität der Gruppe an Bedeutung gewinnen.
- Aus diesem Grund beschloss Borealis im Jahr 2017, ein Digitalisierungsprogramm einzuführen, das 2018 zur Einrichtung des Borealis Digital Studio führte. Das Digital Studio dient Borealis als flexible Kreativplattform, auf der intelligente Lösungen für Kundinnen und Kunden sowie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelt werden. In enger Kooperation mit der IT-Abteilung arbeitet im Digital Studio ein vielseitiges, interdisziplinäres Team von Digitalisierungsexpertinnen und -experten aus den Fachbereichen Design, Usability, Business-Analytik, Softwareentwicklung und Technik. Aufgabe ist es, die Unternehmen der Gruppe bei der Anpassung an ein sich schnell veränderndes Umfeld zu unterstützen und Borealis nachhaltig profitabel zu halten, indem digitale, innovative Lösungen entwickelt werden, die positive Auswirkungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Geschäftstätigkeit der Gruppe sowie für die Umwelt haben. Bei der Entwicklung digitaler Lösungen ist der Mehrwert entscheidend, und die Endnutzerinnen und Endnutzer stehen immer im Mittelpunkt des Prozesses, da die Lösungen unter Einsatz agiler Methoden mit ihnen und für sie entwickelt werden.
- Das Onlineportal für Polyolefinkundinnen und -kunden (MyBorealis) unterstützt den Kundendienst und das Vertriebsmanagement beim täglichen Kundenkontakt. Kundinnen und Kunden profitieren von einer einfachen Auftragsverwaltung sowie einer vollständigen Dokumentation von Aufträgen, Produkten und Reklamationen. Die Anwendung steht rund um die Uhr zur Verfügung und bietet sofortigen Zugriff auf aktuelle Informationen, wobei die Bestellvorgänge vollständig in die Lieferkette und die IT-Prozesse integriert sind. Das globale Portal steht in acht Sprachen zur Verfügung und kann so von Unternehmen in Europa, Nord- und Südamerika genutzt werden. Nach 14% zu Jahresbeginn wurden Ende 2021 bereits 18% des Auftragsvolumens über das Portal abgewickelt.
Im Jahr 2021 wurde ein Projekt, das sich mit der Möglichkeit des Einsatzes von autonomen Robotern befasst, gestartet. Die für solche Roboter geeigneten Tätigkeiten, wie etwa das Durchführen von Inspektionen, werden im Rahmen eines „Proof of Concept“ untersucht, um die Machbarkeit einer solchen Lösung zu bewerten. Technologien wie virtuelle Realität (für Sicherheitstrainings und technische Anleitungen/Schulungen), Datenbrillen (für die Fernunterstützung vor Ort) und 3D-Technologie (für den Druck von Maschinenteilen) befinden sich ebenfalls im Stadium des Prototypenbaus oder der Vorbereitung. - Das interaktive Sicherheitstraining für die fünf Life Saving Rules für Arbeitsplatz- und Anlagensicherheit ist eine innovative und interaktive Schulungsmethode, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Borealis sowie von Vertragsunternehmen die Sicherheitsregeln durch Fernschulungen und Tests spielerisch näherbringt. Das Training kombiniert eine dreidimensionale Betriebsumgebung, eine fesselnde Geschichte und motivierende Gamification-Elemente zur Simulation von Szenarien. Diese Art der Wissensvermittlung ist weitaus schneller und effektiver als herkömmliche Schulungsmethoden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lernen die Regeln für die Sicherheit am Arbeitsplatz und die Anlagensicherheit praxisnah und spielerisch und können die Theorie in der Praxis anwenden, ohne die Produktion aufzuhalten oder Unfälle zu riskieren. Die gesamte Belegschaft von Borealis hat bereits rund 14.000 Trainingsmodule absolviert.
- Laufende Projekte zu Lösungen für die Kreislaufwirtschaft (Circular Economy Solutions; CES) untersuchen die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Start-up-Unternehmen. Dabei geht es etwa um die Entwicklung von Produktlösungen sowie digitalen Lösungen für skalierbare und rückverfolgbare geschlossene Materialkreisläufe und die Wiederverwendung von Systemen (z.B. für Kaffeebecher und Lebensmittelschalen). Diese Systeme nutzen eine digitale Plattform, die vom Borealis Digital Studio entwickelt wurde, und liefern die notwendigen Informationen zur Maximierung der Wiederverwendung, zur Schließung von Kreisläufen und zum Recycling von Kunststoffabfällen, sobald diese nicht mehr wiederverwendet werden können und das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Auf diese Weise schaffen die Systeme neue und lukrative Geschäftslösungen.
Ausblick
Marktumfeld
- Die OMV erwartet für 2022 einen durchschnittlichen Brent-Rohölpreis von rund USD 75/bbl (2021: USD 71/bbl). Der durchschnittlich realisierte Gaspreis wird für 2022 oberhalb von EUR 25/MWh erwartet (2021: EUR 16,5/MWh).
Konzern
- Organische Investitionen werden sich im Jahr 2022 voraussichtlich auf rund EUR 3,5 Mrd belaufen9 (2021: EUR 2,6 Mrd). Dies beinhaltet nicht zahlungswirksame Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen von rund EUR 0,6 Mrd.
Exploration & Production
- Die OMV erwartet für das Jahr 2022 eine Gesamtproduktion von rund 470 kboe/d (2021: 486 kboe/d).
- Die organischen Investitionen in Exploration & Production werden sich im Jahr 2022 voraussichtlich auf rund EUR 1,3 Mrd belaufen (2021: EUR 1,1 Mrd).
- Für 2022 werden Explorations- und Evaluierungsausgaben (E&A) in Höhe von rund EUR 220 Mio prognostiziert (2021: EUR 210 Mio).
Refining & Marketing
- Für 2022 wird eine OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa von rund USD 4,5/bbl erwartet (2021: USD 3,7/bbl).
- Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in den europäischen OMV Märkten werden für 2022 etwas höher als für 2021 prognostiziert (2021: 16,3 Mio t). Retail- und Commercial-Margen werden etwas niedriger als 2021 erwartet.
- Der Auslastungsgrad der Raffinerien in Europa wird 2022 auf dem Niveau des Vorjahres erwartet (2021: 88%). Generalüberholungen sind in der Raffinerie Schwechat im zweiten Quartal und in der Raffinerie Burghausen im dritten Quartal geplant.
- Die Erdgas-Verkaufsmengen im Jahr 2022 sollten leicht unter jenen von 2021 liegen (2021: 196,4 TWh).
- Die organischen Investitionen im Segment Refining & Marketing werden 2022 voraussichtlich rund EUR 0,8 Mrd betragen (2021: EUR 0,6 Mrd).
Chemicals & Materials
- 2022 wird eine Ethylen-Referenzmarge Europa auf dem Niveau des Vorjahres erwartet (2021: EUR 468/t). Die Propylen-Referenzmarge Europa wird auf dem Vorjahresniveau erwartet (2021: EUR 453/t).
- Der Steamcracker-Auslastungsgrad in Europa wird 2022 leicht unter dem Niveau des Vorjahres erwartet (2021: 90%). Generalüberholungen sind beim Steamcracker in Stenungsund für das zweite Quartal und beim Steamcracker in Burghausen für das dritte Quartal geplant.
- Die Polyethylen-Referenzmarge Europa wird 2022 voraussichtlich rund EUR 400/t betragen (2021: EUR 582/t). Es wird eine Polypropylen-Referenzmarge Europa von rund EUR 600/t erwartet (2021: EUR 735/t).
- Die Verkaufsmenge Polyethylen exklusive JVs wird 2022 voraussichtlich über dem Vorjahresniveau liegen (2021: 1,82 Mio t). Die Verkaufsmenge Polypropylen exklusive JVs wird leicht über dem Vorjahresniveau erwartet (2021: 2,13 Mio t).
Die organischen Investitionen im Bereich Chemicals & Materials werden für 2022 auf rund EUR 1,3 Mrd prognostiziert (2021: EUR 0,8 Mrd).
- Informationen über den längerfristigen Ausblick finden Sie im Kapitel Strategie.
Risikomanagement
Wie die Öl-, Gas- und Chemieindustrie insgesamt ist auch die OMV einer Reihe von Risiken ausgesetzt – unter anderem Marktpreisrisiken und anderen finanziellen Risiken, operativen sowie strategischen Risiken. Im Risikomanagementprozess des Konzerns liegt der Schwerpunkt auf der Identifizierung, Bewertung und Beurteilung dieser Risiken und ihrer Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität und Rentabilität. Ziel ist es, die Risiken im Rahmen des Risikoappetits und der festgelegten Risikotoleranzen des Konzerns aktiv zu steuern, um langfristige strategische Ziele der OMV zu verwirklichen.
- Der Konzern vertritt die Ansicht, dass durch sein integriertes Geschäftsmodell und die damit verbundenen teilweise gegenläufigen Risiken das Gesamtrisiko wesentlich niedriger ist als die Summe der einzelnen Risiken. Die ausgleichende Wirkung von Branchenrisiken erfolgt jedoch häufig zeitlich verzögert oder abgeschwächt. Die Risikomanagementaktivitäten fokussieren sich daher auf die Nettoposition der Risiken des aktuellen und zukünftigen Geschäftsportfolios des Konzerns. Die wechselseitigen Abhängigkeiten und Korrelationen zwischen den einzelnen Risiken spiegeln sich auch im konzernweiten Risikoprofil wider. Die Themenbereiche Risikomanagement und Versicherung werden zentral durch den Bereich Treasury & Risk Management koordiniert. Damit wird sichergestellt, dass im gesamten Konzern klare und konsistente Prozesse, Methoden und Techniken in Bezug auf das Risikomanagement angewendet werden. Für jedes Risiko wird eine bzw. ein Risk Owner definiert, die bzw. der am besten geeignet ist, die Überwachung und Steuerung des jeweiligen Risikos zu verantworten.
- Das generelle Ziel der Risikopolitik ist es, die Liquidität des Konzerns abzusichern und ein dem Risikoappetit des OMV Konzerns entsprechend starkes Investment-Grade-Rating zu erhalten.
Die OMV beobachtet die Entwicklung der Folgen der Covid-19-Pandemie genau und evaluiert regelmäßig die Auswirkungen auf den Cashflow und die Liquiditätslage des Konzerns.
Die OMV beobachtet die zunehmenden geopolitischen Spannungen und die sich verschärfende Krise zwischen Russland und der Ukraine kontinuierlich und überprüft regelmäßig die möglichen Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit und Vermögenswerte. Insbesondere bewertete und bewertet die OMV weiterhin die Risiken im Zusammenhang mit den internationalen Sanktionen gegen die Nord Stream 2 AG und die Auswirkungen auf die Rückzahlung des von der OMV an die Nord Stream 2 AG gewährten Darlehens. Aus heutiger Sicht sind keine direkten Auswirkungen auf die russische Gasproduktion der OMV zu erwarten. Die OMV wird jedoch weiterhin mögliche Einschränkungen der damit verbundenen Dividendenzahlungen überwachen. Das Kreditrisikoportfolio im Zusammenhang mit Kontrahentinnen und Kontrahenten und Banken, die in Russland ansässig sind und / oder möglicherweise Ziel von internationalen Sanktionen (oder von Beschränkungen bei internationalen Geldtransfers) sind, wird genau geprüft. Internationale Handelsbeschränkungen und Sanktionen könnten zu einer weiteren Abwertung des russischen Rubels gegenüber dem Euro und dem US-Dollar führen. Unterbrechungen der russischen Rohstofflieferungen nach Europa könnten zu einem weiteren Anstieg der europäischen Energiepreise führen und das Inflationsrisiko erhöhen. Aus heutiger Sicht rechnet die OMV nicht mit einem Stopp der Erdgasexporte aus Russland. Im Fall einer kurzfristigen Unterbrechung der Gaslieferungen aus Russland, kann die OMV das im Speicher befindliche Gas zur Versorgung der Kunden nutzen bzw. hat OMV Zugang zu anderen europäischen liquiden Handelsplätzen für Erdgas. In einem solchen Fall wird auf Basis vordefinierter interner Prozesse ein Emergency Team gebildet. Dieses Emergency Team wird die Situation kontinuierlich analysieren und bewerten, um gegebenenfalls geeignete Maßnahmen einleiten zu können. Es ist auch verantwortlich für die Kommunikation und Koordination aller Aktivitäten mit der österreichischen Regulierungsbehörde e-control. Siehe Anhangangabe 37 "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" im Konzernabschluss zu den jüngsten Entwicklungen der Russland-Ukraine-Krise und den erwarteten Auswirkungen auf die Finanzkennzahlen des OMV Konzerns.
Unternehmensweites Risikomanagement
- Finanzielle und nicht finanzielle Risiken werden regelmäßig im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagement-(UWRM-)Prozesses des OMV Konzerns identifiziert, beurteilt und berichtet.
- Hauptzweck des UWRM-Prozesses ist es, einen wesentlichen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten, indem risikobasierte Managemententscheidungen ermöglicht werden. Dies erfolgt mithilfe eines Modells mit „drei Verteidigungslinien“: 1. Unternehmensführung, 2. Risikomanagement und Aufsichtsfunktionen, 3. Interne Revision. Durch die richtige Einschätzung der finanziellen, operativen und strategischen Risiken wird die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten systematisch unterstützt, wodurch der Wert der OMV nachhaltig gesteigert wird. Das UWRM-System hat seit 2003 in allen Bereichen des Konzerns, einschließlich der Tochtergesellschaften in mehr als 20 Ländern, das Risikobewusstsein und die Kenntnisse über das Risikomanagement deutlich verbessert. Die OMV arbeitet laufend an der Weiterentwicklung des UWRM-Prozesses gemäß den internen und externen Anforderungen, wie zum Beispiel der Berücksichtigung von ESG-(„Environment, Social, Governance“-)Standards und Rahmenwerken.
- Ein funktionsübergreifender Ausschuss bestehend aus Mitgliedern des Senior Managements und unter der Leitung des CFO – das Risk Committee – stellt sicher, dass wesentliche Risiken innerhalb des Konzerns im Rahmen des UWRM-Prozesses effektiv erfasst und gesteuert werden.
- Der Prozess wird durch ein konzernweites IT-System unterstützt, in dem sämtliche festgelegten Prozessschritte dokumentiert werden: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikosteuerung, Berichterstattung und Monitoring führen zur kontinuierlichen Überwachung von Änderungen des Risikoprofils. Die Auswirkungen der durch einen Bottom-up-Prozess ermittelten Konzernrisiken werden mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation bewertet und den Planungsdaten gegenübergestellt. Diese Herangehensweise wird vom Senior Management in einem Top-down-Prozess unter Einbeziehung der mit der Konzernstrategie verbundenen Risiken ergänzt. Auch nicht voll konsolidierte Gesellschaften sind in diesem Prozess inkludiert. Im Rahmen des UWRM-Prozesses bedienen wir uns konzernweit derselben Risikoterminologie und sprechen eine gemeinsame Risikosprache, um eine effektive Kommunikation von Risiken zugewährleisten, wobei ESG-Risiken in der OMV Risikotaxonomie eine Schlüsselrolle spielen. Zweimal im Jahr werden die Ergebnisse dieses Prozesses zusammengeführt und dem Vorstand sowie dem Audit Committee präsentiert. In Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex wird die Funktionsfähigkeit des UWRM jährlich durch den Wirtschaftsprüfer evaluiert. Folgende finanzielle und nicht finanzielle Schlüsselrisiken wurden in Bezug auf die Erreichung des Mittelfristplans der OMV ermittelt:
- ▸ Finanzielle Risiken wie Marktpreisrisiken und Währungsrisiken
- ▸ Operative Risiken inklusive aller mit Anlagen verbundenen Risiken, Produktionsrisiken, Projektrisiken, Personalrisiken, IT-Risiken, HSSE- und regulatorischer bzw. Compliance-Risiken
- ▸ Strategische Risiken, die zum Beispiel durch Klimawandel und technologischen Fortschritt entstehen, aber auch Reputationsrisiken und politische Risiken wie Sanktionen beinhalten
Management der finanziellen Risiken
- Marktpreis- und andere finanzielle Risiken, einschließlich der Marktpreisrisiken durch EU-Emissionsberechtigungen, entstehen durch die Volatilität von Rohstoffpreisen, Wechselkursen und Zinssätzen. Kreditrisiken, die durch die Unfähigkeit einer Geschäftspartnerin oder eines Geschäftspartners, einer Zahlungs- oder Lieferverpflichtung nachzukommen, entstehen können, zählen ebenfalls zu den wesentlichen Risiken. Als Öl-, Gas- und Chemieunternehmen ist die OMV den Preisschwankungen der entsprechenden Rohstoffe in signifikantem Maße ausgesetzt. Auf der Währungsseite hat der Konzern wesentliche Risikopositionen in USD, RON, NOK, NZD, SEK und RUB. Aus dem Verkauf von Rohöl resultiert eine Netto-USD-Long-Position in der OMV. Die vergleichsweise weniger signifikanten Short-Positionen in RON, NOK, NZD, SEK und RUB entstehen aus Kosten in lokalen Währungen in den jeweiligen Ländern.
Management von Rohstoffpreisrisiken, Währungsrisiken und Risiken im Zusammenhang mit EU-Emissionsberechtigungen
- Die Analyse und das Management finanzieller Risiken, die aus Fremdwährungen, Zinssätzen, Rohstoffpreisen, EU-Emissionsberechtigungen, Kontrahentinnen bzw. Kontrahenten, Liquidität und versicherbaren Risiken resultieren, werden zentral konsolidiert. Marktpreisrisiken werden konzernweit betrachtet und ihre möglichen Cashflow-Auswirkungen werden mittels eines Risikomodells analysiert, das Portfolioeffekte berücksichtigt. Die Auswirkungen der finanziellen Risiken (in erster Linie bezüglich Rohstoffpreisen und Währungen) auf Cashflow und Liquidität des Konzerns werden quartalsweise im Risk Committee präsentiert. Dieser Ausschuss unter der Leitung des CFO setzt sich aus den Mitgliedern des Senior Managements der Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen zusammen.
- In Bezug auf Rohstoffpreisrisiken und Währungsrisiken entscheidet der OMV Vorstand bei Bedarf über Hedging-Strategien zur Reduzierung dieser Risiken. Die OMV setzt Finanzinstrumente zu Sicherungszwecken ein, um die Konzernliquidität gegen den potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise im E&P-Geschäft abzusichern.
- Im Downstream-Geschäft (einschließlich der Geschäftsbereiche Refining & Marketing sowie Chemicals & Materials) ist die OMV insbesondere volatilen Raffinerie- und Chemiemargen und Erdgaspreisen sowie Preisrisiken bei Lagerbeständen ausgesetzt. Entsprechende Optimierungs- und Hedging-Aktivitäten werden durchgeführt, um diese Risiken zu reduzieren. Hierunter fallen insbesondere Margen-Hedges sowie Lagerbestands-Hedges. Ein Governance-System zur Kontrolle von Optimierungs-, Handels- und Hedging-Risiken definiert klare Mandate einschließlich Risikoschwellen für solche Aktivitäten. Weiters werden Emissionszertifikate gehandelt, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Dabei streben wir eine ausgeglichene Position an Emissionszertifikaten durch den Verkauf im Falle eines Überhangs bzw. den Zukauf im Falle einer Unterdeckung an.
Zinsrisikomanagement
- Zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Konzerns können im Rahmen definierter Regelungen Kredite von fixer auf variable Zinsbindung und vice versa umgestellt werden. Weiters analysiert die OMV regelmäßig den Einfluss von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und -aufnahmen. Derzeit werden Effekte aus dem Zinsänderungsrisiko nicht als substanzielles Risiko eingestuft.
Kreditrisikomanagement
- Das Kreditrisiko wesentlicher Kontrahentinnen und Kontrahenten wird auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limits für Banken, Geschäftspartnerinnen bzw. -partner und Sicherheitengeberinnen bzw. -geber überwacht und gesteuert. Die Abläufe sind durch Richtlinien auf Ebene des OMV Konzerns geregelt. Aufgrund der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit infolge der Covid-19-Pandemie legen wir besonderes Augenmerk auf Frühwarnsignale, wie beispielsweise Änderungen im Zahlungsverhalten.
Operative Risiken
- Die OMV ist durch ihre Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) ausgesetzt. Dazu zählen die möglichen Auswirkungen von Naturkatastrophen sowie von Vorfällen im Bereich der Prozesssicherheit und der Sicherheit von Personen. Weitere operative Risiken gehen mit der Durchführung von Investitionsprojekten und der Nichteinhaltung von gesetzlichen oder regulatorischen Bestimmungen einher. Sämtliche operativen Risiken werden nach dem definierten Risikomanagementverfahren des Konzerns identifiziert, analysiert, überwacht und gemindert.
- Die bewerteten Risiken werden auf allen Unternehmensebenen unter Anwendung der definierten Risiko-richtlinien und mit klar zugeordneten Verantwortlichkeiten gesteuert und gemindert. Die Schlüsselrisiken, wie beispielsweise Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz, Recht und Compliance, Personalmanagement sowie Nachhaltigkeit, werden zentral durch definierte Konzernrichtlinien geregelt, um sicherzustellen, dass Planungsziele erreicht werden können.
Pandemierisiko
- Der weltweite Ausbruch der Covid-19-Pandemie hat weiterhin schwerwiegende Auswirkungen auf die globale Wirtschaftsentwicklung. Die weltweit steigenden Covid-19-Fallzahlen nach dem Auftreten neuer Virusvarianten in Verbindung mit Unterbrechungen der Lieferketten und hohen Inflationsraten könnten die erwartete Erholung der Nachfrage verzögern. Die Folgen der Covid-19-Pandemie und anderer derzeit zu beobachtender Unterbrechungen, sowie das Ausmaß und die Dauer der wirtschaftlichen Auswirkungen sind aus heutiger Sicht nicht verlässlich abschätzbar. Die OMV reagiert auf die Situation mit gezielten Maßnahmen, um die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens und die sichere Versorgung mit Energie zu gewährleisten. Die Gesundheit und das Wohlergehen jeder einzelnen Mitarbeiterin und jedes einzelnen Mitarbeiters haben für uns oberste Priorität.
ESG-Risiko
Die OMV konzentriert sich insbesondere auf fünf Schwerpunktbereiche der Nachhaltigkeitsstrategie: Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE); CO2-Effizienz; Innovation; Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; Geschäftsgrundsätze und soziale Verantwortung. Die Vorstandsmitglieder der OMV diskutieren regelmäßig (zumindest vierteljährlich) über aktuelle und bevorstehende Richtlinien und Vorschriften zu folgenden Themen: Umwelt, Klima und Energie, diesbezügliche Entwicklungen in den Kraftstoff- und Erdgasmärkten, finanzielle Auswirkungen von CO2-Emissionshandelspflichten, Status von Innovationsprojekten und Fortschritt in Bezug auf die Nachhaltigkeitsziele. Die OMV legt einen starken Fokus auf die potenzielle Vulnerabilität des Unternehmens durch den Klimawandel (z.B. Wasserknappheit, Dürreperioden, Überschwemmungen und Erdrutsche), die Auswirkungen des Unternehmens auf die Umwelt und die Maßnahmen zur Gewährleistung eines erfolgreichen Wandels hin zu einer CO2-armen Umwelt (z.B. Reduzierung der CO2-Emissionen und Einhaltung neuer regulatorischer Anforderungen).
IT-Risiken
- Da die OMV bei ihren Aktivitäten auf IT-Systeme angewiesen ist, kann es zu Beeinträchtigungen aufgrund von größeren Cyberattacken kommen. Zum Schutz von Daten und IT-Assets, die Daten speichern und verarbeiten, werden daher konzernweit entsprechende Sicherheitskontrollen implementiert. IT-Risiken werden laufend bewertet und überwacht sowie mithilfe von geeigneten IT- und Sicherheitsprogrammen im gesamten Konzern aktiv gesteuert. OT-(„Operational Technology“-)bezogene Risiken finden im Rahmen der Bewertung von Prozesssicherheitsrisiken Berücksichtigung.
Strategische Risiken
- Zur Identifizierung strategischer Risiken, die potenziell langfristige Auswirkungen auf die Unternehmensziele haben könnten, beobachtet die OMV laufend ihr internes und externes Umfeld.
Personalrisiken
- Im Personalmanagement gibt es eine gezielte Nachfolge- und Entwicklungsplanung, um geeignete Führungskräfte für weitere Wachstumsschritte zu entwickeln und damit Personalrisiken zu mindern.
Politische und regulatorische Risiken
- In einigen Ländern, in denen die OMV aktiv ist, ist die Geschäftstätigkeit der OMV geopolitischen Risiken ausgesetzt, wie beispielsweise Enteignung und Verstaatlichung, Beschränkung von Eigentum ausländischer Investorinnen und Investoren, inneren Unruhen, Kriegshandlungen oder Terrorismus und politischer Instabilität insbesondere in Libyen, im Jemen, in Russland und in Tunesien sowie in allen anderen Ländern, wo die OMV tätig ist und Investitionen getätigt hat. Die OMV verfügt jedoch über umfangreiche Erfahrungen und Kenntnisse hinsichtlich des politischen Umfelds in Schwellenländern. Außerdem können mögliche regulatorische Änderungen zu Unterbrechungen, Rückgängen in der Produktion oder höheren Steuerbelastungen führen.Die OMV beobachtet kontinuierlich politische und regulatorische Entwicklungen in allen Märkten, die sich auf die Geschäftstätigkeit der OMV auswirken. Spezifische Länderrisiken werden vor dem Eintritt in neue Länder überprüft.
- Die OMV analysiert auch das Risiko potenzieller US- oder EU-Sanktionen und deren Auswirkungen auf geplante oder bestehende Aktivitäten. Die OMV wird sicherstellen, dass alle geltenden Sanktionsgesetze vollständig eingehalten werden. Insbesondere Risiken aufgrund politischer und regulatorischer Entwicklungen innerhalb und außerhalb Europas mit potenziell ungünstigen Auswirkungen auf das Nord-Stream-2-Projekt und die Aktivitäten der OMV in Russland und in der Schwarzmeerregion werden regelmäßig bewertet und überwacht.
Risiken in Verbindung mit dem Klimawandel
- Neben dem Marktpreisrisiko im Zusammenhang mit EU-Emissionsberechtigungen bewertet die OMV laufend die Exposition des Konzerns gegenüber Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Dazu zählen die potenziellen Auswirkungen von plötzlichen oder anhaltenden Ereignissen, wie etwa häufigere extreme Wetterereignisse, aber auch systemische Änderungen unseres Geschäftsmodells aufgrund veränderter rechtlicher Rahmenbedingungen oder die Substitution von OMV Produkten durch verändertes Konsumverhalten. Die OMV betrachtet den Klimawandel als zentrale globale Herausforderung. Bei der Entwicklung unserer Geschäftsstrategie berücksichtigen wir deshalb klimarelevante Risiken und Chancen. Maßnahmen, die wir zur Steuerung oder Minderung solcher Risiken ergreifen, werden in den entsprechenden Abschnitten dieses Berichts, insbesondere in den Abschnitten Nachhaltigkeit und Strategie, näher erläutert.
- Weitere Details zum Risikomanagement und zur Verwendung von Finanzinstrumenten finden Sie in der Anhangangabe 28 im Konzernabschluss.
- Weitere Details zu den mit dem Klimawandel verbundenen Risiken und deren Management finden Sie im OMV Nachhaltigkeitsbericht und in der Anhangangabe 2 im Konzernabschluss.
- Weitere Details zu Risiken in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt finden Sie im Abschnitt Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE) des Konzernlageberichts.
Weitere Informationen
Informationen gemäß § 243 a Unternehmensgesetzbuch (UGB)
- 1. Das Grundkapital beträgt EUR 327.272.727 und ist in 327.272.727 auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
- 2. Zwischen den Kernaktionären Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) und Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C (MPPH) besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.
- 3. ÖBAG hält 31,5% und MPPH hält 24,9% des Grundkapitals.
- 4. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
- 5. Arbeitnehmer, die Aktien halten, üben bei der Hauptversammlung ihr Stimmrecht unmittelbar aus.
- 6. Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Mitgliedern bestehen. Die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern gemäß § 87 Abs. 8 Aktiengesetz (AktG) bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Für Kapitalerhöhungen gemäß § 149 AktG und Satzungsänderungen (ausgenommen Änderungen des Unternehmensgegenstands) genügt die einfache Stimmen- und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
- 7.
- 7.a) Da das von der Hauptversammlung am 14. Mai 2014 geschaffene genehmigte Kapital am 14. Mai 2019 auslief, beschloss die Hauptversammlung am 29. September 2020 ein neues genehmigtes Kapital. Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand bis einschließlich 29. September 2025 das Grundkapital der OMV mit Zustimmung des Aufsichtsrats – auf einmal oder in mehreren Tranchen – um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung kann auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz durchgeführt werden. Der Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen können durch den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgesetzt werden. Der Vorstand wurde auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, wenn die Kapitalerhöhung
- (i) dem Ausgleich von Spitzenbeträgen oder
- (ii) der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere Long-Term Incentive Plänen, Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands / der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens) sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen dient.
- Zudem wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben.
- 7.b) Die Hauptversammlung vom 18. Mai 2016 ermächtigte den Vorstand, für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 17. Mai 2021, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term Incentive Plänen einschließlich Matching Share Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z. 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
- 7.c) In der Hauptversammlung vom 2. Juni 2021 wur-de der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 1. Juni 2026, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Un-ternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
- 8. Per 31. Dezember 2021 hat die OMV unbefristete Hybridschuldverschreibungen im Ausmaß von EUR 2.500 Mio ausstehend, die gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangig sind. Die Nettoerlöse aus den Hybridschuldverschreibungen in der Höhe von EUR 2.483 Mio werden gemäß IFRS zur Gänze als Eigenkapital klassifiziert, da die Rück- sowie Zinszahlungen im alleinigen Ermessen der OMV liegen.
- Am 7. Dezember 2015 begab die OMV Hyb-ridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.500 Mio in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio:
- (i) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1, mit einem erstmöglichen Kündigungstag im Jahr 2021, wurden gekündigt und zu ihrem Nennbetrag (zuzüglich Zinsen) am 30. November 2021 zurückgezahlt.
- (ii) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Ab 9. Dezember 2025 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht, verzinst.
- Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 9. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
- Am 19. Juni 2018 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 500 Mio. Die Hybridschuldverschreibungen werden bis zum 19. Juni 2024 (ausschließlich) mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Von 19. Juni 2024 (einschließlich) bis 19. Juni 2028 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 19. Juni 2028 (einschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 19. Juni eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
- Am 1. September 2020 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.250 Mio in zwei Tranchen (Tranche 1: EUR 750 Mio; Tranche 2: EUR 500 Mio) mit folgender Verzinsung:
- (iii) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 werden bis zum 1. September 2026 (ausschließ-lich), dem ersten Reset-Termin von Tranche 1, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,500% verzinst. Von 1. September 2026 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
- (iv) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 1. September 2029 (ausschließ-lich), dem ersten Resettermin von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Von 1. September 2029 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
- Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 1. September eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlun-gen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
- Die zum 31. Dezember 2021 ausstehenden Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens der OMV unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Bei Rückzahlung werden sämtliche ausständige Zinsen zur Zahlung fällig. Im Fall eines Kontrollwechsels, zum Beispiel, hat die OMV die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.
- 9. Die wesentlichen Finanzierungsvereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, und von OMV begebene Anleihen beinhalten übliche Standardklauseln für den Fall eines Kontrollwechsels.
- 10. Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
- 11. Die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind: Die Governance für das interne Kontrollsystem wird in einer internen Konzernrichtlinie (Richtlinie internes Kontrollsystem und ihre Anhänge) festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Grundsätze und Anforderungen durch regelmäßige Prüfungen, basierend entweder auf dem vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats genehmigten Jahresprüfungsplan oder in Form von Ad-hoc-Prüfungen. Die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. Für die Überwachung der wesentlichen „End-to-End“-Prozesse (z. B. Purchase-to-Pay, Order-to-Cash) werden konzernweit gültige Mindestanforderungen definiert. Diese werden nach einem festgelegten Zeitplan hinsichtlich Umsetzung und Effektivität überprüft. Die Festlegung von konzerneinheitlichen Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen durch das Konzern-IFRS Accounting-Manual wird ebenfalls in einer internen Konzernrichtlinie geregelt. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.
- 12. Gemäß § 267a Abs. 6 UGB wird ein gesonderter konsolidierter nichtfinanzieller Bericht erstellt.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
- Weitere Informationen dazu finden Sie in der Anhangangabe 37 im Konzernabschluss.
- Wien, am 9. März 2022
- Der Vorstand
- Alfred Stern e.h.
- Vorstandsvorsitzender,
Generaldirektor und Executive Officer Chemicals & Materials
| - Johann Pleininger e.h.
- Stellvertretender Vorstandsvorsitzender
- und Executive Officer Exploration & Production
|
- Reinhard Florey e.h.
- Chief Financial Officer
Martijn van Koten e.h.- Executive Officer Refining
| - Elena Skvortsova e.h.
- Executive Officer Marketing & Trading
|
Bestätigungsvermerk10
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
- Wir haben den Konzernabschluss der
OMV Aktiengesellschaft, Wien,
- und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang ausgenommen "Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)", geprüft.
- Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards(IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
- Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungs- vermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
- Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
- Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
- 1. Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende auf den Konzernabschluss
- 2. Werthaltigkeit von at-equity bewerteten Beteiligungen
- 3. Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte für Exploration und Evaluierung
- 4. Schätzung von Öl- und Gasreserven
- 5. Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen
Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt
- Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende auf den Konzernabschluss
- Der Klimawandel und die Energiewende wirken sich auf viele Schätzungen und Annahmen in der Rechnungslegung aus. Das Risiko besteht darin, dass Schätzungen und Annahmen in der Rechnungslegung die Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende nicht angemessen wiedergeben. Wie in der Anhangangabe 2 (Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen) dargelegt, hat OMV die kurz- und langfristigen Effekte des Klimawandels und der Energiewende in der Aufstellung ihres Konzernabschlusses berücksichtigt. In der Anhangangabe wird weiters ausgeführt, dass IFRS die Anwendung von Annahmen erfordert, die die aktuellen, bestmöglichen Schätzungen der Bandbreite an möglichen zukünftigen Rahmenbedingungen darstellen, welche von den Unternehmens- und öffentlichen Klimazielen abweichen können.
- Das Management der OMV hat für seine Annahmen in der Mittelfristplanung ein Basisszenario erstellt, welches den Schätzungen in diversen Bereichen des Konzernabschlusses, wie beispielweise Wert-berichtigung von Vermögenswerten, Nutzungsdauern oder Rückstellungen von Rekultivierungs-verpflichtungen, zugrunde gelegt wird. Das Basisszenario beruht auf dem Stated Policies Scenario (STEPS) der IEA, das dem World Economic Outlook entnommen wurde und wurde so angepasst, dass die EU, die Vereinigten Staaten, China, Japan und Südkorea (mit einer zweijährigen Verzögerung für die politische Harmonisierung und die Messung der Wirksamkeit) das Sustainable Development Scenario (SDS) der IEA verfolgen und die Ziele des Pariser Abkommens erreichen.
- Darüber hinaus hat OMV eine Stress-Test-Analyse durchgeführt, die auf einem Dekarbonisierungsszenario gemäß dem SDS der IEA basiert, in dem die ganze Welt bis 2070 der Verpflichtung zu Netto-Null-Emissionen des Pariser Abkommens nachkommt, um die Auswirkungen dieses Szenarios auf die Werthaltigkeit von Vermögenswerten und Bewertung der Verbindlichkeiten zu beurteilen. Die Angaben der OMV zur Auswirkung des Klimawandels und der Energiewende auf den Konzernabschluss, inklusive der Sensitivitäten aufgrund der Stress-Test-Analyse, sind in Anhangangabe 2 (Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen) enthalten.
Wie wir den Sachverhalt im Rahmen der Abschlussprüfung adressiert haben
- Wir haben die vom Management vorgenommenen wesentlichen Annahmen zu Risiken aus dem Klimawandel und Energiewende und deren Auswirkungen auf wesentliche Schätzungen und Annahmen in verschiedenen Bereichen des Konzern-abschlusses beurteilt.
- Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:
- ▸ Beurteilen der Konzeption und Wirksamkeit der Kontrollen im Bewertungsprozess mit dem Fokus darauf, wie die Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende in den wesentlichen Annahmen berücksichtigt wurden;
- ▸ Analysieren der Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende auf wesentliche Annahmen im Basisszenario und in der Stress-Test-Analyse mit den OMV-Verantwortlichen für die Konzern-strategie und die Konzernberichterstattung;
- ▸ Lesen der Informationen im Lagebericht (Strategie und Nachhaltigkeit) um die Übereinstimmung mit den Managementannahmen im Basisszenario und der Stress-Test-Analyse beurteilen zu können;
- ▸ Beurteilen der Zuordnung der Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende zu Schätzungen und Annahmen in der Rechnungslegung im Konzernabschluss;
- ▸ Evaluieren der von OMV getroffenen Einschätzungen für wesentliche Annahmen im Basisszenario (Öl- und Gaspreise, CO2 Preise, Raffinerie- und petrochemische Margen und Cracks, Strompreise und Spreads, Mengen-entwicklungen) und Vergleichen mit externen Marktdaten und anderen Informationen sofern verfügbar; und
- ▸ Beurteilen der Angemessenheit der Anhang-angaben im Konzernabschluss betreffend die Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende, inklusive der Sensitivitäten gemäß der Stress-Test-Analyse in Anhangangabe 2 (Bilanzierungsgrundsätze, Ermessens-entscheidungen und Schätzungen).
Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt
Werthaltigkeit von at-equity bewerteten Beteiligungen
- Zum 31. Dezember 2021 betrug der Buchwert der at-equity bewerteten Beteiligungen EUR 6.887 Mio (nach einer Wertminderung von EUR 669 Mio für Abu Dhabi Oil Refining Company).
- Gemäß IFRS ist eine Gesellschaft verpflichtet zu überprüfen, ob Anzeichen für eine Wertminderung oder für eine Wertaufholung von vorangegangenen Wertminderungen bestehen und falls sie bestehen, einen Wertminderungstest durchzuführen.
- Die Beurteilung der Werthaltigkeit von at-equity bewerteten Beteiligungen erfordert Ermessens-entscheidungen, ob Wertminderungsbedarf besteht und wie hoch ein solcher ist.
- Für die at-equity bewertete Beteiligungen an der Abu Dhabi Oil Refining Company, mit Sitz in Abu Dhabi, wurden Wertminderungsanzeichen identifiziert. Der vom Management durchgeführte Wertminderungstest ergab einen Wertminderungsbedarf.
- Das wesentliche Risiko liegt in der vom Management vorgenommenen Schätzung zukünftiger Margen-annahmen, Produktionsmengen, Zahlungsströme und Diskontierungssätze, welche dazu dienen, die Werthaltigkeit zu bestimmen.
- Die Angaben der OMV zu at-equity bewerteten Beteiligungen und der damit verbundenen Werthaltigkeitsprüfung sind in Anhangangabe 2 (Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen), Anhangangabe 7 (Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen) und Anhang-angabe 16 (At-equity bewertete Beteiligungen) enthalten.
Wie wir den Sachverhalt im Rahmen der Abschlussprüfung adressiert haben
- Wir haben die Beurteilung der Werthaltigkeit von at-equity bewerteten Beteiligungen durch das Management dahingehend geprüft, ob und wie das Management einen etwaigen Wertminderungsbedarf ermittelt. Wo ein Wertminderungstest notwendig war, haben wir die Annahmen des Managements beurteilt.
- Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:
- ▸ Beurteilen der Konzeption und Wirksamkeit der Kontrollen im Bewertungsprozess;
- ▸ Prüfen und beurteilen der Einschätzung von Wertminderungsanzeichen durch das Management;
- ▸ Beurteilung der Bestimmung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten;
- ▸ Abstimmen der in den Cash Flow Modellen enthaltenen Annahmen mit genehmigten Budgets und Geschäftsplänen;
- ▸ Beurteilen der Berücksichtigung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in den Cash Flow Modellen;
- ▸ Überprüfung der rechnerischen Richtigkeit der Cash Flow Modelle;
- ▸ Vergleichen der Cash Flow Prognosen mit externen Marktdaten oder anderen zur Verfügung stehenden externen Quellen;
- ▸ Einbeziehen unserer Bewertungsspezialisten zur Analyse der Diskontierungssätze, Wechselkurse und Wachstumsraten sowie zur Beurteilung der Bewertungsmodelle;
- ▸ Beurteilen der Treffsicherheit von Budgets und Prognosen des Managements durch Vergleich zur aktuellen Performance und zu Vorjahreswerten;
- ▸ Beurteilen der vom Management durchgeführten Sensitivitätsanalysen für in den Cash Flow Modellen getroffene wesentliche Annahmen sowie Durchführen von zusätzlichen eigenen Sensitivitätsanalysen zur Beurteilung der Auswirkung von möglichen Änderungen der Annahmen auf die Werthaltigkeit; und
- ▸ Beurteilen der Angemessenheit der Anhangangaben.
Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt
Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte für Exploration und Evaluierung (E&E)
- Der Buchwert der immateriellen E&E Vermögenswerte betrug EUR 967 Mio zum 31. Dezember 2021, nach einer außerplanmäßigen Abschreibung von EUR 184 Mio in 2021.
- Gemäß IFRS 6, Exploration und Evaluierung von Bodenschätzen, sind Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung auf Wertminderung zu überprüfen, wenn Tatsachen und Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert eines Vermögenswertes für Exploration und Evaluierung seinen erzielbaren Betrag übersteigt.
- Die Beurteilung des Buchwertes erfordert Ermessensentscheidungen und Schätzungen durch das Management, ob zum Jahresende ein Wertminderungsbedarf besteht und wie hoch ein solcher ist.
- Das wesentliche Risiko liegt in der Beurteilung der Absicht des Managements mit den Arbeiten an Erkundungsbohrungen und Lizenzen fortzufahren, der Wahrscheinlichkeit einer Lizenzverlängerung und dem bisherigen Erfolg von Bohrungen und geologischen Analysen. Zusätzlich kann die Werthaltigkeit von E&E Vermögenswerten auch von den Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende wie im dazu besonders wichtigen Prüfungssachverhalt oben beschrieben, beeinflusst sein.
- Die Angaben der OMV zu immateriellen E&E Vermögenswerten für Exploration und Evaluierung und der damit verbundenen Werthaltigkeitsprüfung sind in Anhangangabe 2 (Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen), Anhangangabe 7 (Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen) und Anhangangabe 14 (Immaterielle Vermögenswerte) enthalten.
Wie wir den Sachverhalt im Rahmen der Abschlussprüfung adressiert haben
- Wir haben die Beurteilung des Buchwertes der immateriellen E&E Vermögenswerte durch das Management unter Bezug auf die Kriterien des IFRS 6 und der Rechnungslegungsgrundsätze des Konzerns untersucht.
- Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:
- ▸ Untersuchen der Absicht des Managements zur Fortführung von Explorations- und Evaluierungstätigkeiten in relevanten Explorationsgebieten mittels Durchsicht von Budgets und Gesprächen mit dem Senior Management über die Absichten und Strategien des Konzerns;
- ▸ Durchsehen der Vorstandssitzungsprotokolle auf negative Hinweise, welche auf erfolglose Projekte schließen lassen könnten;
- ▸ Befragen des Managements über den Status der wesentlichen Explorationsprojekte;
- ▸ Beurteilen ob der Konzern in der Lage ist, geplante Explorations- und Evaluierungsaktivitäten zu finanzieren;
- ▸ Identifizieren von Öl- und Gasfeldern, bei welchen die Explorationsrechte des Konzerns entweder abgelaufen oder nahe dem Ablaufdatum sind und Beurteilen der Einschätzung des Managements hinsichtlich etwaiger Risiken im Zusammenhang mit der Verlängerung der Lizenzen;
- ▸ Beurteilen der vom Management getroffenen Annahmen, wenn ein E&E Vermögenswert außerplanmäßig abgeschrieben wurde und Überprüfung der Bewertung;
- ▸ Beurteilen der Angemessenheit der Anhangangaben; und
- ▸ Die Tätigkeiten im zuvor beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt betreffend Klimawandel und Energiewende.
Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt
- Schätzung von Öl- und Gasreserven
- Öl- und Gasreserven sind ein Indikator für das zukünftige Leistungsvermögen des Konzerns. Sie sind für den Konzernabschluss relevant, da sie als Basis
- ▸ für Produktionspläne in der Schätzung zukünftiger Zahlungsströme
- ▸ für Abschreibungen und Wertminderungen
- ▸ für die Bewertung des finanziellen Vermögenswertes in Höhe von EUR 432 Mio. im Zusammenhang mit der Neufeststellung von Reserven aus der Akquisition eines Anteils am Juschno Russkoje Feld im Jahr 2017 dienen.
- Die Bewertung von Öl- und Gasreserven erfordert Ermessensentscheidungen und Einschätzungen durch das Management und Techniker aufgrund der technischen Unsicherheiten beim Beurteilen der Mengen.
- Das wesentliche Risiko liegt in der Auswirkung der Öl- und Gasreserven auf den Konzernabschluss im Rahmen von Wertminderungstests, Abschreibungen, der Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen und der Bewertung des finanziellen Vermögenswertes im Zusammenhang mit der Neufeststellung von Reserven.
- Die Angaben der OMV zu Öl- und Gasreserven und den damit verbundenen Wertminderungstests sind in Anhangangabe 2 (Bilanzierungsgrundsätze, Ermessenentscheidungen und Schätzungen), Anhang-
angabe 7 (Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen), Anhangangabe 9 (Sonstige betriebliche Aufwendungen), (Anhangangabe 18 (Finanzielle Vermögenswerte) und Anhangangabe 23 (Rückstellungen) enthalten.
Wie wir den Sachverhalt im Rahmen der Abschlussprüfung adressiert haben
- Unsere Prüfungstätigkeiten konzentrierten sich auf den Schätzprozess von Öl- und Gasreserven durch das Management.
- Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:
- ▸ Nachvollziehen und Verstehen des Prozesses und der Kontrollen im Konzern im Zusammenhang mit der Schätzung von Öl- und Gasreserven;
- ▸ Testen von Kontrollen im Überprüfungsprozess für Öl- und Gasreserven;
- ▸ Analyse des internen Zertifizierungsprozesses für technische und kaufmännische Spezialisten, welche für den Schätzprozess von Öl- und Gasreserven verantwortlich sind;
- ▸ Beurteilen der Kompetenz von internen und externen Spezialisten sowie der Objektivität und Unabhängigkeit von externen Spezialisten, ob diese entsprechend qualifiziert sind, die Schätzung der Öl- und Gasreserven durchzuführen;
- ▸ Analysieren der letzten Berichte von DeGolyer and MacNaughton (D&M) über deren im Jahr 2021 durchgeführte Überprüfung der Öl- und Gasreserven des Konzerns in Rumänien, VAE, Österreich, Neuseeland, Norwegen und Libyen;
- ▸ Überprüfen ob wesentliche Zu- oder Abgänge bei den Öl- und Gasreserven in der Periode, in der neue Informationen verfügbar waren, erfasst wurden und ob diese in Einklang mit den Richtlinien des Konzerns für Reserven und Ressourcen stehen;
- ▸ Überprüfen ob die aktualisierten Schätzungen der Öl- und Gasreserven in der Beurteilung von Wertminderungen, der Berechnung der Abschreibung und der Bewertung des finanziellen Vermögenswertes im Zusammenhang mit der Neufeststellung von Reserven entsprechend berücksichtigt wurden; und
- ▸ Beurteilen der Angemessenheit der Anhangangaben.
Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt
- Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen
- Die Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen betrug zum 31. Dezember 2021 EUR 3.756 Mio.
- Im Zusammenhang mit den Kernaktivitäten des Konzerns entstehen regelmäßig Verpflichtungen zum Abbruch bzw. Rückbau von Anlagen sowie zur Bodensanierung.
- Das wesentliche Risiko liegt in der Schätzung des Managements von zukünftigen Kosten, Diskontierungssätzen und Inflationsraten, welche in die Berechnung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen einfließen. Zusätzlich kann die Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen auch von den Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende wie im dazu besonders wichtigen Prüfungssachverhalt oben beschrieben, beeinflusst sein.
- Die Angaben der OMV zur Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen sind in Anhangangabe 2 (Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen) und in Anhangangabe 23 (Rückstellungen) enthalten.
Wie wir den Sachverhalt im Rahmen der Abschlussprüfung adressiert haben
- Wir haben die Bewertung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen durch das Management beurteilt.
- Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:
- ▸ Beurteilen der Konzeption und Wirksamkeit der Kontrollen im Bewertungsprozess für Rekultivierungsverpflichtungen;
- ▸ Vergleichen der aktuellen Kostenschätzungen mit bisher angefallenen Rekultivierungskosten. Wo solche nicht verfügbar waren, haben wir die Kostenschätzungen mit jenen Dritter oder Technikern des Konzerns verglichen;
- ▸ Abstimmen wesentlicher Änderungen in den Kostenschätzungen während des Geschäftsjahres mit entsprechenden Detailunterlagen;
- ▸ Überprüfen ob der Zeitpunkt der Rekultivierung in Einklang mit dem Budget und Geschäftsplan des Konzerns steht;
- ▸ Einbeziehen unserer Bewertungsspezialisten zur Analyse der Diskontierungssätze und Inflationsraten;
- ▸ Prüfen der mathematischen Richtigkeit der Berechnung der Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen;
- ▸ Beurteilen der Angemessenheit der Anhangangaben; und
- ▸ Die Tätigkeiten im zuvor beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt betreffend Klimawandel und Energiewende.
Sonstige Informationen
- Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht und im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Den "Konsolidierten Corporate-Governance-Bericht" und den "Konsolidierten Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen" haben wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerkes erlangt, die übrigen Teile des Geschäftsberichtes und des Jahresfinanzberichtes werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.
- Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben.
- In Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
- Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
- Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
- Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
- Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
- Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
- Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
- Darüber hinaus gilt:
- ▸ Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Konzernabschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
- ▸ Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
- ▸ Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
- ▸ Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
- ▸ Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
- ▸ Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
- Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
- Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
- Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungs
sachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
- Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
- Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
- Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Urteil
- Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
- Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld, wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
- Wir wurden von der Hauptversammlung am 2. Juni 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 22. Juni 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit 2011 Abschlussprüfer.
- Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
- Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
- Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerhard Schwartz.
- Wien, am 9. März 2022
Ernst & Young
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.
- Mag. Katharina Schrenk e.h.
Wirtschaftsprüferin
- Mag. Gerhard Schwartz e.h.
Wirtschaftsprüfer
KONZERNABSCHLUSS UND KONZERNANHANG
83 — 209
84 — Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2021
85 — Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2021
86 — Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021
88 — Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2021
90 — Konzern-Cashflow-Rechnung 2021
Konzernanhang
91 — Grundlagen der Abschlusserstellung und Bilanzierungsgrundsätze
109 — Segmentberichterstattung
114 — Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
124 — Erläuterungen zur Bilanz
159 — Ergänzende Angaben zur Finanzlage
181 — Sonstige Angaben
199 — Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)
209 — Vorstand
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das
Geschäftsjahr 2021
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung |
In EUR Mio |
| Anhangangabe | 2021 | 2020 |
Umsatzerlöse | 4, 5 | 35.555 | 16.550 |
Sonstige betriebliche Erträge | 6 | 933 | 1.877 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 6, 16 | 600 | 38 |
Summe Erlöse und sonstige Erträge |
| 37.087 | 18.465 |
Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) | 17 | –20.257 | –9.598 |
Produktions- und operative Aufwendungen |
| –3.645 | –1.892 |
Produktionsbezogene Steuern |
| –658 | –325 |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | 7 | –3.750 | –2.418 |
Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen |
| –2.746 | –1.896 |
Explorationsaufwendungen | 7, 8 | –280 | –896 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | 9 | –688 | –389 |
Operatives Ergebnis |
| 5.065 | 1.050 |
Dividendenerträge | 31 | 19 | 19 |
Zinserträge | 11, 31 | 161 | 177 |
Zinsaufwendungen | 11, 31 | –334 | –280 |
Sonstiges Finanzergebnis | 11, 31 | –40 | –91 |
Finanzerfolg |
| –194 | –175 |
Ergebnis vor Steuern |
| 4.870 | 875 |
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 12 | –2.066 | 603 |
Jahresüberschuss |
| 2.804 | 1.478 |
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen |
| 2.093 | 1.258 |
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen |
| 94 | 84 |
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen |
| 617 | 136 |
Unverwässertes Ergebnis je Aktie in EUR | 13 | 6,40 | 3,85 |
Verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR | 13 | 6,40 | 3,85 |
|
|
|
|
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2021
Konzern-Gesamtergebnisrechnung |
In EUR Mio |
| Anhangangabe | 2021 | 2020 |
Jahresüberschuss |
| 2.804 | 1.478 |
|
|
|
|
Währungsumrechnungsdifferenzen |
| 946 | –1.234 |
Saldo Gewinn (+)/Verlust (–) des Jahres vor Ertragsteuern | 21 | 883 | –1.233 |
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in den Jahresüberschuss | 3, 6, 9 | 63 | –1 |
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges | 28 | 210 | 38 |
Saldo Gewinn (+)/Verlust (–) des Jahres vor Ertragsteuern |
| 386 | 419 |
Umgliederung von Gewinnen (–)/Verlusten (+) in den Jahresüberschuss |
| –176 | –380 |
Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis | 16 | 0 | –102 |
Summe der Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden können |
| 1.156 | –1.298 |
|
|
|
|
Gewinne (+)/ Verluste(–) aus der Neubewertung von leistungsorientierten Plänen | 23 | 53 | 4 |
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten | 18 | –1 | –2 |
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges, die nachfolgend auf den Buchwert des Grundgeschäftes übertragen werden | 28 | 17 | –113 |
Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis | 16 | –0 | –6 |
Summe der Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycelt“) werden |
| 69 | –118 |
|
|
|
|
Ertragsteuern, die auf Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden können, entfallen |
| –41 | –10 |
Ertragsteuern, die auf Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert ("recycelt") werden, entfallen |
| 8 | 18 |
Summe der auf das sonstige Ergebnis entfallenden Ertragsteuern | 21 | –33 | 8 |
|
|
|
|
Sonstiges Ergebnis des Jahres nach Steuern | 21 | 1.192 | –1.407 |
Gesamtergebnis des Jahres |
| 3.996 | 70 |
davon den Aktionären des Mutterunternehmens zuzurechnen |
| 3.164 | –4 |
davon den Hybridkapitalbesitzern zuzurechnen |
| 94 | 84 |
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen |
| 739 | –9 |
|
|
|
|
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021
Vermögen |
In EUR Mio |
| Anhangangabe | 2021 | 2020 |
Immaterielle Vermögenswerte | 14 | 3.161 | 3.443 |
Sachanlagen | 15 | 18.569 | 19.203 |
At-equity bewertete Beteiligungen | 16 | 6.887 | 8.321 |
Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 18 | 3.730 | 3.447 |
Sonstige Vermögenswerte | 19 | 113 | 103 |
Latente Steuern | 25 | 1.265 | 1.179 |
Langfristiges Vermögen |
| 33.724 | 35.695 |
Vorräte | 17 | 3.150 | 2.352 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 18 | 4.518 | 3.316 |
Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 18 | 5.148 | 3.018 |
Forderungen aus laufenden Ertragsteuern |
| 107 | 36 |
Sonstige Vermögenswerte | 19 | 621 | 537 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 26 | 5.050 | 2.854 |
Kurzfristiges Vermögen |
| 18.595 | 12.112 |
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | 20 | 1.479 | 1.464 |
Summe Aktiva |
| 53.798 | 49.271 |
|
|
|
|
Eigenkapital und Verbindlichkeiten |
In EUR Mio |
| Anhangangabe | 2021 | 2020 |
Grundkapital |
| 327 | 327 |
Hybridkapital |
| 2.483 | 3.228 |
Rücklagen |
| 12.695 | 10.184 |
Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens |
| 15.505 | 13.739 |
Nicht beherrschende Anteile | 22 | 6.491 | 6.159 |
Summe Eigenkapital | 21 | 21.996 | 19.899 |
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 23 | 1.299 | 1.458 |
Anleihen | 24 | 7.275 | 8.019 |
Leasingverbindlichkeiten | 24 | 887 | 943 |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 24 | 1.415 | 1.280 |
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen | 23 | 3.683 | 3.926 |
Sonstige Rückstellungen | 23 | 643 | 576 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 24 | 587 | 454 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 24 | 118 | 135 |
Latente Steuern | 25 | 1.309 | 1.229 |
Langfristige Verbindlichkeiten |
| 17.216 | 18.020 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 24 | 4.860 | 4.304 |
Anleihen | 24 | 795 | 850 |
Leasingverbindlichkeiten | 24 | 131 | 141 |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 24 | 350 | 703 |
Ertragsteuerverbindlichkeiten |
| 1.301 | 278 |
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen | 23 | 72 | 72 |
Sonstige Rückstellungen | 23 | 360 | 304 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 24 | 4.367 | 3.095 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 24 | 1.440 | 868 |
Kurzfristige Verbindlichkeiten |
| 13.677 | 10.616 |
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten | 20 | 909 | 736 |
Summe Passiva |
| 53.798 | 49.271 |
|
|
|
|
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2021
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2021¹ |
|
In EUR Mio |
|
| Grund- kapital | Kapital- rücklage | Hybrid- kapital | Gewinn- rücklage | Währungs- umrechnungs- differenzen
|
|
|
|
|
|
|
|
|
1. Jänner 2021 | 327 | 1.506 | 3.228 | 10.502 | –1.785 |
|
Jahresüberschuss | — | — | — | 2.187 | — |
|
Sonstiges Ergebnis des Jahres | — | — | — | 61 | 875 |
|
Gesamtergebnis des Jahres | — | — | — | 2.248 | 875 |
|
Dividendenausschüttung und Hybridkupon | — | — | — | –699 | — |
|
Veränderungen Hybridkapital | — | — | –745 | –43 | — |
|
Abgang eigener Anteile | — | 1 | — | — | — |
|
Anteilsbasierte Vergütungen | — | 7 | — | — | — |
|
Erhöhung (+)/Verminderung (–) nicht beherrschender Anteile | — | — | — | — | — |
|
Umgliederung von Cashflow-Hedges in die Bilanz | — | — | — | — | — |
|
31. Dezember 2021 | 327 | 1.514 | 2.483 | 12.008 | –910 |
|
|
|
|
|
|
|
|
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2020¹ |
|
In EUR Mio |
|
| Grund- kapital | Kapital- rücklage | Hybrid- kapital | Gewinn- rücklage | Währungs- umrechnungs- differenzen
|
|
|
|
|
|
|
|
|
1. Jänner 2020 | 327 | 1.506 | 1.987 | 9.832 | –694 |
|
Jahresüberschuss | — | — | — | 1.341 | — |
|
Sonstiges Ergebnis des Jahres | — | — | — | –3 | –1.091 |
|
Gesamtergebnis des Jahres | — | — | — | 1.338 | –1.091 |
|
Kapitalerhöhung | — | — | 1.241 | — | — |
|
Dividendenausschüttung und Hybridkupon | — | — | — | –673 | — |
|
Abgang eigener Anteile | — | 3 | — | — | — |
|
Anteilsbasierte Vergütungen | — | –3 | — | — | — |
|
Erhöhung (+)/Verminderung (–) nicht beherrschender Anteile | — | — | — | 5 | — |
|
Umgliederung von Cashflow-Hedges in die Bilanz | — | — | — | — | — |
|
31. Dezember 2020 | 327 | 1.506 | 3.228 | 10.502 | –1.785 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Hedges | Sonstiges Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | Eigene Anteile | Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens | Nicht beherrschende Anteile | Summe Eigenkapital |
|
|
|
|
|
|
|
| 51 | –86 | –3 | 13.739 | 6.159 | 19.899 |
| — | — | — | 2.187 | 617 | 2.804 |
| 134 | 0 | — | 1.071 | 121 | 1.192 |
| 134 | 0 | — | 3.258 | 739 | 3.996 |
| — | — | — | –699 | –268 | –967 |
| — | — | — | –789 | — | –789 |
| — | — | 0 | 2 | — | 2 |
| — | — | — | 7 | — | 7 |
| — | — | — | — | –147 | –147 |
| –13 | — | — | –13 | 8 | –5 |
| 173 | –86 | –3 | 15.505 | 6.491 | 21.996 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Hedges | Sonstiges Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | Eigene Anteile | Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens | Nicht beherrschende Anteile | Summe Eigenkapital |
|
|
|
|
|
|
|
| 41 | 18 | –4 | 13.012 | 3.851 | 16.863 |
| — | — | — | 1.341 | 136 | 1.478 |
| –61 | –107 | — | –1.262 | –146 | –1.407 |
| –61 | –107 | — | 80 | –9 | 70 |
| — | — | — | 1.241 | — | 1.241 |
| — | — | — | –673 | –209 | –882 |
| — | — | 1 | 4 | — | 4 |
| — | — | — | –3 | — | –3 |
| — | — | — | 5 | 2.519 | 2.524 |
| 71 | 3 | — | 73 | 8 | 81 |
| 51 | –86 | –3 | 13.739 | 6.159 | 19.899 |
|
|
|
|
|
|
|
Konzern-Cashflow-Rechnung 2021
Konzern-Cashflow-Rechnung |
In EUR Mio |
| Anhangangabe | 2021 | 2020 |
Jahresüberschuss |
| 2.804 | 1.478 |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | 7 | 3.935 | 3.197 |
Latente Steuern | 12 | 10 | –846 |
Laufende Steuern | 12 | 2.056 | 244 |
Gezahlte Ertragsteuern |
| –1.135 | –402 |
Steuerrückerstattungen |
| 24 | 45 |
Verluste (+)/Gewinne (-) aus Abgängen von Anlagevermögen und Geschäftseinheiten | 6, 9 | –267 | –12 |
Anteil am Ergebnis at-equity bewerteter Beteiligungen und Dividendenerträge | 6, 18, 31 | –619 | –57 |
Einzahlung aus Dividenden von at-equity bewerteten Beteiligungen und anderen Unternehmen | 16, 35 | 2.007 | 228 |
Zinsaufwendungen | 11, 31 | 175 | 168 |
Gezahlte Zinsen |
| –207 | –164 |
Zinserträge | 11, 31 | –156 | –160 |
Erhaltene Zinsen |
| 78 | 53 |
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Personalrückstellungen | 23 | –13 | –60 |
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Rückstellungen | 23 | –16 | 21 |
Sonstige Änderungen | 26 | 221 | –948 |
Cashflow aus der Betriebstätigkeit exklusive Net-Working-Capital-Positionen |
| 8.897 | 2.786 |
Verminderung (+)/Erhöhung (–) Vorräte | 17 | –1.084 | 288 |
Verminderung (+)/Erhöhung (–) Forderungen | 18, 19 | –1.932 | 145 |
Erhöhung (+)/Verminderung (–) Verbindlichkeiten | 24 | 1.136 | –82 |
Veränderungen in den Net Working Capital-Positionen |
| –1.881 | 351 |
Cashflow aus der Betriebstätigkeit |
| 7.017 | 3.137 |
Investitionen |
|
|
|
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 14, 15 | –2.497 | –1.960 |
Beteiligungen, Ausleihungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte | 18 | –382 | –194 |
Erwerb von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel | 3 | — | –3.880 |
Veräußerungen |
|
|
|
Erlöse aus Anlagevermögen |
| 397 | 72 |
Erlöse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel |
| 661 | 15 |
Cashflow aus der Investitionstätigkeit |
| –1.820 | –5.948 |
Zugänge langfristige Finanzierungen | 26 | 250 | 3.338 |
Rückzahlung langfristige Finanzierungen | 26 | –2.287 | –797 |
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige Finanzierungen | 26 | 61 | –96 |
Verminderung von nicht beherrschenden Anteile |
| –4 | — |
Dividendenzahlungen an Anteilseigner des Mutterunternehmens (inkl. Hybridkupons) | 21 | –733 | –673 |
Dividendenzahlungen an nicht beherrschende Anteilseigner | 22 | –265 | –206 |
Zugänge Hybridanleihe | 21 | — | 1.241 |
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit |
| –2.977 | 2.808 |
Währungsdifferenz auf liquide Mittel |
| –25 | –66 |
Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel |
| 2.195 | –69 |
Liquide Mittel Jahresbeginn | 26 | 2.869 | 2.938 |
Liquide Mittel Jahresende | 26 | 5.064 | 2.869 |
Davon Liquide Mittel umgegliedert auf „Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ |
| 14 | 15 |
In der Konzernbilanz als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen | 26 | 5.050 | 2.854 |
|
|
|
|
Konzernanhang
Grundlagen der Abschlusserstellung und Bilanzierungsgrundsätze
1 Grundlagen der Abschlusserstellung
- Die OMV Aktiengesellschaft (im österreichischen Firmenbuch eingetragen mit dem Sitz Trabrennstraße 6–8, 1020 Wien, Österreich) ist ein integriertes, internationales Öl-, Gas- und Chemieunternehmen, welches Geschäftsaktivitäten in den Bereichen Exploration & Production, Refining & Marketing und Chemicals & Materials unterhält.
- Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Beachtung der International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den ergänzend nach § 245a (1) anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften gemäß dem österreichischen Unternehmensgesetzbuch (UGB) erstellt. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.
- Die Aufstellung des Konzernabschlusses ist grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips erfolgt. Hiervon ausgenommen sind bestimmte Positionen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, so wie in der Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen – beschrieben.
- Der Konzernabschluss 2021 wurde in Millionen Euro (EUR Mio, EUR 1.000.000) erstellt. Durch die Angabe in EUR Mio können sich Rundungsdifferenzen ergeben.
- Der Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft beinhaltet die Abschlüsse aller Unternehmen, die zum 31. Dezember 2021 beherrscht wurden (Tochterunternehmen). Die Abschlüsse aller einbezogenen Unternehmen sind auf Basis konzerneinheitlicher Rechnungslegungsstandards erstellt. Eine Übersicht der einbezogenen Tochterunternehmen, at-equity bewerteten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen befindet sich in Anhangangabe 38 – Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft – und enthält Angaben zu Konsolidierungsmethode, Geschäftsbereich, Standort und OMV Anteil.
- Der Konzernabschluss 2021 wurde am 9. März 2022 vom Aufsichtsrat genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben.
2 Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen
1) Änderungen in den Bilanzierungsgrundsätzen
- Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze entsprechen mit Ausnahme der nachfolgenden Änderungen jenen des vorangegangenen Geschäftsjahres.
- Die folgenden Änderungen von Standards wurden mit 1. Jänner 2021 angewandt:
- ▸ Änderung an IFRS 16 Leasingverhältnisse: COVID-19-bezogene Mietkonzessionen
- ▸ Änderung an IFRS 16 Leasingverhältnisse: COVID-19-bezogene Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021
- ▸ Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16: Reform der Referenzzinssätze - Phase 2
- Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der OMV.
Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16: Reform der Referenzzinssätze - Phase 2
- Der Konzern wandte die Phase 2-Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 an, mit denen das IASB die Fragen adressierte, die sich aus der Reform der Referenzzinssätze, einschließlich Austausches eines Referenzzinssatzes durch einen anderen, ergeben.
- Diese Änderungen sind für die folgenden Sicherungsbeziehungen und Finanzinstrumente des Konzerns, deren Laufzeit über 2021 hinausgeht, relevant:
- ▸ Zinsswaps, die als Sicherungsinstrument in einem Cashflow-Hedge designiert wurden und mit USD Libor indexiert sind
- ▸ Sonstige Finanzinstrumente wie Ausleihungen, Darlehen und Kredite, derivative Finanzinstrumente, für die Hedge Accounting nicht angewandt wurde, und Zusagen, die mit dem LIBOR indexiert sind (hauptsächlich USD LIBOR, JPY LIBOR)
- Die Anwendung dieser Änderungen hat im Konzern folgende Auswirkungen:
- ▸ Änderungen zu den vertraglichen Cashflows: Die Basis für die Ermittlung der vertraglichen Cashflows von finanziellen Vermögenswerte oder Schulden, auf die die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten angewendet wird, kann sich infolge der IBOR Reform ändern, etwa wenn der Vertrag für den Ersatz des Referenzinssatzes durch einen alternativen geändert wird. Die Phase 2-Änderungen sehen eine Erleichterung für die Bilanzierung solcher Änderungen in der Bestimmung der vertraglichen Cashflows infolge der IBOR-Reform vor. Bei Anwendung dieser Erleichterung berücksichtigen Unternehmen diese Änderung mit einer Aktualisierung des Effektivzinssatzes ohne unmittelbare Erfassung eines Gewinns oder Verlusts in der Gewinn- und Verlustrechnung. Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 wandte der Konzern diese Erleichterungsvorschrift für den JPY Kredit an.
- ▸ Hedge Accounting: Wenn die Anwendung der Phase 1-Änderungen endet, wird der Konzern die Designierung der Sicherungsbeziehungen entsprechend den durch die IBOR-Reform erforderlichen Änderungen anpassen und die Hedge Accounting Dokumentation zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderungen gemacht wurden, aktualisieren. Eine Beendigung der Sicherungsbeziehungen ist nicht erforderlich. Der Konzern hat in dieser Berichtsperiode keine Änderungen an der Dokumentatation der Sicherungsbeziehungen infolge der IBOR-Reform durchgeführt. Wenn der Konzern eine Designierung einer Sicherungsbeziehung ändert, wird angenommen, dass der in der Cashflow Hedge Rücklage kumulierte Betrag auf dem alternativen Referenzzinssatz basiert.
- ▸ Zusätzliche Anhangangaben in Zusammenhang mit der Reform der Referenzzinssätze sind erforderlich. Für nähere Details siehe Anhangangabe 28 Risikomanagement.
2) Noch nicht verpflichtend anwendbare neue und überarbeitete Standards
- Die folgenden neuen bzw. überarbeiteten Standards, die bereits veröffentlicht aber noch nicht verpflichtend in Kraft getreten sind, wurden vom OMV Konzern nicht angewandt. Durch diese Standards werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet. Teilweise ist die Anerkennung dieser Standards durch die EU noch ausständig.
