JAHRESFINANZ-
BERICHT
2023/24
ENTWICKLUNG
DER KENNZAHLEN
Mio. EUR | 2019/20 | 2020/21 | 2021/22 | 2022/231 | 2023/24 |
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Gewinn- und Verlustrechnung | | | | | |
Umsatzerlöse | 12.717,2 | 10.901,9 | 14.923,2 | 18.225,1 | 16.684,3 |
EBITDA | 1.181,5 | 1.148,1 | 2.291,3 | 2.543,9 | 1.666,1 |
Abschreibungen | 1.270,5 | 809,8 | 837,0 | 921,1 | 1.096,8 |
EBIT | –89,0 | 338,2 | 1.454,3 | 1.622,8 | 569,3 |
Ergebnis vor Steuern | –230,3 | 234,8 | 1.382,5 | 1.489,4 | 383,4 |
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten | | 255,7 | 1.072,4 | 1.083,9 | 215,6 |
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten | | –224,0 | 257,9 | 93,4 | –8,5 |
Ergebnis nach Steuern2 | –216,5 | 31,7 | 1.330,3 | 1.177,3 | 207,1 |
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Bilanz | | | | | |
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 775,7 | 610,4 | 708,4 | 922,0 | 1.233,0 |
Eigenkapital4 | 5.614,9 | 5.649,9 | 7.069,3 | 7.686,4 | 7.499,6 |
Nettofinanzverschuldung | 3.775,0 | 2.742,8 | 2.291,2 | 1.661,0 | 1.650,8 |
Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals (Gearing) | 67,2 % | 48,5 % | 32,4 % | 21,6 % | 22,0 % |
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Finanzkennzahlen | | | | | |
EBITDA-Marge | 9,3 % | 10,5 % | 15,4 % | 14,0 % | 10,0 % |
EBIT-Marge | –0,7 % | 3,1 % | 9,7 % | 8,9 % | 3,4 % |
Return on Capital Employed (ROCE) | –0,8 % | 3,4 % | 15,5 % | 15,5 % | 5,4 % |
Cashflow aus der Betriebstätigkeit | 1.304,0 | 1.633,5 | 1.242,9 | 956,2 | 1.447,9 |
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Aktienkennzahlen | | | | | |
Aktienkurs Ende Geschäftsjahr (EUR) | 18,54 | 35,33 | 27,02 | 31,28 | 26,00 |
Dividende je Aktie (EUR)3 | 0,20 | 0,50 | 1,20 | 1,50 | 0,70 |
Börsenkapitalisierung Ende Geschäftsjahr | 3.308,9 | 6.307,1 | 4.823,6 | 5.400,5 | 4.457,7 |
Anzahl der ausstehenden Aktien zum 31.03. | 178.520.566 | 178.520.616 | 178.520.616 | 172.650.943 | 171.450.616 |
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Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) aus fortgeführten Aktivitäten | | 1,49 | 5,84 | 5,48 | 0,64 |
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) aus nicht fortgeführten Aktivitäten | | –1,25 | 1,44 | 0,53 | –0,05 |
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) | –1,24 | 0,24 | 7,28 | 6,01 | 0,59 |
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Personal | | | | | |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) Ende Geschäftsjahr | 49.682 | 48.654 | 50.225 | 51.202 | 51.589 |
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1 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | |
2 Vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen. | |
3 Gemäß Vorschlag an die Hauptversammlung. | |
4 Geschäftsjahr 2021/22 vor rückwirkender Anpassung. | |
INHALT
UNTERNEHMEN | KONZERNLAGEBERICHT |
4 | Highlights | 42 | Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage |
5 | voestalpine–Konzern im Überblick | | Bericht über die finanziellen Leistungs-indikatoren des voestalpine-Konzerns |
6 | voestalpine–Portfolio | 52 | Steel Division |
8 | Die voestalpine ist ein globales Unternehmen | 56 | High Performance Metals Division |
10 | Aufsichtsrat der voestalpine AG | 61 | Metal Engineering Division |
12 | Vorstand der voestalpine AG | 66 | Metal Forming Division |
14 | Brief des Vorstandes | 70 | Investitionen |
16 | Bericht des Aufsichtsrates über das Geschäftsjahr 2023/24 | 73 | Akquisitionen & Devestitionen |
19 | Investor Relations | 75 | Mitarbeiter:innen |
24 | Konsolidierter Corporate Governance-Bericht 2023/24 | 79 | Rohstoffe |
39 | Compliance | 83 | Forschung und Entwicklung |
| | 87 | Umwelt |
| | 94 | Bericht über die Risiken des Unternehmens |
| | 105 | Bestand an eigenen Aktien |
| | 106 | Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Verpflichtungen |
| | 108 | Ausblick |
| | | |
voestalpine AG KONZERNABSCHLUSS | voestalpine AG JAHRESABSCHLUSS | SERVICE |
110 | Konzernbilanz | 259 | Lagebericht | 324 | Glossar |
112 | Konzern-Kapitalflussrechnung | 293 | Bilanz zum 31.03.2024 | 325 | Kontakt, Impressum |
113 | Konzern-Gesamtergebnisrechnung | 295 | Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.04.2023 bis 31.03.2024 | | |
114 | Konzern-Eigenkapital- veränderungsrechnung | 297 | Anlagenspiegel zum 31.03.2024 | | |
116 | Anhang zum Konzernabschluss | 299 | Anhang zum UGB-Abschluss der voestalpine AG 2023/24 | | |
| Bestätigungsvermerk | | Bestätigungsvermerk | | |
| Erklärung des Vorstandes gem. § 124 (1) BörseG 2018 | 322 | Erklärung des Vorstandes gem. § 124 (1) BörseG 2018 | | |
244 | Beteiligungen | | | | |
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HIGHLIGHTS
2023/24
- » Das hohe Zinsniveau beeinträchtigte die konjunkturelle Entwicklung in Europa. Das Wirtschaftswachstum in Nordamerika blieb robust. Gute wirtschaftliche Dynamik herrschte in Südamerika, die erst gegen Ende des Geschäftsjahres abflaute. Die chinesische Wirtschaft konnte trotz anhaltender Probleme im Immobiliensektor um ca. 5 % wachsen.
- » Die globale Aufstellung und das diversifizierte Portfolio des voestalpine-Konzerns führten zu einem guten operativen Ergebnis im Geschäftsjahr 2023/24. Im Vergleich zu den Rekordwerten des Vorjahres liegen Umsatz und Ergebnis naturgemäß niedriger.
- » Die Umsatzerlöse sind in einem Umfeld sinkender Rohstoff- und Energiekosten von 18.225,1 Mio. EUR auf 16.684,3 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2023/24 gesunken.
- » Die Ergebniskategorien sind im Geschäftsjahr 2023/24 sowohl von wirtschaftlicher Abschwächung als auch von Einmaleffekten beeinflusst.
- » So belasteten außerordentliche Abschreibungen in der High Performance Metals Division das EBIT im Geschäftsjahr 2023/24 mit 360 Mio. EUR (wovon 92 Mio. EUR auch EBITDA-wirksam sind) sowie in der Metal Forming Division mit 68 Mio. EUR.
- » Auch das vorangegangene Geschäftsjahr 2022/23 war von Einmaleffekten beeinflusst. So enthielt das EBITDA im Vorjahr insgesamt positive Sondereffekte in Höhe von 101 Mio. EUR. Die Einmaleffekte beim EBIT summierten sich auf –72 Mio. EUR in der Vergleichsperiode 2022/23.
- » Das operative Ergebnis (EBITDA) reduzierte sich im Jahresvergleich um etwa ein Drittel auf 1.666,1 Mio. EUR (Vorjahr: 2.543,9 Mio. EUR).
- » Das Betriebsergebnis (EBIT) schwächte sich um 64,9 % von 1.622,8 Mio. EUR auf 569,3 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2023/24 ab.
- » Das Ergebnis vor Steuern nahm um 74,3 % auf 383,4 Mio. EUR ab (Vorjahr: 1.489,4 Mio. EUR).
- » Das Ergebnis nach Steuern verringerte sich um 82,4 % auf 207,1 Mio. EUR (Vorjahr: 1.177,3 Mio. EUR).
- » Das Eigenkapital fiel zum Stichtag 31. März 2024 marginal um 2,4 % auf 7.499,6 Mio. EUR (Vorjahreswert von 7.686,4 Mio. EUR rückwirkend angepasst).
- » Die Nettofinanzverschuldung blieb trotz hoher Investitionstätigkeit mit 1.650,8 Mio. EUR per 31. März 2024 stabil gegenüber dem Vorjahreswert von 1.661,0 Mio. EUR.
- » Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals) mit 22,0 % per 31. März 2024 praktisch unverändert (Vorjahr: 21,6 %).
- » Dividendenvorschlag an Hauptversammlung: 0,70 EUR je Aktie.
voestalpine-KONZERN
IM ÜBERBLICK
Bei voestalpine arbeiten wir weltweit Tag für Tag an innovativen Lösungen aus Stahl und anderen metallischen Werkstoffen. Dabei haben wir Innovation, Technologie und Qualität immer im Fokus. In unseren definierten Märkten wollen wir weiter profitabel wachsen und gleichzeitig unseren Beitrag für eine nachhaltige Zukunft leisten.
Als weltweit führender Stahl- und Technologiekonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz wollen wir gemeinsam mit unseren Kund:innen höchstwertige Produktlösungen entwickeln und Innovationen zielgerichtet vorantreiben.
Permanente Innovation und technologische Weiterentwicklung sind die Voraussetzung für unseren langfristigen ökonomischen Erfolg. Um zeitgerecht die zukünftigen Produkte für unsere Kund:innen-Segmente herausbringen zu können, haben wir im Geschäftsjahr 2023/24 214 Mio. EUR in Forschung & Entwicklung investiert. In Zukunft werden wir noch enger mit unseren Kund:innen kooperieren und die Zusammenarbeit mit externen Entwicklungspartner:innen intensivieren, um den Innovationsprozess noch weiter zu beschleunigen.
Wir denken langfristig und handeln verantwortungsvoll. Unsere unternehmerische Tätigkeit orientiert sich an drei Säulen: Wir wollen ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Werte schaffen. Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil aller unserer Geschäftsprozesse. Wir verstehen sie als ganzheitlichen Rahmen mit einem Best-in-Class-Anspruch.
Digitalisierung ist ein integraler Bestandteil unseres wirtschaftlichen Handelns. Sie ist nicht nur die Basis, um Geschäftsprozesse zu optimieren und unsere Operational Excellence weiter zu verbessern, sie wird in Zukunft auch immer mehr Teil der von uns angebotenen Systemlösungen und Servicemodelle sein.
Hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind entscheidend für den Erfolg der voestalpine. Um auch weiterhin die besten Köpfe finden und halten zu können, arbeiten wir intensiv daran, ein Arbeitsumfeld mit Mehrwert zu bieten. Mit umfassenden Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten wollen wir jede Einzelne bzw. jeden Einzelnen in ihren:seinen individuellen Fähigkeiten und Talenten fördern. Eine vertrauensvolle Führungskultur soll sicherstellen, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter eigenverantwortlich, lösungsorientiert und effizient zum Erfolg des Unternehmens beiträgt.
Durch Investitionen und Akquisitionen hat die voestalpine über die Jahre ein in vier Divisionen gegliedertes Portfolio entwickelt, das sich durch eine einzigartige Kombination aus Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz auszeichnet. Diese vier Unternehmensbereiche profitieren von wechselseitigen Synergieeffekten. Die Verarbeitungsbereiche wachsen weltweit in ihren definierten Märkten und gemeinsam mit langfristigen, strategischen Kund:innen. In der Werkstofferzeugung liegt der Fokus auf der technologischen und qualitativen Weiterentwicklung bei gleichbleibenden Kapazitäten. Der verstärkte Trend zur Nachhaltigkeit sorgt für eine steigende Nachfrage nach voestalpine-Produkten.
voestalpine-
PORTFOLIO
Mit unseren qualitativ höchstwertigen Produkt- und Systemlösungen zählen wir zu den führenden Partnern der Automobil-, Konsumgüter-, Luftfahrt- und Energieindustrie und sind darüber hinaus Weltmarktführerin bei Bahninfrastruktursystemen, Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Die breite Kund:innen-Basis ermöglicht Ergebnisstabilität in einem insgesamt zyklischen Marktumfeld.
STEEL DIVISION
WELTWEITE QUALITÄTSFÜHRERSCHAFT
bei höchstwertigem Stahlband und führende Position bei anspruchsvollsten Energieanwendungen von Grobblech und Gießereiprodukten.
| | 35% |
Umsatzerlöse (Mio. EUR) | 6.087,8 |
EBITDA (Mio. EUR) | 686,6 |
EBITDA-Marge | 11,3 % |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 10.747 |
| | DES KONZERNUMSATZES |
Die Steel Division setzt in der Stahlerzeugung seit Jahren Umweltbenchmarks und arbeitet gleichzeitig an wasserstoffbasierten zukünftigen Optionen zur Verwirklichung einer CO2-neutralen Stahlproduktion. Mit ihren qualitativ hochwertigen Stahlbändern ist die Steel Division erste Anlaufstelle namhafter Automobilhersteller:innen und -zulieferer:innen weltweit. Darüber hinaus ist sie eine der wichtigsten Partner:innen der europäischen Hausgeräte- sowie der Maschinenbauindustrie. Für den Energiebereich fertigt sie Grobbleche für Anwendungen unter schwierigsten Bedingungen, wobei neben dem Öl- und Gassegment auch die Gewinnung erneuerbarer Energie mit maßgeschneiderten Lösungen unterstützt wird.
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
WELTWEITE FÜHRERSCHAFT
im Werkzeugstahl, führende Position bei Schnellarbeitsstahl, Luftfahrtwerkstoffen, Spezial-schmiedeteilen und Pulvertechnologie. Innovationsführerin im Bereich Additive Manufacturing.
| | 20% |
Umsatzerlöse (Mio. EUR) | 3.541,7 |
EBITDA (Mio. EUR) | 185,3 |
EBITDA-Marge | 5,2 % |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 13.308 |
| | DES KONZERNUMSATZES |
Die High Performance Metals Division ist global führend in der Herstellung bzw. Weiterverarbeitung metallischer Hochleistungswerkstoffe – insbesondere Werkzeugstahl, Schnellarbeitsstahl und andere Spezialstähle sowie Titan und Nickel-Basislegierungen. Das einzigartige Produktportfolio wird im weltweiten Vertriebs- und Servicenetzwerk durch Bauteilfertigung, Wärmebehandlung, Coating und Additive Fertigung erweitert. Abnehmer:innen dieser Produkte sind die Zulieferindustrie für die Automobil- und Konsumgüterbranche, der Sondermaschinenbau, die Öl- und Gasindustrie sowie die Luftfahrtindustrie.
METAL ENGINEERING DIVISION
WELTWEITE FÜHRERSCHAFT
bei Systemlösungen für die Bahninfrastruktur, globale Anbieterin von Schweißkomplettlösungen, europäische Technologieführerin für Premiumdrähte und bevorzugte Anbieterin von Hightech Nahtlosrohren für die Öl- und Gasindustrie sowie für industrielle Anwendungen.
| | 25% |
Umsatzerlöse (Mio. EUR) | 4.315,7 |
EBITDA (Mio. EUR) | 606,2 |
EBITDA-Marge | 14,0 % |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 14.724 |
| | DES KONZERNUMSATZES |
Die Metal Engineering Division bietet im Geschäftsbereich Railway Systems als weltweit führende Anbieterin von integrierten Fahrwegsystemen maßgeschneiderte Gesamtlösungen für sämtliche Bahninfrastruktursegmente – von Nah- über Mischverkehr- bis hin zu Schwerlast- und Hochgeschwindigkeitsnetzen. Darüber hinaus hat sie sich im Geschäftsbereich Industrial Systems als global agierende Anbieterin von integrierten Schweißkomplettlösungen etabliert und nimmt eine führende Rolle als Entwicklungspartnerin und Herstellerin von Premiumdrähten und Hightech-Nahtlosrohren ein.
METAL FORMING DIVISION
WELTWEITE FÜHRERSCHAFT
in definierten qualitativ und technologisch anspruchsvollsten Nischen für Metallverarbeitungslösungen mit einem globalen Netzwerk zur Generierung von bestmöglichem Kund:innen-Nutzen.
| | 20% |
Umsatzerlöse (Mio. EUR) | 3.368,4 |
EBITDA (Mio. EUR) | 301,0 |
EBITDA-Marge | 8,9 % |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 11.571 |
| | DES KONZERNUMSATZES |
Die Metal Forming Division ist das Kompetenzzentrum der voestalpine für hochentwickelte Profil-, Rohr- und Präzisionsbandstahlprodukte sowie für einbaufertige Systemkomponenten aus Press-, Stanz- und rollprofilierten Teilen, die in einer Vielzahl von Branchen – insbesondere im Premium-Automotive-Bereich – Einsatz finden. Mit der branchenweit einzigartigen Verbindung von Werkstoffexpertise und Verarbeitungskompetenz sowie einer weltweiten Präsenz ist die Division die Partnerin erster Wahl für innovations- und qualitätsorientierte Kund:innen.
DIE voestalpine IST EIN GLOBALES UNTERNEHMEN
Die global tätige Unternehmensgruppe verfügt über rund 500 Konzerngesellschaften und -standorte in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Mit ihren qualitativ höchstwertigen Produkt- und Systemlösungen zählt sie zu den führenden Partner:innen der Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie der Luftfahrt- und Energieindustrie und ist darüber hinaus Weltmarktführerin bei Bahninfrastruktursystemen, Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Die voestalpine bekennt sich zu den globalen Klimazielen und arbeitet intensiv an Technologien zur Dekarbonisierung und langfristigen Reduktion ihrer
CO₂-Emissionen.
AUFSICHTSRAT
voestalpine AG
Dr. Wolfgang Eder
Vorsitzender des Aufsichtsrates seit 01.04.2022
Erstbestellung: 03.07.2019
Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG, Linz
Dr. Heinrich Schaller
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates seit 04.07.2012
Erstbestellung: 04.07.2012
Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG, Linz
KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA
Mitglied des Aufsichtsrates, Vorsitzender des Prüfungsausschusses seit 03.07.2019
Erstbestellung: 01.07.2004
Generaldirektor der Oberbank AG, Linz
Mag. Ingrid Jörg
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Executive Vice President & Chief Operating Officer, Constellium Switzerland AG, Zürich
Dr. Florian Khol
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Rechtsanwalt, Partner bei Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH, Wien
Mag. Maria Kubitschek
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Ehemalige stellvertretende Direktorin der Bundesarbeiterkammer/Arbeiterkammer Wien, Wien
Prof. Elisabeth Stadler
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Vorsitzende des Vorstandes der Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe, Wien bis 30.06.2023
Vom Betriebsrat entsandt:
Josef Gritz
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstentsendung: 01.01.2000
Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates der voestalpine Stahl
Donawitz GmbH, Donawitz
Sandra Fritz
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstentsendung: 15.06.2019
Mitglied des Angestelltenbetriebsrates der voestalpine AG, Linz
Hans-Karl Schaller
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstentsendung: 01.09.2005
Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der voestalpine AG, Linz
Vorsitzender des Europäischen Betriebsrates der voestalpine AG, Linz
Gerhard Scheidreiter
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstentsendung: 01.01.2012
Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates der voestalpine BÖHLER Edelstahl
GmbH & Co KG, Kapfenberg
VORSTAND
voestalpine AG
Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner, geboren 1963
Vorsitzender des Vorstandes seit 03.07.2019, Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2012
Zugeordnete Konzernfunktionen: Konzernentwicklung; F&E- und Innovationsstrategie; Strategisches Personalmanagement; Konzernkommunikation und Marktauftritt; Public Affairs; Recht; Compliance; M&A; Datenschutz; Nachhaltigkeitsstrategie; Investor Relations; Trade & Statistics; Revision
Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer, geboren 1967
Leitung der Metal Engineering Division, Mitglied des Vorstandes seit 01.07.2011
Zugeordnete Konzernfunktion: Energieversorgung des Konzerns
Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA, geboren 1967
Leitung des Ressorts Finanzen, Mitglied des Vorstandes von 01.04.2004 bis 31.03.2024
Zugeordnete Konzernfunktionen: Bilanzen; Controlling einschließlich Beteiligungscontrolling; Konzern-Treasury; Steuern; Managementinformationssysteme; Risikomanagement; Informationstechnologie
Dipl.-Ing. Franz Rotter, geboren 1957
Leitung der High Performance Metals Division, Mitglied des Vorstandes von 01.01.2011 bis 31.03.2024
Zugeordnete Konzernfunktion: health & safety
Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA, geboren 1964
Leitung der Metal Forming Division, Mitglied des Vorstandes von 01.10.2014 bis 31.03.2024
Zugeordnete Konzernfunktion: Beschaffungsstrategie
Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA, geboren 1968
Leitung der Steel Division, Mitglied des Vorstandes seit 04.07.2019
Zugeordnete Konzernfunktion: Rohstoffversorgung des Konzerns
Mag. Gerald Mayer, geboren 1971
Leitung des Ressorts Finanzen, Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2024
Zugeordnete Konzernfunktionen: Bilanzen; Controlling einschließlich Beteiligungscontrolling; Konzern-Treasury; Steuern; Managementinformationssysteme; Risikomanagement; Versicherungen; Informationstechnologie
Dipl.-Ing. Dr. Reinhard Nöbauer, geboren 1963
Leitung der High Performance Metals Division, Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2024
Zugeordnete Konzernfunktion: Beschaffungsstrategie
Dr. Carola Richter, geboren 1973
Leitung der Metal Forming Division, Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2024
Zugeordnete Konzernfunktion: health & safety
BRIEF
DES VORSTANDES
Sehr geehrte Damen und Herren,
geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre!
Der voestalpine-Konzern zeigte im Geschäftsjahr 2023/24 eine solide Entwicklung. Dabei blicken wir auf eine Berichtsperiode zurück, die von geopolitischen Konflikten und in allen wesentlichen Volkswirtschaften − mit Ausnahme Chinas − von hoher Inflation und hohen Zinsen geprägt war.
Mit einem Umsatz von 16,7 Mrd. EUR und einem operativen Ergebnis (EBITDA) von knapp 1,7 Mrd. EUR konnte der voestalpine-Konzern im Geschäftsjahr 2023/24 trotz der sehr herausfordernden wirtschaftlichen Entwicklung im Langfristvergleich ein gutes Ergebnis erzielen und die Erwartungen erfüllen.
Die Resilienz, die der Konzern unter diesen wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen gezeigt hat, ist das Ergebnis einer konsequenten Umsetzung der langfristigen voestalpine-Strategie: Die globale Aufstellung half die Schwäche der europäischen Kernmärkte abzufedern. Der Fokus auf technologisch anspruchsvollste Marktsegmente war die Grundlage für den Ausbau von Marktanteilen im globalen Wettbewerb. Die Diversifizierung sorgte für Stabilität in einem Umfeld, in dem zinssensitive Segmente wie etwa die Bau- und Maschinenbauindustrie deutliche Nachfragerückgänge zu verzeichnen hatten. Die robuste Entwicklung im Automobilsektor sowie die starke Nachfrage aus den Bereichen Eisenbahninfrastruktur, Luftfahrt- und Energieindustrie erwiesen sich als tragende Säulen der Ergebnisentwicklung des Geschäftsjahres 2023/24.
Zur weiteren Festigung der strategischen Positionierung wurden auch in dieser Berichtsperiode wichtige Projekte in unseren internationalen Märkten umgesetzt. Highlights waren etwa im Geschäftsbereich Railway Systems die forcierte weitere strategische Ausrichtung zum Bahninfrastruktur-Systemanbieter durch die globale Ausrollung der Technologien aus den Akquisitionen des Vorjahres in den Bereichen Befestigungs- und Gleisschwellentechnik. Im Geschäftsbereich Warehouse & Rack Solutions wurde in den USA ein neues Produktionswerk für automatisierte Hochregalläger eröffnet. In Südamerika konnte die Produktionskapazität für Spezialprofile, insbesondere für Photovoltaikanlagen, verdoppelt werden. In China, wo die Automobilindustrie auf Hochtouren läuft, wurde mittlerweile die fünfte phs®-Anlage in Betrieb genommen und die Produktionskapazitäten für Luftfedersysteme konnten stark ausgebaut werden.
Aufgrund strukturell veränderter Rahmenbedingungen fiel die strategische Entscheidung, für Buderus Edelstahl in Wetzlar, Deutschland, einen Verkaufsprozess zu starten. Dadurch konzentriert die High Performance Metals Division ihr Produktportfolio in Zukunft auf das technologisch anspruchsvolle Segment der Hochleistungswerkstoffe und der Produktionsanteil von Werkzeugstahl und Edelbaustahl im leistungsstandardisierten Bereich wird reduziert.
Da die Automobilzulieferindustrie in Deutschland unter struktureller Unterauslastung leidet, hat die Metal Forming Division im Bereich Automotive Components im Geschäftsjahr 2023/24 begonnen, ihren Automobilzulieferbereich in Deutschland zu reorganisieren.
Insbesondere auf Basis dieser Entscheidungen mussten im Geschäftsjahr 2023/24 in beiden Divisionen außerplanmäßige Abschreibungen realisiert werden. Der damit eingeschlagene Weg stärkt die zukünftigen Positionen dieser beiden Divisionen im globalen Wettbewerb nachhaltig.
Besondere strategische Bedeutung für die Zukunft des Konzerns haben die Projekte zur Erreichung der Klimaziele in sämtlichen Divisionen. Die Downstream-Bereiche haben einen nahezu vernachlässigbaren direkten CO2-Fußabdruck (Scope 1). Auch die High Performance Metals Division erzeugt Spezialstähle ausschließlich über die klimafreundliche Elektrolichtbogenofentechnologie. Diese Bereiche standen im Geschäftsjahr 2023/24 für etwas mehr als die Hälfte des Umsatzes des voestalpine-Konzerns. Die Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele konzentrieren sich dementsprechend auf die Lieferkette (Scope 2 und 3).
Der relevante Hebel zur Verringerung des direkten CO2-Ausstoßes (Scope 1) der voestalpine liegt in der Stahlherstellung auf Basis der Hochofentechnologie. Die Produkte daraus trugen im Geschäftsjahr 2023/24 etwas weniger als die Hälfte zum Konzernumsatz bei. In diesem Bereich hat die voestalpine mit greentec steel einen klar definierten Stufenplan zur Transformation der Produktionsroute in Richtung Net-Zero-CO2-Emissionen entwickelt. In einem ersten Schritt wird je ein Elektrolichtbogenofen an den beiden Standorten in Linz und Donawitz errichtet. Die Integration der beiden grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenöfen in die Stahlproduktion ermöglicht es, energieintensive Prozesse zu elektrifizieren und so ab 2027 bis zu rund 30 % an CO2-Emissionen einzusparen. Der traditionelle Spatenstich fand im Herbst 2023 statt. Seitdem wurden mit den Vergaben der Kernaggregate wichtige Meilensteine erreicht. Die Projekte sind im Zeit- und Budgetrahmen.
Das Investitionsvolumen für die beiden Projekte beträgt 1,5 Mrd. EUR. Dafür ist der Konzern mit seiner soliden Bilanz bestens aufgestellt. Die Verschuldung befindet sich auf einem historisch niedrigen Niveau, was neben den guten Ergebnissen auf die erfreuliche Cashflow-Generierung in den letzten Jahren zurückzuführen ist.
Die Strategie, zusätzlich zur Dekarbonisierung unserer Stahlproduktion wertsteigerndes Wachstum in den Weiterverarbeitungsbereichen zu generieren, wird weiterverfolgt. Die voestalpine ist gut positioniert, um das Portfolio des Konzerns in Zukunft deutlich weiterzuentwickeln.
Linz, am 27. Mai 2024
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h. Franz Kainersdorfer e. h. Gerald Mayer e. h.
Reinhard Nöbauer e. h. Carola Richter e. h. Hubert Zajicek e. h.
BERICHT DES AUFSICHTSRATES ÜBER DAS GESCHÄFTSJAHR 2023/24
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz und Satzung zukommenden Aufgaben im Rahmen von neun Plenarsitzungen, drei Sitzungen des Prüfungsausschusses, acht Sitzungen des Präsidialausschusses und drei Sitzungen des Vergütungsausschusses wahrgenommen. In den Plenar- und Prüfungsausschusssitzungen hat der Vorstand über den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft und des voestalpine-Konzerns einschließlich der finanziellen Gebarung schriftlich und mündlich umfassend Auskunft erteilt.
In seinen Sitzungen befasste sich der Aufsichtsrat neben diesen laufenden Berichten im Geschäftsjahr 2023/24 insbesondere mit der Bestellung von Mitgliedern und der Zusammensetzung des Vorstandes ab 1. April 2024, der Strategie 2030+ einschließlich der HR-Strategie, der langfristigen Energie- und Rohstoffversorgung, mit dem die Zukunft bestimmenden Thema der Nachhaltigkeit sowie der Vergütungspolitik für die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Einen weiteren Schwerpunkt der Sitzungen des Aufsichtsrates bildete die Berichterstattung des Vorstandes über die Umsetzung der ersten Schritte zur Dekarbonisierung der Stahlerzeugung an den Standorten Linz und Donawitz. Basis dafür ist der vom Aufsichtsrat im März 2023 genehmigte Ersatz von zwei der derzeit insgesamt fünf in Betrieb befindlichen kohlebasierten Hochöfen durch je einen mit erneuerbarem Strom betriebenen Elektrolichtbogenofen an den beiden Standorten. Im Rahmen des unter „greentec steel“ entwickelten Plans mit einem Investitionsvolumen von 1,5 Mrd. EUR erfolgte im Geschäftsjahr 2023/24 die Vergabe der wesentlichen Anlagen. Die Inbetriebnahme der beiden Aggregate ist für 2027 geplant. Zielsetzung ist, dass nach erfolgreichem Hochlauf bis 2029 im Vergleich zu 2019 30 % der CO2-Emissionen (Scope 1 und Scope 2) des Konzerns eingespart werden. Dies entspricht rund 5 % der österreichweiten jährlichen CO2-Emissionen, das Vorhaben ist damit Österreichs größtes singuläres Klimaschutzprojekt. Langfristig strebt das Unternehmen eine Stahlproduktion mit Net-Zero-CO2-Emissionen an. Um dieses Ziel bis spätestens 2050 zu erreichen, forscht der Konzern an mehreren neuen Verfahren und investiert in Pilotvorhaben, die alternative Wege in der Stahlerzeugung aufzeigen. Dazu zählen etwa Forschungsprojekte wie die Wasserstoffpilotanlage H2FUTURE am Standort Linz zur Herstellung und Nutzung von „grünem“ Wasserstoff im industriellen Maßstab sowie am Standort Donawitz die Versuchsanlagen zur CO2-neutralen Stahlerzeugung durch Direktreduktion von Erzen mittels Wasserstoff. Weitere Forschungsprojekte widmen sich der Abscheidung, Speicherung und Wiederverwendung von Kohlendioxid (CCUS).
Ebenfalls Teil der Berichterstattung des Vorstandes war mit dem Neubau des Edelstahlwerkes am Standort Kapfenberg ein weiteres, unter sowohl Innovations- als auch Nachhaltigkeitsaspekten zentrales Konzernprojekt. Die weltweit modernste Anlage ihrer Art wurde im Geschäftsjahr 2023/24 in Betrieb genommen.
Der Präsidialausschuss befasste sich neben Vergütungsfragen insbesondere mit der Besetzung des Vorstandes ab 1. April 2024 und mit Vorbereitungsmaßnahmen zur Neuwahl des Aufsichtsrates anlässlich der Hauptversammlung 2024.
Der Vergütungsausschuss überwachte die Einhaltung der Vergütungspolitik in den Anstellungsverträgen der Mitglieder des Vorstandes und erarbeitete einen die Vergütungspolitik für die Mitglieder des Vorstandes betreffenden Vorschlag zur Vorlage an den Aufsichtsrat und in weiterer Folge an die Hauptversammlung der voestalpine AG am 3. Juli 2024.
Der Prüfungsausschuss beschäftigte sich in erster Linie mit der Vorbereitung und Prüfung des Konzern- und Einzelabschlusses der voestalpine AG, der Frage der Unabhängigkeit der Abschlussprüferin bzw. des Abschlussprüfers sowie mit Themen – aber auch der Weiterentwicklung – des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und der Internen Revision.
Zu Details der Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrates und seiner Ausschüsse wird auf den Konsolidierten Corporate Governance-Bericht 2023/24 verwiesen.
Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss zum 31. März 2024 wurden von der in der Hauptversammlung am 5. Juli 2023 gewählten Abschlussprüferin, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, Wien, geprüft. Vertreter:innen der Abschlussprüferin nahmen an allen drei Sitzungen des Prüfungsausschusses teil und standen für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.
Die Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt und ergeben, dass der Jahresabschluss sowie der gemäß § 245a UGB nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Die Abschlussprüferin hat sowohl für den Jahresabschluss als auch für den Konzernabschluss einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt und bestätigt, dass der Lagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss und der Konzernlagebericht im Einklang mit dem Konzernabschluss steht.
Nach vorhergehender Befassung des Prüfungsausschusses hat der Aufsichtsrat am
4. Juni 2024 den Jahresabschluss zum
31. März 2024 geprüft und gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit gemäß § 96 Abs. 4 Aktiengesetz festgestellt. Der Aufsichtsrat hat zudem nach vorheriger Befassung des Prüfungsausschusses den Lagebericht sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht, den Konsolidierten Corporate Governance-Bericht und den Konsolidierten nicht finanziellen Bericht (Corporate Responsibility Report) jeweils des Geschäftsjahres 2023/24 geprüft und genehmigt. Die Prüfungen durch den Aufsichtsrat haben zu keinen Beanstandungen geführt.
Der Konsolidierte Corporate Governance-Bericht 2023/24 wurde ebenfalls von der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, Wien, im Rahmen der jährlich durchgeführten externen Evaluierung der Einhaltung des Corporate Governance Kodex durch die voestalpine AG geprüft. Bei dieser Prüfung wurden keine Sachverhalte bekannt, die zu der Annahme veranlassen, dass der Konsolidierte Corporate Governance-Bericht der Gesellschaft in wesentlichen Belangen nicht mit dem Corporate Governance Kodex übereinstimmt. Die Prüfung der Einhaltung der die Abschlussprüferin betreffenden C-Regeln des Kodex (Regeln 77 bis 83) erfolgte durch die Rechtsanwaltskanzlei WOLF THEISS Rechtsanwälte GmbH & Co KG. Diese Prüfung hat die Einhaltung dieser Regeln bestätigt.
Der Konsolidierte nicht finanzielle Bericht 2023/24 wurde von der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, Wien, geprüft. Auf Basis der Prüfungshandlungen sind ebenfalls keine Sachverhalte bekannt geworden, die zu der Annahme veranlassen, dass der Bericht der voestalpine AG in wesentlichen Belangen nicht mit den gesetzlichen Vorschriften sowie den GRI-Standards übereinstimmt.
Festgestellt wird, dass das Geschäftsjahr 2023/24 mit einem Bilanzgewinn von
125,0 Mio. EUR schließt; es wird vorgeschlagen, eine Dividende von 0,70 EUR je dividendenberechtigter Aktie an die Aktionär:innen auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.
Der Dank des Aufsichtsrates gilt einmal mehr den rund 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des voestalpine-Konzerns weltweit für ihren Einsatz und ihre Loyalität in schwierigen Zeiten; er gilt dem Vorstand und dem Führungsteam für Entschlossenheit und Konsequenz in ihrem Handeln unter herausfordernden Bedingungen sowie last, but not least unseren Aktionärinnen und Aktionären dafür, dass sie auch in wirtschaftlich unruhigen Zeiten dem Unternehmen die Treue gehalten haben und halten.
Der Aufsichtsrat
Dr. Wolfgang Eder e. h.
(Vorsitzender)
Linz, am 4. Juni 2024
INVESTOR
RELATIONS
voestalpine AG IM VERGLEICH ZU ATX UND INTERNATIONALEN INDIZES
KURSVERLAUF
DER voestalpine-AKTIE
Ähnlich wie im vorangegangenen Berichtszeitraum beherrschte die Inflations- und Zinsthematik auch im Geschäftsjahr 2023/24 die internationalen Aktienmärkte. Bereits im Sommer 2022 erfolgte die Zinswende und die Notenbanken beendeten ihre bis dahin lockere Zinspolitik, um die steigende Inflation zu bekämpfen. Allein im Kalenderjahr 2023 hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins sechs Mal erhöht. Das kontinuierlich gestiegene Zinsniveau wirkte dämpfend auf die Ausgaben der Konsument:innen und erhöhte die Refinanzierungskosten für die Unternehmen. Zusätzlich gewannen festverzinsliche Wertpapiere aufgrund der höheren Zinsen als Anlagealternative an Attraktivität. In wirtschaftlicher Hinsicht stand die Diskussion im Mittelpunkt, ob es in den USA und in Europa ein „Soft Landing“ oder ein „Hard Landing“ geben wird, das heißt, ob es gelingt, eine Rezession zu verhindern oder nicht.
Der Aktienkurs der voestalpine war zu Beginn des Geschäftsjahres 2023/24 noch von Seitwärtsbewegungen gekennzeichnet. Ab dem 2. Quartal 2023/24 hat sich der Kurs jedoch signifikant abgeschwächt.
Neben dem negativen Zinsumfeld beeinflussten im Sommer und Frühherbst weitere nachteilige Faktoren die Kapitalmärkte. So zeigte sich das wirtschaftliche Umfeld in Europa und China sehr verhalten. Als zusätzliche Belastung wirkte der Nahost-Konflikt, der sich durch den Überfall der Hamas auf Israel im Oktober 2023 zuspitzte.
Im 3. Quartal 2023/24 hat sich die Situation auf den Kapitalmärkten verbessert. Einer der Auslöser war die rückläufige Inflation in Europa und den USA. Positiven Einfluss hatte die Aussicht, dass die Notenbanken die Zinsen wieder senken. Insgesamt zeigten die Maßnahmen der Notenbanken, die zur Bekämpfung der Inflation gesetzt wurden, Wirkung. Aus wirtschaftlicher Sicht kam es zu einer Stagnation des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der Europäischen Union. So war die Stimmung in der Bauindustrie und in der produzierenden Industrie weiterhin gedämpft.
Im 4. Quartal 2023/24 nahmen die Stimmen zu, dass die Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen, die in die Aktienkurse eingepreist wurden, verfrüht war. Das sorgte für einen nach wie vor volatilen Kursverlauf.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2023/24 notierte die voestalpine-Aktie schließlich bei 26,00 EUR. Gegenüber dem Kurs zu Beginn des Geschäftsjahres ist das ein Rückgang um 16,9 %. Die Vergleichsindizes haben sich im selben Zeitraum leicht verbessert. Der ATX und der STOXX Index (Europa) stiegen im Jahresverlauf um rund 10 %. Der Dow Jones Industrial Index kletterte sogar um 20 %.
AKTIENRÜCKKAUFPROGRAMM
Am 3. November 2022 hat der Vorstand der voestalpine AG den Rückkauf von maximal 10 Mio. Aktien beschlossen, was einem Grundkapital von rund 5,6 % entspricht. Gestartet wurde das Aktienrückkaufprogramm am 10. November 2022. Der Rückkauf erfolgte ausschließlich über die Börse sowie über multilaterale Handelssysteme. Beendet wurde das Aktienrückkaufprogramm plangemäß am 10. Juli 2023. Insgesamt wurden 7.070.000 Stück voestalpine AG-Aktien mit einem Anteil am Grundkapital von 3,96 % erworben.
WANDELANLEIHE
Im April 2023 hat die voestalpine AG eine Wandelanleihe in Höhe von 250 Mio. EUR erfolgreich platziert. Das Angebot erfolgte im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens ausschließlich an institutionelle Investor:innen. Die Wandelanleihe weist eine Stückelung von 100.000 EUR auf und ist mit einem Kupon von 2,75 % p.a., halbjährlich zahlbar, verzinst. Der anfängliche Wandlungspreis wurde auf 40,8915 EUR festgelegt, was einer Wandlungsprämie von 30 % über dem Referenzaktienkurs von 31,455 EUR entspricht. Die Anleihen wurden am 28. April 2023 ausgegeben und werden, sofern sie nicht zuvor gewandelt, zurückgezahlt oder zurückgekauft worden sind, nach fünf Jahren zum Nennbetrag zuzüglich aufgelaufener Zinsen zurückgezahlt. Die Wandelanleihen notieren am Vienna MTF-Markt der Wiener Börse.
ANLEIHEN
Art der Anleihe | ISIN-Nummer | Emissions- volumen | Zinssatz | Kurs (31.03.2024) |
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Unternehmensanleihe 2017–2024 | AT0000A1Y3P7 | 500 Mio. EUR | 1,375 % | 98,7 |
Unternehmensanleihe 2019–2026 | AT0000A27LQ1 | 500 Mio. EUR | 1,75 % | 96,2 |
Wandelanleihe 2023-2028 | AT0000A33R11 | 250 Mio. EUR | 2,75 % | 96,6 |
EIGENTÜMERSTRUKTUR
Die Eigentümerstruktur nach Regionen zeigt zum Ende des Geschäftsjahres 2023/24 folgendes (indikative) Bild:
EIGENTÜMERSTRUKTUR
GRÖSSTE EINZELAKTIONÄR:INNEN
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG | < 15 % |
voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung | 14,8 % |
Oberbank AG | 8,0 % |
Analysen über die voestalpine AG werden derzeit von folgenden Investmentbanken/Instituten erstellt:
- » Baader Bank AG, München
- » Bank of America, London
- » Barclays, London
- » Citigroup, London
- » Deutsche Bank, London
- » Erste Bank, Wien
- » BNP Paribas Exane, Paris
- » Jefferies, London
- » J.P. Morgan, London
- » Kepler Cheuvreux, Frankfurt
- » Morgan Stanley, London
- » Oddo BHF, Paris
- » Raiffeisen Bank International, Wien
- » UBS, London
- » Wiener Privatbank, Wien
INFORMATIONEN ZUR AKTIE
Aktiennominale | 324.391.840,99 EUR, zerlegt in 178.549.163 Stückaktien |
Stand der Aktien im Eigenbesitz zum 31. März 2024 | 7.098.547 Stück |
Aktiengattung | Stammaktien lautend auf Inhaber:innen |
Wertpapierkennnummer | 93750 (Börse Wien) |
ISIN | AT0000937503 |
Reuters | VOES.VI |
Bloomberg | VOE AV |
KURSE (JEWEILS ZUM TAGESENDE)
Börsenhöchstkurs April 2023 bis März 2024 | 33,64 EUR |
Börsentiefstkurs April 2023 bis März 2024 | 22,90 EUR |
Kurs zum 31. März 2024 | 26,00 EUR |
Ausgabekurs IPO Oktober 1995 | 5,18 EUR |
All-Time-High-Kurs (12. Juli 2007) | 66,11 EUR |
Börsenkapitalisierung zum 31. März 20241 | 4.457.716.016,00 EUR |
1 Basis: Gesamtaktienanzahl abzüglich rückgekaufter Aktien. | |
GESCHÄFTSJAHR 2023/24
Ergebnis je Aktie | 0,59 EUR |
Dividende je Aktie | 0,70 EUR1 |
Buchwert je Aktie, Kurs zum 31. März 2024 | 41,93 EUR |
1 Gemäß Vorschlag an die Hauptversammlung. | |
TERMINVORSCHAU
Nachweisstichtag zur Teilnahme an der Hauptversammlung | 23. Juni 2024 |
Hauptversammlung | 3. Juli 2024 |
Ex-Dividenden-Tag | 11. Juli 2024 |
Nachweisstichtag für Dividendenzahlungen (Record-Tag) | 12. Juli 2024 |
Dividenden-Zahltag | 16. Juli 2024 |
Veröffentlichung 1. Quartal 2024/25 | 7. August 2024 |
Veröffentlichung 2. Quartal 2024/25 | 13. November 2024 |
Veröffentlichung 3. Quartal 2024/25 | 12. Februar 2025 |
Geschäftsjahr 2024/25 | 4. Juni 2025 |
Hauptversammlung | 2. Juli 2025 |
KONSOLIDIERTER
CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT 2023/24
BEKENNTNIS ZUM ÖSTERREICHISCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX
Mit dem Österreichischen Corporate Governance Kodex wird inländischen Aktiengesellschaften ein Ordnungsrahmen für die Führung und Überwachung des Unternehmens zur Verfügung gestellt. Der Kodex verfolgt das Ziel einer verantwortlichen, auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichteten Leitung und Kontrolle von Gesellschaften und Konzernen. Damit soll ein hohes Maß an Transparenz für alle Stakeholder:innen des Unternehmens erreicht werden.
Grundlage des Kodex sind die Vorschriften des österreichischen Aktien-, Börse- und Kapitalmarktrechtes, die EU-Empfehlungen zu den Aufgaben der Aufsichtsratsmitglieder und zur Vergütung von Direktor:innen sowie in ihren Grundsätzen die OECD-Richtlinien für Corporate Governance. Der Kodex wurde seit 2002 mehrfach überarbeitet. Der vorliegende Corporate Governance-Bericht basiert auf dem Status der Kodex-Revision vom Jänner 2023.
www.corporate-governance.at
öffentlich zugänglich.
Er erlangt Geltung durch freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen. Vorstand und Aufsichtsrat der voestalpine AG haben bereits im Jahr 2003 beschlossen, den Corporate Governance Kodex anzuerkennen, und haben auch die zwischenzeitlich erfolgten Regeländerungen angenommen bzw. umgesetzt. Die voestalpine AG bekennt sich somit zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance Kodex in der geltenden Fassung.
Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden neben den verbindlich einzuhaltenden „L-Regeln“ mit einer Ausnahme (= Abweichung zur C-Regel 39) auch sämtliche „C-Regeln“ und „R-Regeln“ des Kodex von der voestalpine AG eingehalten.
1Der Österreichische Corporate Governance Kodex legt fest, dass das Nichteinhalten seiner sogenannten C-Regeln (Comply or Explain) zu erklären und zu begründen ist. Die voestalpine AG verhält sich durch die Erläuterung folgender Abweichung somit kodexkonform:
Regel 39:
Gemäß C-Regel 39 soll die Mehrheit der Mitglieder von Ausschüssen die vom Aufsichtsrat gemäß C-Regel 53 festgelegten Unabhängigkeitskriterien erfüllen. Der Präsidial- und Vergütungsausschuss besteht neben einer:einem Arbeitnehmervertreter:in aus zwei von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern. Mit seiner Wahl zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates der voestalpine AG mit Wirkung zum 1. April 2022 hat Dr. Wolfgang Eder gemäß Geschäftsordnung des Aufsichtsrates auch den Vorsitz des Präsidialausschusses, welcher zugleich Nominierungsausschuss ist, und des Vergütungsausschusses übernommen. Dr. Wolfgang Eder erfüllt aufgrund seiner ehemaligen Funktion als Vorsitzender des Vorstandes der voestalpine AG bis zum 3. Juli 2019 ein gemäß Regel 53 des Kodex vom Aufsichtsrat für die Unabhängigkeit festgelegtes Kriterium nicht. Angesichts dieser Besetzung wird in diesen beiden Ausschüssen daher von der Regel 39 des Kodex abgewichen, da in diesen nicht die Mehrheit der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder gemäß der vom Aufsichtsrat für die Unabhängigkeit festgelegten Kriterien unabhängig ist. Mit der Wahl zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates und damit verbunden auch in den Vorsitz des Präsidial- und Vergütungsausschusses vertraut der Aufsichtsrat im Interesse der Gesellschaft bei diesen Kernaufgaben auf die langjährige Industrie- und Managementerfahrung von Dr. Wolfgang Eder und dessen Kenntnis des Konzerns.
ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDES
Vorstand der voestalpine AG im Geschäftsjahr 2023/24 (01.04.2023 bis 31.03.2024) |
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Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner | Dipl.-Ing. Franz Rotter |
Vorsitzender des Vorstandes | Leitung der High Performance Metals Division |
Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer | Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA |
Leitung der Metal Engineering Division | Leitung der Metal Forming Division |
Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA | Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA |
Leitung des Ressorts Finanzen | Leitung der Steel Division |
Vorstand der voestalpine AG ab Geschäftsjahr 2024/25 (ab 01.04.2024) |
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Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner | Dr. Reinhard Nöbauer |
Vorsitzender des Vorstandes | Leitung der High Performance Metals Division |
Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer | Dr. Carola Richter |
Leitung der Metal Engineering Division | Leitung der Metal Forming Division |
Mag. Gerald Mayer | Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA |
Leitung des Ressorts Finanzen | Leitung der Steel Division |
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» Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner | |
Vorsitzender des Vorstandes geboren 1963; Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2012; Vorsitzender des Vorstandes seit 03.07.2019; Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2029 | Zugeordnete Konzernfunktionen: Konzernentwicklung; F&E- und Innovationsstrategie; Strategisches Personalmanagement; Konzernkommunikation und Marktauftritt; Public Affairs; Recht; Compliance; M&A; Datenschutz; Nachhaltigkeitsstrategie; Investor Relations; Trade & Statistics; Revision
Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen1 des voestalpine-Konzerns: voestalpine Stahl GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates; voestalpine High Performance Metals GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates; voestalpine Metal Engineering GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates; voestalpine Metal Forming GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates |
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1 Als wesentliche Tochterunternehmen sind in diesem Bericht die Divisionsleitgesellschaften sowie Tochterunternehmen des voestalpine-Konzerns mit einem Umsatz von mehr als 200 Mio. EUR angeführt. |
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» Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer | |
Leitung der Metal Engineering Division geboren 1967; Mitglied des Vorstandes seit 01.07.2011; Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2029; Mitglied des Aufsichtsrates der VA Erzberg GmbH, Eisenerz, Österreich | Zugeordnete Konzernfunktion: Energieversorgung des Konzerns
Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen1 des voestalpine-Konzerns: voestalpine Metal Engineering GmbH, Vorsitzender der Geschäftsführung; voestalpine Stahl GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine High Performance Metals GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine Metal Forming GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine Stahl Donawitz GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates; voestalpine Rail Technology GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates; voestalpine Tubulars GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates; voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH, Stv. Vorsitzender des Beirates; voestalpine Wire Rod Austria GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates |
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» Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA (bis 31.03.2024) |
Leitung des Ressorts Finanzen geboren 1967; Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2004; Ende der Funktionsperiode: 31.03.2024; Mitglied des Aufsichtsrates der Wiener Börse AG, Wien, Österreich | Zugeordnete Konzernfunktionen: Bilanzen; Controlling einschließlich Beteiligungscontrolling; Konzern-Treasury; Steuern; Managementinformationssysteme; Risikomanagement; Informationstechnologie
Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen1 des voestalpine-Konzerns: voestalpine Stahl GmbH, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates; voestalpine High Performance Metals GmbH, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates; voestalpine Metal Engineering GmbH, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates; voestalpine Metal Forming GmbH, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates |
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1 Als wesentliche Tochterunternehmen sind in diesem Bericht die Divisionsleitgesellschaften sowie Tochterunternehmen des voestalpine-Konzerns mit einem Umsatz von mehr als 200 Mio. EUR angeführt. |
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» Dipl.-Ing. Franz Rotter (bis 31.03.2024) |
Leitung der High Performance Metals Division geboren 1957; Mitglied des Vorstandes seit 01.01.2011; Ende der Funktionsperiode: 31.03.2024 | Zugeordnete Konzernfunktion: health & safety
Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen1 des voestalpine-Konzerns: voestalpine High Performance Metals GmbH, Vorsitzender der Geschäftsführung; voestalpine Stahl GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine Metal Engineering GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine Metal Forming GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; Buderus Edelstahl GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; Uddeholms AB, Mitglied des Verwaltungsrates; voestalpine High Performance Metals Deutschland GmbH, Mitglied des Beirates; Villares Metals S.A., Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine BÖHLER Aerospace GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates |
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» Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA (bis 31.03.2024) |
Leitung der Metal Forming Division geboren 1964; Mitglied des Vorstandes seit 01.10.2014; Ende der Funktionsperiode: 31.03.2024; Vorsitzender des Aufsichtsrates der AIT Austrian Institute of Technology GmbH, Wien, Österreich | Zugeordnete Konzernfunktion: Beschaffungsstrategie
Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen1 des voestalpine-Konzerns: voestalpine Metal Forming GmbH, Vorsitzender der Geschäftsführung; voestalpine Stahl GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine High Performance Metals GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine Metal Engineering GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine Automotive Components Cartersville LLC, Mitglied des Board of Managers; voestalpine Automotive Components Dettingen GmbH & Co KG, Vorsitzender des Beirates; voestalpine Krems GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates; voestalpine Sadef nv, Vorsitzender des Verwaltungsrates; voestalpine Precision Strip GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates |
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1 Als wesentliche Tochterunternehmen sind in diesem Bericht die Divisionsleitgesellschaften sowie Tochterunternehmen des voestalpine-Konzerns mit einem Umsatz von mehr als 200 Mio. EUR angeführt. |
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» Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA | |
Leitung der Steel Division geboren 1968; Mitglied des Vorstandes seit 04.07.2019; Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2029; Mitglied des Board of Directors der ArcelorMittal Texas HBI Holdings LLC, Portland, Texas, USA | Zugeordnete Konzernfunktion: Rohstoffversorgung des Konzerns
Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen1 des voestalpine-Konzerns: voestalpine Stahl GmbH, Vorsitzender der Geschäftsführung; voestalpine High Performance Metals GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine Metal Engineering GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine Metal Forming GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine Grobblech GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates; voestalpine Steel & Service Center GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates; Logistik Service GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates; voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH, Vorsitzender des Beirates |
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Mag. Gerald Mayer (ab 01.04.2024) |
Leitung des Ressorts Finanzen geboren 1971; Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2024; Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2027; Mitglied des Aufsichtsrates der AMAG Austria Metall AG, Braunau-Ranshofen, Österreich (ab 11.04.2024) | Zugeordnete Konzernfunktionen: Bilanzen; Controlling einschließlich Beteiligungscontrolling; Konzern-Treasury; Steuern; Managementinformationssysteme; Risikomanagement; Versicherungen; Informationstechnologie
Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen1 des voestalpine-Konzerns: voestalpine Stahl GmbH, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates; voestalpine High Performance Metals GmbH, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates; voestalpine Metal Engineering GmbH, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates; voestalpine Metal Forming GmbH, Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates |
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1 Als wesentliche Tochterunternehmen sind in diesem Bericht die Divisionsleitgesellschaften sowie Tochterunternehmen des voestalpine-Konzerns mit einem Umsatz von mehr als 200 Mio. EUR angeführt. |
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Dr. Reinhard Nöbauer (ab 01.04.2024) |
Leitung der High Performance Metals Division geboren 1963; Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2024; Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2027 | Zugeordnete Konzernfunktion: Beschaffungsstrategie
Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen1 des voestalpine-Konzerns: voestalpine High Performance Metals GmbH, Vorsitzender der Geschäftsführung; voestalpine Stahl GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine Metal Engineering GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine Metal Forming GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; Buderus Edelstahl GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; Uddeholms AB, Mitglied des Verwaltungsrates; voestalpine High Performance Metals Deutschland GmbH, Stv. Vorsitzender des Beirates; Villares Metals S.A., Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine BÖHLER Aerospace GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates |
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Dr. Carola Richter (ab 01.04.2024) |
Leitung der Metal Forming Division geboren 1973; Mitglied des Vorstandes seit 01.04.2024; Ende der laufenden Funktionsperiode: 31.03.2027; | Zugeordnete Konzernfunktion: health & safety
Funktionen in wesentlichen Tochterunternehmen1 des voestalpine-Konzerns: voestalpine Metal Forming GmbH, Vorsitzende der Geschäftsführung; voestalpine Stahl GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine High Performance Metals GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine Metal Engineering GmbH, Mitglied des Aufsichtsrates; voestalpine Automotive Components Cartersville LLC, Mitglied des Board of Managers; voestalpine Automotive Components Dettingen GmbH & Co KG, Vorsitzende des Beirates; voestalpine Krems GmbH, Vorsitzende des Aufsichtsrates; voestalpine Sadef nv, Vorsitzende des Verwaltungsrates; voestalpine Precision Strip GmbH, Vorsitzende des Aufsichtsrates
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1 Als wesentliche Tochterunternehmen sind in diesem Bericht die Divisionsleitgesellschaften sowie Tochterunternehmen des voestalpine-Konzerns mit einem Umsatz von mehr als 200 Mio. EUR angeführt. |
ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATES
» Dr. Wolfgang Eder geboren 1952 | Vorsitzender des Aufsichtsrates (seit 01.04.2022) Erstbestellung: 03.07.2019 Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG, Linz, Österreich; Vorsitzender des Aufsichtsrates der Mayr-Melnhof Karton AG, Wien, Österreich (ab 26.04.2023) |
» Dr. Heinrich Schaller geboren 1959 | Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates (seit 04.07.2012) Erstbestellung: 04.07.2012 Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG, Linz, Österreich; 2. Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Raiffeisen Bank International AG, Wien, Österreich; Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der AMAG Austria Metall AG, Braunau-Ranshofen, Österreich |
» KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA geboren 1959 | Mitglied des Aufsichtsrates Vorsitzender des Prüfungsausschusses (seit 03.07.2019) Erstbestellung: 01.07.2004 Generaldirektor der Oberbank AG, Linz, Österreich; Mitglied des Aufsichtsrates der Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft, Innsbruck, Österreich; Mitglied des Aufsichtsrates der BKS Bank AG, Klagenfurt, Österreich; Mitglied des Aufsichtsrates der Lenzing AG, Lenzing, Österreich |
» Mag. Ingrid Jörg geboren 1969 | Mitglied des Aufsichtsrates Erstbestellung: 03.07.2019 Executive Vice President & Chief Operating Officer, Constellium Switzerland AG, Zürich, Schweiz |
» Dr. Florian Khol geboren 1971 | Mitglied des Aufsichtsrates Erstbestellung: 03.07.2019 Rechtsanwalt, Partner bei Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH, Wien, Österreich |
» Mag. Maria Kubitschek geboren 1962 | Mitglied des Aufsichtsrates Erstbestellung: 03.07.2019 Ehemalige stellvertretende Direktorin der Bundesarbeiterkammer/Arbeiterkammer Wien, Wien, Österreich |
» Prof. Elisabeth Stadler geboren 1961 | Mitglied des Aufsichtsrates Erstbestellung: 03.07.2019 Vorsitzende des Vorstandes der Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe, Wien, Österreich (bis 30.06.2023); Vorsitzende des Aufsichtsrates der Österreichische Post Aktiengesellschaft, Wien, Österreich (ab 20.04.2023); Mitglied des Aufsichtsrates der OMV Aktiengesellschaft, Wien, Österreich; Stellvertreterin des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Andritz AG, Graz, Österreich (ab 08.04.2024) |
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Vom Betriebsrat entsandt:
» Josef Gritz geboren 1959 | Mitglied des Aufsichtsrates Erstentsendung: 01.01.2000 Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates der voestalpine Stahl Donawitz GmbH, Donawitz, Österreich |
» Sandra Fritz geboren 1977 | Mitglied des Aufsichtsrates Erstentsendung: 15.06.2019 Mitglied des Angestelltenbetriebsrates der voestalpine AG, Linz, Österreich |
» Hans-Karl Schaller geboren 1960 | Mitglied des Aufsichtsrates Erstentsendung: 01.09.2005 Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der voestalpine AG, Linz, Österreich; Vorsitzender des Europäischen Betriebsrates der voestalpine AG, Linz, Österreich |
» Gerhard Scheidreiter geboren 1964 | Mitglied des Aufsichtsrates Erstentsendung: 01.01.2012 Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates der voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG, Kapfenberg, Österreich |
Sämtliche Aufsichtsratsmandate der Kapitalvertreter:innen enden mit Beendigung der Hauptversammlung der voestalpine AG, die über das Geschäftsjahr 2023/24 beschließt.
Kein Mitglied des Aufsichtsrates hat im abgelaufenen Geschäftsjahr bei mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrates gefehlt. Sieben Mitglieder des Aufsichtsrates haben an sämtlichen neun Sitzungen des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2023/24 teilgenommen. Zwei Mitglieder konnten an einer und zwei Mitglieder an zwei Sitzungen nicht teilnehmen.
VERGÜTUNGSBERICHT FÜR VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Die Berichterstattung über die Vergütung der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2023/24 erfolgt im Rahmen des gemäß § 78c und § 98a AktG zu erstellenden Vergütungsberichts. Der Vergütungsbericht wird der Hauptversammlung am 3. Juli 2024 zur Beschlussfassung vorgelegt und im Anschluss auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht. Eine gesonderte Berichterstattung über die Vergütung im Konsolidierten Corporate Governance-Bericht findet nicht statt.
ANGABEN ZUR UNABHÄNGIGKEIT DER AUFSICHTSRATSMITGLIEDER
Gemäß Regel 53 des Corporate Governance Kodex soll die Mehrheit der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrates von der Gesellschaft und deren Vorstand unabhängig sein. Der Aufsichtsrat hat Kriterien für die Unabhängigkeit festzulegen und zu veröffentlichen (siehe www.voestalpine.com » Investoren » Corporate Governance).
