Jahresfinanzbericht
2021
der Josef Manner & Comp. AG
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Kennzahlen
Konzernkennzahlen nach IFRS
TEUR
2021
2020
Umsatzerlöse
217.278
200.165
Exportquote
63,0 %
62,6 %
Betriebsergebnis
5.095
3.274
Betriebsergebnis-Marge (ROS)
2,3 %
1,6 %
Ergebnis vor Steuern
3.882
1.897
Jahresüberschuss
3.000
1.224
Eigenkapitalrentabilität (ROE)
8,4 %
5,6 %
Gesamtkapitalrentabilität (ROI)
3,0 %
2,1 %
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
20.565
8.365
Cashflow aus Investitionstätigkeit
-8.668
-8.283
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
571
-121
Mitarbeiter in Jahresdurchschnitt
830
806
Bilanzsumme
170.131
154.821
Eigenkapital
60.626
58.258
Eigenkapitalquote
35,6 %
37,6 %
Nettoverschuldung
44.550
52.895
Nettoverschuldungsgrad (Gearing)
73,5 %
90,8 %
Stammaktien zum 31. Dezember
EUR
EUR
2021
2020
ISIN
AT0000728209
Anzahl der Aktien (Stück)
1.890.000
1.890.000
Höchstkurs
119,00
110,00
Tiefstkurs
98,00
83,00
Schlusskurs
111,00
109,00
Durchschnittskurs
106,00
103,00
Dividende je Aktie 1
0,00
0,80
1
Laut Gewinnverwendungsvorschlag an die Hauptversammlung der Josef Manner & Comp. AG wird für das
Geschäftsjahr 2021 keine Dividende bezahlt.
2
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Inhaltsverzeichnis
Kennzahlen...........................................................................................................................................................................2
Vorwort des Vorstands .........................................................................................................................................................4
Konzernorganigramm ...........................................................................................................................................................5
Corporate-Governance-Bericht.............................................................................................................................................6
Bericht des Aufsichtsrats ....................................................................................................................................................13
Konzernlagebericht.............................................................................................................................................................16
Konzernabschluss ..............................................................................................................................................................49
Bestätigungsvermerk........................................................................................................................................................103
Erklärung des Vorstands zum Konzernabschluss ............................................................................................................108
Jahresabschluss...............................................................................................................................................................109
Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung und der Umwelt zuliebe wird auf die gedruckte Version des Konzernabschlusses
2021 verzichtet.
3
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Jahresfinanzbericht 2021
Vorwort des Vorstands
Sehr geehrte Aktionär*innen,
Sehr geehrte Leser*innen,
vorliegend finden Sie den ersten Konzernabschluss der Josef Manner & Comp. AG, der nach den Regelungen des
International Financial Reporting Standards (IFRS) verfasst wurde. Nach einer Prüfung der Österreichischen
Prüfstelle für Rechnungslegung (OePR) und einer daraufhin in Auftrag gegebenen Analyse wurde dieser vorliegende
Bericht für das Jahr 2021 erstellt.
2021 war auch für Manner ein herausforderndes Jahr. Während umsatzseitig die Erwartungen übertroffen wurden, waren
kostenseitig erhebliche Steigerungen zu verzeichnen. Zu Beginn des Jahres war die Stimmung hinsichtlich des
vermeintlichen Endes der Pandemie ausgesprochen positiv, doch rasch wurde offenkundig, dass COVID-19 noch längere
Zeit Teil unserer privaten und beruflichen Realität sein wird. Für Manner hatte das zur Folge, dass auch 2021 die Shops
aufgrund von Einschränkungen und ausbleibender Tourist*innen die Umsätze der Jahre vor der Pandemie nicht einholen
konnten.
Dennoch haben wir mit unseren starken Marken 2021 einen Rekordumsatz erzielt – trotz dieses sehr herausfordernden
Umfelds. Das EBT konnte ebenfalls gesteigert werden, allerdings ist hier der Vergleichswert das verhaltene Corona-Jahr
2020. Vor allem am deutschen Markt konnten wir 2021 ein ausgezeichnetes Wachstum mit unseren starken Marken
erzielen. Sowohl die erfreulich gestiegene Exportquote als auch die gute Performance unserer Innovationen machen uns
zuversichtlich für die Zukunft. Besonders positiv und im Einklang mit unseren stetig ausgebauten
Nachhaltigkeitsbestrebungen ist die 2021 erfolgte Umstellung des Manner Schnitten- und Waffelsortiments auf Fairtrade-
zertifizierten Kakao.
Mein Dank gilt den engagierten Mitarbeiter*innen des Unternehmens. Ihrem außergewöhnlichen Einsatz ist es zu
verdanken, dass Manner auch in schwierigen Zeiten Konsument*innen süße Genussmomente bieten kann.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Kutil
CEO Josef Manner & Comp. AG
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Konzernorganigramm
der Josef Manner & Comp. AG, Wien, Österreich als Muttergesellschaft
-
Geblergasse 116 GmbH & Co KG, Wien, Österreich, 100 %
-
Manner Azerbaijan LLC, Khudat City, Aserbaidschan, 100 %
-
Josef Manner s.r.o., Brno, Tschechischen Republik, 100 %
-
Josef Manner, marketinske storitve, d.o.o., Ljubljana, Slowenien, 100 %
-
Unterstützungseinrichtung der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft, Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich,
100 %
-
Compliment Süßwaren Vertriebs Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich, 100 %
-
Manner Management GmbH, Wien, Österreich, 100 %
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Jahresfinanzbericht 2021
Corporate-Governance-Bericht
der Josef Manner & Comp. AG für das Geschäftsjahr 2021 (nach § 267b UGB)
Die Josef Manner & Comp. AG ist verpflichtet, einen konsolidierten Corporate-Governance-Bericht gemäß § 267b UGB
zu erstellen. Da der konsolidierte Corporate-Governance-Bericht gemäß § 267b UGB im Wesentlichen dem Corporate-
Governance-Bericht gemäß § 243c UGB entspricht, werden diese beide Berichte gemäß § 267b UGB in Verbindung mit
§ 251 Abs. 3 UGB in einem gemeinsamen Bericht zusammengefasst.
Bekenntnis zum Corporate Governance Kodex
Die Josef Manner & Comp. AG verfolgt eine Strategie der nachhaltigen Wert- und Ertragssteigerung. Auf die langfristige
Steigerung des Unternehmenswerts ausgerichtete Managementgrundsätze und die permanente Weiterentwicklung der
Systeme zur Bereitstellung vollständiger und transparenter Informationen bilden die Grundlage des Handelns. In diesem
Sinne bekennen sich Vorstand und Aufsichtsrat zum Regelungsziel des Österreichischen Corporate Governance Kodex
(§ 243c Abs. 1 Z. 1 UGB), welcher im Oktober 2002 in Kraft gesetzt und zuletzt in der Fassung Jänner 2021 angepasst
wurde.
Alle vom Österreichischen Corporate Governance Kodex geforderten Informationen sind in diesem Bericht und
entsprechend der thematischen Zugehörigkeit entweder im Geschäftsbericht, Lagebericht, oder auf der Webseite des
Unternehmens ersichtlich.
Die 83 Regeln des bestehenden Kodex können in drei Regelkategorien eingeteilt werden, wobei die erste Kategorie, die
L-Regeln (Legal Requirements), auf zwingenden Rechtsvorschriften beruhen und somit verpflichtend anzuwenden sind.
Die zweite Kategorie, die C-Regeln (Comply or Explain), sollten eingehalten oder bei Abweichung begründet werden.
Erläuterungen bzw. Begründungen für die Abweichungen zu C-Regeln finden Sie in diesem Bericht.
Von R-Regeln, die einen reinen Empfehlungscharakter haben, können die Unternehmen ohne Erklärung abweichen.
Der Österreichische Corporate Governance Kodex ist auf der Webseite des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate
Governance (www.corporate-governance.at) veröffentlicht.
Abweichungen zum Corporate Governance Kodex
Die im Kodex definierten Grundsätze sind Bestandteil der Unternehmenskultur. Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben
sich mit dem Kodex befasst und ihre Geschäftsordnungen entsprechend angepasst. Die Erläuterungen und die
Abweichungen zu den C-Regeln sind nachstehend dargestellt:
Regel 18:
In Abhängigkeit von der Größe des Unternehmens ist eine interne Revision an eine
geeignete externe Institution ausgelagert.
Der Vorstand berichtet zumindest einmal jährlich im Prüfungsausschuss über
Revisionsplan, Ergebnisse der internen Revision, den Status des Risikomanagements
und über wesentliche Risiken des Unternehmens.
Regel 18a:
Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat nicht gesondert jährlich über die Vorkehrungen
zur Bekämpfung von Korruption im Unternehmen, da Korruptionsbekämpfung als Teil des
allgemeinen Risikomanagements gesehen wird.
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Regel 39:
Der Aufsichtsrat hat keinen Ausschuss bestellt, der in dringenden Fällen zu
Entscheidungen befugt ist.
In dringenden Fällen kontaktiert der Vorstand den Aufsichtsratsvorsitzenden, der eine
Entscheidung mittels Rundumlaufverfahren herbeiführen kann.
Regel 43:
Mangels einschlägiger Erfahrung im Bereich Vergütungspolitik lässt sich der Ausschuss
von externen Expert*innen beraten, die nicht gleichzeitig den Vorstand in
Vergütungsfragen beraten.
Regel 68:
Die Gesellschaft veröffentlicht ihre Berichte ausschließlich in deutscher Sprache.
Entsprechend der geographischen Herkunft der Aktionäre besteht keine Notwendigkeit,
die Berichte auch in englischer Sprache zu verfassen.
Regel 77:
Die Prüfung des Abschlusses erfolgt nach den im Fachgutachten für Wirtschaftsprüfer
(IWP) festgelegten Standards.
Zusammensetzung des Vorstands:
Mag. Andreas Kutil
CEO, Vorstand für Marketing & Verkauf
Geburtsjahr: ꢀꢁꢂꢁ
erstmals bestellt ab ꢃꢀ.ꢃꢄ.ꢅꢃꢅꢀ; bestellt bis ꢅꢁ.ꢃꢅ.ꢅꢃꢅꢆ
keine Aufsichtsratsmandate in anderen Unternehmen
Dr. Hans Peter Andres
Vorstand für Einkauf, Materialwirtschaft & Logistik
Geburtsjahr: ꢀꢁꢂꢀ
erstmals bestellt ab ꢃꢀ.ꢃꢇ.ꢀꢁꢁꢅ; bestellt bis ꢄꢃ.ꢃꢂ.ꢅꢃꢅꢆ
keine Aufsichtsratsmandate in anderen Unternehmen
Thomas Gratzer
Vorstand für Produktion & Technik
Geburtsjahr: ꢀꢁꢂꢇ
erstmals bestellt ab ꢃꢀ.ꢃꢂ.ꢅꢃꢀꢆ; bestellt bis ꢄꢀ.ꢃꢈ.ꢅꢃꢅꢄ
keine Aufsichtsratsmandate in anderen Unternehmen
Mag. Albin Hahn
Vorstand für Finanzen & Personal
Geburtsjahr: ꢀꢁꢈꢇ
erstmals bestellt ab ꢃꢀ.ꢃꢀ.ꢅꢃꢃꢉ; bestellt bis ꢄꢀ.ꢀꢅ.ꢅꢃꢅꢅ
Verwaltungsrat in der Hoerbiger Holding AG
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Dr. Alfred Schrott
Vorstand für Marketing & Verkauf
Geburtsjahr: ꢀꢁꢇꢀ
erstmals bestellt ab ꢃꢀ.ꢃꢁ.ꢅꢃꢃꢁ; ausgeschieden mit ꢄꢀ.ꢃꢄ.ꢅꢃꢅꢀ
keine Aufsichtsratsmandate in anderen Unternehmen
Vergütung des Vorstands
2021 verfügten die Vorstände über ein Grundgehalt und eine erfolgsabhängige variable Vergütung.
Des Weiteren wird hier auf den veröffentlichten Vergütungsbericht des entsprechenden Geschäftsjahres verwiesen.
Zusammensetzung des Aufsichtsrats
Dr. Ernst Burger
Vorsitzender
unabhängig gem. Anhang ꢀ des ÖCGK
vertritt die Interessen eines Anteilseigners mit einer Beteiligung >ꢀꢃ %
Geburtsjahr: ꢀꢁꢆꢉ
erstmals bestellt ab ꢅꢁ.ꢃꢂ.ꢅꢃꢃꢆ; bestellt bis zur ꢀꢃꢇ. o. HV (ꢅꢃꢅꢅ)
keine weiteren Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen
Dipl. Ing. Markus Spiegelfeld
Stellvertreter des Vorsitzenden
vertritt die Interessen eines Anteilseigners mit einer Beteiligung >ꢀꢃ %
Geburtsjahr: ꢀꢁꢈꢅ
erstmals bestellt ab ꢅꢇ.ꢃꢂ.ꢅꢃꢃꢅ; bestellt bis zur ꢀꢃꢉ. O. HV (ꢅꢃꢅꢄ)
keine weiteren Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen
Dr. Martina Andres
Mitglied
Geburtsjahr: ꢀꢁꢂꢆ
erstmals bestellt ab ꢅꢉ.ꢃꢈ.ꢅꢃꢀꢁ; bestellt bis zur ꢀꢃꢇ. o. HV (ꢅꢃꢅꢅ);
keine weiteren Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen
Dr. Josef Doppler (ab 25.05.2021)
Mitglied
unabhängig gem. Anhang ꢀ des ÖCGK
Geburtsjahr: ꢀꢁꢂꢃ
erstmals bestellt ab ꢅꢈ.ꢃꢈ.ꢅꢃꢅꢀ; bestellt bis zur ꢀꢃꢁ. o. HV (ꢅꢃꢅꢆ)
keine weiteren Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen
Dr. Michael Grahammer (ab 25.05.2021)
Mitglied
unabhängig gem. Anhang ꢀ des ÖCGK
Geburtsjahr: ꢀꢁꢂꢆ
erstmals bestellt ab ꢅꢈ.ꢃꢈ.ꢅꢃꢅꢀ; bestellt bis zur ꢀꢃꢁ. o. HV (ꢅꢃꢅꢆ)
keine weiteren Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Mag. Dr. Wolfgang Hötschl
Mitglied
unabhängig gem. Anhang ꢀ des ÖCGK
Geburtsjahr: ꢀꢁꢈꢆ
erstmals bestellt ab ꢅꢁ.ꢃꢈ.ꢅꢃꢀꢉ; bestellt bis zur ꢀꢃꢁ. o. HV (ꢅꢃꢅꢆ)
keine weiteren Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen
Mag. Florian Jonak
Mitglied
unabhängig gem. Anhang ꢀ des ÖCGK
Geburtsjahr: ꢀꢁꢂꢇ
erstmals bestellt ab ꢄꢃ.ꢃꢈ.ꢅꢃꢀꢇ; bestellt bis zur ꢀꢃꢉ. o. HV (ꢅꢃꢅꢄ)
keine weiteren Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen
Dr. Sita Monica Mazumder
Mitglied
unabhängig gem. Anhang ꢀ des ÖCGK
Geburtsjahr: ꢀꢁꢇꢃ
erstmals bestellt ab ꢅꢉ.ꢃꢈ.ꢅꢃꢀꢁ; bestellt bis zur ꢀꢃꢇ. o. HV (ꢅꢃꢅꢅ);
ein weiteres Aufsichtsratsmandat in einem börsennotierten Unternehmen (Palfinger AG)
Mag. Dipl. Ing. Robert Ottel, MBA (bis 25.05.2021)
Mitglied
unabhängig gem. Anhang ꢀ des ÖCGK
Geburtsjahr: ꢀꢁꢂꢇ
erstmals bestellt ab ꢅꢉ.ꢃꢂ.ꢅꢃꢃꢂ; bestellt bis zur ꢀꢃꢂ. o. HV (ꢅꢃꢅꢀ)
keine weiteren Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen
Dipl. Ing. Mag. Markus Wiesner (bis 25.05.2021)
Mitglied
unabhängig gem. Anhang ꢀ des ÖCGK
Geburtsjahr: ꢀꢁꢈꢂ
erstmals bestellt ab ꢅꢉ.ꢃꢂ.ꢅꢃꢃꢂ; bestellt bis zur ꢀꢃꢂ. o. HV (ꢅꢃꢅꢀ)
keine weiteren Aufsichtsratsmandate in börsennotierten Unternehmen
Peter Freudenschuss
Mitglied; Betriebsrat
Geburtsjahr: ꢀꢁꢂꢉ
bestellt vom Betriebsrat der Angestellten in Wien
Peter Habel
Mitglied; Betriebsrat
Geburtsjahr: ꢀꢁꢈꢁ
bestellt vom Betriebsrat der Angestellten in Wien
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Christian Hackl
Mitglied; Betriebsrat
Geburtsjahr: ꢀꢁꢂꢁ
bestellt vom Betriebsrat der Arbeiter in Wien
Gerda Erika Clementi
Mitglied; Betriebsrat
Geburtsjahr: ꢀꢁꢂꢀ
bestellt vom Betriebsrat der Arbeiter in Wolkersdorf
Der Aufsichtsrat hat die im Österreichischen Corporate Governance Kodex (Anhang 1) enthaltenen Leitlinien für die
Unabhängigkeit als Kriterien der Unabhängigkeit festgelegt.
Vergütung des Aufsichtsrats
Die Vergütung der gewählten Aufsichtsräte erfolgt nach den in der 103. o. HV. beschlossenen Kriterien. Die Vergütung
setzt sich aus einer vom Unternehmensergebnis abhängigen Aufsichtsratvergütung und einem Sitzungsgeld zusammen.
Des Weiteren wird hier auf den veröffentlichten Vergütungsbericht des entsprechenden Geschäftsjahres verwiesen.
Angaben zur Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat
Da hohe Transparenz und umfassende und zeitgleiche Information aller relevanten Interessensgruppen ein wichtiges
Anliegen ist, überwacht ein Compliance-Verantwortlicher die Einhaltung der Compliance-Richtlinie der Josef Manner &
Comp. AG, welche auf der Marktmissbrauchsverordnung des Europäischen Parlaments und des Rates basiert.
Im Sinne des Kodex pflegen Vorstand und Aufsichtsrat zusätzlich zu den vier ordentlichen Aufsichtsratssitzungen einen
regen Gedankenaustausch zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens, Geschäftsentwicklung, Risikomanagement
und wesentlichen Geschäftsfällen. Bei wichtigen Anlässen erfolgt eine unverzügliche Information an den Vorsitzenden des
Aufsichtsrats.
Im Jahr 2021 haben vier ordentliche Sitzungen des Aufsichtsrats stattgefunden. Es hat kein Mitglied des Aufsichtsrats an
mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats nicht persönlich teilgenommen.
Der Aufsichtsrat entscheidet in Fragen grundsätzlicher Bedeutung und über die strategische Ausrichtung des
Unternehmens. Seine Kontrolltätigkeit übt er auch durch Ausschüsse aus und hat dafür einen Prüfungsausschuss und
einen Nominierungs- & Vergütungsausschuss eingerichtet. Zusätzlich befasst sich der Aufsichtsrat jährlich mit der Effizienz
seiner Tätigkeit und führt eine Selbstevaluierung durch.
Der Prüfungsausschuss befasst sich, gem. § 92 (4a) 4 AktG, mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der
Überwachung der Arbeit des Abschlussprüfers, der Prüfung und Vorbereitung der Feststellung des Jahresabschlusses,
des Vorschlags für die Gewinnverteilung und des Lageberichts. Darüber hinaus überwacht er die Wirksamkeit des internen
Kontrollsystems und Risikomanagementsystems und hat einen Vorschlag für die Auswahl des Abschlussprüfers zu
erstatten und darüber dem Aufsichtsrat zu berichten.
Dem Prüfungsausschuss gehören folgende Mitglieder des Aufsichtsrats an:
Dr. Michael Grahammer (Vorsitzender)
Mag. Florian Jonak (Stellvertreter des Vorsitzenden)
Dr. Ernst Burger (Finanzexperte)
Dr. Martina Andres
Peter Freudenschuss
Gerda Erika Clementi
10
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Der Ausschuss hat im Geschäftsjahr 2021 drei Sitzungen abgehalten. Bei allen Sitzungen war der Wirtschaftsprüfer
anwesend.
Der Nominierungs- und Vergütungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung frei werdender
Mandate im Vorstand, befasst sich weiter mit Fragen der Nachfolgeplanung und unterbreitet der Hauptversammlung
Vorschläge zur Besetzung frei werdender Mandate im Aufsichtsrat. Darüber hinaus befasst er sich mit dem Inhalt von
Vorstandsverträgen und überprüft die Vergütungspolitik für Vorstandsmitglieder in regelmäßigen Abständen.
Dem Nominierungs- und Vergütungsausschuss gehören folgende Mitglieder des Aufsichtsrats an:
Dr. Ernst Burger (Vorsitzender)
Mag. Dr. Wolfgang Hötschl (Stellvertreter des Vorsitzenden)
Peter Habel
Der Ausschuss hat im Geschäftsjahr 2021 zwei Sitzungen abgehalten.
Der Digitalisierungsausschuss beschäftigt sich mit der ganzheitlichen Transformation des Unternehmens mit dem Ziel,
den internen und externen Kundennutzen zu erhöhen. Darüber hinaus befasst er sich sowohl bei dem Kerngeschäft als
auch bei neuen Geschäftsfeldern mit der Optimierung von Aufbau- und Prozessorganisation und Modernisierung der
Unternehmenskultur.
Dem Digitalisierungsausschuss gehören folgende Mitglieder des Aufsichtsrats an:
Prof. Dr. Sita Monica Mazumder (Vorsitzende)
Mag. Dr. Wolfgang Hötschl (Stellvertreter der Vorsitzenden)
Dr. Martina Andres
Mag. Florian Jonak
Peter Habel
Christian Hackl
Der Ausschuss hat im Geschäftsjahr 2021 vier Sitzungen abgehalten.
Im Jahr 2012 gab es einen gem. L-Regel 48 zustimmungspflichtigen Vertrag mit Werkstatt Wien Spiegelfeld, Holnsteiner
+ Co Gesellschaft m.b.H. & Co. KG, der im Jahr 2021 eine Zahlung in der Höhe von € 5.000,00 zur Folge hatte.
Wirtschaftsprüfer
Die CENTURION Wirtschaftsprüfungs GmbH wurde von der 105. ordentlichen Hauptversammlung zum Abschlussprüfer
bestellt.
Im Jahr 2021 lagen die Honorare von CENTURION Wirtschaftsprüfungs GmbH für die Abschlussprüfung 2020 bei €
130.500,--
Maßnahmen zur Förderung von Frauen
Im Rahmen der unternehmensweit einheitlichen Personalpolitik, die für alle Mitarbeiter*innen gleiche Chancen und Rechte
sicherstellt, bemüht sich die Gesellschaft um die Entwicklung und Weiterbildung von Frauen. Die Gesellschaft verfolgt das
Ziel, den Anteil der Frauen in leitenden Stellungen mittelfristig auf ein ausgewogenes Niveau zu heben. Derzeit sind drei
Mitglieder der Organe Vorstand und Aufsichtsrat weiblich. Der Frauenanteil in leitenden Stellungen (§ 80 AktG) im
Unternehmen beträgt 20 % (2020: 20 %). Mit Ende des Geschäftsjahres 2021 beschäftigt die Gesellschaft 777
Mitarbeiter*innen, wovon 38 % weiblich sind.
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Sowohl für den Aufsichtsrat als auch für den Vorstand gelten bei Personalentscheidungen und bei der Entlohnung
ausschließlich fachliche Fähigkeiten und persönliche Kompetenzen; hohes Augenmerk wird auf die strenge
Gleichbehandlung der Geschlechter gelegt.
In zahlreichen Bereichen konnten sich Frauen für Führungsaufgaben in der ersten und zweiten Berichtsebene qualifizieren.
Beschreibung des Diversitätskonzepts
Ein aus der Unternehmenspolitik bzw. aus dem Code of Conduct der Gesellschaft herausgelöstes Diversitätskonzept
besteht nicht. Die Josef Manner & Comp. AG verfolgt seit vielen Jahren das Ziel, die Vielfältigkeit der Mitarbeiter*innen in
Bezug auf Ausbildung, Erfahrung und Alter, kulturelle Herkunft, Geschlecht und ähnliche Gesichtspunkte zu fördern.
Allfälliger Bericht über eine externe Evaluierung
Gem. R-Regel 62 wird die Einhaltung der C- und R-Regeln des Kodex alle drei Jahre durch eine externe Institution
evaluiert.
Die letztmalige Evaluierung wurde durch TPA Wirtschaftsprüfung GmbH durchgeführt und betraf das Geschäftsjahr 2019.
Diese ergab keine Sachverhalte, die zu der Annahme führten, dass der Corporate-Governance-Bericht der Josef Manner
& Comp. AG für das Geschäftsjahr 2019 in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen
Vorschriften (§ 243c UGB) aufgestellt wurde.
Die nächste Evaluierung betrifft somit das Geschäftsjahr 2022.
Veränderungen nach dem Abschlussstichtag
Nach dem Abschlussstichtag wurden Sachverhalte bzw. Änderungen in den vorliegenden Corporate-Governance Bericht
aufgenommen. Albin Hahn, Finanz- und Personalvorstand, wird nach Erreichung seines 65. Lebensjahres seine operative
Tätigkeit im Vorstand mit 31.03.2022 beenden und nach Konsumation des offenen Urlaubsanspruchs aus dem Vorstand
ausscheiden.
12
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Bericht des Aufsichtsrats
der Josef Manner & Comp. AG für das Geschäftsjahr 2021
Aus Anlass der Erstellung des Konzernabschlusses aufgrund der Prüfung durch die Österreichische Prüfstelle für
Rechnungslegung (OePR) wurde in der heutigen Sitzung des Aufsichtsrates der Josef Manner & Comp. AG einstimmig
nachstehender Bericht gemäß § 96 AktG beschlossen:
Aufsichtsratstätigkeit im Geschäftsjahr 2021
Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2021 die ihm nach Gesetz und Satzung zukommenden Aufgaben im Rahmen von
vier Plenarsitzungen, drei Sitzungen des Prüfungsausschusses, zwei Sitzungen des Vergütungs- und
Nominierungsausschusses und drei Sitzungen des Digitalisierungsausschusses wahrgenommen. Er hat sich dabei vom
Vorstand über den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft schriftlich und mündlich umfassend Auskunft geben
lassen. Einer der Schwerpunkte des Aufsichtsrates lag auf der COVID-19 Pandemie und ihrem Einfluss auf die
Geschäftsgebarung, Personalsituation und Wertschöpfungskette.
Ausschüsse des Aufsichtsrates
Der Prüfungsausschuss ist seinen Überwachungs- und Prüfaufgaben gem. § 92 Abs. 4a Z 4 AktG nachgekommen.
Insbesondere befasste sich der Prüfungsausschuss mit dem nach den International Financial Reporting Standards
(„IFRS“) zu erstellenden Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021.
Weitere Überprüfungen betrafen unter anderem den Corporate Governance Bericht 2021, die Jahresabschlüsse 2021 der
Tochtergesellschaften, die Finanzierungssituation und allgemeine Zinsänderungsrisiken.
Der Abschlussprüfer stand dem Prüfungsausschuss in zwei Sitzungen für Fragen und Diskussionen zur Verfügung und
der Prüfungsausschuss überwachte die Arbeiten des Abschlussprüfers.
Der Vergütungs- und Nominierungsausschuss befasste sich unter anderem mit dem Vergütungssystem, der Vereinbarung
sowie der Erreichung von Zielen und den Vergütungen der Aufsichtsräte der Josef Manner & Comp. AG.
Der Digitalisierungsausschuss befasste sich im Jahr 2021 insbesondere mit der Vorbereitung von Entscheidungen für die
kontinuierliche Effizienzsteigerung durch Prozessoptimierungen. Das wichtigste Vorhaben dafür war der Start der
Einführung von SAP S/4HANA als unternehmensweit einheitliches ERP-System. Außerdem wurden im Berichtsjahr auf
Empfehlung des Digitalisierungsausschusses eine unternehmensweite eLearning Plattform implementiert sowie
Maßnahmen zur Einschätzung und Milderung von Risiken aus Cyber Kriminalität bearbeitet.
Details zur Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse und des Aufsichtsrates können dem Corporate
Governance Bericht entnommen werden.
Jahresabschluss zum 31.12.2021
Der vom Vorstand vorgelegte Jahresabschluss zum 31.12.2021 der Josef Manner & Comp. AG, bestehend aus Bilanz,
Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang samt Lagebericht, wurde gemäß den österreichischen
Rechnungslegungsbestimmungen erstellt, und von dem nach § 270 UGB gewählten Abschlussprüfer, CENTURION
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mbH., 1010 Wien, geprüft. Die nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 243b UGB als Teil des
Lageberichts des Jahresabschlusses wurde angelehnt an den GRI-Standard (Global Reporting Initiative) und
entsprechend den Anforderungen des Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetzes (NaDiVeG) erstellt. Die
Prüfung durch den Abschlussprüfer ergab, dass die Buchführung und der Jahresabschluss samt Lagebericht den
gesetzlichen Vorschriften entsprechen und die Bestimmungen der Satzung beachtet wurden. Die Prüfung ergab ferner,
13
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
dass den Kriterien des § 269 UGB in vollem Umfang entsprochen wurde, sodass der Abschlussprüfer den
uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilte.
Der Prüfbericht des Abschlussprüfers und der Jahresabschluss samt Lagebericht wurden vom Prüfungsausschuss des
Aufsichtsrates in seiner Sitzung am 29.03.2022 behandelt, umfassend mit dem Abschlussprüfer erörtert und dem
Aufsichtsrat zur Genehmigung vorgeschlagen. Der Aufsichtsrat prüfte und billigte in seiner Sitzung am 05.04.2022 den
Jahresabschluss sowie den Lagebericht. Zudem prüfte und genehmigte der Aufsichtsrat, nach vorheriger Befassung und
Empfehlung des Prüfungsausschusses, den Corporate Governance Bericht gemäß § 243c UGB. Der Jahresabschluss
zum 31.12.2021 wurde damit gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt.
In seiner Sitzung am 05.04.2022 prüfte der Aufsichtsrat ferner den Vorschlag des Vorstandes zur Gewinnverwendung für
das Geschäftsjahr 2021. Dabei stellte er fest, dass das Geschäftsjahr 2021 mit einem Bilanzgewinn von € 1.513.670,74
schließt und billigte den Vorschlag des Vorstandes, keine Dividende an die Aktionäre auszuschütten und den gesamten
Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.
Konzernabschluss zum 31.12.2021
Aufgrund einer Fehlerfeststellung im Rahmen einer tourlichen Prüfung durch die OePR zur finanziellen Berichterstattung
2020 bestellte der Vorstand einen Gutachter, um die Sach- und Rechtslage für das Geschäftsjahr 2020 zu überprüfen. Auf
Basis des Sachverständigengutachtens kam der Vorstand in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat zur Kenntnis, dass ein
Konzernabschluss für das Jahr 2020 nicht aufgestellt werden muss, weshalb die Fehlerfeststellung der OePR nicht
anerkannt und ein formales Prüfverfahren nach dem Rechnungslegungs-Kontrollgesetz durch die
Finanzmarktaufsichtsbehörde eingeleitet wurde. Unabhängig vom Ausgang dieses Prüfverfahrens ging der Vorstand, in
Abstimmung mit dem Aufsichtsrat, auf Basis des Gutachtens davon aus, dass für das Jahr 2021 ein Konzernabschluss zu
erstellen ist. Bedingt durch die Börsennotierung ist dieser Konzernabschluss zwingend nach den Regelungen gemäß IFRS
zu erstellen. Aus diesem Grund wurde die für den 24.05.2022 anberaumte Hauptversammlung abgesagt und auf
unbestimmte Zeit verschoben. Die neuerliche Einberufung wird innerhalb der gesetzlichen Fristen bekanntgegeben
werden.
Der vom Vorstand vorgelegte Konzernabschluss 2021, bestehend aus der Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung,
Konzern-Gesamtergebnisrechnung,
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung,
Konzern-
Kapitalflussrechnung sowie dem Konzernanhang samt Konzernlagebericht wurde gemäß IFRS erstellt und durch die
CENTURION Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mbH., 1010 Wien, geprüft. Die nichtfinanzielle Erklärung wurde als Teil des
Konzernlageberichts des Konzernabschlusses aufgenommen. Nach Überzeugung des Abschlussprüfers vermittelt der
Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der
Vermögens- und Finanzlage des Konzerns sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme in Übereinstimmung mit den
IFRS. Der Abschlussprüfer bestätigte, dass der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss im Einklang steht und
erteilte den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.
Der Prüfbericht des Abschlussprüfers über die Prüfung des Konzernabschlusses sowie der Konzernabschluss zum
31.12.2021 samt Konzernlagebericht wurden im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates am 24.10.2022 eingehend mit
dem Abschlussprüfer behandelt. Der Prüfungsausschuss empfahl die Genehmigung des Konzernabschlusses zum
31.12.2021 samt Konzernlagebericht, welcher dem Aufsichtsrat mit dem Prüfbericht des Abschlussprüfers in der Sitzung
am 25.10.2022 vorgelegt wurde.
Nach der Prüfung der vorgelegten Unterlagen durch den Aufsichtsrat wird festgestellt, dass die Geschäftsführung durch
den Vorstand und der vorgelegte Konzernabschluss samt Konzernlagebericht zu keiner Beanstandung Anlass geben. Der
Aufsichtsrat billigt daher den Konzernabschluss zum 31.12.2021 samt Konzernlagebericht. Der Corporate Governance
Bericht wird vom Aufsichtsrat, nach vorheriger Befassung und Empfehlung des Prüfungsausschusses, ebenfalls geprüft
und genehmigt.
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Die Mitglieder des Aufsichtsrates danken dem Vorstand sowie sämtliche Mitarbeiter*innen der Manner Gruppe für die
hervorragenden Leistungen und den großen Einsatz in dem herausfordernden Geschäftsjahr 2021. Darüber hinaus
bedankt sich der Aufsichtsrat bei den Aktionär*innen für das entgegengebrachte Vertrauen.
Wien, am 25. Oktober 2022
Für den Aufsichtsrat
Dr. Ernst Burger
Vorsitzender
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Konzernlagebericht
der Josef Manner & Comp. AG, Wien
Inhaltsverzeichnis
1 Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage.....................................................................................16
2 Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken der Manner-Gruppe ............................................................26
3 Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems..................................................................30
4 Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Verpflichtungen............................31
5 Nichtfinanzielle Erklärung ................................................................................................................................................32
1 Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Die Gruppe im Überblick
Die Josef Manner Manner & Comp. AG (kurz: Manner) ist in den Geschäftsfeldern Süßwaren Österreich, Süßwaren
Deutschland, Süßwaren Rest, Mietshäuser und Haselnussanbau tätig. Die wichtigsten Konzerngesellschaften sind die
Josef Manner & Comp. AG als Muttergesellschaft, die Josef Manner s.r.o., die Geblergasse 116 GmbH & Co KG sowie
die Manner Azerbaijan LLC.
Wesentliche Entwicklungen 2021
Umsatz mit ꢊ ꢅꢀꢇ,ꢅꢇꢉ Mio. gegenüber ꢅꢃꢅꢃ um ꢉ,ꢈ % gestiegen
Exportquote von ꢂꢄ,ꢃ % (Vorjahr: ꢂꢅ,ꢂ %)
Rohstoff- und Energiepreise im Vergleich zum Vorjahr merklich gestiegen
Eigenkapitalquote von ꢄꢈ,ꢂ % (Vorjahr: ꢄꢇ,ꢂ %)
EBT von ꢊ ꢄ,ꢉꢉꢅ Mio. (Vorjahr: ꢊ ꢀ,ꢉꢁꢇ Mio.)
Die negativen Folgen von COVID-ꢀꢁ sowie die Situation bei Rohstoff- und Energiepreisen sind maßgebliche Einflussfaktoren
Wirtschaftliches Umfeld
Nachdem sich die Wirtschaft im 2. Quartal 2021 vom Einbruch der COVID-Krise bereits leicht erholt hatte, wurde dieser
Aufschwung in den Sommermonaten gedämpft. Die Konjunkturerholung wurde im zweiten Halbjahr durch den neuerlichen
Lockdown, Lieferengpässe und steigende Rohstoff- und Energiepreise deutlich gebremst. Die Inflation hat sich im Jahr
2021 stark beschleunigt, von 1,0 % im Jänner auf ca. 4,3 % zu Jahresende. Der starke Zuwachs ist insbesondere auf die
Entwicklung der Energiepreise und einige wesentliche Rohstoffpreise zurückzuführen.
Der Arbeitsmarkt hat sich im Jahr 2021 sehr gut erholt und das schwierige zweite Halbjahr hatte für den Arbeitsmarkt
keinen wesentlichen negativen Effekt und die Arbeitslosenzahlen liegen unter dem Vorkrisenjahr. Die Anzahl der offenen
Stellen erreichte einen Rekordwert und es ist schwierig, qualifizierte, aber auch angelernte Arbeitskräfte für offene
Positionen zu bekommen. Wie schon in vergangenen Öffnungsphasen werden die Konsumausgaben der privaten
Haushalte nach Aufhebung der Einschränkungen zunehmen. Die Lebensmittelindustrie wird jedoch im Vergleich zu
anderen Sektoren in einem geringeren Ausmaß profitieren.
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Die Rohstoff- und Energiepreise werden für das gesamte Jahr 2022 auf einem hohen Niveau erwartet. Mit einem weiteren
kontinuierlichen Anstieg der Energiepreise ist auch nach 2022 zu rechnen.
Als wesentliches Risiko für 2022 wird zum Zeitpunkt des Konzernabschlusses die Omikron-Variante des COVID-Virus
beurteilt. Erneute Einschränkungen wegen des neuerlichen Aufflammens der Pandemie sowie Produktionsausfälle wegen
Ausfall von Produktionspersonal sind wesentliche, vom Unternehmen nicht abwendbare Risiken, die einen negativen
Einfluss auf den Geschäftsverlauf in Q4 2022 haben können.
Aufgrund des andauernden Kriegs Russlands in der Ukraine ist die Gruppe im Bereich Süßwaren derzeit mit
überdurchschnittlich hohen und sprunghaft steigenden Rohstoff- und Energiepreisen konfrontiert. Aus heutiger Sicht ist
damit zu rechnen, dass sich dieses Ereignis 2022 negativ auf die Ergebnisse auswirken kann und entsprechende
Verkaufspreissteigerungen unabdingbar sind.
Finanzielle Leistungsindikatoren
Finanzielle Leistungsindikatoren
TEUR
2021
2020
Umsatzerlöse
217.278
200.165
Betriebsergebnis
5.095
3.274
Betriebsergebnis-Marge (ROS)
2,3 %
1,6 %
Ergebnis vor Steuern
3.882
1.897
Return of Investment (ROI)
3,0 %
2,1 %
Return on Equity (RoE)
8,4 %
5,6 %
Nettoverschuldung
44.550
52.895
Eigenkapital
60.626
58.258
Eigenkapitalquote
35,6 %
37,6 %
Bei den angeführten Verkaufszahlen handelt es sich um konsolidierte Verkaufszahlen, das bedeutet, dass Verkäufe
zwischen den Geschäftsfeldern in dieser Darstellung bereinigt dargestellt sind.
Umsatzentwicklung
Im Geschäftsjahr 2021 ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 8,5 % von TEUR 200.165 auf TEUR 217.278 gestiegen.
Die sehr erfreuliche Steigerung konnte sowohl am Heimatmarkt als auch im EU-Ausland realisiert werden.
Die Folge ist eine auf 63,0 % gesteigerte Exportquote, verglichen zum Wert des Vorjahres von 62,6 %.
Ertragslage
2021 ergab sich das EBT mit TEUR 3.882 (Vorjahr: TEUR 1.897) über Vorjahreslevel, der Betriebserfolg (Ergebnis vor
Zinsen und Steuern) mit TEUR 5.095 (Vorjahr: TEUR 3.274) erhöhte sich in Relation zum Wert aus 2020.
Die auslaufenden staatlichen Zuschüsse betreffend die COVID-19-Kurzarbeit führten zu einer Abnahme der sonstigen
betrieblichen Erträge.
Neben den Preisen für Kakao, Haselnuss und Milchprodukte sind auch nahezu alle anderen eingesetzten Rohstoffe im
Preisniveau angestiegen. Der Anteil der Rohstoffkosten in Prozent zu den Umsatzerlösen steigt daher auf 36%, verglichen
mit 35% in der Vorperiode.
Die Veränderung des Personalaufwands von -1,7 % (Vorjahr: -3,0 %) ergibt sich aus Schließungen von Shop-Standorten
und einem Abbau von Personalrückstellungen. Die gegenläufigen Kollektivvertragserhöhungen konnten daher
entsprechend kompensiert werden.
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Die Stärkung der Unternehmensmarken durch Werbung und Verkaufsförderungen wird als langfristiges strategisches
Engagement erachtet. Insofern wurde der dafür vorgesehene Etat in unveränderter Höhe veranschlagt und auch
umgesetzt.
Den weiterhin schwierigen Marktbedingungen geschuldet, ergaben sich sowohl im laufenden Betrieb während des Jahres
als auch zum Jahresultimo höhere Bankverbindlichkeiten, jedoch konnte durch striktes Cash-Management die
Nettoverschuldung inkl. Leasing per Jahresultimo gegenüber dem Vorjahr auf TEUR 44.550 (2020: TEUR 52.895)
verbessert werden. Durch den Neuabschluss von Kreditlinien wurde die Zinssituation gegenüber dem Vorjahr weiter
optimiert.
Finanzlage
Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit abzüglich des Cashflows aus Investitionstätigkeit ergab sich mit TEUR 11.897,
um TEUR 11.815 über dem vergleichbaren Wert des Vorjahres. Sowohl der Beitrag aus dem Ergebnis als auch die
Veränderungen der Vorräte wirken sich positiv aus. Die Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
erhöhte sich aufgrund der starken Aktivität per Jahresende deutlich, dies konnte aber durch gestiegene
Lieferantenverbindlichkeiten überkompensiert werden. Zudem wurde die Investitionstätigkeit, verglichen mit 2020, leicht
erhöht.
Nach Ausschüttung der Dividende für das Wirtschaftsjahr 2020, aber auch durch die Rückführung von Krediten und als
Vorbereitung auf weitere Rückführungen 2022 war es notwendig, die Bankverbindlichkeiten in der zu dem Zeitpunkt noch
erfreulichen Zinslandschaft im Stichtagsvergleich zu erhöhen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden
demnach von letztjährigen TEUR 47.825 auf TEUR 53.004 zum aktuellen Bilanzstichtag erhöht. Striktes Cash-
Management resultierte in ebenfalls deutlich angestiegenen frei verfügbaren Barmittelbeständen.
Folglich ergibt sich, dass sich die Nettoverschuldung (Net Debt), der Saldo der Bankschulden plus
Leasingverbindlichkeiten und flüssigen Mittel von TEUR 52.895 zum 31.12.2020 auf TEUR 44.550 zum aktuellen
Bilanzstichtag reduziert. Aus dieser Reduktion ergibt sich, auch wegen leichter Steigerung des Eigenkapitals, der
Nettoverschuldungsgrad (Gearing), dass sich das Verhältnis der Nettoverschuldung zum Eigenkapital, von letztjährigen
90,8 % auf 73,5 % merklich verbessert.
Vermögens- und Kapitalstruktur
Der Anstieg bei den immateriellen Vermögensgegenständen steht im Zusammenhang mit den geleisteten Anzahlungen
für eine neue ERP-Software (Enterprise-Resource-Planning), die Anfang 2023 planmäßig in Betrieb genommen wird.
Durch einen Überhang der laufenden Abschreibungen hat sich der Buchwert der Sachanlagen entsprechend verringert.
Die Vorräte haben sich im Vergleich zum Vorjahr stabil entwickelt und gleichzeitig sind zum Stichtag insbesondere die
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen merklich gestiegen, was vor allem mit der starken Geschäftsgebarung
gegen Ende des Jahres zusammenhängt. In Zusammenhang mit dem vorher beschriebenen hohen und vor allem
temporären Guthabenbestand bei den Banken hat es insgesamt eine Steigerung des kurzfristigen Vermögens von
TEUR 16.970 (+30,9 %) gegeben.
Die Eigenkapitalquote liegt mit 35,6 % um zwei Prozentpunkte unter den 37,6 % des Vorjahres, was aber mit den
temporären Guthaben bei Kreditinstituten und deren bilanzverlängernder Auswirkung sowie gestiegenen Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen zusammenhängt. Eine Eigenkapitalquote von eindeutig über 40 % ist weiterhin ein Fixpunkt
der Unternehmensplanung und des Risikomanagements der Manner-Gruppe. Dies insbesondere, um die finanzielle
Stabilität des Unternehmens zu gewährleisten und wirtschaftlich schwierige Perioden unbeschadet überbrücken zu
können.
Das Nettoumlaufvermögen, die Differenz des kurzfristigen Vermögens und der kurzfristigen Verbindlichkeiten wurde von
TEUR 1.916 (2020) auf TEUR 1.693 (2021) gesenkt, da das kurzfristige Vermögen vor allem aufgrund der
Lieferantenforderungen und hohen Barbestände gestiegen ist, während die kurzfristigen Verbindlichkeiten in geringerem
Ausmaß gestiegen sind.
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Das Management nichtfinanzieller Themen ist in der Manner-Gruppe integraler Bestandteil des
Managementverständnisses und Basis für eine ertragreiche Zukunft, denn die finanzielle Gebarung zeigt in der Regel die
Ergebnisauswirkungen nichtfinanzieller Entscheidungen. Umso wichtiger ist es deshalb, als Unternehmen die internen und
externen Auswirkungen des unternehmerischen Handelns zu beschreiben und zu dokumentieren. Nachfolgend sind
Arbeitnehmerbelange, Marketing, Markenthemen, Sponsoring, sowie Forschung und Entwicklung auszugsweise
dargelegt.
Arbeitnehmerbelange
In herausfordernden Zeiten gilt es umso mehr, dass qualifizierte, engagierte Mitarbeiter*innen die Erfolge des
Unternehmens ermöglichen. Die Manner-Gruppe fördert die eigenen Mitarbeiter*innen und ist bestrebt, ein motivierendes
und leistungsorientiertes Arbeitsumfeld anzubieten. Bei der Personalauswahl wird neben hoher fachlicher Qualifikation
auch insbesondere die soziale Kompetenz berücksichtigt. Bei Personalentscheidungen gelten ausschließlich fachliche
Fähigkeiten und persönliche Kompetenz. Auf Gleichbehandlung wird zudem hohes Augenmerk gelegt.
Mit entsprechenden Fortbildungsmaßnahmen wird den geänderten Anforderungen der Arbeitswelt Rechnung getragen.
Schulungen waren auch 2021 entsprechend den eingeschränkten Möglichkeiten nur in reduziertem Umfang möglich. Um
gewährleisten zu können, dass die Mitarbeiter*innen über das notwendige Fachwissen und die erforderlichen
Kompetenzen verfügen, wird auf die gezielte Weiterbildung auch in den nächsten Jahren ein Fokus gelegt. Im Herbst 2021
wurde ein E-learning-Tool (J.O.S.E.F.) eingeführt, welches eine gezielte und moderne Aus- und Weiterbildung ermöglicht.
Zusätzlich hat die Lehrlingsausbildung einen hohen Stellenwert. Im Jahr 2021 gab es im Unternehmen
13 Ausbildungsplätze (Vorjahr: 11) mit unterschiedlichen Berufsbildern. Auch im Jahr 2022 wird man, zur Sicherstellung
der notwendigen Fachkräfte, die Lehrlingsausbildung entsprechend fortsetzen und auch weitere Lehrberufe, die für die
Manner-Gruppe in Zukunft relevant sind, definieren.
Der durchschnittliche Mitarbeiterstand im Jahr 2021 betrug 447 Arbeiter*innen (2020: 431) und 383 Angestellte (2020:
375). Mit Stichtag 31.12.2021 hat die Manner-Gruppe um 24 Mitarbeiter*innen mehr beschäftigt als zum 31.12.2020. Dies
entspricht einer Erhöhung von 3 Prozent.
Marketing
Die Auswirkungen der Pandemie und dadurch veränderte Konsument*innenbedürfnisse und Mediennutzung waren auch
2021 Thema im Marketing. Zentrale Exportmärkte wie Deutschland, Tschechien, Slowakei und Ungarn litten erneut unter
den Corona-Wellen und den damit zusammenhängenden Einschränkungen im Geschäft. Zusätzlich gab es auch im
zweiten „Coronajahr“ 2021 eine vergleichsweise geringe Mobilität und einen merkbaren Tourismusausfall. Insbesondere
außereuropäische Tourist*innen sind ausgeblieben. Auch das Verhalten heimischer Konsument*innen hat sich verändert:
Haushalte sparen vermehrt und sind zunehmend an Großgebinden und Vorratspackungen interessiert. Trotz dieser
erschwerten Bedingungen freut sich die Manner-Gruppe über zahlreiche Innovationen und erfolgreiche Kampagnen in
diesem Jahr und nutzt die aktuelle Krise auch als Chance, sich „fit for the future“ zu machen. Beispielsweise hat Corona
mehr Flexibilität in Hinblick auf Arbeitsweisen gebracht, Modelle wie Homeoffice oder hybrides Arbeiten wurden die Norm.
Schwerpunkte Marke Manner
Das Jahr 2021 ist mit der internationalen Promotion „Abheben mit Manner“ (AT/DE/CZ/SK/SLO/HU) gestartet. Der Kern
dieser Aktivität war ein Gewinnspiel rund um das Skispringen, in dem es darum ging, den „Weitenkaiser“ der Manner-
Athleten digital zu erraten. Zahlreiche POS(Point of Sale)-Platzierungen sowie sieben VIP-Familien-Urlaubsreisen regten
in den Ländern zum Kauf an. Das langjährige Skisprung-Sponsoring-Engagement von Manner wurde in diese Aktivität
stimmig integriert und sorgte für zusätzliche Sichtbarkeit am POS. Im Februar wurde zur weiteren Bekanntmachung der
„Manner-Waffelvielfalt“ die 8er-Geschenkpackung „Mag man eben Mix“ gelauncht. Diese Taschenpackungsvielfalt wurde
von den Konsument*innen sehr gut angenommen und konnte wesentlich zum Umsatzerhalt im Kernsortiment beitragen.
Im Frühjahr 2021 wurde das Sortiment der Manner Snack Minis um zwei Sorten im 300g-Beutel erweitert. Dieser
internationale Launch ist bis dato sehr erfolgreich und setzt sich im Bereich der Manner-Beutel „on top“. Darüber hinaus
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
schafft es die Sub-Marke Snack Minis in Österreich, das übergeordnete Markenziel der Verjüngung zu erreichen und stellt
sich als „Brückenbauer“ zwischen Tradition und Moderne dar.
Sportlich durch den Sommer 2021 ging es mit der international durchgeführten Manner-Sommerpromotion unter dem
Motto „Radl’n mit Manner“. Ausgehend von dem starken und durch Corona angefachten Trend „Radfahren“ wurde eine
aufmerksamkeitsstarke Promotion am POS, online und bei den Manner-Sommertouren in Österreich sowie den
angrenzenden Zielmärkten umgesetzt. In den österreichischen Supermärkten weisen attraktive Promotion-Sticker auf der
Manner-Range und eigene Promotion-Vorratspacks wie die 8er Manner Original Neapolitaner Schnitten und die 6er
Vollkorn Schnitten eigens auf die Promotion hin.
Von Juni bis Ende September gab es zahlreiche spannende Aktivitäten, allen voran aufmerksamkeitsstarke
Großplatzierungen am POS und das Online-Gewinnspiel: Allen Teilnehmer*innen des Promotion-Gewinnspiels winkte die
Chance auf insgesamt zehn unvergessliche Familien-Radurlaube in den schönsten Regionen Österreichs, die gemeinsam
mit den Kooperationspartnern „Österreich Werbung“ und den Tourismusorganisationen aus den jeweiligen Bundesländern
verlost wurden.
Grundsätzlich stand das gesamte Jahr 2021 für Manner unter dem Motto der Nachhaltigkeit. Es ist gelungen, sowohl den
Bereich der Schnitten und Waffeln als auch alle Manner-Saisonartikel auf das für Konsument*innen relevante Fairtrade-
Kakao-Siegel umzustellen und alle betreffenden Artikel mit dem Lizenzlogo auszustatten. Start der Marketingaktivitäten
war in Österreich der Juli und in Deutschland der September, als wesentliche Produkte des Manner-Sortiments im Handel
bereits sichtbar waren. Konsument*innen wurden mit einer Kampagne, basierend auf den drei Säulen Regionalität,
nachhaltiger Kakao und vegan informiert: TV-Spots, Citylights, Manner-Onlinekanäle inkl. Social Media sowie umfassende
internationale Pressearbeit stellten die 360°-Bekanntmachung des Themas sicher.
Im Herbst wurde die trendige Sorte Schoko-Brownie im Taschenpackungsformat gelauncht und erfreut sich seither großer
Beliebtheit. Ein besonders geschmackvoller Start in einen gemütlichen Herbst/Winter 2021 ist durch den Launch der
Manner Winter Glück Waffel-Range gelungen – ein wahres Genuss-Highlight für alle Fans herbst-winterlicher
Gebäckkreationen in den Sorten „À la Spekulatius“, „Bratapfel-Zimt“ und „Gebrannte Mandel“. Ein rosa Waffel-Highlight
im klassischen Beutel für die traditionell im Süßgebäck wichtigen Monate September bis Dezember.
Im Manner Club Österreich und Deutschland konnten die Mitgliederzahlen 2021 stetig ausgebaut werden (> 40.000
Mitglieder gesamt) und auch für 2022 sind zahlreiche Aktivitäten geplant, die dieses Wachstum weiter vorantreiben.
Gleichzeitig wurde 2021 auch der Manner Clubshop (clubshop.manner.com) gelauncht und diente als Vorbereitung für
den Launch des B2C-Online-shops, der bereits live ist: www.shop.manner.com. Die Teilnahmezahlen aller digitalen
Promotions der Marken Manner und Casali konnten auch in diesem Jahr deutlich gesteigert werden.
Das Konsumentenservice wickelte 2021 im direkten Kontakt mit Endkonsument*innen mehr als 15.000 Anfragen über
Telefon, Brief, E-Mail und Onlineformulare erfolgreich ab.
Schwerpunkte Casali, Napoli
Trotz der diversen Corona-Maßnahmen im Jahr 2021 hat die Marke Casali eine starke Performance im Heimatmarkt
Österreich gezeigt. Casali hat dabei sowohl im Schaum- als auch im Dragee-Bereich ein wert- und mengenmäßiges
Wachstum erzielt. Als Treiber für diese Entwicklung ist u. a. die bewährte Casali-Dachmarken-TV-Kampagne
verantwortlich, die im ersten Halbjahr 2021 geschaltet wurde. Diese thematisiert die Sehnsucht nach Urlaub und einer
süßen Auszeit in einer authentischen Manier und vermittelt dadurch exotische Lebensfreude.
Der „Shot of the Year“ 2021 in der Sorte Rum-Kokos Ananas konnte sich gegenüber der Vorjahressorte Orange weiter „on
top“ setzen. Darüber hinaus hat die Limited Edition auch wesentlich zur Markenverjüngung beigetragen und maßgeblich
geholfen, neue Zielgruppensegmente zu erschließen.
Der allgemeine Trend zu Großgebinden schlägt sich auch bei Casali nieder und Produkte wie der Rum-Kokos-1kg-Sack
und die Rum-Kokos-300g-Dose zählen neben den Klassikern wie der 300g-Schoko-Banane zu den Casali-
Gewinnerprodukten 2021.
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Für ein weiteres exotisches Highlight am POS hat zudem die jährliche Casali Promotion gesorgt, die gemeinsam mit dem
Kooperationspartner Jollydays erfolgreich umgesetzt wurde.
Zu guter Letzt wurden die Weichen für einen Casali-Design-Relaunch zur Belebung und Verjüngung der Marke gelegt.
Gemäß den Ergebnissen einer Marktforschung trägt der Relaunch zur Steigerung der Markenattraktivität bei und zeigt die
größte Hebelwirkung bei der jüngeren Zielgruppe. Die neuen Designs fließen ab Anfang 2022 sukzessive ein und werden
am POS für die Konsument*innen im Laufe des Jahres sichtbar.
Bei den Napoli Dragee Keksi wurde die erfolgreiche Keksi-des-Jahres-Reihe mit der Sorte Cranberry im Mix aus
Milchschokolade und dunkler Schokolade 2021 fortgeführt. Auch in diesem Marktsegment setzt sich der Trend zu
Großgebinden fort und zeigt sich in einer starken Performance des 650g-Winak-Packs. In Hinblick auf die
Markenkommunikation des Napoli Dragee Keksis ist die bewährte Hörfunk- & Onlinekampagne im März 2021 erneut zum
Einsatz gekommen.
Schwerpunkte Victor Schmidt
Insbesondere die Marke Victor Schmidt hat der plötzliche Ausfall von Tourist*innen hart getroffen und vor große
Herausforderungen gestellt. Gemäß aktuellen Zahlen zeigt sich jedoch, dass Victor Schmidt im kompetitiven
Mozartpralinenmarkt wächst (Nielsen AT, LEH exkl. H/L, KW 52 2021) und somit Grund zur Zuversicht besteht. Im April
2021 konnte die „White Edition“ in der Trendgeschmacksrichtung weiße Schokolade gelauncht werden, um neue Impulse
im Mozartpralinenmarkt zu setzen und Umsätze anzukurbeln.
Die bereits 2020 veranlasste Fairtrade-Kakao-Zertifizierung des gesamten Victor-Schmidt-Sortiments wurde im Laufe des
Jahres 2021 am POS sichtbar und hat nicht nur ein wichtiges Signal in Sachen Nachhaltigkeit gesetzt, sondern schafft
auch einen unmittelbaren Mehrwert für die Verwender*innen.
Auszeichnungen
Best Launch ꢅꢃꢅꢀ – Platz ꢀ für Manner Snack Minis im Beutel ꢄꢃꢃ g (Produkt Handelsmagazin)
German Brand Award für „Radl’n mit Manner“ und für die Marke Manner
ꢀ. Platz für die Victor Schmidt „White Edition“ in der HIT-Studie des österreichischen Handelsmagazins REGAL für
Produkteinzigartigkeit und Kaufanreiz
ꢀ. Platz für die Victor Schmidt „White Edition“ bei der Auszeichnung Top-Innovationen ꢅꢃꢅꢀ des Handelsmagazins CASH
Manner Shops
2021 war erneut ein herausforderndes Jahr für die Manner Shops. Auch wenn 2021 in Österreich kein Lockdown aktiv die
Shops betroffen hat und die Manner Shops offenhalten durften, war die ausbleibende Frequenz spürbar. Die fehlenden
Umsätze führten dazu, dass das einmalige Sonderkündigungsrecht bei drei Standorten in Anspruch genommen wurde,
und diese im Frühjahr 2021 schließen mussten. Die positive Zukunftsprognose führte im ersten Halbjahr dazu, dass zur
Jahresmitte eine neuer Standort am Flughafen F-Gate erfolgreich eröffnen konnte und mit diesem bereits im
Eröffnungsjahr die Erwartungen übertroffen wurden. Zusätzlich gelang es in zwei Shops, trotz der äußeren Umstände,
nahezu das Umsatzniveau von 2019 zu erwirtschaften.
