Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Grundlagen des Konzerns | Wesentliche Ereignisse 2020 | |||
Wesentliche Ereignisse 2020
Erstes Quartal 2020
Der Aufsichtsrat der Schaeffler AG hat in seiner Sitzung am 6. März 2020 beschlossen, den Vertrag mit Michael Söding,
CEO der Sparte Automotive Aftermarket, bis zum 31. Dezember 2023 zu verlängern.
Der Vorstand der Schaeffler AG hat am 24. März 2020 bekannt gegeben, den am 10. März 2020 veröffentlichten Ausblick für das Geschäftsjahr 2020 für die Schaeffler Gruppe und ihre Sparten aufgrund der sich weltweit ausbreitenden Coronavirus-Pandemie und der daraus resultierenden Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung auszusetzen.
Mehr zur Prognose der Schaeffler Gruppe und ihrer Sparten im Prognosebericht ab Seite 59f.
Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie hat die Schaeffler Gruppe umfassende Maßnahmen ergriffen, um die Lieferketten intakt zu halten, die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu sichern und die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen. Die Schaeffler Gruppe orientiert sich bei den Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter an den Empfehlungen der nationalen, internationalen und lokalen Behörden. Beispielsweise gelten Beschränkungen für Dienstreisen und Schulungen und in vielen Bereichen arbeiten die Mitarbeiter seit Beginn der Pandemie im Homeoffice.
Aufgrund der geringeren Auslastung der Produktionskapazitäten hat die Schaeffler Gruppe im März 2020 Maßnahmen zur Anpassung der Kosten an die kurzfristig veränderten Marktbedingungen implementiert. In diesem Zusammenhang hat sich das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertretern auch auf ein Maßnahmenpaket für die direkten und indirekten Bereiche geeinigt. Dieses umfasst neben Schließtagen, dem Abbau von Gleitzeitkonten und Betriebsruhe auch Kurzarbeit. Zur weiteren Sicherung der finanziellen Stabilität wurde zudem die Investitionstätigkeit weiter an die aktuelle Geschäftsentwicklung angepasst – hierbei hat sich die Schaeffler Gruppe an ihrem Rahmenkonzept zur Steuerung der Kapitalallokation orientiert. Um die Lieferketten intakt zu halten, erfolgt eine vorausschauende und enge Abstimmung sowohl mit Kunden als auch Lieferanten über Bedarfe und Kapazitäten.
Im Zuge der sich ausbreitenden Coronavirus-Pandemie und der daraus resultierenden Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung hat der Vorstand der Schaeffler AG den für den 24. März 2020 geplanten strategischen Kapitalmarkttag und die damit verbundene Strategiekommunikation verschoben und auf den 18. November 2020 neu terminiert. Am 24. März 2020 informierte das Unternehmen stattdessen Investoren und Analysten in einem „Capital Markets-Update-Call“ mit Mitgliedern des Vorstands über die Auswirkungen der Pandemie auf die aktuelle Geschäftsentwicklung des Unternehmens sowie über die Implementierung von Gegenmaßnahmen, um u.a. die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu sichern.
Die Coronavirus-Pandemie und die weltweiten Maßnahmen zu deren Eindämmung führten zu einer erhöhten Unsicherheit in Bezug auf den künftigen Geschäftsverlauf der Schaeffler Gruppe und somit zu veränderten Annahmen im Rahmen der Ermittlung des erzielbaren Betrages von Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten. In diesem Zusammenhang ergab sich zum 31. März 2020 eine Wertminderung des der Sparte Automotive Technologies zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes um 249 Mio. EUR.
Zweites Quartal 2020
Die Schaeffler AG hat am 9. April 2020 erstmalig Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 347 Mio. EUR bei internationalen Investoren platziert. Aus diesen Mitteln dienen 300 Mio. EUR ausschließlich der Refinanzierung eines Portfolios von nachhaltigen Produkten gemäß dem „Green Finance Framework“ der Schaeffler Gruppe. Im zweiten und dritten Quartal 2020 wurden weitere Schuldscheintranchen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 210 Mio. EUR abgeschlossen. Die Emissionserlöse der verschiedenen Schuldscheindarlehen wurden im Mai, Juni und August 2020 ausgezahlt.
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Die virtuelle ordentliche Hauptversammlung der Schaeffler AG hat in ihrer Sitzung am 8. Mai 2020 beschlossen, eine Dividende in Höhe von 0,44 EUR (Vj.: 0,54 EUR) je Stammaktie und 0,45 EUR (Vj.: 0,55 EUR) je Vorzugsaktie an die Aktionäre der Schaeffler AG für das Geschäftsjahr 2019 auszuzahlen. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 43,0 % bezogen auf das den Anteilseignern zurechenbare Konzernergebnis vor Sondereffekten.
Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 8. Mai 2020 beschlossen, den Vertrag mit Herrn Andreas Schick,
Vorstand Produktion, Supply Chain Management & Einkauf, um weitere fünf Jahre bis zum 31. März 2026 zu verlängern.
Drittes Quartal 2020
Am 20. Juli 2020 hat der Aufsichtsrat der Schaeffler AG Dr. Klaus Patzak mit Wirkung zum 1. August 2020 für eine Amtszeit von drei Jahren bis zum 31. Juli 2023 zum Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG bestellt. Herr Dr. Patzak hat als Finanzvorstand (CFO) mit Zuständigkeit für Finanzen und IT Dietmar Heinrich abgelöst, der die Schaeffler AG zum Ablauf der Amtszeit am 31. Juli 2020 verlassen hat, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen.
Am 9. September 2020 hat der Vorstand der Schaeffler AG weitere strukturelle Maßnahmen in Europa verabschiedet, um die Transformation der Schaeffler Gruppe voranzutreiben und ihre Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit nachhaltig zu verbessern. In diesem Zusammenhang erwartet das Unternehmen Transformationsaufwendungen in Höhe von rd. 700 Mio. EUR. Im Berichtszeitraum wurden hiervon Aufwendungen in Höhe von 580 Mio. EUR in den Programmen „RACE“, „GRIP“ und „FIT“ erfasst. Das Maßnahmenpaket hat zwei Stoßrichtungen: Erstens den Abbau von Arbeitsplätzen zur Anpassung von strukturellen Überkapazitäten und die Konsolidierung von Standorten in Europa, insbesondere in Deutschland. Alle drei Sparten und alle Zentralfunktionen tragen zu den Maßnahmen bei. Die Umsetzung soll möglichst sozialverträglich auf Basis der 2018 mit der IG Metall geschlossenen Zukunftsvereinbarung erfolgen. Das Unternehmen befindet sich mit den Arbeitnehmervertretern in einem konstruktiven Dialog mit dem Ziel, die strukturellen Maßnahmen mithilfe eines Mix von unterschiedlichen Instrumenten zu realisieren. Zweitens sollen die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und lokale Kompetenzen ausgebaut werden. Beispielsweise soll am Standort Herzogenaurach, dem Hauptsitz der Schaeffler Gruppe, u. a. neben dem Aufbau eines hochmodernen Zentrallabors zukünftig das Kompetenzzentrum für Wasserstofftechnologie angesiedelt werden. Am Standort Bühl, Hauptsitz der Sparte Automotive Technologies, soll das Kompetenzzentrum für E-Mobilität und die Serienfertigung von Elektromotoren ausgebaut werden. Schweinfurt, Sitz der Sparte Industrial, soll durch die Bündelung der Wertschöpfung für die klassischen Lagerprodukte im mittleren und großen Durchmesserbereich eine klare Stärkung der Kompetenz erhalten. Gestärkt werden soll auch die Hauptentwicklungsaktivität für Zukunftsfelder der Sparte Industrial, wie z. B. der Bereich Robotik. Zudem soll ein Innovationszentrum für gruppenweite Industrie-4.0-Themen errichtet werden. Darüber hinaus werden auch außerhalb Europas Maßnahmen im Rahmen der Programme „RACE“, „GRIP“ und „FIT“ umgesetzt. Die Schaeffler Gruppe passt so ihre Strukturen kontinuierlich an die sich verändernden Marktbedingungen an.
Die virtuelle außerordentliche Hauptversammlungder
Schaeffler AG hat am 15. September 2020 die Schaffung eines genehmigten Kapitals in Höhe von bis zu 200 Mio. Aktien beschlossen. Die Ermächtigung umfasst ausschließlich die Ausgabe von stimmrechtslosen Vorzugsaktien und hat eine Laufzeit bis zum 31. August 2025. Einen Ausschluss des Bezugsrechts erlaubt die Ermächtigung nicht. Mit diesem Vorratsbeschluss schafft die Schaeffler AG die Möglichkeit, bei Bedarf durch eine Kapitalerhöhung die Kapitalbasis des Unternehmens zu stärken, um die Transformation weiter voranzutreiben und potenzielle Wachstumschancen zu nutzen.
Viertes Quartal 2020
Im Rahmen ihres Anleiheprogramms (Debt Issuance Programm) hat die Schaeffler AG am 5. Oktober 2020 zwei Euro-Anleihen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 1,5 Mrd. EUR bei internationalen Investoren platziert. Die Anleiheemission setzte sich aus zwei Tranchen mit jeweils 750 Mio. EUR zusammen. Die 5jährige Anleihe hat einen Kupon von 2,750 % und die 8jährige Anleihe einen Kupon von 3,375 %. Die Emissionserlöse werden zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten verwendet. Am 14. Oktober 2020 wurden das Investitionsdarlehen in Höhe von 238 Mio. EUR vollständig sowie ein Teilbetrag der im Jahr 2022 fällig werdenden Anleihe der Schaeffler AG in Höhe von 205 Mio. EUR vorzeitig zurückgezahlt. Darüber hinaus wurde am 4. November 2020 die letzte ausstehende Anleihe der Schaeffler Finance B.V. über 600 Mio. EUR zurückgezahlt.
Am 9. November 2020 hat sich der Vorstand der Schaeffler AG auf Basis aktueller Informationen zum Geschäftsverlauf im vierten Quartal auf einen neuen Ausblick für das Geschäftsjahr 2020 verständigt.
Mehr zur Prognose der Schaeffler Gruppe und ihrer Sparten im Prognosebericht ab Seite 59f.
Am 18. November 2020 hat die Schaeffler Gruppe im Rahmen ihres ersten virtuellen Kapitalmarkttages 2020 ihre „Roadmap 2025“ vorgestellt, die eine aktualisierte Unternehmensstrategie, ein Programm zu deren Umsetzung sowie finanzielle Mittelfristziele bis 2025 umfasst. Das übergeordnete Ziel des Unternehmens ist dabei die Schaffung nachhaltiger Werte für Kunden und Geschäftspartner, Mitarbeiter und Führungskräfte sowie Aktionäre und Familiengesellschafter. Um dieses Ziel zu erreichen, möchte Schaeffler durch seine wesentlichen Stärken – Innovationskraft, Qualität, Systemverständnis und Fertigungskompetenz – Fortschritt gestalten, der die Welt bewegt. Dies spiegelt sich auch in dem Claim „We pioneer motion“ wider. Als Leitmaxime fungiert für Schaeffler dabei die neu formulierte Vision, der bevorzugte Automobil- und Industriezulieferer zu sein, der sich durch Innovation, Agilität und Effizienz auszeichnet.
Schaeffler Gruppe |
Finanzbericht 2020 |
Zusammengefasster Lagebericht
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Grundlagen des Konzerns | Organisationsstruktur und Geschäftstätigkeit | |||
Grundlagen des Konzerns
1 Organisationsstruktur und Geschäftstätigkeit
Die Schaeffler Gruppe (im Folgenden auch als „Schaeffler“ bezeichnet) ist ein global tätiger Automobil- und Industriezulieferer. Mit seinen rund 83.300 Mitarbeitern entwickelt und produziert Schaeffler Präzisionskomponenten und -systeme für Motor, Getriebe und Fahrwerk, elektrifizierte Antriebssysteme und Wälz- und Gleitlagerlösungen für eine Vielzahl von Industriesektoren. Hierzu gehören innovative und nachhaltige Technologien sowohl für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren als auch für Hybrid- und Elektrofahrzeuge, ebenso wie Komponenten und Systeme für rotative und lineare Bewegungen sowie Serviceleistungen, Instandhaltungsprodukte und Monitoringsysteme für mehrere Industrieanwendungen. Zudem bietet das Unternehmen Reparaturlösungen in Erstausrüsterqualität für den weltweiten automobilen Ersatzteilmarkt an.
Organisations- und Führungsstruktur
Die Schaeffler Gruppe ist durch eine dreidimensionale Organisations- und Führungsstruktur geprägt, die zwischen Sparten, Funktionen und Regionen unterscheidet. Das Geschäft der Schaeffler Gruppe wird dabei nach den drei Sparten Automotive Technologies, Automotive Aftermarket und Industrial gesteuert, die zugleich die berichtspflichtigen Segmente darstellen. Die Sparte Automotive Technologies organisiert ihr Geschäft nach den vier Unternehmensbereichen E-Mobilität, Motorsysteme, Getriebesysteme und Fahrwerksysteme. Die Steuerung der beiden Sparten Automotive Aftermarket und Industrial erfolgt nach den Regionen Europa, Americas, Greater China und Asien/Pazifik.
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Grundlagen des Konzerns | Forschung und Entwicklung | |||
Zum Organisationsmodell der Schaeffler Gruppe gehören neben den Sparten fünf Funktionsbereiche: (1) CEO Funktionen, (2) F&E, (3) Produktion, Supply Chain Management & Einkauf, (4) Finanzen & IT sowie (5) Personal. Der Vertrieb ist jeweils direkt den Sparten zugeordnet. Die dritte Dimension bilden die vier Regionen Europa, Americas, Greater China und Asien/Pazifik.
Die Schaeffler Gruppe wird durch den Vorstand der Schaeffler AG geführt. Dem Vorstand gehören neben dem Vorsitzenden des Vorstands (CEO) die Vorstände der Sparten Automotive Technologies (CEO Automotive Technologies), Automotive Aftermarket (CEO Automotive Aftermarket) und Industrial (CEO Industrial) sowie die Vorstände der Funktionen (Chief Technology Officer, Chief Operating Officer, Chief Financial Officer und Chief Human Resources Officer) an.
Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung, legt die Ziele und die strategische Ausrichtung fest, steuert die Umsetzung der Wachstumsstrategie und berücksichtigt dabei die Belange der Aktionäre, der Arbeitnehmer und der sonstigen dem Unternehmen verbundenen Interessengruppen (Stakeholder) mit dem Ziel einer nachhaltigen Wertschöpfung. Der Vorstandsvorsitzende (CEO) koordiniert die Geschäftsführung in der Gesellschaft und der Schaeffler Gruppe. Neben den Sparten und Funktionen umfasst die Matrixorganisation die Regionen Europa, Americas, Greater China und Asien/Pazifik, die jeweils
durch einen Regionalen CEO geführt werden. Die Regionalen CEOs berichten direkt an den CEO. Der Vorstand bildet gemeinsam mit den Regionalen CEOs das Executive Board der Schaeffler Gruppe. Die Führungsstruktur spiegelt somit die Organisationsstruktur der Schaeffler Gruppe wider.
Der Aufsichtsrat der Schaeffler AG bestellt, berät und überwacht den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung sind, eingebunden. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat.
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Vorstand und Aufsichtsrat berücksichtigen bei ihrem Handeln die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und haben die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG im Dezember 2020 abgegeben. Die Erklärung zur Unternehmensführung mit Corporate Governance Bericht gemäß § 289f HGB und § 315d HGB inkl. der Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG ist auf der Internetseite der Gesellschaft öffentlich zugänglich gemacht.
Erklärung zur Unternehmensführung mit Corporate Governance Bericht gemäß § 289f HGB und § 315d HGB inkl. der Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG unter: www.schaeffler.com/de/ir
Rechtliche Konzernstruktur
Zur Schaeffler Gruppe gehörten zum 31. Dezember 2020 150 (Vj.: 152) Tochterunternehmen im In- und Ausland. Mutterunternehmenist dieSchaeffler AG mit Sitz in Herzogenaurach. Die Konzernzentrale der Schaeffler Gruppe befindet sich ebenfalls in Herzogenaurach. Zum 31. Dezember 2020 hatten 99 (Vj.: 102) Tochtergesellschaften ihren Sitz in der Region Europa. Des Weiteren hatten 24 (Vj.: 24) Tochtergesellschaften ihren Sitz in der Region Americas, 14 (Vj.: 13) in der Region Greater China sowie 13 (Vj.: 13) in der Region Asien/Pazifik.
Die Schaeffler AG ist eine in Deutschland ansässige börsennotierte Aktiengesellschaft. Das Grundkapital der Schaeffler AG besteht aus insgesamt 666 Millionen Aktien. Diese setzen sich zusammen aus 500 Millionen auf den Inhaber lautende Stammaktien, die keine Börsenzulassung aufweisen, sowie aus 166 Millionen auf den Inhaber lautende stimmrechtslose Vorzugsaktien. Jede Stammaktie und jede Vorzugsaktie hat einen rechnerischen Anteil am gesamten Grundkapital in Höhe von je 1,00 EUR.
Alle 500 Millionen auf den Inhaber lautende Stammaktien befinden sich im Besitz der IHO Verwaltungs GmbH, die zur IHO Holding gehört. Dies entspricht einem Anteil von rund 75,1 % an der Schaeffler AG. Die 166 Millionen auf den Inhaber lautenden stimmrechtslosen Vorzugsaktien der Schaeffler AG befinden sich im Streubesitz. Der Free Float betrug damit zum 31. Dezember 2020 rund 24,9 %.
Veräußerungen im Berichtsjahr
Am 3. Februar 2020 ist der Betriebsübergang der Werke in Unna und Kaltennordheim an ein Konsortium aus Investoren erfolgt. In diesem Rahmen sind auch die Beschäftigungsverhältnisse der Mitarbeiter auf die neuen Eigentümer übergegangen. Maßgeblich für die Entscheidung zur Veräußerung der beiden Werke waren v.a. der Rückgang der Nachfrage nach manuellen Kupplungssystemen sowie der zunehmende Preisdruck bei Lkw-Kupplungen. Aufgrund des schwierigen Marktumfelds konnten die ursprünglichen Pläne des Käufers nicht umgesetzt werden, sodass Schaeffler weitere Unterstützungsmaßnahmen ergriffen hat. In diesem Zusammenhang kann Schaeffler über vertragliche Mitbestimmungsrechte an den beiden Standorten verfügen.
Am 15. Oktober 2020 hat die Schaeffler Gruppe im Rahmen eines Management-Buyout (MBO) sämtliche Anteile an der Schaeffler Bio-Hybrid GmbH an die Micromobility services and solutions GmbH veräußert. Die Schaeffler Bio-Hybrid GmbH wurde als Start-Up innerhalb der Schaeffler Gruppe gegründet und arbeitete seit Ende 2017 an der Entwicklung eines Pedelecs auf vier Rädern mit dem Namen Bio-Hybrid. Das Fahrzeug wird mit einer Kombination aus Muskelkraft und Elektromotor angetrieben und darf führerscheinfrei auf Radwegen betrieben werden. Die Gesellschaft firmiert fortan als Bio-Hybrid GmbH. Das neue Unternehmen kann unabhängig von der Schaeffler Gruppe zukünftig noch agiler handeln und die Serienproduktion gezielter vorantreiben.
Geschäftstätigkeit
Das Geschäft der Schaeffler Gruppe wird durch die drei operativen Sparten Automotive Technologies, Automotive Aftermarket und Industrial jeweils mit globaler Verantwortung gesteuert. Die operativen Sparten entsprechen zugleich den berichtspflichtigen Segmenten nach IFRS 8. Die Sparte Automotive Technologies hat ihren Hauptsitz am Standort Bühl, die Sparte Automotive Aftermarket wird aus dem Standort Langen geführt, der Standort Schweinfurt ist Hauptsitz der Sparte Industrial. Die Konzernzentrale der Schaeffler Gruppe befindet sich in Herzogenaurach.
Sparte Automotive Technologies
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Als Partner der globalen Automobilindustrie entwickelt und produziert die Sparte Automotive Technologies Komponenten und Systeme für Verbrennungsmotoren, Getriebe und Fahrwerke sowie für hybride und elektrische Antriebssysteme. Dies umfasst neben Technologien für emissionsarme und -freie Antriebsstränge auch Produkte für autonomes Fahren. Ende Oktober 2020 hat die Schaeffler Gruppe die Umbenennung der Sparte in „Automotive Technologies“ gestartet. Die Umbenennung erfolgt schrittweise an allen Standorten weltweit und hat keine Auswirkungen auf die Organisationsstrukturen oder bestehende Kunden- und Lieferantenbeziehungen. Durch die Neubezeichnung soll die Rolle des Unternehmens als Technologiepartner für alle Kunden, die Komponenten sowie mechanische und mechatronische Systeme auf Basis eines umfassenden Fertigungs-Know-how verlangen, zum Ausdruck gebracht werden. Die Sparte Automotive Technologies steuert ihr Geschäft anhand der vier Unternehmensbereiche (UB) E-Mobilität, Motorsysteme, Getriebesysteme und Fahrwerksysteme, die jeweils wiederum mehrere Geschäftsbereiche umfassen:
• Der UB E-Mobilität entwickelt und produziert Komponenten und Systeme für die Elektrifizierung des Antriebsstrangs – vom 48-Volt-Mild-Hybrid über den Plug-in-Hybrid bis hin zum rein elektrischen Antrieb. Das Produktportfolio umfasst u. a. Hybridmodule, E-Achsgetriebe, elektrische Achsantriebe, elektromechanische und hydraulische Aktuatoren, nasse Doppelkupplungen, sowie Elektromotoren. Mit Blick auf die zukünftigen Marktanforderungen verantwortet seit 1. Januar 2021 der UB E-Mobilität in seinem Produktportfolio u. a. auch Thermomanagementmodule und Schlüsselkomponenten für Brennstoffzellen, die zuvor dem UB Motorsysteme zugeordnet waren.
• Der UB Motorsysteme entwickelt und produziert Komponenten und Systeme für konventionelle und hybridisierte Verbrennungsmotoren wie bspw. Ventilspielausgleichselemente, variable Ventiltriebsysteme, Systeme zur Nockenwellenverstellung sowie Produkte für Ketten- und Riementriebe.
• Der UB Getriebesysteme entwickelt und produziert Komponenten und Systeme für alle Getriebearten. Das Produktportfolio umfasst z. B. Drehmomentwandler, Torsions- und Schwingungsdämpfer, Kupplungen und Getriebelager.
• Der UB Fahrwerksysteme entwickelt und produziert u. a. mechanische Komponenten und Systeme für das Fahrwerk wie bspw. Radlager, Lager für Chassis und Nebenaggregate sowie spezielle Anwendungen für Nutzfahrzeuge.
Die Nachfrage nach Produkten der Sparte Automotive Technologies ist stark verbunden mit der weltweiten Fahrzeugproduktion. Diese wiederum ist eng verknüpft mit der Entwicklung der Absatzmärkte bzw. der allgemeinen konjunkturellen Lage. Mittel- bis langfristig wird das Marktwachstum neben den wirtschaftlichenEinflüssen auch stark von gesetzlichen Rahmenbedingungen beeinflusst. So wird durch regulatorische Vorgaben und aus ökologischen Gründen der Bedarf an Produkten steigen, die helfen, Schadstoffe zu reduzieren und Grenzwerte einzuhalten. Darüber hinaus können auch Kaufanreize und ein Ausbau der Ladeinfrastruktur die Nachfrage nach Komponenten und Systemen für Hybrid- und Elektroantriebe zusätzlich steigern.
Als Lieferant für die größten Automobilhersteller und -zulieferer (Tier 1) bewegt sich die Sparte Automotive Technologies in einem hoch kompetitiven Marktumfeld. Dabei steht die Sparte in den Bereichen Antriebstechnologie und Fahrwerksysteme v.a. im Wettbewerb zu anderen großen Automobilzulieferern. In den Zukunftsfeldern Elektromobilität und autonomes Fahren drängen zusätzlich neue, branchenfremde Wettbewerber auf den Markt.
Als Partner der Hersteller von Pkw und Nutzfahrzeugen ist die Sparte Automotive Technologies durch ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten an der Gestaltung des technologischen Wandels der Branche aktiv beteiligt. Diesem Wandel trägt die Sparte durch die Steuerung ihres Produktportfolios und der Kapitalallokation Rechnung: Während in ausgereiften Geschäftsfeldern mit begrenztem Wachstumspotenzial – wie in den Bereichen mechanischer Komponenten und Systeme – auf Rentabilität und Effizienz gesetzt wird, investiert Automotive Technologies verstärkt in Zukunftstechnologien und neue Geschäftsfelder – insbesondere in den Bereichen mechatronischer Anwendungen und Systeme für effiziente, emissionsreduzierte und elektrifizierte Antriebe sowie autonomes Fahren. Dabei kommt den ausgereiften Geschäftsfeldern auch weiterhin eine hohe Bedeutung zu, um die Profitabilität der Sparte während der Transformation aufrechtzuerhalten und freie Mittel für das Wachstum in neuen Geschäftsfeldern zu generieren.
Das Szenario „Schaeffler Vision Powertrain“ drückt die von Schaeffler erwartete Entwicklung der Elektrifizierung des Antriebsstrangs aus und liegt den strategischen Überlegungen der Sparte zugrunde. Die „Schaeffler Vision Powertrain“ prognostiziert für das Jahr 2035, dass weltweit rd. 15 % der neu produzierten Fahrzeuge rein durch einen Verbrennungsmotor angetrieben werden und dass rd. 35 % der Fahrzeuge hybrid angetrieben werden, also mit einer Kombination aus Elektromotor und Verbrennungsaggregat. Weitere rd. 50 % der Fahrzeuge werden mit einem rein elektrischen Antrieb erwartet. Dementsprechend treibt die Sparte die Elektrifizierung des Antriebsstrangs weiter voran.
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Für elektrifizierte Antriebe können bspw. mit einer modularen und hochintegrierten Technologieplattform Elektromotoren maßgeschneidert und bauraumorientiert gefertigt werden. Das Anwendungsspektrum dieser Elektromotoren reicht von Hybridmodulen über dedizierte Hybridgetriebe bis hin zu E-Achsen in den Leistungsklassen von 15 bis über 300 kW. So soll z. B. ab 2021 die Serienproduktion für Elektromotoren und 2in1 E-Achsen, in denen Elektromotor und Getriebe kombiniert sind, für verschiedene Kundenprojekte weltweit anlaufen. Darüber hinaus konnten im Berichtsjahr auch für die neue 3in1 E-Achse (eine Kombination aus Elektromotor, Getriebe und Leistungselektronik) erste Nominierungen gewonnen werden. Durch die Zuordnung des Thermomanagementmodul und Schlüsselkomponenten für Brennstoffzellen zum UB E-Mobilität wird die Systemkompetenz der Sparte noch weiter gestärkt. So bietet Schaeffler 4in1-Systeme – bestehend aus Getriebe, E-Motor, Leistungselektronik und Thermomanagement – für batterie- oder hybridelektrische Fahrzeuge an. Zum Leistungsumfang der Sparte Automotive Technologies gehört auch weiterhin die Weiterentwicklung und Effizienzsteigerung verbrennungsmotorischer Antriebe. Hierzu zählen bspw. das vollvariable Ventilsteuerungssystem UniAir, elektrisch betriebene Nockenwellenversteller oder Aggregatetriebe für hybridisierte Antriebsstränge, inkl. Riemenscheibenentkoppler. Auch klassische Lagerlösungen für Ausgleichs-, Nocken- und Kurbelwellen bieten nach wie vor Potenzial zur Reduzierung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen.
Ein weiteres Entwicklungsfeld in der Automobilbranche ist das autonome Fahren, das neben einem gesteigerten Fahrkomfort langfristig auch zu einer höheren Sicherheit im Straßenverkehr führen soll. Daher wurde parallel zur „Schaeffler Vision Powertrain“ mit der „Schaeffler Vision Intelligent Connected Vehicle“ ein Szenario entwickelt, das prognostiziert, dass 2035 rd. 15 % der produzierten Pkw und leichten Nutzfahrzeuge hochautomatisiert und rd. 15 % teilweise automatisiert fahren werden. Zur Automatisierung der Fahrfunktionen werden entsprechende Technologien in Antrieb und Chassis benötigt, an deren Entwicklung die Sparte Automotive Technologies arbeitet. Mit „Space Drive“ verfügt das Joint Venture Schaeffler-Paravan über eine redundante Elektronik- und Softwarearchitektur für das Fahren „by wire“. Mit dieser Technologie als Grundlage für das automatisierte, autonome und vernetzte Fahren will sich die Sparte Automotive Technologies neue Wachstumsfelder im Bereich Chassis erschließen. Darüber hinaus arbeitet die Sparte an neuen Mobilitätskonzepten, darunter auch an Antriebsplattformen für hochautomatisierte Fahrzeugkonzepte wie dem „Schaeffler Mover“. So wird auch der Fokus eines zweiten F&E-Zentrums in der Region Greater China auf der Entwicklung von Technologien für intelligentes Fahren liegen. Mit der Unterstützung der lokalen Verwaltung wird sich das F&E-Zentrum gemeinsam mit anderen Anbietern für autonomes Fahren am Aufbau eines industriellen Ökosystems und einer Wertschöpfungskette für intelligentes Fahren in der Region beteiligen.
Die Sparte Automotive Technologies hat zur dauerhaften Steigerung der Kapital- und Kosteneffizienz 2018 das Programm„RACE“ initiiert. Das Programm soll die Agilität der Sparte Automotive Technologies stärken und die Transformation hin zu neuen Antriebsstrang- und Fahrwerktechnologien vorantreiben. Zur Anpassung des Geschäftsportfolios an sich verändernde Marktbedingungen fokussiert sich die Forschungs- und Entwicklungsarbeit verstärkt auf wesentliche strategische Geschäftsfelder. Im Rahmen des Programms „RACE“ konnten im Berichtsjahr das Investitionsvolumen gem. dem Rahmenkonzept zur Kapitalallokation deutlich reduziert und angestrebte Kosteneffizienzmaßnahmen umgesetzt werden. Darüber hinaus wurde das angestrebte Volumen der Nominierungen für Kundenprojekte im UB E-Mobilität durch Technologien und Systeme für elektrifizierte Antriebsstränge realisiert. Die im Berichtsjahr verabschiedeten strukturellen Maßnahmen in Europa werden für die Sparte Automotive Technologies ebenfalls im Rahmen des Programms „RACE“ umgesetzt. Das Programm „RACE“ wird ab 2021 als divisionales Teilprogramm in das Umsetzungsprogramm der „Roadmap 2025“ integriert.
Mehr zur „Roadmap 2025“ ab Seite 12ff.
Sparte Automotive Aftermarket
Die Sparte Automotive Aftermarket verantwortet das weltweite Kfz-Ersatzteilgeschäft der Schaeffler Gruppe und liefert Komponenten sowie ganzheitliche Reparaturlösungen in Erstausrüsterqualität für Motor-, Getriebe- und Fahrwerkanwendungen. Die Belieferung der Sparte Automotive Aftermarket erfolgt dabei größtenteils durch die Werke der Sparte Automotive Technologies. Die Sparte Automotive Aftermarket tritt mit der Unternehmensmarke Schaeffler auf und vertreibt ihr Angebot unter den drei Produktmarken LuK, INA und FAG. Darüber hinaus werden unter der Servicemarke REPXPERT umfassende Serviceleistungen für Werkstätten angeboten.
Das Steuerungsmodell der Sparte basiert auf einem regionalen Ansatz mit den Regionen Europa, Americas, Greater China und Asien/Pazifik. Innerhalb jeder Region erfolgt der Vertrieb über zwei Vertriebskanäle: den Original Equipment Service (OES) und den freien (unabhängigen) Ersatzteilmarkt, auch als Independent Aftermarket (IAM) bezeichnet. Der OES umfasst das Ersatzteilgeschäft der Fahrzeughersteller sowie die Versorgung von markengebundenen und damit von Fahrzeugherstellern autorisierten Werkstätten mit Originalersatzteilen. Zu den Kunden des Vertriebskanals OES zählen die Fahrzeughersteller. Der IAM versorgt die freien, markenunabhängigen Werkstätten mit Komponenten sowie Reparaturlösungen und Services. Im IAM werden zwei Arten von Geschäften unterschieden: Neben dem traditionellen Komponentengeschäft mit dem Austausch von Teilen entwickelt und vertreibt die Sparte Automotive Aftermarket individuell zusammengestellte Reparatur-Sets und -Kits für eine einfache, effiziente und professionelle Fahrzeugreparatur. Als Absatzmarkt im IAM nutzt die Sparte Automotive Aftermarket ein weltweites Netz an Großhändlern, die vielfach in Handelskooperationen organisiert sind.
Das Ersatzteilgeschäft wird von drei hauptsächlichen Treibern beeinflusst: Dem weiterhin global wachsenden Fahrzeugbestand insbesondere im für den Aftermarket lukrativen Fahrzeugalter zwischen 4 und 10 Jahren, dem insgesamt steigenden Durchschnittsalter des Bestandes sowie der zunehmenden Komplexität der Fahrzeuge. Diese Faktoren führen zu einer Zunahme an Reparaturfällen, die zunehmend fortgeschrittene Reparaturlösungen für die Werkstätten erfordern. Den größten Zuwachs an Fahrzeugen sowie auch des Reparaturbedarfes erwartet die Sparte bis 2025 in der Region Greater China, die durch eine wachsende und alternde Fahrzeugflotte gekennzeichnet ist.
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Die Sparte Automotive Aftermarket verstärkt daher ihre globale Präsenz insbesondere in der Wachstumsregion Greater China, u. a. durch den Ausbau der lokalen Vertriebsstruktur und der technischen Kundenbetreuung. Mitte 2020 hat die Schaeffler Gruppe darüber hinaus mit der ETC-Plattform China ein innovatives Supply-Chain-Geschäftsmodell gestartet. Die Sparte hat ETC als eine transparente und benutzerfreundliche B2B-Plattform geschaffen, die Hersteller, Händler und Wiederverkäufer von Fahrzeugteilen miteinander verbindet und darüber hinaus ein umfassendes Angebot an Motor-, Getriebe- und Fahrwerksteilen bietet. Die von Schaeffler entwickelte Plattform trägt damit den Anforderungen und der starken Fragmentierung der Wertschöpfungskette des chinesischen Marktes Rechnung.
Die Schaeffler Gruppe erwartet, dass die steigende technische Komplexität der Fahrzeuge sowie deren zunehmende Vernetzung in den kommenden Jahren zusätzliche Wachstumschancen für die Sparte Automotive Aftermarket bieten. So setzt die Sparte ihren Wandel vom Komponentenlieferanten hin zu einem Anbieter von Systemen und integrierten Reparaturlösungen für ihre Kunden fort. Gleichzeitig verstärkt die Sparte ihr Serviceangebot, um sowohl Werkstätten als auch Handelskunden digital und durch Trainingsangebote vor Ort zu unterstützen. Hierbei spielt ebenfalls der Wandel zu neuen Antriebstechnologien eine Rolle, bei dem Schaeffler Automotive Aftermarket seine Kunden und die Werkstätten als Partner aktiv begleitet.
Die Digitalisierung als branchenübergreifender Trend stellt etablierte Geschäftsmodelle infrage, bietet aber gleichzeitig neue Möglichkeiten und Vertriebswege („Way to Market“) in Form von datengetriebenen Geschäftsmodellen und eCommerce. Um diese Chance zu nutzen, entwickelt die Sparte ihre digitalen Vertriebsaktivitäten durch eine enge Verzahnung von Vertrieb, Marketing und Serviceangeboten weiter. Gemeinsam mit Branchenpartnern engagiert Schaeffler Automotive Aftermarket sich darüber hinaus für die digitale Vernetzung von Fahrzeugen sowie diskriminierungsfreien Datenzugriff und ist aktiv am digitalen Datenmarktplatz CARUSO beteiligt. CARUSO stellt als zentrale Plattform für den Automotive Aftermarket harmonisierte Fahrzeugdaten zur Verfügung und verbindet damit Datenlieferanten und -nutzer.
Zusätzliche Potenziale sieht die Sparte zudem in der Ausweitung des Portfolios bei bestehenden Kunden („Share of Wallet“). Wichtige Erfolgsfaktoren sind dabei die kontinuierliche Verbesserung der Kundenorientierung und der operativen Exzellenz. Dazu gehört eine schnelle und zuverlässige Belieferung der Kunden, um die Kundenzufriedenheit und Kundenbindung weiter zu steigern. Der Fokus liegt hierbei auf der effizienten Versorgung der Kunden mit intelligenten Reparaturlösungen, die durch hochmoderne Montage- und Verpackungszentren („Aftermarket Kitting Operation“) sichergestellt wird. Drei Montage- und Verpackungszentren werden bereits in Mexiko-Stadt, Singapur und Shanghai betrieben. Das Montage- und Verpackungszentrum für Europa in Halle (Saale) wurde im September 2020 plangemäß in Betrieb genommen.
Die Struktur des Ersatzteilmarktes befindet sich im Wandel. Neben den Veränderungen in der Fahrzeugtechnologie ist die Branche gekennzeichnet durch Kundenkonsolidierung auf der Großhandelsebene, Veränderungen in der Wettbewerbslandschaft und neue Mobilitätskonzepte. Mit dem divisionalen Teilprogramm des Umsetzungsprogrammsder „Roadmap 2025“adressiert die Sparte Automotive Aftermarket diesen Wandel in Technologie, Märkten und Kundenbedürfnissen. Das divisionale Teilprogramm soll das Digital- und Serviceangebot erweitern, weitere innovative Produktlösungen einführen und neue Vertriebswege („Way to Market“) eröffnen. Hierzu zählt u. a. auch die Einführung und der Ausbau der ETC-Plattform China. Dabei achtet die Sparte Automotive Aftermarket auf ein Gleichgewicht zwischen Initiativen zur Förderung des Wachstums auf mittlere und lange Sicht, aber auch auf Maßnahmen für kurzfristige Effizienzsteigerungen. Das Programm „GRIP“ zur Sicherung der Ergebnisqualität und Steigerung der Kapitaleffizienz, in dessen Rahmen auch die im Berichtsjahr verabschiedeten strukturellen Maßnahmen in Europa umgesetzt werden, wird ab 2021 in das divisionale Teilprogramm des Umsetzungsprogramms der „Roadmap 2025“ integriert. Ebenso ist der weitere Ausbau des Montage- und Verpackungszentrum in Halle (Saale) nun Teil des Umsetzungsprogramms.
Mehr zur „Roadmap 2025“ ab Seite 12ff.
Sparte Industrial
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Die Sparte Industrial entwickelt und produziert Komponenten und Systeme für rotative sowie lineare Bewegungen und bietet Serviceleistungen für unterschiedliche Industriebranchen an. Das Steuerungsmodell der Sparte Industrial basiert auf einem regionalen Ansatz mit den Regionen Europa, Americas, Greater China und Asien/Pazifik. Innerhalb der Regionen ist das Direktkundengeschäft in die acht Sektorcluster (1) Wind, (2) Raw Materials, (3) Aerospace, (4) Railway, (5) Offroad, (6) Two-Wheelers, (7) Power Transmission und (8) Industrial Automation gegliedert. Darüber hinaus wird das Geschäft mit Händlern über den Bereich Industrial Distribution gesteuert. Durch die regionale Geschäftssteuerung kann auf Kundenbedürfnisse vor Ort gezielt eingegangen und die Kundenbindung gestärkt werden. Überregionale Themen, wie z. B. die globale Technologie- und Produktstrategie, werden durch die intensive Vernetzung der Regionen innerhalb der Sparte vorangetrieben. Industrie 4.0-Produkte und -Services sowie das Wachstumsfeld Wasserstoff sind jeweils in einem strategischen Geschäftsfeld mit globaler Verantwortung gebündelt. Durch ein globales Key Account Management für überregionale Schlüsselkunden sollen deren Bedürfnisse weltweit in gleicher Qualität erfüllt werden. Damit richtet sich das Industriegeschäft an Kunden- und Markterfordernissen aus, um dauerhaft und profitabel zu wachsen.
Das Produktportfolio der Sparte Industrial beinhaltet Wälz- und Gleitlagerlösungen, Lineartechnik, Instandhaltungsprodukte, Monitoringsysteme und Direktantriebstechnik. Lagerlösungen umfassen ein breites Spektrum, von Hochdrehzahl- und Hochpräzisionslagern mit geringen Durchmessern bis hin zu Großlagern mit einem Durchmesser von mehreren Metern. Die Lager kommen u .a. in der Antriebstechnik, in Produktionsmaschinen und Windkraftanlagen sowie in der Prozessindustrie zum Einsatz. Im Bereich Luft- und Raumfahrt ist die Sparte außerdem ein Hersteller von Hochpräzisionslagern u. a. für Triebwerke von Flugzeugen und Hubschraubern. Zur Umsetzung von Industrie 4.0 bietet die Sparte Industrial mechatronische Rotativ- und Linear-Produkte, automatisierte Schmierlösungen sowie neue, datenbasierte Geschäftsmodelle an. Dies beinhaltet auch Condition Monitoring-Lösungen und Cloud-basierte digitale Dienste für die vorausschauende Instandhaltung. Diese ermöglichen gezielt geplante Wartungen von Maschinen und leisten damit einen Beitrag zur Steigerung der Anlagenverfügbarkeit sowie zur Reduktion der Betriebskosten.
Der Absatzmarkt der Sparte ist charakterisiert durch eine Vielzahl von Kunden in unterschiedlichen Sektoren. Die Nachfrage nach Produkten der Sparte Industrial ist eng verknüpft mit der Entwicklung der globalen Industrieproduktion, insbesondere in den Branchen Maschinenbau, Transportfahrzeuge und elektrische Ausrüstungen. Eine wesentliche Basis für zukünftiges Wachstum der Sparte Industrial stellen nach wie vor Komponenten im Rotativ- und Linearbereich dar, die stetig weiterentwickelt werden. Das breite Angebot an Standardprodukten wird durch technische Beratung und kundenspezifische Produkte begleitet. Wachstumsfelder liegen in den Bereichen der erneuerbaren Energien, Robotik für Industrieautomation sowie Elektrifizierung und Wasserstoff.
Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Systemgeschäft sind qualitativ hochwertige Komponenten und das Verständnis ihres Zusammenwirkens im System. Daher stärkt die Sparte die bereits heute ausgeprägte Kompetenz im Bereich mechanischer Komponenten und mechanischer Systeme und baut das Produktportfolio darüber hinaus in Richtung mechatronischer Systeme und Industrie 4.0 Servicelösungen aus.
Exemplarisch für mechatronische Systeme wurde 2020 ein Drehmomentmesssystem bei Kunden der Landtechnik eingeführt. Dieses System ermöglicht eine Steigerung der Effizienz und Sicherheit bei Ernte- und Düngeprozessen. Als Beispiel für Serviceangebote im strategischen Geschäftsfeld Industrie 4.0 wurde 2020 im europäischen Markt das Condition-Monitoring-System „OPTIME“ eingeführt. Dabei handelt es sich um eine integrierte IoT-Lösung (Sensoren, Gateways, Digitaler Service in der Cloud) zur kabellosen, automatisierten Zustandsüberwachung für Lagerstellen in Produktionsanlagen. Basierend auf dem Wälzlager-Know-how von Schaeffler wurden spezielle Algorithmen entwickelt, die den Zustand der Lagerungen in einer App auf mobilen Endgeräten graphisch visualisieren. Dieser IoT-Service ist mit zusätzlichen Messstellen erweiterbar und bietet dem Anlagenbetreiber deutliche Kostenvorteile gegenüber der manuellen Offline-Messung. Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie und der damit verbundenen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz ist die Kundennachfrage nach Lösungen zur Fernüberwachung von Anlagen spürbar gestiegen.
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Mit dem divisionalen Teilprogramm innerhalb des Umsetzungsprogramms der „Roadmap 2025“ wird eine nachhaltige Wertsteigerung der Sparte Industrial angestrebt. Hierzu soll zum einen zusätzliches Wachstum in profitablen Geschäftsfeldern generiert werden, indem die Position im Wälzlager- und Linearmarkt noch weiter gestärkt und das Geschäftsportfolio um digitale und mechatronische Technologien erweitert wird. Zudem sollen Strukturen und Prozesse in der Kundenversorgung verbessert werden. Das 2018 initiierte Programm „FIT“ das im Berichtsjahr einen signifikanten Ergebnisbeitrag erzielt hat, wird ab 2021 in das divisionale Teilprogramm des Umsetzungsprogramms der „Roadmap 2025“ integriert. Die Schwerpunkte von „FIT“ liegen in den Bereichen Vertrieb, Produktion und Einkauf. Die im Berichtsjahr verabschiedeten strukturellen Maßnahmen in Europa werden für die Sparte Industrial ebenfalls im Rahmen des Programms „FIT“ umgesetzt.
Mehr zur „Roadmap 2025“ ab Seite 12ff.
Standorte und Produktionsnetzwerk
Die Schaeffler Gruppe ist mit rd. 200 Standorten weltweit, 75 Werken in 22 Ländern, 20 Forschungs und Entwicklungszentren und einem engen Vertriebs und Servicenetz nah bei Ihren Kunden vor Ort1.
Das Unternehmen verfügt über ein weltweites Produktionssystem. Die Werke, in denen rd. 65.000 Mitarbeiter arbeiten, bilden den operativen Kern der Schaeffler Gruppe und werden spartenübergreifend nach einheitlichen Prinzipien gesteuert. Das globale Produktionssystem und die in den Werken verwendeten Fertigungstechnologien sind entscheidende Faktoren für den weltweiten Erfolg der Schaeffler Gruppe. Die Schaeffler Gruppe hat den Anspruch, höchste Qualität und Produktsicherheit durchgängig über alle Anwendungsfelder hinweg zu gewährleisten. Die Modernisierung von Qualitätstechnologien, z. B. durch die Digitalisierung von Prozessen, stellt dabei seit einigen Jahre einen festen Bestandteil der Qualitätsstrategie dar. Darüber hinaus sind alle Produktionsstandorte der Schaeffler Gruppe gemäß weltweit anerkannten Qualitätsnormen, Standards und Regularien zertifiziert.
Die Schaeffler Gruppe entwickelt innerhalb ihres globalen Technologienetzwerks neue Produktionstechnologien und treibt die Weiterentwicklung bestehender Technologien in der Serienproduktion voran. Auf diese Weise können Synergien realisiert und spartenübergreifende Produktionsstandards geschaffen werden – bspw. in der Fertigung von Wälzlagern oder in der Herstellung von Brennstoffzellen und Elektrolyseuren für die Wasserstoffkette.
Um flexibel auf sich ständig ändernde Kunden- bzw. Bestellanforderungen reagieren zu können wurden im Berichtsjahr Prozesse entlang der gesamten operativen Wertschöpfungskette der Schaeffler Gruppe weiter digitalisiert und unter Einbezug von künstlicher Intelligenz (teil-)autonomisiert. In digitalen, semiautonomen und nachhaltigen Pilotfabriken wurde dies u. a. am Standort in Rodisa bereits umgesetzt. Darüber hinaus werden Lieferanten mittels digitaler Plattformen, wie z. B. Supply On in die Wertschöpfungsketten integriert und können so kurzfristig auf sich verändernde Anforderungen reagieren. Gleichzeitig unterstützen technologische Initiativen den zuvor genannten Anspruch und zielen darauf ab, Produktionslinien und -anlagen schneller, z. B. auf kleinere Losgrößen umrüsten zu können.
Angesichts der sich abzeichnenden technologischen und regulatorischen Veränderungen sowie geänderter Kundenanforderungen hat das Unternehmen bereits in den letzten Jahren damit begonnen seinen europäischen Werkeverbund anzupassen, die Organisation zu verschlanken und stärker auf die Bedürfnisse der Sparten auszurichten. Um die Transformation der Schaeffler Gruppe weiter zu beschleunigen und ihre Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit nachhaltig zu verbessern sind jedoch zusätzliche strukturelle Maßnahmen zwingend erforderlich, die im September 2020 durch den Vorstand der Schaeffler AG verabschiedet wurden. Von dem Kapazitätsabbau und der Konsolidierung sind neben den Großstandorten Herzogenaurach, Bühl, Schweinfurt, Höchstadt und Homburg v. a. Standorte mit einem technologisch auslaufenden Produktportfolio oder kleinteiligen Werkstrukturen betroffen.
Darüber hinaus sollen lokale Technologie- und Produktionskompetenzen an den Standorten Herzogenaurach, Höchstadt, Bühl und Schweinfurt gebündelt und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sowie ausgewählte Standorte in Deutschland gestärkt werden. Der Sitz der Sparte Automotive Aftermarket in Langen soll zudem durch Personaltransfers ausgebaut werden. Am Standort Herzogenaurach, dem Hauptsitz der Schaeffler Gruppe, soll u. a. neben dem Aufbau eines hochmodernen Zentrallabors zukünftig das Kompetenzzentrum für Wasserstofftechnologie angesiedelt werden. Höchstadt soll ein Kompetenzzentrum für den Werkzeugbau erhalten, das die vorhandenen Kapazitäten aus Herzogenaurach übernimmt. Im Gegenzug sollen die Aktivitäten der Sparte Industrial von Höchstadt nach Schweinfurt verlagert werden, so dass Höchstadt ein reiner Automobil-Standort wird.
Der Standort in Bühl, Sitz der Sparte Automotive Technologies, soll als Kompetenzzentrum für E-Mobilität und die Serienfertigung von Elektromotoren ausgebaut werden. Schweinfurt, Sitz der Sparte Industrial, soll durch die Bündelung der Wertschöpfung für die klassischen Lagerprodukte im mittleren und großen Durchmesserbereich eine klare Stärkung der Kompetenz erhalten. Gestärkt werden soll auch die Hauptentwicklungsaktivität für Zukunftsfelder der Sparte Industrial, wie z. B. der Bereich Robotik. Zudem soll ein Innovationszentrum für gruppenweite Industrie-4.0-Themen errichtet werden. Zusätzlich ist der Ausbau des Bereichs Aerospace-Spezialprodukte vorgesehen. Darüber hinaus nahm das AKO-Logistik-Zentrum in Halle im September 2020 seine Tätigkeit auf.
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Im Rahmen der kontinuierlichen Weiterentwicklung der globalen Aufstellung des Unternehmens stellt die vorausschauende Lokalisierung von Aktivitäten in Zukunftsmärkten eine der zentralen Herausforderungen für die Schaeffler Gruppe dar. Der Lokalisierungsgrad2 beschreibt dabei die Relation von regional produziertem Umsatzvolumen zum Umsatz der Region3 unter Berücksichtigung der Beschaffungsströme.
In der Region Europa werden die Subregionen Deutschland, Westeuropa, Mittlerer Osten & Afrika sowie Zentral- & Ost Europa zusammengefasst. Der Anteil der Region Europa am Konzernumsatz lag im Geschäftsjahr 2020 bei 42,6 % (Vj.: 45,1 %). Die Subregion Deutschland ist dabei der größte Absatzmarkt der Schaeffler Gruppe.Der Lokalisierungsgrad betrug im Berichtsjahr rd. 87 % (Vj.: 87 %). In der Region Europa waren zum 31. Dezember 2020 insgesamt 53.865 Mitarbeiter beschäftigt, 64,7 % der Gesamtbelegschaft des Unternehmens. Diese Zahl beinhaltet auch die Mitarbeiter der Konzernzentrale in Herzogenaurach. Die Region Europa verfügt über 43 Werke und 10 F&EZentren. Der regionale Hauptsitz ist Schweinfurt.
Die Region Americas umfasst die Subregionen U.S. & Kanada, Südamerika und Mexiko. Der Umsatzbeitrag der Region Americas betrug im Geschäftsjahr 2020 20,7 % (Vj.: 21,9 %). In der Region Americas lag der Lokalisierungsgrad bei rd. 57 % (Vj.: 57 %). In 13 Werken – davon 7 Werke in den USA und jeweils 2 weitere in Kanada, Mexiko und Brasilien – und 5 F&EZentren sowie an Vertriebsstandorten in Nord und Südamerika waren zum 31. Dezember 2020 insgesamt 11.785 Mitarbeiter beschäftigt. Der regionale Hauptsitz der Region Americas ist Fort Mill, USA. Die Schaeffler Gruppe produziert in dieser Region seit 1953. Das Werk Joplin feierte im Geschäftsjahr 2020 das 50-jährige Bestehen.
Die Region Greater China inklusive Taiwan, Hongkong und Macao hat ihren regionalen Hauptsitz in Anting, China. Das erste Tochterunternehmen von Schaeffler in der Region wurde 1995 in Taicang, China, gegründet. Die Region erzielte im Geschäftsjahr 2020 23,4 % (Vj.: 19,2 %) des Konzernumsatzes. Der Lokalisierungsgrad betrug rd. 56 % (Vj.: 56 %). In der Region Greater China waren zum 31. Dezember 2020 insgesamt 11.787 Mitarbeiter in 10 Werken und 1 F&EZentrum beschäftigt.
Der Region Asien/Pazifikwerden die Subregionen Südkorea, Japan, Süd-Ost-Asien und Indien zugeordnet. Im Geschäftsjahr 2020 entfielen 13,3 % (Vj.: 13,9 %) des Konzernumsatzes auf diese Region. Der Lokalisierungsgrad betrug im Geschäftsjahr 2020 rd 43 % (Vj.: 42 %). In der Region Asien/ Pazifik waren zum 31. Dezember 2020 insgesamt 5.860 Mitarbeiter beschäftigt. Der regionale Hauptsitz ist Singapur. Insgesamt betreibt die Schaeffler Gruppe in dieser Region 9 Werke und 4 F&EZentren. Die Schaeffler Gruppe ist seit 1953 in dieser Region vertreten.
2 Forschung und Entwicklung
Innovation und Effizienz sind spartenübergreifend die führenden Treiber in Forschung und Entwicklung der Schaeffler Gruppe. Vor allem vor dem Hintergrund der technologischen Transformation kommt daher dem Technologie-Fokus und der Weiterentwicklung der technischen und methodischen Kompetenzen eine entscheidende Bedeutung zu. Aus diesem Grund hat die Schaeffler Gruppe zu Beginn des Berichtsjahres das globale F&E-Programm „4x4“ initiiert.
Um die Effektivität in der Innovation zu erhöhen, wurden sechsInnovationscluster definiert, in denen schon früh im Prozess innovative Ideen mit Marktpotenzialen und Schaeffler-Kompetenzfeldern abgeglichen werden. Mit einem klaren Schwerpunkt auf marktrelevanten und differenzierenden Alleinstellungsmerkmalen gelingt der Schaeffler Gruppe so eine stärkere Fokussierung bei Forschungs- und Vorentwicklungsprojekten.
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Im Innovationscluster Wasserstoff- und Energiewende setzt die Schaeffler Gruppe für eine CO2-neutrale, nachhaltige Zukunft auf das Potenzial von grünem Wasserstoff und betrachtet als Automobil- und Industriezulieferer die volle Bandbreite möglicher Anwendungen – von der Wasserstofferzeugung durch Elektrolyse über mobile sowie stationäre Anwendungen in Brennstoffzellen bis hin zum Einsatz von Stählen, die auf Wasserstoffbasis direktreduziert werden. Zu den F&E-Aktivitäten 2020 zählte die Weiterentwicklung von Schlüsselkomponenten für Brennstoffzellen und Brennstoffzellen-Stacks, sog. metallische Bipolarplatten. Dafür wurde neben den Kernkompetenzen der Schaeffler Gruppe auf der Systemebene und in der
Material-, Umformungs- und Oberflächentechnologie das Know-how im Bereich der elektrochemischen Zelltechnologie erweitert. Auf Basis dieser Kompetenzen werden auch Potenziale in anderen elektrochemischen Anwendungen, insbesondere bei Elektrolyseuren, aber auch Feststoff- und Flussbatterien betrachtet.
Das Innovationscluster elektrische und automatisierte Mobilität zielt insbesondere auf elektrifizierte Antriebsstränge und automatisiertes Fahren ab. In der E-Mobilität wurden im Berichtsjahr hocheffiziente Technologien für E-Motoren und Leistungselektroniken entwickelt, die in E-Achsen und dedizierten Hybridgetrieben wie z. B. dem sog. Multimode-Getriebe eingesetzt werden. Im Bereich Drive-by-Wire wurde im Berichtsjahr die Weiterentwicklung der „Space Drive“-Technologie durch das Joint Venture Schaeffler-Paravan fortgeführt. Dabei wurde eine dritte Generation der Steuerelektronik für den Einsatz in Serien- und Nachrüstlösungen entwickelt. Ein wichtiger Meilenstein im Berichtsjahr war die Anwendung der „Space Drive“-Technologie im Rennsport. Hier konnte zum ersten Mal weltweit die Steer-by-Wire-Technologie in einem Rennfahrzeug ohne Lenksäule unter Extrembedingungen erfolgreich getestet werden. Der Rennsport wurde so zu einem idealen Testfeld auch für eine Schlüsseltechnologie des autonomen Fahrens gestaltet.
Im Innovationscluster Robotik und Internet of Things (IoT) entwickelt die Schaeffler Gruppe hochintegrierte und intelligente Systemlösungen für den wachsenden Robotikmarkt und innovative Industrie 4.0-Lösungen. Im Berichtsjahr wurde das Condition-Monitoring-System OPTIME an den Markt gebracht, bei dem es sich um eine integrierte IoT-Lösung (Sensoren, Gateways, Digitaler Service in der Cloud) zur kabellosen, automatisierten Zustandsüberwachung für Lagerstellen in Produktionsanlagen handelt.
Im Innovationscluster Lagertechnologien besteht z. B. im Bereich Windkraft oder auch in der Elektromobilität und Robotik fortwährendes Innovationspotenzial. So konnte für den Bereich Robotik eine Getriebelagerung namens „XZU“ erfolgreich entwickelt werden, die auf der Schaeffler Kernkompetenz für Nadellagerungen basiert. Gegenüber der bisher in Roboterlösungen verwendeten Kreuzrollen-Lagerung bietet dieser neue Lagertyp deutliche Vorteile im Hinblick auf Steifigkeit und Reibung sowie einen verbesserten Schutz gegen Fettaustritt. Darüber hinaus konnten große Fortschritte auf den Gebieten der Hybridlager, Gleitlagerungen und bei der Anwendungssimulation für Lager in elektromechanischer Umgebung erzielt werden. Zusätzlich gelang es, die Durchgängigkeit in der Nutzung von Produkt- und Auslegungsdaten sowie die Automatisierung von Konstruktionsprozessen weiter auszubauen und damit die Effizienz im Entwicklungsprozess und den angrenzenden Geschäftsprozessen weiter zu steigern.
Im Innovationscluster Material- und Oberflächenwissenschaft werden Materialien und Beschichtungen entwickelt, die Schlüsseltechnologien für viele neue und bestehende Anwendungen darstellen. Hierdurch werden bspw. leistungsfähige und zuverlässige Komponenten entlang der gesamten Energiekette einer zukünftigen Wasserstoffwirtschaft ermöglicht. Die Material- und Oberflächenwissenschaft wird in Zukunft auch eine wichtige Rolle im Hinblick auf Nachhaltigkeit, insbesondere bei der Verbesserung des CO2-Footprints von Produkten der Schaeffler Gruppe einnehmen. Ein wesentlicher Beitrag hierfür kann durch die gezielte Auswahl des Rohmaterials, auch hinsichtlich des Einsatzes von alternativen Werkstoffen, Materialverbünden und Beschichtungen, durch die Modifikation der Materialeigenschaften (z. B. durch Wärmebehandlung) und durch die Verbesserung von Prozessen (z. B. beim Härteverfahren) geleistet werden.
Im Innovationscluster Künstliche Intelligenz (KI) vernetzt die Schaeffler Gruppe ihre Aktivitäten zu produktbezogenen KI-Anwendungen, um Kunden im Industrie- und Automotive-Geschäft durch KI-Technologien kostenoptimierte und leistungsfähigere Produkte anbieten zu können. So werden z.B. bei Robotik-Produkten KI-basierte Algorithmen bei der Auswertung von Daten aus bauteilintegrierten Sensoren, die eine echtzeitfähige Messung von Kräften und Drehmomenten ermöglichen, eingesetzt. Perspektivisch kann z.B. die Nutzung der von der Schaeffler Drive-by-Wire-Technologie erzeugten Daten in Entwicklungs- und Simulationsplattformen bei der Entwicklung des automatisierten Fahrens unterstützen. Darüber hinaus werden auch in der Produktentwicklung KI-Verfahren eingesetzt, z. B. für die Erstellung gewichts- und materialreduzierter Bauteile.
Die Schaeffler Gruppe steht auch weiterhin in enger Kooperation mit verschiedenen Universitäten und Forschungseinrichtungen. Im Rahmen der Schaeffler Hub for Advanced Research (SHARE) Initiative besteht ein enger Austausch mit dem Karlsruher Institut für Technologie, Deutschland (Forschungsschwerpunkte: automatisiertes Fahren/Elektromobilität), der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Deutschland (Forschungsschwerpunkt: Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette), der Nanyang Technological University, Singapur (Forschungsschwerpunkt: individuelle urbane Mobilität) und der Southwest Jiaotong University in Chengdu, China (Forschungsschwerpunkt: Fahrwerkslösungen für Hochgeschwindigkeitszüge). Neben weiteren Universitätskooperationen besteht seit 2017 eine strategische Partnerschaft mit der Fraunhofer-Gesellschaft.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 10 | |
Grundlagen des Konzerns | Forschung und Entwicklung | |||
Im Rahmen der Open Innovation Strategie verfolgt Schaeffler einen langfristigen Corporate Venturing Ansatz als sog. Technology Accelerator. Innerhalb der Innovationscluster sichtet die Schaeffler Gruppe Zukunftstechnologien sowie innovative Geschäftsmodelle und setzt diese in Pilotprojekten mit Start-Ups und kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) um. Damit wird der Grundstein für eine langfristig erfolgreiche strategische Kooperation, z. B. in Form einer F&E-Partnerschaft, eines Lieferantenverhältnisses oder einer zukünftigen Kundenbeziehung gelegt. Die Partnerschaft mit der weltweit etablierten Innovationsplattform „Plug & Play“ im Silicon Valley ermöglicht den Zugang zu rasant wachsenden und relevanten Deep-Tech Startup Ökosystemen in allen vier Regionen der Schaeffler Gruppe.
Schwerpunkte beim Ausbau von F&E-Kompetenzen in neuen Technologien stellen z. B. Elektronik, Software, Mechatronik
oder künstliche Intelligenz dar. Daher wurde in einem gemeinsamen Projekt der Forschung und Entwicklung mit der Schaeffler Academy das Kompetenz-Schulungsprogramm „Fit4Mechatronics“ für die Weiterentwicklung der Mitarbeiter etabliert.
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung | ||||||||||
2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | ||||||
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (in Mio. EUR) | 751 | 846 | 847 | 849 | 758 | |||||
F&E-Quote (in %) | 5,6 % | 6,0 % | 6,0 % | 5,9 % | 6,0 % | |||||
Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung | 7.121 | 7.634 | 7.956 | 7.834 | 7.780 | |||||
Die Schaeffler Gruppe beschäftigte 2020 durchschnittlich 7.780 F&E-Mitarbeiter (Vj.: 7.834 ) in 20 F&E-Zentren (Vj.: 20 ) und an weiteren F&E-Standorten in insgesamt 23 Ländern. 2019 hat das Unternehmen 2.385 Patentanmeldungen beim Deutschen Patent- und Markenamt eingereicht, mit denen die Schaeffler Gruppe zum siebten Mal in Folge den zweiten Platz auf der Rangliste der innovativsten Unternehmen Deutschlands belegte. Von Mitarbeitern der Schaeffler Gruppe wurden 2020 zudem 2.291 interne Erfindungsmeldungen (Vj.: 3.298 ) eingereicht.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Grundlagen des Konzerns | Konzernstrategie | |||
3 Konzernstrategie
Das übergeordnete Ziel der Schaeffler Gruppe ist die Schaffung nachhaltiger Werte für Kunden und Geschäftspartner, Mitarbeiter und Führungskräfte sowie Aktionäre und Familiengesellschafter. Um dieses Ziel zu erreichen, möchte das Unternehmen durch seine wesentlichen Stärken – Innovationskraft, Qualität, Systemverständnis und Fertigungskompetenz - Fortschritt gestalten, der die Welt bewegt. Dies spiegelt sich auch in dem Claim „We pioneer motion“ wider. Seine Mission sieht Schaeffler darin, mittels der Entwicklung und Produktion innovativer und intelligenter Komponenten, Systeme und Services gemeinsam mit seinen Kunden, Partnern und der Gesellschaft nachhaltige Mobilität und Bewegung zu ermöglichen. Dabei wird ein besonderer Fokus auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung gelegt.
Roadmap 2025
Das strategische Rahmenkonzept „Roadmap 2025“ unterteilt sich in drei wesentliche Elemente: die „Strategie 2025“, das „Umsetzungsprogramm 2025“ mit seinen sieben Teilprogrammen sowie die „Mittelfristziele 2025“, die ein finanzielles Zielbild vorgeben und den übergeordneten Anspruch widerspiegeln, nachhaltig Wert zu schaffen.
Strategie 2025
Um die laufende Transformation der Schaeffler Gruppe zukunftsorientiert und zielgerichtet fortzuführen, wurde die Unternehmensstrategie im Berichtsjahr weiterentwickelt. Die „Strategie 2025“ bildet somit die Nachfolge des 2016 veröffentlichten Strategiekonzeptes „Mobilität für morgen“, das Schaeffler den Weg zum integrierten Automobil- und Industriezulieferer mit drei Sparten bereitet hat.
Die überarbeitete Strategie ist darauf ausgerichtet, sich auf die vorhandenen Stärken zu besinnen und sich in den einzelnen Geschäftsfeldern noch fokussierter und effizienter aufzustellen. Als Leitmaxime fungiert für die Schaeffler Gruppe die neu formulierte Vision, der bevorzugte Automobil- und Industriezulieferer zu sein, der sich durch Innovation, Agilität und Effizienz auszeichnet. Diese Vision verdeutlicht, dass der Kunde auch weiterhin im Mittelpunkt der Unternehmensaktivitäten stehen soll. Innovation, Agilität und Effizienz sind drei strategische Dimensionen, die im globalen Wettbewerb unter den aktuellen Marktbedingungen als besonders erfolgskritisch erscheinen. Es wird daher ein besonderes Augenmerk daraufgelegt, das eigene Leistungsniveau in diesen Kategorien regelmäßig zu überprüfen und zu bewerten.
Eine Analyse, welche externen Entwicklungen für Schaeffler vor und nach der Coronavirus-Pandemie besonders relevant sind und wie sich das Marktumfeld seit dem Jahr 2016 verändert hat, hatte die Identifikation fünf zentraler Zukunftstrends zum Ergebnis: Nachhaltigkeit & Klimawandel, neue Mobilität & elektrifizierte Antriebe, autonome Produktion, Datenwirtschaft & Digitalisierung sowie demografischer Wandel. Auf dieser Basis wurden fünf Fokusfelder definiert, die den inhaltlichen Rahmen für potenzielle Wachstumsinitiativen bilden und somit die strategischen Investitionsfelder konkretisieren. Die Fokusfelder sollen einen effizienten und langfristig orientierten Ressourceneinsatz unterstützen und sind so konzipiert, dass sie das Produkt- und Leistungsangebot aller drei Sparten abdecken.
Umsetzungsprogramm 2025
Die Umsetzung der aktualisierten Strategie erfolgt über das „Umsetzungsprogramm 2025“ mit insgesamt sieben Teilprogrammen. Die sieben Teilprogramme unterteilen sich in drei divisionale (vertikale) und vier spartenübergreifende (horizontale) Teilprogramme. Alle Teilprogramme sind darauf ausgerichtet, die Erreichung der definierten strategischen Prioritäten – Innovation, Agilität und Effizienz – zu unterstützen.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 2 | |
Grundlagen des Konzerns | Konzernstrategie | |||
Die divisionalen Teilprogramme zielen insbesondere darauf ab, die sich aus den Fokusfeldern ergebenden Wachstumsinitiativen voranzutreiben, Marktpositionen auszubauen und die Kosten- und Kapitaleffizienz zu steigern. In der Sparte Automotive Technologies liegt der Schwerpunkt auf der Transformation hin zu neuen Antriebsstrang- und Fahrwerkstechnologien, während die Sparte Automotive Aftermarket primär die Erweiterung des Digital- und Serviceangebots, die Einführung innovativer Reparaturlösungen sowie die Eröffnung neuer Vertriebswege verfolgt. Das Teilprogramm der Sparte Industrial hat die Stärkung der Wettbewerbsposition im Wälzlagermarkt sowie den Ausbau neuer digitaler und mechatronischer Industrietechnologien zum vorrangigen Ziel.
Indessen konzentrieren sich die vier spartenübergreifenden Teilprogramme auf Schlüsselbereiche, die das gesamte Unternehmen zukunftssicherer machen und die Realisierung von Synergiepotenzialen über die Sparten hinweg unterstützen sollen. „Innovation & Technology“ beinhaltet die strategische Steuerung der Produktinnovationen, die zur Stärkung der Positionierung von Schaeffler als Pionier für nachhaltige Mobilität und Bewegung dienen, während unter „Process, Data & IT“ die Aktivitäten zur Neugestaltung von Prozessen für das digitale Zeitalter mittels datengesteuerter Erkenntnisse und moderner IT-Lösungen gebündelt werden. Das Teilprogramm „People & Culture“ ist v. a. auf eine moderne Personalentwicklung, auf größere Vielfalt, Zusammenarbeit und Agilität innerhalb der Belegschaft und auf einen wertschätzenden Führungsstil ausgerichtet. Indessen widmet sich „Sustainability & Engagement“ der Verankerung ökologischer und sozialer Verantwortung in der Wertschöpfungskette des Unternehmens als zentralem Erfolgsfaktor für nachhaltiges Wirtschaften. Darüber hinaus befasst sich das „Umsetzungsprogramm 2025“ auch mit dem globalen Footprint und den Kostenstrukturen der Schaeffler Gruppe.
Mittelfristziele 2025
Dritter Bestandteil der „Roadmap 2025“ sind die „Mittelfristziele 2025“, die bis zum Jahr 2025 erreicht werden sollen. Sie folgen dem übergeordneten Ziel, nachhaltige Werte zu schaffen, und bringen das geplante Ergebnis der Unternehmensstrategie und des Umsetzungsprogramms quantitativ zum Ausdruck.
Auf Gruppenebene liegt der Fokus zum einen auf dem Return on Capital Employed (ROCE), der ein Maß für die Wertschöpfung des Unternehmens ist und spätestens 2023 das Zielband in Höhe von 12 bis 15 % erreichen soll. Zum anderen wird auf die Free Cash Flow Conversion (FCF-Conversion) abgezielt, die die Fähigkeit zum Ausdruck bringt, Zahlungsmittel aus dem operativen Ergebnis zu generieren, und spätestens im Jahr 2023 in das Zielband in Höhe von 0,3 bis 0,5 eintreten soll. Begleitet werden die Mittelfristziele der Schaeffler Gruppe durch Konzern-Parameter zur Kapitalstruktur und Gewinnverwendung als Ausdruck eines stabilen und verlässlichen Finanzmanagements. Für den Konzern-Parameter Verschuldungsgrad wird eine Bandbreite von 1,2 bis 1,7 im Zeitraum zwischen 2021 und 2025 angestrebt. Die Ausschüttungsquote der Schaeffler Gruppe soll wie bisher bei 30 bis 50 % des Konzernergebnisses vor Sondereffekten liegen.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 3 | |
Grundlagen des Konzerns | Konzernstrategie | |||
Die Sparte Automotive Technologies strebt ein währungsbereinigtes jährliches Umsatzwachstum an, das im Durchschnitt 200 bis 500 Basispunkte über dem Wachstum der weltweiten Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen liegt. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten soll bei 4 bis 6 % liegen, wobei das untere Ende der Spanne bis spätestens 2023 erreicht werden soll.
Die Sparte Automotive Aftermarket strebt ein währungsbereinigtes jährliches Umsatzwachstum an, das im Durchschnitt über dem Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts liegt, sowie eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von 13 bis 15 %, wobei das untere Ende der Spanne bis spätestens 2023 erreicht werden soll.
Die Sparte Industrial strebt im Rahmen der Mittelfristziele 2025 ein währungsbereinigtes jährliches Umsatzwachstum an, das im Durchschnitt über dem Wachstum der globalen Industrieproduktion in den Sektoren Maschinenbau, Transportmittel und elektrische Ausrüstung liegt, sowie eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von 12 bis 14 %, wobei das untere Ende der Spanne bis spätestens 2023 erreicht werden soll.
Kapitalallokation und Portfoliomanagement
Um Kapital gezielt und im Einklang mit der Strategie einzusetzen, wurde ein spartenübergreifendes Rahmenkonzept zur Steuerung der Kapitalallokation entwickelt.
Das Rahmenkonzept unterscheidet zwischen vier grundlegenden Portfoliostrategien und gibt den Rahmen für Investitions- und Desinvestitionsentscheidungen. Die vier Strategien – Build, Grow, Harvest und Exit/Divest – finden in allen drei Sparten und ihren Geschäftsfeldern Anwendung und sind immer direkt mit einem Produkt, einem Sektorcluster, einer Kundengruppe sowie einer Region verbunden. Die Zuordnung zu den einzelnen Strategien hängt vom Wachstumspotenzial und der Rentabilität des eingesetzten Kapitals, gemessen durch den Return on Capital Employed (ROCE) ab, der die zentrale Zielgröße auf Gruppenebene im Rahmen der Mittelfristziele 2025 bildet. Neue Wachstumsfelder, die noch am Anfang ihres jeweiligen Lebenszyklus stehen, gehören zur Portfoliostrategie „Build“, während bereits bestehende Geschäftsfelder, die bei entsprechend hoher Kapitaleffizienz weiter ausgebaut werden sollen, durch „Grow“ abgedeckt werden. Die Geschäftsfelder mit geringerem Wachstumspotenzial setzen einen stärkeren Fokus auf Rentabilität und Effizienz und werden zu „Harvest“ dazugezählt. Sollten ausgewählte Bereiche nicht länger Kern der Strategie sein oder eine zu geringe Wirtschaftlichkeit aufweisen, werden diese der Portfoliostrategie „Exit/Divest“ zugeordnet. Erforderliche Investitionen in Sicherheitsvorkehrungen und zur Einhaltung regulatorischer Standards werden in allen vier Portfoliofeldern umgesetzt.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 4 | |
Grundlagen des Konzerns | Konzernstrategie | |||
Die vier Portfoliostrategien treiben somit insbesondere auch den Kapitalallokationsprozess der Schaeffler Gruppe. Um die jeweils zuweisbaren Investitionsbeträge abzuleiten, sind die Portfoliostrategien mit einem Rahmenkonzept zur Kapitalallokation verbunden. Dieses Konzept unterscheidet zwischen vier verschiedenen Investitionskategorien – Investitionen für Wachstum, Investitionen für Rationalisierung, Investitionen für Instandhaltung sowie Investitionen, die notwendig sind, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen oder Sicherheit zu gewährleisten. Aus den vier Portfoliostrategien und den vier Investitionskategorien ergibt sich eine Matrix, über die den Geschäftsfeldern Kapital zugewiesen wird.
Die Gesamtinvestitionssumme für die Schaeffler Gruppe wird über eine festgelegte Reinvestitionsrate beziehungsweise eine entsprechende Zielbandbreite abgeleitet. Gleichzeitig soll mit dem Rahmenkonzept sichergestellt werden, dass Kapital im internen Wettbewerb um den effizientesten Ressourceneinsatz dort verwendet wird, wo es den höchsten Wertbeitrag verspricht.
Schlüsselthema Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmenswerte der Schaeffler Gruppe und wird als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe angesehen. Nachhaltiger Unternehmenserfolg wird darin gesehen, ökologische und soziale Verantwortung zu übernehmen – in der Produktion, durch den Einsatz der eigenen Produkte bei Kunden sowie durch die Einbeziehung der Lieferanten.
Mit der Sustainability Roadmap werden wesentliche Handlungsfelder wie Klimaschutz, Arbeitssicherheit und eine nachhaltige Lieferkette adressiert. Insbesondere wurden unternehmensweite Nachhaltigkeitsziele verabschiedet. Im Rahmen des Schaeffler-Klimaprogramms hat sich das Unternehmen die Steigerung der Energieeffizienz, den Zukauf erneuerbaren Stroms sowie die CO2-neutrale Produktion bis 2030 zum Ziel gesetzt. Die weitere Verbesserung des CDP Klimaratings wurde bereits vorzeitig im Berichtsjahr erreicht. Weitere Ziele adressieren die Reduzierung der Arbeitsunfälle sowie ein nachhaltiges Lieferantenmanagement. Über geschäftsrelevante nichtfinanzielle Fortschritte aus den Bereichen Kunden & Produkte, Umwelt & Energie, Lieferanten & Rohstoffe sowie Mitarbeiter & Gesellschaft wird jährlich im Rahmen des Nachhaltigkeitsberichtes der Schaeffler Gruppe berichtet.
Im Berichtsjahr hat die Schaeffler AG ihre nichtfinanzielle Konzernerklärung in ihren gesonderten Nachhaltigkeitsbericht, außerhalb des Konzernlageberichts, integriert.
Nachhaltigkeitsbericht unter:
www.schaeffler-nachhaltigkeitsbericht.de
Schlüsselthema Digitalisierung
Die Schaeffler Gruppe geht die digitale Transformation als gemeinsame Aufgabe aller Sparten, Funktionen und Regionen an. Die Automatisierung von Geschäftsabläufen, zusätzliche Informationsgewinne aus strukturierten und unstrukturierten Daten, moderne Formen der Vernetzung innerhalb des Unternehmens sowie mit externen Stakeholdern ermöglichen Schaeffler und seinen Kunden Chancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Im Rahmen der unternehmensweiten digitalen Agenda arbeiten Fach- und IT-Experten gemeinsam daran, digitale Technologien, aber auch Risiken, zu evaluieren. Dies betrifft zum einen Veränderungen der Wertschöpfungskette – sowohl innerhalb des Unternehmens als auch im Zusammenspiel mit Geschäftspartnern. Dazu gehören bspw. digitale Ausstattungen, Kommunikationsmittel oder die Vernetzung von Anlagen. Zum anderen betrifft dies zusätzliche Umsatzpotenziale durch digitale Vertriebskanäle und digitale Produkte und Dienstleistungen.
M&A-Strategie
Die Schaeffler Gruppe verfolgt in erster Linie eine organische Wachstumsstrategie, die auf der bestehenden technologischen Kompetenz und Innovationskraft basiert. Im Einklang damit sind entlang definierter Fokusfelder Akquisitionen primär dann vorgesehen, wenn sie eine Erweiterung der technologischen Kompetenz mit sich bringen bzw. zur Stärkung der bestehenden Marktposition beitragen.
Kernstück der Vorgehensweise ist ein gruppenweit gültiger M&A-Radar, der auf mehreren Suchfeldern die anvisierten Bereiche für den Zukauf von Kompetenzen und anorganisches Wachstum sowohl in einzelnen Sparten als auch in übergreifenden Bereichen definiert. In diesen klar abgegrenzten Bereichen wird gezielt nach Möglichkeiten zur Erweiterung des Kompetenzprofils und des Portfolios gesucht. Der Fokus liegt hierbei auf Akquisitionen kleinerer, additiver Zielunternehmen im dreistelligen Millionenbereich, mit denen das Technologiespektrum ergänzt und verstärkt und damit langfristig Wert geschaffen werden soll.
Zur endgültigen Beurteilung der Vorteilhaftigkeit einer M&A-Transaktion findet neben der qualitativen Bewertung des potenziellen Transaktionsobjektes auch eine ausführliche quantitative Analyse statt. Eine Akquisition wird insbesondere nur dann weiterverfolgt, wenn diese mit Renditeerwartungen auf das eingesetzte Kapital verbunden ist, die intern festgelegte Mindestvorgaben überschreiten. Spezifische Risiken, wie zum Beispiel länder- oder geschäftsspezifische Risiken, werden dabei ebenso berücksichtigt wie der Reifegrad der Geschäftstätigkeit und können im Einzelfall zu Anpassungen der geforderten Mindestrendite führen.
Konzernsteuerung
Die Schaeffler Gruppe wird vom Vorstand der Schaeffler AG geführt, der das Unternehmen in eigener Verantwortung leitet, die Ziele und die strategische Ausrichtung festlegt sowie die Umsetzung der Wachstumsstrategie steuert. Bestellt, überwacht und beraten wird der Vorstand vom Aufsichtsrat der Schaeffler AG.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 5 | |
Grundlagen des Konzerns | Konzernstrategie | |||
Das Management der Schaeffler Gruppe steuerte die Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2020 im Rahmen einer dreidimensionalen Matrixorganisation – bestehend aus drei Sparten, fünf Funktionen und vier Regionen. Das unternehmensinterne Steuerungssystem der Schaeffler Gruppe besteht aus der auf Basis der vom Vorstand vorgegebenen strategischen Rahmenvorgaben entwickelten operativen Jahresplanung, der unterjährigen Kontrolle und Steuerung der finanziellen Kennzahlen, den regelmäßig stattfindenden Vorstandssitzungen und Management-Meetings sowie der Berichterstattung an den Aufsichtsrat der Schaeffler AG. Die unterjährige Kontrolle und Steuerung des Unternehmens wird anhand eines umfassenden Systems standardisierter Berichte zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage durchgeführt. In den Vorstandssitzungen und Management-Meetings werden die Geschäftsentwicklung einschließlich Zielerreichung sowie der Ausblick auf das Gesamtjahr und ggf. zu ergreifende Maßnahmen erörtert.
Wertorientierte Steuerung
Das unternehmensinterne Steuerungssystem der Schaeffler Gruppe ist darauf ausgelegt, die Umsetzung der Konzernstrategie zu unterstützen. Um sicherzustellen, dass die Schaeffler Gruppe weiterhin ihre übergeordnete Zielsetzung erreicht, nachhaltig Wert zu schaffen, ist eine wertorientierte Steuerung des Geschäftsportfolios integraler Bestandteil aller Prozesse der Planung, Steuerung und Kontrolle. Eine wichtige Grundlage wertorientierter Unternehmenssteuerung ist dabei die Berücksichtigung von Interessen und Ansprüchen der Kapitalgeber. Auch die erfolgsorientierte Vergütung des Managements ist direkt an die wirtschaftliche Unternehmensentwicklung gekoppelt.
Strategische finanzielle Leistungsindikatoren
Um nachhaltig Wert zu schaffen, ist das im Unternehmen verfügbare Kapital rentabel einzusetzen. Hierzu soll das erwirtschaftete Ergebnis die Kosten des eingesetzten Eigen- und Fremdkapitals dauerhaft übersteigen.
Das konzerninterne Steuerungssystem der Schaeffler Gruppe ist mehrstufig aufgebaut. Die zentralen strategischen Größen zur wertorientierten Steuerung sind der Return on Capital Employed (ROCE) sowie der Schaeffler Value Added (SVA). Beide Kennzahlen werden zusätzlich auch auf Basis des EBIT vor Sondereffekten ermittelt.
Mehr zu Sondereffekten ab Seite 35ff.
Return on Capital Employed (ROCE): Der ROCE ist ein Maß für die Wertschöpfung der Schaeffler Gruppe. Er ermittelt die Rentabilität des eingesetzten Kapitals in Prozent und ist definiert als EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis, at-Equity bewerteten Beteiligungen und Ertragsteuern) dividiert durch das durchschnittlich gebundene Kapital. Ist der ROCE höher als der Kapitalkostensatz, generiert das Unternehmen durch den Einsatz seiner Ressourcen Wert. Im Berichtsjahr 2020 wurde ein Kapitalkostensatz in Höhe von 9 % p.a. (vor Steuern) angewendet. Zur Vereinheitlichung des Kapitalkostensatzes für unterschiedliche Verwendungszwecke wird ab dem Berichtsjahr 2021 ein Kapitalkostensatz in Höhe von 10 % (vor Steuern) angewendet.
Das durchschnittlich gebundene Kapital, das sog. Capital Employed, ergibt sich aus Addition der Bilanzposten Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte sowie des Working Capital, das sich wiederum aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräten – abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – ergibt. Der Jahresdurchschnitt wird dabei als arithmetisches Mittel der vier Stichtagswerte zum Quartalsende ermittelt.
Schaeffler Value Added (SVA): Die absolute Wertschöpfung der Schaeffler Gruppe wird durch den Wertbeitrag, den sog. Schaeffler Value Added (SVA), gemessen. Der SVA ist definiert als EBIT abzüglich der Kapitalkosten. Ein positiver SVA bedeutet somit, dass die Schaeffler Gruppe über die Deckung ihrer Kapitalkosten hinaus Wert geschaffen hat. Die Kapitalkosten ergeben sich, indem der Kapitalkostensatz auf das durchschnittlich gebundene Kapital des Geschäftsjahres angewendet wird.
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Bedeutsamste operative finanzielle Leistungsindikatoren
Die Kennzahlen ROCE und SVA dienen als Indikatoren für den in einer Periode geleisteten Beitrag zum Unternehmenswert. Diese strategischen Leistungsindikatoren werden durch die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren operationalisiert. Dabei legt die Schaeffler Gruppe den Fokus auf die kontinuierliche Überwachung und Steigerung der folgenden drei bedeutsamsten operativen finanziellen Leistungsindikatoren:
Umsatzwachstum (vor Währungseinflüssen)
EBIT-Marge (vor Sondereffekten)
Free Cash Flow vor Ein und Auszahlungen für
M&A-Aktivitäten
Diese drei bedeutsamsten operativen finanziellen Leistungsindikatoren bilden die Basis für operative Entscheidungen und sind zugleich die Grundlage für die Prognose. Die kontinuierliche Verbesserung dieser Kennzahlen trägt auch zur Steigerung des Schaeffler Value Added und des Return on Capital Employed bei.
Insgesamt trägt die Steigerung dieser Kennzahlen durch die dauerhafte Erzielung einer Prämie auf die Kapitalkosten zu einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes bei.
Umsatzwachstum (vor Währungseinflüssen): Das Umsatzwachstum trägt zur Wertschöpfung des Unternehmens bei und determiniert zudem den für die Geschäftstätigkeit erforderlichen Ressourceneinsatz.
Das Umsatzwachstum misst die Veränderung des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr in Prozent. Um eine möglichst transparente Beurteilung der Geschäftsentwicklung sowie eine höhere Vergleichbarkeit im Zeitablauf zu erreichen, wird das Umsatzwachstum vor Währungseinflüssen dargestellt.
Das Umsatzwachstum wird auch im Vergleich zu relevanten Marktindikatoren betrachtet, um die Entwicklung der Markt- und Wettbewerbsposition zu beurteilen.
EBIT-Marge (vor Sondereffekten): Als Messgröße für das operative Ergebnis der Schaeffler Gruppe, das ebenfalls zur Wertschöpfung beiträgt, wird die EBIT-Marge herangezogen. Die EBIT-Marge ist eine relative Kennzahl, die das
EBIT ins Verhältnis zum Umsatz setzt. Die Kennzahl misst die operative Profitabilität des Unternehmens. Die EBIT-Marge wird dabei vor Sondereffekten ermittelt, um eine transparente Beurteilung und höhere Vergleichbarkeit der operativen Performance im Zeitverlauf zu erreichen.
Free Cash Flow vor Ein und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten: Der Free Cash Flow misst den Zahlungsmittelzufluss innerhalb einer Periode. Er ist definiert als Summe von Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit, Cash Flow aus Investitionstätigkeit und Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten. Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Free Cash Flow sind neben der Profitabilität ein wirksames Management des Working Capital sowie die Höhe der Investitionen. Der Free Cash Flow wirkt sich somit im Zeitverlauf auch auf die Entwicklung des Capital Employed aus. Um eine möglichst transparente Beurteilung sowie eine höhere Vergleichbarkeit im Zeitablauf zu erreichen, wird der bedeutsamste operative finanzielle Leistungsindikator Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten dargestellt.