Auf der Grundlage der vom Aufsichtsrat festgelegten Kriterien haben mit einer Ausnahme sämtliche von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrates bestätigt, dass sie sich als unabhängig betrachten. Das Aufsichtsratsmitglied Dr. Wolfgang Eder hat in seiner Bestätigung darauf hingewiesen, dass er aufgrund seiner Funktion als Vorsitzender des Vorstandes der voestalpine AG bis zum 3. Juli 2019 ein vom Aufsichtsrat für die Unabhängigkeit festgelegtes Kriterium nicht erfüllt. Mit Ausnahme von Dr. Heinrich Schaller, der den Anteilseigner Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG vertritt, und Mag. Maria Kubitschek, die die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung vertritt, sind sämtliche von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrates solche Mitglieder, die nicht Anteilseigner:innen mit einer Beteiligung von mehr als 10 % sind oder Interessen solcher Anteilseigner:innen vertreten (Regel 54).
Die Kanzlei Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH, bei der das Aufsichtsratsmitglied Dr. Florian Khol als Partner tätig ist, erbrachte als Rechtsberaterin der voestalpine AG sowie ihrer Tochtergesellschaften im Geschäftsjahr 2023/24 Beratungsleistungen insbesondere im Zusammenhang mit kapitalmarkt-, zivil- und urheberrechtlichen sowie Energie-Themen. Die Abrechnung dieser Mandate erfolgte zu marktüblichen Konditionen. Das Gesamtvolumen der im Geschäftsjahr 2023/24 für die Kanzlei Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH angefallenen Honorare betrug netto 53.202 EUR (2022/23: 32.237,67 EUR). Das Aufsichtsratsmitglied Prof. Elisabeth Stadler war bis 30. Juni 2023 Vorsitzende des Vorstandes der Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe (VIG). Mit der VIG bestehen Versicherungsverträge des voestalpine-Konzerns im Wesentlichen für die Sparten Sach-/Betriebsunterbrechung, Betriebshaftpflicht und Transport zu markt- und branchenüblichen Konditionen. Der Anteil der VIG am Prämienaufkommen für voestalpine-Konzernversicherungsprogramme betrug für das Geschäftsjahr 2023/24 rund 34 % (2022/23: rund 33,8 %).
AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATES
Der Aufsichtsrat ist durch die Satzung befugt, aus seiner Mitte Ausschüsse zu bilden und deren Aufgaben und Rechte festzulegen. Den Ausschüssen kann auch das Recht zur Entscheidung übertragen werden. Die Arbeitnehmervertreter:innen im Aufsichtsrat haben das Recht, für Ausschüsse des Aufsichtsrates Mitglieder mit Sitz und Stimme nach dem in § 110 Abs. 1 ArbVG festgelegten Verhältnis namhaft zu machen. Folgende Ausschüsse des Aufsichtsrates sind eingerichtet:
PRÄSIDIALAUSSCHUSS
Der Präsidialausschuss ist gleichzeitig Nominierungsausschuss im Sinne des Corporate Governance-Kodex. Dem Präsidialausschuss gehören die:der Vorsitzende des Aufsichtsrates und deren:dessen Stellvertreter:innen an. Mit Ausnahme von Angelegenheiten, die die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstandes betreffen, gehören ihm entsprechend dem Verhältnis gemäß § 110 Abs. 1 ArbVG auch ein bis zwei Arbeitnehmervertreter:innen an.
Der Präsidialausschuss ist für den Abschluss, die Änderung oder die Auflösung von Dienstverträgen mit den Vorstandsmitgliedern sowie für alle Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Abwicklung von Aktienoptionsplänen für Vorstandsmitglieder zuständig. Als Nominierungsausschuss unterbreitet er dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung frei werdender Mandate im Vorstand und im Aufsichtsrat. Der Präsidialausschuss hat das Recht, in dringenden Fällen Entscheidungen zu treffen.
Mitglieder des Präsidialausschusses des Aufsichtsrates:
- » Dr. Wolfgang Eder (Vorsitzender)
- » Dr. Heinrich Schaller
- » Hans-Karl Schaller
PRÜFUNGSAUSSCHUSS
Dem Prüfungsausschuss obliegen die Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a AktG sowie Regel 40 des Corporate Governance Kodex. Er ist somit für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, die Überwachung der Unabhängigkeit und Tätigkeit der Abschlussprüferin bzw. des Abschlussprüfers, die Prüfung und Vorbereitung der Feststellung des Jahresabschlusses sowie die Prüfung des Vorschlags für die Gewinnverteilung, des Lageberichtes und des Konsolidierten Corporate Governance-Berichtes und die Genehmigung von Nicht-Prüfungsleistungen zuständig. Er hat auch die Konzernrechnungslegung zu überwachen, den Konzernabschluss zu prüfen sowie einen Vorschlag für die Auswahl der Abschlussprüferin bzw. des Abschlussprüfers zu erstatten. Darüber hinaus hat der Prüfungsausschuss die Wirksamkeit des unternehmensweiten Internen Kontrollsystems, des Internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems zu überwachen und dem Aufsichtsrat über seine Prüfungsergebnisse zu berichten.
Mitglieder des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrates:
- » KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA (Vorsitzender)
- » Dr. Wolfgang Eder
- » Dr. Heinrich Schaller
- » Hans-Karl Schaller
- » Josef Gritz
VERGÜTUNGSAUSSCHUSS
Der Vergütungsausschuss besteht aus mindestens zwei Kapitalvertreter:innen, darunter die:der Aufsichtsratsvorsitzende. Der Vergütungsausschuss erarbeitet Vorschläge für die Vergütungspolitik der Mitglieder des Vorstandes und überwacht die Einhaltung der Vergütungspolitik in den Anstellungsverträgen der Mitglieder des Vorstandes.
Mitglieder des Vergütungsausschusses des Aufsichtsrates:
- » Dr. Wolfgang Eder (Vorsitzender)
- » Dr. Heinrich Schaller
- » Hans-Karl Schaller
Mit Ausnahme des Präsidial- und Vergütungsausschusses hat im Geschäftsjahr 2023/24 in sämtlichen Ausschüssen des Aufsichtsrates die Mehrheit der Mitglieder die Kriterien für die Unabhängigkeit gemäß Regel 53 des Corporate Governance Kodex erfüllt. Der Präsidial- und Vergütungsausschuss besteht neben einer:einem Arbeitnehmervertreter:in aus zwei von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern. Mit seiner Wahl zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates der voestalpine AG mit Wirkung zum 1. April 2022 hat Dr. Wolfgang Eder gemäß Geschäftsordnung des Aufsichtsrates auch den Vorsitz des Präsidialausschusses, welcher zugleich Nominierungsausschuss ist, und des Vergütungsausschusses übernommen. Dr. Wolfgang Eder erfüllt aufgrund seiner ehemaligen Funktion als Vorsitzender des Vorstandes der voestalpine AG bis zum 3. Juli 2019 ein gemäß Regel 53 des Kodex vom Aufsichtsrat für die Unabhängigkeit festgelegtes Kriterium nicht. Angesichts dieser Besetzung wird in diesen beiden Ausschüssen daher von der Regel 39 des Kodex abgewichen, da in diesen nicht die Mehrheit der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder gemäß der vom Aufsichtsrat für die Unabhängigkeit festgelegten Kriterien unabhängig ist. Mit der Wahl zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates und damit verbunden auch in den Vorsitz des Präsidial- und Vergütungsausschusses vertraut der Aufsichtsrat im Interesse der Gesellschaft bei diesen Kernaufgaben auf die langjährige Industrie- und Managementerfahrung und die Kenntnis des Konzerns von Dr. Wolfgang Eder.
ANZAHL UND WESENTLICHE INHALTE DER AUFSICHTSRATS- UND AUSSCHUSSSITZUNGEN IM GESCHÄFTSJAHR 2023/24
Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2023/24 die ihm nach Gesetz und Satzung zukommenden Aufgaben im Rahmen von neun Plenarsitzungen, drei Sitzungen des Prüfungsausschusses, acht Sitzungen des Präsidialausschusses und drei Sitzungen des Vergütungsausschusses wahrgenommen.
In den Plenar- und Prüfungsausschusssitzungen hat der Vorstand über den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft einschließlich der finanziellen Gebarung schriftlich und mündlich umfassend Auskunft gegeben.
In seinen Sitzungen befasste sich der Aufsichtsrat neben diesen laufenden Berichten im Geschäftsjahr 2023/24 insbesondere mit der Bestellung von Mitgliedern und der Zusammensetzung des Vorstandes ab 1. April 2024, der Strategie 2030+ einschließlich der HR-Strategie, der langfristigen Energie- und Rohstoffversorgung, mit dem die Zukunft bestimmenden Thema der Nachhaltigkeit sowie der Vergütungspolitik für die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Einen weiteren Schwerpunkt der Sitzungen des Aufsichtsrates bildete die Berichterstattung des Vorstandes über die Umsetzung der ersten Schritte zur Dekarbonisierung der Stahlerzeugung an den Standorten Linz und Donawitz. Basis dafür ist der vom Aufsichtsrat im März 2023 genehmigte Ersatz von zwei der derzeit insgesamt fünf in Betrieb befindlichen kohlebasierten Hochöfen durch je einen mit erneuerbarem Strom betriebenen Elektrolichtbogenofen an den beiden Standorten. Im Rahmen des unter „greentec steel“ entwickelten Plans mit einem Investitionsvolumen von 1,5 Mrd. EUR erfolgte im Geschäftsjahr 2023/24 die Vergabe der wesentlichen Anlagen. Die Inbetriebnahme der beiden Aggregate ist für 2027 geplant. Zielsetzung ist, dass nach erfolgreichem Hochlauf bis 2029 im Vergleich zu 2019 30 % der CO2-Emissionen (Scope 1 und Scope 2) des Konzerns eingespart werden. Dies entspricht rund 5 % der österreichweiten jährlichen CO2-Emissionen, das Vorhaben ist damit Österreichs größtes singuläres Klimaschutzprojekt. Langfristig strebt das Unternehmen eine Stahlproduktion mit Net-Zero- CO2-Emissionen an. Um dieses Ziel bis spätestens 2050 zu erreichen, forscht der Konzern an mehreren neuen Verfahren und investiert in Pilotvorhaben, die alternative Wege in der Stahlerzeugung aufzeigen. Dazu zählen etwa Forschungsprojekte wie die Wasserstoffpilotanlage H2FUTURE am Standort Linz zur Herstellung und Nutzung von „grünem“ Wasserstoff im industriellen Maßstab sowie am Standort Donawitz die Versuchsanlagen zur CO2-neutralen Stahlerzeugung durch Direktreduktion von Erzen mittels Wasserstoff. Weitere Forschungsprojekte widmen sich der Abscheidung, Speicherung und Wiederverwendung von Kohlendioxid (CCUS). Ebenfalls Teil der Berichterstattung des Vorstandes war mit dem Neubau des Edelstahlwerkes am Standort Kapfenberg ein weiteres, unter sowohl Innovations- als auch Nachhaltigkeitsaspekten zentrales Konzernprojekt. Die weltweit modernste Anlage ihrer Art wurde im Geschäftsjahr 2023/24 in Betrieb genommen.
Der Präsidialausschuss befasste sich neben Vergütungsfragen insbesondere mit der Besetzung des Vorstandes ab 1. April 2024 und mit Vorbereitungsmaßnahmen zur Neuwahl des Aufsichtsrates anlässlich der Hauptversammlung 2024.
Der Vergütungsausschuss überwachte die Einhaltung der Vergütungspolitik in den Anstellungsverträgen der Mitglieder des Vorstandes und erarbeitete einen die Vergütungspolitk für die Mitglieder des Vorstandes betreffenden Vorschlag zur Vorlage an den Aufsichtsrat und in weiterer Folge an die Hauptversammlung der voestalpine AG am 3. Juli 2024.
Der Prüfungsausschuss beschäftigte sich in erster Linie mit der Vorbereitung und Prüfung des Konzern- und Einzelabschlusses der voestalpine AG, der Frage der Unabhängigkeit der Abschlussprüferin bzw. des Abschlussprüfers sowie mit Themen – aber auch der Weiterentwicklung – des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und der Internen Revision.
Vertreterinnen der Abschlussprüferin, die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, haben an allen drei Prüfungsausschusssitzungen im Geschäftsjahr 2023/24 teilgenommen und standen für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.
In der Sitzung am 19. März 2024 führte der Aufsichtsrat zudem die gemäß Regel 36 des Corporate Governance Kodex vorgesehene Selbstevaluierung durch und behandelte ohne Beisein des Vorstandes anhand einer Frageliste die generelle Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, Qualität und Umfang der dem Aufsichtsrat zur Verfügung gestellten Unterlagen sowie organisatorische Fragen.
WESENTLICHE GRUNDSÄTZE DER VERGÜTUNGSPOLITIK IM
voestalpine-KONZERN
Die Vergütung der Mitarbeiter:innen erfolgt durch marktkonforme Fixgehälter, teilweise ergänzt durch variable Vergütungen.
Die Höhe der Fixgehälter orientiert sich an der Tätigkeit, der Funktion und der Position sowie an der Erfahrung und dem Know-how der Mitarbeiter:innen. Dabei werden – soweit vorhanden – entsprechende gesetzliche Bestimmungen und Vereinbarungen in Tarifverträgen oder betrieblichen Vereinbarungen eingehalten. Im Falle von ergänzenden variablen Vergütungen ist die Höhe dieses Vergütungsbestandteiles abhängig von der Erreichung vereinbarter Ziele. Dabei werden je nach Funktion der Mitarbeiter:innen sowohl qualitative als auch quantitative Ziele vereinbart. Die qualitativen Ziele werden üblicherweise für jeweils ein Geschäftsjahr, die quantitativen Ziele üblicherweise teils für jeweils ein Jahr und teils für jeweils einen Zeitraum von mindestens drei Jahren festgelegt.
Für Geschäftsführer:innen und leitende Angestellte des Konzerns in Österreich gibt es Vorgaben betreffend die Höhe der maximal zu erreichenden variablen Vergütung und die Gewichtung der Ziele. Für alle übrigen Mitarbeiter:innen werden die Vergütungspakete von den einzelnen Gesellschaften nach lokalen Gegebenheiten und Notwendigkeiten marktkonform festgelegt. Dabei sind verschiedene Vergütungselemente möglich, unter anderem auch nicht monetäre Bestandteile:
- » Pensionspläne (z. B. in Österreich Pensionskasse)
- » Versicherungen (z. B. Unfallversicherung)
- » Essensvergünstigungen
- » Gutscheine
Für Geschäftsführer:innen und leitende Angestellte enthalten die Vergütungspakete jedenfalls eine variable Vergütung (Bonifikation), teilweise einen Pensionsplan und ein Dienstauto.
BESETZUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Bei der Auswahl und Besetzung von Mitgliedern des Vorstandes dienen fachliche Eignung (das heißt das Vorhandensein der benötigten Kompetenzen und Erfahrungen) und Persönlichkeitsmerkmale (wie z. B. persönliche Integrität) als maßgebliche Entscheidungskriterien. Darüber hinaus werden auch das Alter und das Geschlecht in einen Entscheidungsprozess eingebunden. Gegebenenfalls einzuholende unabhängige Management-Audits externer Berater:innen stellen sicher, dass objektive Beurteilungen für Entscheidungen herangezogen werden. Dem Vorstand der voestalpine AG gehört seit 1. April 2024 eine Frau an. Die Mitglieder des aktuellen Vorstandes sind zwischen 50 und 60 Jahre alt, verfügen über einen unterschiedlichen Bildungshintergrund überwiegend im technischen Bereich sowie über unterschiedlichste Berufs- und internationale Managementerfahrung. Die Kapitalvertreter:innen im Aufsichtsrat werden von der Hauptversammlung gemäß den geltenden rechtlichen Bestimmungen gewählt. Dem Aufsichtsrat gehören aktuell vier Frauen und eine nicht österreichische Staatsangehörige an. Die Kapitalvertreter:innen im Aufsichtsrat sind zwischen 53 und 72 Jahre alt und verfügen über unterschiedlichste fachliche Kompetenzen sowie Berufs- und Managementerfahrung.
MASSNAHMEN ZUR FÖRDERUNG VON FRAUEN
Der Anteil weiblicher Führungskräfte
2 lag im Geschäftsjahr 2023/24 bei 14,5 % und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr (13,6 %) leicht erhöht. Seit dem Geschäftsjahr 2013/14 ist eine Frau in eine Divisionsvorstandsposition berufen. Seit 1. April 2024 ist eine Frau im Vorstand der voestalpine AG vertreten.
Im Rahmen der internen Führungskräfteentwicklung wird großer Wert darauf gelegt, den Anteil an weiblichen Teilnehmern weiter auszubauen. Aus diesem Grund wird darauf geachtet, dass Frauen auf jeder Ausbildungsstufe des Leadership-Development-Programms („value:program“) vertreten sind. Durch eine konsequent umgesetzte Selbstverpflichtung zur verstärkten Nominierung von Frauen in allen Divisionen des Konzerns konnte der Anteil der Frauen an dem mehrstufigen Führungskräfteprogramm der voestalpine (Pre-Stage, Stage 1, Stage 2; gesamt 171 Teilnehmer:innen) im Geschäftsjahr 2023/24 auf beachtliche 32,7 % (Vorjahr 23,3 %) gehoben werden.
Insgesamt lag der Frauenanteil im voestalpine-Konzern im Geschäftsjahr 2023/24 bei 16 % (Vorjahr: 15,7 %). Diese im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen nach wie vor niedrige Quote hat branchenspezifische, historische und kulturelle Hintergründe. Im öffentlichen Bewusstsein dominiert in Bezug auf einen Stahl- und Technologiekonzern nach wie vor das Bild der Schwerindustrie und entsprechend schwierig stellt sich auch die Rekrutierung von Mitarbeiterinnen auf breiter Basis dar. Dennoch beträgt der Frauenanteil im voestalpine-Konzern bei den bis-30-Jährigen im Angestelltenbereich inzwischen rund 37,1 %, bei den Arbeiter:innen liegt er allerdings trotz aller Bemühungen immer noch bei lediglich 10,4 %.
Es besteht das generelle Bestreben, den Anteil von Frauen im Konzern auf allen Ebenen nachhaltig mit geeigneten Maßnahmen zu steigern, insbesondere den Anteil von Frauen in Führungspositionen von derzeit 14 % auf 18 % bis 2030. Diese Maßnahmen umfassen eine Reihe von teilweise auch länderspezifischen Aktivitäten wie die Teilnahme am „Girls’ Day“, die spezifische Förderung von Frauen in technischen Lehrberufen und/oder die verstärkte Einstellung von weiblichen Absolventen technischer Schulen und Universitäten. Außerdem wird der Auf- und Ausbau von betrieblichen Kinderbetreuungseinrichtungen bzw. von Kooperationen mit externen Einrichtungen forciert. Derartige Einrichtungen bzw. Kooperationen bestehen bereits an vielen Standorten des Konzerns. Am Standort in Linz wurde im Geschäftsjahr 2023/24 ein Kindergarten mit 24-Stunden-Betreuung eröffnet. Ergänzt wird das Angebot um flexible Arbeits- und Schichtmodelle, verstärkte technische Trainings für Frauen, Aufqualifizierungen im Lehrlings- und Assistenzbereich, Mentorenprogramme, spezielle Gesundheitsprogramme, Gleichbehandlungs- und Diskriminierungsrichtlinien etc. Mittlerweile sind aufgrund dieser Bemühungen auch in traditionell männerdominierten technischen Unternehmensbereichen Frauen in Führungspositionen tätig. Leitende Funktionen nehmen Frauen auch im Finanz-, Rechts-, Strategie-, Kommunikations- und Personalbereich in einer Reihe von Konzernunternehmen ein.
Im Rahmen des jährlichen Personalreportings wird zum Monitoring der Nachhaltigkeit aller Maßnahmen der Frauenanteil bei Führungskräften nach Qualifikationen und in Ausbildungsprogrammen regelmäßig erhoben und analysiert.
EXTERNE EVALUIERUNG DER EINHALTUNG DES CORPORATE GOVERNANCE KODEX
Der Corporate Governance Kodex sieht eine regelmäßige externe Evaluierung der Einhaltung des Kodex durch das Unternehmen vor. Diese wurde im Zuge der Prüfung des Jahresabschlusses 2023/24 durch die Abschlussprüferin des Konzerns durchgeführt. Bei dieser Prüfung wurden keine Sachverhalte bekannt, die zu der Annahme veranlassen, dass dieser Konsolidierte Corporate Governance-Bericht 2023/24 der Gesellschaft in wesentlichen Belangen nicht mit dem Corporate Governance Kodex übereinstimmt. Die Prüfung der Einhaltung der die Abschlussprüferin betreffenden „C-Regeln“ des Kodex (Regeln 77 bis 83) erfolgte durch die Rechtsanwaltskanzlei WOLF THEISS Rechtsanwälte GmbH & Co KG. Diese Prüfung hat ergeben, dass die voestalpine AG die Regeln 77 bis 83 des Kodex, soweit es sich um C-Regeln handelt, im Geschäftsjahr 2023/24 eingehalten hat.
Die Prüfberichte der externen Evaluierung sind auf der Website www.voestalpine.com einsehbar.
Linz, am 27. Mai 2024
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h. Franz Kainersdorfer e. h. Gerald Mayer e.h.
Reinhard Nöbauer e. h. Carola Richter e. h. Hubert Zajicek e. h.
COMPLIANCE
VERHALTENSKODEX
voestalpine ist ein in seinen Geschäftsbereichen weltweit agierender Stahl- und Technologiekonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz, fokussiert auf Produkt- und Systemlösungen aus Stahl und anderen Metallen in technologieintensiven Branchen und Nischenbereichen mit höchstem Qualitätsanspruch. Als verlässliche Partnerin macht die voestalpine die Herausforderungen der Kund:innen zu ihren eigenen und ist sich ihrer Verantwortung im Umgang mit Kund:innen, Lieferant:innen und sonstigen Geschäftspartner:innen, aber gleichermaßen auch ihren Mitarbeiter:innen und Aktionär:innen bewusst.
Der Verhaltenskodex unterstützt die Mitarbeiter:innen des voestalpine-Konzerns bei der eigenverantwortlichen Wahrnehmung ihrer Geschäftstätigkeiten. Er ist die Basis für moralisch, ethisch und rechtlich einwandfreie Verhaltensweisen aller Mitarbeiter:innen des Konzerns.
Die Mitarbeiter:innen sind ein wesentlicher Bestandteil des Unternehmenserfolges und begründen einen bedeutenden Teil des in die voestalpine gesetzten Vertrauens sowie ihrer Reputation. Gerade deswegen ist es wichtig, eindeutige Grundsätze und Prinzipien zu Ethik und Moral im Geschäftsleben festzulegen. Der Verhaltenskodex ist eine wesentliche Grundlage dafür. Durch gelebtes Vorbild jeder:jedes Einzelnen soll er ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskultur sein. Der Vorstand bekennt sich aus- und nachdrücklich zu diesem Kodex und einer Nulltoleranzpolitik im Falle des Verstoßes gegen dessen Inhalte.
COMPLIANCE MANAGEMENT SYSTEM
Das Compliance Management System der voestalpine basiert auf den Säulen Risikoanalyse/Prävention, Aufdeckung sowie Reaktion. Neben einem Group Compliance Officer wurden auch Compliance Officers in allen Divisionen und einer Reihe von Business Units sowie größeren Gesellschaften des Konzerns bestellt. Der Group Compliance Officer ist direkt dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt, er ist weisungsfrei.
Der Compliance-Organisation obliegen die folgenden Themen:
- » Kartellrecht
- » Korruption
- » Kapitalmarkt-Compliance
- » Fraud (interne Fälle von Diebstahl, Betrug, Unterschlagung, Untreue)
- » Interessenkonflikte sowie
- » Sonderthemen, die den Compliance Officers vom Vorstand der voestalpine AG zugewiesen werden (z. B. UN- oder EU-Sanktionen)
Alle anderen Compliance-Themen, wie z. B. Umwelt, Steuern, Rechnungslegung, Arbeitsrecht, Arbeitnehmerschutz oder Datenschutz, gehören nicht zum Zuständigkeitsbereich der Compliance Officers. Diese Compliance-Themen werden von anderen Organisationsbereichen wahrgenommen.
COMPLIANCE-RICHTLINIEN
Die Bestimmungen des Verhaltenskodex werden in Konzernrichtlinien ergänzt und konkretisiert, wie z. B.:
Diese Richtlinie beschreibt das Verbot wettbewerbsbeschränkender Vereinbarungen, regelt den Umgang mit und in Verbänden, Standesvertretungen sowie sonstigen Branchenorganisationen und legt konkrete Verhaltensregeln für Mitarbeiter:innen des voestalpine-Konzerns fest.
Diese Richtlinie regelt etwa das Verhalten in Bezug auf Geschenke, Einladungen und andere Vorteile, Spenden, Sponsoring, Nebentätigkeiten und den privaten Bezug von Waren und Dienstleistungen von Kund:innen und Lieferant:innen durch Mitarbeiter:innen.
- » RICHTLINIE BETREFFEND DEN UMGANG MIT GESCHÄFTSVERMITTLER:INNEN UND BERATER:INNEN
Diese Richtlinie legt die Vorgehensweise fest, welche vor der Beauftragung von Handelsvertreter:innen, sonstigen vertriebsbezogenen Berater:innen, Konsulent:innen oder Lobbyist:innen einzuhalten ist. Auf Basis einer objektivierten Prüfung des Umfelds und des Tätigkeitsrahmens von Geschäftspartner:innen vor Aufnahme von Geschäftsbeziehungen soll sichergestellt werden, dass auch die Geschäftspartner:innen die Gesetze und den Verhaltenskodex der voestalpine einhalten.
Der Verhaltenskodex steht in 21 Sprachen und die ergänzenden Compliance-Richtlinien stehen in 14 Sprachen zur Verfügung. Das gesamte Compliance-Regelwerk gilt konzernweit.
PRÄVENTION
Im Vordergrund eines effizienten Compliance Management Systems stehen präventive Maßnahmen. In diesem Zusammenhang wurden in den letzten Jahren umfangreiche Schulungs- und Trainingsmaßnahmen im gesamten Konzern durchgeführt. Um eine möglichst breitflächige Schulungswirkung zu erzielen, wurden neben Präsenz- insbesondere E-Learning-Schulungen forciert. So wurden im Rahmen von webbasierten Kursen bislang rund 15.400 Mitarbeiter:innen des Konzerns im Bereich Kartellrecht und rund 35.700 Mitarbeiter:innen zum Verhaltenskodex jeweils samt Abschlusstest geschult. Präsenzschulungen werden einerseits zielgruppenorientiert und andererseits allgemein im Rahmen der Führungskräfteausbildung sowie in spezifischen Ausbildungsprogrammen für Mitarbeiter:innen im Verkauf und Einkauf durchgeführt. Neben diesen Maßnahmen wird das Thema Compliance den Mitarbeiter:innen durch regelmäßige Kommunikationsmaßnahmen, insbesondere durch Mitarbeiter:innen-Magazine, Plakatkampagnen oder im Rahmen von Konzern- und Divisionsveranstaltungen, immer wieder nahegebracht.
- » Informationen zum Thema Compliance im voestalpine-Konzern sind auch auf der Website der voestalpine AG sowie für Mitarbeiter:innen im Intranet des Konzerns abrufbar.
WHISTLEBLOWING-SYSTEM
Im Jänner 2012 wurde ein webbasiertes Hinweisgebersystem eingeführt. Meldungen über Compliance-Verstöße sollen in erster Linie offen, das heißt unter Nennung des Namens der Hinweisgeberin bzw. des Hinweisgebers, erfolgen. Dieses webbasierte System bietet aber zusätzlich die Möglichkeit, Fälle von Fehlverhalten auch auf anonymer Basis zu melden und mit Hinweisgeber:innen unter Wahrung ihrer vollkommenen Anonymität zu kommunizieren. Mit diesem System sollen Informationen zur frühzeitigen und effektiven Aufdeckung von Compliance-Risiken im Konzern systematisch genutzt werden. Waren die Bereiche, zu denen Fehlverhalten über dieses System gemeldet werden konnten, anfänglich noch beschränkt, ist es ab dem Geschäftsjahr 2022/23 möglich, über dieses webbasierte Hinweisgebersystem Meldungen in den folgenden Bereichen abzugeben:
- » Kartellrecht, Korruption, Fraud, Interessenkonflikte, Kapitalmarkt-Compliance
- » Diskriminierung, sexuelle Belästigung, Mobbing, Menschenrechte
- » Datenschutz
- » Technische Compliance, insbesondere die Einhaltung von technischen Normen und Zertifizierungen in Produktionsprozessen sowie IT-Sicherheit
- » Umwelt
- » health & safety
- » Verstöße in anderen Bereichen
BERICHT DES VORSTANDES
KONZERNLAGEBERICHT 2023/24
Dieser Konzernlagebericht bezieht sich auf den IFRS-Konzernabschluss im Sinne des § 245a (1) UGB.
CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT
Der konsolidierte Corporate Governance-Bericht des Geschäftsjahres 2023/24 ist auf der Website der voestalpine AG unter der Rubrik „Investoren“ veröffentlicht.
Der exakte Pfad lautet
http://www.voestalpine.com/group/de/investoren/corporate-governance
CORPORATE RESPONSIBILITY REPORT
Bezüglich der Berichterstattung zur konsolidierten nicht-finanziellen Erklärung wird auf den vom Konzernabschluss gesondert erstellten Corporate Responsibility Report (gem. § 267a Abs. 6 UGB) für das Geschäftsjahr 2023/24 verwiesen. Dieser ist auch auf der Website der voestalpine AG veröffentlicht.
BERICHT ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF UND
DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE
Das Geschäftsjahr 2023/24 war in wichtigen Märkten, in denen die voestalpine tätig ist, von hohen Inflationsraten und einem erheblichen Zinsniveau geprägt. Sowohl in Europa als auch in den USA zielten die Zentralbanken mit Zinserhöhungen darauf ab, die Inflation zu senken – mit unterschiedlichem Erfolg und Effekten für das wirtschaftliche Umfeld. Während sich die europäische Wirtschaft über das gesamte Geschäftsjahr hinweg nur moderat entwickelte, zeigte sich die Wirtschaft in den USA deutlich robuster.
Das beherrschende Thema in China war die anhaltende Krise des Immobiliensektors. Diese bremste nicht nur den Konsum, sondern auch andere Wirtschaftsbereiche mit Ausnahme des Hightech-Sektors. In China standen die Zeichen im Geschäftsjahr 2023/24 zwar auf Wachstum, die Werte blieben aber unter den Erwartungen. Im Gegensatz zu Europa, den USA und Südamerika kämpfte China im Berichtszeitraum nicht mit hohen Inflationsraten, sondern mit sinkenden Verbraucherpreisen und den negativen Folgen eines deflationären Umfeldes.
Wie in den Vorjahren war die Weltwirtschaft auch im Berichtszeitraum mit geopolitischen Konflikten und Unsicherheiten konfrontiert. Dazu zählten etwa der Angriff der Hamas auf Israel im Herbst 2023 oder die Attacken auf die internationale Schifffahrt im Suezkanal.
EUROPA
Die europäische Wirtschaft war im Geschäftsjahr 2023/24 von sehr schwacher Dynamik gekennzeichnet. Das hatte zur Folge, dass das Bruttoinlandsprodukt auf niedrigem Niveau stagnierte. Eine leichte Erholung war erst im 4. Quartal erkennbar. Das wirtschaftliche Umfeld in Europa war vor allem in den ersten drei Geschäftsquartalen von kräftigen Zinserhöhungen gekennzeichnet, mit denen die Europäische Zentralbank die hohe Inflation bekämpfen wollte. Speziell die Bauindustrie und die produzierende Industrie waren davon stark betroffen. Nachdem der Konsum in den Sommermonaten von der Reisetätigkeit der Menschen profitiert hatte, verlor auch dieser in weiterer Folge an Dynamik. Zum Ende des 3. Quartals sank die Inflation, was dazu führte, dass die EZB auf weitere Zinserhöhungen verzichtete. Im 4. Quartal 2023/24 hat sich die Entwicklung der vorangegangenen Monate fortgesetzt. Zwar haben zusätzliche geopolitische Spannungen für weiteren Gegenwind gesorgt – unter anderem die Angriffe auf die internationale Schifffahrt im Suezkanal. Das Wachstum hat sich dadurch aber nicht weiter verlangsamt. Die Inflation schwächte sich durch gesunkene Rohstoff- und Energiepreise weiter ab. Die Europäische Zentralbank (EZB) stellte daher eine Senkung der Zinsen im weiteren Verlauf des Jahres 2024 in Aussicht.
Das schwierige wirtschaftliche Umfeld in Europa bedeutete für die voestalpine im Geschäftsjahr 2023/24 eine rückläufige Nachfrage aus den Sektoren Bau, Maschinenbau sowie aus der Konsumgüterindustrie. Vor allem der Werkzeugbau, den die High Performance Metals Division mit Werkzeugstahl beliefert, meldete im 2. und 3. Quartal 2023/24 sehr geringen Bedarf. Gleichzeitig waren die Importe von Material aus Asien und speziell China hoch.
Die Automobilindustrie profitierte vor allem zu Beginn des Geschäftsjahres 2023/24 von einer Entspannung der internationalen Lieferketten und entwickelte sich im weiteren Verlauf der Berichtsperiode stabil. Anders als die Gesamtwirtschaft haben die Eisenbahn- und auch die Luftfahrtindustrie sehr positiv performt. Das gilt auch für die Energieindustrie.
Der strategische Fokus lag im Geschäftsjahr 2023/24 auf dem Ausbau von zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern wie dem Eisenbahnbereich und der Lagertechnik. In nachhaltig wirtschaftlich schwierigen Sektoren kam es zu strategischen Anpassungen. Dazu zählten der eingeleitete Verkaufsprozess von Buderus Edelstahl, Wetzlar, Deutschland, und die Reorganisation des Automotive Components Business in Deutschland.
NORDAMERIKA / USA
Im Gegensatz zu Europa zeigte sich das wirtschaftliche Umfeld in den USA deutlich positiver. Im Geschäftsjahr 2023/24 trotzte die US-Wirtschaft den starken Zinserhöhungen und entwickelte sich besser als erwartet. Auch die Pleite der Silicon Valley Bank zu Beginn des Geschäftsjahres 2023/24 konnte die Dynamik nicht stoppen. Die hartnäckig hohe Inflation ist eine Kehrseite dieser Entwicklung. Die schnellen und erheblichen Zinserhöhungen haben im Geschäftsjahr 2023/24 keine ausreichende Wirkung bei der Inflationsbekämpfung gezeigt. Die Hoffnungen, die Teuerung könnte nachlassen, haben sich im 4. Quartal 2023/24 zerschlagen. Dementsprechend gedämpft sind mittlerweile die Erwartungen, dass es sehr bald zu einer größeren Entspannung bei den Zinssätzen kommen wird.
Sektoren wie z. B. die Bauindustrie, die besonders empfindlich auf die Erhöhung der Zinsen reagiert, haben sich zwar abgekühlt, dies erfolgte aber nicht so stark und nicht auf so breiter Front wie befürchtet. Die tragende Säule der positiven Wirtschaftsentwicklung in den USA war der Konsum, der von einem sehr starken Arbeitsmarkt mit niedrigen Arbeitslosenzahlen und hohem Lohnwachstum gekennzeichnet war. Gegen Ende der Berichtsperiode hat sich auch der Immobilienmarkt wieder belebt.
Die Nachfrage nach Produkten der voestalpine auf dem nordamerikanischen Markt war im Geschäftsjahr 2023/24 solide, nur in einzelnen Segmenten gab es Rückgänge. Sehr gut entwickelt haben sich die Energie- und die Eisenbahnindustrie. Auch aus dem Luftfahrtsektor kamen positive Impulse. Im Vergleich dazu präsentierte sich der Investitionsgüterbereich moderater.
Im Geschäftsjahr 2023/24 setzte die voestalpine auf den Ausbau der nordamerikanischen Produktionskapazitäten in den Bereichen Eisenbahninfrastruktur, Lagertechnik und Rohre und Profile.
BRASILIEN / SÜDAMERIKA
Im Unterschied zu Europa und Nordamerika war Brasilien wesentlich früher mit hoher Inflation und entsprechenden Zinserhöhungen konfrontiert. Aus diesem Grund hat Brasilien den Höhepunkt der Inflation schon zu Beginn des Geschäftsjahres 2023/24 überschritten. Bereits im 2. Quartal 2023/24 begann die brasilianische Nationalbank, die Zinsen zu senken. In Summe fuhr die brasilianische Wirtschaft im Geschäftsjahr 2023/24 trotz weiterhin sehr hoher Zinsen und Inflation ein bemerkenswertes Plus von knapp unter 3 % ein. Getragen haben diese positive Entwicklung vor allem eine Rekordernte und die damit verbundene hohe Nahrungsmittelproduktion sowie der robuste Konsum. Dieser profitierte von hohen Lohnzuwächsen. Im 3. und 4. Quartal nahm die wirtschaftliche Dynamik ab. Zum Ende des Geschäftsjahres waren sowohl die Inlandsnachfrage als auch der private Konsum nur mehr moderat. Die Industriesektoren entwickelten sich über das gesamte Geschäftsjahr betrachtet verhaltener als das BIP im Durchschnitt und wurden gegen Ende der Berichtsperiode zunehmend schwächer.
Die brasilianischen voestalpine-Standorte haben sich in diesem Umfeld über weite Strecken des Geschäftsjahres 2023/24 gut behauptet. Der anhaltende Boom im Photovoltaiksektor trieb die Nachfrage nach Spezialprofilen. Der international hohe Bedarf an Produkten für die Öl- und Gasindustrie spiegelte sich in einer guten Nachfrage nach Spezialstählen wider. Die nachlassende Dynamik im 4. Quartal 2023/24 spürten auch die voestalpine-Standorte, worauf mit gezielten Kosteneinsparungen reagiert wurde.
CHINA / ASIEN
China blieb im Geschäftsjahr 2023/24 trotz der weiterhin negativen Entwicklungen im Immobiliensektor im Wachstumsmodus. Mit einem Plus von 5 % sind die Zuwächse beim BIP aber deutlich geringer als in der Vergangenheit und liegen auch unter den Erwartungen. Vor allem die Probleme im Immobiliensektor, die negative Auswirkungen auf andere Wirtschaftsbereiche hatten und den privaten Konsum drückten, zogen sich durch alle Geschäftsquartale. Auch die Gegenmaßnahmen der chinesischen Zentralregierung schafften keine Trendumkehr, sondern wirkten höchstens stabilisierend.
Die ausgesprochen geringe Inflation und quartalsweise sogar aufgetretene Deflation sind ein Spiegelbild der schwachen Dynamik der chinesischen Inlandsnachfrage. Positiv sticht der produzierende Industriesektor – und hier insbesondere der Hightech-Bereich – heraus. Die geringe Inlandsnachfrage und die teilweise verhaltene Nachfrage in den westlichen Märkten führten aber dazu, dass die Verbraucherpreise in China im Laufe des Geschäftsjahres deutlich zurückgegangen sind. Im 4. Quartal setzte die chinesische Zentralbank daher verstärkt auf eine expansive Geldpolitik und senkte unter anderem die Zinsen. Wirtschaftsfördernde Maßnahmen kündigte auch die chinesische Zentralregierung an, die aber nur zu einer Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage führen dürften.
Eine Sondersituation besteht in der chinesischen Stahlindustrie: Obwohl der Baubereich schwach ist und dementsprechend weniger Stahl nachfragt, produzierten die chinesischen Stahlhersteller:innen auf Rekordniveau. Wie schon öfter in der Vergangenheit kamen die internationalen Stahlmärkte durch die Exporte aus China unter Druck.
Die chinesischen voestalpine-Standorte performten im Geschäftsjahr 2023/24 sehr zufriedenstellend. Durch den Fokus auf das höchste Qualitätssegment ist die Steel Division nicht unmittelbar von den chinesischen Stahlexporten und den Importen nach Europa betroffen. Um die Marktposition für die Zukunft zu stärken, investierte die voestalpine unter anderem in eine neue phs-Anlage am Standort Shenyang, China und den Ausbau des Vertriebs der High Performance Metals Division.
UMSATZ NACH DIVISIONEN
UMSATZ NACH BRANCHEN

UMSATZ NACH REGIONEN
BERICHT ÜBER DIE FINANZIELLEN LEISTUNGSINDIKATOREN DES voestalpine-KONZERNS
3 UMSATZ
Die finanziellen Leistungsindikatoren des voestalpine-Konzerns haben sich im Jahresvergleich abgeschwächt, wobei sich die Vorjahreswerte sowohl auf der Umsatzseite als auch in zahlreichen Ergebniskategorien auf Rekordniveau präsentierten. Der rückläufige Trend im Ergebnis ist in operativer Hinsicht auf die verhaltene wirtschaftliche Dynamik zurückzuführen. Zusätzlich beeinflussten negative Einmaleffekte die Berichtszahlen im Geschäftsjahr 2023/24.
Die Umsatzerlöse entwickelten sich im Jahresvergleich moderater. Im Vorjahr markierten alle vier Divisionen des voestalpine-Konzerns Höchststände auf der Umsatzseite, was nicht zuletzt auf exorbitant gestiegene Rohstoff- und Energiekosten, die an den Markt weitergegeben wurden, zurückzuführen war. Infolge der Normalisierung im Geschäftsjahr 2023/24 verringerten sich die Umsatzerlöse um 8,5 % von 18.225,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022/23 auf 16.684,3 Mio. EUR. Einzig die Metal Engineering Division konnte die Höchstwerte aus dem Vorjahr aufgrund der guten Entwicklung in den Bereichen Energie und Eisenbahninfrastruktur fortschreiben. Die Auslöser für die Umsatzrückgänge in den anderen Divisionen waren teilweise gegenläufig. So war die Steel Division zwar mit rückläufigen Preisen konfrontiert, die Absatzmengen konnten hingegen leicht gesteigert werden. Konträr dazu die Situation in der High Performance Metals Division: Einem etwas höheren Preisniveau standen deutlich verminderte Auslieferungsmengen gegenüber. Im Hinblick auf die Branchenentwicklung spürten speziell die Bau- und Maschinenbauindustrie das schwierige wirtschaftliche Umfeld und waren damit überproportional von Umsatzrückgängen betroffen. Demgegenüber konnte das Kundensegment Eisenbahnsysteme die Umsatzerlöse im Jahresvergleich sogar ausweiten. Eine sehr solide Tendenz verzeichneten darüber hinaus auch die Energieindustrie sowie der Luftfahrtsektor.
OPERATIVES ERGEBNIS
Wie auf der Umsatzseite konnte auch die Entwicklung auf der Ergebnisseite nicht an die Rekordwerte des Vorjahres anschließen. Dafür ausschlaggebend waren neben der wirtschaftlichen Abschwächung zusätzlich auch Einmaleffekte in beiden Berichtsperioden. Im vorangegangen Geschäftsjahr 2022/23 inkludierte das EBITDA positive Sondereffekte von 101 Mio. EUR. Das EBIT des Vorjahres wies hingegen Sondereffekte in Höhe von –72 Mio. EUR aus. Im Detail setzten sich diese aus positiven Effekten aus einem Grundstücksverkauf sowie negativen Effekten aus außerordentlichen Abschreibungen in der Steel Division und der High Performance Metals Division zusammen.
In den Ergebniszahlen des Geschäftsjahres 2023/24 waren ebenfalls Einmaleffekte inkludiert. So belasteten außerplanmäßige Abschreibungen infolge des eingeleiteten Verkaufsprozesses bei Buderus Edelstahl das EBIT mit 181 Mio. EUR, wovon 92 Mio. EUR auch EBITDA-wirksam sind. In der High Performance Metals Division wirkten sich zudem Wertminderungen von Firmenwerten bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit High Performance Metals Production in Höhe von 179 Mio. EUR negativ auf die Entwicklung des EBIT im aktuellen Berichtszeitraum aus. Das EBIT in der Metal Forming Division beinhaltet im Geschäftsjahr 2023/24 aufgrund der Anpassung der Planannahmen im Geschäftsbereich Automotive Components Sondereffekte in Form von außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von 68 Mio. EUR.
Neben diesen markanten Effekten waren das operative Ergebnis (EBITDA) und damit in weiterer Folge das Betriebsergebnis (EBIT) des Geschäftsjahres 2023/24 auch von positiven und negativen Einmaleffekten mittlerer und kleinerer Größenordnung betroffen, die sich in Summe fast gänzlich aufgehoben haben. Auf der positiven Seite sind etwa staatliche Unterstützungsleistungen, auf der negativen Seite beispielsweise die Bewertung des Gasspeichers zu nennen.
Auf Basis der Berichtszahlen nach IFRS, und damit unter Einbeziehung der Einmaleffekte, verringerte sich das EBITDA um mehr als ein Drittel von 2.543,9 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022/23 auf 1.666,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2023/24. Während die Metal Engineering Division die Rekordergebnisse des Vorjahres sogar nochmals etwas übertreffen konnte, minderte sich bei den anderen drei Divisionen das EBITDA. Das EBIT schwächte sich im Jahresvergleich um 64,9 % von 1.622,8 Mio. EUR auf 569,3 Mio. EUR ab.
UMSATZ DES voestalpine-KONZERNS
EBITDA

EBIT

ERGEBNIS NACH STEUERN
ERGEBNIS JE AKTIE

DIVIDENDE JE AKTIE
NETTOFINANZVERSCHULDUNG, EIGENKAPITAL, GEARING
ERGEBNIS VOR UND NACH STEUERN
Als Konsequenz des höheren Zinsniveaus haben sich die Finanzaufwendungen im Geschäftsjahr 2023/24 vergrößert. Entsprechend entwickelte sich das Nettofinanzergebnis (Finanzaufwendungen reduziert um Finanzerträge) von –133,4 Mio. EUR im Vorjahr auf –185,9 Mio. EUR in der aktuellen Berichtsperiode. Daraus errechnet sich ein Ergebnis vor Steuern von 383,4 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2023/24, dies ist ein Minus von 74,3 % gegenüber dem Wert des Geschäftsjahres 2022/23 (1.489,4 Mio. EUR). Auf Basis einer Steuerquote von 43,8 % (Vorjahr: 27,2 %) sowie eines Ergebnisses nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten von –8,5 Mio. EUR (Vorjahr: 93,4 Mio. EUR) ergibt sich ein Ergebnis nach Steuern von 207,1 Mio. EUR (Vorjahr: 1.177,3 Mio. EUR). Die hohe Steuerbelastung in Relation zum Ergebnis vor Steuern resultiert daher, dass die Wertminderungen im Geschäftsjahr 2023/24 zu keiner Steuerentlastung führen.
DIVIDENDENVORSCHLAG
Vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionär:innen der voestalpine AG in der Hauptversammlung, die am 3. Juli 2024 stattfindet, wird eine Dividende von 0,70 EUR ausgeschüttet. Gegenüber der Vorjahresdividende von 1,50 EUR bedeutet dies eine Verringerung um 53,3 %. Berücksichtigt man den Rückgang des Ergebnisses je Aktie, von 6,01 EUR im Geschäftsjahr 2022/23 auf 0,59 EUR im Geschäftsjahr 2023/24 infolge des eingetrübten ökonomischen Umfeldes sowie zahlreicher negativer Einmaleffekte, ergibt sich ein differenzierteres Bild. Insofern entspricht dieser Vorschlag einer Ausschüttungsquote von 118,6 % (Vorjahr: 25,0 %). In Relation zum durchschnittlichen Börsenkurs der voestalpine-Aktie im Geschäftsjahr 2023/24 von 27,86 EUR leitet sich eine Dividendenrendite von 2,5 % ab. Seit dem Börsengang 1995 hat die voestalpine kontinuierlich Dividenden an die Aktionär:innen ausgeschüttet. Die durchschnittliche Dividendenrendite liegt dabei bei 3,6 %.
CASHFLOW
Trotz der rückläufigen Ergebnisse konnte der voestalpine-Konzern den Cashflow aus der Betriebstätigkeit im Geschäftsjahr 2023/24 signifikant um mehr als die Hälfte von 956,2 Mio. EUR im Vorjahr auf aktuell 1.447,9 Mio. EUR steigern. Ausschlaggebend dafür war die Entwicklung des Working Capital (Nettoumlaufvermögen): Während im Vorjahr durch die materiell zuwachsenden Rohstoffkosten sowie die erstmalige Einspeicherung von Erdgas das Working Capital um 1.013,3 Mio. EUR stark anstieg, gelang im aktuellen Berichtszeitraum ein Abbau des Nettoumlaufvermögens um 179,1 Mio. EUR. Die Investitionstätigkeit in andere immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen wurde im Geschäftsjahr 2023/24 ausgeweitet. Im Vorjahr waren im Cashflow aus der Investitionstätigkeit darüber hinaus beträchtliche Mittelzuflüsse durch den Verkauf von 80 % der Anteile von voestalpine-Texas an ArcelorMittal sowie eines Grundstücksverkaufs in Düsseldorf, Deutschland, enthalten. Vor diesem Hintergrund war der Cashflow aus der Investitionstätigkeit mit –47,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022/23 nur leicht negativ, während er im aktuellen Berichtszeitraum bei –853,0 Mio. EUR zu liegen kam. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit entwickelte sich im Jahresvergleich von –685,9 Mio. EUR auf –325,3 Mio. EUR. Dadurch ergibt sich eine Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im Geschäftsjahr 2023/24 um 269,6 Mio. EUR (2022/23: Anstieg um 223,2 Mio. EUR). Unter Miteinbeziehung der Veränderung von Währungsumrechnungen leitet sich ein Endbestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 1.322,1 Mio. EUR zum Stichtag 31. März 2024 (31. März 2023: 1.055,8 Mio. EUR) ab.
GEARING
Der voestalpine-Konzern konnte in den vergangenen Jahren die Nettofinanzverschuldung kontinuierlich reduzieren. Im aktuellen Berichtszeitraum gelang es trotz forcierter Investitionstätigkeit den Verschuldungsgrad auf niedrigem Niveau stabil zu halten. Konkret entwickelte sich die Nettofinanzverschuldung von 1.661,0 Mio. EUR per 31. März 2023 auf 1.650,8 Mio. EUR per 31. März 2024. Damit wurde eine solide Ausgangsbasis für das weitere Wachstum des Konzerns sowie die Transformation der Stahlproduktion geschaffen. Leicht abgeschwächt hat sich hingegen das Eigenkapital des voestalpine-Konzerns im Jahresvergleich. Dabei schlagen insbesondere die negativen Einmaleffekte in Form von außerplanmäßigen Abschreibungen im Geschäftsjahr 2023/24 zu Buche. Gegenüber dem Bilanzstichtag 31. März 2023 (7.686,4 Mio. EUR) verminderte sich das Eigenkapital geringfügig um 2,4 % auf 7.499,6 Mio. EUR per 31. März 2024. Es wird darauf hingewiesen, dass das Eigenkapital per 31. März 2023 rückwirkend von 7.769,4 Mio. EUR auf 7.686,4 Mio. EUR angepasst wurde. Trotz des leichten Rückgangs beim Eigenkapital im aktuellen Berichtszeitraum blieb die Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals) gegenüber dem Vorjahr mit 22,0 % per 31. März 2024 praktisch unverändert (31. März 2023: 21,6 %).
MITARBEITER:INNEN
Der Beschäftigtenstand (FTE, Vollzeitäquivalent) des voestalpine-Konzerns stieg im Jahresvergleich um 0,8 % von 51.202 per 31. März 2023 auf 51.589 per 31. März 2024. Dabei verzeichnete die Metal Engineering Division eine deutliche Ausweitung infolge der personellen Begleitung von Wachstumsprojekten. Eine moderate Erhöhung im Jahresvergleich meldet die Steel Division. Hingegen reduzierte die Metal Forming Division ihre Beschäftigtenzahlen als Reaktion auf das strukturell schwieriger werdende Umfeld im Autozulieferbereich in Deutschland. Eine Anpassung der Mitarbeiterzahlen auf das niedrigere Auslastungsniveau der Produktionsbetriebe erfolgte in der High Performance Metals Division im Verlauf des Geschäftsjahres 2023/24.
Die Nettofinanzverschuldung lässt sich wie folgt überleiten:
NETTOFINANZVERSCHULDUNG
Mio. EUR | 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | |
Finanzielle Verbindlichkeiten langfristig | 2.242,2 | 1.459,7 |
Finanzielle Verbindlichkeiten kurzfristig | 836,6 | 1.688,0 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | –1.055,8 | –1.322,1 |
Andere Finanzanlagen | –341,3 | –158,2 |
Ausleihungen und sonstige Forderungen Finanzierung | –20,7 | –20,4 |
Nettofinanzverschuldung aus Veräußerungsgruppen | 0,0 | 3,8 |
Nettofinanzverschuldung | 1.661,0 | 1.650,8 |
QUARTALSENTWICKLUNG DES voestalpine-KONZERNS
Mio. EUR | | | | | GJ | |
1. Quartal 2023/241 | 2. Quartal 2023/241 | 3. Quartal 2023/241 | 4. Quartal 2023/24 | 2023/24 | 2022/231 | Verände- rung in % |
| | | | | | | |
Umsatzerlöse | 4.445,7 | 4.067,1 | 3.874,8 | 4.296,7 | 16.684,3 | 18.225,1 | –8,5 |
EBITDA | 499,4 | 404,0 | 363,8 | 398,9 | 1.666,1 | 2.543,9 | –34,5 |
EBITDA-Marge | 11,2 % | 9,9 % | 9,4 % | 9,3 % | 10,0 % | 14,0 % | |
EBIT | 310,8 | 208,5 | 177,4 | –127,4 | 569,3 | 1.622,8 | –64,9 |
EBIT-Marge | 7,0 % | 5,1 % | 4,6 % | –3,0 % | 3,4 % | 8,9 % | |
Ergebnis vor Steuern | 273,0 | 154,8 | 130,3 | –174,7 | 383,4 | 1.489,4 | –74,3 |
Ergebnis nach Steuern2 | 212,8 | 108,0 | 93,9 | –207,6 | 207,1 | 1.177,3 | –82,4 |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 51.164 | 51.212 | 50.712 | 51.589 | 51.589 | 51.202 | 0,8 |
| | | | | | | |
1 Geschäftsjahr 2022/23 sowie 1. Quartal bis 3. Quartal 2023/24 rückwirkend angepasst. |
2 Vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen. |
STEEL DIVISION
STRATEGISCHE ENTWICKLUNG
Mit dem Spatenstich für greentec steel im Oktober 2023 in Linz wurde ein weiterer Meilenstein für die grüne Zukunft der voestalpine gelegt und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz in Österreich geleistet. Im Jänner 2024 folgte die Vergabeentscheidung und Bestellung des Elektrolichtbogenofens für Linz. Dieser soll 2027 in Betrieb gehen und im Vollbetrieb rund 1,6 Mio. Tonnen CO2-reduzierten Stahl pro Jahr produzieren. Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden am Standort zudem wichtige Vorarbeiten vorangetrieben: Dazu zählten der Ausbau der Infrastruktur, die weitere Freimachung des Baufeldes und die Adaptierung des Schrottplatzes. Im Rahmen der Baufeldfreimachung wurde darüber hinaus eine neue Rohstoffversorgung mit einer ca. 750 Meter langen Förderbandbrücke errichtet, die aus inhouse-produziertem, CO2-reduziertem Stahl besteht.
Insgesamt ortet die Steel Division eine wachsende Nachfrage für CO2-reduzierten Stahl.
voestalpine beliefert mittlerweile 35 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen mit Stahlprodukten in der greentec steel Edition – von der Windenergie bis zur Gebäudetechnik.
Neben der Transformation der Produktionsroute bleibt die kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktportfolios ein wesentliches strategisches Ziel. Die Steel Division setzte im Geschäftsjahr 2023/24 weitere Maßnahmen zur Qualitätssteigerung bei der Herstellung von hoch- und höchstfesten Stählen um, wie etwa die Modernisierung der Feuerverzinkungsanlagen. Kern und gleichzeitig Herausforderung der Transformationsstrategie der Steel Division ist die Herstellung technologisch höchst anspruchsvoller Stähle in einem klimafreundlichen Produktionsprozess.
MARKTUMFELD UND GESCHÄFTSVERLAUF
Der europäische Stahlmarkt stand im Geschäftsjahr 2023/24 im Zeichen der starken Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank. Diese schraubte den Leitzins bis September 2023 auf 4,5 % hoch und löste damit in vielen Marktsegmenten eine deutliche konjunkturelle Abkühlung aus. Besonders stark betroffen war die Bauindustrie, die ihrerseits eine der größten stahlverbrauchenden Industrien darstellt. Demzufolge entwickelte sich die Stahlnachfrage im Berichtszeitraum in Europa insgesamt sehr zurückhaltend.
In diesem gedämpften konjunkturellen Umfeld entwickelte sich die Steel Division mit ihrem Fokus auf technologisch anspruchsvollste Produkte durchwegs positiv. Zwar konnte sie sich der generell geringen Nachfrage aus den Segmenten Bau, Maschinenbau und Hausgeräte nicht entziehen, in den strategisch wichtigen Branchen Automobil und Energie war die Nachfrage nach Produkten der Division jedoch gut.
Damit verlief die Mengenentwicklung für die Steel Division im Geschäftsjahr 2023/24 insgesamt weitgehend zufriedenstellend, wobei der Bedarf sowohl im 2. als auch im 3. Quartal 2023/24 etwas verhalten war. In diesen Phasen mussten Mitbewerber:innen teilweise Produktionskapazitäten stilllegen. Die Steel Division profitierte hingegen von der relativ gesehen stabilen Mengennachfrage aus den Hightech-Segmenten Energie und Automobil, wo durch aktive Marktbearbeitung Mengen dazugewonnen werden konnten.
Während die europäische Automobilindustrie in den letzten Jahren noch unter Problemen in den internationalen Lieferketten litt und ihre eigenen Produktionskapazitäten nicht voll auslasten konnte, entspannte sich ab Beginn des Geschäftsjahres 2023/24 die Situation. Infolgedessen zeigte sich eine deutlich verbesserte Nachfrage. Diese hielt auch nach der Abarbeitung des Auftragsüberhanges durch die Automobilhersteller:innen an und sorgte so über das gesamte Geschäftsjahr für eine gute Mengenauslastung in diesem Segment.
Weiterhin starke Impulse kommen aus der Elektromobilität. Diese führten zu zahlreichen Buchungen von Elektroband für Langfristprojekte im Segment Elektroindustrie. Die Nachfrage in der Konsumgüter- und Hausgeräteindustrie blieb im Verlauf des Berichtsjahres unverändert gering. Nach dem Boom während der COVID-19-Pandemie und der aktuell schwachen Entwicklung der Bauindustrie zeigte sich im Geschäftsjahr 2023/24 eine verhaltene Entwicklung auf einem niedrigen, aber stabilen Niveau.
Im Maschinenbausektor kühlte der Markt ab, dies wurde im Verlauf des Geschäftsjahres 2023/24 zunehmend spürbar.
Ein vergleichsweise kleines Marktsegment für die Steel Division ist die Bauindustrie, in der sich die Lage durch steigende Zinsen und Finanzierungskosten eintrübte. Diese Tendenz blieb über das Geschäftsjahr 2023/24 hinweg bestehen und stabilisierte sich ab dem 3. Quartal 2023/24 auf niedrigem Niveau.
Positive Entwicklungen gab es im Energiebereich. Vor allem die Business Unit Grobblech vermeldete für das Geschäftsjahr 2023/24 gute Auftragseingänge. Dabei profitierte der Bereich von der sehr guten Projektlandschaft.
Die Preise wichtiger Rohstoffe zur Stahlherstellung wie Eisenerz und metallurgische Kohle bewegten sich im 1. Halbjahr 2023/24 weitgehend seitwärts, während das 3. und 4. Quartal von einem volatilen Verlauf geprägt waren. Die Stahlpreise am europäischen Spotmarkt stabilisierten sich nach einer anfänglichen Abwärtstendenz im Herbst 2023. Ab diesem Zeitpunkt setzten sich Preiserhöhungen durch – auch unterstützt von gestiegenen Rohstoffpreisen. Nach einem Peak im Laufe des 4. Quartals des Geschäftsjahres 2023/24 sanken die Preise am europäischen Stahlmarkt wieder. Die Preisentwicklung der Steel Division gestaltete sich im Verlauf der Berichtsperiode deutlich stabiler, da der Verkauf der Stahlprodukte ausschließlich über Kontraktgeschäfte und nicht am Spotmarkt stattfindet.
FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Die Steel Division verzeichnete im Geschäftsjahr 2023/24 Rückgänge bei den wesentlichen Finanzkennzahlen. So sind die Umsatzerlöse um 8,5 % von 6.650,3 Mio. EUR auf 6.087,8 Mio. EUR gesunken. Zwar konnten im Berichtszeitraum die Versandmengen geringfügig gesteigert werden. Allerdings war die Steel Division mit einem rückläufigen Preisniveau konfrontiert, nachdem die Stahlpreise im vorangegangenen Geschäftsjahr sprunghaft angestiegen waren. Auslöser waren damals hauptsächlich die massiv erhöhten Rohstoff- und Energiekosten nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs.