Standards und Änderungen | Datum des Inkrafttretens laut IASB |
Änderungen an IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse: Verweis auf das Rahmenkonzept | 1. Jänner 2022 |
Änderungen an IAS 16 Sachanlagen: Erträge vor der geplanten Nutzung | 1. Jänner 2022 |
Änderungen an IAS 37: Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung | 1. Jänner 2022 |
Jährliche Verbesserungen der IFRS Standards 2018-2020 | 1. Jänner 2022 |
IFRS 17 Versicherungsverträge und Änderungen an IFRS 17 | 1. Jänner 2023 |
Änderungen an IAS 1: Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig | 1. Jänner 2023 |
Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2: Angabe von Rechnungslegungsmethoden | 1. Jänner 2023 |
Änderungen an IAS 8: Definition von Schätzungen | 1. Jänner 2023 |
Änderungen an IAS 12: Latente Steuern im Zusammenhang mit Vermögenswerten und Schulden aus einer einzigen Transaktion | 1. Jänner 2023 |
|
|
3) Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Schätzungen und Annahmen
Schätzungen und Annahmen
Für die Erstellung des Konzernabschlusses sind vom Management Einschätzungen und Annahmen zu treffen, welche die im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie die im Anhang angegebenen Beträge beeinflussen. Diese Schätzungen und Annahmen basieren auf Erfahrungswerten und anderen Faktoren, die zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung als angemessen betrachtet werden. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Die Schätzungen und Annahmen mit dem größten Einfluss auf die Ergebnisse des OMV Konzerns sind im Folgenden hervorgehoben und sollten gemeinsam mit den betreffenden Anhangangaben gelesen werden. Wesentliche Schätzungen und Annahmen wurden vor allem getroffen in Bezug auf:
- - Öl- und Gasreserven (siehe 2.3h),
- - Rekultivierungsrückstellungen (siehe 2.3s und 23),
- - Rückstellungen für belastende Verträge (siehe 2.3s und 23),
- - die Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagevermögen und at equity-bewerteten Beteiligungen (siehe 2.3j und 7) sowie
- - die Werthaltigkeit der sonstigen finanziellen Vermögenswerte – hauptsächlich im Zusammenhang mit der vertraglichen Position gegenüber Gazprom aus der Neufeststellung der Reserven des Juschno Russkoje Felds sowie der Rückerstattung von Kosten für Rekultivierungs-, Wiederherstellungs- und Umweltverpflichtungen vom rumänischen Staat (siehe 2.3m und 18).
Auswirkungen von Aspekten des Klimawandels und der Energiewende
Die OMV hat die kurz- und langfristigen Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende in der Aufstellung ihres Konzernabschlusses berücksichtigt. Die vom Management getroffenen, wesentlichen Schätzungen berücksichtigen die künftigen Auswirkungen der strategischen Entscheidungen und das Engagement der OMV, ihr Portfolio an den Zielen der Energiewende auszurichten, kurz- und langfristige klimabezogene Aspekte sowie den Übergang zu weniger kohlenstoffhaltigen Energieträgern zusammen mit einer bestmöglichen Schätzung des globalen Angebots und Nachfrage, inklusive prognostizierter Warenpreise.
Die OMV ist sich ihrer Verantwortung bewusst und wird ihrer Verpflichtung zum Pariser Abkommen sowie den Klimazielen der EU nachkommen. Die OMV verpflichtet sich, bis 2050 Netto-Null-Emissionen (Scope 1, 2 und 3) zu erreichen, und hat Zwischenziele für 2030 und 2040 sowie klar definierte Maßnahmen festgelegt, um die Ziele bis 2030 zu erreichen. Bis 2030 sollen die Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 30% und die Scope-3-Emissionen um 20% reduziert werden.
Nichtsdestotrotz gibt es eine erhebliche Unsicherheit hinsichtlich der Veränderungen im Energieträgermix in den nächsten 30 Jahren und dem Ausmaß, in dem mit diesen Veränderungen die Ziele des Pariser Abkommen erreicht werden. Während sich Unternehmen zu solchen Zielen verpflichten können, erfordert die Bilanzierung nach IFRS die Anwendung von Annahmen, die die aktuellen, bestmöglichen Schätzungen der Bandbreite an möglichen zukünftigen Rahmenbedingungen darstellen, die von solchen Zielen abweichen können.
Die OMV ist auf einem Weltmarkt mit globalen Produkten tätig und erwartet, dass sich die Energiewende in verschiedenen Teilen der Welt mit unterschiedlicher Geschwindigkeit vollzieht. Dementsprechend basieren die Annahmen der OMV für die Mittelfristplanung, die den Schätzungen in verschiedenen Bereichen des Konzernabschlusses, wie Wertminderungen von Vermögenswerten, Nutzungsdauern und Rekultivierungsverpflichtungen, zugrunde gelegt werden, auf einem Szenario das auf dem Stated Policies Scenario (STEPS) der IEA, das dem World Economic Outlook entnommen wurde, beruht und so angepasst wurde, dass die EU, die USA, China, Japan und Südkorea (mit einer zweijährigen Verzögerung für die politische Harmonisierung und die Messung der Wirksamkeit) das Sustainable Development Scenario (SDS) der IEA verfolgen und die Ziele des Pariser Abkommens erreichen.
Zur Berücksichtigung der Unsicherheit hinsichtlich Geschwindigkeit der Energiewende führte die OMV eine Stress-Test-Analyse durch, die auf einem Dekarbonisierungsszenario gemäß dem SDS der IEA, in dem die ganze Welt bis 2070 der Verpflichtung zu Netto-Null-Emissionen des Pariser Abkommens nachkommt, basiert. Ziel dieser Analyse ist eine Beurteilung der Auswirkungen eines solchen Szenarios auf die Werthaltigkeit der Vermögenswerte und Bewertung der Verbindlichkeiten.
Die Auswirkungen auf die globale Nachfrage, wenn die ganze Welt den Zielen des Pariser Abkommens folgt, haben wiederum Auswirkungen auf die Annahmen über Öl- und Gaspreise, CO2-Preise, Raffinerie- und petrochemische Margen und Cracks, Strompreise und Spreads sowie die Erwartungen zu Mengenentwicklungen, die in der Stress-Test-Analyse verwendet werden.
Werthaltigkeit von Vermögenswerten
Annahmen über Warenpreise können eine wesentliche Auswirkung auf die erzielbaren Beträge von Explorationsvermögen, Sachanlagevermögen und Goodwill haben.
Die Annahmen über Öl- und Gaspreise wurden bereits 2020 revidiert, um die potenziellen Auswirkungen der Energiewende zu berücksichtigen, was zu einer Wertminderung von Öl- und Gasvermögenswerten im E&P-Bereich von EUR 1,2 Mrd. führte. 2021 änderten sich die Öl- und Gaspreisannahmen in der Mittelfristplanung nicht wesentlich im Vergleich zu 2020. Es wurden folglich weder Wertminderungsaufwendungen noch Wertaufholungen auf Grund von Änderungen in den Preisannahmen verbucht.
Das Management wird weiterhin die relevanten Warenpreisannahmen in der Zukunft beobachten. Dies kann zu weiteren Wertminderungen oder Wertaufholungen führen.
Im Stresstest nimmt die OMV für das E&P-Segment um 15 bis 20 USD niedrigere, langfristige Ölpreise sowie um 5 EUR/MWh niedrigere Gaspreise als in der Mittelfristplanung an. Nach diesem Stresstest hätten die Buchwerte der Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven um EUR 4,2 Mrd. reduziert werden müssen. Zusätzlich würden Firmenwerte um EUR 0,3 Mrd. reduziert und einige Öl- und Gasvermögenswerte ohne sichere Reserven aufgegeben werden (GuV-Effekt vor Steuern von EUR 0,3 Mrd.). Der verbleibende Buchwert des Sachanlagevermögens von Öl- und Gasfeldern mit einem Anteil der Produktion von Öl über 55% wäre in diesem Stress-Test-Szenario EUR 2,2 Mrd.
Im R&M-Segment berücksichtigt der Stresstest die weltweit rückgängigen Volumen für fast alle Produkte mit negativen Wachstumsraten und weitere Rückgänge in den Margen und Cracks im Vergleich zur Mittelfristplanung. Dies würde zu einem zusätzlichen Rückgang der Buchwerte von EUR 1,0 Mrd. in Zusammenhang mit der Raffinerie in Rumänien sowie der Beteiligung an ADNOC Refining führen. Die Raffinerien Schwechat und Burghausen sind in einem solchen Szenario durch den starken Fokus auf petrochemische Produkte von keiner Wertminderung betroffen.
Die OMV sieht durch die Energiewende keine wesentlichen Auswirkungen auf das C&M Segment, weshalb es für diesen Bereich keine anderen Stresstest-Annahmen als das Szenario der Mittelfristplanung gab.
Der Stress Case wurde anhand einer vereinfachten Methode berechnet. Die Berechnung basiert auf einem DCF-Modell ähnlich zu einer Nutzungswertberechnung, in der keine künftigen Investitionen in Erweiterungen, Verbesserungen und Restrukturierungen berücksichtigt werden. Im E&P-Segment basieren die Cashflows auf einer angepassten Mittelfristplanung für fünf Jahre und eine Feldlebensplanung für die Jahre bis zur Stilllegung. Im R&M-Segment sind die Cashflows aus der 5-Jahres-Mittelfristplanung sowie eine ewige Rente enthalten. Die für die Berechnung der ewigen Rente herangezogenen (negativen) Wachstumsraten wurden gemäß den erwarteten Änderungen in der Nachfrage nach den verschiedenen Produkten in den nächsten 20 Jahren geschätzt. Der Stress Case enthält keine anderen Änderungen zu den Inputfaktoren als der Preise und Volumen. Folgeänderungen, die das Management implementieren könnte, wie Kosteneinsparungen, Reservenneubewertungen, Divestments und Änderungen in den Business Plänen, wurden nicht berücksichtigt. Die oben angeführten Beträge sind deshalb nicht als eine beste Schätzung eines erwarteten Wertminderungsverlusts aus einem solchen Szenario zu sehen.
Nutzungsdauern
Das Sachanlagevermögen von R&M wird im Durchschnitt in den nächsten 7 Jahren voll abgeschrieben. Es wird erwartet, dass die Nachfrage für Mineralölprodukte in diesem Zeitraum stabil bleiben wird. Durch die Energiewende wird deshalb keine wesentliche Auswirkung auf die erwarteten Nutzungsdauern des Sachanlagevermögen im R&M-Segment erwartet. Im E&P-Segment ist die durchschnittliche, verbleibende Feldlebensdauer auf Basis von 2P-Reserven zwölf Jahre. Weiters wird die Abschreibung auf Basis der „Unit-of-production“-Methode berechnet, weshalb im E&P-Segment keine wesentlichen Auswirkungen auf die Nutzungsdauern des Sachanlagevermögens im E&P-Segment erwartet werden. Da die OMV keine wesentlichen Auswirkungen durch die Energiewende auf das C&M-Segment erwartet, ist auch in diesem Bereich mit keiner wesentlichen Auswirkung auf die Nutzungsdauern zu rechnen.
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen
Der wirtschaftliche Zeitpunkt für die Stilllegung ändert sich durch den Stress Case nicht wesentlich. Die Auswirkung auf den Buchwert der Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen ist deshalb unwesentlich.
Für die Raffinerien wurden keine Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen angesetzt. Es wird erwartet, dass die Raffineriegelände auch unter einem Energiewendeszenario, das in Einklang mit den Pariser Zielen steht, weiterhin für die Produktion genutzt werden. Während die Raffinerien in Europa einen starken Fokus auf die Produktion von Chemikalien haben und weitere Maßnahmen für die Transformation dieser Raffinerien getroffen werden, wird auch für ADNOC Refining eine Fortsetzung des Betriebs in einem solchen Szenario erwartet.
a) Unternehmenszusammenschlüsse und Firmenwerte
- Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Dabei werden die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden erfasst und mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Es wird für jeden Unternehmenszusammenschluss einzeln entschieden, ob die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil der bilanzierten Beträge des identifizierbaren Nettovermögens bewertet werden.
- Bedingte Kaufpreiszahlungen werden zum Erwerbszeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Folgebewertung von bedingten Kaufpreiszahlungen, die als finanzielle Vermögenswerte oder Schulden eingestuft werden, erfolgt zum beizulegenden Zeitwert mit Verbuchung der Wertänderungen im Gewinn oder Verlust.
- Der Firmenwert entspricht dem Überschuss aus der Summe der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen und gegebenenfalls dem beizulegenden Zeitwert des zuvor von der OMV am erworbenen Unternehmen gehaltenen Eigenkapitalanteils über das zum Erwerbszeitpunkt beim erworbenen Unternehmen bestehende Nettovermögen. Firmenwerte werden als Vermögenswerte erfasst und mindestens einmal jährlich auf eine Wertminderung überprüft. Jede Wertminde-rung wird sofort ergebniswirksam berücksichtigt. Eine spätere Wertaufholung ist nicht möglich. Ein Gewinn aus einem günstigen Unternehmenserwerb wird sofort als Ertrag erfasst.
b) Umsatzerlöse
- Grundsätzlich werden die Umsatzerlöse bei Kontrollübergang der Produkte oder Dienstleistungen auf den Kunden realisiert. Die Ertragsrealisierung erfolgt auf Basis der mit dem Kunden vereinbarten Gegenleistung mit Ausnahme von Beträgen, die im Auftrag Dritter eingezogen werden.
- Beim Verkauf von Gütern wie Rohöl, LNG, Ölprodukte, petrochemische und ähnliche Produkte stellt grundsätzlich die Lieferung einer Mengeneinheit eine separate Leistungsverpflichtung dar. Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Kontrolle über die Güter an den Kunden übertragen wird, wobei dies der Zeitpunkt ist, an dem die Eigentumsrechte sowie das Untergangsrisiko auf den Kunden übergehen. Dieser Zeitpunkt kann auf Basis der im Kundenvertrag vereinbarten Incoterms festgestellt werden. Diese Verkäufe erfolgen mit entsprechend dem Industriestandard üblichen Zahlungszielen.
- Umsatzerlöse aus der Rohölproduktion, an der die OMV mit anderen Produzenten beteiligt ist, werden gemäß der Umsatzmethode verbucht. Das bedeutet, dass die Umsatzerlöse auf Basis der tatsächlichen Verkäufe an Dritte, unabhängig vom prozentualen Anteil oder Anspruch des Konzerns, verbucht werden. Für die Differenz zwischen den Kosten der verkauften Mengen und den Kosten auf Basis der Menge für die ein Anspruch besteht, wird eine Anpassung der Produktionskosten auf Basis der durchschnittlichen Kosten mit Gegenbuchung in den sonstigen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten erfasst.
- Im R&M Tankstellengeschäft werden die Umsätze aus dem Verkauf von Treibstoffen realisiert, wenn die Produkte an den Kunden abgegeben werden. Abhängig davon, ob die OMV beim Verkauf von Tankstellen-shopware als Prinzipal oder Agent handelt, werden die Erlöse und diesen Erlösen zuordenbaren Kosten in der Gewinn- und Verlustrechnung brutto oder netto dargestellt. Die OMV ist Prinzipal, wenn sie vor dem Verkauf Kontrolle über die Güter hat, wofür der Hauptindikator das Lagerrisiko bei der OMV ist. An Tankstellen sind die Zahlungen sofort zum Zeitpunkt des Kaufs fällig.
- Die Gas- und Stromlieferverträge der OMV enthalten eine Leistungsverpflichtung, die über den vereinbarten Lieferzeitraum erbracht wird. Die Umsatzerlöse werden entsprechend den von den Kunden abgenommenen Mengen und in Übereinstimmung mit dem Betrag, den die OMV in Rechnung stellen darf, realisiert. Nur in Ausnahmefällen enthalten langfristige Lieferverträge unterschiedliche Preise in den verschiedenen Perioden, bei welchen die Preise nicht den Wert der Güter zum Lieferzeitpunkt widerspiegeln. In diesen Fällen werden die Umsatzerlöse auf Basis der durchschnittlichen Vertragspreise verbucht.
- In einigen Kundenverträgen für die Lieferung von Erdgas umfasst das dem Kunden verrechnete Entgelt einen Fixbetrag und ein variables Entgelt abhängig von der gelieferten Menge. Diese Verträge enthalten nur eine Leistungsverpflichtung und zwar eine Zusage, über einen bestimmten Zeitraum für die Lieferung von Gas bereitzustehen. Die Erlöse aus dem fixen und variablen Entgelt werden entsprechend den Beträgen, die die OMV den Kunden in Rechnung stellen darf, verbucht. Gas- und Stromlieferungen werden monatlich in Rechnung gestellt und gezahlt.
- Gasspeicher- und -transportverträge enthalten eine Zusage, Speicher- und Transportleistungen über einen vereinbarten Zeitraum zu erbringen. Die Umsatzerlöse werden entsprechend den Beträgen, die die OMV den Kunden in Rechnung stellen darf, verbucht. Gas- und Stromlieferungen werden monatlich in Rechnung gestellt und gezahlt.
- In der OMV gibt es einige Kundenverträge für Öl- und Gaslieferungen sowie für Gasspeicher- und Transportleistungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr. Gemäß IFRS 15 sind die gesamten auf die noch nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen entfallenden Teile der Transaktionspreise grundsätzlich für solche Verträge anzugeben. Die Verträge für Öllieferungen enthalten, so wie in der Ölindustrie üblich, variable Preise auf Basis der Marktpreise zum Lieferzeitpunkt, weshalb für diese Verträge eine Zuordnung des Transaktionspreises auf die nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen nicht möglich ist. Für Gaslieferverträge sowie Gasspeicher- und Transportverträge wendet die OMV die Erleichterungsvorschriften gemäß IFRS 15.121 (b) an, wonach diese Informationen für Verträge, bei denen die Erlöse dem Wert, für die die OMV das Recht zur in Rechnungstellung hat, entsprechen, nicht veröffentlicht werden müssen. Die OMV veröffentlicht diese Information daher nicht.
c) Sonstige Erlöse
- Die sonstigen Erlöse enthalten Umsatzerlöse aus Warengeschäften, die in den Anwendungsbereich des IFRS 9 fallen. Umsatzerlöse und Kosten für Rohstoffe werden netto innerhalb der sonstigen Erlöse dargestellt, wenn die Warentermingeschäfte zu Handelszwecken und nicht mit dem Ziel der finalen physischen Lieferung abgeschlossen eingestuft wurden.
- Die sonstigen Erlöse enthalten weiters die Anpassung der Umsatzerlöse aus der Berücksichtigung des der nationalen Ölgesellschaft zustehenden Anteils an der Produktion als Ertragssteueraufwand bei bestimmten Produktionsteilungsverträgen im E&P Segment (siehe 2.3f), realisierte und unrealisierte Ergebnisse aus der Absicherung von Umsatztransaktionen sowie Miet- und Pachterlöse.
d) Explorationsaufwendungen
- Explorationsaufwendungen betreffen ausschließlich den Geschäftsbereich E&P und umfassen jene Kosten, die im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen. Dazu zählen u.a. geologische und geophysikalische Kosten für die Identifikation und Untersuchung von Gebieten mit möglichen Öl- und Gasreserven sowie Verwaltungs-, Rechts- und Beratungskosten in Zusammenhang mit Explorationsaktivitäten. Des Weiteren umfasst diese Position alle Wertminderungen von Explorationsbohrungen, die keine sicheren Reserven nachweisen konnten. Planmäßige Abschreibungen von fündigen Explorationsbohrungen werden innerhalb der Abschreibungen, Wertminderungen und -aufholungen dargestellt.
e) Forschung und Entwicklung
- Die im Zusammenhang mit Forschungsaktivitäten anfallenden Ausgaben werden in der Periode als Aufwand verbucht, in der sie angefallen sind. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen (F&E), die in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen werden, umfassen alle direkten und indirekten Material- und Personalkosten sowie Kosten für Fremdleistungen, die im Zusammenhang mit der gezielten Suche nach neuen Erkenntnissen hinsichtlich der Entwicklung und wesentlichen Verbesserung von Produkten, Leistungen oder Prozessen und im Zusammenhang mit Forschungsaktivitäten anfallen. Entwicklungskosten werden aktiviert, wenn die Aktivierungskriterien gemäß IAS 38 erfüllt sind.
f) Explorations- und Produktionsteilungsverträge
- Ein Explorations- und Produktionsteilungsvertrag (Exploration and Production Sharing Agreement, EPSA) ist eine Vertragsform bei Erdöl- und Erdgaslizenzen, bei der sich eine oder mehrere Ölunternehmen und das Gastland bzw. die nationale Ölgesellschaft die Erdöl- bzw. Erdgasproduktion nach einem festgelegten Schlüssel teilen. Explorationsaufwendungen werden dabei grundsätzlich von den Ölgesellschaften bestritten und nur im Erfolgsfall vom Staat oder der nationalen Ölgesellschaft in Form des sogenannten „cost oil“ erstattet. In bestimmten EPSA-Verträgen stellen die dem Gastland bzw. der nationalen Ölgesellschaft zustehenden Anteile an der Produktion eine Form der Ertragsbesteuerung dar. In solchen Fällen werden sie dementsprechend in der Gewinn- und Verlustrechnung als Ertragsteueraufwand dargestellt.
g) Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
- Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert (inklusive Kosten für Großinspektionen und Generalüberholungen). Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten enthalten den Barwert für die erwarteten Rückbaukosten von Anlagen nach deren Nutzung, wenn eine Rückstellung für Rückbaukosten angesetzt wurde (siehe 2.3s). Kosten für den Austausch von Anlagenteilen werden aktiviert und die Buchwerte der ersetzten Teile ausgebucht. Kleinere Instandhaltungsleistungen und Reparaturen werden im Jahr des Anfallens als Aufwand gebucht.
- Immaterielle Vermögenswerte und abnutzbare Sachanlagen werden (mit Ausnahme von Öl- und Gasvermögen und einem vertraglichen immateriellen Vermögenswert in E&P, siehe 2.3h) linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben.
Nutzungsdauer | Jahre |
|
|
|
Immaterielle Vermögenswerte |
|
Firmenwerte | Unbestimmt |
Software | 3–7 |
Konzessionen, Lizenzen, vertragliche immaterielle Vermögenswerte u.Ä. | 3–20, Vertragslaufzeit oder Unit-of-Production-Methode
|
Bereichsspezifische Sachanlagen |
E&P | Öl- bzw. Gasvermögen | Unit-of-Production-Methode |
R&M | Leitungen | 20-30 |
| Gaskraftwerk | 8–30 |
| Hochbehälter | 40 |
| Raffinerieverarbeitungsanlagen | 25 |
| Tankstellen | 5–20 |
C&M | Petrochemische Produktionsanlagen | 15-20 |
Sonstige Sachanlagen |
Produktions- und Verwaltungsgebäude | 20–50 |
Sonstige technische Anlagen | 10–20 |
Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3–15 |
|
|
|
h) Öl- und Gasvermögen
- E&P-Aktivitäten werden nach der Successful-Efforts-Methode bilanziert. Der Erwerb von geologischen und geophysikalischen Studien vor der Auffindung von sicheren Reserven wird im Periodenaufwand erfasst. Die Kosten einer Bohrung werden bis zum Zeitpunkt der Feststellung, ob potenziell wirtschaftlich förderbare Öl- oder Gasreserven vorliegen, aktiviert und als immaterielle Vermögenswerte dargestellt. Nicht wirtschaftlich fündige Bohrungen werden aufwandswirksam erfasst. Ist die wirtschaftliche Fündigkeit noch nicht geklärt, bleiben die Kosten einer Explorationsbohrung aktiviert, solange die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
- ▸ Durch die Bohrung wurden ausreichend Öl- oder Gasreserven gefunden, welche eine Fertigstellung als Produktionsbohrung rechtfertigen würden.
- ▸ Es werden ausreichende Fortschritte hinsichtlich der Einschätzung der wirtschaftlichen und technischen Realisierbarkeit gemacht, die die Aufnahme der Feldentwicklung in naher Zukunft rechtfertigen.
- ▸ Der Zeitraum, für den das Unternehmen das Recht zur Exploration eines bestimmten Gebietes hat, ist nicht abgelaufen.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Werthaltigkeit von Öl- und Gasvermögen mit nicht sicheren Reserven
Es kann Fälle geben, bei denen die Kosten für Öl- und Gasvermögen mit nicht sicheren Reserven über einen längeren Zeitraum aktiviert bleiben, während die verschiedenen Evaluierungsaktivitäten und seismischen Analysen zur Beurteilung der Größe des Reservoirs und dessen Wirtschaftlichkeit fortgesetzt werden. Weitere Entscheidungen über den optimalen Zeitpunkt für solche Entwicklungen werden aus einer Ressourcen- und Portfoliosichtweise getroffen. Sobald keine Absichten mehr bestehen, den Fund zu entwickeln, wird eine sofortige Wertminderung auf die Vermögenswerte erfasst.
- Zum Jahresende werden noch nicht fertiggestellte Bohrungen, die sich nach dem Bilanzstichtag als nicht fündig herausstellen, als nicht zu berücksichtigende Ereignisse behandelt, d.h. die Kosten für die Explorationsbohrung bleiben zum jeweiligen Periodenende aktiviert und werden in der Folgeperiode als Aufwand verbucht.
- Lizenzanschaffungskosten sowie aktivierte Vemögenswerte aus Exploration und Evaluierung werden nicht planmäßig abgeschrieben, solange sie im Zusammenhang mit nicht sicheren Reserven stehen, aber bei Vorliegen eines Indikators für eine potentielle Wertminderung auf Wertminderung überprüft. Sobald es sich um sichere und wirtschaftlich förderbare Mineralölvorkommen handelt, werden die damit im Zusammenhang stehenden Vermögenswerte in das Sachanlagevermögen umgegliedert. Entwicklungskosten für die Errichtung von Infrastruktureinrichtungen wie Ölplattformen und Pipelines sowie für Entwicklungsbohrungen werden innerhalb des Sachanlagevermögens aktiviert. Mit Produktionsbeginn erfolgt eine planmäßige Abschreibung der aktivierten Kosten. Aktivierte Explorations- und Entwicklungsaufwendungen sowie Hilfseinrichtungen werden grundsätzlich produktionsabhängig auf Basis sicherer entwickelter Reserven abgeschrieben. Davon ausgenommen sind aktivierte Kosten für Aufsuchungsrechte sowie erworbene Reserven, die auf Basis der gesamten sicheren Reserven abgeschrieben werden, sofern nicht eine andere Basis von Reserven für die Abschreibung angemessener ist.
Wesentliche Schätzung: Öl- und Gasreserven
Die Öl- und Gasreserven des OMV Konzern werden durch firmeninterne Ingenieure unter Anwendung von Industriestandards geschätzt und zumindest einmal jährlich neu beurteilt. Zusätzlich werden regelmäßig externe Überprüfungen durchgeführt. 2021 führte DeGolyer und MacNaughton (D&M) eine externe Überprüfung der Reserven zum Jahresende 2020 für den Großteil der Öl- und Gasvermögenswerte durch. Die Überprüfung in 2021 enthielt nicht die Reserven der Öl- und Gasvermögenswerte in Russland und Malaysia (letzte Überprüfung in 2020) sowie Tunesien, KRI und Jemen (letzte Überprüfung in 2018). Für die 2021 nicht überprüften Öl- und Gasvermögenswerte ist in 2022 eine externe Überprüfung geplant.
Die Ergebnisse der externen Reviews zeigten mit einer Ausnahme keine wesentlichen Abweichungen zu den internen Schätzungen. Die OMV beauftragte einen unabhängigen, externen Experten mit einer Stellungnahme zur Vorgehensweise der OMV bei der Feststellung der Reserven zum 31. Dezember 2020, um ausreichend Sicherheit über die Höhe der Reserven in dem Feld mit wesentlicher Abweichung zu bekommen. Die Vorgehensweise der OMV wurde als angemessen bestätigt.
Die Schätzung der Öl- und Gasreserven haben eine wesentliche Auswirkung auf die Beurteilung der Werthaltigkeit der Öl- und Gasvermögenswerte des Konzerns. Korrekturen dieser Schätzungen nach unten können zu einer Wertminderung des Buchwerts des Vermögenswerts führen.
Zusätzlich beeinflussen Schätzungsänderungen der Öl- und Gasreserven prospektiv die Höhe der Abschreibungen sowie den finanziellen Vermögenswert in Zusammenhang mit dem Recht auf Neufeststellung der Reserven aus der Akquisition des Anteils am Juschno Russkoye Feld.
i) Assoziierte Unternehmen und gemeinsame Vereinbarungen
- Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung hat. Für gemeinsame Vereinbarungen, d.h. Vereinbarungen, die der gemeinsamen Führung durch den OMV Konzern und einer oder mehreren weiteren Parteien unterliegen, erfolgt eine Einstufung als Gemeinschaftsunternehmen oder gemeinschaftliche Tätigkeit. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine gemeinsame Vereinbarung, bei der die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzen. Eine gemeinschaftliche Tätigkeit liegt vor, wenn die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte an den der Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden haben.
- Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert, wobei die Anteile zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt werden und in den Folgeperioden um den Anteil des Konzerns am Gewinn oder Verlust abzüglich erhaltene Dividenden und um den Anteil des Konzerns am sonstigen Ergebnis und anderen Änderungen im Eigenkapital angepasst werden.
- Wesentliche gemeinsame Explorations- und Produktionsaktivitäten im E&P-Bereich werden über gemeinschaftliche Tätigkeiten ausgeübt, die nicht als eigenständiges Vehikel aufgebaut sind. Die OMV bilanziert im Konzernabschluss für diese gemeinschaftlichen Tätigkeiten ihren Anteil an den mit den anderen Partnern gehaltenen Vermögenswerten und eingegangenen Verbindlichkeiten und Aufwendungen sowie die Erlöse des Konzerns aus dem Verkauf ihres Anteils an der Produktion sowie Verbindlichkeiten und Aufwendungen, die der Konzern für die gemeinschaftliche Tätigkeit eingegangen ist. Akquisitionen von Beteiligungen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten, bei denen die gemeinschaftliche Tätigkeit einen Geschäftsbetrieb darstellt, werden nach den Vorschriften des IFRS 3 als Unternehmenszusammenschluss bilanziert (siehe 2.3a).
- Zusätzlich gibt es vertragliche Vereinbarungen ähnlich zu den gemeinschaftlichen Tätigkeiten, bei denen aber keine gemeinschaftliche Führung besteht und die deshalb nicht die Definition einer gemeinschaftlichen Tätigkeit gemäß IFRS 11 erfüllen. Das ist der Fall, wenn die wesentlichen Entscheidungen durch mehr als eine Kombination der Zustimmung durch die involvierten Parteien getroffen werden können oder eine Partei über Beherrschung verfügt. Die Beurteilung, ob die Vereinbarungen inner- oder außerhalb des Anwendungsbereichs des IFRS 11 sind, wird von der OMV auf Basis der relevanten rechtlichen Vereinbarungen wie Konzessions-, Lizenz- oder gemeinsamen Betriebsvereinbarungen vorgenommen, die festlegen, wie und durch wen die relevanten Entscheidungen für diese Aktivitäten getroffen werden. Die Bilanzierung dieser Vereinbarungen erfolgt grundsätzlich analog zu den gemeinschaftlichen Tätigkeiten. Da Erwerbe von Anteilen an solchen Vereinbarungen nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 3 fallen, bilanziert die OMV solche Transaktionen als Anschaffung von Anlagevermögen.
j) Wertminderung von Vermögenswerten
- Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen (inklusive Öl- und Gasvermögen) und at-equity bewertete Beteiligungen werden auf Wertminderung überprüft, wenn Ereignisse oder veränderte Umstände einen Anhaltspunkt für eine potentielle Wertminderung eines Vermögenswerts geben. Überprüfungen auf Werthaltigkeit werden auf der Ebene des Vermögenswerts oder der kleinsten Gruppe von Vermögenswerten durchgeführt, die Zahlungsmittel weitgehend unabhängig von anderen Vermögenswerten oder Gruppen von Vermögenswerten generie-ren, der sogenannten zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE).
- Wenn festgestellt wurde, dass Vermögenswerte wertgemindert sind, werden die Buchwerte bis zu ihrem erzielbaren Betrag, der dem höheren aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert entspricht, abgeschrieben.
- Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes nach Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Der Diskontierungssatz vor Steuern wird iterativ ermittelt. Die Cashflows werden aus den aktuellen Budget- und Planungsrechnungen abgeleitet, die für die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, denen die einzelnen Vermögenswerte zugeordnet sind, separat erstellt werden.
- Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden, falls vorhanden, kürzlich erfolgte Markttransaktionen herangezogen. Sind keine derartigen Transaktionen identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodell herangezogen.
- Falls in einer Folgeperiode die Gründe für eine Wertminderung wegfallen, wird eine ergebniswirksame Wertaufholung erfasst. Der infolge einer Wertaufholung erhöhte Buchwert eines Vermögenswerts darf nicht den Buchwert übersteigen, der unter Berücksichtigung der planmäßigen Abschreibung bestimmt worden wäre, wäre in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Werthaltigkeit der Vermögenswerte
Die Beurteilung, ob Vermögenswerte oder ZGE wertgemindert sind oder ob vergangene Wertminderungen wieder zugeschrieben werden sollen, erfordert die Anwendung verschiedener Schätzungen und Annahmen wie beispielsweise über die Preisentwicklung, Produktionsmengen und Zinssätze.
Mit der Anwendung der wesentlichen Annahmen und Schätzungen ist das Risiko verbunden, dass sie sich aufgrund der den verschiedenen makroökonomischen Faktoren inhärenten Volatilität und der Unsicherheit in vermögenswert- oder ZGE-spezifischen Faktoren wie Mengen- und Produktionsprofilen ändern, was eine Auswirkung auf den erzielbaren Betrag der Vermögenswerte und/oder ZGE haben kann.
Die wesentlichen Bewertungsparameter für die Ermittlung der erzielbaren Beträge für Vermögenswerte im E&P-Bereich sind die Öl- und Gaspreise, Produktionsmengen, Wechselkurse und die Diskontierungssätze. Die Förderprofile wurden aufgrund der Reservenschätzungen (siehe Anhangangabe 2.3h) und Erfahrungswerten aus der Vergangenheit geschätzt und stellen die beste Schätzung des Managements bezüglich der zukünftigen Produktionsmengen dar. Die Cashflow-Prognosen für die ersten fünf Jahre basieren auf der Mittelfristplanung und darüber hinaus auf einer Feldlebensplanung und umfassen damit die gesamte Lebensdauer des Feldes.
Die nominalen Warenpreisannahmen und EUR-USD-Wechselkurse sind im Folgenden angeführt:
2021 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | 2026 |
Brent Rohölpreis (USD/bbl) | 65 | 65 | 65 | 65 | 65 |
EUR-USD Wechselkurs | 1,22 | 1,22 | 1,22 | 1,22 | 1,22 |
Brent Rohölpreis (EUR/bbl) | 53 | 53 | 53 | 53 | 53 |
Realisierter Gaspreis (EUR/MWh) | 15 | 14 | 14 | 14 | 15 |
CO2 Preis (EUR/t) | 55 | 58 | 61 | 64 | 68 |
|
|
|
|
|
|
2020 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
Brent Rohölpreis (USD/bbl) | 50 | 60 | 60 | 65 | 65 |
EUR-USD Wechselkurs | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 | 1,15 |
Brent Rohölpreis (EUR/bbl) | 43 | 52 | 52 | 57 | 57 |
Realisierter Gaspreis (EUR/MWh) | 10 | 12 | 13 | 14 | 13 |
CO2 Preis (EUR/t) | 28 | 30 | 33 | 35 | 35 |
|
|
|
|
|
|
Für die Jahre 2027 bis 2030 geht die OMV von einem Brent-Rohölpreis von 65 USD/bbl aus und erwartet, dass dieser bis 2035 graduell auf 60 USD/bbl sinkt. Ab 2035 geht die OMV von einem Brent-Rohölpreis von 60 USD/bbl aus. Alle angeführten Annahmen für die Jahre nach 2026 basieren auf realen Werten für 2026. Die Gaspreise werden nach 2026 in realen Werten stabil angenommen.
Da es in 2021 keine wesentlichen Änderungen in den Annahmen im Vergleich zu 2020 gab, gab es keinen Indikator aufgrund von Preisänderungen für eine Wertminderung im E&P Segment in 2021.
2020 revidierte die OMV ihre Öl- und Gaspreisannahmen, um die Unsicherheiten hinsichtlich Geschwindigkeit des Übergangs zu weniger kohlenstoffhaltigen Energieträgern zu berücksichtigen. Zusätzlich wurden die kurzfristigen Öl- und Gaspreise angepasst, um der deutlichen Reduktion der Öl- und Gaspreise infolge der Auswirkungen der COVID-19 Pandemie Rechnung zu tragen.
Die kurz- und mittelfristigen Annahmen für die Öl- und Gaspreise basieren auf der bestmöglichen Schätzung des Managements und waren mit externen Quellen konsistent. Die langfristigen Annahmen standen im Einklang mit externen Studien und berücksichtigen die langfristige Betrachtung von globaler Nachfrage und globalem Angebot. Insbesondere berücksichtigen die langfristigen Preisannahmen und die für Brent Öl angenommene inverse Preiskurve die Auswirkungen der Aspekte des Klimawandels sowie den Übergang zu kohlenstoffärmeren Energieträgern.
Im R&M und C&M Geschäft sind die Hauptannahmen für die Berechnung des erzielbaren Betrags die relevanten Margen, Volumina sowie Diskontierungs-, Inflations- und Wachstumsraten. Die Nutzungswertberechnung basiert auf den Cashflows der Fünf-Jahres-Mittelfristplanung sowie einer ewigen Rente.
k) Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
- Langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen werden als zu „Veräußerungszwecken gehalten“ klassifiziert, wenn ihr Buchwert durch Verkauf und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden soll. Voraussetzung für diese Klassifikation ist, dass der Verkauf als sehr wahrscheinlich eingeschätzt wird und der Vermögenswert bzw. die Gruppe von Vermögenswerten im derzeitigen Zustand zur sofortigen Veräußerung verfügbar ist. Langfristige Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten, die als zu „Veräußerungszwecken gehalten“ klassifiziert werden, werden mit dem niedrigeren Betrag aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wurden, werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben.
l) Leasing
- Die OMV setzt für Leasingverhältnisse, in denen sie Leasingnehmer ist, gemäß IFRS 16 Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechte an. Sie wendet die Vereinfachungsregeln für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse mit geringwertigen zugrundeliegenden Sachvermögen an und setzt damit für solche Leasingverhältnisse keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz an. Nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 16 fallen Leasingverhältnisse für die Exploration und die Nutzung von Öl und Erdgas, die hauptsächlich Pachtverträge für Grundstücke für solche Aktivitäten umfassen. Die Pacht für diese Verträge wird linear als Aufwand über den Leasingzeitraum erfasst.
- Leasingverträge werden für die Bewertung der Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten in ihre Leasingkomponenten und andere Elemente aufgeteilt. Die Leasingverbindlichkeiten werden mit dem Barwert der fixen Leasingzahlungen und Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, über den Leasingzeitraum abgezinst mit dem Diskontierungssatz bewertet. Nutzungsrechte werden in der Höhe der Leasingverbindlichkeit zuzüglich Vorauszahlungen und anfänglichen direkten Kosten angesetzt.
- Die OMV als Leasinggeber hat Verträge abgeschlossen, die als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft wurden und für die die fixen und variablen Mietzahlungen über den Leasingzeitraum als Miet- und Leasingerträge erfasst werden.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Leasingverhältnisse
Die OMV hat eine Reihe von Verträgen über die Miete oder Pacht von Tankstellen. Viele von diesen Verträgen enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Verlängerungsoptionen bzw. Perioden nach Kündigungsoptionen wurden bei der Bestimmung des Leasingzeitraums berücksichtigt, wenn eine Verlängerung (bzw. keine Kündigung) hinreichend sicher ist. Bei der Feststellung des Leasingzeitraums berücksichtigt die OMV alle relevanten Fakten und Umstände, die zu wirtschaftlichen Anreizen für die Verkürzung oder Verlängerung des Leasingzeitraums gemäß der verfügbaren Optionen führen. Bei der Beurteilung des Leasingzeitraums von Tankstellenmiet- und -pachtverträgen mit Verlängerungs- und Kündigungsoptionen wurde von der Annahme ausgegangen, dass der Leasingzeitraum 20 Jahre nicht überschreitet.
Optionale Zeiträume, die in der Bewertung der Leasingverhältnisse nicht berücksichtigt wurden, gibt es in erster Linie für technische Ausrüstung im E&P-Bereich in Rumänien, Bürogebäude, ein Grundstück in Belgien sowie für Gasspeicherkavernen in Deutschland. Die Ausübung der Verlängerungsoption für die Bürogebäude und die Gasspeicherkavernen liegt in ferner Zukunft.
m) Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte
- Beim Erstansatz stuft die OMV ihre finanziellen Vermögenswerte in die Bewertungskategorien zu fortgeführten Anschaffungskosten, zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen durch das sonstige Ergebnis (FVOCI) oder zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) ein. Die Einstufung erfolgt abhängig vom Geschäftsmodell, nach dem sie vom Konzern gesteuert werden, sowie den vertraglichen Zahlungsstromeigenschaften der finanziellen Vermögenswerte. Käufe und Verkäufe im Rahmen handelsüblicher Verträge werden zum Handelstag – jenem Tag, an dem sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen – bilanziert.
- Schuldinstrumente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, wenn sie die folgenden beiden Voraussetzungen erfüllen:
- ▸ Der Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells mit dem Ziel der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten; und
- ▸ die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu Zahlungsströmen zu festgelegten Zeitpunkten, die ausschließlich Tilgung und Zinszahlungen auf ausstehende Rückzahlungsbeträge darstellen.
- Die Folgebewertung dieser Vermögenswerte erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Zinserträge, Wertminderungsaufwendungen und Gewinne oder Verluste aus dem Abgang werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
- Die OMV berücksichtigt für alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte Wertberichtungen auf Basis der erwarteten Kreditausfälle (ECL). Die erwarteten Kreditausfälle werden auf Basis externer oder interner Ratings der Kontrahenten und den entsprechenden Ausfallswahrscheinlichkeiten ermittelt. Verfügbare zukunftsgerichtete Informationen werden berücksichtigt, sofern sie eine wesentliche Auswirkung auf die Höhe der erfassten Wertberichtigungen haben.
- Erwartete Kreditausfälle werden in zwei Stufen erfasst. Wenn es seit dem Erstansatz keine wesentliche Erhöhung des Kreditrisikos gegeben hat, wird die Wertberichtigung auf Basis des erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts bemessen. Der 12-Monats-Kreditverlust ist der Kreditverlust, der aus Ausfallereignissen resultiert, der innerhalb der nächsten zwölf Monate möglich ist. Ein finanzieller Vermögenswert weist aus Sicht des Konzerns ein geringes Ausfallrisiko auf, wenn sein Kreditrisikorating der Definition von „Investment Grade” entspricht.
- Wenn das Kreditrisiko hingegen seit dem Erstansatz wesentlich angestiegen ist, ist eine Wertberichtigung in Höhe des über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusts erforderlich, d.h. die erwarteten Kreditverluste, die aus allen möglichen Ausfallereignissen während der erwarteten Laufzeit des Finanzinstruments resultieren. Für diese Einschätzung berücksichtigt der Konzern alle angemessenen und belastbaren Informationen, die ohne unangemessenen Zeit- und Kostenaufwand verfügbar sind. Darüber hinaus nimmt die OMV an, dass das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswerts signifikant angestiegen ist, wenn er mehr als 30 Tage überfällig ist. Wenn die Bonität sich wiederum verbessert, geht die OMV auf den Ansatz eines 12-Monats-Kreditverlusts zurück. Ein finanzieller Vermögenswert wird als ausgefallen betrachtet, wenn er für mehr als 90 Tage überfällig ist, es sei denn, es liegen vernünftige und vertretbare Informationen vor, dass ein längeres Ausfallskriterium angemessener ist. Ein finanzieller Vermögenswert wird abgeschrieben, wenn keine realistische Aussicht besteht, dass die vertraglichen Cashflows realisierbar sind.
- Für Lieferforderungen und vertragliche Vermögenswerte aus Kundenverträgen wird eine vereinfachte Vorgehensweise, bei der die Wertberichtigungen mit den über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusten berücksichtigt werden, angewandt. Im Fall, dass es für die ausstehenden Salden eine Kreditversicherung oder Sicherheiten gibt, werden die erwarteten Kreditverluste für den versicherten bzw. garantierten Betrag auf Basis der Ausfallswahrscheinlichkeit des Versicherers bzw. Garantiegebers und für den verbleibenden Betrag auf Basis der Ausfallswahrscheinlichkeit des Kontrahenten ermittelt.
- Die nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) bewertet werden, enthalten Lieferforderungen aus Verkaufsverträgen mit vorläufiger Preisfestlegung und Investmentfonds, da die vertraglichen Zahlungsströme nicht ausschließlich Tilgung und Zinszahlungen auf ausstehende Rückzahlungsbeträge darstellen. Weiters sind in dieser Bewertungskategorie Portfolios von Lieferforderungen enthalten, für die eine Verkaufsabsicht besteht. Diese Vermögenswerte werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei alle Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.
- Eigenkapitalinstrumente werden entweder zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen durch die Gewinn- und Verlustrechnung (FVTPL) oder durch das sonstige Ergebnis (FVOCI) bewertet. Die OMV hat sich dafür entschieden, den Großteil ihrer börsennotierten Beteiligungen, die mit einer strategischen Zielsetzung und nicht zu Handelszwecken gehalten werden, unwiderrufbar als FVOCI zu klassifizieren. Gewinne und Verluste aus zum FVOCI bewerteten Beteiligungen werden niemals in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert („recycled“) und unterliegen keiner Wertminderungsüberprüfung. Dividenden werden im Gewinn oder Verlust verbucht, es sei denn, die Dividende stellt eine Deckung eines Teils der Kosten der Beteiligung dar.
- Die OMV bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Cashflows aus einem Vermögenswert auslaufen oder wenn sie den Vermögenswert und alle wesentlichen mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen auf einen Dritten überträgt.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Beizulegender Zeitwert und Werthaltigkeit von finanziellen Vermögenswerten
Das Management bewertet periodisch die Forderungen in Zusammenhang mit vom rumänischen Staat rückerstattbaren Ausgaben für Rekultivierungs- und Entsorgungskosten der OMV Petrom SA. Die Schätzung berücksichtigt unter anderem die Entwicklung der eingeforderten Beträge, die Anforderungen an den Dokumentationsprozess und mögliche Gerichts- oder Schiedsgerichtsverfahren.
Die OMV übernahm als Teil des Erwerbs einer Beteiligung am Juschno Russkoje Gasfeld 2017 eine vertragliche Position gegenüber Gazprom in Zusammenhang mit einer Neufeststellung der Reserven. Die Gasreserven im Juschno Russkoje Feld wurden vertraglich vereinbart, und falls die Reserven höher oder niedriger sind als in der Vereinbarung festgelegt, kann entweder die OMV verpflichtet sein, Gazprom zu entschädigen (würde in diesem Fall aber in der Zukunft von höheren Absatzvolumen profitieren), oder kann umgekehrt Gazprom verpflichtet sein, die OMV zu entschädigen. Die Zahlung für die Neufeststellung der Reserven ist an die tatsächlich vorhandenen Gasreserven gebunden. Die Vereinbarung über die tatsächlich vorhandenen Gasreserven in Juschno Russkoje wird für 2023 erwartet. Die erwarteten Mengen der Gasreserven werden regelmäßig von den Erdölingenieurinnen und –ingenieuren als Teil des jährlichen Reviewprozesses überprüft. Es wird angenommen, dass die Mengen der Gasreserven in dem Feld niedriger sind als die vertraglich vereinbarten Mengen (für nähere Details siehe Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte).
n) Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting
- Derivative Instrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Warenpreisen und Zinssätzen eingesetzt. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die Erfassung unrealisierter Gewinne und Verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn- und Verlustrechnung, außer Hedge Accounting gemäß IFRS 9 wird angewandt.
- Derivate, die die Voraussetzungen für die Verbuchung als Sicherungsgeschäft erfüllen und als solches designiert wurden, werden klassifiziert als
- ▸ Fair-Value-Hedge, wenn das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines verbuchten Vermögenswerts oder einer verbuchten Verbindlichkeit abgesichert wird,
- ▸ Cashflow-Hedge, wenn das Risiko von Schwankungen der Cashflows, das sich aus einem speziellen, mit einer erfassten Forderung oder Verbindlichkeit oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktion verbundenen Risiko ergibt, abgesichert wird, oder
- ▸ Net-Investment-Hedge, wenn das Währungsrisiko einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb abgesichert wird.
- Bei Cashflow-Hedges wird der effektive Teil der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte im sonstigen Ergebnis erfasst, der ineffektive Teil hingegen wird sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Führt die Cashflow-Absicherung zum Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit, wird der Buchwert dieser Position um die kumulierten Gewinne oder Verluste, die im sonstigen Ergebnis abgegrenzt wurden, angepasst.
- Die Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb wird in ähnlicher Weise wie Cashflow-Hedges bilanziert. Der Teil des Gewinns oder Verlusts aus dem Sicherungsinstrument, der als wirksame Absicherung ermittelt wird, wird im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Rücklage aus Währungsdifferenzen kumuliert. Gewinne und Verluste aus dem ineffektiven Teil werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Bei Veräußerung des ausländischen Geschäftsbetriebs werden die Gewinne und Verluste, die im Eigenkapital kumuliert wurden, in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.
- Der Konzern wendet Hedge Accounting für Sicherungsbeziehungen, die von der Reform der Referenzzinssätze betroffen sind, an. Zum Zweck der Beurteilung, ob eine wirtschaftliche Beziehung zwischen den Grundgeschäften und den Sicherungsinstrumenten besteht, nimmt der Konzern an, dass sich der Referenzzinssatz infolge der Reform der Referenzzinssätze nicht verändert (siehe Anhangangabe 2.1a).
- Verträge über den Kauf oder Verkauf von nicht-finanziellen Posten, die durch einen Nettoausgleich in bar oder anderen Finanzinstrumenten erfüllt werden können, werden als Finanzinstrumente behandelt und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Damit verbundene Gewinne oder Verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Werden solche Verträge jedoch für den Empfang oder die Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf des Konzerns geschlossen und weiter gehalten, werden sie als schwebende Geschäfte bilanziert.
o) Fremdkapitalzinsen
- Fremdkapitalzinsen, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten zurechenbar sind, werden bis zu dem Zeitpunkt aktiviert, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung oder zum Verkauf bereit sind. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode, in der sie anfallen, ergebniswirksam erfasst.
p) Zuwendungen der öffentlichen Hand
- Zuwendungen der öffentlichen Hand werden als Ertrag erfasst oder kürzen die Anschaffungskosten des subventionierten Vermögenswerts, wenn hinreichende Sicherheit besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden.
q) Vorräte
- Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung niedrigerer Nettoveräußerungswerte angesetzt. Die Kosten werden bei austauschbaren Gütern nach ihren individuellen Kosten, bei Öl- und Gasvorräten nach dem Durchschnittspreisverfahren und bei petrochemischen Produkten nach der FIFO Methode ermittelt. Für die Ermittlung der Herstellungskosten werden direkt zurechenbare Kosten sowie fixe und variable Material- und Fertigungsgemeinkosten herangezogen. Darüber hinaus werden produktionsbezogene Verwaltungskosten und Kosten für die betriebliche Altersvorsorge und freiwillige Sozialleistungen berücksichtigt. Im Raffineriebereich kommt ein Tragfähigkeitsprinzip zur Anwendung, wonach die Herstellungskosten den produzierten Produktgruppen nach deren jeweiligen Marktwerten am Ende der Periode zugeordnet werden.
r) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
- Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, Bankguthaben und jederzeit disponible kurzfristige Veranlagungen mit geringem Verwertungsrisiko, welches dann gegeben ist, wenn die kurzfristige Verwertung mit einem vernachlässigbaren Kurs- und Zinsrisiko verbunden ist. Die Veranlagungen dürfen zum Anschaffungszeitpunkt eine maximale Laufzeit von drei Monaten aufweisen.
s) Rückstellungen
- Rückstellungen werden für gegenwärtige Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, wenn deren Eintritt wahrscheinlich ist und die Höhe der Inanspruchnahme zuverlässig geschätzt werden kann. Einzelverpflichtungen werden mit jenem Betrag rückgestellt, der aufgrund einer bestmöglichen Schätzung zur Erfüllung der Verpflichtung notwendig sein wird, im Fall von langfristigen Verpflichtungen abgezinst auf den Barwert.
- Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltrückstellungen:Im Zusammenhang mit den Kernaktivitäten des Konzerns entstehen regelmäßig Verpflichtungen zum Abbruch bzw. Rückbau von Anlagen sowie zur Bodensanierung. Diese Rekultivierungsverpflichtungen sind vor allem im Geschäftsbereich E&P (Öl- und Gassonden, obertägige Einrichtungen) und bei Tankstellen auf fremdem Grund von großer Bedeutung. Zum Zeitpunkt der Entstehung einer Verpflichtung wird für diese durch Passivierung des Barwerts der künftigen Rekultivierungsausgaben vollständig vorgesorgt. In gleicher Höhe wird ein Vermögenswert als Teil des Buchwerts des Anlagevermögens aktiviert. Die Berechnung der Verpflichtung beruht auf bestmöglichen Schätzungen. Die Aufzinsung der Rückstellungen führt zu einem Zinsaufwand bzw. -ertrag (im Fall eines negativen Diskontierungssatzes) und erhöht oder verringert die Verpflichtung zu jedem Bilanzstichtag bis zum Anlagenrückbau. Für sonstige Umweltrisiken und -maßnahmen werden Rückstellungen gebildet, wenn diese Verpflichtungen wahrscheinlich sind und die Höhe der Verpflichtung vernünftig schätzbar ist.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Rekultivierungsrückstellungen
Die wesentlichsten Verpflichtungen für Rekultivierungen bestehen im Konzern für die Versiegelung von Bohrlöchern, die Stilllegung von Anlagen und die Beseitigung und Entsorgung von Offshore-Anlagen. Die Durchführung eines Großteils dieser Tätigkeiten ist in ferner Zukunft geplant, während Technologien für die Rekultivierung, Kosten, Vorschriften und öffentliche Erwartungen sich laufend ändern. Schätzungen künftiger Wiederherstellungskosten basieren auf Berichten interner Ingenieurinnen und Ingenieuren und auf Erfahrungen aus der Vergangenheit. Änderungen in den erwarteten künftigen Kosten nach unten oder Verschiebungen in die Zukunft werden über eine Änderung der Rückstellung und des dazugehörigen Vermögenswerts berücksichtigt, sofern ein Buchwert in ausreichender Höhe vorliegt. Sonst wird die Rückstellung über das Ergebnis aufgelöst. Bei wesentlichen Erhöhungen wird eine Beurteilung der Werthaltigkeit des zugrundeliegenden Vermögenswerts erforderlich.
Rückstellung für Rekultivierungs- und Entsorgungsverpflichtungen erfordern die Schätzung von Abzinsungssätzen, die eine wesentliche Auswirkung auf die Höhe der Rückstellung haben. Die realen Abzinsungssätze, die für die Berechnung der Rekultivierungs- und Entsorgungsverpflichtungen verwendet wurden, lagen zwischen –1,97% und 5,22% (2020: –1,96% und 3,10%).
- Pensionen und ähnliche Verpflichtungen: Im OMV Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen trifft die OMV nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt. Bei den beitragsorientierten Plänen stimmt der Aufwand mit den Beitragsleistungen überein.
- Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt. Die Ansprüche sind bei leistungsorientierten Pensionsplänen grundsätzlich vom Dienstalter und den durchschnittlichen Bezügen abhängig. Diese leistungsorientierten Pläne setzen den Konzern versicherungsmathematischen Risiken aus, wie beispielweise dem Langlebigkeitsrisiko, Zinsrisiko, Inflationsrisiko (aufgrund der Wertsicherung) und dem Marktrisiko. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen Rechnung getragen.
- Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften, die bis zum 31. Dezember 2002 eingetreten sind, haben im Falle der Erreichung des Pensionsalters bzw. wenn sie gekündigt werden, einen Abfertigungsanspruch. Der Anspruch ist abhängig von der Anzahl der Dienstjahre und der Höhe des letzten Bezugs. Für Mitarbeiter, welche nach dem 31. Dezember 2002 eingetreten sind, wird für Abfertigungsansprüche in beitragsorientierten Plänen vorgesorgt. Ähnliche Verpflichtungen wie der Abfertigungsanspruch in Österreich bestehen auch in anderen Ländern, in denen der Konzern Mitarbeiter beschäftigt.
- In Österreich und Deutschland erhalten Mitarbeiter nach Erreichung eines bestimmten Dienstalters Jubiläumsgelder. Diese Pläne erfordern keine Mitarbeiterbeiträge und keine Wertpapierdeckung.
- Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste für leistungsorientierte Pensionspläne und Verpflichtungen aus Abfertigungen werden vollständig zum Zeitpunkt ihres Entstehens im sonstigen Ergebnis erfasst. Diese versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden im sonstigen Ergebnis (OCI) ohne spätere Umbuchung in die Gewinn- und Verlustrechnung („Recycling“) berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Verpflichtungen für Jubiläumsgelder werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht. Der Netto-Zinsaufwand wird auf Basis der Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Plänen ermittelt und im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Differenz zwischen den Erträgen auf das Planvermögen und dem im Netto-Zinsaufwand enthaltenen Zinsertrag auf das Planvermögen wird im sonstigen Ergebnis erfasst.
- Restrukturierungsrückstellungen für freiwillige und verpflichtende Personallösungen werden gebucht, wenn ein detaillierter Plan mit Zustimmung des Managements vor dem Bilanzstichtag vorliegt, der den Betroffenen kommuniziert wurde und dem sich das Unternehmen nicht mehr entziehen kann. Freiwillige Änderungen in den Bezügevereinbarungen werden auf Basis der geschätzten Anzahl der Beschäftigten, die das Angebot der Gesellschaft annehmen, gebucht. Die im Rahmen von Einzelvereinbarungen betragsmäßig fixierten Lösungsverpflichtungen, die über einen feststehenden Zeitraum zur Auszahlung gelangen, werden mit dem Barwert der Verpflichtung ausgewiesen.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Berechnung von Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder gemäß der Projected-Unit-Credit-Methode erfordert Schätzungen von Abzinsungssätzen, Gehaltstrends und Pensionstrends. Für die versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche und die entsprechenden Sensitivitäten siehe Anhangangabe 23 – Rückstellungen.
Für die österreichischen Konzerngesellschaften werden der Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018 P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler in der Ausprägung für Angestellte zugrunde gelegt. In anderen Ländern werden ähnliche versicherungsmathematische Berechnungsgrundlagen verwendet. Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden altersspezifisch bzw. abhängig vom Dienstalter ermittelt. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen des betreffenden Landes.
- Rückstellungen für belastende Verträge werden gebildet für Verträge, bei denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtung höher sind als der erwartete Nutzen aus dem Vertragsverhältnis. Die Bewertung dieser Rückstellungen erfolgt mit dem niedrigeren Betrag aus den Kosten bei Vertragserfüllung und eventuellen Straf- oder Entschädigungszahlungen im Falle einer Nichterfüllung des Vertrages.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Rückstellungen für belastende Verträge
Die OMV ging in der Vergangenheit einige langfristige, nicht kündbare Verträge ein, die auf Grund von negativen Marktentwicklungen zu belastenden Verträgen wurden. Dies führte im Konzernabschluss zum Ansatz von Rückstellungen für belastende Verträge für die unvermeidbaren Kosten bei Erfüllung dieser Verträge.
Die für die Berechnung der positiven Beiträge, die die Fixkosten teilweise decken, erfolgten Schätzungen basieren auf externen Quellen und Erwartungen des Managements. Für nähere Details siehe Anhangangabe 23 – Rückstellungen.
- Von Regierungsstellen gratis zugeteilte CO2-Emissionszertifikate (im Rahmen des EU Emissionshandelssystems für Treibhausgas-Emissionszertifikate) reduzieren die finanziellen Verpflichtungen im Zusammenhang mit CO2-Emissionen. Rückstellungen werden nur für bestehende Unterdeckungen im Konzern gebildet (vgl. Anhangangabe 23 – Rückstellungen).
t) Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten
- Verbindlichkeiten werden mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Langfristige Verbindlichkeiten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode abgezinst.
u) Ertragsteuern und latente Steuern
- Neben Körperschaftsteuern und Gewerbesteuern werden auch die für den Geschäftsbereich E&P typischen Steuern aus der Öl- und Gasproduktion wie z.B. die jeweiligen Anteile des Landes bzw. der nationalen Ölgesellschaft aus bestimmten EPSA-Verträgen (vgl. 2.3f) als Ertragsteuern behandelt und ausgewiesen. Für temporäre Differenzen werden latente Steuern berechnet und bilanziert.
- Aktive latente Steuern werden in dem Umfang aktiviert, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zukünftiger zu versteuernder Gewinn zur Verfügung stehen wird, gegen den die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste, noch nicht genutzten Steuergutschriften und abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können.
Wesentliche Schätzungen und Annahmen: Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern
Der Ansatz von aktiven latenten Steuern erfordert eine Einschätzung darüber, wann sie sich wahrscheinlich umkehren werden und ob zu versteuernde Gewinne in ausreichender Höhe den aktiven latenten Steuern im Zeitpunkt ihrer Umkehrung entgegenstehen. Diese Beurteilung der Realisierbarkeit macht Annahmen über künftige, zu versteuernde Gewinne erforderlich und unterliegt deshalb Unsicherheiten. In der OMV erfolgt diese Beurteilung auf Basis einer Planung über die Feldlebensdauern bei E&P-Konzerngesellschaften bzw. über einen Zeitraum von fünf Jahren bei allen anderen Konzerngesellschaften.
Änderungen in Annahmen über künftige, zu versteuerende Gewinne können zu einem Anstieg oder einer Reduktion der aktiven latenten Steuern führen, was eine Auswirkung auf den Jahresüberschuss der Periode hat, in der die Änderung stattfindet.
- Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht auf die Aufrechnung der Steuern besteht und die Steuern sich auf Steuersubjekte innerhalb der gleichen Steuerhoheit beziehen.
v) Long Term Incentive (LTI) Pläne und Equity Deferral
- Der beizulegende Zeitwert der aktienbasierten Vergütungen aus dem Long-term Incentive Plan (LTIP) – dem wesentlichen aktienbasierten Vergütungsplan in der OMV - wird mit Hilfe eines Modells ermittelt, das auf erwarteten Zielerreichungen und Aktienkursen beruht. Bei Vergütungen mit Barausgleich wird eine Rückstellung auf Basis der beizulegenden Zeitwerte des zu zahlenden Betrags über den Erdienungszeitraum verteilt gebildet. Die Rückstellung wird zu jedem Bilanzstichtag sowie zum Fälligkeitszeitpunkt neu bewertet, wobei Änderungen im beizulegenden Zeitwert in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht werden. Bei Vergütungen mit Ausgleich in Aktien wird der beizulegende Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt als Aufwand (inklusive Einkommensteuer) mit einer Gegenbuchung im Eigenkapital über den Erdienungszeitraum der Vergütung erfasst. Der als Aufwand berücksichtigte Betrag wird um nachträgliche Änderungen in den Leistungsbedingungen, die nicht Marktbedingungen darstellen, angepasst. Zusätzlich erfolgt die Vergütung für den Equity Deferral Teil der jährlichen Bonifikation in Aktien. Dementsprechend werden die damit verbundenen Aufwendungen mit Gegenbuchung im Eigenkapital erfasst. Die Erfüllung von Vergütungen mit Ausgleich in Aktien erfolgt an die Teilnehmer nach Abzug der Einkommensteuer.
w) Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert
- Der beizulegende Zeitwert ist der Betrag, zu dem ein Vermögenswert oder eine Verbindlichkeit am Bewertungsstichtag hätte übertragen werden können. Dabei wird von einem Transfer zwischen Teilnehmern im Hauptmarkt und ggf. von einer bestmöglichen Nutzung des Vermögenswerts ausgegangen.
- Die beizulegenden Zeitwerte werden entsprechend der folgenden Hierarchie ermittelt:
Stufe 1:Börsennotierte Kurse in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten. Diese Kategorie ist im OMV Konzern zumeist nur relevant für Aktien, Anleihen, Investmentfonds und Futures.
Stufe 2:Bewertungstechniken mit der Verwendung von direkt und indirekt beobachtbaren Inputs. Für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten innerhalb der Stufe 2 werden üblicherweise Terminpreise für Rohöl und Erdgas, Zinssätze und Wechselkurse als Inputs für das Bewertungsmodell herangezogen. Zusätzlich werden das Kreditrisiko der Gegenpartei und ggf. ein Volatilitätsfaktor berücksichtigt.
Stufe 3:Bewertungstechniken wie z.B. Discounted Cashflow-Modelle mit der Verwendung von wesentlichen nicht beobachtbaren Inputs (z.B. langfristige Preisannahmen und Schätzungen von Reserven).
4) Währungsumrechnung
- Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste ergebniswirksam erfasst werden.
- Die Umrechnung der Abschlüsse von Gesellschaften, bei denen die funktionale Währung von der Konzernwährung abweicht, erfolgt nach der Stichtagskursmethode. Dabei werden Differenzen, die sich aus der Umrechnung von Bilanzpositionen zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, im sonstigen Ergebnis erfasst. Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit Periodendurchschnittskursen umgerechnet. Differenzen aus der Anwendung von Durchschnittskursen gegenüber aktuellen Stichtagskursen werden gleichfalls im sonstigen Ergebnis verbucht.
- Folgende wesentliche Kurse wurden für die Währungsumrechnung in EUR herangezogen:
Währungsumrechnung |
|
|
|
|
|
| 2021 | 2020 |
| Stichtag | Durchschnitt | Stichtag | Durchschnitt |
Bulgarischer Lew (BGN) | 1,956 | 1,956 | 1,956 | 1,956 |
Tschechische Krone (CZK) | 24,858 | 25,641 | 26,242 | 26,455 |
Ungarischer Forint (HUF) | 369,190 | 358,520 | 363,890 | 351,250 |
Neuseeland Dollar (NZD) | 1,658 | 1,672 | 1,698 | 1,756 |
Norwegische Krone (NOK) | 9,989 | 10,163 | 10,470 | 10,723 |
Rumänischer Leu (RON) | 4,949 | 4,922 | 4,868 | 4,838 |
Russischer Rubel (RUB) | 85,300 | 87,153 | 91,467 | 82,725 |
Schwedische Krone (SEK)1 | 10,250 | 10,147 | 10,034 | n.a. |
US Dollar (USD) | 1,133 | 1,183 | 1,227 | 1,142 |
|
|
|
|
|
-
- Im Jahr 2020 erfolgte die Umrechnung der Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung der Borealis Gruppe mit den monatlichen Durchschnittskursen anstatt dem jährlichen Periodendurchschnittskurs nach der Akquisition am 29. Oktober 2020.
3 Änderungen in der Konzernstruktur
- Eine vollständige Liste aller OMV Beteiligungen sowie sämtliche Konsolidierungskreisänderungen sind in Anhangangabe 38 – Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft – zu finden. Wesentliche Änderungen des Konsolidierungskreises werden im Folgenden näher beschrieben.
Exploration & Production
- Am 14. Mai 2021 hat OMV Petrom den Verkauf ihrer 100%-Anteile an Kom-Munai LLP und Tasbulat Oil Corporation LLP (beide mit Sitz in Aktau, Kasachstan) an Magnetic Oil Limited abgeschlossen.
Refining & Marketing
Am 31. Mai 2021 hat die OMV die Transaktion zum Verkauf ihrer 51%-Beteiligung an der Gas Connect Austria GmbH (mit Sitz in Wien) an VERBUND abgeschlossen. Der vereinbarte Kaufpreis für den 51%-Anteil der OMV an der Gas Connect Austria GmbH betrug EUR 271 Mio, abzüglich der für das Geschäftsjahr 2020 ausgeschütteten Dividende in Höhe von rund EUR 33 Mio (für 51% OMV Anteil). Zusätzlich übernahm VERBUND die ausstehenden Verbindlichkeiten der Gas Connect Austria GmbH gegenüber der OMV in Höhe von rund EUR 212 Mio. Gemäß den Bedingungen des Kaufvertrags hat VERBUND rund EUR 451 Mio an die OMV bezahlt. Im Gegenzug beglich die OMV eine Cash Pooling-Verbindlichkeit gegenüber einer Tochtergesellschaft der Gas Connect Austria GmbH in Höhe von rund EUR 7 Mio.
- Die oben genannten Verkaufstransaktionen hatten keinen wesentlichen Einfluss auf die Gewinn- und Verlustrechnung.
Chemicals & Materials
- Es gab keine wesentlichen Konsolidierungskreisänderungen in 2021.
- Am 29. Oktober 2020 erhöhte die OMV ihren Anteil an der Borealis Gruppe von 36% auf 75%, was zum Kontrollerwerb und dadurch zur Vollkonsolidierung der Borealis Gruppe und Beendigung der at-equity Konsolidierung führte.
Auswirkung von Veräußerungen auf den Cashflow
- Die Zeile “Erlöse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich liquider Mittel” innerhalb des Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthielt im Wesentlichen einen Mittelzufluss von EUR 443 Mio aus der Veräußerung der Gas Connect Gruppe und EUR 94 Mio aus der Veräußerung von Kom-Munai LLP und Tasbulat Oil Corporation LLP sowie Vorauszahlungen resultierend aus den geplanten Veräußerungen des Tankstellengeschäftes in Deutschland (EUR 75 Mio) und des OMV Geschäfts in Slowenien (EUR 35 Mio). Weitere Details sind nachfolgenden Tabellen zu entnehmen:
Netto-Mittelzuflüsse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten |
|
In EUR Mio |
|
| 2021 |
Erhaltener Kaufpreis | 700 |
Abzüglich abgegangene liquide Mittel | –39 |
Netto-Mittelzuflüsse aus dem Verkauf einbezogener Unternehmen und Geschäftseinheiten | 661 |
|
|
Veräußertes Nettovermögen von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten |
|
In EUR Mio |
|
| 2021 |
Langfristiges Vermögen | 965 |
Kurzfristiges Vermögen | 117 |
Langfristige Verbindlichkeiten | 312 |
Kurzfristige Verbindlichkeiten | 81 |
Veräußertes Nettovermögen von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten | 689 |
|
|
Segmentberichterstattung
4 Segmentberichterstattung
Änderungen der Segmentberichterstattung
- Beginnend mit Q1/21 wurde die OMV Konzernstruktur mit einer Teilung und Erweiterung des bisherigen Bereichs Downstream in zwei Bereiche reorganisiert: Refining & Marketing und Chemicals & Materials. Die interne Berichterstattung und die relevanten Informationen, die dem Hauptentscheidungsträger im Hinblick auf die Beurteilung der Ertragskraft und zur Allokation von Ressourcen vorgelegt werden, wurden angepasst und spiegeln die neue Organisationsstruktur wider.
Geschäftsaktivitäten und Hauptmärkte
- Die Geschäftsaktivitäten des Konzerns sind zum Zweck der Unternehmenssteuerung in die drei operativen Geschäftsbereiche Exploration & Production, Refining & Marketing und Chemicals & Materials, sowie in das Segment Konzernbereich und Sonstiges (Kb&S) gegliedert. Jeder Bereich stellt eine strategische Einheit dar und bietet unterschiedliche Produkte auf verschiedenen Märkten an. Die Führung der Geschäftsbereiche erfolgt eigenständig. Strategische Entscheidungen bezüglich der Geschäftstätigkeit werden vom OMV Vorstand getroffen. Mit Ausnahme des Kb&S entsprechen die berichtspflichtigen Segmente der OMV den operativen Geschäftssegmenten.
