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EINZELABSCHLUSS UND KONZERNABSCHLUSS
Borealis AG
Finanzbericht
2021
2
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Inhalt
Über Borealis 3
Unser Vorstand 3
Highlights 2021 5
Unsere Gruppenstrategie 2035 6
Unsere Werte 8
Unser Geschäft 10
Jahresabschluss samt Lagebericht –
Einzelabschluss 16
Lagebericht 17
Konzernlagebericht 25
Jahresabschluss – Einzelabschluss 37
Anhang 43
Erklärung der gesetzlichen Vertreter gemäß
§ 124 Abs. 1 Z 3 BörseG 63
Bestätigungsvermerk 64
Konzernabschluss samt
Konzernlagebericht 68
Konzernlagebericht 69
Konzernabschluss 81
Konzernanhang 87
Erklärung der gesetzlichen Vertreter gemäß
§ 124 Abs. 1 Z 3 BörseG 174
Bestätigungsvermerk 175
Bericht des Aufsichtsrats der Borealis AG 181
Hinweis in Bezug auf den geschlechtergerechten Sprachgebrauch
Die von uns gewählte männliche Form bezieht sich immer zugleich auf weibliche,
männliche und diverse Personen. Auf eine Mehrfachbezeichnung verzichten wir in der
Regel zugunsten der besseren Lesbarkeit.
3
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Thomas Gangl
Vorstandsvorsitzender (CEO)
seit April 2021
Bevor er im April 2021 als neuer CEO
zu Borealis kam, war Thomas Gangl
seit 2019 OMV Vorstandsmitglied und
für den Bereich Refining & Petrochemical
Operations der OMV verantwortlich.
In seinen 20 Jahren bei der OMV hat
Thomas Gangl das Raffinerie- und
Petrochemiegeschäft des Unternehmens
maßgeblich mitgestaltet. Er spielte
eine entscheidende Rolle bei der
Schaffung des Fundaments der OMV
Kreislaufwirtschaftsstrategie, ins-
besondere durch die Einführung des
chemischen Recyclings bei der OMV.
Zu den Stationen seiner Laufbahn bei
der OMV, wo er 1998 als Verfahrens-
techniker begann, gehörten unter
anderem die Position des Geschäfts-
führers der OMV Deutschland GmbH
und die Verantwortung als Senior Vice
President für den Geschäftsbereich
Refining & Petrochemicals.
Unser Vorstand
Mark Tonkens
Finanzvorstand (CFO)
seit November 2014
Mark Tonkens wechselte im Jahr 2009
zu Borealis. Bevor er im November 2014
die Position des CFO von Borealis
antrat, war er als Borealis Senior Vice
President Group Controlling tätig.
Vor seiner Zeit bei Borealis hielt Mark
Tonkens eine Reihe von Positionen im
oberen Management der Royal Philips
Group, wo er als CFO und Senior Vice
President wichtiger Geschäftsbereiche
und Länderorganisationen rund um die
Welt tätig war, wie beispielsweise
in Europa in den Niederlanden und
Griechenland sowie in Asien in
Taiwan und Hongkong.
Über Borealis
4
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Wolfram Krenn
Executive Vice President Base
Chemicals & Operations
seit Juli 2021
Wolfram Krenn wurde im Juli 2021
zum Executive Vice President Base
Chemicals & Operations und Mitglied
des Borealis-Vorstands bestellt.
Unmittelbar vor seinem Wechsel
zu Borealis hatte Wolfram Krenn
bei der OMV seit 2019 die Position
des Senior Vice President Refining
Assets inne. Er begann seine Karriere
bei der OMV 1998 als Verfahrens-
techniker und sammelte internationale
Erfahrung in Produktion und Operations
als Leiter der Raffinerie Petrobrazi
der OMV Petrom in Rumänien. Im
Jahr 2018 wurde er zum Senior
Vice President Site Management
Schwechat, Österreich, ernannt.
Lucrèce Foufopoulos-De Ridder
Executive Vice President Polyolefine
und Innovation & Technologie
seit Jänner 2019
Lucrèce Foufopoulos-De Ridder wurde
im Jänner 2019 als Executive Vice
President Polyolefine und Innovation &
Technologie in den Vorstand von
Borealis bestellt. Sie stieß nach einer
mehr als 20-jährigen Tätigkeit in der
chemischen und petrochemischen
Industrie zu Borealis. Zuletzt war sie
als Vice President & General Manager
der Geschäftseinheit Rubber Additives
bei Eastman tätig. Vor dieser Tätigkeit
bekleidete Lucrèce Foufopoulos-De
Ridder eine Reihe von Positionen bei
multinationalen Unternehmen, wie
Dow Chemical, Rohm and Haas, Dow
Corning und Tyco. Sie ist darüber
hinaus Aufsichtsratsmitglied bei
Royal Vopak.
Philippe Roodhooft
Executive Vice President Joint
Ventures & Growth Projects
seit November 2017
Philippe Roodhooft wurde im
November 2017 als Executive
Vice President Middle East & Growth
Projects in den Vorstand von Borealis
bestellt, nachdem er seit 2013 als
Chief Operating Officer von Borouge
ADP in den Vereinigten Arabischen
Emiraten tätig gewesen war. Davor
hatte Philippe Roodhooft eine Reihe
von Positionen im oberen Management
in Wien inne, wie zum Beispiel als
Senior Vice President Supply Chain &
Produkt management für Polyolefine,
Senior Vice President Operations für
die Borealis Gruppe und als General
Manager der Produktionsstandorte in
Mitteleuropa.
5
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Anhaltender Fokus auf
Sicherheit mit einer TRI-Rate
von 2,3 im Jahr 2021 im
Vergleich zu 3,9 im Jahr 2020
____
Rekordergebnisse trotz
anhaltender COVID-19-
bedingter Marktvolatilität:
– Nettogewinn von
EUR 1,4 Milliarden
– 133 angemeldete
Prioritätspatente
____
#strongertogether ermöglicht
engere Zusammenarbeit
mit der OMV als Mehrheits-
eigentümerin sowie Nutzung
von Synergien
____
Investitionsvereinbarung über
USD6,2Milliarden für den Bau
von Borouge4 erweitert und
vertieft Partnerschaft mit
ADNOC und ist Eckpfeiler der
Strategie 2030 von Borouge
____
Geografische Expansion
auf Kurs: Bauarbeiten für
Wachstumsprojekte in Belgien
(Kallo), den Vereinigten
Arabischen Emiraten (Ruwais)
und den USA (Baystar™)
trotz andauernder Pandemie
weit fortgeschritten
Projekt STOP soll bis 2025
auf 2Millionen Menschen in
Indonesien ausgeweitet werden:
Rund 1.000 neue Arbeitsplätze
sollen entstehen und jährlich
25.000 Tonnen Plastikmüll
gesammelt werden.
____
Förderung der Kreislauf-
wirtschaft: Erwerb von
Minderheitsbeteiligungen an
dem innovativen Recycling-
unternehmen Renasci und an
Bockatech, einem Innovator
für nachhaltige Verpackungen.
Kooperationen entlang der
Wertschöpfungskette führen
zu zahlreichen Innovationen für
kreislauffähige Lebensmittel-
verpackungen, von Emmi’s
Caffè Latte bis zu Bechern
von Greiner Packaging.
____
Borealis und TOMRA eröffnen
hochmoderne Pilotanlage für
fortschrittliches mechanisches
Recycling in Deutschland.
____
Bornewables™-Portfolio
kreislauforientierter Polyolefine
kann laut einer in Deutschland
durchgeführten Ökobilanz-
studie zur Reduzierung von
CO
2
-Emissionen beitragen.
Gesamtmenge an erneuerbarer
Energie, die über mehrere
Stromabnahmeverträge für
die europäischen Produktions-
standorte gesichert wurde,
könnte 160.000 Haushalte ein
ganzes Jahr lang mit Strom
versorgen und macht ungefähr
20% des Stromverbrauchs der
Borealis Gruppe aus
____
Erster Einsatz der
revolutionären Qpinch-
Technologie im kommerziellen
Maßstab auf einer Pilotanlage
zur Wärmerückgewinnung am
Borealis-Produktionsstandort
für Polyethylen niedriger
Dichte in Belgien
____
Entwicklung einer bahn-
brechenden neuen Werkstoff-
klasse für Folienkondensator-
anwendungen in Zusammen-
arbeit mit TOPAS Advanced
Polymers
Highlights 2021
Das Leben
verlangt
Fortschritt
Wir entwickeln
stets Neues,
um unser Leben
noch nachhaltiger
zu machen.
Unsere Gruppenstrategie 2035
6
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Geografische Expansion
Kerngeschäft nutzen, um unseren
Kunden als globaler Partner
hoch wertige Materiallösungen
zu liefern.
Nordamerika
Wachstum durch M&A oder aus-
gewählte Bauprojekte zur Stärkung
des globalen Fußabdrucks.
Mittlerer Osten & Asien
Auf ADNOC-Partnerschaft aufbauen,
um weiteres Wachstum mit Anlagen in
Abu Dhabi und Asien zu generieren.
Transformation
Einen gänzlich kundenorientierten
Ansatz entwickeln, um nachhaltige,
hochwertige und kreislauforientierte
Materiallösungen zu liefern.
Kreislaufwirtschaft
Transformation hin zu einer echten
Kreislaufwirtschaft für alle
Anwendungen.
Mehrwert
Synergien aufbauen, um die
Wertschöpfung durch Innovation zu
ergänzen und zu beschleunigen.
Führen auf einer soliden Basis
Auf Sicherheit, Werten und Kultur
aufbauen, um weiterhin starke
integrierte Margen mit hochwertigen
Polyolefinlösungen sicherzustellen.
Nachhaltigkeit
Umweltfußabdruck und die nachhaltige
Nutzung von Ressourcen in unseren
Tätigkeitsbereichen verbessern.
Mitarbeiter
Wirkungsvolle Führung in einer leistungs-
starken, vielfältigen und mobilen
Organisation und an einem zweck-
orientierten Arbeitsplatz vorantreiben.
Exzellenz
Fokus auf Spitzenleistungen in
allen Bereichen. Technologien und
Digitalisierung nutzen, um effizienter
zu werden.
Transformation
Führen auf einer soliden Basis
„Leading from the Core“
Geografische
Expansion
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
7
8
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Unsere Werte
Verantwortung
… ist nur eine Theorie, bis du sie in die
Tat umsetzt.
– Unser Ziel ist „Null Vorfälle“ in den Bereichen
Gesundheit und Sicherheit.
– Wir übernehmen in unseren Entscheidungen
Verantwortung für die Umwelt auf lokaler und
globaler Ebene.
– Wir arbeiten nach hohen ethischen Grundsätzen
und gehen als gutes Beispiel voran.
Respekt
… ist nur ein Wort, bis du seine Bedeutung lebst.
– Wir vertrauen und involvieren einander
und kommunizieren offen, respektvoll und
zeitgerecht.
– Wir arbeiten zusammen, unterstützen und
helfen einander und entwickeln uns im Sinne
des Erfolgs von Borealis weiter.
– Wir bauen auf Vielfalt und erreichen als
„ein Unternehmen“ bessere Ergebnisse.
9
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
9
Höher hinaus
… ist nur ein Ziel, bis es dein Weg wird.
– Wir überzeugen mit Exzellenz und liefern
Ergebnisse über den Erwartungen.
– Wir treffen Entscheidungen gemeinsam und
setzen diese um.
– Wir geben Feedback und machen „Connect-
Learn-Implement“ sowie „Kontinuierliche
Verbesserung“ zu einem Bestandteil unserer
täglichen Arbeitsweise.
Nimblicity™
... ist nur ein Konzept, bis du es zu deiner
Routine machst.
– Wir sind fit, flink und flexibel und suchen
intelligente und einfache Lösungen.
– Wir fördern Entscheidungskompetenz auf
allen Ebenen, um die Eigenverantwortung
zu stärken und Entscheidungen schneller
umzusetzen.
– Wir begrüßen Veränderungen und sehen sie
als Chance, unsere Zukunft zu gestalten.
10
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Borealis ist einer der weltweit führenden Anbieter von
fortschrittlichen und kreislauforientierten Polyolefinlösungen
und ein europäischer Marktführer bei Basischemikalien,
Pflanzennährstoffen und mechanischem Recycling von
Kunststoffen. Der Konzern nutzt seine Expertise und
jahrzehntelange Erfahrung mit Polymeren, um innovative,
kreislauforientierte Materiallösungen mit Mehrwert für
Schlüsselindustrien zu liefern. Nach dem Leitsatz „Wir
entwickeln stets Neues, um unser Leben noch nachhaltiger
zu machen“ baut Borealis auf sein Bekenntnis zur Sicherheit,
seine Mitarbeiter und auf Exzellenz. Gleichzeitig beschleunigt
das Unternehmen den Umstieg auf eine Kreislaufwirtschaft
und erweitert seinen geografischen Fußabdruck.
Borealis hat seine Konzernzentrale in Wien, Österreich,
beschäftigt rund 6.900 Mitarbeiter und ist in mehr als
120 Ländern aktiv. Im Jahr 2021 erwirtschaftete Borealis
Umsatzerlöse von EUR 10,2 Milliarden und einen Netto-
gewinn von EUR 1.396 Millionen. Borealis steht zu 75%
im Eigentum der OMV, einem internationalen Öl- und
Gasunternehmen mit Sitz in Österreich, sowie zu 25% im
Eigentum einer Beteiligungsgesellschaft von Mubadala mit
Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Über Borealis
und zwei wichtige Joint Ventures– Borouge (mit der Abu
Dhabi National Oil Company oder ADNOC mit Sitz in den VAE)
und Baystar™ (mit TotalEnergies mit Sitz in den USA) –
stellt der Konzern Dienstleistungen und Produkte für
Kunden in aller Welt bereit.
Borealis-Strategie stellt „Value Creation through
Innovation“ in den Mittelpunkt
Borealis investiert laufend in seine Mitarbeiter, die Borstar®-
Technologie und andere unternehmenseigene Technologien,
seine internen Abläufe und die Arbeitsprozesse mit externen
Partnern. Das Ergebnis sind kontinuierliche technologische
Verbesserungen.
Als Innovationsführer in seinen Branchen identifiziert
und antizipiert Borealis fortlaufend bisher nicht erfüllte
Marktbedürfnisse und erarbeitet entsprechende Lösungen.
Proprietäre Technologien, innovative Werkzeuge und lang-
jähriges Know-how helfen Borealis dabei, die molekularen
Eigenschaften von Materialien zu entschlüsseln und
maßgeschneiderte Produkte zu entwickeln.
Borealis unterstützt diesen Prozess durch fundierte
Marktkenntnisse, einen interdisziplinären Ansatz und
besonderes Augenmerk auf offene Innovation.
Bediente Marktsegmente
Borealis gliedert sein Geschäft in drei Bereiche:
Polyolefine, Basischemikalien und Pflanzennährstoffe,
Melamin & technische Stickstoffprodukte.
Polyolefine
Die von Borealis hergestellten Polyolefinprodukte mit
Mehr wert sind die Grundlage vieler wertvoller Kunststoff-
anwendungen, die aus dem modernen Leben nicht mehr
wegzudenken sind. Die zukunftsweisenden Polyolefine von
Borealis leisten einen wesentlichen Beitrag zur Energie-
einsparung entlang der Wertschöpfungskette und zur
effizienteren Nutzung natürlicher Ressourcen. In enger
Zusammenarbeit mit seinen Kunden und Partnern aus der
Industrie bietet Borealis innovative und wertschöpfende
Kunststofflösungen für verschiedene Branchen und Markt-
segmente an. Die Endprodukte werden durch diese Lösungen
sicherer, leichter und erschwinglicher, sind einfacher zu
recyceln und tragen so zu mehr Nachhaltigkeit bei.
Borealis bietet fortschrittliche Polyolefine als Neuware und
als kreislauffähige Lösungen für folgende Branchen an:
Konsumgüter, Energie, Healthcare, Infrastruktur und Mobilität.
Unser Geschäft
Rohstoff-
recycling
Abb. 1: Chemischer Produktionsablauf
Öl- und Gasproduktion
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Verarbeitung
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(Erneuerbare) Rohstoffe
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Basischemikalien und Kohlenwasserstoffe
Raffinierung und Veredelung
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Pflanzennährstoffe, Melamin und Polyolefine
technische Stickstoffprodukte
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Polymer-
recycling
11
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Fortschrittliche Polyolefine als Neuware und als
kreislauffähige Lösungen
Polymerlösungen
Borealis entwickelt kontinuierlich innovative und leistungs-
verbessernde Produkte wie Polymermodifikatoren (Plastomere
und Elastomere), Schaumlösungen und verstärkte Polyolefine
für Strukturteile. Diese Materialien werden sowohl für neue
als auch für bereits existierende Anwendungen entwickelt.
Im Bereich der Polymermodifikatoren baut Borealis sein
breites Portfolio an attraktiven Lösungen weiter aus.
Das Multitalent Queo™ hilft, die Leistungslücke zwischen
herkömmlichen Kunststoffen wie Polyethylen (PE) und
konventionellen Elastomeren wie Ethylen-Propylen-Dien-
Monomer zu schließen. Durch den Einsatz von Queo ist
es möglich, auch die anspruchsvollsten Anforderungen an
Dichtigkeit, Flexibilität, Kompatibilität und Verarbeitbarkeit
zu erfüllen oder sogar zu übertreffen.
Die hochschmelzfesten (HMS), auf Polypropylen (PP)
basierenden geschäumten Produkte von Borealis erfüllen
die unterschiedlichen und anspruchsvollen Bedürfnisse von
Kunststoffverarbeitern und Verbrauchern in der Verpackungs-,
Automobil- und Bauindustrie. So bieten Schaumstofflösungen
bei Verpackungen eine hervorragende Recyclingfähigkeit,
insbesondere im Vergleich zu herkömmlichen Alternativen.
Außerdem zeichnet sich HMS PP-Schaum auch durch ein
geringeres Gewicht, Hitzestabilität (wichtig für mikrowellen-
geeignete Verpackungen) und gute Wärmedämm-
eigenschaften aus.
Bei den verstärkten Polyolefinen von Borealis handelt es
sich um neuartige, leistungssteigernde Materialien. Die
breite Palette an Polypropylen-Verbundstoffen ist weltweit
verfügbar und leistet einen wesentlichen Beitrag zu mehr
Nachhaltigkeit, zum Beispiel durch verbesserte Kosten-
und Energieeffizienz.
Lösungen für die Kreislaufwirtschaft
Das Circular Economy Solutions Team von Borealis
beschäftigt sich mit der Erschließung neuer Möglichkeiten
für ein langfristiges Geschäftswachstum, vor allem in den
Bereichen mechanisches Recycling, chemisches Recycling
(in Zusammenarbeit mit den Borealis-Partnern – der OMV
und Renasci), Wiederverwendung, erneuerbare Rohstoffe
und Design für Recyclingfähigkeit (DfR).
In den letzten Jahren hat sich das mechanische Recycling
als effektiv erwiesen und wird wohl auch in absehbarer
Zukunft die ökoeffiziente Methode der Wahl bleiben, wenn
es darum geht, die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft
umzusetzen. Die Kreislaufwirtschaft eröffnet neue Wege,
um den Markt neu zu erfinden und zugleich natürliche
Ressourcen zu schonen und Abfälle zu minimieren. Ein
weiterer wichtiger Aspekt eines ökoeffizienten Abfallfluss-
managements ist DfR, das die Recyclingprinzipien direkt in
den Designprozess integriert, mit dem Ziel, einen optimierten
Kreislauf von Materialien für Recycling und Wiederverwendung
zu erreichen. Zu diesem Zweck arbeitet Borealis mit Partnern
entlang der gesamten Wertschöpfungskette – Designern,
Einzelhändlern, Verpackungsproduzenten und Marken-
inhabern – zusammen, um Materiallösungen und -konzepte
zu entwickeln, die für eine optimale Recyclingfähigkeit von
Materialien am Ende ihrer Lebensdauer sowie hervorragende
Leistungscharakteristika von Rezyklaten sorgen.
Mit diesen fortschrittlichen Polyolefinlösungen belieferte
Branchen sind:
Konsumgüter
Mit mehr als 50 Jahren Erfahrung in der Branche ist Borealis
ein innovativer und zuverlässiger Lieferant überlegener
Polyolefinkunststoffe, die in fortschrittlichen Verpackungen,
Fasern und Haushaltsgeräten zu finden sind.
Verpackungs- und Faserinnovationen, die einen Mehrwert
liefern, tragen dazu bei, die Qualität und Sicherheit von
Konsumartikeln und Industriegütern sicherzustellen und
zugleich die Forderung nach verbesserter Funktionalität
und Verbraucherfreundlichkeit zu erfüllen. Kunststoff-
verpackungen für Lebensmittel tragen zum Beispiel dazu
bei, Lebensmittel vom Erzeuger bis zum Verbraucher zu
schützen und haltbar zu machen. Dank effizienter Abfüll-
systeme und auslaufsicherer Verpackungen wird verhindert,
dass Lebensmittel verderben. Sie bleiben länger frisch, und
es muss weniger weggeworfen werden. Darüber hinaus hat
der Kunde eine größere Auswahl an praktischen und
attraktiven Verpackungen.
Die unternehmenseigenen Premiumtechnologien, wie etwa
Borstar™, werden auch für zukunftsweisende Anwendungen
im Bereich flexibler Verpackungen (z.B. Laminierfolien,
Schrumpffolien oder Standbodenbeutel), starrer Verpackungen
(Kappen und Verschlüsse, Flaschen, Dünnwand- und
Transportverpackungen) sowie bei Vliesstoffen und
12
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
MobilitätKonsumgüter Healthcare
................................................................. Mit unseren fortschrittlichen Polyolefinen als Neuware oder kreislauffähige Lösungen beliefern wir diese Branchen: ..................................................................
Infrastruktur
Energie
Polymer-
lösungen
Lösungen
für die
Kreislaufwirtschaft
Abb.2: Marktsektoren für die Polyolefine von Borealis
technischen Fasern (Filtersysteme, Hygieneprodukte und
technische Textilien) eingesetzt.
Innovative Polypropylenprodukte von Borealis machen
Haushaltsgeräte (Waschmaschinen, Kühlschränke, Klima-
anlagen usw.) und Kleingeräte (wie Toaster, Ventilatoren
und Elektrowerkzeuge) sowohl leichter als auch robuster,
energieeffizienter und dennoch optisch ansprechend.
Energie
Borealis ist ein führender Anbieter von Polyolefin-Verbund-
stoffen für die globale Energiewirtschaft. Bahnbrechende
Innovationen auf Basis der Borlink™-Technologie helfen
dabei, Stromnetze robuster und zuverlässiger zu machen,
Stromverluste zu eliminieren und Energie aus erneuerbaren
Quellen effizienter und über längere Distanzen zu trans-
portieren. Die breite Palette an hochmodernen Lösungen
umfasst unter anderem Energieübertragungslösungen bei
Höchst-, Hoch- und Mittelspannung sowie Niederspannungs-
lösungen für Kabelanwendungen zur Energieverteilung.
Dank der einzigartigen Polymerfertigungstechnologien
von Borealis werden die Kabel und Drähte für die Solar-,
Automobil- und Bauindustrie noch sicherer. Das Unternehmen
blickt außerdem auf eine erfolgreiche Innovationsvergangenheit
im Bereich flammfester Kabel für diese Industrien zurück.
Das Angebot umfasst ein breites Spektrum an Kabellösungen
für Kommunikationsanwendungen, wie beispielsweise
innovative Datenkabel, Multipair-Kupferkabel, Glasfaserkabel
und Koaxialkabel, die allesamt zu einer größeren Effizienz
von Daten- und Kommunikationsnetzwerken beitragen.
Überlegene Polypropylen-Materiallösungen von Borealis
werden zur Herstellung von Kondensatorfolienprodukten
verwendet. Diese Materialien erfüllen höchste Reinheits-
standards und verhelfen zu herausragenden elektrischen
Eigenschaften. Ihr beständiges Verarbeitungsverhalten
ermöglicht zudem die Produktion extrem dünner Folien.
13
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Die einzigartigen Polymer- und Produktionstechnologien
mit Borlink, Visico™/Ambicat™, Borstar und Casico™
ermöglichen Borealis die Entwicklung innovativer Verbund-
stoffe, die auf die spezifischen Kundenanforderungen
maßgeschneidert sind.
Mit der Einführung der neuen Flaggschiff-Solarmarke
Quentys™ leitete Borealis im Jahr 2017 eine Revolution
der weltweiten Solarindustrie ein. Wegweisende neue
Produkte auf Basis von Quentys machen Solarenergie-
anwendungen effektiver, erschwinglicher und langlebiger.
Die Polyolefin-Einkapselungsfolien verbessern beispiels-
weise die betriebliche Zuverlässigkeit von Photovoltaik-
modulen über die gesamte Produktlebensdauer. Das
bedeutet: größere Kosteneffizienz und eine höhere
Wirtschaftlichkeit von Solarenergie.
Healthcare
Borealis bietet zuverlässige Lösungen, die einen Mehrwert
für das Gesundheitswesen schaffen, dank einer beein-
druckenden Erfolgsbilanz im Bereich Wertschöpfung durch
Innovation und einer engen Zusammenarbeit mit den Kunden.
Mit der wachsenden Bormed™-Produktpalette werden
technisch leistungsfähige Polyolefine für medizinische
Geräte, pharmazeutische Produkte und Verpackungen
für Diagnostikprodukte angeboten. Die Innovationen von
Borealis tragen dazu bei, Verpackungen für den Healthcare-
Sektor und medizinische Geräte sicherer und erschwinglicher
und gleichzeitig benutzerfreundlicher zu machen – ein
wichtiges Kriterium in der heutigen alternden Gesellschaft.
Zu den durch die innovativen Polyolefine von Borealis
optimierten Healthcare-Produkten zählen unter anderem
medizinische Geräte, Beutel und Päckchen, Injektions-
spritzen, Insulininjektoren, unzerbrechliche transparente
Flaschen oder Einzeldosisspender für Augentropfen.
Als globaler Anbieter kann Borealis Liefersicherheit
gewährleisten und technische Unterstützung bieten, die
auf die spezifischen und strengen Anforderungen des
Marktes zugeschnitten ist.
Infrastruktur
Borealis ist seit über 50 Jahren ein zuverlässiger Partner
der Rohrindustrie und rüstet zahlreiche Infrastrukturprojekte
auf der ganzen Welt mit modernen Werkstoffen für Polyolefin-
Rohrsysteme aus. Durch das Angebot an länger haltbaren
und zuverlässigeren Rohren steigert Borealis mit seinen bahn-
brechenden Innovationen kontinuierlich die Nachhaltigkeit
von Rohrsystemen und macht diese sicherer und effizienter.
Diese modernisierten Netzwerke helfen dabei, Verluste zu
eliminieren und gleichzeitig Energieeinsparungen zu erzielen.
Wasser- und Sanitärversorgungssysteme können durch den
Einsatz von proprietären Materialien von Borealis effizienter
und zuverlässiger werden. Im Vergleich zu herkömmlichen
Materialien reduzieren moderne Polyethylen-Systeme die
Wasserverluste um das Achtfache. Zudem bieten sie die
Möglichkeit der grabenlosen Verlegung, was zu einer
Senkung der Installationskosten um bis zu 60% führt.
Auf der Basis der proprietären Borstar-Technologie bietet
Borealis Rohre an, die in vielen unterschiedlichen Branchen
Anwendung finden: in der Wasser- und Gasversorgung,
Entwässerung und Abwasserentsorgung, bei Gebäude-
installationen und Heizsystemen.
Für den Einsatz in der Öl- und Gasindustrie bietet Borealis
zuverlässige und qualitativ hochwertige Lösungen vom
Anfang bis zum Ende der Pipeline, einschließlich mehr-
schichtiger Beschichtungslösungen für Onshore- und
Offshore-Pipelines zur Beförderung von Erdöl und Erdgas.
Mobilität
Borealis ist ein führender Anbieter innovativer Polyolefin-
werkstoffe für technische Anwendungen in der Mobilitäts-
branche.
14
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Basischemikalien
Kohlenwasserstoffe & Energie
Borealis produziert eine breite Palette von Produkten für
den Einsatz in unterschiedlichen Branchen, darunter Phenol,
Aceton, Ethylen und Propylen. Das Unternehmen bezieht
seine Rohstoffe wie Naphtha, Butan, Propan oder Ethan
von der Erdöl- und Erdgasindustrie. In seinen Olefinanlagen
werden diese in die Grundbausteine der chemischen Industrie
umgewandelt, unter anderem in Ethylen, Propylen und
C4-Kohlenwasserstoffe (petrochemische Derivate aus
Butanen, Butylenen und Butadienen). Dampfcracker in
Finnland, Schweden und Abu Dhabi – wobei letzterer von
Borouge betrieben wird – produzieren sowohl Ethylen und
Propylen als auch C4-Kohlenwasserstoffe. Propylen wird
darüber hinaus in einer Propan-Dehydrierungsanlage im
belgischen Kallo hergestellt. Die in den Polyolefinanlagen
von Borealis und Borouge benötigten Rohstoffe und Olefine
werden entweder von den Eigentümern der Unternehmen
bezogen oder am freien Markt gekauft. Eine Reihe von
Nebenprodukten aus dem Dampfspaltverfahren, darunter
Butadien, Butenverbindungen und Pygas, werden auch
auf internationalen Märkten verkauft.
Phenol, Benzol, Cumol und Aceton werden in Finnland
hergestellt und hauptsächlich an die Klebstoff-, Faser-,
Epoxidharz- und Polycarbonatindustrie verkauft. In
Skandinavien und im Baltikum ist Borealis der führende
Hersteller von Phenol, das in Klebstoffen, Baumaterialien,
Teppichen, CDs, DVDs, Mobiltelefonen und Haushalts-
geräten eingesetzt wird. Aceton wird üblicherweise
in Lösungsmitteln für Farben, Acryl, Fasern oder
pharmazeutische Produkte verwendet.
Um den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft aktiv
voranzutreiben, hat Borealis begonnen, auch erneuerbare
und chemisch recycelte Rohstoffe zu verarbeiten.
Proprietäre Borealis-Technologien eignen sich als leicht-
gewichtige Ersatzlösungen für herkömmliche Materialien
wie Metall, Gummi und technische Polymere. Die Materialien
von Borealis ermöglichen eine Leichtbauweise und leisten
damit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von
CO
2
-Emissionen. So können über die Lebensdauer einer
Fahrzeugkomponente, wie zum Beispiel eines Stoßfängers,
durch die Verwendung von 1kg Polypropylen-Verbund-
stoffen 8kg CO
2
-Emissionen vermieden werden. Borealis-
Kunststoffe mit Post-Consumer-Recycling-(PCR-)Anteil
erfüllen die wachsende Nachfrage der Industrie und der
Endverbraucher nach hochwertigen Materialien, die einen
schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen
ermöglichen. Durch die Kombination von PCR-Kunststoffen
und Neumaterial bei der Herstellung von Spitzenprodukten
mit gleichbleibender Qualität werden während der Lebens-
dauer des Produkts weniger Ressourcen verbraucht und
es entsteht weniger Abfall.
Borealis liefert solche wegweisenden leichten Polyolefine
für eine Reihe von Innen- und Außenanwendungen sowie
für Anwendungen unter der Motorhaube, beispielsweise
für Stoßfänger, Karosseriepaneele, Armaturenbretter,
Türverkleidungen, Mittelkonsolen, Pedalgehäuse, Lüftungs-
systeme, Batterieträger sowie halbstrukturelle Karosserie-
teile. Dank der engen Zusammenarbeit mit wichtigen
Partnern aus der Wertschöpfungskette entwickelt Borealis
laufend innovative Materialien für spezifische Verbund-
anwendungen, wie zum Beispiel Strukturträger.
15
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Technische Stickstoffprodukte
Mit den Rohstoffen Harnstoff, Ammoniak, Ammoniumnitrat
und Salpetersäure werden verschiedene technische
Stickstoffprodukte hergestellt.
AdBlue®
AdBlue, eine hochreine, wässrige Harnstofflösung, wird
als NO
x
-Reduktionsmittel für Lkws, Busse, Traktoren,
Baumaschinen und Diesel-Pkws verwendet.
Ammoniak
Ammoniak, eine Verbindung aus Stickstoff und Wasserstoff,
hat viele Verwendungsmöglichkeiten: als Vorprodukt oder
Zwischenprodukt bei der Herstellung von stickstoffhaltigen
Materialien, als Kältemittel in Kühlsystemen, als NO
x
-
Reduktionsmittel oder als Härtemittel für Metalloberflächen.
Harnstoff
Harnstoff ist eine synthetisch hergestellte organische
Verbindung aus Ammoniak und Kohlendioxid. Er wird bei
der Herstellung von Melamin und den in Spanplatten
verwendeten Leimen, aber auch als Rohstoff für Harze
und als NO
x
-Reduktionsmittel eingesetzt.
Pflanzennährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte
Borealis produziert, vertreibt und liefert jährlich rund
fünf Millionen Tonnen Pflanzennährstoffe und technische
Stickstoffprodukte über das Borealis L.A.T-Distributions-
netzwerk aus, das über mehr als 60 Lagerhäuser in ganz
Europa und eine Lagerkapazität von über 700.000Tonnen
verfügt.
Pflanzennährstoffe
Der effiziente und effektive Einsatz von Pflanzennährstoffen
ist heute wichtiger denn je. Voraussichtlich wird die Welt-
bevölkerung bis 2050 von heute 7,6Milliarden auf über
9,6 Milliarden Menschen anwachsen, und immer mehr
Menschen werden in dicht besiedelten städtischen Ballungs-
räumen leben. Mit steigendem Einkommen in Schwellen-
ländern wird auch mehr Fleisch konsumiert werden. Dies
erfordert wiederum mehr Getreide, um genügend Vieh
ernähren zu können. Auch Biotreibstoffe lassen die Nach-
frage nach höheren Ernteerträgen steigen. Da die Flächen
für die landwirtschaftliche Expansion begrenzt sind, müssen
die Erträge optimiert werden. Gleichzeitig haben viele
Staaten erkannt, dass Pflanzennährstoffe mit geringerem
CO
2
-Fußabdruck gefördert werden müssen, um die Gesund-
heit der Böden zu bewahren und den Oberflächenabfluss
von den Feldern zu reduzieren.
Die Borealis-Produktpalette umfasst Stickstoffdünger, NPK-
Mehrnährstoffdünger und Spezialdünger mit verschiedenen
Rezepturen mit Primär- und Sekundärnährstoffen sowie
Spurenelementen. Die außereuropäischen Märkte werden
hauptsächlich über das Vertriebsnetz von Borealis Rosier
bedient.
Melamin
Borealis produziert Melamin in seinen Anlagen in Linz,
Österreich, sowie am deutschen Standort Piesteritz. Das
aus Erdgas gewonnene Melamin ist zu einem unverzichtbaren
Material für die weltweite Produktion von Kunstharzen
geworden. Rund 80% der Melaminproduktion von Borealis
sind für die Holzwerkstoffindustrie bestimmt, zum Beispiel
für dekorative Oberflächenbeschichtungen. Bei der Pro-
duktion von Gegenständen des täglichen Gebrauchs in
Küche oder Haushalt spielt Melamin ebenfalls eine wichtige
Rolle, zum Beispiel bei der Herstellung von Topf- und
Pfannengriffen.
Jahres-
abschluss 2021
2020
samt Lagebericht
EINZELABSCHLUSS
17
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Überblick über den Geschäftsverlauf
Nach dem beispiellosen Einbruch des Ölpreises im Jahr 2020
infolge der globalen COVID-19-Pandemie erholte sich der
Preis für Rohöl der Marke Brent im Jahr 2021 deutlich.
Als Länder auf der ganzen Welt die pandemiebedingten
Einschränkungen zu lockern begannen, bewirkte die daran
anschließende wirtschaftliche Erholung eine Belebung der
Nachfrage. Der Ölpreis kletterte von 55 USD/bbl im Jänner
2021 auf einen Höchststand von 84 USD/bbl im Oktober,
den höchsten Wert seit 2014. Insgesamt lag der Durchschnitts-
preis von 71 USD/bbl für Rohöl der Marke Brent im Jahr 2021
sowohl über dem Vorjahresdurchschnitt von 42 USD/bbl als
auch über dem Durchschnittspreis von 64 USD/bbl vor der
Pandemie im Jahr 2019 – ein deutliches Zeichen für eine
Erholung.
Der Naphtapreis entwickelte sich ähnlich wie der Ölpreis
und stieg stetig von 500 USD/t im Jänner 2021 auf einen
Höchststand von 763 USD/t im Oktober 2021, bevor er
am Jahresende leicht auf 698 USD/t nachgab. Auch die
Lieferpreise für Ethylen und Propylen wurden von den sich
erholenden Märkten positiv beeinflusst: Der Ethylenpreis
erhöhte sich von 860 EUR/t zu Jahresbeginn auf einen
Höchstpreis von 1.283 EUR/t im November und schloss am
Jahresende bei 1.273 EUR/t. Der Propylenpreis kletterte
von 800 EUR/t im Jänner auf 1.288 EUR/t im November
und hielt dieses Niveau bis zum Jahresende.
Die Absatzmengen der Polyolefine von Borealis haben
sich in einem, nach wie vor von der Pandemie geprägten
Umfeld, dennoch verbessert. Sie erhöhten sich 2021 um
2 % gegenüber dem Vorjahr und um 4 % gegenüber dem
Vorkrisenjahr 2019 auf 3,95 Millionen Tonnen. Dieses
außergewöhnlich starke Ergebnis ist der soliden Nachfrage
nach Polyolefinen geschuldet. Sie zog bereits vor den ersten
Anzeichen einer Konjunkturerholung Anfang 2021 an, die
vor allem die Bereiche Energie, Rohre und fortschrittliche
Produkte betraf. Gleichzeitig kam es zu anhaltenden
Lieferengpässen aufgrund von Logistikproblemen und
Produktionsausfällen in der Industrie. Die integrierten
Margen der Polyolefinbranche kletterten auf ein Rekord-
Niveau und sorgten so für einen herausragenden
Gewinnbeitrag des Polyolefingeschäfts.
Die Marge der Olefinbranche stieg ebenfalls im Jahr 2021,
wenn auch nicht ganz so stark wie die der Polyolefinbranche.
Das ist teilweise auf die steigende Nachfrage während der
Konjunkturerholung zurückzuführen, die jedoch durch
Lieferschwierigkeiten aufgrund von Produktionsausfällen
geprägt war. Infolgedessen fiel der Gewinnbeitrag aus dem
Kohlenwasserstoffgeschäft höher aus als im Jahr 2020,
blieb aber unter dem Niveau von 2019, da sich das Cracken
leichter Rohstoffe als nicht mehr so vorteilhaft erwies.
Vor allem dank des höheren Absatzes von Polyolefinen lag
der Gesamtumsatz der Borealis AG 2021 um 50 % über
dem Wert des Jahres 2020.
Das Betriebsergebnis stieg von einem Gewinn von
EUR 353,0 Millionen im Jahr 2020 auf einen Gewinn
von EUR 1.336,3 Millionen im Jahr 2021.
Trotz der anhaltenden Auswirkungen der Pandemie konnte
Borealis seine wichtigen globalen Wachstumspläne im Jahr
2021 deutlich voranbringen. Im November unterzeichneten
Borealis und ADNOC einen endgültigen Investitionsvertrag
über USD 6,2 Milliarden für den Bau der vierten Borouge-
Anlage im Polyolefin-Produktionskomplex in Ruwais,
Vereinigte Arabische Emirate. Die Erweiterung von Borouge
wird die wachsende Kundennachfrage im Mittleren Osten und
Asien mit differenzierten Polyolefinlösungen für die Bereiche
Energie, Infrastruktur und fortschrittliche Verpackungen
bedienen. Mit einer jährlichen Polyethylen-Produktions-
kapazität von 6,4 Millionen Tonnen wird Borouge zum
weltweit größten Single-Site-Polyolefinkomplex ausgebaut.
Das Projekt umfasst die Errichtung eines Ethancrackers,
zweier hochmoderner Borstar®-Polyethylenanlagen, einer
Produktionsanlage für vernetztes Polyethylen (XLPE) und
einer Hexen-1-Anlage. Eingesetzt werden dabei führende
Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz und der
Senkung von Emissionen. Dauerhaftes Abfackeln wird es
nicht mehr geben. Für ihre Produktionsbetriebe beschafft
die neue Anlage ihren Strom aus erneuerbaren Energie-
quellen. Eine Explorationsstudie prüft derzeit, ob durch
eine Kohlenstoffabscheidung die Emissionen von Borouge 4
um bis zu 80 % gesenkt werden könnten.
Lagebericht zum 31. Dezember 2021
18
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Baystar™ ist ein 50/50-Joint-Venture zwischen Borealis
und Total Petrochemicals & Refining USA Inc. in Texas, USA.
Baystar baut derzeit eine Borstar® Polyethylen Anlage in
Bayport, Texas, USA, mit einer jährlichen Kapazität von
625.000 Tonnen pro Jahr. Des Weiteren errichtet Baystar
einen Dampfcracker mit einer Kapazität von einer Million
Tonnen pro Jahr in Port Arthur, Texas, USA. Dieses Vorhaben
trägt mehr als eine Million Tonnen zur jährlichen Produktions-
kapazität für Polyolefine bei. Entscheidend ist jedoch, dass
Borealis seine nordamerikanischen Kunden erstmals mit
lokal produzierten Borstar-Produkten beliefern kann. Der
ungewöhnlich harte Winter 2021 hat sich auf fast alle
petrochemischen Betriebe an der Golfküste ausgewirkt;
das Baystar-Projekt war davon auch betroffen.
Die neue Propan-Dehydrierungsanlage (PDH) im Welt-
maßstab, die in Kallo, Belgien neben der bereits bestehenden
PDH-Anlage errichtet wird, macht trotz der pandemie-
bedingten Auswirkungen Fortschritte. Mit einem Investitions-
volumen von rund EUR 1 Milliarde zählt das Projekt zu den
größten in der petrochemischen Industrie und ist die größte
Einzelinvestition, die Borealis jemals in Europa getätigt
hat. Trotz der außergewöhnlichen Projektgröße konnte
ein herausragendes Sicherheitsergebnis erzielt werden;
außerdem wurde hierfür die Lieferung einer der größten
jemals verschifften Einzelanlagen in den Hafen von
Antwerpen erfolgreich abgewickelt.
Im Juli kündigte Borealis den Erwerb einer 10%igen
Minderheitsbeteiligung an Renasci N.V. (Renasci) an, einem
Anbieter innovativer Recyclinglösungen mit Sitz in Belgien
und dem Erfinder des Smart Chain Processing (SCP)-
Konzepts. Dieser Erwerb folgte im Anschluss an eine
frühere Abnahmevereinbarung mit Renasci, wonach pro
Jahr rund 20 Kilotonnen Kreislaufpyrolyseöl (kt/J) bezogen
werden sollen – ein Produkt des chemischen Recyclings,
das als Rohstoff eingesetzt werden kann. Insgesamt soll
mit den Vereinbarungen ökoeffizient auf eine Kunststoff-
Kreislaufwirtschaft umgestellt werden.
Im Dezember gab Borealis den Erwerb einer Minderheits-
beteiligung an Bockatech Limited (Bockatech) bekannt,
einem Unternehmen für grüne Technologie mit Sitz in
Großbritannien. Diese Vereinbarung intensiviert und fördert
die Partnerschaft zwischen Borealis und Bockatech im
Bereich nachhaltige Verpackungen. Ziel der Zusammen-
arbeit ist es, auf der Grundlage von Recyclingfähigkeit,
Wiederverwendbarkeit und Ökoeffizienz, einer größeren Zahl
globaler Kunden und Partner entlang der Wertschöpfungs-
kette ein breiteres Angebot leichtgewichtiger, schaumstoff-
basierter Anwendungen im Bereich Verpackung verfügbar
zu machen.
Finanzergebnis
Die Finanzerträge stiegen von EUR 836,0 Millionen im Jahr
2020 auf EUR 1.535,7 Millionen im Jahr 2021. Hauptgrund
für diesen Anstieg waren die höheren Dividendenerträge.
Diese stiegen um 115 % auf EUR 2.021,7 Millionen.
Gleichzeitig wurden jedoch Wertberichtigungen auf Finanz-
investitionen in Höhe von EUR 433,6 Millionen erfasst.
Insgesamt erzielte die Borealis AG einen Jahresgewinn von
EUR 2.546,4 Millionen im Vergleich zu EUR 1.126,8 Millionen
im Jahr 2020.
Kreislaufwirtschaft
Das Bekenntnis von Borealis, den Kunststoffkreislauf zu
schließen, ist in der Konzernstrategie 2035 fest verankert.
Das Unternehmen setzt sich zum Ziel, dass spätestens
2025 sämtliche Konsumgüter recyclingfähig und wieder-
verwendbar sind und/oder mit Materialien aus erneuerbaren
Quellen hergestellt werden. Borealis hat sich zudem
verpflichtet, bis zum Jahr 2025 bis zu 350.000 Tonnen
recycelte Kunststoffe pro Jahr zu produzieren. Fortschritte
wurden im Jahr 2021 erzielt, als Borealis 77.000 Tonnen
Rezyklat verkaufte und gleichzeitig eine jährliche Produktions-
kapazität von 100.000 Tonnen aufbaute. All diese Ziele
beschleunigen den Umstieg des Konzerns weg von
herkömmlichen fossilen Rohstoffen hin zum Einsatz
nachwachsender Rohstoffe.
19
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Borealis untermauert sein führendes Engagement auf dem
Weg zur Kreislaufwirtschaft mit seiner Plattform EverMinds™,
die dazu dient, Wandel zu fördern und Partner aus der
Wertschöpfungskette sowie andere Stakeholder zusammen-
zubringen. Borealis investiert, entwickelt Innovationen
und engagiert sich für eine Zusammenarbeit in der Wert-
schöpfungskette, damit alle Produkte und Anwendungen
ökoeffizient konzipiert werden können. Folgende Tätigkeiten
zeigen einen Ausschnitt der Bandbreite der Maßnahmen
im Jahr 2021.
– Borealis erweitert seine Aktivitäten im Bereich mechanisches
Recycling. Im Jänner ging die hochmoderne Pilotanlage in
Lahnstein, Deutschland, in Betrieb. In dieser strategischen
Partnerschaft mit TOMRA werden feste und flexible
gebrauchte Verpackungskunststoffe sortiert und
anschließend mittels der unternehmenseigenen Borcycle™
M Plattform in voll formulierte, marktreife Polymer-
Granulate verarbeitet. Auf diese Weise stellt Borealis
sicher, dass hochwertiges Rezyklat für anspruchsvolle
Anwendungen auf breiter Basis verfügbar ist, und treibt
somit die „Schließung des Kreislaufs“ von Kunststoffen
weiter voran.
– Chemisches Recycling ergänzt mechanisches Recycling
zur Verwertung von Restabfallströmen, die ansonsten
verbrannt oder deponiert werden würden. Chemisches
Recycling hat den zusätzlichen Vorteil, dass die mit
chemisch recyclierten Rohstoffen gefertigten Produkte
genauso leistungsstark sind wie die mit fossilen Rohstoffen
produzierten. Dadurch ist es möglich, hochwertige,
polyolefinbasierte Anwendungen zu fertigen, die strenge
Qualitäts- und Sicherheitsauflagen, wie zum Beispiel in
den Bereichen Gesundheit und Lebensmittelverpackung,
erfüllen. Im Juni sicherte sich Borealis die Beschaffung
der gesamten Menge – rund 20 Kilotonnen pro Jahr –
chemisch recycelten Materials von Renasci in Form von
Kreislaufpyrolyseöl. Diese chemisch recycelten Rohstoffe
werden künftig an mehreren Borealis-Produktions-
standorten für die Herstellung von kreislauforientierten
Borcycle™-C-Polyolefinen und Basischemikalien zum
Einsatz kommen. Diese Tätigkeiten ergänzen die bereits
bestehende Zusammenarbeit mit der OMV, in der die von
der OMV patentierte ReOil-Technologie eingesetzt wird,
um Post-Consumer-Kunststoffe chemisch zu Rohstoffen
zu recyceln, die dann von Borealis zur Herstellung von
Polyolefinen verwendet werden.
– Im September wurde der erste Test mit Rohstoffen aus
vollständig pflanzlichen Abfallströmen an einem Borealis-
Cracker in Stenungsund, Schweden, durchgeführt. Es
sollte geprüft werden, ob und inwieweit dieser nach-
wachsende Rohstoff fossile Rohstoffe ersetzen könnte.
Erneuerbare Rohstoffe bilden die Grundlage von
Bornewables™, dem neuen Portfolio kreislauforientierter
Premium-Polyolefine von Borealis, das 2020 eingeführt
wurde. Mit dem Angebot einer sinnvollen Alternative
zu herkömmlichen Rohstoffen könnte die Anlage in
Stenungsund nicht nur ihre CO
2
-Bilanz verbessern,
sondern auch den Kunden von Borealis helfen, ihre
eigenen Nachhaltigkeitsziele besser zu erreichen und
dabei bestehende Qualitätsstandards einzuhalten.
– Borealis gab den weiteren Ausbau des Projekts STOP
bekannt. Das Projekt verfolgt einen „Systembefähigungs“-
Ansatz und unterstützt indonesische Behörden bei der
Umsetzung nachhaltiger und kosteneffizienter Abfallwirt-
schaft- und Recyclingsysteme. Der ganzheitliche Ansatz
sieht die Sammlung, das Recycling und die ordnungs-
gemäße Entsorgung von Plastik, aber auch allen anderen –
auch organischen – Abfallarten vor, um auszuschließen,
dass weitere Abfälle in die Umwelt gelangen. Durch die
Ausdehnung des Projekts auf Ost-Java werden von
diesem Abfallmanagement bis zum Jahr 2025 zwei
Millionen Indonesier profitieren.
– Borealis bildete eine Partnerschaft mit Lafarge, der OMV
und VERBUND (kurz C2PAT) für die gemeinsame Planung
und den Bau einer großtechnischen Anlage zur Abscheidung
von CO
2
und dessen Weiterverarbeitung zu synthetischen
Treibstoffen, Kunststoffen oder anderen Chemikalien im
industriellen Maßstab.
20
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Forschung und Entwicklung – „Value Creation through
Innovation“ 2021
Das beharrliche Engagement für „Value Creation through
Innovation“ wird in der gesamten Polyolefin-Wertschöpfungs-
kette angewendet und ist grundsätzlich kreislauforientiert.
Es umfasst den gesamten Lebenszyklus eines Produkts:
von der Konzeption über das Design, die Verarbeitung und
Nutzung bis hin zur Rückgewinnung für das Recycling oder
die Wiederverwendung.
Im September wurde eine bahnbrechende Innovation für
die Wertschöpfungskette in der Energiebranche vorgestellt:
Borealis und TOPAS Advanced Polymers entwickeln eine
neue technische Werkstoffklasse für Folienkondensator-
anwendungen. Das derzeit in Entwicklung befindliche
EPN- (Ethylen-Propylen-Norbonen) Material wird die
Leistungslücke zwischen herkömmlichen Polymeren und
hochwertigen Kunststoffen durch temperaturbeständigere,
kosteneffizientere Folienkondensatoren schließen. Beide
Partner nutzen ihre jeweilige hohe Kompetenz auf dem Feld
der Polymere – Borealis als Anbieter von PP-Kondensator-
folien und TOPAS Advanced Polymers als Anbieter von
Cyclo-Olefin-Copolymeren (COC) – und treiben so den
Umstieg zur grünen Energie an. Im Bereich der Elektro-
mobilität werden Inverter bei höheren Temperaturen energie-
effizienter und können dadurch Strom aus erneuerbaren
Quellen wie Sonnen- oder Windkraft effizienter umwandeln.
Im April präsentierten Borealis und Sulzer, ein weltweit
führendes Unternehmen im Fluid-Engineering, die gemein-
same erfolgreiche Entwicklung eines innovativen Verfahrens
zur kosteneffektiven Extrusion expandierter Polypropylen-
(ePP )Schaumstoffpartikel. Das ermöglicht die breitere und
schnellere Akzeptanz dieses hochwirksamen Materials, das
fortschrittliche Eigenschaften aufweist und sich gut für die
Wiederverwendung oder das Recycling eignet.
Auf der Suche nach einem sinnvollen Ersatz für fossile
Materialien kündigte die Schweizer Sportmarke On im
November CleanCloudTM an, wonach aus Kohlenstoff-
abfällen (Emissionen) EVA-Schaum (Ethylen-Vinylacetat)
entstehen soll. In dieser Allianz trägt Borealis die kreislauf-
orientierten und erneuerbaren Materialien bei, die für die
Produktion von EVA, dem vielseitigen Hochleistungs-
schaumstoff zur Herstellung von Schuhsohlen und
anderen Teilen verwendet werden.
Im Jahr 2021 entstanden durch „Value Creation through
Innovation“ und die Zusammenarbeit in der Wertschöpfungs-
kette zahlreiche kreislauforientierte Produkte und Prozesse.
Durch die Zusammenarbeit von Bockatech und Borealis
wurden Zehntausende umweltfreundlicher Trinkbecher
hergestellt und auf der COP26 in Glasgow, Schottland,
eingesetzt. Diese leichtgewichtigen Becher werden gesammelt
und für die Wiederverwendung gereinigt, bevor sie recycelt
werden. Dutch PPE Solutions plant die Verbesserung
der Klimabilanz seiner Meltblown-Faserproduktion mit
BornewablesTM PP, Polypropylen aus biobasierten Roh-
stoffen, die aus Abfall- und Reststoffströmen gewonnen
werden. Borealis und Uponor Infra, Hersteller von Rohren
und Formstücken, gaben die gemeinsame Herstellung einer
neuen Generation von PP-Abwasserrohren bekannt, die
auf einem Produkt aus dem Bornewables-Portfolio basieren
und eine deutlich bessere CO
2
-Bilanz aufweisen. Borealis
und The Jokey Group, ein führender österreichischer
Verpackungshersteller, haben vereinbart, gemeinsam die
Umsetzung der Kreislaufwirtschaft durch eine intensivere
Entwicklung und Vermarktung recyclingfähiger Kunststoff-
verpackungen voranzubringen. Borealis, das Schweizer
Molkereiunternehmen Emmi und Greiner Packaging gaben
bekannt, chemisch recyceltes Polypropylen in den Bechern
für trinkfertigen Eiskaffee der Marke Caffè Latte einsetzen
zu wollen. Zu Beginn des Jahres produzierte Greiner
Packaging den ersten Prototypen von Lebensmittelbechern
mit In-Mold-Kennzeichnung aus Bornewables PP.
Der Borealis Konzern beschäftigt rund 500 Mitarbeiter im
Bereich Forschung und Entwicklung (F&E). Dazu zählen
Wissenschaftler und Forscher in den Innovation Headquarters
in Linz, Österreich, sowie in den beiden Innovationszentren
in Stenungsund, Schweden, und Porvoo, Finnland.
21
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Die Zahl der Anmeldungen von Prioritätspatenten zeigt
deutlich nach oben. Borealis hat insgesamt 133 neue
Prioritätspatentanmeldungen beim Europäischen Patent-
amt eingereicht, im Vergleich zu 114 Anmeldungen im
Vorjahr. Mit März 2021 hält der Borealis Konzern etwa
10.000 Einzelpatente oder Patentanmeldungen, die in
rund 1.200 Patentfamilien zusammengefasst sind. Die
wachsende Zahl an Patenten unterstreicht die Stellung des
Konzerns als Innovationsführer der Branche.
Änderungen im Vorstand und Aufsichtsrat
Im Jahr 2021 kam es zu wesentlichen Änderungen im
Vorstand von Borealis. Mit 1. April 2021 trat Thomas Gangl
die Nachfolge von Alfred Stern als Vorstandsvorsitzendem
(CEO) von Borealis an. Alfred Stern wurde mit April 2021
zum OMV Vorstandsmitglied für den Bereich Chemicals &
Materials bestellt und wurde zudem mit April 2021 in den
Aufsichtsrat von Borealis berufen. Die Position des Borealis
Executive Vice President Base Chemicals & Operations
wurde im Juli von Wolfram Krenn übernommen. Sein
Vorgänger, Martijn van Koten, wechselte mit Juli 2021 in
den Vorstand der OMV. Mit September 2021 wurde Alfred
Stern als Nachfolger von Rainer Seele zum Vorsitzenden
des Aufsichtsrats von Borealis bestellt. Außerdem wurde
Martijn van Koten zum gleichen Stichtag in den Aufsichtsrat
von Borealis berufen. Mit 10. Februar 2022 wurde Alvin Teh
als Nachfolger von Musabbeh Al Kaabi zum Aufsichtsrats-
mitglied bestellt. Darüber hinaus wurde Saeed Al Mazrouei
zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats ernannt.
Förderung und Finanzierung
Die Borealis AG profitiert weiterhin von seinem stark
diversifizierten Finanzierungsportfolio und den damit
zusammenhängenden Laufzeiten dieser Refinanzierungs-
quellen sowie von einer verbesserten Liquiditätsposition
nach einer Phase starker Geschäftsergebnisse. Darüber
hinaus verfügt Borealis über einen gut etablierten Zugang
zu Kapitalmärkten sowie über Privatplatzierungen, die als
zusätzliche Finanzierungsquellen dienen. Insgesamt verfügt
das Unternehmen über einen ausreichenden Liquiditäts-
spielraum, der umfassende Flexibilität ermöglicht und
weiteres Wachstum fördert.
Die Borealis AG hat Repräsentanzen in Abu Dhabi, Moskau
und Sankt Petersburg.
Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren werden nicht separat
für die Borealis AG erfasst, sondern vielmehr im Kontext der
gesamten Borealis Gruppe. Die durchschnittliche Anzahl
der Mitarbeiter stieg bis zum Ende des Jahres 2021 um
11 Mitarbeiter auf insgesamt 273 an.
Risikomanagement
Das Unternehmensrisikomanagement von Borealis ermöglicht
dem Management, effektiv mit Unsicherheit und damit
verbundenen Risiken und Chancen umzugehen, damit die
Unternehmensführung sich bei ihren Entscheidungen auf
fundierte Bewertungen dieser Risiken und Chancen stützen
und den Wert des Unternehmens auf proaktive und
präventive Art und Weise bewahren und steigern kann. Die
Risikokonsolidierung von Borealis und das Berichtswesen
liefern dem Vorstand einen Überblick über die Risiken,
denen das Unternehmen und die Gruppe ausgesetzt sind,
sowie ein Werkzeug zur Nachverfolgung der Maßnahmen
zur Risikominimierung, die von den Risikozuständigen im
Rahmen ihrer Bemühungen zur Risikosenkung gesetzt
wurden. Die internen Kontrollsysteme sowie das Risiko-
managementsystem im Zusammenhang mit den Rechnungs-
legungsprozessen definieren alle Prozesse zur Sicherung
der Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungs-
legungssysteme. Sie verringern dadurch die Fehleranfälligkeit,
schützen das Vermögen vor Verlusten durch Schäden,
Fahrlässigkeit oder Betrug und gewährleisten die Überein-
stimmung der Unternehmensabläufe mit der Satzung,
den Konzernrichtlinien und den geltenden Gesetzen.
Das Kontrollumfeld des Rechnungslegungsprozesses
ist durch eine klare Aufbau- und Ablauforganisation
gekennzeichnet. Die Finanzorganisation führt regelmäßige
Selbstbewertungen definierter interner Kontrollen durch
und setzt, wenn nötig, entsprechende Maßnahmen. Die
Richtlinien zur Rechnungslegung sind in einem Konzern-
handbuch fest gehalten, welches laufend aktualisiert wird
und von der Borealis AG sowie den lokalen Einheiten
verpflichtend umzusetzen ist.
22
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Borealis verfügt über eine gruppenweit standardisierte
Unternehmenssoftware, die in der gesamten Gruppe
verwendet wird. Diese ermöglicht dem Management zu
jedem Zeitpunkt einen Überblick über die Entwicklung der
Unternehmen. Die enge Zusammenarbeit mit den internen
und externen Abschlussprüfern, die durch ihr internationales
Netzwerk einheitliche Prüfungsstandards garantieren, stellt
eine umfassende und effiziente gesetzliche Prüfung der
Konzernabschlüsse sicher.
Neben dem Rechnungslegungsprozess ist die Borealis AG
auch noch anderen Risiken ausgesetzt, wofür ein ent-
sprechendes Risikomanagementsystem implementiert
wurde. Strategische Risiken sind solche, die die
Firmen strategie oder das Ansehen des Unternehmens
beeinträchtigen könnten. Um diesen entgegenzuwirken,
wurden entsprechende Notfallpläne entwickelt, die sicher-
stellen sollen, dass Strategien wie geplant umgesetzt
werden können. Strategische Risiken betreffen meist
langfristige Entwicklungen wie zum Beispiel Veränderungen
des Marktes oder der Branche, strategische Schritte im
Zusammenhang mit Wettbewerbsbedingungen (wie z. B.
Innovationen, Fusionen und Übernahmen etc.) oder Angriffe
auf den guten Namen des Unternehmens mit lange
anhaltendem Effekt. Operative Risiken sind beispielsweise
Gesundheit, Sicherheit und die Umwelt sowie Preisrisiken
in Verbindung mit Fertigprodukten, die in der täglichen
Geschäftstätigkeit häufig auftreten. Sie werden mit Hilfe
einer Vielzahl verschiedener Kontrollmechanismen gesteuert
und betreffen gegebenenfalls auch den Einsatz von
derivativen Finanzinstrumenten.
Im Folgenden werden mögliche Finanzrisiken sowie die
vorhandenen Maßnahmen zur Verringerung dieser Risiken
aufgezeigt. Das Risikomanagement für die einzelnen Konzern-
gesellschaften wird durch die Borealis AG gesteuert. Die
Borealis AG steuert die folgenden potenziellen Finanzrisiken:
Kreditrisiko
Das Management hat Prozesse eingerichtet, mit deren
Hilfe das Ausfallrisiko kontinuierlich überwacht wird. Das
Ausfallrisiko eines bestimmten Schuldners setzt sich aus
der Summe aller ausstehenden Forderungen zusammen
und wird mit dem individuell vereinbarten Kreditlimit
abgeglichen. Auswertungen bezüglich des Kreditlimits
erfolgen täglich, zusätzlich wird zumindest einmal jährlich
der gesamte Kundenstock überprüft. Veränderungen der
Kreditlimits müssen individuell genehmigt werden. Zum
Bilanzstichtag liegen in der Borealis AG keine signifikanten
Konzentrationen von Ausfallrisiken vor (unter 10 % der
ausstehenden externen Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen). Bei Forderungen, die im Rahmen des Factoring-
Programmes verkauft werden, verbleiben keine wesentlichen
Ausfallrisiken bei der Borealis AG.
Liquiditätsrisiko
Die Liquiditätsreserven werden auf Tagesbasis gesteuert,
um sicherzustellen, dass jederzeit ausreichende Liquidität
zur Verfügung steht, wobei gleichzeitig das Working Capital
auf möglichst niedrigem Niveau gehalten werden soll.
Fremdwährungsrisiko
Die Borealis AG ist bei verschiedensten Transaktionen wie
Kauf- und Verkaufstransaktionen sowie Finanzierungen, die
in anderen Währungen als dem EUR durchgeführt werden,
einem Fremdwährungsrisiko ausgesetzt. Die größten Risiko-
positionen stellen Schwankungen von USD, SEK und GBP
im Vergleich zum EUR dar (Reihung nach Wesentlichkeit).
Die Borealis AG sichert auf Fremdwährung lautende
Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen, flüssige Mittel sowie sonstige zukünftige
Positionen ab. Die Gesellschaft kann jederzeit auch ihre
langfristigen geschäftlichen Risiken innerhalb bestimmter
Bandbreiten absichern. Fremdwährungspositionen werden
grundsätzlich durch eine Kombination aus Devisentermin-
kontrakten abgesichert.
23
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Zinsrisiko
Um das Zinsrisiko zu steuern, setzt die Borealis AG eine
Methode der modifizierten Laufzeit ein. Die durchschnittliche
modifizierte Laufzeit darf dabei vom Referenzwert nur
innerhalb vorgegebener Bandbreiten abweichen. Um dieses
Ziel zu erreichen, hat die Borealis AG Zinssatzderivate
erworben, die auf EUR und USD lauten. Die Ausgestaltung
der Zinssatzderivate in Bezug auf Laufzeit oder andere
Bedingungen müssen mit den Anforderungen der zu Grunde
liegenden aktuellen oder künftigen Kredite übereinstimmen.
Marktpreisrisiko
Das Unternehmen setzt große Mengen an petrochemischen
Rohstoffen und Energien in seinen verschiedenen Produktions-
prozessen ein. Das Preisrisiko bei Rohstoffen und Fertig-
erzeugnissen wird kontinuierlich überwacht und gegebenen-
falls abgesichert. Zusätzlich werden derivative Sicherungs-
instrumente eingesetzt, um durch Änderungen der Energie-
preise hervorgerufene Schwankungen in der Gewinn- und
Verlustrechnung und deren Auswirkung auf das Eigenkapital
langfristig zu glätten.
Ausblick auf 2022
Borealis wandelt sich vom führenden Anbieter von Polyolefin-
Neuware zu einem führenden Anbieter erneuerbarer und
nachhaltiger Polyolefin-Lösungen und gestaltet so auch
die Branche um. Die wegweisende Technologie und ein
Portfolio an modernen und kreislauforientierten Polyolefin-
Anwendungen tragen zu mehr Sicherheit und Nachhaltigkeit
bei. Das Management von Borealis ist zuversichtlich, die
Wachstumschancen in einer Weltwirtschaft ergreifen zu
können, in der die Pandemie hinter uns liegt und COVID-19
praktisch endemisch geworden ist. Es wird sich weiterhin
für stetige Entwicklungen engagieren mit dem Ziel, unser
Leben noch nachhaltiger zu machen, indem es Chemikalien
und Kunststofflösungen anbietet, die einen Mehrwert für
die Gesellschaft schaffen.
Der Vorstand und die Führungsebene von Borealis sind stolz
auf das hervorragende Ergebnis 2021. Borealis ist gut
aufgestellt, um marktbedingte und andere Herausforderungen
zu meistern, und ist sicher seinen Status als zuverlässiger
und vertrauenswürdiger Partner für seine Kunden und die
gesamte Wertschöpfungskette beibehalten zu können.
24
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Wien, 17. Februar 2022
Vorstand:
Thomas Gangl e.h.
Philippe Roodhooft e.h.
Mark Tonkens e.h.
Wolfram Krenn e.h.
Lucrèce De Ridder e.h.