Mehr zur Entwicklung der genannten Kennzahlen im Geschäftsverlauf sowie zu Sondereffekten ab Seite 35ff.
Weitere finanzielle Leistungsindikatoren
Neben den drei bedeutsamsten operativen finanziellen Leistungsindikatoren existieren weitere finanzielle Leistungsindikatoren, die vom Vorstand laufend überwacht werden. Unter die weiteren finanziellen Leistungsindikatoren fallen u. a. die Kennzahlen Reinvestitionsrate4, F&E-Quote, FCF-Conversion5, Verschuldungsgrad, Steuerquote, Ausschüttungsquote und Financial Rating. Ab dem Geschäftsjahr 2021 wird zudem als weiterer Indikator die Kennzahl Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten und vor Sondereffekten ermittelt.
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Darüber hinaus werden verschiedene operative Frühindikatorenbeobachtet, um den Verlauf der vielfältigen Einflussfaktoren auf das Geschäft der Schaeffler Gruppe frühzeitig erkennen und bei der Unternehmenssteuerung berücksichtigen zu können. So werden Prognosen geeigneter Markt-, Konjunktur- und Branchendaten wie bspw. zum Bruttoinlandsprodukt, zur Automobil- und Industrieproduktion oder zu Währungskursentwicklungen analysiert, um Erkenntnisse über künftige Geschäftsaussichten zu gewinnen. Ferner erfolgt eine Beobachtung wichtiger Rohstoffpreise, um die Entwicklung wesentlicher Kostenpositionen einzuschätzen.
Um eine Indikation für die zu erwartende Auslastung der Kapazitäten sowie die voraussichtliche Umsatzentwicklung zu erhalten, werden zudem spartenspezifische operative Frühindikatoren überwacht.
Automotive Technologies:Die in einer Periode gewonnenen Nominierungen für Kundenprojekte werden laufend mit der Kennzahl „Lifetime-Sales“ bewertet und ins Verhältnis zum Umsatz der aktuellen Berichtsperiode als „Book-to-bill-Ratio“ gesetzt. Daraus lässt sich das mittel- und langfristige Wachstumspotenzial der Sparte Automotive Technologies ableiten. Die kurzfristig erhaltenen Lieferplan-Einteilungen – basierend auf den Rahmenverträgen mit den Kunden – decken valide einen Zeitraum von rund zwei Monaten ab. Die Veränderung dieser Kapazitätsbelegung wird wöchentlich geprüft.
Automotive Aftermarket: Für den Automotive Aftermarket gibt es keinen vergleichbaren Frühindikator, der sich aus gebuchten Auftragseingangs- oder -bestandszahlen ableiten lässt. Als Frühindikator dienen regelmäßige Gespräche mit den Großkunden und Marktbeobachtungen, um die kurzfristige Bedarfslage zu prüfen.
Industrial: Als Frühindikator in der Sparte Industrial dient die Veränderung des Auftragsbestands, der in den nächsten drei Monaten fällig wird. Diese Kennzahl wird monatlich geprüft.
Alle finanziellen Kennzahlen werden anhand standardisierter Berichte zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage monatlich ermittelt. Diese beinhalten sowohl einen Plan-Ist- als auch einen Vorjahresvergleich. Grundlage für den Plan-Ist-Vergleich ist der Jahresplan aus der integrierten operativen Planung, der in eine längerfristige, vom Vorstand erarbeitete, strategische Unternehmensplanung eingebettet ist.
Nichtfinanzielle Kennzahlen
Neben den finanziellen Leistungsindikatoren überwacht das Management weitere wesentliche nichtfinanzielle Kennzahlen. Im Rahmen von standardisierten Berichten werden in diesem Zusammenhang unterjährig u. a. folgende Kennzahlen ermittelt: Qualität, Mitarbeiterkapazität (sowohl als Anzahl der Mitarbeiter (HCO) als auch arbeitszeitanteilige Mitarbeiter (FTE)), Liefertreue, Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterzufriedenheit, Unfallrate der Mitarbeiter und CO2-Emissionen.
Mehr im Nachhaltigkeitsbericht unter: www.schaeffler-nachhaltigkeitsbericht.de
Für das Nachhaltigkeitsmanagement werden weitere nichtfinanzielle Indikatoren erhoben, die sich an den vier Handlungsfeldern der Nachhaltigkeitsstrategie orientieren. Diese Kennzahlen werden im Rahmen der operativen Steuerung nachhaltigkeitsrelevanter Maßnahmen genutzt. Wie für das Geschäftsjahr 2020 hat der Aufsichtsrat der Schaeffler AG auch für das Geschäftsjahr 2021 erneut ein strategisches Ziel zur Nachhaltigkeit in der kurzfristigen variablen Vergütung des Vorstands beschlossen. Mittelfristig strebt die Schaeffler Gruppe an, nichtfinanzielle Leistungsindikatoren zu definieren, die Bestandteil der wertorientierten Unternehmenssteuerung werden.
Im Rahmen der Unternehmenssteuerung legt die Unternehmensleitung zudem großen Wert darauf, dass das Handeln aller Mitarbeiter der Schaeffler Gruppe streng an den rechtlichen Rahmenbedingungen ausgerichtet ist und den Corporate Governance-Standards folgt.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Wirtschaftsbericht | Wirtschaftliche Rahmenbedingungen | |||
Wirtschaftsbericht
1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Das globale Bruttoinlandsprodukt fiel im Berichtsjahr nach vorläufigen Schätzungen um etwa 3,6 % unter den im Vorjahr erreichten Wert (Oxford Economics, Februar 2021). Ursache des Rückgangs war die Coronavirus-Pandemie, die die Weltwirtschaft im ersten Halbjahr in eine tiefe Rezession stürzte. So zogen die zum Teil drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, die zunächst in China und anschließend weltweit getroffen wurden, einen starken Rückgang der Wirtschaftsaktivität nach sich, verbunden mit erheblichen Verwerfungen auf den internationalen Arbeitsmärkten. Gleichzeitig belastete auch die hohe Verunsicherung von Unternehmen und Verbrauchern die Weltwirtschaft. Im Mai erfolgte in zahlreichen Ländern auf der Welt eine Lockerung von Eindämmungsmaßnahmen, nachdem zuvor jeweils sinkende Neuinfektionen verzeichnet worden waren. Infolgedessen setzte zu Beginn des dritten Quartals eine Erholung der Weltwirtschaft ein, die auch im vierten Quartal andauerte. Im Zuge von zum Teil wieder deutlich ansteigenden Infektionszahlen verlangsamte sich allerdings zum Ende des Berichtsjahres das Tempo der wirtschaftlichen Erholung. Das globale Bruttoinlandsprodukt war vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen im Berichtsjahr durchgängig rückläufig, am weitaus deutlichsten jedoch im zweiten Quartal.
In China, dem zunächst am stärksten vom Coronavirus betroffenen Land, wurden bereits Ende Januar z. T. massive Eindämmungsmaßnahmen eingeleitet. Ab Mitte März setzte eine Lockerung der Maßnahmen ein, nachdem zuvor ein deutlicher Rückgang der Neuinfektionen zu beobachten war. Infolgedessen kehrte die chinesische Wirtschaft bereits im zweiten Quartal auf den Wachstumspfad zurück und verzeichnete auch im dritten und vierten Quartal jeweils einen Zuwachs, nachdem im ersten Quartal noch ein kräftiger Einbruch des Bruttoinlandsprodukts zu verzeichnen war. Außerhalb Chinas setzte im März eine rapide und kontinentübergreifende Ausbreitung des Coronavirus ein. Im Zuge dieser Entwicklung und der daraufhin in vielen Ländern getroffenen Eindämmungsmaßnahmen kam es zum Ende des ersten und insbesondere im Verlauf des zweiten Quartals weltweit zu deutlichen ökonomischen Verwerfungen. Zahlreiche Volkswirtschaften – einschließlich der Eurozone, der USA, Japans und Indiens – verzeichneten im zweiten Quartal einen drastischen Einbruch der Wirtschaftsleistung von z. T. historischem Ausmaß. Infolge der vorausgegangenen Lockerung von Eindämmungsmaßnahmen war im dritten Quartal auch außerhalb Chinas mehrheitlich eine wirtschaftliche Erholung zu beobachten, wenngleich die Wirtschaftsleistung nahezu durchgängig unterhalb des Vorjahresniveaus blieb. Im vierten Quartal wurde die wirtschaftliche Entwicklung in einigen Volkswirtschaften, insbesondere mehreren Industrienationen, durch wieder deutlich ansteigende Infektionszahlen und eine erneute Verschärfung von Eindämmungsmaßnahmen belastet. Die damit verbundenen ökonomischen Verwerfungen fielen jedoch spürbar schwächer aus als noch im zweiten Quartal.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen verzeichnete lediglich China im Berichtsjahr ein positives Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, während in allen anderen bedeutenden Volkswirtschaften die Wirtschaftsleistung jeweils schrumpfte. Für die Regionen der Schaeffler Gruppe ergab sich damit folgendes Bild: In der Region Europa fiel das Bruttoinlandsprodukt um etwa 5,0 %, während in der Region Americas die Wirtschaftsleistung um etwa 4,8 % sank. In der Region Greater China stieg das Bruttoinlandsprodukt um etwa 2,0 %, während die Wirtschaftsleistung in der Region Asien/Pazifik hingegen um etwa 4,6 % sank.
Die globalen Kapitalmärkte entwickelten sich im Verlauf des Berichtsjahres unterschiedlich. Während der Euro STOXX 50 an Wert verlor, notierten der Dow Jones Industrial Average (DJIA), der Deutsche Aktienindex (DAX) sowie der Nikkei 225 zum 31. Dezember 2020 jeweils höher als zu Beginn des Berichtsjahres.
An den Devisenmärkten wertete der Euro gegenüber den für die Schaeffler Gruppe wichtigsten Fremdwährungen durchgängig auf. Im Jahresdurchschnitt gewann er gegenüber dem US-Dollar, dem chinesischen Renminbi, der indischen Rupie, dem mexikanischen Peso sowie dem südkoreanischen Won jeweils an Wert.
Mehr zur Fremdwährungsumrechnung ab Seite 117
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Wirtschaftsbericht | Geschäftsentwicklung 2020 | |||
Branchenbezogene Rahmenbedingungen
Die Entwicklung der Automobilproduktion hat einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der Sparte Automotive Technologies der Schaeffler Gruppe. Indikator für die Geschäftsentwicklung der Sparte Industrial ist u.a. die globale Entwicklung der Industrieproduktion in den Branchen Maschinenbau, Transportmittel und elektrische Ausrüstungen6.
Automobilproduktion
Die weltweite Automobilproduktion, gemessen an der Stückzahl produzierter Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von bis zu sechs Tonnen, brach im Berichtsjahr nach vorläufigen Schätzungen um etwa 16,2 % gegenüber dem Vorjahreswert ein (IHS Markit, Januar 2021). Maßgebliche Ursache für diesen starken Rückgang waren massive Verwerfungen infolge der Coronavirus-Pandemie, die insbesondere im ersten Halbjahr zu beobachten waren. So erfolgten im Laufe der ersten beiden Quartale weltweit und in allen Regionen der Schaeffler Gruppe vorübergehende Werkschließungen in der Automobilindustrie, die z. T. mehrere Monate andauerten. Ein weiterer negativer Faktor im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie waren zudem zeitweise Störungen der globalen Lieferkette, u. a. im Hinblick auf Vorprodukte aus China. Darüber hinaus erfolgte in einigen Ländern aufgrund der Pandemie eine vorübergehende Schließung des Autohandels. Gleichzeitig trug eine Reihe von Faktoren auch zu einem Rückgang der Nachfrage bei – neben Mobilitätseinschränkungen insbesondere die erwartete oder bereits eingetretene Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage von Konsumenten. Im dritten Quartal war eine spürbare Erholung der globalen Automobilkonjunktur zu verzeichnen, wenngleich das erreichte Produktionsniveau weiter hinter dem Vorjahreswert zurückblieb. Ein maßgeblicher Treiber dieser Entwicklung war die vorausgegangene, weltweite Lockerung von Eindämmungsmaßnahmen, die – teilweise in Verbindung mit Kaufanreizen bzw. staatlichen Fördermaßnahmen – zu einer Freisetzung der zuvor aufgestauten Nachfrage nach Pkw führte. Getragen wurde die Erholung gleichzeitig auch von der weltweiten Wiedereröffnung von Automobilwerken sowie dem Wiederaufbau von zuvor z. T. stark reduzierten Fahrzeugbeständen; teilweise strenge Maßnahmen zum Gesundheitsschutz trugen allerdings in einigen Fälle dazu bei, dass nicht die ursprüngliche Produktionskapazität erreicht wurde. Im vierten Quartal setzte sich die Erholung der globalen Automobilkonjunktur fort, obwohl in einigen westeuropäischen Ländern eine erneute Verschärfung von Eindämmungsmaßnahmen erfolgte, die z. T. wieder mit einer vorübergehenden Schließung des Autohandels einherging. Die globale Automobilproduktion war vor diesem Hintergrund in den ersten drei Quartalen des Berichtsjahres durchgängig rückläufig, wobei die weitaus stärkste Kontraktion im zweiten Quartal zu verzeichnen war. Eine analoge Entwicklung zeigte sich auch in der Mehrzahl aller bedeutenden Produktionsländer bzw. für alle Regionen der Schaeffler Gruppe mit Ausnahme von Greater China. Erst im vierten Quartal verzeichnete die globale Automobilproduktion wieder einen Zuwachs.
In der Region Europa brach die Automobilproduktion im Berichtsjahr um etwa 20,8 % ein. In der Eurozone lag hierbei die erreichte Stückzahl etwa 24,2 % unter dem Vorjahresniveau. In der Region Americas brach die Automobilproduktion um etwa 21,8 % ein. In den USA lag die erreichte Stückzahl etwa 18,4 % unter dem Vorjahreswert, in Mexiko etwa 20,4 %. In Brasilien
war ein noch deutlicherer Produktionseinbruch um etwa 32,3% zu beobachten. In der Region Greater China lag die Automobilproduktion etwa 4,3 % unter dem Vorjahreswert. Vor dem Hintergrund der vergleichsweise frühen Lockerung von Eindämmungsmaßnahmen und Wiedereröffnung von Automobilwerken war hierbei – anders als in den restlichen Regionen der Schaeffler Gruppe – ab dem zweiten Quartal bis zum Jahresende jeweils ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahreswert zu verzeichnen. Im ersten Quartal war die Stückzahl noch um nahezu die Hälfte gefallen. In der Region Asien/Pazifik brach die Automobilproduktion um etwa 20,1 % ein. In Japan fiel die Produktion um etwa 17,2 % gegenüber dem Vorjahresniveau, in Südkorea um etwa 12,1 %. Der stärkste Rückgang zeigte sich in Indien um etwa 23,5 %.
Industrieproduktion
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 2 | |
Wirtschaftsbericht | Geschäftsentwicklung 2020 | |||
Die globale Industrieproduktion fiel im Berichtsjahr nach vorläufigen Schätzungen um etwa 3,8 % unter das im Vorjahr erreichte Niveau (Oxford Economics, Dezember 2020). In den für die Schaeffler Gruppe besonders relevanten Branchen Maschinenbau, Transportmittel und elektrische Ausrüstungen war ein weltweiter Rückgang um etwa 6,5 % zu verzeichnen. Die globale Produktion in diesen Branchen war durchgängig rückläufig, im zweiten Quartal war jedoch die stärkste Kontraktion zu verzeichnen. Zurückzuführen ist der Rückgang – der erste seit dem Jahr 2009 – auf Verwerfungen im Zuge der Coronavirus-Pandemie, die in z. T. unterschiedlicher Form in nahezu alle Branchen des verarbeitenden Gewerbes zu beobachten waren. Die im Laufe des ersten Halbjahres 2020 weltweit getroffenen Eindämmungsmaßnahmen, die teilweise bis zur vorübergehenden Schließung von Fabriken reichten, führten zu unmittelbaren Produktionsausfällen und darüber hinaus zu Störungen nationaler und globaler Lieferketten. Gleichzeitig nahm auch die Nachfrage nach industriell gefertigten Gütern ab, z. T. als Folge von Eindämmungsmaßnahmen sowie u. a. auch aufgrund der erhöhten Unsicherheit von Unternehmen und Verbrauchern. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie eingeführte Reisebeschränkungen resultierten zudem in einem weltweiten Einbruch des Fluggastverkehrs, der wiederum erhebliche Produktionseinschnitte in der Luftfahrtindustrie zur Folge hatte. Im dritten Quartal setzte vor dem Hintergrund der zuvor in zahlreichen Ländern erfolgten Lockerung von Eindämmungsmaßnahmen eine übergreifende Erholung im verarbeitenden Gewerbe ein, die sich bis zum Ende des Berichtsjahres fortsetzte. Die relevante Industrieproduktion blieb jedoch weiter hinter dem Vorjahreswert zurück.
In der Region Europa fiel die relevante Industrieproduktion um etwa 12,2 %. Hierbei war analog zu den restlichen Regionen mit Ausnahme von Greater China durchgängig ein Rückgang zu verzeichnen, der im zweiten Quartal am weitaus deutlichsten ausfiel. In der Eurozone war eine Kontraktion um etwa 13,2 % zu beobachten, die insbesondere auf den deutlichen Produktionsrückgang im Maschinenbau zurückzuführen ist. In der Region Americas zeigte sich ein Rückgang um etwa 12,8 %, während in den USA, dem bedeutendsten Absatzmarkt der Region, eine Kontraktion um etwa 11,9 % zu verzeichnen war. In den USA fiel vor allem der kräftige Produktionsrückgang in der Luftfahrtindustrie stark ins Gewicht. In der Region Greater China stieg die relevante Industrieproduktion um etwa 4,9 %, da auf eine deutliche Kontraktion im ersten Quartal ein Zuwachs in den restlichen Quartalen des Berichtsjahres folgte. Wesentliche Ursache für die positive Entwicklung nach dem ersten Quartal war die vergleichsweise frühe Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Darüber hinaus wirkten sich auch staatliche Stützungsmaßnahmen wachstumsfördernd aus. In der Region Asien/Pazifik lag die relevante Industrieproduktion etwa 10,7 % unter dem Vorjahresniveau. In Japan war ein Rückgang um etwa 13,3 % zu verzeichnen, in Indien zeigte sich ein Einbruch um etwa 20,7 %; in beiden Ländern, insbesondere jedoch in Japan, fiel die stark negative Entwicklung im Maschinenbau am deutlichsten ins Gewicht. In Südkorea zeigte sich vor dem Hintergrund eines leichten Zuwachses im Maschinenbau insgesamt ein nur geringfügiger Rückgang um etwa 0,8 %.
Beschaffungsmärkte
Für die Herstellung ihrer Produkte verwendet die Schaeffler Gruppe verschiedene Materialien, insbesondere unterschiedliche Sorten Stahl, Aluminium, Kupfer sowie Kunst- und Schmierstoffe. Die Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten beeinflusst die Kosten der Schaeffler Gruppe in unterschiedlichem Ausmaß und ggf. zeitverzögert, jeweils abhängig von der Vertragsgestaltung mit den Lieferanten.
Die durch die Coronavirus-Pandemie ausgelöste globale Wirtschaftskrise war mit massiven Verwerfungen an den Rohstoffmärkten verbunden. Zwischen Januar und dem Tiefpunkt der Krise im April waren bei allen wesentlichen Vormaterialien der Schaeffler Gruppe deutliche Preisrückgänge zu verzeichnen, die sich vereinzelt bis zur Jahresmitte fortsetzten. Vor dem Hintergrund der zu Beginn des dritten Quartals einsetzenden Erholung der Weltwirtschaft stiegen jedoch im Verlauf des zweiten Halbjahres die Preise wieder nahezu durchgängig kräftig an. Infolgedessen notierten zum Ende des Berichtsjahres die Preise nahezu aller wesentlichen Vormaterialien der Schaeffler Gruppe jeweils deutlich oberhalb des Niveaus von vor der Coronavirus-Pandemie; lediglich der Preis von Rohöl blieb unterhalb des zu Beginn des Berichtsjahres verzeichneten Wertes. Im Jahresdurchschnitt betrachtet war bei den wesentlichen Vormaterialien der Schaeffler Gruppe mehrheitlich, aber nicht durchgängig ein geringeres Preisniveau als im Vorjahr zu verzeichnen (Bloomberg; EIA; ICIS; Platts).
Stahl wird zur Herstellung von Wälzlagern und Automobilkomponenten verwendet. Die jahresdurchschnittlichen Preise für kalt- und warmgewalzte Stähle zeigten in den für die Schaeffler Gruppe relevanten Beschaffungsregionen unterschiedliche Entwicklungen im Vergleich zum Vorjahr. So war mehrheitlich eine Verbilligung zu beobachten, bei Preisrückgängen um bis zu knapp 4 %. In China zeigte sich hingegen ein Preisanstieg zwischen knapp 1 und gut 4 %.
Aluminium wird v. a. für Druckgussteile verwendet, Kupfer kommt insbesondere bei Elektromotoren und mechatronischen Bauteilen zum Einsatz. Im Jahresdurchschnitt betrachtet verbilligte sich Aluminium um etwa 5 % gegenüber dem Vorjahresniveau, während Kupfer sich um knapp 3 % verteuerte.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 3 | |
Wirtschaftsbericht | Geschäftsentwicklung 2020 | |||
Kunststoffe werden z. B. als Käfigwerkstoff in Wälzlagern eingesetzt, Schmierstoffe dienen zur Reduzierung von Reibung in Bauteilen oder zur Konservierung. Kunst- und Schmierstoffe werden häufig auf Rohölbasis hergestellt. Im Jahresdurchschnitt betrachtet lag der Preis für Rohöl knapp 35 % unterhalb des Vorjahreswertes. Gemessen am ICIS Global Petrochemical Index (IPEX) fiel der jahresdurchschnittliche Preis von verarbeiteten petrochemischen Produkten, zu denen die von der Schaeffler Gruppe eingesetzten Kunststoffe zählen, um etwa 18 % geringer als im Vorjahr aus.
2 Geschäftsentwicklung 2020
Gesamtbewertung des Geschäftsjahres 2020 durch den Vorstand
Aus Sicht des Vorstands hat die Schaeffler Gruppe in einem außergewöhnlichen und schwierigen Geschäftsjahr ein hohes Maß an Agilität und Widerstandskraft bewiesen. Wirtschaftlich wurde das Geschäftsjahr - insbesondere aufgrund des guten zweiten Halbjahres - insgesamt zufriedenstellend abgeschlossen. Die Coronavirus-Pandemie hat das Unternehmen im Berichtsjahr vor große Herausforderungen gestellt. Insbesondere der Automobilsektor, der sich bereits zuvor in einem Strukturwandel hin zur E-Mobilität befand, wurde durch die Coronavirus-Pandemie schwer belastet. Die Zahl der produzierten Fahrzeuge sank im Berichtsjahr um rd. 16 %, was zu einem deutlichen Umsatzrückgang in der Sparte Automotive Technologies führte. Die Sparten Automotive Aftermarket und Industrial litten ebenfalls unter der stark rückläufigen Nachfrage infolge der Coronavirus-Pandemie, gleichwohl die Umsatzverluste im Berichtsjahr geringer ausfielen als in der Sparte Automotive Technologies. In der Sparte Industrial wurde die Entwicklung durch das anhaltend wachsende Windgeschäft insbesondere in der Region Greater China gestärkt.
Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie ist es der Schaeffler Gruppe gelungen, mit umfassenden Maßnahmen die Lieferketten intakt zu halten, die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu sichern und die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen. So wurden frühzeitig Maßnahmen zur Anpassung der Kosten an die kurzfristig veränderte Nachfrage ergriffen, Dienstreisen sind weiterhin auf ein Minimum reduziert und die Möglichkeit zur Arbeit im Homeoffice wird überall dort genutzt, wo es möglich ist.
Neben den kurzfristig beschlossenen Kostenanpassungen haben auch die bereits im Vorjahr initiierten Struktur- und Effizienzmaßnahmen der Programme „RACE“, „GRIP“ und „FIT“ dazu beigetragen, das Ergebnis der Schaeffler Gruppe in der besonders schwierigen ersten Jahreshälfte zu stabilisieren und in der von steigenden Umsatzerlösen geprägten zweiten Jahreshälfte sequenziell wieder zu steigern.
Dank der konsequenten Umsetzung dieser Maßnahmen und der Agilität des Unternehmens konnte die angepasste Prognose vom 9. November für den Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten erreicht werden, während die Prognose für das währungsbereinigte Umsatzwachstum und die EBIT-Marge vor Sondereffekten sogar übertroffen wurde.
Den Widrigkeiten des Geschäftsjahres zum Trotz hat das Unternehmen aber auch laufende Projekte und Initiativen weiterhin erfolgreich umgesetzt. So wurden in der Sparte Automotive Technologies erste Nominierungen für Kundenprojekte für die neue 3in1 E-Achse gewonnen, in der Sparte Automotive Aftermarket wurde das Montage- und Verpackungszentrum in Halle (Saale) plangemäß eröffnet und in der Sparte Industrial wurde mit der Einführung des Condition-Monitoring-System „OPTIME“ am europäischen Markt weitere Fortschritte im strategischen Geschäftsfeld Industrie 4.0 erzielt.
Trotz der Belebung der Nachfrage der letzten Monate deuten die Markt- und Umsatzerwartungen für die nächsten Jahre auf eine langsame Erholung hin, was strukturelle Unterauslastungen der bisherigen Produktionskapazitäten zur Folge hat. Infolge dessen und in Anbetracht des technologischen Wandels sind daher neben zeitlich befristeten Maßnahmen zusätzliche strukturelle Maßnahmen zwingend erforderlich, um die Transformation der Schaeffler Gruppe zu beschleunigen und die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit nachhaltig zu verbessern. Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand der Schaeffler AG am 9. September 2020 ein Maßnahmenpaket für Europa mit zwei Stoßrichtungen verabschiedet: Erstens sollen durch den Abbau von Arbeitsplätzen und die Konsolidierung von Standorten in Europa, insbesondere in Deutschland, strukturelle Überkapazitäten abgebaut werden. Zweitens sollen die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und lokale Kompetenzen ausgebaut werden. Von den in diesem Zusammenhang erwarteten Transformationsaufwendungen in Höhe von 700 Mio. EUR wurden im Berichtsjahr 580 Mio. EUR in den drei Programmen „RACE“, „GRIP“ und „FIT“ erfasst.
Diese drei Programme werden ab dem Geschäftsjahr 2021 in die divisionalen Teilprogramme der aktualisierten Unternehmensstrategie „Roadmap 2025“ überführt. Mit diesem im November 2020 vorgestellten strategischen Rahmenkonzept richtet der Vorstand der Schaeffler AG das Unternehmen auf die Zukunft aus, um Wachstumspotenziale zu nutzen, Synergien zu realisieren und nachhaltig Wert zu schaffen. Hierzu unterteilt sich das Rahmenkonzept in die drei Säulen „Strategie 2025“, das „Umsetzungsprogramm 2025“ und die finanziellen „Mittelfristziele 2025“, die das geplante Ergebnis der Strategie und des Umsetzungsprogramms quantitativ zum Ausdruck bringen.
Mehr zur „Roadmap 2025“ ab Seite 12ff.
Geschäftsentwicklung im Vergleich zum Ausblick 2020
Der Vorstand der Schaeffler AG hat am 24. März 2020 aufgrund der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus und der daraus resultierenden Maßnahmen und Einschränkungen mitgeteilt, die am 10. März 2020 veröffentlichte Prognose für das Jahr 2020 für die Schaeffler Gruppe und ihre Sparten auszusetzen.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Wirtschaftsbericht | Geschäftsentwicklung 2020 | |||
Seit dem 27. April 2020 ging die Schaeffler Gruppe davon aus, im Geschäftsjahr 2020 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum, eine EBIT-Marge vor Sondereffekten und einen Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten unterhalb der jeweiligen Vorjahreswerte zu erzielen. Die besonderen Umstände im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie führten hierbei zu einer außergewöhnlichen Unsicherheit in Bezug auf den Geschäftsverlauf des Unternehmens und seiner drei Sparten im Prognosezeitraum.
Am 9. November 2020 hat sich der Vorstand der Schaeffler AG anhand aktueller Informationen zum Geschäftsverlauf im vierten Quartal auf einen neuen Ausblick für das Geschäftsjahr 2020 verständigt. Der Ausblick basierte auf der Annahme, dass die Erholung der für die Schaeffler Gruppe relevanten Absatzmärkte im vierten Quartal 2020 weiter anhält und es insbesondere infolge der Coronavirus-Pandemie nicht erneut zu wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung kommt. Gleichwohl war das Umfeld zu diesem Zeitpunkt weiterhin von Volatilität und Unsicherheit geprägt.
Vergleich zum Ausblick 2020 – Konzern | ||||||||||
Ist 2019 | Ausblick 2020 | Ist 2020 | ||||||||
Schaeffler Gruppe | vom | vom | vom | |||||||
Umsatzwachstum 1) | 0,1 % | -2 bis 0 % | unter Vorjahr | -13,0 bis -11,5 % | -10,4 % | |||||
EBIT-Marge vor Sondereffekten 2) | 8,1 % | 6,5 bis 7,5 % | unter Vorjahr | 4,5 bis 5,5 % | 6,4 % | |||||
Free Cash Flow 3) | 473 Mio. EUR | zwischen | unter Vorjahr | zwischen | 539 | |||||
1) Gegenüber Vorjahr; vor Währungseinflüssen. | ||||||||||
2) Zur Definition der Sondereffekte siehe Seite 35ff. | ||||||||||
3) Vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten. | ||||||||||
Die Schaeffler Gruppe ging nunmehr davon aus, im Geschäftsjahr 2020 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen -13,0 und -11,5 %, eine EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 4,5 bis 5,5 % sowie einen Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten in Höhe von 500 bis 600 Mio. EUR zu erzielen.
Die Schaeffler Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2020 einen währungsbereinigten Umsatzrückgang um 10,4 % und eine
EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 6,4 %. Somit wurde die angepasste Prognose für diese beiden Leistungsindikatoren übertroffen, da sich das Geschäft der Sparte Automotive Technologies im Verlauf des vierten Quartals in allen vier Regionen positiver entwickelt hat als bei Bekanntgabe der Prognose erwartet. Der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten lag mit 539 Mio. EUR im Rahmen der angepassten Prognose.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 2 | |
Wirtschaftsbericht | Geschäftsentwicklung 2020 | |||
Vergleich zum Ausblick 2020 – Sparten | ||||||||||
Ist 2019 | Ausblick 2020 | Ist 2020 | ||||||||
Automotive Technologies | vom | vom | vom | |||||||
Umsatzwachstum 2) | -0,8 % | -2 bis 0 % | - | -14,5 bis -13,0 % | -11,6 % | |||||
EBIT-Marge vor Sondereffekten 3) | 5,5 % 4) | 4,5 bis 5,5 % | - | 1,0 bis 2,0 % | 3,6 % | |||||
Automotive Aftermarket | ||||||||||
Umsatzwachstum 2) | -1,1 % | 0 bis 2 % | - | -8,0 bis -6,5 % | -7,0 % | |||||
EBIT-Marge vor Sondereffekten 3) | 16,5 % 4) | 13 bis 14 % | - | 14,5 bis 15,5 % | 15,8 % | |||||
Industrial | ||||||||||
Umsatzwachstum 2) | 3,1 % | -2 bis 0 % | - | -10,0 bis -9,0 % | -9,2 % | |||||
EBIT-Marge vor Sondereffekten 3) | 10,2 % 4) | 9,5 bis 10,5 % | - | 7,5 bis 8,5 % | 8,5 % | |||||
1) Ausblick nur für Konzern abgegeben. | ||||||||||
2) Gegenüber Vorjahr; vor Währungseinflüssen. | ||||||||||
3) Zur Definition der Sondereffekte siehe Seite 35ff. | ||||||||||
4) Vergleichswert gemäß der Segmentstruktur 2020. | ||||||||||
Das Unternehmen rechnete damit, in der Sparte Automotive Technologies ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen -14,5 und -13,0 % und eine EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 1,0 bis 2,0 % zu erzielen. Die Sparte Automotive Technologies übertraf mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang um 11,6 % und einer EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 3,6 % jeweils die angepasste Prognose, da sich das Geschäft im Verlauf des vierten Quartals in allen vier Regionen positiver entwickelt hat als bei Bekanntgabe der Prognose erwartet.
In der Sparte Automotive Aftermarket rechnete das Unternehmen damit, ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen -8,0 und -6,5 % und eine EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 14,5 bis 15,5 % zu erzielen. Der währungsbereinigte Umsatzrückgang der Sparte Automotive Aftermarket lag bei 7,0 % und somit innerhalb der angepassten Prognose. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf 15,8 % und übertraf somit die Prognose leicht.
In der Sparte Industrial rechnete das Unternehmen damit, ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen -10,0 und -9,0 % und eine EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 7,5 bis 8,5 % zu erzielen. Die Sparte Industrial hat mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang um 9,2 % die angepasste Prognose erreicht. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten belief sich im Berichtsjahr auf 8,5 % und lag damit ebenfalls innerhalb der Prognose.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Wirtschaftsbericht | Geschäftsentwicklung 2020 | |||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Wirtschaftsbericht | Ertragslage | |||
3 Ertragslage
Ertragslage Schaeffler Gruppe
Die Umsatzerlöse der Schaeffler Gruppe sanken 2020 um 12,7 % auf 12.600 Mio. EUR (Vj.: 14.427 Mio. EUR). Währungsbereinigt lag der Umsatzrückgang bei 10,4 %. Die Umsatzentwicklung im Berichtsjahr war insbesondere in der ersten Jahreshälfte erheblich von den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie belastet. Hier sank der Umsatz währungsbereinigt um 21,8 %, dagegen stieg der Umsatz im zweiten Halbjahr währungsbereinigt um 1,0 %. Die weltweit gesunkene Nachfrage insbesondere im Automobilsektor führte in der Sparte Automotive Technologies im Berichtsjahr zu einem währungsbereinigten Umsatzrückgang um 11,6 %. Nachdem das Umsatz-Minus dort in der ersten Jahreshälfte besonders stark ausfiel, war im zweiten Halbjahr bereits wieder eine deutliche Erholung sichtbar. Die Sparten Automotive Aftermarket und Industrial litten ebenfalls unter einer stark rückläufigen Nachfrage infolge der Coronavirus-Pandemie, jedoch fielen die Umsatzverluste mit 7,0 % bzw. 9,2 % geringer aus als in der Sparte Automotive Technologies. In der Sparte Industrial wurde die Entwicklung durch die anhaltende Nachfrage nach Produkten für Windkraftanlagen insbesondere in der Region Greater China gestärkt.
Der deutliche Umsatzrückgang der Schaeffler Gruppe betraf im Berichtsjahr alle Regionen bis auf Greater China. In der Region Europa sanken die Umsatzerlöse deutlich um 17,4 % (währungsbereinigt: -17,0 %). Nachdem in der ersten Jahreshälfte der Umsatzrückgang währungsbereinigt 27,8 % betrug, hat sich die Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr aufgrund der beiden Automotive-Sparten zwar deutlich erholt, dennoch sank der Umsatz ggü. dem Vorjahreszeitraum um währungsbereinigt 5,3 %. In der Region Americas gingen die Umsatzerlöse im Berichtsjahr um17,5 % (währungsbereinigt: -12,6 %) zurück. Nach einem Umsatzrückgang um währungsbereinigt 28,0 % in der ersten Jahreshälfte lagen die Umsatzerlöse im zweiten Halbjahr währungsbereinigt 3,2% über Vorjahresniveau. Ursächlich hierfür war v. a. das Geschäft in den beiden Automotive-Sparten. Die Umsatzerlöse in der Region Greater China stiegen um 6,8 % (währungsbereinigt: +8,7 %). Nachdem in der ersten Jahreshälfte bereits ein Umsatzwachstum um währungsbereinigt 3,0 % erzielt wurde, betrug das Umsatz-Plus im zweiten Halbjahr währungsbereinigt 13,3 %. Ausschlaggebend hierfür war die hohe Nachfrage nach Produkten für Windkraftanlagen in der Sparte Industrial sowie die deutliche Erholung der Nachfrage der Sparte Automotive Technologies.In der Region Asien/Pazifik sanken die Umsatzerlöse im Berichtsjahr um 16,4 % (währungsbereinigt: -13,2 %). Nach einem währungsbereinigten Umsatzrückgang in der ersten Jahreshälfte um 24,6%, lagen die Umsatzerlöse im zweiten Halbjahr währungsbereinigt 1,4 % unter dem Vorjahresniveau, was auf die Erholung in allen drei Sparten zurückzuführen war.
Die Umsatzkosten sanken im Berichtsjahr um 10,7 % auf 9.691 Mio. EUR (Vj.: 10.853 Mio. EUR). Ausschlaggebend hierfür waren Volumeneffekte, teilweise bereits im Vorjahr initiierte Struktur- und Effizienzmaßnahmen im Rahmen der drei Spartenprogramme sowie Anpassungen der Kosten an die veränderte Nachfrage, bspw. durch Kurzarbeit. Gegenläufig wirkten Aufwendungen für Kapazitätsanpassungen im Anlagevermögen und nicht personalbezogene Rückstellungen. Das Bruttoergebnis verringerte sich um 18,6 % auf 2.909 Mio. EUR (Vj.: 3.574 Mio. EUR). Die Bruttomarge sank v. a. aufgrund von Fixkosteneffekten durch den starken Volumenrückgang um 1,7 %-Punkte auf 23,1 % (Vj.: 24,8 %).
Die Kosten der Funktionsbereiche sanken um 11,9 % auf 2.099 Mio. EUR (Vj.: 2.383 Mio. EUR). Hierzu trugen v. a. Kostenanpassungen an die veränderte Nachfrage bei, bspw. durch Kurzarbeit. Darüber hinaus wirkten bereits im Vorjahr initiierte Maßnahmen zur Effizienzsteigerung. In Relation zum Umsatz lagen die Funktionskosten mit 16,7 % nahezu auf Vorjahresniveau (Vj.: 16,5 %). Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen mit 758 Mio. EUR um 10,8 % unter dem Vorjahreswert (Vj.: 849 Mio. EUR). Die F&E-Quote vom Umsatz betrug 6,0 % (Vj.: 5,9 %). Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sanken um 12,5 % auf 1.342 Mio. EUR (Vj.: 1.533 Mio. EUR), was über o. g. Effekte hinaus auch auf volumenbedingt reduzierte Logistikkosten zurückzuführen war.
Das EBIT lag im Berichtsjahr bei -143 Mio. EUR (Vj.: 790 Mio. EUR), die EBIT-Marge entsprechend bei -1,1 % (Vj.: 5,5 %). Das EBIT war durch Sondereffekte in Höhe von 946 Mio. EUR (Vj.: 372 Mio. EUR) belastet, die größtenteils in den Sonstigen Aufwendungen und Erträgen sowie zu einem geringen Teil in den Umsatz- und Funktionskosten erfasst wurden. Hierin enthalten waren Aufwendungen in Höhe von 681 Mio. EUR für die Ausweitung der Programme „RACE“, „GRIP“ und „FIT“, insbesondere im Zusammenhang mit dem Abbau von Arbeitsplätzen zur Anpassung von strukturellen Überkapazitäten. Hiervon entfallen 580 Mio. EUR auf das im September 2020 verabschiedete Maßnahmenpaket. Des Weiteren wurde im Berichtszeitraum eine Wertminderung des der Sparte Automotive Technologies zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes um 249 Mio. EUR zum 31. März 2020 erfasst, da die Coronavirus-Pandemie zu einer erhöhten Unsicherheit in Bezug auf den künftigen Geschäftsverlauf und somit zu veränderten Annahmen im Rahmen der Ermittlung des erzielbaren Betrags von Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten führt. Für rechtliche Risiken wurden Sondereffekte in Höhe von insgesamt 21 Mio. EUR erfasst.
Auf dieser Basis sank das EBIT vor Sondereffekten im Berichtsjahr um 30,9 % auf 803 Mio. EUR (Vj.: 1.161 Mio. EUR) und die EBIT-Marge vor Sondereffekten entsprechend um 1,7 %-Punkte auf 6,4 % (Vj.: 8,1 %). Hierbei konnte die EBIT-Marge vor Sondereffekten – insb. aufgrund der o. g. Struktur- und Kostenanpassungen – im zweiten Halbjahr mit 10,5 % sowohl ggü. der ersten Jahreshälfte (H1 2020: 1,2 %) als auch ggü. der Vorjahresperiode (H2 2019: 8,4 %) verbessert werden.
Das Finanzergebnis der Schaeffler Gruppe verschlechterte sich im Jahr 2020 um 48 Mio. EUR auf -185 Mio. EUR.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 2 | |
Wirtschaftsbericht | Ertragslage | |||
Finanzergebnis der Schaeffler Gruppe | ||||
in Mio. EUR | 2020 | 2019 | ||
Zinsaufwendungen für Finanzschulden 1) | -100 | -103 | ||
Effekte aus Fremdwährungsumrechnung | -6 | -16 | ||
Bewertungsänderungen von | -31 | 23 | ||
Zinseffekte Pensionen und | -22 | -42 | ||
Sonstige Effekte | -26 | 2 | ||
Summe | -185 | -137 | ||
1) Inkl. amortisierte Transaktionskosten und Vorfälligkeitsentschädigungen. | ||||
Die Zinsaufwendungen für Finanzschulden betrugen im Geschäftsjahr 2020 100 Mio. EUR (Vj.: 103 Mio. EUR) und lagen damit auf Vorjahresniveau. In den Zinsaufwendungen sind eine Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von 10 Mio. EUR (Vj.: 6 Mio. EUR) und die vorzeitige Amortisation von Transaktionskosten in Höhe von 4 Mio. EUR (Vj.: 12 Mio. EUR) enthalten.
Aus der Fremdwährungsumrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Schulden sowie aus Derivaten ergaben sich Aufwendungen in Höhe von 6 Mio. EUR (Vj.: 16 Mio. EUR).
Aus der Bewertung und Realisierung von eingebetteten Derivaten, insbesondere der Kündigungsoption für die im November zurückgezahlte Anleihe, ergaben sich Aufwendungen in Höhe von netto 31 Mio. EUR (Vj.: Erträge von 23 Mio. EUR).
Aus den Zinseffekten für Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen ergaben sich Aufwendungen in Höhe von 22 Mio. EUR (Vj.: 42 Mio. EUR).
In den sonstigen Effekten waren im Berichtszeitraum die Wertminderung einer bestehenden Darlehensforderung aus einem Wandeldarlehen mit einem Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 22 Mio. EUR sowie weitere Aufwendungen für Steuerzinsen in Höhe von 5 Mio. EUR enthalten.
Im Jahr 2020 lag der Ertragsteueraufwand bei 53 Mio. EUR (Vj.: 196 Mio. EUR). Hieraus ergab sich eine effektive Steuerquote von -14,6 % (Vj.: 30,8 %). Die Veränderung der effektiven Steuerquote gegenüber dem Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus höheren nicht abziehbaren Betriebsausgaben unter anderem aus dem Ansatz latenter Steuerschulden aus geplanten Dividendenausschüttungen von Tochterunternehmen sowie aus der steuerlich nicht abzugsfähigen Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts. Gegenläufig wirkte die Veränderung der Zusammensetzung des zu versteuernden Einkommens zwischen höher und niedriger besteuerten Staaten.
Das den Anteilseignern des Mutterunternehmens zurechenbare Konzernergebnis betrug im Berichtsjahr -424 Mio. EUR (Vj.: 428 Mio. EUR). Hierbei war das Konzernergebnis durch Sondereffekte in Höhe von 749 Mio. EUR belastet. Diese betrafen insbesondere die Programme „RACE“, „GRIP“ und „FIT“. Das Konzernergebnis vor Sondereffekten belief sich auf 325 Mio. EUR (Vj.: 686 Mio. EUR). Für das Geschäftsjahr 2020 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von 0,24 EUR (Vj.: 0,44 EUR) je Stammaktie und 0,25 EUR (Vj.: 0,45 EUR) je Vorzugsaktie vor. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 49,7 % (Vj.: 43,0 %) bezogen auf das den Anteilseignern zurechenbare Konzernergebnis vor Sondereffekten.
Das Ergebnis je Stammaktie (unverwässert/verwässert) verringerte sich im Geschäftsjahr 2020 auf -0,64 EUR (Vj.: 0,64 EUR). Das Ergebnis je Vorzugsaktie (unverwässert/verwässert) lag bei -0,63 EUR (Vj.: 0,65 EUR). Für die Ermittlung des Ergebnisses je Stammaktie wurde eine Aktienanzahl von 500 Millionen (Vj.: 500 Millionen) und für die Ermittlung des Ergebnisses je Vorzugsaktie eine Aktienanzahl von 166 Millionen (Vj.: 166 Millionen) herangezogen.
Der Schaeffler Value Added lag im Berichtsjahr bei
-862 Mio. EUR (Vj.: -88 Mio. EUR); der ROCE lag bei -1,8 % (Vj.: 9,0 %). Der Schaeffler Value Added vor Sondereffekten (SVA) ging im Berichtsjahr auf 84 Mio. EUR (Vj.: 284 Mio. EUR) zurück; der ROCE vor Sondereffekten sank auf 10,1 % (Vj.: 13,2 %). Der deutliche Rückgang des SVA vor Sondereffekten war auf die Entwicklung des EBIT vor Sondereffekten in allen drei Sparten zurückzuführen. Demgegenüber wirkte der Rückgang des durchschnittlich gebundenen Kapitals positiv auf den SVA.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Wirtschaftsbericht | Ertragslage | |||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Wirtschaftsbericht | Ertragslage | |||
Ertragslage Sparte Automotive Technologies
Die Umsatzerlöse der Sparte Automotive Technologies sanken im Berichtsjahr um 13,5 % auf 7.821 Mio. EUR (Vj.: 9.044 Mio. EUR). Währungsbereinigt sank der Umsatz um 11,6 %. In einem ohnehin rückläufigen Marktumfeld wurde die Umsatzentwicklung im Berichtsjahr massiv durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie belastet. Die um rd. 16 % gesunkene weltweite Automobilproduktion führte zu deutlichen Umsatzeinbußen in der Sparte Automotive Technologies. Im zweiten Halbjahr erzielte die Sparte angesichts der Markterholung ein Umsatzwachstum um währungsbereinigt 3,5 % ggü. dem Vorjahreszeitraum.
Der starke Rückgang der weltweiten Automobilproduktion hat im Berichtsjahr in allen Regionen bis auf Greater China zu Umsatzrückgängen geführt. In besonderem Maße war hierbei die Region Europa betroffen. Der Umsatz sank – bei einer um rd. 21 % rückläufigen Automobilproduktion – um 19,6 % (währungsbereinigt: -19,7 %). Ursächlich hierfür war der massive Umsatzrückgang in der ersten Jahreshälfte um währungsbereinigt 36,0 %. Im zweiten Halbjahr stieg die Nachfrage spürbar an, sodass sich der Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch auf 1,5 % belief. Die Region Americas verzeichnete im Berichtsjahr ein Umsatz-Minus in Höhe von 17,6 % (währungsbereinigt: -13,7 %), während die Fahrzeugproduktion im gleichen Zeitraum um rd. 22 % sank. Nachdem in den ersten beiden Monaten des Jahres insbesondere aufgrund von Produkthochläufen die Umsatzerlöse noch leicht über dem Vorjahreswert lagen, kam es in den folgenden Monaten zu einem deutlichen Rückgang, der zu einem Umsatzeinbruch um 32,6 % in der ersten Jahreshälfte führte. Aufgrund der Markterholung im zweiten Halbjahr wurde ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 5,9% ggü. dem Vorjahreszeitraum erzielt. In der Region Greater China stieg der Umsatz im Berichtsjahr um 3,8 % (währungsbereinigt: +5,8 %) trotz einer stagnierenden Fahrzeugproduktion von rd. -4 %. Nach dem Umsatzrückgang in der ersten Jahreshälfte um währungsbereinigt 2,2 % stieg der Umsatz im zweiten Halbjahr deutlich um währungsbereinigt 11,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Region Asien/ Pazifik verzeichnete einen Umsatzrückgang um 15,9 % (währungsbereinigt: -13,2 % ), während die Fahrzeugproduktion um rd. 20 % zurückging. Zwar sanken die Umsatzerlöse auch im zweiten Halbjahr währungsbereinigt leicht um 0,7 %, jedoch war der Rückgang deutlich weniger stark ausgeprägt als noch in der ersten Jahreshälfte (währungsbereinigt: -24,9 %).
Der Umsatz des UB E-Mobilitätsank im Berichtsjahr leicht um 3,5 % (währungsbereinigt: -2,5 %), was maßgeblich auf Primärkomponenten für stufenlose Getriebe (CVT) zurückzuführen war. Dagegen entwickelte sich der Umsatz der Bereiche nasse Doppelkupplungen – getrieben von der starken Umsatzentwicklung in Greater China – sowie elektrische Achsantriebe in Europa und Hybridmodule in Americas und Greater China entgegen der allgemeinen Marktentwicklung positiv gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Im UB Motorsystemelag der Umsatz im Berichtsjahr um 15,2 % (währungsbereinigt: -13,8 %) unter Vorjahresniveau. Hier wuchs der Umsatz der Produktgruppe Thermomanagementmodul im Berichtsjahr aufgrund hochlaufender Projekte gegen die allgemeine Marktentwicklung.
Der Umsatz im UB Getriebesystemesank um 12,8 % (währungsbereinigt: -10,8 %), was auf die Umsatzentwicklung aller wesentlichen Produktgruppen zurückzuführen war. Allerdings entwickelten sich im zweiten Halbjahr insbesondere die Komponenten für automatisierte Getriebe positiv gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der UB Fahrwerksystemeverzeichnete einen Umsatzrückgang um 16,7 % (währungsbereinigt: -14,8 %). Die Umsatzerlöse aller wesentlichen Produktgruppen sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Die Umsatzkosten der Sparte sanken im Berichtszeitraum um 11,6 % auf 6.331 Mio. EUR (Vj.: 7.163 Mio. EUR). Ausschlaggebend hierfür waren Volumeneffekte, teilweise bereits im Vorjahr initiierte Struktur- und Effizienzmaßnahmen im Rahmen von „RACE“ sowie Anpassungen der Kosten an die veränderte Nachfrage, bspw. durch Kurzarbeit. Gegenläufig wirkten Aufwendungen für Kapazitätsanpassungen im Anlagevermögen und nicht personalbezogene Rückstellungen. Das Bruttoergebnis ging v. a. volumenbedingt um 20,8 % auf 1.490 Mio. EUR (Vj.: 1.881 Mio. EUR) zurück. Die Bruttomarge fiel im Berichtsjahr v. a. aufgrund von Fixkosteneffekten auf 19,1 % (Vj.: 20,8 %). Hierbei lag die Bruttomarge im zweiten Halbjahr mit 23,2% aufgrund steigender Umsatzerlöse sowie durch konsequentes Kostenmanagement, positive Wirkungen aus Kurzarbeit und vorteilhaften Rohmaterialpreisen deutlich über der Vorjahresperiode (H2 2019: 20,7 %).
Die Kosten der Funktionsbereichesanken im Berichtsjahr um 12,7 % auf 1.193 Mio. EUR (Vj.: 1.367 Mio. EUR). Hierzu trugen v. a. Kostenanpassungen an die veränderte Nachfrage bei, bspw. durch Kurzarbeit. Darüber hinaus wirkten bereits im Vorjahr initiierte Maßnahmen zur Effizienzsteigerung im Rahmen von „RACE“. Trotz des erheblichen Umsatzrückgangs stiegen die Kosten der Funktionsbereiche im Verhältnis zum Umsatz nur auf 15,3 % (Vj.: 15,1 %). Der Aufwand für Forschung und Entwicklung sank auf 597 Mio. EUR(Vj.: 672 Mio. EUR), u. a. aufgrund der weiter verstärkten Fokussierung auf wesentliche strategische Geschäftsfelder und auch Verzögerungen in einzelnen Kundenprojekten infolge der Coronavirus-Pandemie. Die F&E-Quote vom Umsatz betrug 7,6 % (Vj.: 7,4 %). Die Vertriebs- und Verwaltungskosten reduzierten sich auf 596 Mio. EUR (Vj.: 695 Mio. EUR), was über o. g. Effekte hinaus auch auf volumenbedingt reduzierte Logistikkosten zurückzuführen war.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 2 | |
Wirtschaftsbericht | Ertragslage | |||
Das EBIT der Sparte Automotive Technologies lag im Berichtsjahr bei -330 Mio. EUR (Vj.: 286 Mio. EUR) und die EBIT-Marge bei -4,2 % (Vj.: 3,2 %). Das EBIT wurde im Berichtszeitraum durch Sondereffekte in Höhe von insgesamt 608 Mio. EUR (Vj.: 209 Mio. EUR) belastet, die größtenteils in den Sonstigen Aufwendungen und Erträgen sowie zu einem geringen Teil in den Umsatz- und Funktionskosten erfasst wurden. Hierin enthalten waren Aufwendungen in Höhe von 347 Mio. EUR für die Ausweitung des Programms „RACE“, insbesondere im Zusammenhang mit dem Abbau von Arbeitsplätzen zur Anpassung von strukturellen Überkapazitäten. Hiervon entfallen 294 Mio. EUR auf das im September 2020 verabschiedete Maßnahmenpaket. Des Weiteren wurde im Berichtszeitraum eine Wertminderung des der Sparte Automotive Technologies zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes um 249 Mio. EUR zum 31. März 2020 erfasst, da die Coronavirus-Pandemie zu einer erhöhten Unsicherheit in Bezug auf den künftigen Geschäftsverlauf und somit zu veränderten Annahmen im Rahmen der Ermittlung des erzielbaren Betrags von Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten führt.
Auf dieser Basis sank das EBIT vor Sondereffekten deutlich um 44,0 % auf 278 Mio. EUR (Vj.: 496 Mio. EUR) und die Marge auf 3,6 % (Vj.: 5,5 %). Hierbei konnte die EBIT-Marge vor Sondereffekten – insb. aufgrund der o. g. Struktur- und Kostenanpassungen – im zweiten Halbjahr mit 10,0 % sowohl ggü. der ersten Jahreshälfte (H1 2020: -5,5 %) als auch ggü. der Vorjahresperiode (H2 2019: 6,1 %) verbessert werden.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Wirtschaftsbericht | Ertragslage | |||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Wirtschaftsbericht | Ertragslage | |||
Ertragslage Sparte Automotive Aftermarket
Die Umsatzerlöse der Sparte Automotive Aftermarket sanken im Berichtszeitraum volumenbedingt um 11,2 % (währungsbereinigt: -7,0 %) auf 1.641 Mio. EUR (Vj.: 1.848 Mio. EUR). Nachdem in der ersten Jahreshälfte der Umsatz v. a. infolge der Coronavirus-Pandemie währungsbereinigt noch um 14,8 % sank, war die Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr sequenziell verbessert. Insgesamt lag der Umsatz im zweiten Halbjahr leicht über dem Vorjahreswert (währungsbereinigt: +0,5 %), was maßgeblich auf die Umsatzentwicklung in der Region Americas zurückzuführen war.
In der Region Europa sanken die Umsatzerlöse im Berichtsjahr um 9,6 % (währungsbereinigt: -7,8 %). Nach einem Umsatzrückgang in der ersten Jahreshälfte um währungsbereinigt 13,3 % sank der Umsatz im zweiten Halbjahr währungsbereinigt nur noch um 2,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die deutlichen Erholungstendenzen sind v. a. auf die Umsatzentwicklung im Independent Aftermarket-Geschäft in den Subregionen Westeuropa sowie Zentral- und Osteuropa zurückzuführen.
Die Region Americas verzeichnete im Berichtszeitraum einen Umsatzrückgang um 17,1 % (währungsbereinigt -4,3 %). Nachdem in der ersten Jahreshälfte noch ein Umsatzrückgang um währungsbereinigt 19,5 % zu verzeichnen war, konnte im zweiten Halbjahr ein Umsatz-Plus in Höhe von 11,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum erzielt werden. Insbesondere das Independent Aftermarket-Geschäft in der Subregion Südamerika erzielte hierbei ein deutliches Umsatzwachstum.
In der Region Greater China sanken die Umsatzerlöse um 4,8 % (währungsbereinigt: -1,9 %). Nach einem deutlichen Umsatzrückgang in der ersten Jahreshälfte um währungsbereinigt 12,3 % stiegen die Umsatzerlöse im zweiten Halbjahr ggü. dem Vorjahreszeitraum an (währungsbereinigt: +8,8 %), insbesondere aufgrund des Independent Aftermarket-Geschäfts.
In der Region Asien/Pazifik sanken die Umsatzerlöse um 16,7 % (währungsbereinigt: -12,3 %). Nachdem in der ersten Jahreshälfte noch ein währungsbereinigter Umsatzrückgang um 27,0 % zu verzeichnen war, konnte im zweiten Halbjahr ein Umsatz-Plus in Höhe von währungsbereinigt 2,5 % erzielt werden, was maßgeblich auf das Independent Aftermarket-Geschäft in der Subregion Indien zurückzuführen war.
Die Umsatzkosten der Sparte Automotive Aftermarket gingen im Berichtszeitraum v. a. volumenbedingt um 11,2 % auf 1.078 Mio. EUR (Vj.: 1.215 Mio. EUR) zurück. Das Bruttoergebnis sank um 11,2 % auf 562 Mio. EUR (Vj.: 634 Mio. EUR). Die Bruttomarge lag mit 34,3 % u. a. bedingt durch positive Mixeffekte im Umsatz auf Vorjahresniveau (Vj.: 34,3 %).
Die Kosten der Funktionsbereiche gingen im Berichtsjahr um 9,2 % auf 300 Mio. EUR (Vj.: 330 Mio. EUR) zurück. Neben volumenbedingten Reduzierungen trugen insbesondere im Vorjahr initiierte Maßnahmen im Rahmen von „GRIP“ zur Anpassung der Personal- und Sachkosten bei. Gegenläufig wirkten im dritten und vierten Quartal 2020 derzeit hochlaufende Kosten durch die Inbetriebnahme des Montage- und Verpackungszentrums in Halle (Saale). Im Verhältnis zum Umsatz lagen die Kosten der Funktionsbereiche mit 18,3 % über Vorjahresniveau (Vj.: 17,9 %).
Das EBIT der Sparte Automotive Aftermarket sank im Berichtsjahr um 20,9 % auf 229 Mio. EUR (Vj.: 290 Mio. EUR) und die EBIT-Marge auf 14,0 % (Vj.: 15,7 %). Das EBIT war im Berichtszeitraum durch Sondereffekte in Höhe von insgesamt 30 Mio. EUR (Vj.: 15 Mio. EUR) belastet, die größtenteils in den Sonstigen Aufwendungen und Erträgen sowie zu einem geringen Teil in den Funktionskosten erfasst wurden. Diese betrafen Aufwendungen für die Ausweitung von „GRIP“, insbesondere im Zusammenhang mit dem Abbau von Arbeitsplätzen zur Anpassung von strukturellen Überkapazitäten. Hiervon entfallen 23 Mio. EUR auf das im September 2020 verabschiedete Maßnahmenpaket.
Auf dieser Basis sank das EBIT vor Sondereffekten um 15,1 % auf 259 Mio. EUR (Vj.: 305 Mio. EUR). Die EBIT-Marge vor Sondereffekten lag trotz des deutlichen Umsatzrückgangs bei 15,8 % (Vj.: 16,5 %). Hierbei konnte die EBIT-Marge vor Sondereffekten – insb. aufgrund der o. g. Kostenanpassungen – im zweiten Halbjahr mit 17,4 % ggü. der ersten Jahreshälfte (H1 2020: 13,8 %) verbessert werden und erreichte wieder das Niveau des Vorjahreszeitraums (H2 2019: 17,4 %).
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Wirtschaftsbericht | Ertragslage | |||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Wirtschaftsbericht | Ertragslage | |||
Ertragslage Sparte Industrial
Die Umsatzerlöse in der Sparte Industrial sanken im Berichtszeitraum volumenbedingt um 11,2 %
(währungsbereinigt: -9,2 %) auf 3.138 Mio. EUR (Vj.: 3.535 Mio. EUR). Nachdem der währungsbereinigte Umsatzrückgang in der ersten Jahreshälfte insbesondere infolge der Coronavirus-Pandemie 12,8 % betrug, zeigte sich die Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr robuster. Das Umsatz-Minus betrug hier währungsbereinigt 5,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insbesondere das weiterhin deutliche Umsatz-Plus in der Region Greater China im Sektorcluster Wind sowie die Umsatzentwicklung in den Regionen Americas und Asien/Pazifik trugen hierzu bei.
Der Umsatz in der Region Europasank im Berichtszeitraum um 19,0 % (währungsbereinigt: -18,4 %), was insbesondere auf Industrial Distribution und den Sektorcluster Industrial Automation zurückzuführen war. Die Umsatzerlöse in den anderen Sektorclustern gingen mit Ausnahme von Wind – hier war ein Umsatzanstieg zu verzeichnen – ebenfalls deutlich zurück. Nachdem der Umsatz in der ersten Jahreshälfte bereits deutlich um 20,6 % sank, ging das Umsatzvolumen im zweiten Halbjahr nochmals weiter zurück. Zwar war der prozentuale Rückgang gegenüber dem Vorjahr im zweiten Halbjahr mit 16,0 % weniger stark. Jedoch ist dies auf einen Basiseffekt zurückzuführen, da auch bereits im zweiten Halbjahr 2019 die Nachfrage gering war. Neben dem Umsatzrückgang v. a. im Sektorcluster Industrial Automation war dies auch auf die abnehmende Umsatzdynamik im Sektorcluster Wind zurückzuführen.
Die Region Americasverzeichnete im Berichtsjahr einen starken Umsatzrückgang um 17,2 % (währungsbereinigt: -13,5 %). Belastend auf die Umsatzentwicklung wirkte v. a. der deutliche Rückgang bei Industrial Distribution und in den Sektorclustern Raw Materials und Aerospace. Zudem sanken mit Ausnahme von Wind die Umsatzerlöse auch in allen weiteren Sektorclustern. Nach einem Umsatzrückgang in der ersten Jahreshälfte um währungsbereinigt 16,8 % hat sich die Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr über nahezu alle Sektorcluster und Industrial Distribution zwar sequenziell leicht verbessert, dennoch sank der Umsatz währungsbereinigt um 10,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, der seinerseits bereits von einer abgeschwächten Dynamik gekennzeichnet war.
In der Region Greater China stiegen die Umsatzerlöse im Berichtszeitraum um 16,3 % (währungsbereinigt: +18,1 %), was maßgeblich auf die positive Entwicklung in den Sektorclustern Wind und Power Transmission zurückzuführen war. Dagegen wirkte sich insbesondere der Umsatzrückgang im Sektorcluster Railway negativ auf die Umsatzentwicklung der Region aus. Nachdem in der ersten Jahreshälfte bereits ein Umsatz-Plus in Höhe von währungsbereinigt 17,6 % erzielt wurde, stieg der Umsatz der Region insbesondere aufgrund der starken Nachfrage nach Produkten für Windkraftanlagen im zweiten Halbjahr währungsbereinigt um 18,5 % erneut stark gegenüber dem Vorjahreszeitraum an.
Die Umsatzerlöse in der Region Asien/Pazifiklagen um 17,6 % deutlich unter Vorjahr (währungsbereinigt: -13,6 %). Der Umsatzrückgang ist maßgeblich auf Industrial Distribution und den Sektorcluster Two-Wheelers zurückzuführen. Nach einem Umsatzrückgang in der ersten Jahreshälfte um währungsbereinigt 23,4 % sank der Umsatz im zweiten Halbjahr währungsbereinigt nur noch um 3,6 % gegenüber der Vorjahresperiode. Die verbesserte Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr ist insbesondere auf Industrial Distribution und den Sektorcluster Two-Wheelers zurückzuführen.
Die Umsatzkosten der Sparte Industrial sanken im Berichtsjahr um 7,8 % auf 2.282 Mio. EUR (Vj.: 2.476 Mio. EUR). Ausschlaggebend hierfür waren Volumeneffekte, teilweise bereits im Vorjahr initiierte Struktur- und Effizienzmaßnahmen im Rahmen von „FIT“ sowie Anpassungen der Kosten an die veränderte Nachfrage, bspw. durch Kurzarbeit. Gegenläufig wirkten Aufwendungen für Kapazitätsanpassungen im Anlagevermögen und nicht personalbezogene Rückstellungen. Das Bruttoergebnis sank um 19,2 % auf 856 Mio. EUR (Vj.: 1.059 Mio. EUR). Die Bruttomarge fiel v. a. aufgrund von Fixkosteneffekten im Zusammenhang mit dem Volumenrückgang um 2,7 %-Punkte auf 27,3 % (Vj.: 30,0 %).
Die Kosten der Funktionsbereiche sanken im Berichtsjahr um 11,5 % auf 606 Mio. EUR (Vj.: 686 Mio. EUR). Hierzu trugen v. a. Kostenanpassungen an die veränderte Nachfrage bei, bspw. durch Kurzarbeit. Im Verhältnis zum Umsatz lagen die Kosten der Funktionsbereiche mit 19,3 % nahezu auf Vorjahresniveau (Vj.: 19,4 %). Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen 140 Mio. EUR (Vj.: 152 Mio. EUR). Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sanken um 12,6 % auf 467 Mio. EUR (Vj.: 534 Mio. EUR), was über die o. g. Effekte hinaus auch auf volumenbedingt reduzierte Logistikkosten zurückzuführen war.
Das EBIT der Sparte Industrial lag im Berichtsjahr bei -43 Mio. EUR (Vj.: 214 Mio. EUR) und die EBIT-Marge bei -1,4 % (Vj.: 6,0 %). Das EBIT war durch Sondereffekte in Höhe von insgesamt 309 Mio. EUR (Vj. 147 Mio. EUR) belastet, die größtenteils in den Sonstigen Aufwendungen und Erträgen sowie zu einem geringen Teil in den Umsatzkosten erfasst wurden. Diese betrafen Aufwendungen für die Ausweitung des Programms „FIT“, insbesondere im Zusammenhang mit dem Abbau von Arbeitsplätzen zur Anpassung von strukturellen Überkapazitäten. Hiervon entfallen 263 Mio. EUR auf das im September 2020 verabschiedete Maßnahmenpaket.
Auf dieser Basis sank das EBIT vor Sondereffekten um 26,3 % auf 266 Mio. EUR (Vj.: 361 Mio. EUR). Die EBIT-Marge vor Sondereffekten fiel um 1,7 %-Punkte auf 8,5 % (Vj.: 10,2 %). Hierbei sank die EBIT-Marge vor Sondereffekten – insb. aufgrund der o. g. Volumeneffekten – im zweiten Halbjahr mit 8,0 % ggü. der ersten Jahreshälfte (H1 2020: 9,0 %) sowie ggü. der Vorjahresperiode (H2 2019: 9,6 %).
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Wirtschaftsbericht | Ertragslage | |||
Betriebswirtschaftliche Kennzahlen und Sondereffekte
Die Informationen zur Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Schaeffler Gruppe beruhen auf den Anforderungen der International Financial Reporting Standards (IFRS) und, soweit anwendbar, des deutschen Handelsrechts und der Deutschen Rechnungslegungs Standards (DRS).
Zusätzlich zu den durch diese Standards geforderten Angaben veröffentlicht die Schaeffler Gruppe betriebswirtschaftliche Kennzahlen, die nicht Bestandteil der geltenden Rechnungslegungsvorschriften sind. Zu deren Darstellung werden die Leitlinien zu alternativen Leistungskennzahlen der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA beachtet. Diese Kennzahlen sind als ergänzende Informationen anzusehen. Sie werden mit dem Ziel ermittelt, eine Vergleichbarkeit im Zeitablauf bzw. zwischen Branchen zu ermöglichen. Dies erfolgt durch bestimmte Anpassungen respektive die Berechnung von Relationen der nach den geltenden Rechnungslegungsvorschriften aufgestellten Gewinn- und Verlust-, Bilanz- sowie Kapitalflussrechnungsposten.
Betriebswirtschaftliche Kennzahlen
Zu diesen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zählen EBIT,
EBITDA, Verschuldungsgrad, ROCE und SVA. Die wesentliche Kennzahl zur Beurteilung der operativen Geschäftstätigkeit ist das EBIT sowie die EBIT-Marge. Das EBIT ist definiert als Ergebnis vor Finanzergebnis, at-Equity bewerteten Beteiligungen und Ertragsteuern. Die EBIT-Marge stellt das Verhältnis des EBIT zum Umsatz dar. Neben dem EBIT wird das sog. EBITDA berechnet, das dem EBIT vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen entspricht. Es wird v. a. zur Berechnung des Verschuldungsgrades herangezogen. Der Verschuldungsgrad dient der Beurteilung der Finanzierungsstruktur und entspricht dem Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu EBITDA, wobei die Netto-Finanzschulden als Summe aus den lang- und kurzfristigen Finanzschulden abzüglich der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente definiert sind. Die zentrale wertorientierte Steuerungsgröße in der Schaeffler Gruppe ist der ROCE sowie der mit dieser Größe eng verknüpfte SVA.
Im Geschäftsjahr 2020 wird für die Berechnung des SVA auf Basis der letzten zwölf Monate ein langfristiger Kapitalkostensatz in Höhe von 9 % angewendet. Für Perioden bis Ende des Geschäftsjahres 2019 wird für diese Berechnung ein langfristiger Kapitalkostensatz in Höhe von 10 % angewendet. Bei der Ermittlung des durchschnittlich gebundenen Kapitals wird der Jahresdurchschnitt als arithmetisches Mittel der vier Stichtagswerte zum Quartalsende ermittelt.
Zusätzlich werden weitere Kennzahlen ermittelt, die nicht Bestandteil der geltenden Rechnungslegungsvorschriften sind. Diese werden in den entsprechenden Kapiteln definiert und dargestellt.
Mehr zur Konzernsteuerung ab Seite 15ff.
Sondereffekte
Um eine möglichst transparente Beurteilung der Geschäftsentwicklung zu ermöglichen, werden die oben genannten Kennzahlen vor Sondereffekten (=bereinigt) dargestellt. Die Sondereffekte betreffen solche Einflüsse, die aufgrund der Einschätzung des Vorstands in ihrer Art, in ihrer Häufigkeit und/oder in ihrem Umfang geeignet sind, die Aussagekraft der finanziellen Kennzahlen über die Nachhaltigkeit der Ertragskraft der Schaeffler Gruppe zu beeinträchtigen. Darüber hinaus wird – zur Ermittlung der Ausschüttungsquote an die Aktionäre – das den Anteilseignern des Mutterunternehmens zurechenbare Konzernergebnis vor Sondereffekten dargestellt.
Neben der Darstellung vor Sondereffekten werden für eine möglichst transparente Beurteilung der Geschäftsentwicklung die Umsatzzahlen währungsbereinigt dargestellt. Die währungsbereinigten Umsatzzahlen werden berechnet, indem die Umsatzerlöse in funktionaler Währung der aktuellen Berichtsperiode sowie der Vorjahres- bzw. Vergleichsperiode mit einem einheitlichen Wechselkurs umgerechnet werden.
Der Free Cash Flow (FCF) wird ermittelt als Summe des Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit und des Cash Flow aus Investitionstätigkeit sowie der Tilgungszahlungen aus Leasing- verbindlichkeiten. Zudem wird der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten dargestellt. M&A-Aktivitäten umfassen den Erwerb oder die Veräußerung von Gesellschaften und Geschäftsbereichen. Zur Beurteilung der Kapitalbindungsdauer wird die FCF-Conversion ermittelt. Diese entspricht dem Verhältnis von FCF vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten zu EBIT.
Die Sondereffekte werden den Kategorien Rechtsfälle, Restrukturierungen und Sonstige zugeordnet. In der Kategorie Restrukturierungen werden insbesondere Aufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen im Sinne des IAS 37 sowie damit in engem Zusammenhang stehende Aufwendungen wie bspw. für Leistungen an Arbeitnehmer aus Anlass der Beendigung von Arbeitsverhältnissen im Sinne des IAS 19 erfasst. In der Kategorie Sonstige wurde in der Berichtsperiode eine Wertminderung von Geschäfts- oder Firmenwerten im Sinne des IAS 36 erfasst.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 2 | |
Wirtschaftsbericht | Ertragslage | |||
Überleitungsrechnung | ||||||||||||||||
2020 | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | |||||||||
Gewinn- und Verlustrechnung (in Mio. EUR) | Gesamt | Automotive Technologies | Automotive Aftermarket | Industrial | ||||||||||||
EBIT | -143 | 790 | -330 | 286 | 229 | 290 | -43 | 214 | ||||||||
• in % vom Umsatz | -1,1 | 5,5 | -4,2 | 3,2 | 14,0 | 15,7 | -1,4 | 6,0 | ||||||||
Sondereffekte | 946 | 372 | 608 | 209 | 30 | 15 | 309 | 147 | ||||||||
• Rechtsfälle | 21 | -13 | 12 | 0 | 3 | 0 | 6 | -13 | ||||||||
• Restrukturierungen | 676 | 384 | 347 | 209 | 26 | 15 | 303 | 160 | ||||||||
- davon Programm "RACE" | 350 | 204 | 350 | 204 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
- davon Programm "GRIP" | 27 | 15 | 0 | 0 | 27 | 15 | 0 | 0 | ||||||||
- davon Programm "FIT" | 304 | 137 | 0 | 0 | 0 | 0 | 304 | 137 | ||||||||
- Weitere Restrukturierungen | -5 | 28 | -3 | 5 | -1 | 0 | -1 | 23 | ||||||||
• Sonstige | 249 | 0 | 249 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
EBIT vor Sondereffekten | 803 | 1.161 | 278 | 496 | 259 | 305 | 266 | 361 | ||||||||
• in % vom Umsatz | 6,4 | 8,1 | 3,6 | 5,5 | 15,8 | 16,5 | 8,5 | 10,2 | ||||||||
Konzernergebnis 1) | -424 | 428 | ||||||||||||||
Sondereffekte | 946 | 372 | ||||||||||||||
• Rechtsfälle | 21 | -13 | ||||||||||||||
• Restrukturierungen | 676 | 384 | ||||||||||||||
• Sonstige | 249 | 0 | ||||||||||||||
– Steuereffekt 2) | -197 | -115 | ||||||||||||||
Konzernergebnis vor Sondereffekten 1) | 325 | 686 | ||||||||||||||
Bilanz (in Mio. EUR) | 31.12.2020 | 31.12.2019 | ||||||||||||||
Netto-Finanzschulden | 2.312 | 2.526 | ||||||||||||||
/ EBITDA | 1.116 | 1.769 | ||||||||||||||
Verschuldungsgrad | 2,1 | 1,4 | ||||||||||||||
Netto-Finanzschulden | 2.312 | 2.526 | ||||||||||||||
/ EBITDA vor Sondereffekten | 1.793 | 2.116 | ||||||||||||||
Verschuldungsgrad vor Sondereffekten | 1,3 | 1,2 | ||||||||||||||
Kapitalflussrechnung (in Mio. EUR) | 2020 | 2019 | ||||||||||||||
EBITDA | 1.116 | 1.769 | ||||||||||||||
Sondereffekte | 677 | 347 | ||||||||||||||
• Rechtsfälle | 21 | -13 | ||||||||||||||
• Restrukturierungen | 656 | 360 | ||||||||||||||
• Sonstige | 0 | 0 | ||||||||||||||
EBITDA vor Sondereffekten | 1.793 | 2.116 | ||||||||||||||
Free Cash Flow (FCF) | 552 | 372 | ||||||||||||||
-/+ Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten | -13 | 101 | ||||||||||||||
FCF vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten | 539 | 473 | ||||||||||||||
FCF vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten | 539 | 473 | ||||||||||||||
/ EBIT | -143 | 790 | ||||||||||||||
FCF-Conversion 3) | - | 0,6 | ||||||||||||||
Wertorientierte Steuerung (in Mio. EUR) | ||||||||||||||||
EBIT | -143 | 790 | ||||||||||||||
/ Durchschnittlich gebundenes Kapital | 7.982 | 8.778 | ||||||||||||||
ROCE (in %) | -1,8 | 9,0 | ||||||||||||||
EBIT vor Sondereffekten | 803 | 1.161 | ||||||||||||||
/ Durchschnittlich gebundenes Kapital | 7.982 | 8.778 | ||||||||||||||
ROCE vor Sondereffekten (in %) | 10,1 | 13,2 | ||||||||||||||
EBIT | -143 | 790 | ||||||||||||||
– Kapitalkosten | 718 | 878 | ||||||||||||||
Schaeffler Value Added (SVA) | -862 | -88 | ||||||||||||||
EBIT vor Sondereffekten | 803 | 1.161 | ||||||||||||||
– Kapitalkosten | 718 | 878 | ||||||||||||||
SVA vor Sondereffekten | 84 | 284 | ||||||||||||||
1) Den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnen. | ||||||||||||||||
2) Basierend auf der Konzernsteuerquote von 28,7% bzw. den gesellschaftsindividuellen Steuersätzen unter Berücksichtigung landesspezifischer steuerlicher Gegebenheiten; berechnet auf die Sondereffekte in den Kategorien Rechtsfälle und Restrukturierungen (die in der Kategorie Sonstige enthaltene Wertminderung auf Geschäfts- oder Firmenwerte ist steuerlich nicht abzugsfähig). | ||||||||||||||||
3) Darstellung nur, wenn Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten und EBIT positiv. | ||||||||||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Wirtschaftsbericht | Vermögenslage und Kapitalstruktur | |||
4 Finanzlage und Finanzmanagement
Cash Flow und Liquidität
Cash Flow | |||||||
in Mio. EUR | 2020 | 2019 | Veränderung | ||||
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | 1.254 | 1.578 | -20,5 | ||||
Cash Flow aus Investitionstätigkeit | -642 | -1.147 | -44,0 | ||||
• davon Ein-/Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen | 15 | -105 | - | ||||
• davon Aus-/Einzahlungen aus der Veräußerung von Tochterunternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen | -3 | 4 | - | ||||
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit | 526 | -572 | - | ||||
• davon Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten | -60 | -60 | 0,1 | ||||
Nettozunahme/-abnahme des Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten | 1.138 | -140 | - | ||||
Wechselkursbedingte Veränderung des Bestands an | -50 | 8 | - | ||||
Konsolidierungskreisbedingte Veränderung des Bestands an Zahlungsmitteln und | 1 | 0 | - | ||||
Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten am Periodenbeginn | 668 | 801 | -16,6 | ||||
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.758 | 668 | > 100 | ||||
Free Cash Flow (FCF) | 552 | 372 | 48,4 | ||||
Free Cash Flow (FCF) vor Ein- und Auszahlungen für | 539 | 473 | 14,0 | ||||
Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit lag im Berichtsjahr mit 1.254 Mio. EUR (Vj.: 1.578 Mio. EUR) deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Dies ist v. a. auf das rückläufige
EBITDA und Auszahlungen für Restrukturierungen zurückzuführen. Gegenläufig wirkten jedoch die nicht zahlungswirksamen Zuführungen zu Rückstellungen. Aufgrund der rückläufigen Geschäftsentwicklung lagen auch die Auszahlungen für das Working Capital mit 8 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahreswert in Höhe von 224 Mio. EUR. Das Working Capital Ratio, definiert als Verhältnis von Working Capital zu Umsatz, betrug zum 31. Dezember 2020 19,8 % (Vj.: 18,4 %). Ein Zahlungsmittelabfluss in Höhe von 50 Mio. EUR resultierte im zweiten Quartal aus einer Reduzierung des Finanzierungsvolumens unter dem ABCP-Programm (Asset Backed Commercial Paper-Programm).
Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (Capex) sanken im Berichtsjahr um 412 Mio. EUR auf 632 Mio. EUR (Vj.: 1.045 Mio. EUR). Neben – bereits im Vorjahr initiierten – Maßnahmen zur Steigerung der Kapitaleffizienz wurde die Investitionstätigkeit im Berichtszeitraum auch an die Geschäftsentwicklung angepasst.
Für M&A-Aktivitäten sind 2020 im Saldo 13 Mio. EUR zugeflossen (Vj.: Mittelabfluss netto: 101 Mio. EUR).
Von den sonstigen Auszahlungen der Investitionstätigkeit betrafen 40 Mio. EUR (Vj.: 26 Mio. EUR) die Ausreichung von Darlehen an Gemeinschaftsunternehmen
Im Berichtsjahr flossen aus Finanzierungstätigkeit Mittel in Höhe von 526 Mio. EUR zu (Vj.: Mittelabfluss in Höhe von 572 Mio. EUR). Diese standen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Emission neuer Anleihen in Höhe von 1,5 Mrd. EUR, der Platzierung von Schuldscheindarlehen in Höhe von 557 Mio. EUR und der Begebung von Commercial Paper in Höhe von 30 Mio. EUR. Dem gegenüber standen Auszahlungen für die Tilgung von Anleihen in Höhe von 795 Mio. EUR und die vollständige Rückzahlung des Investitionsdarlehens in Höhe von 250 Mio. EUR. Darüber hinaus flossen für die Tilgung von kurzfristigen Finanzschulden aus dem Vorjahr 167 Mio. EUR ab. Die in 2020 getätigten Auszahlungen für Dividenden betrafen mit 295 Mio. EUR die Dividende an die Aktionäre der Schaeffler AG im zweiten Quartal 2020. Die Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten lagen mit 60 Mio. EUR auf Vorjahresniveau.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente erhöhten sich zum 31. Dezember 2020 um 1.090 Mio. EUR auf 1.758 Mio. EUR (Vj.: 668 Mio. EUR). Der Zahlungsmittelbestand steht auch für die Rückzahlung der in 2022 fälligen Anleihe mit einem Nominalvolumen in Höhe von 545 Mio. EUR zur Verfügung.
Der Free Cash Flow wird ermittelt als Summe des Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit und des Cash Flow aus Investitionstätigkeit sowie der Tilgungszahlungen aus Leasingverbindlichkeiten. Im Berichtsjahr ergab sich ein Free Cash Flow in Höhe von 552 Mio. EUR (Vj.: 372 Mio. EUR). Der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten lag bei 539 Mio. EUR (Vj.: 473 Mio. EUR).
Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zum 31. Dezember 2020 umfasste Bankguthaben und kurzfristigen Geldanlagen. Davon entfielen 253 Mio. EUR (Vj.: 413 Mio. EUR) auf Länder mit Devisenverkehrsbeschränkungen und anderen gesetzlichen und vertraglichen Einschränkungen. Ferner verfügt die Schaeffler Gruppe über eine revolvierende Betriebsmittellinie in Höhe von 1,8 Mrd. EUR (Vj.: 1,8 Mrd. EUR) sowie weitere bilaterale Kreditlinien in Höhe von 285 Mio. EUR (Vj.: 246 Mio. EUR), von denen zum 31. Dezember 2020 13 Mio. EUR gezogen waren. Weiterhin waren 38 Mio. EUR (Vj.: 74 Mio. EUR) dieser Betriebsmittellinien durch Kontokorrent- und Avalkredite ausgenutzt. Nach Abzug von Bankguthaben in Ländern mit Devisenverkehrsbeschränkungen und anderen gesetzlichen und vertraglichen Einschränkungen ergibt sich eine verfügbare Liquiditätsposition in Höhe von 3.478 Mio. EUR.
Investitionen
Die Investitionsauszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (Capex) sanken im Berichtsjahr deutlich um 412 Mio. EUR bzw. 39,5 % auf 632 Mio. EUR (Vj.: 1.045 Mio. EUR). Die Investitionsauszahlungen bezogen auf den Umsatz (Capex-Quote) lagen bei 5,0 % (Vj.: 7,2 %). Von den gesamten Investitionsauszahlungen entfiel der weitaus größte Anteil auf die Region Europa.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 2 | |
Wirtschaftsbericht | Vermögenslage und Kapitalstruktur | |||
Gemessen an den Zugängen zu den immateriellen Vermögenswerten und dem Sachanlagevermögen lag das Investitionsvolumen bei 639 Mio. EUR (Vj.: 933 Mio. EUR). Hierbei entfielen auf die Sparte Automotive Technologies rund 58 %, auf die Sparte Automotive Aftermarket rund 4 % und auf die Sparte Industrial rund 38 %. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit wurde insbesondere in die strategische Ausrichtung der Logistik sowie in Kapazitätserweiterungen und Anlagen für Produktanläufe investiert.
Der größte Anteil des Investitionsvolumens entfiel auf die Region Europa. Hier wurden u.a. Investitionen in das Montage- und Verpackungszentrum „AKO“ in Halle (Saale) getätigt. Darüber hinaus wurden in der Sparte Automotive Technologies Mittel für neue Produktanläufe und Kapazitätserweiterungen u.a. für Kundenaufträge im Bereich E-Mobilität eingesetzt. In der Sparte Industrial wurde hauptsächlich in den Ausbau für Produktionskapazitäten für das Wälzlagergeschäft investiert.
In der Region Americas wurde insbesondere in Anlagen für neue Produktanläufe sowie in den Ausbau von Kapazitäten in den Unternehmensbereichen Getriebesysteme und E-Mobilität investiert. In der Sparte Industrial wurde u.a. in die Erweiterung der Produktionskapazitäten sowie für neue Produktanläufe investiert.
In der Region Greater China wurde im Wesentlichen in den Kapazitätsaufbau und Produktanläufe investiert. Investitionen entfielen hierbei insbesondere in der Sparte Automotive Technologies auf die Bereiche Getriebe- und Motorsysteme. In der Sparte Industrial entfielen die wesentlichen Investitionen auf das Wälzlagergeschäft.
Die Region Asien/Pazifik hat im Jahr 2020 v. a. in die Erweiterung der Produktionskapazitäten der Sparte Industrial in Vietnam und Indien investiert. Daneben wurde in der Sparte Automotive Technologies hauptsächlich in die Unternehmensbereiche Getriebe- und Fahrwerk- sowie Motorensysteme investiert.
Die Reinvestitionsrate lag in der Berichtsperiode bei 0,67 (Vj.: 1,01).Mittelfristig strebt die Schaeffler Gruppe eine durchschnittliche Reinvestitionsrate nahe 1 an.
Finanzschulden
Die Netto-Finanzschulden verringerten sich im Geschäftsjahr 2020 um 213 Mio. EUR auf 2.312 Mio. EUR (Vj.: 2.526 Mio. EUR).
Netto-Finanzschulden | ||||||
in Mio. EUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | Veränderung | |||
Anleihen | 3.476 | 2.781 | 25,0 | |||
Schuldscheindarlehen | 554 | 0 | - | |||
Revolving Credit Facility | -3 | 48 | - | |||
Investitionsdarlehen | 0 | 249 | - 100 | |||
Commercial Paper | 30 | 115 | -73,9 | |||
Sonstige Finanzschulden | 13 | 1 | > 100 | |||
Finanzschulden | 4.071 | 3.194 | 27,4 | |||
Zahlungsmittel und | 1.758 | 668 | > 100 | |||
Netto-Finanzschulden | 2.312 | 2.526 | -8,4 | |||
Der Verschuldungsgrad, definiert als Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu Ergebnis vor Finanzergebnis, at Equity bewerteten Beteiligungen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA), lag zum 31. Dezember 2020 bei 2,1 (Vj.: 1,4). Der Verschuldungsgrad vor Sondereffekten betrug 1,3 (Vj.: 1,2).
Das Gearing Ratio, definiert als Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu Eigenkapital inklusive nicht beherrschender Anteile, erhöhte sich zum 31. Dezember 2020 auf 125,8 % (Vj.: 86,6 %).
