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JAHRESFINANZ-
BERICHT
2025/26
ENTWICKLUNG
DER KENNZAHLEN
Mio. EUR
2021/22
2022/231
2023/24
2024/25
2025/26
korrigiert
Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse
14.923,2
18.225,1
16.684,3
15.743,7
15.063,1
EBITDA
2.291,3
2.543,9
1.666,1
1.346,4
1.485,6
Abschreibungen
837,0
921,1
1.096,8
891,4
762,1
EBIT
1.454,3
1.622,8
569,3
455,1
723,5
Ergebnis vor Steuern
1.382,5
1.489,4
383,4
270,5
586,6
Ergebnis nach Steuern2
1.330,3
1.177,3
207,1
178,6
424,3
Bilanz
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
708,4
922,0
1.233,0
1.243,1
1.069,2
Eigenkapital3
7.069,3
7.686,4
7.499,6
7.464,7
7.800,6
Nettofinanzverschuldung
2.291,2
1.661,0
1.650,8
1.650,0
1.263,7
Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals (Gearing)
32,4 %
21,6 %
22,0 %
22,1 %
16,2 %
Finanzkennzahlen
EBITDA-Marge
15,4 %
14,0 %
10,0 %
8,6 %
9,9 %
EBIT-Marge
9,7 %
8,9 %
3,4 %
2,9 %
4,8 %
Return on Capital Employed (ROCE)
15,5 %
15,5 %
5,4 %
4,4 %
7,3 %
Cashflow aus der Betriebstätigkeit
1.242,9
956,2
1.447,9
1.420,5
1.540,1
Aktienkennzahlen
Aktienkurs Ende Geschäftsjahr (EUR)
27,02
31,28
26,00
22,50
37,82
Dividende je Aktie (EUR)4
1,20
1,50
0,70
0,60
0,75
Börsenkapitalisierung Ende Geschäftsjahr
4.823,6
5.400,5
4.457,7
3.857,6
6.484,3
Anzahl der ausstehenden Aktien zum 31.03.
178.520.616
172.650.943
171.450.616
171.450.616
171.450.616
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR)
7,28
6,01
0,59
0,90
2,48
Verwässertes Ergebnis je Aktie (EUR)
7,28
6,01
0,59
0,90
2,44
Personal
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) Ende Geschäftsjahr
50.225
51.202
51.589
49.659
48.777
1 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend korrigiert.
2 Vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen.
3 Geschäftsjahr 2021/22 vor rückwirkender Korrektur.
4 Gemäß Vorschlag an die Hauptversammlung.
INHALT
UNTERNEHMEN
KONZERNLAGEBERICHT
Highlights
Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
voestalpine–Konzern im Überblick
Bericht über die finanziellen Leistungs-indikatoren des voestalpine-Konzerns
voestalpine–Portfolio
Steel Division
Die voestalpine ist ein globales Unternehmen
High Performance Metals Division
Aufsichtsrat der voestalpine AG
Metal Engineering Division
Vorstand der voestalpine AG
Metal Forming Division
Brief des Vorstandes
Investitionen
Bericht des Aufsichtsrates über das Geschäftsjahr 2025/26
Akquisitionen & Devestitionen
Investor Relations
Rohstoffe
Konsolidierter Corporate Governance-Bericht 2025/26
76
Bericht über die Risiken des Unternehmens
89
Bestand an eigenen Aktien
90
Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Verpflichtungen
92
Ausblick
Konsolidierte Nachhaltigkeitserklärung
voestalpine AG
KONZERNABSCHLUSS
voestalpine AG
JAHRESABSCHLUSS
SERVICE
307
Konzernbilanz
Lagebericht
Glossar
Konzern-Kapitalflussrechnung
Bilanz zum 31.03.2026
Kontakt, Impressum
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.04.2025 bis 31.03.2026
Konzern-Eigenkapital- veränderungsrechnung
Anlagenspiegel zum 31.03.2026
Anhang zum Konzernabschluss
Anhang zum UGB-Abschluss der voestalpine AG 2025/26
Erklärung des Vorstandes gem. § 124 (1) BörseG 2018
508
Bestätigungsvermerk
425
Bestätigungsvermerk
Erklärung des Vorstandes gem. § 124 (1) BörseG 2018
432
Bericht über die unabhängige Prüfung der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung für das Geschäftsjahr 2025/26
Beteiligungen
HIGHLIGHTS
2025/26
»
Das Geschäftsjahr 2025/26 war weltweit von geopolitischen Turbulenzen, bewaffneten Konflikten sowie von einschneidenden Veränderungen lange bestehender wirtschaftlich-rechtlicher Rahmenbedingungen geprägt.
»
Dementsprechend setzte weltweit Verunsicherung in vielen Marktsegmenten auf Kundenseite ein. Die Konjunktur in Europa stagnierte über weite Strecken der Berichtsperiode. In Nordamerika wurde das positive Wirtschaftswachstum vor allem von hohen Investitionen im Bereich Künstliche Intelligenz getragen. In Brasilien verlor die Konjunktur hingegen deutlich an Schwung. Das chinesische Wirtschaftswachstum wurde auch im Geschäftsjahr 2025/26 maßgeblich von Exporten getragen.
»
Die globale Aufstellung des Konzerns, die breite Diversifizierung nach Produkten und Kundensegmenten sowie die Ausrichtung auf das höchste Qualitätssegment unterstützten die positive Entwicklung des voestalpine-Konzerns in diesem herausfordernden Umfeld. Aktives Management und die konsequente Umsetzung von notwendigen Reorganisationsmaßnahmen führten zu insgesamt sehr soliden Ergebnissen im Geschäftsjahr 2025/26.
»
Die Umsatzerlöse sind im Jahresvergleich um 4,3 % von 15.743,7 Mio. EUR auf 15.063,1 Mio. EUR zurückgegangen, was auch zu einem guten Teil auf den Verkauf des deutschen Werks Buderus Edelstahl im Januar 2025 zurückzuführen ist.
»
Die Ergebnisse konnten in allen Kategorien im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Das vorige Geschäftsjahr 2024/25 ist von Einmaleffekten beeinflusst.
»
Das operative Ergebnis (EBITDA) stieg um 10,3 % von 1.346,4 Mio. EUR auf 1.485,6 Mio. EUR an.
»
Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich deutlich um 59,0 % auf 723,5 Mio. EUR (Vorjahr: 455,1 Mio. EUR).
»
Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich signifikant um 116,9 % auf 586,6 Mio. EUR (Vorjahr: 270,5 Mio. EUR).
»
Das Ergebnis nach Steuern verzeichnete eine markante Steigerung von 137,6 % auf 424,3 Mio. EUR (Vorjahr: 178,6 Mio. EUR).
»
Das Eigenkapital nahm zum Stichtag 31. März 2026 um 4,5 % auf 7.800,6 Mio. EUR zu (Vorjahreswert von 7.464,7 Mio. EUR).
»
Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit konnte um 8,4 % auf 1.540,1 Mio. EUR gesteigert werden (Vorjahr: 1.420,5 Mio. EUR).
»
Die Investitionsprojekte zur Transformation der Stahlproduktion „greentec steel“ verliefen im Geschäftsjahr 2025/26, wie auch insgesamt, sowohl zeitlich als auch budgetär nach Plan.
»
Die Nettofinanzverschuldung konnte aufgrund der hervorragenden Cashflow-Entwicklung trotz hoher Investitionen auf 1.263,7 Mio. EUR per 31. März 2026 abgebaut werden (Vorjahr: 1.650,0 Mio. EUR).
»
Die Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals) verbesserte sich auf 16,2 % per 31. März 2026 (Vorjahr: 22,1 %).
»
Dividendenvorschlag an Hauptversammlung: 0,75 EUR je Aktie.
voestalpine-KONZERN
IM ÜBERBLICK
Bei voestalpine arbeiten wir weltweit Tag für Tag an innovativen Lösungen aus Stahl und anderen metallischen Werkstoffen. Dabei haben wir Innovation, Technologie und Qualität immer im Fokus. In unseren definierten Märkten wollen wir weiter profitabel wachsen und gleichzeitig unseren Beitrag für eine nachhaltige Zukunft leisten.
Als weltweit führender Stahl- und Technologiekonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz wollen wir gemeinsam mit unseren Kund:innen höchstwertige Produktlösungen entwickeln und Innovationen zielgerichtet vorantreiben.
Permanente Innovation und technologische Weiterentwicklung sind die Voraussetzung für unseren langfristigen ökonomischen Erfolg. Um zeitgerecht die zukünftigen Produkte für unsere Kundensegmente herausbringen zu können, haben wir im Geschäftsjahr 2025/26 221,6 Mio. EUR in Forschung & Entwicklung investiert. In Zukunft werden wir noch enger mit unseren Kund:innen kooperieren und die Zusammenarbeit mit externen Entwicklungspartner:innen intensivieren, um den Innovationsprozess noch weiter zu beschleunigen.
Wir denken langfristig und handeln verantwortungsvoll. Unsere unternehmerische Tätigkeit orientiert sich an drei Säulen: Wir wollen ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Werte schaffen. Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil aller unserer Geschäftsprozesse. Wir verstehen sie als ganzheitlichen Rahmen mit einem Best-in-Class-Anspruch.
Digitalisierung ist ein integraler Bestandteil unseres wirtschaftlichen Handelns. Sie ist nicht nur die Basis, um Geschäftsprozesse zu optimieren und unsere Operational Excellence weiter zu verbessern, sie wird in Zukunft auch immer mehr Teil der von uns angebotenen Systemlösungen und Servicemodelle sein.
Hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind entscheidend für den Erfolg der voestalpine. Um auch weiterhin die besten Köpfe finden und halten zu können, arbeiten wir intensiv daran, ein Arbeitsumfeld mit Mehrwert zu bieten. Mit umfassenden Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten wollen wir jede Einzelne bzw. jeden Einzelnen in ihren:seinen individuellen Fähigkeiten und Talenten fördern. Eine vertrauensvolle Führungskultur soll sicherstellen, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter eigenverantwortlich, lösungsorientiert und effizient zum Erfolg des Unternehmens beiträgt.
Durch Investitionen und Akquisitionen hat die voestalpine über die Jahre ein in vier Divisionen gegliedertes Portfolio entwickelt, das sich durch eine einzigartige Kombination aus Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz auszeichnet. Diese vier Unternehmensbereiche profitieren von wechselseitigen Synergieeffekten. Die Verarbeitungsbereiche wachsen weltweit in ihren definierten Märkten und gemeinsam mit langfristigen, strategischen Kund:innen. In der Werkstofferzeugung liegt der Fokus auf der technologischen und qualitativen Weiterentwicklung bei gleichbleibenden Kapazitäten. Der verstärkte Trend zur Nachhaltigkeit sorgt für eine steigende Nachfrage nach voestalpine-Produkten.
voestalpine-
PORTFOLIO
Mit unseren Premium-Produkt- und Systemlösungen zählen wir zu den führenden Partnern der Automobil- und Maschinenbauindustrie sowie der Luftfahrt- und Energieindustrie und sind darüber hinaus Weltmarktführerin bei Bahninfrastruktursystemen und Spezialprofilen. Die breite Kundenbasis ermöglicht Ergebnisstabilität in einem insgesamt zyklischen Marktumfeld.
STEEL DIVISION
37%
Umsatzerlöse (Mio. EUR)
5.730,6
EBITDA (Mio. EUR)
810,5
EBITDA-Marge
14,1 %
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent)
10.791
DES KONZERNUMSATZES
Die Steel Division setzt in der Stahlerzeugung Benchmarks bei der aktuellen Produktionsroute und verfolgt mit greentec steel einen ambitionierten Stufenplan für eine Stahlerzeugung mit Net-Zero-Emissionen. Mit ihren qualitativ hochwertigen Stahlbändern ist die Steel Division erste Anlaufstelle namhafter Automobilhersteller und -zulieferer weltweit. Darüber hinaus ist sie eine der wichtigsten Partnerinnen der europäischen Hausgeräte- sowie der Maschinenbauindustrie. Für den Energiebereich fertigt sie Grobbleche und Gussprodukte für Anwendungen in schwierigsten Bedingungen und bietet für den Ausbau erneuerbarer Energie maßgeschneiderte Lösungen.
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
18%
Umsatzerlöse (Mio. EUR)
2.749,7
EBITDA (Mio. EUR)
216,2
EBITDA-Marge
7,9 %
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent)
11.062
DES KONZERNUMSATZES
Die High Performance Metals Division ist eine der weltweit führenden Anbieterinnen von Werkzeugstahl und bietet darüber hinaus Schnellarbeits-, Ventil- und Spezialstähle, Pulverwerkstoffe, Nickelbasis- und Titan-Legierungen an, einschließlich einbaufertiger Komponenten aus additiven Fertigungstechnologien. Hauptkundensegmente sind die Automobilzulieferindustrie, Energieindustrie, Maschinenbau, Konsumgüterindustrie und Luftfahrt.
METAL ENGINEERING DIVISION
26%
Umsatzerlöse (Mio. EUR)
4.054,7
EBITDA (Mio. EUR)
374,5
EBITDA-Marge
9,2 %
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent)
14.914
DES KONZERNUMSATZES
Die Metal Engineering Division des voestalpine-Konzerns ist mit dem Geschäftsbereich Railway Systems globale Marktführerin für Bahninfrastruktursysteme, Diagnose- und Monitoringlösungen für Infrastruktur und rollendes Material wie auch Softwarelösungen für Instandhaltungsmanagement. Mit dem Bereich Industrial Systems ist die Division darüber hinaus europäische Marktführerin für Qualitätsdraht sowie globale Anbieterin von Schweißkomplettlösungen. Die Kund:innen stammen aus der Bahninfrastruktur, der Energieindustrie, der Maschinenbau-, Automobil- und der Bauindustrie sowie aus dem Bereich erneuerbare Energien.
METAL FORMING DIVISION
19%
Umsatzerlöse (Mio. EUR)
3.030,1
EBITDA (Mio. EUR)
218,1
EBITDA-Marge
7,2 %
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent)
10.698
DES KONZERNUMSATZES
Die Metal Forming Division ist das Kompetenzzentrum des voestalpine-Konzerns für hochentwickelte Profil-, Rohr- und Präzisionsbandstahlprodukte sowie einbaufertige Systemkomponenten aus Press-, Stanz- und rollprofilierten Teilen, die in einer Vielzahl von Branchen – insbesondere im Premium-Automotive-Bereich – Einsatz finden. Mit der branchenweit einzigartigen Verbindung von Werkstoffexpertise und Verarbeitungskompetenz sowie einer weltweiten Präsenz ist die Division die Partnerin erster Wahl für innovations- und qualitätsorientierte Kund:innen in zahlreichen Industrien, darunter Automobil, Lagertechnik, Straßensicherheit, erneuerbare Energien, Bau und Maschinenbau.
DIE voestalpine IST EIN GLOBALES UNTERNEHMEN
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Die global tätige Unternehmensgruppe verfügt über rund 500 Konzerngesellschaften und -standorte in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Mit ihren qualitativ höchstwertigen Produkt- und Systemlösungen zählt sie zu den führenden Partner:innen der Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie der Luftfahrt- und Energieindustrie und ist darüber hinaus Weltmarktführerin bei Bahninfrastruktursystemen, Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Die voestalpine bekennt sich zu den globalen Klimazielen und arbeitet intensiv an Technologien zur Dekarbonisierung und langfristigen Reduktion ihrer
CO₂-Emissionen.
AUFSICHTSRAT
voestalpine AG
Dr. Wolfgang Eder
Vorsitzender des Aufsichtsrates seit 01.04.2022
Erstbestellung: 03.07.2019
Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG, Linz
Mag. Reinhard Schwendtbauer (seit 02.07.2025)
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 02.07.2025
Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG, Linz
Dr. Heinrich Schaller (bis 02.07.2025)
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 04.07.2012
Ehemaliger Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG, Linz
KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA
Mitglied des Aufsichtsrates, Vorsitzender des Prüfungsausschusses seit 03.07.2019
Erstbestellung: 01.07.2004
Generaldirektor der Oberbank AG, Linz
Martin Hetzer Ph.D.
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2024
Präsident des Institute of Science and Technology Austria (ISTA), Klosterneuburg
Mag. Ingrid Jörg
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Chief Executive Officer und Mitglied des Verwaltungsrates, Constellium SE, Paris, Frankreich
Dr. Florian Khol
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Rechtsanwalt, Partner bei Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH, Wien
Mag. Maria Kubitschek
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Ehemalige stellvertretende Direktorin der Bundesarbeitskammer/Arbeiterkammer Wien, Wien
Prof. Elisabeth Stadler
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Ehemalige Vorsitzende des Vorstandes der Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe, Wien
Vom Betriebsrat entsandt:
Manfred Hippold (seit 01.05.2025)
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstentsendung: 01.05.2025
Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der voestalpine AG, Linz
Vorsitzender des Europäischen Betriebsrates der voestalpine AG, Linz
Hans-Karl Schaller (bis 30.04.2025)
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstentsendung: 01.09.2005
Ehemaliger Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der voestalpine AG, Linz
Ehemaliger Vorsitzender des Europäischen Betriebsrates der voestalpine AG, Linz
Sandra Fritz
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstentsendung: 15.06.2019
Mitglied des Angestelltenbetriebsrates der voestalpine AG, Linz
Reinhard Lang
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstentsendung: 02.10.2024
Vorsitzender der Teilkonzernvertretung Metal Forming Divison, Krems
Mitglied des Europäischen Betriebsrates der voestalpine AG, Linz
Gerhard Scheidreiter
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstentsendung: 01.01.2012
Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates der voestalpine BÖHLER Edelstahl
GmbH & Co KG, Kapfenberg
VORSTAND
voestalpine AG
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Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner
geboren 1963
Vorsitzender des Vorstandes seit 03.07.2019
Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2012
Zugeordnete Konzernfunktionen:
Konzernentwicklung; F&E- und Innovationsstrategie; Strategisches Personalmanagement; Konzernkommunikation und Marktauftritt; Public Affairs; Recht; Compliance; M&A; Datenschutz; Nachhaltigkeitsstrategie; Investor Relations; Trade & Statistics; Revision
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Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer
geboren 1967
Leitung der Metal Engineering Division
Mitglied des Vorstandes seit 01.07.2011
Zugeordnete Konzernfunktion:
Energieversorgung des Konzerns
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Mag. Gerald Mayer
geboren 1971
Leitung des Ressorts Finanzen
Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2024
Zugeordnete Konzernfunktionen:
Bilanzen; Controlling einschließlich Beteiligungs- controlling; Konzern-Treasury; Steuern; Management- informationssysteme; Risikomanagement; Versicherungen; Informationstechnologie
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Dipl.-Ing. Dr. Reinhard Nöbauer
geboren 1963
Leitung der High Performance Metals Division
Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2024
Zugeordnete Konzernfunktion:
Beschaffungsstrategie
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Dr. Carola Richter
geboren 1973
Leitung der Metal Forming Division
Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2024
Zugeordnete Konzernfunktion:
health & safety
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Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA
geboren 1968
Leitung der Steel Division
Mitglied des Vorstandes seit 04.07.2019
Zugeordnete Konzernfunktion:
Rohstoffversorgung des Konzerns
BRIEF
DES VORSTANDES
Sehr geehrte Damen und Herren,
geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre!
Im Geschäftsjahr 2025/26 hat sich unsere strategische Aufstellung als sehr tragfähig erwiesen und es ist uns gelungen, das operative Ergebnis (EBITDA) gegenüber dem Vorjahr von 1.346,4 Mio. EUR auf 1.485,6 Mio. EUR zu steigern. Unser konsequenter Fokus lag weiterhin auf Qualität, Innovation und Effizienz, der breiten Aufstellung nach Regionen und Branchen sowie auf der Konzentration auf internationale Wachstumsprojekte. Die definierten Reorganisationsprojekte wurden konsequent um- bzw. fortgesetzt und darüber hinaus konnten wir wieder zentrale Meilensteine auf dem Weg zur Stahlproduktion mit Net-Zero-CO2-Emissionen erreichen.
Dabei bewegten wir uns erneut in einem sehr herausfordernden Umfeld, das von anhaltenden Unsicherheiten und einer insgesamt gedämpften wirtschaftlichen Dynamik geprägt war. Die geopolitischen Entwicklungen zum Ende des Geschäftsjahres – insbesondere die Eskalation rund um den Iran – haben einmal mehr verdeutlicht, wie schnell und tiefgreifend sich die globalen Rahmenbedingungen verändern können.
Eine spürbare Belastung im Geschäftsjahr 2025/26 waren die internationalen Handelsschranken. Durch die von der US-Administration verhängten massiven Einfuhrzölle kam es zu einer Verschiebung der globalen Handelsströme. Als Management haben wir rasch reagiert, dennoch haben die bereits seit 4. Juni 2025 geltenden Zölle in Höhe von 50 % auf Stahl im letzten Geschäftsjahr zu einer Ergebnisbelastung in Höhe eines hohen zweistelligen Millionen-EUR-Betrages geführt. Die geplanten Handelsschutzmaßnahmen der EU-Kommission sind ein wichtiger Schritt zur Eindämmung der über die vergangenen Jahre erhöhten Importvolumina und zur Sicherung der europäischen Stahlindustrie. Wir gehen davon aus, dass die neuen Import-Handelsschutzmaßnahmen mit 1. Juli 2026 in Kraft treten und die auslaufenden Safeguard-Maßnahmen ersetzen werden.
Strategischer Fokus auf Effizienz
Ein wichtiger Hebel war die konsequente Fortführung der Reorganisation jener Geschäftsbereiche, die mit strukturellen Veränderungen konfrontiert sind. Die Umsetzung der bereits gestarteten Maßnahmen verlief planmäßig. Wie berichtet, stellt die voestalpine den Bereich Automotive Components in Deutschland neu auf. Ziel ist es, den Automobilzulieferbereich der Metal Forming Division langfristig abzusichern. Die High Performance Metals Division konzentriert ihr Produktportfolio auf das technologisch anspruchsvolle Segment der Hochleistungswerkstoffe. Mit der Veräußerung der Buderus Edelstahl in Wetzlar (Deutschland), weltweiten Standortkonsolidierungen, Kapazitätsanpassungen der voestalpine BÖHLER Bleche in Mürzzuschlag (Österreich) und dem Verkauf der voestalpine BÖHLER Profil (Österreich) ist die Portfoliobereinigung innerhalb der Division weitgehend abgeschlossen. Bei der voestalpine Tubulars in Kindberg (Österreich), eine Gesellschaft der Metal Engineering Division, war insbesondere
aufgrund der anhaltend niedrigen Ölpreise im Jahr 2025 und den erheblichen Belastungen durch die 50 %-US-Zölle im Hauptabsatzmarkt USA eine Anpassung der Produktion an die Nachfrage notwendig.
Im Zuge der Reorganisationsmaßnahmen wurde unter anderem der Personalstand angepasst. Die Zahl der Mitarbeitenden (gerechnet in Vollzeitäquivalenten) ging im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 % zurück.
Als Unternehmen tragen wir große Verantwortung für unsere Mitarbeiter:innen und haben in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat der jeweiligen betroffenen Gesellschaften Sozialpläne erarbeitet. Dort, wo es möglich ist, haben wir Mitarbeiter:innen Perspektiven an anderen Standorten angeboten.
Internationale Wachstumsprojekte
Im Geschäftsjahr 2025/26 haben wir internationale Wachstumsprojekte in attraktiven Bereichen der Weiterverarbeitung, wie zum Beispiel Railway Systems, Luftfahrt oder Lagertechnik, und in attraktiven Regionen, wie etwa Indien, weiter vorangetrieben.
Mit Aufträgen der Deutschen Bahn (DB) und der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) für Schienen, Weichen und Signaltechnik in Höhe von 500 Millionen Euro konnten wir unsere weltweit führende Position als Systemanbieterin von kompletten Bahninfrastruktursystemen weiter stärken. Die voestalpine Railway Systems stattete außerdem die gesamte Koralmbahn mit ihren hochtechnologischen Produkten aus. Insgesamt kamen rund 290 Kilometer ultralange Premium-Schienen sowie 235 High-Tech-Weichen mit integrierten Verschluss- und Überwachungstechnologien zum Einsatz. Herzstück ist der 33 Kilometer lange Koralmtunnel – der längste Eisenbahntunnel Österreichs und der sechstlängste weltweit.
Kräftiger Rückenwind kam auch aus der internationalen Luftfahrt. Hier sicherten wir uns im vergangenen Geschäftsjahr Aufträge im Wert von rund einer Milliarde Euro für die nächsten 5 Jahre. Ein großer Teil davon wurde mit dem europäischen Flugzeughersteller Airbus vereinbart und umfasst das gesamte Leistungsspektrum – von Hochleistungswerkstoffen über komplexe Schmiedeteile bis hin zu einem umfangreichen globalen Logistikservice. Die Großaufträge sind ein starkes Signal für unsere Innovationskraft und unsere Rolle als strategische Partnerin der internationalen Luftfahrtindustrie. Nahezu jedes neu gebaute zivile Flugzeug fliegt mit einem High-Tech-Produkt der voestalpine.
Ein Rekordergebnis verzeichnete der Bereich Lagertechnik. Zahlreiche internationale Aufträge bestätigen die Qualität der hochqualitativen voestalpine-Produkte auch in diesem Bereich. Im vergangenen Geschäftsjahr konnten wir im Bereich Hochregallagersysteme unseren bisher größten Auftrag – die Errichtung eines modernen, 40 Meter hohen Logistik-Hubs in Istanbul – gewinnen.
Die rasante Industrialisierung, umfangreiche Infrastrukturinvestitionen sowie die steigende Nachfrage nach fortschrittlichen Technologien machen Indien zu einem strategisch interessanten Wachstumsmarkt für die voestalpine außerhalb Europas. Wir sind in Indien mit 12 Gesellschaften und Standorten mit rund 900 Mitarbeiter:innen präsent. Der in Indien erzielte Gesamtumsatz beträgt in etwa 185 Millionen Euro. Entsprechend unserer Local-for-Local-Strategie werden wir unser Geschäft gezielt in Segmenten wie Bahnsysteme, Luft- und Raumfahrt, Rohre und Profile sowie Schweißzusatzstoffe weiter ausbauen.
Bedeutende Meilensteine am Weg zur Transformation der Stahlproduktion
Wir sind erfolgreich auf unserem Weg zur nächsten Generation der Stahlerzeugung und werden plangemäß im ersten Halbjahr 2027 an unseren Standorten in Linz und in Donawitz jeweils einen grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenofen (EAF) in Betrieb nehmen. Wir errichten derzeit an beiden Standorten je ein Stahlwerk inmitten hochausgelasteter Produktionswerke, was größte logistische Herausforderungen mit sich bringt. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro schreitet planmäßig voran. Mit Geschäftsjahresende waren vom gesamten Investitionsvolumen bereits rund 60 % umgesetzt.
Wir blicken aber noch weiter in die Zukunft und sind erfolgreich auf unserem Weg zur nächsten Generation der Stahlerzeugung. Um das langfristige Ziel einer Stahlproduktion mit Net-Zero-CO2-Emissionen bis 2050 erreichen zu können, forschen wir gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft bereits an mehreren neuen Verfahren und investieren in zukunftsweisende Projekte. Im Herbst 2025 erfolgte gemeinsam mit dem internationalen Anlagenbauer Primetals Technologies und Rio Tinto, einem der global größten Bergbaukonzerne, der Baustart für die weltweit erste industrielle Demonstrationsanlage, die zwei innovative Prozesse – eine wasserstoffbasierte Direktreduktion für ultrafeine Eisenerze und einen elektrischen Schmelzprozess – verbinden wird. Die Gesamtkosten für dieses europäische Leuchtturmprojekt Hy4Smelt belaufen sich auf rund 170 Mio. EUR. Die neue Anlage ist damit nicht nur das historisch größte F&E-Projekt der voestalpine, sondern außerdem das größte Forschungsprojekt für den Klimaschutz in Österreich.
Bei Klimaschutz und Wirtschaft gilt: Ziele sind wichtig, entscheidend ist die Umsetzung. Wir treiben die Transformation unseres Konzerns konsequent voran, auch wenn die dafür notwendigen Rahmenbedingungen in Europa derzeit noch nicht vollständig vorhanden sind. Dazu zählen insbesondere eine ausreichende Versorgung mit erneuerbarer Energie, leistungsfähige Netzinfrastruktur oder genügend Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Preisen. Für eine erfolgreiche Transformation der energieintensiven Industrie müssen Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam gedacht werden. Deshalb setzen wir uns für eine rasche Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen ein. Ein zentraler Baustein ist dabei die Verlängerung der Freizuteilung im EU-Emissionshandel. Damit ist sichergestellt, dass wertvolle finanzielle Mittel für Klimaschutzinvestitionen im Unternehmen verbleiben, anstatt ohne Zweckwidmung abgeschöpft zu werden.
Konsequente Weiterentwicklung von health & safety
Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter:innen sind zentrale Grundwerte der voestalpine. Trotz einer konzernweiten Reduktion der Unfallhäufigkeit um 13 % im Berichtsjahr mussten wir dennoch auch tragische Arbeitsunfälle verzeichnen. Diese Ereignisse zeigen klar, dass erzielte Fortschritte nicht ausreichen und wir uns im Bereich health & safety weiter verbessern müssen. Die Unfälle werden umfassend aufgearbeitet und zum Anlass genommen, unsere Strukturen, Prozesse und unser sicherheitsbezogenes Handeln kritisch zu hinterfragen sowie konsequent weiterzuentwickeln. Unabhängig davon bereiten wir ein umfangreiches konzernweites health & safety-Programm vor, das sowohl die Sicherheitskultur als auch die Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessert. Unsere Vision bleibt dabei unverändert: null Arbeitsunfälle und keine berufsbedingten Erkrankungen. Dieses Ziel ist Maßstab und Verpflichtung unseres Handelns.
Dividendenvorschlag
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der voestalpine werden der Hauptversammlung vorschlagen, für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende in Höhe von 0,75 Euro je Aktie auszuschütten. Dabei kommt erstmals die Dividendenpolitik zum Tragen, die Teil unserer neuen Kapitalallokationsstrategie ist. Grundlage bildet eine Ausschüttungsquote von 30 % des Ergebnisses je Aktie (Earnings per Share, EPS), sofern der Verschuldungsgrad des Konzerns – gemessen als Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zu EBITDA – nach Berücksichtigung der Dividendenzahlung den Wert von 2,0 nicht überschreitet. Unabhängig davon sieht diese Strategie vor, eine Mindestdividende in Höhe von 40 Eurocent je Aktie auszuschütten.
30 Jahre an der Wiener Börse
Der Start der neuen Dividendenpolitik fällt in ein Geschäftsjahr, in dem sich ein ganz besonderer Tag in der Historie der voestalpine AG zum 30. Mal gejährt hat: Der Börsengang am 9. Oktober 1995 war der Ausgangspunkt für einen umfassenden Veränderungsprozess, der die voestalpine zu dem gemacht hat, was sie heute ist: ein weltweit tätiger Stahl- und Technologiekonzern mit Standorten in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Die Verpflichtung zu Transparenz und Klarheit sowie die Möglichkeit, uns mit den Besten zu messen, haben die voestalpine zu einem hochprofessionellen, zielorientierten Unternehmen geformt. Wir danken unseren Aktionär:innen für ihr Vertrauen.
Zeichen der Kontinuität
Gerade in sehr volatilen Zeiten gewinnen Kontinuität und Stabilität an Bedeutung. Das spiegelt sich auch in der Verlängerung des Vorstandsteams durch den Aufsichtsrat wider. Konkret wurden die bisher mit drei Jahren befristeten Vorstandsmandate von Gerald Mayer, Finanzvorstand, Reinhard Nöbauer, Leiter der High Performance Metals Division, und Carola Richter, Leiterin der Metal Forming Division, ab dem 1. April 2027 verlängert. Gerald Mayer (55) und Carola Richter (53) werden ihre Tätigkeiten für fünf Jahre (bis 31. März 2032) fortsetzen. Der Vertrag von Reinhard Nöbauer (62) wird um weitere drei Jahre bis 31. März 2030 verlängert. Unverändert bleiben die schon bisher über fünf Jahre laufenden Mandate von CEO Herbert Eibensteiner, Franz Kainersdorfer als Leiter der Metal Engineering Division und Hubert Zajicek als Leiter der Steel Division. Ihre Verträge laufen bis zum 31. März 2029.
Danke für das Engagement
Die robuste Strategie hat uns in einem sehr anspruchsvollen Umfeld durch das Geschäftsjahr 2025/26 getragen. Doch auch die beste Strategie entfaltet ihre Wirkung nur durch die Menschen, die sie tagtäglich mit Leben füllen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind es, die mit ihrem Engagement und ihrer Kompetenz gerade in anspruchsvollen Zeiten das Rückgrat unserer Entwicklung bilden und maßgeblich dazu beitragen, unseren langfristigen Erfolg zu sichern. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken!
Linz, am 26. Mai 2026
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h. Franz Kainersdorfer e. h. Gerald Mayer e. h.
Reinhard Nöbauer e. h. Carola Richter e. h. Hubert Zajicek e. h.
BERICHT DES AUFSICHTSRATES ÜBER DAS GESCHÄFTSJAHR 2025/26
Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es im Aufsichtsrat der voestalpine AG zwei Veränderungen. Dr. Heinrich Schaller, Mitglied und Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates seit Juli 2012, ist mit 2. Juli 2025 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Mit gleichem Datum hat die Hauptversammlung Mag. Reinhard Schwendtbauer in den Aufsichtsrat und in der Folge der Aufsichtsrat ihn zum Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Mit 30. April 2025 ist Hans-Karl Schaller, seit 1. September 2005 vom Betriebsrat entsandtes Mitglied des Aufsichtsrates, ausgeschieden. Ihm folgte mit 1. Mai 2025 Manfred Hippold nach.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz und Satzung zukommenden Aufgaben im Rahmen von sechs Plenarsitzungen, drei Sitzungen des Prüfungsausschusses, zwei Sitzungen des Präsidialausschusses und einer Sitzung des Vergütungsausschusses wahrgenommen. In den Plenar- und Prüfungsausschusssitzungen hat der Vorstand über die Lage der Gesellschaft sowie die operative Entwicklung der voestalpine AG und ihrer Divisionen einschließlich der finanziellen Gebarung schriftlich und mündlich umfassend Auskunft erteilt.
Der Aufsichtsrat befasste sich in seinen Sitzungen im Geschäftsjahr 2025/26 neben diesen laufenden Berichten auch mit dem Vorschlag zur Wahl eines neuen Mitglieds aufgrund des Ausscheidens von Dr. Heinrich Schaller und mit der Wiederbestellung jener drei Mitglieder des Vorstandes, deren Funktionsperiode mit 31. März 2027 ausläuft. In der Sitzung am 18. März 2026 wurden Mag. Gerald Mayer als Finanzvorstand und Dr. Carola Richter als Leiterin der Metal Forming Division jeweils für fünf Jahre und somit für den Zeitraum von 1. April 2027 bis 31. März 2032 wiederbestellt. Dipl.-Ing. Dr. Reinhard Nöbauer, Leiter der High Performance Metals Division, wurde für drei Jahre, d.h. für den Zeitraum von 1. April 2027 bis 31. März 2030 wiederbestellt; er wird mit Auslaufen der Funktionsperiode am 31. März 2030 im 67. Lebensjahr stehen. Der Aufsichtsrat beschäftigte sich ferner mit den im Jänner 2025 erfolgten Änderungen zum Österreichischen Corporate Governance Kodex, dem Review der Strategie 2030+, dem Prozess der Nachfolgeplanung in der voestalpine, dem für verschiedene Metallurgie-Transformationsszenarien im Zeitraum bis 2050 erforderlichen Energiemix inklusive dessen Beschaffungsmöglichkeiten und ergänzend zum Vorjahr erneut mit dem Ausbau der Kreislaufwirtschaft auf Basis nachhaltiger – insbesondere schrottbasierter – Recyclingmodelle. Nicht zuletzt waren die Sitzungen des Aufsichtsrates in hohem Maße auch wieder geprägt durch die Berichterstattung des Vorstandes über den jeweiligen Umsetzungsstand der Maßnahmen zur Dekarbonisierung der Stahlerzeugung („greentec steel“) an den Standorten Linz, Österreich, und Donawitz, Österreich.
Der Prüfungsausschuss beschäftigte sich in erster Linie mit der Vorbereitung und Prüfung des Konzern- und Einzelabschlusses sowie der Nachhaltigkeitsberichterstattung der voestalpine AG. Im
Gegensatz zum Vorjahr erfolgt die Nachhaltigkeitsberichterstattung 2025/26 nicht freiwillig nach den Vorgaben der European Sustainability Standards (ESRS), sondern auf Basis des im Februar 2026 in Österreich in Kraft getretenen Nachhaltigkeitsberichtsgesetzes (NaBeG). Weitere Themen des Prüfungsausschusses waren die Frage der Unabhängigkeit der Abschlussprüferin, das Interne Kontrollsystem, das Risikomanagementsystem sowie die Interne Revision und Themen der Compliance.
Der Präsidialausschuss befasste sich mit dem Beschlussvorschlag zur Neuwahl eines Mitglieds des Aufsichtsrates anlässlich der Hauptversammlung 2025 sowie mit dem Vorschlag an den Aufsichtsrat zur Wiederbestellung von Mag. Gerald Mayer, Dipl.-Ing. Dr. Reinhard Nöbauer und Dr. Carola Richter als Mitglieder des Vorstandes. Darüber hinaus beschäftigte er sich mit der Zielerreichung sowie Vertragsangelegenheiten der Mitglieder des Vorstandes. Der Vergütungsausschuss überwachte die Einhaltung der Vergütungspolitik im Rahmen der Anstellungsverträge der Mitglieder des Vorstandes.
Zu Details der Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrates und seiner Ausschüsse wird auf den Konsolidierten Corporate Governance-Bericht 2025/26 verwiesen.
Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss zum 31. März 2026 wurden von der in der Hauptversammlung am 2. Juli 2025 gewählten Abschlussprüferin, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, Wien, geprüft. Vertreter:innen der Abschlussprüferin nahmen an allen drei Sitzungen des Prüfungsausschusses teil und standen für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.
Die Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt und ergeben, dass der Jahresabschluss sowie der gemäß § 245a UGB nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Die Abschlussprüferin hat sowohl für den Jahresabschluss als auch für den Konzernabschluss einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt und bestätigt, dass der Lagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss und der Konzernlagebericht im Einklang mit dem Konzernabschluss steht.
Die im Konzernlagebericht enthaltene konsolidierte Nachhaltigkeitsberichterstattung 2025/26 wurde von der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, Wien geprüft. Im Zuge der Prüfungshandlungen sind ebenfalls keine Sachverhalte zutage getreten, die zu der Annahme veranlassen, dass dieser Bericht der voestalpine AG in wesentlichen Belangen nicht mit den gesetzlichen Vorschriften und den Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung übereinstimmt.
Nach vorhergehender Befassung des Prüfungsausschusses hat der Aufsichtsrat am
2. Juni 2026 den Jahresabschluss zum 31. März 2026 geprüft und gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt. Der Aufsichtsrat hat zudem nach vorheriger Befassung des Prüfungsausschusses den Lagebericht sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht inklusive konsolidierter Nachhaltigkeitsberichterstattung und den Konsolidierten Corporate Governance-Bericht jeweils des Geschäftsjahres 2025/26 geprüft und genehmigt. Die Prüfungen durch den Aufsichtsrat haben zu keinen Beanstandungen geführt.
Der Konsolidierte Corporate Governance-Bericht 2025/26 wurde ebenfalls von der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, Wien im Rahmen der jährlich durchgeführten externen Evaluierung der Einhaltung des Corporate Governance Kodex durch die voestalpine AG geprüft. Bei dieser Prüfung wurden keine Sachverhalte bekannt, die zu der Annahme veranlassen, dass der Konsolidierte Corporate Governance-Bericht der Gesellschaft in wesentlichen Belangen nicht mit dem Corporate Governance Kodex idF Jänner 2025 übereinstimmt. Die Prüfung der Einhaltung der die Abschlussprüferin betreffenden C-Regeln des Kodex (Regeln 77 bis 83) erfolgte durch die Rechtsanwaltskanzlei WOLF THEISS Rechtsanwälte GmbH & Co KG. Diese Prüfung hat die Einhaltung dieser Regeln bestätigt. Der Ertragsteuerinformationsbericht für das Geschäftsjahr 2025/26 wird dem Aufsichtsrat vom Vorstand im nächsten Jahr und in Folge somit der Hauptversammlung 2027 vorgelegt werden.
Festgestellt wird, dass das Geschäftsjahr 2025/26 mit einem Bilanzgewinn von
134 Mio. EUR schließt; es wird vorgeschlagen, eine Dividende von 0,75 EUR je dividendenberechtigter Aktie an die Aktionär:innen auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.
Der Dank des Aufsichtsrates gilt in einem weiterhin sowohl politisch als auch wirtschaftlich extrem herausfordernden Umfeld insbesondere den 48.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit für ihren Einsatz und ihre Loyalität sowie einem hoch engagierten Vorstand und Managementteam. Gleichermaßen gilt er den Kundinnen und Kunden, die Technologieführerschaft, Qualität und Partnerschaft schätzen, sowie – last, but not least – den Aktionärinnen und Aktionären, die auch in herausfordernden Zeiten zu ihrem Unternehmen stehen.
Der Aufsichtsrat
Dr. Wolfgang Eder e. h.
(Vorsitzender)
Linz, am 2. Juni 2026
INVESTOR
RELATIONS
voestalpine AG IM VERGLEICH ZU ATX UND INTERNATIONALEN INDIZES
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KURSVERLAUF
DER voestalpine-AKTIE
Im Zeitraum vom 1. April 2025 bis 31. März 2026 wurde die Kursentwicklung der voestalpine‑Aktie von einer Vielzahl makroökonomischer, branchen‑ sowie unternehmensspezifischer Faktoren geprägt. In den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 zeigte der Aktienkurs trotz anhaltender Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Einführung von US‑Zöllen zunächst eine weitgehend stabile Entwicklung. Positiv wirkten sich Vorlaufindikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes in der Europäischen Union aus, die auf moderate Erholungstendenzen hindeuteten. Zusätzlich sorgten Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) im April und Juni 2025 für positive Impulse an den Aktienmärkten.
In der Folge gewann der Kursverlauf deutlich an Dynamik. Im August und September 2025 profitierte die voestalpine-Aktie von positiven Nachrichten und politischen Entscheidungen, darunter eine rückwirkende Senkung der US-Zölle auf europäische Automobilimporte. Weitere Unterstützung kam von regulatorischer Seite durch Berichte über eine geplante Verschärfung von Importbeschränkungen für internationale Stahllieferungen in die Europäische Union, die gegen
Ende September 2025 öffentlich wurden. Positiv aufgenommen wurden am Kapitalmarkt zudem die Mitte November 2025 veröffentlichten Unternehmenszahlen für das erste Halbjahr 2025/26.
Gegen Ende des Geschäftsjahres 2025/26 rückten die Kriegshandlungen im Nahen Osten verstärkt in den Fokus der Kapitalmärkte. Die Blockade der Straße von Hormus führte zu spürbaren Verwerfungen an den globalen Energiemärkten. Die Prognose über ein schwächeres Wirtschaftswachstum bei gleichzeitig zunehmenden Inflations- und Zinserwartungen belastete die Stimmung an den Kapitalmärkten. Dieser negativen Stimmung konnte sich auch die voestalpine-Aktie nicht entziehen. Im März 2026 kam es nach der zuvor starken Entwicklung zu merklichen Kursrückgängen.
Die Aufnahme der voestalpine-Aktie in den ATX five fiel in dieses herausfordernde Kapitalmarktumfeld zu Ende des Geschäftsjahres 2025/26. Der Index gilt als einer der wichtigsten Börsenbarometer der Wiener Börse und umfasst die fünf meistgehandelten Unternehmen.
In der Betrachtung über das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 verzeichnete die voestalpine‑Aktie in Summe einen deutlichen Kurszuwachs von 65 %. Ausgehend von einem Kursniveau von 22,86 EUR per 1. April 2025 erhöhte sich der Aktienkurs bis zum 31. März 2026 auf 37,82 EUR. Im gleichen Zeitraum legte der Vergleichsindex ATX um rund 30 % zu, während der STOXX Index (Europe) sowie der Dow Jones Industrial Index Wertsteigerungen von jeweils rund 10 % verzeichneten.
NEUE KAPITALALLOKATIONS- UND DIVIDENDENPOLITIK
Am 30. Juni 2025 beschloss der Vorstand der voestalpine AG eine neue Kapitalallokationsstrategie, welche die Umsetzung der Unternehmensstrategie 2030+ durch klare Leitlinien für Investitionsentscheidungen, die Steuerung der Bilanzstruktur sowie für die Ausschüttungspolitik unterstützen soll. Künftig bemisst sich der jährliche Dividendenvorschlag des Vorstands an die Hauptversammlung nach folgenden Grundsätzen:
»
Ausschüttung von 30 % des Gewinns je Aktie (EPS), sofern der Verschuldungsgrad (berechnet Nettofinanzverschuldung/EBITDA) nach Dividendenzahlung 2,0 nicht überschreitet.
»
Jedenfalls eine Mindestdividende von 0,40 EUR je Aktie.
Bei außergewöhnlich guter Ergebnislage und einem entsprechenden Verschuldungsgrad (Nettofinanzverschuldung/EBITDA kleiner 2 nach Dividendenzahlung) sind zusätzliche Ausschüttungen und/oder Aktienrückkäufe möglich.
Dieses Modell soll eine ausgewogene Balance zwischen erfolgsabhängiger und dennoch stabiler Beteiligung der Aktionär:innen am Unternehmenserfolg sowie die Sicherstellung einer resilienten und soliden Kapitalstruktur für künftiges Wachstum gewährleisten.
AUFSTOCKUNG WANDELSCHULDVERSCHREIBUNGEN
Der Vorstand der voestalpine AG beschloss am 2. März 2026 aufgrund des günstigen Marktumfeldes, die bereits im Jahr 2023 begebenen Wandelschuldverschreibungen mit Fälligkeit 2028 um einen Gesamtnennbetrag von bis zu 35 Mio. EUR aufzustocken. Das ursprüngliche Emissionsvolumen der Wandelschuldverschreibung vom April 2023 betrug 250 Mio. EUR. Darüber hinaus entschied der Vorstand Anfang März 2026, zur Bedienung von Gläubiger:innen der Wandelschuldverschreibungen, die bis zum Laufzeitende von ihrem Wandlungsrecht Gebrauch machen, eigene Aktien zu verwenden. Diese Vorgangsweise entspricht jener bei den ursprünglich im Jahr 2023 begebenen Wandelschuldverschreibungen (siehe Ad‑hoc‑Mitteilung vom 1. Dezember 2025).
ANLEIHEN
Art der Anleihe
ISIN-Nummer
Emissions-
volumen
Zinssatz
Kurs
(31.03.2026)
Grüne Unternehmensanleihe 2024–2029
AT0000A3FA05
500 Mio. EUR
3,75 %
100,9
Unternehmensanleihe 2019–2026
AT0000A27LQ1
500 Mio. EUR
1,75 %
100,0
Wandelanleihe 2023–2028
AT0000A33R11
250 Mio. EUR
2,75 %
112,3
EIGENTÜMERSTRUKTUR
Die Eigentümerstruktur nach Regionen zeigt zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 folgendes (indikatives) Bild:
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'EIGENTÜMERSTRUKTUR
GRÖSSTE EINZELAKTIONÄR:INNEN
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG
< 15 %
voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung
14,0 %
Oberbank AG
8,0 %
Analysen über die voestalpine AG werden derzeit von folgenden Investmentbanken/Instituten erstellt:
»
Bank of America, London
»
Barclays, London
»
Citigroup, London
»
Deutsche Bank, London
»
Erste Bank, Wien
»
BNP Paribas Exane, Paris
»
Jefferies, London
»
J.P. Morgan, London
»
Morgan Stanley, London
»
Oddo BHF, Paris
»
UBS, London
»
Wiener Privatbank, Wien
INFORMATIONEN ZUR AKTIE
Aktiennominale
324.391.840,99 EUR,
zerlegt in 178.549.163 Stückaktien
Stand der Aktien im Eigenbesitz zum 31. März 2026
7.098.547 Stück
Aktiengattung
Stammaktien lautend auf Inhaber:innen
Wertpapierkennnummer
93750 (Börse Wien)
ISIN
AT0000937503
Reuters
VOES.VI
Bloomberg
VOE AV
KURSE (JEWEILS ZUM TAGESENDE)
Börsenhöchstkurs April 2025 bis März 2026
49,02 EUR
Börsentiefstkurs April 2025 bis März 2026
19,67 EUR
Kurs zum 31. März 2026
37,82 EUR
Ausgabekurs IPO Oktober 1995
5,18 EUR
All-Time-High-Kurs (12. Juli 2007)
66,11 EUR
Börsenkapitalisierung zum 31. März 20261
6.484.262.297,12 EUR
1 Basis: Gesamtaktienanzahl abzüglich rückgekaufter Aktien.
GESCHÄFTSJAHR 2025/26
Ergebnis je Aktie
2,48 EUR
Dividende je Aktie
0,75 EUR1
Buchwert je Aktie, Kurs zum 31. März 2026
44,21 EUR
1 Gemäß Vorschlag an die Hauptversammlung.
TERMINVORSCHAU
Nachweisstichtag zur Teilnahme an der Hauptversammlung
21. Juni 2026
Hauptversammlung
1. Juli 2026
Ex-Dividenden-Tag
9. Juli 2026
Nachweisstichtag für Dividendenzahlungen (Record-Tag)
10. Juli 2026
Dividenden-Zahltag
14. Juli 2026
Veröffentlichung 1. Quartal 2026/27
5. August 2026
Veröffentlichung 2. Quartal 2026/27
11. November 2026
Veröffentlichung 3. Quartal 2026/27
10. Februar 2027
Geschäftsjahr 2026/27
9. Juni 2027
Hauptversammlung
7. Juli 2027
KONSOLIDIERTER
CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT 2025/261
BEKENNTNIS ZUM ÖSTERREICHISCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX
Mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex wird inländischen Aktiengesellschaften ein Ordnungsrahmen für die Führung und Überwachung des Unternehmens zur Verfügung gestellt. Der Kodex verfolgt das Ziel einer verantwortlichen, auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichteten Leitung und Kontrolle von Gesellschaften und Konzernen. Damit soll ein hohes Maß an Transparenz für alle Stakeholder:innen des Unternehmens erreicht werden.
Grundlage des Kodex sind die Vorschriften des österreichischen Aktien-, Börse- und Kapitalmarktrechtes, die EU-Empfehlungen zu den Aufgaben der Aufsichtsratsmitglieder und zur Vergütung von Direktor:innen sowie in ihren Grundsätzen die OECD-Richtlinien für Corporate Governance. Der Kodex wurde seit 2002 mehrfach überarbeitet. Der vorliegende Corporate Governance-Bericht basiert auf dem Status der Kodex-Revision vom Jänner 2025.
»
Der Kodex ist unter
www.corporate-governance.at
öffentlich zugänglich.
Er erlangt Geltung durch freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen. Vorstand und Aufsichtsrat der voestalpine AG haben bereits im Jahr 2003 beschlossen, den Corporate Governance Kodex anzuerkennen, und haben mit einer Ausnahme bis zum Ende der Berichtsperiode auch alle bis 2025 erfolgten Regeländerungen umgesetzt. Die voestalpine AG bekennt sich somit zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex in der geltenden Fassung.
Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden neben den verbindlich einzuhaltenden L-Regeln auch sämtliche C-Regeln und mit Ausnahme der R-Regel 40a auch sämtliche R-Regeln des Kodex von der voestalpine AG eingehalten.2
1 Dieser Bericht enthält Angabepflichten gemäß der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und dem European Sustainability Reporting Standard (ESRS) in Bezug auf die Zusammensetzung sowie die fachliche Qualifikation und Erfahrung des Leitungsorgans (GOV-1 G1 Unternehmensführung).
2 Im Corporate Governance Kodex sind folgende Regeln vorgesehen: „L-Regeln“ (Legal), das sind gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen; „C-Regeln“ (Comply or Explain), deren Nichteinhaltung begründet werden muss; „R-Regeln“ (Recommendations), das sind Empfehlungen.
ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDES
» Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner
Vorsitzender des Vorstandes
geboren 1963; Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2012; Vorsitzender des Vorstandes seit 03.07.2019;
Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2029
Zugeordnete Konzernfunktionen:
Konzernentwicklung; F&E- und Innovationsstrategie; Strategisches Personalmanagement; Konzernkommunikation und Marktauftritt; Public Affairs; Recht; Compliance; M&A; Datenschutz; Nachhaltigkeitsstrategie; Investor Relations; Trade & Statistics; Revision

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen1
des voestalpine-Konzerns:
voestalpine Stahl GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine High Performance Metals GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Engineering GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Forming GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates
1 Als wesentliche Tochterunternehmen sind in diesem Bericht die Divisionsleitgesellschaften sowie Tochterunternehmen des voestalpine-Konzerns mit einem Umsatz von mehr als 200 Mio. EUR angeführt.
Nach dem abgeschlossenen Studium Maschinenbau/Betriebswissenschaften an der Technischen Universität Wien begann seine Karriere 1989 im voestalpine-Konzern als Betriebsingenieur für Instandhaltung der voestalpine Stahl GmbH. Er war bereits ab 1993 in leitender Funktion tätig und in dieser Zeit unter anderem auch für den Bereich Umwelt zuständig. Parallel zu seiner Tätigkeit im voestalpine-Konzern absolvierte er das General-Management-Programm der LIMAK Austrian Business School. Bevor er im April 2012 in den Vorstand der voestalpine AG bestellt wurde, war Herbert Eibensteiner in verschiedenen Konzerngesellschaften als Geschäftsführer tätig. Darüber hinaus war er im voestalpine-Konzern international aktiv und hatte zahlreiche Aufsichtsratsmandate, unter anderem in den USA, Brasilien und China, sowohl als Mitglied als auch als Vorsitzender inne. Als Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG leitete er bis September 2014 die Metal Forming Division und ab Oktober 2014 bis Juli 2019 die Steel Division. Seit Juli 2019 ist Herbert Eibensteiner CEO der voestalpine AG. Im Rahmen seiner Funktion als Leiter der Metal Forming Division und der Steel Division war er jeweils auch für den Bereich Umwelt verantwortlich. Aktuell verantwortet er als CEO der voestalpine AG unter anderem die Bereiche Nachhaltigkeit und Strategisches Personalmanagement.
Herbert Eibensteiner ist Vizepräsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich und Mitglied des Bundesvorstandes der Industriellenvereinigung.
» Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer
Leitung der Metal Engineering Division
geboren 1967; Mitglied des Vorstandes seit 01.07.2011;
Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2029; Mitglied des Aufsichtsrates der VA Erzberg GmbH, Eisenerz, Österreich
Zugeordnete Konzernfunktion:
Energieversorgung des Konzerns

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen1
des voestalpine-Konzerns:
voestalpine Metal Engineering GmbH, Vorsitzender der Geschäftsführung;
voestalpine Stahl GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine High Performance Metals GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Forming GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Stahl Donawitz GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Rail Technology GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH, Stv. Vorsitzender des Beirates;
voestalpine Tubulars GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Wire Rod Austria GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates
1 Als wesentliche Tochterunternehmen sind in diesem Bericht die Divisionsleitgesellschaften sowie Tochterunternehmen des voestalpine-Konzerns mit einem Umsatz von mehr als 200 Mio. EUR angeführt.
Nach seinem Studium und Tätigkeiten am Institut für Elektrotechnik an der Montanuniversität in Leoben sowie bei der Veitsch-Radex AG begann er seine berufliche Laufbahn bei der voestalpine Schienen GmbH in der Betriebsleitung der Schienenwalzstraße. Seitdem hat Franz Kainersdorfer verschiedene Führungspositionen im In- und Ausland im voestalpine-Konzern innegehabt, unter anderem war er Mitglied der Geschäftsführung der voestalpine Railpro B.V. (nunmehr voestalpine Track Solutions Netherlands B.V.) in den Niederlanden wie auch Executive Vice President bei voestalpine Nortrak North America in Kanada, den USA und Mexico. Dabei konnte er neben allgemeinen Managementfähigkeiten internationale Erfahrungen in der Restrukturierung von Einzelunternehmen und Unternehmensgruppen sammeln. Seit Juli 2011 ist er Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG und leitet die weltweit operierende Metal Engineering Division. Im Rahmen seiner Funktion als Leiter der Metal Engineering Division ist er unter anderem für die Strategie und Unternehmensentwicklung sowie das Personal-, Rechts- und Umweltmanagement der Division verantwortlich. Als Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG ist Franz Kainersdorfer für die Energieversorgung des Konzerns zuständig.
» Mag. Gerald Mayer
Leitung des Ressorts Finanzen
geboren 1971; Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2024; Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2027; Wiederbestellung für die Funktionsperiode 01.04.2027 bis 31.03.2032 mit Beschluss des Aufsichtsrates vom 18.03.2026;
Mitglied des Aufsichtsrates der AMAG Austria Metall AG, Braunau-Ranshofen, Österreich (bis 31.12.2025);
Mitglied des Aufsichtsrates der Wiener Börse AG, Wien, Österreich
Zugeordnete Konzernfunktionen:
Bilanzen; Controlling einschließlich Beteiligungscontrolling; Konzern-Treasury; Steuern; Managementinformationssysteme; Risikomanagement; Versicherungen; Informationstechnologie

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen1
des voestalpine-Konzerns:
voestalpine Stahl GmbH, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine High Performance Metals GmbH, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Engineering GmbH, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Forming GmbH, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine group-IT GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates
1 Als wesentliche Tochterunternehmen sind in diesem Bericht die Divisionsleitgesellschaften sowie Tochterunternehmen des voestalpine-Konzerns mit einem Umsatz von mehr als 200 Mio. EUR angeführt.
Der studierte Betriebswirt ist geprüfter Steuerberater und Certified Public Accountant (CPA). Er startete seine Karriere als Steuerberater bei der ICON Wirtschaftstreuhand GmbH in Linz, bevor er verschiedene Führungspositionen bei der VA Technologie AG und der späteren Siemens VAI innehatte. Vor seinem Eintritt in den voestalpine-Konzern war er als Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand in der AMAG Gruppe tätig. Im Rahmen dieser Funktion war er international aktiv und hatte Mandate, insbesondere Aufsichtsratsmandate unter anderem in Kanada, sowohl als Mitglied als auch als Vorsitzender inne. Gerald Mayer verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Finanzbranche. Seit dem 1. April 2024 ist er Finanzvorstand der voestalpine AG und Mitglied des Aufsichtsrates in den vier Divisionsleitgesellschaften des voestalpine-Konzerns.
» Dipl.-Ing. Dr. Reinhard Nöbauer
Leitung der High Performance Metals Division
geboren 1963; Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2024;
Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2027; Wiederbestellung für die Funktionsperiode 01.04.2027 bis 31.03.2030 mit Beschluss des Aufsichtsrates vom 18.03.2026
Zugeordnete Konzernfunktion:
Beschaffungsstrategie

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen1
des voestalpine-Konzerns:
voestalpine High Performance Metals GmbH, Vorsitzender der Geschäftsführung;
voestalpine Stahl GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Engineering GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Forming GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine BÖHLER Aerospace GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
Villares Metals S.A., Mitglied des Aufsichtsrates;
Uddeholms AB, Mitglied des Verwaltungsrates;
voestalpine High Performance Metals LLC , Member of the Board of Directors;
voestalpine group-IT GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates
1 Als wesentliche Tochterunternehmen sind in diesem Bericht die Divisionsleitgesellschaften sowie Tochterunternehmen des voestalpine-Konzerns mit einem Umsatz von mehr als 200 Mio. EUR angeführt.
Nach Abschluss seines Studiums an der Montanuniversität Leoben promovierte Reinhard Nöbauer an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Seit 1992 war er als Geschäftsführer verschiedener Gesellschaften im In- und Ausland tätig und unter anderem für Internationalisierung von Geschäftstätigkeiten sowie für Prozess- und Produktoptimierung zuständig. 2005 trat er als Geschäftsführer der Böhler Schmiedetechnik GmbH in den voestalpine-Konzern ein. Ab November 2011 verantwortete er, als Divisionsvorstand der international operierenden High Performance Metals Division, den Bereich Value Added Services. Im Rahmen dieser Funktion war er international aktiv und hatte zahlreiche Aufsichtsratsmandate, unter anderem in den USA, Brasilien, China, dem Vereinigten Königreich, Schweden und Deutschland, sowohl als Mitglied als auch als Vorsitzender inne. Mit April 2024 wurde Nöbauer als Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG bestellt. In dieser Funktion ist er für die Beschaffungsstrategie des Konzerns verantwortlich und leitet die High Performance Metals Division.
» Dr. Carola Richter
Leitung der Metal Forming Division
geboren 1973; Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2024;
Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2027; Wiederbestellung für die Funktionsperiode 01.04.2027 bis 31.03.2032 mit Beschluss des Aufsichtsrates vom 18.03.2026
Zugeordnete Konzernfunktion:
health & safety

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen1
des voestalpine-Konzerns:
voestalpine Metal Forming GmbH, Vorsitzende der Geschäftsführung;
voestalpine Stahl GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine High Performance Metals GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Engineering GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Sadef nv, Vorsitzende des Verwaltungsrates;
voestalpine group-IT GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates
1 Als wesentliche Tochterunternehmen sind in diesem Bericht die Divisionsleitgesellschaften sowie Tochterunternehmen des voestalpine-Konzerns mit einem Umsatz von mehr als 200 Mio. EUR angeführt.
Carola Richter studierte an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg Physik, wo sie im Jahr 2000 auch promovierte. Nach Abschluss ihres Doktoratsstudiums startete sie ihre Karriere als Consultant bei McKinsey in Deutschland, bevor sie zu BASF in Ludwigshafen wechselte. In den mehr als 20 Jahren bei BASF leitete sie unter anderem das Pigment- und Additivgeschäft und stieg zuletzt zur Leiterin des Asiengeschäfts von BASF auf, weswegen die gebürtige Deutsche mehr als zehn Jahre im außereuropäischen Ausland verbrachte. Im Rahmen dieser Funktion hatte sie sowohl Geschäftsführungs- als auch zahlreiche Aufsichtsratsmandate in Asien, unter anderem in Hongkong (China) sowie in Indien bei der börsenotierten BASF India Limited (Non-Executive Mitglied des Board of Directors) inne. Seit April 2024 ist sie Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG und leitet die Metal Forming Division, das Kompetenzzentrum des voestalpine-Konzerns für hochentwickelte Profil-, Rohr- und Präzisionsbandstahlprodukte sowie für einbaufertige Systemkomponenten aus Press-, Stanz- und rollprofilierten Teilen für die Automobilindustrie. Zudem ist sie in ihrer Funktion als Mitglied des Vorstandes auch für den Bereich health & safety des voestalpine-Konzerns verantwortlich.
» Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA
Leitung der Steel Division
geboren 1968; Mitglied des Vorstandes seit 04.07.2019;
Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2029;
Mitglied des Board of Directors der ArcelorMittal Texas HBI Holdings LLC, Portland, Texas, USA
Zugeordnete Konzernfunktion:
Rohstoffversorgung des Konzerns

Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen1
des voestalpine-Konzerns:
voestalpine Stahl GmbH, Vorsitzender der Geschäftsführung;
voestalpine High Performance Metals GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Engineering GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Metal Forming GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates;
voestalpine Grobblech GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Steel & Service Center GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH, Vorsitzender des Beirates;
Logistik Service GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates;
voestalpine group-IT GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates
1 Als wesentliche Tochterunternehmen sind in diesem Bericht die Divisionsleitgesellschaften sowie Tochterunternehmen des voestalpine-Konzerns mit einem Umsatz von mehr als 200 Mio. EUR angeführt.
Hubert Zajicek absolvierte das Studium der Technischen Physik an der Johannes Kepler Universität in Linz und eine MBA-Ausbildung an der Rotman Business School in Toronto, Kanada. Seine Karriere begann er 1993 als Fachingenieur für Mechanik in der Instandhaltung der voestalpine Stahl GmbH. Ab 1999 übernahm er leitende Funktionen, wobei die Anlagentechnik im Bereich der Kaltwalzwerke und die Veredelungsanlagen in seinen Verantwortungsbereich fielen. Zudem leitete er strategische Projekte für die voestalpine Stahl GmbH, darunter das Investitionsprogramm Linz 2010 mit einem Volumen von ca. 1,5 Mrd. EUR. Ergänzend dazu war er als Aufsichtsratsmitglied und Aufsichtsratsvorsitzender in den USA tätig. 2014 wurde er zum Vorstand für Technik der voestalpine Stahl GmbH bestellt. Seit Juli 2019 ist er Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG und Vorsitzender des Vorstandes der Steel Division. Im Rahmen seiner Funktion als Leiter der Steel Division sind ihm die Nachhaltigkeitsagenden direkt zugeordnet. Als Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG ist Hubert Zajicek für die Rohstoffversorgung des Konzerns zuständig.
Hubert Zajicek ist Vice President der European Steel Association (EUROFER) sowie Board-Mitglied und Mitglied des Executive Committee der World Steel Association (WSA).
ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATES
» Dr. Wolfgang Eder
geboren 1952
Vorsitzender des Aufsichtsrates (seit 01.04.2022)
Erstbestellung: 03.07.2019
Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG, Linz, Österreich;
Vorsitzender des Aufsichtsrates der Mayr-Melnhof Karton AG, Wien, Österreich
» Mag. Reinhard Schwendtbauer
geboren 1972
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates (seit 02.07.2025)
Erstbestellung: 02.07.2025 Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG, Linz, Österreich (seit 01.05.2025); 2. Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Raiffeisen Bank International AG, Österreich, Wien
» Dr. Heinrich Schaller
geboren 1959
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates (bis 02.07.2025)
Erstbestellung: 04.07.2012
Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG, Linz, Österreich (bis 30.04.2025);
Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der AMAG Austria Metall AG, Braunau-Ranshofen, Österreich
» KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA
geboren 1959
Mitglied des Aufsichtsrates
Vorsitzender des Prüfungsausschusses (seit 03.07.2019)
Erstbestellung: 01.07.2004
Generaldirektor der Oberbank AG, Linz, Österreich;
Mitglied des Aufsichtsrates der Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft, Innsbruck, Österreich;
Mitglied des Aufsichtsrates der BKS Bank AG, Klagenfurt, Österreich (bis 08.05.2026);
Mitglied des Aufsichtsrates der Lenzing AG, Lenzing, Österreich
» Martin Hetzer Ph.D.
geboren 1969
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2024
Präsident des Institute of Science and Technology Austria (ISTA), Klosterneuburg, Österreich
» Mag. Ingrid Jörg
geboren 1969
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Chief Executive Officer und Mitglied des Verwaltungsrates, Constellium SE, Paris, Frankreich
» Dr. Florian Khol
geboren 1971
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Rechtsanwalt, Partner bei Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH, Wien, Österreich
» Mag. Maria Kubitschek
geboren 1962
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Ehemalige stellvertretende Direktorin der Bundesarbeitskammer/Arbeiterkammer Wien, Wien, Österreich
» Prof. Elisabeth Stadler
geboren 1961
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Ehemalige Vorsitzende des Vorstandes der Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe, Wien, Österreich;
Vorsitzende des Aufsichtsrates der Österreichische Post Aktiengesellschaft, Wien, Österreich;
Mitglied des Aufsichtsrates der OMV Aktiengesellschaft, Wien, Österreich;
Stellvertreterin des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Andritz AG, Graz, Österreich
Vom Betriebsrat entsandt:
» Sandra Fritz
geboren 1977
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstentsendung: 15.06.2019
Mitglied des Angestelltenbetriebsrates der voestalpine AG, Linz, Österreich
» Manfred Hippold
geboren 1964
Mitglied des Aufsichtsrates (seit 01.05.2025)
Erstentsendung: 01.05.2025
Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der voestalpine AG, Linz, Österreich;
Vorsitzender des Europäischen Betriebsrates der voestalpine AG, Linz, Österreich
» Hans-Karl Schaller
geboren 1960
Mitglied des Aufsichtsrates (bis 30.04.2025)
Erstentsendung: 01.09.2005
Ehemaliger Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der voestalpine AG, Linz, Österreich;
Ehemaliger Vorsitzender des Europäischen Betriebsrates der voestalpine AG, Linz, Österreich
» Reinhard Lang
geboren 1971
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstentsendung: 02.10.2024
Vorsitzender der Teilkonzernvertretung Metal Forming Division, Krems, Österreich;
Mitglied des Europäischen Betriebsrates der voestalpine AG, Linz, Österreich
» Gerhard Scheidreiter
geboren 1964
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstentsendung: 01.01.2012
Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates der voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG, Kapfenberg, Österreich
Sämtliche Aufsichtsratsmandate der Kapitalvertreter:innen enden mit Beendigung der Hauptversammlung der voestalpine AG, die über das Geschäftsjahr 2028/29 beschließt.
Kein Mitglied des Aufsichtsrates hat im abgelaufenen Geschäftsjahr bei mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrates gefehlt. Mit Ausnahme von einem Mitglied, das an einer Sitzung nicht teilnehmen konnte, und drei Mitgliedern, die an zwei Sitzungen nicht teilnehmen konnten, haben die Mitglieder des Aufsichtsrates an sämtlichen Sitzungen teilgenommen.
voestalpine AG – QUALIFIKATIONSMATRIX FÜR DEN AUFSICHTSRAT 2026
Kapitalvertreter:innen
Eder
Gasselsberger
Hetzer
Jörg
Mitglied im Aufsichtsrat
seit
2019
2004
2024
2019
bestellt bis Hauptversammlung
2027
2029
2029
2029
Persönliche Daten / Diversität
Geburtsjahr
1952
1959
1969
1969
Geschlecht
männlich
männlich
männlich
weiblich
Nationalität
Österreich
Österreich
Österreich
Schweiz
Ausbildungshintergrund
Dr. iur.
Dr. iur., MBA
Ph.D., Prof. Genetik Biochemie
Mag. rer. soc. oec.
Berufshintergrund
ehem. CEO voestalpine AG
Generaldirektor Oberbank AG
Präsident des Institute of Science and Technology Austria
CEO und Mitglied des Verwaltungsrates Constellium SE
Internationale Erfahrung
mehrjähriger beruflicher Auslandsaufenthalt
✖
✖
✔
✔
langjährige Organverantwortung im Ausland
✔
✖
✔
✔
Verantwortung für operative Unternehmen im Ausland
✖
✖
✔
✔
Persönliche Eignung
Unabhängigkeit1
✔
✔
✔
✔
Kein Overboarding2
✔
✔
✔
✔
Fachliche Kenntnisse3
Führungserfahrung
■
■
■
■
Strategie
■
■
■
■
M&A
■
■
■
■
Human Resources
■
■
■
■
Organisationsentwicklung
■
■
■
■
Finanzen
■
■
■
■
Marketing und Vertrieb
■
■
■
■
Recht / Compliance / Corporate Governance
■
■
■
■
Risikomanagement / Versicherungen
■
■
■
■
IT und Digitalisierung
■
■
■
■
Kapitalmarkt / Investor:innen
■
■
■
■
F&E
■
■
■
■
Unternehmensspezifische Erfahrung3
Industrie
■
■
■
Technologieverständnis
■
■
■
■
Produktion / Fertigung
■
■
■
Nachhaltigkeit3
Nachhaltigkeit, insb. Dekarbonisierung, Umwelt und Soziales
■
■
■
■
Finanz- und Vergütungsexpertise3
Kenntnisse und praktische Erfahrung im Finanz- und Rechnungswesen und in der Berichterstattung4
■
■
■
■
Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich der Vergütungspolitik5
■
■
■
■
1 Im Sinne der vom Aufsichtsrat gemäß Regel 53 des Österreichischen Corporate Governance Kodex festgelegten Kriterien für die Beurteilung der Unabhängigkeit eines Aufsichtsratsmitglieds.
■
fundierte Kenntnisse
2 Gemäß Österreichischer Corporate Governance Kodex (Regel 56 und 57).
■
geringe Kenntnisse / Grundkenntnisse
3 Bewertung im Rahmen einer Selbstbeurteilung des Aufsichtsrates.
■
keine Kenntnisse
4 Regel 40 Österreichischer Corporate Governance Kodex.
n.a.
nicht anwendbar
5 Regel 43 Österreichischer Corporate Governance Kodex.
Kapitalvertreter:innen
Khol
Kubitschek
Schwendtbauer
Stadler
Mitglied im Aufsichtsrat
seit
2019
2019
2025
2019
bestellt bis Hauptversammlung
2029
2029
2029
2029
Persönliche Daten / Diversität
Geburtsjahr
1971
1962
1972
1961
Geschlecht
männlich
weiblich
männlich
weiblich
Nationalität
Österreich
Österreich
Österreich
Österreich
Ausbildungshintergrund
Dr. iur.
Mag. rer. soc. oec.
Mag. rer. soc. oec.
akademisch geprüfte Versicherungsmathematikerin
Berufshintergrund
Rechtsanwalt / Managing Partner
ehem. stv. Direktorin der Bundesarbeitskammer/Arbeiterkammer Wien
Generaldirektor Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG
ehem. CEO Vienna Insurance Group
Internationale Erfahrung
mehrjähriger beruflicher Auslandsaufenthalt
✖
✖
✖
✖
langjährige Organverantwortung im Ausland
✖
✖
✖
✔
Verantwortung für operative Unternehmen im Ausland
✖
✖
✔
✔
Persönliche Eignung
Unabhängigkeit1
✔
✔
✔
✔
Kein Overboarding2
✔
✔
✔
✔
Fachliche Kenntnisse3
Führungserfahrung
■
■
■
■
Strategie
■
■
■
■
M&A
■
■
■
■
Human Resources
■
■
■
■
Organisationsentwicklung
■
■
■
■
Finanzen
■
■
■
■
Marketing und Vertrieb
■
■
■
■
Recht / Compliance / Corporate Governance
■
■
■
■
Risikomanagement / Versicherungen
■
■
■
■
IT und Digitalisierung
■
■
■
■
Kapitalmarkt / Investor:innen
■
■
■
■
F&E
■
■
■
■
Unternehmensspezifische Erfahrung3
Industrie
■
■
■
■
Technologieverständnis
■
■
■
■
Produktion / Fertigung
■
■
■
■
Nachhaltigkeit3
Nachhaltigkeit, insb. Dekarbonisierung, Umwelt und Soziales
■
■
■
■
Finanz- und Vergütungsexpertise3
Kenntnisse und praktische Erfahrung im Finanz- und Rechnungswesen und in der Berichterstattung4
■
■
■
■
Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich der Vergütungspolitik5
■
■
■
■
1 Im Sinne der vom Aufsichtsrat gemäß Regel 53 des Österreichischen Corporate Governance Kodex festgelegten Kriterien für die Beurteilung der Unabhängigkeit eines Aufsichtsratsmitglieds.
■
fundierte Kenntnisse
2 Gemäß Österreichischer Corporate Governance Kodex (Regel 56 und 57).
■
geringe Kenntnisse / Grundkenntnisse
3 Bewertung im Rahmen einer Selbstbeurteilung des Aufsichtsrates.
■
keine Kenntnisse
4 Regel 40 Österreichischer Corporate Governance Kodex.
n.a.
nicht anwendbar
5 Regel 43 Österreichischer Corporate Governance Kodex.
Arbeitnehmervertreter:innen
Fritz
Hippold
Lang
Scheidreiter
Mitglied im Aufsichtsrat
seit
2019
2025
2024
2012
bestellt bis Hauptversammlung
n.a.
n.a.
n.a.
n.a.
Persönliche Daten / Diversität
Geburtsjahr
1977
1964
1971
1964
Geschlecht
weiblich
männlich
männlich
männlich
Nationalität
Österreich
Österreich
Österreich
Österreich
Ausbildungshintergrund
Speditionskauffrau inkl. Matura
Ofenbauer, Sozialakademie der Gewerkschaft
KFZ-Lehre, Betriebsräteakademie, Kompetenzakademie
Spengler, gewerkschaftliche Ausbildungen
Berufshintergrund
Lead IT Communication
Maschinenarbeiter
Maschinenarbeiter
Maschinenarbeiter
Internationale Erfahrung
mehrjähriger beruflicher Auslandsaufenthalt
✖
✖
✖
✖
langjährige Organverantwortung im Ausland
✖
✖
✖
✖
Verantwortung für operative Unternehmen im Ausland
✖
✖
✖
✖
Persönliche Eignung
Unabhängigkeit2
n.a.
n.a.
n.a.
n.a.
Kein Overboarding3
✔
✔
✔
✔
Fachliche Kenntnisse1
Führungserfahrung
■
■
■
■
Strategie
■
■
■
■
M&A
■
■
■
■
Human Resources
■
■
■
■
Organisationsentwicklung
■
■
■
■
Finanzen
■
■
■
■
Marketing und Vertrieb
■
■
■
■
Recht / Compliance / Corporate Governance
■
■
■
■
Risikomanagement / Versicherungen
■
■
■
■
IT und Digitalisierung
■
■
■
■
Kapitalmarkt / Investor:innen
■
■
■
■
F&E
■
■
■
■
Unternehmensspezifische Erfahrung1
Industrie
■
■
■
■
Technologieverständnis
■
■
■
■
Produktion / Fertigung
■
■
■
■
Nachhaltigkeit1
Nachhaltigkeit, insb. Dekarbonisierung, Umwelt und Soziales
■
■
■
■
Finanz- und Vergütungsexpertise1
Kenntnisse und praktische Erfahrung im Finanz- und Rechnungswesen und in der Berichterstattung4
■
■
■
■
Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich der Vergütungspolitik5
■
■
■
■
1 Im Sinne der vom Aufsichtsrat gemäß Regel 53 des Österreichischen Corporate Governance Kodex festgelegten Kriterien für die Beurteilung der Unabhängigkeit eines Aufsichtsratsmitglieds.
■
fundierte Kenntnisse
2 Gemäß Österreichischer Corporate Governance Kodex (Regel 56 und 57).
■
geringe Kenntnisse / Grundkenntnisse
3 Bewertung im Rahmen einer Selbstbeurteilung des Aufsichtsrates.
■
keine Kenntnisse
4 Regel 40 Österreichischer Corporate Governance Kodex.
n.a.
nicht anwendbar
5 Regel 43 Österreichischer Corporate Governance Kodex.
VERGÜTUNGSBERICHT FÜR VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Die Berichterstattung über die Vergütung der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2025/26 erfolgt im Rahmen des gemäß § 78c und § 98a AktG zu erstellenden Vergütungsberichts. Der Vergütungsbericht wird der Hauptversammlung am 1. Juli 2026 zur Beschlussfassung vorgelegt und im Anschluss auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht. Eine gesonderte Berichterstattung über die Vergütung im Konsolidierten Corporate Governance-Bericht findet nicht statt.
ANGABEN ZUR UNABHÄNGIGKEIT DER AUFSICHTSRATSMITGLIEDER
Gemäß Regel 53 des Corporate Governance Kodex soll die Mehrheit der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrates von der Gesellschaft und deren Vorstand unabhängig sein. Der Aufsichtsrat hat Kriterien für die Unabhängigkeit festzulegen und zu veröffentlichen (siehe www.voestalpine.com » Investoren » Corporate Governance).
Auf der Grundlage der vom Aufsichtsrat festgelegten Kriterien haben alle von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder im Rahmen ihrer Wahl eine schriftliche Erklärung über ihre Unabhängigkeit abgegeben. Demgemäß haben sich alle Mitglieder des Aufsichtsrates – sieben Mitglieder bereits zum Zeitpunkt ihrer Wahl und ein Mitglied ab August 2024 – für unabhängig erklärt.
Die Kanzlei Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH, bei der das Aufsichtsratsmitglied Dr. Florian Khol als Partner tätig ist, erbrachte als Rechtsberaterin der voestalpine AG sowie ihrer Tochtergesellschaften im Geschäftsjahr 2025/26 Beratungsleistungen insbesondere im Zusammenhang mit kapitalmarkt- und gesellschaftsrechtlichen Themen. Die Abrechnung dieser Mandate erfolgte zu marktüblichen Konditionen. Das Gesamtvolumen der im Geschäftsjahr 2025/26 für die Kanzlei Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH angefallenen Honorare betrug netto 11.353,67 EUR (2024/25: 78.769 EUR).
AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATES
Der Aufsichtsrat ist durch die Satzung befugt, aus seiner Mitte Ausschüsse zu bilden und deren Aufgaben und Rechte festzulegen. Den Ausschüssen kann auch das Recht zur Entscheidung übertragen werden. Die Arbeitnehmervertreter:innen im Aufsichtsrat haben das Recht, für Ausschüsse des Aufsichtsrates Mitglieder mit Sitz und Stimme nach dem in § 110 Abs. 1 ArbVG festgelegten Verhältnis namhaft zu machen. Folgende Ausschüsse des Aufsichtsrates sind eingerichtet:
PRÄSIDIALAUSSCHUSS
Der Präsidialausschuss ist gleichzeitig Nominierungsausschuss im Sinne des Corporate Governance Kodex. Dem Präsidialausschuss gehören die:der Vorsitzende des Aufsichtsrates und deren:dessen Stellvertreter:innen an. Mit Ausnahme von Angelegenheiten, die die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstandes betreffen, gehören ihm entsprechend dem Verhältnis gemäß § 110 Abs. 1 ArbVG auch ein bis zwei Arbeitnehmervertreter:innen an.
Der Präsidialausschuss ist für den Abschluss, die Änderung oder die Auflösung von Dienstverträgen mit den Vorstandsmitgliedern sowie für alle Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Abwicklung von Aktienoptionsplänen für Vorstandsmitglieder zuständig. Als Nominierungsausschuss unterbreitet er dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung frei werdender Mandate im Vorstand und im Aufsichtsrat. Der Präsidialausschuss hat das Recht, in dringenden Fällen Entscheidungen zu treffen.
Mitglieder des Präsidialausschusses des Aufsichtsrates:
»
Dr. Wolfgang Eder (Vorsitzender)
»
Mag. Reinhard Schwendtbauer (seit 02.07.2025)
»
Dr. Heinrich Schaller (bis 02.07.2025)
»
Manfred Hippold (seit 01.05.2025)
»
Hans-Karl Schaller (bis 30.04.2025)
PRÜFUNGSAUSSCHUSS
Dem Prüfungsausschuss obliegen die Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a AktG sowie Regel 40 des Corporate Governance Kodex. Er ist somit für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und des Prozesses der Nachhaltigkeitsberichterstattung, die Überwachung der Unabhängigkeit und der Tätigkeit der Abschlussprüferin bzw. des Abschlussprüfers und der Prüferin bzw. des Prüfers der Nachhaltigkeitsberichterstattung, die Prüfung und Vorbereitung der Feststellung des Jahres- und Konzernabschlusses und der Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie die Prüfung des Vorschlags für die Gewinnverteilung, des Lageberichtes und des Konsolidierten Corporate Governance-Berichtes und die Genehmigung von Nicht-Prüfungsleistungen zuständig. Er hat auch einen Vorschlag für die Auswahl der Abschlussprüferin bzw. des Abschlussprüfers und der Prüferin bzw. des Prüfers der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu erstatten. Darüber hinaus hat der Prüfungsausschuss die Wirksamkeit des unternehmensweiten Internen Kontrollsystems, des Internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems – auch soweit die Nachhaltigkeitsberichterstattung betroffen ist – zu überwachen und dem Aufsichtsrat über seine Prüfungsergebnisse zu berichten.
Mitglieder des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrates:
»
KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA (Vorsitzender)
»
Dr. Wolfgang Eder
»
Mag. Reinhard Schwendtbauer (seit 02.07.2025)
»
Dr. Heinrich Schaller (bis 02.07.2025)
»
Prof. Elisabeth Stadler
»
Manfred Hippold (seit 01.05.2025)
»
Hans-Karl Schaller (bis 30.04.2025)
»
Gerhard Scheidreiter
VERGÜTUNGSAUSSCHUSS
Der Vergütungsausschuss besteht aus mindestens zwei Kapitalvertreter:innen, darunter die:der Aufsichtsratsvorsitzende. Der Vergütungsausschuss erarbeitet Vorschläge für die Vergütungspolitik der Mitglieder des Vorstandes und überwacht die Einhaltung der Vergütungspolitik in den Anstellungsverträgen der Mitglieder des Vorstandes.
Mitglieder des Vergütungsausschusses des Aufsichtsrates:
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Dr. Wolfgang Eder (Vorsitzender)
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Mag. Reinhard Schwendtbauer (seit 02.07.2025)
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Dr. Heinrich Schaller (bis 02.07.2025)
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Manfred Hippold (seit 01.05.2025)
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Hans-Karl Schaller (bis 30.04.2025)
Im Geschäftsjahr 2025/26 hat in sämtlichen Ausschüssen des Aufsichtsrates die Mehrheit der Mitglieder die Kriterien für die Unabhängigkeit gemäß Regel 53 des Corporate Governance Kodex erfüllt.
ANZAHL UND WESENTLICHE INHALTE DER AUFSICHTSRATS- UND AUSSCHUSSSITZUNGEN IM GESCHÄFTSJAHR 2025/26
Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2025/26 die ihm nach Gesetz und Satzung zukommenden Aufgaben im Rahmen von sechs Plenarsitzungen, drei Sitzungen des Prüfungsausschusses, zwei Sitzungen des Präsidialausschusses und einer Sitzung des Vergütungsausschusses wahrgenommen.
In den Plenar- und Prüfungsausschusssitzungen hat der Vorstand über die Lage der Gesellschaft sowie die operative Entwicklung der voestalpine AG und ihrer Divisionen einschließlich der finanziellen Gebarung schriftlich und mündlich umfassend Auskunft erteilt.
Der Aufsichtsrat befasste sich in seinen Sitzungen im Geschäftsjahr 2025/26 neben diesen laufenden Berichten auch mit dem Vorschlag zur Wahl eines neuen Mitglieds aufgrund des Ausscheidens von Dr. Heinrich Schaller und mit der Wiederbestellung jener drei Mitglieder des Vorstandes, deren Funktionsperiode mit 31. März 2027 ausläuft. In der Sitzung am 18. März 2026 wurden Mag. Gerald Mayer als Finanzvorstand und Dr. Carola Richter als Leiterin der Metal Forming Division jeweils für fünf Jahre und somit für den Zeitraum von 1. April 2027 bis 31. März 2032 wiederbestellt. Dipl.-Ing. Dr. Reinhard Nöbauer, Leiter der High Performance Metals Division, wurde für drei Jahre, d. h. für den Zeitraum von 1. April 2027 bis 31. März 2030 wiederbestellt; er wird mit Auslaufen der Funktionsperiode am 31. März 2030 im 67. Lebensjahr stehen. Der Aufsichtsrat beschäftigte sich ferner mit den im Jänner 2025 erfolgten Änderungen zum Österreichischen Corporate Governance Kodex, dem Review der Strategie 2030+, dem Prozess der Nachfolgeplanung in der voestalpine, dem für verschiedene Metallurgie-Transformationsszenarien im Zeitraum bis 2050 erforderlichen Energiemix inklusive dessen Beschaffungsmöglichkeiten und ergänzend zum Vorjahr erneut mit dem Ausbau der Kreislaufwirtschaft auf Basis nachhaltiger – insbesondere schrottbasierter – Recyclingmodelle. Nicht zuletzt waren die Sitzungen des Aufsichtsrates in hohem Maße auch wieder geprägt durch die Berichterstattung des Vorstandes über den jeweiligen Umsetzungsstand der Maßnahmen zur Dekarbonisierung der Stahlerzeugung („greentec steel“) an den Standorten Linz, Österreich, und Donawitz, Österreich.
Der Prüfungsausschuss beschäftigte sich in erster Linie mit der Vorbereitung und Prüfung des Konzern- und Einzelabschlusses sowie der Nachhaltigkeitsberichterstattung der voestalpine AG. Im Gegensatz zum Vorjahr erfolgt die Nachhaltigkeitsberichterstattung 2025/26 nicht freiwillig nach den Vorgaben der European Sustainability Standards (ESRS), sondern auf Basis des im Februar 2026 in Österreich in Kraft getretenen Nachhaltigkeitsberichtsgesetzes (NaBeG). Weitere Themen des Prüfungsausschusses waren die Frage der Unabhängigkeit der Abschlussprüferin, das Interne Kontrollsystem, das Risikomanagementsystem sowie die Interne Revision und Themen der Compliance.
Der Präsidialausschuss befasste sich mit dem Beschlussvorschlag zur Neuwahl eines Mitglieds des Aufsichtsrates anlässlich der Hauptversammlung 2025 sowie mit dem Vorschlag an den Aufsichtsrat zur Wiederbestellung von Mag. Gerald Mayer, Dipl.-Ing. Dr. Reinhard Nöbauer und Dr. Carola Richter als Mitglieder des Vorstandes. Darüber hinaus beschäftigte er sich mit der Zielerreichung sowie Vertragsangelegenheiten der Mitglieder des Vorstandes. Der Vergütungsausschuss überwachte die Einhaltung der Vergütungspolitik im Rahmen der Anstellungsverträge der Mitglieder des Vorstandes.
Vertreterinnen der Abschlussprüferin, die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, haben an allen drei Prüfungsausschusssitzungen im Geschäftsjahr 2025/26 teilgenommen und standen für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.
In der Sitzung am 18. März 2026 führte der Aufsichtsrat zudem die gemäß Regel 36 des Corporate Governance Kodex vorgesehene Selbstevaluierung durch und behandelte ohne Beisein des Vorstandes anhand einer Frageliste die generelle Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, Qualität und Umfang der dem Aufsichtsrat zur Verfügung gestellten Unterlagen sowie organisatorische Fragen.
WESENTLICHE GRUNDSÄTZE DER VERGÜTUNGSPOLITIK IM
voestalpine-KONZERN
Die Vergütung der Mitarbeiter:innen erfolgt durch marktkonforme Löhne und Gehälter, teilweise ergänzt durch variable Vergütungen.
Die Höhe der Fixgehälter orientiert sich an der Tätigkeit, der Funktion und der Position sowie an der Erfahrung und dem Know-how der Mitarbeiter:innen. Dabei werden – soweit vorhanden – entsprechende gesetzliche Bestimmungen und Vereinbarungen in Tarifverträgen oder betrieblichen Vereinbarungen eingehalten. Im Falle von ergänzenden variablen Vergütungen ist die Höhe dieses Vergütungsbestandteiles abhängig von der Erreichung vereinbarter Ziele. Dabei werden je nach Funktion der Mitarbeiter:innen sowohl qualitative als auch quantitative Ziele vereinbart. Die qualitativen Ziele werden üblicherweise für jeweils ein Geschäftsjahr, die quantitativen Ziele üblicherweise teils für jeweils ein Jahr und teils für jeweils einen Zeitraum von mindestens drei Jahren festgelegt.
Für Geschäftsführer:innen und leitende Angestellte des Konzerns in Österreich gibt es Vorgaben betreffend die Höhe der maximal zu erreichenden variablen Vergütung und die Gewichtung der Ziele. Für alle übrigen Mitarbeiter:innen werden die Vergütungspakete von den einzelnen Gesellschaften nach lokalen Gegebenheiten und Notwendigkeiten marktkonform festgelegt. Dabei sind verschiedene Vergütungselemente möglich, unter anderem auch nicht monetäre Bestandteile:
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Pensionspläne (z. B. in Österreich Pensionskasse)
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Versicherungen (z. B. Unfallversicherung)
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Essensvergünstigungen
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Gutscheine
Für Geschäftsführer:innen und leitende Angestellte enthalten die Vergütungspakete jedenfalls eine variable Vergütung (Bonifikation), teilweise einen Pensionsplan und ein Dienstauto.
BESETZUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Bei der Auswahl und der Besetzung von Mitgliedern des Vorstandes dienen fachliche Eignung (das heißt das Vorhandensein der benötigten Kompetenzen und Erfahrungen) und Persönlichkeitsmerkmale (wie z. B. persönliche Integrität) als maßgebliche Entscheidungskriterien. Darüber hinaus werden auch das Alter und das Geschlecht in einen Entscheidungsprozess eingebunden. Gegebenenfalls einzuholende unabhängige Management-Audits externer Berater:innen stellen sicher, dass objektive Beurteilungen für Entscheidungen herangezogen werden. Dem Vorstand der voestalpine AG gehört seit 1. April 2024 eine Frau an. Die Mitglieder des aktuellen Vorstandes sind zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts zwischen 53 und 62 Jahre alt, verfügen über einen unterschiedlichen Bildungshintergrund überwiegend im technischen Bereich sowie über unterschiedlichste Berufs- und internationale Managementerfahrung. Die Kapitalvertreter:innen im Aufsichtsrat werden von der Hauptversammlung gemäß den geltenden rechtlichen Bestimmungen gewählt. Dem Aufsichtsrat gehören aktuell vier Frauen an. Eine Person des Aufsichtsrates ist nicht österreichische Staatsangehörige. Die aktuellen Kapitalvertreter:innen im Aufsichtsrat sind zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts zwischen 53 und 74 Jahre alt und verfügen über unterschiedlichste fachliche Kompetenzen sowie Berufs- und Managementerfahrung.
MASSNAHMEN ZUR FÖRDERUNG VON FRAUEN
Der Anteil weiblicher Führungskräfte3 lag im Geschäftsjahr 2025/26 bei 15,5 % und ist um 1,1 % gegenüber dem Vorjahr (14,4 %) gestiegen. Seit dem aktuell laufenden Geschäftsjahr sind zwei Frauen in eine Divisionsvorstandsposition berufen. Seit 1. April 2024 ist eine Frau im Vorstand der voestalpine AG vertreten.
Im Rahmen der internen Führungskräfteentwicklung wird großer Wert darauf gelegt, den Anteil an weiblichen Teilnehmenden weiter auszubauen. Aus diesem Grund wird darauf geachtet, dass Frauen auf jeder Ausbildungsstufe des Leadership Development-Programms („value:program“) vertreten sind. Mit der Selbstverpflichtung zur verstärkten Nominierung von Frauen in allen Divisionen des Konzerns konnte ein Anteil der Frauen an dem mehrstufigen Führungskräfteprogramm der voestalpine (Pre-Stage, Stage 1, Stage 2; gesamt 193 Teilnehmer:innen) in Höhe von 30,1 % im Geschäftsjahr 2025/26 (2024/25: 26,3%) erreicht werden.
Insgesamt lag der Frauenanteil im voestalpine-Konzern im Geschäftsjahr 2025/26 bei 16,6 % (Vorjahr: 16,4 %). Diese im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen nach wie vor niedrige Quote hat branchenspezifische, historische und kulturelle Hintergründe. Im öffentlichen Bewusstsein dominiert in Bezug auf einen Stahl- und Technologiekonzern nach wie vor das Bild der Schwerindustrie und entsprechend schwierig stellt sich auch die Rekrutierung von Mitarbeiterinnen auf breiter Basis dar. Dennoch beträgt der Frauenanteil im voestalpine-Konzern bei den Bis-30-Jährigen im Angestelltenbereich inzwischen rund 38,1 % (Vorjahr: 37,2 %), bei den Arbeiter:innen liegt er allerdings trotz aller Bemühungen immer noch bei lediglich 11,0 % (Vorjahr: 10,5 %).
Es besteht das generelle Bestreben, den Anteil von Frauen im Konzern auf allen Ebenen nachhaltig mit geeigneten Maßnahmen zu steigern, insbesondere den Anteil von Frauen in Führungspositionen von derzeit 15,5 % (Vorjahr: 14,4 %) auf 18 % bis 2030. Diese Maßnahmen umfassen eine Reihe von teilweise auch länderspezifischen Aktivitäten, wie die Teilnahme am „Girls’ Day“, die spezifische Förderung von Frauen in technischen Lehrberufen und/oder die verstärkte Einstellung von weiblichen Absolventen technischer Schulen und Universitäten. Außerdem wird der Auf- und Ausbau von betrieblichen Kinderbetreuungseinrichtungen bzw. von Kooperationen mit externen Einrichtungen forciert. Derartige Einrichtungen bzw. Kooperationen bestehen bereits an vielen Standorten des Konzerns. Am Standort in Linz, Österreich, wurde im Geschäftsjahr 2023/24 ein Kindergarten mit 24-Stunden-Betreuung eröffnet. Ergänzt wird das Angebot um flexible Arbeits- und Schichtmodelle, verstärkte technische Trainings für Frauen, Aufqualifizierungen im Lehrlings- und Assistenzbereich, Mentorenprogramme, spezielle Gesundheitsprogramme, Gleichbehandlungs- und Diskriminierungsrichtlinien etc. Mittlerweile sind aufgrund dieser Bemühungen auch in traditionell männerdominierten technischen Unternehmensbereichen Frauen in Führungspositionen tätig. Leitende Funktionen nehmen Frauen auch im Finanz-, Rechts-, Strategie-, Kommunikations- und Personalbereich in einer Reihe von Konzernunternehmen ein.
Im Rahmen des jährlichen Personalreportings wird zum Monitoring der Nachhaltigkeit aller Maßnahmen der Frauenanteil bei Führungskräften nach Qualifikationen und in Ausbildungsprogrammen regelmäßig erhoben und analysiert.
3 Die Basis der Berechnung ist die Anzahl der Mitarbeiter:innen (Headcount).
EXTERNE EVALUIERUNG DER EINHALTUNG DES CORPORATE GOVERNANCE KODEX
Der Corporate Governance Kodex sieht eine regelmäßige externe Evaluierung der Einhaltung des Kodex durch das Unternehmen vor. Diese wurde im Zuge der Prüfung des Jahresabschlusses 2025/26 durch die Abschlussprüferin des Konzerns durchgeführt. Bei dieser Prüfung wurden keine Sachverhalte bekannt, die zu der Annahme veranlassen, dass dieser Konsolidierte Corporate Governance-Bericht 2025/26 der Gesellschaft in wesentlichen Belangen nicht mit dem Corporate Governance Kodex übereinstimmt. Die Prüfung der Einhaltung der die Abschlussprüferin betreffenden C-Regeln des Kodex (Regeln 77 bis 83) erfolgte durch die Rechtsanwaltskanzlei WOLF THEISS Rechtsanwälte GmbH & Co KG. Diese Prüfung hat ergeben, dass die voestalpine AG die Regeln 77 bis 83 des Kodex, soweit es sich um C-Regeln handelt, im Geschäftsjahr 2025/26 eingehalten hat.
Die Prüfberichte der externen Evaluierung sind auf der Website www.voestalpine.com einsehbar.
Linz, am 26. Mai 2026
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h. Franz Kainersdorfer e. h. Gerald Mayer e. h.
Reinhard Nöbauer e. h. Carola Richter e. h. Hubert Zajicek e. h.
BERICHT DES VORSTANDES
KONZERNLAGEBERICHT
2025/26
Dieser Konzernlagebericht bezieht sich auf den IFRS-Konzernabschluss im Sinne des § 245a (1) UGB.
CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT
Der konsolidierte Corporate Governance-Bericht des Geschäftsjahres 2025/26 ist auf der Website der voestalpine AG unter der Rubrik „Investoren“ veröffentlicht.
Der exakte Pfad lautet
http://www.voestalpine.com/group/de/investoren/corporate-governance