25
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Wir weisen darauf hin, dass die Vergleichszahlen rück-
wirkend angepasst wurden. Näheres dazu ist dem Abschnitt
Rückwirkende Anpassungen im Konzernanhang zu entnehmen.
Sämtliche Beträge in diesem Lagebericht verstehen sich
ohne Berücksichtigung der Umgliederung des aufgegebenen
Geschäftsbereichs und der damit verbundenen zur
Veräußerung gehaltenen Salden.
Sicherheitsperformance
Im Jahr 2021 meldete Borealis eine TRI
1)
-Häufigkeit („Total
Recordable Injuries“) von 2,3 pro Million Arbeitsstunden.
Das entspricht einer Verbesserung gegenüber der TRI-Rate
von 3,9 im Jahr 2020. Gemäß seinem „Goal Zero“-Anspruch
verfolgt Borealis weiterhin sein Ziel von null Unfällen bzw.
Vorfällen in der Anlagensicherheit und der persönlichen
Sicherheit. Die Unternehmensführung von Borealis setzt
weiterhin alles daran, unter den internen und externen
Mitarbeitern den Fokus auf Sicherheit zu stärken.
Sicherheit hat für den Konzern somit stets oberste Priorität.
Borealis hält auch weiterhin an seinen Bemühungen zur
Verhinderung von Coronavirus-Infektionen fest, insbesondere
angesichts der raschen weltweiten Verbreitung neuer
Varianten. Das ganze Jahr über wurden die 2020 eingeleiteten
Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter, Subunternehmer und
Geschäftspartner fortgesetzt und bedarfsgerecht optimiert.
Dazu zählen das Einhalten von Abstandsregeln, die Verwendung
von persönlicher Schutzausrüstung und Schutzbarrieren sowie
häufigere Reinigungs maßnahmen, strenge Hygienevorschriften
und, sofern möglich, das Arbeiten im Homeoffice.
Marktumfeld
Nach dem beispiellosen Einbruch des Ölpreises im Jahr 2020
infolge der globalen COVID-19-Pandemie erholte sich der
Preis für Rohöl der Marke Brent im Jahr 2021 deutlich.
Als Länder auf der ganzen Welt die pandemiebedingten
Einschränkungen zu lockern begannen, bewirkte die daran
anschließende wirtschaftliche Erholung eine Belebung der
Nachfrage. Der Ölpreis kletterte von 55 USD/bbl im Jänner
2021 auf einen Höchststand von 84 USD/bbl im Oktober, den
höchsten Wert seit 2014. Insgesamt lag der Durchschnitts-
preis von 71 USD/bbl für Rohöl der Marke Brent im Jahr 2021
sowohl über dem Vorjahresdurchschnitt von 42 USD/bbl
als auch über dem Durchschnittspreis von 64 USD/bbl vor
der Pandemie im Jahr 2019 – ein deutliches Zeichen für
eine Erholung.
Der Naphtapreis entwickelte sich ähnlich wie der Ölpreis
und stieg stetig von 500 USD/t im Jänner 2021 auf einen
Höchststand von 763 USD/t im Oktober 2021, bevor er
am Jahresende leicht auf 698 USD/t nachgab. Auch die
Lieferpreise für Ethylen und Propylen wurden von den sich
erholenden Märkten positiv beeinflusst: Der Ethylenpreis
erhöhte sich von 860 EUR/t zu Jahresbeginn auf einen
Höchstpreis von 1.283 EUR/t im November und schloss am
Jahresende bei 1.273 EUR/t. Der Propylenpreis kletterte
von 800 EUR/t im Jänner auf 1.288 EUR/t im November
und hielt dieses Niveau bis zum Jahresende.
Die Absatzmengen der Polyolefine von Borealis haben sich
in einem, nach wie vor von der Pandemie geprägten Umfeld,
dennoch verbessert. Sie erhöhten sich 2021 um 2 % gegenüber
dem Vorjahr und um 4 % gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019
auf 3,95 Millionen Tonnen. Dieses außergewöhnlich starke
Ergebnis ist der soliden Nachfrage nach Polyolefinen zu
verdanken. Sie zog bereits vor den ersten Anzeichen einer
Konjunkturerholung Anfang 2021 an, die vor allem die Bereiche
Energie, Rohre und fortschrittliche Produkte betraf. Gleich-
zeitig kam es zu anhaltenden Lieferengpässen aufgrund
von Logistikproblemen und Produktionsausfällen in der
Industrie. Die integrierten Margen der Polyolefinbranche
kletterten auf ein Rekordniveau und sorgten so für einen
herausragenden Gewinnbeitrag des Polyolefingeschäfts.
Die Marge der Olefinbranche stieg ebenfalls im Jahr 2021,
wenn auch nicht ganz so stark wie die der Polyolefinbranche.
Dies ist teilweise auf die steigende Nachfrage während der
Konjunkturerholung zurückzuführen, die jedoch von
Lieferschwierigkeiten aufgrund von Produktionsausfällen
geprägt war. Infolgedessen fiel der Gewinnbeitrag aus dem
Kohlenwasserstoffgeschäft höher aus als im Jahr 2020,
blieb aber unter dem Niveau von 2019, da sich das Cracken
leichter Rohstoffe als nicht mehr so vorteilhaft erwies.
Der Absatz bei den Pflanzennährstoffen innerhalb des
Stickstoff-Geschäftsbereichs von Borealis betrug zwischen
Jänner und Dezember 3,9 Millionen Tonnen gegenüber
4,3 Millionen Tonnen im Jahr 2020. Grund für diesen
Rückgang sind zum Teil eine sehr hohe Nachfrage im vierten
Quartal 2020 mit einem zeitweilig starken Anstieg der
Absatzmengen, gefolgt von einer unweigerlich rückläufigen
Nachfrage zu Beginn des Jahres 2021, sowie einige operative
Themen. In einem sich erholenden Marktumfeld blieben die
1) Die folgenden Finanzinformationen basieren auf dem Konzernabschluss der Borealis AG zum 31. Dezember 2021, aufgestellt gem. IFRS wie von der EU übernommen. // 2) Die Definition der
TRI-Rate wurde an die von IOGP (International Association of Oil & Gas Producers) angepasst.
Konzernlagebericht
1)
26
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Melamin-Absatzmengen mit insgesamt 143 Kilotonnen (kt)
im Jahr 2021 gegenüber 147 Kilotonnen im Jahr 2020 auf
Vorjahresniveau.
Strategie
Die Konzernstrategie 2035 besteht aus mehreren zentralen
Komponenten. Eine davon ist die geografische Expansion,
die Borealis zum bevorzugten globalen Partner für hoch-
wertige Werkstofflösungen macht. Zentrales Mittel dabei
sind Akquisitionen und Allianzen vor allem in Nordamerika
sowie im Mittleren Osten und Afrika (MEA). Transformation,
vor allem der Umstieg von der linearen zur kreislauforientierten
Wirtschaft, ist eine weitere Komponente. „Value Creation
through Innovation“, also die Wertschöpfung durch Innovation,
ist wesentlich auf diesem Weg zu einem gänzlich kunden-
orientierten Ansatz und zu kreislauforientierteren Polyolefin-
lösungen. Und schließlich baut das Motto „Leading from
the Core“ – Führen auf einer soliden Basis – auf der
einzigartigen Haltung von Borealis und den bestehenden
kulturellen Werten auf. Dabei liegt der Fokus auf Spitzen-
leistungen in allen Bereichen – immer mit den Menschen an
erster Stelle. Zentraler Bestandteil ist die Nachhaltigkeit,
weil „Leading from the Core“ bedeutet, alle Ressourcen in
allen betrieblichen Bereichen klug einzusetzen. Borealis
wird seine Bemühungen hin zur Klimaneutralität weiter
verstärken sowie Gesetze und strengere Rechtsvorschriften
(beispielsweise die EU-Taxonomie) einhalten.
Globales Wachstum und Akquisitionen weiter auf Kurs
Trotz der anhaltenden Auswirkungen der Pandemie konnte
Borealis seine wichtigen globalen Wachstumspläne im Jahr
2021 deutlich voranbringen. Im November unterzeichneten
Borealis und ADNOC einen endgültigen Investitionsvertrag
über USD 6,2 Milliarden für den Bau der vierten Borouge-
Anlage im Polyolefin-Produktionskomplex in Ruwais,
Vereinigte Arabische Emirate. Die Erweiterung von Borouge
wird die wachsende Kundennachfrage im Mittleren Osten und
Asien mit differenzierten Polyolefinlösungen für die Bereiche
Energie, Infrastruktur und fortschrittliche Verpackungen
bedienen. Mit einer jährlichen Polyethylen-Produktions-
kapazität von 6,4 Millionen Tonnen wird Borouge zum
weltweit größten Single-Site-Polyolefin komplex ausgebaut.
Das Projekt umfasst die Errichtung eines Ethancrackers,
zweier hochmoderner Borstar®-Polyethylenanlagen, einer
Produktionsanlage für vernetztes Polyethylen (XLPE) und
einer Hexen-1-Anlage. Eingesetzt werden dabei führende
Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz und zur
Senkung von Emissionen. Dauerhaftes Abfackeln wird es
nicht mehr geben. Für ihre Produktionsbetriebe beschafft
die neue Anlage ihren Strom aus erneuerbaren Energie-
quellen. Eine Explorationsstudie prüft derzeit, ob durch eine
Kohlenstoffabscheidung die Emissionen von Borouge 4 um
bis zu 80 % gesenkt werden könnten.
Baystar™ ist ein 50/50-Joint-Venture zwischen Borealis und
Total Petrochemicals & Refining USA Inc. in Texas, USA.
Baystar baut derzeit eine Borstar®-Polyethylenanlage in
Pasadena, Texas, USA, mit einer jährlichen Kapazität von
625.000 Tonnen pro Jahr. Des Weiteren errichtet Baystar
einen Dampfcracker mit einer Kapazität von einer Million
Tonnen pro Jahr in Port Arthur, Texas, USA. Dieses
Vorhaben trägt mehr als eine Million Tonnen zur jährlichen
Produktionskapazität für Polyolefine bei. Entscheidend ist
jedoch, dass Borealis seine nordamerikanischen Kunden
erstmals mit lokal produzierten Borstar-Produkten beliefern
kann. Der ungewöhnlich harte Winter 2021 hat sich auf fast
alle petrochemischen Betriebe an der Golfküste ausgewirkt;
das Baystar-Projekt war davon auch betroffen.
Die neue Propan-Dehydrierungsanlage (PDH) im Welt-
maßstab, die in Kallo, Belgien, neben der bereits bestehenden
PDH-Anlage errichtet wird, macht trotz der pandemie-
bedingten Auswirkungen Fortschritte. Mit einem Investitions-
volumen von rund EUR 1 Milliarde zählt das Projekt zu den
größten in der petrochemischen Industrie und ist die größte
Einzelinvestition, die Borealis jemals in Europa getätigt hat.
Trotz der außergewöhnlichen Projektgröße konnte ein heraus -
ragendes Sicherheitsergebnis erzielt werden; außerdem
wurde hierfür die Lieferung einer der größten jemals
verschifften Einzelanlagen in den Hafen von Antwerpen
erfolgreich abgewickelt.
Im Juli kündigte Borealis den Erwerb einer 10%igen
Minderheitsbeteiligung an Renasci N.V. (Renasci) an, einem
Anbieter innovativer Recyclinglösungen mit Sitz in Belgien
und dem Erfinder des Smart Chain Processing-Konzepts.
Dieser Erwerb folgte im Anschluss an eine frühere
Abnahmevereinbarung mit Renasci, wonach pro Jahr rund
20 Kilotonnen Kreislaufpyrolyseöl (kt/J) bezogen werden
sollen – ein Produkt des chemischen Recyclings, das als
Rohstoff eingesetzt werden kann. Insgesamt soll mit den
Vereinbarungen ökoeffizient auf eine Kunststoff-Kreislauf-
wirtschaft umgestellt werden.
Im Dezember gab Borealis den Erwerb einer Minderheits-
beteiligung an Bockatech Limited (Bockatech) bekannt,
27
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
einem Unternehmen für grüne Technologie mit Sitz in
Großbritannien. Diese Vereinbarung intensiviert und fördert
die Partnerschaft zwischen Borealis und Bockatech im
Bereich nachhaltige Verpackungen. Ziel der Zusammen-
arbeit ist es, auf der Grundlage von Recyclingfähigkeit,
Wiederverwendbarkeit und Ökoeffizienz einer größeren Zahl
globaler Kunden und Partner entlang der Wertschöpfungs-
kette ein breiteres Angebot leichtgewichtiger, schaumstoff-
basierter Anwendungen im Bereich Verpackung verfügbar
zu machen.
Kreislaufwirtschaft
Das Bekenntnis von Borealis, den Kunststoffkreislauf zu
schließen, ist in der Konzernstrategie 2035 fest verankert.
Das Unternehmen setzt sich zum Ziel, dass spätestens
2025 sämtliche Konsumgüter recyclingfähig und wieder-
verwendbar sind und/oder mit Materialien aus erneuerbaren
Quellen hergestellt werden. Borealis hat sich zudem
verpflichtet, bis zum Jahr 2025 bis zu 350.000 Tonnen
recycelte Kunststoffe pro Jahr zu produzieren. Fortschritte
wurden im Jahr 2021 erzielt, als Borealis 77.000 Tonnen
Rezyklat verkaufte und gleichzeitig eine jährliche Produktions-
kapazität von 100.000 Tonnen aufbaute. All diese Ziele
beschleunigen den Umstieg des Konzerns weg von
herkömmlichen fossilen Rohstoffen hin zum Einsatz
nachwachsender Rohstoffe.
Borealis untermauert sein führendes Engagement auf dem
Weg zur Kreislaufwirtschaft mit seiner Plattform EverMinds™,
die dazu dient, Wandel zu fördern und Partner aus der
Wertschöpfungskette sowie andere Stakeholder zusammen-
zubringen. Borealis investiert, entwickelt Innovationen
und engagiert sich für eine Zusammenarbeit in der
Wertschöpfungskette, damit alle Produkte und Anwendungen
ökoeffizient konzipiert werden können. Folgende Tätigkeiten
zeigen einen Ausschnitt der Bandbreite der Maßnahmen
im Jahr 2021.
– Borealis erweitert seine Aktivitäten im Bereich
mechanisches Recycling. Im Jänner ging die hochmoderne
Pilotanlage in Lahnstein, Deutschland, in Betrieb. Im Rahmen
dieser strategischen Partnerschaft mit TOMRA werden
feste und flexible gebrauchte Verpackungskunststoffe
sortiert und anschließend mittels der unternehmenseigenen
Borcycle™ M-Plattform zu voll formulierten, marktreifen
Polymer-Granulaten verarbeitet. Auf diese Weise
stellt Borealis sicher, dass hochwertiges Rezyklat für
anspruchsvolle Anwendungen auf breiter Basis verfügbar
ist, und treibt somit die „Schließung des Kreislaufs“ von
Kunststoffen weiter voran.
– Chemisches Recycling ergänzt mechanisches Recycling
zur Verwertung von Restabfallströmen, die ansonsten
verbrannt oder deponiert werden würden. Chemisches
Recycling hat den zusätzlichen Vorteil, dass die mit
chemisch recyclierten Rohstoffen gefertigten Produkte
genauso leistungsstark sind wie die mit fossilen Rohstoffen
produzierten. Dadurch ist es möglich, hochwertige
polyolefinbasierte Anwendungen zu fertigen, die strenge
Qualitäts- und Sicherheitsauflagen, wie zum Beispiel in
den Bereichen Gesundheit und Lebensmittelverpackung,
erfüllen. Im Juni sicherte sich Borealis die Beschaffung
der gesamten Menge – rund 20 Kilotonnen pro Jahr –
chemisch recycelten Materials von Renasci in Form von
Kreislaufpyrolyseöl. Diese chemisch recycelten Rohstoffe
werden künftig an mehreren Borealis-Produktionsstandorten
für die Herstellung von kreislauforientierten Borcycle™-C-
Polyolefinen und Basischemikalien zum Einsatz kommen.
Diese Tätigkeiten ergänzen die bereits bestehende
Zusammenarbeit mit der OMV, in der die von der OMV
patentierte ReOil-Technologie eingesetzt wird, um Post-
Consumer-Kunststoffe chemisch zu Rohstoffen zu recyceln,
die dann von Borealis zur Herstellung von Polyolefinen
verwendet werden.
– Im September wurde der erste Test mit Rohstoffen aus
vollständig pflanzlichen Abfallströmen in einem Borealis-
Cracker in Stenungsund, Schweden, durchgeführt. Es sollte
geprüft werden, ob und inwieweit dieser nachwachsende
Rohstoff fossile Rohstoffe ersetzen könnte. Erneuerbare
Rohstoffe bilden die Grundlage von Bornewables™, dem
neuen Portfolio kreislauforientierter Premium-Polyolefine
von Borealis, das 2020 eingeführt wurde. Mit dem Angebot
einer sinnvollen Alternative zu herkömmlichen Rohstoffen
könnte die Anlage in Stenungsund nicht nur ihre CO
2
-
Bilanz verbessern, sondern auch den Kunden von Borealis
helfen, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele besser zu erreichen
und dabei bestehende Qualitätsstandards einzuhalten.
– Borealis gab den weiteren Ausbau des Projekts STOP
bekannt. Das Projekt verfolgt einen „Systembefähigungs“-
Ansatz und unterstützt indonesische Behörden bei der
Umsetzung nachhaltiger und kosteneffizienter Abfall-
wirtschafts- und Recyclingsysteme. Der ganzheitliche
Ansatz sieht die Sammlung, das Recycling und die
ordnungsgemäße Entsorgung von Plastik, aber auch
allen anderen – auch organischen – Abfallarten vor,
um auszuschließen, dass weitere Abfälle in die Umwelt
gelangen. Durch die Ausdehnung des Projekts auf
28
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Ost-Java werden von diesem Abfallmanagement bis zum
Jahr 2025 zwei Millionen Indonesier profitieren.
– Borealis bildete eine Partnerschaft mit Lafarge, der OMV
und VERBUND (kurz C2PAT) für die gemeinsame Planung
und den Bau einer großtechnischen Anlage zur Abscheidung
von CO
2
und dessen Weiterverarbeitung zu synthetischen
Treibstoffen, Kunststoffen oder anderen Chemikalien im
industriellen Maßstab.
„Value Creation through Innovation“ 2021
Das beharrliche Engagement für „Value Creation through
Innovation“ wird in der gesamten Polyolefin-Wertschöpfungs-
kette angewendet und ist grundsätzlich kreislauforientiert.
Es umfasst den gesamten Lebenszyklus eines Produkts:
von der Konzeption über das Design, die Verarbeitung
und Nutzung bis hin zur Rückgewinnung für das Recycling
oder die Wiederverwendung.
Im September wurde eine bahnbrechende Innovation für
die Wertschöpfungskette in der Energiebranche vorgestellt:
Borealis und TOPAS Advanced Polymers entwickeln eine
neue technische Werkstoffklasse für Folienkondensator-
anwendungen. Das derzeit in Entwicklung befindliche
EPN-(Ethylen-Propylen-Norbornen-)Material wird die
Leistungslücke zwischen herkömmlichen Polymeren und
hochwertigen Kunststoffen durch temperaturbeständigere,
kosteneffizientere Folienkondensatoren schließen. Beide
Partner nutzen ihre jeweilige hohe Kompetenz auf dem Feld
der Polymere – Borealis als Anbieter von PP-Kondensator-
folien und TOPAS Advanced Polymers als Anbieter von
Cyclo-Olefin-Copolymeren (COC) – und treiben so den
Umstieg zur grünen Energie voran. Im Bereich der Elektro-
mobilität werden Inverter bei höheren Temperaturen energie-
effizienter und können dadurch Strom aus erneuerbaren
Quellen wie Sonnen- oder Windkraft effizienter umwandeln.
Im April präsentierten Borealis und Sulzer, ein weltweit
führendes Unternehmen im Fluid-Engineering, die gemein-
same erfolgreiche Entwicklung eines innovativen Verfahrens
zur kosteneffektiven Extrusion expandierter Polypropylen-
(ePP-)Schaumstoffpartikel. Dies ermöglicht die breitere und
schnellere Akzeptanz dieses hochwirksamen Materials, das
fortschrittliche Eigenschaften aufweist und sich gut für die
Wiederverwendung oder das Recycling eignet.
Auf der Suche nach einem sinnvollen Ersatz für fossile
Materialien kündigte die Schweizer Sportmarke On im
November CleanCloud™ an, wonach aus Kohlenstoff-
abfällen (Emissionen) EVA-Schaum (Ethylen-Vinylacetat)
entstehen soll. In dieser Allianz trägt Borealis die kreislauf-
orientierten und erneuerbaren Materialien bei, die für die
Produktion von EVA, dem vielseitigen Hochleistungs-
schaumstoff zur Herstellung von Schuhsohlen und
anderen Teilen, verwendet werden.
Im Jahr 2021 entstanden durch „Value Creation through
Innovation“ und die Zusammenarbeit in der Wertschöpfungs-
kette zahlreiche kreislauforientierte Produkte und Prozesse.
Durch die Zusammenarbeit von Bockatech und Borealis
wurden Zehntausende umweltfreundlicher Trinkbecher
hergestellt und auf der COP26 in Glasgow, Schottland,
eingesetzt. Diese leichtgewichtigen Becher werden
gesammelt und für die Wiederverwendung gereinigt,
bevor sie recycelt werden. Dutch PPE Solutions plant die
Verbesserung der Klimabilanz seiner Meltblown-Faser-
produktion mit Bornewables™-PP, Polypropylen aus
biobasierten Rohstoffen, die aus Abfall- und Reststoff-
strömen gewonnen werden. Borealis und Uponor Infra,
ein Hersteller von Rohren und Formstücken, gaben die
gemeinsame Herstellung einer neuen Generation von
PP-Abwasserrohren bekannt, die auf einem Produkt aus
dem Bornewables-Portfolio basieren und eine deutlich
bessere CO
2
-Bilanz aufweisen.
Borealis und The Jokey Group, ein führender österreichischer
Verpackungshersteller, haben vereinbart, gemeinsam die
Umsetzung der Kreislaufwirtschaft durch eine intensivere
Entwicklung und Vermarktung recyclingfähiger Kunststoff-
verpackungen voranzubringen. Borealis, das Schweizer
Molkereiunternehmen Emmi und Greiner Packaging gaben
bekannt, chemisch recyceltes Polypropylen in den Bechern
für trinkfertigen Eiskaffee der Marke Caffè Latte einsetzen
zu wollen. Zu Beginn des Jahres produzierte Greiner
Packaging den ersten Prototypen von Lebensmittelbechern
mit In-Mold-Kennzeichnung aus Bornewables-PP.
Der Borealis Konzern beschäftigt rund 500 Mitarbeiter im
Bereich Forschung und Entwicklung (F&E). Dazu zählen
Wissenschaftler und Forscher in den Innovation Headquarters
in Linz, Österreich, sowie in den beiden Innovationszentren
in Stenungsund, Schweden, und Porvoo, Finnland.
Die Zahl der Anmeldungen von Prioritätspatenten zeigt
deutlich nach oben. Borealis reichte 133 neue Prioritäts-
patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt ein – das
ist ein neuer Höchstwert in der Geschichte von Borealis –
29
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
verglichen mit 114 Anmeldungen im Vorjahr. Mit März 2021
hält der Borealis Konzern etwa 10.000 Einzelpatente oder
Patentanmeldungen, die in rund 1.200 Patentfamilien
zusammengefasst sind. Die wachsende Zahl an Patenten
unterstreicht die Stellung des Konzerns als Innovations-
führer der Branche.
Energie & Klima
Der Konzern hat sich verpflichtet, die Kohlenstoffbilanz
seiner Geschäftstätigkeit zu reduzieren, um spätestens
2050 klimaneutral zu sein. Das Unternehmen unterzieht
den Betrieb seiner Fertigungsanlagen einem grundlegenden
Wandel, indem es hauptsächlich drei Wege verfolgt,
Emissionen zu senken und/oder zu vermeiden: für die
Produktionsbetriebe wird Strom aus erneuerbaren Energie-
quellen beschafft; die Energieeffizienz soll weiterhin
verbessert und routinemäßiges Abfackeln begrenzt werden;
innovative Lösungen wie biobasierte und kreislauforientierte
Technologien und Werkstoffe werden entwickelt, um
Treibhausgasemissionen zu senken.
Zusätzlich zu der bereits zwischen 2015 und 2020 erzielten
Effizienzsteigerung von 10 % will Borealis in Europa seine
Energieeffizienz spätestens 2030 um weitere 10 % (gegen-
über dem Niveau von 2020) erhöhen; erreicht werden soll
dies zum Großteil durch Investitionen in die Verbesserung
und Modernisierung von Produktionsanlagen.
Ein höherer Anteil an erneuerbaren Energien für die
Versorgung der eigenen Betriebe ist zentral auf dem Weg
in die Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 oder früher. Damit
das Zwischenziel erreicht werden kann, bis zum Jahr 2030
die Hälfte des Stroms für die Produktionsbetriebe aus
erneuerbaren Energiequellen zu beziehen, nutzt Borealis
eine Kombination aus Onsite-Investitionen und langfristigen
Stromabnahmeverträgen (Power Purchase Agreements;
PPAs). Im September unterzeichnete Borealis einen
Neun-Jahres-PPA mit Axpo, einem Produzenten und
Energiehändler von erneuerbaren Energien, wodurch Borealis
den von Axpo erzeugten Ökostrom aus belgischen Windparks
für seine eigenen Anlagen dort nutzen kann. Mit dem
Energieunternehmen Fortum wurde ein auf zehn Jahre
anberaumter Stromabnahmevertrag unterzeichnet, um Strom
aus einem Onshore-Windpark für die Produktionsbetriebe
von Borealis in Porvoo, Finnland, zu beziehen. Dieser
PPA ist der vierte und bisher größte für Borealis. Insgesamt
entspricht die durch Stromabnahmeverträge für die Betriebe
von Borealis gelieferte Energie dem Jahresenergieverbrauch
von 160.000 europäischen Haushalten.
Mit den Entwicklern der revolutionären Qpinch-Technologie
zur Wärmerückgewinnung wird ein bahnbrechender Weg
beschritten. Im Mai wurde diese Technologie erstmals am
Borealis-Produktionsstandort für niedrigdichtes Polyethylen
(LDPE) in Antwerpen im kommerziellen Maßstab eingesetzt.
Diese Open-Innovation-Kooperation ist vor allem deshalb
von großem Nutzen, weil Borealis dadurch große Fortschritte
bei der Senkung der CO
2
-Emissionen erzielen und zugleich
seine Produktionseffizienz steigern sowie hinsichtlich der
Kosten konkurrenzfähig bleiben kann. Im Juni wurde
am Borealis-Produktionsstandort in Monza, Italien, eine
neue Photovoltaikanlage mit der proprietären Quentys™-
Technologie installiert. Es ist das erste in der Reihe von
Solarprojekten, die künftig an Standorten in der ganzen
Welt den Energiebedarf der eigenen Produktionsbetriebe
teilweise decken sollen. Im Februar gab Borealis die
geplante Investition von EUR 17,6 Millionen in eine
regenerative thermische Oxidationsanlage für seine
Polyolefinwerke in Porvoo, Finnland, bekannt.
Borealis begann in der zweiten Jahreshälfte 2021 mit der
Entwicklung seiner aktualisierten Klimaziele im Rahmen der
Strategie. Die neue Strategie wird neue Gesetzesänderungen
(wie beispielsweise das Klimapaket der EU „Fit für 55“)
berücksichtigen. Auch sollen die Kunden des Konzerns
durch das Angebot innovativer und kreislauforientierter
Technologien und Werkstofflösungen in ihren eigenen
Bemühungen auf dem Weg zur Klimaneutralität gestärkt
werden. Sobald die Klimastrategie vom Vorstand und
Aufsichtsrat von Borealis abschließend genehmigt wurde,
werden die aktualisierten Ziele voraussichtlich im ersten
Quartal 2022 kommuniziert.
Überblick über die Ergebnisse
Umsatzerlöse
Borealis verkaufte im Jahr 2021 3,95 Millionen Tonnen
Polyolefine und damit 2 % mehr als im Jahr 2020. Der Absatz
von Borealis an Pflanzennährstoffen fiel von 4,25 Millionen
Tonnen im Jahr 2020 auf 3,91 Millionen Tonnen im Jahr
2021. Der Melaminbereich erzielte 2021 einen Absatz von
143.000 Tonnen, was in etwa dem Niveau von 2020 entspricht.
Kostenentwicklung
Aufgrund des höheren Rohstoffpreisumfelds stiegen im
Jahr 2021 auch die Produktionskosten im Vergleich zu 2020.
Der Anstieg der Vertriebskosten von EUR 681 Millionen im
Jahr 2020 auf EUR 721 Millionen im Jahr 2021 ist auf die
aufgrund der weltweiten Konjunkturerholung steigende
30
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Inflation zurückzuführen; dementsprechend erhöhten sich
auch die Verwaltungskosten von EUR 223 Millionen im
Jahr 2020 auf EUR 251 Millionen im Jahr 2021. Bedingt
durch das ungebrochene Engagement für „Value Creation
through Innovation“ erhöhten sich die Investitionen in
Forschung und Entwicklung (bestehend aus Kosten für
die Borealis-Organisation Innovation & Technology sowie
planmäßige Abschreibungen von F&E-Vermögenswerten) im
Vergleich zu 2020 um EUR 2 Millionen auf EUR 123 Millionen
im Jahr 2021. Die Anzahl der Vollzeitäquivalente (FTE)
betrug mit Jahresende 2021 6.934, was einen Anstieg
um 14 im Vergleich zum Vorjahr bedeutete.
Betriebsergebnis
Das Betriebsergebnis belief sich auf EUR 1.517 Millionen
im Vergleich zu EUR 351 Millionen im Jahr 2020 in einem
pandemiebedingt schwierigen Branchenumfeld. Borealis
war gut aufgestellt und konnte von der stärkeren Nachfrage
nach Polyolefinen und den integrierten Rekordmargen der
Polyolefinbranche profitieren. Dem Betriebsergebnis kam
auch der Aufschwung des Stickstoff-Geschäftsbereichs
zugute, insbesondere der Beitrag von Melamin trotz der
hohen Erdgaspreise. Nach der Ankündigung im Februar
2021, die Stickstoffsparte, einschließlich des Bereichs
Pflanzennährstoffe, technische Stickstoffprodukte und
Melamin zu veräußern, wurden die Vermögenswerte dieses
Geschäftsbereichs im Rahmen der Veräußerung als zur
Veräußerung gehaltene Vermögenswerte eingestuft, die
nicht mehr abgeschrieben werden mussten. Das starke
Geschäftsergebnis wurde jedoch durch einen Wert-
minderungsaufwand von EUR 39 Millionen im Zusammen-
hang mit Rosier getrübt, das nicht Teil der Veräußerung ist.
Finanzertrag/-aufwand
Der Rückgang der Nettofinanzaufwendungen von
EUR 19 Millionen im Jahr 2020 auf EUR 9 Millionen im
Jahr 2021 war hauptsächlich auf höhere Zinserträge aus
dem Gesellschafterdarlehen an das Baystar-Joint-Venture
mit Total und einen niedrigeren Verschuldungsgrad
zurückzuführen.
Ertragsteuern
Die Steuern vom Einkommen und Ertrag beliefen sich auf
EUR 263 Millionen, was einen Anstieg um EUR 144 Millionen
im Vergleich zum Steueraufwand von EUR 119 Millionen
des Vorjahres darstellte. Die insgesamt höhere Steuerlast
2021 war vor allem auf eine stärkere Geschäftsentwicklung
zurückzuführen.
Jahresergebnis und Dividendenausschüttung
Das Rekordergebnis 2021 belief sich auf EUR 1.396 Millionen
im Vergleich zu einem Jahresergebnis von EUR 589 Millionen
im Jahr 2020. Neben dem starken Betriebsergebnis erhöhte
sich der Gewinnbeitrag von Borouge und Baystar im Jahr
2021 deutlich gegenüber dem Vorjahr; beide profitierten
von dem verbesserten Marktumfeld. Das starke Geschäfts-
ergebnis wurde jedoch durch einen Wertminderungsaufwand
von EUR 444 Millionen im Zusammenhang mit den Vermögens-
werten aus der Veräußerung des Stickstoff-Geschäfts-
bereichs belastet.
Im Jahr 2021 schüttete Borealis eine Dividende in der
Höhe von EUR 150 Millionen für das Jahr 2020 an seine
Aktionäre aus.
Finanzielle Situation
Zum Jahresende beliefen sich das Gesamtvermögen und
das eingesetzte Kapital auf EUR 12.985 Millionen bzw.
EUR 9.936 Millionen, im Vergleich zu EUR 10.600 Millionen
und EUR 8.343 Millionen zum Jahresende 2020.
Im Jahr 2021 sank die Nettoverschuldung von Borealis um
EUR 1.611 Millionen auf EUR 223 Millionen, bedingt durch
die außerordentliche Dividendenzahlung in der Höhe von
EUR 1.305 Millionen von Borouge, einen starken operativen
Cashflow und die regelmäßigen Dividenden von Borouge. Dies
resultierte mit Jahresende 2021 in einer Verschuldungsquote
von 3 % im Vergleich zu 29 % Ende 2020. Dieser Wert spiegelt
eine ausgesprochen starke Bilanz wider. Borealis profitiert von
einem gut diversifizierten Finanzierungsportfolio und einem
ausgewogenen Fälligkeitsprofil. Die Solvency Ratio betrug
zum Jahresende 2021 62 % im Vergleich zu 59 % Ende 2020.
Die im Jahr 2021 erzielte Kapitalrendite (ROCE) von 19 %
nach Steuern lag elf Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.
Dieses starke Ergebnis spiegelt die trotz fortlaufender
Investitionen in Wachstumsprojekte hohe Rentabilität wider.
Die Kapitalrendite von 13 % im Fünf-Jahresdurchschnitt
bleibt über dem Unternehmensziel von 11 % über den
Konjunkturverlauf hinweg.
Cashflows und Liquiditätsreserven
Bedingt durch eine solide operative Geschäftsentwicklung
betrug der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit EUR 967
Millionen, der teilweise durch eine negative Entwicklung des
Working Capital infolge höherer Preise aufgezehrt wurde.
Die Liquiditätsreserven, die sich aus nicht ausgenutzten,
31
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
zugesicherten Kreditlinien und liquiden Mitteln zusammen-
setzen, betrugen zum Jahresende 2021 EUR 2.717 Millionen im
Vergleich zu EUR 1.142 Millionen zum Jahresende 2020. Die
verzinsliche Nettoverschuldung fiel von EUR 1.833 Millionen
zum Jahresende 2020 auf EUR 223 Millionen Ende 2020.
Die Veränderung der verzinslichen Nettoverschuldung wird
in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst.
Investitionen
Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich im Jahr 2021
auf EUR 660 Millionen im Vergleich zu EUR 614 Millionen
im Jahr 2020. Ein großer Anteil daran entfiel auf die neue
PDH-Anlage im Weltmaßstab in Kallo sowie das Upgrade und
die Modernisierung der vier Cracker-Öfen in Stenungsund.
Die Investitionen in Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSE)
betrugen EUR 88 Millionen im Vergleich zu EUR 49 Millionen
im Jahr 2020. Abschreibungen und Wertminderungen
betrugen EUR 427 Millionen, darunter wurde ein
Wertminderungsaufwand in der Höhe von EUR 39 Millionen
im Zusammenhang mit bei Rosier gehaltenen Vermögens-
werten erfasst (2020: EUR 464 Millionen). Zusätzlich wurden
zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte des Stickstoff-
Geschäftsbereichs in der Höhe von EUR 444 Millionen
wertgemindert.
Eigenkapital
Das Eigenkapital der Anteilseigner der Muttergesellschaft
betrug zum Jahresende 2021 EUR 8.176 Millionen.
In EUR Millionen 2021 2020
Veränderung der verzinslichen Nettoverschuldung
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit 967 1.083
Investitionen -720 -675
Kapitaleinlagen in und Finanzierung von assoziierte/n Unternehmen und Joint Ventures -366 -299
Erhaltene Dividenden von assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 1.943 510
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen -4 0
Erwerb von Tochterunternehmen abzüglich erworbener Zahlungsmittel 0 -603
Andere (hauptsächlich in Verbindung mit Fremdwährungsdifferenzen) -38 36
Dividendenzahlungen an Anteilseigner der Muttergesellschaft und nicht beherrschende Anteile -150 -300
Zugänge zu Leasingverbindlichkeiten -21 -16
Gesamter Rückgang (+)/Anstieg (-) der verzinslichen Nettoverschuldung 1.611 -264
32
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Risikomanagement
Borealis hat einen dokumentierten Risikomanagementprozess,
der sicherstellt, dass alle Konzernbereiche jene Risiken, mit
denen sie konfrontiert sind, routinemäßig bewerten und
entsprechende Maßnahmen entwickeln und implementieren,
um sich gegen die Risiken abzusichern. Das Risikomanagement
trägt zur Realisierung der langfristigen Strategien und kurz-
fristigen Ziele des Konzerns bei. Borealis ist der Ansicht, dass
eine effektive Risikokultur es einem Ausreißer, d. h. einem
Ereignis oder Täter, erschwert, das Unternehmen zu gefährden.
Die Risikolandschaft wird regelmäßig konsolidiert, schriftlich
dargelegt und überprüft. Borealis unterscheidet zwischen den
folgenden Risikokategorien. Die Auflistung veranschaulicht
die wesentlichen Risikoarten, erhebt jedoch keinen Anspruch
auf Vollständigkeit.
Strategische und Reputationsrisiken sind solche, die erhebliche
Auswirkungen auf die Strategie oder die Reputation des
Borealis Konzerns haben können. Oft stehen strategische
Risiken in Zusammenhang mit negativen langfristigen
Entwicklungen, wie zum Beispiel Markt- oder Branchen-
entwicklungen, Technologien, Innovationen, Wettbewerbs-
veränderungen, oder Bedrohungen der Reputation des
Konzerns.
Operationelle und taktische Risiken bezeichnen üblicher-
weise negative und unerwartete kurz- oder mittelfristige
Entwicklungen und umfassen jene Risiken, die eine direkte
Auswirkung auf den täglichen Geschäftsbetrieb des
Konzerns haben. Alle operationellen Risiken werden unter
Einhaltung der schriftlich festgelegten Richtlinien und
Maßnahmen, die durch den jeweiligen Geschäftsbereich
verwaltet werden, bewertet. Im Bereich Operations wurde
ein proaktiver Risikopräventionsansatz implementiert, der
Risiken in den Bereichen der Produktion, HSE, Product
Stewardship, Plant Availability und Quality abdecken soll.
Der Risikomanagementansatz stellt darüber hinaus auch
die Anwendung des „Responsible Care®“-Ansatzes in Bezug
auf Risiken im Bereich Operations sicher. Der Standard-
prozess umfasst dabei eine einheitliche Risikomatrix und
Risikoregister, die nach einem Bottom-up-Prinzip, d. h. von
der Anlagenebene bis zur Portfolioebene, aufgebaut sind
und damit ein einheitliches Risikobewertungssystem für
den gesamten Bereich Operations ermöglichen.
HSE-Risiken werden unter Einhaltung der Maßnahmen
und Bedingungen des „Risk-Based Inspection Manuals“
bewertet. Der Leiter HSE ist für die Steuerung aller HSE-
Risiken verantwortlich und berichtet regelmäßig an den
Vorstand.
Borealis prüft mögliche negative Auswirkungen seiner
Tätigkeiten auf die Umwelt und Gesellschaft sowie
entsprechende Abhilfemaßnahmen und weist sie gemäß den
rechtlichen Verpflichtungen (NaDiVeG) im nicht-finanziellen
Bericht aus. Folgende Hauptrisiken wurden untersucht:
– unerwartete Emissionen aus den Betrieben, die weitere
Emissionen in die Luft oder Verunreinigungen von Boden
und Wasser nach sich ziehen; Abfallaufkommen, Lärm-
belästigung und andere Störungen für lokale Gemeinden;
– Anlagensicherheitsvorfälle, die zur plötzlichen und
unkontrollierten Freisetzung von explosivem und giftigem
Material führen können;
In EUR Millionen 2021 2020
Entwicklung des Eigenkapitals
Den Anteilseignern der Muttergesellschaft zurechenbares Ergebnis 1.406 594
Anpassungen von Fremdwährungen und beizulegenden Zeitwerten (netto) 452 -333
Bruttozunahme/-abnahme 1.858 261
Dividendenzahlungen -150 -300
Umgliederungen von Cashflow-Hedges in die Bilanz 51 11
Nettozunahme/-abnahme 1.759 -28
Eigenkapital zu Beginn des Jahres 6.417 6.445
Eigenkapital zum Bilanzstichtag 8.176 6.417
33
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
– chemische Substanzen können bei unsachgemäßem und
nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch zu gesundheit-
lichen Schäden bei Menschen führen;
– Umweltverschmutzung durch Granulatfreisetzung oder
Plastikmüll; und
– COVID-19 pandemiebedingte Risiken für das Geschäft
und die Mitarbeiter von Borealis.
Klimabezogene Risiken und Abhilfemaßnahmen werden
ebenfalls nach Maßgabe der Leitlinien der Task Force on
Climate-related Financial Disclosures (TCFD) gesondert
analysiert und im nicht-finanziellen Bericht von Borealis
offengelegt. Die damit verbundenen Risiken sind beispiels-
weise höhere Preise für Treibhausgasemissionen, höhere
Betriebskosten, steigender Druck bei der Verwendung
nachwachsender Rohstoffe und ein schlechtes Branchen-
image. Physische Risiken beziehen sich hauptsächlich auf
mögliche Unterbrechungen der Lieferkette, beispielsweise
wegen extremer Wetterereignisse oder politischer Unruhen.
Allerdings bieten die klimabedingten Risiken auch Chancen
zur Erneuerung, wie zum Beispiel ein breiteres Produkt-
portfolio mit emissionsarmen, kreislauforientierten und/oder
biobasierten Produkten sowie Allianzen auf dem Weg zur
Klimaneutralität der Branche.
Projektrisiken werden im Rahmen des Projektgenehmigungs-
verfahrens von Borealis bewertet. Dabei werden die
maßgeblichen Risiken des einzelnen Projekts beurteilt, wie
zum Beispiel finanzielle, Markt-, technische, rechtliche,
Patentverletzungs-, strategische, operative, Länder- und
politische Risiken. Der Risikobeurteilungsprozess berück-
sichtigt auch die Wahrscheinlichkeit der Einhaltung des
geplanten Zeitplanes und Mitteleinsatzes des Projektes
bis zu seiner Fertigstellung sowie die Einhaltung der
wesentlichen Projektziele. Projektrisiken werden vom
Projektmanager gesteuert und an das Project Steering
Committee gemeldet.
Finanzielle Risiken und Marktrisiken können aufgrund
unerwarteter Änderungen von Marktangebot oder -nach-
frage, Warenpreisen, Dienstleistungen oder Finanzierungs-
kosten auftreten. Risiken entstehen unter Umständen auch
im Zusammenhang mit der Liquidität, Zinssätzen, Wechsel-
kursen, Krediten und Versicherungen, der Unfähigkeit einer
Gegenpartei, einer Zahlungs- oder Lieferverpflichtung
nachzukommen und können auch aufgrund falscher
Annahmen oder durch die unangemessene Anwendung
eines Modells auftreten. Die Bewertung von finanziellen
Risiken wird im Konzernanhang unter Punkt 17 ausführlich
beschrieben. Die Leiter der Treasury & Funding-Abteilung
und der Rechtsabteilung sind für die Koordination des
Managements sämtlicher finanzieller Risiken und deren
Berichterstattung verantwortlich.
Compliance-Risiken entstehen in Verbindung mit rechtlichen
oder regulatorischen Risiken, dem Verhaltenskodex (Ethik-
richtlinie), Normen sowie im Zuge von Auftragsvergaben.
Eine Geschäftsführung gemäß ethischen Grundsätzen ist
von wesentlicher Bedeutung für die Reputation des Konzerns
und den nachhaltigen Unternehmenserfolg. Taktische oder
generische Risiken sind Risiken, die im Zusammenhang mit
Normen oder Compliance-Themen identifiziert werden.
Diese Risiken beziehen sich hauptsächlich auf Prozesse
oder Kontrolldefizite.
Informationssicherheitsrisiken bestehen im Zusammenhang
mit der Geheimhaltung, Integrität und Verfügbarkeit von
entscheidenden Unternehmensdaten. Die Leiter der
IT-Abteilung und der Rechtsabteilung unterstützen das
Management durch die Bewertung der Informations-
sicherheitsrisiken und die Entwicklung und Implementierung
von risikomindernden Maßnahmen.
Der Vorstand überwacht regelmäßig die wichtigsten Risiken
des Konzerns, bestimmt seine Risikotoleranzschwellen,
überwacht die Implementierung von risikomindernden
Maßnahmen und berichtet die wesentlichen Risiken und
die zugehörigen risikomindernden Maßnahmen an den
Aufsichtsrat. Der Vorstand stellt die Integration des
Risikobewertungsprozesses in die strategische Planung sicher.
34
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Der Aufsichtsrat ist für die Überwachung der Effektivität
des Risikomanagementprozesses, der Risikoaffinität und
Toleranzschwellen, der Risikopositionen des Konzerns und der
Effektivität der risikomindernden Maßnahmen verantwortlich.
Der Aufsichtsrat delegiert einige dieser Verantwortungs-
bereiche an den Prüfungsausschuss (Audit Committee),
ein Subkomitee des Aufsichtsrats.
Alle Borealis-Mitarbeiter tragen im Rahmen ihrer Befugnisse
und Arbeitsbereiche die Verantwortung der Risikosteuerung,
um sicherzustellen, dass das Risikomanagement erfolgreich
in die Organisation des Unternehmens eingegliedert ist und
in den täglichen Entscheidungsprozessen Anwendung findet.
Änderungen im Vorstand und Aufsichtsrat
Im Jahr 2021 kam es zu wesentlichen Änderungen im
Vorstand von Borealis. Mit 1. April 2021 trat Thomas Gangl
die Nachfolge von Alfred Stern als Vorstandsvorsitzendem
(CEO) von Borealis an. Alfred Stern wurde mit April 2021
zum OMV Vorstandsmitglied für den Bereich Chemicals &
Materials bestellt und wurde zudem mit April 2021 in den
Aufsichtsrat von Borealis berufen. Die Position des Borealis
Executive Vice President Base Chemicals & Operations
wurde im Juli von Wolfram Krenn übernommen. Sein
Vorgänger, Martijn van Koten, wechselte mit Juli 2021 in
den Vorstand der OMV. Mit September 2021 wurde Alfred
Stern als Nachfolger von Rainer Seele zum Vorsitzenden
des Aufsichtsrats von Borealis bestellt. Außerdem wurde
Martijn van Koten zum gleichen Stichtag in den Aufsichtsrat
von Borealis berufen. Mit 10. Februar 2022 wurde Alvin Teh
als Nachfolger von Musabbeh Al Kaabi zum Aufsichtsrats-
mitglied bestellt. Darüber hinaus wurde Saeed Al Mazrouei
zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats ernannt.
Wirtschaftliche Entwicklung und Ausblick
„Goal Zero“ wurde 2021 nicht erreicht, weshalb das
Management von Borealis seine Anstrengungen 2022
nochmals intensivieren wird, um das Ziel von null Unfällen
bzw. Vorfällen zu erreichen. Dabei steht für den Konzern die
Sicherheit in allen betrieblichen Bereichen und an allen
Standorten stets an erster Stelle.
Borealis wandelt sich vom führenden Anbieter von Polyolefin-
Neuware zu einem führenden Anbieter erneuerbarer und
nachhaltiger Polyolefin-Lösungen und gestaltet so auch die
Branche um. Die wegweisende Technologie und ein Portfolio
an modernen und kreislauforientierten Polyolefin-
Anwendungen tragen zu mehr Sicherheit und Nachhaltigkeit
bei. Das Management von Borealis ist zuversichtlich, die
Wachstumschancen in einer Weltwirtschaft ergreifen zu
können, in der die Pandemie hinter uns liegt und COVID-19
praktisch endemisch geworden ist. Es wird sich weiterhin
für stetige Entwicklungen engagieren mit dem Ziel, unser
Leben noch nachhaltiger zu machen, indem Borealis
Chemikalien und Kunststofflösungen anbietet, die einen
Mehrwert für die Gesellschaft schaffen.
Der Vorstand und die Führungsebene von Borealis sind
stolz auf das hervorragende Ergebnis 2021. Borealis ist gut
aufgestellt, um marktbedingte und andere Herausforderungen
zu meistern, und ist sich sicher seinen Status als zuverlässiger
und vertrauenswürdiger Partner für seine Kunden und die
gesamte Wertschöpfungskette beibehalten zu können.
Sonstige Angaben
Gemäß § 267a Abs. 6 UGB erstellt Borealis einen
gesonderten konsolidierten nicht-finanziellen Bericht.
Als Unternehmen, das nach Maßgabe von Artikel 19a der
Richtlinie 2013/34/EU des Europäischen Parlaments und
des Rates eine nicht-finanzielle Erklärung abgeben muss,
fällt Borealis unter die EU-Taxonomie. Durch die Anwendung
der EU-Taxonomie kann Borealis sein nachhaltiges
Wirtschaften transparent machen und die Entwicklung des
Nachhaltigkeitsmanagements in allen Konzernbereichen
darstellen. Für das Jahr 2021 legt Borealis im Rahmen
des gesonderten konsolidierten nicht-finanziellen Berichts
offen, mit welchem Anteil sich taxonomiekonforme und
nicht taxonomiekonforme Wirtschaftsaktivitäten im Gesamt-
umsatz, den Investitionen und Betriebskosten (OPEX)
niederschlagen. Über den Stand der Harmonisierung
wird im Geschäftsbericht 2022 berichtet.
35
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
2021
ohne NITRO
1)
2021
mit NITRO
1)
2020
mit NITRO
1)
2019 2018 2017
Einkommen und Rentabilität
Gesamtumsatz und sonstige Erträge EUR Millionen 8.723 10.153 6.937
2)
8.103 8.337 7.564
Betriebsergebnis EUR Millionen
1.410 1.517
351
2)
605 496 791
Betriebsergebnis in Prozent
des Gesamtumsatzes und
sonstiger Erträge % 16 15 5 7 6 10
Ergebnis nach Steuern EUR Millionen
1.631 1.396
589 872 906 1.095
Kapitalrendite nach Steuern (ROCE) % – 19 8 11 13 15
Cashflow und Investitionen
Cashflow aus
betrieblicher Tätigkeit EUR Millionen 788 967 1.083 872 517 725
Investitionen in Sachanlagen EUR Millionen 557 660 614 376 326 453
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente EUR Millionen 1.541 1.551 83 83 50 207
Finanzielle Indikatoren
Bilanzsumme EUR Millionen
– 12.985 10.583
2)
10.118 9.949 9.395
Verzinsliche Nettoverschuldung EUR Millionen
– 223
1.833 1.569 1.327 812
Den Anteilseignern der
Muttergesellschaft
zurechenbares Eigenkapital EUR Millionen – 8.176 6.417 6.445 6.421 6.365
Verschuldungsquote % – 3 29 24 21 13
Gesundheit, Sicherheit und
Umwelt (HSE)
3)
Anzahl aufzeichnungspflichtiger
Unfälle (Total Recordable Injuries; TRI)
a. Bisherige Definition
b. Neue Definition
4)
Anzahl/Million
Arbeitsstunden
–
–
–
2,3
1,7
3,9
1,6
3,4
1,3
–
1,1
–
EU EHS CO
2
-Emissionen Kilotonnen –
3.878
4.050 4.625 4.302 4.210
Energieverbrauch GWh –
21.730
22.340 25.831 24.476 22.400
Abfackelverluste (Flaring) Tonnen –
38.538 42.543
5)
27.619 26.273 51.620
Abfallaufkommen Tonnen –
102.023
97.905
6)
86.109
7)
53.713 61.398
Wasserentnahme m
3
Millionen –
735
755 750 675 752
Mitarbeiteranzahl Vollzeitäquivalente
8)
5.255
6.934
6.920 6.869 6.834 6.619
1) NITRO: Unternehmensbereich Pflanzennährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte ohne Rosier. Weitere Details werden in der Anhangangabe 8. Aufgegebener Geschäftsbereich
des Konzernanhangs erläutert. // 2) Die Vergleichsperiode 2020 wurde rückwirkend angepasst. Weitere Details werden im Abschnitt Rückwirkende Anpassungen im Konzernanhang erläutert. //
3) Umweltdaten vorbehaltlich geringfügiger Anpassungen aufgrund laufender Audits und fehlender Daten von Dritten zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts // 4) Die Definitionen
wurden 2021 an die der OMV angepasst. Ein Vorjahresvergleich ist nur mit dem Jahr 2020 möglich. // 5) Schwerwiegende Störungen führten zu erheblichen Notabfackelungen während des
Herunterfahrens. Darüber hinaus mangelte es an Recyclingkapazitäten. // 6) Der Betrag wurde aufgrund laufender Audits und fehlender Daten von Dritten zum Zeitpunkt der Erstellung des
letzten Berichts rückwirkend nachgerechnet. // 7) Der Hauptgrund für den Anstieg ist die Aufnahme des Kunststoffrecyclingunternehmens mtm plastics GmbH in die Definitionen der monat-
lichen Konzernberichterstattung. // 8) Teilzeitmitarbeiter werden im Vollzeitäquivalent mit einem Beitrag von 0,5 berücksichtigt.
Eingesetztes Kapital: Gesamtvermögen abzüglich
unverzinslicher Schulden
Kapitalrendite (ROCE): Betriebsergebnis, Ergebnis
aus der Veräußerung von Tochterunternehmen,
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Joint Ventures
plus Zinsertrag, nach berechneten Steuern, dividiert durch
das durchschnittlich eingesetzte Kapital
Solvency Ratio: Gesamtes Eigenkapital minus Firmenwert
dividiert durch Gesamtvermögen
Verschuldungsquote (Gearing): Verzinsliche Schulden,
abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten,
dividiert durch gesamtes Eigenkapital
HSE: Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety
and Environment)
Definitionen
36
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Wien, 17. Februar 2022
Vorstand:
Thomas Gangl e.h.
Philippe Roodhooft e.h.
Mark Tonkens e.h.
Wolfram Krenn e.h.
Lucrèce De Ridder e.h.
37
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
31.12.2021
EUR
31.12.2020
TEUR
Aktiva
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Rechte und Lizenzen 37.767.150,28 31.507
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.165.910,08 1.114
2. Anlagen in Bau 677.534,82 6
1.843.444,90 1.120
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.151.194.536,26 2.526.893
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 135.036.240,53 63.246
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 127.536.240,53;
Vorjahr: TEUR 48.246
3. Beteiligungen 416.126.151,33 414.867
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.002.967.971,96 750.347
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 985.189.558,21;
Vorjahr: TEUR 749.216
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 6.988.377,21 3.506
3.712.313.277,29 3.758.860
3.751.923.872,47 3.791.487
Bilanz zum 31. Dezember 2021
Jahresabschluss – Einzelabschluss
38
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
31.12.2021
EUR
31.12.2020
TEUR
Aktiva
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 284.831.699,42 199.873
2. Fertige Erzeugnisse und Waren 791.144.604,48 490.650
1.075.976.303,90 690.523
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.058.748.110,71 516.559
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00; Vorjahr: TEUR 0
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 1.826.335.826,96 1.044.934
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 304.993.864,68;
Vorjahr: TEUR 354.994
3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 144.150.877,59 81.411
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 20.100.911,58; Vorjahr: TEUR 7.347
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 185.868.343,37 165.293
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00; Vorjahr: TEUR 0
3.215.103.158,63 1.808.198
gesamt davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 325.094.776,26;
Vorjahr: TEUR 362.341
III. Guthaben bei Kreditinstituten 1.378.884.048,71 34.670
5.669.963.511,24 2.533.390
C. Rechnungsabgrenzungsposten 10.891.473,10 10.868
D. Aktive latente Steuern 10.791.486,77 11.332
Summe Aktiva 9.443.570.343,58 6.347.078
39
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
31.12.2021
EUR
31.12.2020
TEUR
Passiva
A. Eigenkapital
I. Eingefordertes und einbezahltes Grundkapital 300.000,00 300
gezeichnetes Grundkapital EUR 300.000,00; Vorjahr: TEUR 300
II. Kapitalrücklagen
1. Gebundene 101.604.460,00 101.604
2. Nicht gebundene 1.539.783.410,00 1.539.783
1.641.387.870,00 1.641.388
III. Gewinnrücklage
1. Gesetzliche Rücklage 30.000,00 30
IV. Bilanzgewinn 4.200.452.856,59 1.804.096
davon Gewinnvortrag EUR 1.654.095.693,13; Vorjahr: TEUR 677.247
5.842.170.726,59 3.445.814
B. Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen 0,00 217
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 23.271.089,06 24.053
2. Steuerrückstellungen 0,00 73.905
3. Sonstige Rückstellungen 180.491.646,45 111.954
203.762.735,51 209.912
D. Verbindlichkeiten
1. Anleihen 300.000.000,00 300.000
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 0,00; Vorjahr: TEUR 0
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 300.000.000,00;
Vorjahr: TEUR 300.000
40
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
31.12.2021
EUR
31.12.2020
TEUR
Passiva
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.316.365.781,50 1.423.726
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 71.129.188,69;
Vorjahr: TEUR 225.228
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 1.245.236.592,81;
Vorjahr: TEUR 1.198.498
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 600.766.568,69 362.785
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 600.766.568,69;
Vorjahr: TEUR 362.785
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00; Vorjahr: TEUR 0
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.054.484.887,65 489.769
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 1.054.484.887,65;
Vorjahr: TEUR 489.769
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00; Vorjahr: TEUR 0
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 103.718.793,32 66.080
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 103.718.793,32;
Vorjahr: TEUR 66.080
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00; Vorjahr: TEUR 0
6. Sonstige Verbindlichkeiten 22.300.850,32 48.775
davon aus Steuern: EUR 2.260.998,17; Vorjahr: TEUR 5.525
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 0,00; Vorjahr: TEUR 2
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 22.300.850,32;
Vorjahr: TEUR 48.775
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00; Vorjahr: TEUR 0
3.397.636.881,48 2.691.136
gesamt davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 1.852.400.288,67;
Vorjahr: TEUR 1.192.637
gesamt davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 1.545.236.592,81;
Vorjahr: TEUR 1.498.498
Summe Passiva 9.443.570.343,58 6.347.078
41
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
2021
EUR
2020
TEUR
1. Umsatzerlöse 8.089.130.539,77 5.408.980
2. Veränderung des Bestands an fertigen Erzeugnissen
300.494.867,23 -141.040
3. Sonstige betriebliche Erträge
a) Übrige 124.121.310,70 185.208
4. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
a) Materialaufwand -5.076.540.420,56 -3.389.266
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -1.320.885.564,31 -1.154.053
-6.397.425.984,87 -4.543.319
5. Personalaufwand
a) Gehälter -54.135.229,13 -39.127
b) Soziale Aufwendungen -13.975.595,66 -15.192
davon Aufwendungen für Altersversorgung EUR 1.675.081,67; Vorjahr: TEUR 3.243
aa) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen EUR 876.253,72; Vorjahr: TEUR 1.110
bb) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt
abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge EUR 9.279.621,42; Vorjahr: TEUR 7.774
-68.110.824,79 -54.319
6. Abschreibungen
a) auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -2.555.787,97 -2.300
b) auf Gegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die im Unternehmen
üblichen Abschreibungen überschreiten -40.600.000,00 0
-43.155.787,97 -2.300
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit diese nicht unter Z 17 fallen 0,00 -137
b) Übrige -668.728.308,09 -500.097
-668.728.308,09 -500.234
8. Zwischensumme aus Z 1 bis 7 1.336.325.811,98 352.976
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2021
42
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
2021
EUR
2020
TEUR
9. Erträge aus Beteiligungen 2.021.651.777,25 941.889
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 77.145.266,07; Vorjahr: TEUR 452.622
10. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 28.014.133,28 21.801
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 169.234,40; Vorjahr: TEUR 393
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 35.861.817,61 38.088
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 24.957.591,52; Vorjahr: TEUR 14.669
12. Erträge aus der Zuschreibung zu Finanzanlagen 0,00 6.047
13. Aufwendungen aus Finanzanlagen -433.683.058,70 -7.053
davon betreffend verbundene Unternehmen EUR 433.594.941,63; Vorjahr: TEUR 7.053
Abschreibungen EUR 433.594.941,63; Vorjahr: TEUR 7.053
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -116.134.611,43 -164.788
davon betreffend verbundene Unternehmen EUR 3.644.237,25; Vorjahr: TEUR 12.670
15. Zwischensumme aus Z 9 bis 14 1.535.710.058,01 835.984
16. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z 8 und Z 15) 2.872.035.869,99 1.188.960
17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -325.678.706,53 -62.111
davon Aufwand aus latenten Steuern EUR 540.700,04; Vorjahr: TEUR 354
18. Ergebnis nach Steuern 2.546.357.163,46 1.126.849
19. Jahresüberschuss 2.546.357.163,46 1.126.849
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.654.095.693,13 677.247
21. Bilanzgewinn 4.200.452.856,59 1.804.096
43
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Der Jahresabschluss wurde in Übereinstimmung mit
den Vorschriften des österreichischen Unternehmens-
gesetzbuches („UGB“) in der geltenden Fassung und unter
Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
und Bilanzierung sowie der Generalnorm, ein möglichst
getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt. Die Gliederung
des Jahresabschlusses entspricht den Vorschriften des UGB.
Die Bilanzierung, die Bewertung und der Ausweis der
einzelnen Positionen des Jahresabschlusses wurden
nach den allgemeinen Bestimmungen des UGB unter
Berücksichtigung der Sondervorschriften für Kapital-
gesellschaften vorgenommen. Es wurde von der Fortführung
des Unternehmens ausgegangen und die Einzelbewertung
der Vermögensgegenstände und Schulden angewendet. Bei
der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz
der Vollständigkeit eingehalten. Das Unternehmen hat dem
Vorsichtsprinzip Rechnung getragen, indem insbesondere
nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne aus-
gewiesen werden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden
Verluste, die bis zum Bilanzstichtag entstanden sind,
wurden berücksichtigt. Schätzungen beruhen auf einer
umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare
Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten
vorhanden sind, hat das Unternehmen diese bei den
Schätzungen berücksichtigt.
Die bisher angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungs-
methoden wurden beibehalten.
Der Wertansatz von immateriellen Anlagen und Sachanlagen
erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert
um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen.
Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschluss-
stichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen,
wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.
Das Finanzanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten
bewertet. Bei nachhaltigen und wesentlichen Wert-
minderungen werden niedrigere beizulegende Werte
angesetzt. Der beizulegende Wert wird anhand der
diskontierten Cashflow-Methode unter Verwendung
der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten des
Unternehmens zum Zeitpunkt der Berechnung ermittelt.
Ausleihungen werden zu Anschaffungskosten bewertet.
Bei nachhaltigen und wesentlichen Wertminderungen
werden niedrigere Werte angesetzt.
Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte
zu Anschaffungskosten unter Anwendung des gleitenden
Durchschnittspreisverfahrens. Die Bewertung der fertigen
Erzeugnisse erfolgte zu den von der Betriebsrechnung
ermittelten Herstellungskosten oder zum niedrigeren
Nettoveräußerungswert. Die noch nicht abrechenbaren
Leistungen werden zu Herstellungskosten bewertet.
Die Anschaffungs-/Herstellungskosten werden nach dem
First-in-First-out-Verfahren (FIFO-Methode) ermittelt. Bei
der Ermittlung der Herstellungskosten werden folgende
Kosten miteinbezogen:
– Fertigungseinzelkosten
– Sonderkosten der Fertigung
– Variable Fertigungs- und Gemeinkosten
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden
mit dem Nennwert angesetzt. Allen erkennbaren Einzelrisiken
wird durch vorsichtigen Wertansatz Rechnung getragen.
Die Pensionsrückstellung wurde gemäß der AFRAC-Stellung-
nahme 27 „Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-,
Jubiläumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige
Verpflichtungen nach den Vorschriften des Unternehmens-
gesetzbuches“ (Dezember 2019) versicherungsmathematisch
nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämie unter
Zugrundelegung der biometrischen Richttafeln (AVÖ 2018-P)
ermittelt. Als Pensionseintrittsalter wurde das frühest-
mögliche Pensionseintrittsalter nach den sozialversicherungs-
rechtlichen Bestimmungen angenommen. Der Rechnungs-
zinssatz beträgt 1,00 % (Vorjahr: 0,79 %). Beim verwendeten
Rechnungszinssatz handelt es sich um einen Stichtags-
zinssatz. Der Stichtagszinssatz ist jener Zinssatz, zu dem
sich ein Unternehmen mit hochklassiger Bonitätseinstufung
am Abschlussstichtag der durchschnittlichen Restlaufzeit
der Verpflichtungen im Wesentlichen entsprechendes
Fremdkapital beschaffen kann. Es wurde kein Fluktuations-
abschlag vorgenommen. Des Weiteren wurde für die
Berechnung eine durchschnittliche Steigerung der Pensions-
zahlungen in Höhe von 2,00 % (Vorjahr: 2,75 %) herangezogen.
Die Zinsaufwendungen für die Pensionsrückstellungen
sowie die Auswirkungen aus einer Änderung des Zinssatzes
werden im betreffenden Personalaufwand erfasst.
Anhang
44
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Die Rückstellung für Jubiläumsgelder wurde ebenfalls
nach den Regeln der IFRS (IAS 19) unter Anwendung
eines Rechnungszinssatzes von 1,05 % (Vorjahr: 0,86 %)
ermittelt. Beim verwendeten Rechnungszinssatz handelt es
sich um einen Stichtagszinssatz. Des Weiteren wurde für
die Berechnung ein Fluktuationsabschlag in Höhe von
2,00 % (Vorjahr: 2,00 %) sowie eine durchschnittliche
Lohn- und Gehaltssteigerung in Höhe von 3,50 %
(Vorjahr: 2,75 %) herangezogen.
In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung
des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanz-
erstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie
dem Grunde nach ungewissen Verbindlichkeiten mit den
Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger unter-
nehmerischer Beurteilung erforderlich sind. Hierunter fallen
auch Rückstellungen für drohende Verluste aus negativen
Marktwerten von derivativen Finanzinstrumenten. Die
Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem
Jahr werden mit einem marktüblichen Zinssatz abgezinst.