Am 15. Juni 2020 hat die Ratingagentur Moody’s die Ratings der Schaeffler Gruppe von zuvor „Baa3“ auf „Ba1“ herabgestuft (Ausblick stabil). Am 20. Juli 2020 hat die Ratingagentur Standard & Poor’s die Ratings der Schaeffler Gruppe von zuvor „BBB-“ auf „BB+“ gesenkt (Ausblick stabil). Fitch stuft die Schaeffler Gruppe weiterhin mit „BBB-“ als Investment Grade ein, hat aber am 20. März 2020 den Ausblick auf negativ gesetzt.
Die folgende Tabelle zeigt die Bonitätseinstufungen der Schaeffler Gruppe durch die drei Ratingagenturen Fitch, Moody’s sowie Standard & Poor’s zum 31. Dezember 2020:
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 3 | |
Wirtschaftsbericht | Vermögenslage und Kapitalstruktur | |||
Ratings der Schaeffler Gruppe | ||||||||
zum 31. Dezember | ||||||||
2020 | 2019 | 2020 | 2019 | |||||
Unternehmen | Anleihen | |||||||
Ratingagentur | Rating/Ausblick | Rating | ||||||
Fitch | BBB-/negativ | BBB-/stabil | BBB- | BBB- | ||||
Moody's | Ba1/stabil | Baa3/stabil | Ba1 | Baa3 | ||||
Standard & Poor's | BB+/stabil | BBB-/negativ | BB+ | BBB- | ||||
Die syndizierten Kredite der Schaeffler Gruppe setzten sich zum 31. Dezember 2020 wie folgt zusammen:
Syndizierte Kredite der Schaeffler Gruppe | ||||||||||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | 31.12.2020 | 31.12.2019 | 31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||||||||
Tranche | Währung | Nominalwert in Mio. | Buchwert in Mio. EUR | Zinssatz | Fälligkeit | |||||||||||
Revolving Credit Facility 2) | EUR | 1.800 | 1.800 | -3 | 48 | Euribor 1) | Euribor 1) | 30.09.2023 | ||||||||
Investitionsdarlehen 3) | EUR | 0 | 250 | 0 | 249 | Euribor 1) | Euribor 1) | 15.12.2022 | ||||||||
Summe | -3 | 297 | ||||||||||||||
1) Euribor Floor in Höhe von 0,00 %. | ||||||||||||||||
2) Zum 31. Dezember 2020 waren davon 27 Mio. EUR ausgenutzt in Form von Avalkrediten (31. Dezember 2019: 74 Mio. EUR, davon 21 Mio. EUR in Form von Avalkrediten). | ||||||||||||||||
3) Zum 14. Oktober 2020 wurde das Investitionsdarlehen vollständig vorzeitig zurückbezahlt. | ||||||||||||||||
Im zweiten Quartal 2020 hat die Schaeffler Gruppe erstmals Schuldscheindarlehen mit einem Nominalvolumen in Höhe von insgesamt 507 Mio. EUR (31. Dezember 2019: 0 Mio. EUR) mit Fälligkeiten in den Jahren 2023, 2025 und 2028 platziert. Aus diesen Mitteln dienen 300 Mio. EUR der Refinanzierung eines Portfolios von nachhaltigen Projekten gemäß dem „Green Finance Framework“ der Schaeffler Gruppe. Im dritten Quartal hat die Schaeffler Gruppe weitere Schuldscheindarlehen mit einem Nominalvolumen von 50 Mio. EUR und Fälligkeit im Jahr 2030 platziert.
Am 5. Oktober 2020 hat die Schaeffler Gruppe Anleihen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 1,5 Mrd. EUR am Kapitalmarkt platziert. Die Anleiheemission setzte sich aus zwei Tranchen mit jeweils 750 Mio. EUR zusammen. Die 5-jährige Anleihe hat einen Kupon von 2,750 % und die 8-jährige Anleihe einen Kupon von 3,375 %. Die Emissionserlöse wurden weitgehend zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten verwendet. Am 14. Oktober 2020 wurden das Investitionsdarlehen in Höhe von 238 Mio. EUR vollständig sowie ein Teilbetrag der im Jahr 2022 fällig werdenden Anleihe der Schaeffler AG in Höhe von 205 Mio. EUR vorzeitig zurückgezahlt. Darüber hinaus wurde am 4. November 2020 die letzte ausstehende Anleihe der Schaeffler Finance B.V. über 600 Mio. EUR vollständig zurückgezahlt.
Darüber hinaus bestanden im Konzern weitere bilateral zugesagte Kreditlinien in Höhe von umgerechnet 285 Mio. EUR (Vj.: 246 Mio. EUR), im Wesentlichen in Deutschland, USA und Südkorea. Hiervon waren zum 31. Dezember 2020 262 Mio. EUR (Vj.: 234 Mio. EUR) nicht ausgenutzt.7
Die Anleihen der Schaeffler Gruppe setzten sich zum 31. Dezember 2020 wie nachfolgend dargestellt zusammen. Die Anleihen der Schaeffler AG notieren im regulierten Markt der Luxemburger Börse. Die über die Schaeffler Finance B.V., Barneveld, Niederlande, begebene Anleihe wurde bis zu ihrer vollständigen Rückzahlung am 4. November 2020 im Euro MTF Segment der Luxemburger Börse geführt.
Anleihen der Schaeffler Gruppe | ||||||||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | 31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||||||||
ISIN | Währung | Nominalwert in Mio. | Buchwert in Mio. EUR | Kupon | Fälligkeit | |||||||||
DE000A2YB6991) | EUR | 545 | 750 | 543 | 747 | 1,125 % | 26.03.2022 | |||||||
DE000A2YB7A7 | EUR | 800 | 800 | 795 | 793 | 1,875 % | 26.03.2024 | |||||||
XS12124709722) | EUR | - | 600 | - | 597 | 3,250 % | 15.05.2025 | |||||||
DE000A289Q913) | EUR | 750 | - | 747 | - | 2,750 % | 12.10.2025 | |||||||
DE000A2YB7B5 | EUR | 650 | 650 | 645 | 644 | 2,875 % | 26.03.2027 | |||||||
DE000A3H2TA03) | EUR | 750 | - | 746 | - | 3,375 % | 12.10.2028 | |||||||
Summe | 3.495 | 2.800 | 3.476 | 2.781 | ||||||||||
1) Ausstehender Nominalbetrag: 544.668.000 EUR (seit 14.10.2020). | ||||||||||||||
2) Am 4. November 2020 erfolgte die vollständige Rückzahlung der Anleihe. | ||||||||||||||
3) Die Anleihe wurde am 12. Oktober 2020 begeben. | ||||||||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 4 | |
Wirtschaftsbericht | Vermögenslage und Kapitalstruktur | |||
Im Rahmen der bestehenden Fremdfinanzierung unterliegt die Schaeffler Gruppe Auflagen, die u. a. die Einhaltung eines Leverage Covenant beinhalten. Diese Finanzkennzahl wird laufend überwacht und regelmäßig an die kreditgebenden Banken berichtet. Im Geschäftsjahr 2020 wurde der Leverage Covenant entsprechend den kreditvertraglichen Regelungen wie in den Vorjahren durchgängig eingehalten.
Das Fälligkeitenprofil, bestehend aus Commercial Paper, Schuldscheindarlehen sowie den durch die Schaeffler AG begebenen Anleihen, setzte sich zum 31. Dezember 2020 wie folgt zusammen:
Finanzmanagement
Das Ziel des Finanzmanagements der Schaeffler Gruppe ist es, eine ausreichende Liquidität des Konzerns sowie der in- und ausländischen Tochterunternehmen zu jeder Zeit sicherzustellen. Das Finanzmanagement umfasst dabei insbesondere das Kapital- sowie das Liquiditätsmanagement.
Das zentral gesteuerte Kapitalmanagement stellt die von den Gesellschaften der Schaeffler Gruppe benötigten finanziellen Ressourcen bereit, gewährleistet die langfristige Liquiditätsversorgung und sichert die Kreditwürdigkeit der Schaeffler Gruppe. Darüber hinaus dient das Kapitalmanagement der Verwaltung und kontinuierlichen Optimierung der bestehenden Finanzverbindlichkeiten in Form der externen Konzernfinanzierung. Die Schaeffler Gruppe hat hierzu alle erforderlichen Voraussetzungen geschaffen, um effizient Fremd- und Eigenkapitalmittel über den Kapitalmarkt zu beschaffen. Auch zukünftig legt das Management der Schaeffler Gruppe besonderen Wert auf die Fähigkeit, Finanzinstrumente bei einer breiten Investorenbasis zu platzieren und die Konditionen zu optimieren. Hierzu sollen mittel- bis langfristig wieder bei allen Ratingagenturen Investment Grade-Ratings erreicht werden.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 5 | |
Wirtschaftsbericht | Vermögenslage und Kapitalstruktur | |||
Die externe Konzernfinanzierung wird in erster Linie durch Kapitalmarkt- und Geldmarktinstrumente, Schuldscheindarlehen sowie syndizierte und bilaterale Kreditlinien internationaler Banken gewährleistet. In diesem Zusammenhang ist insbesondere auch eine Revolving Credit Facility in Höhe von 1,8 Mrd. EUR vereinbart, die zur Abdeckung eines kurz- bis mittelfristigen Liquiditätsbedarfs zur Verfügung steht. Des Weiteren hat die Schaeffler AG ein Commercial Paper Programm mit einem Programmvolumen von bis zu 1,0 Mrd. EUR zur Deckung des kurzfristigen Liquiditätsbedarfs etabliert. Darüber hinaus nutzt die Schaeffler Gruppe in begrenztem Maße Forderungsverkaufsprogramme zur Liquiditätssteuerung und Verbesserung des Working Capital. Hierzu steht ein ABCP-Programm (Asset Backed Commercial Paper) zum revolvierenden Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem zugesagten Finanzierungsvolumen von 150 Mio. EUR (Vj.: 200 Mio. EUR) zur Verfügung. Des Weiteren kann die Schaeffler Gruppe selektiv ein weiteres Forderungsverkaufsprogramm ohne fest zugesagtes Finanzierungsvolumen nutzen.
Für die Finanzierung der in- und ausländischen Tochterunternehmen gilt der Grundsatz der internen Finanzierung. Zu diesem Zweck wird der Finanzierungsbedarf von Tochterunternehmen, soweit möglich und kommerziell vertretbar, im Wesentlichen über interne Darlehensbeziehungen abgedeckt. Entsprechend erfolgt die Finanzierung der Tochterunternehmen primär über Darlehen der Schaeffler AG sowie eines weiteren Tochterunternehmens. Im Rahmen des Liquiditätsmanagements erfolgt zwischen den Konzerngesellschaften ein kurz- bzw. mittelfristiger Liquiditätsausgleich primär durch sog. Cash Pools oder Konzerndarlehen. Daneben vereinbart der Bereich Corporate Treasury vereinzelt auch Kreditlinien für Tochterunternehmen mit lokalen Banken. Lokale Finanzierungen werden v. a. zur Abdeckung von Schwankungen im Working Capital eingesetzt.
Ein zentrales Finanzmanagement durch den Bereich Corporate Treasury gewährleistet ein einheitliches Auftreten an den Kapitalmärkten sowie gegenüber Ratingagenturen, beseitigt strukturelle Unterschiede zwischen den einzelnen Gläubigergruppen und stärkt die Verhandlungsposition gegenüber Kreditinstituten und anderen Marktteilnehmern. Darüber hinaus ermöglicht das zentrale Finanzmanagement eine zentrale Allokation von Liquidität und ein konzernweites Management von finanziellen Risiken (Währungen und Zinsen) auf Basis von Nettopositionen.
5 Vermögenslage und Kapitalstruktur
Die Bilanzsumme der Schaeffler Gruppe erhöhte sich zum 31. Dezember 2020 um 337 Mio. EUR auf 13.207 Mio. EUR (Vj.: 12.870 Mio. EUR).
Konzern-Bilanz (Kurzfassung) | ||||||
in Mio. EUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | Veränderung | |||
AKTIVA | ||||||
Langfristige Vermögenswerte | 6.785 | 7.387 | -8,2 | |||
Kurzfristige Vermögenswerte | 6.422 | 5.483 | 17,1 | |||
Bilanzsumme | 13.207 | 12.870 | 2,6 | |||
PASSIVA | ||||||
Eigenkapital | 1.838 | 2.917 | -37,0 | |||
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 7.688 | 6.273 | 22,6 | |||
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 3.680 | 3.680 | 0,0 | |||
Bilanzsumme | 13.207 | 12.870 | 2,6 | |||
Die langfristigen Vermögenswerte reduzierten sich zum 31. Dezember 2020 um 602 Mio. EUR auf 6.785 Mio. EUR (Vj.: 7.387 Mio. EUR). Die Reduzierung war v. a. auf einen Rückgang der Sachanlagen um 490 Mio. EUR und der Immateriellen Vermögenswerte um 258 Mio. EUR zurückzuführen (vgl. Investitionen, Seite 39). Der Rückgang der immateriellen Vermögenswerte war insbesondere auf eine Wertminderung des im Segment Automotive Technologies zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes um 249 Mio. EUR zurückzuführen (siehe erläuternde Angaben im Konzernanhang unter Tz. 4.1). Darüber hinaus reduzierten sich die sonstigen finanziellen Vermögenswerte um 49 Mio. EUR sowie die Anteile an Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen um 34 Mio. EUR. Gegenläufig wirkte ein Anstieg der Aktiven latenten Steuern um 245 Mio. EUR.
Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich im Geschäftsjahr 2020 um 939 Mio. EUR auf 6.422 Mio. EUR (Vj.: 5.483 Mio. EUR). Die Erhöhung war v. a. auf einen Anstieg der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 1.090 Mio. EUR zurückzuführen (vgl. Cash Flow und Liquidität, Seite 38f.). Darüber hinaus erhöhten sich die Sonstigen finanziellen Vermögenswerte um 62 Mio. EUR und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 31 Mio. EUR. Zum 31. Dezember 2020 waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Buchwert von 127 Mio. EUR (Vj.: 178 Mio. EUR) nach Abzug der zurückbehaltenen Ausfallrisiken im Rahmen des ABCP-Programms (Asset Backed Commercial Paper) verkauft. Gegenläufig wirkte ein Rückgang der Vorräte um 229 Mio. EUR.
Das Eigenkapital inkl. der nicht beherrschenden Anteile reduzierte sich zum 31. Dezember 2020 um 1.079 Mio. EUR auf 1.838 Mio. EUR (Vj.: 2.917 Mio. EUR). Eigenkapitalvermindernd wirkten sich das insbesondere durch Restrukturierungsaufwendungen belastete negative Konzernergebnis in Höhe von 415 Mio. EUR sowie die Zahlung der Dividende an die Aktionäre der Schaeffler AG in Höhe von 295 Mio. EUR aus. Im kumulierten übrigen Eigenkapital resultierten eigenkapitalvermindernde Effekte im Wesentlichen aus der Umrechnung des Reinvermögens ausländischer Konzerngesellschaften mit 297 Mio. EUR sowie aus der Anpassung von Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen mit 101 Mio. EUR. Darüber hinaus wirkten Effekte aus der Absicherung von Zahlungsströmen in Höhe von 43 Mio. EUR positiv im kumulierten übrigen Eigenkapital. Die Eigenkapitalquote betrug zum 31. Dezember 2020 13,9 % (31. Dezember 2019: 22,7 %).
Die langfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen erhöhten sich zum 31. Dezember 2020 um 1.415 Mio. EUR auf 7.688 Mio. EUR (Vj.: 6.273 Mio. EUR). Die Erhöhung war v. a. auf einen Anstieg der Finanzschulden um 1.002 Mio. EUR zurückzuführen (vgl. Finanzschulden, Seite 39f.). Des Weiteren stiegen die Rückstellungen um 342 Mio. EUR, insbesondere im Zusammenhang mit den Programmen „RACE“, „GRIP“ und „FIT“. Zudem stiegen die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 163 Mio. EUR. Gegenläufig wirkte ein Rückgang der Ertragsteuerverbindlichkeiten um 93 Mio. EUR.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Wirtschaftsbericht | Vermögenslage und Kapitalstruktur | |||
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen betrugen zum 31. Dezember 2020 3.680 Mio. EUR (Vj.: 3.680 Mio. EUR). Die Erhöhung der Rückstellungen um 154 Mio. EUR und der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 48 Mio. EUR stand insbesondere im Zusammenhang mit den Programmen „RACE“, „GRIP“ und „FIT“. Gegenläufig wirkte ein Rückgang der Finanzschulden um 125 Mio. EUR sowie der sonstigen Verbindlichkeiten um 77 Mio. EUR.
Zu den wesentlichen außerbilanziellen Verpflichtungen der Schaeffler Gruppe gehören Eventualschulden (siehe erläuternde Angaben im Konzernanhang unter Tz. 5.3).
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Wirtschaftsbericht | Weitere Bestandteile des Konzernlageberichts | |||
6 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Schaeffler AG
Die Schaeffler AG ist eine in Deutschland ansässige Aktiengesellschaft mit Sitz in der Industriestraße 1-3, 91074 Herzogenaurach. Sie ist als Management-Holding für die einheitliche Leitung, die wirtschaftliche Steuerung und die Finanzierung der Schaeffler Gruppe verantwortlich und beschäftigt die Mitarbeiter der Konzernzentrale der Schaeffler Gruppe.
Die wesentlichen Leitungsfunktionen der Schaeffler Gruppe liegen in der Verantwortung des Vorstands der Schaeffler AG. Die Lage der Schaeffler AG wird im Wesentlichen durch den geschäftlichen Erfolg der Schaeffler Gruppe bestimmt.
Die folgenden Erläuterungen beziehen sich auf den nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellten Jahresabschluss der Schaeffler AG.
Ertragslage der Schaeffler AG
Gewinn- und Verlustrechnung der Schaeffler AG | ||||||
in Mio. EUR | 2020 | 2019 | Veränderung | |||
Umsatzerlöse | 15 | 15 | 0,0 | |||
Umsatzkosten | -14 | -14 | 0,0 | |||
Bruttoergebnis vom Umsatz | 1 | 1 | 0,0 | |||
Allgemeine Verwaltungskosten | -124 | -134 | -7,5 | |||
Sonstiges betriebliches Ergebnis | -61 | 32 | - | |||
Erträge aus Beteiligungen | 500 | 725 | -31,0 | |||
Zinsergebnis | -134 | -148 | -9,5 | |||
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -28 | -22 | 27,3 | |||
Ergebnis nach Steuern | 154 | 454 | -66,1 | |||
Jahresüberschuss | 154 | 454 | -66,1 | |||
Gewinnvortrag | 0 | 0 | 0,0 | |||
Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen | 15 | 0 | - | |||
Bilanzgewinn | 169 | 454 | -62,8 | |||
In Wahrnehmung der Aufgaben einer Management-Holding für die Schaeffler Gruppe fielen bei der Schaeffler AG allgemeine Verwaltungskosten in Höhe von 124 Mio. EUR (Vj.: 134 Mio. EUR) an. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus Einsparungen aufgrund von Kurzarbeit und geringerer variabler Vergütung.
Die Schaeffler AG führt die wesentliche Fremdwährungssicherung für die Schaeffler Gruppe durch. Das sonstige betriebliche Ergebnis ist daher geprägt von den Kursgewinnen und -verlusten aus der Absicherung des operativen Geschäftes sowie aus der Finanzierung der Schaeffler Gruppe.
Die Erträge aus Beteiligungen beinhalteten ausschließlich die Entnahmen aus der Schaeffler Technologies AG & Co. KG.
Das Zinsergebnis zeigt sich trotz der Abwertung der Anteile an der Schaeffler Immobilien AG & Co. KG in Höhe von 17 Mio. EUR zum Vorjahr verbessert. Bei den Zinsaufwendungen von insgesamt 156 Mio. EUR (Vj.: 188 Mio. EUR) resultieren 78 Mio. EUR (Vj.: 78 Mio. EUR) aus Anleihen sowie aus dem bis November 2020 bestehenden Konzerndarlehen der Schaeffler Finance B.V.
Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betrugen im Geschäftsjahr 2020 28 Mio. EUR (Vj.: 22 Mio. EUR) und beinhalteten ausschließlich laufende Ertragsteuern. Seit dem Geschäftsjahr 2016 verfügt die Schaeffler AG über einen Bestand an aktiven latenten Steuern. Das gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB bestehende Wahlrecht zur Bilanzierung von aktiven latenten Steuern wird nicht in Anspruch genommen. Dementsprechend ergab sich wie im Vorjahr für das Geschäftsjahr 2020 kein Aufwand bzw. Ertrag aus latenten Steuern.
Der Bilanzgewinn setzt sich zusammen aus dem Jahresüberschuss in Höhe von 154 Mio. EUR (Vj.: 454 Mio. EUR) sowie einer Entnahme aus den anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 15 Mio. EUR (Vj.: 0 EUR).
Für das Geschäftsjahr 2020 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vor, eine Dividende in Höhe von 0,24 EUR (Vj.: 0,44 EUR) je Stammaktie und 0,25 EUR (Vj.: 0,45 EUR) je Vorzugsaktie auszuschütten sowie den verbleibenden Bilanzgewinn über 7,3 Mio. EUR auf neue Rechnung vorzutragen.
Der Vorstand beurteilt die Entwicklung der Schaeffler AG, welche stark vom Geschäftsverlauf der Schaeffler Gruppe abhängt, insbesondere aufgrund des guten zweiten Halbjahres, insgesamt als zufriedenstellend.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 2 | |
Wirtschaftsbericht | Weitere Bestandteile des Konzernlageberichts | |||
Finanz- und Vermögenslage der Schaeffler AG
Bilanz der Schaeffler AG | ||||||
in Mio. EUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | Veränderung | |||
AKTIVA | ||||||
Anlagevermögen | 14.115 | 14.215 | -0,7 | |||
Umlaufvermögen | 9.990 | 8.765 | 14,0 | |||
Rechnungsabgrenzungsposten | 30 | 0 | - | |||
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung | 4 | 5 | -20,0 | |||
Bilanzsumme | 24.138 | 22.985 | 5,0 | |||
PASSIVA | ||||||
Eigenkapital | 7.149 | 7.290 | -1,9 | |||
Rückstellungen | 273 | 278 | -1,8 | |||
Verbindlichkeiten | 16.716 | 15.415 | 8,4 | |||
Rechnungsabgrenzungsposten | 0 | 2 | - 100 | |||
Bilanzsumme | 24.138 | 22.985 | 5,0 | |||
Das Anlagevermögen beinhaltet im Wesentlichen die Anteile an der Schaeffler Technologies AG & Co. KG. Auf den Beteiligungsbuchwert der Schaeffler Immobilien AG & Co. KG wurde im Geschäftsjahr eine Wertberichtigung in Höhe von 17,4 Mio. EUR vorgenommen.
Das Umlaufvermögen beinhaltet v. a. die aus der Cash Pool Funktion und der internen Konzernfinanzierung der Schaeffler Gruppe resultierenden kurzfristigen Ausleihungen und sonstigen Finanzforderungen. Des Weiteren werden hier die bis zum 31. Dezember 2020 noch nicht ausbezahlten Gewinnanteile der Schaeffler Technologies AG & Co. KG in Höhe von 500 Mio. EUR (Vj.: 725 Mio. EUR) ausgewiesen. Die im Berichtsjahr 2020 von der Schaeffler Technologies AG & Co. KG ausgezahlten Gewinnanteile für das Geschäftsjahr 2019 über 725 Mio. EUR wurden vollständig zur Tilgung von bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber der Schaeffler Technologies AG & Co. KG verwendet.
Die Schaeffler AG führt den Cash Pool der Schaeffler Gruppe und verfügt zum Bilanzstichtag über Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von 979 Mio. EUR (Vj.: 46 Mio. EUR).
Am 8. Mai 2020 beschloss die Hauptversammlung der Schaeffler AG für das Geschäftsjahr 2018 eine Dividende in Höhe von 295 Mio. EUR (Vj.: 361 Mio. EUR) an die Aktionäre der Schaeffler AG auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 159 Mio. EUR (Vj.: 138 Mio. EUR) in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen.
Der Rückgang der Rückstellungen resultierte im Wesentlichen aus der Inanspruchnahme von Steuerrückstellungen für Gewerbe- und Körperschaftssteuer. Gegenläufig wirkte sich der Anstieg der Drohverlustrückstellung für Devisentermingeschäfte aus.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden zwei in Euro denominierte Anleihen mit einem Nominalvolumen von insgesamt 1.500 Mio. EUR sowie erstmalig Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 557 Mio. EUR emittiert. Aus den Zahlungsmittelzuflüssen wurden das letzte Darlehen gegenüber der Schaeffler Finance B.V., sowie ein Investitionsdarlehen über 238 Mio. EUR vollständig zurückgeführt. Zudem wurde eine Anleihe mit Laufzeit 2022 mit 205 Mio. EUR teilweise zurückgezahlt.
Überdies bestehen kurzfristige Darlehen gegenüber verbundenen Unternehmen im Zusammenhang mit der Cash Pool Funktion und der internen Konzernfinanzierung der Schaeffler Gruppe.
Mehr zu Finanzschulden siehe Seite 39f.
Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht
Schlusserklärung zum Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG.
Die Schaeffler AG ist seit dem 24. Oktober 2014 ein von der IHO Verwaltungs GmbH, Herzogenaurach, abhängiges Unternehmen i. S. d. § 312 AktG. Der Vorstand der Schaeffler AG hat deshalb gemäß § 312 Abs. 1 AktG einen Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt, der die folgende Schlusserklärung enthält:
„Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.“
7 Weitere Bestandteile des Konzernlageberichts
Die folgenden Kapitel sind auch Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts:
„Erklärung zur Unternehmensführung mit Corporate Governance Bericht” ab Seite 62ff.,
„Governance Struktur” ab Seite 70ff.,
„Vergütungsbericht” ab Seite 75ff. und
„Organe der Gesellschaft” ab Seite 101ff.
Darüber hinaus sind folgende Verweise Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts:
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 3 | |
Wirtschaftsbericht | Weitere Bestandteile des Konzernlageberichts | |||
Erklärung zur Unternehmensführung mit Corporate Gover-nance Bericht gemäß § 289f HGB und § 315d HGB inklusive der Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG unter: www.schaeffler.com/de/ir
Nachhaltigkeitsbericht unter:
www.schaeffler-nachhaltigkeitsbericht.de
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Nachtragsbericht | |||
Nachtragsbericht
Nach dem 31. Dezember 2020 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen wesentliche Einflüsse auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Schaeffler Gruppe erwartet werden.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Chancen- und Risikobericht | Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikosituation der Schaeffler Gruppe | |||
Chancen- und Risikobericht
Das Risikomanagement-System der Schaeffler Gruppe ist ein integraler Bestandteil der Governance-Struktur. Die Schaeffler Gruppe ist einer Vielzahl von potenziellen Risiken ausgesetzt, die das Geschäft negativ beeinflussen können. Darüber hinaus werden auch Chancen systematisch erfasst.
Die Risikostrategie der Schaeffler Gruppe sieht vor, kalkulierte Geschäftsrisiken mit Bedacht einzugehen, um die Unternehmensstrategie umzusetzen und die damit verbundenen Chancen zu realisieren. Der Geschäftserfolg erfordert in der Regel, dass Chancen genutzt und damit verbundene Risiken frühzeitig erkannt, bewertet und gesteuert werden.Einzelrisiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, sowie Compliance-Verstöße sind zwingend zu vermeiden.
Das Risikomanagement-System des Unternehmens dient der frühzeitigen Erkennung insbesondere von bestands- und entwicklungsgefährdenden Risiken, um diesen durch geeignete Maßnahmen zu begegnen. Die Schaeffler Gruppe definiert Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, als alle Risiken, die zur Zahlungsunfähigkeit führen können. In diesem Zusammenhang ist die Risikotragfähigkeit definiert als der maximale Verlust, der zu einem Bruch von Financial Covenants, einem Liquiditätsengpass oder einer Herabstufung unter das für eine angemessene Refinanzierung der ausstehenden Verbindlichkeiten erforderliche Mindestrating führen kann.
Risiken sind definiert als mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer negativen Planabweichung führen können, während Chancen künftige Entwicklungen oder Ereignisse sind, die in einer positiven Planabweichung resultieren können. Bei den Risiken wird dabei je nach Risikokategorie die Auswirkung auf die EBIT-Marge (Ertragslage), den Free Cash Flow (Finanzlage) bzw. das Eigenkapital (Vermögenslage) betrachtet.
1 Risikomanagement-System
Zur Erreichung der Unternehmensziele geht die Schaeffler Gruppe bewusst Risiken ein.
Ziel des Risikomanagement-Systems ist es, diese frühzeitig zu erkennen und entsprechend der Risikostrategie zu steuern. Dies gilt insbesondere für bestands- und entwicklungsgefährdende Risiken, denen mit geeigneten Maßnahmen begegnet wird. Die bewusste Auseinandersetzung mit den erkannten Risiken sowie die regelmäßige Beobachtung der risikotreibenden Faktoren sollen das Risikobewusstsein schärfen und einen laufenden Verbesserungsprozess gewährleisten.
Das konzernweite Risikomanagement-System basiert auf dem managementorientierten Enterprise-Risk-Management (ERM)-Ansatz, der sich an dem weltweit anerkannten Rahmenkonzept des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) orientiert. Daraus abgeleitet sind die Prozesse im Risikomanagement-System mit der Finanzberichterstattung und dem Internen Kontrollsystem verknüpft. Der nachfolgend beschriebene Risikomanagement-Prozess der Schaeffler Gruppe baut auf dem COSO ERM-Rahmenkonzept auf.
Die Verantwortung für das Risikomanagement-System trägt der Vorstand der Schaeffler AG. Der Vorstand informiert regelmäßig den Prüfungsausschuss der Schaeffler AG und trägt Sorge dafür, dass notwendige Maßnahmen zur Risikosteuerung verabschiedet werden. Die Details des Risikomanagement-Systems sind im Wesentlichen in der vom Vorstand erlassenen Risikomanagement-Richtlinie geregelt. Diese wurde innerhalb der Schaeffler Gruppe veröffentlicht und ist somit allen Mitarbeitern zugänglich. Darin enthalten sind die Prozessbeschreibung, die Zuordnung der Verantwortlichkeiten und die Struktur des Risikomanagement-Systems. Der Vorstand hat das Risikomanagement mit der laufenden Überprüfung und Anpassung des Risikomanagement-Systems sowie der Umsetzung und Einhaltung der vorgegebenen konzerneinheitlichen Standards beauftragt. Die einzelnen Risikoverantwortlichen sind an die fachlichen Weisungen des Risikomanagements gebunden.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Chancen- und Risikobericht | Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikosituation der Schaeffler Gruppe | |||
Das Risikomanagement-System besteht aus einem mehrstufigen Prozess über verschiedene Ebenen und Organisationseinheiten, um der Matrixstruktur der Schaeffler Gruppe gerecht zu werden. In einem Bottom-up-Prozess erfolgen auf Ebene der Tochterunternehmen die Risikoidentifikation und -analyse. Darauf aufbauend folgt eine Top-down-Betrachtung durch die weltweit zuständigen Verantwortlichen in den Funktionen und Sparten. Diese beurteilen die in den Tochterunternehmen identifizierten Risiken unter Berücksichtigung von Interdependenzen innerhalb der Schaeffler Gruppe. Die beschriebene Vorgehensweise stellt sicher, dass alle Dimensionen der Matrixstruktur der Schaeffler Gruppe innerhalb des Risikomanagement-Systems berücksichtigt werden. Die Risikoidentifikation findet halbjährlich in allen wesentlichen Gesellschaften der Schaeffler Gruppe statt. Die Verantwortung für die Identifikation der Risiken liegt beim operativ verantwortlichen Management. Der maßgebliche Betrachtungszeitraum für die Risikoidentifikation liegt bei fünf Jahren und übersteigt den Prognosezeitraum.
Die systematische Erfassung von Risiken, die in Zusammenhang mit der nichtfinanziellen Erklärung nach § 289b Abs. 3 HGB i.V.m § 289c HGB stehen, werden gesondert im Nachhaltigkeitsbericht der Schaeffler Gruppe dargestellt.
Zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Konzernbericht gemäß §§ 289b Abs. 3 und 315b Abs. 3 HGB im
Nachhaltigkeitsbericht unter:
www.schaeffler-nachhaltigkeitsbericht.de
Als weiterer Bestandteil des Risikomanagement -Systems ist konzernweit ein Katalog von Risikokategorien definiert, um sicherzustellen, dass alle Risiken entlang der Wertschöpfungskette identifiziert werden. Die identifizierten Risiken sind den vorgegebenen Risikokategorien zuzuordnen. Dieser Katalog ist durch alle Risikoverantwortlichen vollständig zu prüfen, um eine einheitliche und vollständige Risikoerfassung zu gewährleisten. Für eine vergleichbare Risikobewertung sind Bewertungsansätze für alle Risikokategorien vorgegeben.
Die Auswahl der einbezogenen Tochterunternehmen erfolgt anhand eines definierten Auswahlprozesses, der sich an Umsatz und Ergebnis (EBIT) sowie geschäftsspezifischen Risikofaktoren orientiert. Dieser Auswahlprozess stellt sicher, dass alle unter Wesentlichkeitsgesichtspunkten relevanten Gesellschaften der Schaeffler Gruppe in das Risikomanagement einbezogen werden. Im Berichtsjahr wurden 41 von 151 Gesellschaften der Schaeffler Gruppe einbezogen. Diese decken 95 % der Umsatzerlöse ab. Die verbleibenden 110 Gesellschaften werden einem verkürzten Risikoerhebungsprozess unterzogen, der die Identifikation aller bestandsgefährdenden Risiken sicherstellt.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 2 | |
Chancen- und Risikobericht | Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikosituation der Schaeffler Gruppe | |||
Im Rahmen des Risikomanagements werden ausschließlich Risiken betrachtet, deren potenzielles Schadensausmaß 5 Mio. EUR brutto überschreitet. Die Risiken sind dabei nach ihrer monetären Auswirkung (Schadensausmaß) und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit zu bewerten. Bei der Bewertung der monetären Auswirkung werden die vier Kategorien sehr gering, gering, mittel und hoch unterschieden. Maßgeblich für die Bewertung ist das Schadensausmaß bezogen auf ein Jahr. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird auf einer Prozentskala bewertet und in die vier Kategorien unwahrscheinlich, möglich, wahrscheinlich und sehr wahrscheinlich unterteilt. Die Kombination aus Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit definiert die Risikoklasse, die in ihrer Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als gering, mittel und hoch eingestuft wird. Die Einstufung der Risiken in die jeweiligen Risikoklassen erfolgt anhand der Risikomatrix. Bei der Risikobewertung wird zwischen Brutto- und Nettobewertung unterschieden. Bereits ergriffene Maßnahmen können das Bruttorisiko sowohl in Bezug auf die monetären Auswirkungen als auch in Bezug auf den möglichen Eintritt des Risikos mindern. Das Nettorisiko stellt dann die Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit unter Berücksichtigung der bis zum Berichtsstichtag bereits eingeleiteten schadensmindernden Maßnahmen dar.
Die identifizierten Risiken sind aktiv zu steuern, um die vom Unternehmen angestrebte Risikominderung zu erreichen. Die Risikoverantwortlichen sind aufgefordert, Maßnahmen einzuleiten, um die Risiken zu vermeiden, zu reduzieren oder sich gegen diese abzusichern. Alle Risiken, bei denen keine geeigneten Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, sind als Geschäftsrisiken einzustufen. Die Steuerung von Risiken, die einen geringen Einfluss auf die Schaeffler Gruppe haben, obliegt dem operativ verantwortlichen Management. Risiken mit mittlerer oder hoher Schadenswirkung hingegen werden zusätzlich durch den Vorstand der Schaeffler AG gesteuert. Im Rahmen seines jeweiligen Verantwortungsressorts beschließt jedes Vorstandsmitglied die erforderlichen Maßnahmen und sorgt für deren kontinuierliche Umsetzung.
Das Risikomanagement berichtet halbjährlich die Risikosituation an den Vorstand und stellt so eine kontinuierliche Informationsversorgung über die aktuelle Risikosituation der Schaeffler Gruppe und deren Entwicklung im Zeitablauf sicher. Die Berichterstattung an den Vorstand umfasst alle Nettorisiken mit einer mittleren und hohen Schadenswirkung. Eine aggregierte Aufstellung der erfassten Chancen ist ebenfalls Bestandteil dieser Berichterstattung. Außerhalb der regelmäßigen Berichtstermine werden auftretende Risiken nach einem definierten Ad-hoc-Prozess berichtet. Dies gewährleistet die zeitnahe Kommunikation auftretender Risiken an den Vorstand. Die Berichterstattung an den Prüfungsausschuss erfolgt jährlich.
Die Interne Revision überzeugt sich regelmäßig von der Wirksamkeit des Risikomanagement-Systems.
Um der steigenden Komplexität des Risikomanagement-Systems zu begegnen und die Datensicherheit zu gewährleisten, erfolgte die Risikoerfassung in einem eigens hierfür entwickelten Risikomanagement-Tool.
2 Internes Kontrollsystem
Parallel zum Risikomanagement-System verfügt die Schaeffler Gruppe über ein rechnungslegungsbezogenes Internes Kontrollsystem (IKS), mit dem die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung und der damit verbundenen Finanzberichterstattung sichergestellt wird.
Konzeptioneller Rahmen für das IKS innerhalb der Schaeffler Gruppe ist – wie auch für das Risikomanagement-System – das COSO-Rahmenkonzept. Die dort definierten Bestandteile kommen auf allen Ebenen des Konzerns zur Anwendung, insbesondere auch in Bezug auf die Erstellung des Jahres- und Konzernabschlusses der Schaeffler AG.
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Die Datengrundlage für die Erstellung des Jahres- und Konzernabschlusses bilden die von der Schaeffler AG und ihren Tochterunternehmen über einen konzernweit einheitlichen Positionsplan berichteten Abschlussinformationen. Eine Vielzahl von Tochterunternehmen wird dabei durch die interne Shared Services-Organisation unterstützt. Bei einigen komplexen Themen, die weitgehende Spezialkenntnisse (wie bspw. zur Bewertung von Pensionsverpflichtungen) erfordern, nutzt die
Schaeffler Gruppe die Unterstützung externer Spezialisten.
Konzeptionelle, prozessuale und terminliche Vorgaben sowie Analysen und Plausibilisierungen auf Konzern- und Gesellschaftsebene stellen sicher, dass der Jahres- und Konzernabschluss der Schaeffler AG gesetzeskonform und mit hoher Qualität innerhalb der festgelegten Fristen erstellt, aufgestellt und offengelegt wird.
Zur Flankierung des Prozesses sind im Kontrollumfeld folgende wesentliche Maßnahmen des rechnungslegungsbezogenen Kontrollsystems in der Schaeffler Gruppe implementiert:
Eine Konzernbilanzierungsrichtlinie regelt die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung neu anzuwendender IFRS-Bilanzierungsstandards.
Quartalsweise herausgegebene Abschluss-Instruktionen informieren die Tochterunternehmen der Schaeffler AG über alle relevanten Themen bezüglich der Inhalte sowie der Prozesse und Fristen der Abschlusserstellung.
Die Aufgaben und Verantwortungen bei der Erstellung des Jahres- und Konzernabschlusses sind klar definiert und zugeordnet.
Ein enger Austausch erfolgt zwischen den operativen Einheiten und den unterschiedlichen Prozessbeteiligten zu Themen der Rechnungslegung, Abschlusserstellung und der Qualitätssicherung im Rahmen der Abschlusserstellung.
Der Prozess der Erstellung des Jahres- und Konzernabschlusses selbst wird unter Berücksichtigung von Wesentlichkeitsgesichtspunkten durch zahlreiche Kontrollaktivitäten abgesichert. Dazu gehören insbesondere umfangreiche systemgestützte Plausibilitätskontrollen, laufende inhaltliche Kontrollen (Vier-Augen-Prinzip) sowie Analysen und Plausibilisierungen der konsolidierten Quartals- und Jahresabschlussberichte auf Konzernebene.
Das Management beurteilt jeweils zum Geschäftsjahresende die Angemessenheit und Wirksamkeit des eingerichteten IKS. Hierzu verfügt die Schaeffler Gruppe über ein standardisiertes Verfahren, nach dem die IKS-relevanten Konzerngesellschaften und Prozesse identifiziert, die notwendigen Kontrollen definiert und nach einheitlichen Vorgaben dokumentiert werden. Die anschließende Prüfung auf Wirksamkeit der definierten Kontrollen erfolgt risikoorientiert durch die berichtende Einheit selbst, die Interne Revision oder im Rahmen der Konzernabschlussprüfung. Hierbei werden Risiken an die jeweiligen Verantwortlichen auf sämtlichen Organisationsebenen der Gesellschaften und des Konzerns, beurteilt, bewertet und berichtet. Im Falle von Kontrollschwächen ist die Definition von Maßnahmen zu deren Beseitigung erforderlich.
Ungeachtet der Beurteilung der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems bestehen inhärente Restriktionen bezüglich der Wirksamkeit von Internen Kontrollsystemen. Kein Kontrollsystem, unabhängig von dessen wirksamer Beurteilung, ist geeignet sämtliche unzutreffende Darstellungen zu verhindern oder aufzudecken.
Mit diesen Maßnahmen sowie mit der laufenden Fortentwicklung soll das IKS in Bezug auf die Erstellung des Jahres- und Konzernabschlusses mit hinreichender Sicherheit verhindern, dass wesentliche Falschaussagen auftreten und die Qualität im Rahmen der Erstellung, Aufstellung und Offenlegung sichergestellt werden.
Der Vorstand der Schaeffler AG und der Prüfungsausschuss überwachen die Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems.
3 Risiken
Nachfolgend betrachtete Nettorisiken können eine mittlere oder auch hohe Schadenswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Planungszeitraum der Schaeffler Gruppe haben. Die Risiken werden unterteilt in strategische, operative, rechtliche und finanzielle Risiken, die jeweils nach der Wesentlichkeit ihrer Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in abnehmender Reihenfolge beschrieben werden. Sofern die Verteilung der Risiken auf die Sparten nicht explizit beschrieben ist, beziehen sich die Angaben zu den Risiken auf alle drei Sparten der Schaeffler Gruppe.
Strategische Risiken
Die nachfolgend beschriebenen Risiken gehören zu den wesentlichen strategischen Risiken der Schaeffler Gruppe.
Länderrisiken
Veränderungen hinsichtlich sozialer, politischer, rechtlicher und ökonomischer Stabilität in bestimmten Märkten können zu einer Einschränkung des laufenden Geschäfts bzw. der vorgesehenen Expansionen der Schaeffler Gruppe führen.
Die Produktions- und Fertigungsstandorte der Schaeffler Gruppe sind auf der ganzen Welt angesiedelt und unterliegen verschiedenen Umweltschutzstandards. Die Standorte erfüllen die jeweiligen Umweltschutzstandards; dies unterstreicht der große Anteil an nach EMAS zertifizierten Standorten. Neu erlassene Gesetze oder geänderte rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler oder internationaler Ebene können Risiken für eine störungsfreie Produktion enthalten, die sich nachteilig auf die Wertschöpfung der Schaeffler Gruppe auswirken können. Diese Risiken können eine mittlere Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Schaeffler Gruppe haben. Das weltweit eingeführte Umweltmanagementsystem unterliegt einem stetigen Verbesserungs- und Weiterentwicklungsprozess. Deshalb wird es als unwahrscheinlich angesehen, dass die genannten Risiken eintreten.
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Strukturelles Maßnahmenpaket
Im Jahr 2020 hat der Vorstand der Schaeffler AG zusätzliche strukturelle Maßnahmen verabschiedet, um die Transformation der Schaeffler Gruppe voranzutreiben und ihre Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit sowie die Kostenstruktur nachhaltig zu verbessern und die Profitabilität zu stärken. Diese beinhalten Kapazitätsanpassungen und die Konsolidierung von Standorten sowie den Ausbau lokaler Kompetenzen. Die Anpassung der Organisation und des Werkverbundes kann u. U. nicht planmäßig verlaufen, der Nutzen geringer als ursprünglich erwartet ausfallen oder die Wirkung später als erwartet eintreten. Die Umsetzung der Anpassung kann mit zusätzlichen Aufwendungen verbunden sein. Dies kann zu einer mittleren Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen. Der Transformationsprozess wird eng begleitet und in seiner Wirkung laufend überprüft, um eine zielgerichtete Umsetzung zu ermöglichen und negative Abweichungen zu vermeiden.
Strategische Marktrisiken
Die Schaeffler Gruppe ist in einem wettbewerbsintensiven und technologisch schnelllebigen Umfeld tätig. Das Komponentengeschäft der Sparte Automotive Technologies steht unter einem erheblichen Preisdruck, getrieben durch zunehmende Preisforderungen der Kunden, gebündelteEinkaufskooperationen und zum Teil fokussierte bzw. schlankere Wettbewerber insbesondere in den Emerging Markets. Preisforderungen können heute nicht vollumfänglich an die eigenen Zulieferer weitergereicht und bei bestehenden Strukturen nicht vollständig aufgefangen werden.
Diese Entwicklung erfordert stetige Maßnahmen zur Effizienzsteigerung sowie Diversifikation in neue Geschäftszweige, um die Marktposition der Schaeffler Gruppe zu sichern bzw. weiter auszubauen. Der zunehmende Preisdruck kann eine mittlere Auswirkung auf die Finanz- und Ertragslage der Schaeffler Gruppe haben.
Elektromobilität
Die fortschreitende Elektrifizierung der Automobile setzt die weitere Entwicklung des konventionellen Antriebsstranges unter Druck. Zum einen können weitere Effizienzsteigerungen des konventionellen Antriebsstranges an Bedeutung verlieren, zum anderen werden bestehende Produkte bzw. Anwendungen verdrängt. Mit der Gründung des Unternehmensbereiches E-Mobilität und dem damit angestrebten weiteren Aufbau eines entsprechenden Produktportfolios sollen potenzielle Umsatzverluste beim konventionellen Antriebsstrang in den nächsten Jahren kompensiert werden. Zeigen die bereits ergriffenen Initiativen nicht die gewünschte Wirkung, kann dies zu einer mittleren Auswirkung auf die Finanz- und Ertragslage führen. Das Schadensausmaß kann durch die Einleitung kostensenkender Maßnahmen reduziert werden.
Über den Betrachtungszeitraum von 10 Jahren hinaus bestehen erhebliche Unsicherheiten darüber, welche Technologien und welche Kunden sich in der Elektromobilität am Markt durchsetzen. Anders als im klassischen Komponentengeschäft sind im Systemgeschäft der Elektromobilität die Umsätze stark auf einzelne Kundenprojekte gebündelt. D.h. hier ist Schaeffler in stärkerem Maße vom Markterfolg einzelner Kundenprojekte abhängig. Bislang haben sich in der Elektromobilität noch keine festen Standards etabliert, so dass Kunden verschiedene technologische Lösungen erproben. Das Risiko, hier für Kunden technische Ansätze zu entwickeln, die sich langfristig nicht am Markt durchsetzen, ist daher gegeben, was zu vorzeitigen Abwertungen von Vermögensgegenständen vor vollständiger Amortisation führen könnte. Über ein ausgewogenes Portfolio von Kunden und Produkttechnologien sowie die Belieferung von Komponenten in Programme, bei denen Schaeffler nicht notwendigerweise der Systemintegrator ist, wird eine Diversifizierung dieser Risiken angestrebt.
Veränderungen im Umfeld der Automobilhersteller
Die Fusion von Automobilherstellern kann zur Beeinträchtigung bis hin zum Entfallen von Lieferaufträgen und Projekten führen. Durch die Offenlegung und den Austausch von Preisinformationen bzw. durch die Bündelung des Einkaufsvolumens werden Preis- und Kostenstrukturen transparent, was zu erhöhtem Margendruck führen kann. Dieser kann zu einer mittleren Auswirkung auf die Finanz- und Ertragslage führen. Durch kontinuierliche Marktbeobachtung und -analyse wird versucht, frühzeitig Veränderungen und Zusammenschlüsse von OEMs zu erkennen, um auf Marktentwicklungen gezielt eingehen zu können. Die Sparte Automotive Technologies versucht des Weiteren, jedem Kunden spezifische Produkte und Technologien anzubieten, sodass die Austauschbarkeit und Vergleichbarkeit möglichst geringgehalten werden.
Operative Risiken
Die nachfolgend aufgeführten Risiken gehören zu den wesentlichen operativen Risiken der Schaeffler Gruppe.
Marktentwicklung
Als global tätiger Automobil- und Industriezulieferer wird die Nachfrage nach Schaeffler-Produkten maßgeblich durch die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bestimmt. Die Nachfrage nach Produkten der Schaeffler Gruppe hängt zu einem nennenswerten Anteil von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab. Darüber hinaus ist die Nachfrage zyklischen Schwankungen unterworfen.
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In der Sparte Automotive Technologies unterliegt die Nachfrage neben den globalen wirtschaftlichen Bedingungen noch weiteren Faktoren, wie u. a. Änderungen im Konsumverhalten, Kraftstoffpreisen und Zinsniveau. Insbesondere die anhaltende Unsicherheit über die zukünftige Marktentwicklung in China sowie die politischen Rahmenbedingungen in Europa können das Marktwachstum weiterhin gefährden. Diese Vielzahl ökonomischer Einflussfaktoren, die weltweit die Automobilnachfrage beeinflussen, führt dazu, dass die Automobilproduktion einer hohen Volatilität unterworfen ist, die eine genaue Vorhersage des Absatzes deutlich erschwert. Eine Veränderung der prognostizierten Marktentwicklung kann zu mittleren Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen.
Eine beschleunigte Konsolidierung der Kundenbasis wie auch die Verfügbarkeit neuer technologischer Alternativen für Kernprodukte stellen kritische Faktoren dar, die in bedeutendem Maße auf die Preisgestaltung der Sparte Automotive Aftermarket wirken können.
Eine Veränderung der prognostizierten Marktentwicklung kann zu mittleren Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen. Um frühzeitig Veränderungen in den Marktstrukturen bzw. Reglementierungen zu erkennen, werden die Märkte laufend analysiert. Bei unvorhergesehener Marktabkühlung wird über gesteuerte Kosteneffizienzprogramme dynamisch und flexibel die Schadenshöhe des Risikos reduziert. Im Falle eines unvorhersehbaren Preisverfalls wird über Nachverhandlungen mit Lieferanten die Schadenshöhe des Risikos reduziert.
Beschaffungsrisiken und Lieferfähigkeit
Die Lieferfähigkeit ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für eine langfristige vertrauensvolle Kundenbeziehung. Diese wird durch eine systematische Verbesserung der Produktions- und Absatzlogistik laufend gesteigert. Die Sparten Industrial und Automotive Aftermarket arbeiten mit leistungsfähigen Distributionszentren, um eine verbesserte Marktversorgung mit einer geringen Anzahl an Logistikstandorten zu erreichen. Die Einkaufsorganisation der Schaeffler Gruppe ist für die kontinuierliche Versorgung des Unternehmens mit Gütern und Dienstleistungen verantwortlich. Dabei stehen Qualität, Kosten und Liefertreue im Fokus. Durch eine intensive Zusammenarbeit mit den Lieferanten wird die Zulieferqualität erhöht. Eine verbesserte logistische Anbindung der Lieferanten dient der Versorgungssicherheit.
Eine nicht dauerhaft gewährleistete Lieferfähigkeit sowie die Sicherstellung vertraglich vereinbarter Liefertermine können zu erhöhten Aufwendungen in der Lieferkette führen und mit mittleren Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage verbunden sein.
Zusätzlich kann es aufgrund besonderer Umstände zu Ausfällen oder Engpässen bei Lieferanten und Dienstleistern kommen, die wiederum zu Lieferengpässen führen. Diese können zu einer mittleren Auswirkung auf die Finanz- und Ertragslage führen.
Produktionsrisiko
Die Produktion der Schaeffler Gruppe ist sehr anlagenintensiv und deshalb mit hohen Fixkosten verbunden. Ein Rückgang der Auslastung in den Werken führt folglich zu steigenden Kosten und zu geringerer Profitabilität im Unternehmen. Als weltweit tätiges Unternehmen analysiert die Schaeffler Gruppe regelmäßig die Marktverhältnisse und gleicht sie mit der Präsenz in der Region ab. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle, etwa die wirtschaftliche Lage, Angebot und Nachfrage sowie Entscheidungen der Erstausrüster. Eine Verbesserung des globalen Footprint kann die Verlagerung von Werken oder Werksteilen erfordern. Verbleibende freie Kapazitäten oder ungenutztes Anlagevermögen können zusätzliche Kosten verursachen.
Um eine volle Auslastung zu ermöglichen, kann es erforderlich sein, an verschiedenen Produktionsstandorten Maschinen nur einmal vorzuhalten. Der Ausfall einer solchen Engpassmaschine kann insbesondere in der Sparte Automotive Technologies zu Versorgungsengpässen bei internen und externen Kunden führen. Entscheidend ist hierbei die Zeitspanne zwischen dem Ausfall einer Engpassmaschine und dem Aufbau einer Alternativproduktion. Diese kann ein Werk der Schaeffler Gruppe mit vergleichbarer Produktionslinie aufbauen oder ein Alternativlieferant bereitstellen. Schäden können auch durch aufgebaute Sicherheitsbestände reduziert werden. Um die Eintrittswahrscheinlichkeit möglichst gering zu halten, wird dem Risiko durch eine laufende Instandhaltung begegnet. Dennoch stellt der Ausfall von Engpassmaschinen ein mittleres Risiko für die Finanz- und Ertragslage dar.
Einflüsse aufgrund höherer Gewalt können zu einer Verzögerung oder Unterbrechung in der Versorgungskette führen. Entscheidend ist hierbei, unabhängig von der Ursache, die Zeitspanne zwischen dem Ausfall im Werk und dem Aufbau einer Alternativproduktion zu reduzieren. Die Produktion kann gegebenenfalls durch ein anderes Werk der Schaeffler Gruppe mit vergleichbarer Produktionslinie realisiert werden oder ein Alternativlieferant bereitstellen. Um die Eintrittswahrscheinlichkeit ungeplanter Unterbrechungen gering zu halten, werden umfangreiche Brandschutzvorkehrungen getroffen. Dennoch können die Folgen aus Einflüssen aufgrund höherer Gewalt zu einer mittleren Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen.
Coronavirus-Pandemie
Die Coronavirus-Pandemie hat das Geschäftsjahr 2020 maßgeblich beeinflusst. Die daraus resultierenden weltweiten Eindämmungsmaßnahmen und Restriktionen führten insbesondere im ersten Halbjahr zu einem Nachfragerückgang, einer Beeinträchtigung der Lieferketten und einer Verringerung des Welthandelsvolumens, was sich insbesondere auf die Automobilbranche auswirkte.
Trotz der staatlichen Bemühungen, die wirtschaftliche Entwicklung zu beleben, wird sich ein Anhalten der Coronavirus-Pandemie wahrscheinlich auch weiterhin negativ auf das Verbrauchervertrauen auswirken und zu einem allgemeinen Marktrückgang bzw. einer verzögerten Erholung der Märkte führen. Diese Entwicklung ist in die Prämissen der Planung mit eingeflossen und spiegelt sich in der verabschiedeten Planung wieder.
Die zukünftigen Auswirkungen und Dauer der Coronavirus-Pandemie sind noch nicht vorhersagbar, ebenso wenig wie der Erfolg durch die begonnene Impfstrategie. Bei einem Scheitern dieser sowie weiterer „Lockdown-Maßnahmen“ sind negative Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung sowie auf die für die Schaeffler Gruppe relevanten Absatzmärkte anzunehmen.
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In Abhängigkeit von dem weiteren Verlauf der Pandemie sowie der Dauer, Stärke und Wirksamkeit der weltweiten Eindämmungsmaßnahmen können mittlere negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Schaeffler Gruppe entstehen.
Der Verlauf und die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie werden laufend analysiert, um mit zielgerichteten Maßnahmen die Ertragskraft und Liquiditätsposition des Unternehmens zu sichern.
Veränderung von Marktanteilen
Die Schaeffler Gruppe steht mit einer Vielzahl von Unternehmen in den unterschiedlichsten Geschäftsfeldern im Wettbewerb. Damit verbunden ist das Risiko, von bestehenden oder neuen Wettbewerbern verdrängt zu werden bzw. eine Substitution der angebotenen Produkte durch Produktinnovationen oder neue technische Funktionen zu erfahren. Die Schaeffler Gruppe steht im Wettbewerb mit anderen internationalen Zulieferern und zu einem geringen Anteil auch mit regionalen Zulieferern. Mit diesen tritt die Schaeffler Gruppe hauptsächlich in den Wettbewerb um Preise, Qualität, Liefertreue und Design, ebenso wie um die Fähigkeit, weltweit technische Unterstützung und weltweiten Service zu bieten. Sollte das Unternehmen in einem dieser Punkte nicht mehr wettbewerbsfähig sein, könnten sich Kunden für Produkte und Serviceleistungen von Wettbewerbern entscheiden.
Infolge des intensiven Wettbewerbs in der Automobilzulieferindustrie sieht Schaeffler für die Sparte Automotive Technologies ein Risiko, Marktanteile zu verlieren, mit mittlerer Auswirkung auf die Ertrags- und Finanzlage.
Die enge Zusammenarbeit mit den Schlüsselkunden der Schaeffler Gruppe in der Produktentwicklung sowie entsprechende Qualitätssicherungsmaßnahmen bei den Produkten reduzieren die Wahrscheinlichkeit der Substitution.
Gewährleistungs- und Haftungsrisiken
Einen wesentlichen Faktor für Kunden beim Kauf der von Schaeffler angebotenen Produkte stellt die Qualität dar. Um diese Qualität nachhaltig zu sichern, ist ein zertifiziertes Qualitätsmanagement-System im Einsatz, begleitet von weiteren qualitätsverbessernden Prozessen. Dennoch besteht das Risiko, dass Produkte mangelnder Qualität ausgeliefert werden und ein Produkthaftungsrisiko verursachen. Der Einsatz fehlerhafter Produkte kann beim Kunden zu Schäden, außerplanmäßigen Reparaturmaßnahmen oder Rückrufaktionen führen, die Haftungsansprüche oder Reputationsschäden auslösen können. Darüber hinaus kann eine sich verschlechternde Produktqualität vermehrte Gewährleistungs- und Haftungsrisiken gegenüber den Kunden nach sich ziehen. Auf derartige Risiken reagiert die Schaeffler Gruppe mit strengen Qualitätssicherungsmaßnahmen und kontinuierlichen Verbesserungsprozessen in der Produktion, um die Wahrscheinlichkeit des Eintretens von Gewährleistungs- und Haftungsrisiken gering zu halten. Das Eintreten einzelner Risiken kann eine mittlere Wirkung auf die Finanz- und Ertragslage der Schaeffler Gruppe haben. Grundsätzlich sind Produkthaftungsrisiken versichert. Inwieweit die Versicherungen Leistungen zu erbringen haben, ist immer im Einzelfall zu prüfen.
Risiken aus Produktpiraterie
Mit den Schaeffler-Produktmarken INA, LuK und FAG ist ein hoher Qualitätsanspruch verbunden, weshalb diese zunehmend in den Fokus der Produktpiraterie geraten. Zum einen führen Plagiate, die zu deutlich reduzierten Preisen angeboten werden, bei Handel und Endkunden zu Irritationen und münden oftmals in Anfragen zur Preisreduzierung, zum anderen verursachen minderwertige Fälschungen einen Reputationsverlust, der durch den frühzeitigen Ausfall derartiger Produkte verursacht wird. Dadurch leiden sowohl das Firmenimage als auch der Markenwert. Die Bekämpfung der Produktpiraterie hat in der Schaeffler Gruppe daher einen hohen Stellenwert. Der Schutz des geistigen Eigentums erfolgt nicht nur über weltweite Schutzrechtsanmeldungen, sondern auch durch Maßnahmen gegen image- und umsatzschädigende Produktfälschungen. Aufgrund der Vielzahl der sichergestellten Plagiate ist von einer mittleren Auswirkung auf die Finanz- und Ertragslage durch gefälschte Produkte auszugehen.
Informationssicherheitsrisiken
Eine zunehmende Bedrohung der Sicherheit von Informationen und Geschäftsgeheimnissen kann zu einer Gefährdung von Unternehmenswerten führen. Das Informationssicherheitsmanagementsystem der Schaeffler Gruppe orientiert sich am ISO/IEC 27001 Standard und berücksichtigt nationale und branchenspezifische Regelungen. Es zielt darauf ab, das geistige Eigentum und die Geschäftsgeheimnisse der Schaeffler Gruppe und ihrer Geschäftspartner vor Diebstahl, Verlust, unbefugter Weitergabe, rechtswidrigen Zugriffen oder Missbrauch zu schützen. Seitens der Geschäftspartner steigen die Anforderungen an die Schaeffler Gruppe, diese Standards und entsprechende vertragliche Verpflichtung zu berücksichtigen. Der steigenden Bedrohung begegnet das Unternehmen mit zielgerichteten Maßnahmen. Diesen Anforderungen nicht zu entsprechen, kann unter Umständen mit einem Auftragsverlust verbunden sein. Bedingt durch die zunehmende Anzahl und Professionalität krimineller Angriffe kann ein Risiko für die Informationssicherheit mit einer mittleren Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Rechtliche Risiken
Aus der Geschäftstätigkeit der Schaeffler Gruppe entstehen rechtliche Risiken, die z. B. aus der Nichtbeachtung relevanter Vorschriften resultieren können. Für rechtliche Risiken wird nach Maßgabe der Rechnungslegungsvorschriften bilanzielle Vorsorge getroffen.
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Compliance-Risiken
Als global tätiges Unternehmen muss Schaeffler weltweit unterschiedliche Gesetze und Vorschriften beachten. Auch bei sorgfältiger Beachtung kann es dabei unter Umständen zu Verstößen gegen geltendes Recht kommen. Identifizierten Sachverhalten, die den Anforderungen des Compliance Management Systems nicht gerecht werden, wird unverzüglich mit entsprechenden Maßnahmen begegnet. Die Folgen von Compliance-Verstößen können eine mittlere Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation der Schaeffler Gruppe haben. Die Schaeffler Gruppe kooperiert bei Untersuchungen wegen möglicher Compliance-Verstöße mit den Behörden und reagiert angemessen auf erkannte Schwachstellen.
Mehr zur Darstellung des Compliance Management Systems ab Seite 71ff.
Mit Hilfe eines Material-Compliance-Managements wirkt das Unternehmen darauf hin, dass verwendete Komponenten und Materialien geltenden Gesetzen und Vorschriften entsprechen. Dennoch besteht das Risiko, dass rechtliche Vorgaben und deren Entwicklung nicht rechtzeitig erkannt und Produkte gesetzeswidrig am Markt vertrieben werden. Dadurch kann es zu mittleren Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage kommen.
Kartellverfahren
Laufende und künftige Untersuchungen und Verfahren wegen Kartellverstößen könnten negative Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation der Schaeffler Gruppe haben. Aufgrund möglicher Leistungspflichten im Zusammenhang mit diesen Untersuchungen und Verfahren kann es zu nicht geplanten Mittelabflüssen kommen. Die Schaeffler Gruppe kooperiert bei den laufenden und zukünftigen Untersuchungen grundsätzlich mit den zuständigen Behörden. Die Verhängung von Bußgeldern kann nicht ausgeschlossen werden.
Außerdem wurden Schadenersatzforderungen aufgrund von bekannten Kartellverfahren gegen Unternehmen der Schaeffler Gruppe geltend gemacht. Die Schaeffler Gruppe hat für mögliche Belastungen eine angemessene bilanzielle Vorsorge getroffen.
Finanzielle Risiken
Zu den finanziellen Risiken gehören neben den Steuerrisiken auch Risiken aus Pensionszusagen sowie Risiken aus Wechselkursveränderungen und Liquiditätsrisiken.
Risiken aus Pensionszusagen
Vor allem in Deutschland, den USA und Großbritannien hat die Schaeffler Gruppe einen hohen Bestand an Pensionsverpflichtungen. In den angelsächsischen Ländern sind diese über Pensionsfonds finanziert. Die Ermittlung der Höhe der Pensionsverpflichtungen erfolgt anhand von versicherungsmathematischen Bewertungen, die auf Annahmen zu möglichen künftigen Ereignissen basieren, wie z. B. Abzinsungsfaktor, Anstieg von Gehältern und Pensionen oder die statistisch ermittelten Lebenserwartungen. Das Planvermögen kann in unterschiedliche Anlageklassen wie z. B. Aktien, festverzinsliche Wertpapiere oder Immobilien investiert werden, die entsprechenden Wertschwankungen ausgesetzt sind. Eine Veränderung der genannten Parameter kann insbesondere in Deutschland und Großbritannien auf die Vermögenslage der Schaeffler Gruppe eine mittlere Wirkung haben.
Währungsrisiken
Die Schaeffler Gruppe ist aufgrund ihrer Internationalität vielfältigen Währungsrisiken ausgesetzt. Die größten operativen Währungsrisiken resultieren dabei aus Kursänderungen des US-Dollar und des chinesischen Renminbi.
Währungsrisiken werden kontinuierlich überwacht und berichtet. Das Management der Währungsrisiken erfolgt zentral. Die konzernweiten Währungsrisiken werden aggregiert und durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften abgesichert. Als Sicherungsinstrumente werden grundsätzlich Devisentermingeschäfte und Zinswährungsswaps verwendet. Das Währungsrisiko, die Marktwerte der Währungsderivate sowie die Entwicklung an den Devisenmärkten werden im Rahmen des Risikomanagements kontinuierlich überwacht und gesteuert.
Die Wettbewerbsposition der Schaeffler Gruppe kann von Wechselkursentwicklungen negativ beeinflusst werden, sofern Wettbewerber aus anderen Währungsräumen aufgrund der Wechselkursentwicklung günstigere Preise anbieten können. Die weltweite Verteilung der Produktionsstandorte ermöglicht es der Schaeffler Gruppe, wechselkursbedingte Auswirkungen auf die Wettbewerbsposition zu reduzieren. Dennoch kann eine negative Wechselkursentwicklung mittlere Auswirkungen auf die Ertrags- oder Finanzlage haben.
Steuerrisiken
Die Schaeffler Gruppe unterliegt weltweit Betriebsprüfungen. In laufenden oder zukünftigen Betriebsprüfungen könnten die Steuergesetze oder relevante Fakten durch die Steuerbehörden anders interpretiert werden als durch die Schaeffler Gruppe. Folglich könnte es zu einer Anpassung der Steuerbemessungsgrundlagen kommen und sich die Steuerschuld erhöhen. Eine Nachzahlung infolge der Anpassung der Steuerbemessungsgrundlage kann auf die Finanzlage der Schaeffler Gruppe eine mittlere Wirkung haben.
Wertminderungen
Neben einer regelmäßigen jährlichen Prüfung werden Vermögenswerte bzw. Gruppen von Vermögenswerten einschließlich Geschäfts- oder Firmenwerte insbesondere dann auf Wertminderung geprüft, wenn ein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass diese wertgemindert sein könnten (sogenanntes Triggering Event).
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 8 | |
Chancen- und Risikobericht | Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikosituation der Schaeffler Gruppe | |||
ZukünftigeungünstigeGeschäftsentwicklungenkönneneinAnhaltspunktfür Wertminderungen sein, die zu einer mittleren negativen Auswirkung auf die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns führen können. Insbesondere in den Sparten Automotive Technologies und Industrial kann eine negative Entwicklung des Marktumfeldes ein sogenanntes Triggering Event auslösen.
Liquiditätsrisiken
Das Risiko, dass die Schaeffler Gruppe ihre Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht erfüllen kann, wird als Liquiditätsrisiko bezeichnet. Dabei wird in der Schaeffler Gruppe zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Liquiditätsrisiken differenziert.
Liquiditätsrisiken können entstehen, wenn ein sich ergebender Finanzierungsbedarf nicht durch bestehende Eigen- bzw. Fremdfinanzierung gedeckt werden kann. Der Finanzierungsbedarf der Schaeffler Gruppe war im Geschäftsjahr 2020 durch die bestehenden Finanzierungsinstrumente sowie die durchgeführten Refinanzierungen durchgehend gedeckt.
Um einen unvorhergesehenen kurzfristigen oder auch mittelfristigen Liquiditätsbedarf möglichst zu vermeiden, erfolgen das Monitoring und die Steuerung des kurz- und mittelfristigen Liquiditätsrisikos anhand einer rollierenden Liquiditätsplanung mit einem Planungshorizont von bis zu zwölf Monaten. In diesem Zusammenhang werden kurzfristige Schwankungen des Cash Flow taggenau beobachtet und können über Kreditlinien ausgeglichen werden. Hierfür stehen der Schaeffler Gruppe eine Revolving Credit Facility in Höhe von 1,8 Mrd. EUR sowie weitere bilaterale Kreditlinien zur Verfügung.
Den Kreditgebern steht bei Vorliegen bestimmter Bedingungen, u. a. im Fall der Nichteinhaltung von Finanzkennzahlen (Financial Covenants), ein außerordentliches Kündigungsrecht zu, das prinzipiell zur sofortigen Fälligstellung der Kredite berechtigen würde. Die Einhaltung von Financial Covenants wird laufend überwacht und regelmäßig an die Kreditgeber berichtet. Die Financial Covenants wurden bisher entsprechend den kreditvertraglichen Regelungen durchgängig eingehalten. Die Schaeffler Gruppe geht davon aus, dass die Financial Covenants auch zukünftig eingehalten werden.
Jegliche Verletzung der Auflagen aus den Kreditverträgen sowie ein nicht über die bestehenden Kreditlinien abdeckbarer Liquiditätsbedarf kann eine mittlere Wirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Schaeffler Gruppe haben, deren tatsächlicher Eintritt als unwahrscheinlich eingeschätzt wird.
In Working Capital gebundene Liquidität reduziert den finanziellen Handlungsspielraum. Um eine verbesserte Kapitalallokation zu erreichen, begleitet die Schaeffler Gruppe eng die Entwicklung ihres Working Capital und ergreift Maßnahmen zu dessen Verbesserung. Sollte einer Erhöhung des Working Capital insbesondere in der Sparte Automotive Technologies nicht entgegengesteuert werden können, könnte es zu mittleren Auswirkungen auf die Finanzlage kommen.
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Chancen- und Risikobericht | Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikosituation der Schaeffler Gruppe | |||
Risikobewertung | ||||||||
Schadensausmaß | Eintrittswahrscheinlichkeit | Risikoklasse | Veränderung | |||||
Strategische Risiken | ||||||||
• Länderrisiken | hoch | unwahrscheinlich | mittel | î | ||||
• Strukturelles Maßnahmenpaket | hoch | unwahrscheinlich | mittel | ì | ||||
• Strategische Marktrisiken | mittel | möglich | mittel | è | ||||
• Elektromobilität | mittel | möglich | mittel | è | ||||
• Veränderung im Umfeld der Automobilhersteller | mittel | möglich | mittel | è | ||||
Operative Risiken | ||||||||
• Marktentwicklung | hoch | möglich | mittel | è | ||||
• Beschaffungsrisiken und Lieferfähigkeit | mittel | wahrscheinlich | mittel | ì | ||||
• Produktionsrisiko | hoch | unwahrscheinlich | mittel | è | ||||
• Ausfall von Engpassmaschinen | hoch | unwahrscheinlich | mittel | è | ||||
• Coronavirus-Pandemie | hoch | unwahrscheinlich | mittel | neu | ||||
• Veränderung von Marktanteilen | hoch | unwahrscheinlich | mittel | è | ||||
• Gewährleistungs- und Haftungsrisiken | hoch | unwahrscheinlich | mittel | è | ||||
• Risiken aus Produktpiraterie | gering | wahrscheinlich | mittel | è | ||||
• Informationssicherheitsrisiken | gering | wahrscheinlich | mittel | è | ||||
Rechtliche Risiken | ||||||||
• Compliance-Risiken | hoch | unwahrscheinlich | mittel | è | ||||
Finanzielle Risiken | ||||||||
• Risiken aus Pensionszusagen | hoch | möglich | mittel | è | ||||
• Währungsrisiken | hoch | möglich | mittel | ì | ||||
• Steuerrisiken | mittel | wahrscheinlich | mittel | î | ||||
• Wertminderungen | hoch | unwahrscheinlich | mittel | neu | ||||
• Liquiditätsrisiken | hoch | unwahrscheinlich | mittel | è | ||||
• Working Capital Risiken | mittel | möglich | mittel | î | ||||
ìerhöhtèunverändert îreduziert | ||||||||
4
Chancen
Die Identifikation und die Wahrnehmung von Chancen obliegen dem operativen Management. Chancen sollen frühzeitig erkannt und durch geeignete Maßnahmen genutzt werden. Die definierten Chancen werden im Rahmen des Strategie-Dialogs mit dem Vorstand diskutiert und darauf basierend Strategien abgeleitet. Dabei werden die relevanten Wachstumsoptionen priorisiert, konkrete Ziele abgeleitet sowie Maßnahmen und Ressourcen zur operativen Zielerreichung für die zukünftige Ausrichtung der Schaeffler Gruppe festgelegt.
Eine aggregierte Sicht der im Strategie-Dialog ermittelten Chancen ist Bestandteil der regelmäßigen Berichterstattung an den Vorstand und den Aufsichtsrat der Schaeffler AG. Die Dokumentation erfolgt ebenfalls über das Risikomanagement-Tool.
Die größten Potenziale der Schaeffler Gruppe liegen in strategischen Trends und in Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eine erhöhte Nachfrage nach Schaeffler-Produkten bedingen können.
Chancen im strategischen Bereich
Die Schaeffler Gruppe ist mit ihrem Produkt- und Leistungsangebot weltweit vertreten, um an den erwarteten Megatrends der Zukunft zu partizipieren.
Die strategischen und operativen Chancen der Schaeffler Gruppe resultieren insbesondere aus den folgenden Faktoren:
Globalisierung
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 10 | |
Chancen- und Risikobericht | Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikosituation der Schaeffler Gruppe | |||
Das umfangreiche Produkt- und Leistungsangebot der Schaeffler Gruppe bildet die Grundlage, um an den erwarteten Megatrends zu partizipieren. Die Automobilhersteller setzen z.B. zunehmend auf globale Plattformen, um Kosten zu sparen (Gleichteile, Vereinheitlichung von Komponenten). Durch weltweite Produktionsstandorte kann Schaeffler von diesem Trend profitieren und Fahrzeughersteller sowie Zulieferer mit den geforderten Technologie- und Qualitätsstandards in den gewünschten lokalen Märkten beliefern.
Wachsende Automobilnachfrage in den Schwellenländern
Ein wachsender Fahrzeugmarkt wird v. a. in den Schwellenländern gesehen. Schaeffler erwartet, dass in diesen Ländern die Anzahl der Fahrzeuge pro Einwohner deutlich zunimmt und sich den Werten ausgereifter Märkte annähert.
Mobilität
Die zunehmende Einwohnerzahl in Mega-Cities führt dazu, dass langfristig der öffentliche Personenverkehr in den Städten mit Metros, S-Bahnen und Straßenbahnen sowie zwischen den Städten, z. B. mit Hochgeschwindigkeitszügen, zunehmend an Attraktivität und Bedeutung gewinnt. Gerade Schienenfahrzeuge stellen einen äußerst interessanten, wachsenden Markt für die Schaeffler Gruppe dar. Zuverlässige und innovative Wälzlager-Lösungen vom Fahrgestell bis zum Antriebsstrang sind einer der Schlüssel für moderne Schienenfahrzeuge – und zudem eines der Wachstumsfelder für mechatronische Produkte im Zeitalter der Digitalisierung in der Mobilität. Durch die hohe Beanspruchung und den damit verbundenen Verschleiß sowie die Sicherheitsbestimmungen ist dieser Markt zudem nicht nur ein Zukunftsmarkt in der Erstausrüstung, sondern auch im Aftermarket-Geschäft. Trotz kurzfristiger Einschränkungen des öffentlichen Personen- und Güterverkehrs im Rahmen der Coronavirus-Pandemie, ist langfristig mit zunehmender Konjunkturerholung wieder von steigenden Transport-Aufkommen auszugehen.
Private Mobilität
Die Coronavirus-Pandemie kann zu einer nachhaltigen Veränderung des Mobilitätsverhaltens führen. Der zu beobachtende Anstieg privater Mobilität zu Lasten des öffentlichen Nahverkehrs, Mobilitätsdienstleistern sowie flexiblen Mobilitätskonzepten wie Car Sharing kann sich weiter fortsetzen. Der Einfluss der Pandemie kann für die Sparte Automotive Aftermarket in zweierlei Hinsicht positiv sein. Einerseits kann die Wiederentdeckung der privaten Mobilität zu einer positiven Entwicklung des Fuhrparks führen, welcher einen wesentlicher Wachstumstreiber für den Aftermarket darstellt. Andererseits kann sich aus der intensiveren Nutzung des Privatfahrzeugs ein höherer Verschleiß bzw. eine höhere Wartungsintensität ergeben.
Klimawandel
Im Kontext des globalen Klimawandels und als Folge der Klimapolitik wächst der weltweite Bedarf an erneuerbaren Energien. Die Schaeffler Gruppe unterstützt den Ausbau der regenerativen Energiegewinnung mit den hierfür notwendigen Komponenten und Lösungen, dies umfasst Lagerlösungen für Windkraftturbinen bis hin zu Lösungen für den Solar- und Wasserkraftbereich. Ein Beispiel hierfür sind die asymmetrischen Pendelrollenlager für Windkraftanlagen. Mit diesen trägt Schaeffler dazu bei, Windkraftanlagen zuverlässiger zu machen und die Kosten für die erneuerbare Energiegewinnung zu senken.
E-Mobilität im Automotive Aftermarket
Vorangetrieben durch die zentrale Rolle des alternativen Antriebssystems im Zusammenhang mit den gesamtgesellschaftlichen Bemühungen hin zu einer nachhaltigeren Mobilität, gewinnt die E-Mobilität immer mehr an Bedeutung. Das Produktsegment Elektrik und Elektronik könnte in diesem Kontext einer der wichtigsten Wachstumstreiber im Aftermarket werden. Eine entsprechende Erweiterung des Portfolios hin zu einem umfassenden Anbieter für E-Mobilitätskomponenten, -lösungen und -systeme, würde von einer sehr hohen Kompetenz für die anstehenden technologischen Herausforderungen zeugen, und somit die eigene Positionierung in diesem noch nicht strukturierten Markt nachhaltig stärken und neue Geschäftsfelder erschließen.
Flottenmanagement
Die Nachfrage nach Full-Service-Leasing und damit verbundenem Flottenmanagement ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Flottenmanagementdienste entwickeln sich von grundlegenden Finanzierungsdiensten über fahrzeugbezogene Dienste zu Diensten, bei denen der Fahrer im Fokus steht. Die Auswirkungen des Flottenmanagements stehen nicht nur im Zusammenhang mit einer intensiveren Nutzung des Autos, sondern auch mit standardisierten Entscheidungen, wie bei Neuanschaffungen oder Reparaturen. Diese neuen Akteure im Automotive Aftermarket stellen die „Total Cost of Ownership (TCO)“ deutlich stärker in den Vordergrund. Dies könnte ein hohes Potenzial für eine Kanalverschiebung hin zum Independent Aftermarket oder für die Entstehung neuer nutzungsbasierter Geschäftsmodelle mit sich bringen.
Chancen im operativen Bereich
Digitalisierung
Der weltweite digitale Wandel und die Vernetzung von Komponenten und Systemen führen zur Steigerung der Effizienz von Maschinen und Anlagen im Unternehmen. Die Schaeffler Gruppe bietet zahlreiche Industrie 4.0-Lösungen an. Ihre Systeme und Komponenten befinden sich in Maschinen an den Stellen, an denen wichtige Daten generiert und mit intelligenten Sensoren erfasst werden. Condition Monitoring-Lösungen und Cloud-basierte digitale Dienste für die vorausschauende Instandhaltung liefern dem Kunden kontinuierlich Informationen über den Zustand seiner Maschinen und Anlagen. Prozesse werden verbessert und die Effizienz der Anlagen und Maschinen gesteigert, indem mithilfe der vernetzten Schaeffler-Produkte und -Services wichtige Prozessparameter und Zustandsinformationen gewonnen werden. Zum einem soll intern die Effizienz der Prozesse erhöht werden, vorhandene Daten intensiver genutzt und Produktionsstandorte, Maschinen und Gebäude besser miteinander vernetzt werden. Zum anderen sollen auch bestehende Geschäftsmodelle der Kunden erweitert und neue Geschäftsmodelle entwickelt werden.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 11 | |
Chancen- und Risikobericht | Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikosituation der Schaeffler Gruppe | |||
Chancen im rechtlichen Bereich
Die rechtlichen Chancen der Schaeffler Gruppe resultieren insbesondere aus den folgenden Faktoren:
Steigende Anforderungen durch Gesetzgebung
Infolge strengerer Regularien, wie z.B. die stetig sinkenden CO2-Emissionsziele von Fahrzeugen, ist es notwendig den Verbrennungsmotor noch effizienter zu gestalten. Mit Systemen und Komponenten kann die Schaeffler Gruppe ihren Kunden Lösungen anbieten, die sowohl den Verbrauch als auch die Emissionen von Verbrennungsmotoren weiter reduzieren.
Steigende technologische Anforderungen im Lkw-Markt
Infolge zunehmender Regulierungen im Lkw-Markt ist es notwendig, den Antriebsstrang effizienter und emissionsärmer zu gestalten. Damit ergeben sich auch in diesem Segment Potenziale auszunehmender Elektrifizierung (inklusive des Einsatzes von Brennstoffzellentechnologie). Die Schaeffler Gruppe bietet ihren Kunden gezielt technologisch hochwertige Lösungen aus allen ihren Unternehmensbereichen an, damit die verschärften Normen eingehalten werden können.
Chancen im finanziellen Bereich
Finanzmärkte
Günstige Zins- und Wechselkursentwicklungen können sich positiv auf das Finanzergebnis und die Ertragslage der Schaeffler Gruppe auswirken. Die Finanzmärkte werden laufend überwacht, um mögliche Auswirkungen auf die Schaeffler Gruppe frühzeitig zu erfassen und etwaigen Handlungsbedarf zu identifizieren.
5 Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikosituation der Schaeffler Gruppe
Die Risikosituation der Schaeffler Gruppe ist nach Einschätzung des Vorstands im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert, bei der Bewertung einzelner Risiken kam es zu Verschiebungen, die zu keiner Veränderung der Gesamtaussage geführt haben.
Zusätzlich zu den im Konzernlagebericht beschriebenen spezifischen Risiken kann es allerdings jederzeit zu unvorhersehbaren Ereignissen kommen, die den Produktionsprozess, die Kundenbeziehung oder die Reputation des Unternehmens erheblich schädigen.
Die Gesamtbeurteilung der wesentlichen Chancen und Risiken lässt keine Risiken erkennen, die allein oder in Kombination mit anderen Risiken den Bestand des Unternehmens gefährden.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Prognosebericht | Erwartete Entwicklung Konjunktur und Absatzmärkte | |||
Prognosebericht
1 Erwartete Entwicklung Konjunktur und Absatzmärkte
Die Entwicklung der Weltwirtschaft im Geschäftsjahr 2021 ist maßgeblich vom weiteren Verlauf der Coronavirus-Pandemie abhängig und daher weiterhin einem erhöhten Risiko unterworfen. Für das globale Bruttoinlandsprodukt impliziert ein pessimistisches Szenario von Oxford Economics (Oxford Economics, Februar 2021) ein Wachstum um 0,9 % im Geschäftsjahr 2021, während im Basisszenario von einem Wachstum von 5,8 % ausgegangen wird (2020: -3,6 %).
Als weitere Risiken im Hinblick auf die Entwicklung der Weltwirtschaft sind neben der Coronavirus-Pandemie insbesondere die Eskalation bestehender Handelskonflikte sowie Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten zu nennen.
Für die globale Automobilproduktion impliziert ein pessimistisches Szenario von IHS Markit (IHS Markit, Februar 2021) einen Zuwachs um 7,2 % im Geschäftsjahr 2021, während im Basisszenario von einem Zuwachs um 13,4 % ausgegangen wird (2020: -16,2%).
Für die globale Industrieproduktion impliziert ein pessimistisches Szenario von Oxford Economics (Oxford Economics, Dezember 2020) einen Zuwachs um 2,1 % im Geschäftsjahr 2021, während im Basisszenario von einem Zuwachs um 6,1 % ausgegangen wird (2020: -3,8 %). Für die für die Schaeffler Gruppe besonders relevanten Branchen Maschinenbau, Transportmittel und elektrische Ausrüstungen impliziert ein pessimistisches Szenario von Oxford Economics (Oxford Economics, Dezember 2020) hierbei einen globalen Zuwachs um 3,0 % im Geschäftsjahr 2021, während im Basisszenario von einem globalen Zuwachs um 7,0 % ausgegangen wird (2020: -6,5 %).
2 Ausblick Schaeffler Gruppe
Die Schaeffler Gruppe rechnet für das Geschäftsjahr 2021 mit einem deutlichen währungsbereinigten Umsatzwachstum um mehr als 7 %. Dieser untere Grenzwert basiert auf einer konservativen Markteinschätzung für das globale Wachstum der Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen.
Ausblick 2021 - Konzern | ||||||
Ist 2020 | Ist 2020 | Ausblick 2021 | ||||
Schaeffler Gruppe | angepasster | |||||
Umsatzwachstum 1) | -10,4 % | -10,5 % | > 7 % | |||
EBIT-Marge vor Sondereffekten 2) | 6,4 % | 6,3 % | 6 bis 8 % | |||
Free Cash Flow 3) | 539 Mio. EUR | 539 Mio. EUR | ~ 100 Mio. EUR. | |||
1) Gegenüber Vorjahr; vor Währungseinflüssen. | ||||||
2) Zur Definition der Sondereffekte siehe Seite 35ff. | ||||||
3) Vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten. | ||||||
Zugleich geht das Unternehmen davon aus, im Geschäftsjahr 2021 eine EBIT-Marge vor Sondereffekten zwischen 6 und 8 % zu erzielen.
Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet die Schaeffler Gruppe zudem einen Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten in Höhe von etwa 100 Mio. EUR. Hierbei sind Im Vergleich zum Vorjahr ein volumenbedingter Anstieg des Working Capital, eine Normalisierung des Investitionsvolumens sowie höhere Auszahlungen für Restrukturierungen berücksichtigt.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Zusammengefasster Lagebericht | 1 | |
Prognosebericht | Ausblick Schaeffler Gruppe | |||
Ausblick 2021 - Sparten | ||||||
Ist 2020 | Ist 2020 | Ausblick 2021 | ||||
Automotive Technologies | angepasster | |||||
Umsatzwachstum 1) | -11,6 % | -11,7 % | positives Wachstum; 2 bis 5%-Punkte über LVP-Wachstum ³) | |||
EBIT-Marge vor Sondereffekten 2) | 3,6 % | 3,4 % | > 4,5 % | |||
Automotive Aftermarket | ||||||
Umsatzwachstum 1) | -7,0 % | -6,9 % | 5 bis 7 % | |||
EBIT-Marge vor Sondereffekten 2) | 15,8 % | 15,7 % | > 11,5 % | |||
Industrial | ||||||
Umsatzwachstum 1) | -9,2 % | -9,4 % | 4 bis 6 % | |||
EBIT-Marge vor Sondereffekten 2) | 8,5 % | 8,8 % | > 8,5 % | |||
1) Gegenüber Vorjahr; vor Währungseinflüssen. | ||||||
2) Zur Definition der Sondereffekte siehe Seite 35ff. | ||||||
3) LVP-Wachstum: globales Wachstum der Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. | ||||||
Der Konzern erwartet, dass die Sparte Automotive Technologies um 2 bis 5 Prozentpunkte stärker wächst als die globale Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. Auf dieser Basis rechnet das Unternehmen für die Sparte Automotive Technologies mit einem deutlich positiven währungsbereinigten Umsatzwachstum sowie mit einer gegenüber dem Vorjahr leicht verbesserten EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von über 4,5 %.