Skisprung-Sponsoring
Die Manner-Gruppe ist seit über zehn Jahren aktiver Sponsor im Skisprung-Sport und als Kopfsponsor mit den markanten
rosa Manner-Helmen sowie bei ausgewählten Skisprungevents sichtbar. Langfristige Partnerschaften mit den
Sportler*innen, die als Teil der Manner-Familie gesehen werden, zeichnen die Sponsoringstrategie aus.
Neben dem österreichischen Ausnahmesportler Stefan Kraft verstärkten 2021 Jan Hörl sowie Daniel Huber das
österreichische Team. Erstmals war auch eine Skispringerin unter den erfolgreichen Manner-Adlern im Weltcup: Sara
Marita Kramer sprang als Neuzugang seit November 2021 mit rosa Helm. Für die deutschen Athleten Karl Geiger, Severin
Freund und Pius Paschke hieß es auch diese Saison wieder: „Schanze frei“. Der polnische Weltmeister und
Vierschanzentournee-Gewinner 2020 Dawid Kubacki komplettierte die internationale rosa Manner-Equipe. Manner-
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Testimonials im Skisprungbereich waren auch der ehemalige Springer und ORF-Moderator Martin Koch sowie Lukas
Müller, der nach seinem schweren Sturz als Vorspringer wieder ins Manner-Team aufgenommen wurde.
2021 war Manner erneut bei zahlreichen Skisprung-Events als Sponsor sichtbar und sorgte mit der riesigen aufblasbaren
Manner Schnitte und Banden im Auslauf für beste „rosa“ Aussichten. Damit schafft Manner die perfekte Verknüpfung der
Emotionen im Skispringen mit der rosa Kult-Marke. Highlight 2021 waren die FIS Nordischen Skiweltmeisterschaften in
Oberstdorf/Deutschland vom 23.02. bis 07.03.2021, bei denen über 750 Athlet*innen aus 65 Ländern antraten. Die
„Manner Adler“ schafften 5 x Gold, 4 x Silber und 3 x Bronze auf den Schanzen und sorgten so für enorme Visibilität. Die
Skisprungbewerbe erreichten über 87 Millionen Zuseher*innen (live/delayed TV-Reichweite) in 16 Ländern weltweit. Auch
das Weltcupfinale in Planica/Slowenien wurde von Manner gesponsert.
Vertriebsstandorte
Manner weist folgende wesentliche Vertriebsstandorte auf:
-
Josef Manner & Comp. AG: Zweigniederlassung Köln, Deutschland
-
Josef Manner s.r.o.: Vertriebsstandort Brno, Tschechische Republik
-
Josef Manner, marketinske storitve, d.o.o., Ljubljana, Slowenien
Im Vergleich zum Vorjahr gab es hier keine Veränderungen.
Forschung und Entwicklung
Die Schwerpunkte im Bereich Forschung und Entwicklung lagen in Österreich im Jahr 2021 in der Umsetzung von
Produktinnovations- und Produktoptimierungsprojekten, sowie in der Unterstützung bei Prozess- und
Rohstoffoptimierungsprojekten.
Mit den Snack Minis Milch Haselnuss und Milch Schoko wurde die Manner-Beutelvielfalt um zwei weitere Waffelkreationen
bestehend aus je drei Lagen besonders knuspriger Waffeln mit zwei Schichten feiner Creme ergänzt. Die Sorte Milch
Schoko sticht durch ihre schokobraunen Kakaowaffeln und durch die unwiderstehliche Kakaocreme (36 %) hervor. Die
Snack Minis Milch Haselnuss zeichnen sich durch extra viel Haselnuss (10 %) aus. Speziell für die kalte Jahreszeit wurden
außerdem die Sorten Bratapfel-Zimt, gebrannte Mandel und à la Spekulatius (80 % Creme) im wiederverschließbaren
200g-Beutel entwickelt. Sowohl bei den Snack Minis als auch bei den neuen Winter-Glück-Sorten kommt ausschließlich
Fairtrade-Kakao zum Einsatz.
Für die Marken Casali und Napoli wurden die Jahressorten Shot of the Year Rum-Kokos Ananas und das Keksi des Jahres
Cranberry entwickelt und gelauncht.
In Aserbaidschan wurde 2021 eine Bewässerungsanlage angelegt. Dazu mussten ein riesiges Wasserreservoir
ausgehoben werden, ein Vorklärbecken sowie eine Pumpstation errichtet und im Erdreich Wasser-Rohrleitungen zu den
Pflanzen verlegt werden. Auch die Montage des Bewässerungssystems stand 2021 im Fokus. Bis Jahresende 2021
konnten bereits 45.000 Jung-Haselnussbäume gepflanzt werden. Bis zum Frühjahr 2023 sollen weitere 100.000 Bäume
folgen. Auch Infrastruktur (Strom, Gas und Internet) wurde 2021 am Gelände eingerichtet und drei Traktoren angeschafft.
2022 steht neben der Betreuung der bereits gepflanzten und dem Einsetzen neuer Bäume die Schaffung einer effizienten
Farm-Organisation im Fokus.
Produktionsstandorte
Um die Produkt- und Prozessqualität laufend zu verbessern, wurde im Jahr 2021 intensiv an definierten Maßnahmen und
Projekten sowie strategischen Aufgaben gearbeitet. Gesamt konnten über 65 Projekte an den Standorten Wien und
Wolkersdorf erfolgreich umgesetzt werden. Wie auch in den Vorjahren, wurde im berichteten Geschäftsjahr großes
Augenmerk auf die Steigerung der Energieeffizienz und die Reduktion von Verschwendung gelegt. So konnte der
Druckluft- und Energieverbrauch erheblich reduziert werden. Im Zuge des Manner-Produktionssystems wurde weiter in
die Qualifikation von Mitarbeiter*innen investiert, um insbesondere den Schwerpunkt auf Produkt- und Prozessqualität zu
legen. Über 130 Mitarbeiter*innen haben mittlerweile erfolgreich das Manner-Qualifikationsprogramm durchlaufen und
Optimierungen im Unternehmen umgesetzt. Um in den administrativen Bereichen Prozesse und Durchlaufzeiten zu
verbessern, wurde im vergangenen Jahr ein Manner-Office-Qualifizierungsprogramm im Unternehmen gestartet. Ziel ist,
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
in allen Unternehmensbereichen die kontinuierliche Verbesserungsarbeit zu manifestieren, um langfristig eine hohe
Produkt- und Prozessqualität zu gewährleisten.
2018 wurde aus Überlegungen der Rückwärtsintegration – also der Übernahme von Fertigungsstufen von Zulieferern –
die Tochterfirma Manner Azerbaijan LLC gegründet und 2019 erste Anbaugebiete in Aserbaidschan erworben. Damit
setzte die Gruppe einen wichtigen Schritt in Richtung Versorgungsicherheit und Preisstabilität. Insgesamt wurden bisher
ca. 318 Hektar Agrarland im Norden Aserbaidschans für den geplanten Anbau von rund 200.000 Haselnusspflanzen
gekauft. Im Spätsommer 2024 ist mit einer ersten, kleinen Ernte zu rechnen. Bei vollem Ertrag wird zukünftig rund
20 Prozent des Bedarfs an Haselnüssen von der eigenen Haselnuss-Farm gedeckt.
Geschäftsfeld Süßwaren Österreich
Marktentwicklung
Die Manner-Gruppe produziert und vertreibt als österreichisches Familienunternehmen fünf der bekanntesten und
beliebtesten Süßwarenmarken Österreichs (Manner, Casali, Victor Schmidt, Ildefonso und Napoli). Manner ist ein starkes
Markenartikelunternehmen für Süßwaren und die Marken verbinden beste Qualität mit höchstem Genuss. Die Produktion
findet ausschließlich an österreichischen Standorten statt, am Standort Wien im 17. Wiener Gemeindebezirk und am
Standort Wolkersdorf in Niederösterreich. Ausgehend vom Stammmarkt Österreich erfolgt der Ausbau des internationalen
Geschäfts in ausgewählten Märkten, vorwiegend in Zentral- und Osteuropa.
Der Umsatz im österreichischen Markt ist im Vergleich zum Vorjahr zwar deutlich gewachsen, konnte jedoch nicht
das Vorkrisenniveau von 2019 erreichen. Der Verkauf an den Großhandel hat in Summe stark zugelegt, wurde aber
vor allem durch die nach wie vor geringe Tourismusaktivität insbesondere bei den Mozartkugeln der Marke Victor
Schmidt gebremst. Das Shop-Geschäft konnte nur in geringerem Ausmaß wachsen und liegt noch deutlich hinter
dem umsatzstärksten Jahr 2019 zurück. Auch hier spielen die pandemiebedingten Effekte die Hauptrolle. Die
steigenden Rohstoffkosten und Energiepreise konnten nicht gänzlich durch Verkaufspreiserhöhungen abgedeckt
werden, wodurch das Gesamtergebnis rückläufig ist.
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Süßwarengeschäft Österreich
2021
2020
Abgesetzte Menge
in Tonnen
18.286
17.051
Umsatzerlöse
in TEUR
80.385
74.953
Betriebsergebnis (EBIT)
in TEUR
2.365
2.558
Betriebsergebnis-Marge
in %
2,9 %
3,4 %
Geschäftsfeld Süßwaren Deutschland
Marktentwicklung
In Deutschland konnte sowohl der Vorjahresumsatz mit einer zweistelligen Wachstumsquote als auch der Umsatz von
2019 signifikant übertroffen werden. Hauptgrund dafür sind zusätzliche Absatzkanäle bei der Manner-Beutelware sowie
die erfolgreiche Einführung der Manner Snack Minis in Beutelform. Auch in Deutschland konnten nicht alle
Preissteigerungen auf die Wareneinsatzsätze an die Kund*innen weitergegeben werden und führten somit zu einer
Belastung des Ergebnisses.
23
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Süßwarengeschäft Deutschland
2021
2020
Abgesetzte Menge
in Tonnen
18.786
17.450
Umsatzerlöse
in TEUR
69.911
62.560
Betriebsergebnis (EBIT)
in TEUR
1.739
2.828
Betriebsergebnis-Marge
in %
2,5 %
4,5 %
Geschäftsfeld Süßwaren Rest
Marktentwicklung
Das Geschäftsfeld außerhalb Österreichs und Deutschlands konnte sich sehr stark im Vergleich zum Vorjahr entwickeln
und liegt auch mit einem mehr als zweistelligen Wachstum über dem Jahr 2019. Dabei konnte vor allem in Ländern wie
Spanien, Libyen, Ungarn und Großbritannien stark expandiert werden. Aufgrund des starken Wachstums hat sich das
Ergebnis trotz gestiegener Einsatzkosten im Vergleich zum Vorjahr gesteigert.
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Süßwarengeschäft Rest der Welt
2021
2020
Abgesetzte Menge
in Tonnen
18.653
17.913
Umsatzerlöse
in TEUR
67.245
62.902
Betriebsergebnis (EBIT)
in TEUR
105
-1.624
Betriebsergebnis-Marge
in %
0,2 %
-2,6 %
Geschäftsfeld Mietshäuser
Marktentwicklung
Im Bereich Mietshäuser konnten die Umsatzerlöse aufgrund der Mieterbestandssituation bei gleichzeitig sinkenden
betrieblichen Aufwendungen deutlich erhöht werden. Derzeit ist über 95 Prozent der verfügbaren Fläche langfristig
vermietet.
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Mietshäuser Österreich
TEUR
2021
2020
Investment Property
14.240
13.710
Mieterlöse
446
257
Betriebsergebnis (EBIT)
978
-63
Geschäftsfeld Haselnussplantage
Marktentwicklung
Qualitativ hochwertige Haselnüsse sind für den Geschmack zahlreicher Produkte aus dem Hause Manner
ausschlaggebend. Die Qualität und Verfügbarkeit des Rohstoffs ist für das Unternehmen wesentlich. 2018 wurde aus
Überlegungen der Rückwärtsintegration – also der Übernahme von Fertigungsstufen von Zulieferern – die Tochterfirma
Manner Azerbaijan LLC gegründet und 2019 erste Anbaugebiete in Aserbaidschan erworben. Damit setzte die Gruppe
einen wichtigen Schritt in Richtung Versorgungsicherheit und Preisstabilität. Insgesamt wurden bisher ca. 318 Hektar
24
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Agrarland (das entspricht ca. 445 Fußballfeldern) im Norden Aserbaidschans für den geplanten Anbau von rund 200.000
Haselnusspflanzen gekauft. Im Spätsommer 2024 ist mit einer ersten, kleinen Ernte zu rechnen. Bei vollem Ertrag wird
zukünftig rund 20 Prozent des Bedarfs an Haselnüssen von der eigenen Haselnuss-Farm gedeckt.
Die größte Herausforderung 2021 war der Bau einer Bewässerungsanlage. Dazu mussten ein riesiges Wasserreservoir
ausgehoben werden, ein Vorklärbecken sowie eine Pumpstation errichtet und im Erdreich Wasser-Rohrleitungen zu den
Pflanzen verlegt werden. Auch die Montage des Bewässerungssystems stand 2021 im Fokus. Dafür wird eine
Tröpfchenbewässerung zuerst „überboden“ und dann, wenn die Pflanzen größer sind, „unterboden“ verlegt. Nach
Fertigstellung wird das gesamte Bewässerungssystem eine Länge von ca. 1.500 km aufweisen. Teilweise muss das
Wasser zu den Pflanzen hinaufgepumpt werden, an anderen Stellen ist die Haselnussfarm aber abschüssig gelegen,
sodass mit reiner Schwerkraft bewässert werden kann. Bis Jahresende 2021 konnten bereits 45.000 Jung-
Haselnussbäume gepflanzt werden. Bis zum Frühjahr 2023 sollen weitere 100.000 Bäume folgen.
Auch Infrastruktur (Strom, Gas und Internet) wurde 2021 am Gelände eingerichtet und drei Traktoren angeschafft. 2021
arbeiteten ca. 30 fixe Arbeiter*innen auf der Haselnussfarm, temporär werden noch einmal so viele Kräfte für das Setzen
der Jungpflanzen im Einsatz sein. Herausfordernd war in diesem Jahr auch der Transport der Pflanzen und der
dazugehörigen Teile für die Bepflanzung. 2022 steht neben der Betreuung der bereits gepflanzten und dem Einsetzen
neuer Bäume die Schaffung einer effizienten Farm-Organisation im Fokus.
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Geschäftsfeld Haselnussplantagen
TEUR
2021
2020
Sachanlagevermögen
6.263
4.290
Umsatzerlöse
0
0
Betriebsergebnis (EBIT)
-307
-219
25
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
2 Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken der Manner-Gruppe
Voraussichtliche Entwicklung
Als Line Extension zum bestehenden Manner Knuspino-Sortiment im 110g-Flowpack wird im Februar 2022 die neue Sorte
Manner Knuspino Limette gelauncht – die Sortimentsbelebung soll insbesondere im deutschen Markt für weiteres
Umsatzwachstum bei Manner Knuspino sorgen. Ebenso als Sortimentserweiterung und zur Belebung der Marke kommt
Manner Snack Mini Schoko in der 3x75g-Packung in KW 17 in den Handel. Diese hochattraktive Sorte wird bereits im
Beutel sehr gut angenommen und werblich mittels zweier TV-Spots Anfang des Jahres unterstützt. Darüber hinaus werden
im Sommer 2022 drei limitierte sommerliche Waffelsorten den Gaumen der Konsument*innen erfreuen und für fruchtige
Abwechslung sorgen: Im Mai ist der Launch des Manner „Sommer-Glücks“ in den Sorten Mango, Himbeere und Pfirsich
im 200g-Beutel geplant, um Konsument*innen mit fruchtiger Vielfalt zu erfreuen und für zusätzliche Kaufimpulse vorrangig
in den Märkten Österreich und Deutschland zu sorgen.
Die beiden internationalen Promotions der Marke Manner im Jahr 2022 stehen im Winter unter dem Motto „Rosa
Glückssprung“, während der Sommer-Promotionschwerpunkt dem Thema „Wandern mit Manner“ gewidmet ist.
Auch die Casali-Promotion wird im Herbst 2022 wie gehabt im österreichischen Handel stattfinden. Bei Casali geht die
Limited Edition „Shot of the Year“ mit der Sorte Casali Rum-Kokos Banane in der Trendgeschmacksrichtung weiße
Schokolade in die nächste Runde. Das Napoli Dragee Keksi des Jahres 2022 ist eine Dessertvariation à la Crème Caramel
mit einer Dragierung aus Milchschokolade. Beide Limited Editions der Marken Casali und Napoli Dragee Keksi werden im
Jänner in Österreich gelauncht. Im Rahmen des bestehenden Risiko- & Krisenmanagements wurde bereits in einem
Frühstadium des Auftretens von COVID-19 2020 ein Krisenteam eingesetzt. Dieses Team hat nach wie vor die
Aufgabe, die aktuelle Lage laufend zu beurteilen. Zahlreiche Maßnahmenpläne wurden erarbeitet und umgesetzt,
stets mit dem Ziel, das Risiko für das Unternehmen und seine Mitarbeiter*innen zu reduzieren. Die Auswirkungen
dieser Pandemie haben auch noch 2021 merklichen Einfluss auf den Geschäftsgang gehabt und es werden auch im
Geschäftsjahr 2022 noch teilweise negative Folgen auf den Tourismus und somit auf die Ertragslage der Gruppe
erwartet. Aus heutiger Sicht jedoch in deutlich geringerem Ausmaß als noch im Geschäftsjahr 2021.
Aktuell ist für 2022 absehbar, dass sämtliche Ergebnisse und Kennzahlen in Relation zu 2021 stark von den Ereignissen
in der Ukraine beeinflusst werden und das Unternehmen mit sprunghaft steigenden Rohstoff-, Verpackungs- und
Energiepreisen konfrontiert ist. Damit sind weitere Verkaufspreissteigerungen zwingend notwendig. Aufgrund der
Erwartungen in den einzelnen Geschäftsfeldern wird für die Manner-Gruppe für das Geschäftsjahr 2022 mit einem Anstieg
der Umsatzerlöse gerechnet. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen wird ein deutlich positives Betriebsergebnis
angestrebt und erwartet. Dies wird aber maßgeblich von der weiteren Entwicklung auf den Beschaffungsmärkten in Bezug
auf den Ukraine-Krieg abhängen und auch inwieweit die Kostensteigerungen durch weitere Anhebungen der
Verkaufspreise an die Kund*innen weitergegeben werden können bzw. durch Effizienzmaßnahmen teilweise kompensiert
werden. Die Ergebnisverbesserungen können auch nur dann möglich sein, wenn es bis Ende 2022 keine wesentlichen
negativen COVID-19-Effekte bzw. ein neues Aufflammen der Pandemie gibt.
Die Geschäftsfelder der Manner-Gruppe sind von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie sowie des Krieges in der
Ukraine in unterschiedlichem Ausmaß betroffen.
Die Finanzierung insbesondere der Manner Azerbaijan LLC wird, zusätzlich zu den laufend für den Betrieb notwendigen
Investitionen, den Cash Flow entsprechend beeinflussen.
Geschäftsfeld Süßwaren Österreich
Der Ausblick ist trotz weiter steigender Bezugskosten (Rohstoffe, Verpackungsmaterial, Energie) positiv, da
Preiserhöhungen am Markt umgesetzt werden konnten und vor allem das Shop-Geschäft wieder auf Vorkrisen-Niveau
zurückkehrt. Des Weiteren konnten bei Kund*innen Aktionslistungen durch dauerhafte Listungen ersetzt werden, wodurch
ein weiteres Umsatzwachstum ermöglicht wird.
26
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Geschäftsfeld Süßwaren Deutschland
Auch in Deutschland wurden Preiserhöhungen erfolgreich implementiert. Zudem kann in weiten Teilen des
Kundenportfolios der Umsatz deutlich gesteigert werden.
Geschäftsfeld Süßwaren Rest
Obwohl auch in diesem Geschäftsfeld mit einem deutlichen Umsatzwachstum gerechnet werden kann, sind bei einem
großen internationalen Kunden Preiserhöhung erst verspätet abgeschlossen worden, wodurch das Ergebnis sich noch
nicht wie erwartet entwickelt.
Geschäftsfeld Mietshäuser
Im Bereich der Mietshäuser sind keine wesentlichen Veränderungen zum Vorjahr zu erwarten und es wird prognostiziert,
die geplanten Ergebnisse im Bereich des vorangegangenen Jahres zu erreichen.
Geschäftsfeld Haselnussplantage
2022 sind trotz weiterer baulicher Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf die Wasserversorgung, keine
wesentlichen Abweichungen zum Businessplan zu erwarten. Mehrkosten werden soweit möglich durch Einsparung
anderer laufender Kosten kompensiert.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Die Geschäftstätigkeit der Manner-Gruppe ist unvermeidlich mit Risiken verbunden, die sich trotz aller Sorgfalt nicht
gänzlich ausschließen lassen. Das Handeln der am Risikomanagementprozess beteiligten Personen ist von der
festgelegten Risikopolitik bestimmt. Die verfolgte Strategie basiert auf einer nachhaltigen Sicherung von Erfolg und
Eigenständigkeit der Gruppe als börsennotierte, österreichische Familienunternehmensgruppe.
Dabei ist der Unternehmenswert die zentrale Steuerungs- und Messgröße des Unternehmenserfolgs. Dies bedeutet für
die Risikopolitik, dass die Gruppe bereit ist, unternehmerische Risiken einzugehen, sofern durch die damit eingeleiteten
Geschäftsaktivitäten und die daraus resultierenden zusätzlichen Ertragschancen eine Steigerung des Unternehmenswerts
zu erwarten ist. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses werden somit unternehmerische Risiken durch ein
Gegenüberstellen von Chancen und Gefahren abgewogen.
Die bewusste Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken ist daher ein essenzieller Teil der Unternehmensführung. Ziel
ist es, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, sie zu bewerten und Maßnahmen einzuleiten. Die regelmäßige
Sensibilisierung der Mitarbeiter*innen resultiert in einer verantwortungsbewussten Risikokultur des Unternehmens.
Die Manner-Gruppe versteht damit Risikomanagement als integrierten Teil aller Prozesse und Abläufe. Für das
Risikomanagement besteht daher keine eigene Aufbauorganisation, denn Risiko- & Krisenmanagement ist eine
wesentliche Aufgabe aller Führungskräfte. Die Koordination erfolgt durch ein Risiko-Krisen-Management-Team.
Alle nicht zu den Kerntätigkeitsfeldern der Unternehmensgruppe gehörenden Risiken, wie z. B. Zinsänderungs-,
Währungs-, Haftpflicht- oder Sachschadenrisiken, werden tendenziell und nach Möglichkeit auf Dritte (z. B.
Versicherungsgesellschaften) übertragen.
Absatz- und Nachfragerisiko
Unternehmerische Kernrisiken, insbesondere die Risiken von Seiten des Marktes (z. B. Nachfrageschwankungen) trägt
das Unternehmen selbst und werden nicht versichert. Ebenso zu den Kernrisiken gehören die Risiken aus der Entwicklung
neuer Produkte oder Märkte. Die Handelskonzentrationen in den jeweiligen Märkten stellen ein systemimmanentes Risiko
in der Lebensmittelindustrie dar. Diesem Risiko wird sowohl durch die konsequente Pflege der einzelnen Marken der
Gruppe im Süßwarenbereich als auch durch die Verstärkung der Exportaktivitäten gegengesteuert. Die fortgesetzte
Konzentration im Bereich des Handels führt zu einem erhöhten Druck auf die Abgabepreise.
27
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Beschaffungsrisiko
Es besteht generell das Risiko von Kostensteigerungen bei Rohstoffen, Produktionsmaterialien, Verpackungen und
Energie, das nicht zeitgerecht oder im vollen Umfang an die Abnehmer*innen weitergegeben werden kann. Diese
Kostensteigerungen werden sich immer wieder aufgrund von Währungsschwankungen, Angebotsengpässen
(Ernteausfälle oder erhöhte Nachfrage) oder Preisspitzen bei Rohöl und Erdgas ergeben. Die Gruppe ist bestrebt, mit
Vorkontrakten und rechtzeitiger Eindeckung gegenzusteuern. Lieferengpässe bei Rohstoffen, Energie, Verpackungen und
Produktionsmaterialien können zu Produktionsausfällen führen.
Elementarrisiken
Gegen Elementarrisiken (z. B. Feuer, Wasser) besteht Versicherungsschutz, dasselbe gilt auch für Produktrisiken
(Produkthaftpflicht).
Finanz- und Zinsänderungsrisiko
Gegen Finanzrisiken wird laufend Vorsorge getroffen, etwa gegen das Risiko von Zinsänderungen durch entsprechende
Vereinbarungen mit den finanzierenden Bankinstituten und durch eine hohe Eigenkapitalquote. Das Risiko einer
Zinsänderung besteht für Finanzanlagen und Finanzschulden und wird ständig überwacht. Bei den Wertpapieren der
Finanzanlagen handelt es sich überwiegend um Anteile an Investmentfonds, die kurzfristig veräußert werden können. Ein
Fremdwährungsrisiko besteht derzeit nur in einem sehr geringen Ausmaß. Die bestehenden Bankverbindlichkeiten sind
überwiegend fix verzinst. Aufgrund des Saisongeschäftes kommt es unterjährig zu einer Ausnutzung von
Kontokorrentlinien, die variabel verzinst sind.
Kreditrisiko
Die in den Finanzanlagen enthaltenen Wertpapiere, die in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesenen
Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie Guthaben bei Kreditinstituten stellen das maximale Kreditrisiko
dar. Das Risiko umfasst insbesondere das Ausfallrisiko. Dieses Ausfallrisiko bei Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen wird durch bestehende Kreditversicherungen reduziert, wobei jedoch nur ein Teil der Forderungen versichert
ist. Das Ausfallrisiko bei den Forderungen verteilt sich über eine große Anzahl von Kund*innen, die aufgrund der Bonität
aller großen Handelspartner das Risiko insgesamt reduziert. Das Kreditrisiko wird weiter reduziert durch ein konsequentes
Forderungsmanagement. Die Wertpapiere unterliegen den Risiken des Kapitalmarkts.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko bezieht sich auf das Risiko, dass finanzielle Verpflichtungen zur Fälligkeit nicht erfüllt werden können.
Dieses Risiko wird als gering eingestuft, aufgrund der vorhandenen Barbestände per Bilanzstichtag sowie die nicht
ausgenutzten Kreditlinien bei den finanzierenden Banken.
IT-Risiken
Durch den Einsatz einer integrierten Unternehmenssoftware (ERP) bestehen für das Unternehmen Risiken in
Zusammenhang mit dem Ausfall des Systems (Verfügbarkeit, Datensicherheit), Performance des Systems sowie der
Richtigkeit der Daten (Fehleingaben). Um die Verfügbarkeit des Systems und die Datensicherheit zu gewährleisten, sind
entsprechende Notfallsysteme implementiert. Das Risiko von Fehleingaben wird durch Schulung von Mitarbeiter*innen
und durch Plausibilitätsüberprüfungen eingeschränkt. Hinsichtlich der Performance von Systemen besteht ein
permanenter Verbesserungsprozess, der gemeinsam mit externen EDV-Partner*innen betrieben wird.
Personalrisiken
Das Personalrisiko ist durch die geringe Personalfluktuation und die lange Firmenzugehörigkeit von Mitarbeiter*innen als
gering einzustufen. Augenmerk wird auf das Übertragen von Unternehmenswissen und professionelle Aus- und
Weiterbildung gelegt. Nur mit qualifizierten und motivierten Mitarbeiter*innen sind die Herausforderungen der nächsten
Jahre erfolgreich zu bewältigen.
28
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Qualitätsrisken
Es besteht das Risiko, dass trotz laufender und umfassender Qualitätskontrollen und eines etablierten
Wareneingangsprozesses nicht erkennbare Mängel bei Rohstoffen auftreten. Diesem Risiko wird durch eine laufende
Weiterentwicklung der Wareneingangsprüfung entgegengewirkt.
COVID-19
Als wesentliches Risiko für 2022 werden neue Varianten des COVID-Virus beurteilt. Erneute Einschränkungen wegen des
neuerlichen Aufflammens der Pandemie sowie Produktionsausfälle wegen Ausfall von Produktionspersonal sind
wesentliche, vom Unternehmen nicht abwendbare Risiken, die einen negativen Einfluss auf den Geschäftsverlauf 2022
haben können.
Russland-Ukraine-Krieg
Aufgrund des andauernden Krieges Russlands in der Ukraine ist die Gruppe im Bereich Süßwaren derzeit mit
überdurchschnittlich hohen und sprunghaft steigenden Rohstoff- und Energiepreisen konfrontiert. Aus heutiger Sicht ist
damit zu rechnen, dass sich dieses Ereignis 2022 negativ auf die Ergebnisse auswirken kann und deshalb sind
Verkaufspreissteigerungen, um diese Beschaffungspreissteigerungen abfedern zu können, unumgänglich.
Einschränkungen und Verzögerungen im grenzüberschreitenden Warenverkehr bzw. in der Energieverfügbarkeit können
einen Engpass bei Rohstoffen, Energie, Verpackungsmaterialien sowie Ersatzteilen verursachen und dadurch zu
Einschränkungen bzw. Ausfällen in der Produktion führen.
Politisches Risiko: Länderrisiko Aserbaidschan
Seit dem Einmarsch Russlands in der Ukraine ist deutlich ersichtlich, dass das Verhältnis ehemaliger Soviet-Länder zu
Russland nicht ganz frei von Spannungen ist. Einerseits gibt es Konkurrenz um die Energielieferungen nach Europa und
andererseits spielt das Verhältnis zu Armenien um die autonome Berg-Karabach-Region eine prominente Rolle. Mit dem
Beitritt Armeniens zur russisch geführten Zollunion hat sich das Land unter den Schutz Russlands gestellt, wodurch
jederzeit mit neuen bewaffneten Auseinandersetzungen zu rechnen ist. Dazu kommt, dass die Animositäten zwischen
Aserbaidschan und Armenien immer wieder kurzfristig aufflammen. Die Gruppe stuft das aktuelle Risiko als gering ein,
deswegen werden derzeit keine weitergehenden Maßnahmen für notwendig erachtet.
Krisenmanagement
In der ersten Hälfte des Jahres 2021 wurde die Manner-Gruppe trotz eines umfassend etablierten
Wareneingangsprozesses von einem nicht erkennbaren Mangel in einer Rohware getroffen, der sich in einer sensorischen
Geschmacksveränderung in einigen Produkten äußerte. Durch eine intensive Ursachenanalyse und mit Unterstützung von
externen Expert*innen und aufwändigen analytischen Prüfungen konnte diese Veränderung auf ein Fehlaroma in einer
Zutat zurückgeführt werden, welches im Zuge der gängigen Wareneingangsprüfung nicht erkannt werden kann. Da die
Geschmacksveränderung auch innerhalb des Sensorik-Teams unterschiedlich stark in der Intensität wahrgenommen
wurde, gestaltete sich die sensorische Prüfung als äußerst schwierig. Aufgrund der festgestellten Geschmacksabweichung
wurden daher vorsorglich bestimmte Chargen von Casali Rum-Kokos sowie Napoli Dragee Keksi nicht ausgeliefert bzw.
aus den Vertriebskanälen zurückgeholt. Durch diesen Vorfall wurden in sämtlichen Verarbeitungsstufen der betroffenen
Zutat prozessbegleitende Prüfungen aufgestockt bzw. etabliert, bei denen auch speziell auf diese
Geschmacksveränderung kontrolliert wird. Diese vorbeugenden Maßnahmen wurden in der Organisation verankert.
29
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
3 Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems
Die Verantwortung für die Errichtung und Ausgestaltung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und
Risikomanagementsystems sowie die Sicherstellung der Einhaltung aller rechtlichen Anforderungen und internen
Richtlinien liegen beim Vorstand der Manner AG.
Internes Kontrollsystem (IKS)
Das interne Kontrollsystem der Manner-Gruppe besteht aus sämtlichen vom Vorstand sowie dem Management
vorgegebenen Grundsätzen, Abläufen und sonstigen Regelungen, die zu Folgendem dienen:
Sicherung der vorhandenen Vermögenswerte;
Steigerung der betrieblichen Leistungsfähigkeit;
Einhaltung der erteilten Kompetenzen;
Einhaltung des vorgegebenen Budgets;
Gewährleistung der Vollständigkeit sowie Richtigkeit der Rechnungslegung;
Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften;
Unterstützung des Managements bei der Überwachung.
Das IKS gewährleistet die Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der internen Abläufe und bietet dem
Management eine verlässliche Grundlage für dessen Entscheidungen. Das IKS ist direkt in die Organisation eingebunden
und nicht Aufgabenbereich einer speziellen Abteilung, wobei die interne Revision die Einhaltung und Wirksamkeit des IKS
überprüft. Die Grundlage des IKS ist ein durchgängiges „Vier-Augen-Prinzip“. Die interne Revision in der Manner-Gruppe
ist an ein externes Dienstleistungsunternehmen ausgelagert und berichtet direkt an den Prüfungsausschuss des
Aufsichtsrats.
Das Rechnungswesen sämtlicher inländischen Gesellschaften wird von der Abteilung Finanzbuchhaltung entsprechend
der unternehmensrechtlichen und sonstigen relevanten Vorschriften geführt. Das Rechnungswesen der ausländischen
Gesellschaften der Gruppe ist an mittelständische bzw. größere Wirtschaftsprüferkanzleien ausgelagert.
Das implementierte Berechtigungskonzept sieht vor, dass die für den Zahlungsverkehr zuständige Abteilung
Finanzbuchhaltung keine zahlungsrelevanten Stammdaten, insbesondere Bankverbindungen bei im System angelegten
Lieferanten, verändern können. Im Fakturierungsprozess werden nicht fakturierte Lieferungen in einem Fehlerprotokoll
aufgezeichnet. Bei der Prüfung der Eingangsrechnungen gewährleistet die Verknüpfung von Bestellung, Wareneingang
und Eingangsrechnung eine durchgängige Rechnungsprüfung.
Der Konzernabschluss nach IFRS wird von einem externen Dienstleister erstellt. Die konzerneinheitliche Bilanzierung
sowie die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung werden vom
Konzernabschlussprüfer jährlich im Rahmen der Abschlussprüfung geprüft.
Das Controlling ist für das interne Berichtswesen verantwortlich.
30
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
4 Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen
Verpflichtungen
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt wie im Vorjahr € 13.740.300 und ist in 1.890.000 nennbeitragslose Stückaktien
zerlegt. Die Aktien der Gesellschaft lauten auf Inhaber (244.638 Stück; Vorjahr: 360.319 Stück) oder auf Namen (1.645.362
Stück; Vorjahr: 1.529.681 Stück). Die Inhaberaktien notieren an der Wiener Börse (amtlicher Handel im Marktsegment
Standard Market Auction).
Folgende direkte Beteiligungen am Kapital, die zumindest zehn Prozent betragen, sind dem Unternehmen mit Stichtag
31.12.2021 bekannt:
Direkte Beteiligung am Kapital
31.12.2021
31.12.2020
Privatstiftung
Andres Holding
Privatstiftung
Andres Holding
Manner
Gesellschaft m.b.H.
Manner
Gesellschaft m.b.H.
Aktien Stückanzahl
931.465
453.533
804.448
453.533
Anteil
49,3 %
24,0 %
42,6 %
24,0 %
Die Privatstiftung Manner mit 815.023 Stück ihrer Aktien (Vorjahr 803.458) und die Andres Holding Gesellschaft m.b.H
gehören dem „Manner“-Syndikat an. In Summe hält dieses Syndikat 1.670.870 (Vorjahr: 1.670.870) Stammaktien (=
88,4 %). Bei dem Syndikat handelt es sich um ein zweistufiges Syndikat, bestehend aus dem Manner/Riedl-Syndikat (=
57,4 %; wie im Vorjahr) und der Andres-Gruppe (= 31,0 %; wie im Vorjahr). Entsprechend der Syndikatsverträge
unterliegen die syndizierten Aktien Beschränkungen, die das Stimmrecht und die Übertragung von Aktien betreffen.
Das weitere nicht syndizierte Aktienkapital von 11,6 % (= 219.130 Stück; wie im Vorjahr) verteilt sich, soweit dem
Unternehmen bekannt, auf die Privatstiftung Manner mit 116.442 Stammaktien (= 6,2 %) und eine Vielzahl von
Kleinaktionär*innen mit 102.688 Stammaktien (= 5,4 %).
Börsezahlen 2021
Das Unternehmen besitzt keine eigenen Aktien und hat auch keine eigenen Aktien erworben oder verkauft. Die dem
Unternehmen bekannten Directors Dealings des Jahres 2021 wurden auf der Webseite der Gesellschaft sowie über ein
elektronisches Informationsverbreitungssystem veröffentlicht.
Börsenkennzahlen
EUR
2021
2020
Umsatz
569.864
803.897
Kapitalisierung
209.790.000
206.010.000
Schlusskurs per 31.12
111
109
Umsatz Stück
5.386
8.072
31
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
5 Nichtfinanzielle Erklärung
Konsolidierte nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB der Josef Manner & Comp. AG für das
Geschäftsjahr 2021
Josef Manner & Comp. AG produziert und vertreibt als österreichisches Familienunternehmen fünf der bekanntesten und
beliebtesten Süßwarenmarken Österreichs (Manner, Casali, Victor Schmidt, Ildefonso und Napoli).
Manner ist ein starkes Markenartikelunternehmen für Süßwaren und die Marken verbinden beste Qualität mit höchstem
Genuss. Die Produktion findet ausschließlich an österreichischen Standorten statt, am Standort Wien im 17. Wiener
Gemeindebezirk und am Standort Wolkersdorf in Niederösterreich. Ausgehend vom Stammmarkt Österreich erfolgt der
Ausbau des internationalen Geschäfts in ausgewählten Märkten, vorwiegend in Zentral- und Osteuropa. Die
Haselnussplantage in Aserbaidschan ist in Anbau und es wird 2024 mit einer ersten kleinen Ernte gerechnet.
Das Management nichtfinanzieller Themen ist bei Manner integraler Bestandteil des Managementverständnisses und
Basis für eine ertragreiche Zukunft, denn die finanzielle Gebarung zeigt in der Regel die Ergebnisauswirkungen
nichtfinanzieller Entscheidungen. Umso wichtiger ist es deshalb, als Unternehmen die internen und externen
Auswirkungen des unternehmerischen Handelns zu beschreiben und zu dokumentieren.
Risiko- & Krisenmanagement sind wesentliche Aufgaben aller Führungskräfte. Die Koordination erfolgt durch ein Risiko-
Krisenmanagement-Team. Risiken werden durch diese nichtfinanzielle Erklärung sowie den Risikobericht im
Geschäftsbericht erläutert.
Manner veröffentlicht für das Geschäftsjahr 2021 eine nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB, die für das
Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage der Gesellschaft sowie der Auswirkungen der
Tätigkeiten erforderlich und wesentlich ist.
Mit dieser nichtfinanziellen Erklärung erläutert Manner die wesentlichen Aspekte gemäß § 267a UGB sowie darüber hinaus
die Themen Produktverantwortung und Lieferkette als wesentliche Bestandteile der Wertschöpfungskette. Manner gibt
einen Einblick in die Unternehmensführung (Governance), indem der Managementansatz, die Geschäftsprozesse und
Risiken sowie die wesentlichen damit zusammenhängenden nichtfinanziellen Kennzahlen beschrieben werden. Der
vorliegende Bericht entspricht nicht den GRI-Standards (Global Reporting Initiative). Es wird jedoch darauf geachtet, dass
diese als Orientierung für die Kennzahlen und die Management-Ansätze verwendet werden.
EU-TAXONOMIE
Gemäß der EU-Taxonomie-Verordnung (EU) 2020/852 ist Manner verpflichtet, drei wesentliche Leistungsindikatoren
(Umsatz, CAPEX und OPEX) im Zusammenhang mit den für die EU-Taxonomie in Frage kommenden wirtschaftlichen
Aktivitäten offenzulegen. Die EU-Taxonomie ist Teil der umfassenden Bemühungen der EU, die Ziele des europäischen
„Green Deals“ zu verwirklichen und Europa bis 2050 klimaneutral zu machen. Es handelt sich dabei um ein
Klassifizierungsinstrument, das Unternehmen und Investoren bei nachhaltigen Investitionsentscheidungen unterstützen
soll.
Laut EU-Taxonomie und dem damit verbundenen Delegierten Rechtsakt (EU) 2021/2139 liegt eine nachhaltige Investition
dann vor, wenn sie wesentlich zur Verwirklichung von mindestens einem Umweltziel der EU beiträgt. Für das Geschäftsjahr
2021 sind Vorgaben zu den ersten beiden Umweltzielen – Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel – in Kraft. Die
Pflichtangabe für das Berichtsjahr 2021 umfasst jeweils den Anteil der identifizierten taxonomiefähigen sowie nicht-
taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten gemessen an Umsatz, CapEx und OpEx. Ab 2022 erfolgt die Berichterstattung
zu taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten. Zusätzlich sollen im Jahr 2022 auch Kriterien der vier weiteren Umweltziele
von der EU-Kommission festgelegt werden, zu denen ebenfalls in den folgenden Jahren berichtet wird.
Manner-Wirtschaftstätigkeiten im Rahmen der EU-Taxonomie
Es wurden alle wirtschaftlichen Tätigkeiten, die im Delegierten Rechtsakt (EU) 2021/2139 inkl. Anhänge I und II aufgeführt
sind, analysiert. Der Delegierte Rechtsakt zu Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel konzentriert sich auf die
wirtschaftlichen Aktivitäten und Sektoren, die das größte Potenzial haben, einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz
32
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
oder zur Anpassung an den Klimawandel zu leisten. Zu den erfassten Sektoren gehören im Wesentlichen Energie,
ausgewählte verarbeitende Gewerbe, Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung sowie Verkehr und Gebäude.
Nach einer gründlichen internen Überprüfung, an der alle relevanten Abteilungen und Funktionen beteiligt waren, kamen
wir zu dem Schluss, dass unsere wirtschaftlichen Kernaktivitäten nicht unter den Delegierten Rechtsakt zum Klimawandel
bzw. Klimawandelanpassung fallen und folglich nicht taxonomiefähig sind. Es kann daher schlussgefolgert werden, dass
die Produktion von Lebensmitteln im Rahmen der EU-Taxonomie nicht als relevante Quelle von THG-Emissionen
identifiziert wurde. Unsere Bewertung der Taxonomiefähigkeit konzentrierte sich daher auf wirtschaftliche Aktivitäten, die
nicht das Kerngeschäft, sondern andere Unternehmensbereiche betreffen, und in die Investitionen getätigt werden oder
bei denen Betriebskosten anfallen.
Folgende taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeiten wurden für das Jahr 2021 identifiziert:
Wirtschaftstätigkeit nach Relevanz für Manner
Sektor
Energie
Bau und Betrieb von Anlagen, die thermische Energie speichern und
sie zu einem späteren Zeitpunkt in Form von thermischer Energie oder
anderen Energievektoren wieder abgeben (Schichtwasserspeicher:
nach dem Blockheizkraftwerk zur Zwischenspeicherung von
Thermalenergie).
Bau, Sanierung und Betrieb von Rohrleitungen und der zugehörigen
Infrastruktur für die Verteilung von Wärme und Kälte, die an der
Unterstation oder dem Wärmetauscher endet – von einem zentralen
Punkt wird Wärme und Kälte an die Produktion verteilt.
Wasserversorgung,
Bau, Erweiterung und Betrieb von Wassersammel-, -aufbereitungs-
Abwasser-
und und -versorgungssystemen (Wasseraufbereitung für Kühltürme).
Abfallentsorgung
und
Erneuerung
von
Wassersammel-,
-aufbereitungs-
und
-
Beseitigung
von
versorgungssystemen,
einschließlich
der Erneuerung
der
Umweltverschmutzungen
Infrastrukturen für die Sammlung, Aufbereitung und Verteilung von
Wasser für den häuslichen und industriellen Bedarf (getrennte
Sammlung und Beförderung von nicht gefährlichen Abfällen in
einzelnen oder gemischten Fraktionen zur Vorbereitung auf die
Wiederverwendung oder das Recycling).
Verkehr
Kauf, Finanzierung, Vermietung, Leasing und Betrieb von Fahrzeugen
der Klassen M1, N1, die beide in den Anwendungsbereich der
Verordnung (EG) Nr. 715/2007 des Europäischen Parlaments und des
Rates fallen, oder L (2- und 3-rädrige Fahrzeuge und vierrädrige
Kraftfahrzeuge) – hier E-Autos (Dienstwagen) und auch alle anderen
Benzin- und Dieselfahrzeuge
Baugewerbe
und Individuelle Renovierungsmaßnahmen, die in der Installation, Wartung
Immobilien
oder Reparatur von energieeffizienten Geräten wie Dämmung
vorhandener Hüllenkomponenten; Austausch vorhandener Fenster
durch neue energieeffiziente Fenster; Austausch vorhandener
Außentüren durch neue energieeffiziente Türen; Installation und
Austausch energieeffizienter Lichtquellen; Installation, Austausch,
Wartung und Reparatur von Heiz-, Lüftungs- und Klimaanlagen (HLK)
33
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Wirtschaftstätigkeit nach Relevanz für Manner
Sektor
und Warmwasserbereitungsanlagen, einschließlich Geräten für
Fernwärmedienstleistungen, durch hocheffiziente Technologien;
Installation wasser- und energiesparender Küchen- und
Sanitärarmaturen.
Installation, Wartung und Reparatur von Ladestationen für
Elektrofahrzeuge in Gebäuden und auf Parkplätzen an Gebäuden
(sieben Ladestationen in Wien Hernals / eine in Wolkersdorf).
Installation, Wartung und Reparatur von Instrumenten und Geräten zur
Messung, Regelung und Kontrolle der Energieeffizienz von Gebäuden
wie Installation, Wartung und Reparatur zonierter Thermo-state,
intelligenter Thermostatsysteme und Sensoren, einschließlich
Bewegungs- und Tageslichtsteuerung; Installation, Wartung und
Reparatur von Systemen zur Gebäudeautomatisierung und -
steuerung,
Systemen
für
Gebäudeenergiemanagement,
Beleuchtungssteuerungs-
und
Energiemanagementsystemen;
Installation, Wartung und Reparatur intelligenter Zähler für Gas,
Wärme, Kälte und Strom; Installation, Wartung und Reparatur von
Fassaden- und Dachelementen mit Sonnenschutz- oder
Sonnenregulierungsfunktion, einschließlich solcher, die das
Pflanzenwachstum unterstützen. Manner hat eine Gebäudeleittechnik
installiert.
Künftige Entwicklungen in der Gesetzgebung können den Umfang der für die Taxonomie in Frage kommenden Tätigkeiten
in Zukunft ändern. Sobald die weiteren Kriterien zu den restlichen Umweltzielen verabschiedet wurden, ist es möglich,
dass größere Teile unserer Geschäftsaktivitäten als taxonomiefähig zu betrachten sind.
Prozess zur Identifikation der Wirtschaftstätigkeiten
Bei Manner wurde zur Umsetzung der damit verbundenen Anforderungen ein interdisziplinäres Projektteam installiert,
welches sich mit der Identifikation von taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten beschäftigt. Das Projektteam setzt sich im
Wesentlichen aus Mitarbeiter*innen aus den Bereichen Reporting, Controlling und Finanzen zusammen und wird durch
technische Fachbereiche unterstützt.
Um die gemäß EU-Taxonomie darzustellenden Wirtschaftstätigkeiten zu erheben, wurde im Rahmen des Projekts in einem
dreistufigen Prozess vorgegangen:
-
Schritt 1: Screening aller Wirtschaftstätigkeiten gemäß dem Katalog des Delegierten Rechtsakts1 und
Einschätzung der für Manner relevanten Tätigkeiten.
-
Schritt 2: Workshop und Detailbetrachtung mit Fachbereichen, um die identifizierten Wirtschaftstätigkeiten aus
dem ersten Screening zu validieren.
-
Schritt 3: Mapping der Wirtschaftstätigkeiten mit den finanziellen Kennzahlen und Prüfung durch das Controlling,
ob relevante/wesentliche Umsätze/Kosten in der Periode für die Aktivität angefallen sind.
1
vgl. Delegierter Rechtsakt (EU) ꢀꢁꢀꢂ/ꢀꢂꢃꢄ Anhang I und II (Climate Delegated Act)
34
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Die Systemgrenzen der Berichterstattung sind ident mit denen des Einzelabschlusses der Josef Manner & Comp. AG. Die
benötigten Daten werden aus Microsoft Dynamics AX 2012 (ERP-System) und PST-BI (Data Warehouse) entnommen. Im
Rahmen des Datenerhebungsprozesses sind mehrere Kontrollschritte implementiert, um die Validität und Konsistenz der
Datenerhebung sicherzustellen.
Basis der Leistungsindikatoren
Die herangezogenen Kennzahlen und deren Darstellung basieren auf den Vorgaben der Anhänge I „KPI von Nicht-
Finanzunternehmen“ und II „Meldebogen für die KPI von Nicht-Finanzunternehmen“ des Disclosure Delegated Act zur EU-
Taxonomie2.
Taxonomiefähige Umsätze berechnen sich aus dem Teil des Nettoumsatzes mit Dienstleistungen, die mit
taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Die Summe der Umsätze entspricht den im Einzelabschluss
ausgewiesenen Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kund*innen gem. IAS 1.82 (a). Siehe dazu die Angaben in der GuV.
Als taxonomiefähige CapEx werden Investitionen ausgewiesen, die sich auf Vermögenswerte oder Prozesse beziehen,
die mit taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Die Summe der CapEx entspricht den in Erläuterungen
zur Bilanz ausgewiesenen gesamten Anlagenzugängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, siehe
Anlagespiegel.
Als taxonomiefähige OpEx werden Betriebsausgaben ausgewiesen, die sich auf Vermögenswerte oder Prozesse
beziehen, die mit taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Die Summe der OpEx ist in der EU-Taxonomie
nur als ein ausgewählter Teil der Betriebskosten definiert. Davon umfasst sind direkte, nicht kapitalisierte Kosten, die sich
auf Forschung und Entwicklung, Gebäudesanierungsmaßnahmen, Leasing sowie Wartung und Reparatur von
Vermögenswerten des Sachanlagevermögens beziehen.
Anteil der taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten 2021
Für das Geschäftsjahr 2021 sind die Leistungsindikatoren der taxonomiefähigen und nicht taxonomiefähigen
Wirtschaftstätigkeiten in untenstehender Tabelle dargestellt. Die Berichterstattung gemäß der Taxonomie-Verordnung
betrifft die Josef Manner & Comp. AG. Eine doppelte Zuordnung zu wirtschaftlichen Aktivitäten wird vermieden, jede
Aktivität wird individuell betrachtet. Wesentlichkeitsgrenzen wurden in dieser Betrachtungsperiode nicht eingezogen,
sämtliche Aktivitäten wurden mit aufgenommen.
Exemplarische Tabellen für die Berichterstattung zu den Art. 8 KPIs gem. der EU TaxonomieVO
vgl. Delegierter Rechtsakt (EU) ꢀꢁꢀꢂ/ꢀꢂꢅꢆ zu den Artikel-ꢆ-Kennzahlen (Disclosure Delegated Act)
2
35
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
ORGANISATION MANNER
Manner versteht sich als Familienunternehmen und handelt stets im Einklang mit den Unternehmenswerten und der
definierten Strategie „MANNER 2025“:
-
Bei Manner steht der Mensch im Zentrum erfolgreichen Handelns
-
Manner ist ein internationales, weltoffenes und innovatives Unternehmen
-
Manner hat eine umsetzungsstarke Organisation mit Streben nach Exzellenz und Freude an der Arbeit
Manner hält sich intern und extern an Zusagen und stellt Qualität an oberste Stelle. Manner legt Wert auf einen
verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit allen Ressourcen.
Als Organisation wird Manner von vier Vorständen geführt. Seit 01.03.2021 ist die Position des Marketing- und
Vertriebsvorstands gleichzeitig CEO des Unternehmens. Die Berichtsebene darunter umfasst 16 Bereichsleiter*innen, auf
der nächsten Ebene finden sich die Abteilungsleiter*innen, dann Sachbearbeiter*innen und das Fachpersonal. Mit Stichtag
31.12.2021 waren bei Manner 777 Mitarbeiter*innen beschäftigt, davon 298 Frauen und 479 Männer. Alle
Mitarbeiter*innen im Inland sind in Kollektivvertragsvereinbarungen (Kollektivvertrag der Nahrungs- und Genussmittel /
Bereich Süßwaren sowie Kollektivvertrag für Angestellte und Lehrlinge in Handelsbetrieben) erfasst. In der Regel werden
bei Manner unbefristete Verträge ausgestellt.
Im Rahmen der unternehmensweit einheitlichen Personalpolitik, die für alle Mitarbeiter*innen gleiche Chancen und Rechte
sicherstellt, bemüht sich die Gesellschaft um die Entwicklung und Weiterbildung von Frauen. Die Gesellschaft verfolgt das
Ziel, den Anteil der Frauen in leitenden Stellungen mittelfristig auf ein ausgewogenes Niveau zu heben. Derzeit sind drei
Mitglieder der Organe Vorstand und Aufsichtsrat weiblich. Für den Aufsichtsrat wie auch für den Vorstand gelten bei
Personalentscheidungen und bei der Entlohnung ausschließlich fachliche Fähigkeiten und persönliche Kompetenzen.
Hohes Augenmerk wird auf die strenge Gleichbehandlung der Geschlechter gelegt. In zahlreichen Bereichen konnten sich
Frauen für Führungsaufgaben in der ersten und zweiten Berichtsebene qualifizieren.
MANNER STEHT ZUR GESELLSCHAFTLICHEN VERANTWORTUNG
Die „Wahrnehmung der Produktverantwortung gegenüber Kund*innen durch Berücksichtigung von Ernährungstrends“ und
auch die „Reduktion des Zuckeranteils in Produkten“ stehen neben rein technischen sowie umwelt- und ethisch relevanten
36
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Aspekten im Zentrum des Innovationsprozesses. Manner integriert aktuelle Ernährungstrends in die Produktentwicklung,
um die Gesundheits- und Ernährungsbedürfnisse der Verbraucher*innen zu berücksichtigen und in neuen, marktreifen
Produkten umzusetzen. Beispielhaft hat sich der vegane Lebensstil zu einem Trend etabliert und ist für zahlreiche Manner-
Konsument*innen wichtig. In der Produktentwicklung greift das Unternehmen dieses Thema auf und setzt es bei
zahlreichen Produkten um.
Sowohl bei der Entwicklung von Neuprodukten als auch bei der Optimierung von bestehenden Produkten hat Manner sich
für Schnitten- und Waffelprodukte der Marke Manner zum Ziel gesetzt, den Zuckergehalt um 10 Prozent – bezogen auf
das Benchmark-Produkt Manner Original Neapolitaner Schnitten
– zu senken. 2021 schafften sämtliche
Markeninnovationen wie die Manner Snack Minis Milch Haselnuss (-31,9 %), Manner Snack Minis Milch Schoko (-21,2 %),
Manner Winter Glück Bratapfel-Zimt (-21,2 %), Winter Glück à la Spekulatius (-21,2 %) und die Sorte Winter Glück
gebrannte Mandel (-14,9 %) dieses Ziel. Sowohl bei den Snack Minis als auch bei den neuen Winter-Glück-Sorten kommt
ausschließlich Fairtrade-Kakao zum Einsatz.
In den vergangenen Jahren wurde an dieser Stelle auch die „Bewusste Linie“ von Manner kommuniziert, mit Produkten
wie Manner Neapolitaner Vollkorn, Manner Biskotten Vollkorn, Manner Knusper Müsli und die Manner Milch Haselnuss
Vollkornflakes. Diese Produkte gab es auch 2021 weiterhin am Markt. Jedoch setzt Manner zukünftig den Fokus auf
Produktinnnovationen, um Ernährungstrends aufzugreifen und kommuniziert keine eigene Produkt-Range mit diesen
Eigenschaften. Daher wird an dieser Stelle sowie in den folgenden Berichten die Menge der „Bewussten Linie“ nicht
abgebildet.
Das im Jahr 2020 gestartete Projekt, spezielle Getreidesorten im österreichischen Vertragsanbau für eine besonders hohe
und gleichmäßige Waffelmehlqualität anbauen zu lassen, wurde im Jahr 2021 fortgesetzt. Das externe Forschungsprojekt
alternative Getreidesorten, die regional in Österreich angebaut und für die Backwarenherstellung bislang kaum eingesetzt
werden, wird ebenso fortgesetzt. Die Ergebnisse aus den ersten Versuchen sind vielversprechend. Hier könnten sich
interessante Ansätze für neue Innovationen und Alternativen zu konventionellen Rohstoffen ergeben.
SOS-Kinderdorf
„Gemeinsam Kindern das Leben versüßen“ lautet das Motto der Kooperation von Manner mit dem SOS-Kinderdorf.
Manner hat unter anderem ein Haus für eine Kinderdorf-Familie im SOS-Kinderdorf Abobo Gare an der Elfenbeinküste
finanziert und übernahm auch 2021 erneut die jährlichen Kosten für die dort lebende Familie sowie die Ausbildung und
Versorgung der Kinder. 2021 erhielten alle Kinder in SOS-Kinderdörfern zum Nikolofest eine süße Überraschung. Als
langjährige Partner von SOS-Kinderdorf haben sich Manner und Interspar 2021 zusammengetan, um mit einer
gemeinsamen Aktion das SOS-Kinderdorf zu unterstützen. Exklusiv bei Interspar gab es österreichweit in allen Filialen
eine Manner 8x75g-Geschenkpackung mit einer „Tausend Dank“-Botschaft. Ein grüner Aufkleber wies darauf hin, dass
die/der Konsument*in beim Kauf einer Geschenkpackung das SOS-Kinderdorf unterstützt.
Manner als langjähriger Partner der Sporthilfe
Seit der Gründung von Manner im Jahr 1890 nimmt auch soziales Engagement eine zentrale Rolle ein. Nachhaltige
Partnerschaften im Sportsponsoring sind Manner als Unternehmen mit hohen Wertevorstellungen wichtig. Mit Athlet*innen
und Markenbotschafter*innen verbindet Manner eine langjährige Zusammenarbeit, genauso wie mit der Österreichischen
Sporthilfe. Die Österreichische Sporthilfe ist eine gemeinnützige und unabhängige Organisation. Sie leistet durch ihre
finanzielle und ideelle Unterstützung einen wichtigen Beitrag zur sozialen Absicherung von Spitzensportler*innen mit und
ohne körperliche Behinderung. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch nachhaltige Partnerschaften mit der
Wirtschaft, Benefizveranstaltungen oder Fundraising-Aktivitäten. Auch 2021 gab es zahlreiche gemeinsame Aktionen, wie
etwa Ware in Paketen an Athlet*innen, Teilnahme an der Sporthilfe-Auktion sowie die finanzielle Unterstützung des
jährlichen Sporthilfe-Charity-Kalenders.