- Die Exploration & Production (E&P)-Aktivitäten bestehen aus der Suche, dem Auffinden und der Förderung von Erdöl und -gas und konzentrieren sich auf die Regionen Mittel- und Osteuropa, Nordsee, Mittlerer Osten und Afrika und Asien-Pazifik.
- Der Refining & Marketing (R&M) Geschäftsbereich raffiniert und vermarktet Rohöl und andere Rohstoffe. Er betreibt die Raffinerien Schwechat (Österreich), Burghausen (Deutschland) und Petrobrazi (Rumänien) mit einer jährlichen Kapazität von 17,8 Mio Tonnen. In diesen Raffinerien wird Erdöl zu Mineralölprodukten verarbeitet, die an Unternehmen und Privatpersonen verkauft werden. Weiters operiert das Geschäftssegment entlang der Gaswertschöpfungskette mit einem erfolgreichen Gasvertriebs- und -logistikgeschäft in Europa. Die OMV vermarktet Speicherkapazitäten in Österreich und Deutschland. Die Aktivitäten umfassen zudem die Versorgung, das Marketing und den Handel von Gas in Europa und der Türkei und die Aktivitäten des Konzerns im Stromgeschäft mit einem gasbefeuerten Stromkraftwerk in Rumänien.
- Die OMV besitzt eine starke Marktposition innerhalb der Bereiche Versorgung, Betreuung gewerblicher Kunden und Betrieb eines Retail-Geschäfts mit etwa 2.100 Tankstellen.
- Die OMV hält Minderheitsanteile an verschiedenen at-equity bilanzierten Beteiligungen. Die wesentlichste ist die 15% Beteiligung an ADNOC Refining (Vereinigte Arabische Emirate) mit einer jährlichen Kapazität von 7,1 Mio Tonnen OMV Anteil.
- Der Chemicals & Materials (C&M) Geschäftsbereich ist einer der weltweit führenden Anbieter von hochwertigen Kunststoffprodukten und einer der Marktführer im Basischemikalien- und Düngemittelgeschäft sowie der Kunststoff-Kreislaufwirtschaft.
- Seit der Vollkonsolidierung von Borealis in 2020, verfügt OMV, inklusive Joint Ventures, über Produktionskapazitäten von 7,0 Mio Tonnen Basischemikalien, 5,8 Mio Tonnen Polyolefine, 0,4 Mio Tonnen Compounding-Anlagen und 4,3 Mio Düngemittel. Der Großteil der Produktionsanlagen liegt in Europa, zusätzlich gibt es zwei Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten, eine in Brasilien und eine weitere in Südkorea. Darüber hinaus hält OMV Minderheitsanteile an verschiedenen at-equity bilanzierten Beteiligungen. Die wesentlichsten sind: Borouge (Vereinigte Arabische Emirate), das Joint Venture von Borealis mit ADNOC, betreibt den größten petrochemischen Komplex der Welt, und das Joint Venture Baystar (Vereinigte Staaten) bedient den Kundenstamm in den nordamerikanischen Märkten. Eine neue Anlage basierend auf der Borstar Technologie am Standort Pasadena wird aktuell errichtet.
- Der Konzern betreibt verschiedene Initiativen im Bereich des mechanischen und chemischen Recyclings sowie der Herstellung von erneuerbaren Polyolefinen.
- Die Konzernführung, Finanzierungs- und Versicherungsaktivitäten sowie gewisse Servicefunktionen sind im Geschäftsbereich Konzernbereich & Sonstiges (Kb&S) zusammengefasst.
- Eine zentrale operative Ergebnissteuerungsgröße ist das CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten. In die Ermittlung des Vermögens fließen immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ein. Für die regionale Aufteilung externer Umsätze wird der Ort herangezogen, an dem das Risiko auf den Kunden übergeht. Die Nettoumsätze aus Erlösen aus Warengeschäften, die in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen und das Hedging-Ergebnis werden dem jeweiligen Land zugeordnet, in welchem die berichtende Tochtergesellschaft ihren Sitz hat. Die im Konzernanhang erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze stimmen mit jenen der operativen Segmente überein, mit bestimmten Ausnahmen betreffend Innenumsätze und Kostenzuordnungen des Mutterunternehmens, welche nach internen Grundsätzen der OMV ermittelt wurden. Der Vorstand ist der Meinung, dass die Verrechnungspreise für Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten den Marktpreisen entsprechen. Geschäftsfälle, die den operativen Bereichen nicht zuordenbar sind, werden mit der Ergebnisauswirkung in Kb&S ausgewiesen.
- Um die Analyse der üblichen Geschäftsentwicklung zu erleichtern, wird die Offenlegung von Sondereffekten als angemessen erachtet. Um vergleichbare Werte wiedergeben zu können, werden bestimmte das Ergebnis beeinflussende Effekte hinzugefügt oder abgezogen. Diese Effekte können in vier Unterkategorien unterteilt werden: Personallösungen, Wertminderungen und Wertaufholungen, Anlagenverkäufe und Sonstiges.
- Des Weiteren wird der Current Cost of Supply (CCS) Effekt aus dem Jahresergebnis eliminiert, um ein effektives Performance-Management in einem Umfeld mit volatilen Preisen sowie Vergleichbarkeit mit Mitbewerbern zu ermöglichen. Der CCS Effekt, auch als Lagerhaltungsgewinne und -verluste bezeichnet, ist die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten von Einkäufen des vorherigen Monats und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durchschnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitende Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse führen. Diese Leistungskennzahl erhöht die Transparenz der Ergebnisse und wird üblicherweise in der Erdölindustrie verwendet. Die OMV veröffentlicht daher diese Ergebniskennzahl zusätzlich zum gemäß IFRS ermittelten operativen Ergebnis.
Segmentberichterstattung |
In EUR Mio |
| 2021 |
| E&P | R&M | C&M | Kb&S | Gesamt | Konsoli- dierung | OMV Konzern |
|
|
|
|
|
|
|
|
Umsatzerlöse1 | 6.712 | 25.928 | 11.618 | 376 | 44.634 | –9.079 | 35.555 |
Umsätze mit anderen Segmenten | –4.828 | –2.780 | –1.109 | –361 | –9.079 | 9.079 | — |
Umsatzerlöse mit Dritten | 1.884 | 23.148 | 10.509 | 14 | 35.555 | — | 35.555 |
Sonstige betriebliche Erträge | 347 | 274 | 249 | 63 | 933 | — | 933 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 55 | 12 | 534 | — | 600 | — | 600 |
Planmäßige Abschreibungen | 1.396 | 429 | 535 | 41 | 2.401 | — | 2.401 |
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) | 325 | 718 | 495 | 0 | 1.538 | — | 1.538 |
Wertaufholungen | 0 | 3 | — | — | 4 | — | 4 |
Operatives Ergebnis | 2.439 | 922 | 1.828 | –74 | 5.115 | –51 | 5.065 |
Sondereffekte für Personallösungen | 14 | 7 | — | 9 | 30 | — | 30 |
Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen | 100 | 713 | 483 | — | 1.297 | — | 1.297 |
Sondereffekte für Anlagenverkäufe | –209 | –7 | — | –6 | –223 | — | –223 |
Sonstige Sondereffekte | 492 | –204 | –87 | 9 | 210 | — | 210 |
Sondereffekte | 398 | 509 | 396 | 12 | 1.315 | — | 1.315 |
CCS Effekte | — | –430 | — | — | –430 | 12 | –418 |
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten | 2.837 | 1.001 | 2.224 | –62 | 5.999 | –39 | 5.961 |
Segmentvermögen2 | 12.217 | 3.989 | 5.283 | 241 | 21.730 | — | 21.730 |
Zugänge SAV/IV3 | 1.251 | 621 | 724 | 28 | 2.624 | — | 2.624 |
At-equity bewertete Beteiligungen4 | 429 | 1.325 | 5.133 | — | 6.887 | — | 6.887 |
|
|
|
|
|
|
|
|
- Die Segmentinformation der Vorperioden wurde entsprechend der Anforderungen des IFRS 8.29 angepasst. Die nachstehenden Tabellen geben die Segmentberichterstattung nach Anpassung infolge der Umstrukturierung und wie 2020 berichtet wieder:
Segmentberichterstattung |
In EUR Mio |
| 2020 angepasst |
| E&P | R&M | C&M | Kb&S | Gesamt | Konsoli- dierung | OMV Konzern |
|
|
|
|
|
|
|
|
Umsatzerlöse1 | 3.705 | 13.996 | 2.884 | 352 | 20.937 | –4.387 | 16.550 |
Umsätze mit anderen Segmenten | –2.178 | –1.345 | –515 | –348 | –4.387 | 4.387 | — |
Umsatzerlöse mit Dritten | 1.527 | 12.651 | 2.368 | 4 | 16.550 | — | 16.550 |
Sonstige betriebliche Erträge | 180 | 265 | 1.391 | 56 | 1.892 | –15 | 1.877 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 31 | –202 | 210 | — | 38 | — | 38 |
Planmäßige Abschreibungen | 1.335 | 444 | 147 | 39 | 1.965 | — | 1.965 |
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) | 1.452 | 9 | 0 | 0 | 1.462 | — | 1.462 |
Wertaufholungen | 120 | 111 | — | — | 230 | — | 230 |
Operatives Ergebnis | –1.137 | 592 | 1.568 | –56 | 967 | 83 | 1.050 |
Sondereffekte für Personallösungen | 31 | 4 | — | 5 | 39 | — | 39 |
Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen | 1.185 | –101 | — | — | 1.084 | — | 1.084 |
Sondereffekte für Anlagenverkäufe | –9 | –9 | — | –1 | –19 | — | –19 |
Sonstige Sondereffekte | 75 | 84 | –1.049 | 5 | –885 | — | –885 |
Sondereffekte | 1.282 | –22 | –1.049 | 9 | 220 | — | 220 |
CCS Effekte | — | 425 | — | — | 425 | –10 | 416 |
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten | 145 | 996 | 519 | –47 | 1.612 | 74 | 1.686 |
Segmentvermögen2 | 12.662 | 3.955 | 5.767 | 262 | 22.646 | — | 22.646 |
Zugänge SAV/IV3 | 1.150 | 509 | 251 | 28 | 1.938 | — | 1.938 |
At-equity bewertete Beteiligungen4 | 389 | 1.912 | 6.020 | — | 8.321 | — | 8.321 |
|
|
|
|
|
|
|
|
Segmentberichterstattung |
In EUR Mio |
| 2020 berichtet |
| U/S | D/S | Kb&S | Gesamt | Konsoli- dierung | OMV Konzern |
|
|
|
|
|
|
|
Umsatzerlöse1 | 3.705 | 15.082 | 352 | 19.139 | –2.589 | 16.550 |
Umsätze mit anderen Segmenten | –2.178 | –63 | –348 | –2.589 | 2.589 | — |
Umsatzerlöse mit Dritten | 1.527 | 15.019 | 4 | 16.550 | — | 16.550 |
Sonstige betriebliche Erträge | 180 | 1.656 | 56 | 1.892 | –15 | 1.877 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 31 | 7 | — | 38 | — | 38 |
Planmäßige Abschreibungen | 1.335 | 591 | 39 | 1.965 | — | 1.965 |
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) | 1.452 | 10 | 0 | 1.462 | — | 1.462 |
Wertaufholungen | 120 | 111 | — | 230 | — | 230 |
Operatives Ergebnis | –1.137 | 2.160 | –56 | 967 | 83 | 1.050 |
Sondereffekte für Personallösungen | 31 | 4 | 5 | 39 | — | 39 |
Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen | 1.185 | –101 | — | 1.084 | — | 1.084 |
Sondereffekte für Anlagenverkäufe | –9 | –9 | –1 | –19 | — | –19 |
Sonstige Sondereffekte | 75 | –965 | 5 | –885 | — | –885 |
Sondereffekte | 1.282 | –1.071 | 9 | 220 | — | 220 |
CCS Effekte | — | 425 | — | 425 | –10 | 416 |
CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten | 145 | 1.514 | –47 | 1.612 | 74 | 1.686 |
Segmentvermögen2 | 12.662 | 9.721 | 262 | 22.646 | — | 22.646 |
Zugänge SAV/IV3 | 1.150 | 760 | 28 | 1.938 | — | 1.938 |
At-equity bewertete Beteiligungen4 | 389 | 7.932 | — | 8.321 | — | 8.321 |
|
|
|
|
|
|
|
- 2021 waren die Sondereffekte für Wertminderungen und Wertaufholungen überwiegend durch nicht zahlungswirksame Werberichtigungen im Zusammenhang mit ADNOC Refining, E&P Vermögenswerten und dem Düngemittel Geschäftsbereich von Borealis beeinflusst. Weitere Informationen zu Wertminderungen sind der Anhangangabe 7 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – zu entnehmen.
- Sondereffekte für Anlagenverkäufe betrafen im Wesentlichen einen Ertrag aus dem Verkauf des Anteils am norwegischen Ölfeld Wisting.
- Sonstige Sondereffekte enthielten im Wesentlichen im Segment Exploration & Production nicht zahlungswirksame Bewertungseffekte von finanziellen Vermögenswerten, vor allem im Zusammenhang mit der Neubewertung des Vermögenswertes hinsichtlich der Neufeststellung von Reserven am Feld Juschno Russkoje und temporäre Hedging-Effekte. In Refining & Marketing und Chemicals & Materials waren die sonstigen Sondereffekte überwiegend auf temporäre Hedging-Effekte zurückzuführen.
- 2020 enthielten die sonstigen Sondereffekte im Segment Exploration & Production hauptsächlich die Neubewertung des Vermögenswertes hinsichtlich der Neufeststellung von Reserven am Feld Juschno Russkoje und temporäre Hedging-Effekte. Das Segment Refining & Marketing enthielt im Wesentlichen temporäre Hedging-Effekte. Im Segment Chemicals & Materials waren die sonstigen Sondereffekte hauptsächlich auf die Neubewertung der zuvor gehaltenen 36%-Anteile an Borealis AG aufgrund der Akquisition von zusätzlichen 39% Anteilen zurückzuführen.
Informationen über geografische Bereiche |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Umsätze mit Dritten | Zugeordnetes Vermögen1 | At-equity bewertete Beteiligungen2 | Umsätze mit Dritten | Zugeordnetes Vermögen1 | At-equity bewertete Beteiligungen2 |
Österreich | 5.326 | 4.207 | 14 | 3.466 | 4.388 | 78 |
Deutschland | 8.499 | 1.061 | 31 | 3.268 | 1.105 | 33 |
Rumänien | 4.433 | 5.628 | — | 3.456 | 6.106 | — |
Norwegen | 1.003 | 1.508 | — | 584 | 1.675 | — |
Russland | 642 | 592 | 117 | 448 | 619 | 102 |
Neuseeland | 443 | 550 | — | 402 | 607 | — |
Vereinigte Arabische Emirate | 784 | 1.671 | 5.352 | 325 | 1.479 | 6.874 |
Übriges MOE3 | 5.246 | 556 | — | 2.878 | 639 | 6 |
Übriges Europa | 6.823 | 3.140 | 45 | 1.126 | 3.187 | 21 |
Übrige Welt4 | 2.356 | 2.289 | 1.328 | 598 | 2.343 | 1.207 |
Zwischensumme | 35.555 | 21.201 | 6.887 | 16.550 | 22.148 | 8.321 |
Nicht zugeordnetes Vermögen | — | 529 | — | — | 498 | — |
Gesamt | 35.555 | 21.730 | 6.887 | 16.550 | 22.646 | 8.321 |
|
|
|
|
|
|
|
Nicht zugeordnetes Vermögen enthielt einen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Mittlerer Osten und Afrika“ zugeordneten Firmenwert in Höhe von EUR 322 Mio (2020: EUR 297 Mio), EUR 198 Mio (2020: EUR 183 Mio) der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „SapuraOMV“ zugeordneten Firmenwert und EUR 9 Mio (2020: EUR 18 Mio) der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Raffinerien West“ zugeordneten Firmenwert, da diese ZGEs in mehreren geographischen Bereichen tätig sind.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
5 Umsatzerlöse
Umsatzerlöse |
|
|
In EUR Mio |
|
|
| 2021 | 2020 |
Umsätze aus Kundenverträgen | 34.792 | 16.076 |
Umsätze aus fixen Leasingzahlungen | 15 | 11 |
Umsätze aus variablen Leasingzahlungen | 65 | 58 |
Umsätze aus anderen Quellen | 683 | 406 |
Umsatzerlöse | 35.555 | 16.550 |
|
|
|
Umsätze aus Kundenverträgen |
In EUR Mio |
| Exploration & Production | Refining & Marketing | Chemicals & Materials | Konzern- bereich & Sonstiges | OMV Konzern |
|
|
|
|
|
|
| 2021 |
Rohöl, NGL und Kondensate | 1.057 | 1.071 | — | — | 2.128 |
Erdgas und LNG | 1.043 | 9.107 | — | — | 10.150 |
Treibstoffe, Heizöl und sonstige Raffinerieprodukte | — | 10.460 | — | — | 10.460 |
Chemische Produkte | — | 56 | 10.347 | — | 10.403 |
Gasspeicherung, Transit, Verteilung und Transport | 11 | 140 | — | — | 151 |
Sonstige Produkte und Dienstleistungen1 | 32 | 1.294 | 160 | 13 | 1.500 |
Umsätze aus Kundenverträgen | 2.143 | 22.129 | 10.507 | 13 | 34.792 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Rohöl, NGL und Kondensate | 769 | 615 | — | — | 1.384 |
Erdgas und LNG | 715 | 3.280 | — | — | 3.995 |
Treibstoffe, Heizöl und sonstige Raffinerieprodukte | — | 6.932 | — | — | 6.932 |
Chemische Produkte | — | 15 | 2.314 | — | 2.329 |
Gasspeicherung, Transit, Verteilung und Transport | 11 | 231 | — | — | 242 |
Sonstige Produkte und Dienstleistungen1 | 27 | 1.115 | 50 | 3 | 1.194 |
Umsätze aus Kundenverträgen | 1.521 | 12.188 | 2.363 | 3 | 16.076 |
|
|
|
|
|
|
6 Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen
Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Fremdwährungskursgewinne aus operativen Geschäften | 127 | 159 |
Gewinne aus Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte | — | 28 |
Gewinne aus Marktwertänderungen zu Handelszwecken gehaltener Vorräte | 126 | 90 |
Gewinne aus Marktwertänderungen zu sonstigen Derivaten | 191 | 68 |
Gewinne aus Abgängen von Geschäftseinheiten, Tochterunternehmen, Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten | 282 | 22 |
Übrige sonstige betriebliche Erträge | 207 | 1.510 |
Sonstige betriebliche Erträge | 933 | 1.877 |
|
|
|
Erträge aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 638 | 250 |
Aufwendungen aus at-equity bewerteten Beteiligungen | –38 | –212 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | 600 | 38 |
|
|
|
- Fremdwährungskursgewinne aus operativen Geschäften waren in 2021 und 2020 wesentlich von der USD Entwicklung beeinflusst.
- Gewinne aus Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte in 2020 beinhalteten hauptsächlich positive Diskontierungseffekte aus Vermögenswerten in Zusammenhang mit dem Erwerb von Anteilen am Feld Juschno Russkoje. Nähere Details können der Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte – entnommen werden.
- Gewinne aus Marktwertänderungen zu Handelszwecken gehaltener Vorräte betreffen Emissionszertifikate in Refining & Marketing und Chemicals & Materials (Österreich und Deutschland). Nähere Details zu Emissionszertifikaten können der Anhangangabe 23 – Rückstellungen – entnommen werden.
- Gewinne aus Marktwertänderungen zu sonstigen Derivaten bezogen sich auf Forward Verträge für Emissionszertifikate in Refining & Marketing und Chemicals & Materials (Österreich und Deutschland).
- Gewinne aus Abgängen von Geschäftseinheiten, Tochterunternehmen, Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten beziehen sich hauptsächlich auf Gewinne aus dem Verkauf des Ölfeldes Wisting. Am 17. Dezember 2021 hat die OMV (NORGE) AS den Verkauf ihrer gesamten 25%-Beteiligung an den Wisting-Lizenzen an Lundin Energy AB abgeschlossen. Der Verkaufspreis vor den üblichen Anpassungen bei Abschluss der Transaktion betrug USD 320 Mio, mit einer bedingten Zahlung von bis zu USD 20 Mio – abhängig von den finalen Investitionen. Wirtschaftlicher Stichtag der Transaktion war der 1. Jänner 2021. Die Verkaufstransaktion führte zu einem Gewinn von EUR 261 Mio.
- Übrige sonstige betriebliche Erträge beinhalteten Erträge aus Lagerhaltung im Zusammenhang mit der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. (EUR 43 Mio) und Versicherungsentschädigungen im Zusammenhang mit einem Prozess-Sicherheitsvorfall bei einem Cracker von Borealis in Schweden in 2020 (EUR 34 Mio).
- 2020 beinhaltete die Position Erträge aus der Neubewertung und Recycling-Effekte im Zusammenhang mit den vormals gehaltenen 36% Anteilen an der Borealis AG (EUR 1.284 Mio), Erträge aus Lagerhaltung für die Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. (EUR 50 Mio) sowie Versicherungsentschädigungen im Zusammenhang mit dem Prozess-Sicherheitsvorfall bei einem Cracker von Borealis in Schweden (EUR 41 Mio).
- Erträge aus at-equity bewerteten Beteiligungen waren im Wesentlichen von Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) beeinflusst. 2020 enthielt die Position hauptsächlich das anteilige Konzernergebnis der vormals gehaltenen 36% Anteile an Borealis AG in Höhe von EUR 172 Mio.
- Aufwendungen aus at-equity bewerteten Beteiligungen waren im Wesentlichen von Abu Dhabi Oil Refining Company beeinflusst. Nähere Details können der Anhangangabe 16 – At-equity bewertete Beteiligungen – entnommen werden.
7 Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen
- Wertminderungen sind in der Zeile „Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen“ in der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten, mit Ausnahme der Wertminderungen auf Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung, welche in den „Explorationsaufwendungen“ gezeigt werden. Die folgenden Tabellen zeigen eine Überleitung zu den in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Beträgen:
Abschreibungen, Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) und Wertaufholungen |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Planmäßige Abschreibungen | 2.401 | 1.965 |
Wertaufholungen | –4 | –230 |
Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) | 1.353 | 683 |
Abschreibungen, Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) und Wertaufholungen | 3.750 | 2.418 |
|
|
|
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Wertminderungen (ohne Exploration und Evaluierung) | 1.353 | 683 |
Wertminderungen (Exploration und Evaluierung) | 185 | 779 |
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) | 1.538 | 1.462 |
|
|
|
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – Aufteilung auf die Funktionen |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Planmäßige Abschreibungen | 2.401 | 1.965 |
davon Explorationsaufwendungen | — | — |
davon Produktions- und operative Aufwendungen | 2.144 | 1.717 |
davon Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen | 257 | 248 |
|
|
|
Wertaufholungen | –4 | –230 |
davon Explorationsaufwendungen | — | — |
davon Produktions- und operative Aufwendungen | –0 | –227 |
davon Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen | –3 | –3 |
|
|
|
Wertminderungen (inkl. Exploration und Evaluierung) | 1.538 | 1.462 |
davon Explorationsaufwendungen | 185 | 779 |
davon Produktions- und operative Aufwendungen | 1.303 | 673 |
davon Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen | 49 | 10 |
|
|
|
Wertminderungen und Wertaufholungen in Exploration & Production
- Basierend auf Wertminderungstests wurden EUR 111 Mio an Vermögenswerten aus Exploration und Evaluierung in 2021 wertgemindert, vor allem Vermögenswerte in Norwegen, Neuseeland, Mexiko und Tunesien. Weiters enthielten Wertminderungen in 2021 für Exploration und Evaluierung (EUR 74 Mio) hauptsächlich nicht erfolgreiche Explorationsbohrungen und Explorationslizenzen in Australien, Norwegen, Rumänien und Neuseeland.
- Darüber hinaus beinhalteten die Wertminderungen 2021 nicht erfolgreiche Generalbehandlungen und veraltete oder ersetzte Sachanlagen in Rumänien (EUR 87 Mio).
- Der verzeichnete signifikante Rückgang der Öl- und Gaspreise im Jahr 2020 führte zu einer Änderung der Preisannahmen der OMV und lösten eine Überprüfung des gesamten Exploration & Production Portfolios auf Wertminderungen aus. Dies führte in 2020 zu Wertminderungen vor Steuern in Höhe von EUR 1.222 Mio (immaterielle Vermögenswerte EUR 614 Mio und Sachanlagen EUR 608 Mio) und Wertaufholungen vor Steuern in Höhe von EUR 91 Mio der Vermögenswerte aus Exploration und Evaluierung sowie von in Entwicklung befindlichen und produzierenden Öl- und Gasvermögenswerten. Diese Wertminderungen wurden in verschiedenen Ländern über das gesamte Portfolio verteilt verbucht, vor allem in Neuseeland, Rumänien, Österreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
- Weiters führte der geplante Verkauf der Vermögenswerte in Kasachstan durch OMV Petrom (51%-ige Tochtergesellschaft der OMV) in 2020 und die damit verbundene Umgliederung in die Bilanzposition „Zu Veräußerungszwecken gehalten“ zu einer Wertaufholung vor Steuern in Höhe von EUR 28 Mio. Weitere Wertminderungen in 2020 beinhalteten nicht erfolgreiche Generalbehandlungen und veraltete oder ersetzte Sachanlagen in Rumänien (EUR 58 Mio). Darüber hinaus enthielten die Wertminderungen 2020 Wertminderungen in Höhe von EUR 149 Mio für nicht erfolgreiche Explorationsbohrungen und Explorationslizenzen in Malaysia, Österreich, Norwegen und Neuseeland.
Wertminderungen und Wertaufholungen in Refining & Marketing
- Die Verschlechterung der Annahmen für die Margenentwicklung führte zu einer Änderung der Preisannahmen und machte einen Wertminderungstest der at-equity bilanzierten ADNOC Refining und Trading ZGE erforderlich. Dieser Test führte infolge von geringeren Raffineriemargen und Produktionsmengen bei ADNOC Refining unter Anwendung eines Diskontierungszinssatzes nach Steuern von 6,61% zu einer Wertminderung von EUR 669 Mio. Ein Rückgang der Marge von USD 1/bbl für alle Jahre würde zu einer zusätzlichen Wertminderung von ca. EUR 600 Mio führen.
- 2020 gab es keine wesentlichen Wertminderungen im Geschäftsbereich Refining & Marketing. Im Jahr 2020 wurden die langfristigen Preisannahmen für Strom und CO2, unter Berücksichtigung des verbesserten Marktes für Stromerzeugung in Rumänien, angepasst. Dies führte zu einer vollständigen Wertaufholung für das Gaskraftwerk Brazi in Rumänien in Höhe von EUR 107 Mio vor Steuern basierend auf einem Diskontierungszinssatz nach Steuern von 4,26%.
Wertminderungen in Chemicals & Materials
- Zum 31.Dezember 2021 wurden für den Geschäftsbereich Stickstoff der Borealis Gruppe Wertminderungen in Höhe von EUR 444 Mio erfasst, um den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten widerzuspiegeln. Die Bewertung basierte auf einem am 2. Februar 2022 erhaltenen verbindlichen Angebot von EuroChem für den Erwerb der Veräußerungsgruppe.
- Die fehlende Rentabilität in den letzten Jahren sowie die signifikante Abweichung der finanziellen Performance der Rosier Gruppe vom Budget im Jahr 2021 lösten die Durchführung eines Wertminderungstests aus. Die Hauptgründe waren die zunehmenden wettbewerbsintensiven Marktbedingungen mit dem Druck der vertikal integrierten Mitbewerber und die Unterbrechung der Rohstoffversorgung im Laufe des Jahres. Daraus resultierend wurden Sachanlagen in Höhe von EUR 39 Mio in 2021 wertgemindert.
8 Explorationsaufwendungen
- Die folgende Tabelle zeigt die Konzernbeiträge der Aktivitäten, welche auf die Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen entfallen.
- All diese Aktivitäten sind im Segment Exploration & Production enthalten.
Exploration und Evaluierung von Öl- und Gasressourcen |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Wertminderungen (Exploration und Evaluierung) | 185 | 779 |
Sonstiger Explorationsaufwand | 95 | 117 |
Explorationsaufwand | 280 | 896 |
Immaterielle Vermögenswerte – aktivierte Explorations- und Evaluierungsausgaben inkl. Erwerb von unsicheren Reserven | 967 | 1.260 |
Netto-Mittelabfluss aus der Betriebstätigkeit | 85 | 106 |
Netto-Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit1 | –169 | 122 |
|
|
|
9 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Sonstige betriebliche Aufwendungen |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Fremdwährungskursverluste aus operativen Geschäften | 121 | 135 |
Verluste aus dem Abgang von Geschäftseinheiten, Tochterunternehmen, Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten | 48 | 8 |
Verluste aus Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte | 317 | –0 |
Netto-Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten | 9 | 12 |
Personallösungen | 22 | 39 |
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen | 58 | 61 |
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen | 113 | 134 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | 688 | 389 |
|
|
|
- Fremdwährungskursverluste aus operativen Geschäften waren 2021 und 2020 wesentlich von der USD Entwicklung beeinflusst.
- Verluste aus dem Abgang von Geschäftseinheiten, Tochterunternehmen, Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten enthielten einen Verlust aus dem Verkauf von Haramidere Depoculuk Anonim Şirketi in Höhe von EUR 26 Mio, der aus der Umgliederung von negativen Währungsumrechnungsdifferenzen aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung stammt.
- Verluste aus Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte beinhalteten Verluste in Höhe von EUR 256 Mio in Zusammenhang mit dem finanziellen Vermögenswert für das Recht auf Neufeststellung der Reserven aus der Akquisition des Anteils am Juschno Russkoje Feld, die durch eine Neubewertung der Reserven ausgelöst und teilweise durch positive Diskontierungseffekte ausgeglichen wurden. Darüber hinaus enthielten Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von finanziellen Vermögenswerten Verluste in Höhe von EUR 61 Mio aus der Neubewertung der bedingten Gegenleistung aus der Veräußerung der 30%-Beteiligung an Rosebank und aus der Veräußerung der OMV (U.K.) Limited aufgrund einer zeitlichen Verzögerung der erwarteten endgültigen Investitionsentscheidung. In 2020 erfasste der Konzern einen Gewinn aus Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte in Höhe von EUR 28 Mio (Anhangsangabe 6 - Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen). Nähere Details können der Anhangsangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte – entnommen werden.
- Netto-Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten beinhalteten im Wesentlichen Wertminderungen von Forderungen in Tunesien in Höhe von EUR 9 Mio (2020: EUR 9 Mio).
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen enthielten Aufwendungen im Zusammenhang mit verschiedenen Digitalisierungsinitiativen in Höhe von EUR 45 Mio (2020: EUR 36 Mio), sowie Aufwendungen in Zusammenhang mit der Lagerhaltung der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. von EUR 51 Mio (2020: EUR 56 Mio).
10 Personalaufwendungen
Personalaufwendungen |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Löhne und Gehälter | 1.273 | 944 |
Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen | 28 | 9 |
Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen | 62 | 33 |
Nettoaufwendungen im Zusammenhang mit Personallösungen | 22 | 39 |
Sonstiger Personalaufwand | 267 | 128 |
Steuern und Sozialabgaben | 302 | 155 |
Personalaufwendungen | 1.953 | 1.308 |
|
|
|
-
- Die höheren Nettoaufwendungen im Zusammenhang mit Personallösungen in 2020 waren hauptsächlich auf Aufwendungen aus Restrukturierungen in Verbindung mit Outsourcing-Aktivitäten in Rumänien zurückzuführen.
- Nähere Details zu den leistungsorientierten Plänen sind in Anhangangabe 23 – Rückstellungen – zu finden.
11 Finanzerfolg
Zinserträge |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 27 | 38 |
Abgezinste Forderungen | 5 | 17 |
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte | 9 | 30 |
Ausleihungen | 120 | 88 |
Sonstige | –0 | 3 |
Zinserträge | 161 | 177 |
|
|
|
- Zinserträge aus sonstigen finanziellen und nicht finanziellen Vermögenswerten beinhaltete 2020 hauptsächlich Zinserträge aus verspäteten Zahlungen im Zusammenhang mit einer erfolgreichen Schlichtung in Rumänien und positiven Diskontierungseffekten von Forderungen gegenüber dem rumänischen Staat.
- Die Position Zinserträge aus Ausleihungen enthielt EUR 92 Mio (2020: EUR 84 Mio) aus der Nord Stream 2 Finanzierungsvereinbarung und EUR 27 Mio (2020: EUR 4 Mio) im Zusammenhang mit einem Darlehensvertrag gegenüber Bayport Polymers LLC. Weitere Details können der Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte – entnommen werden.
Zinsaufwendungen |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Anleihen | 142 | 136 |
Leasingverbindlichkeiten | 26 | 24 |
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 26 | 20 |
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen | 114 | 74 |
Rückstellungen für Jubiläumsgeld, Personallösungen und andere Leistungen an Arbeitnehmer | 2 | 2 |
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 12 | 11 |
Rückstellungen für belastende Verträge | 17 | 15 |
Sonstige | 8 | 5 |
Zinsaufwendungen, brutto | 348 | 287 |
Aktivierte Fremdkapitalzinsen | –14 | –7 |
Zinsaufwendungen | 334 | 280 |
|
|
|
- Weitere Details zu Anleihen können der Anhangangabe 24 – Verbindlichkeiten – entnommen werden.
- Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Rekultivierungsrückstellung der OMV Petrom SA wurde mit den Zinserträgen aus der Forderung gegenüber dem rumänischen Staat saldiert. Weitere Details können der Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte – entnommen werden.
- Die Zinsaufwendungen für Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen in 2021 wurden durch die negativen Neubewertungseffekte von Forderungen gegenüber dem rumänischen Staat in Höhe von EUR 41 Mio beeinflusst (2020: null).
- Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen wurden mit den Erträgen aus dem Planvermögen von EUR 5 Mio (2020: EUR 5 Mio) saldiert dargestellt.
- Rückstellungen für belastende Verträge beinhalteten Aufwendungen aus der Aufzinsung auf abgeschlossene Transport- und Gate LNG-Terminalkapazitäten der OMV Gas Marketing & Trading GmbH. Weitere Details können der Anhangangabe 23 – Rückstellungen – entnommen werden.
- Die für qualifizierte Vermögenswerte aktivierten Fremdkapitalzinsen bezogen sich vorwiegend auf die in Bau befindliche Propandehydrierungsanlage am Produktionsstandort von Borealis in Kallo, Belgien und Öl- und Gasvermögen in der Entwicklungsphase in Norwegen.
Sonstiges Finanzergebnis |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Buchwert verkaufter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | –9.348 | –5.212 |
Erlöse aus verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 9.315 | 5.189 |
Finanzierungskosten für Factoring und Securitization | –33 | –24 |
Nettofremdwährungsgewinne/(-verluste) | 9 | –53 |
Sonstige | –17 | –14 |
Sonstiges Finanzergebnis | –40 | –91 |
|
|
|
- In 2020 waren die Nettofremdwährungsverluste hauptsächlich durch den RUB beeinflusst.
Die Position Sonstige enthielt hauptsächlich Bankgebühren.
12 Steuern vom Einkommen und Ertrag
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Ergebnis vor Steuern | 4.870 | 875 |
Laufende Steuern | 2.056 | 244 |
davon betreffend Vorjahre | 6 | 2 |
Latente Steuern | 10 | –846 |
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 2.066 | –603 |
|
|
|
Entwicklung der latenten Steuern1 |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Latente Steuern zum 1. Jänner | –57 | –445 |
Latente Steuern zum 31. Dezember | –87 | –57 |
Veränderung latente Steuern | –30 | 388 |
Im Eigenkapital erfasste latente Steuern | 42 | 17 |
Konsolidierungskreisänderungen, Kursdifferenzen und Sonstiges2 | –22 | 441 |
Latente Steuern laut Gewinn- und Verlustrechnung | –10 | 846 |
Die latenten Steuern laut Gewinn- und Verlustrechnung setzen sich wie folgt zusammen: |
|
|
Steuersatzänderung | 3 | 12 |
Auflösung und Bildung von Wertberichtigungen zu latenten Steuern | 88 | 320 |
Anpassungen bei den Verlustvorträgen (in den Vorjahren nicht berücksichtigte oder verfallene Verlustvorträge sowie sonstige Anpassungen) | –40 | 59 |
Umkehrung von temporären Differenzen inklusive Neubildung und Verbrauch von Verlustvorträgen | –61 | 456 |
|
|
|
Direkt im sonstigen Ergebnis verbuchte Ertragsteuern |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Latente Steuern | 42 | –8 |
Laufende Steuern | –8 | –0 |
Direkt im sonstigen Ergebnis verbuchte Ertragsteuern | 33 | –8 |
|
|
|
-
- Die OMV Aktiengesellschaft bildet eine Steuergruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz 1988, in der das steuerpflichtige Ergebnis aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften sowie allfällige Verluste einer ausländischen Tochtergesellschaft (OMVAUSTRALIA PTY LTD) zusammengefasst werden.
- Beteiligungserträge inländischer Tochtergesellschaften sind grundsätzlich in Österreich steuerbefreit. Dividenden von EU- und EWR-Beteiligungen sowie von Tochtergesellschaften, die in einem Staat ansässig sind, mit welchem Österreich ein umfassendes Amtshilfeabkommen abgeschlossen hat, sind ebenfalls in der Regel von der österreichischen Körperschaftsteuer befreit, sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Dividenden sonstiger ausländischer Beteiligungen, an denen der Konzern einen Anteil von 10% oder mehr besitzt und mindestens ein Jahr hält, sind ebenfalls auf der Ebene der österreichischen Muttergesellschaft steuerbefreit.
- Veränderungen der Wertberichtigung latenter Steuern für die österreichische Steuergruppe wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, ausgenommen in dem Umfang, in welchem die aktiven latenten Steuern aus Geschäftsvorfällen oder Ereignissen herrührten, welche außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurden, dies bedeutet im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital.
- Bei der Ermittlung des Effektivsteuersatzes werden die Ertragsteuern dem Ergebnis vor Steuern gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende Steuersatz wird mit dem österreichischen Regelsteuersatz von 25% verglichen und die wesentlichen Abweichungen werden analysiert.
- Steuerüberleitungsrechnung
|
In % |
| 2021 | 2020 |
Körperschaftsteuersatz in Österreich | 25,0 | 25,0 |
Steuereffekte durch: |
|
|
Abweichende ausländische Steuersätze | 26,1 | –8,3 |
Nicht abzugsfähige Aufwendungen | 3,7 | 22,6 |
Steuerfreies Einkommen | –10,4 | –55,7 |
Steuersatzänderung | –0,1 | –1,3 |
Permanente Effekte aus Verlustvorträgen | 0,1 | 0,1 |
Steuerliche Wertberichtigungen und Zuschreibungen von Beteiligungen auf Ebene der Muttergesellschaft | 0,7 | –14,1 |
Veränderung der Wertberichtigung latenter Steuern | –1,8 | –36,5 |
Steuern betreffend Vorjahre | 0,7 | –6,2 |
Sonstige | –1,4 | 5,5 |
Effektivsteuersatz im Konzernabschluss | 42,4 | –68,8 |
|
|
|
Steuerüberleitungsrechnung |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Theoretische Steuern vom Einkommen und Ertrag auf Basis des österreichischen Körperschaftssteuersatzes | 1.218 | 219 |
Steuereffekte durch: |
|
|
Abweichende ausländische Steuersätze | 1.270 | –73 |
Nicht abzugsfähige Aufwendungen | 178 | 198 |
Steuerfreies Einkommen | –508 | –487 |
Steuersatzänderung | –3 | –12 |
Permanente Effekte aus Verlustvorträgen | 5 | 1 |
Steuerliche Wertberichtigungen und Zuschreibungen von Beteiligungen auf Ebene der Muttergesellschaft | 32 | –123 |
Veränderung der Wertberichtigung latenter Steuern | –88 | –320 |
Steuern betreffend Vorjahre | 32 | –55 |
Sonstige | –71 | 49 |
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 2.066 | –603 |
|
|
|
-
- In 2021 bezogen sich die Auswirkungen aus abweichenden ausländischen Steuersätzen hauptsächlich auf Tochtergesellschaften, die in Steuergebieten mit hohen Körperschaftsteuersätzen (Norwegen, Libyen und Vereinigte Arabische Emirate) tätig sind. Anstieg der Position Abweichende ausländische Steuersätze war im Vergleich zu 2020 hauptsächlich auf eine deutliche Steigerung des Gewinns vor Steuern dieser Tochtergesellschaften zurückzuführen.
- Die nicht abzugsfähigen Aufwendungen beinhalteten hauptsächlich Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von finanziellen Vermögenswerten und permanente Effekte aus Abschreibungen und Amortisationen.
- Das steuerfreie Einkommen in 2021 betraf im Wesentlichen steuerfreie Gewinne aus dem Verkauf des Feldes Wisting, positive Ergebnisbeiträge von at-equity bewerteten Beteiligungen und Steuerbegünstigungen in Norwegen. 2020 war hauptsächlich von Neubewertungs- und Recyclingeffekten im Zusammenhang mit der zuvor gehaltenen 36-%-Beteiligung an der Borealis AG, positiven Ergebnisbeiträgen von at-equity bilanzierten Beteiligungen sowie Steuerbegünstigungen in Norwegen beeinflusst.
- Die Position Veränderung der Wertberichtigung latenter Steuern war im Wesentlichen durch die Auflösung von Wertberichtigungen auf latente Steueransprüche in Österreich und Deutschland beeinflusst. Weitere Details können der Anhangangabe 25 – Latente Steuern – entnommen werden.
13 Ergebnis je Aktie
Ergebnis je Aktie |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Den Aktionären des Mutterunter- nehmens zu zurechnendes Ergebnis in EUR Mio | Durchschnittliche Anzahl an Aktien | Ergebnis je Aktie in EUR | Den Aktionären des Mutterunter- nehmens zu zurechnendes Ergebnis in EUR Mio | Durchschnittliche Anzahl an Aktien | Ergebnis je Aktie in EUR |
Unverwässert | 2.093 | 326.854.031 | 6,40 | 1.258 | 326.830.270 | 3,85 |
Verwässert | 2.093 | 327.272.727 | 6,40 | 1.258 | 326.989.851 | 3,85 |
|
|
|
|
|
|
|
- Für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wurde die gewichtete durchschnittliche Anzahl an Aktien berücksichtigt, welche sich nach Umwandlung aller potenziellen Aktien mit Verwässerungseffekten
ergeben würde. Dies umfasste 421.342 (2020: 159.581) Stück aus den Long Term Incentive Plänen und aus dem Equity Deferral zu gewährende Bonusaktien.
Erläuterungen zur Bilanz
14 Immaterielle Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte |
In EUR Mio |
| Konzessionen, Software, Lizenzen, Rechte | Öl- und Gasvermögen mit nicht sicheren Reserven | Firmenwerte | Gesamt |
|
|
|
|
|
| 2021 |
Entwicklung der Kosten |
|
|
|
|
1. Jänner | 2.509 | 2.195 | 531 | 5.235 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | 53 | 58 | 31 | 142 |
Zugang | 122 | 134 | — | 257 |
Umbuchung | 23 | –336 | — | –313 |
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | –23 | –74 | — | –96 |
Abgang | –22 | –101 | — | –123 |
31. Dezember | 2.663 | 1.876 | 562 | 5.101 |
Entwicklung der Abschreibung |
|
|
|
|
1. Jänner | 857 | 934 | — | 1.792 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | 11 | 33 | — | 44 |
Planmäßige Abschreibung | 191 | 0 | — | 191 |
Wertminderung | 13 | 184 | — | 196 |
Umbuchung | 4 | –147 | — | –143 |
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | –22 | — | — | –22 |
Abgang | –22 | –95 | — | –117 |
31. Dezember | 1.032 | 909 | — | 1.940 |
Buchwert 1. Jänner | 1.652 | 1.260 | 531 | 3.443 |
Buchwert 31. Dezember | 1.631 | 967 | 562 | 3.161 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Entwicklung der Kosten |
|
|
|
|
1. Jänner | 1.936 | 2.860 | 622 | 5.418 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –266 | –106 | –53 | –425 |
Konsolidierungskreisänderungen | 887 | — | — | 887 |
Zugang | 68 | 117 | — | 185 |
Umbuchung | 3 | –514 | — | –511 |
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | –91 | — | –38 | –129 |
Abgang | –29 | –162 | — | –191 |
31. Dezember | 2.509 | 2.195 | 531 | 5.235 |
Entwicklung der Abschreibung |
|
|
|
|
1. Jänner | 895 | 360 | — | 1.255 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –61 | –29 | — | –90 |
Planmäßige Abschreibung | 113 | — | — | 113 |
Wertminderung | 1 | 768 | — | 769 |
Umbuchung | –0 | –5 | — | –5 |
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | –54 | — | — | –54 |
Abgang | –29 | –160 | — | –189 |
Wertaufholung | –9 | –0 | — | –9 |
31. Dezember | 857 | 934 | — | 1.792 |
Buchwert 1. Jänner | 1.041 | 2.500 | 622 | 4.163 |
Buchwert 31. Dezember | 1.652 | 1.260 | 531 | 3.443 |
|
|
|
|
|
- Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten in 2021 beinhalteten EUR 33 Mio Zugänge selbstgeschaffener Vermögenswerte hauptsächlich aus aktivierten Entwicklungskosten.
- Die Umbuchungen betrafen hauptsächlich eine Umgliederung von immateriellen Vermögenswerten auf Sachanlagen im Zusammenhang mit Maui in Neuseeland, nachdem der Status von sicheren Reserven erreicht wurde.
- Immaterielle Vermögenswerte mit einem Buchwert von EUR 74 Mio (2020: EUR 75 Mio) wurden auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert und bezogen sich hauptsächlich auf die 25%-Beteiligung der OMV am norwegischen Ölfeld Wisting, das in Q4/21 verkauft wurde. Für Details siehe Anhangangabe 20 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten und Anhangangabe 26 – Cashflow-Rechnung.
- Nähere Details zu Wertminderungen und Wertaufholungen sind in Anhangangabe 7 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – zu finden.
- Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen wurden folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) und Gruppen von ZGEs zwecks Wertminderungstests zugeordnet:
Firmenwertzuordnung |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Mittlerer Osten und Afrika | 322 | 297 |
SapuraOMV | 198 | 183 |
Exploration & Production zugeordnete Firmenwerte | 520 | 480 |
Raffinerien West | 9 | 18 |
Retail Slowakei | 7 | 7 |
Raffinerie Österreich | 26 | 26 |
Refining & Marketing zugeordnete Firmenwerte | 42 | 52 |
Firmenwerte | 562 | 531 |
|
|
|
- 2021 stieg der Firmenwert im Geschäftsbereich Exploration & Production aufgrund von positiven Währungsumrechnungsdifferenzen.
- Im Refining & Marketing Geschäftsbereich ist der den Raffinerien West zugeordnete Firmenwert aufgrund von negativen Währungsumrechnungsdifferenzen gesunken.
- Die Überprüfung aller Firmenwerte auf Werthaltigkeit auf Basis des Nutzungswerts führte zu keinen Wertminderungen. Für die Überprüfung der Werthaltigkeit des auf die Region Mittlerer Osten und Afrika zugeordneten Firmenwerts wurde ein Diskontierungszinssatz nach Steuern von 9,44% (2020: 9,23%) und des der SapuraOMV zugeordneten Firmenwerts ein Diskontierungszinssatz nach Steuern von 8,0% (2020: 7,88%) angewandt.
- Bei einem Diskontierungszinssatz nach Steuern von 12,73% für den der Region Mittlerer Osten und Afrika zugeordneten Firmenwert und einem Diskontierungszinssatz nach Steuern von 9,19% für den SapuraOMV zugeordneten Firmenwert entsprechen die erzielbaren Beträge den Buchwerten. Details im Zusammenhang mit der Veränderung der Preisannahmen und deren Auswirkungen auf den Firmenwert enthält Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen.
- Anhangangabe 15 – Sachanlagen – enthält Details zu vertraglichen Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten.
15 Sachanlagen
Sachanlagen inklusive Nutzungsrechte |
In EUR Mio |
| Grundstücke und Bauten | Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Anlagen in Bau | Gesamt |
|
|
|
|
|
|
|
| 2021 |
Entwicklung der Kosten |
|
|
|
|
|
|
1. Jänner | 3.584 | 23.445 | 11.483 | 1.967 | 1.081 | 41.560 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –2 | 660 | –50 | –5 | –1 | 603 |
Zugang | 85 | 1.047 | 172 | 69 | 994 | 2.367 |
Neue Verpflichtungen und Änderung der Parameter für Rekultivierung | 2 | –335 | 30 | — | — | –303 |
Umbuchung | 39 | 334 | 320 | 91 | –468 | 316 |
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | –282 | –1 | –493 | –51 | –91 | –919 |
Abgang | –28 | –107 | –208 | –84 | –4 | –430 |
31. Dezember | 3.398 | 25.042 | 11.254 | 1.989 | 1.511 | 43.195 |
Entwicklung der Abschreibung |
|
|
|
|
|
|
1. Jänner | 1.669 | 13.695 | 5.640 | 1.346 | 7 | 22.358 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | 0 | 364 | –20 | –3 | 0 | 342 |
Planmäßige Abschreibung | 145 | 1.255 | 674 | 143 | — | 2.218 |
Wertminderung | 0 | 93 | 41 | 1 | 1 | 137 |
Umbuchung | –2 | 148 | –3 | 4 | — | 147 |
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | –96 | 0 | –49 | –28 | –0 | –173 |
Abgang | –17 | –105 | –200 | –80 | –0 | –402 |
31. Dezember | 1.698 | 15.451 | 6.085 | 1.383 | 8 | 24.626 |
Buchwert 1. Jänner | 1.915 | 9.750 | 5.843 | 622 | 1.073 | 19.203 |
Buchwert 31. Dezember | 1.700 | 9.591 | 5.169 | 606 | 1.503 | 18.569 |
|
|
|
|
|
|
|
Sachanlagen inklusive Nutzungsrechte |
In EUR Mio |
| Grundstücke und Bauten | Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Anlagen in Bau | Gesamt |
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Entwicklung der Kosten |
|
|
|
|
|
|
1. Jänner | 3.520 | 23.974 | 8.987 | 2.120 | 415 | 39.017 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –33 | –1.032 | –21 | –15 | –3 | –1.104 |
Konsolidierungskreisänderungen | 396 | — | 3.025 | 85 | 624 | 4.129 |
Zugang | 96 | 965 | 263 | 108 | 320 | 1.753 |
Neue Verpflichtungen und Änderung der Parameter für Rekultivierung | 11 | 101 | 29 | — | — | 141 |
Umbuchung | 40 | 512 | 175 | 27 | –242 | 511 |
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | –430 | –901 | –920 | –300 | –33 | –2.584 |
Abgang | –15 | –175 | –55 | –58 | –0 | –303 |
31. Dezember | 3.584 | 23.445 | 11.483 | 1.967 | 1.081 | 41.560 |
Entwicklung der Abschreibung |
|
|
|
|
|
|
1. Jänner | 1.714 | 13.433 | 5.875 | 1.504 | 11 | 22.538 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –17 | –525 | –28 | –10 | –0 | –581 |
Planmäßige Abschreibung | 142 | 1.182 | 406 | 129 | — | 1.858 |
Wertminderung | 4 | 658 | 17 | 1 | 0 | 679 |
Umbuchung | –0 | 8 | –0 | 0 | –3 | 5 |
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | –163 | –768 | –480 | –221 | –1 | –1.633 |
Abgang | –9 | –173 | –51 | –56 | 0 | –289 |
Wertaufholung | –1 | –119 | –98 | –0 | — | –219 |
31. Dezember | 1.669 | 13.695 | 5.640 | 1.346 | 7 | 22.358 |
Buchwert 1. Jänner | 1.806 | 10.541 | 3.111 | 616 | 404 | 16.479 |
Buchwert 31. Dezember | 1.915 | 9.750 | 5.843 | 622 | 1.073 | 19.203 |
|
|
|
|
|
|
|
Die Umbuchungen stehen hauptsächlich im Zusam-menhang mit der Umgliederung von immateriellen Vermögenswerten im Zusammenhang mit Maui in Neuseeland auf Sachanlagen, nachdem der Status von sicheren Reserven erreicht wurde.
- Sachanlagen mit einem Buchwert von EUR 745 Mio (2020: EUR 950 Mio) wurden in die Position zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert und sind hautpsächlich auf den geplanten Verkauf des Geschäftsbereichs Stickstoff der Borealis und des Retail-Geschäfts in Slowenien zurückzuführen. Für weitere Informationen siehe Anhangangabe 20 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.
- Nähere Details zu Wertminderungen und Wertaufholungen sind in Anhangangabe 7 – Abschreibungen, ertminderungen und Wertaufholungen – zu finden.
Vertragliche Verpflichtungen für Akquisitionen |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Immaterielle Vermögenswerte | 326 | 327 |
Sachanlagen | 1.149 | 1.202 |
Vertragliche Verpflichtungen | 1.474 | 1.529 |
|
|
|
- 2021 bestanden vertragliche Verpflichtungen für die Akquisition von Anlagevermögen hauptsächlich in Verbindung mit Tätigkeiten im Bereich Exploration & Production und Chemicals & Materials. Der Rückgang in 2021 war hauptsächlich auf vertragliche Verpflichtungen in Norwegen und das Projekt PDH Kallo in Borealis zurückzuführen.
OMV als Leasingnehmer
- Die Nutzungsrechte betrafen im Wesentlichen Leasing von Tankstellengrundstücken und –gebäuden, anderen Grundstücken, Tankschiffen und Bürogebäuden. Darüber hinaus least die OMV hauptsächlich eine Wasserstoffanlage in der Petrobrazi Raffinerie in Rumänien, technische Ausrüstung und Fahrzeuge.
- Nutzungsrechte mit einem Buchwert von EUR 53 Mio wurden in die Position zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen umgegliedert und sind hauptsächlich auf den geplanten Verkauf des Retail-Geschäfts in Slowenien und des Geschäftsbereichs Stickstoff in der Borealis zurückzuführen. Die Umgliederung ist Teil der Zeile Sonstige Bewegungen.
- Leasingverträge, die 2021 abgeschlossen wurden, deren Laufzeit jedoch noch nicht begonnen hat, beliefen sich auf EUR 26 Mio.
Nutzungsrechte nach IFRS 16 |
In EUR Mio |
|
|
|
|
| Grundstücke und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung | Gesamt |
|
|
|
|
|
| 2021 |
1. Jänner | 593 | 48 | 194 | 836 |
Zugang | 72 | 18 | 57 | 147 |
Planmäßige Abschreibung | –67 | –17 | –62 | –146 |
Sonstige Bewegungen | –43 | –7 | –15 | –66 |
31. Dezember | 555 | 42 | 174 | 771 |
|
|
|
|
|
| 2020 |
|
|
|
|
|
1. Jänner | 667 | 37 | 111 | 815 |
Konsolidierungskreisänderungen | 75 | 19 | 76 | 170 |
Zugang | 62 | 12 | 57 | 131 |
Planmäßige Abschreibung | –66 | –14 | –46 | –126 |
Sonstige Bewegungen | –145 | –6 | –3 | –155 |
31. Dezember | 593 | 48 | 194 | 836 |
|
|
|
|
|
Ausgewiesene Beträge in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Berichtet im Operatives Ergebnis |
|
|
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse | 35 | 30 |
davon aktivierte Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse | 11 | 16 |
|
|
|
Berichtet im Finanzerfolg |
|
|
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten | 26 | 24 |
|
|
|
-
- Angaben zu Leasingverbindlichkeiten sind in Anhangangabe 24 – Verbindlichkeiten – zu finden.
16 At-equity bewertete Beteiligungen
Wesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
- Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge), mit Sitz in Abu Dhabi, ist ein führender Anbieter von innovativen, wertschöpfenden Kunststofflösungen für die Energie-, Infrastruktur-, Automobil-, Gesundheits- und Agrarindustrie sowie von modernen Verpackungsanwendungen. Da die OMV mit ihrem 40%-Anteil (2020: 40%) über keine gemeinschaftliche Kontrolle über die Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) verfügt, wird die Gesellschaft als assoziiertes Unternehmen bilanziert.
- Bayport Polymers LLC, mit Sitz in Pasadena (eingetragen in Wilmington), baut derzeit eine Polyethylen-Anlage sowie einen Ethan-Dampfcracker mit dem Ziel, das in den USA reichlich vorhandene und preislich konkurrenzfähige Ethan an seine Polyethylen-Anlagen zu liefern. Da die OMV gemeinschaftliche Führung über Bayport Polymers LLC ausübt (Anteilsteilung 50/50), wird das Unternehmen als ein Gemeinschaftsunternehmen bilanziert.
- Die OMV hält auch einen 15% Anteil (2020: 15%) an der in Abu Dhabi registrierten Abu Dhabi Oil RefiningCompany, welche ein Raffineriezentrum mit integrierter Petrochemie betreibt. Gemäß der vertraglichen Vereinbarung zwischen den Teilhabern hat die OMV starke Gesellschafterrechte, welche einen wesentlichen Einfluss gemäß der IAS 28 Definition darstellen. In 2021 führte die Verschlechterung der Annahmen für die Margenentwicklung zu einer Änderung der Preisannahmen und machte einen Wertminderungstest der ADNOC Refining and Trading ZGE erforderlich. Das hat zu einer Wertminderung von EUR 669 Mio geführt. Weitere Details können der Anhangangabe 7 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen – entnommen werden.
- Die oben genannten Gesellschaften sind nicht börsennotiert und daher existieren keine notierten Marktpreise. Folgende Tabellen zeigen zusammengefasste Finanzinformationen der wesentlichen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen.
Gesamtergebnisrechnung |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Assoziierte Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen | Assoziierte Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen |
| Abu Dhabi Oil Refining Company | Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) | Bayport Polymers LLC | Abu Dhabi Oil Refining Company | Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge)1 | Bayport Polymers LLC1 |
Umsatzerlöse | 21.760 | 4.630 | 588 | 11.361 | 715 | 75 |
Jahresüberschuss | –233 | 1.139 | 73 | –1.296 | 64 | 14 |
Sonstiges Ergebnis | — | 1 | — | — | –9 | — |
Gesamtergebnis des Jahres | –233 | 1.140 | 73 | –1.296 | 55 | 14 |
OMV Anteil am Gesamt- ergebnis | –35 | 456 | 36 | –194 | 22 | 7 |
Dividendenausschüttungen | — | 1.876 | 21 | — | — | 21 |
|
|
|
|
|
|
|
Bilanz |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Assoziierte Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen | Assoziierte Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen |
| Abu Dhabi Oil Refining Company | Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) | Bayport Polymers LLC | Abu Dhabi Oil Refining Company | Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) | Bayport Polymers LLC |
Langfristiges Vermögen | 17.905 | 6.696 | 3.379 | 17.207 | 6.422 | 2.543 |
Kurzfristiges Vermögen | 2.979 | 1.826 | 163 | 4.137 | 1.515 | 332 |
Langfristige Verbindlichkeiten | 6.100 | 3.603 | 1.913 | 4.943 | 335 | 1.515 |
Kurzfristige Verbindlichkeiten | 1.093 | 558 | 206 | 3.311 | 461 | 76 |
Eigenkapital | 13.691 | 4.361 | 1.423 | 13.089 | 7.142 | 1.284 |
OMV Anteil | 2.054 | 1.744 | 711 | 1.963 | 2.857 | 642 |
Firmenwerte | — | 1.917 | — | 64 | 1.770 | — |
Anpassungen OMV Konzern | –873 | 400 | –23 | –280 | 436 | –22 |
Buchwert der Investition | 1.181 | 4.061 | 688 | 1.747 | 5.062 | 620 |
|
|
|
|
|
|
|
Überleitungsrechnung Buchwert |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Assoziierte Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen | Assoziierte Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen |
| Abu Dhabi Oil Refining Company | Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) | Bayport Polymers LLC | Abu Dhabi Oil Refining Company | Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) | Bayport Polymers LLC |
|
|
|
|
|
|
|
1. Jänner | 1.747 | 5.062 | 620 | 2.109 | — | — |
Konsolidierungskreis- änderungen | — | — | — | — | 5.290 | 515 |
Zugänge und andere Änderungen | — | — | — | — | — | 143 |
Währungsumrechnungs- differenzen | 138 | 419 | 53 | –168 | –250 | –24 |
Jahresergebnis | –35 | 456 | 36 | –194 | 26 | 7 |
Sonstiges Ergebnis | — | 0 | — | — | –3 | — |
Dividende | — | –1.876 | –21 | — | — | –21 |
Wertminderung | –669 | — | — | — | — | — |
31. Dezember | 1.181 | 4.061 | 688 | 1.747 | 5.062 | 620 |
|
|
|
|
|
|
|
Einzeln unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
- Die OMV hält 55,6% (2020: 55,6%) an der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. (ELG), mit Sitz in Lannach, welche den größten Teil der Pflichtnotstandsreserve für Rohöl- und Erdölprodukte in Österreich hält. Trotz Mehrheit der Stimmrechte in der Generalversammlung übt die OMV keine Beherrschung über ELG aus. Die wesentlichen Entscheidungen über die Finanz- und Geschäftspolitik des Unternehmens wurden an das Gremium der Ständigen Versammlung der Gesellschafter, in dem für Beschlüsse ein Quorum von zwei Drittel des Stammkapitals erforderlich ist, delegiert.
- Die OMV übt gemeinschaftliche Führung über Abu Dhabi Petroleum Investments LLC (ADPINV, OMV Anteil 25%, 2020: 25%), mit Sitz in Abu Dhabi, und Pak-Arab Refinery Limited (PARCO; indirekte Beteiligung der OMV beträgt 10%, 2020: 10%), mit Sitz in Karachi, aus und bilanzierte beide Beteiligungen at-equity. ADPINV ist eine Holding Gesellschaft mit 40% Anteil an PARCO. Da für die Entscheidungen über relevante Aktivitäten eine einstimmige Zustimmung der Parteien erforderlich ist und OMV aufgrund der rechtlichen Struktur Rechte am Nettovermögen hat, stufte die OMV die Unternehmen gemäß IFRS 11 als Gemeinschaftsunternehmen ein.
- Darüber hinaus hält die OMV einen Anteil von 10% (2020: 10%) an Pearl Petroleum Company Limited mit Sitz in Road Town, British Virgin Islands, welche in der Exploration und Produktion von Kohlenwasserstoffen in der Region Kurdistan im Irak tätig ist. Aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung zwischen der OMV und Pearl Petroleum Company Limited (Pearl) hat die OMV maßgeblichen Einfluss im Sinne von IAS 28 auf Pearl, da es für einige strategische Entscheidungen einstimmiger Zustimmung bedarf. Daher wird dieses Unternehmen trotz eines nur 10%-Anteils at-equity einbezogen.
Die OMV hält auch 50% (2020: 50%) an der Borouge Pte.Ltd. mit Sitz in Singapur, die für Marketing und Vertrieb der von der Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) hergestellten Produkte verantwortlich ist. Obwohl die OMV eine 50%-ige Beteiligung an Borouge Pte. Ltd. hält, übt die OMV keine gemeinschaftliche Führung aus und bilanziert die Gesellschaft daher als assoziiertes Unternehmen.
Im Juni 2021 zeichnete die OMV durch die Borealis Gruppe eine neue Aktienausgabe und erwarb damit 10% an Renasci N.V., einer Gesellschaft mit Sitz in Belgien. Renasci N.V. beschäftigt sich hauptsächlich mit der Entwicklung selbstentwickelter Prozesse und Know-how über verschiedene Technologien zur Abfallbehandlung und Recycling. Durch die Aktionärsvereinbarung werden Borealis zwei Sitze im Vorstand der Renasci N.V. garantiert, und sie ist beteiligt an wesentlichen finanziellen und operativen Entscheidungen. Der Konzern hat daher festgestellt, dass er einen maßgeblichen Einfluss auf dieses Unternehmen hat, obwohl dieser nur 10% der Stimmrechte hält. Aus diesem Grund wird die Beteiligung als assoziiertes Unternehmen bilanziert.
Am 30. September 2021 hat die OMV den Verkauf ihres 40%-Anteils an SMATRICS GmbH & Co KG (mit Sitz in Wien) und ihres 40%-Anteils an E-Mobility Provider Austria GmbH (mit Sitz in Wien) an die VERBUND AG abgeschlossen.
- Weitere Details können der Anhangangabe 38 – Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft – entnommen werden.
Gesamtergebnisrechnung für individuell unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen – OMV Anteil |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Assoziierte Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen | Assoziierte Unternehmen | Gemeinschafts- unternehmen |
Umsatzerlöse | 8.557 | 273 | 1.177 | 136 |
Jahresüberschuss | 129 | 14 | 28 | 0 |
Sonstiges Ergebnis | 1 | — | –2 | — |
Gesamtergebnis des Jahres | 130 | 14 | 25 | 0 |
|
|
|
|
|
Überleitungsrechnung Buchwert für individuell unwesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Assoziierte Unternehmen1 | Gemeinschafts- unternehmen | Assoziierte Unternehmen1 | Gemeinschafts- unternehmen |
1. Jänner | 802 | 91 | 553 | 150 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | 59 | –2 | –69 | –9 |
Konsolidierungskreisänderungen | 25 | –15 | 322 | 7 |
Zugänge und andere Änderungen | — | — | 13 | — |
Jahresergebnis | 129 | 14 | 28 | 0 |
Sonstiges Ergebnis | 1 | — | –2 | — |
Veräußerungen und andere Änderungen | –55 | — | –1 | –54 |
Dividendenausschüttungen | –92 | — | –42 | –5 |
31. Dezember | 868 | 89 | 802 | 91 |
|
|
|
|
|
17 Vorräte
Vorratsbestand |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Rohöl | 673 | 427 |
Erdgas | 204 | 122 |
Sonstige Rohstoffe | 537 | 466 |
Unfertige Erzeugnisse | 146 | 74 |
Fertige Mineralölprodukte | 645 | 540 |
Sonstige fertige Erzeugnisse1 | 945 | 723 |
Vorratsbestand | 3.150 | 2.352 |
|
|
|
1 Sonstige fertige Ereugnisse enthalten hauptsächlich fertige Erzeugnisse der Borealis Gruppe, z.B. Polyolefine und Basischemikalien.
Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Material- und Warenaufwand | 16.610 | 8.992 |
Bestandsveränderungen1 | 3.615 | 540 |
Wertminderungen zum Nettoveräußerungswert und Abschreibungen von Vorräten | 41 | 134 |
Wertaufholungen von Vorräten | –9 | –68 |
Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen) | 20.257 | 9.598 |
|
|
|
1 Hauptsächlich auf petrochemische Produkte zurückzuführen
- Die Wertaufholungen von Vorräten in 2020 betrafen den Gas Bereich und resultierten aus erhöhten Preisen.
18 Finanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte1 |
In EUR Mio |
| Ergebnis-wirksam zum beizu- legenden Zeitwert bewertet | Ergebnis-neutral durch das sonstige Ergebnis zum beizu- legenden Zeitwert bewertet | Zu fortgeführten Anschaf- fungskosten bewertet | Gesamt Buchwert | davon kurzfristig | davon langfristig |
|
|
|
|
|
|
|
| 2021 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit Kunden | 258 | — | 3.671 | 3.929 | 3.929 | — |
Sonstige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | — | — | 589 | 589 | 589 | — |
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 258 | — | 4.260 | 4.518 | 4.518 | — |
Anteile an sonstigen Unternehmen | 1 | 16 | — | 17 | — | 17 |
Investmentfonds | 30 | — | — | 30 | — | 30 |
Anleihen | — | — | 63 | 63 | 24 | 40 |
Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate | — | 398 | — | 398 | 312 | 87 |
Sonstige Derivate | 4.220 | — | — | 4.220 | 3.425 | 795 |
Ausleihungen | — | — | 2.015 | 2.015 | 115 | 1.900 |
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 432 | — | 1.703 | 2.135 | 1.272 | 862 |
Summe sonstige finanzielle Vermögenswerte | 4.683 | 415 | 3.781 | 8.879 | 5.148 | 3.730 |
Finanzielle Vermögeswerte | 4.941 | 415 | 8.041 | 13.397 | 9.667 | 3.730 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit Kunden | 71 | — | 1.806 | 1.876 | 1.876 | — |
Sonstige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | — | — | 1.440 | 1.440 | 1.440 | — |
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 71 | — | 3.245 | 3.316 | 3.316 | — |
Anteile an sonstigen Unternehmen | 1 | 14 | — | 15 | — | 15 |
Investmentsfonds | 35 | — | — | 35 | — | 35 |
Anleihen | — | — | 64 | 64 | 0 | 63 |
Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate | — | 71 | — | 71 | 63 | 8 |
Sonstige Derivate | 2.502 | — | — | 2.502 | 2.105 | 397 |
Ausleihungen | — | — | 1.720 | 1.720 | 85 | 1.636 |
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 744 | — | 1.313 | 2.058 | 765 | 1.293 |
Summe sonstige finanzielle Vermögenswerte | 3.283 | 84 | 3.097 | 6.464 | 3.018 | 3.447 |
Finanzielle Vermögenswerte | 3.353 | 84 | 6.343 | 9.780 | 6.334 | 3.447 |
|
|
|
|
|
|
|
- Der Buchwert der ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte betrug zum 31. Dezember 2021 EUR 4.941 Mio (2020: EUR 3.353 Mio). Diese Position enthielt hauptsächlich zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte.
Weiters ist darin eine erworbene vertragliche Position gegenüber Gazprom hinsichtlich der Neufeststellung von Reserven in Höhe von EUR 432 Mio (2020: EUR 688 Mio) enthalten, resultierend aus dem Erwerb von Anteilen an dem Feld Juschno Russkoje. In 2020 beinhaltete diese Position auch finanzielle Vermögenswerte in Höhe von EUR 57 Mio in Verbindung mit den bedingten Gegenleistungen aus der Veräußerung des 30%-Anteils an Rosebank und der Veräußerung der OMV (U.K.) Limited, die vom Zeitpunkt der finalen Investmententscheidung der Rosebank-Projektpartner abhängig sind. In 2021 wurde der beizulegende Zeitwert von diesen finanziellen Vermögenswerten auf Null reduziert. Details zur Bewertung dieser ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte können der Anhangangabe 9 – Sonstige betriebliche Aufwendungen – entnommen werden. - Die Position Ausleihungen enthielt 2021 Ausleihungen sowie damit verbundene abgegrenzte Zinsen aus Inanspruchnahmen im Rahmen der Finanzierungsvereinbarungen für das Pipelineprojekt Nord Stream 2 in der Höhe von EUR 987 Mio (2020: EUR 953 Mio). Der Anstieg resultierte hauptsächlich aus einem höheren Betrag für abgegrenzte Zinsen. Diese Position enthielt weiters Ausleihungen und damit verbundene abgegrenzte Zinsen im Rahmen eines Gesellschafterdarlehens an Bayport Polymers LLC in der Höhe von EUR 987 Mio (2020: EUR 736 Mio). Die in 2021 getätigten Inanspruchnahmen beliefen sich auf EUR 183 Mio (2020: EUR 93 Mio). Nähere Details können der Anhangangabe 11 – Finanzerfolg – sowie der Anhangangabe 35 – Nahestehende Unternehmen und Personen – entnommen werden.