Für die Sparte Automotive Aftermarket erwartet der Konzern im Geschäftsjahr 2021 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum um 5 bis 7 % und eine gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufige EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von über 11,5 %. Hierbei sind höhere Produktkosten, temporär höhere Logistikkosten im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme des Montage- und Verpackungszentrums in Halle (Saale), Kosten für Digitalisierungsowie negative Währungseinflüsse berücksichtigt.
Für die Sparte Industrial geht das Unternehmen angesichts der Bandbreite der Einschätzungen unter anderem von Oxford Economics zum Wachstum der globalen Industrieproduktion davon aus, im Geschäftsjahr 2021 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum um 4 bis 6 % zu erzielen sowie eine hohe einstellige EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von über 8,5 %.
Die Anpassung der Vergleichswerte des Vorjahres resultiert zum einen aus einer weiteren Divisionalisierung und somit Stärkung der Steuerung des Geschäfts durch die Sparten. Zum anderen wirken in geringem Umfang auch Einflüsse aus einer zum 1. Januar 2021 eingeführten Methodenänderung zur Bilanzierung von Entwicklungsleistungen. Das retrospektiv angewendete neue Bilanzierungsmodell bildet in veränderter Form die inhaltliche Verbindung von Entwicklungsleistungen und zukünftiger Serienproduktion ab. Dabei werden die Entwicklungskosten aller Kundenprojekte ab dem Zeitpunkt, ab dem ein Serienvertrag mit dem Kunden höchstwahrscheinlich ist, als Vertragserfüllungskosten aktiviert und nachfolgend angemessen über die Laufzeit der Serienproduktion verteilt. Erlöse werden in analoger Weise als Vertragsverbindlichkeiten abgegrenzt und ebenfalls über die Laufzeit der Serienproduktion realisiert.
Diese Veränderungen sind ebenfalls in dem hier dargestellten Ausblick für 2021 berücksichtigt.
Herzogenaurach, 22. Februar 2021
Der Vorstand
Corporate Governance
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 1 | |
Erklärung zur Unternehmensführung mit Corporate Governance Bericht | |||
Erklärung zur Unternehmensführung mit Corporate Governance Bericht
Die gemäß §§ 289f, 315d HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung wurde für die Schaeffler AG und den Konzern zusammengefasst. Die Ausführungen gelten demgemäß für die Schaeffler AG und den Konzern, soweit nachfolgend nicht anders dargestellt. Aufsichtsrat und Vorstand berichten nachfolgend gemäß Grundsatz 22 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Erklärung zur Unternehmensführung über die Corporate Governance der Schaeffler AG.
Corporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung. Effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat sowie Offenheit und Transparenz der Unternehmens- und Finanzkommunikation sind wesentliche Aspekte der Corporate Governance bei der Schaeffler Gruppe.
Erklärung zur Unternehmensführung mit Corporate Governance Bericht inkl. der Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG unter: www.schaeffler.com/de/ir
1 Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG
Im Dezember 2020 haben Vorstand und Aufsichtsrat die folgende Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG verabschiedet:
Erklärung von Vorstand und Aufsichtsrat der Schaeffler AG gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex
Die Schaeffler AG hat seit der Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im Dezember 2019 den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ in der Fassung vom 7. Februar 2017 („Kodex 2017“) mit der nachstehend beschriebenen Ausnahme entsprochen:
Der Empfehlung in Ziffer 5.4.1 Absatz 2 des Kodex 2017 wurde nicht entsprochen. Nach dieser Empfehlung soll der Aufsichtsrat konkrete Ziele für seine Zusammensetzung benennen und dabei auch eine Altersgrenze für die Aufsichtsratsmitglieder festlegen.
Die Schaeffler AG entspricht sämtlichen am 20. März 2020 vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ in der Fassung vom 16. Dezember 2019 („Kodex 2019“) und wird ihnen auch zukünftig entsprechen, mit folgender Ausnahme:
Der Empfehlung in C.2 des Kodex 2019 wird nicht entsprochen. Nach dieser Empfehlung soll für Aufsichtsratsmitglieder eine Altersgrenze festgelegt und in der Erklärung zur Unternehmensführung angegeben werden.
Der Aufsichtsrat der Schaeffler AG wird eine solche Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder nicht festlegen, weil er der Ansicht ist, dass dieses Kriterium nicht aussagekräftig ist im Hinblick auf die Geeignetheit einer Person als Mitglied des Aufsichtsrats tätig zu sein.
Herzogenaurach, Dezember 2020
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 1 | |
Erklärung zur Unternehmensführung mit Corporate Governance Bericht | |||
Für den AufsichtsratFür den Vorstand
Georg F. W. SchaefflerKlaus Rosenfeld
AufsichtsratsvorsitzenderVorsitzender des Vorstands
2 Grundsätze der Unternehmensführung
Das unternehmerische Handeln in der Schaeffler Gruppe beruht auf Integrität, Fairness und gegenseitigem Respekt. Führungsprinzipien sind dabei Transparenz, Vertrauen und Zusammenarbeit. Transparenz schafft Vertrauen, und Vertrauen ist die Basis für gute Zusammenarbeit. Der Unternehmenskodex der Schaeffler Gruppe bietet dabei Orientierung. Die Grundsätze des Unternehmenskodex gelten für jeden gleichermaßen – den Vorstand, die Führungskräfte und alle Mitarbeiter.
Der Unternehmenskodex der Schaeffler Gruppe fordert alle Mitarbeiter zur Integrität auf. Dies bedeutet, alle geltenden lokalen, nationalen und internationalen Gesetze und Vorschriften einzuhalten, wo auch immer die Schaeffler Gruppe geschäftlich tätig ist.
In ihrer unternehmerischen Tätigkeit ist die Schaeffler Gruppe darauf bedacht, wirtschaftlichen Erfolg, langfristige Orientierung sowie ein Bewusstsein für die sozialen und ökologischen Belange der Geschäftstätigkeit miteinander zu verbinden. Die Schaeffler Gruppe legt großen Wert darauf, wirtschaftlichen Erfolg mit verantwortungsvollem Handeln gegenüber Umwelt, Mensch und Gesellschaft zu verbinden. Schaeffler ist den Unternehmenswerten „Nachhaltig“, „Innovativ“, „Exzellent“ und „Leidenschaftlich“ verbunden. Diese Werte bilden eine wichtige Basis für den Erfolg der Schaeffler Gruppe im Interesse und zum Wohle der Kunden und Geschäftspartner, Mitarbeiter und Führungskräfte sowie Aktionäre und Familiengesellschafter. Neben der grundsätzlichen Ausrichtung zu nachhaltigem Wirtschaften hat der Vorstand 2019 eine Sustainability Roadmap verabschiedet, die konkrete Maßnahmen zur Stärkung von Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette der Schaeffler Gruppe umfasst.
Mehr zu den Grundsätzen der Unternehmensführung unter: www.schaeffler.com/nachhaltigkeit
3 Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie Zusammensetzung und Arbeitsweise von deren Ausschüssen
Der Schaeffler AG ist durch das deutsche Aktiengesetz ein duales Führungssystem vorgegeben, das zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan eine strikte personelle und funktionale Trennung vorsieht (Duales Führungssystem). Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Unternehmensführung. Der Vorstandsvorsitzende koordiniert die Arbeit der Vorstandsmitglieder. Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen sind, eingebunden. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat.
Vorstand
Die Schaeffler Gruppe wird durch den Vorstand der Schaeffler AG geführt. Sein Handeln und seine Entscheidungen richtet er am Unternehmensinteresse aus, also unter Berücksichtigung der Belange der Aktionäre, der Arbeitnehmer und der sonstigen dem Unternehmen verbundenen Interessengruppen (Stakeholder), mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung. Die Mitglieder des Vorstands führen die Geschäfte nach Maßgabe der Gesetze, der Satzung und der Geschäftsordnungen. Sie haben dabei die Zustimmungsvorbehalte zu beachten, die in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt sind. Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung, legt die Ziele und die strategische Ausrichtung fest, stimmt sie mit dem Aufsichtsrat ab, steuert die Umsetzung der Unternehmensstrategie und erörtert regelmäßig mit dem Aufsichtsrat den Stand der Umsetzung.
Der Vorstand sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien und wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunternehmen und ihre Mitarbeiter hin (Compliance). Er sorgt insoweit für angemessene, an der Risikolage des Unternehmens ausgerichtete Maßnahmen und legt deren Grundzüge offen. Beschäftigten wird eingeräumt, auf geeignete Weise geschützt, Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen zu geben (Whistleblower-System); auch Dritten wird diese Möglichkeit eingeräumt.
Mehr zu Compliance ab Seite 70ff.
Die Geschäftsordnung des Vorstands regelt die Arbeit des Vorstands, die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten, die erforderlichen Beschlussmehrheiten sowie die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder. Ausgehend von der Organisationsstruktur der Schaeffler Gruppe gehören dem Vorstand neben dem Vorsitzenden die Vorstände der Sparten und der Zentralfunktionen an. Durch die Geschäftsordnung werden den einzelnen Vorständen bestimmte Geschäftsführungsbereiche (Ressorts) zugeteilt. Ihre Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung bleibt unberührt. Jeder Vorstand handelt in seinem Ressort eigenverantwortlich – unter Beachtung der Gesamtverantwortung des Vorstands.
Die Schaeffler Gruppe wird über eine dreidimensionale Matrix gesteuert, die neben den Sparten und Zentralfunktionen auch die Regionen umfasst. Die Leiter der Regionen (Regionale CEOs) berichten direkt an den Vorstandsvorsitzenden. Der Vorstand bildet gemeinsam mit den Regionalen CEOs das Executive Board der Schaeffler Gruppe.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 2 | |
Erklärung zur Unternehmensführung mit Corporate Governance Bericht | |||
Zusammensetzung des Vorstands
Gemäß dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen hat der Aufsichtsrat für den Frauenanteil im Vorstand eine Zielgröße und eine Frist für deren Erreichung bestimmt. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 10. Mai 2017 festgelegt, dass dem Vorstand der Schaeffler AG mindestens eine Frau angehören soll. Diese Zielgröße ist bis zum 30. Juni 2022 zu erreichen und wird seit der Berufung von Frau Corinna Schittenhelm in den Vorstand am 1. Januar 2016 auch bereits erreicht.
Entsprechend der internationalen Aufstellung und der breit gefächerten Branchenstruktur des Konzerns achtet der Vorstand bei der Besetzung von Führungsfunktionen auf Vielfalt (Diversity). Er strebt eine angemessene Berücksichtigung von Frauen an und hat gemäß §§ 76 Absatz 4, 111 Absatz 5 AktG Zielgrößen für den Frauenanteil in der Schaeffler AG in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festgelegt. Für den Zeitraum bis zum 30. Juni 2022 hat der Vorstand in seiner Sitzung am 19. Juni 2017 Zielgrößen von 8 % Frauenanteil auf der ersten und von 12 % Frauenanteil auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands beschlossen.
Bei der Zusammensetzung des Vorstands achtet der Aufsichtsrat zusätzlich zur maßgeblichen fachlichen Qualifikation auf Vielfalt (Diversity) und hat in seiner Sitzung am 15. Dezember 2017 ein Diversitätskonzept nach § 289f Abs. 2 Nr. 6 HGB für den Vorstand der Schaeffler AG beschlossen. Ausgewählt wurden die Diversitätskriterien Geschlecht, Alter, berufliche Erfahrung und Internationalität:
Geschlecht: Im Vorstand soll mindestens eine Frau tätig sein. Diese Zielgröße wurde 2020 erreicht. Langfristig wird angestrebt, den Frauenanteil im Vorstand über die gesetzte Zielgröße hinaus zu erhöhen. Die Zielgrößen, die der Vorstand für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands beschlossen hat, sollen erreicht werden.
Alter: Der Vorstand soll zudem über eine angemessene Altersstruktur verfügen. Neben mehreren jüngeren Vorständen sollen auch Vorstände mit größerer Berufs- und Lebenserfahrung dem Gremium angehören. Für den Vorstand insgesamt wird ein Durchschnittsalter von ca. 55 Jahren angestrebt. Die Altersgrenze für Vorstandsmitglieder ist die Vollendung des 68. Lebensjahres. Bei der Bestellung von Vorständen soll auf eine ausgewogene Altersstruktur geachtet und vermehrt jüngere Führungskräfte gefördert werden. Die gesetzten Ziele wurden 2020 erreicht.
Berufliche Erfahrung: Die Mitglieder des Vorstands sollen unterschiedliche berufliche Erfahrungen mitbringen. Neben einem ausreichenden beruflichen Hintergrund im Bereich Ingenieurwesen und Betriebswirtschaft sollen auch weitere berufliche Erfahrungen vorhanden sein, insbesondere in Bereichen, die für das Zukunftsgeschäft der Schaeffler Gruppe von Relevanz sind, wie bspw. in den Bereichen Mechatronik, Elektrotechnik, Digitalisierung und IT. Bei der Bestellung von Vorständen ist auf deren Ausbildung, den beruflichen Werdegang und auf die aktuelle Tätigkeit zu achten. 2020 wurden die gesetzten Ziele erreicht.
Internationalität: Im Vorstand soll ausreichend internationale Erfahrung vorhanden sein, um der Internationalität des Geschäfts der Schaeffler Gruppe gerecht zu werden. Die Mitglieder des Vorstands sollen unterschiedliche Nationalitäten aufweisen. Ziel sollte es sein, dass alle Vorstandsmitglieder über berufliche Erfahrung im Ausland bzw. Erfahrung im internationalen Geschäft verfügen. Langfristig wäre es wünschenswert, wenn dem Vorstand mindestens eine Person mit nicht-deutscher Nationalität angehören würde, idealerweise aus einem für Schaeffler relevanten Markt. Bei der Bestellung von Vorständen ist zwingend auf internationale Erfahrung zu achten. Auf der ersten und zweiten Führungsebene unter dem Vorstand sollte die Mehrzahl der Mitarbeiter über Auslandserfahrung und Erfahrung im internationalen Geschäft verfügen. Die bestellten Vorstandsmitglieder verfügen alle über Erfahrung im internationalen Geschäft.
Gemeinsam mit dem Vorstand sorgt der Aufsichtsrat für eine langfristige Nachfolgeplanung. Zu diesem Zweck befasst sich der Aufsichtsrat regelmäßig mit potenziellen Kandidaten und Kandidatinnen für den Vorstand. Bei deren Sichtung berücksichtigt der Aufsichtsrat die vorstehend beschriebenen Diversitätskriterien. Der Vorsitzende des Vorstands wird eingebunden, sofern es nicht um seine eigene Nachfolge geht.
Am Bilanzstichtag hielt kein Vorstandsmitglied mehr als zwei Aufsichtsratsmandate bei konzernexternen börsennotierten Gesellschaften oder in Aufsichtsgremien von konzernexternen Gesellschaften, die vergleichbare Anforderungen stellen.
Mehr zu den Mitgliedern des Vorstands, ihren Verantwortungsbereichen und den von ihnen wahrgenommenen Mandaten in Aufsichtsorganen anderer Gesellschaften ab
Seite 101ff.
Aufsichtsrat
Die Aufgabe des Aufsichtsrats ist es, den Vorstand bei der Unternehmensführung zu beraten und zu überwachen. In Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen hat der Vorstand ihn einzubinden. Hierzu regelt die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat, welche Rechtsgeschäfte und Maßnahmen des Vorstands der Zustimmung des Aufsichtsrats bzw. des Präsidialausschusses bedürfen. Der Aufsichtsrat übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, der Satzung und der Geschäftsordnung aus. Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat regelt dessen Organisation und Arbeit.
Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands und legt ihre Vergütung fest.
Mehr zur Vergütung des Vorstands ab Seite 75ff.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 3 | |
Erklärung zur Unternehmensführung mit Corporate Governance Bericht | |||
Der Aufsichtsrat tritt mindestens zweimal im Kalenderhalbjahr zu Sitzungen zusammen, in denen er anstehende Themen erörtert und erforderliche Beschlüsse fasst. Im Übrigen hält er Sitzungen ab, so oft und sobald das Interesse der Gesellschaft es erfordert. Aus Gründen der Effektivität werden dabei Beschlüsse teilweise auch schriftlich oder telefonisch gefasst.
Zusammensetzung des Aufsichtsrats
Nach dem deutschen Mitbestimmungsgesetz besteht der paritätisch mitbestimmte Aufsichtsrat der Schaeffler AG aus insgesamt 20 Mitgliedern. Davon werden zehn Mitglieder von der Hauptversammlung bestellt und zehn Mitglieder von den Arbeitnehmern nach den Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes gewählt.
Als paritätisch mitbestimmte, börsennotierte Gesellschaft setzt sich der Aufsichtsrat der Schaeffler AG gemäß § 96 Absatz 2 AktG zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammen. Die gesetzliche Geschlechterquote ist gemäß § 25 EGAktG anzuwenden für Wahlen seit dem 1. Januar 2016; bestehende Mandate können bis zu ihrem regulären Ende wahrgenommen werden.
Der Mindestanteil ist vom Aufsichtsrat insgesamt zu erfüllen. Widerspricht die Seite der Anteilseigner- oder Arbeitnehmervertreter aufgrund eines mit Mehrheit gefassten Beschlusses vor der Wahl der Gesamterfüllung gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden, so ist der Mindestanteil für diese Wahl von der Seite der Anteilseigner und der Seite der Arbeitnehmer getrennt zu erfüllen. Die Arbeitnehmervertreterseite hat am 10. Dezember 2015 einstimmig der Gesamterfüllung widersprochen und diesen Beschluss am 30. September 2019 einstimmig bestätigt. Dem Aufsichtsrat gehören heute sieben weibliche Mitglieder an, wobei vier Frauen Arbeitnehmervertreter sind und drei Frauen die Seite der Anteilseigner vertreten. Die Arbeitnehmervertreter und die Seite der Anteilseigner haben somit die gesetzliche Quote erreicht.
Der Aufsichtsrat hat in Übereinstimmung mit Empfehlung C.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex nachfolgende konkrete Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen, die, unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation, die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte, die nach Einschätzung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat angemessene Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder und eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat sowie Vielfalt (Diversity) angemessen berücksichtigen. Der Aufsichtsrat hat folgende Ziele für seine Zusammensetzung benannt:
Die Mitglieder sollen über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung ihrer Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen sowie in der Lage sein, den für die Tätigkeit erforderlichen Zeitaufwand aufzubringen.
Die Besetzung des Aufsichtsrats mit Personen, die einen internationalen Hintergrund haben, soll im bisherigen Umfang beibehalten werden.
Dem Aufsichtsrat sollen keine Mitglieder angehören, die Organfunktionen oder Beratungsfunktionen bei wesentlichen Wettbewerbern der Schaeffler Gruppe haben.
Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören.
Dem Aufsichtsrat sollen mindestens fünf Anteilseignervertreter angehören, die unabhängig von der Gesellschaft und deren Vorstand und unabhängig von einem kontrollierenden Aktionär sind (entsprechend der Empfehlung C.6 des Deutschen Corporate Governance Kodex).
Nach Einschätzung des Aufsichtsrats sind gegenwärtig acht Anteilseignervertreter unabhängig von der Gesellschaft, ihrem Vorstand und den kontrollierenden Aktionären, namentlich Sabine Bendiek, Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Dr. Holger Engelmann, Prof. Dr. Bernd Gottschalk, Sabrina Soussan, Robin Stalker, Prof. TU Graz e.h. KR Ing. Siegfried Wolf und Prof. Dr.-Ing. Tong Zhang.
Nach Empfehlung C.7 des Deutschen Corporate Governance Kodex soll mehr als die Hälfte der Anteilseignervertreter unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand sein.Nach Einschätzung des Aufsichtsrats sind gegenwärtig alle Anteilseignervertreter unabhängig von der Gesellschaft und ihrem Vorstand. Einige Mitglieder des Aufsichtsrats sind in hochrangigen Positionen bei anderen Gesellschaften tätig oder halten zumindest mittelbar Anteile an Gesellschaften, mit denen die Schaeffler Gruppe Beziehungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit unterhält. Der Aufsichtsrat ist der Ansicht, dass keine dieser Beziehungen als wesentlich einzustufen ist.
Sofern die Gesellschaft einen kontrollierenden Aktionär hat, sollen nach Empfehlung C.9 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Fall eines Aufsichtsrats mit mehr als sechs Mitgliedern mindestens zwei Anteilseignervertreter unabhängig vom kontrollierenden Aktionär sein. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats sind gegenwärtig acht Anteilseignervertreter unabhängig von den kontrollierenden Aktionären, namentlich Sabine Bendiek, Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Dr. Holger Engelmann, Prof. Dr. Bernd Gottschalk, Sabrina Soussan, Robin Stalker, Prof. TU Graz e.h. KR Ing. Siegfried Wolf und Prof. Dr.-Ing. Tong Zhang.
In Ergänzung zu den vorgenannten Zielen hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 15. Dezember 2017 ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet. Danach soll der Aufsichtsrat als Gesamtgremium die folgenden fachlichen Kompetenzen abdecken. Es ist dabei ausreichend, wenn mindestens ein Aufsichtsratsmitglied ein Kompetenzfeld abdeckt. Das Kompetenzprofil geht dabei davon aus, dass jedes Aufsichtsratsmitglied über die für eine erfolgreiche Aufsichtsratstätigkeit notwendigen persönlichen Kompetenzen, Integrität, ausreichend Zeit, Einsatzbereitschaft und Verschwiegenheit verfügt.
Branchenkenntnis: Der Aufsichtsrat sollte über Kenntnisse und Erfahrungen in der Automobilbranche und in den Branchen verfügen, in denen die Sparte Industrial tätig ist.
Recht/Compliance: Dem Aufsichtsrat sollen Mitglieder angehören, die über Grundkenntnisse im Aktien- und Gesellschaftsrecht sowie im Bereich Compliance verfügen.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 4 | |
Erklärung zur Unternehmensführung mit Corporate Governance Bericht | |||
Finanzen: Der Aufsichtsrat soll über Kenntnisse und Erfahrungen im Finanzbereich, in der Rechnungslegung, Abschlussprüfung, im Risikomanagement und bezüglich interner Kontrollsysteme verfügen.
Führung: Dem Aufsichtsrat sollen Mitglieder mit Führungserfahrung angehören. Dazu gehören Erfahrung in der Unternehmensführung und -überwachung.
Forschung und Entwicklung: Der Aufsichtsrat sollte zudem über Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich Forschung und Entwicklung bevorzugt in Zukunftsfeldern wie der E-Mobilität und Digitalisierung verfügen.
Die gegenwärtige Besetzung des Aufsichtsrats entspricht den vorgenannten Zielen und deckt die vorgenannten Kompetenzfelder ab. Vorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung für die Wahl von Vertretern der Anteilseigner werden die benannten Ziele berücksichtigen und die Ausfüllung der vorgenannten Kompetenzfelder anstreben.
Neben den Zielen und dem Kompetenzprofil hat der Aufsichtsrat am 15. Dezember 2017 zudem ein Diversitätskonzept nach § 289f Abs. 2 Nr. 6 HGB für den Aufsichtsrat der Schaeffler AG beschlossen. Ausgewählt wurden die Diversitätskriterien Geschlecht, berufliche Erfahrung und Internationalität. Im Zusammenspiel mit den sonstigen Kriterien für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats soll sichergestellt werden, dass der Aufsichtsrat über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderliche Meinungs- und Kenntnisvielfalt verfügt.
Geschlecht: Nach § 96 Abs. 2 AktG muss sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammensetzen. Die Arbeitnehmervertreterseite hat am 10. Dezember 2015 einstimmig der Gesamterfüllung der Quote widersprochen und diesen Beschluss am 30. September 2019 einstimmig bestätigt. Dem Aufsichtsrat gehören heute sieben weibliche Mitglieder an, wobei vier Frauen Arbeitnehmervertreter sind und drei Frauen die Seite der Anteilseigner vertreten. Die Seite der Arbeitnehmer und die Seite der Anteilseigner haben somit die gesetzliche Quote erreicht.
Berufliche Erfahrung: Die Mitglieder des Aufsichtsrats sollen unterschiedliche berufliche Erfahrungen mitbringen. Dem Aufsichtsrat sollen Personen angehören, die berufliche Erfahrung in denjenigen Bereichen mitbringen, die für das Geschäft der Schaeffler Gruppe, insbesondere in Bereichen, die für das Zukunftsgeschäft in den Bereichen E-Mobilität und Digitalisierung, wichtig sind. Die berufliche Erfahrung der Kandidaten für den Aufsichtsrat ist bei den Wahlvorschlägen des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zu berücksichtigen.
Internationalität: Der Aufsichtsrat soll über eine angemessene Zahl von Mitgliedern mit einem internationalen Hintergrund (Herkunft, Berufsausbildung oder berufliche Tätigkeit) verfügen. Der Aufsichtsrat erachtet es dabei als angemessen, wenn dies bei mindestens vier Aufsichtsratsmitgliedern der Fall ist. Weitere Aufsichtsräte sollten zudem über Erfahrungen im internationalen Geschäft verfügen. Die Internationalität ist bei Wahlvorschlägen des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zu berücksichtigen.
Mitglieder des Aufsichtsrats mit Lebenslauf unter: www.schaeffler.com/aufsichtsrat
Insgesamt verfügt der Aufsichtsrat über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen. Der Aufsichtsrat ist in seiner Gesamtheit mit den Branchen und Sektoren, in denen die Schaeffler Gruppe tätig ist, vertraut und er verfügt über die nach dem Diversitätskonzept erforderliche Berufserfahrung und Internationalität. Interessenkonflikte von Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind, traten im Geschäftsjahr 2020 nicht auf.
Kein Aufsichtsratsmitglied nimmt gegenwärtig eine Organfunktion oder Beratungsaufgaben bei einem wesentlichen Wettbewerber wahr oder steht in einer persönlichen Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber. Kein Aufsichtsratsmitglied ist ein ehemaliges Vorstandsmitglied.
Mehr zur Vermeidung von Interessenkonflikten siehe Seite 68
Eine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder wurde nicht festgelegt, weil der Aufsichtsrat der Ansicht ist, dass dieses Kriterium nicht aussagekräftig ist im Hinblick auf die Geeignetheit einer Person als Mitglied des Aufsichtsrats tätig zu sein. Diese Abweichung vom Deutschen Corporate Governance Kodex wurde in die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG aufgenommen.
Der Aufsichtsratsvorsitzende wird vom Aufsichtsrat aus seiner Mitte gewählt. Er koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Aufsichtsrats nach außen wahr. Entsprechend der Anregung A.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex ist der Aufsichtsratsvorsitzende zu Gesprächen mit Investoren, in enger Abstimmung mit dem Vorstand und fokussiert auf aufsichtsrelevante Themen, bereit.
Zusammensetzung und Arbeitsweise von Ausschüssen des Aufsichtsrats
Laut Geschäftsordnung bildet der Aufsichtsrat insgesamt fünf Ausschüsse.
Dem Vermittlungsausschuss gemäß §§ 27 Abs. 3, 31 Abs. 3 des Mitbestimmungsgesetzes obliegt es, dem Aufsichtsrat einen Vorschlag für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern zu machen, wenn die dazu notwendige Zweidrittelmehrheit zunächst nicht zustande gekommen ist. Dem Vermittlungsausschuss gehören Frau Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann sowie die HerrenGeorg F. W. Schaeffler, Salvatore Vicari und Jürgen Wechsler an; Vorsitzender ist Herr Georg F. W. Schaeffler.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 5 | |
Erklärung zur Unternehmensführung mit Corporate Governance Bericht | |||
Der Nominierungsausschuss schlägt dem Aufsichtsrat Kandidaten vor, die als Wahlvorschläge für die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern geeignet sind. Dem Nominierungsausschuss gehören der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Georg F. W. Schaeffler sowie Herr Dr. Holger Engelmann, Herr Prof. Dr. Bernd Gottschalk und
Frau MariaElisabeth SchaefflerThumann an; Vorsitzender ist Herr Georg F. W. Schaeffler.
Dem Präsidialausschuss gehören Frau Barbara Resch und Frau Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann sowie die Herren
Georg F. W. Schaeffler, Salvatore Vicari, Jürgen Wechsler und Prof. TU Graz e.h. KR Ing. Siegfried Wolf an; Vorsitzender ist Herr Georg F. W. Schaeffler. Der Präsidialausschuss berät und unterstützt den Vorsitzenden des Aufsichtsrats und dessen Stellvertreter bei ihrer Tätigkeit im Aufsichtsrat. Er bereitet die Sitzungen des Aufsichtsrats vor. Eine weitere wesentliche Aufgabe des Präsidialausschusses ist die Vorbereitung der Personalentscheidungen des Aufsichtsrats. Er gibt Empfehlungen für die Neu- bzw. Wiederbestellung sowie für die Abberufung von Vorstandsmitgliedern. Darüber hinaus bereitet er die Entscheidung des Aufsichtsrats über das System der Vergütung und die Vergütungen der einzelnen Vorstandsmitglieder vor. Ferner beschließt der Präsidialausschuss, vorbehaltlich der in § 107 Abs. 3 Satz 3 AktG genannten Delegationsverbote, anstelle des Aufsichtsrats über die Zustimmung zu bestimmten, in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats festgelegten Rechtsgeschäften und Maßnahmen.
Dem Prüfungsausschuss obliegt die Vorbereitung der Entscheidung des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses. Der Prüfungsausschuss ist insbesondere mit der Prüfung der Rechnungslegung, der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie der Abschlussprüfung und der Compliance befasst. Ihm obliegt die Vorprüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses, des Lageberichts, des Konzernlageberichts bzw. des zusammengefassten Lageberichts (einschließlich CSR-Berichterstattung), des Vorschlags für die Gewinnverwendung, und die Erörterung des Prüfungsberichts mit dem Abschlussprüfer. Außerdem obliegt ihm die Vorprüfung des Berichts über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen und der nichtfinanziellen Berichterstattung sowie die Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers.
Der Prüfungsausschuss legt dem Aufsichtsrat eine begründete Empfehlung für die Wahl des Abschlussprüfers vor, die in den Fällen der Ausschreibung des Prüfungsmandats mindestens zwei Kandidaten umfasst. Der Prüfungsausschuss befasst sich mit der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer. Außerdem überwacht der Prüfungsausschuss die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und ist insoweit auch für die Genehmigung der Beauftragung von sog. Nichtprüfungsleistungen zuständig. Daneben überwacht er auch die Qualifikation und Effizienz des Abschlussprüfers sowie die Rotation der Mitglieder des Prüfungsteams und beurteilt die Qualität der Abschlussprüfung. Der Prüfungsausschuss ist zuständig für den Auftrag zur Prüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung. Der Prüfungsausschuss berät und überwacht den Vorstand anstelle des Aufsichtsrats in Fragen der Rechnungslegung, des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagement-Systems, der Internen Revision, der Abschlussprüfung sowie der Compliance.
Der Prüfungsausschuss besteht aus sechs Mitgliedern. Der Aufsichtsratsvorsitzende gehört diesem Ausschuss kraft Amtes an. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses soll über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren verfügen sowie mit der Abschlussprüfung vertraut und unabhängig sein. Der Aufsichtsratsvorsitzende darf nicht den Vorsitz im Prüfungsausschuss innehaben. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Herr Robin Stalker, erfüllt als ehemaliger Finanzvorstand der Adidas AG diese Voraussetzungen. Die anderen Mitglieder sind Frau Andrea Grimm sowie die Herren Dr. Holger Engelmann, Thomas Höhn, Georg F. W. Schaeffler und Jürgen Wechsler.
Der Technologieausschuss dient dem regelmäßigen Informationsaustausch zwischen Aufsichtsrat und Vorstand über technologische Entwicklungen, die für die Schaeffler Gruppe relevant sind, und der gemeinsamen Beratung über Technologie-Projekte. Dem Technologieausschuss gehören
Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Georg F.W. Schaeffler,
Jürgen Schenk,Salvatore Vicari, Jürgen Wechsler,
Prof. TU Graz e.h. KR Ing. Siegfried Wolf,
Prof. Dr.-Ing. Tong Zhang und Markus Zirkel an. Vorsitzender ist Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger.
Der Aufsichtsrat kann im Einzelfall einen Ausschuss für Geschäfte mit nahestehenden Personen im Sinn von § 107 Abs. 3 Satz 4 AktG bilden, der an Stelle des Aufsichtsrats über die Zustimmung zu Geschäften mit nahestehenden Personen im Sinn der §§ 111a bis 111c AktG beschließt. Der Ausschuss für Geschäfte mit nahestehenden Personen besteht aus sechs Mitgliedern, die jeweils zur Hälfte auf Vorschlag der Anteilseignervertreter und auf Vorschlag der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat gewählt werden.
Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 6 | |
Erklärung zur Unternehmensführung mit Corporate Governance Bericht | |||
Der Aufsichtsrat überprüft regelmäßig, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Im Geschäftsjahr 2020 erfolgte die Selbstbeurteilung intern. Dazu wurden die Aufsichtsratsmitglieder gebeten, ihre Beurteilungen zu Fragen der Themenbereiche Struktur und Funktion, Sitzungen, Vorbesprechungen, Informationsversorgung, Rolle des Aufsichtsratsvorsitzenden, Ausschussarbeit und Vorstandthemen abzugeben. Die einzelnen Beurteilungen wurden von unabhängiger Stelle konsolidiert. Der Aufsichtsrat hat sich in seiner Sitzung am 6. März 2020 intensiv mit den Ergebnissen, die vom Aufsichtsratsvorsitzenden vorgestellt wurden, befasst.
Aus den Ergebnissen ergab sich kein grundsätzlicher Änderungsbedarf, wobei einzelne Anregungen aufgegriffen und umgesetzt werden.
Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat
Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen. Dazu stimmt der Vorstand die strategische Ausrichtung des Unternehmens mit dem Aufsichtsrat ab und erörtert mit ihm in regelmäßigen Abständen den Stand der Strategieumsetzung.
Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategieumsetzung, der Planung, der Geschäftsentwicklung, des Risikomanagements und Compliance. Er geht auf Abweichungen des Geschäftsverlaufs von aufgestellten Plänen und Zielen unter Angabe von Gründen ein. Entscheidungsnotwendige Unterlagen, insbesondere der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und der Prüfungsbericht, werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zugeleitet. Rechtsgeschäfte und Maßnahmen von wesentlicher Bedeutung muss der Vorstand dem Aufsichtsrat bzw. dem Präsidialausschuss zur Genehmigung vorlegen. Die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat ist von gegenseitigem Vertrauen und einer offenen Diskussionskultur unter umfassender Wahrung der Vertraulichkeit geprägt.
Auch zwischen den Sitzungen des Aufsichtsrats hält der Vorsitzende des Aufsichtsrats mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorsitzenden des Vorstands, regelmäßigen Kontakt und erörtert mit ihm Fragen der Strategieumsetzung, der Planung, der Geschäftsentwicklung, des Risikomanagements und Compliance. Der Aufsichtsratsvorsitzende wird vom Vorsitzenden des Vorstands unverzüglich über wichtige Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Führung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung sind, unterrichtet.
Vermeidung von Interessenkonflikten
Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind dazu verpflichtet, etwaige Interessenkonflikte gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden unverzüglich offenzulegen. Die Mitglieder des Vorstands sind dazu verpflichtet, etwaige Interessenkonflikte dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vorsitzenden des Vorstands offen zu legen und die anderen Vorstandsmitglieder hierüber zu informieren. Wesentliche Geschäfte zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands oder ihnen nahestehenden Personen bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Berater- und sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Aufsichtsrats bedürfen ebenfalls der Zustimmung des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat berichtet der Hauptversammlung über etwaige Interessenkonflikte und deren Behandlung. Wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte in der Person eines Aufsichtsratsmitglieds sollen zur Beendigung des Mandats führen. Im Berichtsjahr sind weder bei den Vorstands- noch bei den Aufsichtsratsmitgliedern Interessenkonflikte aufgetreten.
4 Weitere Angaben zur Corporate Governance
Transparenz
Die Schaeffler AG informiert institutionelle Investoren, Aktionäre, Finanzanalysten, Geschäftspartner, Mitarbeiter sowie die interessierte Öffentlichkeit durch regelmäßige, transparente und aktuelle Kommunikation gleichzeitig und gleichberechtigt über die Lage des Unternehmens. Alle wesentlichen Informationen, wie z. B. Ad-hoc-Mitteilungen, Pressemitteilungen sowie Präsentationen von Analystenkonferenzen, sämtliche Finanzberichte und der Finanzkalender werden auf der Internetseite der Schaeffler Gruppe veröffentlicht. Investor Relations steht in enger und ständiger Verbindung mit den Aktionären.
Beziehungen zu den Aktionären und Hauptversammlung
Die Aktionäre nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr. Die Hauptversammlung beschließt insbesondere über die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, die Verwendung des Bilanzgewinns, Kapitalmaßnahmen, Satzungsänderungen sowie über die Wahl des Abschlussprüfers. Sie muss jeweils in den ersten acht Monaten des Geschäftsjahres stattfinden.
Die Gesellschaft hat Vorzugs- und Stammaktien ausgegeben. Vorzugsaktien gewähren kein Stimmrecht, erhalten aber einen Dividendenvorzug von 0,01 EUR je Aktie.
Aktionäre müssen sich rechtzeitig zur Hauptversammlung anmelden, um an der Hauptversammlung teilnehmen zu können. Die Aktionäre werden vor der Hauptversammlung durch eine Einladung und weitere Unterlagen (u. a. Geschäftsbericht) über die in der Hauptversammlung anstehenden Tagesordnungspunkte unterrichtet. Diese Informationen stehen auch auf der Internetseite der Gesellschaft zur Verfügung.
Rechnungslegung und Abschlussprüfung
Anteilseigner und Dritte werden v. a. durch den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht sowie durch unterjährige Finanzinformationen unterrichtet.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 7 | |
Erklärung zur Unternehmensführung mit Corporate Governance Bericht | |||
Die Schaeffler AG erstellt den Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG). Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht werden nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, vom Vorstand aufgestellt und vom Abschlussprüfer sowie dem Aufsichtsrat geprüft. Unterjährige Finanzinformationen erörtert der Vorstand vor der Veröffentlichung mit dem Aufsichtsrat oder seinem Prüfungsausschuss. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht sind binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende, die verpflichtenden unterjährigen Finanzinformationen binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums öffentlich zugänglich.
Darüber hinaus werden im Konzernabschluss Beziehungen zu Aktionären erläutert, die im Sinne der anwendbaren Rechnungslegungsvorschriften als nahestehende Personen qualifiziert sind.
Mit dem Abschlussprüfer der Schaeffler AG ist vereinbart, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats bzw. des Prüfungsausschusses über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe unverzüglich unterrichtet wird, soweit diese nicht unverzüglich beseitigt werden. Ferner ist vereinbart, dass der Abschlussprüfer über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse unverzüglich berichtet, die bei der Durchführung der Abschlussprüfung zu seiner Kenntnis gelangen. Vereinbarungsgemäß hat der Abschlussprüfer den Aufsichtsrat zu informieren bzw. im Prüfungsbericht zu vermerken, wenn er bei Durchführung der Abschlussprüfung Tatsachen feststellt, die eine Unrichtigkeit der von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Erklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex ergeben. Der Prüfungsausschuss überwacht die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Der Abschlussprüfer hat für das am 31. Dezember 2020 endende Geschäftsjahr mit Schreiben vom 4. März 2020 eine verbindliche Unabhängigkeitserklärung abgegeben.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 1 | |
Governance Struktur | |||
Governance Struktur
Die Governance Struktur der Schaeffler Gruppe dient ihrer verantwortungsvollen Steuerung und Überwachung. Die Elemente der Governance Struktur unterstützen die operativen Geschäftseinheiten, Risiken effektiv zu identifizieren und zu steuern.
Die Schaeffler Gruppe hat die Prozesse in ihrer Governance Struktur im Berichtsjahr weiter verbessert, um die Anforderungen der Kunden zu erfüllen und gleichzeitig das Unternehmen zu schützen. Die Governance Struktur soll ein koordiniertes Zusammenwirken der Teilsysteme und somit ein frühzeitiges Erkennen von bestands- und entwicklungsgefährdenden Risiken für die Schaeffler Gruppe fördern. Klar geregelte Verantwortlichkeiten und ein Internes Kontrollsystem dienen der Steuerung wesentlicher Risiken.
Wichtiger Bestandteil der Governance ist dabei das Group Compliance and Risk Committee (GCRC). Es erhöht die Transparenz in den internen Strukturen, der Organisation und in den Verantwortlichkeiten. Der Group Chief Compliance Officer der Schaeffler Gruppe führt den Vorsitz des GCRC,das sich aus den Leitern der relevanten Governance-Funktionen (u. a. Compliance, Recht, Risikomanagement, Internes Kontrollsystem und Controlling) zusammensetzt. Das GCRC hat die Aufgabe, den Vorstand in seinen Organisationspflichten hinsichtlich Compliance und Risikomanagement zu unterstützen. Wesentliche Ziele des GCRC sind, Verantwortlichkeiten und Schnittstellen zu definieren, abzugrenzen und hierbei Redundanzen zu vermeiden. Darüber hinaus soll ein durchgängiges und vollständiges Bild der Risikosituation in den Sparten, Funktionen und Regionen auf Basis einer einheitlichen Bewertungs- und Priorisierungsmethodik geschaffen werden. Ein weiteres Ziel des GCRC ist die Entwicklung und Überwachung von Maßnahmen zur Risikoreduzierung. Operativ unterstützt wird das GCRC durch die Compliance & Risk Working Group. Diese setzt sich aus Vertretern der Arbeitsebene der im GCRC vertretenen Funktionen zusammen.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 1 | |
Governance Struktur | |||
Dem Zusammenwirken der Teilsysteme innerhalb der Governance Struktur liegt das international anerkannte Drei-LinienModell des The Institute of Internal Auditors zugrunde.
Es wirkt darauf hin, Strukturen und Prozesse zu identifizieren und zu etablieren, die die Umsetzung der Unternehmensstrategie und die Realisierung der damit verbundenen Chancen bestmöglich unterstützen. Mit dem Modell werden die Interaktionen und Verantwortlichkeiten des Managements, der Internen Revision und der übrigen Governance-Funktionen mit dem Ziel einer effektiven Ausrichtung, Zusammenarbeit und Berichterstattung strukturiert. Das Modell definiert die Rollen der Führungskräfte und ihrer Funktionen innerhalb der Schaeffler Gruppe.
Erste Linie: Die operativen Geschäftseinheiten sind dafür verantwortlich, die erforderlichen Maßnahmen zum Erreichen der Unternehmensziele zu treffen. Hierzu zählen u. a. Kontrollen innerhalb aller Geschäftsprozesse zur Vermeidung von Risiken. Ist eine Vermeidung nicht möglich, müssen die Risiken erfasst und auf ein angemessenes Maß reduziert werden. Die Führungskräfte und Mitarbeiter der operativen Einheiten der Schaeffler Gruppe bilden daher die erste Linie. Es liegt in ihrer Verantwortung, Risiken innerhalb der ihnen zugewiesenen Verantwortung angemessen zu steuern. Einzelrisiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, werden nicht akzeptiert. Der Unternehmenskodex der Schaeffler Gruppe fordert sie zudem auf, sich mit Fragen oder Bedenken zum Umgang mit unangemessenen Geschäftspraktiken an ihre Vorgesetzten oder die entsprechenden Kontrollfunktionen zu wenden. Falls erforderlich, steht ihnen dafür zudem ein Hinweisgebersystem zur Verfügung, worüber Hinweise zu Verstößen gegen den Schaeffler Unternehmenskodex, insbesondere zu illegalen Geschäftspraktiken, vertraulich gemeldet werden können.
Zweite Linie: Die Risikofunktionen (u. a. Internes Kontrollsystem, Controlling, Risikomanagement, Compliance und Recht) definieren globale Standards und Kontrollen, kontrollieren regelmäßig deren Einhaltung und berichten an die Leitungsorgane über ihre Wirksamkeit. Sie unterstützen die erste Linie in der Wahrnehmung ihrer Verantwortlichkeiten. Die Funktion Risikomanagement ist außerdem für die regelmäßige und unabhängige Risikobewertung verantwortlich.
Dritte Linie: Die Interne Revision ist für die unabhängige und objektive Prüfung und Beratung in allen Fragen im Hinblick auf das Erreichen der Unternehmensziele verantwortlich.
Mit der Corporate Governance Struktur und ihrem Modell der drei Linien kommt die Schaeffler Gruppe ihren Verpflichtungen zu einer verantwortungsvollen Unternehmensführung und effektiven Kontrollstrukturen nach.
1 Compliance Management System
Integrität ist ein wesentlicher Eckpfeiler des unternehmerischen Handelns der Schaeffler Gruppe. Die Geschäftsleitung und alle Mitarbeiter sind nach dem Unternehmenskodex dazu angehalten, alle geltenden lokalen, nationalen und internationalen Gesetze und Vorschriften einzuhalten, wo auch immer die Schaeffler Gruppe geschäftlich tätig ist. Eine die gesamte Schaeffler Gruppe umspannende Compliance-Organisation unterstützt sie hierbei, damit aus Regeln gelebte Werte werden.
Das zugrunde liegende Compliance Management System (CMS) der Schaeffler Gruppe und die Notwendigkeit einer durchgängigen Einhaltung von gesetzlichen Anforderungen und konzerninternen Regeln werden vom Vorstand der Schaeffler Gruppe nachdrücklich unterstützt.
Das CMS basiert auf den drei Säulen „Prävention“, „Detektion“ und „Reaktion“ und ist Teil der zweiten Linie in der Governance Struktur der Schaeffler Gruppe. Im Jahr 2018 wurde durch eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Angemessenheit und Implementierung des Compliance Management Systems der Schaeffler Gruppe nach Maßgabe des Standards zur Prüfung von Compliance Management Systemen IDW PS 980 bestätigt.
Das CMS umfasst insbesondere die Steuerung und Überwachung der erforderlichen Aktivitäten zur Vermeidung bzw. Früherkennung von Rechtsverstößen auf dem Gebiet der Korruption, der Geldwäsche, des Wettbewerbs- und Kartellrechts sowie der wirtschaftskriminellen Handlungen. Darüber hinaus dient es der aktiven Risikosteuerung und hat eine Schutzfunktion sowohl für das Unternehmen als auch für seine Mitarbeiter. Das CMS beinhaltet die sieben Kernelemente des IDW PS 980: ComplianceKultur, Compliance-Ziele, Gefährdungsanalyse, Compliance-Programm, Compliance-Organisation, Kommunikation sowie Überwachung und Verbesserung.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 2 | |
Governance Struktur | |||
Die Compliance-Organisation leitet ihre Vorkehrungen gegen Kartell- und Wettbewerbsrechtsverstöße, Korruption, Wirtschaftskriminalität und Geldwäsche auf Basis eines risikobasierten Ansatzes aus einer regelmäßigen gruppenweiten Gefährdungsanalyse ab. Die Gefährdungsanalyse gibt Auskunft über die mit der Geschäftstätigkeit verbundene aktuelle Gefährdungslage und die Wirksamkeit der vorhandenen Vorkehrungen. Die Analyse basiert in erster Linie auf Interviews mit Management und Mitarbeitern in allen Sparten und Regionen. Ziel ist es, möglichst geschäftsprozessnahe Informationen zu erhalten, die zur Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des möglichen Schadensausmaßes notwendig sind. Ergänzt werden diese Einschätzungen durch Branchen- und Expertenwissen, Erfahrungswissen aus konkreten Compliance-Verstößen, Kontroll- und Prüfungsergebnissen sowie mit Hilfe geschäftstätigkeits-, markt- und länderspezifischer Risikokriterien. Angefangen mit öffentlich verfügbaren Risikoindikatoren, wie bspw. dem Corruption Perception Index von Transparency International, bis hin zu Fragen der standortspezifischen Ausgestaltung des Geschäftsmodells der Schaeffler Gruppe. Länderspezifische Risiken werden in einem jährlich aktualisierten Compliance Länderrisikobericht zusammengefasst.
Die Leitung der Compliance-Organisation unterliegt dem Group Chief Compliance Officer der Schaeffler Gruppe, der direkt an den Vorsitzenden des Vorstands berichtet. Darüber hinaus unterhält der Group Chief Compliance Officer eine Berichtslinie zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats und berichtet regelmäßig an den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses.
Mit der Compliance-Abteilung steht dem Group Chief Compliance Officer ein flächendeckendes Netz erfahrener ComplianceExperten in den Regionen Europa, Americas, Greater China und Asien/Pazifik zur Seite. Zudem greift er auf ein zentrales Kompetenzteam am Stammsitz in Herzogenaurach zurück, das aus den Bereichen „Advisory“, „Risk Analysis & Solutions“ und „Forensics & Investigations“ besteht. Zu den Aufgaben des Kompetenzteams gehören die Definition und Überwachung angemessener gruppenweiter Compliance-Standards und Maßnahmen, die Compliance-Beratung und die Verbesserung von Verfahren und Kontrollen. Des Weiteren ist es für die unabhängige Aufklärung mutmaßlicher Verstöße und das Nachhalten erforderlicher Konsequenzen zuständig. Die Ursachen für Fehlverhalten werden analysiert, Vorschläge für Gegenmaßnahmen abgeleitet und deren Umsetzung nachgehalten. Verstöße gegen Gesetze und Vorschriften sowie gegen interne Regeln zu deren Einhaltung werden nicht toleriert und ziehen disziplinarische Maßnahmen nach sich.
Zu den Maßnahmen zur Prävention von Compliance-Verstößen zählen u. a. der Unternehmenskodex der Schaeffler Gruppe, Richtlinien zu kartell- und wettbewerbsrechtskonformem Verhalten sowie zur Korruptionsbekämpfung, zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie zur Vermeidung und zum Umgang mit Interessenkonflikten, webbasierte Schulungen und Präsenzschulungen sowie ein Compliance-Helpdesk für die Beratung zu konkreten Compliance-Sachverhalten. Die beschriebenen Grundsätze und Praktiken im Unternehmenskodex umfassen neben grundsätzlichen Verhaltensanforderungen auch das Verhalten gegenüber Geschäftspartnern und Dritten, den Umgang mit unternehmensrelevanten Informationen, Mitarbeitern und Kollegen und Vorgaben hinsichtlich Umwelt, Sicherheit und Gesundheit. Entsprechend den Unternehmenswerten werden weder Bestechung noch jegliche Form von Korruption geduldet. Allen Mitarbeitern der Schaeffler Gruppe ist es ausdrücklich untersagt, sich in irgendeiner Form an Korruption zu beteiligen. Das Gleiche gilt für wettbewerbs- und kartellrechtswidrige Verhaltensweisen. Die Schaeffler Gruppe hält sich von Geschäften fern, die ohne unzulässige Verhaltensweisen nicht zustande kommen oder fortgeführt werden können.
Mit einem systematischen und zielgruppenspezifischen Schulungsprogramm vermittelt die Schaeffler Gruppe ihren Mitarbeitern und Führungskräften das notwendige Compliance-Verständnis und sensibilisiert sie für Compliance-Risiken in ihrem Geschäftsalltag. Im Rahmen von webbasierten Trainings und Präsenzschulungen werden sie mit dem Unternehmenskodex der Schaeffler Gruppe und den relevanten Konzernrichtlinien vertraut gemacht. Die Schulungen werden stetig weiterentwickelt und an das Aufgabengebiet der Mitarbeiter angepasst. Im Berichtsjahr wurde die webbasierte Pflicht-Grundlagenschulung umfassend überarbeitet und weltweit ausgerollt. Zusätzlich zu den bekannten Compliance-Themen wie Korruption, Kartell- und Wettbewerbsrecht sowie Geldwäsche wird nun zu weiteren Themen des Unternehmenskodex verstärkt geschult. Dazu gehören Themen wie Datenschutz, Informations- und Cyber-Sicherheit sowie Menschenrechte. Daneben bestehen Maßnahmen zur Aufdeckung etwaiger Compliance-Verstöße, wie z. B. Kontrollen sowie ein weltweites Hinweisgebersystem, das auch das anonyme Melden mutmaßlicher Verstöße ermöglicht. Alle eingehenden Hinweise werden unabhängig überprüft. Repressalien gegen Mitarbeiter, die in gutem Glauben Bedenken über Fehlverhalten im Unternehmen äußern, sind untersagt.
Die Schaeffler Gruppe hat ihre Vorkehrungen und Maßnahmen zur Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und internen Regeln im Berichtsjahr weiter verstärkt.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 3 | |
Governance Struktur | |||
Das digitalisierte Wettbewerberkontakt- und Verbandsregister wurde weltweit ausgerollt. Es dient der Transparenz und unterstützt den Vorabgenehmigungsprozess für Wettbewerberkontakte. Der in die bestehenden Geschäftsprozesse integrierte ITgestützte Workflow zur Geschäftspartner-Due-Diligence wurde ebenfalls weltweit ausgerollt. Dieser Prozess erleichtert und verbessert die Geschäftspartnerprüfung. Beides unterstreicht den Anspruch, den die Schaeffler Gruppe an ihre Geschäftspartner im Hinblick auf ein integres und regelkonformes Verhalten stellt. Weltweit neu eingeführt wurde darüber hinaus ein Prozess zur Zuverlässigkeitsprüfung von Kandidaten für sensitive Positionen im Unternehmen. Mit einer neuen gesonderten Unternehmensrichtlinie zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung wurde die Steuerung entsprechender Risiken und die Sensibilisierung der Mitarbeiter für diese Themen nochmals verbessert. Überarbeitet und weiter konkretisiert wurden ferner die Handreichungen zur Identifikation sowie die Vorgaben zur Handhabung von Interessenkonflikten, um die Sicherheit im Erkennen und im Umgang mit Interessenkonflikten weiter zu erhöhen.
Die Schaeffler Gruppe hat zur Einhaltung der kapitalmarktrechtlichen Vorschriften ein Insider-Komitee errichtet, das die ihm mitgeteilten oder sonst bekannt gewordenen (potenziellen) Insiderinformationen bewertet und die Notwendigkeit einer Veröffentlichung prüft. Zudem werden Personen, die Zugang zu Insiderinformationen haben, in einer Insiderliste geführt. Sobald Personen (anlassbezogen oder als permanente Insider) in eine Insiderliste aufgenommen werden, werden diese hierüber informiert und über die rechtlichen Pflichten und Sanktionen aufgeklärt, die sich aus ihrem Zugang zu Insiderinformationen ergeben.
2 Risikomanagement-System
Ebenso wie das Compliance Management System ist auch das Risikomanagement-System Teil der zweiten Linie in der Governance Struktur der Schaeffler Gruppe. Es umfasst alle Maßnahmen, die der Risikoerkennung, -bewertung, -steuerung und -überwachung dienen. Unter einem Risiko versteht man die Gefahr, dass Ereignisse oder Handlungen ein Unternehmen daran hindern, seinen Plan zu erreichen bzw. seine Strategien erfolgreich umzusetzen. Alle identifizierten Risiken werden kontinuierlich bezüglich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichen Auswirkungen auf die Zielerreichung erfasst, bewertet, geeignete Maßnahmen eingeleitet und verfolgt.
Mehr zur Darstellung des Risikomanagement-Systems ab Seite 47ff.
3 Internes Kontrollsystem
Die zweite Linie wird ergänzt durch das Interne Kontrollsystem (IKS) der Schaeffler Gruppe. Das IKS umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Rechnungslegung, zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie zur Sicherung maßgeblicher rechtlicher Vorschriften. Das IKS bei Schaeffler orientiert sich am international anerkannten Rahmenwerk des „Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission – Internal Control – Integrated Framework“. Das IKS besteht hierbei aus fünf Komponenten, die zueinander in einer wechselseitigen Beziehung stehen: Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollaktivitäten, Informationen und Kommunikation sowie Überwachung. Es ist fokussiert auf die Finanzberichterstattung und bildet die Maßnahmen und Kontrollen ab, die sicherstellen, dass die Aufstellung des Konzernabschlusses im Einklang mit den Rechnungslegungsstandards steht und die Ordnungsmäßigkeit der externen Finanzberichterstattung sicherstellen.
Mehr zur Darstellung des Internen Kontrollsystems ab
Seite 49f.
4 Interne Revision
In der Governance Struktur der Schaeffler Gruppe bildet die Interne Revision die dritte Linie. Die Interne Revision erbringt unabhängige und objektive Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen, die darauf ausgerichtet sind, Mehrwerte zu schaffen und die Geschäftsprozesse zu verbessern. Mit ihrer Funktion trägt die Interne Revision zur Erreichung der kommunizierten Unternehmensziele der Schaeffler Gruppe bei, indem sie mit einem systematischen und zielgerichteten Ansatz die Effektivität des Compliance Management Systems, des Risikomanagements, der Kontrollen und der Führungs- und Überwachungsprozesse bewertet und diese verbessern hilft. Die Verantwortung für die Einrichtung und die Funktionsfähigkeit der Internen Revision liegt beim Vorstand und kann nicht delegiert werden. Entsprechend ist die Interne Revision gegenüber allen Mitgliedern des Vorstands berichtspflichtig. Der Leiter Interne Revision berichtet direkt an den Vorsitzenden des Vorstands der Schaeffler AG und regelmäßig an den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses.
Um die Unabhängigkeit und Objektivität der Internen Revision sicherzustellen, bestehen bei der Schaeffler Gruppe folgende Vorkehrungen:
Organisatorische Direktanbindung an den Vorsitzenden des Vorstands zur Vermeidung prüfungsfreier Räume
Keine Übernahme operativer Verantwortungen durch Revisionsleiter oder Revisoren
Jährliche Berichterstattung möglicher Beeinträchtigungen der Unabhängigkeit an den Vorsitzenden des Vorstands, den Vorstand und den Prüfungsausschuss
Die Prüfungsplanung und deren wesentlichen Anpassungen sind durch die Geschäftsleitung zu genehmigen und ausreichend zu dokumentieren
Die Aufgaben der Internen Revision umfassen insbesondere folgende Aktivitäten, sind jedoch nicht auf diese beschränkt:
Prüfung und Beurteilung der Angemessenheit, Wirtschaftlichkeit und Effektivität des Internen Kontrollsystems
Prüfung und Beurteilung der Angemessenheit, Wirtschaftlichkeit und Effektivität der Führungs- und Überwachungsprozesse
Prüfung und Beurteilung des Finanz- und Rechnungswesens, des Informationssystems und des Berichtswesens
Prüfung und Beurteilung der Wirksamkeit des Risiko- und Compliance-Managements
Prüfung und Beurteilung der Wirksamkeit der Maßnahmen zur Verhinderung und Aufdeckung doloser Handlungen
Prüfung von Vorkehrungen zum Schutz der Vermögenswerte
Prüfung und Beurteilung der Umsetzung und Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben und unternehmensinternen Regelungen (Ordnungsmäßigkeit)
Durchführung von Sonderuntersuchungen hinsichtlich Betrug oder anderer doloser Handlungen (Fraud), Interessenkonflikten und anderer Unregelmäßigkeiten
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 4 | |
Governance Struktur | |||
Im Vorfeld zu Prüfungsaufträgen erfolgt im Rahmen einer Risikoanalyse ein Austausch mit anderen Abteilungen (z. B. Compliance und Unternehmenssicherheit, Controlling, Recht, Qualität, Risikomanagement).
Um für das Erreichen der Prüfungsziele ausreichende, zuverlässige, relevante und konstruktive Informationen zu erhalten, führt die Interne Revision ihre Prüfungsaufträge regelmäßig vor Ort durch.
In Revisionsberichten kommuniziert die Interne Revision Feststellungen, identifiziert Umsetzungsverantwortliche und vereinbart terminierte Korrekturmaßnahmen. Die Umsetzung der vereinbarten Korrekturmaßnahmen zur Beseitigung der festgestellten Mängel überwacht die Interne Revision anhand eines Monitoring- und Follow-up-Prozesses.
Der Leiter der Internen Revision hat gemäß den internationalen Standards für die berufliche Praxis der Internen Revision des „Institute of Internal Auditors“ (IIA) ein Programm, das alle Aufgabengebiete der Internen Revision umfasst, zur Qualitätssicherung und Verbesserung eingerichtet.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 1 | |
Vergütungsbericht
Dieser Vergütungsbericht stellt die Grundzüge des Vergütungs-systems des Vorstands in Bezug auf die Vergütungsstruktur und -höhe dar. Er enthält zudem Angaben zu Leistungen, die den Vorstandsmitgliedern für den Fall der Beendigung ihrer Tätigkeit zugesagt worden sind, sowie Angaben zur Vergütung des Aufsichtsrats.
Der Aufsichtsrat der Schaeffler AG hat am 6. März 2020 beschlossen, das im Zuge des Börsengangs im Oktober 2015 eingeführte Vergütungssystem des Vorstands mit Wirkung zum 1. Januar 2020 anzupassen. Das neue Vergütungssystem des Vorstands, bei dessen Weiterentwicklung der Aufsichtsrat von unabhängigen externen Beratern unterstützt wurde, implementiert die geänderten regulatorischen Anforderungen zur Vorstandvergütung nach dem Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II). Das Vergütungssystem des Vorstands wurde von der ordentlichen Hauptversammlung der Schaeffler AG am 8. Mai 2020 gebilligt.
Das neue Vergütungssystem gilt für alle Vorstandsmitglieder, deren Amtszeit über den 31. Juli 2020 hinaus besteht, für alle neu abzuschließenden oder zu verlängernden Dienstverträge sowie bei Wiederbestellungen. Der vorliegende Vergütungsbericht bezieht sich auf das überarbeitete und gebilligte Vergütungssystem des Vorstands.
Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Konzernlageberichts der Schaeffler AG und entspricht den Vorgaben des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS). Ferner berücksichtigt er freiwillig die Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 7. Februar 2017, welche in der aktuellen Fassung entfallen sind. Darüber hinaus enthält der Vergütungsbericht bereits auf freiwilliger Basis ausgewählte Angaben, welche den Anforderungen zur Vorstandvergütung gemäß § 87a Aktiengesetz in der Fassung des Gesetzes zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) vom 12. Dezember 2019 (BGBl. Teil I 2019, Nr. 50 vom 19. Dezember 2019) entsprechen. So werden insbesondere bereits für das Geschäftsjahr 2020 detaillierte Angaben über die Struktur der Vorstandsvergütung sowie die angewendeten Erfolgskriterien gemacht.
1 Grundzüge des Vergütungssystems des Vorstands im Jahre 2020
Der Aufsichtsrat setzt, wie in § 87 AktG und im DCGK gefordert, die Gesamtvergütung fest und überprüft das Vergütungssystem regelmäßig. Zur Sicherung einer angemessenen Gesamtvergütung wird die Üblichkeit der Vergütungshöhe unter Berücksichtigung des horizontalen Vergleichsumfeldes (Branchen-, Größen- und Landesüblichkeit) sowie des vertikalen Vergütungsgefüges innerhalb des Unternehmens (Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Belegschaft) berücksichtigt.
Für den Horizontalvergleich werden die jeweilige Höhe und Struktur der Ziel-Gesamtvergütung sowie die einzelnen Vergütungsbestandteile des Vorsitzenden des Vorstands sowie der ordentlichen Vorstandsmitglieder den Vergütungsmarktdaten von vergleichbaren Unternehmen gegenübergestellt. Für das Berichtsjahr wurden sowohl für den Vorsitzenden des Vorstands als auch die ordentlichen Vorstandsmitglieder die Unternehmen des MDAX zum 31. Dezember 2019 sowie eine individuell definierte Vergleichsgruppe für die Beurteilung der Angemessenheit herangezogen. Die individuelle Vergleichsgruppe umfasst folgende börsennotierte internationale Unternehmen: Continental AG, Copart Inc., Deutz AG, ElringKlinger AG, Gestamp Automoción S.A., Goodyear Tire & Rubber Co., KAP AG, Leoni AG, Michelin AG & Co. KGaA, Plastic Omnium S.A., Rheinmetall AG, SGL Carbon SE, TI Fluid Systems plc. und The Timken Company.
Für den Vertikalvergleich wird die durchschnittliche Vergütung der Arbeitnehmer der Schaeffler Gruppe weltweit (Gesamtbelegschaft) herangezogen, was die Internationalität des Unternehmens adressiert. Das Verhältnis der Vergütungshöhe der Vorstandsmitglieder zur durchschnittlichen Arbeitnehmervergütung wird mit den entsprechenden Verhältnissen in MDAX Unternehmen verglichen.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 1 | |
Der Aufsichtsrat der Schaeffler AG hat die Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (EY) beauftragt, die Angemessenheit der Vorstandsvergütung zu prüfen. EY kam in ihrem Gutachten aus dem Jahr 2020 zu dem Ergebnis, dass die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder in Höhe, Struktur und Ausgestaltung der Vergütungsinstrumente im Branchen-, Größen und Landesvergleich üblich und angemessen ist
Die Gesamtvergütung des Vorstandsgremiums ist leistungs- und erfolgsorientiert und unterstützt gleichzeitig die operativen und strategischen Zielsetzungen der Schaeffler Gruppe in einem dynamischen und internationalen Umfeld. Die Vergütung wurde dabei anhand der folgenden Grundsätze ausgerichtet:
Koppelung von Leistung und Vergütung: |
Die variablen leistungsabhängigen Vergütungsbestandteile sollen die festen Vergütungsbestandteile in Bezug auf die Ziel-Gesamtvergütung übersteigen, um eine leistungsgerechte Vergütung zu gewährleisten |
Wertschaffung und Free Cash Flow: |
Die Vergütung soll die Erreichung der übergeordneten Ziele der Schaeffler AG, nachhaltig Wert zu schaffen und Free Cash Flow zu generieren, fördern. Die damit verbundenen strategischen und operativen Leistungsindikatoren sollen als Leistungskriterien in der variablen Vergütung der Vorstandsmitglieder verankert werden. |
Fokus der variablen Vergütung auf eine langfristige und nachhaltige Unternehmenswertentwicklung: |
Die variable Vergütung soll mehrheitlich langfristig ausgestaltet und an die Unternehmenswertentwicklung gekoppelt sein. Um der wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmensstrategie gerecht zu werden, sollen Nachhaltigkeitsziele in der variablen Vergütung adressiert werden. |
Stärkung der Kapitalmarktorientierung und des Interessengleichklangs mit den Aktionären: |
Vorstandsmitglieder sind verpflichtet, Aktien der Schaeffler AG in einer zuvor festgelegten Höhe zu erwerben und bis zur Beendigung des Dienstverhältnisses mit der Schaeffler AG zu halten (Aktienerwerbs- und Aktienhalteverpflichtung). |
Die Vergütung eines jeden Vorstandsmitglieds setzt sich aus einer Festvergütung sowie aus kurz- und langfristigen variablen Vergütungsbestandteilen zusammen. Die variable Vergütung ist mehrheitlich langfristig ausgestaltet. Zusätzlich erhalten die Mitglieder des Vorstands Pensionszusagen und marktübliche Sach- und Nebenleistungen. Ferner haben die Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2020 eine einmalige Glättungskomponente zur Kompensation der finanziellen Nachteile aufgrund der Umstrukturierung des Versorgungssystem zum 1. Januar 2020 erhalten.
Erfolgsunabhängige Komponenten
Festvergütung
Jedes ordentliche Vorstandsmitglied erhält eine der Höhe nach identische Festvergütung, der Vorstandsvorsitzende erhält den doppelten Betrag. Die Festvergütung wird in zwölf gleichen Monatsraten ausbezahlt. Die Übernahme von Mandaten bei Konzerngesellschaften wird nicht gesondert vergütet.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 2 | |
Sach- und Nebenleistungen
Sach- und Nebenleistungen beinhalten neben der Bereitstellung eines Dienstwagens, der auch privat genutzt werden kann, und üblichen Versicherungsleistungen auch eine Vermögenshaft-pflichtversicherung (D&O-Versicherung). Diese D&O-Versicherung beinhaltet eine Selbstbehaltsklausel, die in ihrer Ausgestaltung § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG entspricht. Geldwerte Vorteile aus den gewährten Sach- und Nebenleistungen sind von jedem Vorstandsmitglied individuell zu versteuern. Im Geschäftsjahr 2020 wurden den Vorstandsmitgliedern keinerlei Kredite gewährt.
Erfolgsabhängige Komponenten
Die erfolgsabhängige Vergütung setzt sich aus kurz- und langfristigen Komponenten zusammen. Im Rahmen der langfristigen variablen Vergütung sind Aktienhalteverpflichtungen zwingend vorgesehen und dienen als Auszahlungsbedingung des Long-Term Bonus ab der Tranche 2020 - 2024.
Kurzfristig variable Vergütung – Short-Term Bonus
Alle Vorstände erhalten bei entsprechender Zielerreichung einen jährlichen Short-Term Bonus. In den Vorstandsdienstverträgen ist der individuelle Zielbonus bei Erreichung von 100 % der Zielwerte festgelegt (individueller Zielbonus).
Der Aufsichtsrat setzt die Zielstaffel für die Erfolgsziele jährlich fest. Er definiert für jedes Erfolgsziel einen Minimalwert (0%), der überschritten werden muss, damit es zu einer Auszahlung kommt, sowie einen Maximalwert (150%), der die Kappung darstellt. Der Zielwert (100%) orientiert sich an den jeweils budgetierten Wert des Erfolgsziels. Liegt der Wert des Erfolgsziels am Ende des Geschäftsjahres zwischen den definierten Werten der Zielstaffel, wird die Zielerreichung durch lineare Interpolation ermittelt.
Der zur Auszahlung gelangende Short-Term Bonus wird für den Vorstandsvorsitzenden sowie die Funktionsvorstände gemäß dem Zielerreichungsgrad der gleichgewichteten Erfolgsziele Free Cash Flow der Schaeffler Gruppe (FCF Gruppe) und Schaeffler Value Added der Schaeffler Gruppe (SVA Gruppe) bestimmt.
Für Spartenvorstände wird der Zielerreichungsgrad anhand der gleichgewichteten Erfolgsziele Free Cash Flow der Schaeffler Gruppe (FCF Gruppe) und Schaeffler Value Added der Schaeffler Gruppe (SVA Gruppe) und dem Schaeffler Value Added der Sparte (SVA Sparte) sowie dem Divisional Cash Flow der Sparte (DCF Sparte) bestimmt.
Grundlage für die Ermittlung des FCF Gruppe sind grundsätzlich die Cash Flows aus laufender Geschäftstätigkeit sowie aus Investitionstätigkeit der Schaeffler Gruppe für das jeweilige Geschäftsjahr. Der SVA Gruppe basiert prinzipiell auf dem EBIT der Schaeffler Gruppe nach Abzug von Kapitalkosten. Der SVA Sparte ermittelt sich entsprechend auf Grundlage der gemäß IFRS 8 segmentierten Größen. Das Erfolgsziel DCF Sparte ergibt sich als Summe aus EBIT zuzüglich Abschreibungen, zuzüglich Veränderungen im Working Capital sowie abzüglich der Zugänge bei Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten.
Mit der Verankerung der Erfolgsziele in der Vorstandsvergütung ist diese an maßgebliche Kennzahlen für die Wertschaffung der Schaeffler Gruppe gekoppelt. Damit trägt die Vergütung wesentlich dazu bei, die Strategie erfolgreich umzusetzen, Investitionen in Wachstumsfeldern zu schaffen und gleichzeitig weiterhin den Fokus auf Profitabilität und Cash-Generierung zu behalten. Die Erfolgskennzahlen spiegeln profitables Wachstum, Kapitalallokation und -effizienz der wertorientierten Unternehmenssteuerung wider und unterstützen somit das nachhaltige Wachstum der Schaeffler Gruppe.
Ergänzend zu den FCF-, SVA- und DCF-Erfolgszielen sieht das Vergütungssystem vor, dass der Aufsichtsrat zusätzliche strategische Ziele festlegen kann. Für die Geschäftsjahre 2020 sowie 2021 hat der Aufsichtsrat ein Nachhaltigkeitsziel als weiteres Leistungskriterium festgelegt.
Ferner kann der Aufsichtsrat, in Abhängigkeit von der individuellen Leistung eines einzelnen Vorstandsmitglieds nach billigem Ermessen, die Gesamtzielerreichung anhand eines Faktors zwischen 0,8 und 1,2 zu korrigieren. Der Aufsichtsrat berücksichtigt bei Ausübung seines billigen Ermessens insbesondere die übergangsweise Wahrnehmung von Aufgaben anderer Ressorts durch ein Vorstandsmitglied.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 3 | |
Werden die Mindestzielwerte nicht erreicht, kann der Short-Term Bonus vollständig entfallen. Bei Überschreitung der Maximalzielwerte ist die Auszahlung aus dem Short-Term Bonus auf 150% des individuellen Zielbonus begrenzt. Dies gilt unabhängig davon, ob ein ergänzendes strategisches Ziel beschlossen wird oder ein Multiplikator entsprechend der individuellen Leistung eines Vorstandsmitglieds angesetzt wird. Der in einem Geschäftsjahr erreichte Short-Term Bonus wird im Anschluss an die Feststellung der Zielerreichung in Form einer Einmalzahlung in Euro ausbezahlt.
Feststellung der Zielerreichung für den STB 2020
Die Ziel-Werte (100%) für die jeweiligen Erfolgsziele wurden auf Basis der internen Planung abgeleitet und entsprechen dem jeweiligen budgetierten Wert. In der nachfolgenden Tabelle sind finanzielle Erfolgsziele für das Geschäftsjahr 2020 sowie deren Zielerreichungsgrade abgebildet:
Feststellung der Zielerreichung für den STB 2020 - Schaeffler Gruppe | ||||||||||
Schaeffler Gruppe (in Mio.EUR) | Zielstaffel | Zielerreichung im Geschäftsjahr 2020 | ||||||||
0% | 100% | 150% | Absolut | Relativ | ||||||
Free Cash Flow | ≤ 0 | 415 | ≥ 623 | 646 | 150,0% | |||||
Schaeffle Value Added | ≤ -85 | 368 | ≥ 595 | 72 | 34,7% | |||||
Gesamtzielerreichung Schaeffler Gruppe | 92,4% | |||||||||
Die den Erfolgszielen zugrunde liegenden Finanzkennzahlen wurden um bestimmte Effekte bereinigt, um die Vergleichbarkeit dieser Finanzkennzahlen mit der operativen Leistung zu ermöglichen. Hierzu zählen unter anderem Effekte der Akquisitionen und Desinvestitionen sowie Effekte bestimmter Restrukturierungsprogramme.
Analog wurden die Zielstaffeln für den Divisionalen Cash Flow und den Schaeffler Value Added als Teil für die Ermittlung der Zielerreichung der Spartenvorstände für das Geschäftsjahr 2020 festgesetzt. Die nachfolgenden Tabellen zeigen die für das Geschäftsjahr 2020 relevanten Zielstaffeln sowie die daruas resultierende Zielerreichung:
Feststellung der Zielerreichung für den STB 2020 - Sparten | ||||||||||
Automotive Technologies | Zielstaffel | Zielerreichung im Geschäftsjahr 2020 | ||||||||
0% | 100% | 150% | Absolut | Relativ | ||||||
Divisional Cash Flow | ≤ 0 | 739 | ≥ 1.109 | 692 | 93,6% | |||||
Schaeffler Value Added | ≤ -207 | -4 | ≥ 97 | -211 | 0,0% | |||||
Gesamtzielerreichung Automotive Technologies | 46,8% | |||||||||
Automotive Aftermarket | Zielstaffel | Zielerreichung im Geschäftsjahr 2020 | ||||||||
0% | 100% | 150% | Absolut | Relativ | ||||||
Divisional Cash Flow | ≤ 0 | 210 | ≥ 315 | 255 | 121,4% | |||||
Schaeffler Value Added | ≤ 94 | 196 | ≥ 247 | 202 | 105,9% | |||||
Gesamtzielerreichung Automotive Aftermarket | 113,7% | |||||||||
Industrial | Zielstaffel | Zielerreichung im Geschäftsjahr 2020 | ||||||||
0% | 100% | 150% | Absolut | Relativ | ||||||
Divisional Cash Flow | ≤ 0 | 210 | ≥ 315 | 243 | 115,7% | |||||
Schaeffler Value Added | ≤ 28 | 177 | ≥ 251 | 82 | 36,2% | |||||
Gesamtzielerreichung Industrial | 76,0% | |||||||||
Sonderziel für den STB 2020 – Nachhaltigkeitsziel
Um die Nachhaltigkeitsstrategie und die damit verbundenen unternehmerischen Maßnahmen in der Vergütung zu verankern, hat der Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2020 als weiteres Leistungskriterium ein Nachhaltigkeitsziel festgelegt. Dieses Nachhaltigkeitsziel wird als Multiplikator von 0,9 bis 1,1 auf die Zielerreichung der jeweiligen Erfolgskriterien eines jeden Vorstandsmitglieds angewandt. Die maximale Auszahlung in Höhe von 150 % des individuellen Zielbonus kann jedoch nicht überschritten werden.
Das Nachhaltigkeitsziel setzt sich aus den folgenden gleichgewichteten Teilzielen zusammen, die entweder erreicht oder verfehlt werden können:
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 4 | |
Das Scoring Level („CDP Rating“) reflektiert den Fortschritt des Unternehmens bei der Übernahme einer umfassenden Verantwortung hinsichtlich Klimaschutz und wird von einer unabhängigen Non-Profit Organisation durchgeführt. Im Rahmen des zweiten Teilziels soll der Vorstand dem Aufsichtsrat vorgestellte Energieeffizienzmaßnahmen umsetzen, die zu einer jährlichen Steigerung der Energieeffizienz um mindestens 25 GWh8 führen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf einer Energieeffizienzsteigerung von Gebäuden und Anlagen sowie Maschinen und Equipment. Die Prüfung der Energieeffizienzmaßnahmen und deren Umsetzung soll durch einen externen und unabhängigen Prüfer erfolgen.
Für die Verbesserung des CDP Klimaschutz-Ratings wurden in allen relevanten Bewertungskategorien Fortschritte erzielt. Besonders hervorzuheben sind die gezielte Verankerung des Themas Klimamanagement in allen relevanten Funktionen mit Einfluss auf die Verbesserung der CO2-Bilanz. Die Ergebnisse des CDP Ratings wurden am 8. Dezember 2020 veröffentlicht. Schaeffler hat ein Rating von "A-" erreicht.
Für die Steigerung der Energieeffizienz wurden 100 Maßnahmen weltweit mit einem Gesamtbeitrag von 27,42 GWh implementiert und durch einen externen und unabhängigen Prüfer verifiziert. Neben intelligenten Beleuchtungskonzepten auf LED-Basis umfassen weitere Maßnahmen z.B. die Optimierung der Heizungs- und Druckluftsysteme sowie von Produktionsanlagen.
Gesamtzielerreichung für den STB 2020
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Zielerreichung pro Erfolgs-ziel sowie die Gesamtzielerreichung der einzelnen Vorstands-mitglieder für das Geschäftsjahr 2020:
Gesamtzielerreichung für den STB 2020 | ||||||||||
Erfolgskriterien | Gewichtung in % | Zielerreichung in % | Sonderziel-Multiplikator | Gesamtzielerreichung | ||||||
Klaus Rosenfeld | FCF | 50 % | 92,4% | 1,1 | 101,64% | |||||
SVA | 50 % | |||||||||
Matthias Zink | FCF | 25 % | 69,6% | 1,1 | 76,56% | |||||
SVA | 25 % | |||||||||
DCF | 25 % | |||||||||
DSVA | 25 % | |||||||||
Michael Söding | FCF | 25 % | 103,0% | 1,1 | 113,30% | |||||
SVA | 25 % | |||||||||
DCF | 25 % | |||||||||
DSVA | 25 % | |||||||||
Dr. Stefan Spindler | FCF | 25 % | 84,2% | 1,1 | 92,62% | |||||
SVA | 25 % | |||||||||
DCF | 25 % | |||||||||
DSVA | 25 % | |||||||||
Dr. Klaus Patzak | FCF | 50 % | 92,4% | 1,1 | 101,64% | |||||
SVA | 50 % | |||||||||
Andreas Schick | FCF | 50 % | 92,4% | 1,1 | 101,64% | |||||
SVA | 50 % | |||||||||
Corinna Schittenhelm | FCF | 50 % | 92,4% | 1,1 | 101,64% | |||||
SVA | 50 % | |||||||||
Uwe Wagner | FCF | 50 % | 92,4% | 1,1 | 101,64% | |||||
SVA | 50 % | |||||||||
Dietmar Heinrich | FCF | 50 % | 92,4% | 1,1 | 101,64% | |||||
SVA | 50 % | |||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 5 | |
Für das Geschäftsjahr 2020 wird der individuelle Leistungsfaktor auf 1,0 festgelegt.
Auszahlung STB 2020
Auf individueller Ebene ergeben sich daher die folgenden Auszahlungen für den STB 2020:
Auszahlung STB 2020 | ||||
Zum 31. Dezember 2020 | jährlicher Zielbonus | Korrespondierende Auszahlung | ||
Klaus Rosenfeld | 1.200 | 1.220 | ||
Matthias Zink | 600 | 459 | ||
Michael Söding | 600 | 680 | ||
Dr. Stefan Spindler | 750 | 695 | ||
Dr. Klaus Patzak 1) | 250 | 254 | ||
Andreas Schick | 600 | 610 | ||
Corinna Schittenhelm | 600 | 610 | ||
Uwe Wagner | 600 | 610 | ||
Im Geschäftsjahr 2020 ausgeschiedene Vorstandsmitglieder | 350 | 356 | ||
Summe | 5.550 | 5.493 | ||
1) Dr. Klaus Patzak ist seit 1. August 2020 Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG. Seine zeitanteilige STB-Gewährung beläuft sich auf 5/12. | ||||
2) Dietmar Heinrich ist zum 31. Juli 2020 aus dem Vorstand der Schaeffler AG ausgeschieden. Seine zeitanteilige Auszahlung des STB beläuft sich auf 7/12. | ||||
Langfristig variable Vergütung – Long-Term Bonus (Performance Share Unit Plan, PSUP)
Der Aufsichtsrat hat einen PSUP als aktienbasiertes Vergütungs-instrument implementiert, um die Interessen des Vorstands und der Aktionäre zusammenzuführen und die nachhaltige Unter-nehmensentwicklung der Schaeffler Gruppe zu fördern. Dieser wurde mit Unterstützung eines externen Vergütungsberaters weiterentwickelt und im Rahmen des neuen Vergütungssystems im Geschäftsjahr 2020 implementiert.
In den Vorstandsdienstverträgen ist ein Gewährungswert in Euro festgelegt, der sich am Aufgaben- und Verantwortungsbereich des jeweiligen Vorstandsmitglieds orientiert. Der Gewährungs-wert ist dabei, unter Berücksichtigung einer Vergütungsstruktur, die mehrheitlich langfristig ausgelegt ist, höher als der individuelle Zielbonus der kurzfristigen variablen Vergütung. Der Gewährungswert wird, auch für unterjährig bestellte Vorstände, in Performance Share Units (PSUs) zum Durchschnittskurs der Schaeffler Vorzugsaktie an den letzten 60 Handelstagen vor Beginn der Performanceperiode (Aktienkurs bei Gewährung) umgerechnet und anteilig gewährt. PSUs werden in jährlichen Tranchen gewährt. Jede Tranche hat eine Performanceperiode von vier Jahren, die jeweils am 1. Januar des Jahres der Gewährung beginnt.
Die Erdienung der gewährten PSUs ist von den folgenden drei Bedingungen abhängig:
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 6 | |
Durch die Verankerung der oben genannten Ziele in der Vergütung wird sichergestellt, dass die Interessen der Vorstandsmit-glieder in Einklang mit den Interessen der Aktionäre stehen und die langfristige Wachstumsstrategie des Unternehmens von den Vorstandsmitgliedern unterstützt wird. Ferner besteht ein An-reiz für die Mitglieder des Vorstands, sich langfristig an das Unternehmen zu binden, was mit Planungssicherheit einhergeht. Die Implementierung einer relativen Größe zur Leistungsmessung schafft zusätzlich Anreize, auch langfristig im Marktumfeld im Vergleich zu relevanten Wettbewerbern durch nachhaltiges organisches Wachstum zu bestehen.
Der Aufsichtsrat legt bei Gewährung der PSUs die Zielwerte (100%) für die jeweilige Tranche fest, welche aus der mittelfristigen Planung abgeleitet werden. Dabei bestimmt er ebenfalls für jedes Erfolgsziel einen Minimalwert (0%) und einen Maximalwert (200%). Wird der Minimalwert unterschritten, beträgt die Zielerreichung 0% und es werden keine PSUs erdient. Wird der Maximalwert überschritten, beträgt die Zielerreichung weiterhin 200% (Kappung).
Die erdienten PSUs werden am Ende der Performanceperiode zum Durchschnittskurs der Schaeffler Vorzugsaktie an den letzten 60 Handelstagen der Performanceperiode in EUR berechnet. Die maximale Auszahlung aus einer PSU beträgt das Doppelte des Aktienkurses bei Gewährung. Ab der Tranche 2020 steht die Auszahlung des LTB unter der Bedingung, dass die Erfüllung der Aktienhalteverpflichtung zum Ende der jeweiligen Performance Periode nachgewiesen wird (für eine detaillierte Beschreibung siehe Abschnitt „Aktienhalteverpflichtung“).
Gewährung im Geschäftsjahr 2020
Für die Erdienung der TSR- und EPS-Erfolgszielen wurden für das Geschäftsjahr die nachfolgenden Zielstaffeln festgelegt:
Erfolgsziele im PSUP (1) | ||
TSR Outperformance über die Performanceperiode | Anzahl der erdienten TSR PSUs in % | |
> 25% | 200% | |
5% < TSR Outperformance ≤ 25% | 150% | |
-5% < TSR Outperformance ≤ 5% | 100% | |
-25% < TSR Outperformance ≤ -5% | 50% | |
≤ -25% | 0% | |
Erfolgsziele im PSUP (2) | ||
EPS-Wachstum über die Performanceperiode | Anzahl der erdienten | |
CAGR EPS ≥ +7,5% | 200% | |
+5% ≤ CAGR EPS < +7,5% | 150% | |
+2,5% ≤ CAGR EPS < +5% | 100% | |
0% ≤ CAGR EPS < +2,5% | 50% | |
CAGR EPS < 0% | 0% | |
Die Zielerreichung des TSR-Erfolgsziels wird über die absolute Differenz zwischen dem TSR der Schaeffler AG und dem TSR des Sector Baskets berechnet. Die Zielerreichung des EPS-Wachstums wird als geometrischer Mittelwert (CAGR10) über die vierjährige Performanceperiode ermittelt.