BERICHT ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF UND
DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE
EUROPA/EU
Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa verlief im Geschäftsjahr 2025/26 insgesamt verhalten. Zu Beginn des Berichtszeitraumes stagnierte das BIP nahezu, wobei der Dienstleistungssektor leichte positive Tendenzen zeigte, während die Industrieproduktion auf niedrigem Niveau verharrte. Mit Kalenderjahreswechsel konnte die Wirtschaftsdynamik vorerst etwas an Fahrt aufnehmen.
Zusätzliche Unsicherheit erzeugte die Verschlechterung der internationalen Handelsbeziehungen. Die US‑Zollpolitik führte nach dem sogenannten Liberation Day im April 2025 in weiterer Folge über das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 zu erheblicher Unsicherheit. Nach intensiven Verhandlungen und letztlich einer Supreme Court-Entscheidung, welche die Zollbestimmungen wieder aufgehoben hat, wurden von der US-Administration neuerliche Zollregelungen in Kraft gesetzt. Davon unberührt galten jedoch über den gesamten Berichtszeitraum 50 % Zoll auf alle – und damit auch europäische – Stahlprodukte.
Gegen Ende des Geschäftsjahres 2025/26 trübten geopolitische Entwicklungen die Stimmung. Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten und daraus resultierende Störungen im Öl- und Gasmarkt führten weltweit zu deutlich steigenden Energiepreisen und wirkten negativ auf das ökonomische Sentiment in Europa.
In Summe war das Geschäftsjahr 2025/26 damit von schwacher Industriekonjunktur, einem belastenden außenwirtschaftlichen Umfeld und geopolitischen Risiken geprägt. In diesem Umfeld entwickelte sich die Nachfrage in den Bereichen Bau, Maschinenbau und Konsumgüter durchwegs schwach. Die Automobilindustrie zeigte ein differenziertes Bild: Hochqualitative Stahlbleche wurden weiterhin gut nachgefragt, die Nachfrage nach Automobilkomponenten war über den Berichtszeitraum hinweg wenig zufriedenstellend. Strategische Marktsegmente wie Eisenbahninfrastruktur, Luftfahrt und Lagertechnik entwickelten sich trotz der schwierigen Konjunktursituation sehr positiv.
NORDAMERIKA/USA
Die wirtschaftliche Entwicklung in Nordamerika blieb über den Verlauf des Geschäftsjahres 2025/26 insgesamt solide. Trotz einer Phase intensiver handelspolitischer Spannungen – geprägt von Zollankündigungen, deren Rücknahmen sowie anschließenden Verhandlungen und letztlicher Gerichtsentscheidung des Supreme Court – zeigte die US‑Wirtschaft eine robuste Grunddynamik.
Wachstumstreiber waren insbesondere Investitionen im Technologiesektor, vor allem im Umfeld künstlicher Intelligenz, sowie ein stabiler privater Konsum. Die Bauwirtschaft entwickelte sich außerhalb des KI‑Booms hingegen deutlich verhaltener, und auch die Industrieproduktion wies nur eine stabile Tendenz auf. Im Herbst 2025 führte der längste Government Shutdown der US‑Geschichte zu einer temporären Wachstumsabschwächung, die vor allem aus sinkenden Staatsausgaben resultierte, aber letztlich nur temporär wirkte. Gegen Ende der Berichtsperiode führte die Auseinandersetzung mit dem Iran auch in Nordamerika zu deutlich gestiegenen Energiepreisen und somit zu Unsicherheiten in der wirtschaftlichen Entwicklung.
Bei den nordamerikanischen Standorten der voestalpine führten die Rahmenbedingungen zu zurückhaltendem Bestellverhalten. Tooling und Automotive Components entwickelten sich volatil, während die Lieferungen von Produkten für die Öl‑ und Gasindustrie aufgrund der Handelsbeschränkungen gering blieben. Dagegen verzeichneten Luftfahrt, Eisenbahnsysteme und Lagertechnik im gesamten Geschäftsjahr 2025/26 eine gute Nachfrage.
SÜDAMERIKA/BRASILIEN
Die brasilianische Wirtschaft, für die voestalpine der wichtigste südamerikanische Markt, verlor im Verlauf des Geschäftsjahres 2025/26 an Schwung. Während der Dienstleistungssektor, die Agrarwirtschaft und der private Konsum weiterhin positiv wirkten, belasteten hohe Leitzinsen die Industrieproduktion deutlich. Zusätzlich wirkten erhöhte chinesische Importe sowie eingeschränkte Exportmöglichkeiten nach Nordamerika – bedingt durch das US‑Zollregime – dämpfend auf die Marktentwicklung. Obwohl gegen Ende des Geschäftsjahres 2025/26 die Inflation in Brasilien unter 4 % fiel und der Leitzins (Selic-Rate) um 0,25 % auf nun 14,75 % gesenkt wurde, führten der Nahost-Konflikt und die damit einhergehenden steigenden Ölpreise auch für die brasilianische Wirtschaft zu weiterer Unsicherheit.
Für die brasilianischen voestalpine‑Standorte bedeuteten diese Entwicklungen im Geschäftsjahr 2025/26 einen markanten Rückgang der Nachfrage im Spezialstahlbereich. Auch Tubes & Sections war in mehreren Segmenten rückläufig, während Railway Systems eine stabile und gute Nachfrage aufrechterhielt.
ASIEN/CHINA
Das wirtschaftliche Umfeld in China war im Geschäftsjahr 2025/26 stark von handelspolitischen Spannungen mit den USA geprägt. Eine Phase wechselseitiger Zölle und Exportbeschränkungen ging erst nach umfangreichen Verhandlungen in eine stabile Vereinbarung über. Aufgrund des im Frühjahr 2026 in Kraft getretenen Supreme Court-Urteils führten die zusätzlichen Zollregelungen zu verbesserten Rahmenbedingungen für China im Vergleich zu anderen asiatischen Export-Ländern.
Das gesamtwirtschaftliche Wachstum blieb positiv, wurde jedoch überwiegend von starken Exporten getragen. Die Binnenwirtschaft entwickelte sich hingegen verhalten und schwächte sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2025/26 weiter ab.
High‑Tech‑Industrien wie Automobil und Spezialmaschinenbau konnten weiterhin wachsen, auch wenn sie im Verlauf des Geschäftsjahres 2025/26 etwas an Dynamik verloren. Private Konsumausgaben, Bauwirtschaft und Investitionstätigkeit blieben weitgehend schwach.
Die Geschäftsentwicklung der chinesischen voestalpine‑Standorte zeigte demnach ein heterogenes Bild: Automotive Components war aufgrund intensiven Wettbewerbs bereits seit Beginn des Geschäftsjahres 2025/26 von geringer Nachfrage betroffen und schwächte sich angesichts
Kürzungen von Kaufanreizen im Verlauf der Berichtsperiode weiter ab. Auch die Nachfrage im Bereich Tubes & Sections trübte sich während des Geschäftsjahres 2025/26 zunehmend ein. Die Nachfrage nach hochqualitativem Werkzeugstahl blieb positiv, und auch Railway Systems fand ein stabiles Marktumfeld vor.
UMSATZ NACH DIVISIONEN
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UMSATZ NACH BRANCHEN
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UMSATZ NACH REGIONEN
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BERICHT ÜBER DIE FINANZIELLEN LEISTUNGSINDIKATOREN DES voestalpine-KONZERNS
UMSATZ
Die Umsatzerlöse des voestalpine-Konzerns schwächten sich im Geschäftsjahr 2025/26 in der Gegenüberstellung mit dem Vorjahr um 4,3 % von 15.743,7 Mio. EUR auf 15.063,1 Mio. EUR ab. Mit einem deutlichen Rückgang beim Umsatzniveau war die High Performance Metals Division, vorwiegend durch den Verkauf des deutschen Werks Buderus Edelstahl im Januar 2025, konfrontiert. Die anderen drei Divisionen verzeichneten hingegen nur minimale Verminderungen auf der Umsatzseite. Bei der Steel Division konnten die gesteigerten Versandmengen das etwas gesunkene Preisniveau nicht vollständig ausgleichen. Bei der Metal Forming Division glichen sich rückläufige Umsatzentwicklungen bei Tubes and Sections sowie Automotive Components mit den Steigerungen bei Warehouse & Rack Solutions sowie Precision Strip nicht zur Gänze aus. Auch die Entwicklung in der Metal Engineering Division war zweigeteilt: Während die Umsatzerlöse bei Railway Systems im Wesentlichen stabil blieben, sanken die Umsatzerlöse im Bereich Industrial Systems hauptsächlich wegen rückläufiger Auslieferungsmengen bei Nahtlosrohren als Konsequenz hoher Importzölle im wichtigen US-Markt.
OPERATIVES ERGEBNIS
In ergebnismäßiger Hinsicht konnte der voestalpine-Konzern die Performance im Jahresvergleich verbessern. Das operative Ergebnis (EBITDA) nahm um 10,3 % von 1.346,4 Mio. EUR (Marge 8,6 %) im Geschäftsjahr 2024/25 auf 1.485,6 Mio. EUR (Marge 9,9 %) im Geschäftsjahr 2025/26 zu. Heruntergebrochen auf Segmente verminderte sich lediglich das EBITDA der Metal Engineering Division aufgrund der schwierigen Bedingungen im Geschäftsbereich Industrial Systems, wohingegen die Steel Division leicht und die High Performance Metals Division sowie die Metal Forming Division deutlich zulegen konnten. Besonders markant fiel die Verbesserung beim operativen Ergebnis, also in jenen beiden Bereichen aus, die im Vorjahr umfassende Reorganisationsmaßnahmen auf den Weg gebracht haben. Hervorzuheben in diesem Kontext ist, dass in diesen zwei Divisionen in den Vorjahreszahlen negative Einmaleffekte enthalten waren. In der High Performance Metals Division verminderten Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Verkaufsprozess von Buderus Edelstahl (83 Mio. EUR), Wertminderungen von Firmenwerten bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit High Performance Metals Production (78 Mio. EUR) sowie Aufwendungen für die Reorganisation von Vertriebsstandorten (16 Mio. EUR) das Betriebsergebnis (EBIT) um insgesamt 176 Mio. EUR, wovon 92 Mio. EUR auch das EBITDA negativ belasteten. In der Metal Forming Division waren im Geschäftsjahr 2024/25 beim EBITDA negative Effekte im Ausmaß
von 45 Mio. EUR sowie beim EBIT von 87 Mio. EUR infolge der Reorganisation bei Automotive Components sowie einer Firmenwertabschreibung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Automotive Components enthalten. Auf Basis der Berichtszahlen nach IFRS konnte der voestalpine-Konzern das EBIT signifikant um 59,0 % von 455,1 Mio. EUR (Marge 2,9 %) auf 723,5 Mio. EUR (Marge 4,8 %) ausweiten.
UMSATZ DES voestalpine-KONZERNS
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EBITDA
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EBIT
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ERGEBNIS NACH STEUERN
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DIVIDENDE JE AKTIE
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NETTOFINANZVERSCHULDUNG, EIGENKAPITAL, GEARING
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'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'ERGEBNIS JE AKTIE
ERGEBNIS VOR UND NACH STEUERN
Aufgrund der gesunkenen Nettozinsbelastung (Finanzerträge reduziert um Finanzaufwendungen) von –184,6 Mio. EUR im Vorjahr auf aktuell –136,9 Mio. EUR als Folge des Abbaus der Finanzverbindlichkeiten konnte der voestalpine-Konzern das Ergebnis vor Steuern signifikant um 116,9 % von 270,5 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2024/25 auf 586,6 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2025/26 steigern. Nachdem die Steuerquote im Vorjahr mit 34,0 % deutlich über dem langfristigen Niveau zu liegen kam, verminderte sie sich in der aktuellen Berichtsperiode auf 27,7 %. Damit verbesserte sich das Ergebnis nach Steuern um 137,6 % von 178,6 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2024/25 auf 424,3 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2025/26.
DIVIDENDENVORSCHLAG
Vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionär:innen der voestalpine AG in der Hauptversammlung, die am 1. Juli 2026 stattfindet, wird auf Basis der im Juni 2025 beschlossenen Kapitalallokations- und Dividendenpolitik eine Dividende von 0,75 EUR ausgeschüttet. Im Vergleich zur Vorjahresdividende von 0,60 EUR bedeutet der Vorschlag einen Anstieg um 25,0 %. Unter Zugrundelegung eines (unverwässerten) Ergebnisses je Aktie von 2,48 EUR (Vorjahr: 0,90 EUR) bedeutet das eine Ausschüttungsquote von 30,2 % (Vorjahr: 66,7 %). Gemessen am durchschnittlichen Börsenkurs der voestalpine-Aktie im Geschäftsjahr 2025/26 von 31,39 EUR (Vorjahr: 22,28 EUR) ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,4 %, die damit etwas unter dem Vorjahreswert von 2,7 % liegt. Seit dem Börsengang 1995 hat die voestalpine kontinuierlich Dividenden an die Aktionär:innen ausgeschüttet. Die durchschnittliche Dividendenrendite über diesen Zeitraum liegt bei 3,5 %.
CASHFLOW
Nachdem sich der operative Cashflow bereits im Vorjahr sehr zufriedenstellend entwickelte, konnte er im aktuellen Geschäftsjahr um 8,4 % von 1.420,5 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2024/25 auf 1.540,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2025/26 weiter gesteigert werden. Hervorzuheben ist, dass der voestalpine-Konzern im aktuellen Berichtszeitraum eine weitere Reduktion des Nettoumlaufvermögens um 310,7 Mio. EUR erreichte (Vorjahr: Verringerung um 480,1 Mio. EUR). Ein erheblicher Anteil davon ist auf den Abbau von Vorräten zurückzuführen.
Die Investitionen in andere immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen lagen im Geschäftsjahr 2025/26 bei –983,4 Mio. EUR. Trotz hoher Investitionsaktivitäten für die Umsetzung der Transformation der Stahlproduktion („greentec steel“) liegen die Investitionsausgaben aber deutlich unter dem Vorjahreswert von –1.108,6 Mio. EUR. Während im Vorjahr in Finanzanlagen investiert wurde und es damit zu Mittelabflüssen von –143,1 Mio. EUR kam, generierte der voestalpine-Konzern im aktuellen Geschäftsjahr Mittelzuflüsse aus der Devestition in Finanzanlagen im Ausmaß von 207,8 Mio. EUR. Insgesamt veränderte sich damit der Cashflow aus der Investitionstätigkeit von -1.254,6 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2024/25 auf –794,9 Mio. EUR.
Beim Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit weist der voestalpine-Konzern im Geschäftsjahr 2025/26 einen Wert von –429,9 Mio. EUR (Vorjahr: –699,5 Mio. EUR) auf. Darin inkludiert sind Dividendenzahlungen mit –123,9 Mio. EUR (Vorjahr: –214,6 Mio. EUR). In Summe leitet sich aus diesen Entwicklungen eine Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 315,3 Mio. EUR (Vorjahr: –533,6 Mio. EUR) ab. Unter Berücksichtigung des Jahresanfangsbestandes und Währungsumrechnungen ergibt sich ein Endbestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 1.096,0 Mio. EUR zum Stichtag 31. März 2026 (31. März 2025: 781,8 Mio. EUR).
GEARING
Eine sehr erfreuliche Entwicklung zeigt der voestalpine-Konzern im Geschäftsjahr 2025/26 auch im Hinblick auf den Verschuldungsgrad. So konnte die Nettofinanzverschuldung um 23,4 % auf 1.263,7 Mio. EUR per 31. März 2026 reduziert werden (1.650,0 Mio. EUR per 31. März 2025). Dieses Vorhaben konnte trotz der umfangreichen Investitionstätigkeit in Verbindung mit der Transformation der Stahlproduktion („greentec steel“) sowie weiterhin regelmäßiger Dividendenzahlungen erreicht werden. Die solide Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2025/26 stärkte die Eigenmittelbasis des voestalpine-Konzerns. Konkret stieg das Eigenkapital im Jahresvergleich um 4,5 % von 7.464,7 Mio. EUR per 31. März 2025 auf 7.800,6 Mio. EUR per 31. März 2026. Mit der gleichzeitigen Verringerung der Verschuldung sowie des zuwachsenden Eigenkapitals verbesserte sich die Verschuldungskennzahl Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals) von 22,1 % per 31. März 2025 auf 16,2 % per 31. März 2026. Sie liegt damit auf dem niedrigsten Stand seit dem Geschäftsjahr 2005/06.
MITARBEITER:INNEN
Der Beschäftigtenstand (FTE, Vollzeitäquivalent) des voestalpine-Konzerns reduzierte sich im Jahresvergleich um 1,8 % von 49.659 per 31. März 2025 auf 48.777 per 31. März 2026. Den stärksten Mitarbeiterabbau verzeichnete die High Performance Metals Division angesichts der weitreichenden Reorganisationsmaßnahmen in Produktions- und Vertriebsbereichen. Ebenfalls mit einer Verminderung der Beschäftigtenzahl war die Metal Forming Division vor dem Hintergrund des Reorganisationsprojekts im Geschäftsbereich Automotive Components konfrontiert.
Die Nettofinanzverschuldung lässt sich wie folgt überleiten:
NETTOFINANZVERSCHULDUNG
Mio. EUR
31.03.2025
31.03.2026
Finanzielle Verbindlichkeiten langfristig
1.911,5
1.524,0
Finanzielle Verbindlichkeiten kurzfristig
843,7
963,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
–781,8
–1.096,0
Andere Finanzanlagen
–304,4
–109,0
Ausleihungen und sonstige Forderungen Finanzierung
–19,0
–19,1
Nettofinanzverschuldung
1.650,0
1.263,7
QUARTALSENTWICKLUNG DES voestalpine-KONZERNS
Mio. EUR
GJ
1. Quartal
2025/26
2. Quartal
2025/26
3. Quartal
2025/26
4. Quartal
2025/26
2025/26
2024/25
Verände-
rung in %
Umsatzerlöse
3.901,5
3.689,6
3.547,8
3.924,2
15.063,1
15.743,7
–4,3
EBITDA
361,2
361,2
315,4
447,8
1.485,6
1.346,4
10,3
EBITDA-Marge
9,3 %
9,8 %
8,9 %
11,4 %
9,9 %
8,6 %
EBIT
171,5
173,8
127,7
250,5
723,5
455,1
59,0
EBIT-Marge
4,4 %
4,7 %
3,6 %
6,4 %
4,8 %
2,9 %
Ergebnis vor Steuern
138,7
139,7
93,6
214,6
586,6
270,5
116,9
Ergebnis nach Steuern1
106,3
92,3
59,9
165,8
424,3
178,6
137,6
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent)
49.551
49.614
48.744
48.777
48.777
49.659
–1,8
1 Vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen.
STEEL DIVISION
MARKTUMFELD UND GESCHÄFTSVERLAUF
Die Steel Division zeigte im Geschäftsjahr 2025/26 eine sehr gute Performance, obwohl der europäische Stahlmarkt insgesamt über weite Strecken der Berichtsperiode durch verhaltene Nachfrage, hohe Importvolumina und eine geringe Auslastung der europäischen Produktionskapazitäten geprägt war.
Die zu Beginn des Geschäftsjahres 2025/26 von den USA verhängten pauschalen Zölle in Höhe von 50 % auf alle Stahlimporte in die Vereinigten Staaten von Amerika hatten zwar für die voestalpine Steel Division keine direkten finanziellen Auswirkungen, führten aber über Umlenkeffekte der globalen Stahllieferströme zu zusätzlichem Druck auf den europäischen Markt. Handelspolitische Schutzinstrumente in der Europäischen Union, wie die geplanten Post-Safeguard-Regelungen sowie der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) rückten in weiterer Folge verstärkt in den Fokus.
Die Post-Safeguard-Maßnahmen, welche die bisherigen, am 30. Juni 2026 auslaufenden Regelungen ablösen sollen, wurden vom Markt positiv aufgenommen. Die neuen Bestimmungen schaffen nun einen deutlich effektiveren Ordnungsrahmen, um den Stahlsektor der EU vor weltweiter Überproduktion und Handelsumlenkung zu schützen. Die formale Inkraftsetzung wird bis spätestens Juni 2026 erwartet.
Das Inkrafttreten des europäischen CBAM-Systems (Carbon Border Adjustment Mechanism) mit 1. Januar 2026 bedeutete ebenso eine positive Weichenstellung für die europäische Stahlindustrie. Durch dieses System findet eine grundsätzliche Gleichbehandlung von nach Europa importiertem und in Europa produziertem Stahl hinsichtlich der Kosten für CO2-Ausstoß statt. Auch wenn für dieses System noch Anpassungsbedarf bei Umgehungsschutz und Exportregelungen besteht, hat es im letzten Geschäftsquartal zu einer Verbesserung der Marktsituation für europäische Stahlhersteller geführt.
So kam es gegen Ende des Geschäftsjahres 2025/26 zu gestiegener Nachfrage und zu Preisanstiegen.
In diesem über einen Großteil der Berichtsperiode herausfordernden Umfeld profitierte die Steel Division von ihrer konsequenten Ausrichtung auf hochwertige Stahlbleche für technologisch anspruchsvolle Anwendungen sowie den gezielten Zugang zu Premium-Marktsegmenten, die besonders hohe Anforderungen an Materialqualität stellen, und konnte ihre sehr gute Entwicklung fortsetzen.
Im Einzelnen entwickelten sich die Marktsegmente wie folgt:
Über das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 hinweg blieb die Nachfrage der Automobilindustrie nach hochwertigen Stahlblechen stabil. Obwohl die europäischen Pkw-Produktionszahlen rückläufig waren, konnte die Steel Division ihre Liefermengen aufgrund hoher Liefertreue und aktiver Marktbearbeitung konstant auf hohem Niveau halten.
Die Bauindustrie, insbesondere der Hoch- und Industriebau, zeigte sich im gesamten Berichtsjahr zurückhaltend. Trotz eines mittlerweile wirtschaftsneutralen Zinsniveaus ließ eine Belebung der Investitions- und Bautätigkeit weiterhin auf sich warten. Im gesamten Verlauf des Geschäftsjahres 2025/26 ergaben sich hieraus keine wesentlichen Veränderungen.
In der Hausgeräte- und Konsumgüterindustrie blieb die Nachfrage während des gesamten Geschäftsjahres 2025/26 gedämpft. Eine Trendwende zeichnete sich bis zum Ende des Berichtszeitraums nicht ab.
Die Nachfrage in der Maschinenbauindustrie verharrte zunächst im Verlauf des Geschäftsjahres 2025/26 auf einem niedrigen Niveau, geprägt durch zurückhaltende Investitionstätigkeit in Europa.
Der Energiebereich bildete eine wesentliche Säule der positiven Gesamtentwicklung der Division über das Geschäftsjahr 2025/26 hinweg. Die Projektlandschaft für internationale Pipeline‑Vorhaben und die Offshore‑Industrie entwickelte sich weiterhin stabil positiv. Die hohen und komplexen Anforderungen dieser Projekte unterstreichen die Spezialisierung der Steel Division auf hochwertige Grobbleche sowie ihre Position als führender Anbieter in diesem Segment.
Die Umsetzung der ersten Phase des Transformationsprojekts greentec steel am Standort Linz verlief im Geschäftsjahr 2025/26 nach Plan. Das Projekt ist ein zentraler Baustein der langfristigen Dekarbonisierungsstrategie und stärkt die strategische Position der Steel Division als Qualitätsführer bei klimafreundlichen Stahlprodukten.
FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Das Geschäftsjahr 2025/26 in der Steel Division war durch eine gute Auslastungssituation mit hohen Produktions- und Versandmengen geprägt. Im Zuge fallender Rohstoffpreise gaben auch die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt etwas nach. In Summe verminderten sich die Umsatzerlöse der Division damit geringfügig um 1,2 % von 5.799,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2024/25 auf 5.730,6 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2025/26. Demgegenüber konnte die Steel Division das operative Ergebnis (EBITDA) um 9,0 % von 743,8 Mio. EUR (Marge 12,8 %) auf 810,5 Mio. EUR (Marge 14,1 %) steigern. Während die niedrigeren Rohstoffkosten die rückläufigen Versandpreise weitgehend kompensieren konnten, wirkten sich die zuwachsenden Produktions- und Auslieferungsmengen deutlich positiv auf die Ergebnisentwicklung aus. Beim Betriebsergebnis (EBIT) konnte die Steel Division um 16,8 % von 478,8 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2024/25 auf 559,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2025/26 zulegen. Die EBIT-Marge verbesserte sich damit im Jahresvergleich von 8,3 % auf 9,8 %.
Im Vergleich vom 3. mit dem 4. Quartal 2025/26 gelang der Steel Division sowohl beim Umsatzniveau als auch auf der Ergebnisseite ein signifikanter Zuwachs. Im Einzelnen konnte die Division die Umsatzerlöse um 15,6 % von 1.323,5 Mio. EUR auf 1.530,3 Mio. EUR steigern. Vor allem der Anstieg bei den Verkaufsmengen, aber auch ein etwas verbessertes Preisniveau wirkten sich positiv auf die Umsatzentwicklung aus. Das EBITDA entwickelte sich im 4. Quartal mit 235,5 Mio. EUR (Marge 15,4 %) um 31,7 % deutlich über dem Niveau des unmittelbaren Vorquartals (178,8 Mio. EUR, Marge 13,5 %). Die Hauptgründe dafür liegen in der Ausdehnung der Liefermengen im 4. Quartal 2025/26. Das EBIT verbesserte sich im direkten Quartalsvergleich um 46,3 % von 117,6 Mio. EUR (Marge 8,9 %) auf 172,0 Mio. EUR (Marge 11,2 %).
Der Beschäftigtenstand (FTE) der Steel Division erhöhte sich per 31. März 2026 leicht um 1,1 % auf 10.791. Zum Stichtag 31. März 2025 weist die Division einen Beschäftigtenstand von 10.675 aus.
KUND:INNEN DER STEEL DIVISION
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MÄRKTE DER STEEL DIVISION
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QUARTALSENTWICKLUNG DER STEEL DIVISION
Mio. EUR
GJ
1. Quartal
2. Quartal
3. Quartal
4. Quartal
2025/26
2024/25
Verände-
rung in %
2025/26
2025/26
2025/26
2025/26
Umsatzerlöse
1.493,8
1.383,0
1.323,5
1.530,3
5.730,6
5.799,1
–1,2
EBITDA
189,8
206,4
178,8
235,5
810,5
743,8
9,0
EBITDA-Marge
12,7 %
14,9 %
13,5 %
15,4 %
14,1 %
12,8 %
EBIT
126,1
143,4
117,6
172,0
559,1
478,8
16,8
EBIT-Marge
8,4 %
10,4 %
8,9 %
11,2 %
9,8 %
8,3 %
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent)
10.586
10.670
10.600
10.791
10.791
10.675
1,1
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
MARKTUMFELD UND GESCHÄFTSVERLAUF
Die High Performance Metals Division agierte im gesamten Geschäftsjahr 2025/26 in einem durchwegs anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld. Von Beginn des Berichtszeitraums an prägten eine anhaltend schwache Konjunktur in Europa sowie restriktive handelspolitische Maßnahmen der US‑Administration das Marktgeschehen. Das Management der Division begegnete diesen Rahmenbedingungen frühzeitig mit konsequentem Kostenmanagement sowie einer organisatorischen Neuausrichtung der Division zur nachhaltigen Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität. Die einzelnen Marktsegmente entwickelten sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2025/26 wie folgt:
Das Marktsegment Tooling umfasst Lieferungen von Werkzeugstahl und stellt sowohl mengen- als auch wertmäßig das größte Segment der Division dar. Dieser Bereich verzeichnete über das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 hinweg einen intensiven globalen Wettbewerb und damit einhergehenden Preisdruck. Die Division legte ihren Fokus daher noch weiter verstärkt auf Produktsegmente im obersten Qualitätsspektrum sowie auf Wertschöpfungs- und Service-Aktivitäten, wie beispielsweise Wärme- und Oberflächenbehandlungen. Während die Nachfrage in Europa über das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 hinweg stabil, jedoch gedämpft blieb, war die Geschäftsentwicklung in Nordamerika nicht zuletzt aufgrund der US‑Zölle von vorsichtigem Bestellverhalten geprägt. In Brasilien setzte sich die Marktschwäche, die zusätzlich durch chinesische Importe verstärkt wurde, über den gesamten Berichtszeitraum fort. In China selbst entwickelte sich die Nachfrage hingegen in der gesamten Berichtsperiode auf einem robusten und zufriedenstellenden Niveau.
Das Marktsegment Industrials umfasst ein breites Spektrum an Spezialstählen und bearbeiteten Komponenten, die in verschiedenen industriellen Anwendungen weltweit zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zum Segment Tooling finden sich diese Produkte unmittelbar in den Endprodukten der Kund:innen. In diesem Segment blieb die Nachfrage aus der Automobilindustrie, vor allem bei Ventilstählen und Motorkomponenten, während des gesamten Geschäftsjahres 2025/26 verhalten. Verstärkter Wettbewerbsdruck aus Asien und die US‑Zollpolitik belasteten die Entwicklung zusätzlich. Demgegenüber zeigte der Bereich Automotive Racing, für den die Division Hochleistungswerkstoffe sowie Pulver für 3D-Anwendungen liefert, eine sehr gute Entwicklung. Auch die Branchen Food & Beverage, Medientechnik und Mining wiesen eine überwiegend positive Performance im Geschäftsjahr 2025/26 auf.
Im Marktsegment Aerospace and Power Industries (Luftfahrtindustrie und Energiemaschinenbau) liefert die High Performance Metals Division sowohl Sonderwerkstoffe als auch geschmiedete Teile und Komponenten mit einer weltweit sehr guten Marktdurchdringung. Dieses Segment profitierte über das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 hinweg von einer guten Nachfrage, insbesondere getrieben von der europäischen Flugzeugindustrie. Die im Verlauf der Berichtsperiode spürbar gestiegenen Produktionszahlen der nordamerikanischen Flugzeughersteller unterstützten die positive Dynamik zusätzlich.
Das Marktsegment Oil & Gas, CPI & Renewables (Öl und Gas, chemische Prozessindustrie und erneuerbare Energien) umfasst Lieferungen von Sonderwerkstoffen und angearbeiteten Teilen an globale Hersteller:innen von Equipment zur Erdöl- und Erdgasexploration, an die petrochemische Industrie sowie in den Markt der erneuerbaren Energien. Die Geschäftsentwicklung war im Berichtszeitraum in diesem Bereich weitgehend von globalen Unsicherheiten geprägt. Über weite Phasen des Geschäftsjahres 2025/26 führten ein niedriger Ölpreis, hohe Lagerbestände sowie handelspolitische Maßnahmen zu rückläufigen Explorationsaktivitäten. Zum Ende des Geschäftsjahres stiegen die globalen Preise für Öl und Gas aufgrund des Konflikts im Nahen Osten deutlich an. In weiterer Folge wurden erste Anzeichen einer Nachfragebelebung nach Produkten für die Öl- und Gasexploration erkennbar. Die petrochemische Industrie blieb über das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 hingegen ein weitgehend stabiler Absatzmarkt.
FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Während die Umsatzentwicklung der High Performance Metals Division im aktuellen Berichtszeitraum hinter dem Vorjahr zurückliegt, zeigt der Ergebnisverlauf einen deutlich positiven Trend. Im Einzelnen reduzierten sich die Umsatzerlöse der Division im Geschäftsjahr 2025/26 um 13,6 % von 3.182,2 Mio. EUR im Vorjahr auf aktuell 2.749,7 Mio. EUR. Zu erwähnen ist, dass in den Vorjahreszahlen das deutsche Werk Buderus Edelstahl, das im Jänner 2025 devestiert wurde, großteils noch inkludiert war.
Die Ergebnisentwicklung der High Performance Metals Division wurde im Geschäftsjahr 2025/26 durch die weitreichenden Reorganisationsmaßnahmen zur Effizienzverbesserung und Kostenreduktion unterstützt. Im vorigen Geschäftsjahr belasteten zudem erhebliche Einmaleffekte die Ergebnisse. Konkret verminderten Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Verkaufsprozess von Buderus Edelstahl (83 Mio. EUR), Wertminderungen von Firmenwerten bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit High Performance Metals Production (78 Mio. EUR) sowie Aufwendungen für die Reorganisation von Vertriebsstandorten (16 Mio. EUR) das EBIT um insgesamt 176 Mio. EUR, wovon sich 92 Mio. EUR auch negativ auf das EBITDA auswirkten. Auf Basis dieser Entwicklungen gelang es der High Performance Metals Division, das EBITDA um 160,5 % von 83,0 Mio. EUR (Marge 2,6 %) auf 216,2 Mio. EUR (Marge 7,9 %) anzuheben. Beim EBIT erreichte die Division mit 57,3 Mio. EUR im aktuellen Berichtszeitraum wieder ein deutlich positives Ergebnis, nachdem es im Vorjahr bei –156,8 Mio. EUR zu liegen kam. Die EBIT-Marge entwickelte sich damit von –4,9 % auf 2,1 %.
Im direkten Quartalsvergleich vom 3. mit dem 4. Quartal 2025/26 zeigt sich ein deutlich positiver Trend bei den finanziellen Leistungsindikatoren der High Performance Metals Division. So konnten die Umsatzerlöse um 13,4 % von 657,1 Mio. EUR im 3. Quartal auf 745,0 Mio. EUR im 4. Quartal im Wesentlichen infolge der Ausweitung der Auslieferungsmengen angehoben werden. Beim EBITDA erreichte die Division im aktuellen Berichtsquartal einen Anstieg um ein Drittel von 48,5 Mio. EUR (Marge 7,4 %) im 3. Quartal 2025/26 auf 64,7 Mio. EUR (Marge 8,7 %) im 4. Quartal 2025/26. Eine verbesserte Auslastung der Produktionsanlagen sowie zuwachsende Auslieferungsmengen begünstigten die Performancesteigerung. Das EBIT erreichte im aktuellen Berichtsquartal 20,1 Mio. EUR (Marge 2,7 %), was eine Zunahme um 74,8 % im Vergleich zum unmittelbaren Vorquartal (11,5 Mio. EUR, Marge 1,7 %) bedeutet.
Die Anzahl der Beschäftigten (FTE) der High Performance Metals Division verringerte sich im Jahresvergleich um 5,3 % von 11.679 per 31. März 2025 auf 11.062 per 31. März 2026. Die Reduktion ist vorwiegend auf Reorganisationsmaßnahmen in Produktions- und Vertriebsbereichen zurückzuführen.
KUND:INNEN DER HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
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MÄRKTE DER HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
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QUARTALSENTWICKLUNG DER HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
Mio. EUR
GJ
1. Quartal
2. Quartal
3. Quartal
4. Quartal
2025/26
2024/25
Verände-
rung in %
2025/26
2025/26
2025/26
2025/26
Umsatzerlöse
678,5
669,1
657,1
745,0
2.749,7
3.182,2
–13,6
EBITDA
53,8
49,2
48,5
64,7
216,2
83,0
160,5
EBITDA-Marge
7,9 %
7,3 %
7,4 %
8,7 %
7,9 %
2,6 %
EBIT
14,9
10,8
11,5
20,1
57,3
–156,8
EBIT-Marge
2,2 %
1,6 %
1,7 %
2,7 %
2,1 %
–4,9 %
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent)
11.587
11.506
11.214
11.062
11.062
11.679
–5,3
METAL ENGINEERING DIVISION
MARKTUMFELD UND GESCHÄFTSVERLAUF
Die Metal Engineering Division verzeichnete im Geschäftsjahr 2025/26 unter den gegebenen Marktrahmenbedingungen eine insgesamt solide operative Performance. Die Division profitierte einerseits von einer robusten Nachfrage in der Business Unit Railway Systems, während andererseits die einzelnen Segmente der Business Unit Industrial Systems ein heterogeneres Bild zeigten. Zyklische Abschwächungen in einzelnen Regionen und Produktgruppen sowie strukturelle Effekte, wie insbesondere zollpolitische Maßnahmen, prägten dort den Verlauf des Geschäftsjahres 2025/26.
Über den gesamten Berichtszeitraum hinweg entwickelte sich die Nachfrage in der Business Unit Railway Systems positiv. Saisonale Effekte in den Wintermonaten führten erwartungsgemäß zu temporären Abschwächungen, ohne jedoch den grundsätzlich stabilen Trend zu beeinträchtigen.
Das Produktsegment Rails (Schienen) zeigte im Berichtszeitraum eine stabile Entwicklung auf hohem Niveau, getragen von einer weiterhin starken Nachfrage in Europa, insbesondere in Südosteuropa und dem DACH‑Raum. Im Winterhalbjahr kam es zu üblichen saisonalen Marktabschwächungen bzw. durch das Auslaufen von EU-Förderungen zu rückläufigen Projektvergaben im CEE‑Raum, die jedoch teilweise durch internationale Einzelprojekte weitestgehend kompensiert werden konnten. Im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 ging die Nachfrage in ausgewählten europäischen Märkten etwas zurück, blieb insgesamt aber auf einem guten Niveau.
Das Produktsegment Turnout Systems (Weichensysteme) verzeichnete im Berichtszeitraum eine weitgehend positive Entwicklung. Europa zeigte eine durchgehend gute Nachfrage, besonders in Mittel- und Osteuropa, während in Nordamerika trotz gestiegener Beschaffungskosten und volatilem Umfeld infolge von US‑Zöllen über das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 ein solides Niveau gehalten werden konnte.
Brasilien verzeichnete zu Beginn des Berichtszeitraums eine schwache Marktentwicklung, profitierte im weiteren Verlauf aber von einer spürbaren Nachfragebelebung. Der asiatische Markt zeigte im Geschäftsjahr 2025/26 eine insgesamt gute, regional jedoch gemischte Entwicklung. Verzögerten Projekten in Indien und in Teilen Asiens stand eine solide Nachfrage in China gegenüber. In Afrika blieb die Marktlage über die Berichtsperiode hinweg insgesamt stabil positiv.
Das Produktsegment Signaling (Sensor- und Signaltechnik) verzeichnete im Geschäftsjahr 2025/26 eine positive Performance, geprägt von stabiler Nachfrage in Europa, insbesondere in Polen, und ergänzenden Lieferungen in den arabischen Raum.
Das Produktsegment Fixations entwickelte sich im Berichtszeitraum positiv, getragen von einer hohen Nachfrage nach Schwellen und Befestigungstechnik in Mittel- und Osteuropa. Saisonale Nachfragerückgänge in den Wintermonaten konnten teilweise durch verstärkte Exporte in den arabischen Raum kompensiert werden. Gegen Ende des Geschäftsjahres 2025/26 stabilisierte sich die Nachfrage auf gutem Niveau.
Die Segmente der Business Unit Industrial Systems entwickelten sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2025/26 je nach Produktsegment unterschiedlich.
Das Produktsegment Welding zeigte im Berichtszeitraum eine insgesamt stabile Entwicklung. Der europäische Markt war von anhaltend herausfordernden Rahmenbedingungen und zunehmender Wettbewerbsintensität geprägt. In einzelnen Produktbereichen war die Business Unit mit verstärkten Aktivitäten chinesischer Anbieter:innen und anhaltendem Preisdruck konfrontiert. In Nord-, Mittel- und Südamerika ließ die Marktdynamik im Verlauf des Geschäftsjahres 2025/26 nach. Im Nahen Osten und in Asien hingegen entwickelte sich die Nachfrage unverändert stabil. Ausschlaggebend dafür war vor allem die positive Nachfrageentwicklung in China, insbesondere in den Segmenten Energie und Spezialschiffbau.
Das Produktsegment Tubulars (Nahtlosrohre) war im Geschäftsjahr 2025/26 von den tiefgreifenden Auswirkungen der US-Handelszölle geprägt. Seit Juni 2025 erschweren erhöhte Importzölle auf Stahlprodukte die Absatzmöglichkeiten in den USA erheblich. Diese Maßnahmen erforderten eine schrittweise Rücknahme der Produktionskapazitäten in Verbindung mit Einsparungsprogrammen sowie einer bereits längerfristig vorbereiteten regionalen Diversifizierung in Richtung MENA.
Das Produktsegment Wire (Draht) war über das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 hinweg mit einer verhaltenen Marktstimmung in den Kernbranchen Automobil, Bau und Maschinenbau konfrontiert. Lediglich Spezialanwendungen, wie zum Beispiel Kugellagerstähle, Spanndrähte für Eisenbahnschwellen sowie Spezialdrähte für Windturmbau, entwickelten sich positiv. In der durch Überkapazitäten geprägten Marktsituation wurde gegen Ende des Geschäftsjahres eine leichte Erholung erkennbar. Auch die Inkraftsetzung des europäischen CBAM-Systems zeigte erste positive Impulse.
FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Die Umsatzerlöse der Metal Engineering Division verringerten sich im Geschäftsjahr 2025/26 im Jahresvergleich um 2,7 % von 4.167,9 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2024/25 auf 4.054,7 Mio. EUR in der aktuellen Berichtsperiode. Hauptursächlich dafür waren rückläufige Versandmengen sowie niedrigere Kontraktpreise im Produktsegment Tubulars (Nahtlosrohre), das insbesondere im wichtigen US-Markt mit hohen Importzöllen konfrontiert war. Hingegen konnte die Division das Absatzniveau in den Produktsegmenten Rails (Schienen) und Wire (Draht) anheben.
Das operative Ergebnis (EBITDA) der Metal Engineering Division lag im aktuellen Berichtszeitraum mit 374,5 Mio. EUR (Marge 9,2 %) um 18,8 % unter dem Vorjahreswert von 461,1 Mio. EUR (Marge 11,1 %). Die schwierigen Marktbedingungen führten im Geschäftsbereich Industrial Systems – und hier vor allem im Segment Tubulars – zu einem deutlichen Ergebnisrückgang. Der Geschäftsbereich Railway Systems blieb ebenfalls leicht hinter dem hohen Ergebnisniveau des Vorjahres zurück. Das EBIT der Division verringerte sich im Jahresvergleich um 32,7 % von 273,5 Mio. EUR (Marge 6,6 %) auf 184,0 Mio. EUR (Marge 4,5 %).
Im direkten Quartalsvergleich vom 3. mit dem 4. Quartal 2025/26 entwickelten sich die Umsatzerlöse leicht rückläufig, während auf der Ergebnisseite eine deutliche Verbesserung erzielt werden konnte. Die Umsatzerlöse verringerten sich um 1,8 % von 983,7 Mio. EUR auf 965,7 Mio. EUR. Der Geschäftsbereich Railway Systems verzeichnete eine leichte Umsatzabschwächung, zeigte aber eine stabil gute Tendenz beim operativen Ergebnis (EBITDA). Der Geschäftsbereich Industrial Systems konnte hingegen sowohl die Umsatzerlöse als auch die Ergebnisse trotz unverändert herausfordernder Rahmenbedingungen steigern. Insgesamt erhöhte die Metal Engineering Division das EBITDA um 35,6 % von 77,5 Mio. EUR (Marge 7,9 %) auf 105,1 Mio. EUR (Marge 10,9 %). Das EBIT erreichte im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 einen Wert von 57,8 Mio. EUR (Marge 6,0 %) und lag damit um 95,9 % über dem Niveau des Vorquartals (29,5 Mio. EUR, Marge 3,0 %).
Zum 31. März 2026 waren in der Metal Engineering Division 14.914 Mitarbeiter:innen (FTE) beschäftigt. Im Vergleich zum Stichtag des vorangegangenen Geschäftsjahres 2024/25 (15.071) ergibt sich daraus ein Rückgang um 1,0 %.
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MÄRKTE DER METAL ENGINEERING DIVISION
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QUARTALSENTWICKLUNG DER METAL ENGINEERING DIVISION
Mio. EUR
GJ
1. Quartal
2. Quartal
3. Quartal
4. Quartal
2025/26
2024/25
Verände-
rung in %
2025/26
2025/26
2025/26
2025/26
Umsatzerlöse
1.087,0
1.018,3
983,7
965,7
4.054,7
4.167,9
–2,7
EBITDA
102,0
89,9
77,5
105,1
374,5
461,1
–18,8
EBITDA-Marge
9,4 %
8,8 %
7,9 %
10,9 %
9,2 %
11,1 %
EBIT
54,4
42,3
29,5
57,8
184,0
273,5
–32,7
EBIT-Marge
5,0 %
4,2 %
3,0 %
6,0 %
4,5 %
6,6 %
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent)
15.008
15.186
14.992
14.914
14.914
15.071
–1,0
METAL FORMING
DIVISION
MARKTUMFELD UND GESCHÄFTSVERLAUF
Die Reorganisation von Automotive Components prägte über weite Strecken die Entwicklung der Metal Forming Division im Geschäftsjahr 2025/26. Der Markt für Tubes & Sections verlor im Verlauf der Berichtsperiode an Dynamik, wohingegen Precision Strip eine Erholung verzeichnete und auch der Wachstumskurs bei Warehouse & Rack Solutions erfolgreich fortgesetzt werden konnte.
Der Geschäftsbereich Automotive Components war im Geschäftsjahr 2025/26 von einem fortlaufend herausfordernden Marktumfeld geprägt. Die Automobilproduktion in Europa blieb über den gesamten Berichtszeitraum unter den Erwartungen und wurde zusätzlich durch verlängerte Produktionsstillstände der OEMs während der Sommermonate und der Weihnachtszeit belastet. In Nordamerika führten die implementierten Zölle zu spürbarer Verunsicherung am Markt. In China nahm der Wettbewerbsdruck unter den Automobilherstellern deutlich zu. Vor dem Hintergrund dieser herausfordernden Rahmenbedingungen wurde das im Vorjahr gestartete Reorganisationsprojekt konsequent fortgeführt und wie geplant umgesetzt, was wesentlich zur Ergebnisstabilisierung beitrug. Als eine Maßnahme von vielen wurde die Produktion am Standort Birkenfeld mit Ende des 3. Quartals 2025/26 beendet und weitere Synergiepotenziale in den operativen Einheiten gehoben.
Tubes & Sections entwickelte sich zu Beginn des Geschäftsjahres 2025/26 solide, wenngleich ab dem Sommer eine kontinuierliche Abschwächung der Nachfrage zu beobachten war. In Großbritannien setzte sich der Abwärtstrend der Bauindustrie fort und auch in Kontinentaleuropa trübte sich die Konjunkturzuversicht zu Beginn des Berichtszeitraums merklich ein. In weiterer Folge wurden auf Kundenseite Investitionsprojekte zum Teil aufgeschoben. Davon unbeeinflusst blieb die Nachfrage nach Spezialprofilen für Nutzfahrzeuge und Busse weitgehend zufriedenstellend. In Nordamerika führte die US‑Zollpolitik im Verlauf des Geschäftsjahres 2025/26 zu deutlicher Zurückhaltung auf Kundenseite. Auch Brasilien und China verzeichneten in der Berichtsperiode eine rückläufige Marktentwicklung.
Trotz anhaltender Unsicherheit am Markt entwickelte sich der Geschäftsbereich Precision Strip im Geschäftsjahr 2025/26 erfreulich. Erfolgreiche Produktinnovationen, aktive Bearbeitung neuer Märkte sowie die Implementierung von Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des Geschäftsmodells waren die wesentlichen Treiber dieser erfreulichen Entwicklung. Auch auf Seiten des Marktes kam es nach einer längeren Phase herausfordernder Bedingungen in Europa im Verlauf des Geschäftsjahres zu einer Belebung der Nachfrage. Der chinesische Markt setzte seine schon bisher robuste Dynamik weiter fort, wenngleich der Wettbewerbsdruck in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2025/26 zunahm. In Nordamerika führten die implementierten Zölle zu erhöhten Produktpreisen und in weiterer Folge zu einem volatilen Marktumfeld mit kurzfristigem Bestellverhalten auf Kundenseite.
Der Geschäftsbereich Warehouse & Rack Solutions setzte seinen positiven Trend über das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 hinweg fort und blieb einer der wesentlichen Wachstumstreiber der Division. Die Nachfrage nach automatisierten Lagersystemen war sowohl in Europa als auch in Nordamerika hoch und spiegelte die zunehmende Bedeutung moderner Logistik- und Automatisierungskonzepte wider.
FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Die Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren der Metal Forming Division im Geschäftsjahr 2025/26 war durch einen moderaten Rückgang auf der Umsatzseite bei gleichzeitig verbesserter Ergebnisentwicklung geprägt.
Die Umsatzerlöse der Division verringerten sich um 3,0 % von 3.125,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2024/25 auf 3.030,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2025/26. Maßgeblich für diese Entwicklung waren eine verhaltene Nachfrage im Geschäftsbereich Tubes & Sections sowie weiterhin herausfordernde Rahmenbedingungen im Geschäftsbereich Automotive Components. Demgegenüber konnten die beiden kleineren Geschäftsbereiche Precision Strip sowie Warehouse & Rack Solutions ihre Umsatzerlöse im Jahresvergleich steigern. Während sich die Umsatzerlöse verringerten, verbesserten sich die Ergebnisse der Metal Forming Division. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass in den Vorjahreszahlen negative Einmaleffekte beim EBITDA in Höhe von 45 Mio. EUR sowie beim EBIT im Ausmaß von 87 Mio. EUR enthalten waren. Auf Basis der Berichtszahlen lag das EBITDA im Geschäftsjahr 2025/26 mit 218,1 Mio. EUR (Marge 7,2 %) um 28,8 % über dem Niveau des Vorjahres (169,3 Mio. EUR, Marge 5,4 %). Aufgrund der deutlichen Auswirkungen der im Vorjahr auf den Weg gebrachten Reorganisationsmaßnahmen zeigte der Geschäftsbereich Automotive Components im Jahresvergleich eine signifikante operative Ergebnissteigerung. Einen Zuwachs beim EBITDA verzeichneten darüber hinaus auch die Geschäftsbereiche Precision Strip sowie Warehouse & Rack Solutions. Etwas unter dem Vorjahresergebnis kam Tubes & Sections im aktuellen Berichtszeitraum zu liegen. Insgesamt konnte die Metal Forming Division auch beim EBIT signifikant auf 73,5 Mio. EUR (Marge 2,4 %) zulegen, nachdem im Vorjahr ein negativer Wert von
–15,3 Mio. EUR (Marge –0,5 %) ausgewiesen wurde.
Im direkten Vergleich vom 3. mit dem 4. Quartal 2025/26 verzeichnete die Metal Forming Division sowohl auf der Umsatz‑ als auch auf der Ergebnisseite eine positive Entwicklung. Die Umsatzerlöse der Division stiegen um 11,8 % auf 805,2 Mio. EUR, nach 720,1 Mio. EUR im unmittelbaren Vorquartal. Alle vier Geschäftsbereiche leisteten hierzu einen positiven Beitrag, wobei insbesondere Tubes & Sections den stärksten Zuwachs verzeichnete. Die Ausweitung des Geschäftsvolumens spiegelte sich auch in einer deutlichen Ergebnisverbesserung wider. Das EBITDA verzeichnete einen Anstieg um 76,9 % von 44,6 Mio. EUR (Marge 6,2 %) auf 78,9 Mio. EUR (Marge 9,8 %). Das EBIT verbesserte sich im selben Zeitraum von 7,6 Mio. EUR (Marge 1,1 %) auf 41,0 Mio. EUR (Marge 5,1 %). Die stärksten Ergebniszuwächse wurden in den Geschäftsbereichen Tubes & Sections sowie Automotive Components erzielt. Erhebliche Zunahmen beim EBITDA und EBIT verbuchten darüber hinaus auch die Geschäftsbereiche Precision Strip sowie Warehouse & Rack Solutions.
Per 31. März 2026 beschäftigte die Metal Forming Division 10.698 Mitarbeiter:innen (FTE), was einem Abbau um 1,8 % gegenüber dem Vorjahreswert von 10.899 entspricht. Die Abnahme ist maßgeblich auf die Reorganisation im Geschäftsbereich Automotive Components zurückzuführen.
KUND:INNEN DER METAL FORMING DIVISION
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MÄRKTE DER METAL FORMING DIVISION
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QUARTALSENTWICKLUNG DER METAL FORMING DIVISION
Mio. EUR
GJ
1. Quartal
2. Quartal
3. Quartal
4. Quartal
2025/26
2024/25
Verände-
rung in %
2025/26
2025/26
2025/26
2025/26
Umsatzerlöse
763,6
741,2
720,1
805,2
3.030,1
3.125,1
–3,0
EBITDA
51,4
43,2
44,6
78,9
218,1
169,3
28,8
EBITDA-Marge
6,7 %
5,8 %
6,2 %
9,8 %
7,2 %
5,4 %
EBIT
16,0
8,9
7,6
41,0
73,5
–15,3
EBIT-Marge
2,1 %
1,2 %
1,1 %
5,1 %
2,4 %
–0,5 %
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent)
11.051
10.934
10.613
10.698
10.698
10.899
–1,8
INVESTITIONEN
Im Geschäftsjahr 2025/26 realisierte die voestalpine wichtige Wachstumsvorhaben in Verarbeitungsbereichen. An internationalen Standorten wurden zahlreiche Projekte gestartet oder bereits umgesetzt. An den österreichischen Stahlstandorten Linz und Donawitz lag der Fokus der Investitionstätigkeit auf der Umsetzung des Transformationsprojektes greentec steel. Darüber hinaus wurde mit dem offiziellen Spatenstich für die Demonstrationsanlage Hy4Smelt im Herbst 2025 gemeinsam mit internationalen Partner:innen ein weiteres Entwicklungsprojekt im Bereich der klimafreundlichen Stahlerzeugung initiiert. Geschäftsbereiche, die im Berichtszeitraum auf herausfordernde Marktbedingungen mit umfassenden Reorganisationsmaßnahmen reagierten, beschränkten ihre Investitionstätigkeit hingegen auf notwendige Ersatz‑ und Instandhaltungsaufwendungen. In Summe investierte der voestalpine-Konzern im Geschäftsjahr 2025/26 1.069,2 Mio. EUR und damit um 14,0 % weniger als im Vorjahr (1.243,1 Mio. EUR).
Die Steel Division tätigte im Geschäftsjahr 2025/26 Investitionen in Höhe von 536,9 Mio. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr (535,0 Mio. EUR) entspricht das einer Zunahme um 0,4 %. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag der Schwerpunkt der Investitionen auf der Umsetzung der ersten Phase des Transformationsprojekts greentec steel. Die Errichtung der Halle für das neue Elektrostahlwerk verlief planmäßig. Zentrale Anlagenteile für den Elektrolichtbogenofen (EAF) wurden unter laufender Qualitäts- und Terminüberwachung gefertigt; das Projekt befindet sich weiterhin im Budget- und Zeitrahmen. Erste Montageschritte für den EAF haben bereits begonnen, der Großteil der Montage für das Kernaggregat ist für das Geschäftsjahr 2026/27 vorgesehen. Zur Sicherstellung der geforderten Produktqualitäten wird zudem in eine neue Sekundärmetallurgieanlage inklusive Vakuumbehandlung und Pfannenofen investiert. Im aktuellen Geschäftsjahr konnte der Vergabeprozess für wesentliche Komponenten abgeschlossen werden. Die Inbetriebnahme ist für das Frühjahr 2027 geplant. Darüber hinaus wurden im Zuge der Erweiterung des Schrottlagerplatzes bereits zwei von vier neuen Schrottumschlagmaschinen installiert.
Mit dem Baustart der Demonstrationsanlage Hy4Smelt im Herbst 2025 wurde ein zentrales Forschungsprojekt zur Weiterentwicklung klimafreundlicher Stahlerzeugung weiter vorangetrieben. Die voestalpine wird das Projekt gemeinsam mit dem internationalen Anlagenbauer Primetals Technologies sowie mit Rio Tinto, einem der weltweit größten Bergbaukonzerne, betreiben. Die Forschungskooperation Hy4Smelt kombiniert eine wasserstoffbasierte Direktreduktion für ultrafeine Eisenerze mit einem elektrischen Schmelzprozess und vereint damit zwei innovative Verfahren. Mit prognostizierten Gesamtkosten von rund 170 Mio. EUR ist Hy4Smelt das größte Forschungsprojekt für den Klimaschutz in Österreich.
Der neue Kraftwerksblock 08 mit einer elektrischen Leistung von rund 45 Megawatt ging im Geschäftsjahr 2025/26 als Ersatz für Block 06 erfolgreich in Betrieb. Ebenso erfolgten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 weitere wichtige Meilensteine bei der Aufrüstung der Feuerverzinkungsanlagen. Das diesbezügliche Projekt „Transver“ wird über mehrere Jahre bis 2030 umgesetzt.
Die Investitionen der High Performance Metals Division beliefen sich im Geschäftsjahr 2025/26 auf 81,8 Mio. EUR und lagen damit um 35,1 % unter dem Vorjahreswert von 126,1 Mio. EUR. Ein zentrales Investitionsvorhaben der Division betrifft den Aufbau eines vollautomatisierten Hochregallagers am Standort BÖHLER Edelstahl in Kapfenberg, Österreich. Ziel des Projekts ist eine nachhaltige Effizienzsteigerung der Logistikprozesse durch den Einsatz leistungsfähiger Logistik‑Hubs.
Am Standort Villares Metals in Sumaré, Brasilien, konzentrierte sich die Investitionstätigkeit auf die Errichtung einer neuen metallurgischen Anlage zur Entkohlung von Edelstahl mittels Argon und Sauerstoff. Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden sämtliche Anlagenteile geliefert sowie erste Bauarbeiten durchgeführt. Die Investitionen an den Produktionsstandorten BÖHLER Aerospace in Kapfenberg sowie bei Uddeholms in Hagfors, Schweden, umfassten insbesondere Ersatz- und Instandhaltungsmaßnahmen.
Das Investitionsvolumen der Metal Engineering Division belief sich im Geschäftsjahr 2025/26 auf 293,2 Mio. EUR. Gegenüber dem Vorjahreswert von 381,9 Mio. EUR entspricht das einer Verringerung um 23,2 %. Im Fokus der Investitionstätigkeit standen Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Transformationsprojekt greentec steel. Wesentliche Projektfortschritte wurden bei der Stromversorgung sowie bei den Stahlbauarbeiten an der Ofen- sowie der Schrotthalle erzielt. Darüber hinaus erfolgte im abgelaufenen Geschäftsjahr die Errichtung der Fundamente für den Elektrolichtbogenofen.
Im Sommer 2025 wurde mit den Montagearbeiten der ersten Anlagenteile des Kernaggregats begonnen. Damit in Verbindung wurde die Errichtung der Anlagen zur Entstaubung und Wärmerückgewinnung in Angriff genommen und die Arbeiten für die Stromversorgung vorangetrieben. So wurde das Gebäude des neuen Umspannwerks mit Ende des Kalenderjahres 2025 fertiggestellt.
Im Geschäftsbereich Railway Systems wurden neue Weichentransportwaggons für den europäischen Eisenbahnmarkt angeschafft und erste Erweiterungsmaßnahmen am Standort Knoxville, USA, der im Vorjahr akquiriert wurde, umgesetzt. Das Produktsegment Welding investierte hingegen in den Ausbau des italienischen Standortes Italfil.
Die Metal Forming Division tätigte im Geschäftsjahr 2025/26 Investitionen in Höhe von 147,8 Mio. EUR, das entspricht einem Rückgang um 15,5 % gegenüber dem Geschäftsjahr 2024/25 (174,9 Mio. EUR). Der Geschäftsbereich Automotive Components konzentrierte seine Aktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr im Rahmen der organisatorischen und strategischen Neuausrichtung auf die Konsolidierung der Produktionsstandorte und tätigte selektive Ersatzinvestitionen.
Der Geschäftsbereich Tubes & Sections stellt hingegen einen strategischen Wachstumsbereich der Division dar. Am Standort Jeffersonville, USA, trieb die nordamerikanische Gesellschaft Rollforming Corporation die Erweiterung der Produktionskapazitäten weiter voran. Der Hochlauf für die erste Expansionsstufe erfolgte bereits gegen Ende des Geschäftsjahres 2025/26. Im Endausbau ist eine Verdoppelung des Leistungspotenzials des Standortes geplant. Das Investitionsvolumen für die zusätzlichen Profilier- und Weiterverarbeitungsanlagen beläuft sich auf rund 70 Mio. EUR. Darüber hinaus investierte der brasilianische Standort Meincol in Caxias do Sul in die Erweiterung der Fertigungskapazitäten. Der Projektabschluss ist für das Geschäftsjahr 2026/27 vorgesehen. In Belgien steigerte die Gesellschaft voestalpine Sadef ihre technologischen Kompetenzen durch die Anschaffung einer neuen Beschichtungsanlage.
AKQUISITIONEN &
DEVESTITIONEN
Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden im Rahmen der Strategieumsetzung neben einer Akquisition im Bereich Railway Systems auch Devestitionen in der Steel Division sowie der High Performance Metals Division erfolgreich umgesetzt.
Im Juli 2025 erwarb der Geschäftsbereich Railway Systems 100 % der Anteile an der Gesellschaft HIRD Rail Services Limited mit Sitz in Doncaster, Großbritannien. Das britische Unternehmen ist Hersteller von hochwertigen Isolierstößen für die lokale Eisenbahninfrastruktur. Die Übernahme stärkt die strategische Position auf dem britischen Markt im sicherheitskritischen Bereich der Isolierverbindungstechnik.
In der Steel Division und in der High Performance Metals Division kam es im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 zu Portfoliobereinigungen. Im August 2025 veräußerte die Steel Division die voestalpine Camtec Gruppe. Diese ist auf die Herstellung von Schiebern und wartungsfreien Gleitelementen aus Messing, Kupfer und Aluminium spezialisiert und beliefert vor allem die Automobil- und Automobilzuliefer- sowie die Maschinenbauindustrie. Zuletzt waren hier 47 Mitarbeiter:innen beschäftigt, die im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von 14 Mio. EUR erwirtschafteten.
Im Rahmen der Neuorganisation der High Performance Metals Division beschloss das Management der Division aus strategischen Gründen den Verkauf von voestalpine BÖHLER Profil. Ende Januar 2026 erfolgte der Vertragsabschluss mit dem Erwerber Kadant Inc. voestalpine BÖHLER Profil in Bruckbach, Österreich, liefert Spezialprofile in unterschiedliche Industriefelder und ist darüber hinaus einer der führenden Produzenten von Profilen für Industriemesser. Die Gesellschaft mit rund 150 Mitarbeiter:innen erzielte im Geschäftsjahr 2025/26 einen Umsatz von 48,4 Mio. EUR (Geschäftsjahr 2024/25: 51,5 Mio. EUR). Die Transaktion konnte mit dem Closing Ende April 2026 nach den Genehmigungen der zuständigen Behörden erfolgreich abgeschlossen werden.
ROHSTOFFE
Im Geschäftsjahr 2025/26 war das Marktumfeld bei den wesentlichen Rohstoffen und Energien trotz einzelner witterungsbedingter und geopolitisch bedingter Einflüsse insgesamt von einer moderaten Dynamik geprägt. Innerhalb des voestalpine‑Konzerns bilden Eisenerz und Kokskohle bzw. Koks im Rahmen des Hochofenprozesses die zentralen Einsatzmaterialien für die Steel Division und die Metal Engineering Division. Im LD-Stahlwerk werden dem Roheisen recycelter Schrott sowie Legierungen zugesetzt. In der High Performance Metals Division kommen vorwiegend hochqualitativer recycelter Stahlschrott sowie verschiedene Legierungselemente im Bereich der Elektrolichtbogen‑Technologie zum Einsatz.
EISENERZ
Eisenerz ist ein natürlicher Mineralstoff, der typischerweise aus der Erdkruste gewonnen wird und Eisen in Form von Eisenoxiden, hauptsächlich Hämatit und Magnetit, enthält. Eisenerz stellt den wichtigsten Rohstoff für die Erzeugung von Rohstahl über die Hochofenroute dar.
China blieb auch im Kalenderjahr 2025 mit Abstand der größte Stahlproduzent weltweit, trotz eines Rückgangs der Rohstahlproduktion auf erstmals unter eine Milliarde Tonnen seit 2019. Deutlich zugenommen hat 2025 hingegen die Rohstahlerzeugung in Indien, wenngleich das Land nur eine untergeordnete Rolle als Importeur von Eisenerz spielt und damit begrenzten Einfluss auf die internationale Preisbildung ausübt.
Nachdem sich bereits im vergangenen Geschäftsjahr 2024/25 die Volatilität des Eisenerzpreises deutlich reduziert hatte, war die Preisentwicklung auch im Geschäftsjahr 2025/26 von lediglich moderaten Schwankungen geprägt. Während der Eisenerzpreis zu Geschäftsjahresbeginn bei knapp über 100 USD pro Tonne (61 % Fe, CFR China) notierte, fiel er bis zum 1. Quartal 2025/26 auf rund 90 USD pro Tonne. Eine verhaltene Stahlproduktion in China wirkte dämpfend auf die Nachfrage nach dem wichtigsten Primäreinsatzstoff für die Stahlherstellung. Im weiteren Verlauf setzte über die Sommermonate eine leichte Erholung ein, sodass sich der Eisenerzpreis bis zum Ende des Kalenderjahres 2025 nachhaltig bei knapp über 100 USD pro Tonne stabilisierte. Hohe Lagerbestände in China wirkten sich zu Beginn des Kalenderjahres 2026 leicht preisdämpfend aus, der Preis bewegte sich bis Ende März 2026 in einer engen Bandbreite zwischen rund 100 und 110 USD pro Tonne.
KOKSKOHLE
Kokskohle, auch als metallurgische Kohle bezeichnet, ist das Ausgangsmaterial für die Herstellung von Koks. Er entsteht durch die Verkokung von Kokskohle unter Luftabschluss bei hohen Temperaturen. Koks dient im Hochofenprozess als Reduktionsmittel und bildet das Gerüst im Inneren des Ofens, das die Durchlässigkeit des Gasstroms sicherstellt.
Australien nahm auch im Geschäftsjahr 2025/26 als führender Exporteur von Kokskohle eine zentrale Rolle in der globalen Angebotsstruktur und damit in der internationalen Preisbildung ein. Gleichzeitig gewannen alternative Lieferregionen, zum Beispiel Nordamerika, weiter an Bedeutung. Auf der Nachfrageseite blieb Asien im Geschäftsjahr 2025/26 prägend. Neben China als größtem Bedarfsträger für diesen Rohstoff nahm insbesondere die Bedeutung Indiens in den vergangenen Jahren kontinuierlich zu.
Zu Beginn des Geschäftsjahres 2025/26 zeigte sich der Preis für Kokskohle volatil und bewegte sich in einer Bandbreite von ca. 170 bis 200 USD pro Tonne. Bis zum Ende des Kalenderjahres 2025 stieg der Preis moderat auf etwa 220 USD pro Tonne an. Im 4. Quartal 2025/26 kam es phasenweise zu deutlich stärkeren Preissteigerungen auf bis zu rund 250 USD pro Tonne. Diese waren vor allem auf wetterbedingte Lieferbeeinträchtigungen zurückzuführen, unter anderem infolge von Überflutungen und temporären Hafenschließungen in Australien im Zusammenhang mit einem Tropenzyklon.
STAHLSCHROTT
Stahlschrott stellt in der hochofenbasierten Stahlerzeugung einen wertvollen Ergänzungsrohstoff dar und bildet in der Elektrolichtbogenroute neben hochreinen Eisenträgern, wie etwa HBI (Hot Briquetted Iron), die zentrale Rohstoffbasis. Stahlschrott entsteht als Neben- oder Abfallprodukt in Produktionsprozessen, zum Beispiel durch Verschnitt bei der Herstellung von Autoteilen. Der überwiegende Teil des eingesetzten Stahlschrotts stammt aus dem Recycling von Stahlerzeugnissen, die das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben und von Recyclingunternehmen wiederaufbereitet werden. Stahl ist somit ein integraler Bestandteil einer Kreislaufwirtschaft.
Zu Beginn des Geschäftsjahres 2025/26 zeigte der Preistrend zunächst einen leichten Rückgang von rund 380 USD pro Tonne (CFR Türkei) auf etwa 330 USD per Ende April 2025. In der Folge stabilisierten sich die Schrottpreise über die Sommermonate hinweg, bevor es im 3. Quartal 2025/26 zu einem moderaten Preisanstieg kam. Bis zum Ende des Kalenderjahres 2025 kehrten die Preise in etwa auf das Ausgangsniveau von Anfang April 2025 zurück. Nach einer mehrmonatigen Phase mit weitgehend unveränderter Preisentwicklung kam es gegen Geschäftsjahresende 2025/26 zu einem Anstieg auf rund 390 USD pro Tonne.
LEGIERUNGEN
Legierungen werden in der Stahlherstellung benötigt, um die Eigenschaften des Materials, zum Beispiel Festigkeit, Härte, Korrosionsbeständigkeit, Zähigkeit sowie Verarbeitbarkeit zu definieren. Im Stahlwerk kommen Legierungen als Ergänzung zu Roheisen und Stahlschrott bei der Herstellung hochqualitativer Stahlsorten zum Einsatz. Insbesondere bei der Produktion von Werkzeugstahl und Sonderwerkstoffen in der High Performance Metals Division nehmen hochwertige Legierungen einen bedeutenden Anteil am gesamten Rohstoffeinsatz ein. Für diese Division stellt Nickel das wichtigste Legierungselement dar.
Entgegen dem Trend vergangener Jahre zeigte sich der Preisverlauf von Nickel an der London Metal Exchange (LME) im Geschäftsjahr 2025/26 sehr stabil und bewegte sich in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025/26 auf einem Niveau von etwa 15.000 USD pro Tonne. Erst
gegen Ende des Kalenderjahres 2025 verzeichnete der Nickelpreis einen deutlichen Anstieg um etwa 20 %. Preistreibend wirkte dabei die Ankündigung von Indonesien, einem der weltweit wichtigsten Nickelproduzenten, geplante Produktionskürzungen vorzunehmen. In der Folge stieg der Nickelpreis auf rund 18.000 USD pro Tonne und erreichte damit den höchsten Stand seit dem Frühjahr 2024. Mit Ende März 2026 notierte der Nickelpreis bei etwa 17.000 USD pro Tonne.
Ferro-Vanadium war über weite Strecken des Geschäftsjahres 2025/26 ebenfalls durch ein weitgehend stabiles Preisniveau gekennzeichnet, erst mit Beginn des Kalenderjahres 2026 zeigten sich markante Preissteigerungen. Ferro-Molybdän sowie Ferro-Chrom wiesen hingegen über den gesamten Geschäftsjahresverlauf hinweg eine etwas höhere Preisvolatilität auf.
ENERGIEN
Erdgas und elektrischer Strom zählen zu den zentralen Energiequellen des voestalpine-Konzerns. Die hochofenbasierten Stahlstandorte der voestalpine in Österreich sind durch die interne Verstromung der im Produktionsprozess anfallenden Hüttengase zu einem Großteil elektrisch energieautark. Demgegenüber benötigen die Elektrolichtbogenöfen für die Edelstahlerzeugung in der High Performance Metals Division größere Mengen an Fremdstrom. Erdgas wird vor allem zur Erwärmung von Rohstahl vor der Weiterverarbeitung in den Walzwerken sowie zur Wärmebehandlung von Stahlprodukten eingesetzt.
Der Erdgaspreis bewegte sich zu Beginn des Geschäftsjahres 2025/26 zunächst in einer Bandbreite von rund 30 bis 40 EUR je MWh (Spotmarkt THE Settlement, Deutschland), bevor er sich bis zum Ende des Kalenderjahres 2025 auf einem Niveau von knapp über 30 EUR je MWh stabilisierte. Mit Beginn des Jahres 2026 kam es infolge witterungsbedingt steigender Nachfrage zu Preisanstiegen auf über 40 EUR je MWh. Anfang März 2026 führten geopolitische Spannungen im Nahen Osten infolge der zeitweisen Sperrung der Straße von Hormus zu einem raschen Anstieg der Erdgaspreise auf über 60 EUR je MWh. Gegen Ende des Geschäftsjahres 2025/26 lag der Preis schließlich bei einem Niveau von rund 50 EUR je MWh. Die im Mai 2022 vertraglich gesicherten eigenen Gasspeicherreserven in Höhe von 1,5 TWh wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 um die Hälfte reduziert, zur strategischen Absicherung hält die voestalpine aber weiter an den eigenen Gasspeicherkapazitäten fest.
Der Preisverlauf bei elektrischem Strom war zu Beginn des Geschäftsjahres 2025/26 zunächst von einer Abschwächungsphase geprägt. Bis zum Ende des 1. Quartals 2025/26 verringerte sich der Strompreis auf rund 65 EUR je MWh (Spotmarkt EPEX AT Base). In der Folge stieg der Preis bis zum Ende des Kalenderjahres 2025 kontinuierlich auf etwa 115 EUR je MWh an. Anfang des Kalenderjahres 2026 kam es kriegsbedingt zu weiteren Preisanstiegen auf rund 140 EUR je MWh, bevor sich der Strompreis wieder rückläufig entwickelte und mit Ende März 2026 bei rund 115 EUR je MWh notierte.
IMMATERIELLE RESSOURCEN
Das Geschäftsmodell der voestalpine AG basiert neben materiellen Ressourcen auf spezifischen immateriellen Ressourcen, die etwa Innovationen fördern oder Wettbewerbsvorteile sichern. Diese haben keine physische Substanz und sind mitunter nicht in der Bilanz erfasst. Die immateriellen Ressourcen werden dem Humankapital, dem Sozial- und Beziehungskapital, sowie dem geistigen Kapital zugeordnet.
HUMANKAPITAL
Der voestalpine-Konzern verfügt über eine qualifizierte und erfahrene Belegschaft, die zur operativen Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens beiträgt und eine wichtige Basis für das Geschäftsmodell bildet. Damit stellt das Humankapital eine wichtige Grundlage für die Umsetzung des Leistungsangebots dar.
Um diese Kompetenzbasis langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln, misst die voestalpine der Aus‑ und Weiterbildung hohe Bedeutung bei. Die kontinuierliche Qualifizierung der Mitarbeiter:innen ist ein zentrales Element der HR‑Strategie 2030+ und dient der Anpassung der vorhandenen Kompetenzen an aktuelle und zukünftige Anforderungen. Im Geschäftsjahr 2025/26 beliefen sich die konzernweiten Aufwendungen für Personalentwicklung auf über 74 Mio. EUR. 85,0 % der Mitarbeiter:innen (exklusive Lehrlinge) nahmen an Aus‑ und Weiterbildungsmaßnahmen teil. Das gesamte Schulungsvolumen betrug 793.101 Stunden, was durchschnittlich 20,1 Schulungsstunden je Teilnehmer:in entspricht. Diese Investitionen leisten einen Beitrag zur Sicherung von Know‑how, zur technologischen Weiterentwicklung sowie zur Stärkung der persönlichen Kompetenzen und somit zur nachhaltigen Wertschöpfung des Konzerns.
Ergänzend dazu fördert die voestalpine lebenslanges Lernen und persönliche Entwicklung durch konzernweite Programme. Zur gezielten Entwicklung aktueller und zukünftiger Führungskräfte kommt zudem das konzernweite „value:program“ zum Einsatz, an dem im Geschäftsjahr 2025/26 193 Mitarbeiter:innen aus 24 Ländern teilnahmen.
Um langfristigen Wissenstransfer zu gewährleisten, ist eine ausgewogene Altersstruktur der Mitarbeiter:innen wesentlich für das Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2025/26 entfielen 17,6 % der Mitarbeiter:innen auf die Gruppe unter 30 Jahren (8.204 Personen), 55,9 % auf die Altersgruppe 30–50 Jahre (25.981 Personen) sowie 26,5 % auf über 50‑Jährige (12.299 Personen). Diese ausgewogene Struktur ermöglicht Know-how-Transfer zwischen den Generationen.
Eine starke Mitarbeiterbindung wird als ein Faktor zur Sicherung von Know-how betrachtet. Daher wird auf eine niedrige Fluktuationsrate geachtet. Auf Basis der Gesamtzahl der zum Bilanzstichtag beschäftigten Mitarbeiter:innen (exklusive Lehrlinge) in der Höhe von 46.484 lag im Geschäftsjahr 2025/26 die Fluktuationsrate für Dienstverhältnisse, die einvernehmlich oder durch Mitarbeiter:innen beendet wurden, bei 7,5 %. Insgesamt verließen 5.622 Mitarbeiter:innen (exklusive Lehrlinge) das Unternehmen (z. B. Kündigung, Pensionierung, Tod), das sind 45 Mitarbeiter:innen mehr als im Geschäftsjahr 2024/25 (5.577). Das entspricht einer Gesamtfluktuationsquote von 12,1 % bzw. einer Steigerung um 0,4%-Punkte im Vorjahresvergleich.
Die Loyalität der Mitarbeiter:innen zum Unternehmen zeigt sich unter anderem in der Betriebszugehörigkeit. 31,7 % der Belegschaft sind länger als 15 Jahre im Unternehmen beschäftigt. Bei 63,8 % der Mitarbeiter:innen beträgt die Verweildauer im Unternehmen mehr als 5 Jahre.
Weitere Angaben finden sich in der Nachhaltigkeitserklärung gemäß ESRS S1-4 (Schulungen), ESRS S1-6 (Fluktuation) und ESRS S1-9 (Altersstruktur).
SOZIAL- UND BEZIEHUNGSKAPITAL
Das Geschäftsmodell der voestalpine beruht auf langjährigen, vertrauensvollen Beziehungen zwischen dem Unternehmen und seinen Mitarbeiter:innen, Kund:innen, Lieferant:innen, Partner:innen sowie weiteren Interessengruppen. Diese Beziehungen werden durch ein klar definiertes Werteverständnis und verbindliche Grundsätze der Unternehmensführung getragen. Konkret prägen unternehmerisches Denken (Leidenschaft für Lösungen und Innovation, Teamorientierung, Ergebnisfokus), gelebte Wertschätzung (respektvoller, fairer Umgang, Vielfalt, Vertrauenskultur) und nachhaltiges Handeln (Eigenverantwortung, kontinuierliche Verbesserung, vorausschauendes und zukunftsorientiertes Agieren) die Zusammenarbeit im Konzern und formen die Unternehmenskultur entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Ergänzend dazu legt der konzernweit für alle Mitarbeiter:innen einschließlich Mitglieder des Vorstandes, Geschäftsführer:innen und sonstige Führungskräfte geltende Verhaltenskodex (Code of Conduct) sowie der daraus abgeleitete Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen verbindliche Standards für rechtmäßiges, integres und ethisch verantwortungsvolles Verhalten fest. Er dient als Orientierungsrahmen für den täglichen Geschäftsalltag und zur Stärkung des Vertrauens von internen und externen Stakeholder:innen in die Verlässlichkeit und Integrität des Konzerns.
Darüber hinaus pflegt die voestalpine an ihren wesentlichen Standorten einen kontinuierlichen und strukturierten Dialog mit lokalen Anspruchsgruppen. Durch regelmäßigen Austausch werden Anliegen und Bedürfnisse der betroffenen Gemeinschaften systematisch berücksichtigt und in Entscheidungsprozesse eingebunden. Der konzernweite Stakeholder:innen-Dialog ist als zentrale Querschnittsfunktion organisiert und unterstützt die gemeinsame Entwicklung von Lösungen für standortspezifische und übergeordnete Herausforderungen. Erkenntnisse aus dem Dialog fließen in interne Abstimmungen ein und tragen zur Weiterentwicklung von Projekten, Strategien und Maßnahmen bei. Auf diese Weise stärkt die voestalpine langfristig Vertrauen, gesellschaftliche Akzeptanz und kooperative Beziehungen in ihrem regionalen Umfeld.
Weitere Angaben finden sich in der Nachhaltigkeitserklärung gemäß ESRS G1-1 und ESRS S3-1.
GEISTIGES KAPITAL
Das geistige Kapital stellt eine weitere zentrale immaterielle Ressource der voestalpine dar und bildet eine wesentliche Grundlage für die technologische Differenzierung, die Innovationskraft und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns. Zum Stichtag 31. März 2026 verfügte die voestalpine über 3.484 registrierte und davon 2.579 erteilte Schutzrechte aus 654 Patentfamilien. Die Schutzrechte verteilen sich auf alle Divisionen und verdeutlichen die breite technologische Aufstellung des Konzerns: Die Steel Division hielt 982 Schutzrechte aus 220 Patentfamilien, die High Performance Metals Division 583 Schutzrechte aus 95 Patentfamilien, die Metal Engineering Division 1.195 Schutzrechte aus 169 Patentfamilien und die Metal Forming Division 833 Schutzrechte aus 186 Patentfamilien. Zudem betreffen 109 Schutzrechte bzw. 16 Patentfamilien gemeinsame Rechte der Steel Division und der Metal Forming Division.
Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2025/26 76 neue Prioritätsanmeldungen eingereicht. Für die Erhaltung der Schutzrechte fielen konzernweit hochgerechnet rund 1,4 Mio. EUR, für Neuanmeldungen etwa 3 Mio. EUR an. Ergänzend investierte der voestalpine-Konzern im Geschäftsjahr 2025/26 221,6 Mio. EUR in Forschung und Entwicklung, was einer Forschungsquote von 1,47 % des Umsatzes entspricht.
Das Geschäftsmodell der voestalpine hängt in einem hohen Maß von diesem geistigen Kapital ab, da Patente zentrale Produkt‑, Prozess‑ und Werkstoffinnovationen absichern und die Positionierung in spezialisierten Marktsegmenten unterstützen.
Insbesondere das Werkstoff- und Weiterverarbeitungs-Know-how rund um das Transformationsprojekt greentec steel sind für die voestalpine von Bedeutung. Dank intensiver Forschung und gezielten Investitionen in Pilotprojekte übernimmt die voestalpine die Qualitäts- und Technologieführerschaft bei der Umstellung auf eine emissionsreduzierte Stahlproduktion.
Darüber hinaus stellen Informationstechnologie und digitale Plattformen eine wesentliche Ressource der voestalpine dar. Sie unterstützen die Steuerung von Produktions‑ und Logistikprozessen sowie die unternehmensweite Nutzung von Daten und bilden damit eine zentrale Grundlage für Effizienz, Qualität und Versorgungssicherheit entlang der Wertschöpfungskette. Ein verstärkter Fokus auf Informations‑ und Betriebstechnologiesicherheit stärkt die Resilienz der Systeme und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur Wettbewerbs‑ und Zukunftsfähigkeit des Konzerns.
BERICHT ÜBER DIE
RISIKEN
DES UNTERNEHMENS
Aktives Risikomanagement, wie es im voestalpine‑Konzern verankert ist, dient der langfristigen Sicherung des Unternehmensbestandes sowie der nachhaltigen Wertsteigerung und stellt einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Vorgaben zum Risikomanagement sind in Form einer konzernweit gültigen Verfahrensanweisung verankert, das Risikomanagementsystem wird laufend aktualisiert bzw. weiterentwickelt. Um Unternehmensziele bestmöglich zu erreichen, unterstützt der strukturierte Risikomanagementprozess das Management, Risiken frühzeitig zu identifizieren, deren potenzielle Auswirkungen zu bewerten und angemessene und geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Abwendung oder Vermeidung von Gefahren einzuleiten. Als integraler Bestandteil einer verantwortungsbewussten, nachhaltigen und wertorientierten Unternehmensführung ist Risikomanagement fest in Entscheidungs- und Geschäftsprozesse aller Unternehmensbereiche und Hierarchieebenen eingebettet und beinhaltet auch einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen und der Umwelt unter Beachtung regulatorischer Anforderungen. Risikomanagement erstreckt sich sowohl auf die strategische als auch auf die operative Ebene. Risikomanagement ist maßgebliches Element für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg und leistet einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung der Unternehmensstrategie und zur Erreichung der daraus abgeleiteten Zielsetzungen.
Das strategische Risikomanagement dient der Evaluierung und Absicherung der strategischen Unternehmensplanung. Die Strategie wird auf Konformität mit dem Zielsystem überprüft, um wertsteigerndes Wachstum durch bestmögliche Ressourcenallokation sicherzustellen. Im Risikomanagementprozess aufgezeigte Chancen werden aufgegriffen und im Strategieprozess berücksichtigt und weiterverfolgt. Das operative Risikomanagement, im Zuge dessen auch auf entsprechende Strategiekonformität geachtet wird, folgt einem konzernweit einheitlichen, mehrmals jährlich zu durchlaufenden Prozess („identifizieren und analysieren, bewerten, bewältigen, dokumentieren und überwachen“).
Zur Risikoidentifikation steht ein unterstützender und umfangreicher Fragenkatalog zur Verfügung, der regelmäßig auf Aktualität geprüft und bei Bedarf entsprechend angepasst wird.
Die Bewertung identifizierter Risiken erfolgt anhand einer Neun-Felder-Bewertungsmatrix mit Beurteilung der möglichen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit. Insbesondere werden Betriebs-, Markt-, Beschaffungs-, Technologie-, Finanz-, Personal-, Compliance-, IT- und Umweltrisiken sowie weitere Nachhaltigkeitsrisiken auf strategischer und operativer Ebene erfasst.
Maßnahmen zur Risikobewältigung verfolgen unter Berücksichtigung von Risikoappetit und
-tragfähigkeit unterschiedliche Strategien (wie „Vermeiden“, „Vermindern“, „Sichern“ sowie Kombinationen daraus und – sofern aus wirtschaftlichen Überlegungen keine weiteren Maßnahmen sinnvoll erscheinen – „Tragen“ des Risikos). Die Festlegung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen liegt in der Verantwortung des lokalen Managements.
Der Risikomanagementprozess wird durch eine webbasierte IT‑Anwendung unterstützt, welche die Dokumentation und das Monitoring gewährleistet.
In den operativen Einheiten sind Risikomanager:innen nominiert, die in Abstimmung mit dem jeweiligen Management den Risikomanagementprozess in deren Einheiten aktiv vorantreiben und auch dezentral verantworten. Erkenntnisse des Risikomanagementprozesses sind auch Bestandteil der regelmäßigen divisionalen bzw. konzernalen Controllinggespräche, in denen wesentliche Veränderungen in der Risikolandschaft auf Ebene der Business Units bzw. auf Divisionsebene berichtet werden. Weiters erfolgt auf Divisions- und Konzernebene eine regelmäßige und enge Abstimmung mit dem Nachhaltigkeitsmanagement. Dem Vorstand der voestalpine AG wird standardisiert halbjährlich sowie bei Bedarf ad-hoc zum Risikomanagement berichtet. Die Gesamtverantwortung zum Risikomanagement liegt beim Vorstand der voestalpine AG.
Der Prüfungsausschuss der voestalpine AG befasst sich unter anderem kontinuierlich auch mit Fragen zum Risikomanagement und zum Internen Kontrollsystem bzw. zu dessen Überwachung. Risikomanagement wie auch Internes Kontrollsystem sind im voestalpine-Konzern integrale Bestandteile bestehender Managementsysteme. Die Konzernrevision prüft wesentliche Betriebs- und Geschäftsabläufe und die damit verbundenen Risiken inkl. zugehöriger Kontrollen einschließlich des Internen Kontrollsystems (IKS) und agiert bei der Wertung der Prüfungsergebnisse wie auch in der Berichterstattung als unabhängiger und weisungsfreier unternehmensinterner Bereich. Die Funktionsfähigkeit des eingerichteten Risikomanagementsystems wird wiederum jährlich durch externe Auditor:innen überprüft und beurteilt (Regel 83 ÖCGK). Dem Prüfungsausschuss wird halbjährlich zum Risikomanagement und auch zum Internen Kontrollsystem berichtet.
BESCHREIBUNG WESENTLICHER RISIKOFELDER
Die im Vorjahresgeschäftsbericht dargestellten wesentlichen Risikofelder und deren Vorsorgemaßnahmen haben nach wie vor Gültigkeit:
»
GEOPOLITISCHE KONFLIKTE, POLITISCHE UNSICHERHEITEN UND DEREN AUSWIRKUNGEN
Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr war das Unternehmensumfeld weiterhin von geopolitischen Konflikten und Spannungen geprägt. Geopolitische Entwicklungen werden kontinuierlich beobachtet, um auch künftig potenzielle Auswirkungen auf den voestalpine-Konzern frühzeitig zu erkennen und um möglichen Risiken mit einer robusten und nachhaltigen Organisation in einem sich ständig wandelnden geopolitischen Umfeld proaktiv entgegenzuwirken. So haben zum Beispiel die im Zuge des Ukraine-Krieges etablierten Maßnahmen zur Aufrechterhaltung bzw. Sicherung der Versorgung mit relevanten Rohstoffen bzw. zur Gasversorgung weiterhin ihre Gültigkeit; diese sind im Kapitel Rohstoffverfügbarkeit, Energieversorgung angeführt. Weiters werden angesichts des seit Ende Februar 2026 andauernden Iran‑Krieges bestehende Vorkehrungen zur Versorgungssicherheit laufend auf ihre Wirksamkeit geprüft und bei Bedarf entsprechend angepasst.
Neben geopolitischen Konflikten beeinflussen auch handelspolitisch motivierte Eingriffe in Märkte – etwa in Form von Zöllen und Gegenzöllen bzw. Sanktionen – das Wirtschaftswachstum. So war der voestalpine‑Konzern von US‑Zöllen auf Stahlimporte beim Export aus dem EU-Raum in die USA betroffen (Erhöhung der Section 232-Zölle für Stahl von 25 % auf 50 % und der zusätzlichen Einführung der reziproken Zölle (IEEPA-Zölle) von 15 % auf Produkte aus Stahl). Im abgelaufenen Geschäftsjahr belief sich der daraus resultierende gesamte negative EBITDA‑Effekt auf einen hohen zweistelligen EUR-Millionenbetrag. Besonders stark betroffen waren Nahtlosrohre für die Öl‑ und Gasindustrie, wo die Zölle in Kombination mit einer schwachen US‑Nachfrage teilweise zu einer geringeren Auslastung führten. Andere Industriezweige (wie zum Beispiel feuerverzinkte Materialien für die Automobilindustrie) waren weniger betroffen, in vielen Bereichen konnten Zollaufwendungen in weiten Teilen an Kund:innen weitergegeben werden. Der durch lokale
Produktion in den USA erzielte Umsatz („local for local“) war nicht zollbelastet, mit dieser Strategie konnten die direkten finanziellen Auswirkungen der Zölle deutlich begrenzt werden. Da der US Supreme Court im Februar 2026 IEEPA-Zölle für unzulässig erklärt hat, beantragen betroffene Gesellschaften mittels einfachem Zollverfahren („protest filing“) eine Rückforderung über den Zollagenten („customs broker“) in einer aus Risikomanagementsicht unwesentlichen Größenordnung. Sollten die Bestrebungen der EU, einen Handelsdeal mit den USA zu erreichen, fehlschlagen, ist weiterhin von einer jährlichen Belastung in ähnlicher Größenordnung wie zuvor beschrieben auszugehen. In einem weiterhin herausfordernden konjunkturellen Umfeld werden potenzielle Folgen aus globalen (Handels-)Konflikten sowie veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen laufend beobachtet. Dabei wird auch die US-Zollpolitik weiterhin bestmöglich berücksichtigt. Reorganisationsprogramme sowie generelle Effizienzmaßnahmen werden auch unter diesen Aspekten konsequent weiterverfolgt.
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RISIKEN DER DEKARBONISIERUNG / KLIMASCHUTZPROGRAMM greentec steel
Die voestalpine bekennt sich zum Pariser Klimaabkommen und sieht in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie vor, Net-Zero-Emissionen bis 2050 im Einklang mit dem Zielpfad des EU-Emissionshandels zu erreichen. Um der Herausforderung der Dekarbonisierung der Stahlerzeugung unter Wahrung der Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu begegnen, hat die voestalpine das Klimaschutzprogramm greentec steel als wesentliches Kernelement des konzernalen Klimaübergangsplans entwickelt, welches den schrittweisen Umstieg auf neue Technologien vorsieht.
Die technische Umstellung der bestehenden Produktionsverfahren auf emissionsarme Technologien sowie drohende Kostensteigerungen aufgrund der CO2-Bepreisungsmechanismen in der EU stellen wesentliche transitorische Risiken für die voestalpine dar. Weitere Ausführungen dazu sind der konsolidierten Nachhaltigkeitserklärung im Konzernlagebericht zu entnehmen (Kapitel ESRS2 SBM-3-E1 Klimawandel und ESRS E1 Klimawandel).
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ROHSTOFFVERFÜGBARKEIT, ENERGIEVERSORGUNG
Zur langfristigen Absicherung der Rohstoff- und Energieversorgung in den erforderlichen Qualitäten und Mengen verfolgt der voestalpine-Konzern seit vielen Jahren eine den erhöhten politischen und wirtschaftlichen Risiken dieses globalisierten Marktes entsprechende diversifizierte Beschaffungsstrategie. Diese wird auch aufgrund der unterschiedlichen Dekarbonisierungsaktivitäten sowie zusätzlich durch geopolitische Entwicklungen (wie zum Beispiel dem mehrjährigen Ukraine-Krieg und dem aktuellen Iran-Krieg) und den Erfahrungen der Corona-Pandemie bekräftigt.
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So wurden zum Beispiel seit Beginn des Ukraine-Krieges, um die Versorgung der Produktionswerke (insbesondere der Stahlwerke in Österreich) mit relevanten Rohstoffen (wie z. B. Eisenerz, Erzpellets, Einblaskohle, Legierungen) sicherzustellen, alternative Bezugsquellen und Transportwege aktiviert. Das generelle Halten von Vorräten an kritischen Rohstoffen (wie bei Eisenerz und metallurgischen Kohlen) trägt ergänzend dazu bei, kurzfristige Versorgungsengpässe zu überbrücken.
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Weiters hat der voestalpine-Konzern seit mehreren Jahren vertraglich eigene Gasspeicherkapazitäten gesichert, um die Gasversorgung (insbesondere für die Wärmebehandlung und für die Walzwerke an den österreichischen Standorten) sicherzustellen. Mit dem per März 2026 bestehenden Gasspeichervorrat von ca. 0,75 TWh kann im Ernstfall bei völligem Ausfall der externen Versorgung annähernd zwei Monate lang der Vollbetrieb bzw. in Abhängigkeit von der jeweiligen Produktionsfahrweise ein Teilbetrieb über mehrere Monate aufrechterhalten werden. Darüber hinaus wurde ein neues Erdgasbeschaffungskonzept erarbeitet und umgesetzt, bei dem basierend auf im eigenen Marktgebiet aktiven Hauptlieferanten zusätzlich internationale Drittlieferanten vertraglich gebunden wurden und die voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH selbst die voestalpine-Gesellschaften über die eigene
Erdgasbilanzgruppe und direkten Bezug von den relevanten Gasbörsen CEGH und THE versorgen kann. So werden beispielsweise Gaslieferungen aus nicht-russischer Provenienz aus Norwegen oder aus LNG-Quellen abseits der konventionellen russisch/ukrainischen Transportrouten nach Österreich weitertransportiert. Bei einem möglichen Gasengpass würden zudem Notfallpläne in Kraft treten, bei denen nach Ausschöpfung des eigenen Erdgasspeichervolumens im Worst Case die Produktion schrittweise an die verfügbaren Energiemengen angepasst werden könnte. Nicht zuletzt wäre es durch die internationale Ausrichtung des Konzerns mit weltweit 500 Gesellschaften und Standorten – und damit zahlreichen nicht betroffenen Standorten außerhalb Europas – möglich, Produktionsengpässe zum Teil auch zu kompensieren. Durch die Anpassungsfähigkeit der Versorgungs- und Logistikprozesse an neue Herausforderungen können Engpässe vermieden werden.
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Langfristige Lieferbeziehungen und Lieferverträge, die überlegte Ausweitung des Lieferant:innen-Portfolios sowie Optimierungen in der Eigenversorgung und der Kreislaufwirtschaft (z. B. wurden und werden im Bereich Schrott durch weiteren Ausbau bzw. Aufbau von Liefermöglichkeiten mit Kund:innen, Lieferant:innen und Prozesspartner:innen die Möglichkeiten einer Circular Economy entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter intensiviert) bilden die Kernelemente einer diversifizierten Beschaffungsstrategie, die angesichts der geopolitischen Ereignisse und der gegebenen Volatilität auf den Rohstoffmärkten weiterhin von hoher Bedeutung sind (Näheres dazu im Kapitel Rohstoffe dieses Konzernlageberichtes).
Entwicklungen zur Rohstoff- und Energieversorgung werden im Hinblick auf die geopolitischen Entwicklungen weiterhin laufend beobachtet und im regelmäßigen Austausch zwischen Expert:innen und Vorstand bewertet. Aus aktueller Sicht und insbesondere auch aus dem aktuellen Iran-Krieg wird in der Versorgung der Weltmärkte von keinen physischen Engpässen in der Verfügbarkeit ausgegangen. Speziell im Bereich der für die voestalpine relevanten Erdgasversorgung ging man in der Vergangenheit von Überkapazitäten im LNG-Angebot und damit einhergehend von tendenziell rückläufigen Preisniveaus aus. Wird – trotz des Iran-Kriegs – weiterhin mengenmäßig von einer kapazitativen Deckung der Bedarfe ausgegangen, sind projizierte Preisentwicklungen unter den veränderten Rahmenbedingungen mit erhöhter Unsicherheit behaftet. Damit verbunden ist u.a. auch von Preissteigerungen im Transportbereich auszugehen. Weitere mittel- bzw. langfristige Auswirkungen aus dem aktuellen Iran-Krieg (wie zum Beispiel auf Preisentwicklungen aber auch auf die gesamtwirtschaftliche Konjunktur) sind abhängig von der Dauer und vom Ausgang des Konfliktes schwer einschätzbar und Teil laufender Analysen und Marktbeobachtungen. Hinsichtlich des Iran-Kriegs wird auf Basis der aktuellen Einschätzung derzeit von einem zeitlich begrenzten Ereignis ausgegangen.
Im Bereich der Energieversorgung wird die Erschließung alternativer Energieressourcen weiterhin laufend untersucht und konsequent vorangetrieben. Neben dem Ausbau eigener Erneuerbarer-Kapazitäten und dem Bezug von erneuerbarer Energie über langfristige PPA’s (Power Purchase Agreements) stehen zahlreiche Forschungs- und Demonstrationsprojekte in den Bereichen Wasserstoff, Biogas und Biomasse sowie Vorhaben in alternativen Eisen- und Stahlherstellungstechnologien (wie beispielsweise „H2FUTURE“ [Wasserstoffpilotanlage], Hy4Smelt – als Weiterentwicklung der HYFOR [Hydrogen Based Fine Ore Reduction]-Technologie kombiniert mit der Smelter Technologie - sowie „SuSteel“ [Sustainable Steelmaking]) weiterhin im Fokus. Die fortlaufende Optimierung der Energieeffizienz in Produktionsprozessen wird ebenfalls laufend untersucht und vorangetrieben. Ergänzend werden Forschungsaktivitäten im Bereich CO₂‑Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung (CCUS) fortgeführt. Die industrielle Speicherung von Energie stellt ein mögliches Betrachtungsfeld der Zukunft dar, erste Evaluierungen sind im Laufen.
Ergänzende Informationen zu einzelnen Teilaspekten sind der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung im Konzernlagebericht zu entnehmen (Kapitel ESRS2 SBM-3-E1 Klimawandel, ESRS E1 Klimawandel und Kapitel I, F&E Innovation und Forschung & Entwicklung).
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ROHSTOFF- UND ENERGIEPREISABSICHERUNG
Ziele, Grundsätze, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sowie Methodik, Abläufe und Entscheidungsprozesse für den Umgang mit Rohstoff- und Energiepreisrisiken sind in einer internen Richtlinie festgelegt. Darauf aufbauend und unter Berücksichtigung individueller Besonderheiten des Geschäftsmodells der jeweiligen Konzerngesellschaft werden Preissicherungen in Form von kurzfristigen Lieferverträgen mit Fixpreisvereinbarung oder in Form von derivativen Finanzkontrakten vorgenommen. Zur teilweisen langfristigen Absicherung von Strompreisschwankungen werden PPA’s (Power Purchase Agreements) angewendet. Neben dem Strom wurden auch langfristige Sicherungen auf CO2 Zertifikate abgeschlossen. Je nach Geschäftsmodell der betroffenen Konzerngesellschaft können Änderungen der Energie- und Rohstoffpreise überwiegend bzw. zeitverzögert an Kund:innen weitergegeben werden. In diesem Fall ist es das Ziel des Risikomanagements, die kalkulierten Deckungsbeiträge der Verkaufsverträge abzusichern. Dem Rohstoffrisiko- und Energierisiko-Management unterliegen Eisenerz, HBI, Koks, Kokskohle, Zink, Nickel, CO2, Kobalt und Energien (Strom, Erdgas). Ziel ist die Reduktion der Ergebnisschwankung aus der Volatilität der Rohstoff- und Energiepreise auf jene Größe, die im Einklang mit dem Grundsatz der konservativen Finanzpolitik im Sinne der Finanzverfassung des voestalpine-Konzerns steht. Auf das Thema der Versorgungssicherheit (Beschaffungsrisiko) wurde bereits unter Rohstoffverfügbarkeit, Energieversorgung eingegangen. Die umfassenden Maßnahmen tragen dazu bei, finanzielle Stabilität zu gewährleisten und die Resilienz des Unternehmens gegenüber volatilen Märkten zu stärken und relevante Risiken mit der erforderlichen Flexibilität effektiv zu managen.
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STÖRUNGEN VON LOGISTIK- UND LIEFERKETTEN
Generell können globale Lieferketten durch geopolitische Konflikte (wie zum Beispiel dem aktuellen Iran-Krieg bzw. dem mehrjährigen Ukraine-Krieg), durch Handelskonflikte (und zum Beispiel damit verbundenen Produktionsverlagerungen) sowie durch andere Ereignisse (wie zum Beispiel Pandemien oder Epidemien) beeinträchtigt oder unterbrochen werden. Dabei kann es zum Beispiel kunden- bzw. lieferantenseitig oder durch Störungen in den Transportwegen sowie durch etwaige Sanktionen bzw. Embargos oder Handelsbarrieren zu Einschränkungen bzw. zu Umlenkungseffekten kommen. Die Fokussierung auf weniger anfällige Lieferketten und die gleichzeitige Verbreiterung der logistischen Optionen haben schon in der Vergangenheit bzw. auch aktuell die Ausfallsicherheit (z. B. bei Rohstofftransporten) sowie die Widerstandsfähigkeit unserer Logistik- und Lieferketten deutlich erhöht. Abhängig von der Dauer und dem Ausgang des Iran-Kriegs ist im Logistik-/Transportbereich von Preissteigerungen auszugehen, diese sowie weitere Folgewirkungen sind aus heutiger Sicht schwer abschätzbar. Aktuell wirken aus dem Iran-Krieg keine Störungen auf die Transportkette der voestalpine. Diversifizierte Beschaffungsstrategien und Lieferketten stärken die Resilienz gegenüber unvorhergesehenen Ereignissen. Aktuelle Entwicklungen werden insbesondere auch auf Basis geopolitischer Konflikte und bestehender bzw. sich abzeichnender globaler Handelskonflikte weiterhin laufend beobachtet und bewertet, um frühzeitig geeignete Maßnahmen ableiten zu können.
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AUSFALL VON PRODUKTIONSANLAGEN, ERGÄNZENDE BETRIEBLICHE RISIKEN
Zur Minimierung von Ausfallrisiken bei kritischen Anlagen wurden und werden erforderliche Modernisierungs- sowie Ersatzinvestitionen langfristig geplant und umgesetzt sowie gezielte und umfangreiche Investitionen in technische Optimierungen der sensiblen Aggregate getätigt. Um die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit der Anlagen laufend zu verbessern und das Ausfallrisiko weiter zu minimieren, wurden weitere ergänzende Maßnahmen gesetzt; Dies sind beispielsweise
eine konsequente und systematische sowie vorbeugende Instandhaltung, eine risikoorientierte Vorhaltung kritischer Reserveteile sowie entsprechende arbeitsplatzbezogene Schulungen betroffener Mitarbeiter:innen. Darüber hinaus sind für wesentliche Anlagen entsprechende Notfallpläne zur Minimierung etwaiger Risiken festgelegt.
Bezüglich einer plötzlichen ungeplanten Unterbrechung der Stromversorgung („Blackout“) sind an den wesentlichen Standorten kritische Anlagen und Prozesse großteils mit Notstromaggregaten abgesichert. Diese können für einen eingeschränkten Teilbetrieb, für Notfahrweisen bzw. im Extremfall für ein kontrolliertes Herunterfahren der Anlagen genutzt werden. Zusätzlich wird z. B. am Standort Linz ein eigenes Kraftwerk inkl. Schwarzstartfähigkeit betrieben. Dafür stehen interne Sondernetze (eigene, in sich geschlossene, abgeschottete Bereiche) zur Verfügung. Es erfolgen regelmäßige Übungen zu unterschiedlichen Szenarien (wie z. B. Test der Notstromaggregate, Test der Notfall- und Kommunikationspläne bei unterschiedlichen Ausfallszenarien), um im Ereignisfall bestmöglich vorbereitet zu sein. Etwaige Schäden an Anlagen, welche durch unterschiedliche Blackout-Szenarien verursacht werden können, werden regelmäßig analysiert sowie bewertet und entsprechende Vorsorgemaßnahmen getroffen bzw. bestehende Maßnahmen auf deren Wirksamkeit geprüft und gegebenenfalls angepasst. Vorhandene Notfallpläne werden von den jeweiligen Expert:innen für unterschiedliche Szenarien regelmäßig bewertet und bei Bedarf an neue bzw. geänderte Gegebenheiten angepasst.
Am Standort der voestalpine Stahl GmbH in Linz wird mit Geschäftsjahr 2026/27 planmäßig ein neues Produktionsplanungssystem in Betrieb gehen und das bestehende System ablösen. Dieses zentrale System ist essenziell für sämtliche Planungen und Abläufe im Produktionsbereich. Wird in der sukzessiven Inbetriebnahme-/Umstellungsphase ein gewisser Punkt überschritten, kann nicht mehr auf das abzulösende System zurückgeschaltet werden. Dem Restrisiko eines möglichen Produktionsausfalls im Zuge der Inbetriebnahme des neuen Produktionsplanungssystems wird mit einer Vielzahl an Maßnahmen vorgebeugt (wie zum Beispiel Priorisierung umzusetzender Maßnahmen, Berücksichtigung unterschiedlicher Szenarien, ausführliches Testmanagement).
Im Bereich von Großprojekten und Bauvorhaben (wie zum Beispiel im Zuge der Dekarbonisierungs-aktivitäten an den Standorten in Linz und Donawitz) werden verstärkt auch Fremdfirmen beauftragt. Dabei besteht das Restrisiko von möglichen Compliance-Verstößen seitens beauftragter Fremdfirmen und insbesondere von Verstößen gegen das Ausländerbeschäftigungsgesetz durch diese Fremdfirmen. Diesem Restrisiko bzw. einem damit verbundenen Reputationsrisiko wird durch entsprechende Maßnahmen (wie beispielsweise vertragliche Absicherung, Unterweisungen und Schulungen, Monitoring) entgegengewirkt.
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AUSWIRKUNGEN AUS TECHNOLOGIE-SUBSTITUTION
Eine etwaige Substitution bestehender Technologien (wie zum Beispiel, dass bestehende Werkstoffe, Fertigungsverfahren oder Anlagen durch neue Technologien ersetzt werden) und mögliche Auswirkungen (wie technisch, prozessual, wirtschaftlich) werden laufend beobachtet sowie angewandte Fertigungsverfahren und -prozesse inklusive der hergestellten Produkte laufend weiterentwickelt bzw. optimiert.
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IT-SICHERHEIT, AUSFALL VON IT-SYSTEMEN, NICHTVERFÜGBARKEIT WESENTLICHER IT-SERVICES BZW. IT-DIENSTE
Serviceleistungen für Geschäfts- und Produktionsprozesse, die hauptsächlich auf komplexen IT-Systemen basieren, werden an den meisten Konzernstandorten durch zu 100 % im Besitz der voestalpine AG befindliche IT-Tochtergesellschaften erbracht. Dies sind die voestalpine group-IT GmbH in Österreich und deren Schwesterunternehmen in Deutschland, Brasilien und China mit rd. 25 weltweiten Niederlassungen. Aufgrund der hohen Bedeutung von IT-Sicherheit und IT-Verfügbarkeit bzw. zur weiteren Minimierung möglicher IT-Ausfalls- und IT-Sicherheitsrisiken sind sicherheitstechnische IT-Mindeststandards inkl. Vorgaben zum Business Continuity Management
verfügbar, welche regelmäßig an neue Gegebenheiten angepasst werden und deren Einhaltung jährlich in Form von internen und externen Audits überprüft wird. Das hoch qualifizierte Security Operation Center (SOC) der voestalpine sorgt für die laufende Erkennung und Behebung von sicherheitsrelevanten Vorfällen und trägt so auch zur Prävention bei. Um das Risiko unberechtigter Zugriffe auf IT-Systeme und Anwendungen zu reduzieren, werden ergänzende Penetrationstests durchgeführt. Auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr erfolgten wieder breit angelegte Onlinekampagnen zur weiteren Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung der Mitarbeiter:innen hinsichtlich IT-Sicherheitsthemen, insbesondere für die Gefahren durch Phishing-Angriffe. Weiters ist eine IT Security Roadmap in Umsetzung, um über technische Maßnahmen die Sicherheit kontinuierlich weiter zu erhöhen. Dazu gehört unter anderem die Weiterführung der Netzwerksegmentierung zwischen Produktions-IT und Büro/Office-IT. In einer internen Arbeitsgruppe werden regelmäßig Informationen über etwaige Cyber-Fraud-Angriffe gesammelt (wie z. B. Social Engineering, CEO-Fraud, Zahlungs- und/oder Lieferumleitung, Phishing) und Präventivmaßnahmen entwickelt bzw. bestehende Maßnahmen auf deren Wirksamkeit geprüft und gegebenenfalls angepasst. Zur Abwendung möglicher Cyber-Fraud-Angriffe werden auch zu diesen Themen entsprechende Onlinekampagnen durchgeführt (unter anderem simulierte Phishing-Awareness-Programme) und spezielle E-Learnings angeboten, die ebenfalls zur Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen beitragen. Risiken aus der Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) wird durch Nutzungs- und Sicherheitsvorgaben bestmöglich entgegengewirkt (wie zum Beispiel durch eine KI-Konzernrichtlinie, eine konzernweite KI-Organisation, themenbezogene und verpflichtende Schulungen sowie E-Learnings bzw. durch einen Prüfungs- und Freigabeprozess von KI-Systemen als Bestandteil des IT-Demand-Prozesses).
Alle diese Maßnahmen zielen darauf ab, Ausfallrisiken und Ausfallzeiten sowie die Nichtverfügbarkeit von IT-Systemen und wesentlichen IT-Services bzw. IT-Diensten aufgrund von zum Beispiel Cyber-Angriffen, menschlichem Versagen, Manipulation, Hardwaredefekten und ähnlichen Ursachen bestmöglich zu reduzieren bzw. so gering wie möglich zu halten.
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PERSONALRISIKEN
Im voestalpine-Konzern stellen Mitarbeiter:innen mit ihrer Kompetenz und ihrem Einsatz einen wesentlichen und maßgeblichen Erfolgsfaktor dar. Die Positionierung der voestalpine AG als attraktive Arbeitgeberin einerseits sowie vielfältige Maßnahmen zur Mitarbeiter:innen-Bindung andererseits sollen die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften im erforderlichen Ausmaß sicherstellen. Laufende Aus- und Weiterbildung, attraktive Arbeitsbedingungen und -konditionen, eine moderne Arbeitsumgebung sowie vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten sind einzelne diesbezügliche Aspekte. Einen weiteren Schwerpunkt stellt auch die interne Lehrlingsausbildung dar.
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WISSENSMANAGEMENT/PROJEKTMANAGEMENT
Zur nachhaltigen Sicherung des vorhandenen Wissens, insbesondere zur Absicherung eines etwaigen Know-how-Verlustes, sind Projekte initiiert, die konsequent angewandt und weiterentwickelt bzw. angepasst werden. Neben einer permanenten Dokumentation des vorhandenen Wissens werden neue Erkenntnisse aus wesentlichen Projekten, aber auch aus ungeplanten Vorfällen – im Sinne von „Lessons Learned“ – entsprechend umgesetzt. Detaillierte Prozessdokumentationen, insbesondere auch im IT-gestützten Bereich, tragen ebenfalls zur Sicherung des vorhandenen Wissens bei.
Etwaigen Risiken aus Projekten (wie z. B. aus Großprojekten, aus Investitionen) wird durch den Einsatz unterschiedlichster Projektmanagement-Tools sowie durch ein entsprechendes Projekt-Monitoring – und je nach Größe des Projektes auch durch regelmäßige Projektaufsichtssitzungen unter Einbindung des Top-Managements – entgegengewirkt. Dies betrifft insbesondere auch etwaige Hochlauf- bzw. Kostensteigerungsrisiken. Erkenntnisse aus früheren Aktivitäten werden im Sinne von „Lessons Learned“ gesammelt und bilden die Basis der kontinuierlichen
Weiterentwicklung bestehender Werkzeuge zur konsequenten Anwendung auch bei künftigen Vorhaben.
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COMPLIANCE-RISIKEN
Compliance-Verstöße (wie z. B. Kartell- und Korruptionsverstöße) stellen ein erhebliches Risiko dar und können zu nachteiligen Auswirkungen – sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch Reputationsschäden – führen. Durch ein konzernales Compliance Management System soll diesen Risiken und insbesondere etwaigen Kartell- und Korruptionsverstößen entgegengewirkt werden. Themenbezogene Präsenzschulungen wie auch E-Learnings sind Teil dieses Systems. Ergänzende Informationen sind der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung im Konzernlagebericht zu entnehmen (Kapitel ESRS2 SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell sowie ESRS G1 Unternehmensführung).
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RISIKEN DER VERLETZUNG DATENSCHUTZRECHTLICHER BESTIMMUNGEN
Eine Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen kann sich finanziell nachteilig auswirken und auch zu Reputationsschäden führen. Basierend auf den konzernweit gültigen Datenschutzrichtlinien ist auch eine Datenschutzorganisation eingerichtet, welche das Management der Konzerngesellschaften darin unterstützt, seine Verantwortung wahrzunehmen, gesetzliche und konzerninterne Datenschutzvorschriften einzuhalten. Ein themenbezogenes E-Learning stellt eine ergänzende Maßnahme dar.
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RISIKEN AUS ELEMENTAREREIGNISSEN, PHYSISCHE KLIMARISIKEN
Die mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehenden physischen Risiken aus Elementarereignissen sind der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung im Konzernlagebericht zu entnehmen (Kapitel ESRS2 SBM-3-E1 Klimawandel und ESRS E1 Klimawandel). Die zu den identifizierten Risiken implementierten Vorsorgemaßnahmen werden wiederkehrend auf Aktualität bzw. Vollständigkeit geprüft und bei Bedarf an neue Gegebenheiten angepasst bzw. erweitert (wie zum Beispiel im Zuge von regelmäßigen Übungen, dem Test bestehender Notfallpläne sowie durch Begehungen und „Risk-Surveys“ mit Versicherungsunternehmen). Der bestehende Versicherungsschutz zu Elementarereignissen sowie weiteren Risiken wird gemeinsam mit unserem internen Versicherungsunternehmen (voestalpine Insurance Broker GmbH) regelmäßig auf Aktualität geprüft. Die Wirksamkeit der implementierten Maßnahmen wird fortlaufend überwacht, um eine angemessene Risikosteuerung sicherzustellen und dem Voranschreiten des Klimawandels bestmöglich entgegenzusteuern.
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WEITERE RISIKEN DER NACHHALTIGKEIT
Mögliche weitere Nachhaltigkeitsrisiken sowie damit verbundene Themen wie Klima- und Umweltschutz, Sozial- und Arbeitnehmer:innen-Belange, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption werden inklusive deren Auswirkungen und im Einklang mit der konzernalen Nachhaltigkeitsstrategie auf allen Ebenen berücksichtigt. Weitere Ausführungen sind der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung im Konzernlagebericht zu entnehmen (Kapitel ESRS2 SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell sowie in den themenspezifischen Kapiteln).
Die erforderlichen Aktivitäten zur Erfüllung des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes wurden initiiert. Prozessvorgaben an betroffenen Standorten sind ausgerollt und werden laufend abgearbeitet. Zur Vorbereitung auf das europäische Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz wurden erste Umsetzungsmaßnahmen gestartet. Die gesetzlichen Entwicklungen ergeben einen erhöhten Mehraufwand, da die Umsetzungsverantwortung ohne vorgegebenen Mindest-Standard auf die großen Unternehmen abgeschoben wurde. Gesetzliche Entwicklungen werden weiterhin laufend beobachtet sowie bewertet und geplante Maßnahmen konsequent umgesetzt.
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STRUKTURWANDEL IN DER EUROPÄISCHEN INDUSTRIE
Politische Spannungen auf europäischer Ebene, hohe Energie- und Arbeitskosten, strenge Umweltanforderungen, bürokratische Hürden sowie regulatorische Unsicherheiten belasten den Standort Europa weiterhin und können z. B. zu einer zunehmenden Abwanderung der Produktion und von Investitionen, zu einem Anstieg bei Insolvenzen und zu deutlichen Wettbewerbsnachteilen infolge einseitiger Regulierungen führen. In diesem Umfeld sind Schutzmaßnahmen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Stabilität der europäischen Industrie von erheblicher Bedeutung. Entwicklungen werden weiterhin laufend beobachtet sowie bewertet und bestehende Maßnahmen konsequent weiterverfolgt (siehe z.B. nachfolgende Ausführungen zum Ausfall- bzw. Bonitätsrisiko) und sofern erforderlich ergänzende Maßnahmen abgeleitet.
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RISIKEN AUS DEM FINANZBEREICH
Betreffend Richtlinienkompetenz, Strategiefestsetzung und Zieldefinition ist das finanzielle Risikomanagement zentral organisiert. Das bestehende Regelwerk beinhaltet Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen sowohl für das Konzern-Treasury als auch für den Finanzbereich der einzelnen Konzerngesellschaften. Finanzielle Risiken werden ständig beobachtet und – wo sinnvoll – abgesichert. Die Strategie im Bereich des Fremdwährungsrisikomanagements zielt insbesondere auf die Erzielung von Natural Hedges und bei den anderen Risiken (Zinsen und Rohstoffe) auf eine Verminderung der Schwankungen der Cashflows und der Erträge sowie eine Absicherung der Deckungsbeiträge ab. Die Absicherung der Marktrisiken erfolgt zu einem hohen Anteil mit derivativen Finanzinstrumenten, die ausschließlich in Verbindung mit einem Grundgeschäft verwendet werden.
Im Einzelnen werden Finanzierungsrisiken durch folgende Maßnahmen abgesichert:
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Liquiditätsrisiko
Liquiditätsrisiken bestehen im Allgemeinen darin, dass ein Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage ist, den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die bestehenden Liquiditätsreserven versetzen die Gesellschaft in die Lage, auch in Krisenzeiten ihre Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist neben der Liquiditätsreserve eine exakte Liquiditätsplanung, die quartalsweise revolvierend erstellt wird. Anhand der konsolidierten Ergebnisse wird der Bedarf an Finanzierungen und Kreditlinien bei Banken durch das zentrale Konzern-Treasury ermittelt. Der geplante Liquiditätsbedarf der nächsten zwölf Monate setzt sich zusammen aus den planmäßigen Mittelabflüssen für Tilgung von Anleihen, Krediten und sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten, der Dividende, Investitionen sowie dem identifizierten Working Capital-Bedarf. Bei der Berücksichtigung der unkommittierten Working Capital Finanzierungsprogramme wird zwischen aktivseitig strukturierten Programmen (z. B. Factoring) und passivseitigen Programmen (z. B. Supplier Finance) differenziert. Während Letztere in Anbetracht ihrer Abhängigkeit von der Konzernbonität nahezu vollständig mit Liquiditätsreserven hinterlegt werden müssen, ist das Deckungserfordernis bei Factoring-Programmen geringer zu bemessen. Dies ergibt sich aus der breiten Risikostreuung über zahlreiche Debitoren, der besicherungsähnlichen Struktur sowie der Möglichkeit, die Programme auch unter Stressbedingungen fortzuführen. Die den Liquiditätsbedarfen gegenüberzustellende Liquiditätsreserve setzt sich aus kurzfristig verfügbaren Treasury-Cash-Beständen, ungenutzten kommittierten Kreditlinien mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr, geplanten positiven Free Cash Flows, vertraglich fixierten Asset-Veräußerungen sowie gegebenenfalls hochliquiden Wertpapierpositionen zusammen. Die Liquiditätsreserven müssen die identifizierten Liquiditätsbedarfe der kommenden 12 Monate überdecken. Darüber hinaus wird in der Bankenpolitik auf eine breite Streuung der Finanzpartner:innen Wert gelegt, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Es wird weiterhin hoher Wert auf die Steigerung der internen Finanzierungskraft gelegt.
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Bonitätsrisiko
Das Bonitätsrisiko bezeichnet Vermögensverluste, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner:innen entstehen können. Das Bonitätsrisiko der Grundgeschäfte ist durch einen hohen Anteil an Kreditversicherungen und bankmäßigen Sicherheiten (Garantien, Akkreditive) weitestgehend abgesichert. Das Ausfallrisiko für das verbleibende Eigenrisiko wird durch definierte Prozesse der Bonitätsbeurteilung, Risikobewertung, Risikoklassifizierung und Bonitätsüberwachung gemanagt. Durch den aktuellen Ukraine-Krieg kam es in der Vergangenheit in den einzelnen Kund:innen-Segmenten zu keinen nennenswerten Kürzungen von Limits durch die Kreditversicherungen und zu keiner Häufung an Forderungsausfällen. Das Bonitätsrisiko der Geschäftspartner:innen von finanziellen Kontrakten wird durch ein tägliches Monitoring des Ratings und der Veränderung der CDS-Levels (Credit Default Swap) der Kontrahent:innen gesteuert. Darauf aufbauend werden Veranlagungslimite gewichtet nach der Ausfallwahrscheinlichkeit allokiert.
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Währungsrisiko
Vorrangiges Ziel des Fremdwährungsrisikomanagements ist es, durch Bündelung der Cashflows einen Natural Hedge (Cross Currency Netting) im Konzern zu erzielen. Eine Absicherung erfolgt dabei zentral durch den Abschluss von derivativen Sicherungsinstrumenten durch das Konzern-Treasury. Die voestalpine AG sichert die budgetierten Fremdwährungszahlungsströme (netto) mit einem Horizont von bis zu zwölf Monaten ab. Längerfristige Absicherungen werden nur bei kontrahierten Projektgeschäften, wie beispielsweise bei Lieferungen in die Luftfahrtindustrie, durchgeführt. Die Sicherungsquote liegt zwischen 25 % und 100 % der budgetierten Zahlungsströme innerhalb der nächsten zwölf Monate, wobei die Höhe der Sicherungsquote vom Geschäftsmodell der jeweiligen betroffenen Konzerngesellschaft abhängt. Darüber hinaus nimmt die Sicherungsquote mit der Laufzeit generell ab.
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Zinsrisiko
Die Zinsrisikobeurteilung erfolgt für den gesamten Konzern zentral in der voestalpine AG. Hier wird insbesondere das Cashflow-Risiko (Risiko, dass sich der Zinsaufwand bzw. Zinsertrag zum Nachteil verändert) gemanagt. Mit Stichtag 31. März 2026 würde die Erhöhung des Zinsniveaus um einen Prozentpunkt zu einer Verminderung des Nettozinsaufwands aus Bankdarlehen und Kapitalmarktverbindlichkeiten im nächsten Geschäftsjahr in Höhe von 3,9 Mio. EUR führen. Dies ist jedoch eine Stichtagsbetrachtung, die im Zeitverlauf zu Schwankungen führen kann.
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Preisrisiko
Eine Preisrisikobeurteilung findet ebenfalls in der voestalpine AG statt; zur Quantifizierung des Zins-­ und Währungsrisikos werden insbesondere Szenario-Analysen eingesetzt.
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Risiko Wirtschaftskriminalität
Zur bestmöglichen Vermeidung von betrügerischen Handlungen ist im voestalpine-Konzern ein umfassendes Internes Kontrollsystem (IKS) eingerichtet, das darauf abzielt, die mit Geschäftsprozessen in Zusammenhang stehenden Risiken auf ein Minimum zu reduzieren, etwaige Fehler zu vermeiden und den Konzern in der Zielerreichung bestmöglich zu unterstützen. Mit dem IKS sollen Vermögens- und Imageverluste, verursacht durch vermögensschädigende Handlungen (wie z. B. unrechtmäßige Bereicherung in Form von Diebstahl, Betrug, Untreue, Urkundenfälschung und Unterschlagung, Vorteilnahme, Begünstigung usw. zur Erlangung persönlicher oder sonstiger Vorteile) bestmöglich vermieden werden.
Das interne Kontrollsystem beinhaltet vom Vorstand der voestalpine AG verabschiedete konzernweit verbindliche und von allen Konzerngesellschaften anzuwendende Richtlinien und Vorgaben sowie Schlüsselkontrollen.
Weiters und der dezentralen Struktur des voestalpine-Konzerns folgend sind die lokalen Geschäftsführungen einer jeden Konzerngesellschaft zur Ausgestaltung eines ergänzenden und den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens entsprechenden IKS, unter Einhaltung von Konzernvorgaben und etwaigen zwingend anzuwendenden externen Vorgaben, verpflichtet.
Der IKS-Aufbau im voestalpine-Konzern erstreckt sich über alle Organisationseinheiten, über alle Hierarchiestufen und über alle Unternehmensbereiche und ist in alle Geschäftsabläufe integriert. Im voestalpine-Konzern ist das IKS von allen Mitarbeitenden und von allen Führungskräften gleichermaßen anzuwenden und einzuhalten. Umsetzung und Einhaltung werden wiederum von zentralen Funktionen (wie z. B. Konzernrevision) geprüft.
Das interne Kontrollsystem im voestalpine-Konzern orientiert sich, so wie auch das Risikomanagement, an den international anerkannten Regelwerken von COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission).
KONJUNKTURELLE RISIKEN
Basierend auf Erkenntnissen aus Wirtschafts- und Finanzkrisen der Vergangenheit bzw. deren Auswirkungen auf den voestalpine-Konzern und insbesondere aus Krisen und Unsicherheiten der jüngsten Vergangenheit (wie zum Beispiel Iran-Krieg, Ukraine-Krieg, Zins- und Inflationsentwicklungen, US-Zollpolitik, Pandemien) wurden in den vergangenen Jahren zusätzliche – vor allem unternehmerische – Maßnahmen zur Risikominimierung gesetzt, die auch im vergangenen Geschäftsjahr sowie in den nächsten Jahren konsequent weiterverfolgt wurden und werden. Diese zielen insbesondere darauf ab,
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die negativen Folgen selbst einer rezessiven Konjunkturentwicklung auf das Unternehmen durch entsprechende planerische Vorkehrungen zu minimieren,
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die hohe Produktqualität bei gleichzeitiger permanenter Effizienzsteigerung und laufender Kostenoptimierung aufrechtzuerhalten,
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die Versorgungssicherheit bestmöglich sicherzustellen und etwaige Engpässe auch durch die internationale Ausrichtung des Konzerns bestmöglich zu vermeiden bzw. zu kompensieren,
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Preisvolatilitäten, insbesondere bei Energien und Rohstoffen, durch geeignete Werkzeuge und Maßnahmen bestmöglich abzufedern bzw. auch an Kund:innen weiterzugeben,
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ausreichend finanzielle Liquidität auch im Falle enger Finanzmärkte zur Verfügung zu haben,
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das innerbetriebliche Know-how im Hinblick auf den langfristigen Ausbau der Qualitäts- und Technologieführerschaft noch effizienter als bisher abzusichern.
Für die in der Vergangenheit im voestalpine-Konzern festgestellten Risiken wurden konkrete Absicherungsmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt bzw. befinden sich diese in Umsetzung. Diese Maßnahmen zielen auf eine Senkung der potenziellen Schadenshöhe und/oder auf eine Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit ab. Es ist festzuhalten, dass die Risiken des voestalpine-Konzerns – abgesehen von globalen Krisen und deren Auswirkungen – aus heutiger Sicht begrenzt und überschaubar sind und den Fortbestand des Unternehmens nicht gefährden. Risiken einer zukünftigen Bestandsgefährdung sind nicht erkennbar.
BERICHT ÜBER WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS IM HINBLICK AUF DEN RECHNUNGS­LEGUNGSPROZESS
Gemäß § 243a Abs. 2 UGB sind im Lagebericht von österreichischen Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben.
Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstandes. Der Vorstand der voestalpine AG hat dazu konzernweit verbindlich anzuwendende Richtlinien verabschiedet. Der dezentralen Struktur des voestalpine-Konzerns folgend, ist die lokale Geschäftsführung jeder Konzerngesellschaft zur Einrichtung und Ausgestaltung eines den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens entsprechenden internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie zur Einhaltung der in diesem Zusammenhang bestehenden konzernweiten Richtlinien und Vorschriften verpflichtet.
Der gesamte Prozess, von der Beschaffung bis zur Zahlung, unterliegt strengen konzerneinheitlichen Richtlinien, welche die mit den Geschäftsprozessen in Zusammenhang stehenden Risiken auf ein Minimum reduzieren sollen. In diesen Konzernrichtlinien sind Maßnahmen und Regeln zur Risikovermeidung festgehalten, wie etwa strikte Funktionstrennungen, Unterschriftenordnungen sowie insbesondere auch ausschließlich kollektive und auf wenige Personen eingeschränkte Zeichnungsberechtigungen für Zahlungen (Vieraugenprinzip). Kontrollmaßnahmen in Bezug auf die IT-Sicherheit stellen in diesem Zusammenhang einen Eckpfeiler des Internen Kontrollsystems dar. So wird die Trennung bzw. Segmentierung von sensiblen Tätigkeiten durch eine generell restriktive Vergabe von IT-Berechtigungen unterstützt. Für die Rechnungslegung in den einzelnen Konzernunternehmen wird im Wesentlichen die Software SAP verwendet. Die Ordnungsmäßigkeit dieser SAP-Systeme wird unter anderem auch durch direkt im System eingerichtete automatisierte Geschäftsprozesskontrollen gewährleistet. Berichte über kritische Berechtigungen und Berechtigungskonflikte werden in automatisierter Form generiert.
Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses werden bei vollkonsolidierten Gesellschaften deren Werte in das konzerneinheitliche Konsolidierungs- und Berichtssystem übernommen. Konzernweit einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Erfassung, Buchung und Bilanzierung von Geschäftsfällen sind im voestalpine-Konzernbilanzierungshandbuch geregelt und verbindlich für alle Konzerngesellschaften. Zur weitestmöglichen Vermeidung von Fehldarstellungen sind einerseits automatische Kontrollen im Berichts- und Konsolidierungssystem, andererseits aber auch zahlreiche manuelle Prüfungen implementiert. Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht und Diskussion der Periodenergebnisse durch das Management bis hin zur spezifischen Überleitung von Konten. Die zusammenfassende Darstellung der Organisation des Berichtswesens im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess erfolgt im Controlling-Handbuch der voestalpine AG. Aus den Rechnungswesen- bzw. Controlling-Abteilungen der einzelnen Gesellschaften ergehen Monatsberichte mit Key Performance Indicators (KPIs) an ihre jeweiligen Geschäftsführer:innen und die Divisionsvorstände sowie nach Genehmigung an den Holdingbereich Corporate Accounting & Reporting zur Verdichtung, Konsolidierung und Berichtslegung an den Konzernvorstand. Im Rahmen der Quartalsberichterstattung wird eine Reihe von Zusatzinformationen wie detaillierte Soll-Ist-Vergleiche in ähnlichem Ablauf erstellt. Quartalsweise erfolgen ein Bericht an den jeweiligen Aufsichtsrat, das entsprechende Board oder den Beirat der Gesellschaften sowie ein konsolidierter Bericht an den Aufsichtsrat der voestalpine AG.
Neben den operativen Risiken unterliegt auch die Rechnungslegung dem konzernalen Risikomanagement. In diesem Zusammenhang werden regelmäßig mögliche Risiken in Bezug auf die Rechnungslegung erhoben und Maßnahmen zu deren Vermeidung getroffen. Der Fokus wird dabei auf jene Risiken gelegt, die unternehmenstypisch als wesentlich zu erachten sind. Die Überwachung der Einhaltung des Internen Kontrollsystems einschließlich der erforderlichen Qualitätsstandards erfolgt laufend im Rahmen von Revisionsprüfungen auf Ebene der Konzerngesellschaften. Die Interne Revision arbeitet dabei eng mit den verantwortlichen Vorständen und Geschäftsführer:innen zusammen. Sie ist direkt der:dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt und berichtet periodisch an den Vorstand und in der Folge an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates der voestalpine AG.
BESTAND AN
EIGENEN AKTIEN
Für eine mögliche Wandlung der im April 2023 begebenen und im April 2026 aufgestockten Wandelanleihe mit einem Volumen von gesamt 285 Mio. EUR ist ein Bestand an eigenen Aktien vorgesorgt. Daneben kann der Bestand an eigenen Aktien zum Beispiel zum Zwecke der Ausgabe an Arbeitnehmer:innen und leitende Angestellte der Gesellschaft und mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen im Rahmen des bestehenden Mitarbeiterbeteiligungsprogramms verwendet werden. Der Bestand an eigenen Aktien stellt sich zum 31. März 2026 wie folgt dar:
Eigene Aktien
1.000 Stück
Anteil am
Grundkapital
%
Anteil am
Grundkapital
Tsd. EUR
Stand per 31.03.2025
7.098,5
4,0
12.896,8
Zugänge in 2025/26
0,0
0,0
0,0
Abgänge in 2025/26
0,0
0,0
0,0
Stand per 31.03.2026
7.098,5
4,0
12.896,8
ANGABEN ZU
KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND KONTROLLRECHTEN UND DAMIT VERBUNDENEN VERPFLICHTUNGEN
Das Grundkapital der voestalpine AG beträgt zum 31.  März 2026 324.391.840,99 EUR (31. März  2025: 324.391.840,99 EUR) und ist in 178.549.163 (31. März 2025: 178.549.163) auf Inhaber:innen lautende Stückaktien zerlegt. Stimmrechtsbeschränkungen bestehen nicht (1 share = 1 vote). Der voestalpine AG sind keine Vereinbarungen ihrer Aktionär:innen bekannt, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien beschränken.
Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG, Linz, Österreich, sowie die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung, Linz, Österreich, halten jeweils mehr als 10 % (und weniger als 15 %) am Grundkapital der Gesellschaft. Die Oberbank AG, Linz, Österreich, hält mehr als 5 % (und weniger als 10 %).
Die Stimmrechte der von der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung für die Arbeitnehmer:innen der an der Mitarbeiterbeteiligung teilnehmenden Konzerngesellschaften der voestalpine AG treuhändig gehaltenen Aktien werden durch den Vorstand der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung ausgeübt. Die Art der Ausübung des Stimmrechtes bedarf jedoch der Zustimmung des Beirates der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung. Über die Zustimmung wird im Beirat mit einfacher Mehrheit beschlossen. Der Beirat ist paritätisch von je sechs Personen der Arbeitnehmer:innen- und der Arbeitgeber:innen-Seite besetzt. Der:dem Vorsitzenden des Beirates, die:der von der Arbeitnehmer:innenseite zu besetzen ist, steht ein Dirimierungsrecht zu.
Für Befugnisse des Vorstandes, die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergeben, wie der Erwerb eigener Aktien, genehmigtes oder bedingtes Kapital, wird auf Punkt D.18. (Eigenkapital) des Anhangs zum Konzernabschluss 2025/26 verwiesen.
Die mit 10. April 2026 getilgten 500 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibungen 2019–26, die 250 Mio. EUR Wandelanleihe 2023–2028, welche mit Wirkung zum 22. April 2026 um 35 Mio. EUR aufgestockt wurde, die im Oktober 2024 begebenen 500 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibungen 2024–29, die 50 Mio. EUR Festverzinsliche Privatplatzierte Schuldverschreibung 2019–2031, die in der Berichtsperiode teilweise getilgt und aktuell noch mit 18 Mio. EUR aushaftend ist, Schuldscheindarlehen in der Höhe von gesamt 62 Mio. EUR sowie der 2025 abgeschlossene syndizierte Kredit in der Höhe von 1.300 Mio. EUR (Revolving Credit Facility; nicht gezogen) und bilaterale Kreditverträge im Umfang von 650 Mio. EUR enthalten sogenannte Change-of-Control-Klauseln. Gemäß den Bedingungen dieser Finanzierungen steht den Inhaber:innen der Anleihen bzw. den Kreditgeber:innen im Falle des Eintrittes eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft das Recht zu, die Rückzahlung zu verlangen. Eine Änderung in der Kontrolle der voestalpine AG findet gemäß den Bedingungen dieser Finanzierungen mit Ausnahme der Wandelschuldverschreibungen 2023–2028 statt, wenn eine kontrollierende Beteiligung im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes erworben wird. Bei der Wandelanleihe 2023-2028 ist ein Kontrollwechsel in § 11 (d) der Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen (siehe www.voestalpine.com Investoren Anleihen) definiert. Neben dem Recht von Anleihegläubiger:innen, bei Eintritt eines Kontrollwechsels die Rückzahlung der Wandelschuldverschreibungen zu verlangen, reduziert ein solcher auch den Wandlungspreis.
Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmer:innen für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
AUSBLICK
Die geopolitischen Turbulenzen, welche weite Strecken des abgelaufenen Geschäftsjahres 2025/26 geprägt haben, werden aus heutiger Sicht auch das kommende Geschäftsjahr 2026/27 wesentlich beeinflussen. Neben dem bis dato ungelösten Konflikt im Nahen Osten mit den daraus folgenden Effekten auf Energiepreise und Inflation haben auch die wirtschaftlich-rechtlichen Rahmenbedingungen zwischen Europa und Nordamerika keinen stabilen und verlässlichen Zustand erreicht.
Das Geschäftsjahr 2026/27 wird demnach wesentlich von Entwicklungen außerhalb der Einflusssphäre des Unternehmens beeinflusst werden. Das Management der voestalpine AG wird aber wie bisher sorgfältig, konsequent und rasch auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren. Die breite Aufstellung und die konsequent verfolgte Strategie wirken dabei unterstützend.
Aus heutiger Sicht werden sich in einem weltwirtschaftlichen Umfeld, das mit jenem des Vorjahres vergleichbar ist, auch die wesentlichen bisherigen Markttrends weitgehend fortsetzen.
In der Steel Division haben sich die Rahmenbedingungen mit der Einführung von CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) zu Beginn des Kalenderjahres und die erwartete Umsetzung der Post-Safeguard-Maßnahmen der Europäischen Union bis spätestens Sommer 2026 zum Positiven verändert. Sowohl die angestrebte Gleichbehandlung hinsichtlich CO2-Kosten als auch eine ausbalancierte Steuerung von Importmengen werden den europäischen Stahlmarkt und damit die Entwicklung der voestalpine Steel Division im Geschäftsjahr 2026/27 positiv beeinflussen. Dagegen wirken allerdings verschobene Energie-Projekte im Bereich Grobblech.
Aus den umfangreichen Reorganisationsmaßnahmen werden für die High Performance Metals Division für das Geschäftsjahr 2026/27 sowohl nachhaltige als auch einmalige positive Effekte erwartet. Auf Marktseite sollte die Entwicklung weitgehend stabil verlaufen, der Bereich Aerospace weiter gut performen.
Die Metal Engineering Division wird im Geschäftsjahr 2026/27 weiterhin maßgeblich vom positiven Trend im Bereich Railway Systems geprägt sein. Im Geschäft mit Nahtlosrohren erwarten wir keine wesentlichen Veränderungen im Zusammenhang mit US-Zöllen. Die Produktionsfahrweise wurde an die Nachfrage angepasst. Die Entwicklung der restlichen Division wird in einem weiterhin herausfordernden Umfeld insgesamt weitgehend stabil erwartet.
Die Marktentwicklung der Metal Forming Division für das Geschäftsjahr 2026/27 wird im Bereich Tubes & Sections regional unterschiedlich und nur leicht verbessert eingeschätzt. Positive Ergebniseffekte werden aus den Reorganisationsmaßnahmen bei Automotive Components erwartet. Die Geschäftsbereiche Warehouse & Rack Solutions und Precision Strip werden weiter gut performen.
Vor diesem Hintergrund anhaltend hoher geo- und wirtschaftspolitischer Unsicherheiten, des Fortlaufens bestehender Markttrends sowie positiver Effekte aus der Umsetzung interner Maßnahmen, erwartet der Vorstand der voestalpine AG für das Geschäftsjahr 2026/27 ein EBITDA in einer Bandbreite von 1,60 bis 1,85 Milliarden Euro.
KONSOLIDIERTE NACHHALTIGKEITS- ERKLÄRUNG
INHALTSVERZEICHNIS
94ALLGEMEINE INFORMATIONEN
94ESRS 2
94Grundlagen für die Erstellung
98
Governance
108
Strategie
128Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
153Appendix
157UMWELTINFORMATIONEN
157Angaben nach der EU-Taxonomie-Verordnung
169ESRS E1 Klimawandel
192
ESRS E2 Umweltverschmutzung
199
ESRS E3 Wasser- und Meeresressourcen
204
ESRS E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme
207
ESRS E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
218I, F&E Innovation und Forschung & Entwicklung
231SOZIALINFORMATIONEN
231ESRS S1 Arbeitskräfte des Unternehmens
260
ESRS S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
270
ESRS S3 Betroffene Gemeinschaften
278
GOVERNANCE-INFORMATIONEN
278
ESRS G1 Unternehmensführung
295Steuern
ALLGEMEINE INFORMATIONEN
ESRS 2
Grundlagen für die Erstellung
BP-1 – Allgemeine Grundlagen für die Erstellung der Nachhaltigkeitserklärung
Beim vorliegenden Bericht handelt es sich um eine konsolidierte Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß § 267a UGB idgF als Teil des Konzernlageberichts. Diese wurde nach den Vorgaben der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) erstellt. Seit Februar 2026 ist in Österreich das Nachhaltigkeitsberichtsgesetz (NaBeG) in Kraft, das die Richtlinie (EU) 2022/2464 (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD) hinsichtlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen umsetzte. Im weiteren Text wird die konsolidierte Nachhaltigkeitserklärung als Nachhaltigkeitsbericht bezeichnet. Die offengelegten Informationen zur EU-Taxonomie entsprechen der Verordnung (EU) 2020/852 sowie den aktuellen delegierten Verordnungen und Materialien.
Berichtslegende Organisation ist die voestalpine AG. Die in diesem Bericht offengelegten Informationen, Zahlen und Fakten beziehen sich – sofern nicht anders vermerkt – auf alle vollkonsolidierten Gesellschaften im voestalpine-Konzern. Die Wirtschafts- und Mitarbeiter:innen-Daten umfassen sämtliche Unternehmen innerhalb des Konsolidierungskreises.
Der Konsolidierungskreis der Finanzberichterstattung ist kongruent zur vorliegenden Nachhaltigkeitsberichterstattung und bildet die entsprechende Basis für die Nachhaltigkeitserklärung. Bei der Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts wurden im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse die Sichtweisen und Charakteristika der Tochterunternehmen berücksichtigt.
Sollten zu einem späteren Zeitpunkt wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs) im Zusammenhang mit beherrschten, jedoch nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen erkannt werden, werden diese – sofern eine Einbeziehung in den Nachhaltigkeitsbericht sachgerecht und möglich ist – entsprechend im Berichtsumfang berücksichtigt.
Auswirkungen entlang der Wertschöpfungskette, die außerhalb der Werkstore der voestalpine auftreten, aber in ihrem Einflussbereich liegen, werden im Rahmen des Lieferkettenmanagements regelmäßig evaluiert und im Sinne der Nachhaltigkeit gesteuert. Der im IRO-1 beschriebene Prozess der doppelten Wesentlichkeitsanalyse bezog auch Auswirkungen, Risiken und Chancen entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette der voestalpine ein. In den Abschnitten zu den themenspezifischen Informationen wird beschrieben, inwieweit sich die Konzepte, Maßnahmen, Ziele und Kennzahlen der voestalpine auf die Wertschöpfungskette ausdehnen.
Die Geschäftspolitik der voestalpine basiert auf dem Grundsatz der Transparenz. Aus diesem Grund wurde von der Möglichkeit, bestimmte Informationen von der Offenlegung auszuschließen (siehe ESRS 1 Abschnitt 7.7), in diesem Nachhaltigkeitsbericht kein Gebrauch gemacht. Es wurden keine klassifizierten und vertraulichen Informationen im Zusammenhang mit geistigem Eigentum, Know-how oder den Ergebnissen von Innovationen aus dem Bericht weggelassen.
Ebenso hat die voestalpine keine bevorstehenden Entwicklungen oder Angelegenheiten, die sich derzeit in Verhandlungen befinden, von der Offenlegung ausgenommen.
BP-2 – Angaben im Zusammenhang mit konkreten Umständen
Im vorliegenden Bericht wurde grundsätzlich keine externe Validierung der Kennzahlen vorgenommen. Davon ausgenommen sind Kennzahlen im Unterkapitel E1-6 und E5-5. Der Nachhaltigkeitsbericht enthält weiters Angaben im Zusammenhang mit der EU-Taxonomie. Diese Informationen werden im Abschnitt Umweltinformationen unter dem Kapitel „Angaben nach der EU-Taxonomie-Verordnung“ bereitgestellt.
Die von der voestalpine verwendeten Zeithorizonte für die Berichterstattung entsprechen den Empfehlungen der ESRS. Für den Nachhaltigkeitsbericht gelten folgende Zeiträume:
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kurzfristig: Berichtszeitraum von einem Geschäftsjahr
»
mittelfristig: Zeitraum vom Ende des kurzfristigen Horizonts bis zu fünf Jahre
»
langfristig: Zeitraum vom Ende des mittelfristigen Horizonts bis zu zehn Jahre
»
langfristig (erweitert): Zeitraum von mehr als zehn Jahren
Zusätzlich zu den von den ESRS vorgegebenen Zeiträumen wurde der langfristige Zeitraum weiter in die zwei aufgelisteten Kategorisierungen unterteilt. Der Grund dafür liegt darin, dass sektor- bzw. unternehmensspezifische Risiken und Chancen oft erst in einer weiter entfernten Zukunft als innerhalb von zehn Jahren relevant werden.
Schätzungen zur Wertschöpfungskette
Im Rahmen des Nachhaltigkeitsberichts werden zur Ableitung von Kennzahlen für die vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsketten teilweise Schätzungen herangezogen, sofern direkte Messungen oder Primärdaten nicht verfügbar sind.
Das betrifft die Treibhausgasbilanzierung, konkret die indirekten Emissionen der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, die gemäß dem Greenhouse Gas Protocol den Scope-3-Kategorien zuzuordnen sind. Konkret handelt es sich um:
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Scope 3 – Kategorie 1: Eingekaufte Waren und Dienstleistungen (Purchased goods and services)
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Scope 3 – Kategorie 3: Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten (Fuel- and energy-related activities)
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Scope 3 – Kategorie 4: Vorgelagerter Transport und Verteilung (Upstream transportation and distribution)
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Scope 3 – Kategorie 5: Abfallaufkommen (Waste generated in operations)
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Scope 3 – Kategorie 9: Nachgelagerter Transport und Verteilung (Downstream transportation and distribution)
Zur Berechnung dieser Emissionen werden derzeit hauptsächlich externe Emissionsdatenbanken genutzt. Die Datenbanken basieren sowohl auf Marktdaten als auch auf einem Durchschnitt von Firmendaten und werden laufend aktualisiert. So werden beispielsweise die Sektordaten von Branchenverbänden wie EUROFER oder worldsteel von diesem Anbieter herangezogen, um die Datenbanken für den Eisen- und Stahlsektor regelmäßig zu überarbeiten. Die verwendeten Sekundärdaten beruhen auf durchschnittlichen Ist-Verbräuchen und bieten daher eine solide Grundlage mit hinreichender Genauigkeit für die Treibhausgasbilanzierung.
Parallel dazu steht die voestalpine in direkten Gesprächen mit Lieferant:innen, um auf Primärdaten zurückgreifen zu können. Der Fokus liegt dabei auf Produkten, die maßgeblich die indirekte Treibhausgasbilanz des Konzerns beeinflussen. Um die Genauigkeit der Schätzungen weiter zu verbessern, sollen künftig verstärkt Maßnahmen im Bereich Supplier Engagement umgesetzt werden, um den Anteil an Primärdaten zu erhöhen. Zudem werden laufend neue Emissionsdatenbanken evaluiert und bei Bedarf neue und genauere Sekundärdaten vom Systemanbieter bezogen. Gründe für eine allfällige Messunsicherheit resultieren folglich aus einer teilweise nur insuffizienten Verfügbarkeit von Primärdaten (aus der vorgelagerten Wertschöpfungskette). Den Kennzahlen zugrunde liegende Annahmen, Näherungswerte und Beurteilungen resultieren primär aus der Verwendung von Markt-, Branchen- und Durchschnittsdaten.
Quellen für Schätzungen und Ergebnisunsicherheit
Eine gewisse Messunsicherheit besteht bei einzelnen Parametern, insbesondere bei den großvolumigen Mengenmessungen im Bereich Wasser und Abwasser sowie bei den geschätzten Kosten künftiger Umweltauflagen. Zur Überprüfung der teilweise hochgerechneten Datengrundlage für Umwelt- und Treibhausgaskennzahlen wurde eine Rückrechnung (Backtesting) mit Ist-Daten aus dem Vorjahr durchgeführt. Dabei hat sich gezeigt, dass die angewendeten Schätzmethoden angemessen sind.
Informationen zu Messunsicherheiten und Annahmen sind in den themenspezifischen Abschnitten zu finden.
Änderungen bei der erstellung oder darstellung von nachhaltigkeitsinformationen
Im Berichtsjahr wurde die Methodik zur Darstellung der Abdeckung wesentlicher Produktionsstandorte durch ein zertifiziertes Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz angepasst. Im vergangenen Geschäftsjahr bezog sich die Kennzahl auf den Anteil zertifizierter Gesellschaften und nicht auf die von den Managementsystemen tatsächlich erfassten Mitarbeiter:innen.
Im aktuellen Bericht wurde die Bezugsgröße der Kennzahl nach den Anforderungen der ESRS angepasst. Die Berichterstattung erfolgt nun auf Ebene der Mitarbeiter:innen an wesentlichen Standorten, die von einer Zertifizierung nach ISO 45001 oder einem gleichwertigen nationalen Standard abgedeckt sind.
Eine rückwirkende Anpassung der Vergleichszahlen früherer Berichtsperioden ist nicht praktikabel.
Die Abweichung resultiert im Wesentlichen aus der methodischen Anpassung, welche Merkmale enthält (z. B. Mitarbeiter:innen-Zahlen), die sich im Zeitverlauf ändern können.
Die Berechnungsmethode für den Gender Pay Gap wurde entsprechend den Anforderungen der ESRS angepasst. Die Ermittlung des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes wurde heuer erstmals nicht auf Gesellschaftsebene, sondern gesamt auf den Konzern berechnet, damit wird eine ungleiche Gewichtung der Sollstunden vermieden.
Fehler bei der berichterstattung in früheren berichtszeiträumen
Im vergangenen Berichtsjahr wurde in der E1-6-Tabelle Treibhausgasemissionen die Scope-3-Kategorie 3.2 ausgewiesen, aber nicht berücksichtigt. Die Summenbildung wurde korrigiert.
Aufgrund der oben angeführten Korrektur in der Tabelle Treibhausgasemissionen wurden in der Tabelle THG-Intensität je Nettoeinnahme (siehe auch E1-6) die Werte für das Geschäftsjahr 2024/25 korrigiert.
Im vergangenen Berichtsjahr wurde der Schadstoffparameter Gesamtphosphor zu hoch ausgewiesen (siehe auch E2-4). Eine nachträgliche Korrektur ist möglich, dadurch wird der verpflichtend zu berichtende Schwellenwert gemäß Verordnung (EG) Nr. 166/2006 unterschritten. Diese Emission wird daher nicht mehr berichtet.
Aufgrund von vereinzelten Nachmeldungen im Schadstoffmonitoring wurden für das Geschäftsjahr 2024/25 die Emissionen vereinzelter Parameter in Luft und Wasser angepasst und in der Emissionsübersichtstabelle (siehe E2-4) ergänzt.
Aufnahme von Informationen mittels Verweis
Nachstehend wird eine Liste der Angabepflichten der ESRS angegeben, die mittels Verweis in die Berichterstattung aufgenommen wurden:
Kapitel
Datenpunkt
Referenzdokument
Kapitel im Referenzdokument
GOV-1 – Die Rolle der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane
ESRS 2-GOV-1 21c
ESRS 2-GOV-1 23
ESRS 2-GOV-1 21a
GOV-1 G1 5a
GOV-1 G1 5b
Konsolidierter Corporate Governance-Bericht 2025/26
Zusammensetzung des Vorstandes/Zusammensetzung des Aufsichtsrates
GOV-3 – Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme
ESRS 2-GOV-3 29
ESRS 2-GOV-3 29a
ESRS 2-GOV-3 29b
ESRS 2-GOV-3 29c
ESRS 2-GOV-3 29d
ESRS 2-GOV-3 29e
GOV-3 E1 13
Vergütungsbericht für Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder Geschäftsjahr 2025/26
Vorstandsvergütung
Aufsichtsratsvergütung
Governance
GOV-1 – Die Rolle der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane
GOV-1 – Allgemeine Information
Die Governance-Struktur der voestalpine AG basiert auf einem dualistischen Leitungsmodell. Dieses Modell umfasst den Vorstand als Leitungsorgan und den Aufsichtsrat als Kontrollorgan. Der Vorstand übernimmt die Leitung und Vertretung der Aktiengesellschaft und ist für die strategischen Entscheidungen verantwortlich. Der Aufsichtsrat überwacht die Geschäftsführung des Vorstands und ist unter anderem für die Bestellung der Vorstandsmitglieder zuständig. Der Aufsichtsrat ist durch die Satzung befugt, Ausschüsse zu bilden und deren Aufgaben und Rechte festzulegen. Neben dem gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungsausschuss hat der Aufsichtsrat der voestalpine AG aus seiner Mitte einen Präsidialausschuss, einen Vergütungsausschuss sowie einen Nominierungsausschuss gebildet.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Das dualistische Leitungsmodell gewährleistet eine klare Trennung zwischen der operativen Leitung des Unternehmens und der unabhängigen Kontrolle seiner Aktivitäten.
Der Vorstand der voestalpine AG besteht zum Bilanzstichtag, wie auch im Vorjahr, aus sechs Mitgliedern. Der Anteil weiblicher Mitglieder beträgt 16,7 %, der Anteil männlicher Mitglieder 83,3 %. Das Verhältnis von weiblichen zu männlichen Mitgliedern (Gender Diversity Ratio) liegt somit bei 20 %, entsprechend einem Verhältnis von 1:5. Fünf Vorstandsmitglieder besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft, während ein Mitglied deutsche Staatsbürgerin ist.
Der Aufsichtsrat der voestalpine AG setzt sich wie im Vorjahr aus acht Kapitalvertreter:innen und vier Arbeitnehmervertreter:innen zusammen. Der Frauenanteil im Aufsichtsrat beträgt mit drei Kapitalvertreterinnen und einer Arbeitnehmervertreterin 33,33 %. Bis auf ein Mitglied mit Schweizer Staatsbürgerschaft sind alle Aufsichtsratsmitglieder Österreicher:innen.
Geschlechterstruktur des Vorstandes und Aufsichtsrates
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.' per 31.03.2026
Altersstruktur des Vorstandes und Aufsichtsrates
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.' per 31.03.2026
Ergänzende Informationen zur Zusammensetzung des Vorstandes sind im aktuellen konsolidierten Corporate Governance-Bericht 2025/26 (Kapitel „Zusammensetzung des Vorstandes“) zu finden.
Ergänzende Informationen zur Zusammensetzung des Aufsichtsrates, dessen Ausschüsse sowie die Anzahl und die wesentlichen Inhalte der Sitzungen im Geschäftsjahr 2025/26 sind ebenso im aktuellen konsolidierten Corporate Governance-Bericht 2025/26 (Kapitel „Zusammensetzung des Aufsichtsrates“) zu finden. Der Aufsichtsrat verfügt über vielfältige Fachkompetenzen sowie Berufs- und Managementerfahrungen, die eine fundierte Überwachung und Beratung des Vorstands gewährleisten. Diese Expertise ist insbesondere im Kontext der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) von Bedeutung. Eine Übersicht der spezifischen Fähigkeiten und Fachkenntnisse der Aufsichtsratsmitglieder ist in der Qualifikationsmatrix im konsolidierten Corporate Governance-Bericht 2025/26 im Kapitel „Zusammensetzung des Aufsichtsrates“ zu finden.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden regelmäßig in Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen zu relevanten Themen aus den Bereichen Compliance, Revision und Sustainability informiert und geschult. Darüber hinaus können sie bei Bedarf interne und externe Berater:innen und Sachverständige hinzuziehen, um ihr Wissen gezielt zu vertiefen. Dies gewährleistet, dass die Gremien stets über aktuelles und fundiertes Fachwissen im Bereich Nachhaltigkeit verfügen.
Sowohl der Vorstand als auch der Aufsichtsrat vereinen vielfältige Kompetenzen und Erfahrungen, um die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen gezielt zu adressieren.
GOV-1 – G1 Unternehmensführung
Der Corporate Governance Kodex bietet österreichischen Aktiengesellschaften einen Ordnungsrahmen für eine transparente, verantwortungsvolle und nachhaltige Unternehmensführung sowie Überwachung. Er basiert auf den Vorschriften des österreichischen Aktien-, Börse- und Kapitalmarktrechts und orientiert sich an den OECD-Richtlinien für Corporate Governance.
Die letzte Überarbeitung des Österreichischen Corporate Governance Kodex erfolgte im Jänner 2025. Der Kodex gilt auf freiwilliger Basis und verfolgt das Ziel einer verantwortungsvollen Unternehmensführung, die auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichtet ist. Durch die freiwillige Selbstverpflichtung bekennt sich die voestalpine zu diesen Grundsätzen und fördert ein hohes Maß an Transparenz für alle Stakeholder:innen des Unternehmens.
Vorstand und Aufsichtsrat der voestalpine AG haben bereits im Jahr 2003 beschlossen, den Österreichischen Corporate Governance Kodex anzuerkennen. Aktuell werden neben den verbindlich einzuhaltenden „L-Regeln“ auch sämtliche „C-Regeln“ und mit Ausnahme der R-Regel 40a auch sämtliche „R-Regeln“ (Recommendations) des Kodex in der Fassung Jänner 2025 eingehalten. Der Aufsichtsrat hat gemäß C-Regel 53 des Österreichischen Corporate Governance Kodex Leitlinien für seine Unabhängigkeit festgelegt und diese auf www.voestalpine.com unter Investoren/Corporate Governance veröffentlicht. Alle von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder haben im Rahmen ihrer Wahl eine schriftliche Erklärung über ihre Unabhängigkeit abgegeben (C-Regel 53 ÖCGK). Demgemäß haben sich alle gewählten Mitglieder des Aufsichtsrates (100 %, ohne Arbeitnehmervertreter:innen) – sieben Mitglieder bereits zum Zeitpunkt ihrer Wahl und ein Mitglied ab August 2024 – für unabhängig erklärt.
Aufgaben und Zuständigkeiten der Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtsrates im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit
Der Vorstand treibt Nachhaltigkeitsthemen proaktiv voran und spielt eine zentrale Rolle bei der Überwachung, Verwaltung und Beaufsichtigung der Auswirkungen, Risiken und Chancen. Er wird im Rahmen der regelmäßigen Vorstandssitzungen über Nachhaltigkeitsthemen informiert und ist in das Monitoring von Maßnahmen, die Definition neuer Zielsetzungen sowie die Herausforderungen neu auftretender Themen eingebunden.
In enger Abstimmung mit den Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorganen wurden im Rahmen der Erarbeitung der Konzernstrategie 2030+ sowie der damit verbundenen Nachhaltigkeitsstrategie die nachhaltigkeitsbezogenen Ziele der voestalpine in Bezug auf wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen festgelegt. Der Fortschritt und die Erreichung der Ziele werden im Rahmen des jährlichen Strategiereviewprozesses überwacht.
Die strategische Verantwortung für Nachhaltigkeit innerhalb des Vorstandes liegt beim Vorstandsvorsitzenden. Die korrespondierenden operativen Aufgaben werden einerseits von der Sustainability-Organisation unter der Leitung des Head of Group Sustainability und andererseits von der Abteilung Konzernentwicklung wahrgenommen. Nähere Informationen zur Zusammensetzung und den Aufgaben der Group Sustainability Organisation sind in den Abschnitten GOV-2 und GOV-5 zu finden. Regelmäßige Berichte an den Aufsichtsrat der voestalpine AG ermöglichen eine effektive Überwachung. Diese Überwachung fungiert auch als zentrales Kontrollverfahren für das Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen und resultiert beispielsweise in der konzernweiten Resilienzanalyse, welche die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens gegenüber klimabedingten Risiken und Chancen bewertet (weitere Informationen zur Resilienzanalyse finden sich in den Kapiteln SBM-3 – E1 und IRO-1 – E1).
GOV-2 – Informationen und Nachhaltigkeitsaspekte, mit denen sich die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane des Unternehmens befassen
Für die Nachhaltigkeitsstrategie der voestalpine AG ist der Vorstandsvorsitzende verantwortlich, für das Risikomanagement das für das Ressort Finanzen zuständige Mitglied des Vorstandes. Die 2023 neu eingerichtete Abteilung Group Sustainability fungiert als eine zentrale Koordinationsstelle zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie. Der Vorstand erhält regelmäßig Berichte aus den Divisionen und Geschäftsbereichen zu wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekten. Diese umfassen Auswirkungen, Risiken und Chancen sowie die Umsetzung der Sorgfaltspflichten im Bereich Nachhaltigkeit. Zudem umfassen sie die Ergebnisse und eine Einschätzung der Wirksamkeit der beschlossenen Konzepte, Maßnahmen, Kennzahlen und Ziele.
Der Aufsichtsrat der voestalpine AG überwacht das Risikomanagementsystem sowie die Nachhaltigkeitsbestrebungen des Konzerns. Unter SBM-3 finden sich Details zu den Auswirkungen, Risiken und Chancen, die für die voestalpine als wesentlich identifiziert wurden. Im täglichen Handeln sowie bei langfristigen Projekten sind die Zielsetzungen der Nachhaltigkeitsstrategie im Fokus.
Die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen werden bei strategischen Entscheidungen und wichtigen Transaktionen wie Unternehmensakquisitionen durch Vorstand und Aufsichtsrat mitberücksichtigt.
Im Geschäftsjahr 2025/26 haben sich der Aufsichtsrat und der Vorstand der voestalpine mit allen wesentlichen IROs gemäß SBM-3 befasst.
GOV-3 – Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme
Die Vergütungspolitik für den Vorstand der voestalpine AG legt die Rahmenbedingungen und Grundsätze für die Vergütung der Vorstandsmitglieder fest und setzt dabei die Vorgaben des österreichischen Aktiengesetzes (§§ 78 bis 78b AktG) sowie des Österreichischen Corporate Governance Kodex um. Die aktuell gültige Vergütungspolitik wurde vom Präsidialausschuss als Vergütungsausschuss der voestalpine AG erarbeitet und vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am
4. Juni 2024 beschlossen. Sie wurde der 32. ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 3. Juli 2024 zur Abstimmung vorgelegt.
Die Grundzüge der Vergütungspolitik sowie detaillierte Informationen zur Vergütung der Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder sind im Vergütungsbericht für Vorstands- und
Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2025/26 enthalten. Dieser wird von der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH geprüft und der 34. ordentlichen Hauptversammlung der voestalpine AG am 1. Juli 2026 zur Abstimmung vorgelegt.
Da sowohl die Vergütungspolitik als auch der Vergütungsbericht der Hauptversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden, werden auch die Rückmeldungen der Stakeholder:innen berücksichtigt. Die Abstimmungsergebnisse zum Vergütungsbericht 2025/26 und zur Vergütungspolitik der 32. ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft vom 3. Juli 2024 sind auf der Website der voestalpine AG veröffentlicht. Das Vergütungssystem für den Vorstand zielt darauf ab, eine angemessene Vergütung in Relation zur Größe und wirtschaftlichen Lage der voestalpine AG sicherzustellen und Anreize für eine langfristig erfolgreiche Unternehmensführung zu setzen. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus einer fixen, erfolgsunabhängigen Vergütung sowie einem variablen, erfolgsabhängigen Anteil. Letzterer basiert auf einer zu Beginn des Geschäftsjahres zwischen Vorstand und Präsidialausschuss des Aufsichtsrates der Gesellschaft abgeschlossenen Zielvereinbarung. Diese umfasst sowohl finanzielle Ziele in Form quantitativer Kennzahlen als auch nicht finanzielle qualitative Ziele. Bei der Festlegung dieser Leistungskriterien wird darauf geachtet, dass die langfristige Entwicklung der Gesellschaft gefördert und kein Anreiz für lediglich kurzfristige Effekte gesetzt wird. Die Ausgestaltung der quantitativen Ziele über einen dreijährigen Zeitraum stellt sicher, dass nachhaltiges Handeln und eine langfristige Unternehmensentwicklung im Fokus stehen. Im Berichtszeitraum wurden im Rahmen der nicht finanziellen Ziele Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt, die nicht auf Leistungskennzahlen aufbauen, sondern qualitativer Natur sind.
Die Kapitalvertreter:innen des Aufsichtsrates erhalten eine fixe Vergütung ohne variable Vergütungsbestandteile. Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrates ist folglich nicht von der Erreichung spezifischer Nachhaltigkeitsziele abhängig. Die von der Belegschaftsvertretung in den Aufsichtsrat entsandten Mitglieder erhalten keine Aufsichtsratsvergütung (inkl. Sitzungsgelder).
GOV-3 – E1 KlimaWandel
Klimabezogene Erwägungen sind Teil der variablen Vorstandsvergütung der voestalpine. Details zum Anteil der vergütungsrelevanten klimabezogenen Kriterien sowie deren Ausgestaltung sind im Vergütungsbericht für Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2025/26 der voestalpine AG im Kapitel „Vorstandsvergütung“ enthalten.
GOV-4 – Erklärung zur Sorgfaltspflicht
Die voestalpine hat Verfahren zur Erfüllung ihrer Sorgfaltspflicht implementiert, um wesentliche tatsächliche und potenzielle negative Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf Menschen und Umwelt zu identifizieren, zu bewerten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Dieser kontinuierliche Prozess erstreckt sich über die gesamte Wertschöpfungskette einschließlich der eigenen Geschäftstätigkeiten sowie vor- und nachgelagerter Beziehungen mit verschiedensten Stakeholder:innen-Gruppen.
Das Verfahren zur Sorgfaltspflicht umfasst mehrere aufeinander aufbauende Schritte:
1.
Ermittlung und Bewertung wesentlicher negativer Auswirkungen
»
Die Wesentlichkeitsanalyse dient als zentrales Instrument zur Identifikation und Bewertung tatsächlicher und potenzieller negativer Auswirkungen auf Umwelt und Menschen.
»
Die Analyse erstreckt sich über alle Geschäftsbereiche und Wertschöpfungsstufen und basiert auf den Kriterien „Schweregrad der Auswirkungen“ und „Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens“, wie in internationalen Leitlinien (UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen) vorgesehen.
»
Die gewonnenen Erkenntnisse werden priorisiert und bilden die Grundlage für die Entwicklung von Präventions- und Abhilfemaßnahmen.
2.
Integration in die Unternehmensstrategie und operative Prozesse
»
Die identifizierten wesentlichen negativen Auswirkungen werden in die strategischen Planungsprozesse der voestalpine einbezogen.
»
Sie fließen außerdem in die Unternehmensführung, Governance-Mechanismen sowie in das interne Risikomanagement ein.
»
Bei Entscheidungen über Investitionen, die Entwicklung von Geschäftsmodellen und zu operativen Prozessen berücksichtigt die voestalpine diese Erkenntnisse mit dem Ziel, negative Auswirkungen bestmöglich zu vermeiden oder zu minimieren.
3.
Umsetzung von Präventions- und Abhilfemaßnahmen
»
Entwicklung und Implementierung spezifischer Maßnahmen zur Vermeidung, Minderung oder Behebung negativer Auswirkungen.
»
Durchführung gezielter Schulungsprogramme für Mitarbeiter:innen zu menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten.
»
Regelmäßige Bewertungen von Lieferant:innen, insbesondere im Hinblick auf Arbeits- und Umweltstandards.
»
Förderung nachhaltiger Beschaffungspraktiken und Initiativen zur Reduktion von CO2-Emissionen in Produktionsprozessen.
4.
Überwachung und Berichterstattung
»
Regelmäßige Überprüfung der Fortschritte und Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen.
»
Dokumentation der Entwicklungen und Herausforderungen in den Nachhaltigkeitsberichten der voestalpine, einschließlich quantitativer und qualitativer Kennzahlen zur Erfolgsmessung.
»
Transparente Kommunikation über die Praktiken und Ergebnisse der Sorgfaltspflicht, unter anderem durch Berichte, Pressemitteilungen und Veröffentlichungen auf der Unternehmenswebsite.
Die voestalpine verfolgt einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess, um ihre Sorgfaltspflicht weiter zu optimieren. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie ein, um negativen Auswirkungen und Risiken bestmöglich entgegenzuwirken und langfristig verantwortungsvolle Geschäftspraktiken sicherzustellen. Fortschritte und Herausforderungen bei der Erfüllung unserer Sorgfaltspflicht werden regelmäßig überwacht.
Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht, wie die voestalpine die Kernelemente der Sorgfaltspflicht für Mensch und Umwelt anwendet und wo sie in diesem Nachhaltigkeitsbericht dargestellt werden.
Referenzen der Sorgfaltspflicht
Kernelemente der Sorgfaltspflicht
Kapitel im Nachhaltigkeitsbericht
a) Einbindung der Sorgfaltspflicht in Governance, Strategie und Geschäftsmodell
ESRS 2 GOV-2 Informationen und Nachhaltigkeitsaspekte, mit denen sich die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane des Unternehmens befassen
ESRS 2 GOV-3 Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme
ESRS 2 SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
Angabepflicht im Zusammenhang mit ESRS 2 SBM-3: Wesentliche IROs und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell im Zusammenhang mit E1, E4, S1, S2 und S3
b) Einbindung betroffener Interessenträger:innen in alle wichtigen Schritte der Sorgfaltspflicht
ESRS 2 GOV-2 Informationen und Nachhaltigkeitsaspekte, mit denen sich die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane des Unternehmens befassen
ESRS 2 SBM-2 Interessen und Standpunkte der Interessenträger
Angabepflicht im Zusammenhang mit ESRS 2 SBM-2: Interessen und Standpunkte der Interessenträger im Zusammenhang mit S1, S2, S3
ESRS 2 IRO-1 Beschreibung des Verfahrens zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen
Angabepflicht im Zusammenhang mit ESRS 2 IRO-1: Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen IROs im Zusammenhang mit E1, E2, E3, E4, E5 und G1
ESRS 2 MDR-P Konzepte und Verfahren zur Einbindung von Stakeholder:innen in die Sorgfaltspflichtprozesse im Zusammenhang mit E1, E2, E3, E4, E5, S1, S2, S3, G1 und I, F&E
c) Ermittlung und Bewertung negativer Auswirkungen
ESRS 2 IRO-1 Beschreibung des Verfahrens zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen
Angabepflicht im Zusammenhang mit ESRS 2 IRO-1: Beschreibung der Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen IROs im Zusammenhang mit E1, E2, E3, E4 und E5
ESRS 2 SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Angabepflicht im Zusammenhang mit ESRS 2 SBM-3: Wesentliche IROs und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell im Zusammenhang mit E1, E4, S1 und S2
d) Maßnahmen gegen diese negativen Auswirkungen
ESRS 2 MDR-A Maßnahmen im Zusammenhang mit E1, E2, E3, E4, E5, S1, S2, einschließlich der Übergangspläne, mit denen die Auswirkungen adressiert werden
e) Nachverfolgung der Wirksamkeit dieser Bemühungen und Kommunikation
ESRS 2 MDR-M Kennzahlen im Zusammenhang mit E1, E2, E3, E4, E5, S1, S2
ESRS 2 MDR-T Ziele in Zusammenhang mit E1, E2, E3, E4, E5, S1, S2
GOV-5 – Risikomanagement und interne Kontrollen der Nachhaltigkeitsberichterstattung
Organisatorische Verankerung von Nachhaltigkeit in der voestalpine
Die 2023 eingerichtete Konzernabteilung Group Sustainability verantwortet und koordiniert das Corporate Responsibility Management und alle Nachhaltigkeitsagenden. Ergänzend dazu wurde eine Sekundärorganisation in Form einer Board- bzw. Committee-Struktur samt Competence Teams aus Funktionen und Divisionen implementiert, um eine durchgängige funktions- und divisionsübergreifende Zusammenarbeit auf allen Ebenen zu gewährleisten. Diese Struktur umfasst auch Risikomanagementprozesse und interne Kontrollmechanismen im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Organisationsstruktur Nachhaltigkeitsmanagement
Abteilung Group Sustainability
Die Abteilung Group Sustainability (GS) ist verantwortlich für die Koordination der Berichterstattung und die regelmäßige Aktualisierung der Berichtsinhalte in Abstimmung mit den Fachabteilungen und in Übereinstimmung mit gesetzlichen Vorgaben. GS ist verantwortlich für die Implementierung eines „Internen Kontrollsystems“ (IKS) innerhalb der Nachhaltigkeitsberichterstattung, soweit die Prozesse nicht durch ein bereits bestehendes IKS abgedeckt sind (z. B. IKS für Finanzprozesse).
Weitere Fachbereiche
»
Abteilung Revision Risikomanagement
Die Abteilung Revision und Risikomanagement koordiniert die konzernalen Risikomanagementaktivitäten und führt Revisionsprüfungen im voestalpine-Konzern durch. Das IKS für die Nachhaltigkeitsberichterstattung stellt eine Ergänzung zu den bereits bestehenden Internen Kontrollsystemen (wie z. B. Finanz, Verkauf, Personal) der voestalpine dar und ist ein Bereich für mögliche Audits durch die Abteilung Revision und Risikomanagement.
»
Fachabteilungen
Alle betroffenen Abteilungen sind verantwortlich für die korrekte und vollständige Bereitstellung der erforderlichen Daten und Informationen, die zur Nachhaltigkeitsberichterstattung notwendig sind. Die Einhaltung der jeweiligen Vorgaben zum IKS für die Nachhaltigkeitsberichterstattung liegt im Verantwortungsbereich der einzelnen Fachbereiche.
Um den Anforderungen an eine konsistente, vollständige und verlässliche Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß den ESRS gerecht zu werden, wurden im vergangenen Geschäftsjahr die bestehenden Prozesse gezielt erweitert und an die spezifischen Erfordernisse der Nachhaltigkeitsberichterstattung angepasst. Als Basis für das Interne Kontrollsystem (IKS) der voestalpine-Nachhaltigkeitsberichterstattung dient das international anerkannte COSO‑Framework (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission – Internal Control – Integrated Framework). Dieses Rahmenwerk basiert auf folgenden fünf zentralen Komponenten:
1.
Kontrollumfeld
2.
Risikoevaluierung
3.
Kontrollmechanismen
4.
Information und Kommunikation
5.
Monitoring
Kontrollumfeld
Die Prozesse der Nachhaltigkeitsberichterstattung sind eingebettet in die allgemeinen Strukturen des Risikomanagements inklusive der Internen Kontrollsysteme. Die zahlreichen Konzernrichtlinien, die im Intranet veröffentlicht werden, definieren konzernweite Mindeststandards und bilden den Rahmen für eine integre, verantwortungsvolle und nachhaltige Unternehmensführung. Sie beinhalten IKS-Grundprinzipien wie:
»
Vier-Augen-Prinzip
»
Funktionstrennung
»
Transparenz und Nachvollziehbarkeit
»
Need-to-know-Prinzip
»
Sicherung von Eigentum und Vermögen
Das Risikomanagement der voestalpine und ihre internen Kontrollmechanismen sind auf die Ermittlung, Bewertung und Minderung der Risiken ausgelegt, die sich auf ihre Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung auswirken können. Das IKS der voestalpine umfasst Richtlinien, Verfahren und Kontrollen, welche regelmäßig überprüft und aktualisiert werden, um unter Berücksichtigung regulatorischer Anforderungen auf neue Risiken adäquat reagieren zu können.
In Bezug auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung wurden im Geschäftsjahr 2025/26 die Identifikation berichterstattungsbezogener Risikoquellen und wirksamer Kontrollmechanismen weiter vorangetrieben.
Risikoevaluierung
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung ist mit Risiken behaftet, etwa durch menschliche Fehler, unvollständige Daten(-grundlagen) oder inkonsistente Angaben. Risiken bestehen insbesondere bei der Genauigkeit von Dateneingaben und bei manuellen Verarbeitungsschritten im
Berichterstattungsprozess. Dazu zählen auch Risiken unvollständiger oder verspäteter Datenmeldungen, potenzielle Fehler infolge manueller Berechnungsschritte sowie Abweichungen, welche durch heterogene Systemlandschaften entstehen können.
In einzelnen Themenfeldern – etwa im Bereich der Biodiversität – lagen zum Zeitpunkt der vorstehend unter IRO-1 – E4 angeführten Analyse noch wenig belastbare Informationen vor, um konkrete Auswirkungen sowie finanzielle Risiken und Chancen fundiert bewerten zu können. Die voestalpine arbeitet daran, ihre Kompetenzen und die zugrunde liegende Datenbasis in diesen Bereichen systematisch weiterzuentwickeln.
Kontrollmechanismen
Die voestalpine hat eine Reihe von Kontrollmechanismen implementiert, um die in der Risikoevaluierung identifizierten Risiken in Bezug auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung bestmöglich zu adressieren:
Das CSRD-Projektkernteam überprüft während des Berichterstattungsprozesses regelmäßig die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung und die Regulatorik. Die Erhebung quantitativer Daten erfolgt überwiegend durch standardisierte Abfragen bzw. IT-Systeme samt (automatisierten) Eingabeprüfungen, Freigabevermerken und anschließenden Plausibilitätschecks. In den eingesetzten IT-Systemen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung sind systemseitige Zugriffs- und automatisierte Eingabekontrollen implementiert. Interne Expert:innen aus den verschiedensten Fachabteilungen prüfen die themenspezifischen Kapitel, führen Quervergleiche mit anderen Kapiteln durch (Vier-Augen-Prinzip) und lektorieren bzw. validieren die zugelieferten Fachinhalte. Das Group Sustainability Committee prüft die wesentlichen zur Veröffentlichung vorgesehenen Inhalte und gibt diese frei. In Themenfeldern mit noch unvollständiger Datenlage – wie etwa im Bereich der Biodiversität – dokumentiert die voestalpine bestehende Informationslücken systematisch. Diese dienen als Grundlage für die Weiterentwicklung der Wesentlichkeitsanalyse und der Berichterstattung in künftigen Berichtsperioden. In die Durchführung einzelner quantitativer und qualitativer Prüfmechanismen werden zentrale Konzernfunktionen eingebunden, zudem wirkt das konzernweite Sustainability Board mit.
Zusätzlich wird der Nachhaltigkeitsbericht einem externen Audit mit begrenzter Prüfungssicherheit unterzogen. Die beauftragten Wirtschaftsprüfer:innen führen analytische Prüfungshandlungen und Stichprobenprüfungen als Teil der begrenzten Prüfungssicherheit der Nachhaltigkeitsberichterstattung durch. Die durchgeführten Prüfungstätigkeiten des externen Prüfers bzw. der externen Prüferin sind im Zusicherungsvermerk beschrieben.
Somit verfügt die voestalpine über präventive und detektive Kontrollhandlungen im Zusammenhang mit der Erstellung qualitativer und quantitativer Berichtsinhalte. Präventive Maßnahmen umfassen insbesondere standardisierte Datenerhebungsvorlagen und definierte Begriffssystematiken, systemseitige Validierungen und automatisierte Eingabeprüfungen sowie die Sicherstellung angemessener Zugriffs‑ und Berechtigungsstrukturen in den eingesetzten IT-Systemen. Detektive Kontrollaktivitäten beinhalten fachliche und technische Plausibilitätsprüfungen, Abweichungsanalysen, stichprobenbasierte Prüfhandlungen sowie formalisierte Vier‑Augen‑Freigabeprozesse. Die ordnungsgemäße Durchführung dieser Kontrollen wird in vielen Bereichen bereits durch Systemprotokolle und/oder definierte Ablagestrukturen überprüft und belegt.
Information und Kommunikation
Die Verantwortlichkeiten im gesamten Prozess (siehe Organisationsstruktur Nachhaltigkeitsmanagement) sind klar definiert. Ein Reporting-Kalender mit Meilensteinen und Abhängigkeiten zur Finanzberichterstattung sowie konzernweite, verschriftlichte Vorgaben zur Datenerhebung und -erfassung in Form eines Handbuchs sollen eine zeitgerechte Weitergabe von
Informationen und eine vollständige Berichterstattung gewährleisten. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der Risikobewertung sowie der internen Kontrollmechanismen im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung regelmäßig an relevante Organe kommuniziert. Dazu zählen Berichte an den Vorstand sowie ergänzende Informationen an die Abteilungen Revision und Risikomanagement, um eine transparente Überwachung und kontinuierliche Verbesserung sicherzustellen.
Monitoring
Durch die Kombination eines strukturierten Prozessdesigns mit klar definierten Verantwortlichkeiten und einem mehrschichtigen Kontrollrahmen soll die Überwachung des Berichtsprozesses sichergestellt werden. Kontrollhandlungen, darunter laufende Plausibilisierungen, dokumentierte Kontrollen in einigen Bereichen sowie darüber hinaus regelmäßige Überprüfungen der Prozesswirksamkeit wie etwa durch interne Nachprüfungen/Audits, sollen gewährleisten, dass die Nachhaltigkeitsberichterstattung den regulatorischen Anforderungen entspricht und eine hohe Datenqualität, Transparenz und Nachvollziehbarkeit gegeben ist.
Strategie
SBM-1 – Strategie, Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette
Die voestalpine ist ein global tätiger Stahl- und Technologiekonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz. Die Organisationsstruktur des Konzerns besteht aus einer Holding und vier Divisionen. Mit hochwertigen Produkt- und Systemlösungen aus Stahl und anderen metallischen Werkstoffen ist die voestalpine eine führende Partnerin in der Automobil-, Energie-, Maschinenbau-, Konsumgüter- sowie Luftfahrtindustrie. Zudem ist die voestalpine Weltmarktführerin bei Bahninfrastruktursystemen, hochqualitativem Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Die voestalpine bietet keine Produkte oder Dienstleistungen an, für die in den jeweiligen Märkten Verbote gelten. Die breite Kund:innen-Basis trägt zur Ergebnisstabilität in einem insgesamt zyklischen Marktumfeld bei.
Die Steel Division setzt in der Stahlerzeugung seit Jahren Umweltbenchmarks und entwickelt wasserstoffbasierte Zukunftstechnologien zur Verwirklichung einer emissionsarmen Stahlproduktion. Mit ihren hochwertigen Stahlbändern ist die Steel Division Partner:in namhafter Automobilhersteller:innen und -zuliefer:innen weltweit.
Die High Performance Metals Division ist global führend in der Herstellung und Weiterverarbeitung metallischer Hochleistungsstoffe – insbesondere von Schnellarbeitsstahl und anderen Spezialstählen sowie Titan- und Nickel-Basislegierungen. Abnehmer:innen dieser Produkte sind beispielsweise die Zulieferindustrie für die Automobil- und Konsumgüterbranche, der Sondermaschinenbau sowie die Luftfahrtindustrie. Mit der Veräußerung der Buderus Edelstahl in Wetzlar im Geschäftsjahr 2024/25, Standortkonsolidierungen außerhalb Österreichs, Kapazitätsanpassungen der voestalpine BÖHLER Bleche in Mürzzuschlag und dem Verkauf der voestalpine BÖHLER Profil ist die Portfoliobereinigung innerhalb der High Performance Metals Division weitgehend abgeschlossen.
Die Metal Engineering Division ist mit ihrem Geschäftsbereich Railway Systems weltweit führend in der Bereitstellung integrierter Fahrwegsysteme. Sie bietet maßgeschneiderte Gesamtlösungen für sämtliche Bahninfrastruktursegmente – vom Nahverkehr über Mischverkehr bis hin zu Schwerlast- und Hochgeschwindigkeitsnetzen. Mit den Industrial Systems ist die Division darüber hinaus europäische Marktführerin für Qualitätsdraht und Schweißkomplettlösungen. Im Rahmen von greentec steel arbeitet und forscht die Metal Engineering Division zudem intensiv an unterschiedlichen Innovationen, klimafreundlichen Technologien und Produktionsverfahren.
Die Metal Forming Division ist das Kompetenzzentrum für hochentwickelte Profil-, Rohr- und Präzisionsbandstahlprodukte sowie für einbaufertige Systemkomponenten aus Press-, Stanz- und rollprofilierten Teilen. Diese Produkte finden in einer Vielzahl von Branchen Anwendung.
UMSATZ NACH REGIONEN
2024/25
2025/26
Gesamt
Prozent
Gesamt
Prozent
Europäische Union (ohne Österreich)
8.969,3
57 %
8.784,5
58 %
Österreich
1.083,2
7 %
1.074,4
7 %
USMCA
2.192,1
14 %
2.078,9
14 %
Asien
1.430,5
9 %
1.193,5
8 %
Südamerika
528,0
3 %
447,3
3 %
Übrige Welt
1.540,6
10 %
1.484,5
10 %
Summe Umsatz nach Regionen
15.743,7
100 %
15.063,1
100 %
Mio. EUR
UMSATZ NACH DIVISIONEN
2024/25
2025/26
Gesamt
Prozent
Gesamt
Prozent
Steel Division
5.799,1
37 %
5.730,6
38 %
High Performance Metals Division
3.182,2
20 %
2.749,7
18 %
Metal Engineering Division
4.167,9
27 %
4.054,7
27 %
Metal Forming Division
3.125,1
20 %
3.030,1
20 %
Holding & Group Services
1.012,4
6 %
944,2
6 %
Konsolidierung
–1.543,0
–10 %
–1.446,2
–9 %
Summe Konzern
15.743,7
100 %
15.063,1
100 %
Mio. EUR
UMSATZ NACH BRANCHEN
2024/25
2025/26
Gesamt
Prozent
Gesamt
Prozent
Automobilindustrie
4.772,2
30 %
4.560,7
30 %
Energieindustrie
2.711,7
17 %
2.413,1
16 %
Bahnsysteme
2.266,2
15 %
2.211,0
15 %
Bauindustrie
1.503,6
10 %
1.480,9
10 %
Maschinen- und Stahlbau
1.280,7
8 %
1.189,5
8 %
Haushaltsgeräte/Konsumgüter
651,2
4 %
624,2
4 %
Luftfahrt
543,4
3 %
603,3
4 %
Sonstige
2.014,7
13 %
1.980,4
13 %
Summe Umsatz nach Branchen
15.743,7
100 %
15.063,1
100 %
Mio. EUR
Die voestalpine ist in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten mit rund 500 Konzerngesellschaften und -standorten aktiv. Zum Bilanzstichtag 31. März 2026 waren im
voestalpine-Konzern weltweit 48.010 (2024/25: 49.298) Mitarbeiter:innen (inklusive Lehrlinge) beschäftigt. 50,1 % (2024/25: 49,3 %) der Mitarbeiter:innen waren in Österreich tätig, 49,9 % (2024/25: 50,7 %) arbeiteten an Standorten außerhalb Österreichs.
Mitarbeiter:innen nach Regionen
Personenzahl, jeweils zum Stichtag 31.03.
2024/25
2025/26
Gesamt
Prozent
Gesamt
Prozent
Europäische Union (ohne Österreich)
13.732
29 %
13.211
28 %
Österreich
24.323
49 %
24.039
50 %
USMCA
3.388
7 %
3.220
7 %
Asien
3.190
6 %
3.121
6 %
Südamerika
2.694
5 %
2.530
5 %
Übrige Welt
1.971
4 %
1.889
4 %
Summe Mitarbeiter:innen
49.298
100 %
48.010
100 %
Die Konzernstrategie 2030+ gibt dabei den Weg der voestalpine für die kommenden Jahre vor und ist unsere Antwort auf die Herausforderungen und Chancen, die sich aus einem dynamischen, sich ständig verändernden Umfeld ergeben. Die grundlegenden Kernziele unserer Strategie sind das nachhaltige, wertsteigernde Wachstum in attraktiven Feldern der Weiterverarbeitung von Stahl und metallischen Werkstoffen sowie die langfristige Sicherung der Zukunftsfähigkeit und Resilienz des Unternehmens.
Nach dem Credo „We are shaping a better, safer and more sustainable future” – „Wir gestalten eine bessere, sicherere und nachhaltigere Zukunft“ haben wir uns als Stahl- und Technologiekonzern das Ziel gesetzt, wirtschaftlich führend zu sein, mit nachhaltigen, innovativen Produkt- und Systemlösungen aus hochqualitativem Stahl und metallischen Hochleistungswerkstoffen. Wir nutzen dabei unsere einzigartige Kombination aus Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz, um innovative Lösungen zu entwickeln, die unseren Kund:innen einen echten Wettbewerbsvorteil bieten. Die dezentrale divisionale Organisationsstruktur des Unternehmens erhöht dabei die Kundennähe, Geschwindigkeit, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit unserer spezialisierten Geschäftsbereiche, die breite Diversifikation über Segmente, Regionen und Produkte sorgt für zusätzliche Stabilität. Vernetzung und die Nutzung von Synergien zwischen den Geschäftsbereichen schaffen Mehrwert im Konzernverbund. Zudem führt unsere stabile Eigentümerstruktur zu strategischer Eigenständigkeit im Interesse aller Stakeholder:innen. Entsprechend unserem übergeordneten strategischen Ziel der Wertsteigerung und damit der Erhöhung des Unternehmenswerts ist das fokussierte Wachstum in attraktiven, renditestarken Bereichen wie der Schieneninfrastruktur, der Luftfahrtindustrie sowie bei Spezialprofilen und in der Lagertechnik ein wesentlicher strategischer Pfeiler. Wir entwickeln unser Angebotsportfolio mit innovativen Lösungen weiter, stärken unsere Differenzierungsfaktoren in unseren Kernmärkten und setzen auf eine weitere zielgerichtete Internationalisierung in Wachstumsmärkten und -regionen.
Ein aktives und konsequentes Management unseres Portfolios mit Fokus auf Effizienz in allen Bereichen und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit unserer (Produktions-)Standorte sowie der Reorganisation renditeschwacher Geschäftsbereiche sichert zudem die Zukunftsfähigkeit und Resilienz des Unternehmens und bildet damit den zweiten wesentlichen Pfeiler unserer Strategie. Die wirtschaftlich erfolgreiche Dekarbonisierung der hochofenbasierten Stahlerzeugung mit dem klaren Ziel von Net-Zero-Emissionen bis 2050 und dem weiteren Auf- und Ausbau der Kreislaufwirtschaft
bildet den dritten wesentlichen Pfeiler unserer Strategie. Als internationaler Konzern bekennen wir uns zu den globalen Klimazielen und arbeiten intensiv an Technologien zur Reduktion von Treibhausgasemissionen sowie an der langfristigen Dekarbonisierung.
Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele
Die Nachhaltigkeitsstrategie der voestalpine ist ein integraler Bestandteil der Konzernstrategie und wird in den einzelnen Divisions-, Geschäftsbereichs- und Funktionalstrategien operationalisiert. Die voestalpine verfolgt mit ihrer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie einen ganzheitlichen Ansatz und hat für jedes Handlungsfeld strategische Leitsätze und Ziele formuliert. Die Nachhaltigkeitsstrategie basiert auf den drei Säulen „Wirtschaft & integre Unternehmensführung“, „Engagierter Klima- & Umweltschutz“ und „Mitarbeiter:innen & Gesellschaft“.
Im Rahmen des Stakeholder:innen-Managements werden die Strategie und die diesbezüglichen Fortschritte der voestalpine intern und extern kommuniziert. Hierfür steht die voestalpine auch in Kontakt mit allen relevanten Stakeholder:innen und gestaltet den Dialog verantwortungsvoll, lösungsorientiert und transparent. Dazu dienen zahlreiche Formate wie Fachgespräche, Expert:innen-Runden, Konferenzen und Messen sowie Analyst:innen- und Investor:innen-Meetings. Zudem ist die voestalpine in den verschiedensten Gremien von Interessenvertretungen, Branchenverbänden und -initiativen unter Einhaltung des gültigen Verhaltenskodex aktiv. Weitere Informationen zum Stakeholder:innen-Management finden Sie im Abschnitt SBM-2. Die 2023 neu geschaffene Abteilung Group Sustainability fungiert als zentrale Koordinationsstelle für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'nachhaltigkeitsstrategie – Strategische Handlungsfelder
Angesichts des wachsenden Drucks zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und der Notwendigkeit, den Klimawandel einzudämmen, müssen Stahlhersteller:innen alternative Wege für eine umweltfreundlichere Produktion finden. Die voestalpine investiert in wasserstoffbasierte und zukunftsweisende Technologien, um eine emissionsarme Produktion zu ermöglichen.
Die voestalpine bekennt sich zu klaren Nachhaltigkeitszielen und sieht bis 2050 Net-Zero-Emissionen vor. Im Rahmen der Science Based Targets initiative (SBTi) verpflichtet sich das Unternehmen, die Summe der Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis 2029 um 30 % und die Scope-3-Emissionen um 25 % gegenüber dem Referenzjahr 2019 zu reduzieren. Diese geplante Reduktion entspricht einem „well-below 2 °C“-Szenario. Diese Zielsetzung wurde auf konzernaler Ebene gesetzt und bezieht sich auf die schrittweise Dekarbonisierung der Produktionsstandorte. Das Ziel wurde nicht für Kund:innen-Gruppen, spezifische Produkte oder Regionen operationalisiert. Die Zielerreichung unterliegt auch externen Faktoren und Einflussgrößen wie der Verfügbarkeit von Rohstoffen und Energie sowie den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Weitere Informationen dazu finden Sie im Kapitel E1.
Um der Herausforderung dieser Dekarbonisierung der Stahlerzeugung unter Erhalt der Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu begegnen und das Net-Zero-Ziel bis 2050 zu erreichen, hat die voestalpine das ambitionierte Klimaschutzprogramm greentec steel als ein Kernelement in der Konzern- und Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Dabei wird die
hochofenbasierte Stahlerzeugung in der Steel Division und der Metal Engineering Division schrittweise bis 2050 dekarbonisiert.
In der ersten Phase werden bereits 1,5 Mrd. EUR in einen grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenofen in Linz und in eine grünstrombetriebene Elektrolichtbogenofenanlage in Donawitz investiert, die jeweils einen Hochofen ersetzen sollen. Je nach Qualitätsanforderungen kommt dabei ein Materialmix aus Schrott, flüssigem Roheisen und Hot Briquetted Iron (HBI) zum Einsatz. Diese sich bereits in Bau befindlichen Elektrolichtbogenöfen werden 2027 in Betrieb gehen und bis 2029 durch verstärkten Einsatz von Strom anstelle von Kohle und Koks maßgeblich die Scope-1- und Scope-2-CO2-Emissionen um insgesamt 30 % senken. Dies entspricht fast 5 % der jährlichen CO2-Emissionen Österreichs und macht greentec steel zum größten Klimaschutzprogramm des Landes.
Weitere Informationen zum Klimaschutzprogramm greentec steel entnehmen Sie den Kapiteln E1 sowie I, F&E.
Weitere Herausforderungen für die voestalpine im Zusammenhang mit dem Klimawandel liegen in der Sicherung der benötigten Rohstoffe und Energieträger, deren Bedarfe sich im Zuge der Transformation der Stahlerzeugung verändern. Um diese Herausforderungen zu adressieren, hat sich die voestalpine die strategischen Ziele gesetzt, die Versorgung der Produktionsstandorte mit den benötigten Rohstoffen und Energien langfristig und wirtschaftlich abzusichern sowie die Kreislaufwirtschaft weiter auszubauen und den Einsatz von Schrott als Sekundärrohstoff in der Stahlerzeugung bis 2030 um 50 % zu erhöhen. Entsprechende Maßnahmenpakete werden bereits umgesetzt und werden weiterhin entwickelt. Weitere Informationen dazu finden Sie in den Kapiteln E1 und E5.
Eine weitere strategische Herausforderung für die voestalpine im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit liegt darin, auch künftig qualifizierte und motivierte Mitarbeiter:innen als Basis für den wirtschaftlichen Erfolg bedarfsgerecht zu gewinnen und zu halten. Dazu setzt die voestalpine – auf der Grundlage des bereits hohen Engagements und der überdurchschnittlichen Mitarbeiter:innen-Bindung – auf unterschiedliche Konzepte und Maßnahmen. Weitere Informationen dazu finden Sie im Kapitel S1.
Darüber hinaus sind die Gesundheit der Mitarbeiter:innen und die laufende Sicherstellung und Erhöhung der Arbeitssicherheit zentrale Grundwerte der voestalpine und haben oberste Priorität. Daher wird kontinuierlich an der weiteren Reduktion der Unfallhäufigkeit sowie der Erhöhung der Gesundheitsquote gearbeitet, um sich der Vision von „Zero Accidents“ anzunähern. Strategisch soll die Unfallhäufigkeitsquote bis 2030 auf 5,5 gesenkt werden. Konzernweite Sicherheitsstandards bilden das Fundament einer erfolgreichen health & safety-Unternehmenskultur. Weitere Informationen dazu finden Sie im Kapitel S1.
Die voestalpine adressiert auch die Nachhaltigkeit in der Lieferkette und arbeitet daran, der identifizierten wesentlichen negativen Auswirkung zu begegnen. Weitere Informationen dazu finden sich nachfolgend und im Kapitel S2.
Wertschöpfungskette und Geschäftsmodell
Den Kern des Geschäftsmodells der voestalpine bildet die effiziente Produktion und Weiterverarbeitung von hochwertigen Stahlerzeugnissen und anderen metallischen Hochleistungswerkstoffen für Anwendungen mit hohem Qualitäts- und Technologieanspruch unter Einhaltung strenger Nachhaltigkeitsstandards entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese erstreckt sich vom Abbau von Rohstoffen über die Produktion bis hin zur Nutzung und zum Recycling der Produkte. Die nachfolgende Abbildung veranschaulicht die umfassende Wertschöpfungskette
der voestalpine, bei der die vorgelagerte Wertschöpfung, die eigenen Aktivitäten und die nachgelagerte Wertschöpfung berücksichtigt werden.
In der vorgelagerten Wertschöpfungskette ist die voestalpine auf essenzielle Rohstoffe wie Eisenerz, verschiedene Legierungen, Stahlschrott, Kohle und Koks angewiesen, die aus den Herkunftsregionen Nordamerika, Südamerika, Europa, Afrika, Australien und aus Teilen Asiens bezogen werden. Im Zuge des Übergangs zur emissionsarmen Produktion verändert sich durch die technologische Transformation der Bedarf an Rohstoffen. So wird neben dem schrittweisen Rückgang des Einsatzes von Kohle und Koks beispielsweise auch der Bedarf an Eisenerz durch die strategische Erhöhung des Einsatzes von recyceltem Stahlschrott geringer. Dieser recycelte Schrott stammt sowohl aus industriellen als auch aus Post-Consumer-Quellen.
Zusätzlich zu den Rohstoffen ist die Versorgung mit Energie, die von regionalen und internationalen Energieversorgern bereitgestellt wird, von entscheidender Bedeutung. Das betrifft auch die notwendige Versorgung mit Wasser. Ebenso essenziell sind weitere Materialien, Maschinen und Betriebsmittel, die von globalen Lieferant:innen beschafft werden. Globale Logistikdienstleister:innen sowie zum Teil auch die unternehmenseigene Logistik übernehmen den Transport der Rohstoffe und weiterer Waren zu den Produktionsstandorten.
Die Kombination aus Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz als wesentlicher Faktor für den Erfolg der voestalpine zeigt sich in einer breiten Wertschöpfungskette in der konzerneigenen Geschäftstätigkeit. Diese reicht von der Stahlerzeugung und weiterer Be- und Verarbeitung sowie Veredelung der Produkte bis zur Herstellung von einbaufertigen Komponenten, Systemlösungen und Dienstleistungen. Die Stahlerzeugung erfolgt an Standorten in Österreich, Schweden und Brasilien, die weiteren Produktionsschritte hingegen finden an global verteilten Standorten statt. Die spezifischen Tätigkeiten und finalen Produkte der Divisionen variieren dabei je nach Geschäftsbereich. Die eigene Logistik ist für den Transport von Materialien und Halbfertigprodukten an und zwischen den Standorten des Unternehmens zuständig. An ihren großen Produktionsstandorten erzeugt die voestalpine aus Prozessgasen Strom, der im Produktionsprozess und in nachgelagerten Verarbeitungsschritten verwendet wird. Dadurch kann der Konzern einen großen Teil seines Strombedarfs aus Eigenerzeugung decken.
Die voestalpine erzeugt unterschiedliche Flach- und Langprodukte, aber auch bereits weiter verarbeitete Produkte und einbaufertige Komponenten z. B. für den Werkzeugbau, die Automobil- und Energieindustrie, die Luftfahrt, den Bau und Maschinenbau, die Konsumgüter- und Lebensmittelindustrie bis hin zu Systemlösungen etwa für die Eisenbahninfrastruktur oder die Lagertechnik.
Forschung und Entwicklung wird hinsichtlich aller Produktionsaktivitäten der voestalpine verfolgt, ein besonderer Fokus liegt dabei im Bereich der Dekarbonisierung der Stahlerzeugung. Durch den verstärkten Ausbau der Circular Economy, insbesondere mit dem Einsatz recycelter Materialien wie Stahlschrott oder der Wiederaufbereitung von Nebenprodukten, wird die Produktion nachhaltiger gestaltet. Gleichzeitig ermöglichen modernste Technologien und optimierte Prozesse eine Steigerung der Effizienz entlang der gesamten Produktionskette und eine deutliche Verbesserung der Ökobilanz.
In den eigenen Geschäftstätigkeiten legt die voestalpine großen Wert auf die Sicherheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen, um eine nachhaltige und verantwortungsvolle Produktion zu gewährleisten. Die Mitarbeiter:innen können ihre Interessen gegenüber dem Unternehmen auf verschiedenen Wegen äußern und darauf vertrauen, dass ihre Bedürfnisse in Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden.
Die nachgelagerte Wertschöpfungskette umfasst den weltweiten Transport der Produkte der voestalpine zu Geschäftskund:innen, deren industrielle Weiterverarbeitung sowie die finale Nutzung durch Endkund:innen. Nach der Nutzung werden die Produkte zum Teil recycelt. Das fördert die Kreislaufwirtschaft und trägt zu den Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens bei. Bei geplanten betrieblichen Veränderungen an den Standorten werden die Anrainergemeinden, die politischen Akteur:innen und weitere Interessengruppen eingebunden, um lokale Ansprüche zu berücksichtigen und soziale Akzeptanz zu fördern.
Die Kund:innen der voestalpine setzen sich aus Geschäftskund:innen aus verschiedenen Industrien und geografischen Märkten zusammen, insbesondere aus der Automobil-, Energie- und Luftfahrtindustrie, der Bahninfrastruktur, dem Maschinenbau sowie der Bau- und der Konsumgüterindustrie. Die geografischen Hauptmärkte liegen in Europa, Nord- und Südamerika, Asien sowie, je nach Geschäftsbereich, in zusätzlichen ergänzenden Märkten.
Die voestalpine steht in engem Dialog mit ihren Kund:innen, die zunehmend hohe Anforderungen an die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks in ihren Lieferketten stellen. Diese Nachfrage nach „grünem Stahl“ hat zu einer verstärkten Entwicklung von Lösungen geführt, die gemeinsam mit den Kund:innen erarbeitet werden, um die Effizienz zu steigern und Emissionen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg zu senken. Dazu zählen innovative Recyclingprozesse und energieeffiziente Produktionstechnologien.
Die voestalpine legt zudem großen Wert auf Transparenz in der Wertschöpfungskette. Umweltauswirkungen sowie negative soziale Auswirkungen, wie etwa Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen, sollen so weit wie möglich minimiert werden. In der Zusammenarbeit mit Lieferant:innen wird auf die Einhaltung von ökologischen und sozialen Standards geachtet.
SBM-2 – Interessen und Standpunkte der Interessenträger
Stakeholder:innen sind Personen oder Gruppen, die die voestalpine beeinflussen oder von ihr beeinflusst werden. Darunter fallen betroffene und interessierte Stakeholder:innen.
Die Identifizierung relevanter Stakeholder:innen sowie die Analyse ihrer Anforderungen, Interessen und Erwartungen waren zentrale Aufgaben, denen sich die voestalpine im Geschäftsjahr 2023/24 im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse strukturiert und umfassend gewidmet hat. Die Liste der wichtigsten Stakeholder:innen wird regelmäßig auf Vollständigkeit und Aktualität hin überprüft. Die nachstehende Grafik zeigt einen Überblick wesentlicher Stakeholder:innen.
Kategorisierung Stakeholder:innen
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Die Einbeziehung der Stakeholder:innen umfasst Vertreter:innen von betroffenen Gruppen wie Gewerkschaften, Betriebsrät:innen, lokale Gemeinschaften, Nichtregierungsorganisationen, Lieferant:innen, Geschäftspartner:innen, Kundenvertreter:innen und Industrieverbände. Die voestalpine arbeitet auch mit Nachhaltigkeitsexpert:innen aus der Wissenschaft zusammen und steht im aktiven Austausch mit Nutzer:innen des Nachhaltigkeitsberichts wie Behörden, Banken und Investor:innen. Das Unternehmen berücksichtigt deren Informationsbedürfnisse zu den Konzepten, Maßnahmen, Kennzahlen und Zielen der voestalpine in Bezug auf wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte. Der Austausch mit den verschiedenen Stakeholder:innen-Gruppen erfolgt regelmäßig in unterschiedlichen Formaten zu den für sie relevanten Themen.
Die Einbindung ausgewählter und wichtiger Interessenträger:innen im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse erfolgte auf zwei Wegen: durch persönliche Interviews sowie eine breit angelegte anonyme Online-Umfrage (siehe auch IRO-1). Zusätzlich wurden die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane über die Standpunkte und Interessen der Stakeholder:innen in Bezug auf nachhaltigkeitsbezogene Auswirkungen der voestalpine im Rahmen von Sustainability-Board-Meetings informiert.
Im Kontakt mit Kund:innen, Lieferant:innen, aber auch Analyst:innen, Investor:innen, NGOs, Plattformen und Interessenvertretungen rücken Nachhaltigkeitsaspekte zunehmend in den Mittelpunkt. Zum Thema Nachhaltigkeit sind oftmals Treibhausgasemissionen und klimabezogene
Risiken, aber auch Menschenrechte im Unternehmen und in der Lieferkette sowie die EU-Taxonomie-Verordnung relevante Punkte, die häufig z. B. mit Investor:innen und Analyst:innen diskutiert werden. Die oft langjährigen Beziehungen zu Kund:innen und Lieferant:innen bilden die Basis für eine vertrauensvolle und transparente Zusammenarbeit.
Als global agierendes Stahlunternehmen verfolgt die voestalpine ein nachhaltiges Geschäftsmodell mit einem klaren Fokus auf Dekarbonisierung, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft. Die Transformation hin zu klimafreundlicheren Technologien und der hohe Stellenwert der Mitarbeiter:innen sind zentrale Bestandteile der Unternehmensstrategie. Dabei werden die Interessen relevanter Stakeholder:innen aktiv berücksichtigt. Auf diese Weise stärkt die voestalpine nicht nur ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit, sondern übernimmt auch Verantwortung für die Interessen ihrer Stakeholder:innen.
Die voestalpine bezieht die Vorschläge, Anregungen und Erwartungen ihrer Stakeholder:innen in strategische Überlegungen mit ein. Dieser Ansatz gewährleistet eine transparente Entscheidungsfindung und stärkt das Vertrauen in das Unternehmen. Die Berücksichtigung unterschiedlicher Interessengruppen trägt dazu bei, eine verantwortungsbewusste und nachhaltige Geschäftsstrategie zu entwickeln und umzusetzen.
Nachfolgend ist auszugsweise dargestellt, wie die Kommunikation mit zentralen Interessenträger:innen gestaltet wird. Die angeführten Beispiele umfassen wichtige Stakeholder:innen-Gruppen sowie die am häufigsten von der voestalpine genutzten Formate für den Dialog und Interessenausgleich mit ihnen. Darüber hinaus stehen der Vorstand, die Führungskräfte und die Mitarbeiter:innen an den unterschiedlichen Standorten in regelmäßigem Austausch mit Stakeholder:innen-Gruppen. Dazu werden zahlreiche Gelegenheiten wie Fachgespräche und Expert:innen-Runden, Veranstaltungen, Konferenzen, Messen und Kund:innen-Befragungen genutzt.
MITARBEITER:INNEN
Im voestalpine-Konzern sind aktuell weltweit 48.010 Mitarbeiter:innen beschäftigt. Zentrale Instrumente zur strukturierten Kommunikation sind das jährlich stattfindende Mitarbeiter:innen-Gespräch und die regelmäßige konzernweite Mitarbeiter:innen-Befragung. Das Feedback der Mitarbeiter:innen wird vom Management analysiert und fließt in die Erarbeitung von Maßnahmen, etwa im Bereich der Personalentwicklung, ein.
In vielen Gesellschaften der voestalpine werden die Interessen der Mitarbeiter:innen durch einen Betriebsrat vertreten. Übergeordnet gibt es einen europäischen Betriebsrat und einen Konzernbetriebsrat, die regelmäßig Gespräche mit dem Management führen. Mit internen Audits und Schulungen, etwa im Bereich Compliance, health & safety, IT-Sicherheit oder Datenschutz, stellt die voestalpine sicher, dass die Mitarbeiter:innen auf dem aktuellen Wissensstand sind sowie dass diverse Vorgaben von ihnen eingehalten und umgesetzt werden.
KUND:INNEN UND LIEFERANT:INNEN
Die voestalpine pflegt mit ihren Geschäftspartner:innen einen offenen und engen Kontakt. Die oft langjährigen Beziehungen zu den Kund:innen und Lieferant:innen bilden die Basis für eine vertrauensvolle und transparente Zusammenarbeit. Gemeinsam werden Prozesse und Produkte entwickelt, die den Anforderungen aller Beteiligten entsprechen und einen schonenden Umgang mit Ressourcen sicherstellen.
Nachhaltigkeitsaspekte rücken dabei zunehmend in den Mittelpunkt. Neben klassischen Themen des Lieferkettenmanagements wie Qualität, Kosten, Verfügbarkeit und Lieferzeit spielen Klimaschutz, Energie- und Ressourceneffizienz sowie die Einhaltung der Arbeits- und
Menschenrechte eine immer größere Rolle. Der Verhaltenskodex der voestalpine ist für Lieferant:innen und Geschäftspartner:innen verbindlich.
ANALYST:INNEN UND INVESTOR:INNEN
Institutionelle Investor:innen und Analyst:innen sind für die voestalpine als börsennotiertes Unternehmen eine wesentliche Stakeholder:innen-Gruppe. Die Vorstandsmitglieder und die Abteilungen Investor Relations und Group Treasury pflegen engen Kontakt mit Vertreter:innen der Eigentümer:innen und Kapitalgeber:innen, unter anderem durch Investor:innen-Konferenzen, Roadshows sowie individuelle Gespräche. In den Diskussionen mit Analyst:innen und Investor:innen geht es sowohl um aktuelle Entwicklungen und die Marktlage als auch um Nachhaltigkeitsthemen. Im Fokus stehen insbesondere klimarelevante Emissionen und Risiken, die Wahrung der Menschenrechte im Unternehmen und in der Lieferkette sowie regulatorische Anforderungen wie die EU-Taxonomie-Verordnung.
BILDUNGSEINRICHTUNGEN & FORSCHUNG
Die Zusammenarbeit mit Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ist für die voestalpine unverzichtbar und stärkt die Forschung und Entwicklung im Konzern. Die voestalpine unterstützt herausragende Dissertationen, Masterarbeiten und Forschungsprojekte und unterhält Stiftungsprofessuren, die im Kontext des Kerngeschäfts Wissen generieren und zu neuen Erkenntnissen beitragen können. Bei speziellen Studierendenveranstaltungen – die teilweise auch virtuell stattfinden – vertritt der Vorstand persönlich den Konzern und stellt sich den Fragen der Studierenden, die als potenzielle Mitarbeiter:innen eine wichtige Stakeholder:innen-Gruppe der voestalpine sind.
NGOS, INTERESSENVERTRETUNGEN UND PLATTFORMEN
Vertreter:innen der voestalpine engagieren sich in verschiedenen Arbeitsgruppen und Ausschüssen von Interessenvertretungen und Plattformen wie die Industriellenvereinigung, World Steel Association, ASMET (Austrian Society for Metallurgy and Materials), ESTEP (European Steel Technology Platform) oder AFRAC (Austrian Financial Reporting Advisory Committee). Zudem nimmt die voestalpine proaktiv am politischen Diskurs in relevanten Branchenverbänden wie der EUROFER (Branchenverband der Stahlindustrie) oder der UNIFE (Branchenverband der Bahninfrastrukturbranche) teil, um ihren Standpunkt zu gesellschaftlich und politisch relevanten Themen einzubringen oder eine branchenweit einheitliche Auslegung bestimmter gesetzlicher Standards zu unterstützen.
Seit April 2019 ist die voestalpine Mitglied der Initiative ResponsibleSteel, die sich für nachhaltige Stahlproduktion und Beschaffung von Rohstoffen und Materialien einsetzt. Die voestalpine ist aktiv an der Weiterentwicklung des Standards beteiligt, auf dem die Initiative aufbaut. Der größte Standort in Linz unterzog sich im Sommer 2021 als eines der ersten Stahlunternehmen dem Auditprozess für eine Zertifizierung nach dem ResponsibleSteel-Standard und bestand diesen erfolgreich. Das im Auditprozess vorgesehene Überwachungsaudit wurde im Sommer 2024 ebenfalls positiv absolviert.
Mit NGOs pflegt die voestalpine eine konstruktive Gesprächsbasis. Insbesondere zu Themen der Energie- und Klimapolitik sowie weiteren Umweltfragen stehen der Vorstand und Fachexpert:innen des Unternehmens mit mehreren NGOs in einem intensiven und produktiven Austausch.
Nachfolgend wird dargelegt, wie die Interessen, Standpunkte und Rechte ihrer eigenen Arbeitskräfte, der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette und von betroffenen Gemeinschaften in Strategie und Geschäftsmodell einbezogen werden:
SBM-2 – S1 Arbeitskräfte des Unternehmens
Die kontinuierliche Einbindung der Belegschaft in Entscheidungsprozesse stärkt nicht nur die Unternehmenskultur, sondern stellt sicher, dass die strategische Ausrichtung der voestalpine gezielt auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Mitarbeiter:innen abgestimmt ist. Strukturierte Feedback-Prozesse ermöglichen es, Bedarfe frühzeitig zu erkennen, Verbesserungspotenziale zu identifizieren und diese systematisch in geschäftskritische Entscheidungen einfließen zu lassen. Die Wahrung der Menschenrechte hat dabei oberste Priorität: Interne Richtlinien, Schulungen und Kontrollmechanismen gewährleisten, dass arbeits- und sozialrechtliche Standards für alle Mitarbeiter:innen konsequent eingehalten und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Die HR-Strategie 2030+ leitet sich aus der konzernweiten Strategie der voestalpine ab, wodurch die eigenen Arbeitskräfte in die Strategie einbezogen werden.
SBM-2 – S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
Es liegt derzeit noch kein standardisierter Prozess zur direkten Einbeziehung von Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette vor. Eine Einbeziehung erfolgt im Anlassfall, und die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette können das Hinweisgeber:innen-System nutzen. Ein Verfahren zur direkten Einbeziehung wird in Vorbereitung auf die Anforderungen der CSDDD entwickelt. Indirekt erfolgt eine Einbeziehung über den regelmäßigen Austausch und die enge Zusammenarbeit mit relevanten Lieferant:innen. Weitere Informationen finden sich in den themenspezifischen Informationen zu S2.
SBM-2 – S3 Betroffene Gemeinschaften
Lokale Gemeinschaften, wie beispielsweise direkte Anrainer:innen von Produktionsstätten, werden in den Regionen, in denen die voestalpine tätig ist, regelmäßig in den Dialog einbezogen, um ihre Bedürfnisse und Bedenken im Hinblick auf die Unternehmensaktivitäten zu verstehen. Auf Grundlage dieser Rückmeldungen entwickelt das Unternehmen Maßnahmen, die sowohl den wirtschaftlichen Erfolg der voestalpine als auch die sozialen und ökologischen Belange der betroffenen Gemeinschaften berücksichtigen. Darüber hinaus sind die Standpunkte der Gemeinschaften entscheidend, um die Rolle der voestalpine als wichtige Arbeitgeberin in den jeweiligen Standortgemeinden langfristig zu sichern. Weitere Informationen werden in den themenspezifischen Informationen zu S3 erläutert.
SBM-3 – Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
Die voestalpine hat im Vorfeld der Erstellung dieses Nachhaltigkeitsberichts ihre Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft (Impact-Materialität) sowie die nachhaltigkeitsbezogenen finanziellen Risiken und Chancen (finanzielle Materialität) für den Konzern identifiziert und bewertet. Die als wesentlich bewerteten Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities; IROs) wurden den Nachhaltigkeitsaspekten gemäß ESRS 1 AR 16 zugeordnet. In einer aggregierten Darstellung hat dies ergeben, dass neun der zehn Themen, für die es themenbezogene Standards in den ESRS gibt, als wesentlich bewertet wurden. Lediglich das Thema Verbraucher:innen und Endnutzer:innen (ESRS S4) wurde als nicht wesentlich eingestuft.
Die folgenden Themen sind wesentlich und werden in der Berichterstattung durch Anwendung der jeweiligen Standards abgedeckt:
»
Klimawandel (ESRS E1)
»
Umweltverschmutzung (ESRS E2)
»
Wasser- und Meeresressourcen (ESRS E3)
»
Biologische Vielfalt und Ökosysteme (ESRS E4)
»
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft (ESRS E5)
»
Arbeitskräfte des Unternehmens (ESRS S1)
»
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette (ESRS S2)
»
Betroffene Gemeinschaften (ESRS S3)
»
Unternehmensführung (ESRS G1)
Ergänzend wurden die Themen Innovation, Forschung und Entwicklung als wesentlich bewertet. Die unternehmensspezifischen Angaben zu diesen Themen finden sich im Kapitel Umwelt bzw. Unternehmensführung. Weitere Informationen zur Wesentlichkeitsanalyse sind im Kapitel IRO-1 enthalten. Zusätzlich werden freiwillige Informationen zum Thema Steuern in diesem Bericht offengelegt.
STELLUNGNAHME ZU ÄNDERUNGEN IM BERICHT
Im Zuge der Ersterstellung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurden 37 Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs) identifiziert, welche sich aus neun negativen und 14 positiven Auswirkungen sowie zehn Risiken und vier Chancen zusammengesetzt haben. Aufgrund neuer Erkenntnisse und eines verbesserten Verständnisses wurde die Analyse für das Berichtsjahr 2025/26 erneut überprüft und überarbeitet. Durch Präzisierung wurde die Anzahl der IROs auf 28 verringert. Die voestalpine weist für das aktuelle Berichtsjahr sieben negative und elf positive Auswirkungen sowie sieben Risiken und drei Chancen aus. Die Reduktion der IROs wurde insbesondere durch die Aggregation thematisch ähnlicher IROs erreicht. Darüber hinaus führten gezielte Umformulierungen zu einer inhaltlichen Schärfung und klareren Abgrenzung (als Teil der Überarbeitung z. B. „Baseline‑Szenario“ gegenüber „tatsächlicher positiver Auswirkung“). In einigen Fällen wurden IROs auf Grundlage nachvollziehbarer Kriterien gestrichen, da sie nicht länger als relevant eingestuft wurden. Zusätzlich wurden drei neue Auswirkungen identifiziert, fachlich bewertet und als wesentlich klassifiziert.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wesentlichen IROs der voestalpine. Eine detaillierte Berichterstattung zu den einzelnen IROs sowie zu den Konzepten, Maßnahmen, Zielen und Kennzahlen, mit denen die voestalpine diese steuert, erfolgt jeweils zu Beginn in den themenspezifischen Kapiteln dieses Nachhaltigkeitsberichts.
ESRS
Thema/Unter- (Unter)thema
Auswirkung, Risiko, Chance (IRO)
Wertschöpfungs-kette
Zeithorizont
Referenz
E1
Klimaschutz
˜
Ausstoß von THG-Emissionen
(Scope 1 bis 3)
uuu
˜˜˜˜
S. 169
™
Technologische Entwicklungen & Jobinfrastruktur
uwu
˜˜˜˜
S. 170
!
Transitorisches Risiko:
Technische Umstellung auf emissionsarme Technologien
wuw
™˜˜˜
S. 170
!
Transitorisches Risiko:
Kosten aufgrund CO2e-Bepreisung
uuu
˜˜˜˜
S. 170
Ì
Transitorische Chance:
Steigerung der Verkaufsvolumina von nachhaltigen bzw. emissionsarmen Stahlprodukten für die voestalpine (insbesondere in branchenrelevanten Bereichen der Energiewende) führt zu einer nachhaltigen Stabilisierung der Umsätze und des EBIT.
wuu
˜˜˜˜
S. 170
!
Transitorisches Risiko:
Lieferengpässe bzw. höhere Kosten für wichtige Materialien und Rohstoffe
uuw
™˜˜˜
S. 170
Anpassung an den Klimawandel
!
Physische Klimarisiken
uuu
™™˜˜
S. 171
Energie
!
Transitorisches Risiko:
Engpässe in der Energieversorgung und höhere Kosten für die Energiebeschaffung
uuw
˜˜˜˜
S. 171
E2
Luftverschmutzung
˜
NOx, SOx und Staubemissionen
wuw
˜˜˜˜
S. 192
E3
Wasser
˜
Wasserentnahme​, Wasserverbrauch
uuw
˜˜˜˜
S. 199
E4
Biologische Vielfalt & Ökosysteme
˜
Biodiversität in der vorgelagerten Wertschöpfungskette
uww
˜˜˜˜
S. 204
E5
Ressourcenzuflüsse einschließlich Ressourcennutzung
˜
Beschaffung und Nutzung von Primärressourcen
uww
˜˜˜˜
S. 207
Ressourcenabflüsse im Zusammenhang mit Produkten und Dienstleistungen und Abfälle
˜
Geschäftsmodelle für das Recycling
uwu
™˜˜˜
S. 207
I,F&E
Innovation, Forschung & Entwicklung
˜
Produktinnovationen
wuw
˜˜˜˜
S. 218
Ì
Breakthrough-Technologien
wuw
˜˜˜˜
S. 218
Ì
Steigerung der Recyclingeffizienz durch​ technologische Innovation​
uuu
™˜˜˜
S. 218
!
Sicherstellen der Produktqualität bei vermehrtem Schrotteinsatz
wuu
™˜˜˜
S. 218
S1
Arbeitsbedingungen und sonstige arbeitsbezogene Rechte
˜
Attraktive Arbeitsbedingungen
wuw
˜˜˜˜
S. 231
Gesundheitsschutz & Sicherheit
˜
Gesunde und sichere Arbeitsbedingungen in der voestalpine
wuw
˜˜˜˜
S. 231
˜
Arbeitsunfälle, Verletzungen und Berufskrankheiten
wuw
˜˜˜˜
S. 231
Gleichbehandlung & Chancengleichheit
˜
Chancengleichheit für alle Mitarbeiter:innen
wuw
˜˜˜˜
S. 231
Weiterbildung & Kompetenzentwicklung
˜
Persönliche Entwicklung und Ausbildung
wuw
˜˜˜˜
S. 231
S2
Arbeitnehmerrechte und -bedingungen in der Wertschöpfungskette
™
Unangemessene oder missbräuchliche Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette
uww
˜˜˜˜
S. 260
S3
Betroffene Gemeinschaften
˜
Engagement mit betroffenen Gemeinschaften
wuw
˜˜˜˜
S. 270
G1
Unternehmensethik und Unternehmenskultur
˜
Gemeinsame Werte in der voestalpine
wuw
˜˜˜˜
S. 278
˜
Gelebte Unternehmensethik
uuu
˜˜˜˜
S. 278
!
Verstöße ​gegen Compliance-Richtlinien und Wirtschaftskriminalität​
uuu
˜˜˜˜
S. 278
Management der Beziehung zu Lieferanten einschließlich Zahlungspraktiken
™
Auswahlprozess bei Lieferant:innen
uww
˜˜˜˜
S. 279
Legende
˜
tatsächlich positive Auswirkung
™
potenziell positive Auswirkung
Ì
Chance
uww
vorgelagert
wuw
eigener Betrieb
wwu
nachgelagert
˜
tatsächlich negative Auswirkung
™
potenziell negative Auswirkung
!
Risiko
˜™™™
< 1 Jahr
™˜™™
1–5 Jahre
™™˜™
5–10 Jahre
™™™˜
10+ Jahre
Die identifizierten wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen der voestalpine werden regelmäßig evaluiert, um den derzeitigen und erwarteten Einfluss auf Geschäftsmodell und Strategie festzustellen und gegebenenfalls Maßnahmen zum Umgang mit wesentlichen Auswirkungen und
Risiken abzuleiten. Nähere Details zu den wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen finden sich in den tabellarischen Darstellungen in den themenspezifischen Kapiteln dieses Nachhaltigkeitsberichts.
Im Geschäftsjahr 2025/26 können keine wesentlichen finanziellen Effekte auf die im Nachhaltigkeitsbericht identifizierten Chancen und Risiken zurückgeführt werden. Auch im nächsten Berichtszeitraum ist nicht mit wesentlichen Buchwertanpassungen der im IFRS-Konzernabschluss ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden auf Basis der im Nachhaltigkeitsbericht identifizierten Chancen und Risiken zu rechnen. Im Geschäftsjahr 2024/25 wurden eine Wertminderung in Höhe von 38,8 Mio. EUR sowie Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 47,7 Mio. EUR bei der Automotive Components erfasst, welche unter anderem auch durch das transitorische Klimarisiko „Rückgang von Absatzmenge und Marge durch Strukturwandel in der europäischen Industrie und Wettbewerbsnachteile infolge einseitiger EU-Regulierung“ bedingt waren.
Die Widerstandsfähigkeit der Strategie und des Geschäftsmodells der voestalpine wird im Rahmen des Strategiereviewprozesses regelmäßig analysiert und bewertet. Angaben hinsichtlich des Klimawandels finden sich im Abschnitt SBM-3 E1. Dem Risiko der „Sicherstellung der Produktqualität bei vermehrtem Schrotteinsatz“ begegnet die voestalpine mit einem breiten Maßnahmenbündel. Kern dieser Maßnahmen ist der verstärkte Forschungsfokus, um nach Umstellung von der Hochofen- auf die Elektrolichtbogenofenroute weiterhin Stahlgüten in höchster Qualität herstellen zu können (siehe Kapitel I, F&E). In Bezug auf das Risiko durch Verstöße gegen Compliance-Richtlinien und Wirtschaftskriminalität liegen ausreichend Konzepte und Verfahren vor. Nähere Informationen dazu finden sich im Kapitel G1-1 und G1-3.
Insgesamt wird davon ausgegangen, dass die bereits umgesetzten und geplanten Maßnahmen dazu geeignet sind, die festgestellten Nachhaltigkeitsrisiken zu reduzieren und so die langfristige Widerstandsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen.
SBM-3 – E1 Klimawandel
Die voestalpine hat fünf wesentliche klimabezogene Risiken identifiziert, bei denen es sich um ein klimabezogenes physisches Risiko und vier klimabezogene Übergangsrisiken handelt:
Klimabezogene Risiken
Risiko
Klimabezogenes physisches Risiko
!
Akute und chronische physische Klimarisiken
Klimabezogenes Übergangsrisiko
!
Transitorisches Risiko: Technische Umstellung auf emissionsarme Technologien
!
Transitorisches Risiko: Kosten aufgrund CO2-Bepreisung
!
Transitorisches Risiko: Lieferengpässe bzw. höhere Kosten für wichtige Materialien und Rohstoffe
!
Transitorisches Risiko: Engpässe in der Energieversorgung und höhere Kosten für die Energiebeschaffung
Die voestalpine hat ab dem Geschäftsjahr 2023/24 eine physische und eine transitorische Klimarisikoanalyse durchgeführt, welche im Geschäftsjahr 2024/25 abgeschlossen wurde. Darauf aufbauend wurde im selben Geschäftsjahr eine Analyse der Resilienz des Geschäftsmodells sowie der Unternehmensstrategie vorgenommen. (Weitere Informationen zum Verfahren, den kritischen Annahmen und den angewandten Zeithorizonten der Klimarisikoanalysen sind im Kapitel IRO-1 E1 enthalten.)
Die Analyse der Resilienz der voestalpine hinsichtlich der identifizierten Risiken berücksichtigt sowohl die eigenen Geschäftstätigkeiten der gesamten Gruppe als auch die Aktivitäten entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. In der vorgelagerten Wertschöpfungskette lag der Fokus auf den zentralen Rohstoffen und Energiequellen, während nachgelagert insbesondere die wichtigsten Kund:innen-Segmente sowie Markttrends zur zukünftigen Nachfrage einbezogen wurden. Dabei wurden alle risikobehafteten Vermögenswerte und Geschäftsbereiche analysiert, die für die strategische Ausrichtung des Unternehmens, Investitionsentscheidungen sowie bestehende und geplante Klimaschutzmaßnahmen relevant sind.
Physische Risiken
Die voestalpine hat auf Basis der physischen Klimarisikoanalyse an ihren wesentlichen Standorten eine Reihe von Anpassungsmaßnahmen umgesetzt, um die Auswirkungen physischer Klimarisiken so weit wie möglich zu minimieren. Dazu zählen unter anderem bauliche Maßnahmen wie Hochwasserschutz und Logistikanpassungen bei Niedrigwasser. Zudem wird die Diversifizierung der Lieferwege vorangetrieben, um den Auswirkungen chronischer Pegelschwankungen von Flüssen entgegenzuwirken. Derzeit werden diese Maßnahmen als ausreichend erachtet, um sowohl kurz-, mittel- als auch langfristig den identifizierten physischen Risiken wirksam zu begegnen. Daher sieht die voestalpine aktuell keine Anfälligkeit, dass Vermögenswerte oder Geschäftstätigkeiten durch physische Klimarisiken erheblich beeinträchtigt werden könnten. Es wird davon ausgegangen, dass bereits umgesetzte und geplante Maßnahmen geeignet sind, die festgestellten physischen Klimarisiken zu reduzieren und so die langfristige Widerstandsfähigkeit des Unternehmens gegenüber klimabedingten physischen Risiken sicherzustellen.
Transitorische Risiken
Zur Feststellung der Resilienz der voestalpine hinsichtlich der identifizierten transitorischen Klimarisiken wurden geplante und aktuelle Mitigationsmaßnahmen mitberücksichtigt (siehe E1-3).
CO2e-Bepreisungsmechanismen wie das EU-Emissionshandelssystem (ETS) und der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) führen zu steigenden finanziellen Belastungen, die potenziell Wettbewerbsnachteile gegenüber Nicht-EU-Wettbewerber:innen verursachen und einen strukturellen Wandel, wie Abwanderung von Abnehmerindustrien und einen höheren Preiswettbewerb, in der Industrie auslösen können.
Ein Kernelement der strategischen Ausrichtung der voestalpine stellt die Dekarbonisierung der Stahlerzeugung dar (siehe SBM-1), unter anderem, um dem Risiko der höheren Kosten für CO2-Zertifikate entsprechend zu begegnen. Daher sind damit verbundene Investitionsentscheidungen und Klimaschutzmaßnahmen in der Geschäftstätigkeit und im Geschäftsmodell bereits berücksichtigt (siehe E1-1 und E1-3), womit die voestalpine die Anpassung des Geschäftsmodells an den Klimawandel sicherstellt.
Gleichzeitig können damit verbundene transitorische Risiken entstehen – insbesondere in Bezug auf Lieferengpässe für Energie, wichtige Rohstoffe und damit einhergehende höhere Kosten und sich verändernden Wettbewerb - denen mit laufenden Maßnahmen entgegengewirkt wird (siehe E1-3).
Durch die strategische Ausrichtung des Geschäftsmodells zur Dekarbonisierung einerseits und laufende Evaluierung der transitorischen Klimarisiken andererseits setzt die voestalpine die notwendigen Schritte, um das Geschäftsmodell mittel- und langfristig an den Klimawandel anzupassen, und hält gleichzeitig die erforderliche Flexibilität für regulatorische Veränderungen und Marktdynamiken aufrecht.
Die Belastbarkeit der Resilienzanalyse ist aufgrund der Abhängigkeit von politischen Entscheidungen und regulatorischen Veränderungen, der Unsicherheit künftiger CO2-Preisentwicklungen sowie des technologischen Wandels inhärent mit Prognoseunsicherheiten
verbunden, wobei die Bewertung wesentlich auf fachlicher Einschätzung und erfahrungsbasierten Annahmen beruht.
SBM-3 – E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme
Im Zuge der Wesentlichkeitsanalyse wurden keine wesentlichen Auswirkungen der Aktivitäten der voestalpine auf die biologische Vielfalt und auf Ökosysteme oder Abhängigkeiten der Unternehmensaktivitäten von den jeweiligen Ökosystemdienstleistungen an ihren eigenen Standorten festgestellt. Darüber hinaus sind keine negativen Auswirkungen der voestalpine-Aktivitäten auf betroffene Arten oder im Hinblick auf Landdegradation, Wüstenbildung oder Bodenversiegelung festgestellt worden. Die voestalpine erkennt an, dass ihre Treibhausgasemissionen den Klimawandel vorantreiben und dieser die Biodiversität beeinflusst. Aufgrund der globalen Wirkung des Klimawandels und fehlender standortbezogener Zuordenbarkeit dieses Einflusses auf spezifische Ökosysteme oder lokale Standorte lässt sich dieser nicht quantifizieren. Daher wird der Einfluss des Klimawandels auf Biodiversitätsverluste im Zuge der Wesentlichkeitsanalyse für den eigenen Betrieb als nicht wesentlich bewertet.
SBM-3 – Soziale Themen
Auswirkungen, die sich speziell auf die eigenen Arbeitskräfte, die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette sowie betroffene Gemeinschaften beziehen, ergeben sich teilweise aus dem Geschäftsmodell und der Strategie der voestalpine. Die arbeitsintensiven Prozesse der Stahlerzeugung, die globale Lieferkette und die strategisch vorangetriebene Dekarbonisierung sind dabei zentrale Einflussfaktoren. Diese erfordern kontinuierliche Anpassungen, insbesondere in den Bereichen Arbeitssicherheit, sozial verträgliche Beschaffung und gezielte Förderung von Nachhaltigkeitskompetenzen der Mitarbeiter:innen. Durch deren kontinuierliche Integration in die Unternehmensstrategie werden nicht nur Herausforderungen bewältigt, sondern auch positive Entwicklungen gefördert – etwa durch bessere Arbeitsbedingungen, nachhaltige Lieferketten und ein aktives Engagement für die Anliegen betroffener Gemeinschaften.
SBM-3 – S1 Arbeitskräfte des Unternehmens
Von den wesentlichen Auswirkungen der Geschäftstätigkeiten der voestalpine können alle Mitarbeiter:innen betroffen sein. Neben den Mitarbeiter:innen arbeiten auch Selbstständige und Leiharbeiter:innen, die von Drittunternehmen bereitgestellt werden, für die voestalpine.
Mitarbeiter:innen haben einen unbefristeten oder zeitlich befristeten Arbeitsvertrag und arbeiten regelmäßig für die voestalpine. Vorstände zählen laut österreichischem Arbeitsrecht nicht als „Mitarbeiter:innen/Beschäftigte“.
Selbstständige bieten ihre Dienstleistungen auf freiberuflicher Basis an und werden als externe Expert:innen für spezifische Projekte oder Aufgaben engagiert.
Leiharbeiter:innen werden von Drittunternehmen oder Agenturen entsandt, um temporär bei der voestalpine zu arbeiten. Es wird dafür gesorgt, dass diese Mitarbeiter:innen in die Unternehmenskultur integriert werden und die notwendige Unterstützung erhalten, einschließlich spezifischer Onboarding-Programme und regelmäßiger Feedback-Sitzungen.
Die identifizierten positiven Auswirkungen resultieren aus gezielten Maßnahmen der voestalpine zur Förderung attraktiver Arbeitsbedingungen und Chancengleichheit sowie persönlicher Entwicklung und Ausbildung. Die Einhaltung der Menschenrechte wird durch klare Unternehmensrichtlinien sichergestellt, während gesunde und sichere Arbeitsbedingungen durch präventive Sicherheitsmaßnahmen, regelmäßige Schulungen und ein umfassendes Arbeitsschutzmanagementsystem gewährleistet werden. Diese positiven Auswirkungen betreffen alle eigenen Arbeitskräfte der voestalpine.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Verstöße gegen Menschenrechtsbestimmungen oder Vorfälle im Zusammenhang mit Kinder- oder Zwangsarbeit festgestellt. Um solchen Verstößen weiterhin konsequent vorzubeugen, überprüft die voestalpine ihre Prozesse regelmäßig und setzt gezielte Maßnahmen zur Risikominimierung um.
Die potenziell negativen Auswirkungen von Unfällen, Verletzungen und Berufskrankheiten beruhen auf Einzelfällen und sind weder systemisch noch weit verbreitet. Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse wurde jedoch festgestellt, dass Mitarbeiter:innen in der Produktion, insbesondere in Hochtemperaturbereichen oder im Umgang mit schweren Maschinen, aufgrund der Beschaffenheit ihres Arbeitsumfelds einem erhöhten Risiko für arbeitsbedingte Gefahren ausgesetzt sind. Detaillierte Informationen zu den entsprechenden Mitigationsmaßnahmen sind unter S1-4 beschrieben.
Durch die Stilllegung zweier kohlebasierter Hochofenaggregate und die Inbetriebnahme von Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz ab 2027 wird es für die betroffenen Arbeitskräfte entsprechende Umschulungsmaßnahmen und Aufqualifizierungsprogramme auf grüne und zukunftsfähige Technologien geben. Damit soll die Beschäftigungsfähigkeit weiterhin gewährleistet sein.
Aktuell sind keine wesentlichen Risiken und Chancen in Bezug auf die Arbeitskräfte des Unternehmens bekannt.
SBM-3 – S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse wurde erkannt, dass sich unangemessene oder missbräuchliche Arbeitsbedingungen potenziell negativ auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette auswirken. Diese potenziell negative Auswirkung resultiert aus der globalen Verteilung der Arbeitskräfte sowie dem unbeabsichtigten Auftreten von Arbeits- oder Menschenrechtsverletzungen. Daraus können unter anderem wirtschaftliche Nachteile, etwa durch eine Verschlechterung der Nachhaltigkeitsratings seitens relevanter Stakeholder:innen, resultieren.
Bei der Identifikation potenzieller Auswirkungen, Risiken und Chancen in der Wertschöpfungskette berücksichtigt die voestalpine insbesondere folgende Gruppen von Arbeitskräften:
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Arbeitskräfte zur Gewinnung von Rohstoffen
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Arbeitskräfte in der Logistik
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Arbeitskräfte in der Metallverarbeitung zur Erzeugung von Vormaterialien
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Externe Werksleister am Werksgelände der voestalpine