- Die übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte beinhalteten vom rumänischen Staat erstattungsfähige Kosten in Höhe von EUR 372 Mio (2020: EUR 493 Mio) im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen und Umweltschutzmaßnahmen von OMV Petrom SA. Die Forderung bestand aus EUR 352 Mio (2020: EUR 442 Mio) betreffend Rekultivierungskosten und aus EUR 20 Mio (2020: EUR 51 Mio) betreffend Kosten sonstiger Umweltschutzmaßnahmen.
- Am 7. März 2017 hat die OMV, als Partei der OMV Petrom Privatisierungsvereinbarung, ein Schiedsgerichtsverfahren gegen das rumänische Umweltministerium gemäß den Regeln der International Chamber of Commerce (Internationale Handelskammer) zu unbezahlten Forderungen hinsichtlich Verpflichtungen für Rekultivierungskosten und Umweltschutzmaßnahmen eingeleitet. Diese unbezahlten Forderungen betrugen EUR 58 Mio. Am 9. Juli 2020 erließ das Schiedsgericht den endgültigen Schiedsspruch und forderte das rumänische Umweltministerium auf, OMV Petrom fast vollständig den beanspruchten Betrag und die entsprechenden Zinsen zu erstatten. Während 2021 wurde eine Rückzahlung in Höhe von EUR 58 Mio erhalten.
- Am 2. Oktober 2020 hat die OMV AG, als Partei des Privatisierungsvertrags, ein Schiedsverfahren gegen das rumänische Umweltministerium gemäß den Regeln der Internationalen Handelskammer eingeleitet, in dem es um bestimmte unbezahlte Forderungen des rumänischen Umweltministeriums in Bezug auf Rekultivierungskosten für Bohrungen und Kosten sonstiger Umweltschutzmaßnahmen in Höhe von EUR 31 Mio geht. Zum 31. Dezember 2021 war das Schiedsverfahren noch nicht abgeschlossen.
- Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte enthielten des Weiteren Forderungen gegenüber Partnern im Geschäftsbereich Exploration & Production sowie Seller Participation Notes an Carnuntum DAC (siehe Anhangangabe 36 – Nicht konsolidierte strukturierte Unternehmen – für nähere Details).
Eigenkapitalinstrumente zum FVOCI |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Beteiligung | Marktwert | Marktwert- änderungen im sonstigen Ergebnis | Dividenden- ertrag | Marktwert | Marktwert- änderungen im sonstigen Ergebnis | Dividenden- ertrag |
APK-Pensionskasse Aktiengesellschaft | 2 | –0 | 0 | 3 | 0 | — |
BSP Bratislava-Schwechat Pipeline GmbH | — | — | — | — | –3 | — |
Wiener Börse AG | 4 | –0 | 1 | 5 | 0 | 0 |
FSH Flughafen-Schwechat-Hydranten-Gesellschaft GmbH & Co OG | 2 | — | — | 2 | — | 0 |
WAV Wärme Austria VertriebsgmbH | 2 | — | 0 | 2 | — | 0 |
Bockatech Limited | 3 | — | — | — | — | — |
Oil Insurance Limited | — | — | 4 | 0 | — | 2 |
Übrige | 2 | — | 4 | 2 | 0 | 0 |
Eigenkapitalinstrumente zum FVOCI | 16 | –1 | 9 | 14 | –2 | 3 |
|
|
|
|
|
|
|
Ausfallswahrscheinlichkeit |
|
|
|
|
| Äquivalent zum externen credit rating | Ausfallswahrscheinlichkeit |
|
| 2021 | 2020 |
Risiko Klasse 1 | AAA, AA+, AA AA-, A+, A, A- | 0,07% | 0,07% |
Risiko Klasse 2 | BBB+, BBB, BBB- | 0,24% | 0,25% |
Risiko Klasse 3 | BB+, BB, BB- | 1,21% | 1,19% |
Risiko Klasse 4 | B+, B, B-, CCC/C | 10,37% | 10,26% |
Risiko Klasse 5 | SD/D | 100,00% | 100,00% |
|
|
|
|
Weitere Informationen zum Management des Kreditrisikos können der Anhangangabe 28 – Risikomanagement – entnommen werden.
Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
1. Jänner | 61 | 62 |
Ausbuchungen | –2 | –2 |
Nettobewertung des erwarteten Verlusts | –6 | 4 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –0 | –2 |
Umgliederung in die Position Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte | –1 | –1 |
31. Dezember | 51 | 61 |
|
|
|
- Die Nettobewertungen des erwarteten Verlustes sind hauptsächlich auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit Kunden zurückzuführen.
Kreditqualität von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Risiko Klasse 1 | 1.653 | 999 |
Risiko Klasse 2 | 1.133 | 981 |
Risiko Klasse 3 | 944 | 1.031 |
Risiko Klasse 4 | 538 | 238 |
Risiko Klasse 5 | 43 | 57 |
Gesamt Bruttobuchwert | 4.311 | 3.306 |
Erwarteter Ausfall | –51 | –61 |
Gesamt | 4.260 | 3.245 |
|
|
|
Wertminderung von sonstigen finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten |
In EUR Mio |
| 12-Monate ECL | Lifetime ECL not credit impaired | Lifetime ECL credit impaired | Gesamt |
|
|
|
|
|
| 2021 |
1. Jänner | 7 | 73 | 155 | 235 |
Ausbuchungen | –0 | — | –2 | –2 |
Nettobewertung des erwarteten Verlusts | 2 | 0 | 13 | 15 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | 0 | 6 | –1 | 5 |
Umgliederung in die Position Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte | — | — | –2 | –2 |
31. Dezember1 | 9 | 79 | 162 | 251 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
1. Jänner | 5 | 80 | 154 | 238 |
Nettobewertung des erwarteten Verlusts | 2 | –0 | 11 | 13 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –0 | –7 | –3 | –10 |
Umgliederung in die Position Zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte | — | — | –3 | –3 |
31. Dezember1 | 7 | 73 | 155 | 235 |
|
|
|
|
|
Kreditqualität von sonstigen finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten |
In EUR Mio |
| 12-Monate ECL | Lifetime ECL not credit impaired | Lifetime ECL credit impaired | Gesamt | 12-Monate ECL | Lifetime ECL not credit impaired | Lifetime ECL credit impaired | Gesamt |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2021 | 2020 |
Risiko Klasse 1 | 2.069 | 113 | 19 | 2.202 | 1.252 | 154 | 9 | 1.415 |
Risiko Klasse 21 | 1.464 | — | 10 | 1.473 | 1.554 | – | 9 | 1.563 |
Risiko Klasse 3 | 209 | — | 2 | 210 | 217 | – | 4 | 221 |
Risiko Klasse 4 | 14 | — | 22 | 36 | 0 | – | 22 | 22 |
Risiko Klasse 5 | 0 | — | 111 | 111 | 0 | – | 111 | 111 |
Gesamt Bruttobuchwert | 3.756 | 113 | 162 | 4.032 | 3.022 | 154 | 155 | 3.332 |
Erwarteter Ausfall2 | –9 | –79 | –162 | –251 | –7 | –73 | –155 | –235 |
Gesamt | 3.747 | 34 | — | 3.781 | 3.016 | 81 | –0 | 3.097 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
19 Sonstige Vermögenswerte
Sonstige Vermögenswerte |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Kurzfristig | Langfristig | Kurzfristig | Langfristig |
Aktivische Abgrenzungen | 60 | 18 | 57 | 12 |
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagevermögen | 83 | 14 | 38 | – |
Sonstige geleistete Anzahlungen | 107 | 22 | 91 | 13 |
Forderungen aus sonstigen Steuern und Sozialversicherung | 185 | 39 | 227 | 39 |
Vertragsvermögenswerte | 8 | 8 | – | 7 |
Emissionszertifikate1 | 58 | — | 37 | – |
Kundenforderung zur Übertragung von Emissionszertifikaten1 | 99 | — | 72 | – |
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | 21 | 12 | 14 | 30 |
Sonstige Vermögenswerte | 621 | 113 | 537 | 103 |
|
|
|
|
|
20 Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten |
In EUR Mio |
|
|
|
|
|
|
|
|
| OMV Retail- Geschäft Deutschland | OMV Retail- Geschäft Slowenien | Gesamt |
|
|
|
| Exploration & Production | Refining & Marketing | Chemicals & Materials | Corporate & Other | OMV Konzern |
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2021 |
Immaterielle Vermögenswerte | 27 | 10 | 0 | 10 | 1 | — | 38 |
Sachanlagen | 32 | 247 | 119 | 366 | 260 | 3 | 661 |
At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | — | — | 6 | — | 6 |
Sonstige Vermögenswerte inkl. latenter Steuern | — | 44 | 0 | 44 | 27 | — | 71 |
Langfristiges Vermögen | 58 | 301 | 119 | 420 | 294 | 3 | 776 |
Vorräte | 10 | 24 | 52 | 76 | 221 | — | 308 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1 | 43 | 51 | 93 | 222 | — | 316 |
Sonstige Vermögenswerte | 2 | 0 | 1 | 1 | 62 | — | 65 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1 | 0 | 2 | 2 | 11 | — | 14 |
Kurzfristiges Vermögen | 14 | 67 | 106 | 173 | 516 | — | 703 |
Summe Aktiva | 73 | 368 | 225 | 593 | 810 | 3 | 1.479 |
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | — | 0 | 0 | 0 | 62 | — | 63 |
Leasingverbindlichkeiten | — | 114 | 35 | 149 | 5 | — | 154 |
Rückstellungen für Rekultivierungs- verpflichtungen | 85 | 23 | — | 23 | 12 | — | 120 |
Sonstige Verbindlichkeiten inkl. Rückstellungen und latenter Steuern | — | 52 | 2 | 54 | 41 | — | 95 |
Langfristige Verbindlichkeiten | 85 | 189 | 37 | 227 | 120 | — | 432 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 10 | 40 | 39 | 79 | 236 | — | 325 |
Sonstige Verbindlichkeiten inkl. Rückstellungen | — | 28 | 47 | 75 | 78 | — | 153 |
Kurzfristige Verbindlichkeiten | 10 | 67 | 86 | 153 | 314 | — | 477 |
Summe Verbindlichkeiten | 95 | 257 | 123 | 380 | 434 | — | 909 |
|
|
|
|
|
|
|
|
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten |
In EUR Mio |
|
|
|
|
|
|
|
| Gas Connect Gruppe | OMV Retail- Geschäft Deutschland | Übrige | Gesamt |
|
| Exploration & Production | Refining & Marketing | OMV Konzern |
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Immaterielle Vermögenswerte | 26 | 68 | 10 | — | 77 | 104 |
Sachanlagen | 255 | 629 | 231 | 10 | 870 | 1.124 |
At-equity bewertete Beteiligungen | — | 54 | — | — | 54 | 54 |
Sonstige Vermögenswerte inkl. latenter Steuern | 13 | 13 | 4 | — | 17 | 30 |
Langfristiges Vermögen | 293 | 763 | 245 | 10 | 1.018 | 1.312 |
Vorräte | 14 | 6 | 19 | — | 25 | 39 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 9 | 17 | 36 | — | 53 | 62 |
Sonstige Vermögenswerte | 27 | 9 | 0 | — | 9 | 36 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 15 | 0 | — | — | 0 | 15 |
Kurzfristiges Vermögen | 64 | 32 | 56 | — | 88 | 152 |
Summe Aktiva | 358 | 795 | 301 | 10 | 1.106 | 1.464 |
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | — | 58 | 0 | — | 59 | 59 |
Leasingverbindlichkeiten | 3 | 4 | 125 | — | 129 | 131 |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | — | 147 | — | — | 147 | 147 |
Rückstellungen für Rekultivierungs-verpflichtungen | 186 | 5 | 23 | — | 27 | 214 |
Sonstige Verbindlichkeiten inkl. Rückstellungen und latenter Steuern | 7 | 13 | — | — | 13 | 20 |
Langfristige Verbindlichkeiten | 197 | 226 | 148 | — | 374 | 571 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 21 | 24 | 52 | — | 76 | 97 |
Rückstellungen für Rekultivierungs-verpflichtungen | 11 | — | — | — | — | 11 |
Sonstige Verbindlichkeiten inkl. Rückstellungen | 15 | 19 | 22 | — | 42 | 56 |
Kurzfristige Verbindlichkeiten | 47 | 43 | 75 | — | 118 | 165 |
Summe Verbindlichkeiten | 243 | 269 | 223 | — | 492 | 736 |
|
|
|
|
|
|
|
Exploration & Production
- Am 14. Mai 2021 hat OMV Petrom den Verkauf ihrer 100%-Anteile an Kom-Munai LLP und Tasbulat Oil Corporation LLP (beide mit Sitz in Aktau, Kasachstan) an Magnetic Oil Limited abgeschlossen.
- Am 1. August 2021 schloss die SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. den Verkauf ihrer Anteile an SapuraOMV Upstream (PM) Inc. an Jadestone Energy PLC, ein unabhängiges Öl- und Gasunternehmen (mit Sitz in Singapur), das an der Londoner Börse notiert, ab. SapuraOMV Upstream (PM) hielt Anteile an produzierenden Vermögenswerten vor der malaysischen Halbinsel.
- Am 1. Dezember 2021 hat OMV Petrom den Verkauf von 40 marginalen Onshore-Öl- und Gasfeldern in Rumänien abgeschlossen.
- Die oben genannten Verkaufstransaktionen hatten keinen wesentlichen Einfluss auf die Gewinn- und Verlustrechnung.
- In 2021 entschied OMV (NORGE) AS den Verkauf ihrer gesamten 25%-Beteiligung an den Wisting-Lizenzen an Lundin Energy AB. Die Verkaufstransaktion wurde am 17. Dezember 2021 abgeschlossen, während der wirtschaftliche Stichtag der Transaktion der 1. Januar 2021 war. Für weitere Einzelheiten zu den Auswirkungen des Verkaufs der Wisting-Lizenzen siehe Anhangangabe 6 – Sonstige betriebliche Erträge und Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen – sowie Anhangangabe 26 – Cashflow-Rechnung.
- Zum 31. Dezember 2021 umfassten die zu Veräuße-rungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Ver-bindlichkeiten in Exploration & Production ausschließ-lich den 69%-Anteil am Maari Feld im neuseeländischen Offshore Becken Taranaki.
Refining & Marketing
- Am 31. Mai 2021 hat die OMV die Transaktion zum Verkauf ihrer 51%-Beteiligung an der Gas Connect Austria GmbH mit dem VERBUND abgeschlossen. Die Verkaufstransaktion hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Gewinn- und Verlustrechnung.
- In 2021 entschied die OMV Downstream GmbH den Verkauf ihrer 40%-Beteiligungen an der SMATRICS GmbH & Co KG und der E-Mobility Provider Austria GmbH (beide mit Sitz in Wien) an VERBUND. Die Verkaufstransaktion wurde am 30. September 2021 abgeschlossen.
- Am 3. Dezember 2021 schloss die OMV den Verkauf ihrer 100%-Beteiligung an Haramidere Depoculuk Anonim Şirketi (mit Sitz in Istanbul) an CAN ULUSLARALASI YATIRIM ANONIM SIRKETI ab.
- Zum 31. Dezember 2021 beinhalteten die zu Veräuße-rungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Ver-bindlichkeiten in Refining & Marketing das OMV Retail-Geschäft in Deutschland und in Slowenien.
- Am 14. Dezember 2020 haben sich die OMV und EG Group über den Kauf des OMV Retail-Geschäfts (285 Tankstellen) in Deutschland geeinigt. Der Abschluss der Transaktion wird, vorbehaltlich benötigter behördlicher Genehmigungen, für 2022 erwartet.
- In 2021 entschied die OMV, ihr Retail-Geschäft in Slowenien (120 Tankstellen) zu verkaufen, was zur Umgliederung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in die Bilanzposition „Zu Veräußerungszwecken gehalten“ führte. Diese Umgliederung führte zu keinem Wertminderungsaufwand. Am 8. Juni 2021 einigten sich die OMV und MOL Group über den Kauf von OMV Slowenien durch die MOL Group. Die Transaktion unterliegt den erforderlichen behördlichen Genehmigungen und der Abschluss wird für 2022 erwartet.
Chemicals & Materials
- Zum 31. Dezember 2021 waren die zu Veräußerungszwecken gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Chemicals & Materials ausschließlich der Stickstoffsparte der Borealis Gruppe zuzuordnen.
- In 2021 entschied die OMV den Verkauf des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis Gruppe (zu 75% von der OMV gehalten), welcher Pflanzennährstoffe, technischen Stickstoff und Melaminprodukte umfasst. Dies führte zu einer Umgliederung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in die Bilanzposition „Zu Veräußerungszwecken gehalten“. Zum Zeitpunkt der Umgliederung gab es keine Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung. Die Beteiligung des Unternehmens an Düngemittelproduktionsstätten in den Niederlanden und Belgien („Rosier“) ist derzeit nicht Teil des möglichen Verkaufsprozesses. Der Abschluss der Verkaufstransaktion wird für 2022 erwartet.
- Die OMV ermittelt für den Konzern die Nettoposition der Emissionszertifikate. Aufgrund dieser Bilanzierungspolitik wurde zum 31. Dezember 2021 eine Verpflichtung zur Abgabe von 2.277.248 Emissionszertifikaten (Marktwert: EUR 172 Mio) im Zusammenhang mit dem Geschäftsbereich Stickstoff nicht in der Bilanzposition „Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten“ ausgewiesen.
- Das Ergebnis aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten hat zum 31. Dezember 2021 zu einer Wertminderung geführt. Nähere Details sind in der Anhangangabe 7 – Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen zu finden.
21 Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens
Grundkapital
- Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 327.272.727 (2020: 327.272.727) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von EUR 327.272.727 (2020: EUR 327.272.727). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2021 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien.
- Da das von der Hauptversammlung am 14. Mai 2014 geschaffene genehmigte Kapital am 14. Mai 2019 auslief, beschloss die Hauptversammlung am 29. September 2020 ein neues genehmigtes Kapital. Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand bis einschließlich 29. September 2025 das Grundkapital der OMV mit Zustimmung des Aufsichtsrats – auf einmal oder in mehreren Tranchen – um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung kann auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz durchgeführt werden. Der Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen können durch den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgesetzt werden.
- Der Vorstand wurde auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, wenn die Kapitalerhöhung (i) dem Ausgleich von Spitzenbeträgen oder (ii) der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere Long Term Incentive Plänen, Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen dient.
- Zudem wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben.
Kapitalrücklagen
- Kapitalrücklagen wurden bei der OMV Aktiengesellschaft durch Mittel gebildet, die der OMV Aktiengesellschaft von ihren Anteilseignern aufgrund ihrer Eigentümerstellung über das Grundkapital zugeführt wurden.
Hybridkapital
- Das im Eigenkapital ausgewiesene Hybridkapital in der Höhe von EUR 2.483 Mio besteht aus unbefristeten, nachrangigen Hybridschuldverschreibungen. Die Netto-Erlöse aus den Hybridschuldverschreibungen werden gemäß IFRS zur Gänze als Eigenkapital klassifiziert, da die Rück- sowie Zinszahlungen im alleinigen Ermessen der OMV liegen.
- Am 7. Dezember 2015 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.500 Mio in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio :
- ▸ Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 mit einem erstmöglichen Kündigungstag im Jahr 2021, wurden gekündigt und zu ihrem Nennbetrag (zuzüglich Zinsen) am 30. November 2021 zurückgezahlt.
- ▸ Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Ab 9. Dezember 2025 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht, verzinst.
- Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 9. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
- Am 19. Juni 2018 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 500 Mio. Die Hybridschuldverschreibungen werden bis zum 19. Juni 2024 (ausschließlich) mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Von 19. Juni 2024 (einschließlich) bis 19. Juni 2028 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 19. Juni 2028 (einschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 19. Juni eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
- Am 1. September 2020 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.250 Mio in zwei Tranchen (Tranche 1: EUR 750 Mio; Tranche 2: EUR 500 Mio) mit folgender Verzinsung:
- ▸ Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 werden bis zum 1. September 2026 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 1, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,500% verzinst. Von 1. September 2026 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
- ▸ Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 1. September 2029 (ausschließlich), dem ersten Resettermin von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Von 1. September 2029 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
- Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 1. September eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
- Die zum 31. Dezember 2021 ausstehenden Hybrid-schuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens OMV unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Bei Rückzahlung werden sämtliche ausständige Zinsen zur Zahlung fällig. Im Fall eines Kontrollwechsels, zum Beispiel, hat die OMV die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.
Gewinnrücklagen
- Die Ergebnisse der vollkonsolidierten Unternehmen sowie der nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen sind unter Berücksichtigung der Konsolidierungsvorgänge in den Gewinnrücklagen enthalten.
Eigene Anteile
- In den Hauptversammlungen der Jahre 2000 bis 2011 (mit Ausnahme von 2010) und 2019 wurde der Erwerb eigener Anteile genehmigt. Das Eigenkapital wurde in Höhe der Anschaffungskosten der zurückgekauften eigenen Anteile gekürzt. Gewinne oder Verluste aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu den Anschaffungskosten erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.
- In der Hauptversammlung vom 18. Mai 2016 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 17. Mai 2021, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching Share Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
- In der Hauptversammlung vom 2. Juni 2021 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 1. Juni 2026, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
-
- Die direkt im sonstigen Ergebnis berücksichtigten Gewinne und Verluste und damit verbundenenSteuereffekte setzen sich wie folgt zusammen:
Steuereffekte im Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Brutto Aufwand (–) Ertrag (+) | Steuer Aufwand (–) Ertrag (+)1 | Netto Aufwand (–) Ertrag (+) | Brutto Aufwand (–) Ertrag (+) | Steuer Aufwand (–) Ertrag (+)1 | Netto Aufwand (–) Ertrag (+) |
Währungsumrechnungsdifferenzen | 946 | 13 | 959 | –1.234 | –2 | –1.236 |
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges | 210 | –54 | 155 | 38 | –8 | 31 |
Gewinne (+)/ Verluste(–) aus der Neubewertung von leistungsorientierten Plänen | 53 | 11 | 64 | 4 | –8 | –4 |
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten | –1 | 0 | –0 | –2 | –0 | –2 |
Gewinne (+)/Verluste (–) aus der Bewertung von Hedges, die nachfolgend auf den Buchwert des Grundgeschäftes übertragen werden | 17 | –3 | 14 | –113 | 26 | –88 |
Auf at-equity bewertete Beteiligungen entfallender Anteil am sonstigen Ergebnis | 02 | n.a. | 0 | –1082 | n.a. | –108 |
Sonstiges Ergebnis des Jahres | 1.225 | –33 | 1.192 | –1.415 | 8 | –1.407 |
|
|
|
|
|
|
|
- Für das Geschäftsjahr 2021 wurde seitens des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft eine Ausschüttung in Höhe von EUR 2,30 je dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen, welche von der Hauptversammlung in 2022 zu bestätigen ist. Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2020 erfolgte im Juni 2021 und betrug EUR 605 Mio (EUR 1,85 je Aktie). 2020 betrug die Dividendenzahlung EUR 572 Mio (EUR 1,75 je Aktie). Im Jahr 2021 beliefen sich die bezahlten Zinsen für Hybridanleihen auf EUR 94 Mio (2020: EUR 101 Mio).
Eigene Anteile |
|
| Anzahl der Aktien | in EUR Mio |
1. Jänner 2020 | 372.613 | 4,1 |
Abgang | –74.767 | –0,8 |
31. Dezember 2020 | 297.846 | 3,3 |
|
|
|
Abgang | –36.520 | –0,4 |
31. Dezember 2021 | 261.326 | 2,9 |
|
|
|
Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile |
|
| Anzahl der Aktien | Eigene Anteile | Im Umlauf befindliche Anteile |
1. Jänner 2020 | 327.272.727 | 372.613 | 326.900.114 |
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen | — | –74.767 | 74.767 |
31. Dezember 2020 | 327.272.727 | 297.846 | 326.974.881 |
|
|
|
|
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen | — | –36.520 | 36.520 |
31. Dezember 2021 | 327.272.727 | 261.326 | 327.011.401 |
|
|
|
|
22 Nicht beherrschende Anteile
Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Teilkonzerne | Nicht beherr- schende Anteile (%) | Nicht beherr- schenden Anteilen zu- geordnetes Ergebnis | Kumu- lierte nicht beherr- schende Anteile | Nicht beherr- schende Anteile (%) | Nicht beherr- schenden Anteilen zu- geordnetes Ergebnis | Kumu- lierte nicht beherr- schende Anteile |
OMV Petrom Gruppe | 49% | 294 | 3.364 | 49% | 131 | 3.302 |
Borealis Gruppe | 25% | 307 | 2.876 | 25% | –21 | 2.442 |
SapuraOMV Gruppe | 50% | –8 | 238 | 50% | –27 | 229 |
Gas Connect Gruppe | — | 20 | — | 49% | 51 | 155 |
Sonstige Tochterunternehmen | n.a. | 5 | 13 | n.a. | 3 | 32 |
OMV Gruppe | n.a. | 617 | 6.491 | n.a. | 136 | 6.159 |
|
|
|
|
|
|
|
- Die Beteiligungsquote der nicht beherrschenden Anteile stimmt in allen Fällen mit deren Stimmrechtsquote überein.
- Die Haupttätigkeiten der OMV Petrom Gruppe sind die Auffindung und Produktion von Kohlenwasserstoffen (in Rumänien), der Raffineriebetrieb (in Rumänien), der Verkauf von Mineralölprodukten (in Rumänien, Bulgarien, Serbien und Moldawien) und Erdgas sowie Stromproduktion und -verkauf (in Rumänien).
- Die Borealis Gruppe wird infolge der Akquisition eines zusätzlichen 39%-Anteils an der Borealis AG am 29. Oktober 2020 voll in den Konzernabschluss einbezogen. Die Borealis Gruppe ist einer der weltweit führenden Anbieter von hochwertigen Kunststoffprodukten und einer der Marktführer im Basischemikalien- und Düngemittelgeschäft sowie der Kunststoff-Kreislaufwirtschaft. Der Großteil der Produktionsanlagen liegt in Europa, zusätzlich gibt es zwei Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten, eine in Brasilien und eine weitere in Südkorea.
- Die SapuraOMV Gruppe ist ein Öl- und Gasunternehmen mit Sitz in Malaysia. Es verfügt über ein starkes Wachstumspotential mit beträchtlichen entdeckten Ressourcen und einem starken Portfolio an Explorationsaussichten. Neben Malaysia bestehen Explorationsbeteiligungen in Neuseeland, Australien und Mexiko.
- Die Gas Connect Gruppe betreibt ein Erdgas-Hochdruckleitungsnetz in Österreich und ist zuständig für die Vermarktung und Bereitstellung von Transportkapazitäten für den inländischen Bedarf an Erdgas sowie für Exporte nach Europa. Der Konzern übt die Funktionen des Markt– und Verteilergebietsmanagers innerhalb des österreichischen Bundesgebiets aus. 2020 wurde der Gas Connect Konzern in die Bilanzposition „Zu Veräußerungszwecken gehalten“ umgegliedert. Am 31. Mai 2021 hat die OMV die Transaktion zum Verkauf ihrer 51%-Beteiligung an der Gas Connect Austria GmbH (mit Sitz in Wien) an VERBUND abgeschlossen (siehe Anhangangabe 3 - Änderungen in der Konzernstruktur).
- Die folgenden Tabellen fassen die Finanzinformationen der Teilkonzerne mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen zusammen:
Gesamtergebnisrechnung1 |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| OMV Petrom Gruppe | Borealis Gruppe | OMV Petrom Gruppe | Borealis Gruppe2 |
Umsatzerlöse | 5.285 | 9.862 | 4.075 | 1.106 |
Jahresüberschuss | 582 | 1.256 | 267 | –79 |
Gesamtergebnis des Jahres | 596 | 1.882 | 258 | –320 |
davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen | 292 | 463 | 126 | –81 |
an nicht beherrschende Anteile gezahlte Dividende | 172 | 38 | 175 | 0 |
|
|
|
|
|
Bilanz zum 31. Dezember1 |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| OMV Petrom Gruppe | Borealis Gruppe | OMV Petrom Gruppe | Borealis Gruppe |
Langfristiges Vermögen | 6.598 | 10.933 | 7.088 | 11.829 |
Kurzfristiges Vermögen | 3.496 | 4.655 | 2.517 | 2.159 |
Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen | 3 | 810 | 177 | — |
Langfristige Verbindlichkeiten | 1.528 | 2.553 | 1.817 | 2.527 |
Kurzfristige Verbindlichkeiten | 1.655 | 1.892 | 1.087 | 1.719 |
Zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten | — | 434 | 85 | — |
|
|
|
|
|
Cash Flow Rechnung1 |
In EUR mn |
| 2021 | 2020 |
| OMV Petrom Gruppe | Borealis Gruppe | OMV Petrom Gruppe | Borealis Gruppe2 |
Cashflow aus der Betriebstätigkeit | 1.422 | 2.916 | 1.148 | 280 |
Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –458 | –1.086 | –654 | –269 |
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | –389 | –355 | –397 | –8 |
Nettozunahme (+)/-abnahme (–) liquider Mittel | 577 | 1.475 | 97 | 3 |
|
|
|
|
|
23 Rückstellungen
Rückstellungen |
In EUR Mio |
| Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | Rekultivierungs-verpflichtungen | Sonstige Rückstellungen | Gesamt |
1. Jänner 2021 | 1.458 | 3.999 | 881 | 6.337 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –4 | 69 | 1 | 66 |
Verbrauch und Auflösungen | –114 | –520 | –251 | –885 |
Fondsdotierung | –22 | — | — | –22 |
Zuweisung | 54 | 220 | 360 | 634 |
Umbuchungen | –12 | — | 25 | 13 |
Umgliederung auf zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten | –62 | –12 | –13 | –86 |
31. Dezember 2021 | 1.299 | 3.756 | 1.003 | 6.057 |
davon kurzfristig zum 31. Dezember 2021 | — | 72 | 360 | 432 |
davon kurzfristig zum 1. Jänner 2021 | — | 72 | 304 | 377 |
|
|
|
|
|
- Pensionen und ähnliche Verpflichtungen beinhalten hauptsächlich Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläen. Das Kapitel Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthält nähere Details über wesentliche Leistungen an Arbeitnehmer im Sinne von IAS 19.
- Details zu Rekultivierungen sind im Kapitel Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen enthalten.
- Sonstige Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für belastende Verträge, Rückstellungen für die Unterdeckung an Emissionszertifikaten als auch sonstige Personalrückstellungen. Weitere Details sind im Kapitel Sonstige Rückstellungen enthalten.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen bilanziert nach IAS 19
- Die untenstehenden Tabellen beinhalten Details zu den über einen Fonds finanzierten Pensionsplänen und zu nicht über einen Fonds finanzierten Pensionsplänen (im Wesentlichen in Österreich, Deutschland, Schweden und Belgien), als auch zu Abfertigungen (hauptsächlich in Österreich) und zu Plänen zur Sicherstellung medizinischer Versorgung (in Belgien).
- Der Großteil der Anwartschaften für Pensionszusagen von mehreren OMV Gesellschaften wurde an länderspezifische externe Pensionsfonds übertragen. Die Pensionsverpflichtungen wurden auf Basis von länder- und planspezifischen Annahmen berechnet. Nähere Details sind der Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen – zu entnehmen.
Leistungsorientierte Pensionspläne, Abfertigungen und sonstige Pläne |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | 2017 |
Barwert der über einen Fonds finanzierten Verpflichtung | 1.053 | 1.102 | 840 | 729 | 764 |
Marktwert des Planvermögens | –595 | –589 | –473 | –436 | –453 |
Rückstellung der über einen Fonds finanzierten Verpflichtung | 458 | 513 | 366 | 293 | 311 |
Barwert der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtung | 586 | 619 | 499 | 463 | 479 |
Rückstellung der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtung | 586 | 619 | 499 | 463 | 479 |
Barwert der Verpflichtungen für Abfertigungen und sonstige Pläne | 150 | 197 | 141 | 135 | 144 |
Effekt der Vermögensobergrenze („asset ceiling“) | — | 3 | — | — | — |
Gesamt | 1.194 | 1.332 | 1.007 | 891 | 935 |
|
|
|
|
|
|
Barwert der Verpflichtungen |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Pensionspläne | Abfertigungen & sonstige Pläne | Pensionspläne | Abfertigungen & sonstige Pläne |
Barwert der Verpflichtungen zum 1. Jänner | 1.722 | 197 | 1.339 | 141 |
Konsolidierungskreisänderungen | — | — | 519 | 78 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –2 | –1 | 4 | –1 |
Umgliederung auf zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten | –27 | –34 | –79 | –11 |
Laufender Dienstzeitaufwand | 26 | 6 | 8 | 5 |
Nachzuverrechender Dienstzeitaufwand1 | — | –2 | — | –5 |
Zinsaufwand auf die Verpflichtung | 15 | 2 | 13 | 2 |
Auszahlungen | –85 | –14 | –72 | –18 |
Erwartete Verpflichtung zum 31. Dezember | 1.648 | 153 | 1.733 | 192 |
Tatsächliche Verpflichtung zum 31. Dezember | 1.639 | 150 | 1.722 | 197 |
Neubewertung der Periode (sonstiges Ergebnis) | –9 | –3 | –11 | 5 |
davon aufgrund demografischer Annahmen | –1 | — | — | — |
davon aufgrund finanztechnischer Annahmen | 1 | — | –2 | 2 |
davon aufgrund erfahrungsbedingter Annahmen | –9 | –3 | –9 | 3 |
|
|
|
|
|
Marktwert des Planvermögens |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Marktwert des Planvermögens zum 1. Jänner | 589 | 473 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | 1 | 0 |
Konsolidierungskreisänderungen | — | 177 |
Umgliederung auf zu Veräußerungszwecken gehalten | –10 | –33 |
Zinserträge | 5 | 5 |
Fondsdotierung | 22 | 10 |
Auszahlungen | –52 | –41 |
Neubewertung der Periode (sonstiges Ergebnis) | 40 | –1 |
Marktwert des Planvermögens zum 31. Dezember | 595 | 589 |
|
|
|
-
- Der Großteil der Anwartschaften für Pensionszusagen betrifft die Pläne in Österreich und Belgien und wurde auf externe Pensionsfonds übertragen, die von der APK-Pensionskasse AG in Österreich und von Vivium und KBC Asset Management in Belgien verwaltet werden. Die Veranlagung des Planvermögens in Österreich wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse AG u.a. die Bandbreite der Asset-Allokation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Die Investitionspläne in Belgien folgen der Investmentstrategie der jeweiligen Versicherungsgesellschaft als auch den lokalen rechtlichen Vorschriften.
- Das Planvermögen ist hauptsächlich in Schuldverschreibungen und Versicherungsverträge veranlagt. Mit der Ausnahme der Versicherungsverträge, für welche keine Preisnotierungen existieren, ist der Großteil des Planvermögens in liquiden aktiven Märkten investiert, an welchen Preisnotierungen existieren.
- Im Jahr 2022 sind für leistungsorientierte Pläne Zahlungen an externe Pensionsfonds für das Jahr 2021 im Ausmaß von EUR 3 Mio geplant.
Rückstellungen und Aufwendungen |
|
|
|
|
In EUR Mio |
|
|
|
|
| 2021 | 2020 |
| Pensionspläne | Abfertigungen & sonstige Pläne | Pensionspläne | Abfertigungen & sonstige Pläne |
Rückstellung zum 1. Jänner | 1.135 | 197 | 866 | 141 |
Konsolidierungskreisänderungen | — | — | 345 | 78 |
davon Effekt der Vermögensobergrenze („asset ceiling“)1 | — | — | 3 | — |
Währungsumrechnungsdifferenzen | –3 | –1 | 5 | –1 |
Umgliederung auf zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten | –20 | –34 | –45 | –11 |
Periodenaufwand | 36 | 5 | 16 | 2 |
Auszahlungen | –33 | –14 | –32 | –18 |
Fondsdotierung | –22 | — | –10 | — |
Neubewertung | –50 | –3 | –10 | 5 |
davon aufgrund demografischer Annahmen | –1 | — | — | — |
davon aufgrund finanztechnischer Annahmen | 1 | –3 | –2 | 2 |
davon aufgrund erfahrungsbedingter Annahmen | –9 | — | –10 | 3 |
davon Ertrag aus Planvermögen (abzgl. Zinsertrag) | –40 | — | 1 | — |
Rückstellung zum 31. Dezember | 1.044 | 150 | 1.135 | 197 |
davon Effekt der Vermögensobergrenze („asset ceiling“)1 | — | — | 3 | — |
|
|
|
|
|
Laufender Dienstzeitaufwand | 26 | 6 | 8 | 5 |
Nachzuverrechender Dienstzeitaufwand2 | — | –2 | — | –5 |
Nettozinsaufwand | 10 | 2 | 9 | 2 |
Aufwendungen aus leistungsorientierten Plänen der Periode | 36 | 5 | 16 | 2 |
|
|
|
|
|
Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31. Dezember |
|
| 2021 | 2020 |
| Pensionspläne | Abfertigungen und sonstige Pläne | Pensionspläne | Abfertigungen und sonstige Pläne |
Kapitalmarktzinssatz | 1,00-2,60% | 0,80-5,22% | 0,79-2,60% | 0,64-3,35% |
Gehaltstrend | 2,50-5,00% | 2,50-3,50% | 2,00-5,00% | 2,00-3,50% |
Pensionstrend | 1,70-2,25% | — | 1,25-2,00% | — |
|
|
|
|
|
- Die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche werden als erheblich erachtet und in folgenden Bandbreiten einem Stresstest unterzogen. Die daraus resultierenden Steigerungen und Verringerungen im Vergleich zu den Verpflichtungen der leistungsorientierten Ansprüche sind in prozentualen und absoluten Veränderungen wie folgt:
Sensitivitäten - prozentuale Veränderung |
|
|
|
| 2021 |
| Kapitalmarktzinssatz | Gehaltstrend | Pensionstrend |
| +0,50% | –0,50% | +0,25% | –0,25% | +0,25% | –0,25% |
Pensionspläne | –6,05% | 6,72% | 1,03% | –0,96% | 2,52% | –2,38% |
Abfertigungen & sonstige Pläne | –5,49% | 6,14% | 2,36% | –2,24% | — | — |
|
|
|
|
|
|
|
Sensitivitäten - absolute Veränderung |
In EUR Mio |
| 2021 |
| Kapitalmarktzinssatz | Gehaltstrend | Pensionstrend |
| +0,50% | –0,50% | +0,25% | –0,25% | +0,25% | –0,25% |
Pensionspläne | –101 | 112 | 17 | –16 | 42 | –40 |
Abfertigungen & sonstige Pläne | –9 | 10 | 4 | –4 | — | — |
|
|
|
|
|
|
|
Durchschnittliche Laufzeiten (Duration) und Laufzeitprofile leistungsorientierter Pläne zum 31. Dezember |
In EUR Mio |
| 2021 |
| Laufzeitprofile | Durchschnittliche Laufzeiten (Duration) |
| 1–5 Jahre | 6–10 Jahre | >10 Jahre | in Jahren |
Pensionspläne | 391 | 395 | 853 | 13 |
Abfertigungen & sonstige Pläne | 47 | 56 | 48 | 11 |
|
|
|
|
|
Veranlagung des Planvermögens zum 31. Dezember |
|
| 2021 | 2020 |
Vermögenskategorien |
|
|
Anteilswertpapiere | 18% | 18% |
Schuldverschreibungen | 35% | 37% |
Liquide Mittel und Geldmarktveranlagungen | 4% | 7% |
Versicherungsverträge | 30% | 28% |
Sonstige | 12% | 10% |
Gesamt | 100% | 100% |
|
|
|
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen
Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen |
In EUR Mio |
| Buchwert |
1. Jänner 2021 | 3.999 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | 69 |
Neue Verpflichtungen | 62 |
Erhöhung aus Parameteränderung | 76 |
Kürzung aus Parameteränderung | –446 |
Aufzinsung | 81 |
Umgliederung auf zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten | –12 |
Verbrauch, Abgänge und andere Änderungen | –74 |
31. Dezember 2021 | 3.756 |
davon kurzfristig zum 31. Dezember 2021 | 72 |
davon kurzfristig zum 1. Jänner 2021 | 72 |
|
|
Die Kürzung aus Parameteränderungen war vor allem bedingt durch eine Verringerung der realen Diskontierungssätze für NOK, NZD und RON verglichen mit 2020.
- Die Umgliederung auf zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten bezieht sich hauptsächlich auf die Veräußerungsgruppe des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis Gruppe. Für weitere Details siehe Anhangangabe 20 – Zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und Verbindlichkeiten.
Geschätzte Fälligkeit der Rekultivierungsverpflichtungen |
In EUR Mio |
| 2021 |
≤1 Jahr | 72 |
1 – 5 Jahre | 252 |
5 – 10 Jahre | 926 |
10 – 20 Jahre | 1.684 |
20 – 30 Jahre | 556 |
30 – 40 Jahre | 264 |
>40 Jahre | 1 |
Gesamt | 3.756 |
|
|
-
- Ein Rückgang um 1 Prozentpunkt bei den realen Diskontierungszinssätzen, die für die Berechnung der Rekultivierungsrückstellungen angewandt werden, würde zu einer zusätzlichen Rückstellung von EUR 601 Mio führen.
- Die Rückstellung für Rekultivierungsverpflichtungen enthielt Verpflichtungen von OMV Petrom SA in Höhe von EUR 1.260 Mio (2020: EUR 1.542 Mio). Gemäß der Privatisierungsvereinbarung sollte ein Teil der Verpflichtung vom rumänischen Staat refundiert werden. Zum 31. Dezember 2021 wies OMV Petrom SA eine Forderung im Zusammenhang mit Rekultivierungsverpflichtungen gegenüber dem rumänischen Staat von EUR 352 Mio (2020: EUR 442 Mio) aus.
Sonstige Rückstellungen |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Kurzfristig | Langfristig | Kurzfristig | Langfristig |
Umweltschutzkosten | 14 | 77 | 13 | 90 |
Belastende Verträge | 24 | 431 | 31 | 364 |
Sonstige Personalrückstellungen | 148 | 16 | 134 | 6 |
Emissionszertifikate | 113 | — | 75 | — |
Übrige sonstige Rückstellungen | 60 | 120 | 51 | 116 |
Sonstige Rückstellungen | 360 | 643 | 304 | 576 |
|
|
|
|
|
-
- Zum 31. Dezember 2021 enthielten die Rückstellungen für Umweltschutzkosten eine Rückstellung für Bodensanierung im Zusammenhang mit der Raffinerie Arpechim in Rumänien in Höhe von EUR 46 Mio.
- Rückstellungen für belastende Verträge beinhalteten im Wesentlichen abgeschlossene Transport- und Gate LNG-Terminalkapazitäten der OMV Gas Marketing & Trading GmbH.
- Die Rückstellung für die Gate LNG Terminalkapazitäten betrifft einen langfristigen, unkündbaren Vertrag für Regasifizierungs- und Speicherkapazität, der aufgrund nachteiliger Veränderungen der europäischen Marktbedingungen belastend wurde. Der Barwert der Rückstellung per 31. Dezember 2021 betrug EUR 390 Mio (2020: EUR 327 Mio). Die Rückstellung wurde für unvermeidbare Verluste aus der Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen gebildet. Dabei wurden Kosten und Erträge aus dem zukünftigen Erwerb von LNG-Volumen berücksichtigt, da die Regasifizierung und der anschließende Verkauf des Gases zur Deckung der Fixkosten beitragen. Die Mengenannahmen spiegeln die beste Schätzung des Managements bezüglich der in Zukunft verfügbaren LNG-Volumina wider. Die Preise basieren, sofern verfügbar, auf Forward-Preisen. Sind keine Forward-Preise vorhanden, stellen die Preise die beste Schätzung des Managements dar, wobei diese sich an gegenwärtigen Marktpreisen oder an Forward-Preisen vergangener Perioden orientieren. Die Berechnung basiert auf einem Diskontierungszinssatz von 4,51% (2020: 3,96%). Eine 50%ige Reduktion der LNG-Marge würde zu einer zusätzlichen Rückstellung von EUR 135 Mio führen, eine 50%ige Reduktion des LNG-Volumens zu einer zusätzlichen Rückstellung von EUR 106 Mio. Des Weiteren würde ein Rückgang von einem Prozentpunkt im Diskontierungssatz eine zusätzliche Rückstellung von EUR 25 Mio auslösen.
- Die Rückstellung für unkündbare Transportverpflichtungen von OMV Gas Marketing & Trading GmbH betrug 2021 EUR 65 Mio (2020: EUR 68 Mio). Die Ermittlung der Rückstellung wurde als Differenz zwischen den Fixkosten der Nutzung der Kapazitäten und dem erwarteten Gewinn aus der Verwendung der Kapazitäten ermittelt. Der angewandte Diskontierungssatz betrug 4,51% (2020: 3,96%). Neben dem Diskontierungssatz sind die Schlüsselannahmen die erwarteten Preise der relevanten Gas Hubs. Diese Preise basieren, wenn verfügbar, auf den Forward Preisen und auf den Managementannahmen für die Restlaufzeit des Vertrages.
- Die sonstigen Personalrückstellungen enthielten kurzfristige Personallösungskosten in Höhe von EUR 17 Mio (2020: EUR 29 Mio). Der Restbetrag bezog sich hauptsächlich auf Prämienrückstellungen.
Emissionszertifikate
- Die Richtlinie 2003/87/EG des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rats hat ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten geschaffen, das die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, nationale Pläne für die Zuteilung von Emissionszertifikaten zu erstellen. Im Rahmen dieses Programms haben die betroffenen Gesellschaften im OMV Konzern ein Anspruch auf die jährliche unentgeltliche Zuteilung der Emissionszertifikate.
- Die neuseeländische Regierung hat ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten auf Basis des Plans 2002 geschaffen. Unter diesem System haben neuseeländische Gesellschaften keinen Anspruch auf eine Zuteilung von Gratiszertifikaten. Die OMV hat Emissionszertifikate gekauft um ihren eigenen Verpflichtungen nachzukommen. Darüber hinaus entsteht für die OMV mit jedem Gasverkauf an inländische Kunden in Neuseeland eine Verpflichtung, für deren Erfüllung die OMV Emissionszertifikate von den Kunden erhält.
In Deutschland ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) am 20. Dezember 2019 in Kraft getreten und ist die Basis für das deutsche System für den Handel mit fossilen Treibhausgas-Emissionszertifikaten. Es verpflichtete ab 1. Jänner 2021 die „Inverkehrbringer“ – die Lieferer, die an einen Endkunden liefern, und/oder die den Brennstoff aus dem Leitungsnetz entnehmen (Entstehung der Energiesteuer) – die CO2 Emissionszertifikate zu kaufen. Gemäß § 38 Abs. 2 EnergiesteuerG ist der Lieferer der Steuerschuldner, daher sind alle Unternehmen, die in Besitz eines energiesteuerlichen Liefernachweises sind als Inverkehrbringer anzusehen. Anders als in dem Europäischen Emissionshandelssystem sind die Zertifikate unter BEHG nicht handelbar und werden nicht unentgeltlich zugeteilt, sind aber von der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) zu erwerben.
Für (noch nicht extern verifizierte) Emissionen werden 2022 voraussichtlich 10.143.712 Emissionszertifikate betreffend dem europäischen Emissionshandelssystem, 3.834.557 BEHG-Zertifikate sowie 2.802.025 Zertifikate betreffend dem neuseeländischen Emissionshandelssystem zurückgegeben. Darin enthalten sind 2.424.921 Zertifikate, welche von Kunden in Neuseeland erhalten werden sollten.
Emissionszertifikate |
|
| 2021 | 2020 |
| EU Emissions- handels- system | NZ Emissions- handels- system | DE Emissions- handels- system | EU Emissions- handels- system | NZ Emissions- handels- system |
Emissionszertifikate gehalten zum 1. Jänner | 12.210.093 | 111.798 | — | 9.331.156 | 106.211 |
Unentgeltliche Zuteilung für das Jahr | 5.891.495 | — | — | 3.038.336 | — |
Rückgabe der Zertifikate1 | –10.794.999 | –2.883.744 | — | –6.602.598 | –5.635.404 |
Konsolidierungskreisänderungen | — | — | — | 5.310.058 | — |
Netto-Zukäufe und -Verkäufe während des Jahres | 4.424.111 | 1.150.465 | 3.617.321 | 1.133.141 | 444.172 |
Von Kunden erhaltene Emissionszertifikate | — | 1.873.155 | — | — | 5.196.819 |
Emissionszertifikate gehalten zum 31. Dezember | 11.730.700 | 251.674 | 3.617.321 | 12.210.093 | 111.798 |
|
|
|
|
|
|
24 Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten1 |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Kurzfristig | Langfristig | Gesamt | Kurzfristig | Langfristig | Gesamt |
Anleihen | 795 | 7.275 | 8.070 | 850 | 8.019 | 8.869 |
Sonstige verzinsliche Finanz- verbindlichkeiten | 350 | 1.415 | 1.765 | 703 | 1.280 | 1.983 |
Leasingverbindlichkeiten | 131 | 887 | 1.018 | 141 | 943 | 1.084 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.860 | — | 4.860 | 4.304 | — | 4.304 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 4.367 | 587 | 4.955 | 3.095 | 454 | 3.549 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 1.440 | 118 | 1.558 | 868 | 135 | 1.003 |
Verbindlichkeiten | 11.943 | 10.282 | 22.225 | 9.961 | 10.830 | 20.791 |
|
|
|
|
|
|
|
- Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten bezogen sich überwiegend auf Bankkredite, aber enthielten auch Privatplatzierungen und andere Finanzierungsinstrumente.
- Die OMV nimmt an mehreren Supplier Finance Programmen teil, in deren Rahmen sich ihre Lieferanten entscheiden können, eine vorzeitige Zahlung ihrer Rechnung von einer Bank zu erhalten, indem sie ihre Forderungen gegenüber dem Konzern an die Bank abtreten. Im Rahmen dieser Vereinbarung erklärt sich die Bank bereit, Beträge an einen am Programm teilnehmenden Lieferanten für die von der OMV geschuldeten Rechnungsbeträge zu zahlen, und erhält den Ausgleich von der OMV zu einem späteren Zeitpunkt. Der Hauptzweck dieser Programme ist die Erleichterung einer effizienten Zahlungsabwicklung und die Möglichkeit für die zustimmenden Lieferanten, ihre Forderungen gegenüber der OMV vor deren Fälligkeit an eine Bank zu verkaufen. Der Konzern hat den Großteil der ursprünglichen Verbindlichkeiten, auf die sich die Vereinbarung bezieht, nicht ausgebucht, da weder eine rechtliche Befreiung erlangt wurde noch die ursprüngliche Verbindlichkeit bei Abschluss der Vereinbarung wesentlich verändert wurde und weist diese Verbindlichkeiten bis zur Zahlung weiterhin in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sowie sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten aus. Dem Bilanzausweis folgend sind Zahlungsflüsse Teil des Cashflow aus der Betriebstätigkeit. Aus Sicht der OMV verlängern diese Vereinbarungen die Zahlungsfristen nicht wesentlich gegenüber den üblichen, mit anderen Lieferanten, die nicht an den Programmen teilnehmen, vereinbarten Fristen.
-
Anleihen
Begebene Anleihen |
In EUR Mio |
|
|
|
| 2021 | 2020 |
| Nominale | Kupon | Rückzahlung | Buchwert zum 31. Dezember | Buchwert zum 31. Dezember |
Private Placement | EUR 300.000.000 | 0,106% variabel1 | 11.06.2021 | — | 300 |
Internationale Unternehmensanleihen | EUR 500.000.000 | 4,25% fix | 12.10.2021 | — | 504 |
| EUR 750.000.000 | 2,625% fix | 27.09.2022 | 754 | 753 |
| EUR 750.000.000 | 0,00% fix | 16.06.2023 | 747 | 746 |
| EUR 500.000.000 | 0,75% fix | 04.12.2023 | 499 | 498 |
| EUR 500.000.000 | 1,50% fix | 09.04.2024 | 503 | 501 |
| EUR 500.000.000 | 0,00% fix | 03.07.2025 | 497 | 496 |
| EUR 300.000.000 | 1,75% fix | 10.12.2025 | 319 | 324 |
| EUR 1.000.000.000 | 1,00% fix | 14.12.2026 | 994 | 993 |
| EUR 750.000.000 | 3,50% fix | 27.09.2027 | 751 | 750 |
| EUR 500.000.000 | 2,00% fix | 09.04.2028 | 505 | 505 |
| EUR 500.000.000 | 1,875% fix | 04.12.2028 | 499 | 499 |
| EUR 750.000.000 | 0,75% fix | 16.06.2030 | 748 | 747 |
| EUR 750.000.000 | 2,375% fix | 09.04.2032 | 758 | 757 |
| EUR 500.000.000 | 1,00% fix | 03.07.2034 | 496 | 495 |
Begebene Anleihen |
|
|
| 8.070 | 8.869 |
|
|
|
|
|
|
Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
- Zum 31. Dezember 2021 erfüllte der OMV Konzern alle in den Kreditvereinbarungen festgelegten Finanzkennzahlen (Covenants).
Anleihen und sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Kurzfristige Kreditfinanzierungen | 254 | 184 |
Kurzfristiger Teil langfristiger Finanzierungen | 891 | 1.369 |
Gesamt kurzfristig | 1.145 | 1.553 |
Fälligkeit langfristiger Finanzierungen |
|
|
2022/2021 (kurzfristiger Teil langfristiger Finanzierungen) | 891 | 1.369 |
2023/2022 | 1.277 | 844 |
2024/2023 | 822 | 1.303 |
2025/2024 | 1.174 | 862 |
2026/2025 | 1.183 | 1.141 |
2027/2026 und folgende Jahre | 4.233 | 5.149 |
Gesamt ab 2022/2021 | 9.581 | 10.668 |
|
|
|
Aufgliederung der Anleihen und sonstigen verzinslichen Finanzverbindlichkeiten |
In EUR Mio |
|
| 2021 | 2020 |
|
| Gewogener Durch- schnittszins- satz | Gewogener Durch- schnittszins- satz |
Anleihen und sonstige langfristige verzinsliche Finanz- verbindlichkeiten1 |
|
|
|
|
Fixe Zinssätze | EUR | 8.959 | 1,45% | 9.363 | 1,63% |
| USD | 312 | 4,27% | 288 | 4,27% |
| Sonstige Währungen | — | — | 33 | 9,40% |
Gesamt |
| 9.271 | 1,54% | 9.685 | 1,74% |
Variable Zinssätze2 | EUR | 77 | 0,77% | 661 | 0,27% |
| USD | 194 | 1,24% | 282 | 1,56% |
| Sonstige Währungen | 38 | 0,46% | 41 | 0,66% |
Gesamt |
| 310 | 1,02% | 984 | 0,66% |
Sonstige kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten |
|
|
|
|
EUR |
| 250 | –0,22% | 182 | 0,17% |
USD |
| 4 | — | 0 | 0,00% |
Sonstige Währungen |
| — | — | 2 | 0,95% |
Gesamt |
| 254 | –0,22% | 184 | 0,18% |
|
|
|
|
|
|
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten |
In EUR Mio |
| Kurzfristig | Langfristig | Gesamt |
|
|
|
|
| 2021 |
Verbindlichkeiten aus Derivaten | 3.607 | 471 | 4.079 |
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten | 102 | — | 102 |
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten | 3.506 | 471 | 3.977 |
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 760 | 116 | 876 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 4.367 | 587 | 4.955 |
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Verbindlichkeiten aus Derivaten | 2.169 | 347 | 2.516 |
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten | 86 | 12 | 98 |
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten | 2.083 | 335 | 2.418 |
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 926 | 106 | 1.033 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 3.095 | 454 | 3.549 |
|
|
|
|
- Die nachfolgende Tabelle fasst die Fristigkeitsstruktur der vertraglichen, nicht diskontierten Mittelabflüsse aus Finanzverbindlichkeiten zusammen:
Finanzverbindlichkeiten (nicht diskontierte Mittelabflüsse) |
In EUR Mio |
| ≤1 Jahr | 1 – 5 Jahre | >5 Jahre | Gesamt |
|
|
|
|
|
| 2021 |
Anleihen | 870 | 3.921 | 3.984 | 8.775 |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 373 | 940 | 511 | 1.824 |
Leasingverbindlichkeiten | 155 | 420 | 739 | 1.314 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.860 | — | — | 4.860 |
Verbindlichkeiten aus Derivaten | 3.608 | 471 | — | 4.079 |
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 761 | 22 | 151 | 934 |
Finanzverbindlichkeiten (nicht diskontierte Mittelabflüsse) | 10.627 | 5.774 | 5.385 | 21.786 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Anleihen | 942 | 3.707 | 5.068 | 9.717 |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 723 | 881 | 437 | 2.041 |
Leasingverbindlichkeiten | 169 | 430 | 777 | 1.377 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.304 | — | — | 4.304 |
Verbindlichkeiten aus Derivaten | 2.169 | 347 | — | 2.516 |
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 926 | 22 | 113 | 1.062 |
Finanzverbindlichkeiten (nicht diskontierte Mittelabflüsse) | 9.233 | 5.387 | 6.395 | 21.016 |
|
|
|
|
|
Sonstige Verbindlichkeiten |
In EUR Mio |
| Kurzfristig | Langfristig | Gesamt |
|
|
|
|
| 2021 |
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit | 1.027 | — | 1.027 |
Fremde Vorauszahlungen | 128 | 16 | 144 |
Vertragsverbindlichkeiten | 129 | 98 | 228 |
Übrige sonstige Verbindlichkeiten | 155 | 4 | 159 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 1.440 | 118 | 1.558 |
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit | 607 | — | 607 |
Fremde Vorauszahlungen | 34 | 15 | 49 |
Vertragsverbindlichkeiten | 96 | 117 | 214 |
Übrige sonstige Verbindlichkeiten | 131 | 3 | 134 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 868 | 135 | 1.003 |
|
|
|
|
Vertragsverbindlichkeiten |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
1. Jänner | 214 | 222 |
Währungsumrechnungsdifferenzen | 1 | –3 |
Realisierte Umsatzerlöse, die zu Jahresbeginn in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren | –80 | –71 |
Anstieg aufgrund von Zahlungseingängen, exklusive während der Periode als Umsatzerlöse realisierte Beträge | 95 | 69 |
Sonstige Änderungen | –1 | –3 |
31. Dezember | 228 | 214 |
|
|
|
-
- Die Vertragsverbindlichkeiten beinhalteten hauptsächlich nicht rückzahlbare Vorauszahlungen der Entgelte aus Lager- und Dienstleistungsverträgen seitens der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H., Lannach.
25 Latente Steuern
Latente Steuern |
In EUR Mio |
| Aktive latente Steuern Gesamt | Nicht angesetzte aktive latente Steuern | Angesetzte aktive latente Steuern | Passive latente Steuern |
|
|
|
|
|
| 2021 |
Immaterielle Vermögenswerte | 197 | 22 | 175 | 446 |
Sachanlagen | 163 | 86 | 77 | 2.456 |
Vorräte | 38 | — | 38 | 67 |
Derivate | 667 | — | 667 | 1.086 |
Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 88 | 15 | 73 | 50 |
Latente Steuern, welche auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden | 39 | — | 39 | 82 |
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 263 | 128 | 135 | 106 |
Rückstellungen für Rekultivierungsmaßnahmen und Umweltschutzkosten | 1.307 | 15 | 1.292 | 0 |
Sonstige Rückstellungen | 125 | — | 125 | 46 |
Verbindlichkeiten | 259 | 0 | 259 | 7 |
Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) | 115 | — | 115 | — |
Verlustvorträge | 1.546 | 706 | 840 | — |
Outside basis Differenzen | 433 | — | 433 | 10 |
Gesamt | 5.240 | 972 | 4.268 | 4.356 |
Saldierung aufgrund gleicher Steuerhoheiten |
|
| –2.965 | –2.965 |
Latente Steuern, welche auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden |
|
| 39 | 82 |
Latente Steuern laut Bilanz |
|
| 1.265 | 1.309 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Immaterielle Vermögenswerte | 209 | 20 | 188 | 606 |
Sachanlagen | 137 | 89 | 48 | 2.322 |
Vorräte | 37 | — | 37 | 27 |
Derivate | 539 | — | 539 | 597 |
Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 55 | 17 | 38 | 53 |
Latente Steuern, welche auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden | 27 | 22 | 5 | 12 |
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 291 | 151 | 140 | 111 |
Rückstellungen für Rekultivierungsmaßnahmen und Umweltschutzkosten | 1.318 | 14 | 1.305 | — |
Sonstige Rückstellungen | 121 | — | 121 | 34 |
Verbindlichkeiten | 305 | 60 | 245 | 23 |
Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) | 226 | — | 226 | — |
Verlustvorträge | 1.654 | 780 | 875 | — |
Outside basis Differenzen | — | — | — | 40 |
Gesamt | 4.919 | 1.153 | 3.765 | 3.823 |
Saldierung aufgrund gleicher Steuerhoheiten |
|
| –2.581 | –2.581 |
Latente Steuern, welche auf zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen und gehaltene Verbindlichkeiten umgegliedert wurden |
|
| 5 | 12 |
Latente Steuern laut Bilanz |
|
| 1.179 | 1.229 |
|
|
|
|
|
- Latente Steuern resultierten im Wesentlichen aus unterschiedlichen Bewertungsregeln, Unterschieden bei Wertminderungen, Abschreibungen und Amortisationen, sowie unterschiedlichen Kostendefinitionen.
- Die Summe der angesetzten aktiven latenten Steuern von jenen Steuerhoheiten, welche entweder im Berichtsjahr oder im vorangegangenen Jahr einen steuerlichen Verlust aufgewiesen haben, beliefen sich auf EUR 901 Mio, wovon EUR 658 Mio der österreichischen Steuergruppe zuzuordnen waren (2020: EUR 720 Mio, davon EUR 640 Mio der österreichischen Steuergruppe zuordenbar).
- 2021 war ebenso wie im Vorjahr eine Wertberichtigung auf aktive latente Steuern für die österreichische Steuergruppe erfasst.
- Zum 31. Dezember 2021 waren steuerliche Verlustvorträge von EUR 5.886 Mio vorhanden (2020: EUR 6.302 Mio). Davon wurden EUR 3.202 Mio (2020: EUR 3.331 Mio) als werthaltig für die Berechnung latenter Steuern angesehen.
- Die zeitliche Verteilung der Vortragsfähigkeit von steuerlichen Verlusten stellte sich wie folgt dar:
Steuerliche Verlustvorträge |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Basiswert (vor Wertberichtigung) | davon nicht angesetzt | Basiswert (vor Wertberichtigung) | davon nicht angesetzt |
2021 | — | — | 5 | 5 |
2022 | 0 | 0 | 0 | 0 |
2023 | 0 | 0 | 2 | 2 |
2024 | 0 | 0 | 4 | 4 |
2025 | 0 | 0 | 48 | 17 |
Nach 2026/2025 | 0 | 0 | 47 | 24 |
Unbegrenzt | 5.885 | 2.684 | 6.196 | 2.919 |
Steuerliche Verlustvorträge | 5.886 | 2.684 | 6.302 | 2.971 |
|
|
|
|
|
- Nicht angesetzte steuerliche Verlustvorträge bezogen sich im Wesentlichen auf die österreichische Steuergruppe sowie Frankreich.
Zum 31. Dezember 2021 bestanden temporäre Differenzen in Höhe von EUR 7.475 Mio (2020: EUR 4.657 Mio), die im Zusammenhang mit Anteilen an vollkonsolidierten Tochtergesellschaften und at-equity bewerteten Beteiligungen stehen und für die keine latente Steuerverbindlichkeit gebildet wurde. Die Realisierung von Gewinnen aus dem Verkauf von Unternehmensbeteiligungen ist in Abhängigkeit von der Strukturierung des Veräußerungsvorgangs auf verschiedenen Stufen des Konzerns möglich. Aufgrund der komplexen rechtlichen Struktur im Konzern und der damit verbundenen steuerlichen Implikationen wurden für die Ermittlung der temporären Differenzen vereinfachende Annahmen getroffen, um Kaskadeneffekte zu minimieren.
Ergänzende Angaben zur Finanzlage
26 Cashflow-Rechnung
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Kassenbestände und Bankguthaben | 997 | 741 |
Kurzfristige Veranlagungen | 4.067 | 2.128 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 5.064 | 2.869 |
|
|
|
Wesentliche unbare Effekte
- 2021 beinhalteten die nicht zahlungswirksamen Zugänge im Anlagevermögen, wie bereits in 2020, im Wesentlichen die Neubewertung der Rekultivierungsverpflichtungen.
- 2020 wurde das Neubewertungsergebnis des vormals gehaltenen at-equity bewerteten 36% Anteils an Borealis in der Zeile „Sonstige Änderungen“ in der Cashflow-Rechnung erfasst.
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
- Nähere Details zu zahlungswirksamen Effekten aus Veräußerungen von einbezogenen Unternehmen und Geschäftseinheiten befinden sich in Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur.
- Die Zeile „Erlöse aus Anlagevermögen“ enthielt einen Mittelzufluss von EUR 290 Mio aus dem Verkauf der Anteile am norwegischen Ölfeld Wisting.
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
- Die Zeile „Rückzahlung langfristige Finanzierungen“ enthielt die Rückzahlung von Anleihen in Höhe von EUR 1,55 Mrd. Dies enthielt die Rückzahlung einer Hybridanleihe von EUR 750 Mio. Vor der Tilgung wurde die Hybridanleihe vom Eigenkapital in finanzielle Verbindlichkeiten umgegliedert, nachdem der Vorstand am 13. Oktober 2021 die Kündigung der Hybridanleihe beschlossen hatte.
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit (inkl. zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten) |
In EUR Mio |
| 2021 |
| Anleihen | Sonstige ver- zinsliche Finanzver- bindlichkeiten | Leasing- verbind- lichkeiten | Gesamt |
1. Jänner | 8.869 | 2.130 | 1.217 | 12.216 |
|
|
|
|
|
Zugänge langfristige Finanzierungen | — | 250 | — | 250 |
Rückzahlung langfristige Finanzierungen | –1.550 | –563 | –174 | –2.287 |
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige Finanzierungen | — | 61 | — | 61 |
Summe Mittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit | –1.550 | –251 | –174 | –1.975 |
|
|
|
|
|
Währungsumrechnungsdifferenzen | — | 48 | 5 | 53 |
Konsolidierungskreisänderungen | — | –148 | –6 | –154 |
Umgliederung der Hybridanleihe vom Eigenkapital zu finanzielle Verbindlichkeiten | 789 | — | — | 789 |
Differenz Zinsaufwendungen und gezahlte Zinsen | –4 | –15 | 1 | –18 |
Sonstige Änderungen | — | — | 1491 | 149 |
Summe nicht zahlungswirksamer Änderungen | 784 | –114 | 149 | 819 |
|
|
|
|
|
Kuponzahlung der Hybridanleihe bevor Umgliederung vom Eigenkapital 2 | –33 | — | — | –33 |
|
|
|
|
|
31. Dezember | 8.070 | 1.765 | 1.191 | 11.026 |
|
|
|
|
|
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit (inkl. zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten) |
In EUR Mio |
| 2020 |
| Anleihen | Sonstige verzinsliche Finanzver- bindlich- keiten | Leasing- verbind- lichkeiten | Gesamt |
1. Jänner | 5.802 | 769 | 1.053 | 7.624 |
|
|
|
|
|
Zugänge langfristige Finanzierungen | 3.225 | 114 | — | 3.338 |
Rückzahlung langfristige Finanzierungen | –500 | –164 | –133 | –797 |
Erhöhung (+)/Verminderung (–) kurzfristige Finanzierungen | — | –96 | — | –96 |
Summe Mittelflüsse aus der Finanzierungstätigkeit | 2.725 | –146 | –133 | 2.446 |
|
|
|
|
|
Währungsumrechnungsdifferenzen | — | –33 | –7 | –41 |
Konsolidierungskreisänderungen | 329 | 1.538 | 174 | 2.041 |
Differenz Zinsaufwendungen und gezahlte Zinsen | 13 | –2 | 0 | 12 |
Sonstige Änderungen | — | 4 | 1301 | 134 |
Summe nicht zahlungswirksamer Änderungen | 342 | 1.508 | 297 | 2.147 |
|
|
|
|
|
31. Dezember | 8.869 | 2.130 | 1.217 | 12.216 |
|
|
|
|
|
- Der Mittelabfluss in Verbindung mit Leasingverbindlichkeiten betrug in Summe EUR 199 Mio (2020: EUR 157 Mio).
- Am 31. Dezember 2021 betrugen die nicht in Anspruch genommenen, zugesagten Kreditlinien, welche ohne Einschränkungen für künftige Aktivitäten verwendet werden können, EUR 4.415 Mio (31. Dezember 2020: EUR 4.332 Mio).
- Finanzierungszusagen an nahestehende Unternehmen und Personen werden in Anhangangabe 35 – Nahestehende Unternehmen und Personen –beschrieben.
27 Eventualverbindlichkeiten
- Für Rechtsstreitigkeiten, aus denen wahrscheinlich Verpflichtungen resultieren, werden Rückstellungen gebildet. Der Vorstand vertritt den Standpunkt, dass jene Rechtsstreitigkeiten, die nicht durch Rückstellungen oder Versicherungen gedeckt sind, keinen wesentlichen Einfluss auf die Finanzlage haben werden.
- Jede Konzerngesellschaft unterliegt mit ihren Produktionsanlagen und ihrem Grundvermögen in den jeweiligen Ländern einer Reihe von Umweltschutzbestimmungen. Für die geschätzten Kosten bestehender Verpflichtungen aus Umweltschutzmaßnahmen wurde in Übereinstimmung mit den Bilanzierungsregeln des Konzerns bilanziell vorgesorgt. Für Rekultivierungen werden Rückstellungen gebildet, wenn zum Bilanzstichtag eine Verpflichtung bereits besteht.
- Der Vorstand ist der Ansicht, dass die Einhaltung der gegenwärtigen Gesetze und Bestimmungen und der künftig strengeren Gesetze und Bestimmungen keinen wesentlichen negativen Einfluss auf die Konzernergebnisse, -bilanz und -cashflows der näheren Zukunft haben wird.
- Im Mai 2009 hat die OMV eine Vereinbarung mit den Verkäufern Crescent Petroleum Company International Limited (Crescent) und Dana Gas PJSC (Dana) für den Kauf eines 10%-Anteils an der Pearl Petroleum Company Limited (Pearl), einer Gesellschaft, die die Gasfelder Khor Mor und Chemchemal in der Region Kurdistan im Irak unter Vertrag hat und betreibt, abgeschlossen. Die Vereinbarung umfasste bedingte Zahlungsverpflichtungen für die OMV, welche abhängig von der weiteren Feststellung der Reserven sind (Earn Out Zahlungen). Die Feststellung der Reserven hat von einem gemeinsam beauftragten unabhängigen Experten zu erfolgen.