Die Gewährung im Jahr 2020 für Dietmar Heinrich erfolgte weiterhin unter dem alten PSUP Plan. Im Rahmen dieses Plans ist die Erdienung der gewährten PSUs von den folgenden drei Bedingungen abhängig:
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 7 | |
Die Erdienung der FCF- und TSR-Erfolgszielen unterliegenden PSUs erfolgt entsprechend der nachfolgenden Zielstaffeln:
Erfolgsziele im PSUP (1) | ||
Akkumulierter FCF über die Performanceperiode | Anzahl der erdienten | |
Akkumulierter FCF im Vergleich | 100% | |
2,01% < Akkumulierter FCF im Vergleich | 75% | |
-2,00% < Akkumulierter FCF im Vergleich | 50% | |
-6,00% < Akkumulierter FCF im Vergleich | 25% | |
Akkumulierter FCF im Vergleich | 0% | |
Erfolgsziele im PSUP (2) | ||
TSR Outperformance über die Performanceperiode | Anzahl der erdienten TSR PSUs in % | |
> 25% | 100% | |
5% < TSR Outperformance ≤ 25% | 75% | |
-5% < TSR Outperformance ≤ 5% | 50% | |
-25% < TSR Outperformance ≤ -5% | 25% | |
≤ -25% | 0% | |
Der zugrunde liegende Aktienkurs für die Tranche 2020 beträgt
8,98 EUR. Die individuell gewährten PSUs sowie die beizulegen-den Zeitwerte im Geschäftsjahr 2020 stellen sich wie folgt dar:
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 8 | |
PSU Gewährung im Geschäftsjahr 2020 | ||||||||
Zum 31. Dezember 2020 bestellte Vorstandsmitglieder | Gewährungswert (in Tsd. EUR) | Zum 31. Dezember 2020 ausstehende PSUs 1) (in Stk.) | Beizulegender Zeitwert je PSU bei Gewährung (in EUR) | Beizulegender Zeitwert bei Gewährung (in Tsd. EUR) | ||||
Klaus Rosenfeld | 1.300 | |||||||
Basisanzahl PSUs | 72.382 | 7,37 | 533 | |||||
EPS PSUs | 36.192 | 7,37 | 533 | |||||
TSR PSUs | 36.192 | 7,53 | 273 | |||||
Matthias Zink | 650 | |||||||
Basisanzahl PSUs | 36.191 | 7,37 | 267 | |||||
EPS PSUs | 18.096 | 7,37 | 267 | |||||
TSR PSUs | 18.096 | 7,53 | 136 | |||||
Michael Söding | 650 | |||||||
Basisanzahl PSUs | 36.191 | 7,37 | 267 | |||||
EPS PSUs | 18.096 | 7,37 | 267 | |||||
TSR PSUs | 18.096 | 7,53 | 136 | |||||
Dr. Stefan Spindler | 800 | |||||||
Basisanzahl PSUs | 44.543 | 7,37 | 328 | |||||
EPS PSUs | 22.272 | 7,37 | 328 | |||||
TSR PSUs | 22.272 | 7,53 | 168 | |||||
Dr. Klaus Patzak 2) | 271 | |||||||
Basisanzahl PSUs | 15.080 | 5,03 | 76 | |||||
EPS PSUs | 7.540 | 5,03 | 76 | |||||
TSR PSUs | 7.540 | 4,46 | 34 | |||||
Andreas Schick | 650 | |||||||
Basisanzahl PSUs | 36.191 | 7,37 | 267 | |||||
EPS PSUs | 18.096 | 7,37 | 267 | |||||
TSR PSUs | 18.096 | 7,53 | 136 | |||||
Corinna Schittenhelm | 650 | |||||||
Basisanzahl PSUs | 36.191 | 7,37 | 267 | |||||
EPS PSUs | 18.096 | 7,37 | 267 | |||||
TSR PSUs | 18.096 | 7,53 | 136 | |||||
Uwe Wagner | 650 | |||||||
Basisanzahl PSUs | 36.191 | 7,37 | 267 | |||||
EPS PSUs | 18.096 | 7,37 | 267 | |||||
TSR PSUs | 18.096 | 7,53 | 136 | |||||
Im Geschäftsjahr 2020 ausgeschiedene Vorstandsmitglieder | ||||||||
Dietmar Heinrich 3) | 379 | |||||||
Basisanzahl PSUs | 21.111 | 7,55 | 159 | |||||
FCF PSUs | 10.556 | 7,55 | 80 | |||||
TSR PSUs | 10.556 | 4,60 | 49 | |||||
Summe | 6.000 | 668.151 | 5.985 | |||||
1) Entspricht den im Jahre 2020 gewährten PSUs. Der angepasste PSUP Plan wurde am 4. Februar 2020 vom Aufsichtsrat verabschiedet. Somit gilt der 4. Februar als Tag der Gewährung im Geschäftsjahr 2020. | ||||||||
2) Dr. Klaus Patzak ist seit 1. August 2020 Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG. Seine zeitanteilige LTB-Gewährung beläuft sich auf 5/12. Der Tag der Gewährung ist der 1. August 2020. | ||||||||
3) Dietmar Heinrich ist zum 31. Juli 2020 aus dem Vorstand der Schaeffler AG ausgeschieden. Seine zeitanteilige LTB-Gewährung beläuft sich auf 7/12. Diese Gewährung erfolgte im Rahmen der bisherigen LTB-Planbedingungen zum 1. Januar 2020. | ||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 9 | |
Gewährung im Geschäftsjahr 2019
Der zugrunde liegende Aktienkurs für die Tranche 2019 beträgt 8,50 EUR. Die individuell gewährten PSUs sowie die beizulegenden Zeitwerte im Geschäftsjahr 2019 stellen sich wie folgt dar:
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 10 | |
PSU Gewährung im Geschäftsjahr 2019 | ||||||||
Zum 31. Dezember 2019 bestellte Vorstandsmitglieder | Gewährungs- | Zum 31. Dezember 2019 ausstehende | Beizulegen- | Beizulegen- | ||||
Klaus Rosenfeld | 1.300 | |||||||
Basisanzahl PSUs | 76.471 | 5,36 | 410 | |||||
FCF PSUs | 38.235 | 5,36 | 205 | |||||
TSR PSUs | 38.235 | 3,12 | 119 | |||||
Matthias Zink | 650 | |||||||
Basisanzahl PSUs | 38.235 | 5,36 | 205 | |||||
FCF PSUs | 19.118 | 5,36 | 102 | |||||
TSR PSUs | 19.118 | 3,12 | 60 | |||||
Michael Söding | 650 | |||||||
Basisanzahl PSUs | 38.235 | 5,36 | 205 | |||||
FCF PSUs | 19.118 | 5,36 | 102 | |||||
TSR PSUs | 19.118 | 3,12 | 60 | |||||
Dr. Stefan Spindler | 800 | |||||||
Basisanzahl PSUs | 47.058 | 5,36 | 252 | |||||
FCF PSUs | 23.530 | 5,36 | 126 | |||||
TSR PSUs | 23.530 | 3,12 | 73 | |||||
Andreas Schick | 650 | |||||||
Basisanzahl PSUs | 38.235 | 5,36 | 205 | |||||
FCF PSUs | 19.118 | 5,36 | 102 | |||||
TSR PSUs | 19.118 | 3,12 | 60 | |||||
Corinna Schittenhelm | 650 | |||||||
Basisanzahl PSUs | 38.235 | 5,36 | 205 | |||||
FCF PSUs | 19.118 | 5,36 | 102 | |||||
TSR PSUs | 19.118 | 3,12 | 60 | |||||
Uwe Wagner 2) | 163 | |||||||
Basisanzahl PSUs | 9.558 | 5,37 | 51 | |||||
FCF PSUs | 4.780 | 5,37 | 26 | |||||
TSR PSUs | 4.780 | 2,17 | 10 | |||||
Dietmar Heinrich | ||||||||
Basisanzahl PSUs | 38.235 | 5,36 | 205 | |||||
FCF PSUs | 19.118 | 5,36 | 102 | |||||
TSR PSUs | 19.118 | 3,12 | 60 | |||||
Im Geschäftsjahr 2019 ausgeschiedene Vorstandsmitglieder | ||||||||
Prof. Dr. Peter Gutzmer 3) | 950 | |||||||
Basisanzahl PSUs | 55.883 | 5,36 | 300 | |||||
FCF PSUs | 27.941 | 5,36 | 150 | |||||
TSR PSUs | 27.941 | 3,12 | 87 | |||||
Summe | 6.463 | 760.297 | - | 3.645 | ||||
1) Entspricht den am 1. Januar 2019 gewährten PSUs. | ||||||||
2) Uwe Wagner ist seit 1. Oktober 2019 Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG. | ||||||||
3) Prof. Dr. Peter Gutzmer ist zum 1. Oktober 2019 aus dem Vorstand der Schaeffler AG unter Fortsetzung seines Dienstvertrags bis zum 31. Dezember 2019 ausgeschieden | ||||||||
Die gewährten PSUs werden als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich klassifiziert und bewertet. Die Monte-Carlo-Simulation wurde für die Ermittlung des beizulegenden Zeit-werts für die dem TSR-Erfolgsziel unterliegenden PSUs im Rah-men des neuen PSUP Planes verwendet. Die dem TSR-Erfolgsziel unterliegenden PSUs im Rahmen des vorherigen PSUP Planes wurden analog zum Vorjahr auf Basis des Binomialmodells errechnet. Der beizulegende Zeitwert für die Basisanzahl und die dem EPS- bzw. FCF-Erfolgsziel unterliegenden PSUs wurde auf Basis des Kurses der Vorzugsaktie der Gesellschaft zum jeweiligen Bewertungsstichtag anhand eines Binomialmodells ermittelt. Die Bewertungsmodelle berücksichtigen jeweils die Vertragsbedingungen, zu denen die PSUs gewährt wurden (Auszahlungsbedingungen, Zielstaffeln, die erwarteten Dividendenzahlungen sowie die erwartete Volatilität der Vorzugsaktie der Gesellschaft und des Vergleichsindex).
Der Bewertung zum entsprechenden Tag der Gewährung der Tranche 2020 wurden folgende Parameter zugrunde gelegt:
Bewertungsparameter zum Tag der Gewährung (Tranche 2020) | |||||||
Gewährung zum 1. Januar 2020 | Gewährung zum 4. Februar 2020 | Gewährung zum 1. August 2020) | |||||
Risikoloser Zinssatz für die restliche Performanceperiode | -0,55% | -0,72% | -0,80% | ||||
Erwartete Dividendenrendite der Vorzugsaktie der Schaeffler AG | 4,67% | 4,83% | 5,90% | ||||
Erwartete Volatilität der Vorzugsaktie der Schaeffler AG | 34,29% | 33,87% | 38,49% | ||||
Erwartete Volatilität des Vergleichsindex SXAGR | - | 20,53% | 26,84% | ||||
Erwartete Volatilität des Vergleichsindex SXNGR | - | 15,07% | 20,27% | ||||
Erwarteter Korrelationskoeffizient zwischen dem Vergleichsindex SXAGR der Vorzugsaktie der Schaeffler AG | - | 0,62 | 0,69 | ||||
Erwarteter Korrelationskoeffizient zwischen dem Vergleichsindex SXNGR und der Vorzugsaktie der Schaeffler AG | - | 0,50 | 0,58 | ||||
Erwarteter Korrelationskoeffizient zwischen den beiden Vergleichs indizes SXAGR und SXNGR | - | 0,77 | 0,84 | ||||
Erwartete Volatilität des Vergleichsindex MDAX | 14,67% | - | - | ||||
Erwarteter Korrelationskoeffizient zwischen dem Vergleichsindex MDAX der Vorzugsaktie der Schaeffler AG | 0,51 | - | - | ||||
Der Bewertung zum entsprechenden Tag der Gewährung der Tranche 2019 wurden folgende Parameter zugrunde gelegt:
Bewertungsparameter zum Tag der Gewährung (Tranche 2019) | ||||
Gewährung zum | Gewährung zum | |||
Risikoloser Zinssatz für die restliche Performanceperiode | 0,07% | -0,82% | ||
Erwartete Dividendenrendite der Vorzugsaktie der Schaeffler AG | 7,37% | 7,81% | ||
Erwartete Volatilität der Vorzugsaktie der Schaeffler AG | 36,83% | 36,28% | ||
Erwartete Volatilität des Vergleichsindex MDAX | 14,80% | 15,65% | ||
Erwarteter Korrelationskoeffizient zwischen dem Vergleichsindex MDAX der Vorzugsaktie der Schaeffler AG | 0,53 | 0,50 | ||
Auszahlung LTB 2016-2019
Der LTB 2016-2019, welcher im Geschäftsjahr 2020 den Vorständen der Schaeffler AG zugeflossen ist, beruht auf dem vorherigen LTB-Plan. Die verankerten Erfolgskriterien basieren zu 50% auf der Dienstbedingung und zu je 25% auf den Erfolgskriterien kumulierter FCF und TSR Outperformance. Nach Ablauf der Performanceperiode 2016-2019 lagen sowohl die TSR-Outperformance im Vergleich zum MDAX als auch der kumulierte FCF unterhalb der vereinbarten Ziele. Die an die Erfüllung der Dienstbedingung geknüpften PSUs wurden erdient.
Der Zufluss der Auszahlung für die Tranche 2016-2019 erfolgt im März 2020. Anhand der vom Aufsichtsrat festgelegten Zielerreichung für die oben genannten Erfolgsziele und der Dienstbedingung ergeben sich die folgenden Auszahlungsbeträge für die Tranche 2016-2019, indem die Anzahl erdienter PSUs mit einem durchschnittlichen Aktienkurs der letzten 60 Handelstage von 8,98 EUR multipliziert werden:
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 11 | |
Auszahlung LTB 2016-2019 | ||||||
Zielerreichung in % | Anzahl der | Auszahlung | ||||
Zum 31. Dezember 2020 bestellte Vorstandsmitglieder | ||||||
Klaus Rosenfeld | 50% | 44.581 | 400 | |||
Matthias Zink1) | - | - | - | |||
Michael Söding1) | - | - | - | |||
Dr. Stefan Spindler | 50% | 27.434 | 246 | |||
Dr. Klaus Patzak1) | - | - | - | |||
Andreas Schick1) | - | - | - | |||
Corinna Schittenhelm | 50% | 22.290 | 200 | |||
Uwe Wagner1) | - | - | - | |||
Ausgeschiedene Vorstandsmitglieder | ||||||
Dietmar Heinrich1) | - | - | - | |||
Prof. Dr. Peter Pleus | 50% | 32.578 | 293 | |||
Prof. Dr. Peter Gutzmer | 50% | 32.578 | 293 | |||
Dr. Ulrich Hauck | 50% | 27.434 | 246 | |||
Oliver Jung | 50% | 32.578 | 293 | |||
Norbert Indlekofer | 50% | 32.578 | 293 | |||
Summe | 2.263 | |||||
1) Keine Auszahlung aus der Tranche 2016-2019 im Zusammenhang mit der Vorstandstätigkeit. | ||||||
Auszahlung LTB 2017-2020
Der LTB 2017-2020 beruht ebenfalls auf dem vorherigen LTB-Plan. Nach Ablauf der Performanceperiode 2017-2020 sind nur die an die Erfüllung der Dienstbedingung geknüpften PSUs erdient worden. Der Zufluss der Auszahlung für die Tranche 2017-2020 erfolgt im März 2021. Anhand der vom Aufsichtsrat festgelegten Zielerreichung für die oben genannten Erfolgsziele und der Dienstbedingung ergeben sich die folgenden Auszahlungsbeträge für die Tranche 2017-2020, indem die Anzahl erdienter PSUs mit einem durchschnittlichen Aktienkurs der letzten 60 Handelstage von 6,07 EUR multipliziert werden:
Auszahlung LTB 2017-2020 | ||||||
Zielerreichung in % | Anzahl der | Auszahlung | ||||
Zum 31. Dezember 2020 bestellte Vorstandsmitglieder | ||||||
Klaus Rosenfeld | 50% | 49.316 | 299 | |||
Matthias Zink | 50% | 24.659 | 150 | |||
Michael Söding1) | - | - | - | |||
Dr. Stefan Spindler | 50% | 30.348 | 184 | |||
Dr. Klaus Patzak1) | - | - | - | |||
Andreas Schick1) | - | - | - | |||
Corinna Schittenhelm | 50% | 24.659 | 150 | |||
Uwe Wagner1) | - | - | - | |||
Ausgeschiedene Vorstandsmitglieder | ||||||
Dietmar Heinrich2) | 50% | 9.205 | 56 | |||
Prof. Dr. Peter Pleus | 50% | 36.039 | 219 | |||
Prof. Dr. Peter Gutzmer3) | 50% | 36.039 | 219 | |||
Dr. Ulrich Hauck | 50% | 30.348 | 184 | |||
Oliver Jung3) | 50% | 36.039 | 219 | |||
Summe | 1.679 | |||||
1) Keine Auszahlung aus der Tranche 2017-2020 im Zusammenhang mit der Vorstandstätigkeit. | ||||||
2) Pro rata Kürzung gewährter PSUs (43/48). | ||||||
3) Der festgelegte und in der Tabelle dargestellte Auszahlungsbetrag für die Tranche 2017-2020 wird mit dem im Geschäftsjahr 2017 zugesagten und ausbezahlten Vorschuss i.H.v. 300 TEUR verrechnet. Da der festgelegte Auszahlungsbetrag für die Tranche 2017-2020 den Vorschussbetrag unterscheitet, ergibt sich eine Rückzahlungspflicht an die Gesellschaft i.H.v. 82 TEUR. | ||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 12 | |
Langfristig variable Vergütung – Einmalige Glättungskomponente
Einmalige Gewährung im Geschäftsjahr 2020
Zur Kompensation der Absenkung des Versorgungsniveaus der betrieblichen Altersversorgung zum 1. Januar 2020 wurde den Mitgliedern des Vorstands der Schaeffler AG mit einer Amtszeit, die über den 31. Juli 2020 hinaus besteht, im Geschäftsjahr 2020 eine einmalige Glättungskomponente in Höhe einer halben jährlichen Festvergütung (Gewährungswert) in Form von PSUs gewährt, die in drei Tranchen in den Jahren 2021, 2022 und 2023 zur Auszahlung kommt. Die Anzahl der PSUs wurde anhand des Gewährungswerts in Euro und des Aktienkurses der Vorzugsaktie der Schaeffler AG bei Gewährung bestimmt, wobei die zugrundeliegenden Parameter analog zum LTB 2020-2023 zur Anwendung kamen. Der zugrundeliegende Aktienkurs bei Gewährung betrug 8,98 EUR.
Die Höhe der Auszahlung ist abhängig von der Entwicklung des Aktienkurses der Vorzugsaktie der Schaeffler AG, wodurch die Ausrichtung der Vorstandsvergütung auf eine nachhaltige und langfristige Unternehmensentwicklung nochmals gestärkt wird. Der Aktienkurs ist dabei auf das Doppelte des Aktienkurses bei Gewährung begrenzt. Der Barausgleich für eine Tranche hängt zudem von der Erfüllung der Dienstbedingung ab. Die Maximal-vergütung erhöht sich im Geschäftsjahr 2020 einmalig um den Maximalbetrag der Glättungskomponente.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 13 | |
Glättungskomponente Gewährung im Geschäftsjahr 2020 | ||||||||
Zum 31. Dezember 2020 bestellte Vorstandsmitglieder | Gewährungs- | Zum 31. Dezember 2020 ausstehende | Beizulegen- | Beizulegen- | ||||
Klaus Rosenfeld | 600 | |||||||
Tranche 1 (2020) | 22.272 | 8,89 | 198 | |||||
Tranche 2 (2021) | 22.272 | 8,34 | 186 | |||||
Tranche 3 (2022) | 22.272 | 7,83 | 174 | |||||
Matthias Zink | 300 | |||||||
Tranche 1 (2020) | 11.136 | 8,89 | 99 | |||||
Tranche 2 (2021) | 11.136 | 8,34 | 93 | |||||
Tranche 3 (2022) | 11.136 | 7,83 | 87 | |||||
Michael Söding | 300 | |||||||
Tranche 1 (2020) | 11.136 | 8,89 | 99 | |||||
Tranche 2 (2021) | 11.136 | 8,34 | 93 | |||||
Tranche 3 (2022) | 11.136 | 7,83 | 87 | |||||
Dr. Stefan Spindler | 300 | |||||||
Tranche 1 (2020) | 11.136 | 8,89 | 99 | |||||
Tranche 2 (2021) | 11.136 | 8,34 | 93 | |||||
Tranche 3 (2022) | 11.136 | 7,83 | 87 | |||||
Dr. Klaus Patzak1) | 125 | |||||||
Tranche 1 (2020) | 4.640 | 6,12 | 28 | |||||
Tranche 2 (2021) | 4.640 | 5,73 | 27 | |||||
Tranche 3 (2022) | 4.640 | 5,37 | 25 | |||||
Andreas Schick | 300 | |||||||
Tranche 1 (2020) | 11.136 | 8,89 | 99 | |||||
Tranche 2 (2021) | 11.136 | 8,34 | 93 | |||||
Tranche 3 (2022) | 11.136 | 7,83 | 87 | |||||
Corinna Schittenhelm | 300 | |||||||
Tranche 1 (2020) | 11.136 | 8,89 | 99 | |||||
Tranche 2 (2021) | 11.136 | 8,34 | 93 | |||||
Tranche 3 (2022) | 11.136 | 7,83 | 87 | |||||
Uwe Wagner | 300 | |||||||
Tranche 1 (2020) | 11.136 | 8,89 | 99 | |||||
Tranche 2 (2021) | 11.136 | 8,34 | 93 | |||||
Tranche 3 (2022) | 11.136 | 7,83 | 87 | |||||
Summe | 2.525 | 281.183 | 2.312 | |||||
1) Dr. Klaus Patzak ist seit 1. August 2020 Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG. Seine zeitanteilige Gewährung der Glättungskomponente beläuft sich auf 5/12 und wurde zum Ausgleich finanzieller Nachteile, die ihm durch den Wechsel zur Schaeffler AG entstanden sind, gewäht. Der Tag der Gewährung ist der 1. August 2020. | ||||||||
2) Am 4. Februar 2020 hat der Aufsichtsrat der Schaeffler AG die einmalige Gewährung der Glättungskomponente final verabschiedet. | ||||||||
Der beizulegende Zeitwert für die der Glättungskomponente unterliegenden PSUs wurde auf Basis des Kurses der Vorzugsaktie der Gesellschaft zum Bewertungsstichtag anhand eines Binomialmodells ermittelt. Das Bewertungsmodell berücksichtigt die Vertragsbedingungen, zu denen die PSUs gewährt wurden (unter anderem die erwarteten Dividendenzahlungen sowie die erwartete Volatilität der Vorzugsaktie der Gesellschaft).
Der Bewertung zum Tag der Gewährung der Glättungskomponente 2020 wurden folgende Parameter zugrunde gelegt:
Bewertungsparameter zum Tag der Gewährung (Glättungskomponente) | ||||||
Tranche 1 (2020) | Tranche 1 (2020) | Tranche 1 (2020) | ||||
Gewährung zum 4. Februar 2020/1. August 2020 | ||||||
Risikoloser Zinssatz für die restliche Performanceperiode | -0,62 %/-0,65% | -0,65%/-0,7% | -0,69%/-0,75% | |||
Erwartete Dividendenrendite der Vorzugsaktie der Schaeffler AG | 4,83%/ 5,90% | 4,83%/ 5,90% | 4,83%/ 5,90% | |||
Erwartete Volatilität der Vorzugsaktie der Schaeffler AG | 37,05%/52,99% | 36,14%/45,93% | 34,86%/41,36% | |||
Auszahlung Glättungskomponente – Tranche 1 (2020)
Anhand der Erreichung der Dienstbedingung ergeben sich die Auszahlungsbeträge für die Tranche 1 (2020). Diese fließen den Mitgliedern des Vorstands mit dem nächsten ordentlichen Gehaltslauf nach Billigung des Konzernabschlusses im März 2021 zu. Bei einem durchschnittlichen Aktienkurs der letzten 60 Handelstage von 6,07 EUR ergeben sich die folgenden Auszahlungsbeträge:
Auszahlung Glättungskomponente – Tranche 1 (2020) | |||||||
Zum 31. Dezember 2020 bestellte Vorstandsmitglieder | Zielerreichung in % | Anzahl der erdienten PSUs | Auszahlung (in Tsd. EUR) | ||||
Klaus Rosenfeld | 100% | 22.272 | 135 | ||||
Matthias Zink | 100% | 11.136 | 68 | ||||
Michael Söding | 100% | 11.136 | 68 | ||||
Dr. Stefan Spindler | 100% | 11.136 | 68 | ||||
Dr. Klaus Patzak1) | 100% | 4.640 | 28 | ||||
Andreas Schick | 100% | 11.136 | 68 | ||||
Corinna Schittenhelm | 100% | 11.136 | 68 | ||||
Uwe Wagner | 100% | 11.136 | 68 | ||||
Summe | 93.728 | 569 | |||||
1) Dr. Klaus Patzak ist seit 1. August 2020 Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG. Seine zeitanteilige Gewährung der Glättungskomponente beläuft sich auf 5/12. | |||||||
Aktienhalteverpflichtung
Zur Stärkung der Kapitalmarktorientierung und des Interessen-gleichklangs zwischen dem Vorstand und den Aktionären der Schaeffler AG sind die Vorstandsmitglieder verpflichtet Vorzugsaktien der Gesellschaft zu erwerben und während der Dauer des Dienstverhältnisses zu halten. Gleichzeitig wird mit der Einführung dieser Aktienhalteverpflichtung der starken Verbreitung von Aktienbesitz bei Vorstandsmitgliedern im internationalen Vergleichsumfeld Rechnung getragen.
Die Aktienhalteverpflichtung bemisst sich nach der Höhe der jährlichen Festvergütung und soll bis zum 31. Dezember 2023 (bzw. bei neuen Vorständen bis zum Ende der ersten vierjährigen Performanceperiode des LTB) aufgebaut werden, wobei zur Erfüllung der Verpflichtung auch bereits im Besitz eines Vorstandsmitglieds befindliche Vorzugsaktien der Gesellschaft verwendet werden können. Für ordentliche Vorstandsmitglieder besteht die Verpflichtung in Höhe der jeweils aktuellen jährlichen Festvergütung. Für den Vorstandsvorsitzenden besteht eine entsprechende Verpflichtung in Höhe des Zweifachen der jeweils aktuellen jährlichen Festvergütung. Die Erfüllung der Aktienhalteverpflichtung ist eine Voraussetzung für die Auszahlung der LTB-Tranche 2020–2023 und zukünftiger LTB-Tranchen.
Malus und Clawback
Unter Berücksichtigung der Anforderungen des DCGK wurde eine Rückforderungsklausel (Malus- und Clawback-Regelung) für die variable Vergütung eingeführt. Insbesondere im Falle eines schwerwiegenden Verstoßes gegen die Sorgfaltspflichten bei der Leitung der Gesellschaft kann der Aufsichtsrat über eine Reduzierung, Streichung oder Rückforderung der variablen Vergütung entscheiden. Bereits gezahlte variable Bestandteile können bei nachträglichem Bekanntwerden oder nachträglicher Aufdeckung eines Verstoßes innerhalb von fünf Jahren nach Auszahlung zurückgefordert werden. Malus-Tatbestände, die einer Auszahlung der variablen Vergütung für das Geschäftsjahr 2020 entgegenstehen, sind dem Aufsichtsrat nicht bekannt, weshalb kein Gebrauch von den Regelungen gemacht wurde.
Altersversorgung
Altersversorgungszusage ab 2020
Jedes amtierende Vorstandsmitglied verfügt über eine Alters-versorgungszusage. Bis 2019 wurde den Vorständen eine betriebliche Altersversorgung in Form endgehaltsabhängiger Leistungszusagen gewährt. Diese Leistungszusagen wurden mit Wirkung zum 1. Januar 2020 durch beitragsorientierte Leistungszusagen abgelöst. Die zum 31. Dezember 2019 erreichten Anwartschaften wurden für jedes Vorstandsmitglied festgestellt und als Besitzstand zugesagt. Mit Wirkung zum 1. Januar 2020 wird für jedes Vorstandsmitglied jährlich ein fest zugesagter Beitrag (Versorgungsbeitrag) einem Versorgungskonto gutgeschrieben und in eine Rückdeckungsversicherung auf das Leben des Vorstandsmitglieds eingebracht. Die Versorgungsbeiträge je Geschäftsjahr betragen 195.000 EUR für ordentliche Vorstands-mitglieder und 390.000 EUR für den Vorstandsvorsitzenden.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 14 | |
Als Alters- oder Invaliditätsleistung steht dem Vorstandsmitglied dann das Guthaben aus dem Versorgungskonto, mindestens jedoch die Summe der eingezahlten Versorgungsbeiträge als Einmalzahlung zu. Altersleistung wird gewährt, wenn das Dienstverhältnis mit Vollendung des 65. Lebensjahrs endet. Invaliditätsleistung wird gezahlt, wenn das Dienstverhältnis aufgrund von Invalidität endet. Ein vorzeitiger Abruf der Altersleistung ist nach Beendigung des Dienstverhältnisses vorzeitig ab dem 62. Lebensjahr möglich. Das Vorstandsmitglied ist berechtigt, die Altersleistung, anstelle als Einmalleistung, in Form von Ratenzahlungen oder als lebenslängliche monatliche Rentenzahlung in Anspruch zu nehmen (Rentenwahlrecht).
Bei Ableben eines Vorstandsmitglieds vor Eintritt des Versorgungsfalls Alter oder Invalidität, steht seinen Hinterbliebenen und seinen kindergeldberechtigten Kindern das vorhandene Versorgungsguthaben zu. Verstirbt das Vorstandsmitglied als Rentenbezieher, erhält der Hinterbliebene eine lebenslängliche Rente in Höhe von 60 % der zuletzt gezahlten Rente, falls das Vorstandsmitglied die Verrentungsoption mit Hinterbliebenen-schutz gewählt hat. Bei Wahl des Hinterbliebenenschutzes besteht eine Mindestrentenbezugsdauer von 15 Jahren. Versterben sowohl das Vorstandsmitglied, als auch der durch den Hinterbliebenenschutz begünstigte Hinterbliebene vorher, erhalten die kindergeldberechtigten Kinder des Vorstandsmitglieds eine Einmalzahlung in Höhe des fünfzehnfachen der jährlichen Rente, abzüglich der Summe bereits geleisteter Rentenzahlungen.
Die Ratenzahlungen sowie die lebenslänglichen Renten werden ab Rentenbeginn jährlich um 1,0 % erhöht.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Anwartschaftsbarwerte, die aus der bis 2019 geltenden Versorgungszusage erreicht wurden. Als Dienstzeitaufwand werden die auf das Geschäftsjahr 2020 entfallenden Beiträge aus dem aktuell geltenden System gezeigt.
Dienstzeitaufwendungen für das Geschäftsjahr 2020 | ||||||
in Tsd. EUR | Jahr | 2020 | Anwart- | |||
Klaus Rosenfeld (Vorsitzender) | 2020 | 390 | 15.435 | |||
Matthias Zink | 2020 | 195 | 962 | |||
Michael Söding | 2020 | 195 | 645 | |||
Dr. Stefan Spindler | 2020 | 195 | 1.240 | |||
Dr. Klaus Patzak1) | 2020 | 81 | 0 | |||
Andreas Schick | 2020 | 195 | 562 | |||
Corinna Schittenhelm | 2020 | 195 | 1.242 | |||
Uwe Wagner | 2020 | 195 | 81 | |||
Im Geschäftsjahr 2020 ausgeschiedene Vorstandsmitglieder | ||||||
Dietmar Heinrich 2) | 2020 | -652 | 0 | |||
Summe | 989 | 20.166 | ||||
1) Dr. Klaus Patzak ist seit 1. August 2020 Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG. | ||||||
2) Dietmar Heinrich ist zum 31. Juli 2020 aus dem Vorstand der Schaeffler AG ausgeschieden | ||||||
Altersversorgungszusage bis 2019
Im Rahmen des bis 2019 geltenden Systems errechnete sich das Ruhegehalt in Abhängigkeit von der Dauer der Vorstandstätigkeit als Prozentsatz der versorgungsfähigen Vergütung. Dieser Prozentsatz liegt bei 2,5 % pro Jahr der Vorstandstätigkeit, bzw. für ein Vorstandsmitglied zwischen 1,5 % und 3 %, die sich über die Zeit gestaffelt ergeben. Die Versorgungszusagen wurden für die Vorstandsmitglieder individuell ausgestaltet.
Im Rahmen des bisherigen Systems, begannen die Ruhegehalts-zahlungen als Altersleistung, wenn das Dienstverhältnis vor oder mit Vollendung des 65. Lebensjahrs endete, oder als Invaliditätsleistung, wenn das Dienstverhältnis aufgrund von Invalidität endete. Ein vorzeitiger Abruf des Ruhegehalts als Altersruhe-gehalt war frühestens ab dem 60. Lebensjahr und mit Abschlägen möglich. Bei Ableben eines Vorstandsmitglieds standen dem Ehepartner zwischen 50 % und 60 % des Ruhegehalts als Hinterbliebenenrente zu. Den unterhaltsberechtigten Kindern standen 10 % bzw. 20 % des Ruhegehalts als Halb- beziehungsweise Vollwaisenrente zu.
Das Ruhegehalt wurde ab Rentenbeginn jährlich um 1,0 % erhöht. Dies galt analog für Invaliden-, Witwen- und Waisenrentenansprüche.
Unter Berücksichtigung des jeweiligen Lebensalters und der Dienstjahre ergaben sich die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Dienstzeitaufwendungen und Anwartschaftsbarwerte gemäß IAS 19 der bis einschließlich 31. Dezember 2019 erworbenen Versorgungsansprüche. Aufgrund der Umstellung der betrieblichen Altersversorgung für die Vorstandsmitglieder mit einer Amtszeit, die über den 31. Juli 2020 hinaus besteht, wurde für die bis 2019 geltenden Versorgungszusagen die erreichte Anwartschaft für jedes Vorstandsmitglied zum 31. Dezember 2019 festgestellt und als Besitzstand zugesagt. Anwartschaftszuwächse aufgrund einer Dienstzeit über den 31. Dezember 2019 hinaus erfolgen zukünftig nicht mehr. Dies gilt grundsätzlich für Vorstandsmitglieder mit einer Amtszeit, die über den 31. Juli 2020 hinaus besteht.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 15 | |
Dienstzeitaufwendungen für das Geschäftsjahr 2019 | ||||||
in Tsd. EUR | Jahr | Dienstzeit- | Anwart- | |||
Klaus Rosenfeld (Vorsitzender) | 2019 | 1.244 | 14.255 | |||
M. Zink | 2019 | 324 | 882 | |||
M. Söding | 2019 | 288 | 602 | |||
Dr. S. Spindler | 2019 | 254 | 1.159 | |||
A. Schick | 2019 | 328 | 514 | |||
C. Schittenhelm | 2019 | 322 | 1.142 | |||
U. Wagner1) | 2019 | 74 | 75 | |||
D. Heinrich | 2019 | 283 | 652 | |||
Im Geschäftsjahr 2019 ausgeschiedene Vorstandsmitglieder | ||||||
Prof. Dr. Peter Gutzmer2) | 2019 | 0 | 5.878 | |||
Summe | 3. 118 | 25.160 | ||||
1) Uwe Wagner ist seit 1. Oktober 2019 Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG. Lt. Aktuar enthält die DBO zusätzlich Zinskosten auf den Dienstzeitaufwand. | ||||||
2) Prof. Dr. Peter Gutzmer ist zum 1. Oktober 2019 aus dem Vorstand der Schaeffler AG unter Fortsetzung seines Dienstvertrags bis zum 31. Dezember 2019 ausgeschieden. | ||||||
Zusagen im Zusammenhang mit der Beendigung der Tätigkeit im Vorstand
Die bei vorzeitiger Beendigung seines Dienstvertrages ohne wichtigen Grund an ein Vorstandsmitglied geleisteten Zahlungen sind auf den Wert von zwei Jahresvergütungen begrenzt (Abfindungs-Cap) und dürfen nicht mehr als die Restlaufzeit des Dienstvertrages vergüten. Das Abfindungs-Cap wird grundsätzlich auf der Grundlage der Gesamtvergütung des abgelaufenen Geschäftsjahres und gegebenenfalls auch der voraussichtlichen Gesamtvergütung für das laufende Geschäftsjahr berechnet.
Für den Fall, dass der Dienstvertrag aus einem vom Vorstands-mitglied zu vertretenden wichtigen Gründen beendet wird, erfolgt keine Abfindungszahlung an das Vorstandsmitglied.
Die Vorstandsmitglieder unterliegen nach Beendigung des Dienstverhältnisses grundsätzlich jeweils für den Zeitraum von zwei Jahren einem nachvertraglichen Wettbewerbsverbot. Während dieses Zeitraums haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf eine Karenzentschädigung in Höhe von 50% der vertraglichen Vergütung, die dem jeweiligen Vorstandsmitglied im Durchschnitt der letzten 12 Monate vor Ausscheiden gewährt worden ist. Die vertragliche Vergütung umfasst dabei sowohl erfolgsunabhängige als auch erfolgsabhängige Vergütungselemente. Bei einigen Vorstandsmitgliedern bemisst sich die Höhe der Karenzentschädigung nach dem festen Jahresgehalt und dem Short-Term-Bonus. Anderweitigen Erwerb muss sich das Vorstandsmitglied nach Maßgabe von § 74 c HGB auf die Karenzentschädigung anrechnen lassen. Bei einem Ausscheiden aus Altersgründen oder bei Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit des Vorstandsmitglieds besteht kein nachvertragliches Wettbewerbsverbot.
Das Amt als Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG von Herrn Dietmar Heinrich endete zum 31. Juli 2020. Für ihn bemisst sich die Karenzentschädigung, wie zuvor beschriebenen, nach dem festen Jahresgehalt und dem Short-Term-Bonus.
Herr Prof. Dr. Peter Gutzmer ist zum 1. Oktober 2019 vorzeitig aus dem Vorstand der Schaeffler AG unter Fortsetzung seines Dienstvertrages bis zum 31. Dezember 2019 ausgeschieden. Ihm wurden monatlich Zahlungen im Zusammenhang mit dem nachvertraglichen Wettbewerbsverbot ab Januar 2020 ausbezahlt. Diese Zahlungen bestehen voraussichtlich bis Dezember 2021 fort. Die Höhe dieser Zahlung entspricht dem monatlichen Durchschnittswert von 50% der vertraglichen Vergütung, die im Durchschnitt der letzten 12 Monate vor Ausscheiden gewährt worden ist.
Nebentätigkeiten der Vorstandsmitglieder
Die Vorstandsmitglieder haben sich verpflichtet, dem Unternehmen ihre volle Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen. Nebentätigkeiten, seien sie entgeltlich oder unentgeltlich, bedürfen jeweils der vorherigen Zustimmung des Präsidialausschusses des Aufsichtsrats. So ist sichergestellt, dass weder der zeitliche Aufwand noch die dafür gewährte Vergütung zu einem Konflikt mit den Aufgaben für die Schaeffler AG führen. Soweit es sich bei den Nebentätigkeiten um Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen handelt, sind diese im Abschnitt 5 „Organe der Gesellschaft“ aufgeführt.
Maximalvergütung
Entsprechend den neuen gesetzlichen Anforderungen des § 87a AktG legt der Aufsichtsrat einen Gesamtbetrag für die maximale jährliche Vergütungshöhe je Vorstandmitglied (Maximalvergütung) im Rahmen der Anpassung des Vergütungssystems des Vorstands mit Wirkung zum 1. Januar 2020 fest. Die Maximal-vergütung für das jeweilige Geschäftsjahr errechnet sich aus den maximalen Beträgen der einzelnen Vergütungsbestandteile (Jahresgrundvergütung, STB, LTB) sowie aus Versorgungsbeiträgen und sonstigen Nebenleistungen. Durch die Maximalvergütung eines Vorstandsmitglieds ist die für ein Geschäftsjahr zu gewährende Gesamtvergütung begrenzt, unabhängig davon, ob sie in diesem Geschäftsjahr oder zu einem späteren Zeitpunkt ausbezahlt wird.
Die Maximalvergütung für das Geschäftsjahr 2020 beträgt für den Vorstandsvorsitzenden 8.590 Tsd. EUR und für die ordentlichen Vorstandsmitglieder jeweils 4.345 Tsd. EUR. Für Herrn Dr. Spindler gelten abweichende Regelungen aufgrund bestehender vertraglicher Zusagen: Für das Geschäftsjahr 2020 beträgt die Maximalvergütung 5.020 Tsd. EUR.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 16 | |
2 Vergütungshöhen des Vorstandsgremiums
Nachfolgend werden die fixen und variablen Vergütungsbestandteile offengelegt. In den nachfolgenden Tabellen sind für die Mitglieder des Vorstands die gewährten Zuwendungen sowie die Zuflüsse für das Geschäftsjahr 2019 und das Geschäftsjahr 2020 dargestellt.
Für das Geschäftsjahr 2020 gewährte Zuwendungen | ||||||||||||||||||||||||||||||||
Klaus Rosenfeld | Matthias Zink | Michael Söding | Dr. Stefan Spindler | |||||||||||||||||||||||||||||
Vorstandsvorsitzender | Vorstand Automotive Technologies | Vorstand Automotive Aftermarket | Vorstand Industrial | |||||||||||||||||||||||||||||
seit 24. Oktober 2014 | seit 1. Januar 2017 | seit 1. Januar 2018 | seit 1. Mai 2015 | |||||||||||||||||||||||||||||
in Tsd. EUR | 2019 | 2020 | 2020 (Min) | 2020 (Max) | 2019 | 2020 | 2020 (Min) | 2020 (Max) | 2019 | 2020 | 2020 (Min) | 2020 (Max) | 2019 | 2020 | 2020 (Min) | 2020 (Max) | ||||||||||||||||
Festvergütung | 1.200 | 1.200 | 1.200 | 1.200 | 600 | 600 | 600 | 600 | 600 | 600 | 600 | 600 | 600 | 600 | 600 | 600 | ||||||||||||||||
Nebenleistungen | 32 | 29 | 29 | 29 | 42 | 31 | 31 | 31 | 31 | 30 | 30 | 30 | 28 | 27 | 27 | 27 | ||||||||||||||||
Summe | 1.232 | 1.229 | 1.229 | 1.229 | 642 | 631 | 631 | 631 | 631 | 630 | 630 | 630 | 628 | 627 | 627 | 627 | ||||||||||||||||
Einjährige variable Vergütung | 1.200 | 1.200 | 0 | 1.800 | 600 | 600 | 0 | 900 | 600 | 600 | 0 | 900 | 750 | 750 | 0 | 1.125 | ||||||||||||||||
Mehrjährige variable Vergütung | ||||||||||||||||||||||||||||||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2019 | 734 | - | - | - | 367 | - | - | - | 367 | - | - | - | 452 | - | - | - | ||||||||||||||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2020 | - | 1.339 | 0 | 3.900 | - | 670 | 0 | 1.950 | - | 670 | 0 | 1.950 | - | 824 | 0 | 2.400 | ||||||||||||||||
• Einmalige Glättungskomponente | - | 558 | 0 | 1.200 | - | 279 | 0 | 600 | - | 279 | 0 | 600 | - | 279 | 0 | 600 | ||||||||||||||||
Summe | 3.166 | 4.326 | 1.229 | 8.129 | 1.609 | 2.180 | 631 | 4.081 | 1.598 | 2.179 | 630 | 4.080 | 1.830 | 2.480 | 627 | 4.752 | ||||||||||||||||
Versorgungsaufwand | 1.244 | 390 | 390 | 390 | 324 | 195 | 195 | 195 | 288 | 195 | 195 | 195 | 254 | 195 | 195 | 195 | ||||||||||||||||
Gesamtvergütung | 4.411 | 4.718 | 1.619 | 8.519 | 1.934 | 2.375 | 826 | 4.276 | 1.886 | 2.374 | 825 | 4.275 | 2.084 | 2.675 | 822 | 4.974 | ||||||||||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 17 | |
Dr. Klaus Patzak 1) | Andreas Schick | Corinna Schittenhelm | Uwe Wagner | |||||||||||||||||||||||||||||
Vorstand Finanzen & IT | Vorstand Produktion, Supply Chain Management und Einkauf | Vorstand Personal und | Vorstand Forschung und | |||||||||||||||||||||||||||||
seit 1. August 2020 | seit 1. April 2018 | seit 1. Januar 2016 | seit 1. Oktober 2019 | |||||||||||||||||||||||||||||
in Tsd. EUR | 2019 | 2020 | 2020 (Min) | 2020 (Max) | 2019 | 2020 | 2020 (Min) | 2020 (Max) | 2019 | 2020 | 2020 (Min) | 2020 (Max) | 2019 | 2020 | 2020 (Min) | 2020 (Max) | ||||||||||||||||
Festvergütung | - | 250 | 250 | 250 | 600 | 600 | 600 | 600 | 600 | 600 | 600 | 600 | 150 | 600 | 600 | 600 | ||||||||||||||||
Nebenleistungen | - | 9 | 9 | 9 | 34 | 29 | 29 | 29 | 27 | 24 | 24 | 24 | 13 | 22 | 22 | 22 | ||||||||||||||||
Summe | - | 259 | 259 | 259 | 634 | 629 | 629 | 629 | 627 | 624 | 624 | 624 | 163 | 622 | 622 | 622 | ||||||||||||||||
Einjährige variable Vergütung | - | 250 | 0 | 375 | 600 | 600 | 0 | 900 | 600 | 600 | 0 | 900 | 150 | 600 | 0 | 900 | ||||||||||||||||
Mehrjährige variable Vergütung | ||||||||||||||||||||||||||||||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2019 | - | 367 | - | - | - | 367 | - | - | - | 87 | - | - | - | |||||||||||||||||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2020 | - | 185 | 0 | 813 | - | 670 | 0 | 1.950 | - | 670 | 0 | 1.950 | - | 670 | 0 | 1.950 | ||||||||||||||||
• Einmalige Glättungskomponente | - | 80 | 0 | 250 | - | 279 | 0 | 600 | - | 279 | 0 | 600 | - | 279 | 0 | 600 | ||||||||||||||||
Summe | - | 774 | 260 | 1.696 | 1.601 | 2.178 | 629 | 4.079 | 1.594 | 2.173 | 624 | 4.074 | 401 | 2.171 | 622 | 4.072 | ||||||||||||||||
Versorgungsaufwand | - | 81 | 81 | 81 | 328 | 195 | 195 | 195 | 322 | 195 | 195 | 195 | 74 | 195 | 195 | 195 | ||||||||||||||||
Gesamtvergütung | - | 885 | 341 | 1.777 | 1.929 | 2.373 | 824 | 4.274 | 1.916 | 2.369 | 819 | 4.269 | 475 | 2.366 | 817 | 4.267 | ||||||||||||||||
1) Aus Anlass seines Amtsantritts erhält Dr. Klaus Patzak zum Ausgleich finanzieller Nachteile, die ihm durch den Wechsel zur Schaeffler AG entstanden sind, eine Ausgleichszahlung in Höhe von 775 Tsd. EUR von der INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG, die in zwei gleich großen Tranchen ausgezahlt wird. Die erste Tranche wurde zum 31. August 2020 ausgezahlt. Die Zahlung der zweiten Tranche ist zum 31. März 2021 vorgesehen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 18 | |
Für das Geschäftsjahr 2020 gewährte Zuwendungen - | ||||||||
Dietmar Heinrich | ||||||||
Vorstand | ||||||||
seit 01. August 2017 | ||||||||
in Tsd. EUR | 2019 | 2020 | 2020 (Min) | 2020 (Max) | ||||
Festvergütung | 600 | 350 | 350 | 350 | ||||
Nebenleistungen | 30 | 16 | 16 | 16 | 16 | |||
Summe | 630 | 366 | 366 | 366 | ||||
Einjährige variable Vergütung | 600 | 350 | 0 | 525 | ||||
Mehrjährige variable Vergütung | ||||||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2019 | 367 | - | - | - | ||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2020 | 288 | 0 | 758 | |||||
• Einmalige Glättungskomponente | - | - | - | |||||
Summe | 1.597 | 1.254 | 366 | 2.024 | ||||
Versorgungsaufwand | 283 | -652 | -652 | -652 | ||||
Gesamtvergütung | 1.880 | 601 | -286 | 1.372 | ||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 19 | |
Für das Geschäftsjahr 2020 zu berichtende Zuflüsse | ||||||||||||||||
Klaus Rosenfeld | Matthias Zink | Michael Söding | Dr. Stefan Spindler | |||||||||||||
Vorstandsvorsitzender | Vorstand Automotive Technologies | Vorstand Automotive Aftermarket | Vorstand Industrial | |||||||||||||
seit 24. Oktober 2014 | seit 1. Januar 2017 | seit 1. Januar 2018 | seit 1. Mai 2015 | |||||||||||||
in Tsd. EUR | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | ||||||||
Festvergütung | 1.200 | 1.200 | 600 | 600 | 600 | 600 | 600 | 600 | ||||||||
Nebenleistungen | 29 | 32 | 32 | 42 | 30 | 31 | 27 | 28 | ||||||||
Summe | 1.229 | 1.232 | 632 | 642 | 630 | 631 | 627 | 628 | ||||||||
Einjährige variable Vergütung | 1.220 | 1.254 | 459 | 534 | 680 | 653 | 695 | 773 | ||||||||
Mehrjährige variable Vergütung | ||||||||||||||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2015 1) | 0 | 420 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 172 | ||||||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2016 2) | 400 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 246 | 0 | ||||||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2017 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2018 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2019 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2020 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
Summe | 2.849 | 2.906 | 1.091 | 1.176 | 1.310 | 1.284 | 1.568 | 1.573 | ||||||||
Versorgungsaufwand | 390 | 1.244 | 195 | 324 | 195 | 288 | 195 | 254 | ||||||||
Gesamtvergütung | 3.239 | 4.151 | 1.286 | 1.501 | 1.505 | 1.572 | 1.763 | 1.827 | ||||||||
1) Der Zufluss erfolgte im März 2019 in Bezug auf die Tranche 2015 mit einer Performanceperiode von 2015 bis 2018. | ||||||||||||||||
2) Der Zufluss erfolgte im März 2020 in Bezug auf die Tranche 2016 mit einer Performanceperiode von 2016 bis 2019. | ||||||||||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 20 | |
Dr. Klaus Patzak | Andreas Schick | Corinna Schittenhelm | Uwe Wagner | |||||||||||||
Vorstand Finanzen & IT | Vorstand Produktion, Supply Chain Management und Einkauf | Vorstand Personal und | Vorstand Forschung und Entwicklung | |||||||||||||
seit 1. August 2020 | seit 1. April 2018 | seit 1. Januar 2016 | seit 1. Oktober 2019 | |||||||||||||
in Tsd. EUR | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | ||||||||
Festvergütung | 250 | - | 600 | 600 | 600 | 600 | 600 | 150 | ||||||||
Nebenleistungen | 9 | - | 29 | 34 | 24 | 27 | 22 | 13 | ||||||||
Summe | 259 | - | 629 | 634 | 624 | 627 | 622 | 163 | ||||||||
Einjährige variable Vergütung | 254 | - | 610 | 627 | 610 | 627 | 610 | 157 | ||||||||
Mehrjährige variable Vergütung | ||||||||||||||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2015 1) | 0 | - | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2016 2) | 0 | - | 0 | 0 | 200 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2017 | 0 | - | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2018 | 0 | - | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2019 | 0 | - | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2020 | 0 | - | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||
Summe | 513 | - | 1.239 | 1.261 | 1.434 | 1.254 | 1.232 | 320 | ||||||||
Versorgungsaufwand | 81 | - | 195 | 328 | 195 | 322 | 195 | 74 | ||||||||
Gesamtvergütung | 594 | - | 1.434 | 1.589 | 1.629 | 1.576 | 1.427 | 394 | ||||||||
1) Der Zufluss erfolgte im März 2019 in Bezug auf die Tranche 2015 mit einer Performanceperiode von 2015 bis 2018. | ||||||||||||||||
2) Der Zufluss erfolgte im März 2020 in Bezug auf die Tranche 2016 mit einer Performanceperiode von 2016 bis 2019. | ||||||||||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 21 | |
Für das Geschäftsjahr 2020 zu berichtende Zuflüsse - | ||||
Dietmar Heinrich | ||||
Vorstand | ||||
seit 01. August 2017 | ||||
in Tsd. EUR | 2020 | 2019 | ||
Festvergütung | 350 | 600 | ||
Nebenleistungen | 16 | 30 | ||
Summe | 366 | 630 | ||
Einjährige variable Vergütung | 356 | 627 | ||
Mehrjährige variable Vergütung | ||||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2015 | - | - | ||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2016 1) | - | - | ||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2017 | - | - | ||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2018 | - | - | ||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2019 | - | - | ||
• Long-Term Bonus: PSUP (4 Jahre) - Tranche 2020 | - | - | ||
• Einmalige Glättungskomponente 2020 | - | - | ||
Summe | 722 | 1.257 | ||
Versorgungsaufwand | -652 | 283 | ||
Gesamtvergütung | 69 | 1.540 | ||
1) Zusätzlich flossen weiteren früheren Vorstandsmitgliedern im Geschäftsjahr 2020 Auszahlungen aus der Tranche 2016 des PSUP zu. Dabei ergaben sich für Herrn Prof. Dr. Peter Gutzmer ein Zufluss i.H.v. 293 Tsd. EUR, für Herrn Dr. Ulrich Hauck ein Zufluss i.H.v. 246 Tsd. EUR, für Herrn Norbert Indlekofer ein Zufluss i.H.v. 293 Tsd. EUR, für Herrn Oliver Jung ein Zufluss i.H.v. 293 Tsd. EUR und für Herrn Prof. Dr. Peter Pleus ein Zufluss i.H.v. 293 Tsd. EUR. | ||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 22 | |
Im Nachfolgenden werden die Gesamtbezüge für das Geschäftsjahr 2020 und das Geschäftsjahr 2019 gemäß § 285 Nr. 9a HGB beziehungsweise § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB individualisiert und aufgeteilt auf die einzelnen Vergütungskomponenten dargestellt.
Individualisierte Gesamtbezüge (HGB) | ||||||||
Vergütungskomponenten | ||||||||
in Tsd. EUR | Fixe | Variable, | Variable, | Gesamt- | ||||
Klaus Rosenfeld | 1.229 | 1.220 | 1.897 | 4.346 | ||||
Matthias Zink | 631 | 459 | 949 | 2.040 | ||||
Michael Söding | 630 | 680 | 949 | 2.259 | ||||
Dr. Stefan Spindler | 627 | 695 | 1.103 | 2.425 | ||||
Dr. Klaus Patzak2) | 259 | 254 | 265 | 778 | ||||
Andreas Schick | 629 | 610 | 949 | 2.188 | ||||
Corinna Schittenhelm | 624 | 610 | 949 | 2.183 | ||||
Uwe Wagner | 622 | 610 | 949 | 2.181 | ||||
Im Geschäftsjahr 2020 ausgeschiedene Vorstandsmitglieder | ||||||||
Dietmar Heinrich3) | 366 | 356 | 288 | 1.009 | ||||
Summe | 5.617 | 5.493 | 8.297 | 19.407 | ||||
1) Aktienbasierte Vergütung in Form des PSUP. | ||||||||
2) Dr. Klaus Patzak ist seit 1. August 2020 Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG. Aus Anlass seines Amtsantritts erhält Dr. Klaus Patzak zum Ausgleich finanzieller Nachteile, die ihm durch den Wechsel zur Schaeffler AG entstanden sind, eine Ausgleichszahlung in Höhe von 775 Tsd. EUR von der INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG, die in zwei gleich großen Tranchen ausgezahlt wird. Die erste Tranche wurde zum 31. August 2020 ausgezahlt. Die Zahlung der zweiten Tranche ist zum 31. März 2021 vorgesehen. | ||||||||
3) Dietmar Heinrich ist zum 31. Juli 2020 aus dem Vorstand der Schaeffler AG ausgeschieden. | ||||||||
Individualisierte Gesamtbezüge (HGB) | ||||||||
Vergütungskomponenten | ||||||||
in Tsd. EUR | Fixe | Variable, | Variable, | Gesamt- | ||||
Klaus Rosenfeld | 1.232 | 1.254 | 734 | 3.220 | ||||
Matthias Zink | 642 | 534 | 367 | 1.543 | ||||
Michael Söding | 631 | 653 | 367 | 1.651 | ||||
Dr. Stefan Spindler | 628 | 773 | 452 | 1.853 | ||||
Andreas Schick | 634 | 627 | 367 | 1.628 | ||||
Corinna Schittenhelm | 627 | 627 | 367 | 1.621 | ||||
Uwe Wagner2) | 163 | 157 | 87 | 407 | ||||
Dietmar Heinrich | 630 | 627 | 367 | 1.624 | ||||
Im Geschäftsjahr 2019 ausgeschiedene Vorstandsmitglieder | ||||||||
Prof. Dr. Peter Gutzmer 3) | 471 | 784 | 536 | 1.792 | ||||
Summe | 5.660 | 6.035 | 3.645 | 15.340 | ||||
1) Aktienbasierte Vergütung in Form des PSUP. | ||||||||
2) Uwe Wagner ist seit 1. Oktober 2019 Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG. | ||||||||
3) Prof. Dr. Peter Gutzmer ist zum 1. Oktober 2019 aus dem Vorstand der Schaeffler AG unter Fortsetzung seines Dienstvertrags bis zum 31. Dezember 2019 ausgeschieden | ||||||||
Im Nachfolgenden werden die insgesamt aus dem PSUP resultierenden Aufwendungen und Erträge für das Geschäftsjahr 2020 gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a S. 8 HGB i.V.m. IFRS 2.51a individualisiert dargestellt.
Aufwendungen und Erträge für den PSUP im Geschäftsjahr 2020 | ||
in Tsd. EUR | Aufwendungen und Erträge | |
Klaus Rosenfeld | 511 | |
Matthias Zink | 255 | |
Michael Söding | 323 | |
Dr. Stefan Spindler | 285 | |
Dr. Klaus Patzak1) | 65 | |
Andreas Schick | 287 | |
Corinna Schittenhelm | 255 | |
Uwe Wagner | 260 | |
Im Geschäftsjahr 2020 ausgeschiedene Vorstandsmitglieder | ||
Dietmar Heinrich2) | 13 | |
Summe | 2.254 | |
1) Dr. Klaus Patzak ist seit 1. August 2020 Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG. | ||
2) Dietmar Heinrich ist zum 31. Juli 2020 aus dem Vorstand der Schaeffler AG ausgeschieden. | ||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 23 | |
Im Nachfolgenden werden die insgesamt aus dem PSUP resultierenden Aufwendungen für das Geschäftsjahr 2019 gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a S. 8 HGB i.V.m. IFRS 2.51a individualisiert dargestellt.
Aufwendungen und Erträge für den PSUP im Geschäftsjahr 2019 | |||
in Tsd. EUR | Aufwendungen und Erträge | ||
Klaus Rosenfeld | 723 | ||
Matthias Zink | 255 | ||
Michael Söding | 165 | ||
Dr. Stefan Spindler | 434 | ||
Andreas Schick | 148 | ||
Corinna Schittenhelm | 336 | ||
Uwe Wagner1) | 7 | ||
Dietmar Heinrich | 196 | ||
Im Geschäftsjahr 2019 ausgeschiedene Vorstandsmitglieder | |||
Prof. Dr. Peter Gutzmer2) | 1.091 | ||
Summe | 3.355 | ||
1) Uwe Wagner ist seit 1. Oktober 2019 Mitglied des Vorstands der Schaeffler AG. | |||
2) Prof. Dr. Peter Gutzmer ist zum 1. Oktober 2019 aus dem Vorstand der Schaeffler AG unter Fortsetzung seines Dienstvertrags bis zum 31. Dezember 2019 ausges-chieden. | |||
3 Vergütung des Aufsichtsrats
Die Darstellung der Vergütung des Aufsichtsrats enthält die nach deutschem Handelsrecht erforderlichen Angaben und richtet sich nach den Empfehlungen des DCGK. Die Vergütung des Aufsichtsrats wurde mit Beschluss der Hauptversammlung vom 1. Dezember 2014 festgelegt.
Die Aufsichtsratsmitglieder der Schaeffler AG erhalten eine feste Vergütung von 50.000 EUR pro Geschäftsjahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das 2-fache, seine Stellvertreter das 1,5-fache. Zusätzlich wird die Mitgliedschaft in Ausschüssen wie folgt vergütet:
Präsidialausschuss: Ausschussvergütung in Höhe von 20.000 EUR für jedes ordentliche Mitglied; das 2-fache für den Vorsitzenden.
Prüfungsausschuss: Ausschussvergütung in Höhe von 20.000 EUR für jedes ordentliche Mitglied; das 2-fache für den Vorsitzenden.
Bei Vorsitz in mehreren Ausschüssen beziehungsweise bei Doppelfunktion als Vorsitzender des Aufsichtsrats und eines oder mehrerer Ausschüsse entfällt die Vergütung für den weiteren Vorsitz. Beginnt oder endet das Amt eines Aufsichtsratsmit-glieds oder die mit einer erhöhten Vergütung versehene Funktion im Laufe eines Geschäftsjahres, erhält das Aufsichtsratsmit-glied die Vergütung beziehungsweise die erhöhte Vergütung zeitanteilig.
Weiterhin erhalten alle Mitglieder des Aufsichtsratsgremiums für jede Aufsichtsrats- und Ausschusssitzung, an der sie persönlich teilnehmen, ein Sitzungsentgelt in Höhe von 1.500 EUR. Für telefonische Teilnahmen an Sitzungen des Aufsichtsrats und dessen Ausschüsse wird kein Sitzungsentgelt gezahlt.
Mitgliedern des Aufsichtsrats werden Auslagen, die in Zusammenhang mit der Ausübung des Mandats entstehen, sowie etwaige auf die Vergütung und die Auslagen entfallende Umsatzsteuer ersetzt.
Für alle Aufsichtsratsmitglieder besteht (zusammen mit dem Vorstand) eine Vermögenshaftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) mit einer Selbstbehaltsklausel.
Im Geschäftsjahr 2020 und im Geschäftsjahr 2019 wurden keine Vorschüsse oder Kredite an Aufsichtsratsmitglieder gewährt. Die individuellen Vergütungshöhen der Mitglieder des Aufsichtsrats sind in den nachstehenden Tabellen ausgewiesen.
Die Aufsichtsratsmitglieder haben im Geschäftsjahr 2020 und im Geschäftsjahr 2019 keine Vergütungen für persönlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, erhalten.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 24 | |
Vergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 20201) | ||||||||
in Tsd. EUR | Fest- | Vergütung | Sitzungs- | Gesamt- | ||||
Bendiek, Sabine | 50 | 6 | 56 | |||||
Bullinger, Prof. Dr. Hans-Jörg | 50 | 8 | 58 | |||||
Engelmann, Dr. Holger | 50 | 20 | 5 | 75 | ||||
Gottschalk, Prof. Dr. Bernd | 50 | 5 | 55 | |||||
Grimm, Andrea 3) | 50 | 13 | 6 | 69 | ||||
Höhn, Thomas 3) (ab 08. Mai 2020) | 33 | 13 | 5 | 50 | ||||
Lau, Susanne 3) | 50 | 5 | 55 | |||||
Lenhard, Norbert 3) (bis 08. Mai 2020) | 18 | 7 | 3 | 28 | ||||
Mittag, Dr. Reinold 3) (bis 08. Mai 2020) | 18 | 7 | 5 | 29 | ||||
Resch, Barbara 3) | 50 | 20 | 11 | 81 | ||||
Rost, Jutta (ab 08. Mai 2020) | 33 | 5 | 37 | |||||
Schaeffler, Georg F.W. | 100 | 40 | 17 | 157 | ||||
Schaeffler-Thumann, Maria-Elisabeth | 75 | 20 | 0 | 95 | ||||
Schenk, Jürgen 3) (ab 08. Mai 2020) | 33 | 6 | 39 | |||||
Schönhoff, Helga (ab 08. Mai 2020) | 33 | 5 | 37 | |||||
Soussan, Sabrina | 50 | 5 | 55 | |||||
Spindler, Dirk (bis 08. Mai 2020) | 18 | 2 | 19 | |||||
Stalker, Robin | 50 | 40 | 9 | 99 | ||||
Stolz, Jürgen 3) (bis 08. Mai 2020) | 18 | 2 | 19 | |||||
Vicari, Salvatore 3) | 50 | 20 | 14 | 84 | ||||
Wechsler, Jürgen 3) | 75 | 33 | 14 | 122 | ||||
Wolf, Prof. KR Ing. Siegfried | 50 | 20 | 3 | 73 | ||||
Worrich, Jürgen 3) (bis 08. Mai 2020) | 18 | 7 | 5 | 29 | ||||
Zhang, Prof. Dr.-Ing. Tong | 50 | 0 | 50 | |||||
Zirkel, Markus 3) (ab 08. Mai 2020) | 33 | 6 | 39 | |||||
Summe | 1.101 | 260 | 144 | 1.505 | ||||
1) Sämtliche Beträge sind ohne die auf die Vergütung entfallende Umsatzsteuer ausgewiesen. Die Funktionen der Aufsichtsratsmitglieder sind in Abschnitt 5 „Organe der Gesellschaft“ dargestellt. | ||||||||
2) Für telefonische Teilnahmen an Sitzungen des Aufsichtsrats und dessen Ausschüsse wird kein Sitzungsentgelt gezahlt. | ||||||||
3) Diese Arbeitnehmervertreter haben erklärt, dass sie ihre Aufsichtsratsvergütung nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die Hans-Böckler-Stiftung abführen. | ||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 25 | |
Vergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 20191) | ||||||||
in Tsd. EUR | Fest- | Vergütung | Sitzungs- | Gesamt- | ||||
Bendiek, Sabine (ab 24. April 2019) | 35 | 6 | 41 | |||||
Bullinger, Prof. Dr. Hans-Jörg | 50 | 12 | 62 | |||||
Engelmann, Dr. Holger | 50 | 14 | 14 | 77 | ||||
Gottschalk, Prof. Dr. Bernd | 50 | 8 | 58 | |||||
Grimm, Andrea 3) | 50 | 6 | 56 | |||||
Lau, Susanne 3) | 50 | 6 | 56 | |||||
Lenhard, Norbert 3) | 50 | 20 | 18 | 88 | ||||
Luther, Dr. Siegfried (bis 24. April 2019) | 16 | 6 | 3 | 25 | ||||
Mittag, Dr. Reinold 3) | 50 | 20 | 15 | 85 | ||||
Resch, Barbara 3) | 50 | 20 | 14 | 84 | ||||
Schaeffler, Georg F.W. | 100 | 40 | 20 | 160 | ||||
Schaeffler-Thumann, Maria-Elisabeth | 75 | 20 | 0 | 95 | ||||
Soussan, Sabrina (ab 24. April 2019) | 35 | 6 | 41 | |||||
Spindler, Dirk | 50 | 9 | 59 | |||||
Stalker, Robin | 50 | 40 | 15 | 105 | ||||
Stolz, Jürgen 3) | 50 | 9 | 59 | |||||
Vicari, Salvatore 3) | 50 | 20 | 18 | 88 | ||||
Wechsler, Jürgen 3) | 75 | 20 | 17 | 112 | ||||
Wiesheu, Dr. Otto (bis 24. April 2019) | 16 | 2 | 17 | |||||
Wolf, Prof. KR Ing. Siegfried | 50 | 20 | 11 | 81 | ||||
Worrich, Jürgen 3) | 50 | 20 | 18 | 88 | ||||
Zhang, Prof. Dr.-Ing. Tong | 50 | 12 | 62 | |||||
Summe | 1.100 | 260 | 236 | 1.596 | ||||
1) Sämtliche Beträge sind ohne die auf die Vergütung entfallende Umsatzsteuer ausgewiesen. Die Funktionen der Aufsichtsratsmitglieder sind in Abschnitt 5 „Organe der Gesellschaft“ dargestellt. | ||||||||
2) Für telefonische Teilnahmen an Sitzungen des Aufsichtsrats und dessen Ausschüsse wird kein Sitzungsentgelt gezahlt. | ||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 1 | |
Organe der Gesellschaft | |||
Organe der Gesellschaft
1 Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat setzt sich aus 20 Mitgliedern zusammen. Davon werden zehn Mitglieder von der Hauptversammlung durch Beschluss bestellt und zehn Mitglieder von den Arbeitnehmern nach den Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes gewählt. Die Amtszeit der Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung 2024. Die Amtszeit der Arbeitnehmervertreter endet mit der ordentlichen Hauptversammlung 2025.
Georg F. W. Schaeffler
Gesellschafter der INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG
Aufsichtsratsvorsitzender der Schaeffler AG
Bestellung: 1. Dezember 2014
Mitgliedschaften in Ausschüssen: Vorsitzender des Vermittlungs-, Präsidial- und Nominierungsausschusses sowie Mitglied des Prüfungs- und Technologieausschusses
Weitere Mandate: Mitglied des Aufsichtsrats der Continental AG, Hannover; Vorsitzender des Beirats der ATESTEO Management GmbH
Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann
Gesellschafterin der INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG
Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Schaeffler AG
Bestellung: 1. Dezember 2014
Mitgliedschaften in Ausschüssen: Mitglied des Vermittlungs-, Präsidial- und Nominierungsausschusses
Weitere Mandate: Mitglied des Aufsichtsrats der Continental AG, Hannover
*Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat.
Jürgen Wechsler*
Ehemaliger Bezirksleiter der IG Metall Bayern
Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Schaeffler AG
Bestellung: 19. November 2015
Mitgliedschaften in Ausschüssen: Mitglied des Vermittlungs-, Präsidial-, Technologie- und Prüfungsausschusses
Sabine Bendiek
Chief People Officer und Arbeitsdirektorin SAP SE
Bestellung: 24. April 2019
Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger
Vorsitzender der Fraunhofer Zukunftsstiftung
Bestellung: 1. Dezember 2014
Mitgliedschaften in Ausschüssen: Vorsitzender des Technologieausschusses
Weitere Mandate:Aufsichtsratsvorsitzender der ARRI AG, München; Mitglied des Aufsichtsrats der Bauerfeind AG, Zeulenroda-Triebes; Mitglied des Aufsichtsrats der CO.DON AG, Berlin; Aufsichtsratsvorsitzender der TÜV SÜD AG, München (bis 30. Juli 2020)
Dr. Holger Engelmann
Vorsitzender des Vorstands der Webasto SE
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 1 | |
Organe der Gesellschaft | |||
Bestellung: 1. Dezember 2014
Mitgliedschaften in Ausschüssen: Mitglied des
Nominierungs- und Prüfungsausschusses
Weitere Mandate: Aufsichtsratsvorsitzender der Webasto Thermo & Comfort SE, Gilching
Prof. Dr. Bernd Gottschalk
Geschäftsführender Gesellschafter der AutoValue GmbH
Bestellung: 1. Dezember 2014
Mitgliedschaften in Ausschüssen: Mitglied des
Nominierungsausschusses
Weitere Mandate:Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der JOST-Werke AG, Neu-Isenburg; Mitglied des Aufsichtsrats der Plastic Omnium SA, Levallois-Perret, Frankreich; Mitglied des Aufsichtsrats der Haldex AB, Stockholm, Schweden (bis 30. Juni 2020); Mitglied des Aufsichtsrats der Benteler International AG, Salzburg, Österreich (seit 1. November 2020)
Andrea Grimm*
Stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Schaeffler Technologies AG & Co. KG
Bestellung: 1. Dezember 2014
Mitgliedschaften in Ausschüssen: Mitglied des
Prüfungsausschusses (seit 8. Mai 2020)
Thomas Höhn (seit 8. Mai 2020)*
Gewerkschaftssekretär IG Metall
Bestellung: 8. Mai 2020
Mitgliedschaften in Ausschüssen: Mitglied des
Prüfungsausschusses (seit 8. Mai 2020)
Susanne Lau*
Industriekauffrau
Vorsitzende des Betriebsrats Hamburg
Vorsitzende des Konzernbetriebsrates der Schaeffler AG
Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der Schaeffler Automotive Aftermarket GmbH & Co. KG
Bestellung: 8. August 2018
Barbara Resch*
Tarifsekretärin
Bestellung: 19. November 2015
Mitgliedschaften in Ausschüssen: Mitglied des
Präsidialausschusses
Weitere Mandate: Mitglied des Aufsichtsrats der Rheinmetall AG, Düsseldorf (seit 1. Juli 2020); Mitglied des Aufsichtsrats der ElringKlinger AG, Dettingen (seit 20. Mai 2020)
Jutta Rost (seit 8. Mai 2020)*
Leiterin Personal Funktionen Schaeffler AG
Bestellung: 8. Mai 2020
Jürgen Schenk (seit 8. Mai 2020)*
Betriebsratsvorsitzender Schweinfurt
Stellvertretender Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats Schaeffler Technologies AG & Co. KG
Bestellung: 8. Mai 2020
Mitgliedschaften in Ausschüssen: Mitglied des
Technologieausschusses
Weitere Mandate: Mitglied des Aufsichtsrats des ACE Auto Club Europa e.V., Stuttgart
Helga Schönhoff (seit 8. Mai 2020)*
Stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Schaeffler Automotive Bühl GmbH & Co. KG
Bestellung: 8. Mai 2020
Sabrina Soussan
Berater Siemens Mobility GmbH
Bestellung: 24. April 2019
Weitere Mandate: Mitglied des Verwaltungsrats der ITT Inc., White Plains, USA
*Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 2 | |
Organe der Gesellschaft | |||
Robin Stalker
Chartered Accountant
Bestellung: 1. Dezember 2014
Mitgliedschaften in Ausschüssen: Vorsitzender des
Prüfungsausschusses
Weitere Mandate: Mitglied des Aufsichtsrats der Commerzbank AG, Frankfurt am Main;Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Schmitz Cargobull AG, Horstmar; Mitglied des Aufsichtsrats der Hugo Boss AG, Metzingen (seit 8. Mai 2020)
Salvatore Vicari*
Betriebsratsvorsitzender Homburg/Saar
Bestellung: 19. November 2015
Mitgliedschaften in Ausschüssen: Mitglied des Vermittlungs-, Präsidial- und Technologieausschusses
Prof. TU Graz e.h. KR Ing. Siegfried Wolf
Unternehmer
Bestellung: 1. Dezember 2014
Mitgliedschaften in Ausschüssen: Mitglied des
Präsidial- und Technologieausschusses
Weitere Mandate:Mitglied des Aufsichtsrats der Banque Eric Sturdza SA, Genf, Schweiz (bis 21. April 2020); Mitglied des Aufsichtsrats der Miba AG, Laakirchen, Österreich; Mitglied des Aufsichtsrats der Mitterbauer Beteiligungs-AG, Laakirchen, Österreich; Aufsichtsratsvorsitzender der SBERBANK Europe AG, Wien, Österreich; Mitglied des Aufsichtsrats der Continental AG, Hannover; Mitglied des Aufsichtsrats der Porsche Automobil Holding SE, Stuttgart; Mitglied des Aufsichtsrats der OJSC GAZ Group, Nizhny Novgorod, Russland (seit 19. Juni 2020)
Prof. Dr.-Ing. Tong Zhang
Direktor des Akademischen Komitees der Fahrzeugtechnik an der Tongji Universität in Shanghai, China
Bestellung: 1. Dezember 2014
Mitgliedschaften in Ausschüssen: Mitglied des Technologieausschusses
Markus Zirkel (seit 8. Mai 2020)*
Betriebsratsvorsitzender Hirschaid
Bestellung: 8. Mai 2020
Mitgliedschaften in Ausschüssen: Mitglied des
Technologieausschusses
Weitere Mandate: Mitglied des Aufsichtsrats der VR-Bank Bamberg Forchheim eG, Bamberg
Im Geschäftsjahr 2020 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden
Norbert Lenhard (bis 8. Mai 2020)*
Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Schaeffler AG
Bestellung: 19. November 2015
Dr. Reinold Mittag (bis 8. Mai 2020)*
Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall
Bestellung: 19. November 2015
Dirk Spindler (bis 8. Mai 2020)*
Leiter F&E Prozesse, Methoden und Tools der Schaeffler AG
Bestellung: 19. November 2015
Jürgen Stolz (bis 8. Mai 2020)*
Mitglied des Betriebsrats Bühl
Mitglied des Europäischen Betriebsrats der Schaeffler Gruppe
Bestellung: 19. November 2015
Jürgen Worrich (bis 8. Mai 2020)*
Vorsitzender des Europäischen Betriebsrats der Schaeffler Gruppe (bis 20. Juli 2020)
Mitglied des Betriebsrats Herzogenaurach (bis 1. Dezember 2020)
Bestellung: 19. November 2015
2 Ausschüsse des Aufsichtsrats
Vermittlungsausschuss
Georg F. W. Schaeffler (Vorsitzender),
Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann, Salvatore Vicari
und Jürgen Wechsler
Präsidialausschuss
Georg F. W. Schaeffler (Vorsitzender),
Barbara Resch, Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann,
Salvatore Vicari, Jürgen Wechsler und
Prof. TU Graz e.h. KR Ing. Siegfried Wolf
Prüfungsausschuss
Robin Stalker (Vorsitzender),
Dr. Holger Engelmann, Andrea Grimm, Thomas Höhn,
Georg F. W. Schaeffler und Jürgen Wechsler
Nominierungsausschuss
Georg F. W. Schaeffler (Vorsitzender),
Dr. Holger Engelmann, Prof. Dr. Bernd Gottschalk
und Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann
Technologieausschuss
Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger (Vorsitzender),
Georg F. W. Schaeffler, Jürgen Schenk, Salvatore Vicari,
Jürgen Wechsler, Prof. TU Graz e.h. KR Ing. Siegfried Wolf,
Prof. Dr.-Ing. Tong Zhang und Markus Zirkel
3 Vorstand
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 3 | |
Organe der Gesellschaft | |||
Die Schaeffler Gruppe wird durch den Vorstand der
Schaeffler AG geführt. Dem Vorstand gehören gegenwärtig acht Mitglieder an: Der Vorsitzende des Vorstands, die Vorstände der Sparten Automotive Technologies, Automotive Aftermarket und Industrial sowie die Vorstände mit Zuständigkeit für die Funktionen (1) F&E, (2) Produktion, Supply Chain Management & Einkauf, (3) Finanzen & IT und (4) Personal. Der Vorstand bildet gemeinsam mit den Regionalen CEOs das Executive Board der
Schaeffler Gruppe.