Nach zwei Geschäftsjahren auf Rekordniveau zeigten sich die Ergebnisse der Steel Division im Berichtszeitraum solide. Die negativen Effekte auf der Preisseite haben sich dabei aber deutlich stärker ausgewirkt als die Entlastung bei den Aufwänden für Rohstoffe und Energie. Inflationsbedingte Kostensteigerungen, insbesondere im Personalbereich, beeinflussten die Ergebnisentwicklung zusätzlich nachteilig. Das EBITDA ging im Geschäftsjahr 2023/24 somit von 1.120,4 Mio. EUR (Marge 16,8%) auf 686,6 Mio. EUR (Marge 11,3 %) zurück. Das ist ein Minus von 38,7 %. In den Vorjahreszahlen waren darüber hinaus außerordentliche Abschreibungen in Höhe von 32 Mio. EUR beim 20-%-Anteil an der ArcelorMittal Texas HBI-Gruppe enthalten. Der Ausweis dieser Beteiligung erfolgt seit dem 2. Quartal 2022/23 unter der Position „Ergebnisse von equitykonsolidierten Unternehmen“. Das EBIT der Steel Division reduzierte sich im Berichtszeitraum um 50,3 % von 862,5 Mio. EUR (Marge 13,0 %) auf 428,3 Mio. EUR (Marge 7,0 %).
Positiv entwickelten sich die finanziellen Leistungsindikatoren der Steel Division innerhalb des Geschäftsjahres vom 3. zum 4. Quartal 2023/24. Die Umsatzerlöse stiegen in diesem Zeitraum um 15,3 % von 1.374,6 Mio. EUR auf 1.584,9 Mio. EUR. Ein Grund für die Zuwächse war die vorwiegend saisonal geprägte Erhöhung der Versandmengen. Außerdem zeigte sich das Preisniveau sehr robust. Die leicht rückläufigen Preise bei längerfristigen Verträgen konnten durch bessere Preise im Quartalsgeschäft weitgehend kompensiert werden. Das EBITDA legte im Quartalsvergleich um 11,2 % von 156,9 Mio. EUR (Marge 11,4 %) auf 174,4 Mio. EUR (Marge 11,0 %) zu. Ausschlaggebend dafür waren positive Mengen- und Mixeffekte. Beim EBIT vermeldet die Steel Division im unterjährigen Quartalsvergleich einen Anstieg von 93,3 Mio. EUR (Marge 6,8 %) auf 108,3 Mio. EUR (Marge 6,8 %). Das ist ein Plus von 16,1 %.
Die Anzahl der Beschäftigten (FTE) in der Steel Division stieg mit 31. März 2024 um 1,0 % von 10.636 auf 10.747.
KUND:INNEN DER STEEL DIVISION
MÄRKTE DER STEEL DIVISION
QUARTALSENTWICKLUNG DER STEEL DIVISION
Mio. EUR | | | | | GJ | |
| 1. Quartal | 2. Quartal | 3. Quartal | 4. Quartal | 2023/24 | 2022/23 | Verände- rung in % |
| 2023/24 | 2023/24 | 2023/24 | 2023/24 | | |
| | | | | | | |
Umsatzerlöse | 1.643,6 | 1.484,7 | 1.374,6 | 1.584,9 | 6.087,8 | 6.650,3 | –8,5 |
EBITDA | 174,2 | 181,1 | 156,9 | 174,4 | 686,6 | 1.120,4 | –38,7 |
EBITDA-Marge | 10,6 % | 12,2 % | 11,4 % | 11,0 % | 11,3 % | 16,8 % | |
EBIT | 110,0 | 116,7 | 93,3 | 108,3 | 428,3 | 862,5 | –50,3 |
EBIT-Marge | 6,7 % | 7,9 % | 6,8 % | 6,8 % | 7,0 % | 13,0 % | |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 10.657 | 10.748 | 10.617 | 10.747 | 10.747 | 10.636 | 1,0 |
| | | | | | | |
| | |
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
STRATEGISCHE ENTWICKLUNG
Mit der Inbetriebnahme des neuen Edelstahlwerkes in Kapfenberg, Österreich, wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr ein wegweisender strategischer Schritt gesetzt, das Produktspektrum auf das oberste Qualitätssegment zu fokussieren. Um die Position der High Performance Metals Division im globalen Wettbewerb zu stärken, wurde im Prozess der strategischen Neuausrichtung von Buderus Edelstahl in Wetzlar, Deutschland, ein Verkaufsprozess gestartet.
Ein wachsender Bereich ist der Luftfahrtsektor. Aufgrund der steigenden Nachfrage wurde das Vertriebsnetz für Werkstoffe in Europa und Nordamerika ausgebaut. Als einzige Anbieterin bei Titanblechen für die Luftfahrtindustrie in Europa hat die High Performance Metals Division erste Verträge für die Lieferung von Titanblechen in Nordamerika und Asien abgeschlossen.
Außerdem konnte die High Performance Metals Division im Geschäftsjahr 2023/24 ihre Position als globale Partnerin für Öl- und Gasunternehmen in den wichtigsten Regionen stärken.
Das weltweite Vertriebs- und Dienstleistungsnetzwerk mit den Schwerpunkten Wärmebehandlungen, Beschichtungen, mechanische Bearbeitungen sowie additive Fertigung ist im Geschäftsjahr 2023/24 weiter gewachsen.
MARKTUMFELD UND GESCHÄFTSVERLAUF
In den wesentlichen Produkt- und Kundensegmenten war die High Performance Metals
Division mit unterschiedlichen Entwicklungen konfrontiert. Der Bedarf nach Werkzeugstahl aus der Automobil- und Konsumgüterindustrie war global schwach. Für eine positive Dynamik sorgten Sonderwerkstoffe für die Flugzeugindustrie und den Öl- und Gassektor.
Ein zentraler Treiber für die Nachfrage nach Werkzeugstahl ist die Konsumgüterindustrie. Diese hatte im Geschäftsjahr 2023/24 mit mehreren Herausforderungen zu kämpfen. So ist der Absatz von Weißware (Kühlschränke, Waschmaschinen etc.) stark vom Immobiliensektor und hier vor allem vom Neubau von Wohnungen abhängig. Dieser litt in Europa und Nordamerika unter den hohen Zinsen. Auch der Elektronikbereich präsentierte sich gedämpft: Während die Nachfrage nach Mobilfunkgeräten oder Computern während der COVID-19-Pandemie boomte, hat sich die Dynamik mittlerweile abgebremst. Im Gegensatz zu den schwierigen Bedingungen bei Werkzeugstahl, insbesondere im leistungsstandardisierten Produktbereich, war der Wettbewerbsdruck im hochqualitativen Produktsegment deutlich geringer.
Im Hinblick auf die regionale Entwicklung verzeichnete das Produktsegment Werkzeugstahl in Europa für das Geschäftsjahr 2023/24 eine deutlich verminderte Nachfrage. Neben der generellen Schwäche im Werkzeugbau verschoben auch Automobilhersteller:innen die Einführung neuer Modelle zeitlich nach hinten. Die schwache Nachfrage und der starke Importdruck aus Asien, und hier speziell aus China, mündeten in deutlichen Kapazitätsüberhängen in Europa.
In Nordamerika herrschte im Geschäftsjahr 2023/24 eine reduzierte Nachfrage im Werkzeugbau. Auch in Südamerika bewegte sich der Bedarf an Werkzeugstahl auf sehr verhaltenem Niveau. Insgesamt wenig Dynamik in Asien kam aus der Konsumgüterindustrie, aus der Autozulieferindustrie und der Elektronikindustrie. Vor allem die Situation in Südostasien zeigte sich sehr verhalten. In China gab es im 4. Quartal 2023/24 erste Signale, dass sich die Situation schrittweise verbessert. Positive Meldungen lieferte Indien, wo das Geschäftsjahr 2023/24 einen signifikanten Aufwärtstrend mit sich brachte.
Rückenwind für das Produktsegment Sonderwerkstoffe gab es aus dem Luftfahrt- und dem Energiesektor. Der Luftfahrtbereich profitierte von den weiter steigenden Passagierzahlen. Bereits im vorangegangenen Geschäftsjahr hat sich der regionale Flugverkehr merklich erholt. Im Geschäftsjahr 2023/24 hat sich auch der internationale Flugverkehr markant verbessert. Das Passagiervolumen liegt damit wieder auf dem Niveau vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie. Diese Entwicklungen mündeten in wachsenden Bestellungen von Passagierflugzeugen. Neben Langprodukten und Gesenkschmiedekomponenten konnten auch Titanbleche neu in das Produktspektrum aufgenommen werden.
Neben der Luftfahrt entwickelte sich auch der Öl- und Gassektor erfreulich und sorgte für gute Auftragseingänge in der High Performance Metals Division. Zwar sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2023/24 schwieriger geworden, trotzdem wurden im Bereich der Ölexploration zahlreiche neue Projekte umgesetzt. Die Bohraktivitäten haben sich regional betrachtet unterschiedlich dargestellt. So waren die aktiven Bohrfelder (Rig Counts) im Geschäftsjahr 2023/24 in Nordamerika rückläufig, während sie im Mittleren Osten, in Afrika und Europa etwas zunahmen. Sonderwerkstoffe waren darüber hinaus beim Aufbau der LNG-Infrastruktur gefragt.
Im Kundensegment Energiemaschinenbau zeigte sich der europäische Markt für Kraftwerksturbinen belebt. Eine leicht positive Tendenz wurde bei Windenergie verzeichnet – die High Performance Metals Division liefert hier Vormaterialien für Schlüsselkomponenten. Die Nachfrage aus der LKW-Industrie bewegte sich weiter auf hohem Niveau, während die Bestellungen aus dem Landmaschinenbau etwas schwächer ausfielen.
Die Produktionswerke der High Performance Metals Division waren im Geschäftsjahr 2023/24 nicht voll ausgelastet. Dies ist insbesondere auf die global verhaltene Nachfrage nach Werkzeugstahl zurückzuführen, die auch durch den guten Markt für Sonderwerkstoffe nicht kompensiert werden konnte.
Während das Spezialstahlwerk Villares Metals in Brasilien über weite Strecken eine gute Produktionsleistung zeigte und erst gegen Ende des Geschäftsjahres mit einer Abschwächung konfrontiert war, konnten die europäischen Standorte ihre Produktionskapazitäten praktisch über die gesamte Berichtsperiode nicht voll ausfahren.
Die schwierigste Situation hatte das deutsche Spezialstahlwerk Buderus Edelstahl in Wetzlar, Deutschland, zu meistern. Das Produktspektrum von Werkzeug- und Edelbaustählen mit hohem Anteil im leistungsstandardisierten Bereich zeigte eine geringe Nachfrage am europäischen Markt, woraus eine niedrige Auslastung der Produktionsanlagen resultierte. Die Kombination mit hohen Energiekosten in Deutschland führte zu der Entscheidung, den weit fortgeschrittenen Prozess der strategischen Neupositionierung in einen Verkaufsprozess für dieses Werk überzuführen.
Auch das schwedische Spezialstahlwerk Uddeholms war über weite Strecken des Geschäftsjahres mit einer verringerten Mengenauslastung konfrontiert, hat im europäischen Quervergleich aber eine bessere Position auf Seiten der Energiekosten.
Das neue Spezialstahlwerk in Kapfenberg, Österreich, wurde im Geschäftsjahr 2023/24 in Betrieb genommen und schrittweise hochgefahren. Dieses Werk gilt weltweit als das modernste Werk für die Produktion von hochqualitativem Werkzeugstahl und Sonderwerkstoffen. Die notwendigen Zertifizierungsprozesse, insbesondere für die Bereiche Luftfahrt und Energie, konnten in der Berichtsperiode wie geplant positiv eingeleitet und zu einem guten Teil umgesetzt werden.
Der Geschäftsbereich Value Added Services umfasst das weltweite Vertriebs- und Dienstleistungsnetzwerk der High Performance Metals Division. Er versorgt Kund:innen mit hochwertigen Werkzeugstahlgüten und bietet zudem Services wie die mechanische Bearbeitung, Wärmebehandlung und Oberflächenbeschichtung. In Europa, und hier vor allem in Deutschland, sah sich der Geschäftsbereich einem Rückgang der Bestellungen für Werkzeugstahl gegenüber. Ebenfalls rückläufig, aber etwas besser, war die Lage in Nordamerika und in Asien. Anders als bei Werkzeugstahl präsentierte sich der Vertrieb von Materialien und Werkstoffen für die Luftfahrtindustrie sowie den Öl- und Gassektor sehr positiv. Die Nachfrage nach Serviceleistungen wie Oberflächenbeschichtung oder Texturierung entwickelte sich weltweit sehr gut.
FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Geringere Absatzmengen führten dazu, dass die Umsatzerlöse der High Performance Metals Division im Geschäftsjahr 2023/24 um 6,5 % von 3.789,6 Mio. EUR auf 3.541,7 Mio. EUR zurückgegangen sind. Die durchschnittlichen Verkaufspreise waren im Berichtszeitraum sogar höher, das Preisniveau wurde wegen niedrigerer Legierungspreise im Verlauf des Jahres aber nach und nach schwächer.
Das Ergebnis war im Geschäftsjahr 2023/24 durch Einmaleffekte im 4. Quartal beeinträchtigt. So wirkten außerplanmäßige Abschreibungen durch den eingeleiteten Verkaufsprozess bei Buderus Edelstahl (181 Mio. EUR) ebenso belastend wie Wertminderungen von Firmenwerten bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit High Performance Metals Production (179 Mio. EUR). Von den negativen Einmaleffekten in Höhe von 360 Mio. EUR im aktuellen Berichtszeitraum sind 92 Mio. EUR auch im EBITDA wirksam. Im Geschäftsjahr 2022/23 inkludierte das EBITDA positive Einmaleffekte von 133 Mio. EUR aus einem Grundstücksverkauf. Beim EBIT kamen im Vorjahr darüber hinaus auch negative Sondereffekte von 173 Mio. EUR aufgrund von außerplanmäßigen Abschreibungen zum Tragen.
Das EBITDA sank vor diesem Hintergrund um 67,0 % von 561,5 Mio. EUR (Marge 14,8 %) im Geschäftsjahr 2022/23 auf 185,3 Mio. EUR (Marge 5,2 %) im Geschäftsjahr 2023/24. Neben den Sondereffekten schlugen sich auch die herausfordernden Bedingungen bei Werkzeugstahl in deutlich rückläufigen operativen Ergebnissen nieder.
Das EBIT drehte im Geschäftsjahr 2023/24 aufgrund der angeführten Sondereffekte in den negativen Bereich: von 239,2 Mio. EUR (Marge 6,3 %) auf –248,2 Mio. EUR (Marge –7,0 %).
Im unterjährigen Vergleich vom 3. zum 4. Quartal 2023/24 erhöhten sich die Umsatzerlöse der High Performance Metals Division um 12,1 % von 827,1 Mio. EUR auf 926,9 Mio. EUR. Dabei kam die signifikante Zunahme der Versandmengen zum Tragen. Die Absatzpreise waren hingegen rückläufig, Grund waren die abnehmenden Legierungskosten. Das operative Ergebnis (EBITDA) hat sich aufgrund der belastenden Einmaleffekte im 4. Quartal 2023/24 negativ entwickelt und reduzierte sich von 56,2 Mio. EUR (Marge 6,8 %) auf –14,1 Mio. EUR (Marge –1,5 %). Ohne die im Jahresvergleich angeführten Sondereffekte von 92 Mio. EUR hat sich das EBITDA hingegen verbessert. Das EBIT fiel aufgrund der vorgenommenen außerplanmäßigen Abschreibungen im 4. Quartal 2023/24 von 13,6 Mio. EUR (Marge 1,6 %) auf –320,8 Mio. EUR (Marge –34,6 %). Auch das EBIT entwickelte sich im Quartalsvergleich ohne Sondereffekte positiv.
Die Anzahl der Beschäftigten (FTE) sank im Geschäftsjahr 2023/24 um 2,5 % von 13.654 per 31. März 2023 auf 13.308 per 31. März 2024. Der Rückgang der Beschäftigtenzahlen resultiert aus der Anpassung auf das niedrigere Produktions- und Absatzvolumen der High Performance Metals Division im Geschäftsjahr 2023/24.
KUND:INNEN DER HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
MÄRKTE DER HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
QUARTALSENTWICKLUNG DER HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
Mio. EUR | | | | | GJ | |
| 1. Quartal | 2. Quartal | 3. Quartal | 4. Quartal | 2023/24 | 2022/23 | Verände- rung in % |
| 2023/24 | 2023/24 | 2023/24 | 2023/24 | | |
| | | | | | | |
Umsatzerlöse | 934,4 | 853,3 | 827,1 | 926,9 | 3.541,7 | 3.789,6 | –6,5 |
EBITDA | 96,4 | 46,8 | 56,2 | –14,1 | 185,3 | 561,5 | –67,0 |
EBITDA-Marge | 10,3 % | 5,5 % | 6,8 % | –1,5 % | 5,2 % | 14,8 % | |
EBIT | 55,1 | 3,9 | 13,6 | –320,8 | –248,2 | 239,2 | |
EBIT-Marge | 5,9 % | 0,5 % | 1,6 % | –34,6 % | –7,0 % | 6,3 % | |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 13.560 | 13.492 | 13.308 | 13.308 | 13.308 | 13.654 | –2,5 |
METAL ENGINEERING DIVISION
STRATEGISCHE ENTWICKLUNG
Die Metal Engineering Division hat im Geschäftsjahr 2023/24 weiter intensiv an der Projektumsetzung zur CO2-reduzierten Stahlproduktion gearbeitet. So erfolgten bei greentec steel mit den Vorbereitungsarbeiten und der Vergabe des Elektrolichtbogenofens wesentliche Investitionsschritte.
Bei Forschungsaktivitäten im Hinblick auf die wasserstoffbasierte Stahlerzeugung wurde in der Reduktionsmetallurgie-Pilotanlage HYFOR am Standort Donawitz 2024 erstmals mit Wasserstoff direkt reduziertes Eisen und in Folge in der konzerneigenen Forschungsanlage Technikum Metallurgie, einem kompletten Stahlwerk im Kleinformat, hochqualitativer „grüner“ Walzdraht aus wasserstoffreduziertem Eisen und Schrott hergestellt. Der Geschäftsbereich Railway Systems forcierte die strategische Ausrichtung zum Bahninfrastruktur-Systemanbieter mit gezielten Akquisitionen in den Bereichen Schienen-Befestigungstechnik sowie Weichen- und Gleisschwellen. Auf Basis der unternehmenseigenen Sensorlösungen und der „Zentrak“ Asset Management Software-Plattform hat das Produktsegment Signaling (Signaltechnik) die Weiche maßgeblich zum volldigitalisierten System Weiche weiterentwickelt.
Im Produktsegment Tubulars lag der Fokus im Geschäftsjahr 2023/24 auf der Diversifizierung des Produktportfolios. Durch den strategischen Zukauf des Equipments eines Mitbewerbers und ergänzende Investitionen ist Tubulars nunmehr der einzige Anbieter von nahtlosen Hohlprofilen in Europa. Darüber hinaus wird die Produktpalette schrittweise auf ein breiteres Kundenspektrum ausgerichtet. So wurden u. a. maßgeschneiderte Kundenlösungen in den Bereichen geogene Wasserstoffspeicherung, Nahtlosrohrsysteme zur Einlagerung (Sequestration) von Kohlendioxid und im wachsenden Segment Geothermie entwickelt und bereits am Markt zum Einsatz gebracht.
Das Produktsegment Welding (Schweißtechnik) hat weitere wichtige Schritte hin zum Gesamtanbieter gesetzt, der sowohl das Material als auch das notwendige Equipment liefern kann. Ein Schwerpunkt im Geschäftsjahr 2023/24 lag auf der Weiterentwicklung automatisierter Schweißlösungen.
MARKTUMFELD UND GESCHÄFTSVERLAUF
Die Metal Engineering Division konnte ihre sehr positive Entwicklung im Geschäftsjahr 2023/24 weiter fortsetzen. Rückenwind für die sehr gute Performance lieferten zum einen das Kundensegment Railway Systems, das weltweit eine sehr zufriedenstellende Nachfrage verzeichnete, zum anderen aber auch das vorteilhafte Marktumfeld im Öl- und Gassektor.
Der Geschäftsbereich Railway Systems hat das Geschäftsjahr 2023/24 als führender Anbieter von Systemlösungen für die Bahninfrastruktur wie bereits im Vorjahr sehr zufriedenstellend abgeschlossen. Das Produktsegment Rails (Schienen) ist auf den Absatzmarkt Europa fokussiert, wo es im Geschäftsjahr 2023/24 eine positive Entwicklung in Österreich, Deutschland und der Schweiz verzeichnete. Zur guten Auftragslage trug sowohl der Misch- als auch der Nahverkehr bei. Aufgrund der sehr guten Marktbedingungen in Europa spielte der Absatz auf den Überseemärkten im abgelaufenen Geschäftsjahr eine untergeordnete Rolle. Schienenprojekte außerhalb Europas wurden etwa in Afrika und Australien realisiert. Die Kapazitäten der Schienenproduktion am Standort Donawitz, Österreich, waren im Geschäftsjahr 2023/24 voll ausgelastet.
Im global aufgestellten Produktsegment Turnout Systems (Weichensysteme) werden innovative Weichensysteme auf allen Kontinenten in Kundennähe produziert. In den europäischen Kernmärkten profitierte das Produktsegment von einer stabilen Nachfrage auf hohem Niveau. Nordamerika entwickelte sich insgesamt gut, wobei sich der Bereich Gütertransport eher moderat zeigte, demgegenüber der Bereich Personennahverkehr aber von einer sehr guten Nachfrage profitierte. In China verändert sich der Markt zunehmend. Während mittlerweile nur mehr wenige Neubauprojekte im Hochgeschwindigkeitssegment umgesetzt werden, speist sich das Geschäft von Turnout Systems verstärkt aus Erhaltungsinvestitionen im bestehenden Hochgeschwindigkeitsnetz, wie es auch in den Eisenbahnnetzen in Europa und Nordamerika mittlerweile seit Jahrzehnten der Fall ist. Nach mehreren schwierigen Jahren zeigte Südafrika im Berichtszeitraum erstmals wieder positive Impulse.
Das Produktsegment Signaling vervollständigt den Komplett-Systemansatz des Geschäftsbereichs Railway Systems mit der Produktion von Antriebs- und Verschlusssystemen für Weichen sowie Diagnosesystemen und Gefahrmeldeanlagen für ortsfeste Bahninfrastruktur-Anlagen und rollendes Material (Waggons und Lokomotiven). Das Geschäftsjahr 2023/24 war im Produktsegment Signaling von einer zufriedenstellenden Projektlandschaft in Europa und in Nordamerika geprägt. Etwas hinter den Erwartungen blieben die Projektabrufe in Australien und im Mittleren Osten.
Die Produktsegmente des Geschäftsbereichs Industrial Systems entwickelten sich im Geschäftsjahr 2023/24 unterschiedlich. So war das Produktsegment Wire Technology (Walzdraht und gezogener Draht) in einem schwierigen Marktumfeld tätig. Wire Technology liefert ein breites Spektrum an maßgeschneiderten Drahtlösungen an ihre vorwiegend europäischen Kund:innen im Automobilsektor, der Bau-, Maschinenbau- sowie der Konsumgüterindustrie. Die Abrufe aus der Automobilindustrie im Geschäftsjahr 2023/24 waren im Vorjahresvergleich noch relativ gut, jene aus der Bau- und Konsumgüterindustrie hingegen sehr schwach. Positiv stellte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr das Marktumfeld im Bereich der Weiterverarbeitung von Walzdraht zu gezogenem Draht dar.
Das Produktsegment Tubulars (Nahtlosrohre) bedient primär Öl- und Gasfeldausrüster mit hochwertigen OCTG(Oil Country Tubular Goods)-Nahtlosrohren sowie Gewindeverbindungen für die Exploration von Öl- und Gasfeldern. Nach den sprunghaften Preisausschlägen zu Beginn des Ukraine-Kriegs hat sich der Ölpreis im aktuellen Geschäftsjahr etwas abgeschwächt, blieb aber über dem langjährigen historischen Durchschnitt. Die Erdgaspreise gingen hingegen im Verlauf des Geschäftsjahres vor allem in Nordamerika deutlich zurück. Vor diesem Hintergrund blieben die weltweiten Ölbohraktivitäten hoch, die Erdgasexplorationen nahmen hingegen merkbar ab und damit auch die Nachfrage nach OCTG-Nahtlosrohren in diesem Kundensegment. Die regionale Performance stellte sich für das Produktsegment Tubulars im Geschäftsjahr 2023/24 differenziert dar: Die Zahl aller aktiven Öl- und Gasbohrfelder in den USA (Rig Counts) war im Geschäftsjahr 2023/24 aufgrund des schwachen Erdgaspreises rückläufig, im Mittleren Osten, in Afrika und Europa erhöhte sie sich hingegen leicht. Hier wird vor allem der MENA-Raum (Mittlerer Osten und Nordafrika) immer interessanter, da zunehmend komplexere Produkte für die Exploration nachgefragt werden. Der Markt für Industrierohre (Maschinenbau, Autozulieferindustrie) war im Geschäftsjahr 2023/24 durch volatilere Rahmenbedingungen geprägt.
Das Produktsegment Welding (Schweißtechnik) produziert und vermarktet weltweit Gesamt-Lösungen im Bereich Schweißtechnik („The Perfect Weldstream“) für anspruchsvolle Kundensegmente. Zahlreiche Produktionsstandorte in Nord- und Südamerika sowie in Asien bieten einen guten regionalen Marktzugang. In Europa waren die Marktbedingungen herausfordernd – vor allem im Bau und Maschinenbau. Besser stellte sich die Situation im europäischen Energiesektor dar. Ein günstigeres wirtschaftliches Umfeld bot sich auf den Überseemärkten. Die Marktentwicklung in Nordamerika verlief weitgehend zufriedenstellend. In Brasilien zeichnete der Energiesektor für gute Auftragseingänge verantwortlich. Die Nachfrage in Asien war durchwegs gut – das gilt für Indien ebenso wie für den Mittleren Osten oder den asiatisch-pazifischen Raum. In China entwickelte sich das Produktsegment in einem guten wirtschaftlichen Umfeld – hier vor allem im anspruchsvollen Kranbau (z. B. Kräne zur Errichtung von Windkraftanlagen) und bei Wärmekraftwerken.
FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Auf eine insgesamt stabile Entwicklung bei den Umsatzerlösen kann die Metal Engineering Division im Geschäftsjahr 2023/24 zurückblicken. Diese sind im Berichtszeitraum geringfügig um 0,6 % von 4.289,2 Mio. EUR auf 4.315,7 Mio. EUR gestiegen. In den Geschäftsbereichen bzw. den Produktsegmenten zeigte sich dabei ein differenziertes Bild: So profitierte der Geschäftsbereich Railway Systems vom besseren Preisniveau und den stabil guten Liefermengen bei Schienen. Darüber hinaus konnte das Geschäftsvolumen bei Weichensystemen ausgeweitet werden. Anders war die Situation im Geschäftsbereich Industrial Systems, in dem die Umsätze rückläufig waren. Vor allem das Produktsegment Wire Technology kämpfte im Laufe des Geschäftsjahres 2023/24 mit dem schwierigen Marktumfeld. Bei Nahtlosrohren (Produktsegment Tubulars) war das Preisniveau weiterhin hoch, allerdings lagen die Mengen etwas unter dem Vorjahresniveau.
Die Ergebnisse der Metal Engineering Division haben sich im Geschäftsjahr 2023/24 positiv entwickelt. Nachdem bereits im Vorjahr einzelne Kennziffern historische Bestwerte markierten, konnten sie im aktuellen Berichtszeitraum nochmals leicht übertroffen werden. Das EBITDA verzeichnete ein Plus von 3,5 % und legte von 585,9 Mio. EUR (Marge 13,7 %) auf 606,2 Mio. EUR (Marge 14,0 %) zu. Dieses Plus wurde vom Geschäftsbereich Railway Systems getragen. Im Geschäftsbereich Industrial Systems war die Lage uneinheitlich. Das Produktsegment Tubulars hat im Geschäftsjahr 2023/24 weiter sehr gut performt und kam ergebnismäßig nur moderat unter dem ausgezeichneten Vorjahresniveau zu liegen. Leichte Zuwächse meldet das Produktsegment Welding, während das Produktsegment Wire Technology mit einer rückläufigen Ergebnissituation konfrontiert war. Das EBIT verbesserte sich im Geschäftsjahr 2023/24 um 5,9 % von 404,0 Mio. EUR (Marge 9,4 %) auf 427,7 Mio. EUR (Marge 9,9 %).
Im direkten Vergleich des 3. und 4. Geschäftsquartals 2023/24 stiegen die Umsatzerlöse um 4,7 % von 1.026,3 Mio. EUR auf 1.074,7 Mio. EUR. Im Gegensatz zum Jahresvergleich verminderten sich dabei die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Railway Systems, während sie im Geschäftsbereich Industrial Systems dank gesteigerter Absatzmengen bei Draht- und Nahtlosrohrlieferungen zunahmen. Auch auf der Ergebnisseite profitierte die Metal Engineering Division im Quartalsvergleich von der positiven Entwicklung des Geschäftsbereichs Industrial Systems, wo sich die Produktsegmente Wire Technology, Tubulars und Welding verbessern konnten. Das EBITDA erhöhte sich damit im 4. Quartal 2023/24 um 27,1 % von 128,1 Mio. EUR (Marge 12,5 %) auf 162,8 Mio. EUR (Marge 15,1 %). Das EBIT wurde von 86,9 Mio. EUR (Marge 8,5 %) auf 117,8 Mio. EUR (Marge 11,0 %) gesteigert. Das entspricht einer Zunahme von 35,6 %.
Mit 31. März 2024 lag die Zahl der Beschäftigten (FTE) in der Metal Engineering Division mit 14.724 Mitarbeiter:innen um 4,8 % über dem Vorjahreswert von 14.053. Die Zunahme erfolgte vorwiegend im Produktsegment Turnout Systems, u.a. mit der Ausweitung der Geschäftstätigkeit in Nordamerika. Aber auch das Produktsegment Tubulars steigerte den Beschäftigtenstand aufgrund der Investition in Produktionsanlagen für die Herstellung von nahtlosen Profilen.

KUND:INNEN DER METAL ENGINEERING DIVISION
MÄRKTE DER METAL ENGINEERING DIVISION
QUARTALSENTWICKLUNG DER METAL ENGINEERING DIVISION
Mio. EUR | | | | | GJ | |
| 1. Quartal | 2. Quartal | 3. Quartal | 4. Quartal | 2023/24 | 2022/23 | Verände- rung in % |
| 2023/24 | 2023/24 | 2023/24 | 2023/24 | | |
| | | | | | | |
Umsatzerlöse | 1.144,4 | 1.070,3 | 1.026,3 | 1.074,7 | 4.315,7 | 4.289,2 | 0,6 |
EBITDA | 182,3 | 133,0 | 128,1 | 162,8 | 606,2 | 585,9 | 3,5 |
EBITDA-Marge | 15,9 % | 12,4 % | 12,5 % | 15,1 % | 14,0 % | 13,7 % | |
EBIT | 138,0 | 85,0 | 86,9 | 117,8 | 427,7 | 404,0 | 5,9 |
EBIT-Marge | 12,1 % | 7,9 % | 8,5 % | 11,0 % | 9,9 % | 9,4 % | |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 14.145 | 14.247 | 14.287 | 14.724 | 14.724 | 14.053 | 4,8 |
METAL FORMING
DIVISION
STRATEGISCHE ENTWICKLUNG
Die Metal Forming Division trieb im Berichtsjahr 2023/24 den weiteren Ausbau von Kapazitäten und Marktanteilen im Geschäftsbereich Warehouse & Rack Solutions (Regal- und Lagersysteme) voran. So wurde in Louisville, Kentucky, USA, eine neue Produktionsstätte für den amerikanischen Markt eröffnet. Im Herbst 2023 akquirierte die voestalpine zudem über ihre Tochter NEDCON die Torri S.R.L. in Vicenza, Italien, um das Kunden- und Produktportfolio im Segment Lagersysteme zu erweitern. Mit einem jährlichen Umsatz von rund 75 Mio. EUR und rund 135 Mitarbeiter:innen fertigt die Torri S.R.L. Regalsysteme und Lagerbühnen für unterschiedlichste industrielle Anforderungen. Zum Produktportfolio zählen sowohl manuelle als auch automatische Lagersysteme sowie Speziallösungen für den individuellen Bedarf.
Im Geschäftsbereich Tubes & Sections (Rohre & Profile) wurde ein bestehendes Werk in Vyskov (Tschechische Republik) signifikant vergrößert. In Übersee wurden die Weiterverarbeitungsaktivitäten der voestalpine Roll Forming Corporation (USA) in einem eigenen Anarbeitungszentrum gebündelt und ausgebaut. Ebenso wurde im Werk II der voestalpine Meincol in Brasilien die Produktionskapazität verdoppelt. Ferner reagierte die Business Unit auf die starken Zuwächse in der chinesischen Automobilindustrie, wonach die voestalpine Profilform China in fünf Anlagen zur Herstellung von Luftfederkomponenten, insbesondere für chinesische OEMs, investierte.
Im Bereich Automotive Components (Automobilkomponenten) wurde eine fünfte phs-Fertigungseinheit am Standort Shenyang (China) in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich erstmals um eine CO2-neutral produzierende Anlage, da diese vollständig elektronisch mit Strom aus der eigenen PV-Anlage und bei Bedarf mit zugekauftem Grünstrom betrieben wird.
Aufgrund des starken Margendrucks in der Automobilindustrie liegt der Fokus weiterhin auf der Hebung von internen Synergien und operativer Excellence.
Der Geschäftsbereich Precision Strip (Präzisionsstahlbänder) lancierte die neue Produktkategorie der NEM-Spezialbänder (non-ferrous metals), die in Elektronikanwendungen zum Einsatz kommt.
MARKTUMFELD UND GESCHÄFTSVERLAUF
Die Entwicklung der Metal Forming Division war im Geschäftsjahr 2023/24 von divergierenden Trends in einzelnen Industrien geprägt. Grundsätzlich war das Umfeld in Europa relativ herausfordernd, wohingegen Asien und zum Teil Nord- und Südamerika gute Wachstumsraten verzeichnen konnten.
Im Geschäftsbereich Automotive Components blieben die Produktions- und Absatzzahlen im Großen und Ganzen stabil. Produktion und Absatz von Neufahrzeugen sind im Berichtsjahr 2023/24 gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, allerdings von einem niedrigen Niveau ausgehend. Der Geschäftsbereich Automotive Components hat seine Produktionskapazitäten dahingehend angepasst und die Business Unit reorganisiert. Vor diesem Hintergrund kam es im 4. Quartal 2023/24 aufgrund der Anpassung der Planannahmen sowie infolge von unterausgelasteten Anlagen vorwiegend in Deutschland zu außerplanmäßigen Abschreibungen. Im 3. Geschäftsquartal 2023/24 erfolgte zudem der Verkauf von voestalpine Automotive Components Nagold.
Die Standorte in Nordamerika waren im vergangenen Berichtsjahr gut ausgelastet. Der chinesische Automobilmarkt entwickelte sich im Geschäftsjahr 2023/24 sehr dynamisch, allerdings mit hohen Wachstumsraten auf Seiten der chinesischen Automobilproduzent:innen. Die chinesischen Niederlassungen der europäischen OEMs, die den Kundenstock der voestalpine Automotive Components Werke bilden, blieben hingegen auf gutem Niveau weitgehend stabil. Daraus resultierte eine unverändert gute Auslastung der chinesischen Werke der Business Unit Automotive Components.
Der Geschäftsbereich Tubes & Sections verzeichnete in Europa eine erhöhte Nachfrage im Segment Photovoltaik und konnte damit die nur schwachen Bedarfszahlen der Bauindustrie und des Handelsgeschäfts teilweise kompensieren. Sehr gut performte zudem die Sparte LKW, und auch im Kabinenbau war die Nachfrage sehr gut.
Äußerst positive Entwicklungen in der Lagertechnik sowie in Teilbereichen der Flugzeugindustrie wurden aus Nordamerika berichtet. In Südamerika und speziell in Brasilien setzte sich der Boom der Photovoltaikindustrie über weite Strecken des Geschäftsjahres 2023/24 fort, was sich in einer guten Performance der Standorte in der Region widerspiegelte. Auch in China kann der Geschäftsbereich Tubes & Sections auf eine insgesamt gute Entwicklung im Berichtszeitraum zurückblicken. Die Schwäche der chinesischen Bauindustrie wurde durch den Bedarf an Spezialrohrkomponenten für Luftfedersysteme im Automobilbereich ausgeglichen.
Im Geschäftsbereich Precision Strip war das Geschäftsjahr 2023/24 von einem spürbaren Nachfragerückgang gekennzeichnet. Neben der gesamtwirtschaftlich rückläufigen Entwicklung führte der Lagerabbau innerhalb der Wertschöpfungskette zu einer signifikanten Abnahme von Bestellungen. Auf regionaler Ebene zeigte sich vor allem in Europa ein massiv gedämpfter Bedarf, insbesondere in den Bereichen Sägebandstahl sowie bei Schneidlinien für die Verpackungsindustrie. Auch aus den USA wurden nur verhaltene Zahlen für Sägebandstahl gemeldet. In China bewegte sich das Marktumfeld auf einem etwas besseren Niveau, aufgrund der hohen Energiepreise sehen sich die europäischen voestalpine-Standorte jedoch bei Exporten nach wie vor mit nachteiligen Bedingungen konfrontiert.
Positive Ergebnisse zeigte der Geschäftsbereich Warehouse & Rack Solutions, der an die gute Performance der Vorjahre anschließen konnte. Hohe Auftragsstände aus Vorperioden führten auch im Geschäftsjahr 2023/24 zu einer insgesamt guten Entwicklung und konnten die durch das hohe Zinsniveau in Europa und den USA verminderten Projektvergaben ausgleichen. Die Entlastung bei den Vormaterialkosten und die deutliche Entspannung auf der Logistikseite wirkten sich ebenso positiv aus. Mit dem Ausbau und der Inbetriebnahme einer neuen Produktionshalle in Louisville, Kentucky, mit drei Fertigungsanlagen, wurde der Markt in den USA weiter gestärkt. Auch in Europa wurden die technologische Kompetenz und die Marktanteile mit der Akquisition von Torri S.R.L. in Vicenza, Italien, weiter ausgebaut.
FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
4 Die Metal Forming Division verbuchte im Geschäftsjahr 2023/24 Rückgänge bei den wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren. Die Umsatzerlöse sanken um 12,8 % von 3.860,7 Mio. EUR auf 3.368,4 Mio. EUR. Diese Entwicklung zog sich prinzipiell durch alle vier Geschäftsbereiche der Division. Während der Geschäftsbereich Automotive Components nur mit einer geringfügigen Abnahme konfrontiert war, liegen die Umsatzerlöse in den anderen drei Geschäftsbereichen markanter hinter den Vorjahreswerten zurück. Ähnlich wie bei den Umsatzerlösen sind im Geschäftsjahr 2023/24 auch die Ergebnisse in allen vier Geschäftsbereichen zurückgegangen. So reduzierte sich das EBITDA um 19,6 % von 374,6 Mio. EUR (Marge 9,7 %) auf 301,0 Mio. EUR (Marge 8,9 %). Die stärkste Abnahme verzeichnete der Geschäftsbereich Precision Strip, der im Berichtszeitraum mit einer deutlich verringerten Nachfrage zu kämpfen hatte. Die Rückgänge in den anderen drei Geschäftsbereichen bewegten sich auf moderatem Niveau. Das EBIT wurde im Geschäftsjahr 2023/24 durch Sondereffekte belastet: Als Reaktion auf die strukturelle Unterauslastung der Automobilzulieferindustrie in Deutschland mussten im Geschäftsbereich Automotive Components Planannahmen angepasst werden. Daraus ergaben sich außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 68 Mio. EUR. Konkret ist das EBIT um 61,7 % von 228,7 Mio. EUR (Marge 5,9 %) auf 87,5 Mio. EUR (Marge 2,6 %) zurückgegangen.
Deutlich positiver haben sich die Umsatzerlöse und das operative Ergebnis im unterjährigen Quartalsvergleich entwickelt. So stiegen die Umsatzerlöse vom 3. zum 4. Quartal 2023/24 von 790,3 Mio. EUR auf 878,0 Mio. EUR. Das ist ein Plus von 11,1 %. Während Warehouse & Rack Solutions eine stabile Tendenz aufweist, konnten die drei anderen Geschäftsbereiche saisonal bedingt zulegen. Das EBITDA erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 81,0 % von 53,7 Mio. EUR (Marge 6,8 %) auf 97,2 Mio. EUR (Marge 11,1 %). Dabei erzielten die Geschäftsbereiche Tubes & Sections sowie Automotive Components eine markante Verbesserung. Saisonal bedingt leichte Steigerungen fuhr der Geschäftsbereich Precision Strip ein. Stabil performt hat der Geschäftsbereich Warehouse & Rack Solutions.
Das EBIT hat sich im 4. Quartal 2023/24 aufgrund der im Jahresvergleich beschriebenen Sondereffekte von 68 Mio. EUR mit –7,9 Mio. EUR (Marge –0,9 %) negativ entwickelt. Im direkten Vorquartal wies die Metal Forming Division ein EBIT von 18,2 Mio. EUR (Marge 2,3 %) auf.
Die Anzahl der Beschäftigten (FTE) lag mit 31. März 2024 bei 11.571. Im Vergleich zum 31. März 2023 (11.853) ist das ein Rückgang von 2,4 %. Die Geschäftsbereiche Tubes & Sections sowie Warehouse & Rack Solutions erhöhten dabei ihre Beschäftigtenzahlen aufgrund von Akquisitions- und Investitionsprojekten. Der Geschäftsbereich Automotive Components reduzierte hingegen die Anzahl der Beschäftigten und reagierte damit auf die veränderten ökonomischen Bedingungen für die Automobilzulieferindustrie in Deutschland. Mit dem Verkauf des Produktionsstandortes Nagold, Deutschland, erfolgte darüber hinaus eine Devestition im Geschäftsjahr 2023/24.
KUND:INNEN DER METAL FORMING DIVISION
MÄRKTE DER METAL FORMING DIVISION
QUARTALSENTWICKLUNG DER METAL FORMING DIVISION
Mio. EUR | | | | | GJ | |
| 1. Quartal | 2. Quartal | 3. Quartal | 4. Quartal | 2023/24 | 2022/231 | Verände- rung in % |
| 2023/241 | 2023/241 | 2023/241 | 2023/24 | | |
| | | | | | | |
Umsatzerlöse | 884,0 | 816,1 | 790,3 | 878,0 | 3.368,4 | 3.860,7 | –12,8 |
EBITDA | 76,2 | 73,9 | 53,7 | 97,2 | 301,0 | 374,6 | –19,6 |
EBITDA-Marge | 8,6 % | 9,1 % | 6,8 % | 11,1 % | 8,9 % | 9,7 % | |
EBIT | 40,5 | 36,7 | 18,2 | –7,9 | 87,5 | 228,7 | –61,7 |
EBIT-Marge | 4,6 % | 4,5 % | 2,3 % | –0,9 % | 2,6 % | 5,9 % | |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 11.782 | 11.668 | 11.315 | 11.571 | 11.571 | 11.853 | –2,4 |
| | | | | | | |
1 Geschäftsjahr 2022/23 sowie 1. Quartal bis 3. Quartal 2023/24 rückwirkend angepasst. | | | |
INVESTITIONEN
Im Geschäftsjahr 2023/24 hat die voestalpine wichtige Investitionsprojekte abgeschlossen und vorwärts gebracht. Ein Schwerpunkt lag auf der Umsetzung von greentec steel, dem ambitionierten und umsetzbaren Stufenplan für eine grüne Stahlproduktion. In einem ersten Schritt wird an den Standorten Linz und Donawitz je ein Hochofen durch einen grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenofen (EAF) ersetzt werden. Das Investitionsvolumen liegt bei 1,5 Mrd. EUR. Mit der Technologieumstellung kann der Konzern seine Emissionen ab 2027 um bis zu 30 % reduzieren – das entspricht einer Einsparung von knapp vier Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Somit können ab Inbetriebnahme der beiden neuen Elektrolichtbogenöfen im Jahr 2027 die heimischen CO2-Emissionen um etwa fünf Prozent gesenkt werden. greentec steel ist damit das größte Klimaschutzprogramm in Österreich.
Im Geschäftsjahr 2023/24 erreichte die voestalpine mehrere Meilensteine auf dem Weg zur grünen Stahlerzeugung. Im Herbst 2023 erfolgten die Spatenstiche für die Errichtung der beiden ersten Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz. Im Berichtszeitraum wurden außerdem die Aufträge für die beiden Anlagen erteilt und die Bauarbeiten an den zwei Standorten zügig vorangetrieben.
Die voestalpine hat im Geschäftsjahr 2023/24 darüber hinaus wichtige Investitionsprojekte abgeschlossen, die maßgeblich zur künftigen Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Ein Meilenstein war die Eröffnung des weltweit modernsten Edelstahlwerks in Kapfenberg im Oktober 2023. Das neue Werk, das hinsichtlich Digitalisierung und Nachhaltigkeit eine weltweite Vorreiterrolle einnimmt, ist das erste seiner Art, das in Europa seit vier Jahrzehnten errichtet wurde. In Linz erfolgte der Hochlauf der Beize-Tandemverbindung („Beta 3“). Investiert hat die voestalpine neben diesen Großprojekten auch in die Verarbeitungsbereiche – u.a. in den Kapazitätsausbau der globalen Standorte in den Geschäftsbereichen Tubes & Sections sowie Warehouse & Rack Solutions, die zur Metal Forming Division gehören.
Insgesamt investierte der voestalpine-Konzern im Geschäftsjahr 2023/24 1.233,0 Mio. EUR in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte und damit um 33,7 % mehr als im Vorjahr (922,0 Mio. EUR).
Die Steel Division tätigte im Geschäftsjahr 2023/24 Investitionen in Höhe von 546,4 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr (310,0 Mio. EUR) ist das ein Zuwachs von 76,3 %. Wichtige Fortschritte vermeldet die Steel Division auf dem Weg zur grünen Stahlerzeugung. So wurden die Baufeldfreimachung und die Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen für greentec steel vorangetrieben. Dazu zählen etwa die Verlegung der Roheisenverfestigung und der Restschlackenverwertung sowie die Adaptierung des Schrottplatzes. Darüber hinaus wurde die Förderbandbrücke errichtet, die ab 2027 u. a. den neuen Elektrolichtbogenofen in Linz mit Rohstoffen versorgen wird. Dabei kam CO2-reduzierter Stahl der voestalpine zum Einsatz. Die Austrian Power Grid (APG) hat mit der Errichtung des Umspannwerks begonnen. Im Metallurgiebereich wurde im Sommer/Herbst 2023 zum letzten Mal der Hochofen 5 (8-Meter-Ofen) repariert, den ab 2027 ein Elektrolichtbogenofen ersetzen wird. Außerdem wurde die Reparatur von Hochofen 6 (8-Meter-Ofen) vorbereitet, die im August 2024 erfolgen und etwa drei Monate dauern wird. Im Stahlwerk waren Modernisierungsmaßnahmen bei der Sekundärmetallurgie sowie einer Stranggussanlage auf der Agenda. Fortschritte gab es auch im eigenen Kraftwerk. Dort werden im Prozess anfallende Hüttengase aus der Kokerei, dem Hochofen und dem Stahlwerk verstromt. Das gewährleistet einen hohen Grad an Selbstversorgung bei elektrischem Strom am Standort Linz. Für den neuen Kraftwerksblock 8 vergab die Steel Division im Geschäftsjahr 2023/24 zahlreiche Aufträge – z.B. für den Kessel, die Elektrik und den Simulator. Für die Beize im Kaltwalzwerk 3 („Beta 3“) – eine der zentralen Schlüsselanlagen der Steel Division – konnte im 4. Quartal 2023/24 der Hochlauf gestartet werden. Bereits im 1. Halbjahr 2023/24 wurden die Prozessanlagen geliefert. Die vollautomatisierte Beize-Tandemverbindung, die die höchsten Industrie-4.0-Standards erfüllt, ermöglicht eine weitere Qualitätssteigerung bei der Herstellung hoch- und höchstfester Stähle für die Automobil-, Haushaltsgeräte- und Bauindustrie sowie von Elektroband für die E-Mobilität. BETA 3 setzt auch neue Maßstäbe bei der Nachhaltigkeit: Statt wie bisher mit Schwefelsäure wird künftig mit Salzsäure gebeizt, die in einem Kreislaufsystem mittels einer Regenerationsanlage wiederaufbereitet wird. Die Produktionskapazität beträgt ca. 2 Millionen Tonnen pro Jahr. Ein weiterer Schwerpunkt war die Modernisierung der Feuerverzinkungsanlagen 2 und 4. Ziel ist es, die Mengen bei höchstfesten Güten zu steigern. Die Arbeiten sollen im Geschäftsjahr 2024/25 großteils abgeschlossen sein. Die Modernisierung aller Feuerverzinkungsanlagen wird voraussichtlich bis zum Kalenderjahr 2027 dauern.
Die High Performance Metals Division investierte im Geschäftsjahr 2023/24 189,9 Mio. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr (245,6 Mio. EUR) ist das ein Minus von 22,7 %. Wichtigstes Investitionsprojekt war das neue Edelstahlwerk in Kapfenberg. Mit der offiziellen Eröffnung im Oktober 2023 setzte die voestalpine einen technologischen Meilenstein in der Herstellung zukunftsweisender Hochleistungswerkstoffe für die internationale Automobil-, Energie- und Luftfahrtindustrie. Im Vollbetrieb können jährlich 205.000 Tonnen Spezialstähle für anspruchsvollste Kundensegmente produziert werden. Neben dem Fokus auf volldigitalisierte Anlagen und hochautomatisierte Abläufe liegt das Augenmerk beim neuen Edelstahlwerk auf der umwelt- und ressourcenschonenden Stahlproduktion. Der Elektrolichtbogenofen – das Kernstück der Anlage – wird zu 100 % mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden. Die Inbetriebnahme und die Herstellung des ersten Produkts für den Verkauf gingen bereits im Mai 2023 über die Bühne. Bis Ende des Kalenderjahres 2023 wurden das alte und das neue Werk parallel gefahren. Anfang Jänner 2024 startete der 3-Schicht-Betrieb im neuen Stahlwerk, der Betrieb wurde in den folgenden Monaten laufend optimiert. Der Zertifizierungsprozess für die Herstellung der Produkte im neuen Werk – vor allem für die Kund:innen aus der Luftfahrt und dem Automobilbereich – konnte im Geschäftsjahr 2023/24 eingeleitet und zu einem guten Teil umgesetzt werden. Die Pufferlager, die aufgebaut wurden, um die Kund:innen während des Zertifizierungsprozesses zu versorgen, werden seit dem 4. Quartal 2023/24 abgebaut.
Am Standort Villares, Sumaré, Brasilien, weitete die High Performance Metals Division die Ofenkapazität für das Umschmelzen elektrischer Schlacke für Nickelbasis-Legierungen und Werkzeugstahl aus. Das Projekt konnte mit Ende des Geschäftsjahres 2023/24 fertiggestellt werden. Für die neue Anlage zum Umschmelzen mittels Vakuum-Lichtbogen wurde im Berichtszeitraum das Engineering durchgeführt. Die Lieferung des Aggregates und die Fertigstellung sind im nächsten Geschäftsjahr vorgesehen. Der Geschäftsbereich Value Added Services verlagerte den chinesischen Standort der Gesellschaft Advanced Tooling Tek (Shanghai). Der bisherige Standort stieß an seine Kapazitätsgrenzen. Die Vertriebs-, Bearbeitungs- und Beschichtungsaktivitäten in Nordamerika wurden am Standort Elgin, Illinois, USA, konzentriert.
Das Investitionsvolumen der Metal Engineering Division lag im Geschäftsjahr 2023/24 bei 291,1 Mio. EUR, und somit um 49,1 % über dem Niveau des Vorjahres (195,2 Mio. EUR). Maßgeblich vorangetrieben hat die Metal Engineering Division die Aktivitäten für die Transformation zur grünen Stahlerzeugung. Wie in Linz entsteht im Rahmen von greentec steel auch in Donawitz bis 2027 ein Elektrolichtbogenofen (EAF) mit einer jährlichen Kapazität von 850.000 Tonnen. Im Geschäftsjahr 2023/24 konnte die Baufeldfreimachung für den EAF und die neue Schrotthalle abgeschlossen werden. Dafür erfolgte u. a. der Abbruch der bestehenden Stranggussanlage und der alten Gleisschleife. Im Sommer 2023 wurde der Auftrag für den Elektrolichtbogenofen an den italienischen Anlagenbauer Danieli & C. Officine Meccaniche S.p.A. erteilt. Die nächsten Schritte sind die Errichtung der 220-kV-Anbindung und des neuen Umspannwerks durch die APG – für dieses wurde im Berichtszeitraum bereits das Baufeld vorbereitet. Das gesamte Projekt liegt im Zeit- und Budgetplan. Im Metallurgiebereich konnte im Geschäftsjahr 2023/24 der Hochwasserschutz am Stahlstandort Donawitz errichtet werden. Außerdem wurde die geplante Reparatur des Hochofens 4 vorbereitet, die letztmalig im Sommer 2024 stattfindet. Der Hochofen 4 wird 2027 durch einen Elektrolichtbogenofen ersetzt. Der Geschäftsbereich Railway Systems tätigte im Geschäftsjahr 2023/24 zahlreiche Maßnahmen mit überschaubaren Investitionsvolumina. So wurde u. a. eine neue Produktionslinie für Streckenschwellen bei Travertec, Rumänien, in Betrieb genommen. Im Geschäftsbereich Industrial Systems hat das Produktsegment Tubulars den Drehherdofen inklusive Kamin am Standort Kindberg erfolgreich modernisiert. Dafür stand die Anlage im Sommer 2023 sechs Wochen lang still. Am Standort Kindberg wurde in eine neue Produktionsanlage von nahtlosen Hohlprofilen und eine Profilrohradjustage plus Halle investiert. Dafür wurden im Frühjahr Anlagen inklusive aller Rechte von einem Mitbewerber in Deutschland zugekauft. Mit der neuen Infrastruktur kann das Produktsegment Tubulars künftig quadratische und rechteckige Hohlprofile fertigen, die u. a. für die Landmaschinen- und Maschinenbauindustrie bestimmt sind.
Die Investitionen der Metal Forming Division lagen im Geschäftsjahr 2023/24 bei 188,2 Mio. EUR und damit etwas über dem Vorjahreswert von 152,9 Mio. EUR. Der Geschäftsbereich Automotive Components hat die Kapazitätserweiterungen mit der Expansion des Standorts Shenyang, China, vorerst abgeschlossen. Angesichts der strukturellen Entwicklungen der Automobilindustrie in Deutschland und der Reorganisation des Bereichs Automotive Components fielen die Investitionen insgesamt moderat aus. Der Geschäftsbereich Tubes & Sections hat seine Kapazitäten an mehreren Standorten ausgebaut. In Vyskov, Tschechien, erfolgte u.a. die Erweiterung der Produktionshalle und die Investition in eine neue Rollformanlage. Ausgebaut wurde darüber hinaus der brasilianische Standort von Meincol. Bei der RFC in Louisville, Kentucky, USA, hat der Geschäftsbereich die Anarbeitungsaktivitäten in neuen Hallen und Anlagen zusammengefasst. voestalpine Profilform, Suzhou, China, investierte in Anlagen für Luftfederkomponenten für die Automobilindustrie. Der Geschäftsbereich Warehouse & Rack Solutions verzeichnete einen deutlichen Zuwachs des Geschäftsvolumens und der Projekttätigkeit – getrieben durch den Onlinehandel. Das Wachstum machte im Geschäftsjahr 2023/24 den Ausbau der Kapazitäten notwendig. So wurden in Louisville, USA, eigene Fertigungskapazitäten aufgebaut. Im Herbst 2023 hat der Geschäftsbereich drei Profilierlinien für die Produktion von Lagersystemen hochgefahren.
AKQUISITIONEN &
DEVESTITIONEN
Als Ergebnis der Strategieumsetzung verwirklichte der voestalpine-Konzern im Geschäftsjahr 2023/24 ausgewählte Akquisitionen. Es handelte sich von der Größenordnung zwar um überschaubare Projekte, diese werden jedoch zukünftig das Produktportfolio in den Weiterverarbeitungsbereichen stärken. Die voestalpine initiierte im abgelaufenen Geschäftsjahr aber auch Verkaufsprozesse von Unternehmen. Diese Maßnahmen wurden vor dem Hintergrund veränderter ökonomischer Rahmenbedingungen notwendig.
Im Oktober 2023 vollzog die Metal Forming Division eine Akquisition im Geschäftsbereich Warehouse & Rack Solutions. Bereits seit Jahrzehnten ist der Geschäftsbereich ein wichtiger Partner bei der Projektumsetzung innovativer Regal- und Lagersysteme. Der Zukauf von Torri S.R.L. aus Vicenza, Italien, durch die voestalpine-Tochter Nedcon B.V. mit Hauptsitz in Doetinchem, Niederlande, zielte auf die Stärkung des Produktspektrums ab.
Torri S.R.L. entwickelt, produziert und montiert seit über 50 Jahren hochwertige Regalsysteme und Lagerbühnen für unterschiedlichste Anforderungen. Zuletzt erzielte das Unternehmen mit rund 140 Mitarbeiter:innen rund 75 Mio. EUR Umsatz. Das Produktportfolio umfasst sowohl manuelle als auch automatische Lagersysteme inklusive maßgeschneiderter Lösungen für individuelle Kundenbedarfe. Die Akquisition stellt eine wichtige Ergänzung zum bestehenden Produkt- und Serviceangebot der Nedcon-Gruppe dar. Durch den Zukauf gelingt es der Metal Forming Division nicht nur die Strategie komplexer Lagersysteme von der Entwicklung bis zur Montage konsequent fortzusetzen, sondern auch den südeuropäischen Markt besser zu bedienen.
Die Metal Engineering Division tätigte im Geschäftsjahr 2023/24 einen Zukauf im Rahmen eines Asset-Deals im Geschäftsbereich Railway Systems. Mit dem Erwerb der Produktionsanlagen zur Fertigung von Betonschwellen konnte die voestalpine Railway Systems Nortrak LLC, USA, einen wichtigen Schritt in Richtung Systemlösungsanbieterin für den nordamerikanischen Eisenbahnmarkt setzen. Mit der Transaktion wurden 21 Mitarbeiter:innen übernommen.
Am 14. März 2024 hat der Vorstand der voestalpine AG beschlossen, den Verkaufsprozess von Buderus Edelstahl einzuleiten. Bereits in den vergangenen Jahren erfolgten Restrukturierungsschritte bei dem Edelstahlwerk in Wetzlar, Deutschland. Das Management der voestalpine reagiert mit dem geplanten Verkauf nunmehr auf die veränderten ökonomischen Rahmenbedingungen für produzierende Industrieunternehmen. Dadurch konzentriert die High Performance Metals Division ihr Produktportfolio auf das technologisch anspruchsvollste Segment der Hochleistungswerkstoffe. Gleichzeitig reduziert die Division den Produktionsanteil im Werkzeugstahl und Edelbaustahl im leistungsstandardisierten Bereich.
Mit der Devestition von voestalpine Automotive Components Nagold setzte die Metal Forming Division eine zielgerichtete Maßnahme zur Konsolidierung des Produktionsnetzwerkes im Autozulieferbereich in Deutschland. Das Unternehmen aus Baden-Württemberg mit etwa 130 Mitarbeiter:innen produziert neben Stanz- und Umformteilen für die Automobilindustrie Stator- und Rotorpakete für die Elektromobilität. Der sich in Umsetzung befindliche Reorganisationsprozess ist die Konsequenz der strukturellen Unterauslastung der Automobilzulieferindustrie in Deutschland. Die eingeschlagene Internationalisierungsstrategie im Geschäftsbereich Automotive Components ist von der Reorganisation unberührt und wird fortgesetzt.
MITARBEITER:INNEN
Zum Ende des Geschäftsjahres 2023/24 mit 31. März 2024 beschäftigte der voestalpine-Konzern ohne Lehrlinge und Leihpersonal 49.082 Mitarbeiter:innen. Dies entspricht einer Erhöhung um 851 Beschäftigte oder 1,8 % gegenüber dem 31. März 2023. Einschließlich 1.513 Lehrlingen und 2.822 Leasingmitarbeiter:innen ergibt sich in Summe ein Fulltime-Equivalent (FTE) von 51.589 Personenjahren und damit gegenüber dem Vorjahr eine Erhöhung um 0,8 % (+386 FTE). An Konzernstandorten außerhalb Österreichs sind 27.969 Mitarbeiter:innen (FTE) bzw. 54,2 % beschäftigt, an österreichischen Standorten der voestalpine 23.620 Mitarbeiter:innen (FTE) bzw. 45,8 %. Von den 1.513 Lehrlingen wurden mit Ende des Geschäftsjahres 68,9 % an Standorten in Österreich ausgebildet und 31,1 % außerhalb Österreichs. Insgesamt hat sich die Zahl an Lehrlingen gegenüber dem Vorjahr um 111 bzw. 7,9 % erhöht.