- In Mai 2019 hat die OMV in diesem Zusammenhang eine Rechnung von Crescent und Dana in Höhe von ungefähr USD 241 Mio und später unbegründete und zurückgewiesene Schadenersatzansprüche in Höhe von mehr als einer Milliarde USD erhalten. Die OMV hat diese Rechnung aufgrund eines zu diesem Zeitpunkt anhängigen, unabhängigen Sachverständigenfeststellungsverfahrens (independent expert determination) vor der International Chamber of Commerce (ICC) und zweier Schiedsverfahren vor dem London Court of International Arbitration (LCIA) zurückgewiesen: Ein Schiedsverfahren zur Joint Venture Vereinbarung unter anderem im Zusammenhang mit Revisionen der Feldentwicklungspläne (FDP) für Chemchemal und Khor Mor, welche von OMV nicht genehmigt wurden, und das zweite Schiedsverfahren zum Anteilsverkaufsvertrag aufgrund oben erwähnter Earn-Out Zahlungen und Ansprüchen wegen ungerechtfertigter Bereicherung. Im Februar 2020 wurde von Crescent und Dana ein zweites unabhängiges Sachverständigenfeststellungsverfahrenvor der ICC hinsichtlich einer weiteren Chemchemal FDP Revision eingeleitet. Beide unabhängigen Sachverständigenfeststellungsverfahren vor der ICC wurden zu Gunsten von OMV entschieden mit der Schlussfolgerung, dass die betroffenen Chemchemal FDP’s nicht den Kriterien in der Joint Venture Vereinbarung entsprachen. Im Dezember 2021 entschied auch das LCIA im Schiedsverfahrens zur Joint Venture Vereinbarung zu Gunsten der OMV und wies alle von Dana und Crescent gegen OMV geltend gemachten Schadensersatzansprüche ab. Das Schiedsverfahren betreffend des Anteilsverkaufsvertrages ist noch im Gange. Abhängig vom weiteren Verlauf des Schiedsverfahrens zum Anteilsverkaufsvertrag und der noch nicht begonnenen Feststellung der Reserven nach dem Anteilsverkaufsvertrag im Rahmen des Schiedsverfahrens könnte möglicherweise eine bedingte Zahlung entstehen, wobei dies derzeit als nicht wahrscheinlich angenommen wird. Als noch unwahrscheinlicher werden allfällige Bereicherungsansprüche erachtet. Der Standpunkt der OMV wurde durch die kürzlich zu Gunsten der OMV getroffenen Entscheidungen des LCIA, im Zusammenhang mit der Joint Venture Vereinbarung, weiter gestärkt. Daher wurde keine Rückstellung im OMV Konzernabschluss gebildet. Weiters kann am Tag der Veröffentlichung dieses Konzernabschlusses keine verlässliche Schätzung einer möglichen zusätzlichen Zahlung getroffen werden, sofern diese überhaupt eintritt.
- Am 16. April 2020 kündigte die bulgarische Wettbewerbskommission die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens bezüglich der Preisfestlegung auf dem Kraftstoffmarkt an. OMV Bulgaria EOOD ist neben anderen großen Herstellern und Händlern auf dem bulgarischen Markt Gegenstand dieses Ermittlungsverfahrens. Im Jahr 2020 wurden von den Behörden zwei Auskunftsersuchen gestellt, die fristgerecht beantwortet wurden. Es gab keine weiteren Auskunftsersuchen in 2021, jedoch sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Die Sanktionen für kartellrechtliche Verstöße belaufen sich auf bis zu 10% des gesamten Unternehmensumsatzes für das Geschäftsjahr vor der Sanktionsentscheidung. Am Tag der Veröffentlichung dieses Konzernabschlusses kann die OMV den Ausgang der Untersuchung nicht beurteilen und daher wurde keine Rückstellung in diesem Zusammenhang gebildet.
- Zum 31. Dezember 2021 war im Zusammenhang mit lokalen Auftragnehmern in einer der Tochtergesellschaften ein weiteres Verfahren gegen OMV anhängig. Der Anteil der OMV des geforderten Betrags beträgt etwa USD 330 Mio. Das Management geht derzeit nicht davon aus, dass einer der mutmaßlichen Sachverhalte einen wesentlichen Einfluss auf die Finanz- oder Ertragslage haben wird. Diese Einschätzung basiert jedoch auf Annahmen, die vom Management als angemessen erachtet werden, einschließlich solcher über zukünftige Ereignisse und Ungewissheiten. Der Ausgang dieser Angelegenheiten ist letztlich ungewiss, so dass unvorhergesehene Ereignisse und Umstände eintreten könnten, die OMV dazu veranlassen könnten, diese Annahmen zu ändern, und zu einer wesentlichen nachteiligen Auswirkung auf die Finanzlage in der Zukunft führen könnten.
28 Risikomanagement
Kapitalrisiko
- Die Finanzsteuerungsstrategie der OMV basiert auf den Prinzipien der operativen Effizienz, Kapitaleffizienz, Finanzierungseffizienz sowie des nachhaltigen Portfoliomanagements. Mit dem Fokus auf eine Stärkung der OMV Bilanz, das Erzielen eines positiven freien Cashflows und der Verbesserung der Profitabilität ist die Finanzsteuerungsstrategie die Basis für eine nachhaltige, risikobewusste und zukunftsorientierte Wertsteigerung für die OMV und ihre Stakeholder.
- Die OMV steuert ihre Kapitalstruktur zur Sicherung der Kapitalbasis, um das Vertrauen von Investoren, Gläubigern und des Kapitalmarkts zu erhalten, sowie um eine nachhaltige finanzielle Basis für die zukünftige operative Entwicklung des Konzerns zu schaffen. Die Finanzierungsstrategie der OMV fokussiert sich auf den Cashflow und die finanzielle Stabilität. Die wichtigsten Ziele sind das Erreichen eines positiven freien Cashflows nach Dividenden sowie ein starkes Investment Grade Rating auf Basis einer gesunden Bilanz und eines langfristigen Verschuldungsgrads, exklusive Leasing, von unter 30%.
Kapitalmanagement – wichtige Leistungskennzahlen |
In EUR Mio (wenn nichts anderes angegeben) |
| 2021 | 2020 |
Anleihen | 8.070 | 8.869 |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten1 | 1.765 | 2.130 |
Schulden exklusive Leasing | 9.835 | 10.999 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente2 | 5.064 | 2.869 |
Nettoverschuldung exklusive Leasing | 4.771 | 8.130 |
Eigenkapital | 21.996 | 19.899 |
Verschuldungsgrad exklusive Leasing in % | 22 | 41 |
|
|
|
- 1 Inklusive sonstiger verzinslicher Finanzverbindlichkeiten, die auf „zu Veräußerungszwecken gehaltene Verbindlichkeiten“ umgegliedert wurden
- 2 Inklusive liquider Mittel, die auf „zu Veräußerungszwecken gehaltenes Vermögen“ umgegliedert wurden
-
Liquiditätsrisiko
- Zur Beurteilung des Liquiditätsrisikos werden konzernweit die jährlich geplanten operativen sowie finanziellen Zahlungsströme auf Monatsbasis beobachtet und analysiert. In der Folge werden der monatlich geplanten Nettoliquiditätsentwicklung die zum Monatsende bestehenden Geldanlagen und Finanzierungen, deren geplante Abreifung sowie bestehende Liquiditätsreserven gegenübergestellt. Diese Analyse stellt die Basis für Finanzierungsentscheidungen und Kapitalanlagen dar.
- Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des OMV Konzerns sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von zugesagten Kreditlinien und kurzfristigen Geldmarktaufnahmen gehalten. Zum 31. Dezember 2021 beträgt die durchschnittlich gewichtete Laufzeit des Schuldenportfolios (exklusive Leasingverbindlichkeiten) des OMV Konzerns 5,1 Jahre (31. Dezember 2020: 5,3 Jahre).
- Das operative Liquiditätsmanagement des Konzerns wird zentral durchgeführt und umfasst einen Cash-Concentration-Prozess, durch den eine Zusammenführung von liquiden Mitteln (Cash Pooling) erfolgt. Dadurch können Liquiditätsüberschüsse und -anforderungen entsprechend den Bedürfnissen der einzelnen Teilnehmer dieses Prozesses und somit zum optimalen Nutzen des Konzerns gesteuert werden.
- Detaillierte Angaben zu den finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns enthält Anhangangabe 24 – Verbindlichkeiten.
Marktrisiko
- Derivative und nicht-derivative Instrumente werden bei Bedarf zur Steuerung von Marktrisiken eingesetzt, welche sich aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen ergeben und einen negativen Effekt auf Vermögenswerte, Verbindlichkeiten oder erwartete zukünftige Zahlungsströme haben können.
- Hedges werden in der Regel in jener Gesellschaft abgeschlossen, in der das zugrundeliegende Risiko besteht. Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, kann der OMV Konzern Hedge Accounting nach IFRS 9 anwenden, um kompensatorische Effekte aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments mit dem zugrunde liegenden Grundgeschäft gleichzeitig in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.
- Derivate werden auschließlich zu wirtschaftlichen Absicherungszwecken abgeschlossen und nicht als spekulative Investitionen. Wenn Derivate nicht als Sicherungsinstrument designiert werden (d.h. Hedge Accounting wird nicht angewendet), werden diese zu Rechnungslegungszwecken ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
- Die nachfolgenden Tabellen legen die Markt- sowie Nominalwerte der derivativen Finanzinstrumente dar. Der Nominalwert ist Brutto erfasst, stellt den Wert des zugrundeliegenden Vermögenswerts, Referenzsatzes oder Indizes dar und ist die Basis für die Messung der Änderungen des Marktwerts. Der Nominalwert gibt das Volumen der am Jahresende ausstehenden Transaktionen an und lässt weder auf Markt- noch auf Kreditrisiko schließen.
Nominal- und Marktwerte offener derivativer Finanzinstrumente |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Nomi- nale | Marktwert aktiv | Marktwert passiv | Nomi- nale | Marktwert aktiv | Marktwert passiv |
Rohstoff Preisrisiko |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Öl inkl. Öl-Produkte | 536 | 20 | –35 | 515 | 30 | –71 |
Gas | 101 | 1 | –57 | 31 | 3 | –7 |
Strom | 252 | 377 | –1 | 213 | 24 | –14 |
Rohstoffabsicherungen (designiert in einer Sicherungsbeziehung)1 | 889 | 398 | –93 | 759 | 57 | –93 |
|
|
|
|
|
|
|
Öl inkl. Öl-Produkte | 5.233 | 2 | –50 | 6.305 | 445 | –386 |
Gas | 32.640 | 3.586 | –3.418 | 20.305 | 1.932 | –1.996 |
Strom | 849 | 260 | –492 | 209 | 5 | –6 |
Sonstige2 | 285 | 364 | –0 | 334 | 98 | –29 |
Rohstoffabsicherungen (ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet) | 39.008 | 4.213 | –3.960 | 27.152 | 2.480 | –2.417 |
|
|
|
|
|
|
|
Fremdwährungsrisiko |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
USD | 183 | 0 | –6 | 168 | 9 | –1 |
SEK | 161 | 0 | –2 | 143 | 6 | — |
Fremdwährungsabsicherungen (designiert in einer Sicherungsbeziehung)1 | 344 | 0 | –8 | 311 | 14 | –1 |
|
|
|
|
|
|
|
USD | 1.685 | 3 | –5 | 793 | 17 | –1 |
NOK | 1.163 | 6 | –11 | 272 | 4 | –0 |
NZD | — | — | — | 69 | 1 | –0 |
RON | — | — | — | 5 | 0 | –0 |
SEK | — | — | — | 44 | — | –0 |
Sonstige | 169 | 0 | –1 | 108 | 1 | –0 |
Fremdwährungsabsicherungen (ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet) | 3.017 | 9 | –17 | 1.290 | 22 | –1 |
|
|
|
|
|
|
|
Zinsrisiko |
|
|
|
|
|
|
Zinsabsicherungen | 109 | — | –1 | 113 | 0 | –4 |
|
|
|
|
|
|
|
Das in der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals dargestellte Hedging Portfolio bezieht sich auf folgende Absicherungsinstrumente:
Cashflow hedging – Auswirkung des Hedge Accounting |
|
|
In EUR Mio |
|
|
| Planbe- schaffung | Plan- umsätze | Fremd- währungs absich- erung, Kaufpreis für Akquisition | sonstige Fremd- währungs- absich- erungen | Zins- absich- erungen | Gesamt | davon Absicherungs- kosten Hedge Rücklage |
| Rohstoff Preisrisiko | Fremdwährungsrisiko | Zinsrisiko |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2021 |
Cashflow-Hedge Rücklage zum 1. Jänner (netto nach Steuern) | 26 | 31 | — | 8 | 0 | 65 | — |
Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne (+)/Verluste (–) | 531 | –115 | — | –14 | 2 | 403 | — |
Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung | –237 | 65 | n.a. | –3 | — | –176 | n.a. |
Umgliederung in die Bilanz | –5 | — | — | 0 | — | –5 | — |
Steuereffekte | –72 | 11 | — | 4 | –0 | –57 | — |
Cashflow-Hedge Rücklage zum 31. Dezember (netto nach Steuern) | 243 | –9 | — | –6 | 2 | 230 | — |
|
|
|
|
|
|
|
|
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Ineffektivitäten | 1 | –10 | — | — | — | –9 | — |
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Cashflow-Hedge Rücklage zum 1. Jänner (netto nach Steuern) | 5 | 39 | — | — | — | 44 | — |
Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne (+)/Verluste (–) | –7 | 364 | –62 | 10 | 0 | 305 | 16 |
Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung | –6 | –353 | n.a. | –0 | 0 | –359 | n.a. |
Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung aufgrund Ausfall künftiger Cashflows | 3 | –24 | — | — | — | –21 | n.a. |
Umgliederung in die Bilanz | 40 | — | 62 | –0 | — | 102 | –16 |
Steuereffekte | –8 | 5 | — | –2 | –0 | –6 | — |
Cashflow-Hedge Rücklage zum 31. Dezember (netto nach Steuern) | 26 | 31 | — | 8 | 0 | 65 | — |
davon eingestellte Wertänderungen aus aufgelöste Sicherungsbeziehungen | — | 57 | — | — | — | 57 | n.a. |
|
|
|
|
|
|
|
|
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Ineffektivitäten | –2 | 2 | — | — | — | 0 | — |
|
|
|
|
|
|
|
|
Rücklage unrealisierter Gewinne + /Verluste - der Absicherung einer Nettoinvestition1 |
In EUR Mio |
| Fremdwährungsrisiko |
|
|
|
| 2021 | 2020 |
Rücklage zum 1. Jänner (netto nach Steuern) | 7 | — |
Bewertung der USD Darlehen | –16 | 10 |
Steuereffekte | 4 | –2 |
Rücklage zum 31. Dezember (netto nach Steuern) | –5 | 7 |
|
|
|
1 Enthalten in Währungsumrechnungsdifferenzen innerhalb des sonstigen Ergebnisses
Zum 31. Dezember 2021 und 31. Dezember 2020 hielt der Konzern folgende Cashflow Hedges und Absicherungen einer Nettoinvestition. Die folgende Tabelle zeigt das Fälligkeitsprofil der Nominalwerte der Absicherungsinstrumente:
Auswirkung von Hedge Accounting auf die Bilanz |
In EUR Mio |
| Planbe- schaffung | Plan- umsätze | Ab- sicherung von Netto- investi tionen | sonstige Fremd- währungs- absich- erungen | Zins- absich- erungen | Gesamt |
| Rohstoff Preisrisiko | Fremdwährungsrisiko | Zinsrisiko |
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2021 |
Nominalwert | 713 | 176 | 191 | 344 | 109 | 1.533 |
innerhalb eines Jahres | 608 | 176 | — | 344 | 12 | 1.139 |
länger als ein Jahr | 106 | — | 191 | — | 97 | 394 |
Marktwert - aktiv | 398 | n.a. | 0 | — | 398 |
Marktwert - passiv | 93 | n.a. | 8 | 1 | 102 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Nominalwert | 541 | 218 | 176 | 311 | 113 | 1.358 |
innerhalb eines Jahres | 415 | 196 | — | 311 | — | 921 |
länger als ein Jahr | 126 | 22 | 176 | — | 113 | 437 |
Marktwert - aktiv | 56 | n.a. | 14 | 0 | 71 |
Marktwert - passiv | 93 | n.a. | 1 | 4 | 98 |
|
|
|
|
|
|
|
-
- Die in der vorgehenden Tabelle dargestellten aktiven und passiven Marktwerte sind in den Posten Sonstige finanzielle Vermögenswerte und Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten in der Konzernbilanz der OMV ausgewiesen.
Risiko von Rohstoffpreisen
Europäische Emissionszertifikate
- Alle Geschäftsbereiche des Konzerns sind CO2-Preisschwankungen im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (ETS) ausgesetzt. Käufe von europäischen Emissionsrechten werden immer fristgerecht durchgeführt, um alle gesetzlichen Verpflichtungen aus dem ETS zu erfüllen. Die OMV überwacht Preisrisiken aus Emissionsrechten und steuert diese durch bilateral auf dem Sekundärmarkt gehandelte derivative Instrumente (Spots und Forwards - sogenannte Over-the-Counter- oder OTC-Geschäfte).
Exploration & Production
- Um Konzernergebnis und -Cashflow vor dem potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise zu schützen sowie ausreichende Liquiditätsreserven sicherzustellen um die Wachstumstrategie des Konzerns zu ermöglichen, werden von Zeit zu Zeit derivative Instrumente zur Absicherung von Marktpreisen eingesetzt. Im Zuge dessen geht die OMV Positionen in derivativen Finanzinstrumenten zum Verkauf der zukünftigen Produktion ein, um so den zukünftigen Öl- bzw. Gaspreis zu fixieren und dadurch das Marktpreisrisiko für jene Zeiträume, für welche die Hedges abgeschlossen werden, zu reduzieren. Die OMV greift dabei auf einen flexiblen Ansatz zurück, welcher auch die Realisierung von Hedges mittels Rückkäufen beinhalten kann, mit dem Ziel einen positiven Ergebnisbeitrag zu leisten.
- Im Jahr 2021 wurden Derivatkontrakte für Öl- und Gasvolumina eingegangen. Der negative Beitrag zum Operativen Ergebnis dieser Absicherungsgeschäfte belief sich auf EUR –675 Mio (Öl: EUR –82 Mio, Gas: EUR –594 Mio).
- Im Jahr 2020 lag der negative Beitrag zum Operativen Ergebnis der abgeschlossenen Öl- und Gas-Absicherungsgeschäfte bei EUR –37 Mio (Öl: EUR –30 Mio, Gas: EUR –7 Mio).
- Für diese derivativen Finanzinstrumente kam kein Hedge-Accounting zur Anwendung.
Refining & Marketing
- Risikomanagement von Rohstoffpreisen im Bereich Refining & Marketing umfasst die Analyse, Bewertung, Berichterstattung und Absicherung von Marktpreisrisiken, welche aus Handels- und Nicht-Handelsaktivitäten entstehen. Dies umfasst Raffinerie- (Raffineriemarge, Lagerbestände bis zu einem vordefinierten Schwellenwert) sowie Öl- und Gasverkaufsaktivitäten (Verkaufsmarge, Lagerbestände bis zu einem vordefinierten Schwellenwert) ebenso wie die Stromerzeugung (Spark Spreads) und die Aktivitäten im Eigenhandel.
- Um Marktzugang zu Öl-, Strom- sowie Gasmärkten zu gewinnen, wird im begrenzten Ausmaß auch Eigenhandel betrieben. Im Gashandel werden OTC Swaps, Optionen, Futures und Forwards zur Absicherung von Risiken auf der Beschaffungs- und Absatzseite eingesetzt. Ziel ist es, das Preisrisiko aus Mengenbewegungen der Vorräte sowie aus dem Unterschied von Ein- und Verkaufsparametern abzusichern.
- In Refining & Marketing werden Derivate sowohl für die Ergebnisabsicherung selektiver Produktenverkäufe als auch zur Reduktion des Preisrisikos aus den volatilen Vorratsbeständen verwendet. Eingesetzt werden Rohöl- und Produktswaps, welche die Raffineriemarge (Crack-Spread), die Preisdifferenz zwischen Rohöl und den erzeugten Bulk-Produkten, absichern sollen.
- Darüber hinaus werden börsengehandelte Ölfutures wie auch OTC-Kontrakte (Contracts for Difference und Swaps) zur Absicherung von kurzfristigen Einkaufs- wie Verkaufspreisrisiken eingesetzt.
- Swaps erfordern beim Vertragsabschluss kein initiales Investment. Der Zahlungsausgleich erfolgt regelmäßig zum Quartals- bzw. Monatsende. Die Prämien für gekaufte Optionen sind bei Vertragsabschluss zu bezahlen. Bei Ausübung der Option erfolgt die Auszahlung der Differenz zwischen dem Basispreis und dem durchschnittlichen Marktpreis der Periode am Ende der Laufzeit.
Chemicals & Materials
- Für die petrochemische Produktion wird ein Teil der geplanten Cracker Rohstoff-Beschaffung sowie Produktverkäufe mittels Swaps auf raffinierte Erdölerzeugnisse abgesichert. Für diese Derivate wird Cashflow Hedge Accounting angewandt, mit Ausnahme von Derivaten zur Begrenzung von Preisrisiken von Vorräten, die zum unmittelbaren Verbrauch zur Verfügung stehen. Derivatkontrakte, welche nicht als Cashflow Hedges designiert werden, werden zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechung bewertet.
- Borealis sichert seine prognostizierten Stromeinkäufe mit Stromswaps ab.
Cashflow-Hedge Accounting in Refining & Marketing und Chemicals & Materials
- Im Bereich Refining & Marketing und Chemicals & Materials ist die OMV insbesondere schwankenden Raffineriemargen und Bestandsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu reduzieren werden entsprechende Absicherungsgeschäfte getätigt. Diese umfassen die Absicherung künftiger Raffineriemargen (margin hedges) sowie die Absicherung der Bestände (stock hedges, Rohstoffabsicherungen). Weiters wird Cashflow Hedge Accounting für erwartete Zukäufe von Elektrizität und Erdgas angewendet. Ebenso wurde ein Teil der Hedges der Planbeschaffung und Planumsätze von Cracker-Produkten als Cashflow Hedge designiert.
- Das Ziel der Risikomanagementaktivitäten ist es, die Bepreisung von Produktenverkäufen und –zukäufen zu harmonisieren, um stets innerhalb eines genehmigten Zielbereichs der bepreisten Lagerbestände zu bleiben. Dies wird durch Bestands-Hedging erreicht, in dem das Preisrisiko reduziert wird. Der genehmigte Zielbereich definiert sich als Maximalabweichung vom Zielwert, welcher im Rahmen des Jahresplans für Hedging-Aktivitäten freigegeben wird.
- Beim Hedging der Raffineriemargen werden Rohöl und daraus gewonnene Erzeugnisse separat behandelt, um zukünftige Margen zu sichern. Die Mandate sind im Rahmen des Jahresplans für Hedging-Aktivitäten dokumentiert und freigegeben.
- Im Falle von Absicherungen künftiger Raffineriemargen ist das abgesicherte Grundgeschäft die Produktmarge. Dabei erfolgt Kauf von Rohöl auf fixer Basis und Verkauf von Produkten auf fixer Basis. Die Marge der verschiedenen Ölprodukte ist eine separat identifizierbare Komponente und stellt daher die spezifische Risikokomponente dar, welche als abgesicherte Risikokomponente designiert wird. Um eine übermäßige Absicherung zu verhindern, werden hinsichtlich der geplanten Verkäufe Höchstgrenzen festgesetzt.
- Im Jahr 2020 änderte sich die Zielsetzung des Risikomanagements in Bezug auf die Absicherung künftiger Raffineriemargen, weshalb ein wesentlicher Teil der Absicherungsbeziehungen aufgelöst wurde. Die kumuliert im sonstigen Ergebnis erfassten Gewinne und Verluste verblieben in der Cashflow-Hedge Rücklage bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten Grundgeschäfts. Weiters wurde Hedge Accounting für künftige Umsätze von bestimmten Produkten beendet, da die Umsätze aufgrund der Auswirkungen der COVID-19 Pandemie nicht mehr erwartet wurden. Die kumulierten Gewinne und Verluste wurden frühzeitig von der Cashflow-Hedge Rücklage in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.
- Bestands-Hedging wird dazu eingesetzt, das Marktpreisrisiko zu verringern, sobald die tatsächlichen bepreisten Bestände von den Zielwerten abweichen. Die geplanten Verkäufe von Produkten und Zukäufe von Rohöl sowie Ölprodukten stellen das abgesicherte Grundgeschäft dar. Erfahrungsgemäß ist Rohöl die wesentlichste Risikokomponente der Bestandspreise, allerdings werden in vereinzelten Fällen auch Ölprodukte für die Absicherung von Beständen eingesetzt. In solchen Fällen werden Platts / Argus Produktnotierungen als Risikokomponente definiert. Weitere Komponenten, wie Raffineriemargen oder lokale Marktkosten, werden nicht abgesichert.
- Die Sicherungsbeziehungen werden mit einer Absicherungsquote von 1:1 aufgebaut, da das zugrundeliegende Risiko der Rohstoff-Derivate identisch mit dem abgesicherten Risiko der Komponenten ist. Ineffektivität von Sicherungsgeschäften kann entstehen im Falle von unterschiedlichen Zeitpunkten zwischen Absicherungsinstrument und Lieferung vom Grundgeschäft und unterschiedlicher Preisbildung (Derivate werden auf Basis zukünftiger Monatsdurchschnittspreise (oder anderer Perioden) bewertet und Zu-/Verkäufe zum Stichtagskurs zum Zeitpunkt der Transaktion/Lieferung).
- Für die erwarteten Beschaffungen ist die erfasste Ineffektivität im Posten „Zukäufe (inklusive Bestandsveränderungen)“ in der OMV Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung inkludiert. Die erfasste Ineffektivität sowie die Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung von Planumsätzen, bei denen die Risikokomponente eines nicht-finanziellen Postens als Grundgeschäft in einer Sicherungsbeziehung designiert wurde, sind im Posten „Umsatzerlöse“ in der OMV Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt.
Risikomanagement im Fremdwährungsbereich
- Die OMV ist in einer Vielzahl von Ländern und unterschiedlichen Währungsräumen aktiv. Daher müssen branchenspezifische Transaktions- und entsprechende Umrechnungsrisiken genau analysiert werden. Die größten Risikopositionen stellen der USD und die jeweilige Veränderung des USD im Verhältnis zum EUR sowie zu anderen Hauptwährungen des OMV Konzerns (RON, RUB, NOK, NZD und SEK) dar. Veränderungen dieser Währungen im Verhältnis zum EUR spielen auch eine wichtige Rolle in der Risikobetrachtung. Andere Währungen haben nur geringen Einfluss auf Cashflow und Operatives Ergebnis. Das Transaktionsrisiko der Fremdwährungszahlungsströme wird laufend beobachtet. Mindestens halbjährlich wird die Long- und Short-Nettoposition des Konzerns und deren Sensitivität für den Konzern berechnet. Diese Analyse stellt die Basis für das Risikomanagement des Transaktionsrisikos bei Währungen dar. Als Produzent von hauptsächlich in USD gehandelten Rohstoffen weist der OMV Konzern eine wirtschaftliche USD-Long-Position auf.
- FX Optionen, Forwards und Swaps werden hauptsächlich zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken in offenen Forderungen oder Verbindlichkeiten verwendet. Der Marktwert dieser Instrumente entwickelt sich bei einer Veränderung der zugrundeliegenden Wechselkurse genau gegenläufig zur Veränderung der Forderung oder Verbindlichkeit. Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, kann der OMV Konzern Hedge Accounting nach IFRS 9 anwenden, um kompensatorische Effekte aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments mit dem zugrunde liegenden Grundgeschäft gleichzeitig in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Bestimmte Hedges für geplante Fremdwährungspositionen sind als Cashflow Hedges designiert und werden zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet.
- Das Translationsrisiko auf Konzernebene wird ebenfalls laufend beobachtet und die daraus resultierende Risikoposition bewertet. Als Translationsrisiko wird jenes Risiko bezeichnet, das aufgrund der Konsolidierung von Tochtergesellschaften entsteht, die in einer funktionalen Währung ungleich EUR bilanzieren. Die größten Risikopositionen stellen dabei Veränderungen auf RON, USD, RUB, NOK und SEK lautende Nettovermögenswerte im Verhältnis zum EUR dar.
- Aus den langfristigen Nettoinvestitionen des Konzerns in seine Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Joint Ventures bestehen Fremdwährungsrisiken. Umrechnungsdifferenzen aus diesen Nettoinvestitionen werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Borealis sichert einen Teil seiner Investitionen in ein assoziiertes Unternehmen, deren funktionale Währung auf USD lautet, mittels USD-Krediten ab, die Borealis als Sicherungsgeschäfte für die Nettoinvestitionen in einen ausländischen Betrieb hält. Das abgesicherte Risiko in einem Sicherungsgeschäft zur Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Betrieb ist das Risiko einer Schwächung des USD gegenüber dem EUR, was zu einer Reduzierung des Buchwerts der Nettoinvestition in das assoziierte Unternehmen in der Konzernbilanz führt. Der EUR/USD-Effekt auf die Bewertung des Kredites wird im sonstigen Ergebnis erfasst.
- Um die Wirksamkeit des Sicherungsgeschäftes zu beurteilen, legt der Konzern die wirtschaftliche Beziehung zwischen dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten Grundgeschäft fest, indem die Buchwertänderungen des Kredits, welche auf eine Änderung des Kassakurses zurückzuführen sind, mit den Änderungen des Buchwerts der Nettoinvestition in einen ausländischen Betrieb auf Grund von Kassakursschwankungen verglichen werden (Dollar Offset-Methode). Eine Absicherung der Nettoinvestition in ausländische Geschäftsbetriebe erfolgt maximal in Höhe des Kreditbetrages.
- Es liegt eine wirtschaftliche Beziehung zwischen dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument vor, da die Nettoinvestition ein Umrechnungsrisiko birgt, welches das Fremdwährungsrisiko aus dem USD-Kredit aufhebt. Der Konzern hat eine Sicherungsquote von 1:1 festgelegt, da das dem Sicherungsinstrument zu Grunde liegende Risiko ident mit dem abgesicherten Risiko ist. Das Sicherungsgeschäft wird dann unwirksam, wenn der Nettoinvestitionsbetrag in ausländische Geschäftsbetriebe kleiner ist als der Finanzierungsbetrag.
Zinsmanagement
- Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Vergleichskennzahlen festgelegt und bei Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert.
- Fallweise können festverzinsliche Kredite mittels Zins-swaps in variable Kredite oder vice versa konvertiert werden. Im Jahr 2021 war der Effekt aus Zinsswaps unwesentlich (2020: keine wesentlichen Positionen).
- Die erfasste Ineffektivität sowie die Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung von Zinsswaps werden im Posten „Zinsaufwendungen“ in der OMV Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt.
Reform der Referenzzinssätze (IBOR Reform)
- Der Konzern bewertet laufend die Vertragsbedingungen in Bezug auf Finanzinstrumente, die vom Ersatz der London Inter-Bank Offered Rate (LIBOR) betroffen sind. Bei Bedarf werden die Vereinbarungen geändert, um alternative Referenzzinskurse vorzusehen, die dem jeweiligen Loan Market Association (LMA)-Standard entsprechen und in Bezug auf die betroffenen Währungen gelten.
- Ende Dezember 2021 gilt für die zugesagte Kreditlinie in Höhe von EUR 1 Mrd ein Ziehungsverzicht für Währungen, in denen die IBOR-Sätze als Screen Rate zum 31. Dezember 2021 eingestellt wurden (CHF, GBP, JPY). Der Verzicht auf Inanspruchnahme der Kreditlinie wird außer Kraft gesetzt, wenn die Kreditlinie geändert wird, um alternative Referenzzinssätze bereitzustellen, die zu jedem Zeitpunkt dem LMA-Standard entsprechen.
- Darüber hinaus wurde die Tranche eines Kredits in Höhe von EUR 38 Mio JPY erfolgreich auf TONAR übertragen.
- Der Konzern berücksichtigt, dass er grundsätzlich Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Interest Rate Benchmark Reform ausgesetzt ist. Grund dafür ist, dass für die Absicherung der (3-Monats-) USD-LIBOR-Zinssätze zwei USD-Zinsswaps mit einem Gesamtnominalbetrag in Höhe von EUR 97 Mio und ein Fremdwährungszinsswap mit einer Nominale von EUR 38 Mio eingesetzt werden. Der Absicherungszeitraum geht über das Jahr 2021 hinaus, wenn Unsicherheiten über die Existenz des USD-LIBOR entstehen. Der Konzern geht davon aus, dass sich durch die Reform keine Änderungen für das Sicherungsinstrument oder das abgesicherte Risiko des Grundgeschäfts ergeben werden. Etwaige unwirksame Sicherungsgeschäfte würden allerdings in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.
- Für weitere Informationen zur IBOR Reform siehe Anhangangabe 2 – Bilanzierungsgrundsätze, Ermessensentscheidungen und Schätzungen.
Auswirkungen der Reform der Referenzzinsätze |
In EUR Mio |
|
|
| Referenzzinssatz | Buchwert (Nominalwert für Derivate) |
Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte |
|
|
Gegebene Kredite | USD LIBOR | 987 |
Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten |
|
|
Aufgenommene Kredite (Finanzverbindlichkeiten) | USD LIBOR | 189 |
Aufgenommene Kredite (Finanzverbindlichkeiten) | JPY LIBOR | 38 |
Derivate |
|
|
Zinsswap (designiert in einer Sicherungsbeziehung) | USD LIBOR | 44 |
Zinsswap (designiert in einer Sicherungsbeziehung) | USD LIBOR | 53 |
Fremdwährungszinsswap (ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet) | JPY LIBOR zu USD LIBOR | 38 |
|
|
|
Auswirkungen der Reform der Referenzzinsätze |
In EUR Mio |
|
|
Nicht in Anspruch genommene Verpflichtungen |
|
|
Bereitgestellte Finanzierungszusagen | USD LIBOR | 251 |
Zugesagte Kreditlinien | Mehrwährung | 1.000 |
|
|
|
Sensitivitätsanalyse
- Für die offenen Absicherungskontrakte wird der Effekt einer Marktpreisschwankung (+/–10%) auf deren Marktwert mittels Sensitivitätsanalyse gemessen. Die Sensitivität der Gesamtergebnisse des Konzerns weicht von der unten gezeigten Sensitivität ab, da die abgeschlossenen Kontrakte zur Absicherung von operativen Positionen verwendet werden.
- Die Unterscheidung zwischen der Auswirkung einer Marktpreisschwankung auf die Gewinn- und Verlustrechnung oder auf das sonstige Ergebnis ist abhängig von der Art des eingesetzten Derivats und der Anwendung von Hedge-Accounting. Die Marktpreissensitivität für Derivate, für die Cashflow-Hedge-Accounting angewendet wird, ist in der Tabelle als Sensitivität des sonstigen Ergebnisses dargestellt. Marktpreissensitivitäten für alle weiteren offenen Derivate werden in der Sensitivität des Ergebnisses vor Steuern gezeigt.
Sensitivitätsanalyse der offenen Rohstoff Derivate auf das Ergebnis vor Steuern |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Marktpreis +10% | Marktpreis –10% | Marktpreis +10% | Marktpreis –10% |
Öl inkl. Öl Produkte | –25 | 25 | –14 | 14 |
Gas | –2 | 2 | –7 | 5 |
Strom | –43 | 43 | –20 | 20 |
Sonstige1 | 65 | –65 | 23 | –23 |
Gesamt | –4 | 5 | –18 | 17 |
|
|
|
|
|
Sensitivitätsanalyse der offenen Rohstoff Derivate auf das sonstige Ergebnis |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Marktpreis +10% | Marktpreis –10% | Marktpreis +10% | Marktpreis –10% |
Öl inkl. Öl Produkte | 3 | –3 | –32 | 32 |
Gas | 3 | –3 | –2 | 2 |
Strom | 57 | –57 | 24 | –24 |
Rohstoffabsicherungen (designiert in einer Sicherungsbeziehung) | 64 | –64 | –10 | 10 |
|
|
|
|
|
-
- Für Finanzinstrumente wird eine Sensitivitätsanalyse zu Wechselkursänderungen durchgeführt. Auf Konzernebene beinhaltet die EUR-RON-Sensitivität nicht nur die RON-Nettoposition gegenüber EUR, sondern auch die RON-Nettoposition gegenüber USD, da diese in eine EUR-RON- sowie eine EUR-USD-Position aufgeteilt werden kann. Gleiches gilt für die EUR-NOK-, EUR-SEK- sowie EUR-NZD-Position.
Sensitivitätsanalyse der Finanzinstrumente auf das Ergebnis vor Steuern1 |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| EUR wird um 10% stärker | EUR wird um 10% schwächer | EUR wird um 10% stärker | EUR wird um 10% schwächer |
EUR-RON | –2 | 2 | –11 | 11 |
EUR-USD | –114 | 114 | –27 | 27 |
EUR-NZD | –4 | 4 | –4 | 4 |
EUR-NOK | 23 | –23 | –8 | 8 |
EUR-SEK | –6 | 6 | –0 | 0 |
|
|
|
|
|
1 Bezieht sich nur auf Finanzinstrumente und entspricht nicht der vom Konzern berechneten Gesamt-Währungssensitivität auf das operative Ergebnis
Sensitivitätsanalyse der Finanzinstrumente auf das sonstige Ergebnis1 |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| EUR wird um 10% stärker | EUR wird um 10% schwächer | EUR wird um 10% stärker | EUR wird um 10% schwächer |
EUR-USD | 39 | –39 | 33 | –33 |
EUR-SEK | –16 | 16 | –15 | 15 |
|
|
|
|
|
1 Inklusive der Sensitivität des Net-Investment-Hedge
-
- Die OMV hält finanzielle Vermögenswerte, deren Marktwerte von Zinsänderungen beeinflusst werden. Der Marktwert der ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte wäre bei einer Zinssteigerung am 31. Dezember 2021 um 0,5%-Punkte um EUR –4 Mio niedriger (2020: EUR –9 Mio). Eine Zinssenkung um 0,5%-Punkte würde am 31. Dezember 2021 zu einer Erhöhung des Marktwerts um EUR 4 Mio führen (2020: EUR 9 Mio).
- Des Weiteren analysiert die OMV regelmäßig den Einfluss von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und -aufnahmen. Derzeit werden Effekte aus dem Zinsänderungsrisiko nicht als substanzielles Risiko eingestuft.
Kreditrisikomanagement
- Das Kreditrisiko der Hauptkontrahenten wird auf Konzernebene und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limitgrenzen für Banken, Geschäftspartner und Sicherheitengeber überwacht. Für alle Geschäftspartner, Banken und Sicherheitengeber werden, basierend auf einer Risikobewertung, Limithöhe, interne Risikoklasse und Limitlaufzeit vergeben. Die Bonitätseinschätzung wird zumindest jährlich oder ad hoc überprüft. Diese Vorgehensweise ist bei der OMV in einer Konzernrichtlinie festgelegt, in der konzernweite Mindestanforderungen definiert und vorgegeben werden. Derivative Finanzinstrumente werden zum überwiegenden Teil mit Vertragspartnern mit „Investment Grade Rating“ abgeschlossen. OMV verwendet für Teile der Forderungen in einigen Geschäftsbereichen kommerzielle Versicherungen zur Reduktion von Kreditrisiken. Aufgrund der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit resultierend aus der COVID-19 Pandemie wird besonderes Augenmerk auf Frühwarnsignale, wie zum Beispiel Änderungen im Zahlungsverhalten, gelegt.
- Kreditrisiko ist das Risiko, dass die Kontrahenten des OMV Konzerns ihren Verpflichtungen aus einem Finanzinstrument oder Kundenvertrag nicht nachkommen, was zu einem finanziellen Verlust führen würde. Der Konzern ist einem Kreditrisiko aus Kundenforderungen aus der operativen Geschäftstätigkeit (siehe Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte) sowie aus Finanzanlagen einschließlich Einlagen bei Banken und Finanzinstituten (siehe Anhangangabe 26 – Cashflow-Rechnung), Fremdwährungstransaktionen und sonstigen Finanzinstrumenten (siehe Anhangangabe 18 – Finanzielle Vermögenswerte) ausgesetzt.
29 Bemessungshierarchie
Bemessungshierarchie der finanziellen Vermögenswerte1 und Nettobetrag zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert |
In EUR Mio |
| Buchwert | Stufe des beizulegenden Zeitwerts |
| Zu fortgeführten Anschaffungs- kosten bewertet | Zum beizu- legenden Zeitwert bewertet | Gesamt | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Gesamt |
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2021 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4.260 | 258 | 4.518 | — | 258 | — | 258 |
Anteile an sonstigen Unternehmen | — | 17 | 17 | — | — | 17 | 17 |
Investmentfonds | — | 30 | 30 | 30 | — | — | 30 |
Anleihen | 63 | — | 63 | — | — | — | — |
Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate | — | 398 | 398 | — | 398 | — | 398 |
Sonstige Derivate | — | 4.220 | 4.220 | 40 | 4.180 | — | 4.220 |
Ausleihungen | 2.015 | — | 2.015 | — | — | — | — |
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte2 | 1.703 | 432 | 2.135 | — | — | 432 | 432 |
Nettobetrag zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten | n.a. | 354 | 354 | — | –23 | 377 | 354 |
Gesamt | 8.041 | 5.709 | 13.751 | 70 | 4.814 | 826 | 5.709 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 3.245 | 71 | 3.316 | — | 71 | — | 71 |
Anteile an sonstigen Unternehmen | — | 15 | 15 | — | — | 15 | 15 |
Investmentfonds | — | 35 | 35 | 35 | — | — | 35 |
Anleihen | 64 | — | 64 | — | — | — | — |
Als Sicherungsinstrumente designierte und effektive Derivate | — | 71 | 71 | — | 71 | — | 71 |
Sonstige Derivate | — | 2.502 | 2.502 | 69 | 2.433 | — | 2.502 |
Ausleihungen | 1.720 | — | 1.720 | — | — | — | — |
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte2 | 1.313 | 744 | 2.058 | — | — | 744 | 744 |
Nettobetrag zu Veräußerungszwecken gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten | n.a. | 98 | 98 | — | 98 | — | 98 |
Gesamt | 6.343 | 3.536 | 9.878 | 104 | 2.672 | 759 | 3.536 |
|
|
|
|
|
|
|
|
Bemessungshierarchie der finanziellen Verbindlichkeiten1 |
In EUR Mio |
|
|
|
|
|
|
|
| Buchwert | Stufe des beizulegenden Zeitwerts |
| Zu fortgeführten Anschaffungs- kosten bewertet | Zum beizu- legenden Zeitwert bewertet | Gesamt | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Gesamt |
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2021 |
Verbindlichkeiten aus Liefe- rungen und Leistungen | 4.860 | — | 4.860 | — | — | — | — |
Anleihen | 8.070 | — | 8.070 | — | — | — | — |
Leasingverbindlichkeiten | 1.018 | — | 1.018 | — | — | — | — |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 1.765 | — | 1.765 | — | — | — | — |
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten | — | 102 | 102 | 17 | 85 | — | 102 |
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten | — | 3.977 | 3.977 | 42 | 3.935 | — | 3.977 |
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 876 | — | 876 | — | — | — | — |
Gesamt | 16.588 | 4.079 | 20.667 | 59 | 4.019 | — | 4.079 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Verbindlichkeiten aus Liefe- rungen und Leistungen | 4.304 | — | 4.304 | — | — | — | — |
Anleihen | 8.869 | — | 8.869 | — | — | — | — |
Leasingverbindlichkeiten | 1.084 | — | 1.084 | — | — | — | — |
Sonstige verzinsliche Finanz- verbindlichkeiten | 1.983 | — | 1.983 | — | — | — | — |
Verbindlichkeiten aus als Sicherungsinstrumenten designierten und effektiven Derivaten | — | 98 | 98 | — | 98 | — | 98 |
Verbindlichkeiten aus sonstigen Derivaten | — | 2.418 | 2.418 | 70 | 2.349 | — | 2.418 |
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.033 | — | 1.033 | — | — | — | — |
Gesamt | 17.272 | 2.516 | 19.788 | 70 | 2.446 | — | 2.516 |
|
|
|
|
|
|
|
|
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für die der beizulegende Zeitwert angegeben wird1 |
In EUR Mio |
| Beizulegender Zeitwert | Stufe des beizulegenden Zeitwerts |
|
| Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
|
|
|
|
|
| 2021 |
Anleihen | 63 | — | 63 | — |
Finanzielle Vermögenswerte | 63 | — | 63 | — |
Anleihen | 8.586 | 8.586 | — | — |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 1.742 | — | 1.742 | — |
Finanzielle Verbindlichkeiten | 10.328 | 8.586 | 1.742 | — |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Anleihen | 64 | — | 64 | — |
Finanzielle Vermögenswerte | 64 | — | 64 | — |
Anleihen | 9.652 | 9.352 | 300 | — |
Sonstige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten | 2.002 | — | 2.002 | — |
Finanzielle Verbindlichkeiten | 11.654 | 9.352 | 2.302 | — |
|
|
|
|
|
30 Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten
- Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden nur saldiert, wenn der Konzern zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen Rechtsanspruch auf die Saldierung der erfassten Beträge hat und die Absicht besteht, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen, oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.
- Der OMV Konzern schließt im Rahmen des normalen Geschäftsverlaufs diverse Globalnettingvereinbarungen in Form von International Swaps and Derivatives Association (ISDA) Vereinbarungen, European Federation of Energy Traders (EFET) Vereinbarungen oder ähnlichen Vereinbarungen ab.
- Die nachfolgenden Tabellen stellen die Buchwerte der erfassten Finanzinstrumente dar, die diversen Aufrechnungsvereinbarungen unterliegen. Die Werte in der Spalte Netto würden die Positionen in der Bilanz darstellen, wenn alle Aufrechnungsrechte ausgeübt worden wären.
- Im Laufe des Jahres 2021 hat die OMV ihre Einschätzung der Saldierungskriterien nach IAS 32.42 infolge einer rechtlichen Bewertung der wesentlichen Vereinbarungen aktualisiert.
Saldierung von finanziellen Vermögenswerten |
In EUR Mio |
|
|
|
|
|
|
| Anhang- angabe | Finanz- instrumente (brutto) | Saldierte Beträge in der Bilanz | Finanz- instrumente in der Bilanz (netto) | Verbindlich-keiten mit Saldierungs- rechten (nicht saldiert) | Netto |
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2021 |
Derivative Finanzinstrumente | 18 | 21.462 | –16.844 | 4.619 | –1.421 | 3.197 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 18 | 6.998 | –2.480 | 4.518 | –107 | 4.411 |
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 18 | 2.231 | –97 | 2.135 | –104 | 2.031 |
Gesamt |
| 30.691 | –19.420 | 11.271 | –1.633 | 9.639 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Derivative Finanzinstrumente | 18 | 2.573 | — | 2.573 | –2.023 | 550 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 18 | 3.325 | –9 | 3.316 | –1.298 | 2.018 |
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 18 | 2.058 | — | 2.058 | –104 | 1.954 |
Gesamt |
| 7.955 | –9 | 7.947 | –3.424 | 4.522 |
|
|
|
|
|
|
|
Saldierung von finanziellen Verbindlichkeiten |
In EUR Mio |
| Anhang- angabe | Finanz- instrumente (brutto) | Saldierte Beträge in der Bilanz | Finanz- instrumente in der Bilanz (netto) | Vermögens-werte mit Saldierungs- rechten (nicht saldiert) | Netto |
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2021 |
Derivative Finanzinstrumente | 24 | 20.922 | –16.844 | 4.079 | –1.421 | 2.657 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 24 | 7.340 | –2.480 | 4.860 | –107 | 4.753 |
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 24 | 973 | –97 | 876 | –104 | 772 |
Gesamt |
| 29.235 | –19.420 | 9.815 | –1.633 | 8.182 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Derivative Finanzinstrumente | 24 | 2.516 | — | 2.516 | –2.024 | 492 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 24 | 4.313 | –9 | 4.304 | –1.298 | 3.006 |
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 24 | 1.033 | — | 1.033 | –103 | 930 |
Gesamt |
| 7.861 | –9 | 7.853 | –3.424 | 4.428 |
|
|
|
|
|
|
|
31 Ergebnis aus Finanzinstrumenten
Ergebnis aus Finanzinstrumenten |
In EUR Mio |
| Betrag | Finanz- instrumente ergebnis- wirksam zum beizulegenden Zeitwert | Eigenkapital- instrumente designiert zum beizulegenden Zeitwert durch das sonstige Ergebnis | Finanzielle Vermögens- werte zu fortgeführten Anschaffungs- kosten | Finanzielle Verbindlich- keiten zu fortgeführten Anschaffungs- kosten |
|
|
|
|
|
|
| 2021 |
Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte und Derivate | –1.050 | –1.050 | — | — | — |
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte | –9 | — | — | –9 | — |
Ergebnis aus Finanzinstrumenten im operativen Ergebnis | –1.059 | –1.050 | — | –9 | — |
|
|
|
|
|
|
Dividendenerträge | 19 | — | 19 | — | — |
Zinserträge | 161 | — | — | 160 | — |
Zinsaufwendungen | –334 | –4 | — | — | –172 |
Marktwertänderungen FX Derivate | 15 | 15 | — | — | — |
Finanzierungskosten für Factoring und Securitization | –33 | –33 | — | — | — |
Wertminderungen von Finanzinstrumenten, netto | –1 | — | — | –0 | — |
Sonstige | –16 | — | — | — | –16 |
Ergebnis aus Finanzinstrumenten im Finanzergebnis | –189 | –22 | 19 | 159 | –188 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Marktwertänderungen finanzieller Vermögenswerte und Derivate | 111 | 111 | — | — | — |
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte | –10 | — | — | –10 | — |
Ergebnis aus Finanzinstrumenten im operativen Ergebnis | 101 | 111 | — | –10 | — |
|
| — | — | — | — |
Dividendenerträge | 19 | — | 19 | — | — |
Zinserträge | 177 | — | — | 165 | 3 |
Zinsaufwendungen | –280 | 0 | — | — | –168 |
Marktwertänderungen FX Derivate | –62 | –62 | — | — | — |
Finanzierungskosten für Factoring und Securitization | –24 | –24 | — | — | — |
Wertminderung von Finanzinstrumenten, netto | –5 | — | — | –4 | — |
Sonstige | –10 | — | — | — | –10 |
Ergebnis aus Finanzinstrumenten im Finanzergebnis | –183 | –85 | 19 | 161 | –175 |
|
|
|
|
|
|
-
- Die Zinsaufwendungen, die nicht aufgeteilt wurden, bezogen sich im Wesentlichen auf die Aufzinsung von Rückstellungen. Weitere Details können der Anhangangabe 11 – Finanzerfolg – entnommen werden.
32 Anteilsbasierte Vergütungen
Long Term Incentive (LTI) Pläne
- Im Konzern werden jährlich LTI Pläne mit vergleichbaren Bedingungen für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte gewährt. Zum Ausübungszeitpunkt erfolgt die Zuteilung der Aktien an die Teilnehmer. Die Zahl der Aktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die festgelegten Leistungskriterien dürfen während des LTIP-Zeitraums nicht geändert werden. Um den Anreizcharakter des Programms zu erhalten, hat der Vergütungsausschuss (bis LTI Plan 2020 für den Vorstand) jedoch die Möglichkeit, die Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte des freien Cashflows bei wesentlichen Änderungen der äußeren Einflussfaktoren wie Öl- und Gaspreise anzupassen. Die Anpassung ist in beide Richtungen möglich und wird vom Vergütungsausschuss festgelegt. Der Vorstand kann nach eigenem Ermessen entsprechende Anpassungen der Werte für Schwelle/Ziel/Maximum des freien Cashflows für Führungskräfte vornehmen. Die Auszahlung erfolgt in bar oder in Form von Aktien. Vorstand und Führungskräfte sind verpflichtet, ein angemessenes Ausmaß an Aktien an der Gesellschaft aufzubauen und bis zu ihrer Pensionierung oder ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen zu halten. Für Führungskräfte, die für zukünftige LTI Pläne nicht mehr anspruchsberechtigt sind, aber noch in einem aufrechten Anstellungsverhältnis mit dem Unternehmen stehen, endet die Aktienbesitzerfordernis mit Auszahlung des letzten LTI Plans. Das Aktienbesitzerfordernis ist als Prozentsatz des Bruttojahresgehalts für den Vorstand und als Prozentsatz der jeweiligen Ziel-Long Term Incentives für die Führungskräfte definiert. Vorstandsmitglieder müssen dieses Aktienbesitzerfordernis innerhalb von fünf Jahren nach der ersten diesbezüglichen Vereinbarung erfüllen. Bis zur Erfüllung des Aktienbesitzerfordernisses erfolgt die Auszahlung in Form von Aktien, während die Planteilnehmer danach zwischen Barzahlung und Zahlung in Form von Aktien entscheiden können. Solange das Aktienbesitzerfordernis nicht erfüllt ist, werden die gewährten Aktien nach Abzug von Steuern auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt.
- Bei den auf Aktien basierenden Zahlungen werden die beizulegenden Zeitwerte zum Gewährungszeitpunkt als Aufwand über den dreijährigen Leistungszeitraum verteilt, bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals. Im Falle zu erwartender Barzahlungen wird für die erwarteten zukünftigen Kosten des LTI Plans zum Bilanzstichtag auf Basis von beizulegenden Zeitwerten eine Rückstellung gebildet.
- In 2021 hat Borealis einen LTI Plan eingeführt, welcher dem oben beschriebenen LTI Plan angeglichen ist. Das Aktienbesitzerfordernis ist nur für den Vorstand von Borealis, nicht aber für sonstige Führungskräfte anwendbar.
Long Term Incentive Pläne |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Plan 2021 | Plan 2020 | Plan 2019 | Plan 2018 |
Planbeginn | 01.01.2021 | 01.01.2020 | 01.01.2019 | 1/1/2018 |
Ende Leistungszeitraum | 31.12.2023 | 31.12.2022 | 31.12.2021 | 12/31/2020 |
Anspruchstag | 31.03.2024 | 31.03.2023 | 31.03.2022 | 3/31/2021 |
Aktienerfordernis |
|
|
|
|
Vorstandsvorsitzender | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt |
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt |
Andere Vorstandsmitglieder | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt |
Führungskräfte | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive |
Erwartete Aktien zum 31. Dezember 2021 | 762.590 | 225.897 | 329.098 | — |
Maximale Aktien zum 31. Dezember 2021 | 861.806 | 467.641 | 391.119 | — |
Beizulegender Zeitwert des Plans (in EUR Mio) zum 31. Dezember 20211 | 36 | 11 | 16 | — |
Rückstellungen (in EUR Mio) zum 31. Dezember 20211 | 9 | 5 | 12 | — |
|
|
|
|
|
Equity Deferral
- Das Equity Deferral (Aktienteil des Jahresbonus) dient als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, welches die Bindung an die OMV und die Angleichung an Aktionärsinteressen fördert, indem die Interessen des Managements und der Aktionäre durch ein langfristiges Investment in Aktien mit eingeschränkter Verfügbarkeit zusammengeführt werden. Die Behaltedauer für das Equity Deferral ist drei Jahre ab dem Anspruchstag. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, dem Eingehen unangemessener Risiken vorzubeugen.
- Der Jahresbonus ist mit 180% des Zieljahresbonus (bis 2017: 200% des Bruttojahresgehalts) begrenzt. Mindestens ein Drittel (bis 2017: 50%) des Jahresbonus wird in Form von Aktien zugeteilt. Die Bonuserreichung wird am 31. März des Folgejahres festgestellt, wobei die Zielerreichung und der Aktienkurs am Bilanzstichtag geschätzt werden, letzterer auf Basis von Marktnotierungen. Im Falle von wesentlichen Änderungen der äußeren Einflussfaktoren wie Öl- und Gaspreise kann der Vergütungsausschuss nach eigenem Ermessen die Werte für Schwelle, Ziel und/oder Maximum der Finanzziele (jedoch nicht die Leistungskriterien an sich) anpassen. Die gewährten Aktien werden nach Abzug von Steuern für einen Zeitraum von drei Jahren auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt.
- 2021 wurden Aufwendungen von EUR 3 Mio erfasst, bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals (2020: EUR 1 Mio).
In Aktien gehaltenes Eigeninvestment1 |
|
|
|
|
|
| 31.12.2021 | 31.12.2020 | 31.12.2019 | 31.12.2018 |
Aktive Vorstandsmitglieder |
|
|
|
|
Stern2 | — | — | — | — |
Pleininger | 53.711 | 50.166 | 45.032 | 28.511 |
Florey | 46.975 | 30.009 | 24.351 | 13.401 |
Skvortsova | 1.166 | — | — | — |
van Koten3 | — | — | — | — |
Ehemalige Vorstandsmitglieder |
|
|
|
|
Seele | 92.632 | 99.309 | 91.974 | 70.890 |
Gangl4 | 16.147 | 12.527 | 10.730 | — |
Leitner | 9.344 | 15.244 | 44.211 | 65.245 |
Vorstände gesamt | 219.975 | 207.255 | 216.298 | 178.047 |
Andere Führungskräfte gesamt | 297.385 | 326.030 | 368.268 | 299.997 |
Eigeninvestment gesamt | 517.360 | 533.285 | 584.566 | 478.044 |
|
|
|
|
|
Gesamte Aufwendungen
- In 2021 hat Borealis einen Übergangs-LTI Plan für 2021 und 2022 implementiert, um eine Liquiditätslücke zu überbrücken, welche durch die Migration auf den, im Abschnitt „Long Term Incentive (LTI) Pläne“ erwähnten, Dreijahresplan entsteht. Übergangs-LTIP Zuteilungen für 2021 und 2022 werden anhand derselben Erfolgskennzahlen wie der dreijährige Plan, aber nur für das betreffende Jahr, gemessen und werden in bar ausgeglichen.
- Die Aufwendungen in Bezug auf alle anteilsbasierten Vergütungen sind in untenstehender Tabelle zusammengefasst.
Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen1 |
In EUR Mio |
|
|
| 2021 | 2020 |
Ausgleich in bar | 28 | –7 |
Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente | 10 | 2 |
Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen | 38 | –5 |
|
|
|
Sonstige Angaben
33 Durchschnittliche Anzahl Arbeitnehmer
Durchschnittliche Anzahl Arbeitnehmer1 |
|
|
|
| 2021 | 2020 |
OMV Konzern ohne OMV Petrom Konzern und Borealis Konzern | 6.939 | 7.471 |
OMV Petrom Konzern | 8.852 | 11.790 |
Borealis Gruppe2 | 7.753 | 1.813 |
OMV Konzern | 23.544 | 21.074 |
|
|
|
- Der Rückgang der Mitarbeiter im OMV Konzern ohne OMV Petrom Konzern und Borealis Konzern war unter anderem auf den Verkauf der Gas Connect Austria zurückzuführen. Siehe Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur – für nähere Details.
- Die Verringerung der Mitarbeiter im OMV Petrom Konzern war bedingt durch Veräußerungen, die Auslagerung von Aktivitäten als auch durch Reorganisations- und Restrukturierungsmaßnahmen als Folge von Prozessoptimierungen und Kosteneffizienzmaßnahmen.
34 Aufwendungen Konzernabschlussprüfer
- Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks im Sinne des § 271b UGB) setzten sich wie folgt zusammen:
Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers (einschließlich des internationalen Netzwerks) |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Konzern- abschlussprüfer | davon Ernst&Young Wirtschafts- prüfungsgesell- schaft m.b.H | Konzern- abschlussprüfer | davon Ernst&Young Wirtschafts- prüfungsgesell- schaft m.b.H |
Konzern- und Jahresabschluss- prüfung | 3,55 | 1,51 | 3,57 | 1,64 |
Sonstige Bestätigungsleistungen | 0,53 | 0,31 | 0,89 | 0,56 |
Steuerberatungsleistungen | 0,56 | — | 0,10 | — |
Sonstige Beratungsleistungen | 0,07 | 0,01 | 1,15 | — |
Gesamt | 4,70 | 1,84 | 5,70 | 2,20 |
|
|
|
|
|
35 Nahestehende Unternehmen und Personen
- Gemäß IAS 24 müssen Beziehungen zu nahestehenden Personen sowie nahestehenden, nicht konsolidierten Unternehmen (Related Parties) offengelegt werden. Unternehmen und Personen gelten als nahestehend, wenn ein Beherrschungsverhältnis oder maßgeblicher Einfluss vorliegt. Die Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG), Wien, hält einen Anteil von 31,5% und die Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C. (MPPH), Abu Dhabi, einen Anteil von 24,9% an der OMV Aktiengesellschaft; beide Gesellschaften sind Related Parties im Sinne des IAS 24.
- 2021 bestanden folgende Liefer- und Leistungsbeziehungen (inklusive der Vergabe von Lizenzen für die Nutzung von Technologien des Konzerns) zu fremdüblichen Marktpreisen zwischen dem OMV Konzern und at-equity bewerteten Unternehmen, ausgenommen Gaszukäufe von OJSC Severneftegazprom, welche nicht auf Marktpreisen, sondern auf Kosten zuzüglich einer definierten Marge basieren.
Transaktionen mit at-equity bewerteten Beteiligungen – Umsätze und Forderungen |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Umsätze und sonstige Erträge | Forderungen aus Liefe- rungen und Leistungen | Umsätze und sonstige Erträge | Forderungen aus Liefe- rungen und Leistungen |
Abu Dhabi Oil Refining Company | 3 | 2 | 4 | 1 |
Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) | 108 | 40 | 16 | 22 |
ADNOC Global Trading LTD | 3 | 1 | 1 | 1 |
Bayport Polymers LLC | 6 | 1 | 2 | 1 |
Borealis AG | — | — | 897 | — |
Borouge Pte. Ltd. | 331 | 71 | 40 | 37 |
EEX CEGH Gas Exchange Services GmbH | 1 | 0 | 1 | 0 |
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. | 43 | 0 | 51 | 0 |
GENOL Gesellschaft m.b.H. | 124 | 17 | 93 | 13 |
Kilpilahden Voimalaitos Oy | 4 | 0 | 0 | 0 |
Société d'Intérêt Collectif Agricole par Actions Simplifiée de Gouaix (SICA de Gouaix) | 1 | — | — | — |
Société d'Intérêt Collectif Agricole Laignes Agrifluides (SICA Laignes Agrifluides) | 7 | 1 | — | — |
Trans Austria Gasleitung GmbH1 | 4 | — | 10 | 1 |
Gesamt | 635 | 134 | 1.116 | 78 |
|
|
|
|
|
Transaktionen mit at-equity bewerteten Beteiligungen – Zukäufe und Verbindlichkeiten |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
| Zukäufe und erhaltene Leistungen | Verbindlich- keiten aus Lieferungen und Leistungen | Zukäufe und erhaltene Leistungen | Verbindlich- keiten aus Lieferungen und Leistungen |
Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) | 7 | — | 0 | — |
Borealis AG | — | — | 31 | — |
Borouge Pte. Ltd. | 494 | 108 | 51 | 64 |
Chemiepark Linz Betriebsfeuerwehr GmbH1 | 4 | 0 | 1 | 0 |
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH | 29 | 2 | 27 | 2 |
EPS Ethylen-Pipeline-Süd GmbH & Co KG | 3 | — | 2 | — |
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. | 81 | 63 | 68 | 27 |
GENOL Gesellschaft m.b.H. | 0 | — | 1 | — |
Kilpilahden Voimalaitos Oy | 74 | — | 0 | 0 |
Neochim AD2 | 10 | 0 | 0 | — |
OJSC Severneftegazprom | 127 | 14 | 133 | 12 |
PetroPort Holding AB | 3 | 0 | 1 | 0 |
Trans Austria Gasleitung GmbH3 | 11 | — | 23 | 2 |
Gesamt | 843 | 188 | 338 | 106 |
|
|
|
|
|
Dividendenausschüttungen von at-equity bewerteten Beteiligungen |
In EUR Mio |
|
|
| 2021 | 2020 |
Abu Dhabi Petroleum Investments LLC | — | 5 |
Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) | 1.876 | — |
Bayport Polymers LLC | 21 | 21 |
Borealis AG | — | 108 |
Borouge Pte. Ltd. | 42 | — |
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH | 1 | 1 |
EEX CEGH Gas Exchange Services GmbH | 1 | 1 |
OJSC Severneftegazprom | 17 | 14 |
Pearl Petroleum Company Limited | 30 | 25 |
Società Italiana per l'Oleodotto Transalpino S.p.A. | 1 | 1 |
Trans Austria Gasleitung GmbH1 | 9 | 16 |
Dividendenausschüttungen von at-equity bewerteten Beteiligungen | 1.999 | 191 |
|
|
|
Sonstige ausstehende Salden mit at-equity bewerteten Beteiligungen |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Kilpilahden Voimalaitos Oy | 18 | 17 |
Bayport Polymers LLC | 987 | 736 |
Renasci N.V. | 12 | — |
SMATRICS GmbH & Co KG1 | — | 2 |
Darlehensforderungen | 1.017 | 754 |
Kilpilahden Voimalaitos Oy | 12 | 13 |
Renasci N.V. | 10 | — |
Neochim AD2 | — | 3 |
Geleistete Anzahlungen | 22 | 16 |
Freya Bunde-Etzel GmbH & Co. KG | 8 | 7 |
Sonstige Forderungen | 8 | 7 |
Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) | 8 | 1 |
Bayport Polymers LLC | 7 | 7 |
Vertragsvermögenswerte | 16 | 7 |
C2PAT GmbH & Co KG | 1 | — |
Bayport Polymers LLC | — | 143 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 1 | 143 |
Vertragsverbindlichkeiten Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. | 120 | 144 |
|
|
|
- Die Darlehensforderungen und damit verbundene abgegrenzte Zinsen an Bayport Polymers LLC beinhalteten Inanspruchnahmen im Rahmen eines Gesellschafterdarlehens mit einer Gesamthöhe von EUR 1.236 Mio. Die offenen Finanzierungszusagen gegenüber Bayport Polymers LLC betrugen per 31. Dezember 2021 EUR 251 Mio (31. Dezember 2020: EUR 407 Mio).
- Zum Bilanzstichtag bestanden Finanzierungszusagen gegenüber Kilpilahden Voimalaitos Oy in Höhe von EUR 16 Mio (31. Dezember 2020: EUR 16 Mio). Diese Ansprüche sind abhängig von der Erfüllung bestimmter Ereignisse, die in den zugrundeliegenden Verträgen definiert wurden.
- In der Gruppe bestanden zum Jahresende weitere Finanzierungszusagen gegenüber Renasci N.V. in Höhe von EUR 12 Mio. Diese Ansprüche sind abhängig von der Erfüllung bestimmter Nutzungsbedingungen, die in den zugrundeliegenden Verträgen definiert wurden.
- Die Vertragsverbindlichkeiten gegenüber der Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H. standen im Zusammenhang mit einem langfristigen Servicevertrag.
- Die sonstigen Verbindlichkeiten in 2020 gegenüber Bayport Polymers LLC betrafen geleistete Kapitalzuschüsse.
Unternehmen mit staatlichem Naheverhältnis
- Über die ÖBAG besitzt die OMV ein Naheverhältnis zur Republik Österreich, die damit ebenso wie die im Mehrheitsbesitz der Republik stehenden Unternehmen – im Wesentlichen die Österreichische Post Aktiengesellschaft, die VERBUND AG, die Österreichische Bundesbahnen-Holding Aktiengesellschaft, die Bundesbeschaffung GmbH und jeweils deren Tochtergesellschaften – als nahestehende Parteien einzustufen sind. Transaktionen mit diesen Unternehmen erfolgten zu fremdüblichen Konditionen.
- Am 31. Mai 2021 hat die OMV die Transaktion zum Verkauf ihrer 51%-Beteiligung an der Gas Connect Austria GmbH an die VERBUND AG abgeschlossen. Für nähere Details siehe Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur. Weiters schloss die OMV am 30. September 2021 den Verkauf ihres 40%-Anteil an SMATRICS GmbH & Co KG und ihres 40%-Anteils an E-Mobility Provider Austria GmbH an die VERBUND AG ab. Darüber hinaus gründete die OMV gemeinsam mit Lafarge Perlmooser GmbH und VERBUND Energy4Business GmbH ein Joint Venture für die gemeinsame Planung und Errichtung einer Anlage im großindustriellen Maßstab bis 2030 zur Abscheidung von CO2 und Weiterverarbeitung zu synthetischen Kraftstoffen, Kunststoffen und anderen Chemikalien. Weiters besteht ein Kooperationsvertrag zwischen der OMV und der VERBUND AG im Zusammenhang mit der Photovoltaik Anlage in der Lobau, Österreich. In 2020 hat die strategische Energie-Kooperation zwischen der OMV und der VERBUND AG die Photovoltaik-Freiflächeninstallation in Schönkirchen-Reyersdorf,Österreich in Betrieb genommen.
- Über die MPPH sind weiters das Emirat Abu Dhabi sowie die im Mehrheitsbesitz von Abu Dhabi stehenden Gesellschaften als nahestehende Unternehmen einzustufen. Liefer- und Leistungsbeziehungen bestanden in 2021 zum Beispiel mit Compañía Española de Petróleos, S.A. (CEPSA), Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC), NOVA Chemicals Corporation (NOVA) und ADNOC Trading Limited. Am 29. Oktober 2020 erwarb die OMV zusätzliche 39% Anteile an der Borealis AG von der Mubadala Investment Company (Abu Dhabi). Darüber hinaus hat OMV mehrere Kooperationen mit ADNOC im Bereich Exploration & Production und eine bestehende strategische Partnerschaft mit ADNOC, die das ADNOC Raffineriegeschäft wie auch ein Trading Joint Venture umfasst.