Klaus Rosenfeld
Vorsitzender des Vorstands
Verantwortungsbereich: Qualität; Schaeffler Consulting; Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit; Branding & Corporate Marketing; Investor Relations; Recht; Interne Revision; Konzernentwicklung & Strategie; Compliance & Unternehmenssicherheit; Corporate Real Estate; Strategische IT & Digitalisierung
Bestellung: 24. Oktober 2014
Ablauf des Mandats: 30. Juni 2024
Weitere Mandate:Mitglied des Aufsichtsrats der Continental AG, Hannover; Mitglied des Aufsichtsrats der Siemens Gamesa Renewable Energy S.A., Zamudio, Spanien; Aufsichtsrat der Schaeffler Holding (China) Co. Ltd., Shanghai, China; Mitglied des Board of Directors der Schaeffler India Ltd., Mumbai, Indien; Mitglied des Beirats der Schaeffler Consulting GmbH, Herzogenaurach (bis 31. Juli 2020)
Dr. Klaus Patzak (seit 1. August 2020)
Vorstand Finanzen & IT
Verantwortungsbereich: Finanzen Strategie, Prozesse & Infrastruktur; Corporate Accounting; Corporate Controlling; Corporate Treasury; Corporate Tax & Customs; Corporate Reporting; Corporate Insurance; Divisionales Controlling Automotive Technologies; Divisionales Controlling AAM; Divisional Controlling Industrial; Shared Services; IT & Digitalisierung
Bestellung: 1. August 2020
Ablauf des Mandats: 31. Juli 2023
Weitere Mandate: Mitglied des Aufsichtsrats der Bayerische Börse AG, München; Mitglied des Beirats der Schaeffler Consulting GmbH, Herzogenaurach (seit 1. August 2020)
Andreas Schick
Vorstand Produktion, Supply Chain Management & Einkauf
Verantwortungsbereich: Schaeffler Produktionssystem, Strategie & Prozesse; Digitalisierung & Operations IT; Advanced Production Technology; Produktionstechnologie; Sondermaschinenbau; Supply Chain Management & Logistik; Einkauf & Lieferantenmanagement; Qualität Produktion, Supply Chain Management & Einkauf
Bestellung: 1. April 2018
Ablauf des Mandats: 31. März 2026
Weitere Mandate:Mitglied des Aufsichtsrats der
SupplyOn AG, Hallbergmoos
Corinna Schittenhelm
Vorstand Personal und Arbeitsdirektorin
Verantwortungsbereich: HR Strategie; HR Grundsatzfragen & Entgeltmanagement; Leadership, Recruiting & Talent Management; Schaeffler Academy; HR Systeme, Prozesse & Reporting; Nachhaltigkeit, Umwelt, Arbeitsmedizin & -sicherheit; Personal Funktionen
Bestellung: 1. Januar 2016
Ablauf des Mandats: 31. Dezember 2023
Weitere Mandate:Mitglied des Gesellschafterausschusses der TÜV SÜD AG, München; Mitglied des Beirats der Schaeffler Consulting GmbH, Herzogenaurach
Michael Söding
Vorstand Automotive Aftermarket
Verantwortungsbereich: Business Development & Strategy AAM; Vertrieb & Marketing AAM; Produktmanagement & F&E AAM; Operations & Supply Chain Management AAM; Qualität AAM; Einkauf & Lieferantenmanagement AAM; Personal AAM
Bestellung: 1. Januar 2018
Ablauf des Mandats: 31. Dezember 2023
Weitere Mandate: Mitglied des Gesellschafterausschusses der Caruso GmbH, Mannheim; Mitglied des Gesellschafterausschusses der TecAlliance GmbH, Ismaning
Dr. Stefan Spindler
Vorstand Industrial
Verantwortungsbereich: Business Development & Strategy Industrial; Global Key Account Management Industrial; Sales Management & Marketing Industrial; Strategic Business Field Industry 4.0; R&D Industrial; Operations & Supply Chain Management Industrial; Quality Industrial; Purchasing & Supplier Management Industrial; HR Industrial
Bestellung: 1. Mai 2015
Ablauf des Mandats: 30. April 2023
Schaeffler Gruppe | 2020 | Corporate Governance | 4 | |
Organe der Gesellschaft | |||
Uwe Wagner
Vorstand F&E
Verantwortungsbereich: F&E Management; Forschung & Innovation; Corporate F&E; F&E Prozesse, Methoden & Tools;
Gewerblicher Rechtsschutz
Bestellung: 1. Oktober 2019
Ablauf des Mandats: 30. September 2022
Weitere Mandate: Mitglied des Aufsichtsrats der IAV GmbH Ingenieursgesellschaft Auto und Verkehr, Berlin; Mitglied des Beirats der Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG, Herzogenaurach; Vorsitzender des Beirats der Xtronic GmbH, Böblingen; Mitglied des Beirats der Compact Dynamics GmbH, Starnberg
Matthias Zink
Vorstand Automotive Technologies
Verantwortungsbereich: Business Development & Strategy Automotive Technologies; Global Key Account Management Automotive Technologies; UB Motorsysteme; UB Getriebesysteme; UB E-Mobilität; UB Fahrwerksysteme; F&E Automotive Technologies; Operations & Supply Chain Management Automotive Technologies; Qualität Automotive Technologies; Einkauf & Lieferantenmanagement Automotive Technologies; Personal Automotive Technologies
Bestellung: 1. Januar 2017
Ablauf des Mandats: 31. Dezember 2024
Weitere Mandate: Mitglied des Beirats der Compact Dynamics GmbH, Starnberg; Vorsitzender des Beirats der Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG, Herzogenaurach (seit 22. Juni 2020); Mitglied des Aufsichtsrats der Schaeffler Savaria Kft., Szombathely, Ungarn; Aufsichtsrat der Schaeffler (China) Co. Ltd., Shanghai, China; Mitglied des Beirats der Xtronic GmbH, Böblingen (seit 22. Juni 2020)
Im Geschäftsjahr 2020 aus dem Vorstand ausgeschieden
Dietmar Heinrich (bis 31. Juli 2020)
Vorstand Finanzen & IT
Verantwortungsbereich: Finanzen Strategie, Prozesse & Infrastruktur; Corporate Accounting; Corporate Controlling; Corporate Treasury; Corporate Tax & Customs; Corporate Reporting; Corporate Insurance; Shared Services; IT & Digitalisierung
Bestellung: 1. August 2017
Ablauf des Mandats: 31. Juli 2020
Weitere Mandate: Mitglied des Aufsichtsrats der HOMAS Group AG, Schopfloch (seit 21. April 2020); Vorsitzender des Beirats der Schaeffler Bio-Hybrid GmbH, Herzogenaurach (bis 31. Juli 2020); Mitglied des Beirats der Schaeffler Consulting GmbH, Herzogenaurach (bis 31. Juli 2020)
Konzernabschluss
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernabschluss | 1 | |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung | |||
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
in Mio. EUR | Konzern- | 2020 | 2019 | Veränderung | ||||
Umsatzerlöse | 3.1 | -12,7 | ||||||
Umsatzkosten | - | - | -10,7 | |||||
Bruttoergebnis vom Umsatz | -18,6 | |||||||
Kosten der Forschung und Entwicklung | - | - | -10,8 | |||||
Kosten des Vertriebs | - | - | -11,5 | |||||
Kosten der allgemeinen Verwaltung | - | - | -14,3 | |||||
Sonstige Erträge | 3.3 | 27,5 | ||||||
Sonstige Aufwendungen | 3.4 | - | - | > 100 | ||||
Ergebnis vor Finanzergebnis, at-Equity bewerteten Beteiligungen und Ertragsteuern (EBIT) | - | - | ||||||
Finanzerträge | 3.6 | -66,9 | ||||||
Finanzaufwendungen | 3.6 | - | - | 5,2 | ||||
Finanzergebnis | 3.6 | - | - | 35,3 | ||||
Ergebnis aus at-Equity bewerteten Beteiligungen | - | - | > 100 | |||||
Ergebnis vor Ertragsteuern | - | - | ||||||
Ertragsteuern | 3.7 | - | - | -73,1 | ||||
Konzernergebnis | - | - | ||||||
Den Anteilseignern des Mutterunternehmens zurechenbares Konzernergebnis | - | - | ||||||
Den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Konzernergebnis | -19,2 | |||||||
Ergebnis je Stammaktie (unverwässert/verwässert, in EUR) | 3.8 | - | - | |||||
Ergebnis je Vorzugsaktie (unverwässert/verwässert, in EUR) | 3.8 | - | - | |||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernabschluss | 1 | |
Konzern-Gesamtergebnisrechnung | |||
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Konzern- | 2020 | 2019 | ||||
in Mio. EUR | ||||||
Konzernergebnis | - | |||||
Posten, die nicht in das Konzernergebnis umgegliedert werden | ||||||
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten | 4.13 | - | - | |||
Konsolidierungskreisveränderungen aus leistungsorientierten Versorgungs-/Pensionsplänen | ||||||
Nettoveränderung des beizulegenden Zeitwerts von finanziellen Vermögenswerten, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | 4.16 | - | ||||
Steuereffekt | 4.5 | |||||
Ergebnisveränderung ohne Umgliederung in das Periodenergebnis | - | - | ||||
Posten, die in das Konzernergebnis umgegliedert wurden oder anschließend umgegliedert werden können | ||||||
Unterschiede aus der Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | - | |||||
Nettoveränderung aus der Absicherung von Netto- | 4.16 | - | ||||
Effektiver Teil der Veränderung des beizulegenden | 4.16 | |||||
Steuereffekt | 4.5 | - | - | |||
Ergebnisveränderung mit Umgliederung in das Periodenergebnis | - | |||||
Sonstiges Ergebnis | - | - | ||||
Gesamtergebnis | - | |||||
Den Anteilseignern des Mutterunternehmens zurechenbares Gesamtergebnis | - | |||||
Den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Gesamtergebnis | - | |||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernabschluss | 1 | |
Konzern-Bilanz | |||
Konzern-Bilanz
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernabschluss | 2 | |
Konzern-Bilanz | |||
in Mio. EUR | Konzern-anhang | 31.12.2020 | 31.12.2019 | Veränderung | ||||
AKTIVA | ||||||||
Immaterielle Vermögenswerte | 4.1 | -35,4 | ||||||
Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen | 4.2 | -5,5 | ||||||
Sachanlagen | 4.3 | -9,1 | ||||||
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen | 4.4 | -23,5 | ||||||
Vertragsvermögenswerte | 3.1 | -96,3 | ||||||
Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 4.8 | -38,7 | ||||||
Sonstige Vermögenswerte | 4.8 | -1,4 | ||||||
Ertragsteuerforderungen | 4.5 | > 100 | ||||||
Aktive latente Steuern | 4.5 | 34,3 | ||||||
Langfristige Vermögenswerte | -8,2 | |||||||
Vorräte | 4.6 | -10,7 | ||||||
Vertragsvermögenswerte | 3.1 | -13,2 | ||||||
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4.7 | 1,4 | ||||||
Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 4.8 | 52,2 | ||||||
Sonstige Vermögenswerte | 4.8 | 6,1 | ||||||
Ertragsteuerforderungen | 4.5 | -30,9 | ||||||
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 4.9 | > 100 | ||||||
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | 4.10 | 83,4 | ||||||
Kurzfristige Vermögenswerte | 17,1 | |||||||
Bilanzsumme | 2,6 | |||||||
PASSIVA | ||||||||
Gezeichnetes Kapital | 0,0 | |||||||
Kapitalrücklagen | 0,0 | |||||||
Sonstige Rücklagen | -77,5 | |||||||
Kumuliertes übriges Eigenkapital | - | - | 31,6 | |||||
Den Anteilseignern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital | -38,2 | |||||||
Nicht beherrschende Anteile | -1,6 | |||||||
Eigenkapital | 4.11 | -37,0 | ||||||
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 4.13 | 6,2 | ||||||
Rückstellungen | 4.14 | > 100 | ||||||
Finanzschulden | 4.12 | 33,1 | ||||||
Vertragsverbindlichkeiten | 3.1 | > 100 | ||||||
Ertragsteuerverbindlichkeiten | 4.5 | -90,3 | ||||||
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 4.15 | -49,9 | ||||||
Leasingverbindlichkeiten | 4.2 | -6,6 | ||||||
Sonstige Verbindlichkeiten | 4.15 | 20,8 | ||||||
Passive latente Steuern | 4.5 | 13,6 | ||||||
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 22,6 | |||||||
Rückstellungen | 4.14 | 33,4 | ||||||
Finanzschulden | 4.12 | -74,4 | ||||||
Vertragsverbindlichkeiten | 3.1 | 24,0 | ||||||
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.16 | -1,6 | ||||||
Ertragsteuerverbindlichkeiten | 4.5 | 22,1 | ||||||
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 4.15 | 8,8 | ||||||
Leasingverbindlichkeiten | 4.2 | 0,4 | ||||||
Rückerstattungsverbindlichkeiten | 4.16 | -3,7 | ||||||
Sonstige Verbindlichkeiten | 4.15 | -23,5 | ||||||
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 0,0 | |||||||
Bilanzsumme | 2,6 | |||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernabschluss | 1 | |
Konzern-Kapitalflussrechnung | |||
Konzern-Kapitalflussrechnung
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernabschluss | 2 | |
Konzern-Kapitalflussrechnung | |||
in Mio. EUR | Konzernanhang | 2020 | 2019 | Veränderung in % | ||||
Laufende Geschäftstätigkeit | ||||||||
EBIT | - | - | ||||||
Gezahlte Zinsen | - | - | 26,6 | |||||
Erhaltene Zinsen | -25,7 | |||||||
Gezahlte Ertragsteuern | - | - | 42,6 | |||||
Abschreibungen | 28,6 | |||||||
Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögenswerten | - | - | ||||||
Veränderungen der: | ||||||||
• Vorräte | 86,7 | |||||||
• Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5.2 | - | - | 5,9 | ||||
• Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | - | ||||||
• Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | -87,2 | |||||||
• Sonstige Vermögenswerte, Schulden und Rückstellungen | 67,5 | |||||||
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | -20,5 | |||||||
Investitionstätigkeit | ||||||||
Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen | -31,1 | |||||||
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte | - | - | 6,6 | |||||
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen | - | - | -40,5 | |||||
Ein-/Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen | 5.1 | - | - | |||||
Aus-/Einzahlungen aus der Veräußerung von Tochterunternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen | 5.1 | - | - | |||||
Sonstige Ein-/Auszahlungen der Investitionstätigkeit | 5.5 | - | - | 55,5 | ||||
Cash Flow aus Investitionstätigkeit | - | - | -44,0 | |||||
Finanzierungstätigkeit | ||||||||
Ausschüttung an Anteilseigner und nicht beherrschende Anteile | - | - | -18,2 | |||||
Einzahlungen aus der Ausgabe von Anleihen und Aufnahme von Krediten | 5.1 | -13,3 | ||||||
Auszahlungen aus der Rückzahlung von Anleihen und der Tilgung von Krediten | 5.1 | - | - | -52,7 | ||||
Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten | - | - | 0,1 | |||||
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit | - | - | ||||||
Nettozunahme/-abnahme des Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten | - | - | ||||||
Wechselkursbedingte Veränderung des Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten | - | - | ||||||
Konsolidierungskreisbedingte Veränderung des Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten | 2.2 | - | ||||||
Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten am Periodenbeginn | -16,6 | |||||||
Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten am 31. Dezember | 4.9 | > 100 | ||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernabschluss | 1 | |
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung | |||
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
Konzern- | Gezeich- | Kapital- | Sonstige | Kumuliertes übriges Eigenkapital | Eigen- | Nicht | Gesamt | |||||||||||||||||
in Mio. EUR | Währungsum- | Absicherung von | Finanzielle Vermögenswerte, | Anpassung | Summe | |||||||||||||||||||
Stand 01. Januar 2019 | - | - | - | - | ||||||||||||||||||||
Konzernergebnis | ||||||||||||||||||||||||
Sonstiges Ergebnis | 4.5 | - | - | - | - | - | - | |||||||||||||||||
Konzerngesamtergebnis | - | - | - | |||||||||||||||||||||
Dividenden | 4.11 | - | - | - | - | |||||||||||||||||||
Transaktionen mit Anteilseignern, die direkt im Eigenkapital erfasst werden | - | - | - | - | ||||||||||||||||||||
Konsolidierungskreisveränderungen | - | - | - | |||||||||||||||||||||
Stand 31. Dezember 2019 | - | - | - | - | - | |||||||||||||||||||
Stand 01. Januar 2020 | - | - | - | - | - | |||||||||||||||||||
Konzernergebnis | - | - | - | |||||||||||||||||||||
Sonstiges Ergebnis | 4.5 | - | - | - | - | - | - | |||||||||||||||||
Konzerngesamtergebnis | - | - | - | - | - | - | - | |||||||||||||||||
Dividenden | 4.11 | - | - | - | - | |||||||||||||||||||
Transaktionen mit Anteilseignern, die direkt im Eigenkapital erfasst werden | - | - | - | - | ||||||||||||||||||||
Konsolidierungskreisveränderungen | 2.2 | |||||||||||||||||||||||
Sonstige Veränderungen | - | - | - | |||||||||||||||||||||
Stand 31. Dezember 2020 | - | - | - | - | ||||||||||||||||||||
1) Den Anteilseignern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital. | ||||||||||||||||||||||||
Siehe erläuternde Angaben im Konzernanhang unter Tz. 4.11
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernabschluss | 1 | |
Konzern-Segmentberichterstattung | |||
Konzern-Segmentberichterstattung
(Bestandteil des Konzernanhangs)
2020 | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | 2020 | 2019 | |||||||||
in Mio. EUR | Automotive Technologies | Automotive Aftermarket | Industrial | Gesamt | ||||||||||||
Umsatzerlöse | 7.821 | 9.044 | 1.641 | 1.848 | 3.138 | 3.535 | 12.600 | 14.427 | ||||||||
EBIT | -330 | 286 | 229 | 290 | -43 | 214 | -143 | 790 | ||||||||
• in % vom Umsatz | -4,2 | 3,2 | 14,0 | 15,7 | -1,4 | 6,0 | -1,1 | 5,5 | ||||||||
EBIT vor Sondereffekten 1) | 278 | 496 | 259 | 305 | 266 | 361 | 803 | 1.161 | ||||||||
• in % vom Umsatz | 3,6 | 5,5 | 15,8 | 16,5 | 8,5 | 10,2 | 6,4 | 8,1 | ||||||||
Abschreibungen 2) | -1.037 | -766 | -38 | -34 | -185 | -180 | -1.260 | -980 | ||||||||
Working Capital 3) 4) | 1.218 | 1.263 | 326 | 345 | 816 | 922 | 2.361 | 2.530 | ||||||||
Investitionen 5) | 370 | 672 | 22 | 67 | 246 | 193 | 639 | 933 | ||||||||
Vorjahreswerte gemäß der 2020 ausgewiesenen Segmentstruktur. | ||||||||||||||||
1) EBIT vor Sondereffekten für Rechtsfälle, Restrukturierungen und Sonstige. Siehe erläuternde Angaben im Konzernanhang unter Tz 5.5 Segmentberichterstattung. | ||||||||||||||||
2) In der Berichtsperiode 2020 war eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwertes im Segment Automotive Technologies in Höhe von 249 Mio. EUR (Vj.: 0 Mio. EUR) enthalten. Darüber hinaus wurden Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 41 Mio. EUR (Vj.: 23 Mio. EUR) erfasst. Diese betrafen die Sparte Automotive Technologies mit 21 Mio. EUR (Vj.: 8 Mio. EUR) und die Sparte Industrial mit 20 Mio. EUR (Vj.: 15 Mio. EUR). | ||||||||||||||||
3) Working Capital definiert als Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. | ||||||||||||||||
4) Werte jeweils zum Stichtag 31. Dezember. | ||||||||||||||||
5) Zugänge bei den immateriellen Vermögenswerten und dem Sachanlagevermögen | ||||||||||||||||
Siehe erläuternde Angaben im Konzernanhang unter Tz. 5.4
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Vorstand | Schaeffler Gruppe im Überlick |
Konzernanhang
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Allgemeine Erläuterungen | Neue Rechnungslegungsvorschriften | |||
Allgemeine Erläuterungen
1 Berichterstattendes Unternehmen
Die
Die Schaeffler Gruppe ist ein global tätiger Automobil- und Industriezulieferer. Mit seinen rund 83.300 Mitarbeitern entwickelt und produziert das Unternehmen Präzisionskomponenten und Systeme in Motor, Getriebe und Fahrwerk sowie Wälz- und Gleitlagerlösungen für eine Vielzahl von Industrieanwendungen. Hierzu gehören innovative und nachhaltige Technologien sowohl für Fahrzeuge mit reinem Verbrennungsmotor als auch für Hybrid- und Elektrofahrzeuge, ebenso wie Komponenten und Systeme für rotative und lineare Bewegungen sowie Serviceleistungen, Instandhaltungsprodukte und Monitoringsysteme für eine Vielzahl von Industrieanwendungen. Zudem bietet das weltweite Ersatzteilgeschäft Reparaturlösungen in Erstausrüsterqualität für den automobilen Ersatzteilmarkt. Das Unternehmen erzielt vorrangig Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern in Serienfertigung für Großkunden und im Kataloggeschäft sowie aus Dienstleistungen. Die Basis für die Fertigung dieser Güter stellen häufig Entwicklungsleistungen dar, an die sich in einigen Fällen die Herstellung von Werkzeugen zur Fertigung der Güter anschließt. Aus Entwicklungsleistungen und der Herstellung von Werkzeugen werden ebenfalls Umsatzerlöse erzielt.
Die Schaeffler AG,
2 Allgemeine Grundlagen
Der Konzernabschluss der Schaeffler Gruppe für das zum 31. Dezember 2020 endende Geschäftsjahr wurde gemäß § 315e Abs. 1 HGB nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des europäischen Parlaments und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den ergänzenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Der Begriff IFRS umfasst alle gültigen International Financial Reporting Standards, International Accounting Standards (IAS) sowie sämtliche Interpretationen und Änderungen des IFRS Interpretations Committee (IFRIC) und des ehemaligen Standing Interpretations Committee (SIC). Die Vergleichswerte des Vorjahres wurden nach den gleichen Grundsätzen ermittelt.
Allgemeine Darstellung
Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Euro (EUR) aufgestellt, was sowohl der funktionalen Währung als auch der Darstellungswährung des Mutterunternehmens der Schaeffler Gruppe entspricht. Sofern nicht anders ausgewiesen, belaufen sich alle genannten Beträge auf Millionen Euro (Mio. EUR). Die Gliederung der Konzern-Bilanz erfolgt nach Fristigkeit.
Die Bilanzstichtage sämtlicher in diesen Konzernabschluss einbezogener Unternehmen stimmen mit dem Bilanzstichtag dieses Konzernabschlusses überein.
Durch die kaufmännische Rundung von Beträgen (in Mio. EUR) und Prozentangaben können Differenzen auftreten.
Schätzunsicherheiten und Ermessensausübung des Managements
Bei der Erstellung von Abschlüssen muss das Management im Rahmen seines Ermessens sachgerechte Schätzungen durchführen und Annahmen aufstellen, welche die Anwendung von Bilanzierungsmethoden sowie die Höhe der berichteten Vermögenswerte und Schulden sowie Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlich eintretenden Werte können von diesen Schätzungen abweichen.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Allgemeine Erläuterungen | Neue Rechnungslegungsvorschriften | |||
Sowohl Schätzungen als auch die jeweils zugrunde liegenden Annahmen werden regelmäßig überprüft. Änderungen von Schätzungen werden in der Periode erfasst, in der die Änderungen vorgenommen wurden, sowie in jeder Folgeperiode, die ebenfalls von den Änderungen betroffen ist.
Folgende wesentliche Sachverhalte sind von Schätzunsicherheiten in Bezug auf Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Ermessensausübungen des Managements betroffen:
Ermittlung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer von Sachanlagen
Einschätzung der Laufzeiten von Leasingverhältnissen mit Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen
Festlegung zahlungsmittelgenerierender Einheiten und Ermittlung des erzielbaren Betrags im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten und langfristigen Vermögenswerten
Beurteilung der Beherrschungsverhältnisse bei strukturierten Unternehmen, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
Ermittlung des Abwertungsbedarfs bei Vorräten
Einschätzung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern
Ermittlung der erwarteten Kreditverluste von finanziellen Vermögenswerten
Bilanzierung von Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, insbesondere die Festlegung versicherungsmathematischer Parameter
Ansatz und Bewertung von Rückstellungen
Einschätzung der Risiken aus unsicheren Steuerpositionen
Aktienbasierte Vergütung
Einschätzung des nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands durch Anpassung und Kürzung der Pensionsverpflichtungen
Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten sowie
Identifikation von Leistungsverpflichtungen bei Entwicklungsverträgen sowie alternativen Nutzungsmöglichkeiten bei kundenspezifischen Produkten
Aus der Anpassung in der Vergangenheit getroffener Annahmen sowie aus der Beseitigung zuvor bestehender Unsicherheiten resultierten im Geschäftsjahr 2020 bis auf die folgenden Sachverhalte grundsätzlich keine wesentlichen Effekte.
Bei der Ermittlung des Barwerts von leistungsorientierten Pensionsverpflichtungenist der Zinssatz zur Abzinsung der geschätzten zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse eine maßgebliche Schätzgröße. Nach den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften ist der Zinssatz in Höhe der Verzinsung hochwertiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen anzusetzen. Für die Eurozone wurde die Auswahl der zugrunde liegenden Unternehmensanleihen, die bisher in die Ermittlung des Abzinsungssatzes herangezogen wurden, zum 31. Dezember 2020 modifiziert. Durch die Modifikation werden mit Hypotheken besicherte Unternehmensanleihen ausgesondert, deren Rendite-Risikoprofil eher dem von Staatsanleihen entspricht. Der auf dieser Grundlage abgeleitete Rechnungszins beträgt zum 31. Dezember 2020 0,7%. Ohne Modifikation würde der Rechnungszins 0,4% betragen. Die Umstellung führte zum 31. Dezember 2020 zu einer Reduktion der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung sowie damit korrespondierend zu einer Erhöhung des kumulierten übrigen Eigenkapitals um 211 Mio. EUR in der Eurozone. Aufgrund des insgesamt gesunkenen durchschnittlichen Rechnungszinses der Schaeffler Gruppe von 1,3% in 2019 auf 0,9% zum 31. Dezember 2020, erhöhte sich in der Schaeffler Gruppe die gesamte leistungsorientierte Pensionsverpflichtung und damit korrespondierend verringerte sich das kumulierte übrige Eigenkapital um 242 Mio. EUR. Darüber hinaus wurde der Gehaltstrend für Deutschland aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen sowie der Prognose der künftigen Entwicklungen des Unternehmens und der Branche zum 31. Dezember 2020 von 3,25% auf 2,75% angepasst. Dadurch verringerte sich die leistungsorientierte Pensionsverpflichtung um 28 Mio. EUR in Deutschland, welcher als Schätzänderung als sonstiges Ergebnis im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst wurde.
Die Rückstellungen für Personalstrukturmaßnahmen und Gewährleistungen (vgl. Tz. 4.14) wurden der Höhe nach an den aktuellen Kenntnisstand angepasst.
Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit von latenten Steueransprüchen werden u.a. die bisher erzielten Ergebnisse einer Einheit als auch die zukünftig erwarteten, und aus der Unternehmensplanung abgeleiteten steuerlichen Ergebnisse berücksichtigt. Für die Bilanzierung aktiver latenter Steuern sind Einschätzungen und Ermessensentscheidungen der Unternehmensleitung in Bezug auf die Höhe des zukünftig zur Verfügung stehenden zu versteuernden Einkommen zu treffen. Die Werthaltigkeit der latenten Steuern wurde auf Basis der aktuellen Unternehmensdaten und -planungen neu beurteilt.
Die Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte (vgl. Tz. 4.1) sowie des ausgereichten Wandeldarlehens (vgl. Tz. 5.6) wurde auf Basis der aktuellen Marktdaten und Planungsunterlagen neu beurteilt.
Zudem wurde die Beherrschung der Standorte Unna und Kaltennordheim neu beurteilt (vgl. Tz. 2.2).
3 Zusammenfassung der wesentlichen Rechnungslegungsgrundsätze
Die im Folgenden erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden auf alle im vorliegenden Konzernabschluss dargestellten Perioden und einheitlich von allen Unternehmen der Schaeffler Gruppe angewendet.
Konsolidierungsgrundsätze
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 2 | |
Allgemeine Erläuterungen | Neue Rechnungslegungsvorschriften | |||
In den Konzernabschluss der Schaeffler Gruppe sind alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen und vollkonsolidiert, die von der Schaeffler AG mittel- oder unmittelbar beherrscht werden. Die Unternehmen werden beginnend von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem die Schaeffler Gruppe die Möglichkeit zur Beherrschung erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, zu dem der Verlust der Beherrschung eintritt.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode zum Erwerbszeitpunkt. Die Bewertung von nicht beherrschenden Anteilen erfolgt grundsätzlich zum anteiligen beizulegenden Zeitwert der erworbenen Vermögenswerte und der übernommenen Schulden (Partial-Goodwill-Methode). Salden und Transaktionen mit konsolidierten Tochterunternehmen sowie daraus entstandene Erträge und Aufwendungen werden im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses in voller Höhe eliminiert. Zwischenergebnisse aus konzerninternen Transaktionen werden ebenfalls vollständig eliminiert. Latente Steuern auf temporäre Differenzen im Zusammenhang mit der Eliminierung solcher Salden und Transaktionen werden mit dem Steuersatz des empfangenden Unternehmens bewertet.
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen werden von den beteiligten Parteien gemeinschaftlich geführt. Gemeinschaftliche Führung liegt nur vor, sofern Entscheidungen über die maßgeblichen Tätigkeiten die Einstimmigkeit der Parteien erfordern. Die Parteien, die die gemeinschaftliche Führung ausüben, besitzen Rechte am Nettovermögen des Gemeinschaftsunternehmens. Die Bilanzierung erfolgt gemäß der Equity-Methode.
Anteile an assoziierten Unternehmen werden, wenn die Schaeffler Gruppe einen maßgeblichen Einfluss auf das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, ebenfalls nach der Equity-Methode bilanziert.
Die Beteiligungsbuchwerte der nach der Equity-Methode konsolidierten Unternehmen werden entsprechend dem anteiligen Eigenkapital des Beteiligungsunternehmens fortgeführt. Ein im Rahmen der Erstkonsolidierung aktivierter Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht planmäßig abgeschrieben. Bei Vorliegen von Hinweisen („Triggering Event“), wird der Beteiligungsbuchwert auf Werthaltigkeit überprüft.
Fremdwährungsumrechnung
Eine Aufstellung der für den Konzern wichtigsten Wechselkurse zum Euro ist nachfolgend dargestellt:
Ausgewählte Wechselkurse | ||||||||||
Währungen | 31.12.2020 | 31.12.2019 | 2020 | 2019 | ||||||
1 EUR entspricht | Stichtagskurse | Durchschnittskurse | ||||||||
CNY | China | 8,02 | 7,82 | 7,87 | 7,73 | |||||
INR | Indien | 89,66 | 80,19 | 84,58 | 78,85 | |||||
KRW | Südkorea | 1.336,00 | 1.296,28 | 1.345,10 | 1.304,75 | |||||
MXN | Mexiko | 24,42 | 21,22 | 24,52 | 21,56 | |||||
USD | USA | 1,23 | 1,12 | 1,14 | 1,12 | |||||
Transaktionen in Fremdwährungen
Transaktionen, die auf eine von der funktionalen Währung der Unternehmenseinheit abweichende Währung lauten, werden bei ihrer erstmaligen Erfassung mit dem Tageskurs umgerechnet. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden als monetäre Posten zum Bilanzstichtag bzw. zum Zeitpunkt ihrer Realisierung in die jeweilige funktionale Währung der betroffenen Konzerngesellschaft umgerechnet. Nicht-monetäre Posten werden zu historischen Kursen umgerechnet.
Kursgewinne und -verluste aus operativen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie damit zusammenhängende Währungsabsicherungen mittels Derivate werden im Ergebnis vor Finanzergebnis, at-Equity bewerteten Beteiligungen und Ertragsteuern (EBIT) ausgewiesen. Kursgewinne und -verluste aus der Währungsumrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Schulden und zur Absicherung gegen deren Wechselkursrisiken abgeschlossene Derivate werden im Finanzergebnis abgebildet.
Auslandsgesellschaften
Vermögenswerte, einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert, und Schulden von Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden zum Stichtagskurs, die Eigenkapitalien zu historischen Kursen und die Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zum gewogenen Durchschnittskurs der jeweiligen Periode umgerechnet. Die daraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Bei Ausscheiden des Tochterunternehmens aus dem Konsolidierungskreis werden im Eigenkapital erfasste Währungsumrechnungseffekte erfolgswirksam aufgelöst.
Die Posten der Konzern-Kapitalflussrechnung werden zum gewogenen Durchschnittskurs der jeweiligen Periode umgerechnet. Hiervon abweichend werden die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Stichtagskurs angesetzt.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 3 | |
Allgemeine Erläuterungen | Neue Rechnungslegungsvorschriften | |||
Umsatzrealisierung
Der Umsatz wird mit der Erfüllung der jeweiligen Leistungsverpflichtung realisiert, mithin bei Übertragung der Verfügungsgewalt der zugesagten Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden. Dies erfolgt entweder zeitpunkt- oder zeitraumbezogen. Der Transaktionspreis entspricht der Gegenleistung, die die Schaeffler Gruppe im Austausch für die Übertragung der zugesagten Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden voraussichtlich erhält. Die Umsatzrealisierung erfolgt grundsätzlich in Höhe des vereinbarten Preises für die jeweilige Leistungsverpflichtung. Den Kunden der Schaeffler Gruppe werden Rabatte, Boni, Skonti, Gutschriften, Preisnachlässe oder andere variable Preisnachlässe gewährt. Diese variablen Gegenleistungen werden als Erlösschmälerungen unterjährig abgegrenzt und basieren auf Erfahrungswerten, vertraglich vereinbarten Bonusstaffeln sowie in der abgelaufenen Periode getätigten Umsatzerlösen. Da erwartet wird, dass die Zeitspanne zwischen der Übertragung der Verfügungsgewalt der zugesagten Güter oder Dienstleistungen und der Bezahlung maximal ein Jahr beträgt, wendet die Schaeffler Gruppe den praktischen Behelf nach IFRS 15.63 an und verzichtet auf die Anpassung der zugesagten Gegenleistung um eine Finanzierungskomponente. Gewährleistungsvereinbarungen in Zusammenhang mit den veräußerten Gütern oder Dienstleistungen dienen lediglich der Absicherung der vertraglich vereinbarten Produktspezifikationen. Dementsprechend behandelt Schaeffler Gewährleistungsvereinbarungen weiterhin gemäß IAS 37.
Die Zahlungsziele für Leistungsverpflichtungen aus Verträgen mit Kunden liegen üblicherweise zwischen 30 und 60 Tagen nach Rechnungsstellung. Die Rechnungsstellung erfolgt in der Regel zum Zeitpunkt der Leistungserfüllung.
Bei Produkten, die aufgrund ihrer Spezifikation keiner alternativen Nutzung zugeführt werden können, wird eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung als kundenspezifische Produkte vorgenommen, wenn für diese Produkte gegenüber dem Kunden ein durchsetzbarer Zahlungsanspruch mindestens in Höhe einer Erstattung der durch die bereits erbrachten Leistungen entstandenen Kosten einschließlich einer angemessenen Gewinnmarge besteht.
Entwicklungsleistungen, die eine separate, abgrenzbare Leistungsverpflichtung gegenüber dem Kunden darstellen und bei denen die Schaeffler Gruppe einen vertraglichen Anspruch auf eine Gegenleistung hat, werden als Umsatzerlöse erfasst. Die damit einhergehenden Aufwendungen werden im Zeitpunkt der Umsatzrealisierung in den Umsatzkosten ausgewiesen.
Die Umsatzrealisierung aus dem Verkauf von Werkzeugen ist abhängig davon, ob der Kunde rechtlicher Eigentümer des Werkzeuges wird und die Schaeffler Gruppe einen vertraglichen Anspruch auf Gegenleistung hat.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Zeitpunkte der Leistungserfüllung für die Leistungsverpflichtungen aus Verträgen mit Kunden dar.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 4 | |
Allgemeine Erläuterungen | Neue Rechnungslegungsvorschriften | |||
Leistungsverpflichtungen aus Verträgen mit Kunden | ||
Erlösarten | Zeitpunkt der Leistungserfüllung | |
Umsatzerlöse aus Verkauf von Gütern | In Abhängigkeit vom jeweiligen Kundenvertrag sowie der jeweiligen Bestellung stimmt der Zeitpunkt der Umsatzrealisierung regelmäßig mit dem Zeitpunkt der Lieferung überein. | |
Erlöse aus dem Verkauf von kundenspezifischen Produkten | Umsatzrealisierung über den Zeitraum, bei kundenspezifischen Produkten, für die ein durchsetzbarer Zahlungsanspruch für erbrachte Leistungen in Höhe entstandener Kosten und einer angemessenen Gewinnmarge besteht. Dies führt zu einer zeitlichen Vorverlagerung der Umsatzrealisierung vor den tatsächlichen Zeitpunkt der Lieferung. Die im Zusammenhang mit den kundenspezifischen fertigen Erzeugnissen anfallenden Umsatzerlöse werden im verpflichtenden Abnahmezeitraum in Höhe des vollständigen Preises des fertigen Erzeugnisses erfasst. Für die kundenspezifischen unfertigen Erzeugnisse erfolgt im verpflichtenden Abnahmezeitraum die Ermittlung der Umsatzerlöse nicht in Höhe des vollständigen Preises eines fertigen Erzeugnisses, sondern in Ableitung der Anschaffungskosten des unfertigen Erzeugnisses. Die oben beschriebene Methodik spiegelt die Übertragung der kundenspezifischen Produkte auf den Kunden bestmöglich wider. | |
Erlöse aus dem Verkauf von Werkzeugen | In Abhängigkeit vom jeweiligen Kundenvertrag sowie der jeweiligen Bestellung stimmt der Zeitpunkt der Umsatzrealisierung regelmäßig mit dem Zeitpunkt der Lieferung überein. | |
Erlöse aus Entwicklungsleistungen | Entwicklungsleistungen, die eine separate, abgrenzbare Leistungsverpflichtung gegenüber dem Kunden darstellen und bei denen die Schaeffler Gruppe einen vertraglichen Anspruch auf eine Gegenleistung hat, werden als Umsatzerlöse erfasst. Deren Realisierung erfolgt zum Zeitpunkt der vollständigen Erbringung der Entwicklungsleistung. | |
Erlöse aus sonstigen Dienstleistungen | Überwiegend zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung mit dem Abschluss der Dienstleistung. | |
Funktionskosten
Aufwendungen und Erträge werden den jeweiligen Funktionsbereichen zugeordnet. Abschreibungen und Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen werden den Funktionsbereichen zugeordnet, in denen der Vermögenswert genutzt wird.
Bisher wurden nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand sowie Gewinne oder Verluste aus der Abgeltung von Pensionsplänen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der Funktionskosten ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2020 wurde der Ausweis rückwirkend angepasst und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand sowie Gewinne oder Verluste aus der Abgeltung in den sonstigen Erträgen bzw. Aufwendungen ausgewiesen (vgl. Tz. 4.13). Somit ist der analoge Ausweis zu den Restrukturierungsaufwendungen gewährleistet, da der wesentliche Teil aus Plankürzungen im Rahmen von Restrukturierungsprogrammen entstanden ist.
Forschungs- und Entwicklungskosten
Aufwendungen für Forschungsaktivitäten und Vorentwicklungen werden unmittelbar als Aufwand erfasst.
Aufwendungen für Entwicklungsleistungen, die eine separate abgrenzbare Leistungsverpflichtung gegenüber dem Kunden darstellen und bei denen die Schaeffler Gruppe einen vertraglichen Anspruch auf Gegenleistung hat, werden zum Zeitpunkt der Übertragung der fertigen Entwicklungsleistung an den Kunden, in den Umsatzkosten ausgewiesen.
Entwicklungskosten werden nur dann als immaterielle Vermögenswerte angesetzt, wenn die Aktivierungskriterien des IAS 38 erfüllt sind.
Aktivierte Entwicklungskosten werden zu fortgeführten Herstellungskosten, d. h., abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Planmäßige Abschreibungen werden ab dem Zeitpunkt der Verwendungsfähigkeit des immateriellen Vermögenswertes linear über einen Zeitraum von sechs Jahren als Teil der Umsatzkosten in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Finanzergebnis
Zinsaufwendungen und Zinserträge werden periodengerecht erfasst.
Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie wird mittels Division des den Aktionären der Schaeffler AG zurechenbaren Konzernergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Stammaktien und Vorzugsaktien innerhalb der abgelaufenen Berichtsperiode errechnet.
Geschäfts- oder Firmenwerte
Der Ansatz von Geschäfts- oder Firmenwerten erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertberichtigungen. Geschäfts- oder Firmenwerte unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung, sondern werden einmal jährlich zum 31. Dezember und bei Vorliegen von Hinweisen („Triggering Event“) auf Werthaltigkeit überprüft.
Die Überprüfung der Werthaltigkeit von Geschäfts- und Firmenwert erfolgt aus dem Vergleich des Buchwertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde, mit deren erzielbarem Betrag. Eine zahlungsmittelgenerierende Einheit stellt die kleinste Einheit mit weitestgehend unabhängigen Mittelzuflüssen dar. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Der erzielbare Betrag wird abweichend zum Vorjahr im ersten Schritt durch den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ermittelt, da die aktuelle Planung Restrukturierungsmaßnahmen und Erweiterungsinvestitionen nicht gesondert ausweist. Sowohl der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten als auch der Nutzungswert werden auf abgezinsten Zahlungsströmen (Discounted Cash Flow-Methode) ermittelt. Entfallen die Gründe für die Wertminderung in der Zukunft, wird ein außerplanmäßig abgeschriebener Geschäfts- oder Firmenwert nicht wieder durch Wertaufholung berichtigt.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 5 | |
Allgemeine Erläuterungen | Neue Rechnungslegungsvorschriften | |||
Die erwarteten Zahlungsströme basieren auf einer detaillierten Fünf-Jahres-Planung, es sei denn, dass ein längerer Zeitraum gerechtfertigt werden kann, sowie darüberhinausgehend einer ewigen Rente. Dieser Detailplanung liegen konkrete Prämissen zu makroökonomischen Trends (Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisentwicklung), externen Absatzmarkterwartungen und internen Bedarfs-/Projekteinschätzungen, Verkaufspreisen und Investitionsvolumen zugrunde. Für weitere Informationen wird hierzu auf den Prognosebericht im Konzernlagebericht verwiesen. Ebenso wird dabei auf Entwicklungen und Erfahrungen aus der Vergangenheit zurückgegriffen. Der Diskontierungszinssatz spiegelt die aktuellen Markterwartungen sowie spezifische Risiken wider. Die wesentlichen Annahmen im Rahmen der Ermittlung des Nutzungswerts einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit sind das EBIT, der Diskontierungszinssatz sowie die nachhaltige Wachstumsrate.
Sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
Sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellkosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten und ggf. nachträglichen Anschaffungskosten angesetzt und, soweit die Nutzungsdauer bestimmbar ist, linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Diese beträgt bei Software 3 Jahre, bei aktivierten Entwicklungskosten 6 Jahre, 15 bis 25 Jahre bei Gebäuden, 2 bis 10 Jahre bei technischen Anlagen und Maschinen sowie 3 bis 8 Jahre bei sonstigen Anlagen.
Die Schaeffler Gruppe überprüft die Werthaltigkeit von sonstigen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, sobald Hinweise für eine mögliche Wertminderung („Triggering Event“) vorliegen. Können den einzelnen Vermögenswerten keine eigenen, von anderen Vermögenswerten oder anderen Gruppen von Vermögenswerten weitgehend unabhängig generierten Mittelzuflüsse zugeordnet werden, wird deren Werthaltigkeit auf Basis der kleinsten übergeordneten zahlungsmittelgenerierenden Einheit von Vermögenswerten getestet. Die Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt aus dem Vergleich des Buchwertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit deren erzielbarem Betrag. Die Methodik und die Auswirkungen dieser Überprüfung sind identisch zum Test des Geschäfts- und Firmenwerts (siehe voranstehende Ausführungen zum Geschäfts- und Firmenwert). Eine Wertminderung liegt vor, wenn der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit deren erzielbaren Betrag übersteigt. Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt. Entfallen die Gründe für die Wertminderung in der Zukunft, wird ein außerplanmäßig abgeschriebener Vermögenswert wieder durch Wertaufholung berichtigt. Die Zuschreibung ist auf den Wert begrenzt, der sich bei Berücksichtigung der planmäßigen Abschreibungen ergeben hätte.
Leasingverhältnisse
Leasingverhältnisse über Vermögenswerte mit einem Wert von mehr als 5.000 EUR oder mit einer Gesamtlaufzeit von mehr als 12 Monaten werden bilanziell als diskontierte Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen und korrespondierende Nutzungsrechte erfasst. Die Abschreibung der Nutzungsrechte erfolgt linear über die Gesamtlaufzeit des Leasingverhältnisses. Zahlungen für geringwertige, kurzfristige und variable Leasingzahlungen werden aufwandswirksam erfasst.
Finanzinstrumente
Marktübliche Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Erfüllungstag bilanziert.
Originäre Finanzinstrumente
Originäre Finanzinstrumente werden bei erstmaligem Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert, bzw. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponente zum Transaktionspreis, bewertet. Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb oder der Emission des Finanzinstruments zuzurechnen sind, werden nur dann mit dem anzusetzenden Buchwert berücksichtigt, wenn das entsprechende Finanzinstrument nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird. Die Folgebewertung ist abhängig von der Kategorisierung der Finanzinstrumente.
In der Schaeffler Gruppe liegen grundsätzlich drei Kategorien zur Klassifizierung für finanzielle Vermögenswerte vor: zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet (FVOCI) sowie zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bewertet (FVTPL). Die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt auf der Grundlage des Geschäftsmodells der Schaeffler Gruppe zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte und der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme.
Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Im Wesentlichen enthält diese Kategorie einen Teil des Portfolios der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der unter dem ABCP-Programm (Asset Backed Commercial Paper) zur Veräußerung steht (vgl. Tz. 4.16). Aufgrund der kurzen Fristigkeit dieser Forderungen, entspricht ihr beizulegender Zeitwert grundsätzlich deren Transaktionspreis. Die beizulegenden Zeitwerte der handelbaren Wertpapiere werden dagegen von Marktpreisen abgeleitet.
Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 6 | |
Allgemeine Erläuterungen | Neue Rechnungslegungsvorschriften | |||
Finanzinvestitionen in Minderheitsbeteiligungen, die aus strategischer Sicht langfristig gehalten werden, werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei die Änderungen des beizulegenden Zeitwertes im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Bei eventuellem Abgang erfolgt keine Umgliederung des kumulierten sonstigen Ergebnisses in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. Die Kategorie enthält zudem Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen von Verkaufsprogrammen zur Veräußerung stehen. Aufgrund der kurzen Fristigkeit dieser Forderungen, entspricht ihr beizulegender Zeitwert grundsätzlich deren Transaktionspreis.
Finanzielle Vermögenswerte, die zu den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden
Diese Kategorie beinhaltet Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (mit Ausnahme derjenigen, die unter dem ABCP-Programm zur Veräußerung stehen), Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte. Diese werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungsaufwendungen für erwartete Kreditverluste bewertet. Schaeffler wendet für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (mit und ohne Finanzierungskomponente) sowie Vertragsvermögenswerte und Leasingforderungen den vereinfachten Ansatz der Wertminderung an, wonach eine Risikovorsorge in Höhe der für die Gesamtlaufzeit erwarteten Kreditausfälle erfasst wird. Dabei werden kundenspezifische Ausfallwahrscheinlichkeiten unter Berücksichtigung zukunftsgerichteter Informationen verwendet. Für die verbleibenden finanziellen Vermögenswerte, im Wesentlichen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, erfolgt der allgemeine Ansatz. Dementsprechend ist eine Risikovorsorge in Höhe der Kreditausfälle zu erfassen, deren Eintritt innerhalb der nächsten zwölf Monate erwartet wird, wenn das Kreditrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat. Sollte eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos vorliegen, ist eine Risikovorsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditausfälle zu bilden. Die Erfassung erfolgt dabei zunächst auf Wertberichtigungskonten, es sei denn, es kann bereits bei Eintritt des Wertminderungstatbestands davon ausgegangen werden, dass die Forderung gänzlich oder in Teilen uneinbringlich sein wird. Zu weiteren Angaben siehe Kapital Finanzinstrumente - Abschnitt Ausfallrisiko.
Im Rahmen von Forderungsverkaufsprogrammen verkaufte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden in Höhe der zurückbehaltenen Ausfallrisiken (anhaltendes Engagement) bilanziert, ebenso wie die damit verbundenen Verbindlichkeiten (vgl. Tz. 5.2).
Zahlungsmitteläquivalente dienen als liquide Mittel, um kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Zu den Zahlungsmitteläquivalenten gehören u. a. Termingelder und Geldmarktfonds, deren Restlaufzeit – vom Erwerbszeitpunkt an gerechnet – grundsätzlich nicht größer als drei Monate ist, die unmittelbar in festgelegte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und die nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen. Während der größte Teil der Zahlungsmitteläquivalente wie Termingelder zu den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sind, werden Geldmarktfonds zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bewertet (FVTPL).
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten werden mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente mittels der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Derivative Finanzinstrumente
Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert und bewertet, es sei denn, sie werden als Teil einer Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) bilanziert.
Eingebettete Derivate in finanziellen Verbindlichkeiten werden vom Basisvertrag getrennt, wenn die Beurteilung ergibt, dass die ökonomischen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivats nicht eng mit den ökonomischen Merkmalen und Risiken des Basisvertrages verbunden sind.
Hedge Accounting
Gemäß dem Wahlrecht, das die Übergangsvorschriften des IFRS 9 für Hedge Accounting vorsehen, führt die Schaeffler Gruppe die Vorschriften für die Bilanzierung von Hedge Accounting gemäß IAS 39 fort und beabsichtigt, die Regelungen des IFRS 9 zu einem späteren Zeitpunkt anzuwenden.
Sicherungsbeziehungen werden bilanziell als Cash Flow Hedge und Net Investment Hedge abgebildet. Der effektive Anteil der Zeitwertschwankungen aus dem Sicherungsinstrument wird bis zum Eintritt des Grundgeschäftes erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Die dort erfassten Gewinne und Verluste werden in derselben Periode in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der auch das Grundgeschäft erfasst wird. Der ineffektive Anteil wird ergebniswirksam erfasst.
Vorräte
Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs-
oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Anschaffungskosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und erworbene Handelswaren werden grundsätzlich mit Hilfe der gleitenden Durchschnittspreismethode ermittelt. Unfertige sowie selbst erstellte fertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet. Auf niedrigere Nettoveräußerungswerte wird abgeschrieben.
Vertragsvermögenswerte
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 7 | |
Allgemeine Erläuterungen | Neue Rechnungslegungsvorschriften | |||
Vertragsvermögenswerte resultieren im Wesentlichen aus der zeitraumbezogenen Erlösrealisation kundenspezifischer Produkte. Dies betrifft Produkte, die aufgrund ihrer Spezifikationen keiner alternativen Nutzung zugeführt werden können und wenn für diese Produkte gegenüber dem Kunden ein durchsetzbarer Zahlungsanspruch mindestens in Höhe einer Erstattung der durch die bereits erbrachten Leistungen entstandenen Kosten einschließlich einer angemessenen Gewinnmarge vorliegt. Die Vertragsvermögenswerte werden dann in die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umgegliedert, wenn die ihnen zugrunde liegenden Rechte einen unbedingten Anspruch auf den Erhalt der Gegenleistung darstellen. Dies ist im Zeitpunkt der Fakturierung an den Kunden der Fall. Die Schaeffler Gruppe wendet für Vertragsvermögenswerte den vereinfachten Ansatz der Wertminderung an, wonach eine Risikovorsorge in Höhe der Gesamtlaufzeit erfasst wird.
Ertragsteuern
Latente Ertragsteuern werden unter Anwendung der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode bilanziert.
Sofern nicht ein Ansatzverbot der Bilanzierung von latenten Steuern entgegensteht, werden auf temporäre Differenzen aus unterschiedlichen Wertansätzen in der IFRS-Konzern-Bilanz und den Steuerbilanzen, auf Verlust- und Zinsvorträge sowie auf zukünftige Steuerminderungsansprüche latente Steuern gebildet. Latente Steueransprüche werden in dem Maße bilanziert, wie es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das temporäre Differenzen und nicht genutzte steuerliche Verluste sowie nicht genutzte Zinsvorträge verwendet werden können. Die Unternehmenseinheiten werden individuell dahingehend beurteilt, ob es wahrscheinlich ist, dass künftige positive Ergebnisse entstehen.
Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung des zukünftigen Steuersatzes. Dabei werden Steuersatzänderungen berücksichtigt, sobald das zugrunde liegende Gesetzgebungsverfahren im Wesentlichen abgeschlossen ist.
Das Management überprüft regelmäßig Steuerdeklarationen, v. a. in Bezug auf auslegungsfähige Sachverhalte, und berücksichtigt diese, wenn angemessen, bei den Ertragsteuerverbindlichkeiten, basierend auf den Beträgen, die an die Finanzverwaltung erwartungsgemäß abzuführen sind. Steuerzinsen werden, sofern sie unter IAS 37 zu fassen sind, mit dem Betrag angesetzt, der zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag erforderlich ist. Für mögliche Risiken aus unsicheren Steuerpositionen wurden unter Berücksichtigung von IFRIC 23 entsprechende bilanzielle Vorsorgen getroffen. In Abhängigkeit davon, welcher Wert die Erwartung am besten widerspiegelt, wird der wahrscheinlichste Wert oder der Erwartungswert für die Bewertung verwendet.
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden
Langfristige Vermögenswerte oder Gruppen von langfristigen Vermögenswerten (inkl. der dazugehörigen Schulden) werden als zur Veräußerung gehalten eingestuft, wenn deren Buchwert in erster Linie durch eine Veräußerung und nicht durch eine weitergehende Nutzung realisiert wird. Die Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten setzt eine konkrete Veräußerungsabsicht sowie eine hochwahrscheinliche Veräußerung innerhalb von zwölf Monaten voraus. Die entsprechenden Vermögenswerte und Schulden werden separat in der Bilanz dargestellt. Die Bewertung der zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte erfolgt mit dem niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Buchwert.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Leistungen an Arbeitnehmer im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung umfassen bei der Schaeffler Gruppe sowohl leistungsorientierte als auch beitragsorientierte Pläne.
Die Verpflichtungen der Schaeffler Gruppe aus leistungsorientierten Plänen werden jährlich unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens („Projected Unit Credit Method“) separat für jeden Plan auf Basis einer Schätzung der während der Berichtsperiode sowie in vergangenen Perioden von den Arbeitnehmern erdienten künftigen Leistungen errechnet. Für die Schätzung der Verpflichtungen sowie der Aufwendungen für Pensionen und abgegrenzte ausübbare Rechte sind Annahmen basierend auf Markterwartungen u. a. in Bezug auf antizipierte Lohn- und Gehaltssteigerungen zu treffen. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung wird durch Abzinsung der geschätzten zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse errechnet. Als Abzinsungssatz wird die Marktrendite erstrangiger und festverzinslicher Unternehmensanleihen herangezogen, wobei mit Hypotheken besicherte Unternehmensanleihen, deren Rendite-Risikoprofil eher dem von Staatsanleihen entspricht, für die Zinsermittlung in der Eurozone nicht berücksichtigt werden. Die in der Konzern-Bilanz ausgewiesenen Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen entsprechen dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zum Bilanzstichtag abzüglich eines ggf. dazugehörigen Planvermögens, das zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird. Als Planvermögen gelten, neben den zur Deckung der Verpflichtung geführten Pensionsfonds, zudem auch sämtliche Vermögenswerte und Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen, die ausschließlich für Zahlungen an Pensionsberechtigte und nicht zur Deckung von Ansprüchen anderer Gläubiger verwendet werden können. Übersteigt das Planvermögen die zugehörigen Pensionsverpflichtungen, wird der aktive Saldo aus der Pensionsbewertung unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen, sofern die Schaeffler Gruppe einen Anspruch auf Rückerstattung oder Minderung künftiger Beitragszahlungen an den Fonds hat.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen werden im sonstigen Ergebnis erfasst, Zinsaufwendungen aus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie die Erträge aus Planvermögen werden pro Plan betrachtet und saldiert im Finanzergebnis ausgewiesen.
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aufgrund von Plananpassung oder -kürzung, sowie Gewinne oder Verluste bei Abgeltung werden in den sonstigen Erträgen bzw. Aufwendungen ausgewiesen. Nach einer unterjährigen Anpassung, Kürzung oder Abgeltung eines Pensionsplans werden der Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen für die verbleibende Periode neu berechnet.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 8 | |
Allgemeine Erläuterungen | Neue Rechnungslegungsvorschriften | |||
Im Rahmen der beitragsorientierten Pläne zahlt die Schaeffler Gruppe feste Beiträge an eine unabhängige dritte Partei. Die Schaeffler Gruppe übernimmt dabei keinerlei Garantie für die Entwicklung des Vermögenswerts bis zum Renteneintritt und darüber hinaus. Folglich sind alle Ansprüche durch die im jeweiligen Geschäftsjahr geleisteten Beiträge abgegolten. Die Beiträge werden ergebniswirksam im Personalaufwand erfasst.
Rückstellungen
Eine Rückstellung wird angesetzt, wenn die Schaeffler Gruppe aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung hat, deren Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Der Ansatz einer Rückstellung erfolgt in Höhe der bestmöglichen Schätzung. Langfristige Rückstellungen werden zum Barwert angesetzt. Die Abzinsung der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme wird mit einem Zinssatz vor Steuern vorgenommen, der die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zeitwert des Geldes widerspiegelt. Der Zinsaufwand sowie die Zinsänderungseffekte werden innerhalb des Finanzergebnisses ausgewiesen.
Vertragsverbindlichkeiten
Die Vertragsverbindlichkeiten resultieren u. a. aus erhaltenen Kundenzahlungen im Zusammenhang mit Entwicklungsleistungen. Deren Umsatzrealisierung erfolgt zum Zeitpunkt der Übertragung der Verfügungsgewalt über die fertige Entwicklungsleistung auf den Kunden.
Aktienbasierte Vergütung
Der Performance Share Unit Plan (PSUP) der Schaeffler Gruppe wird als aktienbasierte Vergütung mit Barausgleich bilanziert. Zum Abschlussstichtag wird eine Rückstellung in Höhe des zeitanteiligen beizulegenden Zeitwertes der Zahlungsverpflichtung gebildet. Vom Zeitpunkt der Gewährung bis zu ihrem Ausgleich werden die Verpflichtungen zu jedem Bilanzstichtag neu bewertet. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes einer Performance Share Unit (PSU) erfolgt zum Teil mit Hilfe eines mehrstufigen Binomialmodells und auch teilweise auf Basis einer Monte-Carlo-Simulation. Der beizulegende Zeitwert wird vom Zeitpunkt der Gewährung bis zu ihrem Ausgleich als Personalaufwand erfasst.
Zuwendung der öffentlichen Hand
Die Erfassung von Zuwendungen der öffentlichen Hand erfolgt, sofern eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die im Zusammenhang mit den Zuwendungen bestehenden Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Zuwendungen in Bezug auf Vermögenswerte werden von den jeweiligen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abgesetzt. Zuwendungen, die nicht direkt dem Anlagevermögen zugeordnet werden können, werden den korrespondierenden Aufwendungen gegenübergestellt.
4 Neue Rechnungslegungsvorschriften
Neue Rechnungslegungsvorschriften im Geschäftsjahr 2020
Die ab dem Geschäftsjahr 2020 erstmalig verpflichtend anzuwendenden neuen Standards hatten keinen wesentlichen Einfluss auf den vorliegenden Abschluss.
Neue Rechnungslegungsvorschriften mit EU-Endorsement ab dem Geschäftsjahr 2021
Das International Accounting Standards Board (IASB) hat die nachfolgend beschriebenen Änderungen von Standards verabschiedet, die für die Schaeffler Gruppe im Geschäftsjahr 2020 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Eine vorzeitige Anwendung wurde nicht vorgenommen.
Neue Rechnungslegungsvorschriften - EU-Endorsement erfolgt aber noch nicht anzuwenden | ||||||||
Standard/Interpretation | Datum der | Inhalt des Standards/ | Erwartete | |||||
Änderungen an IFRS 4 | 01.01.2021 | Das Auslaufen der vorübergehenden Ausnahme von der Anwendung von IFRS 9 in IFRS 4 wurde auf den 1. Januar 2023 verschoben | keine | |||||
Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 | 01.01.2021 |
| keine | |||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 9 | |
Allgemeine Erläuterungen | Neue Rechnungslegungsvorschriften | |||
Neue Rechnungslegungsvorschriften ohne EU-Endorsement
Des Weiteren wurden durch das IASB folgende neue Standards bzw. Änderungen bestehender Standards veröffentlicht, die zum Zeitpunkt der Freigabe des Konzernabschlusses noch nicht von der EU in geltendes Recht übernommen wurden. Eine vorzeitige Anwendung wurde nicht vorgenommen und ist derzeit nicht geplant.
Neue Rechnungslegungsvorschriften - bisher kein EU-Endorsement erfolgt | ||||||||
Standard/Interpretation | Datum der | Inhalt des Standards/ | Erwartete | |||||
Änderungen an IFRS 3 | 01.01.2022 | Aktualisierung eines Verweises auf das Conceptual Framework | Noch in Prüfung 1) | |||||
Änderungen an IAS 16 | 01.01.2022 | Klarstellung, dass bestimmte Einnahmen im Gewinn oder Verlust zu erfassen anstatt mit den Anschaffungskosten zu saldieren sind. Diese betrifft Einnahmen, die ein Unternehmen durch den Verkauf von eigengefertigten Gegenständen erhalten hat, während der Vermögenswert für seinen beabsichtigten Gebrauch vorbereitet wird. | Noch in Prüfung 1) | |||||
Änderungen an IAS 37 | 01.01.2022 | Definition der einzubeziehenden Kosten zur Beurteilung, ob ein Vertrag verlustbringend sein wird | Noch in Prüfung 1) | |||||
Jährliche Verbesserungen 2018 - 2020 | 01.01.2022 | Geringfügige Änderungen an IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards, IFRS 9 Finanzinstrumente, IAS 41 Landwirtschaft und den erläuternden Beispielen zu IFRS 16 Leasingverhältnisse. | Noch in Prüfung 1) | |||||
IFRS 17 | Versicherungsverträge | 01.01.2023 | Grundsätze in Bezug auf den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angaben für Versicherungsverträge | Noch in Prüfung 1) | ||||
Änderung an IAS 1 | 01.01.2023 | Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig | Noch in Prüfung 1) | |||||
Änderungen an IAS 1, IAS 8 | 01.01.2023 | Änderungen an IAS 1: lediglich die wesentlichen Rechnungslegungsmethoden sind im Anhang anzugeben; Änderungen an IAS 8: Klarstellung über die Abgrenzung zwischen Schätzungsänderungen und Änderungen der Rechnungslegungsmethoden | Noch in Prüfung 1) | |||||
Änderungen an IFRS 10, IAS 28 | Unbestimmt | Klarstellung über die Erfassung der Gewinne aus Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture | Noch in Prüfung 1) | |||||
1) Detaillierte Aussagen zum Umfang der Auswirkungen sind aktuell noch nicht möglich. | ||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Grundlagen der Konsolidierung | Konsolidierungskreis | |||
Grundlagen der Konsolidierung
1 Konsolidierungskreis
Der Konsolidierungskreis der Schaeffler AG umfasste im Geschäftsjahr 2020 neben der Schaeffler AG 150 (Vj.: 152) Tochterunternehmen. Davon haben 52 (Vj.: 53) Unternehmen ihren Sitz in Deutschland und 98 (Vj.: 99) im Ausland.
Die Veränderungen resultieren im Wesentlichen aus Liquidationen sowie aus dem Verkauf der Gesellschaft Schaeffler Bio-Hybrid GmbH und der Erstkonsolidierung strukturierter Einheiten.
Zum 31. Dezember 2020 waren vier Gemeinschaftsunternehmen (Vj.: drei) und vier assoziierte Unternehmen (Vj.: vier) gemäß der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
2 Erwerbe und Veräußerungen von
Gesellschaften
Am 3. Februar 2020 ist der Betriebsübergang der Werke in Unna und Kaltennordheim aus der Veräußerung im Geschäftsjahr 2019 erfolgt.
Aufgrund des schwierigen Marktumfelds konnten die ursprünglichen Pläne des Käufers nicht umgesetzt werden, sodass Schaeffler weitere Unterstützungsmaßnahmen insbesondere in Form von Rangrücktritten für beide Standorte sowie einer Verlängerung der Lieferbeziehung für den Standort Unna im Dezember des Geschäftsjahres ergriffen hat.
In diesem Zusammenhang kann Schaeffler über vertragliche Mitbestimmungsrechte für drohende Abwicklungen verfügen und hat damit die Beherrschung, über die veräußerten Standorte in Unna und Kaltennordheim, zurückerlangt. Die zum Konsolidierungszeitpunkt übernommenen Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaften FZT Kaltennordheim GmbH, FZT Unna GmbH, FZT Unna Grundstücksgesellschaft mbH und FZT Kaltennordheim Grundstücksgesellschaft mbH wurden entsprechend der Erwerbsmethode konsolidiert.
Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Grundstücke und Gebäude mit einem Zeitwert von 2,5 Mio. EUR, sowie Bankguthaben in Höhe von 1,3 Mio. EUR und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 1 Mio. EUR. Der Unterschiedsbetrag in Höhe von 2,8 Mio. EUR wurde in den nicht beherrschenden Anteilen erfasst. Schaeffler geht davon aus, die Beherrschung über die Gesellschaften nach Beendigung der Unterstützungsmaßnahmen zu verlieren.
Am 15. Oktober 2020 hat die Schaeffler Gruppe im Rahmen eines Management-Buyout (MBO) einen Kaufvertrag mit der Micromobility services and solutions GmbH über die Veräußerung sämtlicher Anteile an der Schaeffler Bio-Hybrid GmbH unterzeichnet. Die Gesellschaft firmiert fortan als Bio-Hybrid GmbH.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Grundlagen der Konsolidierung | Erwerbe und Veräußerungen von | |||
Im Zusammenhang mit vorübergehend zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten der veräußerten Gesellschaft wurde in der Berichtsperiode ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 4 Mio. EUR im sonstigen Aufwand erfasst. Aus derVeräußerung resultierte ein Veräußerungsverlust in Höhe von 4 Mio. EUR, der im sonstigen Aufwand erfasst wurde. Schaeffler hat neben dem Kaufpreis ein vertragliches Recht auf weitere Zahlungen in Abhängigkeit von der Geschäftsentwicklung für einen befristeten Zeitraum.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung | Umsatzerlöse | |||
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
1 Umsatzerlöse
Die folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung von Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden nach Kategorien und Segmenten.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung | Ergebnis je Aktie | |||
IFRS 15 - Aufgliederung Umsatzerlöse nach Kategorien | ||||||||||||||||
01.01.-31.12. | 01.01.-31.12. | 01.01.-31.12. | 01.01.-31.12. | |||||||||||||
2020 | 2019 1) | 2020 | 2019 1) | 2020 | 2019 1) | 2020 | 2019 | |||||||||
in Mio. EUR | Automotive Technologies | Automotive Aftermarket | Industrial | Gesamt | ||||||||||||
Umsatzerlöse nach Umsatzarten | ||||||||||||||||
• Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern | 7.644 | 8.862 | 1.641 | 1.848 | 3.108 | 3.492 | 12.393 | 14.201 | ||||||||
• Erlöse aus dem Verkauf von Werkzeugen | 93 | 114 | 0 | 0 | 5 | 8 | 98 | 121 | ||||||||
• Erlöse aus Entwicklungsleistungen | 34 | 24 | 0 | 0 | 0 | 1 | 35 | 25 | ||||||||
• Erlöse aus Dienstleistungen | 49 | 44 | 0 | 0 | 24 | 32 | 72 | 77 | ||||||||
• Sonstige Umsatzerlöse | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 2 | 1 | 3 | ||||||||
Summe | 7.821 | 9.044 | 1.641 | 1.848 | 3.138 | 3.535 | 12.600 | 14.427 | ||||||||
Umsatzerlöse nach Regionen 2) | ||||||||||||||||
• Europa | 2.869 | 3.570 | 1.183 | 1.308 | 1.319 | 1.627 | 5.371 | 6.506 | ||||||||
• Americas | 1.775 | 2.154 | 301 | 362 | 528 | 638 | 2.604 | 3.154 | ||||||||
• Greater China | 2.033 | 1.959 | 77 | 81 | 840 | 723 | 2.950 | 2.763 | ||||||||
• Asien/Pazifik | 1.144 | 1.360 | 80 | 96 | 451 | 547 | 1.675 | 2.003 | ||||||||
Summe | 7.821 | 9.044 | 1.641 | 1.848 | 3.138 | 3.535 | 12.600 | 14.427 | ||||||||
1) Vorjahreswerte gemäß der 2020 ausgewiesenen Segmentstruktur. | ||||||||||||||||
2) Nach Marktsicht (Kundenstandorte). | ||||||||||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 2 | |
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung | Ergebnis je Aktie | |||
Die folgende Tabelle zeigt Forderungen, Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden.
Vertragssalden | |||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | ||||
in Mio. EUR | |||||
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 2.160 | 2.130 | |||
Vertragsvermögenswerte | 57 | 72 | |||
Vertragsverbindlichkeiten | 89 | 67 | |||
In der Berichtsperiode erfasste Erlöse 1) | |||||
• die zu Beginn des Geschäftsjahres im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren | 20 | 23 | |||
• aus in vorherigen Geschäftsjahren erfüllten Leistungsverpflichtungen | 4 | -2 | |||
1) Werte für die Berichtsperiode 1. Januar bis 31. Dezember | |||||
Die Vertragsvermögenswerte zum 31. Dezember 2020 resultierten aus bereits realisierten Umsatzerlösen bei der zeitraumbezogenen Erlösrealisation kundenspezifischer Produkte.
Die Vertragsverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2020 resultierten aus erhaltenen Kundenzahlungen im Zusammenhang mit Entwicklungsleistungen, an denen die Verfügungsgewalt noch nicht an den Kunden übertragen wurde und sonstigen erhaltenen Anzahlungen auf Verträgen mit Kunden.
Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen betrafen zum 31. Dezember 2020 im Wesentlichen noch zu erbringende Leistungsverpflichtungen aus Entwicklungsverträgen. Deren Realisierung erfolgt zum Zeitpunkt der Übertragung der Verfügungsgewalt der Entwicklungsleistungen an den Kunden. Hieraus werden erwartungsgemäß Umsatzerlöse in Höhe von 77 Mio. EUR (Vj.: 60 Mio. EUR) im Wesentlichen im Laufe der nächsten drei Jahre realisiert. Für Verträge mit einer erwarteten Vertragslaufzeit von unter einem Jahr verzichtet die Schaeffler Gruppe, unter Anwendung der praktischen Erleichterung des IFRS 15.121 (a), auf die Angabe der noch verbleibenden Leistungsverpflichtungen.
In der Berichtsperiode ergaben sich keine signifikanten Änderungen bei den Salden von Vertragsvermögenswerten und -verbindlichkeiten.
2 Zuwendungen der öffentlichen Hand
In den Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 68 Mio. EUR (Vj.: 20 Mio. EUR) enthalten. Darin waren in der Berichtsperiode Erstattungen von Sozialversicherungsbeiträgen für Kurzarbeitergeld im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie in Höhe von 34 Mio. EUR enthalten.
3 Sonstige Erträge
Sonstige Erträge | ||||
in Mio. EUR | 2020 | 2019 | ||
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 11 | 15 | ||
Übrige Erträge | 91 | 65 | ||
Summe | 102 | 80 | ||
In den übrigen Erträgen waren Erträge aus Plankürzungen von leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen in Höhe von 25 Mio. EUR enthalten (VJ.: 0 Mio. EUR). Des Weiteren sind Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 28 Mio. EUR erfasst (VJ.:12 Mio. EUR). Das Vorjahr enthielt einen Ertrag aus der Rückerstattung eines 2015 im Rahmen eines Kartellverfahrens in Südkorea gezahlten Bußgeldes in Höhe von 13 Mio. EUR.
4 Sonstige Aufwendungen
Sonstige Aufwendungen | ||||
in Mio. EUR | 2020 | 2019 | ||
Aufwendungen aus Währungseffekten | 41 | 101 | ||
Übrige Aufwendungen | 1.014 | 380 | ||
Summe | 1.055 | 482 | ||
Die Aufwendungen aus Währungseffekten bestanden im Wesentlichen aus Kursverlusten aus dem Liefer- und Leistungsverkehr sowie aus Devisentermingeschäften. Durch die Saldierung der Erträge und Aufwendungen aus Währungseffekten ergab sich im Geschäftsjahr 2020 ein Aufwand in Höhe von 41 Mio. EUR (Vj.: 101 Mio. EUR).
Die übrigen Aufwendungen enthielten im Wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen (Leistungen im Zusammenhang mit der Beendigung von Arbeitsverhältnissen) in Höhe von 676 Mio. EUR (Vj.: 311 Mio. EUR). Darüber hinaus ist eine Wertminderung des dem Segment Automotive Technologies zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes in Höhe von 249 Mio. EUR erfasst worden.
Des Weiteren war im Zusammenhang mit vorübergehend zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten in der Berichtsperiode ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 4 Mio. EUR (Vj.: 14 Mio. EUR) erfasst worden. Zudem resultierte aus der Veräußerung von Tochtergesellschaften ein Veräußerungsverlust in Höhe von 4 Mio. EUR (Vj.: 16 Mio. EUR).
5 Personalaufwand und
Mitarbeiteranzahl
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 3 | |
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung | Ergebnis je Aktie | |||
Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter nach Regionen | ||||
2020 | 2019 | |||
Europa | 55.130 | 58.769 | ||
Americas | 11.527 | 12.596 | ||
Greater China | 11.889 | 12.394 | ||
Asien/Pazifik | 5.899 | 6.020 | ||
Summe | 84.445 | 89.778 | ||
Die Mitarbeiteranzahl zum 31. Dezember 2020 lag bei 83.297 und damit um 5,1 % unter dem Vorjahreswert von 87.748.
Der Personalaufwand der Schaeffler Gruppe setzte sich wie folgt zusammen:
Personalaufwand | ||||
in Mio. EUR | 2020 | 2019 | ||
Löhne und Gehälter | 3.416 | 3.833 | ||
Soziale Abgaben | 654 | 731 | ||
Sonstiger Personalaufwand | 845 | 456 | ||
Summe | 4.914 | 5.019 | ||
Die Reduzierung des Personalaufwands im Geschäftsjahr 2020 resultierte im Wesentlichen aus dem Abbau von Kapazitäten. Der Rückgang von Kapazitäten erfolgte in allen Regionen, im Wesentlichen in Europa und Americas, hauptsächlich in der Fertigung und den fertigungsnahen Bereichen.
Im sonstigen Personalaufwand waren Kosten der Altersversorgung in Höhe von 170 Mio. EUR (Vj.: 141Mio. EUR) sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen in Höhe von 673Mio. EUR (Vj.: 311 Mio. EUR) enthalten.
6 Finanzergebnis
Finanzergebnis der Schaeffler Gruppe | ||||
in Mio. EUR | 2020 | 2019 | ||
Zinsaufwendungen für Finanzschulden 1) | -100 | -103 | ||
Effekte aus Fremdwährungsumrechnung | -6 | -16 | ||
Bewertungsänderungen von | -31 | 23 | ||
Zinseffekte Pensionen und | -22 | -42 | ||
Sonstige Effekte | -26 | 2 | ||
Summe | -185 | -137 | ||
1) Inkl. amortisierte Transaktionskosten und Vorfälligkeitsentschädigungen. | ||||
Die Zinsaufwendungen für Finanzschulden betrugen im Geschäftsjahr 2020 100 Mio. EUR (Vj.: 103 Mio. EUR) und lagen damit auf Vorjahresniveau. In den Zinsaufwendungen sind eine Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von 10 Mio. EUR (Vj.: 6 Mio. EUR) und die vorzeitige Amortisation von Transaktionskosten in Höhe von 4 Mio. EUR (Vj.: 12 Mio. EUR) enthalten.
Aus der Fremdwährungsumrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Schulden sowie aus Derivaten ergaben sich Aufwendungen in Höhe von 6 Mio. EUR (Vj.: 16 Mio. EUR).
Aus der Bewertung und Realisierung von eingebetteten Derivaten, insbesondere der Kündigungsoption für die im November zurückgezahlte Anleihe, ergaben sich Aufwendungen in Höhe von netto 31 Mio. EUR (Vj.: Erträge von 23 Mio. EUR).
Aus den Zinseffekten für Pensionen und Altersteilzeitverpflichtungen ergaben sich Aufwendungen in Höhe von 22 Mio. EUR (Vj.: 42 Mio. EUR).
In den sonstigen Effekten waren im Berichtszeitraum die Wertminderung einer bestehenden Darlehensforderung aus einem Wandeldarlehen mit einem Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 22 Mio. EUR sowie weitere Aufwendungen für Steuerzinsen in Höhe von 5 Mio. EUR enthalten.
7 Ertragsteuern
Ertragsteuern | ||||
in Mio. EUR | 2020 | 2019 | ||
Laufende Ertragsteuern | 270 | 277 | ||
Latente Ertragsteuern | -218 | -81 | ||
Summe | 53 | 196 | ||
Die Schaeffler AG als Kapitalgesellschaft hat im Berichtszeitraum 2020 der deutschen Körperschaft- und Gewerbesteuer unterlegen.
Für das Geschäftsjahr 2020 lag der durchschnittliche Steuersatz im Inland bei 28,7 % (Vj.: 28,7 %). Dieser Steuersatz beinhaltet die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag mit 15,9 % (Vj.: 15,9 %) sowie die durchschnittliche Gewerbesteuer mit 12,8 % (Vj.: 12,8 %).
Im Geschäftsjahr 2020 entstand kein periodenfremder tatsächlicher Steueraufwand/-ertrag (Vj.: Steuerertrag 10 Mio. EUR). Der Aufwand an periodenfremden latenten Ertragsteuern belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf 13 Mio. EUR (Vj.: Ertrag in Höhe von 10 Mio. EUR).
In der nachfolgenden steuerlichen Überleitungsrechnung erfolgt eine Darstellung der Steuereffekte zwischen der erwarteten Ertragsteuer und der in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Ertragsteuer. Die Berechnung im Geschäftsjahr 2020 basierte auf einem effektiven Gewerbesteuer- und Körperschaftsteuersatz inklusive Solidaritätszuschlag der Schaeffler Gruppe in Höhe von 28,7 % (Vj.: 28,7 %).
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 4 | |
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung | Ergebnis je Aktie | |||
Steuerliche Überleitungsrechnung | ||||
in Mio. EUR | 2020 | 2019 | ||
Ergebnis vor Ertragsteuern | -362 | 636 | ||
Erwartete Ertragsteuern | -104 | 183 | ||
Zuführungen/Abzüge aufgrund lokal abweichender Bemessungsgrundlagen | 5 | 5 | ||
Abweichungen vom erwarteten Steuersatz | -15 | -29 | ||
Änderung von Steuersätzen und -gesetzen | 1 | 1 | ||
Änderung Wertberichtigung, Nichtaktivierung latenter Steuern | 2 | 11 | ||
Steuerguthaben und sonstige Steuervorteile | -8 | -13 | ||
Nicht abzugsfähige Aufwendungen und steuerfreie Erträge | 82 | 57 | ||
Steuerlich nicht abzugsfähige Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts | 72 | 0 | ||
Periodenfremde Steuern | 13 | -20 | ||
Sonstiges | 5 | 1 | ||
Ertragsteuern gemäß Konzern-Gewinn- und | 53 | 196 | ||
Die im Posten Abweichungen vom erwarteten Steuersatz ausgewiesenen Effekte ergaben sich v. a. durch unterschiedliche landesspezifische Steuerbelastungen deutscher und ausländischer Gesellschaften.
Die nicht abzugsfähigen Aufwendungen und steuerfreien Erträge beinhalten u. a. steuerlich nicht abzugsfähige Betriebsausgaben und nicht anrechenbare Quellensteuern sowie latente Steuerschulden aus geplanten Dividendenausschüttungen von Tochterunternehmen.
In den periodenfremden Steuern sind im Wesentlichen Effekte aus steuerlichen Neubeurteilungen von Sachverhalten aus vorangegangenen Veranlagungszeiträumen enthalten.
Die steuerlich nicht abzugsfähigen Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts resultieren ausschließlich aus dem Segment Automotive Technologies.
8 Ergebnis je Aktie
Ergebnis je Aktie | ||||
in Mio. EUR | 2020 | 2019 | ||
Konzernergebnis | -415 | 440 | ||
Den Anteilseignern des Mutterunternehmens | -424 | 428 | ||
Ergebnisanteil Stammaktien | -320 | 320 | ||
Ergebnisanteil Vorzugsaktien | -105 | 108 | ||
Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen | 500 | 500 | ||
Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen | 166 | 166 | ||
Ergebnis je Stammaktie | -0,64 | 0,64 | ||
Ergebnis je Vorzugsaktie | -0,63 | 0,65 | ||
Zum 31. Dezember 2020 bestanden wie im Vorjahr keine verwässernd wirkenden Sachverhalte. Das verwässerte Ergebnis je Aktie entsprach dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen | |||
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz
1 Immaterielle Vermögenswerte
Die Buchwerte der den Geschäfts- oder Firmenwerte tragenden Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerte beliefen sich zum 31. Dezember 2020 für das Segment Automotive Technologies auf 70 Mio. EUR (Vj.: 319 Mio. EUR), für das Segment Automotive Aftermarket auf 76 Mio. EUR (Vj.: 76 Mio. EUR) sowie für das Segment Industrial auf 211 Mio. EUR (Vj.: 211 Mio. EUR).
Die Coronavirus-Pandemie und die daraus resultierenden weltweiten Maßnahmen und Einschränkungen zur Eindämmung führten zu Nachfragerückgang und beeinträchtigten Lieferketten sowie den globalen Handel insbesondere in der Automobilindustrie. Aus dieser besonders im ersten Quartal signifikant spürbaren Entwicklung resultierten in Q1 2020 Anhaltspunkte für eine Wertminderung („Triggering Event“), sodass die Schaeffler Gruppe die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte des Segments Automotive Technologies zum 31. März 2020 durch den Vergleich des Buchwertes der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit deren erzielbarem Betrag überprüfte. Der weitere Verlauf der Pandemie und die damit zusammenhängenden Auswirkungen auf die angepasste Cash Flow-Erwartung des Segments waren mit großer Unsicherheit behaftet. Dies, in Zusammenhang mit allgemein erhöhter Marktvolatilität führte zu einem Anstieg des Diskontierungszinssatz vor Steuern auf 12,6 % (31. Dezember 2019: 11,8%). Auf Basis der weiteren getroffenen Annahmen lag der ermittelte erzielbare Betrag des Segments Automotive Technologies in Höhe von 4.988 Mio. EUR unter dessen Buchwert. Daher ergab sich eine Wertminderung des dem Segment Automotive Technologies zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes um 249 Mio. EUR, die in der Berichtsperiode im sonstigen Aufwand erfasst wurde. Nach der Erfassung der Wertminderung entsprach der Buchwert zum 31. März 2020 dem erzielbaren Betrag des Segments Automotive Technologies. Aus einer erneuten Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte des Segments Automotive Technologies zum 30. Juni 2020 ergab sich kein weiterer Wertminderungsbedarf.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen | |||
Die Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte der Segmente erfolgte zum 31. Dezember 2020 durch den Vergleich des Buchwertes der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit deren erzielbarem Betrag. Der erzielbare Betrag entsprach dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung und wurde auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren (Level 3) ermittelt. Bei der Überprüfung der Werthaltigkeit wurden aufgrund bestehender Produktions-, Absatz- und Steuerungsbeziehungen acht zahlungsmittelgenerierende Einheiten identifiziert, welche nicht unmittelbar vergleichbar sind mit den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten aus dem Vorjahr. Zur Ermittlung der Cash Flows im Rahmen der Ableitung des beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten wurden als Detailplanung für die Segmente Industrial und Automotive Aftermarket der Zeitraum bis 2025, sowie für das Segment Automotive Technologies der Zeitraum bis 2035 zugrunde gelegt. Dieser verlängerte Detailplanungszeitraum trägt der Transformation Rechnung, dem das Segment Automotive Technologies in den nächsten Jahren durch den Wandel vom Verbrennungs- hin zum Elektromotor unterliegen wird („Schaeffler Vision Powertrain 2035“). Für die Ermittlung der über diese Zeiträume hinausgehenden Cash Flows wurde eine jährliche nachhaltige Wachstumsrate in den Segmenten Industrial und Automotive Aftermarket in Höhe von 1,0 % (Vj.: 1,0 %) zugrunde gelegt. Im Segment Automotive Technologies wurden Wachstumsraten in einer Bandbreite von 0,0% bis 1,5% (Vj.: 1,0% für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten innerhalb Automotive Technologies) zugrunde gelegt. Bei der Ableitung der Cash Flows im Rahmen der Detailplanung, der nachhaltigen Wachstumsrate sowie des Diskontierungssatzes wurden vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie u. a. Äquivalenzüberlegungen des Cash Flows sowie des Zinssatzes zu Risiken im Marktumfeld, Laufzeit, Kaufkraft und Währung berücksichtigt. Als gewichteter durchschnittlicher Diskontierungszinssatz wurde, in Abhängigkeit vom zugrunde liegenden Geschäft und dem Land, in dem das Geschäft betrieben wird, ein entsprechender Vorsteuerzinssatz von 10,7 % (Vj.: 11,8 %) für das Segment Automotive Technologies und 10,9 % (Vj.: 13,0 %) für das Segment Automotive Aftermarket sowie von 9,9 % (Vj.: 11,7 %) für das Segment Industrial angenommen. Dies entspricht einem Nachsteuerzinssatz von 7,4 % (Vj.: 8,7 %) für das Segment Automotive Technologies, 8,4 % (Vj.: 9,8 %) für das Segment Automotive Aftermarket sowie von 7,5 % (Vj.: 8,7 %) für das Segment Industrial. Die Diskontierungszinssätze verringerten sich teilweise aufgrund einer veränderten Einschätzung der Länderrisiken in den drei Segmenten.
Auf Basis der getroffenen Annahmen überstieg der ermittelte erzielbare Betrag des Segments Automotive Technologies in Höhe von 7.230 Mio. EUR (Vj.: 5.940 Mio. EUR) den Buchwert um 2.985 Mio. EUR (Vj.: 740 Mio. EUR). Ursächlich für diesen Anstieg ist zum einen der Rückgang des Buchwertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten um 955 Mio. EUR, der teilweise auf die beschriebene Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts aufgrund der stark gestiegenen Unsicherheit im ersten Quartal zurückzuführen ist. Zum anderen resultiert der Anstieg aus der inzwischen deutlich höheren Sicherheit im Hinblick auf die in der Zukunft prognostizierten Cash Flows der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, sowie aus einer allgemein geringeren Marktvolatilität. Beides spiegelt sich in einem niedrigeren Diskontierungszinssatz vor Steuern wider. Im Segment Automotive Aftermarket überstieg der erzielbare Betrag in Höhe von 896 Mio. EUR (Vj.: 2.315 Mio. EUR) den Buchwert um 472 Mio. EUR (Vj.: 1.796 Mio. EUR). Im Segment Industrial überstieg der erzielbare Betrag in Höhe von 4.449 Mio. EUR (Vj.: 4.032 Mio. EUR) den Buchwert um 2.795 Mio. EUR (Vj.: 2.166 Mio. EUR).
Bei einer Erhöhung des WACC nach Steuern auf 15,7 % im Segment Automotive Technologies, auf 14,9 % im Segment Automotive Aftermarket und auf 15,7 % im Segment Industrial würde der erzielbare Betrag weiterhin dem Buchwert der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit entsprechen. Bei einer Reduzierung der nachhaltigen Wachstumsrate auf 0,0 % für die Segmente Automotive Technologies, Automotive Aftermarket als auch Industrial ergäbe sich kein Wertminderungsbedarf des Buchwerts der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Bei einer Reduzierung der in die Berechnung einfließenden nachhaltigen EBIT-Größe um 101,4 % im Segment Automotive Technologies, um 60,6 % im Segment Automotive Aftermarket und um 67,6 % im Segment Industrial würde der erzielbare Betrag dem Buchwert der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit entsprechen.
Die selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte enthielten zum 31. Dezember 2020 im Wesentlichen Entwicklungskosten mit einem Nettobuchwert in Höhe von 28 Mio. EUR (Vj.: 40 Mio. EUR). Darin waren keine noch nicht nutzungsbereiten Vermögenswerte, die noch keinen planmäßigen Abschreibungen unterlagen, enthalten (Vj.: 0 Mio. EUR).
Die für die immateriellen Vermögenswerte angefallenen Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von 33 Mio. EUR (Vj.: 30 Mio. EUR) waren in den folgenden Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst: Umsatzkosten 20 Mio. EUR (Vj.: 16 Mio. EUR), Kosten der Forschung und Entwicklung 5 Mio. EUR (Vj.: 5 Mio. EUR), Kosten des Vertriebs 1 Mio. EUR (Vj.: 0 Mio. EUR) und Kosten der allgemeinen Verwaltung 7 Mio. EUR (Vj.: 9 Mio. EUR).
Immaterielle Vermögenswerte | ||||||||
in Mio. EUR | Geschäfts- oder | Erworbene | Selbst erstellte | Gesamt | ||||
Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten | ||||||||
Bestand zum 01. Januar 2019 | 530 | 1.069 | 323 | 1.922 | ||||
Zugänge aus Konsolidierungskreisänderungen | 76 | 35 | 4 | 115 | ||||
Abgänge aus Konsolidierungskreisänderungen | 0 | -1 | 0 | -1 | ||||
Zugänge | 0 | 35 | 1 | 36 | ||||
Abgänge | 0 | -30 | 0 | -30 | ||||
Umbuchungen | 0 | -21 | 0 | -21 | ||||
Währungsumrechnung | 0 | 2 | 1 | 3 | ||||
Bestand zum 31. Dezember 2019 | 606 | 1.089 | 329 | 2.024 | ||||
Bestand zum 01. Januar 2020 | 606 | 1.089 | 329 | 2.024 | ||||
Zugänge | 0 | 20 | 0 | 20 | ||||
Abgänge | 0 | -14 | 0 | -14 | ||||
Umbuchungen | 0 | 5 | 0 | 5 | ||||
Währungsumrechnung | 0 | -4 | -2 | -6 | ||||
Bestand zum 31. Dezember 2020 | 606 | 1.095 | 327 | 2.028 | ||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 2 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen | |||
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen | ||||||||
Bestand zum 01. Januar 2019 | 0 | 1.020 | 275 | 1.295 | ||||
Abgänge aus Konsolidierungskreisänderungen | 0 | -1 | 0 | -1 | ||||
Abschreibungen | 0 | 18 | 12 | 30 | ||||
Abgänge | 0 | -30 | 0 | -30 | ||||
Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||
Währungsumrechnung | 0 | 1 | 1 | 2 | ||||
Bestand zum 31. Dezember 2019 | 0 | 1.008 | 288 | 1.296 | ||||
Bestand zum 01. Januar 2020 | 0 | 1.008 | 288 | 1.296 | ||||
Abschreibungen | 0 | 17 | 12 | 29 | ||||
Wertminderungen | 249 | 3 | 0 | 252 | ||||
Abgänge | 0 | -14 | 0 | -14 | ||||
Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||
Währungsumrechnung | 0 | -3 | -2 | -5 | ||||
Bestand zum 31. Dezember 2020 | 249 | 1.011 | 298 | 1.558 | ||||
Nettobuchwerte | ||||||||
Zum 01. Januar 2019 | 530 | 49 | 48 | 627 | ||||
Zum 31. Dezember 2019 | 606 | 81 | 41 | 728 | ||||
Zum 01. Januar 2020 | 606 | 81 | 41 | 728 | ||||
Zum 31. Dezember 2020 | 357 | 84 | 29 | 470 |
2 Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen
Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen | 0 | |||||||
in Mio. EUR | Grundstücke, | Fuhrpark | Sonstige | Gesamt | ||||
Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten | ||||||||
Bestand zum 01. Januar 2019 | 140 | 43 | 9 | 192 | ||||
Zugänge Konsolidierungskreis | 3 | 0 | 0 | 3 | ||||
Zugänge | 31 | 21 | 5 | 57 | ||||
Abgänge | -2 | -3 | 0 | -5 | ||||
Bestand zum 31. Dezember 2019 | 172 | 61 | 14 | 247 | ||||
Bestand zum 01. Januar 2020 | 172 | 61 | 14 | 247 | ||||
Zugänge | 48 | 19 | 3 | 70 | ||||
Abgänge | -27 | -11 | -1 | -39 | ||||
Währungsumrechnung | -6 | 0 | -1 | -7 | ||||
Bestand zum 31. Dezember 2020 | 187 | 69 | 15 | 271 | ||||
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen | ||||||||
Bestand zum 01. Januar 2019 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||
Abschreibungen | 32 | 22 | 4 | 58 | ||||
Abgänge | -1 | -3 | 0 | -4 | ||||
Bestand zum 31. Dezember 2019 | 31 | 19 | 4 | 54 | ||||
Bestand zum 01. Januar 2020 | 31 | 19 | 4 | 54 | ||||
Abschreibungen | 34 | 20 | 5 | 59 | ||||
Abgänge | -11 | -10 | -1 | -22 | ||||
Währungsumrechnung | -2 | 0 | -1 | -3 | ||||
Bestand zum 31. Dezember 2020 | 52 | 29 | 7 | 88 | ||||
Nettobuchwerte | ||||||||
Zum 01. Januar 2019 | 140 | 43 | 9 | 192 | ||||
Zum 31. Dezember 2019 | 141 | 42 | 10 | 193 | ||||
Zum 01. Januar 2020 | 141 | 42 | 10 | 193 | ||||
Zum 31. Dezember 2020 | 135 | 40 | 8 | 183 | ||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 3 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen | |||
Die sonstigen Anlagen bestehen zum 31.Dezember 2020 in Höhe von 4 Mio. EUR (Vj.: 5 Mio. EUR) aus Produktionsausstattungen, in Höhe von 3 Mio. EUR (Vj.: 3 Mio. EUR) aus technischen Anlagen und Maschinen und in Höhe von 1 Mio. EUR (Vj.: 1 Mio. EUR) aus Büroausstattungen.