Verbindlichkeiten sind grundsätzlich mit ihrem Erfüllungs-
betrag dargestellt.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamt-
kostenverfahren gegliedert.
Soweit auf die gemäß Rechnungslegungsgesetz vorgegebenen
Anhangangaben keine entsprechenden Sachverhalte
zutrafen, wurde auf die Anführung von Leerposten verzichtet.
Berichtswährung ist der Euro. Grundsätzlich erfolgt die
Bewertung von in anderen Währungen denominierten
Forderungen zum niedrigeren Wert aus Anschaffungskurs
und Devisengeldkurs am Bilanzstichtag bzw. von in anderen
Währungen denominierten Verbindlichkeiten zum höheren
Wert aus Entstehungskurs und Devisenbriefkurs zum
Bilanzstichtag.
Die Gesellschaft erfasst derivative Finanzinstrumente
grundsätzlich mit ihren Anschaffungskosten oder ihrem
niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag. Eine
Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden
Geschäften wird gemäß dem imparitätischen Realisations-
prinzip gebildet. Derivative Finanzinstrumente werden nach
dem Grundsatz der Einzelbewertung bilanziert. Aufgrund
der AFRAC-Stellungnahme (Austrian Financial Reporting
and Auditing Committee) werden die derivativen Finanz-
instrumente, die der Absicherung eines Grundgeschäfts
dienen, gemeinsam mit diesem in einer Einheit bewertet
und abgebildet. Abgesichert werden im Wesentlichen
schwebende Geschäfte und zukünftige Cashflow.
Voraussetzung für die Bildung von Bewertungseinheiten
sind die individuelle Risikokompensation, die Kongruenz
von Zinsfälligkeiten und Währung, eine Bonitätsgleichheit
und eine Laufzeitenkongruenz. Für die Absicherung von
Cashflows ist mit an Sicherheit grenzender Wahr-
scheinlichkeit und nachweislich von einem gegenläufigen,
erfolgswirksamen Cashflow aus einem Geschäft, das mit
dem Derivat unmittelbar kausal verknüpft ist, auszugehen.
Eine Bewertungseinheit wird nur gebildet, wenn die
Sicherungsbeziehung unter Anwendung eines retrospektiven
Effektivitätstests tatsächlich vollständig oder weitgehend
effektiv war. Der ineffektive Anteil eines in einer Sicherungs-
beziehung designierten Derivats wird als Drohverlust-
rückstellung erfasst.
Bei Vorliegen einer Bewertungseinheit wird das Derivat
nicht gesondert bewertet, sondern das abgesicherte
Grundgeschäft gemeinsam mit dem Derivat. Zukünftige
Verkäufe und Käufe in Fremdwährung, deren Wechselkurs
mit einem Devisentermingeschäft vollständig abgesichert
ist, werden mit dem vereinbarten Terminkurs bewertet. Für
die Bewertung von Derivaten, die der Absicherung zukünftiger
Cashflows dienen, werden – bei Vorliegen einer effektiven
Sicherungsbeziehung – die gegenläufigen, erfolgswirksamen
Cashflows aus dem abgesicherten Grundgeschäft bei der
Bemessung des Drohverlusts berücksichtigt.
Aktive latente Steuern werden auf Differenzen angesetzt,
die zwischen den unternehmensrechtlichen und steuer-
rechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen,
Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungs-
abgrenzungsposten bestehen, die sich in späteren
Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen.
45
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
II. Erläuterungen zur Bilanz
Aktiva
1. Anlagevermögen
Entwicklung des Anlagevermögens:
Werte in EUR
Anschaffungskosten
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
Stand am
01.01.2021 Zugänge Abgänge
Stand am
31.12.2021
Stand am
01.01.2021 Zugänge Abgänge Zuschreibung
Stand am
31.12.2021
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2021
Immaterielle Anlagen
Rechte und Lizenzen 83.242.850,24 8.291.286,60 0,00 91.534.136,84
-51.736.201,32 -2.030.785,24 0,00 0,00 -53.766.986,56 31.506.648,92 37.767.150,28
83.242.850,24 8.291.286,60 0,00 91.534.136,84 -51.736.201,32 -2.030.785,24 0,00 0,00 -53.766.986,56 31.506.648,92 37.767.150,28
Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung
5.030.600,66 578.066,14 0,00 5.608.666,62
-3.916.578,35 -526.178,19 0,00 0,00 -4.442.756,54 1.114.022,31 1.165.910,08
Anlagen in Bau 6.477,41 671.057,41 0,00 677.534,82 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 6.477,41 677.534,82
5.037.078,07 1.249.123,55 0,00 6.286.201,44 -3.916.578,35 -526.178,19 0,00 0,00 -4.442.756,54 1.120.499,72 1.843.444,90
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen
3.214.211.441,40 57.896.370,30 -7.052.753,18 3.265.055.058,52
-687.318.333,81 -433.594.941,63 7.052.753,18 0,00 -1.113.860.522,26 2.526.893.107,59 2.151.194.536,26
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 68.456.863,80 81.579.376,73 -15.000.000,00 135.036.240,53 -5.210.388,37 0,00 0,00 5.210.388,37 0,00 63.246.475,43 135.036.240,53
Beteiligungen 414.867.152,33 1.259.000,00 0,00 416.126.152,33 0,00 -1,00 0,00 0,00 -1,00 414.867.152,33 416.126.151,33
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 750.346.721,38 252.621.250,58 0,00 1.002.967.971,96 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 750.346.721,38 1.002.967.971,96
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 3.583.858,65 3.543.564,41 0,00 7.127.423,06 -77.417,00 -61.628,85 0,00 0,00 -139.045,85 3.506.441,65 6.988.377,21
4.451.466.037,56 396.899.562,02 -22.052.753,18 4.826.312.846,40 -692.606.139,18 -433.656.571,48 7.052.753,18 5.210.388,37 -1.113.999.569,11 3.758.859.898,38 3.712.313.277,29
Gesamtes Anlagevermögen 4.539.745.965,87 406.439.972,17 -22.052.753,18 4.924.133.184,68 -748.258.918,85 -436.213.534,91 7.052.753,18 5.210.388,37 -1.172.209.312,21 3.791.487.047,02 3.751.923.872,47
Mit folgenden verbundenen Unternehmen bestehen
wesentliche Lohnverarbeitungsvereinbarungen:
– Borealis Polyolefine GmbH, Österreich
– Borealis Polymere GmbH, Deutschland
– Borealis Polymers N.V., Belgien
– Borealis Kallo N.V., Belgien
– Borealis Antwerpen N.V., Belgien
– Borealis Italia S.p.a., Italien
– Borealis AB, Schweden
– Borealis Polymers Oy, Finnland
– Borealis Plastomers B.V., Niederlande
46
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Im Rahmen der Lohnverarbeitung liefert die Borealis AG
sämtliche Rohstoffe, Betriebs- und sonstige Produktions-
mittel und stellt diese den Lohnfertigern zur Verarbeitung in
Endprodukte zur Verfügung. Diese Endprodukte sowie die
dafür eingesetzten Produktionsfaktoren bleiben Eigentum
der Borealis AG und werden auch von ihr vermarktet,
während die Lohnfertiger ein marktgerechtes Entgelt für
ihre Verarbeitungsdienstleistungen erhalten.
Werte in EUR
Anschaffungskosten
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
Stand am
01.01.2021 Zugänge Abgänge
Stand am
31.12.2021
Stand am
01.01.2021 Zugänge Abgänge Zuschreibung
Stand am
31.12.2021
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2021
Immaterielle Anlagen
Rechte und Lizenzen 83.242.850,24 8.291.286,60 0,00 91.534.136,84
-51.736.201,32 -2.030.785,24 0,00 0,00 -53.766.986,56 31.506.648,92 37.767.150,28
83.242.850,24 8.291.286,60 0,00 91.534.136,84 -51.736.201,32 -2.030.785,24 0,00 0,00 -53.766.986,56 31.506.648,92 37.767.150,28
Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung
5.030.600,66 578.066,14 0,00 5.608.666,62
-3.916.578,35 -526.178,19 0,00 0,00 -4.442.756,54 1.114.022,31 1.165.910,08
Anlagen in Bau 6.477,41 671.057,41 0,00 677.534,82 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 6.477,41 677.534,82
5.037.078,07 1.249.123,55 0,00 6.286.201,44 -3.916.578,35 -526.178,19 0,00 0,00 -4.442.756,54 1.120.499,72 1.843.444,90
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen
3.214.211.441,40 57.896.370,30 -7.052.753,18 3.265.055.058,52
-687.318.333,81 -433.594.941,63 7.052.753,18 0,00 -1.113.860.522,26 2.526.893.107,59 2.151.194.536,26
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 68.456.863,80 81.579.376,73 -15.000.000,00 135.036.240,53 -5.210.388,37 0,00 0,00 5.210.388,37 0,00 63.246.475,43 135.036.240,53
Beteiligungen 414.867.152,33 1.259.000,00 0,00 416.126.152,33 0,00 -1,00 0,00 0,00 -1,00 414.867.152,33 416.126.151,33
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 750.346.721,38 252.621.250,58 0,00 1.002.967.971,96 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 750.346.721,38 1.002.967.971,96
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 3.583.858,65 3.543.564,41 0,00 7.127.423,06 -77.417,00 -61.628,85 0,00 0,00 -139.045,85 3.506.441,65 6.988.377,21
4.451.466.037,56 396.899.562,02 -22.052.753,18 4.826.312.846,40 -692.606.139,18 -433.656.571,48 7.052.753,18 5.210.388,37 -1.113.999.569,11 3.758.859.898,38 3.712.313.277,29
Gesamtes Anlagevermögen 4.539.745.965,87 406.439.972,17 -22.052.753,18 4.924.133.184,68 -748.258.918,85 -436.213.534,91 7.052.753,18 5.210.388,37 -1.172.209.312,21 3.791.487.047,02 3.751.923.872,47
47
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Immaterielle Vermögensgegenstände
In den immateriellen Vermögensgegenständen sind
solche, die von einem verbundenen Unternehmen erworben
wurden, mit historischen Anschaffungskosten von
EUR 31.802.173,36 (Vorjahr: TEUR 31.802) enthalten.
Die Ermittlung der planmäßigen Abschreibungen erfolgt
nach der linearen Abschreibungsmethode unter Zugrunde-
legung einer Nutzungsdauer von drei bis neunzehn Jahren.
Im Geschäftsjahr wurden keine außerplanmäßigen
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
vorgenommen (Vorjahr: TEUR 0).
Sachanlagen
Die Ermittlung der planmäßigen Abschreibungen erfolgt
nach der linearen Abschreibungsmethode unter Zugrunde-
legung einer Nutzungsdauer von drei bis zehn Jahren.
Finanzanlagevermögen
Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
Werte in TEUR Land Stadt
Anteil
in %
Anteiliges
Eigenkapital IFRS
TEUR
Anteiliges
Jahresergebnis IFRS
TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen
Borealis Argentina SRL Argentinien Buenos Aires 98,00 27 0
BOREALIS ASIA LIMITED Hong Kong Hong Kong 100,00 609 42
Borealis Brasil S.A. Brasilien Itatiba 80,00 25.470 5.679
BOREALIS CHEMICALS ZA (PTY) LTD Südafrika Germiston 100,00 95 17
Borealis Chile SpA Chile Santiago 100,00 76 37
Borealis Chimie S.A.R.L. Marokko Casablanca 100,00 248 23
Borealis Circular Solutions Holding GmbH
(vormals CERHA HEMPEL Leilani
Holding GmbH) Österreich Wien 100,00 25.027 -7
Borealis Colombia S.A.S. Kolumbien Bogota 100,00 66 17
Borealis Denmark ApS Dänemark Kopenhagen 100,00 84 25
Borealis Digital Studio B.V. Belgien Zaventem 90,00 417 222
Borealis Financial Services N.V. Belgien Mechelen 100,00 186.126 1.643
Borealis France S.A.S. Frankreich Courbevoie 100,00 399.717 4.701
Borealis Insurance A/S
(captive insurance company) Dänemark Kopenhagen 100,00 88.374 5.778
BOREALIS ITALIA S.p.A. Italien Monza 100,00 17.081 866
Borealis L.A.T Italia s.r.l. Italien Mailand 100,00 85 32
Borealis México, S.A. de C.V. Mexiko Mexiko Stadt 100,00 600 19
Borealis Plasticos, S.A. de C.V. Mexiko Mexiko Stadt 100,00 30 7
Borealis Plastik ve Kimyasal Maddeler
Ticaret Limited Sirketi Türkei Istanbul 100,00 348 168
Borealis Plastomers B.V. Niederlande Geleen 100,00 33.058 34.901
Borealis Poliolefinas da América do Sul Ltda. Brasilien Itatiba 100,00 1.465 503
Borealis Polska Sp. z o.o. Polen Warschau 100,00 308 113
48
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Werte in TEUR Land Stadt
Anteil
in %
Anteiliges
Eigenkapital IFRS
TEUR
Anteiliges
Jahresergebnis IFRS
TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen
Borealis Polymere GmbH Deutschland Burghausen 100,00 73.653 6.235
Borealis Polymers N.V. Belgien Beringen 100,00 229.843 3.494
Borealis Polymers Oy Finnland Porvoo 100,00 365.031 9.042
Borealis Química España S.A. Spanien Barcelona 100,00 457 127
Borealis RUS LLC Russland Moskau 100,00 891 63
Borealis s.r.o. Tschechien Prag 100,00 169 32
Borealis Sverige AB Schweden Stenungsund 100,00 292.637 -1
Borealis Technology Oy Finnland Porvoo 100,00 30 1
BOREALIS UK LTD UK Manchester 100,00 1.396 1.198
Borealis USA Inc. USA Port Murray 100,00 571.215 -14.198
DYM Solution Co., Ltd Südkorea Cheonan 98,71 32.429 4.324
Feboran EOOD Bulgarien Sofia 100,00 22.293 1.775
mtm compact GmbH Deutschland Niedergebra 100,00 1.284 44
mtm plastics GmbH Deutschland Niedergebra 100,00 3.902 -3.242
Rosier S.A. Belgien Moustier 77,47 -18.415 -22.648
Werte in TEUR Land Stadt
Anteil
in %
Anteiliges
vorläufiges
Eigenkapital UGB
TEUR
Anteiliges
vorläufiges
Jahresergebnis UGB
TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen
Borealis Agrolinz Melamine GmbH Österreich Linz 100,00 110.740 20.006
Borealis L.A.T GmbH Österreich Linz 100,00 98.746 25.660
Borealis Polyolefine GmbH Österreich Schwechat 100,00 175.627 44.033
Ecoplast Kunststoffrecycling GmbH Österreich Wildon 100,00 2.609 521
49
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Von den Ausleihungen an verbundene Unternehmen in
Höhe von EUR 135.036.240,53 (Vorjahr: TEUR 63.246) sind
EUR 7.500.000,00 (Vorjahr: TEUR 15.000) innerhalb von
einem Jahr und EUR 127.536.240,53 (Vorjahr: TEUR 40.746)
in mehr als fünf Jahren fällig.
Die Wertpapiere des Anlagevermögens betreffen Wertpapiere
zur Deckung der Pensionsrückstellung. Im Geschäftsjahr
wurden eine Abschreibung von Wertpapieren des Anlage-
vermögens in Höhe von EUR 61.628,85 (Vorjahr:
3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind
entgeltlich erworbene CO
2
-Emissionszertifikate in Höhe von
EUR 240.217.898,21 (Vorjahr: TEUR 116.177) ausgewiesen.
Die Bewertung erfolgte zu Anschaffungskosten.
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in
Höhe von EUR 1.826.335.826,96 (Vorjahr: TEUR 1.044.934)
betreffen mit EUR 38.865.915,32 (Vorjahr: TEUR 29.956)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und mit
EUR 1.787.469.911,64 (Vorjahr: TEUR 1.014.979) sonstige
Forderungen.
Die Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von
EUR 144.150.877,59 (Vorjahr: TEUR 81.411) betreffen
ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Es sind keine wesentlichen Erträge enthalten, die erst nach
dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.
Zuschreibung TEUR 7) und ein Zukauf in Höhe von
EUR 474.744,00 (Vorjahr: TEUR 0) vorgenommen.
Von den Ausleihungen an Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von
EUR 1.002.967.971,96 (Vorjahr: TEUR 750.347), davon
EUR 985.189.558,21 (Vorjahr: TEUR 733.699) an Bayport
Polymers LLC, USA, sind EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 0)
innerhalb von einem Jahr und EUR 985.189.558,21
(Vorjahr: TEUR 548.361) in mehr als fünf Jahren fällig.
2. Vorräte
2021
EUR
2020
TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 284.831.699,42 199.873
Fertige Erzeugnisse und Waren 791.144.604,48 490.650
Summe 1.075.976.303,90 690.523
Werte in TEUR Land Stadt
Anteil
in %
Anteiliges
Eigenkapital UGB
TEUR
Anteiliges
Jahresergebnis UGB
TEUR
Anteile an Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
Abu Dhabi Polymers Company Limited
Vereinigte Arabische
Emirate Abu Dhabi 40,00 1.744.334 525.410
Borouge Pte. Ltd. Singapur Singapur 50,00 69.043 43.234
C2PAT GmbH Österreich Wien 25,00 9 0
C2PAT GmbH & Co KG Österreich Wien 25,00 1.250 0
Kilpilahden Voimalaitos Oy Finnland Porvoo 20,00 444 -779
50
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
4. Aktive latente Steuern
Die Entwicklung der aktiven latenten Steuern stellt sich, gegliedert nach Arten von temporären Differenzen und
Verlustvorträgen während des Geschäftsjahres, wie folgt dar:
Der Steuersatz von 25 % wurde zur Bewertung herangezogen.
Die latenten Steuern enthalten ausschließlich aktive
temporäre Differenzen. Die latenten Steuern enthalten
langfristige temporäre Differenzen in Höhe von
EUR 21.352.631,01 (Vorjahr: TEUR 21.651).
Passiva
1. Eigenkapital
Grundkapital (Stammkapital)
Die Borealis AG hat ein Grundkapital von EUR 300.000,00,
das zum 31. Dezember 2021 aus 300.000 auf Inhaber
lautenden Stückaktien besteht.
Kapitalrücklagen
Die ausgewiesene nicht gebundene Kapitalrücklage
resultiert aus Großmutterzuschüssen seitens der OMV
Aktiengesellschaft in Höhe von EUR 10.000,00 sowie
seitens der OMV Refining & Marketing GmbH in Höhe
von EUR 643.990.000,00.
Im Rahmen des Sacheinlagevertrags vom 5. Dezember 2005
betreffend 40 % des Anteils der Borealis A/S und 50 % des
Anteils der IOB zwischen der Borealis AG, Wien, und der
IPIC Denmark Holdings ApS wurde eine nicht gebundene
Kapitalrücklage in Höhe von EUR 1.195.920.552,86
eingestellt.
Des Weiteren wurde aufgrund des Sacheinlagevertrags
betreffend die AMI Agrolinz Melamine International GmbH,
Linz, zwischen der Borealis AG, Wien, und der International
Petroleum Investment Company, Abu Dhabi, und der
OMV Aktiengesellschaft, Wien, ein Betrag in Höhe von
EUR 101.604.460,00 in die gebundene Kapitalrücklage
eingestellt.
Im Jahr 2010 wurden EUR 100.000.000,00, im Jahr 2012
EUR 180.000.000,00 und im Jahr 2013 EUR 20.000.000,00
aus der nicht gebundenen Kapitalrücklage erfolgswirksam
aufgelöst.
Bilanzgewinn
Die Borealis AG beabsichtigt EUR 698.000.000,00
auszuschütten (Vorjahr: TEUR 150.000) und den Restbetrag
auf neue Rechnung vorzutragen.
2. Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen
In den Investitionszuschüssen zum Sachanlagevermögen
wird ein Investitionszuschuss für die Betriebs- und
Geschäftsausstattung in Höhe von EUR 0,00 per
31. Dezember 2021 (Vorjahr: TEUR 217) ausgewiesen.
Die Zuschüsse wurden im Geschäftsjahr 2021 zur Gänze
in Höhe von EUR 216.615,00 (Vorjahr: TEUR 64) aufgelöst.
Werte in TEUR Anlagevermögen Umlaufvermögen Verlustvorträge Rückstellungen Gesamt
Stand 01.01.2021 1.511 5.448 0 4.373 11.332
Erfolgswirksame Erfassung im Geschäftsjahr -301 -361 0 121 -541
Stand 31.12.2021 1.211 5.087 0 4.493 10.791
51
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
3. Sonstige Rückstellungen
4. Verbindlichkeiten
Die Laufzeiten der Verbindlichkeiten sind in der folgenden Tabelle dargestellt.
2021
EUR
2020
TEUR
Rückstellung für Kundenrabatte und -boni 52.175.159,13 37.456
Rückstellung für langfristigen Bonusplan 6.067.538,83 4.769
Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften 11.010.476,95 4.361
Rückstellung für fehlende Eingangsrechnungen 60.595.734,30 16.694
Rückstellung für Prämien 9.213.655,73 5.816
Rückstellung für noch nicht konsumierte Urlaube 4.233.477,76 4.699
Rückstellung für noch nicht abgerechneten Zinsaufwand 5.872.984,21 7.030
Rückstellung für Jubiläumsgeld 2.002.617,00 1.560
Rückstellung für Sozialfonds 136.246,31 17.680
Andere Rückstellungen 29.183.756,67 11.889
Summe 180.491.646,89 111.954
Werte in EUR 2021
Bilanzwert
31.12.2021
davon Restlaufzeit
> 5 Jahre
Anleihen 300.000.000,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.316.365.781,50 472.356.337,66
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 600.766.568,69 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.054.484.887,65 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 103.718.793,32 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 22.300.850,32 0,00
Summe 3.397.636.881,48 472.356.337,66
52
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Werte in EUR 2020
Bilanzwert
31.12.2020
davon Restlaufzeit
> 5 Jahre
Anleihen 300.000.000,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.423.726.024,72 392.037.801,08
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 362.785.169,47 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 489.769.255,03 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 66.080.470,45 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 48.774.968,74 0,00
Summe 2.691.135.888,41 392.037.801,08
5. Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
in Höhe von EUR 1.054.484.887,65 (Vorjahr: TEUR 489.769)
betreffen mit EUR 489.806.521,55 (Vorjahr: TEUR 227.742)
finanzielle Verbindlichkeiten und mit EUR 564.678.366,10
(Vorjahr: TEUR 262.027) Leistungsverbindlichkeiten.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von
EUR 103.718.793,32 (Vorjahr: TEUR 66.080) betreffen
ausschließlich Leistungsverbindlichkeiten.
Unter der Position „Sonstige Verbindlichkeiten“ sind keine
wesentlichen Aufwendungen enthalten, die erst nach dem
Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.
Werte in TEUR 2021
des folgenden Geschäftsjahres der folgenden fünf Geschäftsjahre
Verpflichtungen aus Leasingverträgen 19.129 46.088
Verpflichtungen aus Mietverträgen 3.512 0
Summe 22.642 46.088
53
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
6. Angaben zu den Finanzinstrumenten
Gemäß der Finanzpolitik des Borealis Konzerns werden unter
anderem auch derivative Finanzinstrumente zur Reduktion
des Wechselkursrisikos, des Zinsrisikos und des Warenrisikos
eingesetzt, die aufgrund der betrieblichen sowie der
Finanzierungs- und Investitionstätigkeiten entstehen.
Als derivative Finanzinstrumente werden von der
Borealis AG Zinsswaps, Fremdwährungszinsswaps,
Devisentermingeschäfte sowie Rohstoff-, Elektrizitäts-
und Erdgasderivate eingesetzt.
Das Finanzrisikomanagement erfolgt zentralisiert in der
Treasury- und Funding-Abteilung, wo die Fremdwährungs-
risiken in Verbindung mit kurzfristigen Cashflows abgesichert
und Obergrenzen für langfristige Fremdwährungsrisiko-
positionen festgelegt werden. Der Großteil der Darlehen
basiert auf fixen Zinssätzen. Der Anteil der Darlehen, der
auf variablen Zinssätzen basiert, wird nach der Durch-
führung von Zinsswaps in Fixzinsdarlehen umgewandelt.
Die Gesellschaft sichert einen Teil ihrer erwarteten Rohstoff-
einkäufe und Fertigerzeugnisverkäufe durch Rohstoffswaps
ab. Rohstoffpreisrisiken werden von den Rohstoffhändlern
verwaltet und von den Bereichen Trade Support und Risiko-
management überwacht. Die erwarteten Energieeinkäufe
sichert die Gesellschaft durch Swaps für Strom und Erdgas ab.
Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich zum
Bilanzstichtag wie folgt zusammen und sind in den
folgenden Bilanzpositionen erfasst:
Derivate 2021
Nominale Marktwerte
TEUR
Bilanzansatz
TEUR
Bilanzposten
Einheit positive negative
Devisentermingeschäfte 214.700
1.641.000
TUSD
TSEK
0
16
-6.159
-1.806
–
–
davon Bewertungseinheit
mit dem Grundgeschäft
214.700
1.641.000
TUSD
TSEK
0
16
-6.159
-1.806
–
–
Zinsswaps
11.538
110.000
TEUR
TUSD
0
0
-68
-723
–
–
davon Bewertungseinheit
mit dem Grundgeschäft
11.538
110.000
TEUR
TUSD
0
0
-68
-723
–
–
Fremdwährungszinsswap
0
5.000.000
TGBP
TJPY
0
0
0
-3.817
-3.817
–
Sonstige Rückstellungen
davon Bewertungseinheit
mit dem Grundgeschäft
0
0
TGBP
TJPY
0
0
0
0
0
0
Warentermingeschäfte 349.857
6.824
Tonnen
GWh
13.420
363.632
-13.211
-59.774
-7.194 Sonstige Rückstellungen
davon Bewertungseinheit
mit dem Grundgeschäft
273.757
6.824
Tonnen
GWh
11.853
363.632
-6.017
-59.774
–
–
54
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Derivate 2020
Nominale Marktwerte
TEUR
Bilanzansatz
TEUR
Bilanzposten
Einheit positive negative
Devisentermingeschäfte 195.000
1.487.000
TUSD
TSEK
7.470
5.244
-702
–
–
–
davon Bewertungseinheit
mit dem Grundgeschäft
195.000
1.487.000
TUSD
TSEK
7.470
5.244
-702
–
–
–
Zinsswaps
23.077
110.000
TEUR
TUSD
–
–
-259
-3.667
–
–
davon Bewertungseinheit
mit dem Grundgeschäft
23.077
110.000
TEUR
TUSD
–
–
-259
-3.667
–
–
Fremdwährungszinsswap
30.000
5.000.000
TGBP
TJPY
–
327
-2.930
–
-2.930
–
Sonstige Rückstellungen
davon Bewertungseinheit
mit dem Grundgeschäft
30.000
5.000.000
TGBP
TJPY
–
–
–
–
–
–
Warentermingeschäfte 541.746
7.906
Tonnen
GWh
11.688
27.311
-37.789
-21.512
-1.431
–
Sonstige Rückstellungen
davon Bewertungseinheit
mit dem Grundgeschäft
462.583
7.906
Tonnen
GWh
11.279
27.311
-36.358
-21.512
–
–
Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften
entspricht dem Unterschied aus dem aktuellen Terminkurs
am Abschlussstichtag und dem vereinbarten Kaufpreis, der
zu Beginn fixiert wurde, abgezinst auf den Bilanzstichtag.
Der beizulegende Zeitwert von Zinsswaps ist der berechnete
Betrag, den der Konzern erhalten oder zahlen würde, um
den Swap zum Bilanzstichtag zu kündigen, wobei aktuelle
Zinssätze berücksichtigt werden. Der beizulegende Zeitwert
von Warentermingeschäften entspricht dem Unterschied
aus dem aktuellen Terminkurs am Abschlussstichtag und
dem vereinbarten Kaufpreis, der zu Beginn fixiert wurde,
abgezinst auf den Bilanzstichtag.
Für die negativen Marktwerte von derivativen Finanz-
instrumenten, die nicht in einer Bewertungseinheit geführt
werden, wurde zum 31. Dezember 2021 mittels einer
Drohverlustrückstellung in Höhe von TEUR 11.010
(Vorjahr: TEUR 4.361) vorgesorgt.
Die durchschnittliche Laufzeit der bis zum Bilanzstichtag
seitens der Gesellschaft abgeschlossenen Devisen-
termingeschäfte beträgt sechs Monate. Die Devisen-
termingeschäfte laufen längstens bis zum Ende des Jahres
2022. Die Borealis AG hatte am 31. Dezember 2021
ausstehende Zinsderivate mit Laufzeiten bis 2024 sowie
Fremdwährungszinsswaps mit Laufzeiten bis 2024.
Zum Bilanzstichtag verfügte die Borealis AG über Waren-
termingeschäfte für Rohstoffe mit einer durchschnittlichen
Laufzeit von sechs Monaten und für Strom und Gas mit
einer durchschnittlichen Laufzeit von neunzehn Monaten.
Die Warentermingeschäfte laufen bis längstens 2024.
Bei den Devisentermingeschäften respektive Waren-
termingeschäften werden Rückstellungen für drohende
Verluste aus schwebenden Geschäften für diejenigen
Geschäfte gebildet, die am Bilanzstichtag einen negativen
Marktwert aufweisen und nicht in einem Sicherungs-
zusammenhang mit einem entsprechenden Grundgeschäft
stehen. Devisentermingeschäfte respektive Warentermin-
geschäfte, die zum Bilanzstichtag einen positiven Marktwert
aufweisen und nicht in einem Sicherungszusammenhang
mit einem entsprechenden Grundgeschäft stehen, werden
nicht bilanziert. Die Zinsswaps, die zur Absicherung von
verzinslichen Darlehen abgeschlossen wurden, werden als
Bewertungseinheit mit den zugrunde liegenden Darlehen
betrachtet und nicht bilanziert. Die Parameter von Grund-
und Sicherungsgeschäft, die das Ausmaß der Wertänderung
55
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
bestimmen, sind identisch, aber gegenläufig (Critical Terms
Match). Dementsprechend ist die Sicherungsbeziehung als
effektiv anzusehen und weist keine Ineffektivitäten auf.
Die Aufwendungen und Erträge aus Derivaten, die sich
aus einer operativen Geschäftstätigkeit ergeben und nicht
als Sicherungsinstrumente eingesetzt werden, weist die
Gesellschaft unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen
respektive sonstigen betrieblichen Erträgen aus. Erträge aus
Derivaten, die im Zusammenhang mit einer Finanzierung
oder mit Finanzinvestitionen stehen, werden als Teil des
Finanzergebnisses ausgewiesen. Dient das Derivat jedoch
als ein Sicherungsinstrument, werden die Erträge aus dem
Derivat in jenen Posten ausgewiesen, in denen auch die
Erträge des abgesicherten Grundgeschäfts erfasst werden.
Der prospektive Effektivitätstest zur Überprüfung der
Wirksamkeit von Sicherungsbeziehungen wird anhand der
Critical-Term-Match-Methode vorgenommen. Retrospektiv
erfolgt die Überprüfung der Effektivität der Sicherungs-
beziehungen nach der kumulativen Dollar-Offset-Methode.
Um eine Sicherungsbeziehung als effektiv zu klassifizieren,
muss das Ergebnis des retrospektiven Effektivitätstests
zwischen 80 % und 125 % liegen. Im Rahmen der
Wirksamkeitstests von Sicherungsbeziehungen haben sich
zum 31. Dezember 2021 keine Ineffektivitäten ergeben.
7. Haftungsverhältnisse
Die Borealis AG hat für externe Kredite und Verbindlichkeiten
an verbundene Unternehmen Garantien in Höhe von
EUR 3.182.725,58 (Vorjahr: TEUR 26.762) übernommen.
III. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
A. Umsatzerlöse und Materialaufwendungen
Die Umsatzerlöse und Materialaufwendungen betreffen
den Verkauf von Produkten des Borealis Konzerns, der zum
überwiegenden Teil an externe Kunden erfolgte.
Werte in TEUR Erlöse nach Absatzmarkt und Geschäftsbereich 2021
Polyolefine Basischemikalien Andere Gesamt
EU-Länder 4.623.649 1.092.574 237.036 5.953.259
Drittland 866.968 253.114 0 1.120.082
Gesamt Europa 5.490.617 1.345.688 237.036 7.073.341
Nordamerika 182.034 36.869 11.573 230.476
Südamerika 169.099 0 0 169.099
Naher Osten (exkl. VAE) 36.645 0 0 36.645
VAE 9.602 18.387 99.143 127.131
Asien 277.353 0 0 277.353
Australien, Neuseeland 2.258 0 0 2.258
Afrika 172.826 0 0 172.826
Summe 6.340.435 1.400.944 347.752 8.089.131
56
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Werte in TEUR Erlöse nach Absatzmarkt und Geschäftsbereich 2020
Polyolefine Basischemikalien Andere Gesamt
EU-Länder 3.056.452 638.440 130.596 3.825.488
Drittland 606.466 158.852 0 765.318
Gesamt Europa 3.662.918 797.292 130.596 4.590.806
Nordamerika 116.481 1.312 1.397 119.190
Südamerika 99.371 0 0 99.371
Naher Osten (exkl. VAE) 37.672 0 0 37.672
VAE 7.172 4.126 135.649 146.946
Asien 281.062 16.119 0 297.181
Australien, Neuseeland 2.525 0 0 2.525
Afrika 115.289 0 0 115.289
Summe 4.322.489 818.849 252.254 5.408.980
B. Sonstige betriebliche Erträge
Im Geschäftsjahr 2021 sind Versicherungsentschädigungen
für den Betriebsausfall des Dampfcrackers in der Borealis
AB, Schweden, in Höhe von EUR 22.054.339,00 (Vorjahr:
TEUR 79.663) in den übrigen sonstigen betrieblichen
Erträgen enthalten.
C. Personalaufwand
Im Geschäftsjahr 2021 waren durchschnittlich 273 Personen
(Vorjahr: 262 Personen) im Unternehmen beschäftigt.
Es handelt sich dabei ausschließlich um Angestellte. Die
Aufwendungen für Abfertigungen, Pensionen sowie Leistungen
an die Mitarbeitervorsorgekasse und die Pensionskasse des
Geschäftsjahres gliedern sich wie folgt:
2021
EUR
2020
TEUR
Vorstand 594.058,10 581
Leitende Angestellte 1.221.605,79 1.260
Andere Arbeitnehmer 1.255.243,26 1.458
Summe 3.070.907,15 3.299
57
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
D. Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen
E. Aufwendungen Abschlussprüfer
2021
EUR
2020
TEUR
Frachten 266.315.181,35 246.396
Derivate 125.408.393,88 50.948
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen 56.894.197,15 49.863
Lizenzen 54.362.511,81 22.823
Beratungsleistungen 35.417.598,72 25.171
Lagerkosten 24.390.103,62 24.033
Versicherungen 20.266.138,53 17.280
Mieten 14.951.001,78 4.117
Provisionen 12.167.137,60 13.335
Trainings, Seminare 1.595.867,35 1.648
Reiseaufwendungen 725.564,13 764
Andere 56.234.612,17 43.719
Summe 668.728.308,09 500.097
2021
EUR
2020
TEUR
Prüfung des Einzel- und Konzernabschlusses 351.100,00 332
Andere Bestätigungsleistungen 249.174,00 276
Sonstige Leistungen 0,00 0
Summe 600.274,00 608
Die in der Position „Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen“ enthaltenen
Aufwendungen für freiwillige Abfertigungen für das Jahr 2021 betragen EUR 206.398,16 (Vorjahr: TEUR 446):
2021
EUR
2020
TEUR
Vorstand 0,00 0
Leitende Angestellte 206.398,16 224
Andere Arbeitnehmer 0,00 222
Summe 206.398,16 446
58
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
F. Finanzergebnis
Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
2021
EUR
2020
TEUR
Erträge aus Beteiligungen
Abu Dhabi Polymers Company Ltd., VAE 1.875.581.167,13 473.684
Borouge Pte. Ltd., Singapur 68.925.344,05 15.583
Borealis Technology Oy, Finnland 0,00 293.545
Borealis Agrolinz Melamine GmbH, Österreich 31.950.000,00 44.000
Borealis Polyolefine GmbH, Österreich 16.999.998,78 20.000
Borealis Polymers Oy, Finnland 15.905.241,38 92.931
Borealis Polymere GmbH, Deutschland 10.000.000,00 0
BOREALIS ITALIA S.p.A., Italien 1.650.000,00 0
Borealis Plastik ve Kimyasal Maddeler Ticaret Limited Şirketi, Türkei 391.775,16 41
Borealis Brasil S.A., Brasilien 181.367,30 1.077
Borealis Chile SpA, Chile 35.426,68 0
Borealis s.r.o., Tschechische Republik 31.456,77 35
Borealis Química España S.A., Spanien 0,00 500
BOREALIS UK LTD, Vereinigtes Königreich 0,00 441
Borealis Colombia S.A.S., Kolumbien 0,00 53
2.021.651.777,25 941.889
Zinserträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
Novealis Holdings LLC, USA 26.538.300,88 20.370
Kilpilahden Voimalaitos Oy, Finnland 1.130.870,02 1.038
Borealis Polyolefine GmbH, Österreich 169.234,40 393
Sonstige 175.727,98 0
28.014.133,28 21.801
59
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
2021
EUR
2020
TEUR
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Zinsertrag aus der Konzernfinanzierung 24.957.591,52 14.669
Zinsen und sonstige Erträge aus Zinsswaps und FX-Hedges 9.316.826,98 20.329
Sonstige 1.587.399,11 3.091
35.861.817,61 38.088
Erträge aus der Zuschreibung zu Finanzanlagen
Zuschreibung zu Wertpapieren des Anlagevermögens 0,00 7
Zuschreibung zu Anteilen an der Borealis Technology Oy, Finnland 0,00 6.040
0,00 6.047
Aufwendungen aus Finanzanlagen
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an der
Borealis France S.A.S., Courbevoie, Frankreich 394.932.814,34 0
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an der
Rosier S.A., Moustier, Belgien 38.662.127,29 0
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an der
Silleno Limited Liability Partnership, Kasachstan 0,00 7.053
Abschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens 61.628,85 0
Sonstige 26.488,22 0
433.683.058,70 7.053
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Zinsaufwand aus der Konzernfinanzierung 2.525.810,68 9.206
Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus Zinsswaps und FX-Hedges 31.190.438,24 1.652
Ergebnis aus der Fremdwährungsumrechnung 41.306.451,06 109.936
Bankzinsen 30.810.144,55 35.185
Zinsaufwendungen im Rahmen von Forderungsverkäufen 3.142.016,20 2.549
Sonstige 7.159.750,70 6.260
116.134.611,43 164.788
Finanzergebnis 1.535.710.058,01 835.984
60
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Die Beteiligung an der Rosier S.A., Belgien, wurde im
Jahr 2021 zur Gänze in Höhe von EUR 38.662.127,29
(Vorjahr: TEUR 0) abgeschrieben. Die mangelnde Rentabilität
in den letzten Jahren und die signifikante Abweichung der
finanziellen Ergebnisse von Rosier S.A., Belgien, im Jahr
2021 vom Budget qualifizierten sich als auslösendes
Ereignis für eine Abschreibung der Beteiligung. Hauptgründe
waren die zunehmend wettbewerbsintensiven Markt-
bedingungen mit dem Druck der vertikal integrierten
Wettbewerber und die ungünstige Kostenstruktur.
Die Beteiligung an der Borealis France S.A.S.,
Frankreich, wurde im Jahr 2021 zur Gänze in Höhe von
EUR 394.932.814,34 (Vorjahr: TEUR 0) abgeschrieben.
Bei der Beteiligung an Borealis France S.A.S, Frankreich,
wird angesichts des erwarteten Verlustes, der aus der
geplanten Veräußerung ihrer Tochtergesellschaften
Borealis Produits et Engrais Chimiques du Rhin S.A.S.,
Frankreich, und Borealis Chimie S.A.S., Frankreich,
entstehen wird, von einer voraussichtlich dauerhaften
Wertminderung ausgegangen. Die Durchführung des
Werthaltigkeitstests führte zum Ergebnis, dass die
Beteiligungen an Rosier S.A., Belgien, und Borealis
France S.A.S., Frankreich, zur Gänze abgeschrieben
werden mussten. Im Zuge dieser Bewertung wurde auch
die Forderung gegenüber Rosier S.A., Belgien, in Höhe
von EUR 40.600.000,00 (Vorjahr: TEUR 0) wert berichtigt.
Die Wertberichtigung der Forderung gegenüber Rosier S.A.,
Belgien ist unter der Position 6 b) Abschreibungen auf
Gegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die im
Unternehmen üblichen Abschreibungen überschreiten,
enthalten.
G. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die Gesellschaft war bis zum 31.12.2020 Gruppenträger
einer Unternehmensgruppe gemäß § 9 Körperschaftsteuer-
gesetz (KStG) mit der Borealis Polyolefine GmbH, der Borealis
Agrolinz Melamine GmbH, der Borealis L.A.T GmbH und der
Ecoplast Kunststoffrecycling GmbH als Gruppenmitglieder.
Die Unternehmensgruppe wurde im Jahr 2021 aufgelöst.
Seit dem Geschäftsjahr 2021 ist die Gesellschaft
Gruppenmitglied einer Unternehmensgruppe gemäß
§ 9 Körperschaftsteuergesetz (KStG) mit der OMV Aktien-
gesellschaft als Gruppenträger. Gemäß Gruppenvertrag
wird bei einem positiven steuerlichen Ergebnis dem
Gruppenmitglied ein Körperschaftsteueraufwand, der
auf das positive Ergebnis entfällt, vorgeschrieben. Bei
einem negativen steuerlichen Ergebnis ist vom Gruppen-
träger keine Steuerumlage zu leisten. Negative steuerliche
Ergebnisse sind vom Gruppenträger evident zu halten und
mit positiven steuerlichen Ergebnissen des Gruppenmitglieds
in der Zukunft zu verrechnen.
H. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Am 2. Februar 2022 hat Borealis ein verbindliches
Angebot von EuroChem für den Erwerb des Stickstoff-
Geschäftsbereichs der Borealis Gruppe, der Pflanzen-
nährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte
umfasst, erhalten. Das Angebot bewertet den Geschäfts-
bereich mit einer Unternehmenswertbasis von TEUR 455.000.
Borealis wird die obligatorischen Informations- und
Konsultationsverfahren mit Arbeitnehmervertretern einleiten.
Die Transaktion unterliegt außerdem bestimmten Vollzugs-
bedingungen und behördlichen Genehmigungen. Der Vollzug
wird für die zweite Hälfte des Jahres 2022 erwartet.
Borealis AG wird sich weiterhin auf seine Kernaktivitäten
konzentrieren: die Produktion innovativer und nachhaltiger
Lösungen in den Bereichen Polyolefine und Basischemikalien,
sowie das Vorantreiben des Wandels zu einer Kreislauf-
wirtschaft.
61
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
IV. Sonstige Angaben
Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands beliefen
sich auf TEUR 8.168 (Vorjahr: TEUR 7.331).
– Aktive Mitglieder des Vorstands: TEUR 4.368
(Vorjahr: TEUR 7.331)
– Ehemalige Mitglieder des Vorstands: TEUR 3.799
(Vorjahr: TEUR 0)
An Pensionskassen wurden für die Mitglieder des Vorstands
TEUR 469 (Vorjahr: TEUR 470) einbezahlt.
Die Vergütungen an die aktiven Aufsichtsratsmitglieder
betrugen TEUR 856 (Vorjahr: TEUR 831). Vorschüsse,
Kredite oder Haftungen zugunsten der Organe der
Gesellschaft wurden keine gewährt.
Die Borealis AG ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne
des § 221 UGB.
Die Borealis AG erstellt einen Konzernabschluss in Über-
einstimmung mit den für das Geschäftsjahr geltenden
International Financial Reporting Standards (IFRS) unter
Einbeziehung der Interpretationen des International
Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC),
wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind.
Der Konzernabschluss der Borealis AG wird beim
Firmenbuch des Handelsgerichts Wien unter der Nummer
FN 269858a hinterlegt.
Die Borealis AG wird in den Konzernabschluss der OMV
Aktiengesellschaft, Wien, Österreich, einbezogen.
Vorstand
Alfred Stern (Vorsitzender bis 1. April 2021), Thomas Gangl
(Vorsitzender seit 1. April 2021), Mark Tonkens,
Martijn Arjen van Koten (Mitglied bis 1. Juli 2021),
Wolfram Krenn (Mitglied seit 1. Juli 2021), Philippe Roodhooft,
Lucrèce De Ridder
Aufsichtsrat
Rainer Seele (Vorsitzender bis 1. September 2021),
Alfred Stern (Vorsitzender seit 1. September, Mitglied
seit 1. April 2021), Musabbeh Al Kaabi (Vorsitzender-
Stellvertreter bis 9. Februar 2022), Saeed Al Mazrouei
(Vorsitzender-Stellvertreter seit 10. Februar 2022),
Reinhard Florey, Thomas Gangl (Mitglied bis 1. April 2021),
Martijn Arjen van Koten (Mitglied seit 1. September 2021),
Alvin Teh (Mitglied seit 10. Februar 2022)
62
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Wien, 17. Februar 2022
Vorstand:
Thomas Gangl e.h.
Philippe Roodhooft e.h.
Mark Tonkens e.h.
Wolfram Krenn e.h.
Lucrèce De Ridder e.h.
63
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang
mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Abschluss des Mutterunternehmens ein
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der
Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis
und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Unternehmens entsteht, und dass der
Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten
beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Erklärung der gesetzlichen Vertreter
gemäß § 124 Abs. 1 Z 3 BörseG
Wien, 17. Februar 2022
Vorstand:
Thomas Gangl e.h.
Vorsitzender des Vorstands
Philippe Roodhooft e.h.
Mitglied des Vorstands
Mark Tonkens e.h.
Mitglied des Vorstands
Wolfram Krenn e.h.
Mitglied des Vorstands
Lucrèce De Ridder e.h.
Mitglied des Vorstands
64
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der Borealis AG, Wien,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021, der
Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag
endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahres-
abschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein
möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum
31. Dezember 2021 sowie der Ertragslage der Gesellschaft
für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens-
rechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung
mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO)
und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern
die Anwendung der International Standards on Auditing
(ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften
und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des
Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“
unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung
mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und
berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere
sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit
diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung,
dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks
erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet
sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem
Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche
Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen
am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses
des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im
Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses
als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils
hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes
Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungs-
sachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:
– Sachverhalt
– Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
– Verweis auf weitergehende Informationen
Werthaltigkeit von Anteilen an verbundenen Unternehmen
und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
Sachverhalt
Die Borealis AG, Wien, hat Anteile an verbundenen Unter-
nehmen mit Buchwerten in Höhe von EUR 2.151,2 Millionen
zum 31. Dezember 2021. Unter anderem zeigen folgende
Anteile an verbundenen Unternehmen dabei ein negatives
Ergebnis für das Geschäftsjahr 2021:
– Rosier S.A., Moustier, Belgien
– Borealis Circular Solutions Holding GmbH (vormals CERHA
HEMPEL Leilani Holding GmbH), Wien, Österreich
– Borealis Sverige AB, Stenungsund, Schweden
– Borealis USA Inc., Port Murray, USA
– mtm plastics GmbH, Niedergebra, Deutschland
Zudem weist die France S.A.S., Frankreich, aufgrund des
erwarteten Verlusts, der sich aus dem geplanten Verkauf
ihrer Tochtergesellschaften Borealis Produits et Engrais
Chimiques du Rhin S.A.S., Frankreich, und Borealis Chimie
S.A.S., Frankreich, ergeben wird, einen Anhaltspunkt für
eine Wertminderung auf.
Gemäß § 204 Abs. 2 UGB sind Anteile an verbundenen
Unternehmen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung
außerplanmäßig abzuschreiben. Gemäß § 207 UGB sind
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
außerplanmäßig abzuschreiben, wenn diese nicht werthaltig
sind. Im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 mussten
bei der Beurteilung der Werthaltigkeit der Anteile an
verbundenen Unternehmen und Forderungen gegenüber
verbundenen Unternehmen auch die Auswirkungen der
COVID-19-Pandemie berücksichtigt werden. Die gesetz-
lichen Vertreter sind der Auffassung, dass aufgrund eines
negativen Eigenkapitalwerts im Bewertungsmodell dauer-
hafte Wertminderungen zum 31. Dezember 2021 gegeben
sind. Daher wurde die Beteiligung an der Rosier S.A.,
Belgien, zu 100 % wertberichtigt und eine außerplanmäßige
Abschreibung in Höhe von EUR 38,7 Millionen im Geschäfts-
jahr erfolgswirksam erfasst. Die gegenüber der Rosier S.A.,
Belgien, gewährten Forderungen wurden ebenfalls auf
ihre Werthaltigkeit überprüft. Infolgedessen wurden die
Forderungen um EUR 40,6 Millionen wertberichtigt.
Bestätigungsvermerk
1)
65
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Darüber hinaus wurde die Beteiligung an der Borealis
France S.A.S., Frankreich, zu 100 % wertberichtigt und
eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von
EUR 394,9 Millionen im Geschäftsjahr erfolgswirksam erfasst.
Angesichts der Komplexität der Wertminderungsmodelle,
der Schätzungsunsicherheit, die mit der Ableitung der
verwendeten Daten verbunden ist sowie der immanenten
Ermessensentscheidungen, wird die Werthaltigkeit von den
Anteilen an verbundenen Unternehmen und der Forderungen
gegenüber verbundenen Unternehmen als ein besonders
wichtiger Prüfungssachverhalt angesehen.
Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
Wir haben im Zusammenhang mit der Beurteilung der
Werthaltigkeit dieser Anteile an verbundenen Unternehmen
und der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
die entsprechenden Bewertungsmodelle geprüft. Dabei
haben wir die von den gesetzlichen Vertretern verwendete
Bewertungsmethode überprüft sowie die verwendeten
Parameter beurteilt. Wir haben uns davon überzeugt, dass
die Annahmen zur Ableitung der zukünftigen Zahlungsströme
auf dem jüngsten vom Management erstellten und vom
Aufsichtsrat genehmigten Fünfjahresplan basieren. Wir
haben insbesondere überprüft, ob die Auswirkungen der
COVID-19-Pandemie im aktuellen Plan angemessen
berücksichtigt wurden. Unsere internen Spezialisten haben
geprüft, ob die für den Diskontierungszinssatz verwendeten
Annahmen sowie die Wachstumsrate für die ewige Rente
den externen Markt- und Branchendaten entsprechen.
Des Weiteren haben wir untersucht, ob die verwendeten
Modelle den anerkannten Bewertungsgrundsätzen gemäß
KFS/BW1 entsprechen, rechnerisch richtig sowie konsistent
zum Vorjahr sind und die verwendeten Annahmen plausibel
und vertretbar sind.
Die Bewertungsmodelle sowie die bei der Bewertung
verwendeten Annahmen und Parameter – auch unter
Berücksichtigung der Auswirkungen der COVID-19-
Pandemie –, der entsprechende Wertminderungsbedarf
und die damit verbundenen Angaben sind vertretbar.
Verweis auf weitergehende Informationen
Die gesetzlichen Vertreter haben diesen besonders
wichtigen Prüfungssachverhalt im Anhang im Abschnitt
F. Finanzergebnis erläutert.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen
verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle
Informationen im Finanzbericht, ausgenommen den Jahres-
abschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich
nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben
dazu keine Art der Zusicherung.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahres-
abschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese
sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen,
ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten
zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschluss-
prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig
falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem
Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten sonstigen
Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen,
dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen
Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese
Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammen-
hang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des
Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die
Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser
in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens-
rechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft
vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich
für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten,
um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetz-
lichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der
Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu
beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fort -
führung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig –
anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es
sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder
die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit
einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
66
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Über-
wachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung
des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu
erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von
wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungs-
vermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit,
aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung
mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung
der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine
wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt,
stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen
Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als
wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder
insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte,
dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses
getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern
beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der
EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungs-
mäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA
erfordern, üben wir während der gesamten Abschluss-
prüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren
eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
– Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher
falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen
oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als
Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind,
um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden,
ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose
Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen,
beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende
Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner
Kontrollen beinhalten können.
– Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschluss-
prüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungs-
handlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen
angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungs-
urteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der
Gesellschaft abzugeben.
– Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetz-
lichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden
sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern
dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung
und damit zusammenhängende Angaben.
– Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit
der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetz-
lichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten
Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit
im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten
besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der
Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit
aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen,
dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir
verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die
dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam
zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind,
unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere
Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum
Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungs-
nachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten
können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
– Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und
den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der
Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde
liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise
wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter
anderem über den geplanten Umfang und die geplante
zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über
bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwai-
ger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die
wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab,
dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen
zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns
mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte
aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden
kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern
einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen
auswirken.
67
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit
dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen
Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des
Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher
die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir
beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungs-
vermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften
schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder
wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sach-
verhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt
werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass
die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile
für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unter-
nehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er
mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach
den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die
Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufs-
grundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den
geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden,
enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht
in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses
gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen
Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld
wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht
nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der ordentlichen Hauptversammlung am
24. Februar 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden
am 24. Februar 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind
ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2016 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt
„Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen
Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der
EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungs-
leistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und
dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere
Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche
Wirtschaftsprüfer ist Mag. Alexander Riavitz.
Wien, 17. Februar 2022
PwC Wirtschaftsprüfung GmbH
Mag. Alexander Riavitz e.h.
Wirtschaftsprüfer
1) Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich
ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
Konzern-
abschluss 2021
2020
samt Konzernlagebericht
69
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Konzernlagebericht
Wir weisen darauf hin, dass die Vergleichszahlen rück-
wirkend angepasst wurden. Näheres dazu ist dem Abschnitt
Rückwirkende Anpassungen im Konzernanhang zu entnehmen.
Sämtliche Beträge in diesem Lagebericht verstehen sich
ohne Berücksichtigung der Umgliederung des aufgegebenen
Geschäftsbereichs und der damit verbundenen zur
Veräußerung gehaltenen Salden.
Sicherheitsperformance
Im Jahr 2021 meldete Borealis eine TRI
1)
-Häufigkeit („Total
Recordable Injuries“) von 2,3 pro Million Arbeitsstunden.
Das entspricht einer Verbesserung gegenüber der TRI-Rate
von 3,9 im Jahr 2020. Gemäß seinem „Goal Zero“-Anspruch
verfolgt Borealis weiterhin sein Ziel von null Unfällen bzw.
Vorfällen in der Anlagensicherheit und der persönlichen
Sicherheit. Die Unternehmensführung von Borealis setzt
weiterhin alles daran, unter den internen und externen
Mitarbeitern den Fokus auf Sicherheit zu stärken.
Sicherheit hat für den Konzern somit stets oberste Priorität.
Borealis hält auch weiterhin an seinen Bemühungen zur
Verhinderung von Coronavirus-Infektionen fest, insbesondere
angesichts der raschen weltweiten Verbreitung neuer
Varianten. Das ganze Jahr über wurden die 2020 eingeleiteten
Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter, Subunternehmer und
Geschäftspartner fortgesetzt und bedarfsgerecht optimiert.
Dazu zählen das Einhalten von Abstandsregeln, die Verwendung
von persönlicher Schutzausrüstung und Schutzbarrieren sowie
häufigere Reinigungs maßnahmen, strenge Hygienevorschriften
und, sofern möglich, das Arbeiten im Homeoffice.
Marktumfeld
Nach dem beispiellosen Einbruch des Ölpreises im Jahr 2020
infolge der globalen COVID-19-Pandemie erholte sich der
Preis für Rohöl der Marke Brent im Jahr 2021 deutlich.
Als Länder auf der ganzen Welt die pandemiebedingten
Einschränkungen zu lockern begannen, bewirkte die daran
anschließende wirtschaftliche Erholung eine Belebung der
Nachfrage. Der Ölpreis kletterte von 55 USD/bbl im Jänner
2021 auf einen Höchststand von 84 USD/bbl im Oktober, den
höchsten Wert seit 2014. Insgesamt lag der Durchschnitts-
preis von 71 USD/bbl für Rohöl der Marke Brent im Jahr 2021
sowohl über dem Vorjahresdurchschnitt von 42 USD/bbl
als auch über dem Durchschnittspreis von 64 USD/bbl vor
der Pandemie im Jahr 2019 – ein deutliches Zeichen für
eine Erholung.
Der Naphtapreis entwickelte sich ähnlich wie der Ölpreis
und stieg stetig von 500 USD/t im Jänner 2021 auf einen
Höchststand von 763 USD/t im Oktober 2021, bevor er
am Jahresende leicht auf 698 USD/t nachgab. Auch die
Lieferpreise für Ethylen und Propylen wurden von den sich
erholenden Märkten positiv beeinflusst: Der Ethylenpreis
erhöhte sich von 860 EUR/t zu Jahresbeginn auf einen
Höchstpreis von 1.283 EUR/t im November und schloss am
Jahresende bei 1.273 EUR/t. Der Propylenpreis kletterte
von 800 EUR/t im Jänner auf 1.288 EUR/t im November
und hielt dieses Niveau bis zum Jahresende.
Die Absatzmengen der Polyolefine von Borealis haben sich
in einem, nach wie vor von der Pandemie geprägten Umfeld,
dennoch verbessert. Sie erhöhten sich 2021 um 2 % gegenüber
dem Vorjahr und um 4 % gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019
auf 3,95 Millionen Tonnen. Dieses außergewöhnlich starke
Ergebnis ist der soliden Nachfrage nach Polyolefinen zu
verdanken. Sie zog bereits vor den ersten Anzeichen einer
Konjunkturerholung Anfang 2021 an, die vor allem die Bereiche
Energie, Rohre und fortschrittliche Produkte betraf. Gleich-
zeitig kam es zu anhaltenden Lieferengpässen aufgrund
von Logistikproblemen und Produktionsausfällen in der
Industrie. Die integrierten Margen der Polyolefinbranche
kletterten auf ein Rekordniveau und sorgten so für einen
herausragenden Gewinnbeitrag des Polyolefingeschäfts.
Die Marge der Olefinbranche stieg ebenfalls im Jahr 2021,
wenn auch nicht ganz so stark wie die der Polyolefinbranche.
Dies ist teilweise auf die steigende Nachfrage während der
Konjunkturerholung zurückzuführen, die jedoch von
Lieferschwierigkeiten aufgrund von Produktionsausfällen
geprägt war. Infolgedessen fiel der Gewinnbeitrag aus dem
Kohlenwasserstoffgeschäft höher aus als im Jahr 2020,
blieb aber unter dem Niveau von 2019, da sich das Cracken
leichter Rohstoffe als nicht mehr so vorteilhaft erwies.
Der Absatz bei den Pflanzennährstoffen innerhalb des
Stickstoff-Geschäftsbereichs von Borealis betrug zwischen
Jänner und Dezember 3,9 Millionen Tonnen gegenüber
4,3 Millionen Tonnen im Jahr 2020. Grund für diesen
Rückgang sind zum Teil eine sehr hohe Nachfrage im vierten
Quartal 2020 mit einem zeitweilig starken Anstieg der
Absatzmengen, gefolgt von einer unweigerlich rückläufigen
Nachfrage zu Beginn des Jahres 2021, sowie einige operative
Themen. In einem sich erholenden Marktumfeld blieben die
1) Die Definition der TRI-Rate wurde an die von IOGP (International Association of Oil & Gas Producers) angepasst.
70
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Melamin-Absatzmengen mit insgesamt 143 Kilotonnen (kt)
im Jahr 2021 gegenüber 147 Kilotonnen im Jahr 2020 auf
Vorjahresniveau.
Strategie
Die Konzernstrategie 2035 besteht aus mehreren zentralen
Komponenten. Eine davon ist die geografische Expansion,
die Borealis zum bevorzugten globalen Partner für hoch-
wertige Werkstofflösungen macht. Zentrales Mittel dabei
sind Akquisitionen und Allianzen vor allem in Nordamerika
sowie im Mittleren Osten und Afrika (MEA). Transformation,
vor allem der Umstieg von der linearen zur kreislauforientierten
Wirtschaft, ist eine weitere Komponente. „Value Creation
through Innovation“, also die Wertschöpfung durch Innovation,
ist wesentlich auf diesem Weg zu einem gänzlich kunden-
orientierten Ansatz und zu kreislauforientierteren Polyolefin-
lösungen. Und schließlich baut das Motto „Leading from
the Core“ – Führen auf einer soliden Basis – auf der
einzigartigen Haltung von Borealis und den bestehenden
kulturellen Werten auf. Dabei liegt der Fokus auf Spitzen-
leistungen in allen Bereichen – immer mit den Menschen an
erster Stelle. Zentraler Bestandteil ist die Nachhaltigkeit,
weil „Leading from the Core“ bedeutet, alle Ressourcen in
allen betrieblichen Bereichen klug einzusetzen. Borealis
wird seine Bemühungen hin zur Klimaneutralität weiter
verstärken sowie Gesetze und strengere Rechtsvorschriften
(beispielsweise die EU-Taxonomie) einhalten.
Globales Wachstum und Akquisitionen weiter auf Kurs
Trotz der anhaltenden Auswirkungen der Pandemie konnte
Borealis seine wichtigen globalen Wachstumspläne im Jahr
2021 deutlich voranbringen. Im November unterzeichneten
Borealis und ADNOC einen endgültigen Investitionsvertrag
über USD 6,2 Milliarden für den Bau der vierten Borouge-
Anlage im Polyolefin-Produktionskomplex in Ruwais,
Vereinigte Arabische Emirate. Die Erweiterung von Borouge
wird die wachsende Kundennachfrage im Mittleren Osten und
Asien mit differenzierten Polyolefinlösungen für die Bereiche
Energie, Infrastruktur und fortschrittliche Verpackungen
bedienen. Mit einer jährlichen Polyethylen-Produktions-
kapazität von 6,4 Millionen Tonnen wird Borouge zum
weltweit größten Single-Site-Polyolefin komplex ausgebaut.
Das Projekt umfasst die Errichtung eines Ethancrackers,
zweier hochmoderner Borstar®-Polyethylenanlagen, einer
Produktionsanlage für vernetztes Polyethylen (XLPE) und
einer Hexen-1-Anlage. Eingesetzt werden dabei führende
Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz und zur
Senkung von Emissionen. Dauerhaftes Abfackeln wird es
nicht mehr geben. Für ihre Produktionsbetriebe beschafft
die neue Anlage ihren Strom aus erneuerbaren Energie-
quellen. Eine Explorationsstudie prüft derzeit, ob durch eine
Kohlenstoffabscheidung die Emissionen von Borouge 4 um
bis zu 80 % gesenkt werden könnten.
Baystar™ ist ein 50/50-Joint-Venture zwischen Borealis und
Total Petrochemicals & Refining USA Inc. in Texas, USA.
Baystar baut derzeit eine Borstar®-Polyethylenanlage in
Pasadena, Texas, USA, mit einer jährlichen Kapazität von
625.000 Tonnen pro Jahr. Des Weiteren errichtet Baystar
einen Dampfcracker mit einer Kapazität von einer Million
Tonnen pro Jahr in Port Arthur, Texas, USA. Dieses
Vorhaben trägt mehr als eine Million Tonnen zur jährlichen
Produktionskapazität für Polyolefine bei. Entscheidend ist
jedoch, dass Borealis seine nordamerikanischen Kunden
erstmals mit lokal produzierten Borstar-Produkten beliefern
kann. Der ungewöhnlich harte Winter 2021 hat sich auf fast
alle petrochemischen Betriebe an der Golfküste ausgewirkt;
das Baystar-Projekt war davon auch betroffen.
Die neue Propan-Dehydrierungsanlage (PDH) im Welt-
maßstab, die in Kallo, Belgien, neben der bereits bestehenden
PDH-Anlage errichtet wird, macht trotz der pandemie-
bedingten Auswirkungen Fortschritte. Mit einem Investitions-
volumen von rund EUR 1 Milliarde zählt das Projekt zu den
größten in der petrochemischen Industrie und ist die größte
Einzelinvestition, die Borealis jemals in Europa getätigt hat.
Trotz der außergewöhnlichen Projektgröße konnte ein heraus -
ragendes Sicherheitsergebnis erzielt werden; außerdem
wurde hierfür die Lieferung einer der größten jemals
verschifften Einzelanlagen in den Hafen von Antwerpen
erfolgreich abgewickelt.
Im Juli kündigte Borealis den Erwerb einer 10%igen
Minderheitsbeteiligung an Renasci N.V. (Renasci) an, einem
Anbieter innovativer Recyclinglösungen mit Sitz in Belgien
und dem Erfinder des Smart Chain Processing-Konzepts.
Dieser Erwerb folgte im Anschluss an eine frühere
Abnahmevereinbarung mit Renasci, wonach pro Jahr rund
20 Kilotonnen Kreislaufpyrolyseöl (kt/J) bezogen werden
sollen – ein Produkt des chemischen Recyclings, das als
Rohstoff eingesetzt werden kann. Insgesamt soll mit den
Vereinbarungen ökoeffizient auf eine Kunststoff-Kreislauf-
wirtschaft umgestellt werden.
Im Dezember gab Borealis den Erwerb einer Minderheits-
beteiligung an Bockatech Limited (Bockatech) bekannt,
71
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
einem Unternehmen für grüne Technologie mit Sitz in
Großbritannien. Diese Vereinbarung intensiviert und fördert
die Partnerschaft zwischen Borealis und Bockatech im
Bereich nachhaltige Verpackungen. Ziel der Zusammen-
arbeit ist es, auf der Grundlage von Recyclingfähigkeit,
Wiederverwendbarkeit und Ökoeffizienz einer größeren Zahl
globaler Kunden und Partner entlang der Wertschöpfungs-
kette ein breiteres Angebot leichtgewichtiger, schaumstoff-
basierter Anwendungen im Bereich Verpackung verfügbar
zu machen.
Kreislaufwirtschaft
Das Bekenntnis von Borealis, den Kunststoffkreislauf zu
schließen, ist in der Konzernstrategie 2035 fest verankert.
Das Unternehmen setzt sich zum Ziel, dass spätestens
2025 sämtliche Konsumgüter recyclingfähig und wieder-
verwendbar sind und/oder mit Materialien aus erneuerbaren
Quellen hergestellt werden. Borealis hat sich zudem
verpflichtet, bis zum Jahr 2025 bis zu 350.000 Tonnen
recycelte Kunststoffe pro Jahr zu produzieren. Fortschritte
wurden im Jahr 2021 erzielt, als Borealis 77.000 Tonnen
Rezyklat verkaufte und gleichzeitig eine jährliche Produktions-
kapazität von 100.000 Tonnen aufbaute. All diese Ziele
beschleunigen den Umstieg des Konzerns weg von
herkömmlichen fossilen Rohstoffen hin zum Einsatz
nachwachsender Rohstoffe.