Bezüge von Führungskräften
Vorstandsbezüge |
In EUR Mio |
| 2021 |
| Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2021 | Ehemalige Vorstandsmitglieder |
|
| Stern3 | Pleininger | Florey | Skvortsova | van Koten7 | Seele8 | Gangl9 | Leitner12 | Gesamt |
Kurzfristige Vergütungen | 0,69 | 1,77 | 1,77 | 1,38 | 0,30 | 2,55 | 0,65 | — | 9,12 |
Fixer Bezug (Grundbezug) | 0,69 | 0,75 | 0,76 | 0,58 | 0,29 | 1,10 | 0,14 | — | 4,30 |
Fixer Bezug (Einmalige Kompen- sationszahlung) | — | — | — | 0,545 | — | — | — | — | 0,54 |
Variabel (Barbonifikation)1 | — | 1,01 | 0,97 | 0,16 | — | 1,44 | 0,50 | — | 4,09 |
Sachbezüge | 0,01 | 0,01 | 0,054 | 0,106 | 0,01 | 0,01 | 0,00 | — | 0,20 |
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 0,18 | 0,19 | 0,19 | 0,14 | 0,07 | 0,28 | 0,03 | — | 1,08 |
Pensionskassen- beiträge | 0,18 | 0,19 | 0,19 | 0,14 | 0,07 | 0,28 | 0,03 | — | 1,08 |
Leistungen im Zusammenhang mit Beendigung von Dienst- verhältnissen | — | — | — | — | — | — | 0,0210 | — | 0,02 |
Anteilsbasierte Vergütungen | — | 1,09 | 0,90 | 0,11 | — | 2,48 | 0,20 | 0,41 | 5,17 |
Variabel (Equity Deferral 2020) | — | 0,32 | 0,27 | 0,11 | — | 0,40 | 0,20 | — | 1,30 |
Variabel (LTIP 2018)2 | — | 0,76 | 0,63 | — | — | 2,08 | —11 | 0,41 | 3,88 |
Vorstandsbezüge | 0,87 | 3,05 | 2,86 | 1,63 | 0,37 | 5,31 | 0,90 | 0,41 | 15,39 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Vorstandsbezüge |
In EUR Mio |
| 2020 |
| Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2020 | Ehemalige Vorstandsmitglieder |
|
| Seele | Pleininger | Florey | Gangl6 | Skvortsova8 | Leitner10 | Davies11 | Roiss12 | Gesamt |
Kurzfristige Vergütungen | 2,27 | 1,34 | 1,30 | 0,79 | 0,50 | 1,12 | — | — | 7,33 |
Fixer Bezug (Grundbezug) | 1,10 | 0,75 | 0,70 | 0,58 | 0,31 | — | — | — | 3,44 |
Fixer Bezug (Funktionszulage) | 0,333 | — | — | — | — | — | — | — | 0,33 |
Variabel (Barbonifikation)1 | 0,83 | 0,58 | 0,56 | 0,20 | — | 1,12 | — | — | 3,29 |
Sachbezüge | 0,01 | 0,01 | 0,054 | 0,01 | 0,199 | — | — | — | 0,27 |
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 0,28 | 0,19 | 0,18 | 0,14 | 0,08 | — | — | — | 0,86 |
Pensionskassen- beiträge | 0,28 | 0,19 | 0,18 | 0,14 | 0,08 | — | — | — | 0,86 |
Anteilsbasierte Vergütungen | 0,90 | 0,52 | 0,53 | 0,10 | — | 0,82 | 0,06 | 0,27 | 3,20 |
Variabel (Equity Deferral 2019) | 0,41 | 0,29 | 0,28 | 0,10 | — | 0,28 | — | — | 1,35 |
Variabel (LTIP 2017)2 | 0,49 | 0,24 | 0,255 | —7 | — | 0,55 | 0,06 | 0,27 | 1,85 |
Vorstandsbezüge | 3,45 | 2,05 | 2,01 | 1,03 | 0,58 | 1,94 | 0,06 | 0,27 | 11,39 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Vergütung für leitende Führungskräfte (exkl. Vorstand)1 |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 |
Gehälter und Prämien | 25,8 | 19,0 |
Pensionskassenbeiträge | 1,3 | 1,1 |
Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung von Dienstverhältnissen | 2,2 | 0,4 |
Anteilsbasierte Vergütungen | 3,5 | 3,7 |
Sonstige langfristige Vergütungen | 1,8 | 0,0 |
Vergütung für leitende Führungskräfte (exkl. Vorstand)2 | 34,6 | 24,2 |
|
|
|
-
- Daneben sind die Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen einer Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O) und einer Straf-Rechtsschutzversicherung versichert. Auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter sind Begünstigte dieser Versicherungen, und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet.
- Anhangangabe 32 – Anteilsbasierte Vergütungen – enthält Details zu Long Term Incentive Plänen und Equity Deferral.
Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen 2021 EUR 0,6 Mio (2020: EUR 0,6 Mio).
36 Nicht konsolidierte strukturierte Unternehmen
- Die OMV verkauft im Rahmen eines Securitization-Programms Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Carnuntum DAC mit Sitz in Dublin, Irland. 2021 hat OMV Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Wert von EUR 4.573 Mio an Carnuntum DAC übertragen (2020: EUR 3.458 Mio).
- Zum 31. Dezember 2021 wurden von der OMV in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesene Seller Participation Notes in Höhe von EUR 95 Mio (2020: EUR 88 Mio) und Complementary Notes an Carnuntum DAC in Höhe von EUR 89 Mio (2020: null) gehalten. Das maximale Verlustrisiko aus dem Securitization-Programm zum 31. Dezember 2021 betrug EUR 110 Mio (2020: EUR 80 Mio).
Eine Loss Reserve und eine Beteiligung durch einen Drittinvestor sind gegenüber den Seller Participation Notes nachrangig.
Die Complementary Notes sind vorrangig zu den Seller Participation Notes und haben den gleichen Rang wie die durch das Programm ausgegebenen Senior Notes. Das beim OMV Konzern verbleibende Risiko ist nicht signifikant, weshalb die veräußerten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zur Gänze ausgebucht wurden. Die Forderungen werden zu ihrem Nominalbetrag abzüglich eines Kaufpreisabschlags verkauft. Die Kaufpreisabschläge, die 2021 in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht wurden, beliefen sich in Summe auf EUR 29 Mio (2020: EUR 21 Mio). Die Zinserträge für die in Carnuntum DAC gehaltenen Notes betrugen 2021 EUR 2 Mio (2020: EUR 2 Mio). Weiters erhielt die OMV ein Serviceentgelt für das Debitorenmanagement der verkauften Forderungen.
37 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
- Am 20. Jänner 2022 wurde die ökosoziale Steuerreform in dritter Lesung im Nationalrat beschlossen. Das Gesetz beinhaltet die Senkung des Körperschaftssteuersatzes von 25% auf 24% im Jahr 2023 sowie auf 23% ab 2024. Wären die neuen Steuersätze bereits zum 31. Dezember 2021 verabschiedet worden, hätten sich die latenten Steueransprüche des Konzerns um EUR 42 Mio verringert.
- Am 2. Februar 2022 hat die Borealis-Gruppe ein verbindliches Angebot von EuroChem für den Erwerb des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis Gruppe, der Pflanzennährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte umfasst, erhalten. Das Angebot bewertet das Unternehmen mit einer Unternehmenswertbasis von EUR 455 Mio Borealis wird die obligatorischen Informations- und Konsultationsverfahren mit Arbeitnehmervertretern einleiten. Die Transaktion unterliegt außerdem bestimmten Vollzugsbedingungen und behördlichen Genehmigungen. Der Abschluss wird für die zweite Hälfte des Jahres 2022 erwartet. Borealis wird sich weiterhin auf seine Kernaktivitäten konzentrieren: die Produktion innovativer und nachhaltiger Lösungen in den Bereichen Polyolefine und Basischemikalien, sowie das Vorantreiben des Wandels zu einer Kreislaufwirtschaft.
- Am 15. Februar 2022 fällte das irakische Bundesgericht („Iraqi Federal Supreme Court“) das Urteil, dass das regionale Öl- und Gasgesetz Kurdistans (KROGL) von 2007 gegen bestimmte Artikel der irakischen Verfassung von 2005 verstößt. Der Beschluss steht im Widerspruch zu früheren Analysen und Urteilen. Die gerichtliche Entscheidung stellt das Recht der Regionalregierung Kurdistans (KRG) auf Abschluss von Öl- und Gasverträgen mit ausländischen Parteien in Frage. Darüber hinaus räumt es dem Bundesministerium für Öl das Recht ein, das weitere Vorgehen mit den ausländischen Parteien im Zusammenhang mit den abgeschlossenen Verträgen zu verfolgen. Es ist unklar, wie die Bundesregierung und die KRG im oben angeführten Sachverhalt verfahren und diesen Rechtstreit lösen werden. Die OMV ist dabei, diese Situation zu beurteilen, und es ist derzeit zu früh, um die Auswirkungen auf den 10%-Anteil der OMV an Pearl Petroleum Company Limited zu bestimmen.
- Am 21. Februar 2022 unterzeichnete der russische Präsident Vladimir V. Putin Dekrete zur Anerkennung von zwei pro-russischen abtrünnigen Regionen in der Ostukraine. Folglich reagierten die Europäische Union (EU), die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und Großbritannien mit gezielten Sanktionen gegen russische Einzelpersonen und das russische Finanzsystem. Als direkte Folge stoppte Deutschland den Zertifizierungsprozess von Nord Stream 2. Einen Tag später kündigten die USA Sanktionen gegen die Nord Stream 2 AG und ihre leitenden Angestellten an.
- Am 24. Februar 2022 startete Russland eine breite Offensive in der Ukraine mit gleichzeitigen Angriffen in verschiedenen Gebieten. Die EU, die USA und Großbritannien verhängten weitere Sanktionen, darunter Finanzierungsbeschränkungen, die gegen bestimmte russische Banken und Staatsunternehmen wie Gazprom gerichtet waren. Die EU kündigte an, zusätzliche und strengere Sanktionen gegen Russland zu verhängen, die unter anderem speziell gegen das russische Bankensystem, russische Einzelpersonen und den Energie- und Verkehrssektor gerichtet sind. Die Gaslieferungen wurden gemäß den bestehenden vertraglichen Verpflichtungen ohne Unterbrechung fortgesetzt.
- In weiterer Folge setzte Russland die weit verbreiteten Angriffe in der gesamten Ukraine fort. Die EU verhängte Sanktionen gegen Vladimir V. Putin und Sergej Lawrow und kündigte weitere Sanktionen an, einschließlich, aber nicht beschränkt auf die Bereitstellung von Darlehen und Krediten an bestimmte börsennotierte Banken und Unternehmen, von denen einige im Ölgeschäft tätig sind (wie Gazprom Neft). Die EU, die USA und Großbritannien beschlossen, sieben russische Banken aus dem SWIFT-System auszuschließen.
- Am 1. März 2022 hat der Vorstand der OMV beschlossen, die Verhandlungen mit Gazprom über den möglichen Erwerb einer 24,98% Beteiligung an den Blöcken 4A/5A der Achimov-Formation des Urengoi-Erdgas- und Kondensatfelds nicht weiterzuführen und das Basic Sale Agreement vom 3. Oktober 2018 zu kündigen. Die OMV kündigte auch an, die Beteiligung an der Nord Stream 2 Pipeline zu überprüfen.
- Vor dem Hintergrund weiterer Sanktionen kündigte Russland Gegensanktionen an, insbesondere Beschränkungen von Dividendenzahlungen an ausländische Anteilseigner russischer Unternehmen.
- Am 4. März 2022 verhängten die USA, die EU und Großbritannien weitere Sanktionen gegen Einzelpersonen und Russland erließ Gegensanktionen, darunter unter anderem Beschränkungen des Verkaufs von Aktien offener oder geschlossener Aktiengesellschaften. Russland kündigte auch Sanktionen gegen ausländische Personen und Unternehmen an.
- Am 5. März 2022 hat der Vorstand der OMV beschlossen, in Russland zukünftig keine Investitionen mehr zu verfolgen. Zudem wurde bekannt gegeben, dass eine strategische Überprüfung der wirtschaftlichen 24,99% Beteiligung am Juschno Russkoje Erdgasfeld eingeleitet wurde. Diese Überprüfung beinhaltet alle Optionen einschließlich Möglichkeiten einer Veräußerung oder eines Ausstiegs. Infolgedessen geht die OMV von einer nicht liquiditätswirksamen Wertanpassung in Höhe von EUR 0,5 – 0,8 Mrd (Stand 31. Dezember 2021) aus. Zudem gab OMV bekannt, wegen der erwarteten Uneinbringlichkeit der Forderungen gegenüber der Nord Stream 2 AG eine nicht liquiditätswirksame Wertanpassung in Höhe von EUR 987 Mio (Ausleihung plus Zinsabgrenzung, Stand 31. Dezember 2021) vorzunehmen.
- Insgesamt bedeutet dies eine nicht liquiditätswirksame Wertberichtigung von EUR 1,5 bis 1,8 Mrd, die im ersten Quartal 2022 ergebniswirksam wird.
- Die OMV beobachtet die sich verschärfende Krise zwischen Russland und der Ukraine kontinuierlich und überprüft regelmäßig die möglichen weiteren Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit und Vermögenswerte. Während der Konzern keine Geschäftstätigkeit in der Ukraine hat, bestehen Geschäftsverbindungen mit russischen Geschäftspartnern und operative Tätigkeiten in Russland.
- Zum 31.12.2021 weist OMV die folgenden Vermögenswerte in Verbindung mit russischer Geschäftstätigkeit aus:
Nettovermögen |
|
In EUR Mio |
|
| 2021 |
Nord Stream 2 Darlehen | 987 |
Recht auf Neufeststellung der Reserven1 | 432 |
JSC GAZPROM YRGM Development1 | 650 |
OJSC SEVERNEFTEGAZPROM1 | 117 |
Summe Nettovermögen | 2.185 |
|
|
- Unterbrechungen der russischen Rohstofflieferungen nach Europa könnten zu einem weiteren Anstieg der europäischen Energiepreise führen und das Inflationsrisiko erhöhen. Die OMV importierte in 2021 durchschnittlich 7,34 TWh Erdgas pro Monat an den deutschen und den österreichischen Gashub aufgrund eines langfristigen Liefervertrags mit Gazprom. Aus heutiger Sicht rechnet die OMV nicht mit einem Stopp der Erdgasexporte aus Russland. Im unwahrscheinlichen Fall einer kurzfristigen Unterbrechung der Gaslieferungen aus Russland, kann die OMV das im Speicher befindliche Gas zur Versorgung der Kunden nutzen bzw. hat OMV Zugang zu anderen europäischen liquiden Handelsplätzen für Erdgas. Die OMV hat aufgrund der aktuellen Situation ein Group Emergency Management Team (GEMT) gebildet. Dieses Team vereint alle relevanten Geschäftsbereiche und Funktionen. Das GEMT beobachtet, analysiert und bewertet laufend die aktuelle Lage, um rasch alle notwendigen Entscheidungen treffen und Maßnahmen setzen zu können.
38 Direkte und indirekte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft
Konsolidierungskreisänderungen |
|
|
|
|
|
|
|
Firma | Sitz | Art der Veränderung1 | Wirksamkeitsdatum |
Exploration & Production |
Energy Petroleum Taranaki Limited | Wellington | Entkonsolidierung (M) | 1. Jänner 2021 |
OMV GSB LIMITED | Wellington | Entkonsolidierung (M) | 1. Jänner 2021 |
OMV NZ Services Limited | Wellington | Entkonsolidierung (M) | 1. Jänner 2021 |
OMV Taranaki Limited | Wellington | Entkonsolidierung (M) | 1. Jänner 2021 |
Petroleum Infrastructure Limited | Wellington | Entkonsolidierung (M) | 1. Jänner 2021 |
Taranaki Offshore Petroleum Company of New Zealand | Wellington | Entkonsolidierung (M) | 1. Jänner 2021 |
KOM MUNAI LLP | Aktau | Entkonsolidierung | 14. Mai 2021 |
TASBULAT OIL CORPORATION LLP | Aktau | Entkonsolidierung | 14. Mai 2021 |
SapuraOMV Upstream (PM) Inc. | Nassau | Entkonsolidierung | 1. August 2021 |
OMV PETROM GEORGIA LLC | Tiflis | Erstkonsolidierung | 31. August 2021 |
OMV (WEST AFRICA) Exploration & Production GmbH in Liqu. | Wien
| Entkonsolidierung (L)
| 16. Dezember 2021
|
OMV East Abu Dhabi Exploration GmbH | Wien | Entkonsolidierung (I) | 31. Dezember 2021 |
|
|
|
|
Refining & Marketing |
OMV Retail Deutschland GmbH | Burghausen | Erstkonsolidierung | 1. Jänner 2021 |
AGGM Austrian Gas Grid Management AG | Wien | Entkonsolidierung | 31. Mai 2021 |
FE-Trading trgovina d.o.o. | Ljubljana | Entkonsolidierung (M) | 31. Mai 2021 |
GAS CONNECT AUSTRIA GmbH | Wien | Entkonsolidierung | 31. Mai 2021 |
Trans Austria Gasleitung GmbH2 | Wien | Entkonsolidierung | 31. Mai 2021 |
OMV Kraftwerk Haiming GmbH in Liqu. | Haiming | Entkonsolidierung (L) | 31. August 2021 |
E-Mobility Provider Austria GmbH2 | Wien | Entkonsolidierung | 30. September 2021 |
SMATRICS GmbH & Co KG2 | Wien | Entkonsolidierung | 30. September 2021 |
Avanti GmbH | Anif | Entkonsolidierung (M) | 1. Oktober 2021 |
Haramidere Depoculuk Anonim Şirketi | Istanbul | Entkonsolidierung | 3. Dezember 2021 |
Enerco Enerji Sanayi Ve Ticaret A.Ş.2 | Istanbul | Entkonsolidierung | 30. Dezember 2021 |
|
|
|
|
Chemicals & Materials |
CERHA HEMPEL Leilani Holding GmbH3 | Wien | Erstkonsolidierung (A) | 22. Juni 2021 |
Renasci N.V.2 | Gent | Erstkonsolidierung (A) | 24. Juni 2021 |
C2PAT GmbH2 | Wien | Erstkonsolidierung | 6. August 2021 |
C2PAT GmbH & Co KG2 | Wien | Erstkonsolidierung | 8. Oktober 2021 |
Borealis US Holdings LLC | Port Murray | Entkonsolidierung (L) | 7. Dezember 2021 |
|
|
|
|
- Weitere Informationen betreffend Akquisitionen und Veräußerungen sind in der Anhangangabe 3 – Änderungen in der Konzernstruktur – zu finden.
Anzahl der einbezogenen Unternehmen |
|
| 2021 | 2020 |
| Vollkonsoli- dierung |
| Equity- konsoli dierung | Vollkonsoli- dierung | Equity- konsoli dierung |
1. Jänner | 151 |
| 23 | 111 | 19 |
Im Berichtsjahr erstmals einbezogen | 3 |
| 3 | 441 | 5 |
Änderung in der Konsolidierungsart | — |
| — | — | –11 |
Im Berichtsjahr entkonsolidiert | –18 |
| –4 | –4 | — |
31. Dezember | 136 |
| 22 | 151 | 23 |
davon mit Sitz und Betrieb im Ausland | 93 |
| 16 | 105 | 16 |
davon mit Sitz in Österreich und Betrieb im Ausland | 18 |
| — | 19 | — |
|
|
|
|
|
|
1 Bezieht sich auf die zuvor at-equity bewertete Borealis AG, welche seit 29. Oktober 2020 vollkonsolidiert wird. Die Gesellschaften der Borealis Gruppe, welche in den Konsolidierungskreis einbezogen wurden, sind in der Zeile „Im Berichtsjahr erstmals einbezogen“ enthalten.
Liste der Beteiligungen
Register der Tochtergesellschaften, at-equity bewerteten Gesellschaften und anderen Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. 20% |
|
|
|
|
|
| Obergesell- schaft | Konsolidie-rungsart1 | Anteil der Obergesell-schaft am Kapital in % am 31. Dezember 2021 | Anteil der Obergesell-schaft am Kapital in % am 31. Dezember 2020 |
Exploration & Production |
|
|
|
|
Energy Infrastructure Limited, Wellington | NZEA | C | 100,00 | 100,00 |
Energy Petroleum Holdings Limited, Wellington (EPHNZ)
| NZEA OPLNZ | C
| 100,00
| 100,00
|
Energy Petroleum Investments Limited, Wellington (EPILNZ)
| NZEA OSLNZ | C
| 100,00
| 100,00
|
Energy Petroleum Taranaki Limited, Wellington | OPLNZ | C |
| 100,00 |
JSC GAZPROM YRGM Development, Sankt Petersburg2 | OMVEP | C | — | — |
KOM MUNAI LLP, Aktau | PETROM | C |
| 100,00 |
Maui Development Limited, Wellington | EPTLNZ EPILNZ EPHNZ NZEA TOPNZ | NC |
| 38,75 20,00 18,75 16,75 6,25 |
OJSC SEVERNEFTEGAZPROM, Krasnoselkup | OMVEP | AEA | 24,99 | 24,99 |
OMV Abu Dhabi E&P GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Abu Dhabi Offshore GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Abu Dhabi Production GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV AUSTRALIA PTY LTD, Perth (OAUST) | OMV AG | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Austria Exploration & Production GmbH, Gänserndorf (OEPA) | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Barrow Pty Ltd, Perth | OAUST | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Beagle Pty Ltd, Perth | OAUST | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV (Berenty) Exploration GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Bina Bawi GmbH, Wien | PETEX | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Block 70 Upstream GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV East Abu Dhabi Exploration GmbH, Wien3 | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Exploration & Production GmbH, Wien (OMVEP) | OMV AG | C | 100,00 | 100,00 |
OMV EXPLORATION & PRODUCTION LIMITED, Douglas | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV GSB LIMITED, Wellington | NZEA | C |
| 100,00 |
OMV (IRAN) onshore Exploration GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Jardan Block 3 Upstream GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV (Mandabe) Exploration GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Maurice Energy GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Middle East & Africa GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Myrre Block 86 Upstream GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV (Namibia) Exploration GmbH, Wien | ONAFRU | C | 100,00 | 100,00 |
OMV New Zealand Limited, Wellington (NZEA) | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV (NORGE) AS, Stavanger | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV NZ Production Limited, Wellington (OPLNZ) | NZEA | C | 100,00 | 100,00 |
OMV NZ Services Limited, Wellington (OSLNZ) | NZEA | C |
| 100,00 |
OMV OF LIBYA LIMITED, Douglas | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Offshore Bulgaria GmbH, Wien | PETROM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Offshore Morondava GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Offshore (Namibia) GmbH, Wien (ONAFRU) | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Oil and Gas Exploration GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Oil Exploration GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Oil Production GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Orient Hydrocarbon GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Orient Upstream GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Petroleum Exploration GmbH, Wien (PETEX) | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Petroleum Pty Ltd, Perth | NZEA | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV PETROM GEORGIA LLC, Tiflis | PETROM | C | 100,00 |
|
OMV Proterra GmbH, Wien | OEPA | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Russia Upstream GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Taranaki Limited, Wellington | NZEA | C |
| 100,00 |
OMV (Tunesien) Production GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV (TUNESIEN) Sidi Mansour GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Upstream International GmbH, Wien (OUPI) | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV (West Africa) Exploration & Production GmbH in Liqu., Wien | OMVEP | C |
| 100,00 |
OMV (YEMEN) Al Mabar Exploration GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV (Yemen Block S 2) Exploration GmbH, Wien | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
OMV (YEMEN) South Sanau Exploration GmbH, Wien | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
Pearl Petroleum Company Limited, Road Town | OUPI | AEA | 10,00 | 10,00 |
PEI Venezuela GmbH, Burghausen | OMVEP | NC | 100,00 | 100,00 |
Petroleum Infrastructure Limited, Wellington | NZEA | C |
| 100,00 |
PETROM EXPLORATION & PRODUCTION LIMITED, Douglas | PETROM | NC | 99,99 | 99,99 |
Preussag Energie International GmbH, Burghausen | OMVEP | C | 100,00 | 100,00 |
SapuraOMV Block 30, S. de R.L. de C.V., Mexico-Stadt
| SEUPMY SEMXMY | C
| 99,00 1,00 | 99,00 1,00 |
SapuraOMV Upstream (Americas) Sdn. Bhd., Seri Kembangan (SEAMMY) | SEUPMY
| C
| 100,00
| 100,00
|
SapuraOMV Upstream (Australia) Sdn. Bhd., Seri Kembangan (SEAUMY) | SEOCMY
| C
| 100,00
| 100,00
|
SapuraOMV Upstream (Holding) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur (SEUPMY) | SOUPMY
| C
| 100,00
| 100,00
|
SapuraOMV Upstream JV Sdn. Bhd., Seri Kembangan | SENZMY | NC | 100,00 | 100,00 |
SapuraOMV Upstream (Malaysia) Inc., Nassau (SEMYBH) | SESABH | C | 100,00 | 100,00 |
SapuraOMV Upstream (Mexico) Sdn. Bhd., Seri Kembangan (SEMXMY) | SEAMMY
| C
| 100,00
| 100,00
|
SapuraOMV Upstream (NZ) Sdn. Bhd., Seri Kembangan (SENZMY) | SEOCMY
| C
| 100,00
| 100,00
|
SapuraOMV Upstream (Oceania) Sdn. Bhd., Seri Kembangan (SEOCMY) | SEUPMY
| C
| 100,00
| 100,00
|
SapuraOMV Upstream (PM) Inc., Nassau | SEMYBH | C |
| 100,00 |
SapuraOMV Upstream (Sarawak) Inc., Nassau | SEMYBH | C | 100,00 | 100,00 |
SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd., Seri Kembangan (SOUPMY) | OMVEP | C | 50,00 | 50,00 |
SapuraOMV Upstream (Southeast Asia) Inc., Nassau (SESABH) | SEUPMY | C | 100,00 | 100,00 |
SapuraOMV Upstream (Western Australia) Pty Ltd, Perth | SEAUMY | C | 100,00 | 100,00 |
Taranaki Offshore Petroleum Company of New Zealand, Wellington (TOPNZ) | OPLNZ
| C
|
| 100,00
|
TASBULAT OIL CORPORATION LLP, Aktau | PETROM | C |
| 100,00 |
|
|
|
|
|
Refining & Marketing |
|
|
|
|
Abu Dhabi Oil Refining Company, Abu Dhabi | OMVRM | AEA | 15,00 | 15,00 |
Abu Dhabi Petroleum Investments LLC, Abu Dhabi (ADPINV) | OMVRM | AEJ | 25,00 | 25,00 |
ADNOC Global Trading LTD, Abu Dhabi | OMVRM | AEA | 15,00 | 15,00 |
AGCS Gas Clearing and Settlement AG, Wien | OGG | NC-I |
| 23,13 |
AGGM Austrian Gas Grid Management AG, Wien | OGG | C |
| 51,00 |
Aircraft Refuelling Company GmbH, Wien | OMVRM | NC-I | 33,33 | 33,33 |
Autobahn – Betriebe Gesellschaft m.b.H., Wien | OMVRM | NC-I | 47,19 | 47,19 |
Avanti Deutschland GmbH, Berchtesgaden | OMVRM FETRAT | C
| 100,00
| 100,00 |
Avanti GmbH, Anif (FETRAT) | OMVRM | C |
| 100,00 |
BSP Bratislava-Schwechat Pipeline GmbH, Wien | OMVRM | NC-I | 26,00 | 26,00 |
BTF Industriepark Schwechat GmbH, Wien | OMVRM BORAAG | NC
| 50,00 50,00 | 50,00 50,00 |
Central European Gas Hub AG, Wien (HUB) | OGI | C | 65,00 | 65,00 |
Deutsche Transalpine Oelleitung GmbH, München | OMVD | AEA | 32,26 | 32,26 |
DUNATÀR Köolajtermék Tároló és Kereskedelmi Kft., Budapest | OHUN PDYNHU | C
| 48,28 51,72 | 48,28 51,72 |
EEX CEGH Gas Exchange Services GmbH, Wien | HUB | AEA | 49,00 | 49,00 |
E-Mobility Provider Austria GmbH, Wien | OMVRM | AEJ |
| 40,00 |
Enerco Enerji Sanayi Ve Ticaret A.Ş., Istanbul | OMVRM | AEA |
| 40,00 |
Erdöl-Lagergesellschaft m.b.H., Lannach4 | OMVRM | AEA | 55,60 | 55,60 |
FE-Trading trgovina d.o.o., Ljubljana | SLOVJA | C |
| 100,00 |
Freya Bunde-Etzel GmbH & Co. KG, Bonn | OGSG | AEA | 39,99 | 39,99 |
GAS CONNECT AUSTRIA GmbH, Wien (OGG) | OGI | C |
| 51,00 |
GENOL Gesellschaft m.b.H., Wien | OMVRM | AEA | 29,00 | 29,00 |
Haramidere Depoculuk Anonim Şirketi, Istanbul | OMVRM GASTR | C
|
| 51,00 49,00 |
KSW Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien (SWJS) | OMVRM | NC | 100,00 | 100,00 |
KSW Elektro- und Industrieanlagenbau Gesellschaft m.b.H., Feldkirch | SWJS
| NC-I
| 25,10
| 25,10
|
OMV – International Services Ges.m.b.H., Wien | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV BULGARIA OOD, Sofia | PETROM OMVRM | C
| 99,90 0,10 | 99,90 0,10 |
OMV Česká republika, s.r.o., Prag | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Deutschland Services GmbH, Burghausen (OMVDS) | OMVD | VK | 100,00 | 100,00 |
OMV Enerji Ticaret Anonim Şirketi, Istanbul (GASTR) | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Gas Logistics Holding GmbH, Wien (OGI) | OMV AG | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Gas Marketing & Trading Belgium BVBA, Brüssel | ECOGAS | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Gas Marketing & Trading Deutschland GmbH, Düsseldorf (ECONDE) | ECOGAS
| C
| 100,00
| 100,00
|
OMV Gas Marketing & Trading GmbH, Wien (ECOGAS) | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Gas Marketing & Trading Hungária Kft., Budapest | ECOGAS | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Gas Marketing & Trading Italia S.r.l., Milan | ECOGAS | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Gas Marketing Trading & Finance B.V., Amsterdam | OFS | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Gas Storage Germany GmbH, Cologne (OGSG) | OMVDS OGI | C
| 100,00
| 100,00
|
OMV Gas Storage GmbH, Wien | OGI | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Gaz Iletim A.S., Istanbul | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Hungária Ásványolaj Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest (OHUN) | OMVRM
| C
| 100,00
| 100,00
|
OMV Kraftwerk Haiming GmbH in Liqu., Haiming | OGI | C |
| 100,00 |
OMV PETROM Aviation SRL, Otopeni | PETROM ROMAN | C
| 100,00 0,00 | 100,00 0,00 |
OMV PETROM GAS SRL, Bukarest | PETROM | C | 100,00 | 99,99 |
OMV PETROM MARKETING SRL, Bukarest (ROMAN) | PETROM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Refining & Marketing Middle East & Asia GmbH, Wien | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Retail Deutschland GmbH, Burghausen | OMVD | C | 100,00 |
|
OMV SLOVENIJA trgovina z nafto in naftnimi derivati, d.o.o., Koper (SLOVJA) | OMVRM
| C
| 92,25
| 92,25
|
OMV Slovensko s.r.o., Bratislava | OMVRM | C | 99,96 | 99,96 |
OMV SRBIJA d.o.o., Belgrad | PETROM OMVRM | C
| 99,96 0,04 | 99,96 0,04 |
OMV Supply & Trading AG, Baar | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Supply & Trading Italia S.r.l., Trieste | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Supply & Trading Limited, London (OTRAD) | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Supply & Trading Singapore PTE LTD., Singapur | OTRAD | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV Switzerland Holding AG, Zug | OGI | C | 100,00 | 100,00 |
Pak-Arab Refinery Limited, Karachi | ADPINV | AEJ | 40,00 | 40,00 |
PETRODYNE-CSEPEL Zrt., Budapest (PDYNHU) | OHUN | C | 100,00 | 100,00 |
Petrom-Moldova S.R.L., Chisinau | PETROM | C | 100,00 | 100,00 |
Routex B.V., Amsterdam | OMVRM | NC-I | 20,00 | 20,00 |
Salzburg Fuelling GmbH, Salzburg | OMVRM | NC-I | 33,33 | 33,33 |
SMATRICS GmbH & Co KG, Wien | OMVRM | AEJ |
| 40,00 |
Società Italiana per l’Oleodotto Transalpino S.p.A., Trieste | OMVRM | AEA | 32,26 | 32,26 |
South Stream Austria GmbH, Wien | OGI | NC-I |
| 50,00 |
SuperShop Marketing GmbH, Budapest | OHUN | NC-I | 50,00 | 50,00 |
TGN Tankdienst-Gesellschaft Nürnberg GbR, Nürnberg | OMVD | NC-I | 33,33 | 33,33 |
Trans Austria Gasleitung GmbH, Wien5 | OGG | AEJ |
| 15,53 |
Transalpine Ölleitung in Österreich Gesellschaft m.b.H., Matrei in Osttirol | OMVRM
| AEA
| 32,26
| 32,26
|
|
|
|
|
|
Chemicals & Materials |
|
|
|
|
Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge), Abu Dhabi | BORAAG | AEA | 40,00 | 40,00 |
AGRIPRODUITS S.A.S., Courbevoie (BAGRFR) | BCHIFR | NC | 100,00 | 100,00 |
AZOLOR S.A.S., Bras Sur Meuse | BCHIFR | NC-I | 34,00 | 34,00 |
Bayport Polymers LLC, Pasadena6 | BNOVUS | AEJ | 50,00 | 50,00 |
Borealis AB, Stenungsund (BABSWE) | BSVSWE | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis AG, Wien (BORAAG) | BHOLAT OMVRM OMV AG | C
| 39,00 32,67 3,33 | 39,00 32,67 3,33 |
Borealis Agrolinz Melamine Deutschland GmbH, Wittenberg | BAGMAT | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Agrolinz Melamine GmbH, Linz (BAGMAT) | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Antwerpen N.V., Zwijndrecht | BPOBE BORAAG | C
| 90,00 10,00 | 90,00 10,00 |
Borealis Argentina SRL, Buenos Aires | BORAAG BSVSWE | NC
| 98,00 2,00 | 98,00 2,00 |
Borealis Asia LIMITED, Hong Kong | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis BoNo Holdings LLC, Port Murray (BBNHUS)6 | BUS | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Brasil S.A., Itatiba | BORAAG | C | 80,00 | 80,00 |
BOREALIS CHEMICALS ZA (PTY) LTD, Germiston | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Chile SpA, Santiago | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Chimie S.A.R.L., Casablanca | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Chimie S.A.S., Courbevoie (BCHIFR) | BFR | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Circular Solutions Holding GmbH, Wien (BCIRC) | BORAAG | C | 100,00 |
|
Borealis Colombia S.A.S., Bogota | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Compounds Inc., Port Murray (BCOMUS) | BUS | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Denmark ApS, Kopenhagen | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Digital Studio B.V., Zaventem | BORAAG BPOBE | NC
| 90,00 10,00 | 90,00 10,00 |
Borealis Financial Services N.V., Mechelen | BORAAG BSVSWE | C
| 100,00 0,00 | 100,00 0,00 |
Borealis France S.A.S., Courbevoie (BFR) | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Group Services AS, Bamble | BABSWE | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Insurance A/S (captive insurance company), Kopenhagen | BORAAG
| C
| 100,00
| 100,00
|
Borealis ITALIA S.p.A., Monza | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Kallo N.V., Kallo | BPOBE BORAAG | C
| 99,94 0,06 | 99,94 0,06 |
Borealis L.A.T Belgium B.V., Beringen | BLATAT | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis L.A.T Bulgaria EOOD, Sofia | BLATAT | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis L.A.T Czech Republic s.r.o., Budweis | BLATAT | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis L.A.T doo Beograd, Belgrad | BLATAT | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis L.A.T France S.A.S., Courbevoie | BFR | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis L.A.T GmbH, Linz (BLATAT) | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis L.A.T Greece Single Member P.C., Athen | BLATAT | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis L.A.T Hrvatska d.o.o., Klisa | BLATAT | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis L.A.T Hungary Kft., Budapest | BLATAT | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis L.A.T Italia s.r.l., Mailand | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis L.A.T Polska Sp. z o.o., Warschau | BLATAT | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis L.A.T Romania s.r.l., Bukarest | BLATAT | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis L.A.T Slovakia s.r.o., Chotin | BLATAT | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis México, S.A. de C.V., Mexico-Stadt | BORAAG BCOMUS | NC
| 100,00 0,00 | 100,00 0,00 |
Borealis Plasticos. S.A. de C.V., Mexico-Stadt | BORAAG BABSWE | NC
| 100,00 0,00 | 100,00 0,00 |
Borealis Plastik ve Kimyasal Maddeler Ticaret Limited Sirketi, Istanbul | BORAAG
| NC
| 100,00
| 100,00
|
Borealis Plastomers B.V., Geleen | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Poliolefinas da América do Sul Ltda., Itatiba | BORAAG BSVSWE | NC
| 99,99 0,01 | 99,99 0,01 |
Borealis Polska Sp. z o.o., Warschau | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Polymere GmbH, Burghausen | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Polymers N.V., Beringen (BPOBE) | BORAAG BSVSWE | C
| 100,00 0,00 | 100,00 0,00 |
Borealis Polymers Oy, Porvoo | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Polyolefine GmbH, Schwechat | BORAAG BSVSWE | C
| 100,00 0,00 | 100,00 0,00 |
Borealis Produits et Engrais Chimiques du Rhin S.A.S., Ottmarsheim | BFR
| C
| 100,00
| 100,00
|
Borealis Química España S.A., Barcelona | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis RUS LLC, Moskau | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis s.r.o., Prag | BORAAG | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Services S.A.S., Courbevoie | BFR | NC | 100,00 | 100,00 |
Borealis Sverige AB, Stenungsund (BSVSWE) | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis Technology Oy, Porvoo | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis UK LTD, Manchester | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borealis US Holdings LLC, Port Murray | BCOMUS | C |
| 100,00 |
Borealis USA Inc., Port Murray (BUS) | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Borouge Pte. Ltd., Singapur | BORAAG | AEA | 50,00 | 50,00 |
C2PAT GmbH, Wien | BORAAG OMVRM | AEJ
| 25,00 25,00 |
|
C2PAT GmbH & Co KG, Wien | BORAAG OMVRM | AEJ
| 25,00 25,00 |
|
Chemiepark Linz Betriebsfeuerwehr GmbH, Linz | BAGMAT | NC-I | 47,50 | 47,50 |
DYM Solution CO., LTD, Cheonan | BORAAG | C | 98,71 | 90,52 |
Ecoplast Kunststoffrecycling GmbH, Wildon | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
EPS Ethylen-Pipeline-Süd Geschäftsführungs GmbH, München | OMVD BORAAG | NC-I
| 15,46 8,20 | 15,46 8,20 |
EPS Ethylen-Pipeline-Süd GmbH & Co KG, München | OMVD BORAAG | AEA
| 20,66 10,30 | 20,66 10,30 |
Etenförsörjning i Stenungsund AB, Stenungsund | BABSWE | C | 80,00 | 80,00 |
FEBORAN EOOD, Sofia (BFEBGR) | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Franciade Agrifluides S.A.S. (FASA), Blois | BCHIFR BAGRFR | NC-I
| 40,00 9,98 | 40,00 9,98 |
Industrins Räddningstjänst i Stenungsund AB, Stenungsund | BABSWE | NC-I | 25,00 |
|
KB Munkeröd 1:72, Stenungsund | BABSWE BSVSWE | NC
| 100,00 0,00 | 100,00 0,00 |
Kilpilahden Voimalaitos Oy, Porvoo | BORAAG | NC-I | 20,00 | 20,00 |
mtm compact GmbH, Niedergebra | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
mtm plastics GmbH, Niedergebra | BORAAG | C | 100,00 | 100,00 |
Neochim AD, Dimitrovgrad | BFEBGR | AEA | 20,30 | 20,30 |
Novealis Holdings LLC, Port Murray (BNOVUS) | BBNHUS BSBHUS | C
| 50,00 50,00 | 50,00 50,00 |
OMV Borealis Holding GmbH, Wien (BHOLAT)7 | OMVRM | C | 100,00 | 100,00 |
PetroPort Holding AB, Stenungsund | BABSWE | AEJ | 50,00 | 50,00 |
Renasci N.V., Gent | BCIRC | AEA | 10,00 |
|
Rosier France S.A.S., Beaumetz-Les-Loges | BROSBE | C | 100,00 | 100,00 |
Rosier Nederland B.V., Sas Van Gent | BROSBE | C | 100,00 | 100,00 |
Rosier S.A., Moustier (BROSBE) | BORAAG | C | 77,47 | 77,47 |
Silleno Limited Liability Partnership , Nur-Sultan | BORAAG | NC-I |
| 50,10 |
Société d'Intérêt Collectif Agricole Laignes Agrifluides (SICA Laignes Agrifluides), Monéteau | BCHIFR BAGRFR | NC-I
| 39,97 9,93 | 39,97 9,93 |
Société d'Intérêt Collectif Agricole par Actions Simplifiée de Gouaix (SICA de Gouaix), Paris | BCHIFR BLATAT | NC-I
| 25,00 0,00 | 25,00 0,00 |
Star Bridge Holdings LLC, Port Murray (BSBHUS)6 | BUS | C | 100,00 | 100,00 |
STOCKAM G.I.E., Grand-Quevilly | BCHIFR BAGRFR | NC
| 99,00 1,00 | 99,00 1,00 |
|
|
|
|
|
Konzernbereich & Sonstiges |
|
|
|
|
ASOCIATIA ROMANA PENTRU RELATIA CU INVESTITORII, Bukarest | PETROM
| NC-I
| 20,00
| 20,00
|
Diramic Insurance Limited, Gibraltar | OMV AG | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Clearing und Treasury GmbH, Wien | SNO | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Finance Services GmbH, Wien (OFS) | SNO | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Finance Services NOK GmbH, Wien | SNO | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Finance Solutions USD GmbH, Wien | SNO | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Insurance Broker GmbH, Wien | OMV AG | NC | 100,00 | 100,00 |
OMV International Oil & Gas GmbH, Baar | OMV AG | C | 100,00 | 100,00 |
OMV Petrom Global Solutions SRL, Bukarest | SNO PETROM | C
| 75,00 25,00 | 75,00 25,00 |
OMV Solutions GmbH, Wien (SNO) | OMV AG | C | 100,00 | 100,00 |
PETROMED SOLUTIONS SRL, Bukarest | PETROM | C | 99,99 | 99,99 |
|
|
|
|
|
Mehreren Segmenten zugeordnet8 |
|
|
|
|
OMV Deutschland GmbH, Burghausen (OMVD) | OMVRM OMV AG | C
| 90,00 10,00 | 90,00 10,00 |
OMV Deutschland Marketing & Trading GmbH & Co. KG, Burghausen9 | OMVD OMVDS | C
| 99,99 0,01 | 99,99 0,01 |
OMV Deutschland Operations GmbH & Co. KG, Burghausen
| OMVD OMVDS | C
| 99,99 0,01 | 99,99 0,01 |
OMV Downstream GmbH, Wien (OMVRM) | OMV AG | C | 100,00 | 100,00 |
OMV PETROM SA, Bukarest (PETROM) | OMV AG | C | 51,01 | 51,01 |
|
|
|
|
|
Bei den nicht in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen handelt es sich ausschließlich um Gesellschaften mit geringem Geschäftsvolumen sowie um Vertriebsgesellschaften, wobei deren Umsatzvolumina, Jahresüberschüsse bzw. -fehlbeträge und deren Eigenkapital insgesamt unter 1% der Konzernwerte liegen.
Wesentliche gemeinschaftliche Tätigkeiten (IFRS 11) |
|
Name | Tätigkeit | Sitz | % Anteile 31.12.2021 | % Anteile 31.12.2020 |
Nafoora – Augila1 | Onshore-Entwicklung von Kohlenwasserstoffen | Libyen | 100 | 100 |
Concession 1031
| Onshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Libyen
| 100
| 100
|
Pohokura | Offshore-Produktion von Kohlenwasserstoffen | Neuseeland | 74 | 74 |
Neptun Deep | Offshore-Exploration nach Kohlenwasserstoffen | Rumänien | 50 | 50 |
Nawara
| Onshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Tunesien
| 50
| 50
|
|
|
|
|
|
Anteile an anderen wesentlichen Tätigkeiten |
|
|
|
|
|
Name | Tätigkeit | Sitz | % Anteile 31.12.2021 | % Anteile 31.12.2020 |
NC 1151
| Onshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Libyen
| 30
| 30
|
NC 1861
| Onshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Libyen
| 24
| 24
|
SK 408
| Offshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Malaysia
| 40
| 40
|
Aasta Hansteen | Offshore-Produktion von Kohlenwasserstoffen | Norwegen | 15 | 15 |
Edvard Grieg | Offshore-Produktion von Kohlenwasserstoffen | Norwegen | 20 | 20 |
Gullfaks | Offshore-Produktion von Kohlenwasserstoffen | Norwegen | 19 | 19 |
Wisting2 | Offshore-Exploration nach Kohlenwasserstoffen | Norwegen | — | 25 |
Sarb & Umm Lulu
| Offshore-Entwicklung und Produktion von Kohlenwasserstoffen | Abu Dhabi
| 20
| 20
|
Ghasha
| Offshore-Exploration und Entwicklung von Kohlenwasserstoffen | Abu Dhabi
| 5
| 5
|
|
|
|
|
|
1Die OMV hält 100% der Second Party Beteiligung. Der libyschen staatlichen Ölgesellschaft NOC stehen 88-90% der Produktion zu („primary split“).
2Der Anteil am Ölfeld Wisting wurde am 17. Dezember 2021 an Lundin Energy AB verkauft.
Ergänzende Informationen zu Öl- und Gasreserven (ungeprüft)
- Die folgenden Tabellen stellen Zusatzinformationen hinsichtlich der Öl- und Gasaktivitäten des Konzerns dar. Da dieser Themenbereich unter IFRS nicht detailliert geregelt ist, hat der Konzern beschlossen, jene Daten freiwillig zu veröffentlichen, die gemäß der ASC 932 erforderlich wären, würde nach US GAAP berichtet werden.
- Sofern sich die nachfolgenden Zusatzangaben auf Jahresabschlussinformationen beziehen, beruhen diese auf den Daten des IFRS Konzernabschlusses.
- Die regionale Aufteilung wird nachfolgend beschrieben1:
- Rumänien und Schwarzes Meer
| - Bulgarien, Kasachstan (bis Mai 2021) und Rumänien
|
| |
| |
| |
- Mittlerer Osten und Afrika
| - Iran (Evaluierung ausgesetzt), Region Kurdistan im Irak, Libyen, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate, Jemen, Madagaskar (bis 2019)
|
- Neuseeland und Australien
| - Australien und Neuseeland
|
| |
Akquisitionen
- Es gab keine wesentlichen Akquisitionen in den Jahren 2021 und 2020.
- Am 31. Januar 2019 erwarb die OMV einen 50%-Anteil am begebenen Aktienkapital der SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. Da die OMV die Entscheidungsgewalt über die relevanten Tätigkeiten besitzt, werden die neugegründete Gesellschaft sowie ihre Tochtergesellschaften per Vollkonsolidierung in den OMV Konzernabschluss einbezogen. Neben einer zukünftig steigenden Tagesproduktion in malaysischen Offshore-Gasfeldern, gewährt diese Transaktion der OMV Zugang zu Explorationsblöcken in Neuseeland, Australien und Mexiko. SapuraOMV Upstream Sdn.Bhd. und ihre Tochtergesellschaften werden in den nachfolgenden Tabellen in der Region Malaysia gezeigt.
Veräußerungen
- Am 14. Mai 2021 hat die OMV Petrom den Verkauf ihrer 100%-Anteile an der Kom-Munai LLP und der Tasbulat Oil Corporation LLP (beide mit Sitz in Aktau, Kasachstan) abgeschlossen.
- Am 1. August 2021 schloss die SapuraOMV Upstream Sdn. Bhd. den Verkauf ihrer Anteile an der SapuraOMV Upstream (PM) Inc. ab, die Anteile an vor der malaysischen Halbinsel produzierenden Vermögenswerten gehalten hat.
- Es gab keine wesentlichen Veräußerungen in den Jahren 2020 und 2019.
Nicht beherrschende Anteile
- Da die OMV 51% an OMV Petrom hält, ist diese vollkonsolidiert; es sind daher 100% der OMV Petrom Vermögenswerte und Ergebnisse enthalten.
- Die OMV hält eine 50% Beteiligung an SapuraOMV, die vollkonsolidiert ist. Die Zahlen beinhalten daher 100% der Vermögenswerte und Ergebnisse der SapuraOMV.
At-equity bewertete Beteiligungen
- Die OMV hält 10% an Pearl Petroleum Company Limited (Region Mittlerer Osten und Afrika).
- Die OMV hat 24,99%-Anteile an OJSC Severneftegazprom (Region Russland).
- Die nachfolgenden Angaben zu den at-equity bewerteten Beteiligungen entsprechen dem OMV Anteil an den Unternehmen.
- Die nachfolgenden Darstellungen können Rundungsdifferenzen enthalten.
Tabellen
a) Aktivierte Kosten
- Die aktivierten Kosten umfassen die Summe des aktivierten Öl- und Gasvermögens einschließlich sonstiges immaterielles Vermögen und Sachanlagen wie Grundvermögen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Konzessionen, Lizenzen und Rechte.
Aktivierte Kosten – Tochtergesellschaften |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 | 2019 |
Öl- und Gasvermögen ohne sichere Reserven | 2.137 | 2.461 | 3.211 |
Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven | 27.611 | 26.988 | 26.830 |
Gesamt | 29.749 | 29.449 | 30.041 |
Kumulierte Abschreibung | –18.136 | –17.117 | –15.484 |
Aktivierte Kosten (abzüglich Abschreibung) | 11.613 | 12.333 | 14.557 |
|
|
|
|
Aktivierte Kosten – at equity bewertete Beteiligungen |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 | 2019 |
Öl- und Gasvermögen ohne sichere Reserven | 164 | 154 | 173 |
Öl- und Gasvermögen mit sicheren Reserven | 477 | 346 | 315 |
Gesamt | 641 | 501 | 489 |
Kumulierte Abschreibung | –99 | –76 | –67 |
Aktivierte Kosten (abzüglich Abschreibung) | 542 | 424 | 421 |
|
|
|
|
b) Kosten der Periode
- Die Kosten der Periode umfassen alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Anschaffung, Exploration und Entwicklung von Öl- und Gasvorkommen anfallen, unabhängig davon, ob diese Kosten aktiviert werden oder Aufwand der laufenden Periode sind.
Kosten der Periode |
In EUR Mio |
| Rumänien und schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neusee- land und Australien | Malaysia | Gesamt |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2021 |
Tochterunternehmen |
|
|
|
|
|
|
|
|
Anschaffungskosten für sichere Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven | 1 | — | — | 0 | — | — | 1 | 3 |
Explorationskosten | 41 | 6 | — | 81 | 25 | 26 | 30 | 210 |
Entwicklungskosten | 265 | 38 | — | 243 | 165 | 102 | 39 | 852 |
Kosten der Periode | 307 | 44 | — | 324 | 191 | 128 | 70 | 1.065 |
At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | 62 | — | 21 | — | — | 83 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Tochterunternehmen |
|
|
|
|
|
|
|
|
Anschaffungskosten für sichere Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
Explorationskosten | 51 | 25 | — | 55 | 17 | 46 | 32 | 227 |
Entwicklungskosten | 330 | 20 | — | 187 | 163 | 60 | 19 | 778 |
Kosten der Periode | 380 | 45 | — | 242 | 180 | 106 | 51 | 1.005 |
At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | 55 | — | 7 | — | — | 62 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2019 |
Tochterunternehmen |
|
|
|
|
|
|
|
|
Anschaffungskosten für sichere Reserven | — | — | — | 1 | — | 1 | 604 | 605 |
Anschaffungskosten für nicht sichere Reserven | — | — | — | — | 12 | — | 683 | 695 |
Explorationskosten | 93 | 53 | — | 121 | 32 | 40 | 20 | 360 |
Entwicklungslosten | 411 | 58 | — | 174 | 222 | 65 | 90 | 1.021 |
Kosten der Periode | 504 | 112 | — | 296 | 266 | 105 | 1.398 | 2.681 |
At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | 30 | — | 15 | — | — | 45 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
c) Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion
- Die folgenden Tabellen stellen Erträge und Aufwendungen dar, die direkt im Zusammenhang mit der Öl- und Gasproduktion der OMV anfallen. Das Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion entspricht nicht dem Ergebnis des Exploration & Production Bereichs, da Zinsen, allgemeine Verwaltungskosten und andere Aufwendungen nicht enthalten sind. Die Ertragsteuer wird nach Berücksichtigung von Investitionsbegünstigungen und Verlustvorträgen und unter Anwendung des lokalen Steuersatzes hypothetisch errechnet.
Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion |
In EUR Mio |
| Rumänien und schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neusee- land und Australien | Malaysia | Gesamt |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2021 |
Tochterunternehmen |
|
|
|
|
|
|
|
|
Umsatz mit Dritten1 | 22 | –649 | 562 | 876 | 556 | 279 | 239 | 1.884 |
Konzerninterner Umsatz | 1.845 | 432 | — | 1.345 | 1.018 | 122 | — | 4.762 |
| 1.868 | –218 | 562 | 2.221 | 1.574 | 400 | 239 | 6.646 |
Produktionsaufwand | –477 | –78 | — | –144 | –146 | –81 | –24 | –950 |
Förderzinsabgaben | –404 | –66 | — | — | –135 | –39 | –13 | –658 |
Explorationsaufwand2 | –43 | –5 | — | –108 | –43 | –18 | –65 | –281 |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –499 | –102 | –70 | –381 | –246 | –127 | –101 | –1.526 |
Sonstige Kosten3 | –70 | –14 | –329 | –132 | –25 | –5 | –21 | –597 |
| –1.493 | –265 | –399 | –766 | –596 | –270 | –223 | –4.012 |
Ergebnis vor Steuern | 375 | –483 | 163 | 1.455 | 979 | 130 | 15 | 2.635 |
Ertragsteuern4 | –59 | 121 | –27 | –981 | –750 | –38 | –6 | –1.740 |
Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion | 316 | –362 | 135 | 475 | 229 | 92 | 10 | 895 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | — | — | 24 | — | 31 | — | — | 55 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Tochterunternehmen |
|
|
|
|
|
|
|
|
Umsatz mit Dritten1 | 57 | –25 | 389 | 569 | 102 | 228 | 209 | 1.529 |
Konzerninterner Umsatz | 1.203 | 186 | — | 269 | 365 | 102 | — | 2.125 |
| 1.260 | 161 | 389 | 838 | 467 | 330 | 209 | 3.654 |
Produktionsaufwand | –472 | –77 | — | –144 | –125 | –77 | –24 | –920 |
Förderzinsabgaben | –180 | –40 | — | — | –67 | –34 | –4 | –325 |
Explorationsaufwand2 | –179 | –96 | — | –56 | –298 | –201 | –67 | –896 |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –538 | –223 | –74 | –309 | –226 | –384 | –126 | –1.880 |
Sonstige Kosten3 | –63 | –16 | –343 | –135 | –14 | –23 | –26 | –619 |
| –1.432 | –452 | –417 | –644 | –730 | –719 | –246 | –4.641 |
Ergebnis vor Steuern | –172 | –291 | –28 | 194 | –263 | –389 | –38 | –987 |
Ertragsteuern4 | 25 | 107 | 5 | –122 | 118 | 107 | –16 | 224 |
Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion | –148 | –184 | –23 | 72 | –145 | –282 | –53 | –763 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | — | — | 15 | — | 16 | — | — | 31 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion |
In EUR Mio |
| Rumänien und schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neusee- land und Australien | Malaysia | Gesamt |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2019 |
Tochterunternehmen |
|
|
|
|
|
|
|
|
Umsatz mit Dritten1 | 94 | 19 | 550 | 891 | 527 | 335 | 171 | 2.586 |
Konzerninterner Umsatz | 1.909 | 324 | — | 379 | 822 | 191 | — | 3.624 |
| 2.002 | 343 | 550 | 1.270 | 1.348 | 526 | 171 | 6.210 |
Produktionsaufwand | –500 | –82 | — | –158 | –124 | –98 | –30 | –991 |
Förderzinsabgaben | –250 | –62 | — | — | –103 | –65 | –16 | –496 |
Explorationsaufwand2 | –53 | –45 | — | –73 | –16 | –24 | –18 | –229 |
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen | –553 | –119 | –91 | –414 | –233 | –199 | –73 | –1.681 |
Sonstige Kosten3 | –93 | –29 | –429 | –132 | –45 | –20 | –13 | –761 |
| –1.449 | –336 | –520 | –777 | –520 | –407 | –149 | –4.159 |
Ergebnis vor Steuern | 553 | 7 | 30 | 493 | 828 | 119 | 21 | 2.051 |
Ertragsteuern4 | –88 | 1 | –5 | –402 | –675 | –25 | –28 | –1.222 |
Operatives Ergebnis aus der Öl- und Gasproduktion | 465 | 8 | 24 | 91 | 153 | 94 | –7 | 829 |
Ergebnis aus at-equity bewerteten Beteiligungen | — | — | 34 | — | 11 | — | — | 45 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
d) Öl- und Gasreserven
- Sichere Reserven sind jene Mengen an Erdöl und -gas, für welche durch Analysen von geologischen und technischen Daten mit begründeter Sicherheit beurteilt werden kann, dass sie aus bekannten Lagerstätten unter gegenwärtigen wirtschaftlichen, produktionstechnischen und regulatorischen Bedingungen in der Zukunft und innerhalb der Konzessionsdauer – außer die Verlängerung der Konzession ist sicher – wirtschaftlich gefördert werden können. Die sicheren Reserven werden auf Basis eines 12-Monats-Durchschnittspreises ermittelt, es sei denn, die Preise sind vertraglich festgelegt.
- Sichere, entwickelte Reserven sind jene Reserven, die voraussichtlich mittels bestehenden Bohrungen mit bestehenden Ausrüstungen und Verfahren, oder wenn die Kosten der benötigten Ausrüstung relativ gering verglichen mit den Kosten einer neuen Bohrung sind, gefördert werden können. Weiters ist von sicheren entwickelten Reserven auszugehen, falls sichere Reserven voraussichtlich durch bereits vorhandene und zurzeit in Betrieb befindlicher Förderanlagen und -infrastruktur gefördert werden können. Es sollte sichergestellt sein, dass die benötigten zukünftigen Aufwendungen zur Sicherstellung der bestehenden Ausrüstungen innerhalb des aktuellen Budgets geleistet werden.
- Sichere, nicht entwickelte Reserven sind jene sicheren Reserven, die voraussichtlich aus neuen Bohrungen in Gebieten, in denen noch keine Bohrungen stattgefunden haben oder aus bestehenden Bohrungen, die zur Rekomplettierung eine verhältnismäßig hohe Aufwendung oder substanzielle neue Investition benötigen, um den Zustand alternder Einrichtungen zu gewährleisten oder diese zu ersetzen, gefördert werden können.
Erdöl und NGL |
in Mio bbl |
|
|
|
|
|
|
|
|
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neusee- land und Australien | Malaysia | Gesamt |
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – Tochterunternehmen |
1. Jänner 2019 | 324,4 | 37,0 | — | 48,4 | 208,3 | 10,2 | — | 628,3 |
Revision früherer Schätzungen | 20,2 | 2,1 | — | 13,3 | 26,7 | 6,0 | — | 68,4 |
Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | 9,5 | 9,5 |
Verkauf von Reserven | –3,4 | — | — | — | — | — | — | –3,4 |
Erweiterungen und Neufunde | 0,1 | — | — | 6,0 | — | — | — | 6,1 |
Produktion | –26,1 | –4,0 | — | –16,6 | –21,8 | –4,6 | –2,1 | –75,2 |
31. Dezember 2019 | 315,2 | 35,2 | — | 51,1 | 213,2 | 11,6 | 7,4 | 633,7 |
Revision früherer Schätzungen | 8,6 | 2,7 | — | 8,5 | 69,7 | 0,2 | 1,0 | 90,7 |
Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
Verkauf von Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
Erweiterungen und Neufunde | 0,5 | — | — | — | — | — | — | 0,5 |
Produktion | –25,5 | –3,8 | — | –15,1 | –12,8 | –3,8 | –2,7 | –63,7 |
31. Dezember 2020 | 298,8 | 34,0 | — | 44,5 | 270,2 | 8,0 | 5,7 | 661,2 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Revision früherer Schätzungen | 4,2 | 1,0 | — | 17,2 | 30,3 | 7,6 | 4,9 | 65,2 |
Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
Verkauf von Reserven | –21,4 | — | — | — | — | — | –2,4 | –23,8 |
Erweiterungen und Neufunde | 0,3 | — | — | — | — | 0,8 | — | 1,0 |
Produktion | –23,0 | –3,6 | — | –15,3 | –24,8 | –3,5 | –1,7 | –71,9 |
31. Dezember 2021 | 258,8 | 31,4 | — | 46,4 | 275,7 | 12,9 | 6,5 | 631,7 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven - At-equity bewertete Beteiligungen |
31. Dezember 2019 | — | — | — | — | 15,3 | — | — | 15,3 |
31. Dezember 2020 | — | — | — | — | 18,4 | — | — | 18,4 |
31. Dezember 2021 | — | — | — | — | 17,5 | — | — | 17,5 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Sichere, entwicklelte Reserven - Tochterunternehmen |
31. Dezember 2019 | 287,2 | 35,2 | — | 37,2 | 179,7 | 7,8 | 5,7 | 552,7 |
31. Dezember 2020 | 273,1 | 33,9 | — | 32,7 | 172,7 | 5,6 | 5,7 | 523,8 |
31. Dezember 2021 | 234,2 | 31,4 | — | 40,7 | 189,2 | 6,0 | 1,6 | 503,2 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Sichere, entwicklelte Reserven - at-equity bewertete Beteiligungen |
31. Dezember 2019 | — | — | — | — | 14,9 | — | — | 14,9 |
31. Dezember 2020 | — | — | — | — | 15,7 | — | — | 15,7 |
31. Dezember 2021 | — | — | — | — | 14,7 | — | — | 14,7 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Erdgas |
in Mio bcf |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neusee- land und Australien | Malaysia | Gesamt |
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – Tochterunternehmen |
1. Jänner 2019 | 1.124,7 | 196,8 | — | 429,4 | 55,5 | 235,6 | — | 2.041,9 |
Revision früherer Schätzungen | 58,2 | 10,1 | — | 76,0 | 9,6 | 145,4 | — | 299,3 |
Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | 351,2 | 351,2 |
Verkauf | –6,3 | — | — | — | — | — | — | –6,3 |
Erweiterungen und Neufunde | 2,2 | — | — | 7,4 | — | — | — | 9,5 |
Produktion | –158,0 | –29,2 | — | –90,0 | –3,2 | –65,2 | –15,5 | –360,9 |
31. Dezember 2019¹ | 1.020,7 | 177,8 | — | 422,8 | 61,9 | 315,8 | 335,7 | 2.334,7 |
Revision früherer Schätzungen | 61,3 | 2,5 | — | 58,3 | 27,5 | –62,8 | 93,9 | 180,7 |
Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
Verkauf | — | — | — | — | — | — | — | — |
Erweiterungen und Neufunde | 7,2 | — | — | — | — | — | — | 7,2 |
Produktion | –148,6 | –24,9 | — | –97,5 | –7,0 | –57,7 | –53,3 | –389,0 |
31. Dezember 2020¹ | 940,7 | 155,3 | — | 383,6 | 82,4 | 195,3 | 376,3 | 2.133,6 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Revision früherer Schätzungen | 76,2 | 17,7 | — | 7,8 | 80,7 | 115,3 | 212,0 | 509,6 |
Erwerb von Reserven | — | — | — | — | — | — | — | — |
Verkauf | –22,3 | — | — | — | — | — | –9,1 | –31,5 |
Erweiterungen und Neufunde | 1,5 | — | — | — | — | 15,4 | — | 17,0 |
Produktion | –130,6 | –20,6 | — | –102,3 | –17,3 | –51,8 | –64,5 | –387,0 |
31. Dezember 2021¹ | 865,5 | 152,4 | — | 289,2 | 145,8 | 274,2 | 514,7 | 2.241,7 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Sichere, entwickelte und nicht entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen |
31. Dezember 2019 | — | — | 1.376,8 | — | 277,3 | — | — | 1.654,1 |
31. Dezember 2020 | — | — | 1.321,0 | — | 383,8 | — | — | 1.704,8 |
31. Dezember 2021 | — | — | 1.167,1 | — | 369,2 | — | — | 1.536,4 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Sichere, entwickelte Reserven – Tochterunternehmen |
31. Dezember 2019 | 923,0 | 110,2 | — | 407,8 | 57,4 | 203,2 | 124,0 | 1.825,5 |
31. Dezember 2020 | 851,9 | 76,1 | — | 335,7 | 55,2 | 143,5 | 376,3 | 1.838,7 |
31. Dezember 2021 | 779,5 | 84,0 | — | 287,0 | 62,5 | 115,4 | 291,9 | 1.620,2 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Sichere, entwickelte Reserven – At-equity bewertete Beteiligungen |
31. Dezember 2019 | — | — | 880,2 | — | 262,9 | — | — | 1.143,1 |
31. Dezember 2020 | — | — | 1.003,1 | — | 293,5 | — | — | 1.296,6 |
31. Dezember 2021 | — | — | 1.090,7 | — | 278,9 | — | — | 1.369,7 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
e) Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows
- Die zukünftige Netto-Cashflow-Information wird unter der Annahme erstellt, dass die vorherrschenden wirtschaftlichen und operativen Rahmenbedingungen über die Produktionsdauer der sicheren Reserven bestehen bleiben. Weder zukünftige Veränderungen der Preise, noch Fortschritte in der Technologie oder Veränderungen der operativen Bedingungen werden berücksichtigt.
- Der zukünftige Cash-Inflow beinhaltet die Erlöse aus dem Verkauf der Produktionsmengen, inklusive Kissengas in Gasspeicherreservoirs, unter der Annahme, dass die zukünftige Produktion zu jenen Preisen verkauft wird, welche zur Schätzung der sicheren Reserven zu den Jahresend-Mengen dieser Reserven verwendet werden (12-Monats-Durchschnittspreis). Die zukünftigen Produktionskosten umfassen Ausgaben für die Förderung sicherer Reserven sowie entsprechende Steuern ohne Berücksichtigung der Inflation. In den zukünftigen Rekultivierungsausgaben sind die Kosten der Rekultivierung von Sonden und Produktionsanlagen enthalten. Die zukünftigen Entwicklungsausgaben umfassen die geschätzten Kosten für Entwicklungsbohrungen und Produktionsanlagen. Allen drei Bereichen liegt die Annahme zugrunde, dass das Kostenniveau zum Bilanzstichtag ohne Berücksichtigung der Inflation beibehalten wird. Die zukünftigen Steuerzahlungen werden unter Verwendung des Steuersatzes jenes Landes berechnet, in dem die OMV tätig ist. Der Barwert ergibt sich aus der Diskontierung des zukünftigen Netto-Cashflows mit einem Diskontfaktor von 10% pro Jahr. Die standardisierte Ermittlung stellt keine Schätzung des beizulegenden Zeitwertes der sicheren Reserven im Konzern dar. Eine Schätzung des beizulegenden Zeitwertes würde neben vielen anderen Faktoren auch die Gewinnungsmöglichkeit von Reserven, die über die Menge der sicheren Reserven hinausgeht, und voraussichtliche Veränderungen in den zukünftigen Preisen und Kosten sowie einen dem Risiko der Öl- und Gasproduktion entsprechenden Diskontierungssatz berücksichtigen.
Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows |
In EUR Mio |
| Tochterunternehmen und at-equity bewertete Beteiligungen |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neusee- land und Australien | Malaysia | Gesamt |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2021 |
Tochterunternehmen |
|
|
|
|
|
|
|
|
Zukünftiger Cash-Inflow | 17.585 | 3.336 | 2.625 | 5.608 | 16.545 | 1.905 | 1.433 | 49.038 |
Zukünftige Produktions- und Rekultivierungsausgaben | –9.221 | –1.612 | –2.148 | –2.293 | –5.419 | –1.647 | –490 | –22.831 |
Zukünftige Entwicklungsausgaben | –1.422 | –246 | — | –281 | –776 | –380 | –257 | –3.362 |
Zukünftiger Netto-Cashflow vor Ertragsteuern | 6.942 | 1.479 | 477 | 3.034 | 10.350 | –122 | 685 | 22.845 |
Zukünftige Ertragsteuern | –577 | –264 | –97 | –2.541 | –6.893 | 116 | –175 | –10.432 |
Zukünftiger Netto-Cashflow undiskontiert | 6.366 | 1.214 | 380 | 493 | 3.457 | –6 | 510 | 12.413 |
10% jährlicher Diskontsatz für die zeitliche Differenz des Cashflows | –3.089 | –630 | –71 | –109 | –1.100 | 175 | –216 | –5.040 |
Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows | 3.276 | 584 | 309 | 384 | 2.357 | 169 | 294 | 7.373 |
At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | 187 | — | 336 | — | — | 523 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2020 |
Tochterunternehmen |
|
|
|
|
|
|
|
|
Zukünftiger Cash-Inflow | 12.167 | 1.513 | 2.497 | 2.628 | 9.914 | 928 | 959 | 30.607 |
Zukünftige Produktions- und Rekultivierungsausgaben | –7.748 | –1.159 | –2.276 | –1.857 | –3.907 | –1.257 | –450 | –18.654 |
Zukünftige Entwicklungsausgaben | –1.632 | –297 | — | –373 | –698 | –226 | –24 | –3.249 |
Zukünftiger Netto-Cashflow vor Ertragsteuern | 2.787 | 58 | 220 | 399 | 5.308 | –554 | 486 | 8.704 |
Zukünftige Ertragsteuern | –69 | — | –60 | –1 | –2.954 | 199 | –104 | –2.990 |
Zukünftiger Netto-Cashflow undiskontiert | 2.718 | 58 | 160 | 397 | 2.354 | –355 | 382 | 5.714 |
10% jährlicher Diskontsatz für die zeitliche Differenz des Cashflows | –1.038 | –5 | 1 | –40 | –696 | 153 | –103 | –1.727 |
Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows | 1.680 | 53 | 161 | 357 | 1.659 | –202 | 279 | 3.987 |
At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | 100 | — | 233 | — | — | 333 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows |
In EUR Mio |
| Tochterunternehmen und at-equity bewertete Beteiligungen |
| Rumänien und Schwarzes Meer | Österreich | Russland | Nordsee | Mittlerer Osten und Afrika | Neusee- land und Australien | Malaysia | Gesamt |
| 2019 |
Tochterunternehmen |
|
|
|
|
|
|
|
|
Zukünftiger Cash-Inflow | 19.932 | 2.554 | 3.402 | 4.432 | 12.597 | 1.972 | 1.246 | 46.135 |
Zukünftige Produktions- und Rekultivierungsausgaben | –9.156 | –1.704 | –2.779 | –2.196 | –3.398 | –1.785 | –461 | –21.480 |
Zukünftige Entwicklungsausgaben | –2.081 | –370 | — | –527 | –563 | –325 | –36 | –3.901 |
Zukünftiger Netto-Cashflow vor Ertragsteuern | 8.696 | 479 | 622 | 1.709 | 8.637 | –138 | 749 | 20.754 |
Zukünftige Ertragsteuern | –819 | –21 | –125 | –959 | –5.188 | 101 | –178 | –7.191 |
Zukünftiger Netto-Cashflow undiskontiert | 7.877 | 458 | 497 | 750 | 3.448 | –37 | 570 | 13.563 |
10% jährlicher Diskontsatz für die zeitliche Differenz des Cashflows | –3.918 | –47 | –117 | –286 | –1.025 | 184 | –126 | –5.334 |
Standardisierte Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows | 3.960 | 411 | 381 | 464 | 2.424 | 147 | 444 | 8.230 |
At-equity bewertete Beteiligungen | — | — | 101 | — | 136 | — | — | 238 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
f) Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows
Veränderung der standardisierten Berechnung des diskontierten zukünftigen Netto-Cashflows |
In EUR Mio |
| 2021 | 2020 | 2019 |
Tochterunternehmen |
|
|
|
1. Jänner | 3.987 | 8.230 | 9.304 |
Verkauf von gefördertem Öl und Gas abzüglich Produktionsausgaben | –2.262 | –3.397 | –3.942 |
Nettoveränderung der Preise und Produktionskosten | 8.231 | –7.040 | –1.810 |
Nettoveränderung aus dem Kauf und Verkauf von Mineralvorkommen | –67 | — | 531 |
Nettoveränderung aufgrund von Erweiterungen und neuen Funden | 5 | 22 | 72 |
Entwicklungs- und Rekultivierungsausgaben der laufenden Periode | 657 | 1.031 | 674 |
Veränderung der geschätzten zukünftigen Entwicklungs- und Rekultivierungskosten in der Periode | –269 | 259 | –398 |
Revision früherer Schätzungen | 1.854 | 757 | 1.216 |
Zuwachs aus der Diskontierung | 341 | 732 | 828 |
Nettoveränderung der Ertragsteuern (inkl. Steuereffekte aus Zukäufen und Verkäufen) | –4.935 | 3.625 | 1.646 |
Sonstiges1 | –168 | –232 | 108 |
31. Dezember | 7.373 | 3.987 | 8.230 |
At-equity bewertete Beteiligungen | 523 | 333 | 238 |
|
|
|
|
- Wien, am 9. März 2022
- Der Vorstand
- Alfred Stern e.h.