MITARBEITERBETEILIGUNG
Seit dem Jahr 2001 verfügt die voestalpine über ein Modell der Mitarbeiterbeteiligung, das seither kontinuierlich ausgebaut wurde. Neben allen österreichischen Beschäftigten sind auch Mitarbeiter:innen in Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Polen, Belgien, der Tschechischen Republik, Italien, der Schweiz, Rumänien, Spanien und Schweden an „ihrem“ Unternehmen beteiligt. Die Stimmrechte aus den Mitarbeiter:innen-Aktien werden in der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung gebündelt, womit diese sich als stabile Kernaktionärin der voestalpine AG darstellt. Zum 31. März 2024 sind insgesamt rund 26.550 Mitarbeiter:innen an der voestalpine AG beteiligt. Sie halten rund 25,5 Mio. Stück Aktien, die durch die generelle Stimmrechtsbündelung einen Anteil von 14,3 % am Grundkapital des Unternehmens abbilden (Vorjahr: 14,3 %). Darüber hinaus halten ehemalige Mitarbeiter:innen der voestalpine rund 0,9 Mio. Stück „Privataktien“ über die Stiftung, was 0,5 % der stimmberechtigten Aktien entspricht. Diese Stimmrechte übt ebenfalls die Stiftung aus, solange die ehemaligen Mitarbeiter:innen nicht von ihrem freien Verfügungsrecht Gebrauch machen. Insgesamt sind somit zum 31. März 2024 in der Stiftung die Stimmrechte von rund 14,8 % des Grundkapitals der voestalpine AG gebündelt.
STAHLSTIFTUNG
1987 wurde in Linz, Österreich, die „Stahlstiftung“ als rechtlich eigenständige gemeinnützige Stiftung gegründet. Sie verfolgte das Ziel, krisenbedingt ausgeschiedenen Mitarbeiter:innen der damaligen VOEST-ALPINE-Gruppe, aber auch Mitarbeiter:innen konzernfremder Unternehmen Möglichkeiten zur beruflichen Neuorientierung zu eröffnen. Bis zu einem Zeitraum von vier Jahren werden dazu Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung bezahlt. Finanziert werden die Leistungen der Stiftung durch Solidarbeiträge der Beschäftigten und Verwaltungskostenbeiträge aller Mitgliedsfirmen. Zum Stichtag 31. März 2024 betreute die Stahlstiftung 229 Personen, wovon 155 aus Gesellschaften des voestalpine-Konzerns stammen. Die Gesamtzahl aktiver Stiftungsteilnehmer:innen im Geschäftsjahr 2023/24 lag bei 379 Personen und damit 18,0 % unter jener des Vorjahres (462 Personen). Im Geschäftsjahr 2023/24 haben 84,2 % der arbeitsuchenden Teilnehmer:innen mithilfe der Stahlstiftung eine neue berufliche Perspektive gefunden. Dass dieser Wert im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022/23 um rund 2 % gesunken ist, spiegelt die Situation am Arbeitsmarkt im Berichtszeitraum wider. Zu den Teilnehmer:innen in der Stahlstiftung als klassischer Arbeitsstiftung kamen im Berichtszeitraum dreißig Personen, die bei ihren Aktivitäten im Zuge einer Bildungskarenz unterstützt wurden. Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2023/24 insgesamt 154 Mitarbeiter:innen der Stahlstiftung-Mitgliedsgesellschaften zur Sicherung ihrer Beschäftigungsfähigkeit individuell beraten.
LEHRLINGE & JUNGFACHARBEITER:INNEN
Dem Ziel einer fundierten Ausbildung für junge Menschen bleibt die voestalpine verpflichtet: Für den Ausbildungsstart im Herbst 2024 sind 535 Plätze vorgesehen. Je Lehrling investiert das Unternehmen rund 90.000 EUR in die umfangreiche drei- bzw. vierjährige Ausbildung. Um die rund 50 verschiedenen Lehrberufe an den 39 Ausbildungsstandorten der voestalpine in der „D-A-CH-Region“ zu präsentieren, wurde auch dieses Jahr seitens voestalpine AG eine crossmediale Werbekampagne durchgeführt, die sich an Jugendliche wie auch an deren Eltern und Verwandte richtet. Ziel ist es, die Konzerngesellschaften bei der Suche nach den künftigen Jungfacharbeiter:innen bestmöglich zu unterstützen. Geworben wird im geografischen Umfeld der voestalpine-Standorte auf TikTok, Snapchat, YouTube und Instagram – also in jenen Medien, die Jugendliche gerne nutzen. Die parallele Ansprache der Zielgruppe Eltern leistet die Kampagne via Facebook und Google sowie über Kooperationen mit regionalen Printmedien. Die Jugendlichen selbst stehen im Vordergrund. Die Bildsprache und das Wording wurden unter Einbeziehung von voestalpine-Lehrlingen erarbeitet, die auch als Hauptdarsteller:innen und Testimonials auftreten. Das Motto „I choose“ steht für Selbstbestimmung, aber auch für den jugendlichen Touch und bildet die kreative Klammer der Kampagne. Die Kampagnen-Website www.voestalpine.com/ichoose ist im selben Look & Feel gestaltet wie die zahlreichen Kurzvideos und Fotos und bildet die Brücke zur Bewerbung für eine Ausbildung in der voestalpine.
Der voestalpine-Konzernlehrlingstag ist ein jährlicher Fixpunkt und fand bereits zum 11. Mal statt – nach drei Jahren virtueller Austragung erstmals wieder als Live-Event in der voestalpine Stahlwelt in Linz. Alle Auszubildenden im letzten Ausbildungsjahr wurden nach Linz ins Headquarter eingeladen, um einen ereignisreichen Tag mit Vorstandstalk, Werkstour, Team-Challenges und viel Spaß und Action zu erleben. Rund 400 Lehrlinge von 39 Standorten in Österreich, Deutschland und der Schweiz nutzten beim voestalpine-Konzernlehrlingstag am 10. Oktober 2023 die Gelegenheit, sich persönlich auszutauschen und die Konzernzentrale in Linz kennenzulernen. Als Highlight stand der gesamte voestalpine-Vorstand den Lehrlingen in einer Gesprächsrunde Rede und Antwort. Aktuelle Themen wie der Stufenplan greentec steel oder das neue Edelstahlwerk am Standort Kapfenberg stießen bei den Jugendlichen auf besonderes Interesse. EU-Jugendbotschafter und watchado-Gründer Ali Mahlodji motivierte mit seinem Impulsvortrag die Nachwuchsfachkräfte, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Zwischen den Programmpunkten gab es auch Gelegenheit zum intensiven Austausch mit Kolleg:innen anderer Standorte. Insgesamt war die Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder ein Festival der Wertschätzung und ein starkes Zeichen für den Stellenwert der Lehre in der voestalpine. Über 4.000 Lehrlinge haben in den letzten Jahren an den Lehrlingstagen teilgenommen und diesen besonderen Spirit erlebt.
Ausgezeichnete Lehrabschlusszahlen im Konzern versprechen eine solide Basis an Facharbeiter:innen für die Zukunft: 97,0 % der in Österreich, Deutschland und der Schweiz angetretenen Lehrlinge haben im Geschäftsjahr 2023/24 ihre Lehrabschlussprüfung bestanden. Von den österreichischen Absolvent:innen haben 61,6 % die Prüfung sogar mit gutem oder ausgezeichnetem Erfolg abgelegt.
Zahlreiche Erfolge der voestalpine-Lehrlinge bestätigen die Qualität ihrer Ausbildung, wie etwa der Vize-Europameistertitel in der Berufssparte Anlagenelektrik bei der EuroSkills-Berufsmeisterschaft in Danzig. Auch bei den österreichischen Berufsmeisterschaften AustrianSkills2023 war die voestalpine erfolgreich, stellte den Staatsmeister und belegte Platz 1 bis 3 in der Kategorie Anlagen- und Betriebstechnik. Damit ist die voestalpine bei den WorldSkills2024 in Frankreich und bei den EuroSkills2025 in Dänemark wieder vertreten. Das zeigt einmal mehr, dass die Fachkräfteausbildung der voestalpine ein Vorzeigebeispiel in der Industrie ist. Auch auf nationaler Ebene erreichten unsere Nachwuchsfachkräfte zahlreiche Auszeichnungen: Im September 2023 wurden im Zuge der „Stars of Styria“ insgesamt sechs Jungfacharbeiter:innen aus Kapfenberg geehrt. Allesamt sind sie Absolvent:innen einer regulären Lehre und haben ihre Lehrabschlussprüfung mit Auszeichnung abgelegt. Beim OÖ Lehrlingsaward der Wirtschaftskammer wurden gleich 17 Auszeichnungen an unsere voestalpine-Lehrlinge in Linz überreicht.
Ein besonderes Anliegen ist es uns, Frauen für technische Lehrberufe zu begeistern. Der Frauenanteil in technischen Lehrberufen konnte in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt werden und liegt aktuell bei 21,7 %. Mit Maßnahmen wie der Teilnahme an Berufsmessen und Besuchen in Schulen sowie dem Girls’ Day soll der Frauenanteil insbesondere in technischen Lehrberufen noch weiter gesteigert werden.
FÜHRUNGSKRÄFTEENTWICKLUNG
Auch im letzten Geschäftsjahr setzte die voestalpine unverändert auf eine breite konzernale Führungskräfteentwicklung auf Basis des bewährten „value:program“. 2023/24 haben 171 Mitarbeiter:innen aus 20 Ländern das mehrstufige Leadership-Programm gestartet. Gelungen ist darüber hinaus die Steigerung des Frauenanteils auf 32,7 % von rund 23 % im Vorjahr. Die zielgruppenspezifischen Aus- und Weiterbildungsprogramme finden für alle Führungsebenen als Präsenz- und Onlineschulungen statt und werden durch externe Postgraduates und Business Schools ergänzt. Neben umfangreichen Skills-Trainings durch international renommierte Expert:innen erweist sich vor allem die intensive Mitwirkung von Vertreter:innen aus dem voestalpine-Führungsteam als wertvoll. Sie engagieren sich als Speaker:innen, Projektbegleiter:innen oder als „Sparringpartner:innen“ im Rahmen eines breiten Erfahrungsaustausches. Die Mischung aus externem und internem Know-how und das Commitment zu hohen Standards in der Qualifikation machen das voestalpine-Leadership-Programm zu einem zentralen Baustein im Sinne des Anspruches „one step ahead“.
SONSTIGE ENTWICKLUNGSPROGRAMME
Um die relevanten Kompetenzen der Mitarbeiter:innen fachlich wie regional zielgerichtet zu fördern und zu stärken, betreibt der voestalpine-Konzern eine Reihe von weiteren Programmen. So etwa die „Purchasing Power Academy“, die „HR-Academy“, das „Early Career Program“ in Nordamerika oder in China das „Young Professional Training Program“ (YPTP).
Die letzte Durchführung des Early Career Programs in Nordamerika startete bereits Ende des Geschäftsjahres 2022/23. Nach acht spannenden und erlebnisreichen Monaten haben 31 Teilnehmer:innen erfolgreich das Early Career Program im Oktober 2023 abgeschlossen: ein einzigartiges Programm, das speziell Mitarbeiter:innen unserer nordamerikanischen Konzerngesellschaften während der frühen Stufen ihrer Karriereentwicklung intensiv begleitet. In drei Präsenzmodulen in Atlanta (USA, GA), Toronto (CAN, ON) und Chicago (USA, IL) wurde Theorie vermittelt und wurden Praxisbeispiele ausgetauscht.
MITARBEITER:INNEN-BEFRAGUNG
Infolge der letzten konzernweiten voestalpine-Mitarbeiter:innen-Befragung im Herbst 2022 startete der Aufarbeitungsprozess im Dezember 2022 mit der Präsentation der Ergebnisse in den Vorstandsgremien sowie der Verteilung der jeweiligen Ergebnisse in den Gesellschaften weltweit. Nachdem die Ergebnisse analysiert wurden, waren die Gesellschaften aufgefordert, zumindest die zwei wesentlichsten Maßnahmen an den Konzern zu berichten. Insgesamt wurden von 210 Gesellschaften 440 Maßnahmen reportet. Vorrangig konzentrierten sich diese – neben dem in der Befragung erhobenen Engagement-Wert – auf die abgefragten Handlungsfelder „Information & Kommunikation“, „Wertschätzung“ und „Zusammenarbeit zwischen Kolleg:innen“. Erstmalig wurde auch abgefragt, auf welchen der drei Unternehmenswerte der voestalpine die Maßnahmen einzahlen. Bei der Beantwortung waren Mehrfachnennungen möglich, weshalb die Ergebnisse zusammengezählt die Anzahl der Maßnahmen überschreiten: 339 Maßnahmen zielen auf „Gelebte Wertschätzung“, 171 auf „Nachhaltiges Handeln“ und 133 auf „Unternehmerisches Denken“ ab.
Im finalen Maßnahmenbericht (bis 31. März 2024) sind die Gesellschaften aufgefordert, den Umsetzungsstatus zu reporten, bevor die Vorbereitungen für die voestalpine-Mitarbeiter:innen-Befragung 2024 starten. Diese wird von 30. September bis 27. Oktober 2024 wieder weltweit stattfinden.
KOOPERATION MIT BILDUNGSEINRICHTUNGEN
Viele voestalpine-Gesellschaften bieten Studierenden die Möglichkeit, Praktika zu absolvieren. Einen Schwerpunkt bilden dabei wissenschaftliche Arbeiten in Kooperation mit voestalpine-Unternehmen. So laufen derzeit zahlreiche Diplom- und Masterarbeiten sowie Dissertationen in Zusammenarbeit mit dem Konzern. Auf innovative Formate für unterschiedliche Zielgruppen setzt die voestalpine, um sich künftigen Mitarbeiter:innen zu präsentieren: Dazu zählen zahlreiche Ausbildungskooperationen, Sponsoringmaßnahmen zur Ansprache Jugendlicher für ein Technikstudium sowie die Teilnahme an Karrieremessen oder den „#voestalpinetalks“ an der Montanuniversität Leoben – einer Kooperationsveranstaltung mit allen Studienvertreter:innen.
ROHSTOFFE
Die Rohstoffpreise wurden in den vergangenen Jahren sehr stark von Ereignissen wie der COVID-19-Pandemie und dem Ukraine-Krieg beeinflusst. Vor allem der Kriegsbeginn im Februar 2022 löste einen Preisschock bei Rohstoffen und Energieträgern aus, die für die Stahlproduktion wichtig sind. Im Geschäftsjahr 2023/24 haben sich die Preise für Eisenerz und Kokskohle wieder weitgehend normalisiert. Der Überseetransport von Rohstoffen aus Asien und Australien hat hingegen in der
2. Hälfte des Geschäftsjahres nicht reibungslos funktioniert. Auslöser waren die Angriffe der Huthi-Rebellen im Roten Meer. Die Reedereien vermieden den Suezkanal daraufhin überwiegend und wählten die Route um das Kap der Guten Hoffnung. Dies bedeutete längere Transportzeiten und höhere Kosten. Die Entwicklung der Energiepreise hat sich im Geschäftsjahr 2023/24 zunehmend entspannt, nachdem die Erdgas- und Strompreise zuvor historische Höchststände erreicht hatten.
EISENERZ
Eisenerz ist der wichtigste Rohstoff für die Erzeugung von Rohstahl über die Hochofen- und Direktreduktionsroute. Mit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges musste die voestalpine die Beschaffung von Eisenerzpellets stärker diversifizieren. Trotz Kriegswirren und logistischer Herausforderungen war die Ukraine auch im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter ein relevanter Beschaffungsmarkt für die voestalpine. Da die traditionellen Transportwege über das Schwarze Meer großteils nicht genutzt werden konnten, waren alternative Logistikrouten für den Bezug von ukrainischem Eisenerz gefragt.
Der Preisverlauf bei Eisenerz ist traditionell eng verzahnt mit der Entwicklung des Stahlsektors in China, das für mehr als die Hälfte der globalen Stahlproduktion verantwortlich zeichnet. Zu Geschäftsjahresbeginn lag der Preis für Eisenerz (62 % Fe, CFR China) bei etwa 125 USD je Tonne, kam in der Folge aber unter Druck. Befürchtungen kamen auf, dass der in Mitleidenschaft gezogene Immobiliensektor in China die chinesische Stahlproduktion bremsen könnte. Entsprechend näherte sich der Eisenerzpreis im Frühjahr 2023 der Marke von 100 USD je Tonne und bewegte sich in der Folge in einer Bandbreite von etwa 100 bis 125 USD je Tonne. Entgegen den Erwartungen blieb die Stahlproduktion in China aber weiter hoch. Andere Sektoren konnten die Schwäche im Immobiliensektor zwar nicht kompensieren, China verstärkte allerdings die Exportaktivitäten.
Im Herbst 2023 erholte sich der Preis für Eisenerz zusätzlich durch die Aussicht auf konjunkturfördernde Maßnahmen der chinesischen Regierung. Gegen Ende des Kalenderjahres 2023 notierte er bei etwa 140 USD je Tonne. Im 4. Quartal 2023/24 blieb der Preisverlauf weiter volatil. Gegen Ende des Geschäftsjahres 2023/24 notierte der Eisenerzpreis schließlich bei etwa 100 USD je Tonne.
KOKSKOHLE
Kokskohle bildet die Basis für die Produktion von metallurgischem Koks und ist damit ein wesentlicher Primärrohstoff für die Rohstahlproduktion mit der Hochofentechnologie. Als Reduktionsmittel entzieht Koks dem Eisenerz Sauerstoff. Darüber hinaus dient es als Energiequelle für den Schmelzvorgang.
Wichtigster Anbieter von metallurgischer Kohle ist Australien. Vor allem die wachsende Stahlproduktion in Indien hatte eine robuste Nachfrage nach Kokskohle im Geschäftsjahr 2023/24 zur Folge. Der Kapazitätsausbau von Kohleminen bremste sich angesichts der Pläne der Stahlhersteller:innen für die Transformation der Stahlerzeugung ein: weg vom Verhüttungsprozess hin zur Elektrifizierung der Stahlproduktion. Auf der Anbieterseite zeichnet sich hingegen eine zunehmende Konzentration ab. So hat der Schweizer Rohstoffkonzern Glencore im Kalenderjahr 2023 die Mehrheit am Kohlegeschäft von Teck Resources aus Kanada übernommen. Darüber hinaus beabsichtigt der australische Bergbaukonzern BHP die Akquisition des Mitbewerbers Anglo American aus Südafrika.
Mit dem Ukraine-Krieg haben sich die weltweiten Transportrouten etwas verschoben. Aufgrund der Sanktionen wird russische Kokskohle anstatt nach Europa verstärkt in den asiatischen Raum geliefert. Nachdem China in den vergangenen Jahren aufgrund politischer Spannungen mit Australien vermehrt auf amerikanische Kohleminen ausgewichen ist, importierte China im Kalenderjahr 2023 zunehmend wieder australische Kokskohle. Anders als bei Eisenerz ist China aber bei der globalen Preisbildung von Kokskohle kein so entscheidender Faktor, da es bei Kokskohle stärker auf heimische Bezugsquellen bzw. auf Importe aus dem Nachbarland Mongolei setzt.
Der Preis für Kokskohle (HCC Premium, FOB Australien) bewegte sich zu Geschäftsjahresbeginn bei etwa 300 USD je Tonne und fiel in der Folge auf etwa 225 USD je Tonne. Auf diesem Niveau verharrte der Preis für metallurgische Kohle bis Juni 2023. Im Unterschied zu Eisenerz nahm der Kohlepreis über den Sommer kontinuierlich zu und stieg bis Anfang Oktober 2023 auf knapp unter 375 USD je Tonne. Im 4. Geschäftsquartal verminderten sich die Preise für Kokskohle wieder etwas und notierten Ende des Geschäftsjahres 2023/24 bei ca. 230 USD je Tonne.
STAHLSCHROTT
Hochqualitativer Schrott dient bei der hochofenbasierten Stahlerzeugung als wertvoller Rohstoff und ergänzt den Einsatz von Roheisen. Bei der Stahlproduktion in Elektrolichtbogenöfen bildet Stahlschrott hingegen die Hauptrohstoffbasis. Der Werkstoff Stahl zeichnet sich dadurch aus, dass er immer wieder recycelt werden kann. Stahlerzeugnisse, die am Ende ihres Lebenszyklus angelangt sind, werden wiederaufbereitet, womit Stahl ein integraler Bestandteil einer zirkulären Wirtschaft ist. Stahlschrott fällt aber auch bei der Stahlherstellung an und wird dem Produktionsprozess als Kreislaufschrott wieder zugeführt. Hochqualitativer Schrott entsteht zusätzlich bei der Stahlverarbeitung wie etwa bei Stanzprozessen in der Automobil- oder Hausgeräteindustrie.
Die schwache Entwicklung der europäischen Bauindustrie und des Maschinenbausektors hatte im Berichtszeitraum eine gedämpfte Stahlnachfrage zur Folge. Das wirkte sich auch auf den Bedarf von Stahlschrott in Europa aus. Durch die leicht gestiegene Autoproduktion in Deutschland im Kalenderjahr 2023 hat sich der sogenannte Rücklaufschrott volumenmäßig wieder etwas besser entwickelt.
Der Preis für Stahlschrott (CFR Türkei) fiel im 1. Quartal 2023/24 von knapp unter 450 USD pro Tonne auf rund 375 USD pro Tonne. Über den Sommer 2023 pendelte der Schrottpreis in etwa zwischen 350 und 375 USD pro Tonne. Erst im Oktober 2023 erholte sich der Preis für Stahlschrott wieder, blieb aber weiterhin schwankungsanfällig und kam gegen Ende des Geschäftsjahres 2023/24 bei ca. 380 USD pro Tonne zu liegen.
LEGIERUNGEN
Legierungen sind ein zentraler Kostenfaktor in der High Performance Metals Division. Sie werden darüber hinaus im Stahlwerk als Ergänzung zu Roheisen und Schrott eingesetzt, um höchstqualitative Stahlsorten herzustellen.
Nickel ist das wichtigste Legierungselement für die High Performance Metals Division. Wie bei zahlreichen anderen Legierungen hatte der Ausbruch des Ukraine-Kriegs auch bei Nickel massive Preiserhöhungen zur Folge. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2023/24 hat sich die Preisvolatilität wieder weitgehend normalisiert. Der Nickelpreis lag zum Start des Geschäftsjahres 2023/24 bei etwa 23.000 USD pro Tonne, schwächte sich im weiteren Verlauf zusehends ab und stabilisierte sich gegen Ende des Kalenderjahres 2023 bei rund 16.000 USD pro Tonne. Im 4. Quartal 2023/24 bewegte sich der Preis schließlich zwischen 16.000 und 18.000 USD pro Tonne.
Ferro-Chrom ist ein Legierungselement, das in der Herstellung sehr energieintensiv ist. Mit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges gab es starke Ausschläge nach oben. Mit der sukzessiven Verringerung der Energiekosten ist der Preis für Ferro-Chrom kontinuierlich gefallen und hat sich im Laufe des Geschäftsjahres 2023/24 auf einem niedrigeren Niveau stabilisiert.
Ferro-Titan, ebenfalls ein wichtiges Element für die Edelstahlproduktion, zeigte mit Beginn des Ukraine-Krieges sprunghafte Preisausschläge, hat sich aber bereits im Verlauf des Geschäftsjahres 2022/23 deutlich verbilligt. Mittlerweile liegt der Preis sogar unter dem Niveau des Frühjahres 2022.
Ferro-Molybdän war von einem gänzlich anderen Preisverlauf geprägt. Nach unauffälliger Entwicklung im Frühjahr 2022 kam es Anfang 2023 zu hohen Preissprüngen. Als Nebenprodukt beim Abbau von Kupfer verdoppelte sich der Preis gegenüber Herbst 2022 innerhalb weniger Monate. Das Geschäftsjahr 2023/24 war durch eine deutlich geringere Preisvolatilität geprägt.
ENERGIEN
Neben Kokskohle und Koks stellen Erdgas und Strom die wesentlichen Energiequellen für die voestalpine dar. Das Erdgas wird in erster Linie verwendet, um Rohstahl vor der Weiterverarbeitung in den Walzwerken zu erwärmen bzw. wird es zur Wärmebehandlung von Stahlprodukten in Öfen genutzt. Elektrischer Strom ist für die High Performance Metals Division zur Herstellung von Edelstahlprodukten mittels Elektrolichtbogenöfen bereits heute von zentraler Bedeutung. Für die hochofenbasierten Stahlstandorte der voestalpine in Österreich werden die anfallenden Hüttengase intern zu Strom umgewandelt. Daher sind diese bei elektrischem Strom zu einem großen Teil energieautark.
Ähnlich wie bei den Rohstoffen kam es mit Beginn des Ukraine-Krieges auch auf den Energiemärkten zu massiven Preisverwerfungen. So vervielfachte sich sowohl der Preis von Erdgas mit Spitzen von über 300 EUR je MWh (Spotmarkt THE Settlement, Deutschland) als auch von Strom mit Spitzen von etwa 500 EUR je MWh (Spotmarkt EXAA AT Base). Bereits im Abschlussquartal des Geschäftsjahres 2022/23 trat eine deutliche Beruhigung auf den Spotmärkten ein, welche sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2023/24 unvermindert fortsetzte. Die Eskalation der Konflikte im Nahen Osten im Herbst 2023 wirkte sich nicht wesentlich auf die Erdgas- und Strompreise aus.
Mit Beginn des Geschäftsjahres 2023/24 bewegte sich der Preis für Erdgas bei ca. 50 EUR je MWh und schwankte im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres in einer Bandbreite zwischen 25 und 50 EUR je MWh. Damit liegen die Preise sogar unter dem Niveau vor Ausbruch des Ukraine-Krieges.
Die Gasversorgung in Europa hat sich durch den deutlich reduzierten Gasverbrauch und die bewusste Diversifikation der Gasbezugsquellen – um die Abhängigkeit von Russland zu verringern – mittlerweile deutlich entspannt. Aus strategischen Gründen hält die voestalpine dennoch an den eigenen Gasspeicherkapazitäten fest, welche im Mai 2022 vertraglich gesichert wurden, um die Gasversorgung insbesondere an den österreichischen Standorten abzusichern. Sollte die externe Versorgung ausfallen, kann der Vollbetrieb mit einer bestehenden Reserve von 1,5 TWh Erdgas drei Monate lang aufrechterhalten werden. Der Teilbetrieb ist abhängig von der jeweiligen Produktionsfahrweise über einen entsprechend längeren Zeitraum möglich.
Der Preisverlauf bei Strom war im Geschäftsjahr 2023/24 analog zur Entwicklung wie bei Erdgas. Zu Geschäftsjahresbeginn bewegte sich der Strompreis bei knapp über 100 EUR je MWh. Im weiteren Verlauf pendelte er zwischen 75 und 100 EUR je MWh, bevor er im 4. Quartal 2023/24 weiter zurückging.
FORSCHUNG
UND ENTWICKLUNG
Die Unternehmensstrategie der voestalpine ist auf Innovations-, Technologie- und Qualitätsführerschaft ausgerichtet. Der Forschung und Entwicklung kommt somit eine zentrale Rolle im Geschäftsmodell zu, was sich auch in der kontinuierlichen Steigerung des F&E-Budgets widerspiegelt.
FORSCHUNGSAUFWENDUNGEN DES voestalpine-KONZERNS
Stahl zählt zu den weltweit am meisten verwendeten Werkstoffen und ist auch in einer nachhaltigen Gesellschaft nicht wegzudenken. Er ist langlebig und immer wieder recycelbar und damit die Basis für moderne Lösungen in der Mobilität und der Energiewirtschaft.
Die beiden großen Themenkomplexe Elektrifizierung im Rahmen der Energiewende und die Künstliche Intelligenz waren dieses Jahr die Inhalte der beiden konzernweiten Veranstaltungen für die Mitarbeitenden in der Forschung und Entwicklung sowie der Digitalisierung.
Am F&E-Tag wurden die relevanten Themen der Elektrifizierung von externen Expert:innen behandelt, von der ganzheitlichen Betrachtung der Energiewende über die Rolle des Wasserstoffs dabei bis hin zu den zukünftigen Entwicklungen der Mobilität.
Das Thema des Digitalisierungstags war Künstliche Intelligenz. Externe Expert:innen gaben einen Überblick über die Positionierung der KI, den Stand der Entwicklung und, welchen Einfluss sie auf die Geschäftstätigkeit haben kann. Ergänzt wurde das Programm von einer Session mit internen Beiträgen zu KI-Anwendungen im voestalpine-Konzern.
Die F&E-Aktivitäten im Konzern folgen der voestalpine-Strategie, die sich an den aktuellen und relevanten Megatrends orientiert. Sie werden in sogenannten priorisierten Innovations-Roadmaps zusammengefasst und decken die folgenden Themen ab.
KLIMANEUTRALE STAHLERZEUGUNG
Ein Schwerpunkt liegt in der Weiterentwicklung des bestehenden Prozesses und der Erforschung und Entwicklung neuer Technologien für eine nachhaltige Stahlproduktion mit dem Ziel der Netto-Null-Emissionen.
Dazu zählen zunächst die Umstellung der Verfahrensroute auf Elektrolichtbogenöfen, das Maximieren der Kreislaufwirtschaft und weiters die Entwicklung der neuen Technologien HYFOR und SuSteel zur Reduktion von Eisenerzen.
Die Umstellung auf die Elektrolichtbogenofenroute stellt eine Herausforderung für die Produktion der hochqualitativen Stahlgüten dar, die z. B. in der Automobilindustrie oder der Walzdrahtherstellung gefordert sind. Ziel ist es, die gleichen Produkte in der gewohnt hohen Qualität wie bisher auch über die Elektrolichtbogenofenroute herstellen zu können.
In Abhängigkeit vom verwendeten Vormaterialeinsatz (Schrott, HBI, Roheisen) können durch die vermehrte Zugabe von Schrott höhere Gehalte von sogenannten Begleitelementen im Stahl auftreten, was einen direkten Einfluss auf die Festigkeit, Duktilität, Härtbarkeit und andere wichtige mechanisch-technologische Eigenschaften im Endprodukt hat. Die F&E beschäftigt sich daher mit der Ermittlung des Zusammenhangs zwischen Stahlsorte, Vormaterialeinsatzmix und den daraus resultierenden Produkteigenschaften und der Entwicklung von adäquaten metallurgischen Gegensteuerungsmaßnahmen und prognosegesteuerten Prozessanpassungen an den Produktionsanlagen.
Im Rahmen der Kreislaufwirtschaft wird unter anderem an der Optimierung der Verfügbarkeit und Qualität von Schrott gearbeitet. Neue Schrottquellen werden erschlossen, indem geschlossene Kreisläufe mit den Kund:innen etabliert werden. Um die Schrottqualität zu erhöhen, wird an KI-gestützten Schrottsortierverfahren gearbeitet. Die voestalpine ist am Projekt KiRAMET, dem FFG-Leitprojekt für KI-basiertes Recycling von Metallverbund-Abfällen beteiligt.
Um das Ziel der CO2-Neutralität bis 2050 zu erreichen, wird an wasserstoffbasierten Technologien geforscht.
Das Versuchsprogramm von H2FUTURE wurde erfolgreich abgeschlossen, neben der Produktion von grünem Wasserstoff erbringt die Elektrolyseanlage am Standort Linz Netzdienstleistungen durch ihre Teilnahme am Regelenergiemarkt. Das Anschlussprojekt H2-FUTURE-Follow-up wurde gestartet, es umfasst die Planung, Installation und den Betrieb eines Systems zur Verdichtung und Reinigung des im PEM-Elektrolyseur erzeugten Wasserstoffs, der z.B. für die Versorgung von F&E-Pilotanlagen eingesetzt werden kann. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2025 geplant.
Im Forschungsprojekt HYFOR (Hydrogen-Based Fine-Ore Reduction) von Primetals Technologies wurde die Anwendbarkeit des Verfahrens der Feinerzreduktion mittels Wasserstoff bestätigt. In einer Versuchsschmelze im Technikum Metallurgie wurde wasserstoffreduziertes Material aus der HYFOR-Versuchsanlage gemeinsam mit Schrott eingeschmolzen und ein CO2-armer Wälzlagerstahl erzeugt, der den geforderten Qualitätsansprüchen entsprach. Damit konnte bewiesen werden, dass eine HYFOR- bzw. Wasserstoff-generierte Stahlschmelze keinerlei Nachteile beim Vergleich mit Standardmaterial aufweist.
Ein Nachfolgeprojekt für eine Demonstrationsanlage des HYFOR-Prozesses mit kontinuierlichem Betrieb am Standort Linz befindet sich in Vorbereitung.
Im Grundlagenforschungsprojekt SuSteel (Sustainable Steelmaking) wurde die technische Machbarkeit der Herstellung von Rohstahl direkt aus Eisenerz mittels Wasserstoffplasma an der Pilotanlage am Standort Donawitz gezeigt.
METAL ADDITIVE MANUFACTURING
Diese Technologie umfasst die auf den jeweiligen Bedarf zugeschnittene Prozessentwicklung von der Pulverherstellung über die Konstruktion, den eigentlichen Druck und die Nachbearbeitung bis hin zum fertigen Bauteil. Alle Prozessschritte werden von der voestalpine geleistet.
Anwendung findet das Verfahren z. B. in der Entwicklung von Werkzeugreparaturen und Upgrade-Services für Hot Stamping, High Pressure Die Casting und Hot Forming-Anwendungen und stärkt die Position der voestalpine als „Full-Service“-Anbieterin auf diesem Gebiet: Durchgeführt werden Schadensanalyse, 3D-Scanning, Programmierung, Laser Metal Deposition mit geeigneten Füllerwerkstoffen, Bearbeitung und Post-Wärmebehandlung. Die Ergebnisse, wie Wiederverwendung von Werkzeugen durch Reparatur und Designänderung, längere Lebensdauer durch Upgrade via Multimaterialbeschichtung, Ausschussvermeidung und Bedarfsminimierung an Rohmaterial, führen einerseits zu erheblichen Kosteneinsparungen, andererseits liefern sie einen großen Beitrag zur Nachhaltigkeit.
DIGITALISIERUNG
Das Thema der Nachhaltigkeit umfasst unter anderem die F&E-Tätigkeiten zur Steigerung der Ressourcen-, Energie- und generell der Prozesseffizienz, die mithilfe der Digitalisierung bestens unterstützt und weit vorangetrieben wird.
Robuste Sensorik im laufenden Betrieb liefert die Daten für modellbasierte Regelungen. Datenbasierte Algorithmen in Kombination mit Machine Learning und Künstlicher Intelligenz (KI) helfen nicht nur, Prozesse zu optimieren und deren Effizienz und in Folge auch die Produktqualität zu erhöhen, sondern sorgen auch für ein besseres Prozessverständnis als Basis für erfolgreiche Weiterentwicklungen. Die Optimierung der Anlagenverfügbarkeit und der Auslastung sowie der gesamten Prozesskette bedeutet aber gleichzeitig auch eine Reduktion im Energieeinsatz und in der CO2-Belastung.
Optische Systeme werden beispielsweise für KI-basierte Fehlerdetektion in vielen voestalpine-Gesellschaften bereits erfolgreich eingesetzt. Damit können Defekte an der Oberfläche, wie z. B. Risse am Produkt bzw. Bauteil, frühzeitig entdeckt werden.
Mit Hilfe von OCR (Optical Character Recognition), also Algorithmen zur optischen Zeichenerkennung, unterstützt durch Künstliche Intelligenz, können Teile eindeutig identifiziert werden und ihr Weg lässt sich nachverfolgen.
KI wird erfolgreich im Condition Monitoring und bei Anwendungen in der vorausschauenden Wartung eingesetzt.
Der Einsatz von KI ist aber nicht nur auf Produktionsprozesse beschränkt, sondern unterstützt auch intelligente Produktlösungen.
Bei der neuesten Weichengeneration wird KI genutzt, um aus den erfassten Daten den jeweiligen Zustand zu beurteilen und zu entscheiden, ob ein Weichenausfall und damit eine Streckensperre droht. Mit hoher Treffsicherheit kann so die einwandfreie Funktion dieses wichtigen Systembestandteils abgesichert bzw. vorausschauend die Wartung in Gang gesetzt werden.
Mit der Visual Train Analysis (VTA), einer kamerabasierten Zustandsanalyse für Waggons in Bewegung, wird deren Zustand laufend automatisiert beurteilt und die Entwicklung der Wagen hinsichtlich relevanter Verschleißteile verfolgt. Derzeit befindet sich eine Pilotanlage für Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h in Prüfung. Die weitere Entwicklung sieht vor, das System auch für Hochgeschwindigkeitszüge tauglich zu machen und weitere Zustandsdaten zu erfassen. Damit wird die Sicherheit im Eisenbahnverkehr erhöht, und die Wartung der Waggons kann vorausschauend geplant werden.
PRODUKTENTWICKLUNGEN
Höchstfeste Stähle werden kontinuierlich weiterentwickelt und an Kundenbedürfnisse angepasst, indem einerseits das Legierungsdesign laufend optimiert wird, um eine verbesserte Schweißeignung des Werkstoffs zu erhalten, andererseits die Fahrweise an den Verzinkungsanlagen optimiert und erweitert wird. Eine hervorragende Qualitätsperformance führte zu weiteren Kundenzulassungen.
Die neue Technologie tailormade functional steel konnte gemeinsam mit einem Kunden an Heizpaneelen bereits erfolgreich umgesetzt werden. Weitere Kundenanwendungen sind in Vorbereitung. Für diese Innovation erhielt die voestalpine Stahl GmbH 2023 den OÖ Innovationspreis.
Darüber hinaus wurde ein Schienenstahl mit optimalem Widerstand gegen die Dellenbildung an der Schienenoberfläche entwickelt. Die Materialzulassung dieses Stahls mit erhöhter Zähigkeit wurde bereits erfolgreich durchgeführt und die Gleistests im Rahmen von Europe’s Rail wurden gestartet.
Für Flugzeugfahrwerke wurden mithilfe der Finite-Elemente-Analyse unter Berücksichtigung der idealen Belastung verschiedene Schmiedeteile aus Titanlegierung entwickelt. Damit gelingt es, den enorm hohen Qualitäts- und Sicherheitsansprüchen zu entsprechen. Auf Basis dessen konnte der Rahmenvertrag mit einem wichtigen Kunden verlängert werden.
Auch im Bereich der Hochregallagersysteme kommt die Finite-Elemente-Analyse in der Bauteilentwicklung und -freigabe zur Anwendung. Für unterschiedliche Automatic Guided Vehicles und Autonomous Mobile Robots konnten Weiterentwicklungen durch modulare Profilsysteme und einheitliche Regalsysteme erfolgreich umgesetzt werden. voestalpine ist in diesem Bereich Kosten-Nutzen-Leader.
Die Entwicklung der Unterkonstruktion für agrivoltaische Anwendungen wie vertikale Solar- und Überdachungsstrukturen z. B. über Obstbäumen führte zur Realisierung einer ersten Pilotanlage mit einem Kunden. Die optimale Nutzung von Land für Landwirtschaft und Energiezwecke mit minimalen Auswirkungen auf den landwirtschaftlichen Ertrag wird in Zusammenarbeit mit einem Forschungszentrum noch überprüft. Ein Patent wurde bereits erteilt.
UMWELT
UMWELTINVESTITIONEN UND -AUFWENDUNGEN
Die Umweltaufwendungen des voestalpine-Konzerns haben im Geschäftsjahr 2023/24 mit einem Anstieg um mehr als 7 % einen neuen Rekordwert erreicht, die Investitionen wurden auf konstant hohem Niveau gehalten.
Die laufenden Betriebsaufwendungen mit Umweltbezug stiegen um 7,2 % von 479,9 Mio. EUR auf 514,4 Mio. EUR. Im Zeitraum der vergangenen zehn Jahre summieren sich die Umweltaufwendungen der voestalpine damit bereits auf rund 3,3 Mrd. EUR.
Die Investitionen in umweltrelevante Anlagen erhöhten sich auf 45,8 Mio. EUR (Vorjahreswert lag bei 28,9 Mio. EUR).
ENTWICKLUNG DER UMWELTAUFWENDUNGEN
EU-EMISSIONSHANDEL/CO2-ZERTIFIKATE
Der Zertifikatepreis aus dem EU-Emissionshandel bewegte sich in der 1. Geschäftsjahreshälfte 2023/24 großteils in einer Bandbreite von 80 bis 90 EUR. In der Folge schwächte sich der Preis aber deutlich ab und erreichte im Februar 2024 mit rund 50 EUR den Tiefpunkt im Geschäftsjahr 2023/24. Über den gesamten Berichtszeitraum betrachtet verringerte sich der Zertifikatepreis um 32,8 % von 89,24 EUR per 31. März 2023 auf 59,98 EUR per 31. März 2024.
Der Zukaufsbedarf des voestalpine-Konzerns ergibt sich aus der Gesamtmenge benötigter Zertifikate (Höhe der Emissionen) abzüglich der zugeteilten Freizertifikate. Im Durchschnitt der letzten Jahre lag er bei rund einem Drittel der gesamten CO2-Emissionen.
Die ergebniswirksame Belastung durch den Zertifikatehandel belief sich im Geschäftsjahr 2023/24 demzufolge auf 231,6 Mio. EUR (Vorjahr: 242,1 Mio. EUR).
KLIMASCHUTZ
Das Klimaschutzprogramm greentec steel, mit dem die voestalpine Net-Zero-Emissionen bis spätestens 2050 erreichen will, befindet sich plangemäß in Umsetzung. Der politisch-regulatorische Rahmen für die europäische und nationale Energie- und Klimapolitik wurde im Berichtszeitraum punktuell konkretisiert, bleibt aber in wesentlichen Bereichen nach wie vor offen.
POLITISCHER RAHMEN
Auf EU-Ebene wurden 2023 einige wesentliche Materien, wie die Richtlinien zu Energieeffizienz, beschlossen bzw. befinden sich im Frühjahr 2024 industrie- und rohstoffpolitische Weichenstellungen kurz vor der finalen Trilog-Einigung zwischen Kommission, Rat und Parlament. Dazu gehören unter anderem der „Net-Zero Industry Act“ (NZIA), der für die Transformation wichtige Industrieaktivitäten unterstützen soll, und der „Critical Raw Materials Act“ (CRMA) zur Sicherstellung der (Binnen-)Versorgung mit dafür erforderlichen Rohstoffen.
Im Oktober 2023 begann zudem die dreijährige Probephase des CO2-Grenzausgleichsmechanismus (Carbon Border Adjustment, CBAM), dessen politisches Ziel in der vergleichbaren Behandlung von Importen bestimmter Produkte in die EU mit dem hier geltenden Niveau der CO2-Bepreisung liegt. Wer Waren in die EU einführt, muss demnach entweder ein dem EU-Emissionshandel (Emission Trading Scheme, ETS) entsprechendes System einer CO2-Bepreisung nachweisen oder andernfalls Einfuhrzölle entrichten.
CBAM umfasst zunächst die Sektoren Eisen, Stahl, Aluminium, Zement, Strom, Düngemittel, Wasserstoff sowie ausgewählte vor- und nachgelagerte Produkte. Mit dem „Echtbetrieb“ des weltweit ersten derartigen Grenzausgleichs ab 2026 ist in diesen Branchen ein schrittweises Auslaufen der Freizuteilung von Emissionshandelszertifikaten bis 2034 vorgesehen.
Nach wie vor ausständig sind jedoch Lösungen für Exporte aus der EU, um Mehrkosten aufgrund höherer Klimaschutzstandards gegenüber anderen Regionen auszugleichen und damit auch am Weltmarkt halbwegs vergleichbare Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.
Trotz grundsätzlich inhaltlich nachvollziehbarer Intention ist all diesen europäischen und nationalen Regularien gemein, dass sie mit teils überschießendem administrativem Mehraufwand verbunden sind. Deshalb bleibt abzuwarten, ob sie sowohl klima- als auch industriepolitisch tatsächlich positive Effekte mit sich bringen werden. Fest steht, dass der ursprünglich von der EU-Kommission in Aussicht gestellte Bürokratieabbau bislang nicht eingetreten ist.
Während wichtige Bestandteile des „Green Deals“ noch nicht final verabschiedet bzw. implementiert sind, wird auf EU-Ebene über die neuen Klimaziele 2040 diskutiert. Anfang Februar hat die EU-Kommission dazu ihre Vorstellungen veröffentlicht. Konkret wird ein Netto-Ziel von minus 90 % gegenüber 1990 in Verbindung mit einer „Industrial Carbon Management Strategy“ für nicht vermeidbare Restemissionen vorgeschlagen. Das betrifft vor allem Carbon Capture and Utilization bzw. Storage (CCUS).
Entscheidungen werden in der im 1. Halbjahr 2024 endenden Legislaturperiode des EU-Parlaments bzw. von der amtierenden Kommission zwar nicht mehr getroffen werden, die Implikationen einer erneuten Zielverschärfung wären jedoch erheblich, da sämtliche Materien des „Fit for 55“-Pakets einschließlich der legistischen Umsetzung auf nationaler Ebene angepasst werden müssten.
Ähnliche Diskussionen finden derzeit auch in den einzelnen EU-Mitgliedsländern statt. So wird sowohl in Österreich als auch in Deutschland an einer „Carbon-Management-Strategie“ gearbeitet, die aus voestalpine-Sicht aber sinnvollerweise integrierter Bestandteil der entsprechenden EU-Pläne sein muss.
Die Kernfrage für alle energieintensiven Branchen wird sein, wie die industrielle Transformation auf lange Sicht wirtschaftlich darstellbar gestaltet werden kann. Die wesentlichen Aspekte sind unverändert das künftige europäische und nationale Förderregime, die Entwicklung „grüner“ Leitmärkte für CO2-reduzierte Produkte sowie Verfügbarkeit, gesicherte Versorgung, Infrastruktur und wettbewerbsfähiges Preisniveau in Bezug auf erneuerbare Energien. Diese Herausforderungen sind von einzelnen Unternehmen nur eingeschränkt selbst zu bewältigen und bedürfen einer darauf ausgerichteten und akkordierten Industriepolitik. Die seit Anfang 2024 an Dynamik gewinnende Diskussion über einen neuen „Industrial Deal“ der Europäischen Union in der kommenden Legislaturperiode sollte nicht nur verstärktes Bewusstsein dafür schaffen, dass sämtliche relevanten Materien wie Klima, Energie, Wettbewerb, Handel, Finanzen, Forschung/Innovation integriert und koordiniert betrachtet werden müssen, sondern letztlich auch zu einer langfristig zukunftsfähigen industriepolitischen Agenda der EU und ihrer Mitgliedstaaten führen.
greentec steel: DAS ZUKUNFTSGERICHTETE KLIMASCHUTZPROGRAMM DER voestalpine
Mit greentec steel wird im voestalpine-Konzern ein ambitionierter Stufenplan schrittweise umgesetzt. greentec steel umfasst alle Aktivitäten und Innovationen der voestalpine auf dem Weg zur Stahlerzeugung mit Net-Zero-Emissionen. Der voestalpine-Konzern verpflichtet sich im Rahmen der Science Based Targets Initiative (SBTi) die Summe der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 30 % sowie die Scope-3-Emissionen um 25 % jeweils bis 2029 gegenüber dem Referenzjahr 2019 zu reduzieren. Die Zielerreichung 2029 unterliegt dabei auch externen Faktoren und Einflussgrößen wie beispielsweise Rohstoffen, Energie und Konjunktur. greentec steel sieht unterschiedliche technologische Optionen mit hohem CO2-Minderungspotenzial vor. Der Stufenplan bietet der voestalpine dadurch ein gewisses Maß an Flexibilität, um auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können und zugleich das betriebswirtschaftliche Risiko auf ein handhabbares Ausmaß zu begrenzen.
greentec steel umfasst im ersten Schritt ein Investitionsvolumen von rund 1,5 Mrd. EUR. Damit werden zunächst an den Standorten Linz und Donawitz zwei grünstrombetriebene Elektrolichtbogenöfen installiert und zwei kohlebasierte Hochofenaggregate stillgelegt. Je nach Qualitätsanforderungen kommt dabei ein Mix der Einsatzstoffe aus Schrott, flüssigem Roheisen und Hot Briquetted Iron (HBI) zum Einsatz. Das benötigte HBI bezieht die voestalpine primär über die Direktreduktionsanlage in Texas/USA, die sich seit 2022 mehrheitlich im Besitz eines globalen Stahlproduzenten befindet, 20 % gehören der voestalpine mit langfristig gesicherten Abnahmeverträgen.
Inzwischen sind die Entscheidungen für die Anlagen und Lieferant:innen gefallen und der Bau der Elektrolichtbogenöfen konnte beginnen. Die österreichische Bundesregierung hatte dafür eine Förderung von rund 90 Mio. EUR im Rahmen des Programms „Transformation der Industrie“ bestätigt. Der Abschluss des Verfahrens zur Umweltverträglichkeitsprüfung für die erforderliche Ertüchtigung des Stromnetzes ist am Standort Donawitz abgeschlossen und am Standort Linz zum Zeitpunkt der Berichtserstellung bevorstehend. Nach geplanter Fertigstellung 2027 und erfolgtem Hochlauf können jährlich 2,5 Mio. t CO2-reduzierten Stahls erzeugt werden.
Das langfristige Konzept der voestalpine, um im Einklang mit dem Zielpfad des EU-Emissionshandels bis spätestens 2050 Net-Zero-Emissionen zu erzielen, besteht aus mehreren modularen Technologieschritten und -optionen. Diese stellen gleichermaßen auf den größtmöglichen CO2-Minderungseffekt unter Berücksichtigung der tatsächlichen Realisierbarkeit (z. B. in Bezug auf die Verfügbarkeit von Roh- und Einsatzstoffen sowie erneuerbarer Energien einschließlich entsprechender Infrastrukturen) ab.
Die wesentlichen Elemente und Meilensteine des Klimaschutzprogramms greentec steel umfassen im Überblick (Referenzjahr 2019 für Scope 1 und 2):
Bis 2029: Phase 1 mit Zielsetzung minus 30 % CO2-Emissionen
- » Investition in zwei mit erneuerbarem Strom betriebene Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz und Stilllegung zweier kohlebasierter Hochöfen.
Ab 2030 bis 2035: Phase 2 mit angestrebten minus 50 % CO2-Emissionen
- » Fokus auf direkte CO2-Vermeidung durch weiteren Ersatz fossiler Roheisenerzeugung sowie voraussichtlich ergänzende Nutzung von CO2-Abscheide- und -Verwertungstechnologien (Carbon Capture Storage bzw. Utilization).
Bis spätestens 2050: Phase 3 mit Zielsetzung Net-Zero-CO2-Emissionen
- » Fokus auf Ersatz der verbleibenden fossilen Roheisenkapazitäten unter Einsatz fossilfreier Energieträger, etwa von „grünem“ Wasserstoff und Bioenergien, sowie Abscheidung von CO2 (CCUS) mit dem Ziel größtmöglicher Flexibilität bei gleichzeitig tatsächlich wirtschaftlicher Realisierbarkeit der Net-Zero-Strategie.
- » Die finalen Entscheidungen werden in Übereinstimmung mit Investitionszyklen und nach Maßgabe der dann absehbaren Voraussetzungen erst zu einem späteren Zeitpunkt getroffen.
BETRIEBLICHE MASSNAHMEN
Bereits im Geschäftsjahr 2022/23 hat die voestalpine konzernweit eine Ausbauoffensive für die Erzeugung erneuerbarer Eigenenergie gestartet. Diese inkludiert die Installation von PV-Anlagen auf technisch geeigneten Gebäudedächern und Freiflächen wie auch die Investition in Wind- und Wasserkraft. Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde die Expansion der erneuerbaren Energieproduktion weiter vorangetrieben. Zusätzlich wird an europäischen Standorten die Errichtung von E-Ladestationen weiter forciert.
An den Standorten der High Performance Metals Division wird kontinuierlich daran gearbeitet, den Energieverbrauch zu reduzieren und ihn vermehrt aus erneuerbaren Quellen zu decken. Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde unter anderem am Standort Johannesburg in Südafrika eine 187,5-kWp-Photovoltaikanlage installiert. An Produktionsstandorten laufen zudem Initiativen zum Ersatz fossiler Brennstoffe durch nachhaltige Alternativen. Dazu gehören Projekte zur Erzeugung von Biomethan und die Evaluierung der Auswirkungen von Wasserstoff als Energieträger auf die Produkte und Prozesse der High Performance Metals Division. Im schwedischen Werk Hagfors werden bereits 50 % des Erdgasbedarfs durch Biomethan gedeckt und die Umstellung der Wärmebehandlungsöfen auf Strom wird forciert.
Die High Performance Metals Division treibt kontinuierlich die Verbesserung der Energieeffizienz voran. Im vergangenen Jahr wurden so rund 70 GWh Energie eingespart. Zu den umgesetzten Maßnahmen zählen die Optimierung der Verbrennungstechnik, die Umstellung der Erwärmungstechnologie bei Öfen, die Installation effizienter LED-Beleuchtungssysteme, diverse Optimierungen der Anlagensteuerung sowie zahlreiche Prozessverbesserungen.
Die High Performance Metals Division hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen (Scope 1 und Scope 2) bis 2029 um 50 % gegenüber 2019 zu reduzieren. Der Fortschritt und die Zielerreichung werden anhand einer detaillierten Roadmap, welche auf Einzelprojekten basiert, überwacht.
Das neue Edelstahlwerk in Kapfenberg, Österreich, leistet mit seiner hocheffizienten Technologie, geschlossenen Wasserkreisläufen und effizienter Wärmeauskopplung einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung von Umweltauswirkungen und setzt weltweit neue Maßstäbe.
Die Möglichkeiten zur Hebung noch vorhandener Energieeinsparungspotenziale an den Standorten, die konventionell Rohstahl produzieren, sind begrenzt. Dennoch wurden am österreichischen Standort Donawitz der Metal Engineering Division bedeutende Fortschritte gemacht. Eine neu installierte Anlage zur Brennluftvorwärmung führt zu einer Energieeinsparung von 27.000 MWh pro Jahr. Zusätzlich reduziert die Implementierung einer Erdgasexpansionsmaschine den jährlichen Energiebedarf um weitere 2.200 MWh, indem sie die Energie aus dem Druckunterschied zwischen externem und internem Gasnetz in Strom umwandelt und somit nutzbar macht. Darüber hinaus wurden Maßnahmen zur erneuerbaren Eigenstromerzeugung am Standort gesetzt. So wurden PV-Anlagen auf dem Werksrestaurant und einem Industriegebäude errichtet, die den generierten Strom direkt ins Werksnetz einspeisen.
Am Standort der Metal Engineering Division in Kindberg, Österreich, ist die Erweiterung der PV-Anlagenkapazität im Gange. Durch Prozessoptimierungsmaßnahmen und die Verbesserung der Abgasrückführung an verschiedenen Wärmeaggregaten konnten die Wärmeverluste im Berichtszeitraum minimiert werden. Ein weiteres Highlight am Standort ist die Auskopplung von Fernwärme, die im Endausbau bis zu 15.000 MWh in das Fernwärmenetz der Stadt Kindberg einspeisen kann, wodurch sich der Primärenergieeinsatz in der Region signifikant verringern wird.
Auch in der Metal Forming Division wurden an unterschiedlichen Standorten PV-Anlagen errichtet. Dabei kamen vielfach Aufständerungen aus Eigenproduktion („iFIX“) zum Einsatz. Mehrere Standorte stellten zudem auf energiesparende LED-Hallenbeleuchtungen um, wodurch der Stromverbrauch weiter reduziert werden konnte.
Darüber hinaus hat die voestalpine Precision Strip GmbH durch die Modernisierung der hauseigenen Wasserkraftwerke und die Errichtung einer PV-Anlage den Anteil an Strom aus Eigenerzeugung erhöht. Die Nutzung von Abwärme der eigenen Anlagen und der Abwärmebezug vom Nachbarbetrieb (Sektorkopplung) zur Hallenheizung verringerte den Erdgasbezug und somit die CO2-Emissionen.
In der Steel Division sind die Arbeiten für greentec steel bereits voll angelaufen. Im abgelaufenen Kalenderjahr erfolgte der Baubeginn des Elektrolichtbogenofens. Dazu wurden bereits die Arbeiten an der neuen Stromanspeisung im Microtunneling-Verfahren aufgenommen sowie eine neue Förderbandbrücke zur Rohstoffversorgung umgesetzt.
Neben greentec steel lag ein weiterer Fokus der Division auf dem Ausbau der erneuerbaren Eigenenergieerzeugung. So konnte im abgelaufenen Kalenderjahr 2023 etwa auf der Produktionshalle der Gießerei eine weitere PV-Anlage mit fast 1.400 kWp Leistung in Betrieb genommen werden.
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag zudem auf dem CO2-reduzierten Produktportfolio. Bereits seit 2021 bietet die voestalpine alle Flachstahl- und Grobblechprodukte, die am Standort Linz produziert werden, auch in einer greentec steel Edition an. Durch Optimierungsmaßnahmen in der Prozessführung, etwa bei Schrotteinsatz und Reduktionsmitteln, und den Einsatz erneuerbaren Stroms weisen diese Produkte einen um rund 10 % geringeren CO2-Fußabdruck auf, wodurch seit Projektbeginn mehr als 200.000 t CO2 entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingespart werden konnten. Neben der Automobilindustrie wird auf diese Weise erzeugter Stahl u. a. bereits bei Kund:innen im Fassadenbau, in der Gebäudetechnik, im Kranbau und in der Heizungs- und Wärmepumpenindustrie eingesetzt.
PRODUCT SUSTAINABILITY
Die politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen in Europa zielen darauf ab, das Wirtschaftssystem in Richtung Kreislaufwirtschaft („Circular Economy“) umzugestalten. Dabei kommt der Nachhaltigkeit entlang der Liefer- und Wertschöpfungsketten besondere Bedeutung zu.
Das Konzept der Kreislaufwirtschaft erfordert eine Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette von Produkten nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten über alle Phasen des Lebenszyklus – von Rohstoffen über Produktion, Nutzung bzw. Konsum bis zum Lebensende, das seinerseits wieder den Beginn eines neuen Lebenszyklus darstellt.
In der voestalpine wird das Anliegen der Kreislaufwirtschaft auf Prozess- und Produktebene in vielen Bereichen seit Langem umgesetzt und laufend weiterentwickelt.
Stahlprodukte sind an sich langlebig und tragen zur Weiterentwicklung des Kreislaufwirtschaftsansatzes bei. Moderne Leichtbaustähle und Fertigungsverfahren wie beispielsweise Additive Manufacturing ermöglichen es, den Materialeinsatz in Produkten zu verringern. In der Nutzungsphase können Stahlprodukte mit verschiedenen Verfahren repariert und wieder instandgesetzt werden, wodurch sich die Lebensdauer verlängert. Aufgrund ihrer Beständigkeit und Langlebigkeit lassen sich Stahlprodukte auch wiederverwenden und immer wieder recyceln. So dienen sie am Ende ihrer Lebensdauer als Sekundärrohstoff, aus dem wieder neue hochwertige Stahlprodukte hergestellt werden können. Stahl ist multirecyclingfähig, das heißt, der Kreislauf ist geschlossen und kann beliebig oft wiederholt werden. Einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft stellt auch der Einsatz von Abfall- und Kreislaufstoffen aus der eigenen Stahlproduktion, aber auch von Abfällen und Sekundärrohstoffen aus externen Produktionsprozessen dar. Die Nebenprodukte aus der Stahlherstellung können ihrerseits als Sekundärrohstoffe zur Herstellung von Produkten in anderen Industriesektoren dienen. Ein Beispiel für solche industriellen Symbiosen sind Hüttensande, die in der Stahlerzeugung anfallen. Sie werden von der Zementindustrie als Zumahlstoffe eingesetzt, was natürliche Ressourcen schont und den CO2-Ausstoß bei der Herstellung von Zement reduziert. Durch Forschung und Entwicklung fördert die voestalpine die effiziente Nutzung von alternativen bzw. sekundären Rohstoffquellen.
Der voestalpine-Schwerpunkt bei der Ermittlung der Nachhaltigkeit von Produkten („Product Sustainability“) liegt derzeit auf ökologischen Aspekten, also der Analyse der Umweltauswirkungen von Produkten und deren Dekarbonisierung. Ein zentrales Element und methodisches Werkzeug ist dabei die Lebenszyklusanalyse („Life Cycle Assessment“; LCA). Diese erfordert einheitliche, belastbare und global vergleichbare Methoden, die dazu beitragen können, ein internationales Level Playing Field zu schaffen und dadurch nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu fördern.
Umweltproduktdeklarationen („Environmental Product Declarations“; EPDs) sind für die voestalpine ein wesentliches Werkzeug, um die Umweltauswirkungen von Produkten anhand einer Lebenszyklusbetrachtung zu ermitteln und zu kommunizieren. EPDs basieren auf den internationalen Normen EN 15804 und ISO 14025 und werden von unabhängigen Dritten geprüft und verifiziert. Die voestalpine hat für zahlreiche Produkte (beispielsweise warmgewalztes Stahlband, feuerverzinktes Stahlband, warmumgeformte Stahlpressteile, Spannbeton-Weichenschwellen, Schienen und Nahtlosrohre) aus den verschiedenen Bereichen des Konzerns Umweltproduktdeklarationen im Deklarationsprogramm des Instituts Bauen und Umwelt e.V. (IBU) gelistet und veröffentlicht. EPDs für diverse weitere Produkte der voestalpine werden laufend vorbereitet.
Produktentwicklung ist untrennbar mit der Kreislaufwirtschaft verbunden. Bei der Transformation in Richtung einer weitgehend CO2-freien Herstellung soll eine gleichbleibend hohe Qualität der Produkte und Werkstoffe gesichert werden. Eine Technologietransformation hat darüber hinaus auch Einfluss auf bestehende Stoff- und Materialkreisläufe sowie industrielle Symbiosen und erfordert daher eine Weiter- bzw. Neuentwicklung sektoraler und sektorübergreifender Kreislaufwirtschaftsansätze.