Josef-Ressel-Zentrum
Seit 2012 unterstützt Manner bereits das Institute for Business Ethics and Sustainable Strategy der FHWien der WKW.
Manner nimmt damit seine volkswirtschaftliche Verantwortung wahr, unabhängig von Parteien und
Interessensgemeinschaften. Am 21. Oktober 2020 wurde im Zuge dieser Kooperation das Josef-Ressel-Zentrum für
Collective Action und Responsible Partnerships gegründet.
37
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Das Ziel von Manner als Unternehmenspartner des Zentrums ist es, besser zu verstehen, wie Collective-Action-Initiativen
wirkungsvoll greifen, um zusammen in der Praxis gesellschaftlich relevante Probleme zu lösen. Denn Megatrends wie
Fachkräftemangel oder Digitalisierung betreffen auch Manner. Wie diese Herausforderungen gemeinsam mit anderen
Unternehmen adressiert werden können, das ist Inhalt der gemeinsamen Arbeit. In den ersten eineinhalb Jahren der
Projektlaufzeit hat das Team um Zentrumsleiter FH-Prof. Dr. Markus Scholz bereits umfangreiche Aktivitäten gesetzt.
Bisher wurden im Rahmen des Projekts sechs Beiträge für internationale wissenschaftliche Konferenzen, ein Buchbeitrag,
eine Praxisstudie sowie drei Publikationen in international führenden wissenschaftlichen Fachzeitschriften erarbeitet. Hinzu
kommen zahlreiche hochkarätige Keynote-Präsentationen von Prof. Scholz, Workshops mit Manner zusammen mit den
weiteren Unternehmenspartnern des Zentrums, Vorträge sowie Interviews, Podcasts und Gastbeiträge in Printmedien.
Bienen an beiden Produktionsstandorten
Manner setzt einen weiteren Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und heißt seit 2021 zwölf Bienenvölker an den
Produktionsstandorten Wien und Wolkersdorf willkommen. Der Honig der Manner-Bienen wird in den eigenen Manner
Shops in Wien und Wolkersdorf verkauft, die ca. 800.000 Bienen werden von Imkermeister Thomas Zelenka betreut.
MANNER ÜBERNIMMT VERANTWORTUNG FÜR SICHERE PRODUKTE
Qualität bedeutet, dass Manner-Konsument*innen zu jeder Zeit Produkte aus dem Hause Manner in konstant hoher
Qualität genießen können. Jedes Genussmittel ist aber nur so gut wie die Summe seiner Einzelteile. Aus diesem Grund
legt Manner höchsten Wert auf ausgewählte, hochqualitative Zutaten. Alle Rohstoffe werden nach der Anlieferung im
hauseigenen Betriebslabor entsprechend eines risikobasierten Prüfplans bemustert, analysiert und nur nach
Übereinstimmung mit der Spezifikation zur Verarbeitung in der Produktion freigegeben.
Das Manner-Labor wurde 2014 unter Berücksichtigung aller gängiger Standards errichtet und wird laufend mit „State of
the art“-Technologien ausgestattet. Die Manner-Philosophie ist es, mit den Rohstofflieferant*innen eine langfristige
partnerschaftliche Geschäftsbeziehung einzugehen und die Qualität der Produkte auch während der laufenden Herstellung
zu kontrollieren: So werden zum Beispiel täglich in sämtlichen Produktionsschichten von jeder Produktions-Charge Muster
gezogen und von einem Team geschulter Sensoriker*innen verkostet und bewertet. Die kontinuierliche Verbesserung der
Qualitätsstandards gehört zu den Grundpfeilern des Unternehmenserfolgs.
Manner hat durch die Einführung von HACCP-gestützten Verfahren ein System zur Eigenkontrolle für die Erfassung,
Bewertung und Reduktion von Gefahren implementiert. Dieses nach den Forderungen der VO(EG) Nr. 852/2004
ausgerichtete Verfahren zur Gefahrenanalyse und Ableitung geeigneter Kontrollpunkte und deren Beherrschung entlang
der Wertschöpfungskette – von der Entwicklung über die Produktion bis zum Versand – trägt wesentlich zur Erhöhung der
Lebensmittelsicherheit bei.
Sowohl die gesetzlichen Anforderungen als auch das Bestreben, die Sorgfaltspflicht in Bezug auf das Inverkehrbringen
von sicheren Lebensmitteln zu erfüllen, haben dazu geführt, dass Präventionsmaßnahmen implementiert wurden, die eine
gute Hygienepraxis und eine gute Herstellungspraxis gewährleisten. Eine regelmäßige Verifizierung des Systems deckt
Verbesserungspotenziale auf und trägt zur ständigen Weiterentwicklung sowie zur Erfüllung der Anforderungen für die
Erzeugnis-Sicherheit bei.
Stark getrieben von der kontinuierlichen Verbesserung und dem in der Strategie verankerten „Streben nach Exzellenz“
setzt Manner seit 2018 die Röntgentechnologie zur Fremdkörperdetektion ein und bleibt damit zur Einhaltung der
Lebensmittelsicherheit am Stand der Technik. Insgesamt sind neun Röntgengeräte zur Sicherstellung der
Lebensmittelsicherheit und Steigerung der Kundenzufriedenheit im Einsatz, denn mit den zum Einsatz kommenden
Röntgengeräten können nicht nur kleinere Fremdkörper, sondern auch ausgewählte Qualitätsmerkmale erkannt werden.
Am Produktionsstandort Wien sind derartige Geräte für Taschenpackungen, Schnittenblöcke und auch für Standbeutel
installiert. Dort wo der Einsatz von Metalldetektoren weiterhin sinnvoll ist, werden die Geräte gegen Detektoren der
neuesten Generation getauscht. Ausgebaut und werksübergreifend standardisiert wurde auch der strategische Einsatz
von Sieben und Magneten zur Absicherung von Produktionsstufen und zur zusätzlichen Steigerung der
Lebensmittelsicherheit.
38
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Seit Dezember 2004 ist Manner nach dem Standard „IFS Food“ (International Featured Standards) zertifiziert und seit
2019 nimmt Manner freiwillig am Programm zur unangekündigten Auditierung teil. Gerade dieser Ansatz verdeutlicht das
Streben nach nachhaltigen Lebensmittelsicherheitsstandards. Die Erfüllung der Standardvorgaben wird nach wie vor von
externen, zertifizierten Auditor*innen überprüft. Bei der Verlängerung des Zertifikats im Jahr 2020 konnte Manner so wie
in den Vorjahren wieder ein Ergebnis auf hohem Niveau (Higher Level) für alle Produktionsstandorte erreichen.
Die Deklaration der Manner-Produkte basiert auf der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) und diese sieht
detaillierte Deklarationspflichten für alle Zutaten vor. Das heißt, alle Bestandteile, die rezepturmäßig enthalten sind, werden
in der Zutatenliste aufgelistet. Alle anderen Bestandteile, die nicht als Zutat einzustufen sind, jedoch in Spuren,
beispielsweise durch Überschneidung von Produktionsprozessen vorhanden sein können, werden durch eine freiwillige
„Kann-Kennzeichnung“ (z. B.: „Kann Spuren von Milchbestandteilen enthalten“) abgedeckt. Sollten gesetzliche
Anforderungen an herkunfts- oder gesundheitsbezogene Angaben zutreffen, werden die gesetzlichen Vorgaben
umgesetzt. Es gab im Jahr 2021 zwei behördliche Beanstandungen hinsichtlich Deklaration. Ein Fall betraf die Manner-
Kuvertüren, weil die Angaben zu Mindesthaltbarkeitsdatum und Aufbewahrungsanweisung („Lagerbedingungen“) nicht in
unmittelbarer Nähe zueinander abgedruckt waren. Das Layout wurde überarbeitet und bei nächster Folienbestellung der
Druck angepasst. Im zweiten Fall wurde die Angabe „Inulinballaststoff“ in der Zutatenliste der Manner-Vollkornschnitten
beanstandet, die korrekt „Inulinpulver“ heißen muss. Gemeinsam mit dem Lieferanten für den Rohstoff wurde diese
Rezeptur optimiert und die neue Zutat wird als Oligofructose deklariert. Die Verpackungsmaterialien wurden laufend im
Zuge der Nachbestellungen angepasst.
Die Fokussierung auf hygienisch einwandfreie Prozesse sowie qualitativ hochwertige Produkte steht im Zentrum des
Handelns und wird durch regelmäßige Audits abgesichert. Das zur Aufrechterhaltung der Produktsicherheit und zur
Minimierung der Reklamationen erarbeitete Konzept wurde auch 2021 fortgeführt und erweitert. Insgesamt wurden
unternehmensweit 71 Audits zu den Schwerpunkten IFS und 5S von der Qualitätsabteilung und zahlreiche 5S-
Selbstüberprüfungsaudits sowie Muda Walks durch die jeweiligen Fachabteilungen des P&T-Bereichs durchgeführt.
Alle Konsumentenreklamationen sowie Feedback vom Handel werden statistisch erfasst und monatlich bewertet. Unter
Berücksichtigung der im Vergleichszeitraum verkauften Menge ergibt sich ein sogenannter Reklamationsfaktor. Als
permanente Inputgeber für die kontinuierliche Verbesserung dienen neben der Reklamationsstatistik (Auswertung aller
eingehenden Konsumentenreklamationen), die Rückmeldungen von Kund*innen (Handel) sowie die internen
Reklamationen und Fehler (Kennzahl: Quarantäne Setzungen).
Trotz der positiven Auswirkung einzelner KVPs und Verbesserungsprojekte auf die Reklamationsstatistik erreicht der
Reklamationsfaktor unternehmensweit betrachtet noch nicht den Zielwert. Die intensive Fokussierung auf die
Sicherstellung der Produktqualität wird auch 2022 fortgeführt.
Die Visualisierung der Reklamationsstatistik am Shopfloor schafft bei Mitarbeiter*innen Bewusstsein für dieses Thema,
das durch das tägliche Besprechen aktueller Cases in den Daily Morning Meetings verstärkt wird. Alle eingehenden
Reklamationen werden einer Risikozahl zugeordnet, entsprechend intern eskaliert und über einen 8D-Report bearbeitet.
Auf Basis der Reklamationsstatistik werden laufend Optimierungsmaßnahmen im Sinne eines kontinuierlichen
Verbesserungsprozesses gestartet und mit Hilfe der PDCA-Systematik umgesetzt.
Zur nachhaltigen Absicherung der Produktsicherheit wurden 2021 über 320 KVPs eingeleitet und über ein Prämiensystem
die besten ausgewählt. Die Abarbeitung der KVPs wird über eine Kennzahl verfolgt; diese gibt Auskunft über die Anzahl
der eingereichten KVPs im Themenspeicher und in den Phasen Plan, Do, Check und Act, sowie über die Durchdringung
der KVP-Arbeit in den Abteilungen (KVPs pro MA und Prozent der MA, die KVP eingereicht haben) und wird monatlich an
die Geschäftsführung berichtet.
Eine positive Auswirkung einzelner KVPs und Verbesserungsprojekte auf die Reklamationsstatistik – insbesondere auf die
Fremdkörpervermeidung – konnte auch 2021 beobachtet werden. Trotz eines punktuell deutlichen Rückgangs der
Reklamationen erreicht der Reklamationsfaktor unternehmensweit betrachtet noch nicht den Zielwert und die intensive
Fokussierung auf die Sicherstellung der Produktqualität wird auch 2022 fortgeführt.
Auch im Jahr 2021 wurden Trainings zur Vertiefung der Lean-Philosophie in der Belegschaft angeboten und so weitere 29
Lean Green Belts ausgebildet und mit dem universitären Zertifikat der Donau Uni Krems ausgezeichnet. Darüber hinaus
wurde 2021 auch die Ausbildung von Lean Admin Green Belts gestartet. Eine Gruppe von 15 Verantwortlichen aus den
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Bereichen Einkauf, Planung, IT, Vertrieb sowie Produktionsadministration und Qualitätsmanagement belegten erfolgreich
das Training zum Lean Admin Green Belt, ebenfalls bestätigt durch das Zertifikat der Donau Uni Krems. Durch die parallele
Ausbildung von Green Belts sowohl im Produktions- als auch im Verwaltungsbereich ergibt sich eine Optimierung der
unternehmensweiten Abläufe.
Das Prinzip
1. Sicherheit (vor)
2. Qualität (vor)
3. Leistung,
nach dem jetzt schon die Kennzahlen am Shopfloor aufgebaut sind, muss in das Bewusstsein aller Mitarbeiter*innen
dringen und deren Handeln leiten.
QUALITÄTSSICHERUNG ENTLANG DER GESAMTEN LIEFERKETTE HAT HÖCHSTE PRIORITÄT
Die „Sicherstellung geringer gesellschaftlicher und ökologischer Auswirkung der Lieferkette“ ist für Manner ein zentrales
Anliegen. „Wir streben eine Balance von Ökonomie, Ökologie und gesellschaftlicher Verantwortung an“ – so ist es im
Manner-Verhaltenskodex festgehalten.
Im Bereich der Rohstoffe gibt es seit einigen Jahren einen Schwerpunkt in puncto Nachhaltigkeit. Das betrifft auch das
Palmöl, das Manner bezieht. Bezüglich der Herkunft der gekauften Mengen an Palmöl bestätigt Manner, dass das Palmöl
direkt von europäischen Herstellern, die alle zertifizierte RSPO-Mitglieder (Roundtable on Sustainable Palm Oil) sind, ohne
Zwischenhändler angekauft wird.
Die Einhaltung der nationalen und internationalen Standards wird durch interne und externe Audits inklusive
unangekündigter Kundenaudits laufend überprüft. Um den hohen Qualitätsstandard über die gesamte Supply Chain zu
garantieren, werden in einem definierten Intervall risikobasiert Lieferantenaudits (Rohstoff, Verpackung, Logistikpartner,
Co-Packer) durchgeführt. Die zuständigen Fachabteilungen vergewissern sich in regelmäßigen Abständen bei den
Lieferanten vor Ort über die Einhaltung aller wesentlichen GMP-Anforderungen (Good Manufacturing Practice).
Zertifiziert nachhaltiger Kakao
Als einer der ersten der Branche hat Manner 2020 alle Markenprodukte auf 100 Prozent zertifiziert nachhaltigen Kakao
umgestellt. Dieses Ziel wurde 2012 gesetzt und gemeinsam mit den Partnern UTZ und FAIRTRADE auch in diesem Jahr
erreicht. 2021 lag der Anteil des eingekauften zertifizierten Kakaos bei 98 Prozent. Lagerbestände und ein Überschuss
von Zertifikaten aus den letzten Jahren erlauben einen hundertprozentigen Einsatz von zertifiziertem Kakao in der
Produktion in den Markenprodukten.
Auf dem Weg hin zu 100 Prozent nachhaltigem Kakao bis 2020 gab es zahlreiche Meilensteine:
-
2012 wurden alle Waffel- und Schnittenprodukte der Marke Manner auf nachhaltigen, UTZ-zertifizierten Kakao
umgestellt.
-
2015 wurde die Schokobananen-Range auf Fairtrade umgestellt – mit dem All-that-can-be-Siegel, da sowohl
Zucker als auch Banane sowie der Kakao aus Fairtrade-Anbau sind.
-
2020 erhielt die gesamte Victor-Schmidt-Mozartkugel-Range das FAIRTRADE-Siegel.
-
2021 war ein weiterer wichtiger Schritt für das Thema fairer Kakao bei Manner, denn sämtliche Manner Waffel-
und Schnittenprodukte wurden auf Fairtrade-zertifizierten Kakao umgestellt. Diese Maßnahme wurde Anfang des
Jahres kommuniziert und schrittweise auf dem Verpackungsmaterial ausgelobt. Somit wurde es für
Konsument*innen sichtbar und die sukzessive Umstellung verhinderte eine Vernichtung von
Verpackungsmaterial.
Umweltbelange und Klima
Nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen ist ein wichtiger Pfeiler der Manner-Strategie. Klimaschutz sowie der sparsame
Umgang mit Ressourcen sind dabei zentral. Ressourcenschonende Produktion, Effizienzsteigerungen, Steigerung des
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Anteils von zertifiziert nachhaltigen Rohstoffen sowie Maßnahmen im Bereich Verpackung, Abfallreduktion und Logistik
stehen dabei im Zentrum unserer Bemühungen.
CO2-Reduktion durch Umstieg auf Mehrwegpaletten
2020 wurde in einer Projektgruppe das Thema Einwegpaletten und Mehrwegsysteme bei Manner behandelt. In einem
vorgelagerten Schritt wurden bereits die Holz-Einwegpaletten auf Mehrweg bzw. auf Pressholz umgestellt. In einem
weiteren Schritt hat sich Manner zum Ziel gesetzt, One-way-Pressholzpaletten stark zu reduzieren. Gemeinsam mit CHEP,
einem der größten Anbieter von Mehrwegpaletten, wurden 2020 nahezu alle neuen Display-Artikel nur mehr auf CHEP-
Mehrwegpaletten umgesetzt. Die CHEP-Mehrwegpalette wird CO2-neutral hergestellt und nach einer Lebensdauer von
bis zu zehn Jahren im Recycling-Prozess wiederaufbereitet. Damit schafft es das Unternehmen, CO2 einzusparen und
gleichzeitig wird das Handling und die Abwicklung vereinfacht.
Mit Ende 2020 wurde begonnen, auch die weiteren Artikel umzustellen, 2021 zeigt sich mit einem Anteil von 96 Prozent
(vgl. 2019: 63 %, 2020: 71 %) von Mehrwegpaletten am Gesamtvolumen eine massive Steigerung.
Nachstehend ein Überblick über interne und externe Audits, Produkt-, Beschaffungsrisiken und Kundenakzeptanzrisiken:
-
Interne Systemaudits
-
Interne Revision
-
Interne Prozess- und Produktaudits
-
IFS (externes Audit)
-
5S (internes Audit)
-
TPM (internes Audit)
-
iUTZ (internes UTZ-Audit)
-
UTZ (externes UTZ-Audit)
-
Fairtrade (externes Audit)
-
iRSPO (internes RSPO-Audit)
-
RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil – externes Audit)
-
HG Audit (Herkunftssicherung für Ei und Eiprodukte)
-
Bio (zur Aufrechterhaltung des Zertifikats, zurzeit keine Produktionen)
-
Kosher
-
Vegan
-
Non-GMO
Darüber hinaus finden auf Basis der Kundenverträge auch unangekündigte Kundenaudits sowie zur Erfüllung konkreter
Kundenanforderungen auch Audits statt, die sich am Zielmarkt orientieren (z. B.: FDA). Des Weiteren werden auch
Rohstofflieferanten risikobasiert bzw. anlassbezogen auditiert. Auslöser und Ziele von Lieferantenaudits sind neben der
Überprüfung der Erfüllung der Standardanforderungen (bspw. IFS) auch die Potenzialerhebung hinsichtlich
Entwicklungsmöglichkeiten und Absicherung der Versorgungssicherheit. Die Erweiterung des Rohstoff-Know-hows und
das Schaffen bzw. Fördern einer gemeinsamen Vertrauensbasis zwischen Lieferant*innen und Manner sind weitere
Eckpfeiler der Lieferantenaudits und tragen zu einer stetigen Verbesserung der Lebensmittelsicherheit und Qualität bei.
Zur Lenkung fehlerhafter Produkte wurde bereits 2018 ein automatisierter Workflow installiert, der sicherstellt, dass
Produkte, die aufgrund eines Fehlers nicht in den Verkauf gelangen dürfen, schnellstmöglich einem alternativen
Verwendungszweck zugeordnet werden. Zum Beispiel werden die Produkte je nach Art und Ausprägung des Fehlers als
B-Ware im Shop, „Rework“, Wertstoff, verschenken/Spenden etc. weiterverwendet. Ziel dieses workflowgeführten
Prozesses ist es, dass ein hoher Anteil der investierten Wertschöpfung erhalten beziehungsweise rückgewonnen wird.
Maßnahmen zur Reduktion der Umweltauswirkungen
Manner ist auf Energie als primären Input für die Produktion angewiesen. Der Stromverbrauch und der Wassereinsatz sind
wesentliche Ressourcen, deren Einsatz Manner laufend optimiert.
Das Thema Umweltbelange wird bei Manner auf Vorstandsebene wahrgenommen. Dabei fokussiert sich Manner auf
Prozesse und Systeme, die wirtschaftlich sinnvoll sind und gleichzeitig mit einer geringen Umweltbelastung und einem
geringen Energie- sowie Ressourceneinsatz einhergehen. Regelmäßig gibt es in der Vorstandssitzung Vorgaben und
41
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Updates zu umweltrelevanten Themen. Zwei für das Unternehmen maßgebende Bereiche stehen dabei bei Manner im
Fokus:
-
Energieverbrauch, d. h. die Nutzung der Energie, die aus dem Produktionsprozess entsteht
-
KVP (Kontinuierlicher Verbesserungs-Prozess), bei dem es unter anderem um die kontinuierliche
Energieversorgung geht
Bei den Maßnahmen zur Prozessoptimierung werden unzählige technische und organisatorische Optimierungen
durchgeführt, die zur Steigerung der Energieeffizienz führen. Es werden nach wie vor Maßnahmen zur Verbesserung der
Produktionsprozesse gesetzt. Durch die Bewertung der Produktion vor und nach der Maßnahmenumsetzung ist eine
Effizienzmaßnahme plausibel nachzuweisen.
Die Feststellung der Größe der Einsparung erfolgt durch genaue Aufzeichnung der Produktionsmengen und der dafür
erforderlichen Endenergie. Hierfür wird ein Energieleistungskennzahlenmodell zur energetischen Bewertung
herangezogen.
Manner-Energiemanagementsystem
Das Manner-Energiemanagementsystem führt zur Transparenz der Energieströme und des Energieeinsatzes, ermöglicht
das Erkennen von signifikanten Änderungen im Energiebedarf und ist Basis für die Optimierung der Anlagentechnik.
Zusätzlich können CO2-Emissionen verringert und Energiekosteneinsparungen erzielt werden. Durch kontinuierliche
Verbesserungen im Bereich Energieeffizienz können langfristig Wettbewerbsvorteile durch energetisch optimierte
Produktion geschaffen, die Wertschätzung des Bereichs Energie erhöht und die Umsetzbarkeit von Effizienzmaßnahmen
gefördert werden. Aktuell umgesetzte Maßnahmen zur Vermeidung von Compliance- und operativen Risiken und
Steigerung der Energieeffizienz sind:
Planung Erweiterung Fernwärme-Projekt Wien Energie
Die Wien Energie GmbH nutzt Abwärme aus industriellen Prozessen von Manner und speist diese seit 1. Oktober 2016 in
das Fernwärme-Sekundärnetz ein, um Fernwärmekund*innen mit Abwärme zu versorgen. Es waren zu Beginn des
Projekts mindestens 3.600 MWh pro Jahr an Abwärme Einspeisung vorgesehen. Im Rahmen dieses Projekts wurden
Verbindungsleitungen zwischen dem Pufferspeicher und dem Wärmetauscher von Wien Energie, inklusive Pumpenstation,
sowie der dazu notwendigen Elektrik für zwei Temperaturebenen errichtet. Nach Behebung aller im Jahr 2018
aufgetretenen Startschwierigkeiten konnte 2019 erstmals die geplante Abnahmemenge von 3.600 MWh erreicht werden.
Aufgrund der bisherigen Erfahrungswerte war eine Erweiterung der Einspeisemöglichkeiten seitens Fernwärme für 2021
geplant, um auch in den Sommermonaten dementsprechend zur Verfügung stehende Wärmemengen abnehmen zu
können. Es ist gelungen, auch ohne diese geplante Maßnahme die jährliche Liefermenge 2021 auf einen Höchstwert von
über 4.600 MWh zu erhöhen. Die geplante Erweiterung konnte 2021 aufgrund von COVID nicht umgesetzt werden und ist
für 2022 vorgesehen.
Druckluft (DL)
Ziel waren Verbesserungen im Bereich Leckagen, der Reinigungsluft und des Leitungsnetzes. Es werden
Anlagengruppen, wenn nicht benötigt, mittels eines eigenen Schalters komplett vom DL-Netz getrennt. Damit sollte eine
massive Verbesserung im Bereich der Leckagen während des Produktionsstillstands erreicht werden. Weiters wurde ein
Pilotprojekt gestartet, mit welchem während des laufenden Betriebs überdurchschnittliche Abweichungen mittels Sensorik
erkannt und aufgezeigt werden. Mit dieser Maßnahme soll auch die Laufzeit der Kompressoren, speziell im Zeitraum von
Produktionsstillständen, reduziert werden. Mit diesen Maßnahmen konnte der Leckagenverlust um mehr als zehn Prozent
reduziert werden. Ein weiteres Ziel ist es, bis 2022 mit einem weiteren ölfreien Kompressor den gesamten Druckluftbedarf
auf höchstem Niveau der Sauberkeit bereitzustellen. Die Energiesaving-Gruppe wird auch in weiterer Zukunft großes
Augenmerk auf das Thema „Druckluftverbrauch“ legen.
Strom: Beleuchtung
Im Zuge der fortlaufenden Bestandssanierung wurden auch 2021 weitere Produktionsflächen mit energieeffizienten LED-
Beleuchtungen samt Lichtsteuerung ausgestattet. Sowohl im Objekt 1 als auch im Objekt 2 am Produktionsstandort Wien
42
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
wurden die betroffenen Bereiche auf den neuesten Stand der Technik gebracht und die Beleuchtung in LED-Technik
ausgeführt beziehungsweise umgerüstet.
Management: Savingteam
Ein Energieeinsparungs-Team prüft Potenziale und setzt konkrete Maßnahmen um. Dieses Team wird kontinuierlich
erweitert.
Schulungen
Es haben 2021 COVID-konforme Schulungen, sowohl im fachlichen als auch im Bereich Bewusstseinsbildung
stattgefunden, z. B. Nutzung von Druckluft, Greenbelt, 5S, MPS etc.
Projekt Zero Waste
2020 wurden weiterhin die im Projekt „Zero Waste“ erarbeiteten Vorgaben umgesetzt und optimiert. Ziel des Projekts war
es, Wertstoffe, die in der Produktion anfallen, aber im Produktionsprozess nicht mehr eingesetzt werden können, möglichst
effizient zu verwerten. Dies beinhaltete unter anderem die sorgfältige Trennung der Wertstoffe vor Ort, Weiterführung von
Wertstoffen zur Aufbereitung, sowie die jährlich wiederkehrende Schulung der Mitarbeiter*innen. In diesem Sinne wurde
als erster Teil des Projekts im Sommer 2021 ein Pilot in Wolkersdorf gestartet. Im zweiten Teil wurde die bestehende
Situation – mit Fokus auf das Werk Wien – analysiert und alle relevanten internen und externen Daten erhoben. Im dritten
Teil des Projekts wurden interne und externe Optimierungspotenziale erhoben und werden ab 2022 schrittweise
umgesetzt. 2021 wurden die beschlossenen Maßnahmen evaluiert und als wirksam bewertet, sodass sie als neuer
Standard in das Managementsystem eingeführt werden konnten.
Sonnenstrom in Wolkersdorf
Am Dach der MANNER-Produktionsstätte Wolkersdorf wurde 2021 auf 6.000 Quadratmetern ein riesiges Solarkraftwerk
in Betrieb genommen. Die Photovoltaikanlage erzeugt mit 500 Kilowattpeak Leistung etwa 500.000 Kilowattstunden
Ökostrom jährlich und liefert so den Strombedarf, mit dem zum Beispiel die gesamte Produktion der beliebten Napoli
Dragee Keksi erfolgen kann. MANNER reduziert dadurch seine CO2-Emissionen um über 170 Tonnen pro Jahr.
ARBEITNEHMER*INNEN SIND DIE BASIS ERFOLGREICHEN WIRTSCHAFTENS
Alles fängt mit den Menschen an: Menschen mit Freude an der Arbeit stehen im Mittelpunkt der Strategie „MANNER 2025“
und stellen damit einen wesentlichen Erfolgsfaktor des Unternehmens dar. Daher bildet auch der MENSCH die Basis in
der Manner-Wertepyramide. Fairness & Toleranz, Vertrauen & Integrität sowie Wertschätzung sind wesentliche
Bestandteile der gelebten Unternehmenskultur.
Die Menschen bei Manner sind der Schlüssel, um Unternehmensziele zu erreichen. Sie machen Erfolg erst möglich, denn
sie prägen das Unternehmen nach innen wie nach außen. Der tägliche Einsatz der Mitarbeiter*innen ist damit der
entscheidende Beitrag zum Geschäftserfolg. Menschen und Erfolg gehören bei Manner untrennbar zusammen.
Volles Engagement ist nur möglich, wenn der Umgang miteinander wertschätzend ist. Wertbasierte Führung und
Zusammenarbeit sowie transparente Kommunikation haben deshalb einen hohen Stellenwert im Geschäftsalltag und
zeichnen die Unternehmenskultur von Manner aus. Die Werte sind niedergeschrieben und in der Manner-Wertepyramide
verankert. Der Mensch steht bei Manner im Zentrum und bildet die Basis der Wertepyramide. Die Beschreibung der
Kompetenzen wird regelmäßig bei Mitarbeitergesprächen verwendet, um fundiertes Feedback dahingehend zu geben.
Manner ist bestrebt, ein Umfeld zu schaffen, in dem Mitarbeiter*innen ihr volles Potenzial entwickeln und in den Job
einbringen können, in dem die Arbeit von Vertrauen geprägt ist und jeder in seinem Job Akzeptanz, Wertschätzung und
Respekt erfährt.
Als Familienunternehmen sind diese Werte sozusagen in der DNA und darin sieht Manner auch einen Wettbewerbsvorteil.
Auch Dr. Carl Manner (†) hat die respektvolle Zusammenarbeit für ein gemeinsames Ziel zum Wohle des Unternehmens
in den Mittelpunkt gestellt. Dies bedeutet ein höfliches, offenes und faires Verhalten, bei dem der Mensch nie Mittel zum
Zweck ist.
43
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Manner versteht, dass Menschen unterschiedlich sind, schätzt unterschiedliche Meinungen und bezieht diese in den
Arbeitsalltag ein.
Die 2017 von Manner begonnene Kooperation mit REiNTEGRA, einer Organisation, die sich seit über 30 Jahren für die
berufliche Rehabilitation psychisch erkrankter Menschen engagiert, wurde auch 2021 erfolgreich weitergeführt. Dabei
wurden von REiNTEGRA Fertigungsarbeiten für Manner durchgeführt. Auch im vergangenen Jahr waren durchschnittlich
mehr als 40 Mitarbeiter*innen für Manner tätig.
Manner hat im Jahr 2010 die HAY-Stellenbewertung eingeführt. Dieses international anerkannte und bei zahlreichen
Unternehmen angewandte System unterteilt Stellen in verschiedene Funktionsgruppen.
Schulungen wurden im Jahr 2021 aufgrund der COVID-Situation leider wieder nur in sehr eingeschränktem Maße
durchgeführt. Schwerpunkte waren u. a. Führungskräfte-Workshops, um die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit zu
verbessern und den Teamzusammenhalt zu stärken sowie fachspezifische Schulungen im technischen Bereich.
Im Oktober 2021 wurde die E-learning-Plattform J.O.S.E.F. (Josef Manner Online Schulungen Erleichtern Fortbildung) ins
Leben gerufen. Diese eröffnet nun breite Möglichkeiten für die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter*innen. Es werden
sowohl vorgefertigte Schulungsinhalte zu zahlreichen Soft-Skills-Themen angeboten, die Plattform wird in Zukunft aber
auch für interne Trainings und Standardschulungen genutzt.
Ende 2019 initialisiert, wurde Anfang 2020 mit dem Thema Employer Branding gestartet. Hier wurde eine Steuergruppe
gebildet und gemeinsam mit den Führungskräften im Februar 2020 erste Themenschwerpunkte identifiziert. Leider konnte
auch hier aufgrund von COVID das Projekt nicht in vollem Umfang weiterverfolgt werden. Ein Neustart ist für 2022 unter
dem von Manner-Mitarbeiter*innen entwickelten Titel „Miteinander Manner“ geplant.
Fit2work wurde in Wolkersdorf durch die Steuergruppe verfolgt und weitere Verbesserungsmaßnahmen bei
Arbeitsbedingungen gesetzt sowie Mitarbeiter*innen Unterstützung durch Arbeitsmedizin oder Coaching angeboten. Das
Gütesiegel für betriebliche Gesundheitsförderung, welches Manner aufgrund von Fit2work erhalten hat, war bis 2021 gültig
und wurde für die Jahre 2022 bis 2024 wieder zuerkannt. In Wien startete Fit2work mit der Erhebung des
Arbeitsbewältigungsindex, auf dessen Basis im Jahr 2022 Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt werden.
Seit März 2021 wurde am Standort Wien 17 durch die neue Arbeitsmedizinerin Dr. Sigrid Köbl-Klufa eine enge
Zusammenarbeit mit dem Bereich Arbeitssicherheit gestartet. Betriebsbegehungen, Arbeitsplatzevaluierungen, die
Neuorganisation der Ersten Hilfe sowie arbeitsmedizinische Untersuchungen wurden durchgeführt. Parallel dazu stellte
die Mitarbeit im COVID-Krisenteam (Beratung Risikogruppen, Bestellung Impfstoff, Impfberatung, Impfen, Antigen-/PCR-
Testungen) einen großen Schwerpunkt dar.
Der Schwerpunkt bei Manner bezüglich der Ausbildung der Mitarbeiter*innen im MPS (Manner Produktions-System) wurde
weiterverfolgt. Im Rahmen dieser Ausbildung wurden im Sinne des Lean-Gedankens weitere Green Belts ausgebildet. Mit
Ende 2021 hat Manner bereits 107 ausgebildete Green Belts, die nun eigenständig weiter interne Verbesserungsprojekte
durchführen und vorantreiben. Die Schulungskosten haben sich generell im Jahr 2021 nicht erhöht.
Manner legt großen Wert auf Arbeitnehmerschutz. Dies beginnt bei Sicherheitsunterweisungen bei Eintritt, regelmäßigen
Schulungen zum Thema Arbeitssicherheit und vertieft sich durch regelmäßige Jour fixes der Führungskräfte sowie
Meetings und Begehungen mit Arbeitsmediziner*innen und Betriebsrat. Darüber hinaus werden die Anlagen laufend an
die aktuellen Sicherheitsstandards angepasst. Wichtig ist für Manner auch der Erhalt der Gesundheit und der
Arbeitsfähigkeit im Alter. Dazu wurden Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung gesetzt und in Wolkersdorf
das Projekt Fit2work gestartet. Es wurden Rahmenbedingungen geschaffen, die Arbeitsbedingungen optimieren und den
Mitarbeiter*innen die Arbeit erleichtern.
Die Lehrlingsausbildung wurde im Jahr 2021 fortgesetzt. 13 Lehrlinge waren 2021 in Ausbildung (Mechatronik bzw.
Lebensmitteltechnik). Manner sieht hierin eine Chance, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Es werden nach
Lehrzeitende daher auch alle Lehrlinge in ein Dienstverhältnis übernommen. Ein Ausbau auf weitere Lehrberufe ist in
Planung. Gemäß der Vision der Lehrlingsausbildung, „leistungsorientierte Jugendliche zu hochqualifizierten und
werteorientierten Führungs- und Fachkräften zu entwickeln“ wurden zahlreiche zusätzliche Ausbildungsangebote
wahrgenommen. Schulungsschwerpunkte bei den Lehrlingen gab es 2021 unter anderem zum Thema IT (Datenschutz
44
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
und -sicherheit, IT-Sicherheit, Social Media Awareness). Es gab eine QS-Ausbildung in Kooperation mit den Firmen EVVA
und Hörbiger sowie eine Ausbildung im LEAN-Bereich.
Folgende Prozesse wurden zur Qualitätssicherung implementiert:
-
Interne Kontrollprozesse: Im Rahmen von IFS Food (International Featured Standards) werden Personalthemen
wie Schulungen und Stellenbeschreibungen kontrolliert. Abgesichert ist diese Vorgehensweise durch einen
workflow-gestützten Onboarding-Prozess. Dieser startet schon vor Dienstantritt und stellt sicher, dass die
Mitarbeiter*innen an ihrem ersten Arbeitstag alle notwendigen Arbeitsmittel vorfinden und ein spezifischer
Schulungsplan vorliegt. Dieser wird während der Einschulungsphase konsequent verfolgt, die Ausbildungsziele
durch Tests und persönliche Gespräche abgefragt und der Workflow erst abgeschlossen, wenn die
Mitarbeiter*innen selbst bestätigen, fit für die ihnen zugewiesenen Aufgaben zu sein.
-
Interne Revision: Die interne Revision führt regelmäßig Überprüfungen der unternehmensinternen Prozesse und
Kontrollmaßnahmen gemäß des jährlichen Revisionsplanes durch. Mit der Durchführung der internen Revision
ist eine externe Wirtschaftsprüfungskanzlei beauftragt.
-
Gesundheit am Arbeitsplatz: An jedem Standort sind Betriebsärztinnen und -ärzte im Einsatz, die sowohl bei der
ergonomischen und sicheren Arbeitsplatzgestaltung unterstützen als auch gemeinsam mit der Geschäftsleitung
und Personalabteilung Gesundheitsprogramme erarbeiten.
Pandemiemanagement
Auch für Manner brachte die COVID-19-Pandemie 2021 einiges an Aufgaben mit sich. 2021 stand das Thema Impfen
stark im Fokus des Krisenmanagements. Manner hat sich schon sehr früh bewusst dazu entschieden, Impfungen aktiv zu
forcieren und im Unternehmen anzubieten. Durch eine gute Impfkampagne, ein unternehmensinternes Impfangebot und
zahlreiche Aufklärungsgespräche durch die Arbeitsmedizinerin und die Betriebsräte ist es gelungen, mit Juli 2021 eine
Impfquote von ca. 72 Prozent in der Belegschaft an den Standorten zu erzielen. Gegen Ende des Jahres wurden die
Impfpläne für den dritten Stich ausgearbeitet und bis Jahresende bereits in Wien realisiert. Für den Standort Wolkersdorf
ist eine 3.-Stich-Kampagne für das Q1/2022 geplant.
Darüber hinaus wurden die bereits bewährten Hygiene- und Entkoppelungsmaßnahmen (Homeoffice) fallzahlgetrieben
eingesetzt. Über die Sommermonate bis in den Herbst hinein war es möglich, aufgrund der hohen Immunisierungsrate die
meisten Präventionsmaßnahmen auszusetzen. Mit dem Beginn der vierten COVID-Welle Anfang Oktober wurden die
Maßnahmen wieder schrittweise hochgefahren. Auch die Testungen wurden weiter angepasst. Bis Jahresende 2021
konnten beide Standorte auf „ALLES GURGELT“ umstellen, um ein zuverlässigeres und breit anerkanntes Testverfahren
zum Einsatz zu bringen.
Als wesentlich wurde auch weiterhin die interne Kommunikation erachtet, um wichtige Maßnahmen zielgruppengerecht zu
vermitteln. Über den gesamten Krisenzeitraum bis Ende Dezember 2021 gab es 58 interne Informationen (interne
Newsletter an alle Mitarbeiter*innen). Somit wurden im Durchschnitt alle ein bis zwei Wochen Informationen ausgegeben,
mit leichten Häufungen rund um die bekannten Wellen, interne Fälle und zu Beginn der Manner-Impfkampagne.
Für das Jahr 2022 wird die Omikron-Variante des SARS-CoV2-Virus genau verfolgt. Das Krisenteam erwartet, dass es zu
weiteren omikron-getriebenen Infektionswellen kommt.
Die Arbeit des COVID-Krisenteams 2021 in Zahlen:
-
Meetings des Krisenteams mindestens alle zwei Wochen, seit Oktober 2021 wöchentlich
-
58 Sonder-Newsletter für alle Mitarbeiter*innen
-
Anzahl der Tests ca. 4.500
Lean als ganzheitlicher Ansatz
Zur Absicherung einer nachhaltigen Wertschöpfung sowie zur Erfüllung der jährlichen Vorgaben bezüglich
Effizienzsteigerung wurde 2015 ein Projekt gestartet mit dem Ziel, das Manner-Produktions-System (MPS) durch den
Einsatz von Lean-Methoden zu integrieren. Zur Erreichung der Projektziele, wie zum Beispiel die Optimierung der
Arbeitsplätze hinsichtlich Sicherheit und Ergonomie und die Gestaltung von effizienteren Prozessen, oder die Reduktion
45
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
von Fehlchargen wurden Leanmanagement-Tools wie 5S, KVP, TPM, SFM usw. implementiert und laufend
weiterentwickelt. Dies bedarf intensiver Schulungen und Trainings aller Mitarbeiter*innen. Insgesamt wurden bisher über
100 Führungskräfte zu Lean Production Green Belts oder Lean Admin Green Belts ausgebildet und mit einem Zertifikat
der Donau Universität Krems ausgezeichnet. Für das Training aller Mitarbeiter*innen aus den produzierenden Bereichen,
das in einem Tagesworkshop abgehalten wird, wurde ein eigenes Manner-Planspiel entwickelt. Seit der Einführung haben
über 400 Personen dieses Training absolviert.
Verstärkt angewendet wurde die Lean-Methode „Muda Walk“, bei der ein Prozess mit dem Fokus auf Verschwendungen
analysiert wird. Diese Methode vermittelt den Mitarbeiter*innen die Bedeutung und Auswirkung von Verschwendungen
und wie diese konsequent erkannt und beseitigt werden können.
Der Arbeitssicherheits-Jour-Fixe (ASJF) ist ein Gremium bestehend aus dem Vorstand Produktion & Technik, den
Produktionsleiter*innen, der Leiterin Personal, der Leiterin „Qualität, Sicherheit, Umwelt“, dem Leiter „Integriertes
Management System“, dem Leiter Technik Wien, dem Leiter Materialwirtschaft, der Sicherheitsfachkraft und dem
Brandschutzbeauftragten, das alle sechs Wochen zusammenkommt. Seit 2019 nehmen auch die Betriebsräte regelmäßig
teil.
Im ASJF werden alle aktuellen Themen des Arbeitnehmerschutzes und auch des Brandschutzes besprochen, Maßnahmen
präsentiert und freigegeben sowie die grundsätzlichen Zielsetzungen und Schwerpunkte des Arbeitnehmerschutzes
festgelegt.
Darüber hinaus finden jährlich in den Werken Wien und Wolkersdorf Arbeitsschutzausschuss-Sitzungen (ASA) gemäß
§ 88 ASchG statt. Zusätzlich findet einmal im Jahr eine Zentrale Arbeitsschutzausschuss-Sitzung (ZASA) am
Unternehmenssitz in Wien gemäß § 88a ASchG statt. Zusätzlich zum ASFJ ist der Vorstand bei der ASA und ZASA
anwesend.
Arbeitsunfälle, und damit auch hohe Ausfallsraten, Risiken aus Haftungen und Reputationsrisiken werden vermieden
durch:
-
Präventivarbeit mittels regelmäßiger Schulungen inklusive abschließender Prüfungen, Begehungen vor Ort etc.
-
Statistische Auswertungen der Vorfälle und dadurch Fokus-Setzung auf richtige Schwerpunkte. Im Jahr 2020
wurde ein Verbesserungsprojekt zur Reduzierung des Explosionsrisikos in der Puderaufbereitung in Wolkersdorf
umgesetzt. Durch eine neu konzipierte Explosionsunterdrückungsanlage kann dauerhaft das Risiko im Brandfall
reduziert werden.
-
Aufstellung von Zielen zur Verringerung von Arbeitsunfällen, die entsprechend kommuniziert und evaluiert
werden.
-
Das Unfallmeldesystem wird über einen webbasierten Workflow abgewickelt. Es stellt sicher, dass sowohl die/der
direkte Vorgesetzte der/des Verunfallten sowie die/der Verantwortliche der Unfallstelle adressiert werden und
sofort eine Aufforderung zur Behebung der Gefahrenstelle und Nachschulung erhalten.
-
Zusammenarbeit mit externen Behörden. Arbeitssicherheit ist nicht nur Aufgabe des Managements, sondern auch
Teil der täglichen Arbeit der Schichtleiter*innen und in der Stellenbeschreibung verankert. Über das gesetzlich
geforderte Maß hinaus wurden Schichtleiter*innen und andere Personen des Produktions- und
Instandhaltungsbereichs als Sicherheitsvertrauensperson ausgebildet.
Täglich gibt es am Shopfloor ein Daily Morning Meeting, bei dem unter anderem auch Sicherheitskennzahlen und konkrete
Maßnahmen zur Verbesserung besprochen werden. Darüber hinaus werden alle Mitarbeiter*innen aus
Produktion/Technik/Materialwirtschaft einmal pro Jahr auf Hygiene, Arbeitssicherheit und Brandschutz geschult. Die
Wirksamkeitsüberprüfung der Schulung erfolgt per Test: Die Mindestanforderung von 60 Prozent richtigen Antworten
wurde auch 2020 in allen Bereichen im Durchschnitt erreicht.
Alle Mitarbeiter*innen aus den Bereichen Produktion/Technik/Materialwirtschaft erhalten einen individuell angepassten
Gehörschutz. Hierbei wird ein Abdruck des äußeren Gehörgangs genommen und der Gehörschutz individuell an die
Mitarbeiter*innen angepasst. Dies ermöglicht einen deutlich verbesserten Tragekomfort sowie durch den Einsatz spezieller
Filter die Anpassung der Dämpfungsleitung an den Umgebungslärm.
46
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Das im Jahr 2017 eingeführte Meldesystem für Unfälle erfasst auch „Beinahe-Unfälle“ und „unsichere Zustände“. Damit
soll die Sicherheitskultur im Unternehmen weiter positiv entwickelt werden. Alle Maßnahmen gemeinsam haben das Ziel,
zur Reduktion des Abwesenheitsprozentsatzes beizutragen. Mit dem Ende des Jahres 2020 zeigt sich eine deutliche
Verbesserung der Meldekultur auch in Bezug auf Beinahe-Unfälle.
BESTECHUNG UND KORRUPTION HABEN BEI MANNER KEINEN PLATZ
Manner spricht sich strikt gegen Korruption und unsaubere Geschäfte aus und begegnet diesen Risiken mit mehreren
Vorkehrungen: Interne Kontrollsysteme, Richtlinien und Berechtigungssysteme wurden aufgesetzt, um gesetzwidrige
Handlungen zu vermeiden. So ist beispielsweise ab einer gewissen Rechnungssumme das Vier-Augen-Prinzip
vorgesehen und in der 2014 eingeführten „Anti-Korruptionsrichtlinie“ wurden intern höhere Standards als gesetzlich
vorgeschrieben gesetzt. In dieser Richtlinie werden rechtlich unlautere Handlungen definiert, untersagt und für alle
Bereichsleiter Meldepflichten verankert, sodass jährlich über Zuwendungen, Geschenke und Einladungen Bericht zu
erstatten ist. Folgende Maßnahmen wurden gesetzt, um finanzielle Risiken (Betrugsrisiken) und Reputationsschäden zu
vermeiden:
-
Manner Code of Conduct (Verhaltensregeln)
-
Einkaufs- und Rechnungsprozess-Richtlinie
-
Anti-Korruptionsrichtlinie
-
Interne Revision (mit Schwerpunkt Rechnungswesen, Vertrieb und Einkauf)
-
Berechtigungssysteme des ERP-Programms
-
Mitarbeiterschulungen
Durch die oben genannten Prozesse, Richtlinien und Maßnahmen sind alle Mitarbeiter*innen der Gesellschaft dazu
verpflichtet, Korruption und andere unlautere Handlungen zu unterlassen.
MANNER ACHTET DIE MENSCHENRECHTE
Die Einhaltung der Menschenrechte ist für Manner eine Grundvoraussetzung unternehmerischer Verantwortung. Seit
Gründung des Unternehmens besteht das Ziel, die Vielfältigkeit der Mitarbeiter*innen in Bezug auf Ausbildung, Erfahrung
und Alter, kulturelle Herkunft, Geschlecht und ähnliche Gesichtspunkte zu fördern. Freie Arbeitnehmervertretungswahlen
finden in regelmäßigen Abständen statt. Die Achtung der Menschenrechte ist die Basis, um geschäftlich tätig zu sein
(licence-to-operate).
Maßnahmen sind:
-
Sicherstellung geringer gesellschaftlicher und ökologischer Auswirkung der Lieferkette (z. B. Kakao aus
nachhaltig zertifizierten Quellen)
-
Verantwortungsvolles Marketing
Manner bekennt sich darüber hinaus allumfassend zu den Arbeitnehmerrechten. Als wesentliches Instrument zur Meldung
von Verstößen gegen diese Rechte existiert bei Manner eine etablierte Arbeitnehmervertretung. Diese fungiert als
zentrales Bindeglied zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmer*innen.
Es sind der Gesellschaft keine Verstöße gegen die Menschenrechte bekannt. Österreich schützt Menschenrechte in der
Verfassung und in zahlreichen einfachen Gesetzen. Die Europäische Menschenrechtskonvention, die das maßgebende
Instrument für den Menschenrechtsschutz in Europa darstellt, hat Verfassungsrang. Neben den Hauptübereinkommen des
internationalen Menschenrechtssystems bestehen auch zahlreiche Übereinkommen zu speziellen Menschenrechtsfragen.
Der Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der Europarats-Kommissar für Menschenrechte, die OSZE sowie die
Agentur der EU für Grundrechte wachen unter anderem über die Einhaltung der Menschenrechte in der EU.
47
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Hinweis
Dieser Lagebericht enthält unter anderem Aussagen über mögliche zukünftige Entwicklungen, die basierend auf derzeit
zur Verfügung stehenden Informationen erstellt wurden. Diese Aussagen, welche die gegenwärtige Einschätzung des
Vorstands hinsichtlich zukünftiger Ereignisse widerspiegeln, sind nicht als Garantien zukünftiger Leistungen zu verstehen
und beinhalten schwer vorhersehbare Risiken und Unsicherheiten. Verschiedenste Ursachen könnten dazu führen, dass
tatsächliche Ergebnisse oder Umstände grundlegend von den in den Aussagen getroffenen Annahmen abweichen.
Wien, am 14. Oktober 2022
Der Vorstand der Josef Manner & Comp. AG
Mag. Andreas Kutil
Dr. Hans Peter Andres
Thomas Gratzer
CEO
Einkauf, Materialwirtschaft &
Produktion & Technik
Logistik
48
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Konzernabschluss
2021
nach IFRS
(International Financial Reporting Standards)
Josef Manner & Comp.
Aktiengesellschaft
49
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis.......................................................................................................................................................52
Konzerngewinn- und -verlustrechnung...............................................................................................................................53
Konzern-Gesamtergebnisrechnung....................................................................................................................................54
Konzernbilanz.....................................................................................................................................................................55
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung.....................................................................................................................57
Konzern-Kapitalflussrechnung............................................................................................................................................58
1 Grundlagen ..................................................................................................................................................................59
2 Änderungen der Rechnungslegungsmethoden............................................................................................................62
3 Konsolidierung .............................................................................................................................................................63
4 Währungsumrechnung.................................................................................................................................................64
Angaben zur Konzerngewinn- und -verlustrechnung..........................................................................................................65
5 Umsatzerlöse ...............................................................................................................................................................65
6 Segmentberichtserstattung ..........................................................................................................................................66
7 Sonstige betriebliche Erträge.......................................................................................................................................67
8 Materialaufwand und bezogene Leistungen ................................................................................................................68
9 Personalaufwand .........................................................................................................................................................68
10 Sonstige betriebliche Aufwendungen.........................................................................................................................69
11 Finanzerträge.............................................................................................................................................................69
12 Finanzaufwendungen.................................................................................................................................................70
13 Ertragsteuern .............................................................................................................................................................70
14 Ergebnis je Aktie ........................................................................................................................................................71
Angaben zur Konzernbilanz................................................................................................................................................72
15 Sachanlagen ..............................................................................................................................................................72
16 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien ...............................................................................................................74
17 Immaterielle Vermögenswerte ...................................................................................................................................76
18 Finanzanlagen............................................................................................................................................................77
19 Vorräte .......................................................................................................................................................................78
20 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ..........................................................................................................78
21 Sonstige Forderungen................................................................................................................................................79
22 Sonstige finanzielle Vermögenswerte........................................................................................................................79
23 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente..........................................................................................................79
24 Eigenkapital................................................................................................................................................................79
25 Rückstellungen...........................................................................................................................................................80
26 Finanzielle Verbindlichkeiten......................................................................................................................................83
27 Sonstige Verbindlichkeiten.........................................................................................................................................85
28 Latente Steuern..........................................................................................................................................................85
Sonstige Angaben ..............................................................................................................................................................87
50
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
29 Leasingverhältnisse ...................................................................................................................................................87
30 Finanzinstrumente......................................................................................................................................................91
31 Risikoberichterstattung...............................................................................................................................................94
32 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen .................................................................................98
33 Organe .....................................................................................................................................................................100
34 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag ........................................................................................................................100
35 Freigabe des Konzernabschlusses..........................................................................................................................102
51
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Abkürzungsverzeichnis
Abkürzung
Bezeichnung
AC
measured at amortised cost – zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
FVPL
measured at fair value through profit or loss – erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet
WACC
Weighted average cost of capital – gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten
WKZ
Werbekostenzuschüsse
52
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Konzerngewinn- und -verlustrechnung
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
TEUR
Note
2021
2020
Umsatzerlöse
5
Bestandsveränderungen
-469
Aktivierte Eigenleistungen
Sonstige betriebliche Erträge
7
Materialaufwand und bezogene Leistungen
8
-121.886
-113.204
Personalaufwand
9
-46.118
-46.901
Abschreibungen
15, 16
-9.712
-9.792
Bewertungsergebnis aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
17
-109
Sonstige betriebliche Aufwendungen
10
-36.068
-31.559
Betriebsergebnis
Finanzerträge
11
Finanzaufwendungen
12
-1.368
-1.500
Finanzergebnis
-1.213
-1.377
Ergebnis vor Steuern
Ertragsteuern
13
-882
-673
Periodenergebnis
Eigentümer des Mutterunternehmens
Ergebnis je Aktie
EUR
EUR
Verwässert = unverwässert
53
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
SONSTIGES ERGEBNIS
TEUR
Note
2021
2020
Periodenergebnis
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert
werden
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
25
-782
Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
-123
-608
Posten, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
können
Währungsumrechnungsdifferenzen
4
-224
Sonstiges Ergebnis
-832
GESAMTERGEBNIS
Eigentümer des Mutterunternehmens
54
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Konzernbilanz
AKTIVA
TEUR
Note
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
LANGFRISTIGES VERMÖGEN
Sachanlagen
15
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
16
Immaterielle Vermögenswerte
17
Finanzanlagen
18
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
22
Latente Steueransprüche
28
Summe langfristiges Vermögen
KURZFRISTIGES VERMÖGEN
Vorräte
19
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
20
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
22
Ertragsteuerforderungen
Sonstige Forderungen
21
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
23
Summe kurzfristiges Vermögen
SUMME AKTIVA
55
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Konzernbilanz
PASSIVA
TEUR
Note
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
EIGENKAPITAL
Eigenkapital (Eigentümer des Mutterunternehmens)
24
LANGFRISTIGE SCHULDEN
Kreditverbindlichkeiten
26
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
26
Rückstellungen
25
Sonstige Verbindlichkeiten
27
Latente Steuerschulden
28
Summe langfristige Schulden
KURZFRISTIGE SCHULDEN
Kreditverbindlichkeiten
26
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
26
Rückstellungen
25
Ertragsteuerverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
27
Sonstige Verbindlichkeiten
27
Summe kurzfristige Schulden
SUMME PASSIVA
56
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
TEUR
Währungs-
Kapital-
IAS 19-
Gewinn-
2021
Grundkapital
umrechnungs-
Gesamt
rücklagen
Rücklagen
rücklagen
differenzen
Stand zum 1. Jänner
-224
-608
Periodenergebnis
Sonstiges Ergebnis
Gesamtergebnis
Dividende
-1.512
-1.512
Stand zum 31. Dezember
-157
TEUR
Währungs-
Kapital-
IAS 19-
Gewinn-
2020
Grundkapital
umrechnungs-
Gesamt
rücklagen
Rücklagen
rücklagen
differenzen
Stand zum 1. Jänner
Periodenergebnis
Sonstiges Ergebnis
-224
-608
-832
Gesamtergebnis
-224
-608
Dividende
-756
-756
Stand zum 31. Dezember
-224
-608
57
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Konzern-Kapitalflussrechnung
TEUR
Note
2021
2020
Cashflow aus dem operativen Bereich
Periodenergebnis
Ertragsteuern
13
Finanzaufwendungen
12
Finanzerträge
11
-155
-124
Bewertungsergebnis aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
16
-481
Abschreibungen von Sachanlagen (inklusive Nutzungsrechte) und
15, 16
immateriellen Vermögenswerten
Zuschreibungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
-69
-30
Sonstige zahlungsunwirksame Transaktionen
-2.459
Gezahlte Ertragsteuern
-712
Cashflow aus dem Ergebnis
Veränderung von Vorräten
-316
-2.589
Veränderung von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten
-4.309
Veränderung von Verbindlichkeiten
-2.033
Veränderung von Rückstellungen
-153
-523
Veränderung aus der laufenden Geschäftstätigkeit
-2.426
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Erwerb von Sachanlagen
-5.981
-7.653
Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen
Erwerb von Immateriellen Vermögenswerte
-1.690
-886
Investitionen in als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien
-768
-19
Erwerb von finanziellen Vermögenswerten
-392
-52
Einzahlungen aus dem Verkauf von finanziellen Vermögenswerten
Erhaltene Zinsen
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
-8.668
-8.283
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Einzahlungen aus der Aufnahme von Kreditverbindlichkeiten
26
Auszahlungen für die Tilgung von Kreditverbindlichkeiten
26
-20.273
-4.886
Einzahlungen aus der Aufnahme sonstiger finanzieller Verbindlichkeiten
26
Auszahlungen für die Tilgung sonstiger finanzieller Verbindlichkeiten
26
-610
-309
Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten
26
-1.285
-1.180
Gezahlte Zinsen
-1.194
-788
Gezahlte Dividenden
-1.512
-756
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
-121
Währungsdifferenzen
-35
Cashflow gesamt
Stand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1. Jänner
Stand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum
31. Dezember
58
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Konzernanhang
1 Grundlagen
Unternehmen
Die Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft ,
Wien
Hernals, Wilhelminenstraße 6, 1170 Wien („Mutterunternehmen“,
„Gesellschaft“, „Manner AG“ oder „Unternehmen“) und deren sieben Tochterunternehmen bilden die „Manner Gruppe“ (die
„Gruppe“ oder der „Konzern“). Das Mutterunternehmen verfügt zum 31. Dezember 2021 über elf Zweigniederlassungen in
Die Tätigkeit der Manner Gruppe besteht in der Erzeugung von und dem Handel mit Schokolade-, Zucker- und
Dauerbackwaren (gemeinsam „Süßwaren“). Die erzeugten Süßwaren werden an den Lebensmitteleinzelhandel in
Österreich, Deutschland und im Rest der Welt verkauft. Ein geringer Teil der erzeugten Süßwaren wird in eigenbetriebenen
Shops in Österreich, Deutschland und Tschechien verkauft.