Was die vorerwähnte Auswirkung anbelangt, sind alle Arbeitskräfte in der vorgelagerten Wertschöpfungskette betroffen. Im vorgelagerten Bereich sind dies Arbeitskräfte von Lieferant:innen, die Waren, Rohstoffe und Materialien an die voestalpine liefern. Zu den Arbeitskräften, die für negative Auswirkungen als besonders anfällig identifiziert wurden, gehören zudem bestimmte schutzbedürftige Gruppen wie Wanderarbeitnehmende, Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Frauen, Minderheiten sowie junge und ältere Arbeitskräfte. Die voestalpine erkennt an, dass hier das Risiko von Kinder- bzw. Zwangsarbeit besonders hoch ist, wenn sozioökonomische Anfälligkeiten bestehen, Arbeitsrecht nur unzureichend durchgesetzt wird und Lieferketten komplex sind. Die voestalpine verlangt von allen aktiven Geschäftspartner:innen, dass sie für sichere und gesunde Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeiter:innen sorgen, die für eine:n Geschäftspartner:in oder unter dessen:deren Aufsicht arbeiten.
Die voestalpine verfolgt im Lieferkettenmanagement einen risikobasierten Ansatz, in dem Branchen- und Länderrisiken in Zusammenhang mit Aktivitäten von Lieferant:innen berücksichtigt werden. So ist bekannt, dass Arbeitskräfte von Unternehmen, die Rohstoffe und Vorprodukte wie
Erze, Legierungen und weitere Metalle erzeugen, einem erhöhten Risiko von Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Auch jene Länder und Regionen, in denen diese Rechte gehäuft verletzt werden, sind bekannt und werden von der voestalpine bei der Identifikation und dem Management der IROs in den Fokus gerückt.
Eine länderspezifische Risikoanalyse hat ergeben, dass bestimmte Länder in der vorgelagerten Wertschöpfungskette der voestalpine ein erhöhtes Risiko für Menschenrechtsverletzungen aufweisen. Um Menschenrechtsverletzungen – einschließlich Kinder- und Zwangsarbeit – in der vorgelagerten Wertschöpfungskette und insbesondere in den risikobehafteten Regionen bestmöglich auszuschließen, setzt die voestalpine auf strenge Sorgfaltspflichtenprozesse sowie die verpflichtende Einhaltung ihres Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen.
Die voestalpine bezog im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre Rohstoffe und Vorprodukte wie Erze, Legierungen, Reduktionsmittel und weitere Metalle aus ca. 40 Ländern. Der Abgleich mit der länderspezifischen Risikoanalyse zeigt, dass darunter auch Länder wie Brasilien, China, Indien, Mexiko, Sambia, Südafrika, die Türkei, die Ukraine, Vietnam und Zimbabwe fallen. Diese Länder weisen unter anderem ein hohes Risiko hinsichtlich Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit und Umweltverschmutzung auf.
SBM-3 – S3 Betroffene Gemeinschaften
Sämtliche betroffenen Gemeinschaften, die voraussichtlich von wesentlichen Auswirkungen der Geschäftstätigkeiten und der Wertschöpfungskette der voestalpine, einschließlich der Auswirkungen durch ihre Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsbeziehungen, betroffen sein könnten, werden gemäß den Angaben nach ESRS 2 erfasst. Im Zuge der Durchführung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurde die enge Zusammenarbeit mit betroffenen Gemeinschaften und deren Einbeziehung als wesentliche positive Auswirkung identifiziert. Der Fokus liegt dabei auf betroffenen Gemeinschaften in der Nähe der größeren Standorte Linz, Donawitz und Kapfenberg. Für weitere Gemeinschaften entlang oder an den Endpunkten der Wertschöpfungskette wurden keine wesentlichen Auswirkungen, Risiken oder Chancen festgestellt.
Da die voestalpine ausschließlich in aufgeschlossenen Industriegebieten tätig ist, werden auch indigene Gemeinschaften nicht durch die direkte Geschäftstätigkeit des Unternehmens in ihren Rechten eingeschränkt. Im Rahmen des Lieferkettenmanagements wird jedoch von Lieferant:innen verlangt, dass sie die Einhaltung der Rechte indigener Völker gewährleisten. Bei Verstößen ergreift die voestalpine geeignete Maßnahmen, die in letzter Konsequenz bis zur Aussetzung oder Beendigung der Lieferbeziehung führen können.
Zu den von wesentlichen – positiven – Auswirkungen durch eigene Aktivitäten betroffenen lokalen Gemeinschaften in der Nähe oben genannter Betriebsstandorte zählen:
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Direkte Anrainer:innen von Produktions- und Verarbeitungsstandorten
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Mitarbeiter:innen
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Betriebsrat und Gewerkschaften
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Politik auf nationaler und europäischer Ebene
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Lokale, nationale und internationale Behörden
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Bildungseinrichtungen & Forschung
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NGOs und NPOs (Zivilgesellschaft, Bürgerinitiativen)
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Interessenvertretungen (gesetzliche und freiwillige)
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Energieversorger
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Allgemeine Öffentlichkeit, Medien
Die Strategie der voestalpine basiert auf Transparenz und Verantwortung. Es wird darauf geachtet, dass die Geschäftstätigkeiten nicht nur wirtschaftlichen Erfolg bringen, sondern auch einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten. Durch einen stetigen und strukturierten Dialog mit den betroffenen
Gemeinschaften wird sichergestellt, dass deren Bedürfnisse so weit wie möglich berücksichtigt und gemeinsam Lösungen für Herausforderungen entwickelt werden. Dies umfasst die Einbeziehung der Gemeinschaften in Entscheidungsprozesse, die regelmäßige Kommunikation über die Aktivitäten des Unternehmens und die Umsetzung von Initiativen zur Verbesserung der Lebensqualität und Umweltbedingungen in den betroffenen Standortregionen. Ein zentraler Bestandteil sind überdies transparente und öffentlich zugängliche Systeme zur Meldung etwaiger Auswirkungen direkt an die Unternehmen über behördliche Prozesse hinaus.
Neben transparenter Information und gesellschaftlichen oder karitativen Initiativen liegt ein wichtiger Fokus der voestalpine auch auf arbeitsmarktbezogenen Belangen zur schulischen und beruflichen Qualifizierung, etwa bei der Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen, und der Absicherung bzw. dem Ausbau der Beschäftigung im Umfeld relevanter Produktionsstandorte. Diese Aktivitäten sollen nicht nur die wirtschaftliche Resilienz sicherstellen, sondern fördern darüber hinaus den sozialen Zusammenhalt und das Wohlergehen der Gemeinschaften. Dies ermöglicht der voestalpine, soziale, kulturelle und ökologische Fragestellungen der betroffenen Kommunen besser zu verstehen. Zudem trägt die voestalpine als Arbeitgeberin zur wirtschaftlichen Stabilität in vielen Standortregionen bei. Um ihren gesellschaftlichen Beitrag transparent darzustellen, veröffentlicht die voestalpine auf der Website https://www.voestalpine.com/oesterreich/de/ Daten zu Forschung und Entwicklung, Umwelt, Beschäftigung sowie Steuer- und Abgabenleistungen.
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
IRO-1 – Beschreibung des Verfahrens zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen
Methodischer Rahmen
Die voestalpine identifizierte im Jahr 2024 ihre wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte mit der doppelten Wesentlichkeitsanalyse. Die Durchführung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse der voestalpine erfolgte gemäß den Methodenbeschreibungen und Arbeitsschritten der European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Gemäß dem Prinzip der doppelten Wesentlichkeit werden dabei zwei Perspektiven berücksichtigt, um die Wechselwirkungen zwischen Unternehmen und Umfeld systematisch zu erfassen:
Auswirkungswesentlichkeit (Inside-out-Perspektive): Diese Perspektive betrachtet die direkten und indirekten Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Menschen und Umwelt. Untersucht wird, inwiefern Unternehmenspraktiken das Wohlbefinden von Menschen, gesellschaftliche Entwicklungen oder die Natur beeinflussen.
Finanzielle Wesentlichkeit (Outside-in-Perspektive): Dieser Blickwinkel untersucht finanzielle Risiken und Chancen, die sich aus den Auswirkungen des Unternehmens (beispielsweise durch Umweltschäden in der vorgelagerten Wertschöpfungskette) oder aus Abhängigkeiten von externen Faktoren (beispielsweise durch Erhöhung des Wasserstresses an Produktionsstandorten) ergeben können. Die finanzielle Wesentlichkeit beschreibt somit, wie Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Stabilität eines Unternehmens beeinflussen.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Wesentlichkeitsanalyse
Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse bilden die Grundlage für die offenlegungspflichtigen quantitativen und qualitativen Angaben im Nachhaltigkeitsbericht. Gleichzeitig unterstützen sie die strategische Planung und operative Ausrichtung in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung.
Der Prozess der doppelten Wesentlichkeitsanalyse, den die voestalpine im Geschäftsjahr 2023/24 erstmalig durchgeführt hat, umfasst sieben aufeinander aufbauende Schritte und entspricht den Anforderungen der ESRS. Der Prozess wurde begleitend dokumentiert, intern abgestimmt und extern geprüft.
Es ist geplant, den Gesamtprozess der Wesentlichkeitsanalyse künftig alle fünf Jahre durchzuführen. Sollte es innerhalb des Konzerns zu signifikanten Änderungen kommen, erfolgt eine vorzeitige Aktualisierung. Unabhängig davon wird jährlich überprüft, ob die identifizierten wesentlichen IROs weiterhin relevant sind oder ob in der Nachhaltigkeitsberichterstattung Anpassungen hinsichtlich zu berichtender Angabepflichten und Datenpunkte erforderlich sind. Für das Geschäftsjahr 2025/26 wurde eine entsprechende Überprüfung bereits durchgeführt. Dabei wurden die IROs hinsichtlich ihrer Wesentlichkeit überarbeitet und aktualisiert.
Für die eigenen Geschäftstätigkeiten wurde eine Spezifizierung des organisatorischen Geltungsbereichs vorgenommen, um zu identifizieren, ob ein IRO einzelne Geschäftseinheiten oder den gesamten Konzern betrifft. Für nicht vollkonsolidierte Unternehmen wurden keine zusätzlichen wesentlichen Auswirkungen identifiziert. Aufgrund ihrer finanziellen Unwesentlichkeit wurde ausgeschlossen, dass diese Unternehmen eine Quelle wesentlicher Risiken oder Chancen darstellen. Dementsprechend beziehen sich die IROs und KPIs im Nachhaltigkeitsbericht, die sich auf die eigene Wertschöpfung beziehen, auf den gleichen Konsolidierungskreis wie die Finanzberichterstattung. Sollten zukünftig wesentliche IROs im Zusammenhang mit beherrschten, jedoch nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Einheiten festgestellt werden, werden diese in den Berichtsumfang aufgenommen.
Ausgenommen hiervon sind spezifische Datenpunkte, die nicht kontrollierte Unternehmen einschließen, wie z. B. Scope-3-Emissionen, in Übereinstimmung mit EFRAG IG 2 Value Chain.
Identifikation von Auswirkungen, Risiken und Chancen
Zu Beginn des Prozesses wurde der Unternehmenskontext analysiert. Dies umfasste eine Betrachtung der Geschäftsaktivitäten, Geschäftsbeziehungen, vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsketten und betroffenen Interessengruppen, um die relevanten Nachhaltigkeitsaspekte zu identifizieren.
Zur Identifikation der Auswirkungen, Risiken und Chancen (IRO) orientierte sich die voestalpine unter anderem an der in den ESRS definierten Liste der Nachhaltigkeitsaspekte. Alle Aspekte wurden systematisch geprüft, um festzustellen, ob sie mit IROs in der eigenen oder vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette der voestalpine verbunden sind. Die Ermittlung und Priorisierung der wesentlichen Themen sowie die Ableitung der damit verbundenen tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen, Risiken und Chancen erfolgten im Rahmen eines strukturierten Projektmanagementprozesses zur CSRD‑Implementierung. Hierfür wurden fachlich zuständige interne Expert:innen-Teams einbezogen, die im Zuge der Risiko‑ und Chancenanalyse systematisch prüften, ob diese aus den unternehmensbezogenen Auswirkungen oder aus wesentlichen Abhängigkeiten von Ressourcen und Stakeholder:innen resultieren.
Schwerpunkte im Zusammenhang mit spezifischen Tätigkeiten, Geschäftsbeziehungen, geografischen Gebieten oder anderen Faktoren wurden vorerst keine gesetzt.
Als methodische Grundlage für die IRO-Ermittlung dienten internationale Instrumente der unternehmerischen Sorgfaltspflicht sowie anerkannte Berichtsstandards, insbesondere die ESRS, die ISSB-Standards und weitere Vorgaben gemäß EFRAG-Umsetzungsleitlinien. Ergänzend wurden öffentlich verfügbare Risikolisten zu transitorischen und physischen Klimarisiken berücksichtigt.
Zur inhaltlichen Fundierung wurden externe Datenquellen wie wissenschaftliche Studien, Marktforschung und die Ergebnisse von Stakeholder:innen-Befragungen herangezogen.
Einbeziehung von Stakeholder:innen
Die Auswahl der Interessenträger:innen, die eingebunden wurden, hat das Projektkernteam getroffen. Dazu wurde zuerst ein Gespräch mit dem Experten für Stakeholder:innen-Management der voestalpine geführt. Basierend darauf wurden die potenziell einzubindenden Stakeholder:innen in einem Workshop hinsichtlich ihrer Wichtigkeit und Zugänglichkeit bewertet. Die Wichtigkeit wurde daran bemessen, wie hoch das Interesse einer Stakeholder:innen-Gruppe an der nachhaltigen Entwicklung der voestalpine ist und wie groß ihr Einfluss auf das Unternehmen ist. Die Bewertung der Wichtigkeit war ausschlaggebend dafür, ob eine Stakeholder:innen-Gruppe eingebunden werden soll, und die Bewertung der Zugänglichkeit bestimmte, auf welche Art dies geschehen soll.
Um die Interaktionsmethodik für jede Stakeholder:innen-Gruppe zu bestimmen, wurden die Gruppen anhand ihrer Erreichbarkeit kategorisiert. Die Einbindung der Interessenträger:innen erfolgte auf zwei verschiedenen Wegen: mittels persönlicher Interviews und einer breit angelegten anonymen Online-Umfrage.
Darüber hinaus flossen interne Informationen ein, insbesondere bestehende Risikomatrizen der Fachbereiche sowie unternehmensinterne Berichte.
Im weiteren Verlauf der Wesentlichkeitsanalyse wurde eine Einschätzung von Stakeholder:innen eingeholt.
Insgesamt wurden 130 interne und externe Stakeholder:innen, die sich in Belegschaftsvertreter:innen, Lieferant:innen, Kund:innen, Aktionär:innen, Investor:innen und Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen unterteilen, in die Analyse einbezogen.
Bewertung von IROs
Alle identifizierten IROs wurden in mehreren Workshops bewertet – anhand der in den ESRS 1- und den EFRAG-Umsetzungsleitfäden für die Wesentlichkeitsanalyse vorgesehenen und nachfolgend erläuterten Kriterien. Alle relevanten internen Expert:innen wurden in den Bewertungsprozess eingebunden.
Bewertungsansatz für positive und negative Auswirkungen
Die Schwere positiver und negativer Auswirkungen wurde anhand von Bewertungsdimensionen evaluiert. Ausgangspunkt war die Ermittlung des Schweregrads einer Auswirkung, der anhand des Ausmaßes der Auswirkungen, des Umfangs der betroffenen Bereiche oder Personen und der Unabänderlichkeit im Falle negativer Auswirkungen bestimmt wurde.
Der Schweregrad beschreibt das Ausmaß des Schadens oder Nutzens, den eine Auswirkung auf Mensch und Umwelt hat oder haben kann – einschließlich irreversibler Schäden und langfristiger Beeinträchtigungen betroffener Menschen oder Ökosysteme. Bei potenziellen Auswirkungen floss zusätzlich die Eintrittswahrscheinlichkeit in die Bewertung ein. Diese basiert auf historischen Daten, aktuellen Trends und wissenschaftlichen Prognosen.
Für potenzielle menschenrechtsbezogene Auswirkungen hatte der Schweregrad der Auswirkungen Vorrang vor ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit.
Bewertungsansatz für Risiken und Chancen
Auch die Wesentlichkeit von Risiken und Chancen wurde über Bewertungsdimensionen ermittelt. Ausgangspunkt war das potenzielle Ausmaß des finanziellen Effekts, das mit der Eintrittswahrscheinlichkeit multipliziert wurde.
Ermittlung der Berichtspflichten auf Basis wesentlicher IROs
Nachdem die IROs identifiziert und bewertet wurden, erfolgte die Klassifizierung der für diesen Nachhaltigkeitsbericht wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen. Dazu wurden Schwellenwerte für die Wesentlichkeit von IROs festgelegt. IROs, die den definierten Schwellenwert von 2 (von 3) erreichten bzw. überschritten, wurden als wesentlich eingestuft.
Zusätzlich wurden Nachhaltigkeitsaspekte als wesentlich eingestuft, wenn sie von den Stakeholder:innen als relevant bewertet wurden oder mindestens eine zugeordnete negative Auswirkung mit menschenrechtlicher Relevanz aufwiesen.
Verankerung der Wesentlichkeitsanalyse in Governance und Konzernprozessen
Alle Entscheidungen im Rahmen der Wesentlichkeitsprüfung wurden auf Basis der beschriebenen Bewertungen konsensual im Kernteam getroffen. Ein spezialisiertes externes Beratungsunternehmen begleitete den Prozess, sicherte die Einhaltung der ESRS-Vorgaben und sorgte dafür, dass Entscheidungen auf einer sachlichen und objektiven Grundlage basierten. Die finalen Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse wurden im Rahmen eines Sustainability Board Meetings präsentiert und freigegeben.
Der Prozess zur Ermittlung, Bewertung und zum Management von Auswirkungen und Risiken ist mit dem konzernweiten Risikomanagement der voestalpine abgestimmt. Group Sustainability und die Abteilung Revision und Risikomanagement arbeiten hierbei zusammen: Nachhaltigkeitsrisiken, die im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse identifiziert werden, werden anschließend vom Risikomanagement nach den konzernweit geltenden Bewertungsmaßstäben und gleichwertig zu anderen Geschäftsrisiken analysiert. Die Ergebnisse dieser Bewertungen fließen in das konzernale Risikoprofil ein und bilden die Grundlage für die Ableitung gezielter Maßnahmen zur Risikominderung.
Auch die im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse ermittelten wesentlichen Chancen werden in bestehende Managementverfahren der voestalpine überführt – insbesondere in die strategische Unternehmensplanung und das Innovationsmanagement. Ziel ist es, diese Chancen systematisch zu nutzen – etwa durch Erschließen neuer Marktpotenziale, die Entwicklung und Einführung nachhaltiger Produkte zur langfristigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.
IRO-1 – E1 Klimawandel
Die voestalpine hat folgende Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen klimabezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen vorgenommen:
Ermittlung der wesentlichen Klimaauswirkungen
Als Teil der Wesentlichkeitsanalyse wurden die Aktivitäten und Pläne der voestalpine überprüft, um tatsächliche und potenzielle künftige Quellen von Treibhausgasemissionen und gegebenenfalls Ursachen für andere klimabezogene Auswirkungen zu ermitteln, indem die Treibhausgasbilanz für Scope 1, 2 und 3 berechnet wurde. Weitere Informationen zur THG-Bilanzierung sind unter E1-6 zu finden.
Aufgrund der energie- und THG-intensiven Aktivitäten wurde die tatsächliche wesentliche negative Auswirkung von THG-Emissionen (Scope 1, 2, 3) identifiziert.
Verfahren zur Ermittlung und Bewertung wesentlicher klimabezogener Risiken und Chancen der voestalpine
Im Rahmen von klimabezogenen Szenarioanalysen hat die voestalpine ihre wesentlichen klimabezogenen Risiken und Chancen identifiziert. Diese sind detailliert im Abschnitt ESRS 2 SBM-3 der Allgemeinen Angaben beschrieben und werden in physische sowie transitorische Klimarisiken unterteilt.
Die physischen Klimarisiken wurden standortspezifisch analysiert, während die transitorischen Klimarisiken die Dekarbonisierung der gesamten Stahlproduktion abdecken. Die identifizierten Risiken aus beiden Kategorien fließen in die Resilienzanalyse ein, welche die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens gegenüber diesen klimabedingten Risiken und Chancen bewertet.
Die Risikoanalysen erfolgen zunächst auf Bruttobasis, das heißt, die Risiken und Chancen werden in ihrer natürlichen Form betrachtet – so, wie sie das Geschäft ohne Berücksichtigung von Gegenmaßnahmen beeinflussen könnten. Anschließend wird die Nettosicht analysiert, bei der die Risiken und Chancen nach Umsetzung von Gegenmaßnahmen erneut bewertet werden. Auf Grundlage dieser beiden Betrachtungsdimensionen wird die Resilienz des Unternehmens gegenüber klimabedingten Risiken und Chancen ermittelt.
Die bei den Analysen verwendeten Klimaszenarien sind mit den kritischen klimabezogenen Annahmen im Abschluss vereinbar (siehe weiterführend auch Konzernabschluss B.2. Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen).
Physische Klimarisikoanalyse
Für die physische Szenarioanalyse, welche im Rahmen der EU-Taxonomie durchgeführt wurde und sämtliche Anforderungen der ESRS miterfüllt, kamen verschiedene Klimaszenarien einer simulationsbasierten Lösung zur Anwendung. Die Analyse umfasste wesentliche Standorte mit einem Assetwert über 10 Mio. EUR sowie strategische Knotenpunkte innerhalb des eigenen Betriebs. Dadurch kann sichergestellt werden, dass das wesentliche Sachanlagevermögen durch die physische Risikoanalyse entsprechend abgedeckt ist. Die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette wurden in der Analyse nicht berücksichtigt. Aufgrund der hohen Diversifizierung von Lieferant:innen- und Kund:innen-Segmenten werden jedoch keine signifikanten physischen Klimarisiken in diesen Bereichen erwartet.
Das Vorgehen der Szenarioanalyse für physische Klimarisiken erfolgte anhand von drei Schritten, wobei als erstes die Risiken identifiziert, daraufhin die Szenarien berechnet und als dritter Schritt Anpassungslösungen evaluiert und bewertet wurden. Die Risikoidentifizierung umfasst die Bewertung der Wirtschaftstätigkeit und die Klimarisikobewertung, um festzustellen, welche physischen Klimarisiken die Wirtschaftstätigkeit beeinträchtigen können. Die Szenarienberechnung beinhaltet die physische Klimarisikobewertung basierend auf den neuesten Klimaprojektionen und Zukunftsszenarien, um die Risiken im Verhältnis zur Tätigkeit und ihrer Lebensdauer zu analysieren. Bei der Festlegung von Anpassungslösungen werden Lösungen bewertet, die das physische Klimarisiko reduzieren können.
Die mit dem Klimawandel im Zusammenhang stehenden kurz- und mittelfristigen physischen Schwachstellen aus Elementarereignissen – z. B. Hoch- oder Niederwasser, Schneelast, Trockenheit, Stürme und starke Winde oder Temperaturschwankungen – wurden im Rahmen der Umsetzung der EU-Taxonomie-Verordnung ermittelt und berichtet. Mithilfe einer simulationsbasierten Lösung zur Identifizierung, Quantifizierung und Offenlegung von physischen Klimarisiken konnten detaillierte Klimarisikoanalysen für alle relevanten Betriebsstandorte erarbeitet werden. Physische Klimarisiken wurden identifiziert, anhand der variablen Eintrittswahrscheinlichkeit, des Umfangs und der Dauer der Gefahren quantifiziert und schließlich dokumentiert. Als Methodengrundlage fungieren die vom Weltklimarat (IPCC) verwendeten repräsentativen Konzentrationspfade RCP 8,5 (= 4,8 °C Erwärmung bis 2100), RCP 6,0 (= 3 bis 4 °C bis 2100), RCP 4,5 (= 2,6 °C bis 2100) und RCP 2,6 (= Unter-2-°C-Ziel) der Zukunftsszenarien sowie Sachstandsberichte zum Klimawandel vom Weltklimarat und zentrale Copernicus-Dienste der Europäischen Kommission. Starke Regenfälle, Überflutungen und Murenabgänge wurden beispielsweise für den voestalpine-Konzern als wesentliche akute Klimarisiken identifiziert. Ein chronisches Klimarisiko sind beispielsweise klimabedingte Pegelschwankungen von Flüssen, die die Schiffbarkeit beeinträchtigen (z. B. auf der Donau) und dadurch Lieferkettenprobleme verursachen können.
Die physische Klimarisikoanalyse betrachtet mit den ausgewählten Szenarien Risiken bis zum Jahr 2100. Durch die Einbeziehung der RCP-Szenarien werden kurz-, mittel- und langfristige Zeithorizonte (gemäß ESRS) abgedeckt. In der Eisen- und Stahlindustrie sind die Investitionszyklen typischerweise lang; metallurgische Anlagen (z. B. Electric Arc Furnace - EAF) werden oft über mehrere Jahrzehnte betrieben. Die Nutzung der ausgewählten Szenarien stellt daher sicher, dass alle relevanten physischen Risiken und Chancen in Bezug auf Vermögen und Geschäftstätigkeit in der Analyse berücksichtigt werden.
Basierend auf den Ergebnissen der physischen Klimarisikobewertung, welche die Brutto-Sicht der Risiken aufzeigen, wurden gegebenenfalls Anpassungslösungen ermittelt und in Umsetzung gebracht. Diese wurden auf Ebene der wesentlichen Standorte definiert und umgesetzt.
Darüber hinaus nutzt der voestalpine-Konzern zur Erfüllung der DNSH-Kriterien der EU-Taxonomie-Verordnung auch seine weltweit breitflächig in den Gesellschaften implementierten Managementsysteme, wie etwa die nach ISO 14001 oder EMAS zertifizierten Umweltmanagementsysteme. Diese Systeme gewährleisten, dass Umwelteinwirkungen identifiziert und im lokalen Umfeld des jeweiligen Standorts auf Relevanz geprüft sowie gegebenenfalls nötige Anpassungslösungen zur Reduktion erarbeitet werden. Die Betrachtungen umfassen bzw. berücksichtigen dabei insbesondere die Umweltaspekte Wasser (nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen) und Biodiversität (Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme). Die Umweltmanagementsysteme legen fest, wie die jeweiligen Gesellschaften ihre Umweltleistung verbessern, rechtliche und sonstige Verpflichtungen erfüllen und lokale Umweltziele erreichen können. Gemäß dem Plan-Do-Check-Act-Ansatz (PDCA-Zyklus) werden Umweltziele definiert und daraus erforderliche Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt:
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Plan (Planen): Identifizieren und Analysieren von Problemen oder Verbesserungspotenzialen, Festlegung von Zielen und Entwicklung eines detaillierten Umsetzungsplans
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Do (Durchführen): Umsetzung erforderlicher Maßnahmen gemäß Umsetzungsplan
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Check (Überprüfen): Überwachen und Bewerten der Umsetzungsergebnisse, um festzustellen, ob die gesetzten Ziele erreicht wurden
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Act (Handeln): Ableitung und Umsetzung weiterer Maßnahmen basierend auf den Ergebnissen der Überprüfung
Transitorische Klimarisikoanalyse
Neben den physischen Klimarisiken wurden auch transitorische Risiken und Chancen analysiert, um die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells und der Strategie der voestalpine unter verschiedenen Dekarbonisierungspfaden und regulatorischen Entwicklungen zu bewerten.
Die transitorische Klimarisikoanalyse basiert auf den NGFS-Szenarien (Network for Greening the Financial System; Szenarien: Net-Zero 2050 (1,5 °C), Below 2 °C und Delayed Transition), die in den ESRS als geeignete Datenquelle anerkannt sind. Die voestalpine wählte diese Klimaszenarien, da sie explizit Variablen für die Grundstoffindustrie, inklusive Stahl, berücksichtigt und damit das Geschäftsmodell der voestalpine widerspiegeln. Innerhalb des NGFS-Datensatzes wurde das REMIND-MAgPIE-Modell herangezogen, welches auf integrierten, global konsistenten makroökonomischen und energiewirtschaftlichen Modellannahmen mit regionaler Aggregation beruht.
Für die Analyse transitorischer Klimarisiken konzentrierte sich die voestalpine auf das „Delayed Transition“-Szenario. Dieses geht davon aus, dass die weltweiten jährlichen Emissionen bis 2030 nicht signifikant sinken, wodurch verschärfte politische Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung auf 2 °C erforderlich werden. Die Wahl dieses Szenarios begründet sich in der hohen Relevanz der damit verbundenen Übergangsrisiken für die Stahlindustrie. Die weiteren NGFS-
Szenarien werden fortlaufend beobachtet, um auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können.
Zentrale Übergangsereignisse, die für die Stahlindustrie von Bedeutung sind, wurden systematisch untersucht. Dazu zählen die Entwicklung des CO2-Preises, regulatorische Anforderungen, die Volatilität der Energiemärkte, veränderte Markt- und Kund:innen-Erwartungen sowie Veränderungen im Kapitalmarkt. Die Auswirkungen dieser Faktoren wurden detailliert analysiert, dokumentiert und hinsichtlich ihrer Relevanz für das Geschäftsmodell der voestalpine bewertet.
Die abschließende Bewertung der Wesentlichkeit aller identifizierten Risiken und Chancen erfolgte anhand einer Wesentlichkeitsmatrix mit den Dimensionen Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit. Diese Bewertung wurde in einem interdisziplinären Workshop durch ein Expert:innen-Team vorgenommen und anschließend durch Fachspezialist:innen aus verschiedenen Unternehmensbereichen validiert. Zur Festlegung des zeitlichen Bezugsrahmens wurden transitorische Risiken in kurz-, mittel- und langfristige Zeiträume unterteilt: weniger als ein Jahr als kurzfristig, ein bis fünf Jahre als mittelfristig, fünf bis zehn Jahre als langfristig und über zehn Jahre als erweitert langfristig. Grundsätzlich wurden alle Risiken in der Brutto-Betrachtung bewertet. Die Netto-Betrachtung wurde nur nach Abschluss der Gegenmaßnahmen angewandt. Wie in E1-1 zu der Analyse der gebundenen Treibhausgase beschrieben, wurden nach aktuellem Stand keine wesentlichen Vermögenswerte oder Geschäftstätigkeiten identifiziert, die im Widerspruch zu den Zielen einer klimaneutralen Wirtschaft stehen würden.
Die wesentlichen Risiken und Chancen werden im Kapitel SBM-3 dargestellt und erläutert.
IRO-1 – E2 Umweltverschmutzung
Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse wurden Anlagen und Standorte hinsichtlich wesentlicher Luft-, Wasser- und Bodenemissionen überprüft. Dabei lag der Fokus insbesondere auf Anlagen, die unter die Industrial Emissions Directive (IED) fallen, sowie auf solchen, die gemäß dem Europäischen Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister (E-PRTR) berichtspflichtig sind. Die voestalpine hat zudem an Produktionsstandorten, die aus Konzernsicht entweder erhebliche Umweltauswirkungen haben oder einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der konzernweiten Umweltleistung leisten, Umweltmanagementsysteme implementiert. Diese Systeme sind unter E2-1 ausführlich beschrieben. Die Erkenntnisse aus diesen Umweltmanagementsystemen flossen in die Bewertung wesentlicher Standorte und Geschäftstätigkeiten mit ein. Eine separate Analyse der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette wurde nicht durchgeführt.
Mikroplastik wird prozessbedingt weder als Rohstoff im Herstellungsprozess eingesetzt noch ist es in den Produkten der voestalpine enthalten. Daher stellt es kein wesentliches Thema dar.
Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse wurden betroffene Gemeinschaften in die Stakeholder:innen-Analyse (durch direkte Interviews) einbezogen, während die Umweltmanagementsysteme in Abstimmung mit Behörden, Fachexpert:innen und gegebenenfalls lokalen Vertreter:innen entwickelt und umgesetzt werden. Dabei wurden sowohl Anliegen als auch potenzielle Auswirkungen der voestalpine auf diese Gemeinschaften im Hinblick auf Umweltverschmutzung erfasst. Die Rückmeldungen der Interessenträger:innen flossen in die Bewertung wesentlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen ein.
Folgende Liste enthält jene Betriebsstandorte und Geschäftstätigkeiten, die im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung als wesentlich eingestuft wurden:
Standort
Geschäftstätigkeit
Land
voestalpine Stahl GmbH
Produktionsstandort
Österreich
voestalpine Grobblech GmbH
Produktionsstandort
Österreich
voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG
Produktionsstandort
Österreich
Villares Metals S.A.
Produktionsstandort
Brasilien
Uddeholms AB
Produktionsstandort
Schweden
voestalpine BÖHLER Bleche GmbH & Co KG
Produktionsstandort
Österreich
voestalpine Stahl Donawitz GmbH
Produktionsstandort
Österreich
voestalpine Rail Technology GmbH
Produktionsstandort
Österreich
voestalpine Steel Service Center Polska Sp. z o.o.
Produktionsstandort
Polen
voestalpine Railway Systems JEZ, S.L.
Produktionsstandort
Spanien
IRO-1 – E3 Wasser- und Meeresressourcen
Die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen der voestalpine entlang der Wertschöpfungskette wurden im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse bewertet, wobei auch bestehende Abhängigkeiten evaluiert wurden. Zudem hat das Unternehmen seine Vermögenswerte und Geschäftstätigkeiten auf Basis der Erkenntnisse aus den Umweltmanagementsystemen (siehe nähere Informationen dazu in IRO-1 – E1) und einer eigens durchgeführten Water-Footprint- und Water-Scarcity-Studie (siehe E3-4 für detailliertere Informationen) an wesentlichen Produktionsstandorten überprüft.
Die gewonnenen Erkenntnisse flossen in die Bewertung ein. Dabei wurde festgestellt, dass an den Produktionsstandorten teilweise erhebliche Mengen an Flusswasser zu Kühlzwecken entnommen werden, was potenziell negative Auswirkungen auf lokale Ökosysteme haben kann. Eine geringe Anzahl an Standorten des voestalpine-Konzerns befindet sich in Regionen, die von Wasserstress betroffen sind. Der damit verbundene Wasserverbrauch entspricht 2 % des Gesamtwasserverbrauchs und ist insgesamt von untergeordneter Bedeutung für die eigenen Tätigkeiten oder die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette (siehe dazu ESRS E3-4 Wasserverbrauch).
Zudem wurden keine Gebiete identifiziert, die von Wasserrisiken betroffen sind oder eine direkte Schnittstelle zu Meeren oder Meeresressourcen aufweisen.
Darüber hinaus führt die voestalpine einen kontinuierlichen Dialog zu wasserbezogenen Themen in Form von persönlichen Gesprächen und Umfragen mit Anrainer:innen an den großen Produktionsstandorten durch. Zudem arbeitet die voestalpine eng mit Interessenvertretungen sowie Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen zusammen, um sicherzustellen, dass die Belange aller relevanten Stakeholder:innen umfassend berücksichtigt werden und in Entscheidungsprozesse einfließen.
Im Zuge der Water-Footprint-Studie wurde festgestellt, dass in der vorgelagerten Wertschöpfungskette Wasser für die Bereitstellung und Vorbereitung von Rohstoffen von wesentlicher Bedeutung ist. Die folgende Liste fasst die wesentlichen Rohstoffe, Lieferantensektoren und Herkunftsregionen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette des Konzerns zusammen.
Material
Sektor
Herkunftsregion
Eisenerze
Rohstoffbereitstellung
Europa
Australien
Südamerika
Nordamerika
Südafrika
Kohle
Rohstoffbereitstellung
Australien
Europa
Nordamerika
Schrott
Sekundärrohstoffwirtschaft
Europa
Aluminium
Sekundärrohstoffwirtschaft
Europa
Legierungen (Chrom, Mangan, Nickel etc.)
Rohstoffbereitstellung
Europa
Australien
Südamerika
China
Südafrika
Nordamerika
Branntkalk
Rohstoffbereitstellung
Europa
Magnesit
Rohstoffbereitstellung
Europa
Australien
Calciumcarbid
Rohstoffbereitstellung
Europa
IRO-1 – E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme
Auf Basis der im IRO-1 beschriebenen Wesentlichkeitsanalyse wurden Auswirkungen auf biologische Vielfalt und Ökosysteme entlang der Wertschöpfungskette bewertet. Eine potenziell negative Auswirkung auf Ökosysteme wurde in der vorgelagerten Wertschöpfungskette identifiziert, welche insbesondere bei der Produktion von Schlüsselrohstoffen wie Eisenerz und Kohle auftreten könnte. Darüber hinaus wurden für den eigenen Betrieb die Abhängigkeiten von Biodiversität, Ökosystemen und Ökosystemdienstleistungen analysiert. Die Analyse zu Abhängigkeiten wurde mittels einer internen Expert:innen-Runde im Zuge von Workshops ermittelt und bewertet. Zusätzlich wurden die Schmelzbetriebe und jene Standorte in der Nähe von schutzbedürftigen Gebieten mittels orts- und branchenbezogenem Risikofilter analysiert, der verschiedene Einflüsse auf Biodiversität bewertet hat. Dabei ergab sich, dass an relevanten Standorten keine Geschäftsabläufe oder Tätigkeiten mit direkter Schnittstelle zu Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen bestehen. Ziel war es, zu identifizieren, inwieweit betriebliche Abläufe auf biologische Vielfalt und Ökosysteme angewiesen sind. Die voestalpine betreibt einen Standort in einem biodiversitätssensiblen Gebiet, 15 Standorte befinden sich in der Nähe von solchen Schutzgebieten. Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass an den untersuchten Standorten aktuell keine signifikanten Geschäftsaktivitäten mit direkter funktionaler Abhängigkeit von konkreten Ökosystemdienstleistungen oder Biodiversität bestehen. In der Risikoanalyse zeigte sich ebenfalls, dass sich an den eigenen Standorten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Zustand von Arten ergeben. Ebenso zeigte diese Betrachtung keine wesentlichen Einflüsse auf die Ausdehnung und den Zustand von Ökosystemen, unter anderem durch Landdegradation, Wüstenbildung oder Bodenversiegelung.
Die voestalpine erkennt an, dass verschiedene Faktoren – darunter Treibhausgasemissionen, Veränderungen der Land‑, Süßwasser‑ und Salzwassernutzung, die direkte Nutzung biologischer Ressourcen, invasive gebietsfremde Arten, Umweltverschmutzung sowie der Klimawandel – Auswirkungen auf die Biodiversität haben können. Da diese Zusammenhänge jedoch auch global auftreten und nicht nur unmittelbar auf spezifische Ökosysteme oder lokale Standorte wirken, sind Wechselwirkungen schwer quantifizierbar. Während der Biodiversitätsverlust ein lokales Phänomen ist, wirken beispielsweise Emissionen weltweit – daher wird der direkte Einfluss von Klimawandel,
Wassernutzungsänderungen, Nutzung biologischer Ressourcen, invasiven Arten und Umweltverschmutzung auf den Biodiversitätsverlust nicht als wesentliches Thema für die voestalpine betrachtet.
Im Rahmen der Analyse wurden somit auch keine physischen, transitorischen oder systemischen Risiken im Zusammenhang mit Biodiversität identifiziert. Daher ist eine Resilienzanalyse in Bezug auf Biodiversität aus aktueller Sicht für die voestalpine nicht relevant. Risiken und Chancen werden jedoch regelmäßig überprüft, und bei veränderten Rahmenbedingungen erfolgen entsprechende Analysen.
Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse wurde eine Stakeholder:innen-Befragung durchgeführt, bei der betroffene Gemeinschaften in der Nähe eigener Unternehmensstandorte einbezogen wurden. Dies erfolgte durch persönliche Interviews mit dem Ziel, potenzielle negative Auswirkungen im Hinblick auf Biodiversität zu erfassen. Gemeinschaften entlang der vorgelagerten Wertschöpfungskette waren dabei nicht Zielgruppe der Befragung. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen maßgeblich in die Identifikation wesentlicher Themen ein. Zum aktuellen Zeitpunkt konnten keine signifikanten negativen Auswirkungen auf die einbezogenen Gemeinschaften im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt festgestellt werden.
Auch wenn keine wesentlichen negativen Auswirkungen im eigenen Betrieb identifiziert wurden, setzt die voestalpine Aktivitäten zur Erhaltung der biologischen Vielfalt im Einklang mit gesetzlichen Vorgaben um. Diese orientieren sich an verschiedenen Rechtsvorschriften, darunter die Richtlinie 2009/147/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten sowie die Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung natürlicher Lebensräume sowie wildlebender Tiere und Pflanzen.
Zudem führt das Unternehmen Umweltverträglichkeitsprüfungen gemäß Artikel 1 Absatz 2 Buchstabe g der Richtlinie 2011/92/EU durch. Bei Tätigkeiten in Drittländern richtet sich die voestalpine nach den jeweiligen nationalen Bestimmungen sowie internationalen Standards, wie beispielsweise der Leistungsnorm 6 der International Finance Corporation (IFC) zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und nachhaltigen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen.
Neben den genannten Aktivitäten in Bezug auf die eigenen Standorte hat die voestalpine ebenfalls Maßnahmen zur Mitigation negativer Auswirkungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette eingeführt. Nähere Details finden sich im Kapitel E4-3 Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen.
IRO-1 – E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Zur Identifizierung der Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft entlang der Wertschöpfungskette wurden im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse die Ressourcenzuflüsse, -abflüsse sowie anfallende Abfälle der voestalpine systematisch analysiert und bewertet. Zusätzlich wurde 2024 eine Value-Chain-Analyse zur Identifikation von Hochrisikoländern in der vorgelagerten Wertschöpfungskette durchgeführt. Für die Analyse wurden zunächst die relevanten Länder in der vorgelagerten Wertschöpfungskette der voestalpine identifiziert. Anschließend wurden Risikokategorien (Fair Business Practices, Human Rights & Ethics, Environment, Labour Rights) den ESRS-Standards zugeordnet, Bewertungsskalen definiert und die Länder nach ihrem Risikoprofil (Low, Medium, High Risk) eingestuft. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden im Rahmen der Wesentlichkeitsbewertung berücksichtigt.
Als wesentliche Ressourcenzuflüsse in der voestalpine wurden Eisenerz, Kokskohle, Stahlschrott, Legierungen und Wasser identifiziert. Mit der Transformation der Produktionsprozesse steigt kontinuierlich der Bedarf an Stahlschrott und HBI, der Bedarf an Eisenerz und Kokskohle wird geringer. Hier liegt ein spezieller Fokus auf der zukünftigen Beschaffung der gesteigerten Mengen
von Stahlschrott im Rahmen der Wertschöpfungskette. Die Beschaffungsprozesse basieren auf den Einkaufsgrundsätzen und der Konzernstrategie 2030+.
Schlüsselrohstoffe
2025/26
Steel Division
High Performance Metals Division
Metal Engineering Division
Metal Forming Division
Eisenerz
X
X
Kokskohle
X
X
Stahlschrott
X
X
X
Legierungen
X
X
X
Wasser
X
X
X
X
Dabei flossen Erkenntnisse aus den Umweltmanagementsystemen ebenso ein wie die Recyclingfähigkeit der Produkte, die Materialeigenschaften der eingesetzten Rohstoffe und die Möglichkeiten zur Wiederverwertung.
Die Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft betreffen insbesondere die Bereiche der Stahlproduktion, die Verarbeitung von Metallprodukten sowie die Verwertung von Reststoffen. Die wesentlichen genutzten Ressourcen sind unter E5-4 detailliert beschrieben.
Die relevanten Aspekte der Ressourcennutzung erstrecken sich über die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette und umfassen die Beschaffung von Primärrohstoffen. Zudem spielt die Verwertung der Produkte am Ende ihres Lebenszyklus eine zentrale Rolle, da die voestalpine darauf abzielt, Materialien möglichst lange im Kreislauf zu halten. Die zentrale negative Auswirkung konzentriert sich vor allem auf die vorgelagerte Wertschöpfungskette durch die Gewinnung und Verarbeitung von Primärrohstoffen. Zentrale Maßnahmen im Rahmen der Kreislaufwirtschaft im eigenen Betrieb und in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette finden sich im Kapitel E5-2.
Die Weiterentwicklung zu einer konzernalen Kreislaufwirtschaftsstrategie ist erforderlich, um die Rohstoffversorgung langfristig zu gewährleisten und die Nachhaltigkeitsziele der voestalpine maßgeblich zu unterstützen. Nähere Informationen zur Circular-Economy-Strategie finden sich im Kapitel E5-1.
Im Zuge der strategischen Transformation sieht sich die voestalpine mit der wesentlichen Herausforderung konfrontiert, die Produktqualität mit höherem Schrotteinsatz unverändert zu gewährleisten.
Konsultationen mit zentralen Stakeholder:innen wurden im Rahmen der Stakeholder:innen-Analyse der Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Dabei wurden gezielt Einschätzungen zur Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft erhoben. Die Rückmeldungen betroffener Gemeinschaften sowie weiterer relevanter Stakeholder:innen, darunter Kund:innen und Forschungseinrichtungen, flossen in die Wesentlichkeitsbewertung ein und wurden bei der Wesentlichkeitsbewertung berücksichtigt.
IRO-1 – G1 Unternehmensführung
Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse wurde eine Befragung von internen und externen Stakeholder:innen durchgeführt, um die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Unternehmensführung zu erfassen. Dabei wurden verschiedene Kriterien herangezogen, unter anderem der Standort der wirtschaftlichen Aktivitäten, die Art der ausgeübten Tätigkeit sowie der Unternehmenssektor. Besondere Aufmerksamkeit galt Standorten mit erhöhten regulatorischen Anforderungen oder spezifischen Compliance-Risiken, während auch branchenspezifische Vorschriften und Marktbedingungen systematisch in die Bewertung einflossen.
IRO-2 – In ESRS enthaltene von der Nachhaltigkeitserklärung des Unternehmens abgedeckte Angabepflichten
Die Inhalte des vorliegenden Nachhaltigkeitsberichts wurden auf Basis der doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifiziert. Die genaue Vorgehensweise im Zuge der doppelten Wesentlichkeitsanalyse kann im Abschnitt IRO-1 nachgelesen werden. Die Auswahl der Datenpunkte basierte auf den Ergebnissen der Wesentlichkeitsanalyse. Darauf aufbauend wurde eine Relevanzanalyse der einzelnen Datenpunkte unter Einbeziehung der jeweiligen Fachabteilungen durchgeführt. Die Wesentlichkeit und Anwendbarkeit einzelner Datenpunkte wurde unter Beachtung der schrittweisen Einführung von Angabepflichten evaluiert. Zusätzlich wurden diese um unternehmensspezifische Datenpunkte zum Thema „Innovation, Forschung & Entwicklung“ sowie um die zusätzliche Angabe „Steuern“ ergänzt.
In der nachfolgenden Tabelle sind alle im Nachhaltigkeitsbericht offengelegten Angabepflichten (inkl. Seitenverweisen) aufgelistet:
Angabepflichten sowie Anwendungsanforderungen in themenbezogeneN ESRS, die zusammen mit den Allgemeinen Angabepflichten des ESRS 2 gelten (ESRS 2 Anlage C)

Allgemeine Informationen
Seitenangabe im Geschäftsbericht
ESRS 2 – Allgemeine Informationen
S. 94
BP-1
Allgemeine Grundlagen für die Erstellung der Nachhaltigkeitserklärung
S. 94
BP-2
Angaben im Zusammenhang mit konkreten Umständen
S. 95
GOV-1
Die Rolle der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane
S. 98
GOV-1 G1
Unternehmensführung
S. 100
GOV-2
Informationen und Nachhaltigkeitsaspekte, mit denen sich die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane des Unternehmens befassen
S. 101
GOV-3
Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme
S. 101
GOV-3 E1
Klimawandel
S. 102
GOV-4
Erklärung zur Sorgfaltspflicht
S. 102
GOV-5
Risikomanagement und interne Kontrollen der Nachhaltigkeitsberichterstattung
S. 104
SBM-1
Strategie, Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette
(Übergangsbestimmung für SBM-1 40 b, c wird genutzt)
S.108
SBM-2
Interessen und Standpunkte der Interessenträger
S. 117
SBM-2 S1
Arbeitskräfte des Unternehmens
S. 120
SBM-2 S2
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
S. 120
SBM-2 S3
Betroffene Gemeinschaften
S. 120
SBM-3
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
(Übergangsbestimmung für SBM-3 48 e wird genutzt)
S. 121
SBM-3 E1
Klimawandel
S. 123
SBM-3 E4
Biologische Vielfalt und Ökosysteme
S. 125
SBM-3 S1
Arbeitskräfte des Unternehmens
S. 125
SBM-3 S2
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
S. 126
SBM-3 S3
Betroffene Gemeinschaften
S. 127
IRO-1
Beschreibung des Verfahrens zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen
S. 128
IRO-1 E1
Klimawandel
S. 133
IRO-1 E2
Umweltverschmutzung
S. 136
IRO-1 E3
Wasser- und Meeresressourcen
S. 137
IRO-1 E4
Biologische Vielfalt und Ökosysteme
S.138
IRO-1 E5
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
S. 139
IRO-1 G1
Unternehmensführung
S. 141
IRO-2
In ESRS enthaltene von der Nachhaltigkeitserklärung des Unternehmens abgedeckte Angabepflichten
S. 141

Umwelt
Seitenangabe im Geschäftsbericht
Angaben nach Art. 8 der Verordnung 2020/852 (EU-Taxonomie-Verordnung)
S. 157
ESRS E1 – Klimawandel
S. 169
SBM-3
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
S. 169
E1-1
Übergangsplan für den Klimaschutz
S. 171
E1-2
Konzepte im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel
S. 175
E1-3
Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit den Klimakonzepten
S. 176
E1-4
Ziele im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel
S. 180
E1-5
Energieverbrauch und Energiemix
S. 183
E1-6
THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen
S. 186
E1-9
Erwartete finanzielle Effekte wesentlicher physischer Risiken und Übergangsrisiken sowie potenzielle klimabezogene Chancen
Übergangs-bestimmung
ESRS E2 – Umweltverschmutzung
S. 192
SBM-3
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
S. 192
E2-1
Konzepte im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung
S. 192
E2-2
Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung
S. 193
E2-3
Ziele im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung
S. 196
E2-4
Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung
S. 197
ESRS E3 – Wasser- und Meeresressourcen
S. 199
SBM-3
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
S. 199
E3-1
Konzepte im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen
S. 199
E3-2
Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen
S. 201
E3-3
Ziele im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen
S. 201
E3-4
Wasserverbrauch
S. 202
ESRS E4 – Biologische Vielfalt und Ökosysteme
S. 204
SBM-3
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
S. 204
E4-1
Übergangsplan und Berücksichtigung von biologischer Vielfalt und Ökosystemen in Strategie und Geschäftsmodell
S. 204
E4-2
Konzepte im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen
S. 205
E4-3
Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen
S. 205
E4-4
Ziele im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen
S. 206
ESRS E5 – Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
S .207
SBM-3
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
S. 207
E5-1
Konzepte im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
S. 207
E5-2
Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
S. 210
E5-3
Ziele im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
S. 212
E5-4
Ressourcenzuflüsse
S. 213
E5-5
Ressourcenabflüsse
S. 215

Umwelt
Seitenangabe im Geschäftsbericht
Innovation, Forschung und Entwicklung
S. 218
SBM-3
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
S. 218
I,F&E-1
Konzepte im Zusammenhang mit Innovation und Forschung & Entwicklung
S. 218
I,F&E-2
Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Innovation und Forschung & Entwicklung
S. 223
I,F&E-3
Ziele im Zusammenhang mit Innovation und Forschung & Entwicklung
S. 228
I,F&E-4
Kennzahlen im Zusammenhang mit Innovation und Forschung & Entwicklung
S. 229

Soziales
Seitenangabe im Geschäftsbericht
ESRS S1 – Arbeitskräfte des Unternehmens
S. 231
SBM-3
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
S. 231
S1-1
Konzepte im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens
S. 232
S1-2
Verfahren zur Einbeziehung der Arbeitskräfte des Unternehmens und von Arbeitnehmervertreter:innen in Bezug auf Auswirkungen
S. 238
S1-3
Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die die Arbeitskräfte des Unternehmens Bedenken äußern können
S. 241
S1-4
Ergreifung von Maßnahmen in Bezug auf wesentliche Auswirkungen auf die Arbeitnehmer:innen des Unternehmens und Ansätze zum Management wesentlicher Risiken und zur Nutzung wesentlicher Chancen im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens sowie die Wirksamkeit dieser Maßnahmen
S. 241
S1-5
Ziele im Zusammenhang mit der Bewältigung wesentlicher negativer Auswirkungen, der Förderung positiver Auswirkungen und dem Umgang mit wesentlichen Risiken und Chancen
S. 248
S1-6
Merkmale der Arbeitnehmer des Unternehmens
S. 251
S1-7
Merkmale der Fremdarbeitskräfte des Unternehmens
Übergangs-bestimmung
S1-8
Tarifvertragliche Abdeckung und sozialer Dialog
(Übergangsbestimmung gemäß ESRS wird genutzt)
S. 252
S1-9
Diversitätskennzahlen
S. 253
S1-10
Angemessene Entlohnung
S. 254
S1-12
Menschen mit Behinderungen
Übergangs-bestimmung
S1-13
Kennzahlen für Weiterbildung und Kompetenzentwicklung
Übergangs-bestimmung
S1-14
Kennzahlen für Gesundheitsschutz und Sicherheit
(Übergangsbestimmung gemäß ESRS wird genutzt)
S. 255
S1-15
Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben
Übergangs-bestimmung
S1-16
Vergütungskennzahlen (Verdienstunterschiede und Gesamtvergütung)
S. 255
S1-17
Vorfälle, Beschwerden und schwerwiegende Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten
S. 256

Soziales
Seitenangabe im Geschäftsbericht
ESRS S2 – Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
S. 260
SBM-3
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
S. 260
S2-1
Konzepte im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette
S. 260
S2-2
Verfahren zur Einbeziehung der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette in Bezug auf Auswirkungen
S. 264
S2-3
Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette Bedenken äußern können
S. 265
S2-4
Ergreifen von Maßnahmen in Bezug auf wesentliche Auswirkungen und Ansätze zum Management wesentlicher Risiken und zur Nutzung wesentlicher Chancen im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette sowie die Wirksamkeit dieser Maßnahmen und Ansätze
S. 266
S2-5
Ziele im Zusammenhang mit der Bewältigung wesentlicher negativer Auswirkungen, der Förderung positiver Auswirkungen und dem Umgang mit wesentlichen Risiken und Chancen
S. 269
ESRS S3 – Betroffene Gemeinschaften
S. 270
SBM-3
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
S. 270
S3-1
Konzepte im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften
S. 270
S3-2
Verfahren zur Einbeziehung betroffener Gemeinschaften in Bezug auf Auswirkungen
S. 272
S3-3
Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die betroffene Gemeinschaften Bedenken äußern können
S. 274
S3-4
Ergreifung von Maßnahmen in Bezug auf wesentliche Auswirkungen auf betroffene Gemeinschaften und Ansätze zum Management wesentlicher Risiken und zur Nutzung wesentlicher Chancen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften sowie die Wirksamkeit dieser Maßnahmen
S. 275
S3-5
Ziele im Zusammenhang mit der Bewältigung wesentlicher negativer Auswirkungen, der Förderung positiver Auswirkungen und dem Umgang mit wesentlichen Risiken und Chancen
S. 277

Unternehmensführung
Seitenangabe im Geschäftsbericht
ESRS G1 – Unternehmensführung
S. 278
SBM-3
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
S. 278
G1-1
Unternehmenskultur und Konzepte für die Unternehmensführung
S. 279
G1-2
Management der Beziehungen zu Lieferanten
S. 289
G1-3
Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung
S. 291
G1-4
Korruptions- oder Bestechungsfälle
S. 294
Steuern
S. 295
Zusammenfassend findet sich nachfolgend eine Übersicht aller Datenpunkte, die sich aus anderen in ESRS 2 Anlage B aufgeführten EU-Rechtsvorschriften ergeben, inkl. Referenz zur jeweiligen Seitenzahl oder Information, dass der Datenpunkt als nicht wesentlich bewertet wurde.
Liste der Datenpunkte in generellen und themenbezogenen Standards, die sich aus anderen EU-Rechtsvorschriften ergeben (ESRS 2 Anlage B)
Angabepflicht und zugehöriger Datenpunkt
(1) SFDR-Referenz1
(2) Säule-3-Referenz2
(3) Benchmark-Verordnungs-Referenz3
(4) EU-Klimagesetz-Referenz4
Wesentlich-keit
Seitenangabe im Geschäfts-bericht
ESRS 2 GOV-1 Geschlechtervielfalt in den Leitungs- und Kontrollorganen, Absatz 21 Buchstabe d
Indikator Nr. 13 in Anhang 1 Tabelle 1
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission5, Anhang II
wesentlich
S. 98
ESRS 2 GOV-1 Prozentsatz der Leitungsorganmitglieder, die unabhängig sind, Absatz 21 Buchstabe e
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission, Anhang II
wesentlich
S. 100
ESRS 2 GOV-4 Erklärung zur Sorgfaltspflicht, Absatz 30
Indikator Nr. 10 in Anhang 1 Tabelle 3
wesentlich
S. 103
ESRS 2 SBM-1 Beteiligung an Aktivitäten im Zusammenhang mit fossilen Brennstoffen, Absatz 40 Buchstabe d Ziffer i
Indikator Nr. 4 Tabelle 1 in Anhang 1
Artikel 449a der Verordnung (EU) Nr. 575/2013; Durchführungsverordnung (EU) 2022/2453 der Kommission6, Tabelle 1: Qualitative Angaben zu Umweltrisiken, und Tabelle 2: Qualitative Angaben zu sozialen Risiken
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission, Anhang II
nicht wesentlich
n. a.
ESRS 2 SBM-1 Beteiligung an Aktivitäten im Zusammenhang mit der Herstellung von Chemikalien, Absatz 40 Buchstabe d Ziffer ii
Indikator Nr. 9 in Anhang 1 Tabelle 2
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission, Anhang II
nicht wesentlich
n. a.
ESRS 2 SBM-1 Beteiligung an Tätigkeiten im Zusammenhang mit umstrittenen Waffen, Absatz 40 Buchstabe d Ziffer iii
Indikator Nr. 14 in Anhang 1 Tabelle 1
Delegierte Verordnung (EU) 2020/18187, Artikel 12 Absatz 1
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816, Anhang II
nicht wesentlich
n. a.
ESRS 2 SBM-1 Beteiligung an Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Anbau und der Produktion von Tabak, Absatz 40 Buchstabe d Ziffer iv
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818, Artikel 12 Absatz 1
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816, Anhang II
nicht wesentlich
n. a.
Angabepflicht und zugehöriger Datenpunkt
(1) SFDR-Referenz1
(2) Säule-3-Referenz2
(3) Benchmark-Verordnungs-Referenz3
(4) EU-Klimagesetz-Referenz4
Wesentlich-keit
Seitenangabe im Geschäfts-bericht
ESRS E1-1 Übergangsplan zur Verwirklichung der Klimaneutralität bis 2050, Absatz 14
Verordnung (EU) 2021/1119, Artikel 2 Absatz 1
wesentlich
S. 173
ESRS E1-1 Unternehmen, die von den Paris-abgestimmten Referenzwerten ausgenommen sind, Absatz 16 Buchstabe g
Artikel 449a Verordnung (EU) Nr. 575/2013; Durchführungsverordnung (EU) 2022/2453 der Kommission, Meldebogen 1: Anlagebuch – Übergangsrisiko im Zusammenhang mit dem Klimawandel: Kreditqualität der Risikopositionen nach Sektoren, Emissionen und Restlaufzeit
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818, Artikel 12 Absatz 1 Buchstaben d bis g und Artikel 12 Absatz 2
wesentlich
S. 174
ESRS E1-4 THG-Emissionsreduktionsziele, Absatz 34
Indikator Nr. 4 in Anhang 1 Tabelle 2
Artikel 449a Verordnung (EU) Nr. 575/2013; Durchführungsverordnung (EU) 2022/2453 der Kommission, Meldebogen 3: Anlagebuch – Übergangsrisiko im Zusammenhang mit dem Klimawandel: Angleichungsparameter
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818, Artikel 6
wesentlich
S. 182
ESRS E1-5 Energieverbrauch aus fossilen Brennstoffen aufgeschlüsselt nach Quellen (nur klimaintensive Sektoren), Absatz 38
Indikator Nr. 5 in Anhang 1 Tabelle 1 und Indikator Nr. 5 in Anhang 1 Tabelle 2
wesentlich
S. 184
ESRS E1-5 Energieverbrauch und Energiemix, Absatz 37
Indikator Nr. 5 in Anhang 1 Tabelle 1
wesentlich
S. 184
ESRS E1-5 Energieintensität im Zusammenhang mit Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren, Absätze 40 bis 43
Indikator Nr. 6 in Anhang 1 Tabelle 1
wesentlich
S. 185
ESRS E1-6 THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen, Absatz 44
Indikatoren Nr. 1 und 2 in Anhang 1 Tabelle 1
Artikel 449a Verordnung (EU) Nr. 575/2013; Durchführungsverordnung (EU) 2022/2453 der Kommission, Meldebogen 1: Anlagebuch – Übergangsrisiko im Zusammenhang mit dem Klimawandel: Kreditqualität der Risikopositionen nach Sektoren, Emissionen und Restlaufzeit
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818, Artikel 5 Absatz 1, Artikel 6 und Artikel 8 Absatz 1
wesentlich
S. 187
Angabepflicht und zugehöriger Datenpunkt
(1) SFDR-Referenz1
(2) Säule-3-Referenz2
(3) Benchmark-Verordnungs-Referenz3
(4) EU-Klimagesetz-Referenz4
Wesentlich-keit
Seitenangabe im Geschäfts-bericht
ESRS E1-6 Intensität der THG-Bruttoemissionen, Absätze 53 bis 55
Indikator Nr. 3 Tabelle 1 in Anhang 1
Artikel 449a der Verordnung (EU) Nr. 575/2013; Durchführungsverordnung (EU) 2022/2453 der Kommission, Meldebogen 3: Anlagebuch – Übergangsrisiko im Zusammenhang mit dem Klimawandel: Angleichungsparameter
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818, Artikel 8 Absatz 1
wesentlich
S. 190
ESRS E1-7 Abbau von Treibhausgasen und CO2-Gutschriften, Absatz 56
Verordnung (EU) 2021/1119, Artikel 2 Absatz 1
nicht wesentlich
n. a.
ESRS E1-9 Risikoposition des Referenzwert-Portfolios gegenüber klimabezogenen physischen Risiken, Absatz 66
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818, Anhang II
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816, Anhang II
wesentlich (Übergangs-bestimmung)
n. a.
ESRS E1-9 Aufschlüsselung der Geldbeträge nach akutem und chronischem physischen Risiko Absatz 66 Buchstabe a

ESRS E1-9 Ort, an dem sich erhebliche Vermögenswerte mit wesentlichem physischen Risiko befinden, Absatz 66 Buchstabe c
Artikel 449a der Verordnung (EU) Nr. 575/2013; Durchführungsverordnung (EU) 2022/2453 der Kommission, Absätze 46 und 47; Meldebogen 5: Anlagebuch – Physisches Risiko im Zusammenhang mit dem Klimawandel: Risikopositionen mit physischem Risiko
wesentlich (Übergangs-bestimmung)
n. a.
ESRS E1-9 Aufschlüsselungen des Buchwerts seiner Immobilien nach Energieeffizienzklassen, Absatz 67 Buchstabe c
Artikel 449a der Verordnung (EU) Nr. 575/2013; Durchführungsverordnung (EU) 2022/2453 der Kommission, Absatz 34; Meldebogen 2: Anlagebuch – Übergangsrisiko im Zusammenhang mit dem Klimawandel: Durch Immobilien besicherte Darlehen – Energieeffizienz der Sicherheiten
wesentlich (Übergangs-bestimmung)
n. a.
ESRS E1-9 Grad der Exposition des Portfolios gegenüber klimabezogenen Chancen, Absatz 69
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818 der Kommission, Anhang II
wesentlich (Übergangs-bestimmung)
n. a.
Angabepflicht und zugehöriger Datenpunkt
(1) SFDR-Referenz1
(2) Säule-3-Referenz2
(3) Benchmark-Verordnungs-Referenz3
(4) EU-Klimagesetz-Referenz4
Wesentlich-keit
Seitenangabe im Geschäfts-bericht
ESRS E2-4 Menge jedes in Anhang II der E-PRTR-Verordnung (Europäisches Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister) aufgeführten Schadstoffs, der in Luft, Wasser und Boden emittiert wird, Absatz 28
Indikator Nr. 8 in Anhang 1 Tabelle 1 Indikator Nr. 2 in Anhang 1 Tabelle 2 Indikator Nr. 1 in Anhang 1 Tabelle 2 Indikator Nr. 3 in Anhang 1 Tabelle 2
wesentlich
S. 198
ESRS E3-1 Wasser- und Meeresressourcen, Absatz 9
Indikator Nr. 7 in Anhang 1 Tabelle 2
wesentlich
S. 201
ESRS E3-1 Spezielle Strategie, Absatz 13
Indikator Nr. 8 in Anhang 1 Tabelle 2
wesentlich
S. 199
ESRS E3-1 Nachhaltige Ozeane und Meere, Absatz 14
Indikator Nr. 12 in Anhang 1 Tabelle 2
nicht wesentlich
n. a.
ESRS E3-4 Gesamtmenge des zurückgewonnenen und wiederverwendeten Wassers, Absatz 28 Buchstabe c
Indikator Nr. 6,2 in Anhang 1 Tabelle 2
wesentlich
S. 202
ESRS E3-4 Gesamtwasserverbrauch in m3 je Nettoeinnahme aus eigenen Tätigkeiten, Absatz 29
Indikator Nr. 6,1 in Anhang 1 Tabelle 2
wesentlich
S. 202
ESRS 2 – SBM-3 – E4, Absatz 16 Buchstabe a Ziffer i
Indikator Nr. 7 in Anhang 1 Tabelle 1
wesentlich
S. 125
ESRS 2 – SBM-3 – E4, Absatz 16 Buchstabe b
Indikator Nr. 10 in Anhang 1 Tabelle 2
wesentlich
S. 125
ESRS 2 – SBM-3 – E4, Absatz 16 Buchstabe c
Indikator Nr. 14 in Anhang 1 Tabelle 2
wesentlich
S. 125
ESRS E4-2 Nachhaltige Verfahren oder Konzepte im Bereich Landnutzung und Landwirtschaft, Absatz 24 Buchstabe b
Indikator Nr. 11 in Anhang 1 Tabelle 2
nicht wesentlich
n. a.
ESRS E4-2 Nachhaltige Verfahren oder Konzepte im Bereich Ozeane/Meere, Absatz 24 Buchstabe c
Indikator Nr. 12 in Anhang 1 Tabelle 2
nicht wesentlich
n. a.
ESRS E4-2 Konzepte zur Bekämpfung der Entwaldung, Absatz 24 Buchstabe d
Indikator Nr. 15 in Anhang 1 Tabelle 2
nicht wesentlich
n. a.
ESRS E5-5 Nicht recycelte Abfälle, Absatz 37 Buchstabe d
Indikator Nr. 13 in Anhang 1 Tabelle 2
wesentlich
S. 217
ESRS E5-5 Gefährliche und radioaktive Abfälle, Absatz 39
Indikator Nr. 9 in Anhang 1 Tabelle 1
wesentlich
S. 217
Angabepflicht und zugehöriger Datenpunkt
(1) SFDR-Referenz1
(2) Säule-3-Referenz2
(3) Benchmark-Verordnungs-Referenz3
(4) EU-Klimagesetz-Referenz4
Wesentlich-keit
Seitenangabe im Geschäfts-bericht
ESRS 2 SBM3 – S1 Risiko von Zwangsarbeit, Absatz 14 Buchstabe f
Indikator Nr. 13 in Anhang 1 Tabelle 3
wesentlich
S. 126
ESRS 2 SBM3 – S1 Risiko von Kinderarbeit, Absatz 14 Buchstabe g
Indikator Nr. 12 in Anhang 1 Tabelle 3
wesentlich
S. 126
ESRS S1-1 Verpflichtungen im Bereich der Menschenrechtspolitik, Absatz 20
Indikator Nr. 9 in Anhang 1 Tabelle 3 und Indikator Nr. 11 in Anhang 1 Tabelle 1
wesentlich
S. 234
ESRS S1-1 Vorschriften zur Sorgfaltsprüfung in Bezug auf Fragen, die in den grundlegenden Konventionen 1 bis 8 der Internationalen Arbeitsorganisation behandelt werden, Absatz 21
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission, Anhang II
wesentlich
S. 234
ESRS S1-1 Verfahren und Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels, Absatz 22
Indikator Nr. 11 in Anhang 1 Tabelle 3
wesentlich
S. 234
ESRS S1-1 Strategie oder ein Managementsystem in Bezug auf die Verhütung von Arbeitsunfällen, Absatz 23
Indikator Nr. 1 in Anhang 1 Tabelle 3
wesentlich
S. 237
ESRS S1-3 Bearbeitung von Beschwerden, Absatz 32 Buchstabe c
Indikator Nr. 5 in Anhang 1 Tabelle 3
wesentlich
S. 241
ESRS S1-14 Zahl der Todesfälle und Zahl und Quote der Arbeitsunfälle, Absatz 88 Buchstaben b und c
Indikator Nr. 2 in Anhang 1 Tabelle 3
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission, Anhang II
wesentlich (tlw. Übergangs-bestimmung)
S. 255
ESRS S1-14 Anzahl der durch Verletzungen, Unfälle, Todesfälle oder Krankheiten bedingten Ausfalltage, Absatz 88 Buchstabe e
Indikator Nr. 3 in Anhang 1 Tabelle 3
wesentlich (Übergangs-bestimmung)
n. a.
ESRS S1-16 Unbereinigtes geschlechtsspezifisches Verdienstgefälle, Absatz 97 Buchstabe a
Indikator Nr. 12 in Anhang 1 Tabelle 1
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission, Anhang II
wesentlich
S. 255
ESRS S1-16 Überhöhte Vergütung von Mitgliedern der Leitungsorgane, Absatz 97 Buchstabe b
Indikator Nr. 8 in Anhang 1 Tabelle 3
wesentlich
S. 256
ESRS S1-17 Fälle von Diskriminierung, Absatz 103 Buchstabe a
Indikator Nr. 7 in Anhang 1 Tabelle 3
wesentlich
S. 256
ESRS S1-17 Nichteinhaltung der Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte und der OECD-Leitlinien, Absatz 104 Buchstabe a
Indikator Nr. 10 in Anhang 1 Tabelle 1 und Indikator Nr. 14 in Anhang 1 Tabelle 3
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816, Anhang II
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818 Artikel 12 Absatz 1
wesentlich
S. 256
Angabepflicht und zugehöriger Datenpunkt
(1) SFDR-Referenz1
(2) Säule-3-Referenz2
(3) Benchmark-Verordnungs-Referenz3
(4) EU-Klimagesetz-Referenz4
Wesentlich-keit
Seitenangabe im Geschäfts-bericht
ESRS 2 SBM3 – S2 Erhebliches Risiko von Kinderarbeit oder Zwangsarbeit in der Wertschöpfungskette, Absatz 11 Buchstabe b
Indikatoren Nr. 12 und 13 in Anhang 1 Tabelle 3
wesentlich
S. 126
ESRS S2-1 Verpflichtungen im Bereich der Menschenrechtspolitik, Absatz 17
Indikator Nr. 9 in Anhang 1 Tabelle 3 und Indikator Nr. 11 in Anhang 1 Tabelle 1
wesentlich
S. 260
ESRS S2-1 Konzepte im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette, Absatz 18
Indikatoren Nr. 11 und 4 in Anhang 1 Tabelle 3
wesentlich
S. 290
ESRS S2-1 Nichteinhaltung der Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte und der OECD-Leitlinien, Absatz 19
Indikator Nr. 10 in Anhang 1 Tabelle 1
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816, Anhang II
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818 Artikel 12 Absatz 1
wesentlich
S. 261
ESRS S2-1 Vorschriften zur Sorgfaltsprüfung in Bezug auf Fragen, die in den grundlegenden Konventionen 1 bis 8 der Internationalen Arbeitsorganisation behandelt werden, Absatz 19
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission, Anhang II
wesentlich
S. 261
ESRS S2-4 Probleme und Vorfälle im Zusammenhang mit Menschenrechten innerhalb der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, Absatz 36
Indikator Nr. 14 in Anhang 1 Tabelle 3
wesentlich
S. 265
ESRS S3-1 Verpflichtungen im Bereich der Menschenrechte, Absatz 16
Indikator Nr. 9 in Anhang 1 Tabelle 3 und Indikator Nr. 11 in Anhang 1 Tabelle 1
nicht wesentlich
n. a.
ESRS S3-1 Nichteinhaltung der Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte, der Prinzipien der IAO oder der OECD-Leitlinien, Absatz 17
Indikator Nr. 10 in Anhang 1 Tabelle 1
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816, Anhang II
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818 Artikel 12 Absatz 1
wesentlich
S. 271
ESRS S3-4 Probleme und Vorfälle im Zusammenhang mit Menschenrechten, Absatz 36
Indikator Nr. 14 in Anhang 1 Tabelle 3
nicht wesentlich
n. a.
ESRS S4-1 Konzepte im Zusammenhang mit Verbraucher:innen und Endnutzer:innen, Absatz 16
Indikator Nr. 9 in Anhang 1 Tabelle 3 und Indikator Nr. 11 in Anhang 1 Tabelle 1
nicht wesentlich
n. a.
ESRS S4-1 Nichteinhaltung der Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte und der OECD-Leitlinien, Absatz 17
Indikator Nr. 10 in Anhang 1 Tabelle 1
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816, Anhang II
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818 Artikel 12 Absatz 1
nicht wesentlich
n. a.
Angabepflicht und zugehöriger Datenpunkt
(1) SFDR-Referenz1
(2) Säule-3-Referenz2
(3) Benchmark-Verordnungs-Referenz3
(4) EU-Klimagesetz-Referenz4
Wesentlich-keit
Seitenangabe im Geschäfts-bericht
ESRS S4-4 Probleme und Vorfälle im Zusammenhang mit Menschenrechten, Absatz 35
Indikator Nr. 14 in Anhang 1 Tabelle 3
nicht wesentlich
n. a.
ESRS G1-1 Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption, Absatz 10 Buchstabe b
Indikator Nr. 15 in Anhang 1 Tabelle 3
wesentlich
S. 280
ESRS G1-1 Schutz von Hinweisgeber:innen (Whistleblowers), Absatz 10 Buchstabe d
Indikator Nr. 6 in Anhang 1 Tabelle 3
wesentlich
S. 285
ESRS G1-4 Geldstrafen für Verstöße gegen Korruptions- und Bestechungsvorschriften, Absatz 24 Buchstabe a
Indikator Nr. 17 in Anhang 1 Tabelle 3
Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission, Anhang II
wesentlich
S. 294
ESRS G1-4 Standards zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung, Absatz 24 Buchstabe b
Indikator Nr. 16 in Anhang 1 Tabelle 3
wesentlich
S. 294
1 Verordnung (EU) 2019/2088 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2019 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (ABl. L 317 vom 9.12.2019, S. 1).
2 Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 (Eigenmittelverordnung) (ABl. L 176 vom 27.6.2013, S. 1).
3 Verordnung (EU) 2016/1011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Juni 2016 über Indizes, die bei Finanzinstrumenten und Finanzkontrakten als Referenzwert oder zur Messung der Wertentwicklung eines Investmentfonds verwendet werden, und zur Änderung der Richtlinien 2008/48/EG und 2014/17/EU sowie der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 (ABl. L 171 vom 29.6.2016, S. 1).
4 Verordnung (EU) 2021/1119 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. Juni 2021 zur Schaffung des Rahmens für die Verwirklichung der Klimaneutralität und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 401/2009 und (EU) 2018/1999 („Europäisches Klimagesetz“) (ABl. L 243 vom 9.7.2021, S. 1).
5 Delegierte Verordnung (EU) 2020/1816 der Kommission vom 17. Juli 2020 zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2016/1011 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Erläuterung in der Referenzwert-Erklärung, wie Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren in den einzelnen Referenzwerten, die zur Verfügung gestellt und veröffentlicht werden, berücksichtigt werden (ABl. L 406 vom 3.12.2020, S. 1).
6 Durchführungsverordnung (EU) 2022/2453 der Kommission vom 30. November 2022 zur Änderung der in der Durchführungsverordnung (EU) 2021/637 festgelegten technischen Durchführungsstandards im Hinblick auf die Offenlegung der Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsrisiken (ABl. L 324 vom 19.12.2022, S. 1).
7 Delegierte Verordnung (EU) 2020/1818 der Kommission vom 17. Juli 2020 zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2016/1011 des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf Mindeststandards für EU-Referenzwerte für den klimabedingten Wandel und für Paris-abgestimmte EU-Referenzwerte (ABl. L 406 vom 3.12.2020, S. 17).
Appendix
ResponsibleSteel
Die voestalpine bekennt sich zu den 13 Prinzipien der Initiative „ResponsibleSteel“. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden die Produktionsgesellschaften der Steel Division als nachhaltig produzierender Stahlstandort nach dem ResponsibleSteel-Standard zertifiziert. An der Erstellung dieses Standards waren Expert:innen der voestalpine und vieler anderer Unternehmen entlang der Stahl-Lieferkette sowie Repräsentant:innen der Zivilgesellschaft und andere Stakeholder:innen aktiv beteiligt.
Prinzip 1: Unternehmensführung
ResponsibleSteel-zertifizierte Standorte werden verantwortungsvoll geführt.
Prinzip 2: Managementsysteme für Soziales, Umwelt und Governance
ResponsibleSteel-zertifizierte Standorte verfügen über ein effektives Managementsystem, um die sozialen, ökologischen und Governance-Ziele zu erreichen, denen sie sich verpflichtet haben.
Prinzip 3: Verantwortungsvolle Beschaffung
ResponsibleSteel-zertifizierte Standorte beziehen ihre Rohstoffe zunehmend von Lieferant:innen, die daran arbeiten, ihre Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistung zu verbessern und ESG-Risiken anzugehen.
Prinzip 4: Stilllegung und Schließung
ResponsibleSteel-zertifizierte Standorte minimieren nachteilige soziale, wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen einer vollständigen oder teilweisen Stilllegung und Schließung des Standorts.
Prinzip 5: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
ResponsibleSteel-zertifizierte Standorte schützen die Gesundheit und Sicherheit von Arbeiter:innen und Angestellten.
Prinzip 6: Arbeitsrechte
ResponsibleSteel-zertifizierte Standorte respektieren die Rechte von Arbeiter:innen und Angestellten und unterstützen deren Wohlbefinden.
Prinzip 7: Menschenrechte
ResponsibleSteel-zertifizierte Standorte respektieren die Menschenrechte, wo immer sie tätig sind, unabhängig von ihrer Größe oder Struktur.
Prinzip 8: Stakeholder:innen-Engagement und Kommunikation
ResponsibleSteel-zertifizierte Standorte arbeiten effektiv mit Stakeholder:innen zusammen, berichten offen über Themen, die für Stakeholder:innen wichtig sind, und beseitigen negative Auswirkungen, die sie verursacht oder zu denen sie beigetragen haben.
Prinzip 9: Lokale Gemeinden
ResponsibleSteel-zertifizierte Standorte respektieren die Rechte und Interessen lokaler Gemeinden, vermeiden und minimieren nachteilige Auswirkungen und unterstützen das Wohlergehen lokaler Gemeinden.
Prinzip 10: Klimawandel und Treibhausgasemissionen
Die Eigner:innen von ResponsibleSteel-zertifizierten Standorten bekennen sich zu den globalen Zielen des Pariser Abkommens, und sowohl die zertifizierten Standorte als auch ihre Eigner:innen ergreifen die erforderlichen Maßnahmen, um dieses Engagement zu demonstrieren.

Prinzip 11: Lärm, Emissionen, Abwasser und Abfall
ResponsibleSteel-zertifizierte Standorte vermeiden und reduzieren Emissionen und Abwässer, die nachteilige Auswirkungen auf Menschen oder Umwelt haben, managen Abfälle gemäß der Abfallmanagement-Hierarchie und berücksichtigen die Lebenszyklus-Auswirkungen von Abfallmanagement-Optionen.
Prinzip 12: Verantwortung für Wasser
ResponsibleSteel-zertifizierte Standorte zeigen Verantwortung im Umgang mit Wasser.
Prinzip 13: Biodiversität
ResponsibleSteel-zertifizierte Standorte schützen und erhalten die biologische Vielfalt.
Weitere Informationen unter https://www.responsiblesteel.org/.'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'
UN GLOBAL COMPACT
UN Global Compact – Die 10 Prinzipien
Seit 2013 unterstützt die voestalpine den UN Global Compact und seine Prinzipien zu Menschenrechten, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung.
MENSCHENRECHTE
Prinzip 1: Unternehmen sollen den Schutz der internationalen Menschenrechte innerhalb ihres Einflussbereichs unterstützen und achten und
Prinzip 2: sicherstellen, dass sie sich nicht an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig machen.
ARBEITSNORMEN
Prinzip 3: Unternehmen sollen die Vereinigungsfreiheit und die wirksame Anerkennung des Rechts auf Kollektivverhandlungen wahren sowie ferner für
Prinzip 4: die Beseitigung aller Formen der Zwangsarbeit,
Prinzip 5: die Abschaffung der Kinderarbeit und
Prinzip 6: die Beseitigung von Diskriminierung bei Anstellung und Beschäftigung eintreten.
UMWELTSCHUTZ
Prinzip 7: Unternehmen sollen im Umgang mit Umweltproblemen einen vorsorgenden Ansatz unterstützen,
Prinzip 8: Initiativen ergreifen, um ein größeres Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt zu erzeugen und
Prinzip 9: die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien fördern.
KORRUPTIONSBEKÄMPFUNG
Prinzip 10: Unternehmen sollen gegen alle Arten der Korruption eintreten, einschließlich Erpressung und Bestechung.
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'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'SUSTAINABLE DEVELOPMENT GOALS
Die Sustainable Development Goals (SDGs) wurden von einer Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen gemeinsam mit Tausenden Stakeholder:innen erarbeitet und von der Generalversammlung der UNO im Rahmen des Weltgipfels für Nachhaltige Entwicklung am 25. September 2015 in New York verabschiedet. 193 Mitgliedstaaten der UNO haben sich zu den 17 Zielen und 169 Subzielen für eine globale nachhaltige Entwicklung und konkretisierenden Zielvorgaben bekannt.
Die SDGs sind mit 1. Jänner 2016 eingesetzt worden und auf einen Zeitrahmen von 15 Jahren (bis 2030) ausgelegt. Die Rolle der Privatwirtschaft bei der Zielerreichung wurde explizit hervorgehoben.
Die voestalpine trägt durch ihre Geschäftstätigkeit zu folgenden 12 SDGs maßgeblich bei:
»
Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen
»
Ziel 4: Hochwertige Bildung
»
Ziel 5: Geschlechtergleichheit
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Ziel 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
»
Ziel 7: Bezahlbare und saubere Energie
»
Ziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
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Ziel 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
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Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
»
Ziel 12: Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion
»
Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
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Ziel 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
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Ziel 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
ESG-RATINGS
ESG‑Ratings bewerten Unternehmen anhand ihrer Umwelt‑, Sozial‑ und Governance‑Leistungen und basieren auf standardisierten Analysen externer Ratingagenturen. ESG-Ratingplattformen dienen als unabhängiger Indikator für die Wirksamkeit des Nachhaltigkeitsmanagements und unterstützen Stakeholder:innen bei Investitions‑ und Beschaffungsentscheidungen.
Für die voestalpine spielen insbesondere EcoVadis, das Carbon Disclosure Project (CDP) und das Corporate Sustainability Assessment (CSA) von S&P Global eine zentrale Rolle. EcoVadis dient als weit verbreitetes ESG-Rating und ist eine weltweit anerkannte, evidenzbasierte Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen. EcoVadis analysiert Maßnahmen in den vier Bereichen Umwelt, Arbeits- & Menschenrechte, Ethik und nachhaltige Beschaffung, um mitunter Transparenz in Lieferketten zu schaffen. Mit CDP legt die voestalpine gegenüber Investor:innen und Kund:innen Transparenz zu Klima‑ und Wasserkennzahlen offen. S&P Global wiederum bewertet ESG‑Management, Strategie und Performance im internationalen Kapitalmarktvergleich. Diese Ratings unterstützen Stakeholder:innen dabei, Nachhaltigkeitsrisiken und ‑chancen der voestalpine einzuordnen, und erhöhen gleichzeitig die Vergleichbarkeit und Glaubwürdigkeit der konzernalen Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Die Ratings von der voestalpine zum 31. März 2026 lauteten wie folgt:
Beim EcoVadis-Rating erreichte die voestalpine AG ein hohes Gesamtpunkteniveau von 75 von 100 Punkten, was mit einer Silbermedaille ausgezeichnet wurde. Damit zählt die voestalpine zu den Top 15 % der über 100.000 weltweit bewerteten Unternehmen. Zudem konnten verschiedene Tochterunternehmen wie beispielsweise die voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG, voestalpine Railway Systems GmbH (Zeltweg) und die voestalpine Turnout Technology Germany GmbH jeweils eine EcoVadis-Platinplakette erreichen (Top 1 % aller Unternehmen weltweit). Die voestalpine wurde außerdem von CDP in der Kategorie Klima zuletzt in die A-Liste (Top 4 % weltweit) gereiht und gilt als führendes Unternehmen hinsichtlich des Managements von Umweltauswirkungen, der Umwelttransparenz und des Ergreifens von Maßnahmen für eine umweltfreundliche Zukunft. In der CDP-Kategorie „Wasser“ konnte die voestalpine das B-Rating aufrechterhalten. Neben diesen Erfolgen wurde die voestalpine 2026 auch wieder im renommierten Dow Jones „Best-in-Class-Europe-Index“ gelistet.
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UMWELTINFORMATIONEN
ANGABEN NACH DER EU-TAXONOMIE-VERORDNUNG
Allgemeine Informationen zur Taxonomie
Seit dem 1. Januar 2022 sind Unternehmen von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Arbeitnehmer:innen in der EU verpflichtet, ihre Wirtschaftstätigkeiten entsprechend der Taxonomie-Verordnung zu klassifizieren und die Ergebnisse in der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung (gemäß Anforderungen des § 267a und des § 243b UGB) offenzulegen. Hierbei sollen wirtschaftliche Tätigkeiten gemäß ihrer ökologischen Nachhaltigkeit eingestuft werden.
Die voestalpine bezieht sich bei der Einstufung ihrer Wirtschaftstätigkeiten mitunter auf die am
20. Oktober 2023 im EU-Amtsblatt veröffentlichten FAQs zur Anwendung der EU-Taxonomie sowie auf die FAQs vom 5. März 2025.
Die Bewertung der Taxonomiekonformität erfolgt in einem mehrstufigen Prozess, bei dem zuerst festgestellt wird, ob eine Wirtschaftstätigkeit taxonomiefähig (also grundsätzlich von der Taxonomie-Verordnung erfasst) ist, und in weiteren Schritten, ob sie auch taxonomiekonform ist. Als nicht taxonomiefähig gelten Wirtschaftstätigkeiten eines Unternehmens, die nicht durch die Taxonomie-Verordnung abgedeckt sind.
Um als taxonomiekonform eingestuft zu werden, müssen die taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten zumindest zu einem der nachstehend aufgelisteten Umweltziele einen wesentlichen Beitrag leisten. Darüber hinaus dürfen sie die Erreichung der anderen Umweltziele nicht erheblich beeinträchtigen (Do No Significant Harm; DNSH) und es müssen soziale Mindestschutzkriterien (Minimum Safeguards) zum Beispiel für Arbeitssicherheit und Menschenrechte erfüllt werden.
Die EU-Verordnung definiert sechs Umweltziele:
1. Klimaschutz
2. Anpassung an den Klimawandel
3. Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen
4. Übergang zur Kreislaufwirtschaft
5. Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung
6. Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme
In der Umsetzung der EU-Taxonomie-Verordnung ordnete die voestalpine beide Wirtschaftstätigkeiten dem Ziel Klimaschutz zu. Hierdurch wurde auch eine potenzielle Doppelzählung vermieden.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Darstellung des mehrstufigen Taxonomieprozesses
Implementierung der Taxonomiefähigkeit im voestalpine-Konzern
Die Bewertung der Wirtschaftstätigkeiten der voestalpine hinsichtlich ihrer Taxonomiefähigkeit erfolgte erstmals im Geschäftsjahr 2021/22. Im Zuge der Berichterstellung im Geschäftsjahr 2023/24 wurden ergänzend auch die Umweltziele 3 bis 6 hinsichtlich ihrer Taxonomiefähigkeit analysiert und bewertet.
Dazu wurde ein Projekt-Team aus den internen Fachbereichen Finanzen, Investor Relations, Umwelt und Group Sustainability sowie Vertreter:innen der Divisionen gegründet. Zusätzlich wurden externe Fachexpert:innen, darunter Fachgutachter:innen und wissenschaftliche Expert:innen, beigezogen. Zudem wurden klarstellende Interpretationen und Stellungnahmen der europäischen Branchenverbände, etwa des Branchenverbandes der Bahnindustrie UNIFE, bei der Bewertung berücksichtigt.
Es wurden alle Wirtschaftstätigkeiten aller Gesellschaften im Rahmen des Implementierungsprozesses initial überprüft. Zudem erfolgt eine laufende Evaluierung hinsichtlich der Anwendbarkeit der Wirtschaftstätigkeiten aller Umweltziele.
Als Ergebnis dieser Analyse wurden Wirtschaftstätigkeiten im voestalpine-Konzern als taxonomiefähig identifiziert und folgenden Kategorien unter dem Umweltziel Klimaschutz zugeordnet:
»
3.9 Herstellung von Eisen und Stahl
Der voestalpine-Konzern betreibt in Linz, Österreich (Steel Division), und in Donawitz, Österreich (Metal Engineering Division), Stahlproduktion auf Basis von Hochofentechnologie. Die High Performance Metals Division betreibt an zwei Standorten in Europa (Kapfenberg, Österreich und Hagfors, Schweden) sowie an einem Standort in Brasilien (Sumare) Stahlproduktion auf Basis von Elektrolichtbogenofentechnologie.
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6.14 Schienenverkehrsinfrastruktur
Der voestalpine-Konzern produziert weltweit wesentliche Komponenten für Eisenbahnverkehrsinfrastruktur (Metal Engineering Division). Diese umfassen Schienen, Weichensysteme (von Komponenten bis zu vormontierten Komplettsystemen inkl. Antrieben, Verschluss-Systemen, Überwachungseinrichtungen), Diagnose- und Monitoringsysteme sowie Serviceleistungen für Schienenverkehrsinfrastruktur (Logistikdienstleistungen, Schienenbearbeitungen, Schienenschweißen, Schienenschleifen, Recycling etc.).
Erhebung der Taxonomiekonformität
Damit eine Wirtschaftstätigkeit im Sinne der Taxonomie als „ökologisch nachhaltig“ eingestuft werden kann, müssen unter anderem die zugrunde liegenden „technischen Bewertungskriterien“ erfüllt werden. Das sind quantifizierbare Richtlinien (Umweltziele) und konkrete Kriterien, wie eine Aktivität im Hinblick auf ihren Beitrag zum jeweiligen Umweltziel zu bewerten ist. Der Taxonomie-Rechtstext legt diesen wesentlichen Beitrag zum jeweiligen Umweltziel fest und definiert zudem, ob diese wirtschaftlichen Aktivitäten einen erheblichen Schaden für eines der relevanten Umweltziele verursachen. Neben dem wesentlichen Beitrag müssen daher zusätzlich die sogenannten DNSH-Kriterien (Do No Significant Harm) beachtet werden. Im Zuge dieser Prüfung ist nachzuweisen, dass die Wirtschaftstätigkeit keine signifikante Beeinträchtigung der anderen Umweltziele zur Folge hat.
Die voestalpine trägt umfassend zum Klimaschutz bei. Für die Geschäftstätigkeiten im Bereich der Stahlherstellung und Weiterverarbeitung ist grundsätzlich von einem wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz auszugehen, wenn sie die in der Kategorie 3.9 dargelegten wesentlichen Beiträge für das Umweltziel Klimaschutz erfüllen bzw. die definierten CO2-Emissionsgrenzwerte unterschreiten. Für die Geschäftstätigkeiten im Bereich der voestalpine Railway Systems 6.14 ist grundsätzlich von einem wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz auszugehen, wenn sie die in der Kategorie 6.14 dargelegten technischen Bewertungskriterien erfüllen. Die Leistungen der voestalpine Railway Systems erfüllen dabei die Vorgabe, dass sie für den Einsatz von Zügen ohne direkte CO2-Abgasemission geeignet sind. Leistungen für Bahnstrecken, die nur für den Transport fossiler Brennstoffe bestimmt sind, werden nicht inkludiert.
Die DNSH-Konformitätsbewertung wurde für die relevanten Wirtschaftstätigkeiten (3.9, 6.14) umfassend ausgeführt.
Die Prüfung des DNSH-Kriteriums zum Umweltziel „Anpassung an den Klimawandel“ wurde mithilfe eines simulationsbasierten Softwaretools zur Identifizierung, Quantifizierung und Offenlegung von physischen Klimarisiken für die betreffenden Betriebsstandorte durchgeführt. Auf dieser Basis konnte eine detaillierte Klimarisiko- und Vulnerabilitätsanalyse für alle relevanten Standorte erarbeitet werden. Als Methodengrundlage fungieren die vom Weltklimarat (IPCC) verwendeten repräsentativen Konzentrationspfade RCP 2.6, RCP 4.5, RCP 6.0 und RCP 8.5 der Zukunftsszenarien, die Sachstandsberichte zum Klimawandel vom Weltklimarat und zentrale Copernicus-Dienste der Europäischen Kommission. Basierend auf den Ergebnissen der Klimarisiko- und Vulnerabilitätsbewertung wurden gegebenenfalls Anpassungslösungen ermittelt und in Umsetzung gebracht.
Darüber hinaus nutzt der voestalpine-Konzern zur Erfüllung der DNSH-Kriterien auch seine weltweit breitflächig in den Gesellschaften implementierten Managementsysteme, wie etwa die nach ISO 14001 oder EMAS zertifizierten Umweltmanagementsysteme. Diese Systeme gewährleisten, dass Umwelteinwirkungen identifiziert und im lokalen Umfeld des jeweiligen Standorts auf Relevanz geprüft sowie gegebenenfalls nötige Anpassungslösungen zur Reduktion erarbeitet werden.
Die Betrachtungen umfassen bzw. berücksichtigen dabei insbesondere die Umweltaspekte Wasser (nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen) und Biodiversität (Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme).
Zur Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung hat der voestalpine-Konzern in seinen Gesellschaften Prozesse geschaffen, die eine Herstellung, Verwendung und Inverkehrbringung von Stoffen im Einklang mit den nationalen Gesetzen für Chemikalien sicherstellen.
Entsprechend den DNSH-Vorgaben müssen bestimmte auf europäischen Vorgaben beruhende Verbote und Beschränkungen für Stoffe eingehalten werden und dürfen Stoffe mit besonders besorgniserregenden Eigenschaften nur verwendet werden, wenn keine anderen technisch und wirtschaftlich geeigneten Alternativstoffe oder -technologien am Markt verfügbar sind. Sofern ein solcher Ersatz noch nicht möglich ist, müssen diese Stoffe unter kontrollierten Bedingungen verwendet werden. Die konzernweite Prüfung der DNSH-Konformitätskriterien kam zum Ergebnis, dass diese an den Standorten mit relevanten Wirtschaftstätigkeiten bereits in sehr hohem Maße erfüllt werden. Nichtkonforme Teilbereiche wurden bei der Berechnung der diesbezüglichen Kennzahlen ausgeschlossen. Hier wurden entsprechende Maßnahmen eingeleitet, um den Erfüllungsgrad kontinuierlich zu erhöhen.
Die dynamische Entwicklung der Regularien zur EU-Taxonomie kann zukünftig zu Anpassungen der Wirtschaftstätigkeiten und Adaptionen der Beurteilungskriterien führen.
Mindestschutz (Minimum Safeguards)
Als ökologisch nachhaltig werden jene Wirtschaftstätigkeiten anerkannt, die einen wesentlichen Beitrag zu mindestens einem der sechs Umweltziele leisten, kein weiteres Ziel negativ beeinflussen und den (sozialen) Mindestschutz erfüllen. Die Prüfung des sozialen Mindestschutzes von Arbeitenden und der Einhaltung der Menschenrechte ist gemäß Artikel 18 der EU-Taxonomie-Verordnung auch die letzte Prüfstufe zur Taxonomiekonformität. Hier soll sichergestellt werden, dass die Wirtschaftstätigkeiten unter Einhaltung von internationalen Menschenrechtsstandards und Vorschriften zu Themen wie Bestechung, Korruption, Besteuerung und fairem Wettbewerb ausgeführt werden. Die in Artikel 18 genannten Standards identifizieren vier Kernthemen, für die die Einhaltung von Mindestgarantien definiert wird.
Die folgenden Richtlinien und Normen müssen eingehalten werden:
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OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen
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UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UN Guiding Principles)
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ILO-Erklärung über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit (ILO-Kernarbeitsnormen)
»
Internationale Menschenrechtscharta
Die Platform on Sustainable Finance (PSF) greift folgende zentrale Themen für die Anwendung des sozialen Mindestschutzes auf:
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Menschenrechte (inkl. Arbeitnehmer:innen-Rechte)
»
Vermeidung von Bestechung und Korruption
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Besteuerung
»
Fairer Wettbewerb
Die oben genannten Themen der Platform on Sustainable Finance wurden in der voestalpine bereits in der Vergangenheit konzernal erhoben. So wird dazu auch in der vorliegenden Nachhaltigkeitserklärung umfassend berichtet (siehe z. B. die Abschnitte S1 und S2 zum Thema Menschenrechte und G1 zum Thema Antikorruption).
Wesentliche Änderungen zum Vorjahr
Erstmalige Anwendung der Omnibus-Verordnung
Im aktuellen Berichtsjahr hat die voestalpine von der Möglichkeit der vorzeitigen Anwendung der Omnibus‑Verordnung im Kontext der EU‑Taxonomie‑Berichterstattung Gebrauch gemacht (Del. VO. 2026/73). Aus der erstmaligen Anwendung der Omnibus‑Verordnung ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die grundlegende Struktur der EU‑Taxonomie‑Kennzahlen, jedoch wurde eine Wesentlichkeitsschwelle von 5 % im Verhältnis zu den entsprechenden Gesamtkennzahlen je Wirtschaftstätigkeit eingezogen. Ergab die Analyse der Wirtschaftstätigkeiten für Umsatz, CapEx und OpEx jeweils Werte unter 5 %, so wurde diese Wirtschaftstätigkeit als nicht bewertete/nicht wesentliche Wirtschaftstätigkeit eingestuft und deshalb nicht separat berichtet. Laut Omnibus-Verordnung dürfen die kumulierten nicht bewerteten/nicht wesentlichen Wirtschaftstätigkeiten maximal 10 % der ausgewiesenen Gesamtkennzahlen (Umsatz, CapEx, OpEx) betragen. Im aktuellen Geschäftsjahr werden beim CapEx die höchsten nicht bewerteten/ nicht wesentlichen Tätigkeiten in der Höhe von 4,8 % ausgewiesen. Im Berichtsjahr wurden zudem erstmals die neuen Meldebögen gemäß Omnibus‑Verordnung angewendet. Die Umstellung betrifft insbesondere die strukturierte Darstellung der Umsatz‑, CapEx‑ und OpEx‑Kennzahlen und dient der Vereinfachung sowie der verbesserten Vergleichbarkeit der Offenlegungen.
In den vergangenen Berichtsperioden hatten zudem Querschnittstätigkeiten keinen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit bzw. auf die Taxonomie-KPIs und konnten daher vereinfacht als nicht taxonomiefähig berichtet werden. Mit den neuen Taxonomie-Meldebögen müssen jedoch auch als unwesentlich eingestufte und nicht bewertete prozentuale Anteile der jeweiligen KPIs ausgewiesen werden. Aufgrund der Omnibus-Verordnung ist ab der aktuellen Berichtsperiode eine Quantifizierung der unwesentlichen Tätigkeiten erforderlich. So kann sichergestellt werden, dass diese Grenze entsprechend eingehalten wird. Der voestalpine-Konzern hat als nicht bewertete nicht wesentliche Tätigkeiten die Wirtschaftstätigkeit 3.21 „Herstellung von Luftfahrzeugen“, Wirtschaftstätigkeit 6.2 „Güterbeförderung im Eisenbahnverkehr“ sowie Tätigkeiten in der Klasse 7 „Baugewerbe und Immobilien“ definiert. Diese werden nicht gesondert ausgewiesen und als unwesentliche Tätigkeiten im Meldebogen vermerkt. Die Berichterstattung erfolgt damit im Einklang mit den aktualisierten regulatorischen Vorgaben. Die voestalpine wird die Weiterentwicklung der regulatorischen Anforderungen im Zusammenhang mit der EU‑Taxonomie- und der Omnibus‑Verordnung auch künftig laufend beobachten und die Berichterstattung bei Bedarf entsprechend anpassen.
Wirtschaftstätigkeit 6.2 Güterbeförderung im Eisenbahnverkehr
Im Rahmen der Wesentlichkeitsbeurteilung aufgrund der erstmaligen Anwendung der Omnibus-Verordnung wurde der Anwendungsbereich der berichteten taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten überprüft. Dabei wurde entschieden, die Wirtschaftstätigkeit 6.2 „Güterbeförderung im Eisenbahnverkehr“ im Berichtsjahr nicht mehr als wesentlich auszuweisen. Diese Entscheidung basiert auf der quantitativen Bewertung der zugehörigen Leistungskennzahlen. Die der Wirtschaftstätigkeit 6.2 zuordenbaren Umsatz‑, CapEx‑ und OpEx‑Anteile liegen jeweils unterhalb der Wesentlichkeitsschwelle von 5 % im Verhältnis zu den entsprechenden Gesamtkennzahlen des Konzerns. Vor diesem Hintergrund wird die Wirtschaftstätigkeit als nicht wesentlich für die EU‑Taxonomie‑Berichterstattung der voestalpine eingestuft.
Ergebnisse Kennzahlen
Nachfolgend werden die Leistungsindikatoren Umsatzerlöse, Investitions- und Betriebsausgaben aus taxonomiefähigen bzw. taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten der voestalpine je Umweltziel für das Geschäftsjahr 2025/26 zusammengefasst.
2025/26
Aufschlüsselung der taxonomiekonformen Tätigkeiten nach Umweltzielen







KPI
Insgesamt
Anteil taxonomie-
fähiger Tätigkeiten
Taxonomie-
konforme Tätigkeiten
Anteil taxonomie-
konformer Tätigkeiten
Klimaschutz
Anpassung an den Klimawandel
Wasser
Kreislaufwirtschaft
Umwelt-
verschmutzung
Biologische Vielfalt
Anteil der ermög-
lichenden Tätigkeiten
Anteil der Übergangs-
tätigkeiten
Nicht bewertete nicht wesentliche Tätigkeiten1
Taxonomie-
konforme Tätigkeiten im voran-
gegangenen Geschäftsjahr 2024/25
Anteil taxonomie-
konformer Tätigkeiten im voran-
gegangenen Geschäftsjahr 2024/25
Umsatz
15.063,1
14,8 %
2.023,4
13,4 %
13,4 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
13,4 %
0,0 %
2,4 %
1.911,2
12,2 %
CapEx
949,7
49,9 %
381,8
40,2 %
40,2 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
8,3 %
31,9 %
4,8 %
237,4
20,4 %
OpEx
993,0
33,8 %
102,1
10,3 %
10,3 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
8,1 %
2,2 %
2,9 %
114,2
10,9 %
1 Die nicht bewerteten nicht wesentlichen Kennzahlen entstammen den Wirtschaftstätigkeiten 3.21 Herstellung von Luftfahrzeugen, 6.2 Güterbeförderung im Eisenbahnverkehr sowie der Klasse 7. Baugewerbe und Immobilien.
Taxonomiefähiger/-konformer Umsatz
Als Basis für die Ermittlung der taxonomiefähigen Umsätze sind laut EU-Taxonomie-Verordnung die Umsatzerlöse gemäß IAS 1.82(a) heranzuziehen. Diese entsprechen den in diesem Geschäftsbericht in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Umsatzerlösen und werden daher für die Berechnung in folgender Tabelle als Nenner verwendet. Der Zähler umfasst jene Umsätze, welche mit Wirtschaftstätigkeiten generiert wurden, die in der EU-Taxonomie-Verordnung erfasst sind. Die aktuelle Konformitätsprüfung im Geschäftsjahr 2025/26 ergab 13,4 % taxonomiekonformen Umsatz, der zur Gänze auf den Umsatz aus dem Bereich Schienenverkehrsinfrastruktur zurückzuführen ist.
Für den voestalpine-Konzern ergibt sich folgende Zuordnung:
2025/26
Umweltziel der taxonomiekonformen Tätigkeiten








Wirtschaftstätigkeiten
Code
Taxonomie-
fähiger Umsatz
Taxonomie-
konformer Umsatz
Taxonomie-
konformer Umsatz
Klimaschutz
Anpassung an den Klimawandel
Wasser
Kreislaufwirtschaft
Umweltverschmutzung
Biologische Vielfalt
Ermög-
lichende Tätigkeit
Übergangs-
tätigkeit
Taxonomie-
konformer Anteil der taxonomie-
fähigen Tätigkeiten
Herstellung von Eisen und Stahl
CCM 3.9/CCA 3.9
0,4 %
-
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
T
0,0 %
Schienenverkehrsinfrastruktur
CCM 6.14/CCA 6.14
14,4 %
2.023,4
13,4 %
13,4 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
E
93,1 %
Summe der Konformität nach Ziel
13,4 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
Umsatz-Gesamtwert
14,8 %
2.023,4
13,4 %
13,4 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
13,4 %
0,0 %
90,7 %
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Taxonomiefähige/-konforme Investitionsausgaben (CapEx)
Als Basis für die Ermittlung der taxonomiefähigen Investitionsausgaben wurden die Zugänge inkl. der Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen zu Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten sowie Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen berücksichtigt. Nicht berücksichtigt wurden Investitionen über Joint Ventures, Investitionen in Finanzinstrumente sowie Zugänge zu Firmenwerten. Aufgrund der Klarstellung der FAQ 2023/305 Punkt 31, welche regelt, dass Investitionsausgaben erst erfasst werden sollen, wenn diese gemäß den einschlägigen Rechnungslegungsstandards erfasst werden, wurden die Zugänge zu den geleisteten Anzahlungen aus den Zugängen zum CapEx-KPI herausgerechnet. Mit Beginn der Aktivierung der zugrunde liegenden Sachanlagen/immateriellen Vermögenswerte werden die geleisteten Anzahlungen auf das jeweilige Anlagegut umgegliedert und auch den Zugängen zum CapEx-KPI zugerechnet. Durch diese Betrachtungsweise kann sich eine Verschiebung zwischen den Geschäftsjahren ergeben. Die Differenz der Investitionsausgaben, welche hier im Nenner verwendet werden, zu den im Konzernabschluss Punkt D.2. Geschäftssegmente veröffentlichten Daten betrifft neben Firmenwertzugängen auch die oben genannte Änderung im Bereich der geleisteten Anzahlungen. Der Zähler umfasst jene Investitionsausgaben, die sich auf Vermögenswerte oder Prozesse beziehen, die mit taxonomiefähigen bzw. taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind sowie Teil des CapEx-Plans sind.
Im Bereich der Investitionsausgaben liegt der taxonomiekonforme Anteil bei 40,2 % (381,8 Mio. EUR). Mit greentec steel hat die voestalpine einen ambitionierten Stufenplan für eine CO2-arme Stahlproduktion entwickelt. Im ersten Schritt des Stufenplans werden ein grünstrombetriebener Elektrolichtbogenofen (Electric Arc Furnace; EAF) in Linz und eine grünstrombetriebene Elektrolichtbogenofenanlage in Donawitz errichtet. So ist es möglich, ab 2027 nach erfolgtem Hochlauf jährlich ca. 2,5 Mio. Tonnen CO2-reduzierten Stahl zu produzieren. Diese erste Phase des Leuchtturmprojekts greentec steel wird auch im CapEx-Plan ausgewiesen. Dabei sind die individuellen Prozesse im Rahmen der zukünftigen EAF-Produktion als unabhängige Produktionseinheiten zu betrachten, welche in die bestehenden Anlagenkonfigurationen an den Standorten Linz und Donawitz integriert werden. Die Taxonomiekonformität im Rahmen der Wirtschaftstätigkeit 3.9 Herstellung von Eisen und Stahl kann für die Elektrolichtbogenöfen als eigenständige Produktionseinheit mit den entsprechenden technischen Bewertungskriterien unter dem Umweltziel Klimaschutz ermittelt werden. Der CapEx-Plan umfasst ein Gesamtvolumen von
1,5 Mrd. EUR und wird aller Voraussicht nach im Geschäftsjahr 2027/28 abgeschlossen werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 292,7 Mio. EUR (2024/25: 134,4 Mio. EUR) im Zuge des CapEx-Plans als taxonomiekonform unter der Wirtschaftstätigkeit 3.9 Herstellung von Eisen und Stahl klassifiziert.
Der taxonomiekonforme CapEx in Höhe von 381,8 Mio. EUR setzt sich aus Zugängen zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 371,1 Mio. EUR, Zugängen zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten aus Unternehmenszusammenschlüssen in Höhe von 2,0 Mio. EUR und der Veränderung der geleisteten Anzahlungen in Höhe von 8,7 Mio. EUR zusammen. Der Gesamt-CapEx in Höhe von 949,7 Mio. EUR setzt sich aus Zugängen zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 1.066,1 Mio. EUR, Zugängen zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten aus Unternehmenszusammenschlüssen in Höhe von 2,2 Mio. EUR sowie der Veränderung der geleisteten Anzahlungen in Höhe von
–118,6 Mio. EUR zusammen.
Für den voestalpine-Konzern ergibt sich folgende Zuordnung:
2025/26
Umweltziel der taxonomiekonformen Tätigkeiten








Wirtschaftstätigkeiten
Code
Taxonomie-
fähiger CapEx
Taxonomie-
konformer CapEx
Taxonomie-
konformer CapEx
Klimaschutz
Anpassung an den Klimawandel
Wasser
Kreislaufwirtschaft
Umweltverschmutzung
Biologische Vielfalt
Ermög-
lichende Tätigkeit
Übergangs-
tätigkeit
Taxonomie-
konformer Anteil der taxonomie-
fähigen Tätigkeiten
Herstellung von Eisen und Stahl
CCM 3.9/CCA 3.9
41,0 %
303,3
31,9 %
31,9 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
T
77,8 %
Schienenverkehrsinfrastruktur
CCM 6.14/CCA 6.14
8,9 %
78,5
8,3 %
8,3 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
E
92,8 %
Summe der Konformität nach Ziel
40,2 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
CapEx-Gesamtwert
49,9 %
381,8
40,2 %
40,2 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
8,3 %
31,9 %
80,6 %
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Taxonomiefähige/-konforme Betriebsausgaben (OpEx)
Im Gegensatz zu den Umsatzerlösen und den Investitionsausgaben können die Betriebsausgaben nicht direkt aus den Anhangsangaben dieses Geschäftsberichts übernommen werden. Für die Ermit­tlung des Nenners der Betriebsausgaben sind nur wenige ausgewählte Aufwendungen relevant. Diese umfassen Gebäudesanierungsmaßnahmen, Wartung und Reparatur von Sachanlagen, Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen, kurzfristige Leasingaufwendungen sowie Schulungsaufwendungen für die Mitarbeiter:innen. Diese Schulungsaufwendungen beinhalten auch Schulungen, die erforderlich sind, um Anlagen und Prozesse nachhaltig und regelkonform zu betreiben (einschließlich Arbeitssicherheits- oder Produktionsprozessschulungen im Kontext taxonomiefähiger/-konformer Tätigkeiten). Der Zähler umfasst Betriebsausgaben, die sich auf Vermögenswerte oder Prozesse beziehen, die mit taxonomiefähigen bzw. taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind. Betriebsausgaben aus taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten belaufen sich auf 102,1 Mio. EUR. Das entspricht 10,3 % der Betriebsausgaben laut EU-Taxonomie.
Der taxonomiekonforme OpEx in Höhe von 102,1 Mio. EUR setzt sich aus Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 24,8 Mio. EUR, Gebäudesanierungsmaßnahmen in Höhe von 11,2 Mio. EUR, kurzfristigem Leasing in Höhe von 2,1 Mio. EUR, Wartung und Reparatur von Sachanlagen in Höhe von 59,5 Mio. EUR sowie Schulungen von Arbeitskräften in Höhe von 4,5 Mio. EUR zusammen. Der Gesamt-OpEx in Höhe von 993,0 Mio. EUR setzt sich aus Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 221,6 Mio. EUR, Gebäudesanierungsmaßnahmen in Höhe von 35,0 Mio. EUR, kurzfristigem Leasing in Höhe von 10,3 Mio. EUR, Wartung und Reparatur von Sachanlagen in Höhe von 693,2 Mio. EUR sowie Schulungen von Arbeitskräften in Höhe von 32,9 Mio. EUR zusammen. In den Schulungsaufwendungen sind neben Schulungen für Mitarbeiter:innen, welche Maschinen warten, ebenfalls Schulungen für Mitarbeiter:innen in der Produktion enthalten.
Für den voestalpine-Konzern ergibt sich folgende Zuordnung:
2025/26
Umweltziel der taxonomiekonformen Tätigkeiten








Wirtschaftstätigkeiten
Code
Taxonomie-
fähiger OpEx
Taxonomie-
konformer OpEx
Taxonomie-
konformer OpEx
Klimaschutz
Anpassung an den Klimawandel
Wasser
Kreislaufwirtschaft
Umweltverschmutzung
Biologische Vielfalt
Ermög-
lichende Tätigkeit
Übergangs-
tätigkeit
Taxonomie-
konformer Anteil der taxonomie-
fähigen Tätigkeiten
Herstellung von Eisen und Stahl
CCM 3.9/CCA 3.9
25,3 %
21,5
2,2 %
2,2 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
T
8,6 %
Schienenverkehrsinfrastruktur
CCM 6.14/CCA 6.14
8,5 %
80,6
8,1 %
8,1 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
E
95,7 %
Summe der Konformität nach Ziel
10,3 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
OpEx-Gesamtwert
33,8 %
102,1
10,3 %
10,3 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
8,1 %
2,2 %
30,5 %
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ESRS E1 KLIMAWANDEL
Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit und erfordert entschlossene Maßnahmen von Unternehmen. Die voestalpine gehört zu den größten Treibhausgas-Emittenten Österreichs und steht vor der Aufgabe, ihre Emissionen drastisch zu senken. Der Fokus liegt auf einer Transformation der Produktionsprozesse, die durch technologische Innovationen, strategische Investitionen und enge Zusammenarbeit mit Kund:innen und Lieferant:innen vorangetrieben wird.
Ein zentraler Baustein des Klimaübergangsplans bezogen auf Scope-1- und Scope-2-Emissionen ist das Klimaschutzprogramm greentec steel, das den Umstieg von kohlebasierten Hochöfen auf Elektrolichtbogenöfen (EAF) vorsieht.
Neben der technologischen Transformation gewinnt auch das Lieferant:innen-Engagement an Bedeutung. Nachhaltige Rohstoffbeschaffung und transparente Lieferketten spielen eine entscheidende Rolle, um die gesamten Scope-3-Emissionen zu reduzieren. Dies bringt sowohl Herausforderungen als auch wirtschaftliche Chancen mit sich – insbesondere durch die steigende Nachfrage nach emissionsarmen Stahlprodukten. Gleichzeitig bleibt der Strukturwandel mit hohen Investitionskosten und Marktrisiken verbunden.
Der Klimaschutz, die Anpassung an den Klimawandel und eine nachhaltige Energieversorgung sind zentrale Herausforderungen unserer Zeit. Die voestalpine setzt sich aktiv mit diesen Themen auseinander. Dabei spielen technologische Innovationen, Energieeffizienzmaßnahmen und der schrittweise Übergang zu erneuerbaren Energieträgern eine entscheidende Rolle. Detaillierte Informationen zu den ermittelten Auswirkungen, Risiken und Chancen (IRO) in den Bereichen Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel und Energie sind in der IRO-Tabelle dargestellt, diese enthält spezifische Angaben zu SBM-3.
Thema/Unter-(Unter)thema
Auswirkung, Risiko, Chance (IRO)
Beschreibung
Wertschöpfungs-kette
Zeithorizont
Betroffene Stakeholder:innen
Klimaschutz
˜
Ausstoß von THG-Emissionen (Scope 1 bis 3)
Die Treibhausgasemissionen aus prozess-bedingten Aktivitäten im eigenen Betrieb sowie aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, wie etwa durch die Beschaffung von Rohstoffen wie Eisenerz oder Kokskohle, haben negative Aus-wirkungen auf Umwelt und Gesellschaft. Der überwiegende Teil der Scope-1-Emissionen entsteht in der Herstellung der Stahlprodukte an den großen Standorten Linz und Donawitz. Scope-2-Emissionen, die aus dem Bezug externer Energie resultieren, sind im Vergleich dazu deutlich geringer. Die Scope-3-Emissionen umfassen indirekte Emissionen aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette; mehr als 80 % davon sind auf die Beschaffung von Rohstoffen zurückzuführen.
uuu
˜˜˜˜
Umwelt und Gesellschaft

Lokale, nationale und internationale Behörden

Lieferant:innen
Thema/Unter-(Unter)thema
Auswirkung, Risiko, Chance (IRO)
Beschreibung
Wertschöpfungs-kette
Zeithorizont
Betroffene Stakeholder:innen
Klimaschutz
™
Technologische Entwicklungen & Jobinfrastruktur
Durch die Ausweitung ihrer Investitionen in klimafreundliche Anlagen setzt die voestalpine einen zusätzlichen Dekarbonisierungsimpuls für andere Marktteilnehmer:innen. Dies schafft starke Anreize für die Entwicklung von Breakthrough-Technologien und Produktionsinnovationen, die eine emissionsarme Wirtschaft unterstützen. In der Folge entstehen neben einer ökologisch nachhaltigen Infrastruktur auch neue, qualifizierte Arbeitsplätze im wirtschaftlichen Umfeld der Branche. Dadurch werden positive ökologische Effekte und der Klimaschutz vorangetrieben.
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˜˜˜˜
Umwelt und Gesellschaft

Lokale, nationale und internationale Behörden

Lieferant:innen
!
Transitorisches Risiko: Technische Umstellung auf emissionsarme Technologien
Die Transformation hin zu einer emissionsarmen Stahlproduktion im Rahmen von greentec steel erfordert von der voestalpine erhebliche Investitionen in neue Technologien und Anlagen, die unter teils unsicheren gesetzlichen Rahmenbedingungen getätigt werden, z. B. Unsicherheiten bei der Ausgestaltung von Schutzmaßnahmen wie dem Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) und bei der zukünftigen Zuteilung von kostenlosen Zertifikaten. Auch das Fehlen einer einheitlichen, allgemein anerkannten Definition für Grünstahl erhöht das Risiko zusätzlicher Kostensteigerungen. Zugleich gehen Einführung und Hochlauf neuer Produktionsverfahren mit operativen Risiken einher, etwa anfänglich geringeren Effizienzen, die erst durch zunehmende Betriebserfahrungen optimiert werden können, oder temporären Betriebsausfällen.
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Umwelt

Lokale, nationale und internationale Behörden​
!
Transitorisches Risiko: Kosten aufgrund CO2e- Bepreisung
CO₂e-Bepreisungsmechanismen wie das EU-Emissionshandelssystem (ETS) und der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) führen zu steigenden finanziellen Belastungen, die potenziell Wettbewerbsnachteile gegenüber Nicht-EU-Wettbewerber:innen verursachen und einen strukturellen Wandel, wie Abwanderung von Abnehmerindustrien und einen höheren Preiswettbewerb, in der Industrie auslösen können.
uuu
˜˜˜˜
Umwelt

Gesetzgeber:innen

Mitbewerber:innen

Kund:innen

Lieferant:innen

Investor:innen
Ì
Transitorische Chance:
Steigerung der Verkaufsvolumina von emissionsarmen Stahlprodukten für die voestalpine (insbesondere in branchenrelevanten Bereichen der Energiewende) führt zu einer nachhaltigen Stabilisierung der Umsätze und des EBIT.
Steigende Nachfrage und entsprechender Preisaufschlag für emissionsarmen Stahl. Dies kann gleichzeitig auch zu einer stärkeren Marktposition in spezialisierten Segmenten wie Bahninfrastruktursystemen, Spezialstählen und Hochleistungsmaterialien führen.
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˜˜˜˜
Mitbewerber:innen

Kund:innen

Investor:innen
!
Transitorisches Risiko: Lieferengpässe bzw. höhere Kosten für wichtige Materialien und Rohstoffe
Im Zuge der Transformation steigt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen wie Stahlschrott sowie speziellen Metallen und Legierungen, wodurch das Risiko von Versorgungsengpässen zunimmt. Die voestalpine sieht sich mit einem wachsenden Bedarf konfrontiert, der potenziell zu Produktionsverzögerungen oder Qualitätsrisiken führen kann. Gleichzeitig erschwert ausgeprägte Preisvolatilität die Planbarkeit und mindert die Investitionssicherheit.
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Lieferant:innen
Thema/Unter-(Unter)thema
Auswirkung, Risiko, Chance (IRO)
Beschreibung
Wertschöpfungs-kette
Zeithorizont
Betroffene Stakeholder:innen
Anpassung an den Klimawandel
!
Physische Klimarisiken
Physische Risiken können das Geschäft der voestalpine auf verschiedene Weise beeinträchtigen. Wesentliche akute physische Risiken sind beispielsweise Starkregen, Überschwemmungen und Erdrutsche. Chronische physische Risiken bestehen z. B. durch wesentliche klimabedingte Schwankungen des Wasserpegels in Flüssen, was die Schifffahrt (z. B. auf der Donau) beeinträchtigen und zu Unterbrechungen der Lieferkette führen kann.
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Kund:innen

Lieferant:innen
Energie
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Transitorisches Risiko:
Engpässe in der Energieversorgung und höhere Kosten für die Energiebeschaffung
Das transitorische Risiko für die voestalpine umfasst mögliche Versorgungsengpässe an großen Produktionsstandorten (insbesondere Linz und Donawitz) sowie steigende Energiebeschaffungskosten (erneuerbare und nicht erneuerbare Quellen) vor dem Hintergrund der europäischen Energiewende. Das wird vor allem auch durch volatile Energiemärkte und potenzielle Knappheiten getrieben.
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˜˜˜˜
Lieferant:innen
Legende
˜
tatsächlich positive Auswirkung
™
potenziell positive Auswirkung
Ì
Chance
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vorgelagert
wuw
eigener Betrieb
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nachgelagert
˜
tatsächlich negative Auswirkung
™
potenziell negative Auswirkung
!
Risiko
˜™™™
< 1 Jahr
™˜™™
1–5 Jahre
™™˜™
5–10 Jahre
™™™˜
10+ Jahre
Strategie
E1-1 – Übergangsplan für den Klimaschutz
Die voestalpine verfolgt eine umfassende Reduktion der Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und hat sich im Rahmen der Science Based Targets initiative (SBTi) verpflichtet, ihre Emissionen entsprechend dem wissenschaftlich fundierten 2-Grad-Reduktionspfad zu senken. Bis zum Kalenderjahr 2029 sollen die Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 30 % und Scope-3-Emissionen um 25 % gesenkt werden. Die gesetzten Vorgaben wurden von der SBTi geprüft und validiert und stehen im Einklang mit der Begrenzung der Erderwärmung gemäß dem Übereinkommen von Paris.
Im Zuge der ESRS-konformen Berichterstattung wurde die Erstellung der Treibhausgasbilanz von Kalender- auf Geschäftsjahresbasis umgestellt. Entsprechend erfolgt auch die Darstellung der Emissionsreduktionsziele im Klimaübergangsplan auf Geschäftsjahresbasis. Die durch die Science Based Targets initiative (SBTi) validierten Ziele bis 2029 beziehen sich hingegen weiterhin auf das Kalenderjahr.
Der langfristige Klimaübergangsplan der voestalpine wird in drei Umsetzungsphasen unterteilt: Phase 1 (bis Geschäftsjahr 2029/30), Phase 2 (bis Geschäftsjahr 2035/36) und Phase 3 (bis Geschäftsjahr 2049/50).
Dieser beinhaltet eine langfristige 1,5-°C-Zielsetzung bis 2050 zur Begrenzung der Erderwärmung, die validierten Ziele in Phase 1 bis zum Geschäftsjahr 2029/30 folgen einem „well below 2° C“-Reduktionspfad. Nicht SBTi-validiert verfolgt die voestalpine darüber hinaus in Phase 2 das mittelfristige Ziel, ihre Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis zum Geschäftsjahr 2035/36 um 50 % zu reduzieren und langfristig in Phase 3 bis spätestens zum Geschäftsjahr 2049/50 Netto-Null-Emissionen (Net-Zero) zu erreichen.
Zur Erreichung dieser strategischen Ausrichtung und für die Umsetzung dieses Klimaübergangsplans setzt die voestalpine auf verschiedene Dekarbonisierungshebel, die die gesamte Wertschöpfungskette abdecken und eine Transformation zu einer emissionsärmeren Stahlproduktion ermöglichen.
Die Dekarbonisierungshebel sind in Phase 1 bereits klar definiert. Dazu zählen die industrielle Elektrifizierung mit dem Ersatz kohlebasierter Hochöfen durch Elektrolichtbogenöfen (EAF) als wesentlichste Maßnahme, die Nutzung erneuerbarer Energien zur Reduktion des CO2-Ausstoßes, der Rohstoffeinsatz in den Prozessen zur Eisen- und Stahlerzeugung sowie die Steigerung der Energieeffizienz in Produktionsprozessen und der Infrastruktur. Darüber hinaus wird die Lieferkette aktiv in den Dekarbonisierungsprozess einbezogen, unter anderem durch den verstärkten Einsatz von CO2-reduzierten Vormaterialien und die Optimierung des Rohstoffeinsatzes. Informationen dazu finden sich in Kapitel E1-3.
Die Phasen 2 und 3 werden noch weiter konkretisiert, zielen aber auf eine tiefgreifende Transformation von Prozessen sowie auf die vollständige Dekarbonisierung und Kompensation verbleibender Emissionen ab.
Die Transformation der Produktionsprozesse in der Phase 1 des Klimaübergangsplans ermöglicht die Produktion von bis zu 2,5 Millionen Tonnen emissionsreduziertem Stahl, die ihrerseits eine nachhaltige Weiterentwicklung und Anpassung der Geschäftsmodelle an regulatorische Anforderungen und steigende Marktanforderungen an klimafreundliche Produkte ermöglichen. Die Produktionskapazitäten für emissionsreduzierten Stahl werden in den Phasen 2 und 3 sukzessive weiter erhöht.
Die erste Phase des Plans und die erforderlichen finanziellen Mittel (1,5 Mrd. EUR Investitionsbudget) zur Umsetzung sind von Vorstand und Aufsichtsrat genehmigt.
Die finanziellen Mittel zur Umsetzung von Phase 1 dieser Transformation sind in der Mittelfristplanung berücksichtigt. Die voestalpine investiert in den nächsten Jahren gezielt in emissionsarme Technologien und energieeffiziente Anlagen. Zudem erfolgt eine regelmäßige Quantifizierung der benötigten Investitionen, um die Transformation wirtschaftlich nachhaltig zu gestalten. Alle detaillierten Angaben zu CapEx-Plänen und Leistungsindikatoren finden sich in E1-3 und im Kapitel Angaben nach der EU-Taxonomie-Verordnung wieder.
Im Zuge dieser Überprüfung werden Emissionsdaten jährlich erfasst, extern verifiziert und mit den definierten Zielvorgaben abgeglichen. Gleichzeitig fließen technologische Entwicklungen, regulatorische Änderungen und Marktbedingungen in die Bewertung ein, um den Übergangsplan bei Bedarf anzupassen und weiterzuentwickeln.
Die Nachhaltigkeitsstrategie ist integraler Bestandteil der Konzernstrategie und verbindet wirtschaftliche, soziale sowie ökologische Aspekte und Ziele. Zur Erreichung dieser strategischen Ausrichtung setzt die voestalpine auf zentrale Dekarbonisierungshebel, die eine Transformation hin zu einer emissionsärmeren Stahlproduktion ermöglichen.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Übergangsplan für den Klimaschutz
Investitionen und Finanzmittel für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel
Die voestalpine hat zur Aktivierung der Dekarbonisierungshebel im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie zur Dekarbonisierung und der EU-Taxonomie im Geschäftsjahr 2023/24 einen CapEx-Plan mit einer Laufzeit von fünf Jahren initiiert. Rund 1,5 Mrd. EUR wurden für die Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz im Zuge der Phase 1 des Klimaschutzprogramms greentec steel vom Aufsichtsrat bereits genehmigt, was einen zentralen Bestandteil des Klimaübergangsplans des Unternehmens bildet. Davon wurden bereits rund 0,9 Mrd. EUR bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 (bis 2024/25: rund 0,5 Mrd. EUR) investiert. Darüber hinaus werden weitere Investitionen für den weiteren Ersatz der fossilen Roheisenkapazitäten und CCUS-Technologien (Phase 2) in den finanziellen Planungen zur Überprüfung der Werthaltigkeit langfristiger Vermögenswerte in den betroffenen Produktionseinheiten der Steel und Metal Engineering Division berücksichtigt (siehe weiterführend dazu Konzernabschluss, Punkt B.2. Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Punkt B.3. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden).
Im Fokus dieses Plans stehen Dekarbonisierungshebel für alle Phasen, die maßgeblich zur Transformation hin zu einer klimafreundlicheren Produktion beitragen. Die Dekarbonisierungshebel zur Erreichung der Ziele für Scope 1 bis 3 in Phase 1 sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt klar definiert und quantifiziert. Aktuell verlaufen alle damit verbundenen Schritte planmäßig und ohne Verzögerungen. Die Investitionen sind eng mit den Anforderungen gemäß Angabepflicht E1-3 verknüpft und unterstützen sowohl die Erreichung der langfristigen Klimaziele als auch die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der voestalpine im globalen Markt. Die Dekarbonisierungshebel für die Scope-1-bis-3-Emissionen in den Phasen 2 und 3 werden in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess konkretisiert und definiert.
Das Unternehmen hat erhebliche Investitionen und Finanzmittel bereitgestellt, um seinen Übergangsplan zur Dekarbonisierung erfolgreich umzusetzen. Darüber hinaus hat die voestalpine Förderzusagen in Höhe von rund 90 Mio. EUR für die Investition in die Elektrolichtbogenofentechnologie und weitere Forschungsaktivitäten erhalten. Diese Mittel stammen aus dem Programm „Transformation der Industrie“ der österreichischen Bundesregierung und unterstützen die Umsetzung zentraler Dekarbonisierungshebel.
Zur Messung des Fortschritts der Maßnahmen innerhalb der Dekarbonisierungshebel wird der taxonomiekonforme CapEx als zentraler Leistungsindikator herangezogen. Im aktuellen Geschäftsjahr wurden insgesamt 381,8 Mio. EUR CapEx als taxonomiekonform ausgewiesen (siehe auch Kapitel Angaben nach der EU-Taxonomie-Verordnung), wobei 303,3 Mio. EUR auf die Wirtschaftstätigkeit 3.9 Herstellung von Eisen und Stahl entfallen, wovon wiederum 292,7 Mio. EUR Investitionen in Zusammenhang mit greentec steel darstellen. Im Berichtsjahr wurden keine signifikanten CapEx-Beträge im Zusammenhang mit Wirtschaftstätigkeiten in den Bereichen Kohle, Öl und Gas investiert.
Bereits im Jahr 2024 hat die voestalpine mit der Veröffentlichung des Rahmenwerks für grüne Finanzierungen (Green Financing Framework) die Grundlage für die Emission grüner Anleihen und anderer grüner Finanzierungsinstrumente geschaffen. Die voestalpine veröffentlichte als erstes europäisches Stahlunternehmen ihr Green Financing Framework. Am 3. Oktober 2024 hat die voestalpine AG eine fix verzinste grüne Anleihe in der Höhe von 500,0 Mio. EUR begeben. Die Erlöse aus dieser Emission werden zu 100 % zur Refinanzierung bzw. Finanzierung nachhaltiger voestalpine-Projekte, wie etwa greentec steel, verwendet.
Die gebundenen Treibhausgasemissionen der voestalpine resultieren im Wesentlichen aus dem Weiterbetrieb bestehender Anlagen, unter anderem hochofenbasierter Stahlproduktion. Die Betrachtung der gebundenen THG-Emissionen wurde im Zuge der Treibhausgasbilanz evaluiert. Diese Anlagen sind in die bestehenden Produktionsprozesse integriert und stellen wichtige Vermögenswerte dar. Eine Abkehr von dieser Technologie ist daher technisch und wirtschaftlich herausfordernd, wird aber im Klimaübergangsplan der voestalpine langfristig berücksichtigt. Im Rahmen von greentec steel ersetzt die voestalpine daher in Phase 1 bis 2029/30 zunächst zwei Hochöfen durch Elektrolichtbogenöfen (EAF), was zu einer Reduktion der gebundenen Treibhausgasemissionen führt. In Phase 2 plant die voestalpine einen Ersatz weiterer hochofenbasierter Produktionskapazitäten an den rohstahlproduzierenden Standorten und der damit verbundenen gebundenen Treibhausgasemissionen. Die Transformation der Produktionsanlagen in Phase 2 ist ein Übergangs- und Annäherungsschritt an einen 1,5-°C- Reduktionspfad. Am Standort Donawitz können durch die vollständige Transformation der hochofenbasierten Produktion in dieser Phase die gebundenen Treibhausgasemissionen auf ein Minimum reduziert werden. Net-Zero-Emissionen sollen mit der Transformation der verbleibenden Produktionskapazität der voestalpine in Phase 3 erreicht werden.
Damit einhergehende Übergangsrisiken wurden von der voestalpine analysiert, siehe ESRS 2 IRO-1. Die verbleibenden gebundenen THG-Emissionen, nach Umsetzung der vorher genannten Maßnahmen, wurden somit im Klimaübergangsplan berücksichtigt und gefährden nicht die Erreichung der gesetzten Emissionsreduktionsziele.
Über die Analyse treibhausgasbezogener Aspekte in Vermögenswerten und Produkten hinaus ist auch die Einhaltung regulatorischer Kriterien im Zusammenhang mit klimabezogenen Referenzwerten zu bewerten, wobei die voestalpine unter die Paris-abgestimmten EU-Referenzwerte fällt. Diese Angabe erfolgt im Einklang mit den Anforderungen der Durchführungsverordnung (EU) 2022/2453 der Kommission und der Delegierten Verordnung (EU) 2020/1818 über klimabezogene Referenzwerte.
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
E1-2 – Konzepte im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel
Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie beschäftigt sich die voestalpine schwerpunktmäßig mit der Reduktion von Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen). Dabei stehen spezifische Auswirkungen, Risiken und Chancen im Fokus, um sowohl den Klimaschutz als auch eine effiziente und nachhaltige Energienutzung zu berücksichtigen. Zu den zentralen Konzepten gehören:
»
der Klimaübergangsplan zur Dekarbonisierung
»
die Environmental Policy
Die Konzepte Klimaübergangsplan und Environmental Policy sind eng mit der Nachhaltigkeitsstrategie der voestalpine verknüpft und unterstützen die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Die Umsetzung des greentec steel-Programms – die stufenweise Transformation der Prozesse zur Rohstahlherstellung – im Rahmen des Klimaübergangsplans ermöglicht eine nachhaltige Weiterentwicklung des Kerngeschäfts, indem emissionsarme Technologien schrittweise eingeführt und bestehende Prozesse optimiert werden. Dies stellt sicher, dass die Stahlproduktion sowohl den regulatorischen Anforderungen als auch den steigenden Marktanforderungen an klimafreundliche Produkte entspricht. Informationen dazu finden sich im Kapitel E1-1.
Der Klimaübergangsplan gilt für den eigenen Betrieb (konzernweit – Produktions- und Vertriebsstandorte weltweit) sowie für ausgewählte Bereiche der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, wie beispielsweise eingekaufte Energie und erworbene Waren und Dienstleistungen (Rohstoffe). Das Konzept Environmental Policy für den voestalpine-Konzern ist ein übergeordnetes Rahmenwerk im Umweltbereich, das Grundsätze und Leitlinien definiert, unter anderem zu Klimaschutz und Energie. Es unterstützt die Gesellschaften in der Umsetzung der Aktivitäten zur Dekarbonisierung der eigenen Prozesse und der Wertschöpfungskette.
Das Konzept Klimaübergangsplan unterstützt ebenso die verstärkte Integration erneuerbarer Energien und damit eine Verringerung der Treibhausgasemissionen.
Die Datengrundlage für den Klimaübergangsplan wird jährlich geprüft, gegebenenfalls aktualisiert und der Fortschritt der Zielerreichung evaluiert. Umwelt- und Energiemanagementsysteme werden in regelmäßigen Abständen auditiert und zertifiziert.
Konzeptübersicht
Adressiertes IRO
Konzept
Umfang des Konzepts
Verantwortlichkeit & Monitoring
Sonstige Anmerkungen
Ausstoß von THG-Emissionen (Scope 1 bis 3)

Technologische Entwicklungen & Jobinfrastruktur

Transitorisches Risiko: Kosten aufgrund CO2e-Bepreisung

Transitorische Chance:
Steigerung der Verkaufsvolumina von nachhaltigen/emissionsarmen Stahlprodukten für die voestalpine (insbesondere in branchenrelevanten Bereichen der Energiewende) führt zu einer nachhaltigen Stabilisierung der Umsätze und des EBIT.

Transitorisches Risiko: Technische Umstellung auf emissionsarme Technologien
Klimaübergangsplan zur Dekarbonisierung
Eigener Betrieb und (teilweise)
vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette
Vorstand und Aufsichtsrat der voestalpine AG
» Verpflichtung gem. SBTi

» Kommunikation im Geschäftsbericht
Ausstoß von THG-Emissionen (Scope 1 bis 3)
Environmental Policy
Eigener Betrieb und
vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette
Vorstand und Aufsichtsrat der voestalpine AG
E1-3 – Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit den Klimakonzepten
Im Rahmen des Klimaübergangsplans hat die voestalpine ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Reduktion der Treibhausgasemissionen in Scope 1, 2 und 3 sowie zur Senkung des Energiebedarfs entwickelt. Die Dekarbonisierungshebel finden konzernweit Anwendung. Im Fokus steht dabei das ambitionierte Transformationsprogramm greentec steel, das als zentrale und derzeit wichtigste Maßnahme zur Dekarbonisierung des Unternehmens gilt.
Bis zum Berichtszeitraum wurden bereits Maßnahmen in den Dekarbonisierungshebeln umgesetzt. Weitere wesentliche Maßnahmen, wie beispielsweise die Errichtung und der Bau der Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz, verlaufen planmäßig und befinden sich in Umsetzung.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Dekarbonisierungshebel
Phase 1: Dekarbonisierungshebel Scope 1 & 2
Ein wesentlicher Hebel in Scope 1 und 2 ist die industrielle Elektrifizierung, die durch greentec steel maßgeblich vorangetrieben wird. Im ersten Schritt werden ein grünstrombetriebener Elektrolichtbogenofen (Electric Arc Furnace; EAF) am Standort Linz und eine grünstrombetriebene EAF-Anlage am Standort Donawitz errichtet, das bedeutet: weg von kohlenstoffbasierten Prozessen, hin zu einer elektrifizierten, emissionsärmeren Produktionsweise. Damit geht auch eine grundlegende Umstellung des Rohstoffeinsatzes in der Rohstahlerzeugung einher. Je nach Qualitätsanforderungen kommt dabei ein Mix der Einsatzstoffe aus Schrott, flüssigem Roheisen und
HBI (Hot Briquetted Iron) zum Einsatz. Das benötigte HBI bezieht die voestalpine primär über die Direktreduktionsanlage in Texas, USA, die sich seit 2022 mehrheitlich im Besitz eines globalen Stahlproduzenten befindet, 20 % gehören der voestalpine mit entsprechend langfristig gesicherten Abnahmeverträgen. Ergänzend ist die schrittweise Umstellung ausgewählter Produktionsprozesse von fossilen auf elektrische Energiequellen vorgesehen, um insbesondere den Erdgaseinsatz weiter zu reduzieren.
Diese Maßnahmen sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt in Umsetzung, die Inbetriebnahme der EAFs ist ab 2027 geplant. Die Phase 1 des greentec steel-Programms stellt somit einen zentralen Baustein des CapEx-Plans mit signifikanten Investitionsausgaben von rund 1,5 Mrd. EUR dar, wovon im Geschäftsjahr 2025/26 292,7 Mio. EUR als taxonomiekonform in diesem Zusammenhang ausgewiesen werden (siehe auch die Angaben dazu unter E1-1). Die finanziellen Mittel zur Umsetzung der Maßnahmen im Rahmen des greentec steel-Programms aus Phase 1 wurden bereits im März 2023 vom Aufsichtsrat genehmigt.
Von den 1,5 Mrd. EUR wurden bereits 0,9 Mrd. EUR bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 investiert (davon 0,4 Mrd. EUR im Geschäftsjahr 2025/26). Die im Geschäftsjahr für die Umsetzung der Maßnahmen getätigten Investitionen in Höhe von 0,4 Mrd. EUR sind im Konzernabschluss in den Zugängen zu den Sachanlagen bzw. immateriellen Vermögenswerten enthalten (siehe weiterführend dazu Konzernabschluss, Punkt D.9. Sachanlagen, und D.10. Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte).
Im Rahmen des Hebels erneuerbare Energien wurden gezielte Maßnahmen zur verstärkten Nutzung emissionsarmer Energiequellen definiert. Dazu zählen insbesondere der Zukauf von grünem Strom sowie der Einsatz von Biomethan. Dieser Hebel zur Reduktion der Treibhausgasemissionen leistet einen unterstützenden Beitrag zur Erreichung der Klimaziele der voestalpine zunächst bis zum Geschäftsjahr 2029/30.
Die Steigerung der Energieeffizienz umfasst gezielte Maßnahmen wie die Optimierung von Produktionsprozessen und die Verbesserung der Energieperformance von Fertigungsanlagen und Gebäuden durch moderne Technologien. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Optimierung von Brennersystemen sowie die effiziente Nutzung überschüssiger Energie durch Energieauskoppelung für weitere Anwendungen, etwa zur Wärmeversorgung angrenzender Betriebseinheiten oder zur Einspeisung in externe Netze. Finanzierung und Umsetzung erfolgen im Rahmen der Investitionsprogramme sowie von kontinuierlichen Verbesserungsprozessen.
Der Hebel Rohstoffeinsatz Prozesse in Scope 1 & 2 berücksichtigt, dass sich durch die Transformation der Technologie und Produktionsprozesse und die damit verbundene Anpassung der Prozessführung im integrierten Anlagenverbund Änderungen und Optimierungspotenziale in der eingesetzten Rohstoffstruktur ergeben, die zur Reduktion der Treibhausgasemissionen beitragen.
Phase 1: Dekarbonisierungshebel Scope 3
Zur Reduktion der indirekten Treibhausgasemissionen entlang Scope 3 bis zum Geschäftsjahr 2029/30 konzentriert sich die voestalpine auf gezielte Maßnahmen innerhalb ihrer Wertschöpfungskette. Ein zentraler Dekarbonisierungshebel ist dabei das Supplier Engagement, eine Dekarbonisierung wesentlicher bestehender Rohstoffe. Die Grundlagen bilden die Nutzung valider Daten, z. B. Product Carbon Footprints (PCFs) für wesentliche Rohstoffe und entsprechende Dekarbonisierungsvorhaben und -maßnahmen in der Wertschöpfungskette sowie eine enge Zusammenarbeit mit Lieferant:innen zur Emissionsminderung (Lieferant:innen-Entwicklung). Darüber hinaus wird die nachhaltige Transformation durch die schrittweise Substitution von Primär- durch Sekundärrohstoffe (z. B. Schrott und andere Sekundärrohstoffe) unterstützt – insbesondere im Hinblick auf die Wechselwirkung mit der zukünftigen Produktion mit Elektrolichtbogenöfen (EAFs).
Eine zentrale Maßnahme zur Reduktion von Treibhausgasemissionen in Scope 3 ist der geplante Einsatz von dekarbonisiertem Vormaterial, neuen emissionsarmen Rohstoffen und Materialien, beispielsweise in den Weiterverarbeitungsprozessen der voestalpine. Dieser Ansatz unterstützt maßgeblich die Klimaziele der voestalpine bis zum Geschäftsjahr 2029/30, da durch die verstärkte Verwendung emissionsarmer Vorprodukte der CO2-Fußabdruck entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette gesenkt werden kann.
Phase 2 und 3: Dekarbonisierungshebel Scope 1 & 2
Ein wesentlicher Hebel in der Phase 2 ist das Vorantreiben der industriellen Elektrifizierung durch die Weiterführung der Transformation der Prozesse zur Stahlerzeugung, beispielsweise eine Erweiterung der Produktionskapazitäten über die Elektrostahlroute. Die Maßnahmen für diesen Hebel befinden sich in Entwicklung und Konkretisierung. Die Anwendung von CO2-Abscheidtechnologien (CCUS) zielt darauf ab, prozessbedingte Emissionen weiter zu reduzieren. Dadurch sollen die Dekarbonisierung und der schrittweise Umstieg verbleibender Energiemengen auf erneuerbare Energieträger bis zum Geschäftsjahr 2035/36 vorangetrieben werden. Die voestalpine arbeitet an der Weiterentwicklung dieser Technologien und Anwendung in industriellem Maßstab, dem Aufbau von technischen Pilotanlagen und der Umsetzung neuester Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung.
Phase 3 markiert den letzten Schritt auf dem Weg zu Net-Zero-Emissionen bis zum Geschäftsjahr 2049/50. Die voestalpine verfolgt in dieser Langfristbetrachtung einen technologieoffenen Ansatz, der verschiedene Lösungswege und Technologieoptionen in Betracht zieht und zusätzlich auch Raum für die Umsetzung zukünftiger Entwicklungen in Technologie und Wissenschaft zur Erreichung von Net-Zero-Emissionen zulässt. Größtmögliche Flexibilität und wirtschaftliche Realisierbarkeit spielen dabei eine wichtige Rolle.
Der Fokus liegt auf dem Ersatz der verbleibenden fossilen Roheisenkapazitäten unter Einsatz von fossilfreien Energieträgern wie etwa Wasserstoff und erneuerbarer Energie sowie auf der weiterführenden Anwendung von CO2-Abscheidtechnologien (CCUS). In diesem Zusammenhang wurden im Geschäftsjahr 2025/26 zukünftige Technologieszenarien und die damit verbundenen Energiebedarfe für relevante Energieträger erstellt.
Massnahmen für physische Klimarisiken
Ergänzend zu den im Klimaübergangsplan vorgesehenen Maßnahmen befinden sich derzeit Maßnahmen für physische Klimarisiken in Umsetzung. Ein konkretes Beispiel ist der Bau eines Hochwasserschutzes am Unteren Tollinggraben in der Nähe des Standorts Donawitz, Österreich. Zudem werden Aktivitäten vorgenommen, um den Auswirkungen chronischer Pegelschwankungen von Flüssen entgegenzuwirken, wie Diversifizierung der Lieferwege und Logistikanpassung bei Niedrigwasser.
Weitere Aktivitäten Im umgang mit dem transitorischen Risiko: Kosten aufgrund CO2e-Bepreisung
Die voestalpine begegnet diesem Risiko durch gezielte Investitionen im Rahmen einer schrittweisen Transformation der Produktionsprozesse. Ergänzend setzt der Konzern auf verstärkte Differenzierung in Produktqualität, Flexibilität und Service. Darüber hinaus trägt eine zunehmende Internationalisierung der voestalpine in renditestarken Weiterverarbeitungsbereichen nach dem „local for local“-Prinzip zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit bei.
Massnahmenübersicht
Adressiertes IRO
Maßnahme
Zeithorizont
Umfang der Maßnahme
Erhebliche Ausgaben (falls relevant) / sonstige Anmerkungen
Ausstoß von THG-Emissionen (Scope 1 bis 3)

Technologische Entwicklungen & Jobinfrastruktur

Transitorisches Risiko: Kosten aufgrund CO2e-Bepreisung

Transitorische Chance:
Steigerung der Verkaufsvolumina von nachhaltigen/emissionsarmen Stahlprodukten für die voestalpine (insbesondere in branchenrelevanten Bereichen der Energiewende) führt zu einer nachhaltigen Stabilisierung der Umsätze und des EBIT.

Transitorisches Risiko: Technische Umstellung auf emissionsarme Technologien
Stufenweise Umsetzung der Transformation


(Geplante) Maßnahmen für den Klimaübergangsplan (inkl. greentec steel)
Umsetzung bis GJ 2029/30, Inbetriebnahme EAFs in Linz und Donawitz 2027

Differenzierung in ergriffene und geplante Maßnahmen
Eigener Betrieb und (teilweise)
vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette

CapEx greentec steel Phase 1: 1,5 Mrd. EUR

Fortschritt planmäßig (laufende Umsetzung)
Transitorisches Risiko: Lieferengpässe bzw. höhere Kosten für wichtige Materialien und Rohstoffe

Transitorisches Risiko: Engpässe in der Energieversorgung und höhere Kosten für die Energiebeschaffung
Maßnahmen für transitorische Risiken durch Engpassressourcen im Rahmen der Dekarbonisierung
Laufende Umsetzung
Eigener Betrieb

Teilweise vor- und nachgelagerte Wert-schöpfungskette
Physische Klimarisiken
Maßnahmen für physische Risiken
Projektabhängig
Eigener Betrieb
CapEx gem. Investitions-programm

Fortschritt projektabhängig
Kennzahlen und Ziele
E1-4 – Ziele im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel
Seit 2022 ist die voestalpine Teil der Science Based Targets initiative (SBTi) und verpflichtet sich zu ambitionierten Zielen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen. Die festgelegten THG-Emissionsreduktionsziele sind Bruttoziele und schließen weder die Entnahme von Treibhausgasen noch CO2-Zertifikate oder vermiedene Emissionen ein. Konkret hat sich die voestalpine das kurzfristige („near-term“) Ziel gesetzt, ihre Treibhausgasemissionen entlang Scope 1, 2 und 3 zu reduzieren und langfristig bis spätestens zum Geschäftsjahr 2049/50 Netto-Null-Emissionen (Net-Zero) zu erreichen.
Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgt die voestalpine zunächst in Phase 1 einen wissenschaftlich-fundierten 2-°C-Reduktionspfad („well below 2 °C“) gemäß der SBTi, der im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen steht und die globalen Bemühungen zur Begrenzung der Erderwärmung unterstützt. Der vorliegende Übergangsplan beinhaltet eine langfristige 1,5-°C-Zielsetzung bis zum Geschäftsjahr 2049/50 zur Begrenzung der Erderwärmung (siehe Kapitel E1-1). Die Treibhausgasreduktion soll sukzessive in den Phasen 2 und 3 in Richtung eines 1,5-°C-Reduktionspfades weiterentwickelt und überführt werden.
Die Validierung der Reduktionsziele erfolgte im Jahr 2023 auf Grundlage des allgemeinen, nicht sektorspezifischen SBTi-Reduktionspfades („Absolute Contraction Approach“). Die durch die Science Based Targets initiative (SBTi) validierten Ziele bis 2029 beziehen sich auf das Kalenderjahr.
Im Zuge der ESRS-konformen Berichterstattung wurde die Erstellung der Treibhausgasbilanz von Kalender- auf Geschäftsjahresbasis umgestellt. Entsprechend erfolgt auch die Darstellung der Emissionsreduktionsziele auf Geschäftsjahresbasis. Ein sektorspezifischer Dekarbonisierungspfad wurde bislang nicht herangezogen, da dieser für die Stahlindustrie zum Zeitpunkt der Zielsetzung noch nicht verfügbar war. Die SBTi stützt sich bei der Validierung und Entwicklung von Emissionsreduktionszielen auf etablierte Klima- und Politikszenarien von IAMC, IPCC und IEA im Einklang mit dem Pariser Abkommen. Bei der Festlegung der Ziele wurden Klimarisiken berücksichtigt.
Konkret verpflichtet sich das Unternehmen im Rahmen der SBTi bis zum Kalenderjahr 2029 zu einer Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 30 % sowie der Scope-3-Emissionen um 25 %. Die abgedeckten THG-Emissionen und die jeweiligen Anteile der Scopes 1 bis 3 werden unter E1-6 erläutert. Nicht SBTi-validiert verfolgt die voestalpine darüber hinaus das mittelfristige Ziel, ihre Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis zum Geschäftsjahr 2035/36 um 50 % zu reduzieren und langfristig bis spätestens zum Geschäftsjahr 2049/50 Netto-Null-Emissionen (Net-Zero) zu erreichen. Die Systemgrenzen für die Ziele entsprechen jenen, die im Rahmen der Treibhausgasbilanzierung unter E1-6 angewendet werden.
Die zur Berechnung der Zielvorgabe einbezogenen Scope-2-THG-Emissionen wurden nach der marktbezogenen Methode berechnet.
Durch die Validierung des Reduktionsziels bis 2029 durch die SBTi wurde sichergestellt, dass die Zielsetzungen mit den Begrenzungen des Treibhausgasinventars des Unternehmens kohärent sind. Die Ziele wurden anschließend offengelegt, unter anderem auch im Rahmen des Carbon Disclosure Project (CDP).
Als Basisjahr für die Zielverfolgung wurde das Kalenderjahr 2019 festgelegt. Basierend auf den Vorgaben des Greenhouse Gas Protocols (GHG-Protocol) und der SBTi hat die voestalpine ein standardisiertes Verfahren zur Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung der Treibhausgasbilanz für das Referenzjahr entwickelt.
Anhand fünf definierter Kategorien und Schwellenwerte wurde geprüft, ob eine Reskalierung der ursprünglichen Berechnungen erforderlich ist – beispielsweise aufgrund struktureller Änderungen im Konzern, methodischer Weiterentwicklungen oder neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Im Geschäftsjahr 2024/25 wurde eine Reskalierung durchgeführt und die Treibhausgasbilanz für 2019 neu berechnet. Die voestalpine hat die Gültigkeit der Validierung bestehender Zielsetzungen bis Kalenderjahr 2029 mit SBTi geprüft. Im Geschäftsjahr 2025/26 ist keine Reskalierung der Treibhausgasbilanz für das Referenzjahr erforderlich.
Die gesetzten THG-Emissionsreduktionsziele beziehen sich auf die oben genannten wesentlichen Auswirkungen, Chancen und Risiken, die mit der Vermeidung des Klimawandels, der Anpassung an den Klimawandel sowie der Minderung physischer Klimarisiken und Übergangsrisiken der voestalpine zusammenhängen. Die Ziele wurden mit den Divisionen und der Leitung des Nachhaltigkeitsmanagements der voestalpine vorangetrieben.
Die THG-Emissionsreduktionsziele sind im Klimaübergangsplan zur Dekarbonisierung der voestalpine integriert, welcher im Detail unter E1-1 erläutert wird. Zum Erreichen der Ziele hat die voestalpine verschiedene Dekarbonisierungshebel definiert, die sowohl Scope-1- und Scope-2-Emissionen als auch Scope-3-Emissionen abdecken. Diese Hebel werden auch als Teil des Klimaübergangsplans unter E1-1 beschrieben. Der quantitative Gesamtbeitrag zur Erreichung der THG-Emissionsreduktionsziele wird durch eine detaillierte Auflistung einzelner Maßnahmen unter E1-3 beschrieben.
Die Zielsetzungen werden in einem kontinuierlichen und weitreichenden Dialog mit den verschiedenen internen und externen Stakeholder:innen der voestalpine entwickelt und spiegeln deren gegenwärtige Anforderungen wider.
Ziele im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel (absolute Werte)
Near-Term-Zielwerte
Angaben in Mio. t CO2e
2019 reskaliert
Geschäftsjahr 2029/30
Scope 1 & 2
13,9
9,7
Scope 3
11,0
8,2
Ziel: 2-°C-Reduktionspfad (Near-Term Science Based Targets)
KPI
Reduktion der THG-Emissionen Scope 1 & 2/Scope 3
Einheit
in Prozent
Basiswert
u
Status
u
Zielwert
13,9 Mio. t CO2e Scope 1 & 2
11,0 Mio.t CO2e Scope 3
2019
13,2 Mio. t CO2e Scope 1 & 2
9,8 Mio. t CO2e Scope 3
Geschäftsjahr 2025/26
- 30 % Scope 1 & 2
- 25 % Scope 3
Geschäftsjahr 2029/30
Verantwortlichkeit & Monitoring
Vorstand und Aufsichtsrat der voestalpine AG
Umfang
Eigener Betrieb (Scope 1 & 2); Wertschöpfungskette (Scope 3)
Stakeholder:innen
Umwelt, Gesellschaft, Behörden, Lieferant:innen, Kund:innen, Investor:innen
Adressiertes IRO
siehe E1-1 Klimaübergangsplan
Bezug zu Konzept
Klimaübergangsplan (Stufenplan zur Dekarbonisierung)
Ziel: THG-Reduktion (Mid-Term Target)
KPI
Reduktion der THG-Emissionen Scope 1 & 2
Einheit
in Prozent
Basiswert
u
Status
u
Zielwert
13,9 Mio. t CO2e Scope 1 & 2
2019
13,2 Mio. t CO2e Scope 1 & 2
Geschäftsjahr 2025/26
- 50 % Scope 1 & 2
Geschäftsjahr 2035/36
Verantwortlichkeit & Monitoring
Vorstand und Aufsichtsrat der voestalpine AG
Umfang
Eigener Betrieb (Scope 1 & 2)
Stakeholder:innen
Umwelt, Gesellschaft, Behörden, Lieferant:innen, Kund:innen, Investor:innen
Adressiertes IRO
siehe E1-1 Klimaübergangsplan
Bezug zu Konzept
Klimaübergangsplan (Stufenplan zur Dekarbonisierung)
Ziel: Net-Zero
KPI
Net-Zero (Scope 1, 2, 3)
Einheit
in Mio. t CO₂e
Basiswert
u
Status
u
Zielwert
24,9 Mio. t CO2e
2019
23,0 Mio. t CO2e
Geschäftsjahr 2025/26
Net-Zero CO₂e
Geschäftsjahr 2049/50
Verantwortlichkeit & Monitoring
Vorstand und Aufsichtsrat der voestalpine AG
Umfang
Eigener Betrieb (Scope 1 & 2); weltweite Wertschöpfungskette (Scope 3)
Stakeholder:innen
Umwelt, Gesellschaft, Behörden, Lieferant:innen, Kund:innen, Investor:innen
Adressiertes IRO
siehe E1-1 Klimaübergangsplan
Bezug zu Konzept
Klimaübergangsplan (Stufenplan zur Dekarbonisierung)
E1-5 – Energieverbrauch und Energiemix
Als energieintensives Unternehmen betrachtet die voestalpine eine nachhaltige Energiewirtschaft als essenziellen Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie. Durch kontinuierliche Prozessoptimierungen wurden Effizienzsteigerungen erzielt.
Zukünftig wird dieser Fortschritt durch technologische Transformationen, insbesondere den Einsatz von Elektrolichtbogenöfen (EAF), weiter vorangetrieben. Eine zusätzliche Reduktion fossiler Energieträger soll einerseits durch die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien, andererseits durch weitere Effizienzsteigerungen in allen Produktionsprozessen erzielt werden. Diese Initiativen tragen sowohl zum globalen Klimaschutz bei als auch zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.
Die Angaben zum konzernalen Gesamtenergieverbrauch aus jenen Prozessen in klimaintensiven Sektoren, die sich im Eigentum und unter Kontrolle des Unternehmens befinden, finden sich in der folgenden Tabelle. Dabei werden die Systemgrenzen wie unter E1-6 angewendet.
Energieverbrauch und Energiemix
2024/25
2025/26
Fossile Einsatzstoffe metallurgisch
0) Verbrauch von Kohle und Kohleerzeugnissen für metallurgische Prozesse (MWh)
26.672.394
28.181.886
Fossile Energie
1) Brennstoffverbrauch aus Kohle- und Kohleerzeugnissen (MWh)
170
199
2) Brennstoffverbrauch aus Rohöl und Erdölerzeugnissen (MWh)
190.994
202.272
3) Brennstoffverbrauch aus Erdgas (MWh)
6.127.776
6.007.526
4) Brennstoffverbrauch aus sonstigen fossilen Quellen (MWh)
7.556
334
5) Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung und aus fossilen Quellen (MWh)
942.276
799.250
6) GESAMTVERBRAUCH FOSSILER ENERGIE (MWh)
7.268.772
7.009.581
Anteil fossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch (%)
82
82
Nukleare Energie
7) VERBRAUCH AUS KERNKRAFTQUELLEN (MWh)
223.822
171.728
Anteil des Verbrauchs aus nuklearen Quellen am Gesamtenergieverbrauch (%)
3
2
Erneuerbare Energieträger
8) Brennstoffverbrauch für erneuerbare Quellen, einschließlich Biomasse (auch Industrie- und Siedlungsabfälle biologischen Ursprungs, Biogas, Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen usw.) (MWh)
67.306
77.839
9) Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung und aus erneuerbaren Quellen (MWh)
1.149.954
1.118.933
10) Verbrauch selbst erzeugter erneuerbarer Energie, bei der es sich nicht um Brennstoffe handelt (MWh)
143.069
167.841
11) GESAMTVERBRAUCH ERNEUERBARER ENERGIE (MWh)
1.360.329
1.364.613
Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch (%)
15
16
Gesamtenergieverbrauch (MWh)
8.852.923
8.545.922
inklusive fossile Energie für metallurgische Prozesse (MWh)
35.525.317
36.727.808
Der dargestellte Gesamtenergieverbrauch beinhaltet die fossile Energie für metallurgische Prozesse, wie beispielsweise Reduktionsmittel für den Hochofenprozess, sowie die Energie aus Brennstoffen.
Die voestalpine erzeugt in werkseigenen Kraftwerken aus Prozessgasen Strom, der im Produktionsprozess und in nachgelagerten Verarbeitungsschritten verwendet wird. Dadurch kann der Konzern einen großen Teil seines Strombedarfs aus Eigenerzeugung decken. Zusätzlich nutzt die voestalpine zum gegenwärtigen Zeitpunkt bereits erzeugte, erneuerbare Energie beispielsweise aus Wasserkraft und Photovoltaik. Die Erzeugung aus erneuerbaren Quellen beträgt 167.841 MWh (2024/25: 143.069 MWh), während die Erzeugung aus nicht erneuerbaren Quellen 1.392.586 MWh (2024/25: 1.469.741 MWh) beträgt.
Energieintensität auf Grundlage der Umsatzerlöse
Die voestalpine ist in mehreren klimaintensiven Sektoren tätig, die erheblich zum Energieverbrauch und zu den Treibhausgasemissionen beitragen. Dazu gehören gemäß Verordnung (EG) Nr. 1893/2006 (auch NACE-Verordnung) folgende Wirtschaftsbereiche:
»
C – verarbeitendes Gewerbe
»
G – Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen
»
H – Verkehr und Lagerei sowie
»
L – Grundstücks- und Wohnungswesen
Die Umsatzerlöse des Gesamtkonzerns wurden analysiert und den Umsätzen in klimaintensiven Sektoren gegenübergestellt, um die Energieintensität der klimaintensiven Aktivitäten zu bestimmen.
Energieintensität auf der Grundlage der Nettoeinnahmen
2024/25
2025/26
Energieintensität je Nettoeinnahme
Gesamtenergieverbrauch aus Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren (MWh)
8.852.923
8.545.922
Nettoeinnahme aus Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren
(Mio. EUR)
15.705,0
15.020,9
Gesamtenergieverbrauch aus Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren je Nettoeinnahme aus Tätigkeiten in klimaintensiven Sektoren (MWh/Mio. EUR)
564
569
Konnektivität der Energieintensität auf der Grundlage der Nettoeinnahmen mit Informationen zur Finanzberichterstattung
2024/25
2025/26
Konnektivität der Energieintensität
Mio. EUR
Nettoeinnahmen aus Aktivitäten in klimaintensiven Sektoren, die zur Berechnung der Energieintensität herangezogen werden
15.705,0
15.020,9
Nettoeinnahmen (sonstige)
38,7
42,2
GESAMTNETTOEINNAHMEN (KONZERNABSCHLUSS)
15.743,7
15.063,1
ESRS- Offenlegungs-anforderung
Para-graf
Datenpunkt/Metrik
Grundlage für die Erstellung und Beschreibung der Annahmen und Methodik
Informationen über Quellen für ein hohes Maß an Messunsicherheiten und Informationen zur Messung
E1-5 – Energieverbrauch und Energiemix
37–38
Gesamtenergie-verbrauch
Aggregation der über die Konzerndatenerhebung erfassten Energieverbräuche aus den Konzerngesellschaften
Quellen von Messunsicherheiten betreffen die Energieerfassungssysteme in den Konzern-gesellschaften sowie die Hochrechnung von Quartalszahlen.
E1-5 – Energieverbrauch und Energiemix
40
Energieintensität
Berechnung der Energieintensität anhand des berichteten Gesamtenergieverbrauchs und des berichteten Nettoumsatzerlöses
Keine weitere Unsicherheit
E1-6 – THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie THG-Gesamtemissionen
Die voestalpine berechnet die unternehmensspezifische Treibhausgasbilanz nach den Vorgaben des Greenhouse Gas Protocol unter Verwendung von Primärdaten, Datenbanken (sphera LCAFE Content Version 2026.1) und Informationen aus der Wertschöpfungskette. Die Modellierung basiert auf anerkannten Methoden und wird konzernweit für Produktions- und Vertriebsstandorte weltweit angewandt. Für dieses Berichtsjahr wurde die Auswertemethodik „EF 3.1 Climate change total“ herangezogen.
Die Datenerhebung, THG-Modellierung und Ergebniserstellung unterliegen einer externen Verifizierung gemäß ISO 14064-3. Die Systemgrenzen der THG-Berichterstattung entsprechen den Konsolidierungsgrenzen der voestalpine (siehe Konzernabschluss) und umfassen in- und ausländische vollkonsolidierte Gesellschaften mit operativer Kontrolle, unter Berücksichtigung von Wesentlichkeitsgrenzen für Scope 1 und Scope 2 in der Treibhausgasbilanzierung. Im Zuge der Wesentlichkeitsbewertung wurden die bedeutendsten Scope-3-Kategorien identifiziert. Im Geschäftsjahr 2024/25 wurde eine Reskalierung des Basisjahrs für die THG-Reduktionsziele durchgeführt und die Treibhausgasbilanz für 2019 neu berechnet. Im Geschäftsjahr 2025/26 ist keine Reskalierung der Treibhausgasbilanz für das Referenzjahr erforderlich.
Die Treibhausgasemissionen der voestalpine wurden unter Berücksichtigung von Berichtszeiträumen erfasst, die von denen einiger Unternehmen in der Wertschöpfungskette abweichen können. Sofern relevante Ereignisse und Veränderungen, die die Emissionen beeinflussen, zwischen verschiedenen Berichtszeiträumen auftreten, werden diese berücksichtigt. Daraus sind keine signifikanten Abweichungen bzw. Veränderungen bekannt.
Die Treibhausgasbilanz der voestalpine AG wird in drei Bereiche – sogenannte Scopes – eingeteilt:
»
Scope 1: Direkte Emissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen
»
Scope 2: Indirekte Emissionen aus dem Verbrauch von eingekaufter Energie, sowohl markt- als auch standortbezogen
»
Scope 3: Indirekte Emissionen entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette
Die Berechnung der Scope-3-THG-Emissionen basiert großteils auf Sekundärdaten, da Primärdaten von Lieferant:innen oder anderen Partner:innen in der Wertschöpfungskette noch nicht umfassend und in geforderter Qualität verfügbar sind. Die dargestellten Scopes beinhalten die Emissionen von CO2 und weiteren klimarelevanten Treibhausgasen gemäß Kyoto-Protokoll bzw. GHG-Protocol-Standard. Demgemäß werden die Scope-3-Emissionen von konsolidierten Unternehmen berücksichtigt, jene von nicht konsolidierten werden nicht berücksichtigt, und für weitere Unternehmen in der Wertschöpfungskette werden die indirekten Emissionen in Kategorie 1 „eingekaufte Waren“ berücksichtigt. Sämtliche Emissionsmengen werden in CO2-Äquivalenten (CO2e) ausgewiesen.
Bei der Erstellung der Treibhausgasbilanz der voestalpine werden Doppelzählungen von Emissionen in den Scopes 1 und 3 vermieden.
Treibhausgasemissionen
Rückblickend
Zwischenziele und Zieljahre
Basisjahr
Vergleichs-jahr
Aktuelles GJ
% N / N-1
Near-Term Target
Long-Term Target
Jährlich % des Ziels / Basisjahr
2019
2024/25
2025/26
2029/30
2049/50
Scope-1-Treibhausgasemissionen
9,7
Net-Zero-Emissionen
3,0
Scope-1-THG-Bruttoemissionen (Mio. t CO2e)
12,8
12,1
12,6
104
Prozentsatz der Scope-1-Treibhausgasemissionen aus regulierten Emissionshandels-systemen (%)
98
98
98
100
Scope-2-Treibhausgasemissionen
Standortbezogene Scope-2-THG-Bruttoemissionen
(Mio. t CO2e)
0,5
0,611
0,51
84
Marktbezogene Scope-2-THG-Bruttoemissionen
(Mio. t CO2e)
1,1
0,781
0,55
71
Signifikante Scope-3-Treibhausgasemissionen
8,2
2,5
Gesamte indirekte (Scope 3) THG-Bruttoemissionen
(Mio. t CO2e)
11,0
9,91
9,8
99
3.1 Erworbene Waren und Dienstleistungen
9,3
8,3
8,2
99
3.2 Investitionsgüter
-
0,111
0,06
55
3.3 Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brennstoffen und Energie (nicht in Scope 1 oder Scope 2 enthalten)
0,7
0,5
0,5
100
3.4 Vorgelagerter Transport und Vertrieb
0,6
0,6
0,6
100
3.5 Abfallaufkommen in Betrieben
0,03
0,03
0,03
100
3.6 Geschäftsreisen
nicht relevant
3.7 Mitarbeiter:innen-Mobilität
nicht relevant
3.8 Vorgelagerte Leasingobjekte
nicht relevant
3.9 Nachgelagerter Transport
0,4
0,4
0,4
100
1 Zahl wurde rückwirkend angepasst (Details siehe BP-2).
Rückblickend
Zwischenziele und Zieljahre
Basisjahr
Vergleichs-jahr
Aktuelles GJ
% N / N-1
Near-Term Target
Long-Term Target
Jährlich % des Ziels / Basisjahr
2024/25
2025/26
2029/30
2049/50
3.10 Verarbeitung der verkauften Produkte
nicht relevant
Net-Zero-Emissionen
3.11 Nutzung der verkauften Produkte
nicht relevant
3.12 End-of-Life-Behandlung der Produkte
nicht relevant
3.13 Nachgelagerte Leasingobjekte
nicht relevant
3.14 Franchises
nicht relevant
3.15 Investments
nicht relevant
THG-Emissionen insgesamt
THG-Emissionen insgesamt (standortbezogen)
(Mio. t CO2e)
24,3
22,61
22,9
101
THG-Emissionen insgesamt (marktbezogen)
(Mio. t CO2e)
24,9
22,81
23,0
101
17,9
Net-Zero
1 Zahl wurde rückwirkend angepasst (Details siehe BP-2).
Scope-1-Emissionen
Die direkten Treibhausgasemissionen Scope 1 der voestalpine stammen aus den eigenen Gesellschaften und Standorten, wobei ein Großteil davon in Österreich an den Standorten Linz und Donawitz emittiert wird. 98 % (2024/25: 98 %) der gesamten Scope-1-Emissionen stammen aus Anlagen, die dem EU-Emissionshandelssystem ETS unterliegen.
In diesem Berichtszeitraum werden erstmals biogene CO2-Emissionen aus der Verbrennung von Biomethan und Biokohle von 0,017 Mio. t CO2e berichtet. Da diese Informationen im vorangegangenen Berichtszeitraum nicht vorlagen, kann keine Vergleichszahl oder Differenz dieser Kennzahl zum Vorjahr dargestellt werden.
Bei der Berechnung der Scope-1-Emissionen in der voestalpine werden keine CO2-Gutschriften oder Treibhausgaszertifikate einbezogen.
Scope-2-Emissionen
Die voestalpine wendet zur Berechnung der Scope-2-Treibhausgasemissionen zwei Methoden an:
»
Standortbezogene Methode:
Beruht auf durchschnittlichen Emissionsfaktoren für die Energieerzeugung in bestimmten geografischen Regionen gemäß den GHG-Protocol-Leitlinien für Scope-2-Emissionen (Glossar, 2015).
»
Marktbezogene Methode:
Nutzt spezifische Emissionsfaktoren der Erzeuger:innen, von denen das Unternehmen elektrische Energie bezieht. Die Nachweisführung erfolgt über Herkunftsnachweise oder Zertifikate für erneuerbare Energien.
Der Anteil der marktbezogenen Scope-2-Treibhausgasemissionen, die durch vertragliche Instrumente gedeckt sind, beträgt 61 % (2024/25: 32 %). Diese Veränderung ergibt sich durch die Anpassung der Ausgangsbasis zum Vorjahr, bedingt durch die Änderung der Konzernstruktur. Dabei wurden vertragliche Instrumente von Energielieferant:innen berücksichtigt, die den Anforderungen des GHG-Protocol entsprechen, dazu zählen Herkunftsnachweise und ausgewiesene Strommixangaben.
Für die standortbezogenen Scope-2-Treibhausgasemissionen wurden Datenbanken herangezogen, die auf Durchschnittsdaten der Energieerzeugung auf nationaler und teilweise subnationaler Ebene basieren.
Direkte biogene THG-Emissionen, die durch Verbrennung von Biomasse entstehen, aber nicht in Scope 2 erfasst sind, werden gesondert in Scope 1 berichtet. Bei den angewandten Emissionsfaktoren für die Scope-2-Treibhausgasberechnung ist eine Aufschlüsselung des biogenen CO2-Anteils nicht möglich und deshalb nicht im Bericht enthalten.
Bei der Berechnung der Scope-2-Emissionen in der voestalpine werden keine CO2-Gutschriften oder Treibhausgaszertifikate einbezogen.
Scope-3-Emissionen
Die voestalpine führt in regelmäßigen Abständen eine Evaluierung aller Scope-3-Kategorien durch, um die relevanten indirekten THG-Emissionen in der Wertschöpfungskette zu ermitteln. Im Geschäftsjahr 2025/26 wurde diese Evaluierung durchgeführt. Kategorien, für die gemäß Greenhouse Gas Protocol keine Relevanz besteht, finden daher in der THG-Bilanz keine Berücksichtigung. Im Geschäftsjahr 2025/26 betraf dies folgende Kategorien:
»
3.6 Geschäftsreisen
»
3.7 Mitarbeiter:innen-Mobilität
»
3.8 Upstream-Leasingobjekte
»
3.10 Verarbeitung verkaufter Produkte
»
3.11 Nutzung verkaufter Produkte
»
3.12 End-of-Life verkaufter Produkte
»
3.13 Downstream-Leasingobjekte
»
3.14 Franchises
»
3.15 Investments
Supplier Engagement verbessert die Scope-3-Datenqualität
Im Rahmen des Supplier Engagements sollen wesentliche bestehende Rohstoffe dekarbonisiert werden. Die Grundlagen bilden validierte Daten und Dekarbonisierungsvorhaben und -maßnahmen. Daten in Form von Product Carbon Footprints (PCFs) sollen von Lieferant:innen erhoben und in die THG-Bilanz integriert werden. Aktuell basiert die Bilanzierung vorrangig auf Sekundärdaten aus Datenbanken, aus denen kein Berichtszeitraum hervorgeht. Der Anteil an Primärdaten ist noch gering (im Geschäftsjahr 2025/26 kleiner 1 %) und stammt bevorzugt aus Carbon-Footprints, beispielsweise aus verifizierten Environmental Product Declarations (EPDs). Die in Life Cycle Assessments (LCA) veröffentlichten und extern verifizierten Daten sind bis zu fünf Jahre gültig.
Im Berichtszeitraum wurde der voestalpine zur Berechnung der Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette keine Freisetzung von biogenen CO2-Emissionen, aus Verbrennung oder biologischem Abbau von Biomasse berichtet und zur Kenntnis gebracht.
Bei der Berechnung der Scope-3-Emissionen wurden der voestalpine keine CO2-Gutschriften oder Treibhausgaszertifikate berichtet und zur Kenntnis gebracht und diese damit nicht einbezogen.
In der folgenden Tabelle ist die THG-Intensität je Nettoeinnahme und Konnektivität der THG-Intensität dargestellt. Die Gesamtnettoeinnahmen entsprechen den Umsatzerlösen gemäß Konzernabschluss D.1. Umsatzerlöse.
THG-Intensität je Nettoeinnahme
2024/25
2025/26
THG-Gesamtemissionen (standortbezogen) je Nettoeinnahme
(t CO2e/Mio. EUR)
1.435,51
1.520,3
THG-Gesamtemissionen (marktbezogen) je Nettoeinnahme
(t CO2e/Mio. EUR)
1.448,21
1.526,9
Nettoeinnahmen, die zur Berechnung der Treibhausgasintensität herangezogen wurden:
GESAMTNETTOEINNAHMEN (KONZERNABSCHLUSS) (Mio. EUR)
15.743,7
15.063,1
1 Zahl wurde rückwirkend angepasst (Details siehe BP-2).
Kennzahlenübersicht
ESRS- Offenlegungs-anforderung
Para-graf
Datenpunkt/Metrik
Grundlage für die Erstellung und Beschreibung der Annahmen und Methodik
Resultierender Genauigkeitsgrad
Ggf. geplante Maßnahmen zur Verbesserung der Genauigkeit
E1-6 – THG-Bruttoemissionen der Kategorie Scope 1, 2 und 3 und THG-Gesamtemissionen
44,46–52
THG-Bilanz
THG-Bilanz wird anhand der über die Konzerndatenerhebung erfassten Verbrauchsmengen von Energie, Material und Rohstoffen sowie von Sekundärdaten (Emissionsfaktoren von Datenbanken und Energielieferant:innen) gemäß den nach GHG-Protocol definierten Kategorien ermittelt.
Hoch (+/– 3 %)
Weiterentwicklung und Erweiterung der Datenerhebung und -auswertung laufend
E1-6 – THG-Bruttoemissionen der Kategorie Scope 1, 2 und 3 und THG-Gesamtemissionen
48a
Scope-1-Emissionen
Parameter wird über die Aggregation der Scope-1-Emissionen der Einzelgesellschaften gebildet, die über die Konzerndatenerhebung abgefragt werden. Sofern ein CO2-Monitoring gemäß ETS besteht, erfolgt der Ergebnisabgleich über die Monitoringnachweise, andernfalls über die Berechnung anhand des fossilen Brennstoffeinsatzes und unter Verwendung facheinschlägiger Emissionsfaktoren.
Hoch (+/– 3 %)
Weiterentwicklung und Erweiterung der Datenerhebung und -auswertung laufend
E1-6 – THG-Bruttoemissionen der Kategorie Scope 1, 2 und 3 und THG-Gesamtemissionen
AR 43c
Biogene CO2-Emissionen aus Verbrennung oder biologischem Abbau von Biomasse
Energetischer Einsatz von Biomasse wird über die Konzerndatenerhebung erfasst, und über Emissionsfaktoren werden die CO2-Emissionen berechnet.
Hoch (+/– 3 %)
Weiterentwicklung und Erweiterung der Datenerhebung und -auswertung laufend
E1-6 – THG-Bruttoemissionen der Kategorie Scope 1, 2 und 3 und THG-Gesamtemissionen
48b
Prozentualer Anteil der Scope-1-THG-Emissionen abgedeckt durch EU-ETS
Aggregation der Scope-1-Emissionen all jener Konzerngesellschaften, die nach EU-ETS verpflichtet sind
Hoch (+/– 3 %)
–
E1-6 – THG-Bruttoemissionen der Kategorie Scope 1, 2 und 3 und THG-Gesamtemissionen
49
Scope-2-Emissionen
(standort- und marktbasiert)
Berechnung der Scope-2-Emissionen (standort- und marktbasiert) erfolgt anhand der über die Konzerndatenerhebung eingemeldeten Energiebezüge sowie der eingemeldeten Emissionsfaktoren der Energielieferanten oder der regionalen Emissionsfaktoren aus Datenbanken.
Hoch (+/– 3 %)
Weiterentwicklung und Erweiterung der Datenerhebung und -auswertung laufend
E1-6 – THG-Bruttoemissionen der Kategorie Scope 1, 2 und 3 und THG-Gesamtemissionen
51
Gesamte Scope-3-Emissionen
Ermittlung der Scope-3-Emissionen erfolgt anhand der über die Konzerndatenerhebung eingemeldeten Einsatzmengen von Materialströmen, Rohstoffen und Energieträgern und unter Verwendung von sekundären Hintergrunddatensätzen (Emissionsfaktoren).
Hoch (+/– 3 %)
Weiterentwicklung und Erweiterung der Datenerhebung und -auswertung laufend
E1-6 – THG-Bruttoemissionen der Kategorie Scope 1, 2 und 3 und THG-Gesamtemissionen
53–55
Treibhausgasintensität
Berechnung der Treibhausgasintensität erfolgt anhand der berichteten gesamten Treibhausgasemissionen des berichteten Nettoumsatzerlöses.
Hoch (+/– 3 %)
–
Nettoumsatzerlöse zur Berechnung der THG-Intensität
Nettoumsatz gemäß Konzernabschluss
Hoch (+/– 3 %)
–
ESRS E2 UMWELTVERSCHMUTZUNG
Im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse hat die voestalpine ihre zentralen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung identifiziert. Eine detaillierte Beschreibung der Prüfverfahren für Standorte und Geschäftstätigkeiten entlang der Wertschöpfungskette sowie die Einbeziehung betroffener Gemeinschaften ist in ESRS 2 IRO-1 – E2 zu finden.
Nachfolgende Tabelle enthält spezifische Angaben zu SBM-3:
Thema/Unter-
(Unter)thema
Auswirkung, Risiko, Chance (IRO)
Beschreibung
Wertschöpfungskette
Zeithorizont
Betroffene Stakeholder:innen
Luftverschmutzung
˜
NOx, SOx und Staubemissionen
Aufgrund der Produktionsprozesse und eingesetzten Rohstoffe werden trotz Mitigationsmaßnahmen Luftschadstoffe wie SOx, NOx und Staub emittiert. Diese Emissionen tragen zur Luftverschmutzung bei und führen zur Belastung von Ökosystemen.
wuw
˜˜˜˜
Umwelt und Gesellschaft