Regelmäßige Dialoge mit den verschiedenen Stakeholder:innen zur Dekarbonisierung und Produktnachhaltigkeit entlang der Liefer- und Wertschöpfungsketten tragen dazu bei, die Strategie der voestalpine für eine CO2-reduzierte und langfristig auch klimaneutrale Stahlproduktion kontinuierlich weiterzuentwickeln und Schritt für Schritt zu konkretisieren.
Um für die Stakeholder:innen größtmögliche Transparenz zu schaffen und die Transformationsschritte vergleichbar zu machen, hat sich der voestalpine-Konzern im Rahmen der Science Based Targets initiative (SBTi) verpflichtet, Ziele zur Reduktion der Treibhausgasemissionen zu setzen. Die Zielvorschläge für sogenannte „Near-Term Science Based Targets“ der voestalpine wurden von SBTi geprüft und validiert und sind in Übereinstimmung mit dem 2-Grad- Reduktionspfad (well-below 2°C trajectory).
Als Teil der umfassenden Dekarbonisierungsstrategie hat die Steel Division mit dem Klimaprojekt „CO2-reduzierter Stahl“ am Standort Linz bereits kurzfristige Dekarbonisierungsmaßnahmen umgesetzt. Das Ziel ist die Einsparung von direkten CO2-Emissionen entlang der bestehenden Stahlerzeugungsprozesse. Die Umweltauswirkungen der dabei hergestellten Produkte, insbesondere der Carbon Footprint, werden auf Basis einer Lebenszyklusbetrachtung nach international anerkannten Methoden und Standards ermittelt und ausgewiesen.
In den Liefer- und Wertschöpfungsketten spielen nachhaltige und dekarbonisierte Produkte eine immer bedeutendere Rolle. Deshalb ist es unbedingt erforderlich, einheitliche Definitionen, Methodiken und Rahmenbedingungen und damit ein Level Playing Field im internationalen Wettbewerb für sogenannte Sustainable Products zu schaffen.
Branchenübergreifende Inititativen können diese Entwicklung unterstützen. Dazu zählt beispielsweise die Initiative ResponsibleSteel, der die voestalpine als eines der ersten Stahlunternehmen im Jahr 2019 beigetreten ist.
BERICHT ÜBER DIE
RISIKEN
DES UNTERNEHMENS
Aktives Risikomanagement, wie es im voestalpine-Konzern verstanden und regelmäßig angewendet wird, dient der langfristigen Sicherung des Unternehmensbestands wie auch der Wertsteigerung und stellt somit einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Vorgaben zum Risikomanagement sind in Form einer konzernweit gültigen Verfahrensanweisung verankert, das Risikomanagementsystem wird laufend aktualisiert bzw. weiterentwickelt. Um Unternehmensziele bestmöglich zu erreichen, unterstützt der systematische Risikomanagementprozess das Management dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Abwendung oder Vermeidung von Gefahren einzuleiten. Im Sinne einer nachhaltigen, verantwortungsbewussten und wertorientierten Unternehmensführung ist Risikomanagement integraler Bestandteil von Entscheidungs- und Geschäftsprozessen aller Unternehmensbereiche sowie Hierarchiestufen und umfasst auch einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen und der Umwelt sowie die Beachtung regulatorischer Anforderungen. Risikomanagement erstreckt sich über die strategische wie auch die operative Ebene. Risikomanagement ist maßgebliches Element für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg und leistet einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung der Unternehmensstrategie und der daraus abgeleiteten Zielsetzungen.
Das strategische Risikomanagement dient der Evaluierung und Absicherung der strategischen Zukunftsplanungen. Die Strategie wird auf Konformität mit dem Zielsystem überprüft, um wertsteigerndes Wachstum durch bestmögliche Ressourcenallokation sicherzustellen. Im Risikomanagementprozess aufgezeigte Chancen werden aufgegriffen und im Strategieprozess berücksichtigt und weiterverfolgt. Das operative Risikomanagement, im Zuge dessen auch auf entsprechende Strategiekonformität geachtet wird, basiert auf einem mehrfach jährlich und konzernweit einheitlich zu durchlaufenden Prozess („identifizieren und analysieren, bewerten, bewältigen, dokumentieren und überwachen“).
- » Zur Risikoidentifikation steht ein unterstützender Fragenkatalog zur Verfügung, der regelmäßig auf Aktualität geprüft und bei Bedarf entsprechend angepasst wird.
- » Die Bewertung identifizierter Risiken erfolgt anhand einer Neun-Felder-Bewertungsmatrix mit Beurteilung der möglichen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit. Im Wesentlichen werden Betriebs-, Markt-, Beschaffungs-, Technologie-, Finanz-, Personal-, Compliance-, IT- und Umweltrisiken sowie weitere Nachhaltigkeitsrisiken auf strategischer und operativer Ebene dokumentiert.
- » Maßnahmen zur Risikobewältigung verfolgen unter Berücksichtigung von Risikoappetit und
-tragfähigkeit unterschiedliche Strategien (wie „Vermeiden“, „Vermindern“, „Sichern“ sowie Kombinationen daraus und – sofern aus wirtschaftlichen Überlegungen keine weiteren Maßnahmen sinnvoll erscheinen – „Tragen“ des Risikos), Maßnahmenfestlegung und -umsetzung liegen im Verantwortungsbereich des lokalen Managements. - » Der Risikomanagementprozess wird inkl. Dokumentation und Monitoring durch ein spezielles webbasiertes IT-System unterstützt.
In den operativen Einheiten sind Risikomanager:innen nominiert, die in Abstimmung mit dem jeweiligen Management den Risikomanagementprozess in deren Einheiten aktiv vorantreiben und auch dezentral verantworten. Erkenntnisse des Risikomanagementprozesses sind auch Bestandteil der regelmäßigen divisionalen bzw. konzernalen Controllinggespräche, in denen wesentliche Veränderungen in der Risikolandschaft auf Ebene der Business Units bzw. auf Divisionsebene berichtet werden. Dem Vorstand der voestalpine AG wird standardisiert halbjährlich sowie bei Bedarf ad hoc zum Risikomanagement berichtet. Die Gesamtverantwortung zum Risikomanagement liegt beim Vorstand der voestalpine AG.
Der Prüfungsausschuss der voestalpine AG befasst sich unter anderem kontinuierlich auch mit Fragen zum Risikomanagement und zum Internen Kontrollsystem bzw. zu dessen Überwachung. Risikomanagement wie auch Internes Kontrollsystem sind im voestalpine-Konzern integrale Bestandteile bestehender Managementsysteme. Die Interne Revision prüft Betriebs- und Geschäftsabläufe und die damit verbundenen Risiken sowie das Interne Kontrollsystem (IKS) und agiert in der Berichterstattung wie auch bei der Wertung der Prüfungsergebnisse als unabhängiger und weisungsfreier unternehmensinterner Bereich. Die Funktionsfähigkeit des eingerichteten Risikomanagementsystems wird wiederum jährlich durch eine:n externe:n Auditor:in überprüft und beurteilt (Regel 83 ÖCGK). Dem Prüfungsausschuss wird ebenfalls halbjährlich zum Risikomanagement berichtet.
BESCHREIBUNG WESENTLICHER RISIKOFELDER
Die im Vorjahresgeschäftsbericht dargestellten wesentlichen Risikofelder und deren Vorsorgemaßnahmen haben nach wie vor Gültigkeit:
- » GEOPOLITISCHE KONFLIKTE UND DEREN AUSWIRKUNGEN
Das abgelaufene Geschäftsjahr war weiterhin geprägt von geopolitischen Konflikten bzw. Spannungen. Geopolitische Entwicklungen – insbesondere der Ukraine-Krieg – wurden und werden weiterhin laufend beobachtet, um auch künftig etwaige Auswirkungen auf den voestalpine-Konzern frühzeitig zu erkennen und mit einer robusten und nachhaltigen Organisation in einem sich ständig wandelnden geopolitischen Umfeld möglichen Risiken proaktiv und bestmöglich entgegenzuwirken. Die bereits zu Beginn des Ukraine-Kriegs initiierten bzw. abgeleiteten Aktivitäten zur Aufrechterhaltung bzw. Sicherung der Versorgung mit relevanten Rohstoffen bzw. zur Gasversorgung haben weiterhin ihre Gültigkeit und sind im Kapitel „Rohstoffverfügbarkeit, Energieversorgung“ angeführt.
- » RISIKEN DER DEKARBONISIERUNG / KLIMASCHUTZPROGRAMM greentec steel
Die voestalpine AG bekennt sich zum Pariser Klimaabkommen, welches darauf abzielt, den Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur deutlich unter 2 °C über dem vorindustriellen Niveau zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, um den Temperaturanstieg auf 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Darauf aufbauend hat sich die Europäische Union im Rahmen des europäischen Grünen Deals mit dem Europäischen Klimagesetz das verbindliche Ziel gesetzt, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Dies setzt voraus, dass die derzeitigen Treibhausgasemissionen in den nächsten Jahrzehnten erheblich zurückgehen. Mit greentec steel wird im voestalpine-Konzern ein ambitionierter Stufenplan schrittweise umgesetzt, greentec steel umfasst alle Aktivitäten und Innovationen der voestalpine auf dem Weg zur Stahlerzeugung mit Net-Zero-Emissionen. Der voestalpine-Konzern verpflichtet sich im Rahmen der Science Based Targets initiative (SBTi) die Summe der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 30 % sowie die Scope-3-Emissionen um 25 % jeweils bis 2029 gegenüber dem Referenzjahr 2019 zu reduzieren. Die Zielerreichung 2029 unterliegt dabei auch externen Faktoren und Einflussgrößen wie beispielsweise Rohstoffen, Energie und Konjunktur.
Das langfristige Konzept der voestalpine, um im Einklang mit dem Zielpfad des EU-Emissionshandels bis spätestens 2050 Net-Zero zu produzieren, besteht aus mehreren modularen Technologieschritten und -optionen. Diese zielen gleichermaßen auf den größtmöglichen CO2-Minderungseffekt unter Berücksichtigung der tatsächlichen Realisierbarkeit (z. B. in Bezug auf den jeweiligen politischen und rechtlichen Rahmen, die Verfügbarkeit von Roh- und Einsatzstoffen sowie erneuerbarer Energien als auch entsprechender Infrastrukturen) bzw. der wirtschaftlichen Realisierbarkeit ab. Die wesentlichen Elemente des Klimaschutzprogramms greentec steel umfassen im Überblick (Referenzjahr 2019 für Scope 1 und Scope 2):
- » Bis 2029: Phase 1 mit Zielsetzung minus 30 %
greentec steel umfasst im ersten Schritt ein Investitionsvolumen von rund 1,5 Mrd. EUR. Damit werden zunächst an den Standorten Linz und Donawitz zwei grünstrombetriebene Elektrolichtbogenöfen installiert und zwei kohlebasierte Hochofenaggregate stillgelegt. Je nach Qualitätsanforderungen kommt dabei ein Mix der Einsatzstoffe aus Schrott, flüssigem Roheisen und HBI („Hot Briquetted Iron“) zum Einsatz. Das benötigte HBI bezieht die voestalpine primär über die Direktreduktionsanlage in Texas/USA, die sich seit 2022 mehrheitlich im Besitz eines globalen Stahlproduzenten befindet, 20 % gehören der voestalpine mit entsprechend langfristig gesicherten Abnahmeverträgen.
Nach Erhalt der Förderzusage in Höhe von 90 Mio. EUR von der österreichischen Bundesregierung im Rahmen des aus der Umweltförderung im Inland dotierten Programms „Transformation der Industrie“ und den Anlagen- und Lieferanten-Entscheidungen ist zwischenzeitlich der Baubeginn erfolgt. Der Abschluss des Verfahrens zur Umweltverträglichkeitsprüfung für die erforderliche Ertüchtigung des Stromnetzes ist am Standort Donawitz abgeschlossen und am Standort Linz zum Zeitpunkt der Berichtserstellung bevorstehend. Nach geplanter Fertigstellung 2027 können nach erfolgtem Hochlauf jährlich 2,5 Mio. t CO2-reduzierten Stahls erzeugt werden.
- » Ab 2030 bis 2035: Phase 2 mit angestrebten minus 50 %
Fokus auf direkte CO2-Vermeidung durch weiteren Ersatz fossiler Roheisenerzeugungskapazitäten sowie voraussichtlich ergänzende Nutzung von CO2-Abscheide- und -Verwertungstechnologien (Carbon Capture Utilization bzw. Storage).
- » Bis spätestens 2050: Phase 3 mit Zielsetzung Net-Zero-Emissionen
Fokus auf Ersatz der verbleibenden fossilen Roheisenkapazitäten unter Einsatz von fossilfreien Energieträgern, etwa „grünem“ Wasserstoff und Bioenergien, sowie Abscheidung von CO2 (CCUS) mit dem Ziel größtmöglicher Flexibilität bei gleichzeitig tatsächlich wirtschaftlicher Realisierbarkeit der Net-Zero-Strategie. Finale Entscheidungen werden in Übereinstimmung mit Investitionszyklen und nach Maßgabe der dann absehbaren Voraussetzungen erst zu einem späteren Zeitpunkt getroffen.
Für das zukunftsgerichtete Klimaschutzprogramm greentec steel, welches sich über mehrere Jahre erstreckt und im ersten Schritt Investitionen im Umfang von rund 1,5 Milliarden Euro umfasst, sind mögliche Risiken in unterschiedlicher Ausprägung aufgrund der Komplexität des Gesamtprojekts, zeitlicher Planänderungen und mit Blick auf die internen und externen Finanzierungsmöglichkeiten nicht auszuschließen. Grundsätzlich wird für wichtige Teilprojekte wie beispielsweise den Bau der Elektrolichtbogenöfen auf erfahrene Anlagenbauer:innen zurückgegriffen. Insbesondere werden Risikoanalysen zu erwarteten Kostensteigerungen stetig in einer Projektorganisation detailliert festgehalten und Maßnahmen entwickelt und evaluiert. Hierzu wird regelmäßig an den Vorstand und Aufsichtsrat der voestalpine AG berichtet. Derzeit stuft die voestalpine eine finanzielle Belastung über das geschätzte Investitionsvolumen hinaus als unwahrscheinlich ein. Die installierte greentec steel-Projektmanagementorganisation beobachtet ebenso die der Investitionsentscheidung zugrunde liegenden Basisannahmen wie Absatzerwartungen, Rohstoff- und Energiepreisprämissen sowie deren Verfügbarkeiten und regulatorische Veränderungen. Die Entwicklungen werden stetig mit der aktuellen Lage und dem Projektfortschritt abgeglichen. greentec steel bietet unterschiedliche technologische Optionen (wie Elektrifizierung, Wasserstofftechnologien, Einsatz von biogenen Energieträgern, etc.) mit hohem CO2-Minderungspotenzial. Der Stufenplan ermöglicht der voestalpine dadurch in der Zielerreichung ein gewisses Maß an Flexibilität, um auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können und zugleich das betriebswirtschaftliche Risiko auf ein handhabbares Ausmaß zu begrenzen.
Mit dem Stufenplan greentec steel zur Transformation der Stahlproduktion wurde das größte Klimaschutzprogramm in Österreich gestartet. Für die erfolgreiche Umsetzung des Stufenplans auch für Phase 2 und Phase 3 braucht es allerdings noch entsprechende Rahmenbedingungen, damit gegenüber anderen Märkten keine Nachteile entstehen. Eine Grundvoraussetzung zur Transformation ist eine ausreichende Verfügbarkeit von Energie aus erneuerbaren Quellen zu wirtschaftlich darstellbaren, wettbewerbsfähigen Preisen.
Weitere mit greentec steel verbundene Risiken (wie Rohstoff- und Energieverfügbarkeit, Projektmanagement, Unsicherheiten in der Gesetzgebung, Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal) sind den nachfolgenden Kapiteln zu entnehmen.
CO2-reduzierter Stahl wird schon jetzt in Form der greentec steel Edition an knapp 40 Kund:innen geliefert. Somit wird die voestalpine dem steigenden Bedürfnis nach innovativen Produktlösungen schon jetzt gerecht.
- » ROHSTOFFVERFÜGBARKEIT, ENERGIEVERSORGUNG
Zur langfristigen Absicherung der Rohstoff- und Energieversorgung in den erforderlichen Qualitäten und Mengen verfolgt der voestalpine-Konzern bereits seit vielen Jahren eine den erhöhten politischen und wirtschaftlichen Risiken dieses globalisierten Marktes entsprechende diversifizierte Beschaffungsstrategie. Diese wird auch aufgrund der unterschiedlichen Dekarbonisierungsaktivitäten sowie durch geopolitische Entwicklungen (wie den Ukraine-Konflikt) zusätzlich bekräftigt.
- » So sind zum Beispiel seit Beginn des Ukraine-Krieges, um die Versorgung der Produktionswerke (insbesondere der Stahlwerke in Österreich) mit relevanten Rohstoffen (wie z. B. Erz, Erzpellets, PCI-Kohle, Legierungen) sicherzustellen, alternative Bezugsquellen und Transportwege aktiviert. Das Halten von Vorräten an kritischen Rohstoffen (wie bei Erz und Kohle) trägt ebenfalls dazu bei, kurzfristige Versorgungsengpässe zu überbrücken.
- » Weiters hat sich der voestalpine-Konzern vertraglich eigene Gasspeicherkapazitäten gesichert, um die Gasversorgung (insbesondere für die Wärmebehandlung und für die Walzwerke an den österreichischen Standorten) sicherzustellen. Mit einem damit bestehenden Gasspeichervorrat von 1,5 TWh kann im Ernstfall bei völligem Ausfall der externen Versorgung drei Monate lang der Vollbetrieb bzw. in Abhängigkeit von der jeweiligen Produktionsfahrweise ein Teilbetrieb über einen entsprechend längeren Zeitraum aufrechterhalten werden. Darüber hinaus wurde und wird mit bestehenden wie auch neuen Lieferant:innen an der laufenden Ausweitung der Gasbezugsquellen gearbeitet. So werden zum Beispiel verstärkt Gaslieferungen aus nicht-russischer Provenienz abseits der konventionellen russisch/ukrainischen Transportrouten nach Österreich weitertransportiert, die für den laufenden Betrieb genutzt werden. Bei einem möglichen Gasengpass würden zudem Notfallpläne in Kraft treten, bei denen die Produktion schrittweise an die verfügbaren Energiemengen angepasst werden könnte. Nicht zuletzt wäre es durch die internationale Ausrichtung des Konzerns mit weltweit 500 Gesellschaften und Standorten – und damit zahlreichen nicht betroffenen Standorten außerhalb Europas – möglich, Produktionsengpässe zum Teil auch zu kompensieren. Durch die rasche Anpassung der Versorgungs- und Logistikprozesse an die neuen Herausforderungen könnten Engpässe vermieden werden.
- » Langfristige Lieferbeziehungen, langfristige Lieferverträge, die weitere Ausweitung des Lieferant:innen-Portfolios sowie Optimierung der Eigenversorgung und der Kreislaufwirtschaft (zum Beispiel sollen im Bereich Schrott durch weiteren Ausbau bzw. Aufbau von Liefermöglichkeiten mit Kund:innen, Lieferant:innen und Prozesspartner:innen die Möglichkeiten einer Circular Economy entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter intensiviert werden) bilden die Kernelemente einer diversifizierten Beschaffungsstrategie, die angesichts der geopolitischen Ereignisse und auch der gegebenen Volatilität auf den Rohstoffmärkten noch zusätzlich an Bedeutung gewonnen haben (Näheres dazu im Kapitel „Rohstoffe“ dieses Lageberichtes).
Entwicklungen zur Energie- und insbesondere zur Erdgas- bzw. zur Rohstoffversorgung werden insbesondere auch auf Basis geopolitischer Entwicklungen laufend beobachtet und im regelmäßigen Austausch zwischen Expert:innen und Vorstand bewertet.
Im Bereich der Energieversorgung wird die Erschließung alternativer Energieressourcen laufend untersucht und vorangetrieben. Motivation dafür sind nicht nur der eingangs erwähnte Ukraine-Krieg und die damit verbundenen Aktivitäten zur Stärkung der Resilienz, sondern insbesondere auch die aus den Dekarbonisierungsaktivitäten entstehenden Änderungen der Energiebedarfe. Hier stehen neben dem konsequenten Ausbau der eigenen Erneuerbaren-Kapazitäten und dem Bezug von erneuerbarer Energie aus langfristigen PPAs (Power Purchase Agreements) zahlreiche Forschungs- und Demonstrationsprojekte in den Bereichen Wasserstoff, Biogas und Biomasse sowie Vorhaben in alternativen Eisen- und Stahlherstellungstechnologien (wie beispielsweise „H2FUTURE“ [Wasserstoffpilotanlage], „HYFOR“ [Hydrogen-Based Fine-Ore Reduction] und Smelter sowie „SuSteel“ [Sustainable Steelmaking]) weiterhin im Mittelpunkt. Die weitere Optimierung der Energieeffizienz in Produktionsprozessen wird ebenfalls laufend untersucht und vorangetrieben. Forschungsaktivitäten im Bereich CO2-Abscheidung und -Verwendung (CCUS) ergänzen das Gesamtbild.
- » ROHSTOFF- UND ENERGIEPREISABSICHERUNG
Ziele, Grundsätze, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sowie Methodik, Abläufe und Entscheidungsprozesse für den Umgang mit Rohstoff- und Energiepreisrisiken sind in einer internen Richtlinie festgelegt. Darauf aufbauend und unter Berücksichtigung individueller Besonderheiten des Geschäftsmodells der jeweiligen Konzerngesellschaft werden Preissicherungen in Form von kurzfristigen Lieferverträgen mit Fixpreisvereinbarung oder in Form von derivativen Finanzkontrakten vorgenommen. Ein neues Instrument, das zur langfristigen Absicherung von Strompreisschwankungen angewendet wird, sind PPAs (Power Purchase Agreements). Je nach Geschäftsmodell der betroffenen Konzerngesellschaft können Änderungen der Energie- und Rohstoffpreise überwiegend bzw. zeitverzögert an Kund:innen weitergegeben werden. In diesem Fall ist es das Ziel des Risikomanagements, die kalkulierten Deckungsbeiträge der Verkaufsverträge abzusichern. Dem Rohstoffrisiko- und Energierisiko-Management unterliegen Eisenerz, Koks, Kokskohle, Zink, Nickel, CO2, Kobalt und Energien (Strom, Erdgas). Ziel ist die Reduktion der Ergebnisschwankung aus der Volatilität der Rohstoff- und Energiepreise auf jene Größe, die im Einklang mit dem Grundsatz der konservativen Finanzpolitik im Sinne der Finanzverfassung des voestalpine-Konzerns steht. Die zugrunde liegende Richtlinie wurde im laufenden Geschäftsjahr einer Aktualisierung unterzogen, dabei wurde insbesondere auch das Thema Energien an neue Gegebenheiten angepasst. Auf das Thema der Versorgungssicherheit (Beschaffungsrisiko) wurde bereits unter „Rohstoffverfügbarkeit, Energieversorgung“ eingegangen. Die umfassenden Maßnahmen tragen dazu bei, finanzielle Stabilität zu gewährleisten und die Resilienz des Unternehmens gegenüber volatilen Märkten zu stärken und relevante Risiken mit der erforderlichen Flexibilität effektiv zu managen.
- » STÖRUNGEN VON LOGISTIK- UND LIEFERKETTEN
Generell können globale Lieferketten durch geopolitische Konflikte (wie z. B. den aktuellen Ukraine-Krieg) oder durch andere Ereignisse (wie z. B. eine Pandemie) unterbrochen werden. Dabei kann es von Seiten der Lieferant:innen, von Seiten der Kund:innen, durch Störungen in den Transportwegen sowie durch etwaige Sanktionen bzw. Embargos zu Einschränkungen kommen. Die Fokussierung auf weniger anfällige Lieferketten und die gleichzeitige Verbreiterung der logistischen Optionen haben schon in der Vergangenheit bzw. auch aktuell die Ausfallsicherheit (z. B. bei Rohstofftransporten) sowie die Widerstandsfähigkeit unserer Logistik- und Lieferketten deutlich erhöht. Diversifizierte Beschaffungsstrategien und Lieferketten dienen dem bestmöglichen Schutz und der Resilienz gegen unvorhergesehene Ereignisse.
- » AUSWIRKUNGEN EINER PANDEMIE
Das im Zuge der COVID-19-Pandemie initiierte konzernale Krisenmanagement wurde bereits Ende des Geschäftsjahres 2022/23 „on hold“ gesetzt. Das angewandte Krisenmanagement, festgelegte Maßnahmen sowie gewonnene Erkenntnisse wurden bewertet und sind in einem allgemeinen Pandemieleitfaden zusammengeführt, um im etwaigen Ereignisfall (z. B. Epidemie oder erneute Pandemie) den Auswirkungen bestmöglich entgegenwirken zu können. Entwicklungen dazu werden beobachtet, um im Bedarfsfall das konzernale Krisenmanagement in angepasster Form erneut in Kraft zu setzen.
- » AUSFALL VON PRODUKTIONSANLAGEN
Zur Minimierung eines Ausfallrisikos bei kritischen Anlagen wurden und werden gezielte und umfangreiche Investitionen in technische Optimierungen der sensiblen Aggregate getätigt. Außerdem werden erforderliche Modernisierungs- sowie Ersatzinvestitionen langfristig geplant. Eine konsequente, systematische und vorbeugende Instandhaltung, die risikoorientierte Vorhaltung kritischer Reserveteile sowie Schulungen der Mitarbeiter:innen stellen weitere ergänzende Maßnahmen dar, um die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Anlagen laufend zu verbessern und das Ausfallrisiko weiter zu minimieren. Darüber hinaus wurden für wesentliche Anlagen entsprechende Notfallpläne zur Minimierung etwaiger Auswirkungen und zum geregelten Wiederanfahren festgelegt.
Bezüglich einer plötzlichen ungeplanten Unterbrechung der Stromversorgung („Blackout“) sind an den wesentlichen Standorten kritische Anlagen und Prozesse mit Notstromaggregaten abgesichert. Diese können für einen eingeschränkten Teilbetrieb, für Notfahrweisen bzw. im Extremfall für ein kontrolliertes Herunterfahren der Anlagen genutzt werden. Zusätzlich wird z. B. am Standort Linz ein eigenes Kraftwerk inkl. Schwarzstartfähigkeit betrieben. Dafür stehen interne Sondernetze (eigene, in sich geschlossene, abgeschottete Bereiche) zur Verfügung. Es erfolgen regelmäßige Übungen zu unterschiedlichen Szenarien (wie z. B. Test der Notstromaggregate, Test der Notfall- und Kommunikationspläne bei unterschiedlichen Ausfallszenarien), um im Ereignisfall bestmöglich vorbereitet zu sein.
Vorhandene Notfallpläne werden von den jeweiligen Expert:innen regelmäßig bewertet und bei Bedarf entsprechend an neue bzw. geänderte Gegebenheiten angepasst.
- » IT, AUSFALL VON IT-SYSTEMEN
Serviceleistungen für Geschäfts- und Produktionsprozesse, die hauptsächlich auf komplexen IT-Systemen basieren, werden an den meisten Konzernstandorten durch zu 100 % im Besitz der voestalpine AG befindliche IT-Tochtergesellschaften (voestalpine group-IT GmbH in Österreich und deren Schwesterunternehmen in Deutschland, Brasilien und China) erbracht. Aufgrund der hohen Bedeutung von IT-Sicherheit und IT-Verfügbarkeit bzw. zur weiteren Minimierung möglicher IT-Ausfalls- und IT-Sicherheitsrisiken sind sicherheitstechnische IT-Mindeststandards inkl. Vorgaben zum Business Continuity Management verfügbar, welche regelmäßig an neue Gegebenheiten angepasst werden und deren Einhaltung jährlich in Form von internen und externen Audits überprüft wird. Das hoch qualifizierte Security Operation Center (SOC) der voestalpine sorgt laufend für die Erkennung und Behebung von sicherheitsrelevanten Vorfällen und trägt so auch zur Prävention bei. Um das Risiko unberechtigter Zugriffe auf IT-Systeme und Anwendungen zu reduzieren, werden regelmäßig Penetrationstests durchgeführt. Auch im vergangenen Geschäftsjahr wurden umfangreiche Online-Kampagnen zur Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen für Sicherheitsthemen, insbesondere für die Gefahren durch Phishing-Angriffe, initiiert. Eine interne Arbeitsgruppe sammelt Informationen über etwaige Cyber-Fraud-Angriffe (z. B. Social Engineering, CEO-Fraud, Zahlungs-/ Lieferumleitung, Phishing) und entwickelt Präventivmaßnahmen, die auf ihre Wirksamkeit überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Alle diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Risiko und die Ausfallzeit von IT-Systemen aufgrund von z. B. Cyber-Angriffen, menschlichem Versagen, Manipulation, Hardwaredefekten und ähnlichen Ursachen bestmöglich zu reduzieren bzw. so gering wie möglich zu halten.
Im voestalpine-Konzern stellen Mitarbeiter:innen mit deren Kompetenz und Einsatz einen maßgeblichen Erfolgsfaktor dar. Die Positionierung der voestalpine AG als attraktive Arbeitgeberin einerseits sowie Maßnahmen zur Mitabeiter:innen-Bindung andererseits sollen die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften im erforderlichen Ausmaß sicherstellen. Laufende Aus- und Weiterbildung, faire Arbeitsbedingungen und -konditionen, eine moderne Arbeitsumgebung sowie vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten sind einzelne diesbezügliche Aspekte. Einen weiteren Schwerpunkt stellt auch die interne Lehrlingsausbildung dar.
- » WISSENSMANAGEMENT/PROJEKTMANAGEMENT
Zur nachhaltigen Sicherung des vorhandenen Wissens, insbesondere zur Absicherung vor Know-how-Verlust, wurden in der Vergangenheit anspruchsvolle Projekte initiiert, die konsequent weiterentwickelt bzw. angepasst werden. Neben einer permanenten Dokumentation des vorhandenen Wissens werden neue Erkenntnisse aus wesentlichen Projekten, aber auch aus ungeplanten Vorfällen – im Sinne von „lessons learned“ – entsprechend umgesetzt. Detaillierte Prozessdokumentationen, vor allem auch im IT-gestützten Bereich, tragen ebenfalls zur Sicherung des vorhandenen Wissens bei.
Etwaigen Risiken aus Projekten (wie z. B. aus Großprojekten, aus Investitionen bzw. aus dem Projektgeschäft) wird durch den Einsatz unterschiedlichster Projekt-Management-Tools sowie durch entsprechendes Projekt-Monitoring - und je nach Größe des Projektes auch durch regelmäßige Projektaufsichtssitzungen unter Einbindung des Top-Managements - entgegengewirkt. Dies betrifft insbesondere auch etwaige Hochlauf- bzw. Kostensteigerungsrisiken. Erkenntnisse aus früheren Aktivitäten werden im Sinne von „lessons learned“ ebenfalls gesammelt und bilden die Basis in der kontinuierlichen Weiterentwicklung bestehender Werkzeuge zur konsequenten Anwendung bei künftigen Vorhaben.
Compliance-Verstöße (wie z. B. Kartell- und Korruptionsverstöße) stellen ein erhebliches Risiko dar und können zu nachteiligen Auswirkungen – sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch Reputationsschäden – führen. Durch ein konzernales Compliance Management System soll diesen Risiken und insbesondere etwaigen Kartell- und Korruptionsverstößen entgegengewirkt werden. Themenbezogene Präsenzschulungen wie auch E-Learnings sind Teil dieses Systems.
- » RISIKEN DER VERLETZUNG DATENSCHUTZRECHTLICHER BESTIMMUNGEN
Die Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen kann sich finanziell nachteilig auswirken und zu Reputationsschäden führen. Basierend auf den konzernweit gültigen Datenschutzrichtlinien ist eine Datenschutzorganisation eingerichtet, welche das Management der Konzerngesellschaften darin unterstützt, seine Verantwortung wahrzunehmen, die gesetzlichen und konzerninternen Datenschutzvorschriften einzuhalten. Ein themenbezogenes E-Learning stellt eine ergänzende Maßnahme dar.
- » RISIKEN AUS ELEMENTAREREIGNISSEN, PHYSISCHE KLIMARISIKEN
Die mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehenden kurz- und mittelfristigen physischen Risiken aus Elementarereignissen (wie z. B. Brand, Hoch- oder Niederwasser sowie schwankende Wasserpegel, Schneelast, Trockenheit, starke Winde und Stürme, Temperaturschwankungen) wurden im Rahmen der Umsetzung der EU-Taxonomie-Verordnung ermittelt. Dabei wurden detaillierte Klimarisiken- und Vulnerabilitätsanalysen für relevante Betriebsstandorte durchgeführt. Mithilfe eines simulationsbasierten Softwaretools wurden physische Klimarisiken identifiziert, quantifiziert und offengelegt. Starke Regenfälle, Überflutungen und Murenabgänge sind für den voestalpine-Konzern wesentliche physische Klimarisiken. Daraus abgeleitet wurden entsprechende Vorsorgemaßnahmen getroffen. Dazu zählen unter anderem bauliche und technische Maßnahmen, wie z. B. Hochwasserschutz, Brandmelder, Sprinkleranlagen bzw. auch Logistikanpassungen bei z. B. Niederwasser. Im Zuge von regelmäßigen Übungen, dem Test bestehender Notfallpläne sowie durch Begehungen und „risk-surveys“ mit Versicherungsunternehmen werden vorhandene Vorsorgemaßnahmen auf Aktualität bzw. Vollständigkeit geprüft und bei Bedarf an neue Gegebenheiten angepasst bzw. erweitert. Der bestehende Versicherungsschutz zu Elementarereignissen und auch zu anderen Risiken wird gemeinsam mit unserem internen Versicherungsunternehmen (voestalpine Insurance Broker GmbH) regelmäßig auf Aktualität geprüft. Getroffene Maßnahmen werden regelmäßig auf Wirksamkeit geprüft, um Risiken zu managen und um dem Voranschreiten des Klimawandels bestmöglich entgegenzusteuern. Weitere Ausführungen sind dem jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht (Corporate Responsibility Report) zu entnehmen (dieser Bericht wird im kommenden Geschäftsjahr in den Lagebericht integriert).
- » WEITERE RISIKEN DER NACHHALTIGKEIT
Mögliche Nachhaltigkeitsrisiken und damit verbundene Themen wie Klima- und Umweltschutz, Sozial- und Arbeitnehmer:innen-Belange, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption werden inklusive deren Auswirkungen auf allen Ebenen und im Einklang mit der konzernalen Nachhaltigkeitsstrategie berücksichtigt.
- » Hinsichtlich der Auswirkungen der Klima- und Energiepolitik auf den voestalpine-Konzern inkl. der Dekarbonisierungsstrategie wird auch auf die Erläuterungen im Anhang unter Punkt B Auswirkungen Nachhaltigkeitsstrategie – Dekarbonisierung und grüne Transformation verwiesen.
- » Nachhaltigkeitsthemen – u. a. die Themen Klimaschutz und Risikomanagement – werden auch in einem gesonderten und jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht behandelt (dieser Corporate Responsibility Report wird in Übereinstimmung mit den internationalen GRI-Standards erstellt), darüber hinaus befinden sich nähere Ausführungen zum Thema CO2 im Lagebericht im Kapitel Umwelt.
Weiters wurden entsprechende Aktivitäten zum Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz initiiert, Prozessvorgaben an betroffenen Standorten sind ausgerollt bzw. in Abarbeitung. Entwicklungen zu Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzen werden weiterhin laufend beobachtet und bewertet.
- » RISIKEN AUS DEM FINANZBEREICH
Betreffend Richtlinienkompetenz, Strategiefestsetzung und Zieldefinition ist das finanzielle Risikomanagement zentral organisiert. Das bestehende Regelwerk beinhaltet Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen sowohl für das Konzern-Treasury als auch für den Finanzbereich der einzelnen Konzerngesellschaften. Finanzielle Risiken werden ständig beobachtet und – wo sinnvoll – abgesichert. Die Strategie im Bereich des Fremdwährungsrisikomanagements zielt insbesondere auf die Erzielung von Natural Hedges und bei den anderen Risiken (Zinsen und Rohstoffe) auf eine Verminderung der Schwankungen der Cashflows und der Erträge sowie eine Absicherung der Deckungsbeiträge ab. Die Absicherung der Marktrisiken erfolgt zu einem hohen Anteil mit derivativen Finanzinstrumenten, die ausschließlich in Verbindung mit einem Grundgeschäft verwendet werden.
Im Einzelnen werden Finanzierungsrisiken durch folgende Maßnahmen abgesichert:
Liquiditätsrisiken bestehen im Allgemeinen darin, dass ein Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage ist, den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die bestehenden Liquiditätsreserven versetzen die Gesellschaft in die Lage, auch in Krisenzeiten ihre Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist neben der Liquiditätsreserve eine exakte Finanzplanung, die quartalsweise revolvierend erstellt wird. Anhand der konsolidierten Ergebnisse wird der Bedarf an Finanzierungen und Kreditlinien bei Banken durch das zentrale Konzern-Treasury ermittelt. Der geplante Liquiditätsbedarf der nächsten zwölf Monate soll durch eine Liquiditätsreserve abgedeckt sein. In der Bankenpolitik wird auf eine Streuung der Finanzpartner:innen Wert gelegt, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Es wird weiterhin hoher Wert auf die Steigerung der internen Finanzierungskraft gelegt.
Das Bonitätsrisiko bezeichnet Vermögensverluste, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner:innen entstehen können. Das Bonitätsrisiko der Grundgeschäfte ist durch einen hohen Anteil an Kreditversicherungen und bankmäßigen Sicherheiten (Garantien, Akkreditive) weitestgehend abgesichert. Das Ausfallrisiko für das verbleibende Eigenrisiko wird durch definierte Prozesse der Bonitätsbeurteilung, Risikobewertung, Risikoklassifizierung und Bonitätsüberwachung gemanagt. Durch den aktuellen Ukraine-Krieg kam es in der Vergangenheit in den einzelnen Kund:innen-Segmenten zu keinen nennenswerten Kürzungen von Limits durch die Kreditversicherungen und zu keiner Häufung an Forderungsausfällen. Das Bonitätsrisiko der Geschäftspartner:innen von finanziellen Kontrakten wird durch ein tägliches Monitoring des Ratings und der Veränderung der CDS-Levels (Credit Default Swap) der Kontrahent:innen gesteuert. Darauf aufbauend werden Veranlagungslimite gewichtet nach der Ausfallwahrscheinlichkeit allokiert.
Vorrangiges Ziel des Fremdwährungsrisikomanagements ist es, durch Bündelung der Cashflows einen Natural Hedge (Cross Currency Netting) im Konzern zu erzielen. Eine Absicherung erfolgt dabei zentral durch den Abschluss von derivativen Sicherungsinstrumenten durch das Konzern-Treasury. Die voestalpine AG sichert die budgetierten Fremdwährungszahlungsströme (netto) mit einem Horizont von bis zu zwölf Monaten ab. Längerfristige Absicherungen werden nur bei kontrahierten Projektgeschäften durchgeführt. Die Sicherungsquote liegt zwischen 25 % und 100 % der budgetierten Zahlungsströme innerhalb der nächsten zwölf Monate, wobei die Höhe der Sicherungsquote vom Geschäftsmodell der jeweiligen betroffenen Konzerngesellschaft abhängt. Darüber hinaus nimmt die Sicherungsquote mit der Laufzeit generell ab.
Die Zinsrisikobeurteilung erfolgt für den gesamten Konzern zentral in der voestalpine AG. Hier wird insbesondere das Cashflow-Risiko (Risiko, dass sich der Zinsaufwand bzw. Zinsertrag zum Nachteil verändert) gemanagt. Mit Stichtag 31. März 2024 würde die Erhöhung des Zinsniveaus um einen Prozentpunkt zu einer Reduktion des Nettozinsaufwands aus Bankdarlehen und Kapitalmarktverbindlichkeiten im nächsten Geschäftsjahr in Höhe von 0,5 Mio. EUR führen. Dies ist jedoch eine Stichtagsbetrachtung, die im Zeitverlauf zu Schwankungen führen kann.
Eine Preisrisikobeurteilung findet ebenfalls in der voestalpine AG statt, zur Quantifizierung des Zins- und Währungsrisikos werden insbesondere Szenario-Analysen eingesetzt.
UNSICHERHEITEN IN DER GESETZGEBUNG
Änderungen in der Gesetzgebung – wie zum Beispiel Vorgaben zum Klima- und Umweltschutz bzw. zur Energiepolitik – können zu geänderten Produktionsbedingungen und zu einem geänderten Kaufverhalten führen. Generell besteht aufgrund regulatorischer Vorgaben das langfristige Risiko einer mangelnden Wettbewerbsfähigkeit. Im Vergleich zum internationalen Wettbewerb hohe Energiekosten sowie notwendige Investitionen zur Umsetzung der Klimaschutzziele gefährden zunehmend die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Standorte.
Geopolitische Konflikte, insbesondere der Ukraine-Krieg, können zu neuen bzw. zusätzlichen Sanktionen sowie Embargos führen, was in weiteren Einschränkungen im gesamten europäischen Wirtschaftsraum bzw. der Weltwirtschaft mit wiederum schwer abschätzbaren Folgen resultieren kann.
Rechtslage bzw. Gesetzesentwürfe sowie etwaige Auswirkungen aufgrund geopolitischer Konflikte werden laufend beobachtet.
KONJUNKTURELLE RISIKEN
Basierend auf Erkenntnissen aus Wirtschafts- und Finanzkrisen der Vergangenheit bzw. deren Auswirkungen auf den voestalpine-Konzern und insbesondere aus Krisen der jüngsten Vergangenheit (wie Ukraine-Krieg, Zins- und Inflationsentwicklungen, COVID-19-Pandemie) wurden und werden zusätzliche – vor allem unternehmerische – Maßnahmen zur Risikominimierung gesetzt. Deren konsequente Anwendung und Weiterverfolgung zielt insbesondere darauf ab,
- » die negativen Folgen selbst einer rezessiven Konjunkturentwicklung auf das Unternehmen durch entsprechende planerische Vorkehrungen zu minimieren,
- » die hohe Produktqualität bei gleichzeitiger permanenter Effizienzsteigerung und laufender Kostenoptimierung aufrechtzuerhalten,
- » die Versorgungssicherheit bestmöglich sicherzustellen,
- » Preisvolatilitäten, insbesondere bei Energien und Rohstoffen, durch geeignete Werkzeuge und Maßnahmen bestmöglich abzufedern bzw. auch an Kund:innen weiterzugeben,
- » ausreichend finanzielle Liquidität auch im Falle enger Finanzmärkte zur Verfügung zu haben sowie
- » das innerbetriebliche Know-how im Hinblick auf den langfristigen Ausbau der Qualitäts- und Technologieführerschaft noch effizienter als bisher abzusichern.
In einem nach wie vor schwierigen konjunkturellen Umfeld werden etwaige Konsequenzen aus globalen (Handels-)Konflikten sowie Auswirkungen geänderter geopolitischer Rahmenbedingungen laufend beobachtet.
Für die in der Vergangenheit im voestalpine-Konzern festgestellten Risiken wurden konkrete Absicherungsmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt. Diese Maßnahmen zielen auf eine Senkung der potenziellen Schadenshöhe und/oder auf eine Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit ab. Es ist festzuhalten, dass die operativen Risiken des voestalpine-Konzerns – abgesehen von globalen Krisen und deren Auswirkungen – aus heutiger Sicht begrenzt und überschaubar sind und den Fortbestand des Unternehmens nicht gefährden.
BERICHT ÜBER WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS IM HINBLICK AUF DEN
RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS
Gemäß § 243a Abs. 2 UGB sind im Lagebericht von österreichischen Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben.
Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstandes. Der Vorstand der voestalpine AG hat dazu konzernweit verbindlich anzuwendende Richtlinien verabschiedet. Der dezentralen Struktur des voestalpine-Konzerns folgend, ist die lokale Geschäftsführung jeder Konzerngesellschaft zur Einrichtung und Ausgestaltung eines den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens entsprechenden internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie zur Einhaltung der in diesem Zusammenhang bestehenden konzernweiten Richtlinien und Vorschriften verpflichtet.
Der gesamte Prozess, von der Beschaffung bis zur Zahlung, unterliegt strengen konzerneinheitlichen Richtlinien, welche die mit den Geschäftsprozessen in Zusammenhang stehenden Risiken auf ein Minimum reduzieren sollen. In diesen Konzernrichtlinien sind Maßnahmen und Regeln zur Risikovermeidung festgehalten, wie etwa strikte Funktionstrennungen, Unterschriftenordnungen sowie insbesondere auch ausschließlich kollektive und auf wenige Personen eingeschränkte Zeichnungsberechtigungen für Zahlungen (Vieraugenprinzip). Kontrollmaßnahmen in Bezug auf die IT-Sicherheit stellen in diesem Zusammenhang einen Eckpfeiler des Internen Kontrollsystems dar. So wird die Trennung bzw. Segmentierung von sensiblen Tätigkeiten durch eine generell restriktive Vergabe von IT-Berechtigungen unterstützt. Für die Rechnungslegung in den einzelnen Konzernunternehmen wird im Wesentlichen die Software SAP verwendet. Die Ordnungsmäßigkeit dieser SAP-Systeme wird unter anderem auch durch direkt im System eingerichtete automatisierte Geschäftsprozesskontrollen gewährleistet. Berichte über kritische Berechtigungen und Berechtigungskonflikte werden in automatisierter Form generiert.
Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses werden bei vollkonsolidierten Gesellschaften deren Werte in das konzerneinheitliche Konsolidierungs- und Berichtssystem übernommen. Konzernweit einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Erfassung, Buchung und Bilanzierung von Geschäftsfällen sind im voestalpine-Konzernbilanzierungshandbuch geregelt und verbindlich für alle Konzerngesellschaften. Zur weitestmöglichen Vermeidung von Fehldarstellungen sind einerseits automatische Kontrollen im Berichts- und Konsolidierungssystem, andererseits aber auch zahlreiche manuelle Prüfungen implementiert. Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht und Diskussion der Periodenergebnisse durch das Management bis hin zur spezifischen Überleitung von Konten. Die zusammenfassende Darstellung der Organisation des Berichtswesens im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess erfolgt im Controlling-Handbuch der voestalpine AG. Aus den Rechnungswesen- bzw. Controlling-Abteilungen der einzelnen Gesellschaften ergehen Monatsberichte mit Key Performance Indicators (KPIs) an ihre jeweiligen Geschäftsführer:innen und die Divisionsvorstände sowie nach Genehmigung an den Holdingbereich Corporate Accounting & Reporting zur Verdichtung, Konsolidierung und Berichtslegung an den Konzernvorstand. Im Rahmen der Quartalsberichterstattung wird eine Reihe von Zusatzinformationen wie detaillierte Soll-Ist-Vergleiche in ähnlichem Ablauf erstellt. Quartalsweise erfolgen ein Bericht an den jeweiligen Aufsichtsrat, das entsprechende Board oder den Beirat der Gesellschaften sowie ein konsolidierter Bericht an den Aufsichtsrat der voestalpine AG.
Neben den operativen Risiken unterliegt auch die Rechnungslegung dem konzernalen Risikomanagement. In diesem Zusammenhang werden regelmäßig mögliche Risiken in Bezug auf die Rechnungslegung erhoben und Maßnahmen zu deren Vermeidung getroffen. Der Fokus wird dabei auf jene Risiken gelegt, die unternehmenstypisch als wesentlich zu erachten sind. Die Überwachung der Einhaltung des Internen Kontrollsystems einschließlich der erforderlichen Qualitätsstandards erfolgt laufend im Rahmen von Revisionsprüfungen auf Ebene der Konzerngesellschaften. Die Interne Revision arbeitet dabei eng mit den verantwortlichen Vorständen und Geschäftsführer:innen zusammen. Sie ist direkt der:dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt und berichtet periodisch an den Vorstand und in der Folge an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates der voestalpine AG.
BESTAND AN
EIGENEN AKTIEN
In der Hauptversammlung vom 7. Juli 2021 wurde der Vorstand für eine Geltungsdauer von 30 Monaten zum Erwerb von eigenen Aktien in Höhe von bis zu 10 % des jeweiligen Grundkapitals ermächtigt. Der Rückkaufspreis darf maximal 20 % unter und maximal 10 % über dem durchschnittlichen Börsenschlusskurs der dem Rückerwerb vorhergehenden drei Börsentage liegen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung am 3. November 2022 Gebrauch gemacht und ein Aktienrückkaufprogramm im Ausmaß von bis zu 10.000.000 Stück Stammaktien (= ca. 5,6 % des Grundkapitals) beginnend mit 10. November 2022 und für eine voraussichtliche Dauer bis 10. Juli 2023 beschlossen. Bis zum 10. Juli 2023 hat die voestalpine AG im Rahmen dieses Rückkaufprogrammes 7.070.000 Stück Stammaktien rückgekauft.
| Eigene Aktien 1.000 Stück | Anteil am Grundkapital % | Anteil am Grundkapital Tsd. EUR |
| | | |
Stand per 31.03.2023 | 5.898,2 | 3,3 | 10.716,0 |
Zugänge in 2023/24 | 1.200,3 | 0,7 | 2.180,8 |
Abgänge in 2023/24 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Stand per 31.03.2024 | 7.098,5 | 4,0 | 12.896,8 |
ANGABEN ZU
KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND KONTROLLRECHTEN UND DAMIT VERBUNDENEN VERPFLICHTUNGEN
Das Grundkapital der voestalpine AG beträgt zum 31. März 2024 324.391.840,99 EUR (31. März 2023: 324.391.840,99 EUR) und ist in 178.549.163 (31. März 2023: 178.549.163) auf Inhaber:innen lautende Stückaktien zerlegt. Stimmrechtsbeschränkungen bestehen nicht (1 share = 1 vote). Der voestalpine AG sind keine Vereinbarungen ihrer Aktionär:innen bekannt, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien beschränken.
Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG, Linz, Österreich, sowie die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung, Linz, Österreich, halten jeweils mehr als 10 % (und weniger als 15 %) am Grundkapital der Gesellschaft. Die Oberbank AG, Linz, Österreich, hält mehr als 5 % (und weniger als 10 %).
Die Stimmrechte der von der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung für die Arbeitnehmer:innen der an der Mitarbeiterbeteiligung teilnehmenden Konzerngesellschaften der voestalpine AG treuhändig gehaltenen Aktien werden durch den Vorstand der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung ausgeübt. Die Art der Ausübung des Stimmrechtes bedarf jedoch der Zustimmung des Beirates der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung. Über die Zustimmung wird im Beirat mit einfacher Mehrheit beschlossen. Der Beirat ist paritätisch von je sechs Personen der Arbeitnehmer:innen- und der Arbeitgeber:innen-Seite besetzt. Der:dem Vorsitzenden des Beirates, die:der von der Arbeitnehmer:innenseite zu besetzen ist, steht ein Dirimierungsrecht zu.
Für Befugnisse des Vorstandes, die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergeben, wie der Erwerb eigener Aktien, genehmigtes oder bedingtes Kapital, wird auf Punkt 17 (Eigenkapital) des Anhangs zum Konzernabschluss 2023/24 verwiesen.
Die 500 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibungen 2017–2024, die 500 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibungen 2019–26, die im April 2023 begebenen 250 Mio. EUR Wandelanleihe 2023–2028, die 50 Mio. EUR Festverzinsliche Privatplatzierte Schuldverschreibung 2019–2031, Schuldscheindarlehen in der Höhe von gesamt 190,5 Mio. EUR und 100 Mio. USD sowie der 2019 abgeschlossene syndizierte Kredit in der Höhe von 1.000 Mio. EUR (Revolving Credit Facility; nicht gezogen) und bilaterale Kreditverträge im Umfang von 355 Mio. EUR und 132,9 Mio. USD enthalten sogenannte Change-of-Control-Klauseln. Gemäß den Bedingungen dieser Finanzierungen steht den Inhaber:innen der Anleihen bzw. den Kreditgeber:innen im Falle des Eintrittes eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft das Recht zu, die Rückzahlung zu verlangen. Eine Änderung in der Kontrolle der voestalpine AG findet gemäß den Bedingungen dieser Finanzierungen mit Ausnahme der 250 Mio. EUR Wandelschuldverschreibungen 2023–2028 statt, wenn eine kontrollierende Beteiligung im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes erworben wird. Bei den 250 Mio. EUR Wandelanleihe 2023-2028 ist ein Kontrollwechsel in § 11 (d) der Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen (siehe www.voestalpine.com Investoren Debt Investor Relations Ausstehende Anleihen) definiert. Neben dem Recht von Anleihegläubiger:innen, bei Eintritt eines Kontrollwechsels die Rückzahlung der Wandelschuldverschreibungen zu verlangen, reduziert ein solcher auch den Wandlungspreis.
Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmer:innen für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
AUSBLICK
Die wirtschaftliche Dynamik im Geschäftsjahr 2023/24 verlief regional und auch in den einzelnen Marktsegmenten sehr unterschiedlich. Aufgrund der globalen Aufstellung und der breiten Diversifikation konnte der voestalpine-Konzern angesichts der wirtschaftlichen Schwäche in Europa ein solides operatives Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaften.
Die aktuellen Trends haben sich mit Beginn des neuen Geschäftsjahres 2024/25 nicht wesentlich verändert. Während Europa zurzeit noch ein stark gedämpftes Wirtschaftswachstum aufweist, ist die Dynamik in Nordamerika trotz hoher Zinsen solide. Brasilien hat sich zuletzt abgekühlt, wohingegen das Wirtschaftswachstum in China aktuell wieder etwas angezogen hat.
Davon ausgehend werden die wirtschaftlichen Entwicklungen für das Geschäftsjahr 2024/25 folgendermaßen eingeschätzt:
In Europa scheint in vielen Segmenten eine wirtschaftliche Bodenbildung stattgefunden zu haben, womit mit einer zumindest stabilen Entwicklung für das Geschäftsjahr 2024/25 gerechnet werden kann. Zusätzlich könnten mögliche Zinssenkungen für positive Impulse im 2. Halbjahr sorgen.
Die Präsidentschaftswahlen machen Prognosen für Nordamerika nicht einfach. Angesichts der bisherigen Resilienz der amerikanischen Wirtschaft gegenüber Zinsanhebungen und geopolitischen Schocks ist eine Fortsetzung des Wachstumstrends aber gut möglich.
Für Südamerika/Brasilien muss mit einem etwas schwächeren Wirtschaftswachstum im Geschäftsjahr 2024/25 im Vergleich zum Vorjahr gerechnet werden.
Die Probleme im Immobiliensektor werden China voraussichtlich auch im laufenden Geschäftsjahr weiter begleiten. Die jüngsten wirtschaftlichen Stimulus-Maßnahmen lassen aber ein Wirtschaftswachstum um den Zielbereich von 5 % als realistisch erscheinen.
Im Hinblick auf die Marktsegmente kann von einer weiteren Fortsetzung des guten Marktumfelds in den Segmenten Eisenbahninfrastruktur, Luftfahrt und Lagertechnik ausgegangen werden. Die Automobilindustrie und der Energiebereich sollten die bisher stabile Entwicklung weitgehend fortsetzen. Die Segmente Bau, Maschinenbau und Konsumgüter dürften zumindest auf dem aktuellen Niveau bleiben. Etwaige positive Impulse, wie etwa Zinssenkungen, könnten im 2. Halbjahr des Geschäftsjahres 2024/25 zu einer Belebung führen.
Unter diesen Annahmen, und keine wirtschaftlichen Verwerfungen aus geopolitischen Entwicklungen vorausgesetzt, erwartet der Vorstand der voestalpine AG für das Geschäftsjahr 2024/25 ein EBITDA in einer Bandbreite von 1,7 bis 1,8 Mrd. EUR.
Strategisch wird das voestalpine-Management im Geschäftsjahr 2024/25 und in den folgenden Jahren die Verarbeitungsaktivitäten des Konzerns global weiter ausbauen und die Umsetzung des Transformationsprojektes greentec steel in Richtung Net-Zero-CO2-Emissionen weiter vorantreiben.
Linz, am 27. Mai 2024
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h. Franz Kainersdorfer e. h. Gerald Mayer e. h.