Die Produktion der Süßwaren findet in den Standorten Wien Hernals und Wolkersdorf, Niederösterreich, statt. Ausgehend
vom Stammmarkt Österreich erfolgt der Ausbau des internationalen Geschäfts in ausgewählten Märkten, vorwiegend in
Zentral- und Osteuropa.
Als Nebentätigkeit vermietet die Manner Gruppe eine Immobilie in Wien. Außerdem betreibt die Manner Gruppe eine
Haselnussplantage (in Entstehung) in Aserbaidschan.
Die Manner
AG
hat Aktien begeben, die an der Wiener Börse zum amtlichen Handel zugelassen sind (näheres dazu siehe
Note 24). Die Manner AG gilt somit als börsennotiertes oder kapitalmarktorientiertes Unternehmen.
Das Geschäftsjahr der Gesellschaft und aller Tochterunternehmen ist das Kalenderjahr. Der Abschlussstichtag der
Gesellschaft und aller Tochterunternehmen ist somit der 31. Dezember.
Übereinstimmungserklärung
Der vorliegende Konzernabschluss der Manner Gruppe wurde nach den International Financial Reporting Standards, wie
sie in der Europäischen Union zum 31. Dezember 2021 anzuwenden sind, sowie den zusätzlichen Bestimmungen von
§ 245a UGB erstellt.
Grundlagen der Erstellung
Die Manner AG erstellt zum ersten Mal einen IFRS-Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021. Der Zeitpunkt des
Übergangs auf IFRS ist der 1. Jänner 2020.
Die Gesellschaft hat bislang Einzelabschlüsse nach lokalem Recht (Jahresabschlüsse nach UGB), aber keine
Konzernabschlüsse veröffentlicht. Da sie für frühere Perioden keine (Konzern-) Abschlüsse veröffentlichte, legt die
Gesellschaft keine Überleitungsrechnungen von den vorherigen Rechnungslegungsgrundsätzen auf IFRS gemäß
IFRS 1.23 bis 28 vor.
Im vorliegenden Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 werden Vergleichswerte zum 31. Dezember 2020 und zum
1. Jänner 2020 sowie für die Perioden 2021 und 2020 angegeben. Auf sämtliche Stichtage und Perioden wurde der
Rechtsstand der IFRS zum 31. Dezember 2021 angewendet.
Auswirkungen von Covid-19
Am 11. März 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation Covid-19 zu einer Pandemie erklärt. Seither sind mehrere
Infektionswellen ausgebrochen. Der Ausbruch von Covid-19 hat die wirtschaftlichen Aktivitäten in Österreich, Europa und
59
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
auf der ganzen Welt vor signifikante Herausforderungen gestellt. Sicherheitsmaßnahmen haben zu Einschränkungen in
Produktion, Lieferketten und Dienstleistungen geführt. Als Ergebnis davon sind der Konsum und die Reiseaktivitäten
zurückgegangen und der stationäre Einzelhandel wurde geschwächt.
Die Auswirkungen für die Manner Gruppe bestanden in erhöhten Krankenständen sowie Einschränkungen durch
Quarantänen. In den Geschäftsjahren 2020 und 2021 musste die Produktion der Manner Gruppe jedoch nur geringfügig
eingeschränkt werden, da der Abnehmer der Waren – der Lebensmitteleinzelhandel – während den Lockdowns
durchgehend geöffnet hatte.
Im Geschäftsjahr 2021 betrugen die erhaltenen Covid-19-Förderungen und -Zuschüsse insgesamt TEUR 521
(2020: TEUR 1.136). Darin enthalten sind Zuschüsse für Kurzarbeit von TEUR 79 (2020: TEUR 956) sowie
Investitionsprämien von TEUR -33 (2020: TEUR 39), die in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen sind und
Arbeitsmarktservicevergütungen von TEUR 475 (2020: 141), die im Personalaufwand enthalten sind.
Die eigenbetriebenen Manner Shops waren jedoch stark betroffen von Covid-19, nicht zuletzt dadurch, dass die
internationalen Touristen ausgeblieben sind, was vereinzelt zu Schließungen von Manner Shops geführt hat.
Ermessensentscheidungen
Covid-19-bedingte Unsicherheiten
Die Manner Gruppe hat den Einfluss der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Unsicherheiten bezüglich Annahmen und
Schätzungen in Verbindung mit der Bewertung von Vermögenswerten und Verbindlichkeit analysiert. Es wurden keine maßgeblichen
Covid-19-bedingten Einflussfaktoren identifiziert und daher mussten keine zusätzlichen wesentlichen Ermessensentscheidungen
getroffen werden. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Kunden der Manner Gruppe, der Lebensmitteleinzelhandel, zu den
systemrelevanten Branchen zählt und während der Pandemie durchgehend geöffnet hatte. Es wird davon ausgegangen, dass auch
künftig keine wesentlichen Corona-bedingten Änderungen von Schätzungen notwendig sein werden.
Auswirkungen von Klimarisiken
Der Klimawandel und seine Folgen für unsere Umwelt sind eine globale Bedrohung, deren vielfältige Auswirkungen bereits
heute in vielen Ländern spürbar sind. Die Manner Gruppe ist auf Energie als primären Inputfaktor für die Produktion von
Süßwaren angewiesen. Der Stromverbrauch und der Wassereinsatz sind wesentliche Ressourcen, deren Einsatz die
Manner Gruppe laufend optimiert.
Das Thema Umweltbelange wird bei der Manner Gruppe auf Vorstandsebene wahrgenommen. Dabei fokussiert sich die
Gruppe auf die Optimierung von Prozessen und Systemen, die wirtschaftlich sinnvoll sind und die gleichzeitig mit einer
geringen Umweltbelastung sowie einem geringen Energie- und Ressourceneinsatz einhergehen. Regelmäßig gibt es in
der Vorstandssitzung Vorgaben und Updates zu umweltrelevanten Themen.
Besonders hervorzuheben ist die Wiedergewinnung von Energie bei der Produktion. Die Manner Gruppe speist Wärme,
die bei der Produktion von Süßwaren entsteht, in das Fernwärmenetz der Wiener Stadtwerke ein.
Bewertungsgrundlagen
Die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden erfolgt grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten. Davon
abweichend kommen für folgende wesentliche Posten andere Bewertungsmethoden zur Anwendung:
-
Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet
-
Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und
Nettoveräußerungswert bewertet.
-
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmern werden zum Barwert des erwarteten Erfüllungsbetrags
bewertet.
-
Latente Steueransprüche und -schulden werden mit dem Nominalwert angesetzt und auf Basis der bestehenden
temporären Differenzen zum Bilanzstichtag und des Steuersatzes zum Zeitpunkt der erwarteten Realisierung der
bestehenden Differenzen ermittelt.
60
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
-
Derivative Finanzinstrumente werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. In den
Geschäftsjahren 2020 und 2021 wurden derivative Finanzinstrumente freistehend bilanziert und nicht in eine
Sicherungsbeziehung einbezogen. Zum 31. Dezember 2021 liegen keine derivativen Finanzinstrumente vor.
Die Konzerngewinn- und -verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Alle Beträge wurden auf
Tausend Euro (TEUR) gerundet, soweit nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und
Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.
Rechnungslegungsmethoden
Die Beschreibung der Rechnungslegungsmethoden befindet sich jeweils an der Stelle, wo der betreffende
Abschlussposten erläutert wird. Die Manner Gruppe konzentriert sich auf die Beschreibung der Bilanzierungswahlrechte
und wie diese innerhalb des IFRS-Regelwerks ausgeübt wurden. Die Wiederholung von IFRS-Texten wird vermieden,
außer die Gruppe erachtet es als wichtig für das Verständnis einer Angabe.
Die Rechnungslegungsmethoden befinden sich an folgenden Stellen:
Rechnungslegungsmethoden
Standard
Note
Konsolidierung
IFRS 10
3
Umsatzerlöse
IFRS 15
5
Segmentberichterstattung
IFRS 8
6
Ertragsteuern
IAS 12
13
Sachanlagen, biologische Vermögenswerte
IAS 16, IAS 36, IAS 41
15
Immaterielle Vermögenswerte
IAS 38, IAS 36
17
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
IAS 40
16
Vorräte
IAS 2
19
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
IFRS 15
20
Rückstellungen
IAS 37, IAS 19
25
Latente Steuern
IAS 12
28
Leasingverhältnisse
IFRS 16
29
Finanzinstrumente
IFRS 7, IFRS 9
30
Wertminderungen von Forderungen
IFRS 7, IFRS 9
31
Ermessensentscheidungen
Die Anwendung der Rechnungslegungsmethoden erfordert Ermessensentscheidungen, die sich auf den Ansatz und die
Bewertung von Vermögenswerten und Schulden, Erträgen und Aufwendungen sowie auf die Angaben im Anhang
auswirken.
Die Manner Gruppe hat folgende wesentliche Ermessensentscheidungen getroffen:
Ermessensentscheidungen
TEUR
Buchwert
Abschlussposten
Kriterium
Standard
Note
zum
31.12.2021
Bestimmung der Laufzeit von
Leasingverhältnisse
IFRS 16
15, 29
4.129
Leasingverhältnissen
Leasingverhältnisse
Klassifizierung von Leasingverträgen
IFRS 16
29
4.129
Identifizierung von Covid-19-bedingten
Covid-19-bedingte Unsicherheiten
Einflussfaktoren zur Bewertung von
diverse
1
n.a.
Vermögenswerten und Schulden
Nahestehende Unternehmen
Oberstes beherrschendes Unternehmen
IAS 24
32
n.a.
Für Details zu den einzelnen Ermessensentscheidungen wird auf die Ausführungen im jeweiligen Notes-Kapitel verwiesen.
61
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Schätzungen und Annahmen
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert Schätzungen und Annahmen, die sich auf den Ansatz und die Bewertung
von Vermögenswerten und Schulden, Erträgen und Aufwendungen sowie auf die Angaben im Anhang auswirken. Die
künftigen tatsächlichen Werte können von den getroffenen Schätzungen abweichen. Schätzungen und die zugrunde
liegenden Annahmen werden laufend überprüft. Änderungen von Schätzungen werden prospektiv erfasst.
Die Manner Gruppe hat folgende wesentliche Schätzungen und Annahmen getroffen:
Schätzungen und Annahmen
Abschlussposten
Kriterium
Standard
Note
Wertminderung von nicht-finanziellen
Bewertung des erzielbaren Betrags
IAS 36
15
Vermögenswerten
Als Finanzinvestition gehaltene
Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts
IAS 40
17
Immobilien
Leistungsorientierte Verpflichtungen
Festlegung versicherungsmathematischer Annahmen
IAS 19
25
Leasingverhältnisse
Schätzung des Grenzfremdkapitalzinssatzes
IFRS 16
29
Finanzinstrumente
Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts
IFRS 9
30
Für Details zu den einzelnen Schätzungen und Annahmen wird auf die Ausführungen im jeweiligen Notes-Kapitel
verwiesen.
2 Änderungen der Rechnungslegungsmethoden
Erstmalig angewendete Standards
Aufgrund der erstmaligen Anwendung der IFRS hat die Gruppe in der Eröffnungsbilanz und in allen anderen dargestellten
Perioden einheitlich die am 31. Dezember 2021 geltenden Rechnungslegungsmethoden angewendet. Die ansonsten
übliche Rubrik „erstmalig angewendete Standards“, in der die Neuerungen der Rechnungslegungsmethoden für
Berichtsperiode und Vergleichsperiode offengelegt werden, entfällt somit bei einem Erstanwender.
Zukünftig anzuwendende Standards
Folgende vom IASB verlautbarte, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende neue oder geänderte Standards werden
von der Manner Gruppe erst zum Zeitpunkt des Inkrafttretens angewendet. Durch diese Änderungen werden keine
wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.
Zukünftig anzuwendende Standards
Inkrafttreten
Leasingverbindlichkeiten in Sale-and-Leaseback-Vereinbarungen (Änderung an IFRS 16)
1.1.2024
Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig – Verschiebung des Zeitpunkts des Inkrafttretens
offen
(Änderung an IAS 1)
Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 – Vergleichsinformationen (Änderung an IFRS 17)
1.1.2023
Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion
1.1.2023
bestehen (Änderung an IAS 12)
Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (Änderung an IAS 1 und am IFRS-Leitliniendokument 2
1.1.2023
zur Wesentlichkeit)
Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen (Änderung an IAS 8)
1.1.2023
Versicherungsverträge (IFRS 17)
1.1.2023
Auf die Covid-19-Pandemie bezogene Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021 (Änderung an IFRS 16)
1.4.2021
Verweis auf das Rahmenkonzept (Änderung an IFRS 3), Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung (Änderung
an IAS 16), Kosten für die Erfüllung eines belastenden Vertrags (Änderung an IAS 37), jährliche
1.1.2022
Verbesserungen an den IFRS – Zyklus 2018-2020
62
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Das Inkrafttreten bezieht sich auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen. Die verlautbarten
Änderungen wurden bis auf die ersten zwei Änderungen von der Europäischen Union übernommen.
3 Konsolidierung
Konsolidierungskreis
Der Konsolidierungskreis der Manner Gruppe besteht aus dem Mutterunternehmen und folgenden Tochterunternehmen:
Gesellschaft
Sitz
Manner Management GmbH
Wien
Compliment Süßwaren Vertriebs GmbH
Wolkersdorf
Geblergasse 116 GmbH & Co KG
Wien
Unterstützungseinrichtung der Josef Manner Comp. AG GmbH
Wien
Manner Azerbaijan LLC
Aserbaidschan
Josef Manner s.r.o.
Tschechien
Josef Manner d.o.o.
Slowenien
Die Manner AG hielt vom 1. Jänner 2020 bis zum 31. Dezember 2021 durchgehend 100 % der Anteile an jedem seiner
Tochterunternehmen. Alle Tochterunternehmen wurden vor dem 1. Jänner 2020 gegründet. Es gab keine
Unternehmenserwerbe.
Rechnungslegungsmethoden
Konsolidierungsgrundsätze
Der Konzernabschluss der Manner Gruppe umfasst die Abschlüsse der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft (Mutterunternehmen)
und ihrer Tochterunternehmen (gemeinsam die „Konzerngesellschaften“). Für die Konzerngesellschaften kommen einheitliche
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zur Anwendung. Wahlrechte für Rechnungslegungsmethoden, Ermessensentscheidungen,
Annahmen und Schätzungen werden einheitlich für alle Konzerngesellschaften ausgeübt.
Abschlusstichtag
Das Mutterunternehmen und sämtliche Tochterunternehmen haben alle den gleichen Abschlussstichtag, nämlich dem 31. Dezember.
Vollkonsolidierung
Ein Mutterunternehmen ist ein Unternehmen, das ein oder mehrere Unternehmen beherrscht. Ein Tochterunternehmen ist ein
Unternehmen, das durch ein anderes Unternehmen beherrscht wird. Ein Investor beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn er
schwankenden Renditen in seinem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die
Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Ein Investor besitzt
Verfügungsgewalt über ein Beteiligungsunternehmen, wenn er über bestehende Rechte verfügt, die ihm die gegenwärtige Fähigkeit
verleihen, die maßgeblichen Tätigkeiten, d. h. die Tätigkeiten, die die Renditen des Beteiligungsunternehmens wesentlich beeinflussen,
zu lenken.
Die Manner AG beherrscht ihre Beteiligungsunternehmen, weil sie an ihnen jeweils 100 % der Stimmrechte hält und ihren Einfluss
ausschließlich über die Stimmrechte ausübt. Es bestehen keine anderslautenden Vereinbarungen, die der ausschließlichen
Einflussnahme über die Stimmrechte entgegenstehen.
Ein Tochterunternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, und bis
zu dem Zeitpunkt, zu dem die Beherrschung endet, im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Bei der
Vollkonsolidierung werden alle konzerninternen Forderungen und Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen sowie
Zwischenergebnisse eliminiert.
Die Manner AG hat zum 31. Dezember 2021 erstmalig IFRS angewendet und erstmalig einen Konzernabschluss erstellt. Daher wurden
die Konzerngesellschaften zum 1. Jänner 2020 erstmalig konsolidiert (Erstkonsolidierung).
Unternehmenserwerbe und -veräußerungen
Die Manner Gruppe hat seit ihrem Bestehen weder andere Unternehmen erworben noch Tochterunternehmen veräußert.
63
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
4 Währungsumrechnung
Die Konzernberichtswährung ist der Euro. Bei in Fremdwährung bilanzierenden Tochterunternehmen wird die funktionale
Währung grundsätzlich anhand des primären (volks-)wirtschaftlichen Umfelds, in dem das jeweilige Konzernunternehmen
tätig ist, bestimmt. Eine wesentliche Determinante ist hierbei jene Währung, in welcher der überwiegende Teil der
Wirtschafts-, Waren- und Dienstleistungsströme in dem jeweiligen Land abgewickelt wird. Bei allen Tochterunternehmen
der Gruppe entspricht die funktionale Währung der Landeswährung.
Gemäß IAS 21 erfolgt die Umrechnung der Abschlüsse von Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der
Euro ist, nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Dabei werden in den zu konsolidierten Abschlüssen enthaltenen
Vermögenswerte und Schulden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag und die Posten der Gewinn- und
Verlustrechnung mit dem gewichteten durchschnittlichen Devisenmittelkurs des Geschäftsjahres umgerechnet.
Die Währungsumrechnung erfolgt zu den von der Europäischen Zentralbank sowie von den lokalen Nationalbanken
veröffentlichten Kursen.
Die Stichtags- und Durchschnittskurse der Manner Gruppe stellen sich wie folgt dar:
Wechselkurse von Fremdwährungen
Durchschnitts- Durchschnitts-
Stichtagskurs Stichtagskurs Stichtagskurs
kurs
kurs
Währung
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
2021
2020
CZK
24,8580
26,2420
25,4110
25,6405
26,4551
AZN
1,9265
2,0890
1,9025
2,0099
1,9448
Für die Erfassung von Wechselkursdifferenzen im sonstigen Ergebnis wird auf die Ausführungen zur
Währungsumrechnungsrücklage in Note 24 verwiesen.
64
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Angaben zur Konzerngewinn- und -verlustrechnung
5 Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse stellen sich wie folgt dar:
Umsatzerlöse
TEUR
2021
2020
Bruttoverkaufserlöse
269.291
243.481
Erlösschmälerungen
-54.570
-45.460
Übrige Umsatzerlöse
2.557
2.144
Summe
217.278
200.165
Die Bruttoverkaufserlöse betreffen den Verkauf von Süßwaren vor Abzug von Erlösschmälerungen.
Die Erlösschmälerungen betreffen Boni und Werbekostenzuschüsse (siehe Rechnungslegungsmethoden).
Im Geschäftsjahr 2021 betrafen die übrigen Umsatzerlöse Auflösungen von Rückstellungen für Saisonware, Boni und
Werbekostenzuschüsse TEUR 1.913 (2020: TEUR 1.586) sowie Rückeinspeisungen von aus der Produktion gewonnener
Energie.
Für die Untergliederung der Umsatzerlöse nach Regionen wird auf die Segmentberichterstattung in Note 6 verwiesen.
Rechnungslegungsmethoden
Sachverhalt
Die Manner Gruppe produziert Süßwaren und verkauft diese an den Lebensmitteleinzelhandel. Der Lebensmitteleinzelhandel erbringt
Werbeleistungen, wie die Platzierung von Produkten (z.B. nahe der Kassa), die Regalpflege oder den Einbezug der Waren in
Verkaufsaktionen und Flugblätter. Die Werbeleistungen dienen der Verkaufsförderung und damit sowohl dem Produzenten als auch dem
Kunden. Die Werbeleistungen sind vertraglich geregelt. Die Manner Gruppe leistet sogenannte Werbekostenzuschüsse („WKZ“), die zum
größten Teil als Prozentsatz der Bruttoerlöse von den Kunden verrechnet werden.
Bilanzierung
Der Verkauf von Süßwaren fällt in den Anwendungsbereich von IFRS 15. Die Manner Gruppe schließt Verträge über den Verkauf von
Süßwaren mit seinen Kunden, dem Lebensmitteleinzelhandel, ab. Die Verträge enthalten durchsetzbare Rechte und Pflichten. Die Zusage
von der Manner Gruppe, Süßwaren an Kunden zu übertragen, stellt ein eigenständig abgrenzbares Gut dar. Die Manner Gruppe erbringt
keine Dienstleistungen. Die zugesagte Leistung besteht somit einzig aus der Übertragung von Gütern.
Die vom Kunden erbrachte Werbeleistung steht hingegen in engem Zusammenhang mit den verkauften Süßwaren. Ohne die Süßwaren
fände die Werbeleistung nicht statt. Das in IFRS 15.27 enthaltene Kriterium der eigenständigen Abgrenzbarkeit ist somit für
Werbeleistungen nicht gegeben.
Der Transaktionspreis ist die Gegenleistung, die ein Unternehmen für die Übertragung zugesagter Güter oder Dienstleistungen
voraussichtlich erhalten wird. Bei der Bestimmung des Transaktionspreises hat ein Unternehmen folgenden Faktoren Rechnung zu
tragen: Variable Gegenleistungen, Begrenzung der Schätzung variabler Gegenleistungen und an einen Kunden zu zahlende
Gegenleistungen. Der Transaktionspreis der Süßwaren ist von variablen Faktoren, wie Skonti, Rabatte, Boni und WKZ abhängig, die auf
der Grundlage von Bruttoerlösen berechnet werden. Ein Unternehmen darf eine geschätzte variable Gegenleistung nur dann in den
Transaktionspreis einbeziehen, wenn hochwahrscheinlich ist, dass es nicht zu einer signifikanten Stornierung kommt. WKZ stellen eine
an einen Kunden zu zahlende Gegenleistung dar, die als Verringerung des Transaktionspreises und damit als Verringerung der Erlöse
zu erfassen sind. Die Manner Gruppe erfasst daher Skonti, Rabatte, Boni und WKZ als Erlösschmälerung uns stellt damit sicher, dass
die Gegenleistung für den Verkauf von Süßwaren unter Abzug von WKZ insgesamt nicht zu hoch bestimmt wird.
Die Erfüllung der Leistungsverpflichtung erfolgt im Fall der Süßwaren zum Zeitpunkt der Übergabe an den Kunden. Die Werbeleistungen
werden über einen Zeitraum erbracht (Nutzung bei Zufluss), stellen aber kein Leistungsbündel mit den Süßwaren dar, sondern an einen
65
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Kunden zu zahlende Gegenleistung. Die Verrechnung von bis zum Abschlussstichtag gelieferten Süßwaren erfolgt jedoch nur mit bis zum
Abschlussstichtag bezogenen Werbeleistungen, womit die periodenreine Erfassung gewahrt ist.
6 Segmentberichtserstattung
Die Manner Gruppe verwendet folgende Geschäftssegmente in der Segmentberichterstattung:
Segmentberichterstattung
TEUR
Haselnuss-
Süßwaren
Süßwaren
Süßwaren
Mietshäuser
anbau
Konsoli-
2021
Rest der
Konzern
Österreich Deutschland
Österreich
Aserbaid-
dierung
Welt
schan
Umsatzerlöse internes Reporting
85.714
86.189
69.390
0
0
-263
241.029
IFRS-Anpassungen
-5.329
-16.278
-2.145
0
0
0
-23.752
Umsatzerlöse
80.385
69.911
67.245
0
0
-263
217.278
davon Außenumsätze
80.385
69.911
66.982
0
0
0
217.278
davon Innenumsätze
0
0
263
0
0
-263
0
Betriebsergebnis
2.365
1.739
105
978
-307
214
5.095
Finanzergebnis internes Reporting
66
64
75
-93
-104
-1.096
-1.088
IFRS-Anpassungen
-46
-41
-38
0
0
0
-125
Finanzergebnis
19
24
36
-93
-104
-1.096
-1.213
Ergebnis vor Steuern
2.384
1.763
141
885
-410
-881
3.882
Segmentberichterstattung
TEUR
Haselnuss-
Süßwaren
Süßwaren
Süßwaren
Mietshäuser
anbau
Konsoli-
2020
Rest der
Konzern
Österreich Deutschland
Österreich
Aserbaid-
dierung
Welt
schan
Umsatzerlöse internes Reporting
80.410
73.921
64.841
0
0
-249
218.922
IFRS-Anpassungen
-5.458
-11.361
-1.939
0
0
0
-18.757
Umsatzerlöse
74.953
62.560
62.902
0
0
-249
200.165
davon Außenumsätze
74.953
62.560
62.653
0
0
0
200.165
davon Innenumsätze
0
0
249
0
0
-249
0
Betriebsergebnis
2.558
2.828
-1.624
-63
-219
-206
3.274
Finanzergebnis internes Reporting
-150
-133
-142
-73
-614
472
-641
IFRS-Anpassungen
-275
-233
-228
0
0
0
-736
Finanzergebnis
-426
-365
-370
-73
-614
472
-1.377
Ergebnis vor Steuern
2.132
2.462
-1.994
-137
-833
267
1.897
Als operative Geschäftssegmente wurden die Geschäftsfelder Süßwaren Österreich, Süßwaren Deutschland, Süßwaren
Rest, Mietshäuser Österreich und Haselnussanbau Aserbaidschan festgelegt. Sämtliche Unternehmen der Gruppe sind
einem bestimmten Segment zugeordnet. In der Spalte Konsolidierung wird die Eliminierung der Beziehungen zwischen
den Segmenten vorgenommen. Weiters dient die Konsolidierung der Überleitung von Segmentzahlen auf Konzernzahlen.
Die interne Berichterstattung an den Vorstand basiert auf lokalen Rechnungslegungsvorschriften. Aus diesem Grund
werden in der Segmentberichterstattung die Werte gemäß interner Berichterstattung auf IFRS-Werte übergeleitet.
Die wesentlichen Unterschiede zwischen der internen Berichterstattung und den Konzernwerten nach IFRS bestehen vor
allem bei den Umsatzerlösen. Gemäß IFRS 15 werden Zahlungen an Kunden ohne eigenständige Gegenleistung durch
den Kunden, abweichend von den lokalen Rechnungslegungsvorschriften, erlösmindernd erfasst. Davon betroffen sind
66
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
die Werbekostenzuschüsse (siehe Note 5). Die IFRS-Anpassungen im Finanzergebnis resultieren im Wesentlichen aus
Zinsaufwendungen für Leasing sowie Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung von Finanzinstrumenten.
Das Segmentvermögen sowie die dazugehörigen Abschreibungen, die Segmentschulden und die Investitionen sind nicht
Bestandteile der internen Berichterstattung und werden aus diesem Grund nicht in der Segmentberichterstattung
angeführt.
In den Geschäftsjahren 2020 und 2021 gab es drei Kunden, mit denen jeweils Umsatzerlöse von mehr als 10 % der
gesamten Umsatzerlöse erzielt wurden. Im Geschäftsjahr 2021 betrugen die kumulierten Umsatzerlöse mit diesen drei
Kunden TEUR 129.890 (2020: TEUR 120.067) und wurden in den Segmenten Süßwaren Österreich, Süßwaren
Deutschland und Süßwaren Rest der Welt ausgewiesen.
Rechnungslegungsmethoden
Verantwortliche Unternehmensinstanz
Die Segmentberichterstattung beruht auf der internen Finanzberichterstattung des Unternehmens an die verantwortliche
Unternehmensinstanz. Dabei handelt es sich um die höchste Managementebene, die für die Allokation der Ressourcen und die Bewertung
der Ertragskraft verantwortlich ist. Die verantwortliche Unternehmensinstanz der Manner Gruppe ist der Vorstand der Manner AG, an den
regelmäßig berichtet wird.
Identifikation der Geschäftssegmente
Die Geschäftssegmente wurden auf Basis der internen Berichterstattung an den Vorstand festgelegt. Aus Vertriebssicht ergibt sich bei
der Manner AG primär eine Orientierung nach regionalen Gesichtspunkten. Neben der zentralen Vertriebssteuerung in Österreich wird
für andere Märkte jeweils ein eigenes Vertriebssystem aufrechterhalten und darüber an den Vorstand berichtet. Dies betrifft neben
Österreich auch Deutschland mit einer relevanten Anzahl an lokalen Vertriebsmitarbeitern sowie die österreichischen Nachbarländer und
den Rest der Welt. Die Betrachtung der Segmente nach regionalen Gesichtspunkten wird dadurch unterstützt, dass nach dieser
Segmentierung eine eindeutige Zuordnung der Umsatzerlöse möglich ist, sowie eine Darstellung der Betriebsergebnisse erfolgt. Aus
diesem Grund wurden die Produkte der Manner AG folgenden regionalen Segmenten zugeordnet: Süßwaren Österreich, Süßwaren
Deutschland und Süßwaren Rest der Welt.
Das Segment Mietshäuser Österreich enthält eine als Finanzinvestition gehaltene Immobilie, die in einem Tochterunternehmen gehalten
und vermietet wird. Das Mietshaus steht in keiner betriebswirtschaftlichen Verbindung zum Süßwarengeschäft der Manner Gruppe. Der
Buchwert der Immobilie stellt aber einen bedeutenden Teil der Vermögenswerte der Manner Gruppe dar. Das Immobilieninvestment wird
daher außerhalb der Süßwaren-Segmente als eigenes Segment geführt.
Die Haselnussplantage in Aserbaidschan wird von einem Tochterunternehmen gehalten und betrieben. In den Geschäftsjahren 2020 und
2021 fielen in der Haselnussplantage noch keine Umsatzerlöse an, da sich die Plantage in Entstehung befindet. Es ist geplant, dass die
Haselnussernte in Zukunft sowohl zum eigenen Verbrauch als auch zum Verkauf am Weltmarkt dienen soll. Die Haselnussplantage
unterscheidet sich daher grundlegend von den Süßwarensegmenten, die sich am Vertrieb orientieren. Daher wird die Haselnussplantage
als eigenes berichtspflichtiges Segment ausgewiesen.
7 Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge stellen sich wie folgt dar:
Sonstige betriebliche Erträge
TEUR
2021
2020
Mieterlöse
446
257
Erträge aus dem Abgang von Sachanlagevermögen
131
51
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
4
117
Übrige betriebliche Erträge
988
1.958
Summe
1.571
2.382
Die Mieterlöse werden durch die Vermietung einer Immobilie in Wien Hernals erzielt. Die Immobilie wird in als
Finanzinvestition gehaltene Immobilien gemäß IAS 40 eingestuft (siehe Note 17). Mieterlöse werden gemäß IFRS 16
67
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
linear erfasst. In den Mieterlösen sind keine Erlöse aus weiterverrechneten Betriebskosten erfasst. Betriebskostenerlöse
werden mit den angefallenen Betriebskosten im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst.
Im Geschäftsjahr 2021 waren in den übrigen betrieblichen Erträgen Kursdifferenzen von TEUR 336 (2020: TEUR 270),
Erlöse aus Schadensfällen von TEUR 196 (2020: TEUR 293), Zuwendungen der öffentlichen Hand (Annuitätenzuschüsse)
von TEUR 178 (2020: TEUR 90) sowie Zuschüsse für Kurzarbeit aufgrund Covid-19 von TEUR 79 (2020: TEUR 956)
enthalten.
Rechnungslegungsmethoden
Zuwendungen der öffentlichen Hand
Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Kompensation von Kosten für Vermögenswerte (Vermögenszuschüsse), werden als passiver
Abgrenzungsposten zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die Zuwendungen
gewährt werden und der Empfänger die mit der Zuwendung verbundenen Bedingungen erfüllen wird. In der Folge wird der
Abgrenzungsposten über den Zeitraum der Nutzungsdauer des Vermögenswerts in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.
Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Kompensation von Aufwendungen (Aufwandszuschüsse), werden in den Zeiträumen, in denen
die Aufwendungen erfasst werden, als sonstige betriebliche Erträge erfasst, wenn die Zuwendungsbedingungen erfüllt sind.
Die Manner Gruppe hat Annuitätenzuschüsse von der öffentlichen Hand zur Rückzahlung von Darlehen erhalten. Die
Annuitätenzuschüsse wurden als Aufwandszuschüsse eingestuft und in denjenigen Perioden in den sonstigen betrieblichen Erträgen
erfasst, in denen die entsprechenden geförderten Aufwendungen erfasst wurden.
Die Manner Gruppe weist Covid-19-Förderungen und -Zuschüsse (siehe Note 1) sowie Investitionszuschüsse (siehe Note 27) aus.
8 Materialaufwand und bezogene Leistungen
Der Materialaufwand und die bezogenen Leistungen stellen sich wie folgt dar:
Materialaufwand und bezogene Leistungen
TEUR
2021
2020
Rohstoffe
-77.885
-70.867
Bezogene Leistungen
-22.774
-21.510
Verpackungsmaterial
-18.387
-17.732
Bezogene Rohwaren, Halb- und Fertigfabrikate
-2.841
-3.095
Summe
-121.886
-113.204
In den bezogenen Leistungen sind unter anderem Aufwendungen für Reparatur und Wartung, Leihpersonal, Gas,
Instandhaltung, Strom, Wasser, Werbematerial, Hilfs- und Betriebsstoffe enthalten.
9 Personalaufwand
Der Personalaufwand stellt sich wie folgt dar:
Personalaufwand
TEUR
2021
2020
Löhne
-14.140
-13.842
Gehälter
-20.764
-21.300
Gesetzliche Sozialabgaben und Pflichtbeiträge
-10.223
-10.980
Sonstige Sozialaufwendungen
-991
-780
Summe
-46.118
-46.901
Im Geschäftsjahr 2021 waren in den gesetzlichen Sozialabgaben und Pflichtbeiträgen Zahlungen an
Mitarbeitervorsorgekassen von TEUR 404 (2020: TEUR 409) enthalten.
68
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Im Geschäftsjahr 2021 waren in der Manner Gruppe durchschnittlich 830 Arbeitnehmer (2020: 806 Arbeitnehmer)
beschäftigt.
10 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stellen sich wie folgt dar:
Sonstige betriebliche Aufwendungen
TEUR
2021
2020
Logistik
-14.067
-12.592
Marketing
-13.090
-12.241
Reparatur, Entsorgung, Reinigung
-2.130
-652
Verwaltungsaufwand
-1.769
-1.844
Beratungsaufwendungen
-1.221
-1.239
Mietaufwand
-1.188
-816
Versicherungen
-728
-662
Sonstige Steuern und Abgaben
-365
-313
Bilanzierung und Abschlussprüfung
-336
-61
Zuschreibungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
69
30
Finanzierung
13
-420
Übrige betriebliche Aufwendungen
-1.257
-751
Summe
-36.068
-31.559
Der Mietaufwand betrifft variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind (das sind vor
allem Umsatzmieten), Betriebskosten und kurzfristige Mietverträge, welche die Ansatzerfordernisse von IFRS 16 nicht
erfüllen. Für weitere Informationen zu Leasing siehe Note 29.
Im Geschäftsjahr 2021 waren in den Aufwendungen für Bilanzierung und Abschlussprüfung Aufwendungen für den
Abschlussprüfer von TEUR 131 (2020: TEUR 66) enthalten, die ausschließlich Prüfungsleistungen betreffen.
Die Zuschreibungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten Auflösungen von Wertberichtigungen
aufgrund nachträglich eingegangener Zahlungen für in Vorperioden wertberichtigter Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen.
Die übrigen betrieblichen Aufwendungen betreffen Schadensfälle aus dem Kundengeschäft von TEUR 1.244
(2020: TEUR 188), Versicherungen von TEUR 728 (2020: TEUR 662), sonstige Steuern und Abgaben von TEUR 365
(2020: TEUR 313) und Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen von TEUR 210 (2020: TEUR 5).
11 Finanzerträge
Die Finanzerträge stellen sich wie folgt dar:
Finanzerträge
TEUR
2021
2020
Zinserträge
24
45
Sonstige Finanzerträge
131
79
Summe
155
124
Im Geschäftsjahr 2021 waren in den sonstigen Finanzerträgen Erträge aus der Bewertung von Derivaten von TEUR 105
(2020: TEUR 61) sowie Kursdifferenzen von TEUR 26 (2020: TEUR 0) enthalten.
69
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
12 Finanzaufwendungen
Die Finanzaufwendungen stellen sich wie folgt dar:
Finanzaufwendungen
TEUR
2021
2020
Zinsaufwendungen Banken
-539
-601
-385
-37
Transaktionskosten aus der Finanzierung
Zinsaufwendungen Leasing
-99
-101
Sonstige Zinsaufwendungen
-5
-7
Sonstige Finanzaufwendungen
-339
-755
Summe
-1.368
-1.500
Transaktionskosten aus der Finanzierung betreffen Geldbeschaffungskosten, die mittels Effektivzinsmethode über die
Laufzeit der Finanzierungen verteilt werden.
Die sonstigen Finanzaufwendungen betreffen nicht ausgenutzte Lieferantenskonti von TEUR 168 (2020: TEUR 42) sowie
die Bewertung von Derivaten von TEUR 92 (2020: TEUR 707).
13 Ertragsteuern
Die nachstehende Tabelle zeigt die Bestandteile des Steueraufwands:
Ertragsteuern
TEUR
2021
2020
Tatsächlicher Steueraufwand
-589
-743
Latenter Steueraufwand / (-ertrag)
-293
70
Gesamter Steueraufwand
-882
-673
Die nachstehende Tabelle zeigt die Überleitung des erwarteten Steueraufwands auf den tatsächlichen Steueraufwand:
Steuerüberleitung
TEUR
2021
2020
Ergebnis vor Steuern
3.882
1.897
Steuersatz
25 %
25 %
Erwarteter Steueraufwand
-970
-474
Sonstige steuerfreie Einkünfte
61
58
Nicht abzugsfähige Aufwendungen
-45
-33
Steuerbefreiung von Tochtergesellschaften
-74
-142
Ausländische Steuersätze
129
-94
Nicht angesetzte latente Steuer auf temporäre Differenzen und Verlustvorträge
17
10
Sonstige Effekte
1
2
Summe
-882
-673
Rechnungslegungsmethoden
In der Manner Gruppe stellt jede Gesellschaft ein gesondertes Steuersubjekt dar, da keine Unternehmensgruppe im Sinne von § 9 KStG
gebildet wurde. Für zwei der Tochtergesellschaften besteht eine Steuerbefreiung, weshalb für diese kein Ertragsteueraufwand
berücksichtigt wurde. Betreffend latente Steuern wird auf Note 28 verwiesen.
70
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
14 Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie stellt sich wie folgt dar:
Ergebnis je Aktie
TEUR
2021
2020
Periodenergebnis
3.000
1.224
Anzahl der Aktien (in Stück)
1.890.000
1.890.000
EUR
EUR
Ergebnis je Aktie
1,59
0,65
Das Periodenergebnis ist zur Gänze den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen. Die Anzahl der Aktien
entspricht der durchschnittlich im Geschäftsjahr im Umlauf gewesenen Stammaktien. Das Ergebnis je Aktie ist
unverwässert, da keine verwässernden Bestandteile bestehen.
71
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Angaben zur Konzernbilanz
15 Sachanlagen
Die Entwicklung der Sachanlagen stellt sich wie folgt dar:
Sachanlagen
TEUR
Technische
Geleistete
Grund-
Anlagen Geschäfts- Haselnuss- Anzahlungen Nutzungs-
2021
stücke und
Gesamt
und ausstattung
plantage und Anlagen
rechte
Gebäude
Maschinen
im Bau
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
Stand zum 1. Jänner
62.159
158.377
19.008
4.300
656
8.182
252.682
Zugänge
11
539
1.157
1.570
2.580
209
6.067
Abgänge
0
-507
-1.234
0
0
0
-1.741
Umbuchungen
46
1.081
180
0
-1.308
0
0
Wechselkursdifferenzen
3
16
0
431
0
30
479
Stand zum 31. Dezember
62.219
159.506
19.111
6.301
1.928
8.421
257.486
Abschreibungen
Stand zum 1. Jänner
25.166
128.278
15.640
10
0
3.327
172.421
Zugänge
1.414
5.396
1.644
26
0
961
9.440
Abgänge
0
-496
-921
0
0
0
-1.417
Wechselkursdifferenzen
0
8
0
2
0
5
14
Stand zum 31. Dezember
26.580
133.186
16.363
38
0
4.292
180.459
Buchwerte
Stand zum 1. Jänner
36.993
30.099
3.369
4.290
656
4.855
80.261
Stand zum 31. Dezember
35.639
26.320
2.748
6.263
1.928
4.129
77.027
Sachanlagen (Vorjahr)
TEUR
Technische
Geleistete
Grund-
Anlagen Geschäfts- Haselnuss- Anzahlungen Nutzungs-
2020
stücke und
Gesamt
und ausstattung
plantage und Anlagen
rechte
Gebäude
Maschinen
im Bau
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
Stand zum 1. Jänner
62.047
152.983
19.819
1.821
2.912
8.200
247.782
Zugänge
73
599
757
2.838
2.946
0
7.212
Abgänge
0
-39
-1.886
0
0
0
-1.925
Umbuchungen
38
4.846
318
0
-5.202
0
0
Wechselkursdifferenzen
0
-11
0
-359
0
-18
-387
Stand zum 31. Dezember
62.159
158.377
19.008
4.300
656
8.182
252.682
Abschreibungen
Stand zum 1. Jänner
23.731
123.111
15.884
0
0
2.280
165.006
Zugänge
1.435
5.212
1.575
11
0
1.047
9.280
Abgänge
0
-38
-1.819
0
0
0
-1.858
Wechselkursdifferenzen
0
-7
0
-1
0
0
-8
Stand zum 31. Dezember
25.166
128.278
15.640
10
0
3.327
172.421
Buchwerte
Stand zum 1. Jänner
38.317
29.871
3.935
1.821
2.912
5.920
82.776
Stand zum 31. Dezember
36.993
30.099
3.369
4.290
656
4.855
80.261
72
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Die Grundstücke und Gebäude sowie die technischen Anlagen und Maschinen betreffen die Produktionsstandorte in Wien
Hernals und Wolkersdorf.
Die Nutzungsrechte betreffen gemäß IFRS 16 aktivierte Mietverträge über Manner Shops, Firmenautos und Büros.
Näheres zu Leasingverhältnissen siehe Note 29.
Die Haselnussplantage beinhaltet Grundstücke, ein Bewässerungssystem inklusive Brunnen, Haselnussbäume und
sonstige Anlagen betreffend die Haselnussplantage in Aserbaidschan.
Zum 1. Jänner 2020 wurden im Zuge der Erstkonsolidierung Wertminderungsaufwendungen bei den Manner Shops von
insgesamt TEUR 2.754 erfasst, die mit TEUR 2.204 in den Abschreibungen von Nutzungsrechten und mit TEUR 551 in
den Abschreibungen von Geschäftsausstattung dieser Shops ausgewiesen wurden. Die Wertminderungsaufwendungen
betrafen das Segment Süßwaren Österreich.
Bei den Zugängen zu den Abschreibungen handelt es sich ausschließlich um planmäßige Abschreibungen.
Schätzungen und Annahmen
Wertminderungen
Die anlassbezogene Überprüfung der Werthaltigkeit von abnutzbaren Vermögenswerten basiert auf wesentlichen Annahmen und
Schätzungen. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist abhängig von
verfügbaren Daten aus bindenden Veräußerungsgeschäften zwischen unabhängigen Geschäftspartnern über ähnliche Vermögenswerte
oder beobachtbare Marktpreise abzüglich geschätzter Veräußerungskosten (beizulegender Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten)
oder von dem im Rahmen der Discounted-Cashflow-Methode verwendeten Diskontierungssatz sowie von den erwarteten künftigen
Mittelzuflüssen und der für Zwecke der Extrapolation verwendeten Wachstumsrate (Nutzungswert).
Rechnungslegungsmethoden
Sachanlagen
Sachanlagen werden beim erstmaligen Ansatz mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfasst. Die Manner Gruppe hat für die
Folgebewertung von Sachanlagen das Anschaffungskostenmodell gewählt. Demnach werden Sachanlagen nach dem erstmaligen Ansatz
zu ihren Anschaffungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und kumulierten Wertminderungsaufwendungen angesetzt.
Die Gruppe hat als Abschreibungsmethode für die planmäßige Abschreibung die lineare Abschreibung gewählt und überprüft die
Sachanlagen regelmäßig auf Werthaltigkeit.
Bei der Ermittlung der Abschreibungssätze wurden folgende Nutzungsdauern angenommen:
Gebäude:
10 bis 40 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen:
3 bis 10 Jahre
Geschäftsausstattung:
2 bis 5 Jahre
Vermögenswerte mit Anschaffungskosten unter EUR 800 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und in der Entwicklung des
Anlagevermögens sofort als Abgang behandelt.
Biologische Vermögenswerte
Die Manner Gruppe besitzt und betreibt eine Haselnussplantage (in Entstehung) in Aserbaidschan. Im Jahr 2019 wurde ein Grundstück
in Aserbaidschan erworben und im Jahr 2021 wurden darauf die ersten 45.000 Haselnussbäume gepflanzt. Im Jahr 2021 wurde eine
Bewässerungsanlage angeschafft. Die Haselnussbäume befinden sich seither und zum 31. Dezember 2021 in einem Wachstumszustand,
in dem die Pflanzen noch keine Früchte tragen. Es wird erwartet, dass die ersten Früchte im Jahr 2024 geerntet werden.
Haselnusspflanzen (ohne Früchte) sind fruchttragende Pflanzen gemäß IAS 16 und können zu Anschaffungskosten oder zum
beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die Manner Gruppe hat sich dafür entschieden, fruchttragende Pflanzen zu Anschaffungskosten
zu bewerten.
Haselnüsse sind landwirtschaftliche Erzeugnisse gemäß IAS 41 und werden, sofern die Voraussetzungen gemäß IAS 41 erfüllt sind, zum
beizulegenden Zeitwert bilanziert. In den Geschäftsjahren 2020 und 2021 haben die Haselnusspflanzen noch keine Früchte getragen.
Daher wurde noch keine Bewertung von Haselnüssen zum beizulegenden Zeitwert vorgenommen.
73
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Wertminderungen
Sachanlagen werden bei Vorliegen von Indikatoren für eine Wertminderung einmal jährlich nach den Bestimmungen von IAS 36 einem
Werthaltigkeitstest unterzogen. Anzeichen für eine Wertminderung sind dann gegeben, wenn in Folge eines oder mehrerer Ereignisse
ein objektiver Hinweis dafür vorliegt, dass sich die erwarteten künftigen Zahlungsströme von Vermögenswerten negativ verändert haben.
Ist dies der Fall, wird der erzielbare Betrag, das ist der höhere Betrag aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert, für die jeweiligen
Sachanlagen ermittelt.
Der Nutzungswert wird als Barwert der geschätzten zukünftigen Mittelüberschüsse aus der Verwendung der zusammengefassten
Vermögenswerte unter Zugrundelegung eines marktüblichen Zinssatzes ermittelt. Der Zeitwert stellt den Erlös für Vermögenswerte dar,
welcher am Markt unter unabhängigen Dritten abzüglich anfallender Veräußerungskosten erzielt werden kann.
Zur Prüfung, ob eine Wertminderung vorliegt, werden die Sachanlagen in der kleinsten identifizierbaren Gruppe von Vermögenswerten
(cash generating unit – CGU) zusammengefasst, die Mittelzuflüsse aus der fortgesetzten Nutzung erzeugen, die weitestgehend
unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder CGUs sind.
Ist der erzielbare Betrag einer CGU geringer als deren Buchwert, wird eine erfolgswirksame Wertminderung erfasst. Sollte sich ein
späterer Wegfall der Wertminderung ereignen, führt dies zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zur Höhe der fortgeschriebenen
ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
Zum Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS am 1. Jänner 2020 wurden die gemäß IFRS 16 angesetzten Nutzungsrechte (Shops) einem
Wertminderungs-Test unterzogen. Die einzelnen Shops stellen jeweils eine CGU dar. Der erzielbare Betrag wurde durch Bestimmung
des Nutzungswerts unter der Anwendung des WACC ermittelt. Zum 1. Jänner 2020 betrug der WACC vor Steuern 5,8 %.
16 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Der Buchwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien entwickelte sich wie folgt:
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
TEUR
2021
2020
Stand zum 1. Jänner
13.710
13.080
Zugänge
49
739
Bewertungsergebnis
481
-109
Stand zum 31. Dezember
14.240
13.710
Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien betreffen ein im Eigentum der Manner Gruppe stehendes Wohnhaus in
Wien Hernals, das vermietet wird und mit dem Mieteinahmen erzielt werden. Die Zugänge betreffen Investitionen
(Gebäudesanierungen). Das Bewertungsergebnis ergibt sich aus den unterschiedlichen gutachterlichen Marktwerten zum
31. Dezember 2021, 31. Dezember 2020 und 1. Jänner 2020, abzüglich der getätigten Investitionen.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden mit den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien Mieteinnahmen von TEUR 446
(2020: TEUR 257) erzielt. Die direkten betrieblichen Aufwendungen (Betriebskosten) betrugen TEUR 118
(2020: TEUR 243).
Schätzungen und Annahmen
Marktwert von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
Die Manner Gruppe bewertet als Finanzinvestition gehaltene Immobilien unter Anwendung des Modells des beizulegenden Zeitwerts. Die
Gruppe hat einen externen Gutachter mit der Bewertung des Mietshauses in Wien Hernals beauftragt. Als beizulegender Zeitwert wird
der Marktwert der Immobilie angesehen. Der Bestimmung des Marktwerts erfolgt unter Zugrundelegung bestimmter Inputfaktoren, wie
die marktkonforme Miete und die Zinssätze für die Abzinsung der zukünftigen Zahlungsströmen (siehe unten, Tabellen Inputfaktoren und
Sensitivitätsanalyse).
74
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Rechnungslegungsmethoden
Definition
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sind Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung
gehalten und nicht selbst genutzt oder zum Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit gehalten werden. Zu den als
Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zählen unbebaute Grundstücke, Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Bauten und
Grundstücke mit Erbbaurechten Dritter.
Bewertung
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden bei Zugang mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet.
Transaktionskosten sind in die erstmalige Bewertung einzubeziehen. Transaktionskosten sind direkt zurechenbare Kosten, wie
Beratungskosten oder Grunderwerbsteuer.
Für die Folgebewertung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien hat die Manner Gruppe das Modell des beizulegenden Zeitwerts
gewählt. Nach dem Modell des beizulegenden Zeitwerts werden alle Immobilien nach dem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden
Zeitwert bewertet. Ein Gewinn oder Verlust, der durch die Änderung des beizulegenden Zeitwerts entsteht, wird in der Gewinn- und
Verlustrechnung in der Periode erfasst, in der er entstanden ist.
Die Gruppe aktiviert nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die Immobilie. Zum Bewertungsstichtag beträgt der
Buchwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien dem mittels Marktwertgutachten bestimmten beizulegenden Zeitwert. Die
Manner Gruppe hat für die Ermittlung des Marktwerts einen externen Gutachter bestellt. Die Veränderungen des Buchwerts zur
Vergleichsperiode können sowohl durch Aktivierungen von Investitionen (Sanierungen) als auch durch Bewertungen entstehen.
Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts
Die Bewertung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien erfolgt mittels der Kapitalisierung erwarteter zukünftiger Zahlungsströme,
die sich aus den zukünftigen marktkonformen Mieteinnahmen ergeben. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von als
Finanzinvestition gehaltenen Immobilien erfolgt unter Zugrundelegung von beobachtbaren und nicht beobachtbaren Inputfaktoren, die
nicht aus einem aktiven Markt ableitbar sind (Inputfaktoren auf der Stufe 3). Für die wesentlichen Inputfaktoren, die zur Bestimmung des
beizulegenden Zeitwerts einfließen, wird auf die nachstehende Tabelle Inputfaktoren und Sensitivitätsanalyse verwiesen.
Inputfaktoren
Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen nicht beobachtbaren Inputfaktoren für die Bewertung von Immobilien:
Inputfaktoren
TEUR
2021
2020
1.1.2020
Marktmiete (EUR/m2 p.m.)
10,99
10,99
10,99
Liegenschaftszinsatz
1,5%
1,6%
1,7%
Kapitalisierungszinssatz
2,0%
2,0%
2,0%
75
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Sensitivitätsanalyse
Die folgenden Tabellen zeigen die Sensitivität des beizulegenden Zeitwerts von Immobilien bei der Veränderung
wesentlicher Inputfaktoren:
Sensitivitätsanalyse
TEUR
2021
Veränderung
Erhöhung
Verminderung
Marktmiete
+/- 5,0 %
780
-790
Liegenschaftszinssatz
+/- 0,5 %
-1.760
2.150
Kapitalisierungszinssatz
+/- 0,5 %
-880
950
Sensitivitätsanalyse (Vorjahr)
TEUR
2020
Veränderung
Erhöhung
Verminderung
Marktmiete
+/- 5,0 %
760
-770
Liegenschaftszinssatz
+/- 0,5 %
-1.700
2.080
Kapitalisierungszinssatz
+/- 0,5 %
-910
980
Sensitivitätsanalyse (Vorvorjahr)
TEUR
1.1.2020
Veränderung
Erhöhung
Verminderung
Marktmiete
+/- 5,0 %
730
-720
Liegenschaftszinssatz
+/- 0,5 %
-1.590
1.960
Kapitalisierungszinssatz
+/- 0,5 %
-930
1.010
17 Immaterielle Vermögenswerte
Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:
Immaterielle Vermögenswerte
TEUR
Lizenzen und
geleistete
2021
Sonstige
Gesamt
Software
Anzahlungen
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand zum 1. Jänner
7.601
1.089
1.559
10.249
Zugänge
6
1.609
76
1.690
Abgänge
0
-222
0
-222
Umbuchungen
485
-485
0
0
Wechselkursdifferenzen
1
0
0
1
Stand zum 31. Dezember
8.093
1.991
1.634
11.718
Abschreibungen
Stand zum 1. Jänner
7.468
0
1.384
8.852
Zugänge
136
0
135
272
Wechselkursdifferenzen
1
0
0
1
Stand zum 31. Dezember
7.605
0
1.520
9.125
Buchwerte
Stand zum 1. Jänner
134
1.089
174
1.397
Stand zum 31. Dezember
488
1.991
114
2.594
76
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Immaterielle Vermögenswerte (Vorjahr)
TEUR
Lizenzen und
geleistete
2020
Sonstige
Gesamt
Software
Anzahlungen
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand zum 1. Jänner
7.645
392
1.459
9.496
Zugänge
35
795
38
868
Abgänge
-114
0
0
-114
Umbuchungen
37
-98
61
0
Wechselkursdifferenzen
0
0
0
0
Stand zum 31. Dezember
7.601
1.089
1.559
10.249
Abschreibungen
Stand zum 1. Jänner
7.234
0
1.221
8.455
Zugänge
349
0
163
512
Abgänge
-114
0
0
-114
Wechselkursdifferenzen
0
0
0
0
Stand zum 31. Dezember
7.468
0
1.384
8.852
Buchwerte
Stand zum 1. Jänner
411
392
238
1.042
Stand zum 31. Dezember
134
1.089
174
1.397
Die geleisteten Anzahlungen betreffen Investitionen in ein Softwaresystem (SAP).
Rechnungslegungsmethoden
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen
und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Die planmäßige Abschreibung orientiert sich an der bestimmbaren
Nutzungsdauer. Firmenwerte werden keine ausgewiesen, da sämtliche Tochtergesellschaften gegründet wurden.
Bei der Ermittlung der Abschreibungssätze wurden Nutzungsdauern zwischen drei und 15 Jahren angenommen. Immaterielle
Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer werden linear abgeschrieben. Bei Anzeichen einer Wertminderung werden immaterielle
Vermögenswerte einem Wertminderungstest unterzogen. Übersteigt der Buchwert des Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, ist
auf den niedrigeren Wert abzuschreiben.
Vermögenswerte mit Anschaffungskosten unter EUR 800 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und in der Entwicklung des
Anlagevermögens sofort als Abgang behandelt.
18 Finanzanlagen
Die Finanzanlagen stellen sich wie folgt dar:
Finanzanlagen
TEUR
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
Anleihen
1.500
1.500
1.500
Übrige Wertpapiere
2.111
2.188
2.170
Summe
3.611
3.688
3.670
Die Anleihen betreffen eine 6-jährige Anleihe (2017-2023), fix verzinst mit 0,55 % p.a., einer Kapitalgarantie und einer
50 % Beteiligung an der positiven Wertentwicklung des Indexes. Bei den übrigen Wertpapieren handelt es sich um gängige
Rentenfonds. Die Finanzanlagen werden zur Vorsorge für Abfertigungs- und Pensionszahlungen gehalten.
77
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
19 Vorräte
Die Vorräte stellen sich wie folgt dar:
Vorräte
TEUR
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
Rohstoffe
4.691
5.089
3.572
Verpackungsmaterial
4.826
4.648
4.300
Hilfs- und Betriebsstoffe
1.235
1.041
862
Unfertige Erzeugnisse
5.137
4.741
4.093
Fertige Erzeugnisse und Waren
16.195
16.700
14.510
Summe
32.084
32.219
27.338
Die Rohstoffe betreffen bezogene Verbrauchsgüter wie Kakao, Nüsse und Fette, die unmittelbar in das Fertigerzeugnis
eingehen.
Zum 31. Dezember 2021 sind in den fertigen Erzeugnissen und Waren Handelswaren von TEUR 190 (2020: TEUR 343,
1. Jänner 2020: TEUR 209) enthalten.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden Bestandsveränderungen von TEUR -469 (2020: TEUR 2.241) erfasst.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden unter anderem aufgrund verdorbener Vorräte Wertminderungen auf Vorräte von
TEUR 3.750 (2020: TEUR 1.302) erfasst. Davon wurden Wertminderungen von Rohstoffen und Verpackungsmaterial von
TEUR 1.208 (2020: TEUR 584) im Materialaufwand und Wertminderungen von unfertigen Erzeugnissen sowie fertigen
Erzeugnissen und Waren von TEUR 2.542 (2020: TEUR 718) in den Bestandsveränderungen erfasst.
Rechnungslegungsmethoden
Vorräte werden gemäß IAS 2 mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert am
Bilanzstichtag bewertet. Die Anschaffungskosten beinhalten alle Kosten, die angefallen sind, um die Waren in den erforderlichen Zustand
und an den jeweiligen Ort zu bringen. Die Herstellungskosten umfassen alle Einzelkosten sowie angemessene Teile der in
Zusammenhang mit der Herstellung angefallenen Gemeinkosten auf Basis einer normalen Auslastung der Produktionsanlagen. Die
Bewertung der Rohstoffe und der Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt nach dem Durchschnittspreisverfahren.
Unfertige Erzeugnisse sowie fertige Erzeugnisse und Waren werden mit den Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten werden
anhand angefallener Materialkosten, Fertigungslöhne, Fertigungsgemeinkosten und anteiliger Verwaltungsgemeinkosten der Produktion
ermittelt.