- Vorstandsvorsitzender,
- Generaldirektor und
Executive Officer Chemicals & Materials
| - Johann Pleininger e.h.
- Stellvertretender Vorstandsvorsitzender
- und Executive Officer Exploration & Production
|
- Reinhard Florey e.h.
- Chief Financial Officer
Martijn van Koten e.h. Executive Officer Refining
| - Elena Skvortsova e.h.
- Executive Officer Marketing & Trading
|
Lagebericht
Geschäftsverlauf 2021
- Die im Geschäftsjahr 2021 erwirtschafteten Umsatzerlöse betrugen EUR 225,21 Mio (2020: EUR 234,20 Mio). Da die OMV Aktiengesellschaft die Aufgaben einer Management-Holding wahrnimmt, bestehen die Umsatzerlöse hauptsächlich aus den an die Tochtergesellschaften verrechneten Konzernumlagen und Servicedienstleistungen.
- Das Betriebsergebnis beläuft sich auf EUR -63,00 Mio (2020: EUR -52,35 Mio).
- Der Finanzerfolg beträgt im Geschäftsjahr 2021 EUR 707,23 Mio (2020: EUR 445,66 Mio). Das Finanzergebnis der OMV Aktiengesellschaft als Holding besteht im Wesentlichen aus Dividenden- und Beteiligungserträgen der operativen Gesellschaften. Die Netto-Erträge aus Beteiligungen betrugen EUR 779,40 Mio und lagen damit deutlich über dem Niveau von 2020 (EUR 535,37 Mio). Die Dividende von OMV Petrom lag mit EUR 181,86 Mio (2020: EUR 185,18 Mio) unter dem Vorjahresniveau.
- Das Beteiligungsergebnis der Exploration & Production Gesellschaften exklusive OMV Petrom lag mit EUR -0,34 Mio über dem Vorjahresniveau (2020: EUR -4,81 Mio).
- Das Beteiligungsergebnis der Refining & Marketing Gesellschaften exklusive OMV Petrom lag mit EUR 442,65 Mio über dem Vorjahresniveau (2020: EUR 282,36 Mio).
- Chemicals & Materials Gesellschaften trugen zum Beteiligungsergebnis mit einem Betrag von EUR 112,50 Mio (2020: 108,00 Mio) bei.
- Im Geschäftsjahr 2021 gab es keine Investitionen. In 2020 wurden sie im Wesentlichen von einer Kapitalzuführung an die OMV Downstream GmbH im Zusammenhang mit der Finanzierung des Erwerbs eines zusätzlichen 39%-Anteils an der Borealis AG geprägt.
- Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit für das Geschäftsjahr 2021 betrug EUR 568,89 Mio (2020: EUR 1.537,24 Mio), der Cashflow aus der Investitionstätigkeit EUR 307,51 Mio (2020: EUR -4.035,13 Mio) und der Cashflow aus der Finanzierung EUR -836,13 Mio (2020: EUR 2.300,99 Mio).
- Der Jahresüberschuss betrug EUR 972,13 Mio (2020: EUR 235,46 Mio).
- Die Bilanzsumme erhöhte sich 2021 auf EUR 21.806,45 Mio (2020: EUR 21.521,35 Mio).
- Das Eigenkapital wurde zum 31. Dezember 2021 mit EUR 5.809,24 Mio ermittelt (2020: EUR 5.433,62 Mio). Die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2021 betrug 26,64% (2020: 25,25%).
- Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2021 lag bei rund 84,89% (2020: 92,19%).
- Die Eigenkapitalrendite (Return On Equity) wurde mit 17,29% (2020: 4,20%) ermittelt.
- Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Konzernzentrale tätig waren, betrug 2021 862 (2020: 901).
- Definitionen dieser Kennzahlen finden Sie in der Beilage „Abkürzungen und Definitionen”, welche ein integraler Bestandteil des Lageberichts ist.
Eigene Anteile
- An eigenen Aktien wurden zum Bilanzstichtag 2021 insgesamt 261.326 Stück gehalten (EUR 261.326), was 0,08% des Grundkapitals entspricht.
- Zum Erwerb der eigenen Anteile verweisen wir auf den Punkt „Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)“.
- Im Geschäftsjahr wurden zur Bedienung von aktienbasierten Vergütungsprogrammen 36.520 Stück, das entspricht 0,01% des Grundkapitals, mit einem Kurswert von TEUR 1.509 verwendet. Die Differenz zum historischen Rückkaufswert in Höhe von TEUR 1.108 wurde in die Kapitalrücklage eingestellt.
Corporate Governance Bericht
- Der im Geschäftsbericht integrierte Corporate Governance Bericht ist auf der OMV Website unter www.omv.com > Investoren> Geschäftsberichte abrufbar.
Informationen gemäß § 243a Unternehmensgesetzbuch (UGB)
- 1. Das Grundkapital beträgt EUR 327.272.727 und ist in 327.272.727 auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Es gibt keine unterschiedlichen Aktiengattungen.
- 2. Zwischen den Kernaktionären Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) und Mubadala Petro–leum and Petrochemicals Holding Company L.L.C (MPPH) besteht ein Syndikatsvertrag, der ein gemeinsames Verhalten sowie Übertragungsbeschränkungen bezüglich der gehaltenen Aktien vorsieht.
- 3. ÖBAG hält 31,5% und MPPH hält 24,9% des Grundkapitals.
- 4. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrech–ten.
- 5. Arbeitnehmer, die Aktien halten, üben bei der Hauptversammlung ihr Stimmrecht unmittelbar aus.
- 6. Der Vorstand der Gesellschaft muss aus zwei bis sechs Mitgliedern bestehen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft muss aus mindestens sechs von der Hauptversammlung gewählten und den gemäß § 110 Abs. 1 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten Mitgliedern bestehen. Die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern gemäß § 87 Abs. 8 Aktiengesetz (AktG) bedarf der einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Für Kapitalerhöhungen gemäß § 149 AktG und Satzungsänderungen (ausgenommen Änderungen des Unternehmensgegenstands) genügt die einfache Stimmen- und Kapitalmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals.
7.
- 7.a) Da das von der Hauptversammlung am 14. Mai 2014 geschaffene genehmigte Kapital am 14. Mai 2019 auslief, beschloss die Hauptversammlung am 29. September 2020 ein neues genehmigtes Kapital. Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand bis einschließlich 29. September 2025 das Grundkapital der OMV mit Zustimmung des Aufsichtsrats – auf einmal oder in mehreren Tranchen – um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung kann auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz durchgeführt werden. Der Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen können durch den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgesetzt werden. Der Vorstand wurde auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, wenn die Kapitalerhöhung
- (i) zum Ausgleich von Spitzenbeträgen oder
- (ii) der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere Long-Term Incentive Plänen, Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen dient.
- Zudem wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben.
- 7.b) Die Hauptversammlung vom 18. Mai 2016 ermächtigte den Vorstand, für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 17. Mai 2021, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term Incentive Plänen einschließlich Matching Share Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z. 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
- 7.c) In der Hauptversammlung vom 2. Juni 2021 wur-de der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 1. Juni 2026, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
- 8. Per 31. Dezember 2021 hat die OMV unbefristete Hybridschuldverschreibungen im Ausmaß von EUR 2.500 Mio ausstehend, die gegenüber allen sonstigen Gläubigern nachrangig sind. Die Nettoerlöse aus den Hybridschuldverschreibungen in der Höhe von EUR 2.483 Mio werden gemäß IFRS zur Gänze als Eigenkapital klassifiziert, da die Rück- sowie Zinszahlungen im alleinigen Ermessen der OMV liegen.
- Am 7. Dezember 2015 begab die OMV Hyb-ridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.500 Mio in zwei Tranchen von je EUR 750 Mio:
- (i) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1, mit einem erstmöglichen Kündigungstag im Jahr 2021, wurden gekündigt und zu ihrem Nennbetrag (zuzüglich Zinsen) am 30. November 2021 zurückgezahlt.
- (ii) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich), dem erstmöglichen Kündigungstag von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 6,250% verzinst. Ab 9. Dezember 2025 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht, verzinst.
- Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 9. Dezember eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
- Am 19. Juni 2018 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 500 Mio. Die Hybridschuldverschreibungen werden bis zum 19. Juni 2024 (ausschließlich) mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Von 19. Juni 2024 (einschließlich) bis 19. Juni 2028 (ausschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 19. Juni 2028 (einschließlich) werden die Hybridschuldverschreibungen mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres-Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht. Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 19. Juni eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt, eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
- Am 1. September 2020 begab die OMV Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von EUR 1.250 Mio in zwei Tranchen (Tranche 1: EUR 750 Mio; Tranche 2: EUR 500 Mio) mit folgender Verzinsung:
- (iii) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 werden bis zum 1. September 2026 (ausschließ-lich), dem ersten Reset-Termin von Tranche 1, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,500% verzinst. Von 1. September 2026 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 1 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
- (iv) Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 2 werden bis zum 1. September 2029 (ausschließ-lich), dem ersten Resettermin von Tranche 2, mit einem jährlichen festen Zinssatz von 2,875% verzinst. Von 1. September 2029 (einschließlich) bis 1. September 2030 (ausschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Reset-Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge entspricht. Ab dem 1. September 2030 (einschließlich) wird die Tranche 2 mit einem jährlichen Zinssatz verzinst, der dem dann geltenden 5-Jahres Swapsatz zuzüglich einer definierten Marge und eines Step-ups von 100 Basispunkten entspricht.
- Die Zinsen sind jährlich nachträglich am 1. September eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich OMV nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere, wenn die Hauptversammlung der OMV beschließt eine Dividende auf die OMV Aktien zu leisten.
- Die zum 31. Dezember 2021 ausstehenden Hybridschuldverschreibungen haben keinen Endfälligkeitstag und können seitens der OMV unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Die OMV hat insbesondere das Recht, die Hybridschuldverschreibungen zu bestimmten Stichtagen zurückzuzahlen. Bei Rückzahlung werden sämtliche ausständige Zinsen zur Zahlung fällig. Im Fall eines Kontrollwechsels, zum Beispiel, hat die OMV die Möglichkeit, die Hybridschuldverschreibungen vorzeitig zurückzuzahlen, anderenfalls tritt gemäß Anleihebedingungen eine Erhöhung der Verzinsung ein.
- 9. Die wesentlichen Finanzierungsvereinbarungen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, und von OMV begebene Anleihen beinhalten übliche Standardklauseln für den Fall eines Kontrollwechsels.
- 10. Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
- 11. Die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sind: Die Governance für das interne Kontrollsystem wird in einer internen Konzernrichtlinie (Richtlinie internes Kontrollsystem und ihre Anhänge) festgelegt. Corporate Internal Audit überwacht die Einhaltung dieser Grundsätze und Anforderungen durch regelmäßige Prüfungen, basierend entweder auf dem vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats genehmigten Jahresprüfungsplan oder in Form von Ad-hoc-Prüfungen. Die Ergebnisse der durchgeführten Prüfungen werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats präsentiert. Für die Überwachung der wesentlichen „End-to-End“-Prozesse (z. B. Purchase-to-Pay, Order-to-Cash) werden konzernweit gültige Mindestanforderungen definiert. Diese werden nach einem festgelegten Zeitplan hinsichtlich Umsetzung und Effektivität überprüft. Die Festlegung von konzerneinheitlichen Regelungen für die Erstellung von Jahresabschlüssen und Zwischenabschlüssen durch das Konzern-IFRS Accounting-Manual wird ebenfalls in einer internen Konzernrichtlinie geregelt. Der Konzern verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem. Der Rechnungslegungsprozess wurde hinsichtlich wesentlicher Teilprozesse analysiert. Zusätzlich beurteilen die Abschlussprüfer regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats berichtet.
- 12. Gemäß § 267a Abs. 6 UGB wird ein gesonderter konsolidierter nichtfinanzieller Bericht erstellt.
Strategie
- Der Strategie Bericht ist in den Geschäftsbericht des OMV Konzerns integriert; dieser ist auf der OMV Website unter www.omv.com > Investoren > Berichte abrufbar.
Risikomanagement
- Wie die Öl-, Gas- und Chemieindustrie insgesamt ist auch die OMV einer Reihe von Risiken ausgesetzt – unter anderem Marktpreisrisiken und anderen finanziel-len Risiken, operativen sowie strategischen Risiken. Im Risikomanagementprozess des Konzerns liegt der Schwerpunkt auf der Identifizierung, Bewertung und Beurteilung dieser Risiken und ihrer Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität und Rentabilität. Ziel ist es, die Risiken im Rahmen des Risikoappetits und der festgelegten Risikotoleranzen des Konzerns aktiv zu steuern, um langfristige strategische Ziele der OMV zu verwirklichen.
- Der Konzern vertritt die Ansicht, dass durch sein integriertes Geschäftsmodell und die damit verbundenen teilweise gegenläufigen Risiken das Gesamtrisiko wesentlich niedriger ist als die Summe der einzelnen Risiken. Die ausgleichende Wirkung von Branchenrisiken erfolgt jedoch häufig zeitlich verzögert oder abgeschwächt. Die Risikomanagementaktivitäten fokussieren sich daher auf die Nettoposition der Risiken des aktuellen und zukünftigen Geschäftsportfolios des Konzerns. Die wechselseitigen Abhängigkeiten und Korrelationen zwischen den einzelnen Risiken spiegeln sich auch im konzernweiten Risikoprofil wider. Die Themenbereiche Risikomanagement und Versicherung werden zentral durch den Bereich Treasury & Risk Management koordiniert. Damit wird sichergestellt, dass im gesamten Konzern klare und konsistente Prozesse, Methoden und Techniken in Bezug auf das Risikomanagement angewendet werden. Für jedes Risiko wird eine bzw. ein Risk Owner definiert, die bzw. der am besten geeignet ist, die Überwachung und Steuerung des jeweiligen Risikos zu verantworten.
- Das generelle Ziel der Risikopolitik ist es, die Liquidität des Konzerns abzusichern und ein dem Risikoappetit des OMV Konzerns entsprechend starkes Investment-Grade-Rating zu erhalten.
- Die OMV beobachtet die Entwicklung der Folgen der Covid-19-Pandemie genau und evaluiert regelmäßig die Auswirkungen auf den Cashflow und die Liquiditätslage des Konzerns.
- Die OMV beobachtet die zunehmenden geopolitischen Spannungen und die sich verschärfende Krise zwischen Russland und der Ukraine kontinuierlich und überprüft regelmäßig die möglichen Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit und Vermögenswerte. Insbesondere bewertete und bewertet die OMV weiterhin die Risiken im Zusammenhang mit den internationalen Sanktionen gegen die Nord Stream 2 AG und die Auswirkungen auf die Rückzahlung des von der OMV an die Nord Stream 2 AG gewährten Darlehens. Aus heutiger Sicht sind keine direkten Auswirkungen auf die russische Gasproduktion der OMV zu erwarten. Die OMV wird jedoch weiterhin mögliche Einschränkungen der damit verbundenen Dividendenzahlungen überwachen. Das Kreditrisikoportfolio im Zusammenhang mit Kontrahentinnen und Kontrahenten und Banken, die in Russland ansässig sind und/oder möglicherweise Ziel von internationalen Sanktionen (oder von Beschränkungen bei internationalen Geldtransfers) sind, wird genau geprüft. Internationale Handelsbeschränkungen und Sanktionen könnten zu einer weiteren Abwertung des russischen Rubels gegenüber dem Euro und dem US-Dollar führen. Unterbrechungen der russischen Rohstofflieferungen nach Europa könnten zu einem weiteren Anstieg der europäischen Energiepreise führen und das Inflationsrisiko erhöhen. Aus heutiger Sicht rechnet die OMV nicht mit einem Stopp der Erdgasexporte aus Russland. Im Fall einer kurzfristigen Unterbrechung der Gaslieferungen aus Russland, kann die OMV das im Speicher befindliche Gas zur Versorgung der Kunden nutzen bzw. hat OMV Zugang zu anderen europäischen liquiden Handelsplätzen für Erdgas. In einem solchen Fall wird auf Basis vordefinierter interner Prozesse ein Emergency Team gebildet. Dieses Emergency Team wird die Situation kontinuierlich analysieren und bewerten, um gegebenenfalls geeignete Maßnahmen einleiten zu können. Es ist auch verantwortlich für die Kommunikation und Koordination aller Aktivitäten mit der österreichischen Regulierungsbehörde e-control.
- Siehe Anhangangabe 19 "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" im Einzelabschluss zu den jüngsten Entwicklungen der Russland-Ukraine-Krise und den erwarteten Auswirkungen auf die Finanzkennzahlen der OMV.
Unternehmensweites Risikomanagement
- Finanzielle und nicht finanzielle Risiken werden regelmäßig im Rahmen des unternehmensweiten Risikomanagement-(UWRM-)Prozesses des OMV Konzerns identifiziert, beurteilt und berichtet.
- Hauptzweck des UWRM-Prozesses ist es, einen we-sentlichen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten, indem risikobasierte Managemententscheidungen ermöglicht werden. Dies erfolgt mithilfe eines Modells mit „drei Verteidigungslinien“: 1. Unternehmensführung, 2. Risikomanagement und Aufsichtsfunktionen, 3. In-terne Revision. Durch die richtige Einschätzung der finanziellen, operativen und strategischen Risiken wird die Nutzung von Geschäftsmöglichkeiten systematisch unterstützt, wodurch der Wert der OMV nachhaltig gesteigert wird. Das UWRM-System hat seit 2003 in allen Bereichen des Konzerns, einschließlich der Tochtergesellschaften in mehr als 20 Ländern, das Risikobewusstsein und die Kenntnisse über das Risikomanagement deutlich verbessert. Die OMV arbeitet laufend an der Weiterentwicklung des UWRM-Prozesses gemäß den internen und externen Anforderungen, wie zum Beispiel der Berücksichtigung von ESG-(„Environment, Social, Governance“-) Standards und Rahmenwerken.
- Ein funktionsübergreifender Ausschuss bestehend aus Mitgliedern des Senior Managements und unter der Leitung des CFO – das Risk Committee – stellt sicher, dass wesentliche Risiken innerhalb des Konzerns im Rahmen des UWRM-Prozesses effektiv erfasst und gesteuert werden.
- Der Prozess wird durch ein konzernweites IT-System unterstützt, in dem sämtliche festgelegten Prozessschritte dokumentiert werden: Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung, Risikosteuerung, Berichterstattung und Monitoring führen zur kontinuierlichen Überwachung von Änderungen des Risikoprofils. Die Auswirkungen der durch einen Bottom-up-Prozess ermittelten Konzernrisiken werden mithilfe einer Monte-Carlo-Simulation bewertet und den Planungsdaten gegenübergestellt. Diese Herangehensweise wird vom Senior Management in einem Top-down-Prozess unter Einbeziehung der mit der Konzernstrategie verbundenen Risiken ergänzt. Auch nicht voll konsolidierte Gesellschaften sind in diesem Prozess inkludiert. Im Rahmen des UWRM-Prozesses bedienen wir uns konzernweit derselben Risikoterminologie und sprechen eine gemeinsame Risikosprache, um eine effektive Kommunikation von Risiken zugewährleisten, wobei ESG-Risiken in der OMV Risikotaxonomie eine Schlüsselrolle spielen. Zweimal im Jahr werden die Ergebnisse dieses Prozesses zusammengeführt und dem Vorstand sowie dem Audit Committee präsentiert. In Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex wird die Funktionsfähigkeit des UWRM jährlich durch den Wirtschaftsprüfer evaluiert. Folgende finanzielle und nicht finanzielle Schlüsselrisiken wurden in Bezug auf die Erreichung des Mittelfristplans der OMV ermittelt:
- ▸ Finanzielle Risiken wie Marktpreisrisiken und Währungsrisiken
- ▸ Operative Risiken inklusive aller mit Anlagen verbundenen Risiken, Produktionsrisiken, Projektrisiken, Personalrisiken, IT-Risiken, HSSE- und regulatorischer bzw. Compliance-Risiken
- ▸ Strategische Risiken, die zum Beispiel durch Klimawandel und technologischen Fortschritt entstehen, aber auch Reputationsrisiken und politische Risiken wie Sanktionen beinhalten
Management der finanziellen Risiken
- Marktpreis- und andere finanzielle Risiken, einschließlich der Marktpreisrisiken durch EU-Emissionsberechtigungen, entstehen durch die Volatilität von Rohstoffpreisen, Wechselkursen und Zinssätzen. Kreditrisiken, die durch die Unfähigkeit einer Geschäftspartnerin oder eines Geschäftspartners, einer Zahlungs- oder Lieferverpflichtung nachzukommen, entstehen können, zählen ebenfalls zu den wesentlichen Risiken. Als Öl-, Gas- und Chemieunternehmen ist die OMV den Preisschwankungen der entsprechenden Rohstoffe in signifikantem Maße ausgesetzt. Auf der Währungsseite hat der Konzern wesentliche Risikopositionen in USD, RON, NOK, NZD, SEK und RUB. Aus dem Verkauf von Rohöl resultiert eine Netto-USD-Long-Position in der OMV. Die vergleichsweise weniger signifikanten Short-Positionen in RON, NOK, NZD, SEK und RUB entstehen aus Kosten in lokalen Währungen in den jeweiligen Ländern.
Management von Marktpreisrisiken, Währungsrisiken und Risiken im Zusammenhang mit EU Emissionsberechtigungen
- Die Analyse und das Management finanzieller Risiken, die aus Fremdwährungen, Zinssätzen, Rohstoffpreisen, EU-Emissionsberechtigungen, Kontrahentinnen bzw. Kontrahenten, Liquidität und versicherbaren Risiken resultieren, werden zentral konsolidiert. Marktpreisrisiken werden konzernweit betrachtet und ihre möglichen Cashflow-Auswirkungen werden mittels eines Risikomodells analysiert, das Portfolioeffekte berücksichtigt. Die Auswirkungen der finanziellen Risiken (in erster Linie bezüglich Rohstoffpreisen und Währungen) auf Cashflow und Liquidität des Konzerns werden quartalsweise im Risk Committee präsentiert. Dieser Ausschuss unter der Leitung des CFO setzt sich aus den Mitgliedern des Senior Managements der Geschäftsbereiche und Konzernfunktionen zusammen.
- In Bezug auf Rohstoffpreisrisiken und Währungsrisiken entscheidet der OMV Vorstand bei Bedarf über Hedging-Strategien zur Reduzierung dieser Risiken. Die OMV setzt Finanzinstrumente zu Sicherungszwecken ein, um die Konzernliquidität gegen den potenziell negativen Einfluss fallender Öl- und Gaspreise im E&P-Geschäft abzusichern.
- Im Downstream-Geschäft (einschließlich der Geschäftsbereiche Refining & Marketing sowie Chemicals & Materials) ist die OMV insbesondere volatilen Raffinerie- und Chemiemargen und Erdgaspreisen sowie Preisrisiken bei Lagerbeständen ausgesetzt. Entsprechende Optimierungs- und Hedging-Aktivitäten werden durchgeführt, um diese Risiken zu reduzieren. Hierunter fallen insbesondere Margen-Hedges sowie Lagerbestands-Hedges. Ein Governance-System zur Kontrolle von Optimierungs-, Handels- und Hedging-Risiken definiert klare Mandate einschließlich Risikoschwellen für solche Aktivitäten. Weiters werden Emissionszertifikate gehandelt, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Dabei streben wir eine ausgeglichene Position an Emissionszertifikaten durch den Verkauf im Falle eines Überhangs bzw. den Zukauf im Falle einer Unterdeckung an.
Zinsrisikomanagement
- Zur Ausbalancierung des Zinsportfolios des Konzerns können im Rahmen definierter Regelungen Kredite von fixer auf variable Zinsbindung und vice versa umgestellt werden. Weiters analysiert die OMV regelmäßig den Einfluss von Zinsänderungen auf das Zinsergebnis aus variabel verzinsten Geldanlagen und -aufnahmen. Derzeit werden Effekte aus dem Zinsänderungsrisiko nicht als substanzielles Risiko eingestuft.
Kreditrisikomanagement
- Das Kreditrisiko wesentlicher Kontrahentinnen und Kontrahenten wird auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene bewertet und mittels definierter Limits für Banken, Geschäftspartnerinnen bzw. -partner und Sicherheitengeberinnen bzw. -geber überwacht und gesteuert. Die Abläufe sind durch Richtlinien auf Ebene des OMV Konzerns geregelt. Aufgrund der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit infolge der Covid-19-Pandemie legen wir besonderes Augenmerk auf Frühwarnsignale, wie beispielsweise Änderungen im Zahlungsverhalten.
Operative Risiken
- Die OMV ist durch ihre Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety, Security, and Environment; HSSE) ausgesetzt. Dazu zählen die möglichen Auswirkungen von Naturkatastrophen sowie von Vorfällen im Bereich der Prozesssicherheit und der Sicherheit von Personen. Weitere operative Risiken gehen mit der Durchführung von Investitionsprojekten und der Nichteinhaltung von gesetzlichen oder regulatorischen Bestimmungen einher. Sämtliche operativen Risiken werden nach dem definierten Risikomanagementverfahren des Konzerns identifiziert, analysiert, überwacht und gemindert.
- Die bewerteten Risiken werden auf allen Unternehmensebenen unter Anwendung der definierten Risikorichtlinien und mit klar zugeordneten Verantwortlichkeiten gesteuert und gemindert. Die Schlüsselrisiken, wie beispielsweise Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz, Recht und Compliance, Personalmanagement sowie Nachhaltigkeit, werden zentral durch definierte Konzernrichtlinien geregelt, um sicherzustellen, dass Planungsziele erreicht werden können.
Pandemierisiko
- Der weltweite Ausbruch der Covid-19-Pandemie hat weiterhin schwerwiegende Auswirkungen auf die globale Wirtschaftsentwicklung. Die weltweit steigenden Covid-19-Fallzahlen nach dem Auftreten neuer Virusvarianten in Verbindung mit Unterbrechungen der Lieferketten und hohen Inflationsraten könnten die erwartete Erholung der Nachfrage verzögern. Die Folgen der Covid-19-Pandemie und anderer derzeit zu beobachtender Unterbrechungen, sowie das Ausmaß und die Dauer der wirtschaftlichen Auswirkungen sind aus heutiger Sicht nicht verlässlich abschätzbar. Die OMV reagiert auf die Situation mit gezielten Maßnahmen, um die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens und die sichere Versorgung mit Energie zu gewährleisten. Die Gesundheit und das Wohlergehen jeder einzelnen Mitarbeiterin und jedes einzelnen Mitarbeiters haben für uns oberste Priorität.
ESG-Risiko
- Die OMV konzentriert sich insbesondere auf fünf Schwerpunktbereiche der Nachhaltigkeitsstrategie: Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSSE); CO2-Effizienz; Innovation; Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; Geschäftsgrundsätze und soziale Verantwortung. Die Vorstandsmitglieder der OMV diskutieren regelmäßig (zumindest vierteljährlich) über aktuelle und bevorstehende Richtlinien und Vorschriften zu folgenden Themen: Umwelt, Klima und Energie, diesbezügliche Entwicklungen in den Kraftstoff- und Erdgasmärkten, finanzielle Auswirkungen von CO2-Emissionshandelspflichten, Status von Innovationsprojekten und Fortschritt in Bezug auf die Nachhaltigkeitsziele. Die OMV legt einen starken Fokus auf die potenzielle Vulnerabilität des Unternehmens durch den Klimawandel (z.B. Wasserknappheit, Dürreperioden, Überschwemmungen und Erdrutsche), die Auswirkungen des Unternehmens auf die Umwelt und die Maßnahmen zur Gewährleistung eines erfolgreichen Wandels hin zu einer CO2-armen Umwelt (z.B. Reduzierung der CO2-Emissionen und Einhaltung neuer regulatorischer Anforderungen).
IT-Risiko
- Da die OMV bei ihren Aktivitäten auf IT-Systeme angewiesen ist, kann es zu Beeinträchtigungen aufgrund von größeren Cyberattacken kommen. Zum Schutz von Daten und IT-Assets, die Daten speichern und verarbeiten, werden daher konzernweit entsprechende Sicherheitskontrollen implementiert. IT-Risiken werden laufend bewertet und überwacht sowie mithilfe von geeigneten IT- und Sicherheitsprogrammen im gesamten Konzern aktiv gesteuert. OT-(„Operational Technology“-) bezogene Risiken finden im Rahmen der Bewertung von Prozesssicherheitsrisiken Berücksichtigung.
Strategische Risiken
- Zur Identifizierung strategischer Risiken, die potenziell langfristige Auswirkungen auf die Unternehmensziele haben könnten, beobachtet die OMV laufend ihr internes und externes Umfeld.
Personalrisiken
- Im Personalmanagement gibt es eine gezielte Nachfolge- und Entwicklungsplanung, um geeignete Führungskräfte für weitere Wachstumsschritte zu entwickeln und damit Personalrisiken zu mindern.
Politische und regulatorische Risiken
- In einigen Ländern, in denen die OMV aktiv ist, ist die Geschäftstätigkeit der OMV geopolitischen Risiken ausgesetzt, wie beispielsweise Enteignung und Verstaatlichung, Beschränkung von Eigentum ausländischer Investorinnen und Investoren, inneren Unruhen, Kriegshandlungen oder Terrorismus und politischer Instabilität insbesondere in Libyen, im Jemen, in Russland und in Tunesien sowie in allen anderen Ländern, wo die OMV tätig ist und Investitionen getätigt hat. Die OMV verfügt jedoch über umfangreiche Erfahrungen und Kenntnisse hinsichtlich des politischen Umfelds in Schwellenländern. Außerdem können mögliche regulatorische Änderungen zu Unterbrechungen, Rückgängen in der Produktion oder höheren Steuerbelastungen führen. Die OMV beobachtet kontinuierlich politische und regulatorische Entwicklungen in allen Märkten, die sich auf die Geschäftstätigkeit der OMV auswirken. Spezifische Länderrisiken werden vor dem Eintritt in neue Länder überprüft.
- Die OMV analysiert auch das Risiko potenzieller US- oder EU-Sanktionen und deren Auswirkungen auf geplante oder bestehende Aktivitäten. Die OMV wird sicherstellen, dass alle geltenden Sanktionsgesetze vollständig eingehalten werden. Insbesondere Risiken aufgrund politischer und regulatorischer Entwicklungen innerhalb und außerhalb Europas mit potenziell ungünstigen Auswirkungen auf das Nord-Stream-2-Projekt und die Aktivitäten der OMV in Russland und in der Schwarzmeerregion werden regelmäßig bewertet und überwacht.
Risiken in Verbindung mit dem Klimawandel
- Neben dem Marktpreisrisiko im Zusammenhang mit EU-Emissionsberechtigungen bewertet die OMV lau–fend die Exposition des Konzerns gegenüber Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Dazu zählen die potenziellen Auswirkungen von plötzlichen oder anhaltenden Ereignissen, wie etwa häufigere extreme Wetterereignisse, aber auch systemische Änderungen unseres Geschäftsmodells aufgrund veränderter rechtlicher Rahmenbedingungen oder die Substitution von OMV Produkten durch verändertes Konsumverhalten. Die OMV betrachtet den Klimawandel als zentrale globale Herausforderung. Bei der Entwicklung unserer Geschäftsstrategie berücksichtigen wir deshalb klimarelevante Risiken und Chancen. Maßnahmen, die wir zur Steuerung oder Minderung solcher Risiken ergreifen, werden in den entsprechenden Abschnitten dieses Berichts, insbesondere in den Abschnitten Nachhaltigkeit und Strategie, näher erläutert.
Nachhaltigkeit & HSSE (Gesundheit, Sicherheit und Umwelt)
- Nachhaltiges Handeln ist für die OMV entscheidend. Nur so können wir langfristig Wert schaffen und sich-ern, vertrauensvolle Partnerschaften aufbauen und Kundinnen und Kunden wie auch die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Investorinnen und Investoren sowie Lieferantinnen und Lieferanten gewinnen. Die OMV engagiert sich für Klimaschutz und verantwortungsvolles Ressourcenmanagement.
- Der verantwortungsbewusste Geschäftsansatz der OMV sieht die Vermeidung und Minderung der mit unserer Geschäftstätigkeit verbundenen Nachhaltigkeitsrisiken vor. Wir wollen auch die Chancen nutzen, die sich durch einen nachhaltigen Geschäftsansatz ergeben. Die OMV integriert Risiken und Chancen in Verbindung mit dem Klimawandel in die Entwicklung der Geschäftsstrategie des Unternehmens und in die Planung der betrieblichen Aktivitäten. Die OMV unterstützt die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens und und hat sich entsprechende Ziele zur Steuerung und Reduktion der CO2-Bilanz ihrer Produktion und ihres Produktportfolios gesetzt. Weitere Informationen dazu finden Sie im Geschäftsbericht.
- Zur Verwirklichung dieser Vision etablierte die OMV die HSSE-Strategie als integralen Bestandteil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie im Konzern. Die HSSE-Strategie konzentriert sich auf die funktionsübergreifenden Ziele eines starken HSSE-Engagements und entsprechender Führung, die Steigerung der Effizienz und Effektivität von HSSE-Prozessen, das Management von HSSE-Risiken und qualifiziertes Personal sowie spezifische Ziele in den Bereichen Gesundheit, Arbeitsschutz, Sicherheit und Umwelt.
- Im Jahr 2021 lagen die Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit (Lost-Time Injury Rate; LTIR) für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OMV sowie von Vertragsunternehmen bei insgesamt 0,57 (2020: 0,32) und die Häufigkeit der berichtspflichtigen Arbeitsunfälle (Total Recordable Injury Rate; TRIR) bei insgesamt 0,96 (2020: 0,60). Tief betroffen sind wir über drei tödliche Arbeitsunfälle, bei denen Mitarbeiter von Vertragsunternehmen im Zuge von Transportaktivitäten in Österreich und Rumänien ums Leben kamen. Die Bewältigung der Covid-19-Pandemie hatte auch im Jahr 2021 neben dem routinemäßigen HSSE-Management hohe Priorität. Ein spezieller Schwerpunkt lag unternehmensweit auf dem Lernen aus Zwischenfällen: Mit Videos, Lernfällen und Kommunikationskampagnen sollten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreicht werden.
- Das Wohlergehen und die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind grundlegend für den Unternehmenserfolg, da sie wesentlich dazu beitragen, die Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Im Jahr 2021 war die Covid-19-Pandemie das alles beherrschende Thema. Unsere medizinischen Teams und Fachkräfte waren gefordert, die Notfallmanagementteams bei der Aktualisierung und Implementierung von Pandemieplänen, Richtlinien und Gesundheitsinformationen zu unterstützen sowie Covid-19-infizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu Hause oder im Krankenhaus Beistand zu leisten. Darüber hinaus setzte die OMV ihre lange Tradition der Gesundheitsversorgung und -vorsorge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Maßnahmen wie Herz-Kreislauf-Vorsorgeprogrammen, freiwilligen Gesundheitschecks, Impfungen (vor allem gegen Grippe und in einigen Ländern Covid-19) und virtuellen Sprechstunden und Veranstaltungen fort, die weit über die lokalen gesetzlichen Anforderungen hinausgehen.
- Auch für das Sicherheitsmanagement brachte die
Covid-19-Pandemie im Jahr 2021 erhebliche Herausforderungen mit sich. Auf betrieblicher Ebene wurden Schutzmaßnahmen wie streng getrennte Teams in Schlüsselbereichen, Hygienemaßnahmen und Initiativen zur fortlaufenden Bewusstseinsbildung implementiert. Dank digitaler Kommunikations- und Kollaborationstools führten wir trotz Reisebeschränkungen eine Reihe wichtiger sicherheitsrelevanter Maßnahmen durch:
- ▸ Wir setzten die breit angelegte Kommunikation zu den lebensrettenden HSSE-Regeln (Life Saving Rules) mit Videos von hochrangigen Führungskräften fort, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einfache Regeln zur Vermeidung von Gefahren zu erinnern, die schwere Verletzungen zur Folge haben könnten.
- ▸ Alle Zwischenfälle des Schweregrads 3 und darüber sowie HiPos wurden untersucht und daraus abgeleitete Lernfälle in der gesamten Organisation kommuniziert. Verbesserungsmaßnahmen wurden gesetzt und über unser HSSE-Berichtssystem Synergi überwacht.
- ▸ In unserem Sicherheitskulturprogramm führten wir auf unterschiedlichen Ebenen der Organisation mehrere Workshops durch, um HSSE zu einer persönlichen Angelegenheit zu machen. Die halbjährlichen Treffen mit dem Programmverantwortlichen fanden online statt.
- ▸ Das HSSE-Management unserer Vertragsunternehmen ist für die Sicherheitsleistung des OMV Konzerns entscheidend. Wir aktualisierten die konzernweit gültige Regelung dazu und setzten die Schulungen der Bedarfsträgerinnen und Bedarfsträger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Beschaffungswesens im Umgang mit dem Rahmenwerk der internen Vorschriften fort. Wir führten strategische Lieferantenmeetings mit den wichtigsten Vertragsunternehmen durch, um Informationen, Erfahrungen und Erwartungen auszutauschen.
- ▸ Wir entwickelten einen harmonisierten Satz von KPIs zur Prozesssicherheit und ein Dashboard weiter. Wir unterstützten Ventures, Assets und Raffinerien bei der Erstellung eigener Prozesssicherheits-Roadmaps für ihre Anlagen. In unserem neuen Integrierten Risikoregister implementierten wir einen neuartigen Ansatz zur Analyse und Priorisierung von Prozesssicherheitsrisiken, um sicherzustellen, dass Investitionen tatsächlich zu signifikanten Reduzierungen von Risiken führen. Darüber hinaus bauten wir das Prozesssicherheitsnetzwerk des OMV Konzerns, eine Online-Kollaborationsplattform, weiter aus (mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer) und hielten vierteljährlich virtuelle Meetings zum Informations- und Erfahrungsaustausch, einschließlich Mitgliedern des Senior Managements, ab.
- ▸ Wir unterzogen 15 konzernweit gültige HSSE-Regularien sowie das HSSE-Melde- und Berichtssystem einer gründlichen Analyse und aktualisierten diese, um eine systematische Harmonisierung zwischen dem OMV Konzern und Borealis zu erreichen.
Forschung und Entwicklung
- Die OMV Aktiengesellschaft betreibt selbst keine Forschung und Entwicklung, koordiniert jedoch die gruppenweiten Forschungs- und Entwicklungsprojekte.
Ausblick für den OMV Konzern
Marktumfeld
- Die OMV erwartet für 2022 einen durchschnittlichen Brent-Rohölpreis von rund USD 75/bbl (2021: USD 71/bbl). Der durchschnittlich realisierte Gaspreis wird für 2022 oberhalb von EUR 25/MWh erwartet (2021: EUR 16,5/MWh).
Konzern
- Organische Investitionen werden sich im Jahr 2022 voraussichtlich auf rund EUR 3,5 Mrd belaufen11 (2021: EUR 2,6 Mrd). Dies beinhaltet nicht zahlungswirksame Investitionen im Zusammenhang mit Leasingverträgen von rund EUR 0,6 Mrd.
Exploration & Production
- Die OMV erwartet für das Jahr 2022 eine Gesamtproduktion von rund 470 kboe/d (2021: 486 kboe/d).
- Die organischen Investitionen in Exploration & Production werden sich im Jahr 2022 voraussichtlich auf rund EUR 1,3 Mrd belaufen (2021: EUR 1,1 Mrd).
- Für 2022 werden Explorations- und Evaluierungsausgaben (E&A) in Höhe von rund EUR 220 Mio prognostiziert (2021: EUR 210 Mio).
Refining & Marketing
- Für 2022 wird eine OMV Raffinerie-Referenzmarge Europa von rund USD 4,5/bbl erwartet (2021: USD 3,7/bbl).
- Die Kraftstoff- und sonstigen Verkaufsmengen in den europäischen OMV Märkten werden für 2022 etwas höher als für 2021 prognostiziert (2021: 16,3 Mio t). Retail- und Commercial-Margen werden etwas niedriger als 2021 erwartet.
- Der Auslastungsgrad der Raffinerien in Europa wird 2022 auf dem Niveau des Vorjahres erwartet (2021: 88%). Generalüberholungen sind in der Raffinerie Schwechat im zweiten Quartal und in der Raffinerie Burghausen im dritten Quartal geplant.
- Die Erdgas-Verkaufsmengen im Jahr 2022 sollten leicht unter jenen von 2021 liegen (2021: 196,4 TWh).
- Die organischen Investitionen im Segment Refining & Marketing werden 2022 voraussichtlich rund EUR 0,8 Mrd betragen (2021: EUR 0,6 Mrd).
Chemicals & Materials
- 2022 wird eine Ethylen-Referenzmarge Europa auf dem Niveau des Vorjahres erwartet (2021: EUR 468/t). Die Propylen-Referenzmarge Europa wird auf dem Vorjahresniveau erwartet (2021: EUR 453/t).
- Der Steamcracker-Auslastungsgrad in Europa wird 2022 leicht unter dem Niveau des Vorjahres erwartet (2021: 90%). Generalüberholungen sind beim Steamcracker in Stenungsund für das zweite Quartal und beim Steamcracker in Burghausen für das dritte Quartal geplant.
- Die Polyethylen-Referenzmarge Europa wird 2022 voraussichtlich rund EUR 400/t betragen (2021: EUR 582/t). Es wird eine Polypropylen-Referenzmarge Europa von rund EUR 600/t erwartet (2021: EUR 735/t).
- Die Verkaufsmenge Polyethylen exklusive JVs wird 2022 voraussichtlich über dem Vorjahresniveau liegen (2021: 1,82 Mio t). Die Verkaufsmenge Polypropylen exklusive JVs wird leicht über dem Vorjahresniveau erwartet (2021: 2,13 Mio t).
Die organischen Investitionen im Bereich Chemicals & Materials werden für 2022 auf rund EUR 1,3 Mrd prognostiziert (2021: EUR 0,8 Mrd).
Wien, am 9. März 2022
Alfred Stern e.h.
Vorstandsvorsitzender,
Generaldirektor
und Executive Officer Chemicals & Materials
Reinhard Florey e.h.
Chief Financial Officer
Johann Pleininger e.h.
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender
und Executive Officer Exploration & Production
Elena Skvortsova e.h.
Executive Officer Marketing & Trading
- Martijn van Koten e.h.
Executive Officer Refining
Bestätigungsvermerk12
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
- Wir haben den Jahresabschluss der
OMV Aktiengesellschaft, Wien,
- bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
- Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2021 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres
waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
- Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:
Besonders wichtiger Prüfungssachverhalt
Werthaltigkeit des Buchwerts von Anteilen und Ausleihungen an verbundenen Unternehmen
Der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen beträgt zum 31. Dezember 2021 € 13.237 Mio. nach einer außerplanmäßigen Abschreibung von € 687 Mio. im Jahr 2021, die größtenteils ausschüttungsbedingt war. Der Buchwert der Ausleihungen an verbundene Unternehmen beträgt € 5.234 Mio.
Die Beurteilung der Wertminderung von Anteilen bzw. Ausleihungen an verbundene Unternehmen erfordert Ermessensentscheidungen, ob ein Wertminderungsbedarf eines bestimmten Vermögenswertes besteht und wie hoch ein solcher ist.
Das wesentliche Risiko liegt in der Einschätzung zukünftiger Zahlungsströme und Diskontierungssätze durch das Management.
Die Angaben der Gesellschaft zu Anteilen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind auf der ersten Seite des Anhangs sowie in den Anhangangaben "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze", Punkt 1 (Anlagevermögen), Punkt 12 (Erträge und Aufwendungen im Finanzergebnis) und dem Anlagespiegel enthalten.
Wie wir den Sachverhalt im Rahmen der Abschlussprüfung adressiert haben
Wir haben die Einschätzung des Managements betreffend die Werthaltigkeit des Buchwerts von Anteilen und
Ausleihungen an verbundenen Unternehmen hinterfragt und geprüft. Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:
- ▸ Nachvollziehen und Evaluieren der Beurteilung des Managements betreffend das Bestehen von Wertminderungsanzeichen;
- ▸ Abstimmen der Annahmen (prognostizierte Umsätze, Aufwendungen, Investitionen und Änderungen im Working Capital), welche zur Ermittlung der zukünftigen Zahlungsströme verwendet wurden, mit den genehmigten Budgets und Geschäftsplänen;
- ▸ Beurteilen der Berücksichtigung der Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende im Rahmen der Mittelfristplanung, welche in die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen einfloss;
- ▸ Überprüfung der rechnerischen Richtigkeit der Bewertungsmodelle;
- ▸ Beiziehen unserer Bewertungsspezialisten zur Beurteilung der Diskontierungssätze und der Bewertungsmodelle.
Sonstige Informationen
- Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht und im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Von den sonstigen Informationen haben wir den "Konsolidierten Corporate-Governance-Bericht" und den "Konsolidierten Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen" vor dem Datum des Bestätigungsvermerkes erlangt, die übrigen Teile des Geschäftsberichtes und des Jahresfinanzberichtes werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt..
- Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben.
- In Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
- Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
- Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
- Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit - sofern einschlägig - anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
- Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
- Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
- Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
- Darüber hinaus gilt:
- ▸ Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
- ▸ Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
- ▸ Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
- ▸ Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
- ▸ Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
- Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
- Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
- Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
- Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
- Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
- Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
- Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
- Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
- Wir wurden von der Hauptversammlung am 2. Juni 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 22. Juni 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2011 Abschlussprüfer.
- Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Jahresabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
- Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
- Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerhard Schwartz.
- Wien, am 9. März 2022
- Ernst & Young
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.
Mag. Katharina Schrenk e.h.
Wirtschaftsprüferin
- Mag. Gerhard Schwartz e.h.
Wirtschaftsprüfer
Anlagen
OMV Aktiengesellschaft
Jahresabschluss
Bilanz Aktiva |
|
|
|
|
| Anhangangabe | in EUR | in EUR 1,000 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2021 | 2020 |
A. | Anlagevermögen | 1 |
|
|
| I. | Immaterielle Vermögensgegenstände |
|
|
|
|
| 1. | Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Rechte
|
| 26.449.586 | 26.171 |
| II. | Sachanlagen |
|
|
|
|
| 1. | Grundstücke und Bauten auf fremden Grund |
| 1.378.489 | 1.730 |
|
| 2. | andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
| 8.832.947 | 9.515 |
|
|
|
|
| 10.211.436 | 11.244 |
| III. | Finanzanlagen |
|
|
|
|
| 1. | Anteile an verbundenen Unternehmen |
| 13.237.374.574 | 13.924.584 |
|
| 2. | Ausleihungen an verbundene Unternehmen |
| 5.233.752.925 | 5.874.555 |
|
| 3. | Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens |
| 4.506.435 | 4.506 |
|
| 4. | sonstige Ausleihungen |
| 56.270 | 67 |
|
|
|
|
| 18.475.690.204 | 19.803.712 |
|
|
|
|
| 18.512.351.226 | 19.841.128 |
B. | Umlaufvermögen |
|
|
|
| I. | Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 2 |
|
|
|
| 1. | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
| 168.284 | 166 |
|
|
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
| — | — |
|
| 2. | Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen |
| 2.369.801.412 | 904.937 |
|
|
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
| — | — |
|
| 3. | Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht |
| — | 1.923 |
|
|
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
| — | — |
|
| 4. | sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände |
| 20.338.518 | 4.463 |
|
|
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
| — | — |
|
|
|
|
| 2.390.308.213 | 911.489 |
| II. | Wertpapiere und Anteile |
|
|
|
|
| 1. | sonstige Wertpapiere |
| 183.471.650 | 88.872 |
| III. | Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei Kreditinstituten |
| 676.349.635 | 636.079 |
|
|
|
|
| 3.250.129.498 | 1.636.440 |
C. | Rechnungsabgrenzungsposten |
| 37.577.153 | 43.781 |
D. | Aktive latente Steuern | 3 | 6.392.763 | — |
|
|
|
|
| 21.806.450.640 | 21.521.349 |
|
|
|
|
|
|
|
Bilanz Passiva |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Anhangangabe | in EUR | in EUR 1,000 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2021 | 2020 |
A. | Eigenkapital | 4 |
|
|
| I. | eingefordertes und eingezahltes Grundkapital |
|
|
|
|
|
| übernommenes Grundkapital |
| 327.272.727 | 327.273 |
|
|
| Nennbetrag eigener Anteile |
| –261.326 | –298 |
|
|
|
|
| 327.011.401 | 326.975 |
| II. | Kapitalrücklagen |
|
|
|
|
| 1. | gebundene |
| 1.745.869.763 | 1.744.762 |
|
| 2. | nicht gebundene |
| 333.728 | 334 |
|
|
|
|
| 1.746.203.490 | 1.745.095 |
| III. | Rücklage für anteilsbasierte Vergütungen |
| 11.338.132 | 4.583 |
| IV. | Gewinnrücklagen |
|
|
|
|
| 1. | freie Rücklagen |
| 2.720.832.235 | 2.720.240 |
|
| 2. | Rücklage für eigene Anteile |
| 261.326 | 298 |
|
|
|
|
| 2.721.093.561 | 2.720.538 |
| V. | Bilanzgewinn |
| 1.003.589.930 | 636.429 |
|
|
| davon Gewinnvortrag |
| 31.457.658 | 400.965 |
|
|
|
|
| 5.809.236.514 | 5.433.620 |
B. | Rückstellungen | 5 |
|
|
| 1. | Rückstellungen für Abfertigungen |
| 10.965.449 | 11.562 |
| 2. | Rückstellungen für Pensionen |
| 52.481.857 | 52.862 |
| 3. | Steuerrückstellungen |
| 28.274.313 | 219.275 |
| 4. | sonstige Rückstellungen |
| 58.765.488 | 31.778 |
|
|
|
|
| 150.487.107 | 315.478 |
C. | Verbindlichkeiten | 6 |
|
|
| 1. | Anleihen |
| 10.250.000.000 | 11.800.000 |
|
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr |
| 750.000.000 | 800.000 |
|
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
| 9.500.000.000 | 11.000.000 |
| 2. | Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
| 353.924.108 | 347.204 |
|
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr |
| 253.924.108 | 343.583 |
|
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
| 100.000.000 | 3.622 |
| 3. | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
| 36.815.461 | 37.101 |
|
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr |
| 36.815.461 | 37.101 |
|
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
| — | — |
| 4. | Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen |
| 4.948.675.695 | 3.366.444 |
|
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr |
| 4.948.675.695 | 3.366.444 |
| 5. | sonstige Verbindlichkeiten |
| 257.311.756 | 221.312 |
|
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr |
| 233.333.451 | 191.382 |
|
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
| 23.978.306 | 29.930 |
|
| davon aus Steuern |
| 153.966.966 | 105.221 |
|
|
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr |
| 153.966.966 | 105.221 |
|
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit |
| 1.772.908 | 1.773 |
|
|
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr |
| 1.772.908 | 1.773 |
|
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr |
| 6.222.748.714 | 4.738.509 |
|
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
| 9.623.978.306 | 11.033.552 |
|
|
|
|
| 15.846.727.019 | 15.772.061 |
D. | Rechnungsabgrenzungsposten |
| — | 190 |
|
|
|
|
| 21.806.450.640 | 21.521.349 |
|
|
|
|
|
|
|
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustrechnung |
|
|
|
|
| Anhangangabe | in EUR | in EUR 1,000 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| 2021 | 2020 |
1. | Umsatzerlöse | 7 | 225.211.602 | 234.196 |
2. | sonstige betriebliche Erträge | 8 |
|
|
| a) | Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen |
| 68.479 | 36 |
| b) | Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen |
| 473.803 | 6.307 |
| c) | übrige |
| 543.105 | 1.236 |
|
|
|
|
| 1.085.387 | 7.578 |
3. | Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen | 9 |
|
|
| a) | Materialaufwand |
| –313.448 | –478 |
| b) | Aufwendungen für bezogene Leistungen |
| –54.584.149 | –53.696 |
|
|
|
|
| –54.897.597 | –54.174 |
4. | Personalaufwand | 10 |
|
|
| a) | Gehälter |
| –122.634.959 | –103.546 |
| b) | soziale Aufwendungen |
| –30.927.999 | –37.440 |
|
| davon Aufwendungen für Altersversorgung |
| –4.196.961 | –12.382 |
|
| aa) | Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen |
| –3.831.771 | –3.939 |
|
| bb) | Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge |
| –22.226.678 | –20.481 |
|
|
|
|
| –153.562.957 | –140.986 |
5. | Abschreibungen |
|
|
|
| a) | auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen |
| –11.437.313 | –9.622 |
6. | sonstige betriebliche Aufwendungen | 11 |
|
|
| a) | Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen und vom Ertrag fallen |
| –834.114 | –759 |
| b) | übrige |
| –68.562.112 | –88.582 |
|
|
|
|
| –69.396.226 | –89.340 |
7. | Zwischensumme aus Z 1 bis 6 (Betriebserfolg) |
| –62.997.104 | –52.348 |
8. | Erträge aus Beteiligungen |
| 1.466.606.207 | 895.680 |
| davon aus verbundenen Unternehmen |
| 1.461.266.967 | 882.942 |
9. | Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens |
| 170.112.467 | 174.357 |
| davon aus verbundenen Unternehmen |
| 170.079.409 | 174.247 |
10. | sonstige Zinsen und ähnliche Erträge |
| 228.328.949 | 540.343 |
| davon aus verbundenen Unternehmen |
| 43.580.507 | 114.156 |
11. | Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen |
| 29.769.067 | 56 |
| davon aus Zuschreibungen |
| 29.769.067 | 56 |
12. | Aufwendungen aus Finanzanlagen |
| –687.209.178 | –392.027 |
| davon Abschreibungen |
| –687.209.178 | –392.027 |
| davon aus verbundenen Unternehmen |
| –687.209.178 | –390.381 |
13. | Zinsen und ähnliche Aufwendungen |
| –500.377.786 | –772.745 |
| davon betreffend verbundene Unternehmen |
| –96.136.997 | –59.421 |
14. | Zwischensumme aus Z 8 bis 13 (Finanzerfolg) | 12 | 707.229.726 | 445.665 |
15. | Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z 7 und Z 14) |
| 644.232.622 | 393.317 |
16. | Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 13 | 327.899.649 | –157.853 |
| davon latente Steuern |
| 6.504.069 | 3.156 |
17. | Jahresüberschuss |
| 972.132.271 | 235.463 |
18. | Gewinnvortrag aus dem Vorjahr |
| 31.457.658 | 400.965 |
19. | Bilanzgewinn |
| 1.003.589.930 | 636.429 |
|
|
|
|
|
|
|
Anhang
- Der vorliegende Jahresabschluss der OMV Aktiengesellschaft, Wien, zum 31. Dezember 2021 ist nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuchs (UGB) in der aktuellen Fassung unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung, sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
- Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wird von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen und der Grundsatz der Einzelbewertung angewendet. Es gibt aus Sicht des Unternehmens keine Auswirkungen der Covid-19 Pandemie, die der Fortführung entgegenstehen. Im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie getroffene Massnahmen sind im Lagebericht dargestellt.
- Die Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise betreffen die OMV AG insoweit, als die wesentlichen Vermögensgegenstände und Erträge im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochtergesellschaften stehen, welche vor allem in den Bereichen Exploration & Production und Refining & Marketing von erheblichen Unsicherheiten hinsichtlich der Veränderungen im Energieträgermix in den nächsten 30 Jahren betroffen sind.
- Die OMV hat die kurz- und langfristigen Auswirkungen des Klimawandels und der Energiewende in der Aufstellung ihres Jahresabschlusses berücksichtigt. Zur Beurteilung der Auswirkung der Maßnahmen wurde der Mittelfristplanung im Konzern ein Szenario zugrunde gelegt, welches auf dem von der Internationalen Energieagentur („IEA“) veröffentlichten Sustainable Development Scenario („SDS“) und dem Stated Policy Scenario (“STEPS”) der IEA basiert.
- Zur Berücksichtigung der Unsicherheit hinsichtlich Geschwindigkeit der Energiewende führte die OMV eine Stress-Test-Analyse durch, in der ein Dekarbonisierungsszenario in Einklang mit der Implementierung der Pariser UN Klimaziele und einem weltweiten SDS angewendet wird. Ziel dieser Analyse ist eine Beurteilung der Auswirkungen eines solchen Szenarios auf die Werthaltigkeit der Vermögenswerte und Bewertung der Verbindlichkeiten. Der Stress Case wurde anhand einer vereinfachten Methode berechnet und enthält keine anderen Änderungen zu den Inputfaktoren als der Preise und Volumen.
- Die Annahmen über Öl- und Gaspreise wurden bereits 2020 revidiert, um die potentiellen Auswirkungen der Energiewende zu berücksichtigen. 2021 änderten sich die Öl- und Gaspreisannahmen in der Mittelfristplanung nicht wesentlich im Vergleich zu 2020.
- Die Ergebnisse der Mittelfristplanung flossen in die Bewertung der Finanzanlagen ein.
- Das Management sieht den Fortbestand der Gesellschaft durch die Klimakrise derzeit nicht gefährdet und wird die Auswirkungen von Aspekten des Klimawandels und der Energiewende auch in der Zukunft weiter beobachten.
- Dem Vorsichtsprinzip wird dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag realisierten Gewinne ausgewiesen werden. Für alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wird vorgesorgt.
- Weiters erstellt die OMV Aktiengesellschaft als Mutterunternehmen des OMV Konzerns einen gesonderten Konzernabschluss nach International Financial Reporting Standards (IFRSs). Der Konzernabschluss der OMV Aktiengesellschaft liegt zur Einsichtnahme beim Handelsgericht Wien unter Nummer FN 93363z auf bzw. ist im Internet veröffentlicht.
- Eine detaillierte Darstellung der einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt im Anhang. Die Darstellung der Gewinn-und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.
- Der Jahresabschluss wurde in Euro (EUR) erstellt. Die zahlenmäßige Darstellung im Anhang erfolgt in Tausend Euro (EUR 1.000 sowie TEUR). Aufgrund der Darstellung in TEUR kann es zu Rundungsdifferenzen kommen.
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben. Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zu Grunde:
Kategorie |
|
|
| Nutzungsdauer |
Immaterielle Vermögensgegenstände | 4-5 Jahre |
Bauten auf fremden Grundstücken | 15 Jahre |
Maschinen und maschinelle Anlagen | 4-10 Jahre |
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4-10 Jahre |
|
|
- In Anlehnung an die steuerrechtlichen Bestimmungen wird für Zugänge im ersten Halbjahr eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge im zweiten Halbjahr eine halbe Jahresabschreibung vorgenommen.
- Über das Ausmaß der planmäßigen Abschreibung hinausgehende wesentliche und andauernde Wertminderungen bei Anlagegegenständen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt.
- Geringwertige Vermögensgegenstände mit einem Betrag von bis EUR 800 werden im Jahr der Anschaffung aktiviert und voll abgeschrieben und im Anlagespiegel im Anschaffungsjahr als Zu- und Abgang ausgewiesen.
- Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei wesentlichen Wertminderungen werden niedrigere Werte angesetzt. Beim Wegfall der Gründe für eine vorangegangene außerplanmäßige Abschreibung wird eine Zuschreibung im Umfang der Werterhöhung vorgenommen.
- Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungswerten bewertet. Unverzinsliche Forderungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden bei Wesentlichkeit abgezinst. Fremdwährungsforderungen werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet. Für alle erkennbaren Risiken werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet.
- Sonstige Wertpapiere und Anteile werden mit den Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag bewertet.
- Die latenten Steuern werden in der Bilanz entweder unter der Position aktive latente Steuern oder Steuerrückstellungen und in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Position Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ausgewiesen. Mit Wirkung ab 1. Jänner 2005 besteht eine Unternehmensgruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuergesetz (KStG) mit der OMV Aktiengesellschaft als Gruppenträger. In der Unternehmensgruppe werden die steuerpflichtigen Ergebnisse aller wesentlichen österreichischen Tochtergesellschaften sowie allfällige Verluste einer ausländischen Tochtergesellschaft (OMV AUSTRALIA PTY LTD) zusammengefasst. Im Rahmen der Gruppenbesteuerung erhält die OMV Aktiengesellschaft von jenen Gruppenmitgliedern, die im Wirtschaftsjahr ein positives Einkommen erzielen, eine Steuerumlage in Höhe der auf diesen Gewinn entfallenden Körperschaftsteuer. An jene Gruppenmitglieder mit einem Beteiligungsausmaß von 100%, die im Wirtschaftsjahr einen steuerlichen Verlust erzielen, entrichtet die OMV Aktiengesellschaft eine Steuerumlage in Höhe von 25% bzw. den jeweils gültigen Körperschaftsteuersatz des überrechneten steuerlichen Verlusts, für Gruppenmitglieder mit einem Beteiligungsausmaß von unter 100% erfolgt eine Verlustzuweisung in einen internen Verlustvortrag der Gesellschaft. Im Rahmen der steuerlichen Unternehmensgruppe werden auf Basis von Ergebnisabführungsverträgen Gewinne und Verluste von 11 inländischen Tochtergesellschaften übernommen. Darüber hinaus bestehen mit allen Gruppenmitgliedern Steuerumlageverträge nach der Belastungsmethode.
- Die Bilanzierung latenter Steuern basiert auf dem bilanzorientierten Konzept. Dabei sind aktive und passive Steuern verpflichtend zu bilanzieren, wenn temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Aktiva und Passiva in der Bilanz nach UGB im Vergleich zu den Wertansätzen nach den steuerlichen Vorschriften bestehen. Für aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge besteht grundsätzlich ein Ansatzwahlrecht.
- Der Nennbetrag der erworbenen Eigenen Anteile wird gemäß § 229 Abs. 1a UGB offen vom Grund-kapital abgezogen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten ist mit den Gewinnrücklagen verrechnet.
- In der OMV Aktiengesellschaft gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen treffen die Gesellschaft nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt. Teilnehmern leistungsorientierter Pensionspläne wird hingegen eine bestimmte Pensionshöhe zugesagt. Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die Bildung von Pensionsrückstellungen bzw. durch Zahlung an eine außerbetriebliche Pensionskasse Rechnung getragen. Das Risiko im Zusammenhang mit diesen leistungsorientierten Pensionsplänen verbleibt bei OMV.
- Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Method (laufendes Einmalprämienverfahren) berechnet. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehaltssteigerungen werden berücksichtigt. Die Darstellung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, die für das laufende Geschäftsjahr ermittelt werden, erfolgt im Rahmen der Gesamtbetrachtung im Personalaufwand bzw. im sonstigen betrieblichen Ertrag.
- Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen sowie die Erträge aus dem Planvermögen werden im Finanzerfolg dargestellt.
- Zahlungen für beitragsorientierte Pensionsverpflichtungen sind im laufenden Pensionsaufwand ausgewiesen.
- Verbindlichkeiten für Personallösungen werden mit dem Erfüllungsbetrag gebucht, wenn diese betragsmäßig fixiert sind und ein detaillierter Plan mit Zustimmung des Managements vor dem Bilanz-stichtag vorliegt, dem sich das Unternehmen nicht mehr entziehen kann.
- Rückstellungen und langfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bewertet, weshalb zukünftige Kostensteigerungen berücksichtigt sind. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind mit einem marktüblichen Zinssatz abgezinst. In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach der bestmöglichen Schätzung erforderlich sind.
- Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit Anschaffungskursen bzw. mit dem höheren Rückzahlungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt.
- Die mit Banken sowie mit Konzernunternehmen abgeschlossenen Fremdwährungsderivate bilden Bewertungseinheiten aus der Sicht der OMV Aktiengesellschaft; der bilanzielle Ausweis dieser Derivate erfolgt nicht in der OMV Aktiengesellschaft, sondern in den jeweiligen Konzerngesellschaften.
Long Term Incentive (LTI) Pläne
- Im Konzern werden jährlich LTI Pläne mit vergleichbaren Bedingungen für den Vorstand und einen bestimmten Kreis leitender Führungskräfte gewährt. Zum Ausübungszeitpunkt erfolgt die Zuteilung der Aktien an die Teilnehmer. Die Zahl der Aktien hängt vom Ausmaß der Erreichung definierter Leistungskriterien ab. Die festgelegten Leistungskriterien dürfen während des LTIP-Zeitraums nicht geändert werden. Um den Anreizcharakter des Programms zu erhalten, hat der Vergütungsausschuss (bis LTI Plan 2020 für den Vorstand) jedoch die Möglichkeit, die Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte des freien Cashflows bei wesentlichen Änderungen der äußeren Einflussfaktoren wie Öl- und Gaspreise anzupassen. Die Anpassung ist in beide Richtungen möglich und wird vom Vergütungsausschuss festgelegt. Der Vorstand kann nach eigenem Ermessen entsprechende Anpassungen der Werte für Schwelle/Ziel/Maximum des freien Cashflows für Führungskräfte vornehmen. Die Auszahlung erfolgt in bar oder in Form von Aktien. Vorstand und Führungskräfte sind verpflichtet, ein angemessenes Ausmaß an Aktien an der Gesellschaft aufzubauen und bis zu ihrer Pensionierung oder ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen zu halten. Für Führungskräfte, die für zukünftige LTI Pläne nicht mehr anspruchsberechtigt sind, aber noch in einem aufrechten Anstellungsverhältnis mit dem Unternehmen stehen, endet die Aktienbesitzerfordernis mit Auszahlung des letzten LTI Plans. Das Aktienbesitzerfordernis ist als Prozentsatz des Bruttojahresgehalts für den Vorstand und als Prozentsatz der jeweiligen Ziel-Long Term Incentives für die Führungskräfte definiert. Vorstandsmitglieder müssen dieses Aktienbesitzerfordernis innerhalb von fünf Jahren nach der ersten diesbezüglichen Vereinbarung erfüllen. Bis zur Erfüllung des Aktienbesitzerfordernisses erfolgt die Auszahlung in Form von Aktien, während die Planteilnehmer danach zwischen Barzahlung und Zahlung in Form von Aktien entscheiden können. Solange das Aktienbesitzerfordernis nicht erfüllt ist, werden die gewährten Aktien nach Abzug von Steuern auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt.
- Bei den auf Aktien basierenden Zahlungen werden die beizulegenden Zeitwerte zum Gewährungszeitpunkt als Aufwand über den dreijährigen Leistungszeitraum verteilt, bei gleichzeitiger Erhöhung des Eigenkapitals. Im Falle zu erwartender Barzahlungen wird für die erwarteten zukünftigen Kosten des LTI Plans zum Bilanzstichtag auf Basis von beizulegenden Zeitwerten eine Rückstellung gebildet.
- In 2021 hat Borealis einen LTI Plan eingeführt, welcher dem oben beschriebenen LTI Plan angeglichen ist. Das Aktienbesitzerfordernis ist nur für den Vorstand von Borealis, nicht aber für sonstige Führungskräfte anwendbar.
- Für die Rückstellungsberechnung kam ein Diskontierungssatz von 1,06% zur Anwendung (2020: 1,33%).
Long Term Incentive Pläne |
|
| Plan 2021 | Plan 2020 | Plan 2019 | Plan 2018 |
Planbeginn | 01.01.2021 | 01.01.2020 | 01.01.2019 | 01.01.2018 |
Ende Leistungszeitraum | 31.12.2023 | 31.12.2022 | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
Anspruchstag | 31.03.2024 | 31.03.2023 | 31/03/2022 | 31/03/2021 |
Aktienerfordernis |
|
|
|
|
Vorstandsvorsitzender | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt | 200% vom Bruttojahres- grundgehalt |
Stellvertretender Vorstands- vorsitzender | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt | 175% vom Bruttojahres- grundgehalt |
Andere Vorstandsmitglieder | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt | 150% vom Bruttojahres- grundgehalt |
Führungskräfte | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive | 75% vom Ziel Long Term Incentive |
Erwartete Aktien zum 31. Dezember 2021 (OMV Konzern) | 496.246 Aktien | 225.897 Aktien | 329.098 Aktien | — |
Maximale Aktien zum 31. Dezember 2021 (OMV Konzern) | 578.160 Aktien | 467.641 Aktien | 391.119 Aktien | — |
Beizulegender Zeitwert des Plans (in EUR 1.000) zum 31. Dezember 2021 ¹ (OMV Konzern) | 36.124 | 10.843 | 16.086 | — |
Rückstellungen (in EUR 1.000) zum 31. Dezember 2021 | 2.828 | 3.312 | 8.694 | — |
|
|
|
|
|
Equity Deferral
- Das Equity Deferral (Aktienteil des Jahresbonus) dient als langfristiges Vergütungsinstrument für die Vorstandsmitglieder, welches die Bindung an die OMV und die Angleichung an Aktionärsinteressen fördert, indem die Interessen des Managements und der Aktionäre durch ein langfristiges Investment in Aktien mit eingeschränkter Verfügbarkeit zusammengeführt werden. Die Behaltedauer für das Equity Deferral ist drei Jahre ab dem Anspruchstag. Mit dem Plan wird auch das Ziel verfolgt, dem Eingehen unangemessener Risiken vorzubeugen.