Reinhard Nöbauer e. h. Carola Richter e. h. Hubert Zajicek e. h.
voestalpine AG
KONZERNBILANZ ZUM 31.03.2024
AKTIVA
| | Anhang
| 01.04.20221 | 31.03.20231 | 31.03.2024 |
A. | Langfristige Vermögenswerte | | | | |
| Sachanlagen | 9 | 5.634,3 | 5.662,5 | 5.965,3 |
| Firmenwerte | 10 | 1.448,6 | 1.331,3 | 1.107,8 |
| Andere immaterielle Vermögenswerte | 10 | 289,9 | 297,7 | 312,8 |
| Anteile an equitykonsolidierten Unternehmen | 12 | 162,7 | 270,0 | 268,5 |
| Andere Finanzanlagen und sonstige Unternehmensanteile | 12 | 70,2 | 72,7 | 77,3 |
| Aktive latente Steuern | 13 | 279,3 | 178,3 | 145,5 |
| | | 7.885,0 | 7.812,5 | 7.877,2 |
B. | Kurzfristige Vermögenswerte | | |
| |
| Vorräte | 14 | 4.904,3 | 5.701,3 | 5.056,9 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 15 | 2.250,5 | 2.110,8 | 2.035,7 |
| Andere Finanzanlagen | 24 | 145,6 | 341,3 | 158,2 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 16 | 842,8 | 1.055,8 | 1.322,1 |
| Kurzfristige Vermögenswerte exkl. IFRS 5 Vermögenswerte | | 8.143,2 | 9.209,2 | 8.572,9 |
| Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | C. | 0,0 | 0,0 | 107,3 |
| Vermögenswerte aus nicht fortgeführten Aktivitäten | C. | 921,5 | 0,0 | 0,0 |
| Kurzfristige Vermögenswerte inkl. IFRS 5 Vermögenswerte | | 9.064,7 | 9.209,2 | 8.680,2 |
| | | | | |
Summe Aktiva | | 16.949,7 | 17.021,7 | 16.557,4 |
| | | | | |
1 Eröffnungsbilanz und Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | Mio. EUR
|
PASSIVA
| | Anhang | 01.04.20221 | 31.03.20231 | 31.03.2024 |
| | | | | |
A. | Eigenkapital | | | | |
| Grundkapital | | 324,3 | 324,3 | 324,3 |
| Kapitalrücklagen | | 664,9 | 664,8 | 677,8 |
| Eigene Aktien | | –1,5 | –177,3 | –214,6 |
| Andere Rücklagen | | –26,2 | –160,6 | –185,4 |
| Gewinnrücklagen | | 5.871,6 | 6.794,7 | 6.586,3 |
| Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens | | 6.833,1 | 7.445,9 | 7.188,4 |
| Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital | | 154,6 | 240,5 | 311,2 |
| | 17 | 6.987,7 | 7.686,4 | 7.499,6 |
| | | | | |
B. | Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | | | | |
| Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen | 18 | 1.082,4 | 938,9 | 949,9 |
| Rückstellungen | 19 | 117,3 | 93,6 | 62,2 |
| Passive latente Steuern | 13 | 74,9 | 86,2 | 84,6 |
| Finanzverbindlichkeiten | 20 | 2.646,2 | 2.242,2 | 1.459,7 |
| | | 3.920,8 | 3.360,9 | 2.556,4 |
| | | | | |
C. | Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | | | | |
| Rückstellungen | 19 | 1.035,9 | 1.055,1 | 922,5 |
| Steuerschulden | | 263,9 | 238,3 | 224,0 |
| Finanzverbindlichkeiten | 20 | 623,9 | 836,6 | 1.688,0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 21 | 2.869,0 | 2.809,2 | 2.654,7 |
| Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring | 22 | 1.153,4 | 1.023,1 | 868,3 |
| Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | | 5.946,1 | 5.962,3 | 6.357,5 |
| Zur Veräußerung gehaltene Verbindlichkeiten | C. | 0,0 | 0,0 | 143,9 |
| Verbindlichkeiten aus nicht fortgeführten Aktivitäten | C. | 95,1 | 12,1 | 0,0 |
| Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten inkl. Verbindlichkeiten aus nicht fortgeführten Aktivitäten | | 6.041,2 | 5.974,4 | 6.501,4 |
| | | | | |
| | | | | |
Summe Passiva | | 16.949,7 | 17.021,7 | 16.557,4 |
| | | | | |
1 Eröffnungsbilanz und Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | Mio. EUR |
voestalpine AG
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG 2023/24
| Anhang | 2022/231 | 2023/24 |
| | | |
Betriebstätigkeit | | | |
Ergebnis nach Steuern | | 1.177,3 | 207,1 |
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge sowie nicht aufwands- oder ertragswirksame Ein- und Auszahlungen | 25 | 792,2 | 1.061,7 |
Veränderung Vorräte | | –818,4 | 586,2 |
Veränderung Forderungen und Verbindlichkeiten | | –181,4 | –269,6 |
Veränderung Rückstellungen | | –13,5 | –137,5 |
Veränderung Working Capital | | –1.013,3 | 179,1 |
Cashflow aus der Betriebstätigkeit2 | | 956,2 | 1.447,9 |
davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten | | 47,6 | 0,0 |
| | | |
Investitionstätigkeit | | | |
Investitionen in andere immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | | –752,1 | –1.081,9 |
Einnahmen aus dem Abgang von Anlagevermögen | | 166,3 | 29,0 |
Cashflow aus der Übernahme der Beherrschung von Anteilen | 25 | –8,1 | –19,9 |
Cashflow aus dem Verlust der Beherrschung von Anteilen | 25 | 735,8 | 18,5 |
Investitionen/Devestitionen in andere Finanzanlagen | | –189,0 | 201,3 |
Cashflow aus der Investitionstätigkeit | | –47,1 | –853,0 |
davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten | | 731,4 | –2,9 |
| | | |
Finanzierungstätigkeit | | | |
Dividenden | | –214,2 | –257,2 |
Dividenden nicht beherrschende Gesellschafter | | –23,7 | –32,9 |
Kapitalzuführung nicht beherrschende Gesellschafter | | 0,0 | 0,6 |
Anteilszukauf von nicht beherrschenden Gesellschaftern | | 0,0 | –1,0 |
Rückkauf/Verkauf von eigenen Aktien | | –175,8 | –37,3 |
Aufnahme von langfristigen Finanzverbindlichkeiten | 25 | 7,9 | 251,7 |
Tilgung von langfristigen Finanzverbindlichkeiten | 25 | –301,1 | –233,8 |
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten | 25 | –49,4 | –63,8 |
Veränderung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten und übrige Finanzierungstätigkeiten | 25 | 70,4 | 48,4 |
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | | –685,9 | –325,3 |
davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten | | 0,0 | 0,0 |
| | | |
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | | 223,2 | 269,6 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Jahresanfang | | 842,8 | 1.055,8 |
Veränderungen aus Währungsumrechnungen | | –10,2 | –3,3 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Jahresende | 16 | 1.055,8 | 1.322,1 |
| | | |
1 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | | | |
2 Im Cashflow aus der Betriebstätigkeit sind in den fortgeführten Aktivitäten folgende Positionen enthalten: | | |
erhaltene Zinsen in Höhe von | | 11,4 | 36,2 |
gezahlte Zinsen in Höhe von | | 130,5 | 204,5 |
gezahlte Steuern in Höhe von | | 345,3 | 164,2 |
und Dividendeneinnahmen in Höhe von | | 18,2 | 17,1 |
| | | Mio. EUR |
voestalpine AG
KONZERN-GESAMTERGEBNIS
RECHNUNG 2023/24
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
| Anhang | 2022/231 | 2023/24 |
| | | |
Umsatzerlöse | 1, 2 | 18.225,1 | 16.684,3 |
Umsatzkosten | | –14.590,8 | –13.889,4 |
Bruttoergebnis | | 3.634,3 | 2.794,9 |
| | | |
Sonstige betriebliche Erträge | 3 | 778,9 | 698,3 |
Vertriebskosten | | –1.335,8 | –1.344,0 |
Verwaltungskosten | | –781,8 | –841,0 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | 4 | –664,9 | –751,6 |
Ergebnisse von equitykonsolidierten Unternehmen | 5 | –7,9 | 12,7 |
EBIT | | 1.622,8 | 569,3 |
| | | |
Finanzerträge | 6 | 49,1 | 95,5 |
Finanzaufwendungen | 7 | –182,5 | –281,4 |
Ergebnis vor Steuern | | 1.489,4 | 383,4 |
| | | |
Ertragsteuern | 8 | –405,5 | –167,8 |
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten | | 1.083,9 | 215,6 |
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten | C. | 93,4 | –8,5 |
Ergebnis nach Steuern | | 1.177,3 | 207,1 |
| | | |
Zuzurechnen den: | | | |
Anteilseignern des Mutterunternehmens | | 1.064,6 | 100,8 |
nicht beherrschenden Gesellschaftern | | 112,7 | 106,3 |
| | | |
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) aus fortgeführten Aktivitäten | 31 | 5,48 | 0,64 |
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 31 | 0,53 | –0,05 |
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) | 31 | 6,01 | 0,59 |
KONZERN-SONSTIGES ERGEBNIS
| | 2022/231 | 2023/24 |
| | | |
Ergebnis nach Steuern | | 1.177,3 | 207,1 |
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | | | |
Cashflow-Hedges | | –44,8 | –12,9 |
Währungsumrechnung | | –87,0 | –13,9 |
Ergebnisanteil von equitykonsolidierten Unternehmen | | –4,9 | –1,4 |
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | | –136,7 | –28,2 |
| | | |
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | | | |
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | | 88,1 | –52,9 |
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste von equitykonsolidierten Unternehmen | | 0,1 | 0,2 |
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | | 88,2 | –52,7 |
Sonstiges Ergebnis in der Periode, netto | | –48,5 | –80,9 |
Gesamtergebnis in der Periode | | 1.128,8 | 126,2 |
| | | |
Zuzurechnen den: | | | |
Anteilseignern des Mutterunternehmens | | 1.018,0 | 23,3 |
nicht beherrschenden Gesellschaftern | | 110,8 | 102,9 |
Gesamtergebnis in der Periode | | 1.128,8 | 126,2 |
| | | |
1 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | Mio. EUR |
voestalpine AG
KONZERN-EIGENKAPITAL-
VERÄNDERUNGSRECHNUNG 2023/24
| | | | |
| Grund- kapital | Kapital- rücklagen | Eigene Aktien | |
| | | | |
Stand am 01.04.2022 | 324,3 | 664,9 | –1,5 | |
| | | | |
Ergebnis nach Steuern | – | – | – | |
| | | | |
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | | | | |
Cashflow-Hedges | – | – | – | |
Währungsumrechnung | – | – | – | |
Ergebnisanteil von equitykonsolidierten Unternehmen | – | – | – | |
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | – | – | – | |
| | | | |
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | | | | |
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | – | – | – | |
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste von equitykonsolidierten Unternehmen | – | – | – | |
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | – | – | – | |
Sonstiges Ergebnis in der Periode, netto | – | – | – | |
Gesamtergebnis in der Periode | – | – | – | |
| | | | |
Dividendenausschüttung | – | – | – | |
Rückkauf von eigenen Aktien | – | – | –175,8 | |
Anteilsbasierte Vergütungen | – | –0,1 | – | |
Zugang aus der Übernahme der Beherrschung von Anteilen | – | – | – | |
Sonstige Veränderungen | – | – | – | |
| – | –0,1 | –175,8 | |
| | | | |
Stand am 31.03.2023 = Stand am 01.04.2023 | 324,3 | 664,8 | –177,3 | |
| | | | |
Ergebnis nach Steuern | – | – | – | |
| | | | |
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | | | | |
Cashflow-Hedges | – | – | – | |
Währungsumrechnung | – | – | – | |
Ergebnisanteil von equitykonsolidierten Unternehmen | – | – | – | |
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | – | – | – | |
| | | | |
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | | | | |
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | – | – | – | |
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste von equitykonsolidierten Unternehmen | – | – | – | |
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | – | – | – | |
Sonstiges Ergebnis in der Periode, netto | – | – | – | |
Gesamtergebnis in der Periode | – | – | – | |
| | | | |
Dividendenausschüttung | – | – | – | |
Wandelanleihe | – | 18,8 | – | |
Rückkauf von eigenen Aktien | – | – | –37,3 | |
Anteilsbasierte Vergütungen | – | –2,8 | – | |
Sonstige Veränderungen | – | –3,0 | – | |
| – | 13,0 | –37,3 | |
| | | | |
Stand am 31.03.2024 | 324,3 | 677,8 | –214,6 | |
| | | | |
1 Eröffnungsbilanz und Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | | | | |
| Andere Rücklagen | | | | |
| Währungs- umrechnung | Cashflow- Hedge-Rücklage | Gewinnrücklagen1 | Summe Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens1 | Nicht beherr- schende Anteile am Eigenkapital | Summe Eigenkapital1 |
| | | | | | |
| –65,4 | 39,2 | 5.871,6 | 6.833,1 | 154,6 | 6.987,7 |
| | | | | | |
| – | – | 1.064,6 | 1.064,6 | 112,7 | 1.177,3 |
| | | | | | |
| | | | | | |
| – | –44,8 | – | –44,8 | – | –44,8 |
| –84,7 | – | – | –84,7 | –2,3 | –87,0 |
| –4,9 | – | – | –4,9 | – | –4,9 |
| –89,6 | –44,8 | – | –134,4 | –2,3 | –136,7 |
| | | | | | |
| | | | | | |
| – | – | 87,7 | 87,7 | 0,4 | 88,1 |
| – | – | 0,1 | 0,1 | – | 0,1 |
| – | – | 87,8 | 87,8 | 0,4 | 88,2 |
| –89,6 | –44,8 | 87,8 | –46,6 | –1,9 | –48,5 |
| –89,6 | –44,8 | 1.152,4 | 1.018,0 | 110,8 | 1.128,8 |
| | | | | | |
| – | – | –214,2 | –214,2 | –23,4 | –237,6 |
| – | – | – | –175,8 | – | –175,8 |
| – | – | – | –0,1 | 0,1 | 0,0 |
| – | – | – | – | 0,7 | 0,7 |
| – | – | –15,1 | –15,1 | –2,3 | –17,4 |
| – | – | –229,3 | –405,2 | –24,9 | –430,1 |
| | | | | | |
| –155,0 | –5,6 | 6.794,7 | 7.445,9 | 240,5 | 7.686,4 |
| | | | | | |
| – | – | 100,8 | 100,8 | 106,3 | 207,1 |
| | | | | | |
| | | | | | |
| – | –12,9 | – | –12,9 | – | –12,9 |
| –11,2 | – | – | –11,2 | –2,7 | –13,9 |
| –0,9 | –0,5 | – | –1,4 | – | –1,4 |
| –12,1 | –13,4 | – | –25,5 | –2,7 | –28,2 |
| | | | | | |
| | | | | | |
| – | – | –52,2 | –52,2 | –0,7 | –52,9 |
| – | – | 0,2 | 0,2 | – | 0,2 |
| – | – | –52,0 | –52,0 | –0,7 | –52,7 |
| –12,1 | –13,4 | –52,0 | –77,5 | –3,4 | –80,9 |
| –12,1 | –13,4 | 48,8 | 23,3 | 102,9 | 126,2 |
| | | | | | |
| – | – | –257,2 | –257,2 | –33,0 | –290,2 |
| – | – | – | 18,8 | – | 18,8 |
| – | – | – | –37,3 | – | –37,3 |
| – | – | – | –2,8 | – | –2,8 |
| 0,7 | – | –0,0 | –2,3 | 0,7 | –1,6 |
| 0,7 | – | –257,2 | –280,8 | –32,3 | –313,1 |
| | | | | | |
| –166,4 | –19,0 | 6.586,3 | 7.188,4 | 311,2 | 7.499,6 |
| | | | | | |
| | | | | | Mio. EUR |
voestalpine AG
ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS 2023/24
- A. ALLGEMEINES UND UNTERNEHMENSZWECK
Die weltweit tätige voestalpine-Gruppe ist ein Stahl- und Technologiekonzern. Der Konzern ist mit seinen qualitativ höchstwertigen Produkten einer der führenden Partner der europäischen Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie weltweit der Öl- und Gasindustrie, bei Bahninfrastruktursystemen, bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen.
Die voestalpine AG ist oberstes Mutterunternehmen, welches einen Konzernabschluss erstellt. Die Eintragung ins Firmenbuch sowie der Sitz der Gesellschaft sind in Linz. Die Adresse der voestalpine AG lautet voestalpine-Straße 1, 4020 Linz, Österreich. Die Aktien der voestalpine AG sind an der Börse in Wien, Österreich, gelistet.
Der Konzernabschluss zum 31. März 2024 wurde gemäß § 245a (1) UGB in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den Auslegungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRS-IC), die 2023 verpflichtend anzuwenden sind, erstellt.
Der Konzernabschluss wird in Millionen Euro (= funktionale Währung des Mutterunternehmens) dargestellt.
Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt.
Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.
Der Vorstand der voestalpine AG hat den Konzernabschluss am 27. Mai 2024 genehmigt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.
- B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
AUSWIRKUNGEN NEUER UND GEÄNDERTER STANDARDS
Die für den Konzernabschluss geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden mit nachfolgend aufgelisteten Ausnahmen.
Folgende Änderungen oder Neufassungen von Standards und Interpretationen wurden im Geschäftsjahr 2023/24 erstmals angewandt:
Standard | Inhalt | Inkrafttreten1 |
| | |
IFRS 17 | Versicherungsverträge | 1. Jänner 2023 |
IAS 1, Änderungen | Angaben zu Rechnungslegungsmethoden | 1. Jänner 2023 |
IAS 8, Änderungen | Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen | 1. Jänner 2023 |
IAS 12, Änderungen | Latente Steuern im Zusammenhang mit Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus einer einzigen Transaktion | 1. Jänner 2023 |
IFRS 17, Änderungen | Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 – Vergleichszahlen | 1. Jänner 2023 |
IAS 12, Änderungen | Internationale Steuerreform – Pillar-Two-Modell | 1. Jänner 2023 |
1 Die Standards sind gemäß EU-Endorsement für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen. |
Aus der Anwendung der genannten Änderungen ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
Im Mai 2023 wurden weitere Änderungen zu IAS 12 veröffentlicht. Mit der Änderung wurde eine vorübergehende Ausnahme der Anforderung eingeführt, Informationen über latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der globalen Mindestbesteuerung (Pillar II) zu erfassen und offenzulegen. Betreffend die zu erwartenden Auswirkungen auf den Konzernabschluss siehe Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Ertragsteuern.
Folgende Änderungen oder Neufassungen von Standards und Interpretationen sind zum Bilanzstichtag bereits veröffentlicht, aber für das Geschäftsjahr 2023/24 noch nicht verpflichtend anzuwenden bzw. anwendbar oder von der EU noch nicht übernommen:
Standard | Inhalt | Inkrafttreten laut IASB1 |
| | |
IFRS 16, Änderung | Leasingverbindlichkeiten in Sale-and-Leaseback-Transaktionen | 1. Jänner 2024 |
IAS 1, Änderung | Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig und langfristige Schulden mit Kreditbedingungen | 1. Jänner 2024 |
IAS 7 / IFRS 7, Änderung | Anhangangaben zu Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen | 1. Jänner 2024 |
IAS 21, Änderung | Wechselkurs bei langfristiger mangelnder Umtauschbarkeit | 1. Jänner 2025 |
IFRS 18 | Darstellung und Angaben im Abschluss | 1. Jänner 2027 |
IFRS 19 | Tochterunternehmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht: Angaben | 1. Jänner 2027 |
| | |
1 Die Standards sind für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen. |
Die angeführten Standards werden – sofern von der EU übernommen – nicht vorzeitig angewandt. Für den voestalpine-Konzern wird nur aus der Anwendung des IFRS 18 eine wesentliche Änderung für die Darstellung der Ergebnislage des Konzerns durch eine Anpassung der Gliederung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erwartet. Zudem ergeben sich auch Änderungen für die Darstellung der Konzern-Kapitalflussrechnung und die dargestellten Angaben im Anhang. Aus den übrigen Änderungen und Neufassungen der Standards und Interpretationen werden aus heutiger Sicht keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des voestalpine-Konzerns erwartet.
Gegen Ende des 4. Quartals des Geschäftsjahres 2023/24 wurden bei einer Gesellschaft der Metal Forming Division bewusst ergebnisverbessernde Fehlbuchungen hinsichtlich der Bilanzierung und Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden identifiziert. Insbesondere in den Positionen der geleisteten Anzahlungen innerhalb der Vorräte und der sonstigen Forderungen (inklusive Vertragsvermögenswerte) wurden im Rahmen der Bilanzierung von Werkzeugen und Entwicklungsleistungen sowie bei Preisanpassungen auf Serienfertigungen zu hohe Aktivierungen vorgenommen bzw. Ausbuchungen unterlassen.
Im Zuge umfangreicher Analysen im Erstellungszeitraum wurden die notwendigen Korrekturen identifiziert. Der ermittelte Anpassungsbedarf wurde gemäß IAS 8.42 auf die früher dargestellten Perioden allokiert und rückwirkend angepasst. Steuerliche Gegeneffekte wurden aufgrund von wesentlichen Unsicherheiten nicht angesetzt.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Auswirkungen der Fehlerkorrektur auf die Eröffnungsbilanz per 1. April 2022 dar:
GEÄNDERTE DARSTELLUNG IN DER KONZERNBILANZ
| 31.03.2022 | Anpassungen gemäß IAS 8 | 01.04.2022 |
| | | |
Aktiva | | | |
Sachanlagen | 5.635,9 | –1,6 | 5.634,3 |
Vorräte | 4.935,1 | –30,8 | 4.904,3 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 2.293,1 | –42,6 | 2.250,5 |
Summe Aktiva | 17.024,7 | –75,0 | 16.949,7 |
| | | |
Passiva | | | |
Gewinnrücklagen | 5.953,2 | –81,6 | 5.871,6 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 2.862,4 | 6,6 | 2.869,0 |
Summe Passiva | 17.024,7 | –75,0 | 16.949,7 |
| | | |
| | | Mio. EUR |
In nachstehender Tabelle werden die Auswirkungen der Fehlerkorrektur auf die betroffenen Posten der Konzernbilanz zum 31. März 2023 sowie der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022/23 dargestellt. Sämtliche Anpassungen sind dem Cashflow aus der Betriebstätigkeit zuzuordnen und führen saldiert zu keinem Effekt.
GEÄNDERTE DARSTELLUNG IN DER KONZERNBILANZ
31.03.2023 | Werte wie ursprünglich berichtet | Anpassungen gemäß IAS 8 | Rückwirkend angepasst |
| | | |
Aktiva | | | |
Sachanlagen | 5.664,8 | –2,3 | 5.662,5 |
Vorräte | 5.724,6 | –23,3 | 5.701,3 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 2.156,3 | –45,5 | 2.110,8 |
Summe Aktiva | 17.092,8 | –71,1 | 17.021,7 |
| | | |
Passiva | | | |
Gewinnrücklagen | 6.877,7 | –83,0 | 6.794,7 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 2.797,3 | 11,9 | 2.809,2 |
Summe Passiva | 17.092,8 | –71,1 | 17.021,7 |
| | | |
| | | Mio. EUR |
GEÄNDERTE DARSTELLUNG IN DER KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
2022/23 | Werte wie ursprünglich berichtet | Anpassungen gemäß IAS 8 | Rückwirkend angepasst |
| | | |
Umsatzerlöse | 18.225,1 | 0,0 | 18.225,1 |
Umsatzkosten | –14.589,4 | –1,4 | –14.590,8 |
Bruttoergebnis | 3.635,7 | –1,4 | 3.634,3 |
| | | |
EBIT | 1.624,2 | –1,4 | 1.622,8 |
| | | |
Ergebnis vor Steuern | 1.490,8 | –1,4 | 1.489,4 |
| | | |
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten | 1.085,3 | –1,4 | 1.083,9 |
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 93,4 | 0,0 | 93,4 |
Ergebnis nach Steuern | 1.178,7 | –1,4 | 1.177,3 |
| | | |
| | | |
Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechendes Ergebnis | 1.066,0 | –1,4 | 1.064,6 |
| | | |
| | | |
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) aus fortgeführten Aktivitäten | 5,48 | 0,00 | 5,48 |
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 0,53 | 0,00 | 0,53 |
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) | 6,01 | 0,00 | 6,01 |
| | | |
| | | Mio. EUR |
KONSOLIDIERUNGSMETHODEN
Die Jahresabschlüsse aller vollkonsolidierten Gesellschaften werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Bei nach der Equity-Methode einbezogenen Gesellschaften (assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen) wurden bei Unwesentlichkeit die lokalen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie abweichende Bilanzstichtage (siehe dazu Anlage zum Anhang „Beteiligungen“) aus zeitlichen Gründen und Aufwand-Nutzen-Überlegungen beibehalten.
Bei Erstkonsolidierungen werden die Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten mit dem Marktwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Der Betrag der Anschaffungskosten, der das Nettovermögen übersteigt, wird als Firmenwert angesetzt. Sind die Anschaffungskosten niedriger als das Nettovermögen, so wird die Differenz erfolgswirksam in der Erwerbsperiode erfasst. Die auf die nicht beherrschenden Gesellschafter entfallenden stillen Reserven bzw. Lasten werden ebenfalls aufgedeckt.
Alle konzerninternen Zwischenergebnisse, Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Erträge und Aufwendungen werden eliminiert.
ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE, VERÄUSSERUNGSGRUPPEN (DISPOSAL GROUPS) UND NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN (DISCONTINUED OPERATIONS)
Der Konzern klassifiziert langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen als zur Veräußerung gehalten, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Eine Veräußerungsgruppe wird als nicht fortgeführte Aktivitäten (aufgegebener Geschäftsbereich, Discontinued Operations) eingestuft, sobald der Unternehmensbestandteil als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird oder bereits abgegangen ist und der Unternehmensbestandteil einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig darstellt.
Die Bewertung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte erfolgt mit dem niedrigeren Betrag aus Buchwert und Fair Value abzüglich Veräußerungskosten. In dem Umfang, indem ein etwaiger Wertminderungsbedarf die langfristigen Vermögenswerte übersteigt, wird eine Abstockung auch anderer Vermögenswerte innerhalb der Veräußerungsgruppe vorgenommen. Die Ermittlung des Fair Values abzüglich der Veräußerungskosten unterliegt Schätzungen und Annahmen, die mit Unsicherheiten verbunden sein können.
Der Bilanzausweis erfolgt nach Konsolidierung gesondert in den Zeilen „Vermögenswerte zur Veräußerung gehalten bzw. aus nicht fortgeführten Aktivitäten“ und „Verbindlichkeiten zur Veräußerung gehalten bzw. aus nicht fortgeführten Aktivitäten“. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden nicht fortgeführte Aktivitäten separat von den fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen, wobei das Vorjahr entsprechend angepasst wird. Der Ausweis nicht fortgeführter Aktivitäten in der Kapitalflussrechnung erfolgt als Davon-Vermerk.
Weitere Erläuterungen finden sich unter Punkt C. Konsolidierungskreis – Nicht fortgeführte Aktivitäten und Veräußerungsgruppen. Alle anderen Anhangangaben enthalten Beträge von fortzuführenden Aktivitäten, sofern nichts anderes angegeben ist.
WÄHRUNGSUMRECHNUNG
Gemäß IAS 21 werden die in den Konzernabschluss einbezogenen und in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Mit Ausnahme weniger Gesellschaften ist dies die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Vermögenswerte und Schulden werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Erträge und Aufwendungen werden mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet.
Das Eigenkapital wird mit dem historischen Umrechnungskurs bewertet. Währungsumrechnungsdifferenzen werden in der Rücklage für Währungsumrechnung direkt im Eigenkapital erfasst.
In den Einzelabschlüssen der konsolidierten Gesellschaften werden Fremdwährungstransaktionen in die jeweilige funktionale Währung der Gesellschaft mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der Transaktion umgerechnet. Wechselkursgewinne bzw. -verluste aus der Umrechnung zum Transaktionszeitpunkt und Bilanzstichtag werden grundsätzlich in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Die Wechselkurse von wesentlichen Währungen (laut EZB-Fixing) haben sich wie folgt entwickelt:
| USD | GBP | BRL | SEK | SGD | CNY | PLN |
| | | | | | | |
Stichtagskurs | | | | | | | |
31.03.2023 | 1,0875 | 0,8792 | 5,5158 | 11,2805 | 1,4464 | 7,4763 | 4,6700 |
31.03.2024 | 1,0811 | 0,8551 | 5,4032 | 11,5250 | 1,4587 | 7,8144 | 4,3123 |
| | | | | | | |
Jahresdurchschnittskurs | | | |
2022/23 | 1,0411 | 0,8645 | 5,3674 | 10,8110 | 1,4296 | 7,1346 | 4,7073 |
2023/24 | 1,0845 | 0,8630 | 5,3499 | 11,4999 | 1,4587 | 7,7778 | 4,4473 |
UNSICHERHEITEN BEI ERMESSENSBEURTEILUNGEN UND ANNAHMEN
Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen können.
Auswirkungen Ukraine-Krieg und geopolitische Entwicklungen
Der Ukraine-Krieg sowie geopolitische Entwicklungen wurden und werden weiterhin laufend beobachtet, um auch künftig etwaigen Auswirkungen auf den voestalpine-Konzern bestmöglich entgegenzuwirken. So wurden, um die Versorgung der Produktionswerke (insbesondere der Stahlwerke in Österreich) mit relevanten Rohstoffen (wie z. B. Erz, Erzpellets, PCI-Kohle, Legierungen) sicherzustellen, alternative Bezugsquellen und Transportwege identifiziert und aktiviert bzw. werden bei Rohstoffen (vor allem bei Erz und Kohle) auch entsprechende Lagerbestände gehalten, um kurzzeitige Versorgungsengpässe zu überbrücken.
Um die Gasversorgung (insbesondere an den österreichischen Standorten) sicherzustellen, hat sich der voestalpine-Konzern mit Mai 2022 eigene Gasspeicher vertraglich gesichert. Mit einem bestehenden Gasspeichervorrat von 1,5 TWh kann im Ernstfall bei völligem Ausfall der externen Versorgung drei Monate lang der Vollbetrieb bzw. in Abhängigkeit von der jeweiligen Produktionsfahrweise ein Teilbetrieb über einen entsprechend längeren Zeitraum aufrechterhalten werden. Weiters wurde und wird mit bestehenden wie auch neuen Lieferant:innen an der Ausweitung der Gasbezugsquellen gearbeitet. Bei einem möglichen Gasengpass würden zudem vorliegende Notfallpläne in Kraft treten, bei denen die Produktion schrittweise an die verfügbaren Energiemengen angepasst werden könnte.
Durch die rasche Anpassung der Versorgungs- und Logistikprozesse an die neuen Herausforderungen konnten Engpässe vermieden werden. Die Entwicklungen zur Energie- und insbesondere zur Erdgas- bzw. zur Rohstoffversorgung werden auf Basis geopolitischer Entwicklungen weiterhin laufend beobachtet und im regelmäßigen Austausch zwischen Expert:innen und Vorstand bewertet.
Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden in zukünftigen Perioden führen können:
Werthaltigkeit von Vermögenswerten
Die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, Firmenwerten und Sachanlagen basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge bzw. der Wertminderungsbeträge im Zuge der Impairmenttests werden mehrere Annahmen zugrunde gelegt. Diese umfassen beispielsweise die künftigen Cashflows aus der fortgesetzten Nutzung, Cashflows aus der geplanten Veräußerung von Vermögenswerten, den Abzinsungssatz oder die Fair Values abzüglich der Veräußerungskosten der einzelnen Vermögenswerte. Es wird eine Sensitivitätsanalyse für Abzinsungssatz und Cashflows dargestellt (vergleiche dazu Punkt 11. Wertminderungen und Wertaufholungen). Die Cashflows entsprechen den Werten des zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung aktuellsten Unternehmensplans. Darüber hinaus sind bei den von der Dekarbonisierung und dem damit verbundenen Technologietransfer betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit Unsicherheit behaftete Annahmen – Preisentwicklung von CO2-Zertifikaten, Entwicklung der Absatzpreise (insbesondere Preispremium für greentec steel), Änderungen beim Rohstoffmix (Verfügbarkeit und Preisentwicklung), Umfang der erforderlichen Investitionen für den weiteren Ersatz fossiler Roheisenerzeugung sowie CO2-Abscheidetechnologien (CCUS) – in die Ermittlung der erzielbaren Beträge eingeflossen. Vergleiche dazu den nachfolgenden Punkt Auswirkungen Nachhaltigkeitsstrategie – Dekarbonisierung und grüne Transformation, Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Impairmenttest von Firmenwerten, anderen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, sowie die Punkte 9. Sachanlagen, 10. Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte und 11. Wertminderungen und Wertaufholungen.
Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten
Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden alternative finanzmathematische Bewertungsmethoden herangezogen. Die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegten Parameter beruhen teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen. Vergleiche dazu Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Finanzinstrumente, sowie Punkt 24. Finanzinstrumente.
Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen und des Diskontsatzes
Für die Ermittlung der Leasingverbindlichkeiten wird eine Einschätzung der Vertragslaufzeit je Leasingvertrag und des zu verwendenden Diskontierungszinssatzes getroffen. Die eingeschätzte Vertragslaufzeit basiert auf der unkündbaren Laufzeit des Leasingvertrags. Leasingperioden, für die Kündigungs- und bzw. oder Verlängerungsoptionen bestehen, werden in die Betrachtung miteinbezogen, wenn deren Nichtausübung (bei Kündigungsoptionen) bzw. deren Ausübung (bei Verlängerungsoptionen) als hinreichend sicher eingeschätzt wird. Dies bedarf einer Ermessensentscheidung durch das Unternehmen. Es finden dabei sämtliche Tatsachen und Umstände, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung bzw. Nichtausübung darstellen, Berücksichtigung. Nach der erstmaligen Erfassung erfolgt eine Neubeurteilung der Laufzeit, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung der Umstände innerhalb der Kontrolle des Unternehmens eintritt, die sich auf die Ausübung oder Nichtausübung der Option auswirkt.
Als Diskontierungszinssatz für die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten wird der Grenzfremdkapitalzinssatz als laufzeitabhängiger risikoloser Zinssatz unter Berücksichtigung der jeweiligen Währung und der Bonität des Unternehmens bestimmt. Dies bedarf einer Schätzung, wenn keine beobachtbaren Zinssätze verfügbar sind (z. B. Tochterunternehmen, die keine Finanzierungstransaktionen abschließen) oder wenn diese angepasst werden müssen, um die Konditionen und Bedingungen des Leasingvertrags abzubilden (z. B. Berücksichtigung der Tilgungsstruktur).
Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen
Für die Bewertung der bestehenden Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung und künftige Bezugserhöhungen verwendet. Vergleiche dazu Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen, sowie Punkt 18. Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen.
Vermögenswerte und Schulden im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben
Im Rahmen von Unternehmenserwerben sind Schätzungen im Zusammenhang mit der Ermittlung der Fair Values der identifizierten Vermögenswerte, Schulden und möglicher bedingter Gegenleistungen erforderlich. Es werden alle verfügbaren Informationen über die Umstände zum Erwerbszeitpunkt herangezogen. Beizulegende Zeitwerte von Gebäuden und Grundstücken werden im Regelfall von externen Expert:innen oder Expert:innen im Konzern festgestellt. Immaterielle Vermögenswerte werden nach Art des Vermögenswerts und Verfügbarkeit der Informationen anhand geeigneter Bewertungsmethoden bewertet. Diese Bewertungen sind eng mit den Annahmen über die künftige Entwicklung der geschätzten Cashflows sowie mit den verwendeten Abzinsungssätzen verbunden.
Informationen zu im Berichtszeitraum stattgefundenen Erwerben sind unter Punkt D. Unternehmenserwerbe und sonstige Zugänge zum Konsolidierungskreis angeführt.
Sonstige Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen werden bei Bestehen von gegenwärtigen Verpflichtungen, resultierend aus vergangenen Ereignissen, welche zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen, mit jenem Betrag angesetzt, der auf Basis zuverlässiger Schätzungen am wahrscheinlichsten ist. Falls wesentlich, werden diese Rückstellungen abgezinst. Details zu Rückstellungen sind Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Sonstige Rückstellungen, sowie Punkt 19. Rückstellungen zu entnehmen.
Ertragsteuern
Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens mit den aktuell gültigen Steuersätzen ermittelt. Die latenten Steuern werden auf Basis des jeweiligen landesüblichen Ertragsteuersatzes berechnet. Künftige fixierte Steuersätze werden für die Abgrenzung ebenfalls berücksichtigt. Ansatz und Bewertung der tatsächlichen und latenten Steuern unterliegen zahlreichen Unsicherheiten.
Aufgrund der internationalen Tätigkeit des voestalpine-Konzerns unterliegt dieser unterschiedlichen steuerlichen Regelungen in den jeweils einschlägigen Steuerjurisdiktionen. Die im Abschluss dargestellten Steuerpositionen werden unter Berücksichtigung der jeweiligen steuerlichen Regelungen ermittelt und unterliegen wegen ihrer Komplexität möglicherweise einer abweichenden Interpretation durch Steuerpflichtige einerseits und lokale Finanzbehörden andererseits. Da unterschiedliche Auslegungen von Steuergesetzen als Ergebnis von Betriebsprüfungen zu nachträglichen Steuerzahlungen für vergangene Jahre führen können, werden sie basierend auf der Einschätzung der Unternehmensleitung in die Betrachtung einbezogen.
Aktive latente Steuern werden in der Höhe angesetzt, in der es wahrscheinlich ist, dass zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen, gegen welche die abzugsfähigen Differenzen bzw. die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge verwendet werden können. Diese Beurteilung erfordert Annahmen über künftige steuerliche Ergebnisse und unterliegt daher Unsicherheiten. Sie erfolgt auf der Grundlage der Planung für einen Zeitraum von fünf Jahren. Änderungen der künftigen zu versteuernden Ergebnisse können zu einer Abnahme oder zu einem Anstieg der aktiven latenten Steuern führen.
Weitere Informationen sind Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Ertragsteuern, sowie den Punkten 8. Ertragsteuern und 13. Latente Steuern zu entnehmen.
Rechtliche Risiken
Der voestalpine-Konzern ist als international tätiges Unternehmen rechtlichen Risiken ausgesetzt. Die Ergebnisse gegenwärtiger oder zukünftiger Rechtsstreitigkeiten sind in der Regel nicht vorhersagbar und können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinflussen. Um mögliche Verpflichtungen verlässlich zu schätzen, werden die zugrunde liegenden Informationen und Annahmen fortlaufend durch das Unternehmen geprüft und für eine weitere Beurteilung interne als auch externe Rechtsberater:innen eingesetzt. Für wahrscheinliche gegenwärtige Verpflichtungen einschließlich der zuverlässig geschätzten Rechtsberatungskosten werden Rückstellungen gebildet. Ist der zukünftige Nutzenabfluss nicht wahrscheinlich oder steht die Bestätigung der Ereignisse nicht unter der Kontrolle des Unternehmens, wird die Angabe einer Eventualverbindlichkeit erwogen.
Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst.
Auswirkungen Nachhaltigkeitsstrategie – Dekarbonisierung und grüne Transformation
Der voestalpine-Konzern bekennt sich zum Pariser Klimaabkommen, welches darauf abzielt, den Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur deutlich unter 2 °C über dem vorindustriellen Niveau zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, um den Temperaturanstieg auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Darauf aufbauend hat sich die Europäische Union im Rahmen des europäischen Grünen Deals mit dem Europäischen Klimagesetz das verbindliche Ziel gesetzt, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Dies setzt voraus, dass die derzeitigen Treibhausgasemissionen in den nächsten Jahrzehnten erheblich zurückgehen. Mit greentec steel wird im voestalpine-Konzern ein ambitionierter Stufenplan schrittweise umgesetzt. greentec steel umfasst alle Aktivitäten und Innovationen der voestalpine auf dem Weg zur Stahlerzeugung mit Net-Zero-Emissionen. Der voestalpine-Konzern verpflichtet sich im Rahmen der Science Based Targets initiative (SBTi) die Summe der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 30 % sowie die Scope-3-Emissionen um 25 % jeweils bis 2029 gegenüber dem Referenzjahr 2019 zu reduzieren. Die Zielerreichung 2029 unterliegt dabei auch externen Faktoren und Einflussgrößen wie beispielsweise Rohstoffen, Energie und Konjunktur.
Das langfristige Konzept der voestalpine, um im Einklang mit dem Zielpfad des EU-Emissionshandels bis spätestens 2050 Net-Zero zu produzieren, besteht aus mehreren modularen Technologieschritten und -optionen. Diese stellen gleichermaßen auf den größtmöglichen CO2-Minderungseffekt unter Berücksichtigung der tatsächlichen Realisierbarkeit (z. B. in Bezug auf den jeweiligen politischen und rechtlichen Rahmen, die Verfügbarkeit von Roh- und Einsatzstoffen sowie erneuerbarer Energien als auch entsprechender Infrastrukturen) bzw. der wirtschaftlichen Realisierbarkeit ab. Die wesentlichen Elemente des Klimaschutzprogramms greentec steel umfassen im Überblick (Referenzjahr 2019 für Scope 1 und Scope 2):
Bis 2029: Phase 1 mit Zielsetzung minus 30 %
- greentec steel umfasst im ersten Schritt ein Investitionsvolumen von rund 1,5 Mrd. EUR, welches im März 2023 vom Aufsichtsrat genehmigt wurde. Damit werden zunächst an den Standorten Linz und Donawitz zwei grünstrombetriebene Elektrolichtbogenöfen, mit geplanter Inbetriebnahme im Jahr 2027, installiert und zwei kohlebasierte Hochofenaggregate stillgelegt. Je nach Qualitätsanforderungen kommt dabei ein Mix der Einsatzstoffe aus Schrott, flüssigem Roheisen und HBI („Hot Briquetted Iron“) zum Einsatz. Das benötigte HBI bezieht die voestalpine primär über die Direktreduktionsanlage in Texas/USA, die sich seit 2022 mehrheitlich im Besitz eines globalen Stahlproduzenten befindet, 20 % gehören der voestalpine mit entsprechend langfristig gesicherten Abnahmeverträgen.
- Nach Erhalt der Förderzusage in Höhe von 90 Mio. EUR von der österreichischen Bundesregierung im Rahmen des aus der Umweltförderung im Inland dotierten Programms „Transformation der Industrie“ und den Anlagen- und Lieferant:innen-Entscheidungen ist zwischenzeitlich der Baubeginn erfolgt. Der Abschluss des Verfahrens zur Umweltverträglichkeitsprüfung für die erforderliche Ertüchtigung des Stromnetzes ist am Standort Donawitz erfolgt und am Standort Linz zum Zeitpunkt der Berichtserstellung bevorstehend. Nach geplanter Fertigstellung 2027 können nach erfolgtem Hochlauf jährlich 2,5 Mio. t CO2-reduzierten Stahls erzeugt werden.
Ab 2030 bis 2035: Phase 2 mit angestrebten minus 50 %
- Fokus auf direkte CO2-Vermeidung durch weiteren Ersatz fossiler Roheisenerzeugung sowie voraussichtlich ergänzende Nutzung von CO2-Abscheide- und -Verwertungstechnologien (CCUS, Carbon Capture Utilization bzw. Storage).
Bis spätestens 2050: Phase 3 mit Zielsetzung Net-Zero-Emissionen
- Fokus auf Ersatz der verbleibenden fossilen Roheisenkapaziäten unter Einsatz fossilfreier Energieträger, etwa von „grünem“ Wasserstoff und Bioenergien, sowie Abscheidung von CO2 (CCUS) mit dem Ziel größtmöglicher Flexibilität bei gleichzeitig tatsächlich wirtschaftlicher Realisierbarkeit der Net-Zero-Strategie. Finale Entscheidungen werden in Übereinstimmung mit Investitionszyklen und nach Maßgabe der dann absehbaren Voraussetzungen erst zu einem späteren Zeitpunkt getroffen.
Aufgrund der Dekarbonisierungsaktivitäten ergeben sich auch Änderungen bei den Energiebedarfen. Hier stehen neben dem konsequenten Ausbau der eigenen Erneuerbaren-Kapazitäten und dem Bezug von erneuerbarer Energie aus langfristigen PPAs (Power Purchase Agreements), wodurch eine Verbesserung der Versorgungssicherheit mit grünem Strom erreicht werden soll, auch zahlreiche Forschungs- und Demonstrationsprojekte in den Bereichen Wasserstoff, Biogas und Biomasse sowie Vorhaben in alternativen Eisen- und Stahlherstellungstechnologien wie beispielsweise „H2FUTURE“ (Wasserstoffpilotanlage), „HYFOR“ (Hydrogen-Based Fine-Ore Reduction) und Smelter sowie „SuSteel“ (Sustainable Steelmaking) weiterhin im Mittelpunkt. Die weitere Optimierung der Energieeffizienz in Produktionsprozessen wird ebenfalls laufend untersucht und vorangetrieben. Forschungsaktivitäten im Bereich CO2-Abscheidung und -Verwendung (CCUS) ergänzen das Gesamtbild.
Im Rahmen der grünen Transformation ergeben sich auch Änderungen hinsichtlich der Rohstoffbedarfe. Dadurch gewinnt die gegebene Volatilität auf den Rohstoffmärkten an Bedeutung. Langfristige Lieferbeziehungen, die weitere Ausweitung des Lieferant:innen-Portfolios sowie der Ausbau der Eigenversorgung und der Kreislaufwirtschaft bilden die Kernelemente einer diversifizierten Beschaffungsstrategie.
In den Planungsrechnungen der vom Technologietransfer betroffenen Standorte (im Wesentlichen Linz und Donawitz) wurden die Auswirkungen – soweit zum jetzigen Zeitpunkt einschätzbar – berücksichtigt. Diese Annahmen unterliegen wesentlichen Schätzunsicherheiten. Es sind Investitionen in Höhe von rund 1,5 Mrd. EUR für die beiden grünstrombasierten Elektrolichtbogenöfen in der Mittelfristplanung sowie darüber hinaus Investitionen für den weiteren Ersatz der fossilen Roheisenerzeugung und CCUS-Technologien in der Grobplanungsphase enthalten. CO2-Preissteigerungen sowie die schrittweise Reduktion und der Wegfall der Gratiszertifikate bis zum Jahr 2034, der aufgrund der geänderten Technologie benötigte Rohstoffmix inklusive Effekte aus CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) sowie ein Preispremium für greentec steel sind in der Planung hinterlegt. Hinsichtlich der CO2-Preissteigerungen, welche auf Basis der Forecasts der Emissionsmengen und Zertifikatepreise von internen Expertisen, externen Analyst:innen und Folgenabschätzungen der EU-Kommission abgeleitet wurden, sind eine schrittweise Erhöhung bis zur knappen Verdreifachung des aktuellen Preisniveaus sowie Effekte aus CBAM berücksichtigt. Für greentec steel wird zu Beginn der Vermarktungsphase ein Preispremium – welches sich bereits jetzt marktseitig ableiten lässt – nach grünem Stahl erwartet. Die Annahmen zur Entwicklung der Absatzpreise basieren auch auf der Einführung von Gegensteuerungsmaßnahmen (insbesondere CBAM), um den Wegfall der Zuteilung von Gratiszertifikaten zu kompensieren. Durch die Revision der Emissionshandelsrichtlinie wie auch durch die parallel erfolgende Einführung des CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) unterliegt die Stahlindustrie einem Paradigmenwechsel (Verringerung der Gesamtzertifikatemenge sowie Auslaufen der Freizuteilung bis zum Jahr 2034 und damit signifikant höherer Zukaufsbedarf für die EU-Stahlindustrie).
Im Zusammenhang mit dem geänderten Rohstoffmix (Schrott, flüssiges Roheisen und HBI) wurden in den Planungsrechnungen entsprechende Preisanpassungen hinterlegt. Den damit verbundenen Unsicherheiten begegnet die voestalpine einerseits mit dem Ausbau bzw. Aufbau von Lieferbeziehungen mit Lieferant:innen, Kund:innen und Prozesspartner:innen, um die Möglichkeiten einer Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu intensivieren. Andererseits bestehen im Bereich der HBI-Versorgung langfristige Abnahmeverträge.
Zu den beschriebenen Themen sind wesentliche politische Entscheidungen sowohl auf nationaler wie auch auf europäischer Ebene derzeit noch in Diskussion. Damit sind für die voestalpine – insbesondere auch vor dem Hintergrund unterschiedlicher energie- und transformationspolitischer Niveaus in den Mitgliedstaaten der EU – naturgemäß Risiken verbunden.
Die mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehenden kurz- und mittelfristigen physischen Risiken aus Elementarereignissen (wie z. B. Brand, Hoch- oder Niederwasser sowie schwankende Wasserpegel, Schneelast, Trockenheit, starke Winde und Stürme, Temperaturschwankungen) wurden anhand detaillierter Klimarisiken- und Vulnerabilitätsanalysen für relevante Betriebsstandorte analysiert. Starke Regenfälle, Überflutungen und Murenabgänge sind für den voestalpine-Konzern bedeutsame physische Klimarisiken. Daraus abgeleitet wurden entsprechende Vorsorgemaßnahmen eingeleitet bzw. bereits umgesetzt. Erforderliche künftige Maßnahmen im untergeordneten Ausmaß sind in den Planungsrechnungen enthalten.
Im Geschäftsjahr 2023/24 gab es keine Wertminderungsbedarfe aufgrund klimabezogener Risiken. Die Erwartungen in diesem Zusammenhang wurden in der Mittelfristplanung und einer Grobplanungsphase anhand der zum Stichtag verfügbaren Erkenntnisse mittels bestmöglicher Einschätzung berücksichtigt.
ERTRAGSREALISIERUNG
Im voestalpine-Konzern werden Umsatzerlöse realisiert, wenn Kund:innen die Verfügungsgewalt über Güter oder Dienstleistungen erlangen. Zur Art der Dienstleistungen und Güter in den verschiedenen Geschäftsbereichen wird auf die Erläuterungen in Punkt 2. Geschäftssegmente verwiesen.
In der Regel erfolgt die Umsatzrealisierung im Zeitpunkt der Lieferung der Güter unter Berücksichtigung der vereinbarten Vertragsgrundlagen. Im Allgemeinen ist dies der Zeitpunkt des Übergangs von Chancen und Risiken nach Maßgabe der vereinbarten Incoterms. Die Zahlungsbedingungen sehen dabei typischerweise Zahlungsziele von 30 bis 90 Tagen vor.
Der Transaktionspreis entspricht der vertraglich vereinbarten Gegenleistung unter Berücksichtigung etwaiger variabler Bestandteile. Variable Gegenleistungen werden nur erfasst, wenn es hochwahrscheinlich ist, dass es künftig nicht zu einer wesentlichen Rücknahme der Umsatzerlöse kommt.
Bei Serienprodukten, welche die Erlöserfassungskriterien des IFRS 15.35 (c) erfüllen, kommt eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung zur Anwendung. Hierbei handelt es sich vor allem um Produkte der Bereiche Automotive und Luftfahrt, die keine alternative Verwendungsmöglichkeit aufweisen, da sie konkret für eine:n Kundin bzw. Kunden anhand deren:dessen spezifischer Anforderungen entwickelt und produziert werden und somit in der Regel für keinen anderen Zweck verwendet werden dürfen oder bei deren alternativer Verwendung ein wesentlicher Verlust eintreten würde. Für die in Produktion befindlichen Bauteile sowie für fertige Produkte besteht überdies ein rechtlich bzw. vertraglich durchsetzbarer Anspruch auf Kostenabgeltung inklusive einer angemessenen Marge, falls der Vertrag ohne Verschulden der Gesellschaft beendet wird.
Bei der zeitraumbezogenen Ertragsrealisierung erfolgt die Umsatzrealisierung in der Regel anteilig auf Basis des Verhältnisses der angefallenen Kosten zu den geschätzten Gesamtkosten. Diese Methode spiegelt den Leistungsfortschritt am verlässlichsten wider. Erwartete Verluste aus einem Vertrag werden sofort realisiert. Die Zahlungsströme erfolgen entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen. Die Zahlungsbedingungen sehen dabei typischerweise Zahlungsziele von 30 bis 90 Tagen vor.
Ansprüche des voestalpine-Konzerns auf Gegenleistung für abgeschlossene, zum Stichtag noch nicht abgerechnete Leistungen werden als Vertragsvermögenswerte unter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen ausgewiesen. Die unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Vertragsverbindlichkeiten betreffen vor allem von Kund:innen erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Lieferungen und Leistungen.
Investitionszuschüsse werden passiviert und über die Nutzungsdauer des Anlagegegenstandes aufgelöst. Kostenzuschüsse werden periodengerecht entsprechend den zugehörigen Aufwendungen vereinnahmt. In der Berichtsperiode werden Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 123,1 Mio. EUR (2022/23: 48,0 Mio. EUR) für Investitionen, Forschung und Entwicklung sowie arbeitsmarktfördernde Maßnahmen erfolgswirksam erfasst.
AUFWANDSREALISIERUNG
Betriebliche Aufwendungen werden mit der Inanspruchnahme der Leistung bzw. dem Zeitpunkt ihrer Verursachung erfasst. Im Geschäftsjahr 2023/24 betragen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 213,9 Mio. EUR (2022/23: 191,2 Mio. EUR).
SACHANLAGEN
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen bewertet.
Die Herstellungskosten bei selbst erstellten Sachanlagen beinhalten Einzelkosten sowie angemessene Teile der produktionsnotwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten und bei qualifizierten Vermögenswerten auch Fremdkapitalkosten. Als Anfangszeitpunkt der Aktivierung gilt jener Tag, ab dem Ausgaben für den Vermögenswert sowie Fremdkapitalkosten anfallen und die erforderlichen Arbeiten durchgeführt werden, um den Vermögenswert für seinen beabsichtigten Gebrauch oder Verkauf bereitzustellen.
Die Abschreibungen werden über die erwartete Nutzungsdauer linear erfolgsmindernd erfasst. Grundstücke werden nicht abgeschrieben. Die erwarteten Abschreibungssätze je Anlagenkategorie stellen sich wie folgt dar:
Gebäude | 2,0 – 20,0 % |
Technische Anlagen und Maschinen | 3,3 – 25,0 % |
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 5,0 – 20,0 % |
LEASING
Bei Vertragsbeginn beurteilt der Konzern, ob die Definition eines Leasingverhältnisses gemäß IFRS 16 erfüllt ist. Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Ist ein Eigentumsübergang vorgesehen oder ist die Ausübung einer Kaufoption hinreichend sicher, erfolgt die Abschreibung über die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht auf Wertminderung geprüft.
Es werden überwiegend folgende Abschreibungsdauern für Nutzungsrechte angewendet:
Nutzungsrechte für Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | 1 – 50 Jahre |
Nutzungsrechte für Technische Anlagen und Maschinen | 1 – 6 Jahre |
Nutzungsrechte für Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1 – 8 Jahre |
Die Leasingverbindlichkeit wird mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz bewertet, sofern der dem Leasingverhältnis zugrunde liegende Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmt werden kann.
Im Rahmen der Folgebewertung wird die Leasingverbindlichkeit nach der Effektivzinsmethode bewertet und fortgeschrieben. Die entsprechenden Zinsaufwendungen sind in den Finanzaufwendungen enthalten. Es erfolgt eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit, wenn sich z. B. künftige Leasingzahlungen aufgrund einer Index- oder (Zins-)Satzänderung verändern oder wenn sich die Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ändert. Die Neubewertung führt in der Regel zu einer erfolgsneutralen Anpassung des Buchwerts des Nutzungsrechts.
In der Bilanz weist der Konzern Nutzungsrechte, die nicht die Definition einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie erfüllen, in den Sachanlagen und Leasingverbindlichkeiten in den Finanzverbindlichkeiten aus.
Das Wahlrecht, für Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten (kurzfristige Leasingverhältnisse) und für Leasingverhältnisse für Vermögenswerte über geringem Wert kein Nutzungsrecht und keine Leasingverbindlichkeit anzusetzen, wird ausgeübt. Vermögenswerte von geringem Wert sind im voestalpine-Konzern jene Leasinggegenstände mit einem Anschaffungsneuwert von bis zu 5.000 EUR.
Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, wird keine Trennung vorgenommen (davon ausgenommen sind Grundstücke und Gebäude).
IFRS 16 wird nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet.
Der Konzern tritt nicht als Leasinggeber auf.
FIRMENWERTE
Alle Unternehmenserwerbe werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Firmenwerte entstehen bei Erwerben von Tochterunternehmen sowie Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen.
Firmenwerte werden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet und gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern zumindest einmal jährlich sowie zusätzlich bei Vorliegen von Umständen, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, einem Impairmenttest unterzogen. Bei Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen beinhaltet der ausgewiesene Buchwert auch den Buchwert des Firmenwerts.
Negative Firmenwerte (Badwill) aus Unternehmenserwerben werden sofort erfolgswirksam erfasst.
Bei der Veräußerung von Tochterunternehmen wird der darauf entfallende Firmenwert auf der Grundlage der relativen Werte nach IAS 36.86 bei der Berechnung des Veräußerungsgewinnes oder -verlustes berücksichtigt.
ANDERE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Forschungsaufwendungen zur Erlangung von neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen werden sofort erfolgswirksam erfasst. Entsprechend IAS 38.57 werden Entwicklungsaufwendungen ab dem Zeitpunkt der Erfüllung der Voraussetzungen aktiviert. Somit wird eine Aktivierung von angefallenen Aufwendungen nicht nachgeholt, wenn sämtliche der oben genannten Voraussetzungen erst zu einem späteren Zeitpunkt vorliegen. Aufwendungen für selbst erstellte Firmenwerte und Marken werden sofort erfolgswirksam erfasst.
Andere immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Im Falle eines Unternehmenszusammenschlusses stellt der zum Erwerbsstichtag beizulegende Zeitwert die Anschaffungskosten dar. Die Abschreibungen werden erfolgsmindernd linear über die erwartete Nutzungsdauer erfasst. Die maximalen Nutzungsdauern auf Basis bisheriger Transaktionen betragen:
Auftragsstand | 1 Jahr |
Kund:innen-Beziehungen | 15 Jahre |
Technologie | 10 Jahre |
Software | 10 Jahre |
IMPAIRMENTTEST VON ZAHLUNGSMITTELGENERIERENDEN EINHEITEN MIT UND OHNE FIRMENWERT SOWIE SONSTIGEN VERMÖGENSWERTEN
Zahlungsmittelgenerierende Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen Firmenwerte zugeordnet sind, sowie andere immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer werden zumindest einmal jährlich sowie zusätzlich bei Vorliegen von Umständen, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, einem Impairmenttest unterzogen. Alle anderen Vermögenswerte und zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden bei Vorliegen von Anhaltspunkten auf eine Wertminderung dahingehend überprüft. Die Durchführung des Impairmenttests erfolgt in der Regel nach dem Value-in-Use-Konzept.
Für Zwecke des Impairmenttests werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene, die selbstständig Cashflows generiert, zusammengefasst (zahlungsmittelgenerierende Einheit). Firmenwerte werden jenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, von denen erwartet wird, dass diese Nutzen aus Synergien aus dem betreffenden Unternehmenserwerb ziehen, und es muss sich um die niedrigste Ebene handeln, auf der der jeweilige Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird.
Der Wertminderungsaufwand wird in der Höhe erfasst, in der der Buchwert des einzelnen Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus Fair Value abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Wertminderungsaufwendungen bei zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, welchen Firmenwerte zugeordnet sind, verringern vorrangig den Buchwert des Firmenwerts. Darüber hinausgehende Wertminderungsaufwendungen reduzieren anteilig die Buchwerte der Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, wobei die Nettoveräußerungspreise der einzelnen Vermögenswerte die Untergrenze darstellen. Sofern der Impairmenttest für Firmenwerte für eine Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten durchgeführt wird und sich daraus eine Wertminderung ergibt, werden zusätzlich die einzelnen enthaltenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf Wertminderung überprüft und auf dieser Ebene zuerst eine etwaige Wertminderung von Vermögenswerten erfasst, um in der Folge eine erneute Überprüfung auf Ebene der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorzunehmen.
Wenn ein Anhaltspunkt vorliegt, dass ein Wertminderungsaufwand, der für einen Vermögenswert, eine zahlungsmittelgenerierende Einheit oder eine Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (mit Ausnahme von Firmenwerten) in früheren Perioden erfasst worden ist, nicht länger besteht oder sich vermindert haben könnte, ist der erzielbare Betrag zu schätzen, auf welchen in Folge zuzuschreiben ist (Wertaufholung). Siehe dazu Punkt 11. Wertminderungen und Wertaufholungen.
FINANZINSTRUMENTE
IFRS 9 enthält drei Bewertungskategorien, welche grundsätzlich – bis auf vereinzelte Wahlrechte – als Pflichtkategorien zu sehen sind:
- » zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (Amortized Cost, AC)
- » zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet (Fair Value through Other Comprehensive Income, FVOCI)
- » zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bewertet (Fair Value through Profit or Loss, FVTPL)
Die Bewertung zum FVOCI findet im voestalpine-Konzern derzeit keine Anwendung.
Andere Finanzanlagen
Die anderen Finanzanlagen enthalten langfristige Forderungen und Ausleihungen, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sind. Gehaltene Eigenkapitalinstrumente (insbesondere Beteiligungen) werden zum FVTPL bewertet, da das Wahlrecht zur Bewertung zum FVOCI nicht angewendet wurde.
Alle übrigen lang- und kurzfristigen Finanzanlagen (insbesondere Wertpapiere) sind zwingend zum FVTPL zu bewerten, da diese entweder zu einem auf aktiven Kauf und Verkauf gerichteten Geschäftsmodell gehören oder das Zahlungsstromkriterium (Zahlungsströme zu festgelegten Zeitpunkten, die ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen bestehen) nicht erfüllen.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Erkennbaren Risiken wird zum Großteil durch den Abschluss von Kreditversicherungen Rechnung getragen. Nicht bzw. niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem abgezinsten Barwert angesetzt. Verkaufte Forderungen werden gemäß den Vorschriften des IFRS 9 ausgebucht (siehe Punkt 29. Angaben zu außerbilanziellen Geschäften).
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zum Verkauf im Rahmen einer bestehenden Factoring-Vereinbarung bestimmt sind, werden aufgrund der Zuordnung zum Geschäftsmodell „Verkaufen“ zum FVTPL bewertet.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich aus dem Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten sowie Schecks zusammen und werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Wertberichtigungen
Für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, und für Vertragsvermögenswerte sind im voestalpine-Konzern Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste berücksichtigt (Portfoliowertberichtigung, „Stufe 1“ und „Stufe 2“). Der Konzern macht von der vereinfachten Vorgehensweise für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten Gebrauch, wonach für diese finanziellen Vermögenswerte unter bestimmten Voraussetzungen die Bemessung der Wertberichtigung stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste zu erfolgen hat.
Als Grundlage für die geschätzten erwarteten Kreditausfälle dienen Erfahrungswerte von tatsächlichen historischen Kreditausfällen der letzten fünf Jahre. Dabei werden Unterschiede zwischen den wirtschaftlichen Bedingungen zum Zeitpunkt der Sammlung der historischen Daten, den derzeitigen Bedingungen und der Sicht des Konzerns auf die wirtschaftlichen Bedingungen über die erwartete Laufzeit der Forderungen berücksichtigt. Aufgrund der bestehenden Kreditversicherungen und einem durch sehr gute bis gute Bonität dominierten und diversifizierten Kund:innen-Portfolio besteht keine signifikante Konzentration von Ausfallsrisiken. Für Forderungen mit beeinträchtigter Bonität („Stufe 3“) werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Zusätzliche Informationen zu den Wertberichtigungen sind in Punkt 24. Finanzinstrumente enthalten.
Derivative Finanzinstrumente
Derivative Finanzinstrumente werden im voestalpine-Konzern nur zu Sicherungszwecken für Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisrisiken gehalten. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) bewertet. Auf einen Teil davon findet Hedge Accounting im Sinne des IFRS 9 Anwendung. Dementsprechend werden Gewinne und Verluste bedingt durch Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten entweder im Gewinn oder Verlust oder im sonstigen Ergebnis (für den effektiven Teil eines Cashflow-Hedges) abgebildet. Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten sind unter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen dargestellt. Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten sind unter Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Bei den derivativen Geschäften erfolgt täglich eine Bewertung nach der „Mark to Market“-Methode. Dabei wird jener Wert ermittelt, der erzielt werden würde, wenn das Sicherungsgeschäft glattgestellt wird (Liquidationsmethode). Eingangsgrößen für die Berechnung der Marktwerte sind am Markt beobachtbare Währungs- und Rohstoffkurse sowie Zinssätze. Basierend auf den Eingangsgrößen wird unter Einsatz allgemein anerkannter finanzmathematischer Formeln der Marktwert errechnet.
Die unrealisierten Gewinne oder Verluste aus Sicherungsgeschäften werden wie folgt behandelt:
- » Ist der abzusichernde Vermögenswert oder Schuldposten bereits in der Bilanz angesetzt oder wird eine bilanzunwirksame Verpflichtung abgesichert, werden die unrealisierten Gewinne und Verluste aus dem Sicherungsgeschäft erfolgswirksam erfasst. Gleichzeitig erfolgt der Wertansatz des gesicherten Postens unabhängig von dessen grundsätzlicher Bewertungsmethode ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert. Daraus entstehende unrealisierte Gewinne und Verluste werden mit den unrealisierten Ergebnissen aus dem Sicherungsgeschäft in der Gewinn- und Verlustrechnung verrechnet, sodass in Summe gesehen nur der nicht effektive Teil des Sicherungsgeschäftes in das Periodenergebnis einfließt (Fair Value-Hedges).
- » Wird eine geplante künftige Transaktion gesichert, erfolgt die Erfassung des effektiven Teils der bis zum Bilanzstichtag angesammelten unrealisierten Gewinne und Verluste im sonstigen Ergebnis. Ineffektive Teile werden erfolgswirksam erfasst. Entsteht bei Ausführung der Transaktion ein nicht finanzieller Vermögenswert oder ein Schuldposten in der Bilanz, wird der im sonstigen Ergebnis erfasste Betrag bei Ermittlung des Wertansatzes dieses Postens berücksichtigt. Andernfalls wird der im sonstigen Ergebnis erfasste Betrag nach Maßgabe der Erfolgswirksamkeit der geplanten künftigen Transaktion oder der bestehenden Verpflichtung erfolgswirksam verrechnet (Cashflow-Hedges).