Borealis untermauert sein führendes Engagement auf dem
Weg zur Kreislaufwirtschaft mit seiner Plattform EverMinds™,
die dazu dient, Wandel zu fördern und Partner aus der
Wertschöpfungskette sowie andere Stakeholder zusammen-
zubringen. Borealis investiert, entwickelt Innovationen
und engagiert sich für eine Zusammenarbeit in der
Wertschöpfungskette, damit alle Produkte und Anwendungen
ökoeffizient konzipiert werden können. Folgende Tätigkeiten
zeigen einen Ausschnitt der Bandbreite der Maßnahmen
im Jahr 2021.
– Borealis erweitert seine Aktivitäten im Bereich
mechanisches Recycling. Im Jänner ging die hochmoderne
Pilotanlage in Lahnstein, Deutschland, in Betrieb. Im Rahmen
dieser strategischen Partnerschaft mit TOMRA werden
feste und flexible gebrauchte Verpackungskunststoffe
sortiert und anschließend mittels der unternehmenseigenen
Borcycle™ M-Plattform zu voll formulierten, marktreifen
Polymer-Granulaten verarbeitet. Auf diese Weise
stellt Borealis sicher, dass hochwertiges Rezyklat für
anspruchsvolle Anwendungen auf breiter Basis verfügbar
ist, und treibt somit die „Schließung des Kreislaufs“ von
Kunststoffen weiter voran.
– Chemisches Recycling ergänzt mechanisches Recycling
zur Verwertung von Restabfallströmen, die ansonsten
verbrannt oder deponiert werden würden. Chemisches
Recycling hat den zusätzlichen Vorteil, dass die mit
chemisch recyclierten Rohstoffen gefertigten Produkte
genauso leistungsstark sind wie die mit fossilen Rohstoffen
produzierten. Dadurch ist es möglich, hochwertige
polyolefinbasierte Anwendungen zu fertigen, die strenge
Qualitäts- und Sicherheitsauflagen, wie zum Beispiel in
den Bereichen Gesundheit und Lebensmittelverpackung,
erfüllen. Im Juni sicherte sich Borealis die Beschaffung
der gesamten Menge – rund 20 Kilotonnen pro Jahr –
chemisch recycelten Materials von Renasci in Form von
Kreislaufpyrolyseöl. Diese chemisch recycelten Rohstoffe
werden künftig an mehreren Borealis-Produktionsstandorten
für die Herstellung von kreislauforientierten Borcycle™-C-
Polyolefinen und Basischemikalien zum Einsatz kommen.
Diese Tätigkeiten ergänzen die bereits bestehende
Zusammenarbeit mit der OMV, in der die von der OMV
patentierte ReOil-Technologie eingesetzt wird, um Post-
Consumer-Kunststoffe chemisch zu Rohstoffen zu recyceln,
die dann von Borealis zur Herstellung von Polyolefinen
verwendet werden.
– Im September wurde der erste Test mit Rohstoffen aus
vollständig pflanzlichen Abfallströmen in einem Borealis-
Cracker in Stenungsund, Schweden, durchgeführt. Es sollte
geprüft werden, ob und inwieweit dieser nachwachsende
Rohstoff fossile Rohstoffe ersetzen könnte. Erneuerbare
Rohstoffe bilden die Grundlage von Bornewables™, dem
neuen Portfolio kreislauforientierter Premium-Polyolefine
von Borealis, das 2020 eingeführt wurde. Mit dem Angebot
einer sinnvollen Alternative zu herkömmlichen Rohstoffen
könnte die Anlage in Stenungsund nicht nur ihre CO
2
-
Bilanz verbessern, sondern auch den Kunden von Borealis
helfen, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele besser zu erreichen
und dabei bestehende Qualitätsstandards einzuhalten.
– Borealis gab den weiteren Ausbau des Projekts STOP
bekannt. Das Projekt verfolgt einen „Systembefähigungs“-
Ansatz und unterstützt indonesische Behörden bei der
Umsetzung nachhaltiger und kosteneffizienter Abfall-
wirtschafts- und Recyclingsysteme. Der ganzheitliche
Ansatz sieht die Sammlung, das Recycling und die
ordnungsgemäße Entsorgung von Plastik, aber auch
allen anderen – auch organischen – Abfallarten vor,
um auszuschließen, dass weitere Abfälle in die Umwelt
gelangen. Durch die Ausdehnung des Projekts auf
72
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Ost-Java werden von diesem Abfallmanagement bis zum
Jahr 2025 zwei Millionen Indonesier profitieren.
– Borealis bildete eine Partnerschaft mit Lafarge, der OMV
und VERBUND (kurz C2PAT) für die gemeinsame Planung
und den Bau einer großtechnischen Anlage zur Abscheidung
von CO
2
und dessen Weiterverarbeitung zu synthetischen
Treibstoffen, Kunststoffen oder anderen Chemikalien im
industriellen Maßstab.
„Value Creation through Innovation“ 2021
Das beharrliche Engagement für „Value Creation through
Innovation“ wird in der gesamten Polyolefin-Wertschöpfungs-
kette angewendet und ist grundsätzlich kreislauforientiert.
Es umfasst den gesamten Lebenszyklus eines Produkts:
von der Konzeption über das Design, die Verarbeitung
und Nutzung bis hin zur Rückgewinnung für das Recycling
oder die Wiederverwendung.
Im September wurde eine bahnbrechende Innovation für
die Wertschöpfungskette in der Energiebranche vorgestellt:
Borealis und TOPAS Advanced Polymers entwickeln eine
neue technische Werkstoffklasse für Folienkondensator-
anwendungen. Das derzeit in Entwicklung befindliche
EPN-(Ethylen-Propylen-Norbornen-)Material wird die
Leistungslücke zwischen herkömmlichen Polymeren und
hochwertigen Kunststoffen durch temperaturbeständigere,
kosteneffizientere Folienkondensatoren schließen. Beide
Partner nutzen ihre jeweilige hohe Kompetenz auf dem Feld
der Polymere – Borealis als Anbieter von PP-Kondensator-
folien und TOPAS Advanced Polymers als Anbieter von
Cyclo-Olefin-Copolymeren (COC) – und treiben so den
Umstieg zur grünen Energie voran. Im Bereich der Elektro-
mobilität werden Inverter bei höheren Temperaturen energie-
effizienter und können dadurch Strom aus erneuerbaren
Quellen wie Sonnen- oder Windkraft effizienter umwandeln.
Im April präsentierten Borealis und Sulzer, ein weltweit
führendes Unternehmen im Fluid-Engineering, die gemein-
same erfolgreiche Entwicklung eines innovativen Verfahrens
zur kosteneffektiven Extrusion expandierter Polypropylen-
(ePP-)Schaumstoffpartikel. Dies ermöglicht die breitere und
schnellere Akzeptanz dieses hochwirksamen Materials, das
fortschrittliche Eigenschaften aufweist und sich gut für die
Wiederverwendung oder das Recycling eignet.
Auf der Suche nach einem sinnvollen Ersatz für fossile
Materialien kündigte die Schweizer Sportmarke On im
November CleanCloud™ an, wonach aus Kohlenstoff-
abfällen (Emissionen) EVA-Schaum (Ethylen-Vinylacetat)
entstehen soll. In dieser Allianz trägt Borealis die kreislauf-
orientierten und erneuerbaren Materialien bei, die für die
Produktion von EVA, dem vielseitigen Hochleistungs-
schaumstoff zur Herstellung von Schuhsohlen und
anderen Teilen, verwendet werden.
Im Jahr 2021 entstanden durch „Value Creation through
Innovation“ und die Zusammenarbeit in der Wertschöpfungs-
kette zahlreiche kreislauforientierte Produkte und Prozesse.
Durch die Zusammenarbeit von Bockatech und Borealis
wurden Zehntausende umweltfreundlicher Trinkbecher
hergestellt und auf der COP26 in Glasgow, Schottland,
eingesetzt. Diese leichtgewichtigen Becher werden
gesammelt und für die Wiederverwendung gereinigt,
bevor sie recycelt werden. Dutch PPE Solutions plant die
Verbesserung der Klimabilanz seiner Meltblown-Faser-
produktion mit Bornewables™-PP, Polypropylen aus
biobasierten Rohstoffen, die aus Abfall- und Reststoff-
strömen gewonnen werden. Borealis und Uponor Infra,
ein Hersteller von Rohren und Formstücken, gaben die
gemeinsame Herstellung einer neuen Generation von
PP-Abwasserrohren bekannt, die auf einem Produkt aus
dem Bornewables-Portfolio basieren und eine deutlich
bessere CO
2
-Bilanz aufweisen.
Borealis und The Jokey Group, ein führender österreichischer
Verpackungshersteller, haben vereinbart, gemeinsam die
Umsetzung der Kreislaufwirtschaft durch eine intensivere
Entwicklung und Vermarktung recyclingfähiger Kunststoff-
verpackungen voranzubringen. Borealis, das Schweizer
Molkereiunternehmen Emmi und Greiner Packaging gaben
bekannt, chemisch recyceltes Polypropylen in den Bechern
für trinkfertigen Eiskaffee der Marke Caffè Latte einsetzen
zu wollen. Zu Beginn des Jahres produzierte Greiner
Packaging den ersten Prototypen von Lebensmittelbechern
mit In-Mold-Kennzeichnung aus Bornewables-PP.
Der Borealis Konzern beschäftigt rund 500 Mitarbeiter im
Bereich Forschung und Entwicklung (F&E). Dazu zählen
Wissenschaftler und Forscher in den Innovation Headquarters
in Linz, Österreich, sowie in den beiden Innovationszentren
in Stenungsund, Schweden, und Porvoo, Finnland.
Die Zahl der Anmeldungen von Prioritätspatenten zeigt
deutlich nach oben. Borealis reichte 133 neue Prioritäts-
patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt ein – das
ist ein neuer Höchstwert in der Geschichte von Borealis –
73
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
verglichen mit 114 Anmeldungen im Vorjahr. Mit März 2021
hält der Borealis Konzern etwa 10.000 Einzelpatente oder
Patentanmeldungen, die in rund 1.200 Patentfamilien
zusammengefasst sind. Die wachsende Zahl an Patenten
unterstreicht die Stellung des Konzerns als Innovations-
führer der Branche.
Energie & Klima
Der Konzern hat sich verpflichtet, die Kohlenstoffbilanz
seiner Geschäftstätigkeit zu reduzieren, um spätestens
2050 klimaneutral zu sein. Das Unternehmen unterzieht
den Betrieb seiner Fertigungsanlagen einem grundlegenden
Wandel, indem es hauptsächlich drei Wege verfolgt,
Emissionen zu senken und/oder zu vermeiden: für die
Produktionsbetriebe wird Strom aus erneuerbaren Energie-
quellen beschafft; die Energieeffizienz soll weiterhin
verbessert und routinemäßiges Abfackeln begrenzt werden;
innovative Lösungen wie biobasierte und kreislauforientierte
Technologien und Werkstoffe werden entwickelt, um
Treibhausgasemissionen zu senken.
Zusätzlich zu der bereits zwischen 2015 und 2020 erzielten
Effizienzsteigerung von 10 % will Borealis in Europa seine
Energieeffizienz spätestens 2030 um weitere 10 % (gegen-
über dem Niveau von 2020) erhöhen; erreicht werden soll
dies zum Großteil durch Investitionen in die Verbesserung
und Modernisierung von Produktionsanlagen.
Ein höherer Anteil an erneuerbaren Energien für die
Versorgung der eigenen Betriebe ist zentral auf dem Weg
in die Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 oder früher. Damit
das Zwischenziel erreicht werden kann, bis zum Jahr 2030
die Hälfte des Stroms für die Produktionsbetriebe aus
erneuerbaren Energiequellen zu beziehen, nutzt Borealis
eine Kombination aus Onsite-Investitionen und langfristigen
Stromabnahmeverträgen (Power Purchase Agreements;
PPAs). Im September unterzeichnete Borealis einen
Neun-Jahres-PPA mit Axpo, einem Produzenten und
Energiehändler von erneuerbaren Energien, wodurch Borealis
den von Axpo erzeugten Ökostrom aus belgischen Windparks
für seine eigenen Anlagen dort nutzen kann. Mit dem
Energieunternehmen Fortum wurde ein auf zehn Jahre
anberaumter Stromabnahmevertrag unterzeichnet, um Strom
aus einem Onshore-Windpark für die Produktionsbetriebe
von Borealis in Porvoo, Finnland, zu beziehen. Dieser
PPA ist der vierte und bisher größte für Borealis. Insgesamt
entspricht die durch Stromabnahmeverträge für die Betriebe
von Borealis gelieferte Energie dem Jahresenergieverbrauch
von 160.000 europäischen Haushalten.
Mit den Entwicklern der revolutionären Qpinch-Technologie
zur Wärmerückgewinnung wird ein bahnbrechender Weg
beschritten. Im Mai wurde diese Technologie erstmals am
Borealis-Produktionsstandort für niedrigdichtes Polyethylen
(LDPE) in Antwerpen im kommerziellen Maßstab eingesetzt.
Diese Open-Innovation-Kooperation ist vor allem deshalb
von großem Nutzen, weil Borealis dadurch große Fortschritte
bei der Senkung der CO
2
-Emissionen erzielen und zugleich
seine Produktionseffizienz steigern sowie hinsichtlich der
Kosten konkurrenzfähig bleiben kann. Im Juni wurde
am Borealis-Produktionsstandort in Monza, Italien, eine
neue Photovoltaikanlage mit der proprietären Quentys™-
Technologie installiert. Es ist das erste in der Reihe von
Solarprojekten, die künftig an Standorten in der ganzen
Welt den Energiebedarf der eigenen Produktionsbetriebe
teilweise decken sollen. Im Februar gab Borealis die
geplante Investition von EUR 17,6 Millionen in eine
regenerative thermische Oxidationsanlage für seine
Polyolefinwerke in Porvoo, Finnland, bekannt.
Borealis begann in der zweiten Jahreshälfte 2021 mit der
Entwicklung seiner aktualisierten Klimaziele im Rahmen der
Strategie. Die neue Strategie wird neue Gesetzesänderungen
(wie beispielsweise das Klimapaket der EU „Fit für 55“)
berücksichtigen. Auch sollen die Kunden des Konzerns
durch das Angebot innovativer und kreislauforientierter
Technologien und Werkstofflösungen in ihren eigenen
Bemühungen auf dem Weg zur Klimaneutralität gestärkt
werden. Sobald die Klimastrategie vom Vorstand und
Aufsichtsrat von Borealis abschließend genehmigt wurde,
werden die aktualisierten Ziele voraussichtlich im ersten
Quartal 2022 kommuniziert.
Überblick über die Ergebnisse
Umsatzerlöse
Borealis verkaufte im Jahr 2021 3,95 Millionen Tonnen
Polyolefine und damit 2 % mehr als im Jahr 2020. Der Absatz
von Borealis an Pflanzennährstoffen fiel von 4,25 Millionen
Tonnen im Jahr 2020 auf 3,91 Millionen Tonnen im Jahr
2021. Der Melaminbereich erzielte 2021 einen Absatz von
143.000 Tonnen, was in etwa dem Niveau von 2020 entspricht.
Kostenentwicklung
Aufgrund des höheren Rohstoffpreisumfelds stiegen im
Jahr 2021 auch die Produktionskosten im Vergleich zu 2020.
Der Anstieg der Vertriebskosten von EUR 681 Millionen im
Jahr 2020 auf EUR 721 Millionen im Jahr 2021 ist auf die
aufgrund der weltweiten Konjunkturerholung steigende
74
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Inflation zurückzuführen; dementsprechend erhöhten sich
auch die Verwaltungskosten von EUR 223 Millionen im
Jahr 2020 auf EUR 251 Millionen im Jahr 2021. Bedingt
durch das ungebrochene Engagement für „Value Creation
through Innovation“ erhöhten sich die Investitionen in
Forschung und Entwicklung (bestehend aus Kosten für
die Borealis-Organisation Innovation & Technology sowie
planmäßige Abschreibungen von F&E-Vermögenswerten) im
Vergleich zu 2020 um EUR 2 Millionen auf EUR 123 Millionen
im Jahr 2021. Die Anzahl der Vollzeitäquivalente (FTE)
betrug mit Jahresende 2021 6.934, was einen Anstieg
um 14 im Vergleich zum Vorjahr bedeutete.
Betriebsergebnis
Das Betriebsergebnis belief sich auf EUR 1.517 Millionen
im Vergleich zu EUR 351 Millionen im Jahr 2020 in einem
pandemiebedingt schwierigen Branchenumfeld. Borealis
war gut aufgestellt und konnte von der stärkeren Nachfrage
nach Polyolefinen und den integrierten Rekordmargen der
Polyolefinbranche profitieren. Dem Betriebsergebnis kam
auch der Aufschwung des Stickstoff-Geschäftsbereichs
zugute, insbesondere der Beitrag von Melamin trotz der
hohen Erdgaspreise. Nach der Ankündigung im Februar
2021, die Stickstoffsparte, einschließlich des Bereichs
Pflanzennährstoffe, technische Stickstoffprodukte und
Melamin zu veräußern, wurden die Vermögenswerte dieses
Geschäftsbereichs im Rahmen der Veräußerung als zur
Veräußerung gehaltene Vermögenswerte eingestuft, die
nicht mehr abgeschrieben werden mussten. Das starke
Geschäftsergebnis wurde jedoch durch einen Wert-
minderungsaufwand von EUR 39 Millionen im Zusammen-
hang mit Rosier getrübt, das nicht Teil der Veräußerung ist.
Finanzertrag/-aufwand
Der Rückgang der Nettofinanzaufwendungen von
EUR 19 Millionen im Jahr 2020 auf EUR 9 Millionen im
Jahr 2021 war hauptsächlich auf höhere Zinserträge aus
dem Gesellschafterdarlehen an das Baystar-Joint-Venture
mit Total und einen niedrigeren Verschuldungsgrad
zurückzuführen.
Ertragsteuern
Die Steuern vom Einkommen und Ertrag beliefen sich auf
EUR 263 Millionen, was einen Anstieg um EUR 144 Millionen
im Vergleich zum Steueraufwand von EUR 119 Millionen
des Vorjahres darstellte. Die insgesamt höhere Steuerlast
2021 war vor allem auf eine stärkere Geschäftsentwicklung
zurückzuführen.
Jahresergebnis und Dividendenausschüttung
Das Rekordergebnis 2021 belief sich auf EUR 1.396 Millionen
im Vergleich zu einem Jahresergebnis von EUR 589 Millionen
im Jahr 2020. Neben dem starken Betriebsergebnis erhöhte
sich der Gewinnbeitrag von Borouge und Baystar im Jahr
2021 deutlich gegenüber dem Vorjahr; beide profitierten
von dem verbesserten Marktumfeld. Das starke Geschäfts-
ergebnis wurde jedoch durch einen Wertminderungsaufwand
von EUR 444 Millionen im Zusammenhang mit den Vermögens-
werten aus der Veräußerung des Stickstoff-Geschäfts-
bereichs belastet.
Im Jahr 2021 schüttete Borealis eine Dividende in der
Höhe von EUR 150 Millionen für das Jahr 2020 an seine
Aktionäre aus.
Finanzielle Situation
Zum Jahresende beliefen sich das Gesamtvermögen und
das eingesetzte Kapital auf EUR 12.985 Millionen bzw.
EUR 9.936 Millionen, im Vergleich zu EUR 10.600 Millionen
und EUR 8.343 Millionen zum Jahresende 2020.
Im Jahr 2021 sank die Nettoverschuldung von Borealis um
EUR 1.611 Millionen auf EUR 223 Millionen, bedingt durch
die außerordentliche Dividendenzahlung in der Höhe von
EUR 1.305 Millionen von Borouge, einen starken operativen
Cashflow und die regelmäßigen Dividenden von Borouge. Dies
resultierte mit Jahresende 2021 in einer Verschuldungsquote
von 3 % im Vergleich zu 29 % Ende 2020. Dieser Wert spiegelt
eine ausgesprochen starke Bilanz wider. Borealis profitiert von
einem gut diversifizierten Finanzierungsportfolio und einem
ausgewogenen Fälligkeitsprofil. Die Solvency Ratio betrug
zum Jahresende 2021 62 % im Vergleich zu 59 % Ende 2020.
Die im Jahr 2021 erzielte Kapitalrendite (ROCE) von 19 %
nach Steuern lag elf Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.
Dieses starke Ergebnis spiegelt die trotz fortlaufender
Investitionen in Wachstumsprojekte hohe Rentabilität wider.
Die Kapitalrendite von 13 % im Fünf-Jahresdurchschnitt
bleibt über dem Unternehmensziel von 11 % über den
Konjunkturverlauf hinweg.
Cashflows und Liquiditätsreserven
Bedingt durch eine solide operative Geschäftsentwicklung
betrug der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit EUR 967
Millionen, der teilweise durch eine negative Entwicklung des
Working Capital infolge höherer Preise aufgezehrt wurde.
Die Liquiditätsreserven, die sich aus nicht ausgenutzten,
75
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
zugesicherten Kreditlinien und liquiden Mitteln zusammen-
setzen, betrugen zum Jahresende 2021 EUR 2.717 Millionen im
Vergleich zu EUR 1.142 Millionen zum Jahresende 2020. Die
verzinsliche Nettoverschuldung fiel von EUR 1.833 Millionen
zum Jahresende 2020 auf EUR 223 Millionen Ende 2020.
Die Veränderung der verzinslichen Nettoverschuldung wird
in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst.
Investitionen
Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich im Jahr 2021
auf EUR 660 Millionen im Vergleich zu EUR 614 Millionen
im Jahr 2020. Ein großer Anteil daran entfiel auf die neue
PDH-Anlage im Weltmaßstab in Kallo sowie das Upgrade und
die Modernisierung der vier Cracker-Öfen in Stenungsund.
Die Investitionen in Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSE)
betrugen EUR 88 Millionen im Vergleich zu EUR 49 Millionen
im Jahr 2020. Abschreibungen und Wertminderungen
betrugen EUR 427 Millionen, darunter wurde ein
Wertminderungsaufwand in der Höhe von EUR 39 Millionen
im Zusammenhang mit bei Rosier gehaltenen Vermögens-
werten erfasst (2020: EUR 464 Millionen). Zusätzlich wurden
zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte des Stickstoff-
Geschäftsbereichs in der Höhe von EUR 444 Millionen
wertgemindert.
Eigenkapital
Das Eigenkapital der Anteilseigner der Muttergesellschaft
betrug zum Jahresende 2021 EUR 8.176 Millionen.
In EUR Millionen 2021 2020
Veränderung der verzinslichen Nettoverschuldung
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit 967 1.083
Investitionen -720 -675
Kapitaleinlagen in und Finanzierung von assoziierte/n Unternehmen und Joint Ventures -366 -299
Erhaltene Dividenden von assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 1.943 510
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen -4 0
Erwerb von Tochterunternehmen abzüglich erworbener Zahlungsmittel 0 -603
Andere (hauptsächlich in Verbindung mit Fremdwährungsdifferenzen) -38 36
Dividendenzahlungen an Anteilseigner der Muttergesellschaft und nicht beherrschende Anteile -150 -300
Zugänge zu Leasingverbindlichkeiten -21 -16
Gesamter Rückgang (+)/Anstieg (-) der verzinslichen Nettoverschuldung 1.611 -264
76
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Risikomanagement
Borealis hat einen dokumentierten Risikomanagementprozess,
der sicherstellt, dass alle Konzernbereiche jene Risiken, mit
denen sie konfrontiert sind, routinemäßig bewerten und
entsprechende Maßnahmen entwickeln und implementieren,
um sich gegen die Risiken abzusichern. Das Risikomanagement
trägt zur Realisierung der langfristigen Strategien und kurz-
fristigen Ziele des Konzerns bei. Borealis ist der Ansicht, dass
eine effektive Risikokultur es einem Ausreißer, d. h. einem
Ereignis oder Täter, erschwert, das Unternehmen zu gefährden.
Die Risikolandschaft wird regelmäßig konsolidiert, schriftlich
dargelegt und überprüft. Borealis unterscheidet zwischen den
folgenden Risikokategorien. Die Auflistung veranschaulicht
die wesentlichen Risikoarten, erhebt jedoch keinen Anspruch
auf Vollständigkeit.
Strategische und Reputationsrisiken sind solche, die erhebliche
Auswirkungen auf die Strategie oder die Reputation des
Borealis Konzerns haben können. Oft stehen strategische
Risiken in Zusammenhang mit negativen langfristigen
Entwicklungen, wie zum Beispiel Markt- oder Branchen-
entwicklungen, Technologien, Innovationen, Wettbewerbs-
veränderungen, oder Bedrohungen der Reputation des
Konzerns.
Operationelle und taktische Risiken bezeichnen üblicher-
weise negative und unerwartete kurz- oder mittelfristige
Entwicklungen und umfassen jene Risiken, die eine direkte
Auswirkung auf den täglichen Geschäftsbetrieb des
Konzerns haben. Alle operationellen Risiken werden unter
Einhaltung der schriftlich festgelegten Richtlinien und
Maßnahmen, die durch den jeweiligen Geschäftsbereich
verwaltet werden, bewertet. Im Bereich Operations wurde
ein proaktiver Risikopräventionsansatz implementiert, der
Risiken in den Bereichen der Produktion, HSE, Product
Stewardship, Plant Availability und Quality abdecken soll.
Der Risikomanagementansatz stellt darüber hinaus auch
die Anwendung des „Responsible Care®“-Ansatzes in Bezug
auf Risiken im Bereich Operations sicher. Der Standard-
prozess umfasst dabei eine einheitliche Risikomatrix und
Risikoregister, die nach einem Bottom-up-Prinzip, d. h. von
der Anlagenebene bis zur Portfolioebene, aufgebaut sind
und damit ein einheitliches Risikobewertungssystem für
den gesamten Bereich Operations ermöglichen.
HSE-Risiken werden unter Einhaltung der Maßnahmen
und Bedingungen des „Risk-Based Inspection Manuals“
bewertet. Der Leiter HSE ist für die Steuerung aller HSE-
Risiken verantwortlich und berichtet regelmäßig an den
Vorstand.
Borealis prüft mögliche negative Auswirkungen seiner
Tätigkeiten auf die Umwelt und Gesellschaft sowie
entsprechende Abhilfemaßnahmen und weist sie gemäß den
rechtlichen Verpflichtungen (NaDiVeG) im nicht-finanziellen
Bericht aus. Folgende Hauptrisiken wurden untersucht:
– unerwartete Emissionen aus den Betrieben, die weitere
Emissionen in die Luft oder Verunreinigungen von Boden
und Wasser nach sich ziehen; Abfallaufkommen, Lärm-
belästigung und andere Störungen für lokale Gemeinden;
– Anlagensicherheitsvorfälle, die zur plötzlichen und
unkontrollierten Freisetzung von explosivem und giftigem
Material führen können;
In EUR Millionen 2021 2020
Entwicklung des Eigenkapitals
Den Anteilseignern der Muttergesellschaft zurechenbares Ergebnis 1.406 594
Anpassungen von Fremdwährungen und beizulegenden Zeitwerten (netto) 452 -333
Bruttozunahme/-abnahme 1.858 261
Dividendenzahlungen -150 -300
Umgliederungen von Cashflow-Hedges in die Bilanz 51 11
Nettozunahme/-abnahme 1.759 -28
Eigenkapital zu Beginn des Jahres 6.417 6.445
Eigenkapital zum Bilanzstichtag 8.176 6.417
77
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
– chemische Substanzen können bei unsachgemäßem und
nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch zu gesundheit-
lichen Schäden bei Menschen führen;
– Umweltverschmutzung durch Granulatfreisetzung oder
Plastikmüll; und
– COVID-19 pandemiebedingte Risiken für das Geschäft
und die Mitarbeiter von Borealis.
Klimabezogene Risiken und Abhilfemaßnahmen werden
ebenfalls nach Maßgabe der Leitlinien der Task Force on
Climate-related Financial Disclosures (TCFD) gesondert
analysiert und im nicht-finanziellen Bericht von Borealis
offengelegt. Die damit verbundenen Risiken sind beispiels-
weise höhere Preise für Treibhausgasemissionen, höhere
Betriebskosten, steigender Druck bei der Verwendung
nachwachsender Rohstoffe und ein schlechtes Branchen-
image. Physische Risiken beziehen sich hauptsächlich auf
mögliche Unterbrechungen der Lieferkette, beispielsweise
wegen extremer Wetterereignisse oder politischer Unruhen.
Allerdings bieten die klimabedingten Risiken auch Chancen
zur Erneuerung, wie zum Beispiel ein breiteres Produkt-
portfolio mit emissionsarmen, kreislauforientierten und/oder
biobasierten Produkten sowie Allianzen auf dem Weg zur
Klimaneutralität der Branche.
Projektrisiken werden im Rahmen des Projektgenehmigungs-
verfahrens von Borealis bewertet. Dabei werden die
maßgeblichen Risiken des einzelnen Projekts beurteilt, wie
zum Beispiel finanzielle, Markt-, technische, rechtliche,
Patentverletzungs-, strategische, operative, Länder- und
politische Risiken. Der Risikobeurteilungsprozess berück-
sichtigt auch die Wahrscheinlichkeit der Einhaltung des
geplanten Zeitplanes und Mitteleinsatzes des Projektes
bis zu seiner Fertigstellung sowie die Einhaltung der
wesentlichen Projektziele. Projektrisiken werden vom
Projektmanager gesteuert und an das Project Steering
Committee gemeldet.
Finanzielle Risiken und Marktrisiken können aufgrund
unerwarteter Änderungen von Marktangebot oder -nach-
frage, Warenpreisen, Dienstleistungen oder Finanzierungs-
kosten auftreten. Risiken entstehen unter Umständen auch
im Zusammenhang mit der Liquidität, Zinssätzen, Wechsel-
kursen, Krediten und Versicherungen, der Unfähigkeit einer
Gegenpartei, einer Zahlungs- oder Lieferverpflichtung
nachzukommen und können auch aufgrund falscher
Annahmen oder durch die unangemessene Anwendung
eines Modells auftreten. Die Bewertung von finanziellen
Risiken wird im Konzernanhang unter Punkt 17 ausführlich
beschrieben. Die Leiter der Treasury & Funding-Abteilung
und der Rechtsabteilung sind für die Koordination des
Managements sämtlicher finanzieller Risiken und deren
Berichterstattung verantwortlich.
Compliance-Risiken entstehen in Verbindung mit rechtlichen
oder regulatorischen Risiken, dem Verhaltenskodex (Ethik-
richtlinie), Normen sowie im Zuge von Auftragsvergaben.
Eine Geschäftsführung gemäß ethischen Grundsätzen ist
von wesentlicher Bedeutung für die Reputation des Konzerns
und den nachhaltigen Unternehmenserfolg. Taktische oder
generische Risiken sind Risiken, die im Zusammenhang mit
Normen oder Compliance-Themen identifiziert werden.
Diese Risiken beziehen sich hauptsächlich auf Prozesse
oder Kontrolldefizite.
Informationssicherheitsrisiken bestehen im Zusammenhang
mit der Geheimhaltung, Integrität und Verfügbarkeit von
entscheidenden Unternehmensdaten. Die Leiter der
IT-Abteilung und der Rechtsabteilung unterstützen das
Management durch die Bewertung der Informations-
sicherheitsrisiken und die Entwicklung und Implementierung
von risikomindernden Maßnahmen.
Der Vorstand überwacht regelmäßig die wichtigsten Risiken
des Konzerns, bestimmt seine Risikotoleranzschwellen,
überwacht die Implementierung von risikomindernden
Maßnahmen und berichtet die wesentlichen Risiken und
die zugehörigen risikomindernden Maßnahmen an den
Aufsichtsrat. Der Vorstand stellt die Integration des
Risikobewertungsprozesses in die strategische Planung sicher.
78
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Der Aufsichtsrat ist für die Überwachung der Effektivität
des Risikomanagementprozesses, der Risikoaffinität und
Toleranzschwellen, der Risikopositionen des Konzerns und der
Effektivität der risikomindernden Maßnahmen verantwortlich.
Der Aufsichtsrat delegiert einige dieser Verantwortungs-
bereiche an den Prüfungsausschuss (Audit Committee),
ein Subkomitee des Aufsichtsrats.
Alle Borealis-Mitarbeiter tragen im Rahmen ihrer Befugnisse
und Arbeitsbereiche die Verantwortung der Risikosteuerung,
um sicherzustellen, dass das Risikomanagement erfolgreich
in die Organisation des Unternehmens eingegliedert ist und
in den täglichen Entscheidungsprozessen Anwendung findet.
Änderungen im Vorstand und Aufsichtsrat
Im Jahr 2021 kam es zu wesentlichen Änderungen im
Vorstand von Borealis. Mit 1. April 2021 trat Thomas Gangl
die Nachfolge von Alfred Stern als Vorstandsvorsitzendem
(CEO) von Borealis an. Alfred Stern wurde mit April 2021
zum OMV Vorstandsmitglied für den Bereich Chemicals &
Materials bestellt und wurde zudem mit April 2021 in den
Aufsichtsrat von Borealis berufen. Die Position des Borealis
Executive Vice President Base Chemicals & Operations
wurde im Juli von Wolfram Krenn übernommen. Sein
Vorgänger, Martijn van Koten, wechselte mit Juli 2021 in
den Vorstand der OMV. Mit September 2021 wurde Alfred
Stern als Nachfolger von Rainer Seele zum Vorsitzenden
des Aufsichtsrats von Borealis bestellt. Außerdem wurde
Martijn van Koten zum gleichen Stichtag in den Aufsichtsrat
von Borealis berufen. Mit 10. Februar 2022 wurde Alvin Teh
als Nachfolger von Musabbeh Al Kaabi zum Aufsichtsrats-
mitglied bestellt. Darüber hinaus wurde Saeed Al Mazrouei
zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats ernannt.
Wirtschaftliche Entwicklung und Ausblick
„Goal Zero“ wurde 2021 nicht erreicht, weshalb das
Management von Borealis seine Anstrengungen 2022
nochmals intensivieren wird, um das Ziel von null Unfällen
bzw. Vorfällen zu erreichen. Dabei steht für den Konzern die
Sicherheit in allen betrieblichen Bereichen und an allen
Standorten stets an erster Stelle.
Borealis wandelt sich vom führenden Anbieter von Polyolefin-
Neuware zu einem führenden Anbieter erneuerbarer und
nachhaltiger Polyolefin-Lösungen und gestaltet so auch die
Branche um. Die wegweisende Technologie und ein Portfolio
an modernen und kreislauforientierten Polyolefin-
Anwendungen tragen zu mehr Sicherheit und Nachhaltigkeit
bei. Das Management von Borealis ist zuversichtlich, die
Wachstumschancen in einer Weltwirtschaft ergreifen zu
können, in der die Pandemie hinter uns liegt und COVID-19
praktisch endemisch geworden ist. Es wird sich weiterhin
für stetige Entwicklungen engagieren mit dem Ziel, unser
Leben noch nachhaltiger zu machen, indem Borealis
Chemikalien und Kunststofflösungen anbietet, die einen
Mehrwert für die Gesellschaft schaffen.
Der Vorstand und die Führungsebene von Borealis sind
stolz auf das hervorragende Ergebnis 2021. Borealis ist gut
aufgestellt, um marktbedingte und andere Herausforderungen
zu meistern, und ist sich sicher seinen Status als zuverlässiger
und vertrauenswürdiger Partner für seine Kunden und die
gesamte Wertschöpfungskette beibehalten zu können.
Sonstige Angaben
Gemäß § 267a Abs. 6 UGB erstellt Borealis einen
gesonderten konsolidierten nicht-finanziellen Bericht.
Als Unternehmen, das nach Maßgabe von Artikel 19a der
Richtlinie 2013/34/EU des Europäischen Parlaments und
des Rates eine nicht-finanzielle Erklärung abgeben muss,
fällt Borealis unter die EU-Taxonomie. Durch die Anwendung
der EU-Taxonomie kann Borealis sein nachhaltiges
Wirtschaften transparent machen und die Entwicklung des
Nachhaltigkeitsmanagements in allen Konzernbereichen
darstellen. Für das Jahr 2021 legt Borealis im Rahmen
des gesonderten konsolidierten nicht-finanziellen Berichts
offen, mit welchem Anteil sich taxonomiekonforme und
nicht taxonomiekonforme Wirtschaftsaktivitäten im Gesamt-
umsatz, den Investitionen und Betriebskosten (OPEX)
niederschlagen. Über den Stand der Harmonisierung
wird im Geschäftsbericht 2022 berichtet.
79
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
2021
ohne NITRO
1)
2021
mit NITRO
1)
2020
mit NITRO
1)
2019 2018 2017
Einkommen und Rentabilität
Gesamtumsatz und sonstige Erträge EUR Millionen 8.723 10.153 6.937
2)
8.103 8.337 7.564
Betriebsergebnis EUR Millionen
1.410 1.517
351
2)
605 496 791
Betriebsergebnis in Prozent
des Gesamtumsatzes und
sonstiger Erträge % 16 15 5 7 6 10
Ergebnis nach Steuern EUR Millionen
1.631 1.396
589 872 906 1.095
Kapitalrendite nach Steuern (ROCE) % – 19 8 11 13 15
Cashflow und Investitionen
Cashflow aus
betrieblicher Tätigkeit EUR Millionen 788 967 1.083 872 517 725
Investitionen in Sachanlagen EUR Millionen 557 660 614 376 326 453
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente EUR Millionen 1.541 1.551 83 83 50 207
Finanzielle Indikatoren
Bilanzsumme EUR Millionen
– 12.985 10.583
2)
10.118 9.949 9.395
Verzinsliche Nettoverschuldung EUR Millionen
– 223
1.833 1.569 1.327 812
Den Anteilseignern der
Muttergesellschaft
zurechenbares Eigenkapital EUR Millionen – 8.176 6.417 6.445 6.421 6.365
Verschuldungsquote % – 3 29 24 21 13
Gesundheit, Sicherheit und
Umwelt (HSE)
3)
Anzahl aufzeichnungspflichtiger
Unfälle (Total Recordable Injuries; TRI)
a. Bisherige Definition
b. Neue Definition
4)
Anzahl/Million
Arbeitsstunden
–
–
–
2,3
1,7
3,9
1,6
3,4
1,3
–
1,1
–
EU EHS CO
2
-Emissionen Kilotonnen –
3.878
4.050 4.625 4.302 4.210
Energieverbrauch GWh –
21.730
22.340 25.831 24.476 22.400
Abfackelverluste (Flaring) Tonnen –
38.538 42.543
5)
27.619 26.273 51.620
Abfallaufkommen Tonnen –
102.023
97.905
6)
86.109
7)
53.713 61.398
Wasserentnahme m
3
Millionen –
735
755 750 675 752
Mitarbeiteranzahl Vollzeitäquivalente
8)
5.255
6.934
6.920 6.869 6.834 6.619
1) NITRO: Unternehmensbereich Pflanzennährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte ohne Rosier. Weitere Details werden in der Anhangangabe 8. Aufgegebener Geschäftsbereich
des Konzernanhangs erläutert. // 2) Die Vergleichsperiode 2020 wurde rückwirkend angepasst. Weitere Details werden im Abschnitt Rückwirkende Anpassungen im Konzernanhang erläutert. //
3) Umweltdaten vorbehaltlich geringfügiger Anpassungen aufgrund laufender Audits und fehlender Daten von Dritten zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts // 4) Die Definitionen
wurden 2021 an die der OMV angepasst. Ein Vorjahresvergleich ist nur mit dem Jahr 2020 möglich. // 5) Schwerwiegende Störungen führten zu erheblichen Notabfackelungen während des
Herunterfahrens. Darüber hinaus mangelte es an Recyclingkapazitäten. // 6) Der Betrag wurde aufgrund laufender Audits und fehlender Daten von Dritten zum Zeitpunkt der Erstellung des
letzten Berichts rückwirkend nachgerechnet. // 7) Der Hauptgrund für den Anstieg ist die Aufnahme des Kunststoffrecyclingunternehmens mtm plastics GmbH in die Definitionen der monat-
lichen Konzernberichterstattung. // 8) Teilzeitmitarbeiter werden im Vollzeitäquivalent mit einem Beitrag von 0,5 berücksichtigt.
Eingesetztes Kapital: Gesamtvermögen abzüglich
unverzinslicher Schulden
Kapitalrendite (ROCE): Betriebsergebnis, Ergebnis
aus der Veräußerung von Tochterunternehmen,
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Joint Ventures
plus Zinsertrag, nach berechneten Steuern, dividiert durch
das durchschnittlich eingesetzte Kapital
Solvency Ratio: Gesamtes Eigenkapital minus Firmenwert
dividiert durch Gesamtvermögen
Verschuldungsquote (Gearing): Verzinsliche Schulden,
abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten,
dividiert durch gesamtes Eigenkapital
HSE: Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (Health, Safety
and Environment)
Definitionen
80
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Wien, 17. Februar 2022
Vorstand:
Thomas Gangl e.h.
Philippe Roodhooft e.h.
Mark Tonkens e.h.
Wolfram Krenn e.h.
Lucrèce De Ridder e.h.
81
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021
2020
rückwirkend
angepasst
2)
Anhangangabe
Umsatzerlöse
1)
8.591.970 5.785.982 1, 2
Sonstige betriebliche Erträge
1)
131.400 199.936 29
Gesamtumsatz und sonstige Erträge
1)
8.723 .370 5.985.918
Herstellungskosten
1)
-6.488.739 -4.924.854 6, 7, 14, 15
Bruttogewinn
1)
2.234.631 1.061.064
Vertriebskosten -593.710 -536.392 6, 7, 14, 15
Verwaltungskosten -212.934 -199.247 6, 7, 14, 15
Forschungs- und Entwicklungskosten
1)
-17 .993 -7 .859 3, 6, 7, 14, 15
Betriebsergebnis
1)
1.409.994 317 .566
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 594.872 373.957 9
Finanzertrag 35.605 48.562 18
Finanzaufwand
1)
-42.408 -62.545 18
Ergebnis vor Steuern 1.998.063 677 .540
Ertragsteuern -366.660 -91.475 11
Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 1.631.403 586.065
Aufgegebener Geschäftsbereich:
Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereich nach Steuern -235.332 2.452 8
Ergebnis nach Steuern 1.396.071 588.517
Zurechenbar zu:
Nicht beherrschenden Anteilen -9.502 -5.509
Anteilseignern der Muttergesellschaft 1.405.573 594.026
1) Für die mit Fußnote
1)
gekennzeichneten Posten wurde die Vergleichsperiode 2020 rückwirkend angepasst. Weitere Details werden im Abschnitt Rückwirkende Anpassungen erläutert. //
2) Die Vergleichsinformationen wurden weiters aufgrund eines aufgegebenen Geschäftsbereichs neu dargestellt (siehe Anhangangabe 8. Aufgegebener Geschäftsbereich).
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzernabschluss
82
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021 2020 Anhangangabe
Ergebnis nach Steuern 1.396.071 588.517
Sonstiges Ergebnis, das in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 283.973 -324.944
Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung 357 -17 .094
Steuern im sonstigen Ergebnis 0 0
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung von langfristigen Krediten
an ausländische Geschäftsbetriebe -2.100 4.020 19
Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung 0 0
Steuern im sonstigen Ergebnis 525 -1.005
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung von Krediten, designiert
als Absicherung von Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe -14.687 16.704 19, 22, 23
Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung 0 0
Steuern im sonstigen Ergebnis 3.672 -4.176
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von Cashflow-Hedges
462.138 -50.385 19, 22, 23, 24, 25
Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung -220.184 25.636 19, 22, 23, 24, 25
Steuern im sonstigen Ergebnis -60.489 6.187
Anteil am sonstigen Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten assoziierten Unternehmen 1.036 1.893 9
Sonstiges Ergebnis, das nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
-4.453 13.270
15
Steuern im sonstigen Ergebnis 1.569 -1.415
Anteil am sonstigen Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten assoziierten Unternehmen 250 -4.159 9
Sonstiges Ergebnis 451.607 -335.468
Gesamtergebnis der Periode 1.847 .678 253.049
Zurechenbar zu:
Nicht beherrschenden Anteilen -9.482 -7 .471
Anteilseignern der Muttergesellschaft 1.857 .160 260.520
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
83
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 31.12.2021
31.12.2020
rückwirkend
angepasst Anhangangabe
Vermögen
Langfristiges Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte 658.643 554.424 3, 4, 7
Sachanlagen 5, 7
Produktionsanlagen
1)
1.977 .253 2.517 .800
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
1)
30.392 34.417
Anlagen in Bau
1)
936.278 689.084
Gesamte Sachanlagen
1)
2.943.923 3.241.301
Nutzungsrechte 160.553 195.675 6
Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 2.526.406 3.577 .497 9
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 18.355 31.443 10, 28
Gegebene Kredite 1.015.018 750.804 10, 27, 28, 30
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 139.931 76.223 2, 10, 27, 28
Latente Steueransprüche 59.544 26.692 11
Gesamtes langfristiges Vermögen
1)
7 .522.373 8.454.059
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 1.267 .480 961.328 12
Forderungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.113.786 640.090 26, 27, 28, 30
Laufende Ertragsteuern 69.944 7 .519
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 649.171 436.565 9, 10, 27, 28, 30
Gesamte Forderungen und Vermögenswerte 1.832.901 1.084.17 4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.540.973 83.404 28
Vermögenswerte der als zur Veräußerung gehalten klassifizierten Veräußerungsgruppe 821.003 0 8
Gesamtes kurzfristiges Vermögen 5.462.357 2.128.906
Gesamtvermögen
1)
12.984.730 10.582.965
1) Die Vergleichsperiode 2020 basiert auf geprüften Zahlen, jedoch wurden die mit Fußnote
1)
gekennzeichneten Posten korrigiert. Weitere Details werden im Abschnitt Rückwirkende
Anpassungen erläutert.
Konzernbilanz
84
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 31.12.2021
31.12.2020
rückwirkend
angepasst Anhangangabe
Eigenkapital und Schulden
Eigenkapital
Anteil der Anteilseigner der Muttergesellschaft am Eigenkapital
Grundkapital und Kapitalrücklagen 1.599.397 1.599.397 13
Sonstige Rücklagen 203.645 -299.231
Kumulierte Ergebnisse 6.372.494 5.117 .066
Gesamter Anteil der Anteilseigner der Muttergesellschaft am Eigenkapital 8.175.536 6.417 .232
Nicht beherrschende Anteile -4.251 8.993
Gesamtes Eigenkapital 8.171.285 6.426.225
Schulden
Langfristige Schulden
Finanzverbindlichkeiten 1.526.278 1.411.552 20, 21, 28
Leasingverbindlichkeiten 134.084 156.697 6, 20, 21
Latente Steuerschulden 178.166 224.108 11
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 415.839 470.713 15
Rückstellungen
1)
64.647 75.207 16
Sonstige Verbindlichkeiten
1)
13.494 25.651 21, 28
Gesamte langfristige Schulden
1)
2.332.508 2.363.928
Kurzfristige Schulden
Finanzverbindlichkeiten 73.633 310.397 20, 21, 28
Leasingverbindlichkeiten 30.682 38.101 6, 20, 21
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.016.936 788.170 21, 28, 30
Laufende Ertragsteuern 44.760 63.049
Rückstellungen
1)
69.546 37 .281 16
Vertragsverbindlichkeiten 54.997 41.660 2
Sonstige Verbindlichkeiten
1)
599.086 514.154 21, 28, 30
Verbindlichkeiten, die direkt mit der Veräußerungsgruppe verbunden sind 591.297 0 8
Gesamte kurzfristige Schulden
1)
2.480.937 1.792.812
Gesamte Schulden
1)
4.813.445 4.156. 7 40
Gesamtes Eigenkapital und gesamte Schulden
1)
12.984.730 10.582.965
1) Die Vergleichsperiode 2020 basiert auf geprüften Zahlen, jedoch wurden die mit Fußnote
1)
gekennzeichneten Posten korrigiert. Weitere Details werden im Abschnitt Rückwirkende
Anpassungen erläutert.
Konzernbilanz
85
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
Im Jahr 2021 wurde eine Dividende in Höhe von
TEUR 150.000 aus dem Ergebnis 2020 bezahlt.
Der kumulierte Betrag im sonstigen Ergebnis, der sich auf
die Veräußerungsgruppe zum 31. Dezember 2021 bezieht,
beträgt TEUR -27 .999. Hiervon betreffen TEUR -891 das
sonstige Ergebnis, das in die Gewinn - und Verlustrechnung
umgegliedert wird.
In TEUR
Grund-
kapital
1)
und Kapital-
rücklagen
Rücklage
für im
Eigenkapital
erfasste
versiche-
rungs-
mathe-
matische
Gewinne/
Verluste
Rücklage
aus der
Bewertung
von Siche-
rungs-
geschäften
Rücklage
aus
Währungs-
differenzen
Kumulierte
Ergebnisse
Anteil der
Anteils-
eigner
der Mutter-
gesell-
schaft am
Eigen-
kapital
Nicht
beherr-
schender
Anteil
Gesamtes
Eigen-
kapital
Stand zum 1. Jänner 2020 1.599.397 -260.760 1.347 282.204 4.823.040 6.445.228 12.524 6.457 .752
Ergebnis nach Steuern 0 0 0 0 594.026 594.026 -5.509 588.517
Sonstiges Ergebnis 0 7 .695 -18.562 -322.639 0 -333 .506 -1.962 -335.468
Gesamtergebnis 0 7 .695 -18.562 -322.639 594.026 260.520 -7 .471 253.049
Dividendenauschüttungen 0 0 0 0 -300.000 -300.000 -260 -300.260
Änderungen im
Konsolidierungskreis 0 0 0 0 0 0 4.200 4.200
Umgliederungen von Cashflow-
Hedges in die Bilanz 0 0 11.484 0 0 11.484 0 11.484
Stand zum 31. Dezember 2020 1.599.397 -253.065 -5. 731 -40.435 5.117 .066 6.417 .232 8.993 6.426.225
Ergebnis nach Steuern 0 0 0 0 1.405.573 1.405.573 -9.502 1.396.071
Sonstiges Ergebnis 0 -2.634 181.465 272.756 0 451.587 20 451.607
Gesamtergebnis 0 -2.634 181.465 272. 756 1.405.573 1.857 .160 -9.482 1.847 .678
Dividendenauschüttungen 0 0 0 0 -150.000 -150.000 -46 -150.046
Änderungen im
Konsolidierungskreis
2)
0 0 0 0 -145 -145 -3.716 -3 .861
Umgliederungen von Cashflow-
Hedges in die Bilanz 0 0 51.289 0 0 51.289 0 51.289
Stand zum 31. Dezember 2021 1.599.397 -255.699 227 .023 232.321 6.372.494 8.175.536 -4.251 8.171.285
1) Das Grundkapital der Borealis AG (Muttergesellschaft) beträgt EUR 300.000,00 (EUR 300.000,00). // 2) Der Effekt aus den Änderungen im Konsolidierungskreis in den kumulierten
Ergebnissen und den nicht beherrschenden Anteilen resultiert aus der Akquisition von 8,19 % nicht beherrschender Anteile an der DYM Solution Co., Ltd.
86
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021 2020 Anhangangabe
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit
Kundenzahlungen 9.217 .419 6.880.072
Auszahlungen an Arbeitnehmer und Lieferanten -8.065.967 -5.842.549
Erhaltene Zinszahlungen 27 .462 20.839 18
Geleistete Zinszahlungen -38.137 -35.473 18
Andere geleistete Finanzierungsaufwendungen -14.828 -16.345 18
Erstattete/bezahlte Ertragsteuern -158.750 76.503 11
967 .199 1.083.047
davon aus aufgegebenem Geschäftsbereich 179.152 136.098
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Investitionen in Sachanlagen -659.962 -614.161 5
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -59.600 -61.139 4
Erwerb von Tochterunternehmen abzüglich erworbener Zahlungsmittel 0 -602.644
Erhaltene Dividenden von assoziierten Unternehmen, Joint Ventures
und nicht konsolidierten Tochterunternehmen 1.943.012 510. 135 9
Kapitaleinlagen in, Finanzierung und Akquisition von assoziierte/n
Unternehmen und Joint Ventures -365.573 -299.311 9
857 .877 -1.067 .119
davon aus aufgegebenem Geschäftsbereich -103.061 -68.032
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Einzahlung langfristiger Finanzierungen 150.000 608.560 20
Einzahlung kurzfristiger Finanzierungen 122 372.614 20
Rückzahlung kurzfristiger Finanzierungen -311.510 -652.919 20
Tilgungsanteil von Leasingzahlungen -41.721 -41.534 6
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen -3.861 0
Dividendenzahlungen an Anteilseigner der Muttergesellschaft -150.000 -300.000
Dividendenzahlungen an nicht beherrschende Anteile -46 -260
-357 .016 -13 .539
davon aus aufgegebenem Geschäftsbereich -42.134 28.237
Nettoveränderung liquider Mittel 1.468.060 2.389
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 1. Jänner 83.404 83.498
Auswirkungen von Wechselkursschwankungen auf die liquiden Mittel 23 -2.483
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 1.551.487 83.404
davon enthalten in der Bilanzposition Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.540.973 83.404
davon enthalten in der Bilanzposition Vermögenswerte der als
zur Veräußerung gehalten klassifizierten Veräußerungsgruppe 10.514 0
Konzern-Cashflow-Rechnung
87
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Unternehmensgrundlagen
Die Borealis AG (das Unternehmen oder der Konzern) ist ein
in Österreich ansässiges Unternehmen. Der eingetragene
Firmensitz lautet auf die Adresse Trabrennstraße 6–8,
1020 Wien, Österreich. Borealis ist einer der global führenden
Anbieter fortschrittlicher und kreislauforientierter Polyolefin-
lösungen und europäischer Marktführer in den Bereichen
Basischemikalien, Pflanzennährstoffe und mechanisches
Recycling von Kunststoffen.
Borealis berichtet das Geschäftsergebnis in drei Segmenten:
Im Segment Polyolefine liegt der Fokus auf den Markt-
sektoren Mobilität, Energie, Konsumgüter, Infrastruktur,
fortschrittliche Produkte und Business Development.
Das Segment Basischemikalien umfasst im Wesentlichen
folgende Produktpalette: Phenol, Aceton, Ethylen und Propylen.
Das dritte Segment ist „Borealis NITRO“ und umfasst Pflanzen-
nährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte.
Übereinstimmung mit den IFRS
Der Konzernabschluss wurde unter Beachtung der vom
International Accounting Standards Board (IASB) heraus-
gegebenen International Financial Reporting Standards
(IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den
ergänzenden österreichischen Offenlegungspflichten
erstellt. Der Konzernabschluss wurde vom Vorstand am
17. Februar 2022 zur Veröffentlichung freigegeben.
Erstellungsgrundlagen
Der Konzernabschluss wird in Tausend Euro (TEUR),
gerundet auf den nächstliegenden TEUR-Wert, dargestellt.
Daher können Rundungsdifferenzen auftreten. Die Bewertung
erfolgt zu historischen Anschaffungskosten, mit Ausnahme
von Vermögenswerten und Schulden, die zum beizulegenden
Zeitwert bewertet werden: derivative Finanzinstrumente und
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL) oder
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) bewertete
finanzielle Vermögenswerte. Bilanzierte Vermögenswerte
und Schulden, für die Sicherungsgeschäfte abgeschlossen
wurden, werden zum beizulegenden Zeitwert unter
Berücksichtigung des abgesicherten Risikos bewertet.
Konsolidierungsgrundsätze
Der Konzernabschluss umfasst die Abschlüsse der
Muttergesellschaft Borealis AG und aller Unternehmen, die
ihrer Kontrolle unterstehen. Ein Kontrollverhältnis besteht
grundsätzlich dann, wenn der Konzern schwankenden
Renditen aus seinem Engagement in dem Beteiligungs-
unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt
und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels Verfügungs-
gewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen.
Unternehmen, in denen der Konzern maßgeblichen Einfluss
(Beteiligung von 20 % oder mehr), jedoch kein oder kein
gemeinsames Kontrollrecht hat, werden als assoziierte
Unternehmen dargestellt. Joint Ventures (Gemeinschafts-
unternehmen) sind eine Art von gemeinsamen Vereinbarungen,
bei der die Parteien gemeinschaftlich die Führung über die
Vereinbarung ausüben und Rechte am Nettovermögen des
Gegenstands der Vereinbarung besitzen. Sie besteht nur
dann, wenn Entscheidungen über die maßgeblichen
Tätigkeiten Einstimmigkeit aller an der gemeinschaftlichen
Führung beteiligten Parteien erfordern.
Der Konzernabschluss besteht aus den geprüften Jahres-
abschlüssen der Muttergesellschaft und ihrer Tochter-
gesellschaften. Sämtliche Abschlüsse werden unter
Beachtung der Konzern-Bilanzierungsvorschriften erstellt.
Ähnliche Posten werden zusammengefasst. Der Abschluss
wird zudem um konzerninterne Transaktionen (Aufwendungen
und Erträge), Zwischengewinne, konzerninternen Anteils-
besitz und um konzerninterne Vermögenswerte und
Schulden bereinigt.
Neu erworbene Unternehmen, assoziierte Unternehmen
und Joint Ventures werden in den Konzernabschluss ab
dem Zeitpunkt des Entstehens von Kontrollrechten bzw.
maßgeblichem Einfluss bis zu deren Erlöschen aufgenommen.
Eine Neubewertung der erworbenen Vermögenswerte wird
zum Zeitpunkt des Erwerbs durchgeführt. Positive Differenzen
zwischen dem beizulegenden Zeitwert der Vermögenswerte
und Schulden und dem Kaufpreis werden als Firmenwert
aktiviert und einer jährlichen Werthaltigkeitsprüfung
unterzogen. Ein verbleibender negativer Unterschiedsbetrag
wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Investitionen
in assoziierte Unternehmen und Joint Ventures werden nach
der Equity-Methode im Konzernabschluss erfasst.
Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen
und Annahmen
Bei der Erstellung des Konzernabschlusses werden vom
Management Ermessensentscheidungen, Schätzungen und
Annahmen getroffen, welche die Höhe der zum Ende der
Berichtsperiode ausgewiesenen Erträge, Aufwendungen,
Vermögenswerte und Schulden sowie die Angabe von
Konzernanhang
88
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Eventualverbindlichkeiten beeinflussen. Die tatsächlichen
Ergebnisse können jedoch von diesen Schätzungen und
Annahmen abweichen und in zukünftigen Perioden zu
erheblichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen
Vermögenswerte oder Schulden führen. Die Ermessens-
entscheidungen, Schätzungen und Annahmen betreffen im
Wesentlichen die angenommenen Nutzungsdauern sowie
Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten und
Sachanlagen (Anhangangabe 4 und 5), die Bestimmung der
Leasingverbindlichkeiten (Anhangangabe 6), die Bewertung
latenter Steueransprüche und -schulden sowie vorhandener,
noch nicht genutzter Verlustvorträge (Anhangangabe 11),
die Wertminderung von Vorräten (Anhangangabe 12),
versicherungsmathematische Annahmen für Leistungen an
Arbeitnehmer (Anhangangabe 15), künftige Mittelabflüsse
betreffend Rückstellungen (Anhangangabe 16), Wert-
berichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen (Anhangangabe 27) und Schätzung von
beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten
(Anhangangabe 8). Die Beschreibung der wesentlichen
Annahmen findet sich in den jeweiligen positionsbezogenen
Anhangangaben.
Fremdwährung
Transaktionen und Salden
Monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremd-
währungen werden zu den Wechselkursen des Bilanz-
stichtags auf Euro-Werte (EUR) umgerechnet. Nicht
monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung,
die zu historischen Anschaffungskosten bewertet werden,
werden mit den Wechselkursen zum Zeitpunkt der
Transaktionen umgerechnet.
Bis zum Ende des Jahres 2020 wurden alle realisierten
und unrealisierten Fremdwährungsgewinne und -verluste im
Finanzergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Ab dem Jahr 2021 werden Fremdwährungsgewinne und
-verluste, die im Zusammenhang mit dem Umlaufvermögen
stehen, als Teil des Betriebsergebnisses erfasst (sonstige
betriebliche Erträge und Herstellungskosten). Bezüglich
der Fremdwährungsdifferenzen, die im sonstigen Ergebnis
erfasst werden, ergeben sich keine Änderungen. Dies
betrifft die Umrechnung des Eigenkapitals ausländischer
Tochterunternehmen und assoziierter Unternehmen per
1. Jänner mit dem Schlusskurs vom 31. Dezember, die
Umrechnung langfristiger konzerninterner Forderungen, die
als Investitionen in Tochterunternehmen oder assoziierte
Unternehmen angesehen werden, die Umrechnung lang-
fristiger Kredite zur Absicherung von Vermögenswerten
ausländischer Tochterunternehmen und assoziierter
Unternehmen oder konzerninterne Forderungen, die als
Investitionen in Tochterunternehmen oder assoziierte
Unternehmen angesehen werden, sowie den Unterschieds-
betrag aus der Umrechnung des Periodenergebnisses
ausländischer Tochterunternehmen, das zu monatlichen
Kursen bewertet ist, zu jenen Beträgen, die mit Wechsel-
kursen des Bilanzstichtags umgerechnet werden.
Konzerngesellschaften
Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt in Euro (EUR),
der funktionalen Währung der Muttergesellschaft.
Die Jahresabschlüsse der ausländischen Tochterunternehmen,
die in deren funktionalen Währungen und nicht in EUR erstellt
werden, werden mit den Wechselkursen zum Bilanzstichtag
(Vermögenswerte und Schulden) umgerechnet. Die Gewinn-
und Verlustrechnungen ausländischer Tochterunternehmen
werden auf Grundlage monatlicher Wechselkurse umgerechnet.
Die Wechselkursdifferenzen aus der unterschiedlichen
Umrechnung werden im sonstigen Ergebnis berücksichtigt.
Zusammenfassung der wesentlichen
Rechnungslegungsmethoden
Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzrealisierung
Das Hauptgeschäftsmodell von Borealis ist die Produktion,
die Vermarktung und der Vertrieb unterschiedlicher Produkte
(Polyolefine, Basischemikalien, Pflanzennährstoffe und
technische Stickstoffprodukte) an seine Kunden. Jeder
Verkauf beinhaltet typischerweise die Verpflichtung zur
Lieferung einer bestimmten Art von Gütern. Es erfolgt
derzeit weder eine Bündelung unterschiedlicher Güter in
einem Vertrag, noch ist die vereinbarte Gegenleistung von
Preisen in anderen Verträgen, Lieferungen anderer Güter
oder Dienstleistungen oder anderen Zusagen abhängig.
Sofern zusätzliche Dienstleistungen im Rahmen eines
Vertrags erbracht werden, erfüllen diese typischerweise
nicht das Kriterium der separaten Leistungsverpflichtung
nach IFRS 15. Daher ist auch eine Aufteilung des Trans-
aktionspreises auf mehrere Leistungsverpflichtungen
nicht erforderlich.
Die Umsatzerlösrealisierung erfolgt zum Zeitpunkt des
Übergangs der Kontrolle der Produkte, somit bei Lieferung
an den Kunden. Sämtliche Lieferverträge enthalten Incoterms
wie DDP, CIF oder FCA, die den Kontrollübergang regeln
89
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
und somit den Zeitpunkt der Umsatzrealisierung für
Borealis begründen. Das Zahlungsziel beträgt in der Regel
bis zu 90 Tage ab Lieferung.
In einigen Verträgen werden variable Gegenleistungen
vereinbart, die typischerweise als Volumen- oder Mengen-
rabatte (Umsatzboni) für eine bestimmte Periode, d. h.
ein Jahr, ausgestaltet sind. Die Höhe des zu erwartenden
Rabatts wird laufend auf Basis der besten verfügbaren
Daten aus einer Vielzahl ähnlich gestalteter Verträge und
historischen Informationen geschätzt.
Im Allgemeinen geht Borealis nicht davon aus, dass
Verträge bestehen, bei denen die Bezahlung durch den
Kunden mehr als ein Jahr nach Lieferung der zugesagten
Güter erfolgt. Demzufolge wird die zugesagte Gegenleistung
nicht um eine wesentliche Finanzierungskomponente
korrigiert.
Typischerweise übernimmt der Konzern die gesetzlich
vorgeschriebene Gewährleistung für Reparaturen von
bereits zum Verkaufszeitpunkt bestehenden Mängeln.
Diese Gewährleistungsverpflichtungen, die dem Kunden
zusichern, dass das betreffende Produkt den vertraglich
vereinbarten Spezifikationen entspricht („assurance-type
warranties“) werden gemäß IAS 37 Rückstellungen,
Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen
erfasst. Borealis geht keine weiteren Garantien oder
Rücknahmeverpflichtungen ein.
Die Umsatzerlöse beinhalten Erlöse aus Verträgen mit
Kunden und andere Erlöse, die im Rahmen der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit des Konzerns generiert werden, abzüglich
Umsatzsteuer und nach Berücksichtigung von Retourware,
Rabatten und Preisnachlässen.
Vertragsverbindlichkeiten werden zur Berücksichtigung von
verbleibenden Leistungsverpflichtungen erfasst. Wenn die
Leistungserbringung vor Erhalt der Gegenleistung erfolgt,
bilanziert der Konzern einen Vertragsvermögenswert oder
eine Forderung, je nachdem, ob die Fälligkeit der Gegen-
leistung automatisch durch Zeitablauf eintritt oder nicht.
Alle Transaktionen, die nicht für Umsatzerlöse repräsentativ
sind, werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen
ausgewiesen.
Forschung und Entwicklung
Forschungskosten werden in dem Jahr, in dem sie angefallen
sind, in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Entwicklungskosten, die im Zusammenhang mit einem
identifizierbaren Produkt oder Prozess anfallen, das bzw.
der erwiesenermaßen technisch und wirtschaftlich realisierbar
ist, werden in jenem Ausmaß als immaterieller Vermögens-
wert erfasst, in dem erwartet werden kann, dass die
entsprechenden Aufwendungen durch zukünftigen
wirtschaftlichen Nutzen gedeckt werden können. Die
aktivierten Ausgaben umfassen die Materialkosten,
direkte Personalkosten sowie anteilige Gemeinkosten.
Sonstige Entwicklungskosten, die diese Kriterien nicht
erfüllen, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als
Aufwand zum Zeitpunkt ihrer Entstehung erfasst.