Lokale, nationale und internationale Behörden
Legende
˜
tatsächlich positive Auswirkung
™
potenziell positive Auswirkung
Ì
Chance
uww
vorgelagert
wuw
eigener Betrieb
wwu
nachgelagert
˜
tatsächlich negative Auswirkung
™
potenziell negative Auswirkung
!
Risiko
˜™™™
< 1 Jahr
™˜™™
1–5 Jahre
™™˜™
5–10 Jahre
™™™˜
10+ Jahre
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
E2-1 – Konzepte im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung
Aktiver Umweltschutz – dazu gehört insbesondere auch die Vermeidung und Verminderung von Umweltverschmutzung – ist seit Jahrzehnten fest in den Unternehmensgrundsätzen der voestalpine und in der Environmental Policy des Konzerns verankert.
Die Environmental Policy bildet ein übergeordnetes Rahmenwerk, das Grundsätze und Leitlinien definiert. Die Umweltmanagementsysteme sind darin verankert und konkretisieren die Vorgaben der Richtlinie auf operativer Ebene.
Um die negativen Auswirkungen im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung effektiv managen zu können, setzt die voestalpine auf lokal umgesetzte Umweltstrategien. Dafür sind an den Produktionsstandorten Umweltmanagementsysteme (UMS) gemäß den anerkannten Regelwerken EMAS, ISO 14001 oder äquivalent implementiert worden. Diese ermöglichen eine effektive, schnelle und standortspezifische Umsetzung von Maßnahmen und Zielen.
Der überwiegende Teil der Gesellschaften mit aus Konzernsicht wesentlichem Umwelteinfluss hat bereits ein Umweltmanagementsystem implementiert. Aktuell sind das 90 % (2024/25: 86 %) der produzierenden Gesellschaften mit 99 % (2024/25: 98 %) der Produktionsmenge der voestalpine.
Die Umweltmanagementsysteme definieren gemäß dem Plan-Do-Check-Act-Ansatz (PDCA-Zyklus), wie die einzelnen Gesellschaften ihre Umweltleistung kontinuierlich verbessern, gesetzliche und sonstige Anforderungen einhalten sowie ihre standortspezifischen Umweltziele erreichen können.
Die Vermeidung und Verminderung negativer Auswirkungen auf Luft-, Wasser- und Bodenqualität (z. B. NOx, SOx und Staubemissionen) zählen zu den Kernaufgaben der Umweltmanagementsysteme der voestalpine-Produktionsgesellschaften. Ein zentrales Instrument ist ein umfassendes Schadstoffmonitoring, das entweder auf behördlichen Vorgaben basiert oder darüber hinausgeht,
um es beispielsweise den Prozessverantwortlichen zu ermöglichen, im Anlassfall frühzeitig in die Prozessführung einzugreifen.
Die Anlagen zur Vermeidung und Reduzierung negativer Umweltauswirkungen entsprechen den nationalen Vorgaben zum aktuellen Stand der Technik (wie z. B. in der EU für Großanlagen entsprechend den BVT-Dokumenten gemäß der Industrieemissions-Richtlinie) oder können darüber hinausgehende Vorgaben und Anforderungen erfüllen. Sie werden, ebenso wie alle Prozessanlagen, regelmäßig inspiziert und gewartet. Zusätzlich finden wiederkehrende Behördeninspektionen statt, bei denen – bei Bedarf unter Einbeziehung externer Fachexpert:innen – Anpassungen und neue Konzepte zur Schadstoffminimierung erarbeitet werden.
Der Konzern setzt auf geschultes Personal und interne Fachexpert:innen, um Problemsituationen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Für außerordentliche Ereignisse gibt es lokale Notfallpläne und Protokolle, die eine rasche Reaktion und das Ergreifen geeigneter Maßnahmen unterstützen. Bereitschaftsdienste stehen rund um die Uhr zur Verfügung, um bei Vorfällen die notwendigen Abläufe zu koordinieren und bei Bedarf externe Unterstützung und Behörden hinzuzuziehen.
Konzeptübersicht
Adressiertes IRO
Konzept
Umfang des Konzepts
Verantwortlichkeit & Monitoring
Sonstige Anmerkungen
NOx, SOx und Staubemissionen
Environmental Policy
Eigener Betrieb
Geschäftsführung der Gesellschaften
» Bei umgesetzten Umweltmanagementsystemen: regelmäßiger Compliance-Check als Teil des PDCA-Zyklus und gegebenenfalls Einbindung von Behörden und Fachexpert:innen sowie direkten Vertreter:innen von umliegenden Gemeinden
E2-2 – Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung
Die voestalpine hat sich bereits vor Jahren zu einem umfassenden und aktiven Umweltschutz verpflichtet und kontinuierlich Aktivitäten zur Vermeidung und Reduktion von Emissionen initiiert. So werden laufend an den Standorten der voestalpine ganzheitliche Umweltverträglichkeitsprüfungen durchgeführt. Basierend darauf werden Erweiterungen und Investitionen in bestehende Umweltschutzanlagen umgesetzt. Mithilfe dieser Aktivitäten konnten die Emissionen in den letzten Jahren kontinuierlich gesenkt werden (einsehbar in den veröffentlichten Umwelterklärungen der Einzelgesellschaften).
Jährlich wird eine Vielzahl von Aktivitäten im Umweltschutzbereich umgesetzt. Diese reichen von Anpassungen der Prozesssteuerung über die Revision und die Erweiterung bestehender Anlagen bis hin zur kompletten Neuerrichtung von Umweltschutzanlagen, beispielsweise Abscheideanlagen für Schadstoffe.
Für die voestalpine sind Maßnahmen zur Reduktion von Umweltverschmutzung vor allem auf lokaler Ebene relevant, da die Hauptquellen der Umweltbelastung standortspezifisch sind und von unterschiedlichen Produktionsprozessen sowie Anlagenkonfigurationen abhängen.
Der Verfahrensablauf, der durch die Umweltmanagementsysteme definiert wird, sieht vor, dass die aktuelle Umweltsituation kontinuierlich bewertet wird und notwendige Maßnahmen zum Umweltschutz abgeleitet werden. Durch die regelmäßige Überprüfung und Evaluierung auf Standortebene wird sichergestellt, dass Maßnahmen im Einklang mit den lokalen Vorgaben rasch umgesetzt werden und ihre maximale Wirkung entfalten können.
Neben der laufenden Fortschrittskontrolle durch die Managementsysteme werden bei Behördeninspektionen zusätzliche mögliche Verbesserungsmaßnahmen mit den externen Fachexpert:innen erörtert.
Bei der Evaluierung möglicher Maßnahmen beziehen die Fachabteilungen auch externe Expert:innen von Behörden, Anlagenplaner:innen und Technologielieferant:innen sowie die firmeneigenen Forschungsabteilungen ein. Dabei erfolgt regelmäßig ein Abgleich mit den Vorgaben der Europäischen Kommission zum Stand der Technik.
Aktivitäten in Zusammenhang mit dem Umweltschutz werden prinzipiell über zwei Ansätze verfolgt:
»
Prozessintegrierte Aktivitäten: Durch Anpassungen der Prozessabläufe oder Adaptierungen (z. B. Brennertausch) wird die Entstehung von Emissionen verhindert oder eingedämmt.
»
End-of-Pipe-Technologien: Bereits entstandene Schadstoffe werden an der Freisetzung in die Umwelt gehindert oder umgewandelt.
In der nachfolgend angeführten Tabelle werden beispielhaft Aktivitäten im Rahmen der Implementierung des Stands der Technik angeführt, wobei die negative Auswirkung adressiert und Mitigationsmaßnahmen sowie Beispielprojekte dargestellt werden.
Stand der Technik
Aktivität
Emissionen/Stoffe
Minderungsaktivität
Eisen- und Stahlherstellung
Luftemissionen: Staub
Absaugeinrichtungen zur Vermeidung und Verminderung von diffusen Staubemissionen
Beispiel voestalpine Stahl GmbH: Installation einer zusätzlichen Absaug- und Filteranlage im Hochofenbereich zur Reduktion der diffusen Staubemissionen.
Vollständige Einkapselung und Einhausung von Anlagenprozessen zur Vermeidung von Staubemissionen
Luftemissionen: NOx
Abgasrückführung in der Sinteranlage
Selektive katalytische Reduktionsanlage (SCR) zur Stickoxidverminderung
Luftemissionen: SOx (SO2)
Entschwefelung von Kokereigas
SO2-Reduktion durch Injektion von Adsorptionsmittel im Sinterabgas
Wasseremissionen: Schwermetalle und abfiltrierbare Stoffe
Getrennte Erfassung von unterschiedlichen Abwässern
Vor-Ort-Abwasserbehandlung mit Neutralisation und Schwermetallfällung sowie Sandfilteranlagen
Beispiel Uddeholms AB:
Ausbau der Wasserwirtschaft im Stahlwerksbereich zur weiteren Reduktion von Zinkemissionen
Metallverarbeitung
Luftemissionen: Staub
Absaugeinrichtungen zur Erfassung der Staubfrachten
Staubabscheidung in Elektro- oder Gewebefilter
Luftemissionen: NOx
Optimierte Prozesssteuerung der Erwärmungsöfen
Vermeidung von Falschlufteinträgen durch optimierte Auslegung der Ofenkammern
Wasseremissionen: Schwermetalle und abfiltrierbare Stoffe
Getrennte Erfassung von unterschiedlichen Abwässern
Vor-Ort-Abwasserbehandlung mit Neutralisation und Schwermetallfällung sowie Sandfilteranlagen
Beispiel voestalpine Grobblech GmbH:
laufender Ausbau der Wasserwirtschaft mit neuer Reinigungsanlage zur weiteren Reduzierung von abfiltrierbaren Stoffen
Stand der Technik
Aktivität
Emissionen/
Stoffe
Minderungsaktivität
Kraftwerkstechnik
Luftemissionen: NOx
NOX-arme Brennertechnologie
Luftstufung
Selektive katalytische Reduktion von Stickoxiden (SCR)
Beispiel voestalpine Stahl GmbH: Installation einer DeNOX-Anlage im Kraftwerksbereich zur Reduktion der NOX-Emissionen
Luftemissionen:
CO
Optimierte Prozesssteuerung
LAMBDA-Luftregelung für vollständige Verbrennung
Verbrennungsluftvorwärmung
Luftemissionen: SOx (SO2)
Vor-Entschwefelung von Hüttengasen (Kokereigas)
Wasseremissionen: Eintrag von Schadstoffen
Getrennte Erfassung von Wasser- und Abwasserströmen
Trockene, wasserfreie Abgasbehandlungssysteme
Die gesetzten Aktivitäten werden im Rahmen eines übergreifenden Maßnahmenbündels umgesetzt und umfassen den Wirkungsbereich des eigenen Betriebs. Die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette wird in diesem Zusammenhang nicht betrachtet.
Massnahmenübersicht
Adressiertes IRO
Maßnahme
Zeithorizont
Umfang der Maßnahme
Erhebliche Ausgaben (falls relevant) /
sonstige Anmerkungen
NOx, SOx und Staubemissionen
Maßnahmenbündel zur Reduktion von Emissionen in Luft, Wasser und Boden
Projektabhängig
Eigener Betrieb (IED-Standorte bzw. vergleichbar außerhalb EU)
CapEx iHv 35,4 Mio. EUR und geplanter CapEx bis GJ 2030/31 iHv 65,5 Mio. EUR (geplanter CapEx inkludiert nur Maßnahmen > 5 Mio. EUR)

Indirekte Berücksichtigung von Interessen durch Umsetzung regulatorischer Vorgaben (Umwelt, Gesellschaft)
Kennzahlen und Ziele
E2-3 – Ziele im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung
Die voestalpine steuert standortspezifische Umweltauswirkungen durch individuell festgelegte Ziele an den jeweiligen Standorten. Aufgrund der Vielzahl an Betriebsstandorten mit unterschiedlichen verfahrens- und fertigungstechnischen Prozessen sowie komplexen Anlagenverbünden unterscheiden sich die Umweltauswirkungen und daher die lokalen Zielsetzungen erheblich. Eine konzernweite Vereinheitlichung oder zentrale Steuerung von Umweltzielen ist daher aktuell nicht realisierbar. Entsprechend sind derzeit keine messbaren und ergebnisorientierten konzernalen Umweltziele definiert bzw. geplant. Es werden gesetzliche Vorgaben verfolgt und die Effektivität wird kontinuierlich über das Umweltmanagementsystem sichergestellt bzw. wird die Wirksamkeit über externe Audits regelmäßig überprüft.
E2-4 – Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung
Um sowohl den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen als auch die Prozesse möglichst effizient zu gestalten, wurden an den Produktionsstandorten des Konzerns umfassende Monitoringsysteme zur Überwachung der Schadstoffemissionen implementiert. Diese umfassen kontinuierliche und periodische Messsysteme in den Bereichen Luft, Wasser und Abwasser. Die Schadstoffanalysen werden von akkreditierten, betriebseigenen oder externen Laboren gemäß den etablierten Normen und Methoden durchgeführt. In bestimmten Fällen, z. B. dort, wo Prozessgase verbrannt werden, erfolgt die Erhebung von Emissionswerten über die stöchiometrische Verbrennungsrechnung auf Basis der gemessenen Prozessgaszusammensetzung. Diese Vorgehensweise ist fachlich anerkannt und vergleichbar mit einer direkten Emissionsmessung. Aufgrund der geringen Anzahl solcher berechneten Emissionsdaten ist die daraus resultierende Unsicherheit als sehr gering einzustufen.
Die von den Konzerngesellschaften eingemeldeten Emissionswerte beziehen sich auf das Kalenderjahr und werden über einen Referenzfaktor, nämlich die Produktionsvorschau Geschäftsjahr, auf den Geschäftsjahreszeitraum hochgerechnet. Aufgrund der ganzjährig stabilen Anlagenfahrweisen ist von einer sehr hohen Genauigkeit dieser Hochrechnung auszugehen. Eine Rücküberprüfung mit Ist-Daten hat diese Genauigkeit bestätigt.
Auf Konzernebene findet eine jährliche Erhebung aller umweltrelevanten Kennzahlen über ein Online-Reporting-System statt. Die themenspezifischen Daten werden von lokalen Fachexpert:innen erfasst. Ein Großteil der Produktionsstandorte unterliegt bereits umfassenden gesetzlichen Berichtspflichten, wie zum Beispiel dem Europäischen Schadstoffregister (ePRTR). Die konzernweite Datenerhebung basiert auf diesen Vorgaben und gewährleistet so eine hohe Datenqualität sowie eine Verifizierung durch externe Kontrollorgane dieser Rohdaten.
Die folgende Tabelle enthält eine Übersicht der im Geschäftsjahr 2025/26 von der voestalpine freigesetzten Schadstoffmengen in Luft und Wasser bzw. die Gegenüberstellung mit den freigesetzten Schadstoffmengen aus dem Vorjahr. Unterschiede in den Gesamtemissionen zum Vorjahr werden durch Schwankungen bei den einzelnen Produktionsstandorten hervorgerufen, insbesondere wirken sich Produktionssteigerungen (z.B. bei Zink und Verbindungen) oder Produktionsrückgänge, Änderungen der Schadstoffmesskampagnen (z.B. bei den teilfluorirten HFKWs zeigten Messungen im Berichtszeitraum geringere Leckagen) oder auch das Erreichen der vorgegebenen Meldeschwellen (z.B. bei Blei und Verbindungen (Pb)) auf die Emissionen aus.
Emissionsübersicht
in Tonnen
Luft
Wasser
Boden
2024/25
2025/26
2024/25
2025/26
2024/25
2025/26
Kohlenmonoxid (CO)
159.089
172.481
–
–
–
–
Schwefeloxide (SOX/SO2)
5.011
5.264
–
–
–
–
Stickoxide (NOX/NO2)
4.340
3.581
–
–
–
–
Feinstaub (PM10)
342
367
–
–
–
–
Methan (CH4)
182
287
–
–
–
–
Chlor und anorganische Verbindungen (als HCl)
20
35
–
–
–
–
Blei und Verbindungen (Pb)
0,30
0,87
0,651
0,36
–
–
Quecksilber und Verbindungen (Hg)
0,28
0,29
0,004
0,004
–
–
Cadmium und Verbindungen (Cd)
0,026
0,042
–
–
–
–
Teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKWs)
35
0,81
–
–
–
–
Teilhalogenierte Fluorchlorkohlenwasserstoffe (HFCKW)
–
1,4
–
–
–
–
Chrom und Verbindungen
0,10
–
1,11
0,77
–
–
Zink und Verbindungen
5,5
8,0
8,91
6,8
–
–
Benzol
5,3
4,9
–
–
–
–
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
0,14
0,14
0,0301
0,022
–
–
Fluor und anorganische Verbindungen (als HF)
6,7
–
–
–
–
–
Gesamtstickstoff
–
–
304
323
–
–
Gesamtphosphor
–
–
–1
–
–
–
Nickel und Verbindungen
–
–
1,21
0,86
–
–
Naphtalin
–
–
0,01
0,01
–
–
Phenole (als Gesamt-C)
–
–
194
255
–
–
Gesamter organischer Kohlenstoff (TOC) (als Gesamt-C oder CSB/3)
–
–
432
473
–
–
Cyanide (als Gesamt-CN)
–
–
0,84
0,73
–
–
Fluoride (als Gesamt-F)
–
–
821
90
–
–
Arsen und Verbindungen
–
–
0,0621
0,0069
–
–
Kupfer
–
0,32
0,151
0,12
–
–
Chloralkane
–
–
0,0151
0,016
–
–
Trichlormethan
–
–
0,0191
0,021
–
–
PCCD + PCDF (Dioxine + Furane) in Kilogramm
0,00051
0,0005
–
–
–
–
1 Zahl wurde rückwirkend angepasst (Details siehe BP-2).
Kennzahlenübersicht
ESRS-Offenlegungs-anforderung
Para-graf
Datenpunkt/Metrik
Grundlage für die Erstellung und Beschreibung der Annahmen und Methodik
Informationen über Quellen für ein hohes Maß an Messunsicherheiten und Informationen zur Messung
E2-4 – Luft-, Wasser- und Boden-verschmutzung
28a
Emissionen in Luft, Wasser und Boden (nicht-THG)
Umfasst nur die Emissionen aus Anlagen, bei denen die Schwellenwerte des Europäischen Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregisters (ePRTR-Verordnung) überschritten werden.
Schätzung einzelner Quartale
Emissionswerte beruhen auf Kalenderjahrauswertung und Monitoring-Vorgaben, die über Referenzfaktoren auf das Geschäftsjahr umgerechnet werden.
ESRS E3 WASSER- UND MEERESRESSOURCEN
Der Schutz von Wasser- und Meeresressourcen gehört zu den zentralen umweltbezogenen Handlungsfeldern. Die voestalpine setzt sich intensiv mit den identifizierten Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auseinander. Im Fokus stehen dabei insbesondere die verantwortungsvolle Wasserentnahme und ein effizienter Umgang mit Wasserressourcen. Technologische Optimierungen, Kreislaufführung von Kühlwasser und ein vorausschauendes Wassermanagement spielen eine zentrale Rolle.
Nachfolgende Tabelle enthält spezifische Angaben zu SBM-3:
Thema/Unter-
(Unter)thema
Auswirkung, Risiko, Chance (IRO)
Beschreibung
Wertschöpfungskette
Zeithorizont
Betroffene Stakeholder:innen
Wasser
˜
Wasserentnahme, Wasserverbrauch
Die voestalpine entnimmt erhebliche Mengen Kühlwasser aus Fließgewässern, da Wasser für stabile Produktionsprozesse unverzichtbar ist, insbesondere für Kühlzwecke in der Roheisen- und Stahlherstellung, in Schmelzprozessen sowie bei der Wärmebehandlung. Die Wesentlichkeit ergibt sich aus der zentralen Bedeutung dieser Ressource, der klimawandelbedingt sinkenden Wasserverfügbarkeit und der potenziellen thermischen Belastung der Gewässer.
In der vorgelagerten Wertschöpfungskette ist Wasser zudem bei der Bereitstellung und der Bearbeitung von bestimmten Rohstoffen von wesentlicher Bedeutung.
uuw
˜˜˜˜
Anrainer:innen

Umwelt

Lokale, nationale und internationale Behörden

NGOs und NPOs
Legende
˜
tatsächlich positive Auswirkung
™
potenziell positive Auswirkung
Ì
Chance
uww
vorgelagert
wuw
eigener Betrieb
wwu
nachgelagert
˜
tatsächlich negative Auswirkung
™
potenziell negative Auswirkung
!
Risiko
˜™™™
< 1 Jahr
™˜™™
1–5 Jahre
™™˜™
5–10 Jahre
™™™˜
10+ Jahre
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
E3-1 – Konzepte im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen
Wasser stellt eine unverzichtbare Ressource für die Produktionsprozesse der voestalpine dar. Es wird vor allem für Kühlzwecke in der Roheisen- und Stahlherstellung, in Schmelzprozessen sowie bei Wärmebehandlungen eingesetzt. Vor dem Hintergrund zunehmender klimatischer und regulatorischer Anforderungen sind nachhaltige, strukturierte und systematische Aktivitäten in der Wasserwirtschaft von entscheidender Bedeutung, sowohl zur Minimierung der Auswirkungen als auch zur langfristigen Sicherung der Produktionsfähigkeit.
Die konzernale Environmental Policy bildet ein übergeordnetes Rahmenwerk, das Grundsätze und Leitlinien definiert. Gemäß dieser Richtlinie sind an allen wesentlichen Produktionsstandorten zertifizierte Umweltmanagementsysteme (z. B. nach ISO 14001 oder EMAS) implementiert, um lokale Zielvorgaben einhalten zu können (siehe auch Kapitel E3-3). Die aktuelle Abdeckung findet sich in Kapitel E2-1. Diese Umweltmanagementsysteme beinhalten bei Bedarf lokale Wasserbewirtschaftungspläne, die durch spezialisierte Umweltabteilungen kontinuierlich betreut und weiterentwickelt werden. Wie im Kapitel E2-1 ausführlich beschrieben, ist das PDCA-Vorgehen (Plan-Do-Check-Act) ein integraler Bestandteil dieser Managementsysteme.
Eine nachhaltige Wasserwirtschaft ist sowohl für die Stabilität bestehender Prozesse als auch für die langfristige Sicherstellung der Betriebsfähigkeit an den Produktionsstandorten der voestalpine von zentraler Bedeutung. Konzernweit bestehen auf Standortebene strukturierte Systeme und klar definierte Prozesse zur verantwortungsvollen Wasserbewirtschaftung. Alle Produktionsstandorte der
voestalpine sind in die Betrachtungen im Bereich Wasserressourcen einbezogen. Dabei zeigt sich, dass sich Standorte der voestalpine in Regionen mit Wasserstress befinden. Der Großteil dieser Standorte hat bereits ein Umweltmanagementsystem implementiert. Für die verbleibenden Standorte in solchen Regionen soll zukünftig die Integration von Umweltmanagementsystemen geprüft werden.
Die laufenden Wasserwirtschaftsaktivitäten im Rahmen der Umweltmanagementsysteme der voestalpine umfassen folgende Kernpunkte:
»
Lokale Wasserbewirtschaftungspläne
Da Wassersysteme lokal variieren und von den Betrieben der voestalpine unterschiedlich stark beeinflusst werden, erfolgt die Abstimmung aller Konzepte und Maßnahmen der Wasserbewirtschaftung mit den örtlichen Behörden und Gemeinschaften. Gemäß den gesetzlichen Vorgaben unterliegen sämtliche Wasserentnahmen und Wassereinleitungen behördlichen Genehmigungen und werden mengenmäßig sowie qualitativ überwacht. Diese Genehmigungen werden regelmäßig in Zusammenarbeit mit externen Expert:innen evaluiert und bei Bedarf angepasst. Zudem erfolgt regelmäßig (abhängig von Entwicklungen und Vorgaben) ein Abgleich mit dem aktuellen Stand der Technik, woraus gegebenenfalls weitere Anpassungen abgeleitet und umgesetzt werden.
»
Getrennte Wasserkreisläufe
Zur Verminderung und Vermeidung von Schadstoffeinträgen werden in den Produktionsprozessen getrennte Wasserkreisläufe eingesetzt. Wie bereits beschrieben, wird der überwiegende Teil der entnommenen Wassermengen für Kühlzwecke genutzt, wobei hauptsächlich indirekte Kühlsysteme zum Einsatz kommen. Diese funktionieren als gesonderte Kühlkreisläufe: Der primäre Kühlwasserstrom, der z. B. aus Flusswasser gespeist wird, kühlt über Wärmetauscher einen sekundären Kühlkreislauf, der dann dem eigentlichen Prozess zugeführt wird. Dadurch ist sichergestellt, dass kein Schadstoffeintrag in den Wasserstrom stattfindet und dass die entnommenen Wassermengen ohne Qualitätsverlust den Ökosystemen wieder zugeführt werden können. Auch wenn diese Durchlaufsysteme sehr hohe Wassermengen durchsetzen, sind der Energiebedarf, der Wartungsaufwand und der damit verbundene Chemikalieneinsatz vergleichsweise gering. Je nach lokalen Gegebenheiten, Wasserverfügbarkeit und Prozessanforderung werden auch Mehrfachkühlungen und Kreislaufsysteme mit Kühltürmen eingesetzt. Neben der getrennten Kreislaufführung werden auch Maßnahmen ergriffen, um im Falle ungeplanter Ereignisse oder bei Schadensfällen die Freisetzung von Schadstoffen in die Umwelt – insbesondere in das Grundwasser – zu verhindern. So sind beispielsweise Lagerflächen und Produktionslinien mit Auffang- und Rückhalteeinrichtungen ausgestattet, die regelmäßigen Inspektionen und Funktionstests unterliegen.
»
Umfassende Abwasserbehandlung
Wo eine Verschmutzung durch einen direkten Produktkontakt oder die Prozessführung technisch unvermeidbar ist, wird die Wasserbelastung durch gezielte Nachbehandlung minimiert. Bei der Vor-Ort-Behandlung von Abwässern ermöglichen spezifisch ausgelegte Behandlungsprozesse die effektive Abscheidung von Schadstoffen. Dabei wird versucht, ähnliche Abwässer mit vergleichbarer Zusammensetzung gemeinsam zu behandeln. So werden beispielsweise am Standort Linz alkalische und saure Abwässer aus verschiedenen Produktionslinien getrennt erfasst und in spezifisch ausgelegten Anlagen aufbereitet. Alle Einleitstellen werden regelmäßig beprobt, die relevanten Parameter werden durch akkreditierte Labore analysiert und durch die Behörden überwacht.
Falls kommunale Kläranlagen über die notwendigen Abscheidetechniken verfügen, werden Abwässer auch direkt an diese abgegeben. Dabei sind Zusammensetzung und Abwassermenge vertraglich geregelt, um sicherzustellen, dass die Schadstoffabscheidung durch die externe Anlage gewährleistet wird.
Konzeptübersicht
Adressiertes IRO
Konzept
Umfang des Konzepts
Verantwortlichkeit & Monitoring
Sonstige Anmerkungen
Wasserentnahme, Wasserverbrauch
Environmental Policy
Eigener Betrieb
Geschäftsführung der Gesellschaften
» Bei umgesetzten Umweltmanagementsystemen: Regelmäßiger Compliance-Check als Teil des PDCA-Zyklus und gegebenenfalls Einbindung von Behörden und Fachexpert:innen sowie direkten Vertreter:innen von umliegenden Gemeinden
E3-2 – Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen
Die implementierten Umweltmanagementsysteme sowie die Wasserbewirtschaftungspläne der Betriebsstandorte sehen vor, dass neben der kontinuierlichen Überwachung auch fortlaufend Aktivitäten in Bezug auf die Wasser- und Abwasserwirtschaft abgeleitet und umgesetzt werden.
Im Fokus stehen drei zentrale Handlungsfelder, die im vorherigen Kapitel E3-1 erläutert werden. Dazu gehören die getrennte Führung von Wasserkreisläufen zur Verminderung und Vermeidung von Schadstoffeinträgen sowie die Reduzierung der Wasserentnahme und der damit verbundenen Abwassereinleitungen, unterstützt durch lokale Wasserbewirtschaftungspläne. Darüber hinaus spielt die umfassende Abwasserbehandlung eine wichtige Rolle, ebenso wie der Ausbau von Sicherheitsvorkehrungen zur Verhinderung ungeplanter Schadstofffreisetzungen, etwa durch Leckagen oder Flüssigkeitsaustritte. Analog zum Bereich der Umweltverschmutzung werden auch die Aktivitäten zum Gewässerschutz vorrangig auf lokaler Ebene umgesetzt und keine Maßnahmenkonzepte konzernal vorgegeben.
Die Vielzahl an Einzelmaßnahmen mit unterschiedlichem Umfang trägt schlussendlich zu einer ganzheitlichen Verbesserung der Umweltsituation bei. Da entsprechende Aktivitäten zur Wasserbewirtschaftung bereits im Rahmen bestehender Umweltmanagementsysteme erfolgreich implementiert werden, sind derzeit keine zusätzlichen Aktivitäten angedacht.
Die Durchführung der genannten laufenden Wasserwirtschaftsaktivitäten im Rahmen der Umweltmanagementsysteme erfordert keine signifikanten operativen Ausgaben und/oder Investitionsausgaben. Bis zum Geschäftsjahr 2030/31 übersteigt derzeit keine der geplanten Maßnahmen in diesem Bereich 5 Mio. EUR.
Kennzahlen und Ziele
E3-3 – Ziele im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen
Das Hauptaugenmerk des Konzerns liegt darauf, den Einfluss der Produktionsstätten auf die lokalen Öko- und Wassersysteme so gering wie möglich zu halten. Das bedeutet einerseits, den Schadstoffeintrag in die Gewässer zu vermeiden bzw. so weit wie möglich zu reduzieren, andererseits aber auch, die entnommenen Wassermengen möglichst vollständig zurückzuführen und die thermische Belastung gering zu halten.
Schadstoffeinträge oder Wasserentnahmen können sich auf die umliegenden Ökosysteme und den lokalen Wasserhaushalt auswirken. Dies wiederum erfordert, dass Regelungen und Vorgaben stark an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Da Zielfestlegungen oft von lokalen Rahmenbedingungen abhängen, werden sie von den Einzelgesellschaften getroffen. Eine konzernweite Vorgabe zu Wasserqualität oder Wasserverbrauch ist aus diesem Grund nicht zweckmäßig. Im Rahmen der bestehenden Umweltmanagementsysteme verfolgen die Gesellschaften individuelle, an den lokalen Gegebenheiten orientierte Ziele im Bereich der Wasserbewirtschaftung. Die Wirksamkeit lokaler Maßnahmen für die Zielerreichung wird im Zuge
von regelmäßig stattfindenden Audits durch externe Institutionen überprüft. Eine konzernweite Zieldefinition im Sinne der ESRS ist daher aktuell nicht vorgesehen.
E3-4 – Wasserverbrauch
Der Begriff Wasserverbrauch ist weit verbreitet, wird jedoch häufig unterschiedlich definiert und interpretiert. Gemäß den ESRS umfasst der Wasserverbrauch jene Wassermenge, die im Laufe des Berichtszeitraums in die Grenzen des Unternehmens (oder der Anlage) verbracht und nicht in Gewässer eingeleitet oder an Dritte weitergeleitet wird. Für die Eisen- und Stahlherstellung sowie die Verarbeitung von Stahlprodukten stellen Verdampfungsverluste und Verdunstung die Haupteinflüsse auf den Wasserverbrauch dar.
Je umfangreicher ein technischer Prozess gestaltet ist, desto schwieriger wird die Bilanzierung von Wasserströmen. In einem komplexen Anlagenverbund wie einer Eisen- und Stahlhütte ist es mit den bestehenden Monitoringsystemen nicht möglich, eine vollständige Mengenbilanz aufzustellen. Aus diesem Grund hat der voestalpine-Konzern eine gesonderte Untersuchung des Frischwasserverbrauchs durchgeführt. Gemäß ISO 14046 wurden umfangreiche Wasserbilanzen auf Prozessebene erstellt und daraus die Netto-Frischwasserverbräuche der Standorte ermittelt. Für die Erstellung der Bilanzen wurden interne Mengenmessungen herangezogen, wobei anzuführen ist, dass ca. 95 % der Wasser- und Abwasserströme in den Gesellschaften des voestalpine-Konzerns direkten Messungen unterliegen. Wo diese nicht vorhanden waren, wurden Abschätzungen und Hochrechnungen auf Basis von Angaben gemäß Stand der Technik durchgeführt. Diese Water-Footprint-Studie wurde in Zusammenarbeit mit Fachexpert:innen der Betriebsstandorte durch eine externe Beratungsfirma erstellt und durch eine weitere externe Prüfstelle verifiziert. Die hier berichteten Verbrauchszahlen beruhen auf den Erkenntnissen dieser Studie bzw. auf den Auswertungen der konzernweiten Erhebung von Umweltdaten.
Verständnis über den Wasserverbrauch
2024/25
2025/26
Gesamtwasserverbrauch (m³)
15.123.641
15.724.609
Gesamtwasserverbrauch in Gebieten, die von Wasserrisiken betroffen sind (m³)
341.916
345.697
Gesamtvolumen des zurückgewonnenen und wiederverwendeten Wassers (m³)
84.979.662
61.197.319
Gesamtwasserverbrauch im eigenen Betrieb (m³/Mio. EUR)
961
1.044
Nettoeinnahmen, die zur Berechnung des Gesamtwasserverbrauchs im eigenen Betrieb herangezogen wurden
GESAMTNETTOEINNAHMEN (KONZERNABSCHLUSS) (Mio. EUR)
15.743,7
15.063,1
Der Rückgang des Gesamtvolumens des zurückgewonnenen und wiederverwendeten Wassers kann auf Einschränkung der Wasserkreislaufführung und Entnahmemengen in der Rohstahlproduktion zurückgeführt werden.
Der Wasserverbrauch aus Gebieten mit Wasserrisiken bezieht sich auf Regionen, die von hohem Wasserstress gemäß Aqueduct Water Risk Atlas des World Resources Institute betroffen sind.
Die für Kühlzwecke und Produktionsprozesse entnommene Wassermenge lag im Berichtszeitraum bei 754,6 Mio. m³ (2024/25: 757,5 Mio. m³). Diese freiwillige Angabe erfolgt erstmalig und bietet zusätzliche nützliche Informationen aus dem Bereich der Wasserwirtschaft. Die Erhebung und Ableitung der Kennzahl erfolgt sowohl für das vergangene als auch für das aktuelle Berichtsjahr auf Basis der Rückmeldungen aus den Konzerngesellschaften.
Kennzahlenübersicht
ESRS-Offenlegungs-anforderung
Para-graf
Datenpunkt/Metrik
Grundlage für die Erstellung und Beschreibung der Annahmen und Methodik
Informationen über Quellen für ein hohes Maß an Messunsicherheiten und Informationen zur Messung
E3-4 – Wasserverbrauch
28a
Wasserverbrauch
Wasserverbrauchswerte beruhen auf der Water-Footprint-Studie und werden über Referenzfaktoren auf das GJ umgerechnet.
Messunsicherheit der Monitoringsysteme und Abschätzung der Quartale
E3-4 – Wasserverbrauch
28b
Wasserverbrauch in Gebieten mit hohem Wasserstress
Wasserverbrauchswerte beruhen auf der Water-Footprint-Studie und werden über Referenzfaktoren auf das GJ umgerechnet.
E3-4 – Wasserverbrauch
28c
Gesamtvolumen des zurückgewonnenen und wiederverwendeten Wassers
Parameter beruhen auf interner Datenerhebung und werden über Referenzfaktoren auf das GJ umgerechnet.
E3-4 – Wasserverbrauch
29
Wasserintensität
Berechnung aus Parametern
E3-4 – Wasserverbrauch
AR32
Wasserentnahme
Parameter beruhen auf interner Datenerhebung und werden über Referenzfaktoren auf das GJ umgerechnet.
ESRS E4 BIOLOGISCHE VIELFALT UND ÖKOSYSTEME
Der Erhalt der biologischen Vielfalt und der Schutz ökologisch sensibler Lebensräume gehören zu den umweltbezogenen Handlungsfeldern der voestalpine. Das Unternehmen setzt sich intensiv mit den Auswirkungen, Risiken und Chancen seiner Geschäftstätigkeit und seiner Wertschöpfungskette auf biologische Vielfalt und Ökosysteme auseinander.
Detaillierte Informationen zu den ermittelten Auswirkungen, Risiken und Chancen (IRO) im Zusammenhang mit Biodiversität und Ökosystemen sind in der IRO-Tabelle dargestellt.
Nachfolgende Tabelle enthält spezifische Angaben zu SBM-3:
Thema/Unter-
(Unter)thema
Auswirkung, Risiko, Chance (IRO)
Beschreibung
Wertschöpfungskette
Zeithorizont
Betroffene Stakeholder:innen
Biologische Vielfalt und Ökosysteme
˜
Biodiversität in der vorgelagerten Wertschöpfungskette
In der vorgelagerten Wertschöpfungskette treten Auswirkungen auf die Ökosysteme und Biodiversität auf, insbesondere durch die Gewinnung von Schlüsselrohstoffen für den Produktionsprozess der voestalpine, wie Eisenerz und Kohle (z. B. Auswirkungen auf den Umfang und den Zustand von Ökosystemen durch Rohstoffabbau).
uww
˜˜˜˜
Umwelt

Lieferant:innen

Lokale, nationale und internationale Behörden
Legende
˜
tatsächlich positive Auswirkung
™
potenziell positive Auswirkung
Ì
Chance
uww
vorgelagert
wuw
eigener Betrieb
wwu
nachgelagert
˜
tatsächlich negative Auswirkung
™
potenziell negative Auswirkung
!
Risiko
˜™™™
< 1 Jahr
™˜™™
1–5 Jahre
™™˜™
5–10 Jahre
™™™˜
10+ Jahre
Strategie
E4-1 – Übergangsplan und Berücksichtigung von biologischer Vielfalt und Ökosystemen in Strategie und Geschäftsmodell
Im Rahmen der Wesentlichkeitsbewertung hat die voestalpine analysiert, in welchem Ausmaß biologische Vielfalt und Veränderungen von Ökosystemen Auswirkungen, Risiken und Chancen auf das Geschäftsmodell haben. Die voestalpine erkennt an, dass ihre Treibhausgasemissionen den Klimawandel vorantreiben und dieser wiederum Biodiversität beeinflusst. Da dieser Zusammenhang jedoch global auftritt und nicht unmittelbar auf spezifische Ökosysteme oder lokale Standorte wirkt, lässt er sich nicht direkt messen. Während der Biodiversitätsverlust ein lokales Phänomen ist, wirken Emissionen weltweit, daher wird der direkte Einfluss des Klimawandels auf den Biodiversitätsverlust im eigenen Betrieb nicht als wesentliches Thema für die voestalpine betrachtet. Wesentliche Auswirkungen wurden dabei in der vorgelagerten Wertschöpfungskette identifiziert, insbesondere im Zusammenhang mit der Rohstoffgewinnung. Für die eigenen, überwiegend in industriell genutzten Gebieten liegenden Standorte wurden hingegen keine Auswirkungen auf Biodiversität oder Ökosysteme festgestellt. Ebenso wurden keine wesentlichen physischen oder transitorischen Risiken identifiziert, die im Rahmen der übergreifenden Klimarisikoanalyse analysiert wurden. Darüber hinaus zeigt die Analyse, dass das Geschäftsmodell der voestalpine derzeit keine unmittelbare oder wesentliche Abhängigkeit von biologischer Vielfalt oder spezifischen Ökosystemdienstleistungen aufweist. Vor diesem Hintergrund wurde bislang keine separate Resilienzanalyse in Bezug auf biologische Vielfalt und Ökosysteme durchgeführt. Mehr Details zu den Analyseergebnissen können im Kapitel ESRS 2 IRO-1 – E4 nachgelesen werden.
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
E4-2 – Konzepte im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen
Die voestalpine berücksichtigt entsprechende Aspekte im Hinblick auf den Schutz lokaler Umweltbedingungen und die Einhaltung umweltrechtlicher Vorgaben im Rahmen der bestehenden Umweltmanagementsysteme auf Standortebene.
Darüber hinaus hat die voestalpine den Verhaltenskodex und den Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen im Berichtszeitraum gezielt um den Themenkomplex biologische Vielfalt und Schutz von Ökosystemen erweitert. Diese Erweiterung soll Bewusstseinsbildung zum Thema biologische Vielfalt fördern. Zukünftig soll so der Aufbau nachhaltiger Lieferketten und auch die strategische Auswahl von Partner:innen unter Einbezug des Aspekts Biodiversität ermöglicht werden. Nähere Informationen zum Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen sind im Kapitel G1-1 unter dem Punkt „Verhaltenskodex (Code of Conduct) und darauf basierendes Compliance-Regelwerk“ beschrieben. Derzeit arbeitet man basierend auf oben genanntem Konzept an der Entwicklung eines konzernweiten Ansatzes, um Biodiversitätsaspekte systematisch in der vorgelagerten Wertschöpfungskette zu berücksichtigen und zu evaluieren. Die Maßnahmen dieses Ansatzes befassen sich mit der Implementierung in das Lieferant:innen-Management und sind im nachfolgenden Kapitel E4-3 beschrieben. Diese Maßnahmen sollen in den nächsten Jahren zu einem besseren Verständnis der Auswirkungen auf Ökosysteme führen und eine entsprechende Datenbasis liefern. Darauf aufbauend wird man sich künftig mit der Entwicklung von möglichen weiteren Konzepten auseinandersetzen.
Konzeptübersicht
Adressiertes IRO
Konzept
Umfang des Konzepts
Verantwortlichkeit & Monitoring
Sonstige Anmerkungen
Biodiversität in der vorgelagerten Wertschöpfungskette
Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen
Geschäftspartner:innen
Verantwortlichkeit: Vorstand/Geschäftsführung

Monitoring Compliance-Regelwerk: Compliance-Organisation
» Ergebnis zahlreicher Gespräche und Diskussionen auf Vorstands-, Geschäftsführungs- sowie Bereichsleitungsebene im voestalpine-Konzern

» Verhaltenskodex sowie Menschenrechtscharta, UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, Grundsätze des UN Global Compact und Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO)

» Verfügbar in mehreren Sprachen im Intranet und auf der Website:
https://www.voestalpine.com/compliance
E4-3 – Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen
Das Management wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekte erfolgt in der voestalpine durch gezielte Maßnahmen und Aktionspläne. Diese zielen darauf ab, tatsächliche Auswirkungen zu verhindern, zu mindern oder zu beheben. Basierend auf der Identifizierung relevanter Auswirkungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette wurden erste Maßnahmen gesetzt.
Um die vorgelagerten negativen Auswirkungen auf Biodiversität und Ökosysteme gezielt zu minimieren, ist ein tiefgreifendes Verständnis der Lieferant:innen von entscheidender Bedeutung. Zur systematischen Erfassung des ökologischen Fußabdrucks entlang der Lieferkette hat die
voestalpine einen spezialisierten Fragebogen entwickelt. Dieser dient der strukturierten Erhebung relevanter Informationen zur Erhaltung biologischer Vielfalt sowie zur ökologischen Verantwortung im Rohstoffabbau. Der Fokus liegt auf ausgewählten Rohstofflieferant:innen – insbesondere solchen mit erheblichem Einfluss auf natürliche Lebensräume, wie bei Erzen und Kohle. Die voestalpine möchte dadurch ein Verständnis für die ökologischen Praktiken der Lieferant:innen erlangen und eine Datenbasis schaffen. Auf dieser Grundlage lassen sich Risiken besser bewerten und zukünftig weitere Maßnahmen oder Konzepte ableiten.
Die voestalpine möchte den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Lebensräumen künftig auch systematisch im Lieferant:innen-Management integrieren. Eine Integration des spezialisierten Fragebogens in den Fragebogen zur Selbstbewertung (Supplier Assessment Questionnaire, SAQ) wird derzeit erarbeitet. Damit wird sichergestellt, dass der Schutz biologischer Vielfalt zu einem integralen Bestandteil der Zusammenarbeit innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette wird.
Diese laufenden Maßnahmen sollen in den nächsten Jahren neben einer Bewusstseinbildung auch zur Schaffung eines Überblicks über Praktiken und Risiken bezüglich ökologischer Vielfalt bei den Lieferant:innen beitragen. Dies möchte man zukünftig als Basis heranziehen, um die Einführung von weiteren Maßnahmen prüfen zu können. Dadurch soll es neben der Erfüllung regulatorischer Anforderungen, wie beispielsweise CSDDD, auch zu einer Stärkung der Transparenz und einer Risikominierung in der Lieferkette hinsichtlich Biodiversität kommen.
Kompensationsmaßnahmen für Auswirkungen auf biologische Vielfalt und Ökosysteme werden von der voestalpine aktuell nicht durchgeführt.
Die voestalpine verfügt über keine Standorte in Gebieten mit indigener Bevölkerung. Indigenes Wissen wird bei der Umsetzung der Aktivitäten daher nicht berücksichtigt.
Massnahmenübersicht
Adressiertes IRO
Maßnahme
Zeithorizont
Umfang der Maßnahme
Erhebliche Ausgaben (falls relevant) /
sonstige Anmerkungen
Biodiversität in der vorgelagerten Wertschöpfungskette
Integration des Lieferant:innen-Fragebogens zu biologischer Vielfalt und Ökosystemen in den SAQ
Laufende Maßnahme
Ausgewählte Rohstoff-lieferant:innen
Ggf. Ableitung von konzernalen Zielen basierend auf Maßnahmen nach erster Evaluierung
Kennzahlen und Ziele
E4-4 – Ziele im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen
Derzeit gibt es in der voestalpine keine Zielsetzungen im Bereich biologische Vielfalt und Ökosysteme. In den kommenden Jahren soll eine fundierte Datengrundlage geschaffen werden, auf deren Basis mittel- bis langfristig konkrete Ziele entwickelt und verankert werden können. Die unter E4-3 genannten allgemeinen Maßnahmen befinden sich derzeit noch in der Einführungsphase, daher kann ihre Wirksamkeit erst zu einem späteren Zeitpunkt evaluiert werden.
ESRS E5 RESSOURCENNUTZUNG UND KREISLAUFWIRTSCHAFT
Stahl hat aufgrund seiner vollen Recycelbarkeit, seiner Langlebigkeit und seiner Reparierbarkeit eine gute Ausgangsposition für die Kreislaufwirtschaft inne. Die voestalpine setzt auf eine effiziente Ressourcennutzung, indem Schrott und andere metallhaltige Rückstände wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt werden. Bis 2030 soll der Einsatz von Sekundärrohstoffen weiter gesteigert werden, indem der Schrotteinsatz in der Rohstahlherstellung um 50 % erhöht wird.
Nebenprodukte wie Schlacken, Stäube und Schlämme werden, soweit technisch und rechtlich möglich, innerhalb des Unternehmens verwertet oder an andere Industrien abgegeben. Dadurch wird der Einsatz von Primärrohstoffen reduziert.
Zusätzlich unterstützt die voestalpine ihre Kund:innen dabei, durch geschlossene Materialkreisläufe und Recyclingkonzepte den Einsatz von Sekundärrohstoffen zu erhöhen. Ziel ist es, Rohstoffe möglichst lange im Wirtschaftskreislauf zu halten und Abfälle zu minimieren.
Nachfolgende Tabelle enthält spezifische Angaben zu SBM-3:
Thema/Unter-
(Unter)thema
Auswirkung, Risiko, Chance (IRO)
Beschreibung
Wertschöpfungskette
Zeithorizont
Betroffene Stakeholder:innen
Ressourcenzuflüsse einschließlich Ressourcen-nutzung
˜
Beschaffung und Nutzung von Primärressourcen
Die Gewinnung und Verarbeitung von Primärrohstoffen, insbesondere Eisenerz, Kokskohle und metallischen Legierungs-elementen, sind mit erheblichen ökologischen Auswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette verbunden. In Summe prägen Rohstoffabbau, Transport, Aufbereitung und Nutzung das ökologische Profil der Metall- und Stahlindustrie maßgeblich.
uww
˜˜˜˜
Umwelt

Lieferant:innen

Interne Abteilungen (z. B. Einkauf)
Ressourcen-abflüsse im Zusammenhang mit Produkten und Dienstleistungen und Abfälle
˜
Geschäftsmodelle für das Recycling
Die voestalpine unterstützt ihre Kund:innen bei der Steigerung der Recyclingquote durch den Abschluss und die Umsetzung von Verträgen zur Kreislaufwirtschaft (z. B. Recyclingverträge) mit einem Schwerpunkt auf Recycling von Eisen- und Stahlschrott. Durch den verstärkten Einsatz von Sekundärmaterialien lässt sich die CO₂-Intensität pro Tonne Stahl deutlich senken. Zur Wesentlichkeit tragen auch die Etablierung geschlossener Materialkreisläufe sowie die wachsenden Anforderungen der Kund:innen an Ressourceneffizienz bei.
uwu
™˜˜˜
Kund:innen

Lieferant:innen

Industrieverbände
Legende
˜
tatsächlich positive Auswirkung
™
potenziell positive Auswirkung
Ì
Chance
uww
vorgelagert
wuw
eigener Betrieb
wwu
nachgelagert
˜
tatsächlich negative Auswirkung
™
potenziell negative Auswirkung
!
Risiko
˜™™™
< 1 Jahr
™˜™™
1–5 Jahre
™™˜™
5–10 Jahre
™™™˜
10+ Jahre
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
E5-1 – Konzepte im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Nachhaltigkeitsstrategie – Circular Economy
Die voestalpine hat im Geschäftsjahr 2025/26 das Handlungsfeld Circular Economy im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie detailliert und weiterentwickelt. Als Grundlage und Ausgangsbasis dient ein vorliegendes Circular Economy Konzept, das externe Anforderungen von Kund:innen, Märkten, regulatorischen Rahmenbedingungen und der Gesellschaft sowie die Herausforderungen eines volatilen Rohstoff- und Energiemarktes berücksichtigt. Gleichzeitig definiert es interne Schwerpunkte, um eine wirtschaftliche und nachhaltige Ressourcennutzung sicherzustellen.
Im Rahmen des Circular Economy Konzepts werden mehrere strategische Schwerpunkte identifiziert, die im Rahmen des Strategiereviews zur Nachhaltigkeitsstrategie im Handlungsfeld Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung aufgegriffen und konkretisiert wurden:
»
Verbesserung der Ökobilanz durch eine nachhaltige Prozessgestaltung entlang der gesamten Wertschöpfungskette
»
Langfristige Sicherstellung der Rohstoffversorgung und Verringerung der Abhängigkeit von einzelnen Ländern
»
Steigerung der Ressourceneffizienz durch optimierte Materialnutzung und Abfallminimierung
»
Unterstützung der Nachhaltigkeitsziele der voestalpine und Erhöhung der Versorgungssicherheit für Kund:innen
»
Nutzung wirtschaftlicher Potenziale und neuer Geschäftsmöglichkeiten im Bereich Kreislaufwirtschaft
Dabei werden strategische Initiativen und Maßnahmen z. B. für Zirkularität, Sekundärrohstoffe, Zero Waste, Stoff- und Energieeinsatz festgelegt, die eine Entwicklung von Zielen ermöglichen können.
Als wesentliche Bausteine der konzernweiten Schwerpunkte im Bereich Circular Economy hat die voestalpine bereits Aktivitäten zur Wiederverwertung von Stoffströmen umgesetzt und Abfallwirtschaftskonzepte erarbeitet. Diese bilden die Grundlage für die künftige strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft im Konzern. Als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie wird das Handlungsfeld Circular Economy in regelmäßigen Abständen im Rahmen des Strategieprozesses einem Review unterzogen.
Circular Economy in der voestalpine orientiert sich an einem Modell mit zehn Kreislaufwirtschaftsgrundsätzen (10R). Kreislaufwirtschaft wird auf unterschiedlichen Ebenen betrachtet, die einerseits Prozesse und andererseits Produkte in verschiedenen Stufen der Wertschöpfung und Verarbeitungstiefen sowie deren Geschäftsmodelle miteinschließen.
Im Vordergrund stehen die Rückgewinnung von Wertkomponenten und des Energieinhalts zur Nutzung für die Prozesse und Produkte der voestalpine und die Erweiterung von Kreisläufen zur Vermeidung und Minimierung von Abfall.
Die wesentlichen Schwerpunkte und Kernaspekte der Kreislaufwirtschaft in der voestalpine sind Zirkularität, Sekundärrohstoffe, Zero Waste und ergänzende zirkuläre Geschäftsmodelle – jeweils auf der Ebene der Prozesse und auf der Ebene der Produkte.
Ein wichtiger Aspekt im Bereich der Sekundärrohstoffe ist der Recyclingansatz der voestalpine. Er zielt darauf ab, internen und externen Schrott (Neuschrott/pre-consumer und Altschrott/post-consumer) wieder in die Produktion zurückzuführen. Die Recyclinginitiativen decken die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Rohstoffbeschaffung bis zur Rückführung von recyceltem Material in die Produktion. Die voestalpine arbeitet dabei eng mit globalen Lieferant:innen und Abnehmer:innen zusammen.
Eine besondere Herausforderung beim Recycling von Post-Consumer-Schrott besteht darin, die Qualität des Metalls im Recyclingprozess zu erhalten. Dies erfordert eine sorgfältige Sammlung, Sortierung und Aufbereitung, um die Wiederverwertbarkeit als hochwertigen Rohstoff sicherzustellen.
Die Nutzung sekundärer Ressourcen wird durch den Ausbau von Schrottkreisläufen und den zunehmenden Einsatz von Eigen- und Fremdschrott in der Stahlerzeugung vorangetrieben. Bis 2030 soll der Schrotteinsatz in der Rohstahlproduktion um 50 % gesteigert werden. Darüber hinaus trägt eine Verlängerung der Produktlebensdauer durch geschlossene Produkt- und Servicekreisläufe
sowie die Wiederaufbereitung von Werkzeugen und Anlagen zur Reduktion des Primärrohstoffbedarfs bei.
Um Materialkreisläufe zu schließen, arbeitet die voestalpine eng mit Kund:innen zusammen. Ziel ist es, deren Recyclingquoten zu erhöhen sowie den Recyclinganteil und generell den Einsatz von Sekundärrohstoffen zu steigern.
Für Nebenprodukte aus metallurgischen Prozessen, wie Hochofenschlacke (Hüttensand), sieht das Konzept eine Aufbereitung und Verwendung als Sekundärrohstoffe in eigenen Anlagen oder anderen Industriesektoren vor.
Ein anderer wichtiger Aspekt des Handlungsfelds Circular Economy ist der Zero-Waste-Ansatz der voestalpine. Er verfolgt das strategische Ziel, Abfall weitestgehend zu vermeiden oder zu minimieren. Konkret sieht der Ansatz Folgendes vor:
»
Reduktion von Abfällen und Deponievolumen, insbesondere die verstärkte interne Wiederverwertung von Kreislaufstoffen
»
Verringerung des Einsatzes von Primärmaterial, indem Sekundärrohstoffe und recycelte Materialien verstärkt in den Produktionskreislauf integriert werden
»
Sicherstellung einer fachgerechten Behandlung von Abfällen durch verbindliche Vereinbarungen mit externen Partner:innen, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen
»
Laufende elektronische Überwachung und jährliche Bilanzierung der Abfallströme, um Transparenz und eine gesetzeskonforme Handhabung zu gewährleisten
Environmental Policy
Eine konzernale Environmental Policy bildet ein übergeordnetes Rahmenwerk, das Grundsätze und Leitlinien in verschiedenen Bereichen, auch für die Kreislaufwirtschaft, definiert. Darin sind unter anderem die Kreislaufwirtschaft im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der voestalpine und Umweltmanagementsysteme verankert. Letztere unterstützen die Konkretisierung und Umsetzung der Grundsätze der Environmental Policy auf operativer Ebene.
Geschäftsmodelle für das Recycling
Der voestalpine-Konzern ist bestrebt, Geschäftsmodelle für das Recycling zu etablieren und weiter auszubauen. Die High Performance Metals Division (HPM) hat beispielsweise das divisionale InSPire-Konzept, das alle Dimensionen der Nachhaltigkeit umfasst, entwickelt. Das Konzept ermöglicht es Kund:innen, sich an nachhaltigen Initiativen zu beteiligen, während gleichzeitig Lieferant:innen und Partner:innen dazu motiviert werden, Transformationsprozesse mitzugestalten.
Im Handlungsfeld Circular Economy konzentriert sich die HPM auf Material- und Schrottkreisläufe, alternative Rohstoffquellen, Recycling von Nebenprodukten sowie Zero Waste.
Einkaufsrichtlinie – Nachhaltige Beschaffung
Die nachhaltige Rohstoffbeschaffung erfolgt auf Basis der konzernalen Einkaufsrichtlinie, die sicherstellt, dass Materialien, unter anderem Rohstoffe, umweltfreundlich sowie ethisch und sozial verantwortlich gewonnen werden.
Konkret umfasst dies:
»
Lieferanten:innen-Bewertungen und Vor-Ort-Audits zur Sicherstellung der Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien in den Bereichen Umwelt (z. B. Abfall und Recycling, Wassernutzung und Abwasser, Emissionen, Biodiversität), Menschenrechte (z. B. Diskriminierung, Kinder- und Zwangsarbeit, Gesundheit und Schutz), Arbeitsbedingungen (z. B. Arbeitszeiten, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, faire Bezahlung) und Governance (Compliance und Anti-Korruption)
»
Einen überarbeiteten Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen, der spezifische Anforderungen zur nachhaltigen Beschaffung beinhaltet. Eine detailliertere Beschreibung dazu findet sich in G1-1
»
Laufende Sensibilisierung weltweiter Geschäftspartner:innen hinsichtlich Nachhaltigkeitszielen und Anforderungen an die Transparenz in der Lieferkette
Die Details zur Einkaufsrichtlinie werden im Kapitel S2-1 beschrieben.
Forschung und Innovation
Zur Optimierung des Ressourceneinsatzes betreibt die voestalpine kontinuierliche Produkt- und Prozessinnovationen, um Maßstäbe in der Ressourceneffizienz zu setzen. Konzepte und Maßnahmen angesichts der Themen Forschung und Innovation werden in den Kapiteln I, F&E – 1 bzw. I, F&E – 2 beschrieben.
Konzeptübersicht
Adressiertes IRO
Konzept
Umfang des Konzepts
Verantwortlichkeit & Monitoring
Sonstige Anmerkungen
Alle IROs E5
Nachhaltigkeitsstrategie - Circular Economy
Eigener Betrieb

Teilweise vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette
Leitung der Divisionen
» Berücksichtigung externer Anforderungen von Kund:innen, Märkten, Regulierungsbehörden und der Gesellschaft
Alle IROs E5
Environmental Policy
Eigener Betrieb
Geschäftsführung der Gesellschaften
» Bei umgesetzten Umweltmanagementsystemen: regelmäßiger Compliance-Check als Teil des PDCA-Zyklus und gegebenenfalls Einbindung von Behörden und Fachexpert:innen sowie direkten Vertreter:innen von umliegenden Gemeinden
Alle IROs E5
Geschäftsmodelle für das Recycling
Eigener Betrieb

Teilweise vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette
Leitung der Divisionen
» z. B. InSPire - High Performance Metals Division
Beschaffung und Nutzung von Primärressourcen
Einkaufsrichtlinie - nachhaltige Beschaffung
Eigener Betrieb

Vorgelagerte Wertschöpfungskette
Einkaufsboard
» Stakeholder:innen-Analyse im Konzept berücksichtigt

» Kommunikation an procurement@voestalpine.com
E5-2 – Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Die voestalpine verfolgt zahlreiche Maßnahmen zur Förderung der internen Kreislaufwirtschaft sowie der externen Verwertung von Reststoffen und Abfällen – sowohl aus eigenen Produktionsanlagen und Weiterverarbeitungsbetrieben als auch aus der nachgelagerten Wertschöpfungskette. Zum einen wird das Prozessmanagement in den integrierten Hüttenwerken laufend verbessert. Zum anderen werden intern und extern erzeugte Stoffströme sowie Reststoffe und Abfälle, darunter Schrott und Kunststoffe, in den Produktionsanlagen wiederverwertet.
Schwerpunkte der Massnahmen
Im Rahmen des Handlungsfelds Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung in der Nachhaltigkeitsstrategie orientiert sich die voestalpine an einem Modell mit zehn Kreislaufwirtschaftsgrundsätzen (10R), wobei dieses unter drei übergeordneten Gesichtspunkten im Unternehmen implementiert wird: das Verkleinern von Kreisläufen (Narrowing the Loop), das Verlangsamen von Kreisläufen (Slowing the Loop) und das Schließen von Kreisläufen (Closing the Loop).
Die Verkleinerung von Kreisläufen erfolgt, indem der Ressourceneinsatz minimiert, die Energie- und Materialeffizienz gesteigert wird und Abfälle vermieden werden.
Geschlossen werden Kreisläufe, indem Rohstoffe und Materialien aufbereitet und wiederverwertet werden, um den Primärrohstoffeinsatz zu reduzieren.
Folgende beispielhafte Aktivitäten setzt die voestalpine bereits um:
»
Steigerung des Schrotteinsatzes und Sicherstellung der wirtschaftlichen Versorgung durch den Ausbau von „Closed Loops“ (schrittweise Steigerung der externen Kundenschrottmengen zur Vorbereitung der ersten Transformationsstufe) mit europäischen Automotive OEMs, Zuliefer:innen und Bahnbetreiber:innen für hochqualitativen Schrott sowie mit Werkzeugbauer:innen für höher legierte Stähle
»
Optimierung der Nutzung des anfallenden Eigenschrotts sowie die Aufbereitung und Wiederverwertung von Begleitströmen wie Zunder, Schlacken, Schlämmen und weiteren metallurgischen Nebenprodukten
»
Sicherung der Rohstoffversorgung durch den Ausbau alternativer sekundärer Rohstoffquellen, beispielsweise mittels Rückgewinnung wertvoller Stoffe aus Produktionsprozessen (z. B. Schlamm- und Staubfraktionen)
»
Erhöhung des Sekundärmaterialanteils in den Produkten
»
Externe Vermarktung von Sekundärrohstoffen, insbesondere Schlacken, um industrielle Sekundärrohstoffe bestmöglich zu verwerten
»
Reduzierung von Abfallbehandlung und -beseitigung, z. B. Deponievolumen durch Recycling und Verwertung in den Produktions- und Verarbeitungsprozessen
»
Energierückgewinnung durch Nutzung von Abwärme aus Produktionsprozessen, sowohl für den internen Bedarf als auch zur Einspeisung in die Fernwärmeversorgung
»
Effiziente Nutzung von Prozessgasen als Energieträger in den einzelnen Prozessstufen, wodurch der Bedarf an Primärenergie gesenkt wird
Die Aktivitäten im Bereich Metallrecycling tragen zur Verringerung der Nutzung von Primärressourcen bei.
Die Aktivitäten und Maßnahmen zur Schrottkreislaufwirtschaft unterstützen die Zielerreichung gemäß Kapitel E5-3 und werden hauptsächlich in der Steel Division und der Metal Engineering Division aufgrund der Transformation der Produktionsprozesse im Zuge der Dekarbonisierung sowie in der Metal Forming Division umgesetzt. Die Produktion in der High Performance Metals Division ist bereits zu einem großen Teil schrottbasiert. In allen Divisionen gibt es Projekte zur Förderung der Kreislaufwirtschaft, Abfallvermeidung und Steigerung der Energieeffizienz. Damit erstrecken sich die Maßnahmen über den gesamten voestalpine-Konzern.
Die Anwendung von Kreislaufprinzipien auf Stoff- und Energieströme in der voestalpine erfordert eine Ausweitung der Betrachtung über die eigenen Produkte und Prozesse hinaus und die Einbindung von anderen Wertschöpfungsketten für beispielsweise Sekundärrohstoffe, Nebenprodukte, Abfälle und Energie. Die voestalpine steht zur Kreislaufwirtschaft auf verschiedenen Ebenen im Austausch mit ihren Stakeholder:innen. Dazu zählen beispielsweise direkte Dialoge entlang der Wertschöpfungskette mit Kund:innen, Lieferant:innen, Investor:innen und Behörden (lokal, national, international) zur Unterstützung der Umsetzung von Aktivitäten und Maßnahmen zur Kreislaufwirtschaft der voestalpine.
Für Maßnahmen und Aktivitäten im Bereich Abfall- und Kreislaufwirtschaft wurden im Berichtsjahr relevante Investitionsausgaben von 10,2 Mio. EUR aufgewendet. (Als relevant gelten Ausgaben größer als 5 Mio. EUR.)
Massnahmenübersicht
Adressiertes IRO
Maßnahme
Zeithorizont
Umfang der Maßnahme
Erhebliche Ausgaben (falls relevant) /
sonstige Anmerkungen
Alle IROs E5
Metallrecycling – Nutzung von Schrott als Ressource
Projektabhängig bis 2030
Gesamte Wertschöpfungskette
Mittel sind im greentec steel-Programm berücksichtigt und werden bei E1 im Rahmen des Klimaübergangsplans angeführt
Geschäftsmodelle für das Recycling
Maßnahmenbündel „Stakeholder:innen-Engagement“
Bis 2030
Eigener Betrieb

Mitbetrachtung der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette
–
KEnnzahlen und Ziele
E5-3 – Ziele im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Der voestalpine-Konzern hat sich das freiwillige Ziel gesetzt, den Schrotteinsatz in der Rohstahlherstellung bis zum Jahr 2030 um 50 % im eigenen Betrieb zu erhöhen. Mit der gesteigerten Nutzung von Sekundärrohstoffen soll der Primärrohstoffeinsatz reduziert werden. Dieses Ziel ist in die dritte von fünf Stufen der Abfallhierarchie gemäß der EU-Abfallrahmenrichtlinie (2008/98/EG) – „Recycling“ – einzuordnen, da Schrott als Rohstoff wiederverwertet und in den Produktionskreislauf zurückgeführt wird. Es steht in direktem Zusammenhang mit der Erhöhung der kreislauforientierten Materialnutzungsrate, da die verstärkte Nutzung von Sekundärrohstoffen die Effizienz des Materialkreislaufs optimiert und das Abfallaufkommen verringert. Der Fokus auf Recycling von Schrott trägt entscheidend zur Reduktion des Ressourceneinsatzes und zur Förderung einer kreislauforientierten Wirtschaft bei.
Die inhärenten Eigenschaften von Stahl bleiben durch den Recyclingprozess erhalten. Stahlprodukte sind lange haltbar, sehr gut reparierbar und vollständig recycelbar. Das Ziel unterstützt kreislauforientiertes Produktdesign.
Ein weiterer Treiber dieses Ziels ist die geplante technologische Transformation im Zuge der Dekarbonisierung, die eine grundlegende Anpassung der Material- und Kreislaufwirtschaft erfordert, insbesondere durch die verstärkte Nutzung von Sekundärrohstoffen. Beschaffung und Nutzung von Sekundärrohstoffen erfolgen in der voestalpine nach Grundsätzen der Nachhaltigkeit.
Zur Festlegung der Ziele wurden spezifische Methoden und Annahmen verwendet, die auf internen Analysen und technischen Erkenntnissen basieren und das greentec steel-Programm der voestalpine miteinbeziehen. Diese umfassen unter anderem Wechselwirkungen zwischen Kreislaufwirtschaft und THG-Emissionen sowie die Verfügbarkeit und Qualität von Schrott als Sekundärrohstoff. Es wurden Annahmen bezüglich der technologischen Entwicklungen und der Marktverfügbarkeit von Schrott getroffen, die in den festgelegten Zielen berücksichtigt sind. Bei der Entwicklung der Zielsetzung wurden interne (z. B. Strategie, Technik, Einkauf) und externe Stakeholder:innen (z. B. Kund:innen) einbezogen.
Der Plan zur Erhöhung des Schrotteinsatzes wird jährlich überprüft, um sicherzustellen, dass die Fortschritte im Einklang mit den geplanten Zielen verlaufen. Der Überwachungsprozess umfasst die regelmäßige Ermittlung und Berichterstattung über den Schrotteinsatz in der Rohstahlproduktion. An den Standorten mit integrierten Hüttenwerken in Linz und Donawitz wurden Kreislaufsysteme implementiert. Diese Systeme ermöglichen die Rückgewinnung, Aufbereitung und Wiederverwendung von Wertstoffen, sodass die Stoffströme wieder in die Prozesse zurückgeführt werden können.
Die geplante technologische Transformation im Zuge der Dekarbonisierung bringt eine grundlegende Anpassung der Material- und Kreislaufwirtschaft mit sich und soll wesentlich zur Erreichung der freiwilligen Zielsetzung beitragen. Potenzielle Anforderungen zur Kreislaufwirtschaft aus den Wertschöpfungsketten der voestalpine werden berücksichtigt.
In den Divisionen werden zusätzlich freiwillige divisionsspezifische Ziele zur Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft definiert, beispielsweise im Rahmen des InSPire-Konzepts.
Ziel: Schrotteinsatz in der Rohstahlproduktion
KPI
Erhöhung des Schrotteinsatzes
Einheit
in Prozent
Basiswert reskaliert
u
Status
u
Zielwert
2,07 Mio. t
Kalenderjahr 2023
+ 3,6 %
Geschäftsjahr 2025/26
+ 50 %
Geschäftsjahr 2029/30
Verantwortlichkeit & Monitoring
Divisionsvorstände
Umfang
Eigener Betrieb,
teilweise vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette
Stakeholder:innen
Kund:innen, Staat, Behörden, Aktionär:innen, Gesellschaft
Adressiertes IRO
Alle IROs von E5
Bezug zu Konzept
Alle Konzepte von E5
Durch eine Veränderung der Konzernstruktur (Verkauf Buderus Edelstahl) und einen damit verbundenen Wegfall von schrottbasierter Produktion im Geschäftsjahr 2024/25 wurde der Basiswert für den Schrotteinsatz von 2,25 Mio. t auf 2,07 Mio. t angepasst.
Die mit der Zielsetzung verbundene Verringerung des Primärressourceneinsatzes kann die Auswirkungen auf den Verlust der biologischen Vielfalt in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (Rohstoffabbau) abmildern.
E5-4 – Ressourcenzuflüsse
Für die voestalpine als Herstellerin von Eisen- und Stahlprodukten sind Eisenträger – wie Erz, Pellets oder Schrott – sowie die Reduktionsmittel Kohle und Koks die wesentlichen Ressourcenzuflüsse. Die folgenden Abschnitte beschreiben die wesentlichen Materialien detaillierter.
Rohstoffe:
Eisenerz
Eisenerz ist der zentrale Rohstoff für die Rohstahlerzeugung über die Hochofenroute und spielt auch in einer kombinierten Produktion aus Direktreduktionsverfahren und Elektrolichtbogenofen (EAF) in der Form von DRI (Direct Reduced Iron, Eisenschwamm) und HBI eine Rolle.
Kokskohle
Kokskohle bildet die Basis für die Produktion von metallurgischem Koks, einem wichtigen Reduktionsmittel. Ein Reduktionsmittel ist ein Stoff, der Sauerstoff aus einem Erz entfernt und dadurch das Oxid zum Metall umwandelt. In der Hochofenroute reduziert unter anderem Koks das Eisenoxid im Eisenerz zu Roheisen. Zudem stellt metallurgischer Koks die für den Hochofenprozess erforderliche Energie bereit.
Eisen- und Stahlschrott
Eisenhaltige Schrotte sind sowohl für den Sauerstoffkonverter (BOF) als auch für Elektrolichtbogenöfen (EAF) von hoher Bedeutung. Während im BOF der Schrotteinsatz durch die metallurgischen Prozessbedingungen beschränkt ist, kann ein EAF je nach erforderlicher Produktqualität mit höherem Schrotteinsatz (bis zu 100 % Schrott) betrieben werden. Ein Teil des verwendeten Schrotts fällt als interner Kreislaufschrott in der eigenen Produktion an und wird erneut dem Prozess zugeführt. Schrott entsteht auch bei der Stahlverarbeitung, etwa bei Stanzprozessen in der Automobil- oder Hausgeräteindustrie, und wird als Pre-Consumer-Schrott wieder in den Materialkreislauf zurückgeführt.
Legierungen
Mit verschiedenen Legierungen können spezifische Stahleigenschaften erzielt werden. Wichtige Legierungselemente sind Chrom, Nickel, Mangan, Molybdän und Vanadium, die dem Stahl unter anderem Festigkeit, Härte, Korrosionsbeständigkeit und Warmfestigkeit verleihen.
Wasser
Wasser ist ein wichtiges Betriebs- und Hilfsmittel im gesamten Produktions- und Verarbeitungsprozess der voestalpine. Es dient zur Kühlung von Aggregaten, als Prozesswasser und zur Erzeugung von energetisch genutztem Dampf. Weitere Informationen zu Wasser sind im Kapitel E3 angeführt.
Ressourcenzuflüsse des Unternehmens
2024/25
2025/26
Gesamtgewicht der verwendeten Produkte und technischer und biologischer Materialien (t)
10.370.906
10.919.625
Prozentualer Anteil biologischer Materialien (%)
0
0
Gesamtgewicht der zur Herstellung der Produkte und im Rahmen der Dienstleistungen des Unternehmens verwendeten, wiederverwendeten oder recycelten sekundären Komponenten, Produkte und Materialien (t)
1.162.539
1.079.859
Prozentualer Anteil wiederverwendeter Materialien zur Herstellung (%)
11
10
Die mengenmäßige Auswertung der Ressourcenzuflüsse bezieht sich auf Eisenträger und basiert auf der Datenbasis, die auch für die Auswertung anderer Umweltkennzahlen und für die Herleitung der Treibhausgasbilanz herangezogen wird. Die für diese Datenbasis eingemeldeten Parameter stammen zum überwiegenden Teil von direkten Messungen durch die Betriebe oder nachweislichen Mengenangaben durch die Lieferant:innen. Zum Teil werden Mengenangaben über Vorjahreswerte hochgerechnet.
Durch die vorgegebene Abfragestruktur in der Datenerhebung werden Doppelzählungen vermieden.
E5-5 – Ressourcenabflüsse
Produkte und Materialien
Die voestalpine bietet als Stahl- und Technologiekonzern eine breite Palette an Produkten und Systemlösungen für verschiedene Branchen an. Diese Produkte entstehen in vier Divisionen mit unterschiedlichen Schwerpunkten:
Division
Business Unit
Produkte
Kreislauforientierte Eigenschaften
Steel
Band
Hochwertige Stahlbänder
Hohe Haltbarkeit, bis zu 100 % recycelbar, Wiederverwertung durch Schrottkreisläufe
Grobblech
Grobbleche
Langlebig, reparierbar, recyclingfähig
Gießerei
Gussprodukte
Hohe Recyclingfähigkeit durch Rückführung in Stahlproduktion
High Performance Metals
Production/Value Added Services
Werkzeugstähle, Schnellarbeitsstähle, Kupfer- und Aluminiumlegierungen, Nickelbasis-Legierungen, Ventilstähle, Maschinenbaustähle, Spezialstähle, Titan-Produkte, Services
Wiederaufbereitung zur Verlängerung der Lebensdauer, vollständiges Recycling möglich
Metal Engineering
Railway Systems
Schienen, Weichen, Signaltechnik
Langlebig, reparierbar, wiederaufbereitbar, hohe Lebensdauer, modular austauschbar, recyclingfähig
Welding
Schweißkomplettlösungen
Recyclingfähige Grundmaterialien
Wire Technology
Qualitätsdrähte
Wiederverwertbar, recyclingfähig, langlebig
Tubulars
Nahtlosrohre
Langlebig, reparierbar, bis zu 100 % recycelbar
Metal Forming
Tubes & Sections
Profil- und Rohrprodukte
Wiederverwendbar, recyclingfähig, lange Lebensdauer
Automotive Components
Einbaufertige Systemkomponenten aus Press-, Stanz- und rollprofilierten Teilen
Design für Demontage und Recycling, modularer Aufbau
Precision Strip
Präzisionsbandstahl
Hohe Haltbarkeit, recyclingfähig
Warehouse & Rack Solutions
Lagertechnik
Modular erweiterbar und wiederverwendbar
Da die voestalpine überwiegend Zwischenprodukte herstellt, die von Kund:innen weiterverarbeitet werden, sind eine direkte Beurteilung der Endqualität und damit verbundene Aussagen zu Haltbarkeit, Wiederverwendbarkeit und Recyclingfähigkeit nur bedingt möglich. Zum Beispiel kann ein und dasselbe Material, etwa ein Grobblech, in einem Schiffsrumpf, einer Brücke oder einer Windkraftanlage verbaut werden – mit stark unterschiedlicher Lebensdauer. Generell gilt jedoch,
dass Stahlprodukte lange haltbar, sehr gut reparierbar und vollständig recycelbar sind und als Schrott wieder in den Stahlherstellungsprozess eingebracht werden können.
Stahlprodukte können, abhängig von ihrer Anwendung, eine Lebensdauer von wenigen Jahren bis mehreren Jahrzehnten haben. Unabhängig von der Lebensdauer können Stahlprodukte theoretisch vollständig immer wieder recycelt werden. Bedingt durch Stoffverluste in der Kreislaufschließung geht man derzeit von 95 % Substitutionspotenzial aus.
Die Verpackungen der Produkte haben im Vergleich zu den Produkten selbst nur geringe Relevanz für die voestalpine. Der Verpackungsanteil wird mit kleiner als 1 % angenommen.
Abfälle
Bei der Stahlherstellung und der Weiterverarbeitung von Stahlprodukten entstehen verschiedene Abfall- und Kreislaufstoffe, die größtenteils im eigenen Betrieb wiederverwertet oder in anderen Industriezweigen verwertet werden können. Falls eine Rückführung aus Qualitätsgründen oder aufgrund rechtlicher Bestimmungen nicht möglich ist, werden Abfälle entsprechend den gesetzlichen Vorgaben behandelt und entsorgt.
Typische Abfallströme im Eisen- und Stahlsektor:
»
Schlacken sind hauptsächlich Mineralphasengemische und entstehen bei der Eisen- und Stahlherstellung. Sie können, abhängig von gesetzlichen Anforderungen an den Stoffstrom, in anderen Industriesektoren eingesetzt oder entsorgt werden. Schlacken können für bestimmte Anwendungsfälle auch als Nebenprodukt eingestuft werden.
»
Stäube können metallische und nicht metallische Partikel enthalten und fallen bei der Abgasreinigung an, z. B. in Entstaubungsanlagen.
»
Schlämme entstehen z. B. bei der Nassreinigung von Abgasen sowie bei der Aufbereitung von Prozess- und Abwässern und bestehen aus verschiedenen Mineralphasen und/oder metallischen Bestandteilen.
»
Schrott und eisenhaltige Stoffe, wie Metallreste, Zunder (oxidierte Metallpartikel) und sonstige eisenhaltige Abfälle, werden meist wiederverwertet.
Auf Konzernebene erfolgt eine jährliche Erhebung aller umweltrelevanten Kennzahlen über ein Online-Reporting-System. Die abfallspezifischen Daten werden von lokalen Fachexpert:innen erfasst und gemäß den nationalen Vorgaben und Definitionen von Abfallarten eingegeben. Der überwiegende Teil des gemeldeten Abfallaufkommens basiert auf direkten Mengenmessungen, die auch den lokalen Bestimmungen entsprechend vorgeschrieben sind und von externer Stelle (z. B. lokalen Behörden) verifiziert werden. Verbleibende Restmengen werden über Vorjahreswerte oder Referenzwerte hochgerechnet.
Ressourcenabflüsse
in Tonnen
Gefährlicher Abfall
Nicht gefährlicher Abfall
2024/25
2025/26
2024/25
2025/26
Abfall von Beseitigung abgezweigt (Re-Use)
Vorbereitung zur Wiederverwendung
5.019
5.173
15.237
20.996
Recycling
7.027
7.242
106.661
146.974
Sonstige Verwertungsverfahren
88.341
91.041
639.967
881.841
Gesamt
100.387
103.456
761.865
1.049.811
Abfall zur Beseitigung
Verbrennung
2.804
2.101
4.552
2.355
Deponie
12.153
9.106
100.146
51.816
Sonstige Entsorgung
78.526
58.839
350.511
181.356
Gesamt
93.483
70.046
455.209
235.527
Gesamtabfallaufkommen
193.870
173.502
1.217.074
1.285.338
Anteil nicht recycelter Abfälle (%)
48
40
37
18
Davon radioaktive Abfälle
0
0
–
–
Durch ein höheres Potenzial zur Wiederverwertung von Schlacke aus den Produktionsprozessen konnte der Anteil nicht recycelter Abfälle im Vergleich zum Vorjahr reduziert werden.
Kennzahlenübersicht
ESRS-Offenlegungs-anforderung
Para-graf
Datenpunkt/Metrik
Grundlage für die Erstellung und Beschreibung der Annahmen und Methodik
Informationen über Quellen für ein hohes Maß an Messunsicherheiten und Informationen zur Messung
E5-4 – Ressourcenzu-flüsse
31c
Gewicht wiederverwendeter oder recycelter sekundärer Komponenten, Produkte und Materialien (einschließlich Verpackung)
Parameter beruhen auf interner Datenerhebung, die über Referenzfaktoren auf das Geschäftsjahr umgerechnet werden.
Messunsicherheit der internen Erfassungssysteme und Abschätzung der Quartale
E5-5 – Ressourcenab-flüsse
37a
Gesamtabfall-aufkommen
E5-4 – Ressourcenzu-flüsse
31b–c
Biogen- und Recyclinganteil Ressourcenzuflüsse
E5-4 – Ressourcenzu-flüsse
31a
Materialinput
E5-5 – Ressourcenab-flüsse
36a
Produktlanglebigkeit
E5-5 – Ressourcenab-flüsse
36c
Recycelbarer Anteil
I, F&E INNOVATION UND FORSCHUNG & ENTWICKLUNG
Nachfolgende Tabelle enthält spezifische Angaben zu SBM-3:
Thema/Unter-(Unter)thema
Auswirkung, Risiko, Chance (IRO)
Beschreibung
Wertschöpfungskette
Zeithorizont
Betroffene Stakeholder:innen
Innovation, Forschung & Entwicklung
˜
Produktinnovationen​
Durch kontinuierliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wird das Produktportfolio um emissionsreduzierte Stahlgüten aus zertifizierten Standorten sowie um innovative Materialien und Komponenten, die ökologische Aspekte berücksichtigen, erweitert.
wuw
˜˜˜˜
Bildungseinrichtungen & Forschung

Kund:innen
Ì
Steigerung der Recyclingeffizienz durch​ technologische Innovation​
Die Einführung innovativer Technologien in den Recyclingprozess kann die Effizienz steigern und die Recyclingquote, insbesondere bei Altschrott, weiter erhöhen, wodurch Kosteneinsparungen durch höhere Ressourceneffizienz und eine geringere Abhängigkeit von zuzukaufenden Materialien erzielt werden. Wesentlich ist dies zudem aufgrund der Erschließung neuer Schrottmärkte und der damit verbundenen Stabilisierung der Materialversorgung.
uuu
™˜˜˜
Bildungseinrichtungen & Forschung

Kund:innen
Ì
Breakthrough-Technologien
Die voestalpine investiert in Forschung & Entwicklung und Innovation, um die technologischen Grundlagen für die Stahlerzeugung mit Net-Zero-CO2 Emissionen zu schaffen. Zu diesen Breakthrough-Technologien zählen insbesondere Verfahren zur wasserstoffbasierten Stahlproduktion, wie beispielsweise Hy4Smelt, oder zur Kohlenstoffabscheidung, -speicherung und
-nutzung (Carbon Capture, Utilization and Storage; CCUS).
wuw
˜˜˜˜
Bildungseinrichtungen & Forschung

Kund:innen
!
Sicherstellen der Produktqualität bei vermehrtem Schrotteinsatz
Der erhöhte Einsatz von Schrott im Zuge der Umstellung von primär kohlebasierten Hochöfen auf Elektrolichtbogenöfen birgt das Risiko sinkender Produktqualität. Wesentlich ist dieses Risiko aufgrund potenzieller Qualitätseinbußen bei verändertem Rohstoffeinsatz (Schrott, Feinerz) sowie aufgrund hoher Qualitätsanforderungen der Abnehmerbranchen.
wuu
™˜˜˜
Kund:innen
Legende
˜
tatsächlich positive Auswirkung
™
potenziell positive Auswirkung
Ì
Chance
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vorgelagert
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eigener Betrieb
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nachgelagert
˜
tatsächlich negative Auswirkung
™
potenziell negative Auswirkung
!
Risiko
˜™™™
< 1 Jahr
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1–5 Jahre
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5–10 Jahre
™™™˜
10+ Jahre
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
I, F&E-1 – Konzepte im Zusammenhang mit Innovation und Forschung & Entwicklung
Der Bereich Forschung & Entwicklung (F&E) und Innovation – ein Kernelement der Unternehmensstrategie – trägt wesentlich zur Position der voestalpine als Innovations-, Technologie- und Qualitätsführerin bei. Im Geschäftsjahr 2025/26 wurde ausgehend von der Konzernstrategie 2030+ die F&E- und Innovationsstrategie 2030+ konzeptioniert, deren Implementierung ab dem Geschäftsjahr 2026/27 geplant ist. Die Strategie zielt darauf ab, den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens langfristig durch innovative Prozesse und nachhaltige Produkte zu sichern.
Richtungsweisend für die dezentral organisierte F&E und Innovation der voestalpine sind die strategischen Innovationsrichtlinien, der definierte Innovationsprozess und die Ausrichtung der Forschungsvorhaben an der stufenweisen Implementierung von Technologien zur Verringerung des
CO2-Ausstoßes, um Net-Zero-Emissionen bis 2050 zu erreichen. Da die Forschung nicht isoliert betrachtet werden kann, wurden zum jetzigen Zeitpunkt keine messbaren und ergebnisorientierten Ziele speziell für F&E und Innovation festgelegt (siehe Kapitel I,F&E-3).
Die Konzepte im Zusammenhang mit F&E und Innovation basieren nicht auf externen Erklärungen oder Prinzipien, und der vorliegenden Berichterstattung über das Thema liegen mit Ausnahme der MDR-P aus dem ESRS-Standard keine verfügbaren Rahmen oder Standards zugrunde. Der geografische Anwendungs- und Wirkungsbereich der Konzepte umfasst alle weltweit in F&E tätigen Konzerngesellschaften. Die Kommunikation der Strategien nach innen erfolgt durch das F&E-Netzwerk, etwa im Rahmen von internen Veranstaltungen, und über das konzernweite Intranet. Gegenüber externen Stakeholder:innen, wie Kund:innen oder Bewerber:innen, werden die Strategien beispielsweise über Vorträge oder die Unternehmenswebsite kommuniziert.
Organisation der Forschung & Entwicklung und Innovation im voestalpine-Konzern
Die F&E und Innovation im voestalpine-Konzern ist dezentral organisiert, um eine enge Anbindung an die jeweiligen Betriebe, deren Produktion und Qualitätslenkung sowie an den Markt und die Kund:innen zu gewährleisten. Das globale Netzwerk mit rund 70 in F&E tätigen Gesellschaften wird zentral von Linz aus durch das Research Board und die Research Coordination gesteuert.
Das Research Board, das sich aus den Vorstandsmitgliedern der voestalpine AG, den Technik-Vorständ:innen der Divisionen sowie der Leitung der Konzernentwicklung zusammensetzt, tagt zwei Mal jährlich. Es stimmt die konzernalen und divisionalen Innovations-Roadmaps ab und legt somit die Forschungsschwerpunkte fest. Die Forschungstätigkeiten innerhalb der Divisionen werden durch eine:n F&E-Koordinator:in gelenkt, Digitalisierungsagenden mit Bezug auf F&E werden über die Digitalisierungskoordinator:innen der Divisionen gesteuert. Die jeweiligen Steuerungsgremien tagen quartalsweise. Das Research Committee setzt sich primär aus den Forschungsleiter:innen der in F&E tätigen Gesellschaften und Business Units zusammen und dient zum Informationsaustausch zwischen den einzelnen Divisionen sowie zur Stärkung von Synergien über die Grenzen der Divisionen hinweg. Der Vorsitz des Research Committees sowie der Research und Digitalization Coordination obliegt der Konzernforschungsleitung.
Eine übergeordnete Funktion in der Organisation nimmt das von der Konzernforschungsleitung verantwortete strategische F&E-Management ein: Zu den Kernaufgaben zählt die Repräsentation des Konzerns in Belangen der F&E, Forschungspolitik und Öffentlichkeitsarbeit. Weitere Tätigkeiten inkludieren die Koordination von Gremien und Steuerungskreisen, die Ausarbeitung der F&E-Strategie sowie das aktive Patent-, Literatur- und Fördermanagement. Die interne Forschungsstruktur des Konzerns wird durch Kooperationen mit externen wissenschaftlichen Partner:innen ergänzt.
F&E-Organisation
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'
Die dezentrale Organisation der Forschungstätigkeit im voestalpine-Konzern trägt maßgeblich zur Stärkung der Effizienz und Effektivität der entsprechenden Produkt- und Prozessinnovationen bei. Jeder Forschungsstandort verfügt über spezifische Kernkompetenzen, was die Entwicklung einer vielfältigen Produktpalette ermöglicht. Zudem fördert die Bündelung von Expert:innen-Wissen an ausgewählten Standorten die Implementierung von Prozessinnovationen, die auf eine nachhaltige Gesellschaft ausgerichtet sind.
Strategische Innovationsrichtlinien
Die F&E- und Innovationsstrategie der voestalpine leitet sich direkt aus der Konzernstrategie ab. Die strategischen Innovationsleitsätze unterstreichen den Stellenwert von F&E im Unternehmen und ihren Beitrag für eine nachhaltige und erfolgreiche Entwicklung der voestalpine. Sie wurden im Strategieprozess im Geschäftsjahr 2025/26 vollumfänglich überarbeitet:
1.
Wir richten unsere F&E-Aktivitäten strategisch aus: Die F&E-Aktivitäten sind klar an den strategischen Stoßrichtungen des voestalpine-Konzerns ausgerichtet, wobei Wertsteigerung und Wettbewerbsfähigkeit im Mittelpunkt stehen.
2.
Wir setzen auf fokussierte F&E und transparente Steuerung: F&E-Projekte mit hoher strategischer Wichtigkeit werden priorisiert und ihnen werden die entsprechenden Ressourcen zugewiesen. Dabei stehen ausgewählte Schwerpunktthemen im Fokus.
3.
Wir schaffen Synergien durch interne und externe Kooperationen: Wir setzen auf interdisziplinäre Teams, Know-how-Austausch und Wissenstransfer und stärken Kompetenzen in konzernweiten Expert:innen-Clustern. Mit unserem globalen Netzwerk aus wissenschaftlichen Partner:innen arbeiten wir langfristig an gemeinsamen Fragestellungen.
4.
Wir entwickeln Innovationen für und mit unseren Kund:innen: Wir arbeiten stark mit unseren Kund:innen und deren F&E-Abteilungen zusammen und entwickeln gemeinsam Produkte, Systeme und Geschäftsmodelle von der Idee bis zur Markteinführung.
5.
Unsere F&E-Mitarbeiter:innen sind der wichtigste Erfolgsfaktor: Der Mensch steht bei uns an erster Stelle und wir priorisieren Weiterbildung, Qualifizierung und Nachwuchsförderung zur Sicherstellung langfristiger Expertise.
6.
Wir setzen auf kontinuierliche Verbesserung: Unsere Weiterentwicklungen zielen auf Qualitätsverbesserungen und Kostenoptimierung ab.
7.
Wir gehen neue Wege und leben Innovation: Wir sind neugierig und offen für neue Trends und Technologien. Die Grundlage dafür sind inhaltlicher Freiraum und die Bereitschaft, Risiken einzugehen.
8.
F&E ist treibende Kraft hinter der grünen Transformation: Wir nehmen die Herausforderungen und Chancen der grünen Transformation aktiv an und entwickeln Prozesse zur Integration neuer Produktionsrouten. Als zentralen Aspekt in unseren Innovationen berücksichtigen wir Nachhaltigkeit sowohl im Herstellungsprozess als auch bei der Weiterverarbeitung und in der Nutzungsphase.
Die strategischen Innovationsleitsätze zielen insbesondere auf das IRO Produktinnovationen ab. Bei der Formulierung der Leitsätze wurden die Interessen verschiedener Stakeholder:innen berücksichtigt (unter anderem durch Dialoge, Kooperationen und Veranstaltungen), darunter Kund:innen, Universitäten und Forschungseinrichtungen, Mitarbeiter:innen und Bewerber:innen sowie das Management und der Aufsichtsrat.
Priorisierte Innovations-Roadmaps
Alle F&E-Aktivitäten sind an der Konzernstrategie der voestalpine ausgerichtet (vgl. strategische Innovationsleitsätze), die sich an aktuellen und relevanten Megatrends orientiert. Diese Aktivitäten werden den Forschungsschwerpunkten der einzelnen Divisionen zugeordnet und in den sogenannten priorisierten Innovations-Roadmaps zusammengefasst. Jeder Themenschwerpunkt wird in den entsprechenden Roadmaps der Divisionen, Business Units und Gesellschaften immer detaillierter, bis das Thema auf Einzelprojektebene aufgesplittet wird. Die Innovations-Roadmaps stellen die Entwicklungsprogramme und -projekte mit einem Zeithorizont von 10 bis 15 Jahren dar.
Die Erstellung der priorisierten Innovations-Roadmaps liegt in der Verantwortung der F&E-Koordinator:innen jeder Division. Nach Fertigstellung werden diese Roadmaps in entsprechenden Entscheidungsgremien mit den Vorstandsmitgliedern der Divisionen abgestimmt. Anschließend erfolgt jährlich eine Freigabe durch den Konzernvorstand im Rahmen des Research Boards. Die jeweiligen priorisierten Innovations-Roadmaps, die für alle in F&E tätigen Gesellschaften der einzelnen Divisionen gelten, zielen darauf ab, mittel- und langfristige Innovationsschwerpunkte in den Bereichen Produkt- und Prozessentwicklungen festzulegen und die notwendigen Ressourcen bereitzustellen. Dadurch kann die voestalpine neue Markttrends mitgestalten und Innovationen erfolgreich etablieren (vgl. IRO Produktinnovationen). In der Ausgestaltung der Roadmaps werden die Bedürfnisse der Kund:innen und Märkte ebenso berücksichtigt wie neue technologische Entwicklungen oder gesetzliche Vorgaben und Standards.
F&E-Strategie für modulare Implementierung neuer Technologien zur Erreichung der Dekarbonisierungsziele
Um die Dekarbonisierungsziele zu erreichen, folgt die F&E- und Innovationsstrategie – in vorbereitender bzw. begleitender Funktion zur Dekarbonisierungsstrategie des Konzerns – einem dreistufigen Konzept:
»
Auf der ersten Stufe werden die bestehenden Hochofenprozesse optimiert, um die CO2-Emissionen auf ein Mindestmaß zu reduzieren und Nebenprodukte effizient zu nutzen.
»
Im ersten Erweiterungsschritt wird die Elektrifizierung der Prozesse vorangetrieben. Für die Inbetriebnahme und den erfolgreichen Betrieb der Elektrolichtbogenöfen an den Standorten in Linz und Donawitz sind intensive Forschungsaktivitäten erforderlich. Dazu zählen Versuchsschmelzen, die Entwicklung von Legierungskonzepten sowie Simulationen und Modellierungen. Der Forschungsfokus liegt darauf, auch nach der Änderung der Prozessroute weiterhin Stahlgüten in höchster Qualität herstellen zu können, um dem Risiko einer abnehmenden Produktqualität aufgrund eines höheren Einsatzes von Schrottmaterial in der EAF-Route
entgegenzuwirken. Aufgrund des steigenden Schrottbedarfs muss an Methoden geforscht werden, um die vorhandenen Ressourcen möglichst effizient zu nutzen und neue Quellen, wie Post-Consumer-Schrott, zu erschließen, etwa durch geschlossene Kreisläufe mit Kund:innen.
»
Um das Ziel von Net-Zero-Emissionen bis 2050 erreichen zu können, müssen zusätzlich zu den Elektrolichtbogenöfen neue Technologien entwickelt und zur Marktreife geführt werden. Zu diesen sogenannten Breakthrough-Technologien zählt SuSteel (Sustainable Steelmaking), das bereits erste Ergebnisse im Pilotmaßstab liefert, sowie die weltweit einzigartige Demonstrationsanlage Hy4Smelt, die am Standort Linz entsteht und eine Erweiterung der HYFOR-Pilotanlage darstellt. Ergänzend zu diesen Carbon-Direct-Avoidance-Technologien, bei denen die Entstehung von CO2 bereits im Prozess vermieden wird, werden auch Verfahren zur Abscheidung, Speicherung und Nutzung von unvermeidbaren CO2-Emissionen (Carbon Capture, Utilization and Storage; CCUS) entwickelt. Die Weiterentwicklung und insbesondere die Implementierung dieser Methoden sind forschungs- und ressourcenintensiv und erfordern umfassende angewandte Grundlagenforschung.
Diese Forschungsstrategie adressiert die IRO-Themen Breakthrough-Technologien, Steigerung der Recyclingeffizienz durch technologische Innovation und Sicherstellung der Produktqualität bei vermehrtem Schrotteinsatz. Sie berücksichtigt die Interessen des Managements, der Gesetzgeber:innen, der Kund:innen und der Anwohner:innen in den Standort- und Nachbargemeinden der stahlproduzierenden Betriebe, deren Emissionen dadurch schrittweise reduziert werden.
Konzeptübersicht
Adressiertes IRO
Konzept
Umfang des Konzepts
Verantwortlichkeit & Monitoring
Sonstige Anmerkungen
Produktinnovationen
Strategische Innovationsrichtlinien
Eigener Betrieb

Teilweise nachgelagerte Wertschöpfungskette (Erfüllung von Kund:innen-Anforderungen)
Leitung der konzernalen Forschung & Entwicklung und Innovation
» Berücksichtigung der Interessen von Kund:innen, Forschungseinrichtungen, Universitäten, Mitarbeiter:innen und Bewerber:innen

» Externe Kommunikation, z. B. im Rahmen von Vorträgen
Priorisierte Innovations-Roadmaps
Teilweise eigener Betrieb

Teilweise nachgelagerte Wertschöpfungskette (Innovationen bei Kund:innen)
F&E-Koordinator:in der Divisionen

Abstimmung im jährlichen Research Board unter Leitung des Vorstandsvorsitzenden
» Berücksichtigung der Interessen von Kund:innen, Forschungseinrichtungen, Universitäten und des Managements

» Externe Kommunikation, z. B. im Rahmen von Vorträgen
Breakthrough-Technologien​

Sicherstellen der Produktqualität bei vermehrtem Schrotteinsatz

Steigerung der Recyclingeffizienz durch​ technologische Innovation​
F&E für modulare Implementierung neuer Technologien zur Erreichung der Dekarbonisierungsziele
Eigener Betrieb

Teilweise nachgelagerte Wertschöpfungskette (Erfüllung von Kund:innen-Anforderungen)
F&E-Verantwortliche der Teilprojekte

Abstimmung im jährlichen Research Board unter Leitung des Vorstandsvorsitzenden
» Berücksichtigung der Interessen von Kund:innen, Gesetzgeber:innen, Nachbarschaft und Anrainergemeinden und des Managements

» Externe Kommunikation, z. B. im Rahmen von Vorträgen oder konzernaler Kommunikation zur Dekarbonisierung
I, F&E-2 – Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Innovation und Forschung & Entwicklung
Bei den Maßnahmen, die im Bereich Forschung & Entwicklung und Innovation ergriffen werden, um die damit zusammenhängenden Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities; IROs) zu adressieren, handelt es sich um Forschungsprojekte, die aus den Innovations-Roadmaps abgeleitet werden. Für das Geschäftsjahr 2025/26 wurden sechs Maßnahmen bzw. Maßnahmenbündel identifiziert (fünf Maßnahmen im Geschäftsjahr 2024/25), die besonders dazu beitragen, die Vorhaben und Ziele der Strategien im Zusammenhang mit F&E und Innovation zu erreichen. In diesem Kontext bezeichnen Maßnahmenbündel eine Auswahl an mehreren F&E-Einzelprojekten, die einen Beitrag zur Erfüllung eines übergeordneten Schwerpunktthemas leisten.
Aufgrund ihrer hohen strategischen Relevanz werden zwei dieser Maßnahmen auch im Rahmen von Konzernprojekten bearbeitet. Neben Einzelprojekten, die meist ein Team aus Forscher:innen bearbeitet, die organisatorisch einer Gesellschaft oder Business Unit zugeordnet sind, werden in Konzernprojekten divisionsübergreifende Kompetenzen gebündelt. Konzernprojekte befassen sich mit strategisch wichtigen Themen und gehen mit hohen Projektkosten sowie einem höheren Projektrisiko einher. Durch diese gezielte Zusammenarbeit kommt es zu einer Beschleunigung der Umsetzung und damit zu einer Steigerung der Effizienz. Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden folgende F&E-Konzernprojekte bearbeitet:
»
Nachhaltige Produkte (Projektlaufzeit 1. Dezember 2022 – 30. November 2025)
»
Simulation komplexer (Supply-Chain-)Netzwerke (Projektlaufzeit 1. April 2024 – 31. März 2028)
Die Überwachung der Maßnahmenumsetzung erfolgt entsprechend dem voestalpine-Standard für Fortschrittsmonitoring von Konzernforschungsprojekten über folgende Wege:
i)
Definition von Zielgrößen wie Know-how-Gewinn, zukünftige Erträge oder Umsätze
ii)
Projektcontrolling über ein Steering Committee (quartalsweise)
iii)
Statusbericht an den Konzernvorstand im Rahmen des Research Boards (jährlich)
Für alle Projekte, die nicht im Rahmen der Konzernprojekte bearbeitet werden, gilt ein definierter Überwachungsprozess: Das Monitoring der Umsetzung der beschriebenen Maßnahmen erfolgt im Rahmen der Fortschrittsberichterstattung des gesamten F&E-Projektportfolios. Es werden Meilensteine definiert, deren Erreichung im Rahmen des Projektmanagements und des Projektcontrollings überwacht wird. Dabei werden inhaltliche, terminliche und kostentechnische Aspekte berücksichtigt. Bei Nicht-Erreichung der Meilensteine werden Anpassungen vorgenommen oder die Projekte vorzeitig gestoppt.
Nachfolgend werden die ergriffenen Maßnahmen und Maßnahmenbündel detailliert erläutert und im Kontext der Auswirkungen, Risiken und Chancen beleuchtet. Bei den angegebenen F&E-Aufwendungen handelt es sich um reine OpEx-Kosten und die Umsetzung der Projekte ist an keine Voraussetzungen geknüpft. Eine Ausnahme stellt die Maßnahme Hy4Smelt dar, bei der auch CapEx-Aufwendungen angeführt werden, die per Definition jedoch nicht Teil des berichteten F&E-Aufwands (brutto) sind. Für die den angeführten Maßnahmen zugrunde liegenden F&E-Projekte wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt 32,06 Mio. EUR (2024/25: 19,36 Mio. EUR, nur OpEx) ausgegeben, wovon 26,13 Mio. EUR OpEx- und 5,93 Mio. EUR CapEx-Kosten zuzurechnen sind. Die OpEx-Kosten entsprechen 11,79 % des gesamten Brutto-F&E-Aufwands (2024/25: 8,85 %, bezogen auf den entsprechenden Brutto-F&E-Aufwand). Um die kontinuierliche Umsetzung der geplanten Projekte sicherzustellen, sind für das Geschäftsjahr 2026/27 ähnlich hohe Ausgaben vorgesehen.
F&E für nachhaltige Produkte und Konzernprojekt „Nachhaltige Produkte“
Das im Dezember 2022 gestartete und nach Laufzeitende im November 2025 planmäßig beendete Konzernprojekt „Nachhaltige Produkte“ beschäftigte sich in 22 Teilprojekten mit den Fokusthemen Energie und Mobilität, mit Produkten für die Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie sowie mit Aspekten zur Optimierung von Produkten in der Nutzungsphase. Insgesamt waren 25 Konzerngesellschaften aus allen Divisionen an der Umsetzung dieser Maßnahme beteiligt. Die Gesamtprojektleitung und Koordination erfolgte durch die Metal Forming Division, die zugleich am stärksten in die Teilprojekte involviert war. Durch die Bündelung von Kompetenzen können nachhaltige Produkte in einer relativ kurzen Zeit auf den Markt gebracht werden und innerhalb weniger Jahre Umsätze generieren. In einem Teilprojekt der High Performance Metals Division wurde beispielsweise eine vollständige Prozesskette für eine hochwertige Werkzeugreparatur entwickelt. In der Metal Forming Division wurden in einem exemplarischen Teilprojekt Aufständerungen für Agrivoltaics entwickelt, was eine Doppelnutzung von Fläche für Stromerzeugung und Landwirtschaft ermöglicht. Im letzten Jahr der Projektlaufzeit wurde der Fokus insbesondere auf einen geordneten Abschluss der entsprechenden Einzelprojekte sowie die Finalisierung der Projektdokumentation gelegt.
Bis zum Projektende belief sich der F&E-Aufwand für alle Teilprojekte im Geschäftsjahr 2025/26 auf 9,58 Mio. EUR (2024/25: 8,40 Mio. EUR). Über die gesamte Projektlaufzeit wurden 29,02 Mio. EUR aufgewendet. Die Maßnahme zielt auf das IRO Produktinnovationen ab, indem durch F&E-Aktivitäten ökologische Anforderungen in die Entwicklung neuer Produkte integriert werden. Dadurch werden sowohl die Wettbewerbsfähigkeit als auch die finanzielle Leistungsfähigkeit der voestalpine gestärkt.
F&E FÜR greentec steel – Versuchsschmelzen, dynamisches Legieren und aktive Eingriffe in die Produktionsprozesse
Die Herstellung von Stahlgüten in gleichbleibender Qualität auch nach der Umstellung von der Hochofen- auf die Elektrolichtbogenofenroute stellt vor allem für die hochqualitativen Segmente Automobil und Walzdraht eine große Herausforderung dar. Der steigende Anteil an Schrott im Vormaterialeinsatz führt zu einem Anstieg des Begleitelementspiegels, was direkte Auswirkungen auf mechanische Eigenschaften wie Festigkeit, Duktilität und Härtbarkeit des Endprodukts hat. Ein starker Fokus der F&E liegt daher auf der Ermittlung des Zusammenhangs zwischen Stahlsorte, Vormaterialeinsatzmix und den daraus resultierenden Produkteigenschaften.
Das Maßnahmenbündel F&E für greentec steel, primär bearbeitet von der Metal Engineering Division und der Steel Division, umfasst folgende Schwerpunkte:
i)
Versuchsschmelzen und Versuchsprogramme (Metal Engineering und Steel Division)
Durch die gezielte Herstellung von Schmelzen mit definierter Zusammensetzung kann der Einfluss des Begleitelementspiegels auf die physikalisch-chemischen Eigenschaften untersucht werden. Diese Untersuchungen liefern das Fundament für weitere experimentelle Tätigkeiten.
ii)
Dynamisches Legieren (Metal Engineering und Steel Division)
Da die exakte Zusammensetzung des Schrotts erst nach dem Aufschmelzen im Elektrolichtbogenofen bekannt ist, ist ein metallurgisches Gegensteuern im Prozess erforderlich. Durch dynamisches Legieren kann die Legierungsmenge so angepasst werden, dass die finalen Eigenschaften des Produkts innerhalb spezifizierter Grenzwerte liegen.
iii)
Prognosegesteuerte Prozessanpassungen (Steel Division)
Nicht nur die Materialzusammensetzung, sondern auch die Verarbeitungsparameter haben maßgeblich Einfluss auf die finalen Eigenschaften des Produkts. Durch gezielte Anpassung der Prozessparameter im letzten eigenschaftsbestimmenden Schritt, den Glühanlagen, können Materialeigenschaften an die spezifizierten Grenzwerte angepasst werden.
Seit 2021 wird die Umstellung der Produktionsrouten auf Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz intensiv forschungstechnisch begleitet. Bis zur Inbetriebnahme der ersten Elektrolichtbogenöfen im Jahr 2027 soll die erste intensive Phase der F&E abgeschlossen sein, die Forschung zur Beibehaltung der Produkteigenschaften wird jedoch in den darauffolgenden Jahren fortgesetzt. Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden die Forschungsaktivitäten in diesem Bereich konsequent weitergeführt, um so maßgeblich zur erfolgreichen Umstellung der Prozessrouten beitragen zu können.
Das Maßnahmenbündel wirkt dem Risiko der Sicherstellung der Produktqualität bei vermehrtem Schrotteinsatz durch die Umstellung von der Hochofen- auf die Elektrolichtbogenofenroute entgegen. Durch die beschriebenen F&E-Tätigkeiten kann dieses Risiko, das auf physikalisch-chemischen Grundlagen beruht, minimiert werden. Die Fähigkeit, rasch auf die Zusammensetzung der Eingangsmaterialien, insbesondere des Anteils an Begleitelementen im Schrott, zu reagieren, verbessert auch die Recyclingeffizienz durch technologische Innovation. Für die einzelnen F&E-Projekte dieses wichtigen Forschungsschwerpunkts wurden im Geschäftsjahr insgesamt 14,14 Mio. EUR (2024/25: 9,26 Mio. EUR) aufgewendet.
Simulation komplexer Netzwerke und Post-Consumer-Schrott
Bereits heute spielt die Ressource Schrott eine essenzielle Rolle für die Produktionsstandorte der voestalpine. Durch die limitierte Verfügbarkeit von hochqualitativem Stahlschrott am Weltmarkt sind Forschungsaktivitäten notwendig, sowohl um die Effizienz von Recyclingprozessen, insbesondere bei Altschrott, zu erhöhen, als auch um neue Schrottmärkte zu erschließen. Vor allem die Umstellung der Prozessrouten von der Hochofen- auf die Elektrolichtbogenofenroute geht mit einem hohen Anstieg des Schrottbedarfs einher. Die Ziele der Maßnahme „Simulation komplexer Netzwerke“ sind das Verständnis und die Visualisierung der für den voestalpine-Konzern relevanten Lieferketten, die Simulation und Optimierung des Schrottflusses sowie die Simulation von Worst-Case-Szenarien und die Entwicklung von Abhilfemaßnahmen. Das Thema wird im Rahmen eines Konzernprojekts seit April 2024 umgesetzt und ist auf eine Laufzeit von vier Jahren ausgelegt. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr wurden die geplanten Meilensteine erreicht und es wurde dabei ein besonderer Fokus auf das Verständnis von multisektoriellen und multiregionalen Abhängigkeiten sowie auf die erweiterte Modellierung des Eisenbahnsystems gelegt. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr wurden 0,33 Mio. EUR (2024/25: 0,22 Mio. EUR) aufgewendet.
In weiteren Einzelprojekten forschen die Expert:innen der voestalpine intensiv an der Aufbereitung und Verwendung von Altschrott, dem sogenannten Post-Consumer-Schrott. Verglichen mit Neuschrott, der beispielsweise als Abfall beim Stanzen anfällt, ist der Einsatz von oft mit anderen Materialien vermischtem Altschrott herausfordernd. Verbundwerkstoffe und andere nicht metallische Komponenten müssen vor der Weiterverarbeitung aufwendig abgetrennt werden. Im Rahmen des Projekts KIRAMET (Künstliche-Intelligenz-basiertes Recycling von Metallverbund-Abfällen) wird beispielsweise mit Partner:innen aus Wissenschaft und Industrie an KI-gestützten Lösungen für die Aufbereitung dieser Stoffströme geforscht. Im Projektkonsortium übernimmt die voestalpine die Klassifizierung aufbereiteter Schrotte mit innovativen sensor- und modellbasierten Lösungen und untersucht deren Einfluss auf die Herstellung von hochqualitativen Stahlprodukten. Während der Laufzeit von 1. Juli 2023 bis 31. Dezember 2026 soll insgesamt nicht nur die Wertschöpfung der Sekundärrohstoffe erhöht werden; durch eine Vernetzung der Industrieunternehmen wird darüber hinaus ein ganzheitliches Management der Recyclingkette ermöglicht.
Die in diesem Maßnahmenbündel angeführten Projekte zielen auf das IRO der Steigerung der Recyclingeffizienz durch technologische Innovation ab. Durch die systematische Analyse von Schrottströmen und Kenntnis der entsprechenden Lieferketten können aktive Schritte in Richtung einer stabilen Materialversorgung getroffen werden. Darüber hinaus können durch die gezielte Aufbereitung von Altschrott zusätzliche Materialquellen erschlossen und die Ressourceneffizienz maßgeblich gesteigert werden.
Anwendung der SuSteel-Technologie und Betrieb der SuSteel-Pilotanlage in Donawitz
Am Standort der voestalpine Stahl Donawitz GmbH wird aktuell an der SuSteel-Versuchsanlage (Sustainable Steelmaking) die Herstellung von Rohstahl mittels Wasserstoffplasma in einem einzigen Prozessschritt untersucht. Bei dieser CO2-freien Methode, bei der als Nebenprodukt nur Wasserdampf entsteht, kann die Zwischenstufe des Roheisens gänzlich umgangen werden. An der Umsetzung dieses Projekts sind neben der voestalpine Stahl GmbH und der voestalpine Stahl Donawitz GmbH noch die beiden langfristigen wissenschaftlichen Kooperationspartner K1-MET und die Montanuniversität Leoben involviert.
Im abgeschlossenen Geschäftsjahr wurden F&E-Aufwendungen in Höhe von 0,86 Mio. EUR (2024/25: 0,89 Mio. EUR) für Einzelprojekte zur SuSteel-Technologie erbracht. Die seit 2021 erfolgreich betriebene Versuchsanlage SuSteel zeigt mit der einstufigen Reduktion von Eisenerzen durch Wasserstoff eine wichtige Alternative zu fossilen Reduktionsmitteln wie Koks, Kohle oder Erdgas auf. Auch die experimentellen Ergebnisse zu dieser Breakthrough-Technologie werden vor allem in der dritten Stufe des sukzessive umgesetzten Dekarbonisierungsplans für Net-Zero-Emissionenbis 2050 von großer Wichtigkeit sein. Forschungsschwerpunkte im abgeschlossenen Geschäftsjahr waren insbesondere die Sicherstellung der Wasserstoffversorgung sowie die Verbesserung der Gasrückführung. Das Maßnahmenbündel beruht zur Gänze auf dem IRO Breakthrough-Technologien und leistet durch die Weiterentwicklung wasserstoffbasierter Verfahren einen zentralen Beitrag zum Aufbau der erforderlichen Expertise für eine Stahlerzeugung mit Net-Zero-Emissionen.
Demonstrationsanlage Hy4Smelt – Kombination der HYFOR-Technologie mit dem Smelter-Prozess
Seit Herbst 2025 wird am Standort der voestalpine in Linz mit Hy4Smelt die weltweit erste Demonstrationsanlage errichtet, die eine wasserstoffbasierte Direktreduktion für ultrafeine Eisenerze der HYFOR-Technologie mit einem elektrischen Schmelzprozess (Smelter) verbinden kann. Als Basis für dieses Projekt dienen die Ergebnisse der gemeinsam mit Kooperationspartner:innen aus Industrie und Wissenschaft am Standort der voestalpine Stahl Donawitz GmbH betriebenen HYFOR-Pilotanlage. Die HYFOR-Technologie (hydrogen-based fine-ore reduction) ermöglicht die direkte Reduktion von ultrafeinen Eisenerzen in einer Wirbelschicht mit 100 % grünem Wasserstoff, ohne vorheriges Sintern oder Pelletieren. Der resultierende Eisenschwamm (direct reduced iron; DRI) wird im Smelter mit Strom aus erneuerbaren Quellen unter Schutzatmosphäre aufgeschmolzen. Als Endprodukt entsteht so genanntes Granulated Pig Iron (GPI), das sowohl in Elektrolichtbogenöfen als auch im LD-Konverter eingesetzt und weiterverarbeitet werden kann. Der grüne Wasserstoff, der für den Reduktionsschritt benötigt wird, wird direkt am Standort Linz mittels Wasserstoffelektrolyse in der H2FUTURE-Pilotanlage erzeugt.
Der Spatenstich für diese Demonstrationsanlage wurde im September 2025 gesetzt und die Inbetriebnahme ist bis Ende des Kalenderjahres 2027 geplant. Das bis 2030 laufende Forschungsprojekt wird von der voestalpine Stahl GmbH und der voestalpine Stahl Donawitz GmbH gemeinsam mit dem internationalen Anlagenbauer Primetals Technologies und Rio Tinto, einem der global größten Bergbaukonzerne, umgesetzt. Als wissenschaftlicher Leitpartner fungiert das metallurgische Kompetenzzentrum K1-MET.
Die geplanten Gesamtausgaben des Projektes betragen rund 170 Mio. EUR, wovon sich der voestalpine-Anteil auf 41,8 Mio. EUR beläuft. Hy4Smelt wird von österreichischen (aws/Twin Transition und KPC/Transformation der Industrie) und europäischen (RFCS/Clean Steel Partnership und Clean Hydrogen Partnership/Hydrogen Valleys) Förderinstitutionen teilfinanziert. Die F&E-Aufwendungen (OpEx) betrugen im Geschäftsjahr 2025/26 0,80 Mio. EUR (2024/25: 0,59 Mio. EUR für die vorbereitenden Projekte im Maßnahmenbündel HYFOR). Mit dem im Berichtsjahr gestarteten Umsetzungsbeginn beliefen sich die CapEx-Aufwendungen im Geschäftsjahr 2025/26 auf 5,93 Mio. EUR. Die Maßnahme Hy4Smelt bezieht sich zur Gänze auf das IRO der Breakthrough-Technologien. Die Erforschung und Errichtung der Demonstrationsanlage stellt dabei einen wichtigen Zwischenschritt dar, um wasserstoffbasierte Technologien zur Stahlherstellung zu skalieren und die entsprechenden technologischen Grundlagen zu schaffen.
Carbon Capture and Utilization (CCU) – sektorübergreifende Demonstration im Projekt ZEUS
Die wasserstoffbasierten Methoden zur Stahlerzeugung, wie SuSteel oder Hy4Smelt, zählen zu den so genannten Carbon-Direct-Avoidance-Technologien, bei denen durch die Wahl des Reduktionsmittels Wasserstoff die Entstehung von CO2-Emissionen vermieden wird. Im Gesamtprozess entstehen darüber hinaus jedoch unvermeidbare Restemissionen, die durch Kohlenstoffabscheidung und -nutzung (Carbon Capture and Utilization; CCU) aktiv in nutzbare Produkte umgewandelt werden können. Im sektorübergreifenden Leitprojekt ZEUS (Zero Emissions throUgh Sectorcoupling) erforscht die voestalpine Stahl GmbH mit Partner:innen aus Wissenschaft und Industrie die Demonstration einer klimaneutralen Prozesskette. Die entsprechenden Schritte inkludieren die Herstellung und Aufbereitung von grünem Wasserstoff unter fluktuierenden Prozessbedingungen, die Abscheidung von CO2 aus industriellen Abgasen und dessen Umwandlung in wertvolle und speicherbare Produkte. Zur Abscheidung wird ein Aminwäscher eingesetzt, wobei unterschiedliche Lösungsmittel und Membrankonzepte untersucht werden. Die Umwandlung erfolgt beispielsweise in der Methanisierungsanlage, in der CO2 mit Wasserstoff über einen Katalysator in synthetisches Methan (CH4) überführt wird. Das Methan wird anschließend wieder dem Kreislauf zugeführt. In einer Pilotanlage, die Anfang des Kalenderjahres 2026 in Betrieb genommen wurde, wird auf elektrochemischem Weg die Umwandlung von CO2 in Synthesegas erprobt, welches anschließend als Reduktionsmittel genutzt werden kann.
Neben der Wertschöpfungskette im eigenen Betrieb betrachtet das Projekt die Verknüpfung von Energie-, Wasserstoff, Stahl- und Zementindustrie zu einer durchgängigen Prozesskette. Das Projekt wurde Anfang Oktober 2023 gestartet und ist auf eine Laufzeit von vier Jahren ausgelegt. Im Geschäftsjahr 2025/26 belief sich der entsprechende F&E-Aufwand (brutto) auf 0,42 Mio. EUR (2024/25: 0,15 Mio. EUR). ZEUS wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Energieforschungsprogramms 2022 durchgeführt. Die Maßnahme bezieht sich zur Gänze auf das IRO Breakthrough-Technologien und trägt zur Erreichung der langfristigen Net-Zero-Emissionen- Ziele bis 2050 bei.
Massnahmenübersicht
Adressiertes IRO
Maßnahme
Zeithorizont
Umfang der Maßnahme
Erhebliche Ausgaben (falls relevant)/
sonstige Anmerkungen
Produktinnovationen
Maßnahmenbündel: F&E für nachhaltige Produkte und Konzernprojekt „Nachhaltige Produkte“
Dezember 2022–November 2025
Teilweise eigener Betrieb

Teilweise nachgelagerte Wertschöpfungskette
9,58 Mio. EUR OpEx (Konzernprojekt)

Einbezug der Interessen von Kund:innen
Sicherstellen der Produktqualität bei vermehrtem Schrotteinsatz
Maßnahmenbündel F&E für greentec steel: Versuchsschmelzen, dynamisches Legieren und aktive Eingriffe in den Produktionsprozess
2021–2027 (Phase 1)
Teilweise eigener Betrieb

Teilweise nachgelagerte Wertschöpfungskette
14,14 Mio. EUR OpEx

Einbezug der Interessen von Kund:innen und Gesetz-geber:innen
Steigerung der Recyclingeffizienz durch​ technologische Innovation​
F&E Konzernprojekt „Simulation komplexer Netzwerke“ und Post-Consumer-Schrott
April 2024–März 2028
Teilweise eigener Betrieb

Teilweise vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette
0,33 Mio. EUR OpEx (Konzernprojekt)

Einbezug der Interessen von Kund:innen, Lieferant:innen, Forschungseinrichtungen und Universitäten
Breakthrough-Technologien​
Maßnahmenbündel: Anwendung der SuSteel-Technologie und Betrieb der SuSteel-Pilotanlage in Donawitz
Laufend, Anwendung insb. in Phase 3 des Klimaübergangsplans
Teilweise eigener Betrieb
0,86 Mio. EUR OpEx

Einbezug der Interessen von Kund:innen, Forschungs-einrichtungen und Universitäten
Maßnahmenbündel: Hy4Smelt – Kombination der HYFOR-Technologie mit dem Smelter-Prozess
Laufend, Anwendung insb. in Phase 3 des Klimaübergangsplans
Teilweise eigener Betrieb
0,80 Mio. EUR OpEx
5,93 Mio. EUR CapEx

Einbezug der Interessen von Kund:innen, Forschungs-einrichtungen und Universitäten
Carbon Capture and Utilization (CCU) – sektorübergreifende Demonstration im Projekt ZEUS
Laufend, Anwendung insb. in Phase 3 des Klimaübergangsplans
Teilweise eigener Betrieb
0,42 Mio. EUR OpEx

Einbezug der Interessen von Kund:innen und Gesetz-geber:innen
Kennzahlen und Ziele
I, F&E-3 – Ziele im Zusammenhang mit Innovation und Forschung & Entwicklung
Aufgrund der übergeordneten Rolle der Forschung & Entwicklung und Innovation im voestalpine-Konzern fungiert sie als Bindeglied zwischen den konzernweiten Nachhaltigkeitszielen und den Prozess- und Produktinnovationen. Die Ergebnisse vieler F&E-relevanter Maßnahmen wirken nicht ausschließlich auf quantifizierbare Zielgrößen ein, sondern müssen im Zusammenhang mit Herstellungsprozessen betrachtet werden. Prozessinnovationen im Bereich der grünen Transformation tragen signifikant zur Reduktion von CO2-Emissionen bei, allerdings können die Einsparungen nicht ausschließlich der F&E und Innovation zugeordnet werden. Der Erfolg beim Aufbau und bei der Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft an allen voestalpine-Standorten wird wesentlich durch Entwicklungsfortschritte geprägt. Da eine isolierte Betrachtung nicht möglich ist, wurden zum aktuellen Zeitpunkt keine F&E-spezifischen messbaren und ergebnisorientierten Ziele definiert.
Die Wirksamkeit der in den Innovations-Roadmaps verankerten F&E-Projekte, mit denen wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen der voestalpine adressiert werden, unterliegt einer konzernweiten Richtlinie zur Nutzenbewertung. Diese gewährleistet eine einheitliche, transparente und nachvollziehbare monetäre sowie nicht monetäre Bewertung, Überprüfung und Nachverfolgung des Projektnutzens im Bereich F&E und Innovation. Im Rahmen der Nutzenbewertung wird zwischen der Bewertung vor Projektbeginn (ex-ante) und der Bewertung nach Projektabschluss (ex-post) unterschieden. Bei nicht monetär bewertbaren Projekten wird ex-post geprüft, ob die geplanten immateriellen Vorteile erreicht wurden und ob daraus Folgeprojekte in Form von Produkt- oder Verfahrensentwicklungen entstanden sind. Die im Zuge dieses Prozesses
gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Planung und Steuerung zukünftiger F&E-Projekte ein, um kontinuierliche Verbesserungen zu fördern und die Innovationskraft des Unternehmens zu stärken.
I,F&E-4 – Kennzahlen im Zusammenhang mit Innovation und Forschung & Entwicklung
Die Forscher:innen spielen die zentrale Rolle für den Erfolg der Maßnahmen im Bereich Forschung & Entwicklung und Innovation. Im Geschäftsjahr 2025/26 forschten in der voestalpine an den verschiedenen Standorten 832 Personen (2024/25: 786 Personen) an innovativen Produkten und der kontinuierlichen Verbesserung der Prozesse. Damit leisteten sie einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Umweltziele des Unternehmens. Die Anzahl der Mitarbeiter:innen in der F&E entspricht der Gesamtzahl aller Mitarbeiter:innen (Kopfzahl), die organisatorisch direkt den F&E-Abteilungen der einzelnen Konzerngesellschaften zugerechnet sind. Mitarbeiter:innen, die an F&E-Projekten mitwirken, jedoch anderen Bereichen zugeordnet sind, werden in dieser Zählung nicht berücksichtigt. Über die vergangenen Geschäftsjahre hinweg ist die Zahl der Mitarbeiter:innen im Bereich der F&E und Innovation stetig gestiegen.
Die hohe Anzahl an Mitarbeiter:innen in der F&E geht mit einem hohen F&E-Aufwand (brutto) einher. Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden 221,61 Mio. EUR (2024/25: 218,89 Mio. EUR) für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten aufgewendet, was die zentrale Rolle dieser Aktivitäten im Geschäftsmodell des voestalpine-Konzerns bestätigt. Ein maßgeblicher Anteil des F&E-Aufwands wird in Projekte investiert, die langfristig die Nachhaltigkeit der Prozesse und Produkte der voestalpine erhöhen. Für das F&E-Budget im Geschäftsjahr 2026/27 ist eine leichte Erhöhung eingeplant. Die F&E-Aufwendungen (brutto) sind auch im Konzernabschluss, Punkt B.3. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden inkludiert.
Der gesamte F&E-Aufwand (brutto) berechnet sich als die Summe der F&E-Aufwände (brutto) aller in F&E tätigen Gesellschaften. F&E-Aufwendungen (brutto) inkludieren sämtliche Aufwendungen (direkt zurechenbare Kosten ohne Umsatzsteuer) für alle F&E-Aktivitäten im Geschäftsjahr, die über das F&E-Programm abgewickelt werden, unabhängig davon, ob sie in eigenen F&E-Abteilungen oder in anderen Bereichen durchgeführt werden. Dazu zählen Personalkosten (Löhne und Gehälter) sowie unmittelbare Aufwendungen für F&E (wie Sachkosten, Reisekosten, Infrastrukturnutzung und Drittkosten). Nicht einbezogen werden Abschreibungen aus Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens sowie Patentanmelde- bzw. Patenterhaltungskosten.
Für die Erhebung beider Parameter werden keine Annahmen oder Schätzungen getroffen, es liegen keine Limitationen vor, und aufgrund der geringen Komplexität der Berechnung erfolgt keine Validierung über externe Stellen. Die beiden Kennzahlen werden im Konsolidierungstool OneStream erfasst. Die Verantwortung für die Dateneingabe liegt bei den jeweiligen Konsolidierungstoolbeauftragten der Konzerngesellschaften. Die Richtigkeit der Daten wird durch interne Stellen (F&E-Verantwortliche und Controlling) im Rahmen eines mehrstufigen Erhebungs- und Freigabeprozesses sichergestellt, und es werden keine externen Stellen in die Berichterstattung miteinbezogen.
Anzahl Mitarbeiter:innen in Forschung und Entwicklung
Personenzahl, jeweils zum Stichtag 31.03.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'
Aufwand für Forschung und Entwicklung
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Mio. EUR
Kennzahlenübersicht
ESRS-Offenlegungs-anforderung
Para-graf
Datenpunkt/Metrik
Grundlage für die Erstellung und Beschreibung der Annahmen und Methodik
Informationen über Quellen für ein hohes Maß an Messunsicherheiten und Informationen zur Messung
I,F&E (unternehmens-spezifisches Thema)
–
F&E-Aufwendungen (brutto)
Summe der F&E-Aufwände (brutto) aller in F&E tätigen Gesellschaften. F&E-Aufwendungen (brutto) inkludieren sämtliche Aufwendungen (direkt zurechenbare Kosten ohne Umsatzsteuer) für alle F&E-Aktivitäten im Geschäftsjahr, die über das F&E-Programm abgewickelt werden, unabhängig davon, ob sie in eigenen F&E-Abteilungen oder in anderen Bereichen durchgeführt werden.
gering – Abbildung der Daten in den Gesellschaften
I,F&E (unternehmens-spezifisches Thema)
–
Anzahl der in F&E tätigen Mitarbeiter:innen
Anzahl der Mitarbeiter:innen in der F&E entspricht der Gesamtzahl aller Mitarbeiter:innen (Kopfzahl), die organisatorisch direkt den F&E-Abteilungen der einzelnen Konzerngesellschaften zugerechnet sind.
gering – Abbildung der Daten in den Gesellschaften
SOZIALINFORMATIONEN
ESRS S1 ARBEITSKRÄFTE DES UNTERNEHMENS
Die voestalpine steht für ein Arbeitsumfeld, das auf Fairness, Sicherheit und gegenseitigem Respekt basiert. Im Zentrum steht das klare Bekenntnis zu hochwertigen Arbeitsbedingungen, zur Gleichbehandlung aller Arbeitskräfte sowie zur aktiven Förderung von Chancengleichheit. Vielfalt wird als Stärke verstanden – unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft oder anderen persönlichen Merkmalen. Gleichzeitig bekennt sich die voestalpine zur Achtung arbeitsbezogener Rechte entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese Grundsätze bilden die Basis für nachhaltiges Wachstum.
Nachfolgende Tabelle enthält spezifische Angaben zu SBM-3:
Thema/Unter-(Unter)thema
Auswirkung, Risiko, Chance (IRO)
Beschreibung
Wertschöpfungskette
Zeithorizont
Betroffene Stakeholder:innen
Arbeitsbedingungen und sonstige arbeitsbezogene Rechte
˜
Attraktive Arbeitsbedingungen
Die voestalpine bietet attraktive Löhne und Leistungen sowie flexible Arbeitszeit-regelungen und fördert somit die Mitarbeiter:innen-Bindung.
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Mitarbeiter:innen und Fremdarbeitskräfte

NGOs und NPOs
Gesundheitsschutz & Sicherheit
˜
Gesunde und sichere Arbeitsbedingungen in der voestalpine
Die voestalpine stärkt Sicherheit und Gesundheit ihrer Arbeitskräfte durch ein umfassendes Arbeits- und Gesundheits-schutzmanagement sowie regelmäßige Schulungen und Sensibilisierungs-maßnahmen, die das Wohlbefinden erhöhen und die Fähigkeit verbessern, Risiken zu erkennen und Schutzmaßnahmen anzuwenden.
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Mitarbeiter:innen und Fremdarbeitskräfte
˜
Arbeitsunfälle, Verletzungen und Berufskrankheiten
Die Mitarbeiter:innen der voestalpine sind aufgrund der Branche, der Art ihrer Arbeit oder der Umgebung, in der sie arbeiten, beruflichen Gefahren und Risiken ausgesetzt, die zu Unfällen, Verletzungen, Krankheiten oder Erkrankungen führen können. Eine regelmäßige Bewertung der Risiken und die Definition von Schutzmaßnahmen reduzieren Schadensschwere und/oder Eintritts-wahrscheinlichkeit.
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˜˜˜˜
Mitarbeiter:innen und Fremdarbeitskräfte
Gleichbehandlung & Chancen-gleichheit
˜
Chancengleichheit für alle Mitarbeiter:innen
Steigerung von Mitarbeiter:innen-Zufriedenheit und -Bindung sowie Förderung gleicher Chancen für alle Mitarbeiter:innen durch eine integrative und diversitäts-fördernde Personalstrategie, insbesondere in Hinblick auf Vielfalt. Dieses Themenfeld ist als priorisiertes strategisches Handlungsfeld in der HR-Strategie 2030+ verankert.
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Mitarbeiter:innen
Weiterbildung & Kompetenz-entwicklung
˜
Persönliche Entwicklung und Ausbildung
Neben der Grundausbildung gibt es für die fachliche und persönliche Entwicklung aller Mitarbeiter:innen viele unterschiedliche Weiterbildungsprogramme (Bildungs-programme einzelner Gesellschaften, divisionale und konzernale Fachakademien und Führungskräfteprogramme). Zudem ist die voestalpine eine bedeutende Lehrlingsstätte insbesondere im DACH-Raum. Dadurch wird die persönliche und fachliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter:innen gefördert und die Motivation gestärkt.
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Mitarbeiter:innen
Legende
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tatsächlich positive Auswirkung
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potenziell positive Auswirkung
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Chance
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vorgelagert
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eigener Betrieb
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nachgelagert
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tatsächlich negative Auswirkung
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potenziell negative Auswirkung
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Risiko
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< 1 Jahr
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1–5 Jahre
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5–10 Jahre
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10+ Jahre
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
S1-1 – Konzepte im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens
Die voestalpine verfolgt in ihrer strategischen Ausrichtung ein ganzheitliches Verständnis von Personalverantwortung. Die Konzepte im Umgang mit den eigenen Arbeitskräften sind darauf ausgelegt, ein sicheres, faires und förderliches Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem Mitarbeiter:innen ihre Potenziale entfalten können. Grundlage dafür ist die konzernweite HR-Strategie 2030+, die wesentliche Auswirkungen adressiert und systematisch auf Veränderungen im wirtschaftlichen, sozialen und technologischen Umfeld reagiert.
HR-Strategie 2030+
Die HR-Strategie 2030+ verfolgt das Ziel, die Position der voestalpine als attraktive Arbeitgeberin zu stärken und durch die Gewinnung, Entwicklung und langfristige Bindung qualifizierter und motivierter Mitarbeiter:innen einen entscheidenden Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu leisten. Diese Zielsetzung leitet sich direkt aus der voestalpine-Konzernstrategie 2030+ ab. Die HR-Strategie umfasst konzernweit alle Mitarbeiter:innen der voestalpine in all ihren Gesellschaften.
Um angesichts sich verändernder Rahmenbedingungen wettbewerbsfähig zu bleiben und den Mitarbeiter:innen weiterhin ein ansprechendes Arbeitsumfeld zu bieten, wird die erstmals 2017 etablierte HR-Strategie alle zwei bis drei Jahre einem Review unterzogen. Diese Überprüfung erfolgt in Zusammenarbeit zwischen den Personalverantwortlichen der Divisionen und dem Konzernpersonalmanagement. Basierend auf der Konzernstrategie werden durch eine Umfeldanalyse die kritischen Erfolgsfaktoren identifiziert, mit dem HR-Leitbild abgeglichen und in konkrete Handlungsfelder überführt.
Die HR-Strategie 2030+ adressiert eine Reihe von IROs. Zu den wesentlichen positiven Auswirkungen zählen attraktive Arbeitsbedingungen, gesunde und sichere Arbeitsplätze, die Förderung von Chancengleichheit sowie die persönliche Entwicklung und Ausbildung der Mitarbeiter:innen. Als wesentliche negative Auswirkungen gelten Arbeitsunfälle, Verletzungen und Berufskrankheiten.
Im Rahmen der Umfeldanalyse wurden folgende zentrale Herausforderungen für die kommenden Jahre identifiziert: demografischer Wandel und der Arbeitskräftemangel, ein Wertewandel bei bestehenden und zukünftigen Mitarbeiter:innen, steigendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Umweltschutz sowie technologische Entwicklungen und Digitalisierung. Diese Entwicklungen beeinflussen die kritischen Erfolgsfaktoren, aus denen sich die strategischen HR-Handlungsfelder ableiten.
Die kritischen Erfolgsfaktoren der HR-Strategie 2030+ definieren die zentralen Handlungsbereiche zur Positionierung der voestalpine als zukunftsorientierte Arbeitgeberin. Im Mittelpunkt steht das Bestreben, qualifizierte und motivierte Arbeitskräfte langfristig zu binden und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das Vielfalt, Sicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten fördert. Dazu zählt zunächst die gezielte Positionierung als attraktive Arbeitgeberin. Neben klassischen Employer-Branding-Maßnahmen liegt der Fokus dabei auf der Förderung von Frauen, dem Ausbau der Diversität und der Stärkung der Lehrlingsausbildung. Eng damit verbunden ist das Themenfeld Identität und Wertewandel, welches Aspekte wie die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, lebensphasenorientierte Arbeitsmodelle sowie Nachhaltigkeit umfasst.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau einer inklusiven Unternehmenskultur. Die Förderung von Diversität erfolgt konzernweit und adressiert insbesondere das Thema Female Empowerment. Auch das Talent Management nimmt eine zentrale Rolle ein: Mit der Einführung globaler Standards sollen leistungsstarke Talente systematisch identifiziert, weiterentwickelt und langfristig an das
Unternehmen gebunden werden. Ergänzend dazu verfolgt die voestalpine ein umfassendes Gesundheitsmanagement mit Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz.
Um Mitarbeiter:innen auf laufende Veränderungen vorzubereiten, werden Strukturen und Kompetenzen im Bereich Change Management gestärkt. Darüber hinaus tragen effiziente HR-Prozesse und der gezielte Einsatz moderner Technologien zur Steigerung von Qualität und Effizienz bei. Zum Ausbau der HR-IT-Systeme wurde eine Transformation zur weiteren Digitalsierung der globalen HR-Prozesse gestartet.
Strategische Handlungsfelder
Zur Umsetzung der Strategie arbeitet die voestalpine konzernweit an acht strategischen Handlungsfeldern, die zentrale Hebel zur Erreichung der HR-Ziele darstellen:
1.
Werte und Kulturmanagement: Aktives Management der Unternehmenswerte zur Begleitung von Technologiewandel und gesellschaftlichem Wandel
2.
Employer Branding: Stärkung der Position der voestalpine als glaubwürdige und attraktive Arbeitgeberin durch zielgruppenorientierte Maßnahmen
3.
Female Empowerment: Erhöhung des Frauenanteils in allen Qualifikationsbereichen, insbesondere in Führungspositionen
4.
Mitarbeiter:innen-Entwicklung: Sicherstellung, dass die Belegschaft auf gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen vorbereitet ist
5.
Leadership: Entwicklung eines konzernweit einheitlichen Leadership-Modells, welches die voestalpine-Werte integriert
6.
health & safety: Umsetzung der Vision „Null Arbeitsunfälle und keine berufsbedingten Erkrankungen“
7.
Konzernale HR-Prozesse: Standardisierung von Prozessen zur Stärkung der Konzernidentität und zur Steigerung der Effizienz
8.
HR-IT-Systeme: Entwicklung einer HR-IT-Roadmap zur Unterstützung der HR-Prozesse und Effizienzsteigerung
Die Bearbeitung dieser Themen erfolgt entweder in eigens eingerichteten divisionsübergreifenden Arbeitsgruppen oder in bestehenden Competence Teams, teilweise auch mit externer Unterstützung.
IM ZENTRUM: FEMALE EMPOWERMENT
Die Konzernstrategie sieht vor, den Anteil weiblicher Führungskräfte bis 2030 von 14 % auf 18 % zu erhöhen. Im Fokus stehen dabei auch die Aktivitäten auf den drei Ebenen Positionierung, Halten sowie Begleiten/Fordern/Fördern. Als attraktive Arbeitgeberin ist es das Ziel der voestalpine, das Interesse von Frauen an einer Tätigkeit im Konzern zu wecken, sie langfristig zu begeistern und in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung zu stärken.
Menschenrechtspolitik und Human Rights Policy
Die voestalpine bekennt sich uneingeschränkt zur Achtung und Wahrung der Menschenrechte, einschließlich der Arbeitnehmer:innen-Rechte. In der Human Rights Policy (https://www.voestalpine.com/group/de/konzern/nachhaltigkeit/human-rights-policy/) sowie im Verhaltenskodex des Unternehmens (siehe dazu Kapitel G1-1) unter Punkt 5 „Gesellschaftliche Verantwortung“ wird die Achtung der Menschenrechte ausdrücklich eingefordert. In Letzterem heißt es konkret:
Die Unternehmenskultur der voestalpine anerkennt und begrüßt, dass jeder Mensch einzigartig, wertvoll und für seine individuellen Fähigkeiten zu respektieren ist. Basierend auf der Internationalen Menschenrechtscharta, den UN-Prinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, den Grundsätzen des UN Global Compact und den Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO) betrachtet die voestalpine die Menschenrechte als fundamentale Werte, die von allen Mitarbeiter:innen zu beachten sind.
Die voestalpine unterstützt seit 2013 den UN Global Compact (UNGC), der in seinen zehn Prinzipien grundlegende Verpflichtungen in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung definiert. Nähere Informationen zum UNGC sind im Appendix zum Kapitel ESRS 2 angeführt.
Es wurden menschenrechtliche Risiken sowohl im eigenen Geschäftsbetrieb als auch entlang der Lieferkette systematisch erfasst, bewertet und in einem konzernweiten Risikokatalog priorisiert. Darauf aufbauend wurden konkrete Maßnahmen zur Risikominimierung festgelegt. Mit der im März 2023 veröffentlichten Human Rights Policy wurden die konzernweiten Standards und Erwartungen im Umgang mit menschenrechtlichen Themen präzisiert und verbindlich festgeschrieben. Die Human Rights Policy konkretisiert dieses Bekenntnis und legt obligatorische Leitlinien für Mitarbeiter:innen und Geschäftspartner:innen fest. Sie wurde unter Einbindung externer Expert:innen und zivilgesellschaftlicher Organisationen entwickelt und vom Vorstand der voestalpine beschlossen.
Die voestalpine Human Rights Policy deckt folgende Themen ab:
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Human Rights Policy

Nach innen richtet sich die Human Rights Policy an alle Konzerngesellschaften. Sie deckt somit alle Arbeitskräfte der voestalpine ab und das Unternehmen bezieht diese aktiv in die Umsetzung der Maßnahmen hinsichtlich Arbeits- und Menschenrechte ein. In Bezug auf die Mitarbeiter:innen sind vor allem folgende Punkte von Bedeutung:
Schulungen zu Menschenrechten
Zur Sensibilisierung für Menschenrechte wurde gemeinsam mit einer renommierten und unabhängigen außeruniversitären Forschungseinrichtung für Grund- und Menschenrechte ein Online-Schulungsprogramm entwickelt. Nähere Informationen zu den Menschenrechtsschulungen finden sich unter Kapitel S1-4.
Schulungen des Sicherheitspersonals
Das Sicherheitspersonal des Werkschutzes besteht überwiegend aus eigenen Mitarbeiter:innen, die dem Verhaltenskodex der voestalpine unterliegen. Für Sicherheitspersonal von Fremdfirmen gilt der Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen. Beide Kodizes verpflichten zur Einhaltung der Menschenrechte. Schulungen der eigenen Mitarbeiter:innen zu diesem Thema werden von der voestalpine selbst durchgeführt, die Schulung externer Sicherheitskräfte erfolgt durch das jeweilige Unternehmen.
Kollektivverhandlungen und Recht auf Vereinigungsfreiheit
Die voestalpine tritt für die Freiheit und das Recht der Mitarbeiter:innen ein, sich Gewerkschaften anzuschließen. Der überwiegende Teil aller Mitarbeiter:innen im Konzern befindet sich in einem durch Kollektivverträge oder vergleichbare überbetriebliche Vereinbarungen geregelten Arbeitsverhältnis. Zusätzlich bestehen ein Europabetriebsrat und ein Konzernbetriebsrat mit etablierter Dialogbasis zum Management (siehe Kapitel S1-2).
Löhne und Arbeitszeit
Arbeitszeiten müssen der nationalen Gesetzgebung entsprechen und einer übermäßigen geistigen und körperlichen Belastung der Mitarbeiter:innen entgegenwirken. Mitarbeiter:innen sollen mindestens einen freien Tag pro Woche haben. Die Entlohnung muss den gesetzlichen und kollektivvertraglichen Vorgaben entsprechen und ausreichen, um die Grundbedürfnisse der Mitarbeiter:innen und ihrer Familien zu decken und ihnen einen angemessenen Lebensstandard zu ermöglichen.
»
Arbeitnehmer:innen-gerechte Arbeitszeitgestaltung
Im Sinne der Kriterien von ResponsibleSteel (gültig für die zertifizierten Gesellschaften am Standort Linz) legt die voestalpine hohen Wert auf eine Mitarbeiter:innen-orientierte Arbeitszeitgestaltung, die gesundheitliche Aspekte und soziale Interessen bestmöglich berücksichtigt.
Entsprechend des voestalpine-Verhaltenskodex sind für die Arbeitszeiten der Beschäftigten klare Leitlinien festgelegt, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und einer übermäßigen geistigen und körperlichen Ermüdung der Beschäftigten entgegenwirken. So bekennt sich die voestalpine zur Einhaltung der gesetzlichen Höchstarbeitszeitgrenzen und hat dafür ein wirksames internes Kontrollsystem im Einsatz. Bei der Schichtplangestaltung nimmt die Wahrung der gesundheitlichen und sozialen Interessen unserer Mitarbeiter:innen einen hohen Stellenwert ein. Neue Schichtmodelle werden immer in Abstimmung mit der Belegschaftsvertretung eingeführt. So arbeiten wie im Vorjahr 61 % unserer Blue-Collar-Mitarbeiter:innen im Schichtbetrieb in Teilzeitmodellen, sodass wesentlich längere Erholungsblöcke als gesetzlich vorgesehen gewährleistet sind.
Bei der Anordnung von Überstunden finden Interessen von Mitarbeiter:innen auch über die gesetzlich normierten Ablehnungsrechte hinaus Berücksichtigung. Das Wahlrecht der Mitarbeiter:innen zwischen der Abgeltung von Überstunden in Geld oder in Zeit wird nicht nur in den gesetzlich vorgesehenen Fällen gewährleistet, sondern den Mitarbeiter:innen nach betrieblicher Möglichkeit auch darüber hinaus eingeräumt. Die Arbeitsorganisation bei der voestalpine gewährleistet eine durchgehende Einhaltung der vorgeschriebenen Ruhepausen, wobei die gesetzlichen Vorgaben den Mindeststandard darstellen. Die Einnahme von Mahlzeiten und die gebotene Erholungsmöglichkeit ist damit in allen Bereichen sichergestellt.
Hinsichtlich der Gewährung von bezahltem Urlaub wird der von ResponsibleSteel als Mindeststandard geforderte Jahresurlaub von drei Wochen schon durch die Vorgaben des Urlaubsgesetzes (mindestens fünf Wochen) überschritten. Sowohl durch kollektivvertragliche als auch durch innerbetriebliche Regelungen werden bei der voestalpine zusätzliche arbeitsfreie Tage gewährt.
Kinderarbeit, Zwangs- und Pflichtarbeit, Menschenhandel und moderne Sklaverei
Die voestalpine lehnt jede Form von Kinderarbeit strikt ab. Die Beschäftigung junger Mitarbeiter:innen darf deren Gesundheit, Sicherheit und Entwicklung nicht gefährden.
Die voestalpine duldet keine Form von Zwangs- oder Pflichtarbeit, Menschenhandel oder moderner Sklaverei. Dies umfasst auch das Einbehalten von Ausweisen und Reisepässen, Bewegungseinschränkungen sowie Schuldknechtschaft. Im Verhaltenskodex der voestalpine AG sind Kinderarbeit, Menschenhandel und moderne Sklaverei ausdrücklich benannt und untersagt.
Vielfalt, Chancengleichheit und das Verbot von Diskriminierung
Die voestalpine bekennt sich zur Wertschätzung aller Menschen, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Beeinträchtigung, Alter, sexueller Orientierung und Identität. Dieses Bekenntnis und entsprechende Maßnahmen fördern ein Klima der Akzeptanz, der Chancengleichheit und des gegenseitigen Vertrauens. Im Kapitel „Respekt und Integrität“ im Verhaltenskodex der voestalpine ist festgehalten, dass keine Form der Diskriminierung toleriert wird. Auch die HR-Strategie 2030+ adressiert Diskriminierung und Chancengleichheit in ihren strategischen Handlungsfeldern.
Meldungen von Verstößen
Meldungen von Verstößen im Bereich der Menschenrechte sowie gegen die oben angeführten internationalen Leitlinien können immer persönlich an die Führungskraft, die lokale Human-Resources-Abteilung oder die Abteilung Group Human Resources der voestalpine AG sowie die Geschäftsführung herangetragen werden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, Verstöße an den:die Menschenrechtsbeauftragte:n unter den Mailadressen humanrights@voestalpine.com und menschenrechte@voestalpine.com oder anonym über das webbasierte Hinweisgeber:innen-System der voestalpine zu melden. Dieses ist unter folgendem Link abrufbar: https://www.bkms-system.net/voestalpine. (Details zum Hinweisgeber:innen-System siehe Kapitel G1-1 .)
Konzernrichtlinie health & safety und Sicherheitskodex
Die Sicherheit und die Gesundheit der eigenen Arbeitskräfte nehmen bei der voestalpine höchste Priorität ein und sind fest in den Grundwerten des Unternehmens verankert. Die Mitarbeiter:innen der voestalpine sind aufgrund der Branche, der Art ihrer Arbeit oder der Umgebung, in der sie arbeiten, beruflichen Gefahren und Risiken ausgesetzt, die zu Unfällen, Verletzungen, Krankheiten oder Erkrankungen führen können. Unser Ziel ist es, dass niemand in unserer Belegschaft arbeitsbedingte Unfälle oder Erkrankungen erleidet. Dazu bewerten wir kontinuierlich die Risiken, die durch die Tätigkeiten der Mitarbeiter:innen, beispielsweise im Umgang mit Maschinen oder Gefahrstoffen bestehen, leiten daraus Maßnahmen ab und schulen, sensibilisieren und befähigen unsere Mitarbeiter:innen, um den Risiken zu begegnen. Mehr Informationen dazu sind im Kapitel S1-5 zu finden. Der Schutz der Gesundheit der eigenen Arbeitskräfte ist zudem ein zentrales Element der voestalpine-Nachhaltigkeits- bzw. Konzernstrategie.
Die konzernweite Steuerung erfolgt durch die Abteilung Corporate health & safety, die direkt an ein Mitglied des Vorstands angebunden ist. Unter Leitung des Chief health & safety Officers koordiniert sie konzernweite Aktivitäten und unterstützt die divisionsübergreifende Zusammenarbeit. In enger Abstimmung mit dem health & safety Committee – einem Gremium mit Vertreter:innen aller vier Divisionen sowie dem Konzernbetriebsrat – werden Maßnahmen zur laufenden Verbesserung der Sicherheitskultur entwickelt und umgesetzt.
Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde konzernweit ein Sicherheitskodex eingeführt. Er ergänzt die bereits seit 2021 bestehende Konzernrichtlinie health & safety, die konzernweit gültige Mindeststandards definiert. Die Umsetzung dieser Standards ist für alle Standorte verbindlich – unabhängig von lokalen gesetzlichen Vorgaben.
Der konzernweite Sicherheitskodex ist fester Bestandteil der Maßnahmen zur Stärkung der Sicherheitskultur in allen voestalpine-Gesellschaften. Er basiert auf dem Grundsatz: „Sicherheit ist nicht verhandelbar und hat Vorrang vor Qualität und Produktion“ – etwa durch das konsequente Abstellen von Anlagen bei unsicheren Bedingungen. Erarbeitet wurde der Kodex vom health & safety-Committee – bestehend aus Divisionsverantwortlichen und Betriebsratsmitgliedern – unter der Leitung des Chief health & safety Officers (CHSO). Die Freigabe erfolgte durch den AG-Vorstand im Rahmen des health & safety-Boards.
In der Umsetzung wird der Kodex konzernweit durch die divisionsverantwortlichen Committee-Mitglieder, die (technischen) Geschäftsführer:innen und Safety Manager:innen getragen. Zur internen Kommunikation zählen unter anderem die Initiative „Ja Sicher Lok“ am Standort Linz, gezielte Führungskräfte-Informationen sowie Notizbücher und Kalender für Mitarbeiter:innen am Shopfloor und deren Vorgesetzte. Der Sicherheitskodex ist im Intranet über die Webseite „Corporate health & safety“ digital verfügbar.
Arbeitsschutzmanagementsysteme
Das Arbeitsschutzmanagement in der voestalpine basiert auf den Anforderungen der international anerkannten Norm ISO 45001. Die Produktionsgesellschaften betreiben ihre Arbeitsschutzmanagementsysteme eigenverantwortlich, orientieren sich dabei aber an konzernweit vorgegebenen Rahmenbedingungen.
In jeder Division sind eigene Committees für die operative Umsetzung zuständig. Diese setzen sich aus den (technischen) Geschäftsführungen, Safety Manager:innen und weiteren Divisionsverantwortlichen zusammen. Die strategische Steuerung erfolgt zentral im Einklang mit der bestehenden Board-Struktur. Innerhalb der Divisionen koordinieren die jeweiligen Vorstände die operative Umsetzung, um eine wirksame und einheitliche Anwendung der Sicherheitsstandards sicherzustellen.
Sämtliche Produktionsstandorte der voestalpine haben alle relevanten Arbeitssicherheitsanforderungen in ihren lokalen Prozessen systematisch integriert.
89,3 % der Mitarbeiter:innen an wesentlichen Produktionsstandorten sind darüber hinaus von einer Zertifzierung nach ISO 45001 oder einem gleichwertigen nationalen Standard abgedeckt.1 Die Umsetzung erfolgt durch geschulte Safety Manager:innen und beauftragte Personen für Arbeitssicherheit, die zu rund 80 % aus den eigenen Reihen stammen. An kleineren Standorten wird diese Expertise bei Bedarf durch externes qualifiziertes Personal sichergestellt.
1 Berechnung der Kennzahl ggü. Vorjahr adaptiert (Details siehe BP-2).
Um präventive Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit zu identifizieren und einzuführen, werden unsichere Situationen und Beinahe-Unfälle systematisch dokumentiert und analysiert. Ein zentrales Webtool dient der jährlichen Erfassung und Auswertung der Umsetzung der health & safety-Standards. Die Ergebnisse stehen ausgewählten Gremien zur Verfügung und fließen in die kontinuierliche Verbesserung ein. Ergänzend erfolgen regelmäßige interne und externe Audits zur Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen.
Die relevanten Richtlinien und Dokumente sind konzernweit über das Intranet („Corporate health & safety“) sowie auf der voestalpine-Website verfügbar. Führungskräfte und Sicherheitsarbeitskräfte werden regelmäßig über aktuelle Entwicklungen informiert.
Konzeptübersicht
Adressiertes IRO
Konzept
Umfang des Konzepts
Verantwortlichkeit & Monitoring
Sonstige Anmerkungen
Alle IROs von S1
HR-Strategie 2030+
Eigener Betrieb

Alle Mitarbeiter:innen

Spezifische Interessengruppen: Frauen
HR-Board
» Einhaltung der Charta der Vielfalt

» Einbeziehung von Stakeholder:innen durch Umfeldanalyse und laufend in Arbeitsgruppen und Competence Teams

» Kommunikation auf Mitarbeiter:innen-Seiten, im externen Podcast und in Aufsichtsratssitzungen​
Attraktive Arbeitsbedingungen
Human Rights Policy
Eigener Betrieb

Arbeitskräfte des Unternehmens (Mitarbeiter:innen und Fremdarbeitskräfte)

Vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette (alle Geschäftspartner:innen)
Leitung Group Sustainability
» Auf der Website verfügbar
Gesunde und sichere Arbeitsbedingungen in der voestalpine​

Arbeitsunfälle, Verletzungen und Berufskrankheiten
Konzernrichtlinie health & safety und Sicherheitskodex
Eigener Betrieb

Arbeitskräfte des Unternehmens (Mitarbeiter:innen und Fremdarbeitskräfte)
Vorstand der Divisionen
» Ausarbeitung durch health & safety-Committee und Freigabe durch Vorstand

» Im Intranet verfügbar sowie interne Information der Safety-Manager:innen
Gesunde und sichere Arbeitsbedingungen in der voestalpine​

Arbeitsunfälle, Verletzungen und Berufskrankheiten
Arbeitsschutz-managementsysteme
Wesentliche Produktionsstandorte

Arbeitskräfte des Unternehmens (Mitarbeiter:innen und Fremdarbeitskräfte)