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten (mit Ausnahme von Derivateverbindlichkeiten) werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Wandelanleihe
Die begebene Wandelanleihe wird in eine Verbindlichkeiten- und in eine Eigenkapitalkomponente aufgeteilt. Dazu wurde zum Ausgabezeitpunkt der Fair Value der Verbindlichkeitenkomponente ermittelt, indem ein Marktzinssatz einer gleichartigen nicht wandelbaren Anleihe zugrunde gelegt wurde. Dieser Betrag wird als Finanzverbindlichkeit ausgewiesen und zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Zugrundelegung der Effektivzinsmethode bis zum Fälligkeits- bzw. bis zum Wandlungszeitpunkt bilanziert. Bei Ausübung des Wandlungsrechts wird die Verbindlichkeitenkomponente ohne Auswirkung auf den Gewinn oder Verlust in das Eigenkapital umgebucht. Die Eigenkapitalkomponente wird in Höhe der Differenz zwischen dem Nominale der gesamten Wandelanleihe und dem Fair Value der Verbindlichkeitenkomponente angesetzt. Als Teil des Eigenkapitals wird der Buchwert dieser Wandlungsoption in den Folgejahren nicht neu bewertet.
SONSTIGE UNTERNEHMENSANTEILE
Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und Anteile an assoziierten Unternehmen, welche in diesem Konzernabschluss nicht vollkonsolidiert oder nach der Equity-Methode einbezogen sind, werden unter den anderen Finanzanlagen und sonstigen Unternehmensanteilen ausgewiesen. Die Bewertung dieser sonstigen Vermögenswerte erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.
ERTRAGSTEUERN
Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens mit den aktuell gültigen Steuersätzen ermittelt.
In Übereinstimmung mit IAS 12 werden alle temporären Bewertungs- und Bilanzierungsdifferenzen zwischen der Steuerbilanz und dem Konzernabschluss als latente Steuern erfasst. Latente Steuern für Verlustvorträge werden in jener Höhe aktiviert, wie ausreichende zu versteuernde (passive) temporäre Buchwertdifferenzen bestehen oder aufgrund von Planungsrechnungen ausreichende zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen werden, gegen die die Verlustvorträge verrechnet werden können.
Latente Steuern aufgrund von Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen, an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen werden in Übereinstimmung mit IAS 12.39 und IAS 12.44 grundsätzlich nicht angesetzt. Für geplante Dividenden, die der Quellensteuer unterliegen, werden passive Latenzen gebildet.
Die latenten Steuern werden auf Basis des jeweiligen landesüblichen Ertragsteuersatzes berechnet. Künftige fixierte Steuersätze werden für die Abgrenzung ebenfalls berücksichtigt. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, wenn diese gegenüber derselben Steuerbehörde bestehen und ein Anspruch auf Verrechnung gegeben ist.
Der Konzern hat die vom IASB im Mai 2023 veröffentlichte vorübergehende Ausnahme von den Rechnungslegungsvorschriften für latente Steuern in IAS 12 angewendet. Dementsprechend werden keine latenten Steuern in Bezug auf Ertragsteuern der Pillar-2-Regeln ausgewiesen und keine diesbezüglichen Informationen angegeben.
Am 30. Dezember 2023 hat der Gesetzgeber von Österreich, wo das Mutterunternehmen seinen Sitz hat, die Pillar-2-Regeln mit Wirkung vom 1. Januar 2024 in nationales Steuerrecht transformiert (Mindestbesteuerungsreformgesetz). Bei einem effektiven Steuersatz von weniger als 15 % in einer Steuerjurisdiktion kann es zu einer zusätzlichen Steuerbelastung aus der Anwendung der Pillar-2-Regeln kommen.
Mit Stand 31. März 2024 ist durch die Pillar-2-Regeln mit keiner wesentlichen Auswirkung auf das Konzernergebnis zu rechnen. Diese Angabe beruht einerseits auf den Ergebnissen der Country-by-Country Safe-Harbour-Berechnungen auf Basis von historischen sowie Plandaten und andererseits auf Probeberechnungen für Länder, welche die Safe-Harbour-Bestimmungen voraussichtlich nicht erreichen werden. Da nicht alle Anpassungen, die aufgrund der Gesetzgebung erforderlich gewesen wären, vorgenommen wurden, kann die tatsächliche Auswirkung, die die Gesetzgebung auf das Konzernergebnis gehabt hätte, wenn sie bereits für das am 31. März 2024 endende Geschäftsjahr in Kraft gewesen wäre, abweichen.
Die Auswirkungen der Gesetzgebung zu den Pillar-2-Regeln auf die zukünftige Ertragskraft des Konzerns werden laufend überprüft.
VORRÄTE
Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten der Fertigstellung und des Vertriebs. In Ausnahmefällen können für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe im Einklang mit IAS 2.32 die Wiederbeschaffungskosten die Bewertungsgrundlage sein.
Die Ermittlung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten für gleichartige Vorräte erfolgt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren bzw. nach einem ähnlichen Verfahren. Die Herstellungskosten beinhalten direkt zurechenbare Kosten und alle anteiligen Material- und Fertigungsgemeinkosten auf Basis einer Normalauslastung. Fremdkapitalzinsen sowie allgemeine Verwaltungs- und Vertriebskosten werden nicht aktiviert.
EMISSIONSZERTIFIKATE
Gratiszertifikate werden aufgrund der unentgeltlichen Zuteilung über die gesamte Behaltedauer mit Anschaffungskosten von null bewertet. Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden mit ihren tatsächlichen Anschaffungskosten im kurzfristigen Vermögen erfasst und zum Bilanzstichtag auf einen allfällig niedrigeren Fair Value abgewertet.
In den sonstigen Rückstellungen sind Vorsorgen für CO2-Emissionszertifikate enthalten. Die Bewertung erfolgt mit dem Fair Value für den Teil der Unterallokation und dem Buchwert für die bereits angeschafften Zertifikate.
PENSIONEN UND ANDERE ARBEITNEHMERVERPFLICHTUNGEN
Die Pensionen und anderen Arbeitnehmerverpflichtungen beinhalten Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen sowie Jubiläumsgelder und werden entsprechend IAS 19 nach der Barwertmethode („projected unit credit method“) bewertet.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste bei Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen werden im Jahr ihrer Entstehung ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste von Rückstellungen für Jubiläumsgelder werden sofort erfolgswirksam erfasst.
Abfertigungsverpflichtungen
Arbeitnehmer:innen von österreichischen Gesellschaften, deren Dienstverhältnis vor dem 1. Jänner 2003 begonnen hat, haben im Falle einer Beendigung des Dienstverhältnisses durch die:den Arbeitgeber:in oder Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigungszahlung. Die Höhe dieser Zahlung ist abhängig von der Anzahl der Dienstjahre und dem jeweiligen Lohn bzw. Gehalt zum Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses. Bei Arbeitnehmer:innen, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, ist ein beitragsorientiertes System vorgesehen. Diese Zahlungen an die externe Mitarbeitervorsorgekasse werden als Aufwendungen erfasst.
Beitragsorientierte Pensionspläne
Nach der Einzahlung des Beitrages in die verwaltende Pensionskasse bzw. Versicherung treffen das Unternehmen im Rahmen von beitragsorientierten Plänen keine weiteren Verpflichtungen.
Leistungsorientierte Pensionspläne
Im Rahmen von leistungsorientierten Pensionsplänen garantiert das Unternehmen der:dem Arbeitnehmer:in eine bestimmte Pensionshöhe. Die Pensionszahlung beginnt nach der Pensionierung (bzw. Berufsunfähigkeit oder Tod) und endet bei Ableben der:des ehemaligen Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmers (bzw. ihrer:seiner Hinterbliebenen). Witwen- und Witwerpensionen (in Höhe von 50 bis 75 % der Eigenpension) werden an überlebende Ehegatten bis zu deren Ableben oder Wiederverheiratung geleistet. Waisenrenten (in Höhe von 10 bis 20 % der Eigenpension) werden bis Vollendung der Ausbildung, maximal jedoch bis zum 27. Lebensjahr, an unterhaltspflichtige Kinder ausgezahlt.
Demzufolge ist das Langlebigkeitsrisiko das wesentlichste Risiko in den leistungsorientierten Pensionsplänen im Konzern. Den Bewertungen werden die jeweils aktuellsten Sterbetafeln zugrunde gelegt. Bei einer 10%igen relativen Verringerung bzw. Erhöhung der Sterblichkeit verändert sich bei den Pensionen die DBO zum Stichtag um +3,6 % bzw. –3,2 %. Andere Risiken wie etwa die Teuerung medizinischer Leistungen beeinflussen den Umfang der Verpflichtung nicht materiell.
Bei den Pensionsverpflichtungen im Konzern handelt es sich fast ausschließlich um bereits unverfallbare Anwartschaften.
Österreich
Die Pensionshöhe wird nach einem bestimmten Prozentsatz des Letztgehalts in Abhängigkeit der Dienstjahre oder einem fix valorisierten Betrag pro Dienstjahr berechnet. Der überwiegende Teil der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen ist an eine Pensionskasse ausgelagert, wobei das Unternehmen die Verpflichtung zur Begleichung allfälliger Unterdeckungen trägt.
Deutschland
In Deutschland existieren verschiedene Pensionsordnungen, deren Leistungsordnungen sich folgendermaßen darstellen lassen:
- » ein bestimmter Prozentsatz des Letztgehalts in Abhängigkeit der Dienstjahre
- » ein mit den Dienstjahren steigender Prozentsatz einer vereinbarten Zielpensionshöhe
- » eine fix vereinbarte Rentenhöhe
- » für jedes Dienstjahr ein fix valorisierter Betrag in Relation zum durchschnittlichen Gehalt im Unternehmen
- » ein fix valorisierter Betrag pro Dienstjahr
Ein kleiner Teil der Pensionen wird über Versicherungen finanziert, wobei die Verpflichtungen selbst in den Unternehmen verbleiben.
Die Bewertung des Sozialkapitals erfolgt in den Ländern mit wesentlichen leistungsorientierten Verpflichtungen auf Basis der nachstehenden Parameter:
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Zinssatz (%) | 3,80 | 3,60 |
Lohn-/Gehaltserhöhungen (%)1 | 4,00 | 4,00 |
Pensionserhöhungen (%)1 | 2,50 | 2,50 |
| | |
Pensionsalter Männer/Frauen | | |
Österreich | max. 62 Jahre | max. 62 Jahre |
Deutschland | 63 – 67 Jahre | 63 – 67 Jahre |
| | |
Sterbetafeln | | |
Österreich | AVÖ 2018-P | AVÖ 2018-P |
Deutschland | Heubeck- Richttafeln 2018 G | Heubeck- Richttafeln 2018 G |
| | |
1 Ansatz nur für gehaltsabhängige bzw. wertgesicherte Zusagen. |
Aus dem Sozialkapital resultierende Nettozinsaufwendungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den Finanzaufwendungen erfasst.
Jubiläumsgeldverpflichtungen
In den meisten österreichischen Konzerngesellschaften haben die Arbeitnehmer:innen einen Anspruch auf Auszahlung eines Jubiläumsgeldes, der entweder auf einer kollektivvertraglichen oder einer Regelung in einer Betriebsvereinbarung beruht. Es handelt sich hierbei um eine Einmalzahlung nach Erreichen des jeweiligen Dienstjubiläums und diese beträgt – in der Regel – je nach Dauer der Dienstzeit zwischen einem und drei Monatsbezügen.
SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Sonstige Rückstellungen werden bei Bestehen von gegenwärtigen Verpflichtungen, resultierend aus vergangenen Ereignissen, welche zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen, mit jenem Betrag angesetzt, der auf Basis zuverlässiger Schätzungen am wahrscheinlichsten ist. Falls wesentlich, werden diese Rückstellungen abgezinst.
Die den Rückstellungen zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen abweichen, wenn sich die Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst.
Wir weisen darauf hin, dass unter Inanspruchnahme der Schutzklausel gemäß IAS 37.92 Angaben zu Rückstellungen dann nicht gemacht werden, wenn dadurch die Interessen des Unternehmens ernsthaft beeinträchtigt werden könnten.
EVENTUALVERBINDLICHKEITEN
Eventualverbindlichkeiten sind gegenwärtige Verpflichtungen aufgrund vergangener Ereignisse, für die der Abfluss von Ressourcen zur Regulierung der Verbindlichkeit unwahrscheinlich ist, oder mögliche Verpflichtungen aufgrund vergangener Ereignisse, deren Existenz oder Nichtexistenz von weniger sicheren zukünftigen Ereignissen abhängt, welche nicht unter der vollständigen Kontrolle des Unternehmens stehen. Wenn in äußerst seltenen Fällen eine bestehende Schuld nicht in der Bilanz als Rückstellung angesetzt werden kann, weil keine verlässliche Schätzung der Schuld möglich ist, ist ebenfalls eine Eventualverbindlichkeit zu erfassen.
Hinsichtlich möglicher Verpflichtungen weisen wir darauf hin, dass gemäß IAS 37.92 Angaben zu Eventualverbindlichkeiten dann nicht gemacht werden, wenn dadurch die Interessen des Unternehmens ernsthaft beeinträchtigt werden könnten.
MITARBEITERBETEILIGUNGSPROGRAMM
Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm in den österreichischen Konzerngesellschaften basiert auf der Verwendung eines Teils der kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltserhöhungen mehrerer Geschäftsjahre. Erstmals im Geschäftsjahr 2000/01 erhielten die Arbeitnehmer:innen als Gegenleistung für eine um 1 % geringere Lohn- und Gehaltserhöhung Aktien der voestalpine AG.
In den Geschäftsjahren 2002/03, 2003/04, 2005/06, 2007/08, 2008/09, 2014/15 und 2018/19 wurden jeweils zusätzlich zu den bis dahin vereinbarten Beiträgen zwischen 0,3 %-Punkte und 0,5 %-Punkte der Kollektivvertragserhöhungen für die Beteiligung der Mitarbeiter:innen an der voestalpine AG verwendet. Die tatsächliche Höhe der Beiträge ergibt sich aus den ermittelten Beiträgen auf Basis der Kollektivverträge zum 1. November 2002, 2003, 2005, 2007, 2008, 2014 bzw. 2018 sowie unter Anwendung einer jährlichen Erhöhung der Beiträge um 3,5 %. In den Geschäftsjahren 2012/13, 2013/14, 2016/17, 2017/18, 2021/22 und 2022/23 wurden für jene österreichischen Konzerngesellschaften, die erst ab einem späteren Zeitpunkt an der Mitarbeiterbeteiligung teilgenommen hatten, weitere Beiträge zwischen 0,27 %-Punkten und 0,50 %-Punkten der Kollektivvertragserhöhungen 2012, 2013, 2016, 2017, 2021 bzw. 2022 für die Beteiligung verwendet.
Zur Umsetzung des österreichischen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms wird jeweils eine Vereinbarung zwischen dem Betriebsrat und der Gesellschaft geschlossen. Die Aktien werden von der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung erworben und werden von dieser entsprechend dem jeweiligen Lohn- und Gehaltsverzicht der Beschäftigten an diese übertragen. Der Wert der Gegenleistung ist nicht von Kursschwankungen abhängig. IFRS 2 kommt für Aktienzuteilungen aufgrund von niedrigeren Kollektivvertragsabschlüssen daher nicht zur Anwendung.
Für Konzerngesellschaften außerhalb Österreichs wurde ein internationales Beteiligungsmodell entwickelt, das zunächst im Geschäftsjahr 2009/10 in mehreren Gesellschaften in Großbritannien und Deutschland gestartet werden konnte. Aufgrund der in diesen Pilotversuchen gesammelten sehr positiven Erfahrungen wurde das Modell in diesen beiden Ländern weiter ausgebaut sowie in den folgenden Geschäftsjahren schrittweise in den Niederlanden, in Polen, in Belgien, in der Tschechischen Republik, in Italien, in der Schweiz, in Rumänien, in Schweden und in Spanien neu eingeführt. Im Geschäftsjahr 2023/24 nahmen insgesamt 93 Gesellschaften in diesen elf Ländern an der internationalen Mitarbeiterbeteiligung teil.
Zum 31. März 2024 hält die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung für die Mitarbeiter:innen rund 14,3 % (31. März 2023: 14,3 %) der Aktien der voestalpine AG. Darüber hinaus halten aktive und ehemalige Mitarbeiter:innen der voestalpine rund 0,5 % (31. März 2023: 0,5 %) der Aktien der voestalpine AG, deren Stimmrechte von der Stiftung ausgeübt werden. Insgesamt werden somit zum 31. März 2024 die Stimmrechte von 14,8 % (31. März 2023: 14,8 %) des Grundkapitals der voestalpine AG in der Stiftung gebündelt.
C. KONSOLIDIERUNGSKREIS
Der Konsolidierungskreis (siehe Anlage zum Anhang „Beteiligungen“) wird nach den Bestimmungen der IFRS festgelegt. Der Konzernabschluss beinhaltet neben dem Jahresabschluss der voestalpine AG auch die Abschlüsse der von der voestalpine AG (und ihren Tochtergesellschaften) beherrschten Unternehmen. Beherrschte Unternehmen, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sind alleine und in Summe unwesentlich.
Tochterunternehmen sind Gesellschaften, welche vom Konzern beherrscht werden. Beherrschung besteht, wenn der voestalpine-Konzern Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus der Beteiligung ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund der Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann. Die Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen werden in den Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch den Konzern endet, einbezogen.
Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, auf welche der voestalpine-Konzern durch die Mitwirkung an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen über maßgeblichen Einfluss verfügt, wobei weder Beherrschung noch gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse vorliegt. Gemeinschaftsunternehmen sind gemeinsame Vereinbarungen, bei denen die Partnerunternehmen (voestalpine-Konzern und ein:e oder mehrere Partner:innen), die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte am Nettovermögen des Unternehmens besitzen. Die Jahresabschlüsse von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden in den Konzernabschluss nach der Equity-Methode ab dem Erwerbszeitpunkt bis zum Veräußerungszeitpunkt einbezogen. Die assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sind in der Anlage zum Anhang „Beteiligungen“ angeführt.
ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREIS
Der Konsolidierungskreis hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
| Vollkonsolidierung | Equity-Methode |
| | |
Stand am 01.04.2023 | 283 | 13 |
Zugänge aus Unternehmenserwerben | 4 | |
Änderung der Konsolidierungsmethode und Gründungen | | |
Zugänge | 3 | |
Abgänge | –1 | |
Umgründungen | –4 | |
Abgänge oder Veräußerung | –3 | |
Stand am 31.03.2024 | 282 | 13 |
davon ausländische Gesellschaften | 224 | 5 |
Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden folgende vollkonsolidierte Gesellschaften endkonsolidiert:
Name der Gesellschaft | Datum der Endkonsolidierung |
| |
Im Geschäftsjahr 2022/23 Vollkonsolidierung | |
voestalpine High Performance Metals Portugal, Unipessoal, Lda | 31.05.2023 |
voestalpine Steel Trading (Shenyang) Co., Ltd. | 30.06.2023 |
voestalpine Stamptec Holding GmbH in Liqu. | 13.07.2023 |
voestalpine Automotive Components Nagold GmbH & Co. KG | 21.11.2023 |
| |
Umgründungen |
voestalpine Additive Manufacturing Center Singapore Pte. Ltd. | 01.04.2023 |
voestalpine Edelstahl Wärmebehandlung GmbH | 01.04.2023 |
voestalpine Special Wire GmbH | 01.04.2023 |
voestalpine group-IT AB | 30.09.2023 |
Mit Ende Mai wurde in der High Performance Metals Division in der Business Unit Value Added Services der Verkauf der voestalpine High Performance Metals Portugal, Unipessoal, Lda, Portugal, abgeschlossen. Die voestalpine hat sich aufgrund des Rückgangs des portugiesischen Marktes in der Automobilindustrie für eine Veräußerung entschieden. Kerngeschäft der portugiesischen Niederlassung war der Vertrieb von Materialien der Marke Buderus. Mit dem Verkauf an einen der größten Distributoren Portugals ist die Präsenz der Marke Buderus in Portugal weiterhin gesichert. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2022/23 einen Umsatz von rund 6,2 Mio. EUR und beschäftigte 31 Mitarbeiter:innen.
Im November 2023 wurde in der Metal Forming Division der Verkauf der voestalpine Automotive Components Nagold GmbH & Co. KG, eine Gesellschaft der Cold Stamping Gruppe mit Sitz in Deutschland, an Tempel Steel (ein Unternehmen von Worthington Steel) abgeschlossen. Hintergrund für den Verkauf war die strategische Konzentration auf den Kernbereich Automotive Components. Die voestalpine Automotive Components Nagold GmbH & Co. KG beschäftigte rund 130 Mitarbeiter:innen und erzielte im Geschäftsjahr 2022/23 einen Umsatz von rund 35 Mio. EUR. Das Unternehmen entwickelt und produziert Stanz- und Umformteile für die Automobilindustrie, wie z. B. Kühlerbauteile, Längsträger-Verstärkungen oder andere Pressteile und Baugruppen. Darüber hinaus werden am Standort inline geklebte Stator- und Rotorpakete für E-Motoren produziert.
Die Unternehmensverkäufe haben folgende Auswirkungen auf den Konzernabschluss:
| Angesetzte Werte |
| |
Langfristiges Vermögen | 14,8 |
Kurzfristiges Vermögen | 15,0 |
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | –1,2 |
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | –4,2 |
Nettovermögen | 24,4 |
Ergebnis aus dem Verlust der Beherrschung | –1,0 |
Verkaufserlös | 23,4 |
Noch nicht bezahlter Verkaufserlös | –0,2 |
Abgehende Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | –1,2 |
Nettozahlungsmittelzufluss | 22,0 |
| |
| Mio. EUR |
Die bislang vollkonsolidierte voestalpine Steel Trading (Shenyang) Co., Ltd. wurde Ende Juni 2023 aufgrund eines geänderten, redimensionierten Geschäftsmodells endkonsolidiert. Aufgrund von Liquidation wurde die voestalpine Stamptec Holding GmbH im Juli 2023 ebenfalls endkonsolidiert. Die Auswirkungen beider Abgänge auf den Konzernabschluss sind als unwesentlich zu erachten.
NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN UND VERÄUSSERUNGSGRUPPEN
Am 22. März 2022 wurde der Verkaufsbeschluss für 80 % der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Texas (bestehend aus einem Werk) im Segment Steel Division, welche sich mit der Herstellung von Hot Briquetted Iron (HBI) beschäftigt, vom Aufsichtsrat genehmigt. Der Vertrag zum Verkauf von 80 % wurde am 14. April 2022 unterzeichnet.
Darüber hinaus besteht weiterhin eine Vereinbarung zur langfristigen Absicherung von jährlich 420.000 Tonnen des in Corpus Christi produzierten HBI. Dies ist die Basis für eine weitere Dekarbonisierung der Stahlproduktion in Linz und Donawitz („greentec steel“). Die Produktionskapazität des HBI-Werks beträgt rund zwei Millionen Tonnen pro Jahr.
Die Kriterien einer Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten wurden im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 erfüllt. Die zahlungsmittelgenerierende Einheit Texas wurde vom Management als nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations) eingestuft, da diese einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig darstellt. Das Closing der Transaktion erfolgte am 30. Juni 2022. Mit dem Closing hat voestalpine den Kaufpreis erhalten. Das Ergebnis der nicht fortgeführten Aktivitäten stellte sich wie folgt dar:
| 2022/23 |
| |
Umsatzerlöse | 225,9 |
Aufwendungen inkl. sonstige Aufwendungen | –146,7 |
Sonstige betriebliche Erträge | 0,8 |
Finanzerfolg | –0,2 |
Ergebnis nach Steuern | 79,8 |
davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnen | 79,8 |
| |
Ergebnis nach Steuern | 79,8 |
Gewinn aus dem Abgang | 13,6 |
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 93,4 |
| |
Verwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 0,53 |
Durchschnittlich gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien | 177.280.772 |
| |
Mio. EUR |
Die Hauptgruppen der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der nicht fortgeführten Aktivitäten zum Zeitpunkt des Abgangs sind in der nachfolgend angeführten Tabelle dargestellt. Zusätzlich wurden in der Tabelle das Abgangsergebnis sowie der Nettozahlungsmittelzufluss abgeleitet.
| 2022/23 |
| |
Langfristige Vermögenswerte | 745,2 |
Kurzfristige Vermögenswerte | 254,8 |
Summe Aktiva (insgesamt abgegebene Vermögenswerte) | 1.000,0 |
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 32,3 |
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 48,7 |
Summe Passiva (insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten) | 81,0 |
Abgehendes Nettovermögen | 919,0 |
| |
Gegenleistung für 100 %1 | 872,6 |
| |
Recycling kumuliertes OCI | 73,2 |
Transaktionskosten, übernommene Verpflichtungen und sonstige Effekte | –13,1 |
Gewinn aus dem Abgang | 13,6 |
| |
| |
1 davon Zahlungsmittelzugang (für 80 %) | 747,0 |
Abgehende Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | –11,2 |
Nettozahlungsmittelzufluss | 735,8 |
| |
| Mio. EUR |
Der steuerliche Veräußerungsgewinn wurde mit bestehenden Verlustvorträgen verrechnet.
Übergangskonsolidierung aufgrund der Abstockung der Mehrheitsbeteiligung
Der voestalpine-Konzern hat die Beherrschung über die Tochterunternehmen der voestalpine Texas-Gruppe verloren. Der Endkonsolidierungsgewinn wurde erfolgswirksam erfasst. Dieser wurde ermittelt aus der Differenz zwischen
- » dem Gesamtbetrag des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Gegenleistung und dem beizulegenden Zeitwert der zurückbehaltenen 20%igen Anteile sowie
- » dem abgehenden Nettovermögen des aufgegebenen Geschäftsbereichs inklusive etwaigem Recycling von OCI-Positionen (sonstigen Ergebnissen).
Die im Zusammenhang mit der voestalpine Texas-Gruppe im sonstigen Ergebnis (OCI) ausgewiesenen Beträge in Höhe von 73,2 Mio. EUR wurden so bilanziert, wie dies bei einem Verkauf der Vermögenswerte erfolgen würde. Im vorliegenden Fall handelte es sich um eine Umgliederung (Recycling) von Währungsumrechnungsdifferenzen in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung.
Da der Konzern 20 % der Anteile an der bisherigen voestalpine Texas-Gruppe zurückbehält, wurden diese Anteile mit dem zum Zeitpunkt des Verlusts der Beherrschung ermittelten beizulegenden Zeitwert in Höhe von 134,4 Mio. EUR angesetzt. Dieser Wert stellt die Anschaffungskosten der Anteile dar, die in der Folge nach den Vorschriften für assoziierte Unternehmen nach der Equity-Methode bewertet werden.
Der beizulegende Zeitwert für den 20-%-Anteil wurde aus dem Kaufpreis für 80 % abgeleitet und stellt einen Fair Value gemäß Stufe 3 dar. Aufgrund der eingeschränkten Kontroll- und Mitbestimmungsrechte, die mit dem 20-%-Anteil verbunden sind, wurde ein Minderheitenabschlag berücksichtigt, welcher auf Basis von Transaktionsdaten ermittelt wurde.
VERÄUSSERUNGSGRUPPE (ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE UND SCHULDEN)
Die Hauptgruppen der Vermögenswerte und Schulden der Veräußerungsgruppe umfassen folgende Positionen:
| 2023/24 |
| |
Vorräte | 54,4 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 49,5 |
Sonstige | 3,4 |
Summe Aktiva | 107,3 |
Pensionen und andere langfristige Arbeitnehmerverpflichtungen | 22,2 |
Rückstellungen | 33,5 |
Finanzverbindlichkeiten | 7,0 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 81,2 |
Summe Passiva | 143,9 |
| |
| Mio. EUR |
Am 14. März 2024 wurde der Verkaufsbeschluss für die Buderus Edelstahl (bestehend aus den zwei zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Buderus Edelstahl ohne Schmiede mit den Teilbereichen Stahlwerk, Walzlinien, Gesenkschmiede und Buderus Edelstahl Schmiede bestehend aus der Freiformschmiede, welche sich im Wesentlichen mit der Herstellung von Gesenkschmiedeteilen, Werkzeugstahl, Edelbaustahl und Walzprodukten beschäftigen) im Segment High Performance Metals vom Vorstand gefasst. Der Verkauf wurde eingeleitet, da sich die Division High Performance Metals auf das Kerngeschäft von hochlegiertem Stahl konzentrieren möchte. Buderus Edelstahl mit einer Produktpalette von niedrig legiertem Stahl passt somit nicht mehr in das Portfolio. Im Rahmen eines strukturierten Verkaufsprozesses wurden von mehreren potenziellen Investor:innen im März 2024 nicht bindende Angebote vorgelegt.
Die Kriterien einer Klassifizierung „als zur Veräußerung gehalten“ wurden im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2023/24 erfüllt. Die Buderus Edelstahl wird vom Management als Veräußerungsgruppe eingestuft.
Der Konzern bewertet Veräußerungsgruppen zum Fair Value abzüglich der Veräußerungskosten. Der Fair Value abzüglich der Veräußerungskosten in Höhe von –36,6 Mio. EUR leitet sich aus dem voraussichtlichen Verkaufserlös (Fair Value Level 3), welcher auf Basis der eingegangenen Angebote ermittelt wurde, ab. Zum 31. März 2024 wurde eine Wertminderung in Höhe von 86,2 Mio. EUR in den Bereichen „Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten“, „Technische Anlagen und Maschinen“ und „Andere immaterielle Vermögenswerte“ im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst, wodurch die langfristigen Vermögenswerte vollständig abgeschrieben wurden. Daüber hinaus wurden 91,6 Mio. EUR als Wertminderung von kurzfristigen Vermögenswerten in den Umsatzkosten erfasst. Der im Rahmen der Umgliederung gemäß IFRS 5 anteilige zugeordnete Firmenwert in Höhe von 2,9 Mio. EUR wurde vollständig wertgemindert.
D. UNTERNEHMENSERWERBE UND SONSTIGE ZUGÄNGE ZUM KONSOLIDIERUNGSKREIS
Im Geschäftsjahr 2023/24 werden folgende Gesellschaften im Konzernabschluss erstmalig einbezogen:
Name der Gesellschaft | Anteil in % | Datum der Erstkonsolidierung |
| | |
Vollkonsolidierung | | |
voestalpine group-IT (Suzhou) Co., Ltd. | 100,000 % | 01.04.2023 |
voestalpine Specialty Metals UK Ltd | 100,000 % | 26.04.2023 |
voestalpine Turnout Technology Egypt S.A.E | 60,000 % | 01.10.2023 |
voestalpine Tubulars Germany GmbH | 100,000 % | 01.10.2023 |
TORRI S.R.L. | 100,000 % | 17.10.2023 |
Torri Australia Pty Ltd | 100,000 % | 17.10.2023 |
Torri Immobiliare s.r.l. | 100,000 % | 17.10.2023 |
| | |
Bei den Konsolidierungskreiszugängen der vollkonsolidierten Gesellschaften handelt es sich um vier Erwerbe, eine erstmalig einbezogene Gesellschaft sowie zwei neu gegründete Gesellschaften.
Die Einbeziehung von akquirierten Gesellschaften in den Konzernabschluss erfolgt unter Fortführung der gemäß IFRS 3 zum Akquisitionsstichtag ermittelten beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden unter Berücksichtigung der entsprechenden Abschreibungen. Der Bilanzwert der nicht beherrschenden Anteile bestimmt sich nach den fortgeführten Fair Values der erworbenen Vermögensgegenstände und Schulden.
Die Aufstockung von Mehrheitsbeteiligungen wird als Transaktion zwischen Eigentümer:innen behandelt. Die Differenz zwischen den Anschaffungskosten für die zusätzlichen Anteile und dem anteiligen Buchwert der nicht beherrschenden Anteile wird direkt im Eigenkapital erfasst. In der Berichtsperiode wurden für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen 1,0 Mio. EUR bezahlt. Nicht beherrschende Anteile in Höhe von 0,3 Mio. EUR wurden ausgebucht, ein Betrag in Höhe von 0,7 Mio. EUR wurde direkt im Eigenkapital verrechnet.
Put-Optionen, welche nicht beherrschenden Gesellschaftern für ihre Anteile an Konzerngesellschaften eingeräumt wurden, werden mit ihrem Fair Value als Verbindlichkeit passiviert. Sofern für den Einzelfall ein Übergang der mit dem Eigentum am nicht beherrschenden Anteil verbundenen Chancen und Risiken bereits zum Zeitpunkt des Mehrheitserwerbs erfolgt ist, geht man von einem Erwerb von 100 % der Gesellschaft aus. Liegt hingegen kein Chancen- und Risikotransfer vor, werden die nicht beherrschenden Anteile weiterhin im Eigenkapital ausgewiesen. Die Verbindlichkeit wird erfolgsneutral aus den Gewinnrücklagen dotiert („double credit approach“). Die Folgebewertung wird erfolgswirksam vorgenommen.
Die Verbindlichkeiten für offene Put-Optionen betragen zum 31. März 2024 9,1 Mio. EUR (31. März 2023: 11,1 Mio. EUR). Im Rahmen der Bewertung wird die Discounted Cashflow-Methode unter Beachtung der vertraglichen Höchstgrenzen angewendet. Inputfaktoren in der Discounted Cashflow-Methode sind insbesondere die Mittelfristplanung sowie der Diskontierungszins.
Im Rahmen eines Asset-Deals erwarb die voestalpine Railway Systems Nortrak LLC, USA, ein Unternehmen der Metal Engineering Division, Ende Juni 2023 die entsprechenden Produktionsanlagen zur Fertigung von Betonschwellen für den nordamerikanischen Eisenbahnmarkt. Im Zuge der Transaktion wurden 21 Mitarbeiter:innen übernommen. Dieser Asset-Deal stärkt die strategische Marktposition der voestalpine Railway Systems Nortrak LLC, USA, durch die Integration von Betonschwellen für den laufenden Bahnfahrweg in das bestehende Produktportfolio. Diese Produkterweiterung ist ein wesentlicher Meilenstein zur Entwicklung des Unternehmens zum kompletten Systemlösungsanbieter von Bahninfrastruktur in Nordamerika.
Der Asset-Deal hat folgende Auswirkungen auf den Konzernabschluss:
| Angesetzte Werte |
| |
Langfristiges Vermögen | 0,2 |
Kurzfristiges Vermögen | 2,0 |
Nettovermögen = Anschaffungskosten = Nettozahlungsmittelabfluss | 2,2 |
| |
| Mio. EUR |
Die voestalpine-Tochter Nedcon B.V. mit Hauptsitz in Doetinchem, Niederlande, ein Unternehmen der Metal Forming Division, erwarb mit Übergang der effektiven Kontrolle am 17. Oktober 2023 100 % der Anteile des Lagerspezialisten TORRI S.P.A. aus Vicenza, Italien, der Torri Immobiliare s.r.l., Mailand, Italien sowie der Torri Australia Pty Ltd, Sydney, Australien. Die TORRI S.P.A. ist eine Anbieterin von Regallösungen und im Bereich Design, Herstellung und Verkauf von Hochregallagern tätig. Sie beschäftigt rund 140 Mitarbeiter:innen und verfügt über zwei Standorte, einen mit Fertigung und einen Standort für gesonderte Lagerhaltung. Mittlerweile wurde die TORRI S.P.A. in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt und firmiert nun als TORRI S.R.L.
Die Unternehmenserwerbe haben folgende Auswirkungen auf den Konzernabschluss:
| Angesetzte Werte |
| |
Langfristiges Vermögen | 23,1 |
Kurzfristiges Vermögen | 33,0 |
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | –5,4 |
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | –30,4 |
Nettovermögen | 20,3 |
Firmenwerte | 3,2 |
Anschaffungskosten | 23,5 |
Erworbene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | –8,2 |
Nettozahlungsmittelabfluss | 15,3 |
| |
| Mio. EUR |
Der aktive Unterschiedsbetrag in Höhe von 3,2 Mio. EUR resultiert aus dem Ergebnispotenzial der Gesellschaft und ist gemäß IFRS nicht individuell aktivierungsfähigen Positionen zuzuordnen. Der Firmenwert der TORRI S.R.L. (vormals TORRI S.P.A.) wird der firmenwerttragenden Einheit Warehouse & Rack Solutions zugerechnet. Es wird nicht erwartet, dass Teile der erfassten Firmenwerte für körperschaftsteuerliche Zwecke abzugsfähig sind.
Die Akquisition ergänzt das bestehende Produkt- und Serviceangebot der Nedcon-Gruppe. Durch den Zukauf gelingt es der Metal Forming Division nicht nur die Strategie komplexer Lagersysteme von der Entwicklung bis zur Montage konsequent fortzusetzen, sondern auch den südeuropäischen Markt besser zu bedienen. Das Produktportfolio und die Marktausrichtung lassen eine deutliche Verbesserung der Marktposition erwarten.
Die Unternehmenserwerbe trugen seit Erstkonsolidierung Umsatzerlöse in Höhe von 22,6 Mio. EUR zu den Umsatzerlösen des Konzerns bei. Der Anteil am Ergebnis nach Steuern des Konzerns für den gleichen Zeitraum betrug –0,3 Mio. EUR. Wären die Unternehmenserwerbe schon zum 1. April 2023 konsolidiert worden, wären die berichteten Konzernumsatzerlöse um 50,0 Mio. EUR höher und das berichtete Ergebnis nach Steuern des Konzerns wäre um 1,9 Mio. EUR niedriger.
Im Rahmen der erstmaligen Vollkonsolidierung der TORRI S.R.L. (vormals TORRI S.P.A.) werden beizulegende Zeitwerte für Lieferforderungen in Höhe von 15,4 Mio. EUR (Bruttobuchwert 15,4 Mio. EUR), sonstige Forderungen in Höhe von 0,6 Mio. EUR (Bruttobuchwert 0,6 Mio. EUR) und Steuerforderungen in Höhe von 0,4 Mio. EUR (Bruttobuchwert 0,4 Mio. EUR) übernommen. Die voraussichtlich uneinbringlichen Forderungen sind als unwesentlich zu betrachten.
Ende September 2023 erwarb die voestalpine Tubulars GmbH, Linz, Österreich, ein Unternehmen der Metal Engineering Division, 100 % der Anteile an der Diamant239. GmbH, Düsseldorf, Deutschland, welche nun als voestalpine Tubulars Germany GmbH, Düsseldorf, Deutschland, firmiert. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss sind als unwesentlich zu erachten.
Für frühere Unternehmenserwerbe gemäß IFRS 3 wurden in der laufenden Berichtsperiode 2,1 Mio. EUR bezahlt.
E. TOCHTERUNTERNEHMEN MIT WESENTLICHEN NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILEN
Name des Tochterunternehmens | Sitz | 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | | |
voestalpine Tubulars GmbH & Co KG | Kindberg, Österreich | | |
Eigentumsanteil | | 49,8875 % | 49,8875 % |
Beteiligungsquote der Anteile ohne beherrschenden Einfluss | | 50,1125 % | 50,1125 % |
CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. | Qinhuangdao, China | | |
Eigentumsanteil | | 50,0000 % | 50,0000 % |
Beteiligungsquote der Anteile ohne beherrschenden Einfluss | | 50,0000 % | 50,0000 % |
Die gesamten nicht beherrschenden Anteile der Periode betragen 311,2 Mio. EUR (31. März 2023: 240,5 Mio. EUR), wovon 215,0 Mio. EUR (31. März 2023: 142,9 Mio. EUR) auf die voestalpine Tubulars GmbH & Co KG und 25,9 Mio. EUR (31. März 2023: 30,9 Mio. EUR) auf die CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. entfallen. Die weiteren nicht beherrschenden Anteile sind einzeln für den Konzern als unwesentlich anzusehen.
Nachfolgend werden zusammengefasste Finanzinformationen für jedes Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen, die für den Konzern wesentlich sind, dargestellt. Die Angaben entsprechen den Beträgen vor Eliminierung konzerninterner Transaktionen.
ZUSAMMENGEFASSTE BILANZ
| voestalpine Tubulars GmbH & Co KG | CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. |
| 31.03.2023 | 31.03.2024 | 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | | | |
Langfristiges Vermögen | 107,1 | 132,7 | 13,6 | 12,2 |
Kurzfristiges Vermögen | 322,4 | 443,9 | 82,4 | 76,2 |
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 28,8 | 26,9 | 1,1 | 0,9 |
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 120,8 | 125,7 | 33,1 | 35,7 |
Nettovermögen (100 %) | 279,9 | 424,0 | 61,8 | 51,8 |
| | | | |
| | | | Mio. EUR |
ZUSAMMENGEFASSTE GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
| voestalpine Tubulars GmbH & Co KG | CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. |
| 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 |
| | | | |
Umsatzerlöse | 828,5 | 803,3 | 51,2 | 35,4 |
EBIT | 204,6 | 174,2 | 15,2 | 10,8 |
Ergebnis nach Steuern | 198,4 | 178,4 | 13,4 | 9,3 |
Zuzurechnen den: | | | | |
Anteilseignern des Mutterunternehmens | 99,0 | 89,0 | 6,7 | 4,7 |
nicht beherrschenden Gesellschaftern | 99,4 | 89,4 | 6,7 | 4,7 |
| | | | |
An nicht beherrschende Gesellschafter gezahlte Dividenden | 0,0 | 15,0 | 13,7 | 8,4 |
| | | | |
| | | | Mio. EUR |
ZUSAMMENGEFASSTE KAPITALFLUSSRECHNUNG
| voestalpine Tubulars GmbH & Co KG | CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. |
| 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 |
| | | | |
Cashflow aus der Betriebstätigkeit | 177,3 | 167,0 | 12,9 | 7,4 |
Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –78,4 | –152,7 | –0,2 | –0,3 |
davon Investitionen/Devestitionen in andere Finanzanlagen | –63,3 | –113,3 | 0,0 | 0,0 |
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | –98,9 | –14,2 | –26,3 | –16,9 |
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 0,0 | 0,1 | –13,6 | –9,8 |
| | | | |
| | | | Mio. EUR |
F. ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN
ANTEILE AN WESENTLICHEN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN
voestalpine hält nach dem Verkauf von 80 % der Anteile an der ArcelorMittal Texas HBI-Gruppe (vormals voestalpine Texas-Gruppe) mit Sitz in Delaware, USA, einen 20%igen Anteil und übt maßgeblichen Einfluss auf diese Unternehmensgruppe aus. Der Anteil wird nach der Equity-Methode bilanziert.
Das Closing erfolgte mit 30. Juni 2022. Mit diesem Zeitpunkt ging die Beherrschung auf den Erwerber über und es erfolgten die Endkonsolidierung des Tochterunternehmens und der Erstansatz als assoziiertes Unternehmen. Der Veräußerungsgewinn ist im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten (siehe dazu C. Konsolidierungskreis – Nicht fortgeführte Aktivitäten und Veräußerungsgruppen). Die ArcelorMittal Texas HBI-Gruppe betreibt eine Direktreduktionsanlage und liefert Hot Briquetted Iron (HBI) auch an den voestalpine-Konzern. Die Gesellschaft notiert nicht an der Börse.
Die nachstehenden Tabellen enthalten die Finanzinformationen der ArcelorMittal Texas HBI-Gruppe. Die Informationen für die dargestellte Vergleichsperiode beinhalten die Ergebnisse der ArcelorMittal Texas HBI-Gruppe für den Zeitraum von 1. Juli 2022 (Closing 30. Juni 2022) bis 31. März 2023.
ZUSAMMENGEFASSTE BILANZ
| ArcelorMittal Texas HBI-Gruppe |
| 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | |
Langfristiges Vermögen | 461,8 | 411,8 |
Kurzfristiges Vermögen | 302,0 | 385,5 |
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 44,1 | 34,2 |
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 88,4 | 120,4 |
Nettovermögen (100 %) | 631,3 | 642,7 |
| | |
| | Mio. EUR |
ZUSAMMENGEFASSTE GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
| ArcelorMittal Texas HBI-Gruppe |
| 01.07.2022–31.03.2023 | 2023/24 |
| | |
Umsatzerlöse | 642,5 | 586,3 |
| | |
Ergebnis nach Steuern | –13,0 | –18,3 |
Ergebnis nach Steuern (20 %) | –2,6 | –3,7 |
Wertminderung zum 31.03.2023 | –31,6 | 0,0 |
Sonstiges Ergebnis | –2,8 | 0,1 |
PPA Fortschreibung | 1,6 | 5,7 |
Gesamtergebnis (20 %) | –35,4 | 2,1 |
| | |
Erhaltene anteilige Dividenden | –1,1 | 0,0 |
| | |
| | Mio. EUR |
ÜBERLEITUNG DER BUCHWERTE
| ArcelorMittal Texas HBI-Gruppe |
| 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | |
Schlusssaldo Reinvermögen | 631,3 | 642,7 |
20 % Konzernanteil am Nettovermögen | 126,3 | 128,6 |
Firmenwert und sonstige Anpassungen inkl. Währungsdifferenzen | 3,1 | 3,1 |
Wertminderung zum 31.03.2023 inkl. Währungsdifferenzen | –31,6 | –31,8 |
Buchwert des Konzernanteils | 97,8 | 99,9 |
| | |
| | Mio. EUR |
In der Vergleichsperiode wurde aufgrund der vorherrschenden Verlustsituation bei der ArcelorMittal Texas HBI-Gruppe ein Impairmenttest auf Basis des Barwerts der erwarteten zukünftigen operativen Cashflows zum 31. März 2023 durchgeführt. Daraus ergab sich ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 31,6 Mio. EUR bei einem erzielbaren Betrag in Höhe von 97,8 Mio. EUR. Die Wertminderung war auf die reduzierte Ergebnis- und Margenentwicklung gegenüber dem 30. Juni 2022 zurückzuführen.
ANTEILE AN NICHT WESENTLICHEN GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN
Die Ergebnisse aus den Gemeinschaftsunternehmen, welche für den voestalpine-Konzernabschluss für sich genommen nicht wesentlich sind, werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die Anteilshöhen sind in der Anlage zum Anhang „Beteiligungen“ angeführt. Die Angaben beziehen sich jeweils auf den Anteil des voestalpine-Konzerns an den nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen und stellen sich wie folgt dar:
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Anteil des Konzerns am | | |
Ergebnis nach Steuern | 0,0 | –0,2 |
Sonstigen Ergebnis | –0,2 | –0,2 |
Gesamtergebnis | –0,2 | –0,4 |
| | |
Buchwert nicht wesentliche Gemeinschaftsunternehmen | 4,2 | 4,3 |
| | |
| | Mio. EUR |
Die voestalpine Giesserei Linz GmbH hält an Jiaxing NYC Industrial Co., Ltd. 51,0 %. Der Gesellschaftsvertrag verlangt für alle wesentlichen Entscheidungen (Budget, Investitionen) zumindest eine Stimme des:der jeweils anderen Partners bzw. Partnerin. Daraus wird abgeleitet, dass die Beteiligung trotz eines Anteils in Höhe von 51,0 % nicht beherrscht wird.
ANTEILE AN NICHT WESENTLICHEN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN
Die Ergebnisse aus assoziierten Unternehmen, welche für den voestalpine-Konzernabschluss für sich genommen nicht wesentlich sind, werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die Angaben beziehen sich jeweils auf den Anteil des voestalpine-Konzerns an den assoziierten Unternehmen und stellen sich wie folgt dar:
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Anteil des Konzerns am | | |
Ergebnis nach Steuern | 24,7 | 10,8 |
Sonstigen Ergebnis | –1,9 | –1,1 |
Gesamtergebnis | 22,8 | 9,7 |
| | |
Buchwert nicht wesentliche assoziierte Unternehmen | 168,0 | 164,3 |
| | |
| | Mio. EUR |
Die assoziierten Unternehmen inklusive Anteilshöhe sind in der Anlage zum Anhang „Beteiligungen“ angeführt.
G. ERLÄUTERUNGEN UND SONSTIGE ANGABEN
1. UMSATZERLÖSE
Die Umsätze resultieren ausschließlich aus Verträgen mit Kund:innen im Sinne des IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kund:innen) und enthalten alle Erträge, die aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des voestalpine-Konzerns resultieren.
In Übereinstimmung mit IFRS 15.121 werden keine Angaben zu den verbleibenden Leistungsverpflichtungen zum 31. März 2024 gemacht, da alle Leistungsverpflichtungen eine erwartete ursprüngliche Laufzeit von einem Jahr oder weniger haben.
Die folgende Tabelle enthält Informationen zur Aufteilung des Außenumsatzes des voestalpine-Konzerns nach Regionen und Branchen für das Geschäftsjahr 2023/24 bzw. 2022/23:
UMSATZAUFTEILUNG NACH REGIONEN
| Steel Division | High Performance Metals Division | |
2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 |
| | | | | |
Europäische Union (ohne Österreich) | 4.278,3 | 4.030,0 | 1.566,8 | 1.432,0 | |
Österreich | 732,5 | 608,4 | 181,2 | 183,9 | |
USMCA | 313,3 | 322,0 | 590,4 | 541,1 | |
Asien | 87,3 | 73,7 | 576,8 | 581,8 | |
Südamerika | 182,5 | 43,2 | 391,9 | 361,5 | |
Übrige Welt | 471,9 | 492,4 | 410,1 | 404,5 | |
Summe Umsatz nach Regionen | 6.065,8 | 5.569,7 | 3.717,2 | 3.504,8 | |
| | | | | |
| | | | | |
UMSATZAUFTEILUNG NACH BRANCHEN
| Steel Division | High Performance Metals Division | |
| 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 | |
| | | | | |
Automobilindustrie | 2.302,4 | 2.271,1 | 947,7 | 831,0 | |
Energieindustrie | 933,1 | 918,2 | 702,4 | 754,1 | |
Bahnsysteme | 9,9 | 7,2 | 15,5 | 15,5 | |
Bauindustrie | 602,4 | 468,4 | 132,3 | 104,0 | |
Maschinen- und Stahlbau | 429,5 | 341,7 | 774,9 | 658,4 | |
Haushaltsgeräte/Konsumgüter | 183,3 | 148,9 | 419,9 | 375,0 | |
Luftfahrt | 0,0 | 0,0 | 380,8 | 473,1 | |
Sonstige | 1.605,2 | 1.414,2 | 343,7 | 293,7 | |
Summe Umsatz nach Branchen | 6.065,8 | 5.569,7 | 3.717,2 | 3.504,8 | |
| | | | | |
| | | | | |
| Metal Engineering Division | Metal Forming Division | Holding & Group Services | Summe Konzern |
2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 |
| | | | | | | | |
| 1.937,9 | 1.953,7 | 2.105,3 | 1.906,1 | 53,3 | 0,7 | 9.941,6 | 9.322,5 |
| 306,5 | 318,5 | 138,6 | 109,5 | 2,6 | 2,6 | 1.361,4 | 1.222,9 |
| 1.047,8 | 902,1 | 840,2 | 601,0 | 337,7 | 16,6 | 3.129,4 | 2.382,8 |
| 381,5 | 444,8 | 212,0 | 232,3 | 0,6 | 0,0 | 1.258,2 | 1.332,6 |
| 94,2 | 98,2 | 169,4 | 154,3 | 0,0 | 0,0 | 838,0 | 657,2 |
| 468,0 | 548,5 | 346,5 | 320,9 | 0,0 | 0,0 | 1.696,5 | 1.766,3 |
| 4.235,9 | 4.265,8 | 3.812,0 | 3.324,1 | 394,2 | 19,9 | 18.225,1 | 16.684,3 |
| | | | | | | | |
| | | | | | | | Mio. EUR |
| Metal Engineering Division | Metal Forming Division | Holding & Group Services | Summe Konzern |
| 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 |
| | | | | | | | |
| 599,4 | 477,3 | 1.910,2 | 1.839,0 | 0,0 | 0,0 | 5.759,7 | 5.418,4 |
| 1.073,6 | 1.054,4 | 94,3 | 105,0 | 0,0 | 0,0 | 2.803,4 | 2.831,7 |
| 1.851,0 | 2.094,6 | 2,0 | 2,1 | 0,0 | 0,0 | 1.878,4 | 2.119,4 |
| 119,0 | 104,2 | 987,2 | 729,4 | 0,0 | 0,0 | 1.840,9 | 1.406,0 |
| 189,8 | 157,9 | 419,5 | 337,2 | 0,0 | 0,0 | 1.813,7 | 1.495,2 |
| 73,6 | 66,3 | 129,7 | 108,3 | 0,0 | 0,0 | 806,5 | 698,5 |
| 0,1 | 0,1 | 11,2 | 15,5 | 0,0 | 0,0 | 392,1 | 488,7 |
| 329,4 | 311,0 | 257,9 | 187,6 | 394,2 | 19,9 | 2.930,4 | 2.226,4 |
| 4.235,9 | 4.265,8 | 3.812,0 | 3.324,1 | 394,2 | 19,9 | 18.225,1 | 16.684,3 |
| | | | | | | | |
| | | | | | | | Mio. EUR |
2. GESCHÄFTSSEGMENTE
Der voestalpine-Konzern verfügt über fünf berichtspflichtige Segmente: Steel Division, High Performance Metals Division, Metal Engineering Division, Metal Forming Division sowie Holding & Group Services. Das Berichtssystem spiegelt das interne Finanzberichtswesen, die Managementstruktur und die Hauptquellen der Risiken und Chancen der Gesellschaft wider und orientiert sich im Wesentlichen an der Art der angebotenen Produkte.
Zur Steel Division zählt die Produktion von anspruchsvollen warm- und kaltgewalzten sowie elektrolytisch verzinkten, feuerverzinkten und organisch beschichteten Stahlbändern. Hinzu kommen Elektroband, Grobblech- und Gießereiprodukte sowie die nachgelagerten Bereiche Steel & Service Center und Logistik Service. Die Division ist erste Anlaufstelle namhafter Automobilhersteller:innen und -zuliefer:innen für strategische Produktentwicklungen und begleitet ihre Kund:innen global. Darüber hinaus ist sie eine der wichtigsten Partnerinnen der europäischen Haus- sowie der Maschinenbauindustrie. Für den Energiebereich fertigt sie Grobbleche für Anwendungen in schwierigsten Bedingungen.
Die High Performance Metals Division ist globale Marktführerin im Bereich hochlegierter Werkzeugstahl und Schnellarbeitsstahl. Im Segment der Sonderlegierungen für die Öl- und Gasindustrie, Luftfahrtindustrie und den Energiemaschinenbau besetzt die High Performance Metals Division eine führende Position am Weltmarkt, wobei auch Nickelbasis- und Titanwerkstoffe zum Einsatz kommen. Die Division verfügt über ein weltweites Netz an Servicecentern mit Fokus auf Werkzeugbau, wo neben der Lagerhaltung und Vorbearbeitung der Spezialstähle auch Bauteilbearbeitung, Wärmebehandlungs- und Beschichtungsdienstleistungen angeboten werden. Speziell für die Öl- und Gasindustrie bietet die Division in Houston, Texas, USA, Singapur und Birmingham, Großbritannien, ein breites Leistungsspektrum in Form von Logistik, Distribution und Bearbeitung an, womit die technologisch führende Rolle durch eine One-Stop-Shop-Lösung für die Kund:innen untermauert wird. Als Geschäftsfeld mit großer Bedeutung für die Zukunft wird Additive Manufacturing gesehen. An den Standorten in Düsseldorf, Deutschland, Toronto, Kanada, Houston, Texas, USA, Singapur, Shanghai, China, Dongguan, China, und Nantou, Taiwan, werden Teile aus metallischem Pulver erzeugt. Durch die Fertigung des Pulvers in den Werken in Hagfors, Schweden, und Kapfenberg, Österreich, deckt die Division die gesamte Wertschöpfungskette ab – vom Pulver bis zum fertig „gedruckten“ Teil.
In der Metal Engineering Division werden die Kompetenzen als Weltmarktführerin im Bereich der Weichentechnologie und als führende Anbieterin von Premiumschienen und digitalen Überwachungssystemen sowie von Services im Bereich der Bahninfrastruktur gebündelt. Außerdem bietet die Division ein breites Sortiment an hochqualitativem Walzdraht und gezogenem Draht, an Premiumnahtlosrohren für Spezialanwendungen sowie an hochqualitativen Schweißzusatzwerkstoffen und Schweißmaschinen an. Die Metal Engineering Division verfügt zudem über eine eigene Stahlbasis, durch die eine Vormaterialversorgung innerhalb der Division auf höchstem Qualitätsniveau sichergestellt ist.
Die Metal Forming Division ist das Kompetenzzentrum der voestalpine für hochentwickelte Profil-, Rohr- und Präzisionsbandstahlprodukte sowie für einbaufertige Systemkomponenten aus Press-, Stanz- und rollprofilierten Teilen und Lagersystemlösungen. Mit der branchenweit einzigartigen Verbindung von Werkstoffexpertise und Verarbeitungskompetenz sowie einer weltweiten Präsenz ist die Division die Partnerin erster Wahl für innovations- und qualitätsorientierte Kund:innen. Zu diesen zählen nahezu alle führenden Hersteller:innen der Automobil- und Automobilzulieferindustrie mit einem deutlichen Schwerpunkt im Premiumsegment sowie zahlreiche Unternehmen in der Nutzfahrzeug-, Bau-, Lager-, Energie- und (Land-)Maschinenindustrie.
Zum Segment Holding & Group Services gehören neben der Konzernholding zwei Holdinggesellschaften für die US-amerikanische Steuergruppe, zwei Finanzierungsgesellschaften sowie je eine Rohstoffeinkaufs- und Personalservicegesellschaft wie auch die Gesellschaften der group-IT. Diese wurden zusammengefasst, da die Koordination und die Unterstützung der Tochtergesellschaften im Vordergrund stehen.
Die Umsatzerlöse, Aufwendungen und Ergebnisse der Segmente beinhalten Lieferungen und Leistungen zwischen den Geschäftssegmenten. Diese Lieferungen und Leistungen werden zu Verrechnungspreisen bewertet, die konkurrenzfähigen Marktpreisen entsprechen, welche nicht nahestehenden Kund:innen für ähnliche Produkte verrechnet werden. Diese Transaktionen werden im Konzernabschluss eliminiert.
Der voestalpine-Konzern verwendet als maßgebliche Kennzahlen EBIT und EBITDA, um die Entwicklung der Segmente darzustellen. Im voestalpine-Konzern sind diese Kennzahlen allgemein anerkannte Indikatoren für die Darstellung der Ertragskraft.
Die Geschäftssegmente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:
GESCHÄFTSSEGMENTE
| Steel Division | High Performance Metals Division | |
| 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 | |
| | | | | |
Segmentumsätze | 6.650,3 | 6.087,8 | 3.789,6 | 3.541,7 | |
davon Umsatzerlöse mit externen Kund:innen | 6.065,8 | 5.569,7 | 3.717,2 | 3.504,8 | |
davon Umsatzerlöse mit anderen Segmenten | 584,5 | 518,1 | 72,4 | 36,9 | |
EBITDA | 1.120,4 | 686,6 | 561,5 | 185,3 | |
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 257,9 | 258,3 | 322,4 | 433,5 |
|
davon Wertminderungen | 0,0 | 0,0 | 174,1 | 268,0 | |
Wertaufholungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
|
Ergebnisse von equitykonsolidierten Unternehmen | –9,1 | 10,1 | 0,0 | 0,0 |
|
EBIT | 862,5 | 428,3 | 239,2 | –248,2 | |
EBIT-Marge | 13,0 % | 7,0 % | 6,3 % | –7,0 % | |
Zinsen und ähnliche Erträge sowie Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen | 5,7 | 6,9 | 24,5 | 42,7 | |
Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 48,8 | 99,2 | 86,4 | 147,5 | |
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –191,1 | –55,1 | –55,5 | –18,1 | |
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten | 633,3 | 286,4 | 121,4 | –370,5 | |
Segmentvermögen | 5.264,6 | 5.076,9 | 4.953,1 | 4.423,0 | |
davon Anteile an equitykonsolidierten Unternehmen | 234,4 | 230,4 | 0,0 | 0,0 |
|
Nettofinanzverschuldung | 770,0 | 1.345,4 | 1.631,5 | 1.971,82 | |
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 310,0 | 546,4 | 245,6 | 189,92 |
|
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 10.636 | 10.747 | 13.654 | 13.308 | |
| | | | | |
| |
1 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | |
2 Inkl. zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. | |
| Metal Engineering Division | Metal Forming Division | Holding & Group Services | Überleitung | Summe Konzern |
| 2022/23 | 2023/24 | 2022/231 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 | 2022/231 | 2023/24 |
| | | | | | | | | | |
| 4.289,2 | 4.315,7 | 3.860,7 | 3.368,4 | 1.810,3 | 1.056,2 | –2.175,0 | –1.685,5 | 18.225,1 | 16.684,3 |
| 4.235,9 | 4.265,8 | 3.812,0 | 3.324,1 | 394,2 | 19,9 | 0,0 | 0,0 | 18.225,1 | 16.684,3 |
| 53,3 | 49,9 | 48,7 | 44,3 | 1.416,1 | 1.036,3 | –2.175,0 | –1.685,5 | 0,0 | 0,0 |
| 585,9 | 606,2 | 374,6 | 301,0 | –113,5 | –111,3 | 15,0 | –1,7 | 2.543,9 | 1.666,1 |
| 181,9 | 178,5 | 146,0 | 213,5 | 12,9 | 13,0 | 0,0 | 0,0 | 921,1 | 1.096,8 |
| 3,8 | 0,0 | 1,0 | 69,9 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 178,9 | 337,9 |
| 0,2 | 0,5 | 2,1 | 0,4 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 2,3 | 0,9 |
| 0,2 | –0,2 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 1,0 | 2,8 | –7,9 | 12,7 |
| 404,0 | 427,7 | 228,7 | 87,5 | –126,6 | –124,3 | 15,0 | –1,7 | 1.622,8 | 569,3 |
| 9,4 % | 9,9 % | 5,9 % | 2,6 % | | | | | 8,9 % | 3,4 % |
| 6,8 | 16,1 | 7,0 | 9,1 | 313,2 | 377,8 | –323,0 | –384,7 | 34,2 | 67,9 |
| 49,6 | 78,1 | 41,2 | 63,7 | 275,5 | 277,6 | –320,0 | –385,0 | 181,5 | 281,1 |
| –61,8 | –34,7 | –21,8 | –16,7 | –70,0 | –44,2 | –5,3 | 1,0 | –405,5 | –167,8 |
| 299,4 | 331,2 | 172,4 | 16,7 | 1.135,4 | –186,6 | –1.278,0 | 138,4 | 1.083,9 | 215,6 |
| 3.969,3 | 4.202,7 | 2.744,4 | 2.593,3 | 11.658,2 | 11.169,0 | –11.567,9 | –10.907,5 | 17.021,7 | 16.557,4 |
| 5,1 | 4,9 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 30,5 | 33,2 | 270,0 | 268,5 |
| 903,4 | 933,6 | 733,3 | 879,9 | –2.377,0 | –3.479,7 | –0,2 | –0,2 | 1.661,0 | 1.650,82 |
| 195,2 | 291,1 | 152,9 | 188,2 | 18,3 | 17,4 | 0,0 | 0,0 | 922,0 | 1.233,02 |
| 14.053 | 14.724 | 11.853 | 11.571 | 1.006 | 1.239 | 0 | 0 | 51.202 | 51.589 |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | Mio. EUR |
In den folgenden Tabellen wird die Überleitung zu den Kennzahlen EBITDA und EBIT dargestellt:
EBITDA
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Währungsdifferenzen und Ergebnis aus Derivatebewertung | –3,5 | –1,1 |
Konsolidierung | 18,5 | –0,6 |
EBITDA – Summe Überleitung | 15,0 | –1,7 |
| | |
| | Mio. EUR |
EBIT
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Währungsdifferenzen und Ergebnis aus Derivatebewertung | –3,5 | –1,1 |
Konsolidierung | 18,5 | –0,6 |
EBIT – Summe Überleitung | 15,0 | –1,7 |
| | |
| | Mio. EUR |
Alle übrigen Kennzahlen enthalten ausschließlich Konsolidierungseffekte.