Die im gewöhnlichen Geschäftsverlauf erzielbaren Verkaufserlöse abzüglich der geschätzten Kosten für die Fertigstellung und der bis
zum Verkauf anfallenden Kosten bilden den Nettoveräußerungswert.
20 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Zum 31. Dezember 2021 betrugen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen TEUR 20.503 (2020: TEUR 17.049,
1. Jänner 2020: TEUR 20.449).
Rechnungslegungsmethoden
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstehen aus der Lieferung von Süßwaren an Kunden. Die Kunden sind zum größten Teil
der Lebensmitteleinzelhandel in Österreich, Deutschland und im Rest der Welt. Für weitere Informationen zu Erlösen aus Verträgen mit
Kunden wird auf Note 5 verwiesen.
Die in der Praxis übliche Verrechnung von Rabatten, Skonti, Boni und WKZ mit den Erlösen führt dazu, dass auch bei den Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen entsprechende Kürzungen stattfinden. Für die Erfassung von Wertminderungen von Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen wird auf Note 31, Kreditrisiko, verwiesen.
78
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
21 Sonstige Forderungen
Sonstige Forderungen
TEUR
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
933
474
145
Forderungen aus sonstigen Steuern
2.039
1.691
1.683
Aktive Rechnungsabgrenzungen
1.225
1.109
734
Übrige sonstige Forderungen
Summe
4.197
3.273
2.562
Die sonstigen Forderungen enthalten ausschließlich nicht finanzielle Vermögenswerte.
Die aktiven Rechnungsabgrenzungen betreffen diverse im Geschäftsjahr angefallene Kosten, die Folgejahre betreffen.
Die übrigen sonstigen Forderungen betreffen Antizipationen von Erträgen, die in Folgejahren zahlungswirksam werden
und betreffen unter anderem Rückvergütungen aus Energieabgaben.
22 Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
TEUR
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
Langfristig
Kautionen
818
817
781
Übrige finanzielle Vermögenswerte
32
26
16
Summe
851
844
797
Kurzfristig
Positive Marktwerte von Derivaten
0
92
799
Übrige finanzielle Vermögenswerte
613
227
436
Summe
613
320
1.235
Gesamt
1.464
1.164
2.032
23 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zum 31. Dezember 2021 betrugen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente TEUR 14.275 (2020: TEUR 1.842,
1. Jänner 2020: TEUR 1.730) und bestehen aus Guthaben bei Kreditinstituten von TEUR 14.202 (2020: TEUR 1.779,
1. Jänner 2020: TEUR 1.571) und einem Kassenbestand von TEUR 72 (2020: TEUR 63, 1. Jänner 2020: TEUR 159). Es
bestehen keine Verfügungsbeschränkungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.
24 Eigenkapital
Zum 31. Dezember 2021 betrug das Grundkapital der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft EUR 13.740.300,00
(2020 und 1.1.2020: EUR 13.740.300,00) und ist in 1.890.000 nennbetragslose Stückaktien (2020 und
1.1.2020: 1.890.000 Stückaktien) eingeteilt. Der auf eine Stückaktie entfallende Anteil am Grundkapital beträgt EUR 7,27
(vormals: ATS 100). Die Aktien der Gesellschaft lauten auf Inhaber (244.638 Stück, 2020: 360.319 Stück) oder auf Namen
(1.645.362 Stück, 2020: 1.529.681 Stück). Die Inhaberaktien notieren an der Wiener Börse (amtlicher Handel).
In der Rücklage für Währungsumrechnungsdifferenzen zum 31. Dezember 2021 von TEUR 205 (2020: TEUR -224,
1. Jänner 2020: TEUR 0) sind Effekte aus der Umrechnung von Investitionen in einen ausländischen Geschäftsbetrieb
79
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
enthalten. Die Manner AG hat ein an das Tochterunternehmen in Aserbaidschan vergebenes Darlehen als Teil der
Nettoinvestition eingestuft. Das Tochterunternehmen rechnet die Euro-Kreditverbindlichkeit gegenüber der Manner AG zu
verschiedenen Stichtagen mit unterschiedlichen Kursen in die aserbaidschanische Währung um, woraus Kurs-Differenzen
entstehen. Kursdifferenzen aus der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb sind gemäß IAS 21.35 im
sonstigen Ergebnis zu erfassen und in eine Rücklage im Eigenkapital zu kumulieren. Für weitere Informationen zu
Währungsumrechnung siehe Note 4.
Zum 31. Dezember 2021 betrugen die IAS-19-Rücklagen TEUR -157 (2020: TEUR -608, 1. Jänner 2020: TEUR 0). In den
IAS-19-Rücklagen sind kumulierte Gewinne und Verluste aus der Bewertung leistungsorientierter Verpflichtungen
(Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen) enthalten.
Zum 31. Dezember 2021 betrugen die Gewinnrücklagen TEUR 46.836 (2020: TEUR 45.349, 1. Jänner 2020:
TEUR 44.880). In den Gewinnrücklagen sind gesetzliche Rücklagen von TEUR 1.374 (2020: TEUR 1.374, 1. Jänner 2020:
TEUR 1.374) enthalten.
Im Geschäftsjahr 2021 wurde die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2020 von EUR 0,80 EUR je Aktie
(2020: EUR 0,40 je Aktie) beschlossen und ausgezahlt, was einem Gesamtbetrag von TEUR 1.512 (2020: TEUR 756)
entspricht.
Ziel des Konzerns ist es, eine starke Kapitalbasis beizubehalten, um das Vertrauen der Anleger, Gläubiger und Märkte zu
wahren und die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens sicherzustellen. Die Eigenkapitalquote beträgt zum
31. Dezember 2021 35,6 % (2020: 37,6 %, 1. Jänner 2020: 37,8 %). Eine Eigenkapitalquote von über 40 % ist weiterhin
ein Fixpunkt der Unternehmensplanung und des Risikomanagements der Manner Gruppe.
Der Konzern überwacht das Eigenkapital mithilfe der Nettoverschuldung und des Nettoverschuldungsgrads (gearing). Die
Nettoverschuldung ergibt sich als dem Saldo der Kreditverbindlichkeiten zuzüglich Leasingverbindlichkeiten und abzüglich
der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und beträgt zum 31. Dezember 2021 TEUR 44.550
(2020: TEUR 52.895, 1. Jänner 2020: TEUR 51.371). Der Nettoverschuldungsgrad ergibt sich aus dem Quotienten von
Nettoverschuldung durch Eigenkapital und beträgt zum 31. Dezember 2021 73,5 % (2020: 90,8%, 1. Jänner 2020:
87,6 %).
25 Rückstellungen
Die Entwicklung der Rückstellungen stellt sich wie folgt dar:
Rückstellungen
TEUR
Stand zum
Stand zum
Zuführung
Auflösung
Verbrauch
1. Jänner
31. Dezember
Langfristig
Abfertigungsrückstellungen
5.821
155
0
-284
5.692
Pensionsrückstellungen
5.143
0
0
-862
4.281
Jubiläumsgeldrückstellungen
1.255
219
0
-2
1.471
Summe
12.219
374
0
-1.149
11.444
Kurzfristig
Abfertigungsrückstellungen
455
178
0
-455
178
Pensionsrückstellungen
651
145
0
-274
522
Jubiläumsgeldrückstellungen
118
66
0
-118
66
Sonstige Rückstellungen
538
835
-4
-423
945
Summe
1.761
1.223
-4
-1.270
1.710
Gesamt
13.980
1.597
-4
-2.419
13.154
80
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Rückstellungen (Vorjahr)
TEUR
Stand zum
Stand zum
Zuführung
Auflösung
Verbrauch
1. Jänner
31. Dezember
Langfristig
Abfertigungsrückstellungen
5.905
143
0
-227
5.821
Pensionsrückstellungen
5.264
0
-103
-18
5.143
Jubiläumsgeldrückstellungen
1.187
96
0
-28
1.255
Summe
12.356
239
-103
-272
12.219
Kurzfristig
Abfertigungsrückstellungen
236
455
0
-236
455
Pensionsrückstellungen
638
515
0
-502
651
Jubiläumsgeldrückstellungen
44
118
0
-44
118
Sonstige Rückstellungen
564
428
-64
-390
538
Summe
1.482
1.515
-64
-1.172
1.761
Gesamt
13.838
1.754
-167
-1.444
13.980
Die Rückstellungen bestehen zum größten Teil aus Personalrückstellungen und betreffen Abfertigungen, Pensionen und
Jubiläumsgelder. Die sonstigen Rückstellungen von TEUR 945 (2020: TEUR 538) betreffen diverse Vorsorgen, wie
Prämien für Skispringer, Pönalen von Kunden oder Abschlagszahlungen an Vertriebsagenturen.
Die Entwicklung der Barwerte leistungsorientierter Verpflichtungen stellt sich wie folgt dar:
Barwerte leistungsorientierter Verpflichtungen
TEUR
2021
2020
Abfertigungen
Pensionen
Abfertigungen
Pensionen
Stand am 1. Jänner
6.276
5.794
6.141
5.902
Dienstzeitaufwand
233
0
247
0
Zinsaufwand
54
25
73
42
Auszahlungen
-588
-547
-459
-659
Neubewertungen
Erfahrungsbedingte Anpassungen
-116
-358
79
386
Veränderung finanzieller Annahmen
10
-110
194
123
Stand an 31. Dezember
5.869
4.803
6.276
5.794
Das Fälligkeitsprofil leistungsorientierter Verpflichtungen setzt sich wie folgt zusammen:
Fälligkeiten
TEUR
31.12.2021
< 1 Jahr
1–5 Jahre
6–10 Jahre
Abfertigungsrückstellungen
178
1.469
2.532
Pensionsrückstellungen
522
1.683
1.341
Fälligkeiten (Vorjahr)
TEUR
31.12.2020
< 1 Jahr
1–5 Jahre
6–10 Jahre
Abfertigungsrückstellungen
455
1.114
2.692
Pensionsrückstellungen
651
2.070
1.575
Fälligkeiten (Vorvorjahr)
TEUR
1.1.2020
< 1 Jahr
1–5 Jahre
6–10 Jahre
Abfertigungsrückstellungen
236
1.128
2.798
Pensionsrückstellungen
638
2.075
1.643
81
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Schätzungen und Annahmen
Personalrückstellungen
Der Barwert der Verpflichtungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder wird anhand von versicherungsmathematischen
Berechnungen ermittelt. Eine versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage diverser Annahmen, die von den
tatsächlichen Entwicklungen in der Zukunft abweichen können. Hierzu zählt die Festlegung des Rechnungszinssatzes, künftiger Lohn-
und Gehaltssteigerungen, der Sterblichkeitsrate und künftiger Pensionssteigerungen. Aufgrund der Komplexität in der Bewertung und
ihrer Langfristigkeit reagiert eine leistungsorientierte Verpflichtung sensibel auf Änderungen dieser Annahmen. Sämtliche Annahmen
werden zu jedem Abschlussstichtag überprüft. Zudem werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Für weiterführende Informationen zu
den versicherungsmathematischen Annahmen siehe unten, Unterkapitel Versicherungsmathematische Annahmen und
Sensitivitätsanalyse.
Rechnungslegungsmethoden
Rückstellungen sind rechtliche oder faktische gegenwärtige Verpflichtungen, die aus Ereignissen der Vergangenheit entstehen und deren
Erfüllung erwartungsgemäß mit einem Abfluss von Ressourcen in der Zukunft verbunden ist. Die verlässliche Schätzung der Höhe der
Verpflichtung ist eine Voraussetzung für den Ansatz einer Rückstellung.
Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen sind leistungsorientierte Verpflichtungen und unterliegen umfangreichen Angaben
gemäß IAS 19. Die Bewertung der künftigen Verpflichtungen erfolgt nach der Projected Unit Credit Method. Dabei wird unterstellt, dass
dem Arbeitnehmer sein Anspruch jährlich gleichmäßig verteilt zuwächst. Die bis zum Bilanzstichtag erworbenen Ansprüche werden auf
den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abgezinst.
Arbeitnehmer, deren Dienstverhältnis österreichischem Recht unterliegt und vor dem 1. Jänner 2003 begonnen hat, haben einen
gesetzlichen Anspruch auf eine Abfertigung bei Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters und im Fall der Dienstgeberkündigung
(Abfertigung alt). Als Bemessungsgrundlage für den am Abschlussstichtag erreichten Anspruch gilt die voraussichtliche
Bemessungsgrundlage bei Leistungsanfall für die Berechnung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung.
Rückstellungen für Jubiläumsgelder sind andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer und unterliegen nicht den Angaben
leistungsorientierter Verpflichtungen.
Die Personalrückstellungen werden von einem externen Aktuar berechnet.
Versicherungsmathematische Annahmen
Für die Ermittlung der Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen wurden folgende versicherungsmathematischen
Annahmen zugrunde gelegt:
Versicherungsmathematische Annahmen
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
Abferti-
Abferti-
Abferti-
Pensionen
Pensionen
Pensionen
gungen
gungen
gungen
Diskontierungszinssatz
1,2 %
0,7 - 0,9 %
0,9 %
0,3 - 0,6 %
1,2 %
0,6 - 0,9 %
Gehaltssteigerungen
1,8 %
0,0 %
1,5 %
0,0 %
1,5 %
0,0 %
Pensionsalter Männer (Jahre)
65
65
65
65
65
65
Pensionsalter Frauen (Jahre)
60/65
60/65
60/65
60/65
60/65
60/65
Die Annahmen bezüglich Sterblichkeit, Invalidisierung und Witwenvorsorge wurden den Pensionstafeln AVÖ 2018-P
entnommen. Im Geschäftsjahr 2021 betrug die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit (duration) der
Abfertigungsrückstellungen 12 Jahre (2020: 13 Jahre, 1. Jänner 2020: 13 Jahre) und der Pensionsrückstellungen 6 bis
8 Jahre (2020: 6 bis 9 Jahre, 1. Jänner 2020: 6 bis 9 Jahre).
82
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Sensitivitätsanalyse
Eine Änderung des Diskontierungszinssatzes oder der Gehaltssteigerungen hätte jeweils bei Gleichbleiben der übrigen
Parameter folgende Auswirkungen auf die Höhe der Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen:
Sensitivitätsanalyse
TEUR
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
Abferti-
Abferti-
Abferti-
Pensionen
Pensionen
Pensionen
gungen
gungen
gungen
Diskontierungszinssatz
-0,25 %
151
0
163
0
167
0
+0,25 %
-146
-84
-157
-101
-161
-106
Gehaltssteigerungen
-0,25 %
-144
-85
-155
-53
-160
-56
+0,25 %
149
87
161
105
166
110
26 Finanzielle Verbindlichkeiten
Die finanziellen Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
Finanzielle Verbindlichkeiten
TEUR
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
Langfristig
Kreditverbindlichkeiten
20.581
23.551
20.185
Leasingverbindlichkeiten
4.546
5.608
7.037
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten
1.844
2.266
2.655
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
6.390
7.874
9.692
Kurzfristig
Kreditverbindlichkeiten
32.423
24.273
24.831
Leasingverbindlichkeiten
1.274
1.305
1.049
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten
2.493
2.675
2.491
Negative Marktwerte von Derivaten
0
105
166
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
3.767
4.085
3.706
Summe
63.161
59.784
58.413
Die Leasingverbindlichkeiten betreffen Manner Shops, Bürogebäude und Firmenautos.
Die übrigen finanzielle Verbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen ein Darlehen von der Stadt Wien.
83
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Überleitung der finanziellen Verbindlichkeiten auf den Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Die finanziellen Verbindlichkeiten haben sich unter Berücksichtigung der Veränderungen der Cashflows wie folgt
entwickelt:
Finanzielle Verbindlichkeiten
TEUR
Leasing- Übrige finanzielle
2021
Kredite
Gesamt
verbindlichkeiten Verbindlichkeiten
Stand zum 1. Jänner
47.825
6.912
5.047
59.784
Einzahlungen aus der Aufnahme
25.439
0
6
25.445
Auszahlungen für die Tilgung
-20.273
-1.285
-610
-22.168
Stand nach Cashflows
5.166
-1.285
-604
3.277
Wechselkursdifferenzen
0
-24
-1
-24
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von
0
0
-105
-105
Derivaten
Veränderungen aus Leasingverhältnissen
0
217
0
217
Zinsabgrenzungen
14
0
0
14
Stand zum 31.12.
53.004
5.820
4.337
63.161
Finanzielle Verbindlichkeiten
TEUR
Leasing- Übrige finanzielle
2020
Kredite
Gesamt
verbindlichkeiten Verbindlichkeiten
Stand zum 1. Jänner
45.015
8.085
5.312
58.413
Einzahlungen aus der Aufnahme
7.694
0
102
7.796
Auszahlungen für die Tilgung
-4.886
-1.180
-309
-6.374
Stand nach Cashflows
2.808
-1.180
-206
1.422
Wechselkursdifferenzen
0
17
1
18
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von
0
0
-61
-61
Derivaten
Veränderungen aus Leasingverhältnissen
0
-10
0
-10
Zinsabgrenzungen
1
0
0
1
Stand zum 31.12.
47.825
6.912
5.047
59.784
84
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
27 Sonstige Verbindlichkeiten
Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige
Verbindlichkeiten (nicht finanziell), und stellen sich wie folgt dar:
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige nicht
TEUR
finanzielle Verbindlichkeiten
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
Sonstige Verbindlichkeiten, langfristig
Investitionszuschüsse
645
0
0
Summe
645
0
0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristig
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - Dritte
25.347
15.043
15.265
Summe
25.347
15.043
15.265
Sonstige Verbindlichkeiten, kurzfristig
Verbindlichkeiten aus Personalabgrenzungen
4.346
4.761
6.313
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit
1.340
1.576
1.233
Verbindlichkeiten aus übrigen Steuern
400
371
536
Abgegrenzte Schulden und passive Rechnungsabgrenzung
41
201
220
Übrige Verbindlichkeiten (nicht-finanziell)
151
139
354
Summe
6.279
7.047
8.656
Gesamt
32.271
22.091
23.921
28 Latente Steuern
Die latenten Steueransprüche und Steuerschulden setzen sich wie folgt zusammen:
Steuerabgrenzung
TEUR
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
Latente
Latente
Latente
Latente
Latente
Latente
Bilanzposition
Steueransprüche Steuerschulden Steueransprüche Steuerschulden Steueransprüche Steuerschulden
Immobilienvermögen
0
-2.572
0
-2.425
0
-2.074
Sachanlagen
611
-1.466
556
-1.430
515
-1.733
Forderungen
538
0
578
-23
233
-200
Verbindlichkeiten
1.605
-10
1.852
-77
2.164
-22
Rückstellungen
964
0
1.057
0
959
0
Summe
3.719
-4.048
4.042
-3.956
3.871
-4.029
Saldierung
-3.715
3.715
-3.956
3.956
-3.857
3.857
Gesamt
4
-333
86
0
14
-172
Rechnungslegungsmethoden
Zwischen dem Buchwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld im IFRS-Konzernabschluss und seinem steuerlichen Wert können
temporäre Differenzen entstehen. Wenn in zukünftigen Perioden der Buchwert des Vermögenswerts realisiert oder eine Schuld erfüllt
wird, führt dies bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Ergebnisses zu steuerpflichtigen oder abzugsfähigen Beträgen. Zukünftig
wahrscheinlich eintretende steuerliche Be- und Entlastungen werden bereits zum Abschlussstichtag als latente Steuern erfasst. Erwartete
Steuerersparnisse aus der Nutzung von als zukünftig realisierbar eingeschätzten Verlustvorträgen werden aktiviert. Die
Steuerabgrenzung erfolgt nach der bilanzorientierten Sichtweise.
Für die Ermittlung der Abgrenzung werden die bei der Auflösung der Unterschiede erwarteten künftigen Steuersätze angewendet.
Zukünftige Steuersätze werden berücksichtigt, sofern die Steuersatzänderung zum Bilanzstichtag bereits beschlossen ist.
85
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Für die Ermittlung der Steuerabgrenzung zum 31. Dezember 2021, 31. Dezember 2020 und 1. Jänner 2020 wurden folgende Steuersätze
zugrunde gelegt:
-
Österreich: 25 %
-
Tschechien: 19 %
-
Slowenien: 19 %
-
Aserbaidschan: 20 %
Latente Steueransprüche wurden nur in jenem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass in einem absehbaren Zeitraum ein
zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen bzw. noch nicht genutzten
Verlustvorträge verwendet werden können.
Für zum 31. Dezember 2021 noch nicht genutzte Verlustvorträge von TEUR 32 (2020: TEUR 24, 1. Jänner 2020: TEUR 21) wurden keine
latenten Steueransprüche von TEUR 8 (2020: TEUR 6, 1. Jänner 2020: TEUR 5) angesetzt. Die Verlustvorträge der Manner Azerbaijan
LLC belaufen sich zum 31. Dezember 2021 auf TEUR 2.886, welche im Hinblick auf die latente Steuer aufgrund der Steuerbefreiung der
Gesellschaft keine Relevanz haben. Darüber hinaus bestehen keine Verlustvorträge, für die latente Steuern angesetzt wurden.
In Übereinstimmung mit IAS 12.74 werden latente Steueransprüche und -schulden je Gesellschaft saldiert ausgewiesen.
Aufgrund der derzeit geltenden steuerlichen Bestimmungen kann davon ausgegangen werden, dass die aus einbehaltenen Gewinnen
resultierenden Unterschiedsbeträge zwischen dem steuerlichen Beteiligungsansatz und dem anteiligen Eigenkapital der im
Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften im Wesentlichen steuerfrei bleiben. Daher wurde dafür keine Steuerabgrenzung
vorgenommen.
86
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Sonstige Angaben
29 Leasingverhältnisse
Leasingnehmer
Die Manner Gruppe hat Leasingverträge über die Anmietung von Geschäftsräumlichkeiten (Manner Shops),
Betriebsräumlichkeiten (Bürogebäuden) und Firmen-PKWs abgeschlossen.
Die Nutzungsrechte für Immobilien (Shops, Büros) und PKWs werden in den Sachanlagen ausgewiesen und haben sich
wie folgt entwickelt:
Nutzungsrechte – Immobilien
TEUR
2021
2020
Stand zum 1. Jänner
4.494
5.483
Abschreibungen
-817
-990
Stand zum 31.12.
3.676
4.494
Nutzungsrechte – PKWs
TEUR
2021
2020
Stand zum 1. Jänner
362
437
Zugänge
209
0
Abschreibungen
-118
-75
Stand zum 31.12.
453
362
Die Gruppe hat in der Gewinn- und Verlustrechnung folgende Beträge im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen
erfasst:
Erfolgswirksame Beträge aus Leasingverhältnissen
TEUR
2021
2020
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten
99
101
Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse
714
428
Der Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse betrifft vor allem den Mietaufwand für zwei Shops, die nicht als
Leasingverhältnis identifiziert wurden.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden in der Kapitalflussrechnung Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse von
TEUR 1.384 (2020: TEUR 1.280) erfasst. Darin sind Tilgungen von TEUR 1.285 (2020: TEUR 1.180) und Zinsen von
TEUR 99 (2020: TEUR 101) enthalten.
Die Fälligkeitsanalyse der nicht abgezinsten vertraglichen Leasingzahlungen stellt sich wie folgt dar:
Fälligkeiten zu leistender Leasingzahlungen
TEUR
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
Bis 1 Jahr
1.274
1.305
1.049
In 1 bis 5 Jahren
3.338
3.828
4.623
Nach 5 Jahren
1.208
1.780
2.414
Summe
5.820
6.912
8.085
87
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Leasinggeber
Die Manner Gruppe vermietet eine Immobilie in Wien Hernals zu Wohnzwecken. Die Vermietung der Immobilie wurde als
Operating-Leasing eingestuft (siehe Rechnungslegungsmethoden) und wurde in den als Finanzinvestition gehaltenen
Immobilien ausgewiesen (siehe Note 16).
Die Manner Gruppe hat für zwei in Wien Hernals im Eigentum stehende Grundstücke langfristige Baurechte vergeben. Die
Baurechtnehmer haben auf den Grundstücken eine Tiefgarage und ein Bürogebäude errichtet. Das Bürogebäude wird von
Manner angemietet. Die Baurechte wurden als Operating-Leasing eingestuft (siehe Rechnungslegungsmethoden) und
sind in den Sachanlagen (Grundstücke und Gebäude) ausgewiesen.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden Mieterlöse von TEUR 446 (2020: TEUR257) erzielt (siehe Note 7).
Die folgende Tabelle zeigt die nach dem Bilanzstichtag zu erhaltenden nicht diskontierten Leasingzahlungen.
Fälligkeiten zu erhaltender Leasingzahlungen – Grundstücke (IAS 16)
TEUR
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
Bis 1 Jahr
24
24
24
In 1 bis 2 Jahren
47
47
47
In 2 bis 3 Jahren
47
47
47
In 3 bis 4 Jahren
47
47
47
In 4 bis 5 Jahren
47
47
47
Über 5 Jahren
693
716
740
Gesamt
906
930
953
Fälligkeiten zu erhaltender Leasingzahlungen – Als Finanzinvestition gehaltene
TEUR
Immobilien (IAS 40)
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
Bis 1 Jahr
446
446
223
In 1 bis 2 Jahren
446
446
446
In 2 bis 3 Jahren
446
446
446
In 3 bis 4 Jahren
446
446
446
In 4 bis 5 Jahren
446
446
446
Über 5 Jahren
3.795
4.242
4.688
Gesamt
6.027
6.474
6.697
Die Verträge sind überwiegend auf bestimmte Laufzeiten abgeschlossen. Die zukünftigen Zahlungen sind indexiert.
Ermessensentscheidungen
Laufzeit von Leasingverhältnissen
Die Manner Gruppe hat Mietverträge über Shops, PKWs und Bürogebäude abgeschlossen. Die Manner Gruppe bestimmt die
Leasinglaufzeit als unkündbare Grundlaufzeit unter Berücksichtigung von Zeiträumen, die sich aus Verlängerungs- und
Kündigungsoptionen ergeben, sofern eine Ausübung hinreichend sicher ist.
Die Gruppe hat bei der Beurteilung, ob die Ausübung der Optionen hinreichend sicher ist, dahingehend Ermessen ausgeübt, dass im Fall
von PKW-Leasing der Vertrag bei Ablauf endet (keine Kündigungsoption) und im Fall von Shops und Büros die erst mögliche
Kündigungsfrist wahrgenommen wird, die frühestens nach fünf Jahren eintritt. Im Fall der unbestimmten vertraglichen Laufzeit eines
Shops wurde die Kündigung nach zehn Jahren angenommen, da dies dem Re-Investitionszyklus des Handels entspricht.
Klassifizierung von Leasingverhältnissen
Die Manner Gruppe tritt als Leasinggeber zweier Grundstücke mittels langfristiger Baurechtsverträge auf. Auf einem Grundstück wurde
ein Bürogebäude errichtet, das die Manner Gruppe anmietet – auf dem anderen Grundstück wurde eine öffentliche Parkgarage errichtet.
In beiden Fällen ist die Manner Gruppe zu dem Schluss gekommen, dass das wirtschaftliche Eigentum nicht an den Baurechtsnehmer
übergeht, da die Grundstücke am Ende der Laufzeit des Baurechts vertraglich an die an die Manner Gruppe zurückgehen.
88
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Schätzungen und Annahmen
Grenzfremdkapitalzinssatz
Die Manner Gruppe verwendet den Grenzfremdkapitalzinssatz zur Berechnung der Leasingverbindlichkeit, da sie den impliziten Zinssatz
des Leasingverhältnisses nicht bestimmen kann. Der Grenzfremdkapitalzinssatz ist der Zinssatz, den das Unternehmen zahlen müsste,
wenn es einen Kredit mit vergleichbarer Laufzeit und vergleichbarer Besicherung aufnehmen würde, um einen Vermögenswert mit einem
dem Nutzungsrecht vergleichbaren Wert in einem ähnlichen ökonomischen Umfeld zu erwerben. Der Grenzfremdkapitalzinssatz spiegelt
daher die Zinsen wider, welche die Manner Gruppe für eine Kreditaufnahme zu zahlen hätte. Die Manner Gruppe hat ihre zum
1. Jänner 2020, 31. Dezember 2020 und 31. Dezember 2021 bestehenden Kredite betrachtet und daraus einen laufzeitkongruenten,
gewichteten Zinssatz abgeleitet.
Rechnungslegungsmethoden
Erstmalige Anwendung
Die Manner Gruppe wendet die IFRS erstmalig an. Der Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS ist der 1.1.2020. IFRS 1 sieht einige
Erleichterungen hinsichtlich der Bilanzierung von Leasingverhältnissen vor (IFRS 1.D9-D9E). Die Manner Gruppe hat diese
Erleichterungen in Anspruch genommen.
Identifizierung des Leasingverhältnisses
Ein Unternehmen beurteilt bei Vertragsbeginn, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der
Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum
zu kontrollieren.
Die Manner Gruppe hat die Erleichterung in IFRS 1.D9 in Anspruch genommen und Verträge, die vor dem 1.1.2020 abgeschlossen
wurden, zum 1.1.2020 beurteilt.
Trennung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten
Beim Immobilienleasing fallen Betriebskosten an. Die Betriebskosten sind (für sich allein) keine Leasingkomponente, da sie den
Leasingnehmer nicht dazu berechtigen, die Nutzung der Immobilie zu kontrollieren. Die Manner Gruppe bilanziert Betriebskosten als
Nichtleasingkomponente und nimmt den Behelf nach IFRS 16.15, von einer Trennung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten
abzusehen, nicht in Anspruch. Die Betriebskosten werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen unter Mietaufwand erfasst.
Laufzeit des Leasingverhältnisses
Die Laufzeit des Leasingverhältnisses umfasst die unkündbare Grundlaufzeit zuzüglich der Zeiträume, die sich aus einer Option zur
Verlängerung oder Kündigung ergeben, für die es hinreichend sicher ist, dass der Leasingnehmer diese Option ausüben oder, im Fall der
Kündigung, nicht ausüben wird.
Die Manner Gruppe hat bei der Bestimmung der Laufzeit gemäß IFRS 1.D9D(e) spätere Erkanntnisse berücksichtigt. Konkret wurden
Schließungen von Manner Shops, die zwischen dem 1.1.2020 und dem Tag der Erstellung des Konzernabschlusses stattgefunden haben,
bei der Bestimmung der Laufzeit der Leasingverhältnisse aus Sicht zum 1.1.2020 berücksichtigt.
Die Laufzeit der Leasingverträge beträgt bei den Manner Shops und den PKWs fünf Jahre. Die Manner Gruppe hat bei einem Shop, bei
dem die Laufzeit vertraglich unbestimmt ist, die Laufzeit aufgrund des im Einzelhandel üblichen Reinvestitionszyklus mit zehn Jahren
festgelegt.
Freistellung vom Ansatz
Die Manner Gruppe ist bei zwei Manner Shops zu dem Schluss gekommen, dass aufgrund beidseitiger Kündigungsrechte kein
Leasingverhältnis entstanden ist. Die Zahlungen für diese beiden Shops wurden im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst.
Leasingnehmer – Ansatz und Bewertung
Am Bereitstellungsdatum (bzw. zum Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS) erfasst ein Leasingnehmer ein Nutzungsrecht und eine
Leasingverbindlichkeit. Beim erstmaligen Ansatz wird das Nutzungsrecht zu Anschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten
ergeben sich aus der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit abzüglich erhaltener Leasinganreize und zuzüglich anfänglicher
direkter Kosten.
Nach dem Bereitstellungsdatum (bzw. nach dem Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS) werden Nutzungsrechte zu Anschaffungskosten
bewertet, abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen sowie berichtigt um Neubewertungen aus Veränderungen der
Laufzeit oder der veränderten Beurteilung einer Kaufoption.
Am Bereitstellungsdatum (bzw. zum Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS) wird die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der noch nicht
geleisteten Leasingzahlungen bewertet, abgezinst mit dem, dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz. Lässt sich dieser
89
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmen, ist der Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers – gegebenenfalls zum Zeitpunkt des
Übergangs auf IFRS – heranzuziehen.
Die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit zu berücksichtigenden Leasingzahlungen umfassen feste Zahlungen und variable
Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind; Restwertgarantien; den Ausübungspreis einer hinreichend sicheren
Kaufoption; Strafzahlungen für Kündigungen.
Die Manner Gruppe hat bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit feste Zahlungen und variable Leasingzahlungen, die an einen Index
oder Zinssatz gekoppelt sind, berücksichtigt. Dabei wurden aufgrund von IFRS 1.D9D(e) bei der Bestimmung der zu berücksichtigenden
Leasingzahlungen spätere Erkenntnisse berücksichtigt. Konkret wurden Leasingzahlungen für Shops, die zwischen dem 1.1.2020 und
den Tag der Erstellung des Konzernabschlusses geschlossen wurden, nur im tatsächlich stattgefundenen Ausmaß berücksichtigt.
Variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind – wie Umsatzmieten – werden im Aufwand erfasst.
Nach dem Bereitstellungsdatum wird die Leasingverbindlichkeit zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode
bewertet. Die Leasingverbindlichkeit wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Indexanpassung
verändern oder wenn der Konzern seine Einschätzung hinsichtlich der relevanten Parameter ändert. Bei einer solchen Neubewertung der
Leasingverbindlichkeit wird das Nutzungsrecht angepasst. Eine erfolgswirksame Anpassung erfolgt dann, wenn sich der Buchwert des
Nutzungsrechts auf null verringert hat. Im vorliegenden Abschluss ist es zu keinen Neubewertungen gekommen.
In der Bilanz weist die Manner Gruppe Nutzungsrechte, die nicht die Definition einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie erfüllen,
in den Sachanlagen und Leasingverbindlichkeiten in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten aus.
Baurechte
Die Manner Gruppe hat Baurechtsverträge als Baurechtsgeber abgeschlossen. Die Gruppe vermietet Grundstücke an Dritte zwecks
Errichtung eines Bürogebäudes sowie einer Tiefergarage. Diese Baurechtsverträge stellen Leasinggeberverhältnisse im Sinne von
IFRS 16 dar und werden als Operating-Leasing dargestellt (siehe unten, „Leasinggeber“).
Leasinggeber
Ein Leasingverhältnis wird als Finanzierungsleasing eingestuft, wenn es im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken
und Chancen überträgt. Ist dies nicht der Fall, wird ein Leasingverhältnis als Operating-Leasingverhältnis eingestuft. IFRS 16 führt
beispielhaft fünf Fälle an, die für den Leasinggeber zur Einstufung eines Vertrags als Finanzierungsleasing führen würden
(Eigentumsübergang, günstige Kaufoption, Laufzeittest, Barwerttest oder Spezialleasing).
Die Manner Gruppe tritt hinsichtlich als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien und Grundstücken des Sachanlagevermögens als
Leasinggeber auf. Die Gruppe ist zu dem Schluss gekommen, dass für alle Mietverträge das wirtschaftliche Eigentum an den Objekten
bei der Manner Gruppe verbleibt und damit die wesentlichen Risiken und Chancen nicht übertragen werden. Dies ergibt sich insbesondere
daraus, dass die Laufzeit der Mietverträge deutlich kürzer ist als die wirtschaftliche Nutzungsdauer einer Immobilie oder Grundstücks
(Laufzeittest). Außerdem entspricht zu Beginn des Mietvertrags der Barwert der Leasingzahlungen nicht dem nahezu gesamten
beizulegenden Zeitwerts der Immobilie oder Grundstücks (Barwerttest). Somit werden alle Mietverträge, bei denen die Manner Gruppe
als Leasinggeber auftritt, als Operating-Leasingverträge eingestuft.
90
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
30 Finanzinstrumente
Kategorien und Buchwerte
Die folgenden Tabellen zeigen für jede Klasse von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten die
Bewertungskategorie gemäß IFRS 9 und die Buchwerte.
Kategorien und Buchwerte
TEUR
Kategorie
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
Langfristige finanzielle Vermögenswerte
Anleihen
AC
1.500
1.500
1.500
Übrige Wertpapiere und Anteile
FVPL
2.111
2.188
2.170
Kautionen
AC
818
817
781
Sonstige langfristige Forderungen
AC
32
26
16
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
Positive Marktwerte von Derivaten
FVPL
0
92
799
Übrige finanzielle Vermögenswerte
AC
613
227
436
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
AC
20.503
17.049
20.449
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten
Kreditverbindlichkeiten
AC
20.581
23.551
20.185
Leasingverbindlichkeiten
n.a.
4.546
5.608
7.037
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten
AC
1.844
2.266
2.655
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
Kreditverbindlichkeiten
AC
32.423
24.273
24.831
Leasingverbindlichkeiten
n.a.
1.274
1.305
1.049
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten
AC
2.493
2.675
2.491
Negative Marktwerte von Derivaten
FVPL
0
105
166
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente
Die Stufen in der Bemessungshierarchie und die Buchwerte der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten
Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente
TEUR
Stufe
Buchwert
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
Übrige Wertpapiere und Anteile
1
2.111
2.188
2.170
Negative Marktwerte von Derivaten
2
0
105
166
Positive Marktwerte von Derivaten
2
0
92
799
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente
Die Manner Gruppe geht davon aus, dass für kurzfristige finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten
sowie für variabel verzinste finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten der Buchwert einen
angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt.
91
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der nicht zum beizulegenden Zeitwert bewerteten langfristigen
Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente
TEUR
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
Beizulegender
Beizulegender
Beizulegender
Buchwert
Buchwert
Buchwert
Zeitwert
Zeitwert
Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte
Anleihen
1.500
1.528
1.500
1.498
1.500
1.515
Übrige finanzielle Vermögenswerte
818
818
817
817
781
781
Finanzielle Verbindlichkeiten
Kreditverbindlichkeiten
20.581
20.866
23.551
24.182
20.185
20.592
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten
1.844
1.779
2.266
1.940
2.655
2.400
Sämtliche Instrumente in der vorstehenden Tabelle wurden der Stufe drei der Bemessungshierarchie zugeordnet.
Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten
In der folgenden Tabelle sind die Ergebnisse aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien zusammengefasst.
Erträge werden ohne Vorzeichen und Aufwendungen mit negativem Vorzeichen dargestellt.
Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten
TEUR
Zinsauf-
Zins-
Bewer- Währungs-
Wertauf-
2021
wen-
Sonstige
Gesamt
erträge
tungen differenzen holungen
dungen
Finanzielle Vermögenswerte und
0
0
-8
0
0
0
-8
finanzielle Verbindlichkeiten FVPL
Finanzielle Vermögenswerte AC
24
0
0
26
69
0
118
Finanzielle Verbindlichkeiten AC
0
-930
0
0
0
-325
-1.255
Gesamt
24
-930
-8
26
69
-325
-1.144
Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten (Vorjahr)
TEUR
Zinsauf-
Zins-
Bewer- Währungs-
Wertauf-
2020
wen-
Sonstige
Gesamt
erträge
tungen differenzen holungen
dungen
Finanzielle Vermögenswerte und
0
0
-646
0
0
0
-646
finanzielle Verbindlichkeiten FVPL
Finanzielle Vermögenswerte AC
45
0
0
-4
30
0
70
Finanzielle Verbindlichkeiten AC
0
-645
0
0
0
-126
-771
Gesamt
45
-645
-646
-4
30
-126
-1.347
Die Wertaufholungen ergeben sich aus dem Saldo von Zuführungen und Auflösungen von Wertberichtigungen, wobei in
den Geschäftsjahren 2021 und 2020 ein Überschuss der Auflösungen über die Zuführungen bestand (siehe Note 31,
Ausfallsrisiko).
Im Geschäftsjahr 2021 enthält das sonstige Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten Zinsaufwendungen für Leasing von
TEUR 99 (2020: TEUR 101) sowie nicht ausgenützte Lieferantenskonti von TEUR 168 (2020: TEUR 42).
Schätzungen und Annahmen
Beizulegender Zeitwert von finanziellen Verbindlichkeiten
Sofern die beizulegenden Zeitwerte von angesetzten finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nicht mithilfe von
notierten Preisen in aktiven Märkten bemessen werden können, werden sie unter Verwendung von Bewertungsverfahren, darunter der
Discounted-Cashflow-Methode, ermittelt. Die in das Modell eingehenden Inputparameter stützen sich soweit möglich auf beobachtbare
92
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Marktdaten. Liegen diese nicht vor, gründet sich die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts im hohen Maße auf Annahmen und
Schätzungen des Managements. Die Annahmen betreffen Inputfaktoren wie Liquiditätsrisiko, Ausfallrisiko, Volatilität, Diskontierungssatz
oder Wachstumsraten. Änderung der getroffenen Annahmen für diese Faktoren können sich auf die angesetzten beizulegenden Zeitwerte
der Finanzinstrumente auswirken.
Die Manner Gruppe hat den beizulegenden Zeitwert von finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber Banken derart bestimmt, dass an Stelle
des vertraglichen Zinssatzes ein marktkonformer Zinssatz zugrunde gelegt wurde. Der marktkonforme Zinssatz bestimmt sich aus dem
risikolosen Zinssatz zuzüglich eines unternehmensspezifischen Aufschlags. Der unternehmensspezifische Aufschlag wurde anhand der
Bonität des Mutterunternehmens festgestellt.
Rechnungslegungsmethoden
Erstmaliger Ansatz
Die erstmalige Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert sowie
bei Finanzinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, zuzüglich oder abzüglich direkt
zurechenbarer Transaktionskosten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zum Transaktionspreis angesetzt.
Die Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte erfolgt, wenn das vertragliche Anrecht auf Zahlungsströme ausläuft oder übertragen wird.
Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, sobald diese getilgt wurden.
Klassifizierung
IFRS 9 unterscheidet bei der Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte drei Kategorien: finanzielle Vermögenswerte, die für die
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert oder erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet werden.
Unter die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte fallen jene Vermögenswerte, die im Rahmen
eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Ziel das Halten dieser Instrumente ist, um daraus vertragliche Zahlungsströme zu
generieren. Zudem muss das Zahlungsstromkriterium erfüllt werden, wonach die Vereinnahmung von Zahlungsströmen ausschließlich
aus Tilgungen und Zinsen besteht.
Für Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, besteht das einmalig ausübbare Wahlrecht, diese
Instrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ohne anschließende Umgliederung in die Konzerngewinn- und -verlustrechnung
oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Die Manner Gruppe hat dieses Wahlrecht dahingehend ausgeübt,
Eigenkapitalinstrumente erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.
Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Davon ausgenommen sind zum FVPL bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten, wie beispielsweise freistehende Derivate mit negativem Marktwert.
Die von der Manner Gruppe vorgenommene Klassifizierung von Finanzinstrumenten ist dem vorstehenden Kapitel „Kategorien und
Buchwerte“ zu entnehmen.
Folgebewertung
Die Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert.
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Vermögenswerte werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.
Zudem unterliegen solche Vermögenswerte den Bestimmungen zu Wertminderungen gemäß IFRS 9.
Hinsichtlich der Wertminderung finanzieller Vermögenswerte sieht IFRS 9 das Modell der erwarteten Kreditausfälle (expected credit
losses) vor. Demnach ist eine Wertminderung entweder in Höhe der Kreditausfälle zu erfassen, deren Eintritt innerhalb der nächsten zwölf
Monate erwartet wird, oder es ist eine Wertminderung in Höhe der Kreditausfälle zu erfassen, die über die Gesamtlaufzeit des
Vermögenswerts erwartet werden. Ersteres ist der Fall, wenn sich das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz des Vermögenswerts
nicht signifikant erhöht hat; der zweite Fall tritt ein, wenn sich das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat oder
wenn infolge eines Ausfallereignisses objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen. Für Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten, sowie wahlweise für Forderungen aus Leasingverhältnissen
kommt die vereinfachte Vorgehensweise (simplified approach) zur Anwendung, die eine Bemessung der Wertminderungen in Höhe der
über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste vorsieht. Die Manner Gruppe bewertet Forderungen aus Leasingverhältnissen in Höhe der
über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste.
Beizulegender Zeitwert
In den zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten eingesetzten Bewertungstechniken fließen Inputfaktoren
ein. Die Manner Gruppe verwendet dabei so weit wie möglich beobachtbare Inputfaktoren. Die in den Bewertungstechniken verwendeten
Inputfaktoren werden in drei Stufen innerhalb der Bemessungshierarchie eingeordnet.
93
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
In den zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eingesetzten Bewertungstechniken werden Inputfaktoren verwendet. Die sogenannte
Bemessungshierarchie teilt die verwendeten Inputfaktoren in drei Stufen ein.
Inputfaktoren der Stufe 1 sind in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden notierte, nicht berichtigte Preise. Dies
betrifft zum Beispiel Aktien.
Inputfaktoren der Stufe 2 sind andere als die auf Stufe 1 genannten Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld
entweder unmittelbar oder mittelbar zu beobachten sind, zum Beispiel Zinsswaps. Der beizulegende Zeitwert von Zinsswaps wird durch
die Abzinsung zukünftiger erwarteter Cashflows und nach Optionspreismodellen ermittelt. Dem Kontrahentenrisiko wird durch Credit
Valuation Adjustments und Debit Valuation Adjustments Rechnung getragen.
Inputfaktoren der Stufe 3 sind Inputfaktoren, die für den Vermögenswert oder die Schuld nicht beobachtbar sind, zum Beispiel
Genussscheine oder Kreditverbindlichkeiten. Der beizulegende Zeitwert dieser Finanzinstrumente wird durch Abzinsung der künftig
erwarteten Cashflows ermittelt. In die Bewertung fließen beobachtbare Inputfaktoren (Zinssätze, Wechselkurse) und nicht beobachtbare
Inputfaktoren (eigenes Bonitätsrisiko) ein.
Wenn die für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts eines finanziellen Vermögenswerts oder einer finanziellen Schuld verwendeten
Inputfaktoren in unterschiedlichen Stufen der Bemessungshierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden
Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe der Bemessungshierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die
Bewertung insgesamt wesentlich ist. Umgliederungen zwischen den Stufen werden am Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung
eingetreten ist, erfasst.
31 Risikoberichterstattung
Risikomanagement
Die Geschäftstätigkeit der Manner Gruppe ist unvermeidlich mit Risiken verbunden, die sich trotz aller Sorgfalt nicht
gänzlich ausschließen lassen. Das Handeln der am Risikomanagementprozess beteiligten Personen ist von der
festgelegten Risikopolitik bestimmt. Die verfolgte Strategie basiert auf einer nachhaltigen Sicherung von Erfolg und
Eigenständigkeit der Gruppe als börsennotierte, österreichische Familienunternehmensgruppe.
Dabei ist der Unternehmenswert die zentrale Steuerungs- und Messgröße des Unternehmenserfolgs. Dies bedeutet für
die Risikopolitik, dass die Gruppe bereit ist, unternehmerische Risiken einzugehen, sofern durch die damit eingeleiteten
Geschäftsaktivitäten und die daraus resultierenden zusätzlichen Ertragschancen eine Steigerung des Unternehmenswerts
zu erwarten ist. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses werden somit unternehmerische Risiken durch ein
Gegenüberstellen von Chancen und Gefahren abgewogen.
Die bewusste Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken ist daher ein essenzieller Teil der Unternehmensführung. Ziel
ist es, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, sie zu bewerten und Maßnahmen einzuleiten. Die regelmäßige
Sensibilisierung der Mitarbeiter resultiert in einer verantwortungsbewussten Risikokultur des Unternehmens.
Die Manner Gruppe versteht damit Risikomanagement als integrierten Teil aller Prozesse und Abläufe. Für das
Risikomanagement besteht daher keine eigene Aufbauorganisation, denn Risiko- und Krisenmanagement ist eine
wesentliche Aufgabe aller Führungskräfte. Die Koordination erfolgt durch ein Risiko-Krisen-Management-Team.
Alle nicht zu den Kerntätigkeitsfeldern der Unternehmensgruppe gehörenden Risiken, wie z. B. Zinsänderungs-,
Währungs-, Haftpflicht- oder Sachschadenrisiken, werden tendenziell und nach Möglichkeit auf Dritte (z.B.
Versicherungsgesellschaften) übertragen.
Absatz- und Nachfragerisiko
Unternehmerische Kernrisiken, insbesondere die Risiken von Seiten des Marktes (z. B. Nachfrageschwankungen) trägt
das Unternehmen selbst und werden nicht versichert. Ebenso zu den Kernrisiken gehören die Risiken aus der Entwicklung
neuer Produkte oder Märkte. Die Handelskonzentrationen in den jeweiligen Märkten stellen ein systemimmanentes Risiko
in der Lebensmittelindustrie dar. Diesem Risiko wird sowohl durch die konsequente Pflege der einzelnen Marken der
Gruppe im Süßwarenbereich als auch durch die Verstärkung der Exportaktivitäten gegengesteuert. Die fortgesetzte
Konzentration im Bereich des Handels führt zu einem erhöhten Druck auf die Abgabepreise.
94
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Beschaffungsrisiko
Es besteht generell das Risiko von Kostensteigerungen bei Rohstoffen, Produktionsmaterialien, Verpackungen und
Energie, das nicht zeitgerecht oder im vollen Umfang an die Abnehmer*innen weitergegeben werden kann. Diese
Kostensteigerungen werden sich immer wieder aufgrund von Währungsschwankungen, Angebotsengpässen
(Ernteausfälle oder erhöhte Nachfrage) oder Preisspitzen bei Rohöl und Erdgas ergeben. Die Gruppe ist bestrebt, mit
Vorkontrakten und rechtzeitiger Eindeckung gegenzusteuern. Lieferengpässe bei Rohstoffen, Energie, Verpackungen und
Produktionsmaterialien können zu Produktionsausfällen führen.
Finanz- und Zinsänderungsrisiko
Gegen Finanzrisiken wird laufend Vorsorge getroffen, etwa gegen das Risiko von Zinsänderungen durch entsprechende
Vereinbarungen mit den finanzierenden Bankinstituten und durch eine hohe Eigenkapitalquote. Das Risiko einer
Zinsänderung besteht für Finanzanlagen und Finanzschulden und wird ständig überwacht. Bei den Wertpapieren der
Finanzanlagen handelt es sich überwiegend um Anteile an Investmentfonds, die kurzfristig veräußert werden können. Ein
Fremdwährungsrisiko besteht derzeit nur in einem sehr geringen Ausmaß.
Die Manner Gruppe schätzt die Risikokonzentration von Guthaben bei Banken als gering ein, da die Guthaben auf mehrere
Banken verteilt sind.
Ausfallrisiko
Die in den Finanzanlagen enthaltenen Wertpapiere, die in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesenen
Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie Guthaben bei Kreditinstituten stellen das maximale Kreditrisiko
dar. Das Risiko umfasst insbesondere das Ausfallrisiko. Die Wertpapiere unterliegen den Risiken des Kapitalmarkts.
Die nachstehende Tabelle enthält die Bruttoforderungen, die Wertberichtigungen und die sich daraus ergebenden
Nettoforderungen der finanziellen Vermögenswerte, für die der Konzern Wertberichtigungen gemäß IFRS 9 zu erfassen
hat:
Finanzielle Vermögenswerte
TEUR
Bruttobuchwert
Wertberichtigung
Nettobuchwert
31.12.2021 31.12.2020
31.12.2021 31.12.2020
31.12.2021
31.12.2020
Anleihen
1.500
1.500
0
0
1.500
1.500
Forderungen aus Lieferungen und
20.570
17.182
67
132
20.503
17.049
Leistungen
Sonstige finanzielle Forderungen
1.464
1.164
0
0
1.464
1.164
14.202
1.779
0
14.202
1.779
Guthaben bei Kreditinstituten
0
Summe
37.736
67
37.669
21.624
132
21.491
Für Anleihen, sonstige finanzielle Forderungen sowie Guthaben bei Kreditinstituten wurden aus Wesentlichkeitsgründen
keine Wertberichtigungen erfasst. Aufgrund der hohen Bonität der Gegenparteien ergeben sich nur marginale
Ausfallswahrscheinlichkeiten. Für weiterführende Informationen zu den Wertberichtigungen von Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen wird auf das nachstehende Kapitel verwiesen.
Das Ausfallrisiko von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht darin, dass Kunden ihren
Zahlungsverpflichtungen gänzlich oder teilweise nicht nachkommen. Dem Ausfallrisiko wird durch Kreditversicherungen
begegnet, die für einen großen Teil der Forderungen abgeschlossen wurden. Für den nicht versicherten Teil der
Forderungen werden Wertberichtigungen gebildet.
Das Ausfallrisiko bei den Forderungen verteilt sich über eine große Anzahl von Kunden, die aufgrund der Bonität aller
großen Handelspartner das Risiko insgesamt reduziert. Das Kreditrisiko wird weiter reduziert durch ein konsequentes
Forderungsmanagement.
95
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Die Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellen sich wie folgt dar:
Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
TEUR
Erwartete
Eingetretene
Gesamt
Kreditverluste
Kreditverluste
2021
2020
2021
2020
2021
2020
Stand zum 1. Jänner
9
8
123
152
132
161
Zuführung
3
32
35
1
35
36
Verwendung
0
-94
-94
0
-49
-49
Auflösung
0
-7
-7
0
-15
-15
Umrechnungsdifferenzen
0
1
1
0
1
1
Stand zum 31. Dezember
12
9
55
123
67
132
Erwartete Kreditverluste werden aufgrund der Bonität der Kunden unter Berücksichtigung von Versicherungen gebildet.
Eingetretene Kreditverluste werden für überfällige Forderungen gebildet. Zuführungen zu Wertberichtigungen werden
gebildet, wenn Forderungen eine bestimmte Überfälligkeitsdauer überschreiten. Verwendungen treten ein, wenn bei
Zahlungseingang einer wertberichtigten Forderung ein Abgang der Wertberichtigungen stattfindet. Auflösungen treten ein,
wenn eine wertberichtigte Forderung abgeschrieben wird.
Die Manner Gruppe schätzt die Risikokonzentration bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als gering ein, weil
sich die Forderungen auf mehrere Kunden in mehreren Ländern verteilen und zu einem großen gegen das Ausfallsrisiko
Teil versichert sind.
Rechnungslegungsmethoden
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind finanzielle Vermögenswerte und fallen unter die Wertminderungsbestimmungen von
IFRS 9.5.5. Demnach sind Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste zu erfassen. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
kommt die vereinfachte Vorgehensweise zur Anwendung, die darin besteht, dass die Wertberichtigungen stets in Höhe der über die
Laufzeit erwarteten Kreditverluste zu bemessen sind.
Ein Unternehmen kann für die Wertberichtigung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vereinfachte Methoden anwenden,
beispielsweise mittels einer Wertberichtigungstabelle, bei der historische Ausfallsraten nach Überfälligkeitsklassen zur Anwendung
kommen.
Die Manner Gruppe verwendet jedoch keine Wertberichtigungsmatrix, sondern einen bonitätsbasierten Ansatz. Manner unterteilt seine
Kunden in Kundengruppen, wobei die fünf größten Kunden für rund drei Viertel der Umsatzerlöse verantwortlich sind. Durch
Zugrundelegung der Ratings (Ausfallswahrscheinlichkeiten) dieser Kunden kann ein Großteil der Forderungen wertberichtigt werden.
Außerdem wurden bei der Berechnung der erwarteten Kreditverluste die Versicherung von Forderungen berücksichtigt.
Erwartete Kreditverluste ergeben sich aus dem Produkt von Ausfallswahrscheinlichkeit, Versicherungsanteil und Buchwert. Bei einer
vollständigen Besicherung fallen somit keine Kreditverluste an. Für einen großen Teil der Forderungen bestehen Versicherungen. Für
den übrigen Teil der Forderungen wurden die Ratings der Kunden herangezogen. Die großen Unternehmen des
Lebensmitteleinzelhandels in Österreich und Deutschland haben sehr gute Ratings. Die gewichtete Ausfallswahrscheinlichkeit beträgt
0,04 %. Das führt dazu, dass die erwarteten Kreditverluste sehr niedrig sind.
Der Konzern verwendet angemessene und belastbare Informationen, die über vergangene Ereignisse, gegenwärtige Bedingungen und
künftige wirtschaftliche Bedingungen verfügbar sind, indem er die Prognosen über die Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt) in den
Regionen, wo die Schuldner der finanziellen Verbindlichkeiten ansässig sind, berücksichtigt.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko bezieht sich auf das Risiko, dass die Manner Gruppe ihre finanziellen Verpflichtungen zur Fälligkeit
nicht erfüllen kann. Dieses Risiko wird als gering eingestuft, aufgrund der vorhandenen Barbestände per Bilanzstichdatum
sowie die nicht ausgenutzten Kreditlinien bei den finanzierenden Banken.
96
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Die folgende Tabelle zeigt die Fälligkeiten finanzieller Verbindlichkeiten nach Zeitbändern:
Fälligkeitsanalyse
TEUR
31.12.2021
2022
2023–2026
Ab 2027
Buchwert
Zinsen
Tilgung
Zinsen Tilgung
Zinsen
Tilgung
Kreditverbindlichkeiten
53.004
428
32.423
715
9.543
267
11.074
Leasingverbindlichkeiten
5.820
81
1.274
168
3.338
26
1.208
Verbindlichkeiten aus
25.347
0
25.347
0
0
0
0
Lieferungen und Leistungen
Sonstige Verbindlichkeiten
4.337
20
2.493
64
567
55
1.277
Summe
88.508
529
61.537
947
13.447
347
13.560
Fälligkeitsanalyse (Vorjahr)
TEUR
31.12.2020
2021
2022–2025
Ab 2026
Buchwert
Zinsen
Tilgung
Zinsen
Tilgung
Zinsen
Tilgung
Kreditverbindlichkeiten
47.825
380
24.273
500
17.707
219
5.882
Leasingverbindlichkeiten
6.913
99
1.305
226
3.828
49
1.780
Verbindlichkeiten aus
15.043
0
15.043
0
0
0
0
Lieferungen und Leistungen
Sonstige Verbindlichkeiten
4.941
21
2.675
70
1.060
49
1.205
Summe
74.722
500
43.297
795
22.596
317
8.867
Fälligkeitsanalyse (Vorvorjahr)
TEUR
01.01.2020
2020
2021–2024
Ab 2025
Buchwert
Zinsen
Tilgung
Zinsen
Tilgung
Zinsen
Tilgung
Kreditverbindlichkeiten
45.015
397
24.831
662
15.175
232
5.046
Leasingverbindlichkeiten
8.085
101
1.049
291
4.534
84
2.502
Verbindlichkeiten aus
15.265
0
15.265
0
0
0
0
Lieferungen und Leistungen
Sonstige Verbindlichkeiten
5.146
22
2.491
75
1.093
83
1.562
Summe
73.512
519
43.636
1.028
20.803
398
9.110
Die Fälligkeitsanalyse stellt die künftigen nicht abgezinsten vertraglichen Zahlungsströme finanzieller Verbindlichkeiten
dar. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten wurden dem frühesten Laufzeitband zugeordnet.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten der Manner Gruppe sind nach Kontrahenten breit gestreut, sodass die
Exposition gegenüber einer geänderten Risikopolitik einzelner Kreditinstitute als gering angesehen werden kann, womit
das Konzentrationsrisiko adressiert wird.