Ergebnisse aus assoziierten Unternehmen und Joint Ventures
Der anteilige Gewinn oder Verlust dieser Unternehmen –
je nach Einzelfall nach oder vor Steuern – wird in der
Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Finanzertrag/-aufwand
Zinserträge und -aufwendungen werden nach der
Effektivzinsmethode in der Gewinn- und Verlustrechnung
im entsprechenden Geschäftsjahr erfasst.
Zum Finanzertrag/-aufwand zählen zudem Fremdkapital-
kosten, Kosten aus Finanzierungsleasing sowie realisierte
und nicht realisierte Gewinne und Verluste aus Währungs-
und Preisänderungen von Finanzinstrumenten, sonstigen
finanziellen Vermögenswerten und sonstigen Posten in
Fremdwährung, die nicht mit dem Umlaufvermögen im
Zusammenhang stehen.
Ertragsteuern
Ertragsteuern im Rahmen der Gewinn- und Verlustrechnung
umfassen den erwarteten laufenden Steueraufwand für das
zu versteuernde Jahresergebnis unter Berücksichtigung der
zum Bilanzstichtag gültigen oder angekündigten Steuersätze
sowie der Veränderungen für latente Steueransprüche und
-schulden für das Geschäftsjahr und Steuern aus vorher-
gegangenen Jahren. Ertragsteuern im Zusammenhang mit
Positionen des sonstigen Ergebnisses werden auch im
sonstigen Ergebnis erfasst.
90
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Bilanz
Immaterielle Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten
abzüglich kumulierter Abschreibungen und Verluste aus
Wertminderungen bewertet.
Der Firmenwert, der aufgrund einer Übernahme entsteht,
verkörpert jenen Teil der Gegenleistung für den Erwerb,
der über den beizulegenden Zeitwert der erworbenen
identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden hinausgeht.
Der Firmenwert wird nicht abgeschrieben, jedoch einer
jährlichen Werthaltigkeitsprüfung unterzogen.
Extern erworbene Lizenzen und Patente werden zu
Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen
und Verluste aus Wertminderungen bewertet. Die
Abschreibungen werden linear und auf Basis einer
erwarteten Nutzungsdauer von 3 bis 10 Jahren berechnet.
Aktivierte Entwicklungskosten werden zu Herstellungskosten
abzüglich kumulierter Abschreibungen und Verlusten aus
Wertminderungen ermittelt. Die Abschreibungen werden
linear und auf Basis einer erwarteten Nutzungsdauer von
3 bis 10 Jahren in der Gewinn- und Verlustrechnung
ausgewiesen. Entwicklungskosten, die noch nicht
abgeschrieben werden, werden einer jährlichen
Werthaltigkeitsprüfung unterzogen.
Anschaffungs- und Entwicklungskosten für Software zur
internen Verwendung werden aktiviert und über einen
Zeitraum von 3 bis 7 Jahren linear abgeschrieben.
Emissionsrechte werden als immaterielle Vermögenswerte
erfasst. Bei entgeltlichem Erwerb werden diese zu
Anschaffungskosten bei Erwerb durch Zuschüsse aus
öffentlicher Hand zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Eine
Verbindlichkeit für die Verpflichtung zur Rückgabe nicht
verbrauchter Emissionsrechte wird ebenfalls berücksichtigt.
Sachanlagen
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungs-
kosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Verlusten
aus Wertminderungen bewertet. Die Anschaffungskosten
umfassen den Kaufpreis, die Kosten für die Standort-
vorbereitung sowie die Installation. Nicht enthalten in den
Anschaffungskosten sind Aufwendungen im Zusammen-
hang mit der Instandhaltung. Bei Vorliegen bestimmter
Bedingungen werden Generalüberholungen und Groß-
reparaturen ebenfalls mit dem Buchwert der jeweiligen
Sachanlagen aktiviert.
Produktionsanlagen umfassen Grundstücke, Gebäude sowie
damit verbundene nicht bewegliche Anlagen und Betriebs-
und Geschäftsausstattung. Nicht bewegliche Anlagen und
Betriebs- und Geschäftsausstattung werden mit den
Anschaffungskosten und sämtlichen direkt zuordenbaren
Kosten angesetzt.
Die Abschreibung erfolgt linear über die angenommene
Nutzungsdauer der einzelnen Komponenten eines Vermögens-
werts. Die Nutzungsdauer von wesentlichen Gegenständen
des Sachanlagevermögens wird individuell bestimmt, während
für das sonstige Sachanlagevermögen Bestandteile mit
gleicher Nutzungsdauer zu Abschreibungsgruppen zusammen-
gefasst werden. Grundstücke werden nicht abgeschrieben.
Gebäude werden über 20 bis 40 Jahre, Produktionsanlagen
über 15 bis 20 Jahre, andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung über 3 bis 15 Jahre abgeschrieben.
Der Barwert der erwarteten Kosten für Stilllegungen
von Vermögenswerten wird den Anschaffungskosten
zugeschlagen, sofern die Kriterien zur Bildung einer
Rückstellung erfüllt werden. Die erwarteten Kosten für
Stilllegungen werden jährlich überprüft und gegebenenfalls
korrigiert. Veränderungen der erwarteten Kosten oder des
Abzinsungsfaktors werden in den Anschaffungskosten
berücksichtigt. Fremdkapitalkosten, die der Anschaffung,
dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten
Vermögenswerts direkt zugeordnet werden können,
werden als Anschaffungskosten des entsprechenden
Vermögenswerts aktiviert.
Wertminderungen
Die Buchwerte von Sachanlagen und immateriellen
Vermögenswerten werden zu jedem Bilanzstichtag auf
etwaige Anzeichen von Wertminderungen überprüft. Gibt
es Anzeichen hierfür, so wird der erzielbare Betrag des
Vermögenswerts mit dem höheren Wert aus beizulegendem
Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und Nutzungswert
festgesetzt. Dies wird auch für die jährlichen Überprüfungen
des Firmenwerts und immaterieller Vermögenswerte mit
unbegrenzter Lebensdauer angewendet. Eine Wertminderung
wird immer dann erfasst, wenn der Buchwert eines Vermögens-
werts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit höher
als der entsprechende erzielbare Betrag ist. Wertminderungen
werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
91
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Leasingverhältnisse
Leasingverhältnisse werden zu dem Zeitpunkt, zu dem
der Leasinggegenstand dem Konzern zur Nutzung zur
Verfügung steht, als Nutzungsrecht und entsprechende
Leasing verbindlichkeit bilanziert. Jede Leasingrate wird
in Tilgungs- und Finanzierungsaufwendungen aufgeteilt.
Die Finanzierungs aufwendungen werden über die Laufzeit
des Leasingverhältnisses erfolgswirksam erfasst, sodass
sich für jede Periode ein konstanter periodischer Zinssatz
auf den Restbetrag der Verbindlichkeit ergibt. Das Nutzungs-
recht wird linear über den kürzeren der beiden Zeiträume
aus Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingvertrags
abgeschrieben.
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen werden bei
Erstansatz zu Barwerten erfasst. Die Leasingverbindlichkeiten
beinhalten den Barwert folgender Leasingzahlungen:
– fester Zahlungen (einschließlich de facto fester Zahlungen)
abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize;
– variabler Leasingzahlungen, die an einen Index oder
(Zins-)Satz gekoppelt sind;
– erwarteter Restwertzahlungen aus Restwertgarantien
des Leasingnehmers, sofern vorhanden;
– des Ausübungspreises einer Kaufoption, wenn die
Ausübung durch den Leasingnehmer hinreichend
sicher ist;
– Strafzahlungen für die Kündigung des Leasingverhältnisses,
wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass der Leasing-
nehmer eine Kündigungsoption wahrnehmen wird.
In der Bewertung der Leasingverbindlichkeit sind ebenso
Leasingzahlungen aufgrund einer hinreichend sicheren
Inanspruchnahme von Verlängerungsoptionen berücksichtigt.
Darüber hinaus werden zur Bewertung von Nutzungsrechten
und Leasingverbindlichkeiten Nichtleasingkomponenten von
Leasingkomponenten getrennt.
Leasingzahlungen werden mit dem Leasingverhältnis
zugrundeliegenden impliziten Zinssatz abgezinst. Sofern
dieser Zinssatz nicht bestimmbar ist, was im Allgemeinen
auf Leasingverhältnisse im Konzern zutrifft, erfolgt eine
Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasing-
nehmers. Der Grenzfremdkapitalzinssatz ist jener Zinssatz,
den ein Leasingnehmer zahlen müsste, wenn er Mittel
aufnehmen müsste, um in einem vergleichbaren wirtschaft-
lichen Umfeld einen Vermögenswert mit einem vergleich-
baren Wert und vergleichbaren Bedingungen zu erwerben.
Der Konzern ermittelt seinen Grenzfremdkapitalzinssatz
anhand von Zinssätzen, die von externen Finanzdienstleistern
bezogen werden, und nimmt bestimmte Anpassungen vor
(unter anderem, um die Laufzeit des Leasingverhältnisses und
die Kreditwürdigkeit des Unternehmens zu berücksichtigen).
Nutzungsrechte werden erstmalig zu Anschaffungskosten
bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:
– aus dem Betrag der Erstbewertung der
Leasingverbindlichkeit;
– aus sämtlichen bei oder vor der Bereitstellung geleisteten
Leasingzahlungen abzüglich aller etwaig erhaltenen
Leasinganreize;
– aus allen dem Leasingnehmer entstandenen anfänglichen
direkten Kosten und
– aus den geschätzten Kosten, die bei der Rückversetzung
des zugrundeliegenden Vermögenswerts in den in der
Leasingvereinbarung verlangten Zustand entstehen.
Nach dem Bereitstellungsdatum werden Nutzungsrechte
linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungs-
dauer und Laufzeit des zugrundeliegenden Leasingvertrags
abgeschrieben. Wenn die Ausübung einer Kaufoption aus
Sicht des Konzerns hinreichend sicher ist, erfolgt die
Abschreibung über die Nutzungsdauer des zugrunde-
liegenden Vermögenswerts.
Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasing-
verhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert
zugrundeliegen, werden linear als Aufwand in der Gewinn-
und Verlustrechnung erfasst. Als kurzfristige Leasing-
verhältnisse gelten Leasingverträge mit einer Laufzeit von
bis zu 12 Monaten. Vermögenswerte mit geringem Wert
sind beispielsweise kleinere Büromöbel und IT-Ausstattung
(z. B. Wasserspender, Kaffeemaschinen oder Frankier-
maschinen), Textilien und kleinere Container.
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
und aufgegebene Geschäftsbereiche
Langfristige Vermögenswerte (oder Veräußerungsgruppen
mit Vermögenswerten und Schulden) werden als „zur
Veräußerung gehalten“ klassifiziert, wenn der im Restbuchwert
verkörperte Nutzen überwiegend durch Veräußerung und
nicht durch weiteren Gebrauch realisiert werden soll.
Unmittelbar vor der Einstufung als „zur Veräußerung
gehalten“ werden die Vermögenswerte (oder die Bestand-
teile einer Veräußerungsgruppe) gemäß IFRS 5 neu bewertet.
Die Folgebewertung erfolgt zum niedrigeren Wert aus
92
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich
Veräußerungs kosten. Jegliche Wertminderung einer
Veräußerungsgruppe wird zuerst dem Firmenwert und in
Folge den übrigen Vermögenswerten und Schulden aliquot
zugerechnet; keine Zurechnung erfolgt jedoch zu finanziellen
Vermögenswerten, latenten Steueransprüchen sowie
Vermögenswerten im Zusammenhang mit Leistungen an
Arbeitnehmer, die weiterhin gemäß den Konzern-Bilanzierungs-
vorschriften bewertet werden. Wertminderungen von zur
Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten sowie Wert-
minderungen und Wertaufholungen im Zuge von Folge-
bewertungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung
erfasst. Erträge, welche die kumulierten Verluste aus
Wertminderungen übersteigen, werden nicht angesetzt.
Ein aufgegebener Geschäftsbereich ist ein Bestandteil des
Konzerngeschäfts, dessen Geschäftsbereich und Cashflows
vom restlichen Konzern klar abgegrenzt werden können und der
– einen gesonderten, wesentlichen Geschäftszweig oder
geografischen Geschäftsbereich darstellt;
– Teil eines einzelnen, abgestimmten Plans zur Veräußerung
eines gesonderten, wesentlichen Geschäftszweigs oder
geografischen Geschäftsbereichs ist; oder
– ein Tochterunternehmen darstellt, das ausschließlich mit
der Absicht einer Weiterveräußerung erworben wurde.
Eine Einstufung als aufgegebener Geschäftsbereich geschieht
bei Veräußerung oder sobald der Geschäftsbereich die
Kriterien für eine Einstufung als zur Veräußerung gehalten
erfüllt, wenn dies früher der Fall ist.
Wenn ein Geschäftsbereich als aufgegebener Geschäfts-
bereich eingestuft wird, wird die Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung des Vergleichsjahres so angepasst, als
ob der Geschäftsbereich von Beginn des Vergleichsjahres
an aufgegeben worden wäre.
Assoziierte Unternehmen und Joint Ventures
Assoziierte Unternehmen und Joint Ventures werden nach
der Equity-Methode bilanziert. Der Konzernabschluss
beinhaltet den Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis
der mit dem Equity-Ansatz bewerteten Gesellschaften.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen
Bankguthaben und liquide kurzfristige Einlagen.
Vorräte
Die Bewertung der Rohstoffe, der unfertigen Erzeugnisse
sowie der Fertigerzeugnisse erfolgt zum jeweils niedrigeren
Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und
Nettoveräußerungswert. Die Anschaffungs- und Herstellungs-
kosten werden nach der FIFO-Methode (First-in, First-out)
bewertet und umfassen Material- und Fertigungseinzelkosten
sowie angemessene Teile der variablen und fixen Gemein-
kosten, wobei die letztgenannten Kosten auf Basis einer
Normalkapazität ermittelt werden. In den Anschaffungs-
bzw. Herstellungskosten ist die Umgliederung von Gewinnen
oder Verlusten aus qualifizierten Cashflow-Sicherungs-
geschäften im Zusammenhang mit dem Erwerb von
Rohstoffen aus dem Eigenkapital enthalten, Fremdkapital-
kosten sind hingegen nicht enthalten. Die Anschaffungs-
bzw. Herstellungskosten werden den einzelnen Posten
der Vorräte auf der Basis gewogener durchschnittlicher
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zugeordnet. Die
Anschaffungskosten erworbener Vorräte werden nach
Abzug von Rabatten und Preisnachlässen ermittelt. Der
Nettoveräußerungswert bestimmt sich als geschätzter
Verkaufserlös im gewöhnlichen Geschäftsverlauf, abzüglich
der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der
geschätzten zur Veräußerung notwendigen Kosten.
Die Bewertung der Ersatzteile erfolgt zu gewichteten
Durchschnittspreisen.
Zuschüsse aus öffentlicher Hand
Die Zuschüsse aus öffentlicher Hand umfassen Zuschüsse
für Forschung und Entwicklung sowie Investitionsförderungen.
Bis Ende des Geschäftsjahres 2020 wurden Zuschüsse aus
öffentlicher Hand separat als langfristige Schulden in der
Konzernbilanz ausgewiesen und als Erträge über die
Nutzungsdauer des Vermögenswerts (Umsatzerlöse) verteilt.
Ab dem Jahr 2021 werden Zuschüsse aus öffentlicher Hand
für Vermögenswerte vom Buchwert des Vermögenswerts
abgezogen und in der Gewinn- und Verlustrechnung über
die Nutzungsdauer des Vermögenswerts als Reduktion der
Abschreibung (Herstellungskosten) erfasst. Erträge aus
übrigen Zuschüssen aus öffentlicher Hand wurden bis
Ende des Geschäftsjahres 2020 im Betriebsergebnis
(Umsatzerlöse) ausgewiesen. Beginnend mit 2021 werden
diese in den sonstigen Erträgen ausgewiesen.
Rückstellungen
Eine Rückstellung wird für gegenwärtige Verpflichtungen
(rechtlich oder faktisch), die aus Ereignissen aus der
Vergangenheit entstehen, gegenüber Dritten gebildet,
93
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
wenn der Eintritt (Abfluss von Ressourcen zur Erfüllung
dieser Verpflichtung) wahrscheinlich ist und die Höhe der
Inanspruchnahme zuverlässig geschätzt werden kann.
Rückstellungen entsprechen dem Barwert zukünftiger
Zahlungsflüsse. Diese werden mit einem aktuellen Zinssatz
vor Steuern, der die für die Schuld spezifischen Risiken
widerspiegelt, abgezinst. Die Aufzinsung der Rückstellung
wird ertragswirksam als Finanzaufwand erfasst.
Laufende und latente Steuern
Latente Steueransprüche und -schulden werden für jede
Gesellschaft einzeln auf Grundlage der Balance-Sheet-
Liability-Methode gebildet, wobei temporäre Differenzen
zwischen den im Konzernabschluss angesetzten Buchwerten
der Vermögenswerte und Schulden und den steuerrechtlichen
Werten berücksichtigt werden. Latente Steueransprüche
und -schulden werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht
vorliegt, die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche
gegen die Steuerschulden aufzurechnen und die latenten
Steuersalden die gleiche Steuerbehörde betreffen. Tat-
sächliche Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden
werden saldiert, wenn das Unternehmen ein einklagbares
Recht zur Aufrechnung hat und beabsichtigt, einen
Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig
mit der Realisierung der Ansprüche die Verpflichtungen
abzulösen.
Seit 1. Jänner 2021 sind österreichische Borealis-
Gesellschaften Teil der österreichischen OMV Steuergruppe
und die aus Steuerausgleichsvereinbarungen resultierenden
Steuerumlagen werden mit der OMV Aktiengesellschaft
beglichen. Es werden daher Forderungen und Verbind-
lichkeiten der Gruppenmitglieder der Steuergruppe aus
laufender Ertragsteuer nicht mehr in den Bilanzposten
Forderungen/Verbindlichkeiten aus laufender Ertragsteuer
dargestellt, sondern unter kurzfristige sonstige Forderungen
und Vermögenswerte und sonstige Verbindlichkeiten.
Latente Steueransprüche und -schulden werden mit den
zum Realisationszeitpunkt erwarteten Steuersätzen und
auf Grundlage der zum Bilanzstichtag gültigen bzw.
verabschiedeten steuerlichen Vorschriften berechnet.
Latente Steueransprüche werden maximal in der Höhe
angesetzt, in der zukünftig zu versteuernde Gewinne
wahrscheinlich sind, für die temporäre Differenzen sowie
nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge verwendet
werden können. Der Planungshorizont hierzu beträgt fünf
Jahre auf Basis eines Business-Plans für fünf Jahre.
Im Falle einer Verlusthistorie in der jüngeren Vergangenheit
werden zukünftige latente Steueransprüche aus ungenutzten
steuerlichen Verlusten oder ungenutzten Steuergutschriften
nur in dem Maße bilanziert, als über ausreichende zu
versteuernde temporäre Differenzen verfügt wird oder soweit
überzeugende substanzielle Hinweise dafür vorliegen, dass
ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung
stehen wird, gegen das die ungenutzten steuerlichen
Verluste oder ungenutzten Steuergutschriften verwendet
werden können.
Latente Steueransprüche werden zu jedem Bilanzstichtag
überprüft und nur bis zu der Höhe angesetzt, zu der es
wahrscheinlich ist, dass diese realisiert werden.
Unsichere Steuerposten, wie zum Beispiel Steuerkontroversen,
werden mit dem wahrscheinlichsten Ergebnis angesetzt. Das
wahrscheinlichste Ergebnis ist das einzelne wahrscheinlichste
Ergebnis unter Berücksichtigung der verschiedenen
realistischen Möglichkeiten. Die Einschätzung unsicherer
Steuerpositionen erfolgt auf Einzelfallbasis.
Rücklagen
Das konsolidierte Eigenkapital enthält Rücklagen für noch
nicht realisierte Währungsdifferenzen in Zusammenhang
mit der Absicherung von Nettoinvestitionen in ausländische
Geschäftsbetriebe einschließlich Absicherungen von
monetären Posten, die als Teil von Nettoinvestitionen
behandelt werden, sowie für Währungsdifferenzen in
Zusammenhang mit der Umrechnung von Abschlüssen
ausländischer Geschäftsbetriebe. Die Rücklage aus der
Bewertung von Sicherungsgeschäften dient der Anpassung
des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten, die
zu Sicherungszwecken gehalten werden. Die Rücklage
für versicherungsmathematische Gewinne/Verluste wird
ebenfalls im Eigenkapital dargestellt und enthält die
versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus
leistungsorientierten Versorgungsplänen für Arbeitnehmer.
Leistungen an Arbeitnehmer
Beitragsorientierte Pläne
Beitragsverpflichtungen für beitragsorientierte Pläne werden
periodengerecht als Aufwand in der Gewinn- und Verlust-
rechnung erfasst.
Für beitragsorientierte Pensionspläne werden auf gesetz-
licher, vertraglicher oder freiwilliger Basis Einzahlungen in
öffentliche oder private Pensionskassen geleistet. Über die
94
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
bereits geleisteten Zahlungen hinaus bestehen für den
Konzern keine weiteren monetären Verpflichtungen. Im
Zeitpunkt ihrer Fälligkeit werden die Zahlungen als Personal-
aufwendungen erfasst. Vorauszahlungen an Pensionskassen
werden als Aktivposten erfasst, sofern ein Rückzahlungs-
oder Reduktionsanspruch auf zukünftige Einzahlungen
besteht.
Leistungsorientierte Pläne
Der Gesamtbetrag der Verpflichtungen für leistungsorientierte
Pensionspläne sowie Pläne für andere Leistungen nach
Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird für jeden Plan
separat ermittelt, indem die von den Arbeitnehmern in der
laufenden Periode und in den Vorperioden erworbenen
zukünftigen Ansprüche nach versicherungsmathematischen
Methoden errechnet werden. Die zukünftigen leistungs-
orientierten Verpflichtungen werden auf den Barwert
abgezinst und der beizulegende Zeitwert eines vorhandenen
Planvermögens davon abgezogen. Die Berechnung wird
mittels Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-
Credit-Methode) von einem qualifizierten Versicherungs-
mathematiker durchgeführt.
Der Diskontierungszinssatz, der in den versicherungs-
mathematischen Berechnungen Anwendung findet, wird
unter Bezug auf langfristige Renditen von Unternehmens-
anleihen mit AA-Ratings festgelegt. In Ländern, in denen
kein ausreichend liquider Markt für mit AA bewertete
Unternehmensanleihen existiert, werden Renditen von
Staatsanleihen herangezogen.
Im Konzern gibt es folgende Pläne: leistungsorientierte
Pensionspläne, über das Ende des Arbeitsverhältnisses
hinausgehende Pläne zur Sicherstellung medizinischer
Versorgung, Abfertigungen sowie andere langfristige
Arbeitnehmerpläne. Der Verpflichtung für bestehende
Pensionspläne wird sowohl über Rückstellungen als
auch über Zahlungen an einen Pensionsfonds Rechnung
getragen. Die Deckung (Planvermögen) erfolgt vorwiegend
über Versicherungen.
Die Parameter der Pensionspläne variieren von Land zu
Land. Die Pensionspläne sind teils offen, teils geschlossen
ausgestaltet. Weiters gibt es Pensionspläne mit und ohne
Beitragspflicht.
Pläne zur Sicherstellung medizinischer Versorgung über das
Ende des Arbeitsverhältnisses hinaus beinhalten im
Wesentlichen die Kosten für pensionierte Mitarbeiter
belgischer Gesellschaften. Diese sind nicht beitragspflichtig
ausgestaltet und gegenüber neuem Anspruchserwerb
geschlossen. Die zu erwartenden Aufwendungen für diese
Ansprüche werden analog zu den leistungsorientierten
Pensionsplänen berücksichtigt und über die Laufzeit des
Arbeitsverhältnisses verteilt.
Abfertigungspläne betreffen die österreichischen Mitarbeiter,
deren Beschäftigungsverhältnis vor dem 1. Jänner 2003
begonnen hat. Diese Mitarbeiter haben Anspruch auf
Abfertigungszahlungen im Falle von Kündigungen
beziehungsweise bei Pensionsantritt.
Darüber hinaus gibt es Abfertigungspläne in Italien und den
Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Höhe der Ansprüche
richtet sich nach den Dienstjahren sowie dem Gehaltsniveau
des jeweiligen Mitarbeiters. Diese Abfertigungspläne sind
nicht beitragspflichtig und nicht fondsfinanziert.
Andere langfristige Arbeitnehmerpläne beinhalten Jubiläums-
gelder und Vorruhestandsregelungen. Jubiläumsgeldpläne
gewähren den Mitarbeitern bei Erreichung einer vordefinierten
Anzahl an Dienstjahren einen Anspruch auf Leistungen
in Form einer Zahlung und/oder zusätzlichen, bezahlten
Urlaub. Diese Pläne sind nicht beitragspflichtig und nicht
fondsfinanziert.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste für
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
werden im sonstigen Ergebnis der Gesamtergebnisrechnung
erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
für andere langfristige Leistungen werden in der Gewinn-
und Verlustrechnung erfasst.
Der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand wird sofort
über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der aus den
leistungsorientierten Plänen resultierende Netto-Zinsaufwand
wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als Teil
des Betriebsergebnisses ausgewiesen.
Beizulegender Zeitwert
Der beizulegende Zeitwert ist jener Betrag, der im Zuge
eines geordneten Geschäftsvorfalls unter Marktteilnehmern
am Bemessungsstichtag beim Verkauf eines Vermögens-
werts erhalten werden würde oder bei Übertragung einer
Schuld zu zahlen wäre. Die Bewertung zum beizulegenden
Zeitwert basiert auf der Voraussetzung, dass der
95
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Geschäftsvorfall des Verkaufs eines Vermögenswerts oder die
Übertragung einer Schuld auf einem aktiven Markt bzw. –
sofern kein aktiver Markt besteht – auf dem vorteilhaftes-
ten Markt abgewickelt wird.
Sowohl der aktive als auch der vorteilhafteste Markt
müssen dem Konzern zugänglich sein. Ein Unternehmen
berücksichtigt die Charakteristika des zu bemessenden
Vermögenswerts bzw. der zu bemessenden Schuld, die ein
Marktteilnehmer bei der Bepreisung des Vermögenswerts
bzw. der Schuld am Bemessungsstichtag berücksichtigen
würde. Für die Bewertung von nicht-finanziellen Vermögens-
werten gilt die Bewertungsprämisse, die für die Bewertung
sachgerecht ist (im Einklang mit der höchsten und besten
Verwendung).
Der Konzern wendet Bewertungsverfahren an, die im
jeweiligen Umstand sachgerecht sind und für die ausreichend
Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur
Verfügung stehen, wobei die Verwendung relevanter
beobachtbarer Inputfaktoren maximiert und jene nicht
beobachtbarer Inputfaktoren minimiert wird.
Für alle Vermögenswerte und Schulden, die auf wieder-
kehrender Basis zum beizulegenden Zeitwert bewertet
werden, legt der Konzern fest, ob Übertragungen zwischen
den Hierarchiestufen erfolgt sind. Dies erfolgt durch eine
Überprüfung der Klassifizierung am Ende jeder Berichts-
periode auf Basis des am niedrigsten eingestuften Input-
faktors, der für die gesamte Bemessung von Bedeutung ist.
Um den Angabeanforderungen im Zusammenhang mit dem
beizulegenden Zeitwert zu entsprechen, hat der Konzern
Klassifizierungen der Vermögenswerte und Schulden auf
Basis ihrer Charakteristika und Risiken sowie auf Basis
der beschriebenen Fair-Value-Hierarchie vorgenommen.
Weiterführende Informationen können der Anhangangabe
28 entnommen werden.
Finanzinstrumente
Ansatz und Ausbuchung
Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten
werden am Handelstag bilanziell erfasst, an dem der
Konzern Vertragspartei des Finanzinstruments wird.
Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn das
vertragliche Anrecht auf Cashflows aus dem finanziellen
Vermögenswert ausläuft oder wenn der finanzielle
Vermögenswert und im Wesentlichen alle damit verbundenen
Chancen und Risiken übertragen werden. Eine finanzielle
Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn sie getilgt, beglichen
oder aufgehoben wird bzw. ausläuft.
Klassifizierung und Bewertung beim erstmaligen Ansatz
von finanziellen Vermögenswerten
Mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponente, die
entsprechend IFRS 15 mit dem Transaktionspreis bewertet
werden, erfolgt bei finanziellen Vermögenswerten der
erstmalige Ansatz zum beizulegenden Zeitwert. Für alle
finanziellen Vermögenswerte, deren Folgebewertung nicht
zum beizulegenden Zeitwert erfolgt, wird der beizulegende
Zeitwert beim erstmaligen Ansatz um (vorhandene) Trans-
aktionskosten korrigiert. Mit Ausnahme jener finanziellen
Vermögenswerte, die als Sicherungsinstrumente designiert
und im Rahmen eines Sicherungsgeschäfts wirksam sind,
werden finanzielle Vermögenswerte in folgende Kategorien
eingeteilt bzw. entsprechend bewertet:
– zu fortgeführten Anschaffungskosten;
– erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value
through Profit or Loss; FVPL);
– erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (über
das sonstige Ergebnis, Fair Value through Other
Comprehensive Income; FVOCI).
Die Klassifizierung erfolgt auf Grundlage:
– des Geschäftsmodells des Unternehmens zur Steuerung
finanzieller Vermögenswerte sowie
– der Eigenschaften der vertraglichen Cashflows der
finanziellen Vermögenswerte.
Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet werden
Finanzielle Vermögenswerte werden zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet, wenn sie die beiden folgenden
Bedingungen erfüllen (und nicht als „erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert” designiert werden):
– sie werden im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten,
dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögens-
werte zur Vereinnahmung der vertraglichen Cashflows zu
halten;
– die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögens-
werts führen zu Cashflows, die ausschließlich Tilgungs-
und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag
darstellen (Solely Payment of Principal and Interest;
SPPI-Kriterium).
96
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Die Folgebewertung dieser erfolgt zu fortgeführten
Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektiv-
zinsmethode. Im Falle von Unwesentlichkeit wird von einer
Abzinsung abgesehen. In diese Kategorie fallen Zahlungs-
mittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen (mit Ausnahme jener im
Factoring-Programm) und Teile der sonstigen Forderungen.
Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertet werden (FVPL)
Finanzielle Vermögenswerte, die weder zur Vereinnahmung
von vertraglichen Cashflows gehalten noch zur Vereinnahmung
von vertraglichen Cashflows oder zum Verkauf gehalten
werden, werden als „erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertet“ gehalten. Darüber hinaus werden –
unabhängig vom Geschäftsmodell – finanzielle Vermögens-
werte jedenfalls erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertet, wenn die vertraglichen Cashflows nicht aus-
schließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den
ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.
Derivative Finanzinstrumente, bei denen die Bilanzierung
von Sicherungsgeschäften nicht zur Anwendung kommt,
fallen in diese Kategorie.
Im Konzern gibt es einen bestimmten Teil von Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen, die Gegenstand von
Factoring sind. Dieser Forderungsbestand entspricht
dem Geschäftsmodell, die finanziellen Vermögenswerte
zu verkaufen, und wird daher erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet.
In diese Kategorie fallen auch Eigenkapitalinstrumente.
Eigenkapitalinstrumente werden entweder als FVPL oder
als FVOCI bewertet. Bis Ende des Geschäftsjahres 2020
hat der Konzern unwiderruflich die Wahl getroffen, alle
nicht-börsennotierten Eigenkapitalinstrumente als FVPL
zu bewerten.
Darüber hinaus enthält diese Kategorie börsennotierte
Wertpapiere und Anleihen, die als Schuldinstrumente
eingestuft werden. Als solche erfüllen börsennotierte
Wertpapiere und Anleihen nicht das Kriterium ausschließlicher
Zahlungen für Tilgung und Zinsen zu bestimmten Zeitpunkten
(SPPI-Kriterium) und sind daher erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert zu bewerten.
Die Vermögenswerte in dieser Kategorie werden zum
beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei die Gewinne und
Verluste in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst
werden. Die beizulegenden Zeitwerte dieser Kategorie
bestimmen sich durch Transaktionen auf einem aktiven
Markt oder, wo kein aktiver Markt besteht, durch die
Anwendung von Bewertungstechniken.
Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden
Zeitwert bewertet werden (FVOCI)
Diese Kategorie enthält Eigenkapitalinstrumente. Seit
1. Jänner 2021 werden alle neuen nicht-börsennotierten
Eigenkapitalinstrumente, die mit einer strategischen
Zielsetzung und nicht zu Handelszwecken gehalten werden,
als FVOCI klassifiziert. Gewinne und Verluste aus zum FVOCI
bewerteten Eigenkapitalinstrumenten werden niemals in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert (recycelt) und
unterliegen keiner Wertminderungsüberprüfung. Dividenden
werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei
denn, die Dividende stellt eine Deckung eines Teils der
Kosten des Eigenkapitalinstruments dar.
Wertminderung finanzieller Vermögenswerte
Drei Arten von finanziellen Vermögenswerten des Konzerns
fallen in die Erfassung erwarteter Kreditverluste („Expected
Credit Loss“ – ECL) nach IFRS 9:
– Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (mit
Ausnahme derer, die als zum Verkauf klassifiziert sind)
sowie Vertragsvermögenswerte;
– Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente;
– Schuldinstrumente bewertet zu fortgeführten
Anschaffungskosten.
Zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste (ECL) wird
unterschieden zwischen:
– Finanzinstrumenten, deren Ausfallrisiko seit der
Ersterfassung nicht wesentlich gestiegen ist
(„Stufe 1 – erwartete 12-Monats-Kreditverluste“);
– Finanzinstrumenten, deren Ausfallrisiko seit der
Ersterfassung wesentlich gestiegen ist („Stufe 2 –
über die Laufzeit erwartete Kreditverluste“).
97
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
„Stufe 3“ bezieht sich auf finanzielle Vermögenswerte mit
objektivem Hinweis auf eine Wertminderung zum Bilanz-
stichtag (in der Bonität beeinträchtigte finanzielle
Vermögenswerte – „credit-impaired“).
Erwartete Kreditverluste sind eine wahrscheinlichkeits-
gewichtete Schätzung der Kreditverluste. Kreditverluste
werden als Barwert aller Zahlungsausfälle (d. h. die
Differenz zwischen den Cashflows, die vertragsbedingt
geschuldet werden, und den Cashflows, die der Konzern
voraussichtlich einnimmt) bemessen.
Die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste („Lifetime
ECLs“) sind die erwarteten Kreditverluste aus allen etwaigen
Ausfällen über die Restlaufzeit eines Finanzinstruments.
Die erwarteten 12-Monats-Kreditverluste („12-month
ECLs“) sind jener Teil der erwarteten Kreditverluste aus
allen Ausfällen, die innerhalb von 12 Monaten nach dem
Bilanzstichtag möglich sind.
Zu jedem Bilanzstichtag überprüft der Konzern, ob finanzielle
Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertet werden, objektiv wertgemindert sind. Die Bonität
eines finanziellen Vermögenswerts ist dann beeinträchtigt
(„credit-impaired“), wenn ein oder mehrere Ereignisse
stattgefunden haben, die eine nachteilige Wirkung auf die
erwarteten zukünftigen Cashflows des finanziellen
Vermögenswerts aufzeigen.
Als Nachweis für einen in der Bonität beeinträchtigten
finanziellen Vermögenswert dienen folgende beobachtbare
Daten:
– erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners
oder Emittenten;
– ein Vertragsbruch wie ein Zahlungsausfall oder -verzug
über mehr als 90 Tage;
– die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner in
Insolvenz oder andere Sanierungsverfahren geht.
Die Abschreibung eines finanziellen Vermögenswerts erfolgt,
wenn nach angemessener Einschätzung nicht davon aus-
gegangen werden kann, dass die vertraglich vereinbarten
Cashflows realisierbar sind, wie zum Beispiel im Insolvenzfall.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie
Vertragsvermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie
Vertragsvermögenswerte werden nach dem vereinfachten
Ansatz beurteilt, der nicht zwischen den erwarteten
12-Monats-Kreditverlusten und den erwarteten Kredit-
verlusten über die Laufzeit unterscheidet. Vielmehr werden
für alle Vermögenswerte die erwarteten Kreditverluste über
die Restlaufzeit herangezogen. Der Konzern unterscheidet
zwischen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die
bis zu 90 Tage und über 90 Tage überfällig sind. Für jene
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die bis zu
90 Tage überfällig sind, errechnet der Konzern die erwarteten
Kreditverluste anhand externer oder interner Ratings und der
entsprechenden Ausfallwahrscheinlichkeiten. Verfügbare
zukunftsgerichtete Informationen werden berücksichtigt,
falls sie eine wesentliche Auswirkung auf die erfasste
Wertberichtigung haben. Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen, die mehr als 90 Tage überfällig sind, werden
einzeln beurteilt und falls notwendig wertgemindert („credit-
impaired“). Weiterführende Informationen zur Kreditrisiko-
steuerung können der Anhangangabe 27 entnommen werden.
Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertet werden, vermindern den Bruttobuchwert der
Vermögenswerte und werden in den Vertriebskosten in
der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Auch wenn für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
die Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 anzuwenden
sind, wurde basierend auf dem allgemeinen Ansatz lediglich
eine unwesentliche Wertminderung identifiziert.
Schuldinstrumente bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten
Für jene Schuldinstrumente des Konzerns, die zu fort-
geführten Anschaffungskosten bewertet werden, wird von
einem geringen Ausfallrisiko ausgegangen. Daher wurde die
während der Berichtsperiode erfasste Wertberichtigung auf
die erwarteten 12-Monats-Kreditverluste begrenzt. Von einem
geringen Ausfallrisiko für Schuldinstrumente wird dann
ausgegangen, wenn ein geringes Risiko eines Kreditausfalls
besteht und der Schuldner problemlos zur Erfüllung seiner
kurzfristigen vertraglichen Verpflichtungen in der Lage ist.
Auf dieser Grundlage wurde basierend auf dem allgemeinen
Ansatz nur eine unwesentliche Wertminderung ermittelt. Falls
98
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Für die im Konzernabschluss dargestellten Perioden liegen
keine Fair-Value-Hedges vor und es werden keine Derivate
zur Absicherung einer Nettoinvestition verwendet.
Zu Beginn der Sicherungsbeziehung dokumentiert der Konzern
die Sicherungsbeziehung zwischen dem gesicherten Grund-
geschäft und dem Sicherungsinstrument mit der Einschätzung,
ob die Veränderungen der Cashflows des Grundgeschäfts
durch die Veränderungen der Cashflows des Sicherungs-
instruments ausgeglichen werden. Der Konzern dokumentiert
weiters die Risikomanagementzielsetzungen und -strate-
gien, die er im Hinblick auf die Absicherung verfolgt. Eine
Sicherungsbeziehung erfüllt nur dann die Anforderungen
für die Bilanzierung von zulässigen Sicherungsgeschäften,
wenn alle nachfolgenden Kriterien erfüllt sind:
– zwischen dem gesicherten Grundgeschäft und dem
Sicherungsinstrument liegt eine wirtschaftliche
Beziehung vor;
– die Auswirkung des Ausfallrisikos hat keinen dominanten
Einfluss auf die Wertänderungen, die sich aus dieser
wirtschaftlichen Beziehung ergeben;
– die Sicherungsquote der Sicherungsbeziehung entspricht
der Sicherungsquote, die aus dem Volumen des vom
Unternehmen tatsächlich gesicherten Grundgeschäfts und
dem Volumen des Sicherungsinstruments resultiert, das
vom Unternehmen zur Absicherung dieses Volumens des
gesicherten Grundgeschäfts tatsächlich eingesetzt wird.
Absicherung von Zahlungsströmen (Cashflow-Hedge)
Wird ein Derivat als Cashflow-Hedge-Instrument designiert,
werden für den Teil, der als wirksame Absicherung bestimmt
wird, die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im
sonstigen Ergebnis erfasst und in der Rücklage aus der
Bewertung von Sicherungsinstrumenten kumuliert. Die
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts für den Teil einer
wirksamen Absicherung, der im sonstigen Ergebnis erfasst
wird, sind mit den kumulierten Änderungen des beizulegenden
Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts seit Absicherungs-
beginn begrenzt. Für jenen Teil des Derivats, der als
unwirksame Absicherung zu qualifizieren ist, sind die
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts sofort erfolgs-
wirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung zu bilanzieren.
Der Konzern designiert die gesamten Veränderungen des
beizulegenden Zeitwerts von Devisentermingeschäften als
Sicherungsinstrument in Cashflow-Hedges.
es objektive Hinweise auf Wertminderung gibt, werden Schuld-
instrumente individuell wertgemindert („credit-impaired“).
Für weitere Informationen siehe Anhangangabe 27.
Klassifizierung und Bewertung von finanziellen
Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei erstmaligem
Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Sofern
anwendbar, erfolgt ein Ansatz der Transaktionskosten, es
sei denn, eine finanzielle Verbindlichkeit wird im Konzern
als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL)
zu bewerten designiert. Folglich werden finanzielle
Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten
nach der Effektivzinsmethode bewertet, mit Ausnahme von
Derivaten, deren Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
erfolgswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung
erfasst werden (außer derivativen Finanzinstrumenten, die
als wirksame Sicherungsinstrumente eingesetzt werden).
Sämtliche zinsbasierten Belastungen sowie – sofern
anwendbar – Änderungen im beizulegenden Zeitwert, die
erfolgswirksam erfasst werden, werden unter Finanzer-
trag/-aufwand ausgewiesen.
Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen
Finanzverbindlichkeiten, Leasingverbindlichkeiten,
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Teile
sonstiger Verbindlichkeiten und derivative Finanzinstrumente.
Derivate und Sicherungsgeschäfte
Derivate werden erstmalig mit dem beizulegenden Zeitwert
im Zeitpunkt des Abschlusses des Derivatkontrakts erfasst
und in der Folge an jedem Abschlussstichtag zum beizu-
legenden Zeitwert bewertet. Die Folgebewertung eines
Derivats hängt davon ab, ob es als Sicherungsinstrument
bestimmt wird, und, wenn dies der Fall ist, von der Art des
zugrundeliegenden Sicherungsgeschäfts. Der Konzern
bestimmt Derivate entweder als:
– Absicherung des beizulegenden Zeitwerts eines bilanziellen
Vermögenswerts, einer bilanziellen Verbindlichkeit oder
einer bilanzunwirksamen festen Verpflichtung (Fair-
Value-Hedge);
– Absicherung eines bestimmten Risikos im Zusammenhang
mit Zahlungsströmen, die mit bilanzierten Vermögenswerten
und Schulden und hochwahrscheinlich erwarteten
Transaktionen verbunden sind (Cashflow-Hedge); oder
– Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen
Geschäftsbetrieb (Net-Investment-Hedge).
99
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Zum Bilanzstichtag weist Borealis einige Devisentermin-
geschäfte, jedoch keine offenen Devisenoptionen aus.
Wenn eine abgesicherte erwartete Transaktion später zum
Ansatz eines nicht-finanziellen Vermögenswerts, wie zum
Beispiel Vorräte, führt, ist der Betrag aus der Rücklage aus
der Bewertung von Sicherungsinstrumenten auszubuchen und
zum Zeitpunkt der Erfassung des nicht-finanziellen Vermögens-
werts direkt in die erstmaligen Kosten einzubeziehen.
Bei allen anderen abgesicherten erwarteten Transaktionen ist
der Betrag aus der Rücklage aus der Bewertung von Sicherungs-
instrumenten in derselben Periode bzw. denselben Perioden, in
der bzw. denen die abgesicherten erwarteten Cashflows erfolgs-
wirksam werden, als Umgliederungsbetrag aus dem Eigen-
kapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern.
Wenn ein Sicherungsgeschäft die Kriterien zur Erfassung
wirksamer Sicherungsgeschäfte nicht länger erfüllt oder
das Sicherungsinstrument verkauft, beendet oder ausgeübt
wird bzw. ausläuft, endet die Bilanzierung von Sicherungs-
geschäften. Wird die Bilanzierung von Cashflow-Hedges
beendet, bleibt der Betrag, der in der Rücklage aus der
Bewertung von Sicherungsinstrumenten kumuliert wurde,
entweder im Eigenkapital bestehen, bis er für eine Trans-
aktion, die zum Ansatz eines nicht-finanziellen Vermögens-
werts führt, im Zeitpunkt der Erfassung des nicht-finanziellen
Vermögenswerts in die erstmaligen Kosten einzubeziehen
ist, oder wird bei anderen Cashflow-Hedges in derselben
Periode oder denselben Perioden, in der bzw. denen die
abgesicherten Cashflows erfolgswirksam werden, als
Umgliederungsbetrag aus dem Eigenkapital in die Gewinn-
und Verlustrechnung umgegliedert.
Wenn nicht länger erwartet wird, dass die abgesicherten
zukünftigen Cashflows eintreten, ist der Betrag, der in der
Rücklage aus der Bewertung von Sicherungsinstrumenten
kumuliert wurde, sofort in die Gewinn- und Verlustrechnung
umzugliedern.
Absicherung einer Nettoinvestition (Net-Investment-Hedge)
Die Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen
Geschäftsbetrieb ist in ähnlicher Weise wie die Cashflow-
Hedges zu bilanzieren.
Der Teil des Gewinns oder Verlusts aus dem Sicherungs-
instrument, der als wirksame Absicherung ermittelt wird, ist
im sonstigen Ergebnis zu erfassen und in der Rücklage aus
Währungsdifferenzen zu kumulieren. Der unwirksame Teil
ist sofort erfolgswirksam über die Gewinn- und Verlust-
rechnung zu erfassen. Gewinne und Verluste, die im
Eigenkapital kumuliert wurden, sind bei der Veräußerung
oder teilweisen Veräußerung des ausländischen Geschäfts-
betriebs in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern.
Derivate, die sich nicht für Sicherungsmaßnahmen eignen
Einige derivative Instrumente eignen sich nicht für Sicherungs-
maßnahmen. Veränderungen ihrer beizulegenden Zeitwerte
werden sofort über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Saldierung von Finanzinstrumenten
Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten
können aufgerechnet und der saldierte Wert im Konzern-
abschluss ausgewiesen werden, wenn zum gegenwärtigen
Zeitpunkt ein Rechtsanspruch darauf besteht, die erfassten
Beträge miteinander zu verrechnen, und wenn die Absicht
besteht, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbei-
zuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden
Vermögenswerts die zugehörige Verbindlichkeit glattzustellen.
Cashflow-Rechnung
Die konsolidierte Cashflow-Rechnung zeigt die Konzern-
Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit, aus der Investitions-
tätigkeit und aus der Finanzierungstätigkeit. Der Cashflow
aus der betrieblichen Tätigkeit wird nach der direkten
Methode berechnet. Der Cashflow aus der Investitions-
tätigkeit umfasst die Cashflows aus dem Erwerb und der
Veräußerung von Geschäftsbetrieben sowie dem Erwerb
und der Veräußerung von Sachanlagen, immateriellen
Vermögenswerten und finanziellen Vermögenswerten.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beinhaltet
Veränderungen des Konzern-Grundkapitals sowie von
Krediten, Tilgungen verzinslicher Schulden und Dividenden-
zahlungen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
umfassen Bargeld und Bankeinlagen.
Segmentberichterstattung
Ein Geschäftssegment ist ein Unternehmensbestandteil,
der Geschäftstätigkeiten betreibt, mit denen Umsatzerlöse
erwirtschaftet werden und bei denen Aufwendungen
anfallen können. Die Betriebsergebnisse werden regelmäßig
vom Vorstand (verantwortliche Unternehmensinstanz)
im Hinblick auf Entscheidungen über die Allokation von
Ressourcen zu diesem Segment und die Bewertung seiner
Ertragskraft überprüft. Es liegen separate Finanz-
informationen vor (berichtspflichtiges Segment).
100
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Darüber hinaus basiert ein geografisches Segment auf
Risiken und Chancen eines bestimmten wirtschaftlichen
Umfelds (geografische Region). Der Vorstand hat sich
entschieden, neben den Geschäftssegmenten die Umsatz-
erlöse auch nach geografischen Segmenten darzustellen.
Der Vorstand hat drei Segmente identifiziert, über die zu
berichten ist:
Polyolefine – in diesem Geschäftssegment werden
Polyolefin produkte hergestellt und vermarktet. Auch
wenn die operativen Bereiche Mobilität, Energie, Konsum-
güter, Infrastruktur, fortschrittliche Produkte und Business
Development separate Berichte über ihre Leistungen bereit-
stellen, wurden diese in ein Berichtssegment aggregiert, da
sie ähnliche langfristige Wachstumsraten und eine ähnliche
Rohmaterial-Ökonomie aufweisen und des Weiteren
Ähnlichkeiten in anderen Aspekten aufweisen, welche
vom entsprechenden Standard gefordert werden.
Basischemikalien – Borealis produziert und vermarktet
eine breite Palette an Basischemikalien wie Phenol,
Aceton, Ethylen und Propylen. Die Geschäftstätigkeiten
sind organisatorisch im operativen Bereich Kohlenwasser-
stoffe & Energie gebündelt.
Überarbeitungen von IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4
und IFRS 16: Reform der Referenzzinssätze – Phase 2
Als Folge der Finanzkrise hat bei globalen Regulatoren
der Ersatz der Referenzzinssätze wie LIBOR und anderer
Interbanken-Zinssätze (IBORs) an Bedeutung gewonnen. Der
IASB hat das Projekt in zwei Phasen unterteilt und befasste
sich mit möglichen Erleichterungen im Zusammenhang mit
Auswirkungen durch die Reform der Referenzzinssätze
(IBOR-Reform).
Borealis NITRO – Borealis ist auch in der Produktion und
Vermarktung von Pflanzennährstoffen, Melamin und
technischen Stickstoffprodukten tätig. Diese Aktivitäten
werden von zwei operativen Bereichen durchgeführt –
Pflanzennährstoffe und Melamin. Pflanzennährstoffe und
Melamin stellen separate Berichte über ihre Leistungen bereit.
Aufgrund vergleichbarer ökonomischer Charakteristika wie
auch der Größe von Melamin, die unter den relevanten Grenz-
werten liegt, wurden beide in ein Berichtssegment aggregiert.
Alle weiteren Bereiche – Zentrale Funktionen, Mittlerer Osten
und Asien sowie Forschung und Entwicklung – sind keine
berichtspflichtigen Segmente, da sie entweder nur Ergebnisse
von assoziierten Unternehmen enthalten oder keine separate
Berichterstattung an den Vorstand erfolgt. Die Ergebnisse
dieser Bereiche sind in der Segment berichterstattung
(Anhangangabe 1) in der Spalte „Andere“ enthalten.
Neue Rechnungslegungsstandards
Neue und überarbeitete Standards, die von Borealis
übernommen wurden
Im Jahr 2021 traten folgende überarbeitete Rechnungslegungs-
standards in Kraft und wurden von Borealis übernommen.
Diese sind anwendbar für Geschäftsjahre, die am oder
nach dem angegebenen Datum beginnen (wie von der
EU übernommen):
Im Vorjahr wurden von Borealis die Überarbeitungen der
Phase 1 übernommen. Die Überarbeitungen der Phase 1
wurden im September 2019 veröffentlicht und bringen
vorübergehende Erleichterungen bei der Anwendung
bestimmter Bilanzierungsvorschriften von Sicherungs-
geschäften, die von der IBOR-Reform betroffen sind. Borealis
wird die Überarbeitungen der Phase 1 weiterhin anwenden,
bis die Unsicherheiten, die sich durch die Reform der
Referenzzinssätze ergeben, nicht mehr vorliegen.
Standards
Zeitpunkt des Inkraft-
tretens seitens IASB
Zeitpunkt des Inkraft-
tretens seitens EU
Überarbeitete Standards
IFRS 16 Auf die COVID-19-Pandemie bezogene Mietkonzessionen
nach dem 30. Juni 2021
1. April 2021 1. April 2021
IFRS 9, IAS 39,
IFRS 7, IFRS 4
und IFRS 16
Reform der Referenzzinssätze – Phase 2 1. Jänner 2021 1. Jänner 2021
IFRS 4 Versicherungsverträge - Verschiebung von IFRS 9 1. Jänner 2021 1. Jänner 2021
101
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Im laufenden Geschäftsjahr wurden von Borealis die
Überarbeitungen der Phase 2 übernommen, welche im
August 2020 veröffentlicht wurden. Sie behandeln Frage-
stellungen, die sich während der IBOR- Reform ergeben, wie
etwa die Ablösung eines bestehenden Referenzzinssatzes
durch einen alternativen Zinssatz. Von der Phase 2 sind vor
allem folgende Bereiche betroffen: durch die Reform der
Referenzzinssätze bedingte Änderungen der Basis für die
Ermittlung der vertraglichen Cashflows, Bilanzierung von
Sicherungsgeschäften und Anhangangaben.
Die Überarbeitungen der Phase 2 sind für folgende
Sicherungsbeziehungen und Finanzinstrumente des
Konzerns relevant, die alle nach 2021 fällig sind:
– Zinsswaps, die als Cashflow-Hedge designiert sind und
an den USD-LIBOR gekoppelt sind;
– andere Finanzinstrumente wie gegebene Kredite,
Finanzverbindlichkeiten, derivative Finanzinstrumente,
auf welche die Bilanzierungsvorschriften für Sicherungs-
beziehungen nicht angewendet werden, zugesagte
Kapitaleinlagen und an einen LIBOR (überwiegend
USD-LIBOR, JPY-LIBOR) gekoppelt sind.
Die Anwendung der Überarbeitungen wirkt sich wie folgt auf
den Konzern aus:
– Änderungen der vertraglichen Cashflows: die Basis
für die Ermittlung der vertraglichen Cashflows von
finanziellen Vermögenswerten oder finanziellen
Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten
zu bewerten sind, kann sich durch die IBOR-Reform ändern,
beispielsweise Anpassungen der Vertragsbedingungen,
um den darin festgelegten Referenzzinssatz durch einen
alternativen Referenzzinssatz zu ersetzen. Die Über-
arbeitungen der Phase 2 bieten eine Erleichterung für
derartige Vertragsänderungen als Folge der IBOR-Reform.
Diese Erleichterung ermöglicht, dass Unternehmen diese
Änderungen durch eine Anpassung des Effektivzinssatzes
unter Anwendung der Anleitungen des Paragraphen B5.4.5.
von IFRS 9 ohne Erfassung eines sofortigen Gewinnes
oder Verlustes anwenden. Für das Geschäftsjahr 2021
hat der Konzern diese Erleichterung für die JPY
Finanzverbindlichkeit angewandt.
– Bilanzierung von Sicherungsgeschäften: Wenn die
Überarbeitungen der Phase 1 nicht mehr anwendbar
sind, wird der Konzern seine Designation der Sicherungs-
beziehung entsprechend anpassen, um den aufgrund der
IBOR-Reform erforderlichen Änderungen Rechnung zu
tragen und die Sicherungsdokumentation bis zum Ende
des Geschäftsjahres der Änderungen aktualisieren.
Die Änderungen der Sicherungsdokumentation führen
nicht zu einer Beendigung der Sicherungsbeziehung.
Im Geschäftsjahr wurden vom Konzern noch keine
Änderungen an der Sicherungsdokumentation als Folge
der IBOR-Reform durchgeführt. Zum Zeitpunkt, an dem
die Designation der Sicherungsbeziehung angepasst wird,
gilt der kumulierte Betrag in der Rücklage aus der
Bewertung von Sicherungsgeschäften als auf dem
alternativen Referenzzinssatz basierend.
– Zusätzliche Anhangangaben sind erforderlich, um den
Abschlussadressaten einen Einblick in die Auswirkungen
der Reform der Referenzzinssätze auf die Finanzinstrumente
und die Risikomanagementstrategie des Unternehmens
zu geben. Weiterführende Informationen können der
Anhangangabe 24. Zinsrisiko entnommen werden, dort
finden sich auch Informationen zur IBOR-Reform bezogen
auf Borealis.
Sonstige überarbeitete Standards
Die weiteren oben angeführten geänderten Rechnungslegungs-
standards wurden im Konzernabschluss angewendet und
führten zu keinen wesentlichen Auswirkungen auf die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
Neue und überarbeitete Standards, die noch nicht
anwendbar sind
Einige neue und überarbeitete Standards wurden bereits
herausgegeben, sind jedoch noch nicht anwendbar (wie von
der EU übernommen). Borealis wird diese Standards zum
Zeitpunkt des Inkrafttretens anwenden. Anwendbar bedeutet
anwendbar für Geschäftsjahre, die am oder nach dem
angegebenen Datum beginnen (wie von der EU übernommen).
Aus den Änderungen der Standards werden keine wesent-
lichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.
102
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Standards
Zeitpunkt des Inkraft-
tretens seitens IASB
Zeitpunkt des Inkraft-
tretens seitens EU
Neue Standards
IFRS 17 Versicherungsverträge 1. Jänner 2023 1. Jänner 2023
Überarbeitete Standards
IAS 37 Belastende Verträge – Vertragserfüllungskosten 1. Jänner 2022 1. Jänner 2022
IFRS 1, IFRS 9,
IFRS 16 und IAS 41
Jährliche Verbesserungen an den IFRS – Zyklus 2018 bis 2020 1. Jänner 2022 1. Jänner 2022
IAS 16 Erzielung von Erlösen vor Versetzung in betriebsbereiten Zustand 1. Jänner 2022 1. Jänner 2022
IFRS 3 Verweise auf das Rahmenkozept in IFRS-Standards 1. Jänner 2022 1. Jänner 2022
IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig 1. Jänner 2023
IAS 1 und IFRS-
Leitliniendokument 2
Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 1. Jänner 2023
IAS 8 Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen 1. Jänner 2023
IAS 12 Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen,
die aus einer einzigen Transaktion entstehen
1. Jänner 2023
IFRS 17 Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen 1. Jänner 2023
Beträge
Sämtliche Beträge werden in Tausend EUR (TEUR)
ausgewiesen, sofern nicht anders angegeben. Beträge in
Klammern beziehen sich auf das Vorjahr.
Rückwirkende Anpassungen
Die Vergleichsinformationen in der Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung und in der Konzernbilanz wurden
hinsichtlich folgender Punkte rückwirkend angepasst:
Forschungs- und Entwicklungskosten
Im Jahr 2021 stellte das Unternehmen fest, dass bestimmte
Ausgaben der Innovations - und Technologieorganisation
von Borealis regelmäßig als Forschungs- und Entwicklungs-
kosten dargestellt wurden, wohingegen diese aber nicht
direkt auf solche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten
zurück zuführen sind, wie sie von IAS 38.127 definiert werden.
Der auf Herstellungskosten umzugliedernde Gesamt -
betrag für das Jahr 2020 betrug TEUR -113.143 (davon
TEUR -57.707 Abschreibungen und Wertminderungen).
Gleichzeitig enthielten die Herstellungskosten eine
Reduktion im Zusammenhang mit der Aktivierung von
Forschungs- und Entwicklungskosten für selbst geschaffene
immaterielle Vermögenswerte. Die auf Forschungs- und
Entwicklungs kosten umzugliedernde Gesamtreduktion
für das Jahr 2020 betrug TEUR 29.397.
Fremdwährungsgewinne und -verluste
Bis zum Ende des Jahres 2020 wurden alle realisierten
und unrealisierten Fremdwährungsgewinne und -verluste im
Finanzergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Ab dem Jahr 2021 werden Fremdwährungsgewinne und
-verluste, die im Zusammenhang mit dem Umlaufvermögen
stehen, als Teil des Betriebsergebnisses erfasst (sonstige
betriebliche Erträge und Herstellungskosten). Bezüglich
der Fremdwährungsdifferenzen, die im sonstigen Ergebnis
erfasst werden, ergeben sich keine Änderungen. Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden für Fremdwährungsgewinne und
-verluste wurden geändert, um mit den Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden von Borealis’ Eigentümern überein-
zustimmen.
Zuschüsse aus öffentlicher Hand
Erträge aus Zuschüssen aus öffentlicher Hand wurden
bis Ende des Geschäftsjahres 2020 im Betriebsergebnis
(Umsatzerlöse) ausgewiesen. Beginnend mit 2021 wurde
der Ausweis von Erträgen aus Zuschüssen der öffentlichen
Hand, die sich nicht auf Vermögenswerte beziehen, korrigiert
und in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von Borealis’
Eigentümern wurde auch hinsichtlich des Ausweises von
103
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung
Änderung der Bilanzierungs-
und Bewertungsmethode Korrekturen
In TEUR
2020
Wie zuvor be-
richtet
Zuschüsse aus
öffentlicher
Hand
Fremdwährungs-
gewinne und
-verluste
Forschung- und
Entwicklungs-
kosten
Einführung des
Postens Sonstige
betriebliche
Erträge
2020
Rückwirkend
angepasst
Umsatzerlöse 6.818.000 -1.707 0 0 -145.450 6.670.843
Sonstige betriebliche Erträge 0 0 27.778 0 238.250 266.028
Gesamtumsatz und
sonstige Erträge 6.818.000 -1.707 27.778 0 92.800 6.936.871
Herstellungskosten -5.501.000 1.707 -32.174 -142.540 0 -5.674.007
Bruttogewinn 1.317.000 0 -4.396 -142.540 92.800 1.262.864
Forschungs- und
Entwicklungskosten -150.399 0 0 142.540 0 -7.859
Sonstige Ertäge 92.800 0 0 0 -92.800 0
Betriebsergebnis 355.889 0 -4.396 0 0 351.493
Finanzaufwand -72.055 0 4.396 0 0 -67.659
Ergebnis vor Steuern 707.529 0 0 0 0 707.529
Zuschüssen aus öffentlicher Hand für Vermögenswerte
angepasst. Ab dem Jahr 2021 werden die Zuschüsse aus
öffentlicher Hand für Vermögenswerte vom Buchwert des
Vermögenswerts abgezogen und in der Gewinn- und Verlust-
rechnung als eine Reduktion der Abschreibung (Herstellungs-
kosten) ausgewiesen. Bis Ende des Geschäftsjahres 2020
wurden Zuschüsse aus öffentlicher Hand für Vermögenswerte
separat als langfristige Schulden in der Konzernbilanz
ausgewiesen und als Erträge über die Nutzungsdauer des
Vermögenswerts (Umsatzerlöse) verteilt.
Sonstige Rückstellungen/Sonstige Verbindlichkeiten
Es wurde eine Analyse des Grads der Ungewissheit sowie
der Fristigkeiten sonstiger Rückstellungen und sonstiger
Verbindlichkeiten durchgeführt, die zu Umgliederungen
zwischen diesen beiden Posten führte, die im
Wesentlichen auf Prämiensysteme zurückzuführen sind.
Ansprüche aus dem Borealis Incentive Plan (BIP) für
das Jahr 2020 wurden unter sonstigen kurzfristigen
Verbindlichkeiten ausgewiesen, obwohl diese in ihrer
Höhe von Kennzahlen abhängig waren, die zum Stichtag
31. Dezember 2020 noch nicht feststanden. Gleichzeitig
wurde der langfristige Anteil der LTI-Plan-Ansprüche aus
Vorjahren unter langfristigen Rückstellungen ausgewiesen,
obwohl keine Unsicherheitsfaktoren mehr bestanden.
Sonstige betriebliche Erträge
Im Rahmen der Korrekturen des Jahres 2021 wurde eine
neue Position Sonstige betriebliche Erträge in der Konzern-
Gewinn- und Verlustrechnung eingeführt. Alle Transaktionen,
die nicht die Charakteristika von Umsatzerlösen erfüllen,
werden hier präsentiert. Zusätzlich zu dem geänderten
Ausweis von Fremdwährungsgewinnen und -verlusten, die
oben beschrieben sind, fallen des Weiteren sowohl Erträge
aus Zuschüssen der öffentlichen Hand, die für das Jahr
2020 TEUR 96.835 betrugen und im Wesentlichen im
Rahmen des EU-Emissionshandelssystems für Treibhausgas-
Emissionszertifikate gewährt wurden, als auch Sachverhalte,
die in der Vergangenheit als sonstige Erträge, wie zum
Beispiel Erträge aus Versicherungskompensationen, die
im Jahr 2020 TEUR 92.800 betrugen, unter diese Position.
Des Weiteren werden in dieser Position Erträge aus der
Weiterverrechnung entsandter Mitarbeiter ausgewiesen.
Die Vergleichsinformationen in der Konzernbilanz und in
der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurden
dementsprechend korrigiert:
104
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Konzernbilanz
In TEUR
31.12.2020
Wie zuvor be-
richtet
Zuschüsse aus
öffentlicher
Hand
Sonstige Rück-
stellungen/
Sonstige
Verbindlich-
keiten
31.12.2020
Rückwirkend
angepasst
Vermögen
Produktionsanlagen 2.529.639 -11.839 0 2.517.800
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 34.682 -265 0 34.417
Anlagen in Bau 693.735 -4.651 0 689.084
Gesamte Sachanlagen 3.258.056 -16.755 0 3.241.301
Gesamtes langfristiges Vermögen 8.470.814 -16.755 0 8.454.059
Gesamtvermögen 10.599.720 -16.755 0 10.582.965
Schulden
Langfristige Zuschüsse aus öffentlicher Hand
1)
18.863 -16.755 0 2.108
Langfristige Rückstellungen 65.629 0 9.578 75.207
Langfristige sonstige Verbindlichkeiten
1)
16.650 0 6.893 23.543
Gesamte langfristige Schulden 2.364.212 -16.755 16.471 2.363.928
Kurzfristige Rückstellungen 2.163 0 35.118 37.281
Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten 565.743 0 -51.589 514.154
Gesamte kurzfristige Schulden 1.809.283 0 -16.471 1.792.812
Gesamte Schulden 4.173.495 -16.755 0 4.156.740
Gesamtes Eigenkapital und gesamte Schulden 10.599.720 -16.755 0 10.582.965
1) Die Position Langfristige Zuschüsse aus öffentlicher Hand ist aufgrund von Unwesentlichkeit in der Konzernbilanz zum 31.12.2021 in der Position Langfristige sonstige Verbindlichkeiten
enthalten.
105
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
1. Segmentberichterstattung
In TEUR Polyolefine Basischemikalien
2)
Borealis NITRO
3)
Andere
2)
Konsolidiert
2021 2020 2021 2020 2021 2020 2021 2020 2021 2020
Umsatzerlöse nach Segmenten
Summe Segmenterlöse
1)
6.696.913 4.565.855 5.103.346 3.253.642 1.500.036 1.087.049 161.657 142.526 13.461.952 9.049.072
Erlöse mit anderen Segmenten 0 0 -3.605.569 -2.378.229 0 0 0 0 -3.605.569 -2.378.229
6.696.913 4.565.855 1.497.777 875.413 1.500.036 1.087.049 161.657 142.526 9.856.383 6.670.843
Die Preise für konzerninterne Segmentumsätze basieren im Wesentlichen auf monatlich ermittelten Marktpreisen aus Ethylen- und Propylenverträgen.