- Der Jahresbonus ist mit 180% des Zieljahresbonus (bis 2017: 200% des Bruttojahresgehalts) begrenzt. Mindestens ein Drittel (bis 2017: 50%) des Jahresbonus wird in Form von Aktien zugeteilt. Die Bonuserreichung wird am 31. März des Folgejahres festgestellt, wobei die Zielerreichung und der Aktienkurs am Bilanzstichtag geschätzt werden, letzterer auf Basis von Marktnotierungen. Im Falle von wesentlichen Änderungen der äußeren Einflussfaktoren wie Öl- und Gaspreise kann der Vergütungsausschuss nach eigenem Ermessen die Werte für Schwelle, Ziel und/oder Maximum der Finanzziele (jedoch nicht die Leistungskriterien an sich) anpassen. Die gewährten Aktien werden nach Abzug von Steuern für einen Zeitraum von drei Jahren auf ein vom Unternehmen verwaltetes Treuhanddepot hinterlegt.
Die folgende Tabelle bezieht sich auf den OMV Konzern:
Eigeninvestment1 |
|
|
31.12.2021 | 31.12.2020 | 31.12.2019 | 31.12.2018 |
Aktive Vorstandsmitglieder |
|
|
|
|
Stern2 | — | — | — | — |
Pleininger | 53.711 Aktien | 50.166 Aktien | 45.032 Aktien | 28.511 Aktien |
Florey | 46.975 Aktien | 30.009 Aktien | 24.351 Aktien | 13.401 Aktien |
Skvortsova | 1.166 Aktien | — | — | — |
van Koten3 | — | — | — | — |
Ehemalige Vorstandsmitglieder |
|
|
|
|
Seele | 92.632 Aktien | 99.309 Aktien | 91.974 Aktien | 70.890 Aktien |
Gangl4 | 16.147 Aktien | 12.527 Aktien | 10.730 Aktien | — |
Leitner | 9.344 Aktien | 15.244 Aktien | 44.211 Aktien | 65.245 Aktien |
Vorstände gesamt | 219.975 Aktien | 207.255 Aktien | 216.298 Aktien | 178.047 Aktien |
Andere Führungskräfte gesamt | 297.385 Aktien | 326.030 Aktien | 368.268 Aktien | 299.997 Aktien |
Eigeninvestment gesamt | 517.360 Aktien | 533.285 Aktien | 584.566 Aktien | 478.044 Aktien |
|
|
|
|
|
Gesamte Aufwendungen
2021 wurden folgende Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen erfasst:
Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen |
In EUR 1.000 |
| 2021 |
| 20201 |
Gesamtaufwand für anteilsbasierte Vergütungen | 16.361 |
| –1.457 |
davon in bar ausgezahlt | 11.586 |
| –3.001 |
davon Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente | 4.775 |
| 1.544 |
|
|
|
|
1 davon sind TEUR 4.768 in der Position Erträge aus Auflösung von Rückstellungen enthalten
Erläuterungen zur Bilanz
1 Anlagevermögen
- Die Entwicklung des Anlagevermögens 2021 ist im Anlage- und Abschreibungsspiegel dargestellt. In der Bilanzposition Grundstücke ist ein Grundwert von TEUR 663 (2020: TEUR 665) enthalten. Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen liegen in folgendem Umfang vor:
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen |
In EUR 1,000 |
| 2021 | 2020 |
Im nächsten Jahr | 2.632 | 5.144 |
In den nächsten fünf Jahren | 6.318 | 10.875 |
|
|
|
- Ausleihungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr belaufen sich auf insgesamt TEUR 3.620 (2020: TEUR 41.088).
Ausleihungen |
In EUR 1,000 |
| 2021 | 2020 |
Inland |
|
|
OMV Exploration & Production GmbH | 4.325.661 | 4.351.862 |
OMV Finance Services GmbH | 662.472 | 617.628 |
OMV Austria Exploration & Production GmbH | 242.000 | 332.000 |
OMV Downstream GmbH | — | 300.000 |
GAS CONNECT AUSTRIA GmbH | — | 153.000 |
OMV (Tunesien) Production GmbH | 3.620 | 39.201 |
BSP Bratislava-Schwechat Pipeline GmbH | — | — |
EGW Heimstätte GmbH | 56 | 67 |
Ausland |
|
|
OMV Hungária Ásványolaj Korlátolt Felelösségü Társaság | — | 21.985 |
OMV New Zealand Ltd | — | 58.879 |
Gesamt | 5.233.809 | 5.874.622 |
|
|
|
- Die OMV Aktiengesellschaft gewährte im abgelaufe-nen Geschäftsjahr ein weiteres Darlehen an die OMV Finance Services GmbH in Höhe von TEUR 62.844; TEUR 18.000 wurden getilgt.
- Im Geschäftsjahr wurden folgende Darlehen getilgt: OMV Exploration & Production GmbH TEUR 50.000, OMV Austria Exploration & Production GmbH TEUR 90.000, OMV Downstream GmbH TEUR 300.000, GAS CONNECT AUSTRIA GmbH TEUR 153.000, OMV (Tunesien) Production GmbH TUSD 43.778, OMV Hungária Ásványolaj Korlátolt Felelösségü Társaság THUF 8.000.000 sowie OMV New Zealand Limited TNZD 100.000. Das Darlehen an die BSP Bratislava-Schwechat Pipeline GmbH wurde im Geschäftsjahr 2020 zur Gänze wertberichtigt.
2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände |
In EUR 1,000 |
| 2021 | 2020 |
| ≤1 Jahr | >1 Jahr | ≤1 Jahr | >1 Jahr |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 168 | — | 166 | — |
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | 2.369.801 | — | 904.937 | — |
davon aus Lieferungen und Leistungen | 19.635 | — | 25.429 | — |
davon aus Finanzierung | 443.248 | — | 28.809 | — |
davon aus Gewinnübernahmen | 1.263.596 | — | 682.351 | — |
davon sonstige | 643.323 | — | 168.349 | — |
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | — | — | 1.923 | — |
davon aus Lieferungen und Leistungen | — | — | 1.923 | — |
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 20.339 | — | 4.463 | — |
Gesamt | 2.390.308 | — | 911.489 | — |
|
|
|
|
|
- Die Sonstigen Forderungen beinhalten eine Forderung an das Finanzamt in Höhe von TEUR 19.806 (2020: TEUR 4.177). Die sonstigen Forderungen beinhalten keine wesentlichen Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.
3 Latente Steuern
- Latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlichen Bewertungsregeln und unterschiedlichen Verteilungsnormen. Aufgrund ausreichender zu versteuernder Gruppenergebnisse in der Zukunft wurden im Geschäftsjahr aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 6.393 angesetzt. Das Wahlrecht zum Ansatz der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge wird nicht ausgeübt.
4 Eigenkapital
- Das Grundkapital der OMV Aktiengesellschaft besteht aus 327.272.727 (2020: 327.272.727) voll einbezahlten Stückaktien mit einem Gesamtbetrag von EUR 327.272.727 (2020: EUR 327.272.727). Es bestehen weder unterschiedliche Aktiengattungen noch Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Für das Geschäftsjahr 2021 sind alle Aktien dividendenberechtigt, mit Ausnahme der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien.
- Da das von der Hauptversammlung am 14. Mai 2014 geschaffene genehmigte Kapital am 14. Mai 2019 auslief, beschloss die Hauptversammlung am 29. September 2020 ein neues genehmigtes Kapital. Die Hauptversammlung ermächtigte den Vorstand bis einschließlich 29. September 2025 das Grundkapital von OMV mit Zustimmung des Aufsichtsrats – auf einmal oder in mehreren Tranchen – um insgesamt höchstens EUR 32.727.272 durch Ausgabe von bis zu 32.727.272 neuen, auf Inhaber lautenden Stückaktien mit Stimmrecht gegen Bareinlage zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung kann auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 Aktiengesetz durchgeführt werden. Der Ausgabebetrag sowie die sonstigen Ausgabebedingungen können durch den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats festgesetzt werden.
- Der Vorstand wurde auch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, wenn die Kapitalerhöhung (i) dem Ausgleich von Spitzenbeträgen oder (ii) der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere Long Term Incentive Plänen, Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen für Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens sowie sonstigen Mitarbeiterbeteiligungsmodellen dient.
- Zudem wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben.
- Kapitalrücklagen wurden bei der OMV Aktiengesellschaft durch Mittel gebildet, die der OMV Aktiengesellschaft von ihren Anteilseignern aufgrund ihrer Eigentümerstellung über das Grundkapital zugeführt wurden.
- Eigene Anteile: In den Hauptversammlungen der Jahre 2000 bis 2011 (mit Ausnahme von 2010) und 2019 wurde der Erwerb eigener Anteile genehmigt. Das Eigenkapital wurde in Höhe der Anschaffungskosten der zurückgekauften eigenen Anteile gekürzt. Gewinne oder Verluste aus dem erneuten Verkauf eigener Anteile im Vergleich zu den Anschaffungskosten erhöhen oder vermindern die Kapitalrücklagen.
- In der Hauptversammlung vom 18. Mai 2016 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 17. Mai 2021, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Matching Share Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Ausschluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
- In der Hauptversammlung vom 2. Juni 2021 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 1. Juni 2026, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits derzeit im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Long-Term-Incentive-Plänen einschließlich Equity Deferrals oder sonstigen Beteiligungsprogrammen, unter Aus-schluss der allgemeinen Kaufmöglichkeit der Aktionäre zu veräußern oder zu verwenden (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Tranchen durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Z 7 Unternehmensgesetzbuch) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte aus-geübt werden.
- Der Nennbetrag der erworbenen Eigenen Anteile wird gemäß § 229 Abs. 1a UGB offen vom Grundkapital abgezogen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten ist mit den Gewinnrücklagen verrechnet.
- Die eigenen Anteile entwickelten sich in den Berichtsperioden wie folgt:
-
Eigene Anteile |
In EUR 1,000 |
| Anzahl der Aktien | Anschaffungswert |
Stand 1.1.2020 | 372.613 | 4.100 |
Abgang | –74.767 | –820 |
Stand 31.12.2020 | 297.846 | 3.280 |
|
|
|
Abgang | –36.520 | –401 |
Stand 31.12.2021 | 261.326 | 2.879 |
|
|
|
- Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile dar:
-
Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile |
|
| Anzahl der Aktien | Eigene Anteile | Im Umlauf befindliche Anteile |
Stand 1.1.2020 | 327.272.727 | 372.613 | 326.900.114 |
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen | — | –74.767 | 74.767 |
Stand 31.12.2020 | 327.272.727 | 297.846 | 326.974.881 |
|
|
|
|
Bedienung von aktienbasierten Vergütungen | — | –36.520 | 36.520 |
Stand 31.12.2021 | 327.272.727 | 261.326 | 327.011.401 |
|
|
|
|
5 Rückstellungen
- Die Bildung des Sozialkapitals erfolgt nach dem laufenden Einmalprämienverfahren. Die Anwartschaften für wertgesicherte Pensionszusagen wurden an die außerbetriebliche APK-Pensionskasse AG übertragen. Grundsätzlich sind die Ansprüche bei leistungsorientierten Pensionsplänen vom Dienstalter und dem Durchschnitt der Bezüge der letzten fünf Kalenderjahre abhängig.
- Die Pensionspläne erfordern keine Beitragsleistungen von den Mitarbeitern. Die Entwicklung der leistungsorientierten Pläne und Jubiläumsgeldrückstellung stellt sich wie folgt dar:
Entwicklung leistungsorientierter Pläne und Jubiläumsgelder |
In EUR 1,000 |
| 2021 | 2020 |
| Pensions- pläne | Abferti- gung | Jubiläums- geld | Pensions- pläne | Abferti- gung | Jubiläums- geld |
Barwert der über einen Fonds finanzierten Verpflichtung | 110.779 | — | — | 109.856 | — | — |
Marktwert des Planvermögens | –58.298 | — | — | –56.995 | — | — |
Rückstellung der über einen Fonds finanzierten Verpflichtung | 52.482 | — | — | 52.862 | — | — |
Barwert der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtung | — | 10.965 | 5.586 | — | 11.562 | 5.135 |
Rückstellung der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtung | — | 10.965 | 5.586 | — | 11.562 | 5.135 |
Rückstellung zum 1.1. | 52.862 | 11.562 | 5.135 | 47.123 | 14.031 | 4.857 |
Periodenaufwand | 136 | 1.145 | 664 | 6.654 | 885 | 661 |
Fondsdotierung | –516 | — | — | –915 | — | — |
Auszahlungen | — | –1.287 | –232 | — | –3.688 | –443 |
Konzernübertrag | — | –456 | 19 | — | 334 | 60 |
Rückstellung zum 31.12. | 52.482 | 10.965 | 5.586 | 52.862 | 11.562 | 5.135 |
Zinsaufwand | 1.453 | 124 | 71 | 1.862 | 182 | 76 |
Laufender Dienstzeitaufwand | — | 405 | 370 | — | 493 | 338 |
Erwartete Erträge aus dem Planvermögen | –1.699 | — | — | –1.014 | — | — |
Realisierung versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (–) | 382 | 616 | 223 | 5.806 | 210 | 247 |
Periodenaufwand | 136 | 1.145 | 664 | 6.654 | 885 | 661 |
|
|
|
|
|
|
|
-
- Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprüche zum 31. Dezember:
Annahmen zur Berechnung |
|
| 2021 | 2020 |
| Pensions- pläne | Abferti- gungen | Jubiläen | Pensions- pläne | Abferti- gungen | Jubiläen |
Kapitalmarktzinssatz | 1,15% | 0,90% | 1,20% | 1,35% | 1,16% | 1,42% |
Gehaltstrend | 3,50% | 3,50% | 3,50% | 3,00% | 3,00% | 3,00% |
Pensionstrend | 2,10% | — | — | 2,00% | — | — |
Langfristige Planvermögensrendite | 2,70% | — | — | 3,10% | — | — |
|
|
|
|
|
|
|
- Für die Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018 P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler in der Ausprägung für Angestellte zugrunde gelegt.
- Die Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden alters-spezifisch bzw. abhängig vom Dienstalter geschätzt. Das für die Berechnung herangezogene Pensions-antrittsalter richtet sich nach dem frühestmöglichen Pensionsantrittsalter gemäß den gesetzlichen Be-stimmungen des ASVG in geltender Fassung.
- Unter Anwendung der AFRAC-Stellungnahme 27 „Personalrückstellungen (UGB)“ wurde für die Be-rechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubilä-umsgeldrückstellung der jeweilige Durchschnitts-zinssatz aus dem Zinssatz des aktuellen Stichtags und den Zinssätzen der 6 vorangegangenen Abschlussstichtage anhand der jeweiligen durch-schnittlichen Restlaufzeit der Gesamtverpflichtung ermittelt.
Veranlagung des Planvermögens zum 31. Dezember |
|
| 2021 | 2020 |
| VRG IV Österreich | VRG VI Österreich | VRG IV Österreich | VRG VI Österreich |
Vermögenskategorien |
|
|
|
|
Anteilswertpapiere | 23,52% | 24,92% | 24,20% | 24,22% |
Schuldverschreibungen | 52,87% | 50,99% | 53,96% | 53,51% |
Liquide Mittel und Geldmarktveranlagungen | 6,23% | 6,15% | 9,47% | 9,19% |
Sonstige | 17,38% | 17,94% | 12,37% | 13,08% |
Gesamt | 100,00% | 100,00% | 100,00% | 100,00% |
|
|
|
|
|
-
- Ziele der Investitionspolitik sind ein optimierter Aufbau des Planvermögens und die jederzeitige Deckung der bestehenden Ansprüche. Die Veranlagung des Planvermögens in Österreich wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse AG u.a. die Bandbreite der Asset-Allokation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Der Einsatz neuer Instrumente oder eine Erweiterung der Fondspalette ist vom Vorstand der APK-Pensionskasse AG zu genehmigen. Sowohl im Bereich der Anteilswertpapiere als auch der Schuldverschreibungen erfolgt die Diversifikation global, wobei jedoch die Schuldverschreibungen schwerpunktmäßig auf EUR lauten oder EUR gesichert sind.
- Das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogruppen VRG IV und VRG VI ist in internationale Aktien und Anleihenfonds, alternative Veranlagungsstrategien (Absolute Return Strategien, Immobilien und Private Equity) sowie Anlagen auf dem Geldmarkt investiert. Das langfristige Investitionsziel der VRG IV und VRG VI ist es, die Benchmark (20% globale Aktien, 65% globale Anleihe, 5% Cash, 5% Alternatives, 5% Immobilien) zu übertreffen und ihre bestehenden und künftigen Anspruchszahlungen zu decken. Das Vermögen der VRG IV und VRG VI ist gemäß § 25 des österreichischen Pensionskassengesetzes so veranlagt, dass die Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des der VRG IV und VRG VI zugeordneten Vermögens insgesamt gewährleistet ist. Eine zur Benchmark abweichende Asset Allokation oder regionale Allokation ist erlaubt, wenn dies nach Beurteilung der APK durch die aktuellen Bewertungen oder zukünftigen erwarteten Renditen begründet ist. Für alle Asset Klassen können Investmentvehikel, die nach einem aktiven Ansatz verwaltet werden, eingesetzt werden, wenn dies durch Markteigenschaften oder Kosten-/Nutzenerwägungen begründet werden kann. Der Großteil des Vermögens der VRG IV und VRG VI wird in liquiden aktiven Märkten investiert, an welchen Preisnotierungen existieren. Vermögenswerte, für die keine aktive Marktpreisnotierung vorhanden ist (z.B. bestimmte Immobilien und Absolute-Return-Strategien), können auf vorsichtigem Niveau gehalten werden, wenn das Rendite-/Risikoprofil solcher Vermögenswerte als günstig erachtet wird. Das Risiko wird aktiv gesteuert und es wird allgemein erwartet, dass die Volatilität und vor allem das Downsiderisiko niedriger sein werden als jenes der Benchmark.
- Im Jahr 2021 sind für leistungsorientierte Pläne Zahlungen für das Jahr 2021 im Ausmaß von TEUR 3.165 (2020: TEUR 2.252) an die APK-Pensionskasse AG geplant.
- Die sonstigen Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen wie folgt zusammen
Sonstige Rückstellungen |
In EUR 1,000 |
| 2021 | 2020 |
Personalrückstellungen | 46.431 | 31.048 |
Übrige Rückstellungen | 12.334 | 730 |
Gesamt | 58.765 | 31.778 |
|
|
|
-
- Die Personalrückstellungen enthalten eine Rückstellung für den Long Term Incentive Plan in Höhe von TEUR 14.834 (2020: TEUR 6.773). Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit einem Zinssatz von 1,06% abgezinst (2020: 1,33%).
- In der Position Steuerrückstellungen ist eine Körperschaftsteuerrückstellung für die Nachversteuerung von Verlusten ausländischer Gruppenmitglieder auf Gruppenträger-Ebene in Höhe von TEUR 28.274 (2020: TEUR 28.274) enthalten. Die Rückstellung für zukünftige Steuerumlageverpflichtungen aus der Überrechnung der Verluste von inländischen Gruppenmitgliedern (2020: TEUR 191.001) wurde im laufenden Jahr aufgelöst.
6 Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten |
In EUR 1,000 |
| 2021 | 2020 |
| ≤1 Jahr | >1 Jahr | ≤1 Jahr | >1 Jahr |
Anleihen | 750.000 | 9.500.000 | 800.000 | 11.000.000 |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 253.924 | 100.000 | 343.583 | 3.622 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 36.815 | — | 37.101 | — |
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 4.948.676 | — | 3.366.444 | — |
davon aus Lieferungen und Leistungen | 2.271 | — | 2.354 | — |
davon aus Finanzierung | 3.419.973 | — | 2.481.272 | — |
davon aus Clearing | 1.069.368 | — | 684.584 | — |
davon aus Verlustübernahmen | — | — | — | — |
davon sonstige | 457.063 | — | 198.233 | — |
Sonstige Verbindlichkeiten | 233.333 | 23.978 | 191.382 | 29.930 |
davon aus Steuern | 153.967 | — | 105.221 | — |
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 1.773 | — | 1.773 | — |
Gesamt | 6.222.749 | 9.623.978 | 4.738.509 | 11.033.552 |
|
|
|
|
|
- Im Geschäftsjahr wurde die Privatplazierung in Höhe von TEUR 300.000 und eine in 2011 begebene Anleihe mit einem Emmissionsvolumen von TEUR 500.000 getilgt. Die Hybridschuldverschreibungen der Tranche 1 aus 2015, mit einem erstmöglichen Kündigungstag im Jahr 2021, wurden gekündigt und zu ihrem Nennbetrag in Höhe von TEUR 750.000 am 30. November 2021 zurückgezahlt.
- Im April 2020 wurde eine Anleihe in Höhe von TEUR 1.750.000 in drei Tranchen begeben, davon zwei Tranchen von je TEUR 500.000 und eine Tranche in Höhe von TEUR 750.000.
- Im Juni 2020 wurde eine weitere Anleihe in Höhe von TEUR 1.500.000 in zwei Tranchen zu je TEUR 750.000 begeben.
- Im September 2020 begab OMV weitere Hybridschuldverschreibungen im Gesamtvolumen von TEUR 1.250.000. Tranche 1 in Höhe von TEUR 750.000 wird bis zum 1. September 2026 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 2,5% und Tranche zwei in Höhe von TEUR 500.000 bis zum 1. September 2029 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 2,875% verzinst.
- Die im Jahr 2010 begebene Anleihe mit einem Emissionsvolumen von TEUR 500.000 wurde im Februar 2020 zurückbezahlt.
- Am 7. Dezember 2015 begab OMV Hybridschuldverschreibungen mit einem Gesamtvolumen von TEUR 1.500.000 in zwei Tranchen von je TEUR 750.000. Tranche 1 wurde bis zur Kündigung und Tilgung am 30. November 2021 mit einem festen Zinssatz von 5,250% verzinst; Tranche 2 wird bis zum 9. Dezember 2025 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 6,250% verzinst.
- Am 19. Juni 2018 wurde eine Hybridanleihe im Gesamtvolumen von TEUR 500.000 begeben, die bis 19. Juni 2024 (ausschließlich) mit einem festen Zinssatz von 2,875% verzinst wird.
- Die Position Verbindlichkeiten aus Finanzierung gegenüber verbundenen Unternehmen beinhaltet kurzfristige Aufnahmen (Geldmarktgeschäfte) von diversen Tochtergesellschaften im Rahmen des Liquiditätsmanagements der OMV Gruppe.
Begebene Anleihen |
|
| Nominale | Kupon | Begebung | Rückzahlung |
| EUR 750.000.000 | 2.625% fix | September 2012 | 9/27/2022 |
| EUR 500.000.000 | 0.75% fix | Dezember 2018 | 12/4/2023 |
| EUR 750.000.000 | 0.00% fix | Juni 2020 | 6/16/2023 |
| EUR 500.000.000 | 1.50% fix | April 2020 | 4/9/2024 |
| EUR 500.000.000 | 0.00% fix | Juli 2019 | 7/3/2025 |
| EUR 1.000.000.000 | 1.00% fix | Dezember 2017 | 12/14/2026 |
| EUR 750.000.000 | 3.50% fix | September 2012 | 9/27/2027 |
| EUR 500.000.000 | 2.00% fix | April 2020 | 4/9/2028 |
| EUR 500.000.000 | 1.875% fix | Dezember 2018 | 12/4/2028 |
| EUR 750.000.000 | 0.75% fix | Juni 2020 | 6/16/2030 |
| EUR 750.000.000 | 2.375% fix | April 2020 | 4/9/2032 |
| EUR 500.000.000 | 1.00% fix | Juli 2019 | 7/3/2034 |
|
|
|
|
|
Hybridanleihe | EUR 750.000.000 |
| Dezember 2015 |
|
| EUR 500.000.000 |
| Juni 2018 |
|
| EUR 750.000.000 |
| September 2020 |
|
| EUR 500.000.000 |
| September 2020 |
|
Gesamt | EUR 10.250.000.000 |
|
|
|
|
|
|
|
|
- Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten unter anderem Zinsen für Anleihen in Höhe von TEUR 66.718 (2020: TEUR 73.915) und Personallösungs-kosten in Höhe von TEUR 29.046 (2020: TEUR 35.554). Diese Aufwendungen werden erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam. In den Verbindlichkeiten größer als ein Jahr sind folgende Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren enthalten: eine Verbindlichkeit aus Anleihen über TEUR 6.250.000 (2020: TEUR 8.000.000) sowie eine Verbindlichkeit aus Personallösungen in Höhe von TEUR 7.552 (2020:TEUR 10.887).
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
7 Umsatzerlöse
Umsatzerlöse |
In EUR 1,000 |
| 2021 | 2020 |
Inland | 180.943 | 188.485 |
Ausland | 44.269 | 45.711 |
Gesamt | 225.212 | 234.196 |
|
|
|
- Die Umsatzerlöse bestehen aus den an die Konzerngesellschaften verrechneten Konzernumlagen, Erlösen aus den für Konzerngesellschaften wahrgenommenen operativen Aufgaben und für den Konzern erbrachten Servicedienstleistungen in den Bereichen IT, Rechnungswesen, Personalwesen, Facility Management und betriebliche Medizin.
8 Sonstige betriebliche Erträge
Sonstige betriebliche Erträge |
In EUR 1,000 |
| 2021 | 2020 |
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen | 68 | 36 |
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 474 | 6.307 |
Übrige | 543 | 1.236 |
Gesamt | 1.085 | 7.578 |
|
|
|
- Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren aus der Auflösung von Rückstellungen für Personal in Höhe von TEUR 474 (2020: TEUR 6.307). In der Position Übrige sind unter anderem der Mitarbeiteranteil aus der Betriebskantine, diverse Bonifikationen und Funktionsentschädigungen enthalten.
9 Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen |
In EUR 1,000 |
| 2021 | 2020 |
Materialaufwand | 313 | 478 |
Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen | 54.584 | 53.696 |
Gesamt | 54.898 | 54.174 |
|
|
|
-
- Die Aufwendungen für sonstige bezogene Leistun-gen umfassen im Wesentlichen von Dritten zuge-kaufte Fremdleistungen in Höhe von TEUR 7.980 (2020: TEUR 13.968) und sonstige Leistungen von OMV Petrom Global Solutions SRL in Höhe von TEUR 6.936 (2020: TEUR 10.352). Für die Servicierung von Software wurden Fremdleistungen in Höhe von TEUR 38.023 (2020: TEUR 23.332) zugekauft.
10 Personalaufwand
- In den Aufwendungen für Gehälter sind Aufwendun-gen für anteilsbasierte Vergütungen enthalten. Wir verweisen diesbezüglich auf die Tabelle „Aufwendungen in Bezug auf anteilsbasierte Vergütungen“ im Abschnitt Long Term Incentive (LTI) Pläne und Equity Deferral des Jahresbonus.
- Die Aufwendungen für Rückstellungen für Jubilä-umsgeld betragen TEUR 593 (2020: TEUR 585).
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sowie Altersversorgung |
In EUR 1,000 |
| 2021 | 2020 |
Aufwendungen für Abfertigungen | 2.451 | 2.645 |
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen | 1.381 | 1.293 |
Beitragsorientierter Personalaufwand | 4.617 | 4.538 |
Leistungsorientierter Personalaufwand | –420 | 7.844 |
Gesamt | 8.029 | 16.320 |
|
|
|
- In der Position Aufwendungen für Abfertigungen sind TEUR 1.430 (2020: TEUR 1.905) und in der Position Leistungsorientierter Personalaufwand ein Ertrag über TEUR 891 (2020: Aufwand TEUR 1.950) für Personallösungen enthalten. Der Ertrag im leistungsorientierten Personalaufwand im laufenden Geschäftsjahr resultiert einerseits aus dem Entfall von Verpflichtungen und andererseits aus Parameteranpassungen.
- Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung verteilen sich folgendermaßen:
Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung |
In EUR 1,000 |
| 2021 | 2020 |
| Abferti- gungen | Pensions- pläne | Abferti- gungen | Pensions- pläne |
Vorstände und ehemalige Vorstände | 211 | 1.077 | 126 | 858 |
Leitende Angestellte | 1.222 | 354 | 121 | 338 |
Andere Arbeitnehmer | 1.783 | 2.384 | 3.481 | 5.380 |
Versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (–) | 616 | 382 | 210 | 5.806 |
|
|
|
|
|
11 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Sonstige betriebliche Aufwendungen |
In EUR 1,000 |
| 2021 | 2020 |
Steuern, soweit sie nicht unter Z 16 (Steuern vom Einkommen und Ertrag) fallen | 834 | 759 |
Übrige | 68.562 | 88.582 |
Gesamt | 69.396 | 89.340 |
|
|
|
In der Position Steuern sind zum Großteil Gebühren für die Finanzmarktaufsicht enthalten. Im übrigen Aufwand sind unter anderem enthalten: Konzern-verrechnungen von TEUR 18.566 (2020: TEUR 22.305), Werbeaufwand TEUR 10.910 (2020: TEUR 11.415), Rechts- und Beratungskosten TEUR 18.098 (2020:TEUR 28.465), Mietaufwand TEUR 5.522 (2020: 10.772), Versicherungsaufwand TEUR 2.390 (2020: TEUR 1.752), Nachrichtenaufwand TEUR 5.170 (2020: TEUR 5.597), Personalbeistellungen TEUR 1.440 (2020: TEUR 1.364) und Instandhaltungsaufwand TEUR 1.762 (2020: TEUR 2.099).
12 Erträge und Aufwendungen im Finanzergebnis
- Von den Beteiligungserträgen in Höhe von TEUR 1.466.606 (2020: TEUR 895.680) resultieren TEUR 1.263.596 (2020: TEUR 682.351) aus Gewinngemeinschaften, TEUR 197.671 (2020: TEUR 200.592) aus Dividenden von verbundenen Unternehmen und TEUR 5.339 (2020: TEUR 12.738) aus sonstigen Beteiligungserträgen. Ergebnisabführungsverträge zum 31. Dezember 2021 liegen für folgende Gesellschaften vor: OMV Solutions GmbH, OMV Downstream GmbH, OMV Insurance Broker GmbH und OMV Gas Logistics Holding GmbH.
- Die Position Erträge aus Finanzanlagen beinhaltet eine Zuschreibung zu Finanzanlagen in Höhe von TEUR 29.769 (2020:TEUR 56).
- Die Aufwendungen aus Finanzanlagen enthalten ausschüttungsbedingte Abschreibungen im Zusammenhang mit der OMV Solutions GmbH in Höhe von TEUR 538.600 (2020: TEUR 355.500) sowie der OMV Gas Logistics Holding GmbH in Höhe von TEUR 148.266 (2020: TEUR Null), eine Beteiligungsabschreibung der OMV AUSTRALIA PTY LTD in Höhe von TEUR 343 (2020: TEUR 4.806) und eine Wertberichtigung zu Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR Null (2020: TEUR 30.075).
13 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Steuern vom Einkommen und Ertrag |
|
| 2021 | 2020 |
Laufende Steuern | –321.396 | 161.009 |
davon |
|
|
Auflösung Rückstellung für zukünftige Steuerumlagezahlungen für österreichische Gruppenmitglieder | –191.001 | (13.108) |
Steuerumlage Gruppenmitglieder | –112.748 | 124.526 |
Körperschaftsteueraufwand Gruppe | 17.027 | 437 |
Steuerumlage Gruppenmitglieder aus Vorjahren | –34.674 | 49.154 |
|
|
|
Latente Steuern | –6.504 | –3.156 |
Gesamt | –327.900 | 157.853 |
|
|
|
- Die Steuerumlage Gruppenmitglieder beinhaltet außerdem einen Körperschaftsteueraufwand in Höhe von TEUR 7.244 als Vorsorge für die Rückabwicklung aufgrund des geplanten Austrittes zweier Gruppenmitglieder.
- Der ausgewiesene latente Steuerertrag in Höhe von TEUR 6.504 (2020: Ertrag TEUR 3.156) betrifft im Wesentlichen die Aktivierung werthaltiger latenter Steuern.
Ergänzende Angaben
14 Zinsmanagement und Derivate
- Um das Zinsrisiko in ausgewogener Form zu steuern, wird das Profil der Verbindlichkeiten hinsichtlich fixer und variabler Verzinsung, Währungen und Fristigkeiten analysiert. Es werden entsprechende Vergleichskennzahlen festgelegt und bei Abweichungen über definierte Bandbreiten mittels derivativer Instrumente optimiert.
- Fallweise werden festverzinsliche Kredite mittels Zinsswaps in variable Kredite oder vice versa umgewandelt. Die letzte Zinssicherung ist im Jahr 2015 ausgelaufen, danach wurden keine weiteren Zinsderivate mehr abgeschlossen.
- Die Gesellschaft sichert bei Bedarf entsprechende Fremdwährungsrisiken für die Gesellschaft selbst sowie für Konzerngesellschaften ab. Die OMV Aktiengesellschaft hat Derivate mit Banken abgeschlossen und diese an Konzerngesellschaften weitergegeben. Die Hauptpositionen per 31. Dezember 2021 betreffen den EUR-USD, EUR-HUF und USD-RON Wechselkurs. Mit den Devisentermingeschäften wurde der Zeitraum bis April 2022 abgesichert.
- Per 31. Dezember gab es zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos für die Konzerngesellschaften folgende Transaktionen, welche aufgrund der Bildung von Bewertungseinheiten in der OMV Aktiengesellschaft nicht angesetzt werden:
Währungsderivate: Forwards |
In EUR 1,000 |
| 2021 | 2020 |
| Beizulegender Zeitwert | Beizulegender Zeitwert |
| Nominale | aktiv | passiv | Bilanz- ansatz | Nominale | aktiv | passiv | Bilanz- ansatz |
Currency-Forwards | 408.772 | 1.731 | –1.715 | — | 828.508 | 19.133 | –19.099 | — |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
-
- Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird retrospektiv auf Basis des Wechselkurses des Sicherungsgeschäftes und der Korrelation mit dem Wechselkurs des dazugehörigen Grundgeschäftes ermittelt. Dabei wird die Kursdifferenz aus dem Grundgeschäft durch die Kursdifferenz aus dem Sicherungsgeschäft ausgeglichen. Prospektiv erfolgt die Effektivitätsmessung durch Überprüfung der Übereinstimmung der Critical Terms zwischen Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft (Critical Term Match).
- Ohne Bildung von Bewertungseinheiten wären aufgrund des imparitätischen Bewertungsprinzips Drohverlustrückstellungen in Höhe des passiven Marktwertes von TEUR 1.715 (2020: TEUR 19.099) zu bilden gewesen.
- Zur Liquiditätssteuerung verwendet die OMV Aktiengesellschaft Devisenswaps.
- Per 31. Dezember gab es zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos für die OMV Aktiengesellschaft folgende Transaktionen:
Währungsderivate: FX Swaps |
In EUR 1,000 |
| 2021 | 2020 |
|
|
|
| Nominale | Beizulegender Zeitwert | Bilanzansatz | Nominale | Beizulegender Zeitwert | Bilanzansatz |
FX Swap EUR-CZK | — | — | — | 5.351 | 19 | — |
FX-Swap EUR-HUF | 13.569 | –29 | –29 | 22.118 | 144 | — |
FX Swap USD-HUF | 18.960 | 54 | — | — | — | — |
FX Swap EUR-NOK | 515.963 | 3.146 | –269 | 265.228 | 3.716 | — |
FX Swap EUR-AUD | — | — | — | 19.003 | 495 | — |
FX Swap USD-NOK | 641.719 | –8.022 | –10.467 | — | — | — |
FX Swap EUR-NZD | — | — | — | 52.513 | 465 | –94 |
FX Swap USD-AUD | 18.892 | –129 | –129 | — | — | — |
FX Swap EUR-USD | 933.303 | –644 | –794 | 165.346 | –6 | –6 |
|
|
|
|
|
|
|
- Der beizulegende Zeitwert (Tageswert) der derivativen Finanzinstrumente spiegelt den geschätzten Betrag wider, den OMV zahlen oder erhalten müsste, wenn diese Transaktion am Bilanzstichtag geschlossen würde. Für die Schätzung der Tageswerte von Finanzinstrumenten zum Bilanzstichtag werden Preisanbote von Banken oder entsprechende Preismodelle verwendet. Bei diesen Modellen werden die zum Bilanzstichtag geltenden Termin-preise und Wechselkurse sowie Volatilitätskenn-zahlen zur Preisberechnung herangezogen. Der Bilanzansatz erfolgt unter den sonstigen Rückstellungen.
15 Organe, Arbeitnehmer, Related Parties
- Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug:
Durchschnitt |
|
| 2021 | 2020 |
Angestellte | 862 | 901 |
Gesamt | 862 | 901 |
|
|
|
- Die Vorstandsbezüge der OMV Aktiengesellschaft verteilen sich wie folgt:
Vorstandsbezüge |
In EUR 1,000 |
| 2021 |
| Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2021 | Ehemalige Vorstandsmitglieder |
|
| Stern3 | Pleininger | Florey | Skvortsova | van Koten7 | Seele8 | Gangl9 | Leitner12 | Gesamt |
Kurzfristige Vergütungen | 693 | 1.772 | 1.775 | 1.375 | 302 | 2.554 | 650 | — | 9.121 |
Fixer Bezug (Grundbezug) | 686 | 750 | 755 | 575 | 288 | 1.100 | 144 | — | 4.297 |
Fixer Bezug (Einmalige Kompensationszahlung) | — | — | — | 5355 | — | — | — | — | 535 |
Variabel (Barboni- fikation) 1 | — | 1.009 | 973 | 163 | — | 1.442 | 504 | — | 4.090 |
Sachbezüge | 7 | 13 | 474 | 1026 | 14 | 13 | 3 | — | 199 |
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 180 | 188 | 189 | 144 | 72 | 275 | 31 | — | 1.077 |
Pensionskassen beiträge | 180 | 188 | 189 | 144 | 72 | 275 | 31 | — | 1.077 |
Leistungen im Zusammenhang mit Beendigung von Dienstverhältnissen | — | — | — | — | — | — | 2310 | — | 23 |
Anteilsbasierte Vergütungen | — | 1.087 | 896 | 106 | — | 2.477 | 196 | 409 | 5.172 |
Variabel (Equity Deferral 2020) | — | 323 | 270 | 106 | — | 401 | 196 | — | 1.297 |
Variabel (LTIP 2018)2 | — | 764 | 626 | — | — | 2.076 | —11 | 409 | 3.876 |
Vorstandsbezüge | 872 | 3.046 | 2.860 | 1.625 | 374 | 5.306 | 900 | 409 | 15.393 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Vorstandsbezüge |
In EUR 1,000 |
| 2020 |
| Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2020 | Ehemalige Vorstandsmitglieder |
| Seele | Pleininger | Florey | Gangl6 | Skvortsova8 | Leitner10 | Davies11 | Roiss12 | Gesamt |
Kurzfristige Vergütungen | 2.274 | 1.342 | 1.304 | 790 | 503 | 1.117 | — | — | 7.330 |
Fixer Bezug (Grundbezug) | 1.100 | 750 | 700 | 575 | 313 | — | — | — | 3.438 |
Fixer Bezug (Funktionszulage) | 3343 | — | — | — | — | — | — | — | 334 |
Variabel (Barbonifikation)1 | 828 | 579 | 559 | 203 | — | 1.117 | — | — | 3.285 |
Sachbezüge | 13 | 13 | 454 | 13 | 1909 | — | — | — | 273 |
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 275 | 188 | 175 | 144 | 77 | — | — | — | 858 |
Pensionskassen- beiträge | 275 | 188 | 175 | 144 | 77 | — | — | — | 858 |
Anteilsbasierte Vergütungen | 902 | 523 | 529 | 101 | — | 823 | 62 | 266 | 3.205 |
Variabel (Equity Deferral 2019) | 410 | 287 | 277 | 101 | — | 277 | — | — | 1.351 |
Variabel (LTIP 2017)2 | 491 | 236 | 2525 | —7 | — | 546 | 62 | 266 | 1.853 |
Vorstandsbezüge | 3.451 | 2.052 | 2.007 | 1.035 | 580 | 1.940 | 62 | 266 | 11.394 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
- Daneben sind die Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats im Rahmen der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O) und einer Rechtsschutzversicherung versichert. Auch eine große Anzahl anderer OMV Mitarbeiter sind Begünstigte dieser Versicherungen, und es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, so dass eine spezifische Zuordnung an Vorstandsmitglieder nicht stattfindet.
- An Aufsichtsratsvergütungen wurden 2021 TEUR 625 aufgewendet (2020: TEUR 572).
- Die OMV Aktiengesellschaft ist das Mutterunternehmen des OMV Konzerns und nimmt als solches eine Holdingfunktion ein. Die OMV Aktiengesellschaft erbringt für die restlichen Konzerngesellschaften Finanzierungs-, Konzernsteuerungs- sowie diverse Servicedienstleistungen.
- Die Fremdüblichkeit der Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen wird laufend dokumentiert und überwacht.
- Bezüglich der auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer verweisen wir auf den OMV Konzernabschluss.
16 Haftungsverhältnisse gemäß § 199 und sonstige Verpflichtungen gemäß § 237 UGB
- Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:
Haftungsverhältnisse |
In EUR 1,000 |
| 2021 | 2020 |
Garantien | 2.740.516 | 1.962.676 |
davon für verbundene Unternehmen | 2.740.189 | 1.962.326 |
|
|
|
- Die Erhöhung der Haftungsverhältnisse resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung der Garantien für OMV Gas Marketing & Trading GmbH um TEUR 467.816 und für OMV Supply & Trading Limited in Höhe von TEUR 303.703.
- Nicht in der Bilanz und unter den Haftungsverhältnissen ausgewiesene sonstige finanzielle Verpflichtungen:
- Die OMV Aktiengesellschaft hat sich gegenüber der OMV Clearing und Treasury GmbH, die das Konzern-Clearing betreibt, verpflichtet, deren Liquidität für die Dauer der Konzernzugehörigkeit aufrechtzuerhalten.
- Für einige Explorations-, Produktions- und Vertriebsgesellschaften bestehen seitens der OMV Aktiengesellschaft Garantien und Patronatserklärungen für die Einhaltung von Konzessionen, Lizenzen und von verschiedenen Verträgen, die in ihrer Höhe unbestimmt sind.
- Gegenüber der OMV Gas Storage Germany GmbH hat sich die OMV Aktiengesellschaft mit einem Letter of Financial Support zu finanzieller Unterstützung im Bedarfsfall verpflichtet, welcher im Geschäftsjahr mit Wirksamkeit Oktober 2023 beendet wurde.
- Die OMV Aktiengesellschaft haftet für die Auszahlung der im Rahmen von Schuldbeitritten von den Konzernunternehmen übernommenen Pensionsansprüchen, Nachschussverpflichtungen für an überbetriebliche Pensionskassen übertragene Ansprüche und Überbrückungszahlungen für Personallösungen.
17 Vorschlag zur Gewinnverteilung
- Der verteilungsfähige Bilanzgewinn per Ende des Geschäftsjahrs 2021 wurde mit TEUR 1.003.589.930 (2020: TEUR 636.429) ermittelt.
- Für das Geschäftsjahr 2021 wird seitens des Vorstands der OMV Aktiengesellschaft eine Ausschüttung in Höhe von EUR 2,30 (2020: EUR 1,85) je dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen, welche von der Hauptversammlung zu bestätigen ist. Die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2020 erfolgte im Juni 2021 und betrug TEUR 604.971 (2020: TEUR 572.206).
18 Sonstige Berichterstattung
- Der konsolidierte Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen sowie der gesonderte konsolidierte nichtfinanzielle Bericht sind in den Geschäftsbericht des OMV Konzerns integriert; dieser ist auf der OMV Website unter www.omv.com > Investoren > Berichte abrufbar.
-
19 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
- Am 20. Jänner 2022 wurde die ökosoziale Steuerreform in dritter Lesung im Nationalrat beschlossen. Das Gesetz beinhaltet die Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 25% auf 24% im Jahr 2023 sowie auf 23% ab 2024. Wären die neuen Steuersätze bereits zum
31. Dezember 2021 verabschiedet worden, hätten sich die latenten Steueransprüche der Gesellschaft um TEUR 100 verringert. - Am 2. Februar 2022 hat die Borealis-Gruppe ein verbindliches Angebot von EuroChem für den Erwerb des Stickstoff-Geschäftsbereichs der Borealis Gruppe, der Pflanzennährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte umfasst, erhalten. Das Angebot bewertet das Unternehmen mit einer Unternehmenswertbasis von EUR 455 Mio. Borealis wird die obligatorischen Informations- und Konsultationsverfahren mit Arbeitnehmervertretern einleiten. Die Transaktion unterliegt außerdem bestimmten Vollzugsbedingungen und behördlichen Genehmigungen. Der Abschluss wird für die zweite Hälfte des Jahres 2022 erwartet. Borealis wird sich weiterhin auf seine Kernaktivitäten konzentrieren: die Produktion innovativer und nachhaltiger Lösungen in den Bereichen Polyolefine und Basischemikalien, sowie das Vorantreiben des Wandels zu einer Kreislaufwirtschaft.
- Am 15. Februar 2022 fällte das irakische Bundesgericht („Iraqi Federal Supreme Court“) das Urteil, dass das regionale Öl- und Gasgesetz Kurdistans (KROGL) von 2007 gegen bestimmte Artikel der irakischen Verfassung von 2005 verstößt. Der Beschluss steht im Widerspruch zu früheren Analysen und Urteilen. Die gerichtliche Entscheidung stellt das Recht der Regionalregierung Kurdistans (KRG) auf Abschluss von Öl- und Gasverträgen mit ausländischen Parteien in Frage. Darüber hinaus räumt es dem Bundesministerium für Öl das Recht ein, das weitere Vorgehen mit den ausländischen Parteien im Zusammenhang mit den abgeschlossenen Verträgen zu verfolgen. Es ist unklar, wie die Bundesregierung und die KRG im oben angeführten Sachverhalt verfahren und diesen Rechtstreit lösen werden. Die OMV ist dabei, diese Situation zu beurteilen, und es ist derzeit zu früh, um die Auswirkungen auf den 10%-Anteil der OMV an Pearl Petroleum Company Limited zu bestimmen.
- Am 21. Februar 2022 unterzeichnete der russische Präsident Vladimir V. Putin Dekrete zur Anerkennung von zwei pro-russischen abtrünnigen Regionen in der Ostukraine. Folglich reagierten die Europäische Union (EU), die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und Großbritannien mit gezielten Sanktionen gegen russische Einzelpersonen und das russische Finanzsystem. Als direkte Folge stoppte Deutschland den Zertifizierungsprozess von Nord Stream 2. Einen Tag später kündigten die USA Sanktionen gegen die Nord Stream 2 AG und ihre leitenden Angestellten an.
- Am 24. Februar 2022 startete Russland eine breite Offensive in der Ukraine mit gleichzeitigen Angriffen in verschiedenen Gebieten. Die EU, die USA und Großbritannien verhängten weitere Sanktionen, darunter Finanzierungsbeschränkungen, die gegen bestimmte russische Banken und Staatsunternehmen wie Gazprom gerichtet waren. Die EU kündigte an, zusätzliche und strengere Sanktionen gegen Russland zu verhängen, die unter anderem speziell gegen das russische Bankensystem, russische Einzelpersonen und den Energie- und Verkehrssektor gerichtet sind. Die Gaslieferungen wurden gemäß den bestehenden vertraglichen Verpflichtungen ohne Unterbrechung fortgesetzt.
- In weiterer Folge setzte Russland die weit verbreiteten Angriffe in der gesamten Ukraine fort. Die EU verhängte Sanktionen gegen Vladimir V. Putin und Sergej Lawrow und kündigte weitere Sanktionen an, einschließlich, aber nicht beschränkt auf die Bereitstellung von Darlehen und Krediten an bestimmte börsennotierte Banken und Unternehmen, von denen einige im Ölgeschäft tätig sind (wie Gazprom Neft). Die EU, die USA und Großbritannien beschlossen, sieben russische Banken aus dem SWIFT-System auszuschließen.
- Am 1. März 2022 hat der Vorstand der OMV beschlossen, die Verhandlungen mit Gazprom über den möglichen Erwerb einer 24,98% Beteiligung an den Blöcken 4A/5A der Achimov-Formation des Urengoi-Erdgas- und Kondensatfelds nicht weiterzuführen und das Basic Sale Agreement vom 3. Oktober 2018 zu kündigen. Die OMV kündigte auch an, die Beteiligung an der Nord Stream 2 Pipeline zu überprüfen.
- Vor dem Hintergrund weiterer Sanktionen kündigte Russland Gegensanktionen an, insbesondere Beschränkungen von Dividendenzahlungen an ausländische Anteilseigner russischer Unternehmen.
- Am 4. März 2022 verhängten die USA, die EU und Großbritannien weitere Sanktionen gegen Einzelpersonen und Russland erließ Gegensanktionen, darunter unter anderem Beschränkungen des Verkaufs von Aktien offener oder geschlossener Aktiengesellschaften. Russland kündigte auch Sanktionen gegen ausländische Personen und Unternehmen an.
- Am 5. März 2022 hat der Vorstand der OMV beschlossen, in Russland zukünftig keine Investitionen mehr zu verfolgen. Zudem wurde bekannt gegeben, dass eine strategische Überprüfung der wirtschaftlichen 24,99% Beteiligung am Juschno Russkoje Erdgasfeld eingeleitet wurde. Diese Überprüfung beinhaltet alle Optionen einschließlich Möglichkeiten einer Veräußerung oder eines Ausstiegs. Infolgedessen geht die OMV von einer nicht liquiditätswirksamen Wertanpassung in Höhe von EUR 0,5 – 0,8 Mrd (Stand 31. Dezember 2021) aus. Zudem gab OMV bekannt, wegen der erwarteten Uneinbringlichkeit der Forderungen gegenüber der Nord Stream 2 AG eine nicht liquiditätswirksame Wertanpassung in Höhe von EUR 987 Mio (Ausleihung plus Zinsabgrenzung, Stand 31. Dezember 2021) vorzunehmen.
- Insgesamt bedeutet dies eine nicht liquiditätswirksame Wertberichtigung von EUR 1,5 bis 1,8 Mrd, die im ersten Quartal 2022 ergebniswirksam wird.
- Die OMV beobachtet die sich verschärfende Krise zwischen Russland und der Ukraine kontinuierlich und überprüft regelmäßig die möglichen weiteren Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit und Vermögenswerte. Während der Konzern keine Geschäftstätigkeit in der Ukraine hat, bestehen Geschäftsverbindungen mit russischen Geschäftspartnern und operative Tätigkeiten in Russland.
- Zum 31.12.2021 weist OMV die folgenden Vermögenswerte in Verbindung mit russischer Geschäftstätigkeit aus:
Nettovermögen |
|
In EUR Mio |
|
| 2021 |
Nord Stream 2 Darlehen | 987 |
Recht auf Neufeststellung der Reserven1 | 432 |
JSC GAZPROM YRGM Development1 | 650 |
OJSC SEVERNEFTEGAZPROM1 | 117 |
Summe Nettovermögen | 2.185 |
|
|
1 bezogen auf Juschno Russkoje Gasfeld in Westsibirien
Unterbrechungen der russischen Rohstofflieferungen nach Europa könnten zu einem weiteren Anstieg der europäischen Energiepreise führen und das Inflationsrisiko erhöhen. Die OMV importierte in 2021 durchschnittlich 7,34 TWh Erdgas pro Monat an den deutschen und den österreichischen Gashub aufgrund eines langfristigen Liefervertrags mit Gazprom. Aus heutiger Sicht rechnet die OMV nicht mit einem Stopp der Erdgasexporte aus Russland. Im unwahrscheinlichen Fall einer kurzfristigen Unterbrechung der Gaslieferungen aus Russland, kann die OMV das im Speicher befindliche Gas zur Versorgung der Kunden nutzen bzw. hat OMV Zugang zu anderen europäischen liquiden Handelsplätzen für Erdgas. Die OMV hat aufgrund der aktuellen Situation ein Group Emergency Management Team (GEMT) gebildet. Dieses Team vereint alle relevanten Geschäftsbereiche und Funktionen. Das GEMT beobachtet, analysiert und bewertet laufend die aktuelle Lage, um rasch alle notwendigen Entscheidungen treffen und Maßnahmen setzen zu können.
Direkte Beteiligungen der OMV Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mindestens 20%
Direkte Beteiligungen |
|
| Währung | Eigenkapital 31.12.2021 | Jahresüber- schuss/ Jahresfehl- betrag 2021 | Anteil am Kapital in % |
Inland |
|
|
|
|
OMV Exploration & Production GmbH, Wien1 | in EUR 1.000 | 1.852.310 | –445.280 | 100 |
OMV Gas Logistics Holding GmbH, Wien1 | in EUR 1.000 | 95.952 | 175.255 | 100 |
OMV Insurance Broker GmbH, Wien1 | in EUR 1.000 | 45 | 14 | 100 |
OMV Downstream GmbH, Wien1 | in EUR 1.000 | 7.333.700 | –343.337 | 100 |
OMV Solutions GmbH, Wien1 | in EUR 1.000 | 616.709 | 30.668 | 100 |
Ausland |
|
|
|
|
Diramic Insurance Limited, Gibraltar | in EUR 1.000 | 102.998 | 1.249 | 100 |
OMV AUSTRALIA PTY LTD, Perth1 | in AUD 1.000 | –170.416 | –1.079 | 100 |
OMV International Oil & Gas GmbH, Zug2 | in CHF 1.000 | 1.703 | 338 | 100 |
OMV PETROM SA, Bukarest | in RON 1.000 | 32.870 | 2.688 | 51,01 |
|
|
|
|
|
Aufsichtsrat
- Mark Garrett
Vorsitzender - Thomas Schmid
Stellvertreter (bis 5. Juli 2021)
Christine Catasta (seit 10.September 2021)
Saeed Al Mazrouei (seit 2. Juni 2021)
Alyazia Ali Al Kuwaiti
Stellvertreterin (bis 2. Juni 2021)
Mansour Mohamed Al Mulla (bis 2. Juni 2021)
Stefan Doboczky
Karl Rose
Elisabeth Stadler
Christoph Swarovski
Cathrine Trattner
Gertrude Tumpel-Gugerell
Vom Betriebsrat delegiert:
Alexander Auer (seit 1. September 2021)
Hubert Bunderla (seit 18. Januar 2021)
Herbert Lindner (bis 31. August 2021)
Nicole Schachenhofer (seit 18. Januar 2021)
Angela Schorna
Gerhard Singer
- Neben international erfahrenen Vorständen und Direktoren der Kernaktionäre setzt sich der von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsrat aus hochqualifizierten unabhängigen Mitgliedern zusammen, wobei sich OMV bezüglich der Unabhängigkeit an den Empfehlungen der EU orientiert.
Präsidial- und Nominierungsausschuss:
- Garrett (Vorsitzender), Catasta (Stellvertreterin), Al Mazrouei (Stellvertreter), Al Kuwaiti, Bunderla, Schachenhofer
Prüfungsausschuss:
- Tumpel-Gugerell (Vorsitzende), Stadler (Stellvertreterin), Al Kuwaiti (Stellvertreterin), Garrett, Catasta, Trattner, Bunderla, Schorna, Singer
Portfolio- und Projektausschuss:
- Rose (Vorsitzender), Catasta (Stellvertreterin), Al Mazrouei (Stellvertreter), Al Kuwaiti, Doboczky, Garrett, Auer, Bunderla, Schachenhofer
Nachhaltigkeits- und Transformationsausschuss:
- Doboczky (Vorsitzender), Catasta (Stellvertreterin), Al Kuwaiti (Stellvertreterin), Stadler, Schachenhofer, Auer
Vergütungsausschuss:
- Catasta (Vorsitzende), Garrett (Vorsitzender), Al Mazrouei (Stellvertreter), Swarovski, Tumpel-Gugerell
Vorstand
Alfred Stern
- Vorstandsvorsitzender,
Generaldirektor
und Executive Officer Chemicals & Materials
Johann Pleininger
- Stellvertretender Vorstandsvorsitzender
und Executive Officer Exploration & Production
Reinhard Florey
Elena Skvortsova
- Executive Officer Marketing & Trading
Martijn van Koten
- Executive Officer Refining
- Wien, am 9. März 2022
- Der Vorstand
Alfred Stern e.h.
Vorstandsvorsitzender,
Generaldirektor
und Executive Officer Chemicals & Materials
- Reinhard Florey e.h.
Chief Financial Officer
- Johann Pleininger e.h.
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender
und Executive Officer Exploration & Production
Elena Skvortsova e.h.
Executive Officer Marketing & Trading
- Martijn van Koten e.h.
Executive Officer Refining
Anlagespiegel gemäß § 226 Absatz 1 UGB
Entwicklung der Anschaffungskosten |
|
In EUR 1,000 |
|
| Stand 01.01. 2021
| Zugänge |
|
Immaterielle Vermögensgegenstände |
|
|
|
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen | 39.527 | 6.941^1 |
|
|
|
|
|
Sachanlagen |
|
|
|
Grundstücke und Bauten auf fremden Grund | 2.764 | — |
|
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 21.323 | 3.832 |
|
| 24.087 | 3.832 |
|
Finanzanlagen |
|
|
|
Anteile an verbundenen Unternehmen | 17.430.189 | — |
|
Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 5.907.466 | 62.844 |
|
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens | 4.506 | — |
|
Sonstige Ausleihungen | 1.714 | — |
|
| 23.343.875 | 62.844 |
|
| 23.407.489 | 73.617 |
|
|
|
|
|
|
|
| Umbuchungen | Abgang | Stand 31.12.2021 | Abschreibungen 31.12.2021 (kumuliert) | Bilanzwert 31.12.2021 | Bilanzwert 31.12.2020 |
|
|
|
|
|
|
|
| –43 | — | 46.425 | 19.975 | 26.450 | 26.171 |
| — |
|
|
|
|
|
| — |
|
|
|
|
|
| — | 2 | 2.762 | 1.384 | 1.378 | 1.730 |
| 43 | 1.323 | 23.875 | 15.042 | 8.833 | 9.515 |
| 43 | 1.325 | 26.637 | 16.426 | 10.211 | 11.244 |
| — |
|
|
|
|
|
| — | — | 17.430.189 | 4.192.815 | 13.237.375 | 13.924.584 |
| — | 733.415 | 5.236.895 | 3.142 | 5.233.753 | 5.874.555 |
| — | — | 4.506 | — | 4.506 | 4.506 |
| — | 11 | 1.703 | 1.646 | 56 | 67 |
| — | 733.426 | 22.673.293 | 4.197.603 | 18.475.690 | 19.803.712 |
| — | 734.751 | 22.746.355 | 4.234.004 | 18.512.351 | 19.841.128 |
|
|
|
|
|
|
|
Entwicklung der Abschreibungen |
In EUR 1,000 |
| 01.01.2021 | Plan- mäßige Abschrei- bungen | Außerplan- mäßige Abschrei- bungen 2021 | Zuschrei- bungen | Abgang | 31.12.2021 |
Immaterielle Vermögensgegenstände |
|
|
|
|
|
|
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen | 13.356 | 6.619 | — | — | — | 19.975 |
Sachanlagen | — | — | — | — | — | — |
Grundstücke und Bauten auf fremden Grund | 1.035 | 350 | — | — | — | 1.384 |
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 11.808 | 4.469 | — | — | 1.235 | 15.042 |
| 12.843 | 4.819 | — | — | 1.235 | 16.426 |
Finanzanlagen |
|
|
|
|
|
|
Anteile an verbundenen Unternehmen | 3.505.606 | — | 687.209 | — | — | 4.192.815 |
Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 32.912 | — | — | 29.770 | — | 3.142 |
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens | — | — | — | — | — | — |
Sonstige Ausleihungen | 1.646 | — | — | — | — | 1.646 |
| 3.540.164 | — | 687.209 | 29.770 | — | 4.197.603 |
| 3.566.363 | 11.438 | 687.209 | 29.770 | 1.235 | 4.234.004 |
|
|
|
|
|
|
|
Abkürzungen und Definitionen
A
- Ausschüttungsgrad
%-Verhältnis der Dividende je Aktie zum Ergebnis je Aktie
B
- bbl
Barrel (Fass zu zirka 159 Litern) - bbl/d
Barrel pro Tag - bcf
Milliarde Standard-Kubikfuß (cf) - BIP
Bruttoinlandsprodukt - boe
Barrel Öläquivalent - boe/d
Barrel Öläquivalent pro Tag
C
- CAGR
(Compounded Annual Growth Rate); durchschnittliche jährliche Wachstumsrate - CAPEX
Capital Expenditure, Investitionen - CCS/CCS Effekte/Lagerhaltungsgewinne/-verluste
(Current Cost of Supply; zu aktuellen Beschaffungskosten) Lagerhaltungsgewinne und -verluste stellen die Differenz zwischen den Umsatzkosten zu aktuellen Beschaffungskosten und den Umsatzkosten auf Basis der gleitenden Durch-schnittsmethode nach Anpassung jeglicher Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten – dar. In volatilen Energiemärkten kann die Ermittlung der Kosten von verkauften Mineralölerzeugnissen basierend auf historischen Werten (zum Beispiel gleitenden Durchschnittskosten) zu verzerrenden Effekten der berichteten Ergebnisse (Operatives Ergebnis, Jahresüberschuss etc.) führen. Der als CCS Effekt offengelegte Wert stellt die Differenz zwischen dem in der Gewinn- und Verlustrechnung für Vorräte erfassten Betrag auf Basis der Durchschnittsmethode (angepasst um Wertminderungen, bezogen auf den Nettoveräußerungswert) und dem zu aktuellen Beschaffungskosten bewerteten Betrag dar. Die aktuellen Beschaffungskosten werden monatlich auf Basis von Daten der Versorgungs- und Produktionssysteme auf Ebene des Bereichs Refining & Marketing berechnet - CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten
Das CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: den Aktionären zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten dividiert durch durchschnittlich gewichtete Aktienanzahl - CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten
Operatives Ergebnis vor Sondereffekten, bereinigt um Sondereffekte und CCS Effekte. Das Konzern CCS Operative Ergebnis vor Sondereffekten stellt die Summe des CCS Operativen Ergebnisses vor Sondereffekten von Refining & Marketing, der Operativen Ergebnisse vor Sondereffekten der anderen Geschäftsbereiche und des berichteten Konsolidierungseffekts, bereinigt um Änderungen von Wertberichtigungen – falls der Nettoveräußerungswert der Vorräte geringer ist als die Anschaffungskosten –, dar. - CCS ROACE vor Sondereffekten
Der CCS Return On Average Capital Employed vor Sondereffekten wird wie folgt berechnet: NOPAT, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten, dividiert durch durchschnittlich eingesetztes Kapital (auf rollierender Basis, als Durchschnitt der letzten vier Quartale; in %). - Den Aktionären zuzurechnender CCS Jahresüberschuss vor Sondereffekten
Den Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss, bereinigt um Nach-Steuer-Effekte von Sondereffekten und CCS Effekten
CEE
Mittel- und Osteuropa - CEGH
Central European Gas Hub - cf
Standard-Kubikfuß (16 °C/60 °F)
C&M
Chemicals & Materials Geschäftsbereich
E
- ECL
Erwartete Kreditausfälle - EGT
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; Ergebnis vor Steuern und nach Zinsen und Ergebnis aus Beteiligungen und Finanzanlagevermögen - Eigenkapitalquote
%-Verhältnis Eigenkapital zu Gesamtkapital - Eingesetztes Kapital
Eigenkapital inklusive Anteilen anderer Gesellschafterinnen und Gesellschafter, zuzüglich Nettoverschuldung
E&P
Exploration & Production Geschäftsbereich
EPSA
Exploration and Production Sharing Agreement; Explorations- und Produktionsteilungsvertrag
Ergebnis je Aktie
Den Aktionären zuzurechnender Jahresüberschuss dividiert durch die durchschnittliche gewichtete Aktienanzahl
F
- FVOCI
Beizulegender Zeitwert mit Wertänderungen durch das sonstige Ergebnis - FVTPL
Beizulegender Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust - FX
Fremdwährungswechselkurs
G
H
- HSSE
Health, Safety, Security, and Environment; Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz - HV
Hauptversammlung
I
- IASs
International Accounting Standards - IFRSs
International Financial Reporting Standards
J
- Jahresüberschuss
Nettogewinn bzw. Nettoverlust nach Zinsen und Steuern
K
- Kb&S
Konzernbereich und Sonstiges - kbbl/d
Tausend Barrel pro Tag - kboe
Tausend Barrel Öläquivalent - kboe/d
Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag - km2
Quadratkilometer - KPI
Key Performance Indicator; Leistungskennzahl, Schlüsselindikator - KStG
Körperschaftssteuergesetz
L
- Leverage-Grad
%-Verhältnis Nettoverschuldung zu eingesetztem Kapital - LNG
Liquefied Natural Gas; Flüssigerdgas - LTIR
Lost-Time Injury Rate; Rate an Unfällen mit Arbeitszeitausfall pro 1 Mio Arbeitsstunden
M
- m3
Normalkubikmeter (0 °C / 32 °F) - Min
Minute - Mio
Million, Millionen - MPPH
Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company L.L.C. - Mrd
Milliarde, Milliarden - MW
Megawatt - MWh
Megawattstunde
N
- n.a.
Not available; Wert nicht verfügbar - n.m.
Not meaningful; Wert nicht aussagefähig - Net assets
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, at-equity bewertete Beteiligungen, Anteile an sonstigen Unternehmen, Ausleihungen an at-equity bewertete Beteiligungen, Summe Net Working Capital, abzüglich Rückstellungen für Rekultivierungsverpflichtungen - Nettoverschuldung
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten inklusive Anleihen und Finanzierungsleasing, abzüglich liquider Mittel - NGL
Natural Gas Liquids; Erdgas, das in flüssiger Form bei der Förderung von Kohlenwasserstoffen auftritt
NOPAT
Net Operating Profit After Tax, Jahresüberschuss + Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten – Steuereffekt auf den Nettozinseffekt aus Finanzierungsaktivitäten. NOPAT ist eine Kennzahl, die das finanzielle Unternehmensergebnis nach Steuern, unabhängig von der Finanzierungsstruktur einer Firma, zeigt.
O
- OECD
Organisation for Economic Cooperation and Development; Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung - ÖBAG
Österreichische Beteiligungs AG - ÖCGK
Österreichischer Corporate Governance Kodex
P
- Pearl
Pearl Petroleum Company Limited
R
- R&M
Refining & Marketing Geschäftsbereich
ROACE
Return On Average Capital Employed; %-Verhältnis NOPAT zu durchschnittlich eingesetztem Kapital - ROE
Return On Equity; %-Verhältnis Jahresüberschuss/-fehlbetrag zu durchschnittlichem Eigenkapital - RRR
Reserve Replacement Rate; Reservenersatzrate; Gesamtveränderung der Reserven exklusive Produktion, dividiert durch Gesamtproduktion
S
- Sondereffekte
Sondereffekte sind Aufwendungen und Erträge, die separat offengelegt werden, da sie nicht der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzurechnen sind. Diese Effekte werden separat ausgewiesen, um Investorinnen und Investoren zu ermöglichen, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des OMV Konzerns besser zu verstehen und zu beurteilen.
T
- t
Tonne - toe
Tonne Öläquivalent - TSR
Total Shareholder Return; Aktienrendite - TWh
Terawattstunde
U
- UGB
Österreichisches Unternehmensgesetzbuch
Umsatzerlöse
Umsatzerlöse ausgenommen Mineralölsteuer
V
- VAE
Vereinigte Arabische Emirate - Verschuldungsgrad
Gearing Ratio; %-Verhältnis Nettoverschuldung zu Eigenkapital
Z
ZGE
Zahlungsmittelgenerierende Einheit
- Investor Relations Kontakt:
- OMV Aktiengesellschaft
- Investor Relations
- Trabrennstraße 6 – 8
- 1020 Wien, Österreich
- Tel. +43 1 40440-21600
- Fax +43 1 40440-621600
- investor.relations@omv.com
- info@omv.com
- www.omv.com
- www.twitter.com/omv
- www.omv.com/socialmedia
- Herausgeber
- OMV Aktiengesellschaft, Wien
- Fotos
- Getty Images/RyanJLane
Hinweise:- Zahlen in Tabellen und Grafiken lassen sich möglicherweise aufgrund von Rundungsdifferenzen nicht aufaddieren. Die Differenzen zwischen den Prozentsätzen werden im gesamten Dokument in Prozentpunkten angezeigt.
- Im Interesse des Textflusses und der Lesefreundlichkeit wurden im Konzernanhang des Geschäftsberichts größtenteils geschlechterunspezifische Termini verwendet.
Haftungshinweis für die Zukunft betreffende Aussagen:
Dieser Bericht beinhaltet die Zukunft betreffende Aussagen. Diese Aussagen sind üblicherweise durch Bezeichnungen wie „Ausblick“, „glauben“, „erwarten“, „rechnen“, „beabsichtigen“, „planen“, „Ziel“, „Einschätzung“, „können/könnten“, „werden“ und ähnliche Begriffe gekennzeichnet oder können sich aus dem Zusammenhang ergeben. Aussagen dieser Art beruhen auf aktuellen Erwartungen, Einschätzungen und Annahmen der OMV sowie der OMV aktuell zur Verfügung stehenden Informationen. Die Zukunft betreffende Aussagen unterliegen ihrer Natur nach bekannten und unbekannten Risiken und Unsicherheiten, weil sie sich auf Ereignisse beziehen und von Umständen abhängen, die in der Zukunft eintreten werden oder eintreten können und die außerhalb der Kontrolle der OMV liegen. Folglich können die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von jenen Ergebnissen, welche durch die Zukunft betreffende Aussagen beschrieben oder unterstellt werden, abweichen. Empfänger dieses Berichts sollten die Zukunft betreffende Aussagen daher mit der gebotenen Vorsicht zur Kenntnis nehmen. Weder die OMV noch irgendeine andere Person übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen die Zukunft betreffenden Aussagen Verantwortung. Die OMV lehnt jede Verpflichtung ab und beabsichtigt nicht, diese Aussagen im Hinblick auf tatsächliche Ergebnisse, geänderte Annahmen und Erwartungen sowie zukünftige Entwicklungen und Ereignisse zu aktualisieren. Dieser Bericht stellt keine Empfehlung oder Einladung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren der OMV dar.
Erklärung gemäß § 124 Abs. 1 BörseG 2018
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
- Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
- Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
- Wien, am 9. März 2022
- Alfred Stern e.h.
Vorstandsvorsitzender, Generaldirektor und Executive Officer Chemicals & Materials
| - Johann Pleininger e.h.
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Executive Officer Exploration & Production
|
- Reinhard Florey e.h.
Chief Financial Officer
Martijn van Koten e.h. Executive Officer Refining
| - Elena Skvortsova e.h.
Executive Officer Marketing & Trading
|
- Trabrennstraße 6–8
- 1020 Wien
- Österreich
- Tel. + 43 1 40440-0
- www.omv.com
- www.omv.com/socialmedia