Währungsrisiko
Die Manner Gruppe unterliegt in geringem Ausmaß dem Fremdwährungsrisiko, wenn Transaktionen und Zahlungen nicht
in der Darstellungswährung Euro getätigt werden. Dies ist der Fall in Tschechien und Aserbaidschan.
Bis Mitte des Geschäftsjahrs 2021 bestanden Währungssicherungen des britischen Pfunds, um den Einkauf von Kakao
abzusichern. Zu keinem Zeitpunkt wurden Sicherungsinstrumente in eine Sicherungsbeziehung einbezogen. Zum
31. Dezember 2021 war das Sicherungsinstrument abgelaufen und das dazugehörige derivative Finanzinstrument
ausgebucht.
Zinsänderungsrisiko
Langfristige Finanzierungen unterliegen dem Risiko sich ändernder Zinsen, vor allem bei Bankkrediten. Der Bereich
Konzernfinanzen legt zur Begrenzung der Zinsänderungsrisiken regelmäßig die Zusammensetzung aus fest und variabel
verzinsten finanziellen Vermögenswerten und Schulden fest. In den Geschäftsjahren 2020 und 2021 waren die
langfristigen Kreditverbindlichkeiten zum größten Teil fix verzinst. Zinsänderungsrisiken können durch den Abschluss von
97
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Sicherungsgeschäften abgesichert werden. Die Manner Gruppe ist zum 31. Dezember 2021 Zinsänderungsrisiken
ausgesetzt, die im Wesentlichen aus nicht derivativen variabel verzinsten Finanzinstrumenten resultieren. Zum
31. Dezember 2021 bestehen jedoch keine wesentlichen Sicherungsrisiken, weshalb die Manner Gruppe keine
Sicherungsgeschäfte abgeschlossen hat.
Für die Zinsänderungsrisiken dieser Finanzinstrumente wurden Sensitivitätsanalysen durchgeführt, die die Auswirkungen
von hypothetischen Änderungen des Marktzinsniveaus auf das Ergebnis nach Steuern und das Eigenkapital zeigen. Als
Basis wurden die betroffenen Bestände zum Bilanzstichtag herangezogen. Dabei wurde unterstellt, dass das Risiko am
Bilanzstichtag im Wesentlichen das Risiko während des Geschäftsjahres repräsentiert. Als Steuersatz wurde der
Konzernsteuersatz von 25 % verwendet. Außerdem wurde bei der Analyse unterstellt, dass alle anderen Variablen,
insbesondere Wechselkurse, konstant bleiben.
Zinssensitivitäten
TEUR
31.12.2021
31.12.2020
1.1.2020
Verän-
Ver-
Ver-
Ver-
derung
Erhöhung
Erhöhung
Erhöhung
minderung
minderung
minderung
Zinsniveau
Jahresergebnis
+/- 0.5 %
56
-56
9
-9
-6
6
Konzerneigenkapital
56
-56
9
-9
-6
6
Sonstiges Marktrisiko
Die Manner Gruppe ist neben Zinsänderungsrisiken auch anderen Preisrisiken ausgesetzt (etwa Kursrisiken aus
Wertpapieren im Eigenbestand), die aber insgesamt von untergeordneter Bedeutung sind.
Derivate
Zur Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken aus variabel verzinsten Krediten wurde vor dem 1. Jänner 2020 ein
Zinsswap abgeschlossen, der als freistehendes Derivat erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert wurde. Zum
31. Dezember 2021 war dieser Zinsswap abgelaufen. Der beizulegende Zeitwert zum 31. Dezember 2020 betrug TEUR -
105 (1. Jänner 2020: TEUR -166).
Zur Absicherung gegen Währungsrisiken im Zusammenhang mit Rohstoffeinkäufen wurden in Vorjahren Kaufoptionen auf
britische Pfund abgeschlossen, wovon zum 31. Dezember 2021 keine Kaufoptionen mehr vorhanden waren. Diese
Derivate wurden ebenfalls als freistehende Derivate erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der
beizulegende Zeitwert zum 31. Dezember 2020 betrug TEUR 92 (1. Jänner 2020: TEUR 799).
Saldierung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Schulden
Eine Saldierung in der Bilanz gemäß IAS 32 wird in der Manner Gruppe nicht vorgenommen, da es im laufenden
Geschäftsbetrieb in der Regel nicht zu einem Nettoausgleich mehrerer Transaktionen kommt.
Sicherheiten und Verfügungsbeschränkungen
Zum 31. Dezember 2021 bestanden eingetragene Hypotheken ausschließlich für das Mietshaus in Wien Hernals
(Geblergasse 116 GmbH & Co KG) in Höhe von TEUR 7.508 (2020: TEUR 7.508, 1. Jänner 2020: TEUR 7.508). Für
einen Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde eine Globalzession abgeschlossen.
32 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Im Geschäftsjahr 2021 sind in der Manner Gruppe Aufwendungen aus Geschäftsvorfällen mit Mitgliedern des
Managements in Schlüsselpositionen von TEUR 150 (2020: TEUR 71) angefallen. Zum 31. Dezember 2021 bestanden in
der Manner Gruppe Verbindlichkeiten gegenüber Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen von TEUR 109
98
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
(2020: TEUR 7, 1. Jänner 2020: TEUR 18). Ansonsten bestanden keine Geschäftsvorfälle mit nahestehenden
Unternehmen oder Personen.
Die folgende Tabelle zeigt die Vergütungen der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen:
Vergütungen der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen
TEUR
Vorstände
Aufsichtsräte
Leitende Angestellte
Gesamt
2021
2020
2021
2020
2021
2020
2021
2020
Kurzfristig fällige Leistungen an
1.527
1.379
158
150
1.544
2.023
3.229
3.552
Arbeitnehmer
Leistungen nach Beendigung des
5
5
0
0
19
21
24
26
Arbeitsverhältnisses
Andere langfristig fällige
0
3
0
0
8
6
8
8
Leistungen an Arbeitnehmer
Leistungen aus Anlass der
Beendigung des
53
289
0
0
16
0
69
289
Arbeitsverhältnisses
Summe
1.586
1.676
158
150
1.587
2.050
3.331
3.875
Die Manner Gruppe definiert die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen als Vorstände, Aufsichtsräte und
leitende Angestellte (Prokuristen und Bereichsleiter).
Ermessensentscheidungen
Gemäß IAS 24 ist das oberste beherrschende Unternehmen (ultimate controlling party) anzugeben. Die Eigentümer der Manner Gruppe
setzen sich aus der Manner Privatstiftung, Wien, der Andres Holding GmbH, Wien, und einer Reihe von Einzelpersonen zusammen. Die
Manner Privatstiftung und eine Reihe von Personen haben sich zum Manner/Riedl-Syndikat zusammengeschlossen. Das Manner/Riedl-
Syndikat hält über die Hälfte der Stimmrechte an der Manner AG. Beschlüsse des Syndikats führen gemäß Syndikatsvertrag dazu, dass
die Stimmrechte des Syndikats einheitlich ausgeübt werden.
Weiters besteht das Manner-Syndikat, das sich aus dem Manner/Riedl-Syndikat und der Andres Gruppe zusammensetzt. Das Manner-
Syndikat hält über drei Viertel der Stimmrechte an der Manner AG.
Die Manner Gruppe ist zu dem Schluss gekommen, dass das Manner/Riedl-Syndikat die Mehrheit der Stimmrechte hält und über seine
Stimmrechte Verfügungsmacht ausübt und damit die Manner AG kontrolliert. Die Manner Gruppe ist somit zu dem Schluss gekommen,
dass das
Manner/Riedl-Syndikat
, obwohl es kein Unternehmen ist, als oberstes beherrschendes Unternehmen (ultimate controlling party)
gemäß IAS 24 einzustufen ist. Das Manner-Syndikat kommt nur in Ausnahmefällen zum Einsatz.
Für weiterführende Informationen betreffend die Eigentümerstruktur der Manner AG wird auf die Berichterstattung gemäß § 243a UGB
im Lagebericht des Einzelabschlusses der Manner AG verwiesen (siehe Jahresfinanzbericht 2021).
99
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
33 Organe
Im Geschäftsjahr 2021 waren folgende Personen für die Josef Männer & Comp. Aktiengesellschaft, Wien, in einer
Organfunktion tätig.
Vorstand
•
Mag. Andreas KUTIL (CEO, Marketing & Verkauf, ab 1. März 2021)
•
Dr. Hans Peter ANDRES (COO, Einkauf, Materialwirtschaft & Logistik)
•
Thomas GRATZER (Produktion und Technik)
•
Mag. Albin HAHN (Finanzen, Personal und IT, bis 31. März 2022)
Im Geschäftsjahr 2021 sind folgende Vorstände ausgeschieden:
•
Dr. Alfred SCHROTT (Marketing und Verkauf, bis 28. Februar 2021)
Aufsichtsrat
•
Dr. Ernst BURGER, Vorsitzender
•
Dipl. Ing. Markus SPIEGELFELD, Vorsitzender-Stellvertreter
•
Dr. Martina ANDRES
•
Dr. Josef DOPPLER (ab 25. Mai 2021)
•
Dr. Michael GRAHAMMER (ab 25. Mai 2021)
•
Mag. Dr. Wolfgang HÖTSCHL
•
Mag. Florian JONAK
•
Prof. Dr. Sita Monica MAZUMDER
•
Vom Betriebsrat delegierte Mitglieder
•
Gerda CLEMENTI (vom Betriebsrat der Arbeiter, Wolkersdorf)
•
Peter FREUDENSCHUSS (vom Betriebsrat der Angestellten, Wien)
•
Peter HABEL (vom Betriebsrat der Angestellten, Wien)
•
Christian HACKL (vom Betriebsrat der Arbeiter, Wien)
Im Geschäftsjahr 2021 sind folgende Aufsichtsräte ausgeschieden:
•
Mag. Dipl. Ing. Robert OTTEL, MBA (bis 25. Mai 2021)
•
Dipl. Ing. Mag. Markus WIESNER (bis 25. Mai 2021)
34 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im Zeitraum von 1. Jänner 2022 bis zum Datum der Freigabe des Konzernabschlusses gab es folgende wesentliche
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag:
Ukraine-Krise
Am 24. Februar 2022 hat Russland einen Angriff auf die Ukraine begonnen. Seither befindet sich die Russische Föderation
mit der Ukraine im Kriegszustand mit vielfältigen, auch wirtschaftlichen Auswirkungen auf lokale und westliche
Unternehmen („Ukraine-Krise“).
Die Ukraine-Krise hat vor allem durch die sich daraus ergebenden erhöhten Energiepreise und Lieferengpässe von
Rohstoffen Auswirkungen auf Abschlüsse der Manner Gruppe, die sich auf Perioden nach dem 24. Februar 2022 beziehen.
100
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 hat die Ukraine-Krise keine unmittelbare Auswirkung (kein
werterhellendes Ereignis).
Die Gruppe hat die Fähigkeit des Unternehmens, den Geschäftsbetrieb fortzuführen, einzuschätzen. Bei der Einschätzung
der Unternehmensfortführung sind auch Ereignisse nach dem Abschlussstichtag zu berücksichtigen. Den durch die
Ukraine-Krise verursachten höheren Energiepreisen begegnet die Gruppe unter anderem durch die Verhandlung erhöhter
Verkaufspreise. Die allgemeine Energieversorgungssicherheit sowie mögliche Lieferengpässe bei Rohstoffen können sich
nicht nur auf Unternehmensebene auswirken, sondern sind auf gesamtwirtschaftlicher Ebene zu beurteilen.
Die Manner Gruppe kommt zu dem Schluss, dass der Fortbestand des Unternehmens trotz der Ukraine-Krise gegeben
ist. Der vorliegende Konzernabschluss wird auf der Grundlage der Unternehmensfortführung erstellt.
Steuersätze
Am 20. Jänner 2022 wurde in dritter Lesung im Nationalrat eine Senkung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes
auf 24 % ab 2023 und auf 23 % ab 2024 beschlossen. Dies hat in den Folgejahren voraussichtlich nur geringfügige
Auswirkungen auf die Bewertung der latenten Steuern.
Prüfungsfeststellung
Am 9 Mai 2022 hat die Österreichische Prüfgesellschaft für Rechnungslegung (OePR) festgestellt, dass die Manner AG
aufgrund einer Tochtergesellschaft in Aserbaidschan zum 31. Dezember 2020 einen IFRS-Konzernabschluss hätte
aufstellen müssen. Zur Berichterstattung 2020 hat der Vorstand einen Gutachter bestellt, um die Sachlage für 2020 und
ebenfalls 2021 zu überprüfen. Auf Basis dieser Untersuchung ist der Vorstand in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat zur
Erkenntnis gekommen, dass für das Jahr 2021 ein Konzernabschluss zu erstellen ist. Bedingt durch die Börsennotierung
muss dieser Konzernabschluss zwingend nach den Regelungen gemäß IFRS erstellt werden. Aus diesem Grund wurde
die für den 24. Mai 2022 anberaumte Hauptversammlung abgesagt und auf das vierte Quartal 2022 verschoben. Die
neuerliche Einberufung wird innerhalb der gesetzlichen Fristen bekanntgegeben.
101
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
35 Freigabe des Konzernabschlusses
Der vorliegende Konzernabschluss wurde vom Vorstand der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft am
14. Oktober 2022 aufgestellt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den
Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.
Wien, am 14. Oktober 2022
Der Vorstand der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft
Mag. Andreas Kutil
Dr. Hans Peter Andres
Thomas Gratzer
102
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der
Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft,
Wien,
und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-
Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
und der Konzern-Geldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein
möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie der Ertragslage
und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den
International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen
Anforderungen des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO)
und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern
die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und
Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres
Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen
Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum
des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am
bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im
Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils
hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Erstmalige Aufstellung eines Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit IFRS
Sachverhalt und Risiken
Die Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft hat per 31. Dezember 2021 erstmalig einen IFRS Konzernabschluss in
Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS),
aufgestellt. Im Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung der IFRS bestehen komplexe Vorschriften zum
erstmaligen Ansatz der Vermögenswerte und Schulden, die (teilweise) vom Management Annahmen und Schätzungen
erfordern und sich auf ausgewiesene Beträge und dazugehörige Angaben auswirken. Es besteht das Risiko für den
Konzernabschluss, dass erforderliche Umwertungen von statutarischen Rechnungslegungsbestimmungen auf IFRS nicht
vollständig und korrekt erfasst werden bzw. dass erforderliche Angaben in den Notes fehlen.
103
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Im Zusammenhang mit der erstmaligen Aufstellung eines Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den
anzuwendenden IFRS verweisen wir auf die Ausführungen in den Notes in Abschnitt 2.
Unser Vorgehen bei der Prüfung
Die erstmalige Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS wurde von uns wie folgt geprüft:
-
Prüfung der Zulässigkeit der bei der Erstanwendung ausgeübten Wahlrechte;
-
Analyse der wesentlichen Jahresabschlusspositionen der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft und ihrer
wesentlichen Tochtergesellschaften per 31. Dezember 2019, 31. Dezember 2020 und 31. Dezember 2021
hinsichtlich notwendiger Umwertungen;
-
Prüfung der Vollständigkeit der erfassten Umwertungen durch Abgleich mit der durchgeführten Analyse
notwendiger Anpassungsbuchungen;
-
Prüfung der Richtigkeit der erfassten Umwertungen durch Abgleich und Prüfung der den Umwertungen zu Grunde
liegenden Dokumentation;
-
Analyse und Beurteilung der wesentlichen Annahmen und Schätzungen des Managements anhand verfügbarer
historischer Daten;
-
Prüfung der Vollständigkeit der Anhangsangaben zur erstmaligen Anwendung der IFRS.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle
Informationen im integrierten Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den
Bestätigungsvermerk.
Den konsolidierten Corporate Governance-Bericht gemäß § 267b UGB haben wir vor dem Datum des
Bestätigungsvermerks erhalten, die übrigen Teile des integrierten Geschäftsberichts werden uns voraussichtlich nach
diesem Datum zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu
keine Art der Zusicherung geben.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen
Informationen zu lesen, sobald sie vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche
Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen
oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in
Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a
UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die
gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines
Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen
oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des
Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den
Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
104
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von
wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine
Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche
Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder
Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise
erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen
Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten
Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
-
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie
durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen
kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder
das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
-
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem
Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
-
Wir
beurteilen
die
Angemessenheit
der
von
den
gesetzlichen
Vertretern
angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten
geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
-
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der
erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche
Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im
Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil
zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres
Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch
die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
-
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der
Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer
Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
-
Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder
Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind
verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die
Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche
Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer
Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen
zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus,
105
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern
einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen
Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die
besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk,
es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir
bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden
sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das
öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er
mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Zu der im Konzernlagebericht enthaltenen konsolidierten nichtfinanziellen Erklärung ist es unsere Verantwortlichkeit zu
prüfen, ob sie aufgestellt wurde, sie zu lesen und dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informationen wesentliche
Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnisse aufweisen oder
anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts
durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden,
enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses
über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
106
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 25. Mai 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 3. Juli 2022 vom
Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Jahresabschluss 31. Dezember 2020 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den
Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass
wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mag. Mario Zagiczek.
Wien, am 14. Oktober 2022
CENTURION
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH
Mag. Mario Zagiczek
Dr. Andreas Staribacher
Wirtschaftsprüfer
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten
Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen
Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
107
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Erklärung des Vorstands zum Konzernabschluss
der Josef Manner & Comp. AG zum 31. Dezember 2021
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so
darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der
Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wien, am 14. Oktober 2022
Der Vorstand der Josef Manner & Comp. AG
Mag. Andreas Kutil
Dr. Hans Peter Andres
Thomas Gratzer
CEO
Einkauf, Materialwirtschaft &
Produktion & Technik
Logistik
108
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Jahresabschluss
2021
der Josef Manner & Comp. AG
109
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Inhaltsverzeichnis
Unternehmens-Kennzahlen..............................................................................................................................................111
Organe der Gesellschaft Geschäftsjahr 2021...................................................................................................................113
Lagebericht.......................................................................................................................................................................114
Nichtfinanzielle Erklärung .................................................................................................................................................124
Bilanz................................................................................................................................................................................142
Gewinn- und Verlustrechnung ..........................................................................................................................................144
Anhang .............................................................................................................................................................................146
I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden .................................................................................................................147
II. Erläuterung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung.................................................................................149
III. Sonstige Angaben....................................................................................................................................................153
Anlagespiegel ...................................................................................................................................................................155
Bestätigungsvermerk........................................................................................................................................................158
Bericht zum Lagebericht...................................................................................................................................................162
Bericht des Aufsichtsrates über das Geschäftsjahr 2021.................................................................................................165
110
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Unternehmens-Kennzahlen
Kennzahlen zur Ertragslage
2021
2020
2019
2018
2017
Umsatzerlöse (T€)
239.426
217.222
222.056
209.882
203.530
Exportquote
63,8%
62,5%
58,1%
58,4%
57,5%
Betriebsleistung (T€)
239.890
221.525
224.069
211.890
199.821
EBITDA (T€)
11.614
11.842
16.130
16.186
12.296
EBIT (T€)
2.836
3.050
7.363
8.127
4.998
EBT (T€)
3.034
2.630
7.118
7.636
4.072
Jahresüberschuss (T€)
2.484
1.912
5.237
5.708
3.206
Jahresgewinn (T€)
1.512
757
1.512
1.508
756
ROS (Umsatzrentabilität)
1,2%
1,4%
3,3%
3,9%
2,5%
ROE (Eigenkapitalrentabilität)
5,1%
4,5%
12,5%
14,3%
8,4%
ROI (Gesamtkapitalrentabilität)
1,8%
2,1%
5,1%
5,8%
3,5%
Kennzahlen zur Vermögens- und
Finanzlage
2021
2020
2019
2018
2017
Bilanzsumme (T€)
160.988
146.604
145.427
139.971
143.430
Anlagevermögen (T€)
82.785
83.535
82.919
80.629
80.228
Umlaufvermögen (T€)
74.838
60.121
59.515
56.905
61.338
Eigenkapital nach § 23 URG (T€)
59.126
58.154
56.998
53.273
48.321
Verbindlichkeiten (T€)
82.663
72.305
70.317
68.438
78.163
Cash Flow aus lfd. Geschäftstätigkeit (T€)
16.670
7.793
12.245
15.598
10.643
Free Cash Flow
8.341
-1.773
1.235
10.992
317
Net Debt / Nettoverschuldung (T€)
35.795
42.535
39.862
39.365
49.174
Working Capital / Nettoumlaufvermögen (T€)
20.964
4.285
525
1.283
1.713
Equity Ratio (Eigenkapitalquote)
36,7%
39,7%
39,2%
38,1%
33,7%
Gearing (Nettoverschuldungsgrad)
60,5%
73,1%
69,9%
73,9%
101,8%
111
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung und der Umwelt zuliebe wird auf die gedruckte
Version des Geschäftsberichts 2021 verzichtet.
112
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Organe der Gesellschaft
Geschäftsjahr 2021
VORSTAND
Mag. Andreas KUTIL (CEO, Marketing & Verkauf) ab 01.03.2021
Dr. Hans Peter ANDRES (Einkauf, Materialwirtschaft & Logistik)
Thomas GRATZER (Produktion & Technik)
Mag. Albin HAHN (Finanzen, Personal & IT)
Dr. Alfred SCHROTT (Marketing & Verkauf) bis 28.02.2021
AUFSICHTSRAT
Von der Hauptversammlung gewählte Mitglieder
Dr. Ernst BURGER, Vorsitzender
DI Markus SPIEGELFELD, Vorsitzender Stellvertreter
Dr. Martina ANDRES
Dr. Josef DOPPLER ab 25.05.2021
Dr. Michael GRAHAMMER ab 25.05.2021
Mag. Dr. Wolfgang HÖTSCHL
Mag. Florian JONAK
Prof. Dr. Sita Monica MAZUMDER
Mag. Dipl. Ing. Robert OTTEL, MBA bis 25.05.2021
Dipl. Ing. Mag. Markus WIESNER bis 25.05.2021
Vom Betriebsrat delegierte Mitglieder
Gerda CLEMENTI (vom Betriebsrat der Arbeiter, Wolkersdorf)
Peter FREUDENSCHUSS (vom Betriebsrat der Angestellten, Wien)
Peter HABEL (vom Betriebsrat der Angestellten, Wien)
Christian HACKL (vom Betriebsrat der Arbeiter, Wien)
Wien, am 17.03.2022
113
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Lagebericht
der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2021
WESENTLICHE ENTWICKLUNGEN 2021
•
Umsatz mit € 239,4 Mio. gegenüber 2020 um 10,2 % gestiegen
•
Exportquote von 63,8 % (Vorjahr: 62,5 %)
•
Rohstoff- und Energiepreise im Vergleich zum Vorjahr merklich gestiegen
•
Eigenkapitalquote von 36,7 % (Vorjahr: 39,7 %)
•
EBT von € 3,0 Mio. (Vorjahr: € 2,6 Mio.)
•
Die negativen Folgen von COVID-19 sowie die Situation bei Rohstoff- und Energiepreisen sind maßgebliche
Einflussfaktoren
WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
Nachdem sich die Wirtschaft im 2. Quartal 2021 vom Einbruch der COVID-Krise bereits leicht erholt hatte, wurde dieser
Aufschwung in den Sommermonaten gedämpft. Die Konjunkturerholung wurde im zweiten Halbjahr durch den neuerlichen
Lockdown, Lieferengpässe und steigende Rohstoff- und Energiepreise deutlich gebremst. Die Inflation hat sich im Jahr
2021 stark beschleunigt, von 1,0 % im Jänner auf ca. 5,0 % zu Jahresende. Der stake Zuwachs ist insbesondere auf die
Entwicklung der Energiepreise und einige wesentliche Rohstoffpreise zurückzuführen.
Der Arbeitsmarkt hat sich im Jahr 2021 sehr gut erholt und das schwierige zweite Halbjahr hatte für den Arbeitsmarkt
keinen wesentlichen negativen Effekt und die Arbeitslosenzahlen liegen unter dem Vorkrisenjahr. Die Anzahl der offenen
Stellen erreichte einen Rekordwert und es ist schwierig, qualifizierte, aber auch angelernte Arbeitskräfte für offene
Positionen zu bekommen. Wie schon in vergangenen Öffnungsphasen werden die Konsumausgaben der privaten
Haushalte nach Aufhebung der Einschränkungen zunehmen. Die Lebensmittelindustrie wird jedoch im Vergleich zu
anderen Sektoren in einem geringeren Ausmaß profitieren.
Die Rohstoff- und Energiepreise werden für das gesamte Jahr 2022 auf einem hohen Niveau erwartet. Mit einem weiteren
kontinuierlichen Anstieg der Energiepreise ist auch nach 2022 zu rechnen.
Für die Finanzierung besteht die Annahme, dass vor 2024 keine wesentliche Leitzinserhöhung durch die EZB erfolgt.
Die Aussichten und Planung für 2022 beruhen auf der Annahme, dass die Umsetzung der Impfpflicht einen Anstieg der
Impfquote nach sich zieht, sodass die negativen Auswirkungen von COVID auf die Konjunktur abgeschwächt werden
können. Als wesentliches Risiko für 2022 wird zum Zeitpunkt des Jahresabschlusses die Omikron-Variante des COVID-
Virus beurteilt. Erneute Einschränkungen wegen des neuerlichen Aufflammens der Pandemie sowie Produktionsausfälle
wegen Ausfall von Produktionspersonal sind wesentliche, vom Unternehmen nicht abwendbare Risiken, die einen
negativen Einfluss auf den Geschäftsverlauf 2022 haben können.
Aufgrund der kurz vor Fertigstellung des vorliegenden Berichts entstandenen Eskalation des Russland – Ukraine Konflikts
ist das Unternehmen derzeit mit überdurchschnittlich hohen und sprunghaft steigenden Rohstoff- und Energiepreisen
konfrontiert. Aus heutiger Sicht ist damit zu rechnen, dass sich dieses Ereignis 2022 negativ auf die Ergebnisse auswirken
wird.
114
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
UMSATZENTWICKLUNG
Im Geschäftsjahr 2021 ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 10,2 % von T€ 217.222 auf T€ 239.426 gestiegen. Die
sehr erfreuliche Steigerung konnte sowohl am Heimatmarkt als auch im EU-Ausland realisiert werden.
Die Folge ist eine auf 63,8 % gesteigerte Exportquote, verglichen zum Wert des Vorjahres von 62,5 %.
ERTRAGSLAGE
2021 ergab sich das EBT mit T€ 3.034 (Vorjahr: T€ 2.630) über Vorjahreslevel, der Betriebserfolg (Ergebnis vor Zinsen
und Steuern) mit T€ 2.836 (Vorjahr: T€ 3.050) reduzierte sich in Relation zum Wert aus 2020. Vorrangig COVID-19,
gestiegene Energie- und Rohstoffpreise und auch eine minderwertige Lieferung eines Rohstoffes, begründen diesen
Rückgang gegenüber 2020.
Durch die gestiegenen Umsatzerlöse ist ebenfalls die Betriebsleistung im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 % gestiegen. Die
nachfragebedingte Erhöhung der Warenbestände zum Ende des Jahres 2020 hat sich 2021 stabilisiert. Die auslaufenden
staatlichen Zuschüsse betreffend die COVID-19-Kurzarbeit führten zu einer Abnahme der sonstigen betrieblichen Erträge.
Neben den Preisen für Kakao, Haselnuss und Milchprodukte sind auch nahezu alle anderen eingesetzten Rohstoffe im
Preisniveau angestiegen. Der Anteil der Rohstoffkosten in Prozent zur Betriebsleistung steigt daher auf 33,7 %, verglichen
mit 33,4 % in der Vorperiode.
Die Veränderung des Personalaufwands von -0,8 % (Vorjahr: -2,9 %) ergibt sich aus Schließungen von Shop-Standorten
und einem Abbau von Personalrückstellungen. Die gegenläufigen Kollektivvertragserhöhungen konnten daher
entsprechend kompensiert werden.
Die Stärkung der Unternehmensmarken durch Werbung und Verkaufsförderungen wird als langfristiges strategisches
Engagement erachtet. Insofern wurde der dafür vorgesehene Etat in unveränderter Höhe veranschlagt und auch
umgesetzt.
Den weiterhin schwierigen Marktbedingungen geschuldet, ergaben sich sowohl im laufenden Betrieb während des Jahres
als auch zum Jahresultimo höhere Bankverbindlichkeiten, jedoch konnte durch striktes Cash-Management die
Nettoverschuldung per Jahresultimo gegenüber dem Vorjahr verbessert werden. Durch den Neuabschluss von Kreditlinien
wurde die Zinssituation gegenüber dem Vorjahr weiter optimiert.
FINANZLAGE
Der „Free“ Cash-Flow (= Summe aus Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit und Netto-Geldfluss aus
Investitionstätigkeit, nach Schema „KFS/BW II“) ergab sich mit T€ 8.341, um T€ 10.114 über dem vergleichbaren Wert des
Vorjahres. Sowohl der Beitrag aus dem Ergebnis als auch die Veränderungen der Vorräte wirken sich positiv aus. Die
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhte sich aufgrund der starken Aktivität per Jahresende
deutlich, dies konnte aber durch gestiegene Lieferantenverbindlichkeiten überkompensiert werden. Zudem wurde die
Investitionstätigkeit, verglichen mit 2020, leicht reduziert.
Nach Ausschüttung der Dividende für das Wirtschaftsjahr 2020 aber auch durch die Rückführung von Krediten und als
Vorbereitung auf weitere Rückführungen 2022 war es notwendig, die Bankverbindlichkeiten in der derzeitig noch
erfreulichen Zinslandschaft im Stichtagsvergleich zu erhöhen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden
demnach von letztjährigen T€ 43.546 auf T€ 48.996 zum aktuellen Bilanzstichtag erhöht. Striktes Cash-Management
resultierte in ebenfalls deutlich angestiegenen frei verfügbaren Barmittelbeständen.
Folglich ergibt sich, dass sich die Nettoverschuldung (Net Debt), der Saldo der Bankschulden und flüssigen Mittel von T€
42.535 zum 31.12.2020 auf T€ 35.795 zum aktuellen Bilanzstichtag reduziert. Aus dieser Reduktion ergibt sich, auch
wegen leichter Steigerung des Eigenkapitals, der Nettoverschuldungsgrad (Gearing), dass sich das Verhältnis der
Nettoverschuldung zum Eigenkapital gem. § 23 URG, von letztjährigen 73,1% auf 60,5% merklich verbessert.
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Jahresfinanzbericht 2021
VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR
Der Anstieg bei den immateriellen Vermögensgegenständen steht im Zusammenhang mit den geleisteten Anzahlungen
für eine neue ERP-Software (Enterprise-Resource-Planning), die 2022 planmäßig in Betrieb genommen wird. Durch einen
Überhang der laufenden Abschreibungen hat sich der Buchwert der Sachanlagen entsprechend verringert. Die
Finanzanlagen haben sich erhöht, was auf eine Ausdehnung der Darlehen der Manner Azerbaijan Limited Liability
Company und auch der Geblergasse 116 GmbH & Co KG zurückzuführen ist. Ziel der Manner Azerbaijan Limited Liability
Company ist es, die künftige Versorgungssituation betreffend Haselnüssen merklich zu verbessern. Das gesamte
Anlagevermögen hat sich um T€ 749 (-0,9%) leicht verringert.
Die Vorräte haben sich im Vergleich zum Vorjahr stabil entwickelt und gleichzeitig sind zum Stichtag insbesondere die
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen merklich gestiegen, was vor allem mit der starken Geschäftsgebarung
gegen Ende des Jahres zusammenhängt. In Zusammenhang mit dem vorher beschriebenen hohen und vor allem
temporären Guthabenbestand bei den Banken hat es insgesamt eine Steigerung des Umlaufvermögens von T€ 14.737
(+24,5 %) gegeben.
Die Eigenkapitalquote (gem. § 23 URG) liegt mit 36,7 % um 3,0 Prozentpunkte unter den 39,7 % des Vorjahres, was aber
mit den temporären Guthaben bei Kreditinstituten und deren bilanzverlängernder Auswirkung sowie die gestiegenen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zusammenhängt. Eine Eigenkapitalquote von eindeutig über 40 % ist
weiterhin ein Fixpunkt der Unternehmensplanung und des Risikomanagements von MANNER. Dies insbesondere, um die
finanzielle Stabilität des Unternehmens zu gewährleisten und wirtschaftlich schwierige Perioden unbeschadet überbrücken
zu können.
Das Nettoumlaufvermögen, die Differenz des kurzfristigen Umlaufvermögens und des kurzfristigen Fremdkapitals wurde
von T€ 4.285 (2020) auf T€ 20.964 (2021) gesteigert, da das Umlaufvermögen vor allem aufgrund der
Lieferantenforderungen und hohen Barbestände gestiegen ist, während das kurzfristige Fremdkapital nur in geringerem
Ausmaß gestiegen ist. Insbesondere ist von Bedeutung, dass seit 2021 die Verbindlichkeiten aus Umsatzprämien sowie
Werbekostenzuschüsse erstmalig statt in den sonstigen Verbindlichkeiten nun mit den Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen saldiert bzw. in den Rückstellungen ausgewiesen werden. Dadurch sinkt das kurzfristige Fremdkapital.
MITARBEITER*INNEN
In herausfordernden Zeiten gilt es umso mehr, dass qualifizierte, engagierte Mitarbeiter*innen die Erfolge des
Unternehmens ermöglichen. MANNER fördert die eigenen Mitarbeiter*innen und ist bestrebt, ein motivierendes und
leistungsorientiertes Arbeitsumfeld anzubieten. Bei der Personalauswahl wird neben hoher fachlicher Qualifikation auch
insbesondere die soziale Kompetenz berücksichtigt. Bei Personalentscheidungen gelten ausschließlich fachliche
Fähigkeiten und persönliche Kompetenz. Auf Gleichbehandlung wird zudem hohes Augenmerk gelegt.
Mit entsprechenden Fortbildungsmaßnahmen wird den geänderten Anforderungen der Arbeitswelt Rechnung
getragen. Schulungen waren auch 2021 entsprechend den eingeschränkten Möglichkeiten wiederum nur in reduziertem
Umfang möglich. Um gewährleisten zu können, dass die Mitarbeiter*innen über das notwendige Fachwissen und die
erforderlichen Kompetenzen verfügen, wird auf die gezielte Weiterbildung auch in den nächsten Jahren ein Fokus gelegt.
Im Herbst 2021 wurde ein e-learning Tool (J.O.S.E.F.) eingeführt, welches eine gezielte und moderne Aus-und
Weiterbildung bei MANNER ermöglicht.
Zusätzlich hat die Lehrlingsausbildung bei MANNER einen hohen Stellenwert. Im Jahr 2021 gab es im Unternehmen 13
Ausbildungsplätze (Vorjahr 11) mit unterschiedlichen Berufsbildern. Auch im Jahr 2022 wird man, zur Sicherstellung der
notwendigen Fachkräfte, die Lehrlingsausbildung entsprechend fortsetzen und auch weitere Lehrberufe, die für MANNER
in Zukunft relevant sind, definieren.
Der durchschnittliche Mitarbeiterstand im Jahr 2021 betrug 416,0 Arbeiter*innen (2020: 415,0) und 355,0 Angestellte
(2020: 349,9). Mit Stichtag 31.12.2021 hat MANNER um 13 Mitarbeiter*innen weniger beschäftigt als zum 31.12.2020.
Dies entspricht einer Minderung von 1,65 Prozent.
Die Betriebsleistung pro durchschnittlicher Beschäftigter hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 Prozent exklusive
Leihpersonal erhöht, während sie bei Betrachtung inklusive Leihpersonal um 6,3 Prozent gesteigert werden konnte.
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Jahresfinanzbericht 2021
MARKETING
Die Auswirkungen der Pandemie und dadurch veränderte Konsumentenbedürfnisse und Mediennutzung waren auch 2021
Thema im Marketing bei MANNER. Zentrale Exportmärkte wie Deutschland, Tschechien, Slowakei und Ungarn litten
erneut unter den Corona-Wellen und den damit zusammenhängenden Einschränkungen im Geschäft. Zusätzlich gab es
auch im zweiten „Coronajahr“ 2021 eine vergleichsweise geringe Mobilität und einen merkbaren Tourismusausfall.
Insbesondere außereuropäischer Tourist*innen sind ausgeblieben. Auch das Verhalten heimischer Konsument*innen hat
sich verändert: Haushalte sparen vermehrt und sind zunehmend an Großgebinden und Vorratspackungen interessiert.
Trotz dieser erschwerten Bedingungen freut sich das Haus MANNER über zahlreiche Innovationen und erfolgreiche
Kampagnen in diesem Jahr und nutzt die aktuelle Krise auch als Chance, sich „fit for the future“ zu machen. Beispielsweise
hat Corona mehr Flexibilität in Hinblick auf Arbeitsweisen gebracht, Modelle wie Homeoffice oder hybrides Arbeiten wurden
die Norm.
Schwerpunkte Marke Manner
Das Jahr 2021 ist mit der internationalen Promotion „Abheben mit Manner“ (AT/DE/CZ/SK/SLO/HU) gestartet. Der Kern
dieser Aktivität war ein Gewinnspiel rund um das Skispringen in dem es darum ging, den „Weitenkaiser“ der MANNER-
Athleten digital zu erraten. Zahlreiche POS (Point of Sale)-Platzierungen sowie sieben VIP-Familien-Urlaubsreisen regten
in den Ländern zum Kauf an. Das langjährige Skisprung-Sponsoring-Engagement von MANNER wurde in diese Aktivität
stimmig integriert und sorgte für zusätzliche Sichtbarkeit am POS. Im Februar wurde zur weiteren Bekanntmachung der
„Manner Waffelvielfalt“ die 8er-Geschenkpackung „Mag man eben Mix“ gelauncht. Diese Taschenpackungsvielfalt wurde
von den Konsument*innen sehr gut angenommen und konnte wesentlich zum Umsatzerhalt im Kernsortiment beitragen.
Im Frühjahr 2021 wurde das Sortiment der Manner Snack Minis um zwei Sorten im 300-g-Beutel erweitert. Dieser
internationale Launch ist bis dato sehr erfolgreich und setzt sich im Bereich der Manner Beutel „on top“. Darüber hinaus
schafft es die Sub-Marke Snack Minis in Österreich, das übergeordnete Markenziel der Verjüngung zu erreichen und stellt
sich als „Brückenbauer“ zwischen Tradition und Moderne dar.
Sportlich durch den Sommer 2021 ging es mit der international durchgeführten Manner Sommerpromotion unter dem Motto
„Radl’n mit Manner“. Ausgehend von dem starken und durch Corona angefachten Trend „Radfahren“ wurde eine
aufmerksamkeitsstarke Promotion am POS, online und bei den Manner Sommertouren in Österreich sowie den
angrenzenden Zielmärkten umgesetzt. In den österreichischen Supermärkten weisen attraktive Promotion-Sticker auf der
Manner Range und eigene Promotion-Vorratspacks wie die 8er Manner Original Neapolitaner Schnitten und die 6er
Vollkorn Schnitten eigens auf die Promotion hin.
Von Juni bis Ende September gab es zahlreiche spannende Aktivitäten. Allen voran aufmerksamkeitsstarke
Großplatzierungen am POS und das Online-Gewinnspiel: Allen Teilnehmer*innen des Promotion-Gewinnspiels winkte die
Chance auf insgesamt zehn unvergessliche Familien-Radurlaube in den schönsten Regionen Österreichs, die gemeinsam
mit den Kooperationspartnern „Österreich Werbung“ und den Tourismusorganisationen aus den jeweiligen Bundesländern
verlost wurden.
Grundsätzlich stand das gesamte Jahr 2021 für Manner unter dem Motto der Nachhaltigkeit. Es ist gelungen, sowohl den
Bereich der Schnitten und Waffeln, als auch alle Manner Saisonartikel auf das für Konsument*innen relevante Fairtrade-
Kakao-Siegel umzustellen und alle betroffenen Artikel mit dem Lizenzlogo auszustatten. Start der Marketingaktivitäten war
in Österreich der Juli und in Deutschland der September, als wesentliche Produkte des Manner-Sortiments im Handel
bereits sichtbar waren. Konsument*innen wurden mit einer Kampagne, basierend auf den drei Säulen Regionalität,
nachhaltiger Kakao und vegan informiert: TV-Spots, Citylights, Manner-Onlinekanäle inkl. Social Media sowie umfassende
internationale Pressearbeit stellten die 360°-Bekanntmachung des Themas sicher.
Im Herbst wurde die trendige Sorte Schoko-Brownie im Taschenpackungsformat gelauncht und erfreut sich seither großer
Beliebtheit. Ein besonders geschmackvoller Start in einen gemütlichen Herbst/Winter 2021 ist durch den Launch der
Manner Winter Glück Waffel-Range gelungen – ein wahres Genuss-Highlight für alle Fans herbst-winterlicher
Gebäckkreationen in den Sorten „À la Spekulatius“, „Bratapfel-Zimt“ und „Gebrannte Mandel“. Ein rosa Waffel-Highlight
im klassischen Beutel für die traditionell im Süßgebäck wichtigen Monate September bis Dezember.
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Jahresfinanzbericht 2021
Im Manner Club Österreich und Deutschland konnten die Mitgliederzahlen 2021 stetig ausgebaut werden (> 40.000
Mitglieder gesamt) und auch für 2022 sind zahlreiche Aktivitäten geplant, die dieses Wachstum weiter vorantreiben.
Gleichzeitig wurde 2021 auch der Manner Clubshop (clubshop.manner.com) gelauncht und diente als Vorbereitung für
den Launch des B2C Onlineshops, der bereits live ist: www.shop.manner.com. Die Teilnehmerzahlen aller digitalen
Promotions der Marken Manner und Casali konnten auch in diesem Jahr deutlich gesteigert werden.
Das Konsumentenservice wickelte 2021 im direkten Kontakt mit Endkonsument*innen mehr als 15.000 Anfragen über
Telefon, Brief, E-Mail und die Onlineformulare erfolgreich ab.
Schwerpunkte Marken Casali, Napoli
Trotz der diversen Corona-Maßnahmen im Jahr 2021 hat die Marke Casali eine starke Performance im Heimatmarkt
Österreich gezeigt. Casali hat dabei sowohl im Schaum-, als auch im Dragee-Bereich ein wert- und mengenmäßiges
Wachstum erzielt. Als Treiber für diese Entwicklung ist u. a. die bewährte Casali-Dachmarken-TV-Kampagne
verantwortlich, die im ersten Halbjahr 2021 geschaltet wurde. Diese thematisiert die Sehnsucht nach Urlaub und einer
süßen Auszeit in einer authentischen Manier und vermittelt dadurch exotische Lebensfreude.
Der „Shot of the Year“ 2021 in der Sorte Rum-Kokos Ananas konnte sich gegenüber der Vorjahressorte Orange weiter „on
top“ setzen. Darüber hinaus hat die Limited Edition auch wesentlich zur Markenverjüngung beigetragen und maßgeblich
geholfen, neue Zielgruppensegmente zu erschließen.
Der allgemeine Trend zu Großgebinden schlägt sich auch bei Casali nieder und Produkte wie der Rum-Kokos-1-kg-Sack
und die Rum-Kokos-300-g-Dose zählen neben den Klassikern wie der 300-g-Schoko-Banane zu den Casali-
Gewinnerprodukten 2021.
Für ein weiteres exotisches Highlight am POS hat zudem die jährliche Casali Promotion gesorgt, die gemeinsam mit dem
Kooperationspartner Jollydays erfolgreich umgesetzt wurde.
Zu guter Letzt wurden die Weichen für einen Casali-Design-Relaunch zur Belebung und Verjüngung der Marke gelegt.
Gemäß den Ergebnissen einer Marktforschung trägt der Relaunch zur Steigerung der Markenattraktivität bei und zeigt die
größte Hebelwirkung bei der jüngeren Zielgruppe. Die neuen Designs fließen ab Anfang 2022 sukzessive ein und werden
am POS für die Konsument*innen im Laufe des Jahres sichtbar.
Bei den Napoli Dragee Keksi wurde die erfolgreiche Keksi-des-Jahres-Reihe mit der Sorte Cranberry im Mix aus
Milchschokolade und dunkler Schokolade 2021 fortgeführt. Auch in diesem Marktsegment setzt sich der Trend zu
Großgebinden fort und zeigt sich in einer starken Performance des 650-g-Winak-Packs. In Hinblick auf die
Markenkommunikation des Napoli Dragee Keksis ist die bewährte Hörfunk- & Onlinekampagne im März 2021 erneut zum
Einsatz gekommen.
Schwerpunkte Marke Victor Schmidt
Insbesondere die Marke Victor Schmidt hat der plötzliche Ausfall von Tourist*innen hart getroffen und vor große
Herausforderungen gestellt. Gemäß aktuellen Zahlen zeigt sich jedoch, dass Victor Schmidt im kompetitiven
Mozartpralinenmarkt wächst (Nielsen AT, LEH exkl. H/L, KW 52 2021) und somit Grund zur Zuversicht besteht. Im April
2021 konnte die „White Edition“ in der Trendgeschmacksrichtung weiße Schokolade gelauncht werden, um neue Impulse
im Mozartpralinenmarkt zu setzen und Umsätze anzukurbeln.
Die bereits 2020 veranlasste Fairtrade-Kakao-Zertifizierung des gesamten Victor-Schmidt-Sortiments wurde im Laufe des
Jahres 2021 am POS sichtbar und hat nicht nur ein wichtiges Signal in Sachen Nachhaltigkeit gesetzt, sondern schafft
auch einen unmittelbaren Mehrwert für die Verwender*innen.
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Auszeichnungen
•
Best Launch 2021 - Platz 1 für Manner Snack Minis im Beutel 300-g (Produkt Handelsmagazin)
•
German Brand Award für „Radl’n mit Manner“ und für die Marke Manner
•
1. Platz für die Victor Schmidt „White Edition“ in der HIT-Studie des österreichischen Handelsmagazin REGAL für
Produkteinzigartigkeit und Kaufanreiz
•
1. Platz für die Victor Schmidt „White Edition“ bei der Auszeichnung Top-Innovationen 2021 des Handelsmagazins
CASH
MANNER Shops
2021 war erneut ein herausforderndes Jahr für die MANNER Shops. Auch wenn 2021 in Österreich kein Lockdown aktiv
die Shops betroffen hat und die MANNER Shops offenhalten durften, war die ausbleibende Frequenz spürbar. Die
fehlenden Umsätze führten dazu, dass das einmalige Sonderkündigungsrecht bei drei Standorten in Anspruch genommen
wurde, und diese im Frühjahr 2021 schließen mussten. Die positive Zukunftsprognose führte im ersten Halbjahr dazu,
dass zur Jahresmitte eine neuer Standort am Flughafen F-Gate erfolgreich eröffnen konnte und mit diesem bereits im
Eröffnungsjahr die Erwartungen übertroffen wurden. Zusätzlich gelang es in zwei Shops trotz der äußeren Umstände
nahezu das Umsatzniveau von 2019 zu erwirtschaften.
Skisprung-Sponsoring
MANNER ist seit über zehn Jahren aktiver Sponsor im Skisprung-Sport und als Kopfsponsor mit den markanten rosa
MANNER-Helmen sowie bei ausgewählten Skisprungevents sichtbar. Langfristige Partnerschaften mit den Sportler*innen,
die als Teil der MANNER-Familie gesehen werden, zeichnen die Sponsoringstrategie aus.
Neben dem österreichischen Ausnahmesportler Stefan Kraft verstärkten 2021 Jan Hörl sowie Daniel Huber das
österreichische Team. Erstmals war auch eine Skispringerin unter den erfolgreichen MANNER-Adlern im Weltcup: Sara
Marita Kramer sprang als Neuzugang seit November 2021 mit rosa Helm. Für die deutschen Athleten Karl Geiger, Severin
Freund und Pius Paschke hieß es auch diese Saison wieder: „Schanze frei“. Der polnische Weltmeister und
Vierschanzentournee-Gewinner 2020 Dawid Kubacki komplettierte die internationale rosa MANNER-Equipe. MANNER-
Testimonials im Skisprungbereich waren auch der ehemalige Springer und ORF-Moderator Martin Koch sowie Lukas
Müller, der nach seinem schweren Sturz als Vorspringer wieder ins MANNER-Team aufgenommen wurde.
2021 war MANNER erneut bei zahlreichen Skisprung-Events als Sponsor sichtbar und sorgte mit der riesigen aufblasbaren
MANNER Schnitte und Banden im Auslauf für beste „rosa“ Aussichten. Damit schafft MANNER die perfekte Verknüpfung
der Emotionen im Skispringen mit der rosa Kult-Marke. Highlight 2021 waren die FIS Nordische Skiweltmeisterschaften in
Oberstdorf/Deutschland vom 23.2. bis 7.3.2021, bei denen über 750 Athlet*innen aus 65 Ländern antraten. Die „MANNER
Adler“ schafften 5 x Gold, 4 x Silber und 3 x Bronze auf den Schanzen und sorgten so für enorme Visibilität. Die
Skisprungbewerbe erreichten über 87 Millionen Zuseher*innen (live/delayed TV-Reichweite) in 16 Ländern weltweit. Auch
das Weltcupfinale in Planica/Slowenien wurde von MANNER gesponsert.
ZWEIGNIEDERLASSUNGEN
MANNER weist folgende wesentliche Zweigniederlassung auf:
Josef Manner & Comp. AG Zweigniederlassung Deutschland, Köln
Im Vergleich zum Vorjahr gab es bei der Zweigniederlassung keine Veränderungen.
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FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Die Schwerpunkte im Bereich Forschung und Entwicklung lagen im Jahr 2021 in der Umsetzung von Produktinnovations-
und Produktoptimierungsprojekten, sowie in der Unterstützung bei Prozess- und Rohstoffoptimierungsprojekten.
Mit den Snack Minis Milch Haselnuss und Milch Schoko wurde die Manner-Beutelvielfalt um zwei weitere Waffelkreationen
bestehend aus je drei Lagen besonders knuspriger Waffeln mit zwei Schichten feiner Creme ergänzt. Die Sorte Milch
Schoko sticht durch ihre schokobraunen Kakaowaffeln und durch die unwiderstehliche Kakaocreme (36 %) hervor. Die
Snack Minis Milch Haselnuss zeichnen sich durch extra viel Haselnuss (10 %) aus. Speziell für die kalte Jahreszeit wurden
außerdem die Sorten Bratapfel-Zimt, gebrannte Mandel und à la Spekulatius (80 % Creme) im wiederverschließbaren 200-
g-Beutel entwickelt. Sowohl bei den Snack Minis als auch bei den neuen Winter-Glück-Sorten kommt ausschließlich
Fairtrade-Kakao zum Einsatz.
Für die Marken Casali und Napoli wurden die Jahressorten Shot of the Year Rum Kokos Ananas und das Keksi des Jahres
Cranberry entwickelt und gelauncht.
PRODUKTIONSSTANDORTE
Um die Produkt- und Prozessqualität laufend zu verbessern, wurde im Jahr 2021 intensiv an definierten Maßnahmen und
Projekten sowie strategischen Aufgaben gearbeitet. Gesamt konnten über 65 Projekte an den Standorten Wien und
Wolkersdorf erfolgreich umgesetzt werden. Wie auch in den Vorjahren, wurde im berichteten Geschäftsjahr großes
Augenmerk auf die Steigerung der Energieeffizienz und die Reduktion von Verschwendung gelegt. So konnte der
Druckluft- und Energieverbrauch erheblich reduziert werden. Im Zuge des MANNER-Produktionssystems wurde weiter in
die Qualifikation von Mitarbeiter*innen investiert, um insbesondere den Schwerpunkt auf Produkt- und Prozessqualität zu
legen. Über 130 Mitarbeiter*innen haben mittlerweile erfolgreich das MANNER-Qualifikationsprogramm durchlaufen und
Optimierungen im Unternehmen umgesetzt. Um in den administrativen Bereichen Prozesse und Durchlaufzeiten zu
verbessern, wurde im vergangenen Jahr ein MANNER-Office-Qualifizierungsprogramm im Unternehmen gestartet. Ziel ist
in allen Unternehmensbereichen die kontinuierliche Verbesserungsarbeit zu manifestieren, um langfristig eine hohe
Produkt- und Prozessqualität zu gewährleisten.
RISIKOBERICHT
Die Geschäftstätigkeit von MANNER ist unvermeidlich mit Risiken verbunden, die sich trotz aller Sorgfalt nicht gänzlich
ausschließen lassen. Das Handeln der am Risikomanagementprozess beteiligten Personen ist von der festgelegten
Risikopolitik bestimmt. Die verfolgte Strategie basiert auf einer nachhaltigen Sicherung von Erfolg und Eigenständigkeit
von MANNER als börsennotiertes, österreichisches Familienunternehmen. Dabei ist der Unternehmenswert die zentrale
Steuerungs- und Messgröße des Unternehmenserfolgs. Dies bedeutet für die Risikopolitik, dass MANNER bereit ist,
unternehmerische Risiken einzugehen, sofern durch die damit eingeleiteten Geschäftsaktivitäten und den daraus
resultierenden zusätzlichen Ertragschancen eine Steigerung des Unternehmenswerts zu erwarten ist. Im Rahmen des
Risikomanagementprozesses werden somit unternehmerische Risiken durch ein Gegenüberstellen von Chancen und
Gefahren abgewogen.
Die bewusste Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken ist daher ein essenzieller Teil der Unternehmensführung. Ziel
ist es, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, sie zu bewerten und Maßnahmen einzuleiten. Die regelmäßige
Sensibilisierung der Mitarbeiter*innen resultiert in einer verantwortungsbewussten Risikokultur des Unternehmens.
MANNER versteht damit Risikomanagement als integrierten Teil aller Prozesse und Abläufe. Für das Risikomanagement
besteht daher keine eigene Aufbauorganisation, denn Risiko- & Krisenmanagement ist eine wesentliche Aufgabe aller
Führungskräfte. Die Koordination erfolgt durch ein Risiko-Krisen-Management Team.
Unternehmerische Kernrisiken, insbesondere also die Risiken von Seiten des Marktes (z. B. Nachfrageschwankungen)
trägt das Unternehmen selbst. Ebenso zu den Kernrisiken gehören die Risiken aus der Entwicklung neuer Produkte oder
Märkte. Alle nicht zu diesen Kerntätigkeitsfeldern des Unternehmens gehörenden Risiken, wie z. B. Zinsänderungs-,
Währungs-, Haftpflicht- oder Sachschadenrisiken, werden tendenziell auf Dritte (z. B. Versicherungen) übertragen.
Es besteht generell das Risiko von Kostensteigerungen bei Rohstoffen, Materialien und Energie, das nicht zeitgerecht
oder im vollen Umfang an die Abnehmer*innen weitergegeben werden kann. Diese Kostensteigerungen werden sich
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Jahresfinanzbericht 2021
immer wieder aufgrund von Währungsschwankungen, Angebotsengpässen (Ernteausfälle oder erhöhte Nachfrage) oder
Preisspitzen bei Rohöl und Erdgas ergeben. MANNER ist hier bestrebt, mit Vorkontrakten und rechtzeitiger Eindeckung
gegenzusteuern.
Die fortgesetzte Konzentration im Bereich des Handels führt zu einem erhöhten Druck auf die Abgabepreise. Gleichzeitig
ist aber aufgrund der Bonität aller großen Handelspartner das Ausfallsrisiko als gering einzustufen, überdies wird diesem
durch entsprechendes Debitorenmanagement und marktübliche Absicherungen Rechnung getragen.
Gegen Elementarrisiken (z. B. Feuer, Wasser) besteht Versicherungsschutz, dasselbe gilt auch für Produktrisiken
(Produkthaftpflicht).
Gegen Finanzrisiken wird laufend Vorsorge getroffen, etwa gegen das Risiko von Zinsänderungen durch entsprechende
Vereinbarungen mit den finanzierenden Bankinstituten und durch eine hohe Eigenkapitalquote. Ein Fremdwährungsrisiko
besteht derzeit nur in einem sehr geringen Ausmaß. Größere Fremdwährungsverbindlichkeiten werden durch
Kurssicherungsgeschäfte abgesichert.
Durch den Einsatz einer integrierten Unternehmenssoftware (ERP) bestehen für das Unternehmen Risiken in
Zusammenhang mit dem Ausfall des Systems (Verfügbarkeit, Datensicherheit), Performance des Systems sowie der
Richtigkeit der Daten (Fehleingaben). Um die Verfügbarkeit des Systems und die Datensicherheit zu gewährleisten, sind
entsprechende Notfallsysteme implementiert. Das Risiko von Fehleingaben wird durch Schulung von Mitarbeiter*innen
und durch Plausibilitätsüberprüfungen eingeschränkt. Hinsichtlich der Performance von Systemen besteht ein
permanenter Verbesserungsprozess, der gemeinsam mit externen EDV Partner*innen betrieben wird.
Das Personalrisiko ist durch die geringe Personalfluktuation und die lange Firmenzugehörigkeit von Mitarbeiter*innen als
gering einzustufen. Augenmerk wird auf das Übertragen von Unternehmenswissen und professionelle Aus- und
Weiterbildung gelegt. Nur mit qualifizierten und motivierten Mitarbeiter*innen sind die Herausforderungen der nächsten
Jahre erfolgreich zu bewältigen.
Es besteht das Risiko, dass trotz laufender und umfassender Qualitätskontrollen und eines etablierten
Wareneingangsprozesses nicht erkennbare Mängel bei Rohstoffen auftreten. Diesem Risiko wird durch eine laufende
Weiterentwicklung der Wareneingangsprüfung entgegengewirkt.
KRISENMANAGEMENT
In der ersten Hälfte des Jahres 2021 wurde MANNER trotz eines umfassend etablierten Wareneingangsprozesses von
einem nicht erkennbaren Mangel in einer Rohware getroffen, der sich in einer sensorischen Geschmacksveränderung in
einigen Produkten äußerte. Durch eine intensive Ursachenanalyse und mit Unterstützung von externen Expert*innen und
aufwändigen analytischen Prüfungen konnte diese Veränderung auf ein Fehlaroma in einer Zutat zurückgeführt werden,
welches im Zuge der gängigen Wareneingangsprüfung nicht erkannt werden kann. Da die Geschmacksveränderung auch
innerhalb des Sensorik Teams unterschiedlich stark in der Intensität wahrgenommen wurde, gestaltete sich die
sensorische Prüfung als äußerst schwierig. Aufgrund der festgestellten Geschmacksabweichung wurden daher vorsorglich
bestimmte Chargen von Casali Rum Kokos sowie Napoli Dragee Keksi nicht ausgeliefert bzw. aus den Vertriebskanälen
zurückgeholt. Durch diesen Vorfall wurden in sämtlichen Verarbeitungsstufen der betroffenen Zutat prozessbegleitende
Prüfungen aufgestockt bzw. etabliert, bei denen auch speziell auf diese Geschmacksveränderung kontrolliert wird. Diese
vorbeugenden Maßnahmen wurden in der Organisation verankert.