Die Verbindlichkeiten aus bilanzierten Leasingverhältnissen sind wie folgt fällig:
Leasingverbindlichkeiten | ||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||||
in Mio. EUR | Diskontiert | Nicht | Diskontiert | Nicht | ||||
Weniger als ein Jahr | 50 | 52 | 50 | 56 | ||||
Zwischen einem und fünf Jahren | 83 | 89 | 88 | 97 | ||||
Mehr als fünf Jahre | 53 | 57 | 56 | 63 | ||||
Summe | 186 | 198 | 194 | 216 | ||||
Die Auswirkungen auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Konzern-Kapitalflussrechnung stellen sich wie folgt dar:
Auswirkungen auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung | ||||
in Mio. EUR | 2020 | 2019 | ||
Abschreibungen | -59 | -58 | ||
Zinsaufwendungen | 3 | 4 | ||
Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse (Laufzeit von bis zu 12 Monaten) | 5 | 6 | ||
Aufwand für Leasingverhältnisse von geringem Wert | 3 | 3 | ||
Variable Leasingzahlungen | 0 | 1 | ||
Auswirkungen auf die Konzern-Kapitalflussrechnung | ||||
in Mio. EUR | 2020 | 2019 | ||
Im EBIT erfasste variable Leasingzahlungen, kurzfristige Leasingverhältnisse (Laufzeit bis 12 Monate), Leasingverhältnisse von geringem Wert | 8 | 9 | ||
Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten | 60 | 60 | ||
Gezahlte Zinsen | 3 | 4 | ||
Die Aufwendungen aus zukünftigen nicht bilanzierten Leasingzahlungen stellen sich wie folgt dar:
Zukünftige nicht bilanzierte Leasingzahlungen | ||||
in Mio. EUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | ||
Aufwand aus variablen Leasingraten nach dem Stichtag | 1 | 1 | ||
Aufwand aus bei der Bewertung nicht berücksichtigten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen | 0 | 0 | ||
Aufwand aus Leasingverhältnissen, deren Laufzeit noch nicht begonnen hat | 0 | 5 | ||
Aufwand aus kurzfristigen Leasingverhältnissen, deren Laufzeit über den Stichtag hinaus besteht | 0 | 0 | ||
Summe | 1 | 5 | ||
Die Ausübung von in Immobilien-Leasingverhältnissen enthaltenen Verlängerungsoptionen wird von der Schaeffler Gruppe nur berücksichtigt, wenn diese hinreichend sicher ist. Die Ausübung wird erneut bestimmt, sofern sich signifikante Ereignisse oder Änderungen von Umständen ergeben, die zu einer abweichenden Beurteilung führen könnten.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Aktive und passive latente Steuern sowie Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten | |||
3 Sachanlagen
Sachanlagen | 0 | |||||||||
in Mio. EUR | Grundstücke, | Technische | Sonstige | Anlagen | Gesamt | |||||
Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten | ||||||||||
Bestand zum 01. Januar 2019 | 2.709 | 9.304 | 1.176 | 1.181 | 14.370 | |||||
Zugänge Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 1 | 0 | 1 | |||||
Abgänge Konsolidierungskreis | -7 | -45 | -10 | 0 | -63 | |||||
Zugänge | 39 | 303 | 59 | 496 | 897 | |||||
Abgänge | -18 | -194 | -50 | -2 | -265 | |||||
Umbuchungen | 118 | 577 | 43 | -718 | 21 | |||||
Umgliederungen in IFRS 5 | -16 | -1 | 0 | -5 | -22 | |||||
Währungsumrechnung | 10 | 30 | 4 | 5 | 50 | |||||
Bestand zum 31. Dezember 2019 | 2.834 | 9.974 | 1.223 | 957 | 14.988 | |||||
Bestand zum 01. Januar 2020 | 2.834 | 9.974 | 1.223 | 957 | 14.988 | |||||
Zugänge Konsolidierungskreis | 2 | 0 | 0 | 0 | 2 | |||||
Abgänge Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |||||
Zugänge | 41 | 177 | 48 | 353 | 618 | |||||
Abgänge | -3 | -192 | -47 | -18 | -260 | |||||
Umbuchungen | 134 | 425 | 94 | -658 | -5 | |||||
Umgliederungen in IFRS 5 | -11 | 0 | 0 | 0 | -11 | |||||
Währungsumrechnung | -71 | -307 | -26 | -30 | -434 | |||||
Bestand zum 31. Dezember 2020 | 2.926 | 10.077 | 1.292 | 605 | 14.900 |
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 2 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Aktive und passive latente Steuern sowie Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten | |||
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen | ||||||||||
Bestand zum 01. Januar 2019 | 1.476 | 6.709 | 864 | 3 | 9.052 | |||||
Zugänge Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |||||
Abgänge Konsolidierungskreis | -8 | -45 | -7 | 0 | -60 | |||||
Abschreibungen | 80 | 689 | 101 | 0 | 870 | |||||
Wertminderungen | 1 | 17 | 0 | 4 | 23 | |||||
Abgänge | -12 | -189 | -49 | 0 | -250 | |||||
Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |||||
Umgliederungen in IFRS 5 | -12 | -1 | 0 | -4 | -17 | |||||
Währungsumrechnung | 3 | 12 | 3 | 0 | 17 | |||||
Bestand zum 31. Dezember 2019 | 1.527 | 7.192 | 911 | 3 | 9.634 | |||||
Bestand zum 01. Januar 2020 | 1.527 | 7.192 | 911 | 3 | 9.634 | |||||
Zugänge Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |||||
Abgänge Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |||||
Abschreibungen | 79 | 700 | 99 | 0 | 878 | |||||
Wertminderungen | 0 | 28 | 1 | 12 | 41 | |||||
Abgänge | -2 | -182 | -45 | -11 | -240 | |||||
Umbuchungen | 0 | -1 | 1 | 0 | 0 | |||||
Umgliederungen in IFRS 5 | -3 | 0 | 0 | 0 | -3 | |||||
Währungsumrechnung | -32 | -222 | -19 | -1 | -274 | |||||
Bestand zum 31. Dezember 2020 | 1.569 | 7.515 | 948 | 4 | 10.035 | |||||
Nettobuchwerte | ||||||||||
Zum 01. Januar 2019 | 1.233 | 2.596 | 312 | 1.177 | 5.319 | |||||
Zum 31. Dezember 2019 | 1.307 | 2.782 | 312 | 954 | 5.355 | |||||
Zum 01. Januar 2020 | 1.307 | 2.782 | 312 | 954 | 5.355 | |||||
Zum 31. Dezember 2020 | 1.358 | 2.562 | 344 | 601 | 4.865 |
Die Wertminderungen in der Berichtsperiode waren in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzkosten in Höhe von 40 Mio. EUR und in den sonstigen Aufwendungen in Höhe von 1 Mio. EUR erfasst. Die erfassten Wertminderungen betrafen in Höhe von 21 Mio. EUR die Sparte Automotive Technologies und in Höhe von 20 Mio. EUR die Sparte Industrial.
Es handelte sich im Wesentlichen um produktionsspezifische Anlagen, die auf Grund von Auftragsstornierungen nicht mehr eingesetzt werden konnten. Die Abschreibung erfolgte auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Hierbei wurde im Wesentlichen der Schrottwert angesetzt (Stufe 2 der Bemessungshierarchie nach IFRS 13).
Zum 31. Dezember 2020 hatte die Schaeffler Gruppe offene Verpflichtungen aus abgeschlossenen Verträgen für den Kauf von Sachanlagen in Höhe von 141 Mio. EUR (Vj.: 288 Mio. EUR).
4 Anteile an Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen
In den Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen waren Beteiligungsbuchwerte an Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 107 Mio. EUR (Vj.: 140 Mio. EUR) sowie an assoziierten Unternehmen in Höhe von 3 Mio. EUR (Vj.: 3 Mio. EUR) enthalten.
Als wesentliches Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) ist die 2018 gegründete Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG, Herzogenaurach zu nennen.
Das Unternehmen wird gemeinschaftlich von deren beiden Kommanditisten, der Schaeffler Technologies AG & Co. KG und der Arnold Verwaltungs GmbH, geführt.
90 % der Anteile sind im Besitz der Schaeffler Technologies AG & Co. KG, 10 % der Anteile werden von der Arnold Verwaltungs GmbH gehalten. Es besteht gemeinschaftliche Führung zwischen den Anteilseignern des Joint Ventures, da Entscheidungen über maßgebliche Tätigkeiten die einstimmige Zustimmung der beiden Anteilseigner erfordern.
Komplementär der Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG ist die Schaeffler Paravan Management GmbH (ohne Anteilsbesitz).
Am 1. Oktober 2018 übernahm das Joint Venture die „Drive-by-Wire“-Technologie Space Drive (von der Paravan GmbH bzw. der Roland Arnold GmbH & Co. KG) und die „Schaeffler Mover“ Aktivitäten von der Schaeffler Technologies AG & Co. KG. Die Weiterentwicklung der „Drive-by-Wire“-Technologie sowie die Entwicklung und der Vertrieb von Mobilitätssystemen sind Gegenstand des Unternehmens.
Für die Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG lassen sich aus dem nach IFRS aufgestellten Jahresabschluss 2020 die folgenden Kennzahlen ableiten. Die Angabe der Kennzahlen erfolgt zu 100 %.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 3 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Aktive und passive latente Steuern sowie Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten | |||
Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG | ||||
in Mio. EUR | 2020 | 2019 | ||
Kurzfristige Vermögenswerte | 5 | 6 | ||
• Flüssige Mittel | 1 | 0 | ||
Langfristige Vermögenswerte | 170 | 179 | ||
Vermögenswerte gesamt | 175 | 185 | ||
Kurzfristige Verbindlichkeiten | 46 | 7 | ||
• Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 42 | 5 | ||
Langfristige Verbindlichkeiten | 1 | 12 | ||
• Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 0 | 10 | ||
Verbindlichkeiten gesamt | 47 | 19 | ||
Umsatzerlöse | 7 | 7 | ||
Abschreibungen | -10 | -10 | ||
Ergebnis vor Steuern | -37 | -20 | ||
Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | ||
Steuern vom Einkommen und Ertrag | 0 | 1 | ||
Gesamtergebnis nach Steuern | -37 | -19 | ||
Nettovermögen | 128 | 166 | ||
Anteiliges Nettovermögen | 115 | 149 | ||
Eliminierung anteiliges Ergebnis aus Sacheinlage | -8 | -9 | ||
Beteiligungsbuchwert | 107 | 140 |
Sowohl die sonstigen nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen als auch die assoziierten Unternehmen waren im Hinblick auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Schaeffler Gruppe zum Bilanzstichtag insgesamt von untergeordneter Bedeutung.
In 2019 wurde ein Wandeldarlehensvertrag mit einem Gemeinschaftsunternehmen geschlossen. In diesem Zusammenhang bestehen Andienungsrechte für Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen sowie vertraglich vereinbarte Mitbestimmungsrechte. Dividendenzahlungen sind bis zum 31. Dezember 2023 vertraglich ausgeschlossen.
Im Geschäftsjahr wurde eine Joint-Venture-Vereinbarung mit Beijing Advanced Material Technology Co., Ltd., China geschlossen. Ziel der Vereinbarung ist, die Aktivitäten im Bereich Industrieanwendungen im chinesischen Markt auszubauen, sowie die Entwicklung neuer Geschäftsfelder. Der Abschluss der rechtlichen Gründung ist nach Zustimmung der Kartellbehörde und der Leistung der Einlage an das Gemeinschaftsunternehmen für das Geschäftsjahr 2021 geplant, ebenso wie die Aufnahme der vereinbarten Aktivitäten.
5 Aktive und passive latente Steuern sowie Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten
Aktive und passive latente Steuern
Die Gesamtbeträge der aktiven und passiven latenten Steuern resultierten aus den folgenden Posten:
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Vorräte | |||
Aktive und passive latente Steuern | ||||||||||||||
31.12.2019 | 31.12.2020 | |||||||||||||
in Mio. EUR | Netto | Erfasst im | Währungsumrechnung | Erfasst im | Netto | Aktive | Passive | |||||||
Immaterielle Vermögenswerte | -22 | 13 | -1 | 0 | -10 | 5 | -15 | |||||||
Sachanlagen | -82 | -23 | -1 | 0 | -106 | 88 | -194 | |||||||
Finanzielle Vermögenswerte | 3 | -6 | 0 | 5 | 2 | 2 | 0 | |||||||
Vorräte | 86 | 19 | -1 | 0 | 104 | 115 | -11 | |||||||
Forderungen aus Lieferungen | -6 | -100 | -5 | -17 | -128 | 198 | -326 | |||||||
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 493 | -2 | 0 | 40 | 531 | 614 | -83 | |||||||
Sonstige Rückstellungen und | 99 | 134 | -6 | -5 | 222 | 308 | -86 | |||||||
Verlust- und Zinsvorträge | 23 | 195 | 0 | 0 | 218 | 218 | 0 | |||||||
Outside Basis Differences | -18 | -12 | 0 | 0 | -30 | 0 | -30 | |||||||
Latente Steuern (vor Saldierung) | 576 | 218 | -14 | 23 | 803 | 1.548 | -745 | |||||||
Saldierung | -590 | 590 | ||||||||||||
Latente Steuern | 576 | 218 | -14 | 23 | 803 | 958 | -155 | |||||||
Zum Bilanzstichtag wurden auf Zinsvorträge in Höhe von 92 Mio. EUR (Vj.: 0 Mio. EUR) keine aktiven latenten Steuern gebildet.
Der Bruttobestand an Verlustvorträgen zum 31. Dezember 2020 betrug für die Körperschaftsteuer 752 Mio. EUR (Vj.: 233 Mio. EUR) und für die Gewerbesteuer 547 Mio. EUR (Vj.: 43 Mio. EUR). Davon wurden auf körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 140 Mio. EUR (Vj.: 153 Mio. EUR) und auf gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 35 Mio. EUR (Vj.: 35 Mio. EUR) keine latenten Steuern gebildet.
Von den nicht mit latenten Steuern belegten körperschaftsteuerlichen Verlustvorträgen sind 65 Mio. EUR (Vj.: 73 Mio. EUR) in ihrer Nutzung zeitlich begrenzt. Der Zinsvortrag ist unbefristet nutzbar.
Auf temporäre Differenzen in Höhe von 35 Mio. EUR (Vj.: 30 Mio. EUR) wurden keine aktiven latenten Steuern gebildet, da deren zukünftige Nutzung nicht wahrscheinlich ist.
Auf einbehaltene Gewinne bei bestimmten Tochterunternehmen in Höhe von 3.271 Mio. EUR (Vj.: 2.386 Mio. EUR) wurden keine latenten Steuern abgegrenzt, da diese Gewinne laufend reinvestiert werden sollen und eine Ausschüttung nicht beabsichtigt ist.
Zum Bilanzstichtag wiesen einige Konzernunternehmen, die einen Verlust erwirtschaftet hatten, einen Nettoüberhang an aktiven latenten Steuern auf Zins- und Verlustvorträge in Höhe von 203 Mio. EUR (Vj.: 16 Mio. EUR) aus. Die Realisierung aktiver latenter Steuern wurde als überwiegend wahrscheinlich eingeschätzt, da die Verluste aus einmaligen Effekten infolge außerordentlicher Restrukturierungsmaßnahmen entstanden sind und für die Zukunft ein ausreichend zu versteuerndes Ergebnis, insbesondere aufgrund positiver Effekte aus den Restrukturierungen, erwartet wird.
Zum 31. Dezember 2020 betrug der Saldo der im kumulierten übrigen Eigenkapital erfassten latenten Steuern 428 Mio. EUR (Vj.: 405 Mio. EUR). Die folgende Tabelle zeigt die im sonstigen Ergebnis erfassten Steuern:
Im sonstigen Ergebnis erfasste Steuern | ||||||||||||
2020 | 2019 | |||||||||||
in Mio. EUR | vor | Steuern | nach | vor | Steuern | nach | ||||||
Posten, die nicht in das Konzernergebnis umgegliedert werden | ||||||||||||
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten | -141 | 40 | -101 | -419 | 122 | -297 | ||||||
Konsolidierungskreisveränderungen aus leistungsorientierten Versorgungs-/Pensionsplänen | 0 | 0 | 0 | 2 | 0 | 2 | ||||||
Nettoveränderung des beizulegenden Zeitwerts von finanziellen Vermögenswerten, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | 0 | 0 | 0 | -2 | 0 | -2 | ||||||
Ergebnisveränderung ohne Umgliederung in das | -141 | 40 | -101 | -419 | 122 | -298 | ||||||
Posten, die in das Konzernergebnis umgegliedert wurden oder anschließend umgegliedert werden können | ||||||||||||
Unterschiede aus der Währungsumrechnung | -308 | 0 | -308 | 65 | 0 | 65 | ||||||
Nettoveränderung aus der Absicherung von Netto- | 0 | 0 | 0 | -1 | 0 | 0 | ||||||
Effektiver Teil der Veränderung des beizulegenden | 60 | -17 | 43 | 22 | -6 | 16 | ||||||
Ergebnisveränderung mit Umgliederung in das | -247 | -17 | -265 | 86 | -6 | 80 | ||||||
Sonstiges Ergebnis | -389 | 23 | -366 | -333 | 116 | -217 | ||||||
Ertragsteuerforderungen und
-verbindlichkeiten
Die Ertragsteuerforderungen betrugen zum 31. Dezember 2020 62 Mio. EUR (Vj.: 89 Mio. EUR). Zum 31. Dezember 2020 waren davon 1 Mio. EUR langfristig (Vj.: 0 Mio. EUR).
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 2 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Vorräte | |||
Die Ertragsteuerverbindlichkeiten betrugen zum 31. Dezember 2020 134 Mio. EUR (Vj.: 204 Mio. EUR). Zum 31. Dezember 2020 waren davon 10 Mio. EUR langfristig (Vj.: 103 Mio. EUR). In laufenden oder zukünftigen Betriebsprüfungen könnten
Steuergesetze oder steuerrelevante Sachverhalte durch die Finanzverwaltung und die Schaeffler Gruppe unterschiedlich beurteilt werden. Ursprüngliche Steuerfestsetzungen könnten durch die Finanzverwaltung geändert werden und infolgedessen die Steuerbelastung der Schaeffler Gruppe ansteigen. Die identifizierbaren Betriebsprüfungsrisiken wurden im Konzernabschluss der Schaeffler Gruppe in den Ertragsteuerverbindlichkeiten berücksichtigt.
6 Vorräte
Vorräte | ||||
in Mio. EUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | ||
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 407 | 460 | ||
Unfertige Erzeugnisse | 529 | 592 | ||
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren | 965 | 1.079 | ||
Geleistete Anzahlungen | 3 | 1 | ||
Summe | 1.904 | 2.132 | ||
Im Geschäftsjahr 2020 wurden Aufwendungen in Höhe von 9.524 Mio. EUR (Vj.: 10.681 Mio. EUR) aus dem Verbrauch von Vorräten in den Umsatzkosten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Die auf die Vorräte erfasste Wertberichtigung belief sich zum 31. Dezember 2020 auf 304 Mio. EUR (Vj.: 309 Mio. EUR).
7 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | ||||
in Mio. EUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | ||
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto) | 2.199 | 2.157 | ||
Wertberichtigung | -39 | -27 | ||
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto) | 2.160 | 2.130 | ||
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Wertberichtigung auf diese Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:
Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen | ||||
in Mio. EUR | 2020 | 2019 | ||
Wertberichtigung zum 01. Januar | -27 | -18 | ||
Zuführungen | -18 | -18 | ||
Inanspruchnahmen | 0 | 1 | ||
Wertaufholungen | 6 | 8 | ||
Wertberichtigung zum 31. Dezember | -39 | -27 | ||
Fälligkeitsstruktur Forderungen aus Lieferungen und | ||||||
in Mio. EUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | ||||
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto) | 2.199 | 2.157 | ||||
Davon nicht überfällig | 2.061 | 1.900 | ||||
Davon überfällig | Bis zu 60 Tage | 86 | 201 | |||
61 - 120 Tage | 9 | 12 | ||||
121 - 180 Tage | 4 | 9 | ||||
181 - 360 Tage | 11 | 9 | ||||
> 360 Tage | 28 | 26 | ||||
Zum 31. Dezember 2020 waren ausstehende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Buchwert in Höhe von 127 Mio. EUR (Vj.: 178 Mio. EUR) nach Abzug der zurückbehaltenen Ausfallrisiken im Rahmen des ABCP-Programms verkauft (vgl. Tz. 5.2).
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
8 Sonstige finanzielle Vermögenswerte und sonstige Vermögenswerte
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (lang-/kurzfristig) | ||||||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||||||||
in Mio. EUR | Langfristig | Kurzfristig | Gesamt | Langfristig | Kurzfristig | Gesamt | ||||||
Sonstige Finanzanlagen | 36 | 0 | 36 | 37 | 0 | 37 | ||||||
Derivative finanzielle Vermögenswerte | 5 | 72 | 77 | 32 | 28 | 60 | ||||||
Übrige finanzielle Vermögenswerte | 37 | 110 | 147 | 57 | 92 | 148 | ||||||
Summe | 77 | 182 | 259 | 126 | 120 | 246 | ||||||
Die kurzfristigenderivativen finanziellen Vermögenswerte enthielten zum 31. Dezember 2020 im Wesentlichen Marktwerte von Derivaten, die zur Absicherung von Währungsrisiken in der Schaeffler Gruppe eingesetzt werden.
Die langfristigen übrigen finanziellen Vermögenswerte enthielten handelbare Wertpapiere.
Sonstige Vermögenswerte (lang-/kurzfristig) | ||||||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||||||||
in Mio. EUR | Langfristig | Kurzfristig | Gesamt | Langfristig | Kurzfristig | Gesamt | ||||||
Vermögenswerte aus der Bewertung von Pensionen | 64 | 0 | 64 | 63 | 0 | 63 | ||||||
Steuerforderungen | 1 | 199 | 200 | 1 | 226 | 228 | ||||||
Übrige Vermögenswerte | 55 | 91 | 146 | 58 | 47 | 105 | ||||||
Summe | 121 | 290 | 411 | 122 | 273 | 396 | ||||||
Die kurzfristigen übrigen finanziellen Vermögenswerte enthielten Ansprüche aus dem Verkauf von Forderungen sowie Darlehensforderungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen.
Die Steuerforderungen umfassten in erster Linie Forderungen aus Umsatzsteuererstattungen.
Die übrigen Vermögenswerte enthielten im Wesentlichen den langfristigen und den kurzfristigen Anteil der Rechnungsabgrenzungsposten.
9 Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten umfasste zum 31. Dezember 2020 im Wesentlichen Bankguthaben und kurzfristige Geldanlagen.
In den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sind zum Bilanzstichtag 253 Mio. EUR (Vj.: 413 Mio. EUR) enthalten, die von Tochterunternehmen u. a. in den Ländern Argentinien, Brasilien, Chile, China, Indien, Indonesien, Kolumbien, Peru, Philippinen, Serbien, Südkorea, Südafrika, Thailand, Ukraine, Venezuela, Vietnam und Weißrussland gehalten werden. Diese unterliegen Devisenverkehrsbeschränkungen oder anderen gesetzlichen und vertraglichen Einschränkungen. Die Verfügbarkeit über diese Bestände durch die Schaeffler AG als Mutterunternehmen ist daher eingeschränkt.
10 Zur Veräußerung gehaltene
Vermögenswerte und Schulden im
Zusammenhang mit zur Veräußerung
gehaltenen Vermögenswerten
Im Geschäftsjahr wurden zum Stichtag zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte in Höhe von 8 Mio. EUR (Vj.: 5 Mio. EUR) im Zusammenhang mit der beabsichtigten Veräußerung einer Immobilie und einer Maschine bilanziert.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 2 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
11 Eigenkapital
Eigenkapital | ||||
in Mio. EUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | ||
Gezeichnetes Kapital | 666 | 666 | ||
Kapitalrücklage | 2.348 | 2.348 | ||
Sonstige Rücklagen | 210 | 931 | ||
Kumuliertes übriges Eigenkapital | -1.479 | -1.124 | ||
Den Anteilseignern des Mutterunternehmens | 1.745 | 2.822 | ||
Nicht beherrschende Anteile | 93 | 95 | ||
Eigenkapital | 1.838 | 2.917 | ||
Das gezeichnete Kapital der Schaeffler AG beträgt unverändert 666 Mio. EUR.
Es ist eingeteilt in 666 Millionen auf den Inhaber lautende, nennwertlose Stückaktien, auf die jeweils ein rechnerischer Anteil am Grundkapital von 1,00 EUR entfällt. Die Stückaktien sind unterteilt in 500 Millionen Stammaktien und 166 Millionen stimmrechtslose Vorzugsaktien. Die Vorzugsaktien sind mit einem Gewinnvorzug ausgestattet. Dieser Gewinnvorzug besteht in einer Vorzugsdividende von 0,01 EUR pro Vorzugsaktie.
Die Stammaktien sind im Besitz der IHO Verwaltungs GmbH. Die Vorzugsaktien befinden sich im Streubesitz. Das gezeichnete Kapital ist voll eingezahlt.
In der außerordentlichen Hauptversammlung am 15. September 2020 wurde die Schaffung eines Genehmigten Kapitals beschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 31. August 2025 gegen Bareinlage einmalig oder mehrmals, um insgesamt bis zu 200 Mio. EUR zu erhöhen.
Zum Bilanzstichtag existiert kein bedingtes Kapital und es wurden keine Beschlüsse zur Bildung von bedingtem Kapital gefasst.
Die Kapitalrücklage betrug zum 31. Dezember 2020 unverändert 2.348 Mio. EUR.
Die Veränderung der sonstigen Rücklagen resultierte im Berichtsjahr im Wesentlichen aus dem Konzernergebnis sowie den Ausschüttungen.
Zur Ausschüttung an die Aktionäre steht der gemäß deutschem Handelsrecht ausgewiesene Bilanzgewinn der Schaeffler AG zur Verfügung. Für das Geschäftsjahr 2020 wird der Hauptversammlung der Schaeffler AG eine Dividende in Höhe von 162 Mio. EUR vorgeschlagen. Vom Ausschüttungsbetrag entfallen 42 Mio. EUR auf die Vorzugsaktien. Dies entspricht einer Dividende von 0,25 EUR (Vj.: 0,45 EUR) je Vorzugsaktie und 0,24 EUR (Vj.: 0,44 EUR) je Stammaktie. Die vorgeschlagene Dividende ist abhängig von der Genehmigung durch die Aktionäre auf der Hauptversammlung und wird daher zum Stichtag nicht als Verbindlichkeit im Konzernabschluss erfasst.
Das kumulierte übrige Eigenkapital setzte sich aus Effekten der Währungsumrechnung, den Veränderungen der Zeitwerte von zu Sicherungszwecken eingesetzten Finanzinstrumenten und der Anpassung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen zusammen. In der Berichtsperiode wurden aus der Währungsumrechnung 4 Mio. EUR (Vj.: 17 Mio. EUR) erfolgswirksam als Aufwand in die Konzern-Gewinn und Verlustrechnung umgegliedert.
Die nicht beherrschenden Anteile zum 31. Dezember 2020 resultierten im Wesentlichen aus Beteiligungen am Eigenkapital der Schaeffler India Ltd.
12 Kurz- und langfristige Finanzschulden
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Finanzschulden (kurz-/langfristig) | ||||||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||||||||
in Mio. EUR | Restlaufzeit | Restlaufzeit | Gesamt | Restlaufzeit | Restlaufzeit | Gesamt | ||||||
Anleihen | 0 | 3.476 | 3.476 | 0 | 2.781 | 2.781 | ||||||
Schuldscheindarlehen | 0 | 554 | 554 | 0 | 0 | 0 | ||||||
Revolving Credit Facility | 0 | -3 | -3 | 53 | -5 | 48 | ||||||
Investitionsdarlehen | 0 | 0 | 0 | 0 | 249 | 249 | ||||||
Commercial Paper | 30 | 0 | 30 | 115 | 0 | 115 | ||||||
Sonstige Finanzschulden | 13 | 0 | 13 | 1 | 0 | 1 | ||||||
Summe | 43 | 4.028 | 4.071 | 168 | 3.026 | 3.194 | ||||||
Die Erhöhung der Finanzschulden gegenüber dem 31. Dezember 2019 ist im Wesentlichen auf die Emission neuer Anleihen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 1,5 Mrd. EUR und der Platzierung von Schuldscheindarlehen in Höhe von 557 Mio. EUR zurückzuführen. Mit den Emissionserlösen wurden die letzte ausstehende Anleihe der Schaeffler B.V. in Höhe von 600 Mio. EUR und das Investitionsdarlehen in Höhe von 250 Mio. EUR vollständig zurückgezahlt. Des Weiteren wurde ein Teilbetrag der Im Jahr 2022 fällig werdenden Anleihe der Schaeffler AG in Höhe von 205 Mio. EUR, die Ausnutzung unter der Revolving Credit Facility in Höhe von 53 Mio. EUR und Commercial Paper in Höhe von 85 Mio. EUR zurückgezahlt.
Zum 31. Dezember 2020 setzte sich die Konzernfinanzierung aus fünf Anleihen mit einem Nominalwert von 3,5 Mrd. EUR, Schuldscheindarlehen mit einem Nominalwert von 557 Mio. EUR, sowie kurzfristigen Commercial Paper in Höhe von 30 Mio. EUR, zusammen. Des Weiteren stand der Schaeffler Gruppe eine zugesagte Revolving Credit Facility über 1,8 Mrd. EUR zur Verfügung.
Darüber hinaus bestanden im Konzern weitere bilateral zugesagte Kreditlinien in Höhe von umgerechnet 285 Mio. EUR (Vj.: 246 Mio. EUR), im Wesentlichen in Deutschland, USA und Südkorea. Hiervon waren zum 31. Dezember 2020 262 Mio. EUR (Vj.: 234 Mio. EUR) nicht ausgenutzt.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 2 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Die einzelnen Kredite der Schaeffler Gruppe setzten sich zum 31. Dezember 2020 wie folgt zusammen:
Syndizierte Kredite der Schaeffler Gruppe | ||||||||||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | 31.12.2020 | 31.12.2019 | 31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||||||||
Tranche | Währung | Nominalwert in Mio. | Buchwert in Mio. EUR | Zinssatz | Fälligkeit | |||||||||||
Revolving Credit Facility 2) | EUR | 1.800 | 1.800 | -3 | 48 | Euribor 1) | Euribor 1) | 30.09.2023 | ||||||||
Investitionsdarlehen 3) | EUR | 0 | 250 | 0 | 249 | Euribor 1) | Euribor 1) | 15.12.2022 | ||||||||
Summe | -3 | 297 | ||||||||||||||
1) Euribor Floor in Höhe von 0,00 %. | ||||||||||||||||
2) Zum 31. Dezember 2020 waren davon 27 Mio. EUR ausgenutzt in Form von Avalkrediten (31. Dezember 2019: 74 Mio. EUR, davon 21 Mio. EUR in Form von Avalkrediten). | ||||||||||||||||
3) Zum 14. Oktober 2020 wurde das Investitionsdarlehen vollständig vorzeitig zurückbezahlt. | ||||||||||||||||
Die einzelnen Anleihen der Schaeffler Gruppe setzten sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
Anleihen der Schaeffler Gruppe | ||||||||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | 31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||||||||
ISIN | Währung | Nominalwert in Mio. | Buchwert in Mio. EUR | Kupon | Fälligkeit | |||||||||
DE000A2YB6991) | EUR | 545 | 750 | 543 | 747 | 1,125 % | 26.03.2022 | |||||||
DE000A2YB7A7 | EUR | 800 | 800 | 795 | 793 | 1,875 % | 26.03.2024 | |||||||
XS12124709722) | EUR | - | 600 | - | 597 | 3,250 % | 15.05.2025 | |||||||
DE000A289Q913) | EUR | 750 | - | 747 | - | 2,750 % | 12.10.2025 | |||||||
DE000A2YB7B5 | EUR | 650 | 650 | 645 | 644 | 2,875 % | 26.03.2027 | |||||||
DE000A3H2TA03) | EUR | 750 | - | 746 | - | 3,375 % | 12.10.2028 | |||||||
Summe | 3.495 | 2.800 | 3.476 | 2.781 | ||||||||||
1) Ausstehender Nominalbetrag: 544.668.000 EUR (seit 14.10.2020). | ||||||||||||||
2) Am 4. November 2020 erfolgte die vollständige Rückzahlung der Anleihe. | ||||||||||||||
3) Die Anleihe wurde am 12. Oktober 2020 begeben. | ||||||||||||||
Die jeweiligen Unterschiede zwischen Nominalbeträgen und Buchwerten ergaben sich aus der Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Diese wurden anhand der Effektivzinsmethode ermittelt. Bei der Revolving Credit Facility ergab sich im Vorjahr der Buchwert aus der Inanspruchnahme und den noch nicht amortisierten Transaktionskosten.
Des Weiteren waren die bis zum 31. Dezember 2020 aufgelaufenen Stückzinsen der Anleihen in Höhe von 41 Mio. EUR (Vj.: 40 Mio. EUR) in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten (vgl. Tz. 4.15) berücksichtigt.
Im Rahmen der bestehenden Fremdfinanzierung unterliegt die Schaeffler Gruppe Auflagen, die u. a. die Einhaltung eines Leverage Covenant beinhalten. Den Kreditgebern steht beim Vorliegen bestimmter Bedingungen, u. a. im Fall der Nichteinhaltung des Leverage Covenant, ein außerordentliches Kündigungsrecht zu, das prinzipiell zur sofortigen Fälligstellung der Kredite berechtigen würde. Im Geschäftsjahr 2020 wurde der Leverage Covenant entsprechend den kreditvertraglichen Regelungen wie in den Vorjahren durchgängig eingehalten.
13 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Leistungen an Arbeitnehmer der Schaeffler Gruppe nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses umfassen sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Pläne. Während die beitragsorientierten Pläne, außer den regulären im Personalaufwand erfassten Beiträgen, in der Regel keine weiteren Verpflichtungen bedingen, schlagen sich die leistungsorientierten Pläne in der Konzern-Bilanz nieder. In den Rückstellungen sind zudem in geringem Umfang pensionsähnliche Verpflichtungen enthalten.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 3 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Leistungsorientierte Pläne
Leistungsorientierte Pläne umfassen Pensionspläne, Abfindungszahlungen, die unabhängig vom Grund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der Pensionierung geleistet werden, sowie andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Pensionsverpflichtungen verteilen sich im Wesentlichen auf die drei Länder Deutschland, die USA und Großbritannien, wobei der Großteil der Verpflichtungen auf Deutschland entfällt.
Deutschland
In Deutschland werden Pensionsleistungen im Wesentlichen durch Leistungszusagen auf der Basis von Rentenbausteinen und im Rahmen von Entgeltumwandlungen gewährt.
Die Leistungszusagen auf Basis von Rentenbausteinen resultieren bei den wesentlichen Plänen zum Großteil aus der Schaeffler Versorgungsordnung und vergleichbaren Regelungen, bei denen die Höhe der Rentenbausteine vom versorgungsfähigen Einkommen abhängig ist und die zudem eine Mindestgarantie beinhalten. Mit der Einführung der Schaeffler Versorgungsordnung im Jahr 2006 wurden die anderen Versorgungsordnungen in Deutschland für Neueintritte geschlossen. Die Auszahlung der Versorgungsleistung erfolgt stets als Rente. Die sich aus diesen Leistungszusagen ergebenden Pensionsverpflichtungen sind rückstellungsfinanziert. Laufende Pensionszahlungen werden aus dem Cash Flow der laufenden Geschäftstätigkeit finanziert.
Ferner haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, unterschiedliche Angebote zur Entgeltumwandlung wahrzunehmen. Einzelne Tochterunternehmen der Schaeffler Gruppe bieten ihren Mitarbeitern ein Modell zur betrieblichen Altersversorgung an, bei dem sie durch Einzahlungen aus dem Bruttoeinkommen eine Direktzusage erhalten. Die umgewandelten Entgeltbestandteile werden im Rahmen eines Lebenszyklusmodells in Aktien-, Renten- und Geldmarktfonds investiert, d. h., mit steigendem Lebensalter des Begünstigten wird das Planvermögen in risikoärmere Anlageklassen umgeschichtet. Zudem wird eine jährliche Mindestverzinsung gewährt. Die Auszahlung der Versorgungsleistung erfolgt mit Eintritt des Versorgungsberechtigten ins Rentenalter in Form von bis zu fünf Jahresraten. Biometrische Risiken aufgrund Langlebigkeit sind daher minimiert. Die aus der Bruttoentgeltumwandlung resultierenden Versorgungsverpflichtungen sind mit Sondervermögen im Rahmen eines Contractual Trust Agreement (CTA) gedeckt.
USA und Großbritannien
Weitere wesentliche leistungsorientierte Pläne bestehen für Mitarbeiter in den USA und Großbritannien. Die Pensionsverpflichtungen in diesen Ländern werden über externe und zugriffsbeschränkte Pensionsfonds finanziert. Zum Ende des Geschäftsjahres 2020 waren rd. 95 % (Vj.: 98 %) der in den USA und rd. 123 % (Vj.: 120 %) der in Großbritannien bestehenden Pensionsverpflichtungen durch Planvermögen gedeckt. Diese Pensionspläne wurden in den Geschäftsjahren 2006 (USA) und 2009 (Großbritannien) für den Neuzugang geschlossen und durch beitragsorientierte Pläne ersetzt. Somit können keine weiteren Anwartschaften für leistungsorientierte Verpflichtungen mehr erdient werden.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 4 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen
Aus den Verpflichtungen leistungsorientierter Pläne und dem zugehörigen Planvermögen resultierte zum 31. Dezember 2020 der folgende Bilanzausweis:
Bilanzausweis der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | ||||||||||||||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||||||||||||||||
in Mio. EUR | Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige | Gesamt | Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige | Gesamt | ||||||||||
Rückstellungen für Pensionen (Passivsaldo der Schulden und des zugehörenden Planvermögens) | -2.704 | -14 | -1 | -81 | -2.800 | -2.539 | -13 | -1 | -84 | -2.637 | ||||||||||
Vermögenswerte aus der Bewertung von Pensionen (Aktivsaldo der Schulden und des zugehörenden Planvermögens) | 1 | 2 | 54 | 7 | 64 | 1 | 9 | 46 | 7 | 63 | ||||||||||
Nettoschuld aus | -2.703 | -12 | 53 | -74 | -2.736 | -2.538 | -4 | 45 | -77 | -2.574 | ||||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 5 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Die Werte der leistungsorientierten Verpflichtungen sowie des dazugehörigen Planvermögens stellten sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:
Darstellung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Verpflichtungen | ||||||||||||||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||||||||||||||||
in Mio. EUR | Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige | Gesamt | Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige | Gesamt | ||||||||||
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (Aktive) | -1.732 | -59 | 0 | -205 | -1.996 | -1.636 | -69 | 0 | -208 | -1.913 | ||||||||||
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (Ausgeschiedene) | -296 | -29 | -151 | -5 | -481 | -234 | -28 | -136 | -5 | -403 | ||||||||||
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (Rentner) | -904 | -129 | -80 | -29 | -1.142 | -886 | -122 | -86 | -30 | -1.124 | ||||||||||
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (gesamt) | -2.932 | -217 | -231 | -239 | -3.619 | -2.756 | -219 | -222 | -243 | -3.440 | ||||||||||
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | 229 | 205 | 284 | 165 | 883 | 218 | 215 | 267 | 166 | 866 | ||||||||||
In der Bilanz angesetzte Nettopensionsverpflichtungen | -2.703 | -12 | 53 | -74 | -2.736 | -2.538 | -4 | 45 | -77 | -2.574 | ||||||||||
Nettoschuld aus | -2.703 | -12 | 53 | -74 | -2.736 | -2.538 | -4 | 45 | -77 | -2.574 | ||||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 6 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Die Überleitung der Nettoschuld aus Pensionszusagen für das Geschäftsjahr 2020 ist der nachfolgenden Übersicht zu entnehmen:
Überleitung der/des Nettoschuld/-vermögenswerts 01. Januar / 31. Dezember | ||||||||||||||||||||
2020 | 2019 | |||||||||||||||||||
in Mio. EUR | Deutsch- | USA | Großbri- | Übrige | Gesamt | Deutsch- | USA | Großbri- | Übrige | Gesamt | ||||||||||
Nettoschuld (-)/Nettovermögens- | -2.538 | -4 | 45 | -77 | -2.574 | -2.068 | -10 | 38 | -87 | -2.127 | ||||||||||
Gezahlte Leistungen | 62 | 1 | 0 | 6 | 69 | 61 | 1 | 0 | 4 | 66 | ||||||||||
Dienstzeitaufwand | -78 | 0 | 0 | -8 | -86 | -74 | 0 | 0 | -13 | -87 | ||||||||||
Nettozinsaufwand auf die | -23 | 0 | 1 | -1 | -23 | -41 | 0 | 1 | -2 | -42 | ||||||||||
Arbeitgeberbeiträge | 8 | 0 | 0 | 9 | 17 | 13 | 0 | 0 | 12 | 25 | ||||||||||
Arbeitnehmerbeiträge | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||||
Übertragungen | 7 | 0 | 0 | 0 | 7 | -4 | 0 | 0 | 2 | -2 | ||||||||||
Neubewertung der Nettoschuld | -141 | -9 | 9 | -4 | -145 | -430 | 6 | 5 | 0 | -419 | ||||||||||
Unternehmenszusammenschlüsse / | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 5 | 0 | 0 | 0 | 5 | ||||||||||
Währungsumrechnung | 0 | 0 | -2 | 1 | -1 | 0 | -1 | 1 | 0 | 0 | ||||||||||
Nettoschuld (-)/Nettovermögens- | -2.703 | -12 | 53 | -74 | -2.736 | -2.538 | -4 | 45 | -77 | -2.574 | ||||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 7 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Entwicklung der leistungsorientierten Verpflichtungen
Die folgende Übersicht stellt eine Überleitungsrechnung der Eröffnungs- und Schlusssalden des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtungen zum Bilanzstichtag dar:
Überleitung Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen 01. Januar / 31. Dezember | ||||||||||||||||||||
2020 | 2019 | |||||||||||||||||||
in Mio. EUR | Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige | Gesamt | Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige | Gesamt | ||||||||||
Barwert der leistungsorientierten | -2.756 | -219 | -222 | -243 | -3.440 | -2.246 | -194 | -190 | -234 | -2.864 | ||||||||||
Gezahlte Leistungen | 67 | 12 | 9 | 13 | 101 | 64 | 11 | 11 | 14 | 100 | ||||||||||
Laufender Dienstzeitaufwand | -100 | 0 | 0 | -13 | -113 | -74 | 0 | 0 | -14 | -88 | ||||||||||
Nachzuverrechnender | 20 | 0 | 0 | 5 | 25 | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 | ||||||||||
Zinsaufwand | -25 | -7 | -4 | -5 | -41 | -43 | -8 | -6 | -7 | -64 | ||||||||||
Arbeitnehmerbeiträge | -11 | 0 | 0 | 0 | -11 | -11 | 0 | 0 | 0 | -11 | ||||||||||
Übertragungen | 7 | 0 | 0 | 0 | 7 | -4 | 0 | 0 | 0 | -4 | ||||||||||
Gezahlte Abgeltungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 4 | 4 | ||||||||||
Gewinne (+) / Verluste (-) aus | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 3 | 3 | ||||||||||
Gewinne (+) / Verluste (-) - Änderung | -159 | -21 | -28 | -6 | -214 | -468 | -25 | -26 | -15 | -534 | ||||||||||
Gewinne (+) / Verluste (-) - Änderung | 0 | 2 | 2 | 3 | 7 | 0 | 1 | 0 | 7 | 8 | ||||||||||
Gewinne (+) / Verluste (-) - | 25 | -2 | 0 | 0 | 23 | 21 | 0 | 0 | 1 | 22 | ||||||||||
Unternehmenszusammenschlüsse/ | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 5 | 0 | 0 | 0 | 5 | ||||||||||
Währungsumrechnung | 0 | 18 | 12 | 7 | 37 | 0 | -4 | -11 | -3 | -18 | ||||||||||
Barwert der leistungsorientierten | -2.932 | -217 | -231 | -239 | -3.619 | -2.756 | -219 | -222 | -243 | -3.440 | ||||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 8 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Entwicklung und Zusammensetzung des Planvermögens
Die folgende Übersicht stellt eine Überleitungsrechnung der Eröffnungs- und Schlusssalden des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens dar:
Überleitung Zeitwert des Planvermögens 01. Januar / 31. Dezember | ||||||||||||||||||||
2020 | 2019 | |||||||||||||||||||
in Mio. EUR | Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige | Gesamt | Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige | Gesamt | ||||||||||
Beizulegender Zeitwert des | 218 | 215 | 267 | 166 | 866 | 178 | 184 | 228 | 147 | 737 | ||||||||||
Gezahlte Leistungen | -5 | -11 | -9 | -7 | -32 | -3 | -10 | -11 | -10 | -34 | ||||||||||
Rechnungsmäßiger Zinsertrag auf | 2 | 7 | 5 | 4 | 18 | 2 | 8 | 7 | 5 | 22 | ||||||||||
Arbeitnehmerbeiträge | 11 | 0 | 0 | 0 | 11 | 11 | 0 | 0 | 0 | 11 | ||||||||||
Arbeitgeberbeiträge | 10 | 0 | 0 | 9 | 19 | 13 | 0 | 0 | 12 | 25 | ||||||||||
Übertragungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 2 | 2 | ||||||||||
Sonstiger Ertrag (+) / Verlust (-) aus | -7 | 12 | 35 | -1 | 39 | 17 | 30 | 31 | 7 | 85 | ||||||||||
Währungsumrechnung | 0 | -18 | -14 | -6 | -38 | 0 | 3 | 12 | 3 | 18 | ||||||||||
Beizulegender Zeitwert des | 229 | 205 | 284 | 165 | 883 | 218 | 215 | 267 | 166 | 866 | ||||||||||
Für das Geschäftsjahr 2021 plant die Schaeffler Gruppe, 21 Mio. EUR (Vj.: 13 Mio. EUR) in das Planvermögen einzuzahlen.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 9 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Das Planvermögen setzte sich wie folgt zusammen:
Zusammensetzung des Planvermögens | ||||||||||||||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||||||||||||||||
in Mio. EUR | Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige | Gesamt | Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige | Gesamt | ||||||||||
Eigenkapitalinstrumente | 105 | 21 | 75 | 4 | 205 | 111 | 22 | 82 | 5 | 220 | ||||||||||
Schuldinstrumente | 46 | 184 | 55 | 81 | 366 | 40 | 193 | 62 | 90 | 385 | ||||||||||
Immobilien | 0 | 0 | 26 | 4 | 30 | 0 | 0 | 33 | 5 | 38 | ||||||||||
Zahlungsmittel | 51 | 0 | 1 | 1 | 53 | 42 | 0 | 1 | 1 | 44 | ||||||||||
(Rückdeckungs-) Versicherungen | 27 | 0 | 0 | 7 | 34 | 25 | 0 | 0 | 7 | 32 | ||||||||||
Mischfonds | 0 | 0 | 127 | 57 | 184 | 0 | 0 | 89 | 58 | 147 | ||||||||||
Sonstiges | 0 | 0 | 0 | 11 | 11 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||||
Summe | 229 | 205 | 284 | 165 | 883 | 218 | 215 | 267 | 166 | 866 | ||||||||||
Das Planvermögen beinhaltet keine von der Schaeffler Gruppe selbst genutzten Immobilien oder unternehmenseigenen Finanzinstrumente. Mit Ausnahme der Werte für Immobilien und Rückdeckungsversicherungen sind alle oben genannten Werte zu Marktpreisen, die an einem aktiven Markt notiert werden, angegeben.
Die Entwicklung der Struktur des Planvermögens in Deutschland wird durch entsprechende Performance-Berichte seitens des Fondsmanagers übermittelt und regelmäßig durch Anlageausschüsse überprüft. Die Anlagestrategie erfolgt dabei im Rahmen eines Lebenszyklusmodells: Mit steigendem Lebensalter des Begünstigten wird das Planvermögen in risikoärmere Anlagenklassen umgeschichtet.
Für die leistungsorientierten Pläne mit Planvermögen in Großbritannien und den USA werden in regelmäßigen Abständen Asset-Liability-Studien erstellt, die unter Berücksichtigung lokaler rechtlicher Gegebenheiten die Grundlage für die Kapitalanlagepolitik der jeweiligen Fonds bilden.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 10 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Entwicklung des Gesamtergebnisses
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die im Gesamtergebnis erfassten Beträge der leistungsorientierten Pläne und stellt dabei die einzelnen Ergebniskomponenten dar:
Gesamtergebnis der leistungsorientierten Pensionspläne | ||||||||||||||||||||
2020 | 2019 | |||||||||||||||||||
in Mio. EUR | Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige | Gesamt | Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige | Gesamt | ||||||||||
Laufender Dienstzeitaufwand | 100 | 0 | 0 | 13 | 113 | 74 | 0 | 0 | 14 | 88 | ||||||||||
Nachzuverrechnender | -20 | 0 | 0 | -5 | -25 | 0 | 0 | 0 | -1 | -1 | ||||||||||
- davon Plankürzungen | -20 | 0 | 0 | -5 | -25 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||||
Gewinne (-) / Verluste (+) aus | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | -3 | -3 | ||||||||||
Dienstzeitaufwand | 80 | 0 | 0 | 8 | 88 | 74 | 0 | 0 | 10 | 84 | ||||||||||
Zinsaufwand | 25 | 7 | 4 | 5 | 41 | 43 | 8 | 6 | 7 | 64 | ||||||||||
Rechnungsmäßiger Zinsertrag | -2 | -7 | -5 | -4 | -18 | -2 | -8 | -7 | -5 | -22 | ||||||||||
Nettozinsertrag / -aufwand auf die | 23 | 0 | -1 | 1 | 23 | 41 | 0 | -1 | 2 | 42 | ||||||||||
Gewinne (-) / Verluste (+) - Änderung | 159 | 21 | 28 | 6 | 214 | 468 | 25 | 26 | 15 | 534 | ||||||||||
Gewinne (-) / Verluste (+) - Änderung | 0 | -2 | -2 | -3 | -7 | 0 | -1 | 0 | -7 | -8 | ||||||||||
Gewinne (-) / Verluste (+) - | -25 | 1 | 0 | 0 | -24 | -21 | 0 | 0 | -1 | -22 | ||||||||||
Sonstiger Ertrag (-) / Verlust (+) aus | 7 | -12 | -35 | 1 | -39 | -17 | -30 | -31 | -7 | -85 | ||||||||||
Sonstige Anpassungen | 0 | 0 | -3 | 0 | -3 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||||||||
Neubewertungen der Nettoschuld / | 141 | 8 | -12 | 4 | 141 | 430 | -6 | -5 | 0 | 419 | ||||||||||
Gesamtergebnis aus leistungs- | 244 | 8 | -13 | 13 | 252 | 545 | -6 | -6 | 12 | 545 | ||||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 11 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Bei den Erträgen aus Plankürzung handelt es sich um Effekte aus den Personalabbaumaßnahmen im Rahmen von Restrukturierungsprogramme (vgl. Tz. 4.14). Durch die rückwirkende Anpassung des Ausweises ergab sich ein Effekt von insgesamt 4 Mio. EUR (vgl. Tz. 1.3). Der Dienstzeitaufwand und die Verzinsung der Nettoschuld werden in den folgenden Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:
Nettopensionsaufwendungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung | ||||||||||||||||||||
2020 | 2019 | |||||||||||||||||||
in Mio. EUR | Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige | Gesamt | Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige | Gesamt | ||||||||||
Umsatzkosten | 59 | 0 | 0 | 9 | 68 | 43 | 0 | 0 | 9 | 52 | ||||||||||
Kosten der Forschung und | 20 | 0 | 0 | 1 | 21 | 14 | 0 | 0 | 0 | 14 | ||||||||||
Kosten des Vertriebs | 8 | 0 | 0 | 2 | 10 | 5 | 0 | 0 | 1 | 6 | ||||||||||
Kosten der allgemeinen Verwaltung | 13 | 0 | 0 | 1 | 14 | 12 | 0 | 0 | 0 | 12 | ||||||||||
Im EBIT enthalten | 100 | 0 | 0 | 13 | 113 | 74 | 0 | 0 | 10 | 84 | ||||||||||
Zinsaufwand | 25 | 7 | 4 | 5 | 41 | 43 | 8 | 6 | 7 | 64 | ||||||||||
Rechnungsmäßiger Zinsertrag | -2 | -7 | -5 | -4 | -18 | -2 | -8 | -7 | -5 | -22 | ||||||||||
Im Finanzergebnis enthalten | 23 | 0 | -1 | 1 | 23 | 41 | 0 | -1 | 2 | 42 | ||||||||||
Summe | 123 | 0 | -1 | 14 | 136 | 115 | 0 | -1 | 12 | 126 | ||||||||||
Fälligkeitsprofil der leistungsorientierten Verpflichtungen
Die gewichtete, durchschnittliche Duration der leistungsorientierten Verpflichtungen beträgt zum Ende des Berichtsjahrs 21,1 Jahre (Vj.: 20,7 Jahre). In den wesentlichen Ländern Deutschland, den USA und Großbritannien beträgt die durchschnittliche Duration 22,5 Jahre (Vj.: 22,1 Jahre), 11,9 Jahre (Vj.: 11,6 Jahre) bzw. 21,4 Jahre (Vj.: 21,2 Jahre).
Für die zum Bilanzstichtag bestehenden leistungsorientierten Verpflichtungen werden für die nächsten zehn Jahre folgende Zahlungen prognostiziert:
Erwartete Auszahlungen für die nächsten Geschäftsjahre | ||||
in Mio. EUR | Erwartete Auszahlungen | |||
2021 | 99 | |||
2022 | 105 | |||
2023 | 110 | |||
2024 | 115 | |||
2025 | 123 | |||
2026-2030 | 613 | |||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 12 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Versicherungsmathematische Annahmen
Die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtungen erfolgt zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung versicherungsmathematischer Annahmen.
Die Annahmen, insbesondere in Bezug auf den Abzinsungssatz, die Lohn- und Gehaltssteigerung sowie die Rentensteigerung, werden für jedes Land separat getroffen.
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten gewichteten durchschnittlichen versicherungsmathematischen Annahmen in der Schaeffler Gruppe:
Versicherungsmathematische Annahmen | ||||||||||||||||||||
2020 | 2019 | |||||||||||||||||||
Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige | Gesamt 1) | Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige | Gesamt 1) | |||||||||||
Abzinsungssatz zum 31. Dezember | 0,7 % | 2,3 % | 1,4 % | 1,9 % | 0,9 % | 1,0 % | 3,2 % | 2,0 % | 2,1 % | 1,3 % | ||||||||||
Zukünftiger Lohn- und Gehaltstrend | 2,8 % | n.a. 2) | n.a. 2) | 2,8 % | 3,2 % | 3,3 % | n.a. 2) | n.a. 2) | 2,9 % | 3,2 % | ||||||||||
Zukünftiger Rententrend | 1,8 % | 2,5 % | 3,0 % | 0,0 % | 1,7 % | 1,8 % | 2,5 % | 3,1 % | 0,1 % | 1,8 % | ||||||||||
1) Durchschnittlicher Zinssatz für die Schaeffler Gruppe. | ||||||||||||||||||||
2) Die Pensionspläne in den USA und Großbritannien sind seit 2006 bzw. 2009 geschlossen und derart ausgestaltet, dass die zukünftigen Lohn- und Gehaltstrends keine Auswirkungen auf die Höhe der Nettoverpflichtungen haben. | ||||||||||||||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 13 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Die Annahmen bezüglich der Sterblichkeit beruhen auf öffentlichen Statistiken sowie länderspezifischen Sterbetafeln. Für die deutschen Pläne werden seit dem Geschäftsjahr 2018 die von Prof. Dr. Klaus Heubeck entwickelten RICHTTAFELN 2018 G der HEUBECK-RICHTTAFELN-GmbH verwendet. Hierbei handelt es sich um Generationentafeln, die durch geeignete Annahmen insbesondere die zukünftige steigende Lebenserwartung berücksichtigen.
Sensitivitätsanalyse
Die Berechnung des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtung wird wesentlich von der Wahl der oben genannten Annahmen bestimmt. In der folgenden Tabelle wird die Sensitivität des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtung bei Änderung einer der wesentlichen Annahmen dargestellt.
0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |||||||||||||
Sensitivitäten des Barwertes der leistungsorientierten Verpflichtung | ||||||||||||||||||||||
2020 | 2019 | |||||||||||||||||||||
in Mio. EUR | Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige Länder | Gesamt | Deutsch- | USA | Großbri-tannien | Übrige Länder | Gesamt | ||||||||||||
Abzinsungssatz | Plus 1,0 % | -557 | -23 | -42 | -24 | -646 | -512 | -23 | -40 | -25 | -600 | |||||||||||
Minus 1,0 % | 788 | 28 | 57 | 29 | 902 | 721 | 28 | 53 | 30 | 832 | ||||||||||||
Lohn- und Gehaltstrend | Plus 1,0 % | 66 | n.a. 1) | n.a. 1) | 17 | 83 | 67 | n.a. 1) | n.a. 1) | 18 | 85 | |||||||||||
Minus 1,0 % | -57 | n.a. 1) | n.a. 1) | -14 | -71 | -58 | n.a. 1) | n.a. 1) | -15 | -73 | ||||||||||||
Rententrend | Plus 1,0 % | 284 | 0 | 25 | 3 | 312 | 273 | 0 | 23 | 3 | 299 | |||||||||||
Minus 1,0 % | -205 | 0 | -22 | -3 | -230 | -199 | 0 | -20 | -3 | -222 | ||||||||||||
1) Die Pensionspläne in den USA und Großbritannien sind seit 2006 bzw. 2009 geschlossen und derart ausgestaltet, dass die Lohn- und Gehaltstrends keine Auswirkungen auf die Höhe der Nettoverpflichtung haben. | ||||||||||||||||||||||
Die Lebenserwartung stellt einen weiteren wesentlichen Bewertungsparameter für die Pensionsverpflichtungen der Schaeffler Gruppe dar. Würde sich die Lebenserwartung in den wesentlichen Ländern jeweils um ein Jahr verlängern, dann würde dies zu einer Erhöhung des Barwerts der jeweiligen Verpflichtung um 156 Mio. EUR (Vj.: 141 Mio. EUR) für Deutschland, um 8 Mio. EUR (Vj.: 7 Mio. EUR) für die USA und um 11 Mio. EUR (Vj.: 10 Mio. EUR) für Großbritannien führen.
Die Berechnung der oben dargestellten Sensitivitäten erfolgte im Berichtsjahr unverändert zum Vorjahr nach der gleichen Methode, wie sie für die Berechnung der Barwerte der Pensionsverpflichtungen am Bilanzstichtag verwendet wurde. Die Darstellung berücksichtigt nicht die Interdependenzen der Annahmen, sondern unterstellt, dass sich die Annahmen jeweils einzeln ändern. In der Praxis wäre dies unüblich, da die Annahmen oft korrelieren.
Risiken und Risikomanagement
Die Schaeffler Gruppe unterliegt hinsichtlich der vorliegenden leistungsorientierten Pläne den allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken.
Die Verwaltung der vorhandenen Planvermögen erfolgt dezentral in den jeweiligen Ländern und wird hier unabhängig gemanagt.
Beitragsorientierte Pläne
Im Geschäftsjahr 2020 sind Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne in Höhe von 34 Mio. EUR entstanden (Vj.: 35 Mio. EUR). Der überwiegende Teil mit 14 Mio. EUR (Vj.: 16 Mio. EUR) entfällt dabei auf Pläne in den USA.
14 Rückstellungen
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Rückstellungen | ||||||||||||
in Mio. EUR | Personalauf- | Restruk- | Gewähr- | Sonstige | Sonstige | Gesamt | ||||||
Bestand zum 01. Januar 2020 | 281 | 91 | 103 | 9 | 145 | 630 | ||||||
Zuführungen | 120 | 600 | 82 | 12 | 85 | 898 | ||||||
Inanspruchnahme | -194 | -47 | -33 | -11 | -53 | -337 | ||||||
Auflösungen | -28 | -5 | -9 | -1 | -12 | -55 | ||||||
Zinsaufwendungen | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | ||||||
Währungsumrechnung | -2 | 0 | -2 | 0 | -7 | -12 | ||||||
Bestand zum 31. Dezember 2020 | 178 | 639 | 142 | 9 | 158 | 1.126 | ||||||
0 |
Die Rückstellungen können jeweils wie folgt in einen lang- und einen kurzfristigen Anteil aufgeteilt werden. Die langfristigen Rückstellungen umfassen einen Zeitraum von ein bis fünf Jahren.
Rückstellungen (lang-/kurzfristig) | ||||||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||||||||
in Mio. EUR | Langfristig | Kurzfristig | Gesamt | Langfristig | Kurzfristig | Gesamt | ||||||
Personalaufwendungen | 109 | 68 | 178 | 96 | 185 | 281 | ||||||
Restrukturierung | 365 | 273 | 639 | 26 | 65 | 91 | ||||||
Gewährleistungen | 0 | 142 | 142 | 0 | 103 | 103 | ||||||
Sonstige Steuern | 0 | 9 | 9 | 0 | 9 | 9 | ||||||
Sonstige | 35 | 123 | 158 | 47 | 98 | 145 | ||||||
Summe | 510 | 616 | 1.126 | 168 | 462 | 630 | ||||||
Die Rückstellungen für Personalaufwendungen beinhalteten einerseits Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen und Altersteilzeitprogramme in Höhe von 76 Mio. EUR (Vj.: 60 Mio. EUR), die maßgeblich langfristig bilanziert waren. Der Rückgang der Rückstellungen für Personalaufwendungen gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere auf die Inanspruch-
nahme der Freiwilligenprogramme in Deutschland und Frankreich zurückzuführen, die im Rahmen der Programme „RACE“ in der Sparte Automotive Technologies, „GRIP“ in der Sparte Automotive Aftermarket und „FIT“ in der Sparte Industrial durchgeführt werden. Gegenläufig wirkte die Bildung einer Rückstellung für ein neues Freiwilligenprogramm in Südkorea in Höhe von 39 Mio. EUR das im Rahmen von „RACE“ durchgeführt wird.
Die Rückstellungen für Restrukturierung umfassten u. a. Rückstellungen für die Reorganisation der indirekten Funktionen an verschiedenen Standorten im Rahmen der Initiative „Shared Services“ für die Region Europa in Höhe von 26 Mio. EUR. Die Maßnahmenumsetzung soll bis zum Jahr 2022 abgeschlossen sein. Daneben bestehen für das Programm „RACE“ Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 21 Mio. EUR aus dem Geschäftsjahr 2019. Darüber hinaus hat der Vorstand der Schaeffler AG am 9. September 2020 ein zusätzliches Maßnahmenpaket verabschiedet, um die Transformation der Schaeffler Gruppe zu beschleunigen und ihre Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit nachhaltig zu verbessern. Hierfür wurden Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 600 Mio. EUR in den Programmen „RACE“, „GRIP“ und „FIT“ erfasst.
Die Rückstellungen für Gewährleistungen bestanden insbesondere aus Rückstellungen für Einzelfälle, für die der Abfluss von Ressourcen innerhalb eines Jahres als wahrscheinlich eingestuft wird. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr war auf Einzelfälle innerhalb der Segmente Automotive Technologies und Industrial zurückzuführen.
Die sonstigen Rückstellungen enthielten u. a. Rückstellungen für steuerliche Nebenleistungen in Höhe von 16 Mio. EUR (Vj.: 19 Mio. EUR), für mögliche Ansprüche Dritter im Zusammenhang mit Kartellverfahren in Höhe von 15 Mio. EUR (Vj.: 21 Mio. EUR) sowie für weitere Rechts- und Verfahrensrisiken in Höhe von 37 Mio. EUR (Vj.: 20 Mio. EUR).
Die langfristigen Rückstellungen erhöhten sich um 342 Mio. EUR auf 510 Mio. EUR (Vj.: 168 Mio. EUR). Der Anstieg war im Wesentlichen auf die Bildung neuer Restrukturierungsrückstellungen zurückzuführen.
Die kurzfristigen Rückstellungen erhöhten sich um 154 Mio. EUR auf 616 Mio. EUR (Vj.: 462 Mio. EUR). Der Anstieg war ebenso auf die Bildung neuer Restrukturierungsrückstellungen zurückzuführen.
15 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (lang-/kurzfristig) | ||||||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||||||||
in Mio. EUR | Langfristig | Kurzfristig | Gesamt | Langfristig | Kurzfristig | Gesamt | ||||||
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern | 1 | 440 | 442 | 14 | 365 | 379 | ||||||
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 0 | 34 | 35 | 1 | 53 | 54 | ||||||
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 16 | 118 | 135 | 21 | 127 | 148 | ||||||
Summe | 18 | 593 | 611 | 36 | 545 | 581 | ||||||
In den Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern waren im Wesentlichen Erfolgsbeteiligungen sowie Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen enthalten.
Die derivativen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalteten im Wesentlichen Devisentermingeschäfte. Diese wurden zur Absicherung von Währungsrisiken in der Schaeffler Gruppe verwendet. Die Veränderung war insbesondere auf eine positive Marktwertentwicklung zurückzuführen.
Sonstige Verbindlichkeiten (lang-/kurzfristig) | ||||||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||||||||
in Mio. EUR | Langfristig | Kurzfristig | Gesamt | Langfristig | Kurzfristig | Gesamt | ||||||
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern | 0 | 73 | 73 | 0 | 97 | 97 | ||||||
Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit | 5 | 48 | 53 | 0 | 43 | 43 | ||||||
Erhaltene Anzahlungen | 0 | 3 | 3 | 0 | 3 | 3 | ||||||
Sonstige Steuerverbindlichkeiten | 0 | 101 | 101 | 0 | 140 | 140 | ||||||
Übrige Verbindlichkeiten | 13 | 27 | 40 | 15 | 46 | 61 | ||||||
Summe | 18 | 252 | 270 | 15 | 329 | 344 | ||||||
In den übrigen finanziellen Verbindlichkeiten waren im Wesentlichen erhaltene Kundenzahlungen für verkaufte Forderungen im Rahmen des ABCP-Programms (vgl. Tz. 5.2) sowie Zinsabgrenzungen enthalten.
In den Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern waren überwiegend Verpflichtungen aus Urlaubs- und Gleitzeitansprüchen enthalten.
Die Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit beinhalteten im Wesentlichen abzuführende Sozialversicherungsbeiträge.
Die sonstigen Steuerverbindlichkeiten umfassten insbesondere Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer und Verbindlichkeiten aus Lohnsteuer.
16 Finanzinstrumente
Die folgende Tabelle enthält die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente, aufgegliedert nach Klassen der Konzern-Bilanz und je Kategorie gemäß IFRS 7.8. Dabei werden auch Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 2 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Finanzinstrumente nach Klassen und je Kategorie gem. IFRS 7.8 | ||||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||||||
in Mio. EUR | Kategorie | Buchwert | Beizulegender | Buchwert | Beizulegender | |||||
Finanzielle Vermögenswerte, nach Klassen | ||||||||||
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Amortised cost | 1.926 | 1.926 | 2.098 | 2.098 | |||||
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - ABCP-Programm | FVTPL | 87 | 87 | 32 | 32 | |||||
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - zum Verkauf stehende Kunden- und Wechselforderungen | FVOCI | 147 | 147 | 0 | 0 | |||||
Sonstige finanzielle Vermögenswerte | ||||||||||
• Sonstige Finanzanlagen | FVOCI | 36 | 36 | 37 | 37 | |||||
• Handelbare Wertpapiere | FVTPL | 24 | 24 | 23 | 23 | |||||
• Als Sicherungsinstrument designierte Derivate | n.a. | 54 | 54 | 11 | 11 | |||||
• Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate | FVTPL | 23 | 23 | 49 | 49 | |||||
• Übrige finanzielle Vermögenswerte | Amortised cost, FVTPL | 123 | 123 | 125 | 125 | |||||
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1) | Amortised cost, FVTPL | 1.758 | 1.758 | 668 | 668 | |||||
Finanzielle Verbindlichkeiten, nach Klassen | ||||||||||
Finanzschulden | FLAC | 4.071 | 4.301 | 3.194 | 3.357 | |||||
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FLAC | 1.704 | 1.704 | 1.732 | 1.732 | |||||
Rückerstattungsverbindlichkeiten | n.a. | 224 | 224 | 232 | 232 | |||||
Leasingverbindlichkeiten 2) | n.a. | 185 | 0 | 194 | 0 | |||||
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||||||
• Als Sicherungsinstrument designierte Derivate | n.a. | 10 | 10 | 28 | 28 | |||||
• Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate | FVTPL | 25 | 25 | 27 | 27 | |||||
• Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | FLAC | 577 | 577 | 527 | 527 | |||||
Zusammenfassung pro Kategorie | ||||||||||
Finanzielle Vermögenswerte, die zu den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (Amortised cost) | 3.407 | 3.407 | 2.891 | 2.892 | ||||||
Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (FVTPL) | 534 | 534 | 104 | 104 | ||||||
Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (FVOCI) | 183 | 183 | 37 | 37 | ||||||
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten | 6.351 | 6.582 | 5.453 | 5.616 | ||||||
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (FVTPL) | 25 | 25 | 27 | 27 | ||||||
1) Hierin enthalten sind Geldmarktfonds in Höhe von 400 Mio. EUR, die der Kategorie FVTPL zugeordnet werden | ||||||||||
2) Gemäß IFRS 7.29 (d) erfolgt keine Angabe des beizulegenden Zeitwertes. | ||||||||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 3 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, inklusive der Forderungen, die im Rahmen des ABCP-Programms (Asset Backed Commercial Paper-Programms) zum Verkauf stehen sowie weitere zum Verkauf stehende Kunden- und Wechselforderungen, den übrigen finanziellen Vermögenswerten, den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den Rückerstattungsverbindlichkeiten sowie den übrigen finanziellen Verbindlichkeiten wird aufgrund der kurzfristigen Laufzeit angenommen, dass der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht.
Die sonstigen Finanzanlagen beinhalteten nicht konsolidierte Beteiligungen (Anteile an Kapitalgesellschaften sowie Genossenschaftsanteile), die sich wie folgt zusammensetzen:
Beteiligungen designiert als FVOCI | ||||
in Mio. EUR | Beizulegender Zeitwert zum 31.12.2020 | Beizulegender Zeitwert zum 31.12.2019 | ||
Anteile an SupplyOn AG | 5 | 5 | ||
Anteile an Gemeinschaftskraftwerk GmbH | 2 | 2 | ||
Anteile an IAV GmbH | 28 | 28 | ||
Sonstige Anteile | 2 | 2 | ||
Summe | 37 | 37 | ||
Da diese Beteiligungen aus strategischer Sicht langfristig gehalten werden, werden sie als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet designiert. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgt anhand eines EBIT-Multiple-Verfahrens. Dabei werden branchenspezifische und größenabhängige EBIT-Multiples verwendet. Alle Inputfaktoren sind am Markt beobachtbar. Anteilige Veräußerungen dieser Beteiligungen erfolgten im Geschäftsjahr 2020 nicht. Es wurden auch keine Umgliederungen der kumulierten Gewinne oder Verluste innerhalb des Eigenkapitals vorgenommen. Die handelbaren Wertpapiere beinhalten im Wesentlichen Fremdkapitalinstrumente in Form von Anteilen an Geldmarktfonds.
Im Geschäftsjahr 2020 erfolgte eine Reklassifizierung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (Amortized cost)“ in die Kategorie „erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI)“. Die Reklassifizierung wurde aufgrund der geänderten Beurteilung des Geschäftsmodells für bestimmte Kunden- und Wechselforderungen vorgenommen. Für diese Forderungen sollen entweder die vertraglichen Cashflows vereinnahmt werden oder eine Veräußerung vorgenommen werden.
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung kommen ausschließlich im Rahmen von Cash Flow Hedges zur Absicherung von Währungsrisiken zum Einsatz. Als Sicherungsinstrumente werden dafür Zinswährungsswaps und Devisentermingeschäfte eingesetzt.
Ausführungen zur Höhe der als Sicherheiten verpfändeten finanziellen Vermögenswerte sind den Anmerkungen zu den jeweiligen Bilanzposten zu entnehmen.
Für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die entweder zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden oder für die eine Angabe des beizulegenden Zeitwertes im Konzernanhang erfolgt, wurden folgende Bewertungsverfahren und Inputfaktoren zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes verwendet:
Level 1: Für handelbare Wertpapiere, die als Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesenen Geldmarktfonds sowie die in den Finanzschulden enthaltenen Anleihen wird der Börsenkurs zum Stichtag herangezogen.
Level 2: Die Bewertung der Zinswährungsswaps und Devisentermingeschäfte erfolgt auf Basis von Discounted Cash Flow-Bewertungsmodellen und der am Stichtag gültigen Wechselkurse sowie risiko- und laufzeitadäquater Zinssätze. Hierbei wird das Kreditrisiko der Vertragspartner durch die Ermittlung von Credit Value Adjustments berücksichtigt. Bei den in Anleiheverträge eingebetteten Derivaten erfolgt die Bewertung anhand eines Hull-White-Modells. Wesentliche Inputfaktoren sind hierbei Zinssätze, Volatilitäten sowie Credit Default Swap-Sätze.
Der beizulegende Zeitwert der Finanzschulden (außer den börsennotierten Anleihen) ergibt sich als Barwert der erwarteten Zahlungsmittelzu- bzw. –abflüsse. Die Abzinsung erfolgt dabei unter Verwendung von zum Stichtag gültigen risiko- und laufzeitadäquaten Zinssätzen.
Level 3: Die Bewertung der in ein Wandeldarlehen eingebetteten Derivate und des ausgegebenen Darlehens mit Wandlungsrecht erfolgt auf Basis von Optionspreismodellen. Inputfaktoren sind die Plandaten des Unternehmens, Marktinformationen und Erwartungen des Managements.
Die folgende Übersicht stellt die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie deren Leveleinstufung dar. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, bei denen angenommen wird, dass der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht, sind nicht enthalten.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 4 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten | ||||||||
in Mio. EUR | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Gesamt | ||||
31. Dezember 2020 | ||||||||
Handelbare Wertpapiere | 24 | - | - | 24 | ||||
Als Sicherungsinstrument designierte Derivate | - | 54 | 0 | 54 | ||||
Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate | - | 23 | 0 | 23 | ||||
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - ABCP Programm | - | 87 | 0 | 87 | ||||
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - zum Verkauf stehende Kunden- und Wechselforderungen | - | 147 | 0 | 147 | ||||
Sonstige Finanzanlagen | - | 36 | 0 | 36 | ||||
Übrige finanzielle Vermögenswerte | - | 0 | 1 | 1 | ||||
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 400 | 0 | 0 | 400 | ||||
Summe finanzielle Vermögenswerte | 424 | 347 | 1 | 772 | ||||
Finanzschulden | 3.700 | 601 | 0 | 4.301 | ||||
Als Sicherungsinstrument designierte Derivate | 0 | 10 | 0 | 10 | ||||
Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate | 0 | 25 | 0 | 25 | ||||
Summe finanzielle Verbindlichkeiten | 3.700 | 636 | 0 | 4.336 | ||||
31. Dezember 2019 | ||||||||
Handelbare Wertpapiere | 23 | - | - | 23 | ||||
Als Sicherungsinstrument designierte Derivate | - | 11 | 0 | 11 | ||||
Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate | - | 48 | 1 | 49 | ||||
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - ABCP Programm | - | 32 | 0 | 32 | ||||
Sonstige Finanzanlagen | - | 37 | 0 | 37 | ||||
Übrige finanzielle Vermögenswerte | - | 0 | 10 | 10 | ||||
Summe finanzielle Vermögenswerte | 23 | 128 | 11 | 162 | ||||
Finanzschulden | 2.938 | 419 | 0 | 3.357 | ||||
Als Sicherungsinstrument designierte Derivate | - | 28 | 0 | 28 | ||||
Nicht als Sicherungsinstrument designierte Derivate | - | 26 | 1 | 27 | ||||
Summe finanzielle Verbindlichkeiten | 2.938 | 473 | 1 | 3.412 | ||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 5 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Jeweils zum Ende einer Berichtsperiode wird überprüft, ob Umgruppierungen zwischen Bewertungshierarchien vorzunehmen sind. In der Berichtsperiode wurden keine Transfers zwischen den verschiedenen Leveln vorgenommen.
Entwicklung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Bilanzposten in Level 3 | ||||||
2020 | ||||||
in Mio. EUR | Finanzielle Vermögenswerte - nicht als Sicherungsinstrumente designierte Derivate | Übrige finanzielle | Finanzielle Verbindlichkeiten - nicht als Sicherungsinstrumente designierte Derivate | |||
Stand zum 01. Januar | 1 | 10 | 1 | |||
Zugänge | 0 | 13 | 0 | |||
• Finanzerträge (unrealisiert) | 0 | 0 | -1 | |||
• Finanzaufwendungen (unrealisiert) | 1 | 22 | 0 | |||
Stand zum 31. Dezember | 0 | 1 | 0 | |||
Die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, deren beizulegender Zeitwert anhand nicht auf dem Markt beobachtbarer Inputfaktoren ermittelt wird (Level 3), werden kontinuierlich überwacht und auf Wertveränderungen überprüft. Wesentlicher Faktor, von dem die Veränderung der beizulegenden Zeitwerte abhängig ist, ist der Unternehmenswert des Darlehensnehmers. Zur Ermittlung dieses Unternehmenswertes werden Plandaten des Unternehmens, die Erwartungen des Managements sowie Marktinformationen herangezogen.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 6 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Die Nettogewinne und -verluste nach Kategorien von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7.20 ergeben sich wie folgt:
Nettogewinne/-verluste nach Kategorien von Finanzinstrumenten gem. IFRS 7.20 | ||||||||||||
2020 | 2019 | |||||||||||
aus der Folgebewertung | Nettoergebnis | |||||||||||
in Mio. EUR | aus Zinsen und | Beizulegender | Wert- | Währungs- | ||||||||
Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum | - | 0 | 0 | - | 0 | 0 | ||||||
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 0 | -56 | - | - | -56 | -98 | ||||||
Finanzielle Vermögenswerte, die zu den fortgeführten Anschaffungskosten | 15 | - | -33 | -19 | -37 | 13 | ||||||
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden | -107 | - | - | -6 | -113 | -118 | ||||||
Summe | -92 | -56 | -33 | -25 | -206 | -203 | ||||||
Das Zinsergebnis aus finanziellen Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert wurden, ist in den Zinserträgen aus finanziellen Vermögenswerten bzw. den Zinsaufwendungen aus Finanzschulden enthalten (vgl. Tz. 3.5).
Der Nettoverlust in Höhe von 56 Mio. EUR aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (Vj.: 98 Mio. EUR), entfiel im Wesentlichen auf Derivate. Von diesem Nettoverlust wurden 34 Mio. EUR (Vj.: 93 Mio. EUR) im Finanzergebnis gezeigt. Fair Value Änderungen der separat bilanzierten eingebetteten Derivate führten zu Aufwendungen in Höhe von 31 Mio. EUR (Vj.: Erträgen in Höhe von 23 Mio. EUR).
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 7 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Finanzrisikomanagement
Aufgrund der bestehenden Finanzinstrumente ist die Schaeffler Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt.
Der Vorstand der Schaeffler Gruppe trägt die Gesamtverantwortung für die Einrichtung und Aufsicht über das Risikosteuerungssystem des Konzerns. Die Finanzabteilung ist verantwortlich für die Entwicklung und Überwachung dieser Risikosteuerung und berichtet diesbezüglich regelmäßig an den Vorstand Finanzen der Schaeffler Gruppe.
Es existieren konzernweite Richtlinien der Risikosteuerung zur Identifikation und Analyse der Risiken der Schaeffler Gruppe, Bestimmung angemessener Risikogrenzen und -kontrollen, Überwachung der Risiken sowie Einhaltung der Grenzwerte. Die Verfahren und Systeme der Risikosteuerung werden regelmäßig überprüft, um angemessen auf Änderungen der Marktbedingungen bzw. Änderungen der Aktivitäten der Schaeffler Gruppe reagieren zu können.
Für den Einsatz von Sicherungsinstrumenten bestehen Richtlinien, deren Einhaltung regelmäßig überprüft wird. Interne Abwicklungsrisiken werden durch eine strikte funktionale Trennung der Aufgabenbereiche minimiert.
Weitere Ausführungen zur Steuerung finanzieller Risiken befinden sich im „Chancen- und Risikobericht“ im zusammengefassten Lagebericht.
Die Schaeffler Gruppe unterteilt diese Risiken in Liquiditätsrisiko, Ausfallrisiko und Marktrisiken (Zins-, Währungs- und sonstige Marktpreisrisiken).
Liquiditätsrisiko
Das Risiko, dass die Schaeffler Gruppe ihre Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht erfüllen kann, wird als Liquiditätsrisiko bezeichnet. Im Rahmen der Steuerung ihres Liquiditätsrisikos stellt die Schaeffler Gruppe sicher, dass stets ausreichend Liquidität zur Erfüllung fälliger Verbindlichkeiten zur Verfügung steht, ohne dabei untragbare Verluste einzugehen oder die Reputation der Schaeffler Gruppe zu gefährden.
Das Monitoring und die Steuerung des kurz- und mittelfristigen Liquiditätsrisikos werden anhand einer rollierenden Liquiditätsplanung mit einem Planungshorizont von bis zu zwölf Monaten durchgeführt. Sowohl der Liquiditätsstatus als auch der Liquiditätsplan werden regelmäßig an den Vorstand Finanzen berichtet.
Die Schaeffler Gruppe sichert die Einhaltung der Finanzierungsvoraussetzungen des operativen Geschäftes sowie der finanziellen Verpflichtungen durch den Einsatz von Eigenkapital, Cash Pool Vereinbarungen, konzerninternen Krediten, die Nutzung von Forderungsverkaufsprogrammen sowie gewährten Kreditlinien auf Basis der jeweiligen rechtlichen und steuerlichen Vorschriften. Hierfür stehen eine Revolving Credit Facility über 1,8 Mrd. EUR (Vj.: 1,8 Mrd. EUR) mit einem aktuellen Zinssatz von Euribor plus 0,5 % sowie weitere bilaterale Kreditlinien in Höhe von 289 Mio. EUR (Vj.: 246 Mio. EUR) zur Verfügung.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 8 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Die folgende Übersicht zeigt die vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen aus Finanzschulden, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Rückerstattungsverbindlichkeiten, übrigen finanziellen Verbindlichkeiten und derivativen Verbindlichkeiten der Schaeffler Gruppe:
Zahlungsströme aus nicht-derivativen und derivativen finanziellen Verbindlichkeiten | ||||||||||
in Mio. EUR | Buchwert | Vertraglich | Bis zu 1 Jahr | 1– 5 Jahre | Mehr als | |||||
31. Dezember 2020 | ||||||||||
Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 6.575 | 7.037 | 2.623 | 2.818 | 1.596 | |||||
• Finanzschulden | 4.071 | 4.531 | 136 | 2.803 | 1.592 | |||||
• Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.704 | 1.704 | 1.703 | 1 | 0 | |||||
• Rückerstattungsverbindlichkeiten | 224 | 225 | 225 | 0 | 0 | |||||
• Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 577 | 577 | 559 | 14 | 4 | |||||
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 35 | 35 | 35 | 0 | 0 | |||||
Summe | 6.610 | 7.072 | 2.658 | 2.818 | 1.596 | |||||
31. Dezember 2019 | ||||||||||
Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 5.685 | 5.823 | 2.657 | 1.907 | 1.259 | |||||
• Finanzschulden | 3.194 | 3.309 | 188 | 1.863 | 1.258 | |||||
• Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.732 | 1.732 | 1.725 | 7 | 0 | |||||
• Rückerstattungsverbindlichkeiten | 232 | 240 | 234 | 6 | 0 | |||||
• Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 527 | 542 | 510 | 31 | 1 | |||||
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 55 | 55 | 54 | 1 | 0 | |||||
Summe | 5.740 | 5.878 | 2.711 | 1.908 | 1.259 | |||||
Die vertraglich vereinbarten Zahlungsströme in Bezug auf die Finanzschulden umfassen erwartete Zinsen sowie den Rückzahlungsbetrag der Kredite und Anleihen. Die vertraglich vereinbarten Zahlungsströme in Bezug auf die derivativen finanziellen Verbindlichkeiten umfassen die undiskontierten, erwarteten Cash Flows umgerechnet zu Stichtagskursen.
Ausfallrisiko
Das Risiko eines finanziellen Verlustes für die Schaeffler Gruppe aufgrund des Ausfalls eines Kunden bzw. Geschäftspartners wird als Ausfallrisiko bezeichnet. Ungeachtet von Kreditversicherungen, entspricht das maximale Ausfallrisiko, dem die Schaeffler Gruppe ausgesetzt ist, dem Buchwert der zugrunde liegenden finanziellen Vermögenwerte.
Das Ausfallrisiko aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird durch die laufende Überwachung des Finanzstatus, der Kreditwürdigkeit sowie der Zahlungshistorie der jeweiligen Kunden kontrolliert. Weitere Maßnahmen der Steuerung des Ausfallrisikos sind ein effizientes Mahnverfahren und der Einsatz von Warenkreditversicherungen. Alle relevanten Regelungen sind in einer Richtlinie der Schaeffler Gruppe festgehalten. Das Unternehmen betrachtet eine Forderung als wertgemindert, wenn objektive substanzielle Hinweise vorliegen. Objektive Hinweise sind bestimmte Ereignisse, die Indizien für einen Zahlungsausfall liefern, z. B. Inkasso, gerichtliches Mahnverfahren, Zwangsvollstreckung oder Insolvenzverfahren. Je nach eingetretenem Ereignis wird eine individuell bestimmte Wertminderungsrate auf die betroffene Forderung angewendet. Eine Forderung wird erst ganz ausgebucht, wenn Insolvenzverfahren abgeschlossen sind oder wenn Schaeffler keine Einbringlichkeit der Forderung mehr erwartet. Zum 31. Dezember 2020 betrug der vertragsrechtlich ausstehende Betrag der Forderungen, die einer Vollstreckungsmaßnahme unterliegen, 2 Mio. EUR (Vj.: 2 Mio. EUR). In Bezug auf die erwarteten Kreditverluste wendet die Schaeffler Gruppe für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (mit und ohne Finanzierungskomponente) sowie Vertragsvermögenswerte und Leasingforderungen den vereinfachten Ansatz der Wertminderung an, wonach eine Risikovorsorge in Höhe der Gesamtlaufzeit erfasst wird. Dabei werden ratingspezifische Ausfallwahrscheinlichkeiten von einem externen Scoring-Anbieter angewendet, die zukunftsgerichtete Informationen enthalten. Diese laufzeitgewichteten Ausfallwahrscheinlichkeiten werden auf nicht wertgeminderte Forderungen mit mittlerem Ausfallrisiko angewendet, um die erwarteten Kreditverluste zu berechnen. Für die nicht kreditversicherten Länder wird ein homogenes Portfolio je Land gebildet und die durchschnittliche landesspezifische Ausfallwahrscheinlichkeit für die Berechnung der erwarteten Kreditverluste herangezogen.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 9 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Die folgende Tabelle stellt die Ausfallrisiko-Ratingklassen für die Berechnung der erwarteten Kreditverluste dar:
Erwartete Kreditverluste der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Risikoklassen | ||||||
31.12.2020 | ||||||
in Mio. EUR | Brutto | Erwartete Kreditverluste | Gewichtet durchschnittliche Wertminderungsrate | |||
Risikoklasse 1: höchste Bonität | 1.105 | 4 | 0% | |||
Risikoklasse 2-3: mittlere Bonität | 1.054 | 10 | 1% | |||
Risikoklasse 4: abgesichert | 10 | 0 | 0% | |||
Risikoklasse 5: negative Bonität bzw. insolvent | 28 | 25 | 89% | |||
2.197 | 39 | 2% | ||||
31.12.2019 | ||||||
in Mio. EUR | Brutto | Erwartete Kreditverluste | Gewichtet durchschnittliche Wertminderungsrate | |||
Risikoklasse 1: höchste Bonität | 1.113 | 0 | 0% | |||
Risikoklasse 2-3: mittlere Bonität | 1.015 | 6 | 1% | |||
Risikoklasse 4: abgesichert | 7 | 0 | 0% | |||
Risikoklasse 5: negative Bonität bzw. insolvent | 22 | 21 | 95% | |||
2.157 | 27 | 1% | ||||
In die Risikoklasse 1 werden Kunden mit einwandfreier Bonität eingestuft. Diese Kunden werden uneingeschränkt beliefert. Für Forderungen dieser Risikoklasse geht die Schaeffler Gruppe in Anbetracht der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie von höheren erwarteten Kreditverlusten aus.
Risikoklasse 2 bis 3 enthält Kunden mit mittlerer Bonität, die zum Teil durch Kreditversicherungsdeckung abgesichert sind. Für diese Klassen erwartet die Schaeffler Gruppe auf Grund der Coronavirus-Pandemie ebenfalls einen Anstieg der Kreditverluste. Erwartete Kreditverluste werden dabei nur für nicht versicherte Forderungen berechnet. Risikoklasse 4 beinhaltet Exportkunden, die gegen Akkreditiv oder auf Basis Kasse gegen Dokumente beliefert werden. Für diese Klasse sind grundsätzlich keine Kreditverluste zu erwarten.
Risikoklasse 5 umfasst insolvente Kunden bzw. Kunden mit negativer Bonität. Für diese Kundengruppe sind Lieferungen grundsätzlich nur gegen Stellung von Sicherheiten bzw. gegen Vorkasse in Abstimmung mit dem Kreditmanagement möglich, weshalb hierfür keine erwarteten Kreditverluste gebildet werden. Für Forderungen der Risikoklasse 5 werden je nach objektiven Hinweisen entsprechende Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Zum Bilanzstichtag werden 25 Mio. EUR (Vj.: 22 Mio. EUR) der Forderungen unter der Risikoklasse 5 wertgemindert eingestuft. Dagegen sind Forderungen der restlichen Risikoklassen nicht wertgemindert.
Auf Grund der Kundenstruktur der Schaeffler Gruppe hat sich die Coronavirus-Pandemie generell nur unwesentlich auf die Zusammensetzung der einzelnen Risikoklassen ausgewirkt.
Zum 31. Dezember 2020 wurden 30 % (Vj.: 35 %) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch Warenkreditversicherungen abgedeckt. Für 656 Mio. EUR (Vj.: 749 Mio. EUR) der kreditversicherten Forderungen werden weder Einzelwertminderungen noch erwartete Kreditverluste vorgenommen. Dagegen werden 0 Mio. EUR (Vj.: 6 Mio. EUR) der kreditversicherten Forderungen wertgemindert.
Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht in der Sparte Automotive Technologies eine Risikokonzentration auf diverse Automobilhersteller (vgl. Tz. 5.5) in Höhe von 45,7 % (Vj.: 35,3 %) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Für die sonstigen finanziellen Vermögenswerte, im Wesentlichen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, erfolgt der allgemeine Ansatz. Dementsprechend ist eine Risikovorsorge in Höhe der Kreditausfälle zu erfassen, deren Eintritt innerhalb der nächsten zwölf Monate erwartet wird, wenn das Kreditrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat. Sollte eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos durch Verschlechterung des externen Ratings vorliegen, ist eine Risikovorsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditausfälle zu bilden. Die Buchwerte der Bankanlagen sowie der sonstigen finanziellen Vermögenswerte je Ratingklasse sind wie folgt dargestellt:
Kreditrating Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | ||||||
31.12.2020 | ||||||
in Mio. EUR | Brutto | Erwartete Kreditverluste | Gewichtete durchschnittliche Wertminderungsrate | |||
BBB- bis AAA | 1.664 | 0 | 0% | |||
B- bis BB+ | 92 | 0 | 0% | |||
C bis CCC+ | 2 | 0 | 0% | |||
D | 0 | 0 | 0% | |||
Kein externes Rating | 0 | 0 | 0% | |||
1.758 | 0 | 0% | ||||
31.12.2019 | ||||||
in Mio. EUR | Brutto | Erwartete Kreditverluste | Gewichtete durchschnittliche Wertminderungsrate | |||
BBB- bis AAA | 494 | 0 | 0% | |||
B- bis BB+ | 172 | 1 | 1% | |||
C bis CCC+ | 0 | 0 | 0% | |||
D | 0 | 0 | 0% | |||
Kein externes Rating | 2 | 0 | 0% | |||
668 | 1 | 0% | ||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 10 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Aufgrund des überwiegenden Vorhandenseins eines Investment Grade Ratings in Verbindung mit einem bestehenden Kreditrisikoüberwachungssystem weisen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie die sonstigen finanziellen Vermögenswerte (in Höhe von 123 Mio. EUR; Vj.: 125 Mio. EUR) der Schaeffler Gruppe grundsätzlich ein niedriges Ausfallrisiko auf, sodass für diese keine Nachverfolgung des Kreditrisikos erforderlich ist. Von einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos wird ansonsten erst ausgegangen, wenn finanzielle Vermögenswerte mehr als 30 Tage überfällig werden oder eine (relative) Veränderung der Ausfallwahrscheinlichkeit um mehr als 20 % zu beobachten ist. Zum Bilanzstichtag sind keine Bankanlagen oder sonstigen finanziellen Vermögenswerte wertgemindert. Die zur Ermittlung erwarteter Kreditverluste für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie für sonstige finanzielle Vermögenswerte verwendeten Ausfallwahrscheinlichkeiten basieren auf am Markt quotierten Credit-Default-Swap Spreads, die zukunftsgerichtete makroökonomische Faktoren berücksichtigen. Die erwarteten Kreditverluste waren für diese Positionen zum Bilanzstichtag nicht wesentlich.
Das Ausfallrisiko derivativer Finanzinstrumente entsteht, soweit Kontrahenten ihren Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur eingeschränkt nachkommen. Zur Begrenzung dieses Risikos werden entsprechende Kontrakte nur mit ausgewählten Banken abgeschlossen.
In Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die weder wertberichtigt noch überfällig sind, sind dem Vorstand der Schaeffler Gruppe keinerlei Anzeichen bekannt, dass die Debitoren ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. In Bezug auf die sonstigen finanziellen Vermögenswerte, d. h., die handelbaren Wertpapiere, die derivativen finanziellen Vermögenswerte sowie die übrigen finanziellen Vermögenswerte, ergeben sich über die vorgenommenen Wertberichtigungen hinaus keine Anzeichen dafür, dass die Gegenpartei ihre zukünftigen vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen kann.
Zinsänderungsrisiko
Variable Zinsvereinbarungen bergen das Risiko steigender Zinsen bei finanziellen Verbindlichkeiten bzw. fallender Zinsen bei finanziellen Anlagen. Dieses Risiko wird bewertet, eingeschätzt und bei Bedarf durch den Einsatz von derivativen Zinssicherungsinstrumenten gesteuert. Gegenstand dieser Steuerung sind die zinstragenden Netto-Finanzschulden der Schaeffler Gruppe.
Die Finanzschulden der Schaeffler Gruppe lassen sich in Bezug auf die grundlegende Ausgestaltung des jeweiligen Zinssatzes wie folgt zusammenfassen:
Variabel und festverzinsliche Finanzschulden | ||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | |||
in Mio. EUR | Buchwert | |||
Variabel verzinsliche Instrumente | 520 | 298 | ||
• Finanzielle Schulden | 520 | 298 | ||
Festverzinsliche Instrumente | 3.551 | 2.896 | ||
• Finanzielle Schulden | 3.551 | 2.896 | ||
Zur Berechnung der Sensitivität wurde die Annahme getroffen, dass alle anderen Variablen, insbesondere Devisenkurse, konstant bleiben. Des Weiteren wird bei der Analyse unterstellt, dass die Zinssätze aufgrund vertraglicher Vereinbarungen nicht kleiner als 0 % werden können. In Bezug auf variabel verzinsliche Instrumente würde eine Verschiebung der Zinskurve um 100 Basispunkte (Bp) zum 31. Dezember 2020 das Periodenergebnis bzw. das Eigenkapital folgendermaßen beeinflussen (erhöhen bzw. vermindern):
Sensitivitätsanalyse: Veränderungen Zinsstrukturkurve | ||||||||
Periodenergebnis | Eigenkapital | |||||||
in Mio. EUR | Plus | Minus | Plus | Minus | ||||
Zum 31. Dezember 2020 | ||||||||
Variabel verzinste | -2 | 0 | 0 | 0 | ||||
Als Sicherungs- | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||
Nicht als Sicherungs- | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||
Summe | -2 | 0 | 0 | 0 | ||||
Zum 31. Dezember 2019 | ||||||||
Variabel verzinste | -1 | 0 | 0 | 0 | ||||
Als Sicherungs- | 0 | 0 | 0 | 0 | ||||
Nicht als Sicherungs- | -25 | 31 | 0 | 0 | ||||
Summe | -26 | 31 | 0 | 0 | ||||
Der Effekt aus den variabel verzinsten Instrumenten ist rein auf eine erhöhte bzw. verminderte Zinslast zurückzuführen.
Währungsrisiken
Die Schaeffler Gruppe ist Währungsrisiken im Zusammenhang mit Verkäufen, Käufen, Ausleihungen sowie Finanzschulden, die auf eine andere als die funktionale Währung des jeweiligen Unternehmens der Schaeffler Gruppe lauten, ausgesetzt.
Operative Fremdwährungsrisiken
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 11 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Die internationale Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten führt zu Liefer- und Zahlungsströmen in unterschiedlichsten Währungen. Daraus leitet sich ein Währungsrisiko ab, denn Vermögenswerte, die in einer Währung mit sinkendem Wechselkurs notiert sind, verlieren an Wert. Parallel dazu verteuern sich Verbindlichkeiten in einer Währung mit steigendem Wechselkurs.
Die folgende Tabelle zeigt die Fremdwährungsrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit der Schaeffler Gruppe bezüglich ihrer wesentlichen Währungen und basiert auf den jeweiligen Nominalwerten zu den entsprechenden Bilanzstichtagen:
Fremdwährungsrisiken aus der operativen | ||||||||
in Mio. EUR | USD | CNY | PLN | HUF | ||||
31. Dezember 2020 | ||||||||
Geschätztes | 852 | 635 | 180 | -146 | ||||
Devisentermingeschäfte | -513 | -376 | -128 | 99 | ||||
Verbleibendes | 339 | 259 | 52 | -47 | ||||
31. Dezember 2019 | ||||||||
Geschätztes | 911 | 515 | 195 | -151 | ||||
Devisentermingeschäfte | -755 | -452 | -142 | 112 | ||||
Verbleibendes | 156 | 63 | 53 | -39 | ||||
Das geschätzte Fremdwährungsrisiko aus operativer Geschäftstätigkeit stellt das Fremdwährungsrisiko aus betrieblicher Tätigkeit und Investitionstätigkeit bezogen auf die jeweils folgenden zwölf Monate dar. Das verbleibende Fremdwährungsrisiko aus operativer Geschäftstätigkeit gibt das gebündelte Risiko aller Unternehmen der Schaeffler Gruppe wieder, die keinen lokalen Einschränkungen im Sinne eines Verbotes von Währungsgeschäften mit der Finanzabteilung der Schaeffler Gruppe unterliegen. Der Posten bildet somit den Unterschiedsbetrag zwischen bilanziell erfassten Grundgeschäften sowie bislang noch bilanzunwirksamen Grundgeschäften in Form von zukünftig erwarteten Cash Flows aus Fremdwährungen und bereits bilanziell erfassten Sicherungsinstrumenten ab. Das Währungsrisiko in Ländern mit Beschränkungen des Devisenverkehrs (vgl. Tz. 4.9) wird von der Finanzabteilung der Schaeffler Gruppe überwacht. Die größten Währungsrisiken in diesen Ländern resultieren aus dem chinesischen Renminbi und dem US-Dollar und belaufen sich auf ein geschätztes Volumen von 51 Mio. EUR und 41 Mio. EUR (Vj.: 52 Mio. EUR und 46 Mio. EUR).
Zu jedem Zeitpunkt sichert die Schaeffler Gruppe einen Großteil der geschätzten Fremdwährungsrisiken aus operativer Geschäftstätigkeit in Bezug auf geplante Verkäufe und Käufe innerhalb der jeweils nächsten zwölf Monate ab. Die Schaeffler Gruppe nutzt hierzu im Wesentlichen Devisentermingeschäfte.
IFRS 7 verlangt mittels Sensitivitätsanalyse eine Darstellung der Auswirkungen hypothetischer Änderungen von Wechselkursen auf Ergebnis und Eigenkapital. Die Änderungen der Wechselkurse werden auf den Bestand aller Finanzinstrumente am Bilanzstichtag bezogen. In die Analyse werden neben Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen derivative Finanzinstrumente, die der Absicherung gegen Fremdwährungsrisiken dienen, einbezogen.
Im Rahmen der währungsrisikobezogenen Sensitivitätsanalyse für das operative Geschäft wird eine 10 %ige Abwertung des Euro gegenüber jeder wesentlichen Fremdwährung zum 31. Dezember 2020 simuliert. Hierbei wird die Annahme getroffen, dass alle anderen Variablen, insbesondere Zinssätze, konstant bleiben.
Die Auswirkungen auf das Periodenergebnis bzw. auf das Eigenkapital aufgrund der Stichtagsbewertung und der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert sind aus folgender Tabelle ersichtlich:
Sensitivitätsanalyse: Veränderungen Wechselkurse | ||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||||
in Mio. EUR | Periodenergebnis | Eigenkapital | Periodenergebnis | Eigenkapital | ||||
USD | 14 | -55 | 23 | -77 | ||||
CNY | 22 | -39 | 20 | -43 | ||||
RON | -6 | 10 | 5 | 22 | ||||
HUF | 0 | 20 | -2 | 13 | ||||
PLN | 1 | -12 | 1 | -14 | ||||
Umgekehrt hätte eine 10 %-ige Aufwertung des Euro im Vergleich zu den wesentlichen Fremdwährungen zum 31. Dezember 2020– wiederum unter der Annahme, dass alle anderen Variablen konstant bleiben – den gleichen Effekt auf Periodenergebnis und Eigenkapital mit umgekehrtem Vorzeichen bewirkt.
Finanzielle Fremdwährungsrisiken
Kredite und Anlagen zwischen Unternehmen der Schaeffler Gruppe werden grundsätzlich mit Hilfe von Devisentermingeschäften vollständig auf Nettobasis abgesichert, sofern die Währung nicht der funktionalen Währung der Unternehmen entspricht.
Aktuell befinden sich keine Fremdwährungsfinanzschulden im Bestand.
Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen
Im Rahmen des Risikomanagements werden derivative Finanzinstrumente zur Steuerung von Risiken eingesetzt. Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente stellen sich am Bilanzstichtag wie folgt dar:
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 12 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Übersicht derivative Finanzinstrumente | ||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||||
in Mio. EUR | Nominalwert | Beizulegender Zeitwert | Nominalwert | Beizulegender Zeitwert | ||||
Finanzielle | ||||||||
Währungssicherung | ||||||||
Devisentermingeschäfte | 2.008 | 73 | 1.847 | 28 | ||||
• davon Hedge Accounting | 1.294 | 50 | 980 | 11 | ||||
Zinswährungsswaps | 35 | 4 | 49 | 1 | ||||
• davon Hedge Accounting | 35 | 4 | 49 | 1 | ||||
Finanzielle | ||||||||
Währungssicherung | ||||||||
Devisentermingeschäfte | 1.268 | 35 | 2.588 | 53 | ||||
• davon Hedge Accounting | 422 | 10 | 1.209 | 28 | ||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 13 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Zum 31. Dezember 2020 hielt die Schaeffler Gruppe folgende Instrumente, um die Währungsrisiken abzusichern:
^ | ||||||||
Hedging-Instrumente | ||||||||
Endfälligkeiten | ||||||||
2020 | 2019 | |||||||
Unter 1 Jahr | Über 1 Jahr | Unter 1 Jahr | Über 1 Jahr | |||||
Währungsrisiken | ||||||||
Devisentermingeschäfte | ||||||||
Norminalbetrag der Sicherungsinstrumente (in Mio. EUR) | 3.253 | 22 | 4.435 | 0 | ||||
Durchschnittliche Kurse der Devisentermingeschäfte | ||||||||
EUR:USD | 1,1635 | 1,1681 | 1,1372 | 0,0000 | ||||
EUR:CNY | 8,1103 | - | 7,9920 | 0,0000 | ||||
EUR:HUF | 358,2482 | - | 329,6846 | - | ||||
EUR:RON | 4,9680 | - | 4,9053 | - | ||||
Zinswährungsswap | ||||||||
Norminalbetrag der Sicherungsinstrumente (in Mio. EUR) | 9 | 26 | 10 | 41 | ||||
Durchschnittlicher Kurs des Währungsswaps | ||||||||
EUR:USD | 1,1544 | 1,1544 | 1,0630 | 1,0630 | ||||
Die Schaeffler Gruppe bestimmt die Wirksamkeit der wirtschaftlichen Beziehung zwischen dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument basierend auf Zinssätzen, Laufzeiten, Zinsanpassungsterminen, Endfälligkeiten und Nominalbeträgen, wobei die Sicherungsquote zwischen Sicherungsinstrument und Grundgeschäft grundsätzlich 100 % beträgt. Das Unternehmen überprüft, ob die designierten Derivate die Cash Flows der gesicherten Grundgeschäfte effektiv absichern mittels Verwendung der hypothetischen Derivate-Methode. Das Kreditrisiko der Kontrahenten sowie die Veränderung des zeitlichen Eintritts der gesicherten Transaktionen stellen mögliche Quellen der Ineffektivität dar. In der Periode lagen keine Ineffektivitäten vor.
Cash Flow Hedge
Die Devisentermingeschäfte und Zinswährungsswaps bestimmter Währungen werden teilweise als Cash Flow Hedges abgebildet, die eine vollständige Effektivität aufweisen. Sowohl der überwiegende Teil der geplanten Transaktionen als auch die daraus resultierende Erfolgswirkung treten innerhalb des jeweils auf den Bilanzstichtag folgenden Geschäftsjahres ein.
Der Anteil der im kumulierten übrigen Eigenkapital (Other Comprehensive Income, OCI) erfassten Rücklage aus der Absicherung von Zahlungsströmen, der auf die Absicherung gegen Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft entfällt, entwickelte sich wie folgt:
^ | ||||
Veränderungsrechnung OCI aus | ||||
in Mio. EUR | 2020 | 2019 | ||
Anfangsbestand zum 01. Januar | -16 | -26 | ||
Zuführungen | 44 | -16 | ||
Auflösungen in die Konzern-Gewinn- und | ||||
• Sonstige Erträge | 0 | 0 | ||
• Sonstige Aufwendungen | 16 | 26 | ||
Endbestand zum 31. Dezember | 44 | -16 | ||
Zum 31. Dezember 2020 war wie im Vorjahr keine Rücklage aus der Absicherung von Zahlungsströmen, die auf die Absicherung gegen Währungsrisiken aus der Finanzierungstätigkeit entfällt, enthalten. Im Vorjahr wurden Finanzaufwendungen in Höhe von 12 Mio. EUR ergebniswirksam in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 14 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Sonstige Marktpreisrisiken
Unter die sonstigen Marktpreisrisiken fallen prinzipiell Risiken aus Änderungen von Börsenkursen und Aktienpreisindizes sowie aus Änderungen von Waren- und Rohstoffpreisen für den Fall, dass Bezugsverträge für Waren und Rohstoffe im Einklang mit den entsprechenden Regelungen des IFRS 9 als Finanzinstrumente zu definieren wären.
Dies ist bei der Schaeffler Gruppe nicht der Fall. Die Absicherung gegenüber Waren- und Rohstoffpreisrisiken erfolgt über langfristige Lieferverträge, die Preisanpassungsklauseln beinhalten.
Risiken aus Börsenkursen und Aktienpreisindizes betreffen ausschließlich die handelbaren Wertpapiere. Angesichts der Höhe des Bestands dieser Finanzinstrumente sind die mit diesem Posten verbundenen Marktpreisrisiken als nicht wesentlich anzusehen.
Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten
Einzelne Gesellschaften der Schaeffler Gruppe schließen sowohl auf Basis des Deutschen Rahmenvertrags für Finanztermingeschäfte (DRV) als auch auf Basis des Master Agreement der International Swaps and Derivatives Association (ISDA) Derivatgeschäfte ab. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, die Beträge, die gemäß solchen Vereinbarungen von jeder Gegenpartei an einem einzigen Tag im Hinblick auf alle ausstehenden Transaktionen in der gleichen Währung geschuldet werden, zu einem einzigen Nettobetrag zusammenzufassen, der von einer Partei an die andere zu zahlen ist. In bestimmten Fällen – z. B. wenn ein Kreditereignis wie ein Verzug eintritt – werden alle ausstehenden Transaktionen unter dieser Vereinbarung beendet, der beizulegende Zeitwert zur Beendigung ermittelt und es ist lediglich ein einziger Nettobetrag zum Ausgleich aller Transaktionen zu zahlen.
Die deutschen Rahmenverträge und die ISDA-Vereinbarungen erfüllen nicht die Kriterien für eine Saldierungspflicht in der Konzern-Bilanz. Dies liegt daran, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein Rechtsanspruch auf die Saldierung der erfassten Beträge besteht. Das Recht auf Saldierung ist nur bei Eintritt künftiger Ereignisse, wie z. B. der Insolvenz einer Vertragspartei, durchsetzbar. Es bestehen ebenfalls keine Aufrechnungsmöglichkeiten bei direkt von Tochterunternehmen der Schaeffler Gruppe abgeschlossenen Sicherungsgeschäften.
Die folgende Tabelle stellt die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die diesen Vereinbarungen unterliegen, ausgenommen der eingebetteten Optionen dar:
Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und | ||||
in Mio. EUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | ||
Finanzielle Vermögenswerte | ||||
Bruttowerte der finanziellen Vermögenswerte | 77 | 28 | ||
Werte die gemäß IAS 32.42 saldiert werden | 0 | 0 | ||
Nettowerte der finanziellen Vermögenswerte | 77 | 28 | ||
Werte mit Globalnettingvereinbarung | ||||
• Derivate | -28 | -25 | ||
Nettobetrag der finanziellen Vermögenswerte | 49 | 3 | ||
Finanzielle Verbindlichkeiten | ||||
Bruttowerte der finanziellen Verbindlichkeiten | 35 | 55 | ||
Werte die gemäß IAS 32.42 saldiert werden | 0 | 0 | ||
Nettowerte der finanziellen Verbindlichkeiten | 35 | 55 | ||
Werte mit Globalnettingvereinbarung | ||||
• Derivate | -28 | -25 | ||
Nettobetrag der finanziellen Verbindlichkeiten | 7 | 30 | ||
17 Aktienbasierte Vergütung
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 15 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Im Zusammenhang mit der Börsennotierung der Schaeffler AG im Oktober 2015 wurde erstmalig ein Performance Share Unit Plan (PSUP) als aktienbasiertes Vergütungsinstrument für Mitglieder des Vorstands der Schaeffler AG implementiert. Die gewährten virtuellen Aktien (sog. Performance Share Units, PSUs) geben den Begünstigten das Recht auf eine Barzahlung in Höhe eines Durchschnittskurses der Vorzugsaktie der Schaeffler AG bei Erdienung. Die PSUs werden in jährlichen Tranchen gewährt. Jede Tranche hat eine Performanceperiode von vier Jahren, die grundsätzlich am 1. Januar des Jahres, in dem die jeweilige Tranche gewährt wird, beginnt. Im Oktober 2016 hat der Vorstand beschlossen, den PSUP auch für ausgewählte leitende Angestellte der Schaeffler Gruppe zu implementieren. Die Performanceperiode für jede Tranche beginnt am 1. Januar des jeweiligen Jahres. Der Tag der Gewährung für die Tranche 2020-2024 ist der 4. Februar mit Ausnahme der Vorstandsmitglieder und leitender Angestellter, die in dem Jahr unterjährig eingetreten sind. Für die früheren Tranchen ist der Tag der Gewährung generell der 1. Januar. Das Vergütungssystem wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2020 für die ab 2020 gewährten Tranchen weiterentwickelt.
Die Erdienung der bis einschließlich 2019 gewährten PSUs ist von den folgenden drei Bedingungen abhängig:
50 % der gewährten PSUs haben eine Dienstbedingung (Basisanzahl). Eine Auszahlung der Basisanzahl erfolgt grundsätzlich nur dann, wenn der Begünstigte am Ende der Performanceperiode in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis mit der Schaeffler Gruppe steht.11
25 % der gewährten PSUs haben ein langfristiges Free Cash Flow (FCF)-Erfolgsziel. Hierbei wird der über die Performanceperiode akkumulierte FCF dem Ziel-FCF gegenübergestellt.
25 % der gewährten PSUs haben ein relatives Total Shareholder Return (TSR)-Erfolgsziel (Kursentwicklung unter Berücksichtigung der Dividenden). Für die Erdienung wird der TSR der Schaeffler AG Vorzugsaktie mit dem TSR der Unternehmen der Referenzgruppe (MDAX) über die Performanceperiode verglichen.
Die Erdienung der in 2020 gewährten PSUs ist von den folgenden drei Bedingungen abhängig:
50 % der gewährten PSUs haben eine Dienstbedingung (Basisanzahl). Eine Auszahlung der Basisanzahl erfolgt grundsätzlich nur dann, wenn der Begünstigte am Ende der Performanceperiode in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis mit der Schaeffler Gruppe steht.12
25 % der gewährten PSUs haben ein langfristiges EPS-Erfolgsziel. Hierbei wird das durchschnittliche jährliche Wachstum des Gewinns pro Aktie während der vierjährigen Performanceperiode zugrunde gelegt.
25 % der gewährten PSUs haben ein relatives Total Shareholder Return (TSR)-Erfolgsziel (Kursentwicklung unter Berücksichtigung der Dividenden). Für die Erdienung ist relevant inwieweit der TSR der Schaeffler Vorzugsaktie den TSR der Unternehmen der Referenzgruppe über die Performanceperiode über- oder unterschreitet. Die Vergleichsgruppe besteht aus einem so genannten Sector Basket. Der Sector Basket bildet die Performance der Indizes STOXX Europe 600 Automobiles and Parts Gross Return (SXAGR) und STOXX Europe 600 Industrial Goods and Services Gross Return (SXNGR) im Verhältnis 75% zu 25% ab.
Die Anzahl der nach Ablauf der Performanceperiode tatsächlich auszuzahlenden PSUs ist abhängig vom Zielerreichungsgrad des jeweiligen Erfolgsziels beziehungsweise der Erfüllung der Dienstbedingung. Der Zielerreichungsgrad bei den von Erfolgszielen abhängigen PSUs kann bei bis einschließlich 2019 gewährten Tranchen zwischen 0 % und 100 % und bei der in 2020 gewährten Tranche zwischen 0 % und 200 % variieren. Für weitere Informationen hierzu wird auf die Erläuterungen im Vergütungsbericht verwiesen. Der Auszahlungsbetrag einer PSU beträgt maximal das Doppelte des zugrunde liegenden Kurses der Vorzugsaktie der Schaeffler AG bei Gewährung.
Die unter den langfristigen Rückstellungen ausgewiesenen Verpflichtungen aus dem PSUP beliefen sich zum 31. Dezember 2020 auf 8,8 Mio. EUR (Vj.: 9,8 Mio. EUR). Kurzfristige Rückstellungen beliefen sich zum 31.Dezember 2020 auf 3,7 Mio. EUR (Vj: 4,0 Mio. EUR). Der Nettoaufwand aus der anteiligen Zuführung von Rückstellungen aus dem PSUP belief sich für das Berichtsjahr auf 2,7 Mio. EUR (Vj.: 7,3 Mio. EUR). Während des Berichtsjahres wurden 1.773.944 PSUs gewährt und 891.620 PSUs ausbezahlt, 65.683 PSUs sind verfallen. Insgesamt bestanden am 31. Dezember 2020 5.449.718 PSUs(Vj.: 4.633.077 PSUs). Diese gewährten PSUs waren zum 31. Dezember 2020 noch ausstehend. Der für die Auszahlung relevante Aktienkurs der in 2017 gewährten und Ende 2020 erdienten PSUs beträgt 6,07 EUR.
Der durchschnittliche beizulegende Zeitwert am 31. Dezember 2020 einer gewährten PSU beträgt 4,98 EUR (Vj.: 7,04 EUR). Für die PSUs der Basisanzahl und mit FCF-Erfolgsziel bzw. EPS-Erfolgsziel erfolgt die Bewertung auf Basis des Kurses der Vorzugsaktie der Schaeffler AG unter Berücksichtigung des Barwertes der Dividenden, auf die während des Erdienungszeitraums kein Anspruch besteht, sowie der Kappungsgrenze.
Für bis einschließlich 2019 gewährte PSUs mit TSR-Erfolgsziel erfolgt die Bewertung mittels eines Binomialmodells. Die Bewertung der in 2020 gewährten PSUs mit TSR-Erfolgsziel erfolgt auf Basis einer Monte-Carlo-Simulation, während die restlichen PSUs weiterhin auf Basis eines Binomialmodells bewertet werden. Die zugrunde liegenden Bewertungsmodelle berücksichtigen jeweils die Vertragsbedingungen, zu denen die PSUs gewährt wurden (unter anderem minimale und maximale Auszahlungswerte, Zielstaffel des TSR-Erfolgsziels sowie die erwarteten Dividendenzahlungen auf die Vorzugsaktie der Schaeffler AG und die erwartete Volatilität der Vorzugsaktie der Schaeffler AG sowie des Vergleichsindex MDAX bzw. der Vergleichsindizes SXAGR und SXNGR).
Folgende Parameter wurden für die Bewertung mittels des Binomialmodells zugrunde gelegt:
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 16 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Parameter Binomialmodell | ||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | |||
Durchschnittlicher risikoloser Zinssatz für die restliche Performanceperiode | -0,74% | -0,68% | ||
Erwartete Dividendenrendite der Vorzugsaktie | 5,27% | 5,71% | ||
Erwartete Volatilität der Vorzugsaktie der | 48,52% | 36,56% | ||
Erwartete Volatilität des | 22,92% | 13,34% | ||
Erwartete Korrelation zwischen dem Vergleichs- | 0,59 | 0,42 | ||
Für die Bewertung auf Basis der Monte-Carlo-Simulation wurden folgende Parameter herangezogen:
Parameter Monte-Carlo-Simulation | ||
31.12.2020 | ||
Durchschnittlicher risikoloser Zinssatz für die restliche Performanceperiode | -0,74% | |
Aktienkurs (in EUR) der Vorzugsaktie der Schaeffler AG zum Bewertungsstichtag | 6,84 | |
Erwartete Dividendenrendite der Vorzugsaktie | 5,27% | |
Erwartete Volatilität der Vorzugsaktie der | 43,94% | |
Erwartete Volatilität des | 31,09% | |
Erwartete Korrelation zwischen dem Vergleichs- | 0,70 | |
Erwartete Volatilität des Vergleichsindex SXNGR | 23,34% | |
Erwartete Korrelation zwischen dem Vergleichsindex SXNGR und der Vorzugsaktie der Schaeffler AG | 0,59 | |
Erwartete Korrelation zwischen den Vergleichsindizes SXAGR und SXNGR | 0,85 |
Die Schätzung der zukünftig zu erwartenden Volatilitäten sowie der Korrelation zwischen der Vorzugsaktie der Schaeffler AG und der Referenzgruppe (MDAX bzw. SXAGR und SXNGR) erfolgte auf Basis von täglichen Schlusskursen der Vorzugsaktie der Schaeffler AG und der Referenzgruppe (MDAX bzw. SXAGR und SXNGR) im XETRA Handelssystem der Deutschen Wertpapierbörse.
18 Kapitalmanagement
Die Schaeffler Gruppe verfolgt eine Strategie des nachhaltig profitablen Wachstums. Durch ein aktives Kapitalmanagement sollen die langfristige Unternehmensfortführung gesichert, die finanzielle Flexibilität für profitables Wachstum aufrechterhalten und somit der Unternehmenswert nachhaltig gesteigert werden. Ferner soll die Ausschüttung eines Teils des Konzernergebnisses als Dividende an die Anteilseigner gesichert werden.
Das zentral gesteuerte Kapitalmanagement stellt die von den Gesellschaften der Schaeffler Gruppe benötigten finanziellen Ressourcen bereit, gewährleistet die langfristige Liquiditätsversorgung und sichert die Kreditwürdigkeit der Schaeffler Gruppe. Darüber hinaus dient das Kapitalmanagement der Verwaltung und kontinuierlichen Verbesserung der bestehenden Finanzverbindlichkeiten in Form der externen Konzernfinanzierung. Zudem wirkt das Kapitalmanagement auf die Verbesserung der Qualität der Bilanz der Schaeffler Gruppe hin, die insbesondere anhand der Entwicklung des Verhältnisses von Netto-Finanzschulden zu Eigenkapital inklusive nicht beherrschender Anteile (sog. „Gearing Ratio“) gemessen wird. Das Gearing Ratio betrug zum 31. Dezember 2020 125,8 % (Vj.: 86,6 %). Ab dem kommenden Geschäftsjahr 2021 wird die Kapitalstruktur der Schaeffler Gruppe zuvorderst anhand des Verschuldungsgrads, definiert als Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu EBITDA vor Sondereffekten, überwacht.
Neben einem effektiven Cash Management hat die Schaeffler Gruppe ihre externe Finanzierung u. a. in Bezug auf Instrumente und Fälligkeiten diversifiziert. Die Schaeffler Gruppe kann zur kurz-, mittel- und langfristigen Finanzierung derzeit auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, operative Mittelzuflüsse, ein Commercial Paper Programm, Bankkredite, Schuldscheindarlehen sowie Fremd- und Eigenkapitalmittel über den Kapitalmarkt zurückgreifen. Währungsrisiken werden auf zentraler Ebene kontinuierlich überwacht und berichtet. Die konzernweiten Währungsrisiken werden aggregiert und durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften abgesichert.
Darüber hinaus nutzt die Schaeffler Gruppe in begrenztem Maße Forderungsverkaufsprogramme zur Liquiditätssteuerung und Optimierung des Working Capital. Hierzu steht ein ABCP-Programm zum revolvierenden Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem zugesagten Finanzierungsvolumen von 150 Mio. EUR (Vj.: 200 Mio. EUR) zur Verfügung (vgl. Tz. 5.2). Darüber hinaus kann die Schaeffler Gruppe selektiv ein weiteres Forderungsverkaufsprogramm ohne fest zugesagtes Finanzierungsvolumen nutzen.
Auch zukünftig legt das Management der Schaeffler Gruppe besonderen Wert auf die Fähigkeit, Finanzinstrumente bei einer breiten Investorenbasis zu platzieren und die Konditionen weiter zu optimieren. Eine wesentliche Voraussetzung hierfür sind die Bonitätseinstufungen durch externe Ratingagenturen. Im Berichtszeitraum wurde die Schaeffler Gruppe durch die Ratingagenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch bewertet. Mittel- bis langfristig soll bei allen Ratingagenturen wieder ein Investment Grade-Rating erreicht werden.
Im Rahmen der bestehenden Fremdfinanzierung unterliegt die Schaeffler Gruppe Auflagen, welche die Einhaltung eines Leverage Covenant beinhalten. Die in der Definition des Leverage Covenant verwendeten Berechnungsparameter sind in den Kreditverträgen geregelt und lassen sich nicht unmittelbar aus den Zahlen des Konzernabschlusses ableiten. Im Geschäftsjahr 2020 wurde der Leverage Covenant entsprechend den kreditvertraglichen Regelungen wie in den Vorjahren durchgängig eingehalten. Auf Basis der Planung geht die Schaeffler Gruppe davon aus, dass der Leverage Covenant auch in den Folgejahren eingehalten wird.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 17 | |
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz | Eigenkapital | |||
Neben dem kreditvertraglichen Leverage Covenant ermittelt die Schaeffler Gruppe regelmäßig weitere finanzielle Kennzahlen, wie z. B. das bereits erwähnte Gearing Ratio sowie den Verschuldungsgrad. Der Verschuldungsgrad bezeichnet das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu Ergebnis vor Finanzergebnis, at Equity bewerteten Beteiligungen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) und berechnet sich wie folgt:
Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu EBITDA | ||||
in Mio. EUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | ||
Kurzfristige Finanzschulden | 43 | 168 | ||
Langfristige Finanzschulden | 4.028 | 3.026 | ||
Finanzschulden | 4.071 | 3.194 | ||
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.758 | 668 | ||
Netto-Finanzschulden | 2.312 | 2.526 | ||
Ergebnis vor Finanzergebnis, at-Equity bewerteten Beteiligungen, Ertragsteuern und | 1.116 | 1.769 | ||
Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu EBITDA 2) | 2,1 | 1,4 | ||
1) Darin enthalten waren Sondereffekten in Höhe von insgesamt 677 Mio. EUR (Vj.: 347 Mio. EUR). | ||||
2) Verschuldungsgrad inkl. Sondereffekte. | ||||
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Sonstige Angaben | Abschlussprüferhonorare | |||
Sonstige Angaben
1 Zusätzliche Angaben zur
Konzern-Kapitalflussrechnung
In der Konzern-Kapitalflussrechnung enthaltene Veränderungen von Bilanzposten sind nicht unmittelbar aus der Konzern-Bilanz abzuleiten, da diese um Währungsumrechnungseffekte angepasst sind.
Im Zusammenhang mit dem Erwerb der Anteile an der Elmotec Statomat GmbH in 2019 kam es im laufenden Geschäftsjahr aufgrund einer Kaufpreisrückerstattung zu Einzahlungen in Höhe von 15 Mio. EUR. Aus der Veräußerung der Schaeffler Biohybrid GmbH resultierte ein Zahlungsmittelabfluss in Höhe von 3 Mio. EUR.
Von den sonstigen Auszahlungen der Investitionstätigkeit standen 40 Mio. EUR im Zusammenhang mit der Ausreichung von Darlehen. Hiervon wurden 40 Mio. EUR an Gemeinschaftsunternehmen ausgezahlt.
In den Auszahlungen aus der Rückzahlung von Anleihen und der Tilgung von Krediten war im Vorjahr u.a. ein Mittelzufluss in Höhe von 37 Mio. EUR aus vorzeitig abgelösten Zinswährungsderivaten im Zusammenhang mit der Rückzahlung einer USD-Anleihe enthalten.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Sonstige Angaben | Abschlussprüferhonorare | |||
Überleitungsrechnung der bilanziellen Veränderungen von Finanzschulden | ||||||||||||||||||
Finanzschulden | Zur Absicherung gehaltene Zinswährungsswaps | Gesamt | ||||||||||||||||
in Mio. EUR | Anleihen | Schuldschein- | Kreditvertrag | Investitions- | Commercial | Sonstige | Finanzelle | Finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||||||
Stand 01. Januar 2020 | 2.781 | 0 | 48 | 249 | 115 | 1 | 0 | 0 | 3.194 | |||||||||
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit | ||||||||||||||||||
Einzahlungen aus der Ausgabe von Anleihen und Aufnahme von Krediten | 1.500 | 557 | 0 | 0 | 30 | 14 | 0 | 0 | 2.100 | |||||||||
Auszahlungen aus der Rückzahlung von Anleihen und der Tilgung von Krediten | -798 | 0 | -52 | -250 | -115 | -1 | 0 | 0 | -1.216 | |||||||||
Summe zahlungswirksame Veränderung | 702 | 557 | -52 | -250 | -85 | 13 | 0 | 0 | 884 | |||||||||
Veränderungen aus Erwerb bzw. | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |||||||||
Wechselkursveränderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | -1 | 0 | 0 | -1 | |||||||||
Änderungen der beizulegenden Zeitwerte | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |||||||||
Übrige sonstige nicht zahlungswirksame | -7 | -2 | 2 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | -6 | |||||||||
Stand 31. Dezember 2020 | 3.476 | 554 | -3 | 0 | 30 | 13 | 0 | 0 | 4.071 | |||||||||
2 Engagement bei nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen
Die Schaeffler Gruppe verkauft einen Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen eines ABCP-Programms (Asset Backed Commercial Paper) an ein strukturiertes Unternehmen. Das strukturierte Unternehmen refinanziert sich primär über die Inanspruchnahme des Kapitalmarkts. Der Verkauf erfolgt revolvierend zum Nennwert der Forderungen abzüglich variabler Reserven und eines variablen Gebührenabschlags. Das strukturierte Unternehmen hat die Schaeffler Gruppe mit dem Forderungsmanagement beauftragt. Hierfür erhält die Schaeffler Gruppe eine marktübliche Vergütung. Das strukturierte Unternehmen behält sich das Recht vor, das Forderungsmanagement zu entziehen und anderweitig zu vergeben. Die Schaeffler Gruppe kommt zu dem Schluss, dass das strukturierte Unternehmen nicht beherrscht wird und daher nicht konsolidiert wird.
Die verkauften Forderungen (vgl. Tz. 4.7) werden in Höhe der zurückbehaltenen Ausfallrisiken (anhaltendes Engagement) bilanziert, ebenso wie die damit verbundenen Verbindlichkeiten.
Zum 31. Dezember 2020 beziehen sich die nachstehenden Salden auf das Engagement der Schaeffler Gruppe bei dem strukturierten Unternehmen:
Salden Engagement bei dem strukturierten Unternehmen | ||||
in Mio. EUR | 31.12.2020 | 31.12.2019 | ||
Buchwert der übertragenen Forderungen | 127 | 178 | ||
Buchwert der zurückbehaltenen Risiken und Sicherheitsleistungen im Zusammenhang mit den übertragenen Forderungen (in der Bilanz ausgewiesen unter den sonstigen Vermögenswerten) | 20 | 42 | ||
Erhaltene Kundenzahlungen für verkaufte Forderungen, die noch nicht an das strukturierte Unternehmen weitergeleitet wurden (in der Bilanz ausgewiesen unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten) | 44 | 49 | ||
Buchwert der Forderungen (ausgewiesen in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) und der sonstigen Verbindlichkeit aus dem anhaltenden Engagement (in der Bilanz ausgewiesen unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten) | 3 | 4 | ||
Das zugesagte Finanzierungsvolumen unter dem ABCP-Programm beträgt 150 Mio. EUR (Vj.: 200 Mio. EUR).
3 Eventualschulden
Zum 31. Dezember 2020 bestanden in der Schaeffler Gruppe Eventualschulden in Höhe von 68 Mio. EUR (Vj.: 75 Mio. EUR). Darin enthalten waren unter anderem Eventualschulden im Zusammenhang mit Steuer- und Zollrisiken in Höhe von 28 Mio. EUR (Vj.: 33 Mio. EUR) sowie Eventualschulden im Zusammenhang mit Rechtsfällen in Höhe von 28 Mio. EUR (Vj.: 28 Mio. EUR). Diese beinhalten keinen wesentlichen Einzelsachverhalt mit negativer Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
Seit 2011 haben mehrere Kartellbehörden Untersuchungen wegen möglicher kartellrechtswidriger Absprachen gegen einige Hersteller von Wälzlagern und anderen Zulieferteilen für die Automobilindustrie eingeleitet. Auch Gesellschaften der Schaeffler Gruppe sind von den Untersuchungen betroffen. Des Weiteren besteht das Risiko, dass Dritte Schadenersatzforderungen aufgrund laufender sowie bereits abgeschlossener Kartellverfahren geltend machen. Für einen Teil dieser Untersuchungen sowie mögliche Schadenersatzforderungen wurden zum Bilanzstichtag Rückstellungen gebildet. Weitere Bußgelder oder Schadenersatzforderungen sind nicht ausgeschlossen, können aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden.
4 Segmentberichterstattung
Die Segmentberichterstattung erfolgt im Einklang mit IFRS 8 nach dem „Management Approach“ und orientiert sich an der internen Organisations- und Managementstruktur einschließlich des internen Berichtswesens an den Vorstand der Schaeffler AG. Die Schaeffler Gruppe betreibt Geschäftstätigkeiten, (1) mit denen Erträge erwirtschaftet werden und bei denen Aufwendungen anfallen können, (2) deren EBIT regelmäßig vom Vorstand der Schaeffler Gruppe im Hinblick auf Entscheidungen über die Allokation von Ressourcen und die Bewertung der Ertragskraft überprüft wird und (3) für welche einschlägige Finanzinformationen vorliegen.
Das Geschäft der Schaeffler Gruppe wird nach den drei Sparten Automotive Technologies, Automotive Aftermarket und Industrial gesteuert, die zugleich die berichtspflichtigen Segmente darstellen. Die Sparte Automotive Technologies organisiert ihr Geschäft nach den vier Unternehmensbereichen E-Mobilität, Motorsysteme, Getriebesysteme und Fahrwerksysteme. Die Steuerung der Sparten Automotive Aftermarket und Industrial erfolgt regional nach den Regionen Europa, Americas, Greater China und Asien/Pazifik.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 2 | |
Sonstige Angaben | Abschlussprüferhonorare | |||
Die einzelnen Segmente bieten unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen an und werden getrennt voneinander gesteuert, da sie unterschiedlicher Technologie- und Marketingstrategien bedürfen. Jedes dieser Segmente ist weltweit auf eine spezifische Kundengruppe ausgerichtet, wobei das Ersatzteilgeschäft mit Fahrzeugherstellern im Segment Automotive Aftermarket liegt. Infolgedessen erfolgt auch der Ausweis der Größen Umsatzerlöse, EBIT, Vermögenswerte, Investitionen und Abschreibungen auf einer aktuellen Verteilung gemäß Kunden. Die Zuordnung von Kunden zu den Segmenten sowie die Zuordnung von indirekten Kosten wurde im Berichtsjahr überprüft und angepasst. Um die Segmente Sparte Automotive Technologies, Sparte Automotive Aftermarket und Sparte Industrial in vergleichbarer Form darzustellen, wurde das Vorjahr gemäß der aktuellen Kundenstruktur ausgewiesen. Umsatzerlöse aufgrund von Transaktionen mit anderen Geschäftssegmenten sind nicht enthalten.
Die folgende Zusammenfassung beschreibt die Tätigkeiten jedes der drei berichtspflichtigen Segmente der Schaeffler Gruppe:
Automotive Technologies
Als Partner der globalen Automobilindustrie entwickelt und produziert die Sparte Automotive Technologies Komponenten und Systeme für Verbrennungsmotoren, Getriebe und Fahrwerke sowie für hybride und elektrische Antriebssysteme. Dies umfasst neben Technologien für emissionsarme und -freie Antriebsstränge auch Produkte für autonomes Fahren. Ende Oktober 2020 hat die Schaeffler Gruppe die Umbenennung der Sparte in „Automotive Technologies“ gestartet. Die Umbenennung erfolgt schrittweise an allen Standorten weltweit und hat keine Auswirkungen auf die Organisationsstrukturen oder bestehende Kunden- und Lieferantenbeziehungen. Durch die Neubezeichnung soll die Rolle des Unternehmens als Technologiepartner für alle Kunden, die Komponenten sowie mechanische und mechatronische Systeme auf Basis eines umfassenden Fertigungs-Know-how verlangen, zum Ausdruck gebracht werden. Die Sparte Automotive Technologies steuert ihr Geschäft anhand der vier Unternehmensbereiche (UB) E-Mobilität, Motorsysteme, Getriebesysteme und Fahrwerksysteme, die jeweils wiederum mehrere Geschäftsbereiche umfassen:
Der UB E-Mobilität entwickelt und produziert Komponenten und Systeme für die Elektrifizierung des Antriebsstrangs – vom 48-Volt-Mild-Hybrid über den Plug-in-Hybrid bis hin zum rein elektrischen Antrieb. Das Produktportfolio umfasst u. a. Hybridmodule, E-Achsgetriebe, elektrische Achsantriebe, elektromechanische und hydraulische Aktuatoren, nasse Doppelkupplungen, sowie Elektromotoren. Mit Blick auf die zukünftigen Marktanforderungen verantwortet seit 1. Januar 2021 der UB E-Mobilität in seinem Produktportfolio u. a. auch Thermomanagementmodule und Schlüsselkomponenten für Brennstoffzellen, die zuvor dem UB Motorsysteme zugeordnet waren. Im Berichtsjahr erzielte der UB E-Mobilität Umsatzerlöse in Höhe von 657 Mio. EUR (Vj.: 681 Mio. EUR).
Der UB Motorsysteme entwickelt und produziert Komponenten und Systeme für konventionelle und hybridisierte Verbrennungsmotoren wie bspw. Ventilspielausgleichselemente, variable Ventiltriebsysteme, Systeme zur Nockenwellenverstellung sowie Produkte für Ketten- und Riementriebe. Im Berichtsjahr erzielte der UB Motorsysteme Umsatzerlöse in Höhe von 2.369 Mio. EUR (Vj.: 2.793 Mio. EUR).
Der UB Getriebesysteme entwickelt und produziert Komponenten und Systeme für alle Getriebearten. Das Produktportfolio umfasst z. B. Drehmomentwandler, Torsions- und Schwingungsdämpfer, Kupplungen und Getriebelager. Im Berichtsjahr erzielte der UB Getriebesysteme Umsatzerlöse in Höhe von 3.506 Mio. EUR (Vj.: 4.023 Mio. EUR).
Der UB Fahrwerksysteme entwickelt und produziert u. a. mechanische Komponenten und Systeme für das Fahrwerk wie bspw. Radlager, Lager für Chassis und Nebenaggregate sowie spezielle Anwendungen für Nutzfahrzeuge. Im Berichtsjahr erzielte der UB Fahrwerksysteme Umsatzerlöse in Höhe von 1.289 Mio. EUR (Vj.: 1.547 Mio. EUR).
Automotive Aftermarket
Die Sparte Automotive Aftermarket verantwortet das weltweite Kfz-Ersatzteilgeschäft der Schaeffler Gruppe und liefert Komponenten sowie ganzheitliche Reparaturlösungen in Erstausrüsterqualität für Motor-, Getriebe- und Fahrwerkanwendungen. Die Belieferung der Sparte Automotive Aftermarket erfolgt dabei größtenteils durch die Werke der Sparte Automotive Technologies. Die Sparte Automotive Aftermarket tritt mit der Unternehmensmarke Schaeffler auf und vertreibt ihr Angebot unter den drei Produktmarken LuK, INA und FAG. Darüber hinaus werden unter der Servicemarke REPXPERT umfassende Serviceleistungen für Werkstätten angeboten.
Das Steuerungsmodell der Sparte basiert auf einem regionalen Ansatz mit den Regionen Europa, Americas, Greater China und Asien/Pazifik. Innerhalb jeder Region erfolgt der Vertrieb über zwei Vertriebskanäle: den Original Equipment Service (OES) und den freien (unabhängigen) Ersatzteilmarkt, auch als Independent Aftermarket (IAM) bezeichnet. Der OES umfasst das Ersatzteilgeschäft der Fahrzeughersteller sowie die Versorgung von markengebundenen und damit von Fahrzeugherstellern autorisierten Werkstätten mit Originalersatzteilen. Zu den Kunden des Vertriebskanals OES zählen die Fahrzeughersteller. Der IAM versorgt die freien, markenunabhängigen Werkstätten mit Komponenten sowie Reparaturlösungen und Services. Im IAM werden zwei Arten von Geschäften unterschieden: Neben dem traditionellen Komponentengeschäft mit dem Austausch von Teilen entwickelt und vertreibt die Sparte Automotive Aftermarket individuell zusammengestellte Reparatur-Sets und -Kits für eine einfache, effiziente und professionelle Fahrzeugreparatur. Als Absatzmarkt im IAM nutzt die Sparte Automotive Aftermarket ein weltweites Netz an Großhändlern, die vielfach in Handelskooperationen organisiert sind.
Die Region Europa erzielte im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 1.183 Mio. EUR (Vj.: 1.308 Mio. EUR), die Region Americas erzielte im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 301 Mio. EUR (Vj.: 362 Mio. EUR), die Region Greater China erzielte im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 77 Mio. EUR (Vj.: 81 Mio. EUR) und die Region Asien/Pazifik erzielte im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 80 Mio. EUR (Vj.: 96 Mio. EUR).
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 3 | |
Sonstige Angaben | Abschlussprüferhonorare | |||
Industrial
Die Sparte Industrial entwickelt und produziert Komponenten und Systeme für rotative sowie lineare Bewegungen und bietet Serviceleistungen für unterschiedliche Industriebranchen an. Das Steuerungsmodell der Sparte Industrial basiert auf einem regionalen Ansatz mit den Regionen Europa, Americas, Greater China und Asien/Pazifik. Innerhalb der Regionen ist das Direktkundengeschäft in die acht Sektorcluster (1) Wind, (2) Raw Materials, (3) Aerospace, (4) Railway, (5) Offroad, (6) Two-Wheelers, (7) Power Transmission und (8) Industrial Automation gegliedert. Darüber hinaus wird das Geschäft mit Händlern über den Bereich Industrial Distribution gesteuert. Durch die regionale Geschäftssteuerung kann auf Kundenbedürfnisse vor Ort gezielt eingegangen und die Kundenbindung gestärkt werden. Überregionale Themen, wie z. B. die globale Technologie- und Produktstrategie, werden durch die intensive Vernetzung der Regionen innerhalb der Sparte vorangetrieben. Industrie 4.0-Produkte und -Services sowie das Wachstumsfeld Wasserstoff sind jeweils in einem strategischen Geschäftsfeld mit globaler Verantwortung gebündelt. Durch ein globales Key Account Management für überregionale Schlüsselkunden sollen deren Bedürfnisse weltweit in gleicher Qualität erfüllt werden. Damit richtet sich das Industriegeschäft an Kunden- und Markterfordernissen aus, um dauerhaft und profitabel zu wachsen.
Das Produktportfolio der Sparte Industrial beinhaltet Wälz- und Gleitlagerlösungen, Lineartechnik, Instandhaltungsprodukte, Monitoringsysteme und Direktantriebstechnik. Lagerlösungen umfassen ein breites Spektrum, von Hochdrehzahl- und Hochpräzisionslagern mit geringen Durchmessern bis hin zu Großlagern mit einem Durchmesser von mehreren Metern. Die Lager kommen u .a. in der Antriebstechnik, in Produktionsmaschinen und Windkraftanlagen sowie in der Prozessindustrie zum Einsatz. Im Bereich Luft- und Raumfahrt ist die Sparte außerdem ein Hersteller von Hochpräzisionslagern u. a. für Triebwerke von Flugzeugen und Hubschraubern. Zur Umsetzung von Industrie 4.0 bietet die Sparte Industrial mechatronische Rotativ- und Linear-Produkte, automatisierte Schmierlösungen sowie neue, datenbasierte Geschäftsmodelle an. Dies beinhaltet auch Condition Monitoring-Lösungen und Cloud-basierte digitale Dienste für die vorausschauende Instandhaltung. Diese ermöglichen gezielt geplante Wartungen von Maschinen und leisten damit einen Beitrag zur Steigerung der Anlagenverfügbarkeit sowie zur Reduktion der Betriebskosten.
Die Region Europa erzielte im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 1.319 Mio. EUR (Vj.: 1.627 Mio. EUR), die Region Americas erzielte im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 528 Mio. EUR (Vj.: 638 Mio. EUR), die Region Greater China erzielte im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 840 Mio. EUR (Vj.: 723 Mio. EUR) und die Region Asien/Pazifik erzielte im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 451 Mio. EUR (Vj.: 547 Mio. EUR).
Im Folgenden werden Informationen in Bezug auf die Geschäftstätigkeit der berichtspflichtigen Segmente gegeben. Die Leistungsfähigkeit wird dabei mit Hilfe des EBIT gemessen, da der Vorstand davon ausgeht, dass diese Informationen für eine Beurteilung des Ergebnisses der Segmente im Vergleich zu anderen Unternehmen der betreffenden Branchen am einschlägigsten sind.
Überleitung auf das Ergebnis vor Ertragsteuern | ||||
in Mio. EUR | 2020 | 2019 | ||
EBIT Automotive Technologies 1) | -330 | 286 | ||
EBIT Automotive Aftermarket 1) | 229 | 290 | ||
EBIT Industrial 1) | -43 | 214 | ||
EBIT | -143 | 790 | ||
Finanzergebnis | -185 | -137 | ||
Ergebnis aus at Equity bewerteten Beteiligungen | -33 | -17 | ||
Ergebnis vor Ertragsteuern | -362 | 636 | ||
1) Vorjahreswerte gemäß der 2020 ausgewiesenen Segmentstruktur. | ||||
Mit einem Key Account wurden im Geschäftsjahr 2020 insgesamt Umsatzerlöse in Höhe von 1.333 Mio. EUR (Vj.: 1.486 Mio. EUR) erzielt. Dies entsprach 10,6 % (Vj.: 10,3 %) des Gesamtumsatzes der Schaeffler Gruppe. Im Segment Automotive Technologies entsprachen die Umsätze mit diesem Key Account 16,4 % (Vj.: 15,8 %).
Die mehrdimensionale Organisationsstruktur der Schaeffler Gruppe basiert neben den Sparten und Funktionen auf den vier Regionen Europa, Americas, Greater China und Asien/Pazifik. Die Segmente Sparte Automotive Technologies, Sparte Automotive Aftermarket und Sparte Industrial werden auf weltweiter Basis gesteuert und betreiben Produktions- und Vertriebsstätten in allen vier Regionen. Im Geschäftsjahr 2020 stellten sich die Umsatzerlöse und langfristigen Vermögenswerte der vier Regionen wie folgt dar:
Regionale Berichterstattung | ||||||||
2020 | 2019 | 31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||
in Mio. EUR | Umsatzerlöse 1) | Langfristige | ||||||
Europa | 5.371 | 6.506 | 3.091 | 3.531 | ||||
Americas | 2.604 | 3.154 | 692 | 843 | ||||
Greater China | 2.950 | 2.763 | 1.085 | 1.193 | ||||
Asien/Pazifik | 1.675 | 2.003 | 468 | 516 | ||||
Summe | 12.600 | 14.427 | 5.335 | 6.083 | ||||
1) Umsatzerlöse nach Marktsicht (Kundenstandorten); Vorjahreswerte gemäß der 2020 ausgewiesenen Segmentstruktur. | ||||||||
2) Langfristige Vermögenswerte nach Schaeffler-Standorten. Die langfristigen Vermögenswerte umfassen immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. | ||||||||
Auf die Länder China, Deutschland und die USA entfallen Umsatzerlöse in Höhe von 2.887 Mio. EUR (Vj.: 2.703 Mio. EUR), 1.949 Mio. EUR (Vj.: 2.430 Mio. EUR) und 1.713 Mio. EUR (Vj.: 2.035 Mio. EUR) sowie langfristige Vermögenswerte in Höhe von 1.085 Mio. EUR (Vj.: 1.193 Mio. EUR), 1.901 Mio. EUR (Vj.: 2.285 Mio. EUR) und 381 Mio. EUR (Vj.: 449 Mio. EUR).
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 4 | |
Sonstige Angaben | Abschlussprüferhonorare | |||
Überleitung EBIT zu EBIT vor Sondereffekten | ||||||||||||||||
01.01.-31.12. | 01.01.-31.12 | 01.01.-31.12. | 01.01.-31.12 | |||||||||||||
2020 | 2019 1) | 2020 | 2019 1) | 2020 | 2019 1) | 2020 | 2019 | |||||||||
in Mio. EUR | Automotive Technologies | Automotive Aftermarket | Industrial | Gesamt | ||||||||||||
EBIT | -330 | 286 | 229 | 290 | -43 | 214 | -143 | 790 | ||||||||
• in % vom Umsatz | -4,2 | 3,2 | 14,0 | 15,7 | -1,4 | 6,0 | -1,1 | 5,5 | ||||||||
Sondereffekte | 608 | 209 | 30 | 15 | 309 | 147 | 946 | 372 | ||||||||
• Rechtsfälle | 12 | 0 | 3 | 0 | 6 | -13 | 21 | -13 | ||||||||
• Restrukturierungen | 347 | 209 | 26 | 15 | 303 | 160 | 676 | 385 | ||||||||
• Sonstige | 249 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 249 | 0 | ||||||||
EBIT vor Sondereffekten | 278 | 496 | 259 | 305 | 266 | 361 | 803 | 1.161 | ||||||||
• in % vom Umsatz | 3,6 | 5,5 | 15,8 | 16,5 | 8,5 | 10,2 | 6,4 | 8,1 | ||||||||
1) Die Vorjahreswerte gemäß der 2020 ausgewiesenen Segmentstruktur. | ||||||||||||||||
5 Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen
Nahestehende Personen
Sämtliche Stammaktien an der Schaeffler AG werden indirekt von Frau Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und Herrn Georg F. W. Schaeffler gehalten. Gemäß den Regelungen des IAS 24 stehen Frau Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und Herr Georg F. W. Schaeffler sowie deren nahe Familienangehörige der Schaeffler Gruppe nahe.
Die direkten Geschäftsbeziehungen zwischen der Schaeffler Gruppe und Frau Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und Herrn Georg F. W. Schaeffler sind nicht wesentlich.
Personen in Schlüsselpositionen sind Personen, die für die Pla-nung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten der Schaeffler Gruppe direkt oder indirekt zuständig und verantwortlich sind. Für die Schaeffler Gruppe sind die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Schaeffler AG Personen in Schlüsselpositionen und damit einschließlich ihrer nahen Familienangehörigen der Schaeffler AG nahestehend.
Die Vergütung des Vorstands der Schaeffler AG nach IAS 24 betrug im Geschäftsjahr 2020 insgesamt 14 Mio. EUR (Vj.: 18 Mio. EUR). Von dieser Vergütung entfielen 11 Mio. EUR (Vj.: 12 Mio. EUR) auf kurzfristig fällige Leistungen, 1 Mio. EUR (Vj.: 3 Mio. EUR) wurde für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses aufwandswirksam erfasst. Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses beliefen sich auf 0 Mio. EUR (Vj.: 0 Mio. EUR). Die Leistungen aus anteilsbasierten Vergütungen betrugen 2 Mio. EUR (Vj.: 3 Mio. EUR).
Die Gesamtbezüge des Vorstands nach § 314 Abs. 1 Nr. 6a Satz 1 bis 3 HGB beliefen sich im Geschäftsjahr 2020 auf 19 Mio. EUR (Vj.: 15 Mio. EUR).
Im Rahmen des im Geschäftsjahr 2015 implementierten und im Geschäftsjahr 2020 angepassten Performance Share Unit Plan (PSUP) wurden im Berichtsjahr folgende aktienbasierte Vergütungen an die Mitglieder des Vorstands gewährt: 334.071 Performance Share Units (PSU) mit einer Dienstbedingung (beizulegende Zeitwerte bei Gewährung je PSU von 7,37 EUR zum 4. Februar 2020, von 7,55 EUR zum 1. Januar 2020 bzw. von 5,03 EUR zum 1. August 2020), 156.484 PSUs mit einem EPS-Erfolgsziel (beizulegender Zeitwert bei Gewährung je PSU von 7,37 EUR zum 4. Februar 2020 beziehungsweise 5,03 EUR zum 1. August 2020), 156.484 PSUs mit einem an den „Sector Basket“ geknüpften TSR-Erfolgsziel (beizulegender Zeitwert bei Gewährung je PSU von 7,53 EUR zum 4. Februar 2020 beziehungsweise 4,46 EUR zum 1. August 2020), 10.556 PSUs mit einem FCF-Erfolgsziel (beizulegender Zeitwert bei Gewährung je PSU von 7,55 EUR zum 1. Januar 2020) und 10.556 PSUs mit einem an den MDAX geknüpften TSR-Erfolgsziel (beizulegender Zeitwert bei Gewährung je PSU von 4,60 EUR zum 1. Januar 2020).
Im Zusammenhang mit der einmaligen Glättungskomponente wurden im Geschäftsjahr 2020 die folgenden PSUs gewährt: 93.728 PSUs mit einer einjährigen Peformanceperiode (beizulegender Zeitwert bei Gewährung je PSU von 8,89 EUR zum 4. Februar 2020 beziehungsweise 6,12 EUR zum 1. August 2020), 93.728 PSUs mit einer zweijährigen Peformanceperiode (beizulegender Zeitwert bei Gewährung je PSU von 8,34 EUR zum 4. Februar 2020 beziehungsweise 5,73 EUR zum 1. August 2020), 93.728 PSUs mit einer dreijährigen Peformanceperiode (beizulegender Zeitwert bei Gewährung je PSU von 7,83 EUR zum 4. Februar 2020 beziehungsweise 5,37 EUR zum 1. August 2020).
Im Vorjahr wurden folgende aktienbasierte Vergütungen an die Mitglieder des Vorstands gewährt: 380.262 Performance Share Units (PSU) mit einer Dienstbedingung (beizulegender Zeitwert bei Gewährung je PSU von 5,36 EUR beziehungsweise 5,37 EUR), 162.135 PSUs mit einem FCF-Erfolgsziel (beizulegender Zeitwert bei Gewährung je PSU von 5,36 EUR beziehungsweise 5,37 EUR) und 162.135 PSUs mit einem TSR-Erfolgsziel (beizulegender Zeitwert bei Gewährung je PSU von 3,12 EUR beziehungsweise 2,17 EUR). Die kurzfristig fälligen Leistungen an Mitglieder des Aufsichtsrats der Schaeffler AG betrugen 1,5 Mio. EUR (Vj.: 1,6 Mio. EUR).
Weitere Vergütungen an Personen in Schlüsselpositionen wurden nicht gewährt.
Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat der Schaeffler AG sind im Vergütungsbericht erläutert. Der Vergütungsbericht umfasst auch Angaben zu individualisierten Vorstandsbezügen sowie weitere Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB.
Ehemalige Mitglieder des Vorstands (beziehungsweise deren Hinterbliebene) der Schaeffler AG beziehungsweise ihrer Rechtsvorgänger erhielten im Geschäftsjahr 2020 Bezüge in Höhe von 3 Mio. EUR (Vj.: 2 Mio. EUR).
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitgliedern des Vorstands (bzw. deren Hinterbliebenen) der Schaeffler AG beziehungsweise ihrer Rechtsvorgänger belaufen sich zum 31. Dezember 2020 vor Saldierung mit dem entsprechenden Planvermögen auf 29 Mio. EUR (Vj.: 28 Mio. EUR).
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 5 | |
Sonstige Angaben | Abschlussprüferhonorare | |||
Die von den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Schaeffler AG sowie deren nahen Familienangehörigen gehaltenen Anleihen der Schaeffler Finance B.V. besaßen zum 31. Dezember 2020 einen Nennwert von insgesamt 0,0 Mio. EUR (Vj.: 0,0 Mio. EUR). Aus diesen Anleihen erhielten die Personen in Schlüsselpositionen sowie deren nahe Familienangehörige Zinsen in Höhe von 0,0 Mio. EUR (Vj.: 0,0 Mio. EUR). Darüber hinaus wurden in den Vorjahren emittierte Anleihen im Wert von 0,0 Mio. EUR (Vj.: 0,0 Mio. EUR) von Personen in Schlüsselpositionen und deren nahen Familienangehörigen vorzeitig zurückgezahlt.
Nahestehende Unternehmen
Als nahestehende Unternehmen gemäß IAS 24 gelten für die Schaeffler Gruppe, neben Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, die Unternehmen, die von der
Geschäftsvorfälle mit wesentlichen Tochterunternehmen der Schaeffler AG wurden bereits im Zuge der Konsolidierung eliminiert und sind daher nicht weiter zu erläutern.
Ausgenommen davon ist der im Rahmen des Management-Buyouts der Anteile an der Schaeffler Bio-Hybrid erfolgte Darlehens- und Forderungsverzicht in Höhe von 4 Mio. EUR. Dieser wurde nicht eliminiert, sondern erhöhte den Veräußerungsverlust.
Einem Gemeinschaftsunternehmen wurden verzinsliche Darlehen in Höhe von insgesamt 42 Mio. EUR (Vj.: 15 Mio. EUR) zur Verfügung gestellt. Insgesamt fielen dafür Zinserträge in Höhe von 2 Mio. EUR (Vj.: 0,5 Mio. EUR) an.
Seit November 2019 besteht mit einem Gemeinschaftsunternehmen ein Vertrag über ein verzinsliches Wandeldarlehen mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2023. In diesem Zusammenhang bestehen Andienungsrechte für Anteile an dem Gemeinschaftsunternemen, die unter bestimmten Bedingungen ausübbar sind, bzw. vom Eintritt künftiger Ereignisse abhängen. Im Rahmen des Wandeldarlehens wurden insgesamt 23 Mio. EUR (Vj.: 10 Mio. EUR) ausgereicht. Für die Darlehensforderung wurde im Berichtszeitraum eine Wertminderung in Höhe von 22 Mio. EUR erfasst.
Weitere Geschäftsvorfälle mit assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen waren im Geschäftsjahr 2020 unwesentlich.
Zwischen den Unternehmen der Schaeffler Gruppe und den ihr nahestehenden Unternehmen bestanden in den Geschäftsjahren 2020 und 2019 Geschäftsbeziehungen.
Am 8. Mai 2020 wurde auf der ordentlichen Hauptversammlung der Schaeffler AG für das Geschäftsjahr 2019 eine Ausschüttung von insgesamt 295 Mio. EUR (Vj.: 361 Mio. EUR) beschlossen. Davon entfielen 220 Mio. EUR (Vj.: 270 Mio. EUR) auf die Stammaktien der
Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über alle im Konzernabschluss der Schaeffler Gruppe enthaltenen Erträge und Aufwendungen aus Transaktionen mit den sonstigen nahestehenden Unternehmen der Schaeffler Gruppe. Ebenfalls angeführt sind die zum jeweiligen Stichtag im Konzernabschluss enthaltenen Forderungen und Verbindlichkeiten aus derartigen Transaktionen. Die Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen waren im Wesentlichen auf Geschäftsbeziehungen mit der Continental Gruppe zurückzuführen.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 6 | |
Sonstige Angaben | Abschlussprüferhonorare | |||
Forderungen und Verbindlichkeiten aus Transaktionen | ||||||||
31.12.2020 | 31.12.2019 | 31.12.2020 | 31.12.2019 | |||||
in Mio. EUR | Forderungen | Verbindlichkeiten | ||||||
Sonstige nahestehende | 26 | 33 | 19 | 19 | ||||
Aufwendungen und Erträge aus Transaktionen | ||||||||
2020 | 2019 | 2020 | 2019 | |||||
in Mio. EUR | Aufwendungen | Erträge | ||||||
Sonstige nahestehende | 93 | 98 | 92 | 105 | ||||
Geschäftsbeziehungen mit Gesellschaften der Continental Gruppe bestanden in Form von Lieferungen von Fahrzeugkomponenten, Werkzeugen, Entwicklungsleistungen und sonstigen Dienstleistungen sowie Vermietungen von Gewerbeflächen. Die Transaktionen mit der Continental Gruppe wurden zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossen.
In den Forderungen aus Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 26 Mio. EUR (Vj.: 33 Mio. EUR) enthalten.
6 Abschlussprüferhonorare
Für die erbrachten Dienstleistungen des weltweiten Netzwerkes von KPMG bzw. der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG AG) sind folgende Honorare angefallen:
Honorare des Abschlussprüfers | ||||||||
2020 | 2019 | 2020 | 2019 | |||||
in Mio. EUR | KPMG | davon KPMG AG | ||||||
Abschlussprüfungsleistungen | 7,1 | 7,6 | 4,4 | 4,9 | ||||
Andere Bestätigungs- | 0,6 | 0,6 | 0,6 | 0,3 | ||||
Steuerberatungs- | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | ||||
Sonstige | 0,4 | 0,2 | 0,4 | 0,1 | ||||
Summe | 8,1 | 8,5 | 5,4 | 5,3 | ||||
Als Abschlussprüfer der Schaeffler AG gilt die KPMG AG. Die Honorare der KPMG AG betrafen Leistungen im Zusammenhang mit der Schaeffler AG und deren deutschen Tochterunternehmen.
7 Entsprechenserklärung zum
Deutschen Corporate Governance Kodex
Vorstand und Aufsichtsrat der Schaeffler AG haben im Dezember 2020 die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und auf der Internetseite der Schaeffler Gruppe öffentlich zugänglich gemacht (www.schaeffler.com/de/ir).
8 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Nach dem 31. Dezember 2020 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen wesentliche Einflüsse auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Schaeffler Gruppe erwartet werden.
9 Anteilsbesitzliste gemäß § 313 Abs. 2 HGB
Mutterunternehmen ist die Schaeffler AG mit Sitz in Herzogenaurach.
Schaeffler Gruppe | 2020 | Konzernanhang | 1 | |
Sonstige Angaben | Abschlussprüferhonorare | |||
Anteilsbesitzliste | ||||||
Gesellschaft | Ort | Länder- | Konzern- | |||
A. Vollkonsolidierte Gesellschaften | ||||||
CBF Europe GmbH | Wuppertal | DE | 100,00 | |||
Compact Dynamics GmbH 2) | Starnberg | DE | 100,00 | |||
CVT Beteiligungsverwaltungs GmbH | Bühl | DE | 100,00 | |||
CVT Verwaltungs GmbH & Co. | Bühl | DE | 100,00 | |||
FZT Kaltennordheim GmbH 4) | Kaltennordheim | DE | 0,00 | |||
FZT Kaltennordheim Grundstücksgesellschaft mbH 4) | Kaltennordheim | DE | 0,00 | |||
FZT Unna GmbH 4) | Unna | DE | 0,00 | |||
FZT Unna Grundstücksgesellschaft mbH 4) | Unna | DE | 0,00 | |||
Industriewerk Schaeffler | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
K + K Industrieanlagen GmbH | Karben | DE | 100,00 | |||
LuK Truckparts GmbH & Co. KG 1) 3) | Kaltennordheim | DE | 100,00 | |||
LuK Unna GmbH & Co. KG 1) 3) | Unna | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Aerospace Germany Beteiligungs GmbH | Schweinfurt | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Aerospace Germany GmbH & Co. KG 1) 3) | Schweinfurt | DE | 100,00 | |||
Schaeffler AS Auslandsholding GmbH 2) | Bühl | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Automotive Buehl GmbH & Co. KG 1) 3) | Bühl | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Automotive Aftermarket | Langen | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Beteiligungs- | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Beteiligungs- | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Bühl Auslandsholding GmbH 2) | Bühl | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Bühl Beteiligungs GmbH 2) | Bühl | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Bühl Holding GmbH 2) | Bühl | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Bühl Verwaltungs GmbH 2) | Bühl | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Consulting GmbH 2) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Digital Solutions GmbH 2) | Chemnitz | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Elmotec Statomat GmbH | Karben | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Engineering GmbH 2) | Werdohl | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Europa Logistik GmbH 2) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Friction Products GmbH 2) | Morbach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler IAB Beteiligungs GmbH 2) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler IAB Verwaltungs GmbH 2) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler IDAM Beteiligungs GmbH | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Immobilien AG & Co. KG 1) 3) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Industrial Drives AG & | Suhl | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Invest GmbH 2) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler KWK Verwaltungs GmbH | Langen | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Monitoring Services GmbH 2) | Herzogenrath | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Paravan Management GmbH | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Qualifizierung und Beschäftigung | Schweinfurt | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Raytech Verwaltungs GmbH 2) | Morbach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Schweinfurt Beteiligungs GmbH 2) | Schweinfurt | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Technologies AG & Co. KG 1) 3) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Versicherungs- | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Verwaltungsholding | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Verwaltungsholding | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Verwaltungsholding Sechs GmbH 2) | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Verwaltungsholding | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Schaeffler Verwaltungsholding | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Unterstützungskasse der FAG | Schweinfurt | DE | 100,00 | |||
WPB Water Pump Bearing Beteiligungsgesellschaft mbH | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
WPB Water Pump Bearing | Herzogenaurach | DE | 100,00 | |||
Xtronic GmbH | Böblingen | DE | 100,00 | |||
II. Ausland (98) | ||||||
Schaeffler Middle East FZE | Jebel Ali | AE | 100,00 | |||
Schaeffler Argentina S.R.L. | Buenos Aires | AR | 100,00 | |||
Schaeffler Austria GmbH | Berndorf-St. Veit | AT | 100,00 | |||
Schaeffler Australia Pty Ltd. | Belrose | AU | 100,00 | |||
Schaeffler Belgium SPRL | Braine L'Alleud | BE | 100,00 | |||
Schaeffler Bulgaria OOD | Sofia | BG | 100,00 | |||
LuK do Brasil Embreagens Ltda. | Sorocaba | BR | 100,00 | |||
Schaeffler Brasil Ltda. | Sorocaba | BR | 100,00 | |||
Schaeffler Belrus OOO | Minsk | BY | 100,00 | |||
Schaeffler Aerospace Canada Inc. | Stratford | CA | 100,00 | |||
Schaeffler Canada Inc. | Oakville | CA | 100,00 | |||
Schaeffler Schweiz GmbH | Romanshorn | CH | 100,00 | |||
Schaeffler Chile Rodamientos Ltda. | Santiago | CL | 100,00 | |||
ETC Trading (Shanghai) Co., Ltd. | Shanghai | CN | 100,00 | |||
RepXpert Automotive Aftermarket Services Consulting (Shanghai) LLP | Shanghai | CN | 100,00 | |||
Schaeffler Automotive Aftermarket Services Consulting (Shanghai) Co. | Shanghai | CN | 100,00 | |||
Schaeffler (China) Co., Ltd. | Taicang | CN | 100,00 | |||
Schaeffler (Nanjing) Co., Ltd. | Nanjing City | CN | 100,00 | |||
Schaeffler (Ningxia) Co., Ltd. | Yinchuan | CN | 100,00 | |||
Schaeffler (Xiangtan) Co., Ltd. | Xiangtan | CN | 100,00 | |||
Schaeffler Aerospace Bearings | Taicang | CN | 100,00 | |||
Schaeffler Friction Products | Suzhou | CN | 100,00 | |||
Schaeffler Holding (China) Co., Ltd. | Shanghai | CN | 100,00 | |||
Schaeffler Intelligent Driving Technology (Changsha) Co., Ltd. | Changsha | CN | 100,00 | |||
Schaeffler Trading (Shanghai) Co., Ltd. | Shanghai | CN | 100,00 | |||
Schaeffler Colombia Ltda. | Bogotá | CO | 100,00 | |||
Schaeffler CZ s.r.o. | Prag | CZ | 100,00 | |||
Schaeffler Production CZ s.r.o. | Lanskroun | CZ | 100,00 | |||
Schaeffler Danmark ApS | Aarhus | DK | 100,00 | |||
Schaeffler Iberia, S.L.U. | Elgoibar | ES | 100,00 | |||
Schaeffler Finland Oy | Espoo | FI | 100,00 | |||
Schaeffler Chain Drive Systems SAS | Calais | FR | 100,00 | |||
Schaeffler France SAS | Haguenau | FR | 100,00 | |||
Schaeffler (UK) Limited | Sheffield | GB | 100,00 | |||
Schaeffler Greece Automotive and | Athen | GR | 100,00 | |||
Schaeffler Hong Kong Company Limited | Hongkong | HK | 100,00 | |||
Schaeffler Hrvatska d.o.o. | Zagreb | HR | 100,00 | |||
FAG Magyarorszag Ipari Kft. | Debrecen | HU | 100,00 | |||
Schaeffler Magyarorszag Ipari Kft. | Budapest | HU | 100,00 | |||
Schaeffler Savaria Kft. | Szombathely | HU | 100,00 | |||
Schaeffler Bearings Indonesia, PT | Jakarta | ID | 100,00 | |||
Schaeffler Israel Ltd. | Yokneam Illit | IL | 100,00 | |||
Schaeffler India Ltd. | Mumbai | IN | 74,13 | |||
INA Invest S.r.l. | Momo | IT | 100,00 | |||
Schaeffler Italia S.r.l. | Momo | IT | 100,00 | |||
Schaeffler Railway Products G.e.i.e. | Mailand | IT | 75,00 | |||
Schaeffler Water Pump Bearing Italia S.r.l. | Momo | IT | 100,00 | |||
Schaeffler Japan Co., Ltd. | Yokohama | JP | 100,00 | |||
Schaeffler Ansan Corporation | Ansan-shi | KR | 100,00 | |||
Schaeffler Korea Corporation | Changwon-si | KR | 100,00 | |||
Schaeffler Kazakhstan GmbH | Almatay | KZ | 100,00 | |||
SIA "Schaeffler Baltic" | Riga | LV | 100,00 | |||
Rodamientos FAG S.A. de C.V. | Puebla | MX | 100,00 | |||
Schaeffler Automotive Aftermarket | Mexico City | MX | 100,00 | |||
Schaeffler Mexico Holding, | Puebla | MX | 100,00 | |||
Schaeffler Mexico Servicios, | Guanajuato | MX | 100,00 | |||
Schaeffler Mexico, S. de R.L. de C.V. | Guanajuato | MX | 100,00 | |||
Schaeffler Transmisión, S. de R.L. de C.V. | Puebla | MX | 100,00 | |||
Schaeffler Bearings (Malaysia) Sdn. Bhd. | Kuala Lumpur | MY | 100,00 | |||
Radine B.V. | Barneveld | NL | 100,00 | |||
Schaeffler Finance B.V. | Barneveld | NL | 100,00 | |||
Schaeffler Nederland B.V. | Barneveld | NL | 100,00 | |||
Schaeffler Norge AS | Sandnes | NO | 100,00 | |||
Schaeffler Peru S.A.C. | Lima | PE | 100,00 | |||
Schaeffler Philippines Inc. | Makati City | PH | 100,00 | |||
Schaeffler Global Services Europe Sp. z o.o. | Breslau | PL | 100,00 | |||
Schaeffler Polska Sp. z o.o. | Warschau | PL | 100,00 | |||
Schaeffler Portugal Unipessoal, Lda. | Caldas da Rainha | PT | 100,00 | |||
Schaeffler Romania S.R.L. | Brasov | RO | 100,00 | |||
Schaeffler SR d.o.o. | Belgrad | RS | 100,00 | |||
Schaeffler Rus OOO | Uljanowsk | RU | 100,00 | |||
Schaeffler Russland GmbH | Moskau | RU | 100,00 | |||
Schaeffler Sverige AB | Arlandastad | SE | 100,00 | |||
Schaeffler Aerospace (Singapore) Pte. Ltd. | Singapur | SG | 100,00 | |||
Schaeffler (Singapore) Pte. Ltd. | Singapur | SG | 100,00 | |||
Schaeffler Slovenija d.o.o. | Maribor | SI | 100,00 | |||
Schaeffler Kysuce, spol. s r.o. | Kysucke Nove Mesto | SK | 100,00 | |||
Schaeffler Skalica spol. s r.o. | Skalica | SK | 100,00 | |||
Schaeffler Slovensko spol. s.r.o. | Kysucke Nove Mesto | SK | 100,00 | |||
Schaeffler (Thailand) Co., Ltd. | Bangkok | TH | 100,00 | |||
Schaeffler Holding (Thailand) Co., Ltd. | Bangkok | TH | 100,00 | |||
Schaeffler Manufacturing | Rayong | TH | 100,00 | |||
Schaeffler Turkey Endüstri ve | Istanbul | TR | 100,00 | |||
Schaeffler Taiwan Co., Ltd. | Taipei | TW | 100,00 | |||
Schaeffler Ukraine GmbH | Kiew | UA | 100,00 | |||
FAG Bearings LLC | Danbury | US | 100,00 | |||
LMC Bridgeport, Inc. | Danbury | US | 100,00 | |||
LuK Clutch Systems, LLC | Wooster | US | 100,00 | |||
LuK-Aftermarket Services, LLC | Valley City | US | 100,00 | |||
Schaeffler Aerospace USA Corporation | Danbury | US | 100,00 | |||
Schaeffler Group USA, Inc. | Fort Mill | US | 100,00 | |||
Schaeffler Holding LLC | Danbury | US | 100,00 | |||
Schaeffler Transmission Systems, LLC | Wooster | US | 100,00 | |||
Schaeffler Transmission, LLC | Wooster | US | 100,00 | |||
Schaeffler Venezuela, C.A. | Caracas | VE | 100,00 | |||
Schaeffler Vietnam Co., Ltd. | Bien Hoa City | VN | 100,00 | |||
INA Bearings (Pty) Ltd. | Port Elizabeth | ZA | 100,00 | |||
Schaeffler South Africa (Pty.) Ltd. | Johannesburg | ZA | 100,00 | |||
B. Gemeinschaftsunternehmen | ||||||
Deutschland (4) | ||||||
Abt E-Line GmbH | Kempten | DE | 0,00 | |||
Contitech-INA | Hannover | DE | 50,00 | |||
Contitech-INA GmbH & Co. KG 3) | Hannover | DE | 50,00 | |||
Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG 3) | Herzogenaurach | DE | 90,00 | |||
C. Assoziierte Unternehmen | ||||||
Ausland (4) | ||||||
Resitec Ltd. | Telford | GB | 33,30 | |||
Statec S.r.l. | Turin | IT | 35,00 | |||
Eurings Zrt. | Debrecen | HU | 37,00 | |||
Colinx, LLC | Greenville | US | 20,00 | |||
D. Nicht konsolidierte Unternehmen | ||||||
Ausland (1) | ||||||
Statomat Special Machines (India) Pvt. Ltd. | Mumbai | IN | 79,89 | |||
1) Befreiung gemäß § 264b HGB. | ||||||
2) Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB. | ||||||
3) Unbeschränkt haftende Gesellschafterin ist die Schaeffler AG bzw. ein anderes in | ||||||
4) Die Gesellschaft wird aufgrund Beherrschung vollkonsolidiert. | ||||||
10 Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands
Mitglieder des Aufsichtsrats
Georg F. W. Schaeffler (Vorsitzender),
Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann (Stellvertretende Vorsitzende), Jürgen Wechsler* (Stellvertretender Vorsitzender),
Sabine Bendiek, Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger,
Dr. Holger Engelmann, Prof. Dr. Bernd Gottschalk,
Andrea Grimm*, Thomas Höhn* (seit 8. Mai 2020),
Susanne Lau*, Barbara Resch*, Jutta Rost* (seit 8. Mai 2020), Jürgen Schenk* (seit 8. Mai 2020),
Helga Schönhoff* (seit 8. Mai 2020), Sabrina Soussan,
Robin Stalker, Salvatore Vicari*,
Prof. TU Graz e.h. KR Ing. Siegfried Wolf,
Prof. Dr.-Ing. Tong Zhang, Markus Zirkel* (seit 8. Mai 2020)
Im Geschäftsjahr 2020 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden
Norbert Lenhard* (bis 8. Mai 2020)
Dr. Reinhold Mittag* (bis 8. Mai 2020)
Dirk Spindler* (bis 8. Mai 2020)
Jürgen Stolz* (bis 8. Mai 2020)
Jürgen Worrich* (bis 8. Mai 2020)
Ausschüsse des Aufsichtsrats
Vermittlungsausschuss: Georg F.W. Schaeffler (Vorsitzender),
Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann, Salvatore VIcari
und Jürgen Wechsler
Präsidialausschuss: Georg F. W. Schaeffler (Vorsitzender),
Barbara Resch, Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann,
Salvatore VIcari, Jürgen Wechsler und
Prof. TU Graz e.h. KR Ing. Siegfried Wolf
Prüfungsausschuss: Robin Stalker (Vorsitzender),
Dr. Holger Engelmann, Andrea Grimm, Thomas Höhn,
Georg F. W. Schaeffler und Jürgen Wechsler
Nominierungsausschuss: Georg F.W. Schaeffler (Vorsitzender),
Dr. Holger Engelmann, Prof. Dr. Bernd Gottschalk
und Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann
Technologieausschuss:
Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger (Vorsitzender),
Georg F.W. Schaeffler, Jürgen Schenk, Salvatore Vicari,
Jürgen Wechsler, Prof. TU Graz e.h. KR Ing. Siegfried Wolf,
Prof. Dr.-Ing. Tong Zhang und Markus Zirkel
Mitglieder des Vorstands
Klaus Rosenfeld (Vorsitzender des Vorstands),
Dr. Klaus Patzak (Vorstand Finanzen & IT, seit 1 August 2020),
Andreas Schick (Vorstand Produktion, Supply Chain Management & Einkauf),
Corinna Schittenhelm (Vorstand Personal und Arbeitsdirektorin),
Michael Söding (Vorstand Automotive Aftermarket),
Dr. Stefan Spindler (Vorstand Industrial),
Uwe Wagner (Vorstand F&E),
Matthias Zink (Vorstand Automotive Technologies)
Im Geschäftsjahr 2020 aus dem Vorstand ausgeschieden
Dietmar Heinrich (Vorstand Finanzen & IT; bis 31. Juli 2020)
*Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat
11 Aufstellung des Konzernabschlusses
Der Vorstand der Schaeffler AG hat den Konzernabschluss am 22. Februar 2021 aufgestellt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat der Schaeffler AG freigegeben. Der Aufsichtsrat der Schaeffler AG hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu billigen.
Herzogenaurach, 22. Februar 2021
Schaeffler Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Klaus Rosenfeld
Vorsitzender
Dr. Klaus Patzak
Andreas Schick
Corinna Schittenhelm
Michael Söding
Dr. Stefan Spindler
Uwe Wagner
Matthias Zink
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Schaeffler Gruppe | 2020 | versicherung der gesetzlichen vertreter | 1 | |
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Herzogenaurach, 22. Februar 2021
Schaeffler Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Klaus Rosenfeld
Vorsitzender
Dr. Klaus Patzak
Andreas Schick
Corinna Schittenhelm
Michael Söding
Dr. Stefan Spindler
Uwe Wagner
Matthias Zink
Definition der Standorte wurde im Berichtsjahr überarbeit und an die neuen Strukturen angepasst.
Vorjahreswerte gemäß der 2020 ausgewiesenen Berichtsstruktur.
Umsatz nach Marktsicht.
Die Reinvestitionsrate setzt die Zugänge zu den immateriellen Vermögenswerten und dem Sachanlagevermögen ins Verhältnis zu den Abschreibungen (abzgl. der Abschreibungen auf Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen und Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte).
Die FCF-Conversion setzt den Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten ins Verhältnis zum EBIT.
Abteilungen 28 und 30 sowie Gruppe 27.1 gemäß der NACE Rev. 2-Systematik.
Siehe erläuternde Angaben im Konzernanhang unter Tz. 4.12.
Rechnerisch ermittelte Effekte.
Unter Beachtung der maßgeblichen Leaver-Regelungen
CAGREPS = (EPSJahr 4 /EPSJahr 0) (1/Jahre) – 1, dabei entspricht EPSJahr 0 dem EPS-Wert für das Geschäftsjahr, welches der jeweiligen Performanceperiode unmittelbar vorangeht, EPSJahr 4 entspricht dem EPS-Wert für das letzte Jahr der jeweiligen Performanceperiode.
Unter Beachtung der maßgeblichen Leaver-Regelungen.
Unter Beachtung der maßgeblichen Leaver-Regelungen.