Teilweise vorgelagerte Wertschöpfungskette durch Zukauf externer Spezialist:innen
Divisionsvertreter:innen im health & safety-Committee
» Divisionsspezifische Kommunikation, gesteuert durch Divisionsvorstand​
S1-2 – Verfahren zur Einbeziehung der Arbeitskräfte des Unternehmens und von Arbeitnehmervertreter:innen in Bezug auf Auswirkungen
Die voestalpine setzt auf einen kontinuierlichen Dialog mit ihren Mitarbeiter:innen und deren Interessenvertretungen, um deren Perspektiven systematisch in unternehmerische Entscheidungen einzubeziehen. Die Verantwortung für die Steuerung dieser Prozesse liegt konzernweit bei der Personalleitung in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Führungskräften. Grundlage des Austauschs sind etablierte Formate wie Mitarbeiter:innen-Befragungen, strukturierte Feedbackgespräche sowie regelmäßige Abstimmungen mit dem Betriebsrat auf lokaler, divisionaler und Konzernebene. Dabei werden auch Aspekte wie Diversität, Inklusion und Chancengleichheit berücksichtigt, um ein möglichst breites Spektrum an Perspektiven – insbesondere auch von potenziell benachteiligten Gruppen – einzubeziehen. Die Wirksamkeit der Einbindung wird laufend über Rücklaufquoten, Benchmarks sowie die Umsetzung und die Wirkung abgeleiteter Maßnahmen überprüft.
Konzernweite Mitarbeiter:innen-Befragung
Die Einbindung der Mitarbeiter:innen in strategisch relevante Themen erfolgt in der voestalpine unter anderem durch eine konzernweite Befragung in regelmäßigen Abständen. Nach der konzernweiten Mitarbeiter:innen‑Befragung im Herbst 2024 starteten die teilnehmenden Gesellschaften den vorgesehenen Aufarbeitungsprozess. Dieser beinhaltete die Analyse der Ergebnisse sowie die Ableitung geeigneter Maßnahmen. Bis Juni 2025 meldeten insgesamt 208
Gesellschaften ihre priorisierten Maßnahmen im konzernweit einheitlichen Reportingtool, das durch die englischsprachige Erfassung und die vollständige Einsicht aller Einheiten einen transparenten Austausch ermöglicht. Obwohl jede Gesellschaft angehalten war, nur die zwei wichtigsten Maßnahmen zu berichten, nutzten einige die Möglichkeit, zusätzliche Aktivitäten anzuführen. Insgesamt wurden 450 Maßnahmen erfasst – etwas mehr als nach der Befragung 2022.
Die gemeldeten Maßnahmen betreffen – neben dem zentralen Engagement-Wert, der die Verbundenheit der Mitarbeiter:innen mit dem Unternehmen beschreibt – vor allem die Handlungsfelder Wertschätzung, Zusammenarbeit und Team. Ein Großteil (81 %) ist als kontinuierliche Maßnahme ausgelegt, und 82 % richten sich an alle Mitarbeiter:innen (ohne Unterscheidung, ob White Collar, Blue Collar, Lehrlinge/Auszubildende etc.).
Die gesammelten Ergebnisse des ersten Reportingzeitpunkts wurden im Juli 2025 an den Vorstand der voestalpine AG übermittelt. Die Erhebung hinsichtlich des Umsetzungsstatus der Maßnahmen startete im März 2026. Zusätzlich umfasst der konzernweite Aufarbeitungsprozess die Berichterstattung in den jeweiligen Aufsichtsrats‑ bzw. Beiratsgremien sowie eine laufende Kommunikation gegenüber der Belegschaft.
Die nächste voestalpine Mitarbeiter:innen‑Befragung findet im Herbst 2026 in rund 50 Ländern und 26 Sprachen statt und wird gemeinsam mit einem externen Partner durchgeführt.
Mitarbeiter:innen-Gespräch
Das jährliche Mitarbeiter:innen-Gespräch ist ein zentrales Instrument der Personalentwicklung und gelebter Bestandteil der voestalpine-Führungskultur. Es dient dem strukturierten Dialog zwischen Führungskraft und Mitarbeiter:in und schafft einen verbindlichen Rahmen für Rückmeldung, Entwicklungsperspektiven und Zielvereinbarungen. Konzernweit sind Mitarbeiter:innen-Gespräche mit allen Angestellten (white collar worker) verpflichtend vorgesehen. Für Arbeiter:innen (blue collar worker) werden spezifische Formate wie Teammitarbeiter:innen-Gespräche empfohlen, diese sind jedoch nicht verpflichtend.
Im Zuge des Mitarbeiter:innen-Gesprächs werden individuelle Ziele und dazugehörige Maßnahmen sowie Entwicklungsmaßnahmen definiert und im Mitarbeiter:innen-Gesprächsbogen dokumentiert. Die getroffenen Vereinbarungen werden beim nächsten Mitarbeiter:innen-Gespräch gemeinsam evaluiert. Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden konzernweit 34.904 (2024/25: 34.648) Mitarbeiter:innen-Gespräche durchgeführt – davon 19.456 (2024/25: 19.117) mit Arbeiter:innen und 15.448 (2024/25: 15.531) mit Angestellten.
Sozialer Dialog mit der Arbeitnehmer:innen-Vertretung
Der soziale Dialog der voestalpine zur Einbeziehung der Arbeitskräfte des Unternehmens und ihrer Arbeitnehmer:innen-Vertretungen ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie und -praxis. Die voestalpine bekennt sich zu ihrer Verantwortung, den Betriebsrat in unternehmerische Entscheidungen einzubeziehen, insbesondere bei Themen, die die Interessen der Mitarbeiter:innen unmittelbar betreffen.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Mitbestimmung variieren international. Daraus ergeben sich unterschiedliche Ausgestaltungen der Betriebsratsorganisation in den Ländern und Regionen, in denen die voestalpine tätig ist. Unabhängig davon verfolgt die voestalpine AG eine einheitliche HR-Philosophie, die darauf abzielt, Mitarbeiter:innen in angemessenem Umfang in Projekte und Entscheidungen einzubinden. Je nach Situation und Anlass setzt die voestalpine AG dazu auf etablierte Verfahren zur Unterrichtung, Anhörung und Beteiligung:
»
Unterrichtung: Proaktive Weitergabe relevanter Unternehmensinformationen an den Betriebsrat.
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Anhörung: Dialog und Meinungsaustausch mit dem Betriebsrat, wobei das Unternehmen dessen Position anhört, aber eigenständig entscheidet.
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Beteiligung: Entscheidungen können nur mit Zustimmung des Betriebsrats getroffen werden.
Ein regelmäßiger Austausch zwischen Geschäftsführung, HR und Betriebsrat (soweit vorhanden) wird konzernweit empfohlen. In den Gesellschaften mit Betriebsrat finden regelmäßig Besprechungen (Jours Fixes) zwischen Management und Belegschaftsvertretung statt. Die Ergebnisse dieser Treffen bilden die Grundlage für betriebliche Entscheidungen.
Auf Konzernebene erfolgt der Austausch zwischen dem Leitungsausschuss des Konzernbetriebsrats und dem Konzernvorstand in regelmäßigen Abständen. Ebenso finden monatliche Treffen zwischen Vertreter:innen des Konzernbetriebsrats und der Konzernpersonalleitung statt. Behandelt werden Personalthemen mit strategischer und divisionsübergreifender Bedeutung. Zusätzlich findet auf Divisionsebene ein regelmäßiger Austausch zwischen Divisionsleitung, Divisions-HR und dem jeweiligen Betriebsrat statt.
Der Konzernbetriebsrat koordiniert als gesetzlicher Zusammenschluss alle Betriebsratskörperschaften des voestalpine-Konzerns in Österreich und nimmt konzernweit gemeinsame wirtschaftliche, soziale, gesundheitliche und kulturelle Interessen der Mitarbeiter:innen wahr. Sein höchstes Kontrollorgan ist die Delegiertenkonferenz, bestehend aus entsandten Mitgliedern der Betriebsräte der Gesellschaften. Sie beschließt das Arbeitsprogramm und die Leitlinien für den Leitungsausschuss, entsendet Vertreter:innen in den Aufsichtsrat der voestalpine AG und nominiert die österreichischen Delegierten für den Europäischen Betriebsrat. Der Leitungsausschuss übernimmt die laufenden Geschäfte des Konzernbetriebsrats und führt die Verhandlungen mit der Konzernleitung.
Der Europäische Betriebsrat ist ein Informationsgremium der Arbeitnehmer:innen-Vertretung auf europäischer Ebene. Delegierte aus sieben europäischen Ländern beraten rund zweimal jährlich länderübergreifende Themen der konzernalen Arbeitnehmer:innen-Vertretung.
Arbeitnehmer:innen-Vertretungen werden gemäß den gesetzlichen Regelungen der jeweiligen Länder mit den erforderlichen finanziellen und personellen Ressourcen ausgestattet. Neben den bestehenden institutionellen Formaten auf nationaler und europäischer Ebene besteht derzeit keine konzernweite Rahmenvereinbarung mit Arbeitnehmer:innen-Vertretungen, die für alle Standorte weltweit gilt. Dies betrifft auch Vereinbarungen im Zusammenhang mit der Achtung der Menschenrechte im Arbeitsumfeld. Die voestalpine AG stellt jedoch sicher, dass einschlägige nationale und internationale Vorgaben in den jeweiligen Ländern eingehalten und im Rahmen der bestehenden Mitbestimmungsstrukturen adressiert werden.
Mitarbeiter:innen-Beteiligung
Die voestalpine AG verfügt seit dem Jahr 2001 über ein Modell der Mitarbeiter:innen-Beteiligung, das seither kontinuierlich erweitert wurde. Neben den Mitarbeiter:innen in Österreich sind auch Mitarbeiter:innen in Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Polen, Belgien, der Tschechischen Republik, Italien, der Schweiz, Rumänien, Spanien und Schweden beteiligt.
Die Stimmrechte aus den Mitarbeiter:innen-Aktien sind in der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung gebündelt. Diese bildet eine stabile Kernaktionärin der voestalpine AG. Als zentrales Verfahren zur Einbeziehung der Mitarbeiter:innen fördert die Mitarbeiter:innen-Beteiligung durch die aktive Teilhabe und Mitsprache in der Hauptversammlung die langfristige Mitarbeiter:innen-Bindung. Mit Stichtag 31. März 2026 sind insgesamt 25.800 (2024/25: 26.600) Mitarbeiter:innen an der voestalpine AG beteiligt. Sie halten rund 25,0 Mio. (2024/25: 26,3 Mio.) Aktien. Durch die
Bündelung der Stimmrechte entspricht dies einem Anteil von 14,0 % am Grundkapital des Unternehmens (2024/25: 14,7 %).
S1-3 – Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die die Arbeitskräfte des Unternehmens Bedenken äußern können
Zur Bearbeitung und Minderung wesentlicher negativer Auswirkungen auf die eigene Belegschaft setzt die voestalpine AG auf ein strukturiertes Verfahren. Dieses umfasst die Erhebung von Rückmeldungen aus verschiedenen Quellen, die Analyse der Ergebnisse sowie die Umsetzung gezielter Abhilfemaßnahmen. Grundlage ist ein systematischer Ansatz, der sowohl regelmäßige Überprüfungen als auch kontinuierliche Feedbackprozesse und klar definierte Meldewege einschließt. Werden wesentliche negative Auswirkungen festgestellt, kommen zielgerichtete Abhilfemaßnahmen zum Einsatz, die an die spezifischen Erfordernisse angepasst sind. Dazu zählen unter anderem Schulungsangebote, psychosoziale Unterstützung oder die Anpassung von Arbeitsbedingungen. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wird kontinuierlich durch Rückmeldungen von Mitarbeiter:innen, interne Überwachung sowie Prüfungen durch die interne Revision bewertet.
Neben Formaten wie dem Mitarbeiter:innen-Gespräch und dem Folgeprozess zur Mitarbeiter:innen-Befragung stehen den Arbeitskräften weitere von der voestalpine AG eingerichtete Kanäle zur Verfügung, um Anliegen oder Bedenken zu äußern und prüfen zu lassen:
1.
Hinweisgeber:innen-System (https://www.bkms-system.net/voestalpine)
2.
E-Mail-Adresse des:der Menschenrechtsbeauftragten im Konzern (humanrights@voestalpine.com, menschenrechte@voestalpine.com)
3.
E-Mail-Adresse der zentralen Compliance-Stelle (group-compliance@voestalpine.com)
4.
Direkte Kontaktaufnahme mit der Abteilung Group Human Resources der voestalpine AG
Die kontaktierten Stellen kümmern sich um die geäußerten Anliegen, gehen etwaigen Beschwerden nach und informieren die Mitarbeiter:innen, die sich an sie gewendet haben, über Entscheidungen oder Ergebnisse. Weitere Informationen zu den spezifischen Kanälen, deren Verfügbarkeit sowie zur Bekanntheit der Strukturen innerhalb der Belegschaft sind im Kapitel G1-1 im Abschnitt zum Hinweisgeber:innen-System enthalten.
S1-4 – Ergreifung von Maßnahmen in Bezug auf wesentliche Auswirkungen auf die Arbeitnehmer:innen des Unternehmens und Ansätze zum Management wesentlicher Risiken und zur Nutzung wesentlicher Chancen im Zusammenhang mit den Arbeitskräften des Unternehmens sowie die Wirksamkeit dieser Maßnahmen
Zur Steuerung wesentlicher Auswirkungen auf die Arbeitskräfte setzt die voestalpine AG konzernweit gezielte Maßnahmen um. Diese adressieren sowohl positive Auswirkungen – etwa durch Förderung von Vielfalt und Entwicklungsmöglichkeiten – als auch tatsächliche negative Auswirkungen, etwa im Zusammenhang mit Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter:innen. Die Maßnahmen beruhen auf strategischen Konzepten, werden divisionsübergreifend koordiniert und kontinuierlich weiterentwickelt. Sie zielen darauf ab, sichere Rahmenbedingungen zu schaffen und Risiken frühzeitig zu erkennen und zu mindern.
Die Auswahl geeigneter Maßnahmen zur Vermeidung oder Minderung negativer Auswirkungen erfolgt im voestalpine-Konzern in der Regel auf Basis systematischer Risikoanalysen, interner Evaluierungen und Rückmeldungen relevanter Stakeholder:innen, wie der Mitarbeiter:innen. Die konkrete Ausgestaltung wird dabei auf die jeweilige Wirkung und den betrieblichen Kontext abgestimmt. Je nach Themenfeld sind unterschiedliche Fachabteilungen, Führungskräfte, die Arbeitnehmer:innen-Vertretung oder spezialisierte Committees in die Entwicklung und Bewertung möglicher Maßnahmen eingebunden. Ziel ist es, wirksame und gleichzeitig umsetzbare Lösungen zu identifizieren, die auf die erkannten Risiken abgestimmt sind. Grundlage für die Priorisierung können
z.  B. das Ausmaß der tatsächlichen Auswirkung, die betroffene Beschäftigtengruppe sowie die zeitliche Dringlichkeit sein.
Die Wirksamkeit zentraler Maßnahmen wird im voestalpine-Konzern durch verschiedene Verfahren überprüft. Dazu zählen standardisierte Evaluierungen, Feedbackinstrumente, Monitoringdaten wie Schulungsteilnahmen sowie standortbezogene Audits und Begehungen (etwa im Bereich health & safety). Darüber hinaus werden spezifische Zielvorgaben (z. B. Frauenanteile, Unfallkennzahlen) als Indikatoren herangezogen. Die Ergebnisse dieser Verfahren fließen in die Weiterentwicklung bestehender Konzepte und Maßnahmen ein.
Die notwendigen finanziellen und personellen Mittel für diese Maßnahmen werden von der voestalpine AG zur Verfügung gestellt. Die Mittelvergabe erfolgt für Auswirkungen im Bereich health & safety über das health & safety-Board, für HR-bezogene Auswirkungen über das HR-Board. Die Konzernabteilungen health & safety und HR sind mit der Entwicklung und Umsetzung der Maßnahmen betraut.
Im Folgenden werden zentrale Maßnahmenbereiche dargestellt, die im Zusammenhang mit den wesentlichen Auswirkungen auf die eigenen Arbeitskräfte stehen.
Vielfalt und Chancengleichheit
Die voestalpine AG setzt konzernweit gezielte Maßnahmen zur langfristigen Stärkung der Chancengleichheit und aktiven Förderung von Vielfalt. Ein zentrales Element ist ein umfassendes Maßnahmenbündel, welches Programme zur Förderung von Frauen im Unternehmen, zielgruppenspezifisches Employer Branding und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben enthält. Die nachfolgenden Maßnahmen tragen zur Chancengleichheit für alle Mitarbeiter:innen bei – ein Aspekt, der als wesentliche positive Auswirkung der voestalpine AG bewertet wurde.
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Strategisches Handlungsfeld „Female Empowerment“
Ein wichtiger Baustein zur Förderung von Vielfalt und Diversität ist das strategische Handlungsfeld „Female Empowerment“ aus der HR-Strategie 2030+. Ziel ist es, die voestalpine AG als attraktive Arbeitgeberin für Frauen zu positionieren – sowohl für bestehende als auch für potenzielle Mitarbeiterinnen. Aus diesem Grund wurde auch ein konzernweites Ziel zur Erhöhung des Frauenanteils festgelegt. Darüber hinaus wurde auch das Ziel, den Frauenanteil bei Führungskräften bis 2030 von 14 % auf 18 % zu steigern, verankert. Weitere Informationen dazu enthält das Kapitel S1-5.
Seit dem Geschäftsjahr 2024/25 übernimmt das Competence Team Personal- und Organisationsentwicklung die konzernweite Koordination von Initiativen und Maßnahmen für Female Empowerment. Innerhalb dieses Bereichs befasst sich seither zweimal jährlich ein Sub-Competence-Team mit Vertreter:innen aller Divisionen und verschiedener Professionen gezielt mit dem Thema Female Empowerment. In diesem Gremium werden sowohl geplante als auch bereits umgesetzte Maßnahmen ausgetauscht und konzernweit übergreifende Themen rückgespiegelt. So wird einerseits ein eigenverantwortliches Weiterverfolgen der Themen in den Organisationseinheiten unterstützt, anderseits erfolgt eine konzernweite Koordination, beispielsweise im Hinblick auf Ressourcen und strategische Ausrichtung.
Nachfolgend sind die wichtigsten Maßnahmen in den drei definierten Handlungsfeldern dargestellt:
1.
Positionierung
Die Maßnahmen zur Positionierung umfassen zielgruppenspezifisches Marketing, Positionierung und Recruiting, Initiativen zur frühzeitigen Kontaktaufnahme – etwa durch
Kooperationen mit Schulen und Sportverbänden, Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice zur expliziten Ansprache von Frauen und zielgruppenspezifisches Lehrlingsmarketing –, Kinderbetreuungseinrichtungen bis hin zur 24/7-Betreuung am Standort Linz, Zertifizierungen wie das österreichische „equalitA-Gütesiegel“ sowie Präsenz bei spezifischen Veranstaltungen wie dem Female Empowerment Festival „Let’s get visible“ in Linz.
2.
Halten
Die Maßnahmen zum Halten von Mitarbeiterinnen beinhalten den Ausbau flexibler Arbeitszeitmodelle, den internationalen Roll-out eines konzernalen E-Learnings zum respektvollen Umgang miteinander, Workshops zur Sensibilisierung, den Einsatz gendersensibler Sprache, einen eigenen Female-Empowerment-Bereich im konzernweiten Intranet und einen Newsletter, der Frauen in der voestalpine AG in den Fokus rückt, die Erweiterung der Kinderbetreuungsmöglichkeiten sowie den Auf- und Ausbau von Frauennetzwerken.
3.
Begleiten, Fördern, Fordern
Die Maßnahmen in diesem Bereich umfassen die inhaltliche Verankerung von Female Empowerment im Österreichischen Bildungsprogramm, Sicherstellung eines Frauenanteils von mindestens 20 % im internen Führungskräfteentwicklungsprogramm value:program, Female Empowerment als inhaltlichen Schwerpunkt in Führungskräfteentwicklungsprogrammen, ein Mentoring-Programm für Potenzialträgerinnen, Maßnahmen zur Abfederung des „Karriereknicks“ nach der Karenz – unter anderem durch spezifische Teilzeitmodelle – sowie einen verstärkten Fokus auf Potenzialträgerinnen in der Nachfolgeplanung.
Schulungen zu Menschenrechten
Im Rahmen ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht führt die voestalpine verpflichtende E-Learnings für Mitarbeiter:innen sowie ergänzende Schulungen für Sicherheitspersonal durch. Ziel ist es, das Bewusstsein für menschenrechtliche Fragestellungen zu stärken und potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen. Die Umsetzung erfolgt dezentral in den jeweiligen Konzerngesellschaften und wird durch ein Monitoring der Teilnehmendenzahlen und des Schulungsvolumens begleitet.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Es richtet sich an alle Arbeitskräfte mit Zugang zu E-Learning-Angeboten und steht in 14 Sprachen zur Verfügung. Das Schulungsprogramm vermittelt Informationen und Handlungsanleitungen zur Einhaltung der Menschenrechte und umfasst drei verpflichtende Module zu folgenden Themen:
Mit Ende des Geschäftsjahres 2025/26 wurden 96 % (2024/25: 92 %) der zugewiesenen Menschenrechtsschulungen erfolgreich absolviert.
Persönliche Entwicklung und Ausbildung
Die voestalpine AG verpflichtet sich zur laufenden Weiterentwicklung der Aus- und Weiterbildung, um die Kompetenzen der Mitarbeiter:innen an aktuelle und künftige Anforderungen anzupassen. Dies ist auch in den Handlungsfeldern der HR-Strategie 2030+ verankert. Die im Folgenden beschriebenen zielgruppenorientierten Maßnahmen tragen zur persönlichen Entwicklung und Ausbildung der Mitarbeiter:innen – ein Aspekt, der als wesentliche positive Auswirkung der voestalpine AG bewertet wurde – sowie der Erreichung der Ziele der HR-Strategie 2030+ bei. Die Programme sind gruppenspezifisch ausgerichtet und unterstützen Mitarbeiter:innen entlang unterschiedlicher Karriere- und Entwicklungsphasen.
Im Geschäftsjahr 2025/26 beliefen sich die konzernweiten Aufwendungen für Personalentwicklung auf mehr als 74 Mio. EUR (2024/25: 76 Mio. EUR). 85,0 % (2024/25: 84,7 %) aller Mitarbeiter:innen (exklusive Lehrlinge) nahmen an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teil. Das gesamte Schulungsvolumen lag bei 793.101 Stunden (2024/25: 839.068 Stunden), was durchschnittlich 20,1 Stunden pro Teilnehmer:in entspricht (2024/25: 20,8 Stunden pro Teilnehmer:in).
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voestalpine COACHING
Coaching ist ein integraler Bestandteil der Personalentwicklung im Konzern. Mit der Online-Plattform „voestalpine COACHING“ wird den Mitarbeiter:innen der voestalpine ermöglicht, weltweit Coaching-Sitzungen individuell zu vereinbaren. Diese Sitzungen bieten eine professionelle Begleitung bei persönlichen Veränderungsprozessen im beruflichen Kontext.
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Führungskräfteausbildung – value:program
Zur Entwicklung aktueller und zukünftiger Führungskräfte setzte die voestalpine auch 2025/26 auf das konzernweit etablierte value:program. Das mehrstufige Programm kombiniert Trainings, Projektarbeit und den internationalen, bereichsübergreifenden Austausch unter Einbindung von Führungskräften und Mitgliedern der Unternehmensleitung. Zur Qualitätssicherung werden alle Module nach ihrer Durchführung evaluiert. Rückmeldungen der Teilnehmenden, aktuelle Entwicklungen sowie die unternehmensweiten Werte fließen bei Bedarf in die Weiterentwicklung der Inhalte ein. Im Geschäftsjahr 2025/26 nahmen 193 Mitarbeiter:innen aus 24 Ländern teil; der Frauenanteil lag bei 30,1 %.
Regionale Programme
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TALENT ROAD CHINA
Die Talent Road China ist ein regionales Entwicklungsprogramm für Potenzialträger:innen und Führungskräfte der voestalpine in China und kombiniert Präsenzmodule mit Online-Trainings. Der sechste Durchgang wurde im Juni 2025 mit 40 Teilnehmer:innen abgeschlossen, der nächste startet im Oktober 2026.
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GET CONNECTED PROGRAM North America
Das Get Connected Program North America richtet sich an Nachwuchs- und zukünftige Führungskräfte in Kanada, Mexiko und den USA und kombiniert Präsenz- und Online-Module. Im Geschäftsjahr 2025/26 schlossen 26 Teilnehmer:innen den laufenden Durchgang ab, ein weiterer startete im Jänner 2026.
Fachliche Programme
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HR ACADEMY
Die HR Academy ist ein konzernweites Weiterbildungsprogramm für HR-Fachkräfte der voestalpine. Es richtet sich an HR-Generalist:innen und -Spezialist:innen, die ihre Kompetenzen mit Bezug zum HR-Management im Konzern weiterentwickeln möchten. Das Programm umfasst drei Module. Der sechste Durchgang startete im Februar 2025 mit dem ersten Modul, zwei weitere folgen im Geschäftsjahr 2025/26.
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purchasing power academy
Die purchasing power academy ist ein konzernweites Qualifizierungsprogramm für Einkäufer:innen und umfasst zwei Kompetenzstufen sowie ein ergänzendes Lifelong-Learning-Angebot. Digitale Lernformate werden mit Präsenzseminaren und Zertifizierungen kombiniert und kontinuierlich weiterentwickelt.
Lehrlinge/Auszubildende
Zum Stichtag 31. März 2026 wurden im voestalpine-Konzern 1.526 Lehrlinge (2024/25: 1.574 Lehrlinge) in rund 50 Lehrberufen ausgebildet, der Großteil (66,3 %) davon an Standorten in Österreich (2024/25: 68 %). 15,6 % waren in Deutschland im Rahmen des dualen Systems in Ausbildung (2024/25: 14 %). Durch die bedarfsorientierte Schulung kann fast allen nach ihrem erfolgreichen Lehrabschluss ein Dienstverhältnis angeboten werden. Die voestalpine sieht es als klaren Auftrag, in die Qualifikation von Jungfachkräften zu investieren. Dabei ist neben einer exzellenten fachlichen Ausbildung die Weiterentwicklung persönlicher und sozialer Fähigkeiten ebenso wichtig. Derzeit investiert der Konzern durchschnittlich 106.000 EUR (2024/25: 100.000 EUR) in die Ausbildung eines Lehrlings.
Rund 440 (2024/25: 500) Lehrstellen bietet die voestalpine im kommenden Ausbildungsjahr (ab September 2026) in Österreich, Deutschland und der Schweiz an. Um interessierten Jugendlichen Einblicke in die Lehrberufe der voestalpine zu bieten, finden an diversen Ausbildungsstandorten „Tage der offenen Tür“ statt, die unter Involvierung der Lehrlinge zielgruppengerecht gestaltet werden. Ein besonderes Anliegen ist es dabei, weibliche Interessierte für technische Berufe zu begeistern. Der Frauenanteil in technischen Lehrberufen konnte in den letzten zehn Jahren um rund 25 % erhöht werden und liegt aktuell bei 13,5 % (2024/25: 17,8 %). Mit intensiven Maßnahmen wie der Teilnahme an Berufsmessen und Besuchen in Schulen sowie dem Girls‘ Day soll der Frauenanteil insbesondere in technischen Lehrberufen noch weiter gesteigert werden.
Internationale Erfolge der voestalpine-Lehrlinge bestätigen die Qualität ihrer Ausbildung, wie etwa die Silbermedaille in der Kategorie Anlagenelektrik bei der EuroSkills-Berufsmeisterschaft in Herning, Dänemark, im September 2025. Auch in Österreich waren voestalpine-Lehrlinge erfolgreich: Mit Auszeichnungen wie „Stars of Styria“ oder dem oberösterreichischen Lehrlingsaward zählen sie offiziell zu den Top-Fachkräften der Region.
Zusätzlich zum Ausbildungsalltag werden die Lehrlinge bei der voestalpine motiviert, sich weiterzuentwickeln und über sich hinauszuwachsen. Beispiele dafür sind Teambuilding-Seminare, Auslandsaufenthalte oder Sprachreisen. Hinzu kommt die Bedeutung von Zusammenhalt und sozialem Engagement, die beispielsweise durch die Teilnahme am 3-Brückenlauf in Linz bewiesen wurde, wo ein Lehrlingsteam, bestehend aus etwa 170 Lehrlingen und ihren Ausbildner:innen, gemeinsam beim voestalpine cares run Punkte („cares“) gesammelt hat, wodurch Menschen in Not unterstützt wurden. Nähere Informationen zum voestalpine cares run sind im Kapitel S3-4 zu finden.
Mit einer Vielzahl an Maßnahmen unterstreicht die voestalpine AG den Stellenwert der Lehre und zeigt mit Lösungen wie dem voestalpine BÖHLER CAMPUS, der im November 2025 offiziell eröffnete und seit September 2025 mehr als 30 Lehrlingen eine Wohnmöglichkeit für die Dauer ihrer Lehrzeit bietet, wie die Lehrausbildung zukunftsorientiert gestaltet werden kann. Formate wie die „Digitale Miniaturfabrik“ fördern dabei digitale Skills: In einem zweiwöchigen Ausbildungsprojekt entwickeln Lehrlinge eine funktionierende Miniatur-Fertigungsanlage und setzen reale Produktionsprozesse im Kleinen um.
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Lehrlings-Werbekampagne #FavoriteMoments
Im Jahr 2025 launchte die voestalpine unter dem Dach der Markenkampagne eine eigene Lehrlingskampagne, die speziell auf die Anforderungen der jungen Menschen eingeht. Die Kampagne zeigt die echten „Lieblingsmomente der Lehrlinge“ der voestalpine. Themen wie Teamgeist und Kultur, Praxis, gute Entlohnung, Vielfalt und Ausbildungsqualität sollen hervorgehoben werden.
Ziel der crossmedialen Kampagne ist es, über die #FavoriteMoments der Jugendlichen die voestalpine als Arbeitgeberin erlebbar zu machen. voestalpine-Lehrlinge sind dabei die Botschafter:innen und geben authentische Einblicke in ihre Ausbildung. In Formaten wie Wordraps, Lehrberufsvorstellungen oder Kurzvideos mit Bezug zum Kampagnensong „All diese Momente“ zeigen sie ihren Alltag und viele weitere Highlights der Lehre bei der voestalpine. Um sowohl die Jugendlichen als auch deren Eltern und Lehrer:innen zu erreichen, bedient sich die Kampagne zahlreicher Kommunikationskanäle, wie einer eigenen Konzernlehrlingswebsite (https://www.voestalpine.com/lehre), Social Media, Printmedien und interner Kanäle. Die Plattformen TikTok und Snapchat werden verstärkt für die Ansprache der ganz jungen Zielgruppe eingesetzt.
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Konzernlehrlingstag
Der Konzernlehrlingstag ist ein besonderes Erlebnis in der Lehrzeit: Im letzten Ausbildungsjahr werden alle Auszubildenden ins Headquarter nach Linz zu einem eindrucksvollen Tag mit Vorstandstalk, Werkstour, Team-Challenges, Spaß und Action eingeladen. Beinahe 400 Lehrlinge und Auszubildende sowie 40 Ausbilder:innen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz nutzten beim voestalpine-Konzernlehrlingstag am 21. Oktober 2025 die Gelegenheit, sich persönlich auszutauschen und die Konzernzentrale in Linz kennenzulernen.
Unter dem Leitgedanken der Lehrlings-Werbekampagne #FavoriteMoments stand der Tag ganz im Zeichen unvergesslicher Erlebnisse: Beim Vorstandstalk teilten Lehrlinge verschiedener Standorte ihre persönlichen #FavoriteMoments – von Sprachreisen bis hin zu Auslandspraktika. Auch ein Vortrag von EU-Jugendbotschafter Ali Mahlodji, eine Werkstour durch den Standort Linz sowie Team-Challenges standen am Programm. Den Abschluss bildete die Ehrung der Gewinnerin des Fotowettbewerbs mit den schönsten #FavoriteMoments: ein Bild, das zeigt, wie aus Kolleg:innen Freund:innen werden.
health & safety
Die voestalpine AG verpflichtet sich in ihrer HR-Strategie 2030+ zur permanenten Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit von Mitarbeiter:innen und zur Verbesserung der Arbeitssicherheit, um die Arbeitszufriedenheit zu steigern und gleichzeitig Krankheitsausfälle, Unfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen zu reduzieren.
Um dieses zentrale Handlungsfeld zu unterstützen und dem kritischen Erfolgsfaktor Rechnung zu tragen, wurden verschiedenste Aktivitäten initiiert.
Der voestalpine health & safety-Kalender 2026 beispielsweise begleitet uns durch das Jahr, greift monatlich relevante Themen auf und fördert den Austausch zum Thema Arbeitssicherheit. Erkenntnisse aus Safety Flashes ergänzen diesen Dialog, indem schwere Ereignisse standortübergreifend aufbereitet und Lernchancen sichtbar gemacht werden.
Die voestalpine möchte allen Mitarbeiter:innen vermitteln, wie wichtig es ist, Risiken früh zu erkennen und Gefährdungen konsequent zu vermeiden. Die „roten Linien“ setzen klare Grenzen bei Tätigkeiten mit potenziell lebensbedrohlichen Folgen und werden über ein mehrsprachiges E‑Learning vermittelt. Zusätzlich steht die Initiative #safetystartswithme in der Metal Forming
Division für gelebte Eigenverantwortung, bewusstes Eingreifen und die Haltung, dass Sicherheit bei jeder einzelnen Person beginnt.
Auch Uddeholm als einer der High Performance Metals‑Standorte verfolgt konsequent das Ziel „Zero Accidents“. Mehr als 6.000 Risikobeurteilungen, regelmäßige Sicherheitsrunden und ein starkes Meldewesen unterstützen die frühzeitige Risikoerkennung. Schulungen, offene Kommunikation und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Sicherheitskultur sind dabei wesentliche Bausteine.
Die Metal Engineering Division setzt 2026 mit der Kampagne „Jetzt entscheiden, Unfall vermeiden“ darauf, die Mitarbeiter:innen für Beinaheunfälle zu sensibilisieren, sodass sie richtig reagieren und Risiken stoppen, bevor schwere Unfälle entstehen.
Die Verantwortung für Umsetzung und Monitoring liegt bei den divisionalen health & safety- Verantwortlichen bzw. bei den lokalen Safety Manager:innen in Abstimmung mit den lokalen Geschäftsführungen. Die Einbindung und die Mitwirkung der Arbeitnehmer:innen-Vertretung sowie der Sicherheits- und Beauftragtenorganisation gewährleisten praxisnahe und wirksame Maßnahmen, die an den konkreten betrieblichen Anforderungen ausgerichtet sind. Die dafür notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen werden vom Unternehmen in adäquater Form bereitgestellt.
In den vergangenen Jahren konnte die Zahl der Arbeitsunfälle konzernweit deutlich gesenkt werden. Dies wird auch durch das konzernweite Ziel „Reduktion der Unfallhäufigkeit“ reflektiert. Nähere Informationen dazu befinden sich im Kapitel S1-5. Dieser Rückgang ist das Ergebnis konsequenter und strukturierter health & safety-Maßnahmen, die in den Divisionen wirksam umgesetzt werden.
Zusätzlich dazu werden Arbeitsunfälle strukturiert analysiert, um Ursachen und beitragende Faktoren zu identifizieren. Darauf aufbauend leiten wir gezielte Präventionsmaßnahmen ab und setzen diese konsequent um. Erkenntnisse aus Unfällen werden – sofern relevant – standortübergreifend kommuniziert, um ähnliche Vorfälle nachhaltig zu vermeiden.
Den Gesellschaften steht darüber hinaus eine breite Auswahl an unterstützenden Instrumenten zur Verfügung. Die konkrete Auswahl und die Umsetzung erfolgen standortspezifisch durch die jeweiligen Divisionsgesellschaften in enger Abstimmung mit den verantwortlichen Safety Manager:innen.
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health & safety-Schulungen
In den Gesellschaften der voestalpine AG finden regelmäßig Sicherheitsbesprechungen mit allen Mitarbeiter:innen statt. Monatliche Gespräche zwischen Meister:innen und Belegschaft sowie die „Sicherheitsviertelstunden“ durch Sicherheitsarbeitskräfte und Sicherheitsvertrauenspersonen sind zentrale Formate zur Vermittlung von Arbeitssicherheitsmaßnahmen. Dabei wird auch die Belegschaftsvertretung aktiv einbezogen, um gemeinsam Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit zu erarbeiten.
Ergänzend erfolgen vierteljährlich Sicherheitsbegehungen durch die Geschäftsführung, davon einmal jährlich unter Einbindung von Vorstandsmitgliedern. Alle Mitarbeiter:innen absolvieren verpflichtend ein Online-Training zu health & safety, das die Sicherheitswerte und Standards der voestalpine AG vermittelt und die Präsenzschulungen ergänzt. Zusätzlich finden gezielte Schulungen für Management und Meister:innen statt. Die Teilnahme an Sicherheitsschulungen wird verpflichtend dokumentiert und kontrolliert.
Massnahmenübersicht
Adressiertes IRO
Maßnahme
Zeithorizont
Umfang der Maßnahme
Erhebliche Ausgaben (falls relevant)/
sonstige Anmerkungen
Chancengleichheit für alle Mitarbeiter:innen
Maßnahmenbündel „Vielfalt & Chancengleichheit“
Umsetzung des Bündels bis spätestens Ende 2026
Eigener Betrieb

Mitarbeiter:innen
Einige Maßnahmen bereits umgesetzt​
Attraktive Arbeitsbedingungen
Schulungen zu Menschenrechten
Laufende Maßnahmen
Eigener Betrieb

Alle Mitarbeiter:innen

Externes Sicherheits-personal (vorgelagert)​
–
Persönliche Entwicklung und Ausbildung
Maßnahmenbündel „Persönliche Entwicklung & Ausbildung“
Laufende Maßnahmen
Eigener Betrieb

Alle Mitarbeiter:innen

Lehrlinge im DACH-Raum
Ja, OpEx​

(>74 Mio. EUR jährliche Gesamtkosten für Personal-entwicklung)

Ermittlung des Bildungsbedarfs in jährlichen Mitarbeiter:innen-Gesprächen
Gesunde und sichere Arbeitsbedingungen in der voestalpine​

Arbeitsunfälle, Verletzungen und Berufskrankheiten
Maßnahmenbündel „health & safety“
Maßnahmenabhängig
Eigener Betrieb

Arbeitskräfte des Unternehmens (Mitarbeiter:innen und Fremdarbeitskräfte)
Berücksichtigung der Interessen von Safety Manager:innen und Belegschaftsvertreter:innen

Abhilfemaßnahmen werden anlassbezogen ergriffen
Kennzahlen und Ziele
S1-5 – Ziele im Zusammenhang mit der Bewältigung wesentlicher negativer Auswirkungen, der Förderung positiver Auswirkungen und dem Umgang mit wesentlichen Risiken und Chancen
Ziel: Erhöhung des Frauenanteils
Im strategischen Handlungsfeld „Female Empowerment“ der HR-Strategie 2030+ verfolgt die voestalpine AG das Ziel, sich als attraktive Arbeitgeberin für Frauen zu positionieren – sowohl für bestehende als auch für potenzielle Mitarbeiterinnen. Female Empowerment trägt zur Vielfalt in Entscheidungspositionen, zur Steigerung des Mitarbeiter:innen-Engagements und zur Förderung einer positiven Unternehmenskultur bei. Das Ziel dient der Messung und der Verstärkung der identifizierten positiven Auswirkungen zur „Chancengleichheit für alle Mitarbeiter:innen“.
Ein ausgewogeneres Geschlechterverhältnis im Unternehmen wirkt gesellschaftlichen Ungleichheiten entgegen und stärkt den Anspruch auf faire Teilhabe am Erwerbsleben – ein Grundprinzip nachhaltiger Entwicklung. Mit der angestrebten Erhöhung des Frauenanteils – insbesondere in Führungspositionen – stärkt die voestalpine AG menschenrechtliche Prinzipien.
Chancengleichheit in der Arbeitswelt gehört zu den international anerkannten Menschenrechten, insbesondere den ILO-Kernarbeitsnormen. Darüber hinaus unterstützt die voestalpine AG damit das Nachhaltigkeitsziel SDG 5 der Vereinten Nationen. Im Fokus steht dabei insbesondere das Unterziel 5.5, das vorsieht, „sicherzustellen, dass Frauen auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung gleichberechtigt beteiligt sind“. Dieses SDG-Ziel ist auch in den strategischen Rahmenwerken der Europäischen Union verankert – unter anderem im EU Green Deal sowie in der EU Sustainable Finance Agenda. Die voestalpine AG trägt zur Umsetzung dieser europäischen Zielsetzungen sowie zur EU-Gleichstellungsstrategie bei, die ein geschlechtergerechtes Europa anstrebt.
Darüber hinaus stärkt ein höherer Frauenanteil die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Vielfältige Teams gelten als nachweislich resilienter, innovativer und entscheidungsstärker – ein Vorteil für die Steuerung komplexer industrieller Strukturen. Auch die
gezielte Förderung von Frauen in Bereichen, in den sie bisher unterrepräsentiert sind, erschließt bislang ungenutzte Potenziale und leistet einen Beitrag zur Bewältigung des Fachkräftemangels.
Gleichzeitig erhöht ein sichtbares Bekenntnis zu Chancengleichheit die Arbeitgeber:innen-Attraktivität – insbesondere für jüngere Generationen – und fördert den kulturellen Wandel hin zu einer inklusiven, modernen Unternehmenskultur.
Konkret strebt das Unternehmen an, den Anteil von Frauen in allen Qualifikationsbereichen konzernweit zu erhöhen. Insbesondere soll der Anteil weiblicher Führungskräfte bis 2030 von 14 % (Geschäftsjahr 2023/24) auf 18 % steigen. Führungskräfte werden definiert als Mitarbeiter:innen mit disziplinarischer Personalverantwortung, ausgenommen Vorstandsmitglieder. Die Zielhöhe basiert auf einer Auswertung der bisherigen Entwicklung sowie der aktuellen Geschlechterverteilung im Konzern.
Ziel: Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen
KPI
Frauenanteil bei Führungskräften
Einheit
in Prozent
Basiswert
u
Status
u
Zielwert
14 %
Geschäftsjahr 2023/24
15,5 %
Geschäftsjahr 2025/26
18 %
Geschäftsjahr 2029/30
Verantwortlichkeit & Monitoring
HR-Board
Umfang
Alle weiblichen Führungskräfte (Mitarbeiter:innen mit disziplinarischer Personalverantwortung, ausgenommen Vorstandsmitglieder)
Stakeholder:innen
Mitarbeiter:innen und Arbeitnehmer:innen-Vertretung
Adressiertes IRO
Chancengleichheit für alle Mitarbeiter:innen
Bezug zu Konzept
HR-Strategie 2030+
Die Festlegung der HR-Ziele im Bereich Female Empowerment erfolgt in einem partizipativen Prozess unter Einbindung der Mitarbeiter:innen und der Arbeitnehmer:innen-Vertretung. Hierzu zählen unter anderem regelmäßige Mitarbeiter:innen-Befragungen, der Austausch mit Interessenvertretungen, themenspezifische Arbeitsgruppen sowie regelmäßige Committees mit den Divisionspersonalleiter:innen. Ziel ist es, unterschiedliche Standpunkte zu berücksichtigen und die Relevanz sowie die Umsetzbarkeit der Ziele sicherzustellen.
Umsetzung und Zielerreichung werden durch regelmäßige Überprüfungen und Evaluierungen auf Basis quantitativer und qualitativer Indikatoren begleitet. Ergänzend kommen Feedback-Instrumente wie Mitarbeiter:innen-Befragungen und gemeinsame Aufarbeitungsformate mit der Belegschaft zum Einsatz, um zusätzliche Erkenntnisse zu gewinnen und gegebenenfalls Maßnahmen abzuleiten. Dieses Vorgehen stärkt das Engagement für Vielfalt und Inklusion und fördert eine offene und kollaborative Unternehmenskultur.
Das Ziel der Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen ist in der Unternehmensführung verankert. Es wird im Rahmen der laufenden Managementprozesse überwacht, bewertet und bei Bedarf durch Maßnahmen und Initiativen weiterentwickelt.
Zum Stichtag 31. März 2026 betrug der Gesamt-Anteil von Frauen im voestalpine-Konzern 16,6 % (2024/25: 16,4 %). Der Anteil lag bei Arbeiter:innen bei 7,3 % (2024/25: 7,3 %) und bei Angestellten bei 30,1 % (2024/25: 29,9 %). Der Anteil weiblicher Führungskräfte lag bei 15,5 % (2024/25: 14,4 %). In allen Kategorien war eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr festzustellen.
Ziel: Reduktion der Unfallhäufigkeit
Die Definition des Ziels orientiert sich an der internationalen Norm ISO 45001 sowie an nationalen und europäischen Zielsetzungen im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz. Insbesondere
berücksichtigt die voestalpine AG die Zielsetzungen der EU-Strategie für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz 2021–2027, die unter anderem das Leitbild einer „Vision Zero“ – also null Todesfälle durch Arbeitsunfälle – verfolgt. Ziel ist es, arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken systematisch zu reduzieren und das Sicherheitsniveau konzernweit an international anerkannte Standards anzupassen. Das health & safety-Committee, bestehend aus den jeweiligen Vertreter:innen der Divisionen und der Arbeitnehmer:innen-Vertretung, definiert die konzernalen Ziele, welche final vom health & safety-Board bestätigt und verabschiedet werden.
Die Umsetzung und Zielerreichung wird durch regelmäßige Überprüfungen und Evaluierungen im Rahmen der quartalsweise stattfindenden health & safety-Committee-Sitzungen bzw. der halbjährlich stattfindenden health & safety-Board-Sitzungen sichergestellt.
Die Lost Time Injury Frequency Rate (LTIFR) beschreibt die Unfallhäufigkeit anhand der Anzahl meldepflichtiger Arbeitsunfälle mit mehr als drei Ausfalltagen je eine Million geleisteter Arbeitsstunden. Um eine einheitliche Vergleichbarkeit sicherzustellen, wurden die Definitionen für meldepflichtige Unfälle, Ausfallstage und Arbeitsstunden konzernweit standardisiert – insbesondere vor dem Hintergrund unterschiedlicher nationaler Regelungen.
Die Reduktion der Unfallhäufigkeit trägt wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung bei, da sichere Arbeitsbedingungen ein zentrales Element menschenwürdiger Arbeit darstellen (vgl. SDG 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“) und die langfristige Einsatzfähigkeit sowie Gesundheit der Mitarbeiter:innen sichern.
Für die Mitarbeiter:innen bedeutet dies ein geringeres Risiko für Verletzungen sowie eine insgesamt sicherere und gesündere Arbeitsumgebung. Für das Unternehmen erhöht sich durch die systematische Prävention von Arbeitsunfällen die betriebliche Stabilität, es werden Ausfallzeiten verringert und die Arbeitgeberattraktivität wird gestärkt – insbesondere in sicherheitskritischen Arbeitsbereichen.
Im Bereich Sicherheit und Gesundheit verfolgt die voestalpine AG das Ziel, bis zum Ende des Geschäftsjahres 2029/30 die Unfallhäufigkeitsquote auf den Zielwert von 5,5 zu senken.
Die Überprüfung der Zielerreichung erfolgt durch die Konzernabteilung health & safety im Rahmen der konzernweiten Berichterstattungs- und Steuerungsprozesse.
Ziel: Reduktion der Unfallhäufigkeit
KPI
LTIFR
(Lost Time Injury Frequency Rate)
Einheit
Meldepflichtige Unfälle pro einer Million Arbeitsstunden
Basiswert
u
Status
u
Zielwert
16,1
Geschäftsjahr 2015/16
6,1
Geschäftsjahr 2025/26
5,5
Geschäftsjahr 2029/30
Verantwortlichkeit & Monitoring
health & safety-Committee und health & safety-Board
Umfang
Eigener Betrieb, Arbeitskräfte des Unternehmens (Mitarbeiter:innen und Fremdarbeitskräfte)
Stakeholder:innen
Arbeitskräfte des Unternehmens
Adressiertes IRO
» Arbeitsunfälle, Verletzungen und Berufskrankheiten
» Gesunde und sichere Arbeitsbedingungen in der voestalpine
Bezug zu Konzept
» Konzernrichtlinie health & safety und Sicherheitskodex
» Arbeitsschutzmanagementsysteme
Im Zusammenhang mit den IROs Attraktive Arbeitsbedingungen und Persönliche Entwicklung und Ausbildung gibt es keine konzernalen, zeitlich terminierten und ergebnisorientierten Ziele in Bezug auf die eigenen Arbeitskräfte. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Ausgestaltung und Steuerung
in diesen Bereichen überwiegend dezentral erfolgt und entsprechende Ziele auch auf dieser Ebene festgelegt werden.
S1-6 – Merkmale der Arbeitnehmer des Unternehmens
Die nachfolgenden Informationen werden nach Personenzahl in Köpfen dargestellt. Die Personenzahl ergibt sich aus der Summe von Arbeiter:innen und Angestellten, sowohl mit befristeten als auch mit unbefristeten Verträgen, inklusive der Anzahl der Lehrlinge. Sie bilden die Anzahl der Mitarbeiter:innen. Mitarbeiter:innen mit Null-Stunden-Verträgen sind im Konzern nicht beschäftigt.
Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die folgenden Kennzahlen auf den Bilanzstichtag 31. März 2026.
Zum Bilanzstichtag 31. März 2026 waren im voestalpine-Konzern weltweit 48.010 Mitarbeiter:innen beschäftigt (inklusive Lehrlinge). Davon wurden 1.526 Lehrlinge zum Stichtag 31. März 2026 im voestalpine-Konzern ausgebildet, was einem leichten Rückgang von 3,0 % bzw. 48 Personen zum Vorjahr (2024/25: 1.574) entspricht. 6.524 bzw. 13,6 % der Mitarbeiter:innen hatten einen befristeten Vertrag (2024/25: 6.854). Insgesamt hat sich die Zahl der Mitarbeiter:innen gegenüber dem Vorjahr um 1.288 bzw. um 2,6 % verringert .
Im Geschäftsbericht werden die Informationen nach S1-6 im Konzernabschluss, Punkt D.28. Angaben zu Arbeitnehmer:innen dargestellt.
Mitarbeiter:innen NACH GESCHLECHT
Personenzahl, jeweils zum Stichtag 31.03.
Geschlecht
2024/25
2025/26
Männlich
41.114
40.006
Weiblich
8.184
8.000
Divers
0
0
Nicht angegeben1
–
4
Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen
49.298
48.010
1 Kategorie "Nicht angegeben" wurde im Geschäftsjahr 2025/26 erstmalig erhoben.
Mitarbeiter:innen NACH LÄNDERn
Personenzahl in Ländern mit Unternehmen >50 Arbeitnehmer:innen und >10 % der Konzernbelegschaft, jeweils zum Stichtag 31.03.
Geschlecht
Österreich
Deutschland
2024/25
2025/26
2024/25
2025/26
Männlich
20.520
20.264
5.297
4.925
Weiblich
3.803
3.775
1.109
1.014
Divers
0
0
0
0
Nicht angegeben1
–
0
–
0
Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen
24.323
24.039
6.406
5.939
1 Kategorie "Nicht angegeben" wurde im Geschäftsjahr 2025/26 erstmalig erhoben.
Mitarbeiter:innen NACH Vertragsart UND GESCHLECHT
Personenzahl, jeweils zum Stichtag 31.03.
Weiblich
Männlich
Divers
Nicht angegeben1
Gesamt
2024/25
Mitarbeiter:innen
8.184
41.114
0
–
49.298
Mitarbeiter:innen mit unbefristeten Arbeitsverträgen
6.926
35.518
0
–
42.444
Mitarbeiter:innen mit befristeten Arbeitsverträgen
1.258
5.596
0
–
6.854
Abrufkräfte
0
0
0
–
0
1 Kategorie "Nicht angegeben" wurde im Geschäftsjahr 2025/26 erstmalig erhoben.
Weiblich
Männlich
Divers
Nicht angegeben
Gesamt
2025/26
Mitarbeiter:innen
8.000
40.006
0
4
48.010
Mitarbeiter:innen mit unbefristeten Arbeitsverträgen
6.816
34.666
0
4
41.486
Mitarbeiter:innen mit befristeten Arbeitsverträgen
1.184
5.340
0
0
6.524
Abrufkräfte
0
0
0
0
0
Zahlreiche Maßnahmen im voestalpine-Konzern zielen darauf ab, Wissen und Erfahrung der Mitarbeiter:innen bestmöglich zu nutzen und ihre Zufriedenheit zu stärken. Dies trägt auch dazu bei, die Fluktuationsrate so gering wie möglich zu halten. Auf Basis der Gesamtzahl der zum Bilanzstichtag beschäftigten Mitarbeiter:innen (exklusive Lehrlinge) in der Höhe von 46.484 lag im Geschäftsjahr 2025/26 die Fluktuationsrate für Dienstverhältnisse, die einvernehmlich oder durch Mitarbeiter:innen beendet wurden, bei 7,5 % (2024/25: 7,8 %). Insgesamt verließen 5.622 Mitarbeiter:innen (exklusive Lehrlinge) das Unternehmen (2024/25: 5.577) (z. B. Kündigung, Auslaufen von nicht verlängerten befristeten Verträgen, Pensionierung, Tod), um 45 Mitarbeiter:innen mehr als im Geschäftsjahr 2024/25. Das entspricht einer Gesamtfluktuationsquote von 12,1 % bzw. um 0,4 %-Punkte mehr als im Vorjahr (2024/25: 11,7 %) (siehe Konzernabschluss, Punkt D.28. Angaben zu Arbeitnehmer:innen).
S1-8 – Tarifvertragliche Abdeckung und sozialer Dialog
Die voestalpine AG bekennt sich zur Vereinigungsfreiheit und zum Recht der Mitarbeiter:innen, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Gewerkschaften vertreten die Interessen der Mitarbeiter:innen und verhandeln mit der Arbeitgeberseite faire Arbeitsbedingungen, die, vor allem in Form von Löhnen, Gehältern, Arbeitszeiten und Urlaubsansprüchen, in Tarifverträgen schriftlich geregelt sind. Diese können von Land zu Land unterschiedlich sein. Zum Bilanzstichtag 2025/26 waren im voestalpine-Konzern 36.959 Mitarbeiter:innen (inklusive Lehrlinge), das sind 77,0 %, durch einen Tarifvertrag abgedeckt (2024/25: 38.378 bzw. 77,8 %). Bei Gesellschaften im EWR-Raum betrug die Abdeckungsquote 87,7 % bzw. 32.753 (2024/25: 33.839 bzw. 88,7 %) von insgesamt 37.350 Mitarbeiter:innen (inklusive Lehrlinge). Mit 96,9 % (2024/25: 98,8 %) in Österreich und 64,9 % (2024/25: 65,4 %) in Deutschland ist eine erhebliche Anzahl von Mitarbeiter:innen des Konzerns tarifvertraglich abgedeckt.
Neben den Tarifverträgen werden in vielen Konzerngesellschaften die Interessen der Mitarbeiter:innen durch einen Betriebsrat vertreten. Einen besonderen Stellenwert nehmen dabei Österreich und Deutschland ein, wobei 29.978 (62,4 %) der weltweit beschäftigten 48.010
Mitarbeiter:innen auf diese beiden Länder entfallen. Davon werden in Österreich wie im Vorjahr 98,6 % und in Deutschland 88,1 % der Beschäftigten durch eine:n Betriebsrat:rätin vertreten.
TARIFVERTRAGLICHE ABDECKUNGSQUOTE UND SOZIALER DIALOG
zum Stichtag 31.03.2026, keine Veränderung zum Vorjahr
2025/26
Tarifvertragliche Abdeckung Mitarbeiter:innen
Sozialer Dialog
Mitarbeiter:innen – EWR1
Mitarbeiter:innen – Nicht-EWR2
Vertretung am Arbeitsplatz (nur EWR3)
Abdeckungsquote
0–59 %
60–79 %
Deutschland
80–100 %
Österreich
Deutschland, Österreich
1 Für EWR-Länder mit > 50 Mitarbeiter:innen, die > 10 % der Gesamtzahl ausmachen.
2 Nicht-EWR-Länder (Schätzung für Regionen mit > 50 Mitarbeiter:innen, die > 10 % der Gesamtzahl ausmachen).
3 Nur für EWR-Länder mit > 50 Mitarbeiter:innen, die > 10 % der Gesamtzahl ausmachen.
S1-9 – Diversitätskennzahlen
Oberste Führungsebene
Die oberste Führungsebene des voestalpine-Konzerns (mit Hauptsitz in Linz) umfasst den Vorstand der voestalpine AG sowie die Geschäftsführungen der Divisionsleitgesellschaften. Am Ende des Berichtsjahres lag der Anteil von Frauen in dieser obersten Führungsebene, gleich wie im Vorjahr, bei 11,1 %.
GESCHLECHTERVERTEILUNG AUF OBERSTER FÜHRUNGSEBENE
Top-Management
Anzahl
Quote
2025/26
2025/26
Männlich
16
88,9 %
Weiblich
2
11,1 %
Divers
0
0,0 %
Nicht angegeben1
0
0,0 %
Gesamt
18
100,0 %
1 Kategorie "Nicht angegeben" wurde im Geschäftsjahr 2025/26 erstmalig erhoben.
Altersstruktur im Konzern
Eine ausgewogene Altersstruktur trägt dazu bei, Wissenstransfer zu sichern, altersbedingte Abgänge planbar zu gestalten und personelle Engpässe zu vermeiden. Sie erleichtert es, ausscheidende Mitarbeiter:innen zeitnah zu ersetzen. Voraussetzung dafür ist, dass sich Mitarbeiter:innen mit der voestalpine AG verbunden fühlen und langfristig gehalten werden können. Zum Stichtag 31. März 2026 betrug das Durchschnittsalter der Mitarbeiter:innen ohne Lehrlinge im voestalpine-Konzern 42,2 Jahre (2024/25: 41,7 Jahre). Die folgende Tabelle zeigt die Altersverteilung der Belegschaft (ohne Lehrlinge):
AltersStruktur der Mitarbeiter:innen (Ohne Lehrlinge)
Anzahl
Quote
2024/25
2025/26
2024/25
2025/26
Unter 30 Jahre
8.795
8.204
18,4 %
17,6 %
30 bis 50 Jahre
26.517
25.981
55,6 %
55,9 %
Über 50 Jahre
12.412
12.299
26,0 %
26,5 %
S1-10 – Angemessene Entlohnung
Die voestalpine sichert soziale Mindeststandards konzernweit über den Verhaltenskodex. Kapitel 5 Gesellschaftliche Verantwortung enthält unter dem Punkt „Vergütung“ die Verpflichtung, dass die „Bezahlung den anwendbaren gesetzlichen und kollektivvertraglichen Regelungen entsprechen und ausreichen muss, um die Grundbedürfnisse der Arbeitskräfte und ihrer Familien zu decken und ihnen einen angemessenen Lebensstandard zu ermöglichen“.
Die Umsetzung dieser Vorgabe ist in jeder Konzerngesellschaft sicherzustellen. Die jeweilige Geschäftsführung bestätigt die Einhaltung der Richtlinie alle zwei Jahre mittels Unterschrift. Ab dem Geschäftsjahr 2025/26 werden Stichproben von Gesellschaften einer Überprüfung unterzogen.
Die Stichprobenprüfung umfasste 32 voestalpine-Gesellschaften, die angegeben hatten, dass ihre Mitarbeiter:innen durch keinen Tarifvertrag abgedeckt waren. Die Antworten wurden in Form eines elektronischen Fragenkatalogs erhoben. Die Fragen bezogen sich auf Einhaltung gesetzlicher Mindesstandards bzw., wenn es keine gesetzliche Regelung gab, auf andere nationale oder internationale Referenzwerte. War kein geregelter Referenzwert vorhanden, so mussten die Gesellschaften den Mindestlohn je Stunde laut Wage Indicator als Referenzwert heranziehen.
In allen Ländern der geprüften Gesellschaften sind die Entgeltzahlungen gesetzlich geregelt. Die Prüfung ergab, dass keine Mitarbeiter:innen der betroffenen Gesellschaften unter dem gesetzlich festgelegten Mindeststandard entlohnt werden.
S1-14 – Kennzahlen für Gesundheitsschutz und Sicherheit
Nachfolgende quantitative Informationen zum Gesundheitsschutz und zur Sicherheit am Arbeitsplatz beziehen sich auf die Arbeitskräfte des voestalpine-Konzerns. Angaben zu Fremdarbeitskräften sind gemäß den Übergangsbestimmungen der ESRS noch nicht zu berichten.
Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden im voestalpine-Konzern 507 (2024/25: 597) meldepflichtige Arbeitsunfälle registriert. Die konzernweit einheitlich erhobene Unfallhäufigkeitsquote (Lost Time Injury Frequency Rate, LTIFR) gibt die Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle mit mehr als drei Ausfalltagen je einer Million geleisteter Arbeitsstunden an. Für das Berichtsjahr beträgt sie 6,1 (2024/25: 7,0). Bedauerlicherweise kam es auch zu einem tödlichen Arbeitsunfall eines voestalpine-Mitarbeiters (2024/25: zwei).
Mittels eines konzernweiten health & safety-Webtools werden auch Beinahe-Unfälle systematisch erfasst. Auf Basis der Analyse der Ereignismeldungen werden bei Bedarf Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet und dokumentiert.
Dank konsequenter unterstützender health & safety-Maßnahmen in den Divisionen wurde die Zahl der Arbeitsunfälle in den letzten Jahren deutlich reduziert. Laufende Präsenzschulungen an allen Standorten trugen zur weiteren Senkung der Unfallhäufigkeit im Geschäftsjahr 2025/26 bei.
Die LTIFR-Kennzahl wird konzernweit erhoben und über ein internes System ausgewertet.
ENTWICKLUNG DER UNFALLHÄUFIGKEITSQUOTE (LTIFR)
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'
S1-16 – Vergütungskennzahlen (Verdienstunterschiede und Gesamtvergütung)
Um eine Darstellung der Einkommensschere zwischen Männern und Frauen im Konzern zu ermitteln, wurde der Gender Pay Gap auf Basis der Jahresgesamtvergütung (fixe und variable Bestandteile sowie Sachbezug), der Sollstunden und der ausbezahlten Überstunden ermittelt. Durch die Sollstunden kann die verfügbare Kapazität von Teilzeitkräften berücksichtigt werden. Damit eine valide Vergleichbarkeit gemessen werden kann, wurden bei den Führungskräften der Vorstand nicht miteinbezogen, da seine Mitglieder nicht zu den Arbeitnehmer:innen zählen.
Auch Lehrlinge sind in der Berechnung nicht enthalten. Das Lehrlingseinkommen stellt eine Ausbildungsvergütung dar, die sich am Ausbildungsfortschritt orientiert und nicht an der tatsächlichen Arbeitsleistung oder am Marktwert. In der voestalpine richtet sich die Höhe des Lehrlingseinkommens ausschließlich nach den jeweils anwendbaren Kollektivverträgen und steht nicht zur freien Disposition zwischen Lehrling und Unternehmen. Weder das Geschlecht noch das Beschäftigungsausmaß von Lehrlingen haben Einfluss auf die Entlohnungsstruktur. Die von den Gesellschaften berichteten Daten wurden zunächst in Landeswährung auf individueller Ebene erfasst und anschließend zum Zweck der Vergleichbarkeit einheitlich in Euro umgerechnet. Im voestalpine-Konzern lag der Gender Pay Gap (ohne Vorstand) bei 15,2 % und ist gegenüber dem Vorjahr1 (13,5 %) geringfügig um 1,7 %-Punkte gestiegen. Der Unterschied lässt sich unter anderem durch unterschiedliche Einsatzgebiete (Dienstleistungssektor, Produktionsbetriebe, etc.), leichte Reduktion von vorwiegend männlich besetzten Produktionsarbeitsplätzen und die Abfertigungszahlungen für Pensionierungen von männlichen Babyboomern erklären.
Das Verhältnis der jährlichen Gesamtvergütung des Medians aller Mitarbeiter:innen (ohne Vorstand) im Vergleich zur:zum Höchstverdienenden beträgt im Geschäftsjahr 2025/26 1:63,9 (2024/25: 1:64,2).
In die Gesamtvergütung fließen neben dem fixen Bruttogehalt auch variable Entgeltbestandteile und Sachbezugswerte (Dienst-Pkw, Dienstwohnung, freiwillige gewährte Versicherungen) ein. Der Konzern-Median wurde mittels eines statistischen Näherungsverfahrens ermittelt, da für ausländische Gesellschaften systembedingt nur aggregierte Vergütungsdaten vorliegen, während für Österreich vollständige Einzeldaten verfügbar sind. Die Näherung basiert auf landesspezifischen Gewichtungsfaktoren unter Berücksichtigung vergleichbarer Gehaltsniveaus. Eine nachträgliche Plausibilitätsprüfung bestätigte lediglich geringfügige, wirtschaftlich unbedeutende Abweichungen.
1 Vorjahreswert wurde rückwirkend von 19,8 % auf 13,5 % angepasst (Details siehe BP-2).
S1-17 – Vorfälle, Beschwerden und schwerwiegende Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten
Hinweise zu Compliance- und Menschenrechtsverstößen können anonym oder unter Offenlegung der Identität über unterschiedliche interne und zentrale Meldestellen, wie das Hinweisgeber:innen-System, abgegeben werden. Detailliertere Informationen zu den Kanälen, über die Bedenken geäußert werden können, finden sich in den Kapiteln S1-3 und G1-1.
Im Geschäftsjahr 2025/26 sind 50 Meldungen (2024/25: 24) über die eingerichteten Meldestellen eingelangt. 34 Fälle wurden über das Hinweisgeber:innen-System und 16 Fälle über E-Mail-Postfächer gemeldet. Jeder Fall wurde bewertet und abgehandelt, wobei bei zwei Fällen noch kein Ergebnis vorliegt. Von den 48 kategorisierten Fällen können 13 Fälle (2024/25: 7) der Diskriminierung in Form von Mobbing, Bossing und Nicht-Inklusion zugeordnet werden. 10 Meldungen betreffen fehlende Wertschätzung und 3 Fälle betreffen Verstöße gegen das Arbeitsrecht. 4 Meldungen sind mögliche Verfehlungen im Privatbereich von Mitarbeiter:innen und 18 Fälle betreffen allgemeine Beschwerden. Bereits vor zwei Jahren wurde in einem Fall von Kündigungen ein Gerichtsverfahren eingeleitet, welches noch anhängig ist. Bei keinem der eingelangten 50 Hinweise handelte es sich um eine Form von Menschenrechtsvergehen. Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden, wie auch im Vorjahr, keine Geldbußen bzw. Schadenersatzzahlungen aufgrund von Menschenrechtsverletzungen getätigt.
Kennzahlenübersicht
ESRS-Offenlegungs-anforderung
Para-graf
Datenpunkt/Metrik
Grundlage für die Erstellung und Beschreibung der Annahmen und Methodik
Informationen über Quellen für ein hohes Maß an Messunsicherheiten und Informationen zur Messung
S1-6 – Merkmale der Arbeitnehmer:innen des Unternehmens
50a
Mitarbeiter:innen nach Geschlecht
Anzahl der Mitarbeiter:innen (in Köpfen) je Geschlecht, inklusive Lehrlinge und Abrufkräfte, exklusive Praktikant:innen (Ferialzeit oder aufgrund von Schulausbildungen), freie Dienstnehmer:innen, Diplomand:innen/Dissertant:innen
Gering – Abbildung der Daten in den Gesellschaften
S1-6 – Merkmale der Arbeitnehmer:innen des Unternehmens
50a
Mitarbeiter:innen nach Ländern
Anzahl der Mitarbeiter:innen (in Köpfen) je Land, inklusive Lehrlinge und Abrufkräfte, exklusive Praktikant:innen (Ferialzeit oder aufgrund von Schulausbildungen), freie Dienstnehmer:innen, Diplomand:innen/Dissertant:innen. Nur Deutschland und Österreich inkludiert
Gering – Abbildung der Daten in den Gesellschaften
S1-6 – Merkmale der Arbeitnehmer:innen des Unternehmens
50b
Mitarbeiter:innen nach Vertragsart und Geschlecht
Unterscheidung zwischen unbefristeten Arbeitsverträgen, befristeten Arbeitsverträgen und Abrufkräften (z. B. Gelegenheitsbeschäftigte, Null-Stunden-Verträge)
Gering – Abbildung der Daten in den Gesellschaften
S1-6 – Merkmale der Arbeitnehmer:innen des Unternehmens
50c
Gesamtzahl der Arbeitnehmer:innen, die das Unternehmen verlassen haben, und die Quote ​der Fluktuation
Gesamtzahl der Mitarbeiter:innen (exklusive Lehrlinge), die die Gesellschaft freiwillig (Lösung durch Dienstnehmer:in), im beidseitigen Einverständnis, aufgrund einer Lösung durch die:den Dienstgeber:in, aufgrund des Eintritts in den Ruhestand, aufgrund einer Berufsunfähigkeitspensionierung oder durch Tod extern verlassen haben (keine Übertritte in eine andere voestalpine-Gesellschaft). Durchschnittliche Jahreswerte zum Stichtag 31. März des Vorjahres + 31. März des aktuellen Geschäftsjahres
Gering – Abbildung der Daten in den Gesellschaften
S1-8 – Tarifvertragliche Abdeckung und sozialer Dialog
60a
Tarifvertragliche Abdeckung der Arbeitnehmer:innen
Tarifvertragliche Abdeckung in Prozent = Zahl der tarifvertraglich abgedeckten Mitarbeiter:innen in Köpfen/Gesamtzahl Mitarbeiter:innen in Köpfen. Tarifverträge sind definiert als „alle schriftlichen Vereinbarungen über Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen, die zwischen einer:einem Arbeitgeber:in, einer Gruppe von Arbeitgeber:innen oder einer oder mehreren Arbeitgeber:innen-Organisationen einerseits und einer oder mehreren repräsentativen Arbeitnehmerorganisationen (Gewerkschaften) andererseits geschlossen werden“.
Gering – Abbildung der Daten in den Gesellschaften
S1-8 – Tarifvertragliche Abdeckung und sozialer Dialog
60b
Tarifvertragliche Abdeckung der Arbeitnehmer:innen auf Länderbasis (EWR-Länder)
Die Angabepflichten zu Tarifverträgen im Europäischen Wirtschaftsraum betreffen ausschließlich die voestalpine-Gesellschaften in Österreich und Deutschland, da nur in diesen Ländern die Schwellenwerte gemäß ESRS S1-8 (mindestens 50 Arbeitnehmer:innen und zugleich mindestens 10 % der Gesamtbelegschaft) erreicht werden.
Gering – Abbildung der Daten in den Gesellschaften
S1-8 – Tarifvertragliche Abdeckung und sozialer Dialog
63a
Abdeckung durch Arbeitnehmer:innen-Vertretungen auf Länderbasis
Der Begriff „Arbeitnehmervertreter:in“ bezieht sich auf ​
Gering – Abbildung der Daten in den Gesellschaften
i. von Gewerkschaften oder von Mitgliedern solcher Gewerkschaften gemäß den nationalen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten benannte oder gewählte Gewerkschaftsvertreter:innen.
ii. ordnungsgemäß gewählte Vertreter:innen, die von den Arbeitnehmer:innen der Organisation frei gewählt werden und nicht gemäß den nationalen Rechts- und Verwaltungsvorschriften oder Tarifverträgen von der:dem Arbeitgeber:in dominiert oder kontrolliert werden und zu deren Aufgaben nicht Tätigkeiten gehören, die in dem betreffenden Land ausschließlich den Gewerkschaften vorbehalten sind, und die nicht dazu benutzt werden, die Position der betreffenden Gewerkschaften oder ihrer Vertreter:innen zu untergraben.
ESRS-Offenlegungs-anforderung
Para-graf
Datenpunkt/Metrik
Grundlage für die Erstellung und Beschreibung der Annahmen und Methodik
Informationen über Quellen für ein hohes Maß an Messunsicherheiten und Informationen zur Messung
S1-9 – Diversitätskennzahlen
66a
Geschlechter-verteilung auf oberster Führungsebene
Die oberste Führungsebene definiert sich aus dem Vorstand der voestalpine AG sowie den Geschäftsführungen der Divisionsleitgesellschaften.
Gering – Abbildung der Daten in den Gesellschaften
S1-9 – Diversitätskennzahlen
66b
Altersstruktur der Mitarbeiter:innen
Summe der Mitarbeiter:innen (exklusive Lehrlinge) zum Stichtag 31. März, aufgeteilt in die Altersgruppen: 1) < 30 Jahre, 2) 30–50 Jahre und 3) > 50 Jahre
Gering – Abbildung der Daten in den Gesellschaften
ESRS S1-10 – Angemessen entlohnte Arbeitskräfte
70
Wenn nicht alle Arbeitskräfte des Unternehmens eine angemessene Entlohnung im Einklang mit den geltenden Referenz-werten erhalten, sind die Länder anzugeben, in denen die Arbeitskräfte unter dem geltenden Referenzwert für eine angemessene Entlohnung entlohnt werden, sowie der Prozentsatz der Arbeitskräfte, deren Lohn unter dem Referenzwert des jeweiligen Landes liegt.
Gemäß Verhaltenskodex der voestalpine AG wird im Kapitel 5 Gesellschaftliche Verantwortung unter dem Passus „Vergütung“ festgehalten, dass die Bezahlung der Arbeitskräfte den anwendbaren gesetzlichen und kollektivvertraglichen Regelungen entsprechen und ausreichen muss, um die Grundbedürfnisse der Arbeitskräfte und ihrer Familien zu decken und ihnen einen angemessenen Lebensstandard zu ermöglichen. Diese Konzernrichtlinie ist von allen Gesellschaften, an denen die voestalpine AG direkt oder indirekt mit zumindest 50 % beteiligt ist oder bei denen sie auf andere Art Kontrolle ausübt, einzuhalten.
–
S1-14 – Kennzahlen für Gesundheitsschutz und Sicherheit
88a
Prozentsatz der Arbeitskräfte, die vom Management-system für Gesundheit und Sicherheit abgedeckt sind
Summe der Mitarbeiter:innen der zertifizierten Gesellschaften / Summe der Mitarbeiter:innen der wesentlichen Gesellschaften * 100
Gering – Abbildung der Daten in den Gesellschaften via Safety Webtool
S1-14 – Kennzahlen für Gesundheitsschutz und Sicherheit
88b
Zahl der Todesfälle, die auf arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen zurückzuführen sind
Summe der Todesfälle
» nach Arbeitsunfall mit Todesfolge und
» nach arbeitsbedingter Erkrankung (erst ab 2. Berichtsjahr, da Übergangsbestimmung)
Gering – Abbildung der Daten in den Gesellschaften
S1-14 – Kennzahlen für Gesundheitsschutz und Sicherheit
88c
Zahl und Quote der meldepflichtigen Arbeitsunfälle
Wird berechnet basierend auf LTIFR (Lost Time Injury Frequency Rate: beschreibt die Unfallhäufigkeit anhand der Anzahl meldepflichtiger Arbeitsunfälle mit mehr als drei Ausfalltagen je Million geleisteter Arbeitsstunden). Berichtsumfang umfasst alle personalführenden Gesellschaften.
Gering – Abbildung der Daten in den Gesellschaften
S1-16 – Vergütungs-kennzahlen
97a
Geschlechts-spezifisches Verdienstgefälle, d. h. die Differenz zwischen dem Durchschnitts-einkommen von weiblichen und männlichen Mitarbeiter:innen, ausgedrückt als Prozentsatz des Durchschnitts-einkommens männlicher Mitarbeiter
Die Kennzahl wird auf Basis des im Geschäftsjahr ausbezahlten Bruttoverdienstes (fix + variabel) und anfallendem Sachbezug der Mitarbeiter:innen je Mann und Frau berechnet. Die fixe Vergütung wird aus Grundgehalt, Zulagen, Zuschlägen, bezahlten Überstunden, Nebenleistungen, Sonderzahlungen und Pensionsvorsorge ermittelt. Die variable Vergütung wird definiert aus Erfolgsprämie, Zielprämie und sonstigen Prämien. Zu den Sachbezügen zählen Dienst-Pkw, Dienstwohnung und freiwillig gewährte Versicherungen.
Gering – Abbildung der Daten in den Gesellschaften
ESRS-Offenlegungs-anforderung
Para-graf
Datenpunkt/Metrik
Grundlage für die Erstellung und Beschreibung der Annahmen und Methodik
Informationen über Quellen für ein hohes Maß an Messunsicherheiten und Informationen zur Messung
S1-16 – Vergütungs-kennzahlen
97b
Verhältnis der jährlichen Gesamtvergütung der am höchsten bezahlten Einzelperson zum Median der jährlichen Gesamtvergütung aller Arbeitnehmer:innen
Die Kennzahl wird auf Basis des im Geschäftsjahr ausbezahlten Bruttoverdienstes (fix + variabel) und anfallendem Sachbezug der Mitarbeiter:innen je Mann und Frau berechnet. Die fixe Vergütung wird aus Grundgehalt, Zulagen, Zuschlägen, bezahlten Überstunden, Nebenleistungen, Sonderzahlungen und Pensionsvorsorge ermittelt. Die variable Vergütung wird definiert aus Erfolgsprämie, Zielprämie und sonstigen Prämien. Zu den Sachbezügen zählen Dienst-Pkw, Dienstwohnung und freiwillig gewährte Versicherungen.
Gering
S1-17 – Vorfälle, Beschwerden und schwerwiegende Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten
103a
Gesamtzahl der im ​Berichtszeitraum gemeldeten Fälle von Diskriminierung einschließlich Belästigung ​
Anzahl der Fälle, die über die konzernal eingerichteten Kanäle berichtet werden: Hinweisgeber:innen-System, E-Mail-Adresse der:des konzernalen Menschenrechtsbeauftragten (Group Sustainability), E-Mail an die konzernale Compliance-Stelle (Recht, Beteiligungen und Compliance) oder Leitung Group Human Resources
Hinweisgeber:innen-System, sonstige Meldekanäle lt. Verhaltenskodex
S1-17 – Vorfälle, Beschwerden und schwerwiegende Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten
103b
Zahl der Beschwerden, die über Kanäle von den Arbeitskräften des Unternehmens geäußert wurden (einschließlich Beschwerde-mechanismen)
Anzahl der Fälle, die über konzernal eingerichtete Kanäle hinaus an den Group Compliance Officer, die Leitung Group Sustainability oder die Leitung Group Human Resources berichtet werden
Weitere Meldekanäle lt. Verhaltenskodex bzw. direkte Meldung an Führungskräfte
S1-17 – Vorfälle, Beschwerden und schwerwiegende Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten
103c
Gesamtbetrag der wesentlichen Geldbußen, Sanktionen und Schadenersatz-zahlungen im Zusammenhang mit den vorstehend beschriebenen Vorfällen und Beschwerden
Auflistung der gerichts- oder behördenanhängigen Menschenrechtsverletzungen und Diskriminierungen inkl. sexueller Belästigung im Litigation Report zum 31.03.2026
Gering
S1-17 – Vorfälle, Beschwerden und schwerwiegende Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten
104a
Zahl der schwerwiegenden Vorfälle in Bezug auf Menschenrechte im Zusammenhang mit Arbeitskräften
Summe der schwerwiegenden Vorfälle in Bezug auf Menschenrechte im Zusammenhang mit Arbeitskräften, die über die konzernal eingerichteten Kanäle gemäß Punkt 7 des Verhaltenskodex der voestalpine berichtet werden
Unzureichende Weiterleitung von Hinweisen: Wenn ein:e Meldungsempfänger:in diese nicht an die zuständige konzernale Stelle weiterleitet, wird der Fall konzernweit nicht erfasst.
S1-17 – Vorfälle, Beschwerden und schwerwiegende Auswirkungen im Zusammenhang mit Menschenrechten
104b
Gesamtbetrag der Geldbußen, Sanktionen und Schadenersatz-zahlungen im Zusammenhang mit schwerwiegenden Menschenrechts-vorfällen gegenüber den Arbeitskräften des Unternehmens sowie Abgleich mit dem im Abschluss ausgewiesenen maßgeblichen Betrag
Summe der in der Auflistung der gerichts- oder behördenanhängigen Menschenrechtsverletzungen und Diskriminierungen inkl. sexueller Belästigung im Litigation Report zum 31.03.2026 angeführten Geldbußen und Schadenersatzzahlungen im Zusammenhang mit schwerwiegenden Vorfällen in Bezug auf Menschenrechte im Zusammenhang mit den Arbeitskräften
–
ESRS S2 ARBEITSKRÄFTE IN DER WERTSCHÖPFUNGSKETTE
Die voestalpine bezieht weltweit unterschiedlichste Materialien, Produkte und Dienstleistungen von zahlreichen Lieferant:innen. Ihre Erzeugnisse – meist Halbfertigerzeugnisse – liefert sie an Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Ländern. Die Analyse indirekter Auswirkungen und die Steuerung von Risiken entlang der Wertschöpfungskette konzentrieren sich derzeit vor allem noch auf den vorgelagerten Bereich, im Konkreten auf die Lieferkette.
Die Einkaufsgrundsätze orientieren sich an der Konzernstrategie 2030+ und der Nachhaltigkeitsstrategie. Dabei strebt die voestalpine an, (potenzielle) negative Auswirkungen in der Wertschöpfungskette und damit verbundene Risiken für das Unternehmen zu minimieren.
Im Lieferkettenmanagement erfasst die voestalpine unter anderem arbeits- und menschenrechtliche Auswirkungen, die mit den Aktivitäten von Lieferant:innen verbunden sind. Das Unternehmen verfolgt einen risikobasierten Ansatz, der branchenspezifische und länderspezifische Risiken berücksichtigt. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf Lieferant:innen, die Rohstoffe und Vorprodukte wie Erze, Legierungen und weitere Metalle erzeugen. Im Rahmen der Vorbereitung auf die Anforderungen der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) soll der bestehende Due-Diligence-Prozess kontinuierlich ausgeweitet und ein konzernweites Management der Sorgfaltspflicht umgesetzt werden. Dies umfasst auch die Erarbeitung von Rollen, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten.
Verletzungen von Arbeits- oder Menschenrechten – etwa durch Kinder- oder Zwangsarbeit – können unangemessene oder missbräuchliche Arbeitsbedingungen mit sich ziehen. Bei Verletzungen drohen Sanktionen, Reputationsverluste und daraus resultierend der Verlust von Kund:innen. Diese Auswirkung wurde im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse als wesentlich eingestuft (siehe ESRS 2, Angabe IRO-1). Eine Übersicht über alle wesentlichen IROs findet sich in der Angabe SBM-3 im Kapitel ESRS 2. Die nachfolgende Tabelle enthält spezifische Angaben zu SBM-3:
Thema-/Unter-(Unter)thema
Auswirkung, Risiko, Chance (IRO)
Beschreibung
Wertschöpfungs-kette
Zeithorizont
Betroffene Stakeholder:innen
Arbeitnehmer-rechte und -bedingungen in der Wertschöpf-ungskette
™
Unangemessene oder missbräuchliche Arbeits-bedingungen in der Wertschöpfungskette
In der Wertschöpfungskette der voestalpine können Arbeiternehmer:innen tätig sein, die schlechten oder missbräuchlichen Arbeitsbedingungen und Diskriminierung ausgesetzt sind, wie z. B. niedrige Löhne, lange Arbeitszeiten, unsichere oder ungesunde Umgebungen sowie Zwangs- oder Kinderarbeit.
uww
˜˜˜˜
Arbeitskräfte in der Lieferkette, lokale Gemeinschaften

Lieferant:innen​

Gesetzgeber:innen

Lokale, nationale und internationale Behörden
Legende
˜
tatsächlich positive Auswirkung
™
potenziell positive Auswirkung
Ì
Chance
uww
vorgelagert
wuw
eigener Betrieb
wwu
nachgelagert
˜
tatsächlich negative Auswirkung
™
potenziell negative Auswirkung
!
Risiko
˜™™™
< 1 Jahr
™˜™™
1–5 Jahre
™™˜™
5–10 Jahre
™™™˜
10+ Jahre
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
S2-1 – Konzepte im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette
Die voestalpine verpflichtet sich zur Achtung der Menschen- und Arbeitsrechte entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese Verpflichtung gilt nicht nur für die eigenen Gesellschaften, sondern auch für Geschäftspartner:innen. Die Anforderungen an sie sind im Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen festgelegt, der zusammen mit dem Due Diligence User Manual (Details siehe G1-2), der Human Rights Policy (Details siehe S1-1), der Einkaufsrichtlinie des Konzerns, den „Allgemeinen Einkaufsbedingungen (AEB)“ sowie der Roadmap Nachhaltige Lieferkette die Grundlage für eine verantwortungsbewusste Zusammenarbeit und die Erfüllung der Sorgfaltspflicht in der Wertschöpfungskette bildet.
Diese Richtlinien der voestalpine zur Reduzierung von (potenziellen) negativen Auswirkungen in der Lieferkette berücksichtigen sowohl rechtliche Vorgaben als auch internationale Rahmenwerke wie die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, die Prinzipien des UN Global Compact, die Internationale Menschenrechtscharta und das Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die wichtigsten international anerkannten Rahmenwerke für die Umsetzung der menschenrechtlichen und ökologischen Sorgfaltspflicht, mit denen die genannten Konzepte im Einklang stehen.
Überblick über international anerkannte Rahmenwerke für die menschenrechtliche Sorfaltspflicht
Organisation
Leitlinie
Details
United Nations (UN)
UN Guiding Principles on Business and Human Rights (UNGPs)
»
Grundlegender Rahmen für Unternehmensverantwortung und Menschenrechte
»
Leitfaden für Unternehmen, Regierungen und die Zivilgesellschaft bei ihren Bemühungen zur Vermeidung und Bewältigung des Risikos negativer Auswirkungen auf die Menschenrechte
International Labor Organization (ILO)
Declaration on Fundamental Principles and Rights at Work
»
Zuständige Stelle für die Festlegung und Einhaltung internationaler Arbeitsnormen und die Förderung der Grundrechte am Arbeitsplatz
Organization for Economic Cooperation and Development (OECD)
OECD Due Diligence Guidance for Responsible Business Conduct
»
Bietet praktische Anleitung in Schlüsselbereichen wie Klimawandel, Biodiversität, Technologie, Unternehmensintegrität und Sorgfaltspflicht in der Lieferkette
»
Verweist auf andere internationale Standards sowie auf internationale Verpflichtungen und Regelwerke (z. B. Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, Pariser Abkommen)
»
Repräsentiert ein gemeinsames Verständnis von Regierungen und Stakeholder:innen in Bezug auf die Sorgfaltspflicht für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln
VERHALTENSKODEX FÜR GESCHÄFTSPARTNER:INNEN UND ALLGEMEINE EINKAUFSBEDINGUNGEN (AEB)
Im Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen und den Allgemeinen Einkaufsbedingungen der voestalpine (AEB), die für alle Lieferant:innen gelten, sind zahlreiche Kriterien verankert, die eine nachhaltige Beschaffung fördern und insbesondere die Einhaltung der Menschenrechte sicherstellen sollen. Etwaige Abweichungen bzw. Nicht-Einhaltungen in Bezug auf die international anerkannten Rahmenwerke, wie beispielsweise die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte oder die Erklärung der IAO über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit, können über das etablierte Beschwerdeverfahren gemeldet werden.
Aufgrund gestiegener rechtlicher Anforderungen und der damit verbundenen Berichtspflichten hat die voestalpine 2024 ihren Ansatz zur Nachweispflicht in Bezug auf die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards für alle Einkaufsaktivitäten vereinheitlicht und in ihrer Einkaufsrichtlinie entsprechende Vorgaben festgeschrieben. Die Überwachung der Einhaltung der oben angeführten internationalen Rahmenwerke erfolgt somit auch auf Basis der Einkaufsrichtlinie des Konzerns.
Die aktuell gültige Fassung des Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen wurde Ende des Geschäftsjahres 2022/23 vom Vorstand der voestalpine AG verabschiedet. Dieser Kodex definiert die Grundsätze und Anforderungen der voestalpine und soll sicherstellen, dass die Geschäftspraktiken der Geschäftspartner:innen mit den Werten des Unternehmens sowie den geltenden Gesetzen und Vorschriften übereinstimmen.
»
Compliance und verantwortungsvolle Unternehmensführung
»
Gesellschaftliche Verantwortung
»
Umwelt & Klimaschutz
»
Lieferkettenmanagement
»
Meldung von Fehlverhalten
»
Kooperation und Mitwirkung
Die Geschäftspartner:innen sind dazu verpflichtet, ihre Mitarbeiter:innen und direkten Lieferant:innen davon in Kenntnis zu setzen, dass sie Fehlverhalten und Verstöße gegen die Vorgaben des Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen auch über das Hinweisgeber:innen-System der voestalpine melden können.
EINKAUFSRICHTLINIE
Die Umsetzung der Sorgfaltspflichten in der Lieferkette und die damit verbundenen Maßnahmen zur Vermeidung negativer Auswirkungen auf Arbeitskräfte werden innerhalb der bestehenden Einkaufsorganisationen umgesetzt. Hierfür werden kontinuierlich personelle und organisatorische Ressourcen bereitgestellt. Eine getrennte Erfassung der spezifisch für diesen Zweck eingesetzten Ressourcen erfolgt derzeit nicht.
Für den konzernalen Einkauf besteht ein klar definierter Governance-Rahmen (siehe Abbildung unten), der die Durchdringungsprinzipien und die Umsetzungsverantwortung innerhalb der Organisation regelt.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'GOVERNANCE-RAHMEN DER KONZERNALEN EINKAUFSSTRUKTUR
Die Einkaufs-Governance folgt einem Kaskadenprinzip: Der Konzern definiert auf oberster Ebene verbindliche Mindeststandards und -vorgaben. Nachgeordnete Organisationseinheiten müssen sich innerhalb dieses Rahmens bewegen und die Vorgaben der jeweils übergeordneten Ebene einhalten.
Die Geschäftsführung der jeweiligen Konzerngesellschaft ist dafür verantwortlich, die konzernweiten und divisionalen Einkaufsrichtlinien umzusetzen, bei Bedarf unter Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten oder gesetzlicher Anforderungen anzupassen und die erforderlichen organisatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen. Zudem muss in jeder Konzerngesellschaft schriftlich dokumentiert sein, in welcher Form der Einkauf strukturiert und geregelt ist.
Als weitere Maßnahme im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette gilt die Integration des Themenblocks Nachhaltigkeit in das Schulungsprogramm der konzernalen Einkaufsstruktur (Purchasing Power Academy). Weitere Informationen dazu siehe Kapitel S1-4.
Entsprechend den Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz hat die voestalpine in jeder betroffenen deutschen voestalpine-Gesellschaft die neue Funktion der:des Menschenrechtsbeauftragten eingerichtet. Darüber hinaus wurde auf Konzernebene die Leitung der Konzernnachhaltigkeit zur Menschenrechtsbeauftragten des voestalpine-Konzerns ernannt.
ROADMAP NACHHALTIGE LIEFERKETTE
In den letzten Geschäftsjahren wurde ein Strategieplan zur Sicherstellung von Transparenz und Nachhaltigkeit in der Lieferkette erstellt, und die darin definierten Etappenziele (siehe Abbildung) wurden konsequent verfolgt und umgesetzt. Der Strategieplan wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Roadmap der voestalpine zu Nachhaltigkeitsaktivitäten
Konzeptübersicht
Adressiertes IRO
Konzept
Umfang des Konzepts
Verantwortlichkeit & Monitoring
Sonstige Anmerkungen
Unangemessene oder missbräuchliche Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette
Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen
Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Teilweise nachgelagerte Wertschöpfungskette (exkl. Nutzung durch Kund:innen, Selbstabholer:innen)
Verantwortlichkeit: Vorstand/Geschäftsführung

Monitoring Compliance-Regelwerk: Compliance-Organisation
» Ergebnis zahlreicher Gespräche und Diskussionen auf Vorstands-, Geschäftsführungs- sowie Bereichsleitungsebene im voestalpine-Konzern

» Verhaltenskodex sowie Menschenrechtscharta, UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, Grundsätze des UN Global Compact und Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO)

» Verfügbar in mehreren Sprachen im Intranet und auf der Website:
https://www.voestalpine.com/compliance
Due Diligence User Manual
Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Teilweise nachgelagerte Wertschöpfungskette (exkl. Nutzung durch Kund:innen, Selbstabholer:innen)
Procurement Board
» Stakeholder:innen-Analyse im Konzept berücksichtigt

» Interne Kommunikation an alle Nutzer:innen
Human Rights Policy
Eigener Betrieb

Arbeitskräfte des Unternehmens (Mitarbeiter:innen und Fremdarbeitskräfte)

Vorgelagerte Wertschöpfungskette (Geschäftspartner:innen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette)
Leitung Group Sustainability
» Auf der Website verfügbar
Einkaufsrichtlinie
Vorgelagerte Wertschöpfungskette​

Teilweise Abdeckung des eigenen Betriebs

Teilweise Abdeckung der nachgelagerten Wertschöpfungskette (exkl. Nutzung und Selbstabholer:innen)​
Board des Einkaufs
» Stakeholder:innen-Analyse im Konzept berücksichtigt

» Kommunikation an procurement@voestalpine.com
Allgemeine Einkaufsbedingungen (AEB)
Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Teilweise nachgelagerte Wertschöpfungskette
Board des Einkaufs
» Stakeholder:innen-Analyse im Konzept berücksichtigt
Roadmap Nachhaltige Lieferkette
Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Teilweise nachgelagerte Wertschöpfungskette
Board des Einkaufs
» Stakeholder:innen-Analyse im Konzept berücksichtigt

» Kommunikation an procurement@voestalpine.com
S2-2 – Verfahren zur Einbeziehung der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette in Bezug auf Auswirkungen
Die voestalpine verfügt derzeit – abgesehen vom Hinweisgeber:innen-System, das auch von den Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette genutzt werden kann – über keinen standardisierten Prozess zu deren Einbeziehung. In Vorbereitung auf die Anforderungen der CSDDD wird aktuell ein derartiges Verfahren entwickelt. Solange es noch kein formales Verfahren gibt, werden Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette im Anlassfall, z. B. bei Verdacht auf Verstöße, einbezogen.
S2-3 – Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette Bedenken äußern können
Vorliegen eines Beschwerdeverfahrens
Ergänzend zum risikobasierten Due-Diligence-Prozess hat die voestalpine als Beschwerdeverfahren ein auf der Website verfügbares, anonymes Hinweisgeber:innen-System eingerichtet und setzt bei Bedarf situationsabhängige Maßnahmen zur Abhilfe und Wiedergutmachung. Das Hinweisgeber:innen-System steht nicht nur den eigenen Mitarbeiter:innen, sondern auch den Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette und anderen Stakeholder:innen-Gruppen offen, um mögliche Verstöße gegen gesetzliche Vorgaben oder unternehmensinterne Regelwerke – wie etwa den Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen der voestalpine – zu melden.
Geschäftspartner:innen verpflichten sich gemäß den Allgemeinen Einkaufsbedingungen (AEB) und dem Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen, ihren eigenen Mitarbeiter:innen und direkten Lieferant:innen die Möglichkeit zur Nutzung des voestalpine-Hinweisgeber:innen-Systems bekannt zu machen. Das System leistet somit einen Beitrag zur Identifikation potenzieller negativer Auswirkungen auf die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
Soweit keine gesetzliche Verpflichtung zur Einrichtung eines Hinweisgeber:innen-Systems besteht, empfiehlt die voestalpine ihren Geschäftspartner:innen, ein entsprechendes System bereitzustellen, das sowohl offene als auch anonyme Meldungen zulässt.
Alle Meldungen werden vertraulich behandelt.
Darüber hinaus werden derzeit keine weiteren Maßnahmen gesetzt, die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette zu informieren, auf welchem Weg sie Anliegen bzw. Beschwerden melden können. Es wird derzeit nicht erhoben, ob die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette diese Strukturen oder Verfahren in Bezug auf Beschwerdemechanismen kennen und ihnen vertrauen. Die voestalpine arbeitet derzeit an der Einführung eines allgemeinen Verfahrens zur Zusammenarbeit mit den Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette, um den Dialog und die Kommunikation langfristig zu stärken.
Nähere Informationen zum Hinweisgeber:innen-System finden sich im Kapitel G1-1.
Im Geschäftsjahr 2025/26 sind über das Hinweisgeber:innen-System oder andere Kommunikationskanäle, wie im Vorjahr, keine Meldungen über Verstöße in Zusammenhang mit den Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette (z. B. Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen) eingegangen.
S2-4 – Ergreifung von Maßnahmen in Bezug auf wesentliche Auswirkungen und Ansätze zum Management wesentlicher Risiken und zur Nutzung wesentlicher Chancen im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette sowie die Wirksamkeit dieser Maßnahmen und Ansätze
Fragebogen zur Lieferant:innen-Selbstauskunft/Supplier Assessment Questionnaire (SAQ)
Lieferant:innen, die als potenziell hoch- oder mittel-risikoreich eingestuft werden, unterliegen einer weitergehenden Risikobewertung mittels Supplier Assessment Questionnaire (SAQ). Der SAQ spiegelt die im Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen der voestalpine definierten Anforderungen wider und verfolgt folgende Ziele:
»
Identifizierung konkreter Menschenrechts- und Umweltrisiken
»
Einholung von Informationen und Nachweisen zur Einhaltung des Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen
»
Ableitung gezielter Maßnahmen zur Lieferant:innen-Entwicklung einschließlich weiterer Überprüfungen des Lieferant:innen-Risikos wie z. B. Vor-Ort-Audits
Mit dem SAQ werden Informationen im Zusammenhang mit den folgenden Themen erhoben:
»
Compliance
»
Menschenrechte und Arbeitsbedingungen
»
Umwelt- und Klimaschutz
»
Management der Lieferkette
»
Meldung von Fehlverhalten
Die Struktur des Fragebogens basiert auf den geforderten Informationen und Nachweisen (siehe nachfolgende Tabelle). Dazu gehören: Grundsatzdokumente (z. B. Richtlinien), Dokumentationen bestehender Managementsysteme (z. B. diverse ISO-Zertifizierungen), Informationen zur Kommunikation (Inhalte und Kanäle), KPIs und weitere Informationen zu spezifischen Themen (z. B. Beschaffung von Konfliktmineralien und Existenz von Klimazielen).
SAQ-Struktur mit Beispielfragen und deren Zweck
Thema
Beispielfrage
Zweck
Policy/Richtlinien
Verfügt Ihr Unternehmen über eine formelle Richtlinie (z. B. einen Verhaltenskodex), die die Anforderungen des voestalpine-Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen beinhaltet?
Richtlinien zeigen, dass das Unternehmen sich zu einem bestimmten Thema verpflichtet und ein Konzept verfolgt (Grundsätze und Werte, Referenzen, Ziele usw.).
Management-ansatz/-system
Verfügt Ihr Standort über ein Umweltmanagementsystem?
Managementsysteme zeigen das Vorhandensein von formalen Prozessen.
Kommunikation
Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter:innen Ihren internen Leitfaden/Verhaltenskodex oder andere Richtlinien zum Umwelt- und Klimaschutz kennen und einhalten?
Die Kommunikation stellt sicher, dass die Leitlinien/Richtlinien und Verfahren bekannt sind, umgesetzt und befolgt werden.
KPIs/weitere Informationen
Hat Ihr Unternehmen Reduktionsziele für CO2-Emissionen im eigenen Geschäftsbereich und entlang der Lieferkette definiert, um auf die Ziele des Pariser Klimaabkommens (1,5°-Ziel) hinzuarbeiten?
Interne KPIs zeigen Engagement und Beweise für die Umsetzung der Politik.
Bei Bedarf unterstützt die voestalpine die Geschäftspartner:innen bei der Umsetzung der Anforderungen. Wo notwendig, werden Schulungsmaßnahmen für Lieferant:innen oder Vor-Ort-Besuche durchgeführt, um das Verständnis zu fördern und die Umsetzung wirksamer Verbesserungsmaßnahmen sicherzustellen. Das setzt die Kooperation und Mitwirkung der Geschäftspartner:innen voraus.
Entwicklung von Lieferant:innen
Die Einbindung und aktive Beteiligung von Lieferant:innen und Geschäftspartner:innen ist zentral, um die Einhaltung des voestalpine-Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen sicherzustellen. Im Rahmen des Due-Diligence-Prozesses werden insbesondere risikobehaftete Lieferant:innen mit unzureichender Nachhaltigkeitsleistung gezielt bei der Behebung identifizierter Schwächen und der Umsetzung von Korrekturmaßnahmen unterstützt. Die Nachbereitung der Leistungsbewertung trägt dazu bei, notwendige Veränderungen besser zu verstehen und umzusetzen. Dieser Prozess ist Bestandteil des umfassenderen Lieferant:innen-Entwicklungsprogramms der voestalpine, das auf eine kontinuierliche Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung abzielt.
Wie in der folgenden Tabelle dargestellt, ergänzen Lieferant:innen-Schulungen, Kapazitätsaufbau sowie Zusammenarbeit und Engagement die Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung von Lieferant:innen.
Übersicht über Maßnahmen zur Lieferant:innen-Entwicklung
Lieferant:innen-Schulung und Kapazitätsaufbau
Unterstützung der Lieferant:innen bei der Verbesserung ihrer Praktiken durch Schulung und Beratung. Dies kann Schulungen zu Menschenrechten, Arbeitsnormen, Umweltmanagement und verantwortungsvollem Geschäftsgebaren umfassen. Der Aufbau von Kapazitäten umfasst beispielsweise die Hilfe bei der Lösung spezifischer Probleme der Lieferant:innen durch die Bereitstellung von Fachwissen oder Unterstützung bei der Umsetzung nachhaltiger Praktiken.
Zusammenarbeit und Engagement
Die Zusammenarbeit mit Stakeholder:innen, einschließlich Lieferant:innen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Branchenverbänden und Regierungsbehörden, ist für die Bewältigung systemischer Probleme und die Förderung positiver Veränderungen unerlässlich.
Bei Verstößen oder mangelnder Kooperationsbereitschaft behält sich die voestalpine vor, geeignete Maßnahmen (Abhilfe- und Vergeltungsmaßnahmen) zu ergreifen, die in letzter Konsequenz bis zur Aussetzung oder Beendigung der Lieferbeziehung führen können.
Die Kommunikation mit den Lieferant:innen zur Erhebung der Antworten, die Auswertung der Fragebögen sowie die Erstellung von Maßnahmenplänen erfolgen kollaborativ über ein nutzungsfreundliches IT-System.
CSDDD-Projektumsetzung
Weitere wesentliche Maßnahmen im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette werden im Rahmen der CSDDD-Projektumsetzung gesetzt. Forciert werden sollen die Ausweitung der Sorgfaltspflichtenprozesse samt Veränderungsmanagement für die Einkaufs-Governance und das Screening von Lieferant:innen.
Die voestalpine schafft derzeit die Voraussetzungen, um den bislang auf Gesellschaften mit Verpflichtungen nach dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) beschränkten Due-Diligence-Prozess schrittweise auf den gesamten Konzern und alle Lieferant:innen auszuweiten. Eine zentrale Voraussetzung für das konzernweite Management der Sorgfaltspflicht ist der Aufbau einer umfassenden Datenbank, die eine systematische Analyse und Steuerung der Risiken ermöglicht. In einem zweiten Schritt erfolgt die weltweite Harmonisierung und Konsolidierung der Due-Diligence-Maßnahmen, um eine einheitliche Umsetzung innerhalb des Konzerns sicherzustellen.
Einen Ansatzpunkt bietet das bestehende Supplier Lifecycle Management der voestalpine. Dieses umfasst einen mehrstufigen Prozess zum Aufbau, zur Aufrechterhaltung und zur Weiterentwicklung von Beziehungen zu Lieferant:innen. Der Fokus liegt auf folgenden Aspekten:
»
Sicherstellung der Lieferant:innen- und Lieferqualität
»
Vermeidung und Management von Risiken und Bedrohungen
»
Aufbau eines transparent bewerteten Pools qualifizierter Lieferant:innen
»
Einhaltung von ESG- und Nachhaltigkeitskriterien
Neue Lieferant:innen werden risikobasiert und schrittweise in die Datenbank aufgenommen. Die Entwicklung der Lieferant:innen erfolgt über eine klassische Lieferant:innen-Beurteilung. Alle relevanten Lieferant:innen werden einmal pro Jahr als A-, B-, C- oder D-Lieferant:innen eingestuft. Je nach Warengruppe fließen unterschiedliche Kriterien in die Bewertung ein – etwa Umwelt- und
Qualitätsmanagement, soziales Engagement, Innovationskraft, Flexibilität oder Termintreue. A- und B-Lieferant:innen werden im Beschaffungsprozess bevorzugt berücksichtigt. Mit C- und D-Lieferant:innen werden gezielte Korrekturmaßnahmen festgelegt, die innerhalb eines definierten Zeitraums umzusetzen sind. Ihre Umsetzung wird beispielsweise im Rahmen von Folgebeurteilungen oder im Austausch mit den verantwortlichen Einkaufsfunktionen überprüft.
Auf Basis der initialen Risikobewertung fordert die voestalpine von risikobehafteten Geschäftspartner:innen gezielt ergänzende Nachweise an, inwieweit sie die Vorgaben des Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen erfüllen. Dies geschieht mittels eines Fragebogens zur Selbstbewertung (Supplier Assessment Questionnaire; SAQ). Dabei werden Aufgaben, Zuständigkeiten, Strategien, Managementsysteme und Leistungsindikatoren (KPIs) in Bezug auf die Inhalte des Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen abgefragt und von der voestalpine überprüft.
Massnahmenübersicht
Adressiertes IRO
Maßnahme
Zeithorizont
Umfang der Maßnahme
Erhebliche Ausgaben (falls relevant)/
sonstige Anmerkungen
Unangemessene oder missbräuchliche Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette
CSDDD-Projektumsetzung
April 2025–März 2028
Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Teilweise nachgelagerte Wertschöpfungskette
Überwachung durch KPI zum Anteil nachhaltiger Lieferant:innen​
Fragebogen zur Lieferant:innen-Selbstauskunft (SAQ)
Laufend
Vorgelagerte und teilweise nachgelagerte Wertschöpfungskette bei Lieferant:innen mit hohem Risikoprofil
Kommunikation an procurement@ voestalpine.com
Integration des Themenblocks Nachhaltigkeit in das Schulungsprogramm der konzernalen Einkaufsstruktur (purchasing power academy)
Laufend
Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Teilweise nachgelagerte Wertschöpfungskette

Alle Einkäufer:innen
Kommunikation an procurement@ voestalpine.com
Kennzahlen und Ziele
S2-5 – Ziele im Zusammenhang mit der Bewältigung wesentlicher negativer Auswirkungen, der Förderung positiver Auswirkungen und dem Umgang mit wesentlichen Risiken und Chancen
Die voestalpine hatte sich das Teilziel gesetzt, bis Ende 2025 mindestens 70 % des gesamten Konzerneinkaufsvolumens – einschließlich 100 % aller maßgeblichen Rohstofflieferungen – nach einem festgelegten Prozess im Hinblick auf die Anwendung definierter Nachhaltigkeitskriterien zu überprüfen. Mit Ablauf des Geschäftsjahres 2025/26 konnte für bereits 72,5 % des Zukaufsvolumens (2024/25: 35 %) nachgewiesen werden, dass der Verhaltenskodex angenommen wurde. Darüber hinaus wurden weitere Lieferant:innen gemäß den Nachhaltigkeitskriterien überprüft, die derzeit noch nicht in konkrete Zielsetzungen einfließen. Aus dem erläuterten Teilziel resultiert die zentrale Zielsetzung der Steigerung des Anteils nachhaltiger Lieferant:innen.
Im Rahmen der Sorgfaltsprüfung liegt der Schwerpunkt auf Lieferant:innen mit erhöhter Relevanz für potenzielle negative Auswirkungen auf Arbeitskräfte entlang der Wertschöpfungskette. Dazu zählen jene risikobehafteten Lieferant:innen, die auf Basis der Risikoanalyse als mittel‑ oder hochrisikobehaftet eingestuft werden, sowie wiederkehrende Lieferant:innen unter Berücksichtigung des Einkaufsvolumens. Die Überprüfung dieser Lieferant:innen dient der systematischen Identifikation potenzieller negativer Auswirkungen, etwa im Zusammenhang mit der Achtung grundlegender Arbeits‑ und Menschenrechte. Die gezielte Priorisierung dieser Lieferant:innen-
Gruppen ermöglicht eine wirksame Steuerung von Maßnahmen im Rahmen der unternehmerischen Sorgfaltspflicht und unterstützt die kontinuierliche Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung in der Lieferkette.
Ziel: Steigerung des Anteils nachhaltiger Lieferant:innen
KPI
Anteil der risikobehafteten Lieferant:innen, welche den voestalpine-Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen akzeptieren
Einheit
in Prozent
Basiswert
u
Status
u
Zielwert
n. a.
2021
72,5 % des Zukaufsvolumens
Geschäftsjahr 2025/26
100 %
2029
Verantwortlichkeit & Monitoring
Board des Einkaufs
Umfang
Vorgelagerte Wertschöpfungskette
Stakeholder:innen
Wiederkehrende Lieferant:innen (unter Berücksichtigung des Bestellvolumens)
Adressiertes IRO
Unangemessene oder missbräuchliche Arbeitsbedingungen in der Wertschöpfungskette
Bezug zu Konzept
Alle Konzepte von S2
Dadurch sollen Risiken im Zusammenhang mit der Einhaltung von Vorschriften, der Gefährdung oder Verletzung von Menschenrechten sowie in Bezug auf Umweltauswirkungen reduziert und gleichzeitig die definierten Nachhaltigkeitskriterien erreicht werden.
Die Überprüfung umfasst die Beurteilung, ob Lieferant:innen den Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen akzeptierten und somit die festgelegten Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Die Festlegung und Verfolgung der Nachhaltigkeitskriterien erfolgten auf Basis interner Analysen und regulatorischer Anforderungen. Eine direkte Einbindung von Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette oder ihrer Vertreter:innen ist dabei bislang nicht vorgesehen.
Die voestalpine ist sich bewusst, dass die Akzeptanz des Verhaltenskodex allein keine Aussage über die tatsächliche Einhaltung der darin enthaltenen Anforderungen erlaubt. Das Ziel ist daher als grundlegende Steuerungs‑ und Eintrittsvoraussetzung zu verstehen und wird zukünftig durch vertiefende Sorgfaltsmaßnahmen ergänzt.
ESRS S3 BETROFFENE GEMEINSCHAFTEN
In diesem Kapitel werden die Auswirkungen der Geschäftstätigkeiten auf die betroffenen Gemeinschaften beleuchtet. Es wird aufgezeigt, wie die Interessen und Bedürfnisse dieser Gemeinschaften berücksichtigt und welche Maßnahmen ergriffen werden, um sowohl positive Effekte zu fördern als auch mögliche Herausforderungen frühzeitig zu adressieren.
Nachfolgende Tabelle enthält spezifische Angaben zu SBM-3:
Thema/Unter-(Unter)thema
Auswirkung, Risiko, Chance (IRO)
Beschreibung
Wertschöpfungs-kette
Zeithorizont
Betroffene Stakeholder:innen
Betroffene Gemeinschaften
˜
Engagement mit betroffenen Gemeinschaften
Die voestalpine engagiert sich karitativ und arbeitet mit den von ihren Aktivitäten betroffenen Gemeinschaften zusammen und bindet diese in ihre Aktivitäten, Auswirkungen und Pläne ein. Zudem trägt das Unternehmen zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinden bei, indem es Arbeitsplätze schafft (Linz, Donawitz, Kapfenberg).

Als sichere Arbeitgeberin sorgt die voestalpine für wirtschaftliche Stabilität in vielen Gemeinden rund um ihre Standorte.
wuw
˜˜˜˜
Direkte Anrainer:innen

Mitarbeiter:innen sowie Betriebsrat und Gewerkschaften

Politik (national, international)

Bildungseinrichtungen und Forschung (NGOs, NPOs)

Interessenvertretungen

Energieversorger
Legende
˜
tatsächlich positive Auswirkung
™
potenziell positive Auswirkung
Ì
Chance
uww
vorgelagert
wuw
eigener Betrieb
wwu
nachgelagert
˜
tatsächlich negative Auswirkung
™
potenziell negative Auswirkung
!
Risiko
˜™™™
< 1 Jahr
™˜™™
1–5 Jahre
™™˜™
5–10 Jahre
™™™˜
10+ Jahre
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
S3-1 – Konzepte im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften
Transparenz, Ehrlichkeit, Respekt und Vertraulichkeit sind zentrale Werte, an denen sich die voestalpine im Dialog mit ihren Interessengruppen orientiert. Die Grundsätze zum Umgang mit betroffenen Gemeinschaften sind in konzernweit gültigen Richtlinien geregelt, die auch integrierter Bestandteil der Managementsysteme exponierter Standorte und Gesellschaften sind.
»
Verhaltenskodex für die Interessenvertretung (Lobbying-Verhaltenskodex)
Dieser Kodex legt klare und transparente Regeln für interessenpolitische Aktivitäten der voestalpine fest. Er definiert den Umgang mit Stakeholder:innen, einschließlich betroffener Gemeinschaften an großen Konzernstandorten in Österreich, auf europäischer sowie auf internationaler Ebene und steht im Einklang mit dem österreichischen Lobbying- und Interessenvertretungs-Transparenz-Gesetz. (Nähere Informationen dazu finden sich in G1-1.)
»
Kommunikationsrichtlinie
Die Richtlinie regelt zentrale Aspekte der internen und externen Kommunikation der voestalpine. Dazu zählen die Erfüllung der Informationspflichten eines börsennotierten Unternehmens, die Zusammenarbeit mit Medien, Sponsoring, die direkte Kommunikation mit betroffenen Gemeinschaften über Online- und Social-Media-Kanäle sowie der Umgang mit Besuchen von Politiker:innen und Wirtschaftsdelegationen. Die Richtlinie enthält außerdem ein eigenes Kapitel zur Krisenkommunikation. Ergänzende standortspezifische Verfahrensanweisungen sollen eine rasche und situationsgerechte Reaktion ermöglichen – insbesondere im Krisenfall – und regeln in diesem Zusammenhang Abläufe und Zuständigkeiten für die externe Kommunikation.
»
HR-Strategie 2030+
Die HR-Strategie 2030+ verfolgt das Ziel, die Position der voestalpine als attraktive Arbeitgeberin zu stärken und durch die Gewinnung, Entwicklung und langfristige Bindung qualifizierter und motivierter Mitarbeiter:innen einen entscheidenden Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu leisten (siehe S1-1). Durch die strategische Verankerung von zentralen Handlungsfeldern im Konzern – wie Lehrlingsausbildung, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Female Empowerment sowie Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben – schafft die voestalpine ein sicheres Arbeitsumfeld, welches über die Unternehmensgrenzen hinaus positiv auf die betroffenen Gemeinschaften wirkt und zur wirtschaftlichen Stabilität in den Standortregionen beiträgt. Der volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Beitrag der voestalpine wird, wie in ESRS 2 SBM-3 – S3 angeführt, auf einer eigenen Website transparent dargestellt.
Wie bereits im Kapitel S1-1 dargelegt, verpflichtet sich die voestalpine uneingeschränkt zur Wahrung der Menschenrechte und stützt sich dabei auf die Internationale Menschenrechtscharta, die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, die Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO), die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen sowie den UN Global Compact. Dies ist auch im Verhaltenskodex der voestalpine sowie in der Human Rights Policy verbindlich festgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2025/26, wie auch im Vorjahr, wurden keine Menschenrechtsverletzungen oder Verstöße gegen die genannten Guidelines und Leitprinzipien gemeldet.
Konzeptübersicht
Adressiertes IRO
Konzept
Umfang des Konzepts
Verantwortlichkeit & Monitoring
Sonstige Anmerkungen
Engagement mit betroffenen Gemeinschaften
Verhaltenskodex für die Interessenvertretung der voestalpine (Lobbying-Verhaltenskodex)
Eigener Betrieb

Externe Lobbyist:innen
Verantwortlichkeit: Vorstand/Geschäftsführung

Monitoring Compliance-Regelwerk: Compliance- Organisation
» Ergebnis zahlreicher Gespräche und Diskussionen auf Vorstands-, Geschäftsführungs- sowie Bereichsleitungsebene im voestalpine-Konzern

» Verfügbar in deutscher und englischer Sprache im Intranet und auf der Website:
https://www.voestalpine.com/compliance
Kommunikationsrichtlinie
Eigener Betrieb
Verantwortlichkeit & Monitoring: Leitung Group Communications
» Berücksichtigt Kommunikation mit Externen (Politiker:innen-Besuche, Presse, Medienarbeit, Social Media etc.)

» Verfügbar im Intranet
HR-Strategie 2030+
Eigener Betrieb
Alle Mitarbeiter:innen

Spezifische Interessengruppen: Frauen
HR-Board
» Einhaltung der Charta der Vielfalt

» Einbeziehung von Stakeholder:innen durch Umfeldanalyse und laufend in Arbeitsgruppen und Competence Teams

» Kommunikation auf Mitarbeiter:innen-Seiten, im externen Podcast und in Aufsichtsratssitzungen​
S3-2 – Verfahren zur Einbeziehung betroffener Gemeinschaften in Bezug auf Auswirkungen
Die voestalpine verfolgt eine umfassende, strukturierte und standortübergreifende Stakeholder:innen-Kommunikation, die sowohl konzernweite Prozesse als auch den direkten Dialog mit lokalen Anspruchsgruppen umfasst. Kurzfristige oder nicht vorhersehbare Ereignisse auf betroffene Gemeinschaften werden im Wesentlichen durch die bestehenden direkten oder indirekten Meldesysteme abgedeckt (etwa bei durch technische Gebrechen oder bestimmte Fahrensweisen verursachte Lärm- oder Emissionsentwicklung). Dazu sind auch Regelungen zur Notfallkommunikation an exponierten Standorten implementiert. Darüber hinausgehende Stakeholder:innen-Aktivitäten werden regelmäßig, typischerweise zu Beginn eines Kalenderjahres mit unterjähriger Aktualisierung, von den zuständigen Fachbereichen sowie Group Public Affairs unter Einbeziehung von Fachexpert:innen der betroffenen Gesellschaften geplant. Die Endverantwortung für und die Freigabe von Stakeholder:innen-Dialogen obliegt dem:der zuständigen Vorstandsvorsitzenden bzw. dem verantwortlichen Vorstandsmitglied. Der Fortschritt wird laufend evaluiert und die Maßnahmen werden gegebenenfalls angepasst.
Unter Berücksichtigung der dezentralen, globalen Struktur der voestalpine bei gleichzeitig erforderlicher Steuerung auf Konzernebene sowie der bestehenden Standards zur Stakeholder:innen-Kommunikation soll der Prozess in der Praxis einerseits eine möglichst effiziente, unbürokratische und rasche Umetzung ermöglichen und anderseits eine über alle wesentlichen Stakeholder:innen-Gruppen koordinierte und konsistente Kommunikation sicherstellen. Der nachfolgend beschriebene Prozess konkretisiert die zuvor dargestellte Arbeitsweise, in der spezifische Aktivitäten entwickelt, abgestimmt und umgesetzt werden.
Phase 1: Stakeholder:innen-mapping
In diesem Schritt wird festgelegt, welche Stakeholder:innen in welchem Ausmaß von potenziellen Auswirkungen betroffen sind, und deren Einbeziehung gegebenfalls priorisiert. Ein Beispiel dafür ist die Umweltverträglichkeitsprüfung zur Ertüchtigung der Stromleitungsnetze im Zusammenhang mit der ersten Stufe von greentec steel (Ausbau von 110 auf 220 kV): Hier wurden die wesentlichen betroffenen lokalen Gemeinschaften und ihre potenziellen Einwendungen frühzeitig identifiziert, um gemeinsam mit Behörden und Projektpartner:innen die weiteren Aktivitäten zu planen.
Phase 2: Stakeholder:innen-kommunikation
Die Kommunikation mit Stakeholder:innen ist konzernweit als Querschnittsfunktion organisiert. Für einen konsistenten Außenauftritt gegenüber Anspruchsgruppen arbeitet die Fachabteilung Group Public Affairs unter anderem mit den Bereichen Group Sustainability, Forschung & Entwicklung, dem konzernalen Energienetzwerk und dem Betriebsrat zusammen. Hierzu gibt es periodische Austauschformate, beispielsweise im Rahmen wiederkehrender Treffen mit den oben genannten Abteilungen. Dabei dienen diese Formate nicht nur der internen Koordination, sondern auch der Reflexion externer Perspektiven: Erkenntnisse, Anliegen und Erwartungen aus dem Dialog mit Stakeholder:innen werden in die fachlichen Diskussionen und Entscheidungsprozesse der beteiligten Bereiche eingebracht und dort weiterbearbeitet. Diese Formate helfen ebenfalls dabei, die Wirksamkeit der Zusammenarbeit mit betroffenen Gemeinschaften zu bewerten.
Die nachfolgende Übersicht zeigt die Art und Häufigkeit der Einbeziehung betroffener Stakeholder:innen:
Stakeholder:innen
Art der Einbeziehung
Häufigkeit der Einbeziehung
Anrainer:innen
Direkter Dialog bei Fragen/Beschwerden (Telefon, E-Mail);
proaktive Einbeziehung bei größeren Projekten (z. B. Vorabinformationen bei Informationsveranstaltungen, Medien, Social-Media-Kanäle)
Anlass- und themenbezogen
Arbeitnehmer:innen bzw. deren Vertretungen
Austausch und Information über aktuelle Transformationsthemen, politische Positionen und gemeinsame Sichtweisen und Aktivitäten, z. B. im Rahmen regelmäßiger Formate des Betriebsrates oder themenbezogen bei aktuellen sozialpolitischen Aspekten
Periodisch z. B. bei Betriebsratstreffen und -veranstaltungen auf Konzern- oder Standortebene mit unterschiedlicher Frequenz
Legislative und Exekutive auf nationaler und EU-Ebene (Regierung, Kommission, Parlamente)
Teilnahme an der politischen Meinungsbildung durch themenbezogene bilaterale Kontakte und an Begutachtungsprozessen; Teilnahme an Arbeitsgruppen z. B. in Ministerien und im Rahmen der EU-Kommission (Generaldirektionen); themenbezogener Austausch mit Parlamenten (z. B. Fachausschüssen und Abgeordneten); Teilnahme an Dialogformaten (z. B. Strategischer Stahldialog der EU-Kommission, Standortstrategie sowie „Klimaneutrale Industrie“ in Österreich)
Anlass- und themenbezogen
Politische Facheinrichtungen; Wissenschaft & Forschungseinrichtungen; Zivilgesellschaft & NGOs
Austausch vor allem im Rahmen aktueller Themen- und Arbeitsgruppen (z. B. österreichische Carbon-Management-Strategie, Wasserstoff, Strommarkt)
Anlass- und themenbezogen
Politische (gesetzliche und freiwillige) Interessenvertretungen auf nationaler und europäischer Ebene
Vertretung in Leitungs- und Fachgremien, Teilnahme an der Erarbeitung von Positionen und Lobbyingschwerpunkten
Periodisch (z. B. quartalsweise Executive Committee und zweimal jährlich General Assembly bei EUROFER),
anlass- und themenbezogen
Energiewirtschaft und energieintensive Industrien
Informeller Austausch zu gemeinsamen Themen mit Energiewirtschaft (z. B. Strommarktdesign, Wasserstoff)
Allianzen auf nationaler und europäischer Ebene mit anderen energieintensiven Unternehmen zur gemeinsamen Positionierung bei wesentlichen politischen Themen
Anlass- und themenbezogen
Am Beispiel der Errichtung der 220-kV-Leitung heißt das konkret, dass öffentlich zugängliche Foren eingerichtet wurden, in denen die verschiedenen Interessengruppen (Bürgerinitiativen, Zivilgesellschaft und Einzelpersonen) ihre Betroffenheit gegenüber Netzbetreiber, voestalpine, Behörden oder Kommunalpolitik einbringen konnten. Die vorgebrachten Anliegen wurden gemeinsam diskutiert und, wo technisch möglich, im weiteren Verlauf des Verfahrens berücksichtigt.
Zur Qualifizierung der Mitarbeiter:innen im Zusammenhang mit der Kommunikation mit betroffenen Gemeinschaften führt die voestalpine verpflichtende Schulungen zu Menschenrechten und Compliance durch (siehe dazu Kapitel S1-4 bzw. Kapitel G1-3). Zusätzlich gibt es eine spezifische Schulung für Führungskräfte zum Thema Nachhaltigkeit.
Phase 3: Monitoring und Review
Das wesentliche Kommunikationsziel der voestalpine ist – durch transparente und frühzeitige Einbindung betroffener Gemeinschaften und daraus abgeleitete Adaptierungen –, Projekte fristgerecht und im Einvernehmen mit den direkten Anrainer:innen umzusetzen.
Im Falle des Transformationsprogramms greentec steel wurden die gesetzten Maßnahmen laufend evaluiert. Gemeinsam mit den Projektpartner:innen und Behörden sowie voestalpine-intern mit den für Stakeholder:innen-Kommunikation verantwortlichen Fachbereichen, Expert:innen des greentec steel-Projektteams und den für Behördenabwicklungen zuständigen Kolleg:innen konnte das Ziel mit der letztinstanzlichen Genehmigung des Umweltverträglichkeitsbescheids durch das Bundesverwaltungsgericht erreicht und mit der Umsetzung des größten industriellen Klimaschutzprogramms Österreichs fristgerecht begonnen werden. Umgekehrt konnte damit die Gefährdung des eng getakteten Zeitplans durch fehlende Netzanbindung und Anrainer:innen-Beschwerden vermieden werden.
S3-3 – Verfahren zur Verbesserung negativer Auswirkungen und Kanäle, über die betroffene Gemeinschaften Bedenken äußern können
Es wurden keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf betroffene Gemeinschaften identifiziert. An den Standorten Linz, Donawitz und Kapfenberg unterliegt das Unternehmen einer engmaschigen behördlichen Überwachung sowie öffentlicher Kontrolle. Darüber hinaus hat die voestalpine umfassende Prozesse implementiert, die speziell auf den Dialog mit betroffenen Gemeinschaften – wie etwa Anrainer:innen – ausgerichtet sind. Treten während der regulären Produktions- und Geschäftstätigkeit unvorhergesehene Ereignisse auf, bieten diese standortspezifischen Verfahren den Betroffenen eine unmittelbare Möglichkeit zur Kontaktaufnahme und Rückmeldung. Je nach Situation wird dabei geprüft, ob gesetzliche Meldepflichten bestehen, ob ein vertiefender Dialog mit den betroffenen Gruppen erforderlich ist und welche Abhilfemaßnahmen gesetzt werden können.
Verfahren am Standort Linz
Bereits seit dem Jahr 1985 ist am Standort Linz bescheidmäßig ein:e Umweltbeauftragte:r zu bestellen, welche:r die gesetzlichen Vorgaben im Zusammenhang mit den Schutzgütern Luft, Wasser, Boden und Lärm verantwortet. Über einen eigens eingerichteten Umweltbereitschaftsdienst wird deshalb sichergestellt, dass rund um die Uhr eine qualifizierte Ansprechperson für umweltrelevante Ereignisse bzw. auch für interne und externe Umweltanliegen zur Verfügung steht. Es werden dabei gemeinsam mit dem Einsatzstab gemäß einem standortspezifischen Notfallplan Sofort-Maßnahmen eingeleitet und – sofern erforderlich – die zuständigen Behörden verständigt.
Der Bereitschaftsdienst ist zudem Anlaufstelle für externe Beschwerden. Demnach wird jeglicher Art von Beschwerde umgehend nachgegangen, gegebenenfalls werden Maßnahmen abgeleitet und, falls gewünscht, wird der:dem Beschwerdeführer:in über den Status Auskunft gegeben. Vorhersehbare umweltrelevante Ereignisse, wie etwa zu erwartende Lärm- oder Staubemissionen, werden bereits im Vorfeld an die dezentralen Kommunikationsabteilungen sowie bei Bedarf an Medien und Behörden kommuniziert. Externe Anfragen oder Beschwerden erreichen den Umweltbereitschaftsdienst entweder über interne Stellen – wie die Vermittlung oder die Werkssicherung – oder werden durch Behörden (z. B. Magistrat Linz oder Oberösterreichische Landesregierung) weitergeleitet.
Der Umweltbereitschaftsdienst dokumentiert zentral alle umweltrelevanten Ereignisse und Beschwerden sowie die daraus abgeleiteten Maßnahmen. Die Bearbeitung der umweltrelevanten Ereignisse und Beschwerden sowie die dazugehörige Dokumentation werden im Rahmen eines externen Audits jährlich überprüft, was die Wirksamkeit der implementierten Prozesse und Meldekanäle gewährleistet.
Verfahren am Standort Donawitz
Am Standort Donawitz werden Anliegen von Anrainer:innen in der Rechtsabteilung kanalisiert und im Falle von Beschwerden an die Abteilung Managementsysteme weitergeleitet. Diese übernimmt gemeinsam mit dem jeweils zuständigen Betriebsteil (z. B. Hochofen, Stahlwerk) die interne Ursachenerhebung und Einleitung von Korrekturmaßnahmen sowie die Darstellung im Korrekturmaßnahmenblatt. Die Rückmeldung an die Anrainer:innen sowie die zentrale Dokumentation erfolgen durch die Rechtsabteilung. Intern werden die Beschwerden im Zuge des Management-Reports berichtet und analysiert. Die Wirksamkeit der implementierten Prozesse wird durch ein externes Audit sichergestellt.
Verfahren am Standort Kapfenberg
Am Standort Kapfenberg ist durch klare Verantwortlichkeiten, strukturierte Prozesse und eine permanente Erreichbarkeit die Einhaltung aller umwelt- und standortrelevanten Vorgaben sichergestellt. Eine zentrale Stelle koordiniert sämtliche Aktivitäten in den Bereichen Luft, Wasser, Boden, Klima und Lärm und fungiert als Schnittstelle zu Behörden, internen Stellen und externen
Stakeholder:innen. Eine 24/7-Erreichbarkeit gewährleistet, dass bei umweltrelevanten Ereignissen oder technischen Störungen sofort reagiert wird. Im Anlassfall werden unverzüglich Maßnahmen eingeleitet und – falls erforderlich – Behörden informiert. Die zentrale Stelle dient zudem als Anlaufstelle für externe Beschwerden und stellt eine zeitnahe, transparente Bearbeitung sicher. Alle Ereignisse, Beschwerden und Maßnahmen werden zentral dokumentiert. Die Abläufe werden jährlich im Rahmen interner und externer Audits überprüft, um sicherzustellen, dass die Prozesse funktionieren, die Kommunikation zuverlässig ist und Verbesserungen laufend umgesetzt werden. Durch proaktive Kommunikation, verlässliche Meldewege und ein robustes Notfall- und Umweltmanagement trägt der Standort Kapfenberg zu einem sicheren, transparenten und nachhaltigen Betrieb bei und erfüllt sowohl gesetzliche Anforderungen als auch die Erwartungen der Öffentlichkeit.
Über diese standortspezifischen Verfahren hinaus besteht die Möglichkeit, Meldungen anonym über das Hinweisgeber:innen-System einzubringen, das in 14 Sprachen zur Verfügung steht. Details dazu sowie eine Übersicht der Fallzahlen sind im Kapitel G1-1 angeführt. Zudem können Beschwerden über die allgemeinen E-Mail-Adressen und Kontaktformulare auf der voestalpine-Website sowie auf den Websites der jeweiligen Divisionsleitgesellschaften eingereicht werden.
Ein weiterer Kommunikationsweg sind Social-Media-Kanäle des Konzerns, die unter folgendem Link angeführt sind: www.voestalpine.com/socialmedia. Zur Überwachung der eigenen Kanäle sowie externer Kommentare kommt ein Social-Media-Listening-Tool zum Einsatz. Rückmeldungen an User:innen erfolgen gemäß einem definierten Prozess durch Group Communications oder dafür beauftragte Agenturen. Für jeden Social-Media-Kanal besteht eine Plattformstrategie, die auf zielgruppenorientierte Ansprache ausgerichtet ist.
Eine systematische Erhebung, inwieweit den betroffenen Gemeinschaften die verschiedenen Meldekanäle bekannt sind und sie diese für vertrauenswürdig halten, findet nicht statt. Der Schutz vor Vergeltungsmaßnahmen ist im Verhaltenskodex der voestalpine AG geregelt. Nähere Informationen zu den Vergeltungsmaßnahmen finden sich in Kapitel G1-1.
S3-4 – Ergreifung von Maßnahmen in Bezug auf wesentliche Auswirkungen auf betroffene Gemeinschaften und Ansätze zum Management wesentlicher Risiken und zur Nutzung wesentlicher Chancen im Zusammenhang mit betroffenen Gemeinschaften sowie die Wirksamkeit dieser Maßnahmen
Als wesentliche positive Auswirkung auf betroffene Gemeinschaften wurde das Engagement mit betroffenen Gemeinschaften an den Standorten Linz, Donawitz und Kapfenberg identifiziert. Der Fokus liegt daher auf dem kontinuierlichen Ausbau der Zusammenarbeit und des Dialogs mit den betroffenen Gemeinschaften im Umfeld der österreichischen voestalpine-Produktionsstandorte. Die eingeleiteten Maßnahmen zielen auf die frühzeitige Einbindung betroffener Gemeinschaften in laufende und geplante Projekte ab. Aufgrund der dezentralen Struktur des Konzerns werden diese Maßnahmen überwiegend auf Standort-, Gesellschafts- und Divisionsebene geplant und umgesetzt, jeweils in Abstimmung mit den zuständigen Konzernfachbereichen. Neben der Geschäftsführung auf Gesellschafts-, Divisions- und Konzernebene sind unter anderem die Konzernabteilungen Group Public Affairs, Group Communications und die Rechtsabteilung in das Management der wesentlichen IROs eingebunden.
Als Beispiele für wirksames Management im Umgang mit betroffenen Gemeinschaften können der Stromleitungsausbau von 110 auf 220 kV (siehe Kapitel S3-2) sowie der Bau des Edelstahlwerks in Kapfenberg angeführt werden.
Im Zusammenhang mit dem Bau des Edelstahlwerks in Kapfenberg wurde eine Reihe an Maßnahmen umgesetzt, um die Perspektive der betroffenen Stakeholder:innen frühzeitig aufzunehmen und entsprechend darauf reagieren zu können. Vor dem Baustart wurde ein
Dialogbüro eingerichtet, das Anrainer:innen die Möglichkeit bot, direkt Informationen einzuholen und ihre Anliegen einzubringen. Zusätzlich wurden eine Telefon-Hotline und eine eigene E-Mail-Adresse zur Verfügung gestellt. Eine eigens eingerichtete Website informierte über die Projektinhalte, ergänzt durch einen lokal eingerichteten Infopoint – inklusive einer Nachrichtenbox für Personen ohne Internetzugang. Darüber hinaus wurden Informationsveranstaltungen organisiert, um rechtzeitig auf etwaige Bedenken und Anregungen aus der Bevölkerung reagieren zu können.
Die angeführten Maßnahmen zur Stakeholder:innen-Einbindung ermöglichten es den betroffenen Gemeinschaften, Informationen zu erhalten, Anliegen vorzubringen und die Projekte aktiv mitzugestalten. Gleichzeitig konnten Unsicherheiten reduziert und eine höhere Akzeptanz geschaffen werden.
Ergänzend zu den projektbezogenen Maßnahmen nimmt die voestalpine ihre gesellschaftliche Verantwortung auch konzernweit wahr. An den Standorten werden Initiativen in den Bereichen Kunst, Kultur, Sport und Soziales ausgewählt und durch Geld- und Sachspenden unterstützt. Als besonderes Beispiel ist hier der voestalpine cares run anzuführen, der im Frühling 2026 bereits zum vierten Mal veranstaltet wird.
voestalpinecares run – „Gemeinsam bewegen wir die Welt“
Der voestalpine cares run ist ein konzernweites Social-Responsibility-Programm, das Mitarbeiter:innen zu gemeinsamer sportlicher Aktivität motiviert und dabei soziales Engagement mit Gesundheitsförderung verbindet. Durch erreichte Aktivitätsziele werden über eine App schrittweise Spenden bis zu insgesamt 700.000 Euro für soziale Kooperationspartner:innen freigeschaltet.
Die Mittel unterstützen ausgesuchte Projekte im Umfeld österreichischer sowie internationaler Produktionsstandorte, unter anderem in Indien, Indonesien und der Ukraine. Der Schwerpunkt der 2026 mit internationalen und nationalen Partnerorganisationen geförderten Projekte liegt auf der Förderung des Bildungszugangs, medizinischer Basisversorgung und humanitärer Soforthilfe.
Zur Nachverfolgung der nachhaltigen positiven Auswirkungen dieser Spenden auf die betroffenen Gemeinschaften erhält die voestalpine von den begünstigten Institutionen Projekt- und Abschlussberichte, um die Wirkung und Mittelverwendung auch im Sinne des Projektcontrollings überprüfen zu können.
Zudem trägt die voestalpine als Arbeitgeberin zur wirtschaftlichen Stabilität in einzelnen Standortregionen bei. Maßnahmen in diesem Zusammenhang ergeben sich direkt aus der Geschäftstätigkeit, wie beispielsweise die persönliche Entwicklung und Ausbildung ihrer Mitarbeiter:innen, eine gezielte Lehrlingskampagne sowie der BÖHLER CAMPUS oder Maßnahmen im Bereich Gesundheit und Sicherheit. Nähere Details dazu finden sich im Kapitel S1-4.
MaSSnahmenübersicht
Adressiertes IRO
Maßnahme
Zeithorizont
Umfang der Maßnahme
Erhebliche Ausgaben (falls relevant)/
sonstige Anmerkungen
Engagement mit betroffenen Gemeinschaften
Standort- und projektabhängige Maßnahmenbündel
Maßnahmenabhängig
Anrainer:innen im Umfeld der voestalpine

Produktionsstätten in Linz, Donawitz und Kapfenberg

Teilweise vorgelagerte Wertschöpfungskette
Einbezug von vielfältigen Stakeholder:innen-Interessen
Kennzahlen und Ziele
S3-5 – Ziele im Zusammenhang mit der Bewältigung wesentlicher negativer Auswirkungen, der Förderung positiver Auswirkungen und dem Umgang mit wesentlichen Risiken und Chancen
Aufgrund der überwiegend standortspezifischen sowie anlassbezogenen Maßnahmen zur Förderung positiver Auswirkungen gibt es über die konzernweiten strategischen Zielsetzungen hinaus – insbesondere im Bereich Dekarbonisierung und Nachhaltigkeit – keine konzernalen, zeitlich terminierten und ergebnisorientierten Ziele in Bezug auf betroffene Gemeinschaften.
Dennoch gibt es Indikatoren für ein erfolgreiches Management des Stakeholder:innen-Engagements der voestalpine, wie die nachgewiesenen positiven wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Auswirkungen auf das Umfeld ihrer Produktionsstandorte (siehe dazu https://www.voestalpine.com/oesterreich/de/).
Darüber hinaus wird durch regelmäßige Audits (interne Revision, EMAS-Audit) die Einhaltung der internen Prozesse sichergestellt.
Durch den kontinuierlichen Austausch mit allen relevanten Stakeholder:innen wird sichergestellt, frühzeitig auf Bedenken und Anregungen eingehen zu können. Die Messung der Wirksamkeit der beschriebenen Konzepte und Maßnahmen erfolgt durch die Bewertung, ob die voestalpine am Ende der jeweiligen Projekte die Rechtssicherheit und die Planbarkeit ihrer strategischen Ziele erreicht hat.
GOVERNANCE-INFORMATIONEN
ESRS G1 UNTERNEHMENSFÜHRUNG
Eine verantwortungsvolle Unternehmensführung bildet das Fundament für nachhaltigen Erfolg und gesellschaftliches Vertrauen. Im Mittelpunkt stehen dabei zentrale Themen wie Unternehmensethik und eine wertebasierte Unternehmenskultur, die sich durch Integrität, Transparenz und die aktive Bekämpfung von Korruption und Bestechung auszeichnen. Der Schutz von Hinweisgeber:innen spielt dabei ebenso eine entscheidende Rolle wie der respektvolle und faire Umgang mit allen Stakeholder:innen. Auch die Gestaltung von Lieferant:innen-Beziehungen unterliegt klaren Prinzipien: Faire Zahlungspraktiken und ein partnerschaftlicher Dialog – insbesondere mit kleinen und mittleren Unternehmen – sind dabei essenziell. Diese Aspekte bilden die Grundlage einer modernen Unternehmensführung, wie sie von der voestalpine aktiv gelebt und weiterentwickelt wird.
Nachfolgende Tabelle enthält spezifische Angaben zu SBM-3:
Thema/Unter-
(Unter)thema
Auswirkung, Risiko, Chance (IRO)
Beschreibung
Wertschöpfungs-kette
Zeithorizont
Betroffene Stakeholder:innen
Unternehmens-ethik und Unternehmens-kultur
˜
Gemeinsame Werte in der voestalpine
Die voestalpine pflegt eine respektvolle Unternehmenskultur, die Innovation, Vielfalt, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung schätzt. Die Unternehmenskultur der voestalpine basiert auf den Werten „Unternehmerisches Denken“, „gelebte Wertschätzung“ und „nachhaltiges Handeln“.
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Mitarbeiter:innen
˜
Gelebte Unternehmensethik
Die voestalpine fördert ethisches Verhalten entlang der Wertschöpfungskette gemäß den Grundsätzen und Anforderungen aus dem Verhaltenskodex und den Konzern-richtlinien sowie daraus resultierenden Aktivitäten.
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Mitarbeiter:innen

Geschäftspartner:innen
!
Verstöße gegen Compliance-Richtlinien und Wirtschafts-kriminalität
Verstöße gegen den Verhaltenskodex, Konzernrichtlinien und geltende Gesetze (u. a. Kartellrecht, Korruption und Fraud) stellen ein wesentliches Risiko in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette als auch im eigenen Betrieb dar. Die Wesentlichkeit ergibt sich insbesondere aus potenziellen Reputationsschäden sowie finanziellen und rechtlichen Folgen wie Bußgeldern, Schadenersatzansprüchen und Haftungsrisiken.
uuu
˜˜˜˜
Mitarbeiter:innen

Geschäftspartner:innen
Thema/Unter-
(Unter)thema
Auswirkung, Risiko, Chance (IRO)
Beschreibung
Wertschöpfungs-kette
Zeithorizont
Betroffene Stakeholder:innen
Management der Beziehung zu Lieferanten einschließlich Zahlungspraktiken
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Auswahlprozess bei Lieferant:innen
Die voestalpine wendet im Rahmen der Auswahlprozesse für Lieferant:innen Umwelt- und Sozialkriterien an und trägt damit potenziell zu einer nachhaltigen Beschaffung bei. Der Auswahlprozess fußt auf einem risikobasierten Ansatz, in dem branchen- und länderspezifische Risiken in der Selektion mitberücksichtigt werden. Ergänzend trägt die Art und Menge der zugekauften Rohstoffe sowie deren Förderbedingungen zur Auswahl bei. Dadurch wird ein verantwortungsvolles und langfristig ausgerichtetes Management der Lieferant:innen-Beziehungen gepflegt.
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Lieferant:innen
Legende
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tatsächlich positive Auswirkung
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potenziell positive Auswirkung
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Chance
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vorgelagert
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eigener Betrieb
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nachgelagert
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tatsächlich negative Auswirkung
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potenziell negative Auswirkung
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Risiko
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< 1 Jahr
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1–5 Jahre
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5–10 Jahre
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10+ Jahre
Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen
G1-1 – Unternehmenskultur und Konzepte für die Unternehmensführung
UNTERNEHMENSWERTE
Gemeinsame Werte bilden einen starken Anker, der Sicherheit, Halt und Orientierung gibt. Diese Wertebasis stärkt die Unternehmenskultur und das Wir-Gefühl. Außerdem unterstützen verbindliche Unternehmenswerte die erfolgreiche Umsetzung der Konzernstrategie und dienen als Grundlage für konkrete Regeln und operative Richtlinien.
UNTERNEHMERISCHES DENKEN
Wir orientieren uns an Erfolgen.
Wir denken und handeln unternehmerisch. Unsere Leidenschaft für Lösungen und Innovation ist die Basis unseres gemeinsamen Handelns. Wir sind Teamplayer:innen mit starkem Willen zum Erfolg, denn wir suchen stets gemeinsam nach optimalen Ergebnissen.
Dabei haben wir den Nutzen unserer Kund:innen stets im Blick und berücksichtigen auch unsere anderen Stakeholder:innen. Wir streben nach Exzellenz in all unserem Tun – und lassen uns davon leiten.
GELEBTE WERTSCHÄTZUNG
Als Team bauen wir auf unsere Vielfalt.
Wir gehen respektvoll und fair miteinander und mit unseren Kund:innen und Partner:innen um.
Wir vertrauen einander und orientieren uns an gemeinsamen Werten. Wir schaffen ein motivierendes Arbeitsumfeld mit Teamspirit, in dem eine wertschätzende Zusammenarbeit im Zentrum unseres täglichen Handelns steht.
NACHHALTIGES HANDELN
Wir nehmen unsere Aufgaben verantwortungsvoll wahr.
Wir alle schätzen in unserem täglichen Tun ein selbstverantwortliches Handeln im Rahmen definierter Aufgabenfelder und fordern und fördern eine hohe Eigenverantwortung. Wir bleiben neugierig und ruhen uns nicht auf unseren Erfolgen aus, sondern entwickeln uns gemeinsam kontinuierlich weiter, um stetige Verbesserungen zu erreichen. Wir agieren nachhaltig, vorausschauend und zukunftsorientiert.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Es ist unsere Unternehmenskultur, die uns zu dem macht, was wir sind: One step ahead.
Die Unternehmenskultur beeinflusst maßgeblich den Erfolg eines Unternehmens, indem sie die Werte und Verhaltensweisen der Mitarbeiter:innen prägt und die Zusammenarbeit fördert. Die voestalpine-Kultur wird zur Stärkung der konzernweiten Identität in diesem Sinne ständig weiterentwickelt.
Die Bewertung der Unternehmenskultur kann indirekt über die Mitarbeiter:innen-Befragung erfolgen, indem die Fragen weitestgehend einem oder mehreren Unternehmenswerten zugeordnet werden. Somit lassen sich Zusammenhänge und Rückschlüsse zu den Unternehmenswerten ableiten. Die Ergebnisse aus der Mitarbeiter:innen-Befragung 2024 wurden dem Vorstand in einer Vorstandssitzung berichtet.
Der Verhaltenskodex bildet das Fundament der Unternehmenskultur. Er legt die ethischen Standards und Verhaltensweisen fest, die die voestalpine von allen Mitarbeiter:innen erwartet, und spiegelt die Verpflichtung zu Integrität, Transparenz und sozialer Verantwortung wider. Seit 2013 unterstützt die voestalpine den UN Global Compact (UNGC), der in seinen zehn Prinzipien die Förderung der Menschenrechte neben Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung enthält. Die voestalpine tritt dementsprechend gegen jede Art von Korruption ein, einschließlich Erpressung und Bestechung.
Verhaltenskodex (Code of Conduct) und darauf basierendes Compliance-Regelwerk
Die Mitarbeiter:innen sind ein wesentlicher Faktor für den Unternehmenserfolg und tragen maßgeblich zu dem in die voestalpine gesetzten Vertrauen sowie zu ihrer Reputation bei. Gerade deswegen ist es wichtig, eindeutige Prinzipien zu Ethik und Moral im Geschäftsleben festzulegen. Der Verhaltenskodex und das darauf basierende Compliance-Regelwerk bilden eine wesentliche Grundlage dafür. Indem er den Mitarbeiter:innen bei ihren täglichen Handlungen und Entscheidungen Orientierung bietet, prägt er durch das gelebte Vorbild jeder und jedes Einzelnen die Unternehmenskultur. Der Vorstand bekennt sich aus- und nachdrücklich zu diesem Regelwerk und einer Nulltoleranzpolitik bei Verstößen gegen dessen Inhalte.
Der Verhaltenskodex verpflichtet die Unternehmen der voestalpine in allen Ländern, in denen sie tätig sind, und alle ihre Mitarbeiter:innen zur Einhaltung sämtlicher anwendbarer Gesetze. Ebenso wird der Umgang mit Interessenträger:innen wie Kund:innen, Lieferant:innen, Mitarbeiter:innen und anderen Geschäftspartner:innen festgelegt.
Der Verhaltenskodex (Code of Conduct) der voestalpine wurde 2009 als Ergebnis zahlreicher Gespräche und Diskussionen auf Vorstands-, Geschäftsführungs- sowie Bereichsleitungsebene im voestalpine-Konzern schriftlich festgelegt. Er basiert auf den Unternehmenswerten des Konzerns und bildet die Grundlage für ethisch und rechtlich einwandfreies Verhalten aller Mitarbeiter:innen. Die im Verhaltenskodex und im Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen festgehaltenen Grundsätze und Anforderungen an die voestalpine und ihre Geschäftspartner:innen beruhen auf der Human Rights Policy, auf den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, den
Prinzipien des UN Global Compact, der Internationalen Menschenrechtscharta, den Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO) sowie dem Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption.
Der Verhaltenskodex und die darauf basierenden Richtlinien (Compliance-Regelwerk) werden laufend evaluiert und gegebenenfalls angepasst, um neuen gesellschaftlichen und rechtlichen Anforderungen Rechnung zu tragen. Zuletzt wurden beispielsweise im Verhaltenskodex die erforderlichen Anpassungen aufgrund der EU-Richtlinie über transparente und vorhersehbare Arbeitsbedingungen vorgenommen sowie die Themen Steuern und Biodiversität explizit verankert. Der Verhaltenskodex ist in mehr als 20 Sprachen verfügbar und kann im Internet abgerufen werden: https://www.voestalpine.com/compliance
Verhaltenskodex voestalpine AG
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'
Der Verhaltenskodex gilt für alle Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer:innen und Mitarbeiter:innen aller Gesellschaften, an denen die voestalpine AG direkt oder indirekt mit mindestens 50 % beteiligt ist oder bei denen sie auf andere Art Kontrolle ausübt. Allen anderen Gesellschaften, bei denen die voestalpine AG direkt oder indirekt mit mindestens 25 % beteiligt ist, aber keine Kontrolle ausübt, wird der Verhaltenskodex mit der Aufforderung zur Kenntnis gebracht, ihm durch selbstständige Anerkennung im Rahmen ihrer gesellschaftsrechtlichen Entscheidungsstrukturen Geltung zu verschaffen.
Im Fall eines Verstoßes gegen gesetzliche Vorschriften, interne Richtlinien, Regelungen und Weisungen oder gegen Bestimmungen des Verhaltenskodex muss jede:r Mitarbeiter:in mit disziplinären Konsequenzen rechnen. Darüber hinaus können Zuwiderhandlungen auch straf- und zivilrechtliche Konsequenzen haben, wie z. B. Regress- und Schadenersatzforderungen.
Die voestalpine ist bestrebt, dem Verhaltenskodex in ihrem gesamten Einflussbereich zur Geltung zu verhelfen. Lieferant:innen und Berater:innen werden zur Einhaltung des Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen (Details siehe weiter unten) verpflichtet und aufgefordert, insbesondere die Menschenrechte als fundamentale Werte zu respektieren und zu beachten.
Sämtliche Geschäftspartner:innen der voestalpine werden auch aufgefordert, innerhalb der Lieferkette die Einhaltung des Verhaltenskodex bei ihren eigenen Geschäftspartner:innen angemessen zu fördern. Zudem sind die Konzerngesellschaften angehalten, den Verhaltenskodex ihren Kund:innen zur Kenntnis zu bringen und diese möglichst auch zur Einhaltung zu verpflichten.
Die voestalpine AG hat mehrere Konzernrichtlinien verabschiedet, um den Mitarbeiter:innen Hilfestellung bei der Anwendung des Verhaltenskodex zu geben. Das Compliance-Regelwerk rund um den Verhaltenskodex der voestalpine setzt sich aktuell wie folgt zusammen und ist im Intranet verfügbar:
Richtlinie Business Conduct
Diese Richtlinie ergänzt und konkretisiert den Verhaltenskodex zu den Themen Korruption/Bestechung/Geschenkannahme und Interessenkonflikte. Darin geregelt wird zum Beispiel die Zulässigkeit von Geschenken, Einladungen und anderen Vorteilen, von Spenden, Sponsoring, Nebentätigkeiten und dem privaten Bezug von Waren und Dienstleistungen durch Mitarbeiter:innen von Kund:innen und Lieferant:innen. In der Richtlinie Business Conduct ist weiters das Verbot politischer Beitragszahlungen verankert. Spenden an Politiker:innen, politische Parteien, parteinahe Organisationen oder politische Vorfeldorganisationen werden im voestalpine-Konzern nicht toleriert. Ausgenommen hiervon sind vom Vorstand der voestalpine AG im Einzelfall genehmigte Spenden an politische Vorfeldorganisationen, die ausschließlich soziale Anliegen verfolgen.
Richtlinie Umgang mit Geschäftsvermittler:innen und Berater:innen
Diese Richtlinie bietet weitere ergänzende Informationen zum Thema Korruption/Bestechung/ Geschenkannahme. Sie legt die Vorgehensweise fest, die vor der Beauftragung von Handelsvertreter:innen, Repräsentant:innen oder sonstigen vertriebsbezogenen Berater:innen einzuhalten ist. Auf Basis einer objektivierten Prüfung des Umfelds und des Tätigkeitsrahmens der betreffenden Person vor Aufnahme von Geschäftsbeziehungen (Business Partner Check) soll sichergestellt werden, dass auch die Geschäftspartner:innen die Gesetze und den Verhaltenskodex der voestalpine einhalten.
Richtlinie Kartellrecht
Diese Richtlinie beschreibt das Verbot wettbewerbsbeschränkender Vereinbarungen, regelt den Umgang mit Verbänden, Standesvertretungen sowie sonstigen Branchenorganisationen und legt konkrete Verhaltensregeln für sämtliche Mitarbeiter:innen des voestalpine-Konzerns fest. Zusätzlich wurden Leitfäden zu Informationsaustausch und Benchmarking, zu Einkaufskooperationen und zu Lieferbeziehungen mit Wettbewerber:innen erarbeitet, um die Mitarbeiter:innen über diese Themen aus kartellrechtlicher Sicht zu informieren.
Compliance-Handbuch und Compliance-Präventionsprogramm
Diese Regelwerke erläutern das Compliance-Management-System der voestalpine und geben Auskunft über die Compliance-Strategie und die Compliance-Struktur. Darin sind auch die Zuständigkeiten für die Aufarbeitung von Compliance-Verdachtsfällen, wie beispielsweise erhobene Korruptions- oder Bestechungsvorwürfe, enthalten. Des Weiteren informieren sie über Maßnahmen zur Prävention und Aufdeckung sowie die möglichen Reaktionen und Sanktionen auf Compliance-Verstöße. Informationen zum webbasierten Hinweisgeber:innen-System, das es ermöglicht, Compliance-Verstöße auch anonym zu melden, finden sich ebenfalls in diesen Regelwerken. Nähere Informationen zum Hinweisgeber:innen-System finden sich weiter unten.
Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen
Dieses an Lieferant:innen von Gütern und Dienstleistungen sowie an Geschäftsvermittler:innen, Berater:innen und sonstige Geschäftspartner:innen gerichtete Regelwerk legt die Grundsätze und Anforderungen für eine Zusammenarbeit mit der voestalpine fest. Die voestalpine verlangt unter anderem von ihren Geschäftspartner:innen, auf der Grundlage der Internationalen Menschenrechtscharta, der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und der Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO), die Menschenrechte als fundamentale Werte zu respektieren und zu beachten. Dies gilt insbesondere für das Verbot der Kinder- und Zwangsarbeit, das Verbot jedweder Form von Menschenhandel und moderner Sklaverei, die Gleichbehandlung der Mitarbeiter:innen und das Recht auf Interessenvertretung und kollektive Verhandlungen. Zudem müssen sich Geschäftspartner:innen verpflichten, Umweltschutzstandards einzuhalten und sich wissenschaftlich nachvollziehbare Ziele zur Reduktion ihres CO2-Fußabdrucks zu setzen. Die Geschäftspartner:innen müssen diesen Verpflichtungen nicht nur im eigenen Geschäftsbereich nachkommen, sondern auch ihre eigenen Lieferant:innen entsprechend verpflichten und die Einhaltung der Verpflichtungen in der Lieferkette überprüfen. Der Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen ist in mehreren Sprachen verfügbar und kann im Internet abgerufen werden: https://www.voestalpine.com/compliance
Verhaltenskodex für die Interessenvertretung der voestalpine (Lobbying-Verhaltenskodex)
Dieser Verhaltenskodex legt im Sinne klarer und transparenter Regelungen für interessenpolitische Aktivitäten den Umgang mit Stakeholder:innen in Österreich sowie auf europäischer und internationaler Ebene im Einklang mit dem österreichischen Lobbying- und Interessenvertretungs-Transparenz-Gesetz fest. Der Lobbying-Verhaltenskodex ist wie der Verhaltenskodex bindend für alle Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer:innen und Mitarbeiter:innen aller Gesellschaften, an denen die voestalpine AG direkt oder indirekt mit mindestens 50 % beteiligt ist oder bei denen sie auf andere Art Kontrolle ausübt. Werden Lobbying-Aktivitäten durch Externe unterstützt, ist sicherzustellen, dass sich diese zur Einhaltung dieses Verhaltenskodex verpflichten. Der Lobbying-Verhaltenskodex ist in deutscher und in englischer Sprache verfügbar und kann im Internet abgerufen werden: https://www.voestalpine.com/compliance
Mechanismen zur Ermittlung, Berichterstattung und Untersuchung von Bedenken hinsichtlich rechtswidriger Verhaltensweisen
Verantwortung und Compliance-Organisation
Die Einhaltung der Compliance-Vorgaben obliegt jedem Mitglied eines Vorstands/einer Geschäftsführung, jeder Führungskraft und jeder:jedem einzelnen Mitarbeiter:in. Der Vorstand/die Geschäftsführung einer Konzerngesellschaft trägt die Verantwortung für die wirksame Umsetzung, Aufrechterhaltung und kontinuierliche Verbesserung des auf den Compliance-Konzernrichtlinien basierenden Compliance-Management-Systems der voestalpine. Zur Unterstützung des Managements in der Wahrnehmung dieser Verantwortung und zur Schaffung der hierfür erforderlichen Prozesse und Kontrollmechanismen ist im voestalpine-Konzern eine Compliance-Organisation eingerichtet. Neben einem Group Compliance Officer wurden in jeder Division ein divisionaler Compliance Officer und darüber hinaus in bestimmten Untereinheiten von Divisionen zusätzliche Compliance Officer bestellt. Der Group Compliance Officer ist direkt dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt. Die divisionalen Compliance Officer berichten an den Group Compliance Officer und an die jeweiligen Divisionsvorständ:innen.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Compliance-Organisation
Die Bestellung und die Abberufung des Group Compliance Officers und der divisionalen Compliance Officer erfolgen durch den Vorstand der voestalpine AG, wobei für die divisionalen Compliance Officer das für die jeweilige Division zuständige Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG ein Vorschlagsrecht hat. Allfällige zusätzliche Compliance Officer in Untereinheiten von Divisionen werden von der jeweiligen Divisionsleitgesellschaft bestellt und abberufen.
Die Compliance Officer sind für folgende Themen zuständig:
»
Kartellrecht
»
Korruption
»
Kapitalmarkt-Compliance
»
Fraud (interne Fälle von Diebstahl, Betrug, Unterschlagung oder Untreue)
»
Interessenkonflikte
»
Sonderthemen, die der Compliance-Organisation vom Vorstand der voestalpine AG zugewiesen werden (z. B. im Zusammenhang mit UN- oder EU-Sanktionen)
Alle anderen Compliance-Themen, wie z. B. Umweltrecht, Steuern, Rechnungslegung, Arbeitsrecht, Arbeitnehmer:innen-Schutz oder Datenschutz, fallen nicht in den Zuständigkeitsbereich der Compliance Officer. Diese Themen werden von anderen Organisationsbereichen wahrgenommen.
Die Compliance-Organisation unterstützt neben dem Management auch die Mitarbeiter:innen bei der Einhaltung der Compliance-Vorgaben unter anderem durch regelmäßige Präsenz- und Online-Schulungen, Trainings, Managementgespräche und fortlaufende Informationsinitiativen. Zur Stärkung des Bewusstseins für Compliance im Unternehmen finden zudem regelmäßig Awareness-Kampagnen statt. Nähere Informationen zum Thema Schulungen finden sich im Kapitel G1-3 unter dem Punkt „Präventive Aktivitäten“.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Hinweisgeber:innen-System
https://www.bkms-system.net/
Der voestalpine-Konzern ermutigt alle Mitarbeiter:innen, die etwaige Regelverstöße beobachten oder aus konkretem Anlass vermuten, diese zu melden. Solche Meldungen können gemäß Verhaltenskodex an direkte Vorgesetzte, an die zuständige Rechts- oder Personalabteilung, an die Geschäftsführung der jeweiligen Konzerngesellschaft, an die Abteilung Revision und Risikomanagement der voestalpine AG, an den Group Compliance Officer oder einen der divisionalen Compliance Officer erfolgen. Hinweisgeber:innen wird dabei auf Wunsch absolute
Vertraulichkeit zugesichert. Mitarbeiter:innen, die festgestellte Verstöße gegen Gesetze, den Verhaltenskodex oder sonstige interne Richtlinien und Regelungen melden, erwachsen keinesfalls Repressalien oder negative Folgen welcher Art auch immer. Dies gilt genauso für andere Personen, die wichtige Informationen zur Untersuchung eines solchen Fehlverhaltens beitragen. Diese Regelung steht im Einklang mit den geltenden Rechtsvorschriften zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2019/1937 („Whistleblower-Richtlinie“).
Seit 2012 gibt es darüber hinaus die Möglichkeit, Fälle von Fehlverhalten über ein webbasiertes Hinweisgeber:innen-System auch auf anonymer Basis zu melden. Der voestalpine-Konzern vertraut hier auf die langjährige Expertise der EQS Group mit dem BKMS®-System, dessen Anonymitätswahrung von einer unabhängigen Stelle zertifiziert wurde. Das BKMS®-System kann sowohl von Mitarbeiter:innen als auch von externen Hinweisgeber:innen genutzt werden. Die Bereiche, in denen Fehlverhalten über das Hinweisgeber:innen-System gemeldet werden kann, wurden im Geschäftsjahr 2022/23 auf folgende Themen ausgeweitet:
»
Kartellrecht, Korruption, Fraud, Interessenkonflikte, Kapitalmarkt-Compliance
»
Diskriminierung, sexuelle Belästigung, Mobbing, Menschenrechte
»
Datenschutz
»
Technische Compliance, insbesondere die Einhaltung technischer Normen und Zertifizierungen in Produktionsprozessen sowie IT-Sicherheit
»
Umwelt
»
health & safety
»
Verstöße in anderen Bereichen
Das Hinweisgeber:innen-System ermöglicht den zuständigen Compliance Officern, mit den Hinweisgeber:innen unter Wahrung vollkommener Anonymität zu kommunizieren. Seit der Erweiterung der Meldemöglichkeiten im Dezember 2022 wurden insgesamt 246 Fälle in unterschiedlichen Bereichen gemeldet. Das System hat sich als vertrauenswürdige Anlaufstelle etabliert und wird breit genutzt. Die hohe Akzeptanz zeigt, dass Mitarbeiter:innen und andere berechtigte Personen das Hinweisgeber:innen-System aktiv in Anspruch nehmen, um auf Missstände oder Unregelmäßigkeiten hinzuweisen.
Anzahl Meldungen Hinweisgeber:innen-System
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.' Informationen zu den verschiedenen Meldekanälen – insbesondere zum Hinweisgeber:innen-System – sind sowohl im Intranet als auch auf der Website der voestalpine unter https://www.voestalpine.com/whistleblowersystem allgemein zugänglich. Zudem werden die
Mitarbeiter:innen über die Meldekanäle und den Prozess der Prüfung von Meldungen informiert und in der Anwendung geschult. Dies erfolgt beispielsweise durch Rundmails an die Belegschaft oder mit Plakaten sowie im Rahmen von Präsenz- und Online-Trainings zum Thema Compliance. Nähere Informationen zum Thema Schulungen finden sich im Kapitel G1-3 unter dem Punkt „Präventive Aktivitäten“.
Das hier und im Kapitel G1-3 beschriebene Compliance-Management-System der voestalpine umfasst klare Verhaltensregeln, interne Kontrollmechanismen, ein Hinweisgeber:innen-System und Schulungsprogramme, die sicherstellen, dass Korruptions- und Bestechungsrisiken systematisch identifiziert, bewertet und wirksam gesteuert werden. Im Berichtszeitraum wurde das Compliance-Management-System der voestalpine in den Bereichen Kartellrecht, Korruption und Hinweisgeber:innen-System für die österreichischen Konzerngesellschaften durch Austrian Standards gemäß international anerkannten Standards (ISO 37301:2021, ISO 37001:2025, ISO 37002:2021) zertifiziert. Das entsprechende Zertifikat ist auf der Website unter https://www.voestalpine.com/compliance allgemein zugänglich.
Konzeptübersicht
Adressiertes IRO
Konzept
Umfang des Konzepts
Verantwortlichkeit & Monitoring
Sonstige Anmerkungen
Gemeinsame Werte in der voestalpine

Gelebte Unternehmensethik

Verstöße gegen Compliance-Richtlinien und Wirtschaftskriminalität
Verhaltenskodex
Eigener Betrieb
Verantwortlichkeit: Vorstand/Geschäftsführung

Monitoring Compliance-Regelwerk: Compliance-Organisation
» Ergebnis zahlreicher Gespräche und Diskussionen auf Vorstands-, Geschäftsführungs- sowie Bereichsleitungsebene im voestalpine-Konzern

» Verhaltenskodex und darauf basierende Richtlinien (Compliance-Regelwerk) werden laufend evaluiert und gegebenenfalls angepasst.

» Verhaltenskodex ist die Basis für sämtliche Richtlinien des Compliance-Regelwerks der voestalpine.