Segmentergebnisse
Betriebsergebnis
1)
1.185.759 207.253 308.543 179.966 77.514 6.775 -55.073 -42.501 1.516.743 351.493
Neubewertung der Veräußerungsgruppe -443.739 0 -443.739 0
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 36.308 9.005 418 381 220 1.059 558.146 364.571 595.092 375.016
Finanzertrag/-aufwand
1)
-9.377 -18.980 -9.377 -18.980
Ertragsteuern
-262.648 -119.012 -262.648 -119.012
Nicht beherrschende Anteile 9.502 5.509 9.502 5.509
Den Anteilseignern der Muttergesellschaft
zurechenbares Ergebnis nach Steuern 1.405.573 594.026
Umsatzerlöse nach geografischen Segmenten (gemäß Lieferort)
EU-Länder
1)
4.491.951 3.114.293 1.043.782 695.352 1.270.655 926.634 58.225 34.944 6.864.613 4.771.223
davon in Österreich
1)
192.406 110.201 0 0 201.144 121.885 55.500 32.423 449.050 264.509
Nicht-EU-Länder in Europa
1)
4)
913.128 495.225 397.167 153.877 117.695 62.902 3 0 1.427.993 712.004
USA
234.660 168.424 36.869 1.309
8.784 6.980 5.389 13.933 285.702 190.646
Mittlerer Osten und Asien
1)
394.522 351.112 18.387 20.205 43.402 50.638 98.040 93.649 554.351 515.604
Sonstige Regionen 662.652 436.801 1.572 4.670
59.500 39.895 0 0 723.724 481.366
6.696.913 4.565.855 1.497.777 875.413 1.500.036 1.087.049 161.657 142.526 9.856.383 6.670.843
In TEUR 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
Sonstige Informationen
Segmentvermögen
1)
4.713.053 3.968.568 2.960.293 1.977.086 491.776 1.005.515 4.819.521 3.631.796 12.984.730 10.582.965
davon in Österreich
1)
2.359.649 1.777.083 1.273.059 673.741 208.696 476.939 4.348.205 3.763.774 8.189.609 6.691.537
Segmentschulden
1)
0 0 0 0 0 0 4.813.446 4.156.740 4.813.445 4.156.740
Investitionen in Sachanlagen
89.377 132.117 119.445 136.836
108.663 74.009 342.476 271.199 659.962 614.161
Abschreibungen und Wertminderungen
173.817 171.150 114.182 112.442
59.752 98.868 79.413 81.105 427.164 463.565
Über 90 % der oben angeführten Werte beziehen sich auf das Segment EU-Länder.
1) Für die mit Fußnote
1)
gekennzeichneten Posten wurde die Vergleichsperiode 2020 rückwirkend angepasst. Weitere Details werden im Abschnitt Rückwirkende Anpassungen erläutert. //
2) Die Umsatzerlöse der Basischemikalien und Andere in der Vergleichsperiode 2020 wurden rückwirkend angepasst. Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 31.845 wurden von Basischemikalen
zu Andere umgegliedert. // 3) Unternehmensbereich Pflanzennährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte (Borealis NITRO) // 4) Das geografische Segment Großbritannien
wurde aufgrund des Brexit im Jahr 2021 von den EU-Ländern auf Nicht-EU-Länder in Europa verlagert.
106
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR Polyolefine Basischemikalien
2)
Borealis NITRO
3)
Andere
2)
Konsolidiert
2021 2020 2021 2020 2021 2020 2021 2020 2021 2020
Umsatzerlöse nach Segmenten
Summe Segmenterlöse
1)
6.696.913 4.565.855 5.103.346 3.253.642 1.500.036 1.087.049 161.657 142.526 13.461.952 9.049.072
Erlöse mit anderen Segmenten 0 0 -3.605.569 -2.378.229 0 0 0 0 -3.605.569 -2.378.229
6.696.913 4.565.855 1.497.777 875.413 1.500.036 1.087.049 161.657 142.526 9.856.383 6.670.843
Die Preise für konzerninterne Segmentumsätze basieren im Wesentlichen auf monatlich ermittelten Marktpreisen aus Ethylen- und Propylenverträgen.
Segmentergebnisse
Betriebsergebnis
1)
1.185.759 207.253 308.543 179.966 77.514 6.775 -55.073 -42.501 1.516.743 351.493
Neubewertung der Veräußerungsgruppe -443.739 0 -443.739 0
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 36.308 9.005 418 381 220 1.059 558.146 364.571 595.092 375.016
Finanzertrag/-aufwand
1)
-9.377 -18.980 -9.377 -18.980
Ertragsteuern
-262.648 -119.012 -262.648 -119.012
Nicht beherrschende Anteile 9.502 5.509 9.502 5.509
Den Anteilseignern der Muttergesellschaft
zurechenbares Ergebnis nach Steuern 1.405.573 594.026
Umsatzerlöse nach geografischen Segmenten (gemäß Lieferort)
EU-Länder
1)
4.491.951 3.114.293 1.043.782 695.352 1.270.655 926.634 58.225 34.944 6.864.613 4.771.223
davon in Österreich
1)
192.406 110.201 0 0 201.144 121.885 55.500 32.423 449.050 264.509
Nicht-EU-Länder in Europa
1)
4)
913.128 495.225 397.167 153.877 117.695 62.902 3 0 1.427.993 712.004
USA
234.660 168.424 36.869 1.309
8.784 6.980 5.389 13.933 285.702 190.646
Mittlerer Osten und Asien
1)
394.522 351.112 18.387 20.205 43.402 50.638 98.040 93.649 554.351 515.604
Sonstige Regionen 662.652 436.801 1.572 4.670
59.500 39.895 0 0 723.724 481.366
6.696.913 4.565.855 1.497.777 875.413 1.500.036 1.087.049 161.657 142.526 9.856.383 6.670.843
In TEUR 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
Sonstige Informationen
Segmentvermögen
1)
4.713.053 3.968.568 2.960.293 1.977.086 491.776 1.005.515 4.819.521 3.631.796 12.984.730 10.582.965
davon in Österreich
1)
2.359.649 1.777.083 1.273.059 673.741 208.696 476.939 4.348.205 3.763.774 8.189.609 6.691.537
Segmentschulden
1)
0 0 0 0 0 0 4.813.446 4.156.740 4.813.445 4.156.740
Investitionen in Sachanlagen
89.377 132.117 119.445 136.836
108.663 74.009 342.476 271.199 659.962 614.161
Abschreibungen und Wertminderungen
173.817 171.150 114.182 112.442
59.752 98.868 79.413 81.105 427.164 463.565
Über 90 % der oben angeführten Werte beziehen sich auf das Segment EU-Länder.
1) Für die mit Fußnote
1)
gekennzeichneten Posten wurde die Vergleichsperiode 2020 rückwirkend angepasst. Weitere Details werden im Abschnitt Rückwirkende Anpassungen erläutert. //
2) Die Umsatzerlöse der Basischemikalien und Andere in der Vergleichsperiode 2020 wurden rückwirkend angepasst. Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 31.845 wurden von Basischemikalen
zu Andere umgegliedert. // 3) Unternehmensbereich Pflanzennährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte (Borealis NITRO) // 4) Das geografische Segment Großbritannien
wurde aufgrund des Brexit im Jahr 2021 von den EU-Ländern auf Nicht-EU-Länder in Europa verlagert.
107
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
2. Erlöse aus Verträgen mit Kunden
In TEUR 2021 2020
Erlöse aus Verträgen mit Kunden
1)
9.849.684 6.666.566
Andere Erlöse
1)
6.699 4.277
Umsatzerlöse aus fortzuführenden und aufgegebenen Geschäftsbereichen 9.856.383 6.670.843
1) Für die mit Fußnote
1)
gekennzeichneten Posten wurde die Vergleichsperiode 2020 rückwirkend angepasst. Weitere Details werden im Abschnitt Rückwirkende Anpassungen erläutert.
Andere Erlöse bestehen im Wesentlichen aus Gewinnen/
Verlusten aus der Realisierung von Cashflow-Hedges in den
Umsatzerlösen und von Devisentermingeschäften (siehe
auch Anhangangabe 19). Andere Erlöse betreffend den
aufgegebenen Geschäftsbereich belaufen sich auf
TEUR 2.788 (TEUR 6.122).
Die Erlöse aus Verträgen mit Kunden werden in der folgenden
Aufstellung auf Segmente und Regionen aufgeteilt. Darüber
hinaus erfolgt eine Überleitung der Erlöse mit den berichts-
pflichtigen Segmenten des Konzerns (siehe Anhangangabe 1).
In TEUR 2021 2020
Umsatzerlöse nach Segmenten 9.856.383 6.670.843
Eliminierung des aufgegebenen Geschäftsbereichs -1.264.413 -884.861
Umsatzerlöse 8.591.970 5.785.982
Segmentergebnisse 1.405.573 594.026
Nicht beherrschende Anteile -9.502 -5.509
Eliminierung des aufgegebenen Geschäftsbereichs 235.332 -2.452
Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 1.631.403 586.065
Überleitung der Informationen über berichtspflichtige Segmente
zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
108
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Vertragsvermögenswerte sind in den sonstigen Forderungen
und Vermögenswerten enthalten, davon TEUR 7.829 (TEUR 0)
kurzfristig und TEUR 7.705 (TEUR 6.930) langfristig.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über Forderungen, Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten aus
Verträgen mit Kunden.
Es gelangen die praktischen Vereinfachungen des IFRS
15.121 zur Anwendung. Daher erfolgen keine Angaben zu
verbleibenden Leistungsverpflichtungen, deren erwartete
ursprüngliche Laufzeit maximal ein Jahr beträgt.
In TEUR 2021
Polyolefine Basischemikalien Borealis NITRO
2)
Andere Konsolidiert
EU-Länder 4.490.539 1.043.782 1.267.442 58.198 6.859.961
Nicht-EU-Länder in Europa 913.126 397.167 117.695 3 1.427.991
USA 234.101 36.869 8.784 5.389 285.143
Mittlerer Osten und Asien 393.605 18.387 43.402 98.040 553.434
Sonstige Regionen 662.083 1.572 59.500 0 723.155
Erlöse aus Verträgen mit Kunden 6.693.454 1.497.777 1.496.823 161.630 9.849.684
Andere Erlöse 3.459 0 3.213 27 6.699
Umsatzerlöse (laut Anhangangabe 1) 6.696.913 1.497.777 1.500.036 161.657 9.856.383
In TEUR 2020
Polyolefine Basischemikalien Borealis NITRO
2)
Andere Konsolidiert
EU-Länder
1)
3.113.267 695.273 922.994 34.944 4.766.478
Nicht-EU-Länder in Europa 495.229 153.877 62.899 0 712.005
USA 168.539 1.309 6.980 13.933 190.761
Mittlerer Osten und Asien
1)
351.416 20.205 50.638 93.649 515.908
Sonstige Regionen 436.850 4.670 39.895 0 481.415
Erlöse aus Verträgen mit Kunden 4.565.300 875.334 1.083.406 142.526 6.666.566
Andere Erlöse
1)
555 79 3.643 0 4.277
Umsatzerlöse (laut Anhangangabe 1) 4.565.855 875.413 1.087.049 142.526 6.670.843
1) Für die mit Fußnote
1)
gekennzeichneten Posten wurde die Vergleichsperiode 2020 rückwirkend angepasst. Weitere Details werden im Abschnitt Rückwirkende Anpassungen erläutert. //
2) Unternehmensbereich Pflanzennährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte (Borealis NITRO)
In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Forderungen 1.113.786 640.090
Vertragsvermögenswerte 15.534 6.930
Vertragsverbindlichkeiten 54.997 41.660
109
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
4. Immaterielle Vermögenswerte
In TEUR 2021
Firmenwert
Entwicklungs-
kosten
Aktivierte
Software Sonstige Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand zum 1. Jänner 179.761 461.427 115.422 347.170 1.103.780
Währungsdifferenzen -139 1 1 -667 -804
Zugänge 0 36.988 3.574 218.473 259.035
Umgliederung zu Vermögenswerten der als
zur Veräußerung gehalten klassifizierten
Veräußerungsgruppe -45.974 0 -6.728 -12.950 -65.652
Abgänge 0 0 0 -94.197 -94.197
Umbuchungen 0 -10.083 8.370 10.311 8.598
Stand zum 31. Dezember 133.648 488.333 120.639 468.140 1.210.760
Kumulierte Abschreibung
Stand zum 1. Jänner 47.375 266.284 75.182 160.515 549.356
Währungsdifferenzen -1 0 2 -292 -290
Umgliederung zu Vermögenswerten der als
zur Veräußerung gehalten klassifizierten
Veräußerungsgruppe -45.974 0 -6.435 -12.365 -64.775
Abgänge 0 0 0 -684 -684
Abschreibungen 0 18.760 18.039 19.133 55.932
Wertminderungen 0 12.457 0 121 12.578
Stand zum 31. Dezember 1.400 297.501 86.788 166.428 552.117
Buchwert zum 1. Jänner 132.386 195.143 40.240 186.655 554.424
Buchwert zum 31. Dezember 132.248 190.832 33.851 301.712 658.643
Zur Bewertung von Forderungen und Vertragsvermögens-
werten verweisen wir auf Anhangangabe 27 Kreditrisiko.
Die Vertragsverbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen
Vorauszahlungen von Kunden und erwartete Umsatzboni
an Kunden. Die Vertragsverbindlichkeiten der Vorperiode
wurden im Verlauf des Jahres 2021 realisiert.
3. Forschung und Entwicklung
Insgesamt waren zum Jahresende 504 Vollzeitäquivalente
(FTEs) in der Forschung und Entwicklung tätig, die allesamt
zu den fortzuführenden Geschäftsbereichen gehören
(516 FTEs im Jahr 2020). Die Gesamtkosten dieser Tätig-
keiten einschließlich Wertminderungen beliefen sich auf
TEUR 17.993, verglichen mit TEUR 7.859 im Jahr 2020
(siehe Anhangangabe 7). Interne Entwicklungskosten in
Höhe von TEUR 30.653 (TEUR 32.983) wurden als
immaterielle Vermögenswerte aktiviert.
110
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2020
Firmenwert
Entwicklungs-
kosten
Aktivierte
Software Sonstige Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand zum 1. Jänner 158.954 440.646 102.085 311.027 1.012.712
Währungsdifferenzen -505 1 -108 784 172
Zugänge 0 38.533 7.245 113.453 159.230
Änderungen im Konsolidierungskreis 21.312 0 59 21.109 42.480
Abgänge 0 -9.096 -9 -107.860 -116.965
Umbuchungen 0 -8.657 6.150 8.657 6.150
Stand zum 31. Dezember 179.761 461.427 115.422 347.170 1.103.780
Kumulierte Abschreibung
Stand zum 1. Jänner 47.375 241.752 59.087 142.290 490.504
Währungsdifferenzen 0 0 -90 354 264
Abgänge 0 0 -9 -8.322 -8.331
Abschreibungen 0 19.995 16.194 26.193 62.382
Wertminderungen 0 4.537 0 0 4.537
Stand zum 31. Dezember 47.375 266.284 75.182 160.515 549.356
Buchwert zum 1. Jänner 111.579 198.894 42.998 168.737 522.208
Buchwert zum 31. Dezember 132.386 195.143 40.240 186.655 554.424
Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte setzen
sich im Wesentlichen aus Patenten und Lizenzen sowie
Emissionszertifikaten zusammen.
Zugänge aus internen Entwicklungen beliefen sich auf
TEUR 30.653 (TEUR 32.983). Immaterielle Vermögens-
werte, die der Konzern durch Zuwendungen der öffentlichen
Hand (im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems für
Treibhausgas-Emissionszertifikate) erhalten hat, beliefen
sich auf TEUR 197.079 (TEUR 96.015), wobei der Anstieg
verglichen zu 2020 hauptsächlich aus dem Anstieg des
Marktpreises resultierte. Die von Dritten käuflich erworbenen
Emissionsrechte beliefen sich auf TEUR 74 (TEUR 46).
Emissionsrechte in Höhe von TEUR 13.624 (TEUR 7.037),
die an externe Dritte verliehen worden waren, erhielt der
Konzern im Jahr 2021 zurück. Emissionszertifikate im
Gegenwert von TEUR 91.343 (TEUR 85.914) wurden im
Geschäftsjahr für im Jahr 2020 verursachte Emissionen
an die EU-Emissionshandelssystembehörde retourniert.
Weiterführende Informationen zu den Umbuchungen können
der Anhangangabe 5 entnommen werden.
111
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Die Eröffnungsbilanz zum 1. Jänner 2021 wurde rückwirkend
angepasst, für weitere Details siehe Abschnitt Rückwirkende
Anpassungen.
Der Buchwert der Produktionsanlagen setzt sich aus
Grundstücken im Wert von TEUR 35.125 (TEUR 50.215),
Gebäuden im Wert von TEUR 322.026 (TEUR 455.708),
unbeweglichen Anlagen im Wert von TEUR 1.412.812
5. Sachanlagen
In TEUR 2021
Produktions-
anlagen
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
Anlagen
in Bau Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand zum 1. Jänner (wie zuvor berichtet) 7.509.471 142.183 693.735 8.345.389
Rückwirkende Anpassung -13.539 -262 -4.651 -18.452
Stand zum 1. Jänner (rückwirkend angepasst) 7.495.932 141.921 689.084 8.326.937
Währungsdifferenzen -39.993 -151 -1.445 -41.589
Zugänge 131.373 2.606 507.981 641.960
Umgliederung zu Vermögenswerten der als zur Veräußerung ge-
halten klassifizierten Veräußerungsgruppe -1.687.781 -15.126 -90.118 -1.793.025
Abgänge -30.244 -5.884 -77 -36.205
Umbuchungen 159.551 1.739 -169.147 -7.857
Stand zum 31. Dezember 6.028.838 125.105 936.278 7.090.221
Kumulierte Abschreibung
Stand zum 1. Jänner (wie zuvor berichtet) 4.979.832 107.501 0 5.087.333
Rückwirkende Anpassung -1.700 3 0 -1.697
Stand zum 1. Jänner (rückwirkend angepasst) 4.978.132 107.504 0 5.085.636
Währungsdifferenzen -27.989 -139 0 -28.128
Umgliederung zu Vermögenswerten der als zur Veräußerung ge-
halten klassifizierten Veräußerungsgruppe -1.181.611 -13.972 0 -1.195.583
Abgänge -29.251 -5.819 0 -35.070
Abschreibungen 273.726 7.139 0 280.865
Wertminderungen 38.578 0 0 38.578
Stand zum 31. Dezember 4.051.585 94.713 0 4.146.298
Buchwert zum 1. Jänner (wie zuvor berichtet) 2.529.639 34.682 693.735 3.258.056
Rückwirkende Anpassung -11.839 -265 -4.651 -16.755
Buchwert zum 1. Jänner (rückwirkend angepasst) 2.517.800 34.417 689.084 3.241.301
Buchwert zum 31. Dezember 1.977.253 30.392 936.278 2.943.923
112
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
(TEUR 1.780.776) und unbeweglicher Betriebs- und
Geschäftsausstattung im Wert von TEUR 207.290
(TEUR 231.101) zusammen.
Die aktivierten Fremdkapitalkosten beliefen sich im Jahr
2021 auf TEUR 9.308 (TEUR 5.061) und wurden unter
Ansatz eines durchschnittlichen Zinssatzes von 1,7 %
(1,8 %) aktiviert. Zugänge zu Sachanlagen in Höhe von
TEUR 34.706 (TEUR 56.048) waren zum Bilanzstichtag
noch nicht zahlungswirksam.
Die Zugänge beinhalten die Hauptprojekte des Jahres 2021,
die den Bau einer neuen Propan-Dehydrierungsanlage (PDH)
im Weltmaßstab am bestehenden Borealis-Produktions-
standort in Kallo, Belgien, die Verbesserung und
Modernisierung von vier Cracker-Öfen in Stenungsund,
Schweden, und die Kapazitätserweiterung einer PP-
Produktionsanlage in Kallo, Belgien, betrafen.
Die Zeile Umbuchungen beinhaltet Transfers zwischen
Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten,
Anlagevermögen in Höhe von TEUR 8.598 (TEUR 6.150)
und Transfers zu Nutzungsrechten gemäß IFRS 16 in
Höhe von TEUR 741 (TEUR 118).
Mit 31. Dezember 2021 betrugen die vertraglichen
Verpflichtungen von Borealis im Zusammenhang mit dem
Erwerb von Sachanlagen TEUR 149.998 (TEUR 304.528)
(siehe Anhangangabe 21). Die Reduktion resultiert haupt-
sächlich aus den geplanten Investitionen in die neue
In TEUR 2020
Produktions-
anlagen
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
Anlagen
in Bau Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand zum 1. Jänner 7.124.702 134.288 391.257 7.650.247
Währungsdifferenzen 74.958 330 4.770 80.058
Zugänge 176.859 2.877 460.890 640.626
Änderungen im Konsolidierungskreis 6.684 3.196 23 9.903
Abgänge -27.935 -1.478 0 -29.413
Umbuchungen 154.203 2.970 -163.205 -6.032
Stand zum 31. Dezember (wie zuvor berichtet) 7.509.471 142.183 693.735 8.345.389
Kumulierte Abschreibung
Stand zum 1. Jänner 4.609.271 99.546 0 4.708.817
Währungsdifferenzen 52.616 212 0 52.828
Abgänge -25.766 -1.462 0 -27.228
Abschreibungen 326.189 9.205 0 335.394
Wertminderungen 17.522 0 0 17.522
Stand zum 31. Dezember (wie zuvor berichtet) 4.979.832 107.501 0 5.087.333
Buchwert zum 1. Jänner 2.515.431 34.742 391.257 2.941.430
Buchwert zum 31. Dezember (wie zuvor berichtet) 2.529.639 34.682 693.735 3.258.056
113
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Im Jahr 2021 beliefen sich die Zugänge zu den Nutzungs-
rechten (inklusive der Effekte aus der Anpassung von
Vertragslaufzeiten) auf TEUR 20.687 (TEUR 29.934).
Gemietete Produktionsanlagen beinhalten Grundstücke,
Gebäudeflächen, unbewegliche Anlagen und Logistik-
einrichtungen wie Speicher, Lagerhallen, Häfen und
Rohrleitungen. Gemietete andere Anlagen sowie Betriebs-
und Geschäftsausstattung beinhalten Firmenwagen,
Flurförderfahrzeuge wie Gabelstapler, Eisenbahnwaggons
und einen Ethantanker. Bezogen auf die Anzahl bezieht sich
die Mehrheit der Leasingverträge auf Firmenwagen mit
einer gewöhnlichen Mietdauer von vier Jahren und auf
Flurförderfahrzeuge mit einer gewöhnlichen Mietdauer von
sechs Jahren. Üblicherweise beinhalten Leasingverträge für
Firmenwagen und Flurförderfahrzeuge keine Verlängerungs-
optionen. In der Regel werden nach Vertragsende neue Verein-
barungen über einen Ersatzvermögenswert abgeschlossen.
Leasingverbindlichkeiten werden in der Konzernbilanz wie
folgt dargestellt:
In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Produktionsanlagen 103.691 120.458
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 56.862 75.217
Buchwert 160.553 195.675
In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 30.682 38.101
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 134.084 156.697
Buchwert 164.766 194.798
Die Leasingverbindlichkeiten stammen hauptsächlich von
zwei wesentlichen Verträgen, die in Summe 45 % (41 %)
des Buchwerts zum Stichtag ausmachen: ein Mietvertrag
über einen Ethantanker sowie ein Vertrag über ein gemietetes
Grundstück in Belgien. Die Mindestvertragsdauer für den
Tanker endet im Jahr 2026 und jene für das Grundstück im
Jahr 2049. Beide Verträge beinhalten Verlängerungs optionen.
Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt folgende Beträge im
Zusammenhang mit Leasingverhältnissen:
Propan-Dehydrierungsanlage in Kallo, Belgien, die
vertragliche Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem
Erwerb von Sachanlagen in Höhe von TEUR 32.187
(TEUR 171.690) zum Bilanzstichtag aufweist.
Als Sicherheit übertragene Vermögenswerte
Die als Sicherheit übertragenen Vermögenswerte beziehen
sich auf Sachanlagen und betragen TEUR 12.390
(TEUR 12.657). Die durch diese Vermögenswerte besicherten
Verpflichtungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf
TEUR 1.951 (TEUR 2.392).
6. Leasingverhältnisse
Die angesetzten Nutzungsrechte beziehen sich auf
nachfolgende Arten von Vermögenswerten:
114
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Die gesamten Auszahlungen für Leasing im Jahr 2021
betrugen TEUR 46.667 (TEUR 46.794).
Variable Leasingzahlungen
Variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)
Satz gekoppelt sind, führen zu Schätzungsunsicherheiten.
Derartige variable Leasingzahlungen sind gewöhnlich in
Mietverträgen über Grundstücke, Gebäudeflächen, Rohr-
leitungen oder Lager inkludiert und zielen darauf ab, den
Leasinggeber für Preisinflation während der Vertrags-
laufzeit zu kompensieren. Die Sätze basieren auf einem
Set branchenspezifischer Preisindizes oder einzelnen
Verbraucherpreisindizes für Länder, die mehrheitlich in
der Eurozone liegen. Borealis erwartet keine wesentlichen
Erhöhungen der Leasingverbindlichkeiten aus Veränderungen
dieser Indizes.
Verlängerungs- und Kündigungsoptionen
Verlängerungs- und Kündigungsoptionen finden sich in
einer Vielzahl von Leasingverträgen des Konzerns. Solche
Optionen werden verwendet, um die Flexibilität im Vertrags-
management zu maximieren. Die Mehrheit der Verlängerungs-
und Kündigungsoptionen ist ausschließlich durch Borealis
(und nicht durch den jeweiligen Leasinggeber) ausübbar.
Bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen
berücksichtigt das Management sämtliche Tatsachen und
Umstände, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung
von Verlängerungsoptionen oder Nichtausübung von
Kündigungsoptionen bieten. Sich aus der Ausübung von
Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen ergebende
Laufzeitänderungen werden nur dann in die Vertragslaufzeit
einbezogen, wenn eine Verlängerung oder Nichtausübung
einer Kündigungsoption hinreichend sicher ist. Mögliche
zukünftige, nicht diskontierte Mittelabflüsse in Höhe von
TEUR 201.379 (TEUR 217.094) wurden nicht in die Leasing-
verbindlichkeit einbezogen, da es nicht hinreichend sicher
ist, dass die Leasingverträge verlängert (oder nicht gekündigt)
werden. Dies bezieht sich im Wesentlichen auf den Tanker
und das Grundstück in Belgien.
Die Beurteilung wird überprüft, wenn ein wesentliches
Ereignis oder eine wesentliche Änderung der Umstände
eintritt, das bzw. die die bisherige Beurteilung beeinflussen
kann – sofern dies in der Kontrolle des Leasingnehmers
liegt. In der laufenden Berichtsperiode ergaben sich keine
Anpassungen.
In TEUR 2021 2020
Enthalten in den Herstellungs-, Vertriebs-, Verwaltungs- und F&E-Kosten
Abschreibungen auf Nutzungsrechte 38.335 43.730
Produktionsanlagen 20.977 22.213
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 17.358 21.517
Aufwendungen in Zusammenhang mit kurzfristigen Leasingverhältnissen 3.367 3.261
Aufwendungen in Zusammenhang mit Leasingverhältnissen über Vermögenswerte mit geringem Wert,
die nicht in den oben genannten kurzfristigen Leasingverhältnissen enthalten sind 797 724
Aufwendungen in Zusammenhang mit variablen Leasingzahlungen, die nicht in den
Leasingverbindlichkeiten enthalten sind 234 35
Enthalten im Finanzaufwand
Zinsaufwendungen 3.741 4.039
115
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Im laufenden Jahr umfassen die Forschungs- und
Entwicklungs kosten Wertminderungen der immateriellen
Vermögenswerte in Höhe von TEUR 12.546 (TEUR 4.537),
deren Buchwert den Barwert der zukünftigen Cashflows
übersteigt. Wie im letzten Jahr betreffen die Wertminderungen
der immateriellen Vermögenswerte innerhalb der Forschungs-
und Entwicklungskosten das Segment „Andere“.
Auf jährlicher Basis wird geprüft, ob eine Notwendigkeit für
eine Wertminderung des Firmenwerts besteht. Der erzielbare
Betrag für eine zahlungsmittelgenerierende Einheit wird auf
Basis einer Nutzungswertberechnung bestimmt, die auf
bestimmten Annahmen beruht. Für die Berechnung werden
geplante Cashflows verwendet, die auf finanziellen Budgets
für einen Zeitraum von fünf Jahren basieren. Wesentliche
Annahmen dieser prognostizierten Cashflows sind veräußerte
Volumina sowie die zugrunde liegenden Branchenmargen.
Diese werden auf Basis von Branchenberichten und
Erfahrungen geplant. Cashflows, die die Periode von fünf
Jahren überschreiten, werden unter Berücksichtigung der
unten angegebenen Wachstumsraten extrapoliert. Diese
Wachstumsraten stehen in Einklang mit Vorhersagen von
Branchenberichten für die jeweilige Branche, in der die
zahlungsmittelgenerierenden Einheiten tätig sind.
Aufgrund der mangelnden Rentabilität in den letzten Jahren
und der signifikanten Abweichung der finanziellen Leistung
der Rosier Gruppe (im Folgenden „Rosier“) vom für das Jahr
2021 gültigen Budget wurde ein auslösendes Ereignis für
einen Werthaltigkeitstest festgestellt. Hauptgründe waren
die zunehmend wettbewerbsintensiven Marktbedingungen
angesichts des Drucks durch vertikal integrierte Wettbe-
werber und die Unterbrechung der Rohstoffversorgung im
Laufe des Jahres. Die Kalkulation des Werthaltigkeitstests
für Rosier resultierte in einem erzielbaren Betrag auf Grund-
lage des Nutzungswerts, der um TEUR 38.610 geringer als
der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit war.
Daher wurden im Jahr 2021 Sachanlagen um TEUR 38.578
und immaterielle Vermögenswerte um 32 TEUR wertgemindert.
Der Diskontierungszinssatz nach Steuern (gewichteter
durchschnittlicher Kapitalkostensatz) berücksichtigt die
spezifischen Risiken des jeweiligen Geschäftsbereichs
und der Länder, in denen die Einheiten tätig sind.
Die Wachstumsrate entspricht dem durchschnittlichen
langfristigen Wachstum, das zur Extrapolation der Cash-
flows nach der Budget-Periode verwendet wird. Diese
Wachstumsraten sind konsistent mit Prognosen, welche in
Industrieberichten enthalten sind.
Der zugeordnete Firmenwert für jede zahlungsmittel-
generierende Einheit sowie weitere Parameter, die die
Berechnung des Nutzungswerts beeinflussen, sind in
folgender Tabelle ersichtlich:
7. Abschreibungen und Wertminderungen
Die Abschreibungen und Wertminderungen gliedern sich in der Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt auf:
In TEUR 2021 2020
Herstellungskosten
Abschreibungen 257.645 255.020
Wertminderungen 38.610 17.522
Vertriebskosten
Abschreibungen 26.390 26.672
Verwaltungskosten
Abschreibungen 24.601 24.102
Forschungs- und Entwicklungskosten
Abschreibungen 47.603 57.639
Wertminderungen 12.546 4.537
Gesamt 407.395 385.492
116
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Parameter der Werthaltigkeitsprüfung 2021
Segment Polyolefine Borealis NITRO
Zahlungsmittelgenerierende Einheit Polyethylen Polypropylen Rezyklate Brasilien
1)
Südkorea
2)
Rosier
Zugeordneter Firmenwert in TEUR 50.687 22.000 33.695 3.705 22.160 0
Diskontierungszinssatz nach Steuern 6,4 % 6,4 % 6,3 % 7,4 % 6,6 % 6,0 %
Wachstumsrate 1,2 % 1,7 % 2,0 % 2,8 % 3,6 % 1,3 %
1) Die Veränderung des zugeordneten Firmenwerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Brasilien im Vergleich zum 31. Dezember 2020 ist ausschließlich das Ergebnis von
Währungsdifferenzen, da diese Einheit auf BRL als funktionaler Währung basiert. // 2) Die Veränderung des zugeordneten Firmenwerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheit
Südkorea im Vergleich zum 31. Dezember 2020 ist ausschließlich das Ergebnis von Währungsdifferenzen, da diese Einheit auf KRW als funktionaler Währung basiert.
Parameter der Werthaltigkeitsprüfung 2020
Segment Polyolefine Borealis NITRO
Zahlungsmittelgenerierende Einheit Polyethylen Polypropylen Rezyklate Brasilien Südkorea Rosier
Zugeordneter Firmenwert in TEUR 50.687 22.000 33.695 3.675 22.330 0
Diskontierungszinssatz nach Steuern 7,0 % 7,0 % 6,6 % 7,6 % 7,5 % 6,6 %
Wachstumsrate 1,0 % 1,5 % 2,0 % 2,6 % 4,2 % 1,3 %
Zusätzlich zu den oben angegebenen Parametern werden
Sensitivitäten für Diskontierungszinssätze und Ölpreise
(für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Polyethylen
und Polypropylen) berücksichtigt. Für die zahlungsmittel-
generierende Einheit Rosier würde ein Anstieg des
Diskontierungszinssatzes um 0,5 Prozentpunkte die
Wertminderung um TEUR 5.310 erhöhen.
Für alle anderen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten führte
keine dieser Sensitivitäten zu einem Wertminderungs bedarf.
8. Aufgegebener Geschäftsbereich und sonstige Änderungen
Aufgegebener Geschäftsbereich
Borealis plant den Verkauf des Stickstoff-Geschäftsbereichs,
der Pflanzennährstoffe, technische Stickstoffprodukte und
Melamin umfasst. Dies führte zu einer Umgliederung der
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum 31. März 2021
in die Bilanzposition „Als zur Veräußerung gehalten“ ohne
eine Auswirkung auf die Konzern-Gewinn- und Verlust-
rechnung zu diesem Zeitpunkt. Der Konzern hat die Kom-
ponenten der als zur Veräußerung gehalten klassifizierten
Veräußerungsgruppe analysiert und festgestellt, dass es
sich um einen wesentlichen Geschäftsbereich handelt.
Dieser wird dementsprechend als aufgegebener Geschäfts-
bereich erfasst. Die Beteiligung des Unternehmens an
Düngemittelproduktionsstätten in den Niederlanden und
Belgien („Rosier“) wird im Rahmen des möglichen Verkaufs-
prozesses derzeit nicht behandelt und wurde dadurch nicht
den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und
Schulden zugeordnet. Wertberichtigungen in Höhe von
TEUR 443.739 für Abschreibungen der Veräußerungsgruppe
auf den niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem
Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten wurden in der
Position Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereich nach
Steuern erfasst. Diese Wertberichtungen wurden gebucht,
um den Buchwert der Sachanlagen der Veräußerungs-
gruppe dementsprechend zu reduzieren.
Diese einmalige Bewertung zum beizulegenden Zeitwert
von TEUR 240.406 (vor Veräußerungskosten von
TEUR 10.700) wurde als Fair-Value-Hierarchie Stufe 3
kategorisiert. Die Bewertung basiert auf einem verbind-
lichen Angebot von EuroChem für die Akquisition der
Veräußerungsgruppe, welches am 2. Februar 2022
erhalten wurde (siehe Anhangangabe 32).
Des Weiteren wurden Veränderungen der latenten Steuer-
ansprüche/-schulden von TEUR 139.465 im Ergebnis aus
aufgegebenem Geschäftsbereich nach Steuern erfasst.
Dieser Betrag bezieht sich auf den erwarteten Liquidations-
verlust einer französischen Gesellschaft, die die französischen
Unternehmen der als zur Veräußerung gehalten klassifizierten
Veräußerungsgruppe hält.
117
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021 2020
Summe Erlöse 1.294.895 905.927
Eliminierung inter-segment Erlöse -30.482 -21.066
Umsatzerlöse 1.264.413 884.861
Sonstige betriebliche Erträge 165.593 66.092
Gesamtumsatz und sonstige Erträge 1.430.006 950.953
Summe Aufwendungen -1.353.739 -938.092
Eliminierung inter-segment Aufwendungen 30.482 21.066
Aufwendungen -1.323.257 -917.026
Betriebsergebnis 106.749 33.927
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 220 1.059
Finanzergebnis -2.574 -4.997
Bewertung des aufgegebenen Geschäftsbereichs -443.739 0
Ergebnis vor Steuern -339.344 29.989
Ertragsteuern -35.453 -27.537
Steuern aus Bewertung des aufgegebenen Geschäftsbereichs 139.465 0
Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereich nach Steuern -235.332 2.452
Zurechenbar zu:
Nicht beherrschenden Anteilen 0 0
Anteilseignern der Muttergesellschaft -235.332 2.452
In TEUR 31.12.2021
Vermögen
Langfristiges Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte 1.056
Sachanlagen 243.752
Nutzungsrechte 9.181
Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 6.023
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 15.844
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 10.055
Latente Steueransprüche 736
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte 221.385
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 221.199
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 81.258
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10.514
Vermögenswerte der als zur Veräußerung gehalten klassifizierten Veräußerungsgruppe 821.003
118
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 31.12.2021
Schulden
Langfristige Schulden
Leasingverbindlichkeiten 4.500
Latente Steuerschulden 3.027
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 62.165
Rückstellungen 20.822
Sonstige Verbindlichkeiten 30.235
Kurzfristige Schulden
Leasingverbindlichkeiten 5.029
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 292.206
Laufende Ertragsteuern 17.438
Rückstellungen 7.765
Sonstige Verbindlichkeiten 148.110
Verbindlichkeiten, die direkt mit der Veräußerungsgruppe verbunden sind 591.297
Sonstige Änderungen
Im Folgenden werden die sonstigen Änderungen der
Tochterunternehmen im Jahr 2021 zusammengefasst:
Am 22. Juni 2021 wurde die CERHA HEMPEL Leilani
Holding GmbH mit Sitz in Wien, Österreich, erworben und
mit 21. Juli 2021 in Borealis Circular Solutions Holding
GmbH umbenannt. Diese 100%ige Tochtergesellschaft
von Borealis ist die Holdinggesellschaft der Renasci N.V.
Die Borealis US Holdings LLC wurde am 7. Dezember 2021
aufgelöst.
Als Resultat des Erwerbs von 8,19 % der Anteile an
DYM Solution Co. Ltd. am 27. Juli 2021 hält Borealis nun
einen Anteil von 98,71 % an dieser Gesellschaft.
Eine vollständige Liste aller Tochtergesellschaften findet
sich in Anhangangabe 33.
119
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Am 24. Juni 2021 zeichnete Borealis eine neue Aktienausgabe
und erwarb damit 10 % an der Renasci N.V. (Renasci), einer
Gesellschaft mit Sitz in Gent, Belgien. Die Renasci beschäftigt
sich mit der Entwicklung von eigenen Prozessen und Know-
how über verschiedene Technologien für Abfallbehandlung
und Recycling. Diese Investition ist ein Meilenstein in der
Strategie von Borealis, sein Kreislaufwirtschaftsgeschäft
auszubauen. Durch die Aktionärsvereinbarung werden
Borealis zwei Sitze im Vorstand der Renasci garantiert,
weshalb Borealis an wesentlichen finanziellen und operativen
Entscheidungen beteiligt ist. Der Konzern hat daher fest-
gestellt, dass er einen maßgeblichen Einfluss auf dieses
Unternehmen hat, obwohl nur 10 % der Stimmrechte
gehalten werden.
Am 6. August 2021 gründete die Borealis AG zusammen
mit der Lafarge Perlmooser GmbH, der VERBUND Energy-
4Business GmbH und der OMV Downstream GmbH das
Joint Venture C2PAT GmbH gegründet. Dieselben Beteiligten
gründeten am 11. November 2021 das Joint Venture C2PAT
GmbH & Co KG. Zweck dieses Joint Ventures ist die gemein-
same Planung und Errichtung einer großtechnischen Anlage
bis 2030, zur CO
2
-Abscheidung und Weiterverarbeitung zu
synthetischen Kraftstoffen, Kunststoffen oder anderen
Chemikalien.
Borealis hat eine Dividendenforderung gegenüber Borouge
Pte. Ltd. in Höhe von TEUR 26.401 (TEUR 0), die zum
31. Dezember 2021 nicht bezahlt ist. Diese wird in der
Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures
In TEUR 2021 2020
Anschaffungskosten
Stand zum 1. Jänner 1.022.429 601.525
Änderungen im Konsolidierungskreis 0 278.281
Erwerb und Investitionen 26.264 142.623
Umbuchung zu Vermögenswerten der als zur Veräußerung
gehalten klassifizierten Veräußerungsgruppe -19.548 0
Abgänge -7.053 0
Stand zum 31. Dezember 1.022.092 1.022.429
Anpassungen
Stand zum 1. Jänner 2.555.067 3.029.536
Währungsdifferenzen 298.043 -330.032
Dividendenzahlungen -1.965.643 -510.135
Wertminderungen 0 -7.053
Umbuchung zu Vermögenswerten der als zur Veräußerung
gehalten klassifizierten Veräußerungsgruppe 13.636 0
Veränderung der Kapitalrücklage 1.286 -2.265
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 594.872 375.016
Abgänge 7.053 0
Stand zum 31. Dezember 1.504.314 2.555.067
Buchwert zum 31. Dezember 2.526.406 3.577.497
9. Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures
120
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Bilanz unter kurzfristigen sonstigen Forderungen und
Vermögensgegenständen ausgewiesen.
Die Wertminderung von TEUR 7.053 im Jahr 2020 bezieht
sich auf Anteile an der Silleno Limited Liability Partnership,
Kasachstan, welche von der Entscheidung ausgelöst wurde,
die Entwicklung eines integrierten Cracker- und Polyethylen-
projekts in der Republik Kasachstan nicht weiter voran-
zutreiben. Die Anteile an der Silleno Limited Liability
Partnership wurden am 4. Mai 2021 verkauft.
Der Konzern stellt die Anteile an assoziierten Unternehmen
und Joint Ventures wie folgt dar:
In TEUR 2021 2020
Wesentliches assoziiertes Unternehmen (Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge)) 1.731.830 2.853.635
Unwesentliche assoziierte Unternehmen 96.250 95.588
Wesentliches Joint Venture (Bayport Polymers LLC (Baystar)) 688.089 619.542
Unwesentliche Joint Ventures 10.238 8.732
Buchwert zum 31. Dezember 2.526.406 3.577.497
Anteile in %
Assoziierte Unternehmen Land
2021 2020
Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge)
Vereinigte
Arabische Emirate 40,00 40,00
AZOLOR S.A.S.
1) 2)
Frankreich 34,00 34,00
Borouge Pte. Ltd. Singapur 50,00 50,00
Chemiepark Linz Betriebsfeuerwehr GmbH
1) 2)
Österreich 47,50 47,50
Franciade Agrifluides S.A.S. (FASA)
1) 2)
Frankreich 49,98 49,98
Industrins Räddningstjänst i Stenungsund AB
1)
Schweden 25,00 –
Kilpilahden Voimalaitos Oy (KPP)
1)
Finnland 20,00 20,00
Neochim AD
2)
Bulgarien 20,30 20,30
Renasci N.V. Belgien 10,00 –
Société d'Intérêt Collectif Agricole Laignes Agrifluides (SICA Laignes Agrifluides)
1) 2)
Frankreich 49,90 49,90
Société d'Intérêt Collectif Agricole par Actions Simplifiée de Gouaix (SICA de Gouaix)
1) 2)
Frankreich 25,00 25,00
1) Mangels Wesentlichkeit nicht nach der Equity-Methode konsolidiert // 2) Zum 31. März 2021 in die Vermögenswerte der zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppe umgegliedert
Die Anteile an der Kilpilahden Voimalaitos Oy sind im Segment
„Basischemikalien“ enthalten. Der Anteil an Bayport
Polymers LLC (Baystar) ist Teil des Segments „Polyolefine".
Alle anderen Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint
Ventures sind dem Segment „Andere“ zugeordnet.
Assoziierte Unternehmen
Der Konzern hält folgende Anteile an assoziierten
Unternehmen:
121
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021 2020
Kurzfristiges Vermögen 1.825.626 1.515.325
Langfristiges Vermögen 6.696.113 6.422.465
Kurzfristige Schulden -558.086 -460.986
Langfristige Schulden -3.602.817 -335.184
Eigenkapital 4.360.836 7.141.620
Anteil von Borealis 40% 40%
Anteil am Nettovermögen 1.744.334 2.856.648
Anpassungen -12.504 -3.013
Buchwert zum 31. Dezember 1.731.830 2.853.635
Umsatzerlöse 4.630.302 3.603.287
Ergebnis nach Steuern 1.289.955 845.004
Sonstiges Ergebnis 905 -12.245
Gesamtergebnis der Periode 1.290.860 832.759
Erhaltene Dividenden von Borouge an Borealis 1.875.581 473.683
Zusammenfassung der Finanzinformationen unwesentlicher assoziierter Unternehmen angepasst an den Anteilsbesitz
des Konzerns:
Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge) ist ein
führender Anbieter von innovativen, wertschaffenden
Kunststoffprodukten in den Bereichen Infrastruktur,
Automotive und fortschrittlicher Verpackungen.
Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammenfassend die
Finanzinformationen für Borouge:
In TEUR 2021 2020
Ergebnis nach Steuern 42.164 25.500
Sonstiges Ergebnis 924 2.348
Gesamtergebnis der Periode 43.088 27.848
122
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021 2020
Kurzfristiges Vermögen 162.602 331.528
Langfristiges Vermögen 3.378.978 2.543.393
Kurzfristige Schulden -205.878 -75.792
Langfristige Schulden -1.913.186 -1.515.404
Eigenkapital 1.422.517 1.283.725
Anteil von Borealis 50% 50%
Anteil am Nettovermögen 711.259 641.863
Anpassungen -23.170 -22.321
Buchwert zum 31. Dezember 688.089 619.542
Umsatzerlöse 588.252 333.508
Ergebnis nach Steuern 72.616 39.407
Sonstiges Ergebnis 0 0
Gesamtergebnis der Periode 72.616 39.407
Erhaltene Dividenden von Baystar an Borealis 21.138 20.868
Erwerb/Kapitaleinlagen von Borealis an Baystar 0 142.623
Joint Ventures
Der Konzern hält folgende Anteile an Joint Ventures:
Anteile in %
Joint Ventures Land 2021 2020
Bayport Polymers LLC (Baystar) USA 50,00 50,00
BTF Industriepark Schwechat GmbH
1)
Österreich 50,00 50,00
C2PAT GmbH Österreich 25,00 –
C2PAT GmbH & Co KG Österreich 25,00 –
PetroPort Holding AB Schweden 50,00 50,00
Silleno Limited Liability Partnership
2)
Kasachstan – 50,10
1) Mangels Wesentlichkeit nicht nach der Equity-Methode konsolidiert // 2) Am 4. Mai 2021 wurden die Anteile an der Silleno Limited Liability Partnership verkauft.
Baystar baut derzeit eine Borstar®-Polyethylenanlage in
Bayport, Texas, USA, mit einer jährlichen Kapazität von
625.000 Tonnen pro Jahr. Des Weiteren errichtet Baystar
einen Dampfcracker mit einer Kapazität von einer Million
Tonnen pro Jahr in Port Arthur, Texas, USA. Dieser Cracker
wird Ethan verarbeiten, welches in den USA ausreichend
verfügbar und preislich konkurrenzfähig ist, und wird die
Borstar-Polyethylenanlage versorgen.
Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammenfassend die
Finanzinformationen für Baystar:
123
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021 2020
Ertragsteuern
Laufender Steueraufwand -362.551 -85.855
Veränderungen der latenten Steueransprüche/-schulden -6.346 -6.154
Berichtigung zur Steuerlast der Vorjahre 2.237 535
Steueraufwand -366.660 -91.475
Für weitere Informationen hinsichtlich Transaktionen
mit assoziierten Unternehmen und Joint Ventures siehe
Anhangangabe 30.
10. Sonstige finanzielle Vermögenswerte, sonstige
Forderungen und Vermögenswerte und gegebene Kredite
Unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten werden
hauptsächlich Anteile an Infrastrukturunternehmen in
Deutschland, Anteile an einer britischen Technologie-
plattform für nachhaltige Verpackungen und Tochter-
unternehmen, die aufgrund der Wesentlichkeitskriterien
nicht konsolidiert werden, ausgewiesen. Bei den nicht-
konsolidierten Gesellschaften handelt es sich überwiegend
um Vertriebs- und Veredelungsgesellschaften (siehe
Anhangangabe 28).
Die sonstigen langfristigen Forderungen und Vermögens-
werte bestehen im Wesentlichen aus langfristigen derivativen
Finanzinstrumenten (siehe Anhangangabe 22), börsennotierten
Wertpapieren und Anleihen (langfristige Einlagen zur
Erfüllung gesetzlicher, regulatorischer und steuerlicher
Vorschriften), einer Vorauszahlung an ein assoziiertes
Unternehmen und Forderungen aus Zuschüssen der
öffentlichen Hand in Belgien. Die gegebenen Kredite
beinhalten Gesellschafterdarlehen an Baystar in Höhe
von TEUR 985.240 (TEUR 734.156) und an Kilpilahden
Voimalaitos Oy in Höhe von TEUR 17,778 (TEUR 16.648).
Die sonstigen kurzfristigen Forderungen enthalten
Forderungen aus Versicherungsansprüchen in Höhe von
TEUR 55.411 (TEUR 76.800) im Zusammenhang mit einer
Störung, die im Mai 2020 in Stenungsund, Schweden,
auftrat. Für weitere Informationen siehe Anhangangabe 29.
11. Ertragsteuern
In TEUR 2021 2020
Ergebnis nach Steuern 418 381
Sonstiges Ergebnis 0 0
Gesamtergebnis der Periode 418 381
Zusammenfassung der Finanzinformationen unwesentlicher Joint Ventures angepasst an den Anteilsbesitz des Konzerns:
124
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021 2020
Steueraufwand zu nationalen Steuersätzen
(gewichteter durchschnittlicher Steuersatz des Konzerns) 25 % 499.198 25 % 169.036
Steuereffekt des Ergebnisses assoziierter Unternehmen -7 % -139.298 -14 % -91.720
Steuereffekt permanenter Differenzen 0 % -6.563 0 % 1.620
Veränderung der Wertberichtigungen/Neueinschätzung
nicht bilanzierter latenter Steueransprüche 1 % 18.900 2 % 11.908
Berichtigungen der Vorjahre und sonstige Effekte 0 % -5.577 0 % 631
Steueraufwand 18 % 366.660 14 % 91.475
Bilanz Gewinn- und Verlustrechnung
In TEUR 2021 2020 2021 2020
Latente Steueransprüche
Sachanlagen 4.485 12.744 1.002 1.994
Immaterielle Vermögenswerte 1.010 2.470 -344 -55
Für Steuerzwecke angepasste Abschreibungen 5.495 15.214
Bewertung von Cashflow-Hedges 8.672 4.913 3.759 2.589
Nettogewinn aus Absicherungen von Nettoinvestitionen
in ausländische Geschäftsbetriebe 9.243 25.419 0 0
Für Steuerzwecke bewertete Vorräte 11.215 23.348 999 314
Beizulegende Zeitwerte gegenüber steuerlichen Werten 29.130 53.680
Verzinsliche Schulden 41.196 22.608 22.152 -22.646
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 82.078 93.382 -7.253 -872
Sonstige Rückstellungen 8.653 10.869 -428 1.872
Abzugsfähige Siebentelabschreibungen (§ 12 (3) Z 2 KStG) 1.211 1.511 -300 1.511
Sonstige Vermögenswerte und Schulden 6.465 29.213 -36.339 33.563
Sonstige temporäre Differenzen 139.603 157.583
Verlustvorträge zur Kürzung latenter Steuerschulden
1)
144.673 12.430 -5.818 -6.901
Ausgleich mit latenten Steuerschulden -259.357 -212.215
Latente Steueransprüche 59.544 26.692 -22.570 11.369
1) Latente Steueransprüche in Höhe von TEUR 139.465 aus dem erwarteten Liquidationsverlust einer französischen Gesellschaft, die die französischen Gesellschaften der als zur
Veräußerung gehalten klassifizierten Veräußerungsgruppe hält, wurden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in der Position Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereich nach
Steuern ausgewiesen.
Überleitung vom Steueraufwand nach nationalen Steuersätzen zum effektiven Steuersatz des Konzerns.
Sowohl der effektive Steuersatz des Jahres 2021 als auch
des Jahres 2020 wurde durch Wertberichtigungen von
aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge sowie
Verluste des Jahres, für die keine aktiven latenten Steuern
angesetzt wurden, beeinflusst.
125
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Bilanz Gewinn- und Verlustrechnung
In TEUR 2021 2020 2021 2020
Latente Steuerschulden
Sachanlagen -251.456 -279.263 6.369 -6.273
Immaterielle Vermögenswerte -56.271 -59.866 3.459 -2.026
Für Steuerzwecke angepasste Abschreibungen -307.727 -339.129
Bewertung von Cashflow-Hedges -77.859 -984 710 776
Für Steuerzwecke bewertete Vorräte -10.580 -16.655 -468 988
Beizulegende Zeitwerte gegenüber steuerlichen Werten -88.439 -17.639
Verzinsliche Schulden -9.243 -5.047 -4.196 -206
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -5.798 -6.004 206 310
Sonstige Rückstellungen -535 -16.295 4.005 -1.829
Sonstige Vermögenswerte und Schulden -25.781 -52.209 6.139 -9.263
Sonstige temporäre Differenzen -41.357 -79.555
Ausgleich mit latenten Steueransprüchen 259.357 212.215
Latente Steuerschulden -178.166 -224.108 16.224 -17.523
Netto-Steueransprüche/-schulden -118.622 -197.416 -6.346 -6.154
In TEUR 2021 2020
Abzugsfähige temporäre Differenzen 0 6.378
Steuerliche Verlustvorträge 188.570 163.743
Gesamte nicht bilanzierte Steueransprüche 188.570 170.121
Die latenten Steueransprüche in Höhe von TEUR 59.544
(TEUR 26.692) beinhalten einen Betrag in Höhe von
TEUR 3.558 (TEUR 7.451), der mit hoher Wahrscheinlichkeit
innerhalb eines Jahres verbraucht wird. Die latenten
Steuerschulden in Höhe von TEUR 178.166 (TEUR 224.108)
beinhalten einen Betrag in Höhe von TEUR 83.309
(TEUR 25.251), der mit hoher Wahrscheinlichkeit innerhalb
eines Jahres verbraucht wird.
Zusätzlich zu den aktivierten latenten Steueransprüchen
verfügt der Konzern über nicht bilanzierte steuerliche
Verluste in Höhe von TEUR 739.242 (TEUR 636.583) und
nicht bilanzierte temporäre Differenzen in Höhe von TEUR 0
(TEUR 25.511). Eine Aktivierung der latenten Steueransprüche
in Höhe von TEUR 188.570 (TEUR 170.121) erfolgt nicht,
da aktuelle Prognosen keine ausreichenden zukünftigen
Gewinne erwarten lassen.
126
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Basierend auf internen Schätzungen wird damit gerechnet,
dass die aktivierten latenten Steueransprüche zum Aus-
gleich zukünftiger steuerpflichtiger Gewinne in den jeweiligen
Steuerhoheitsgebieten herangezogen werden können.
Aufgrund von Änderungen in der Einschätzung, inwieweit
aktivierte latente Steueransprüche zum Ausgleich künftiger
steuerpflichtiger Gewinne genutzt werden können, wurden
TEUR 6.905 (TEUR 24.487) der aktivierten latenten
Steueransprüche wertberichtigt. Dividendenzahlungen
von Tochtergesellschaften haben keinen steuerlichen
Effekt für die Borealis AG. Für temporäre Differenzen in
Der Verbrauch an Vorräten im Geschäftsjahr betrug
TEUR 6.354.811 (TEUR 4.352.464) und wurde in der Gewinn-
Das Grundkapital der Borealis AG (Muttergesellschaft)
beträgt EUR 300.000,00 (EUR 300.000,00) und ist in
300.000 (300.000) voll eingezahlte Aktien mit einem
Nennwert von EUR 1,00 ohne spezielle Stimmrechte geteilt.
Die Kapitalrücklagen belaufen sich auf TEUR 1.599.097
(TEUR 1.599.097).
Die Borealis AG steht zu
– 39,00 % im Besitz der OMV Borealis Holding GmbH,
Trabrennstraße 6–8, 1020 Wien, Österreich;
und Verlustrechnung erfasst. Darin sind Wertminderungen
in Höhe von TEUR 21.445 (TEUR 15.079) enthalten.
– 32,67 % im Besitz der OMV Downstream GmbH,
Trabrennstraße 6–8, 1020 Wien, Österreich;
– 3,33 % im Besitz der OMV Aktiengesellschaft,
Trabrennstraße 6–8, 1020 Wien, Österreich;
– 21,67 % im Besitz der MPP Holdings GmbH,
Trabrennstraße 6–8, 1020 Wien, Österreich, und zu
– 3,33 % im Besitz der Mubadala Petroleum and
Petrochemicals Holding Company LLC, P.O. Box 45005,
Al Mamoura A, Muroor Road, 15th Street, Abu Dhabi,
Vereinigte Arabische Emirate.
Verbindung mit Tochtergesellschaften in Höhe von TEUR 0
(TEUR 121.028) wurden keine zukünftigen Steuerschulden
gemäß IAS 12.39, Ertragsteuern, angesetzt.
Unsichere Steuerposten
Einige Tochtergesellschaften des Borealis Konzerns haben
Berufung gegen Neubeurteilungen aufgrund von Steuer-
prüfungen eingelegt. Es ist unsicher, ob diese Einsprüche
erfolgreich sein werden. Das Management ist überzeugt,
dass die Gesellschaften alle anzuwendenden Rechts-
vorschriften einhalten.
In TEUR 2021 2020
Fertige Erzeugnisse 916.936 685.296
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 350.544 276.032
Gesamt 1.267.480 961.328
12. Vorräte
Grundkapital Kapitalrücklagen
In TEUR 2021 2020 2021 2020
Stand zum 1. Jänner 300 300 1.599.097 1.599.097
Erhöhung bzw. Verringerung 0 0 0 0
Stand zum 31. Dezember 300 300 1.599.097 1.599.097
13. Grundkapital und Kapitalrücklagen
127
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021 2020
Aufwendungen
Löhne und Gehälter 453.448 411.737
Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne 27.572 28.839
Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne und sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 32.166 29.903
Sozialabgaben 101.475 97.304
Sonstige Personalaufwendungen 24.792 23.172
Gesamt 639.453 590.955
14. Personal und anteilsbasierte Vergütung
Am 20. August 2021 änderte die Susana
Beteiligungsverwaltungs GmbH ihren Namen in
OMV Borealis Holding GmbH.
Die Anteile der IPIC Beta Holdings GmbH an der Borealis AG
(21,67 %) wurden mittelbar aufgrund einer am 22. Jänner 2022
durchgeführten Abspaltung zur Aufnahme der Anteile an der
IPIC Beta Holdings GmbH von der IPIC Holdings GmbH auf die
MPP Holdings GmbH übertragen. Durch die anschließende
Verschmelzung der IPIC Beta Holdings GmbH auf die
MPP Holdings GmbH vom 11. Februar 2022, kam es zu
einer unmittelbaren Anteilsübertragung der Anteile an
der Borealis AG (21,67 %) von IPIC Beta Holdings GmbH
auf MPP Holdings GmbH.
Die OMV Aktiengesellschaft, Wien, Österreich, ist das oberste
Mutterunternehmen. Die Dividendenausschüttung an die
Anteilseigner der Borealis AG hat keine steuerliche Wirkung.
Die Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne und
sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer werden
mit TEUR 28.474 (TEUR 25.982) unter den Herstellungs-
kosten, mit TEUR 2.605 (TEUR 2.830) unter den
Die Konzernziele bestehen darin, die Unternehmensfortführung
des Konzerns sicherzustellen und eine angemessene Rendite
für die Anleger zu erwirtschaften. Der Konzern überwacht
die Kapitalentwicklung auf Grundlage der Verschuldungs-
quote (Gearing Ratio). Dieser Wert wird als Quotient aus
verzinslicher Nettoverschuldung und dem gesamten Eigen-
kapital berechnet. Borealis hat sich zum Ziel gesetzt, das
Gearing Ratio innerhalb einer Bandbreite von 35 % bis
65 % zu halten, um die Geschäftszwecke des Konzerns
erfüllen zu können. Zum Jahresende betrug das Gearing
Ratio 3 % (29 %), wobei die wesentliche Unterschreitung
der Bandbreite aus dem starken Ergebnis des Konzerns
resultiert sowie der Dividenden, die der Konzern von
assozierten Unternehmen erhielt (siehe Anhangangabe 9).
Vertriebskosten, mit TEUR 1.010 (TEUR 1.051) unter den
Verwaltungskosten und mit TEUR 77 (TEUR 40) unter den
Forschungs- und Entwicklungskosten ausgewiesen.
128
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Anzahl der Mitarbeiter (FTEs) pro Land zum 31. Dezember
2021
fortzuführende
Geschäftsbereiche
2021
Gesamt
2020
fortzuführende
Geschäftsbereiche
2020
Gesamt
Österreich 1.220 1.948 1.215 1.924
Belgien 1.224 1.224 1.225 1.225
Finnland 876 876 873 873
Frankreich 0 855 2 848
Schweden 886 886 897 897
Restliches Europa 642 738 661 759
Nicht-Europa 407 407 394 394
Gesamt 5.255 6.934 5.267 6.920
In TEUR 2021 2020
Gehälter Vorstände 8.168 7.331
Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung Vorstände 594 582
Gehälter leitende Angestellte 1.481 1.532
Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung leitende Angestellte 106 112
Gesamt 10.349 9.557
Von den Gehältern an den Vorstand in Höhe von
TEUR 8.168 (TEUR 7.331) wurden TEUR 3.799 (TEUR 0)
an ehemalige Mitglieder des Vorstands bezahlt.
Von den Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung
an den Vorstand in Höhe von TEUR 594 (TEUR 582) wurden
TEUR 154 (TEUR 0) an ehemalige Mitglieder des Vorstands
bezahlt.
Es wurden keine Kredite an aktive oder ehemalige Mitglieder
des Vorstands gegeben. Die Vergütungen an Mitglieder des
Aufsichtsrats beliefen sich auf TEUR 856 (TEUR 831).
Long-Term-Incentive-(LTI-)Pläne
Dem Vorstand sowie ausgewählten Mitarbeitergruppen wurden
LTI-Pläne mit ähnlichen Bedingungen gewährt. Bei Eintritt
des Ausübungszeitpunkts werden Aktien der Mutter-
gesellschaft an den Vorstand und Aktienäquivalente an
ausgewählte Mitarbeitergruppen übertragen. Die Anzahl
der Aktien oder Aktienäquivalente wird abhängig von der
Erreichung definierter Leistungskriterien festgelegt.
Die Vergütungen des ehemaligen und aktuellen Managements betrugen:
Die festgelegten Leistungskriterien dürfen während des
Leistungszeitraums der LTI-Pläne nicht geändert werden.
Um den Anreizcharakter des Programms aufrechtzuerhalten,
liegt es jedoch im Ermessen des „Remuneration Committees“,
die Schwellen-, Ziel- und Maximalwerte im Falle wesentlicher
Änderungen externer Faktoren wie der Öl- und Gaspreise
anzupassen. Die Anpassung ist in beide Richtungen möglich
und wird vom „Remuneration Committee“ festgelegt. Die
Auszahlung erfolgt in bar oder in Aktien. Vorstandsmitglieder
als aktive Planteilnehmer sind verpflichtet, ein angemessenes
Volumen an Aktien der Muttergesellschaft aufzubauen und
diese Aktien bis zur Pensionierung oder zum Ausscheiden
aus dem Unternehmen zu halten. Das Aktienerfordernis ist
als Prozentsatz des jeweiligen Target-Long-Term-Incentive
definiert. Bis zur Erfüllung der Aktienbesitzverpflichtung
erfolgt die Auszahlung in Form von Aktien, danach können die
Planteilnehmer zwischen Bar- oder Aktienausgleich wählen.
Solange die Beteiligungsvoraussetzungen nicht erfüllt sind,
werden die gewährten Aktien abzüglich von Steuern in ein
von der OMV verwaltetes Treuhanddepot übertragen. Die
Verpflichtungen aus anteilsbasierten Vergütungstransaktionen
129
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021 2020
Pensionen und sonstige leistungsorientierte Pläne nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Barwert der fondsfinanzierten leistungsorientierten Pensionspläne 321.545 332.970
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -180.312 -179.904
Defizit der fondsfinanzierten Pensionspläne 141.233 153.066
Barwert der nicht fondsfinanzierten leistungsorientierten Pensionspläne 200.316 200.316
Einfluss der Vermögensobergrenze (IAS 19.64) 0 2.890
Gesamtdefizit der leistungsorientierten Pensionspläne 341.549 356.272
Pläne für Leistungen der medizinischen Versorgung 15.401 16.156
Abfertigungspläne 31.674 65.330
Pensionen und sonstige leistungsorientierte Pläne nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 388.624 437.758
Andere langfristige Leistungspläne für Arbeitnehmer 27.215 32.955
In der Bilanz ausgewiesene Nettoverbindlichkeit 415.839 470.713
mit Barausgleich werden als sonstige Rückstellungen
angesetzt und an jedem Abschlussstichtag zum beizulegenden
Zeitwert neu bewertet. Die Aufwendungen werden über den
Erdienungszeitraum als Personalaufwand erfasst.
Borealis führte im Jahr 2021 einen neuen LTI-Plan ein,
der mit dem OMV LTI-Plan harmonisiert wurde, und
implementierte zur Überbrückung der durch die Umstellung
auf den neuen Dreijahresplan entstandenen Liquiditäts-
lücken einen Transitional-LTI-Plan für die Geschäftsjahre
2021 und 2022. Die Vergütung für den Transitional-LTI-
Plan für das jeweilige Geschäftsjahr 2021 und 2022 basiert
auf ähnlichen KPIs wie der Dreijahresplan. Im Jahr 2021
beliefen sich die Gesamtaufwendungen im Zusammenhang
mit dem Borealis Transitional-LTI-Plan auf TEUR 3.545.