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BÖRSEZAHLEN 2021
Das Unternehmen besitzt keine eigenen Aktien und hat auch keine eigenen Aktien erworben oder verkauft. Die dem
Unternehmen bekannten Directors Dealings des Jahres 2021 wurden auf der Homepage der Gesellschaft sowie über ein
elektronisches Informationsverbreitungssystem veröffentlicht.
Börsenkennzahlen
€
€
2020
2021
Umsatz
569.864
803.897
Kapitalisierung
209.790.000
206.010.000
Schlusskurs per 31.12
111
109
Umsatz Stück
5.386
8.072
CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT
Das Unternehmen hat gemäß § 243c UGB einen Corporate-Governance-Bericht erstellt, der auf der Homepage des
Unternehmens veröffentlicht wurde. In diesem Bericht bekennen sich Vorstand und Aufsichtsrat zum Regelungsziel des
Österreichischen Corporate Governance Kodex. Die im Kodex definierten Grundsätze sind Bestandteil der
Unternehmenskultur. Die Erläuterungen und die Abweichungen zu den C-Regeln sind im Bericht dargestellt. Der
Corporate-Governance-Bericht ist auf der Webseite des Unternehmens (josef.manner.com) veröffentlicht.
AUSBLICK AUF DAS GESCHÄFTSJAHR 2022
Als Line Extension zum bestehenden Manner Knuspino-Sortiment im 110-g-Flowpack wird im Februar 2022 die neue Sorte
Manner Knuspino Limette gelauncht – die Sortimentsbelebung soll insbesondere im deutschen Markt für weiteres
Umsatzwachstum bei Manner Knuspino sorgen. Ebenso als Sortimentserweiterung und zur Belebung der Marke kommen
die Manner Snack Mini Schoko in der 3x75-g-Packung in KW 17 in den Handel. Diese hochattraktive Sorte wird bereits im
Beutel sehr gut angenommen und werblich mittels zweier TV-Spots Anfang des Jahres unterstützt. Darüber hinaus werden
im Sommer 2022 drei limitierte sommerliche Waffelsorten den Gaumen der Konsumtent*innen erfreuen und für fruchtige
Abwechslung sorgen: Im Mai ist der Launch des Manner „Sommer-Glücks“ in den Sorten Mango, Himbeere und Pfirsich
im 200-g-Beutel geplant, um Konsument*innen mit fruchtiger Vielfalt zu erfreuen und für zusätzliche Kaufimpulse vorrangig
in den Märkten Österreich und Deutschland zu sorgen.
Die beiden internationalen Promotions der Marke Manner im Jahr 2022 stehen im Winter unter dem Motto „Rosa
Glückssprung“, während der Sommer-Promotionschwerpunkt dem Thema „Wandern mit Manner“ gewidmet ist.
Auch die Casali-Promotion wird im Herbst 2022 wie gehabt im österreichischen Handel stattfinden. Bei Casali geht die
Limited Edition „Shot of the Year“ mit der Sorte Casali Rum-Kokos Banane in der Trendgeschmacksrichtung weiße
Schokolade in die nächste Runde. Das Napoli Dragee Keksi des Jahres 2022 ist eine Dessertvariation à la Crème Caramel
mit einer Dragierung aus Milchschokolade. Beide Limited Editions der Marken Casali und Napoli Dragee Keksi werden im
Jänner in Österreich gelauncht.
Außerdem darf sich das gesamte Napoli-Dragee-Keksi-Sortiment über eine Fairtrade-Kakao-Zertifizierung freuen. Die
Umstellung wird im Laufe des neuen Jahres sukzessive am POS ersichtlich und mit Werbeaktivitäten unterstützt.
Die Finanzierung der Tochterunternehmen, wie insbesondere der Manner Azerbaijan LLC wird, zusätzlich zu den laufend
für den Betrieb notwendigen Investitionen, den Cash Flow entsprechend beeinflussen.
Im Rahmen des bestehenden Risiko- & Krisenmanagements wurde bereits in einem Frühstadium des Auftretens von
COVID-19 2020 ein Krisenteam eingesetzt. Dieses Team hat nach wie vor die Aufgabe, die aktuelle Lage laufend zu
beurteilen. Zahlreiche Maßnahmenpläne wurden erarbeitet und umgesetzt, stets mit dem Ziel, das Risiko für das
Unternehmen und seine Mitarbeiter*innen zu reduzieren. Die Auswirkungen dieser Pandemie haben auch noch 2021
merklichen Einfluss auf den Geschäftsgang von MANNER gehabt.
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Jahresfinanzbericht 2021
Die Ergebnisplanung für 2022 hat, soweit dies unter den gegebenen Umständen möglich ist, die Rahmenbedingungen
berücksichtigt. Aktuell geht das Management für 2022 davon aus, dass sämtliche Ergebnisse und Kennzahlen in Relation
zu 2021 stark von den Ereignissen in der Ukraine beeinflusst werden und das Unternehmen mit stark steigenden Rohstoff-
und Energiepreisen konfrontiert sein wird. Damit sind weitere Verkaufspreissteigerungen zwingend notwendig.
OFFENLEGUNG GEMÄSS § 243A UGB
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt wie im Vorjahr € 13.740.300 und ist in 1.890.000 nennbeitragslose Stückaktien
zerlegt. Die Aktien der Gesellschaft lauten auf Inhaber (244.638 Stück; Vorjahr: 360.319 Stück) oder auf Namen (1.645.362
Stück; Vorjahr: 1.529.681 Stück). Die Inhaberaktien notieren an der Wiener Börse (amtlicher Handel im Marktsegment
Standard Market Auction).
Folgende direkte Beteiligungen am Kapital, die zumindest zehn Prozent betragen, sind dem Unternehmen mit Stichtag
31.12.2021 bekannt:
Privatstiftung Manner
931.465 Stück
(= 49,28%; Vorjahr: 804.448)
Andres Holding Gesellschaft m.b.H.
453.533 Stück
(= 24,00%; Vorjahr: 453.533)
Die Privatstiftung Manner mit 815.023 Stück ihrer Aktien (Vorjahr 803.458) und die Andres Holding Gesellschaft m.b.H
gehören dem „Manner“-Syndikat an. In Summe hält dieses Syndikat 1.670.870 (Vorjahr: 1.670.870) Stammaktien
(=88,41 %). Bei dem Syndikat handelt es sich um ein zweistufiges Syndikat, bestehend aus dem Manner/Riedl-Syndikat
(=57,41 %; wie im Vorjahr) und der Andres-Gruppe (= 31,00 %; wie im Vorjahr). Entsprechend der Syndikatsverträge
unterliegen die syndizierten Aktien Beschränkungen, die das Stimmrecht und die Übertragung von Aktien betreffen.
Das weitere nicht syndizierte Aktienkapital von 11,59 % (= 219.130 Stück; wie im Vorjahr) verteilt sich, soweit dem
Unternehmen bekannt, auf die Privatstiftung Manner mit 116.442 Stammaktien (= 6,16 %) und eine Vielzahl von
Kleinaktionär*innen mit 102.688 Stammaktien (= 5,43 %).
Zu den weiteren Punkten des § 243a (2 bis 9) UGB bestehen keine Offenlegungsnotwendigkeiten.
123
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Nichtfinanzielle Erklärung
Nichtfinanzielle Erklärung gem. § 243b UGB der Josef MANNER & Comp. AG für das Geschäftsjahr 2021
Josef MANNER & Comp. AG produziert und vertreibt als österreichisches Familienunternehmen fünf der bekanntesten
und beliebtesten Süßwarenmarken Österreichs (Manner, Casali, Victor Schmidt, Ildefonso und Napoli).
MANNER ist ein starkes Markenartikelunternehmen für Süßwaren und die Marken verbinden beste Qualität mit höchstem
Genuss. Die Produktion findet ausschließlich an österreichischen Standorten statt, am Standort Wien im 17. Wiener
Gemeindebezirk und am Standort Wolkersdorf in Niederösterreich. Ausgehend vom Stammmarkt Österreich erfolgt der
Ausbau des internationalen Geschäfts in ausgewählten Märkten, vorwiegend in Zentral- und Osteuropa.
Das Management nichtfinanzieller Themen ist bei MANNER integraler Bestandteil des Managementverständnisses und
Basis für eine ertragreiche Zukunft, denn die finanzielle Gebarung zeigt in der Regel die Ergebnisauswirkungen
nichtfinanzieller Entscheidungen. Umso wichtiger ist es deshalb, als Unternehmen die internen und externen
Auswirkungen des unternehmerischen Handelns zu beschreiben und zu dokumentieren. Risiko- & Krisenmanagement
sind wesentliche Aufgaben aller Führungskräfte. Die Koordination erfolgt durch ein Risiko-Krisenmanagement-Team.
Risiken werden durch diese nichtfinanzielle Erklärung sowie den Risikobericht im Geschäftsbericht erläutert. MANNER
veröffentlicht für das Geschäftsjahr 2021 eine nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 243b UGB, die für das Verständnis des
Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage der Gesellschaft sowie der Auswirkungen der Tätigkeiten
erforderlich und wesentlich ist. Mit dieser nichtfinanziellen Erklärung erläutert MANNER die wesentlichen Aspekte gemäß
§ 243b UGB sowie darüber hinaus die Themen Produktverantwortung und Lieferkette als wesentliche Bestandteile der
Wertschöpfungskette. MANNER gibt einen Einblick in die Unternehmensführung (Governance), indem der
Managementansatz, die Geschäftsprozesse und Risiken sowie die wesentlichen damit zusammenhängenden
nichtfinanziellen Kennzahlen beschrieben werden. Der vorliegende Bericht entspricht nicht den GRI-Standards (Global
Reporting Initiative). Es wird jedoch darauf geachtet, dass diese als Orientierung für die Kennzahlen und die Management-
Ansätze verwendet werden.
EU-Taxonomie
Gemäß der EU-Taxonomie-Verordnung (EU) 2020/852 ist MANNER verpflichtet, drei wesentliche Leistungsindikatoren
(Umsatz, CAPEX und OPEX) im Zusammenhang mit den für die EU-Taxonomie in Frage kommenden wirtschaftlichen
Aktivitäten offenzulegen. Die EU-Taxonomie ist Teil der umfassenden Bemühungen der EU, die Ziele des europäischen
„Green Deals“ zu verwirklichen und Europa bis 2050 klimaneutral zu machen. Es handelt sich dabei um ein
Klassifizierungsinstrument, das Unternehmen und Investoren bei nachhaltigen Investitionsentscheidungen unterstützen
soll.
Laut EU-Taxonomie und dem damit verbundenen Delegierten Rechtsakt (EU) 2021/2139 liegt eine nachhaltige Investition
dann vor, wenn sie wesentlich zur Verwirklichung von mindestens einem Umweltziel der EU beiträgt. Für das Geschäftsjahr
2021 sind Vorgaben zu den ersten beiden Umweltzielen – Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel – in Kraft. Die
Pflichtangabe für das Berichtsjahr 2021 umfasst jeweils den Anteil der identifizierten taxonomiefähigen sowie nicht-
taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten gemessen an Umsatz, CapEx und OpEx. Ab 2022 erfolgt die Berichterstattung
zu taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten. Zusätzlich sollen im Jahr 2022 auch Kriterien der vier weiteren Umweltziele
von der EU-Kommission festgelegt werden, zu denen ebenfalls in den folgenden Jahren berichtet wird.
MANNER-Wirtschaftstätigkeiten Im Rahmen der EU-Taxonomie
Es wurden alle wirtschaftlichen Tätigkeiten, die im Delegierten Rechtsakt (EU) 2021/2139 inkl. Anhänge I und II aufgeführt
sind, analysiert. Der Delegierte Rechtsakt zu Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel konzentriert sich auf die
wirtschaftlichen Aktivitäten und Sektoren, die das größte Potenzial haben, einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz
oder zur Anpassung an den Klimawandel zu leisten. Zu den erfassten Sektoren gehören im Wesentlichen Energie,
ausgewählte verarbeitende Gewerbe, Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung sowie Verkehr und Gebäude.
124
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Nach einer gründlichen internen Überprüfung, an der alle relevanten Abteilungen und Funktionen beteiligt waren, kamen
wir zu dem Schluss, dass unsere wirtschaftlichen Kernaktivitäten nicht unter den Delegierten Rechtsakt zum Klimawandel
bzw. Klimawandelanpassung fallen und folglich nicht taxonomiefähig sind. Es kann daher schlussgefolgert werden, dass
die Produktion von Lebensmitteln im Rahmen der EU-Taxonomie nicht als relevante Quelle von THG-Emissionen
identifiziert wurde. Unsere Bewertung der Taxonomiefähigkeit konzentrierte sich daher auf wirtschaftliche Aktivitäten, die
nicht das Kerngeschäft, sondern Unternehmensbereiche betreffen, und in die Investitionen getätigt werden oder
Betriebskosten anfallen.
Folgende taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeiten wurden für das Jahr 2021 identifiziert:
Wirtschaftstätigkeit nach
Relevanz für MANNER
Sektor
Energie
Bau und Betrieb von Anlagen, die thermische Energie speichern und sie zu
einem späteren Zeitpunkt in Form von thermischer Energie oder anderen
Energievektoren wieder abgeben (Schichtwasserspeicher: nach dem
Blockheizkraftwerk zur Zwischenspeicherung von Thermalenergie).
Bau, Sanierung und Betrieb von Rohrleitungen und der zugehörigen
Infrastruktur für die Verteilung von Wärme und Kälte, die an der
Unterstation oder dem Wärmetauscher endet – von einem zentralen Punkt
wird Wärme und Kälte an die Produktion verteilt.
Wasserversorgung,
Bau, Erweiterung und Betrieb von Wassersammel-, -aufbereitungs- und -
Abwasser- und
versorgungssystemen (Wasseraufbereitung für Kühltürme).
Abfallentsorgung und
Erneuerung
von
Wassersammel-,
-aufbereitungs-
und
-
Beseitigung von
versorgungssystemen, einschließlich der Erneuerung der Infrastrukturen
Umweltverschmutzungen
für die Sammlung, Aufbereitung und Verteilung von Wasser für den
häuslichen und industriellen Bedarf (getrennte Sammlung und Beförderung
von nicht gefährlichen Abfällen in einzelnen oder gemischten Fraktionen
zur Vorbereitung auf die Wiederverwendung oder das Recycling).
Verkehr
Kauf, Finanzierung, Vermietung, Leasing und Betrieb von Fahrzeugen der
Klassen M1, N1, die beide in den Anwendungsbereich der Verordnung (EG)
Nr. 715/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates fallen, oder L
(2- und 3-rädrige Fahrzeuge und vierrädrige Kraftfahrzeuge) – hier E-Autos
(Dienstwagen) und auch alle anderen Benzin- und Dieselfahrzeuge
Baugewerbe und
Individuelle Renovierungsmaßnahmen, die in der Installation, Wartung oder
Immobilien
Reparatur von energieeffizienten Geräten wie Dämmung vorhandener
Hüllenkomponenten; Austausch vorhandener Fenster durch neue
energieeffiziente Fenster; Austausch vorhandener Außentüren durch neue
energieeffiziente Türen; Installation und Austausch energieeffizienter
Lichtquellen; Installation, Austausch, Wartung und Reparatur von Heiz-,
Lüftungs- und Klimaanlagen (HLK) und Warmwasserbereitungsanlagen,
einschließlich
Geräten
für
Fernwärmedienstleistungen,
durch
hocheffiziente Technologien; Installation wasser- und energiesparender
Küchen- und Sanitärarmaturen.
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Installation, Wartung und Reparatur von Ladestationen für
Elektrofahrzeuge in Gebäuden und auf Parkplätzen an Gebäuden (sieben
Ladestationen in Wien Hernals / eine in Wolkersdorf).
Installation, Wartung und Reparatur von Instrumenten und Geräten zur
Messung, Regelung und Kontrolle der Energieeffizienz von Gebäuden wie
Installation, Wartung und Reparatur zonierter Thermostate, intelligenter
Thermostatsysteme und Sensoren, einschließlich Bewegungs- und
Tageslichtsteuerung; Installation, Wartung und Reparatur von Systemen
zur
Gebäudeautomatisierung
und
-steuerung,
Systemen
für
Gebäudeenergiemanagement,
Beleuchtungssteuerungs-
und
Energiemanagementsystemen; Installation, Wartung und Reparatur
intelligenter Zähler für Gas, Wärme, Kälte und Strom; Installation, Wartung
und Reparatur von Fassaden- und Dachelementen mit Sonnenschutz- oder
Sonnenregulierungsfunktion,
einschließlich
solcher,
die
das
Pflanzenwachstum unterstützen. MANNER hat eine Gebäudeleittechnik
installiert.
Künftige Entwicklungen in der Gesetzgebung können den Umfang der für die Taxonomie in Frage kommenden Tätigkeiten
in Zukunft ändern. Sobald die weiteren Kriterien zu den restlichen Umweltzielen verabschiedet wurden, ist es möglich,
dass größere Teile unserer Geschäftsaktivitäten als taxonomiefähig zu betrachten sind.
Prozess zur Identifikation der Wirtschaftstätigkeiten
Bei MANNER wurde zur Umsetzung der damit verbundenen Anforderungen ein interdisziplinäres Projektteam installiert,
welches sich mit der Identifikation von taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten beschäftigt. Das Projektteam setzt sich im
Wesentlichen aus Mitarbeiter*innen aus den Bereichen Reporting, Controlling und Finanzen zusammen und wird durch
technische Fachbereiche unterstützt.
Um die gemäß EU-Taxonomie darzustellenden Wirtschaftstätigkeiten zu erheben, wurde im Rahmen des Projekts in einem
dreistufigen Prozess vorgegangen:
•
Schritt 1: Screening aller Wirtschaftstätigkeiten gemäß dem Katalog des Delegierten Rechtsakts3 und
Einschätzung der für MANNER relevanten Tätigkeiten.
•
Schritt 2: Workshop und Detailbetrachtung mit Fachbereichen, um die identifizierten Wirtschaftstätigkeiten aus
dem ersten Screening zu validieren.
•
Schritt 3: Mapping der Wirtschaftstätigkeiten mit den finanziellen Kennzahlen und Prüfung durch das Controlling,
ob relevante/wesentliche Umsätze/Kosten in der Periode für die Aktivität angefallen sind.
Die Systemgrenzen der Berichterstattung sind ident mit denen des Einzelabschlusses der Josef MANNER & Comp. AG.
Die benötigten Daten werden aus Microsoft Dynamics AX 2012 (ERP-System) und PST-BI (Data Warehouse) entnommen.
Im Rahmen des Datenerhebungsprozesses sind mehrere Kontrollschritte implementiert, um die Validität und Konsistenz
der Datenerhebung sicherzustellen.
3
vgl. Delegierter Rechtsakt (EU) ꢀꢁꢀꢂ/ꢀꢂꢃꢄ Anhang I und II (Climate Delegated Act)
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Jahresfinanzbericht 2021
Basis der Leistungsindikatoren
Die herangezogenen Kennzahlen und deren Darstellung basieren auf den Vorgaben der Anhänge I „KPI von Nicht-
Finanzunternehmen“ und II „Meldebogen für die KPI von Nicht-Finanzunternehmen“ des Disclosure Delegated Act zur EU-
Taxonomie4.
Taxonomiefähige Umsätze berechnen sich aus dem Teil des Nettoumsatzes mit Dienstleistungen, die mit
taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Die Summe der Umsätze entspricht den im Einzelabschluss
ausgewiesenen Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kund*innen gem. IAS 1.82 (a). Siehe dazu die Angaben in der GuV.
Als taxonomiefähige CapEx werden Investitionen ausgewiesen, die sich auf Vermögenswerte oder Prozesse beziehen,
die mit taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Die Summe der CapEx entspricht den in Erläuterungen
zur Bilanz ausgewiesenen gesamten Anlagenzugängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, siehe
Anlagespiegel.
Als taxonomiefähige OpEx werden Betriebsausgaben ausgewiesen, die sich auf Vermögenswerte oder Prozesse
beziehen, die mit taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Die Summe der OpEx ist in der EU-Taxonomie
nur als ein ausgewählter Teil der Betriebskosten definiert. Davon umfasst sind direkte, nicht kapitalisierte Kosten, die sich
auf Forschung und Entwicklung, Gebäudesanierungsmaßnahmen, Leasing sowie Wartung und Reparatur von
Vermögenswerten des Sachanlagevermögens beziehen.
Anteil der taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten 2021
Für das Geschäftsjahr 2021 sind die Leistungsindikatoren der taxonomiefähigen und nicht taxonomiefähigen
Wirtschaftstätigkeiten in untenstehender Tabelle dargestellt. Die Berichterstattung gemäß der Taxonomie-Verordnung
betrifft die Josef MANNER & Comp. AG. Eine doppelte Zuordnung zu wirtschaftlichen Aktivitäten wird vermieden, jede
Aktivität wird individuell betrachtet. Wesentlichkeitsgrenzen wurden in dieser Betrachtungsperiode nicht eingezogen,
sämtliche Aktivitäten wurden mit aufgenommen.
vgl. Delegierter Rechtsakt (EU) ꢀꢁꢀꢂ/ꢀꢂꢅꢆ zu den Artikel-ꢆ-Kennzahlen (Disclosure Delegated Act)
4
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Jahresfinanzbericht 2021
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
ORGANISATION MANNER
MANNER versteht sich als Familienunternehmen und handelt stets im Einklang mit den Unternehmenswerten und der
definierten Strategie „MANNER 2025“:
Bei MANNER steht der Mensch im Zentrum erfolgreichen Handelns
MANNER ist ein internationales, weltoffenes und innovatives Unternehmen
MANNER hat eine umsetzungsstarke Organisation mit Streben nach Exzellenz und Freude an der Arbeit
MANNER hält sich intern und extern an Zusagen und stellt Qualität und an oberste Stelle. MANNER legt Wert auf einen
verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit allen Ressourcen.
Als Organisation wird MANNER von vier Vorständen geführt. Seit 01.03.2021 ist die Position des Marketing- und
Vertriebsvorstands gleichzeitig CEO des Unternehmens. Die Berichtsebene darunter umfasst 16 Bereichsleiter*innen, auf
der nächsten Ebene finden sich die Abteilungsleiter*innen, dann Sachbearbeiter*innen und das Fachpersonal. Mit Stichtag
31.12.2021 waren bei MANNER 777 Mitarbeiter*innen beschäftigt, davon 298 Frauen und 479 Männer. Alle
Mitarbeiter*innen sind in Kollektivvertragsvereinbarungen (Kollektivvertrag der Nahrungs- und Genussmittel / Bereich
Süßwaren sowie Kollektivvertrag für Angestellte und Lehrlinge in Handelsbetrieben) erfasst. In der Regel werden bei
MANNER unbefristete Verträge ausgestellt.
Im Rahmen der unternehmensweit einheitlichen Personalpolitik, die für alle Mitarbeiter*innen gleiche Chancen und Rechte
sicherstellt, bemüht sich die Gesellschaft um die Entwicklung und Weiterbildung von Frauen. Die Gesellschaft verfolgt das
Ziel, den Anteil der Frauen in leitenden Stellungen mittelfristig auf ein ausgewogenes Niveau zu heben. Derzeit sind drei
Mitglieder der Organe Vorstand und Aufsichtsrat weiblich. Für den Aufsichtsrat wie auch für den Vorstand gelten bei
Personalentscheidungen und bei der Entlohnung ausschließlich fachliche Fähigkeiten und persönliche Kompetenzen.
Hohes Augenmerk wird auf die strenge Gleichbehandlung der Geschlechter gelegt. In zahlreichen Bereichen konnten sich
Frauen für Führungsaufgaben in der ersten und zweiten Berichtsebene qualifizieren.
MANNER STEHT ZUR GESELLSCHAFTLICHEN VERANTWORTUNG
Die „Wahrnehmung der Produktverantwortung gegenüber Kund*innen durch Berücksichtigung von Ernährungstrends“ und
auch die „Reduktion des Zuckeranteils in Produkten“ stehen neben rein technischen sowie umwelt- und ethisch relevanten
Aspekten im Zentrum des Innovationsprozesses. MANNER integriert aktuelle Ernährungstrends in die Produktentwicklung,
um die Gesundheits- und Ernährungsbedürfnisse der Verbraucher*innen zu berücksichtigen und in neuen, marktreifen
Produkten umzusetzen. Beispielhaft hat sich der vegane Lebensstil zu einem Trend etabliert und ist für zahlreiche
MANNER-Konsument*innen wichtig. In der Produktentwicklung greift das Unternehmen dieses Thema auf und setzt es
bei zahlreichen Produkten um.
Sowohl bei der Entwicklung von Neuprodukten als auch bei der Optimierung von bestehenden Produkten hat MANNER
sich für Schnitten- und Waffelprodukte der Marke Manner zum Ziel gesetzt, den Zuckergehalt um 10 Prozent – bezogen
auf das Benchmark-Produkt Manner Original Neapolitaner Schnitten – zu senken. 2021 schafften sämtliche
Markeninnovationen wie die Manner Snack Minis Milch Haselnuss (-31,9 %), Manner Snack Minis Milch Schoko (-21,2 %),
Manner Winter Glück Bratapfel-Zimt (-21,2 %), Winter Glück à la Spekulatius (-21,2 %) und die Sorte Winter Glück
gebrannte Mandel (-14,9 %) dieses Ziel. Sowohl bei den Snack Minis als auch bei den neuen Winter-Glück-Sorten kommt
ausschließlich Fairtrade-Kakao zum Einsatz.
In den vergangenen Jahren wurde an dieser Stelle auch die „Bewusste Linie“ von Manner kommuniziert, mit Produkten
wie Manner Neapolitaner Vollkorn, Manner Biskotten Vollkorn, Manner Knusper Müsli und die Manner Milch Haselnuss
Vollkornflakes. Diese Produkte gab es auch 2021 weiterhin am Markt. Jedoch setzt Manner zukünftig den Fokus auf
Produktinnnovationen, um Ernährungstrends aufzugreifen und kommuniziert keine eigene Produkt-Range mit diesen
Eigenschaften. Daher wird an dieser Stelle sowie in den folgenden Berichten die Menge der „Bewussten Linie“ nicht
abgebildet.
Das im Jahr 2020 gestartete Projekt, spezielle Getreidesorten im österreichischen Vertragsanbau für eine besonders hohe
und gleichmäßige Waffelmehlqualität anbauen zu lassen, wurde im Jahr 2021 fortgesetzt. Das externe Forschungsprojekt
alternative Getreidesorten, die regional in Österreich angebaut und für die Backwarenherstellung bislang kaum eingesetzt
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Jahresfinanzbericht 2021
werden, wird ebenso fortgesetzt. Die Ergebnisse aus den ersten Versuchen sind vielversprechend. Hier könnten sich
interessante Ansätze für neue Innovationen und Alternativen zu konventionellen Rohstoffen ergeben.
SOS-Kinderdorf
„Gemeinsam Kindern das Leben versüßen“ lautet das Motto der Kooperation von MANNER mit dem SOS-Kinderdorf.
MANNER hat unter anderem ein Haus für eine Kinderdorf-Familie im SOS-Kinderdorf Abobo Gare an der Elfenbeinküste
finanziert und übernahm auch 2021 erneut die jährlichen Kosten für die dort lebende Familie sowie die Ausbildung und
Versorgung der Kinder. 2021 erhielten alle Kinder in SOS-Kinderdörfern zum Nikolofest eine süße Überraschung. Als
langjährige Partner von SOS- Kinderdorf haben sich MANNER und INTERSPAR 2021 zusammengetan, um mit einer
gemeinsamen Aktion das SOS-Kinderdorf zu unterstützen. Exklusiv bei INTERSPAR gab es österreichweit in allen Filialen
eine Manner 8 x 75-g-Geschenkpackung mit einer „Tausend Dank“-Botschaft. Ein grüner Aufkleber wies darauf hin, dass
die/der Konsument*in beim Kauf einer Geschenkpackung das SOS-Kinderdorf unterstützt.
MANNER als langjähriger Partner der Sporthilfe
Seit der Gründung von MANNER im Jahr 1890 nimmt auch soziales Engagement eine zentrale Rolle ein. Nachhaltige
Partnerschaften im Sportsponsoring sind MANNER als Unternehmen mit hohen Wertevorstellungen wichtig. Mit
Athlet*innen und Markenbotschafter*innen verbindet MANNER eine langjährige Zusammenarbeit, genauso wie mit der
Österreichischen Sporthilfe. Die Österreichische Sporthilfe ist eine gemeinnützige und unabhängige Organisation. Sie
leistet durch ihre finanzielle und ideelle Unterstützung einen wichtigen Beitrag zur sozialen Absicherung von
Spitzensportler*innen mit und ohne körperliche Behinderung. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch nachhaltige
Partnerschaften mit der Wirtschaft, Benefizveranstaltungen oder Fundraising-Aktivitäten. Auch 2021 gab es zahlreiche
gemeinsame Aktionen, wie etwa Ware in Paketen an Athlet*innen, Teilnahme an der Sporthilfe-Auktion sowie die
finanzielle Unterstützung des jährlichen Sporthilfe Charity-Kalenders.
Josef-Ressel-Zentrum
Seit 2012 unterstützt MANNER bereits das Institute for Business Ethics and Sustainable Strategy der FHWien der WKW.
MANNER nimmt damit seine volkswirtschaftliche Verantwortung wahr, unabhängig von Parteien und
Interessensgemeinschaften. Am 21. Oktober 2020 wurde im Zuge dieser Kooperation das Josef-Ressel-Zentrum zu
Collective Action und Responsible Partnerships gegründet.
Das Ziel von MANNER als Unternehmenspartner des Zentrums ist es, besser zu verstehen, wie Collective-Action-
Initiativen wirkungsvoll greifen, um zusammen in der Praxis gesellschaftlich relevante Probleme zu lösen. Denn
Megatrends wie Fachkräftemangel oder Digitalisierung betreffen auch MANNER. Wie diese Herausforderungen
gemeinsam mit anderen Unternehmen adressiert werden, das ist Inhalt der gemeinsamen Arbeit. In den ersten eineinhalb
Jahren der Projektlaufzeit hat das Team um Zentrumsleiter FH-Prof. Dr. Markus Scholz bereits umfangreiche Aktivitäten
gesetzt. Bisher wurden im Rahmen des Projekts sechs Beiträge für internationale wissenschaftliche Konferenzen, ein
Buchbeitrag, eine Praxisstudie sowie drei Publikationen in international führenden wissenschaftlichen Fachzeitschriften
erarbeitet. Hinzu kommen zahlreiche hochkarätige Keynote-Präsentationen von Prof. Scholz, Workshops mit MANNER
zusammen mit den weiteren Unternehmenspartnern des Zentrums, Vorträge sowie Interviews, Podcasts und Gastbeiträge
in Printmedien.
Bienen an beiden Produktionsstandorten
Manner setzt einen weiteren Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und heißt seit 2021 zwölf Bienenvölker an den
Produktionsstandorten Wien und Wolkersdorf willkommen. Der Honig der Manner-Bienen wird in den eigenen Manner-
Shops in Wien und Wolkersdorf verkauft, die ca. 800.000 Bienen werden von Imkermeister Thomas Zelenka betreut.
MANNER ÜBERNIMMT VERANTWORTUNG FÜR SICHERE PRODUKTE
Qualität bedeutet, dass MANNER-Konsument*innen zu jeder Zeit Produkte aus dem Hause MANNER in der konstant
hohen Qualität genießen können. Jedes Genussmittel ist aber nur so gut wie die Summe seiner Einzelteile. Aus diesem
Grund legt MANNER höchsten Wert auf ausgewählte, hochqualitative Zutaten. Alle Rohstoffe werden nach der Anlieferung
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im hauseigenen Betriebslabor entsprechend eines risikobasierten Prüfplans bemustert, analysiert und nur nach
Übereinstimmung mit der Spezifikation zur Verarbeitung in der Produktion freigegeben.
Das MANNER-Labor wurde 2014 unter Berücksichtigung aller gängiger Standards errichtet und wird laufend mit „State of
the art“-Technologien ausgestattet. Die MANNER-Philosophie ist es, mit den Rohstofflieferant*innen eine langfristige
partnerschaftliche Geschäftsbeziehung einzugehen und die Qualität der Produkte auch während der laufenden Herstellung
zu kontrollieren: So werden zum Beispiel täglich in sämtlichen Produktionsschichten von jeder Produktions-Charge Muster
gezogen und von einem Team geschulter Sensoriker*innen verkostet und bewertet. Die kontinuierliche Verbesserung der
Qualitätsstandards gehört zu den Grundpfeilern des Unternehmenserfolgs.
MANNER hat durch die Einführung von HACCP-gestützten Verfahren ein System zur Eigenkontrolle für die Erfassung,
Bewertung und Reduktion von Gefahren implementiert. Dieses nach den Forderungen der VO(EG) Nr. 852/2004
ausgerichtete Verfahren zur Gefahrenanalyse und Ableitung geeigneter Kontrollpunkte und deren Beherrschung entlang
der Wertschöpfungskette – von der Entwicklung über die Produktion bis zum Versand – trägt wesentlich zur Erhöhung der
Lebensmittelsicherheit bei.
Sowohl die gesetzlichen Anforderungen als auch das Bestreben, die Sorgfaltspflicht in Bezug auf das Inverkehrbringen
von sicheren Lebensmitteln zu erfüllen, haben dazu geführt, dass Präventionsmaßnahmen implementiert wurden, die eine
gute Hygienepraxis und eine gute Herstellungspraxis gewährleisten. Eine regelmäßige Verifizierung des Systems deckt
Verbesserungspotenziale auf und trägt zur ständigen Weiterentwicklung sowie zur Erfüllung der Anforderungen für die
Erzeugnis-Sicherheit bei.
Stark getrieben von der kontinuierlichen Verbesserung und dem in der Strategie verankerten „Streben nach Exzellenz“
setzt MANNER seit 2018 die Röntgentechnologie zur Fremdkörperdetektion ein und bleibt damit zur Einhaltung der
Lebensmittelsicherheit am Stand der Technik. Insgesamt sind neun Röntgengeräte zur Sicherstellung der
Lebensmittelsicherheit und Steigerung der Kundenzufriedenheit im Einsatz, denn mit den zum Einsatz kommenden
Röntgengeräten können nicht nur kleinere Fremdkörper, sondern auch ausgewählte Qualitätsmerkmale erkannt werden.
Am Produktionsstandort Wien sind derartige Geräte für Taschenpackungen, Schnittenblöcke und auch für Standbeutel
installiert. Dort wo der Einsatz von Metalldetektoren weiterhin sinnvoll ist, werden die Geräte gegen Detektoren der
neuesten Generation getauscht. Ausgebaut und werksübergreifend standardisiert wurde auch der strategische Einsatz
von Sieben und Magneten zur Absicherung von Produktionsstufen und zur zusätzlichen Steigerung der
Lebensmittelsicherheit.
Seit Dezember 2004 ist MANNER nach dem Standard „IFS Food“ (International Featured Standards) zertifiziert und seit
2019 nimmt MANNER freiwillig am Programm zur unangekündigten Auditierung teil. Gerade dieser Ansatz verdeutlicht
das Streben nach nachhaltigen Lebensmittelsicherheitsstandards. Die Erfüllung der Standardvorgaben wird nach wie vor
von externen, zertifizierten Auditor*innen überprüft. Bei der Verlängerung des Zertifikats im Jahr 2020 konnte MANNER
so wie in den Vorjahren wieder ein Ergebnis auf hohem Niveau (Higher Level) für alle Produktionsstandorte erreichen.
Die Deklaration der MANNER-Produkte basiert auf der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) und diese sieht
detaillierte Deklarationspflichten für alle Zutaten vor. Das heißt, alle Bestandteile, die rezepturmäßig enthalten sind, werden
in der Zutatenliste aufgelistet. Alle anderen Bestandteile, die nicht als Zutat einzustufen sind, jedoch in Spuren,
beispielsweise durch Überschneidung von Produktionsprozessen vorhanden sein können, werden durch eine freiwillige
„Kann-Kennzeichnung“ (z. B.: „Kann Spuren von Milchbestandteilen enthalten“) abgedeckt. Sollten gesetzliche
Anforderungen an herkunfts- oder gesundheitsbezogene Angaben zutreffen, werden die gesetzlichen Vorgaben
umgesetzt. Es gab im Jahr 2021 zwei behördliche Beanstandungen hinsichtlich Deklaration. Ein Fall betraf die Manner-
Kuvertüren, weil die Angaben zu Mindesthaltbarkeitsdatum und Aufbewahrungsanweisung („Lagerbedingungen“) nicht in
unmittelbarer Nähe zueinander abgedruckt waren. Das Layout wurde überarbeitet und bei nächster Folienbestellung der
Druck angepasst. Im zweiten Fall wurde die Angabe „Inulinballaststoff“ in der Zutatenliste der Manner-Vollkornschnitten
beanstandet, die korrekt „Inulinpulver“ heißen muss. Gemeinsam mit dem Lieferanten für den Rohstoff wurde diese
Rezeptur optimiert und die neue Zutat wird als Oligofructose deklariert. Die Verpackungsmaterialien wurden laufend im
Zuge der Nachbestellungen angepasst.
Die Fokussierung auf hygienisch einwandfreie Prozesse sowie qualitativ hochwertige Produkte steht im Zentrum des
Handelns und wird durch regelmäßige Audits abgesichert. Das zur Aufrechterhaltung der Produktsicherheit und zur
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Minimierung der Reklamationen erarbeitete Konzept wurde auch 2021 fortgeführt und erweitert. Insgesamt wurden
unternehmensweit 71 Audits zu den Schwerpunkten IFS und 5S von der Qualitätsabteilung und zahlreiche 5S-
Selbstüberprüfungsaudits sowie Muda Walks durch die jeweiligen Fachabteilungen des P&T-Bereichs durchgeführt.
Alle Konsumentenreklamationen sowie Feedback vom Handel werden statistisch erfasst und monatlich bewertet. Unter
Berücksichtigung der im Vergleichszeitraum verkauften Menge ergibt sich ein sogenannter Reklamationsfaktor. Als
permanente Inputgeber für die kontinuierliche Verbesserung dienen neben der Reklamationsstatistik (Auswertung aller
eingehenden Konsumentenreklamationen), die Rückmeldungen von Kund*innen (Handel) sowie die internen
Reklamationen und Fehler (Kennzahl: Quarantäne Setzungen).
Trotz der positiven Auswirkung einzelner KVPs und Verbesserungsprojekte auf die Reklamationsstatistik erreicht der
Reklamationsfaktor unternehmensweit betrachtet noch nicht den Zielwert. Die intensive Fokussierung auf die
Sicherstellung der Produktqualität wird auch 2022 fortgeführt.
Die Visualisierung der Reklamationsstatistik am Shopfloor schafft bei Mitarbeiter*innen Bewusstsein für dieses Thema,
das durch das tägliche Besprechen aktueller Cases in den Daily Morning Meetings verstärkt wird. Alle eingehenden
Reklamationen werden einer Risikozahl zugeordnet, entsprechend intern eskaliert und über einen 8D-Report bearbeitet.
Auf Basis der Reklamationsstatistik werden laufend Optimierungsmaßnahmen im Sinne eines kontinuierlichen
Verbesserungsprozesses gestartet und mit Hilfe der PDCA-Systematik umgesetzt.
Zur nachhaltigen Absicherung der Produktsicherheit wurden 2021 über 320 KVPs eingeleitet und über ein Prämiensystem
die besten ausgewählt. Die Abarbeitung der KVPs wird über eine Kennzahl verfolgt; diese gibt Auskunft über die Anzahl
der eingereichten KVPs im Themenspeicher und in den Phasen Plan, Do, Check und Act, sowie über die Durchdringung
der KVP-Arbeit in den Abteilungen (KVPs pro MA und Prozent der MA, die KVP eingereicht haben) und wird monatlich an
die Geschäftsführung berichtet.
Eine positive Auswirkung einzelner KVPs und Verbesserungsprojekte auf die Reklamationsstatistik – insbesondere auf die
Fremdkörpervermeidung – konnte auch 2021 beobachtet werden. Trotz eines punktuell deutlichen Rückgangs der
Reklamationen erreicht der Reklamationsfaktor unternehmensweit betrachtet noch nicht den Zielwert und die intensive
Fokussierung auf die Sicherstellung der Produktqualität wird auch 2022 fortgeführt.
Auch im Jahr 2021 wurden Trainings zur Vertiefung der Lean-Philosophie in der Belegschaft angeboten und so weitere 29
Lean Green Belts ausgebildet und mit dem universitären Zertifikat der Donau Uni Krems ausgezeichnet. Darüber hinaus
wurde 2021 auch die Ausbildung von Lean Admin Green Belts gestartet. Eine Gruppe von 15 Verantwortlichen aus den
Bereichen Einkauf, Planung, IT, Vertrieb sowie Produktionsadministration und Qualitätsmanagement belegten erfolgreich
das Training zum Lean Admin Green Belt, ebenfalls bestätigt durch das Zertifikat der Donau Uni Krems. Durch die parallele
Ausbildung von Green Belts sowohl im Produktions- als auch im Verwaltungsbereich ergibt sich eine Optimierung der
unternehmensweiten Abläufe.
Das Prinzip
ꢀ. Sicherheit (vor)
ꢁ. Qualität (vor)
ꢂ. Leistung,
nach dem jetzt schon die Kennzahlen am Shopfloor aufgebaut sind, muss in das Bewusstsein aller Mitarbeiter*innen
dringen und deren Handeln leiten.
QUALITÄTSSICHERUNG ENTLANG DER GESAMTEN LIEFERKETTE HAT HÖCHSTE PRIORITÄT
Die „Sicherstellung geringer gesellschaftlicher und ökologischer Auswirkung der Lieferkette“ ist für MANNER ein zentrales
Anliegen. „Wir streben eine Balance von Ökonomie, Ökologie und gesellschaftlicher Verantwortung an“ – so ist es im
MANNER-Verhaltenskodex festgehalten.
Im Bereich der Rohstoffe gibt es seit einigen Jahren einen Schwerpunkt in puncto Nachhaltigkeit. Das betrifft auch das
Palmöl, das MANNER bezieht. Bezüglich der Herkunft der gekauften Mengen an Palmöl bestätigt MANNER, dass das
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Palmöl direkt von europäischen Herstellern, die alle zertifizierte RSPO-Mitglieder (Roundtable on Sustainable Palm Oil)
sind, ohne Zwischenhändler angekauft wird.
Die Einhaltung der nationalen und internationalen Standards wird durch interne und externe Audits inklusive
unangekündigter Kundenaudits laufend überprüft. Um den hohen Qualitätsstandard über die gesamte Supply Chain zu
garantieren, werden in einem definierten Intervall risikobasiert Lieferantenaudits (Rohstoff, Verpackung, Logistikpartner,
Co-Packer) durchgeführt. Die zuständigen Fachabteilungen vergewissern sich in regelmäßigen Abständen bei den
Lieferanten vor Ort über die Einhaltung aller wesentlichen GMP-Anforderungen (Good Manufacturing Practice).
Zertifiziert nachhaltiger Kakao
Als einer der ersten der Branche hat MANNER 2020 alle Markenprodukte auf 100 Prozent zertifiziert nachhaltigen Kakao
umgestellt. Dieses Ziel wurde 2012 gesetzt und gemeinsam mit den Partnern UTZ und FAIRTRADE auch in diesem Jahr
erreicht. 2021 lag der Anteil des eingekauften zertifizierten Kakaos bei 98 Prozent. Lagerbestände und ein Überschuss
von Zertifikaten aus den letzten Jahren erlauben einen hundertprozentigen Einsatz von zertifiziertem Kakao in der
Produktion in den Markenprodukten.
Auf dem Weg hin zu 100 Prozent nachhaltigem Kakao bis 2020 gab es zahlreiche Meilensteine:
ꢁꢃꢀꢁ wurden alle Waffel- und Schnittenprodukte der Marke Manner auf nachhaltigen, UTZ-zertifizierten Kakao umgestellt.
ꢁꢃꢀꢄ wurde die Schokobananen-Range auf FAIRTRADE umgestellt – mit dem All-that-can-be-Siegel, da sowohl Zucker als auch
Banane sowie der Kakao aus FAIRTRADE-Anbau sind.
ꢁꢃꢁꢃ erhielt die gesamte Victor-Schmidt-Mozartkugel-Range das FAIRTRADE-Siegel.
ꢁꢃꢁꢀ war ein weiterer wichtiger Schritt für das Thema fairer Kakao bei Manner, denn sämtliche Manner Waffel- und
Schnittenprodukte wurden auf FAIRTRADE-zertifizierten Kakao umgestellt. Diese Maßnahme wurde Anfang des Jahres
kommuniziert und schrittweise auf dem Verpackungsmaterial ausgelobt. Somit wurde es für Konsument*innen sichtbar und die
sukzessive Umstellung verhinderte eine Vernichtung von Verpackungsmaterial.
MANNER Haselnussfarm
Qualitativ hochwertige Haselnüsse sind für den Geschmack zahlreicher Produkte aus dem Hause MANNER
ausschlaggebend. Die Qualität und Verfügbarkeit des Rohstoffs ist für das Unternehmen wesentlich. 2018 wurde aus
Überlegungen der Rückwärtsintegration – also der Übernahme von Fertigungsstufen von Zulieferern – die Tochterfirma
Manner AZERBAIJAN LLC gegründet und 2019 erste Anbaugebiete in Aserbaidschan erworben. Damit setzte MANNER
einen wichtigen Schritt in Richtung Versorgungsicherheit und Preisstabilität. Insgesamt wurden bisher ca. 318 Hektar
Agrarland (das entspricht ca. 445 Fußballfeldern) im Norden Aserbaidschans für den geplanten Anbau von rund 200.000
Haselnusspflanzen gekauft. Im Spätsommer 2024 ist mit einer ersten, kleinen Ernte zu rechnen. Bei vollem Ertrag wird
zukünftig rund 20 bis 25 Prozent des Bedarfs an Haselnüssen von der MANNER Haselnuss-Farm gedeckt.
Die größte Herausforderung 2021 war der Bau einer Bewässerungsanlage. Dazu musste ein riesiges Wasserreservoir
ausgehoben werden, ein Vorklärbecken sowie eine Pumpstation errichtet und im Erdreich Wasser-Rohrleitungen zu den
Pflanzen verlegt werden. Auch die Montage des Bewässerungssystems stand 2021 im Fokus. Dafür wird eine
Tröpfchenbewässerung zuerst „überboden“ und dann, wenn die Pflanzen größer sind, „unterboden“ verlegt. Nach
Fertigstellung wird das gesamte Bewässerungssystem eine Länge von ca. 1.500 km, also ungefähr einmal die Strecke
Wien – Barcelona, aufweisen. Teilweise muss das Wasser zu den Pflanzen hinaufgepumpt werden, an anderen Stellen
ist die Haselnussfarm aber abschüssig gelegen, sodass mit reiner Schwerkraft bewässert werden kann. Bis Jahresende
2021 konnten bereits 45.000 Jung-Haselnussbäume gepflanzt werden. Bis zum Frühjahr 2023 sollen weitere 100.000
Bäume folgen.
Auch Infrastruktur (Strom, Gas und Internet) wurden 2021 am Gelände eingerichtet und drei Traktoren angeschafft. 2021
arbeiteten ca. 30 fixe Arbeiter*innen auf der Haselnussfarm, temporär werden noch einmal so viele Kräfte für das Setzen
der Jungpflanzen im Einsatz sein. Herausfordernd war in diesem Jahr auch der Transport der Pflanzen und der
dazugehörigen Teile für die Bepflanzung. 2022 steht neben der Betreuung der bereits gepflanzten und dem Einsetzen
neuer Bäume die Schaffung einer effizienten Farm-Organisation im Fokus.
133
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
CO2-Reduktion durch Umstieg auf Mehrwegpaletten
2020 wurde in einer Projektgruppe das Thema Einwegpaletten und Mehrwegsysteme bei MANNER behandelt. In einem
vorgelagerten Schritt wurden bereits die Holz-Einwegpaletten auf Mehrweg bzw. auf Pressholz umgestellt. In einem
weiteren Schritt hat sich MANNER zum Ziel gesetzt, One-way-Pressholzpaletten stark zu reduzieren. Gemeinsam mit
CHEP, einem der größten Anbieter von Mehrwegpaletten, wurden 2020 nahezu alle neuen Display-Artikel nur mehr auf
CHEP-Mehrwegpaletten umgesetzt. Die CHEP-Mehrwegpalette wird CO2-neutral hergestellt und nach einer Lebensdauer
von bis zu zehn Jahren im Recycling-Prozess wiederaufbereitet. Damit schafft es das Unternehmen, CO2 einzusparen
und gleichzeitig wird das Handling und die Abwicklung vereinfacht.
Mit Ende 2020 wurde begonnen, auch die weiteren Artikel umzustellen, 2021 zeigt sich mit einem Anteil von 96 Prozent
(vgl. 2019: 63 %, 2020: 71 %) von Mehrwegpaletten am Gesamtvolumen eine massive Steigerung.
Nachstehend ein Überblick über interne und externe Audits, Produkt-, Beschaffungsrisiken und Kundenakzeptanzrisiken:
Interne Systemaudits
Interne Revision
Interne Prozess- und Produktaudits
IFS (externes Audit)
ꢄS (internes Audit)
TPM (internes Audit)
iUTZ (internes UTZ-Audit)
UTZ (externes UTZ-Audit)
Fairtrade (externes Audit)
iRSPO (internes RSPO-Audit)
RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil – externes Audit)
HG Audit (Herkunftssicherung für Ei und Eiprodukte)
Bio (zur Aufrechterhaltung des Zertifikats, zurzeit keine Produktionen)
Kosher
Vegan
Non-GMO
Darüber hinaus finden auf Basis der Kundenverträge auch unangekündigte Kundenaudits sowie zur Erfüllung konkreter
Kundenanforderungen auch Audits statt, die sich am Zielmarkt orientieren (z. B.: FDA). Des Weiteren werden auch
Rohstofflieferanten risikobasiert bzw. anlassbezogen auditiert. Auslöser und Ziele von Lieferantenaudits sind neben der
Überprüfung der Erfüllung der Standardanforderungen (bspw. IFS) auch die Potenzialerhebung hinsichtlich
Entwicklungsmöglichkeiten und Absicherung der Versorgungssicherheit. Die Erweiterung des Rohstoff-Know-hows und
das Schaffen bzw. Fördern einer gemeinsamen Vertrauensbasis zwischen Lieferant*innen und MANNER sind weitere
Eckpfeiler der Lieferantenaudits und tragen zu einer stetigen Verbesserung der Lebensmittelsicherheit und Qualität bei.
Zur Lenkung fehlerhafter Produkte wurde bereits 2018 ein automatisierter Workflow installiert, der sicherstellt, dass
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Produkte, die aufgrund eines Fehlers nicht in den Verkauf gelangen dürfen, schnellstmöglich einem alternativen
Verwendungszweck zugeordnet werden. Zum Beispiel werden die Produkte je nach Art und Ausprägung des Fehlers als
B-Ware im Shop, „Rework“, Wertstoff, verschenken/Spenden etc. weiterverwendet. Ziel dieses workflowgeführten
Prozesses ist es, dass ein hoher Anteil der investierten Wertschöpfung erhalten beziehungsweise rückgewonnen wird.
MASSNAHMEN ZUR REDUKTION DER UMWELTAUSWIRKUNGEN
MANNER ist auf Energie als primären Input für die Produktion angewiesen. Der Stromverbrauch und der Wassereinsatz
sind wesentliche Ressourcen, deren Einsatz MANNER laufend optimiert.
Das Thema Umweltbelange wird bei MANNER auf Vorstandsebene wahrgenommen. Dabei fokussiert sich MANNER auf
Prozesse und Systeme, die wirtschaftlich sinnvoll sind und gleichzeitig mit einer geringen Umweltbelastung und einem
geringen Energie- sowie Ressourceneinsatz einhergehen. Regelmäßig gibt es in der Vorstandssitzung Vorgaben und
Updates zu umweltrelevanten Themen. Zwei für das Unternehmen maßgebende Bereiche stehen dabei bei MANNER im
Fokus:
Energieverbrauch, d. h. die Nutzung der Energie, die aus dem Produktionsprozess entsteht
KVP (Kontinuierlicher Verbesserungs-Prozess), bei dem es unter anderem um die kontinuierliche Energieversorgung geht
Bei den Maßnahmen zur Prozessoptimierung werden unzählige technische und organisatorische Optimierungen
durchgeführt, die zur Steigerung der Energieeffizienz führen. Es werden nach wie vor Maßnahmen zur Verbesserung der
Produktionsprozesse gesetzt. Durch die Bewertung der Produktion vor und nach der Maßnahmenumsetzung ist eine
Effizienzmaßnahme plausibel nachzuweisen.
Die Feststellung der Größe der Einsparung erfolgt durch genaue Aufzeichnung der Produktionsmengen und der dafür
erforderlichen Endenergie. Hierfür wird ein Energieleistungskennzahlenmodell zur energetischen Bewertung
herangezogen.
MANNER-Energiemanagementsystem
Das MANNER-Energiemanagementsystem führt zur Transparenz der Energieströme und des Energieeinsatzes,
ermöglicht das Erkennen von signifikanten Änderungen im Energiebedarf und ist Basis für die Optimierung der
Anlagentechnik. Zusätzlich können CO2-Emissionen verringert und Energiekosteneinsparungen erzielt werden. Durch
kontinuierliche Verbesserungen im Bereich Energieeffizienz können langfristig Wettbewerbsvorteile durch energetisch
optimierte Produktion geschaffen, die Wertschätzung des Bereichs Energie erhöht und die Umsetzbarkeit von
Effizienzmaßnahmen gefördert werden. Aktuell umgesetzte Maßnahmen zur Vermeidung von Compliance und operativen
Risiken und Steigerung der Energieeffizienz sind:
Planung Erweiterung Fernwärme-Projekt Wien Energie
Die Wien Energie GmbH nutzt Abwärme aus industriellen Prozessen von MANNER und speist diese seit 1. Oktober 2016
in das Fernwärme-Sekundärnetz ein, um Fernwärmekund*innen mit Abwärme zu versorgen. Es waren zu Beginn des
Projekts mindestens 3.600 MWh pro Jahr an Abwärme Einspeisung vorgesehen. Im Rahmen dieses Projekts wurden
Verbindungsleitungen zwischen dem Pufferspeicher und dem Wärmetauscher von Wien Energie, inklusive Pumpenstation,
sowie der dazu notwendigen Elektrik für zwei Temperaturebenen errichtet. Nach Behebung aller im Jahr 2018
aufgetretenen Startschwierigkeiten konnte 2019 erstmals die geplante Abnahmemenge von 3.600 MWh erreicht werden.
Aufgrund der bisherigen Erfahrungswerte war eine Erweiterung der Einspeisemöglichkeiten seitens Fernwärme für 2021
geplant, um auch in den Sommermonaten dementsprechend zur Verfügung stehende Wärmemengen abnehmen zu
können. Es ist gelungen, auch ohne diese geplante Maßnahme die jährliche Liefermenge 2021 auf einen Höchstwert von
über 4.600 MWh zu erhöhen. Die geplante Erweiterung konnte 2021 aufgrund von COVID nicht umgesetzt werden und ist
für 2022 vorgesehen.
135
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Druckluft (DL)
Ziel waren Verbesserungen im Bereich Leckagen, der Reinigungsluft und des Leitungsnetzes. Es werden
Anlagengruppen, wenn nicht benötigt, mittels eines eigenen Schalters komplett vom DL-Netz getrennt. Damit sollte eine
massive Verbesserung im Bereich der Leckagen während des Produktionsstillstands erreicht werden. Weiters wurde ein
Pilotprojekt gestartet, mit welchem während des laufenden Betriebs überdurchschnittliche Abweichungen mittels Sensorik
erkannt und aufgezeigt werden. Mit dieser Maßnahme soll auch die Laufzeit der Kompressoren, speziell im Zeitraum von
Produktionsstillständen, reduziert werden. Mit diesen Maßnahmen konnte der Leckagenverlust um mehr als zehn Prozent
reduziert werden. Ein weiteres Ziel ist es, bis 2022 mit einem weiteren ölfreien Kompressor den gesamten Druckluftbedarf
auf höchstem Niveau der Sauberkeit bereitzustellen. Die Energiesaving-Gruppe wird auch in weiterer Zukunft großes
Augenmerk auf das Thema „Druckluftverbrauch“ legen.
Strom: Beleuchtung
Im Zuge der fortlaufenden Bestandssanierung wurden auch 2021 weitere Produktionsflächen mit energieeffizienten LED-
Beleuchtungen samt Lichtsteuerung ausgestattet. Sowohl im Objekt 1 als auch im Objekt 2 am Produktionsstandort Wien
wurden die betroffenen Bereiche auf den neuesten Stand der Technik gebracht und die Beleuchtung in LED-Technik
ausgeführt, beziehungsweise umgerüstet.
Management: Savingteam
Ein Energieeinsparungs-Team prüft Potenziale und setzt konkrete Maßnahmen um. Dieses Team wird kontinuierlich
erweitert.
Schulungen
Es haben 2021 COVID-konforme Schulungen, sowohl im fachlichen als auch im Bereich Bewusstseinsbildung
stattgefunden, z. B. Nutzung von Druckluft, Greenbelt, 5S, MPS etc.
Projekt Zero Waste
2020 wurden weiterhin die im Projekt „Zero Waste“ erarbeiteten Vorgaben umgesetzt und optimiert. Ziel des Projekts war
es, Wertstoffe, die in der Produktion anfallen, aber im Produktionsprozess nicht mehr eingesetzt werden können, möglichst
effizient zu verwerten. Dies beinhaltete unter anderem die sorgfältige Trennung der Wertstoffe vor Ort, Weiterführung von
Wertstoffen zur Aufbereitung, sowie die jährlich wiederkehrende Schulung der Mitarbeiter*innen. In diesem Sinne wurde
als erster Teil des Projekts im Sommer 2021 ein Pilot in Wolkersdorf gestartet. Im zweiten Teil wurde die bestehende
Situation – mit Fokus auf das Werk Wien – analysiert und alle relevanten internen und externen Daten erhoben. Im dritten
Teil des Projekts wurden interne und externe Optimierungspotenziale erhoben und werden ab 2022 schrittweise
umgesetzt. 2021 wurden die beschlossenen Maßnahmen evaluiert und als wirksam bewertet, sodass sie als neuer
Standard in das Managementsystem eingeführt werden konnten.
Sonnenstrom in Wolkersdorf
Am Dach der MANNER-Produktionsstätte Wolkersdorf wurde 2021 auf 6.000 Quadratmetern ein riesiges Solarkraftwerk
in Betrieb genommen. Die Photovoltaikanlage erzeugt mit 500 Kilowattpeak Leistung etwa 500.000 Kilowattstunden
Ökostrom jährlich und liefert so den Strombedarf, mit dem zum Beispiel die gesamte Produktion der beliebten Napoli
Dragee Keksi erfolgen kann. MANNER reduziert dadurch seine CO2-Emissionen um über 170 Tonnen pro Jahr.