» Menschenrechtscharta, UN-Prinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, Grundsätze des UN Global Compact und Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO)

» Verfügbar in mehr als 20 Sprachen im Intranet und auf der Website: https://www.voestalpine.com/compliance
Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen
Geschäftspartner:innen
Verantwortlichkeit: Vorstand/Geschäftsführung

Monitoring Compliance-Regelwerk: Compliance-Organisation
» Ergebnis zahlreicher Gespräche und Diskussionen auf Vorstands-, Geschäftsführungs- sowie Bereichsleitungsebene im voestalpine-Konzern

» Verhaltenskodex sowie Menschenrechtscharta, UN-Prinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, Grundsätze des UN Global Compact und Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO)

» Verfügbar in mehreren Sprachen im Intranet und auf der Website:
https://www.voestalpine.com/compliance
Richtlinie Business Conduct
Eigener Betrieb
Verantwortlichkeit: Vorstand/Geschäftsführung

Monitoring Compliance-Regelwerk: Compliance-Organisation
» Ergänzt und konkretisiert den Verhaltenskodex

» Verfügbar in mehreren Sprachen im Intranet
Richtlinie Umgang mit Geschäftsvermittler:innen und Berater:innen
Eigener Betrieb
Verantwortlichkeit: Vorstand/Geschäftsführung

Monitoring Compliance-Regelwerk: Compliance-Organisation
» Ergänzt und konkretisiert den Verhaltenskodex

» Verfügbar in mehreren Sprachen im Intranet
Adressiertes IRO
Konzept
Umfang des Konzepts
Verantwortlichkeit & Monitoring
Sonstige Anmerkungen
Gemeinsame Werte in der voestalpine

Gelebte Unternehmensethik

Verstöße gegen Compliance-Richtlinien und Wirtschaftskriminalität
Verhaltenskodex für die Interessenvertretung der voestalpine (Lobbying-Verhaltenskodex)
Eigener Betrieb

Externe Lobbyist:innen
Verantwortlichkeit: Vorstand/Geschäftsführung

Monitoring Compliance-Regelwerk: Compliance-Organisation
» Ergebnis zahlreicher Gespräche und Diskussionen auf Vorstands-, Geschäftsführungs- sowie Bereichsleitungsebene im voestalpine-Konzern

» Verfügbar in deutscher und englischer Sprache im Intranet und auf der Website:
https://www.voestalpine.com/compliance
Richtlinie Kartellrecht
Eigener Betrieb
Verantwortlichkeit: Vorstand/Geschäftsführung

Monitoring Compliance-Regelwerk: Compliance-Organisation
» Ergänzt und konkretisiert den Verhaltenskodex

» Verfügbar in mehreren Sprachen im Intranet
Richtlinie Compliance-Präventionsprogramm
Eigener Betrieb
Verantwortlichkeit: Vorstand/Geschäftsführung

Monitoring Compliance-Regelwerk: Compliance-Organisation
» Ergänzt und konkretisiert den Verhaltenskodex

» Verfügbar in mehreren Sprachen im Intranet
Richtlinie Compliance-Handbuch
Eigener Betrieb
Verantwortlichkeit: Vorstand/Geschäftsführung

Monitoring Compliance-Regelwerk: Compliance-Organisation
» Ergänzt und konkretisiert den Verhaltenskodex

» Verfügbar in mehreren Sprachen im Intranet
Gemeinsame Werte in der voestalpine

Gelebte Unternehmensethik
Corporate Governance Kodex
voestalpine AG durch freiwillige Selbstverpflichtung
Vorstand und Aufsichtsrat der voestalpine AG
» Externes Regelwerk, dem sich die voestalpine freiwillig unterworfen hat

» Verfügbar im Internet: https://www.corporate-governance.at/kodex/

» Für weitere Informationen siehe GOV-1 – G1
Gelebte Unternehmensethik

Verstöße gegen Compliance-Richtlinien und Wirtschaftskriminalität

Auswahlprozess bei Lieferant:innen
Due Diligence User Manual
Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Teilweise nachgelagerte Wertschöpfungskette (exkl. Nutzung durch Kund:innen, Selbstabholer:innen)
Procurement Board
» Stakeholder:innen-Analyse im Konzept berücksichtigt

» Interne Kommunikation an alle Nutzer:innen
Für dieses Kapitel wurden im Berichtszeitraum keine messbaren Ziele gemäß ESRS 2 Abs. 81b definiert, dennoch verfolgt das Unternehmen die Wirksamkeit der bestehenden Aktivitäten und Konzepte kontinuierlich. Das Compliance-Regelwerk wird laufend evaluiert und gegebenenfalls angepasst, um sicherzustellen, dass es den aktuellen Anforderungen entspricht und effektiv zur Minimierung von Risiken beiträgt. Zur Nachverfolgung der Wirksamkeit des Compliance-Management-Systems werden verschiedene Verfahren angewendet, insbesondere die unabhängige Zertifizierung des Compliance-Management-Systems, Audits sowie die Auswertung der Akzeptanz des Hinweisgeber:innen-Systems.
G1-2 – Management der Beziehungen zu Lieferanten
Die voestalpine gestaltet ihre Beschaffung unter Berücksichtigung wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Aspekte. Im Zentrum stehen faire Beziehungen zu Lieferant:innen, einschließlich kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU). Umwelt- und Sozialkriterien sind Teil der Auswahlprozesse für Lieferant:innen.
Zur Weiterentwicklung des Lieferkettenmanagements schafft die voestalpine derzeit die organisatorischen und prozessualen Voraussetzungen, um den bestehenden Due-Diligence-Prozess – der bislang auf Gesellschaften mit Verpflichtung nach dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) beschränkt ist – schrittweise auf den gesamten Konzern auszudehnen. Dabei stehen insbesondere die Einhaltung der Menschenrechte sowie Maßnahmen zur Reduktion der CO2-Emissionen im Fokus.
Das Due Diligence User Manual regelt als konzernweit gültige Richtlinie das sorgfaltspflichtige Verfahren im Lieferkettenmanagement und Maßnahmen für die Auftragsvergabe im Einkauf. Das Lieferkettenmanagement der voestalpine folgt einem risikobasierten Ansatz. Die Identifikation, Bewertung und Priorisierung von Risiken erfolgt in Anlehnung an die OECD-Leitsätze für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln. Dieser Ansatz stellt sicher, dass Ressourcen gezielt eingesetzt und die wichtigsten und dringlichsten Themen zuerst behandelt werden. In der Praxis erfolgt die Umsetzung dieses risikobasierten Ansatzes in einem dreistufigen Prozess (siehe nachfolgende Abbildung). Im ersten Schritt, der Lieferant:innen-Priorisierung, wird eine etwaige Risikobehaftung von Lieferant:innen aufgrund von länder- und warengruppenspezifischen Risiken ermittelt. Diese Analyse und Klassifizierung muss jedes Jahr für alle aktiven Lieferant:innen durchgeführt werden, also auch für jene, die in dem betreffenden Jahr als neuer Lieferantenstamm aufgenommen wurden. Im zweiten Schritt werden für alle Lieferant:innen, für die zuvor ein hohes oder mittleres Risiko ermittelt wurde, Maßnahmen zur Leistungsüberprüfung durchgeführt, um ihre individuelle Nachhaltigkeitsleistung zu verstehen und die tatsächlichen Risiken zu konkretisieren. Der dritte Schritt zielt darauf ab, die Lieferant:innen kontinuierlich weiterzuentwickeln, um ihre Nachhaltigkeitsleistung und ihr Verantwortungsbewusstsein in Bezug auf Menschenrechte und Umwelt zu verbessern und letztlich Risiken zu vermeiden und zu mindern. Auch hier wird bedarfsorientiert gehandelt.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Risikobasierter Ansatz für nachhaltiges Lieferant:innen-Management
Die Analyse der warengruppenspezifischen Risiken konzentriert sich auf jene Warengruppen, die von der voestalpine regelmäßig beschafft werden und mit denen potenzielle Nachhaltigkeitsrisiken verbunden sind. Als Nachhaltigkeitsrisiken gelten hier mögliche Verletzungen von Gesetzen und Richtlinien in den Bereichen Menschenrechte und Umweltschutz (siehe nachfolgende Tabelle). Dazu zählt auch das Risiko möglicher Verletzungen von Menschen- und Arbeitsrechten, von dem die
Arbeitskräfte in der Lieferkette betroffen sein können. Diese Menschenrechtsrisiken stehen im Mittelpunkt der Analyse und sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.
Relevante Themen zur Risikobewertung
Relevante Risiken im Bereich der Menschenrechte 
Menschenrechtsrisiken, die sich aus den Merkmalen der Branche, ihrer Tätigkeiten, Produkte und Herstellungsprozesse ergeben, einschließlich:
»
Kinderarbeit
»
Zwangsarbeit
»
Nichteinhaltung des Arbeitsschutzes
»
Missachtung der Vereinigungsfreiheit
»
ungleiche Behandlung von Beschäftigten
»
Nichtzahlung eines angemessenen, existenzsichernden Lohns
»
Einsatz von Sicherheitskräften vor Ort, wenn das Folterverbot oder die Vereinigungsfreiheit verletzt oder Leib und Leben geschädigt werden
»
Beeinträchtigung der Lebensgrundlagen von Menschen durch Bodenkontamination, Wasser- und Luftverschmutzung, Emissionen, übermäßigen Wasserverbrauch sowie unrechtmäßige Vertreibungen und Landkonfiszierungen, z. B. durch die Errichtung neuer Produktionsstätten
Relevante Umweltrisiken
Zu relevanten Umweltrisiken gehören:
»
Verwendung von Quecksilber und Behandlung von Quecksilberabfällen
»
Herstellung und Verwendung von persistenten organischen Schadstoffen (POPs)
»
nicht umweltgerechte Handhabung, Sammlung, Lagerung und Entsorgung von POP-haltigen Abfällen
»
Ausfuhr und Einfuhr von gefährlichen Stoffen
»
weitere Risiken, die u. a. aufgrund regulatorischer Anforderungen (z. B. EU-Lieferkettenrichtlinie) zu berücksichtigen sind, z. B. CO2-Emissionen
Die länderspezifische Risikobewertung erfolgt über öffentliche Indizes, die die Bereiche Governance und Nachhaltigkeit abdecken. Die voestalpine bedient sich dabei zweier weit verbreiteter Quellen: der „Worldwide Governance Indicators“ (Quelle: Weltbank) sowie des „CSR Risk Check“ (Quelle: MVO Nederland). Insgesamt werden damit 213 Länder und Gebiete erfasst. Die Kombination der beiden Indizes führt zu einer Gesamtrisikobewertung pro Land bzw. Gebiet. Die nachfolgende Tabelle zeigt das Ergebnis dieser Risikoanalyse im Geschäftsjahr 2024/25. Datengrundlage waren alle aktiven Lieferant:innen des Geschäftsjahres. Interne Wertschöpfungsaufträge wurden nicht berücksichtigt.
Ergebnis der Risikoanalyse 2024/25
Risikobehaftete Lieferant:innen
Anteil an der Gesamtzahl der Lieferant:innen (%)
Lieferant:innen aus potenziell risikobehafteten Warengruppen
19,0
Lieferant:innen aus potenziell risikobehafteten Ländern
13,0
Lieferant:innen aus potenziell risikobehafteten Warengruppen in potenziell risikobehafteten Ländern
3,0
Zur Sicherstellung finanzieller Stabilität in der Lieferkette – insbesondere gegenüber KMU – setzt die voestalpine auf klare Zahlungsbedingungen, digitale Systeme zur Zahlungsüberwachung sowie automatisierte Zahlungserinnerungen. Regelmäßige Schulungen für beteiligte Mitarbeiter:innen unterstützen die fristgerechte Abwicklung von Zahlungen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die
Transparenz in der Beschaffung zu stärken, Lieferant:innen wirtschaftlich abzusichern sowie ökologische und soziale Verantwortung entlang der Lieferkette zu fördern.
Weiterführende Informationen hinsichtlich Einhaltung der Menschenrechte und die damit verbundenen Maßnahmen befinden sich im Kapitel S2.
G1-3 – Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung
Das Compliance-Management-System der voestalpine, das unter anderem Korruption und Bestechung verhindern soll, basiert auf folgenden Säulen:
»
Risikoanalyse: Identifikation der im Konzern vorhandenen Compliance-Risiken durch kontinuierliche Analyse möglicher Compliance-Risikofelder
»
Prävention: Zur Prävention werden einerseits Aktivitäten des Wertemanagements und der Bewusstseinsbildung, andererseits Aktivitäten zur Kontrolle der Einhaltung der Compliance-Vorschriften umgesetzt. Dazu gehören insbesondere Kommunikationsaktivitäten, Trainingsprogramme, Schulungen sowie Elemente des Internen Kontrollsystems.
»
Aufdeckung: Zur Aufdeckung von Compliance-Verstößen werden neben der Zurverfügungstellung der verschiedenen Meldekanäle – insbesondere des Hinweisgeber:innen-Systems – anlassbezogene Untersuchungen und Revisionsprüfungen durchgeführt.
»
Reaktion: Nach der Aufdeckung von Compliance-Verstößen werden Vorkehrungsaktivitäten gesetzt, um weitere Compliance-Verstöße hintanzuhalten (z. B. zusätzliche Kontroll-, Schulungs- und Trainingsmaßnahmen).
»
Sanktion: Bei Compliance-Verstößen werden angemessene Sanktionen gesetzt. Dazu gehören arbeitsrechtliche Konsequenzen, Anzeigen bei zuständigen Behörden, Kündigung von Verträgen mit Dritten etc.
Für die Untersuchung von Korruptionsverdachtsfällen ist die Compliance-Organisation der voestalpine zuständig (nähere Informationen zur Compliance-Organisation finden sich im Kapitel G1-1 unter dem Punkt „Verantwortung und Compliance-Organisation“). Der Group Compliance Officer als oberste Instanz der Compliance-Organisation ist direkt dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt. Dies gewährleistet eine objektive und unverzügliche Aufarbeitung von Meldungen. Die Mitglieder der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane beschäftigen sich anlassbezogen im Rahmen von Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen sowie in Ausschüssen des Aufsichtsrates mit dem Thema Korruption und Bestechung.
Einmal jährlich erstellt der Group Compliance Officer zudem einen zusammenfassenden Compliance-Bericht, der zumindest folgende Punkte enthält:
»
Art und Umfang von gemeldeten und weiterverfolgten Compliance-Fällen
»
Status allfälliger anhängiger Behörden- oder Gerichtsverfahren von Compliance-Fällen
»
Durchgeführte Schulungs-, Trainings- und Kommunikationsmaßnahmen
»
Verhängte Sanktionen
Der jährliche Compliance-Bericht wird dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der voestalpine AG vorgelegt. Darüber hinaus erfolgt eine anlassbezogene Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat.
Präventive AKTIVITÄTEN
Die voestalpine legt im Rahmen ihres Compliance-Managements besonderes Gewicht auf präventive Aktivitäten. Dazu zählen vor allem Schulungen, Trainings, Managementgespräche und fortlaufende Informationsinitiativen. Compliance wird daher insbesondere auf den großen Veranstaltungen für Mitarbeiter:innen auf Konzern- und Divisionsebene, aber auch vom Top-Management, immer wieder thematisiert. Dadurch wird sichergestellt, dass die Konzepte zugänglich sind und die Auswirkungen von den Mitarbeiter:innen verstanden werden. Ebenso trägt die im Berichtszeitraum erfolgreich durchgeführte unabhängige Zertifizierung des Compliance-Management-Systems (Details siehe G1-1) zur Stärkung des Bewusstseins für Compliance-Themen sowie zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Compliance-Prozesse bei. Sie fördert weiters die Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen und hebt die Bedeutung der Einhaltung der unternehmensweiten Compliance-Standards hervor.
In regelmäßigen Schulungen, Trainings und Managementgesprächen zum Thema Geschäftsethik (Compliance-Schulungen) lernen die Mitarbeiter:innen unter anderem, wie man mit Einladungen, Geschenken oder möglichen Interessenkonflikten umgeht. Zudem werden sie auch im Umgang mit Geschäftsvermittler:innen geschult.
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Seit 2009 nutzt der voestalpine-Konzern verpflichtende E-Learning-Kurse, um seine Mitarbeiter:innen im Bereich Compliance zu sensibilisieren. Dieses aktuell in 14 Sprachen verfügbare Angebot wurde im Laufe der Zeit mehrmals überarbeitet und erweitert. Die Kurse beinhalten neben den Lernlektionen auch Praxisfälle und einen Abschlusstest.
Bestimmte Gruppen, wie beispielsweise Mitarbeiter:innen im Einkauf oder Vertrieb sowie Führungskräfte, sind einem höheren Risiko von Korruption und Bestechung ausgesetzt. Zudem ist die voestalpine in Ländern tätig, in denen generell ein höheres Korruptionsrisiko besteht. Ergänzend zu den E-Learning-Schulungen werden daher konzernweit laufend verpflichtende zielgruppenorientierte Präsenz- und Online-Schulungen durchgeführt, insbesondere für Mitarbeiter:innen in risikobehafteten Funktionen wie Vertrieb oder Einkauf. Schwerpunkte dieser Pflichtschulungen sind allgemein die Einhaltung der Gesetze und internen Richtlinien sowie die Themen Korruption und Kartellrecht – jeweils bezogen auf das spezifische Tätigkeitsumfeld der Teilnehmer:innen. Zusätzlich haben Mitarbeiter:innen der voestalpine AG Präsenzschulungen zum Thema Kapitalmarkt-Compliance zu absolvieren.
Unabhängig von ihrer Funktion müssen alle neu eingetretenen Angestellten einer Konzerngesellschaft die E-Learning-Schulung „Compliance Grundlagen“ absolvieren. Für den Führungskräftenachwuchs sind zudem Compliance-Schulungen verpflichtend. So fanden im Führungskräfteentwicklungsprogramm value:program im Geschäftsjahr 2025/26 vier (2024/25: fünf) Präsenzschulungen statt, an denen jeweils bis zu 40 Personen teilnahmen.
Die nachfolgenden Tabellen bieten einen Überblick über das Ausmaß der Schulungen im Bereich Compliance, die 2025/26 von Mitarbeiter:innen, Führungskräften und Geschäftsführer:innen der voestalpine absolviert wurden. Von 5.820 zugewiesenen Schulungen insbesondere für risikobehaftete Funktionen (Kartellrecht und Auffrischung Kartellrecht sowie Compliance und Schutz vor Korruption) wurden im Berichtszeitraum rund 94,59 % erfolgreich absolviert. Von den 315 (= 5,41 %) noch nicht abgeschlossenen Schulungen sind lediglich rund 35 % bereits fällig, während rund 65 % noch innerhalb der vorgesehenen Durchführungsfrist liegen.
ANZAHL SCHULUNGSTEILNEHMER:INNEN E-Learnings (Abgeschlossene Schulungen)
Teilnehmer:innen gesamt
Mitarbeiter:innen
Führungskräfte
Geschäftsführer:innen
2024/25
2025/26
2024/25
2025/26
2024/25
2025/26
2024/25
2025/26
Compliance Grundlagen
2.074
1.676
1.862
1.505
197
159
15
12
Kartellrecht
695
486
575
400
100
81
20
5
Auffrischung Kartellrecht
1.204
1.702
892
1.189
239
427
73
86
Schutz vor Korruption
2.774
1.641
2.331
1.483
359
149
84
9
ANZAHL SCHULUNGSTEILNEHMER:INNEN PRÄSENZSCHULUNGEN
Anzahl der Schulungen
Teilnehmer:innen
2024/25
2025/26
2024/25
2025/26
value:program
5
4
170
141
purchasing power academy
3
5
33
48
Compliance allgemein
64
52
1.789
1.417
Gesamt
72
61
1.992
1.606
Präsenzschulungen: 1.606 TeILNEHMER:INNEN im Geschäftsjahr 2025/26
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'Teilnehmer:innen nach (risikobehafteten) Funktionen und Bereichen (Vorjahreswerte in Klammern)
Das hier dargestellte Schulungsprogramm erstreckt sich konzernweit auf alle Funktionen (100 %), die im Rahmen einer Risikoanalyse als risikobehaftet identifiziert wurden.
Kennzahlen und Ziele
G1-4 – Korruptions- oder Bestechungsfälle
Im Berichtszeitraum gab es keine Verurteilungen oder Geldstrafen aufgrund von Verstößen gegen Korruptions- und Bestechungsvorschriften. Dies trifft unverändert auch auf die in der konsolidierten nichtfinanziellen Erklärung 2024/25 unter diesem Punkt angeführte Causa der bei einer deutschen Konzerngesellschaft der Metal Forming Division festgestellten Fehlbuchungen zu. Daher mussten auch keine anlassbezogenen Maßnahmen ergriffen werden, um gegen derartige Verstöße vorzugehen. Informationen zu den präventiven Aktivitäten finden sich im Kapitel G1-3.
Kennzahlenübersicht
ESRS-Offenlegungs-anforderung
Para-graf
Datenpunkt/Metrik
Grundlage für die Erstellung und Beschreibung der Annahmen und Methodik
Informationen über Quellen für ein hohes Maß an Messunsicherheiten und Informationen zur Messung
G1-3 – Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und Bestechung
21b
Prozentualer Anteil der von Schulungs-programmen abgedeckten risikobehafteten Funktionen
Risikobehaftete Funktionen:
insbesondere Mitarbeiter:innen im Einkauf oder Vertrieb sowie Führungskräfte
Erfassung von Primärdaten
G1-4 – Korruptions- oder Bestechungsfälle
24a
Anzahl der Verurteilungen und Höhe der Geldstrafen für Verstöße gegen Korruptions- und Bestechungs-vorschriften
Erfassung auf Basis der Berichtsstruktur in der Compliance-Organisation
Erfassung von Primärdaten
STEUERN
Als international tätiger Konzern ist es für die voestalpine von zentraler Bedeutung, steuerliche Vorschriften in sämtlichen Ländern, in denen das Unternehmen operativ tätig ist, konsequent einzuhalten. Zusätzlich zu den Berichtsanforderungen der ESRS veröffentlicht die voestalpine freiwillig Informationen zu Steuerstrategie und Steuerzahlungen. Dieser Teil des Berichts orientiert sich an den allgemein anerkannten Nachhaltigkeitsberichtsstandards der Global Reporting Initiative (GRI), konkret GRI-207.
Die Konzernsteuerstrategie, die im Rahmen der Konzernsteuerrichtlinie vom Vorstand der voestalpine beschlossen wurde, ist das Bekenntnis des voestalpine-Konzerns, bei allen geschäftlichen Handlungen und Entscheidungen im Konzern die steuerlichen Vorschriften des jeweiligen Landes einzuhalten.
Die zentralen Grundsätze der Konzernsteuerstrategie stellen sich wie folgt dar:
»
Steuerpolitik:
Der voestalpine-Konzern verfolgt im Rahmen seiner globalen Strategie das Ziel der Gesamtkostenminimierung, weshalb im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten steuerliche Wahlrechte zur Minderung der Steuerbelastung ausgeübt werden, sofern dadurch der Geschäftsablauf nicht beeinflusst wird. Steuergesetze werden bei der Steuergestaltung jedenfalls befolgt.
»
Corporate Responsibility:
Der voestalpine-Konzern zahlt Steuern dort, wo Wertschöpfung generiert wird. Die Verrechnungspreise im Konzern werden auf Grundlage der OECD-Verrechnungspreisgrundsätze gebildet. Verrechnungspreise werden nicht zur Steuergestaltung eingesetzt.
»
Beziehungen zu Behörden:
Der voestalpine-Konzern erfüllt sämtliche steuerlichen Mitwirkungspflichten, insbesondere werden steuerliche Aufbewahrungs- und Aufzeichnungspflichten in zeitlicher und örtlicher Hinsicht beachtet. Der voestalpine-Konzern bringt sich aktiv in die Begutachtungsvorgänge neuer Gesetze im Rahmen der vorgesehenen Institutionen ein.
Die Geschäftsführung jeder Konzerngesellschaft ist für die Umsetzung und Einhaltung der steuerlichen Vorschriften sowie der Konzernsteuerrichtlinie verantwortlich. Die voestalpine AG und die Divisionsleitgesellschaften überprüfen und aktualisieren regelmäßig die Konzernsteuerrichtlinie und überwachen deren Umsetzung und Einhaltung in den Konzerngesellschaften. Die funktionale Zuständigkeit auf Vorstandsebene liegt hierfür beim Finanzvorstand der voestalpine AG. Um die Einhaltung der Steuerstrategie sicherzustellen, wurden Steuerungsprozesse und Überwachungsmaßnahmen der voestalpine AG und der Divisionsleitgesellschaften für die steuerlichen Kernprozesse in den Konzerngesellschaften entwickelt, die Teil der Konzernsteuerrichtlinie sind.
Des Weiteren werden geeignete Aktivitäten gesetzt, um die Einhaltung der Konzernsteuerrichtlinie nachhaltig sicherzustellen, was unter anderem die Prüfung der Qualifikation der Mitarbeiter:innen, klare Aufgabenbeschreibungen sowie regelmäßige Informationen zu aufgabenspezifischen Themen und Schulungen der Mitarbeiter:innen miteinschließt.
Um steuerliche Risiken frühzeitig zu erkennen, tauschen die Konzerngesellschaften, Divisionsleitgesellschaften und die voestalpine AG laufend Informationen aus. Hierzu werden regelmäßig Controllinggespräche geführt, die auch der Überwachung der Durchführung von Aktivitäten im Zusammenhang mit wesentlichen steuerlichen Sachverhalten dienen. Steuergesetzänderungen oder Veränderungen der Geschäftsmodelle werden mit den Divisionsleitgesellschaften abgestimmt. Die Auswirkungen werden von der Konzerngesellschaft analysiert und es werden geeignete Aktivitäten abgeleitet, allenfalls unter Einbindung der Divisionsleitgesellschaft oder der voestalpine AG.
Erkennt eine Konzerngesellschaft, dass eine bereits bei den Steuerbehörden abgegebene Steuererklärung oder Steueranmeldung unrichtig oder unvollständig ist, zeigt die Konzerngesellschaft dies entsprechend den nationalen Rechtsvorschriften unverzüglich der Behörde an und nimmt die erforderliche Richtigstellung vor. Sollten finanzstrafrechtlich relevante Vorgänge entdeckt werden, werden diese der jeweiligen Divisionsleitgesellschaft oder der Konzernsteuerabteilung zur Kenntnis gebracht und Aktivitäten festgelegt,
mit welchen diese Vorgänge saniert und/oder abgestellt werden. Zur steuerlichen Risikominimierung sind die Konzerngesellschaften verpflichtet, für die steuerliche Würdigung von wesentlichen Sachverhalten eine:n externe:n Steuerberater:in einzubinden. Die Jahressteuererklärungen werden vor Übermittlung an die Steuerbehörden von einer externen Steuerberatung zumindest kritisch durchgesehen. Generell führt jede Konzerngesellschaft mit einer externen Steuerberatung zumindest einmal jährlich ein Beratungsgespräch zu wesentlichen Sachverhalten. Seit 1. Oktober 2017 nimmt KPMG als Global Tax Partner die Rolle der externen Steuerberaterin ein.
Bedenken hinsichtlich unethischer oder gesetzeswidriger Verhaltensweisen können über das webbasierte Hinweisgeber:innen-System gemeldet werden. Dieses System steht zudem zur Meldung von Bedenken durch Stakeholder:innen zur Verfügung.
Länderbezogene Berichterstattung
Als oberste Muttergesellschaft der multinationalen Unternehmensgruppe mit einem Konzernumsatz von mehr als 750 Mio. EUR reicht die voestalpine AG jährlich einen länderbezogenen Bericht beim zuständigen österreichischen Finanzamt ein, das sogenannte Country-by-Country-Reporting.
Für Informationen zu Namen und Ansässigkeit der Konzernunternehmen siehe Kapitel Beteiligungen im Konzernabschluss. Die landesspezifischen Angaben des Country-by-Country-Reporting (siehe nachfolgende Tabelle) beziehen sich auf Gesellschaften, die in den Konzernabschluss im Sinne einer Vollkonsolidierung (KV – vgl. Konzernabschluss, Anlage zum Anhang „Beteiligungen“) einbezogen sind. Informationen zu nach der Equity-Methode bilanzierten Gesellschaften (KEA, KEG) sowie zu Gesellschaften, die nicht konsolidiert werden (K0), sind dementsprechend nicht enthalten. Die Daten beziehen sich auf den Zeitraum 1. April 2025 bis 31. März 2026 (bzw. den Vorjahreszeitraum 1. April 2024 bis 31. März 2025)
Steuern: Länderbezogene Berichterstattung 2025/26
Beträge in Tausend Euro
Steuer-hoheits-gebiet
Haupttätigkeit
Anzahl der Beschäftigten¹
Umsatzerlöse aus Geschäftsvorfällen mit fremden Unternehmen²
Umsatzerlöse aus konzerninternen Transaktionen mit anderen Steuerhoheitsgebieten³
Ergebnis vor Ertrags-steuern4,9
Sachanlagen⁵
gezahlte Ertragsteuer⁶
entstandene Ertragsteuer⁷
Gründe für die Differenz zwischen dem entstandenen und dem durch Anwendung des Regelsteuersatzes auf das Ergebnis vor Ertragsteuern ermittelten Ertragsteuerbetrag⁸
ARE
Vertrieb
26
50.641
40
1.171
177
114
76
ARG
Vertrieb
65
11.748
0
319
858
0
0
AUS
Produktion, Vertrieb
281
123.373
57
5.418
21.280
1.749
1.681
AUT
Produktion, Vertrieb, Dienstleistungen
23.172
8.186.027
1.777.575
1.703.192
4.741.818
31.640
67.033
a), b), f)
BEL
Produktion
651
238.083
41.480
23.246
70.311
5.510
5.299
b), f)
BGR
Produktion
96
4.691
6.867
652
3.700
47
32
BRA
Produktion
2.333
384.547
58.796
1.067
126.293
1.324
3.602
c), f)
CAN
Produktion, Vertrieb
281
98.845
1.947
–5.296
19.449
486
571
c), f)
CHE
Vertrieb
118
75.068
2.003
–6.149
15.322
131
8
f)
CHN10
Produktion, Vertrieb
2.105
590.497
11.296
52.472
147.854
11.584
13.423
COL
Vertrieb
70
6.268
153
–358
2.425
–110
0
CZE
Produktion, Vertrieb
350
57.402
57.270
6.324
32.812
1.135
1.374
DEU
Produktion, Vertrieb
5.766
1.428.393
390.445
73.018
441.449
11.186
6.919
a), b), c), d), f)
DNK
Vertrieb
12
8.147
88
455
400
138
120
ECU
Vertrieb
33
2.912
0
–197
616
45
0
EGY
Produktion, Vertrieb
88
13.482
0
797
3.969
308
529
ESP
Produktion, Vertrieb
292
111.765
16.451
3.348
19.092
780
767
FIN
Vertrieb
6
6.472
13
–98
996
–89
0
FRA
Produktion, Vertrieb
853
272.337
21.654
5.276
65.727
1.277
1.798
GBR
Produktion, Vertrieb
660
245.486
7.088
31.669
40.455
2.187
3.874
a), b), c), e), f)
GRC
Vertrieb
6
2.889
0
–85
92
0
0
HUN
Produktion, Vertrieb
262
47.443
6.247
4.554
11.447
890
1.002
IDN
Produktion, Vertrieb
172
7.350
13.422
385
2.646
290
183
IND
Produktion, Vertrieb
1.017
107.060
9.055
5.182
24.956
1.524
1.393
ITA
Produktion, Vertrieb
777
247.823
58.959
10.817
101.984
914
2.104
a), b)
JPN
Vertrieb
77
26.078
459
277
4.845
–100
152
KOR
Vertrieb
49
9.616
14
–229
3.197
7
1
LTU
Produktion
78
11.532
5.688
1.130
3.263
273
223
LVA
Produktion
7
3.368
148
–57
221
0
0
MEX
Produktion, Vertrieb
621
68.743
14.892
1.304
22.678
936
887
MYS
Vertrieb
57
5.666
122
–79
4.196
–42
0
NLD
Produktion, Vertrieb
1.256
564.724
10.519
–2.738
118.506
7.623
7.134
a), b), f)
Beträge in Tausend Euro
Steuer-hoheits-gebiet
Haupttätigkeit
Anzahl der Beschäftigten¹
Umsatzerlöse aus Geschäftsvorfällen mit fremden Unternehmen²
Umsatzerlöse aus konzerninternen Transaktionen mit anderen Steuerhoheitsgebieten³
Ergebnis vor Ertrags-steuern4,9
Sachanlagen⁵
gezahlte Ertragsteuer⁶
entstandene Ertragsteuer⁷
Gründe für die Differenz zwischen dem entstandenen und dem durch Anwendung des Regelsteuersatzes auf das Ergebnis vor Ertragsteuern ermittelten Ertragsteuerbetrag⁸
NOR
Vertrieb
2
3.763
5
360
22
1.597
82
PER
Vertrieb
86
9.296
0
672
1.652
238
181
POL
Produktion, Vertrieb
974
304.390
12.557
9.403
54.421
1.471
1.926
PRT
Produktion
43
2.258
530
247
1.176
26
26
ROU
Produktion, Vertrieb
915
250.585
20.420
26.341
39.558
3.891
3.987
RUS
Vertrieb
0
0
0
–124
0
0
0
SAU
Produktion
64
5.764
52
160
2.551
214
112
SGP
Vertrieb
141
64.405
163.548
–12.622
9.228
982
982
a), b), c), f)
SVK
Vertrieb
24
5.488
1
478
831
160
116
SWE
Produktion, Vertrieb
1.082
81.397
258.004
–4.559
139.487
2.638
671
a), b), f)
THA
Produktion, Vertrieb
123
22.376
4
803
3.432
35
192
TUR
Produktion, Vertrieb
268
54.604
10.676
–2.454
4.173
482
796
b), f)
TWN
Vertrieb
109
9.628
1.207
1.255
5.290
99
234
USA
Produktion, Vertrieb
2.773
1.146.958
29.398
–31.172
273.426
445
536
a), b), c), f)
VNM
Vertrieb
64
3.674
11
–128
1.391
0
0
ZAF
Produktion, Vertrieb
471
80.080
0
11.380
19.061
1.895
1.386
a), d), f)
1 Die Angabe der Beschäftigten bezieht sich auf die Summe der Beschäftigten aller Geschäftseinheiten in einem Steuerhoheitsgebiet. Die Angabe der Beschäftigten basiert auf Vollzeit-Äquivalenten (FTE). Die Zahl der Beschäftigten bezieht sich auf den Stand am Ende des jeweiligen Geschäftsjahres.
2 Die Angabe Umsatzerlöse bezieht sich auf die Summe der Umsatzerlöse aller Geschäftseinheiten in einem Steuerhoheitsgebiet. Es ergeben sich keine Abweichungen zu den im Konzernabschluss ausgewiesenen Umsatzerlösen.
3 Die Angabe enthält Umsatzerlöse aus konzerninternen Transaktionen aller Geschäftseinheiten eines Steuerhoheitsgebiets mit anderen Steuerhoheitsgebieten.
4 Die Angabe Ergebnis vor Steuern bezieht sich auf die Summe der Ergebnisse vor Steuern aller Geschäftseinheiten in einem Steuerhoheitsgebiet. Abweichungen zum Konzernabschluss ergeben sich insbesondere aus dem Umstand, dass die Angabe länderweise addierte Werte enthält, während der Konzernabschluss konsolidierte Werte enthält.
5 Die Angabe der Sachanlagen entspricht den Nettobuchwerten aller Sachanlagen der Geschäftseinheiten in einem Steuerhoheitsgebiet zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahres. Es ergeben sich keine Abweichungen zu den im Konzernabschluss ausgewiesenen Sachanlagen.
6 Die Angabe der gezahlten Ertragsteuern bezieht sich auf die Summe der gezahlten Ertragsteuern aller Geschäftseinheiten in einem Steuerhoheitsgebiet.
7 Die Angabe der entstandenen Ertragsteuern bezieht sich auf die Summe der Ertragsteuern aller Geschäftseinheiten in einem Steuerhoheitsgebiet ohne latente Steuern und ohne Rückstellungen für ungewisse Steuerpositionen.
8 Ein erwarteter Steueraufwand kann durch Anwendung des regulären Steuersatzes auf die Angabe Ergebnis vor Steuern ermittelt werden. Temporäre und permanente Differenzen können zu Abweichungen zwischen entstandenen Ertragsteuern und erwarteten Ertragsteuern führen. Wesentliche Abweichungen zwischen entstandenen Ertragsteuern und erwarteten Ertragsteuern in einzelnen Ländern resultieren aus:
a) Steuerfreie Erträge (z. B. Beteiligungserträge)
b) Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen
c) Die GRI-Angabe Ergebnis vor Steuern enthält die Summe der Ergebnisse aller Geschäftseinheiten, die Besteuerung erfolgt jedoch je Geschäftseinheit (keine Verrechnung von Gewinnen und Verlusten aller Landesgesellschaften).
d) Besonderes Besteuerungsregime/Steuervergünstigungen
e) Verwertung steuerlicher Verlustvorträge bzw. -rückträge
f) Temporäre und permanente Differenzen
9 Die Angabe enthält insbesondere in Österreich einen hohen Anteil an teilweise auch mehrstufigen steuerfreien Beteiligungserträgen.
10 Aus Wesentlichkeitsgründen wird HKG nicht separat dargestellt.
Steuern: Länderbezogene Berichterstattung 2024/25 (Vorjahr)
Beträge in Tausend Euro
Steuer-hoheits-gebiet
Haupttätigkeit
Anzahl der Beschäftigten¹
Umsatzerlöse aus Geschäftsvorfällen mit fremden Unternehmen²
Umsatzerlöse aus konzerninternen Transaktionen mit anderen Steuerhoheitsgebieten³
Ergebnis vor Ertrags-steuern4,9
Sachanlagen⁵
gezahlte Ertragsteuer⁶
entstandene Ertragsteuer⁷
Gründe für die Differenz zwischen dem entstandenen und dem durch Anwendung des Regelsteuersatzes auf das Ergebnis vor Ertragsteuern ermittelten Ertragsteuerbetrag⁸
ARE
Vertrieb
23
53.827
3
1.682
279
1
146
ARG
Vertrieb
68
20.889
0
1.281
841
1.935
0
f)
AUS
Produktion, Vertrieb
318
135.324
65
8.999
17.204
2.451
2.469
AUT
Produktion, Vertrieb, Dienstleistungen
23.280
8.272.485
1.638.299
1.162.772
4.463.441
139.956
–8.652
a), b), f)
BEL
Produktion
639
236.159
40.973
22.378
63.188
4.891
5.115
BGR
Produktion
110
11.139
3.996
1.442
3.866
172
172
BRA
Produktion
2.535
451.483
59.302
9.892
113.181
5.923
4.904
a), c), f)
CAN
Produktion, Vertrieb
246
98.069
3.926
–8.914
20.529
70
82
CHE
Vertrieb
122
79.909
2.280
–2.425
16.499
262
–46
CHN
Produktion, Vertrieb
2.229
640.541
10.972
63.635
161.827
13.896
13.942
a), b), d)
COL
Vertrieb
69
6.872
52
–369
1.945
177
0
CZE
Produktion, Vertrieb
371
58.760
56.734
6.280
33.766
825
1.251
DEU
Produktion, Vertrieb
6.237
1.698.330
439.715
–478.776
468.779
12.200
1.045
c), f)
DNK
Vertrieb
12
8.281
191
718
554
119
152
ECU
Vertrieb
35
3.460
0
62
713
57
43
EGY
Produktion
53
9.950
0
867
2.391
14
379
ESP
Produktion, Vertrieb
295
108.399
16.502
4.976
19.035
676
622
FIN
Vertrieb
8
8.488
5
283
1.174
1
30
FRA
Produktion, Vertrieb
857
254.379
19.760
6.158
68.169
–227
1.291
GBR
Produktion, Vertrieb
699
289.307
4.368
50.714
42.035
6.304
4.071
a), c), f)
GRC
Vertrieb
6
3.981
0
–54
105
0
0
HKG
Vertrieb
4
1.323
31
–727
46
0
0
HUN
Produktion, Vertrieb
281
49.378
5.813
3.730
11.403
1.352
863
IDN
Produktion, Vertrieb
177
9.509
14.283
245
3.224
430
274
IND
Produktion, Vertrieb
923
117.625
7.382
6.700
28.965
1.962
1.928
ITA
Produktion, Vertrieb
699
256.028
44.939
8.812
99.395
1.519
1.699
JPN
Vertrieb
84
26.427
148
211
5.975
402
33
KOR
Vertrieb
49
10.243
199
45
3.740
14
14
LTU
Produktion
79
10.498
8.782
1.518
3.543
257
220
LVA
Produktion
6
7.794
60
132
186
0
0
MEX
Produktion
633
72.640
15.661
3.094
25.079
2.304
2.585
a), b), c), f)
MYS
Vertrieb
61
5.233
25
–508
4.307
–7
0
Beträge in Tausend Euro
Steuer-hoheits-gebiet
Haupttätigkeit
Anzahl der Beschäftigten¹
Umsatzerlöse aus Geschäftsvorfällen mit fremden Unternehmen²
Umsatzerlöse aus konzerninternen Transaktionen mit anderen Steuerhoheitsgebieten³
Ergebnis vor Ertrags-steuern4,9
Sachanlagen⁵
gezahlte Ertragsteuer⁶
entstandene Ertragsteuer⁷
Gründe für die Differenz zwischen dem entstandenen und dem durch Anwendung des Regelsteuersatzes auf das Ergebnis vor Ertragsteuern ermittelten Ertragsteuerbetrag⁸
NLD
Produktion, Vertrieb
1.181
532.649
14.529
57.796
123.688
6.568
6.679
a)
NOR
Vertrieb
2
2.281
3
268
19
151
52
PER
Vertrieb
88
10.246
0
949
1.826
230
288
POL
Produktion, Vertrieb
914
306.389
6.143
8.018
54.963
1.647
1.663
PRT
Produktion
40
1.546
318
–302
1.321
10
10
ROU
Produktion, Vertrieb
903
225.389
19.156
29.015
43.387
5.110
3.799
a), b)
RUS
Vertrieb
3
40
0
–616
349
–222
–106
SAU
Produktion
64
9.920
0
1.788
2.916
80
257
SGP
Vertrieb
148
73.898
188.756
–1.793
9.519
1.082
869
a), b), e)
SVK
Vertrieb
25
5.954
1
829
878
270
172
SWE
Produktion, Vertrieb
1.167
82.079
279.138
20.083
145.102
4.348
3.860
THA
Produktion, Vertrieb
123
21.758
56
71
4.072
–1
0
TUR
Produktion, Vertrieb
283
39.142
8.258
–4.755
4.776
341
420
TWN
Vertrieb
106
8.999
797
1.063
3.390
188
149
USA
Produktion, Vertrieb
2.864
1.291.495
32.102
43.754
262.172
–399
1.627
a), b), e), f)
VNM
Vertrieb
66
3.678
0
–110
1.615
0
0
ZAF
Produktion
474
111.495
0
11.579
20.900
1.322
1.515
a), e)
1 Die Angabe der Beschäftigten bezieht sich auf die Summe der Beschäftigten aller Geschäftseinheiten in einem Steuerhoheitsgebiet. Die Angabe der Beschäftigten basiert auf Vollzeit-Äquivalenten (FTE). Die Zahl der Beschäftigten bezieht sich auf den Stand am Ende des jeweiligen Geschäftsjahres.
2 Die Angabe Umsatzerlöse bezieht sich auf die Summe der Umsatzerlöse aller Geschäftseinheiten in einem Steuerhoheitsgebiet. Es ergeben sich keine Abweichungen zu den im Konzernabschluss ausgewiesenen Umsatzerlösen.
3 Die Angabe enthält Umsatzerlöse aus konzerninternen Transaktionen aller Geschäftseinheiten eines Steuerhoheitsgebiets mit anderen Steuerhoheitsgebieten.
4 Die Angabe Ergebnis vor Steuern bezieht sich auf die Summe der Ergebnisse vor Steuern aller Geschäftseinheiten in einem Steuerhoheitsgebiet. Abweichungen zum Konzernabschluss ergeben sich insbesondere aus dem Umstand, dass die Angabe länderweise addierte Werte enthält, während der Konzernabschluss konsolidierte Werte enthält.
5 Die Angabe der Sachanlagen entspricht den Nettobuchwerten aller Sachanlagen der Geschäftseinheiten in einem Steuerhoheitsgebiet zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahres. Es ergeben sich keine Abweichungen zu den im Konzernabschluss ausgewiesenen Sachanlagen.
6 Die Angabe der gezahlten Ertragsteuern bezieht sich auf die Summe der gezahlten Ertragsteuern aller Geschäftseinheiten in einem Steuerhoheitsgebiet.
7 Die Angabe der entstandenen Ertragsteuern bezieht sich auf die Summe der Ertragsteuern aller Geschäftseinheiten in einem Steuerhoheitsgebiet ohne latente Steuern und ohne Rückstellungen für ungewisse Steuerpositionen.
8 Ein erwarteter Steueraufwand kann durch Anwendung des regulären Steuersatzes auf die Angabe Ergebnis vor Steuern ermittelt werden. Temporäre Differenzen und Vorperiodeneffekte können zu Abweichungen zwischen entstandenen Ertragsteuern und erwarteten Ertragsteuern führen. Wesentliche Abweichungen zwischen entstandenen Ertragsteuern und erwarteten Ertragsteuern in einzelnen Ländern resultieren aus:
a) Steuerfreie Erträge (z. B. Beteiligungserträge)
b) Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen
c) Das Ergebnis vor Steuern enthält die Summe der Ergebnisse aller Geschäftseinheiten; die Besteuerung erfolgt jedoch je Geschäftseinheit (ohne Verrechnung von Gewinnen und Verlusten aller Landesgesellschaften, ausgenommen Österreich und USA).
d) Besonderes Besteuerungsregime/Steuervergünstigungen
e) Verwertung steuerlicher Verlustvorträge bzw. -rückträge
f) Temporäre Differenzen und Vorperiodeneffekte
9 Die Angabe enthält insbesondere in Österreich einen hohen Anteil an teilweise auch mehrstufigen steuerfreien Beteiligungserträgen.
Linz, am 26. Mai 2026
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h. Franz Kainersdorfer e. h. Gerald Mayer e. h.
Reinhard Nöbauer e. h. Carola Richter e. h. Hubert Zajicek e. h.
KONZERNABSCHLUSS
Inhaltsverzeichnis
303
Konzernbilanz
305
Konzern-Kapitalflussrechnung
306
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
307
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
309
Anhang zum Konzernabschluss
309
A. Allgemeines und Unternehmenszweck
310
B. Bilanzierungsgrundlagen
336
C. Konsolidierung
347
D. Erläuterungen und sonstige Angaben
424
Erklärung des Vorstandes gem. § 124 (1) BörseG 2018
425
Bestätigungsvermerk
432
Bericht über die unabhängige Prüfung der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung für das Geschäftsjahr 2025/26
437
Beteiligungen
voestalpine AG
KONZERNBILANZ ZUM 31.03.2026
AKTIVA
Anhang
31.03.2025
31.03.2026
A.
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen
D.9.
6.366,4
6.608,7
Firmenwerte
D.10.
999,4
998,9
Andere immaterielle Vermögenswerte
D.10.
310,2
315,7
Anteile an equitykonsolidierten Unternehmen
D.12.
254,7
256,5
Andere Finanzanlagen und sonstige Unternehmensanteile
D.12.
80,5
80,2
Aktive latente Steuern
D.13.
101,6
117,6
8.112,8
8.377,6
B.
Kurzfristige Vermögenswerte

Vorräte
D.14.
4.697,3
4.489,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
D.15.
1.838,0
1.904,8
Andere Finanzanlagen
D.25.
304,4
109,0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
D.16.
781,8
1.096,0
Kurzfristige Vermögenswerte exkl. IFRS 5 Vermögenswerte
7.621,5
7.599,7
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
C.2.
0,0
24,9
Kurzfristige Vermögenswerte inkl. IFRS 5 Vermögenswerte
7.621,5
7.624,6
Summe Aktiva
15.734,3
16.002,2