Der Konzern betreibt Pensions- und ähnliche Alters-
versorgungspläne in der EU, in Norwegen, Südkorea und
in den Vereinigten Arabischen Emiraten, die weitgehend
ähnlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen unterworfen
sind. Diese umfassen sowohl Pensionspläne, Abfertigungs-
pläne als auch Pläne zur Sicherstellung der medizinischen
Versorgung über das Ende des Arbeitsverhältnisses hinaus.
Leistungsorientierte Pensionspläne
Die Pensionspläne sind typischerweise endgehaltsabhängige
Versorgungssysteme, die Leistungen in Form eines garantierten
Die Gesamtaufwendungen für aktienbasierte Vergütungs-
transaktionen beliefen sich auf TEUR 8.599.
15. Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die meisten Konzerngesellschaften haben Pläne für
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses und
für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer. Art
und Umfang der Pläne richten sich nach den Vorschriften
und Besonderheiten der jeweiligen Länder. Die Pläne sind
entweder beitrags- oder leistungsorientiert. Bei leistungs-
orientierten Plänen ist der Anspruch des Arbeitnehmers von
seiner Dienstzeit und seinem geschätzten Gehalt zum
Zeitpunkt des Pensionsantritts abhängig. Eine Zusammen-
fassung der leistungsorientierten Pläne ist in den nachfol-
genden Tabellen dargestellt.
Betrags, zahlbar in lebenslangen Rentenbeträgen, erbringen.
Die Rentenleistungen sind abhängig von den geleisteten
Dienstjahren und vom Gehaltsniveau in den letzten Jahren
vor der Pensionierung. Die Rentenauszahlungen sind
grundsätzlich mit dem Verbraucherpreisindex oder einem
ähnlichen Index valorisiert. Durch Planvermögen gedeckte
Auszahlungen erfolgen über Versicherungsfonds. Im Rahmen
einer Reihe von ungedeckten Versorgungsplänen übernimmt
jedoch der Arbeitgeber die Verpflichtung bei Fälligkeit.
Die Entwicklung der Pensionsleistungsverpflichtung im
Geschäftsjahr ergibt sich wie folgt:
130
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In den Jahren 2021 und 2020 bestand das Planvermögen im Wesentlichen aus Versicherungsverträgen.
In TEUR 2021 2020
Leistungsverpflichtung zum 1. Jänner 536.176 522.331
Laufender Dienstzeitaufwand 22.160 21.854
Zinsaufwand durch Leistungsverpflichtung 4.818 5.901
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge 26.978 27.755
Gewinne (-)/Verluste aufgrund von Änderungen der demografischen Annahmen -1.111 0
Gewinne (-)/Verluste aufgrund von Änderungen finanzieller Annahmen 8.789 -6.780
Veränderungen des nicht angesetzten Vermögens aufgrund der Vermögensobergrenze 0 79
Gewinne (-)/Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen -949 -1.878
Gewinne (-)/Verluste aus Währungsdifferenzen -1.665 3.607
Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge 5.064 -4.972
Leistungen, die direkt aus dem Planvermögen bezahlt wurden -10.613 -10.834
Leistungen, die direkt vom Arbeitgeber bezahlt wurden -5.097 -5.633
Beiträge von Teilnehmern 1.256 1.256
Laufende bezahlte Aufwendungen, Prämien und Steuern -1.982 -1.814
Nettozugang an Schulden aus Erwerben 0 4.794
Umgliederung zu Verbindlichkeiten, die direkt mit der Veräußerungsgruppe verbunden sind -28.430 0
Gewinne (-)/Verluste aus Währungsdifferenzen -1.491 3.293
Leistungsverpflichtung zum 31. Dezember 521.861 536.176
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1. Jänner 179.904 166.488
Zinsertrag des Planvermögens 1.542 1.728
Laufend bezahlte Verwaltungsaufwendungen -406 -365
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge 1.136 1.363
Erwartete Rendite aus dem Planvermögen ohne Zinsertrag 3.666 5.723
Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge 3.666 5.723
Leistungen, die direkt aus dem Planvermögen bezahlt wurden -10.613 -10.834
Beiträge von Teilnehmern 1.256 1.256
Beiträge vom Arbeitgeber 16.512 17.308
Laufend bezahlte Steuern -1.982 -1.814
Nettozugang an Vermögenswerten aus Erwerben 0 487
Umgliederung zu Verbindlichkeiten, die direkt mit der Veräußerungsgruppe verbunden sind -9.626 0
Gewinne/Verluste (-) aus Währungsdifferenzen 59 -73
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember 180.312 179.904
131
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021 2020
Leistungsverpflichtung zum 1. Jänner 16.156 17.373
Laufender Dienstzeitaufwand 688 769
Zinsaufwand durch Leistungsverpflichtung 194 173
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge 882 942
Gewinne (-)/Verluste aufgrund von Änderungen finanzieller Annahmen -102 -970
Gewinne (-)/Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen -521 -992
Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge -623 -1.962
Leistungen, die direkt vom Arbeitgeber bezahlt wurden -202 -197
Umgliederung zu Verbindlichkeiten, die direkt mit der Veräußerungsgruppe verbunden sind -812 0
Leistungsverpflichtung zum 31. Dezember 15.401 16.156
Pläne für Leistungen der medizinischen Versorgung
Unter den Plänen für Leistungen der medizinischen Versorgung
werden bestimmte Behandlungskosten für pensionierte
Mitarbeiter, hauptsächlich in Belgien, rückerstattet. Die
Leistungsverpflichtung für die Pläne zur medizinischen
Versorgung entwickelte sich im Geschäftsjahr wie folgt:
Abfertigungspläne
Abfertigungspläne gibt es für jene Arbeitnehmer
österreichischer Konzerngesellschaften, deren Arbeits-
verhältnis vor 1. Jänner 2003 begonnen hat. Darüber
hinaus gibt es Abfertigungspläne in Österreich, Italien und
den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Entwicklung der
Leistungsverpflichtung aus Abfertigungsplänen stellte sich
im Geschäftsjahr wie folgt dar:
132
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021 2020
Leistungsverpflichtung zum 1. Jänner 65.330 67.140
Laufender Dienstzeitaufwand 799 1.921
Zinsaufwand durch Leistungsverpflichtung 279 675
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 23
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge 1.078 2.619
Gewinne (-)/Verluste aufgrund von Änderungen demografischer Annahmen 0 46
Gewinne (-)/Verluste aufgrund von Änderungen finanzieller Annahmen 1.641 -1.469
Gewinne (-)/Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen -488 811
Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge 1.153 -612
Leistungen, die direkt vom Arbeitgeber bezahlt wurden -1.912 -3.752
Umgliederung zu Verbindlichkeiten, die direkt mit der Veräußerungsgruppe verbunden sind -34.026 0
Gewinne (-)/Verluste aus Währungsdifferenzen 51 -65
Leistungsverpflichtung zum 31. Dezember 31.674 65.330
Andere langfristige Leistungspläne für Arbeitnehmer
Andere langfristige Leistungen an Arbeitnehmer, die von
Konzerngesellschaften angeboten werden, betreffen
Jubiläumsgelder und Vorruhestandsregelungen. Die
Entwicklung der Leistungsverpflichtung im Zusammenhang
mit anderen langfristigen Leistungen an Arbeitnehmer stellte
sich im Geschäftsjahr wie folgt dar:
In TEUR 2021 2020
Leistungsverpflichtung zum 1. Jänner 32.955 34.420
Laufender Dienstzeitaufwand 1.636 2.069
Zinsaufwand durch Leistungsverpflichtung 170 313
Gewinne (-)/Verluste aufgrund von Änderungen demografischer Annahmen 228 0
Gewinne (-)/Verluste aufgrund von Änderungen finanzieller Annahmen 1.566 -1.041
Gewinne (-)/Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen 1.381 705
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge 4.981 2.046
Leistungen, die direkt vom Arbeitgeber bezahlt wurden -2.508 -3.511
Umbuchung zu Verbindlichkeiten, die direkt mit der Veräußerungsgruppe verbunden sind -8.213 0
Leistungsverpflichtung zum 31. Dezember 27.215 32.955
133
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Diskontierungszinssätze, geschätzte zukünftige Gehälter,
Pensionserhöhungen und erwartete Renditen auf das
Planvermögen variieren bei den verschiedenen leistungs-
orientierten Plänen, da diese den lokalen Gegebenheiten
entsprechen. Annahmen zur künftigen Sterblichkeit basie-
ren auf veröffentlichten Statistiken und Sterbetabellen.
Die wichtigsten Annahmen stellen sich als gewichtete
Durchschnittswerte wie folgt dar:
Prozent 2021 2020
Diskontierungszinssatz 1,2 % 0,9 %
Erwartete Gehaltssteigerung 3,4 % 2,7 %
Erwartete Pensionssteigerung 2,0 % 1,3 %
Die Sensitivität der Leistungsverpflichtungen für Pensionen und sonstige leistungsorientierte Pläne nach Beendigung des
Arbeitsverhältnisses gegenüber Änderungen der wesentlichen Annahmen lässt sich wie folgt darstellen:
Auswirkungen auf die Leistungsverpflichtung
Änderung der Annahme um
Erhöhung der Annahme Rückgang der Annahme
Diskontierungszinssatz 0,5 % Rückgang um 6,7 % Erhöhung um 7,4 %
Erwartete Gehaltssteigerung 0,5 % Erhöhung um 4,9 % Rückgang um 4,6 %
Erwartete Pensionssteigerung 0,5 % Erhöhung um 4,5 % Rückgang um 4,2 %
Die oben angeführte Sensitivitätsanalyse basiert auf der
Änderung einer Annahme, während alle anderen Prämissen
gleichbleiben. Die Praxis zeigt jedoch, dass Änderungen von
mehreren Annahmen gleichzeitig auftreten. Zur Berechnung
der Sensitivität der Leistungsverpflichtungen gegenüber
wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen
wurde die gleiche Methode wie für die Berechnung der in
der Bilanz ausgewiesenen Pensionsverpflichtung angewendet
(Berechnung des beizulegenden Zeitwerts der Leistungs-
verpflichtungen anhand des Barwertanwartschaftsverfahrens
[Projected Unit Credit Method] zum Bilanzstichtag).
Für das Geschäftsjahr 2022 werden Aufwendungen für
leistungsorientierte Pläne von TEUR 31.065 (TEUR 27.206)
erwartet. Die durchschnittliche gewichtete Dauer der
Leistungsverpflichtungen beträgt 13,8 Jahre (13,8 Jahre).
Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Plänen ist der
Konzern versicherungsmathematischen Risiken, vornehmlich
dem Risiko der langen Laufzeit, dem Zinsrisiko und dem
Marktrisiko, ausgesetzt.
134
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021
Restruktu-
rierungs-
maßnahmen Stilllegungen Rechtsfälle Umweltrisiken Sonstige Gesamt
Stand zum 1. Jänner
(rückwirkend angepasst) 319 47.335 4.886 6.388 53.560 112.488
Dotierung 0 20.205 990 300 60.526 82.021
Umgliederung zu Verbindlichkeiten,
die direkt mit der Veräußerungs-
gruppe verbunden sind 0 -11.633 -210 -5.267 -7.183 -24.293
Verwendung -43 0 -1.454 -131 -32.923 -34.551
Auflösung -87 -151 -532 -256 -497 -1.523
Zinsaufwand (+)/Ertrag (-) 0 8 0 0 0 8
Währungsdifferenzen 9 0 11 0 23 43
Stand zum 31. Dezember 198 55.764 3.691 1.034 73.506 134.193
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 171 20.000 1.463 0 47.912 69.546
Sonstige langfristige Rückstellungen 27 35.764 2.228 1.034 25.594 64.647
Stand zum 31. Dezember 198 55.764 3.691 1.034 73.506 134.193
16. Rückstellungen
Rückstellungen werden grundsätzlich für Ereignisse aus der
Vergangenheit, für die eine gegenwärtige Verpflichtung
gegenüber Dritten besteht, gebildet. Die zeitliche Dimension
der Mittelabflüsse lässt sich nicht für alle Rückstellungen
mit Sicherheit bestimmen.
Restrukturierungsmaßnahmen
Die Rückstellung für Restrukturierungsmaßnahmen
deckt die geschätzten Aufwendungen für laufende
Umstrukturierungsprogramme ab.
Stilllegungen
Die Rückstellung für Stilllegungen umfasst die geschätzten
Aufwendungen für Demontage- und Aufräumungskosten
für Anlagen auf fremdem Grund in Deutschland und Belgien.
Im Jahr 2021 wurden zusätzliche EUR 20.000 für die
Dekontaminierung eines gemieteten Grundstücks in den
Niederlanden dotiert. Es wird eine Verwendung dieser
Rückstellung in Höhe von TEUR 20.000 bis 2022, von
TEUR 5.137 bis 2027 und von TEUR 30.627 bis 2049
erwartet.
Rechtsfälle
Die Rückstellungen werden für Rechtsfälle unterschied-
lichster Bereiche gebildet.
Umweltrisiken
Die Rückstellung für Umweltrisiken umfasst sämtliche
umweltbedingten Belastungen des Konzerns.
Sonstige
Sonstige Rückstellungen decken eine Vielzahl verschiedener
Verpflichtungen, wie zum Beispiel kurz- und langfristige
Prämiensysteme, ab. Wovon TEUR 8.619 (TEUR 0) den
Transitional- und die neuen LTI-Pläne betreffen, die
anteilsbasiert sind. Im Jahr 2021 fand eine Analyse des
Grades der Ungewissheit und der Fristigkeiten sonstiger
Rückstellungen und sonstiger Verbindlichkeiten statt, die
zu Umgliederungen zwischen diesen beiden Posten führte.
Weitere Details werden im Abschnitt Rückwirkende
Anpassungen erläutert.
135
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
17. Finanzrisikomanagement
Der Konzern ist aufgrund seiner Tätigkeiten den folgenden
finanziellen Risiken ausgesetzt:
– Fremdwährungsrisiko (Anhangangabe 23)
– Zinsrisiko (Anhangangabe 24)
– Liquiditätsrisiko (Anhangangabe 21)
– Warenpreisrisiko (Anhangangabe 25)
– Kreditrisiko (Anhangangabe 27)
Ziel des Finanzrisikomanagements ist es, die Kerngeschäfts-
bereiche von Borealis zu unterstützen. Das Finanzrisiko-
management wird in erster Linie durch eine zentrale
Treasury & Funding-Abteilung im Rahmen von Leitlinien
gesteuert, die der Vorstand genehmigt hat. Der Konzern stellt
schriftliche Grundsätze für die Gesamtrisikosteuerung sowie
Grundsätze für bestimmte Bereiche, wie Fremd währungs-,
Zins-, Kredit- und Warenpreisrisiko oder den Einsatz
derivativer Finanzinstrumente bereit. Borealis ist bestrebt,
die Effekte aus dem Fremdwährungsrisiko, dem Zinsrisiko,
dem Liquiditätsrisiko, dem Kreditrisiko, dem Warenpreis-
risiko und dem Refinanzierungsrisiko zu minimieren.
Der Einsatz von Finanzinstrumenten erfolgt auf Grundlage
tatsächlicher oder prognostizierter zugrunde liegender
wirtschaftlicher oder finanzieller Cashflows oder auf Basis
der durch das Risikomanagement identifizierten Risiken.
Wenn alle relevanten Kriterien erfüllt sind, wird die
Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting)
angewendet, um die rechnungslegungsbezogene Inkongruenz
zwischen dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten
Grundgeschäft zu beseitigen.
Die Anhangangabe 22 gibt einen Überblick über die
Finanzinstrumente, die von Borealis zur Risikoabsicherung
verwendet werden. Weiterführende Informationen zu den
Sicherungsinstrumenten können Anhangangabe 22 Derivative
Finanzinstrumente, Anhangangabe 23 Fremdwährungsrisiko,
Angabe 24 Zinsrisiko und Anhangangabe 25 Warenpreisrisiko
entnommen werden. Der Risikomanagementprozess im
Allgemeinen ist im Konzernlagebericht beschrieben.
In TEUR 2021
2020
rückwirkend
angepasst
Zinserträge aus
Zahlungsmitteln und gegebenen Krediten 27.282 21.870
Derivaten 2.848 5.258
Zinsaufwendungen für
Finanzverbindlichkeiten -31.073 -35.506
Derivate -4.433 -6.437
Aktivierte Fremdkapitalkosten 9.308 4.917
Nettowährungsdifferenzen aus der Umrechnung -576 -3.387
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten -3.741 -4.039
Sonstige Finanzerträge 5.475 21.434
Sonstige Finanzaufwendungen -11.893 -18.093
Finanzertrag/-aufwand -6.803 -13.983
18. Finanzertrag/-aufwand
136
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021
2020
rückwirkend
angepasst
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge
Veränderung im beizulegenden Zeitwert von Warentermingeschäften -4.858 4.624
Veränderung im beizulegenden Zeitwert von Fremdwährungszinsswaps -2.484 -147
Veränderung im beizulegenden Zeitwert von Devisenswaps 1.615 1.371
Veränderung im beizulegenden Zeitwert von sonstigen finanziellen Vermögenswerten,
börsennotierten Wertpapieren und Anleihen 1.668 -297
Realisierte Ergebnisse aus Warentermingeschäften -14.899 -11.063
Realisierte Ergebnisse aus Fremdwährungszinsswaps -277 -551
Realisierte Ergebnisse aus Devisenswaps -1.373 1.227
Realisierte Ergebnisse aus sonstigen finanziellen Vermögenswerten,
börsennotierten Wertpapieren und Anleihen 1.163 1.005
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten,
die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden -19.445 -3.831
Erfolgswirksam erfasste Gewinne/Verluste aus der Realisierung von Cashflow-Hedges
Warentermingeschäfte 215.362 -28.386
Zinsswaps -1.308 -627
Devisentermingeschäfte 6.130 3.377
Sicherungsinstrumente 220.184 -25.636
Zinserträge aus Zahlungsmitteln und gegebenen Krediten 27.282 21.870
Aufwendungen für das Factoringprogramm von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -3.164 -2.548
Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -4.046 -2.725
Wertberichtigungen auf Einlagen und andere Forderungen 0 -2.099
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 20.072 14.498
Zins- und sonstiger Aufwand aus finanziellen Verbindlichkeiten -37.944 -38.303
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten -3.741 -4.039
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten -41.685 -42.342
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen
Werte für Waren- und Devisentermingeschäfte werden
als Berichtigung der abgesicherten Umsatzerlöse oder
Herstellungskosten erfasst. Die in der Gewinn- und Verlust-
rechnung ausgewiesenen Werte für Zinsswaps, Devisen-
swaps werden im Finanzertrag/-aufwand erfasst.
Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen werden als Vertriebskosten dargestellt;
Wertberichtigungen zu gegebenen Krediten sowie
Wertberichtigungen auf Einlagen und andere Forderungen
sind im Finanzaufwand enthalten.
19. Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten
137
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021 2020
Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge
Warentermingeschäfte, die als Cashflow-Hedge verwendet werden 474.843 -56.987
Zinsswaps, die als Cashflow-Hedge verwendet werden 1.827 -5.682
Devisentermingeschäfte, die als Cashflow-Hedge verwendet werden -14.532 12.284
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung von langfristigen Krediten an ausländische Geschäftsbetriebe -2.100 4.020
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung von Krediten, designiert als Absicherung
von Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe -14.687 16.704
Beträge, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht wurden
Warentermingeschäfte -215.362 28.386
Zinsswaps 1.308 627
Devisentermingeschäfte -6.130 -3.377
Summe der im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge 225.167 -4.025
In TEUR 2021
2020
rückwirkend
angepasst
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung von operativen Tätigkeiten, enthalten in sonstige betriebliche Erträge 34.161 26.899
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung von operativen Tätigkeiten, enthalten in Herstellungskosten -33.851 -30.306
Nettowährungsdifferenzen aus der Umrechnung, enthalten im Finanzertrag/-aufwand -576 -3.387
Gesamt -266 -6.794
Nettowährungsdifferenzen aus der Umrechnung gliedern sich in der Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt auf:
138
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
20. Finanzverbindlichkeiten und Leasingverbindlichkeiten
Die verzinslichen Finanz- und Leasingverbindlichkeiten (kurzfristige und langfristige) setzen sich zum 31. Dezember 2021
wie folgt zusammen:
In TEUR 2021
Fälligkeit
Befristete
Kredite Anleihe
Genutzte
Kreditlinien
Export-
kredite
Summe
Finanz-
verbind-
lichkeiten
Ungenutzte
Kreditlinien
Leasing-
verbind-
lichkeiten
Nach 5 Jahren 471.272 471.272 66.228
Innerhalb von 5 Jahren 83.564 83.564 1.000.000 12.962
4 Jahren 327.612 297.955 625.567 15.052
3 Jahren 307.911 307.911 17.067
2 Jahren 37.964 37.964 22.775
Gesamte langfristige
Verbindlichkeiten 1.228.323 297.955 0 0 1.526.278 1.000.000 134.084
Gesamte kurzfristige
Verbindlichkeiten 73.511 0 122 0 73.633 166.011
1)
30.682
Gesamte
Verbindlichkeiten 1.301.834 297.955 122 0 1.599.911 1.166.011 164.766
1) Borealis verfügt über TEUR 166.011 Exportkreditlinien, die zum Stichtag 31. Dezember 2021 nicht gezogen sind. Diese Kreditlinien sind aus ökonomischer Sicht langfristig, jedoch mit
einer einjährigen Kündigungsfrist des Kreditgebers versehen.
Die verzinslichen Finanzverbindlichkeiten (kurzfristige und langfristige) setzen sich zum 31. Dezember 2020 wie folgt zusammen:
In TEUR 2020
Fälligkeit
Befristete
Kredite Anleihe
Genutzte
Kreditlinien
Export-
kredite
Summe
Finanz-
verbind-
lichkeiten
Ungenutzte
Kreditlinien
Leasing-
verbind-
lichkeiten
Nach 5 Jahren 390.677 390.677 75.404
Innerhalb von 5 Jahren 326.079 297.461 623.540 1.000.000 13.745
4 Jahren 292.876 292.876 15.107
3 Jahren 35.244 35.244 21.091
2 Jahren 69.215 69.215 31.350
Gesamte langfristige
Verbindlichkeiten 1.114.091 297.461 0 0 1.411.552 1.000.000 156.697
Gesamte kurzfristige
Verbindlichkeiten 154.910 0 47.614 107.873
1)
310.397 58.138
1)
38.101
Gesamte
Verbindlichkeiten 1.269.001 297.461 47.614 107.873 1.721.949 1.058.138 194.798
1) Borealis verfügt über TEUR 166.011 Exportkreditlinien, die zum Stichtag 31. Dezember 2020 in Höhe von TEUR 107.873 gezogen sind. Diese Kreditlinien sind aus ökonomischer Sicht
langfristig, jedoch mit einer einjährigen Kündigungsfrist des Kreditgebers versehen.
139
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Die Buchwerte der Finanz- und Leasingverbindlichkeiten entwickelten sich wie folgt:
In TEUR 2021
Befristete
Kredite Anleihe
Genutzte
Kreditlinien
Export-
kredite
Summe
Finanz-
verbind-
lichkeiten
Leasing-
verbind-
lichkeiten
Stand zum 1. Jänner
1.269.001 297.461 47.614 107.873 1.721.949 194.798
Einzahlung aus Finanzierungen 150.000 0 122 0 150.122 0
Rückzahlung von Finanzierungen -156.023 0 -47.614 -107.873 -311.510 0
Zugänge Leasingverhältnisse 0 0 0 0 0 20.472
Tilgungsanteil von Leasingzahlungen 0 0 0 0 0 -36.532
Umbuchung zu Verbindlichkeiten, die direkt mit
der Veräußerungsgruppe verbunden sind 0 0 0 0 0 -12.957
Währungsdifferenzen 38.222 0 0 0 38.222 3.328
Sonstige 634 494 0 0 1.128 -4.343
Stand zum 31. Dezember 1.301.834 297.955 122 0 1.599.911 164.766
In TEUR 2020
Befristete
Kredite Anleihe
Genutzte
Kreditlinien
Export-
kredite
Summe
Finanz-
verbind-
lichkeiten
Leasing-
verbind-
lichkeiten
Stand zum 1. Jänner
1.016.544 296.975 69.832 58.138 1.441.489 210.884
Einzahlung aus Finanzierungen 500.688 0 372.614 107.873 981.174 0
Rückzahlung von Finanzierungen -199.949 0 -394.832 -58.138 -652.919 0
Zugänge Leasingverhältnisse 0 0 0 0 0 29.998
Tilgungsanteil von Leasingzahlungen 0 0 0 0 0 -41.534
Währungsdifferenzen -47.393 0 0 0 -47.393 -4.156
Sonstige -889 486 0 0 -403 -394
Stand zum 31. Dezember 1.269.001 297.461 47.614 107.873 1.721.949 194.798
Die Finanzierung des Konzerns besteht hauptsächlich aus
Kreditlinien (vorwiegend syndiziert), befristeten Krediten,
Anleihen, Privatplatzierungen und Exportkrediten. Die
Finanzverbindlichkeiten werden zu fortgeschriebenen
Anschaffungskosten bewertet.
Die Liquiditätslage von Borealis bleibt aufgrund der
bestehenden syndizierten revolvierenden Kreditlinie in Höhe
von EUR 1 Milliarde, die zum Ende des Geschäftsjahres
nicht ausgenutzt war, und eines Liquiditätsmanagements
über diversifizierte Finanzierungen weiterhin sehr solide.
Die syndizierte revolvierende Kreditlinie wurde im
140
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Dezember 2019 mit einer Laufzeit von fünf Jahren und
zwei Verlängerungsoptionen von jeweils einem Jahr, nach
Ermessen des Kreditgebers, refinanziert. Die zweite und
finale Verlängerungsoption wurde im Dezember 2021 gezogen,
das neue Fälligkeitsdatum ist der 19. Dezember 2026.
Am Bilanzstichtag verfügte der Konzern über Kreditlinien
in Höhe von TEUR 1.166.011 (TEUR 1.166.011). Neben
der oben genannten nicht ausgenutzten revolvierenden
Kreditlinie (RCF) von EUR 1 Milliarde verfügt Borealis über
OeKB-Export finanzierungen in Höhe von TEUR 166.011.
Diese waren zum Jahresende nicht gezogen.
Die Verschuldung von Borealis verringerte sich im Jahr 2021
um TEUR 152.070. Die Nettoverschuldung reduzierte sich im
Jahr 2021 um TEUR 1.610.624, wodurch eine Verschuldungs-
quote (Gearing Ratio) von 3 % erreicht wurde. Die Netto-
verschuldung und die daraus resultierende Verschuldungs-
quote beinhalten verzinsliche Verbindlichkeiten, die als
Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung
gehaltenen Vermögenswerten umgegliedert wurden, und
beinhalten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente,
die als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
umgegliedert wurden.
Im März 2021 konnte Borealis erfolgreich das langfristige
Factoring-Programm von TEUR 300.000 auf TEUR 350.000
steigern. In enger Kooperation mit Nordea konnte Borealis
während des ersten Quartals 2021 eine signifikante Erhöhung
des Programms als Working Capital Initiative erreichen.
Im November 2018 vergab S&P Global Ratings ein BBB+
Rating mit stabilem Ausblick für Borealis. Dies stellte das
erste öffentliche Rating des Konzerns dar, der in den letzten
zehn Jahren bereits an diversen Finanzmärkten aktiv und
mit unterschiedlichen Instrumenten erfolgreich war sowie
ein robustes und diversifiziertes Finanzierungsportfolio
aufgebaut hat. Während Borealis’ langfristige Bankpartner
und Investoren schon immer die starke Kreditwürdigkeit des
Konzerns wertgeschätzt haben, bietet das öffentliche Rating
eine sehr gute weitere Evaluierungsbasis für alle externen
Stakeholder. Am 18. November 2021 bestätigte S&P Global
Ratings das BBB+ Rating von Borealis, mit stabilem Ausblick.
Im Rahmen der Borealis-Finanzierungsstrategie wurde über
die vergangenen Jahre ein stark diversifiziertes Portfolio
implementiert und ein ausgewogenes Fälligkeitsprofil
erreicht. Zusätzlich verfügt Borealis über eine langfristige
Geschäftsbeziehung mit einer Bankengruppe, die das Unter-
nehmen bei Finanzierungstransaktionen und Transaktionen
im Rahmen des Risikomanagements unterstützt.
Aufgrund dessen und in Kombination mit einer starken Bilanz
sowie dem starken Rating steht Borealis eine Auswahl an
attraktiven Finanzierungsinstrumenten zur Verfügung
(Anleihen, Schuldscheine, US-Privatplatzierungen, Auslands-
investitionsfinanzierungen, Bankkredite und andere), um den
Finanzierungsbedarf im Jahr 2022 und darüber hinaus zu
decken. Borealis wird weiterhin verschiedene Finanzierungs-
instrumente analysieren, die in die Finanzierungstrategie
passen.
Einige Kreditverträge beinhalten Vereinbarungen zur
Einhaltung bestimmter Gearing und Solvency Ratios. Zum
31. Dezember 2021 hat Borealis alle in den Kreditverträgen
vereinbarten Kennzahlen eingehalten.
In TEUR 2021 % 2020 %
EUR 1.188.835 67 % 1.336.607 70 %
USD 532.335 30 % 498.407 26 %
JPY 38.223 2 % 39.358 2 %
GBP 126 0 % 33.750 2 %
Sonstige 5.158 0 % 8.625 0 %
Verzinsliche Schulden gesamt 1.764.677 100 % 1.916.747 100 %
Währungsmix
141
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021
Nicht-derivative finanzielle
Verbindlichkeiten Buchwert
Vertragliche
Cashflows
6 Monate
oder weniger
6–12
Monate 1–2 Jahre 2–5 Jahre
Mehr als
5 Jahre
Variabel verzinste
EUR Finanzverbindlichkeiten -68.962 -70.540 -13.536 -5.878 -326 -50.800 0
Fix verzinste
EUR Finanzverbindlichkeiten -1.002.420 -1.062.051 -6.596 -10.157 -14.670 -713.876 -316.752
Variabel verzinste
USD Finanzverbindlichkeiten -178.320 -190.360 -1.124 -1.492 -3.952 -183.792 0
Fix verzinste
USD Finanzverbindlichkeiten -311.376 -392.031 -7.295 -55.483 -46.445 -88.073 -194.735
Variabel verzinste
JPY Finanzverbindlichkeiten -38.223 -38.863 -82 -98 -171 -38.512 0
Sonstige variabel verzinste
Finanzverbindlichkeiten -488 -490 -490 0 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten -164.766 -200.943 -20.552 -14.015 -25.385 -51.676 -89.315
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen -1.016.936 -1.016.936 -1.016.936 0 0 0 0
Genutzte Kreditlinien -122 -122 -122 0 0 0 0
Gesamt -2.781.613 -2.972.336 -1.066.733 -87.123 -90.949 -1.126.729 -600.802
21. Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass der Konzern
Schwierigkeiten bei der Erfüllung seiner Verpflichtungen im
Zusammenhang mit seinen finanziellen Verbindlichkeiten hat.
Die Liquidität wird täglich kontrolliert, um sicherzustellen,
dass die Liquiditätserfordernisse des Konzerns jederzeit
und mit dem geringstmöglichen Einsatz von Working Capital
gedeckt werden. Weiterführende Informationen zu den
Finanz- und Leasingverbindlichkeiten können den Anhang-
angaben 6 und 20 und Informationen zu Derivaten der
Anhangangabe 22 entnommen werden.
Im Folgenden werden die vertraglichen Laufzeiten von
nicht-derivativen finanziellen Verbindlichkeiten inklusive
prognostizierter Zinszahlungen sowie derivativen finanziellen
Verbindlichkeiten dargestellt. Alle Buchwerte verstehen
sich exklusive der ausstehenden Zinsabgrenzungen zum
Jahresende. Zahlungsmittelabflüsse werden mit einem
negativen Vorzeichen dargestellt.
142
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2020
Nicht-derivative finanzielle
Verbindlichkeiten Buchwert
Vertragliche
Cashflows
6 Monate
oder weniger
6–12
Monate 1–2 Jahre 2–5 Jahre
Mehr als
5 Jahre
Variabel verzinste
EUR Finanzverbindlichkeiten -203.349 -204.561 -13.601 -121.151 -19.239 -23.485 -27.085
Fix verzinste
EUR Finanzverbindlichkeiten -944.322 -1.014.491 -35.888 -69.869 -16.272 -686.170 -206.292
Variabel verzinste
USD Finanzverbindlichkeiten -164.387 -174.070 -1.053 -1.146 -1.992 -156.691 -13.188
Fix verzinste
USD Finanzverbindlichkeiten -287.265 -374.147 -6.733 -5.574 -57.943 -113.911 -189.986
Variabel verzinste
JPY Finanzverbindlichkeiten -39.358 -40.162 -82 -100 -152 -39.828 0
Fix verzinste
GBP Finanzverbindlichkeiten -33.369 -36.506 -1.568 -34.938 0 0 0
Sonstige variabel verzinste
Finanzverbindlichkeiten -2.236 -2.264 -1.385 -879 0 0 0
Sonstige fix verzinste
Finanzverbindlichkeiten -49 -50 -25 -25 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten -194.798 -233.002 -22.301 -19.066 -34.602 -57.376 -99.657
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen -788.170 -788.170 -788.170 0 0 0 0
Genutzte Kreditlinien -47.614 -47.615 -47.615 0 0 0 0
Gesamt -2.704.917 -2.915.038 -918.421 -252.748 -130.200 -1.077.461 -536.208
In TEUR 2021
Derivative finanzielle
Verbindlichkeiten/Auszahlung Buchwert
Vertragliche
Cashflows
6 Monate
oder weniger 6–12 Monate 1–2 Jahre 2–5 Jahre
Zinsswaps -791 -1.096 -653 -402 -200 159
Fremdwährungszinsswaps -3.817 -44.067 -316 -403 -1.033 -42.315
Fremdwährungsderivate -8.258 -437.058 -238.664 -198.394 0 0
Rohstoffderivate -13.211 -20.053 -19.540 -513 0 0
Elektrizitätsderivate -563 -26.304 -16.577 -7.338 -2.389 0
Erdgasderivate -59.211 -63.079 -49.375 -13.704 0 0
Gesamt -85.851 -591.657 -325.125 -220.754 -3.622 -42.156
143
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2020
Derivative finanzielle
Verbindlichkeiten/Auszahlung Buchwert
Vertragliche
Cashflows
6 Monate
oder weniger 6–12 Monate 1–2 Jahre 2–5 Jahre
Zinsswaps -3.926 -4.228 -632 -559 -1.190 -1.847
Fremdwährungszinsswaps -2.930 -39.245 -1.485 -37.760 0 0
Fremdwährungsderivate -798 -71.541 -71.541 0 0 0
Rohstoffderivate -37.789 -37.845 -34.346 -3.499 0 0
Elektrizitätsderivate -14.041 -13.977 -5.633 -4.397 -2.895 -1.052
Erdgasderivate -7.472 -7.442 -2.955 -2.514 -1.973 0
Gesamt -66.956 -174.278 -116.592 -48.729 -6.058 -2.899
In TEUR 2021
Außerbilanzielle Verbindlichkeiten
Vertragliche
Cashflows
6 Monate
oder weniger
6–12
Monate 1–2 Jahre 2–5 Jahre
Mehr als
5 Jahre
Leasingzahlungen für kurzfristige Leasing-
verhältnisse und jene mit geringem Wert -1.515 -725 -630 -101 -59 0
Zugesagte Investitionen in Sachanlagen -149.998 -111.532 -24.725 -8.484 -5.257 0
Zugesagte Kapitaleinlagen
in assoziierte Unternehmen -27.733 0 -22.400 -5.333 0 0
Zugesagte Kapitaleinlagen in Joint Ventures -250.854 0 0 0 -250.854 0
In TEUR 2020
Außerbilanzielle Verbindlichkeiten
Vertragliche
Cashflows
6 Monate
oder weniger
6–12
Monate 1–2 Jahre 2–5 Jahre
Mehr als
5 Jahre
Leasingzahlungen für kurzfristige Leasing-
verhältnisse und jene mit geringem Wert -2.316 -1.240 -777 -138 -161 0
Zugesagte Investitionen in Sachanlagen -304.528 -253.870 -21.767 -24.379 -4.512 0
Zugesagte Kapitaleinlagen
in assoziierte Unternehmen -15.733 0 -2.900 -12.833 0 0
Zugesagte Kapitaleinlagen in Joint Ventures -406.745 0 0 0 -406.745 0
144
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Weiterführende Informationen zu den außerbilanziellen
Verbindlichkeiten können den Anhangangaben 5, 9, 30
und 31 entnommen werden.
22. Derivative Finanzinstrumente
Der Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit
einigen Risiken ausgesetzt. Derivative Finanzinstrumente
werden vorrangig zur Steuerung von Risiken wie Fremd-
währungsrisiko, Zinsrisiko und Warenpreisrisiko eingesetzt.
Die Risikomanagementstrategie des Konzerns und deren
Umsetzung zur Steuerung von Risiken werden in der
Anhangangabe 17 und im Konzernlagebericht im Allgemeinen
erläutert. Detaillierte Beschreibungen der im vorstehenden
Absatz genannten Risiken finden sich in dieser Anhang-
angabe sowie in den Anhangangaben 23, 24 und 25.
Konzernvorschriften zur Bilanzierung von
Sicherungsgeschäften
Die Sicherungsgeschäfte werden grundsätzlich bei der
Gesellschaft abgeschlossen, für die das zugrunde liegende
Risiko besteht. Unter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen
wendet Borealis die Regelungen des IFRS 9 zu Hedge
Accounting an, um die gegenläufigen Veränderungen im
beizulegenden Zeitwert des Sicherungsinstruments und des
gesicherten Grundgeschäfts erfolgswirksam zu erfassen.
Borealis unterhält folgende Sicherungsbeziehungen:
– Cashflow-Hedge – Fremdwährung (diese Anhangangabe
und Anhangangabe 23)
– Cashflow-Hedge – Zinssatz (diese Anhangangabe und
Anhangangabe 24)
– Cashflow-Hedge – Warenpreis (Rohstoffe, Elektrizität,
Erdgas – diese Anhangangabe und Anhangangabe 25)
– Absicherung von Nettoinvestitionen in ausländische
Geschäftsbetriebe (Anhangangabe 23)
Derivate kommen nur für wirtschaftliche Sicherungs-
beziehungen und nicht für spekulative Zwecke zum Einsatz.
Allerdings werden Derivate, die die Voraussetzungen für
die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen nicht erfüllen,
als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL)
klassifiziert und bewertet.
Der Konzern hält folgende derivative Finanzinstrumente:
In TEUR 2021 2020
Kurzfristige Vermögenswerte
Devisenswaps – erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet 1.908 1.468
Devisentermingeschäfte – Cashflow-Hedge 16 12.714
Rohstoffderivate – erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet 1.567 1.646
Rohstoffderivate – Cashflow-Hedge 11.853 8.188
Elektrizitätsderivate – Cashflow-Hedge 292.247 18.445
Erdgasderivate – Cashflow-Hedge 22 2.962
Kurzfristige derivative finanzielle Vermögenswerte gesamt (sonstige Forderungen und Vermögenswerte) 307.613 45.423
145
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021 2020
Langfristige Vermögenswerte
Fremdwährungszinsswaps – erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet 0 327
Rohstoffderivate – Cashflow-Hedge 0 1.854
Elektrizitätsderivate – Cashflow-Hedge 71.364 5.904
Langfristige derivative finanzielle Vermögenswerte gesamt (sonstige Forderungen und Vermögenswerte) 71.364 8.085
In TEUR 2021 2020
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Fremdwährungszinsswaps – erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet 0 2.930
Zinsswaps – Cashflow-Hedge 68 0
Devisenswaps – erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet 293 96
Devisentermingeschäfte – Cashflow-Hedge 7.965 702
Rohstoffderivate – erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet 7.194 2.356
Rohstoffderivate – Cashflow-Hedge 6.017 35.433
Elektrizitätsderivate – Cashflow-Hedge 59 10.057
Erdgasderivate – Cashflow-Hedge 59.211 5.484
Kurzfristige derivative finanzielle Verbindlichkeiten gesamt (sonstige Verbindlichkeiten) 80.807 57.058
In TEUR 2021 2020
Langfristige Verbindlichkeiten
Fremdwährungszinsswaps – erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet 3.817 0
Zinsswaps – Cashflow-Hedge 723 3.926
Elektrizitätsderivate – Cashflow-Hedge 504 3.984
Erdgasderivate - Cashflow-Hedge 0 1.988
Langfristige derivative finanzielle Verbindlichkeiten gesamt (sonstige Verbindlichkeiten) 5.044 9.898
146
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Auswirkungen der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften auf das Eigenkapital
Die Konzernrücklage aus der Bewertung von Sicherungsgeschäften, dargestellt in der Entwicklung des Konzern-
Eigenkapitals, bezieht sich auf folgende Sicherungsinstrumente:
In TEUR 2021
Cashflow-
Hedge –
Fremd-
währungen
Cashflow-
Hedge –
Zinssätze
Cashflow-
Hedge –
Rohstoffe
Cashflow-
Hedge –
Elektrizität
Cashflow-
Hedge –
Erdgas
Gesamte
Rücklage
aus der Be-
wertung von
Sicherungs-
geschäften
Stand zum 1. Jänner 9.009 -2.945 -16.145 7.731 -3.381 -5.731
Veränderungen des beizulegenden
Zeitwerts des Sicherungsinstruments
erfasst im sonstigen Ergebnis -14.532 1.827 -38.580 478.171 35.252 462.138
Umgliederungen aus dem sonstigen Ergebnis
in die Gewinn- und Verlustrechnung -6.130 1.308 0 -125.431 -89.931 -220.184
Umgliederungen zu den Anschaffungs-
kosten des nicht-finanziellen
Vermögenswerts 702 0 67.683 0 0 68.385
Latente Steuern 4.990 -783 -7.276 -88.185 13.669 -77.585
Stand zum 31. Dezember -5.961 -593 5.682 272.286 -44.391 227.023
Rücklage aus der Bewertung
von Sicherungsgeschäften
147
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2020
Cashflow-
Hedge –
Fremd-
währungen
Cashflow-
Hedge –
Zinssätze
Cashflow-
Hedge –
Rohstoffe
Cashflow-
Hedge –
Elektrizität
Cashflow-
Hedge –
Erdgas
Gesamte
Rücklage
aus der Be-
wertung von
Sicherungs-
geschäften
Stand zum 1. Jänner 2.243 846 206 -1.328 -620 1.347
Veränderungen des beizulegenden
Zeitwerts des Sicherungsinstruments
erfasst im sonstigen Ergebnis 12.284 -5.682 -36.998 -20.102 113 -50.385
Umgliederungen aus dem sonstigen Ergebnis
in die Gewinn- und Verlustrechnung -3.377 627 0 32.181 -3.795 25.636
Umgliederungen zu den Anschaffungs-
kosten des nicht-finanziellen
Vermögenswerts 115 0 15.197 0 0 15.312
Latente Steuern -2.256 1.264 5.450 -3.020 921 2.359
Stand zum 31. Dezember 9.009 -2.945 -16.145 7.731 -3.381 -5.731
In TEUR 2021 2020
Stand zum 1. Jänner -40.435 282.204
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung von USD Krediten, designiert als Absicherung
von Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe -14.687 16.704
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 283.973 -324.944
Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung während der Periode 357 -17.094
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung von langfristigen Krediten an ausländische Geschäftsbetriebe -2.100 4.020
Anteil am sonstigen Ergebnis von assoziierten Unternehmen, die nach der Equity Methode bilanziert werden 1.036 1.893
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe - Nicht beherrschende Anteile -20 1.963
Latente Steuern 4.197 -5.181
Stand zum 31. Dezember 232.321 -40.435
Rücklage aus Währungsdifferenzen
148
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
2021
Einheit Gesamt
3 Monate
oder
kürzer
3–6
Monate
6–12
Monate
1–2
Jahre
2–3
Jahre
3–4
Jahre
4–5
Jahre
Länger
als
5 Jahre
Devisen-
termingeschäfte TEUR 343.918 53.192 92.424 198.302 0 0 0 0 0
USD Kredite,
designiert als
Absicherung von
Nettoinvestitionen TUSD 216.000 0 0 56.000 40.000 49.000 30.000 21.000 20.000
Zinsswaps TEUR 108.660 0 0 11.538 0 97.122 0 0 0
Rohstoffderivate Tonnen 273.757 194.032 29.085 50.640 0 0 0 0 0
Elektrizitäts-
derivate GWh 5.544 926 797 1.506 1.516 799 0 0 0
Erdgasderivate GWh 1.280 735 271 274 0 0 0 0 0
2020
Einheit Gesamt
3 Monate
oder
kürzer
3–6
Monate
6–12
Monate
1–2
Jahre
2–3
Jahre
3–4
Jahre
4–5
Jahre
Länger
als
5 Jahre
Devisen-
termingeschäfte TEUR 309.038 57.866 77.103 174.069 0 0 0 0 0
USD Kredite,
designiert als
Absicherung von
Nettoinvestitionen TUSD 216.000 0 0 0 56.000 40.000 49.000 30.000 41.000
Zinsswaps TEUR 112.719 0 0 0 23.077 0 89.642 0 0
Rohstoffderivate Tonnen 462.583 257.957 66.993 97.133 40.500 0 0 0 0
Elektrizitäts-
derivate GWh 5.352 717 649 1.341 1.813 832 0 0 0
Erdgasderivate GWh 2.555 924 271 548 812 0 0 0 0
Zum 31. Dezember 2021 und 31. Dezember 2020 bestanden
im Konzern folgende Sicherungsbeziehungen im Zusammen-
hang mit Cashflow-Hedges und der Absicherung von
Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe. Die
Aufstellung stellt das Laufzeitenprofil der Nominalbeträge
der Sicherungsinstrumente dar.
149
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021
Brutto-
beträge
Zugehörige
Beträge, die
in der Bilanz
saldiert
wurden
In der Bilanz
angesetzte
Beträge
Zugehörige
Beträge, die
in der Bilanz
nicht saldiert
wurden Nettobetrag
Finanzielle Vermögenswerte
Derivative Finanzinstrumente 415.542 -36.565 378.977 -800 378.177
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivative Finanzinstrumente 122.416 -36.565 85.851 -800 85.051
Weder zum 31. Dezember 2021 noch zum 31. Dezember 2020
bestanden Absicherungen des beizulegenden Zeitwerts
(Fair-Value-Hedges).
Saldierung
Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten
werden nur dann saldiert, wenn der Konzern ein gegenwärtiges
und rechtlich durchsetzbares Recht hat, die erfassten Beträge
zu verrechnen, und wenn beabsichtigt ist, den Ausgleich
auf Nettobasis herbeizuführen oder den Vermögenswert zu
realisieren und gleichzeitig die Verbindlichkeit zu begleichen.
Es gibt kein weiteres Saldierungspotenzial für nicht-derivative Finanzinstrumente.
Im Rahmen des gewöhnlichen Geschäftsverkehrs geht der
Konzern derivative Transaktionen unter Saldierungs-
Rahmenvereinbarungen der International Swaps and
Derivatives Association (ISDA) ein.
Die folgende Aufstellung stellt die erfassten Finanzinstrumen-
te (Derivate) dar, die saldiert sind oder die Saldierungs-
Rahmenvereinbarungen unterliegen, deren erfasste Beträge
jedoch nicht verrechnet werden. Die Spalte „Nettobetrag“
legt die Auswirkung einer vollständigen Ausübung der
Verrechnungsansprüche auf die Konzernbilanz dar.
In TEUR 2020
Brutto-
beträge
Zugehörige
Beträge, die
in der Bilanz
saldiert
wurden
In der Bilanz
angesetzte
Beträge
Zugehörige
Beträge, die
in der Bilanz
nicht saldiert
wurden Nettobetrag
Finanzielle Vermögenswerte
Derivative Finanzinstrumente 53.508 0 53.508 -23.372 30.136
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivative Finanzinstrumente 66.956 0 66.956 -23.372 43.584
150
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
23. Fremdwährungsrisiko
Das Fremdwährungsrisiko ist das Risiko, dass der Zeitwert
zukünftiger Cashflows in einer Fremdwährung schwanken
könnte, weil sich der Wechselkurs ändert.
Durch Verkäufe, Käufe und Finanzverbindlichkeiten in
anderen Währungen als in EUR entsteht für Borealis ein
Fremdwährungsrisiko. Die Währungen, in denen Risiko-
positionen bestehen, sind vor allem USD und SEK.
Das Fremdwährungsrisiko in Bezug auf kurzfristige Cashflows
wird abgesichert, und für langfristige Fremdwährungs-
positionen werden Limits gesetzt. Auf Basis regelmäßiger
Cashflowprognosen sichert Borealis die Fremdwährungs-
positionen aus erwarteten Verkäufen und Käufen sowie
aus zugesagten Investitionsprojekten ab.
Borealis sichert prognostizierte Fremdwährungspositionen
ab. Darüber hinaus kann Borealis auch jederzeit die lang-
fristigen Risikopositionen bis zu einer vorgegebenen Höhe
und Laufzeit absichern. Für gewöhnlich sichert Borealis die
Fremdwährungspositionen durch Devisentermingeschäfte
ab. Die Devisentermingeschäfte, die eine prognostizierte
Währungsposition absichern, werden als Cashflow-Hedge
klassifiziert und zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von Devisen-
termingeschäften, die monetäre Vermögenswerte und
Schulden in Fremdwährungen absichern, sowie die Termin-
positionen bei Devisenswaps, die im Liquiditätsmanagement
herangezogen werden und für die kein Hedge Accounting
erfolgt, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Sowohl die Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von
Fremdwährungsderivaten als auch die Fremdwährungs-
gewinne und -verluste im Zusammenhang mit monetären
Positionen werden im Finanzaufwand erfasst.
Zwischen dem gesicherten Grundgeschäft und dem
Sicherungsinstrument besteht eine wirtschaftliche Beziehung,
da die Vertragsspezifikationen der Devisentermingeschäfte
weitgehend mit den Parametern – wie Nominalbetrag,
Wechselkurs und erwarteter Zahlungstermin – der mit hoher
Wahrscheinlichkeit erwarteten zukünftigen Transaktionen
übereinstimmen. Deshalb hat der Konzern eine Sicherungs-
quote von 1:1 festgelegt. Um die Wirksamkeit einer
Sicherungsbeziehung zu überprüfen, wendet der Konzern die
Dollar-Offset-Methode an und vergleicht die Veränderungen
des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments mit
den Veränderungen im beizulegenden Zeitwert des
gesicherten Grundgeschäfts.
Unwirksame Sicherungsgeschäfte können entstehen bei:
– Unterschieden aus dem zeitlichen Verlauf der
Cashflows aus dem gesicherten Grundgeschäft und
dem Sicherungsinstrument;
– unterschiedlichen Indizes (und daher auch unter-
schiedlichen Verläufen), die dem abgesicherten Risiko von
gesichertem Grundgeschäft und Sicherungsinstrument
zugeordnet sind;
– dem Ausfallrisiko der Gegenpartei, das auf unterschiedliche
Weise auf die Veränderung der beizulegenden Zeitwerte
des Sicherungsinstruments einerseits und das gesicherte
Grundgeschäft andererseits wirkt;
– Veränderungen der prognostizierten Cashflows aus dem
gesicherten Grundgeschäft;
– Änderungen im beizulegenden Zeitwert des Währungs-
basis-Spread-Elements (Cross Currency Basis Spread:
CCBS) in den Devisentermingeschäften.
Aufgrund von Unwesentlichkeit erfasst Borealis keine
unwirksamen Teile von Sicherungsgeschäften über die
Gewinn- und Verlustrechnung.
Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen
Geschäftsbetrieb
Aus den langfristigen Nettoinvestitionen des Konzerns in
seine Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen
und Joint Ventures bestehen Fremdwährungsrisiken.
Umrechnungsdifferenzen aus diesen Nettoinvestitionen
werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Borealis sichert
einen Teil seiner Investitionen in ein assoziiertes Unter-
nehmen, dessen funktionale Währung der USD ist, mittels
USD-Krediten ab, die Borealis als Sicherungsgeschäfte für
die Nettoinvestitionen in einen ausländischen Geschäfts-
betrieb hält. Das abgesicherte Risiko in einem Sicherungs-
geschäft zur Absicherung einer Nettoinvestition in einen
ausländischen Geschäftsbetrieb ist das Risiko einer
Schwächung des USD gegenüber dem EUR, was zu einer
Reduzierung des Buchwerts der Nettoinvestition in das
assoziierte Unternehmen in der Konzernbilanz führt. Der
EUR/USD-Effekt auf die Bewertung des Kredits wird im
sonstigen Ergebnis erfasst.
Um die Wirksamkeit des Sicherungsgeschäfts zu beurteilen,
legt der Konzern die wirtschaftliche Beziehung zwischen
dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten Grund-
151
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
geschäft fest, indem die Buchwertänderungen des Kredits,
die auf eine Änderung des Kassakurses zurückzuführen
sind, mit den Änderungen des Buchwerts der Nettoinvestition
in einen ausländischen Geschäftsbetrieb aufgrund von
Kassakursschwankungen verglichen werden (Dollar-Offset-
Methode). Eine Absicherung der Nettoinvestition in
ausländische Geschäftsbetriebe erfolgt maximal in Höhe
des Kreditbetrags.
Es liegt eine wirtschaftliche Beziehung zwischen dem
gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument
vor, da die Nettoinvestition ein Umrechnungsrisiko birgt,
welches das Fremdwährungsrisiko aus dem USD-Kredit
aufhebt. Der Konzern hat eine Sicherungsquote von 1:1
festgelegt, da das dem Sicherungsinstrument zugrunde
liegende Risiko identisch mit dem abgesicherten Risiko ist.
Das Sicherungsgeschäft wird dann unwirksam, wenn der
Nettoinvestitionsbetrag in ausländische Geschäftsbetriebe
kleiner ist als der Finanzierungsbetrag.
Auswirkungen der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften
auf die Vermögens- und Ertragslage
Die Auswirkungen der Sicherungsinstrumente im Zusammen-
hang mit dem Fremdwährungsrisiko stellen sich in der
Vermögens- und Ertragslage wie folgt dar:
In TEUR 2021 2020
Buchwert (Vermögenswert – kurzfristig) 16 12.714
Buchwert (Verbindlichkeit – kurzfristig) 7.965 702
Bilanzposten, der das Sicherungsinstrument beinhaltet
Sonstige Forderungen
und Vermögenswerte/
Sonstige
Verbindlichkeiten
Sonstige Forderungen
und Vermögenswerte/
Sonstige
Verbindlichkeiten
Nominalbetrag gesamt TEUR 343.918 TEUR 309.038
Sicherungsquote 1:1 1:1
Kurs des Sicherungsinstruments für das Geschäftsjahr
EUR/USD 1,15–1,20
EUR/SEK 10,01–10,30
EUR/USD 1,08–1,15
EUR/SEK 10,16–11,07
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments
zur Messung der Unwirksamkeit der Periode -14.532 12.284
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts
zur Messung der Unwirksamkeit der Periode 14.532 -12.284
Rücklage aus der Bewertung von Sicherungsgeschäften (nach Berücksichtigung latenter Steuern) -5.961 9.009
Sicherungsgewinn (+) oder -verlust (-) im sonstigen Ergebnis -14.532 12.284
Unwirksamkeit des Sicherungsgeschäfts in der Gewinn- und Verlustrechnung 0 0
Umgliederungen aus der Rücklage aus der Bewertung von Sicherungsgeschäften
in die Gewinn- und Verlustrechnung -6.130 -3.377
Von der Umgliederung betroffene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse und
Herstellungskosten
Umsatzerlöse und
Herstellungskosten
Umgliederungen aus der Rücklage aus der Bewertung von Sicherungsgeschäften
zu den Anschaffungskosten des nicht-finanziellen Vermögenswerts 702 115
Devisentermingeschäfte
152
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Sensitivitätsanalyse
Der Konzern ist dem Fremdwährungsrisiko in erster Linie
aus seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ausgesetzt.
Die Fakturierung erfolgt vorwiegend in EUR, während die
Rohstoffe vorwiegend in USD eingekauft werden. Darüber
hinaus lauten die Nettoinvestitionen in assoziierte Unter-
nehmen und Joint Ventures ebenfalls vorwiegend auf USD.
Die Sensitivitätsanalyse wurde basierend auf der Annahme
erstellt, dass abgesehen vom Wechselkurs (Fremdwährung
gegen EUR) die Finanzinstrumente und sämtliche anderen
Parameter konstant gehalten werden und bestehende
Sicherungsgeschäfte zum 31. Dezember 2021 unverändert
sind. Borealis geht davon aus, dass das Fremdwährungsrisiko
jedoch in der Praxis aufgrund des vorherrschenden Preis-
findungsmechanismus am Polyolefinmarkt reduziert wird.
Zum 31. Dezember 2021 weist der Konzern eine Netto-
forderung (Vorjahr: Nettoschuld) in USD und eine Netto-
schuld (Vorjahr: Nettoforderung) in SEK aus.
In TEUR 2021 2020
Buchwert (Verbindlichkeit) 190.712 176.024
Bilanzposten, der das Sicherungsinstrument beinhaltet
Finanz-
verbindlichkeiten
Finanz-
verbindlichkeiten
Nominalbetrag gesamt TUSD 216.000 TUSD 216.000
Sicherungsquote 1:1 1:1
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments
zur Messung der Unwirksamkeit der Periode -14.687 16.704
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts
zur Messung der Unwirksamkeit der Periode 14.687 -16.704
Rücklage aus Währungsdifferenzen (nach Berücksichtigung latenter Steuern) -15.445 -4.430
Die verbleibenden Salden in der Rücklage aus Währungsdifferenzen aus etwaigen Sicherungsbe-
ziehungen, bei denen die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nicht mehr angewandt wird -6.290 -6.290
Sicherungsgewinn (+) oder -verlust (-) im sonstigen Ergebnis -14.687 16.704
Unwirksamkeit des Sicherungsgeschäfts in der Gewinn- und Verlustrechnung 0 0
Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb
153
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
24. Zinsrisiko
Das Zinsrisiko ist das Risiko von Wertschwankungen
zukünftiger Cashflows aus Finanzinstrumenten aufgrund
von Marktzinssatzänderungen.
Die internen Richtlinien von Borealis sehen die Steuerung
des Zinsrisikos durch eine modifizierte Duration-Benchmark
auf das Kreditportfolio vor. Die durchschnittliche modifizierte
Duration darf von der Benchmark innerhalb einer vordefinierten
Bandbreite abweichen. Entsprechend den Finanzierungs-
verfahren besteht die Gesamtrisikostrategie von Borealis
im Schutz vor ungünstigen Zinsbewegungen und in der
Prognostizierbarkeit des Zinsaufwands. Am 31. Dezember
2021 hielt Borealis drei ausstehende Zinsswaps. Diese
Zinsswaps werden als Cashflow-Hedge klassifiziert und
zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der Zweck dieser
Zinsswaps liegt in der Fixierung der Mittelabflüsse von
variabel verzinslichen Krediten.
Die wichtigsten verwendeten Wechselkurse für den Konzern waren folgende:
Der Konzern schließt Zinsswaps ab, deren wertbestimmende
Komponenten wie Referenzzinssatz, Zinsfixing-Tag, Zahlungs-
termine, Fälligkeiten und Nominalbetrag mit dem abgesicherten
Grundgeschäft übereinstimmen.
Die Sicherungsquote basiert auf Zinsswaps mit einem
Nominalwert in EUR und USD und einem Zinsindex. Die
Sicherungsquote liegt bei 1:1 (100 %). Da Kredite und
Sicherungsinstrumente völlig gleichlaufen und bis zum Ablauf
nicht verändert werden können, ist eine Veränderung der
Sicherungsquote ausgeschlossen. Daher können auch keine
Ungleichgewichte auftreten, die zu einer Unwirksamkeit des
Sicherungsgeschäfts führen würden.
Die Überprüfung der Wirksamkeit des Sicherungsgeschäfts
erfolgt durch den Vergleich der Änderungen im beizulegenden
Zeitwert des Sicherungsinstruments mit den Wertänderungen
eines hypothetischen Derivats. Die Parameter des konstruierten
Derivats werden so gewählt, dass die Wertänderungen des
2021 2020
Schlusskurs Durchschnittskurs Schlusskurs Durchschnittskurs
USD 1,1326 1,1827 1,2271 1,1326
SEK 10,2503 10,1465 10,0343 10,5146
Auswirkung in TEUR Ergebnis vor Steuern Sonstiges Ergebnis
Stärkung +1 % Schwächung -1 % Stärkung +1 % Schwächung -1 %
31. Dezember 2021
USD 16.335 -13.365 -3.863 3.161
SEK -69 56 1.612 -1.319
USD – inklusive Nettoinvestitionen 16.335 -13.365 25.828 -21.132
SEK – inklusive Nettoinvestitionen -69 56 7.244 -5.927
31. Dezember 2020
USD -3.988 3.263 -3.566 2.917
SEK -536 439 1.647 -1.347
USD – inklusive Nettoinvestitionen -3.988 3.263 37.563 -30.733
SEK – inklusive Nettoinvestitionen -536 439 7.384 -6.042
154
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Derivats die Wertänderungen des gesicherten Grundgeschäfts
exakt ausgleichen. Die Parameter sind identisch mit dem
Sicherungsinstrument, berücksichtigen jedoch kein Gegen-
parteienrisiko. Daher wird davon ausgegangen, dass das
Sicherungsgeschäft hochwirksam ist.
Das Sicherungsgeschäft könnte jedoch unwirksam sein,
wenn eine wesentliche Änderung des Ausfallrisikos von
Borealis oder der Gegenpartei eintritt. Daher überwacht
das Group Treasury die Ausfallrisiken beider Parteien auf
wesentliche nachteilige Veränderungen.
Unwirksame Sicherungsgeschäfte können entstehen bei:
– Unterschieden aus dem zeitlichen Verlauf der Cashflows
aus dem gesicherten Grundgeschäft und dem
Sicherungsinstrument;
– unterschiedlicher Wirkung des Ausfallrisikos der Gegen-
partei auf die Veränderung der beizulegenden Zeitwerte
des Sicherungsinstruments einerseits und das gesicherte
Grundgeschäft andererseits.
Borealis hält einen Fremdwährungszinsswap, der als erfolgs-
wirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL) bewertet wird.
Vor Abschluss von Zinsswaps waren ungefähr 82 % (76 %)
der Finanzverbindlichkeiten fix und 18 % (24 %) variabel
verzinst. Nach Abschluss von Zinsswaps sind ungefähr
89 % (83 %) fix und 11 % (17 %) variabel verzinst. Die
variablen Zinssätze bestehen aus einem Referenzzinssatz
(hauptsächlich EURIBOR und LIBOR) und einem Aufschlag
(Spread).
Auswirkungen der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften
auf die Vermögens- und Ertragslage
Die Auswirkungen der Sicherungsinstrumente im Zusammen-
hang mit dem Zinsrisiko stellen sich in der Vermögens- und
Ertragslage wie folgt dar:
In TEUR 2021 2020
Buchwert (Verbindlichkeit– kurzfristig) 68 0
Buchwert (Verbindlichkeit – langfristig) 723 3.926
Bilanzposten, der das Sicherungsinstrument beinhaltet
Sonstige Forderungen
und Vermögenswerte/
Sonstige
Verbindlichkeiten
Sonstige Forderungen
und Vermögenswerte/
Sonstige
Verbindlichkeiten
Nominalbetrag gesamt TEUR 108.660 TEUR 112.719
Sicherungsquote 1:1 1:1
Gewichteter Durchschnittskurs des Sicherungsinstruments für das Geschäftsjahr 2,17 % 1,99 %
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments
zur Messung der Unwirksamkeit der Periode 1.827 -5.682
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts
zur Messung der Unwirksamkeit der Periode -1.827 5.682
Rücklage aus der Bewertung von Sicherungsgeschäften (nach Berücksichtigung latenter Steuern) -593 -2.945
Sicherungsgewinn (+) oder -verlust (-) im sonstigen Ergebnis 1.827 -5.682
Unwirksamkeit des Sicherungsgeschäfts in der Gewinn- und Verlustrechnung 0 0
Umgliederungen aus der Rücklage aus der Bewertung von Sicherungsgeschäften
in die Gewinn- und Verlustrechnung 1.308 627
Von der Umgliederung betroffene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung Finanzaufwand Finanzaufwand
Zinsswaps
155
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Reform der Referenzzinssätze
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die IBOR-bezogenen Positionen nach Währung und Art der Finanzinstrumente
zum 31. Dezember 2021:
Referenzzinsssatz
Buchwert
(Nominalbetrag
für Derivate)
Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte
Gegebene Kredite USD-LIBOR TEUR 985.240
Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Befristete Kredite (Finanzverbindlichkeiten) USD-LIBOR TEUR 178.320
Befristete Kredite (Finanzverbindlichkeiten) JPY-LIBOR TEUR 38.223
1)
Derivate
Zinsswaps – Cashflow-Hedge USD-LIBOR TUSD 50.000
Zinsswaps – Cashflow-Hedge USD-LIBOR TUSD 60.000
Fremdwährungszinsswaps – erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet
JPY-LIBOR
zu USD-LIBOR TJPY 5.000.000
1)
Außerbilanzielle Positionen
Zugesagte Kapitaleinlagen in assoziierte Unternehmen USD-LIBOR TEUR 250.854
Ungenutzte Kreditlinien Mehrwährung TEUR 1.000.000
1) übertragen auf TONAR
Borealis bewertet laufend die Vertragsbedingungen in Bezug
auf Finanzinstrumente, die vom Ersatz von LIBOR betroffen
sind. Bei Bedarf werden die Vereinbarungen geändert, um
alternative Referenzzinskurse vorzusehen, die dem jeweiligen
LMA-Standard entsprechen und in Bezug auf die betroffenen
Währungen gelten.
Ende Dezember 2021 gilt für die syndizierte revolvierende
Kreditlinie in Höhe von TEUR 1.000.000 ein Ziehungsverzicht
für Währungen, in denen die IBOR-Sätze als Screen Rate
zum 31. Dezember 2021 eingestellt wurden (CHF, GBP,
JPY). Der Inanspruchnahmeverzicht der Kreditlinie wird
außer Kraft gesetzt, wenn die Kreditlinie geändert wird,
um alternative Referenzzinssätze bereitzustellen, die zu
jedem Zeitpunkt dem LMA-Standard entsprechen.
Darüber hinaus wurde die Tranche der Samurai-Kredit-
verbindlichkeit in Höhe von TJPY 5.000.000 erfolgreich auf
TONAR übertragen.