136
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
ARBEITNEHMER*INNEN SIND DIE BASIS ERFOLGREICHEN WIRTSCHAFTENS
Alles fängt mit den Menschen an: Menschen mit Freude an der Arbeit stehen im Mittelpunkt der Strategie „MANNER 2025“
und stellen damit einen wesentlichen Erfolgsfaktor des Unternehmens dar. Daher bildet auch der MENSCH die Basis in
der MANNER-Wertepyramide. Fairness & Toleranz, Vertrauen & Integrität sowie Wertschätzung sind wesentliche
Bestandteile der gelebten Unternehmenskultur.
Die Menschen bei MANNER sind der Schlüssel, um Unternehmensziele zu erreichen. Sie machen Erfolg erst möglich,
denn sie prägen das Unternehmen nach innen wie nach außen. Der tägliche Einsatz der Mitarbeiter*innen ist damit der
entscheidende Beitrag zum Geschäftserfolg. Menschen und Erfolg gehören bei MANNER untrennbar zusammen.
Volles Engagement ist nur möglich, wenn der Umgang miteinander wertschätzend ist. Wertbasierte Führung und
Zusammenarbeit sowie transparente Kommunikation haben deshalb einen hohen Stellenwert im Geschäftsalltag und
zeichnen die Unternehmenskultur von MANNER aus. Die Werte sind niedergeschrieben und in der MANNER-
Wertepyramide verankert. Der Mensch steht bei MANNER im Zentrum und bildet die Basis der Wertepyramide. Die
Beschreibung der Kompetenzen wird regelmäßig bei Mitarbeitergesprächen verwendet, um fundiertes Feedback
dahingehend zu geben.
MANNER ist bestrebt, ein Umfeld zu schaffen, in dem Mitarbeiter*innen ihr volles Potenzial entwickeln und in den Job
einbringen können, in dem die Arbeit von Vertrauen geprägt ist und jeder in seinem Job Akzeptanz, Wertschätzung und
Respekt erfährt.
Als Familienunternehmen sind diese Werte sozusagen in der DNA und darin sieht MANNER auch einen
Wettbewerbsvorteil. Auch Dr. Carl Manner (†) hat die respektvolle Zusammenarbeit für ein gemeinsames Ziel zum Wohle
des Unternehmens in den Mittelpunkt gestellt. Dies bedeutet ein höfliches, offenes und faires Verhalten, bei dem der
Mensch nie Mittel zum Zweck ist.
MANNER versteht, dass Menschen unterschiedlich sind, schätzt unterschiedliche Meinungen und bezieht diese in den
Arbeitsalltag ein.
Die 2017 von MANNER begonnene Kooperation mit REiNTEGRA, einer Organisation, die sich seit über 30 Jahren für die
berufliche Rehabilitation psychisch erkrankter Menschen engagiert, wurde auch 2021 erfolgreich weitergeführt. Dabei
wurden von REiNTEGRA Fertigungsarbeiten für MANNER durchgeführt. Auch im vergangenen Jahr waren
durchschnittlich mehr als 40 Mitarbeiter*innen für MANNER tätig.
MANNER hat im Jahr 2010 die HAY-Stellenbewertung eingeführt. Dieses international anerkannte und bei zahlreichen
Unternehmen angewandte System unterteilt Stellen in verschiedene Funktionsgruppen.
Schulungen wurden im Jahr 2021 aufgrund der COVID-Situation leider wieder nur in sehr eingeschränktem Maße
durchgeführt. Schwerpunkte waren u. a. Führungskräfte-Workshops, um die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit zu
verbessern und den Teamzusammenhalt zu stärken sowie fachspezifische Schulungen im technischen Bereich.
Im Oktober 2021 wurde die E-learning-Plattform J.O.S.E.F. (Josef Manner Online Schulungen Erleichtern Fortbildung) ins
Leben gerufen. Diese eröffnet nun breite Möglichkeiten für die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter*innen. Es werden
sowohl vorgefertigte Schulungsinhalte zu zahlreichen Soft-Skills-Themen angeboten, die Plattform wird in Zukunft aber
auch für interne Trainings und Standardschulungen genutzt.
Ende 2019 initialisiert, wurde Anfang 2020 mit dem Thema Employer Branding gestartet. Hier wurde eine Steuergruppe
gebildet und gemeinsam mit den Führungskräften im Februar 2020 erste Themenschwerpunkte identifiziert. Leider konnte
auch hier aufgrund von COVID das Projekt nicht in vollem Umfang weiterverfolgt werden. Ein Neustart ist für 2022 unter
dem von MANNER-Mitarbeiter*innen entwickelten Titel „Miteinander Manner“ geplant.
Fit2work wurde in Wolkersdorf durch die Steuergruppe verfolgt und weitere Verbesserungsmaßnahmen bei
Arbeitsbedingungen gesetzt sowie Mitarbeiter*innen Unterstützung durch Arbeitsmedizin oder Coaching angeboten. Das
Gütesiegel für betriebliche Gesundheitsförderung, welches Manner aufgrund von Fit2work erhalten hat, war bis 2021 gültig
137
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
und wurde für die Jahre 2022 bis 2024 wieder zuerkannt. In Wien startete Fit2work mit der Erhebung des
Arbeitsbewältigungsindex, auf dessen Basis im Jahr 2022 Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt werden.
Seit März 2021 wurde am Standort Wien 17 durch die neue Arbeitsmedizinerin Dr. Sigrid Köbl-Klufa eine enge
Zusammenarbeit mit dem Bereich Arbeitssicherheit gestartet. Betriebsbegehungen, Arbeitsplatzevaluierungen, die
Neuorganisation der Ersten Hilfe sowie arbeitsmedizinische Untersuchungen wurden durchgeführt. Parallel dazu stellte
die Mitarbeit im COVID-Krisenteam (Beratung Risikogruppen, Bestellung Impfstoff, Impfberatung, Impfen, Antigen-/PCR-
Testungen) einen großen Schwerpunkt dar.
Der Schwerpunkt bei MANNER bezüglich der Ausbildung der Mitarbeiter*innen im MPS (MANNER Produktions-System)
wurde weiterverfolgt. Im Rahmen dieser Ausbildung wurden im Sinne des Lean-Gedankens weitere Green Belts
ausgebildet. Mit Ende 2021 hat MANNER bereits 107 ausgebildete Green Belts, die nun eigenständig weiter interne
Verbesserungsprojekte durchführen und vorantreiben. Die Schulungskosten haben sich generell im Jahr 2021 nicht erhöht.
MANNER legt großen Wert auf Arbeitnehmerschutz. Dies beginnt bei Sicherheitsunterweisungen bei Eintritt, regelmäßigen
Schulungen zum Thema Arbeitssicherheit und vertieft sich durch regelmäßige Jour fixes der Führungskräfte sowie
Meetings und Begehungen mit Arbeitsmediziner*innen und Betriebsrat. Darüber hinaus werden die Anlagen laufend an
die aktuellen Sicherheitsstandards angepasst. Wichtig ist für MANNER auch der Erhalt der Gesundheit und der
Arbeitsfähigkeit im Alter. Dazu wurden Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung gesetzt und in Wolkersdorf
das Projekt Fit2work gestartet. Es wurden Rahmenbedingungen geschaffen, die Arbeitsbedingungen optimieren und den
Mitarbeiter*innen die Arbeit erleichtern.
Die Lehrlingsausbildung wurde im Jahr 2021 fortgesetzt. 13 Lehrlinge waren 2021 in Ausbildung (Mechatronik bzw.
Lebensmitteltechnik). MANNER sieht hierin eine Chance, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Es werden nach
Lehrzeitende daher auch alle Lehrlinge in ein Dienstverhältnis übernommen. Ein Ausbau auf weitere Lehrberufe ist in
Planung. Gemäß der Vision der Lehrlingsausbildung, „leistungsorientierte Jugendliche zu hochqualifizierten und
werteorientierten Führungs- und Fachkräften zu entwickeln“ wurden zahlreiche zusätzliche Ausbildungsangebote
wahrgenommen. Schulungsschwerpunkte bei den Lehrlingen gab es 2021 unter anderem zum Thema IT (Datenschutz
und -sicherheit, IT-Sicherheit, Social Media Awareness). Es gab eine QS-Ausbildung in Kooperation mit den Firmen EVVA
und Hörbiger sowie eine Ausbildung im LEAN-Bereich.
Folgende Prozesse wurden zur Qualitätssicherung implementiert:
•
Interne Kontrollprozesse: Im Rahmen von IFS Food (International Featured Standards) werden Personalthemen wie
Schulungen und Stellenbeschreibungen kontrolliert. Abgesichert ist diese Vorgehensweise durch einen workflow-
gestützten Onboarding-Prozess. Dieser startet schon vor Dienstantritt und stellt sicher, dass die Mitarbeiter*innen an
ihrem ersten Arbeitstag alle notwendigen Arbeitsmittel vorfinden und ein spezifischer Schulungsplan vorliegt. Dieser
wird während der Einschulungsphase konsequent verfolgt, die Ausbildungsziele durch Tests und persönliche
Gespräche abgefragt und der Workflow erst abgeschlossen, wenn die Mitarbeiter*innen selbst bestätigen, fit für die
ihnen zugewiesenen Aufgaben zu sein.
•
Interne Revision: Die interne Revision führt regelmäßig Überprüfungen der unternehmensinternen Prozesse und
Kontrollmaßnahmen gemäß des jährlichen Revisionsplanes durch. Mit der Durchführung der internen Revision ist eine
externe Wirtschaftsprüfungskanzlei beauftragt.
•
Gesundheit am Arbeitsplatz: An jedem Standort sind Betriebsärztinnen und -ärzte im Einsatz, die sowohl bei der
ergonomischen und sicheren Arbeitsplatzgestaltung unterstützen als auch gemeinsam mit der Geschäftsleitung und
Personalabteilung Gesundheitsprogramme erarbeiten.
Pandemiemanagement
Auch für MANNER brachte die COVID-19-Pandemie 2021 einiges an Aufgaben mit sich. 2021 stand das Thema Impfen
stark im Fokus des Krisenmanagements. MANNER hat sich schon sehr früh bewusst dazu entschieden, Impfungen aktiv
zu forcieren und im Unternehmen anzubieten. Durch eine gute Impfkampagne, ein unternehmensinternes Impfangebot
und zahlreiche Aufklärungsgespräche durch die Arbeitsmedizinerin und die Betriebsräte ist es gelungen, mit Juli 2021 eine
Impfquote von ca. 72 Prozent in der Belegschaft an den Standorten zu erzielen. Gegen Ende des Jahres wurden die
Impfpläne für den dritten Stich ausgearbeitet und bis Jahresende bereits in Wien realisiert. Für den Standort Wolkersdorf
ist eine 3.-Stich-Kampagne für das Q1/2022 geplant.
138
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Darüber hinaus wurden die bereits bewährten Hygiene- und Entkoppelungsmaßnahmen (Homeoffice) fallzahlgetrieben
eingesetzt. Über die Sommermonate bis in den Herbst hinein war es möglich, aufgrund der hohen Immunisierungsrate die
meisten Präventionsmaßnahmen auszusetzen. Mit dem Beginn der vierten COVID-Welle Anfang Oktober wurden die
Maßnahmen wieder schrittweise hochgefahren. Auch die Testungen wurden weiter angepasst. Bis Jahresende 2021
konnten beide Standorte auf „ALLES GURGELT“ umstellen, um ein zuverlässigeres und breit anerkanntes Testverfahren
zum Einsatz zu bringen.
Als wesentlich wurde auch weiterhin die interne Kommunikation erachtet, um wichtige Maßnahmen zielgruppengerecht zu
vermitteln. Über den gesamten Krisenzeitraum bis Ende Dezember 2021 gab es 58 interne Informationen (interne
Newsletter an alle Mitarbeiter*innen). Somit wurden im Durchschnitt alle ein bis zwei Wochen Informationen ausgegeben,
mit leichten Häufungen rund um die bekannten Wellen, interne Fälle und zu Beginn der MANNER-Impfkampagne.
Für das Jahr 2022 wird die Omikron-Variante des SARS-CoV2-Virus genau verfolgt. Das Krisenteam erwartet, dass es zu
weiteren omikron-getriebenen Infektionswellen kommt.
Die Arbeit des COVID-Krisenteams 2021 in Zahlen:
Meetings des Krisenteams mindestens alle zwei Wochen, seit Oktober ꢁꢃꢁꢀ wöchentlich
ꢄꢅ Sonder-Newsletter für alle Mitarbeiter*innen
Anzahl der Tests ca. ꢆ.ꢄꢃꢃ
Lean als ganzheitlicher Ansatz
Zur Absicherung einer nachhaltigen Wertschöpfung sowie zur Erfüllung der jährlichen Vorgaben bezüglich
Effizienzsteigerung wurde 2015 ein Projekt gestartet mit dem Ziel, das MANNER-Produktions-System (MPS) durch den
Einsatz von Lean-Methoden zu integrieren. Zur Erreichung der Projektziele, wie zum Beispiel die Optimierung der
Arbeitsplätze hinsichtlich Sicherheit und Ergonomie und die Gestaltung von effizienteren Prozessen, oder die Reduktion
von Fehlchargen wurden Leanmanagement-Tools wie 5S, KVP, TPM, SFM usw. implementiert und laufend
weiterentwickelt. Dies bedarf intensiver Schulungen und Trainings aller Mitarbeiter*innen. Insgesamt wurden bisher über
100 Führungskräfte zu Lean Production Green Belts oder Lean Admin Green Belts ausgebildet und mit einem Zertifikat
der Donau Universität Krems ausgezeichnet. Für das Training aller Mitarbeiter*innen aus den produzierenden Bereichen,
das in einem Tagesworkshop abgehalten wird, wurde ein eigenes MANNER-Planspiel entwickelt. Seit der Einführung
haben über 400 Personen dieses Training absolviert.
Verstärkt angewendet wurde die Lean-Methode „Muda Walk“, bei der ein Prozess mit dem Fokus auf Verschwendungen
analysiert wird. Diese Methode vermittelt den Mitarbeiter*innen die Bedeutung und Auswirkung von Verschwendungen
und wie diese konsequent erkannt und beseitigt werden können.
Der Arbeitssicherheits-Jour-Fixe (ASJF) ist ein Gremium bestehend aus dem Vorstand Produktion & Technik, den
Produktionsleiter*innen, der Leiterin Personal, der Leiterin „Qualität, Sicherheit, Umwelt“, dem Leiter „Integriertes
Management System“, dem Leiter Technik Wien, dem Leiter Materialwirtschaft, der Sicherheitsfachkraft und dem
Brandschutzbeauftragten, das alle sechs Wochen zusammenkommt. Seit 2019 nehmen auch die Betriebsräte regelmäßig
teil.
Im ASJF werden alle aktuellen Themen des Arbeitnehmerschutzes und auch des Brandschutzes besprochen, Maßnahmen
präsentiert und freigegeben sowie die grundsätzlichen Zielsetzungen und Schwerpunkte des Arbeitnehmerschutzes
festgelegt.
Darüber hinaus finden jährlich in den Werken Wien und Wolkersdorf Arbeitsschutzausschuss-Sitzungen (ASA) gemäß
§ 88 ASchG statt. Zusätzlich findet einmal im Jahr eine Zentrale Arbeitsschutzausschuss-Sitzung (ZASA) am
Unternehmenssitz in Wien gemäß § 88a ASchG statt. Zusätzlich zum ASFJ ist der Vorstand bei der ASA und ZASA
anwesend.
Arbeitsunfälle, und damit auch hohe Ausfallsraten, Risiken aus Haftungen und Reputationsrisiken werden vermieden
durch:
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Präventivarbeit mittels regelmäßiger Schulungen inklusive abschließender Prüfungen, Begehungen vor Ort etc.
Statistische Auswertungen der Vorfälle und dadurch Fokus-Setzung auf richtige Schwerpunkte. Im Jahr ꢁꢃꢁꢃ wurde ein
Verbesserungsprojekt zur Reduzierung des Explosionsrisikos in der Puderaufbereitung in Wolkersdorf umgesetzt. Durch eine neu
konzipierte Explosionsunterdrückungsanlage kann dauerhaft das Risiko im Brandfall reduziert werden.
Aufstellung von Zielen zur Verringerung von Arbeitsunfällen, die entsprechend kommuniziert und evaluiert werden.
Das Unfallmeldesystem wird über einen webbasierten Workflow abgewickelt. Es stellt sicher, dass sowohl die/der direkte
Vorgesetzte der/des Verunfallten sowie die/der Verantwortliche der Unfallstelle adressiert werden und sofort eine Aufforderung
zur Behebung der Gefahrenstelle und Nachschulung erhalten.
Zusammenarbeit mit externen Behörden. Arbeitssicherheit ist nicht nur Aufgabe des Managements, sondern auch Teil der täglichen
Arbeit der Schichtleiter*innen und in der Stellenbeschreibung verankert. Über das gesetzlich geforderte Maß hinaus wurden
Schichtleiter*innen und andere Personen des Produktions- und Instandhaltungsbereichs als Sicherheitsvertrauensperson
ausgebildet.
Täglich gibt es am Shopfloor ein Daily Morning Meeting, bei dem unter anderem auch Sicherheitskennzahlen und konkrete
Maßnahmen zur Verbesserung besprochen werden. Darüber hinaus werden alle Mitarbeiter*innen aus
Produktion/Technik/Materialwirtschaft einmal pro Jahr auf Hygiene, Arbeitssicherheit und Brandschutz geschult. Die
Wirksamkeitsüberprüfung der Schulung erfolgt per Test: Die Mindestanforderung von 60 Prozent richtigen Antworten
wurde auch 2020 in allen Bereichen im Durchschnitt erreicht.
Alle Mitarbeiter*innen aus den Bereichen Produktion/Technik/Materialwirtschaft erhalten einen individuell angepassten
Gehörschutz. Hierbei wird ein Abdruck des äußeren Gehörgangs genommen und der Gehörschutz individuell an die
Mitarbeiter*innen angepasst. Dies ermöglicht einen deutlich verbesserten Tragekomfort sowie durch den Einsatz spezieller
Filter die Anpassung der Dämpfungsleitung an den Umgebungslärm.
Das im Jahr 2017 eingeführte Meldesystem für Unfälle erfasst auch „Beinahe-Unfälle“ und „unsichere Zustände“. Damit
soll die Sicherheitskultur im Unternehmen weiter positiv entwickelt werden. Alle Maßnahmen gemeinsam haben das Ziel,
zur Reduktion des Abwesenheitsprozentsatzes beizutragen. Mit dem Ende des Jahres 2020 zeigt sich eine deutliche
Verbesserung der Meldekultur auch in Bezug auf Beinahe-Unfälle.
BESTECHUNG UND KORRUPTION HABEN BEI MANNER KEINEN PLATZ
MANNER spricht sich strikt gegen Korruption und unsaubere Geschäfte aus und begegnet diesen Risiken mit mehreren
Vorkehrungen: Interne Kontrollsysteme, Richtlinien und Berechtigungssysteme wurden aufgesetzt, um gesetzwidrige
Handlungen zu vermeiden. So ist beispielsweise ab einer gewissen Rechnungssumme das Vier-Augen-Prinzip
vorgesehen und in der 2014 eingeführten „Anti-Korruptionsrichtlinie“ wurden intern höhere Standards als gesetzlich
vorgeschrieben gesetzt. In dieser Richtlinie werden rechtlich unlautere Handlungen definiert, untersagt und für alle
Bereichsleiter Meldepflichten verankert, sodass jährlich über Zuwendungen, Geschenke und Einladungen Bericht zu
erstatten ist. Folgende Maßnahmen wurden gesetzt, um finanzielle Risiken (Betrugsrisiken) und Reputationsschäden zu
vermeiden:
MANNER Code of Conduct (Verhaltensregeln)
Einkaufs- und Rechnungsprozess-Richtlinie
Anti-Korruptionsrichtlinie
Interne Revision (mit Schwerpunkt Rechnungswesen, Vertrieb und Einkauf)
Berechtigungssysteme des ERP-Programms
Mitarbeiterschulungen
Durch die oben genannten Prozesse, Richtlinien und Maßnahmen sind alle Mitarbeiter*innen der Gesellschaft dazu
verpflichtet, Korruption und andere unlautere Handlungen zu unterlassen.
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
MANNER ACHTET DIE MENSCHENRECHTE
Die Einhaltung der Menschenrechte ist für MANNER eine Grundvoraussetzung unternehmerischer Verantwortung. Seit
Gründung des Unternehmens besteht das Ziel, die Vielfältigkeit der Mitarbeiter*innen in Bezug auf Ausbildung, Erfahrung
und Alter, kulturelle Herkunft, Geschlecht und ähnliche Gesichtspunkte zu fördern. Freie Arbeitnehmervertretungswahlen
finden in regelmäßigen Abständen statt. Die Achtung der Menschenrechte ist die Basis, um geschäftlich tätig zu sein
(licence-to-operate).
Maßnahmen sind:
•
Sicherstellung geringer gesellschaftlicher und ökologischer Auswirkung der Lieferkette (z. B. Kakao aus nachhaltig
zertifizierten Quellen)
•
Verantwortungsvolles Marketing
MANNER bekennt sich darüber hinaus allumfassend zu den Arbeitnehmerrechten. Als wesentliches Instrument zur
Meldung von Verstößen gegen diese Rechte existiert bei MANNER eine etablierte Arbeitnehmervertretung. Diese fungiert
als zentrales Bindeglied zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmer*innen.
Es sind der Gesellschaft keine Verstöße gegen die Menschenrechte bekannt. Österreich schützt Menschenrechte in der
Verfassung und in zahlreichen einfachen Gesetzen. Die Europäische Menschenrechtskonvention, die das maßgebende
Instrument für den Menschenrechtsschutz in Europa darstellt, hat Verfassungsrang. Neben den Hauptübereinkommen des
internationalen Menschenrechtssystems bestehen auch zahlreiche Übereinkommen zu speziellen Menschenrechtsfragen.
Der Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der Europarats-Kommissar für Menschenrechte, die OSZE sowie die
Agentur der EU für Grundrechte wachen unter anderem über die Einhaltung der Menschenrechte in der EU.
HINWEIS
Dieser Lagebericht enthält unter anderem Aussagen über mögliche zukünftige Entwicklungen, die basierend auf derzeit
zur Verfügung stehenden Informationen erstellt wurden. Diese Aussagen, welche die gegenwärtige Einschätzung des
Vorstands hinsichtlich zukünftiger Ereignisse widerspiegeln, sind nicht als Garantien zukünftiger Leistungen zu verstehen
und beinhalten schwer vorhersehbare Risiken und Unsicherheiten. Verschiedenste Ursachen könnten dazu führen, dass
tatsächliche Ergebnisse oder Umstände grundlegend von den in den Aussagen getroffenen Annahmen abweichen.
Wien, am 17. März 2022
141
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Bilanz
Bilanz (Einzelabschluss nach UGB)
der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft
AKTIVA
€
€
31.12.2021
31.12.2020
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie Lizenzen
625.360,52
338.482,06
1.991.171,88
2. geleistete Anzahlungen
1.089.438,48
2.616.532,40
1.427.920,54
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten
35.591.290,26
36.944.732,16
26.268.611,13
2. Technische Anlagen und Maschinen
30.009.064,85
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung
3.093.264,64
3.813.035,74
1.327.586,59
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau
655.699,35
66.280.752,62
71.422.532,10
III. Finanzanlagen
933.146,32
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
933.146,32
9.665.074,09
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
6.440.967,17
3.289.827,92
3. Wertpapiere des Anlagevemögens
3.310.054,50
13.888.048,33
10.684.167,99
82.785.333,35
83.534.620,63
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
10.738.445,97
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
10.765.997,59
5.137.157,98
2. unfertige Erzeugnisse
4.740.698,25
16.162.887,36
3. fertige Erzeugnisse und Waren
16.682.889,99
32.038.491,31
32.189.585,83
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
25.803.616,02
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
24.420.121,72
0,00
davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
0,00
1.059.049,02
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
268.304,34
0,00
davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
0,00
3. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
2.736.535,41
2.211.604,45
775.561,06
davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
775.561,06
29.599.200,45
26.900.030,51
13.200.795,52
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten
1.011.740,96
74.838.487,28
60.101.357,30
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
1.967.099,79
1.609.440,99
D. AKTIVE LATENTE STEUERN
1.397.526,21
1.358.590,23
160.988.446,63
SUMME AKTIVA
146.604.009,15
142
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Bilanz
Bilanz (Einzelabschluss nach UGB)
der Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft
PASSIVA
€
€
31.12.2021
31.12.2020
A. EIGENKAPITAL
13.740.300,00
I.
eingefordertes und einbezahltes Grundkapital
13.740.300,00
II. Kapitalrücklagen
675,00
1. gebundene
675,00
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklagen
1.374.030,00
1.374.030,00
42.497.816,06
2. andere Rücklagen (freie Rücklagen)
41.525.816,06
43.871.846,06
42.899.846,06
1.513.670,74
IV. Bilanzgewinn
1.513.365,97
davon Gewinnvortrag
1.365,97
756.116,22
59.126.491,80
58.154.187,03
B. INVESTITIONSZUSCHÜSSE
644.705,97
0,00
C. RÜCKSTELLUNGEN
5.936.721,00
1. Rückstellungen für Abfertigungen
5.956.323,00
2.597.607,00
2. Rückstellungen für Pensionen
2.836.197,00
535.112,00
3. Steuerrückstellungen
698.185,00
9.484.797,40
4. sonstige Rückstellungen
6.491.301,11
18.554.237,40
15.982.006,11
D. VERBINDLICHKEITEN
48.996.029,34
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
43.546.310,20
34.353.172,16
davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
19.546.029,34
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr
14.642.857,18
24.000.280,86
24.418.025,68
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
13.742.520,86
0,00
davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
0,00
24.418.025,68
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr
13.742.520,86
2.000.438,79
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
2.090.452,49
1.728.211,81
davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
1.845.851,20
272.226,98
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr
244.601,29
7.248.517,65
4. sonstige Verbindlichkeiten
12.925.776,46
0,00
davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
0,00
7.248.517,65
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr
12.925.776,46
395.661,51
davon aus Steuern
323.382,39
1.323.668,31
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
1.558.107,80
82.663.011,46
72.305.060,01
36.081.383,97
davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
21.391.880,54
46.581.627,49
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr
50.913.179,47
E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
0,00
162.756,00
SUMME PASSIVA
160.988.446,63
146.604.009,15
143
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn - und Verlustrechnung (Einzelabschluss nach UGB)
Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft
€
€
01-12 2021
01-12 2020
239.426.018,71
1.
Umsatzerlöse
217.221.680,68
2.
Veränderung des Bestandes an fertigen und
-471.674,86
unfertigen Erzeugnissen
2.245.999,09
18.372,33
3.
andere aktivierte Eigenleistungen
50.818,06
4.
sonstige betriebliche Erträge
131.386,05
a. Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme
50.957,72
der Finanzanlagen
98.890,22
b. Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
244.992,30
687.481,90
c. übrige
1.710.855,88
917.758,17
2.006.805,90
5.
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
-99.112.395,67
a. Materialaufwand
-91.683.933,38
-22.914.968,74
b. Aufwendungen für bezogene Leistungen
-21.656.252,27
-122.027.364,41
-113.340.185,65
6.
Personalaufwand
-13.692.192,64
a. Löhne
-13.441.826,68
b. Gehälter
-20.413.223,58
-20.973.367,39
-11.401.742,41
c. soziale Aufwendungen
-11.644.123,65
-129.499,95
davon Aufwendungen für Altersversorgung
-69.802,80
aa) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche
-796.859,64
Mitarbeitervorsorgekassen
-1.141.192,99
bb) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie
vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
-9.690.664,37
-9.857.535,05
-45.507.158,63
-46.059.317,72
7.
Abschreibungen
-8.777.953,41
a. auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und der Sachanlagen
-8.791.585,04
-60.742.296,00
8.
sonstige betriebliche Aufwendungen
-50.283.820,53
-134.947,43
davon Steuern, soweit sie nicht unter Z17 fallen
-121.444,90
2.835.701,90
9.
Zwischensumme aus Z1 bis 8 (Betriebsergebnis)
3.050.394,79
144
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn - und Verlustrechnung (Einzelabschluss nach UGB)
Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft
€
€
01-12 2021
01-12 2020
418.211,35
10. Erträge aus Beteiligungen
0,00
418.211,35
davon betreffend verbundene Unternehmen
0,00
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
617.057,32
11. Finanzanlagevermögens
393.388,09
595.581,30
davon betreffend verbundene Unternehmen
358.065,44
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
122,67
5.207,02
0,00
davon betreffend verbundene Unternehmen
0,00
13. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und
Wertpapieren des Umlaufvermögens
0,00
12.369,93
-20.226,58
14. Abschreibung von Wertpapieren
0,00
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-816.965,38
-831.095,61
0,00
davon betreffend verbundene Unternehmen
0,00
198.199,38
15. Zwischensumme aus Z10 bis 14 (Finanzergebnis)
-420.130,57
3.033.901,28
16. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z9 und Z15)
2.630.264,22
17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
-549.596,51
-718.014,47
davon latente Steuern
38.935,98
-8.496,74
2.484.304,77
18. Jahresüberschuss
1.912.249,75
-972.000,00
19. Zuweisung zu Gewinnrücklagen
-1.155.000,00
1.365,97
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr
756.116,22
1.513.670,74
21. Bilanzgewinn
1.513.365,97
145
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft
Wien
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021
Anhang
146
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
1. Allgemeine Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Der Jahresabschluss wurde entsprechend den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung sowie der Generalnorm, ein
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft zu vermitteln, aufgestellt.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen unverändert.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.
Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung
beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.
Dem Vorsichtsgrundsatz wurde entsprochen, indem insbesondere nur die am Bilanzstichtag verwirklichten Gewinne
ausgewiesen werden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste, die im Geschäftsjahr oder in einem früheren
Geschäftsjahr entstanden sind, wurden berücksichtigt.
2. Anlagevermögen
Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände
Die entgeltlich erworbenen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer
Abschreibung bewertet. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen
vorgenommen. Bei Wegfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden gem. § 208 Abs. 1 UGB
entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.
Den immateriellen Vermögensgegenständen wurde eine Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren zugrunde gelegt.
Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.
Sachanlagevermögen
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibung
bewertet. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Bei
Wegfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden gem. § 208 Abs. 1 UGB entsprechende Zuschreibungen
vorgenommen.
Folgende Nutzungsdauer wurde der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:
Bauten
33 bis 40 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen
10 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung
5 Jahre
Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.
Finanzanlagevermögen
Das Finanzanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten bewertet. Wertpapiere des Anlagevermögens wurden zu den
Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Börsenkursen zum Bilanzstichtag bewertet.
147
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Bei Wegfall der
Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden gem. § 208 Abs. 1 UGB entsprechende Zuschreibungen
vorgenommen.
3. Umlaufvermögen
Vorräte
Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungskosten unter Anwendung des gewogenen Durch-
schnittspreisverfahrens, wobei nach Maßgabe die niedrigeren Marktwerte zum Bilanzstichtag und nötige Abwertungen,
die durch Überbestände bedingt sind, angemessen berücksichtigt werden.
Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten auf Basis der Einzelkosten zuzüglich
angemessener Material- und Fertigungsgemeinkosten unter Bedachtnahme auf eine verlustfreie Bewertung zum
Jahresende. Nötige Abwertungen, die durch Überbestände bedingt sind, wurden in angemessener Höhe vorgenommen.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen wurden mit dem Nennwert, die sonstigen Vermögensgegenstände mit den Anschaffungskosten
angesetzt. Im Falle erkennbarer Einzelrisiken wurde der niedrigere beizulegende Wert angesetzt.
Pauschalwertberichtigungen wurden keine angesetzt.
Latente Steuern
Latente Steuern werden gemäß § 198 Abs 9 und 10 UGB nach dem bilanzorientierten Konzept gebildet und resultieren
aus Differenzen zwischen unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen. Analog werden künftige
Steuerentlastungen als aktive latente Steuern in der Bilanz berücksichtigt. Die Berechnung erfolgt auf Basis des aktuellen
Körpersteuersatzes von 25 %.
Rückstellungen für Sozialkapital
Die Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgeldverpflichtungen wurden nach versicherungsmathematischen
Grundsätzen, nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (PUC-Methode) auf Basis einer durchschnittlichen
Bezugserhöhung von 1,8 % (Vorjahr: 1,5 %) und des gesetzlichen Pensionsantrittsalters errechnet. Der verwendete
Rechnungszinssatz ist jeweils ein 7-Jahres Durchschnittszinssatz von hochwertig verzinsten Unternehmensanleihen mit
einer Laufzeit von 10 Jahren in Höhe von 1,19 % (Vorjahr: 1,26 %). Für die Rückstellungen für Abfertigungen wurde wie
im Vorjahr kein Fluktuationsabschlag berücksichtigt. Für die Jubiläumsgeldverpflichtungen wurde ein
Fluktuationsabschlag, abhängig vom Dienstalter zwischen 1,5 und 15,0 % (Vorjahr: 2,0 – 16,3 %) berücksichtigt.
Die Rückstellungen für Pensionen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen in Höhe des
unternehmensrechtlichen Erfordernisses nach dem Teilwertverfahren unter Verwendung der Generationentafeln “AVÖ
2018-P - Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ und eines Rechnungszinssatzes von 0,67 % (Vorjahr:
0,85 %), errechnet. Das Pensionsantrittsalter wurde ab 2003 den Regelungen der Pensionsreform bzw. dem
Pensionsharmonisierungsgesetz 2004 angepasst.
Übrige Rückstellungen
Bei Berechnung der sonstigen Rückstellungen wurden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle im Zeitpunkt der
Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe oder dem Grunde nach ungewissen Verbindlichkeiten mit den
Beträgen berücksichtigt, die nach bestmöglicher Schätzung zur Erfüllung der Verpflichtung aufgewendet werden müssen.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.
148
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Währungsumrechnungen
Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sind zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren bzw. höheren Kurs
am Bilanzstichtag bewertet.
II. Erläuterung der Bilanz und der Gewinn- und
Verlustrechnung
1. Erläuterungen zur Bilanz
Anlagevermögen
Bezüglich der Entwicklung des Anlagevermögens verweisen wir auf den beiliegenden Anlagenspiegel (Beilage I).
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
Der Grundwert in der Position Grundstücke und Bauten beträgt zum Stichtag T€ 3.168 (Vorjahr: T€ 3.168).
Finanzanlagen
Die Wertpapiere des Anlagevermögens dienen zur Deckung der Rückstellungen für Pensionen (§ 14 EStG) und zur
Nutzung von Ertragspotentialen.
Angaben zu verbundenen Unternehmen bzw. Beteiligungsunternehmen
Beteiligungs-
Eigenkapital
Jahresergebnis
Anteile an verbundenen Unternehmen
Sitz
quote
z. 31.12.2021
2021
(Vorjahreswerte in Klammern)
%
T€
T€
Unterstützungseinrichtung der
100
0
0
Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft,
Wien, A
(100)
(0)
(0)
Gesellschaft m.b.H. *)
100
3
-5
Manner Management GmbH *)
Wien, A
(100)
(7)
(-2)
Wien, A
100
-1.314
170
Geblergasse 116 GmbH & Co KG *)
(100)
(-1.485)
(-162)
JOSEF MANNER, marketinske storitve,
100
149
88
Ljubljana, SLO
d.o.o. *)
(100)
(361)
(83)
Khudat City,
100
-2.947
-1.186
Manner Azerbaijan LLC *)
AZ
(100)
(-1.600)
(-1.234)
Compliment Süßwaren
100
9
-6
Wolkersdorf, A
Vertriebs Gesellschaft m. b. H. *)
(100)
(14)
(-3)
100
259
108
Josef Manner s.r.o. *)
Brno, CZ
(100)
(259)
(115)
31.12.2021: 1 EUR = 24,86 CZK; 31.12.2020: 1 EUR = 26,245 CZK
31.12.2021: 1 EUR = 1,8868 AZN; 31.12.2020: 1 EUR = 2,0763 AZN
*) vorläufige Werte
149
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Zum 31.12.2021 wurden erstmals nachträgliche Bonifikationen soweit saldierungsfähig in Höhe von T€ 4.523 mit den
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgerechnet. Im Vorjahr erfolgte der Ausweis vollständig unter den
sonstigen Verbindlichkeiten.
Von den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen T€ 1.035 (Vorjahr: T€ 252) Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen und T€ 24 (Vorjahr: T€ 16) sonstige Forderungen.
Im Posten sonstige Forderungen sind Erträge in Höhe von T€ 705 (Vorjahr: T€ 1.097) enthalten, die erst nach dem
Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.
Latente Steuern
Zwischen den unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen bestehen folgende Unterschiedsbeträge
bzw. Steuerlatenzen:
12/2021
12/2021
12/2020
12/2020
1-12/2021
in TEUR
Aktiv
Passiv
Aktiv
Passiv
Bewegungen
Anlagevermögen
1.373
1.156
1.094
918
41
Abfertigungsrückstellung
2.273
2.181
92
Pensionsrückstellung
650
689
-39
Sonstige Rückstellungen
1.033
1.051
-18
Verbindlichkeiten
2.116
2.253
-137
Verlustanteil verb. Unt.
693
1.393
650
1.566
216
Summe aktive/passive
8.138
2.549
7.918
2.484
155
Unterschiedsbeträge
Aktive(+)/passive(-) latente
2.035
637
1.980
621
Steuerabgrenzung 25%
Aktive/passive Saldogröße
1.397
1.359
Eigenkapital
Das Grundkapital beträgt wie im Vorjahr € 13.740.300,- und ist in 1.890.000 nennbetragslose Stückaktien mit Stimmrecht
zerlegt. Die Aktien der Gesellschaft lauten auf Inhaber oder auf Namen.
Die gesetzliche Rücklage ist in gefordertem Ausmaß dotiert.
Sonstige Rückstellungen
Für nicht konsumierte Urlaube, Jubiläumsgelder und Zeitguthaben sind T€ 4.867 (Vorjahr: T€ 5.114) rückgestellt.
Wesentliche sonstige Rückstellungen sind auch jene für variable Bezüge in Höhe von T€ 458 (Vorjahr: T€ 187). Schließung
von Verkaufsstandorten T€ 0 (Vorjahr: T€ 205), Rechts- und Beratungskosten T€ 157 (Vorjahr: T€ 182) und am
Bilanzstichtag noch ausständige Eingangsrechnungen T€ 431 (Vorjahr: T€ 306) getroffen.
In den sonstigen Rückstellungen sind erstmals sonstige Vergütungen an Kunden in Höhe von T€ 2.985 ausgewiesen,
welche im Abschluss zum 31.12.2020 mit T€ 4.433 als sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen waren.
150
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Verbindlichkeiten
Gegenüber Kreditinstituten bestehen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren in der Höhe von T€
8.458 (im Vorjahr T€ 1.929). Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen mit einer Restlaufzeit von mehr als
fünf Jahren betragen T€ 974 (Vorjahr: T€ 1.018). Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
beziehen sich so wie im Vorjahr keine auf Lieferungen und Leistungen, sämtliche T€ 2.000 (Vorjahr: T€ 2.090) sind
sonstige Verbindlichkeiten.
Im Posten sonstige Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe von T€ 5.871 (Vorjahr: T€ 12.743) enthalten, die erst
nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.
Haftungsverhältnisse, Verpflichtungen aus der Nutzung nicht In der Bilanz ausgewiesener Sachanlagen
Verpflichtungen aus nicht in der Bilanz ausgewiesenem Sachanlagevermögen
Die Verpflichtungen aus nicht in der Bilanz ausgewiesenem Sachanlagevermögen (Mietverträge) betragen für das
kommende Geschäftsjahr T€ 2.529 (Vorjahr: T€ 2.039) und für die nächsten fünf Geschäftsjahre T€ 12.457 (Vorjahr:
T€ 10.179).
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Aus bestehenden Sponsorenverträgen ergeben sich Verpflichtungen in Höhe von T€ 1.457 (Vorjahr: T€ 1.410), die
die Wirtschaftsjahre 2022 bis 2024 betreffen.
Darüber hinaus bestehen analog zum Vorjahr keine Haftungsverhältnisse nach § 199 UGB.
Derivative Finanzinstrumente
Im Geschäftsjahr 2013 bzw. 2014 wurden variabel verzinste Kredite in Höhe von T€ 20.000 aufgenommen. Zur
Absicherung gegen aus diesem Kredit resultierende Zinsänderungsrisiken wurde zeitnahe ein Zinsswap mit einem
Nominalwert in Höhe von T€ 20.000 abgeschlossen.
Zum Bilanzstichtag bestehen aus dieser Absicherung keine Interest Rate Swaps mehr, die Laufzeit ist mit Dezember 2021
ausgelaufen (Vorjahr: T€ 5.000) und die Kredite wurden zurückgeführt.
Die variabel verzinsten Kredite sowie der Zinsswap standen in einer effektiven Sicherungsbeziehung zueinander und
bildeten bilanziell eine Bewertungseinheit. Der Nachweis der Bewertungseinheit wurde durch eine entsprechende
Hedging-Dokumentation erbracht. Zum Designationszeitpunkt wurde der Effektivitätstest mittels der Critical Terms Match
Methode durchgeführt. Die wesentlichen Vertragsbestandteile wie Nominale, Laufzeit, Referenzzinssatz und Währung des
gesicherten Grundgeschäfts stimmten mit jenen des Sicherungsgeschäfts überein.
Zur Absicherung gegen Währungsrisiken im Zusammenhang mit Rohstoffeinkäufen wurden in Vorjahren Kaufoptionen auf
britische Pfund abgeschlossen, wovon zum Bilanzstichtag keine Kaufoptionen mehr vorhanden waren (Vorjahr: Nominale
TGBP 8.050). Im Vorjahr waren Kaufoptionen mit einem positiven Marktwert in Höhe von T€ 92 und Kaufoptionen mit
einem negativen Marktwert in Höhe von T€ -2 enthalten.
Für diese Sicherungsgeschäfte wurden keine
Bewertungseinheiten gebildet.
151
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
2. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse
T€
T€
T€
T€
2021
2020
2019
2018
Österreich
86.642
81.550
93.039
87.297
EU
146.006
130.138
122.743
117.089
Drittländer
6.627
5.534
6.273
5.496
239.276
217.222
222.056
209.882
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich wie folgt zusammen:
€
€
Österreich
Deutschland
Körperschaftsteueraufwand 2021
436.403,12
70.328,00
Solidaritätszuschlag 2021
0,00
3.868,37
Gewerbesteuer 2021
0,00
77.933,00
Zwischenergebnis
436.403,12
152.129,37
Bewegung latente Steuern
-38.935,98
-
397.467,14
152.129,37
Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen
T€
T€
T€
2021
2020
2019
Vorstände und ehemalige Vorstände
441
514
433
Angestellte und Arbeiter
474
670
1.149
915
1.184
1.582
In den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sind Aufwendungen
für Abfertigungen (Abfertigungszahlungen zuzüglich Veränderung der Abfertigungsrückstellung) in Höhe von T€ 393
(Vorjahr: T€ 732) enthalten.
Aufwendungen für Abschlussprüfer
Die Aufwendungen im Geschäftsjahr 2021 für die Prüfung des Jahresabschlusses 2021 belaufen sich auf T€ 66 (Vorjahr:
T€ 66) sowie für andere Bestätigungsleistungen T€ 0 (Vorjahr: T€ 0) und sonstige Leistungen T€ 0 (Vorjahr: T€ 0).
152
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
III. Sonstige Angaben
KONZERNVERHÄLTNISSE
Die Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft hat zum 31.12.2021 aufgrund der Bestimmungen des § 249 Abs. 2 UGB
keinen Konzernabschluss erstellt.
ORGANE DER GESELLSCHAFT
Vorstand
•
Mag. Andreas Kutil (CEO, Marketing & Verkauf) (ab 1. März 2021)
•
Dr. Hans Peter ANDRES (Einkauf, Materialwirtschaft & Logistik)
•
Thomas GRATZER (Produktion & Technik)
•
Mag. Albin HAHN (Finanzen, Personal & IT)
•
Dr. Alfred SCHROTT (Marketing & Verkauf) (bis 28. Februar 2021)
Aufsichtsrat
•
Dr. Ernst BURGER, Vorsitzender
•
Dipl. Ing. Markus SPIEGELFELD, Vorsitzender-Stellvertreter
•
Dr. Martina ANDRES
•
Dr. Josef DOPPLER (ab 25. Mai 2021)
•
Dr. Michael GRAHAMMER (ab 25. Mai 2021)
•
Mag. Dr. Wolfgang HÖTSCHL
•
Mag. Florian JONAK
•
Prof. Dr. Sita Monica MAZUMDER
•
Mag. Dipl. Ing. Robert OTTEL, MBA (bis 25. Mai 2021)
•
Dipl. Ing. Mag. Markus WIESNER (bis 25. Mai 2021)
•
Vom Betriebsrat delegierte Mitglieder
•
Gerda CLEMENTI (vom Betriebsrat der Arbeiter, Wolkersdorf)
•
Peter FREUDENSCHUSS (vom Betriebsrat der Angestellten, Wien)
•
Peter HABEL (vom Betriebsrat der Angestellten, Wien)
•
Christian HACKL (vom Betriebsrat der Arbeiter, Wien)
153
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Bezüge des Vorstands sowie des Aufsichtsrats
Die Bezüge des Vorstands betrugen T€ 1.043 (Vorjahr: T€ 927). Weiters wurden variable Gehaltsbestandteile in Höhe von
T€ 82 (Vorjahr: T€ 66) als Rückstellung berücksichtigt. Betreffend der Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder wird die
Schutzklausel gemäß § 239 Abs. 1 Ziffer 4 UGB in Verbindung mit § 242 Abs. 4 UGB angewendet.
Die Mitglieder des Aufsichtsrates bezogen im Geschäftsjahr 2021 Sitzungsgelder für das laufende Jahr in Höhe von
T€ 101 (Vorjahr: T€ 92). Für das Jahr 2021 wurden Vergütungen in Höhe von T€ 57 (Vorjahr: T€ 57) rückgestellt.
Beschäftigte
Im Geschäftsjahr waren im Durchschnitt 771 Dienstnehmer (Vorjahr: 765), davon 355 Angestellte (Vorjahr: 350) und 416
Arbeiter (Vorjahr: 415) beschäftigt.
Vorschlag zur Verwendung des Ergebnisses
Es wird vorgeschlagen, vom Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2021 (inkl. Gewinnvortrag) in Höhe von € 1.513.670,74
eine Dividende in Höhe von € 0,00 auszuschütten und den Restbetrag von € 1.513.670,74 auf neue Rechnung
vorzutragen.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Aufgrund der kurz vor Fertigstellung des vorliegenden Berichts entstandenen Eskalation des Russland-Ukraine Konflikts
ist das Unternehmen derzeit mit überdurchschnittlich hohen und sprunghaft steigenden Rohstoff- und Energiepreisen
konfrontiert, was einen erheblichen Druck auf das erwartete Ergebnis erzeugt. Aus heutiger Sicht ist damit zu rechnen,
dass sich dieses Ereignis 2022 negativ auf die Ergebnisse auswirken wird. Damit sind weitere Verkaufspreissteigerungen
zwingend notwendig.
Abgesehen davon lagen keine weiteren wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag vor.
Wien, am 17. März 2022
154
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Anlagespiegel
Entwicklung zu Anschaffungs- und Herstellkosten
Entwicklung zu Anschaffungs- und Herstellkosten
€
€
€
€
€
Stand
Zugang
Umbuchung
Abgang
Stand
01.01.21
31.12.21
A.
Anlagevermögen
I.
Immaterielle
Vermögensgegenstände
1.
gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Vorteile sowie
Lizenzen
9.259.447,93
81.350,05
485.065,68
0,00
9.825.863,66
2.
geleistete Anzahlungen und Anlagen
in Bau
1.089.438,48
1.608.954,39
-485.065,68
222.155,31
1.991.171,88
10.348.886,41
1.690.304,44
0,00
222.155,31
11.817.035,54
II.
Sachananlagen
1.
Grundstücke und Bauten
62.110.449,78
9.000,00
46.321,17
0,00
62.165.770,95
2.
Maschinen
158.091.365,92
531.882,80
1.081.419,46
502.472,22 159.202.195,96
3.
Betriebs- und Geschäftsausstattung
18.961.077,52
1.156.153,33
180.184,83
1.231.333,65
19.066.082,03
4.
geleistete Anzahlungen und Anlagen
in Bau
655.699,35
1.979.812,70
-1.307.925,46
0,00
1.327.586,59
239.818.592,57
3.676.848,83
0,00
1.733.805,87 241.761.635,53
III.
Finanzanlagen
1.
Anteile an verbundenen Unternehmen
940.288,96
0,00
0,00
0,00
940.288,96
Ausleihungen an verbundene
2.
Unternehmen
6.440.967,17
3.224.106,92
0,00
0,00
9.665.074,09
3.
Wertpapiere (Wertrechte) des
Anlagevermögens
3.317.336,09
0,00
0,00
0,00
3.317.336,09
10.698.592,22
3.224.106,92
0,00
0,00
13.922.699,14
SUMME ANLAGENSPIEGEL
260.866.071,20
8.591.260,19
0,00
1.955.961,18 267.501.370,21
155
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Anlagespiegel
Entwicklung der Abschreibung
Entwicklung der Abschreibung
€
€
€
€
€
Stand
Zugang
Abgang
Zuschreibung
Stand
01.01.21
31.12.21
A.
Anlagevermögen
I.
Immaterielle
Vermögensgegenstände
1.
gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Vorteile
sowie Lizenzen
8.920.965,87
279.537,27
0,00
0,00
9.200.503,14
2.
geleistete Anzahlungen und
Anlagen in Bau
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
8.920.965,87
279.537,27
0,00
0,00
9.200.503,14
II.
Sachananlagen
1.
Grundstücke und Bauten
25.165.717,62
1.408.763,07
0,00
0,00
26.574.480,69
2.
Maschinen
128.082.301,07
5.347.013,78
495.730,02
0,00
132.933.584,83
Betriebs- und
3.
Geschäftsausstattung
15.148.041,78
1.742.639,29
917.863,68
0,00
15.972.817,39
4.
geleistete Anzahlungen und
Anlagen in Bau
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
168.396.060,47
8.498.416,14
1.413.593,70
0,00
175.480.882,91
III.
Finanzanlagen
1.
Anteile an verbundenen
Unternehmen
7.142,64
0,00
0,00
0,00
7.142,64
Ausleihungen an verbundene
2.
Unternehmen
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
3.
Wertpapiere (Wertrechte) des
Anlagevermögens
7.281,59
20.226,58
0,00
0,00
27.508,17
14.424,23
20.226,58
0,00
0,00
34.650,81
SUMME ANLAGENSPIEGEL
177.331.450,57
8.798.179,99
1.413.593,70
0,00
184.716.036,86
156
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Anlagespiegel
Buchwerte
Buchwerte
€
€
Stand
Stand
31.12.20
31.12.21
A.
Anlagevermögen
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
1.
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
und Vorteile sowie Lizenzen
338.482,06
625.360,52
2.
geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau
1.089.438,48
1.991.171,88
1.427.920,54
2.616.532,40
II.
Sachananlagen
1.
Grundstücke und Bauten
36.944.732,16
35.591.290,26
2.
Maschinen
30.009.064,85
26.268.611,13
3.
Betriebs- und Geschäftsausstattung
3.813.035,74
3.093.264,64
4.
geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau
655.699,35
1.327.586,59
71.422.532,10
66.280.752,62
III.
Finanzanlagen
1.
Anteile an verbundenen Unternehmen
933.146,32
933.146,32
2.
Ausleihungen an verbundene Unternehmen
6.440.967,17
9.665.074,09
3.
Wertpapiere (Wertrechte) des
Anlagevermögens
3.310.054,50
3.289.827,92
10.684.167,99
13.888.048,33
SUMME ANLAGENSPIEGEL
83.534.620,63
82.785.333,35
157
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Bestätigungsvermerk
BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS
Prüfungsurteil
Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der
Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft,
Wien,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende
Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein
möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2021 sowie der Ertragslage der Gesellschaft
für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen
Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO)
und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern
die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und
Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres
Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen
Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum
des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am
bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im
Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils
hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
158
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
VORHANDENSEIN UND BEWERTUNG DER VORRÄTE EINSCHLIESSLICH BEWERTUNG DER
EINKAUFSKONTRAKTE
Sachverhalt und Risiken
Die Gesellschaft weist im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 einen Vorratsbestand in Höhe von TEUR 32.038 aus.
Die Vorräte stellen einen wesentlichen Teil des Umlaufvermögens sowie der Aktiva der Gesellschaft dar.
Die Vorräte werden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Für die Bewertung werden als Zeitwerte Marktpreise
zum Bilanzstichtag oder zu den letzten diesem Stichtag vorausgehenden Tagen herangezogen.
Es besteht das Risiko, dass Teile des Vorratsbestands nicht werthaltig sind.
Die in der Bilanz angesetzten Herstellungskosten für fertige und unfertige Erzeugnisse werden aus der Kostenrechnung
abgeleitet. Aufgrund der Komplexität der Bewertung besteht das Risiko von Fehlbewertungen.
Die Qualität sowie die Versorgungssicherheit der im Produktionsprozess eingesetzten Rohstoffe erfordern den Abschluss
wesentlicher langfristiger Kontrakte. Es besteht das Risiko, dass Wertschwankungen der Einkaufspreise den Ansatz
wesentlicher Drohverlustrückstellungen erfordern.
Im Zusammenhang mit den Angaben der Gesellschaft zum Vorratsvermögen verweisen wir auf auf die Ausführungen im
Anhang unter Abschnitt I/3.
Unser Vorgehen bei der Prüfung
Im Rahmen unserer Abschlussprüfung haben wir ein Verständnis über den Einkaufsprozess sowie der Materialwirtschaft
sowie den relevanten internen Kontrollen erlangt.
Zusätzlich haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen gesetzt:
•
Inventurbeobachtungen
•
Nachvollzug der Bewertungen
•
Preistests anhand von Belegprüfungen
•
Einsichtnahme in die wesentlichen Einkaufskontrakte und Beuteilung der Auswirkungen auf den Jahresabschluss.
VORHANDENSEIN UND BEWERTUNG DER FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
EINSCHLIESSLICH PERIODENRICHTIGKEIT DER UMSATZERLÖSE
Sachverhalt und Risiken
Die Gesellschaft weist im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe
von TEUR 25.804 aus. Die Forderungen stellen einen wesentlichen Teil des Umlaufvermögens sowie der Aktiva der
Gesellschaft dar.
Die sachgerechte Umsatzrealisation ist aufgrund von individuell verhandelten Bonifikationsvereinbarungen komplex. Es
besteht das Risiko von Abgrenzungsfehler und damit von nicht periodengerecht ausgewiesenen Umsatzerlösen.
Im Zusammenhang mit den Angaben zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verweisen wir auf die Ausführungen
im Anhang unter Abschnitt I/3.
159
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Unser Prüfungsvorgehen
Im Rahmen unserer Abschlussprüfung haben wir ein Verständnis über den Verkaufsprozess einschließlich dem
Abrechnungsprozess für Boni sowie den relevanten internen Kontrollen erlangt.
Zusätzlich haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen gesetzt:
•
Saldenbestätigungsaktion
•
Einsichtnahme in wesentliche Rahmenverträge
•
Belegstichproben einschließlich wesentlicher Zahlungseingänge.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle
Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir werden keine Art der
Zusicherung darauf geben.
In Verbindung mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses ist es unsere Verantwortung, diese sonstigen Informationen zu
lesen, sobald diese vorhanden sind und abzuwägen, ob sie angesichts des bei der Prüfung gewonnen Verständnisses
wesentlich in Widerspruch zum Jahresabschluss stehen, oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für
die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der
Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder
die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen
falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen,
der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür,
dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche
Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder
Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise
erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen
Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten
Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
160
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Darüber hinaus gilt:
•
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen
oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und
erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu
dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt
werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken,
Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner
Kontrollen beinhalten können.
•
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel,
ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
•
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden
sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung
und damit zusammenhängende Angaben.
•
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten
Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten
besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen
können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in
unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder,
falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen
auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige
Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
•
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben
sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt,
dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche
Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer
Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen
zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus,
von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern
einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen
Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die
besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk,
es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir
bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden
sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das
öffentliche Interesse übersteigen würden.
161
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem
Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Zu der im
Lagebericht enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung ist es unsere Verantwortlichkeit zu prüfen, ob sie aufgestellt wurde,
sie zu lesen und dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss
oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt
erscheinen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält
die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses
über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 25. Mai 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 10. September
2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Jahresabschluss 31. Dezember 2020 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den
Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass
wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben
162
Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mag. Mario Zagiczek.
Wien, am 17. März 2022
CENTURION
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH
Mag. Mario Zagiczek
Dr. Andreas Staribacher
Wirtschaftsprüfer
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten
Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss
samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Erklärung des Vorstandes
gemäß § 124 Börsegesetz
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Jahresabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens
vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so
darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz und Ertragslage des Unternehmens entsteht und dass
der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Wien, am 17. März 2022
Der Vorstand:
Mag. Andreas Kutil
Dr. Hans Peter Andres
CEO, Vorstand Marketing und Vertrieb
Einkauf, Materialwirtschaft & Logistik
Thomas Gratzer
Mag. Albin Hahn
Produktion & Technik
Finanzen und Personal
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Manner Gruppe
Jahresfinanzbericht 2021
Bericht des Aufsichtsrates
über das Geschäftsjahr 2021
Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2021 die ihm nach dem Gesetz und Satzung zukommenden Aufgaben im Rahmen
von vier Plenarsitzungen, drei Sitzungen des Prüfungsausschusses, zwei Sitzungen des Vergütungs- und
Nominierungsausschusses und drei Sitzungen des Digitalisierungsausschusses wahrgenommen. Er hat sich dabei vom
Vorstand über den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft schriftlich und mündlich umfassend Auskunft geben
lassen.
Der Jahresabschluss zum 31.12.2021 wurde von dem nach § 270 UGB gewählten Abschlussprüfer, CENTURION
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mbh., Wien geprüft. Die Prüfung ergab, dass die Buchführung und der Jahresabschluss
den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und die Bestimmungen der Satzung beachtet wurden. Die Prüfung ergab
ferner, dass den Bestimmungen des § 269 UGB in vollem Umfang entsprochen wurde, sodass der Abschlussprüfer den
uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt hat.
Der Jahresabschluss wurde vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates in seiner Sitzung am 29.03.2022 behandelt und
dem Aufsichtsrat zur Genehmigung vorgeschlagen. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 05.04.2022 den
Jahresabschluss sowie den Lagebericht und den Vorschlag für die Gewinnverteilung geprüft und gebilligt. Der
Jahresabschluss ist damit gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt.
Festgestellt wird, dass das Geschäftsjahr 2021 mit einem Bilanzgewinn von € 1.513.670,74 schließt; es wird
vorgeschlagen, eine Dividende von € 0,00 je Aktie an die Aktionäre auszuschütten und den gesamten Betrag auf neue
Rechnung vorzutragen.
Wien, am 5. April 2022
DER AUFSICHTSRAT
Dr. Ernst Burger
Vorsitzender
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