Mio. EUR
PASSIVA
Anhang
31.03.2025
31.03.2026
A.
Eigenkapital
Grundkapital
324,3
324,3
Kapitalrücklagen
655,0
655,3
Eigene Aktien
–214,6
–214,6
Andere Rücklagen
–199,5
–191,8
Gewinnrücklagen
6.659,6
7.007,1
Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens
7.224,8
7.580,3
Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital
239,9
220,3
D.18.
7.464,7
7.800,6
B.
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen
D.19.
894,7
816,6
Rückstellungen
D.20.
62,8
67,0
Passive latente Steuern
D.13.
98,3
144,0
Finanzverbindlichkeiten
D.21.
1.911,5
1.524,0
2.967,3
2.551,6
C.
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Rückstellungen
D.20.
967,5
1.028,0
Steuerschulden
89,2
128,1
Finanzverbindlichkeiten
D.21.
843,7
963,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
D.22.
2.672,4
2.669,0
Verbindlichkeiten aus Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen
D.23.
729,5
852,3
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten exkl. IFRS 5 Rückstellungen und Verbindlichkeiten
5.302,3
5.641,2
Zur Veräußerung gehaltene Rückstellungen und Verbindlichkeiten
C.2.
0,0
8,8
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten inkl. IFRS 5 Rückstellungen und Verbindlichkeiten
5.302,3
5.650,0
Summe Passiva
15.734,3
16.002,2
Mio. EUR
voestalpine AG
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG 2025/26
Anhang
2024/25
2025/26
angepasst1
Betriebstätigkeit
Ergebnis vor Steuern
270,5
586,6
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen, Fair Value-Anpassungen
888,0
748,3
Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und finanziellen Vermögenswerten
–9,8
–8,0
Zinsergebnis
190,7
156,7
Ergebnisse von equitykonsolidierten Unternehmen und Dividenden von Beteiligungen und sonstigen Unternehmensanteilen
–6,7
–20,7
Veränderung von Pensionen und anderen Arbeitnehmerverpflichtungen und langfristigen Rückstellungen
–54,9
–67,5
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge sowie nicht aufwands- und ertragswirksame Ein- und Auszahlungen
10,1
34,9
Erhaltene Zinsen
33,0
18,5
Gezahlte Zinsen
–175,7
–139,6
Gezahlte Steuern
–218,7
–95,9
Erhaltene Dividenden
13,9
16,1
Veränderung Vorräte
413,8
168,9
Veränderung Forderungen und Verbindlichkeiten
3,5
60,0
Veränderung kurzfristige Rückstellungen
62,8
81,8
Cashflow aus der Betriebstätigkeit
1.420,5
1.540,1
Investitionstätigkeit
Investitionen in andere immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
–1.108,6
–983,4
Einnahmen aus dem Abgang von Anlagevermögen
63,1
20,7
Cashflow aus der Übernahme der Beherrschung von Anteilen
D.26.
–19,0
–30,1
Cashflow aus dem Verlust der Beherrschung von Anteilen und dem Verkauf der Veräußerungsgruppe
C.2., D.26.
–47,0
–9,9
Investitionen/Devestitionen in andere Finanzanlagen
D.26.
–143,1
207,8
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
–1.254,6
–794,9
Finanzierungstätigkeit
Gezahlte Dividenden an Anteilseigner des Mutterunternehmens
–120,0
–102,9
Gezahlte Dividenden an nicht beherrschende Gesellschafter
–94,6
–21,0
Kapitalzuführung nicht beherrschende Gesellschafter
0,4
0,4
Anteilsveränderung von nicht beherrschenden Gesellschaftern
–0,2
–4,5
Aufnahme von langfristigen Finanzverbindlichkeiten
D.26.
651,2
302,2
Tilgung von langfristigen Finanzverbindlichkeiten
D.26.
–974,9
–384,5
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten
D.26.
–126,6
–61,6
Veränderung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten und übrige Finanzierungstätigkeiten
D.26.
–34,8
–158,0
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
–699,5
–429,9
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
–533,6
315,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Jahresanfang
1.322,1
781,8
Veränderungen aus Währungsumrechnungen
–6,7
–1,1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Jahresende
D.16.
781,8
1.096,0
1 Geschäftsjahr 2024/25 rückwirkend angepasst. Details siehe B. Bilanzierungsgrundlagen, B.4. Änderung der Darstellung der Konzern-Kapitalflussrechnung und Korrektur von Vergleichsinformationen.
Mio. EUR
voestalpine AG
KONZERN-GESAMTERGEBNIS-
RECHNUNG 2025/26
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Anhang
2024/25
2025/26
Umsatzerlöse
D.1., D.2.
15.743,7
15.063,1
Umsatzkosten
–12.905,5
–12.048,2
Bruttoergebnis
2.838,2
3.014,9
Sonstige betriebliche Erträge
D.3.
451,6
418,4
Vertriebskosten
–1.341,7
–1.426,5
Verwaltungskosten
–912,0
–906,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen
D.4.
–586,9
–396,3
Ergebnisse von equitykonsolidierten Unternehmen
D.5.
5,9
19,2
EBIT
455,1
723,5
Finanzerträge
D.6.
55,8
55,8
Finanzaufwendungen
D.7.
–240,4
–192,7
Ergebnis vor Steuern
270,5
586,6
Ertragsteuern
D.8.
–91,9
–162,3
Ergebnis nach Steuern
178,6
424,3
Zuzurechnen den:
Anteilseignern des Mutterunternehmens
153,5
424,7
nicht beherrschenden Gesellschaftern
25,1
–0,4
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR)
D.32.
0,90
2,48
Verwässertes Ergebnis je Aktie (EUR)
D.32.
0,90
2,44
KONZERN – SONSTIGES ERGEBNIS
2024/25
2025/26
Ergebnis nach Steuern
178,6
424,3
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden können
Cashflow-Hedges
–10,0
7,6
Währungsumrechnung
–23,2
–9,5
Ergebnisanteil von equitykonsolidierten Unternehmen
0,3
–6,2
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden können
–32,9
–8,1
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
27,1
26,0
Ergebnisanteil von equitykonsolidierten Unternehmen
0,1
0,0
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden
27,2
26,0
Sonstiges Ergebnis in der Periode, netto
–5,7
17,9
Gesamtergebnis in der Periode
172,9
442,2
Zuzurechnen den:
Anteilseignern des Mutterunternehmens
149,3
443,4
nicht beherrschenden Gesellschaftern
23,6
–1,2
Gesamtergebnis in der Periode
172,9
442,2
Mio. EUR
voestalpine AG
KONZERN-EIGENKAPITAL-
VERÄNDERUNGSRECHNUNG 2025/26
Andere Rücklagen
Grund-
kapital
Kapital-
rücklagen
Eigene
Aktien
Währungs-
umrechnung
Cashflow-
Hedge-Rücklage
Gewinn-
rücklagen
Summe Eigenkapital
der Anteils-
eigner des
Mutterunter-
nehmens
Nicht beherr-
schende Anteile
am Eigenkapital
Summe
Eigenkapital
Stand am 01.04.2024
324,3
677,8
–214,6
–166,4
–19,0
6.586,3
7.188,4
311,2
7.499,6
Ergebnis nach Steuern
–
–
–
–
–
153,5
153,5
25,1
178,6
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden können
Cashflow-Hedges
–
–
–
–
–10,0
–
–10,0
–
–10,0
Währungsumrechnung
–
–
–
–21,8
–
–
–21,8
–1,4
–23,2
Ergebnisanteil von equitykonsolidierten Unternehmen
–
–
–
–0,3
0,6
–
0,3
–
0,3
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden können
–
–
–
–22,1
–9,4
–
–31,5
–1,4
–32,9
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
–
–
–
–
–
27,2
27,2
–0,1
27,1
Ergebnisanteil von equitykonsolidierten Unternehmen
–
–
–
–
–
0,1
0,1
–
0,1
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden
–
–
–
–
–
27,3
27,3
–0,1
27,2
Sonstiges Ergebnis in der Periode, netto
–
–
–
–22,1
–9,4
27,3
–4,2
–1,5
–5,7
Gesamtergebnis in der Periode
–
–
–
–22,1
–9,4
180,8
149,3
23,6
172,9
Umgliederung Cashflow-Hedge-Rücklage aus dem sonstigen Ergebnis in nicht finanzielle Vermögenswerte (Vorräte)
–
–
–
–
17,4
–
17,4
–
17,4
Dividendenausschüttung
–
–
–
–
–
–120,0
–120,0
–100,8
–220,8
Anteilsbasierte Vergütungen
–
–1,7
–
–
–
–
–1,7
0,0
–1,7
Zugang aus der Übernahme der Beherrschung von Anteilen
–
–
–
–
–
–
–
3,8
3,8
Sonstige Veränderungen
–
–21,1
–
–
–
12,5
–8,6
2,1
–6,5
–
–22,8
–
–
17,4
–107,5
–112,9
–94,9
–207,8
Stand am 31.03.2025
324,3
655,0
–214,6
–188,5
–11,0
6.659,6
7.224,8
239,9
7.464,7
Mio. EUR
Andere Rücklagen
Grund-
kapital
Kapital-
rücklagen
Eigene
Aktien
Währungs-
umrechnung
Cashflow-
Hedge-Rücklage
Gewinn-
rücklagen
Summe Eigenkapital
der Anteils-
eigner des
Mutterunter-
nehmens
Nicht beherr-
schende Anteile
am Eigenkapital
Summe
Eigenkapital
Stand am 01.04.2025
324,3
655,0
–214,6
–188,5
–11,0
6.659,6
7.224,8
239,9
7.464,7
Ergebnis nach Steuern
–
–
–
–
–
424,7
424,7
–0,4
424,3
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden können
Cashflow-Hedges
–
–
–
–
7,6
–
7,6
–
7,6
Währungsumrechnung
–
–
–
–8,0
–
–
–8,0
–1,5
–9,5
Ergebnisanteil von equitykonsolidierten Unternehmen
–
–
–
–6,1
–0,1
–
–6,2
–
–6,2
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden können
–
–
–
–14,1
7,5
–
–6,6
–1,5
–8,1
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
–
–
–
–
–
25,3
25,3
0,7
26,0
Ergebnisanteil von equitykonsolidierten Unternehmen
–
–
–
–
–
–
–
–
–
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden
–
–
–
–
–
25,3
25,3
0,7
26,0
Sonstiges Ergebnis in der Periode, netto
–
–
–
–14,1
7,5
25,3
18,7
–0,8
17,9
Gesamtergebnis in der Periode
–
–
–
–14,1
7,5
450,0
443,4
–1,2
442,2
Umgliederung Cashflow-Hedge-Rücklage aus dem sonstigen Ergebnis in nicht finanzielle Vermögenswerte (Vorräte)
–
–
–
–
13,9
–
13,9
–
13,9
Dividendenausschüttung
–
–
–
–
–
–102,9
–102,9
–16,8
–119,7
Sonstige Veränderungen
–
0,3
–
0,4
–
0,4
1,1
–1,6
–0,5
–
0,3
–
0,4
13,9
–102,5
–87,9
–18,4
–106,3
Stand am 31.03.2026
324,3
655,3
–214,6
–202,2
10,4
7.007,1
7.580,3
220,3
7.800,6
Mio. EUR
voestalpine AG
ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS 2025/26
A.
ALLGEMEINES UND UNTERNEHMENSZWECK
Die weltweit tätige voestalpine-Gruppe ist ein Stahl- und Technologiekonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz. Der Konzern ist mit seinen qualitativ höchstwertigen Produkt- und Systemlösungen einer der führenden Partner der Automobil-, Energie-, Maschinenbau-, Konsumgüter- und Luftfahrtindustrie sowie globaler Marktführer bei Bahninfrastruktursystemen, bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen.
Die voestalpine AG ist oberstes Mutterunternehmen, welches einen Konzernabschluss erstellt. Die Eintragung ins Firmenbuch sowie der Sitz der Gesellschaft sind in Linz. Die Adresse der voestalpine AG lautet voestalpine-Straße 1, 4020 Linz, Österreich. Die Aktien der voestalpine AG sind an der Börse in Wien, Österreich, gelistet.
Der Konzernabschluss zum 31. März 2026 wurde gemäß § 245a (1) UGB in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten IFRS Accounting Standards, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den Auslegungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRS IC), die 2025 verpflichtend anzuwenden sind, erstellt.
Der Konzernabschluss wird in Millionen Euro (= funktionale Währung des Mutterunternehmens) dargestellt.
Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt.
Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.
Der Vorstand der voestalpine AG hat den Konzernabschluss am 26. Mai 2026 genehmigt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.
B.
BILANZIERUNGSGRUNDLAGEN
B.1. AUSWIRKUNGEN NEUER UND GEÄNDERTER STANDARDS
Die für den Konzernabschluss geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden mit nachfolgend aufgelisteten Ausnahmen.
Folgende Änderungen oder Neufassungen von Standards und Interpretationen wurden im Geschäftsjahr 2025/26 erstmals angewandt:
Standard
Inhalt
Inkrafttreten1
IAS 21, Änderungen
Wechselkurs bei langfristiger mangelnder Umtauschbarkeit
1. Jänner 2025
1 Die Standards sind gemäß EU-Endorsement für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.
Aus der Anwendung der genannten Änderungen ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des voestalpine-Konzerns.
Folgende Änderungen oder Neufassungen von Standards und Interpretationen sind zum Bilanzstichtag bereits veröffentlicht, aber für das Geschäftsjahr 2025/26 noch nicht verpflichtend anzuwenden bzw. anwendbar oder von der EU noch nicht übernommen:
Standard
Inhalt
Inkrafttreten laut IASB1
IFRS 9/IFRS 7, Änderungen
Änderungen an der Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten und
Verträge über naturabhängige Stromversorgung
1. Jänner 2026
Diverse Standards, Änderungen
Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Band 11
1. Jänner 2026
IFRS 18
Darstellung und Angaben im Abschluss
1. Jänner 2027
IFRS 19
Tochterunternehmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht: Angaben
1. Jänner 2027
IAS 21, Änderungen
Umrechnung von Finanzinformationen in Hochinflationswährungen
1. Jänner 2027
IFRS 19, Änderungen
Tochterunternehmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht: Angaben
1. Jänner 2027
1 Die Standards sind für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen.
Die angeführten Standards werden – sofern von der EU übernommen – nicht vorzeitig angewandt. Für den voestalpine-Konzern wird aus der Anwendung des IFRS 18 eine wesentliche Änderung für die Darstellung der Ergebnislage des Konzerns durch eine Anpassung der Gliederung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erwartet. Zudem ergeben sich auch Änderungen für die Darstellung der Konzern-Kapitalflussrechnung und die dargestellten Angaben im Anhang. IFRS 18 hat keine Auswirkungen auf Ansatz und Bewertung von Posten im Konzernabschluss.
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ergeben sich insbesondere Umgliederungen zwischen operativem Ergebnis und Finanzergebnis (bzw. den neuen Kategorien Investition und Finanzierung); das Ergebnis nach Steuern wird dadurch nicht beeinflusst.
In der Konzern-Kapitalflussrechnung ergeben sich Änderungen insbesondere aus dem künftig vorgegebenen Ausweis von erhaltenen und gezahlten Zinsen sowie erhaltenen Dividenden, welche bisher im Cashflow aus der Betriebstätigkeit enthalten waren, und zukünftig im Cashflow aus der Investitionstätigkeit sowie im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit dargestellt werden.
Der voestalpine-Konzern wird IFRS 18 ab dem verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkt 1. April 2027 anwenden. Die erforderliche rückwirkende Anwendung führt zu einer Anpassung der Vergleichsinformationen für das vorangegangene Geschäftsjahr. Die konkrete Quantifizierung der Ausweisänderungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Konzern-Kapitalflussrechnung, die Verwendung und Definition von vom Management definierten Erfolgskennzahlen (MPMs) sowie der Umfang der Änderungen von Anhangangaben werden im Rahmen der laufenden Implementierung ermittelt.
Die Änderungen zu IFRS 9 und IFRS 7 betreffen unter anderem die Klassifizierung von Verträgen über naturabhängige Stromversorgung und umfassen eine Klarstellung zur Anwendung der Eigenverbrauchsausnahme (Own Use Exemption) auf diese Verträge. Darüber hinaus werden die Vorschriften zu Sicherungsgeschäften in Bezug auf diese Verträge angepasst, und es werden zusätzliche Angabeerfordernisse für den Anhang definiert. Für den voestalpine‑Konzern wird aus der Erstanwendung keine Änderung der bilanziellen Behandlung von naturabhängigen Strombezugsvereinbarungen erwartet. Die Auswirkungen der Erstanwendung beschränken sich auf zusätzliche Angaben gemäß IFRS 7.
Aus den übrigen Änderungen und Neufassungen der Standards und Interpretationen werden aus heutiger Sicht keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des voestalpine-Konzerns erwartet.
B.2. WESENTLICHE ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN UND SCHÄTZUNGEN
Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen können.
GEOPOLITISCHE UND HANDELSPOLITISCHE Entwicklungen
Der Ukraine-Krieg, der Iran-Krieg sowie weitere geopolitische Entwicklungen werden vom voestalpine-Konzern weiterhin laufend beobachtet und analysiert, um auch künftig etwaigen Auswirkungen bestmöglich entgegenzuwirken.
Bereits zu Beginn des Ukraine-Kriegs wurden Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung der Produktionswerke (insbesondere der Stahlwerke in Österreich) mit wesentlichen Rohstoffen (wie z. B. Erz, Erzpellets, PCI-Kohle, Legierungen) gesetzt. Dazu zählen insbesondere die Identifikation und Aktivierung alternativer Bezugsquellen und Transportwege bzw. werden bei Rohstoffen (vor allem bei Erz und Kohle) auch Lagerbestände gehalten, um kurzzeitige Versorgungsengpässe zu überbrücken. Durch die Anpassungsfähigkeit der Versorgungs- und Logistikprozesse an neue Herausforderungen können Engpässe weitgehend vermieden werden.
Um die Gasversorgung (insbesondere an den österreichischen Standorten) sicherzustellen, hat sich der voestalpine-Konzern mit Mai 2022 eigene Gasspeicher vertraglich gesichert. Mit einem per März 2026 bestehenden Gasspeichervorrat von rund 0,75 TWh kann im Ernstfall eines vollständigen Ausfalls externer Gaslieferungen der Betrieb über einen begrenzten Zeitraum aufrechterhalten werden. Darüber hinaus wurde mit bestehenden wie auch neuen Lieferant:innen an der Ausweitung der Gasbezugsquellen gearbeitet und ein neues Erdgasbeschaffungskonzept mit einer Ausweitung auf internationale Erdgaslieferanten implementiert. Für mögliche Versorgungsengpässe bestehen zudem Notfallpläne, die eine Anpassung der Produktion an verfügbare Energiemengen vorsehen.
Die Entwicklungen im Zusammenhang mit der Energie- und Rohstoffversorgung werden weiterhin laufend beobachtet und im regelmäßigen Austausch zwischen Expert:innen und Vorstand bewertet.
Hinsichtlich des Iran-Kriegs wird auf Basis der aktuellen Einschätzung derzeit von einem zeitlich begrenzten Ereignis ausgegangen, aus dem keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des voestalpine-Konzerns erwartet werden. Aufgrund der vorhergehend beschriebenen, bestehenden Absicherungsmaßnahmen – insbesondere der gesicherten Energieversorgung einschließlich des Gasspeichers, der diversifizierten Beschaffungsstruktur sowie weitgehender Weitergabefähigkeit von steigenden Energiekosten – sieht sich der Konzern gegen potenzielle Versorgungs- und Preisrisiken weiterhin gut abgesichert.
Neben geopolitischen Konflikten beeinflussen auch handelspolitisch motivierte Eingriffe in Märkte – etwa in Form von Zöllen und Gegenzöllen bzw. Sanktionen – die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des voestalpine-Konzerns. Diese wirkten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf einzelne Geschäftsbereiche insbesondere durch zusätzliche Kostenbelastungen sowie durch nachteilige Effekte auf das Geschäftsvolumen aus. Besonders betroffen waren Nahtlosrohre für die Öl- und Gasindustrie, wo die Zölle in Kombination mit einer schwachen US-Nachfrage teilweise zu
einer geringeren Auslastung führten. Weitere Produktgruppen waren in geringerem Umfang betroffen. Konzernweit konnten Zollaufwendungen überwiegend an Kund:innen weitergegeben werden. Darüber hinaus konnten durch den Fokus auf lokale Produktions- und Lieferstrukturen („local for local“) die direkten finanziellen Auswirkungen der Zölle zusätzlich begrenzt werden. Die weitere Ausgestaltung handelspolitischer Rahmenbedingungen bleibt jedoch von politischen Entscheidungen abhängig und ist mit Prognoseunsicherheiten verbunden, in der Mittelfristplanung wird keine Veränderung der Zollpolitik angenommen.
Auswirkungen Nachhaltigkeitsstrategie – Dekarbonisierung und grüne Transformation
Mit greentec steel wird im voestalpine-Konzern ein ambitionierter Stufenplan zur Dekarbonisierung schrittweise umgesetzt. Der voestalpine-Konzern verpflichtet sich im Rahmen der Science Based Targets initiative (SBTi), die Summe der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 30 % sowie die Scope-3-Emissionen um 25 % jeweils bis 2029 gegenüber dem Referenzjahr 2019 zu reduzieren. Die Zielerreichung 2029 unterliegt dabei auch externen Faktoren und Einflussgrößen wie beispielsweise der Verfügbarkeit von Rohstoffen und Energie sowie den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Das langfristige Konzept der voestalpine, um im Einklang mit dem Zielpfad des EU-Emissionshandels bis spätestens 2050 Net-Zero zu produzieren, besteht aus mehreren modularen Technologieschritten und -optionen. Diese stellen gleichermaßen auf den größtmöglichen CO2-Minderungseffekt unter Berücksichtigung der tatsächlichen Realisierbarkeit (z. B. in Bezug auf den jeweiligen politischen und rechtlichen Rahmen, die Verfügbarkeit von Roh- und Einsatzstoffen sowie erneuerbarer Energien als auch entsprechender Infrastrukturen) bzw. der wirtschaftlichen Realisierbarkeit ab. Die wesentlichen Elemente des Klimaschutzprogramms greentec steel umfassen im Überblick:
Bis 2029: Phase 1
»
greentec steel umfasst im ersten Schritt ein Investitionsvolumen von rund 1,5 Mrd. EUR, welches im März 2023 vom Aufsichtsrat genehmigt wurde. Damit werden zunächst an den Standorten Linz und Donawitz zwei Elektrolichtbogenofen-Anlagen, mit geplanter Inbetriebnahme im Jahr 2027, installiert und zwei kohlebasierte Hochofenaggregate stillgelegt. Nach geplanter Fertigstellung 2027 können nach erfolgtem Hochlauf jährlich bis zu 2,5 Mio. Tonnen CO2-reduzierten Stahls erzeugt werden. Je nach Qualitätsanforderungen kommt dabei ein Mix der Einsatzstoffe aus Schrott, flüssigem Roheisen und HBI („Hot Briquetted Iron“) zum Einsatz. Das benötigte HBI bezieht die voestalpine primär über die Direktreduktionsanlage in Texas, USA, die sich seit 2022 mehrheitlich im Besitz eines globalen Stahlproduzenten befindet, 20 % gehören der voestalpine mit entsprechend langfristig gesicherten Abnahmeverträgen.
Ab 2030 bis 2035: Phase 2
»
Fokus auf direkte CO2-Vermeidung durch weiteren Ersatz fossiler Roheisenerzeugung sowie ergänzende Nutzung von CO2-Abscheide- und -Verwertungstechnologien (CCUS, Carbon Capture Utilization and Storage).
Bis spätestens 2050: Phase 3
»
Fokus auf Ersatz der verbleibenden fossilen Roheisenkapazitäten unter Einsatz fossilfreier Energieträger, etwa von Wasserstoff, erneuerbarer Energien, sowie weiterführende Anwendung von CO2-Abscheidetechnologien (CCUS) mit dem Ziel größtmöglicher Flexibilität bei gleichzeitig tatsächlich wirtschaftlicher Realisierbarkeit der Net-Zero-Strategie. Finale Entscheidungen werden in Übereinstimmung mit Investitionszyklen und nach Maßgabe der dann absehbaren Voraussetzungen erst zu einem späteren Zeitpunkt getroffen.
Aufgrund der Dekarbonisierungsaktivitäten ergeben sich auch Änderungen bei den Energiebedarfen. Hier stehen der konsequente Ausbau der eigenen Erneuerbaren-Kapazitäten, der Bezug von erneuerbarer Energie aus langfristigen PPAs (Power Purchase Agreements) und der Aufbau langfristiger Partnerschaften mit Energieversorgungsunternehmen zur Verbesserung der Versorgungssicherheit mit grünem Strom im Fokus. Darüber hinaus werden Forschungs- und Demonstrationsprojekte in den Bereichen Wasserstoff, Biogas und Biomasse sowie Vorhaben in alternativen Eisen- und Stahlherstellungstechnologien wie beispielsweise „Hy4Smelt“ (Demonstrationsanlage, die eine wasserstoffbasierte Direktreduktion für ultrafeine Eisenerze [HYFOR®] mit einem elektrischen Schmelzprozess [Smelt] kombiniert) sowie „SuSteel“ (Sustainable Steelmaking) konsequent weiterverfolgt. Die Optimierung der Energieeffizienz in Produktionsprozessen wird ebenfalls laufend untersucht und vorangetrieben. Forschungsaktivitäten im Bereich CO2-Abscheidung und -Verwendung (CCUS) ergänzen das Gesamtbild.
Im Rahmen der grünen Transformation ergeben sich auch Änderungen hinsichtlich der Rohstoffbedarfe. Dadurch gewinnt die gegebene Volatilität auf den Rohstoffmärkten an Bedeutung. Langfristige Lieferbeziehungen, die weitere Ausweitung des Lieferant:innen-Portfolios sowie Optimierungen in der Eigenversorgung und der Kreislaufwirtschaft bilden die Kernelemente einer diversifizierten Beschaffungsstrategie.
In den Planungsrechnungen der vom Technologietransfer betroffenen Standorte (im Wesentlichen Linz und Donawitz) wurden die Auswirkungen – soweit zum jetzigen Zeitpunkt einschätzbar – berücksichtigt. Die diesen Annahmen zugrunde liegenden Prämissen unterliegen wesentlichen Schätzunsicherheiten. Es sind Investitionen in Höhe von rund 1,5 Mrd. EUR – wovon bereits rund 0,9 Mrd. EUR bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 (2024/25 rund 0,5 Mrd. EUR) investiert waren – für die beiden Elektrolichtbogenofen-Anlagen genehmigt sowie darüber hinaus Investitionen für den weiteren Ersatz der fossilen Roheisenerzeugung und CCUS-Technologien in der verlängerten Grobplanungsphase enthalten. CO2-Preissteigerungen sowie die schrittweise Reduktion und der Wegfall der Gratiszertifikate bis zum Jahr 2034, der aufgrund der geänderten Technologie benötigte Rohstoffmix inklusive Effekte aus CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) sowie ein Preispremium für greentec steel sind in der Planung hinterlegt. Hinsichtlich der CO2-Preissteigerungen, welche auf Basis der Forecasts der Emissionsmengen und Zertifikatepreise von internen Expertisen, externen Analyst:innen und Folgenabschätzungen der EU-Kommission abgeleitet wurden, ist eine schrittweise Erhöhung bis zur knappen Verdreifachung bis 2042 des aktuellen Preisniveaus berücksichtigt. Die Annahmen zur Entwicklung der Absatzpreise basieren auch auf sich ändernden Marktbedingungen infolge von Marktschutzmechanismen (insbesondere CBAM sowie Post-Safeguards). Darüber hinaus wird für greentec steel während der Markteinführungsphase ein Preispremium für grünen Stahl erwartet. Durch die Revision der Emissionshandelsrichtlinie wie auch durch die parallel erfolgende Einführung des CO2-
Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) unterliegt die Stahlindustrie einem strukturellen Wandel (Verringerung der Gesamtzertifikatemenge sowie Auslaufen der Freizuteilung bis zum Jahr 2034 und damit signifikant höherer Zukaufsbedarf für die EU-Stahlindustrie).
Im Zusammenhang mit dem geänderten Rohstoffmix (Schrott, flüssiges Roheisen und HBI) wurden in den Planungsrechnungen entsprechende Preisanpassungen hinterlegt. Den damit verbundenen Unsicherheiten begegnet die voestalpine mit dem Ausbau bzw. Aufbau von Lieferbeziehungen mit Lieferant:innen, Kund:innen und Prozesspartner:innen, um die Möglichkeiten einer Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu intensivieren.
Die Umstellung auf neue Produktionstechnologien birgt operative Risiken, etwa mögliche Betriebsausfälle oder zunächst ineffiziente Prozesse, die erst im Zeitverlauf optimiert werden können, in sich. Um dem zu begegnen, plant der Konzern eine flexible zeitliche Gestaltung des Parallelbetriebs von elektrifizierter und hochofenbasierter Stahlerzeugung während der Übergangsphase.
Zu den beschriebenen Themen sind wesentliche politische Entscheidungen sowohl auf nationaler wie auch auf europäischer Ebene derzeit noch in Diskussion. Damit sind für die voestalpine – insbesondere auch vor dem Hintergrund unterschiedlicher energie- und transformationspolitischer Niveaus in den Mitgliedstaaten der EU – naturgemäß Unsicherheiten verbunden.
Die mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehenden physischen Risiken aus Elementarereignissen wurden anhand detaillierter Klimarisiken- und Vulnerabilitätsanalysen für relevante Betriebsstandorte analysiert. Sowohl starke Regenfälle, Überflutungen und Murenabgänge als auch klimabedingte Pegelschwankungen von Flüssen, welche die Schiffbarkeit beeinträchtigen können, sind für den voestalpine-Konzern bedeutsame physische Klimarisiken. Daraus abgeleitet wurden entsprechende Vorsorgemaßnahmen eingeleitet bzw. bereits umgesetzt. Erforderliche mitigierende Maßnahmen sind in den Planungsrechnungen enthalten.
Der europäische Green Deal bringt neben den transitorischen Klimarisiken im Zuge der Dekarbonisierung zusätzliche Herausforderungen mit sich, die zu einem Strukturwandel in der europäischen Industrie führen. Auch die voestalpine ist von diesem Wandel direkt und indirekt betroffen. Im Importbereich gleichen Mechanismen wie der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) Wettbewerbsnachteile nicht lückenlos aus. Im globalen Export steht die voestalpine in Konkurrenz zu Unternehmen außerhalb der EU, die keinen vergleichbaren regulatorischen Rahmenbedingungen unterliegen. Darüber hinaus ist die voestalpine infolge des Strukturwandels des Standorts Europa mit potenziellen Nachfrageveränderungen in wesentlichen Abnehmerindustrien konfrontiert.
Die voestalpine führt gezielte Aktivitäten zur Minderung dieser Risiken aus Wettbewerbsnachteilen und Strukturwandel der europäischen Industrie durch. Im Fokus stehen neben umfassenden Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen die Entwicklung innovativer Produkte zur Differenzierung vom Wettbewerb sowie die Erschließung neuer Kund:innen, Branchen und geografischer Märkte. Dabei setzt die voestalpine auf hochwertige Marktsegmente und eine verstärkte Differenzierung in Produktqualität und Service. Darüber hinaus trägt eine verstärkte
Internationalisierung der voestalpine in renditestarken Weiterverarbeitungsbereichen nach dem „local for local“-Prinzip zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit bei.
Die Erwartungen wurden in der Mittelfristplanung und einer zusätzlichen Grobplanungsphase bei den vom Technologietransfer betroffenen CGUs anhand der zum Stichtag verfügbaren Erkenntnisse mittels bestmöglicher Einschätzung berücksichtigt.
Weitere Informationen sind der konsolidierten Nachhaltigkeitserklärung im Konzernlagebericht zu entnehmen (Kapitel ESRS 2 SBM-3 E1 Klimawandel, ESRS E1 Klimawandel).
Schätzungen und Annahmen in der Anwendung EINZELNER IFRS
Schätzungen und Annahmen, die neben den oben beschriebenen Sachverhalten einen wesentlichen Effekt auf den Konzernabschluss haben können, sind insbesondere bei folgenden Themen erforderlich:
Werthaltigkeit langfristiger Vermögenswerte
Die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, Firmenwerten, Sachanlagen und Anteilen an equitykonsolidierten Unternehmen erfordert Ermessen in der Anwendung von Rechnungslegungsmethoden sowie Schätzungen, die auf zukunftsbezogenen Annahmen basieren.
Rechnungslegungsbezogenes Ermessen erfordert vor allem die Identifikation und Abgrenzung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units/CGUs), in welchen bisweilen auch überregional Standorte und Produktionsanlagen für die Prüfung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten zusammengefasst werden. Darüber hinaus basiert auch die Identifikation und Analyse von Wertminderungsindikatoren zu jedem Abschlussstichtag, neben den jährlich verpflichtenden Wertminderungsprüfungen für Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer, auf entsprechenden Ermessensentscheidungen des Managements. Neben quantitativen Analysen werden auch qualitative Erwägungen mitberücksichtigt.
Die Durchführung von Wertminderungstests und die Ermittlung allfälliger Wertminderungen erfordern die Schätzung der erzielbaren Beträge der betroffenen CGUs. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Beiden Wertmaßstäben liegen mehrere zukunftsgerichtete Annahmen und Schätzungen zugrunde. Diese umfassen insbesondere die künftigen Cashflows aus der fortgesetzten Nutzung, Abzinsungssätze, Wachstumsraten oder die Fair Values abzüglich der Veräußerungskosten der einzelnen Vermögenswerte. Bei der Ermittlung künftiger Cashflows sind zudem bei den von der Dekarbonisierung und dem damit verbundenen Technologietransfer betroffenen CGUs eine Reihe unsicherer Annahmen berücksichtigt worden. Dazu zählen insbesondere die Preisentwicklung von CO2-Zertifikaten, die Entwicklung der Absatzpreise (insbesondere Preispremium für greentec steel), die Änderungen im Rohstoffmix (Verfügbarkeit und Preisentwicklung) sowie der Investitionsbedarf für den weiteren Ersatz fossiler Roheisenerzeugung und für CO2-Abscheidetechnologien (CCUS).
Obwohl das Management davon ausgeht, dass die getroffenen Annahmen eine bestmögliche Einschätzung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der voraussichtlichen
Geschäftsentwicklung der betroffenen CGUs darstellen, besteht das Risiko, dass eine Veränderung der Annahmen oder der Umstände zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und korrespondierenden Wertminderungen bzw. Wertaufholungen in zukünftigen Perioden führen kann. Es werden Sensitivitätsanalysen für die zentralen Planungsprämissen (Abzinsungssatz und Cashflows) dargestellt, in welchen zum Stichtag für möglich gehaltene Änderungen dieser Planungsprämissen und daraus resultierende Effekte auf das Ergebnis der Wertminderungsprüfung modelliert werden (siehe dazu Punkt D.11. Wertminderungen und Wertaufholungen). Zusätzliche Ausführungen zur Beurteilung der Werthaltigkeit von langfristigen Vermögenswerten finden sich in Punkt B.3. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Impairmenttest von CGUs mit und ohne Firmenwert sowie sonstigen Vermögenswerten, weiters in den Punkten D.9. Sachanlagen, D.10. Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte und D.11. Wertminderungen und Wertaufholungen.
Bilanzierung von Leasingverhältnissen
Vorgelagert zur bilanziellen Abbildung eines Leasingverhältnisses muss das Management bei Vertragsbeginn beurteilen, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Trotz vorhandener Leitlinien bedarf es in bestimmten Vertragskonstellationen eines Ermessens des Managements, ob bestimmte Verträge als Leasingverhältnisse zu bilanzieren sind. Für die Ermittlung der Leasingverbindlichkeiten müssen zudem Einschätzungen über die Vertragslaufzeit je Leasingvertrag, die zu passivierenden Leasingzahlungen und des zu verwendenden Diskontierungszinssatzes getroffen werden. Die eingeschätzte Vertragslaufzeit basiert auf der unkündbaren Laufzeit des Leasingvertrags. Leasingperioden, für die Kündigungs- und bzw. oder Verlängerungsoptionen bestehen, werden in die Betrachtung miteinbezogen, wenn deren Nichtausübung (bei Kündigungsoptionen) bzw. deren Ausübung (bei Verlängerungsoptionen) als hinreichend sicher eingeschätzt wird. Dies bedarf einer Ermessensentscheidung durch das Unternehmen. Es finden dabei sämtliche Tatsachen und Umstände, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung bzw. Nichtausübung darstellen, Berücksichtigung. Nach der erstmaligen Erfassung erfolgt eine Neubeurteilung der Laufzeit, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung der Umstände innerhalb der Kontrolle des Unternehmens eintritt, die sich auf die Ausübung oder Nichtausübung der Option auswirkt.
Die zu passivierenden Leasingzahlungen sind aus den vertraglichen Zahlungspflichten abzuleiten, wobei jedoch zu berücksichtigen ist, dass variable Leasingzahlungen nicht passiviert werden, soweit diese nicht an einen Index oder (Zins-)Satz geknüpft sind. Verträge mit komplexen Zahlungsschemata erfordern mitunter Ermessen darüber, ob und in welcher Höhe eine Leasingverbindlichkeit anzusetzen bzw. ob und in welcher Höhe über künftige außerbilanzielle variable Zahlungsverpflichtungen zu berichten ist.
Als Diskontierungszinssatz für die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten wird der Grenzfremdkapitalzinssatz als laufzeitabhängiger risikoloser Zinssatz unter Berücksichtigung der jeweiligen Währung und der Bonität des Unternehmens bestimmt. Dies bedarf einer Schätzung, wenn keine beobachtbaren Zinssätze verfügbar sind (z. B. Tochterunternehmen, die keine Finanzierungstransaktionen abschließen) oder wenn diese angepasst werden müssen, um die Konditionen und Bedingungen des Leasingvertrags abzubilden (z. B. Berücksichtigung der Tilgungsstruktur).
Vergleiche dazu Punkt B.3. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Leasing, sowie Punkt D.9. Sachanlagen.
Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen
Für die Bewertung der bestehenden Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung und künftige Bezugserhöhungen verwendet. Vergleiche dazu Punkt B.3. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen, sowie Punkt D.19. Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen.
Vermögenswerte und Schulden im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben
Im Rahmen von Unternehmenserwerben sind Schätzungen im Zusammenhang mit der Ermittlung der Fair Values der identifizierten Vermögenswerte, Schulden und möglicher bedingter Gegenleistungen erforderlich. Es werden alle verfügbaren Informationen über die Umstände zum Erwerbszeitpunkt herangezogen. Beizulegende Zeitwerte von Gebäuden und Grundstücken werden im Regelfall von externen Expert:innen oder Expert:innen im Konzern festgestellt. Immaterielle Vermögenswerte werden nach Art des Vermögenswerts und Verfügbarkeit der Informationen anhand geeigneter Bewertungsmethoden bewertet. Diese Bewertungen sind eng mit den Annahmen über die künftige Entwicklung der geschätzten Cashflows sowie mit den verwendeten Abzinsungssätzen verbunden.
Informationen zu im Berichtszeitraum stattgefundenen Erwerben sind unter Punkt C.2. Konsolidierungskreisänderungen, Abschnitt Unternehmenserwerbe und sonstige Zugänge zum Konsolidierungskreis angeführt.
Sonstige Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen werden bei Bestehen von gegenwärtigen Verpflichtungen, resultierend aus vergangenen Ereignissen, welche zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen, mit dem bestmöglich geschätzten Erfüllungsbetrag angesetzt. Falls wesentlich, werden diese Rückstellungen abgezinst. Details zu Rückstellungen sind Punkt B.3. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Sonstige Rückstellungen, sowie Punkt D.20. Rückstellungen zu entnehmen.
Rechtliche Risiken
Der voestalpine-Konzern ist als international tätiges Unternehmen rechtlichen Risiken ausgesetzt. Die Ergebnisse gegenwärtiger oder zukünftiger Rechtsstreitigkeiten sind in der Regel nicht vorhersagbar und können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinflussen. Um mögliche Verpflichtungen verlässlich zu schätzen, werden die zugrunde liegenden Informationen und Annahmen fortlaufend durch das Unternehmen geprüft und für eine weitere Beurteilung interne wie auch externe Rechtsberater:innen eingesetzt. Für wahrscheinliche gegenwärtige Verpflichtungen einschließlich der zuverlässig geschätzten Rechtsberatungskosten werden Rückstellungen gebildet. Ist der zukünftige Nutzenabfluss nicht wahrscheinlich oder steht die Bestätigung der Ereignisse nicht unter der Kontrolle des Unternehmens, wird die Angabe einer Eventualverbindlichkeit erwogen. Details zu Rückstellungen für rechtliche Risiken sind in Punkt D.20. Rückstellungen enthalten.
Ertragsteuern
Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens mit den aktuell gültigen Steuersätzen ermittelt. Die latenten Steuern werden auf Basis des jeweiligen landesüblichen Ertragsteuersatzes berechnet. Künftige fixierte Steuersätze werden für die Abgrenzung ebenfalls berücksichtigt. Ansatz und Bewertung der tatsächlichen und latenten Steuern unterliegen folgenden wesentlichen Unsicherheiten.
Aufgrund der internationalen Tätigkeit des voestalpine-Konzerns unterliegt dieser unterschiedlichen steuerlichen Regelungen in den jeweils einschlägigen Steuerjurisdiktionen. Die im Abschluss dargestellten Steuerpositionen werden unter Berücksichtigung der jeweiligen steuerlichen Regelungen ermittelt und unterliegen wegen ihrer Komplexität möglicherweise einer abweichenden Interpretation durch Steuerpflichtige einerseits und lokale Finanzbehörden andererseits. Da unterschiedliche Auslegungen von Steuergesetzen als Ergebnis von Betriebsprüfungen zu nachträglichen Steuerzahlungen für vergangene Jahre führen können, werden sie basierend auf der Einschätzung der Unternehmensleitung in die Betrachtung einbezogen.
Aktive latente Steuern werden in der Höhe angesetzt, in der es wahrscheinlich ist, dass zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen, gegen welche die abzugsfähigen Differenzen bzw. die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge verwendet werden können. Diese Beurteilung erfordert Annahmen über künftige steuerliche Ergebnisse und unterliegt daher Unsicherheiten. Sie erfolgt auf der Grundlage der Planung für einen Zeitraum von fünf Jahren. Änderungen der künftigen zu versteuernden Ergebnisse können zu einer Abnahme oder zu einem Anstieg der aktiven latenten Steuern führen.
Weitere Informationen sind Punkt B.3. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Ertragsteuern, sowie den Punkten D.8. Ertragsteuern und D.13. Latente Steuern zu entnehmen.
Abbildung langfristiger Bezugsverträge
Der voestalpine-Konzern hat langfristige Abnahmeverträge (mit Abnahmeverpflichtungen für 2–25 Jahre) zur Sicherung der Rohstoff- und Energieversorgung geschlossen, welche überwiegend durch das Beschaffungsmanagement gesteuert werden. Zum Bilanzstichtag bestehen langfristige Lieferverträge für Rohstoffe (insbesondere HBI, Erz, Schrott, Koks und Kohle) und Betriebsstoffe (insbesondere Sauerstoff und Stickstoff), deren überwiegendem Anteil variable Preisformeln zugrunde liegen. Darüber hinaus wurden auch langfristige Energiebezugsverträge (Bandsicherungen bei Energieversorgungsunternehmen sowie Power Purchase Agreements) geschlossen, die überwiegend zu einem Fixpreis kontrahiert wurden. Für CO2-Zertifikate bestehen im untergeordneten Ausmaß Termingeschäfte (Laufzeit bis 2029), welche unter die Eigenverbrauchsausnahme (Own Use Exemption) fallen (siehe Punkt D.17. Emissionszertifikate).
Die Bilanzierung von langfristigen Bezugsverträgen erfordert Ermessen sowie eine sorgfältige Analyse der konkreten vertraglichen Ausgestaltung. Zunächst beurteilt die voestalpine, ob geschlossene Bezugsverträge eine Beherrschung oder eine gemeinschaftliche Führung über den:die Vertragspartner:in begründen oder aufgrund zusätzlich gehaltener Kapitalanteile und/oder der wesentlichen Geschäftsbeziehung ein assoziiertes Unternehmen vorliegt. Weiterführend wird
berücksichtigt, dass langfristige Lieferverträge auch Ermessen darüber erfordern, ob diese ein Leasingverhältnis nach IFRS 16 begründen (z. B. bei Power Purchase Agreements). Ist dies nicht der Fall, kann ein (preisgesicherter) Liefervertrag über eine marktfähige nicht finanzielle Ressource auch unter die Definition eines derivativen Finanzkontraktes fallen und wäre demnach ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Letzteres ist jedoch nicht erforderlich, sofern der Kontrakt unter die Eigenverbrauchsausnahme (Own Use Exemption) fällt. Die Anwendung der Own Use Exemption erfordert wiederum Ermessen hinsichtlich der Definition ähnlicher Verträge, die letztlich gemeinsam beurteilt werden müssen, sowie zum Umgang mit in der Vergangenheit durchgeführten bzw. für die Zukunft erwarteten Verkäufen der kontrahierten Ressource. Sofern ein geschlossener Bezugsvertrag kein Derivat beinhaltet oder die Own Use Exemption erfüllt, stellt der Vertrag ein schwebendes Geschäft dar, welches grundsätzlich nicht zu bilanzieren ist. Gleichzeitig ist jedoch laufendes Ermessen des Managements darüber gefordert, ob der Bezugsvertrag als belastend eingestuft werden muss und damit den Ansatz einer Drohverlustrückstellung erfordert.
Nach eingehender Analyse kommt das Management zu dem Schluss, dass die wesentlichen langfristigen Bezugsverträge, welche nicht unter IFRS 16 fallen, entweder keine Derivate darstellen oder die Own Use Exemption zur Anwendung gelangt. Im Ergebnis erfolgt die Abbildung daher als schwebende Bezugsverträge, wobei von einer absatzseitigen Weitergabefähigkeit der Bezugspreise am Markt auszugehen ist. Die Angabe dieser nicht bilanzierten vertraglichen Verpflichtungen aus langfristigen Bezugsverträgen erfordert aufgrund variabler Preisformeln mitunter auch Ermessen über die künftige Preisentwicklung der kontrahierten nicht finanziellen Ressourcen. Darüber hinaus erfordern insbesondere langfristige Energiebezugsverträge (PPAs) mit Abnahmeverpflichtungen auch Annahmen über erwartete Produktionsmengen. Weitere Informationen sind dem Punkt D.24. Nicht bilanzierte Abnahmeverpflichtungen zu entnehmen.
B.3. WESENTLICHE Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
WÄHRUNGSUMRECHNUNG
Gemäß IAS 21 werden die in den Konzernabschluss einbezogenen und in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Mit Ausnahme weniger Gesellschaften ist dies die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Vermögenswerte und Schulden werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Erträge und Aufwendungen werden mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet.
Das Eigenkapital wird mit dem historischen Umrechnungskurs bewertet. Währungsumrechnungsdifferenzen werden in der Rücklage für Währungsumrechnung direkt im Eigenkapital erfasst.
In den Einzelabschlüssen der konsolidierten Gesellschaften werden Fremdwährungstransaktionen in die jeweilige funktionale Währung der Gesellschaft mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der Transaktion umgerechnet. Wechselkursgewinne bzw. -verluste aus der Umrechnung zum Transaktionszeitpunkt und Bilanzstichtag werden grundsätzlich in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Die Wechselkurse von wesentlichen Währungen (laut EZB-Fixing) haben sich wie folgt entwickelt:
USD
GBP
BRL
SEK
RON
CNY
PLN
Stichtagskurs
31.03.2025
1,0815
0,8354
6,2507
10,8490
4,9771
7,8442
4,1840
31.03.2026
1,1498
0,8683
6,0065
10,9430
5,0991
7,9341
4,2890
Jahresdurchschnittskurs
2024/25
1,0742
0,8416
6,0226
11,4217
4,9753
7,7506
4,2733
2025/26
1,1591
0,8648
6,3048
10,9328
5,0715
8,2292
4,2479
ERTRAGSREALISIERUNG
Im voestalpine-Konzern werden Umsatzerlöse realisiert, wenn Kund:innen die Verfügungsgewalt über Güter oder Dienstleistungen erlangen. Zur Art der Dienstleistungen und Güter in den verschiedenen Geschäftsbereichen wird auf die Erläuterungen in Punkt D.2. Geschäftssegmente verwiesen.
In der Regel erfolgt die Umsatzrealisierung im Zeitpunkt der Lieferung der Güter unter Berücksichtigung der vereinbarten Vertragsgrundlagen. Im Allgemeinen ist dies der Zeitpunkt des Übergangs von Chancen und Risiken nach Maßgabe der vereinbarten Incoterms. Die Zahlungsbedingungen sehen dabei typischerweise Zahlungsziele von 30 bis 90 Tagen vor.
Der Transaktionspreis entspricht der vertraglich vereinbarten Gegenleistung unter Berücksichtigung etwaiger variabler Bestandteile. Variable Gegenleistungen werden nur erfasst, wenn es hochwahrscheinlich ist, dass es künftig nicht zu einer wesentlichen Rücknahme der Umsatzerlöse kommt.
Bei Serienprodukten, welche die Erlöserfassungskriterien des IFRS 15.35 (c) erfüllen, kommt eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung zur Anwendung. Hierbei handelt es sich vor allem um Produkte der Bereiche Automotive und Luftfahrt, die keine alternative Verwendungsmöglichkeit aufweisen, da sie konkret für eine:n Kundin bzw. Kunden anhand deren:dessen spezifischer Anforderungen entwickelt und produziert werden und somit in der Regel für keinen anderen Zweck verwendet werden dürfen oder bei deren alternativer Verwendung ein wesentlicher Verlust eintreten würde. Für die in Produktion befindlichen Bauteile sowie für fertige Produkte besteht überdies ein rechtlich bzw. vertraglich durchsetzbarer Anspruch auf Kostenabgeltung inklusive einer angemessenen Marge, falls der Vertrag ohne Verschulden der Gesellschaft beendet wird.
Bei der zeitraumbezogenen Ertragsrealisierung erfolgt die Umsatzrealisierung in der Regel anteilig auf Basis des Verhältnisses der angefallenen Kosten zu den geschätzten Gesamtkosten. Diese Methode spiegelt den Leistungsfortschritt am verlässlichsten wider. Erwartete Verluste aus einem Vertrag werden sofort realisiert. Die Zahlungsströme erfolgen entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen. Die Zahlungsbedingungen sehen dabei typischerweise Zahlungsziele von 30 bis 90 Tagen vor.
Ansprüche des voestalpine-Konzerns auf Gegenleistung für abgeschlossene, zum Stichtag noch nicht abgerechnete Leistungen werden als Vertragsvermögenswerte unter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte ausgewiesen. Die unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Vertragsverbindlichkeiten betreffen vor allem von Kund:innen erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Lieferungen und Leistungen.
Investitionszuschüsse werden passiviert und über die Nutzungsdauer des Anlagegegenstandes aufgelöst. Kostenzuschüsse werden periodengerecht entsprechend den zugehörigen Aufwendungen vereinnahmt. In der Berichtsperiode werden Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 28,9 Mio. EUR (2024/25: 25,7 Mio. EUR) für Investitionen, Forschung und Entwicklung sowie arbeitsmarktfördernde Maßnahmen erfolgswirksam erfasst.
AUFWANDSREALISIERUNG
Betriebliche Aufwendungen werden mit der Inanspruchnahme der Leistung bzw. dem Zeitpunkt ihrer Verursachung erfasst. Im Geschäftsjahr 2025/26 betragen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 221,6 Mio. EUR (2024/25: 218,9 Mio. EUR).
SACHANLAGEN
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen bewertet.
Die Herstellungskosten bei selbst erstellten Sachanlagen beinhalten Einzelkosten sowie angemessene Teile der produktionsnotwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten und bei qualifizierten Vermögenswerten auch Fremdkapitalkosten. Als Anfangszeitpunkt der Aktivierung gilt jener Tag, ab dem Ausgaben für den Vermögenswert sowie Fremdkapitalkosten anfallen und die erforderlichen Arbeiten durchgeführt werden, um den Vermögenswert für seinen beabsichtigten Gebrauch oder Verkauf bereitzustellen.
Die Abschreibungen werden über die erwartete Nutzungsdauer linear erfolgsmindernd erfasst. Grundstücke werden nicht abgeschrieben. Die erwarteten Abschreibungssätze je Anlagenkategorie stellen sich wie folgt dar:
Gebäude
2,0 – 20,0 %
Technische Anlagen und Maschinen
3,3 – 25,0 %
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
5,0 – 20,0 %
LEASING
Bei Vertragsbeginn beurteilt der Konzern, ob die Definition eines Leasingverhältnisses gemäß IFRS 16 erfüllt ist. Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Ist ein Eigentumsübergang vorgesehen oder ist die Ausübung einer Kaufoption hinreichend sicher, erfolgt die Abschreibung über die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht auf Wertminderung geprüft.
Es werden überwiegend folgende Abschreibungsdauern für Nutzungsrechte angewendet:
Nutzungsrechte für Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
1 – 50 Jahre
Nutzungsrechte für Technische Anlagen und Maschinen
1 – 6 Jahre
Nutzungsrechte für Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
1 – 8 Jahre
Die Leasingverbindlichkeit wird mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz bewertet, sofern der dem Leasingverhältnis zugrunde liegende Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmt werden kann.
Im Rahmen der Folgebewertung wird die Leasingverbindlichkeit nach der Effektivzinsmethode bewertet und fortgeschrieben. Die entsprechenden Zinsaufwendungen sind in den Finanzaufwendungen enthalten. Es erfolgt eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit, wenn sich z. B. künftige Leasingzahlungen aufgrund einer Index- oder (Zins-)Satzänderung verändern oder wenn sich die Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ändert. Die Neubewertung führt in der Regel zu einer erfolgsneutralen Anpassung des Buchwerts des Nutzungsrechts.
In der Bilanz weist der Konzern Nutzungsrechte, die nicht die Definition einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie erfüllen, in den Sachanlagen und Leasingverbindlichkeiten in den Finanzverbindlichkeiten aus.
Das Wahlrecht, für Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten (kurzfristige Leasingverhältnisse) und für Leasingverhältnisse für Vermögenswerte von geringem Wert kein Nutzungsrecht und keine Leasingverbindlichkeit anzusetzen, wird ausgeübt. Vermögenswerte von geringem Wert sind im voestalpine-Konzern jene Leasinggegenstände mit einem Anschaffungsneuwert von bis zu 5.000 EUR.
Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, wird keine Trennung vorgenommen (davon ausgenommen sind Grundstücke und Gebäude).
IFRS 16 wird nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet.
Der Konzern tritt nicht als Leasinggeber auf.
FIRMENWERTE
Alle Unternehmenserwerbe werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Firmenwerte entstehen bei Erwerben von Tochterunternehmen sowie Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen.
Firmenwerte werden CGUs oder Gruppen von CGUs zugeordnet und gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern zumindest einmal jährlich sowie zusätzlich bei Vorliegen von Umständen, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, einem Impairmenttest unterzogen. Bei Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen beinhaltet der ausgewiesene Buchwert auch den Buchwert des Firmenwerts.
Bei der Veräußerung von Tochterunternehmen wird der darauf entfallende Firmenwert auf der Grundlage der relativen Werte nach IAS 36.86 bei der Berechnung des Veräußerungsgewinnes oder -verlustes berücksichtigt.
ANDERE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Forschungsaufwendungen zur Erlangung von neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen werden sofort erfolgswirksam erfasst. Entsprechend IAS 38.57 werden Entwicklungsaufwendungen ab dem Zeitpunkt der Erfüllung der Voraussetzungen aktiviert. Somit wird eine Aktivierung von angefallenen Aufwendungen nicht nachgeholt, wenn sämtliche der oben genannten Voraussetzungen erst zu einem späteren Zeitpunkt vorliegen. Aufwendungen für selbst erstellte Firmenwerte und Marken werden sofort erfolgswirksam erfasst.
Andere immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Im Falle eines Unternehmenszusammenschlusses stellt der zum Erwerbsstichtag beizulegende Zeitwert die Anschaffungskosten dar. Die Abschreibungen werden erfolgsmindernd linear über die erwartete Nutzungsdauer erfasst. Die maximalen Nutzungsdauern auf Basis bisheriger Transaktionen betragen:
Auftragsstand
1 Jahr
Kund:innen-Beziehungen
15 Jahre
Technologie
10 Jahre
Software
10 Jahre
IMPAIRMENTTEST VON CGUS MIT UND OHNE FIRMENWERT SOWIE SONSTIGEN VERMÖGENSWERTEN
Firmenwerttragende CGUs sowie andere immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer werden zumindest einmal jährlich Anfang März sowie zusätzlich bei Vorliegen von Umständen, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, einem Impairmenttest unterzogen. Alle anderen Vermögenswerte und CGUs ohne Firmenwert (Asset CGUs) werden bei Vorliegen von Anhaltspunkten auf eine Wertminderung dahingehend überprüft.
Für Zwecke des Impairmenttests werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene, die selbstständig Cashflows generiert (CGUs), zusammengefasst. Firmenwerte werden jenen CGUs oder Gruppen von CGUs zugeordnet, von denen erwartet wird, dass diese Nutzen aus Synergien aus dem betreffenden Unternehmenserwerb ziehen, und es muss sich um die niedrigste Ebene handeln, auf der der jeweilige Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird.
Ein Wertminderungsaufwand wird in der Höhe erfasst, in der der Buchwert des einzelnen Vermögenswerts bzw. der CGU den erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus Fair Value abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Wertminderungsaufwendungen bei firmenwerttragenden CGUs verringern vorrangig den Buchwert des Firmenwerts. Darüber hinausgehende Wertminderungsaufwendungen reduzieren anteilig die Buchwerte der Vermögenswerte der CGUs, wobei die Nettoveräußerungspreise der einzelnen Vermögenswerte die Untergrenze darstellen.
Sofern der Impairmenttest für firmenwerttragende CGUs durchgeführt wird und sich daraus eine Wertminderung ergibt, werden zusätzlich die einzelnen enthaltenen Asset CGUs auf Wertminderung überprüft und auf dieser Ebene zuerst eine etwaige Wertminderung von Vermögenswerten erfasst, um in der Folge eine erneute Überprüfung auf Ebene der firmenwerttragenden CGU vorzunehmen.
Die Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerte sowie Firmenwerte werden in der Regel unter Anwendung der Discounted Cashflow-Methode auf Werthaltigkeit überprüft (in der Regel nach dem Value-in-Use-Konzept). Die Berechnungen basieren auf den Cashflows einer vom Management erstellten 5-Jahres-Mittelfristplanung. Das Budget wird vom Aufsichtsrat genehmigt und die Mittelfristplanung für die darauffolgenden vier Jahre zur Kenntnis genommen. Dieser Mittelfristplanung werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete zukünftige Marktperformance als Annahmen zugrunde gelegt. Die konzernalen Planungsprämissen werden dabei um sektorale Planungsannahmen erweitert. Konzerninterne Einschätzungen werden um externe Marktstudien ergänzt. Für die von der Technologietransformation betroffenen CGUs, insbesondere die wesentlichen firmenwerttragenden CGUs Steel Division und Railway Systems, wurde die Mittelfristplanung um eine Grobplanungsphase bis 2042 erweitert. Diese basiert auf der genehmigten Investition „greentec steel“ Phase 1 durch den Aufsichtsrat im März 2023 sowie den darüber hinausgehenden Investitionen der Phase 2. Diese verlängerte Planungsperiode stellt für diese Investitionen einen eingeschwungenen Zustand als Basis für die Ermittlung der ewigen Rente sicher. Hinsichtlich der zugrunde liegenden Annahmen siehe Punkt B.2. Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen, Abschnitt Auswirkungen Nachhaltigkeitsstrategie – Dekarbonisierung und grüne Transformation.
Den Cashflows wird in der ewigen Rente ein aus externen Quellen abgeleitetes länderspezifisches Wachstum unterstellt. Die Kapitalkosten werden als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten und nach dem Capital Asset Pricing Model berechnet (Weighted Average Costs of Capital – WACC). Die im Rahmen der WACC-Ermittlung verwendeten Parameter werden auf objektivierter Basis ermittelt. Sowohl bei der Ableitung der Inflationserwartung für die WACC-Ermittlung als auch für die Ableitung der Wachstumsrate der Cashflows in der ewigen Rente wird die prognostizierte und langfristig erwartete Inflation im fünften Jahr herangezogen.
Wenn ein Anhaltspunkt vorliegt, dass ein Wertminderungsaufwand, der für einen Vermögenswert, eine Asset CGU oder eine Gruppe von CGUs (mit Ausnahme von Firmenwerten) in früheren Perioden erfasst worden ist, nicht länger besteht oder sich vermindert haben könnte, ist der erzielbare Betrag zu schätzen, auf welchen in Folge zuzuschreiben ist (Wertaufholung). Siehe weiterführend Punkt D.11. Wertminderungen und Wertaufholungen.
FINANZINSTRUMENTE
IFRS 9 enthält drei Bewertungskategorien, welche grundsätzlich – bis auf vereinzelte Wahlrechte – als Pflichtkategorien zu sehen sind:
»
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (Amortized Cost, AC)
»
zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet (Fair Value through Other Comprehensive Income, FVOCI)
»
zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bewertet (Fair Value through Profit or Loss, FVTPL)
Die Bewertung zum FVOCI findet im voestalpine-Konzern derzeit keine Anwendung.
Andere Finanzanlagen
Die anderen Finanzanlagen enthalten langfristige Forderungen und Ausleihungen, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sind. Gehaltene Eigenkapitalinstrumente (insbesondere Beteiligungen) werden zum FVTPL bewertet, da das Wahlrecht zur Bewertung zum FVOCI nicht angewendet wurde.
Alle übrigen lang- und kurzfristigen Finanzanlagen (insbesondere Wertpapiere) sind zwingend zum FVTPL zu bewerten, da diese entweder zu einem auf aktiven Kauf und Verkauf gerichteten Geschäftsmodell gehören oder das Zahlungsstromkriterium (Zahlungsströme zu festgelegten Zeitpunkten, die ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen bestehen) nicht erfüllen.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Erkennbaren Risiken wird zum Großteil durch den Abschluss von Kreditversicherungen Rechnung getragen. Nicht bzw. niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem abgezinsten Barwert angesetzt. Verkaufte Forderungen werden gemäß den Vorschriften des IFRS 9 ausgebucht (siehe Punkt D.30. Angaben zu außerbilanziellen Geschäften).
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zum Verkauf im Rahmen einer bestehenden Factoring-Vereinbarung bestimmt sind, werden aufgrund der Zuordnung zum Geschäftsmodell „Verkaufen“ zum FVTPL bewertet.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich aus dem Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten sowie Schecks zusammen und werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Wertberichtigungen
Für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, und für Vertragsvermögenswerte sind im voestalpine-Konzern Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste berücksichtigt (Portfoliowertberichtigung, „Stufe 1“ und „Stufe 2“). Der Konzern macht von der vereinfachten Vorgehensweise für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten Gebrauch, wonach für diese finanziellen Vermögenswerte unter bestimmten Voraussetzungen die Bemessung der Wertberichtigung stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste zu erfolgen hat.
Als Grundlage für die geschätzten erwarteten Kreditausfälle dienen Erfahrungswerte von tatsächlichen historischen Kreditausfällen der letzten fünf Jahre. Dabei werden Unterschiede zwischen den wirtschaftlichen Bedingungen zum Zeitpunkt der Sammlung der historischen Daten, den derzeitigen Bedingungen und der Sicht des Konzerns auf die wirtschaftlichen Bedingungen über die erwartete Laufzeit der Forderungen berücksichtigt. Aufgrund der bestehenden
Kreditversicherungen und einem durch sehr gute bis gute Bonität dominierten und diversifizierten Kund:innen-Portfolio besteht keine signifikante Konzentration von Ausfallrisiken. Für Forderungen mit beeinträchtigter Bonität („Stufe 3“) werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Forderungen werden dann als finanzielle Vermögenswerte mit beeinträchtigter Bonität eingestuft, wenn konkrete Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen (insbesondere erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners bzw. der Schuldnerin, Ausfall oder Zahlungsverzug, erhöhtes Insolvenzrisiko). Eine Abschreibung (Ausbuchung) erfolgt dann, wenn nicht mehr mit dem Eingang zu rechnen ist (insbesondere bei Insolvenz der:des Vertragspartnerin bzw. -partners). Bei Wegfall der Gründe für die Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten. Zusätzliche Informationen zu den Wertberichtigungen sind in Punkt D.25. Finanzinstrumente enthalten.
Derivative Finanzinstrumente
Derivative Finanzinstrumente werden im voestalpine-Konzern nur zu Sicherungszwecken für Zins-, Währungs-, Rohstoff- und Energiepreisrisiken gehalten. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) bewertet. Auf einen Teil davon findet Hedge Accounting im Sinne des IFRS 9 Anwendung. Dementsprechend werden Gewinne und Verluste bedingt durch Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten entweder im Gewinn oder Verlust oder im sonstigen Ergebnis (für den effektiven Teil eines Cashflow-Hedges) abgebildet. Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten sind unter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte dargestellt. Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten sind unter Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Bei den derivativen Geschäften erfolgt täglich eine Bewertung nach der „Mark-to-Market“-Methode. Dabei wird jener Wert ermittelt, der erzielt werden würde, wenn das Sicherungsgeschäft glattgestellt wird (Liquidationsmethode). Eingangsgrößen für die Berechnung der Marktwerte sind am Markt beobachtbare Währungskurse, Rohstoff- und Energiepreise sowie Zinssätze. Basierend auf den Eingangsgrößen wird unter Einsatz allgemein anerkannter finanzmathematischer Formeln der Marktwert errechnet.
Die unrealisierten Gewinne oder Verluste aus Sicherungsgeschäften werden wie folgt behandelt:
»
Ist der abzusichernde Vermögenswert oder Schuldposten bereits in der Bilanz angesetzt oder wird eine bilanzunwirksame Verpflichtung abgesichert, werden die unrealisierten Gewinne und Verluste aus dem Sicherungsgeschäft erfolgswirksam erfasst. Gleichzeitig erfolgt der Wertansatz des gesicherten Postens unabhängig von dessen grundsätzlicher Bewertungsmethode ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert. Daraus entstehende unrealisierte Gewinne und Verluste werden mit den unrealisierten Ergebnissen aus dem Sicherungsgeschäft in der Gewinn- und Verlustrechnung verrechnet, sodass in Summe gesehen nur der nicht effektive Teil des Sicherungsgeschäftes in das Periodenergebnis einfließt (Fair Value-Hedges).
»
Wird eine geplante künftige Transaktion gesichert, erfolgt die Erfassung des effektiven Teils der bis zum Bilanzstichtag angesammelten unrealisierten Gewinne und Verluste im sonstigen Ergebnis. Ineffektive Teile werden erfolgswirksam erfasst. Entsteht bei Ausführung der Transaktion ein nicht finanzieller Vermögenswert oder ein Schuldposten in der Bilanz, wird der im sonstigen Ergebnis
erfasste Betrag bei Ermittlung des Wertansatzes dieses Postens berücksichtigt. Andernfalls wird der im sonstigen Ergebnis erfasste Betrag nach Maßgabe der Erfolgswirksamkeit der geplanten künftigen Transaktion oder der bestehenden Verpflichtung erfolgswirksam verrechnet (Cashflow-Hedges).
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen
Verbindlichkeiten (mit Ausnahme von Derivateverbindlichkeiten) werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Im voestalpine-Konzern bestehen drei verschiedene Arten von Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen (Supplier Finance-Modelle). Davon betroffene Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden in einer separaten Position „Verbindlichkeiten aus Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen“ ausgewiesen. Diese besteht im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus dem Wechselzahlungsprogramm, welches insbesondere für Rohstoff- und Energielieferungen Anwendung findet. Darüber hinaus werden unter diesem Posten auch Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring und einem Programm mit einem Zahlungsdienstleister ausgewiesen. Siehe dazu weiterführend Punkt D.23. Verbindlichkeiten aus Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen.
Wandelanleihe
Die begebene Wandelanleihe wird in eine Verbindlichkeiten- und in eine Eigenkapitalkomponente aufgeteilt. Dazu wurde zum Ausgabezeitpunkt der Fair Value der Verbindlichkeitenkomponente ermittelt, indem ein Marktzinssatz einer gleichartigen nicht wandelbaren Anleihe zugrunde gelegt wurde. Dieser Betrag wird als Finanzverbindlichkeit ausgewiesen und zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Zugrundelegung der Effektivzinsmethode bis zum Fälligkeits- bzw. bis zum Wandlungszeitpunkt bilanziert. Bei Ausübung des Wandlungsrechts wird die Verbindlichkeitenkomponente ohne Auswirkung auf den Gewinn oder Verlust in das Eigenkapital umgebucht. Die Eigenkapitalkomponente wird in Höhe der Differenz zwischen dem Nominale der gesamten Wandelanleihe und dem Fair Value der Verbindlichkeitenkomponente angesetzt. Als Teil des Eigenkapitals wird der Buchwert dieser Wandlungsoption in den Folgejahren nicht neu bewertet.
ERTRAGSTEUERN
Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens mit den aktuell gültigen Steuersätzen ermittelt.
In Übereinstimmung mit IAS 12 werden alle temporären Bewertungs- und Bilanzierungsdifferenzen zwischen der Steuerbilanz und dem Konzernabschluss als latente Steuern erfasst. Latente Steuern für Verlustvorträge werden in jener Höhe aktiviert, wie ausreichende zu versteuernde (passive) temporäre Buchwertdifferenzen bestehen oder aufgrund von Planungsrechnungen ausreichende zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen werden, gegen die die Verlustvorträge verrechnet werden können.
Latente Steuern aufgrund von Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen, an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen werden in Übereinstimmung mit IAS 12.39 und IAS 12.44 grundsätzlich nicht angesetzt. Für geplante Dividenden, die der Quellensteuer unterliegen, werden passive Latenzen gebildet.
Die latenten Steuern werden auf Basis des jeweiligen landesüblichen Ertragsteuersatzes berechnet. Künftige fixierte Steuersätze werden für die Abgrenzung ebenfalls berücksichtigt. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, wenn diese gegenüber derselben Steuerbehörde bestehen und ein Anspruch auf Verrechnung gegeben ist.
Der Konzern wendet die verpflichtende vorübergehende Ausnahme von der Bilanzierung latenter Steuern in Zusammenhang mit Pillar-2 an. Dementsprechend werden keine latenten Steuern in Bezug auf Ertragsteuern der Pillar-2-Regeln ausgewiesen und keine diesbezüglichen Informationen angegeben.
Der voestalpine-Konzern mit seinem Mutterunternehmen in Österreich wendet seit 1. April 2024 die Pillar-2-Regeln (Mindestbesteuerungsgesetz) an. Bei einem effektiven Steuersatz von weniger als 15 % in einer Steuerjurisdiktion kann es zu einer zusätzlichen Steuerbelastung aus der Anwendung der Pillar-2-Regeln kommen. Im Geschäftsjahr 2025/26 ist ein tatsächlicher Steueraufwand aufgrund von Mindeststeuergesetzen in Höhe von 0,3 Mio. EUR (2024/25: 0,5 Mio. EUR) erfasst. Dieser resultiert im Wesentlichen aus den Steuerjurisdiktionen Vereinigte Arabische Emirate, Rumänien und Polen. Die Auswirkungen der Gesetzgebung zu den Pillar-2-Regeln auf die zukünftige Ertragskraft des Konzerns werden laufend überprüft.
VORRÄTE
Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten der Fertigstellung und des Vertriebs. In Ausnahmefällen können für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe im Einklang mit IAS 2.32 die Wiederbeschaffungskosten die Bewertungsgrundlage sein.
Die Ermittlung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten für gleichartige Vorräte erfolgt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren bzw. nach einem ähnlichen Verfahren. Die Herstellungskosten beinhalten direkt zurechenbare Kosten und alle anteiligen Material- und Fertigungsgemeinkosten auf Basis einer Normalauslastung. Fremdkapitalzinsen sowie allgemeine Verwaltungs- und Vertriebskosten werden nicht aktiviert.
EMISSIONSZERTIFIKATE
Gratiszertifikate werden aufgrund der unentgeltlichen Zuteilung über die gesamte Behaltedauer mit Anschaffungskosten von null bewertet. Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden mit ihren tatsächlichen Anschaffungskosten im kurzfristigen Vermögen erfasst und zum Bilanzstichtag auf einen allfällig niedrigeren Fair Value abgewertet.
In den sonstigen Rückstellungen sind Vorsorgen für die Abgabeverpflichtung von EU-ETS CO2-Emissionszertifikaten enthalten. Die Rückstellung wird mit dem Buchwert für bereits angeschaffte EU-ETS CO2-Emissionszertifikate, mit dem Terminpreis für zum Stichtag abgeschlossene Termingeschäfte, sowie eine gegebenenfalls noch bestehende Unterdeckung mit dem Fair Value für EU-ETS CO2-Emissionszertifikate zum Stichtag bewertet. Die sonstigen Rückstellungen enthalten weiters Vorsorgen für die Verpflichtung zum Kauf von CBAM-Emissionszertifikaten, welche sich durch die mit 1. Jänner 2026 in Kraft getretene Regelphase von CBAM ergibt. Die Bewertung erfolgt
mit dem quartalsweisen von der EU-Kommission veröffentlichten CBAM-Zertifikatspreis, welcher sich aus dem Durchschnittskurs für EU-ETS CO2-Emissionszertifikate ableitet.
Siehe weiterführend Punkte D.17. Emissionszertifikate und D.20. Rückstellungen.
PENSIONEN UND ANDERE ARBEITNEHMERVERPFLICHTUNGEN
Die Pensionen und anderen Arbeitnehmerverpflichtungen beinhalten Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen sowie Jubiläumsgelder und werden entsprechend IAS 19 nach der Barwertmethode („Projected Unit Credit Method“) bewertet.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste bei Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen werden im Jahr ihrer Entstehung ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste von Rückstellungen für Jubiläumsgelder werden sofort erfolgswirksam erfasst.
Abfertigungsverpflichtungen
Arbeitnehmer:innen von österreichischen Gesellschaften, deren Dienstverhältnis vor dem 1. Jänner 2003 begonnen hat, haben im Falle einer Beendigung des Dienstverhältnisses durch den Arbeitgeber oder wegen Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigungszahlung. Die Höhe dieser Zahlung ist abhängig von der Anzahl der Dienstjahre und dem jeweiligen Lohn bzw. Gehalt zum Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses. Bei Arbeitnehmer:innen, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, ist ein beitragsorientiertes System vorgesehen. Diese Zahlungen an die externe Mitarbeitervorsorgekasse werden als Aufwendungen erfasst.
Beitragsorientierte Pensionspläne
Nach der Einzahlung des Beitrages in die verwaltende Pensionskasse bzw. Versicherung treffen das Unternehmen im Rahmen von beitragsorientierten Plänen keine weiteren Verpflichtungen.
Leistungsorientierte Pensionspläne
Im Rahmen von leistungsorientierten Pensionsplänen garantiert das Unternehmen dem:der Arbeitnehmer:in eine bestimmte Pensionshöhe. Die Pensionszahlung beginnt nach der Pensionierung (bzw. der Berufsunfähigkeit oder dem Tod) und endet bei Ableben der:des ehemaligen Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmers (bzw. ihrer:seiner Hinterbliebenen). Witwen- und Witwerpensionen (in Höhe von 50 bis 75 % der Eigenpension) werden an überlebende Ehegatten bis zu deren Ableben oder Wiederverheiratung geleistet. Waisenrenten (in Höhe von 10 bis 20 % der Eigenpension) werden bis Vollendung der Ausbildung, maximal jedoch bis zum 27. Lebensjahr, an unterhaltspflichtige Kinder ausgezahlt.
Demzufolge ist das Langlebigkeitsrisiko das wesentlichste Risiko in den leistungsorientierten Pensionsplänen im Konzern. Den Bewertungen werden die jeweils aktuellsten Sterbetafeln zugrunde gelegt. Bei einer 10%igen relativen Verringerung bzw. Erhöhung der Sterblichkeit verändert sich bei den Pensionen die DBO zum Stichtag um +3,4 % bzw. –3,1 %. Andere Risiken wie etwa die Teuerung medizinischer Leistungen beeinflussen den Umfang der Verpflichtung nicht materiell.
Bei den Pensionsverpflichtungen im Konzern handelt es sich fast ausschließlich um bereits unverfallbare Anwartschaften.
Österreich
Die Pensionshöhe wird nach einem bestimmten Prozentsatz des Letztgehalts in Abhängigkeit der Dienstjahre oder einem fix valorisierten Betrag pro Dienstjahr berechnet. Der überwiegende Teil der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen ist an eine Pensionskasse ausgelagert, wobei das Unternehmen die Verpflichtung zur Begleichung allfälliger Unterdeckungen trägt.
Deutschland
In Deutschland existieren verschiedene Pensionsordnungen, deren Leistungsordnungen sich folgendermaßen darstellen lassen:
»
ein bestimmter Prozentsatz des Letztgehalts in Abhängigkeit der Dienstjahre
»
ein mit den Dienstjahren steigender Prozentsatz einer vereinbarten Zielpensionshöhe
»
eine fix vereinbarte Rentenhöhe
»
für jedes Dienstjahr ein fix valorisierter Betrag in Relation zum durchschnittlichen Gehalt im Unternehmen
»
ein fix valorisierter Betrag pro Dienstjahr
Ein kleiner Teil der Pensionen wird über Versicherungen finanziert, wobei die Verpflichtungen selbst in den Unternehmen verbleiben.
Die Bewertung des Sozialkapitals erfolgt in den Ländern mit wesentlichen leistungsorientierten Verpflichtungen auf Basis der nachstehenden Parameter:
2024/25
2025/26
Zinssatz (%)
3,80
3,90
Lohn-/Gehaltserhöhungen (%)1
3,50
3,50
Pensionserhöhungen (%)1
2,00
2,00
Pensionsalter Männer/Frauen
Österreich
max. 65 Jahre
max. 65 Jahre
Deutschland
63 – 67 Jahre
63 – 67 Jahre
Sterbetafeln
Österreich
AVÖ 2018-P
AVÖ 2018-P
Deutschland
Heubeck-
Richttafeln 2018 G
Heubeck-
Richttafeln 2018 G
1 Ansatz nur für gehaltsabhängige bzw. wertgesicherte Zusagen.
Aus dem Sozialkapital resultierende Nettozinsaufwendungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den Finanzaufwendungen erfasst.
Jubiläumsgeldverpflichtungen
In den meisten österreichischen Konzerngesellschaften haben die Arbeitnehmer:innen einen Anspruch auf Auszahlung eines Jubiläumsgeldes, der entweder auf einer kollektivvertraglichen oder einer Regelung in einer Betriebsvereinbarung beruht. Es handelt sich hierbei um eine Einmalzahlung nach Erreichen des jeweiligen Dienstjubiläums und diese beträgt – in der Regel – je nach Dauer der Dienstzeit zwischen einem und drei Monatsbezügen.
SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Die Rückstellungshöhe von Garantien und sonstigen Wagnissen bemisst sich am zuverlässigsten Schätzwert jenes Betrages, der zur Begleichung dieser Verpflichtungen am Bilanzstichtag nötig wäre. Als statistische Messgröße wird der Erwartungswert herangezogen. Dieser wiederum basiert auf einer für die Vergangenheit nachweisbaren Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses.
Rückstellungen für belastende Verträge werden angesetzt, wenn die zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen erforderlichen unvermeidbaren Kosten die erwarteten Erlöse übersteigen. Bevor eine separate Rückstellung für einen belastenden Vertrag gebildet wird, erfasst ein Unternehmen den Wertminderungsaufwand für Vermögenswerte, die mit dem Vertrag verbunden sind.
Rückstellungen für Restrukturierungsaufwendungen sind zu passivieren, nachdem ein formaler Restrukturierungsplan beschlossen und eine faktische Verpflichtung zur Restrukturierung – durch Kommunikation der zentralen Planbestandteile oder deren Umsetzung – begründet wurde. Die Rückstellungshöhe basiert auf einer bestmöglichen Schätzung jener Ausgaben, die zwangsläufig im Zuge der Umsetzung des Restrukturierungsplans erwachsen und nicht mit der laufenden Geschäftstätigkeit in Zusammenhang stehen, das heißt, bei der Bewertung werden nur direkt mit der Restrukturierung verbundene Ausgaben berücksichtigt.
Die den Rückstellungen zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen abweichen, wenn sich die Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst.
Wir weisen darauf hin, dass unter Inanspruchnahme der Schutzklausel gemäß IAS 37.92 Angaben zu Rückstellungen dann nicht gemacht werden, wenn dadurch die Interessen des Unternehmens ernsthaft beeinträchtigt werden könnten.
EVENTUALVERBINDLICHKEITEN
Eventualverbindlichkeiten sind gegenwärtige Verpflichtungen aufgrund vergangener Ereignisse, für die der Abfluss von Ressourcen zur Regulierung der Verbindlichkeit unwahrscheinlich ist, oder mögliche Verpflichtungen aufgrund vergangener Ereignisse, deren Existenz oder Nichtexistenz von weniger sicheren zukünftigen Ereignissen abhängt, welche nicht unter der vollständigen Kontrolle des Unternehmens stehen. Wenn in äußerst seltenen Fällen eine bestehende Schuld nicht in der Bilanz als Rückstellung angesetzt werden kann, weil keine verlässliche Schätzung der Schuld möglich ist, ist ebenfalls eine Eventualverbindlichkeit zu erfassen.
Hinsichtlich möglicher Verpflichtungen weisen wir darauf hin, dass gemäß IAS 37.92 Angaben zu Eventualverbindlichkeiten dann nicht gemacht werden, wenn dadurch die Interessen des Unternehmens ernsthaft beeinträchtigt werden könnten.
MITARBEITERBETEILIGUNGSPROGRAMM
Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm in den österreichischen Konzerngesellschaften basiert auf der Verwendung eines Teils der kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltserhöhungen mehrerer Geschäftsjahre. Erstmals im Geschäftsjahr 2000/01 erhielten die Arbeitnehmer:innen als Gegenleistung für eine um 1 % geringere Lohn- und Gehaltserhöhung Aktien der voestalpine AG.
In den Geschäftsjahren 2002/03, 2003/04, 2005/06, 2007/08, 2008/09, 2014/15 und 2018/19 wurden jeweils zusätzlich zu den bis dahin vereinbarten Beiträgen zwischen 0,3 Prozentpunkte und 0,5 Prozentpunkte der Kollektivvertragserhöhungen für die Beteiligung der Mitarbeiter:innen an der voestalpine AG verwendet. Die tatsächliche Höhe der Beiträge ergibt sich aus den ermittelten Beiträgen auf Basis der Kollektivverträge zum 1. November 2002, 2003, 2005, 2007, 2008, 2014 bzw. 2018 sowie unter Anwendung einer jährlichen Erhöhung der Beiträge um 3,5 %. In den Geschäftsjahren 2012/13, 2013/14, 2016/17, 2017/18, 2021/22 und 2022/23 wurden für jene österreichischen Konzerngesellschaften, die erst ab einem späteren Zeitpunkt an der Mitarbeiterbeteiligung teilgenommen hatten, weitere Beiträge zwischen 0,27 Prozentpunkten und 0,50 Prozentpunkten der Kollektivvertragserhöhungen 2012, 2013, 2016, 2017, 2021 bzw. 2022 für die Beteiligung verwendet.
Zur Umsetzung des österreichischen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms wird jeweils eine Vereinbarung zwischen dem Betriebsrat und der Gesellschaft geschlossen. Die Aktien werden von der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung erworben und von dieser entsprechend dem jeweiligen Lohn- und Gehaltsverzicht der Beschäftigten an diese übertragen. Der Wert der Gegenleistung ist nicht von Kursschwankungen abhängig. IFRS 2 kommt für Aktienzuteilungen aufgrund von niedrigeren Kollektivvertragsabschlüssen daher nicht zur Anwendung.
Für Konzerngesellschaften außerhalb Österreichs wurde ein internationales Beteiligungsmodell entwickelt, das zunächst im Geschäftsjahr 2009/10 in mehreren Gesellschaften in Großbritannien und Deutschland gestartet werden konnte. Aufgrund der in diesen Pilotversuchen gesammelten, sehr positiven Erfahrungen wurde das Modell in diesen beiden Ländern weiter ausgebaut sowie in den folgenden Geschäftsjahren schrittweise in den Niederlanden, in Polen, in Belgien, in der Tschechischen Republik, in Italien, in der Schweiz, in Rumänien, in Schweden und in Spanien neu eingeführt. Im Geschäftsjahr 2025/26 nahmen insgesamt 90 Gesellschaften in diesen elf Ländern an der internationalen Mitarbeiterbeteiligung teil.
Zum 31. März 2026 hält die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung für die Mitarbeiter:innen rund 14,0 % (31. März 2025: 14,7 %) des Grundkapitals der voestalpine AG.
B.4. ÄNDERUNG DER DARSTELLUNG DER KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG UND Korrektur von Vergleichsinformationen
Zur übersichtlicheren Darstellung und Erhöhung des Informationsgehalts wurde die Darstellung und Gliederung des Cashflows aus der Betriebstätigkeit in der Kapitalflussrechnung im Geschäftsjahr 2025/26 angepasst.
Als Ausgangspunkt des Cashflows aus der Betriebstätigkeit dient nun das Ergebnis vor Steuern anstatt bisher das Ergebnis nach Steuern.
Die erhaltenen Zinsen, gezahlten Zinsen, gezahlten Steuern und erhaltenen Dividenden sind, anstatt wie bisher als davon-Vermerk des Cashflows aus der Betriebstätigkeit, nunmehr direkt in der Gliederung der Konzern-Kapitalflussrechnung ausgewiesen. Weiters werden nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge sowie nicht aufwands- oder ertragswirksame Ein- und Auszahlungen in der Gliederung der Konzern-Kapitalflussrechnung disaggregiert dargestellt (bisher wurden diese in den Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung aufgesplittet).
Eine Umgliederung der Vergleichsbeträge wurde vorgenommen. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung des Cashflows aus der Betriebstätigkeit für die Vergleichsperiode 2024/25 von den ursprünglich berichteten auf die aufgrund der geänderten Darstellung angepassten Werte.
01.04.– 31.03.2025
01.04.– 31.03.2025
01.04.– 31.03.2025
Werte wie ursprünglich berichtet
Um-
gliederung
Werte rückwirkend angepasst
Betriebstätigkeit
Ergebnis vor Steuern
270,5
270,5
Ergebnis nach Steuern
178,6
–178,6
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen, Fair Value-Anpassungen
888,0
888,0
Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und finanziellen Vermögenswerten
–9,8
–9,8
Zinsergebnis
190,7
190,7
Ergebnisse von equitykonsolidierten Unternehmen und Dividenden von Beteiligungen und sonstigen Unternehmensanteilen
–6,7
–6,7
Veränderung von Pensionen und anderen Arbeitnehmerverpflichtungen und langfristigen Rückstellungen
–54,9
–54,9
(Sonstige) nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge sowie nicht aufwands- oder ertragswirksame Ein- und Auszahlungen
919,6
–909,5
10,1
Erhaltene Zinsen
33,0
33,0
Gezahlte Zinsen
–175,7
–175,7
Gezahlte Steuern
–218,7
–218,7
Erhaltene Dividenden
13,9
13,9
Veränderung Vorräte
413,8
0,0
413,8
Veränderung Forderungen und Verbindlichkeiten
–19,6
23,1
3,5
Veränderung kurzfristige Rückstellungen
–71,9
134,7
62,8
Cashflow aus der Betriebstätigkeit
1.420,5
0,0
1.420,5
Mio. EUR
Darüber hinaus wurden in Angaben zu latenten Steuern und Forderungen und Verbindlichkeiten mit assoziierten Unternehmen Korrekturen der Vergleichsinformationen durchgeführt, welche einzeln und in Summe keine wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des voestalpine-Konzerns haben. Die durchgeführten Korrekturen werden in den betreffenden Kapiteln offengelegt (siehe Punkte D.13. Latente Steuern und D.27. Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen).
C.
KONSOLIDIERUNG
C.1. KONSOLIDIERUNGSMETHODEN
Tochterunternehmen
Der Konsolidierungskreis wird nach den Bestimmungen der IFRS festgelegt. Der Konzernabschluss des voestalpine-Konzerns umfasst neben der voestalpine AG als Mutterunternehmen auch die von ihr beherrschten Tochterunternehmen. Die Jahresabschlüsse aller vollkonsolidierten Gesellschaften werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum 31. März aufgestellt. Beherrschte Unternehmen, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sind allein und in Summe unwesentlich. Die Tochterunternehmen sind in der Anlage zum Anhang „Beteiligungen“ angeführt.
Tochterunternehmen sind Gesellschaften, welche vom Konzern beherrscht werden. Beherrschung besteht, wenn der voestalpine-Konzern Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus der Beteiligung ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund der Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann. Die Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen werden in den Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch den Konzern endet, einbezogen.
Bei Erstkonsolidierungen werden die Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Der Betrag, um welchen der geleistete Erwerbspreis für den Unternehmenszusammenschluss das neubewertete Nettovermögen übersteigt, wird als Firmenwert angesetzt. Sind die Anschaffungskosten niedriger als das Nettovermögen, so wird die Differenz nach nochmaliger Überprüfung der Kaufpreisallokation erfolgswirksam in der Erwerbsperiode erfasst. Die auf die nicht beherrschenden Gesellschafter entfallenden stillen Reserven bzw. Lasten werden ebenfalls aufgedeckt.
Im voestalpine-Konzern findet die Partial-Goodwill-Methode Anwendung. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter werden im Erwerbszeitpunkt demgemäß zum entsprechenden Anteil des neubewerteten Nettovermögens ohne Berücksichtigung eines anteiligen Firmenwerts angesetzt. Anteile nicht beherrschender Gesellschafter werden in der Konzernbilanz separat vom Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens ausgewiesen. Der den nicht beherrschenden Gesellschaftern zuzurechnende Anteil am Ergebnis nach Steuern und dem Gesamtergebnis der Periode wird in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung dargestellt.
Die weitere Einbeziehung von akquirierten Gesellschaften in den Konzernabschluss erfolgt unter Fortführung der gemäß IFRS 3 zum Erwerbsstichtag ermittelten beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden unter Berücksichtigung der entsprechenden Abschreibungen. Der Bilanzwert der nicht beherrschenden Anteile bestimmt sich nach den fortgeführten Fair Values der erworbenen Vermögensgegenstände und Schulden.
Alle konzerninternen Zwischenergebnisse, Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Erträge und Aufwendungen werden eliminiert.
Eigenkapitaltransaktionen mit nicht beherrschenden Gesellschaftern unter aufrechter Beherrschung werden als Transaktion zwischen Eigentümer:innen behandelt. Differenzen zwischen den geleisteten Zahlungen für übertragene Anteile und dem anteiligen Buchwert der nicht beherrschenden Anteile werden direkt im Eigenkapital erfasst.
Put-Optionen, welche nicht beherrschenden Gesellschaftern für ihre Anteile an Konzerngesellschaften eingeräumt wurden, werden mit ihrem Fair Value als Verbindlichkeit passiviert. Sofern für den Einzelfall ein Übergang der mit dem Eigentum am nicht beherrschenden Anteil verbundenen Chancen und Risiken bereits zum Zeitpunkt des Mehrheitserwerbs erfolgt ist, geht man von einem Erwerb von 100 % der Gesellschaft aus. Liegt hingegen kein Chancen- und Risikotransfer vor, werden die nicht beherrschenden Anteile weiterhin im Eigenkapital ausgewiesen. Die Verbindlichkeit wird erfolgsneutral aus den Gewinnrücklagen dotiert („double credit approach“). Die Folgebewertung der Verbindlichkeit aus der Put-Option wird erfolgswirksam vorgenommen.
Für Verbindlichkeiten offener Put-Optionen wird im Rahmen der Bewertung die Discounted- Cashflow-Methode unter Beachtung der vertraglichen Höchstgrenzen angewendet. Inputfaktoren in der Discounted-Cashflow-Methode sind insbesondere die Planannahmen in der Mittelfristplanung sowie der Diskontierungszins.
Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss der voestalpine AG einbezogen. Die Anteilshöhen sind in der Anlage zum Anhang „Beteiligungen“ angeführt.
Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, auf welche der voestalpine-Konzern durch die Mitwirkung an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen über maßgeblichen Einfluss verfügt, wobei weder Beherrschung noch gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse vorliegt. Gemeinschaftsunternehmen sind gemeinsame Vereinbarungen, bei denen die Partnerunternehmen (der voestalpine-Konzern und ein:e oder mehrere Partner:innen), die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte am Nettovermögen des Unternehmens besitzen. Die Jahresabschlüsse von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden in den Konzernabschluss nach der Equity-Methode ab dem Erwerbszeitpunkt bis zum Veräußerungszeitpunkt einbezogen. Die assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sind in der Anlage zum Anhang „Beteiligungen“ angeführt.
Zugänge von Anteilen an nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Jene Differenz, um welche die Anschaffungskosten den Anteil am beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens des Beteiligungsunternehmens überschreitet, ist als Firmenwert im Anteilsbuchwert enthalten. Sind die Anschaffungskosten niedriger als der Anteil am beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens des Beteiligungsunternehmens, so wird die Differenz erfolgswirksam in der Erwerbsperiode erfasst. In den Folgeperioden werden die erstmalig erfassten Anschaffungskosten um den Anteil des Konzerns am Gewinn oder Verlust unter Berücksichtigung der Fortschreibung im Rahmen der Kaufpreisallokation aufgedeckter stiller Reserven und Lasten
abzüglich erhaltener Dividenden sowie um den Anteil des Konzerns am sonstigen Ergebnis und anderen Änderungen im Eigenkapital angepasst. Darüber hinaus wird bei Vorliegen eines Anhaltspunktes für eine Wertminderung der gesamte Anteilsbuchwert auf Wertminderung geprüft.
Bei nach der Equity-Methode einbezogenen Gesellschaften (assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen) wurden bei Unwesentlichkeit die lokalen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie abweichende Bilanzstichtage (siehe dazu Anlage zum Anhang „Beteiligungen“) aus zeitlichen Gründen und Aufwand-Nutzen-Überlegungen beibehalten.
Sonstige Unternehmensanteile
Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und Anteile an assoziierten Unternehmen, welche in diesem Konzernabschluss nicht vollkonsolidiert oder nach der Equity-Methode einbezogen sind, werden unter den anderen Finanzanlagen und sonstigen Unternehmensanteilen ausgewiesen. Die Bewertung dieser sonstigen Vermögenswerte erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.
ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE, VERÄUSSERUNGSGRUPPEN (DISPOSAL GROUPS) UND NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN (DISCONTINUED OPERATIONS)
Der Konzern klassifiziert langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen als zur Veräußerung gehalten, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Eine Veräußerungsgruppe wird als nicht fortgeführte Aktivitäten (aufgegebener Geschäftsbereich, Discontinued Operations) eingestuft, sobald der Unternehmensbestandteil als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird oder bereits abgegangen ist und der Unternehmensbestandteil einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig darstellt.
Die Bewertung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte erfolgt mit dem niedrigeren Betrag aus Buchwert und Fair Value abzüglich Veräußerungskosten. In dem Umfang, in dem ein etwaiger Wertminderungsbedarf die langfristigen Vermögenswerte übersteigt, wird eine Abstockung auch anderer Vermögenswerte innerhalb der Veräußerungsgruppe vorgenommen.
Der Bilanzausweis erfolgt nach Konsolidierung gesondert in den Zeilen „Vermögenswerte zur Veräußerung gehalten bzw. aus nicht fortgeführten Aktivitäten“ und „Verbindlichkeiten zur Veräußerung gehalten bzw. aus nicht fortgeführten Aktivitäten“. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden nicht fortgeführte Aktivitäten separat von den fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen, wobei das Vorjahr entsprechend angepasst wird. Der Ausweis nicht fortgeführter Aktivitäten in der Kapitalflussrechnung erfolgt als davon-Vermerk.
C.2. Konsolidierungskreisänderungen
ENTWICKLUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS
Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2025/26 wie folgt entwickelt:
Vollkonsolidierung
Equity-Methode
Stand am 01.04.2025
280
12
Zugänge aus Unternehmenserwerben
1
Änderung der Konsolidierungsmethode und Gründungen
Zugänge
6
Umgründungen
–4
Abgänge oder Veräußerung
–6
–2
Stand am 31.03.2026
277
10
davon nicht in Österreich ansässige Gesellschaften
219
4
UNTERNEHMENSVERKÄUFE UND SONSTIGE ABGÄNGE AUS DEM KONSOLIDIERUNGSKREIS
Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden folgende Gesellschaften endkonsolidiert:
Name der Gesellschaft
Datum der
Endkonsolidierung
Vollkonsolidierte Unternehmen
OOO voestalpine Bohler Welding Russia
02.06.2025
voestalpine Signaling China Co. Ltd.
04.06.2025
Uddeholm Eiendom AS (in Liquidation)
10.07.2025
voestalpine Camtec GmbH
04.08.2025
voestalpine Automotive Components Cartersville Beteiligung GmbH (in Liquidation)
27.08.2025
OOO voestalpine High Performance Metals RUS
11.12.2025
Umgründungen
EDRO Engineering LLC
01.04.2025
voestalpine eifeler Coatings LLC
01.04.2025
EDRO Specialty Steels LLC
01.04.2025
HIRD Rail Services Limited in Liquidation
31.03.2026
Nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen
Jiaxing NYC Industrial Co., Ltd
04.08.2025
TransAnt GmbH
23.03.2026
Mit Anfang August 2025 wurde in der Steel Division der Verkauf der Business Unit Camtec Gruppe (voestalpine Camtec GmbH, Österreich, und das nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen Jiaxing NYC Industrial Co., Ltd, China) abgeschlossen. Die voestalpine Camtec Gruppe ist spezialisiert auf die Herstellung von Schiebern und wartungsfreien Gleitelementen aus Messing, Kupfer und Aluminium und beliefert vor allem die Automobil- und Automobilzuliefer- sowie die Maschinenbauindustrie. Die voestalpine hat sich aufgrund der gestiegenen Energie- und Personalkosten und dem gleichzeitig massiv zunehmenden Preisdruck durch außereuropäische Mitbewerber:innen vorrangig aus China und Indien für eine Veräußerung entschieden. Im Geschäftsjahr 2024/25 betrug der Umsatz rund 14,0 Mio. EUR. Für die insgesamt 47 betroffenen Mitarbeiter:innen bestand die Möglichkeit, in andere Geschäftsbereiche der voestalpine in Linz zu wechseln.
Der Unternehmensverkauf hat folgende Auswirkung auf den Konzernabschluss:
04.08.2025 (Closing)
Langfristiges Vermögen
2,9
Kurzfristiges Vermögen
4,2
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
–0,6
Nettovermögen
6,5
Ergebnis aus dem Verlust der Beherrschung
–0,2
Verkaufserlös
6,3
Abgehende Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
–1,5
Nettozahlungsmittelzufluss im Geschäftsjahr
4,8
Mio. EUR
Vom Verkaufserlös sowie vom Nettozahlungsmittelzufluss betreffen jeweils 1,7 Mio. EUR das nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen.
Im Dezember 2025 hat die High Performance Metals Division 100 % ihrer Anteile an der OOO voestalpine High Performance Metals RUS, Russland, veräußert. Dieser Abgang hat keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
Aufgrund von Liquidation wurden in der Metal Engineering Division die OOO voestalpine Bohler Welding Russia, Russland und die voestalpine Signaling China Co. Ltd., China, Anfang Juni 2025, die Uddeholm Eiendom AS (in Liquidation), Norwegen, in der High Performance Metals Division mit Juli 2025 sowie die voestalpine Automotive Components Cartersville Beteiligung GmbH (in Liquidation), Deutschland, in der Metal Forming Division mit Ende August 2025 endkonsolidiert. Die Auswirkungen dieser Abgänge auf den Konzernabschluss sind als unwesentlich zu erachten.
NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN (DISCONTINUED OPERATIONS) UND VERÄUSSERUNGSGRUPPEN (DISPOSAL GROUPS)
Am 12. Jänner 2026 wurde der Verkaufsbeschluss für die Asset CGU voestalpine BÖHLER Profil GmbH & Co KG, Österreich, welche Spezialprofile in unterschiedliche Industriefelder liefert und darüber hinaus eine der führenden Produzentinnen von Profilen für Industriemesser ist, im Segment High Performance Metals vom Vorstand gefasst.
Die Kriterien einer Klassifizierung „als zur Veräußerung gehalten“ wurden im Geschäftsjahr 2025/26 erfüllt. Im Rahmen eines strukturierten Verkaufsprozesses konnten die Verhandlungen mit der Vertragsunterzeichnung (Signing) am 29. Jänner 2026 abgeschlossen werden. Das Industrieunternehmen Kadant Inc., Westford, Massachusetts, USA, übernimmt neben der Gesellschaft auch alle rund 150 Mitarbeiter:innen. voestalpine BÖHLER Profil GmbH & Co KG wurde bis zum Abschluss des Verkaufs (Closing) am 30. April 2026 vom Management als Veräußerungsgruppe eingestuft. Der Vollzug des Verkaufs stellt ein nicht zu berücksichtigendes Ereignis nach dem Abschlussstichtag gemäß IAS 10 dar (siehe dazu auch Punkt D.31. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag).
Der Konzern bewertet Veräußerungsgruppen zum niedrigeren Wert aus Buchwert und Fair Value abzüglich der Veräußerungskosten. Der Fair Value abzüglich der Veräußerungskosten wurde auf Basis des unterzeichneten Vertrags aus dem voraussichtlichen Verkaufserlös abgeleitet und übersteigt den Buchwert der Veräußerungsgruppe.
Die Hauptgruppen der Vermögenswerte und Schulden der Veräußerungsgruppe umfassen folgende Positionen:
31.03.2026
Langfristiges Vermögen
9,7
Vorräte
8,6
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
6,6
Summe Aktiva
24,9
Pensionen und andere langfristige Arbeitnehmerverpflichtungen
2,8
Rückstellungen
3,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
2,5
Summe Passiva
8,8
Mio. EUR
UNTERNEHMENSERWERBE UND SONSTIGE ZUGÄNGE ZUM KONSOLIDIERUNGSKREIS
Im Geschäftsjahr 2025/26 werden folgende Gesellschaften im Konzernabschluss erstmalig einbezogen:
Name der Gesellschaft
Anteil in %
Datum der
Erstkonsolidierung
Vollkonsolidierung
voestalpine Automotive Components Holding GmbH
100,000 %
01.04.2025
HIRD Rail Services Limited
100,000 %
02.07.2025
voestalpine Management Consulting (Shanghai) Co., Ltd.
100,000 %
14.07.2025
voestalpine Railway Systems Italy S.r.l.
100,000 %
31.10.2025
voestalpine BÖHLER Profil VerwaltungsGmbH
100,000 %
27.11.2025
voestalpine Railway Systems Solutions Egypt S.A.E
90,000 %
28.01.2026
voestalpine Railway Systems Spain, S.L.
100,000 %
28.01.2026
Bei den Konsolidierungskreiszugängen der vollkonsolidierten Gesellschaften handelt es sich um einen Erwerb, zwei Gründungen sowie um vier erstmalig einbezogene Gesellschaften.
Anfang Juli erlangte die voestalpine Turnout Technology UK Limited, Großbritannien, ein Unternehmen der Metal Engineering Division, Kontrolle über 100 % der Anteile an der HIRD Rail Services Limited, Doncaster, Großbritannien, mit rund 15 Mitarbeiter:innen.
Mit dem Erwerb der HIRD Rail Services Limited gelingt dem Geschäftsbereich Railway Systems ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Marktposition in Großbritannien. Die HIRD Rail Services Limited ist führende Anbieterin von hochqualitativen Isolierstößen für Network Rail (britische Staatsbahn) und ist in diesem Bereich am britischen Bahnmarkt sehr gut positioniert. Weitere Wachstumsperspektiven ergeben sich aus einer Erweiterung der regionalen Absatzgebiete der Produkte sowie dem Angebot von Systemlösungen.
Der Unternehmenserwerb hat folgende Auswirkungen auf den Konzernabschluss:
Angesetzte Werte
Langfristiges Vermögen
2,0
Kurzfristiges Vermögen
1,5
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
–0,6
Nettovermögen
2,9
Firmenwert
1,0
Anschaffungskosten
3,9
Erworbene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
–0,5
Nettozahlungsmittelabfluss
3,4
Mio. EUR
Der aktive Unterschiedsbetrag in Höhe von 1,0 Mio. EUR resultiert aus dem Ergebnispotenzial der Gesellschaft. Dieser Unterschiedsbetrag ist gemäß IFRS nicht individuell aktivierungsfähigen Positionen zuzuordnen und wird der firmenwerttragenden Einheit Railway Systems zugerechnet. Es wird nicht erwartet, dass Teile des erfassten Firmenwerts für körperschaftsteuerliche Zwecke abzugsfähig sind.
Der Unternehmenserwerb trug seit Erstkonsolidierung Umsatzerlöse in Höhe von 1,6 Mio. EUR zu den Umsatzerlösen des Konzerns bei. Der Anteil am Ergebnis nach Steuern des Konzerns für den gleichen Zeitraum betrug 0,0 Mio. EUR. Wäre der Unternehmenserwerb schon zum 1. April 2025 konsolidiert worden, wären die berichteten Konzernumsatzerlöse um rund 2,2 Mio. EUR und das berichtete Ergebnis nach Steuern des Konzerns um rund 0,1 Mio. EUR höher.
Im Rahmen der erstmaligen Vollkonsolidierung der HIRD Rail Services Limited werden beizulegende Zeitwerte für Lieferforderungen in Höhe von 0,7 Mio. EUR (Bruttobuchwert 0,7 Mio. EUR) übernommen. Die voraussichtlich uneinbringlichen Forderungen sind als unwesentlich zu betrachten.
Für frühere Unternehmenserwerbe gemäß IFRS 3 wurden in der laufenden Berichtsperiode 26,8 Mio. EUR bezahlt.
C.3. TOCHTERUNTERNEHMEN MIT WESENTLICHEN NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILEN
Name des Tochterunternehmens
Sitz
31.03.2025
31.03.2026
voestalpine Tubulars GmbH & Co KG
Kindberg, Österreich
Eigentumsanteil
49,8875 %
49,8875 %
Beteiligungsquote der Anteile ohne beherrschenden Einfluss
50,1125 %
50,1125 %
CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd.
Qinhuangdao, China
Eigentumsanteil
50,0000 %
50,0000 %
Beteiligungsquote der Anteile ohne beherrschenden Einfluss
50,0000 %
50,0000 %
Die gesamten nicht beherrschenden Anteile der Periode betragen 220,3 Mio. EUR (31. März 2025: 239,9 Mio. EUR), wovon 124,1 Mio. EUR (31. März 2025: 140,9 Mio. EUR) auf die voestalpine Tubulars GmbH & Co KG und 23,6 Mio. EUR (31. März 2025: 22,6 Mio. EUR) auf die CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. entfallen. Die weiteren nicht beherrschenden Anteile sind einzeln für den Konzern als unwesentlich anzusehen.
Nachfolgend werden zusammengefasste Finanzinformationen für jedes Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen, die für den Konzern wesentlich sind, dargestellt. Die Angaben entsprechen den Beträgen vor Eliminierung konzerninterner Transaktionen.
ZUSAMMENGEFASSTE BILANZ
voestalpine Tubulars
GmbH & Co KG
CNTT Chinese New Turnout
Technologies Co., Ltd.
31.03.2025
31.03.2026
31.03.2025
31.03.2026
Langfristiges Vermögen
135,4
127,5
12,3
12,3
Kurzfristiges Vermögen
246,0
202,1
70,1
82,3
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
26,8
22,4
0,7
0,8
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
74,0
61,8
36,5
46,5
Nettovermögen (100 %)
280,6
245,4
45,2
47,3
Mio. EUR
ZUSAMMENGEFASSTE GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
voestalpine Tubulars
GmbH & Co KG
CNTT Chinese New Turnout
Technologies Co., Ltd.
2024/25
2025/26
2024/25
2025/26
Umsatzerlöse
583,9
458,8
59,1
67,2
EBIT
10,7
–32,9
15,9
15,0
Ergebnis nach Steuern
9,3
–33,9
14,2
13,0
Zuzurechnen den:
Anteilseignern des Mutterunternehmens
4,6
–16,9
7,1
6,5
nicht beherrschenden Gesellschaftern
4,7
–17,0
7,1
6,5
Mio. EUR
ZUSAMMENGEFASSTE KAPITALFLUSSRECHNUNG
voestalpine Tubulars
GmbH & Co KG
CNTT Chinese New Turnout
Technologies Co., Ltd.
2024/25
2025/26
2024/25
2025/26
Cashflow aus der Betriebstätigkeit
93,3
–27,1
15,9
16,4
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
78,2
26,0
–2,1
–0,4
davon Investitionen/Devestitionen in andere Finanzanlagen
104,8
38,0
0,0
0,0
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
–171,6
1,1
–15,2
–10,7
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
–0,1
0,0
–1,4
5,3
An nicht beherrschende Gesellschafter gezahlte Dividenden
76,8
0,0
4,7
10,5
Mio. EUR
In der Berichtsperiode wurden für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen an der Travertec S.R.L., Rumänien, 4,5 Mio. EUR bezahlt. Nicht beherrschende Anteile in Höhe von 3,7 Mio. EUR wurden ausgebucht, ein Betrag in Höhe von 0,8 Mio. EUR wurde direkt im Eigenkapital verrechnet.
C.4. NACH DER EQUITY-METHODE EINBEZOGENE UNTERNEHMEN
ANTEILE AN WESENTLICHEN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN
Die voestalpine hält einen 20%igen Anteil an der ArcelorMittal Texas HBI-Gruppe mit Sitz in Delaware, USA und übt maßgeblichen Einfluss auf diese Unternehmensgruppe aus. Der Anteil wird nach der Equity-Methode bilanziert. Die ArcelorMittal Texas HBI-Gruppe betreibt eine Direktreduktionsanlage und liefert Hot Briquetted Iron (HBI) auch an den voestalpine-Konzern. Die Gesellschaft notiert nicht an der Börse.
Die nachstehenden Tabellen enthalten die Finanzinformationen der ArcelorMittal Texas HBI-Gruppe.
ZUSAMMENGEFASSTE BILANZ
ArcelorMittal Texas HBI-Gruppe
31.03.2025
31.03.2026
Langfristiges Vermögen
349,1
271,9
Kurzfristiges Vermögen
367,8
443,5
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
32,0
30,2
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
77,5
91,3
Nettovermögen (100 %)
607,4
593,9
Mio. EUR
ZUSAMMENGEFASSTE GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
ArcelorMittal Texas HBI-Gruppe
2024/25
2025/26
Umsatzerlöse
578,7
601,2
Ergebnis nach Steuern
–59,3
–21,8
Ergebnis nach Steuern (20 %)
–11,9
–4,4
PPA Fortschreibung
4,2
8,9
Ergebnis des equitykonsolidierten Unternehmens (20 %)
–7,7
4,5
Sonstiges Ergebnis
0,6
–5,5
Gesamtergebnis (20 %)
–7,1
–1,0
Erhaltene anteilige Dividenden
0,0
0,0
Mio. EUR
ÜBERLEITUNG DER BUCHWERTE
ArcelorMittal Texas HBI-Gruppe
31.03.2025
31.03.2026
Schlusssaldo Reinvermögen
607,4
593,9
20 % Konzernanteil am Nettovermögen
121,5
118,8
Firmenwert und sonstige Anpassungen inkl. Währungsdifferenzen
3,1
2,9
Wertminderung zum 31.03.2023 inkl. Währungsdifferenzen
–31,8
–29,9
Buchwert des Konzernanteils
92,8
91,8
Mio. EUR
ANTEILE AN NICHT WESENTLICHEN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN
Die Angaben beziehen sich jeweils auf den Anteil des voestalpine-Konzerns an den assoziierten Unternehmen und stellen sich wie folgt dar:
2024/25
2025/26
Anteil des Konzerns am
Ergebnis nach Steuern
16,0
14,7
Sonstiges Ergebnis
–0,2
–0,5
Gesamtergebnis
15,8
14,2
Buchwert nicht wesentliche assoziierte Unternehmen
160,1
164,7
Mio. EUR
Die assoziierten Unternehmen inklusive Anteilshöhe sind in der Anlage zum Anhang „Beteiligungen“ angeführt.
D.
ERLÄUTERUNGEN UND SONSTIGE ANGABEN
D.1. UMSATZERLÖSE
Die Umsätze resultieren ausschließlich aus Verträgen mit Kund:innen im Sinne des IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kund:innen) und enthalten alle Erträge, die aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des voestalpine-Konzerns resultieren.
In Übereinstimmung mit IFRS 15.121 werden keine Angaben zu den verbleibenden Leistungsverpflichtungen zum 31. März 2026 gemacht, da alle Leistungsverpflichtungen eine erwartete ursprüngliche Laufzeit von einem Jahr oder weniger haben.
Die folgende Tabelle enthält Informationen zur Aufteilung des Außenumsatzes des voestalpine-Konzerns nach Regionen und Branchen für das Geschäftsjahr 2025/26 bzw. 2024/25:
UMSATZAUFTEILUNG NACH REGIONEN
2024/25
Steel
Division
High Performance
Metals Division
Metal Engineering
Division
Metal Forming
Division
Holding & Group Services
Summe Konzern
Europäische Union (ohne Österreich)
4.045,1
1.299,3
1.916,5
1.707,6
0,8
8.969,3
Österreich
527,5
116,8
341,4
94,8
2,7
1.083,2
USMCA
272,3
483,6
762,9
673,3
0,0
2.192,1
Asien
90,3
600,5
519,2
220,5
0,0
1.430,5
Südamerika
18,9
287,0
95,9
126,2
0,0
528,0
Übrige Welt
410,2
372,9
490,7
266,7
0,1
1.540,6
Summe Umsatz nach Regionen
5.364,3
3.160,1
4.126,6
3.089,1
3,6
15.743,7
Mio. EUR
2025/26
Steel
Division
High Performance
Metals Division
Metal Engineering
Division
Metal Forming
Division
Holding & Group Services
Summe Konzern
Europäische Union (ohne Österreich)
4.031,9
1.066,4
1.971,0
1.714,8
0,4
8.784,5
Österreich
587,5
98,3
294,0
92,4
2,2
1.074,4
USMCA
294,4
426,6
723,1
634,8
0,0
2.078,9
Asien
41,6
542,0
431,9
178,0
0,0
1.193,5
Südamerika
15,8
229,8
97,1
104,6
0,0
447,3
Übrige Welt
345,6
367,4
496,5
274,9
0,1
1.484,5
Summe Umsatz nach Regionen
5.316,8
2.730,5
4.013,6
2.999,5
2,7
15.063,1
Mio. EUR
UMSATZAUFTEILUNG NACH BRANCHEN
2024/25
Steel
Division
High Performance
Metals Division
Metal Engineering
Division
Metal Forming
Division
Holding & Group Services
Summe Konzern
Automobilindustrie
2.073,9
707,3
395,0
1.596,0
0,0
4.772,2
Energieindustrie
1.214,4
574,1
842,9
80,3
0,0
2.711,7
Bahnsysteme
6,1
14,2
2.240,6
5,3
0,0
2.266,2
Bauindustrie
434,4
103,8
104,1
861,3
0,0
1.503,6
Maschinen- und Stahlbau
298,0
597,1
134,3
251,3
0,0
1.280,7
Haushaltsgeräte/Konsumgüter
126,8
357,5
59,5
107,4
0,0
651,2
Luftfahrt
0,0
525,4
0,0
18,0
0,0
543,4
Sonstige
1.210,7
280,7
350,2
169,5
3,6
2.014,7
Summe Umsatz nach Branchen
5.364,3
3.160,1
4.126,6
3.089,1
3,6
15.743,7
Mio. EUR
2025/26
Steel
Division
High Performance
Metals Division
Metal Engineering
Division
Metal Forming
Division
Holding & Group Services
Summe Konzern
Automobilindustrie
2.046,1
535,2
422,0
1.557,4
0,0
4.560,7
Energieindustrie
1.119,2
493,7
741,0
59,2
0,0
2.413,1
Bahnsysteme
0,0
11,4
2.198,9
0,7
0,0
2.211,0
Bauindustrie
443,6
103,3
104,4
829,6
0,0
1.480,9
Maschinen- und Stahlbau
301,6
488,3
147,8
251,8
0,0
1.189,5
Haushaltsgeräte/Konsumgüter
129,8
310,4
69,7
114,3
0,0
624,2
Luftfahrt
0,0
582,3
0,0
21,0
0,0
603,3
Sonstige
1.276,5
205,9
329,8
165,5
2,7
1.980,4
Summe Umsatz nach Branchen
5.316,8
2.730,5
4.013,6
2.999,5
2,7
15.063,1
Mio. EUR
D.2. GESCHÄFTSSEGMENTE
Der voestalpine-Konzern verfügt über fünf berichtspflichtige Segmente: Steel Division, High Performance Metals Division, Metal Engineering Division, Metal Forming Division sowie Holding & Group Services. Das Berichtssystem spiegelt das interne Finanzberichtswesen, die Managementstruktur und die Hauptquellen der Risiken und Chancen der Gesellschaft wider und orientiert sich im Wesentlichen an der Art der angebotenen Produkte.
Zur Steel Division zählt die Produktion von anspruchsvollen warm- und kaltgewalzten sowie elektrolytisch verzinkten, feuerverzinkten und organisch beschichteten Stahlbändern. Hinzu kommen Elektroband-, Grobblech- und Gießereiprodukte sowie die nachgelagerten Bereiche Steel & Service Center und Logistik Service. Die Division ist erste Anlaufstelle namhafter Automobilhersteller und -zulieferer für strategische Produktentwicklungen und begleitet ihre Kund:innen global. Darüber hinaus ist sie eine der wichtigsten Partnerinnen der europäischen Haus- sowie der Maschinenbauindustrie. Für den Energiebereich fertigt sie Grobbleche für Anwendungen in schwierigsten Bedingungen.
Die High Performance Metals Division ist globale Marktführerin im Bereich hochlegierter Werkzeug- und Schnellarbeitsstahl. Im Segment der Sonderlegierungen für die Öl- und Gasindustrie, Luftfahrtindustrie und den Energiemaschinenbau besetzt die High Performance Metals Division eine führende Position am Weltmarkt, wobei auch Nickelbasis- und Titanwerkstoffe zum Einsatz kommen. Die Division verfügt über ein weltweites Netz an Servicecentern für Kund:innen mit Fokus auf Werkzeugbau, wo neben der Lagerhaltung und Vorbearbeitung der Spezialstähle auch Bauteilbearbeitung, Wärmebehandlungs- und Beschichtungsdienstleistungen angeboten werden. In den Segmenten Luftfahrt sowie Öl und Gas bietet die Division in den USA, Deutschland, Großbritannien, China und Singapur ein breites Leistungsspektrum in Form von Logistik und Distribution an. Für die Öl- und Gasindustrie wird dies durch zusätzliche Bearbeitungsschritte ergänzt. Damit wird die technologisch führende Rolle durch eine One-Stop-Shop-Lösung für die Kund:innen untermauert.
In der Metal Engineering Division werden die Kompetenzen als Weltmarktführerin im Bereich der Weichentechnologie und als führende Anbieterin von Premiumschienen und digitalen Überwachungssystemen sowie von Services im Bereich der Bahninfrastruktur gebündelt. Außerdem bietet die Division ein breites Sortiment an hochqualitativem Walzdraht und gezogenem Draht, an Premium-Nahtlosrohren für Spezialanwendungen sowie an hochqualitativen Schweißzusatzwerkstoffen und Schweißmaschinen an. Die Metal Engineering Division verfügt zudem über eine eigene Stahlerzeugung, durch die eine Vormaterialversorgung innerhalb der Division auf höchstem Qualitätsniveau sichergestellt ist.
Die Metal Forming Division ist das Kompetenzzentrum der voestalpine für hochentwickelte Profil-, Rohr- und Präzisionsbandstahlprodukte sowie für einbaufertige Systemkomponenten aus Press-, Stanz- und rollprofilierten Teilen und Lagersystemlösungen. Mit der branchenweit einzigartigen Verbindung von Werkstoffexpertise und Verarbeitungskompetenz sowie einer weltweiten Präsenz ist die Division die Partnerin erster Wahl für innovations- und qualitätsorientierte Kund:innen. Zu diesen zählen führende Hersteller:innen der Automobil- und Automobilzulieferindustrie mit einem deutlichen Schwerpunkt im Premiumsegment sowie zahlreiche Unternehmen in der Nutzfahrzeug-, Bau-, Lager-, Energie- und (Land-)Maschinenindustrie.
Zum Segment Holding & Group Services gehören neben der Konzernholding zwei Holdinggesellschaften für die US-amerikanische Steuergruppe, zwei Finanzierungsgesellschaften sowie je eine Rohstoffeinkaufs- und Personalservicegesellschaft wie auch die Gesellschaften der group-IT. Diese wurden zusammengefasst, da die Koordination und die Unterstützung der Tochtergesellschaften im Vordergrund stehen.
Die Umsatzerlöse, Aufwendungen und Ergebnisse der Segmente beinhalten Lieferungen und Leistungen zwischen den Geschäftssegmenten. Diese Lieferungen und Leistungen werden zu Verrechnungspreisen bewertet, die konkurrenzfähigen Marktpreisen entsprechen, welche externen Kund:innen für ähnliche Produkte verrechnet werden. Die konzerninternen Transaktionen werden im Konzernabschluss eliminiert.
Der voestalpine-Konzern verwendet als maßgebliche Kennzahlen EBIT und EBITDA, um die Entwicklung der Segmente darzustellen. Im voestalpine-Konzern sind diese Kennzahlen allgemein anerkannte Indikatoren für die Darstellung der Ertragskraft.
Die Geschäftssegmente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:
GESCHÄFTSSEGMENTE
2024/25
Steel
Division
High Performance
Metals Division
Metal Engineering
Division
Metal Forming
Division
Holding & Group Services
Überleitung
Summe Konzern
Segmentumsätze
5.799,1
3.182,2
4.167,9
3.125,1
1.012,4
–1.543,0
15.743,7
davon Umsatzerlöse mit externen Kund:innen
5.364,3
3.160,1
4.126,6
3.089,1
3,6
0,0
15.743,7
davon Umsatzerlöse mit anderen Segmenten
434,8
22,1
41,3
36,0
1.008,8
–1.543,0
0,0
Umsatzkosten
4.755,8
2.685,7
3.270,8
2.656,9
988,8
–1.452,5
12.905,5
EBITDA
743,8
83,0
461,1
169,3
–111,7
0,9
1.346,4
EBITDA-Marge
12,8 %
2,6 %
11,1 %
5,4 %
8,6 %
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
265,0
239,7
187,6
184,5
14,6
0,0
891,4
davon Wertminderungen
0,2
86,2
0,0
41,6
0,0
0,0
128,0
Wertaufholungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
Ergebnisse von equitykonsolidierten Unternehmen
2,3
0,0
0,7
0,0
0,0
2,9
5,9
EBIT
478,8
–156,8
273,5
–15,3
–126,0
0,9
455,1
EBIT-Marge
8,3 %
–4,9 %
6,6 %
–0,5 %
2,9 %
Zinsen und ähnliche Erträge sowie Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen
7,8
27,5
13,8
9,6
379,4
–388,7
49,4
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
96,7
134,2
80,6
64,7
254,5
–390,6
240,1
Ertragsteuern
–72,8
16,0
–35,2
25,8
–25,61
–0,11
–91,9
Ergebnis nach Steuern
321,3
–247,1
171,5
–44,5
293,51
–316,11
178,6
Segmentvermögen
5.241,9
4.012,3
4.183,0
2.495,7
10.842,11
–11.040,71
15.734,3
davon Anteile an equitykonsolidierten Unternehmen
213,8
0,0
5,4
0,0
0,0
35,5
254,7
Nettofinanzverschuldung
1.288,6
1.866,2
1.084,4
981,2
–3.494,61
–75,81
1.650,0
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
535,0
126,1
381,9
174,9
25,2
0,0
1.243,1
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent)
10.675
11.679
15.071
10.899
1.335
0
49.659
1 Anpassung Darstellung konzerninterne Wertberichtigungen analog Änderung Darstellung im internen Berichtswesen.
Mio. EUR
2025/26
Steel
Division
High Performance
Metals Division
Metal Engineering
Division
Metal Forming
Division
Holding & Group Services
Überleitung
Summe Konzern
Segmentumsätze
5.730,6
2.749,7
4.054,7
3.030,1
944,2
–1.446,2
15.063,1
davon Umsatzerlöse mit externen Kund:innen
5.316,8
2.730,5
4.013,6
2.999,5
2,7
0,0
15.063,1
davon Umsatzerlöse mit anderen Segmenten
413,8
19,2
41,1
30,6
941,5
–1.446,2
0,0
Umsatzkosten
4.605,6
2.170,3
3.152,5
2.540,5
928,5
–1.349,2
12.048,2
EBITDA
810,5
216,2
374,5
218,1
–129,5
–4,2
1.485,6
EBITDA-Marge
14,1 %
7,9 %
9,2 %
7,2 %
9,9 %
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
251,4
158,9
190,6
144,6
16,6
0,0
762,1
davon Wertminderungen
0,0
6,7
0,0
5,3
0,0
0,0
12,0
Wertaufholungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
Ergebnisse von equitykonsolidierten Unternehmen
16,0
0,0
–0,2
0,0
0,0
3,4
19,2
EBIT
559,1
57,3
184,0
73,5
–146,2
–4,2
723,5
EBIT-Marge
9,8 %
2,1 %
4,5 %
2,4 %
4,8 %
Zinsen und ähnliche Erträge sowie Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen
7,9
23,0
8,7
7,0
339,4
–350,1
35,9
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
83,8
115,7
72,3
59,6
218,6
–357,4
192,6
Ertragsteuern
–98,5
20,8
–25,4
–22,8
–36,4
0,0
–162,3
Ergebnis nach Steuern
387,3
–14,3
95,0
–1,7
613,8
–655,8
424,3
Segmentvermögen
5.593,5
3.777,3
4.211,7
2.482,7
11.146,5
–11.209,5
16.002,2
davon Anteile an equitykonsolidierten Unternehmen
213,0
0,0
5,0
0,0
0,0
38,5
256,5
Nettofinanzverschuldung
1.372,0
1.709,31
1.298,8
966,9
–4.009,0
–74,31
1.263,7
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
536,9
81,81
293,2
147,8
9,5
0,0
1.069,21
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent)
10.791
11.062
14.914
10.698
1.312
0
48.777
1 Inkl. zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.
Mio. EUR
In den folgenden Tabellen wird die Überleitung zu den Kennzahlen EBITDA und EBIT dargestellt:
EBITDA
2024/25
2025/26
Währungsdifferenzen und Ergebnis aus Derivatebewertung
–3,7
–7,5
Konsolidierung
4,6
3,2
EBITDA – Summe Überleitung
0,9
–4,2
Mio. EUR
EBIT
2024/25
2025/26
Währungsdifferenzen und Ergebnis aus Derivatebewertung
–3,7
–7,5
Konsolidierung
4,6
3,2
EBIT – Summe Überleitung
0,9
–4,2
Mio. EUR
Alle übrigen Kennzahlen enthalten ausschließlich Konsolidierungseffekte.
GEOGRAFISCHE INFORMATIONEN
In der folgenden Tabelle werden ausgewählte Finanzinformationen nach den wesentlichen geografischen Regionen zusammengefasst dargestellt. Segmenterlöse von externen Kund:innen sind nach geografischen Regionen auf der Grundlage des Standorts der Kund:innen angegeben.
Langfristiges Vermögen und Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sind nach Unternehmensstandorten zugeordnet.
Österreich
Europäische Union
Übrige Länder
2024/25
2025/26
2024/25
2025/26
2024/25
2025/26
Außenumsätze
1.083,2
1.074,4
8.969,3
8.784,5
5.691,2
5.204,2
Langfristiges Vermögen
5.534,7
5.794,7
1.424,6
1.409,5
971,2
975,6
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
845,8
819,8
236,7
125,1
160,6
124,3
Mio. EUR
Der voestalpine-Konzern weist keine Umsatzerlöse aus Geschäftsvorfällen mit einer:einem einzigen externen Kundin bzw. Kunden auf, die sich auf mindestens 10 % der Umsatzerlöse des Unternehmens belaufen.
D.3. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
2024/25
2025/26
Gewinne aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
20,7
7,3
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
33,6
41,2
Kursgewinne
100,0
101,1
Erträge aus der Bewertung von Derivaten
19,1
7,3
Gewinne aus Endkonsolidierung
5,0
0,0
Übrige betriebliche Erträge
273,2
261,5
451,6
418,4
Mio. EUR
Im Geschäftsjahr 2025/26 sind in den übrigen betrieblichen Erträgen 141,0 Mio. EUR (2024/25: 147,4 Mio. EUR) betriebliche Erlöse aus dem Verkauf von Produkten, die nicht Hauptzweck des Unternehmens sind (Nebenprodukte), enthalten. Weiters sind in den übrigen betrieblichen Erträgen 7,9 Mio. EUR (2024/25: 8,7 Mio. EUR) Erträge aus Kurzarbeitszuschüssen und sonstigen Personalkostenzuschüssen der öffentlichen Hand enthalten. Die Gewinne aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen beinhalten, wie im Vorjahr, keine Wertaufholungen.
D.4. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
2024/25
2025/26
Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen und vom Ertrag fallen
16,3
18,5
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen
10,9
3,2
Kursverluste
111,9
94,8
Aufwendungen aus der Bewertung von Derivaten
14,2
18,8
Verluste aus Endkonsolidierung
0,0
3,5
Übrige betriebliche Aufwendungen
433,6
257,5
586,9
396,3
Mio. EUR
Im Geschäftsjahr 2025/26 sind in den übrigen betrieblichen Aufwendungen 12,0 Mio. EUR (2024/25: 128,0 Mio. EUR) aus Wertminderungen auf Sachanlagen, andere immaterielle Vermögenswerte und sonstige Vermögenswerte (2024/25: Wertminderungen auf Sachanlagen, Firmenwerte, andere immaterielle Vermögenswerte und sonstige Vermögenswerte) enthalten (siehe Punkt D.11. Wertminderungen und Wertaufholungen).
Weiters sind Aufwendungen in Höhe von 161,5 Mio. EUR (2024/25: 155,3 Mio. EUR) in den übrigen betrieblichen Aufwendungen enthalten, welche dem sonstigen Funktionsbereich zuzuordnen sind. Diese betreffen im Wesentlichen Aufwendungen aus den in den sonstigen betrieblichen Erträgen angeführten Nebenprodukten.
D.5. ERGEBNISSE VON EQUITYKONSOLIDIERTEN UNTERNEHMEN
2024/25
2025/26
Erträge aus assoziierten Unternehmen
16,0
19,4
Aufwendungen aus assoziierten Unternehmen
–7,6
–0,2
Erträge aus Gemeinschaftsunternehmen
0,4
0,4
Aufwendungen aus Gemeinschaftsunternehmen
–2,9
–0,4
5,9
19,2
Mio. EUR
Die Erträge aus assoziierten Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus der APK Pensionskasse AG, Österreich, der Kocel Steel Foundry Co., Ltd., China, der METALSERVICE S.P.A., Italien und der ArcelorMittal Texas HBI Holdings LLC, USA.
D.6. FINANZERTRÄGE
2024/25
2025/26
Erträge aus Beteiligungen und sonstigen Unternehmensanteilen
5,0
3,5
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen
3,5
4,6
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
45,9
31,3
Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des kurzfristigen Vermögens
1,4
13,3
Sonstige Finanzerträge
0,0
3,1
55,8
55,8
Mio. EUR
D.7. FINANZAUFWENDUNGEN
2024/25
2025/26
Sonstige Aufwendungen
0,3
0,1
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen
240,1
192,6
240,4
192,7
Mio. EUR
D.8. ERTRAGSTEUERN
Die Ertragsteuern beinhalten die gezahlten und geschuldeten Ertragsteuern sowie die latenten Steuern (+Steueraufwand/–Steuerertrag).
2024/25
2025/26
Ertragsteuern
56,1
143,3
Tatsächlicher Steueraufwand
102,3
131,4
Steueranpassungen aus Vorjahren
–46,2
12,1
Berücksichtigung steuerlicher Verluste früherer Perioden
0,0
–0,2
Latente Steuern
35,8
19,0
Entstehung/Umkehrung temporärer Differenzen
72,0
29,7
Steueranpassungen aus Vorjahren
–27,6
–8,9
Auswirkungen Steuersatzänderungen
0,5
–0,7
Berücksichtigung steuerlicher Verluste früherer Perioden
–9,1
–1,1
91,9
162,3
Mio. EUR
Die folgende Überleitung zeigt die Differenz zwischen dem österreichischen Körperschaftsteuersatz von 23,0 % und dem effektiven Konzernsteuersatz:
2024/25
2025/26
Ergebnis vor Steuern
270,5
586,6
Ertragsteueraufwand (+)/-ertrag (–) auf Basis des österreichischen Körperschaftsteuersatzes
23,0 %
62,2
23,0 %
134,9
Differenz zu ausländischen Steuersätzen
–6,7 %
–18,2
–1,0 %
–5,7
Steuerfreie Erträge
–5,1 %
–13,8
–2,9 %
–17,1
Steuerfreie Erträge von Beteiligungen
–0,6 %
–1,5
–0,3 %
–1,5
Auswirkungen von Teilwertabschreibungen auf Beteiligungen und Nutzung bisher nicht berücksichtigter Verlustvorträge bzw. Nichtansatz von Verlustvorträgen
27,4 %
74,0
4,7 %
27,3
Auswirkungen von Nichtansatz und nachträglichem Ansatz bei abzugsfähigen temporären Differenzen
5,8 %
15,8
–1,0 %
–6,0
Steuern aus Vorperioden
–27,3 %
–73,8
0,6 %
3,2
Nicht steuerwirksame Wertminderung
9,9 %
26,7
0,0 %
0,0
Nicht abzugsfähige Aufwendungen und sonstige Differenzen
7,6 %
20,5
4,6 %
27,2
Effektiver Konzernsteuersatz (%)/-steueraufwand (+)/-steuerertrag (–)
34,0 %
91,9
27,7 %
162,3
Mio. EUR
D.9. SACHANLAGEN
Grundstücke,
grundstücks-
gleiche
Rechte und
Bauten
Technische
Anlagen
und
Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen
und Anlagen
in Bau
Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
4.292,9
12.617,1
1.590,1
807,6
19.307,7
Kumulierte Abschreibungen
–2.174,0
–9.905,8
–1.189,0
–3,7
–13.272,5
Umgliederung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
–40,1
–22,5
–7,3
0,0
–69,9
Buchwerte am 01.04.2024
2.078,8
2.688,8
393,8
803,9
5.965,3
Anschaffungs- und Herstellungskosten
4.450,0
13.129,5
1.644,0
951,5
20.175,0
Kumulierte Abschreibungen
–2.298,1
–10.261,7
–1.241,7
–7,1
–13.808,6
Buchwerte am 31.03.2025
2.151,9
2.867,8
402,3
944,4
6.366,4
Anschaffungs- und Herstellungskosten
4.537,0
13.373,0
1.677,7
1.226,0
20.813,7
Kumulierte Abschreibungen
–2.391,4
–10.544,2
–1.275,3
–3,6
–14.214,5
Umgliederung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
–4,1
–4,9
–0,4
–0,1
–9,5
Buchwerte am 31.03.2026
2.149,7
2.833,7
402,8
1.222,5
6.608,7
Mio. EUR
Die Buchwerte der Sachanlagen haben sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2026 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:
Grundstücke,
grundstücks-
gleiche
Rechte und
Bauten
Technische
Anlagen
und
Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen
und Anlagen
in Bau
Summe
Buchwerte am 01.04.2024
2.078,8
2.688,8
393,8
803,9
5.965,3
Konsolidierungskreisänderungen
25,4
6,6
0,7
8,0
40,7
Zugänge
114,2
349,6
112,0
579,4
1.155,2
Umbuchungen
84,0
335,8
11,4
–440,2
–9,0
Abgänge
–18,0
–17,9
–4,3
–5,0
–45,2
Abschreibungen
–127,4
–488,0
–109,7
0,0
–725,1
Wertminderungen
–1,2
–2,51
–1,1
0,0
–4,81
Währungsdifferenzen
–3,9
–4,6
–0,5
–1,7
–10,7
Buchwerte am 31.03.2025
2.151,9
2.867,8
402,3
944,4
6.366,4
Konsolidierungskreisänderungen
0,0
0,6
–0,1
0,0
0,5
Zugänge
90,8
222,5
100,4
631,2
1.044,9
Umbuchungen
62,5
255,0
20,8
–348,3
–10,0
Abgänge
–5,2
–2,7
–8,5
–0,3
–16,7
Abschreibungen
–127,3
–485,3
–109,9
0,0
–722,5
Wertminderungen
0,0
–11,3
–0,6
0,0
–11,9
Umgliederung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
–4,1
–4,9
–0,4
–0,1
–9,5
Währungsdifferenzen
–18,9
–8,0
–1,2
–4,4
–32,5
Buchwerte am 31.03.2026
2.149,7
2.833,7
402,8
1.222,5
6.608,7
1 Ohne Wertminderung auf zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte in Höhe von 6,5 Mio. EUR in 2024/25.
Mio. EUR
Zum 31. März 2026 – wie auch zum 31. März 2025 – bestehen keine Verfügungsbeschränkungen bei Sachanlagen. Weiters bestehen zum 31. März 2026 Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 773,1 Mio. EUR (31. März 2025: 780,1 Mio. EUR).
In der Berichtsperiode wurden Fremdkapitalkosten auf qualifizierte Vermögenswerte in Höhe von 19,3 Mio. EUR (2024/25: 13,0 Mio. EUR) aktiviert. Der Berechnung wurde ein durchschnittlicher Fremdkapitalkostensatz von 2,7 % (2024/25: 3,0 %) zugrunde gelegt.
NUTZUNGSRECHTE GEMÄSS IFRS 16
Der Konzern mietet im Wesentlichen Grundstücke, Gebäude- und Fertigungsanlagen sowie Fuhrparks einschließlich Lokomotiven. Die Vielzahl der Verträge enthält Verlängerungsoptionen und Kündigungsrechte, die auch in Kombination mit unkündbaren Mietzeiten vereinbart werden.
Der Konzern hat teilweise die Möglichkeit, die Vermögenswerte am Ende des vertraglich vereinbarten Zeitraums zu erwerben.
Die Leasingraten sind typischerweise fix oder basieren auf Marktzinssätzen oder Indizes (z. B. Verbraucherpreisindex). In geringem Umfang liegen auch variable Leasingraten (z. B. nutzungsabhängige Mieten) vor.
Die Buchwerte für jede Gruppe von Nutzungsrechten gemäß IFRS 16, die in den Sachanlagen enthalten sind, stellen sich wie folgt dar:
Sachanlagen
Summe
Grundstücke,
grundstücks-
gleiche Rechte
und Bauten
Technische
Anlagen
und
Maschinen
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
Buchwerte am 01.04.2024
311,0
10,8
42,1
363,9
Konsolidierungskreisänderungen
3,4
0,2
0,5
4,1
Zugänge
48,8
14,4
9,4
72,6
Umbuchungen
–65,3
–0,7
–6,6
–72,6
Abgänge
–1,3
–0,4
–0,3
–2,0
Abschreibungen
–39,1
–4,6
–13,1
–56,8
Wertminderungen
0,0
–0,2
0,0
–0,2
Währungsdifferenzen
–0,6
–0,3
0,0
–0,9
Buchwerte am 31.03.2025
256,9
19,2
32,0
308,1
Konsolidierungskreisänderungen
0,0
0,0
0,0
0,0
Zugänge
30,1
5,6
17,6
53,3
Umbuchungen
–7,1
–0,2
0,0
–7,3
Abgänge
–3,0
0,0
–4,6
–7,6
Abschreibungen
–39,1
–6,0
–12,1
–57,2
Wertminderungen
0,0
0,0
0,0
0,0
Währungsdifferenzen
–1,8
0,2
0,0
–1,6
Buchwerte am 31.03.2026
236,0
18,8
32,9
287,7
Mio. EUR
AUFWENDUNGEN AUS LEASING IN DER KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
2024/25
2025/26
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten
10,4
9,3
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse
8,7
10,3
Aufwendungen für Leasinggegenstände mit geringem Wert
12,4
15,5
Aufwendungen für variable Leasingraten
5,6
5,4
Mio. EUR
Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betragen 102,1 Mio. EUR (2024/25: 163,7 Mio. EUR). Hierin sind neben Tilgungen auch Zahlungsmittelabflüsse aus Zinsaufwendungen, kurzfristigen Leasingverhältnissen, Leasingverhältnissen über Vermögenswerte von geringem Wert und variablen Leasingzahlungen enthalten.
Die künftig erwarteten variablen Leasingzahlungen basieren überwiegend auf einer Verbrauchs- bzw. Produktionskomponente (insbesondere bei PPAs). Zur Schätzung dieser Zahlungen werden, soweit verfügbar, historische Daten herangezogen bzw. wird die künftige Entwicklung prognostiziert. Auf Basis der zum Stichtag 31. März 2026 abgeschlossenen Verträge belaufen sich die zukünftigen variablen Leasingraten auf 58,1 Mio. EUR (31. März 2025: 57,0 Mio. EUR). Die Restlaufzeiten belaufen sich im Wesentlichen auf 4–25 Jahre.
Die Auswirkung der Einschätzung von Restwertgarantien und Kaufoptionen auf den Bilanzansatz wird als gering eingestuft.
AUSWIRKUNG VON VERLÄNGERUNGS- UND KÜNDIGUNGSOPTIONEN
Verlängerungsoptionen und Kündigungsoptionen können ohne die Zustimmung der Leasinggeberin bzw. des Leasinggebers in Anspruch genommen werden. Aufgrund der in den Verträgen vorkommenden Kündigungs- und Verlängerungsoptionen besteht eine hohe operative Flexibilität hinsichtlich der Nutzung der Vermögenswerte, die im voestalpine-Konzern den operativen Einheiten obliegt. Dementsprechend ist die Flexibilität und damit auch die Bandbreite möglicher künftiger, noch nicht bilanzierter Leasingzahlungen hoch. Die voestalpine geht bei hinreichender Sicherheit davon aus, dass Verlängerungsoptionen in Anspruch genommen werden.
Zur Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten siehe Punkt D.21. Finanzverbindlichkeiten.
AUFGLIEDERUNG DER ABSCHREIBUNGEN UND WERTMINDERUNGEN AUF SACHANLAGEN, IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SONSTIGE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH FUNKTIONSBEREICHEN
2024/25
2025/26
Umsatzkosten
653,4
646,3
Vertriebskosten
41,7
44,9
Verwaltungskosten
46,4
38,6
Sonstige betriebliche Aufwendungen
149,9
32,3
891,4
762,1
Mio. EUR
D.10. FIRMENWERTE UND ANDERE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
FIRMENWERTE
31.03.2024
31.03.2025
31.03.2026
Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.546,0
1.551,2
1.550,7
Wertminderungen
–435,3
–551,8
–551,8
Umgliederung nicht fortgeführter Aktivitäten und als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
–2,9
0,0
0,0
Buchwerte
1.107,8
999,4
998,9
Mio. EUR
Die Buchwerte der Firmenwerte haben sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2026 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:
Firmenwert
Buchwerte am 01.04.2024
1.107,8
Zugänge
8,2
Wertminderungen
–116,5
Währungsdifferenzen
–0,1
Buchwerte am 31.03.2025
999,4
Zugänge
1,0
Währungsdifferenzen
–1,5
Buchwerte am 31.03.2026
998,9
Mio. EUR
Details zu den Wertminderungen der Firmenwerte werden unter Punkt D.11. Wertminderungen und Wertaufholungen erläutert.
ANDERE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Marken
Sonstige
Geleistete
Anzahlungen
oder in
Erstellung
Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
170,6
1.411,4
44,0
1.626,0
Kumulierte Abschreibungen
0,0
–1.311,5
0,1
–1.311,4
Umgliederung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
0,0
–1,6
–0,2
–1,8
Buchwerte am 01.04.2024
170,6
98,3
43,9
312,8
Anschaffungs- und Herstellungskosten
170,6
1.423,0
29,4
1.623,0
Kumulierte Abschreibungen
0,0
–1.312,7
–0,1
–1.312,8
Buchwerte am 31.03.2025
170,6
110,3
29,3
310,2
Anschaffungs- und Herstellungskosten
170,6
1.433,2
31,0
1.634,8
Kumulierte Abschreibungen
0,0
–1.318,9
–0,1
–1.319,0
Umgliederung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
0,0
–0,1
0,0
–0,1
Buchwerte am 31.03.2026
170,6
114,2
30,9
315,7
Mio. EUR
IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE MIT UNBESTIMMTER NUTZUNGSDAUER
In folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten und Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind Marken mit unbestimmter Nutzungsdauer erfasst:
2024/25
2025/26
High Performance Metals Division
155,4
155,4
Welding
12,6
12,6
Summe Metal Engineering Division
12,6
12,6
Precision Strip
2,6
2,6
Summe Metal Forming Division
2,6
2,6
voestalpine-Konzern
170,6
170,6
Mio. EUR
Der Zeitraum, in dem diese Markenrechte voraussichtlich Cashflows generieren werden, unterliegt keiner vorhersehbaren Begrenzung. Die Markenrechte unterliegen daher keiner Abnutzung und werden nicht planmäßig abgeschrieben. Wertminderungen sind keine angefallen.
Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte haben sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2026 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:
Marken
Sonstige
Geleistete
Anzahlungen
oder in
Erstellung
Summe
Buchwerte am 01.04.2024
170,6
98,3
43,9
312,8
Konsolidierungskreisänderungen
0,0
7,1
0,2
7,3
Zugänge
0,0
9,8
15,5
25,3
Umbuchungen
0,0
34,1
–29,1
5,0
Abgänge
0,0
0,0
–1,2
–1,2
Abschreibungen
0,0
–38,2
0,0
–38,2
Wertminderungen
0,0
–0,2
0,0
–0,21
Währungsdifferenzen
0,0
–0,6
0,0
–0,6
Buchwerte am 31.03.2025
170,6
110,3
29,3
310,2
Konsolidierungskreisänderungen
0,0
1,0
0,0
1,0
Zugänge
0,0
11,5
9,7
21,2
Umbuchungen
0,0
19,3
–8,1
11,2
Abgänge
0,0
0,0
0,0
0,0
Abschreibungen
0,0
–27,7
0,0
–27,7
Wertminderungen
0,0
–0,1
0,0
–0,1
Währungsdifferenzen
0,0
0,0
0,0
0,0
Umgliederung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
0,0
–0,1
0,0
–0,1
Buchwerte am 31.03.2026
170,6
114,2
30,9
315,7
1 Ohne Wertminderung auf zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte in Höhe von 0,1 Mio. EUR in 2024/25.
Mio. EUR
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte können in den Funktionsbereichen Umsatzkosten, Vertriebskosten, Verwaltungskosten und sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten sein.
Zum 31. März 2026 bestehen Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 4,7 Mio. EUR (31. März 2025: 4,5 Mio. EUR).
D.11. WERTMINDERUNGEN UND WERTAUFHOLUNGEN
Der Konzern berücksichtigt neben anderen Faktoren das Verhältnis zwischen Marktkapitalisierung und Buchwert bei der Überprüfung auf Anhaltspunkte für eine Wertminderung. Zum Stichtag 31. März 2026 lag die Marktkapitalisierung des Konzerns unter dem Buchwert seines Eigenkapitals, dementsprechend wurden sämtliche CGUs einem Impairmenttest unterzogen.
Diese Wertminderungsprüfung ergab für den Stichtag 31. März 2026 keine Wertminderungserfordernisse. In der Vergleichsperiode 2024/25 wurden insgesamt Wertminderungen in Höhe von 128,0 Mio. EUR für Firmenwerte (116,5 Mio. EUR), für andere langfristige Vermögenswerte der Veräußerungsgruppe Buderus Edelstahl (6,6 Mio. EUR) sowie für Sachanlagen und andere immaterielle Vermögenswerte (4,9 Mio. EUR) erfasst.
Firmenwerte werden folgenden CGUs oder Gruppen von CGUs (firmenwerttragenden CGUs) zugeordnet:
2024/25
2025/26
Summe Steel Division
135,2
135,2
Value Added Services
315,7
314,3
Summe High Performance Metals Division
315,7
314,3
Wire Technology
12,2
12,2
Railway Systems
178,2
179,1
Tubulars
28,5
28,5
Welding
141,8
141,8
Summe Metal Engineering Division
360,7
361,6
Tubes & Sections
70,0
70,0
Precision Strip
103,8
103,8
Warehouse & Rack Solutions
14,0
14,0
Summe Metal Forming Division
187,8
187,8
voestalpine-Konzern
999,4
998,9
Mio. EUR
WERTMINDERUNG VON FIRMENWERTTRAGENDEN CGUs
Im Geschäftsjahr 2025/26 gab es keine Wertminderungen bei firmenwerttragenden CGUs.
In der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2024/25) wurden bei folgenden firmenwerttragenden CGUs Wertminderungen erfasst:
Wertminderung
2024/25
HPM Production
77,7
Automotive Components
38,8
Mio. EUR
Firmenwerttragende CGU HPM Production
In der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2024/25) wurde in der High Performance Metals Division bei der firmenwerttragenden CGU HPM Production, welche anspruchsvolle Edelstähle herstellt, eine Wertminderung des Firmenwerts in Höhe von 77,7 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Aufgrund wesentlicher Ergebnisabweichungen im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2024/25 und der gestiegenen Unsicherheiten in der künftigen Ergebnisentwicklung der CGU wurde eine Anpassung der Planungsannahmen vorgenommen.
Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) dieser Einheit betrug zum 31. März 2025 1.723,3 Mio. EUR. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wurde in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,65 % gerechnet. Der WACC betrug 8,54 % nach Steuern, vor Steuern 11,04 %.
Firmenwerttragende CGU Automotive Components
In der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2024/25) wurde in der Metal Forming Division bei der firmenwerttragenden CGU Automotive Components, welche eine breite Produktpalette von hochinnovativen Strukturteilen bis hin zu Außenhautteilen, höchstfesten Warmumformteilen, lasergeschweißten Platinen sowie komplexen Baugruppen mit Fokus auf Leichtbaulösungen aus Stahl und Aluminium an Kund:innen in der Automobilindustrie liefert, eine Wertminderung des Firmenwerts in Höhe von 38,8 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die Wertminderung war im Wesentlichen auf die initiierten Konsolidierungs‑ und Restrukturierungsmaßnahmen infolge anhaltender Unterauslastung im europäischen Premiumsegment zurückzuführen.
Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) dieser Einheit betrug zum 31. März 2025 623,4 Mio. EUR. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wurde in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,37 % gerechnet. Der WACC betrug 8,85 % nach Steuern, vor Steuern 11,13 %.
IMPAIRMENTTEST VON NICHT WERTGEMINDERTEN FIRMENWERTTRAGENDEN CGUs UND EINHEITEN MIT IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEN MIT UNBESTIMMTER NUTZUNGSDAUER
Schätzungen und Annahmen, die zur Bewertung der erzielbaren Beträge von firmenwerttragenden CGUs mit signifikantem Anteil am Gesamtfirmenwert sowie Einheiten mit signifikantem Anteil von immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer (Markenrechte) am Gesamtbuchwert des voestalpine-Konzerns herangezogen werden, sind wie folgt:
Der Schwerpunkt der Tätigkeit der Steel Division liegt auf der Erzeugung und Verarbeitung von Stahlprodukten für die Segmente Automobilindustrie, Hausindustrie, Elektroindustrie, verarbeitende Industrie sowie Energie- und Maschinenbauindustrie. Die 5-Jahres-Mittelfristplanung der Steel Division wurde einerseits auf Basis von externen Konjunkturprognosen für die Eurozone, die USA, China und Mexiko (auf Basis World Economic Outlook des IMF4) und andererseits unter Berücksichtigung des erwarteten Stahlverbrauchs5 erstellt. Der Produktionsplan spiegelt die Absatzprognosen wider. Für die Erlösplanung der Flachprodukte wurde der CRU-Index berücksichtigt. Zusätzlich wurden bei einzelnen Kundensegmenten geringe positive qualitätsbedingte Anpassungen vorgenommen. Beschaffungsseitig wurden die Rohstoffannahmen laut Weltmarktprognosen (basierend unter anderem auf Platts-Notierungen6) der Planung zugrunde gelegt. Basierend auf diesen Annahmen wird eine stabile Bruttomarge in der Mittelfristplanung erwartet. Die 5-Jahres-Mittelfristplanung wurde um eine Grobplanungsphase ergänzt. In dieser sind die Investitionen in Richtung greentec steel – Ersatz von zwei der drei Hochöfen durch Elektrolichtbogenöfen mit geplanten Inbetriebnahmen ab dem Jahr 2027 und 2032 – sowie Investitionen für CO2-Abscheidetechnologien (CCUS) enthalten. Darüber hinaus sind erwartete Preissteigerungen bei den Emissionszertifikaten und die sukzessive Reduktion von Gratiszertifikaten auf Basis der Maßnahmen zur CO2-Reduktion seitens der Europäischen Union bis zum gänzlichen Wegfall der Gratiszertifikate im Jahr 2034 sowie ein Preispremium für greentec steel, aktuelle Rohstoffpreiserwartungen und Änderungen beim Rohstoffmix hinterlegt.
Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das letzte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,39 % (2024/25: 1,38 %) gerechnet. Der WACC beträgt 7,72 % nach Steuern (2024/25: 7,81 %), vor Steuern 9,88 % (2024/25: 9,53 %).
In der 5-Jahres-Mittelfristplanung der High Performance Metals Division (HPM Division) mit ihrer firmenwerttragenden CGU Value Added Services, den Produktionsstandorten (Business Unit HPM Production) und den zugeordneten Markenrechten wurden sowohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der relevanten Segmente (insbesondere der Tooling-, Industrials-, Öl- und Gasindustrie sowie der Luftfahrtindustrie) als auch die Wachstumsprognosen in den regionalen Absatzmärkten der Kernmärkte, insbesondere Europa, Amerika und Asien, zugrunde gelegt. Die Portfoliobereinigung der HPM Division ist mit den Unternehmensverkäufen (Buderus Edelstahl und BÖHLER Profil), den Kapazitätsanpassungen bei der voestalpine BÖHLER Bleche und den weltweiten Standortkonsolidierungen weitgehend abgeschlossen.
4 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund
5 EUROFER – Dachverband der europäischen Stahlindustrie für Stahlverbrauch Europa; über Europa hinausgehend World Steel Association
6 S&P Global Platts
In der Business Unit HPM Production werden die Produktionsstandorte der HPM Division weltweit zusammengefasst. Die Produktion umfasst ein hochkomplexes, höchst anspruchsvolles Produktportfolio in den Bereichen Werkzeugstahl, Schnellarbeitsstahl, Ventilstahl, Spezialschmiedeteile, Pulverwerkstoffe, Nickelbasis-Legierungen, Titan, hoch-, mittel- und niedriglegierte Stähle und Pulver für die Additive Fertigung. Die Herstellung der Produkte erstreckt sich vom Erschmelzen über die Transformation (Walzen, Schmieden, Warm- und Kaltband) bis hin zur Wärmebehandlung und Bearbeitung sowie zur Erfüllung der von Kund:innen gewünschten Eigenschaften und Spezifikationen. Die internen Prognosen und Einschätzungen der Business Unit HPM Production – insbesondere das auf metallurgisch anspruchsvolle Anwendungsgebiete in Tooling-, Luftfahrt- sowie Öl- und Gas-Industriesegmente ausgerichtete Geschäft betreffend – stützen sich auf externe Informationsquellen. Die Fokussierung auf das strategisch relevante Produktportfolio, die Vertriebsinitiativen in lukrativen Nischenmärkten, Kostenoptimierungen sowie die Zentralisierung im Bereich Supply Chain Management tragen zur geplanten Verbesserung der Ertragssituation bei.
Der Geschäftsbereich der firmenwerttragenden CGU Value Added Services ist für den Vertrieb und wertsteigernde Dienstleistungen im Zusammenhang mit der weiteren Bearbeitung (z. B. Wärmebehandlung, Beschichtung, Sägen, Sechsseitenbearbeitung) von Material der HPM Production – überwiegend Werkzeugstahl – aber auch von Fremdmaterial verantwortlich. Der weitere Ausbau der Servicedienstleistungen im Planungszeitraum führt zu einer engeren Kundenbindung und einer Vertiefung der Wertschöpfung. Das konsequente Weitertreiben bereits bewährter Einsparungs- und Optimierungsprogramme sowie Vertriebsaktivitäten in margenstarken Subsegmenten wie auch Initiativen im Bereich Global Supply Chain Management und Digital Sales (Kundenportale mit vollständiger E-Commerce-Funktionalität) stellen weitere Schwerpunkte der laufenden Aktivitäten dar, die im Planungszeitraum zu steigenden Umsätzen und einer positiven Entwicklung der Bruttomarge führen.
Die Steuerung des Geschäftsbereiches Value Added Services erfolgt über das Segment- und Regionalmanagement, welches sich auf die großen Absatzmärkte in Europa, Amerika und Asien fokussiert. Die internen Prognosen und Einschätzungen – die Entwicklung dieser Regionen betreffend – stützen sich auf externe Informationsquellen.7 In Europa wird eine leichte Erholung und mittelfristig ein gedämpftes Wachstum erwartet. Der nordamerikanische Markt ist aufgrund der aktuellen politischen Kräfte und der protektionistischen Maßnahmen von Unsicherheiten geprägt. In Asien wird von einer stetigen Erholung in China ausgegangen, wobei der Rest Asiens sich langsam wieder von dem derzeit schwachen Wachstum erholen wird. Indien hat großes Wachstumspotenzial.
Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das letzte Planjahr als Basis herangezogen. Bei der Value Added Services wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,57 % (2024/25: 1,55 %) gerechnet. Der WACC der Value Added Services beträgt 8,61 % nach Steuern (2024/25: 8,67 %), vor Steuern 11,09 % (2024/25: 11,13 %). Bei der HPM Division wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,60 % (2024/25: 1,60 %) gerechnet. Der WACC der HPM Division beträgt 8,55 % nach Steuern (2024/25: 8,60 %), vor Steuern 10,90 % (2024/25: 10,90 %).
7 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund
Im Geschäftsbereich Railway Systems werden die Kompetenzen als führende Anbieterin von Premiumschienen, Hightech-Weichen, Befestigungssystemen und digitalen Überwachungssystemen sowie damit verbundene Services gebündelt und die weltweite Präsenz als Anbieterin von kompletten Bahninfrastruktursystemen weiter ausgebaut. Der Mittelfristplanung von Railway Systems für die nächsten fünf Jahre liegen Markterwartungen8 und Projektplanungen für die Bahninfrastruktur zugrunde, unter Berücksichtigung der strategischen Ausrichtung des Geschäftsbereiches und der weiter voranschreitenden Digitalisierung im Eisenbahnbereich. Dabei wurde auch der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung in den einzelnen Regionen Rechnung getragen.9 Im Hinblick auf die wesentlichen Faktorkostenentwicklungen sind allgemeine Prognosen über Personalkostenentwicklungen und interne Annahmen über Stahlpreisentwicklungen in die Planungen eingearbeitet worden. In der Planung wurde davon ausgegangen, dass die Bruttomargen über den Planungszeitraum relativ konstant gehalten werden und sich mögliche Schwankungen in einzelnen Märkten aufgrund der weltweiten Ausrichtung des Geschäftsbereiches ausgleichen. Ebenso sind die Investitionen in Richtung greentec steel in der 5-Jahres-Mittelfristplanung sowie in der Grobplanungsphase für eine Elektrolichtbogenofen-Anlage und deren Erweiterung in der Vorproduktionsstufe enthalten. Darüber hinaus sind erwartete Preissteigerungen bei den Emissionszertifikaten und die sukzessive Reduktion von Gratiszertifikaten auf Basis der Maßnahmen zur CO2-Reduktion seitens der Europäischen Union bis zum gänzlichen Wegfall der Gratiszertifikate im Jahr 2034 sowie ein Preispremium für greentec steel und Änderungen beim Rohstoffmix hinterlegt.
Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das letzte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,42 % (2024/25: 1,50 %) gerechnet. Der WACC beträgt 8,30 % nach Steuern (2024/25: 8,43 %), vor Steuern 10,16 % (2024/25: 10,32 %).
Für die 5-Jahres-Mittelfristplanung des Geschäftsbereiches Welding, welcher zu den führenden Hersteller:innen von Produkten und Anbieter:innen von Komplettlösungen im Bereich der Schweiß- und Fügetechnik zählt, wurden die erwarteten regionalen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen10 sowie die Prognosen für die relevanten Industriesegmente zugrunde gelegt. Dabei wurde insbesondere die Marktposition des Geschäftsbereichs in den jeweiligen Absatzmärkten unter Berücksichtigung der Wettbewerbssituation und der prognostizierten Gesamtmarktentwicklung berücksichtigt. Bei der Planung wurden darüber hinaus die voraussichtlichen Entwicklungen der im Wertschöpfungsprozess eingesetzten Produktionsfaktoren berücksichtigt. Hierzu zählen insbesondere die Kostenentwicklungen für Rohstoffe, Energie und Legierungen. Die entsprechenden Annahmen basieren auf den zum Planungszeitpunkt gültigen Marktnotierungen sowie auf den verfügbaren externen Prognosen, aus denen sowohl Kosten als auch daraus abgeleitete Preisentwicklungen abgeleitet wurden. Die strategische Ausrichtung des Geschäftsbereichs als Komplettanbieter der „Perfekten Schweißnaht“ („The Perfect Weld Seam“) wird im Planungszeitraum unverändert weiterverfolgt. Bereits eingeleitete sowie laufende Optimierungs- und Effizienzprogramme werden konsequent fortgeführt und durch kontinuierliche Verbesserungsmaßnahmen ergänzt. Zusammengefasst wird in der Planung – abgeleitet von den
8 UNIFE Annual Report
9 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund
10 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund
Markterwartungen – von einem moderaten Volumenwachstum bei leicht verbesserter Bruttomarge ausgegangen.
Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,44 % (2024/25: 1,44 %) gerechnet. Der WACC beträgt 8,31 % nach Steuern (2024/25: 8,45 %), vor Steuern 10,75 % (2024/25: 11,09 %).
Der Tätigkeitsinhalt von Precision Strip ist die Produktion von weltweit verfügbaren, technologisch komplexen, kaltgewalzten Bandstahlprodukten mit exakter Maßgenauigkeit, exzellenter Oberflächenqualität und einzigartigen Kantengeometrien für höchste Kund:innen-Anforderungen in der Prozessindustrie. Die 5-Jahres-Mittelfristplanung von Precision Strip wurde unter Berücksichtigung der regionalen Rahmenbedingungen in den Kernmärkten und unter Einbeziehung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der für die Gesellschaften wichtigsten Industriesegmente erstellt. Die aktuellen Marktbedingungen sind geprägt von leicht steigender Nachfrage, volatilen geopolitischen Entwicklungen, starkem Wettbewerb und Margendruck. Das in der Planung unterlegte Wachstum basiert überwiegend auf Absicherung der Marktführerschaft in Nischenmärkten, Ausbau von Marktanteilen durch eine auf Kund:innen und Anwendungen fokussierte Vertriebsoffensive und Erschließung neuer Märkte durch innovative neue Produkte mit hohem Umsatz- und Margenpotenzial. Externe Prognosen flossen in die internen Einschätzungen ein. Bei diesen externen Prognosen handelt es sich um länderspezifische Werte des zu erwartenden Wirtschaftswachstums (BIP-Prognosen)11, diese wurden um das Wachstumsziel und branchenspezifische Erfahrungen in den betreffenden Märkten für die jeweiligen Produktsegmente ergänzt. Zudem dienten kundenspezifische Informationen bezüglich mittelfristiger Prognosen und Absatzerwartungen als Quellen für die Absatzplanung von Precision Strip. Im Planungszeitraum wird deshalb von steigenden Umsätzen bei stabiler Entwicklung der Bruttomarge ausgegangen.
Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,37 % (2024/25: 1,36 %) gerechnet. Der WACC beträgt 8,55 % nach Steuern (2024/25: 8,73 %), vor Steuern 10,68 % (2024/25: 10,80 %).
Sensitivität von nicht wertgeminderten Einheiten
Die Werthaltigkeit aller Firmenwerte wurde zum 31. März 2026 im Rahmen der durchgeführten Impairmenttests bestätigt. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivitätsanalyse für potenzielle Wertminderungen von Firmenwerten in Bezug auf die zentralen Bewertungsannahmen – erwartete Cashflows und Abzinsungssatz. Dargestellt wird sowohl die potenzielle Wertminderung bei zum Stichtag 31. März 2026 für möglich gehaltenen Änderungen dieser Parameter (allgemeine Sensitivitätsanalyse) als auch das Ausmaß der Veränderung der beiden wesentlichen Annahmen, das erforderlich wäre, damit der geschätzte erzielbare Betrag dem Buchwert entspricht (Break-even-Analyse):
11 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund
HPM Division
Precision Strip
31.03.2025
31.03.2026
31.03.2025
31.03.2026
Buchwert-
überdeckung
139,7
151,7
32,1
32,2
Break-even-Analyse
Abzinsungssatz
in %-Punkten
0,3
0,4
0,7
0,7
Cashflow in %
–4,3
–5,3
–9,2
–9,3
Allgemeine
Sensitivitätsanalyse
Abzinsungssatz
Änderung +1 %-Punkt
–252,2
–213,9
–12,0
–13,0
Cashflow
Änderung –10 %
–182,7
–136,7
–2,9
–2,6
Mio. EUR
Sensitivität hinsichtlich Technologietransformation in Verbindung mit Dekarbonisierung
Den Impairmenttests der von der Technologietransformation betroffenen CGUs, insbesondere die wesentlichen firmenwerttragenden CGUs Steel Division und Railway Systems, wurde im Basisszenario ein Preispremium (siehe Ausführungen oben) zugrunde gelegt, welches in der Basis für die Ermittlung der ewigen Rente nicht enthalten ist. Zusätzlich zu der obenstehenden allgemeinen Sensitivitätsanalyse wurde ein Alternativszenario je CGU entwickelt, in dem kein Preispremium für greentec steel angenommen wird. Auch bei diesem Szenario wären die firmenwerttragenden CGUs Steel Division und Railway Systems weiterhin überdeckt.
WERTMINDERUNGEN von CGUs OHNE FIRMENWERT (ASSET CGUS) und von sonstigen Vermögenswerten
Für einzelne Anlagen wurde aufgrund fehlender Nachnutzungsmöglichkeiten oder mangels technischer bzw. wirtschaftlicher Umsetzbarkeit eine Wertminderung in Höhe von 12,0 Mio. EUR (2024/25: 4,9 Mio. EUR) vorgenommen.
D.12. ANTEILE AN EQUITYKONSOLIDIERTEN UNTERNEHMEN, ANDERE FINANZANLAGEN UND SONSTIGE UNTERNEHMENSANTEILE
Anteile an
verbundenen
Unternehmen
Anteile an
assoziierten
Unter-
nehmen
Anteile an
Gemein-
schafts-
unter-
nehmen
Sonstige Be-
teiligungen
und Unter-
nehmens-
anteile
Wert-
papiere
Aus-
leihungen
Geleistete
Anzahlungen
Summe
Anschaffungskosten
20,2
296,7
4,3
48,0
13,7
3,3
0,1
386,3
Kumulierte Abschreibungen/
Zuschreibungen
–9,9
–32,5
0,0
2,4
0,1
–0,6
0,0
–40,5
Buchwerte am 01.04.2024
10,3
264,2
4,3
50,4
13,8
2,7
0,1
345,8
Anschaffungskosten
20,2
285,4
1,8
48,0
13,7
4,1
0,1
373,3
Kumulierte Abschreibungen/
Zuschreibungen
–10,1
–32,5
0,0
4,6
0,5
–0,6
0,0
–38,1
Buchwerte am 31.03.2025
10,1
252,9
1,8
52,6
14,2
3,5
0,1
335,2
Anschaffungskosten
19,6
287,1
0,0
48,0
13,7
3,7
0,0
372,1
Kumulierte Abschreibungen/
Zuschreibungen
–10,2
–30,6
0,0
5,2
0,8
–0,6
0,0
–35,4
Buchwerte am 31.03.2026
9,4
256,5
0,0
53,2
14,5
3,1
0,0
336,7
Mio. EUR
Die Buchwerte der Anteile an equitykonsolidierten Unternehmen, anderen Finanzanlagen und sonstigen Unternehmensanteilen haben sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2026 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:
Anteile an
verbundenen
Unternehmen
Anteile an
assoziierten
Unter-
nehmen
Anteile an
Gemein-
schafts-
unter-
nehmen
Sonstige Be-
teiligungen
und Unter-
nehmens-
anteile
Wert-
papiere
Aus-
leihungen
Geleistete
Anzahlungen
Summe
Buchwerte am 01.04.2024
10,3
264,2
4,3
50,4
13,8
2,7
0,1
345,8
Konsolidierungskreis-
änderungen
0,0
–7,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
–7,0
Zugänge
0,0
18,3
0,3
0,0
0,0
1,9
0,0
20,5
Umbuchungen
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
Abgänge
0,0
–22,3
–2,8
0,0
0,0
–1,1
0,0
–26,2
Abschreibungen/
Wertminderungen
–0,2
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
–0,2
Zuschreibungen
0,0
0,0
0,0
2,2
0,4
0,0
0,0
2,6
Währungsdifferenzen
0,0
–0,3
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
–0,3
Buchwerte am 31.03.2025
10,1
252,9
1,8
52,6
14,2
3,5
0,1
335,2
Konsolidierungskreis-
änderungen
–0,9
0,0
–1,8
0,0
0,0
0,0
0,0
–2,7
Zugänge
1,3
18,4
0,0
0,0
0,0
0,2
0,0
19,9
Umbuchungen
0,1
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,1
Abgänge
–1,1
–8,9
0,0
0,0
0,0
–0,5
–0,1
–10,6
Abschreibungen/
Wertminderungen
–0,1
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
–0,1
Zuschreibungen
0,0
0,0
0,0
0,6
0,3
0,0
0,0
0,9
Währungsdifferenzen
0,0
–5,9
0,0
0,0
0,0
–0,1
0,0
–6,0
Buchwerte am 31.03.2026
9,4
256,5
0,0
53,2
14,5
3,1
0,0
336,7
Mio. EUR
D.13. LATENTE STEUERN
Die steuerlichen Auswirkungen der temporären Differenzen, steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften, die zum Ansatz aktiver und passiver latenter Steuern führen, setzen sich wie folgt zusammen:
Aktive latente Steuern
Passive latente Steuern
31.03.2025
31.03.2026
31.03.2025
31.03.2026
Langfristiges Vermögen
123,7
106,2
207,5
200,6
Kurzfristiges Vermögen
80,4
75,8
150,3
146,6
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
143,41
137,3
13,61
3,8
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
87,6
69,4
40,3
28,6
Verlustvorträge
29,1
21,9
0,0
0,0
464,2
410,6
411,7
379,6
Zwischengewinneliminierungen (saldiert)
22,4
24,4
0,0
0,0
Stille Reserven (saldiert)
0,0
0,0
68,6
71,1
Sonstige
11,1
9,7
14,1
20,4
Saldierung der latenten Steuern gegenüber derselben Steuerbehörde
–396,11
–327,1
–396,11
–327,1
Saldierte latente Steuern
101,6
117,6
98,3
144,0
1 Vergleichsinformationen korrigiert – der zum 31. März 2025 unter „Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten" fehlerhafte Bruttoausweis von aktiven und passiven latenten Steuern in Höhe von 57,9 Mio. EUR wurde korrigiert.
Mio. EUR
Die Steuerlatenzen werden mit den aktuell gültigen Steuersätzen ermittelt. Für die Berechnung von Steuerlatenzen österreichischer Gesellschaften beträgt der Steuersatz 23,0 %.
Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 21,9 Mio. EUR (31. März 2025: 29,1 Mio. EUR) wurden erfasst. Zum 31. März 2026 bestehen noch nicht genutzte steuerliche Verluste in Höhe von rund 1.929,6 Mio. EUR (Körperschaftsteuer) (31. März 2025: rund 1.765,2 Mio. EUR12), für welche kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde. Zeitlich beschränkt nutzbar sind rund 220,0 Mio. EUR (31. März 2025: rund 245,7 Mio. EUR) der körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge.
Für abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 36,5 Mio. EUR (31. März 2025: 57,2 Mio. EUR) wurden latente Steueransprüche mit insgesamt 11,4 Mio. EUR (31. März 2025: 17,4 Mio. EUR) nicht angesetzt.
12 Vergleichsinformation korrigiert – die zum 31. März 2025 ausgewiesenen noch nicht genutzten steuerlichen Verluste in Höhe von 1.536,3 Mio. EUR wurden um die Verlustvorträge der voestalpine Metal Forming GmbH aus Beteiligungen an deutschen Personengesellschaften in Höhe von 228,9 Mio. EUR erhöht.
Für Konzernunternehmen, die im laufenden Jahr oder im Vorjahr einen steuerlichen Verlust erwirtschaftet haben, wurden aktive latente Steuern in Höhe von 53,9 Mio. EUR (31. März 2025: 19,7 Mio. EUR) angesetzt, für welche die Realisierung von künftigen zu versteuernden Ergebnissen abhängt, die höher als die Ergebniseffekte aus der Umkehrung bestehender, zu versteuernder temporärer Differenzen sind. Der Ansatz beruht auf einer steuerlichen Planungsrechnung für das jeweilige Unternehmen bzw. für die Steuergruppe.
Für zu versteuernde temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen in Höhe von 2.028,0 Mio. EUR (31. März 2025: 2.035,7 Mio. EUR) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da das Mutterunternehmen in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern, und mit einer Umkehrung der temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist.
Der Saldo zwischen den aktiven und passiven latenten Steuern ändert sich um –29,8 Mio. EUR (31. März 2025: –57,6 Mio. EUR). Dies entspricht im Wesentlichen dem latenten Steueraufwand in Höhe von –19,0 Mio. EUR (31. März 2025: latenter Steueraufwand –35,8 Mio. EUR), der im sonstigen Ergebnis verbuchten Veränderung aktiver latenter Steuern in Höhe von –13,8 Mio. EUR (31. März 2025: –12,4 Mio. EUR), der Veränderung latenter Steuern aufgrund von Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von 2,2 Mio. EUR (31. März 2025: –4,4 Mio. EUR) und der Veränderung latenter Steuern aus Erst- und Endkonsolidierungen mit –0,5 Mio. EUR (31. März 2025: –4,9 Mio. EUR).
Zusatzangaben nach IAS 12.81 (ab):
Veränderung
2024/25
31.03.2025
Veränderung
2025/26
31.03.2026
Latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
–10,2
121,6
–22,51
99,1
Latente Steuern auf Cashflow-Hedges
–2,2
3,3
–6,4
–3,1
Summe im sonstigen Ergebnis erfasster latenter Steuern
–12,4
124,9
–28,9
96,0
1 Davon Veränderung des laufenden Jahres –7,4 Mio. EUR und Umgliederung in die Gewinnrücklagen –15,1 Mio. EUR.
Mio. EUR
D.14. VORRÄTE
31.03.2025
31.03.2026
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
1.791,5
1.771,7
Unfertige Erzeugnisse
1.232,9
1.134,4
Fertige Erzeugnisse
1.457,4
1.395,8
Handelswaren
175,4
153,4
Noch nicht abrechenbare Leistungen
12,6
18,0
Geleistete Anzahlungen
27,5
16,6
4.697,3
4.489,9
Mio. EUR
Wertberichtigungen auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert sind in Höhe von 266,5 Mio. EUR (31. März 2025: 286,2 Mio. EUR) im Konzernabschluss enthalten. Der Buchwert der auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert abgewerteten Vorräte beträgt 683,2 Mio. EUR (31. März 2025: 951,3 Mio. EUR). Zum 31. März 2026 wurden wie in der Vergleichsperiode keine Vorräte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten verpfändet. 7.854,3 Mio. EUR (31. März 2025: 8.550,1 Mio. EUR) wurden als Materialaufwand erfasst.
D.15. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN, SONSTIGE FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE
31.03.2025
Davon
Restlaufzeit
von mehr als
1 Jahr
31.03.2026
Davon
Restlaufzeit
von mehr als
1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
942,9
0,6
969,5
0,5
Vertragsvermögenswerte
268,0
13,1
291,3
18,4
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
627,1
21,1
644,0
25,1
davon Forderungen aus Ertragsteuern
83,4
0,0
72,7
0,0
davon sonstige Steuerforderungen
189,2
6,4
212,2
5,9
davon erworbene Emissionszertifikate
173,8
0,0
179,9
0,5
1.838,0
34,8
1.904,8
44,0
Mio. EUR
D.16. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
31.03.2025
31.03.2026
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks
781,8
1.096,0
Mio. EUR
D.17. Emissionszertifikate
Der Bestand an EU-ETS Emissionszertifikaten hat sich wie folgt entwickelt:
BESTAND AN EU-ETS EMISSIONSZERTIFIKATEN
Anzahl der Zertifikate (in Tausend Stück)
2024/25
2025/26
Anfangsbestand 01.04.
13.689,4
13.404,1
Zugang – unentgeltliche Zuteilung
9.515,0
9.423,4
Zugang – entgeltlicher Erwerb
2.330,5
2.599,9
Abgang (Verbrauch)1
–12.089,0
–11.985,0
Abgang (Sonstiges)2
–41,8
0,0
Endbestand 31.03.
13.404,1
13.442,4
1 Rückgabe für die tatsächlichen Emissionen des Kalendervorjahres.
2 Bezieht sich auf den Verkauf des Geschäftsbetriebes Buderus Edelstahl in der High Performance Metals Division.
Der Gesamtaufwand für EU-ETS CO2-Emissionszertifikate im Geschäftsjahr 2025/26 betrug 229,5 Mio. EUR (2024/25: 157,9 Mio. EUR) und wurde in den Umsatzkosten erfasst.
Für Termingeschäfte für EU-ETS CO2-Emissionszertifikate bestehen zukünftige Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 378,4 Mio. EUR (31. März 2025: 106,8 Mio. EUR). Diese Kontrakte weisen eine Laufzeit bis maximal 4 Jahre (31. März 2025: 2 Jahre) auf, wobei die Laufzeit des überwiegenden Anteils bis zu 2 Jahre beträgt.
Unter Anwendung der Own Use Exemption gemäß IFRS 9 werden diese Termingeschäfte für CO2-Emissionszertifikate nicht als Derivate gemäß IFRS 9 bewertet.
D.18. EIGENKAPITAL
Grundkapital (inklusive Angaben gemäss § 241 UGB)
Das Grundkapital beträgt zum 31. März 2026 324.391.840,99 EUR (31. März 2025: 324.391.840,99 EUR) und ist in 178.549.163 (31. März 2025: 178.549.163) auf Inhaber:innen lautende Stückaktien zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze eingezahlt.
Gemäß § 4 Abs. 2a der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG bis zum 30. Juni 2029 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 64.878.368,92 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.709.833 Stück Aktien (= 20 %) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2024/I). Bis dato hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.
Gemäß § 4 Abs. 2b der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG bis zum 30. Juni 2029 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu weitere 32.439.183,55 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.854.916 Stück Aktien (= 10 %) gegen Sacheinlagen und/oder Bareinlagen zur Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer:innen, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen sowie das Bezugsrecht der Aktionär:innen auszuschließen, wenn (i) die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen erfolgt, das heißt Aktien zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften im In- und Ausland ausgegeben werden, oder (ii) die Kapitalerhöhung zum Zwecke der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer:innen, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms erfolgt (Genehmigtes Kapital 2024/II). Bis dato hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.
Gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung kann das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 32.439.183,55 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.854.916 Stück auf Inhaber:innen lautende neue Stückaktien zur Ausgabe an Gläubiger:innen (i) von Finanzinstrumenten im Sinne des Hauptversammlungsbeschlusses vom 3. Juli 2024, die unter Ausnützung der in dieser Hauptversammlung eingeräumten Ermächtigung von der Gesellschaft oder von einem verbundenen Unternehmen (§ 189a Ziffer 8 UGB) künftig ausgegeben werden, sowie (ii) der im April 2023 emittierten Wandelanleihe im Wert von 250,0 Mio. EUR mit der ISIN AT0000A33R11 (im Folgenden „Wandelanleihe“), wandelbar in anfänglich bis zu 6.113.740 Aktien (wobei sich diese Anzahl durch Anpassung des Wandlungspreises gemäß den Bedingungen der Wandelanleihe während deren Laufzeit ändern kann), erhöht werden.
Beträgt die Dividende der voestalpine AG mehr als 1,20 EUR pro Aktie, reduziert sich der Wandlungspreis der Wandelanleihe. Aufgrund der Dividende von 1,50 EUR pro Aktie im Juli 2023 hat sich der Wandlungspreis von 40,8915 EUR auf 40,4874 EUR reduziert, wodurch eine Wandlung in bis zu 6.174.761 Aktien möglich ist, und die Referenzdividende wurde von 1,20 EUR auf 1,1881 EUR pro Aktie angepasst. Die Anpassung des Wandlungspreises dient als Verwässerungsschutz.
Die Eigenkapitalkomponente der Wandelanleihe beträgt 18,8 Mio. EUR. Wandelanleihen gelten als potenzielle Stammaktien und fließen ab dem Zeitpunkt der Ausgabe in die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie ein, sofern sich daraus ein verwässernder Effekt auf das Ergebnis je Aktie ergibt. Siehe dazu auch Punkt D.32. Ergebnis je Aktie.
Der Vorstand der voestalpine AG hat am 1. Dezember 2025 beschlossen, zur Ausgabe an Gläubiger:innen der Wandelanleihe, die von den ihnen gewährten Wandlungsrechten auf Aktien der Gesellschaft bis zum Ende der Laufzeit Gebrauch machen, eigene Aktien zu verwenden.
Am 2. März 2026 hat der Vorstand beschlossen, eine nicht nachrangige, unbesicherte Wandelanleihe im Gesamtnennbetrag von 35,0 Mio. EUR als Aufstockungstranche zu der 250,0 Mio. EUR Wandelanleihe mit Fälligkeit im April 2028 anzubieten. Der Vorstand hat am 2. März 2026 zudem beschlossen, zur Ausgabe an Gläubiger:innen dieser Aufstockungstranche, die von den ihnen gewährten Wandlungsrechten auf Aktien der Gesellschaft bis zum Ende der Laufzeit Gebrauch machen, sowie auch für die 250,0 Mio. EUR Wandelanleihe, eigene Aktien zu verwenden.
Die Begebung der Aufstockungstranche erfolgte am 22. April 2026. Weitere Details zur Aufstockungstranche sind unter Punkt D.31. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag enthalten.
In der Hauptversammlung vom 2. Juli 2025 wurde der Vorstand für eine Geltungsdauer von 30 Monaten zum Erwerb von eigenen Aktien in Höhe von bis zu 10 % des jeweiligen Grundkapitals ermächtigt. Der Rückkaufspreis darf maximal 20 % unter und maximal 10 % über dem durchschnittlichen Börsenschlusskurs der dem Rückerwerb vorhergehenden drei Börsentage liegen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung bis dato keinen Gebrauch gemacht.
Die Kapitalrücklagen beinhalten im Wesentlichen das Agio (abzüglich Kosten der Eigenkapitalbeschaffung), Gewinne/Verluste aus dem Verkauf von eigenen Aktien, die Eigenkapitalkomponente der Wandelanleihe sowie anteilsbasierte Vergütungen.
Die Rücklagen für eigene Aktien beinhalten die abgesetzten Anschaffungskosten bzw. die Eigenkapitalerhöhung aus den Abgängen zu Anschaffungskosten für verkaufte eigene Aktien.
Die Gewinnrücklagen beinhalten das Ergebnis nach Steuern abzüglich Dividendenausschüttungen. Bei der Auf- bzw. Abstockung von Mehrheitsbeteiligungen wird die Differenz zwischen den Anschaffungskosten für die zusätzlichen Anteile und dem anteiligen Buchwert der nicht beherrschenden Anteile direkt in den Gewinnrücklagen erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste bei Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen werden in der Periode, in der sie anfallen, zur Gänze in den Gewinnrücklagen erfasst.
Die Rücklage für Währungsumrechnung dient der Erfassung von Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen.
Die Hedging-Rücklage umfasst Gewinne und Verluste aus dem effektiven Teil von Cashflow-Hedges. Der kumulierte, in die Rücklage eingestellte Gewinn oder Verlust aus dem Sicherungsgeschäft wird erst dann in die Gewinn- und Verlustrechnung überführt, wenn auch das gesicherte Geschäft das Ergebnis beeinflusst.
Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien hat sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2026 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:
Anzahl
Stückaktien
Anzahl
eigene Aktien
Anzahl im Umlauf
befindliche Aktien
Stand zum 01.04.2024
178.549.163
7.098.547
171.450.616
Stand zum 31.03.2025
178.549.163
7.098.547
171.450.616
Stand zum 31.03.2026
178.549.163
7.098.547
171.450.616
D.19. PENSIONEN UND ANDERE ARBEITNEHMERVERPFLICHTUNGEN
31.03.2025
31.03.2026
Rückstellungen für Abfertigungen
462,6
423,4
Rückstellungen für Pensionen
280,2
236,2
Rückstellungen für Jubiläumsgelder
151,9
157,0
894,7
816,6
Mio. EUR
RÜCKSTELLUNGEN FÜR ABFERTIGUNGEN
2024/25
2025/26
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) zum 01.04.
488,3
462,6
Dienstzeitaufwand der Periode
6,4
5,0
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
0,9
0,1
Zinsaufwand der Periode
16,6
16,5
–Gewinne/+Verluste aus Planabgeltungen
0,0
0,0
Konsolidierungskreisänderungen
0,0
0,0
Abfertigungszahlungen
–40,8
–38,3
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der finanziellen Annahmen
–28,2
–3,6
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der demografischen Annahmen
0,0
–1,5
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen
19,9
–14,9
Planabgeltungen
0,0
0,0
Sonstige
–0,5
–2,5
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) zum 31.03.
462,6
423,4
Mio. EUR
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen für beitragsorientierte Abfertigungszahlungen an externe Mitarbeitervorsorgekassen betragen 21,6 Mio. EUR (2024/25: 20,6 Mio. EUR).
RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN
Barwert der
Pensionsver-
pflichtungen
Plan-
vermögen
Rückstellung
Stand am 01.04.2024
587,3
–279,3
308,0
Dienstzeitaufwand der Periode
4,5
0,0
4,5
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
–0,1
0,0
–0,1
Nettozinsen der Periode
22,0
–10,1
11,9
Ertrag (-)/Verlust (+) aus Planvermögen (ohne Beträge, die in Nettozinsen enthalten sind)
0,0
–1,9
–1,9
–Gewinne/+Verluste aus Planabgeltungen, –kürzungen
0,0
0,0
0,0
Konsolidierungskreisänderungen
0,0
0,0
0,0
Pensionszahlungen
–37,6
22,2
–15,4
Kursdifferenzen
–1,1
0,2
–0,9
Arbeitgeberin-Einzahlungen/-Rückzahlungen
0,0
–5,3
–5,3
Arbeitnehmer:innen-Einzahlungen
0,0
–1,2
–1,2
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der finanziellen Annahmen
–32,0
0,0
–32,0
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der demografischen Annahmen
0,5
0,0
0,5
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen
7,8
0,0
7,8
Planabgeltungen
0,0
0,0
0,0
Sonstige
4,3
0,0
4,3
Stand am 31.03.2025
555,6
–275,4
280,2
Mio. EUR
RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN
Barwert der
Pensionsver-
pflichtungen
Plan-
vermögen
Rückstellung
Stand am 01.04.2025
555,6
–275,4
280,2
Dienstzeitaufwand der Periode
5,3
0,0
5,3
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
–1,3
0,0
–1,3
Nettozinsen der Periode
21,4
–10,1
11,3
Ertrag (-)/Verlust (+) aus Planvermögen (ohne Beträge, die in Nettozinsen enthalten sind)
0,0
–9,7
–9,7
–Gewinne/+Verluste aus Planabgeltungen, –kürzungen
0,0
0,0
0,0
Konsolidierungskreisänderungen
0,0
0,0
0,0
Pensionszahlungen
–39,7
24,0
–15,7
Kursdifferenzen
–1,0
1,2
0,2
Arbeitgeberin-Einzahlungen/-Rückzahlungen
0,0
–28,2
–28,2
Arbeitnehmer:innen-Einzahlungen
0,0
–2,2
–2,2
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der finanziellen Annahmen
–5,5
0,0
–5,5
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der demografischen Annahmen
–0,5
0,0
–0,5
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen
1,7
0,0
1,7
Planabgeltungen
0,0
0,0
0,0
Sonstige
–0,5
1,1
0,6
Stand am 31.03.2026
535,5
–299,3
236,2
Mio. EUR
Die wesentlichen Anlagekategorien des Planvermögens stellen sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2026 dargestellten Perioden wie folgt dar:
2024/25
Kategorie
Vermögenswerte
mit Marktpreis an
einem aktiven Markt
Vermögenswerte
ohne Marktpreis an
einem aktiven Markt
Summe
Vermögenswerte
Schuldinstrumente
41,0 %
0,0 %
41,0 %
Eigenkapitalinstrumente
28,2 %
0,1 %
28,3 %
Immobilien
0,0 %
5,2 %
5,2 %
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
3,1 %
0,0 %
3,1 %
Versicherungsverträge
0,0 %
10,4 %
10,4 %
Sonstige Vermögenswerte
12,0 %
0,0 %
12,0 %
Summe
84,3 %
15,7 %
100,0 %
2025/26
Kategorie
Vermögenswerte
mit Marktpreis an
einem aktiven Markt
Vermögenswerte
ohne Marktpreis an
einem aktiven Markt
Summe
Vermögenswerte
Schuldinstrumente
40,2 %
0,0 %
40,2 %
Eigenkapitalinstrumente
28,7 %
0,0 %
28,7 %
Immobilien
0,0 %
5,0 %
5,0 %
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
3,3 %
0,0 %
3,3 %
Versicherungsverträge
0,0 %
9,9 %
9,9 %
Sonstige Vermögenswerte
12,9 %
0,0 %
12,9 %
Summe
85,1 %
14,9 %
100,0 %
Im Planvermögen sind eigene Aktien mit einem beizulegenden Zeitwert von 1,5 Mio. EUR (31. März 2025: 0,6 Mio. EUR) enthalten.
Der durchschnittlich erwartete Veranlagungsertrag ist durch die Portfoliostruktur des Planvermögens, Erfahrungswerte aus der Vergangenheit sowie zukünftig zu erwartende Renditen bestimmt. Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen erfolgte auf Basis einer erwarteten (durchschnittlichen) Verzinsung des Planvermögens von 3,7 %. Die tatsächliche Verzinsung lag bei 7,2 % (2024/25: 4,3 %).
Die Pensionsverpflichtungen aus den österreichischen Konzerngesellschaften sind in die APK Pensionskasse Aktiengesellschaft ausgelagert.
Ziele der Investitionspolitik sind ein optimierter Aufbau des Planvermögens und die jederzeitige Deckung der bestehenden Ansprüche.
Die Veranlagung des Planvermögens in Österreich wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK Pensionskasse Aktiengesellschaft unter anderem die Bandbreite der Asset-Allokation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanager:innen geregelt. Der Einsatz neuer Instrumente oder eine Erweiterung der Fondspalette ist vom Vorstand der APK Pensionskasse Aktiengesellschaft zu genehmigen. Sowohl im Bereich der Anteilswertpapiere als auch der Schuldverschreibungen erfolgt die Diversifikation global, wobei jedoch die Schuldverschreibungen schwerpunktmäßig auf EUR lauten oder EUR-gesichert sind.
Das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogemeinschaft VRG 15 ist in internationale Aktien- und Anleihenfonds, alternative Veranlagungsstrategien (beispielsweise Immobilien und Private Equity) sowie Geldmarktveranlagungen investiert. Das langfristige Investitionsziel der VRG 15 ist, die Benchmark (30 % globale Aktien, 10 % Private Equity, 40 % globale Anleihen, 5 % Cash, 5 % Alternatives, 10 % Immobilien) zu übertreffen und ihre bestehenden und künftigen Anspruchszahlungen zu decken. Das Vermögen der VRG 15 ist gemäß § 25 des österreichischen Pensionskassengesetzes so veranlagt, dass die Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des der VRG 15 zugeordneten Vermögens insgesamt gewährleistet sind.
Eine zur Benchmark abweichende Asset-Allokation oder regionale Allokation ist erlaubt, wenn dies nach Beurteilung der APK Pensionskasse Aktiengesellschaft durch die aktuellen Bewertungen oder zukünftig erwarteten Renditen begründet ist. Für alle Assetklassen können Investmentvehikel, die nach einem aktiven Ansatz verwaltet werden, eingesetzt werden, wenn dies durch Markteigenschaften oder Kosten-Nutzen-Erwägungen begründet werden kann.
Der Großteil des Vermögens der VRG 15 wird in liquiden Märkten investiert, an denen regelmäßige Preisnotierungen festgestellt werden. Vermögenswerte, für die keine aktive Marktpreisnotierung vorhanden ist (z. B. bestimmte Immobilien und Private Equity-Strategien), können auf vorsichtigem Niveau gehalten werden, wenn das Rendite-/Risikoprofil solcher Vermögenswerte als günstig erachtet wird.
Das Risiko wird aktiv gesteuert und es wird allgemein erwartet, dass Volatilität und vor allem Downside-Risiken niedriger sein werden als jene der Benchmark.
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen für beitragsorientierte Pensionen betragen 62,9 Mio. EUR (2024/25: 62,3 Mio. EUR).
Die Sensitivitätsanalyse der maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen, die zur Ermittlung leistungsorientierter Verpflichtungen genutzt werden, ergibt folgende Auswirkungen auf die DBO:
SENSITIVITÄTEN
Zinssatz
Lohn-/
Gehaltserhöhungen
Pensionserhöhungen
+1,0 %
–1,0 %
+0,5 %
–0,5 %
+0,25 %
–0,25 %
Pensionen
–9,5 %
+11,5 %
+0,3 %
–0,3 %
+2,1 %
–2,0 %
Abfertigungen
–8,1 %
+9,3 %
+4,5 %
–4,2 %
0,0 %
0,0 %
Für den Einfluss des Zinssatzes, der Lohn- und Gehaltserhöhungen sowie der Pensionserhöhungen wurden konzernale Werte ermittelt. Die Sensitivitäten werden nicht durch Schätzungen oder Näherungen, sondern durch vollständige Bewertungen unter Variation der jeweiligen Parameter ermittelt.
Die erwarteten Beitragszahlungen für leistungsorientierte Pensionspläne für das Geschäftsjahr 2026/27 betragen 3,0 Mio. EUR.
Die durchschnittliche zinsgewichtete Duration für Pensionspläne beträgt 10,7 Jahre und für Abfertigungen 9,0 Jahre.
RÜCKSTELLUNGEN FÜR JUBILÄUMSGELDER
2024/25
2025/26
Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen zum 01.04.
153,6
151,9
Dienstzeitaufwand der Periode
9,1
8,8
Zinsaufwand der Periode
5,3
5,5
Konsolidierungskreisänderungen
0,0
0,0
Jubiläumsgeldzahlungen
–12,3
–13,1
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung von Annahmen
–11,8
7,0
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen
8,0
–1,7
Sonstige
0,0
–1,4
Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen zum 31.03.
151,9
157,0
Mio. EUR
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen/Erträge für Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldverpflichtungen gliedern sich wie folgt:
2024/25
2025/26
Dienstzeitaufwand der Periode und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
20,9
17,8
Nettozinsen der Periode
33,8
33,3
–Gewinne/+Verluste aus Planabgeltungen, –kürzungen
0,0
0,0
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus Jubiläumsgeldverpflichtungen
–3,8
5,3
Aufwands-/ertragswirksam erfasste Positionen
50,9
56,4
Mio. EUR
Die Nettozinsen der Periode sind in den Finanzaufwendungen erfasst.
D.20. RÜCKSTELLUNGEN
Stand
01.04.2025
Konsoli-
dierungs-
kreisän-
derungen
Währungs-
differenzen
Verbrauch
Auf-
lösungen
Um-
buchung
Zuwei-
sungen
Umgliederung als zur Veräußerung gehaltene Rück-
stellungen
Stand
31.03.2026
Langfristige Rückstellungen
Sonstige Personalaufwendungen
4,4
0,0
–0,2
–0,8
0,0
0,0
0,6
0,0
4,0
Garantien und sonstige Wagnisse
12,3
0,0
0,0
–1,0
0,0
–3,4
4,2
0,0
12,1
Übrige langfristige Rückstellungen
46,1
0,0
0,4
–1,1
–0,1
0,0
5,6
0,0
50,9
62,8
0,0
0,2
–2,9
–0,1
–3,4
10,4
0,0
67,0
Kurzfristige Rückstellungen
Nicht konsumierte Urlaube
171,9
0,0
–0,2
–106,1
–0,1
0,4
103,3
–0,6
168,6
Sonstige Personalaufwendungen
273,3
–0,1
–1,2
–181,6
–17,2
–0,1
211,8
–1,7
283,2
Garantien und sonstige Wagnisse
76,7
0,0
–0,9
–18,7
–6,8
3,4
38,1
–1,1
90,7
Belastende Verträge
62,6
0,0
0,0
–48,3
–2,8
0,0
58,0
0,0
69,5
Übrige kurzfristige Rückstellungen
383,0
0,0
–2,6
–274,2
–14,1
–0,1
324,1
–0,1
416,0
967,5
–0,1
–4,9
–628,9
–41,0
3,6
735,3
–3,5
1.028,0
1.030,3
–0,1
–4,7
–631,8
–41,1
0,2
745,7
–3,5
1.095,0
Mio. EUR
Die Rückstellungen für Personalaufwendungen enthalten insbesondere Prämien und Bonifikationen. Die Rückstellungen für Garantien und sonstige Wagnisse sowie die Rückstellungen für belastende Verträge betreffen die laufende Geschäftstätigkeit. Die übrigen Rückstellungen beinhalten
insbesondere Rückstellungen für Vertriebsprovisionen, Rechtsstreitigkeiten, Prozess- und Beratungskosten sowie Umweltschutzverpflichtungen. Innerhalb der übrigen kurzfristigen Rückstellungen sind Umweltschutzverpflichtungen in Höhe von 251,8 Mio. EUR (2024/25: 205,3 Mio. EUR), welche in Höhe von 244,8 Mio. EUR (2024/25: 199,4 Mio. EUR) EU-ETS CO2-Zertifikate betreffen, enthalten.
Sofern relevant, hat die voestalpine für Schadenersatzansprüche aus Kartellverfahren zum Stichtag 31. März 2026 für allfällige negative finanzielle Auswirkungen vorgesorgt.
In der Berichtsperiode sind Rückstellungserhöhungen aufgrund der Aufzinsung und aufgrund von Änderungen des Abzinsungssatzes in Höhe von insgesamt 1,2 Mio. EUR (2024/25: 0,6 Mio. EUR) enthalten.
D.21. FINANZVERBINDLICHKEITEN
Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr
Restlaufzeit
von mehr als 1 Jahr
31.03.2025
31.03.2026
31.03.2025
31.03.2026
Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
723,7
841,6
1.648,6
1.271,1
Verbindlichkeiten aus Leasing
59,7
52,3
255,1
247,4
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
7,5
8,0
0,0
0,0
Sonstige Finanzverbindlichkeiten
52,8
61,9
7,8
5,5
843,7
963,8
1.911,5
1.524,0
Mio. EUR
Am 3. Oktober 2024 hat die voestalpine AG eine fix verzinste grüne Anleihe in der Höhe von 500,0 Mio. EUR begeben. Die Anleihe wird im Oktober 2029 zurückgezahlt und mit 3,75 % jährlich verzinst. Die Erlöse aus dieser Emission wurden zu 100 % zur Refinanzierung bzw. Finanzierung nachhaltiger voestalpine-Projekte, wie etwa greentec steel, verwendet.
Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde eine Wandelanleihe im Nominale von 250,0 Mio. EUR begeben. Die Anleihe weist eine Laufzeit bis zum 28. April 2028 und eine Verzinsung von 2,75 % p. a. halbjährlich nachträglich auf. Die Anleihegläubiger haben im Wandlungszeitraum vom 8. Juni 2023 bis zum 24. Geschäftstag vor dem Endfälligkeitstag (Endfälligkeitstag 28. April 2028) oder bei Kündigung durch die voestalpine AG bis zum 24. Geschäftstag vor dem Rückzahlungstag das Recht, die Schuldverschreibung mit einem Nennwert von je 100.000,00 EUR in Lieferaktien zu wandeln. Betreffend die Eigenkapitalkomponente dieser Wandelanleihe siehe Punkt D.18. Eigenkapital. Am 22. April 2026 wurde eine Aufstockungstranche zur Wandelanleihe im Nominale von 35,0 Mio. EUR begeben. Für Details siehe Punkt D.31. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.
Am 10. April 2019 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 500,0 Mio. EUR begeben. Die Anleihe wurde im April 2026 zurückgezahlt und mit 1,75 % jährlich verzinst.
Am 19. August 2019 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 50,0 Mio. EUR begeben. Die Anleihe wird im August 2031 zurückgezahlt und mit 1,81 % jährlich verzinst. Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden vom Gesamtnominale dieser Anleihe 32,0 Mio. EUR rückgekauft.
D.22. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
31.03.2025
31.03.2026
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
1.689,5
1.729,6
Vertragsverbindlichkeiten
304,9
318,5
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern
121,8
126,9
Sonstige Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit
82,4
81,6
Sonstige Verbindlichkeiten
473,8
412,4
2.672,4
2.669,0
Mio. EUR
Zum 31. März 2026enthalten die sonstigen Verbindlichkeiten auch Verbindlichkeiten für offene Put-Optionen in Höhe von 10,8 Mio. EUR (31. März 2025: 15,9 Mio. EUR).
D.23. Verbindlichkeiten aus LIEFERANTENFINANZIERUNGSVEREINBARUNGEN
31.03.2025
31.03.2026
Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel
678,2
723,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit Reverse Factoring-Vereinbarungen
21,3
30,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit Vereinbarungen mit einem Zahlungsdienstleister
30,0
97,6
729,5
852,3
Mio. EUR
Die voestalpine ermöglicht ausgewählten Lieferant:innen die Teilnahme an unterschiedlichen Supplier Finance-Modellen. Überwiegend kommt das Wechselzahlungsmodell, aber auch Reverse Factoring sowie ein Programm mit einem Zahlungsdienstleister zur Anwendung.
Beim Wechselzahlungsmodell wird den Lieferant:innen dabei die Möglichkeit geboten, durch Diskontierung der Forderungen bei der Vertragsbank eine vorgezogene Zahlung zu erhalten. Die voestalpine bezahlt zum Zeitpunkt der Fälligkeit des Wechsels. Bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit Reverse Factoring-Vereinbarungen können sich Lieferant:innen entscheiden, eine vorgezogene Zahlung von einer Bank zu erhalten, die voestalpine bezahlt an die Bank zum Zeitpunkt der Fälligkeit der Faktura. Im Rahmen des Programms mit einem Zahlungsdienstleister werden Rechnungen von Lieferant:innen zum Fälligkeitstag durch den
Zahlungsdienstleister beglichen, wobei die voestalpine die Möglichkeit hat, die Zahlungsziele aufgrund der Einbindung des Zahlungsdienstleisters zu verlängern.
Die Rechnungsbeträge resultieren aus Liefer- und Leistungsbeziehungen. Sie stellen einen Teil des Working Capital dar. Zinsaufwendungen, die der voestalpine aus diesen Modellen erwachsen, wurden in Höhe von 19,6 Mio. EUR (2024/25: 26,9 Mio. EUR) in den Finanzaufwendungen erfasst. Es werden zusätzlich Konzerngarantien gegenüber den Banken abgegeben.
Im aktuellen Geschäftsjahr 2025/26 und in der Vergleichsperiode 2024/25 gab es keine wesentlichen Veränderungen im Konsolidierungskreis oder Währungsumrechnungsdifferenzen mit einer Auswirkung auf die Verbindlichkeiten aus Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen.
Weitere Informationen zu wesentlichen Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen:
31.03.2025
31.03.2026
Buchwert der Verbindlichkeiten, die in der Position Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel ausgewiesen werden (Mio. EUR)
678,2
723,9
Davon bereits an die Lieferant:innen bezahlt (Mio. EUR)
678,2
723,9
Bandbreite der typischen Fälligkeitstermine von Verbindlichkeiten, die in der Position Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel ausgewiesen werden (Tage)
80 bis 130
80 bis 130
Aufgrund der langen Bestandsdauer des Wechselzahlungsmodells und der exklusiven Nutzung für spezifische Verbindlichkeiten, insbesondere für die Beschaffung von Rohstoffen, gibt es keine Bandbreiten für vergleichbare Verbindlichkeiten außerhalb des Wechselzahlungsmodells.
Die Zahlungen an die Banken bei Einlösung der Wechselverbindlichkeiten, der Bezahlung der Reverse Factoring-Verbindlichkeiten und der Zahlungen an den Zahlungsdienstleister sind im Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit ausgewiesen, weil sie weiterhin Teil des normalen Geschäftszyklus des Konzerns sind und ihr wesentlicher Charakter betrieblich bleibt, das heißt, dass sie Zahlungen für den Kauf von Gütern und Dienstleistungen darstellen. Die Zahlungen der Supplier Finance-Anbieter an die Lieferant:innen werden als nicht zahlungswirksame Transaktion betrachtet.
D.24. Nicht bilanzierte Abnahmeverpflichtungen
Es bestehen langfristige Abnahmeverpflichtungen im Zusammenhang mit der Rohstoff- und Energieversorgung des Konzerns, welche durch das Beschaffungsmanagement gesteuert werden. Zum Bilanzstichtag bestehen langfristige Lieferverträge für Rohstoffe (insbesondere HBI, Erz, Schrott, Koks und Kohle) und Betriebsstoffe (insbesondere Sauerstoff und Stickstoff), aus denen nicht bilanzierte Verpflichtungen mit einem Nominalwert in Höhe von 5.132,3 Mio. EUR (31. März 2025: 3.962,7 Mio. EUR) resultieren, wobei dem überwiegenden Anteil variable Preisformeln zugrunde liegen und daher von einer Weitergabefähigkeit am Markt auszugehen ist. Die Restlaufzeiten belaufen sich auf 2–18 Jahre.
Weiters bestehen aus langfristigen Energiebezugsverträgen (Bandsicherungen bei Energieversorgungsunternehmen und Power Purchase Agreements, welche nicht unter IFRS 16 fallen) nicht bilanzierte Verpflichtungen mit einem Nominalwert in Höhe von 306,2 Mio. EUR (31. März 2025: 174,5 Mio. EUR), wobei dem überwiegenden Teil fixe Preise zugrunde liegen und sich die Restlaufzeiten im Wesentlichen auf 2–20 Jahre belaufen.
Unter Anwendung der Own Use Exemption gemäß IFRS 9 werden diese langfristigen Energiebezugsverträge nicht als Derivate gemäß IFRS 9 bewertet.
D.25. FINANZINSTRUMENTE
Allgemeines
Die wesentlichen durch den voestalpine-Konzern verwendeten Finanzinstrumente umfassen Bankdarlehen, Anleihen, Schuldscheine, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten aus Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen. Der Hauptzweck der Finanzinstrumente ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit des Konzerns. Der Konzern verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte, wie z. B. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristige Einlagen und langfristige Veranlagungen, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren.
Des Weiteren nutzt der Konzern auch derivative Finanzinstrumente. Hierzu gehören vor allem Zins-Swaps, Devisentermingeschäfte, Commodity-Swaps und physisch erfüllte Forwards im Bereich Energiebeschaffung. Zweck dieser derivativen Finanzinstrumente ist die Absicherung gegen Zins- und Währungsrisiken sowie gegen Risiken aufgrund der Schwankungen von Rohstoffpreisen, welche aus der Geschäftstätigkeit des Konzerns und seinen Finanzierungsquellen resultieren.
Kapitalmanagement
Vorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung des Konzerns ist es, sicherzustellen, dass neben der Verfügbarkeit über die notwendige Liquidität zur Unterstützung der Geschäftstätigkeit und zur Maximierung des Shareholder Value eine angemessene Bonität und eine ausreichende Eigenkapitalquote aufrechterhalten werden.
Der voestalpine-Konzern steuert sein Kapital mithilfe der Kennzahlen Nettofinanzverschuldung/EBITDA sowie der Gearing Ratio, dem Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zum Eigenkapital. Die Nettofinanzverschuldung umfasst verzinsliche Verbindlichkeiten abzüglich Finanzierungsforderungen, Ausleihungen, Wertpapiere sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Das Eigenkapital inkludiert nicht beherrschende Anteile an Konzernunternehmen.
Die angestrebte Gearing Ratio beträgt weniger als 50 %. Die Kennzahl Nettofinanzverschuldung/EBITDA soll maximal bei 2,0 liegen und darf nur für einen befristeten Zeitraum überschritten werden. Alle Wachstumsmaßnahmen und Kapitalmarkttransaktionen werden darauf ausgerichtet.
In der Berichtsperiode entwickelten sich die beiden Kennzahlen wie folgt:
31.03.2025
31.03.2026
Gearing Ratio in %
22,1 %
16,2 %
Nettofinanzverschuldung/EBITDA
1,2
0,9
Finanzielles Risikomanagement – Corporate Finance-Organisation
Das finanzielle Risikomanagement umfasst auch den Bereich Rohstoff- und Energierisikomanagement. Betreffend Richtlinienkompetenz, Strategiefestsetzung und Zieldefinition ist das finanzielle Risikomanagement zentral organisiert. Das bestehende Regelwerk beinhaltet Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen sowohl für das Konzern-Treasury als auch für die einzelnen Konzerngesellschaften. Weiters werden die Themen Pooling, Geldmarkt, Kredit- und Wertpapiermanagement, Fremdwährungs-, Zins-, Liquiditäts- und Rohstoffrisiko sowie das Berichtswesen geregelt. Für die Umsetzung ist das Konzern-Treasury verantwortlich, das als Dienstleistungscenter fungiert. Geschäftsabschluss, Abwicklung und Verbuchung erfolgen in drei organisatorisch getrennten Einheiten, wodurch ein Sechsaugenprinzip gewährleistet wird. Diese Richtlinien und deren Einhaltung sowie die IKS-Konformität der Geschäftsprozesse werden in regelmäßigen Abständen zusätzlich durch eine:n externe:n Auditor:in überprüft.
Teil der Unternehmenspolitik des voestalpine-Konzerns ist es, die finanziellen Risiken ständig zu beobachten, zu quantifizieren und – wo sinnvoll – abzusichern. Die Risikobereitschaft ist eher gering. Die Strategie zielt auf die Erzielung von Natural Hedges und eine Verminderung der Schwankungen der Cashflows und Erträge ab. Die Absicherung der Marktrisiken erfolgt auch mit derivativen Finanzinstrumenten.
Die voestalpine AG verwendet zur Quantifizierung des Zinsrisikos die Kenngröße Zinsänderungsrisiko. Das Zinsänderungsrisiko quantifiziert die Auswirkung auf den Zinsertrag bzw. Zinsaufwand bei einer Änderung des Marktzinsniveaus um einen Prozentpunkt.
Durch die Implementierung eines Nettingprozesses werden die Fremdwährungs-Cashflows im Konzern zusammengeführt und ausgeglichen. Dadurch wird ein Natural Hedge erzielt.
Für die Quantifizierung des Währungsrisikos wird eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt, die eine für möglich gehaltene Stärkung (Schwächung) des Euro gegenüber den anderen Währungen zum 31. März um 10 % darstellt. In der Analyse wird unterstellt, dass alle anderen Einflussfaktoren konstant bleiben.
Liquiditätsrisiko – Finanzierung
Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, Zahlungsverpflichtungen nicht durch Lieferung von Zahlungsmitteln erfüllen zu können.
Ziel des Konzerns in der Steuerung der Liquidität ist es, sicherzustellen, dass stets ausreichend liquide Mittel verfügbar sind, um unter normalen wie auch unter angespannten Bedingungen den Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können.
Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist eine tagesaktuelle Kenntnis des konzernweiten Liquiditätsstandes und eine exakte Liquiditätsplanung auf die nächsten 12 Monate, die quartalsweise revolvierend von den operativen Gesellschaften direkt an das Konzern-Treasury der voestalpine AG übermittelt wird. Der aus dem Liquiditätsplan errechnete Liquiditätsbedarf setzt sich zusammen aus den planmäßigen Mittelabflüssen für Tilgungen von Anleihen, Krediten und sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten, der Dividende, Investitionen sowie dem Working Capital-Bedarf. Bei der Berücksichtigung der unkommittierten Working Capital-Finanzierungsprogramme wird zwischen aktivseitig strukturierten Programmen (z. B. Factoring) und passivseitigen Programmen (z. B. Supplier Finance) differenziert. Während Letztere in Anbetracht ihrer Abhängigkeit von der Konzernbonität nahezu vollständig mit Liquiditätsreserven hinterlegt werden müssen, ist das Deckungserfordernis bei Factoring-Programmen bei der Berücksichtigung eines möglichen Bedarfes geringer zu bemessen. Dies ergibt sich aus der breiten Risikostreuung über zahlreiche Debitoren, der besicherungsähnlichen Struktur sowie der Möglichkeit, die Programme auch unter Stressbedingungen fortzuführen. Darüber hinaus wird eine Vorsorge für Planabweichungen getroffen. Die den Liquiditätsbedarfen gegenüberzustellende Liquiditätsreserve setzt sich aus kurzfristig verfügbaren Treasury-Cash-Beständen, ungenutzten kommittierten Kreditlinien mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr, geplanten positiven Free Cashflows, vertraglich fixierten Asset-Veräußerungen sowie gegebenenfalls hochliquiden Wertpapierpositionen zusammen. Die Liquiditätsreserven müssen die identifizierten Liquiditätsbedarfe der kommenden 12 Monate überdecken.
Die Betriebsmittelfinanzierung erfolgt über das Konzern-Treasury. Durch ein zentrales Clearing wird ein täglicher konzerninterner Finanzausgleich durchgeführt. Gesellschaften mit Liquiditätsüberschüssen stellen diese indirekt Gesellschaften mit Liquiditätsbedarf zur Verfügung. Die Differenz wird vom Konzern-Treasury bei seinen Hausbanken positioniert. Dadurch werden eine Verminderung des Fremdfinanzierungsvolumens und eine Optimierung des Zinsergebnisses erreicht.
Finanzierungen erfolgen zur Vermeidung von Wechselkursrisiken in der lokalen Währung des:der jeweiligen Kreditnehmers bzw. Kreditnehmerin oder sind durch Devisen- und Währungs-Swaps währungsgesichert.
Als Liquiditätsreserve hält die voestalpine AG vertraglich zugesicherte Kreditlinien im Ausmaß von 1.500,0 Mio. EUR (31. März 2025: 1.200,0 Mio. EUR). Weiters sind Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1.096,0 Mio. EUR (31. März 2025: 781,8 Mio. EUR) im Konzernabschluss ausgewiesen. Darüber hinaus besteht zur Abdeckung von unerwarteten Liquiditätsbedarfen eine Aktivposition in Form von frei veräußerbaren Wertpapieren und kurzfristigen Veranlagungen. Per 31. März 2026 betrug die Summe an frei veräußerbaren Wertpapieren 109,0 Mio. EUR (31. März 2025: 304,4 Mio. EUR). Diese beinhalteten zum 31. März
2025 Wertpapierpensionsgeschäfte in Form von CO2-Repos (Kauf von CO2-Zertifikaten mit gleichzeitiger Rückkaufsvereinbarung) in der Höhe 208,4 Mio. EUR.
Die Wechselverbindlichkeiten der voestalpine-Gruppe können zu einer Risikokonzentration führen, da die zuvor auf eine Vielzahl von Gläubiger:innen gestreuten Verbindlichkeiten damit auf die involvierten Banken konzentriert werden. Ein einseitiger Widerruf der Vereinbarungen von einer oder mehreren Banken für zukünftige Geschäfte würde zu einem kurzfristigen Liquiditätsbedarf führen. Dem Konzentrationsrisiko begegnet der voestalpine-Konzern durch eine breite Streuung der Finanzinstrumente auf verschiedene Banken. Das Risiko wird weiters durch die bestehende Liquiditätsreserve sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 2.596,0 Mio. EUR (31. März 2025: 1.981,8 Mio. EUR) reduziert. Von den Wechselverbindlichkeiten entfallen auf den:die größten der in der Regel zehn Gläubiger:innen 144,4 Mio. EUR (31. März 2025: 144,0 Mio. EUR). Im Vergleich zur Liquiditätsreserve und den Zahlungsmitteläquivalenten sind das 5,6 % (31. März 2025: 7,3 %). Das Liquiditätsrisiko aus Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring und Verbindlichkeiten mit Vereinbarungen mit einem Zahlungsdienstleister ist aufgrund des geringen Volumens von untergeordneter Bedeutung.
Die Finanzierungsquellen werden nach dem Grundsatz der Bankenunabhängigkeit gesteuert. Derzeit bestehen Finanzierungen bei etwa 20 unterschiedlichen in- und ausländischen Banken. Darüber hinaus wird der Kapitalmarkt als Finanzierungsquelle genutzt.
Im Geschäftsjahr 2025/26 wurde keine Kapitalmarkttransaktion durchgeführt.
In der Vergleichsperiode 2024/25 wurde folgende Kapitalmarkttransaktion durchgeführt:
Emission grüne Unternehmensanleihe
500,0 Mio. EUR
Eine Fälligkeitsanalyse aller zum Bilanzstichtag bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:
VERBINDLICHKEITEN
Restlaufzeit
bis 1 Jahr
Restlaufzeit
über 1 Jahr bis 5 Jahre
Restlaufzeit
über 5 Jahre
2024/25
2025/26
2024/25
2025/26
2024/25
2025/26
Anleihen
193,5
511,0
1.233,7
738,7
50,0
18,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
530,2
330,6
364,8
514,4
0,0
0,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
1.689,2
1.723,9
0,3
5,6
0,0
0,0
Verbindlichkeiten aus Lieferantenfinanzierungs-vereinbarungen
729,5
852,3
0,0
0,0
0,0
0,0
Verbindlichkeiten aus Leasing
59,7
52,3
125,0
124,9
130,1
122,6
Verbindlichkeiten aus Fremdwährungssicherungen und Rohstoffsicherungen
29,1
11,5
4,7
5,5
0,0
0,0
davon als Sicherungsgeschäft gewidmet
22,4
2,2
0,2
3,1
0,0
0,0
Verbindlichkeiten aus Zinssicherungen (inkl. Cross Currency Swaps)
0,0
3,2
0,0
0,3
0,0
0,0
davon als Sicherungsgeschäft gewidmet
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
Sonstige Finanzverbindlichkeiten
60,3
69,9
7,8
5,3
0,0
0,1
Sonstige Verbindlichkeiten
186,1
130,5
31,5
24,1
0,0
0,0
Summe Verbindlichkeiten
3.477,6
3.685,2
1.767,8
1.418,8
180,1
140,7
Mio. EUR
Mit diesen bestehenden Verbindlichkeiten sowie Zinssicherungen mit positiven Marktwerten korrespondieren folgende (prospektive) Zinsbelastungen, wie sie zum Bilanzstichtag geschätzt wurden:
Restlaufzeit
bis 1 Jahr
Restlaufzeit
über 1 Jahr bis 5 Jahre
Restlaufzeit
über 5 Jahre
2024/25
2025/26
2024/25
2025/26
2024/25
2025/26
Zinsen für Anleihen
36,5
34,9
104,5
67,9
1,8
0,3
Zinsen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
18,1
15,8
23,3
46,2
0,0
0,0
Zinsen für Verbindlichkeiten aus Leasing
9,0
8,4
23,0
20,2
52,6
51,2
Zinsen aus Zinssicherungen (inkl. Cross Currency Swaps)
11,6
12,9
0,0
2,1
0,0
0,0
Zinsen für sonstige Finanzverbindlichkeiten
0,9
0,1
0,2
0,1
0,0
0,0
Summe Zinslast
76,1
72,1
151,0
136,5
54,4
51,5
Mio. EUR
Kredit-/Bonitätsrisiko
Das Bonitätsrisiko bezeichnet Vermögensverluste, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner:innen entstehen können.
Das Management des Bonitätsrisikos von Veranlagungs- und Derivatgeschäften wird in internen Richtlinien reglementiert. Es sind alle Veranlagungen und Derivatgeschäfte je Kontrahent:in limitiert, wobei die Höhe des Limits vom Rating der Bank abhängig ist.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen überwiegend gegenüber Banken mit guten Bonitäten. Die Bestände sind in der Regel kurzfristig veranlagt. Das Kreditrisiko ist daher von untergeordneter Bedeutung.
GLIEDERUNG DER VERANLAGUNGEN BEI FINANZINSTITUTIONEN IN RATINGKLASSEN
AAA
AA
A
BBB
<BBB/NR
Geldmarktveranlagungen exkl. Habensalden auf Konten
0,0
167,0
312,0
0,0
0,0
Derivate1
0,0
6,5
17,1
0,0
0,0
1 Nur positive Marktwerte.
Mio. EUR
Bei den derivativen Finanzinstrumenten beschränkt sich das Bonitätsrisiko auf Geschäfte mit positivem Marktwert und bei diesen auf die Höhe des Marktwerts. Aus diesem Grund werden Derivatgeschäfte nur mit dem positiven Marktwert auf das Limit angerechnet. Finanziell erfüllte
Derivate werden ausschließlich auf Grundlage von standardisierten Rahmenverträgen für Finanztermingeschäfte abgeschlossen.
Das Bonitätsrisiko der Grundgeschäfte ist durch einen hohen Anteil an Kreditversicherungen und bankmäßigen Sicherheiten (Garantien, Akkreditive) weitestgehend abgesichert. Das Ausfallrisiko für das verbleibende Eigenrisiko wird durch definierte Prozesse der Bonitätsbeurteilung, Risikobewertung, Risikoklassifizierung und Bonitätsüberwachung gemanagt. Das Bonitätsrisiko der Geschäftspartner:innen von finanziellen Kontrakten wird durch ein regelmäßiges Monitoring des Ratings und der Veränderung der CDS-Levels (Credit Default Swap) der Kontrahent:innen gesteuert.
Je nach Kund:innen-Struktur und Geschäftsfeld gelten finanzielle Vermögenswerte zumeist als ausgefallen, wenn sie mehr als 180 Tage überfällig sind oder nicht mehr davon auszugehen ist, dass sie ohne Verwertung von Sicherheiten in voller Höhe beglichen werden.
Das maximale theoretische Ausfallrisiko entspricht den in der Bilanz angesetzten Forderungen.
Da der Großteil der Forderungen versichert ist, ist das Forderungsausfallrisiko als gering einzustufen. Aufgrund der guten Diversifikation des Kund:innen-Portfolios besteht keine Konzentration von Ausfallrisiken.
Die Bruttobuchwerte und Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten stellen sich wie folgt dar:
2024/25
2025/26
Bruttobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten
1.243,0
1.294,0
Abzgl. Bruttobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten mit Bonitätsbeeinträchtigung
–36,2
–37,6
Bruttobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten ohne Bonitätsbeeinträchtigung
1.206,8
1.256,4
Abzgl. Portfoliowertberichtigung
–0,7
–0,3
Nettobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten ohne Bonitätsbeeinträchtigung
1.206,1
1.256,1
Mio. EUR
ÜBERFÄLLIGE UND NICHT BONITÄTSBEEINTRÄCHTIGTE FORDERUNGEN AUS
LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND VERTRAGSVERMÖGENSWERTEN
2024/25
2025/26
Bis 30 Tage überfällig
144,1
124,0
31 Tage bis 60 Tage überfällig
30,2
35,7
61 Tage bis 90 Tage überfällig
10,0
30,4
91 Tage bis 120 Tage überfällig
9,1
13,6
Mehr als 120 Tage überfällig
27,4
31,3
Summe
220,8
235,0
Mio. EUR
Die Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten mit beeinträchtigter Bonität haben sich wie folgt entwickelt:
WERTBERICHTIGUNGEN FÜR FORDERUNGEN MIT BEEINTRÄCHTIGTER BONITÄT (EINZELWERTBERICHTIGUNGEN)
2024/25
2025/26
Anfangsbestand zum 01.04.
29,3
31,4
Zugang
8,4
8,9
Währungsdifferenzen
–0,6
–0,2
Konsolidierungskreisänderungen
–0,3
–2,5
Auflösung
–3,2
–3,5
Verbrauch
–2,2
–1,2
Endbestand zum 31.03.
31,4
32,9
Mio. EUR
Im Geschäftsjahr 2025/26 und in der Vergleichsperiode 2024/25 ergaben sich keine wesentlichen Einzelveränderungen mit Einfluss auf die Portfoliowertberichtigung.
Währungsrisiko
Die größte Währungsposition im Konzern entsteht durch Einkäufe von Rohstoffen in US-Dollar, durch die weltweite Geschäftstätigkeit des voestalpine-Konzerns ergeben sich jedoch auch Währungsexposures in diversen anderen Währungen.
Durch die Implementierung eines rollierenden Foreign-Currency-Nettings werden ein- und ausgehende Cashflows in den jeweiligen Währungen gegengerechnet. Durch den dadurch erzielten Natural Hedge wird Risiko vermindert. Eine weitere Möglichkeit ergibt sich aus der Nutzung von derivativen Sicherungsinstrumenten. Die voestalpine AG sichert die budgetierten Fremdwährungszahlungsströme bis maximal für die nächsten zwölf Monate ab. Längerfristige Absicherungen werden nur bei kontrahierten Projektgeschäften durchgeführt. Die Sicherungsquote
liegt zwischen 25 % und 100 % und wird je nach Geschäftsmodell der jeweiligen Gesellschaften individuell festgelegt. Je weiter der Cashflow in der Zukunft liegt, desto geringer ist die Sicherungsquote.
Der Nettobedarf an US-Dollar des voestalpine-Konzerns lag im Geschäftsjahr 2025/26 bei 462,5 Mio. USD (2024/25: 463,8 Mio. USD). Das restliche Fremdwährungsexposure, das insbesondere aus Exporten in den „Nicht-EUR-Raum“ und Rohstoffzukäufen resultiert, ist deutlich geringer als das USD-Risiko.
FREMDWÄHRUNGSPORTFOLIO 2025/26
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Anhand der Sensitivitätsanalyse ergeben sich per 31. März 2026 auf alle offenen Positionen im Vergleich zur Konzernwährung folgende Risiken für das nächste Geschäftsjahr:
FREMDWÄHRUNGSPORTFOLIO FÜR 2026/27
Budgetierte
Position
Kurs
31.03.2026
Budgetierte
Position
(EUR)
Budgetierte
Position
(EUR) +10 %
Delta (EUR)
+10 %
Budgetierte
Position
(EUR) –10 %
Delta (EUR)
–10 %
USD
–655,9
1,1498
–570,5
–518,6
51,9
–633,9
–63,4
RON
644,0
5,0991
126,3
114,8
–11,5
140,3
14,0
PLN
315,3
4,2890
73,5
66,8
–6,7
81,7
8,2
CNH
507,3
7,9341
63,9
58,1
–5,8
71,0
7,1
SGD
–50,9
1,4811
–34,4
–31,2
3,1
–38,2
–3,8
CZK
–528,0
24,5140
–21,5
–19,6
2,0
–23,9
–2,4
CAD
28,9
1,6022
18,0
16,4
–1,6
20,0
2,0
Sonstige
0,8
0,7
–0,1
0,9
0,1
Summe
31,3
–38,2
Mio. EUR
Zinsrisiko
Die voestalpine AG unterliegt primär einem Cashflow-Risiko (Risiko, dass sich der Zinsaufwand bzw. Zinsertrag zum Nachteil verändert) bei variabel verzinsten Finanzinstrumenten. Der dargestellte Bestand umfasst alle zinsreagiblen Finanzinstrumente (Kredite, Money Market, begebene und gekaufte Wertpapiere sowie Zinsderivate).
Das primäre Ziel des Zinsmanagements ist die Optimierung des Zinsaufwands unter Berücksichtigung des Risikos.
Die variabel verzinsten Bestände der Aktivseite in Höhe von 1.091,0 Mio. EUR übersteigen zum 31. März 2026 die variabel verzinsten Bestände der Passivseite in Höhe von 696,6 Mio. EUR, sodass ein Anstieg der Geldmarktzinsen um einen Prozentpunkt das Zinsergebnis um –3,9 Mio. EUR entlastet, ein Zinsrückgang um einen Prozentpunkt das Zinsergebnis um 3,9 Mio. EUR belastet. Zum 31. März 2025 überstiegen die variabel verzinsten Bestände der Passivseite in Höhe von 815,6 Mio. EUR die variabel verzinsten Bestände der Aktivseite in Höhe von 774,0 Mio. EUR, sodass ein Anstieg der Geldmarktzinsen um einen Prozentpunkt zu einer Belastung des Zinsergebnisses von 0,4 Mio. EUR, ein Zinsrückgang um einen Prozentpunkt zu einer Entlastung des Zinsergebnisses von –0,4 Mio. EUR geführt hätte.
Bei einer Zinsbindung von 0,0 Jahren (2024/25: 0,0 Jahre) – inklusive Money Market-Veranlagungen – liegt der gewichtete Durchschnittszinssatz aktivseitig bei 1,93 % (2024/25: 2,40 %) und auf der Passivseite bei einer Zinsbindung von 1,9 Jahren (2024/25: 2,0 Jahre) bei 2,69 % (2024/25: 2,81 %).
Bestand1
Gewichteter
Durch-
schnitts-
zinssatz
Duration (Jahre)
Durch-
schnittliche
Kapital-
bindung
(Jahre)
Cashflow-Risiko
+1 %-Punkt1
Cashflow-Risiko
–1 %-Punkt1
Aktiv
1.091,0
1,93 %
0,0
0,0
–10,9
10,9
Passiv
2.184,2
2,69 %
1,9
2,1
7,0
–7,0
Netto
–1.093,2
–3,9
3,9
1 Angaben in Mio. EUR.
Derivative Finanzinstrumente
Im Geschäftsjahr 2025/26 wurde Hedge Accounting gemäß IFRS 9 zur Absicherung von Fremdwährungszahlungsströmen, von zinstragenden Forderungen und Verbindlichkeiten sowie für die Sicherung von Rohstoff- und Energiebezugsverträgen angewandt. Dabei werden die abzusichernden Geschäfte in den Bereichen Fremdwährungs- und Zinssicherungen jeweils in ihrer Gesamtheit abgesichert. Bei der Sicherung von Rohstoff- und Energiebezugsverträgen wird ausschließlich die Änderung der Indexkomponente abgesichert. Die Sicherungsquote wird dabei im Ausmaß von 100 % festgelegt. Die Absicherungen stellen Cashflow-Hedges dar. Hedge Accounting wird nur für einen Teil der abgeschlossenen Sicherungsgeschäfte angewendet.
Die folgenden derivativen Finanzinstrumente sind als Cashflow-Hedge eingestuft:
Nominale1
Marktwert
Bilanzposten, in dem das Sicherungsinstrument
enthalten ist
Änderung des beizulegenden Zeitwerts als Grundlage für die Erfassung einer Ineffektivität
Ineffektivität
Vermögens-
werte
Verbindlich-
keiten
Cashflow-Hedge 31.03.2025
Fremdwährungs-sicherungen
519,0
7,7
6,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (Vermögenswerte),
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten)
0,8
0,0
Rohstoff-sicherungen
125,7
0,6
15,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (Vermögenswerte),
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten)
–15,1
0,0
Summe
644,7
8,3
22,6
–14,3
0,0
1 Die als Cashflow-Hedge eingestuften derivativen Finanzinstrumente sind in Höhe von 541,1 Mio. EUR kurzfristig. Die Laufzeit des darüber hinausgehenden Teils beträgt überwiegend bis zu fünf Jahre.
Mio. EUR
Nominale1
Marktwert
Bilanzposten, in dem das Sicherungsinstrument
enthalten ist
Änderung des beizulegenden Zeitwerts als Grundlage für die Erfassung einer Ineffektivität
Ineffektivität
Vermögens-
werte
Verbindlich-
keiten
Cashflow-Hedge 31.03.2026
Fremdwährungs-sicherungen
515,4
13,0
4,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (Vermögenswerte),
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten)
8,8
0,0
Rohstoff- und Energie-sicherungen
106,6
5,8
1,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (Vermögenswerte),
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten)
4,7
0,0
Summe
622,0
18,8
5,3
13,5
0,0
1 Die als Cashflow-Hedge eingestuften derivativen Finanzinstrumente sind in Höhe von 416,1 Mio. EUR kurzfristig. Die Laufzeit des darüber hinausgehenden Teils beträgt bis zu fünf Jahre.
Mio. EUR
Die gesicherten Volumina bei den wesentlichen Fremdwährungssicherungen stellen sich wie folgt dar:
Nominale (Mio. EUR)
Durchschnittssicherungskurs
31.03.2025
31.03.2026
31.03.2025
31.03.2026
Cashflow-Hedge
Fremdwährungssicherungen
USD
412,0
470,8
1,0773
1,1908
Folgende Grundgeschäfte wurden abgesichert:
Wertänderung des
gesicherten Grund-
geschäftes als Grundlage
für die Erfassung einer
Ineffektivität
Cashflow-Hedge-
Rücklage
31.03.2025
31.03.2026
31.03.2025
31.03.2026
Cashflow-Hedge
Fremdwährungsrisiko (zukünftige Einkaufs- und Verkaufstransaktionen)
–0,8
–8,8
0,8
8,8
Rohstoff- und Energiepreisrisiko (zukünftige Einkaufstransaktionen)
15,1
–4,7
–15,1
4,7
Summe
14,3
–13,5
–14,3
13,5
Mio. EUR
Die Cashflow-Hedge-Rücklage (nach Steuern) entwickelte sich wie folgt:
CASHFLOW-HEDGE
2024/25
2025/26
Anfangsbestand zum 01.04.
–18,5
–11,0
Im sonstigen Ergebnis erfasste Sicherungsgewinne/-verluste
–16,7
11,5
Fremdwährungssicherungen
–2,8
6,8
Rohstoff- und Energiesicherungen
–13,9
4,7
Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis in den Gewinn oder Verlust (Umsatzerlöse)
3,7
–1,6
Fremdwährungssicherungen
3,7
–1,6
Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis in nicht finanzielle Vermögenswerte (Vorräte)
22,7
17,9
Fremdwährungssicherungen
1,4
2,8
Rohstoffsicherungen
21,3
15,1
Latente Steuern auf Veränderungen der Cashflow-Hedge-Rücklage
–2,2
–6,4
Endbestand zum 31.03.
–11,0
10,4
Mio. EUR
Derivate, die als Cashflow-Hedge abgebildet werden, haben auf die Cashflows und das Periodenergebnis folgende Auswirkung:
Summe vertrag-
liche Cashflows
Vertragliche
Cashflows
bis 1 Jahr
über 1 Jahr
und bis 5 Jahre
über 5 Jahre
31.03.
2025
31.03.
2026
31.03.
2025
31.03.
2026
31.03.
2025
31.03.
2026
31.03.
2025
31.03.
2026
Fremdwährungssicherungen
Vermögenswerte
7,7
13,0
5,8
9,4
1,5
3,6
0,4
0,0
Verbindlichkeiten
–6,9
–4,2
–6,6
–1,1
–0,3
–3,1
0,0
0,0
0,8
8,8
–0,8
8,3
1,2
0,5
0,4
0,0
Rohstoff- und Energiesicherungen
Vermögenswerte
0,6
5,8
0,6
5,8
0,0
0,0
0,0
0,0
Verbindlichkeiten
–15,7
–1,1
–15,7
–1,1
0,0
0,0
0,0
0,0
–15,1
4,7
–15,1
4,7
0,0
0,0
0,0
0,0
Mio. EUR
Die Nominalbeträge verteilen sich auf die zuvor angeführten Laufzeitbänder wie folgt:
Summe
Nominale
Nominale
bis 1 Jahr
über 1 Jahr
und bis 5 Jahre
über 5 Jahre
31.03.
2025
31.03.
2026
31.03.
2025
31.03.
2026
31.03.
2025
31.03.
2026
31.03.
2025
31.03.
2026
Fremdwährungssicherungen
Vermögenswerte
257,4
329,9
157,9
256,0
86,1
73,9
13,4
0,0
Verbindlichkeiten
261,6
185,5
257,5
53,6
4,1
131,9
0,0
0,0
519,0
515,4
415,4
309,6
90,2
205,8
13,4
0,0
Rohstoff- und Energiesicherungen
Vermögenswerte
19,7
61,5
19,7
61,5
0,0
0,0
0,0
0,0
Verbindlichkeiten
106,0
45,1
106,0
45,1
0,0
0,0
0,0
0,0
125,7
106,6
125,7
106,6
0,0
0,0
0,0
0,0
Mio. EUR
Folgende derivative Finanzinstrumente sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Ihre Wertänderungen werden über die Gewinn- und Verlustrechnung gebucht:
Nominale
Marktwert
Vermögenswerte
Verbindlichkeiten
31.03.
2025
31.03.
2026
31.03.
2025
31.03.
2026
31.03.
2025
31.03.
2026
Fremdwährungssicherungen
997,6
1.306,9
6,3
4,8
11,0
11,7
Cross Currency Swaps
146,6
129,8
2,4
0,0
0,0
3,5
Rohstoffsicherungen
6,3
1,3
1,0
0,0
0,2
0,0
Summe
1.150,5
1.438,0
9,7
4,8
11,2
15,2
Mio. EUR
Einteilung von Finanzinstrumenten
Kategorien
Finanzinstru-mente, welche AC bewertet werden1
Hedge Accounting
Finanzinstru-mente, welche FVTPL bewertet werden
Summe
Aktiva 31.03.2025
Andere Finanzanlagen langfristig
3,6
0,0
62,8
66,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
832,8
8,3
205,8
1.046,9
Andere Finanzanlagen kurzfristig
208,4
0,0
96,0
304,4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
781,8
0,0
0,0
781,8
Buchwerte
1.826,6
8,3
364,6
2.199,5
1 Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte, welche AC bewertet werden, stellt einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.
Mio. EUR
Kategorien
Finanzinstru-mente, welche AC bewertet werden1
Hedge Accounting
Finanzinstru-mente, welche FVTPL bewertet werden
Summe
Aktiva 31.03.2026
Andere Finanzanlagen langfristig
3,1
0,0
63,8
66,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
877,8
18,8
175,8
1.072,4
Andere Finanzanlagen kurzfristig
0,0
0,0
109,0
109,0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
1.096,0
0,0
0,0
1.096,0
Buchwerte
1.976,9
18,8
348,6
2.344,3
1 Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte, welche AC bewertet werden, stellt einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.
Mio. EUR
Kategorien
Finanzielle
Verbindlichkeiten,
welche AC
bewertet werden
Hedge
Accounting
Finanzielle
Verbindlich-keiten,
welche FVTPL
bewertet werden
Summe
Buchwerte
Zeitwerte
Buchwerte
(= Zeitwerte)
Buchwerte
(= Zeitwerte)
Buchwerte
Zeitwerte
Passiva 31.03.2025
Finanzverbindlichkeiten langfristig
1.911,4
1.908,0
0,0
0,0
1.911,4
1.908,0
Finanzverbindlichkeiten kurzfristig
843,7
842,7
0,0
0,0
843,7
842,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten1
1.907,1
1.907,1
22,6
11,2
1.940,9
1.940,9
Verbindlichkeiten aus Lieferantenfinanzierungsver-einbarungen1
729,5
729,5
0,0
0,0
729,5
729,5
Summe
5.391,7
5.387,3
22,6
11,2
5.425,5
5.421,1
1 Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den sonstigen Verbindlichkeiten und den Verbindlichkeiten aus Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.
Mio. EUR
Kategorien
Finanzielle
Verbindlichkeiten,
welche AC
bewertet werden
Hedge
Accounting
Finanzielle
Verbindlich-keiten,
welche FVTPL
bewertet werden
Summe
Buchwerte
Zeitwerte
Buchwerte
(= Zeitwerte)
Buchwerte
(= Zeitwerte)
Buchwerte
Zeitwerte
Passiva 31.03.2026
Finanzverbindlichkeiten langfristig
1.524,0
1.553,4
0,0
0,0
1.524,0
1.553,4
Finanzverbindlichkeiten kurzfristig
963,8
962,9
0,0
0,0
963,8
962,9
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten1
1.884,2
1.884,2
5,3
15,2
1.904,7
1.904,7
Verbindlichkeiten aus Lieferantenfinanzierungsver-einbarungen1
852,3
852,3
0,0
0,0
852,3
852,3
Summe
5.224,2
5.252,7
5,3
15,2
5.244,8
5.273,3
1 Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den sonstigen Verbindlichkeiten und den Verbindlichkeiten aus Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.
Mio. EUR
Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzverbindlichkeiten fallen, mit Ausnahme der emittierten Anleihen, in Stufe 2. Die Bewertung erfolgt nach der Discounted Cashflow-Methode, wobei die Eingangsgrößen für die Berechnung der Marktwerte am Markt beobachtbare Währungskurse, Zinssätze und Credit Spreads sind. Basierend auf den Eingangsgrößen werden Fair Values durch Abzinsung der erwarteten zukünftigen Cashflows mit marktüblichen Zinssätzen errechnet.
Die Bewertung der emittierten Anleihen erfolgt nach Stufe 1 mit dem Börsenkurs zum Stichtag.
Die folgende Tabelle analysiert die regelmäßigen Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten. Diesen Bewertungen ist eine Hierarchie für den beizulegenden Zeitwert zugrunde gelegt, welche die in die Bewertungsverfahren zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts eingehenden Eingangsparameter drei Stufen zuordnet. Die drei Stufen sind wie folgt definiert:
EINGANGSPARAMETER
Stufe 1
umfasst die an aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierten (unverändert übernommenen) Preise, auf die das Unternehmen am Bewertungsstichtag zugreifen kann.
Stufe 2
umfasst andere Eingangsparameter als die in Stufe 1 enthaltenen notierten Preise, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind.
Stufe 3
umfasst nicht beobachtbare Eingangsparameter für den Vermögenswert oder die Schuld.
HIERARCHIESTUFEN FÜR REGELMÄSSIGE BEWERTUNGEN ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Summe
31.03.2025
Finanzielle Vermögenswerte
Andere Finanzanlagen langfristig
14,1
0,0
48,7
62,8
Forderungen aus Derivaten – Hedge Accounting
0,0
8,3
0,0
8,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
0,0
9,8
196,0
205,8
Andere Finanzanlagen kurzfristig
96,0
0,0
0,0
96,0
110,1
18,1
244,7
372,9
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Derivaten – Hedge Accounting
0,0
22,6
0,0
22,6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
0,0
11,2
0,0
11,2
0,0
33,8
0,0
33,8
31.03.2026
Finanzielle Vermögenswerte
Andere Finanzanlagen langfristig
14,5
0,0
49,3
63,8
Forderungen aus Derivaten – Hedge Accounting
0,0
18,8
0,0
18,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
0,0
4,8
171,0
175,8
Andere Finanzanlagen kurzfristig
109,0
0,0
0,0
109,0
123,5
23,6
220,3
367,4
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Derivaten – Hedge Accounting
0,0
5,3
0,0
5,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
0,0
15,2
0,0
15,2
0,0
20,5
0,0
20,5
Mio. EUR
Bei den derivativen Geschäften (Stufe 2) erfolgt eine Bewertung nach der Discounted Cashflow-Methode. Dabei wird jener Wert ermittelt, der erzielt werden würde, wenn das Sicherungsgeschäft glattgestellt würde (Liquidationsmethode). Eingangsgrößen für die Berechnung der Marktwerte sind am Markt beobachtbare Währungskurse, Rohstoff- und Energiepreise sowie Zinssätze. Basierend
auf den Eingangsgrößen werden Fair Values durch Abzinsung der erwarteten zukünftigen Cashflows mit marktüblichen Zinssätzen errechnet.
Der voestalpine-Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair Value-Hierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. In den Geschäftsjahren 2024/25 und 2025/26 fanden keine Umgruppierungen statt.
In der folgenden Tabelle wird die Überleitung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte der Stufe 3 von der Eröffnungs- zur Schlussbilanz dargestellt:
STUFE 3 – FVTPL – ANDERE FINANZANLAGEN
2024/25
2025/26
Anfangsbestand
46,5
48,7
Summe der in der Gewinn- und Verlustrechnung angesetzten Gewinne/Verluste:
Finanzaufwendungen/-erträge
2,2
0,6
Endbestand
48,7
49,3
Mio. EUR
In Stufe 3 ist die Beteiligung an der Energie AG Oberösterreich, die zum Fair Value bewertet wird, enthalten. Für diese kann der beizulegende Zeitwert aufgrund des Vorliegens eines einmal jährlich erstellten Bewertungsgutachtens der Energie AG Oberösterreich unter Berücksichtigung werterhellender Informationen als Ganzes verlässlich ermittelt werden.
Wesentliche Sensitivitäten in der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte können sich aus Veränderungen der zugrunde liegenden Marktdaten vergleichbarer Unternehmen sowie der in der Kapitalwertermittlung angesetzten Inputfaktoren (insbesondere Diskontierungssätze, Langfristprognosen, Planungsdaten etc.) ergeben.
STUFE 3 – FVTPL – FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN (GESCHÄFTSMODELL VERKAUFEN)
2024/25
2025/26
Anfangsbestand zum 01.04.
172,6
196,0
Abgänge
–172,6
–196,0
Zugänge
196,0
171,0
Endbestand zum 31.03.
196,0
171,0
Mio. EUR
Die Forderungen in diesem Portfolio werden monatlich rollierend im Rahmen der Factoring-Programme des Konzerns verkauft. Die auf dieses Portfolio entfallenden Bewertungsergebnisse sind von untergeordneter Bedeutung.
Bei der Ermittlung des Fair Value für das Portfolio „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Factoring gewidmet“ stellt das Kreditrisiko der jeweiligen Debitorin bzw. des jeweiligen Debitors den wesentlichsten Einflussfaktor dar. Eine Erhöhung/Verringerung der angesetzten Ausfallraten um 1 % würde daher maximal eine Veränderung des Fair Value dieses Portfolios in gleicher Höhe bewirken, die Veränderung des Fair Value fällt allerdings in der Regel deutlich unterproportional aus, da für wesentliche Teile des Portfolios Kreditversicherungen vorliegen.
Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dar:
2024/25
2025/26
Finanzielle Vermögenswerte AC
30,2
18,4
Finanzielle Verbindlichkeiten AC
–120,8
–85,6
Finanzielle Vermögenswerte FVTPL
5,9
17,6
Derivate FVTPL
–5,7
–31,0
Mio. EUR
Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, stellen sich wie folgt dar:
2024/25
2025/26
Gesamtzinserträge
36,2
23,6
Gesamtzinsaufwendungen
–120,8
–88,7
Mio. EUR
Der Wertminderungsaufwand für Finanzinstrumente, welche AC bewertet werden, beträgt 9,1 Mio. EUR (2024/25: 8,7 Mio. EUR), die Auflösungen von Wertberichtigungen betragen 3,5 Mio. EUR (2024/25: 3,2 Mio. EUR).
D.26. KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
Die Konzern-Kapitalflussrechnung wurde nach der indirekten Methode erstellt. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten den Kassenbestand, die Guthaben bei Kreditinstituten sowie Schecks. Die Auswirkungen von Konsolidierungskreisänderungen wurden eliminiert und sind im Cashflow aus der Investitionstätigkeit ausgewiesen.
Im Cashflow aus der Investitionstätigkeit sind aus Unternehmenserwerben Zugänge an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von 0,6 Mio. EUR (2024/25: 0,0 Mio. EUR) enthalten und ein Kaufpreis in Höhe von 30,7 Mio. EUR (2024/25: 19,0 Mio. EUR) ist abgegangen (siehe Punkt C.2. Konsolidierungskreisänderungen, Abschnitt Unternehmenserwerbe und sonstige Zugänge zum Konsolidierungskreis).
Aufgrund des Abganges von Tochtergesellschaften im laufenden Geschäftsjahr sind 1,5 Mio. EUR (2024/25: 0,0 Mio. EUR) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente abgeflossen und es ist ein Verkaufserlös in der Höhe von 4,7 Mio. EUR zugeflossen. Darüber hinaus sind aus dem letztjährigen Abgang einer Veräußerungsgruppe 9,7 Mio. EUR Kaufpreisrückvergütung/-anpassung im Berichtsjahr zugeflossen (2024/25: 47 Mio. EUR abgeflossen). Aus dem Abgang von nicht fortgeführten Aktivitäten in 2022/23 erfolgte im laufenden Geschäftsjahr eine finale Zahlung an ArcelorMittal Texas HBI Holding LLC in Höhe von 22,8 Mio. EUR. Insgesamt sind im Cashflow aus der Investitionstätigkeit –9,9 Mio. EUR (2024/25: –47,0 Mio. EUR) Cashflows aus dem Verlust der Beherrschung von Anteilen und dem Verkauf der Veräußerungsgruppe enthalten.