Borealis berücksichtigt, dass der Konzern grundsätzlich
Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Interest Rate
Benchmark Reform ausgesetzt ist. Grund dafür ist, dass
Borealis zur Absicherung der (3-Monats-)USD-LIBOR-
Zinssätze zwei USD-Zinsswaps mit einem Gesamt-
nominalbetrag in Höhe von USD 110 Millionen einsetzt.
Der Absicherungszeitraum geht über das Jahr 2021 hinaus,
wenn Unsicherheiten über die Existenz des USD-LIBOR
entstehen. Borealis geht davon aus, dass sich durch die
Reform keine Änderungen für das Sicherungsinstrument
oder das abgesicherte Risiko des Grundgeschäfts ergeben.
Etwaige unwirksame Sicherungsgeschäfte würden allerdings
in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.
Weitere Informationen zur IBOR-Reform finden Sie im
Abschnitt Neue Rechnungslegungsstandards.
156
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Auswirkung in TEUR Ergebnis vor Steuern Sonstiges Ergebnis
Stärkung +1 % Schwächung -1 % Stärkung +1 % Schwächung -1 %
31. Dezember 2021
Zinssatz -1.904 1.916 484 -488
31. Dezember 2020
Zinssatz -1.967 1.982 548 -552
25. Warenpreisrisiko
Das Warenpreisrisiko ist das Risiko von Schwankungen der
zukünftigen Mittelabflüsse oder der beizulegenden Zeitwerte
von Vorräten aufgrund von Veränderungen von Warenpreisen.
Der Konzern bewertet Vorräte zum niedrigeren Wert aus
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Netto-
veräußerungswert, wobei zukünftige Preisentwicklungen
einbezogen werden. Das Warenpreisrisiko wird durch die
Rohstoff- und Energieeinkäufer gesteuert und durch die
Abteilung Trade Support und Risikomanagement überwacht.
Das Warenpreisrisiko, dem Borealis ausgesetzt ist, wird
mittels einer Handelssoftware berechnet. Die Abteilung
Trade Support und Risikomanagement erstellt einen täglichen
Status sämtlicher Handelssystemdaten und ermittelt so
die jeweiligen Tagesrisikopositionen. Die Positionen werden
analysiert und mit den Handelslimits abgeglichen. Die
Händler dürfen Finanzderivate (z. B. Swaps) abschließen,
um innerhalb der festgelegten Limits zu bleiben.
Rohstoffderivate
Borealis sichert einen Teil der erwarteten Rohstoffeinkäufe
sowie Endproduktverkäufe mittels Rohstoffderivaten (Swaps)
ab. Mit Ausnahme der Absicherung des Preisrisikos für Vorräte,
die zum sofortigen Verbrauch bestimmt sind, erfolgt eine
Bilanzierung der Sicherungsgeschäfte als Cashflow-Hedge.
Ein Teil der Verträge wurde als Cashflow-Hedge für zukünftige
Ein- und Verkäufe designiert. Die übrigen Verträge werden
als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert eingestuft
und zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Elektrizitätsderivate
Borealis sichert die erwarteten Strombezüge durch
Elektrizitätsderivate (Swaps) ab. Diese Verträge werden
als Cashflow-Hedges designiert.
Erdgasderivate
Borealis sichert Teile der erwarteten Erdgasbezüge und offene
Positionen in Handelsverträgen hinsichtlich Änderungen
des Erdgaspreises durch Erdgasderivate (Swaps) ab. Diese
Verträge werden als Cashflow-Hedges klassifiziert.
Es liegt eine wirtschaftliche Beziehung zwischen den
gesicherten Grundgeschäften und den Sicherungsinstrumenten
vor, da die Parameter der Warentermingeschäfte den
Parametern der erwarteten Transaktionen (wie Nominalbetrag
und erwartete Zahlungsfälligkeit) entsprechen. Der Konzern
hat eine Sicherungsquote von 1:1 festgelegt, da das dem
Warentermingeschäft zugrunde liegende Risiko identisch
mit dem abgesicherten Risiko ist. Zur Überprüfung der
Wirksamkeit des Sicherungsgeschäfts werden die
Wertänderungen des Sicherungsinstruments und des
gesicherten Grundgeschäfts verglichen.
Sensitivitätsanalyse
Durch die Absicherung von Zinsrisiken versucht Borealis,
die Auswirkungen von kurzfristigen Schwankungen auf den
Unternehmenserfolg zu reduzieren. Langfristig gesehen
haben dauerhafte Zinsänderungen jedoch Auswirkungen
auf das Konzernergebnis. Die Sensitivitätsanalyse
wurde auf Basis der Nettoverschuldung, der variabel
verzinsten Kredite sowie der abgeschlossenen Derivate
zum 31. Dezember 2021 berechnet.
157
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Unwirksame Sicherungsgeschäfte können entstehen bei:
– Unterschieden aus dem zeitlichen Verlauf der
Cashflows aus dem gesicherten Grundgeschäft und
dem Sicherungsinstrument;
– Veränderungen der prognostizierten Cashflows aus dem
gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument.
Auswirkungen der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften
auf die Vermögens- und Ertragslage
Die Auswirkungen der Sicherungsinstrumente im
Zusammenhang mit dem Warenpreisrisiko stellen sich in
der Vermögens- und Ertragslage wie folgt dar:
In TEUR 2021 2020
Buchwert (Vermögenswert – kurzfristig) 11.853 8.188
Buchwert (Vermögenswert – langfristig) 0 1.854
Buchwert (Verbindlichkeit – kurzfristig) 6.017 35.433
Bilanzposten, der das Sicherungsinstrument beinhaltet
Sonstige Forderungen
und Vermögenswerte/
Sonstige
Verbindlichkeiten
Sonstige Forderungen
und Vermögenswerte/
Sonstige
Verbindlichkeiten
Nominalbetrag gesamt 273.757 Tonnen 462.583 Tonnen
Sicherungsquote 1:1 1:1
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments
zur Messung der Unwirksamkeit der Periode -38.580 -36.998
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts
zur Messung der Unwirksamkeit der Periode 38.580 36.998
Rücklage aus der Bewertung von Sicherungsgeschäften (nach Berücksichtigung latenter Steuern) 5.682 -16.145
Verbleibende Salden in der Rücklage aus der Bewertung von Sicherungsgeschäften, bei denen das
Sicherungsinstrument bereits abgelaufen ist und die erwartete Transaktion noch eintreten wird 1.742 3.863
Sicherungsgewinn (+) oder -verlust (-) im sonstigen Ergebnis -38.580 -36.998
Unwirksamkeit des Sicherungsgeschäfts in der Gewinn- und Verlustrechnung 0 0
Umgliederungen aus der Rücklage aus der Bewertung von Sicherungsgeschäften
zu den Anschaffungskosten des nicht-finanziellen Vermögenswerts 67.683 15.197
Rohstoffderivate
158
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021 2020
Buchwert (Vermögenswert – kurzfristig) 292.247 18.445
Buchwert (Vermögenswert – langfristig) 71.364 5.904
Buchwert (Verbindlichkeit – kurzfristig) 59 10.057
Buchwert (Verbindlichkeit – langfristig) 504 3.984
Bilanzposten, der das Sicherungsinstrument beinhaltet
Sonstige Forderungen
und Vermögenswerte/
Sonstige
Verbindlichkeiten
Sonstige Forderungen
und Vermögenswerte/
Sonstige
Verbindlichkeiten
Nominalbetrag gesamt 5.544 GWh 5.352 GWh
Sicherungsquote 1:1 1:1
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments
zur Messung der Unwirksamkeit der Periode 478.171 -20.102
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts
zur Messung der Unwirksamkeit der Periode -478.171 20.102
Rücklage aus der Bewertung von Sicherungsgeschäften (nach Berücksichtigung latenter Steuern) 272.286 7.731
Sicherungsgewinn (+) oder -verlust (-) im sonstigen Ergebnis 478.171 -20.102
Unwirksamkeit des Sicherungsgeschäfts in der Gewinn- und Verlustrechnung 0 0
Umgliederungen aus der Rücklage aus der Bewertung von Sicherungsgeschäften
in die Gewinn- und Verlustrechnung -125.431 32.181
Von der Umgliederung betroffene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung Herstellungskosten Herstellungskosten
Elektrizitätsderivate
In TEUR 2021 2020
Buchwert (Vermögenswert – kurzfristig) 22 2.962
Buchwert (Verbindlichkeit – kurzfristig) 59.211 5.484
Buchwert (Verbindlichkeit – langfristig) 0 1.988
Bilanzposten, der das Sicherungsinstrument beinhaltet
Sonstige Forderungen
und Vermögenswerte/
Sonstige
Verbindlichkeiten
Sonstige Forderungen
und Vermögenswerte/
Sonstige
Verbindlichkeiten
Nominalbetrag gesamt 1.280 GWh 2.555 GWh
Sicherungsquote 1:1 1:1
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments
zur Messung der Unwirksamkeit der Periode 35.252 113
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts
zur Messung der Unwirksamkeit der Periode -35.252 -113
Rücklage aus der Bewertung von Sicherungsgeschäften (nach Berücksichtigung latenter Steuern) -44.391 -3.381
Sicherungsgewinn (+) oder -verlust (-) im sonstigen Ergebnis 35.252 113
Unwirksamkeit des Sicherungsgeschäfts in der Gewinn- und Verlustrechnung 0 0
Umgliederungen aus der Rücklage aus der Bewertung von Sicherungsgeschäften
in die Gewinn- und Verlustrechnung -89.931 -3.795
Von der Umgliederung betroffene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung Herstellungskosten Herstellungskosten
Erdgasderivate
159
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Sensitivitätsanalyse
Die Sensitivitätsanalyse wurde für alle derivativen Finanz-
instrumente auf Basis gleichbleibender Warenmengen
und anderer konstanter Parameter, mit Ausnahme des
Warenpreises (insbesondere des Verkaufspreises), sowie
bestehender Sicherungsgeschäfte zum 31. Dezember 2021
durchgeführt. Der Konzern nimmt an, dass das Waren-
preisrisiko in der Praxis aufgrund der vorherrschenden
Preismechanismen am Markt reduziert wird.
Auswirkung in TEUR Ergebnis vor Steuern Sonstiges Ergebnis
Stärkung +1 % Schwächung -1 % Stärkung +1 % Schwächung -1 %
31. Dezember 2021
Rohstoffe – Naphtha -120 120 -240 240
Rohstoffe – Sonstige 0 0 122 -122
Elektrizität 0 0 5.710 -5.710
Erdgas 0 0 326 -326
31. Dezember 2020
Rohstoffe – Naphtha -125 125 167 -167
Rohstoffe – Sonstige 64 -64 -2.349 2.349
Elektrizität 0 0 2.408 -2.408
Erdgas 0 0 -211 211
26. Factoring
Borealis verkauft im Rahmen eines Factoring-Programms
bestimmte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an
Dritte. Der Konzern behält dabei keine wesentlichen Rechte
zurück, weshalb die veräußerten Forderungen entsprechend
ausgebucht werden. Borealis verwaltet weiterhin die
laufenden Kundenbeziehungen und überträgt die zuvor
bereits verkauften und ausgeglichenen Forderungen an den
Käufer der Forderungen. Vom Nominalwert der verkauften
Forderungen werden Abschläge vorgenommen und verbucht,
die nach Ausgleich der entsprechenden Forderungen beim
Käufer aufgelöst werden.
Während des Geschäftsjahres wurde ein Gesamtnominalwert
in Höhe von TEUR 3.609.439 (TEUR 2.760.426) verkauft.
Zum 31. Dezember 2021 wurden Forderungen in Höhe von
TEUR 378.734 (TEUR 284.359) im Rahmen des Factoring-
Programms verkauft. Zum Bilanzstichtag betrugen die
Abschläge vom Nominalwert der verkauften Forderungen
TEUR 31.012 (TEUR 24.521) und sind unter den sonstigen
kurzfristigen Forderungen ausgewiesen. Während des
Geschäftsjahres wurden für das Factoring-Programm
Aufwendungen in Höhe von TEUR 3.164 (TEUR 2.548)
in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
27. Kreditrisiko
Das Kreditrisiko ist das Risiko, einen finanziellen Verlust
zu erleiden, wenn ein Kunde oder eine Gegenpartei eines
Finanzinstruments seinen oder ihren vertraglichen Pflichten
nicht nachkommt. Der Konzern ist aufgrund seiner gewöhn-
lichen Geschäftstätigkeit (vorwiegend Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen) und seiner Finanzaktivitäten,
die Geldeinlagen bei Banken und Finanzinstituten sowie
sonstige Finanzinstrumente umfassen, dem Kreditrisiko
ausgesetzt.
Der Konzern hat drei Arten finanzieller Vermögenswerte, auf
die das Modell der erwarteten Kreditverluste angewendet wird:
– Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ausge-
nommen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet
werden) sowie Vertragsvermögenswerte,
160
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
– Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente,
– Schuldinstrumente bewertet zu fortgeführten
Anschaffungskosten
Zu jedem Stichtag beurteilt der Konzern, ob finanzielle
Vermögenswerte klassifiziert als zu fortgeführten
Anschaffungs kosten ausfallgefährdet sind. Für Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen wendet der Konzern den in
den IFRS vorgesehenen vereinfachten Ansatz zur Ermittlung
der erwarteten Kreditverluste an, wobei stets eine Wert-
berichtigung in Höhe der über die Laufzeit erwarteten
Kreditverluste angesetzt wird.
Kreditrisiko im Rahmen von Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
Es wird ein Verfahren zur Kontrolle offener Forderungen
angewendet, wobei das Kreditrisiko laufend überwacht
wird. Das Kreditrisiko einer bestimmten Gegenpartei ist die
Summe aller ihrer ausstehenden Forderungen und wird dem
individuellen Kreditrahmen, der dieser Gegenpartei eingeräumt
wurde, gegenübergestellt. Die Kreditrahmen werden täglich
bewertet und sämtliche Kunden zumindest einmal pro Jahr
überprüft. Zur Genehmigung von Kreditrahmen für Kunden
werden Genehmigungs- und Eskalationsgrenzen eingesetzt.
Für einige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
erhält Borealis Kreditsicherheiten in Form von Garantien
(Bankgarantien und Patronatserklärungen), Akkreditive oder
Kreditversicherungen, die im Falle eines Zahlungsverzugs
der Gegenpartei gezogen werden können. Zum Bilanzstichtag
bestanden keine Konzentrationsrisiken im Hinblick auf
Forderungen gegenüber Dritten, die mehr als 10 % der
gesamten ausstehenden Forderungen betragen. Weiter-
führende Informationen zu Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen gegenüber nahestehenden Parteien können
der Anhangangabe 30 entnommen werden. Es werden keine
Kreditrisiken im Zusammenhang mit den im Rahmen des
Factoring-Programms verkauften Forderungen gehalten
(Anhangangabe 26).
Das maximale Ausfallrisiko für Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen zum Bilanzstichtag, gegliedert nach
Regionen, betrug:
In TEUR 2021 2020
EU-Länder 543.733 345.731
Nicht-EU-Länder in Europa 251.015 85.761
USA 63.234 35.500
Mittlerer Osten und Asien 141.259 94.007
Andere Regionen 114.545 79.091
Gesamt 1.113.786 640.090
Das maximale Ausfallrisiko für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Bilanzstichtag, gegliedert nach
Segmenten und Kundengruppen, betrug:
In TEUR 2021 2020
Polyolefine 695.428 421.918
Basischemikalien 305.066 89.279
Borealis NITRO 30.629 106.671
Andere 82.663 22.222
Gesamt 1.113.786 640.090
161
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Alle Kunden werden in Risikokategorien eingestuft, die auf
den externen oder internen Ratings und den entsprechenden
Ausfallwahrscheinlichkeiten basieren, um die erwarteten
Kreditverluste über die Laufzeit zu errechnen. Die Aufstellung
zeigt das maximale Ausfallrisiko (Bruttobuchwert) für jede
Risikokategorie. Ausgehend davon wurden die Wert-
berichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen (ohne Forderungen klassifiziert als erfolgs-
wirksam zum beizulegenden Zeitwert) wie folgt bemessen.
Die Wertberichtigung für Vertragsvermögenswerte war unwesentlich.
In TEUR 31. Dezember 2021
Äquivalent
zum externen Rating
Ausfallwahr-
scheinlichkeit Bruttobuchwert
Wert-
berichtigung Ausfallgefährdet
Risikokategorie 1
AAA, AA+, AA,
AA-, A+, A, A- 0,07 % 187.165 -1 Nein
Risikokategorie 2 BBB+, BBB, BBB- 0,24 % 32.987 -4 Nein
Risikokategorie 3 BB+, BB, BB- 1,21 % 211.533 -834 Nein
Risikokategorie 4 B+, B, B-, CCC/CC 10,37 % 452.628 -2.917 Nein
Risikokategorie 5 SD/D 100,00 % 9.938 -9.938 Ja
Gesamt 894.251 -13.694
In TEUR 31. Dezember 2020
Äquivalent
zum externen Rating
Ausfallwahr-
scheinlichkeit Bruttobuchwert
Wert-
berichtigung Ausfallgefährdet
Risikokategorie 1
AAA, AA+, AA,
AA-, A+, A, A- 0,07 % 66,803 -2 Nein
Risikokategorie 2 BBB+, BBB, BBB- 0,25 % 58,885 -7 Nein
Risikokategorie 3 BB+, BB, BB- 1,19 % 308,943 -496 Nein
Risikokategorie 4 B+, B, B-, CCC/CC 10,26 % 178,428 -975 Nein
Risikokategorie 5 SD/D 100,00 % 14,126 -14,126 Ja
Gesamt 627,185 -15,606
162
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021 2020
Über die Laufzeit
erwartete Kredit-
verluste – nicht
ausfallgefährdet
Über die Laufzeit
erwartete Kredit-
verluste –
ausfallgefährdet
Über die Laufzeit
erwartete Kredit-
verluste – nicht
ausfallgefährdet
Über die Laufzeit
erwartete Kredit-
verluste –
ausfallgefährdet
Stand zum 1. Jänner 1.480 14.126 577 13.993
Erfasster Wertberichtigungsaufwand 2.441 2.162 1.480 1.838
Abschreibungen 0 -2.045 0 -642
Auflösungen 0 -557 -577 -16
Umgliederungen zu Vermögenswerten der
als zur Veräußerung gehalten klassifizierten
Veräußerungsgruppe -165 -3.783 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 -995
Währungsdifferenzen 0 35 0 -53
Stand zum 31. Dezember 3.756 9.938 1.480 14.126
Die Wertberichtigung zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelte sich wie folgt:
Der Konzern hat die Zahlungsbedingungen für Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen 2020 nicht neu verhandelt.
Im Allgemeinen unterliegen Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen, die im Jahr 2020 abgeschrieben wurden,
keinen Vollstreckungsmaßnahmen.
Der Gesamtbetrag an erhaltenen Garantien (Bankgarantien
und Patronatserklärungen) im Hinblick auf Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen betrug TEUR 234.195
(TEUR 218.726). Der Konzern verlangt keine Sicherheiten
für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Es gibt
keine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, für die
aufgrund der Stellung von Sicherheiten und anderen
Kreditsicherheiten keine Wertberichtigungen gebildet wurden.
Sonstige Kreditrisiken
Der Konzern ist dem Ausfallrisiko auch im Zusammenhang
mit anderen finanziellen Vermögenswerten ausgesetzt. Zum
Bilanzstichtag entspricht das maximale Ausfallrisiko dem
Buchwert für jede Kategorie der finanziellen Vermögenswerte,
wie in Anhangangabe 28 dargestellt.
Die Aufstellung zeigt das maximale Ausfallrisiko (Brutto-
buchwert) für finanzielle Vermögenswerte, die zu fort-
geführten Anschaffungskosten und mit den erwarteten
12-Monats-Kreditverlusten bewertet werden.
163
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Die liquiden Mittel von Borealis werden bei Hausbanken
angelegt oder in liquide Wertpapiere investiert, wobei nur
mit solchen Parteien Geschäfte abgeschlossen werden,
deren Bonität innerhalb einer festgelegten Bandbreite liegt.
Kreditrisiken von Gegenparteien im Zusammenhang mit lang-
fristigen Finanztransaktionen werden mittels vorgegebener
Kreditlimits und externer Bonitätsanforderungen gesteuert
oder durchlaufen einen besonderen Genehmigungsprozess.
Mit einem Echtzeit-Treasury-System werden Risikopositionen
und -limits laufend kontrolliert. Das Management von Borealis
erwartet nicht, dass eine der Gegenparteien den laufenden
Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen wird können.
Obwohl Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente eben-
falls den Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 unterliegen,
konnte lediglich eine unwesentliche Wertminderung festgestellt
werden. Für alle Schuldinstrumente zu fortgeführten
Anschaffungskosten wird grundsätzlich ein geringes
Ausfallrisiko angenommen. Daher wurde die Wertberichtigung
nur in Höhe des erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts
bemessen. Im Jahr 2020 wurden Zahlungsmittel mit
Verfügungsbeschränkung in Höhe von TEUR 2.099 als
sonstige Forderungen und Vermögenswerte eingestuft und
zur Gänze wertberichtigt. Darüber hinaus wurde ein Kredit
gegenüber einer dritten Partei in Höhe von TEUR 651 zur
Gänze wertberichtigt. Im Jahr 2021 wurden diese finanziellen
Vermögenswerte zu Vermögenswerten der als zur Veräußerung
gehalten klassifizierten Veräußerungsgruppe umgegliedert.
Darüber hinaus wurde ein zur Gänze wertberichtigter Kredit
in Höhe von TEUR 2.500 abgeschrieben. Der Wertminderungs-
aufwand für alle anderen Schuldinstrumente zu fortgeführten
Anschaffungskosten war unwesentlich.
28. Beizulegende Zeitwerte
Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und
beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und
finanzieller Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Stufen in
der Fair-Value-Hierarchie. Sie enthält keine Informationen
zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte
und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden
Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen
angemessenen Näherungswert für den beizulegenden
Zeitwert darstellt.
Kreditrisiko (Bruttobuchwert) Erfasste Wertberichtigung
In TEUR 2021 2020 2021 2020
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.540.973 83.404 0 0
Schuldinstrumente, die zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet werden
Gegebene Kredite 1.015.018 753.955 0 -3.151
Einlagen und andere Forderungen 171.133 170.107 0 -2.099
164
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Vermögenswerte Buchwert
Beizulegen-
der Zeitwert
Stufe der
Fair-Value-
Hierarchie Buchwert
Beizulegen-
der Zeitwert
Stufe der
Fair-Value-
Hierarchie
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 18.355 18.355 3 31.443 31.443 3
Davon erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert 15.287 31.443
Davon erfolgsneutral
zum beizulegenden Zeitwert 3.068
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.113.786 640.090
Davon zu fortgeführten Anschaffungskosten 880.557 611.579
Davon erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert 233.229 28.511
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
Zahlungsmittel 161.342 81.626
Sonstige kurzfristige Einlagen 1.379.631 1.778
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 1.540.973 83.404
Gegebene Kredite
Gegebene Kredite 1.015.018 1.017.414 2 750.804 754.883 2
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 1.015.018 750.804
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
(kurzfristig und langfristig)
Börsennotierte Wertpapiere und Anleihen 29.521 29.521 1 35.164 35.164 1
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 29.521 35.164
Derivative Finanzinstrumente, auf welche
die Bilanzierungsvorschriften für Sicherungs-
beziehungen angewendet werden 375.501 375.501 2 50.067 50.067 2
Sicherungsinstrumente 375.501 50.067
Derivative Finanzinstrumente, auf welche
die Bilanzierungsvorschriften für Sicherungs-
beziehungen nicht angewendet werden 3.476 3.476 2 3.441 3.441 2
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 3.476 3.441
Einlagen und andere Forderungen 171.133 168.008
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 171.133 168.008
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 209.471 n/a n/a 256.108 n/a n/a
Gesamte sonstige Forderungen und
Vermögenswerte (kurzfristig und langfristig) 789.102 512.788
165
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 31.12.2021 31.12.2020 rückwirkend angepasst
Schulden Buchwert
Beizulegen-
der Zeitwert
Stufe der
Fair-Value-
Hierarchie Buchwert
Beizulegen-
der Zeitwert
Stufe der
Fair-Value-
Hierarchie
Finanzverbindlichkeiten
(kurzfristig und langfristig)
Anleihe 297.955 316.932 1 297.461 324.432 1
Variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten 285.992 286.645 2 409.331 410.687 2
Fix verzinste Finanzverbindlichkeiten 1.015.964 1.050.893 2 1.015.158 1.093.381 2
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 1.599.911 1.721.949
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 1.016.936 788.170
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 1.016.936 788.170
Sonstige Verbindlichkeiten
(kurzfristig und langfristig)
Derivative Finanzinstrumente, auf welche
die Bilanzierungsvorschriften für Sicherungs-
beziehungen angewendet werden 74.547 74.547 2 61.573 61.573 2
Sicherungsinstrumente 74.547 61.573
Derivative Finanzinstrumente, auf welche
die Bilanzierungsvorschriften für Sicherungs-
beziehungen nicht angewendet werden 11.304 11.304 2 5.382 5.382 2
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 11.304 5.382
Zinsabgrenzungen für Finanzverbindlichkeiten 5.945 7.032
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
1)
78.947 258.058
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
1)
84.892 265.090
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 441.837 n/a n/a 207.759 n/a n/a
Gesamte sonstige Verbindlichkeiten
(kurzfristig und langfristig)
1)
612.580 539.805
1) Die mit
1)
bezeichneten Zeilen wurden für 2020 rückwirkend angepasst, weitere Details werden im Abschnitt Rückwirkende Anpassungen erläutert.
Der Konzern bewertet beizulegende Zeitwerte unter
Verwendung der folgenden Hierarchie, welche die Wichtigkeit
der verwendeten Inputfaktoren für die Bewertung widerspiegelt:
Stufe 1: Börsenwert (unbereinigt) in einem aktiven Markt
für ein identisches Instrument.
Stufe 2: Bewertungsverfahren auf Grundlage direkt oder
indirekt beobachtbarer Inputfaktoren. Diese Kategorie
umfasst Instrumente, die mit Börsenwerten aktiver Märkte
für ähnliche Instrumente, mit Börsenwerten für identische
oder ähnliche Instrumente in weniger aktiven Märkten oder
mittels anderer Bewertungsmethoden, bei denen alle
bedeutenden Inputfaktoren direkt oder indirekt von
Marktdaten abgeleitet werden, bewertet werden.
Stufe 3: Bewertungsmethoden, die bedeutende, nicht am
Markt beobachtbare Inputfaktoren verwenden. Diese
Kategorie umfasst sämtliche Instrumente, bei denen
Inputfaktoren verwendet werden, die auf nicht am Markt
166
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
beobachtbaren Daten beruhen, wobei diese Faktoren einen
wesentlichen Einfluss auf die Bewertung des Instruments
haben. Diese Kategorie umfasst weiters Instrumente, die
auf Grundlage von Börsenpreisen für ähnliche Instrumente
ermittelt werden, wobei bedeutende, nicht am Markt
beobachtbare Berichtigungen oder Annahmen erforderlich
sind, um Unterschieden zwischen den Instrumenten
Rechnung zu tragen.
Im Geschäftsjahr 2021 erfolgten keine Übertragungen
zwischen den Fair-Value-Hierarchiestufen.
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Weiterführende Informationen zu sonstigen finanziellen
Vermögenswerten können der Anhangangabe 10 entnommen
werden. Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten wird
davon ausgegangen, dass der Wert des anteiligen Eigen-
kapitals dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Steigt das
Eigenkapital, erhöht sich der beizulegende Zeitwert. Sinkt
das Eigenkapital, verringert sich der beizulegende Zeitwert.
Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte entwickeln sich
wie folgt (Stufe-3-Posten):
In TEUR 2021 2020
Stand zum 1. Jänner 31.443 31.692
Erwerb und Investionen 3.068 0
Umgliederungen zu Vermögenswerten der als zur Veräußerung
gehalten klassifizierten Veräußerungsgruppe -18.052 0
Sonstige Veränderungen
1)
0 51
In der Gewinn- und Verlustrechnung (Finanzertrag/-aufwand) erfasste
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts 1.914 -342
Währungsdifferenzen -18 42
Stand zum Bilanzstichtag 18.355 31.443
1) Neues Tochterunternehmen seit 2020, mangels Wesentlichkeit nicht konsolidiert
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige
Forderungen und Vermögenswerte
Es wird angenommen, dass der beizulegende Zeitwert von
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen
Forderungen und Vermögenswerten dem Nominalwert
abzüglich Wertberichtigungen (= Buchwert) entspricht.
Der Buchwert der Einlagen und anderen Forderungen
unterscheidet sich nicht wesentlich vom beizulegenden
Zeitwert.
Gegebene Kredite
Der beizulegende Zeitwert der gegebenen Kredite wird
auf Basis des Barwerts der zukünftigen Tilgungs- und
Zinszahlungen unter Anwendung des Marktzinssatzes,
korrigiert um das Kreditrisiko der jeweiligen Gegenpartei
am Bilanzstichtag, ermittelt.
Derivate
Der beizulegende Zeitwert von Fremdwährungsderivaten
wird mittels Diskontierung der Differenz zwischen dem
vertraglichen Terminpreis und dem aktuellen Terminpreis
über die Restlaufzeit des Vertrags unter Anwendung von
Marktzinssätzen zum Bilanzstichtag ermittelt.
Der beizulegende Zeitwert von Zinsswaps wird mittels
Diskontierung der geschätzten zukünftigen Cashflows auf
Grundlage der Konditionen und Laufzeiten der einzelnen
Verträge sowie unter Anwendung von Marktzinssätzen zum
Bilanzstichtag ähnlicher Instrumente ermittelt. Dabei wurde
die Kreditwürdigkeit der Gegenparteien berücksichtigt, was
jedoch zu keiner wesentlichen Änderung der beizulegenden
Zeitwerte führte.
Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften wird
mittels Diskontierung der Differenz zwischen aktuellem
Terminpreis und vertraglichem Terminpreis ermittelt.
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten
Die angegebenen sonstigen nicht-finanziellen Vermögenswerte
und Verbindlichkeiten dienen nur Abstimmungszwecken.
167
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Nicht-derivative finanzielle Schulden
Der beizulegende Zeitwert der lang- und kurzfristigen Finanz-
verbindlichkeiten wird auf Basis des Barwerts der zukünftigen
Tilgungs- und Zinszahlungen unter Anwendung des Markt-
zinssatzes, korrigiert um das Kreditrisiko von Borealis am
Bilanzstichtag, ermittelt. Alle beizulegenden Zeitwerte ver-
stehen sich exklusive Zinsabgrenzungen zum Bilanzstichtag.
Es wird angenommen, dass der beizulegende Zeitwert
von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstigen Schulden dem Buchwert entspricht.
Bedingte Gegenleistungen
Im Zuge des Erwerbs des verbleibenden 50%igen Anteils
an der Novealis wurde eine bedingte Gegenleistung bis zu
einem maximalen Betrag von TEUR 10.150 vereinbart, die
von einem Gewinnziel für das Jahr 2022 abhängt. Nach
Einschätzung von Borealis wird dieses Ziel nicht erreicht
werden. Daher wurde diese bedingte Gegenleistung mit einem
beizulegenden Zeitwert von TEUR 0 (TEUR 0) bewertet.
29. Sonstige betriebliche Erträge
Im Jahr 2021 sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen
Erträge aus Zuwendungen der öffentlichen Hand im Rahmen
des EU-Emissionshandelssystems für Treibhausgas-Emissions-
zertifikate von TEUR 38.009 (TEUR 33.547) enthalten. Des
Weiteren werden hier Versicherungskompensationen für
Geschäftsausfall und Anlagenschäden im Zusammenhang
mit der Störung der Crackeranlage in Stenungsund, Schweden
am 9. Mai 2020 in Höhe von TEUR 33.946 (TEUR 92.800)
ausgewiesen. Fremdwährungserträge, die im Zusammenhang
mit dem Umlaufvermögen stehen, betragen TEUR 34.161
(TEUR 26.899). Der verbleibende Restbetrag bezieht sich im
Wesentlichen auf die Verrechnung von entsandten Mitarbeitern.
30. Transaktionen mit nahestehenden Parteien
Transaktionsvolumen Stand zum
In TEUR 2021 2020 31.12.2021 31.12.2020
Verkäufe von Waren und Dienstleistungen an
Assoziierte Unternehmen 450.647 435.939 142.997 76.281
Joint Ventures 6.435 11.846 8.416 7.257
Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss 21.565 23.818 4.124 1.771
Andere nahestehende Parteien 78.440 39.093 14.724 4.680
Einkäufe von Waren und Dienstleistungen von
Assoziierten Unternehmen 588.584 334.889 108.052 63.865
Joint Ventures 5.814 5.488 40 331
Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss 74.153 61.263 5.757 4.049
Anderen nahestehenden Parteien 1.776.173 1.078.725 245.707 116.189
Sonstige
Gegebene Kredite und zugehörige Zinsen –
assoziierte Unternehmen 1.131 1.037 29.778 16.648
Gegebene Kredite und zugehörige Zinsen –
Joint Ventures 26.538 20.370 987.143 735.616
Leasingverbindlichkeiten und zugehörige
Zinsen – andere nahestehende Parteien 277 361 14.355 16.715
Einkommensteuerverbindlichkeiten und
damit verbundene Aufwendungen –
Muttergesellschaft 347.094 0 282.363 0
168
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Aufgrund der Eigentümeränderungen an Borealis im
Oktober 2020 werden Transaktionen und Bilanzstände mit
dem OMV Konzern im Jahr 2020 unter „Andere nahestehende
Parteien“, Transaktionen mit dem Mubadala Konzern
hingegen nun unter „Unternehmen mit maßgeblichem
Einfluss“ ausgewiesen.
Verkäufe an assoziierte Unternehmen und Joint Ventures
umfassen hauptsächlich fertige Erzeugnisse und Dienst-
leistungen. Die Transaktionen mit assoziierten Unternehmen
enthalten weiters die Vergabe von Lizenzen für die Nutzung
von Technologien des Konzerns. Vertragsvermögenswerte
mit Abu Dhabi Polymers Company Limited (Borouge)
betragen TEUR 8.250 (TEUR 478) und mit Bayport Polymers
LLC (Baystar) TEUR 7.284 (TEUR 6.452) und sind im
Stand zum jeweiligen Stichtag enthalten. Weiterführende
Informationen zu den Vertragsvermögenswerten können der
Anhangangabe 2 entnommen werden. In den Bilanzständen
zum jeweiligen Stichtag mit assoziierten Unternehmen sind
Vorauszahlungen an Kilpilahden Voimalaitos Oy (KPP) in
Höhe von TEUR 12.345 (TEUR 13.225) und an Renasci N.V.
(Renasci) in Höhe von TEUR 9.877 enthalten. Einkäufe von
assoziierten Unternehmen betreffen hauptsächlich fertige
Erzeugnisse, die von Borouge produziert und in Europa
verkauft werden. Einkäufe von anderen nahestehenden
Parteien betreffen im Wesentlichen den Zukauf von Roh-
stoffen und Energie von Unternehmen des OMV Konzerns.
Forderungen sowie Verbindlichkeiten gegenüber nahe-
stehenden Parteien werden in den Forderungen/Verbindlich-
keiten aus Lieferungen und Leistungen aus gewiesen.
Leasingverbindlichkeiten und zugehörige Zinsen gegenüber
anderen nahestehenden Parteien betreffen ein gemietetes
Grundstück sowie gemietete Infrastruktur des OMV Konzerns
in Deutschland. Gegebene Kredite und zugehörige Zinsen
an Joint Ventures mit einem Betrag von TEUR 987.143
(TEUR 735.616) betreffen Baystar. Weiterführende
Informationen zu den gegebenen Krediten können der
Anhangangabe 10 entnommen werden.
Alle Transaktionen mit nahestehenden Parteien erfolgten
zu marktüblichen Bedingungen.
Borealis hat die Verpflichtung, Baystar einen Kredit in
Höhe von TEUR 1.236.093 (TEUR 1.140.901) zu gewähren.
Zum Jahresende 2021 hat Baystar davon bereits einen
Betrag von TEUR 985.240 (TEUR 734.156) gezogen.
Die Verpflichtung besteht, bis der Cracker und die Borstar®-
Anlage in Betrieb sind oder bis zum 10. Juni 2023, je nachdem,
welches Ereignis zuerst eintritt. Zum Bilanzstichtag hat
der Borealis Konzern eine weitere Verpflichtung gegenüber
der KPP in Höhe von TEUR 15.733 (TEUR 15.733). KPPs
Ansprüche hängen von der Erfüllung bestimmter Voraus-
setzungen ab, die in den zugrunde liegenden Verträgen
definiert sind. Zum Jahresende 2021 hatte Borealis
außerdem die Verpflichtung, Renasci ein zusätzliches
Wandeldarlehen in Höhe von TEUR 12.000 zu gewähren.
Die Ansprüche sind abhängig von der Erfüllung bestimmter
Nutzungsbedingungen, wie sie im zugrunde liegenden
Vertrag festgelegt sind.
Seit 1. Jänner 2021 gehören österreichische Borealis-
Gesellschaften zur österreichischen OMV Steuergruppe
und die aus Steuerausgleichsvereinbarungen resultierenden
Steuerumlagen werden mit der OMV Aktiengesellschaft
beglichen. Verbindlichkeiten aus laufender Ertragsteuer
gegenüber der Muttergesellschaft werden unter sonstige
Verbindlichkeiten gezeigt.
Weiterführende Informationen zu Dividenden, die von
assoziierten Unternehmen und Joint Ventures erhalten
wurden, können der Anhangangabe 9 entnommen werden.
Weiterführende Informationen zu Verpflichtungen gegenüber
assoziierten Unternehmen und Joint Ventures können der
Anhangangabe 21 entnommen werden. Informationen zu
ausgeschütteten Dividenden können den Angaben zur
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals entnommen
werden. Weiterführende Informationen zu Vergütungen
an Schlüsselpersonen im Management können der
Anhangangabe 14 entnommen werden.
169
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
31. Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten
Rechtsstreitigkeiten
Obwohl der Borealis Konzern mit einigen anhängigen
Rechtsstreitigkeiten konfrontiert ist, ist der Vorstand der
Meinung, dass diese Verfahren keinen wesentlichen Einfluss
auf die Vermögenslage des Konzerns haben werden.
Finanzgarantien
Der Konzern ist im Hinblick auf seine Geschäftstätigkeit
zahlreichen nationalen und lokalen Steuergesetzen sowie
weiteren Vorschriften wie Umweltschutzbestimmungen
unterworfen. Diese Gesetze und Vorschriften können den
Konzern gegebenenfalls veranlassen, Garantien für seine
Zahlungsverpflichtungen gegenüber den zuständigen
Behörden abzugeben. Solche Garantien wurden im von
den jeweiligen Behörden geforderten Umfang abgegeben.
Der Konzern hat Mietgarantien vor allem für eigene
Mietvereinbarungen abgegeben. Der Konzern wäre haftbar,
wenn der Mieter bzw. Borealis selbst seinen Mietzahlungs-
verpflichtungen nicht nachkommt oder Schaden am
Mietobjekt anrichtet. Aus diesen Eventualverbindlichkeiten
wird kein materieller Verlust erwartet.
Neben den vertraglichen Verpflichtungen im Zusammenhang
mit dem Erwerb von Sachanlagen (siehe Anhangangabe 5)
und den vertraglichen Verpflichtungen betreffend zusätz-
liche Kapitaleinlagen (siehe Anhangangaben 9 und 30)
wurden im Vergleich zum Jahresende 2020 keine weiteren
signifikanten Risiken und Unsicherheiten identifiziert.
32. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Am 20. Jänner 2022 wurde die ökosoziale Steuerreform
in dritter Lesung im Nationalrat beschlossen. Das Gesetz
beinhaltet die Senkung der Körperschaftsteuer von 25 %
auf 24 % im Jahr 2023 sowie auf 23 % ab 2024. Wären die
neuen Steuersätze zum 31. Dezember 2021 verabschiedet
worden, hätten sich die latenten Steueransprüche des
Konzerns um TEUR 2.256 verringert.
Am 2. Februar 2022 hat der Konzern ein verbindliches
Angebot von EuroChem für den Erwerb des Stickstoff-
Geschäftsbereichs der Borealis Gruppe, der Pflanzen-
nährstoffe, Melamin und technische Stickstoffprodukte
umfasst, erhalten. Das Angebot bewertet den
Geschäftsbereich mit einer Unternehmenswertbasis
von TEUR 455.000. Borealis wird die obligatorischen
Informations- und Konsultationsverfahren mit Arbeit-
nehmervertretern einleiten. Die Transaktion unterliegt
außerdem bestimmten Vollzugsbedingungen und behörd-
lichen Genehmigungen. Der Vollzug wird für die zweite
Hälfte des Jahres 2022 erwartet.
Borealis wird sich weiterhin auf seine Kernaktivitäten
konzentrieren: die Produktion innovativer und nachhaltiger
Lösungen in den Bereichen Polyolefine und Basis-
chemikalien sowie das Vorantreiben des Wandels zu
einer Kreislaufwirtschaft.
170
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
33. In die Konzernbilanz einbezogene Tochterunternehmen
Unternehmen Land Stadt Anteilsbesitz in %
2021 2020
Borealis AG
n
Borealis Agrolinz Melamine GmbH Österreich Linz 100,00 100,00
n n
Borealis Agrolinz Melamine Deutschland GmbH Deutschland Wittenberg 100,00 100,00
n
Borealis Argentina SRL
1)
Argentinien Buenos Aires 100,00 100,00
n
BOREALIS ASIA LIMITED
1)
Hong Kong Hong Kong 100,00 100,00
n
Borealis Brasil S.A. Brasilien Itatiba 80,00 80,00
n
BOREALIS CHEMICALS ZA (PTY) LTD
1)
Südafrika Germiston 100,00 100,00
n
Borealis Chile SpA
1)
Chile Santiago 100,00 100,00
n
Borealis Chimie S.A.R.L.
1)
Marokko Casablanca 100,00 100,00
n Borealis Circular Solutions Holding GmbH
(vormals CERHA HEMPEL Leilani Holding GmbH) Österreich Wien
100,00 0,00
n
Borealis Colombia S.A.S. 1
1)
Kolumbien Bogota 100,00 100,00
n
Borealis Denmark ApS
1)
Dänemark Kopenhagen 100,00 100,00
n
Borealis Digital Studio B.V.
1)
Belgien Zaventem 100,00 100,00
n
Borealis Financial Services N.V. Belgien Mechelen 100,00 100,00
n
Borealis France S.A.S. Frankreich Courbevoie 100,00 100,00
n n n
Borealis Chimie S.A.S. Frankreich Courbevoie 100,00 100,00
n n n
AGRIPRODUITS S.A.S.
1)
Frankreich Courbevoie 100,00 100,00
n n n
STOCKAM G.I.E.
1)
Frankreich Grand-Quevilly 100,00 100,00
n n
Borealis L.A.T France S.A.S. Frankreich Courbevoie 100,00 100,00
n n
Borealis Produits et Engrais Chimiques du Rhin S.A.S. Frankreich Ottmarsheim 100,00 100,00
n n
Borealis Services S.A.S.
1)
Frankreich Courbevoie 100,00 100,00
n
Borealis Insurance A/S (captive insurance company) Dänemark Kopenhagen 100,00 100,00
n
BOREALIS ITALIA S.p.A. Italien Monza 100,00 100,00
n
Borealis L.A.T GmbH Österreich Linz 100,00 100,00
n n
Borealis L.A.T Belgium B.V.
1)
Belgien Beringen 100,00 100,00
n n
Borealis L.A.T Bulgaria EOOD
1)
Bulgarien Sofia 100,00 100,00
n n
Borealis L.A.T Czech Republic s.r.o.
1)
Tschechien Budweis 100,00 100,00
n n
Borealis L.A.T doo, Beograd Serbien Belgrad 100,00 100,00
n n
Borealis L.A.T Greece Single Member P.C.
1)
Griechenland Athen 100,00 100,00
n n
Borealis L.A.T Hrvatska d.o.o.
1)
Kroatien Klisa 100,00 100,00
n n
Borealis L.A.T Hungary Kft.
1)
Ungarn Budapest 100,00 100,00
n n
Borealis L.A.T Polska sp. z o.o.
1)
Polen Warschau 100,00 100,00
n n
Borealis L.A.T Romania s.r.l.
1)
Rumänien Bukarest 100,00 100,00
1) Mangels Wesentlichkeit (Einzelbasis und in Summe) nicht konsolidiert // n Tochtergesellschaft der Borealis AG // n n Enkelgesellschaft der Borealis AG // n n n Urenkelgesellschaft der Borealis AG
171
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Unternehmen Land Stadt Anteilsbesitz in %
2021 2020
n n
Borealis L.A.T Slovakia s.r.o.
1)
Slowakei Chotin 100,00 100,00
n
Borealis L.A.T Italia s.r.l.
1)
Italien Mailand 100,00 100,00
n
Borealis México, S.A. de C.V.
1)
Mexiko Mexiko Stadt 100,00 100,00
n
Borealis Plasticos, S.A. de C.V.
1)
Mexiko Mexiko Stadt 100,00 100,00
n
Borealis Plastik ve Kimyasal Maddeler Ticaret Limited Sirketi
1)
Türkei Istanbul 100,00 100,00
n
Borealis Plastomers B.V. Niederlande Geleen 100,00 100,00
n
Borealis Poliolefinas da América do Sul Ltda.
1)
Brasilien Itatiba 100,00 100,00
n
Borealis Polska Sp. z o.o.
1)
Polen Warschau 100,00 100,00
n
Borealis Polymere GmbH Deutschland Burghausen 100,00 100,00
n
Borealis Polymers N.V. Belgien Beringen 100,00 100,00
n n
Borealis Antwerpen N.V. Belgien Zwijndrecht 100,00 100,00
n n
Borealis Kallo N.V. Belgien Kallo 100,00 100,00
n
Borealis Polymers Oy Finnland Porvoo 100,00 100,00
n
Borealis Polyolefine GmbH Österreich Schwechat 100,00 100,00
n
Borealis Química España S.A. Spanien Barcelona 100,00 100,00
n
Borealis RUS LLC
1)
Russland Moskau 100,00 100,00
n
Borealis s.r.o.
1)
Tschechien Prag 100,00 100,00
n
Borealis Sverige AB Schweden Stenungsund 100,00 100,00
n n
Borealis AB Schweden Stenungsund 100,00 100,00
n n n
Borealis Group Services AS Norwegen Bamble 100,00 100,00
n n n
Etenförsörjning i Stenungsund AB Schweden Stenungsund 80,00 80,00
n n n
KB Munkeröd 1:72
1)
Schweden Stenungsund 100,00 100,00
n
Borealis Technology Oy Finnland Porvoo 100,00 100,00
n
BOREALIS UK LTD UK Manchester 100,00 100,00
n
Borealis USA Inc. USA Port Murray 100,00 100,00
n n
Borealis BoNo Holdings LLC USA Port Murray 100,00 100,00
n n
Borealis Compounds Inc. USA Port Murray 100,00 100,00
n n n
Borealis US Holdings LLC
2)
USA Port Murray 0,00 100,00
n n
Star Bridge Holdings LLC USA Port Murray 100,00 100,00
n n n
Novealis Holdings LLC USA Port Murray 100,00 100,00
n
DYM Solution Co., Ltd. Südkorea Cheonan 98,71 90,52
n
Ecoplast Kunststoffrecycling GmbH Österreich Wildon 100,00 100,00
n
Feboran EOOD Bulgarien Sofia 100,00 100,00
1) Mangels Wesentlichkeit (Einzelbasis und in Summe) nicht konsolidiert // 2) Gesellschaft wurde mit 7. Dezember 2021 aufgelöst // n Tochtergesellschaft der Borealis AG // n n Enkelgesell-
schaft der Borealis AG //
n n n Urenkelgesellschaft der Borealis AG
172
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
In TEUR 2021 2020
Abschlussprüfung der Tochtergesellschaften 1.123 1.121
Konzernabschlussprüfung und Jahresabschlussprüfung der Borealis AG 351 332
Andere Bestätigungsleistungen 368 634
Steuerberatungsleistungen 702 705
Sonstige Leistungen 0 0
Gesamt 2.544 2.792
Davon beziehen sich im Jahr 2021 folgende Honorare auf
den Konzernabschlussprüfer, die PwC Wirtschaftsprüfung
GmbH, Wien, Österreich: für die Abschlussprüfung der
Tochtergesellschaften der Borealis AG EUR 227.200
(EUR 222.800), für die Konzern- und Jahresabschluss-
prüfung der Borealis AG EUR 351.100 (EUR 332.000)
und für andere Bestätigungsleistungen EUR 249.174
(EUR 276.139).
35. Vorstand und Aufsichtsrat
Vorstand
Alfred Stern (Vorsitzender bis 1. April 2021), Thomas Gangl
(Vorsitzender seit 1. April 2021), Mark Tonkens,
Martijn Arjen van Koten (Mitglied bis 1. Juli 2021),
Wolfram Krenn (Mitglied seit 1. Juli 2021), Philippe Roodhooft,
Lucrèce De Ridder
Aufsichtsrat
Rainer Seele (Vorsitzender bis 1. September 2021),
Alfred Stern (Vorsitzender seit 1. September, Mitglied
seit 1. April 2021), Musabbeh Al Kaabi (Vorsitzender-
Stellvertreter bis 9. Februar 2022), Saeed Al Mazrouei
(Vorsitzender-Stellvertreter seit 10. Februar 2022),
Reinhard Florey, Thomas Gangl (Mitglied bis 1. April 2021),
Martijn Arjen van Koten (Mitglied seit 1. September 2021),
Alvin Teh (Mitglied seit 10. Februar 2022)
Unternehmen Land Stadt Anteilsbesitz in %
2021 2020
n
mtm compact GmbH Deutschland Niedergebra 100,00 100,00
n
mtm plastics GmbH Deutschland Niedergebra 100,00 100,00
n
Rosier S.A. Belgien Moustier 77,47 77,47
n n Rosier France S.A.S. Frankreich Beaumetz-
Les-Loges
77,47 77,47
n n
Rosier Nederland B.V. Niederlande Sas Van Gent 77,47 77,47
n Tochtergesellschaft der Borealis AG // n n Enkelgesellschaft der Borealis AG // n n n Urenkelgesellschaft der Borealis AG
Weiterführende Informationen zu aufgegebenen Geschäfts-
bereichen und sonstige Änderungen der rechtlichen Struktur
im Geschäftsjahr 2021 können der Anhangangabe 8
entnommen werden.
34. Aufwendungen für den Abschlussprüfer
Die folgenden Informationen beziehen sich auf die Honorare
für die Abschlussprüfer des Konzerns (inklusive verbundener
Firmen ihres Netzwerks):
173
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Wien, 17. Februar 2022
Vorstand:
Thomas Gangl e.h.
Philippe Roodhooft e.h.
Mark Tonkens e.h.
Wolfram Krenn e.h.
Lucrèce De Ridder e.h.
174
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang
mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den
Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage
des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen
Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern
ausgesetzt ist.
Wien, 17. Februar 2022
Vorstand:
Thomas Gangl e.h.
Vorsitzender des Vorstands
Philippe Roodhooft e.h.
Mitglied des Vorstands
Mark Tonkens e.h.
Mitglied des Vorstands
Wolfram Krenn e.h.
Mitglied des Vorstands
Lucrèce De Ridder e.h.
Mitglied des Vorstands
Erklärung der gesetzlichen Vertreter
gemäß § 124 Abs. 1 Z 3 BörseG
175
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Bestätigungsvermerk
1)
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der Borealis AG, Wien,
und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend
aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der
gesonderten Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der
Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Cashflow-
Rechnung und der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und
dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte
Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und
vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und
Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie
der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns
für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in
Übereinstimmung mit den International Financial Reporting
Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und
den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung
mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO)
und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern
die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA).
Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und
Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des
Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“
unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung
mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und
berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere
sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit
diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass
die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks
erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet
sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem
Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche
Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am
bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzern abschlusses
des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im
Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses
als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils
hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes
Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungs-
sachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:
– Sachverhalt
– Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
– Verweis auf weitergehende Informationen
1. Werthaltigkeit von Sachanlagen und immateriellen
Vermögenswerten einschließlich des Firmenwerts
Sachverhalt
Im Konzernabschluss der Borealis AG, Wien, zum
31. Dezember 2021 wird ein Betrag von EUR 2.943,9 Mio.
(22,7 % der Bilanzsumme) unter „Sachanlagen“ ausgewiesen,
ein Betrag von EUR 658,6 Mio. (5,1 % der Bilanzsumme) wird
unter den „immateriellen Vermögenswerten“ ausgewiesen,
die einen Firmenwert in Höhe von EUR 132,2 Mio.
(1,0 % der Bilanzsumme) enthalten.
Der Firmenwert wird mindestens einmal jährlich auf seine
Werthaltigkeit überprüft. Die Buchwerte von Sachanlagen
und immateriellen Vermögenswerten werden zu jedem
Bilanzstichtag auf etwaige Anzeichen von Wertminderungen
überprüft, bzw. dann, wenn Ereignisse eintreten, die auf
eine Wertminderung der Sachanlagen und immateriellen
Vermögenswerte einschließlich des Firmenwerts hinweisen. Zu
diesem Zweck ermittelt die Borealis AG, Wien, den erzielbaren
Betrag nach der Discounted-Cashflow-Methode.
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte einschließlich
der Firmenwerte werden zahlungsmittelgenerierenden
Einheiten („ZGE“) zugeordnet. Die Buchwerte der ZGE
werden mit den erzielbaren Beträgen (Nutzungswert) des
Bewertungsmodells verglichen. In den Bewertungsmodellen
fanden auch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie
auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021
Berücksichtigung. Soweit der erzielbare Betrag den
Buchwert unterschreitet, wird eine Wertminderung erfasst.
176
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Auf Basis der durchgeführten Werthaltigkeitstests wurde
eine Wertminderung in Höhe von EUR 38,6 Mio. für die
ZGE Rosier erfasst.
Angesichts der Komplexität des Wertminderungsmodells,
der Schätzungsunsicherheit, die mit der Ableitung der
verwendeten Daten und Parameter verbunden ist und
der immanenten Ermessensentscheidungen, wird die
Werthaltigkeit von Sachanlagen und immateriellen
Vermögenswerten einschließlich des Firmenwerts als ein
besonders wichtiger Prüfungssachverhalt angesehen.
Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
Im Rahmen unserer Prüfung des Konzernabschlusses
haben wir die Identifizierung von ZGE überprüft.
Wir haben den jährlichen Prozess und das Verfahren zur
Budgetierung sowie den Werthaltigkeitstest für Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte einschließlich des Firmen-
werts geprüft. Wir haben insbesondere die Angemessenheit
der im Bewertungsmodell verwendeten wesentlichen
Annahmen überprüft.
Wir haben beurteilt, ob die Annahmen zur Ableitung der
zukünftigen Cashflows auf dem jüngsten vom Management
erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Fünfjahresplan
basieren. Wir stellten sicher, dass die Auswirkungen der
COVID-19-Pandemie in der aktuellen Planung angemessene
Berücksichtigung fanden. Wir haben den Fünfjahresplan
durch eine Analyse der historischen Budgetabweichungen
bestätigt.
Wir haben ferner die Vertretbarkeit, der zur Bestimmung
der Abzinsungssätze verwendeten Annahmen bewertet.
Unsere internen Spezialisten haben beurteilt, ob die für
die Diskontierungszinssätze verwendeten Annahmen sowie
die Wachstumsraten für die ewige Rente den externen
Markt- und Branchendaten entsprechen.
Wir haben darüber hinaus Sensitivitätsanalysen durchgeführt,
um die Auswirkung von Parameteränderungen (Änderungen
des Abzinsungssatzes und der Cashflows) auf den erzielbaren
Betrag zu bestimmen. Darüber hinaus haben wir geprüft, ob
die langfristige Rentabilität in der ewigen Rente plausibel
ist. Wir haben auch beurteilt, ob die Angaben der Borealis
AG, Wien, zu den Wertminderungen im Konzernanhang
vollständig und zutreffend sind.
Unsere Prüfungshandlungen haben die Angemessenheit und
Vertretbarkeit des Bewertungsmodells, das das Unternehmen
zur Durchführung eines Werthaltigkeitstests gemäß IFRS
(Wertminderungstest gemäß IAS 36) sowie zur Schätzung
der Höhe der Wertminderung zum 31. Dezember 2021
verwendet, bestätigt. Die der Bewertung zugrunde liegenden
Annahmen und Parameter sind – auch unter Einbeziehung
der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie – vertretbar.
Die von den entsprechenden Standards geforderten
Angaben sind vollständig und vertretbar.
Verweis auf weitergehende Informationen
Die gesetzlichen Vertreter haben diesen besonders wichtigen
Prüfungssachverhalt unter „7. Abschreibungen und
Wertminderungen“ des Konzernabschlusses erläutert.
2. Aufgegebener Geschäftsbereich – IFRS 5 – NITRO
Sachverhalt
Borealis hat am 4. Februar 2021 bekanntgegeben, den
Verkaufsprozess des Geschäftsbereichs Stickstoff (NITRO),
der Pflanzennährstoffe, technische Stickstoffprodukte und
Melamin umfasst, einzuleiten. Die Beteiligung an Rosier S.A.,
Belgien, ist hier nicht inbegriffen. Die gesetzlichen Vertreter
erachten die Kriterien des IFRS 5 als erfüllt und stellen
NITRO als zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswert
sowie als aufgegebenen Geschäftsbereich zum
31. Dezember 2021 dar. Am 2. Februar 2022 erhielt
Borealis ein verbindliches Angebot der EuroChem Group AG,
Schweiz, für den Erwerb von NITRO, in welchem der
Geschäftsbereich zum Unternehmenswert von EUR 455 Mio.
bewertet wird. Dieser Unternehmenswert deutet darauf hin,
dass der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungs-
kosten unter den Buchwerten liegt und ein Wertminderungs-
bedarf besteht. Auf Basis des beizulegenden Zeitwerts
abzüglich Veräußerungskosten erfassten die gesetzlichen
Vertreter gemäß IFRS 5 zum 31. Dezember 2021 eine
Wertminderung in Höhe von EUR 443,7 Mio.
Angesichts der Höhe dieser Transaktion, der Komplexität der
richtigen und vollständigen Klassifizierung von Vermögens-
werten und Schulden der Veräußerungsgruppe und der
Bewertung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich
Veräußerungskosten gemäß IFRS 5 haben wir die bilanzielle
Behandlung der Transaktion im Konzernabschluss als
besonders wichtigen Prüfungssachverhalt berücksichtigt.
177
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
Wir hielten Treffen mit den M&A- und Rechtsabteilungen
von Borealis ab und führten Befragungen mit diesen durch,
um ein Verständnis zum Status der Verhandlung sowie des
Veräußerungsprozesses zu erlangen.
Wir haben die verfügbaren Informationen im Zusammenhang
mit dem Status des Verkaufsprozesses zum 31. Dezember
2021 gelesen und überprüft, um zu beurteilen, ob die
Kriterien gemäß IFRS 5 erfüllt sind und die bilanzielle
Behandlung von NITRO als zur Veräußerung gehaltener
Vermögenswert sowie als aufgegebener Geschäftsbereich
angemessen ist.
Wir haben Prüfungshandlungen durchgeführt, um zu
kontrollieren, ob die als zur Veräußerung gehalten
dargestellten Vermögenswerte und Schulden und die
als aufgegebene Geschäftsbereiche erfassten Ergebnisse
einschließlich der Bewertung gemäß IFRS 5 vollständig
und richtig sind.
Unsere Prüfungshandlungen beinhalteten die Überprüfung
und Hinterfragung der von den gesetzlichen Vertretern
vorgenommenen Bewertung der Wertminderung auf Basis
des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten
von NITRO; wir stellten fest, dass die Berechnung mancher
Beträge bis zum Abschluss der Transaktion auf Ermessens-
entscheidungen basiert.
Unsere Prüfungshandlungen haben die Angemessenheit der
Klassifizierung von NITRO als zur Veräußerung gehaltener
Vermögenswert bzw. aufgegebener Geschäftsbereich belegt.
Unsere Prüfungshandlungen haben zudem die auf Basis
des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten
erfasste Höhe der Wertminderung bestätigt. Die von den
entsprechenden Standards geforderten Angaben sind
vollständig und vertretbar.
Verweis auf weitergehende Informationen
Die gesetzlichen Vertreter haben diesen besonders wichtigen
Prüfungssachverhalt unter „8. Aufgegebener Geschäftsbereich
und sonstige Änderungen“ im Konzernanhang erläutert.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen
verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen
alle Informationen im Finanzbericht, ausgenommen den
Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den
Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich
nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben
dazu keine Art der Zusicherung.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzern-
abschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese
sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob
die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten
zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschluss-
prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig
falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem
Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten sonstigen
Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen,
dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen
Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese
Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammen-
hang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des
Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die
Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser
in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting
Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS),
und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die
gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung
eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von
wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern ist.
178
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit
des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu
beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fort-
führung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig –
anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es
sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder
den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit
einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung
des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung
des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu
erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von
wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungs-
vermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit,
aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung
mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung
der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine
wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt,
stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen
Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als
wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die
auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit
der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung
der ISA erfordern, üben wir während der gesamten
Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und
bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
– Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher
falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen
oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen
als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und
erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und
geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil
zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen
resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht
aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern
resultierendes, da dolose Handlungen kollusives
Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvoll-
ständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das
Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
– Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschluss-
prüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungs-
handlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen
angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungs-
urteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des
Konzerns abzugeben.
– Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetz-
lichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden
sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern
dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung
und damit zusammenhängende Angaben.
– Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit
der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetz-
lichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten
Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit
im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten
besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des
Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit
aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen,
dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir
verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die
dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerk-
sam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen
sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen
unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum
Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungs-
nachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten
können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
179
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
– Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und
den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der
Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde
liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise
wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
– Wir erlangen ausreichende und geeignete Prüfungs-
nachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder
Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein
Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir
sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und
Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen
die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter
anderem über den geplanten Umfang und die geplante
zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über
bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger
bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir
während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab,
dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen
zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns
mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte
aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden
kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und –
sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutz-
maßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit
dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen
Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des
Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher
die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir
beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungs-
vermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften
schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder
wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sach-
verhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt
werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass
die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile
für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob
er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach
den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die
Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit
den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den
Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts
durchgeführt.
180
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach
den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt
worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB
und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses
gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen
Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden
wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht
nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 24. Februar 2021
als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 24. Februar 2021
vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit
dem Geschäftsjahr 2016 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt
„Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen
Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der
EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungs-
leistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und
dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere
Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche
Wirtschaftsprüfer ist Mag. Alexander Riavitz.
1) Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich
ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
Wien, 17. Februar 2022
PwC Wirtschaftsprüfung GmbH
Alexander Riavitz e.h.
Wirtschaftsprüfer
181
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Im Berichtsjahr hat sich der Aufsichtsrat einen genauen
Überblick über die Aktivitäten des Vorstands der Borealis AG
verschafft und hat in sieben Plenarsitzungen die ihm nach
Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse
wahrgenommen.
Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand regelmäßig, zeitnah
und umfassend über alle relevanten Fragen der Geschäfts-
entwicklung sowie über die Lage des Unternehmens,
einschließlich der wesentlichen Konzerngesellschaften,
sowie über Risikolage und Risikomanagement mündlich
und schriftlich informiert.
Der Vorstand der Borealis AG hat dem Aufsichtsrat den
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 samt Lagebericht
sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 samt
Konzernlagebericht und den konsolidierten nicht-finanziellen
Bericht vorgelegt und ausführlich erläutert.
Der Jahresabschluss der Borealis AG wurde nach den
anwendbaren Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches
aufgestellt und wurde von PwC Wirtschaftsprüfung GmbH
mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Weiters wurde der Konzernabschluss der Borealis AG nach
den International Financial Reporting Standards (IFRS)
aufgestellt, und von PwC Wirtschaftsprüfung GmbH mit
dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Die Unterlagen des Jahres- und Konzernabschlusses, der
konsolidierte nicht-finanzielle Bericht sowie die Prüfungs-
berichte haben dem Prüfungsausschuss sowie dem Aufsichts-
rat rechtzeitig vorgelegen. Nach eingehender Prüfung und
Erörterung im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat mit den
Abschlussprüfern kam der Aufsichtsrat zum abschließenden
Ergebnis, dass keine Einwendungen zu erheben sind, und
hat den aufgestellten Jahresabschluss, den Lagebericht,
den Vorschlag für die Gewinnverwendung, den Vorschlag für
die Bestellung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr
2022, den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht
und den konsolidierten nicht-finanziellen Bericht
genehmigt/bestätigt.
Wien, 21. Februar 2022
Alfred Stern e.h.
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Bericht des Aufsichtsrats der Borealis AG
182
Finanzbericht 2021 / Einzelabschluss und Konzernabschluss
Impressum
Dieser Bericht ist in englischer und deutscher Sprache verfügbar,
wobei die englische Version das Original darstellt. Beide Dokumente sind online
verfügbar und können unter www.borealisgroup.com heruntergeladen werden.
Handelsmarkeninformation:
Ambicat, Baystar, Borcycle, Borlink, Bormed, Bornewables,
Casico, Daploy, EverMinds, Nimblicity, Visico, Visioneering Philosophy,
Quentys und Queo sind Handelsmarken der Borealis AG.
Borstar ist eine registrierte Handelsmarke der Borealis AG.
ReOil ist eine registrierte Handelsmarke der OMV AG.
Responsible Care ist eine eingetragene Handelsmarke der
Chemistry Industry Association of Canada.
Für den Inhalt verantwortlich:
Borealis AG
Trabrennstraße 6–8, 1020 Wien, Österreich
Tel.: +43 1 22 400 300
www.borealisgroup.com | info@borealisgroup.com
Projektmanagement: Virginia Wieser, Dorothea Wiplinger, Borealis;
Support: Ute Greutter, UKcom Finance
Redaktion: Virginia Wieser, Dorothea Wiplinger und Vertreter der präsentierten
Geschäftsbereiche des Unternehmens; Support: Martin Zenker, denkstatt GmbH
Nachhaltigkeitsberater: denkstatt GmbH
Grafikdesign: Martina Veratschnig
Fotos: Cover: Getty Images; Daniela Beranek, Borealis AG Archiv
Veröffentlicht im März 2022
© Borealis AG
Borealis AG
Trabrennstraße 6–8 • A-1020 Wien • Österreich
Tel. +43 1 22 400 300 • Fax +43 1 22 400 333
www.borealisgroup.com • info@borealisgroup.com