Die Investitionen/Devestitionen in andere Finanzanlagen enthalten Zahlungsmittelzuflüsse aus Wertpapierpensionsgeschäften in Form von CO2-Repos (Kauf von CO2-Zertifikaten mit gleichzeitiger Rückkaufvereinbarung) in Höhe von 208,4 Mio. EUR (2024/25: –153,5 Mio. EUR).
Die zahlungswirksamen und nicht zahlungswirksamen Veränderungen der Finanzverbindlichkeiten inklusive Leasingverbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
Langfristige
Finanzver-bindlichkeiten
Kurzfristige
Finanzver-bindlichkeiten
Langfristige Leasing-verbindlich-keiten
Kurzfristige Leasing-verbindlich-keiten
Summe Finanzverbind-
lichkeiten inkl. Leasingver-
bindlichkeiten
Zur Veräußerung gehaltene Finanzverbind-lichkeiten inkl. Leasingver-bindlichkeiten
Summe Finanzver-bindlichkeiten inkl. Leasingverbind-
lichkeiten (inkl. zur Veräußerung gehaltene Verbindlichkeiten)
Stand am 01.04.2024
1.213,3
1.567,0
246,4
121,0
3.147,7
7,0
3.154,7
Cashflows
Aufnahme von langfristigen Finanzverbindlichkeiten
651,2
0,0
0,0
0,0
651,2
0,0
651,2
Tilgung von langfristigen Finanzverbindlichkeiten (einschließlich kurzfristig gewordener Anteile)
–1,4
–973,5
0,0
0,0
–974,9
0,0
–974,9
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten
0,0
0,0
–2,5
–124,0
–126,5
–0,1
–126,6
Veränderung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten und übrige Finanzierungstätigkeiten
0,3
–28,8
0,3
0,0
–28,2
–6,6
–34,8
Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Konsolidierungs-
kreisänderungen
0,0
5,5
4,0
0,0
9,5
0,0
9,5
Wechselkurseffekte
2,5
0,0
–0,3
–0,6
1,6
0,0
1,6
Umgliederungen
–213,8
213,8
–59,7
59,7
0,0
0,0
0,0
Sonstige Veränderungen
4,3
0,0
66,9
3,6
74,8
–0,3
74,5
Stand am 31.03.2025
1.656,4
784,0
255,1
59,7
2.755,2
0,0
2.755,2
Mio. EUR
Langfristige
Finanzver-bindlichkeiten
Kurzfristige
Finanzver-bindlichkeiten
Langfristige Leasing-verbindlich-keiten
Kurzfristige Leasing-verbindlich-keiten
Summe Finanzverbind-
lichkeiten inkl. Leasingver-
bindlichkeiten
Zur Veräußerung gehaltene Finanzverbind-lichkeiten inkl. Leasingver-bindlichkeiten
Summe Finanzver-bindlichkeiten inkl. Leasingverbind-
lichkeiten (inkl. zur Veräußerung gehaltene Verbindlichkeiten)
Stand am 01.04.2025
1.656,4
784,0
255,1
59,7
2.755,2
0,0
2.755,2
Cashflows
Aufnahme von langfristigen Finanzverbindlichkeiten
302,2
0,0
0,0
0,0
302,2
0,0
302,2
Tilgung von langfristigen Finanzverbindlichkeiten (einschließlich kurzfristig gewordener Anteile)
–179,1
–205,4
0,0
0,0
–384,5
0,0
–384,5
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten
0,0
0,0
–3,1
–58,5
–61,6
0,0
–61,6
Veränderung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten und übrige Finanzierungstätigkeiten
–0,4
–158,4
2,1
–1,3
–158,0
0,0
–158,0
Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Konsolidierungs-
kreisänderungen
0,0
–0,1
0,0
0,0
–0,1
0,0
–0,1
Wechselkurseffekte
–0,3
–12,7
–1,2
–0,5
–14,7
0,0
–14,7
Umgliederungen
–503,7
503,7
–52,9
52,9
0,0
0,0
0,0
Sonstige Veränderungen
1,5
0,4
47,4
0,0
49,3
0,0
49,3
Stand am 31.03.2026
1.276,6
911,5
247,4
52,3
2.487,8
0,0
2.487,8
Mio. EUR
Die Zugänge im Anlagevermögen enthalten nicht zahlungswirksame Investitionen aufgrund von Leasing-Aktivitäten in Höhe von 53,3 Mio. EUR (2024/25: 72,5 Mio. EUR), welche in der obigen Tabelle in den sonstigen Veränderungen enthalten sind.
D.27. ANGABEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Geschäftsbeziehungen zwischen dem Konzern und nicht konsolidierten Tochterunternehmen sowie assoziierten Unternehmen bzw. deren Tochterunternehmen wie auch Gemeinschaftsunternehmen betreffen überwiegend Lieferbeziehungen im Zusammenhang mit Rohstoffeinkäufen bzw. dem Verkauf von Fertigerzeugnissen und werden zu fremdüblichen Bedingungen abgeschlossen. Sie sind in folgenden Posten des Konzernabschlusses enthalten:
2024/25
2025/26
mit Gemein-
schaftsunter-
nehmen
mit
assoziierten
Unternehmen
und nicht
konsolidierten
Tochterunter-
nehmen
mit Gemein-
schaftsunter-
nehmen
mit
assoziierten
Unternehmen
und nicht
konsolidierten
Tochterunter-
nehmen
Umsatzerlöse
0,1
184,2
0,0
189,6
Materialaufwand
1,2
426,2
0,0
414,0
Sonstiger betrieblicher Ertrag
0,2
7,6
0,0
4,2
Sonstiger betrieblicher Aufwand
0,0
34,6
0,0
32,3
31.03.2025
31.03.2026
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
0,0
9,51
0,0
12,5
Finanzverbindlichkeiten/Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
0,0
19,81
0,0
20,2
1 Vergleichsinformationen korrigiert – in der Tabelle waren Forderungen in Höhe von 41,2 Mio. EUR enthalten, welche im Rahmen von Factoringprogrammen ausgebucht waren. Zudem waren Verbindlichkeiten in Höhe von 41,8 Mio. EUR enthalten, welche ursprünglich aus Lieferungen von assoziierten Unternehmen entstanden sind und im Zuge von Lieferantenfinanzierungsprogrammen an Dritte übertragen wurden.
Mio. EUR
In den Forderungen und Verbindlichkeiten mit assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen sind sowohl direkte als auch indirekte Beziehungen enthalten.
Darüber hinaus bestehen Geschäftsbeziehungen zu Kernaktionären, die aufgrund der Equity-Konsolidierung der voestalpine-Anteile einen maßgeblichen Einfluss dokumentieren. Geschäftsfälle werden zu fremdüblichen Bedingungen abgeschlossen und stellen sich wie folgt dar:
31.03.2025
31.03.2026
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
50,3
78,4
Finanzverbindlichkeiten/Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
54,0
55,9
Verbindlichkeiten aus Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen
0,0
0,0
Erhaltene Garantien
2,0
0,3
Mio. EUR
Im Zusammenhang mit den oben angeführten Finanzverbindlichkeiten/Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten wurden Zinsaufwendungen in Höhe von 0,9 Mio. EUR (2024/25: 2,1 Mio. EUR) erfasst.
Es bestehen zum aktuellen Bilanzstichtag keine Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring mit Kernaktionären.
Im Rahmen des ersten Factoringvertragstyps (für eine Beschreibung siehe Punkt D.30. Angaben zu außerbilanziellen Geschäften) werden Forderungen zu fremdüblichen Bedingungen an Kernaktionäre verkauft. Zum 31. März 2026 betrug der Wert dieser Forderungen insgesamt 178,9 Mio. EUR (2024/25: 180,4 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden in diesem Zusammenhang Zinsaufwendungen in Höhe von 4,3 Mio. EUR (2024/25: 6,2 Mio. EUR) erfasst.
Die Nichteinbeziehung der nicht konsolidierten Gesellschaften in den Konzernabschluss hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
Vorstand
Die fixen Bezüge des Vorstandes werden entsprechend der österreichischen Rechtslage vom Präsidialausschuss des Aufsichtsrates festgelegt und periodisch einer Überprüfung unterzogen.
Voraussetzung für die Gewährung einer Bonifikation ist das Vorliegen einer aus quantitativen und qualitativen Elementen bestehenden Zielvereinbarung, welche mit dem Präsidialausschuss des Aufsichtsrates abzuschließen ist. Der Maximalbonus ist für Vorstandsmitglieder mit 200 % des Jahresbruttogehalts, für den Vorsitzenden des Vorstandes mit 250 % des Jahresbruttogehalts begrenzt. Bei exakter Erreichung der vereinbarten Zielwerte gebühren für die quantitativen Ziele 60 % des Maximalbonus; bei Erreichen der qualitativen Ziele gebühren 20 % des Maximalbonus. Eine Übererfüllung der quantitativen Ziele wird proportional bis zur Erreichung des Maximalbonus berücksichtigt. Quantitative Zielgrößen sind die „Earnings Before Interest and Taxes“ (EBIT), der „Return on Capital Employed“ (ROCE) und das operative Working Capital in Prozent vom Umsatz. Die konkreten Zielgrößen werden für EBIT und ROCE periodisch, nämlich jeweils für einen Zeitraum von drei Jahren, vom Präsidialausschuss des Aufsichtsrates mit dem Vorstand vereinbart. Der Zielwert für das operative Working Capital in Prozent vom Umsatz wird für das jeweilige Geschäftsjahr vereinbart. Die Berechnungsbasis der jeweiligen Zielgrößen ist unabhängig vom jeweiligen Budget bzw. der Mittelfristplanung, das heißt, Budgeterfüllung bedeutet nicht Bonuserreichung. Als qualitative Ziele im Geschäftsjahr 2025/26 wurden erstens der Ausbau der Kreislaufwirtschaft mit nachhaltigen Recyclingmodellen durch Forcierung der Schrottrückläufe von internen und externen Anfallstellen, mit dem Ziel, die Vereinbarung von Kreislaufprozessen, welche
eine schrittweise Steigerung der externen Kundenschrottmengen zur Vorbereitung der ersten Transformationsstufe ermöglichen und die Basis für die weitere Ausrollung der Schrottbeschaffungsstrategie darstellen sollen, vereinbart. 2024 wurde als Ziel für das Geschäftsjahr 2024/25 und das Geschäftsjahr 2025/26 eine Steigerung der externen Kundenschrottmengen um jeweils 5 % vereinbart. Entgegen des 2024 festgelegten Ziels wurde für das Geschäftsjahr 2025/26 anstelle einer Steigerung der externen Kundenschrottmengen um weitere 5 % eine Steigerung um weitere 25 % vereinbart. Zweitens wurde die Transformation greentec steel 2050, die Darstellung des für verschiedene Metallurgie-Transformationsszenarien im Jahr 2050 erforderlichen Energiemix inklusive dessen Beschaffung sowie die Entwicklung einer optimierten Energiebilanz für die greentec-Produktionswerke auf Basis der erarbeiteten Technologieszenarien vereinbart. Ausgehend vom Status quo soll für jeden Transformationsschritt eine Energiebilanz für alle relevanten Energieträger erstellt werden, woraus der schrittweise Ausstieg aus Kohle und Erdgas hin zu Elektrizität und Wasserstoff bei optimaler Energieeffizienz als Ergebnis vorliegt. Besonders zu berücksichtigen sind auch die H2-basierten Technologien Hyfor und HBI/DRI H2 nach Mengen und geografischen Bedarfen sowie ein Vergleich der Wettbewerbsposition zum außereuropäischen Wettbewerb.
Aus Altverträgen bzw. aus der Vorstandstätigkeit vorangegangenen Tätigkeiten im Konzern steht in der Berichtsperiode dem Vorsitzenden des Vorstandes aufgrund von Pensionszusagen eine leistungsorientierte Betriebspension zu. Die Höhe der vertraglich zugesagten Pension bemisst sich für den Vorsitzenden nach der Dauer der Dienstzeit. Pro Dienstjahr beträgt die Höhe der jährlichen Pension 1,2 % des letzten Jahresbruttogrundgehalts. Die Pensionsleistung kann jedoch 40 % des letzten Jahresbruttogrundgehalts nicht übersteigen.
Die Vorstandsmitglieder erhalten bei Beendigung des Anstellungsverhältnisses eine Abfertigung, die der Systematik des Angestelltengesetzes nachgebildet ist, wobei die Maximalhöhe nach dem Angestelltengesetz nicht überschritten wird.
Für die Mitglieder des Vorstandes (wie auch für alle leitenden Angestellten des Konzerns) und des Aufsichtsrates besteht eine D&O-Versicherung, deren Kosten von der Gesellschaft getragen werden.
Die Bezüge der Mitglieder des Vorstandes der voestalpine AG setzen sich für das Geschäftsjahr 2025/26 wie folgt zusammen:
2024/25
2025/26
Kurzfristig fällige Leistungen
15,50
22,05
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
1,15
1,36
Andere langfristig fällige Leistungen
0,26
0,00
16,91
23,41
Mio. EUR
Zum Bilanzstichtag waren 11,78 Mio. EUR (2024/25: 5,67 Mio. EUR) der variablen Bezüge noch nicht ausbezahlt. An Mitglieder des Vorstandes der voestalpine AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.
Für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder mit leistungsorientierten Pensionsverträgen wurden Pensionszahlungen in Höhe von 2,17 Mio. EUR (2024/25: 2,05 Mio. EUR) durch die Pensionskasse geleistet.
Aufsichtsrat
Gemäß § 15 der Satzung der voestalpine AG wird die Höhe der Vergütung sowie des Sitzungsgeldes der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder (= Kapitalvertreter:innen) von der Hauptversammlung festgesetzt.
Den von der Belegschaftsvertretung nominierten Aufsichtsratsmitgliedern steht weder eine Aufsichtsratsvergütung noch ein Sitzungsgeld zu.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 1. Juli 2026 folgende Aufsichtsratsvergütung sowie Höhe des Sitzungsgeldes vorschlagen:
Vorsitzende:r
140.000 EUR
Stellvertreter:in des:der Vorsitzenden
105.000 EUR
Mitglied
70.000 EUR
Vorsitzende:r eines Ausschusses (sofern nicht Aufsichtsratsvorsitzende:r)
35.000 EUR
Sitzungsgeld
500 EUR
Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Hauptversammlung am 1. Juli 2026 beträgt die Aufsichtsratsvergütung (inklusive Sitzungsgelder) für das Geschäftsjahr 2025/26 insgesamt 0,74 Mio. EUR (2024/25: 0,63 Mio. EUR).
Die Bezahlung der Aufsichtsratsvergütung für das Geschäftsjahr 2025/26 erfolgt spätestens 14 Tage nach der am 1. Juli 2026 stattfindenden Hauptversammlung.
An Mitglieder des Aufsichtsrates der voestalpine AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.
D.28. ANGABEN ZU ARBEITNEHMER:INNEN
MITARBEITER:INNEN-STAND
Bilanzstichtag
Durchschnitt
31.03.2025
31.03.2026
2024/25
2025/26
Arbeiter:innen
28.486
27.546
29.443
27.980
Angestellte
19.238
18.938
19.507
19.143
Lehrlinge
1.574
1.526
1.667
1.655
49.298
48.010
50.617
48.778
Der im vorliegenden Konzernabschluss enthaltene Personalaufwand beträgt 3.854,7 Mio. EUR (2024/25: 3.851,2 Mio. EUR).
D.29. AUFWENDUNGEN FÜR DIE KONZERNABSCHLUSSPRÜFERIN
Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für die Konzernabschlussprüferin gliedern sich wie folgt:
2024/25
2025/26
Aufwendungen für die Prüfung des Konzernabschlusses, des Einzelabschlusses und der konsolidierten Nachhaltigkeitserklärung der voestalpine AG
0,54
0,55
Aufwendungen für die Prüfung der Tochterunternehmen der voestalpine AG
1,16
1,18
Aufwendungen für andere Bestätigungsleistungen
0,17
0,11
Aufwendungen für Steuerberatungsleistungen
0,00
0,00
Aufwendungen für sonstige Leistungen
0,15
0,08
2,02
1,92
Mio. EUR
D.30. ANGABEN ZU AUSSERBILANZIELLEN GESCHÄFTEN
Im voestalpine-Konzern werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an verschiedene Kreditinstitute monatlich revolvierend verkauft. In diesem Zusammenhang bestehen zwei verschiedene Factoringvertragstypen (zum 31. März 2025 bestanden vier verschiedene Factoringvertragstypen).
Im Rahmen des ersten Factoringvertragstyps werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.340,5 Mio. EUR (31. März 2025: 1.284,5 Mio. EUR) an verschiedene Kreditinstitute verkauft. Dabei werden kreditversicherte Forderungen um 100 % des Nennwerts an Kreditinstitute abgetreten, wobei die erwerbenden Kreditinstitute das Ausfallrisiko übernehmen. Ansprüche aus der Kreditversicherung werden an das erwerbende Kreditinstitut abgetreten. Die verkaufende Konzerngesellschaft übernimmt lediglich eine Ausfallhaftung in Höhe des Selbstbehaltes von – in der Regel – 8 % (31. März 2025: 8 %) aus der Kreditversicherung. Zum Bilanzstichtag beträgt das maximale Risiko aus der Ausfallhaftung 107,2 Mio. EUR (31. März 2025: 102,8 Mio. EUR). Die Ausfallhaftung entspricht dem theoretischen Maximalverlust. Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der Ausfallhaftung ist äußerst gering. Der Zeitwert dieses Risikos wird mit 0,0 Mio. EUR (31. März 2025: 0,1 Mio. EUR) bewertet. Aufgrund der Übertragung der wesentlichen Chancen und Risiken und aufgrund des Übergangs der Verfügungsmacht auf den:die Erwerber:in werden die Forderungen gemäß den Regelungen des IFRS 9 vollständig ausgebucht.
Im Rahmen des zweiten Factoringvertragstyps werden nicht versicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 321,3 Mio. EUR (31. März 2025: 296,3 Mio. EUR) verkauft. Das Ausfallrisiko wird zu 100 % an das erwerbende Kreditinstitut übertragen. Die Forderungen werden vollständig ausgebucht. Mit Ausnahme der nachfolgend angeführten passivierten Service Fee für die Forderungsverwaltung besteht kein anhaltendes Engagement.
In der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2024/25) bestanden zwei weitere Factoringvertragstypen, wobei zum 31. März 2025 im Rahmen des dritten Factoringvertragstyps sowohl versicherte als auch
nicht versicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 62,9 Mio. EUR und im Rahmen des vierten Factoringvertragstyps sowohl versicherte als auch nicht versicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 19,6 Mio. EUR verkauft wurden. Diese beiden Factoringvertragstypen wurden im Geschäftsjahr 2025/26 in den ersten Factoringvertragstyp integriert.
Bei sämtlichen Factoringvertragstypen werden im voestalpine-Konzern die von Kund:innen im Zeitraum zwischen dem letzten Forderungsverkauf und dem Bilanzstichtag erhaltenen Zahlungen in den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten abgegrenzt.
Die Forderungsverwaltung verbleibt bei sämtlichen Factoringvertragstypen bei den jeweiligen Konzerngesellschaften. Für die verkauften Forderungen wird zum 31. März 2026 insgesamt eine Service Fee von 0,15 % des verkauften Forderungsvolumens in Höhe von 2,5 Mio. EUR (31. März 2025: 2,5 Mio. EUR) als sonstige Rückstellung erfasst. Der Buchwert entspricht dem Zeitwert des anhaltenden Engagements.
D.31. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Am 22. April 2026 begab die voestalpine AG eine Aufstockungstranche in Höhe von 35,0 Mio. EUR zu der im April 2028 fälligen Wandelanleihe, mit der sie eine Gesamtemission bildet. Die Aufstockungstranche wurde zu 118,0999 % ihres Nennwerts ausgegeben und ist auf Basis des Wandlungspreises zum Ausgabezeitpunkt in bis zu 864.466 Aktien wandelbar. Die Emissionsbedingungen entsprechen (mit Ausnahme unter anderem des Emissionsdatums und des Ausgabepreises) der 2023 emittierten Wandelanleihe.
Am 30. April 2026 wurde der Verkauf von 100 % der Anteile an der voestalpine BÖHLER Profil GmbH & Co KG abgeschlossen. Diese wurde bis zum Abschluss des Verkaufs (Closing) vom Management als Veräußerungsgruppe eingestuft und entsprechend gemäß IFRS 5 bilanziert (siehe dazu Punkt C.2. Konsolidierungskreisänderungen, Abschnitt Nicht fortgeführte Aktivitäten [discontinued operations] und Veräußerungsgruppen [disposal groups]). Der Vollzug des Verkaufs stellt ein nicht zu berücksichtigendes Ereignis nach dem Abschlussstichtag gemäß IAS 10 dar. Der vereinbarte Verkaufspreis beträgt 150,7 Mio. EUR (vorläufig). Auf Basis der vorläufigen Berechnungen wird ein Veräußerungsgewinn von 134,0 Mio. EUR erwartet.
D.32. ERGEBNIS JE AKTIE
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie berechnet sich gemäß IAS 33 wie folgt:
2024/25
2025/26
Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis (Mio. EUR)
153,5
424,7
Durchschnittlich ausgegebene Aktien
178.549.163
178.549.163
Durchschnittlich gehaltene eigene Aktien
–7.098.547
–7.098.547
Durchschnittlich gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien
171.450.616
171.450.616
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR)
0,90
2,48
Das verwässerte Ergebnis je Aktie berechnet sich gemäß IAS 33 wie folgt:
2024/25
2025/26
Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis (Mio. EUR)
153,5
424,7
Zinsaufwand der Wandelanleihe (netto)
0,0
8,4
Basis für das verwässerte Ergebnis je Aktie
153,5
433,1
Durchschnittlich ausgegebene Aktien
178.549.163
178.549.163
Durchschnittlich gehaltene eigene Aktien
–7.098.547
–7.098.547
Durchschnittlich gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien
171.450.616
171.450.616
Gewichtete Anzahl der Aktien bei fiktiver Wandlung
0
6.174.761
Durchschnittlich gewichtete Anzahl von Aktien für das verwässerte Ergebnis je Aktie
171.450.616
177.625.377
Verwässertes Ergebnis je Aktie (EUR)
0,90
2,44
Die am 28. April 2023 begebene Wandelanleihe floss in die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie zum 31. März 2025 nicht ein, da diese einer Verwässerung entgegengewirkt hätte. Bei Ausübung des Wandlungsrechts würde sich die Anzahl an Aktien auf Basis des Wandlungspreises zum Bilanzstichtag 31. März 2026 um 6.174.761 Stück erhöhen (siehe Punkt D.18. Eigenkapital). Am 22. April 2026 erfolgte die Begebung einer Aufstockungstranche in Höhe von 35,0 Mio. EUR, die zum Bilanzstichtag nicht in das verwässerte Ergebnis je Aktie eingeflossen ist (siehe Punkt D.31. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag).
D.33. GEWINNVERWENDUNG
Basis für die Gewinnverwendung ist entsprechend dem österreichischen Aktiengesetz der Jahresabschluss der voestalpine AG zum 31. März 2026. Der darin ausgewiesene Bilanzgewinn beträgt 134,0 Mio. EUR. Der Vorstand schlägt eine Dividende in Höhe von 0,75 EUR (2024/25: 0,60 EUR) je Aktie vor.
Linz, am 26. Mai 2026
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h.Franz Kainersdorfer e. h.Gerald Mayer e. h.
Reinhard Nöbauer e. h.Carola Richter e. h.Hubert Zajicek e. h.
Der Konzernabschluss der voestalpine AG wird samt den zugehörigen Unterlagen beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Linz unter
der Firmenbuchnummer FN 66209 t eingereicht.
Anlage zum Anhang: Beteiligungen
ERKLÄRUNG DES VORSTANDES
GEM. § 124 (1) BÖRSEG 2018
Der Vorstand der voestalpine AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist, und dass er im Einklang mit den Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach Art. 29b der Richtlinie 2013/34/EU und mit den gemäß Art. 8 Abs. 4 der Verordnung (EU) 2020/852 angenommenen Spezifikationen aufgestellt wurde.
Linz, am 26. Mai 2026
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h.Franz Kainersdorfer e. h.Gerald Mayer e. h.
Vorsitzender des VorstandesMitglied des VorstandesMitglied des Vorstandes
Reinhard Nöbauer e. h.Carola Richter e. h.Hubert Zajicek e. h.
Mitglied des VorstandesMitglied des VorstandesMitglied des Vorstandes
BESTÄTIGUNGSVERMERK
BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS
Prüfungsurteil
Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der voestalpine AG, Linz, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. März 2026, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang zum Konzernabschluss, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2026 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen IFRS Accounting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
BEWERTUNG VON FIRMENWERTEN, ANDEREN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEN, SACHANLAGEN UND ANTEILEN AN EQUITYKONSOLIDIERTEN UNTERNEHMEN
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Sachverhalt und Problemstellung
Die Firmenwerte, anderen immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und Anteile an equity-konsolidierten Unternehmen werden in der Konzernbilanz der voestalpine AG mit insgesamt
8.179,8 Mio. EUR ausgewiesen und umfassen einen wesentlichen Teil der Vermögenswerte des Konzerns. Im Geschäftsjahr wurden auf diese Vermögenswerte in Summe Wertminderungen im Ausmaß von 12,0 Mio. EUR erfasst.
Der Wertminderungsaufwand wird in der Höhe erfasst, in der der Buchwert des einzelnen Vermögenswertes bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag übersteigt. Für Details zur Bestimmung des Wertminderungsaufwandes und die dabei einfließenden Ermessensentscheidungen und Schätzungen verweisen wir auf die Erläuterungen unter Punkt B. Bilanzierungsgrundlagen, Abschnitte „B.2. Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen“ und „B.3. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden: Impairmenttest von CGUs mit und ohne Firmenwert sowie sonstigen Vermögenswerten“ sowie die Punkte „D.9. Sachanlagen“, „D.10. Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte“, „D.11. Wertminderungen und Wertaufholungen“ und „D.12. Anteile an equitykonsolidierten Unternehmen, andere Finanzanlagen und sonstige Unternehmensanteile“ im Anhang zum Konzernabschluss.
Die Beurteilung der Werthaltigkeit basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Wertminderungstests werden Annahmen, beispielsweise über die künftigen Cashflows, den Abzinsungssatz oder alternativ ermittelte Fair Values, zugrunde gelegt. Die Planung der Cashflows ist grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet. Die Herleitung des Abzinsungssatzes ist komplex und in hohem Maße von Einschätzungen abhängig. Geringfügige Veränderungen in den Annahmen können zu wesentlichen Abweichungen beim erzielbaren Betrag führen. Aus diesen Gründen und wegen der wesentlichen Bedeutung der angeführten Vermögenswerte sowie der erfassten Wertminderungen für den Konzernabschluss haben wir diesen Sachverhalt als besonders wichtig für unsere Prüfung bestimmt.
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Prüferisches Vorgehen
Wir haben die vom Management im Prozess zur Identifikation von Indikatoren für Wertminderungen und Wertaufholungen eingerichteten Kontrollen hinsichtlich deren Konzeption und Einrichtung beurteilt. Wir haben die der Planung der Cashflows zugrundeliegenden Annahmen und die darin enthaltenen Ermessensentscheidungen kritisch gewürdigt und mit der genehmigten Planungsrechnung abgeglichen. Wir haben die im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfungen angesetzten Parameter, wie beispielsweise die geplante Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die Working Capital Entwicklung oder die geplanten Investitionen, mit unternehmensspezifischen Informationen bzw. mit branchenspezifischen Markterwartungen aus externen Datenquellen verglichen und anhand historischer Daten plausibilisiert sowie eingehend mit dem Management diskutiert und hinterfragt.
Weiters haben wir das Berechnungsmodell unter Einbindung interner Experten hinsichtlich seiner Angemessenheit und rechnerischen Richtigkeit beurteilt. Die verwendeten Abzinsungssätze haben wir anhand selbst ermittelter Bandbreiten plausibilisiert.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Jahresfinanzbericht und im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Den Jahresfinanzbericht sowie den Geschäftsbericht (jeweils ohne den Bericht des Aufsichtsrates) haben wir vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erhalten, der Bericht des Aufsichtsrates wird uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf Grundlage der von uns zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS Accounting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
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Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
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Wir gewinnen ein Verständnis von den für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben.
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Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
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Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind,
unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
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Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
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Wir planen die Konzernabschlussprüfung und führen sie durch, um ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftsbereiche innerhalb des Konzerns zu erlangen als Grundlage für die Bildung eines Prüfungsurteils zum Konzernabschluss. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchsicht der für Zwecke der Konzernabschlussprüfung durchgeführten Prüfungstätigkeiten. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
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Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in den internen Kontrollen, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
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Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – auf vorgenommene Handlungen zur Beseitigung von Gefährdungen oder angewandte Schutzmaßnahmen auswirken.
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Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
BERICHT ZUM KONZERNLAGEBERICHT
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss des betreffenden Geschäftsjahres in Einklang steht und ob der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen, ausgenommen die Anforderungen an die konsolidierte Nachhaltigkeitsberichterstattung, aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen, ausgenommen die Anforderungen an die konsolidierte Nachhaltigkeitsberichterstattung, aufgestellt worden und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL 10 DER EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 2. Juli 2025 als Abschlussprüfer für das am 31. März 2026 endende Geschäftsjahr gewählt und am 1. Oktober 2025 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem am 31. März 2020 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer des Konzerns.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Art 5 Abs 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit gewahrt haben.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHE WIRTSCHAFTSPRÜFERIN
Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Mag. Marieluise Krimmel.
Wien
26. Mai 2026
Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH
Mag. Marieluise Krimmele. h.ppa. Mag. Monika Viertlmayer e. h.
WirtschaftsprüferinWirtschaftsprüferin
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
BERICHT ÜBER DIE UNABHÄNGIGE PRÜFUNG DER KONSOLIDIERTEN NACHHALTIGKEITSBERICHTERSTATTUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2025/26
ZUSICHERUNGSVERMERK
Wir haben eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit der im Konzernlagebericht im Abschnitt „Konsolidierte Nachhaltigkeitserklärung“ aufgenommenen konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung der voestalpine AG für das am 31. März 2026 endende Geschäftsjahr durchgeführt.
Zusammenfassende Beurteilung auf Basis einer Prüfung mit begrenzter Zusicherung
Auf Grundlage unserer durchgeführten Prüfungshandlungen und der von uns erlangten Nachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass die im Konzernlagebericht im Abschnitt „Konsolidierte Nachhaltigkeitserklärung“ aufgenommene konsolidierte Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht in allen wesentlichen Belangen mit den gesetzlichen Anforderungen übereinstimmt, einschließlich
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der Übereinstimmung mit den Europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (in der Folge ESRS),
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der Durchführung des Verfahrens zur Ermittlung von Informationen, über die nach den ESRS zu berichten ist (in der Folge „Verfahren zur Wesentlichkeitsanalyse“), und dessen Darstellung in der Angabe „IRO-1 – Beschreibung des Verfahrens zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen“, und
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der Einhaltung der Anforderungen an die Berichterstattung gemäß Art. 8 der Taxonomie-Verordnung (EU) 2020/852 (in der Folge EU-Taxonomie-VO)
Grundlage für die zusammenfassende Beurteilung
Wir haben unsere Prüfung mit begrenzter Sicherheit unter Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen und in Übereinstimmung mit den österreichischen berufsüblichen Grundsätzen zu sonstigen Prüfungen, die wesentliche Aussagen des ISAE 3000 (Revised) berücksichtigen, und der ergänzenden Stellungnahme zur Prüfung von Nachhaltigkeitsberichterstattungen durchgeführt. Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, so dass dementsprechend eine geringere Prüfungssicherheit gewonnen wird.
Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Prüfers der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung“ unseres Zusicherungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Unser Prüfungsbetrieb unterliegt den berufsrechtlichen Bestimmungen, die im Wesentlichen den Anforderungen gemäß International Standard on Quality Management (ISQM) 1 entsprechen, und wendet ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem an, einschließlich dokumentierter Richtlinien und Verfahren zur Einhaltung ethischer Anforderungen, professioneller Standards sowie geltender gesetzlicher und regulatorischer Anforderungen.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Zusicherungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere zusammenfassende Beurteilung zu diesem Datum zu dienen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Konzernabschluss, im Konzernlagebericht und im Geschäftsbericht 2025/26, ausgenommen die konsolidierte Nachhaltigkeitsberichterstattung und unseren diesbezüglichen Zusicherungsvermerk.
Unsere zusammenfassende Beurteilung über die im Konzernlagebericht im Abschnitt “Konsolidierte Nachhaltigkeitserklärung” aufgenommene konsolidierte Nachhaltigkeitsberichterstattung erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben dazu keine Art der Zusicherung.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung der im Konzernlagebericht im Abschnitt “Konsolidierte Nachhaltigkeitserklärung” aufgenommenen konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zur im Abschnitt “Konsolidierte Nachhaltigkeitserklärung” aufgenommenen konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung oder zu unseren bei der Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum dieses Zusicherungsvermerks erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses
Die gesetzlichen Vertreter sind für die Aufstellung der Nachhaltigkeitserklärung einschließlich der Entwicklung und Durchführung des Verfahrens zur Wesentlichkeitsanalyse gemäß den geltenden Anforderungen und Standards verantwortlich. Diese Verantwortlichkeit umfasst
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die Identifizierung der tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen sowie der Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsaspekten und die Beurteilung der Wesentlichkeit dieser Auswirkungen, Risiken und Chancen,
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die Aufstellung der im Konzernlagebericht im Abschnitt “Konsolidierte Nachhaltigkeitserklärung” aufgenommenen konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung unter Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen, einschließlich der Übereinstimmung mit den ESRS,
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die Aufnahme von Angaben in Übereinstimmung mit der EU-Taxonomie-VO in die konsolidierte Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie
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die Gestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung interner Kontrollen, die die gesetzlichen Vertreter als relevant erachten, um die Aufstellung einer im Konzernlagebericht im Abschnitt “Konsolidierte Nachhaltigkeitserklärung” aufgenommenen konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung, die frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und die Durchführung des Verfahrens zur Wesentlichkeitsanalyse in Übereinstimmung mit den Anforderungen der ESRS zu ermöglichen.
Diese Verantwortlichkeit umfasst weiters die Auswahl und Anwendung geeigneter Methoden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie das Treffen von Annahmen und Schätzungen zu einzelnen Nachhaltigkeitsangaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses zur konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung, einschließlich des Verfahrens zur Wesentlichkeitsanalyse sowie für die Prüfung der im Konzernlagebericht aufgenommenen konsolidierten Nachhaltigkeitserklärung.
Inhärente Beschränkungen bei der Aufstellung der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung
Bei der Berichterstattung über zukunftsgerichtete Informationen ist die Gesellschaft verpflichtet, diese zukunftsgerichteten Informationen auf der Grundlage offengelegter Annahmen über Ereignisse, die in der Zukunft eintreten könnten, sowie möglicher zukünftiger Maßnahmen des Konzerns zu erstellen. Wahrscheinlich wird es zu Abweichungen kommen, da erwartete Ereignisse häufig nicht wie angenommen eintreten.
Bei der Festlegung der Angaben gemäß der EU-Taxonomie-VO sind die gesetzlichen Vertreter verpflichtet, unbestimmte Rechtsbegriffe auszulegen. Unbestimmte Rechtsbegriffe können, auch hinsichtlich der Rechtskonformität ihrer Auslegung, unterschiedlich ausgelegt werden und unterliegen dementsprechend Unsicherheiten.
Verantwortlichkeiten des Prüfers der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung
Unsere Ziele sind begrenzte Sicherheit darüber zu erlangen, ob die im Konzernlagebericht im Abschnitt “Konsolidierte Nachhaltigkeitserklärung” aufgenommene konsolidierte Nachhaltigkeitsberichterstattung einschließlich des darin dargestellten Verfahrens zur Wesentlichkeitsanalyse und der Berichterstattung nach der EU-Taxonomie-VO frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist, sei es aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, und darüber einen Zusicherungsvermerk zu erstellen, der unsere zusammenfassende Beurteilung enthält. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als
wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung getroffenen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Während der gesamten Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Zu unseren Verantwortlichkeiten gehören
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die Durchführung von risikobezogenen Prüfungshandlungen einschließlich der Erlangung eines Verständnisses über jene Bestandteile des internen Kontrollsystems, die für die Nachhaltigkeitsaspekte und die Erstellung der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung relevant sind, um Darstellungen zu identifizieren, bei denen es wahrscheinlich zu wesentlichen falschen Angaben kommt, sei es aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, jedoch nicht mit dem Ziel, eine zusammenfassende Beurteilung über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben, und
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die Entwicklung und Durchführung von Prüfungshandlungen bezogen auf Angaben in der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung, bei denen wesentliche falsche Darstellungen wahrscheinlich sind. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Zusammenfassung der durchgeführten Arbeiten
Eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit erfordert die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Nachweisen über die im Konzernlagebericht im Abschnitt “Konsolidierte Nachhaltigkeitserklärung” aufgenommene konsolidierte Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die Art, der Zeitpunkt und der Umfang der ausgewählten Prüfungshandlungen hängen von pflichtgemäßem Ermessen ab, einschließlich der Identifizierung von Angaben in der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung, bei denen wesentliche falsche Darstellungen auftreten können, sei es aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern.
Bei der Durchführung unserer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit in Bezug auf die im Konzernlagebericht im Abschnitt “Konsolidierte Nachhaltigkeitserklärung” aufgenommene konsolidierte Nachhaltigkeitsberichterstattung gehen wir wie folgt vor:
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Wir gewinnen ein Verständnis von den Verfahren der Gesellschaft, die für die Aufstellung der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung relevant sind.
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Wir gewinnen ein Verständnis über das Verfahren zur Wesentlichkeitsanalyse und beurteilen, ob alle durch das Verfahren zur Wesentlichkeitsanalyse ermittelten relevanten Informationen in die konsolidierte Nachhaltigkeitsberichterstattung aufgenommen wurden.
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Wir beurteilen, ob die durch unsere Prüfungshandlungen erlangten Nachweise über die von dem Konzern implementierten Verfahren mit der Beschreibung in der Angabe zu IRO 1 gemäß ESRS 2 übereinstimmen.
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Wir beurteilen, ob die Struktur und die Darstellung der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung im Einklang mit den gesetzlichen Anforderungen und den ESRS stehen.
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Wir führen Befragungen des relevanten Personals und analytische Prüfungshandlungen zu ausgewählten Angaben in der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung durch.
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Wir führen, sofern es die Umstände nach prüferischem Ermessen erfordern, Vor-Ort-Besuche (Site Visits) bei ausgewählten Standorten durch.
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Wir führen aussagebezogene Prüfungshandlungen in Stichproben zu ausgewählten Angaben in der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung durch.
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Wir erlangen Nachweise über die dargestellten Methoden zur Entwicklung von Schätzungen und zukunftsgerichteten Informationen.
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Wir erlangen ein Verständnis des Verfahrens zur Identifizierung taxonomiefähiger und taxonomiekonformer Wirtschaftsaktivitäten und zur Erstellung der entsprechenden Angaben in der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Prüfung der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mag. Alfred Ripka.
Wien
26. Mai 2026
Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH
Mag. Alfred Ripka e.h.Mag. Marieluise Krimmel e.h.
WirtschaftsprüferWirtschaftsprüferin
voestalpine AG
BETEILIGUNGEN
Erläuterungen:
KV Vollkonsolidierung
KEA Equity-Methode assoziiertes Unternehmen
KEG Equity-Methode Gemeinschaftsunternehmen
K0 Keine Konsolidierung
Firmenwortlaute geben den Stand vom 27. April 2026 wieder.
STEEL DIVISION
31.03.2026
31.03.2025
Sitz der
Gesellschaft
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
voestalpine Stahl GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Cargo Service GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Caseli GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Logistik Service GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
VAPS GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Camtec GmbH
AUT
100,000 %
KV
voestalpine Eurostahl GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Giesserei Linz GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Giesserei Traisen GmbH & Co KG
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Giesserei Traisen Verwaltung GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Grobblech GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Standortservice GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Steel & Service Center GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Steel Service Center Polska Sp. z o.o.
POL
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Steel Service Center Romania SRL
ROU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Steel US Holding LLC
USA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
ArcelorMittal Texas HBI Holdings LLC¹
USA
20,000 %
KEA
20,000 %
KEA
Industrie-Logistik-Linz GmbH¹
AUT
49,000 %
KEA
49,000 %
KEA
Kocel Steel Foundry Co., Ltd.¹
CHN
49,000 %
KEA
49,000 %
KEA
Kühne + Nagel Euroshipping GmbH¹
DEU
49,000 %
KEA
49,000 %
KEA
METALSERVICE S.P.A.¹
ITA
40,000 %
KEA
40,000 %
KEA
Scholz Austria GmbH¹
AUT
34,011 %
KEA
34,011 %
KEA
TransAnt GmbH
AUT
30,977 %
KEA
Jiaxing NYC Industrial Co., Ltd
CHN
51,000 %
KEG
Energie AG Oberösterreich
AUT
2,071 %
K0
2,071 %
K0
K1-MET GmbH
AUT
35,000 %
K0
35,000 %
K0
¹ Für die gekennzeichneten equitykonsolidierten Unternehmen gilt als Bilanzstichtag der 31.12.
STEEL DIVISION
31.03.2026
31.03.2025
Sitz der
Gesellschaft
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
Linzer Schlackenaufbereitungs- und vertriebsgesellschaft m.b.H.
AUT
33,333 %
K0
33,333 %
K0
vivo Mitarbeiter-Service GmbH
AUT
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine Belgium NV/SA
BEL
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine Camtec Corp.
CAN
100,000 %
K0
voestalpine CR, s.r.o.
CZE
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine d.o.o.
HRV
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine d.o.o.
SRB
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine d.o.o.
SVN
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine Deutschland GmbH
DEU
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine France SAS
FRA
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine Hungaria Kft.
HUN
99,000 %
K0
99,000 %
K0
voestalpine Iberia S.L.
ESP
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine Italia S.r.l.
ITA
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine Nederland B.V.
NLD
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine Polska Sp. z o. o.
POL
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine Scandinavia AB
SWE
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine Schweiz GmbH
CHE
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine Slovakia, s.r.o.
SVK
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine Stahlwelt GmbH
AUT
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine Steel Trading (Shenyang) Co., Ltd.
CHN
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine Turkey Celik Limited Sirketi
TUR
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine UK Ltd.
GBR
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine USA LLC
USA
100,000 %
K0
100,000 %
K0
Werksgärtnerei Gesellschaft m.b.H.
AUT
100,000 %
K0
100,000 %
K0
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
31.03.2026
31.03.2025
Sitz der
Gesellschaft
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
voestalpine High Performance Metals GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Advanced Tooling Tek (Shanghai) Co., Ltd.
CHN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
ASSAB Japan KK
JPN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
ASSAB Steels (HK) Ltd.
CHN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
ASSAB Steels (Malaysia) Sdn Bhd
MYS
100,000 %
KV
100,000 %
KV
ASSAB Steels (Taiwan) Ltd.
TWN
97,000 %
KV
97,000 %
KV
ASSAB Steels (Thailand) Ltd.
THA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
ASSAB Steels Korea Co., Ltd
KOR
100,000 %
KV
100,000 %
KV
ASSAB Steels Singapore (Pte) Ltd.
SGP
100,000 %
KV
100,000 %
KV
ASSAB Steels Vietnam Company Limited
VNM
100,000 %
KV
100,000 %
KV
ASSAB Tooling (Beijing) Co., Ltd.
CHN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
ASSAB Tooling (Dong Guan) Co., Ltd.
CHN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
ASSAB Tooling (Qing Dao) Co., Ltd.
CHN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
ASSAB Tooling (Xiamen) Co., Ltd.
CHN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
ASSAB Tooling Technology (Chongqing) Co., Ltd.
CHN
95,000 %
KV
95,000 %
KV
ASSAB Tooling Technology (Ningbo) Co., Ltd.
CHN
95,000 %
KV
95,000 %
KV
ASSAB Tooling Technology (Shanghai) Co., Ltd.
CHN
95,000 %
KV
95,000 %
KV
Bohlasia Steels Sdn. Bhd.
MYS
100,000 %
KV
100,000 %
KV
BÖHLER GRUNDSTÜCKS BETEILIGUNGS GMBH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Böhler Grundstücks GmbH & Co. Kommanditgesellschaft¹
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
BÖHLER Immobilien GmbH & Co KG
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
K0
BÖHLER Management & Service GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Bohler Special Steels (Shanghai) Co., Ltd.
CHN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Densam Industrial Co. Ltd.
TWN
98,530 %
KV
98,530 %
KV
Deville Rectification S.A.S.U.
FRA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
EDRO Engineering LLC
USA
100,000 %
KV
EDRO Specialty Steels GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
EDRO Specialty Steels LLC
USA
100,000 %
KV
Eschmann Textura Internacional - Transformacao de Ferramentas, Unipessoal, LDA
PRT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Eschmann Textures India Private Limited
IND
100,000 %
KV
100,000 %
KV
¹ Der vorliegende Konzernabschluss gilt im Sinne des § 264b dHGB für die Böhler Grundstücks GmbH & Co. Kommanditgesellschaft als befreiend.
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
31.03.2026
31.03.2025
Sitz der
Gesellschaft
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
Eschmann Textures International GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
GMV Eschmann International SAS
FRA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Gravutex Eschmann International Limited
GBR
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Jing Ying Industrial Co. Ltd.
TWN
98,530 %
KV
98,530 %
KV
OOO voestalpine High Performance Metals RUS
RUS
100,000 %
KV
PT Assab Steels Indonesia
IDN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Uddeholm Eiendom AS (in Liquidation)
NOR
100,000 %
KV
Uddeholms AB
SWE
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Villares Metals International B.V.
NLD
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Villares Metals S.A.
BRA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Additive Manufacturing Center GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Additive Manufacturing Centre Ltd.
CAN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine BÖHLER Aerospace GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine BÖHLER Aerospace GmbH & Co KG
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine BÖHLER Bleche GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine BÖHLER Bleche GmbH & Co KG
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine BÖHLER Profil GmbH & Co KG
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine BÖHLER Profil VerwaltungsGmbH
AUT
100,000 %
KV
voestalpine Edelstahl Deutschland GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine eifeler Coating GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine eifeler Coatings LLC
USA
100,000 %
KV
voestalpine eifeler Lasertechnik GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine eifeler Vacotec GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metal Anonim Sirketi
TUR
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals (Australia) Pty Ltd
AUS
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals Africa (Pty) Ltd
ZAF
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals Argentina S.A.
ARG
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals B.V.
NLD
100,000 %
KV
100,000 %
KV
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
31.03.2026
31.03.2025
Sitz der
Gesellschaft
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
voestalpine High Performance Metals Brasil Ltda.
BRA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals Colombia S.A.
COL
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals CZ s.r.o.
CZE
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals del Ecuador S.A.
ECU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals del Peru S.A.
PER
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals Deutschland GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals Deutschland Holding GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals DIGITAL SOLUTIONS GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals Finland Oy Ab
FIN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals France S.A.S.
FRA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals Hungary Kft.
HUN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals Iberica, S.A.U.
ESP
100,000 %
KV
100,000 %
KV
VOESTALPINE HIGH PERFORMANCE METALS INDIA PRIVATE LIMITED
IND
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals International GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals Italia S.p.A.
ITA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals LLC
USA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals Ltd.
CAN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals Norway AS
NOR
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals Pacific Pte. Ltd.
SGP
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals Polska Sp. z o. o.
POL
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals Romania S.R.L.
ROU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals S.A. de C.V.
MEX
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals Schweiz AG
CHE
100,000 %
KV
99,830 %
KV
voestalpine High Performance Metals SCM GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals SCM GmbH & Co KG
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals Slovakia, s.r.o.
SVK
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals Sweden AB
SWE
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine High Performance Metals UK Limited
GBR
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine HPM Denmark A/S
DNK
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine HPM Deutschland Beteiligungs SE
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
31.03.2026
31.03.2025
Sitz der
Gesellschaft
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
voestalpine Specialty Metals (Shanghai) Co. Ltd.
CHN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Specialty Metals Europe GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Specialty Metals Pte. Ltd.
SGP
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Specialty Metals UK Ltd
GBR
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Technology Institute (Asia) Co. Ltd.
TWN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
BÖHLER-UDDEHOLM UKRAINE LLC (in Liquidation)
UKR
100,000 %
K0
Eschmann Beteiligungsgesellschaft mbH
DEU
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine HPM Zagreb d.o.o.
HRV
100,000 %
K0
100,000 %
K0
METAL ENGINEERING DIVISION
31.03.2026
31.03.2025
Sitz der
Gesellschaft
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
voestalpine Metal Engineering GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd.
CHN
50,000 %
KV
50,000 %
KV
Italfil S.p.A.
ITA
90,000 %
KV
90,000 %
KV
Nortrak-Damy, Cambios de Via, S.A.P.I. de C.V.
MEX
51,007 %
KV
51,007 %
KV
OOO voestalpine Bohler Welding Russia
RUS
100,000 %
KV
PT voestalpine Bohler Welding Asia Pacific
IDN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Ruzhou Zhengzhou Railway Sanjia Turnout Co., Ltd.
CHN
35,000 %
KV
35,000 %
KV
Travertec S.R.L.
ROU
100,000 %
KV
75,000 %
KV
TSF-A GmbH
AUT
50,100 %
KV
50,100 %
KV
TSTG Schienen Technik GmbH & Co KG¹
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
TSTG Schienen Technik Verwaltungs GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
VALIDA Railway Systems Investment Co. Ltd.
CHN
50,000 %
KV
50,000 %
KV
VAMAV Vasúti Berendezések Kft.
HUN
50,000 %
KV
50,000 %
KV
voestalpine Bahnsysteme Vermögensverwaltungs GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler weldCare AB
SWE
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding (China) Co., Ltd.
CHN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Africa Pty. Ltd.
ZAF
51,000 %
KV
51,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Arc Technology S.r.l.
ITA
90,000 %
KV
90,000 %
KV
voestalpine Bohler Welding Asia Pacific Pte. Ltd.
SGP
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Austria GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Austria Vertriebs-GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Automation GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Belgium
BEL
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Bohler Welding Canada Ltd.
CAN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding CEE GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Fileur SRL
ITA
90,000 %
KV
90,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Fontargen GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding France SAS
FRA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Germany GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Germany Vertriebs-GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Group GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Hellas S.A.
GRC
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Bohler Welding India Private Limited
IND
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Bohler Welding India Technology Private Limited
IND
100,000 %
KV
100,000 %
KV
¹ Der vorliegende Konzernabschluss gilt im Sinne des § 264b dHGB für die TSTG Schienen Technik GmbH & Co KG als befreiend.
METAL ENGINEERING DIVISION
31.03.2026
31.03.2025
Sitz der
Gesellschaft
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
voestalpine Böhler Welding Italia S.r.l.
ITA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Italy Invest S.r.l.
ITA
100,000 %
KV
90,000 %
KV
voestalpine Bohler Welding Mexico S.A. de C.V.
MEX
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Bohler Welding Middle East FZE
ARE
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Nederland B.V.
NLD
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Nordic AB
SWE
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Northeast Asia Ltd.
KOR
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Bohler Welding Romania SRL 
ROU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Schweiz AG
CHE
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Soldas do Brasil Ltda.
BRA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Spain, S.A.
ESP
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding Trading (Shanghai) Co., Ltd.
CHN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Bohler Welding UK Limited
GBR
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Bohler Welding USA LLC
USA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Böhler Welding UTP GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Fastening Systems Sp. z o.o.
POL
75,000 %
KV
75,000 %
KV
voestalpine Forschungsservicegesellschaft Donawitz GmbH
AUT
93,986 %
KV
93,986 %
KV
voestalpine Kardemir Demiryolu Sistemleri Sanayi ve Ticaret Anonim Sirketi
TUR
59,935 %
KV
59,935 %
KV
voestalpine Klöckner Bahntechnik GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Metal Engineering US Holding LLC
USA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Nortrak-Damy US LLC
USA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Rail Technology GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Railway Systems Asia Co., Ltd.
THA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Railway Systems Australia Pty Ltd
AUS
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Railway Systems Beijing Co. Ltd.
CHN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Railway Systems Brazil Ltda.
BRA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Railway Systems Bulgaria OOD
BGR
51,000 %
KV
51,000 %
KV
voestalpine Railway Systems France SAS
FRA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Railway Systems Germany GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Railway Systems GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Railway Systems Italy S.r.l.
ITA
100,000 %
KV
voestalpine Railway Systems JEZ, S.L.
ESP
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Railway Systems Latvia SIA
LVA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Railway Systems Lietuva, UAB
LTU
66,000 %
KV
66,000 %
KV
voestalpine Railway Systems MFA SASU
FRA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
METAL ENGINEERING DIVISION
31.03.2026
31.03.2025
Sitz der
Gesellschaft
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
voestalpine Railway Systems Nortrak LLC
USA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Railway Systems Nortrak Ltd.
CAN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Railway Systems Polska Sp. z o. o.
POL
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Railway Systems Romania S.A.
ROU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Railway Systems Saudi Arabia Limited
SAU
51,000 %
KV
51,000 %
KV
voestalpine Railway Systems Solutions Egypt S.A.E
EGY
90,000 %
KV
90,000 %
K0
voestalpine Railway Systems Spain, S.L.
ESP
100,000 %
KV
100,000 %
K0
voestalpine Signaling Austria GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Signaling China Co. Ltd.
CHN
100,000 %
KV
voestalpine Signaling Poland Sp. z o.o.
POL
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Signaling Sainerholz GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Signaling Siershahn GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Signaling UK Ltd.
GBR
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Signaling USA LLC
USA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Stahl Donawitz GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Track Solutions Duisburg GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Track Solutions Königsborn GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Track Solutions Netherlands B.V.
NLD
70,000 %
KV
70,000 %
KV
VOEST-ALPINE TUBULAR CORP.
USA
57,500 %
KV
57,500 %
KV
voestalpine Tubulars Germany GmbH
DEU
57,500 %
KV
57,500 %
KV
voestalpine Tubulars GmbH
AUT
57,500 %
KV
57,500 %
KV
voestalpine Tubulars GmbH & Co KG
AUT
49,888 %
KV
49,888 %
KV
voestalpine Turnout Technology Egypt S.A.E
EGY
60,000 %
KV
60,000 %
KV
voestalpine Turnout Technology Germany GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Turnout Technology Netherlands B.V.
NLD
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Turnout Technology UK Limited²
GBR
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Turnout Technology Zeltweg GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine VAE Africa (Pty) Ltd.
ZAF
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine VAE SA (Pty) Ltd.
ZAF
49,000 %
KV
49,000 %
KV
voestalpine VAE VKN India Private Limited
IND
57,000 %
KV
57,000 %
KV
voestalpine Wire (Suzhou) Co., Ltd.
CHN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Wire Austria GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Wire Germany GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Wire Italy s.r.l.
ITA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Wire Rod Austria GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
² Mit Ende des Geschäftsjahres 2025/26 hat die voestalpine Turnout Technology UK Limited, Großbritannien, die Vermögenswerte und Schulden der HIRD Rail Services Limited in Liquidation, Großbritannien, durch einen Umgründungsvorgang übernommen.
METAL ENGINEERING DIVISION
31.03.2026
31.03.2025
Sitz der
Gesellschaft
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
Weichenwerk Wörth GmbH
AUT
56,950 %
KV
56,950 %
KV
WS Service GmbH3
AUT
49,000 %
KEA
49,000 %
KEA
voestalpine Digital Track Management GmbH
AUT
50,000 %
KEG
50,000 %
KEG
Burbiola S.A.
ESP
50,000 %
K0
50,000 %
K0
Casedo GmbH
AUT
100,000 %
K0
100,000 %
K0
KW PenzVAEE GmbH
AUT
49,000 %
K0
49,000 %
K0
Liegenschaftsverwaltungs GmbH
AUT
100,000 %
K0
100,000 %
K0
Parkwood Way Holdings Ltd.
CAN
40,000 %
K0
40,000 %
K0
Royal Fortune Holding Limited
HKG
25,000 %
K0
25,000 %
K0
Sistemas Ferroviarios Argentinos S.R.L.
ARG
40,000 %
K0
40,000 %
K0
Virtual Vehicle Research GmbH
AUT
4,358 %
K0
4,358 %
K0
voestalpine Railway Systems Engineering Asia Private Limited
IND
77,850 %
K0
voestalpine Railway Systems Nortrak Canada LTD.
CAN
100,000 %
K0
3 Für das gekennzeichnete equitykonsolidierte Unternehmen gilt als Bilanzstichtag der 31.12.
METAL FORMING DIVISION
31.03.2026
31.03.2025
Sitz der
Gesellschaft
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
voestalpine Metal Forming GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Nedcon B.V.
NLD
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Nedcon Bohemia, s.r.o.
CZE
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Nedcon France SASU
FRA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Nedcon Lagertechnik GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Nedcon USA LLC
USA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
RFC LLC
USA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
RFC-Sharon LLC
USA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
STAMPTEC France SAS
FRA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Torri Australia Pty Ltd
AUS
100,000 %
KV
100,000 %
KV
TORRI S.R.L.
ITA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Automotive Components Aguascalientes S. de R.L. de C.V.
MEX
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Automotive Components Arad Beteiligung GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Automotive Components Arad SRL
ROU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Automotive Components Birkenfeld GmbH & Co. KG¹
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Automotive Components Böhmenkirch GmbH & Co. KG¹
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Automotive Components Bunschoten B.V.
NLD
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Automotive Components Cartersville Beteiligung GmbH (in Liquidation)
DEU
100,000 %
KV
voestalpine Automotive Components Cartersville LLC
USA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Automotive Components Dettingen GmbH & Co. KG¹
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Automotive Components East London (Pty) Ltd.
ZAF
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Automotive Components Fontaine
FRA
99,998 %
KV
99,998 %
KV
voestalpine Automotive Components Holding GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
K0
voestalpine Automotive Components Hungaria Kft.
HUN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Automotive Components Linz GmbH & Co KG
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
¹ Der vorliegende Konzernabschluss gilt im Sinne des § 264b dHGB für die voestalpine Automotive Components Birkenfeld GmbH & Co. KG, voestalpine Automotive Components Böhmenkirch GmbH & Co. KG und voestalpine Automotive Components Dettingen GmbH & Co. KG als befreiend.
METAL FORMING DIVISION
31.03.2026
31.03.2025
Sitz der
Gesellschaft
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd GmbH & Co. KG¹
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Automotive Components Shenyang Co., Ltd.
CHN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Automotive Components Tianjin Co., Ltd.
CHN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Bunschoten B.V.
NLD
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Clad Rack Solutions LLC
USA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine HTI Beteiligungs GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Krems Finaltechnik GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Krems GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
VOEST-ALPINE KREMS U.K. plc
GBR
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Meincol S.A.
BRA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Metal Forming Netherlands Holding B.V.
NLD
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Metal Forming US Holding LLC
USA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Metsec plc
GBR
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Präzisionsprofil GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Precision Strip AB
SWE
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Precision Strip GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Precision Strip LLC
USA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Precision Strip (Suzhou) Co., Ltd
CHN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Precision Strip, S.A.U.
ESP
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Profilafroid
FRA
99,925 %
KV
99,925 %
KV
voestalpine Profilform (China) Co., Ltd.
CHN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Profilform s.r.o.
CZE
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Rotec Coating SRL
ROU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Rotec de Mexico S. de R.L. de C.V.
MEX
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Rotec GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
¹ Der vorliegende Konzernabschluss gilt im Sinne des § 264b dHGB für die voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd GmbH & Co. KG als befreiend.
METAL FORMING DIVISION
31.03.2026
31.03.2025
Sitz der
Gesellschaft
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
voestalpine Rotec GmbH & Co. KG¹
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Rotec Iberica S.A.
ESP
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Rotec Limited
GBR
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Rotec North America Corp.
CAN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Rotec Sp. z o. o.
POL
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine S.A.P.
FRA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Sadef nv
BEL
100,000 %
KV
100,000 %
KV
Entwicklungsgesellschaft Gügling Verwaltungs GmbH
DEU
100,000 %
K0
100,000 %
K0
EURACIER
FRA
20,000 %
K0
20,000 %
K0
Metal Sections Limited
GBR
100,000 %
K0
100,000 %
K0
Munkfors Energi AB
SWE
40,000 %
K0
40,000 %
K0
SADEF FRANCE S.A.R.L.
FRA
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine Automotive Components Dettingen Verwaltungs GmbH
AUT
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine Automotive Components Linz Verwaltung GmbH
AUT
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine Beteiligungsgesellschaft Schwäbisch Gmünd mbH
DEU
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine Stamptec Beteiligungs GmbH
DEU
100,000 %
K0
100,000 %
K0
¹ Der vorliegende Konzernabschluss gilt im Sinne des § 264b dHGB für die voestalpine Rotec GmbH & Co. KG als befreiend.
HOLDING & GROUP SERVICES
31.03.2026
31.03.2025
Sitz der
Gesellschaft
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
Anteils-
höhe
Konsoli-
dierungsart
voestalpine Financial Services B.V.
NLD
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Funding International GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine group-IT (Suzhou) Co., Ltd.
CHN
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine group-IT GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine group-IT GmbH
DEU
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine group-IT Tecnologia da Informacao Ltda.
BRA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine HR Services GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine Management Consulting (Shanghai) Co., Ltd.
CHN
100,000 %
KV
voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine US Holding GmbH
AUT
100,000 %
KV
100,000 %
KV
voestalpine US Holding LLC
USA
100,000 %
KV
100,000 %
KV
APK Pensionskasse AG¹
AUT
32,104 %
KEA
32,104 %
KEA
VA Erzberg GmbH
AUT
0,000 %
KEA
0,000 %
KEA
AC styria Mobilitätscluster GmbH
AUT
12,333 %
K0
12,333 %
K0
Danube Equity GmbH
AUT
100,000 %
K0
100,000 %
K0
Donauländische Baugesellschaft m.b.H.
AUT
100,000 %
K0
100,000 %
K0
voestalpine group-IT AB (in Liquidation)
SWE
100,000 %
K0
voestalpine HR Services GmbH (in Liquidation)
DEU
100,000 %
K0
voestalpine Insurance Broker GmbH
AUT
100,000 %
K0
100,000 %
K0
¹ Für das gekennzeichnete equitykonsolidierte Unternehmen gilt als Bilanzstichtag der 31.12.
voestalpine AG
JAHRESABSCHLUSS
2025/26
Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Bilanz zum 31.03.2026
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.04.2025 bis 31.03.2026
Anlagenspiegel zum 31.03.2026
460
Anhang zum UGB-Abschluss der voestalpine AG 2025/26
508
Bestätigungsvermerk
Erklärung des Vorstandes gem. § 124 (1) BörseG 2018
BERICHT DES VORSTANDES
LAGEBERICHT 2025/26
CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT
Der konsolidierte Corporate Governance-Bericht des Geschäftsjahres 2025/26 ist auf der Website der voestalpine AG unter der Rubrik „Investoren“ veröffentlicht.
Der exakte Pfad lautet
http://www.voestalpine.com/group/de/investoren/corporate-governance
BERICHT ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF UND
DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE
EUROPA/EU
Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa verlief im Geschäftsjahr 2025/26 insgesamt verhalten. Zu Beginn des Berichtszeitraumes stagnierte das BIP nahezu, wobei der Dienstleistungssektor leichte positive Tendenzen zeigte, während die Industrieproduktion auf niedrigem Niveau verharrte. Mit Kalenderjahreswechsel konnte die Wirtschaftsdynamik vorerst etwas an Fahrt aufnehmen.
Zusätzliche Unsicherheit erzeugte die Verschlechterung der internationalen Handelsbeziehungen. Die US‑Zollpolitik führte nach dem sogenannten Liberation Day im April 2025 in weiterer Folge über das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 zu erheblicher Unsicherheit. Nach intensiven Verhandlungen und letztlich einer Supreme Court-Entscheidung, welche die Zollbestimmungen wieder aufgehoben hat, wurden von der US-Administration neuerliche Zollregelungen in Kraft gesetzt. Davon unberührt galten jedoch über den gesamten Berichtszeitraum 50 % Zoll auf alle – und damit auch europäische – Stahlprodukte.
Gegen Ende des Geschäftsjahres 2025/26 trübten geopolitische Entwicklungen die Stimmung. Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten und daraus resultierende Störungen im Öl- und Gasmarkt führten weltweit zu deutlich steigenden Energiepreisen und wirkten negativ auf das ökonomische Sentiment in Europa.
In Summe war das Geschäftsjahr 2025/26 damit von schwacher Industriekonjunktur, einem belastenden außenwirtschaftlichen Umfeld und geopolitischen Risiken geprägt. In diesem Umfeld entwickelte sich die Nachfrage in den Bereichen Bau, Maschinenbau und Konsumgüter durchwegs schwach. Die Automobilindustrie zeigte ein differenziertes Bild: Hochqualitative Stahlbleche wurden weiterhin gut nachgefragt, die Nachfrage nach Automobilkomponenten war über den Berichtszeitraum hinweg wenig zufriedenstellend. Strategische Marktsegmente wie Eisenbahninfrastruktur, Luftfahrt und Lagertechnik entwickelten sich trotz der schwierigen Konjunktursituation sehr positiv.
NORDAMERIKA/USA
Die wirtschaftliche Entwicklung in Nordamerika blieb über den Verlauf des Geschäftsjahres 2025/26 insgesamt solide. Trotz einer Phase intensiver handelspolitischer Spannungen – geprägt von Zollankündigungen, deren Rücknahmen sowie anschließenden Verhandlungen und letztlicher Gerichtsentscheidung des Supreme Court – zeigte die US-Wirtschaft eine robuste Grunddynamik.
Wachstumstreiber waren insbesondere Investitionen im Technologiesektor, vor allem im Umfeld künstlicher Intelligenz, sowie ein stabiler privater Konsum. Die Bauwirtschaft entwickelte sich außerhalb des KI‑Booms hingegen deutlich verhaltener, und auch die Industrieproduktion wies nur eine stabile Tendenz auf. Im Herbst 2025 führte der längste Government Shutdown der US‑Geschichte zu einer temporären Wachstumsabschwächung, die vor allem aus sinkenden Staatsausgaben resultierte, aber letztlich nur temporär wirkte. Gegen Ende der Berichtsperiode führte die Auseinandersetzung mit dem Iran auch in Nordamerika zu deutlich gestiegenen Energiepreisen und somit zu Unsicherheiten in der wirtschaftlichen Entwicklung.
Bei den nordamerikanischen Standorten der voestalpine führten die Rahmenbedingungen zu zurückhaltendem Bestellverhalten. Tooling und Automotive Components entwickelten sich volatil, während die Lieferungen von Produkten für die Öl‑ und Gasindustrie aufgrund der Handelsbeschränkungen gering blieben. Dagegen verzeichneten Luftfahrt, Eisenbahnsysteme und Lagertechnik im gesamten Geschäftsjahr 2025/26 eine gute Nachfrage.
SÜDAMERIKA/BRASILIEN
Die brasilianische Wirtschaft, für die voestalpine der wichtigste südamerikanische Markt, verlor im Verlauf des Geschäftsjahres 2025/26 an Schwung. Während der Dienstleistungssektor, die Agrarwirtschaft und der private Konsum weiterhin positiv wirkten, belasteten hohe Leitzinsen die Industrieproduktion deutlich. Zusätzlich wirkten erhöhte chinesische Importe sowie eingeschränkte Exportmöglichkeiten nach Nordamerika – bedingt durch das US‑Zollregime – dämpfend auf die Marktentwicklung. Obwohl gegen Ende des Geschäftsjahres 2025/26 die Inflation in Brasilien unter 4 % fiel und der Leitzins (Selic-Rate) um 0,25 % auf nun 14,75 % gesenkt wurde, führten der Nahost-Konflikt und die damit einhergehenden steigenden Ölpreise auch für die brasilianische Wirtschaft zu weiterer Unsicherheit.
Für die brasilianischen voestalpine‑Standorte bedeuteten diese Entwicklungen im Geschäftsjahr 2025/26 einen markanten Rückgang der Nachfrage im Spezialstahlbereich. Auch Tubes & Sections war in mehreren Segmenten rückläufig, während Railway Systems eine stabile und gute Nachfrage aufrechterhielt.
ASIEN/CHINA
Das wirtschaftliche Umfeld in China war im Geschäftsjahr 2025/26 stark von handelspolitischen Spannungen mit den USA geprägt. Eine Phase wechselseitiger Zölle und Exportbeschränkungen ging erst nach umfangreichen Verhandlungen in eine stabile Vereinbarung über. Aufgrund des im Frühjahr 2026 in Kraft getretenen Supreme Court-Urteils führten die zusätzlichen Zollregelungen zu verbesserten Rahmenbedingungen für China im Vergleich zu anderen asiatischen Export-Ländern.
Das gesamtwirtschaftliche Wachstum blieb positiv, wurde jedoch überwiegend von starken Exporten getragen. Die Binnenwirtschaft entwickelte sich hingegen verhalten und schwächte sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2025/26 weiter ab.
High‑Tech‑Industrien wie Automobil und Spezialmaschinenbau konnten weiterhin wachsen, auch wenn sie im Verlauf des Geschäftsjahres 2025/26 etwas an Dynamik verloren. Private Konsumausgaben, Bauwirtschaft und Investitionstätigkeit blieben weitgehend schwach.
Die Geschäftsentwicklung der chinesischen voestalpine-Standorte zeigte demnach ein heterogenes Bild: Automotive Components war aufgrund intensiven Wettbewerbs bereits seit Beginn des Geschäftsjahres 2025/26 von geringer Nachfrage betroffen und schwächte sich angesichts Kürzungen von Kaufanreizen im Verlauf der Berichtsperiode weiter ab. Auch die Nachfrage im Bereich Tubes & Sections trübte sich während des Geschäftsjahres 2025/26 zunehmend ein. Die Nachfrage nach hochqualitativem Werkzeugstahl blieb positiv, und auch Railway Systems fand ein stabiles Marktumfeld vor.
UMSATZ NACH DIVISIONEN
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UMSATZ NACH BRANCHEN
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BERICHT ÜBER DIE FINANZIELLEN LEISTUNGSINDIKATOREN DER voestalpine AG (Holding)
Die Umsatzerlöse der voestalpine AG bestehen neben der Weiterverrechnung von Aufwendungen für CO2-Emissionszertifikate hauptsächlich aus den an Tochtergesellschaften verrechneten Konzernumlagen für zentrale Konzerndienstleistungen, bestehend aus Management Fees und Markenlizenzen. Die Umsatzerlöse beliefen sich im Geschäftsjahr 2025/26 auf 342.930,5 Tsd. EUR (Vorjahr 307.580,4 Tsd. EUR). Das Finanzergebnis veränderte sich von 298,3 Mio. EUR im Vorjahr auf 646.391,9 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2025/26.
Das Finanzergebnis der voestalpine AG setzt sich überwiegend aus Beteiligungserträgen, Bewertungseffekten aus Finanzanlagen und dem Zinsergebnis zusammen. Im Geschäftsjahr 2025/26 beliefen sich die Beteiligungserträge auf 400.151,1 Mio. EUR (Vorjahr 512,5 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2025/26 erfolgte eine Zuschreibung einer Beteiligung eines verbundenen Unternehmens in Höhe von 125,0 Mio. EUR (Vorjahr außerplanmäßige Abschreibung von 330,0 Mio. EUR). Der Zinsensaldo belief sich auf 117,2 Mio. EUR (Vorjahr 109,9 Mio. EUR).
Im Berichtsjahr betrug das Ergebnis aus den Steuerumlagen der Steuergruppe 27,8 Mio. EUR (Vorjahr –21,3 Mio. EUR). Das Ergebnis nach Steuern belief sich im Geschäftsjahr auf 609,7 Mio. EUR (Vorjahr 298,3 Mio. EUR).
Die Eigenkapitalrentabilität (= Jahresüberschuss x 100/Eigenkapital Vorjahr) beträgt im Berichtsjahr 8,7 % (Vorjahr 4,4 %). Die Anlagendeckung (= Eigenkapital x 100/Anlagevermögen) beträgt im Berichtsjahr 205,9 % (Vorjahr 197,2 %). Das Eigenkapital beträgt 7.482,9 Mio. EUR (Vorjahr 6.976,1 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote (= Eigenkapital x 100/Gesamtkapital) beträgt im Berichtsjahr 71,2 % (Vorjahr 68,3 %). Das Gearing (= Nettofinanzverschuldung x 100/Eigenmittel) beläuft sich auf −48,3 % (Vorjahr −41,8 %).
Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit (erwirtschaftete liquide Mittel, soweit nicht durch Investitions-, Desinvestitions- oder Finanzierungstätigkeit beeinflusst) für das Geschäftsjahr 2025/26 beträgt –33,2 Mio. EUR (Vorjahr –144,8 Mio. EUR), aus der Investitionstätigkeit (Differenz der Ein- und Auszahlungen aus dem Investitionsbereich) 720,2 Mio. EUR (Vorjahr 110,5 Mio. EUR), freier Cashflow (Abfluss/Zufluss flüssiger Mittel vor Kapitalaus- und Kapitaleinzahlungen) daher 687,0 Mio. EUR (Vorjahr –34,3 Mio. EUR) und aus der Finanzierungstätigkeit (Differenz der Ein- und Auszahlungen aus dem Finanzbereich) –391,1 Mio. EUR (Vorjahr −495,7 Mio. EUR).
Die Nettofinanzverschuldung (verzinsliche Verbindlichkeiten abzüglich verzinsliches Vermögen) – im Falle eines negativen Vorzeichens liegt ein Nettofinanzguthaben vor – beträgt –3.612,9 Mio. EUR (Vorjahr −2.918,4 Mio. EUR). Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter:innen, die in der Konzernzentrale tätig waren, betrug im Berichtsjahr 144 (Vorjahr 139).
UMSATZERLÖSE
2024/25
2025/26
Konzernumlagen
143.312,7
144.511,7
Sonstiger Konzernumsatz
164.166,1
198.377,6
Fremdumsatz
101,6
41,3
Summe
307.580,4
342.930,5
Tsd. EUR
ERGEBNIS NACH STEUERN = JAHRESÜBERSCHUSS
2024/25
2025/26
Finanzergebnis
298.346,9
646.391,9
Ergebnis vor Steuern
310.988,8
643.968,0
Steuern
–12.639,0
–34.297,8
Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss
298.349,7
609.670,2
Tsd. EUR
Die Nettofinanzverschuldung wird wie folgt definiert:
NETTOFINANZVERSCHULDUNG
31.03.2025
31.03.2026
Finanzielle Verbindlichkeiten langfristig
1.662,0
1.280,0
Finanzielle Verbindlichkeiten kurzfristig
1.297,9
1.467,3
Liquide Mittel
–566,0
–861,9
Sonstige Wertpapiere und Anteile
–18,1
–18,1
Ausleihungen und sonstige Forderungen Finanzierung
–5.294,2
–5.480,2
Nettofinanzverschuldung
–2.918,4
–3.612,9
Mio. EUR
MITARBEITER:INNEN
Zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 mit 31. März 2026 beschäftigte die voestalpine AG (Holding) 166 Mitarbeiter:innen. Dies entspricht einer Erhöhung um 5 Beschäftigte oder 3,1 % gegenüber dem 31. März 2025. Daraus ergibt sich ein Fulltime-Equivalent (FTE) von 147 Personen und damit gegenüber dem Vorjahr eine Erhöhung um 5,8 % (+8 FTE).
IM ZENTRUM: FEMALE EMPOWERMENT
Die voestalpine AG hat sich das Ziel gesetzt, den Frauenanteil im Unternehmen zu erhöhen und setzt dabei auf eine umfassende Strategie, die in der HR-Strategie 2030+ verankert ist. Diese zielt darauf ab, die voestalpine AG als attraktive Arbeitgeberin für Frauen zu positionieren, sowohl für bestehende als auch für potenzielle Mitarbeiterinnen. Female Empowerment trägt zur Vielfalt in Entscheidungspositionen, zur Steigerung des Mitarbeiter:innen-Engagements und zur Förderung einer positiven Unternehmenskultur bei.
Zielsetzung der Konzernstrategie ist es, den Anteil an weiblichen Führungskräften bis 2030 von 14 % (im Jahre 2024) auf 18 % zu erhöhen. Zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 betrug der Anteil an weiblichen Führungskräften 25,7 % in der voestalpine AG. Zum Stichtag 31. März 2026 betrug der Gesamtanteil von Frauen über alle Qualifikationsbereiche hinweg im Unternehmen 55,4 %.
Als attraktive Arbeitgeberin gilt es für die voestalpine, das Interesse von Frauen an einer Tätigkeit im Unternehmen zu wecken, sie langfristig zu begeistern und sie in ihrer beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung zu stärken.
MITARBEITERBETEILIGUNG
Seit dem Jahr 2001 verfügt die voestalpine über ein Modell der Mitarbeiterbeteiligung, das seither kontinuierlich ausgebaut wurde. Neben allen österreichischen Beschäftigten sind auch Mitarbeiter:innen in Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Polen, Belgien, der Tschechischen Republik, Italien, der Schweiz, Rumänien, Spanien und Schweden an „ihrem“ Unternehmen beteiligt. Die Stimmrechte aus den Mitarbeiter:innen-Aktien werden in der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung gebündelt, womit diese sich als stabile Kernaktionärin der voestalpine AG darstellt. Zum 31. März 2026 sind insgesamt rund 25.800 Mitarbeiter:innen an der voestalpine AG beteiligt. Sie halten rund 25,0 Mio. Stück Aktien, die durch die generelle Stimmrechtsbündelung einen Anteil von 14,0 % am Grundkapital des Unternehmens abbilden (2024/25: 14,7 %).
MITARBEITER:INNEN-BEFRAGUNG
Die Einbindung der Mitarbeiter:innen in strategisch relevante Themen erfolgt in der voestalpine unter anderem durch eine konzernweite Befragung in regelmäßigen Abständen. Nach der konzernweiten Mitarbeiter:innen‑Befragung im Herbst 2024 starteten die teilnehmenden Gesellschaften den vorgesehenen Aufarbeitungsprozess. Dieser beinhaltete die Analyse der Ergebnisse sowie die Ableitung geeigneter Maßnahmen. Bis Juni 2025 meldeten insgesamt 208 Gesellschaften ihre priorisierten Maßnahmen im konzernweit einheitlichen Reportingtool, das durch die englischsprachige Erfassung und vollständige Einsicht aller Einheiten einen transparenten Austausch ermöglicht. Obwohl jede Gesellschaft angehalten war, nur die zwei wichtigsten Maßnahmen zu berichten, nutzten einige die Möglichkeit, zusätzliche Aktivitäten anzuführen. Insgesamt wurden 450 Maßnahmen erfasst – etwas mehr als nach der Befragung 2022.
Die gemeldeten Maßnahmen betreffen – neben dem zentralen Engagement‑Wert, der die Verbundenheit der Mitarbeiter:innen mit dem Unternehmen beschreibt – vor allem die Handlungsfelder Wertschätzung, Zusammenarbeit und Team. Ein Großteil (81 %) ist als kontinuierliche Maßnahme ausgelegt, und 82 % richten sich an alle Mitarbeiter:innen (ohne Unterscheidung, ob White Collar, Blue Collar, Lehrlinge/Auszubildende etc.).
Die gesammelten Ergebnisse des ersten Reportingzeitpunkts wurden im Juli 2025 an den Vorstand der voestalpine AG übermittelt. Die Erhebung hinsichtlich des Umsetzungsstatus der Maßnahmen startete im März 2026. Zusätzlich umfasst der konzernweite Aufarbeitungsprozess die Berichterstattung in den jeweiligen Aufsichtsrats‑ bzw. Beiratsgremien sowie eine laufende Kommunikation gegenüber der Belegschaft.
Die nächste voestalpine-Mitarbeiter:innen-Befragung findet im Herbst 2026 in rund 50 Ländern und 26 Sprachen statt und wird gemeinsam mit einem externen Partner durchgeführt.
ONBOARDING-PROZESS
Das professionelle Onboarding neuer Mitarbeiter:innen erleichtert den Start in das Unternehmen. Es zielt darauf ab, neue Mitarbeiter:innen von Beginn an in das Unternehmen gut zu integrieren. So kann sichergestellt werden, dass die neuen Kolleg:innen in einem vorbereiteten, wertschätzenden Umfeld beginnen können.
Dazu wurde ein „Onboarding-Leitfaden“ entwickelt, welcher wie eine Checkliste abgearbeitet werden kann. Dieser beinhaltet Informationen, welche in den ersten Wochen und Monaten hilfreich sind. Die Führungskraft und der zugewiesene „Buddy“ werden sich gemeinsam mit der:dem neuen Mitarbeiter:in mit der Checkliste befassen. Darin sind alle notwendigen Kontakte, Tools und Netzwerkveranstaltungen aufgelistet, welche für den Start in den neuen Job erforderlich sind. Des Weiteren ist aufgelistet, wer für die Durchführung der einzelnen Schritte verantwortlich ist.
Eintrittsphase – erster Arbeitstag/erste Woche
Der erste Tag bzw. die erste Woche im neuen Job dient vorranging der Eingewöhnung. Langsam kann sich die:der neue Mitarbeiter:in mit der Firmenkultur, den neuen Kolleg:innen und dem Arbeitsgebiet vertraut machen. Dazu sind ein Vorstellen der neuen Mitarbeiterin bzw. des neuen Mitarbeiters in der Abteilung und ein Rundgang vorgesehen. Jede:r neue Mitarbeiter:in erhält eine Willkommens-E-Mail mit dem Link zur Welcome-Broschüre (konzernweit) und Onboarding-Seite der voestalpine AG. Als Hilfestellung für den Einstieg gibt es noch den „Welcome Guide“ sowie den „Workplace Guide“.
Zeitnah zum Eintritt findet ein persönliches Willkommensgespräch zwischen der:dem neuen Mitarbeiter:in und der Abteilung Human Resources statt, in welchem die:der neue Mitarbeiter:in über innerbetriebliche Regelungen und arbeitsrechtliche Vorschriften sowie Benefits informiert wird.
Vorstellen neuer Mitarbeiter:innen im Intranet
Damit die Kolleg:innen die:den neue:n Mitarbeiter:in so schnell wie möglich kennenlernen können, werden neue Mitarbeiter:innen im Intranet vorgestellt. Dazu erhält die:der neue Mitarbeiter:in in den ersten Arbeitstagen eine Willkommens-E-Mail mit der Bitte einige Daten zur Person bekanntzugeben. Der Vorstellungstext wird anschließend gemeinsam mit der Abteilung Group Communication erarbeitet. Diese Kurz-Vorstellung wird im Intranet unter „myCompany“ > „Organisation“ > „Neue Mitarbeiter:innen in der voestalpine AG (Holding)“ veröffentlicht.
Kontaktaufnahme des Betriebsrats mit der:dem neuen Mitarbeiter:in
Das BR-Team stellt sich bei der:dem neuen Mitarbeiter:in vor und heißt sie bzw. ihn herzlich willkommen. Zusätzlich wird 1 x im Halbjahr für alle neuen Mitarbeiter:innen ein gemeinsames Willkommens-Frühstück mit dem Betriebsrat und der HR organisiert, bei welchem sich die Möglichkeit bietet, sich untereinander näher kennenzulernen und auszutauschen.
Des Weiteren wird ein „Come2gether“ vom Betriebsrat organisiert und findet abwechselnd jeden zweiten Mittwoch bzw. Donnerstag im Monat im Kommunikationsraum statt. Im Zuge des Come2gethers bietet sich die Möglichkeit für ein abteilungsübergreifendes Kennenlernen in ungezwungenem Rahmen.
Integrationsphase
In dieser Phase geht es darum, die:den neue:n Mitarbeiter:in immer mehr ins Unternehmen zu integrieren und bei vielen Gelegenheiten selbst die Initiative und Umsetzung übernehmen zu lassen.
Beim Kick-off-Gespräch zwischen der Führungskraft und der:dem neuen Mitarbeiter:in sollte nochmals geklärt werden, was von ihr bzw. ihm erwartet wird. Die:der neue Mitarbeiter:in sollte aber auch formulieren können, was sie bzw. er sich erwartet. So können allfällige Missverständnisse gleich im Vorfeld vermieden werden. Zwischen der Führungskraft und der:dem neuen Mitarbeiter:in ist festzulegen, welche Aufgaben und Zuständigkeiten in den Bereich der neuen Mitarbeiterin bzw. des neuen Mitarbeiters fallen. Nach der Einarbeitungsphase sollte zirka nach drei Monaten ein Feedback-Gespräch mit der neuen Kollegin bzw. dem neuen Kollegen durchgeführt werden.
All die aufgezählten Maßnahmen tragen positiv zur Integration der neuen Mitarbeiterin bzw. des neuen Mitarbeiters in der voestalpine AG bei und stellen einen strukturierten Onboarding-Prozess sicher.
MITARBEITER:INNEN-GESPRÄCH
Das jährliche, verpflichtende Mitarbeiter:innen-Gespräch ist ein zentrales Instrument der Personalentwicklung und gelebter Bestandteil der voestalpine-Führungskultur. Es dient dem strukturierten Dialog zwischen Führungskraft und Mitarbeiter:in und schafft einen verbindlichen Rahmen für Rückmeldung, Entwicklungsperspektiven und Zielvereinbarungen. Wesentliche Merkmale sind eine sorgfältige Vorbereitung, regelmäßige Durchführung und nachvollziehbare Dokumentation.
Im Zuge des Mitarbeiter:innen-Gesprächs werden individuelle Ziele und dazugehörige Maßnahmen sowie Entwicklungsmaßnahmen definiert und im Mitarbeiter:innen-Gesprächsleitfaden dokumentiert. Die getroffenen Vereinbarungen werden beim nächsten Mitarbeiter:innen-Gespräch gemeinsam evaluiert. Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden bei der voestalpine AG (Holding) 129 Mitarbeiter:innen-Gespräche durchgeführt.
PERSÖNLICHE ENTWICKLUNG UND AUSBILDUNG
Die voestalpine AG verpflichtet sich zur laufenden Weiterentwicklung der Aus- und Weiterbildung, um die Kompetenzen der Mitarbeiter:innen an aktuelle und künftige Anforderungen anzupassen. Dies ist auch in den Handlungsfeldern der HR-Strategie 2030+ verankert. Die im Folgenden beschriebenen Maßnahmen tragen zur persönlichen Entwicklung und Ausbildung der Mitarbeiter:innen – ein Aspekt, der als wesentliche positive Auswirkung der voestalpine AG bewertet wurde – sowie zur Erreichung der Ziele der HR-Strategie 2030+ bei.
Im Geschäftsjahr 2025/26 nahmen 100 % aller Mitarbeiter:innen der voestalpine AG (Holding) an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teil. Das gesamte Schulungsvolumen lag bei 1.856 Stunden, was durchschnittlich 10,8 Stunden pro Teilnehmer:in entspricht.
FLUKTUATION
Zahlreiche Maßnahmen sorgen dafür, das Wissen und die Erfahrung der Mitarbeiter:innen bestmöglich zu nutzen und die Zufriedenheit der Beschäftigten weiter zu erhöhen. Dadurch wird auch die Fluktuationsrate so gering wie möglich gehalten. Auf Basis der Gesamtzahl der zum Bilanzstichtag beschäftigten Mitarbeiter:innen der voestalpine AG (Holding) in der Höhe von 166 lag im Geschäftsjahr 2025/26 die Fluktuationsrate für Dienstverhältnisse, die einvernehmlich oder durch Mitarbeitende beendet wurden, bei 6,0 % (inklusive interne Übertritte in andere voestalpine-Gesellschaften). Insgesamt verließen 12 Mitarbeiter:innen extern das Unternehmen (z. B. durch Kündigung, Pensionierung), um 6 Mitarbeiter:innen mehr als im Geschäftsjahr 2024/25 (6). Das entspricht einer externen Gesamtfluktuationsquote von 7,2 % (um 3,5 % mehr als im Vorjahr).
FORSCHUNG
UND ENTWICKLUNG
Die voestalpine AG betreibt selbst keine Forschung und Entwicklung, koordiniert jedoch die gruppenweiten Forschungs- und Entwicklungsprojekte.
UMWELTAUF-
WENDUNGEN
UND UMWELT-
INVESTITIONEN
Die Umweltschutzausgaben des voestalpine-Konzerns belaufen sich im Geschäftsjahr 2025/26 auf einen Wert von 291 Mio. EUR.
Im Berichtszeitraum flossen die Aufwendungen in folgende Schwerpunktbereiche:
»
59 % in Luftreinhaltung einschließlich EU-Emissionshandelszertifikaten
»
9 % in Gewässerschutz
»
31 % in Abfallwirtschaft
»
0,1 % in Schutz und Sanierung von Boden, Grund- und Oberflächenwasser
»
0,1 % in Lärmbekämpfung
»
< 0,1 % in Arten- und Landschaftsschutz
»
1,5 % Sonstige
UMWELTAUFWENDUNGEN voestalpine AG
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Die Umweltinvestitionen im Geschäftsjahr 2025/26 belaufen sich auf 61,8 Mio. EUR. Davon wurden 75 % in End-of-Pipe-Maßnahmen (z. B. Anlagen zur Abgasreinigung, Entstaubung, Abwasserbehandlung etc.) und 25 % in prozessintegrierte Maßnahmen investiert.
»
Die Umweltinvestitionen im Berichtszeitraum können wie folgt aufgeschlüsselt werden:
»
6 % in Klimaschutz
»
12 % in Energiemanagement
»
26 % in Luftreinhaltung
»
30 % in Gewässerschutz
»
4 % in Wasserwirtschaft
»
6 % in Abfallwirtschaft
»
11 % in Kreislaufwirtschaft
»
1 % in Schutz und Sanierung von Boden, Grund- und Oberflächenwasser
»
< 0,1 % in Arten- und Landschaftsschutz
»
2 % in Lärmbekämpfung
»
1 % Sonstige
UMWELTINVESTITIONEN voestalpine AG
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Investitionen in Maßnahmen zum Klimaschutz (Dekarbonisierung und Transformation der Produktionsprozesse) z. B. im Rahmen des Klimaschutzprogramms greentec steel sind in den angeführten Umweltinvestitionen nicht berücksichtigt.
EMISSIONSHANDEL
Der Zukauf von CO2-Zertifikaten für den voestalpine-Konzern erfolgt zentral über die voestalpine AG (Holding). Die CO2-Zertifikate werden von der voestalpine AG (Holding) am Finanzmarkt beschafft und intern an die Bedarfsträger weiterverkauft.
Der Zukaufsbedarf des voestalpine-Konzerns ergibt sich aus der Gesamtmenge benötigter Zertifikate (Höhe der Emissionen) abzüglich der zugeteilten Freizertifikate. Im Durchschnitt der letzten Jahre lag er bei rund einem Drittel der gesamten CO2-Emissionen.
CBAM
Seit 1. Jänner 2026 befindet sich der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) in der Bepreisungsphase, wodurch für in den Anwendungsbereich fallende Importwaren eine Verpflichtung zur finanziellen Abgeltung der eingebetteten Treibhausgasemissionen entsteht. In Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften werden in den jeweiligen Bedarfsträgergesellschaften Rückstellungen für die erwarteten Verpflichtungen aus dem Erwerb von CBAM‑Zertifikaten gebildet. Damit wird der aus dem CBAM resultierende Aufwand bereits in den jeweiligen Geschäftsjahren ergebniswirksam abgebildet. Der tatsächliche Erwerb von CBAM‑Zertifikaten und der damit verbundene Zahlungsmittelabfluss erfolgen erst ab September 2027.
KLIMASCHUTZ
Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit und erfordert entschlossene Maßnahmen von Unternehmen. Die voestalpine gehört zu den größten Treibhausgas-Emittenten Österreichs und steht vor der Aufgabe, ihre Emissionen drastisch zu senken.
Der Fokus liegt auf einer Transformation der Produktionsprozesse, die durch technologische Innovationen, strategische Investitionen und enge Zusammenarbeit mit Kund:innen und Lieferant:innen vorangetrieben wird.
Die voestalpine hat einen Klimaübergangsplan erstellt und verfolgt eine umfassende Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2050 entlang der gesamten Wertschöpfungskette und hat sich im Rahmen der Science Based Targets initiative (SBTi) verpflichtet, ihre absoluten Treibhausgasemissionen zu reduzieren. In Phase 1 des Klimaübergangsplans sollen bis zum Geschäftsjahr 2029/30 die Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 30 % und die Scope-3-Emissionen um 25 % gesenkt werden.
Darüber hinaus verfolgt die voestalpine das mittelfristige Ziel, ihre Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis zum Geschäftsjahr 2035/36 um 50 % zu reduzieren und langfristig bis spätestens zum Geschäftsjahr 2049/50 Netto-Null-Emissionen (Net-Zero) zu erreichen.
Zur Erreichung dieser strategischen Ausrichtung und für die Umsetzung dieses Klimaübergangsplans setzt die voestalpine auf verschiedene Dekarbonisierungshebel, die die gesamte Wertschöpfungskette abdecken und die Transformation zu einer emissionsarmen Stahlproduktion ermöglichen.
Der langfristige Klimaübergangsplan der voestalpine wird in drei Umsetzungsphasen unterteilt, um die langfristige Zielsetzung Net-Zero bis 2049/50 zu erreichen.
Die Dekarbonisierungshebel in Phase 1 bis 2029/30 sind klar definiert. Dazu zählen die industrielle Elektrifizierung mit dem Ersatz kohlebetriebener Hochöfen durch Elektrolichtbogenöfen (EAF) als wesentlichste Maßnahme, die Nutzung erneuerbarer Energien zur Reduktion des CO₂-Ausstoßes, der Rohstoffeinsatz in den Prozessen zur Eisen- und Stahlherstellung sowie die Steigerung der Energieeffizienz in Produktionsprozessen und der Infrastruktur. Darüber hinaus wird die Lieferkette aktiv in den Dekarbonisierungsprozess einbezogen, unter anderem durch den verstärkten Einsatz von CO₂-reduzierten Vormaterialien und die Optimierung des Rohstoffeinsatzes. Ein wesentlicher Dekarbonisierungshebel in Scope 1 und 2 ist die industrielle Elektrifizierung, die durch das Klimaschutzprogramm greentec steel maßgeblich vorangetrieben wird.
Neben der technologischen Transformation konzentriert sich die voestalpine auf gezielte Maßnahmen innerhalb der Wertschöpfungskette zur Reduktion der indirekten Treibhausgasemissionen entlang Scope 3. Nachhaltige Rohstoffbeschaffung und transparente Lieferketten spielen eine entscheidende Rolle.
Die Transformation der Produktionsprozesse in der Phase 1 des Klimaübergangsplans ermöglicht die Produktion von bis zu 2,5 Mio. Tonnen emissionsreduziertem Stahl.
Phase 2 und Phase 3 werden noch weiter konkretisiert, zielen jedoch auf die tiefgreifende Transformation von Prozessen sowie auf die vollständige Dekarbonisierung und Kompensation verbleibender Emissionen ab.
Ein wesentlicher Hebel in der Phase 2 ist das Vorantreiben der industriellen Elektrifizierung durch die Weiterführung der Transformation der Prozesse zur Stahlerzeugung. Die Anwendung von CO₂-Abscheidetechnologien (CCUS), die darauf abzielt, prozessbedingte Emissionen weiter zu reduzieren, und der schrittweise Umstieg verbleibender Energiemengen auf erneuerbare Energieträger unterstützen dabei, die Dekarbonisierung voranzutreiben. Die voestalpine arbeitet an der Weiterentwicklung dieser Technologien und Anwendung in industriellem Maßstab, dem Aufbau von technischen Pilotanlagen und der Umsetzung neuester Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung.
Phase 3 markiert den letzten Schritt auf dem Weg zu Net-Zero-Emissionen. Die voestalpine verfolgt in dieser Langfristbetrachtung einen technologieoffenen Ansatz, der verschiedene Lösungswege und Technologieoptionen in Betracht zieht und zusätzlich auch Raum für die Umsetzung zukünftiger Entwicklungen in Technologie und Wissenschaft zur Erreichung von Net-Zero-Emissionen zulässt. Größtmögliche Flexibilität und wirtschaftliche Realisierbarkeit spielen dabei eine wichtige Rolle. Die finanziellen Mittel zur Umsetzung dieser Transformation Phase 1 sind in der Mittelfristplanung berücksichtigt. Die voestalpine investiert in den nächsten Jahren gezielt in emissionsarme Technologien und energieeffiziente Anlagen. Zudem erfolgt eine regelmäßige Quantifizierung der benötigten Investitionen, um die Transformation wirtschaftlich nachhaltig zu gestalten.
Die voestalpine hat zur Aktivierung der Dekarbonisierungshebel im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie zur Dekarbonisierung und der EU-Taxonomie im Jahr 2023/24 einen CapEx-Plan mit einer Laufzeit von fünf Jahren erstellt. Rund 1,5 Mrd. EUR sollen im Zuge dessen in das Klimaschutzprogramm greentec steel investiert werden, das einen zentralen Bestandteil des Klimaübergangsplans des Unternehmens bildet.
In der voestalpine AG (Holding) wurden im Geschäftsjahr 2025/26 1.628,54 MWh Strom verbraucht. Der Aufwand für diesen Strombezug belief sich auf 201,2 Tsd. EUR. Weiters wurden in der voestalpine AG im Geschäftsjahr 2025/26 2.995 m3 Wasser verbraucht.
BERICHT ÜBER DIE RISIKEN
DES voestalpine- KONZERNS
Aktives Risikomanagement, wie es im voestalpine‑Konzern verankert ist, dient der langfristigen Sicherung des Unternehmensbestandes sowie der nachhaltigen Wertsteigerung und stellt einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Vorgaben zum Risikomanagement sind in Form einer konzernweit gültigen Verfahrensanweisung verankert, das Risikomanagementsystem wird laufend aktualisiert bzw. weiterentwickelt. Um Unternehmensziele bestmöglich zu erreichen, unterstützt der strukturierte Risikomanagementprozess das Management, Risiken frühzeitig zu identifizieren, deren potenzielle Auswirkungen zu bewerten und angemessene und geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Abwendung oder Vermeidung von Gefahren einzuleiten. Als integraler Bestandteil einer verantwortungsbewussten, nachhaltigen und wertorientierten Unternehmensführung ist Risikomanagement fest in Entscheidungs- und Geschäftsprozesse aller Unternehmensbereiche und Hierarchieebenen eingebettet und beinhaltet auch einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen und der Umwelt unter Beachtung regulatorischer Anforderungen. Risikomanagement erstreckt sich sowohl auf die strategische als auch auf die operative Ebene. Risikomanagement ist maßgebliches Element für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg und leistet einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung der Unternehmensstrategie und zur Erreichung der daraus abgeleiteten Zielsetzungen.
Das strategische Risikomanagement dient der Evaluierung und Absicherung der strategischen Unternehmensplanung. Die Strategie wird auf Konformität mit dem Zielsystem überprüft, um wertsteigerndes Wachstum durch bestmögliche Ressourcenallokation sicherzustellen. Im Risikomanagementprozess aufgezeigte Chancen werden aufgegriffen und im Strategieprozess berücksichtigt und weiterverfolgt. Das operative Risikomanagement, im Zuge dessen auch auf entsprechende Strategiekonformität geachtet wird, folgt einem konzernweit einheitlichen, mehrmals jährlich zu durchlaufenden Prozess („identifizieren und analysieren, bewerten, bewältigen, dokumentieren und überwachen“).
Zur Risikoidentifikation steht ein unterstützender und umfangreicher Fragenkatalog zur Verfügung, der regelmäßig auf Aktualität geprüft und bei Bedarf entsprechend angepasst wird.
Die Bewertung identifizierter Risiken erfolgt anhand einer Neun-Felder-Bewertungsmatrix mit Beurteilung der möglichen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit. Insbesondere werden Betriebs-, Markt-, Beschaffungs-, Technologie-, Finanz-, Personal-, Compliance-, IT- und Umweltrisiken sowie weitere Nachhaltigkeitsrisiken auf strategischer und operativer Ebene erfasst.
Maßnahmen zur Risikobewältigung verfolgen unter Berücksichtigung von Risikoappetit und
-tragfähigkeit unterschiedliche Strategien (wie „Vermeiden“, „Vermindern“, „Sichern“ sowie Kombinationen daraus und – sofern aus wirtschaftlichen Überlegungen keine weiteren Maßnahmen
sinnvoll erscheinen – „Tragen“ des Risikos). Die Festlegung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen liegt in der Verantwortung des lokalen Managements.
Der Risikomanagementprozess wird durch eine webbasierte IT‑Anwendung unterstützt, welche die Dokumentation und das Monitoring gewährleistet.
In den operativen Einheiten sind Risikomanager:innen nominiert, die in Abstimmung mit dem jeweiligen Management den Risikomanagementprozess in deren Einheiten aktiv vorantreiben und auch dezentral verantworten. Erkenntnisse des Risikomanagementprozesses sind auch Bestandteil der regelmäßigen divisionalen bzw. konzernalen Controllinggespräche, in denen wesentliche Veränderungen in der Risikolandschaft auf Ebene der Business Units bzw. auf Divisionsebene berichtet werden. Weiters erfolgt auf Divisions- und Konzernebene eine regelmäßige und enge Abstimmung mit dem Nachhaltigkeitsmanagement. Dem Vorstand der voestalpine AG wird standardisiert halbjährlich sowie bei Bedarf ad-hoc zum Risikomanagement berichtet. Die Gesamtverantwortung zum Risikomanagement liegt beim Vorstand der voestalpine AG.
Der Prüfungsausschuss der voestalpine AG befasst sich unter anderem kontinuierlich auch mit Fragen zum Risikomanagement und zum Internen Kontrollsystem bzw. zu dessen Überwachung. Risikomanagement wie auch Internes Kontrollsystem sind im voestalpine-Konzern integrale Bestandteile bestehender Managementsysteme. Die Konzernrevision prüft wesentliche Betriebs- und Geschäftsabläufe und die damit verbundenen Risiken inkl. zugehöriger Kontrollen einschließlich des Internen Kontrollsystems (IKS) und agiert bei der Wertung der Prüfungsergebnisse wie auch in der Berichterstattung als unabhängiger und weisungsfreier unternehmensinterner Bereich. Die Funktionsfähigkeit des eingerichteten Risikomanagementsystems wird wiederum jährlich durch externe Auditor:innen überprüft und beurteilt (Regel 83 ÖCGK). Dem Prüfungsausschuss wird halbjährlich zum Risikomanagement und auch zum Internen Kontrollsystem berichtet.
BESCHREIBUNG WESENTLICHER RISIKOFELDER
Die im Vorjahresgeschäftsbericht dargestellten wesentlichen Risikofelder und deren Vorsorgemaßnahmen haben nach wie vor Gültigkeit:
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GEOPOLITISCHE KONFLIKTE, POLITISCHE UNSICHERHEITEN UND DEREN AUSWIRKUNGEN
Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr war das Unternehmensumfeld weiterhin von geopolitischen Konflikten und Spannungen geprägt. Geopolitische Entwicklungen werden kontinuierlich beobachtet, um auch künftig potenzielle Auswirkungen auf den voestalpine-Konzern frühzeitig zu erkennen und um möglichen Risiken mit einer robusten und nachhaltigen Organisation in einem sich ständig wandelnden geopolitischen Umfeld proaktiv entgegenzuwirken. So haben zum Beispiel die im Zuge des Ukraine-Krieges etablierten Maßnahmen zur Aufrechterhaltung bzw. Sicherung der Versorgung mit relevanten Rohstoffen bzw. zur Gasversorgung weiterhin ihre Gültigkeit; diese sind im Kapitel Rohstoffverfügbarkeit, Energieversorgung angeführt. Weiters werden angesichts des seit Ende Februar 2026 andauernden Iran‑Krieges bestehende Vorkehrungen zur Versorgungssicherheit laufend auf ihre Wirksamkeit geprüft und bei Bedarf entsprechend angepasst.
Neben geopolitischen Konflikten beeinflussen auch handelspolitisch motivierte Eingriffe in Märkte – etwa in Form von Zöllen und Gegenzöllen bzw. Sanktionen – das Wirtschaftswachstum. So war der voestalpine‑Konzern von US‑Zöllen auf Stahlimporte beim Export aus dem EU-Raum in die USA betroffen (Erhöhung der Section 232-Zölle für Stahl von 25 % auf 50 % und der zusätzlichen Einführung der reziproken Zölle (IEEPA-Zölle) von 15 % auf Produkte aus Stahl). Im abgelaufenen Geschäftsjahr belief sich der daraus resultierende gesamte negative EBITDA‑Effekt auf einen hohen zweistelligen EUR-Millionenbetrag. Besonders stark betroffen waren Nahtlosrohre für die Öl‑ und Gasindustrie, wo die Zölle in Kombination mit einer schwachen US‑Nachfrage teilweise zu
einer geringeren Auslastung führten. Andere Industriezweige (wie zum Beispiel feuerverzinkte Materialien für die Automobilindustrie) waren weniger betroffen, in vielen Bereichen konnten Zollaufwendungen in weiten Teilen an Kund:innen weitergegeben werden. Der durch lokale Produktion in den USA erzielte Umsatz („local for local“) war nicht zollbelastet, mit dieser Strategie konnten die direkten finanziellen Auswirkungen der Zölle deutlich begrenzt werden. Da der US Supreme Court im Februar 2026 IEEPA-Zölle für unzulässig erklärt hat, beantragen betroffene Gesellschaften mittels einfachem Zollverfahren („protest filing“) eine Rückforderung über den Zollagenten („customs broker“) in einer aus Risikomanagementsicht unwesentlichen Größenordnung. Sollten die Bestrebungen der EU, einen Handelsdeal mit den USA zu erreichen, fehlschlagen, ist weiterhin von einer jährlichen Belastung in ähnlicher Größenordnung wie zuvor beschrieben auszugehen. In einem weiterhin herausfordernden konjunkturellen Umfeld werden potenzielle Folgen aus globalen (Handels-)Konflikten sowie veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen laufend beobachtet. Dabei wird auch die US-Zollpolitik weiterhin bestmöglich berücksichtigt. Reorganisationsprogramme sowie generelle Effizienzmaßnahmen werden auch unter diesen Aspekten konsequent weiterverfolgt.
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RISIKEN DER DEKARBONISIERUNG / KLIMASCHUTZPROGRAMM greentec steel
Die voestalpine bekennt sich zum Pariser Klimaabkommen und sieht in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie vor, Net-Zero-Emissionen bis 2050 im Einklang mit dem Zielpfad des EU-Emissionshandels zu erreichen. Um der Herausforderung der Dekarbonisierung der Stahlerzeugung unter Wahrung der Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu begegnen, hat die voestalpine das Klimaschutzprogramm greentec steel als wesentliches Kernelement des konzernalen Klimaübergangsplans entwickelt, welches den schrittweisen Umstieg auf neue Technologien vorsieht.
Die technische Umstellung der bestehenden Produktionsverfahren auf emissionsarme Technologien sowie drohende Kostensteigerungen aufgrund der CO2-Bepreisungsmechanismen in der EU stellen wesentliche transitorische Risiken für die voestalpine dar. Weitere Ausführungen dazu sind der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung im Konzernlagebericht zu entnehmen (Kapitel ESRS2 SBM-3-E1 Klimawandel und ESRS E1 Klimawandel).
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ROHSTOFFVERFÜGBARKEIT, ENERGIEVERSORGUNG
Zur langfristigen Absicherung der Rohstoff- und Energieversorgung in den erforderlichen Qualitäten und Mengen verfolgt der voestalpine-Konzern seit vielen Jahren eine den erhöhten politischen und wirtschaftlichen Risiken dieses globalisierten Marktes entsprechende diversifizierte Beschaffungsstrategie. Diese wird auch aufgrund der unterschiedlichen Dekarbonisierungsaktivitäten sowie zusätzlich durch geopolitische Entwicklungen (wie zum Beispiel dem mehrjährigen Ukraine-Krieg und dem aktuellen Iran-Krieg) und den Erfahrungen der Corona-Pandemie bekräftigt.
So wurden zum Beispiel seit Beginn des Ukraine-Krieges, um die Versorgung der Produktionswerke (insbesondere der Stahlwerke in Österreich) mit relevanten Rohstoffen (wie z. B. Eisenerz, Erzpellets, Einblaskohle, Legierungen) sicherzustellen, alternative Bezugsquellen und Transportwege aktiviert. Das generelle Halten von Vorräten an kritischen Rohstoffen (wie bei Eisenerz und metallurgischen Kohlen) trägt ergänzend dazu bei, kurzfristige Versorgungsengpässe zu überbrücken.
Weiters hat der voestalpine-Konzern seit mehreren Jahren vertraglich eigene Gasspeicherkapazitäten gesichert, um die Gasversorgung (insbesondere für die Wärmebehandlung und für die Walzwerke an den österreichischen Standorten) sicherzustellen. Mit dem per März 2026 bestehenden Gasspeichervorrat von ca. 0,75 TWh kann im Ernstfall bei völligem Ausfall der externen Versorgung annähernd zwei Monate lang der Vollbetrieb bzw. in Abhängigkeit von der jeweiligen Produktionsfahrweise ein Teilbetrieb über mehrere Monate aufrechterhalten werden. Darüber hinaus wurde ein neues Erdgasbeschaffungskonzept erarbeitet
und umgesetzt, bei dem basierend auf im eigenen Marktgebiet aktiven Hauptlieferanten zusätzlich internationale Drittlieferanten vertraglich gebunden wurden und die voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH selbst die voestalpine-Gesellschaften über die eigene Erdgasbilanzgruppe und direkten Bezug von den relevanten Gasbörsen CEGH und THE versorgen kann. So werden beispielsweise Gaslieferungen aus nicht-russischer Provenienz aus Norwegen oder aus LNG-Quellen abseits der konventionellen russisch/ukrainischen Transportrouten nach Österreich weitertransportiert. Bei einem möglichen Gasengpass würden zudem Notfallpläne in Kraft treten, bei denen nach Ausschöpfung des eigenen Erdgasspeichervolumens im Worst Case die Produktion schrittweise an die verfügbaren Energiemengen angepasst werden könnte. Nicht zuletzt wäre es durch die internationale Ausrichtung des Konzerns mit weltweit 500 Gesellschaften und Standorten – und damit zahlreichen nicht betroffenen Standorten außerhalb Europas – möglich, Produktionsengpässe zum Teil auch zu kompensieren. Durch die Anpassungsfähigkeit der Versorgungs- und Logistikprozesse an neue Herausforderungen können Engpässe vermieden werden.
Langfristige Lieferbeziehungen und Lieferverträge, die überlegte Ausweitung des Lieferant:innen-Portfolios sowie Optimierungen in der Eigenversorgung und der Kreislaufwirtschaft (z. B. wurden und werden im Bereich Schrott durch weiteren Ausbau bzw. Aufbau von Liefermöglichkeiten mit Kund:innen, Lieferant:innen und Prozesspartner:innen die Möglichkeiten einer Circular Economy entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter intensiviert) bilden die Kernelemente einer diversifizierten Beschaffungsstrategie, die angesichts der geopolitischen Ereignisse und der gegebenen Volatilität auf den Rohstoffmärkten weiterhin von hoher Bedeutung sind (Näheres dazu im Kapitel Rohstoffe dieses Lageberichtes).
Entwicklungen zur Rohstoff- und Energieversorgung werden im Hinblick auf die geopolitischen Entwicklungen weiterhin laufend beobachtet und im regelmäßigen Austausch zwischen Expert:innen und Vorstand bewertet. Aus aktueller Sicht und insbesondere auch aus dem aktuellen Iran-Krieg wird in der Versorgung der Weltmärkte von keinen physischen Engpässen in der Verfügbarkeit ausgegangen. Speziell im Bereich der für die voestalpine relevanten Erdgasversorgung ging man in der Vergangenheit von Überkapazitäten im LNG-Angebot und damit einhergehend von tendenziell rückläufigen Preisniveaus aus. Wird – trotz des Iran-Kriegs – weiterhin mengenmäßig von einer kapazitativen Deckung der Bedarfe ausgegangen, sind projizierte Preisentwicklungen unter den veränderten Rahmenbedingungen mit erhöhter Unsicherheit behaftet. Damit verbunden ist u.a. auch von Preissteigerungen im Transportbereich auszugehen. Weitere mittel- bzw. langfristige Auswirkungen aus dem aktuellen Iran-Krieg (wie zum Beispiel auf Preisentwicklungen aber auch auf die gesamtwirtschaftliche Konjunktur) sind abhängig von der Dauer und vom Ausgang des Konfliktes schwer einschätzbar und Teil laufender Analysen und Marktbeobachtungen. Hinsichtlich des Iran-Kriegs wird auf Basis der aktuellen Einschätzung derzeit von einem zeitlich begrenzten Ereignis ausgegangen.
Im Bereich der Energieversorgung wird die Erschließung alternativer Energieressourcen weiterhin laufend untersucht und konsequent vorangetrieben. Neben dem Ausbau eigener Erneuerbarer-Kapazitäten und dem Bezug von erneuerbarer Energie über langfristige PPA’s (Power Purchase Agreements) stehen zahlreiche Forschungs- und Demonstrationsprojekte in den Bereichen Wasserstoff, Biogas und Biomasse sowie Vorhaben in alternativen Eisen- und Stahlherstellungstechnologien (wie beispielsweise „H2FUTURE“ [Wasserstoffpilotanlage], Hy4Smelt – als Weiterentwicklung der HYFOR [Hydrogen Based Fine Ore Reduction]-Technologie kombiniert mit der Smelter Technologie - sowie „SuSteel“ [Sustainable Steelmaking]) weiterhin im Fokus. Die fortlaufende Optimierung der Energieeffizienz in Produktionsprozessen wird ebenfalls laufend untersucht und vorangetrieben. Ergänzend werden Forschungsaktivitäten im Bereich CO₂‑Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung (CCUS) fortgeführt. Die industrielle Speicherung
von Energie stellt ein mögliches Betrachtungsfeld der Zukunft dar, erste Evaluierungen sind im Laufen.
Ergänzende Informationen zu einzelnen Teilaspekten sind der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung im Konzernlagebericht zu entnehmen (Kapitel ESRS2 SBM-3-E1 Klimawandel, ESRS E1 Klimawandel und Kapitel I, F&E Innovation und Forschung & Entwicklung).
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ROHSTOFF- UND ENERGIEPREISABSICHERUNG
Ziele, Grundsätze, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sowie Methodik, Abläufe und Entscheidungsprozesse für den Umgang mit Rohstoff- und Energiepreisrisiken sind in einer internen Richtlinie festgelegt. Darauf aufbauend und unter Berücksichtigung individueller Besonderheiten des Geschäftsmodells der jeweiligen Konzerngesellschaft werden Preissicherungen in Form von kurzfristigen Lieferverträgen mit Fixpreisvereinbarung oder in Form von derivativen Finanzkontrakten vorgenommen. Zur teilweisen langfristigen Absicherung von Strompreisschwankungen werden PPA’s (Power Purchase Agreements) angewendet. Neben dem Strom wurden auch langfristige Sicherungen auf CO2-Zertifikate abgeschlossen. Je nach Geschäftsmodell der betroffenen Konzerngesellschaft können Änderungen der Energie- und Rohstoffpreise überwiegend bzw. zeitverzögert an Kund:innen weitergegeben werden. In diesem Fall ist es das Ziel des Risikomanagements, die kalkulierten Deckungsbeiträge der Verkaufsverträge abzusichern. Dem Rohstoffrisiko- und Energierisiko-Management unterliegen Eisenerz, HBI, Koks, Kokskohle, Zink, Nickel, CO2, Kobalt und Energien (Strom, Erdgas). Ziel ist die Reduktion der Ergebnisschwankung aus der Volatilität der Rohstoff- und Energiepreise auf jene Größe, die im Einklang mit dem Grundsatz der konservativen Finanzpolitik im Sinne der Finanzverfassung des voestalpine-Konzerns steht. Auf das Thema der Versorgungssicherheit (Beschaffungsrisiko) wurde bereits unter Rohstoffverfügbarkeit, Energieversorgung eingegangen. Die umfassenden Maßnahmen tragen dazu bei, finanzielle Stabilität zu gewährleisten und die Resilienz des Unternehmens gegenüber volatilen Märkten zu stärken und relevante Risiken mit der erforderlichen Flexibilität effektiv zu managen.
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STÖRUNGEN VON LOGISTIK- UND LIEFERKETTEN
Generell können globale Lieferketten durch geopolitische Konflikte (wie zum Beispiel dem aktuellen Iran-Krieg bzw. dem mehrjährigen Ukraine-Krieg), durch Handelskonflikte (und zum Beispiel damit verbundenen Produktionsverlagerungen) sowie durch andere Ereignisse (wie zum Beispiel Pandemien oder Epidemien) beeinträchtigt oder unterbrochen werden. Dabei kann es zum Beispiel kunden- bzw. lieferantenseitig oder durch Störungen in den Transportwegen sowie durch etwaige Sanktionen bzw. Embargos oder Handelsbarrieren zu Einschränkungen bzw. zu Umlenkungseffekten kommen. Die Fokussierung auf weniger anfällige Lieferketten und die gleichzeitige Verbreiterung der logistischen Optionen haben schon in der Vergangenheit bzw. auch aktuell die Ausfallsicherheit (z. B. bei Rohstofftransporten) sowie die Widerstandsfähigkeit unserer Logistik- und Lieferketten deutlich erhöht. Abhängig von der Dauer und dem Ausgang des Iran-Kriegs ist im Logistik-/Transportbereich von Preissteigerungen auszugehen, diese sowie weitere Folgewirkungen sind aus heutiger Sicht schwer abschätzbar. Aktuell wirken aus dem Iran-Krieg keine Störungen auf die Transportkette der voestalpine. Diversifizierte Beschaffungsstrategien und Lieferketten stärken die Resilienz gegenüber unvorhergesehenen Ereignissen. Aktuelle Entwicklungen werden insbesondere auch auf Basis geopolitischer Konflikte und bestehender bzw. sich abzeichnender globaler Handelskonflikte weiterhin laufend beobachtet und bewertet, um frühzeitig geeignete Maßnahmen ableiten zu können.
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AUSFALL VON PRODUKTIONSANLAGEN, ERGÄNZENDE BETRIEBLICHE RISIKEN
Zur Minimierung von Ausfallrisiken bei kritischen Anlagen wurden und werden erforderliche Modernisierungs- sowie Ersatzinvestitionen langfristig geplant und umgesetzt sowie gezielte und umfangreiche Investitionen in technische Optimierungen der sensiblen Aggregate getätigt. Um die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit der Anlagen laufend zu verbessern und das Ausfallrisiko
weiter zu minimieren, wurden weitere ergänzende Maßnahmen gesetzt; Dies sind beispielsweise eine konsequente und systematische sowie vorbeugende Instandhaltung, eine risikoorientierte Vorhaltung kritischer Reserveteile sowie entsprechende arbeitsplatzbezogene Schulungen betroffener Mitarbeiter:innen. Darüber hinaus sind für wesentliche Anlagen entsprechende Notfallpläne zur Minimierung etwaiger Risiken festgelegt.
Bezüglich einer plötzlichen ungeplanten Unterbrechung der Stromversorgung („Blackout“) sind an den wesentlichen Standorten kritische Anlagen und Prozesse großteils mit Notstromaggregaten abgesichert. Diese können für einen eingeschränkten Teilbetrieb, für Notfahrweisen bzw. im Extremfall für ein kontrolliertes Herunterfahren der Anlagen genutzt werden. Zusätzlich wird z. B. am Standort Linz ein eigenes Kraftwerk inkl. Schwarzstartfähigkeit betrieben. Dafür stehen interne Sondernetze (eigene, in sich geschlossene, abgeschottete Bereiche) zur Verfügung. Es erfolgen regelmäßige Übungen zu unterschiedlichen Szenarien (wie z. B. Test der Notstromaggregate, Test der Notfall- und Kommunikationspläne bei unterschiedlichen Ausfallszenarien), um im Ereignisfall bestmöglich vorbereitet zu sein. Etwaige Schäden an Anlagen, welche durch unterschiedliche Blackout-Szenarien verursacht werden können, werden regelmäßig analysiert sowie bewertet und entsprechende Vorsorgemaßnahmen getroffen bzw. bestehende Maßnahmen auf deren Wirksamkeit geprüft und gegebenenfalls angepasst. Vorhandene Notfallpläne werden von den jeweiligen Expert:innen für unterschiedliche Szenarien regelmäßig bewertet und bei Bedarf an neue bzw. geänderte Gegebenheiten angepasst.
Am Standort der voestalpine Stahl GmbH in Linz wird mit Geschäftsjahr 2026/27 planmäßig ein neues Produktionsplanungssystem in Betrieb gehen und das bestehende System ablösen. Dieses zentrale System ist essenziell für sämtliche Planungen und Abläufe im Produktionsbereich. Wird in der sukzessiven Inbetriebnahme-/Umstellungsphase ein gewisser Punkt überschritten, kann nicht mehr auf das abzulösende System zurückgeschaltet werden. Dem Restrisiko eines möglichen Produktionsausfalls im Zuge der Inbetriebnahme des neuen Produktionsplanungssystems wird mit einer Vielzahl an Maßnahmen vorgebeugt (wie zum Beispiel Priorisierung umzusetzender Maßnahmen, Berücksichtigung unterschiedlicher Szenarien, ausführliches Testmanagement).
Im Bereich von Großprojekten und Bauvorhaben (wie zum Beispiel im Zuge der Dekarbonisierungs-aktivitäten an den Standorten in Linz und Donawitz) werden verstärkt auch Fremdfirmen beauftragt. Dabei besteht das Restrisiko von möglichen Compliance-Verstößen seitens beauftragter Fremdfirmen und insbesondere von Verstößen gegen das Ausländerbeschäftigungsgesetz durch diese Fremdfirmen. Diesem Restrisiko bzw. einem damit verbundenen Reputationsrisiko wird durch entsprechende Maßnahmen (wie beispielsweise vertragliche Absicherung, Unterweisungen und Schulungen, Monitoring) entgegengewirkt.
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AUSWIRKUNGEN AUS TECHNOLOGIE-SUBSTITUTION
Eine etwaige Substitution bestehender Technologien (wie zum Beispiel, dass bestehende Werkstoffe, Fertigungsverfahren oder Anlagen durch neue Technologien ersetzt werden) und mögliche Auswirkungen (wie technisch, prozessual, wirtschaftlich) werden laufend beobachtet sowie angewandte Fertigungsverfahren und -prozesse inklusive der hergestellten Produkte laufend weiterentwickelt bzw. optimiert.
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IT-SICHERHEIT, AUSFALL VON IT-SYSTEMEN, NICHTVERFÜGBARKEIT WESENTLICHER IT-SERVICES BZW. IT-DIENSTE
Serviceleistungen für Geschäfts- und Produktionsprozesse, die hauptsächlich auf komplexen IT-Systemen basieren, werden an den meisten Konzernstandorten durch zu 100 % im Besitz der voestalpine AG befindliche IT-Tochtergesellschaften erbracht. Dies sind die voestalpine group-IT GmbH in Österreich und deren Schwesterunternehmen in Deutschland, Brasilien und China mit rd. 25 weltweiten Niederlassungen. Aufgrund der hohen Bedeutung von IT-Sicherheit und IT-Verfügbarkeit bzw. zur weiteren Minimierung möglicher IT-Ausfalls- und IT-Sicherheitsrisiken sind
sicherheitstechnische IT-Mindeststandards inkl. Vorgaben zum Business Continuity Management verfügbar, welche regelmäßig an neue Gegebenheiten angepasst werden und deren Einhaltung jährlich in Form von internen und externen Audits überprüft wird. Das hoch qualifizierte Security Operation Center (SOC) der voestalpine sorgt für die laufende Erkennung und Behebung von sicherheitsrelevanten Vorfällen und trägt so auch zur Prävention bei. Um das Risiko unberechtigter Zugriffe auf IT-Systeme und Anwendungen zu reduzieren, werden ergänzende Penetrationstests durchgeführt. Auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr erfolgten wieder breit angelegte Onlinekampagnen zur weiteren Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung der Mitarbeiter:innen hinsichtlich IT-Sicherheitsthemen, insbesondere für die Gefahren durch Phishing-Angriffe. Weiters ist eine IT Security Roadmap in Umsetzung, um über technische Maßnahmen die Sicherheit kontinuierlich weiter zu erhöhen. Dazu gehört unter anderem die Weiterführung der Netzwerksegmentierung zwischen Produktions-IT und Büro/Office-IT. In einer internen Arbeitsgruppe werden regelmäßig Informationen über etwaige Cyber-Fraud-Angriffe gesammelt (wie z. B. Social Engineering, CEO-Fraud, Zahlungs- und/oder Lieferumleitung, Phishing) und Präventivmaßnahmen entwickelt bzw. bestehende Maßnahmen auf deren Wirksamkeit geprüft und gegebenenfalls angepasst. Zur Abwendung möglicher Cyber-Fraud-Angriffe werden auch zu diesen Themen entsprechende Onlinekampagnen durchgeführt (unter anderem simulierte Phishing-Awareness-Programme) und spezielle E-Learnings angeboten, die ebenfalls zur Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen beitragen. Risiken aus der Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) wird durch Nutzungs- und Sicherheitsvorgaben bestmöglich entgegengewirkt (wie zum Beispiel durch eine KI-Konzernrichtlinie, eine konzernweite KI-Organisation, themenbezogene und verpflichtende Schulungen sowie E-Learnings bzw. durch einen Prüfungs- und Freigabeprozess von KI-Systemen als Bestandteil des IT-Demand-Prozesses).
Alle diese Maßnahmen zielen darauf ab, Ausfallrisiken und Ausfallzeiten sowie die Nichtverfügbarkeit von IT-Systemen und wesentlichen IT-Services bzw. IT-Diensten aufgrund von zum Beispiel Cyber-Angriffen, menschlichem Versagen, Manipulation, Hardwaredefekten und ähnlichen Ursachen bestmöglich zu reduzieren bzw. so gering wie möglich zu halten.
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PERSONALRISIKEN
Im voestalpine-Konzern stellen Mitarbeiter:innen mit ihrer Kompetenz und ihrem Einsatz einen wesentlichen und maßgeblichen Erfolgsfaktor dar. Die Positionierung der voestalpine AG als attraktive Arbeitgeberin einerseits sowie vielfältige Maßnahmen zur Mitarbeiter:innen-Bindung andererseits sollen die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften im erforderlichen Ausmaß sicherstellen. Laufende Aus- und Weiterbildung, attraktive Arbeitsbedingungen und -konditionen, eine moderne Arbeitsumgebung sowie vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten sind einzelne diesbezügliche Aspekte. Einen weiteren Schwerpunkt stellt auch die interne Lehrlingsausbildung dar.
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WISSENSMANAGEMENT/PROJEKTMANAGEMENT
Zur nachhaltigen Sicherung des vorhandenen Wissens, insbesondere zur Absicherung eines etwaigen Know-how-Verlustes, sind Projekte initiiert, die konsequent angewandt und weiterentwickelt bzw. angepasst werden. Neben einer permanenten Dokumentation des vorhandenen Wissens werden neue Erkenntnisse aus wesentlichen Projekten, aber auch aus ungeplanten Vorfällen – im Sinne von „Lessons Learned“ – entsprechend umgesetzt. Detaillierte Prozessdokumentationen, insbesondere auch im IT-gestützten Bereich, tragen ebenfalls zur Sicherung des vorhandenen Wissens bei.
Etwaigen Risiken aus Projekten (wie z. B. aus Großprojekten, aus Investitionen) wird durch den Einsatz unterschiedlichster Projektmanagement-Tools sowie durch ein entsprechendes Projekt-Monitoring – und je nach Größe des Projektes auch durch regelmäßige Projektaufsichtssitzungen unter Einbindung des Top-Managements – entgegengewirkt. Dies betrifft insbesondere auch etwaige Hochlauf- bzw. Kostensteigerungsrisiken. Erkenntnisse aus früheren Aktivitäten werden im
Sinne von „Lessons Learned“ gesammelt und bilden die Basis der kontinuierlichen Weiterentwicklung bestehender Werkzeuge zur konsequenten Anwendung auch bei künftigen Vorhaben.
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COMPLIANCE-RISIKEN
Compliance-Verstöße (wie z. B. Kartell- und Korruptionsverstöße) stellen ein erhebliches Risiko dar und können zu nachteiligen Auswirkungen – sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch Reputationsschäden – führen. Durch ein konzernales Compliance Management System soll diesen Risiken und insbesondere etwaigen Kartell- und Korruptionsverstößen entgegengewirkt werden. Themenbezogene Präsenzschulungen wie auch E-Learnings sind Teil dieses Systems. Ergänzende Informationen sind der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung im Konzernlagebericht zu entnehmen (Kapitel ESRS2 SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell sowie ESRS G1 Unternehmensführung).
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RISIKEN DER VERLETZUNG DATENSCHUTZRECHTLICHER BESTIMMUNGEN
Eine Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen kann sich finanziell nachteilig auswirken und auch zu Reputationsschäden führen. Basierend auf den konzernweit gültigen Datenschutzrichtlinien ist auch eine Datenschutzorganisation eingerichtet, welche das Management der Konzerngesellschaften darin unterstützt, seine Verantwortung wahrzunehmen, gesetzliche und konzerninterne Datenschutzvorschriften einzuhalten. Ein themenbezogenes E-Learning stellt eine ergänzende Maßnahme dar.
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RISIKEN AUS ELEMENTAREREIGNISSEN, PHYSISCHE KLIMARISIKEN
Die mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehenden, kurz- und mittelfristigen physischen Risiken aus Elementarereignissen sind der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung im Konzernlagebericht zu entnehmen (Kapitel ESRS2 SBM-3-E1 Klimawandel und ESRS E1 Klimawandel). Die zu den identifizierten Risiken implementierten Vorsorgemaßnahmen werden wiederkehrend auf Aktualität bzw. Vollständigkeit geprüft und bei Bedarf an neue Gegebenheiten angepasst bzw. erweitert (wie zum Beispiel im Zuge von regelmäßigen Übungen, dem Test bestehender Notfallpläne sowie durch Begehungen und „Risk-Surveys“ mit Versicherungsunternehmen). Der bestehende Versicherungsschutz zu Elementarereignissen sowie weiteren Risiken wird gemeinsam mit unserem internen Versicherungsunternehmen (voestalpine Insurance Broker GmbH) regelmäßig auf Aktualität geprüft. Die Wirksamkeit der implementierten Maßnahmen wird fortlaufend überwacht, um eine angemessene Risikosteuerung sicherzustellen und dem Voranschreiten des Klimawandels bestmöglich entgegenzusteuern.
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WEITERE RISIKEN DER NACHHALTIGKEIT
Mögliche weitere Nachhaltigkeitsrisiken sowie damit verbundene Themen wie Klima- und Umweltschutz, Sozial- und Arbeitnehmer:innen-Belange, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption werden inklusive deren Auswirkungen und im Einklang mit der konzernalen Nachhaltigkeitsstrategie auf allen Ebenen berücksichtigt. Weitere Ausführungen sind der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung im Konzernlagebericht zu entnehmen (Kapitel ESRS2 SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell sowie in den themenspezifischen Kapiteln).
Die erforderlichen Aktivitäten zur Erfüllung des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes wurden initiiert. Prozessvorgaben an betroffenen Standorten sind ausgerollt und werden laufend abgearbeitet. Zur Vorbereitung auf das europäische Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz wurden erste Umsetzungsmaßnahmen gestartet. Die gesetzlichen Entwicklungen ergeben einen erhöhten Mehraufwand, da die Umsetzungsverantwortung ohne vorgegebenen Mindest-Standard auf die großen Unternehmen abgeschoben wurde. Gesetzliche Entwicklungen werden weiterhin laufend beobachtet sowie bewertet und geplante Maßnahmen konsequent umgesetzt.
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STRUKTURWANDEL IN DER EUROPÄISCHEN INDUSTRIE
Politische Spannungen auf europäischer Ebene, hohe Energie- und Arbeitskosten, strenge Umweltanforderungen, bürokratische Hürden sowie regulatorische Unsicherheiten belasten den Standort Europa weiterhin und können z. B. zu einer zunehmenden Abwanderung der Produktion und von Investitionen, zu einem Anstieg bei Insolvenzen und zu deutlichen Wettbewerbsnachteilen infolge einseitiger Regulierungen führen. In diesem Umfeld sind Schutzmaßnahmen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Stabilität der europäischen Industrie von erheblicher Bedeutung. Entwicklungen werden weiterhin laufend beobachtet sowie bewertet und bestehende Maßnahmen konsequent weiterverfolgt (siehe z. B. nachfolgende Ausführungen zum Ausfall- bzw. Bonitätsrisiko) und sofern erforderlich ergänzende Maßnahmen abgeleitet.
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RISIKEN AUS DEM FINANZBEREICH
Betreffend Richtlinienkompetenz, Strategiefestsetzung und Zieldefinition ist das finanzielle Risikomanagement zentral organisiert. Das bestehende Regelwerk beinhaltet Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen sowohl für das Konzern-Treasury als auch für den Finanzbereich der einzelnen Konzerngesellschaften. Finanzielle Risiken werden ständig beobachtet und – wo sinnvoll – abgesichert. Die Strategie im Bereich des Fremdwährungsrisikomanagements zielt insbesondere auf die Erzielung von Natural Hedges und bei den anderen Risiken (Zinsen und Rohstoffe) auf eine Verminderung der Schwankungen der Cashflows und der Erträge sowie eine Absicherung der Deckungsbeiträge ab. Die Absicherung der Marktrisiken erfolgt zu einem hohen Anteil mit derivativen Finanzinstrumenten, die ausschließlich in Verbindung mit einem Grundgeschäft verwendet werden.
Im Einzelnen werden Finanzierungsrisiken durch folgende Maßnahmen abgesichert:
Liquiditätsrisiko
Liquiditätsrisiken bestehen im Allgemeinen darin, dass ein Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage ist, den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die bestehenden Liquiditätsreserven versetzen die Gesellschaft in die Lage, auch in Krisenzeiten ihre Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist neben der Liquiditätsreserve eine exakte Liquiditätsplanung, die quartalsweise revolvierend erstellt wird. Anhand der konsolidierten Ergebnisse wird der Bedarf an Finanzierungen und Kreditlinien bei Banken durch das zentrale Konzern-Treasury ermittelt. Der geplante Liquiditätsbedarf der nächsten zwölf Monate setzt sich zusammen aus den planmäßigen Mittelabflüssen für Tilgung von Anleihen, Krediten und sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten, der Dividende, Investitionen sowie dem identifizierten Working Capital-Bedarf. Bei der Berücksichtigung der unkommittierten Working Capital Finanzierungsprogramme wird zwischen aktivseitig strukturierten Programmen (z. B. Factoring) und passivseitigen Programmen (z. B. Supplier Finance) differenziert. Während Letztere in Anbetracht ihrer Abhängigkeit von der Konzernbonität nahezu vollständig mit Liquiditätsreserven hinterlegt werden müssen, ist das Deckungserfordernis bei Factoring-Programmen geringer zu bemessen. Dies ergibt sich aus der breiten Risikostreuung über zahlreiche Debitoren, der besicherungsähnlichen Struktur sowie der Möglichkeit, die Programme auch unter Stressbedingungen fortzuführen. Die den Liquiditätsbedarfen gegenüberzustellende Liquiditätsreserve setzt sich aus kurzfristig verfügbaren Treasury-Cash-Beständen, ungenutzten kommittierten Kreditlinien mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr, geplanten positiven Free Cash Flows, vertraglich fixierten Asset-Veräußerungen sowie gegebenenfalls hochliquiden Wertpapierpositionen zusammen. Die Liquiditätsreserven müssen die identifizierten Liquiditätsbedarfe der kommenden 12 Monate überdecken. Darüber hinaus wird in der Bankenpolitik auf eine breite Streuung der Finanzpartner:innen Wert gelegt, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Es wird weiterhin hoher Wert auf die Steigerung der internen Finanzierungskraft gelegt.
Bonitätsrisiko
Das Bonitätsrisiko bezeichnet Vermögensverluste, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner:innen entstehen können. Das Bonitätsrisiko der Grundgeschäfte ist durch einen hohen Anteil an Kreditversicherungen und bankmäßigen Sicherheiten (Garantien, Akkreditive) weitestgehend abgesichert. Das Ausfallrisiko für das verbleibende Eigenrisiko wird durch definierte Prozesse der Bonitätsbeurteilung, Risikobewertung, Risikoklassifizierung und Bonitätsüberwachung gemanagt. Durch den aktuellen Ukraine-Krieg kam es in der Vergangenheit in den einzelnen Kund:innen-Segmenten zu keinen nennenswerten Kürzungen von Limits durch die Kreditversicherungen und zu keiner Häufung an Forderungsausfällen. Das Bonitätsrisiko der Geschäftspartner:innen von finanziellen Kontrakten wird durch ein tägliches Monitoring des Ratings und der Veränderung der CDS-Levels (Credit Default Swap) der Kontrahent:innen gesteuert. Darauf aufbauend werden Veranlagungslimite gewichtet nach der Ausfallwahrscheinlichkeit allokiert.
Währungsrisiko
Vorrangiges Ziel des Fremdwährungsrisikomanagements ist es, durch Bündelung der Cashflows einen Natural Hedge (Cross Currency Netting) im Konzern zu erzielen. Eine Absicherung erfolgt dabei zentral durch den Abschluss von derivativen Sicherungsinstrumenten durch das Konzern-Treasury. Die voestalpine AG sichert die budgetierten Fremdwährungszahlungsströme (netto) mit einem Horizont von bis zu zwölf Monaten ab. Längerfristige Absicherungen werden nur bei kontrahierten Projektgeschäften, wie beispielsweise bei Lieferungen in die Luftfahrtindustrie, durchgeführt. Die Sicherungsquote liegt zwischen 25 % und 100 % der budgetierten Zahlungsströme innerhalb der nächsten zwölf Monate, wobei die Höhe der Sicherungsquote vom Geschäftsmodell der jeweiligen betroffenen Konzerngesellschaft abhängt. Darüber hinaus nimmt die Sicherungsquote mit der Laufzeit generell ab.
Zinsrisiko
Die Zinsrisikobeurteilung erfolgt für den gesamten Konzern zentral in der voestalpine AG. Hier wird insbesondere das Cashflow-Risiko (Risiko, dass sich der Zinsaufwand bzw. Zinsertrag zum Nachteil verändert) gemanagt. Mit Stichtag 31. März 2026 würde die Erhöhung des Zinsniveaus um einen Prozentpunkt zu einer Verminderung des Nettozinsaufwands aus Bankdarlehen und Kapitalmarktverbindlichkeiten im nächsten Geschäftsjahr in Höhe von 3,9 Mio. EUR führen. Dies ist jedoch eine Stichtagsbetrachtung, die im Zeitverlauf zu Schwankungen führen kann.
Preisrisiko
Eine Preisrisikobeurteilung findet ebenfalls in der voestalpine AG statt; zur Quantifizierung des Zins-­ und Währungsrisikos werden insbesondere Szenario-Analysen eingesetzt.
Risiko Wirtschaftskriminalität
Zur bestmöglichen Vermeidung von betrügerischen Handlungen ist im voestalpine-Konzern ein umfassendes Internes Kontrollsystem (IKS) eingerichtet, das darauf abzielt, die mit Geschäftsprozessen in Zusammenhang stehenden Risiken auf ein Minimum zu reduzieren, etwaige Fehler zu vermeiden und den Konzern in der Zielerreichung bestmöglich zu unterstützen. Mit dem IKS sollen Vermögens- und Imageverluste, verursacht durch vermögensschädigende Handlungen (wie z. B. unrechtmäßige Bereicherung in Form von Diebstahl, Betrug, Untreue, Urkundenfälschung und Unterschlagung, Vorteilnahme, Begünstigung usw. zur Erlangung persönlicher oder sonstiger Vorteile) bestmöglich vermieden werden.
Das interne Kontrollsystem beinhaltet vom Vorstand der voestalpine AG verabschiedete konzernweit verbindliche und von allen Konzerngesellschaften anzuwendende Richtlinien und Vorgaben sowie Schlüsselkontrollen.
Weiters und der dezentralen Struktur des voestalpine-Konzerns folgend sind die lokalen Geschäftsführungen einer jeden Konzerngesellschaft zur Ausgestaltung eines ergänzenden und den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens entsprechenden IKS, unter Einhaltung von Konzernvorgaben und etwaigen zwingend anzuwendenden externen Vorgaben, verpflichtet.
Der IKS-Aufbau im voestalpine-Konzern erstreckt sich über alle Organisationseinheiten, über alle Hierarchiestufen und über alle Unternehmensbereiche und ist in alle Geschäftsabläufe integriert. Im voestalpine-Konzern ist das IKS von allen Mitarbeitenden und von allen Führungskräften gleichermaßen anzuwenden und einzuhalten. Umsetzung und Einhaltung werden wiederum von zentralen Funktionen (wie z. B. Konzernrevision) geprüft.
Das interne Kontrollsystem im voestalpine-Konzern orientiert sich, so wie auch das Risikomanagement, an den international anerkannten Regelwerken von COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission).
KONJUNKTURELLE RISIKEN
Basierend auf Erkenntnissen aus Wirtschafts- und Finanzkrisen der Vergangenheit bzw. deren Auswirkungen auf den voestalpine-Konzern und insbesondere aus Krisen und Unsicherheiten der jüngsten Vergangenheit (wie zum Beispiel Iran-Krieg, Ukraine-Krieg, Zins- und Inflationsentwicklungen, US-Zollpolitik, Pandemien) wurden in den vergangenen Jahren zusätzliche – vor allem unternehmerische – Maßnahmen zur Risikominimierung gesetzt, die auch im vergangenen Geschäftsjahr sowie in den nächsten Jahren konsequent weiterverfolgt wurden und werden. Diese zielen insbesondere darauf ab,
»
die negativen Folgen selbst einer rezessiven Konjunkturentwicklung auf das Unternehmen durch entsprechende planerische Vorkehrungen zu minimieren,
»
die hohe Produktqualität bei gleichzeitiger permanenter Effizienzsteigerung und laufender Kostenoptimierung aufrechtzuerhalten,
»
die Versorgungssicherheit bestmöglich sicherzustellen und etwaige Engpässe auch durch die internationale Ausrichtung des Konzerns bestmöglich zu vermeiden bzw. zu kompensieren,
»
Preisvolatilitäten, insbesondere bei Energien und Rohstoffen, durch geeignete Werkzeuge und Maßnahmen bestmöglich abzufedern bzw. auch an Kund:innen weiterzugeben,
»
ausreichend finanzielle Liquidität auch im Falle enger Finanzmärkte zur Verfügung zu haben,
»
das innerbetriebliche Know-how im Hinblick auf den langfristigen Ausbau der Qualitäts- und Technologieführerschaft noch effizienter als bisher abzusichern.
Für die in der Vergangenheit im voestalpine-Konzern festgestellten Risiken wurden konkrete Absicherungsmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt bzw. befinden sich diese in Umsetzung. Diese Maßnahmen zielen auf eine Senkung der potenziellen Schadenshöhe und/oder auf eine Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit ab. Es ist festzuhalten, dass die Risiken des voestalpine-Konzerns – abgesehen von globalen Krisen und deren Auswirkungen – aus heutiger Sicht begrenzt und überschaubar sind und den Fortbestand des Unternehmens nicht gefährden. Risiken einer zukünftigen Bestandsgefährdung sind nicht erkennbar.
BERICHT ÜBER WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS IM HINBLICK AUF DEN
RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS
Gemäß § 243a Abs. 2 UGB sind im Lagebericht von österreichischen Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben.
Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstandes. Der Vorstand der voestalpine AG hat dazu konzernweit verbindlich anzuwendende Richtlinien verabschiedet. Der dezentralen Struktur des voestalpine-Konzerns folgend, ist die lokale Geschäftsführung jeder Konzerngesellschaft zur Einrichtung und Ausgestaltung eines den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens entsprechenden internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie zur Einhaltung der in diesem Zusammenhang bestehenden konzernweiten Richtlinien und Vorschriften verpflichtet.
Der gesamte Prozess, von der Beschaffung bis zur Zahlung, unterliegt strengen konzerneinheitlichen Richtlinien, welche die mit den Geschäftsprozessen in Zusammenhang stehenden Risiken auf ein Minimum reduzieren sollen. In diesen Konzernrichtlinien sind Maßnahmen und Regeln zur Risikovermeidung festgehalten, wie etwa strikte Funktionstrennungen, Unterschriftenordnungen sowie insbesondere auch ausschließlich kollektive und auf wenige Personen eingeschränkte Zeichnungsberechtigungen für Zahlungen (Vieraugenprinzip). Kontrollmaßnahmen in Bezug auf die IT-Sicherheit stellen in diesem Zusammenhang einen Eckpfeiler des Internen Kontrollsystems dar. So wird die Trennung bzw. Segmentierung von sensiblen Tätigkeiten durch eine generell restriktive Vergabe von IT-Berechtigungen unterstützt. Für die Rechnungslegung in den einzelnen Konzernunternehmen wird im Wesentlichen die Software SAP verwendet. Die Ordnungsmäßigkeit dieser SAP-Systeme wird unter anderem auch durch direkt im System eingerichtete automatisierte Geschäftsprozesskontrollen gewährleistet. Berichte über kritische Berechtigungen und Berechtigungskonflikte werden in automatisierter Form generiert.
Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses werden bei vollkonsolidierten Gesellschaften deren Werte in das konzerneinheitliche Konsolidierungs- und Berichtssystem übernommen. Konzernweit einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Erfassung, Buchung und Bilanzierung von Geschäftsfällen sind im voestalpine-Konzernbilanzierungshandbuch geregelt und verbindlich für alle Konzerngesellschaften. Zur weitestmöglichen Vermeidung von Fehldarstellungen sind einerseits automatische Kontrollen im Berichts- und Konsolidierungssystem, andererseits aber auch zahlreiche manuelle Prüfungen implementiert. Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht und Diskussion der Periodenergebnisse durch das Management bis hin zur spezifischen Überleitung von Konten. Die zusammenfassende Darstellung der Organisation des Berichtswesens im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess erfolgt im Controlling-Handbuch der voestalpine AG. Aus den Rechnungswesen- bzw. Controlling-Abteilungen der einzelnen Gesellschaften ergehen Monatsberichte mit Key Performance Indicators (KPIs) an ihre jeweiligen Geschäftsführer:innen und die Divisionsvorstände sowie nach Genehmigung an den Holdingbereich Corporate Accounting & Reporting zur Verdichtung, Konsolidierung und Berichtslegung an den Konzernvorstand. Im Rahmen der Quartalsberichterstattung wird eine Reihe von Zusatzinformationen wie detaillierte Soll-Ist-Vergleiche in ähnlichem Ablauf erstellt. Quartalsweise erfolgen ein Bericht an den jeweiligen Aufsichtsrat, das entsprechende Board oder den Beirat der Gesellschaften sowie ein konsolidierter Bericht an den Aufsichtsrat der voestalpine AG.
Neben den operativen Risiken unterliegt auch die Rechnungslegung dem konzernalen Risikomanagement. In diesem Zusammenhang werden regelmäßig mögliche Risiken in Bezug auf die Rechnungslegung erhoben und Maßnahmen zu deren Vermeidung getroffen. Der Fokus wird dabei auf jene Risiken gelegt, die unternehmenstypisch als wesentlich zu erachten sind. Die Überwachung der Einhaltung des Internen Kontrollsystems einschließlich der erforderlichen Qualitätsstandards erfolgt laufend im Rahmen von Revisionsprüfungen auf Ebene der Konzerngesellschaften. Die Interne Revision arbeitet dabei eng mit den verantwortlichen Vorständen und Geschäftsführer:innen zusammen. Sie ist direkt der:dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt und berichtet periodisch an den Vorstand und in der Folge an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates der voestalpine AG.
BESTAND AN
EIGENEN AKTIEN
Für eine mögliche Wandlung der im April 2023 begebenen und im April 2026 aufgestockten Wandelanleihe mit einem Volumen von gesamt 285 Mio. EUR ist ein Bestand an eigenen Aktien vorgesorgt. Daneben kann der Bestand an eigenen Aktien zum Beispiel zum Zwecke der Ausgabe an Arbeitnehmer:innen und leitende Angestellte der Gesellschaft und mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen im Rahmen des bestehenden Mitarbeiterbeteiligungsprogramms verwendet werden. Der Bestand an eigenen Aktien stellt sich zum 31. März 2026 wie folgt dar:
Eigene Aktien
1.000 Stück
Anteil am
Grundkapital
%
Anteil am
Grundkapital
Tsd. EUR
Stand per 31.03.2025
7.098,5
4,0
12.896,8
Zugänge in 2025/26
0,0
0,0
0,0
Abgänge in 2025/26
0,0
0,0
0,0
Stand per 31.03.2026
7.098,5
4,0
12.896,8
ANGABEN ZU
KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND
KONTROLLRECHTEN UND DAMIT
VERBUNDENEN VERPFLICHTUNGEN
Das Grundkapital der voestalpine AG beträgt zum 31.  März 2026 324.391.840,99 EUR (31. März  2025: 324.391.840,99 EUR) und ist in 178.549.163 (31. März 2025: 178.549.163) auf Inhaber:innen lautende Stückaktien zerlegt. Stimmrechtsbeschränkungen bestehen nicht (1 share = 1 vote). Der voestalpine AG sind keine Vereinbarungen ihrer Aktionär:innen bekannt, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien beschränken.
Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG, Linz, Österreich, sowie die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung, Linz, Österreich, halten jeweils mehr als 10 % (und weniger als 15 %) am Grundkapital der Gesellschaft. Die Oberbank AG, Linz, Österreich, hält mehr als 5 % (und weniger als 10 %).
Die Stimmrechte der von der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung für die Arbeitnehmer:innen der an der Mitarbeiterbeteiligung teilnehmenden Konzerngesellschaften der voestalpine AG treuhändig gehaltenen Aktien werden durch den Vorstand der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung ausgeübt. Die Art der Ausübung des Stimmrechtes bedarf jedoch der Zustimmung des Beirates der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung. Über die Zustimmung wird im Beirat mit einfacher Mehrheit beschlossen. Der Beirat ist paritätisch von je sechs Personen der Arbeitnehmer:innen- und der Arbeitgeber:innen-Seite besetzt. Der:dem Vorsitzenden des Beirates, die:der von der Arbeitnehmer:innenseite zu besetzen ist, steht ein Dirimierungsrecht zu.
Für Befugnisse des Vorstandes, die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergeben, wie der Erwerb eigener Aktien, genehmigtes oder bedingtes Kapital, wird auf Punkt 7 Grundkapital des Anhangs zum Einzelabschluss 2025/26 verwiesen.
Die mit 10. April 2026 getilgten 500 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibungen 2019–26, die 250 Mio. EUR Wandelanleihe 2023–2028, welche mit Wirkung zum 22. April 2026 um 35 Mio. EUR aufgestockt wurde, die im Oktober 2024 begebenen 500 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibungen 2024–29, die 50 Mio. EUR Festverzinsliche Privatplatzierte Schuldverschreibung 2019–2031, die in der Berichtsperiode teilweise getilgt und aktuell noch mit 18 Mio. EUR aushaftend ist, Schuldscheindarlehen in der Höhe von gesamt 62 Mio. EUR sowie der 2025 abgeschlossene syndizierte Kredit in der Höhe von 1.300 Mio. EUR (Revolving Credit Facility; nicht gezogen) und bilaterale Kreditverträge im Umfang von 650 Mio. EUR enthalten sogenannte Change-of-Control-Klauseln. Gemäß den Bedingungen dieser Finanzierungen steht den Inhaber:innen der Anleihen bzw. den Kreditgeber:innen im Falle des Eintrittes eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft das Recht zu, die Rückzahlung zu verlangen. Eine Änderung in der Kontrolle der voestalpine AG findet gemäß den Bedingungen dieser Finanzierungen mit Ausnahme der Wandelschuldverschreibungen 2023–2028 statt, wenn eine kontrollierende Beteiligung im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes erworben wird. Bei der Wandelanleihe 2023-2028 ist ein Kontrollwechsel in § 11 (d) der Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen (siehe www.voestalpine.com Investoren Anleihen) definiert. Neben dem Recht von Anleihegläubiger:innen, bei Eintritt eines Kontrollwechsels die Rückzahlung der Wandelschuldverschreibungen zu verlangen, reduziert ein solcher auch den Wandlungspreis.
Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmer:innen für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
AUSBLICK
Die geopolitischen Turbulenzen, welche weite Strecken des abgelaufenen Geschäftsjahres 2025/26 geprägt haben, werden aus heutiger Sicht auch das kommende Geschäftsjahr 2026/27 wesentlich beeinflussen. Neben dem bis dato ungelösten Konflikt im Nahen Osten mit den daraus folgenden Effekten auf Energiepreise und Inflation haben auch die wirtschaftlich-rechtlichen Rahmenbedingungen zwischen Europa und Nordamerika keinen stabilen und verlässlichen Zustand erreicht.
Das Geschäftsjahr 2026/27 wird demnach wesentlich von Entwicklungen außerhalb der Einflusssphäre des Unternehmens beeinflusst werden. Das Management der voestalpine AG wird aber wie bisher sorgfältig, konsequent und rasch auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren. Die breite Aufstellung und die konsequent verfolgte Strategie wirken dabei unterstützend.
Aus heutiger Sicht werden sich in einem weltwirtschaftlichen Umfeld, das mit jenem des Vorjahres vergleichbar ist, auch die wesentlichen bisherigen Markttrends weitgehend fortsetzen.
In der Steel Division haben sich die Rahmenbedingungen mit der Einführung von CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) zu Beginn des Kalenderjahres und die erwartete Umsetzung der Post-Safeguard-Maßnahmen der Europäischen Union bis spätestens Sommer 2026 zum Positiven verändert. Sowohl die angestrebte Gleichbehandlung hinsichtlich CO2-Kosten als auch eine ausbalancierte Steuerung von Importmengen werden den europäischen Stahlmarkt und damit die Entwicklung der voestalpine Steel Division im Geschäftsjahr 2026/27 positiv beeinflussen. Dagegen wirken allerdings verschobene Energie-Projekte im Bereich Grobblech.
Aus den umfangreichen Reorganisationsmaßnahmen werden für die High Performance Metals Division für das Geschäftsjahr 2026/27 sowohl nachhaltige als auch einmalige positive Effekte erwartet. Auf Marktseite sollte die Entwicklung weitgehend stabil verlaufen, der Bereich Aerospace weiter gut performen.
Die Metal Engineering Division wird im Geschäftsjahr 2026/27 weiterhin maßgeblich vom positiven Trend im Bereich Railway Systems geprägt sein. Im Geschäft mit Nahtlosrohren erwarten wir keine wesentlichen Veränderungen im Zusammenhang mit US-Zöllen. Die Produktionsfahrweise wurde an die Nachfrage angepasst. Die Entwicklung der restlichen Division wird in einem weiterhin herausfordernden Umfeld insgesamt weitgehend stabil erwartet.
Die Marktentwicklung der Metal Forming Division für das Geschäftsjahr 2026/27 wird im Bereich Tubes & Sections regional unterschiedlich und nur leicht verbessert eingeschätzt. Positive Ergebniseffekte werden aus den Reorganisationsmaßnahmen bei Automotive Components erwartet. Die Geschäftsbereiche Warehouse & Rack Solutions und Precision Strip werden weiter gut performen.
Vor diesem Hintergrund anhaltend hoher geo- und wirtschaftspolitischer Unsicherheiten, des Fortlaufens bestehender Markttrends sowie positiver Effekte aus der Umsetzung interner Maßnahmen, erwartet der Vorstand der voestalpine AG für das Geschäftsjahr 2026/27 ein EBITDA in einer Bandbreite von 1,60 bis 1,85 Milliarden Euro.
Linz, am 26. Mai 2026
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h. Franz Kainersdorfer e. h. Gerald Mayer e. h.
Reinhard Nöbauer e. h. Carola Richter e. h. Hubert Zajicek e. h.
voestalpine AG
BILANZ ZUM 31.03.2026
AKTIVA
31.03.2025
31.03.2026
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen
666.105,09
611.278,85
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
1.125.310,21
1.051.632,44
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
3.444.423.473,24
3.569.423.473,24
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
88.214.537,76
60.880.153,07
3. Beteiligungen
2.561.274,06
2.561.274,06
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens
494.917,78
494.917,78
3.535.694.202,84
3.633.359.818,15
3.537.485.618,14
3.635.022.729,44
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
0,00
6.041,70
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
0,00
0,00
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
5.749.487.972,18
5.877.156.807,54
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
0,00
0,00
3. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
327.288.087,20
104.525.915,46
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
0,00
0,00
6.076.776.059,38
5.981.688.764,70
II. Wertpapiere und Anteile
1. Sonstige Wertpapiere und Anteile
18.084.719,02
18.084.719,02
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
1. Kassenbestand
201,92
111,62
2. Guthaben bei Kreditinstituten
565.958.223,67
861.912.441,53
565.958.425,59
861.912.553,15
6.660.819.203,99
6.861.686.036,87
C. Rechnungsabgrenzungsposten
16.594.933,97
12.424.122,40
D. Aktive latente Steuern
5.503.117,41
5.511.047,36
Summe Aktiva
10.220.402.873,51
10.514.643.936,07
EUR
PASSIVA
31.03.2025
31.03.2026
A. Eigenkapital
I. Eingefordertes Grundkapital
324.391.840,99
324.391.840,99
davon übernommen und einbezahlt
324.391.840,99
324.391.840,99
abzgl. Nennbetrag eigene Aktien
–12.896.788,22
–12.896.788,22
311.495.052,77
311.495.052,77
II. Kapitalrücklagen
1. Gebundene
843.802.058,68
843.802.058,68
2. Nicht gebundene
90.227.645,14
90.227.645,14
934.029.703,82
934.029.703,82
III. Gewinnrücklagen
1. Andere freie Rücklagen
5.622.589.144,00
6.103.389.805,58
IV. Bilanzgewinn
108.000.000,00
134.000.000,00
davon Gewinnvortrag
4.984.912,45
5.130.455,16
6.976.113.900,59
7.482.914.562,17
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen
13.089.546,00
11.741.858,00
2. Rückstellungen für Pensionen
17.150.672,00
9.161.886,00
3. Rückstellungen für Urlaube und Jubiläumsgelder
3.636.224,23
3.943.902,82
4. Steuerrückstellungen
15.488.834,10
58.145.044,15
5. Sonstige Rückstellungen
12.067.893,93
18.563.221,47
61.433.170,26
101.555.912,44
C. Verbindlichkeiten
1. Anleihen
1.493.500.000,00
1.279.000.000,00
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
193.500.000,00
511.000.000,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
1.300.000.000,00
768.000.000,00
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
582.666.856,42
528.079.901,60
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
220.666.856,42
16.079.901,60
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
362.000.000,00
512.000.000,00
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
4.117.881,87
4.842.160,15
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
4.117.881,87
4.842.160,15
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
0,00
0,00
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
1.068.762.381,35
1.090.439.613,02
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
1.068.762.381,35
1.090.439.613,02
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
0,00
0,00
5. Sonstige Verbindlichkeiten
33.808.683,02
27.811.786,69
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
33.808.683,02
27.811.786,69
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
0,00
0,00
davon aus Steuern
1.042.576,93
1.166.149,34
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
489.356,32
533.054,17
3.182.855.802,66
2.930.173.461,46
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
1.520.855.802,66
1.650.173.461,46
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
1.662.000.000,00
1.280.000.000,00
Summe Passiva
10.220.402.873,51
10.514.643.936,07
EUR
voestalpine AG
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 01.04.2025 BIS 31.03.2026
GESAMTKOSTENVERFAHREN
2024/25
2025/26
1. Umsatzerlöse
307.580.407,73
342.930.529,98
2. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen
36.325,55
84.400,99
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
6.201.250,64
2.374.780,44
c) Übrige
1.016.158,13
598.355,20
7.253.734,32
3.057.536,63
3. Personalaufwand
a) Gehälter
–31.799.785,88
–39.750.866,82
b) Soziale Aufwendungen
ba) Aufwendungen für Altersversorgung
–1.601.659,90
–1.785.796,17
bb) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
–872.381,90
–168.398,76
bc) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
–4.413.734,22
–5.266.785,77
bd) Sonstige Sozialaufwendungen
–268.470,78
–336.282,87
–38.956.032,68
–47.308.130,39
4. Abschreibungen
a) Auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
–601.290,09
–662.869,02
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z. 15 fallen
–19.603,07
–31.023,38
b) Übrige
–262.615.342,05
–300.409.906,54
–262.634.945,12
–300.440.929,92
6. Zwischensumme aus Z. 1 bis 5 (Betriebserfolg)
12.641.874,16
–2.423.862,72
7. Erträge aus Beteiligungen
512.501.700,10
400.151.111,70
(davon aus verbundenen Unternehmen)
(512.276.755,10)
(399.926.166,70)
8. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
5.981.109,36
3.989.649,91
(davon aus verbundenen Unternehmen)
(5.535.209,36)
(3.466.329,91)
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
257.937.070,41
250.392.262,48
(davon aus verbundenen Unternehmen)
(236.453.056,14)
(233.601.040,30)
10. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens
0,00
125.003.959,07
2024/25
2025/26
11. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens
–330.000.000,00
0,00
0,00
a) Abschreibungen
–330.000.000,00
0,00
(davon aus verbundenen Unternehmen)
(–330.000.000,00)
(0,00)
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
–148.072.985,40
–133.145.122,77
(davon betreffend verbundene Unternehmen)
(–65.681.317,81)
(–61.801.347,02)
13. Zwischensumme aus Z. 7 bis 12 (Finanzerfolg)
298.346.894,47
646.391.860,39
14. Ergebnis vor Steuern
310.988.768,63
643.967.997,67
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
–12.639.022,10
–34.297.791,25
(davon latente Steuern)
(–1.556.766,10)
(7.929,95)
16. Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss
298.349.746,53
609.670.206,42
17. Zuweisung zu Gewinnrücklagen
a) Andere freie Rücklagen
–195.334.658,98
–480.800.661,58
18. Auflösung Gewinnrücklagen
a) Andere freie Rücklagen
0,00
0,00
19. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr
4.984.912,45
5.130.455,16
20. Bilanzgewinn
108.000.000,00
134.000.000,00
EUR
voestalpine AG
ANLAGENSPIEGEL ZUM 31.03.2026
Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Buchwert
31.03.2025
Buchwert
31.03.2026
Stand
01.04.2025
Zugänge
Um-
buchungen
Abgänge
Stand
31.03.2026
Stand
01.04.2025
Zugänge
Abschreibung
Zuschrei-
bungen
Um-
buchungen
Abgänge
Stand
31.03.2026
Kursdifferenzen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software
2.817.095,48
163.425,00
0,00
5.814,02
2.974.706,46
2.150.990,39
218.251,24
0,00
0,00
5.814,02
2.363.427,61
666.105,09
611.278,85
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände
2.817.095,48
163.425,00
0,00
5.814,02
2.974.706,46
2.150.990,39
218.251,24
0,00
0,00
5.814,02
2.363.427,61
666.105,09
611.278,85
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
3.300.071,66
469.599,30
0,00
398.953,96
3.370.717,00
2.174.761,45
444.617,78
0,00
0,00
300.294,67
2.319.084,56
1.125.310,21
1.051.632,44
Summe Sachanlagen
3.300.071,66
469.599,30
0,00
398.953,96
3.370.717,00
2.174.761,45
444.617,78
0,00
0,00
300.294,67
2.319.084,56
1.125.310,21
1.051.632,44
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
5.760.470.657,09
0,00
0,00
3.025.000,00
5.757.445.657,09
2.316.047.183,85
0,00
125.000.000,00
0,00
3.025.000,00
2.188.022.183,85
3.444.423.473,24
3.569.423.473,24
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
88.214.537,76
0,00
0,00
27.334.384,69
60.880.153,07
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
88.214.537,76
60.880.153,07
3. Beteiligungen
2.561.274,06
0,00
0,00
0,00
2.561.274,06
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
2.561.274,06
2.561.274,06
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens
a) Sonstige Wertpapiere und Wertrechte
494.917,78
0,00
0,00
0,00
494.917,78
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
494.917,78
494.917,78
Summe Finanzanlagen
5.851.741.386,69
0,00
0,00
30.359.384,69
5.821.382.002,00
2.316.047.183,85
0,00
125.000.000,00
0,00
3.025.000,00
2.188.022.183,85
3.535.694.202,84
3.633.359.818,15
Summe Anlagevermögen
5.857.858.553,83
633.024,30
0,00
30.764.152,67
5.827.727.425,46
2.320.372.935,69
662.869,02
125.000.000,00
0,00
3.331.108,69
2.192.704.696,02
3.537.485.618,14
3.635.022.729,44
EUR
voestalpine AG
ANHANG ZUM UGB-ABSCHLUSS
DER voestalpine AG 2025/26
A. ALLGEMEINE ANGABEN
Die voestalpine AG ist eine große Aktiengesellschaft im Sinne des § 221 UGB. Der Jahresabschluss zum 31. März 2026 ist nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches in der geltenden Fassung aufgestellt.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
Die Gesellschaft ist das Mutterunternehmen des voestalpine-Konzerns. Der Konzernabschluss des voestalpine-Konzerns ist am Sitz der Gesellschaft in Linz, Österreich, erhältlich und ist auf der voestalpine-Website www.voestalpine.com abrufbar.
B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie der Generalnorm des § 222 Abs. 2 UGB, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
Bei der Bilanzierung und Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wird von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen.
Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden beibehalten.
Etwaige Negativzinsen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in einem gesonderten Posten im Finanzergebnis ausgewiesen.
C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
1. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE UND SACHANLAGEN
Die Entwicklung dieser Posten ist im Einzelnen im Anlagenspiegel dargestellt.
Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet und nach der linearen Methode planmäßig abgeschrieben. Die verwendeten Abschreibungssätze betragen 25,0 % bis 33,3 %.
Die Bewertung des Sachanlagevermögens erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, die nach der linearen Methode ermittelt werden.
Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis 1.000,00 EUR werden im Zugangsjahr zur Gänze abgeschrieben.
Beim abnutzbaren Sachanlagevermögen kommen bei den planmäßigen Abschreibungen folgende Sätze zur Anwendung:
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
12,0–20,0 %
An Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen ergibt sich für das Geschäftsjahr 2026/27 ein Betrag von 2.155,5 Tsd. EUR (davon gegenüber verbundenen Unternehmen 2.039,7 Tsd. EUR), (Vorjahr: 2.114,9 Tsd. EUR, davon gegenüber verbundenen Unternehmen 1.984,3 Tsd. EUR), für die nächsten fünf Geschäftsjahre beläuft sich die Gesamtverpflichtung auf zirka 10.285,5 Tsd. EUR (davon gegenüber verbundenen Unternehmen 10.198,3 Tsd. EUR), (Vorjahr: zirka 10.109,0 Tsd. EUR, davon gegenüber verbundenen Unternehmen zirka 9.921,4 Tsd. EUR).
2. FINANZANLAGEN
Das Finanzanlagevermögen wird mit den Anschaffungskosten oder mit den niedrigeren beizulegenden Werten zum Bilanzstichtag bewertet. Zuschreibungen werden generell bei Wegfall der Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung bzw. bei einer Wertaufholung vorgenommen (mit den Anschaffungskosten begrenzt).
Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Beteiligungen wird ein Discounted Cashflow-Verfahren herangezogen. Die Berechnungen erfolgen auf Basis der Cashflows einer vom Management genehmigten 5-Jahres-Mittelfristplanung jeweils Anfang März, gegebenenfalls werden weiters aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung berücksichtigt. Dieser Mittelfristplanung werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete zukünftige Marktperformance als Annahmen zugrunde gelegt. Die konzernalen Planungsprämissen werden dabei um sektorale Planungsannahmen erweitert. Konzerninterne Einschätzungen werden um externe Marktstudien ergänzt. Den Cashflows wird in der ewigen Rente ein aus externen Quellen abgeleitetes länderspezifisches Wachstum unterstellt.
Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Beteiligungen erfolgt nach dem Capital Asset Pricing Model. Dabei werden die Kapitalkosten als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten (Weighted Average Costs of Capital – WACC) ermittelt. Dieser Abzinsungssatz spiegelt die gegenwärtigen Markteinschätzungen und die speziellen Risiken der betroffenen Beteiligungen wider. Die im Rahmen der WACC-Ermittlung verwendeten Parameter wurden auf objektiver Basis ermittelt.
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften der voestalpine AG:
BETEILIGUNGSGESELLSCHAFTEN DER voestalpine AG
Anteil am
Kapital
in %
Eigenkapital
zum
31.03.2026
Jahres-
überschuss/
-fehlbetrag
2025/26
voestalpine Stahl GmbH, Linz
99,00
903.291,8
321.068,2
voestalpine Metal Forming GmbH, Krems
100,00
683.898,0
274.636,4
voestalpine High Performance Metals GmbH, Wien
100,00
522.401,8
–80.275,7
voestalpine Metal Engineering GmbH, Leoben
100,00
606.123,3
27.024,0
voestalpine group-IT GmbH, Linz
100,00
13.157,7
697,4
voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH, Linz
100,00
1.388,7
145,5
voestalpine HR Services GmbH, Linz
100,00
919,3
491,5
Donauländische Baugesellschaft m.b.H., Linz
100,00
925,4
6,9
voestalpine Funding International GmbH, Linz
100,00
368.846,8
9.097,0
voestalpine Stahlwelt GmbH, Linz1
50,00
606,3
9,8
Danube Equity GmbH, Linz
100,00
1.945,3
30,8
APK Pensionskasse AG, Wien2
21,00
83.059,8
6.749,4
voestalpine Insurance Broker GmbH, Linz1
100,00
1.533,0
624,1
1 Eigenkapital und Ergebnis zum 31. März 2025.
2 Eigenkapital und Ergebnis zum 31. Dezember 2024.
Tsd. EUR
Im Geschäftsfjahr 2025/26 erfolgte die Liquidation der voestalpine HR Services GmbH, Meerbusch, Deutschland.
Unter den Wertpapieren (Wertrechten) des Anlagevermögens werden sonstige Anteilsrechte ausgewiesen.
Es besteht eine Ausleihung gegenüber dem Konzernunternehmen voestalpine US Holding LLC, Portland, USA, mit einem Buchwert von 60.880,2 Tsd. EUR (Vorjahr: 88.214,5 Tsd. EUR).
3. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Die Aktivierung der Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu Anschaffungskosten. Fremdwährungsforderungen werden zum Entstehungskurs oder mit dem niedrigeren (für die Verrechnung maßgeblichen) Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.
Bilanzwert
31.03.2025
Bilanzwert
31.03.2026
Davon
Restlaufzeit
bis zu
1 Jahr
Davon
Restlaufzeit
von mehr
als 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
0,0
6,0
6,0
0,0
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
5.749.488,0
5.877.156,8
5.877.156,8
0,0
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
327.288,1
104.525,9
104.525,9
0,0
6.076.776,1
5.981.688,8
5.981.688,8
0,0
Tsd. EUR
Die Forderungen der Gesellschaft gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen aus Forderungen aus Finanzierung und Clearing in Höhe von 5.417.811,4 Tsd. EUR (Vorjahr: 5.205.992,4 Tsd. EUR), aus Forderungen aus Steuerumlagen in Höhe von 72.881,4 Tsd. EUR (Vorjahr: 61.348,2 Tsd. EUR), aus Forderungen aus Gewinngemeinschaften und Dividendenabfuhr in Höhe von 382.700,0 Tsd. EUR (Vorjahr: 471.000,0 Tsd. EUR) und sonstigen Forderungen in Höhe von 3.764,0 Tsd. EUR (Vorjahr: 11.147,4 Tsd. EUR). Unter den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind Erträge im Ausmaß von 553,7 Tsd. EUR (Vorjahr: 897,7 Tsd. EUR) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.
4. WERTPAPIERE UND ANTEILE
Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden dem strengen Niederstwertprinzip gem. § 207 UGB entsprechend mit den Anschaffungskosten oder jenem Wert, der aus einem am Abschlussstichtag niedrigeren Börsenkurs oder Marktpreis bzw. aus dem am Abschlussstichtag beizulegenden Wert resultiert, bewertet. Zuschreibungen werden generell bei Wegfall der Gründe für eine Abschreibung bzw. bei einer Wertaufholung vorgenommen (mit den Anschaffungskosten begrenzt).
Die ausgewiesenen Wertpapiere bestehen im Wesentlichen aus börsennotierten Aktien. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Zuschreibungen und Abschreibungen bzw. Erträge und Aufwendungen aus der Zuschreibungsrücklage unter den Erträgen aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens und Aufwendungen aus Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens ausgewiesen.
5. AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden die Disagien der Anleihen 2019–2026 (0,0 Tsd. EUR, Vorjahr: 172,1 Tsd. EUR), des „Green Bonds“ 2024–2029 (941,5 Tsd. EUR, Vorjahr: 1.210,5 Tsd. EUR) sowie das Wandlungsrecht der Wandelanleihe 2023–2028 (7.837,7 Tsd. EUR, Vorjahr: 11.611,7 Tsd. EUR) ausgewiesen (siehe auch Punkt 8. Gebundene Kapitalrücklagen).
6. AKTIVE LATENTE STEUERN
Für Unterschiede zwischen unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen bei Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, werden in Höhe einer sich insgesamt ergebenden Steuerbelastung eine Rückstellung für passive latente Steuern bzw. in Höhe einer sich insgesamt ergebenden Steuerentlastung aktive latente Steuern in der Bilanz angesetzt.
Die aktiven und passiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag wurden für temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen und dem unternehmensrechtlichen Wertansatz für folgende Posten gebildet:
31.03.2025
31.03.2026
Sachanlagevermögen
118,8
114,9
Beteiligungen
864,3
432,1
Rückstellungen Sozialkapital
20.205,4
18.144,0
Verbindlichkeiten
2.738,1
5.270,1
Summe Differenzen
23.926,6
23.961,1
daraus resultierende latente Steuern (23,00 %) (Vorjahr 23,00 %)
5.503,1
5.511,0
Tsd. EUR
Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:
2025/26
Stand am 01.04.2025
5.503,1
Erfolgswirksame Veränderung
7,9
Stand am 31.03.2026
5.511,0
Tsd. EUR
Die erfolgswirksame Veränderung der latenten Steuern macht im Geschäftsjahr 7,9 Tsd. EUR Tsd. EUR (Vorjahr: –1.556,8 Tsd. EUR Aufwand) aus.
Für die aktivierte Steuer in Höhe von 5.511,0 Tsd. EUR (Vorjahr: 5.503,1 Tsd. EUR) besteht gemäß § 235 Abs. 2 UGB eine Ausschüttungssperre.
7. GRUNDKAPITAL
Das Grundkapital beträgt zum 31. März 2026 324.391.840,99 EUR (31. März 2025: 324.391.840,99 EUR) und ist in 178.549.163 (31. März 2025: 178.549.163) auf Inhaber:innen lautende Stückaktien zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze eingezahlt. Die Gesellschaft hält zum 31. März 2026 einen Nennbetrag an eigenen Aktien in Höhe von 12.896.788,22 EUR (31. März 2025: 12.896.788,22 EUR).
Gemäß § 4 Abs. 2a der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG bis zum 30. Juni 2029 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 64.878.368,92 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.709.833 Stück Aktien (= 20 %) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2024/I). Bis dato hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.
Gemäß § 4 Abs. 2b der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG bis zum 30. Juni 2029 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu weitere 32.439.183,55 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.854.916 Stück Aktien (= 10 %) gegen Sacheinlagen
und/oder Bareinlagen zur Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer:innen, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen sowie das Bezugsrecht der Aktionär:innen auszuschließen, wenn (i) die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen erfolgt, das heißt, Aktien zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften im In- und Ausland ausgegeben werden, oder (ii) die Kapitalerhöhung zum Zwecke der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer:innen, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms erfolgt (Genehmigtes Kapital 2024/II). Bis dato hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.
Gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung kann das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 32.439.183,55 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.854.916 Stück auf Inhaber:innen lautende neue Stückaktien zur Ausgabe an Gläubiger:innen (i) von Finanzinstrumenten im Sinne des Hauptversammlungsbeschlusses vom 3. Juli 2024, die unter Ausnützung der in dieser Hauptversammlung eingeräumten Ermächtigung von der Gesellschaft oder von einem verbundenen Unternehmen (§ 189a Ziffer 8 UGB) künftig ausgegeben werden, sowie (ii) der im April 2023 emittierten Wandelanleihe im Wert von 250,0 Mio. EUR mit der ISIN AT0000A33R11 (im Folgenden „Wandelanleihe“), wandelbar in anfänglich bis zu 6.113.740 Aktien (wobei sich diese Anzahl durch Anpassung des Wandlungspreises gemäß den Bedingungen der Wandelanleihe während deren Laufzeit ändern kann), erhöht werden.
Beträgt die Dividende der voestalpine AG mehr als 1,20 EUR pro Aktie, reduziert sich der Wandlungspreis der Wandelanleihe. Aufgrund der Dividende von 1,50 EUR pro Aktie im Juli 2023 hat sich der Wandlungspreis von 40,8915 EUR auf 40,4874 EUR reduziert, wodurch eine Wandlung in bis zu 6.174.761 Aktien möglich ist, und die Referenzdividende wurde von 1,20 EUR auf 1,1881 EUR pro Aktie angepasst. Die Anpassung des Wandlungspreises dient als Verwässerungsschutz.
Die Eigenkapitalkomponente der Wandelanleihe beträgt 18,8 Mio. EUR. Wandelanleihen gelten als potenzielle Stammaktien.
Der Vorstand der voestalpine AG hat am 1. Dezember 2025 beschlossen, zur Ausgabe an Gläubiger:innen der Wandelanleihe, die von den ihnen gewährten Wandlungsrechten auf Aktien der Gesellschaft bis zum Ende der Laufzeit Gebrauch machen, eigene Aktien zu verwenden.
Am 2. März 2026 hat der Vorstand beschlossen, eine nicht nachrangige, unbesicherte Wandelanleihe im Gesamtnennbetrag von 35,0 Mio. EUR als Aufstockungstranche zu der 250 Mio. EUR Wandelanleihe mit Fälligkeit im April 2028 anzubieten. Der Vorstand hat am 2. März 2026 zudem beschlossen, zur Ausgabe an Gläubiger:innen dieser Aufstockungstranche, die von den ihnen gewährten Wandlungsrechten auf Aktien der Gesellschaft bis zum Ende der Laufzeit Gebrauch machen, sowie auch für die 250 Mio. EUR Wandelanleihe, eigene Aktien zu verwenden. Die Begebung der Aufstockungstranche erfolgte am 22. April 2026. Weitere Details zur Aufstockungstranche sind in Punkt G. enthalten.
In der Hauptversammlung vom 2. Juli 2025 wurde der Vorstand für eine Geltungsdauer von 30 Monaten zum Erwerb von eigenen Aktien in Höhe von bis zu 10 % des jeweiligen Grundkapitals ermächtigt. Der Rückkaufspreis darf maximal 20 % unter und maximal 10 % über dem durchschnittlichen Börsenschlusskurs der dem Rückerwerb vorhergehenden drei Börsentage liegen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung bis dato keinen Gebrauch gemacht.
Die rückgekauften eigenen Aktien werden mit dem Nennbetrag von 12.896,8 Tsd. EUR (Vorjahr: 12.896,8 Tsd. EUR) vom Grundkapital abgesetzt.
8. GEBUNDENE KAPITALRÜCKLAGEN
In den gebundenen Kapitalrücklagen wird das Wandlungsrecht in Höhe von 18.870,3 Tsd. EUR der im Geschäftsjahr 2023/24 begebenen Wandelanleihe im Nominale von 250.000,0 Tsd. EUR ausgewiesen (siehe auch Punkt 5. Aktive Rechnungsabgrenzung). Weiters sind die Agios vom Börsegang und von Kapitalerhöhungen der letzten Jahre enthalten.
9. GEWINNRÜCKLAGEN
Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden  480.800,7 Tsd. EUR den freien Gewinnrücklagen zugeführt (Vorjahr: Zuführung in Höhe von 195.334,7 Tsd. EUR).
10. RÜCKSTELLUNGEN
Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden wie im Vorjahr nach IAS 19 gebildet.
Die Rückstellung wird mit dem Barwert der erworbenen Abfertigungsansprüche unter Verwendung der Projected Unit Credit-Methode bewertet. Die Rückstellung zum Bilanzstichtag beträgt 11.741,9 Tsd. EUR (Vorjahr: 13.089,5 Tsd. EUR).
Die Rückstellungen für Pensionen wurden wie in den Vorjahren gemäß IAS 19 mit dem Barwert der erworbenen Pensionsansprüche bewertet. Von diesem Barwert (61.214,8 Tsd. EUR, Vorjahr: 61.359,9 Tsd. EUR) wird das Pensionskassenkapital (52.052,9 Tsd. EUR, Vorjahr: 44.209,2 Tsd. EUR) abgezogen. Diese Nettoverpflichtung wird als Rückstellung für Pensionen ausgewiesen. Die Rückstellung zum Bilanzstichtag beträgt 9.161,9 Tsd. EUR (Vorjahr: 17.150,7 Tsd. EUR).
Die Rückstellungen für Jubiläumsgelder wurden wie im Vorjahr nach IAS 19 gebildet. Die Jubiläumsgeldrückstellung wurde mit dem Barwert der erworbenen Anwartschaften bewertet. Der Bilanzwert beträgt 1.153,8 Tsd. EUR (Vorjahr: 1.129,5 Tsd. EUR).
Die versicherungsmathematischen Berechnungen für Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen erfolgen mit einem Zinssatz von 3,90 % (Vorjahr: 3,80 %), Bezugserhöhungen von 3,50 % (Vorjahr: 3,50 %) bzw. Pensionserhöhungen von 2,00 % (Vorjahr: 2,00 %). Es kommen die Rechnungsgrundlagen von AVÖ 2018-P sowie die Pensionsantrittsalter in Anlehnungen an APG 2004 zur Anwendung.
Bei der Berechnung der Abfertigungsrückstellung wird wie im Vorjahr kein Fluktuationsabschlag angesetzt. Bei der Jubiläumsgeldrückstellung wird die Fluktuation wie im Vorjahr durch dienstzeitabhängige Ausscheidewahrscheinlichkeiten berücksichtigt. In den ersten vier Dienstjahren mit 8,00 % p. a., vom 5. bis zum 9. Dienstjahr mit 4,00 % p. a., vom 10. bis zum 14. Dienstjahr mit 2,00 % p. a. und ab dem 15. Dienstjahr mit 1,00 % p. a.
Im Übrigen werden Rückstellungen mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der bestmöglich zu schätzen ist.
Die Sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Vorsorgen für sonstige Personalaufwendungen, insbesondere Rückstellung für Bonifikationen und Prämien in Höhe von 14.166,0 Tsd. EUR (Vorjahr: 7.212,7 Tsd. EUR), für Prüfungs- und Bilanzveröffentlichungskosten sowie für andere Bestätigungsleistungen in Höhe von 971,8 Tsd. EUR (Vorjahr: 930,9 Tsd. EUR) und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von 1.294,8 Tsd. EUR (Vorjahr: 108,7 Tsd. EUR).
11. VERBINDLICHKEITEN
Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem höheren (für die Verrechnung maßgeblichen) Devisenmittelkurs des Bilanzstichtages bewertet.
Bilanzwert
31.03.2025
Bilanzwert
31.03.2026
Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr
Restlaufzeit
von mehr
als 1 Jahr
und bis zu
5 Jahren
Restlaufzeit
von mehr
als 5 Jahren
Anleihe 2019–2026
500.000,0
500.000,0
500.000,0
0,0
0,0
Anleihe 2019–2031
50.000,0
18.000,0
0,0
0,0
18.000,0
Anleihe 2023–2028
101.500,0
7.000,0
7.000,0
0,0
0,0
Anleihe 2024–2029
92.000,0
4.000,0
4.000,0
0,0
0,0
Anleihe 2024–2029 "Green Bond"
500.000,0
500.000,0
0,0
500.000,0
0,0
Wandelanleihe
250.000,0
250.000,0
0,0
250.000,0
0,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
582.666,9
528.079,9
16.079,9
512.000,0
0,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
4.117,9
4.842,2
4.842,2
0,0
0,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
1.068.762,4
1.090.439,6
1.090.439,6
0,0
0,0
Sonstige Verbindlichkeiten
33.808,7
27.811,8
27.811,8
0,0
0,0
3.182.855,8
2.930.173,5
1.650.173,5
1.262.000,0
18.000,0
Tsd. EUR
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich zusammen aus Verbindlichkeiten aus Finanzierung und Clearing in Höhe von 940.206,7 Tsd. EUR (Vorjahr: 883.714,4 Tsd. EUR), aus Verbindlichkeiten aus Steuerumlagen in Höhe von 66.698,4 Tsd. EUR (Vorjahr: 107.478,2 Tsd. EUR) und aus Sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 83.534,4 Tsd. EUR (Vorjahr: 77.569,8 Tsd. EUR). Die Sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Aufwendungen in Höhe von 25.916,6 Tsd. EUR (Vorjahr: 25.801,6 Tsd. EUR), die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.
Im Geschäftsjahr 2024/25 wurde eine Anleihe „Green Bond“ im Nominale von 500.000,0 Tsd. EUR begeben. Die Anleihe weist eine Laufzeit bis zum 3. Oktober 2029 und eine Verzinsung von 3,75 % p. a. aus.
Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde eine Wandelanleihe im Nominale von 250.000,0 Tsd. EUR begeben. Die Anleihe weist eine Laufzeit bis zum 28. April 2028 und eine Verzinsung von 2,75 % p. a. halbjährlich nachträglich aus. Die Anleihegläubiger:innen haben im Wandlungszeitraum vom 8. Juni 2023 bis zum 24. Geschäftstag vor dem Endfälligkeitstag (Endfälligkeitstag 28. April 2028) oder bei Kündigung durch die voestalpine AG bis zum 24. Geschäftstag vor dem Rückzahlungstag das Recht, die Schuldverschreibung mit einem Nennwert von je 100.000,00 EUR in Lieferaktien zu wandeln. Beträgt die Dividende der voestalpine AG mehr als 1,20 EUR pro Aktie, reduziert sich der Wandlungspreis. Aufgrund der Dividende von 1,50 EUR pro Aktie im Juli 2023 hat sich der
Wandlungspreis von 40,8915 EUR auf 40,4874 EUR reduziert und die Referenzdividende wurde von 1,20 EUR auf 1,1881 EUR pro Aktie angepasst.
Der Vorstand der voestalpine AG hat am 1. Dezember 2025 beschlossen, zur Ausgabe an Gläubiger:innen der Wandelanleihe, die von den ihnen gewährten Wandlungsrechten auf Aktien der Gesellschaft bis zum Ende der Laufzeit Gebrauch machen, eigene Aktien zu verwenden.
Am 2. März 2026 hat der Vorstand beschlossen, eine nicht nachrangige, unbesicherte Wandelanleihe im Gesamtnennbetrag von 35,0 Mio. EUR als Aufstockungstranche zu der 250 Mio. EUR Wandelanleihe mit Fälligkeit im April 2028 anzubieten. Der Vorstand hat am 2. März 2026 zudem beschlossen, zur Ausgabe an Gläubiger:innen dieser Aufstockungstranche, die von den ihnen gewährten Wandlungsrechten auf Aktien der Gesellschaft bis zum Ende der Laufzeit Gebrauch machen, sowie wie auch für die 250 Mio. EUR Wandelanleihe, eigene Aktien zu verwenden. Die Begebung der Aufstockungstranche erfolgte am 22. April 2026. Weitere Details zur Aufstockungstranche sind in Punkt G. enthalten.
Am 10. April 2019 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 500.000,0 Tsd. EUR begeben. Die Anleihe wurde im April 2026 zurückgezahlt und mit 1,75 % jährlich verzinst.
Am 19. August 2019 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 50.000,0 Tsd. EUR begeben. Im Oktober 2025 erfolgte eine Teilrückzahlung in Höhe von 32.000,0 Tsd. EUR. Die Anleihe wird im August 2031 zurückgezahlt und mit 1,81 % jährlich verzinst.
Am 20. Juni 2024 gab es ein Emissionsprogramm der voestalpine AG in der Höhe von 100.000,0 Tsd. EUR. Der Zeichnungsstand der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung beträgt 4.000,0 Tsd. EUR. Die Anleihe 2024–2029 ist durch Abgabe einer Kündigungserklärung nicht später als fünf Bankarbeitstage vor dem 20. Tag des jeweiligen Monats zu kündigen und ist daher mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr ausgewiesen.
Am 20. September 2023 gab es ein weiteres Emissionsprogramm der voestalpine AG in der Höhe von 200.000,0 Tsd. EUR. Der Zeichnungsstand der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung beträgt 7.000,0 Tsd. EUR. Die Anleihe 2023–2028 ist durch Abgabe einer Kündigungserklärung nicht später als drei Monate vor dem 20. Tag des jeweiligen Monats zu kündigen und ist daher mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr ausgewiesen.
12. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
31.03.2025
31.03.2026
Davon
gegenüber
verbundenen
Unternehmen
Garantien
2.157.698,1
2.013.806,3
0,0
Patronatserklärungen
100.505,0
100.505,0
0,0
2.258.203,1
2.114.311,3
0,0
Tsd. EUR
Die Haftungsverhältnisse in Höhe von 2.114.311,3 Tsd. EUR bestehen im Wesentlichen aus Finanzierungsgarantien, während sich der Rest aus Zahlungsgarantien, Rückgarantien, Liefer- und Leistungsgarantien sowie Zollgarantien zusammensetzt. Weiters wurden Patronatserklärungen gegenüber Kreditinstituten für einzelne verbundene Unternehmen im Zusammenhang mit
abgeschlossenen Rahmenverträgen für Finanztermingeschäfte und Forderungszessionen abgegeben. Für zwei Gesellschaften wurde eine Patronatserklärung gegenüber der Gesellschaft abgegeben.
D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
13. UMSATZERLÖSE
Die Umsatzerlöse betreffen in erster Linie von Konzernunternehmen für erbrachte Leistungen erhaltene Konzernumlagen in Höhe von 144.511,7 Tsd. EUR (Vorjahr: 143.312,7 Tsd. EUR), Weiterverrechnungen von Leistungen und zentralen Beschaffungen der Gesellschaft an Konzerngesellschaften in Höhe von 198.377,6 Tsd. EUR (Vorjahr: 164.166,1 Tsd. EUR), davon CO2-Emissionszertifikate 190.233,5 Tsd. EUR (Vorjahr: 158.554,4 Tsd. EUR), und an Dritte in Höhe von 41,3 Tsd. EUR (Vorjahr: 101,6 Tsd. EUR).
14. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
2024/25
2025/26
Buchgewinne aus der Veräußerung von Sachanlagen
36,3
84,4
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
6.201,3
2.374,8
Übrige sonstige betriebliche Erträge
1.016,2
598,4
7.253,7
3.057,5
Tsd. EUR
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus Überlassung von Personalressourcen und Versicherungsleistungen. In den Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen ist im Wesentlichen der Ertrag aus der Auflösung von Rückstellungen aus Altersversorgung in Höhe von 1.386,2 Tsd. EUR und aus Abfertigungen in Höhe von 935,2 Tsd. EUR enthalten.
15. PERSONALAUFWAND
In der Abschlussperiode waren durchschnittlich 143,7 (Vorjahr: 138,5) Angestellte in der Gesellschaft beschäftigt. Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung gliedern sich wie folgt:
2024/25
2025/26
Abferti-
gungen
Alters-
versorgung
Abferti-
gungen
Alters-
versorgung
Vorstand
Veränderung Rückstellung/Zahlungen3
339,2
–6.445,41
–809,1
–1.132,21
Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
208,8
0,0
243,7
0,0
AG-Beitrag zur Pensionskasse
0,0
970,4
0,0
1.134,2
Leitende Angestellte
Veränderung Rückstellung/Zahlungen
119,5
0,0
17,5
0,0
Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
0,0
0,0
1,9
0,0
AG-Beitrag zur Pensionskasse
0,0
115,9
0,0
119,3
Sonstige Arbeitnehmer:innen
Veränderung Rückstellung/Zahlungen
40,8
287,6
–405,5
–254,0
Beiträge an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
164,1
0,0
184,6
0,0
AG-Beitrag zur Pensionskasse
0,0
515,3
0,0
532,3
Summe
872,4
–4.556,1
–766,8
399,6
Zinskomponente
420,1
810,5
444,9
651,7
davon Vorstand
261,7
727,92
299,1
550,52
davon leitende Angestellte
23,8
0,0
12,0
0,0
davon sonstige Arbeitnehmer:innen
134,5
82,6
133,8
101,2
1 Davon betreffen ehemalige Vorstände –1.201,0 Tsd. EUR (2024/25: –4.250,2 Tsd. EUR).
2 Davon betreffen ehemalige Vorstände 342,3 Tsd. EUR (2024/25: 460,7 Tsd. EUR).
3 Auflösung Rückstellung erfolgt unter der Position "Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen".
Tsd. EUR
Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm in den österreichischen Konzerngesellschaften basiert auf der Verwendung eines Teils der kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltserhöhungen mehrerer Geschäftsjahre. Erstmals im Geschäftsjahr 2000/01 erhielten die Arbeitnehmer:innen als Gegenleistung für eine um 1 % geringere Lohn- und Gehaltserhöhung Aktien der voestalpine AG.
In den Geschäftsjahren 2002/03, 2003/04, 2005/06, 2007/08, 2008/09, 2014/15 und 2018/19 wurden jeweils zusätzlich zu den bis dahin vereinbarten Beiträgen zwischen 0,3 Prozentpunkte und 0,5 Prozentpunkte der Kollektivvertragserhöhungen für die Beteiligung der Mitarbeiter:innen an der voestalpine AG verwendet. Die tatsächliche Höhe der Beiträge ergibt sich aus den ermittelten Beiträgen auf Basis der Kollektivverträge zum 1. November 2002, 2003, 2005, 2007, 2008, 2014 bzw. 2018 sowie unter Anwendung einer jährlichen Erhöhung der Beiträge um 3,5 %. In den Geschäftsjahren 2012/13, 2013/14, 2016/17, 2017/18, 2021/22 und 2022/23 wurden für jene österreichischen Konzerngesellschaften, die erst ab einem späteren Zeitpunkt an der Mitarbeiterbeteiligung teilgenommen hatten, weitere Beiträge zwischen 0,27 Prozentpunkten und 0,50 Prozentpunkten der Kollektivvertragserhöhungen 2012, 2013, 2016, 2017, 2021 bzw. 2022 für die Beteiligung verwendet.
Zur Umsetzung des österreichischen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms wird jeweils eine Vereinbarung zwischen dem Betriebsrat und der Gesellschaft geschlossen. Die Aktien werden von der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung erworben und werden von dieser entsprechend dem jeweiligen Lohn- und Gehaltsverzicht der Beschäftigten an diese übertragen. Der Wert der Gegenleistung ist nicht von Kursschwankungen abhängig. IFRS 2 kommt für
Aktienzuteilungen aufgrund von niedrigeren Kollektivvertragsabschlüssen daher nicht zur Anwendung.
Für Konzerngesellschaften außerhalb Österreichs wurde ein internationales Beteiligungsmodell entwickelt, das zunächst im Geschäftsjahr 2009/10 in mehreren Gesellschaften in Großbritannien und Deutschland gestartet werden konnte. Aufgrund der in diesen Pilotversuchen gesammelten sehr positiven Erfahrungen wurde das Modell in diesen beiden Ländern weiter ausgebaut sowie in den folgenden Geschäftsjahren schrittweise in den Niederlanden, in Polen, in Belgien, in der Tschechischen Republik, in Italien, in der Schweiz, in Rumänien, in Schweden und in Spanien neu eingeführt. Im Geschäftsjahr 2025/26 nahmen insgesamt 90 Gesellschaften in diesen elf Ländern an der internationalen Mitarbeiterbeteiligung teil.
Zum 31. März 2026 hält die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung für die Mitarbeiter:innen rund 14,0 % (31. März 2025: 14,7 %) des Grundkapitals der voestalpine AG. Die Stimmrechte aus Aktien ehemaliger Mitarbeiter:innen wurden im Geschäftsjahr 2024/25 an diese rückübertragen.
16. ÜBRIGE SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 300.409,9 Tsd. EUR sind unter anderem folgende wesentliche Posten enthalten: Reallokation an Divisionsleitgesellschaften in Höhe von 47.736,6 Tsd. EUR (Vorjahr: 42.200,7 Tsd. EUR), Emissionszertifikate in Höhe von 190.233,5 Tsd. EUR (Vorjahr: 158.554,4 Tsd. EUR), Honoraraufwendungen für Konsulent:innen und Gutachter:innen in Höhe von 8.556,8 Tsd. EUR (Vorjahr: 7.443,8 Tsd. EUR), Personalkosten für fremde Arbeitskräfte in Höhe von 257,7 Tsd. EUR (Vorjahr: 263,9 Tsd. EUR), Werbeaufwendungen in Höhe von 5.295,2 Tsd. EUR (Vorjahr: 6.391,3 Tsd. EUR), Beiträge an sonstige Verbände und Vereine in Höhe von 1.772,4 Tsd. EUR (Vorjahr: 1.584,4 Tsd. EUR), Mieten und Pachten in Höhe von 2.445,1 Tsd. EUR (Vorjahr: 2.367,0 Tsd. EUR), EDV in Höhe von 17.561,4 Tsd. EUR (Vorjahr: 12.585,4 Tsd. EUR), sonstige fremde Dienstleistungen in Höhe von 5.689,8 Tsd. EUR (Vorjahr: 6.481,3 Tsd. EUR) und Reiseaufwendungen in Höhe von 1.416,6 Tsd. EUR (Vorjahr: 1.550,8 Tsd. EUR).
17. ERTRÄGE AUS BETEILIGUNGEN
Die Beteiligungserträge betragen 400,2 Mio. EUR (davon 399,9 Mio. EUR aus verbundenen Unternehmen), (Vorjahr: 512,5 Mio. EUR, davon 512,3 Mio. EUR aus verbundenen Unternehmen).
18. ERTRÄGE AUS dem Abgang von und der zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens
In der Berichtsperiode wurde ein Ertrag in Höhe von 4,0 Tsd. EUR aufgrund des Abganges der voestalpine HR Services GmbH, Meerbusch, Deutschland, gebucht. Aufgrund des gestiegenen Unternehmenswertes in Folge von Struktur- und Portfoliomaßnahmen wurde eine Zuschreibung an der voestalpine High Performance Metals GmbH, Wien, in Höhe von 125.000,0 Tsd. EUR vorgenommen. Für die Berechnung wurde ein WACC (Weighted Average Cost of Capital) in Höhe von 8,52 % (Vorjahr: 8,72 %) herangezogen. Die voestalpine High Performance Metals GmbH, Wien, ist die Muttergesellschaft der High Performance Metals Division mit ihren beiden Business Units High Performance Metals Production und Value Added Services.
19. ZINSERTRÄGE, ZINSEN UND ÄHNLICHE AUFWENDUNGEN UND NEGATIVZINSEN
Der Saldo aus „Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge“ und „Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ ergibt für das Geschäftsjahr 2025/26 einen Ertrag in Höhe von 117.247,1 Tsd. EUR (Vorjahr: 109.864,1 Tsd. EUR). Die Zinserträge bestehen großteils aus Zinsen aus Wertpapieren des Umlaufvermögens, aus Darlehenszinsen von verbundenen Unternehmen, aus Swapzinsen sowie aus Erträgen aus der Auflösung von Wertberichtigungen zu Forderungen aus Finanzierung und Clearing. Die Zinsaufwendungen beinhalten Zinsen von verbundenen Unternehmen, Swapzinsen, Anleihezinsen und sonstige Aufwandszinsen sowie Wertberichtigungen zu Forderungen aus
Finanzierung und Clearing gegenüber verbundenen Unternehmen. Die in den Zuweisungen zu den Rückstellungen für Abfertigungen (444,9 Tsd. EUR, Vorjahr: 420,1 Tsd. EUR), Pensionen (651,7 Tsd. EUR, Vorjahr: 810,5 Tsd. EUR) und Jubiläumsgelder (39,9 Tsd. EUR, Vorjahr: 36,5 Tsd. EUR) enthaltenen Zinskomponenten sind analog zum Vorjahr ebenfalls im Zinsaufwand enthalten.
20. AUFWENDUNGEN FÜR DIE ABSCHLUSSPRÜFERIN
Die Aufwendungen für die Abschlussprüferin betragen 619,2 Tsd. EUR (Vorjahr: 699,5 Tsd. EUR) und betreffen mit 550,5 Tsd. EUR (Vorjahr: 538,2 Tsd. EUR) die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses 2025/26, sonstige Bestätigungsleistungen wurden in Höhe von 55,8 Tsd. EUR (Vorjahr: 127,3 Tsd. EUR) erbracht und sonstige Leistungen in Höhe von 12,9 Tsd. EUR (Vorjahr: 34,1 Tsd. EUR).
21. STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG
Die voestalpine AG ist Gruppenträgerin der Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG, welche insbesondere die wesentlichen inländischen Konzerngesellschaften als Gruppenmitglieder umfasst. Die Gruppenträgerin hat die Körperschaftsteuer für die Unternehmensgruppe an das zuständige Finanzamt zu leisten. Zwischen dem Gruppenmitglied und der Gruppenträgerin besteht eine Regelung über den Steuerausgleich. Danach hat das Gruppenmitglied im Falle eines positiven Ergebnisses eine Steuerumlage an die Gruppenträgerin zu entrichten. Im Falle eines Verlustes eines Gruppenmitgliedes hat die Gruppenträgerin eine Steuerumlage an das Gruppenmitglied zu leisten. Der Posten Steuern vom Einkommen und Ertrag setzt sich wie folgt zusammen:
Aufwand (+), Ertrag (–)
31.03.2025
31.03.2026
Körperschaftsteuer aus der Gruppenbesteuerung
8.271,7
57.264,6
Körperschaftsteuer für Vorperioden
–28.314,5
11.543,3
Ausländische Steuern
0,0
100,9
Steuerumlagen der Gruppenmitglieder
21.333,4
–27.775,5
Steuerumlagen der Gruppenmitglieder für Vorperioden
9.791,7
–6.827,6
Steuerlatenzen
1.556,8
–7,9
Summe
12.639,0
34.297,8
Tsd. EUR
Die Körperschaftsteuer für Vorperioden stammt aus der Anpassung der Festsetzung der Körperschaftsteuer im Wesentlichen für die Jahre 2017 bis 2025.
Mit dem am 31.12.2023 in Österreich in Kraft getretenen Mindestbesteuerungsgesetz („MinBestG“) wurden die OECD-Mustervorschriften sowie die entsprechende EU-Richtlinie zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen („Pillar Two“) im österreichischen Recht umgesetzt. Das MinBestG ist für Wirtschaftsjahre, die ab 31. Dezember 2023 beginnen, anzuwenden. Da der Konzern der voestalpine AG die maßgeblichen Umsatzschwellen gemäß dem MinBestG überschreitet, unterliegt die Gesellschaft seit dem 1. April 2024 als oberste Muttergesellschaft den entsprechenden gesetzlichen Vorschriften. Im laufenden Geschäftsjahr wurde ein Steueraufwand nach dem MinBestG bzw. vergleichbaren ausländischen Steuergesetzen in Höhe von 0 Tsd. EUR (Vorjahr: 298 Tsd. EUR) erfasst. Der erfasste Steueraufwand resultierte im Vorjahr im Wesentlichen aus Ländern mit niedrigen nominellen Steuersätzen, welche keine Pillar-Two-Regeln umgesetzt haben, wodurch sich in einer vorläufigen Berechnung ein Effektivsteuersatz unter 15 % ergab. Die in diesem Zusammenhang in § 198 Abs. 10 Z 4 UGB neu geregelte, verpflichtend anzuwendende Ausnahme der Bilanzierung von latenten Steueransprüchen und -verbindlichkeiten, die sich aus der Einführung des MinBestG bzw. vergleichbaren ausländischen Steuergesetzen ergibt, wurde von der Gesellschaft angewendet. Nach dem derzeitigen Stand der
Erkenntnisse wird für Folgejahre mit keiner wesentlichen Steuermehrbelastung resultierend aus dem MinBestG bzw. vergleichbaren ausländischen Steuergesetzen gerechnet.
E. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
In den sonstigen Rückstellungen sind Vorsorgen für Devisentermingeschäfte in Höhe von 1.294,8 Tsd. EUR (Vorjahr: 108,7 Tsd. EUR) aufgrund von Marktwertveränderungen enthalten. Die Bewertung erfolgt nach der „Mark to Market-Methode“. Es wird das Ergebnis rückgestellt, das bei Glattstellung des Sicherungsgeschäftes am Bilanzstichtag realisiert werden würde. Die verwendeten Marktdaten sind, wenn vorhanden, Fixings (EZB, EURIBOR, Swapfixing), ansonsten Contributors wie beispielsweise Tullet & Tokyo Liberty.
Umfang der derivativen Finanzinstrumente und Fair Value in Summe zum Bilanzstichtag sind in folgender Tabelle dargestellt:
BESTAND AN DERIVATEN
Nominale
Fair Value
Laufzeit
Devisentermingeschäfte (inkl. Devisenswap)
2.757,27
–1,02
100 % ≤ 6 Jahre
Commodity Swap
203,99
0,00
100 % < 2 Jahre
Summe
2.961,26
–1,02
Mio. EUR
Der Fair Value stellt positive und negative Marktwerte dar.
F. SONSTIGE ANGABEN
Als Vorstandsmitglieder der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr 2025/26 folgende Damen und Herren bestellt:
»
Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner, Vorsitzender
»
Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer, Mitglied
»
Mag. Gerald Mayer, Mitglied
»
Dipl.-Ing. Dr. Reinhard Nöbauer, Mitglied
»
Dr. Carola Richter, Mitglied
»
Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA, Mitglied
Die fixen Bezüge des Vorstandes werden entsprechend der österreichischen Rechtslage vom Präsidialausschuss des Aufsichtsrates festgelegt und periodisch einer Überprüfung unterzogen.
Voraussetzung für die Gewährung einer Bonifikation ist das Vorliegen einer aus quantitativen und qualitativen Elementen bestehenden Zielvereinbarung, welche mit dem Präsidialausschuss des Aufsichtsrates abzuschließen ist. Der Maximalbonus ist für Vorstandsmitglieder mit 200 % des Jahresbruttogehalts, für den Vorsitzenden des Vorstandes mit 250 % des Jahresbruttogehalts begrenzt. Bei exakter Erreichung der vereinbarten Zielwerte gebühren für die quantitativen Ziele 60 % des Maximalbonus; bei Erreichen der qualitativen Ziele gebühren 20 % des Maximalbonus. Eine Übererfüllung der quantitativen Ziele wird proportional bis zur Erreichung des Maximalbonus berücksichtigt. Quantitative Zielgrößen sind die „Earnings before interest and taxes“ (EBIT), der „Return on Capital Employed“ (ROCE) und das operative Working Capital in Prozent vom Umsatz. Die konkreten Zielgrößen werden für EBIT und ROCE periodisch, nämlich jeweils für einen Zeitraum von drei Jahren, vom Präsidialausschuss des Aufsichtsrates mit dem Vorstand vereinbart. Der Zielwert für das operative Working Capital in Prozent vom Umsatz wird für das jeweilige
Geschäftsjahr vereinbart. Die Berechnungsbasis der jeweiligen Zielgrößen ist unabhängig vom jeweiligen Budget bzw. der Mittelfristplanung, das heißt, Budgeterfüllung bedeutet nicht Bonuserreichung. Als qualitative Ziele im Geschäftsjahr 2025/26 wurden erstens der Ausbau der Kreislaufwirtschaft mit nachhaltigen Recyclingmodellen durch Forcierung der Schrottrückläufe von internen und externen Anfallstellen, mit dem Ziel, die Vereinbarung von Kreislaufprozessen, welche eine schrittweise Steigerung der externen Kundenschrottmengen zur Vorbereitung der ersten Transformationsstufe ermöglichen und die Basis für die weitere Ausrollung der Schrottbeschaffungsstrategie darstellen sollen, vereinbart. 2024 wurde als Ziel für das Geschäftsjahr 2024/25 und das Geschäftsjahr 2025/26 eine Steigerung der externen Kundenschrottmengen um jeweils 5 % vereinbart. Entgegen des 2024 festgelegten Ziels wurde für das Geschäftsjahr 2025/26 anstelle einer Steigerung der externen Kundenschrottmengen um weitere 5 % eine Steigerung um weitere 25 % vereinbart. Zweitens wurde die Transformation greentec steel 2050, die Darstellung des für verschiedene Metallurgie-Transformationsszenarien im Jahr 2050 erforderlichen Energiemix inklusive dessen Beschaffung sowie die Entwicklung einer optimierten Energiebilanz für die greentec Produktionswerke auf Basis der erarbeiteten Technologieszenarien vereinbart. Ausgehend vom Status quo, soll für jeden Transformationsschritt eine Energiebilanz für alle relevanten Energieträger erstellt werden, woraus der schrittweise Ausstieg aus Kohle und Erdgas, hin zu Elektrizität und Wasserstoff bei optimaler Energieeffizienz als Ergebnis vorliegt. Besonders zu berücksichtigen sind auch die H2-basierten Technologien Hyfor und HBI/DRI H2 nach Mengen und geografischen Bedarfen sowie ein Vergleich der Wettbewerbsposition zum außereuropäischen Wettbewerb.
Aus Altverträgen bzw. aus der Vorstandstätigkeit vorangegangenen Tätigkeiten im Konzern steht in der Berichtsperiode dem Vorsitzenden des Vorstandes aufgrund von Pensionszusagen eine leistungsorientierte Betriebspension zu. Die Höhe der vertraglich zugesagten Pension bemisst sich für den Vorsitzenden nach der Dauer der Dienstzeit. Pro Dienstjahr beträgt die Höhe der jährlichen Pension 1,2 % des letzten Jahresbruttogrundgehalts. Die Pensionsleistung kann jedoch 40 % des letzten Jahresbruttogrundgehalts nicht übersteigen.
Die Vorstandsmitglieder erhalten bei Beendigung des Anstellungsverhältnisses eine Abfertigung, die der Systematik des Angestelltengesetzes nachgebildet ist, wobei die Maximalhöhe nach dem Angestelltengesetz nicht überschritten wird.
Für die Mitglieder des Vorstandes (wie auch für alle leitenden Angestellten des Konzerns) und des Aufsichtsrates besteht eine D&O-Versicherung, deren Kosten von der Gesellschaft getragen werden.
Die Bezüge der Mitglieder des Vorstandes der voestalpine AG setzen sich für das Geschäftsjahr 2025/26 wie folgt zusammen:
2024/25
2025/26
Kurzfristig fällige Leistungen
15,50
22,05
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
1,15
1,36
Andere langfristig fällige Leistungen
0,26
0,00
16,91
23,41
Mio. EUR
Zum Bilanzstichtag waren 11,78 Mio. EUR (2024/25: 5,67 Mio. EUR) der variablen Bezüge noch nicht ausbezahlt. An Mitglieder des Vorstandes der voestalpine AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.
Für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder mit leistungsorientierten Pensionsverträgen wurden Pensionszahlungen in Höhe von 2,17 Mio. EUR (2024/25: 2,05 Mio. EUR) durch die Pensionskasse geleistet.
Dem Aufsichtsrat gehörten in der Berichtsperiode folgende Mitglieder an:
»
Dr. Wolfgang Eder, Vorsitzender
»
Mag. Reinhard Schwendtbauer, Stv. Vorsitzender (seit 02.07.2025)
»
Dr. Heinrich Schaller, Stv. Vorsitzender (bis 02.07.2025)
»
KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA, Mitglied
»
Martin Hetzer, Ph.D., Mitglied
»
Mag. Ingrid Jörg, Mitglied
»
Dr. Florian Khol, Mitglied
»
Mag. Maria Kubitschek, Mitglied
»
Prof. Elisabeth Stadler, Mitglied
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BR Sandra Fritz, Mitglied
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Arb.BRV Gerhard Scheidreiter, Mitglied
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BRV Reinhard Lang, Mitglied
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BRV Hans-Karl Schaller, Mitglied (bis 30.04.2025)
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BRV Manfred Hippold, Mitglied (seit 01.05.2025)
Gemäß § 15 der Satzung der voestalpine AG wird die Höhe der Vergütung sowie des Sitzungsgeldes der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder (= Kapitalvertreter:innen) von der Hauptversammlung festgesetzt.
Den von der Belegschaftsvertretung nominierten Aufsichtsratsmitgliedern steht weder eine Aufsichtsratsvergütung noch ein Sitzungsgeld zu.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 1. Juli 2026 folgende Aufsichtsratsvergütung sowie Höhe des Sitzungsgeldes vorschlagen:
Vorsitzende:r
140.000 EUR
Stellvertreter:in des:der Vorsitzenden
105.000 EUR
Mitglied
70.000 EUR
Vorsitzende:r eines Ausschusses (sofern nicht Aufsichtsratsvorsitzende:r)
35.000 EUR
Sitzungsgeld
500 EUR
Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Hauptversammlung am 1. Juli 2026 beträgt die Aufsichtsratsvergütung (inklusive Sitzungsgelder) für das Geschäftsjahr 2025/26 insgesamt 0,74 Mio. EUR (2024/25: 0,63 Mio. EUR).
Die Bezahlung der Aufsichtsratsvergütung für das Geschäftsjahr 2025/26 erfolgt spätestens 14 Tage nach der am 1. Juli 2026 stattfindenden Hauptversammlung.
An Mitglieder des Aufsichtsrates der voestalpine AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.
Der Jahresabschluss der voestalpine AG wird samt den zugehörigen Unterlagen beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Linz unter der Firmenbuchnummer FN 66209 t eingereicht.
Dienstleistungen des Rechnungswesens und der Personalabteilung werden aufgrund von Shared Service-Verträgen von der voestalpine Stahl Linz GmbH und der voestalpine HR Services GmbH für die voestalpine AG erbracht.
Die voestalpine AG agiert als Management-Holding für den gesamten voestalpine-Konzern. Es werden sämtliche Leistungen erbracht, um die Ressourcenallokation innerhalb des gesamten voestalpine-Konzerns zum Nutzen sämtlicher Konzerngesellschaften und der Aktionär:innen zu
optimieren. Diese Leistungen beinhalten unter anderem Funktionen im Bereich strategisches Personalmanagement, Planung und Strategie, Controlling, Bilanz, Treasury, Recht, Revision und strategisches IT-Management. In diesem Zusammenhang gibt es einen Management- und Servicevertrag zwischen der voestalpine AG und den betroffenen Konzerngesellschaften.
Für das Nutzungsrecht der Wort- und Bildmarke voestalpine besteht ein Markenlizenzvertrag. Beide Positionen werden unter dem Titel „Konzernumlage“ an die betroffenen Konzerngesellschaften verrechnet.
Es erfolgt zum Zwecke eines konzerninternen Liquiditätsausgleichs ein Cash-Pooling durch die voestalpine AG. Dabei werden Liquiditätsüberschüsse und Liquiditätsbedarfe von unterschiedlichen Konzerngesellschaften zueinander ausgeglichen.
Die voestalpine AG fungiert als Organträgerin einer Umsatzsteuerorganschaft gemäß § 2 Abs. 2 UStG 1994.
Weiters ist die voestalpine AG Gruppenträgerin einer Unternehmensgruppe gemäß § 9 Abs. 8 KStG 1988 (siehe Punkt 21. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag).
G. WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM
ABSCHLUSS DES GESCHÄFTSJAHRES
Am 22. April 2026 begab die voestalpine AG eine Aufstockungstranche in Höhe von 35,0 Mio. EUR zu der im April 2028 fälligen Wandelanleihe, mit der sie eine Gesamtemission bildet. Die Aufstockungstranche wurde zu 118,0999 % ihres Nennwerts ausgegeben und ist auf Basis des Wandlungspreises zum Ausgabezeitpunkt in bis zu 864.466 Aktien wandelbar. Die Emissionsbedingungen entsprechen (mit Ausnahme unter anderem des Emissionsdatums und des Ausgabepreises) der 2023 emittierten Wandelanleihe.
H. ERGEBNISVERWENDUNG
Das Geschäftsjahr 2025/26 schließt mit einem Bilanzgewinn von 134.000.000,00 EUR. Es wird vorgeschlagen, eine Dividende von 0,75 EUR je dividendenberechtigter Aktie an die Aktionär:innen auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.
Linz, am 26. Mai 2026
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h. Franz Kainersdorfer e. h. Gerald Mayer e. h.
Reinhard Nöbauer e. h. Carola Richter e. h. Hubert Zajicek e. h.
voestalpine AG
BESTÄTIGUNGSVERMERK
BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS
Prüfungsurteil
Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der voestalpine AG, Linz, bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2026, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2026 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Bewertung Anteile an verbundenen Unternehmen
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Sachverhalt und Problemstellung
Im Jahresabschluss der voestalpine AG werden Anteile an verbundenen Unternehmen mit 3.569,4 Mio. EUR ausgewiesen und stellen damit bedeutende Vermögenswerte der Gesellschaft dar. Finanzanlagen werden von der Gesellschaft bei voraussichtlich dauernder Wertminderung auf den beizulegenden Wert abgeschrieben, wenn dieser niedriger als der bisherige Buchwert ist. Zuschreibungen werden bei Wegfall der Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen. Im Geschäftsjahr wurden Zuschreibungen auf die unter Anteile an verbundenen Unternehmen ausgewiesene voestalpine High Performance Metals GmbH im Ausmaß von 125,0 Mio. EUR vorgenommen.
Der beizulegende Wert der Anteile an verbundenen Unternehmen wird mit einem Discounted-Cashflow-Verfahren auf Basis der Cashflows aus der vom Konzernmanagement genehmigten 5-Jahres-Mittelfristplanung ermittelt.
Für weitere Ausführungen verweisen wir auf das Kapitel „2. Finanzanlagen“ im Anhang.
Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung des beizulegenden Wertes werden Annahmen über die künftigen Cashflows und den Abzinsungssatz zugrunde gelegt. Die Planung der Cashflows ist grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet. Die Herleitung des Abzinsungssatzes ist komplex und von Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter abhängig. Geringfügige Veränderungen in den Annahmen können zu einer wesentlichen Abweichung des beizulegenden Wertes führen. Aus diesen Gründen und wegen der wesentlichen Bedeutung der Anteile an verbundenen Unternehmen für den Jahresabschluss haben wir diesen Sachverhalt als besonders wichtig für unsere Prüfung bestimmt.
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Prüferisches Vorgehen
Wir haben die vom Management im Prozess zur Identifikation von Indikatoren für außerplanmäßige Abschreibungen und Zuschreibungen eingerichteten Kontrollen hinsichtlich deren Konzeption und Einrichtung beurteilt.
Für Anteile an verbundenen Unternehmen, bei denen in Vorjahren wesentliche außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Wert erfasst wurden bzw. bei denen Indikatoren für Wertminderungen oder Zuschreibungen vorliegen, haben wir die der Planung der Cashflows zugrundeliegenden Annahmen kritisch gewürdigt und mit der genehmigten Planungsrechnung abgeglichen. Wir haben die im Rahmen der Berechnungen angesetzten Parameter, wie beispielsweise die geplante Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die Working-Capital-Entwicklung oder die geplanten Investitionen, mit unternehmensspezifischen Informationen bzw. mit branchenspezifischen Markterwartungen aus externen Datenquellen verglichen und anhand historischer Daten plausibilisiert sowie eingehend mit dem Management diskutiert und hinterfragt.
Weiters haben wir das Berechnungsmodell auch unter Einbindung interner Experten hinsichtlich seiner Angemessenheit und rechnerischen Richtigkeit beurteilt. Den verwendeten Abzinsungssatz haben wir anhand selbst ermittelter Bandbreiten plausibilisiert.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Den Jahresfinanzbericht (ohne den Bericht des Aufsichtsrates) haben wir vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erhalten, der Bericht des Aufsichtsrates wird uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt werden.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf Grundlage der von uns zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche
Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
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Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
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Wir gewinnen ein Verständnis von den für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben.
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Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
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Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
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Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
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Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in den internen Kontrollen, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
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Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – auf vorgenommene Handlungen zur Beseitigung von Gefährdungen oder angewandte Schutzmaßnahmen auswirken.
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Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
BERICHT ZUM LAGEBERICHT
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss des betreffenden Geschäftsjahres in Einklang steht und ob der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL 10 DER EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 2. Juli 2025 als Abschlussprüfer für das am 31. März 2026 endende Geschäftsjahr gewählt und am 1. Oktober 2025 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem am 31. März 2020 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Art 5 Abs 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit gewahrt haben.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHE WIRTSCHAFTSPRÜFERIN
Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Mag. Marieluise Krimmel.
Wien
26. Mai 2026
Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH
Mag. Marieluise Krimmele. h.ppa. Mag. Monika Viertlmayer e. h.
WirtschaftsprüferinWirtschaftsprüferin
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
ERKLÄRUNG DES VORSTANDES
GEM. § 124 (1) BÖRSEG 2018
Der Vorstand der voestalpine AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss der voestalpine AG ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt und dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Linz, am 26. Mai 2026
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h.Franz Kainersdorfer e. h.Gerald Mayer e. h.
Vorsitzender des VorstandesMitglied des VorstandesMitglied des Vorstandes
Reinhard Nöbauer e. h.Carola Richter e. h.Hubert Zajicek e. h.
Mitglied des VorstandesMitglied des VorstandesMitglied des Vorstandes
SERVICE
GLOSSAR
Akquisition. Übernahme oder Kauf von Unternehmen bzw. Unternehmensteilen.
Asset-Deal. Firmenübernahme durch Kauf der einzelnen Wirtschaftsgüter (anstelle der Anteile).
ATX (Austrian Traded Index). Leitindex der Wiener Börse, der die 20 wichtigsten Aktien des Prime Market beinhaltet.
AWS (Alliance for Water Stewardship). Allianz für nachhaltiges Wassermanagement.
Bruttoergebnis. Umsatzerlöse abzüglich Umsatzkosten.
CapEx (Capital Expenditure). Investitionsausgaben.
Capital Employed. Das gesamte eingesetzte verzinsliche Kapital.
Cashflow
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aus Investitionstätigkeit: Abfluss/Zufluss flüssiger Mittel aus Investitionen/Desinvestitionen;
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aus der Betriebstätigkeit: Abfluss/Zufluss flüssiger Mittel, soweit nicht durch Investitions-, Desinvestitions- oder Finanzierungstätigkeit beeinflusst;
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aus der Finanzierungstätigkeit: Abfluss/Zufluss flüssiger Mittel aus Kapitalaus- und Kapitaleinzahlungen.
CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism). CO₂-Grenzausgleichsmechanismus.
CCA (Climate Change Adaptation). Anpassung an den Klimawandel.
CCM (Climate Change Mitigation). Klimawandel.
CCU (Carbon Caputure and Utilization). CO2-Abscheidung und Nutzung.
CCUS (Carbon Capture, Utilization and Storage). CO2-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung.
CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive). EU-Lieferkettenrichtlinie.
CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive). EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung.
DNSH (Do No Significant Harm). Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen.
EAF (Electric Arc Furnace). Elektrolichtbogenofen.
EBIT (Earnings before Interest, Taxes). Der Betriebserfolg: Ergebnis vor Steuern, Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter und Finanzergebnis.
EBIT-Marge. EBIT/Umsatz.
EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization). Ergebnis vor Steuern, Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter, Finanzergebnis und Abschreibungen.
EBITDA-Marge. EBITDA/Umsatz.
EFRAG (European Financial Reporting Advisory Group). Europäische Beratergruppe für Rechnungslegung.
Eigener Betrieb. Alle Gesellschaften, an denen die voestalpine AG direkt oder indirekt mit zumindest 50 % beteiligt ist oder bei denen sie auf andere Art eine Kontrolle ausübt.
Eigenkapital. Mittel, die dem Unternehmen von den Eigentümer:innen durch Einzahlung und/oder Einlage bzw. aus einbehaltenen Gewinnen zur Verfügung gestellt werden.
Eigenkapitalquote. Eigenkapital/Summe Passiva.
Eigenkapitalrentabilität. Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss)/Eigenkapital der Vorperiode.
EMAS (Eco-Management and Audit Scheme). System für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung.
E-PRTR (European Pollutant Release and Transfer Register). Europäisches Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister.
ESRS (European Sustainability Reporting Standards). Europäische Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung
FKW, HFKW (Fluorkohlenwasserstoffe, Hydrofluorkohlewasserstoffe).
Free Float (oder Streubesitz). Teil des Aktienkapitals, der sich im Streubesitz befindet, d. h. an der Börse frei gehandelt wird.
Gearing (Ratio). Nettofinanzverschuldung/Eigenkapital.
GHG (Greenhouse Gas). Treibhausgas.
GRI (Global Reporting Initiative).
HBI (Hot Briquetted Iron). Heißbrikettiertes Eisen.
IAMC (Industrial Asset Management Council).
IEA (International Energy Agency).
IFRS (International Financial Reporting Standards). Rechnungslegungsnormen, die eine international vergleichbare Bilanzierung und Publizität gewährleisten sollen.
ILO (International Labour Organization). Internationale Arbeitsorganisation.
IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (Weltklimarat).
IRO (Impacts, Risks and Opportunities). Auswirkungen, Risiken und Chancen.
ISO (International Organization for Standardization). Internationale Organisation für Normung.
ISSB (International Sustainability Standards Board).
Marktkapitalisierung. Die Marktkapitalisierung spiegelt den aktuellen Börsenwert einer börsennotierten Firma wider.
MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Wird vor allem im Bildungs- , Ausbildungs- und Arbeitsmarktkontext verwendet.
NACE (Nomenclature Générale des Activités Économiques dans les Communautés Européennes). Statistische Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft.
Nettofinanzverschuldung. Verzinsliche Verbindlichkeiten abzüglich verzinsliches Vermögen.
ÖCGK (Österreichischer Corporate Governance Kodex).
OpEx (Operating Expenditure). Betriebsausgaben.
Rating. Eine auf den internationalen Kapitalmärkten anerkannte Einstufung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens.
RCP (Representative Concentration Pathway). Repräsentative Konzentrationspfade.
ROCE (Return on Capital Employed). EBIT/Durchschnittliches Capital Employed, die Rendite auf das eingesetzte Kapital.
SFDR (Sustainable Finance Disclosures Regulation). Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor.
THG (Treibhausgas).
UNICEF (United Nations Children’s Fund). Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.
Volatilität. Intensität der Kursschwankungen von Aktien und Devisen bzw. der Preisänderungen von Massengütern im Vergleich zur Marktentwicklung.
Vollzeitäquivalent (FTE). Ein:e Vollzeitmitarbeiter:in entspricht einem Vollzeitäquivalent von eins, teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter:innen werden mit einer ihrem Beschäftigungsausmaß entsprechenden Quote berücksichtigt.
WACC (Weighted Average Cost of Capital). Durchschnittliche Kapitalkosten für Fremd- und Eigenkapital.
KONTAKT
& IMPRESSUM
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Sämtliche in diesem Geschäftsbericht angeführten Mengenangaben
in Tonnen beziehen sich auf metrische Tonnen (1.000 kg).
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Eigentümerin und Medieninhaberin: voestalpine AG, voestalpine-Straße 1,
4020 Linz. Herausgeberin und Redaktion: voestalpine AG,
Investor Relations, T. +43/50304/15-9949, F. +43/50304/55-5581,
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Gestaltung, Realisierung: gugler* MarkenSinn, 3390 Melk
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T. +43/50304/15-0
F. +43/50304/55-DW
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