Geografische Informationen
In der folgenden Tabelle werden ausgewählte Finanzinformationen nach den wesentlichen geografischen Regionen zusammengefasst dargestellt. Segmenterlöse von externen Kund:innen sind nach geografischen Regionen auf der Grundlage des Standorts der Kund:innen angegeben.
Langfristige Vermögenswerte und Investitionen sind nach Unternehmensstandorten zugeordnet.
| Österreich | Europäische Union | Übrige Länder |
| 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 |
| | | | | | |
Außenumsätze | 1.361,4 | 1.222,9 | 9.941,6 | 9.322,5 | 6.922,1 | 6.138,9 |
Langfristige Vermögenswerte | 5.166,3 | 5.315,4 | 1.465,21 | 1.381,0 | 929,8 | 957,8 |
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 586,2 | 879,3 | 191,8 | 215,9 | 144,0 | 137,8 |
| | | | | | |
1 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | Mio. EUR |
Der voestalpine-Konzern weist keine Umsatzerlöse aus Geschäftsvorfällen mit einer:einem einzigen externen Kundin bzw. Kunden auf, die sich auf mindestens 10 % der Umsatzerlöse des Unternehmens belaufen.
3. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Gewinne aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 138,5 | 19,5 |
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 67,8 | 55,0 |
Kursgewinne | 142,7 | 100,9 |
Erträge aus der Bewertung von Derivaten | 66,9 | 17,1 |
Gewinne aus Endkonsolidierung | 2,2 | 0,3 |
Übrige betriebliche Erträge | 360,8 | 505,5 |
| 778,9 | 698,3 |
| | |
| | Mio. EUR |
Im Geschäftsjahr 2023/24 sind in den übrigen betrieblichen Erträgen 259,3 Mio. EUR (2022/23: 194,6 Mio. EUR) betriebliche Erlöse aus dem Verkauf von Produkten, die nicht Hauptzweck des Unternehmens sind (Nebenprodukte), enthalten. Weiters sind in den übrigen betrieblichen Erträgen 11,2 Mio. EUR (2022/23: 17,1 Mio. EUR) Erträge aus Kurzarbeitszuschüssen und sonstigen Personalkostenzuschüssen der öffentlichen Hand sowie 92,8 Mio. EUR aus dem Energiekostenzuschuss 2 (EKZ 2) und dem Strompreiskosten-Ausgleichsgesetz 2022 (SAG 2022) enthalten. Die Gewinne aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen beinhalten 0,9 Mio. EUR (2022/23: 2,3 Mio. EUR) aus Wertaufholungen. Im Geschäftsjahr 2022/23 sind hierin zusätzlich 132,6 Mio. EUR aus dem Verkauf einer Liegenschaft in Düsseldorf, Deutschland, enthalten. Weitere Informationen zu diesem Verkauf sind in Kapitel 9. Sachanlagen enthalten.
4. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen und vom Ertrag fallen | 15,1 | 13,4 |
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen | 5,8 | 4,6 |
Kursverluste | 184,2 | 90,1 |
Aufwendungen aus der Bewertung von Derivaten | 47,9 | 33,1 |
Verluste aus Endkonsolidierung | 0,0 | 1,6 |
Übrige betriebliche Aufwendungen | 411,9 | 608,8 |
| 664,9 | 751,6 |
| | |
| | Mio. EUR |
Im Geschäftsjahr 2023/24 sind in den übrigen betrieblichen Aufwendungen 337,9 Mio. EUR (2022/23: 178,9 Mio. EUR) aus Wertminderungen auf Sachanlagen, andere immaterielle Vermögenswerte, Firmenwerte und sonstige Vermögenswerte enthalten. Weiters sind Aufwendungen in Höhe von 191,0 Mio. EUR (2022/23: 212,3 Mio. EUR) in den übrigen betrieblichen Aufwendungen enthalten, welche dem sonstigen Funktionsbereich zuzuordnen sind. Diese betreffen im Wesentlichen Aufwendungen aus den in den sonstigen betrieblichen Erträgen angeführten Nebenprodukten.
5. ERGEBNISSE VON EQUITYKONSOLIDIERTEN UNTERNEHMEN
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Erträge aus assoziierten Unternehmen | 26,7 | 13,2 |
Aufwendungen aus assoziierten Unternehmen | –34,7 | –0,4 |
Erträge aus Gemeinschaftsunternehmen | 0,1 | 0,3 |
Aufwendungen aus Gemeinschaftsunternehmen | 0,0 | –0,4 |
| –7,9 | 12,7 |
| | |
| | Mio. EUR |
Die Erträge aus assoziierten Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus der APK Pensionskasse AG, der Kocel Steel Foundry Co., Ltd., der ArcelorMittal Texas HBI Holdings LLC und der Scholz Austria GmbH. In der Vergleichsperiode sind in den Aufwendungen aus assoziierten Unternehmen 31,6 Mio. EUR Wertminderungen für die ArcelorMittal Texas HBI Holdings LLC enthalten. Weitere Informationen sind in Kapitel F. Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen enthalten. Sämtliche laufenden Ergebnisse von equitykonsolidierten Unternehmen betreffen die anteiligen Jahresüberschüsse/-fehlbeträge.
6. FINANZERTRÄGE
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Erträge aus Beteiligungen und sonstigen Unternehmensanteilen | 5,9 | 6,3 |
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen | 2,3 | 2,8 |
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 31,9 | 65,1 |
Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des kurzfristigen Vermögens | 9,0 | 21,3 |
| 49,1 | 95,5 |
| | |
| | Mio. EUR |
7. FINANZAUFWENDUNGEN
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Aufwendungen aus dem Abgang und der Bewertung von Wertpapieren | 1,0 | 0,1 |
Sonstige Aufwendungen | 0,0 | 0,2 |
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 181,5 | 281,1 |
| 182,5 | 281,4 |
| | |
| | Mio. EUR |
In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind negative Zinserträge in Höhe von 0,1 Mio. EUR (2022/23: 0,3 Mio. EUR) enthalten.
8. ERTRAGSTEUERN
Die Ertragsteuern beinhalten die gezahlten und geschuldeten Ertragsteuern sowie die latenten Steuern (+Steueraufwand/–Steuerertrag).
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Ertragsteuern | 310,0 | 118,2 |
Tatsächlicher Steueraufwand | 286,7 | 131,9 |
Steueranpassungen aus Vorjahren | 23,4 | –13,7 |
Berücksichtigung steuerlicher Verluste früherer Perioden | –0,1 | 0,0 |
| | |
Latente Steuern | 95,5 | 49,6 |
Entstehung/Umkehrung temporärer Differenzen | 112,3 | 50,2 |
Steueranpassungen aus Vorjahren | –2,1 | 17,9 |
Auswirkungen Steuersatzänderungen | –0,2 | 0,1 |
Berücksichtigung steuerlicher Verluste früherer Perioden | –14,5 | –18,6 |
| | |
| 405,5 | 167,8 |
| | |
| | Mio. EUR |
Die folgende Überleitung zeigt die Differenz zwischen dem österreichischen Körperschaftsteuersatz von 23,75 % (Vorjahr: 24,75 %) und dem effektiven Konzernsteuersatz:
| 2022/23 | 2023/24 |
| | | | |
Ergebnis vor Steuern | | 1.489,4 | | 383,4 |
Ertragsteueraufwand (+)/-ertrag (–) auf Basis des österreichischen Körperschaftsteuersatzes | 24,75 % | 369,0 | 23,75 % | 91,1 |
Differenz zu ausländischen Steuersätzen | 0,0 % | 0,3 | –3,1 % | –11,9 |
Steuerfreie Erträge | –1,5 % | –23,0 | –3,8 % | –14,6 |
Steuerfreie Erträge von Beteiligungen | –0,5 % | –7,3 | –1,3 % | –5,0 |
Auswirkungen von Teilwertabschreibungen auf Beteiligungen und Nutzung bisher nicht berücksichtigter Verlustvorträge bzw. Nichtansatz von Verlustvorträgen | –0,2 % | –3,0 | 3,4 % | 12,9 |
Auswirkungen von Nichtansatz und nachträglichem Ansatz bei abzugsfähigen temporären Differenzen | 0,0 % | 0,0 | 12,7 % | 48,7 |
Steuern aus Vorperioden | 1,4 % | 21,3 | 1,1 % | 4,2 |
Nicht steuerwirksame Wertminderung | 2,5 % | 37,3 | 13,9 % | 53,4 |
Nicht abzugsfähige Aufwendungen und sonstige Differenzen | 0,7 % | 10,9 | –2,8 % | –11,0 |
Effektiver Konzernsteuersatz (%)/-steueraufwand (+)/-steuerertrag (–) | 27,2 % | 405,5 | 43,9 % | 167,8 |
| | | | |
| | | | Mio. EUR |
Mit der ökosozialen Steuerreform vom 14. Februar 2022 wurde eine Körperschaftsteuersenkung von 24 % (weiterhin anzuwenden auf die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres) auf 23 %, anzuwenden auf das letzte Quartal des Geschäftsjahres, in Österreich beschlossen. Daraus ergibt sich der anzuwendende Körperschaftsteuersatz von 23,75 %.
9. SACHANLAGEN
| Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen1 | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung | Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau | Summe |
| | | | | |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 4.136,9 | 13.255,2 | 1.514,0 | 850,3 | 19.756,4 |
Kumulierte Abschreibungen | –2.137,5 | –10.172,2 | –1.149,1 | –4,3 | –13.463,1 |
Umgliederung nicht fortgeführte Aktivitäten | –151,6 | –445,3 | –2,3 | –59,8 | –659,0 |
Buchwerte am 01.04.2022 | 1.847,8 | 2.637,7 | 362,6 | 786,2 | 5.634,3 |
| | | | | |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 3.983,9 | 12.564,9 | 1.562,1 | 1.032,7 | 19.143,6 |
Kumulierte Abschreibungen | –2.168,1 | –10.109,7 | –1.197,8 | –5,5 | –13.481,1 |
Buchwerte am 31.03.2023 | 1.815,8 | 2.455,2 | 364,3 | 1.027,2 | 5.662,5 |
| | | | | |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 4.292,9 | 12.617,1 | 1.590,1 | 807,6 | 19.307,7 |
Kumulierte Abschreibungen | –2.174,0 | –9.905,8 | –1.189,0 | –3,7 | –13.272,5 |
Umgliederung zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | –40,1 | –22,5 | –7,3 | 0,0 | –69,9 |
Buchwerte am 31.03.2024 | 2.078,8 | 2.688,8 | 393,8 | 803,9 | 5.965,3 |
| | | | | |
1 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | | | | | Mio. EUR |
Die Buchwerte der Sachanlagen haben sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2024 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:
| Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen1 | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung | Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau | Summe |
| | | | | |
Buchwerte am 01.04.2022 | 1.847,8 | 2.637,7 | 362,6 | 786,2 | 5.634,3 |
| | | | | |
Konsolidierungskreisänderungen | 6,5 | 4,5 | 1,0 | 0,2 | 12,2 |
Zugänge | 98,2 | 176,9 | 102,4 | 487,7 | 865,2 |
Umbuchungen | 18,2 | 187,9 | 23,2 | –238,2 | –8,9 |
Abgänge | –26,7 | –5,6 | –6,7 | –4,5 | –43,5 |
Abschreibungen | –115,0 | –487,5 | –103,4 | –0,7 | –706,6 |
Wertminderungen | –5,3 | –40,9 | –12,2 | –0,6 | –59,0 |
Wertaufholungen | 0,6 | 1,5 | 0,2 | 0,0 | 2,3 |
Währungsdifferenzen | –8,5 | –19,3 | –2,8 | –2,9 | –33,5 |
Buchwerte am 31.03.2023 | 1.815,8 | 2.455,2 | 364,3 | 1.027,2 | 5.662,5 |
| | | | | |
Konsolidierungskreisänderungen | 4,5 | –2,4 | –0,6 | –1,3 | 0,2 |
Zugänge | 139,9 | 334,7 | 115,6 | 581,8 | 1.172,0 |
Umbuchungen | 303,9 | 433,8 | 36,6 | –785,6 | –11,3 |
Abgänge | –6,0 | –6,4 | –3,7 | –3,3 | –19,4 |
Abschreibungen | –124,7 | –488,4 | –108,0 | 0,0 | –721,1 |
Wertminderungen | –12,8 | –11,8 | –2,1 | –14,5 | –41,22 |
Wertaufholungen | 0,0 | 0,9 | 0,0 | 0,0 | 0,9 |
Währungsdifferenzen | –1,7 | –4,3 | –1,0 | –0,4 | –7,4 |
Umgliederung zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | –40,1 | –22,5 | –7,3 | 0,0 | –69,9 |
Buchwerte am 31.03.2024 | 2.078,8 | 2.688,8 | 393,8 | 803,9 | 5.965,3 |
| | | | | |
1 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | | |
2 Ohne Wertminderung auf zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte in Höhe von 84,3 Mio. EUR. | | Mio. EUR |
Zum 31. März 2024 bestehen Verfügungsbeschränkungen bei Sachanlagen in Höhe von 0,0 Mio. EUR (31. März 2023: 0,0 Mio. EUR). Weiters bestehen zum 31. März 2024 Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 795,9 Mio. EUR (31. März 2023: 421,6 Mio. EUR).
In der Berichtsperiode wurden Fremdkapitalkosten auf qualifizierte Vermögenswerte in Höhe von 12,1 Mio. EUR (2022/23: 10,0 Mio. EUR) aktiviert. Der Berechnung wurde ein durchschnittlicher Fremdkapitalkostensatz von 2,9 % (2022/23: 1,9 %) zugrunde gelegt.
Im Geschäftsjahr 2022/23 beschloss die Geschäftsführung und genehmigte der Aufsichtsrat den Verkauf einer großteils nicht betriebsnotwendigen Liegenschaft in Düsseldorf, Deutschland, mit einem Buchwert in Höhe von 23,4 Mio. EUR. Infolgedessen fanden Verhandlungen mit mehreren interessierten Parteien statt. Der Verkauf steht im Einklang mit der Strategie, nicht betriebsnotwendige Vermögenswerte zu veräußern. Diese Liegenschaft wurde im Geschäftsjahr 2022/23 mit einem Veräußerungserlös in Höhe von 156,0 Mio. EUR verkauft. Für die betriebsnotwendigen Teile der Liegenschaft wurde ein Leasingvertrag abgeschlossen. Die Liegenschaft war dem Segment High Performance Metals Division zuzuordnen.
Nutzungsrechte gemäß IFRS 16
Der Konzern mietet im Wesentlichen Grundstücke, Gebäude- und Fertigungsanlagen sowie Fuhrparks einschließlich Lokomotiven. Die Vielzahl der Verträge enthält Verlängerungsoptionen und Kündigungsrechte, die auch in Kombination mit unkündbaren Mietzeiten vereinbart werden.
Der Konzern hat teilweise die Möglichkeit, die Vermögenswerte am Ende des vertraglich vereinbarten Zeitraums zu erwerben.
Die Leasingraten sind typischerweise fix oder basieren auf Marktzinssätzen oder Indizes (z. B. Verbraucherpreisindex). In geringem Umfang liegen auch variable Leasingraten (z. B. nutzungsabhängige Mieten) vor.
Die Buchwerte für jede Gruppe von Nutzungsrechten gemäß IFRS 16, die in den Sachanlagen enthalten sind, stellen sich wie folgt dar:
| Sachanlagen | Summe |
| Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung | |
| | | | |
Buchwerte am 01.04.2022 | 285,4 | 11,0 | 36,4 | 332,8 |
| | | | |
Konsolidierungskreisänderungen | 0,8 | 0,2 | 0,0 | 1,0 |
Zugänge | 51,8 | 6,0 | 12,5 | 70,3 |
Umbuchungen | –4,7 | 0,0 | 0,0 | –4,7 |
Abgänge | –7,1 | –0,1 | –0,9 | –8,1 |
Abschreibungen | –33,8 | –3,1 | –10,3 | –47,2 |
Wertminderungen | –0,4 | 0,0 | 0,0 | –0,4 |
Währungsdifferenzen | –1,2 | –0,1 | 0,0 | –1,3 |
Buchwerte am 31.03.2023 | 290,8 | 13,9 | 37,7 | 342,4 |
| | | | |
Konsolidierungskreisänderungen | –0,1 | 0,0 | 0,0 | –0,1 |
Zugänge | 72,7 | 2,3 | 17,2 | 92,2 |
Umbuchungen | –8,4 | –0,2 | 0,0 | –8,6 |
Abgänge | –4,1 | –0,9 | –0,3 | –5,3 |
Abschreibungen | –38,8 | –4,1 | –12,4 | –55,3 |
Wertminderungen | –0,3 | –0,3 | 0,0 | –0,6 |
Währungsdifferenzen | –0,8 | 0,1 | –0,1 | –0,8 |
Buchwerte am 31.03.2024 | 311,0 | 10,8 | 42,1 | 363,9 |
| | | | |
| | | | Mio. EUR |
Aufwendungen aus Leasing in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten | 8,3 | 11,4 |
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse | 8,8 | 8,0 |
Aufwendungen für Leasinggegenstände mit geringem Wert | 7,7 | 10,2 |
Aufwendungen für variable Leasingraten | 4,0 | 5,5 |
| | |
| | Mio. EUR |
Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betragen 98,9 Mio. EUR (2022/23: 78,2 Mio. EUR). Hierin sind neben Tilgungen auch Zahlungsmittelabflüsse aus kurzfristigen Leasingverhältnissen, Leasingverhältnissen über Vermögenswerte von geringem Wert und variablen Leasingzahlungen enthalten.
Die künftig erwarteten variablen Leasingzahlungen basieren überwiegend auf einer Verbrauchs- bzw. Produktionskomponente (insbesondere bei PPAs). Zur Schätzung dieser Zahlungen werden soweit verfügbar historische Daten herangezogen bzw. wird die künftige Entwicklung prognostiziert. Auf Basis der zum Stichtag 31. März 2024 abgeschlossenen Verträge belaufen sich die zukünftigen variablen Leasingraten auf 68,8 Mio. EUR. Die Restlaufzeiten belaufen sich im Wesentlichen auf 9–23 Jahre.
Per 31. März 2024 bestehen keine wesentlichen Verträge, die noch nicht bereitgestellt waren und folglich nicht bilanziert wurden.
Die Auswirkung der Einschätzung von Restwertgarantien und Kaufoptionen auf den Bilanzansatz wird als gering eingestuft.
Auswirkung von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen
Verlängerungsoptionen und Kündigungsoptionen können ohne die Zustimmung der Leasinggeberin bzw. des Leasinggebers in Anspruch genommen werden. Aufgrund der in den Verträgen vorkommenden Kündigungs- und Verlängerungsoptionen besteht eine hohe operative Flexibilität hinsichtlich der Nutzung der Vermögenswerte, die im voestalpine-Konzern den operativen Einheiten obliegt. Dementsprechend ist die Flexibilität und damit auch die Bandbreite möglicher künftiger noch nicht bilanzierter Leasingzahlungen hoch. Die voestalpine geht in der Regel davon aus, dass Verlängerungsoptionen in Anspruch genommen werden.
Zur Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten siehe Punkt 20. Finanzverbindlichkeiten.
AUFGLIEDERUNG DER ABSCHREIBUNGEN UND WERTMINDERUNGEN AUF SACHANLAGEN, IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SONSTIGE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH FUNKTIONSBEREICHEN
| 2022/231 | 2023/24 |
| | |
Umsatzkosten | 633,6 | 649,5 |
Vertriebskosten | 41,9 | 43,1 |
Verwaltungskosten | 44,3 | 44,4 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | 201,3 | 359,8 |
| 921,1 | 1.096,8 |
| | |
1 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | | Mio. EUR |
Im Geschäftsjahr 2023/24 sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen 337,9 Mio. EUR (2022/23: 178,9 Mio. EUR) aus Wertminderungen auf Sachanlagen, andere immaterielle Vermögenswerte, sonstige langfristige Vermögenswerte sowie Firmenwerte enthalten.
10. FIRMENWERTE UND ANDERE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
FIRMENWERTE
| 31.03.2022 | 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | | |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 1.564,8 | 1.546,9 | 1.546,0 |
Wertminderungen | –93,8 | –213,1 | –435,3 |
Umgliederung nicht fortgeführte Aktivitäten und als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | –22,4 | –2,5 | –2,9 |
Buchwerte | 1.448,6 | 1.331,3 | 1.107,8 |
| | | |
| | | Mio. EUR |
Die Buchwerte der Firmenwerte haben sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2024 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:
| Firmenwert |
| |
Buchwerte am 01.04.2022 | 1.448,6 |
| |
Zugänge | 4,2 |
Wertminderungen | –119,3 |
Währungsdifferenzen | 0,3 |
Umgliederung nicht fortgeführte Aktivitäten | –2,5 |
Buchwerte am 31.03.2023 | 1.331,3 |
| |
Zugänge | 3,5 |
Abgänge | –2,1 |
Wertminderungen | –222,1 |
Währungsdifferenzen | 0,1 |
Umgliederung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | –2,9 |
Buchwerte am 31.03.2024 | 1.107,8 |
| |
| Mio. EUR |
Details zu den Wertminderungen der Firmenwerte werden im Kapitel 11. Wertminderungen und Wertaufholungen erläutert.
ANDERE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
| Marken | Sonstige | Geleistete Anzahlungen oder in Erstellung | Summe |
| | | | |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 227,6 | 1.450,8 | 16,2 | 1.694,6 |
Kumulierte Abschreibungen | –57,0 | –1.337,5 | 0,0 | –1.394,5 |
Umgliederung nicht fortgeführte Aktivitäten | 0,0 | –10,2 | 0,0 | –10,2 |
Buchwerte am 01.04.2022 | 170,6 | 103,1 | 16,2 | 289,9 |
| | | | |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 227,6 | 1.458,7 | 29,8 | 1.716,1 |
Kumulierte Abschreibungen | –57,0 | –1.361,3 | –0,1 | –1.418,4 |
Buchwerte am 31.03.2023 | 170,6 | 97,4 | 29,7 | 297,7 |
| | | | |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 170,6 | 1.411,4 | 44,0 | 1.626,0 |
Kumulierte Abschreibungen | 0,0 | –1.311,5 | 0,1 | –1.311,4 |
Umgliederung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | 0,0 | –1,6 | –0,2 | –1,8 |
Buchwerte am 31.03.2024 | 170,6 | 98,3 | 43,9 | 312,8 |
| | | | |
| | | | Mio. EUR |
In der Spalte „Marken“ sind Marken mit unbegrenzter Nutzungsdauer in Höhe von 170,6 Mio. EUR (2022/23: 170,6 Mio. EUR) enthalten.
Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer
In folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten und Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind Marken mit unbegrenzter Nutzungsdauer erfasst:
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
High Performance Metals Division | 155,4 | 155,4 |
| | |
Welding | 12,6 | 12,6 |
Summe Metal Engineering Division | 12,6 | 12,6 |
| | |
Precision Strip | 2,6 | 2,6 |
Summe Metal Forming Division | 2,6 | 2,6 |
| | |
voestalpine-Konzern | 170,6 | 170,6 |
| | |
| | Mio. EUR |
Der Zeitraum, in dem diese Markenrechte voraussichtlich Cashflows generieren werden, unterliegt keiner vorhersehbaren Begrenzung. Die Markenrechte unterliegen daher keiner Abnutzung und werden nicht planmäßig abgeschrieben. Wertminderungen sind keine angefallen.
Die Buchwerte der anderen immateriellen Vermögenswerte haben sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2024 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:
| Marken | Sonstige | Geleistete Anzahlungen oder in Erstellung | Summe |
| | | | |
Buchwerte am 01.04.2022 | 170,6 | 103,1 | 16,2 | 289,9 |
| | | | |
Konsolidierungskreisänderungen | 0,0 | 6,7 | 0,0 | 6,7 |
Zugänge | 0,0 | 12,9 | 15,5 | 28,4 |
Umbuchungen | 0,0 | 11,4 | –2,0 | 9,4 |
Abgänge | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Abschreibungen | 0,0 | –35,6 | 0,0 | –35,6 |
Wertminderungen | 0,0 | –0,6 | 0,0 | –0,6 |
Währungsdifferenzen | 0,0 | –0,5 | 0,0 | –0,5 |
Buchwerte am 31.03.2023 | 170,6 | 97,4 | 29,7 | 297,7 |
| | | | |
Konsolidierungskreisänderungen | 0,0 | 8,0 | 0,0 | 8,0 |
Zugänge | 0,0 | 17,0 | 19,9 | 36,9 |
Umbuchungen | 0,0 | 15,0 | –4,9 | 10,1 |
Abgänge | 0,0 | 0,0 | –0,6 | –0,6 |
Abschreibungen | 0,0 | –37,8 | 0,0 | –37,8 |
Wertminderungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,01 |
Währungsdifferenzen | 0,0 | 0,3 | 0,0 | 0,3 |
Umgliederung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | 0,0 | –1,6 | –0,2 | –1,8 |
Buchwerte am 31.03.2024 | 170,6 | 98,3 | 43,9 | 312,8 |
| | | | |
1 Ohne Wertminderung auf zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte in Höhe von 1,8 Mio. EUR. | | | | Mio. EUR |
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte können in den Funktionsbereichen Umsatzkosten, Vertriebskosten, Verwaltungskosten und sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten sein.
Zum 31. März 2024 bestehen Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 0,0 Mio. EUR (31. März 2023: 0,0 Mio. EUR). In den anderen immateriellen Vermögenswerten (Spalte „Sonstige“) ist ein Softwareprojekt zur Darstellung von gesellschaftsübergreifenden und divisional harmonisierten Geschäftsprozessen in der Steel Division zum 31. März 2024 mit einem Buchwert von 14,8 Mio. EUR (31. März 2023: 29,7 Mio. EUR) enthalten, die Restnutzungsdauer beträgt ein Jahr.
11. WERTMINDERUNGEN UND WERTAUFHOLUNGEN
Die Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerte sowie Firmenwerte werden in der Regel unter Anwendung der Discounted Cashflow-Methode auf Werthaltigkeit überprüft (in der Regel nach dem Value-in-Use-Konzept). Die Überprüfung erfolgt immer dann, wenn eine Indikation für eine Wertminderung oder Wertaufholung vorliegt. Zahlungsmittelgenerierende Einheiten und Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit Firmenwerten sowie immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden zusätzlich zumindest einmal jährlich Anfang März einer Überprüfung unterzogen. Die Berechnung erfolgt auf Basis der Cashflows einer vom Management genehmigten 5-Jahres-Mittelfristplanung. Dieser Mittelfristplanung werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete zukünftige Marktperformance als Annahmen zugrunde gelegt. Die konzernalen Planungsprämissen werden dabei um sektorale Planungsannahmen erweitert. Konzerninterne Einschätzungen werden um externe Marktstudien ergänzt.
Für die von der Technologietransformation betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, insbesondere die wesentlichen Einheiten Steel Division und Railway Systems, wurde die Mittelfristplanung um eine auf Basis der Investitionsrechnung für die Genehmigung der Investition im Zusammenhang mit greentec steel durch den Aufsichtsrat im März 2023 modellierten Grobplanungsphase (13 Jahre) erweitert. Diese verlängerte Planungsperiode stellt einen eingeschwungenen Zustand als Basis für die Ermittlung der ewigen Rente sicher. Hinsichtlich der zugrunde liegenden Annahmen siehe Kapitel Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Annahmen – Auswirkungen Nachhaltigkeitsstrategie – Dekarbonisierung und grüne Transformation.
Den Cashflows wird in der ewigen Rente ein aus externen Quellen abgeleitetes länderspezifisches Wachstum unterstellt. Die Kapitalkosten werden als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten und nach dem Capital Asset Pricing Model berechnet (Weighted Average Costs of Capital – WACC). Die im Rahmen der WACC-Ermittlung verwendeten Parameter werden auf objektivierter Basis ermittelt. Sowohl bei der Ableitung der Inflationserwartung für die WACC-Ermittlung als auch für die Ableitung der Wachstumsrate der Cashflows in der ewigen Rente wurde bisher eine 5-Jahres-Durchschnittsbetrachtung der prognostizierten Inflation angewendet. Aufgrund des enormen Anstiegs der kurz- und mittelfristigen Inflationserwartungen – bei gleichbleibend prognostizierten langfristigen Inflationserwartungen – wurde diese Vorgehensweise nicht mehr als sachgerecht erachtet. Dementsprechend wurde seit dem 30. September 2022 auf die prognostizierte und langfristig erwartete Inflation im fünften Jahr umgestellt.
Impairmenttest von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit Firmenwerten
Firmenwerte werden folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet:
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Summe Steel Division | 135,2 | 135,2 |
| | |
HPM Production | 259,5 | 77,7 |
Value Added Services | 315,5 | 315,8 |
Summe High Performance Metals Division | 575,0 | 393,5 |
| | |
Wire Technology | 12,2 | 12,2 |
Railway Systems | 178,1 | 178,1 |
Tubulars | 28,5 | 28,5 |
Welding | 133,3 | 133,3 |
Summe Metal Engineering Division | 352,1 | 352,1 |
| | |
Tubes & Sections | 70,0 | 70,0 |
Automotive Components | 84,0 | 38,8 |
Precision Strip | 103,8 | 103,8 |
Warehouse & Rack Solutions | 11,2 | 14,4 |
Summe Metal Forming Division | 269,0 | 227,0 |
| | |
voestalpine-Konzern | 1.331,3 | 1.107,8 |
| | |
| | Mio. EUR |
Schätzungen und Annahmen, die zur Bewertung der erzielbaren Beträge von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit signifikantem Anteil am Gesamtfirmenwert des voestalpine-Konzerns herangezogen werden, sind wie folgt:
Der Schwerpunkt der Tätigkeit der
Steel Division liegt auf der Erzeugung und Verarbeitung von Stahlprodukten für die Segmente Automobilindustrie, Hausindustrie, Elektroindustrie, Verarbeitende Industrie sowie Energie- und Maschinenbauindustrie. Die 5-Jahres-Mittelfristplanung der Steel Division wurde einerseits auf Basis von externen Konjunkturprognosen für die Eurozone, USA, China und Mexiko (auf Basis World Economic Outlook des IMF
5) und andererseits unter Berücksichtigung des erwarteten Stahlverbrauchs
6 erstellt. Der Produktionsplan spiegelt die Absatzprognosen wider. Für die Erlösplanung der Flachprodukte wurde der CRU-Index berücksichtigt. Zusätzlich wurden bei einzelnen Kund:innen-Segmenten geringe positive qualitätsbedingte Anpassungen vorgenommen. Beschaffungsseitig wurden die Rohstoffannahmen laut Weltmarktprognosen (basierend unter anderem auf Plattsnotierungen
7) der Planung zugrunde gelegt. Basierend auf diesen Annahmen wird nach dem Geschäftsjahr 2023/24 eine leichte Steigerung der Bruttomarge – wobei eine weitere Hochofenzustellung Berücksichtigung findet – in der Mittelfristplanung erwartet. Die 5-Jahres-Mittelfristplanung wurde um eine Grobplanungsphase ergänzt. In dieser sind die Investitionen in Richtung greentec steel – Ersatz von zwei der drei Hochöfen durch Elektrolichtbogenöfen mit geplanten Inbetriebnahmen ab dem Jahr 2027 und 2032 – sowie Investitionen für CO
2-Abscheidetechnologien (CCUS) enthalten. Darüber hinaus sind erwartete Preissteigerungen bei den Emissionszertifikaten und die sukzessive Reduktion von Gratiszertifikaten auf Basis der Maßnahmen zur CO
2-Reduktion seitens der Europäischen Union bis zum gänzlichen Wegfall der Gratiszertifikate im Jahr 2034 sowie ein Preispremium für greentec steel und Änderungen beim Rohstoffmix hinterlegt.
Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das letzte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,34 % (2022/23: 1,33 %) gerechnet. Der WACC beträgt 8,10 % nach Steuern (2022/23: 8,02 %), vor Steuern 9,84 % (2022/23: 9,96 %).
Der 5-Jahres-Mittelfristplanung der
High Performance Metals Division mit ihren beiden firmenwerttragenden Einheiten High Performance Metals (HPM) Production und Value Added Services wurden sowohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der relevanten Industriesegmente (insbesondere der Automobil-, Öl- und Gasindustrie sowie Luftfahrtindustrie) als auch die Wachstumsprognosen
8 in den regionalen Absatzmärkten der Kernmärkte, insbesondere der Eurozone, USA, China und Brasilien, zugrunde gelegt.
In der HPM Production werden sieben Produktionsstandorte weltweit zusammengefasst. Die Produktion umfasst ein hochkomplexes, höchst anspruchsvolles Produktionsspektrum: Werkzeugstahl, Schnellarbeitsstahl, Ventilstahl, Edelbaustahl, pulvermetallurgisch hergestellte Stähle, Pulver für die Additive Fertigung, Sonderstähle und Nickelbasislegierungen. Die Herstellung der Produkte erstreckt sich vom Erschmelzen über die Transformation (Walzen, Schmieden, Warm- und Kaltband) bis hin zur Wärmebehandlung und Bearbeitung sowie zur Erfüllung der von Kund:innen gewünschten Eigenschaften und Spezifikationen. In den weiterverarbeitenden Gesellschaften werden Bleche, Profile und Spezialschmiedeteile aus Titanlegierungen, Nickelbasislegierungen sowie hoch-, mittel- und niedriglegierten Stählen hergestellt.
Die internen Prognosen und Einschätzungen der HPM Production – insbesondere das auf metallurgisch anspruchsvolle Anwendungsgebiete in Luftfahrt-, Öl- und Gas- sowie Automobilindustrie ausgerichtete Geschäft betreffend – stützen sich auf externe Informationsquellen und stimmen mit diesen überein. In der Automobilindustrie erwartet man weltweit in den kommenden Jahren eine steigende Produktion. Auch in Deutschland wird für dieses und nächstes Jahr (ausgehend von dem derzeit niedrigen Niveau) von einem moderaten Wachstum ausgegangen. Das Produktionsniveau von 2018 wird im Planungszeitraum nicht mehr erreicht werden.
9 Die Elektromobilität bietet zusätzliche Wachstumschancen. Im Segment Öl und Gas/CPI geht man weiterhin von einem langfristig hohen Bedarf aus. Der Rückgang des Bedarfes von Öl im Bereich Mobilität (Verbrennungsmotoren) wird kompensiert durch einen höheren Bedarf an Petrochemie (CPI).
10 Im Segment Luftfahrtindustrie setzt sich die Erholung des Luftfahrtmarktes fort.
11 Diese Entwicklungen führen im Planungszeitraum insgesamt zu steigenden Umsätzen und einer positiven Entwicklung der Bruttomarge, nicht zuletzt aufgrund der Effizienzsteigerungen des neuen Edelstahlwerkes in Kapfenberg und der Fixkostendegression.
Legierungspreisbedingte höhere Vormaterialkosten können größtenteils an die Kund:innen weitergegeben werden. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das letzte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,64 % (2022/23: 1,62 %) gerechnet. Der WACC beträgt 8,63 % nach Steuern (2022/23: 8,35 %), vor Steuern 11,03 % (2022/23: 10,80 %).
Bei Value Added Services führt der weitere konsequente Ausbau der Servicedienstleistungen im Planungszeitraum zu einer engeren Kund:innen-Bindung und einer Vertiefung der Wertschöpfung. Die Bereiche Anarbeitung, Wärmebehandlung und Beschichtung werden den Kund:innen-Bedürfnissen entsprechend erweitert. Darüber hinaus wird die Entwicklung der Additiven Fertigung – in Abstimmung mit der Pulverstrategie des Geschäftsbereiches HPM Production – zu einer Kernkompetenz der Division forciert. Das konsequente Weitertreiben bereits bewährter Einsparungs- und Optimierungsprogramme sowie neue Initiativen, insbesondere im Bereich Digitalisierung der Prozesse und Abläufe, stellen weitere Schwerpunkte der laufenden Aktivitäten dar, die im Planungszeitraum zu steigenden Umsätzen und einer positiven Entwicklung der Bruttomarge führen werden.
Legierungspreisbedingte höhere Vormaterialkosten können größtenteils an die Kund:innen weitergegeben werden. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das letzte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,57 % (2022/23: 1,47 %) gerechnet. Der WACC beträgt 8,63 % nach Steuern (2022/23: 8,37 %), vor Steuern 11,15 % (2022/23: 10,83 %).
Im Geschäftsbereich
Railway Systems werden die Kompetenzen als führende Anbieterin von Premiumschienen, Hightech-Weichen und digitalen Überwachungssystemen sowie damit verbundene Services gebündelt und die weltweite Präsenz als Anbieterin von kompletten Bahninfrastruktursystemen weiter ausgebaut. Der Mittelfristplanung von Railway Systems für die nächsten fünf Jahre liegen Markterwartungen
12 und Projektplanungen für die Bahninfrastruktur zugrunde, unter Berücksichtigung der strategischen Ausrichtung des Geschäftsbereiches und der weiter voranschreitenden Digitalisierung im Eisenbahnbereich. Dabei wurde auch der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung in den einzelnen Regionen Rechnung getragen.
13 Im Hinblick auf die wesentlichen Faktorkostenentwicklungen sind allgemeine Prognosen über Personalkostenentwicklungen und interne Annahmen über Stahlpreisentwicklungen in die Planungen eingearbeitet worden. In der Planung wurde davon ausgegangen, dass die Bruttomargen über den Planungszeitraum relativ konstant gehalten werden und sich mögliche Schwankungen in einzelnen Märkten aufgrund der weltweiten Ausrichtung des Geschäftsbereiches ausgleichen. Ebenso sind die Investitionen in Richtung greentec steel in der 5-Jahres-Mittelfristplanung sowie in der Grobplanungsphase für einen Elektrolichtbogenofen in der Vorproduktionsstufe enthalten. Darüber hinaus sind erwartete Preissteigerungen bei den Emissionszertifikaten und die sukzessive Reduktion von Gratiszertifikaten auf Basis der Maßnahmen zur CO
2-Reduktion seitens der Europäischen Union bis zum gänzlichen Wegfall der Gratiszertifikate im Jahr 2034 sowie ein Preispremium für greentec steel und Änderungen beim Rohstoffmix hinterlegt.
Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das letzte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,51 % (2022/23: 1,44 %) gerechnet. Der WACC beträgt 8,39 % nach Steuern (2022/23: 8,31 %), vor Steuern 10,23 % (2022/23: 9,94 %).
Für die 5-Jahres-Mittelfristplanung des Geschäftsbereiches
Welding, welcher zu den führenden Hersteller:innen von Produkten und Umsetzer:innen von Komplettlösungen im Bereich der Schweiß- und Fügetechnik zählt, wurden sowohl die jeweiligen regionalen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen
14 als auch die spezifischen Prognosen für die relevanten Industriesegmente berücksichtigt. Dabei wurde insbesondere die eigene Stellung im jeweiligen Markt in Relation zum Wettbewerb und zum Gesamtmarkt sowie dessen prognostizierte Entwicklung berücksichtigt. Für die im Wertschöpfungsprozess eingesetzten Produktionsfaktoren wurden die erwarteten Entwicklungen der spezifischen Kostenkomponenten berücksichtigt. Insbesondere wurden für Rohstoffe, Energien und Legierungen – ausgehend von den derzeit gültigen Marktnotierungen sowie verfügbaren Prognosen – erwartete Kosten- und darauf basierende Preisentwicklungen abgeleitet. Die Umsetzung der eingeleiteten Strategie des Komplettanbieters der „Perfekten Schweißnaht“ (The Perfect Weld Seam) wird im Planungszeitraum konsequent fortgesetzt. Eingeleitete und bereits in Umsetzung befindliche Optimierungsprogramme sowie laufende kontinuierliche Optimierungsprogramme werden weiter vorangetrieben. Zusammengefasst wird in der Planung – abgeleitet von den Markterwartungen – von einem moderaten Volumenswachstum bei leicht verbesserter Bruttomarge ausgegangen. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,43 % (2022/23: 1,41 %) gerechnet. Der WACC beträgt 8,45 % nach Steuern (2022/23: 8,38 %), vor Steuern 11,05 % (2022/23: 10,92 %).
Die Cashflow-Prognosen von
Automotive Components orientieren sich an den mittelfristigen Marktwachstums- und Produktionsprognosen für den globalen Automobilmarkt, basierend auf den Prognosen von LMC Automotive
15, hier im Speziellen für die wichtigsten Märkte in Europa, im USMCA-Raum und in Asien sowie für die wichtigsten Kund:innen – die europäischen Premiumhersteller:innen. Die internen Einschätzungen spiegeln die Internationalisierungs- und Wachstumsstrategie der Automotive Components wider. Die konzernexternen Indikatoren sowie die Marktdynamik wurden entsprechend dem aktuellen Modellportfolio der Automotive Components Kund:innen angepasst. Zudem dienten kundenspezifische Informationen bezüglich mittelfristiger Prognosen und Absatzerwartungen als Quellen für die Absatzplanung der Automotive Components. Eine Annahme zu den tendenziell eher geringeren Absatzniveaus in Europa wurde in der Planung berücksichtigt. Dies führt in der 5-Jahres-Mittelfristplanung zu einer eher flachen Umsatzentwicklung und zu vorsichtigeren Margen. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,37 % (2022/23: 1,33 %) gerechnet. Der WACC beträgt 9,32 % nach Steuern (2022/23: 9,20 %), vor Steuern 12,14 % (2022/23: 11,99 %).
Der Tätigkeitsinhalt von
Precision Strip ist die Produktion von weltweit verfügbaren, technologisch komplexen kaltgewalzten Bandstahlprodukten mit exakter Maßgenauigkeit, exzellenter Oberflächenqualität und einzigartigen Kantengeometrien für höchste Kund:innen-Anforderungen in der Prozessindustrie. Die 5-Jahres-Mittelfristplanung von Precision Strip wurde unter Berücksichtigung der regionalen Rahmenbedingungen in den Kernmärkten und unter Einbeziehung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der für die Gesellschaften wichtigsten Industriesegmente erstellt. Die aktuellen Marktbedingungen sind geprägt von starkem Wettbewerb und Margendruck. Das in der Planung unterlegte Wachstum basiert überwiegend auf Absicherung der Marktführerschaft in Nischenmärkten, Ausbau von Marktanteilen und Erschließung neuer Märkte. Externe Prognosen flossen in die internen Einschätzungen ein und wurden tendenziell vorsichtig leicht nach unten angepasst. Bei diesen externen Prognosen handelt es sich um länderspezifische Werte des zu erwartenden Wirtschaftswachstums (BIP-Prognosen)
16, diese wurden um branchenspezifische Erfahrungen in den betreffenden Märkten für die jeweiligen Produktsegmente ergänzt. Zudem dienten kundenspezifische Informationen bezüglich mittelfristiger Prognosen und Absatzerwartungen als Quellen für die Absatzplanung von Precision Strip. Im Planungszeitraum wird deshalb von steigenden Umsätzen bei stabiler Entwicklung der Bruttomarge ausgegangen. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,34 % (2022/23: 1,32 %) gerechnet. Der WACC beträgt 9,14 % nach Steuern (2022/23: 9,02 %), vor Steuern 11,40 % (2022/23: 11,35 %).
Wertminderungen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit Firmenwerten
| Wertminderung |
| |
31.03.2024 | |
Automotive Components | 43,1 |
HPM Production | 178,9 |
| |
| Mio. EUR |
Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde in der Metal Forming Division bei der firmenwerttragenden Einheit Automotive Components, welche eine breite Produktpalette von hochinnovativen Strukturteilen bis hin zu Außenhautteilen, höchstfesten Warmumformteilen, lasergeschweißten Platinen sowie komplexen Baugruppen mit Fokus auf Leichtbaulösungen aus Stahl und Aluminium an Kund:innen in der Automobilindustrie liefert, eine Wertminderung des Firmenwerts in Höhe von 43,1 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Im Bereich Automotive Components behält das Management die eingeschlagene Internationalisierungs- und Wachstumsstrategie bei, nimmt jedoch eine zielgerichtete Anpassung auf die strukturelle Unterauslastung der Automobilzulieferindustrie in Deutschland vor. Vor diesem Hintergrund reorganisiert die Metal Forming Division ihren Automobilzulieferbereich in Deutschland und hat ihre Planannahmen entsprechend angepasst. Diese deutlich reduzierten Planannahmen reduzieren analog die Rückflüsse und führen damit zum Impairment.
Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) dieser Einheit beträgt zum 31. März 2024 567,9 Mio. EUR. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,37 % gerechnet. Der WACC beträgt 9,32 % nach Steuern, vor Steuern 12,14 %.
Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sind Abzinsungssatz und Cashflows. Eine Änderung dieser Annahmen birgt ein Risiko, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte erforderlich werden könnte. Eine Erhöhung des Abzinsungssatzes nach Steuern um einen Prozentpunkt bzw. eine Reduktion der Cashflows um 10 % bzw. 20 % würde folgende Buchwertrückgänge nach sich ziehen:
| Buchwert- überdeckung | Abzinsungssatz Änderung +1 %-Punkt | Cashflow Änderung –10 % | Cashflow Änderung –20 % |
| | | | |
31.03.2024 | | | | |
Automotive Components | 0,0 | –76,7 | –56,8 | –113,6 |
| | | | |
| | Mio. EUR |
Mitte März 2024 wurde in der High Performance Metals Division aufgrund der geplanten Veräußerung zweier zahlungsmittelgenerierender Einheiten (Buderus Edelstahl) innerhalb der firmenwerttragenden Einheit HPM Production, welche anspruchsvolle Edelstähle herstellt, ein Indikator für eine Wertminderung identifiziert und daher ein Wertminderungstest durchgeführt. Aufgrund des hohen negativen Effekts aus der geplanten Veräußerung der Buderus Edelstahl ergab sich bei der firmenwerttragenden Einheit HPM Production eine Wertminderung des Firmenwerts in Höhe von 178,9 Mio. EUR. Diese wurde in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) dieser Einheit beträgt 2.053,7 Mio. EUR im Rahmen des Impairmenttests vor IFRS 5-Umgliederung. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen, wobei die Veräußerungsgruppe mit dem geschätzten Abgangsergebnis zum 30. September 2024 in den Impairmenttest eingeflossen ist. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,64 % gerechnet. Der WACC beträgt 8,63 % nach Steuern, vor Steuern 11,23 %.
Im Zusammenhang mit der Herauslösung der Veräußerungsgruppe Buderus Edelstahl aus der firmenwerttragenden Einheit HPM Production ergab sich in Summe ein Effekt in Höhe von –359,6 Mio. EUR, welcher sich aus der Wertminderung von Firmenwerten in Höhe von –181 ,8 Mio. EUR, der Wertminderung von langfristigen Vermögenswerten in Höhe von –86,2 Mio. EUR und der Wertberichtigung von kurzfristigen Vermögenswerten in Höhe von –91,6 Mio. EUR zusammensetzt. Siehe IFRS 5-Umgliederung Buderus Edelstahl auch Kapitel C. Konsolidierungskreis – Nicht fortgeführte Aktivitäten und Veräusserungsgruppen.
Nach Herauslösung der Veräußerungsgruppe aus dem Buchwert und den Cashflows der HPM Production ergibt sich zum 31. März 2024 ein Headroom von 144,4 Mio. EUR (siehe dazu die nachfolgende Darstellung der Break-even-Analyse und der allgemeinen Sensitivitätsanalyse).
Im 1. Halbjahr der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2022/23) wurde in der High Performance Metals Division bei der firmenwerttragenden Einheit HPM Production, welche anspruchsvolle Edelstähle herstellt, eine Wertminderung des Firmenwerts in Höhe von 119,3 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die Abwertung ergab sich nach einer Aktualisierung der Planung aufgrund der deutlichen Erhöhung des Abzinsungssatzes (WACC), welcher dem Impairmenttest zum 30. September 2022 zugrunde gelegt wurde. Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) dieser Einheit betrug zum 30. September 2022 2.228,2 Mio. EUR. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Zum 30. September 2022 wurde in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,63 % gerechnet. Der WACC betrug zum 30. September 2022 8,54 % nach Steuern, vor Steuern 11,06 %.
Die Werthaltigkeit aller anderen Firmenwerte zum 31. März 2024 wurde durch die Impairmenttests bestätigt. Eine Sensitivitätsanalyse der oben beschriebenen firmenwerttragenden Einheiten hat ergeben, dass bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um einen Prozentpunkt die Buchwerte der firmenwerttragenden Einheiten Steel Division, Value Added Services, Railway Systems, Welding und Precision Strip noch immer gedeckt sind und kein Abwertungsbedarf gegeben ist. Weiters hat die Cashflow-Sensitivitätsbetrachtung ergeben, dass bei einer Verringerung der Cashflows um 10 % die Buchwerte der Einheiten Steel Division, Value Added Services, Railway Systems, Welding und Precision Strip ebenfalls noch immer gedeckt sind. Werden im Rahmen einer kombinierten Sensitivitätsbetrachtung sowohl der Abzinsungssatz um einen Prozentpunkt erhöht als auch die Cashflows um 10 % verringert, sind die Buchwerte der oben beschriebenen firmenwerttragenden Einheiten Steel Division, Welding und Value Added Services noch immer gedeckt.
Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwertüberdeckung sowie den Betrag, um die sich die beiden wesentlichen Annahmen ändern müssten, damit der geschätzte erzielbare Betrag gleich dem Buchwert ist (Break-even-Analyse), sowie den Buchwertrückgang bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes nach Steuern um einen Prozentpunkt bzw. einer Reduktion der Cashflows um 10 % bzw. 20 % (Allgemeine Sensitivitätsanalyse):
| Break-even-Analyse | Allgemeine Sensitivitätsanalyse |
| Buchwert- überdeckung | Abzinsungssatz in %-Punkten | Cashflow in % | Abzinsungssatz Änderung +1 %-Punkt | Cashflow Änderung –10 % | Cashflow Änderung –20 % |
| | | | | | |
31.03.2024 | | | | | | |
HPM Production | 144,4 | 0,6 | –7,2 | –106,1 | –56,6 | –257,6 |
Railway Systems | 336,8 | 1,7 | –22,9 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Precision Strip | 46,4 | 1,0 | –12,5 | 0,0 | 0,0 | –27,8 |
| | | | | | |
| | | | | | Mio. EUR |
| Break-even-Analyse | Allgemeine Sensitivitätsanalyse | |
| Buchwert- überdeckung | Abzinsungssatz in %-Punkten | Cashflow in % | Abzinsungssatz Änderung +1 %-Punkt | Cashflow Änderung –10 % | Cashflow Änderung –20 % |
| | | | | | |
31.03.2023 | | | | | | |
HPM Production | 217,7 | 0,7 | –8,9 | –104,1 | –28,1 | –273,9 |
Railway Systems | 108,2 | 0,6 | –9,2 | –69,0 | –9,6 | –127,4 |
Welding | 11,8 | 0,2 | –2,7 | –47,0 | –32,7 | –77,1 |
Automotive Components | 18,2 | 0,2 | –2,2 | –69,4 | –63,6 | –145,4 |
Precision Strip | 55,1 | 1,3 | –14,3 | 0,0 | 0,0 | –22,0 |
| | | | | | |
| | | | | | Mio. EUR |
Sensitivität hinsichtlich Dekarbonisierung und Technologietransformation
Den Impairmenttests der von der Technologietransformation betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, insbesondere die wesentlichen Einheiten Steel Division und Railway Systems, wurde ein Basisszenario hinsichtlich Preispremium (siehe Ausführungen oben) zugrunde gelegt, in welchem das Preispremium bis zum letzten Planjahr abschmilzt – in der Basis für die Ermittlung der ewigen Rente ist daher kein Preispremium enthalten. Zusätzlich zu der oben stehenden allgemeinen Sensitivitätsanalyse wurde ein Alternativszenario je Einheit entwickelt, in dem kein Preispremium für greentec steel angenommen wird. Auch bei diesem Szenario wären die Einheiten Steel Division und Railway Systems weiterhin deutlich überdeckt.
Impairmenttest von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ohne Firmenwert und von sonstigen Vermögenswerten
| Wertminderung |
| |
31.03.2024 | |
Schwäbisch Gmünd | 24,5 |
| |
| Mio. EUR |
Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Schwäbisch Gmünd mit dem Produktportfolio Warmumformung und Groß-Zusammenbauten eine Wertminderung in Höhe von 24,5 Mio. EUR in den Bereichen „Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten“, „Technische Anlagen und Maschinen“ und „Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung“ in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die Abwertung ergab sich aufgrund der strukturellen Unterauslastung der Automobilzulieferindustrie in Deutschland. Auf Basis der Erfahrungen der letzten Jahre wurden die Planungsannahmen zu einigen Stückzahl-kritischen Modellen zurückgenommen. Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) betrug 82,3 Mio. EUR. Der angewendete Abzinsungssatz lag bei 8,99 % nach Steuern, vor Steuern 12,45 %.
Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sind Abzinsungssatz und Cashflows. Eine Änderung dieser Annahmen birgt ein Risiko, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung des Buchwertes erforderlich werden könnte. Eine Erhöhung des Abzinsungssatzes nach Steuern um einen Prozentpunkt bzw. eine Reduktion der Cashflows um 10 % bzw. 20 % würde folgenden Buchwertrückgang nach sich ziehen:
| Buchwert- überdeckung | Abzinsungssatz Änderung +1 %-Punkt | Cashflow Änderung –10 % | Cashflow Änderung –20 % |
| | | | |
31.03.2024 | | | | |
Schwäbisch Gmünd | 0,0 | –13,0 | –8,2 | –16,5 |
| | | | |
| | Mio. EUR |
Im 1. Halbjahr der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2022/23) wurden in der High Performance Metals Division bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Buderus Edelstahl ohne Schmiede (bestehend aus den Teilbereichen Stahlwerk, Walzlinien und Gesenkschmiede), welche sich mit der Herstellung von Gesenkschmiedeteilen, Halbzeug sowie warm- und kaltgewalztem Stahl beschäftigt, Wertminderungen in Höhe von 54,1 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die Abwertung ergab sich primär durch die Steigerung des Abzinsungssatzes (WACC), aber auch durch die hohen Energiekosten, welche aufgrund der geringen Differenzierungsmerkmale der Produkte nur bedingt an den Markt weitergegeben werden können und somit zu Marktanteilsverlusten führen. Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) für diese Einheit betrug zum 30. September 2022 148,5 Mio. EUR. Der angewendete Abzinsungssatz lag zum 30. September 2022 bei 7,91 % nach Steuern, vor Steuern 10,85 %.
Da die Untergrenze für eine weitere etwaige Abwertung der Fair Value abzüglich der Veräußerungskosten (Einzelveräußerungserlös) darstellt, hätte eine Anpassung der wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen wie Abzinsungssatz und Cashflows zu keiner weiteren wesentlichen Wertminderung geführt.
Eine zusätzliche Wertminderung für einzelne Anlagen wurde aufgrund fehlender Nachnutzung in Höhe von 2,2 Mio. EUR (2022/23: 5,5 Mio. EUR) vorgenommen.
12. ANTEILE AN EQUITYKONSOLIDIERTEN UNTERNEHMEN, ANDERE FINANZANLAGEN UND SONSTIGE UNTERNEHMENSANTEILE
| Anteile an verbundenen Unternehmen | Anteile an assoziierten Unter- nehmen | Anteile an Gemein- schafts- unter- nehmen | Sonstige Be- teiligungen und Unter- nehmens- anteile | Wert- papiere | Aus- leihungen | Geleistete Anzahlungen | Summe |
| | | | | | | | |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 23,5 | 159,0 | 4,4 | 48,1 | 13,3 | 2,4 | 0,1 | 250,8 |
Kumulierte Abschreibungen/ Zuschreibungen | –13,9 | –0,7 | 0,0 | –2,8 | 0,1 | –0,5 | 0,0 | –17,8 |
Buchwerte am 01.04.2022 | 9,6 | 158,3 | 4,4 | 45,3 | 13,4 | 1,9 | 0,1 | 233,0 |
| | | | | | | | |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 18,7 | 296,6 | 4,2 | 48,0 | 14,1 | 3,1 | 0,1 | 384,8 |
Kumulierte Abschreibungen/ Zuschreibungen | –9,7 | –30,8 | 0,0 | 0,0 | –1,0 | –0,6 | 0,0 | –42,1 |
Buchwerte am 31.03.2023 | 9,0 | 265,8 | 4,2 | 48,0 | 13,1 | 2,5 | 0,1 | 342,7 |
| | | | | | | | |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 20,2 | 296,7 | 4,3 | 48,0 | 13,7 | 3,3 | 0,1 | 386,3 |
Kumulierte Abschreibungen/ Zuschreibungen | –9,9 | –32,5 | 0,0 | 2,4 | 0,1 | –0,6 | 0,0 | –40,5 |
Buchwerte am 31.03.2024 | 10,3 | 264,2 | 4,3 | 50,4 | 13,8 | 2,7 | 0,1 | 345,8 |
| | | | | | | | |
| | | | | | | | Mio. EUR |
Im Geschäftsjahr 2022/23 haben sich die Anteile an assoziierten Unternehmen aufgrund der erstmaligen At-equity-Konsolidierung der ArcelorMittal Texas HBI-Gruppe wesentlich erhöht. Weitere Informationen sind in Kapitel F. Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen enthalten.
Die Buchwerte der Anteile an equitykonsolidierten Unternehmen, anderen Finanzanlagen und sonstigen Unternehmensanteilen haben sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2024 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:
| Anteile an verbundenen Unternehmen | Anteile an assoziierten Unter- nehmen | Anteile an Gemein- schafts- unter- nehmen | Sonstige Be- teiligungen und Unter- nehmens- anteile | Wert- papiere | Aus- leihungen | Geleistete Anzahlungen | Summe |
| | | | | | | | |
Buchwerte am 01.04.2022 | 9,6 | 158,3 | 4,4 | 45,3 | 13,4 | 1,9 | 0,1 | 233,0 |
| | | | | | | | |
Konsolidierungskreis- änderungen | 0,0 | 134,4 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 134,4 |
Zugänge | 0,0 | 27,6 | 0,0 | 0,0 | 0,2 | 0,7 | 0,0 | 28,5 |
Umbuchungen | –0,3 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,6 | 0,0 | 0,0 | 0,3 |
Abgänge | –0,3 | –19,7 | 0,0 | –0,1 | 0,0 | –0,1 | 0,0 | –20,2 |
Abschreibungen/ Wertminderungen | 0,0 | –31,6 | 0,0 | 0,0 | –1,1 | 0,0 | 0,0 | –32,7 |
Zuschreibungen | 0,0 | 1,5 | 0,0 | 2,8 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 4,3 |
Währungsdifferenzen | 0,0 | –4,7 | –0,2 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | –4,9 |
Buchwerte am 31.03.2023 | 9,0 | 265,8 | 4,2 | 48,0 | 13,1 | 2,5 | 0,1 | 342,7 |
| | | | | | | | |
Konsolidierungskreis- änderungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Zugänge | 0,0 | 13,0 | 0,3 | 0,0 | 0,0 | 0,4 | 0,0 | 13,7 |
Umbuchungen | 1,5 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 1,6 |
Abgänge | 0,0 | –13,9 | 0,0 | 0,0 | –0,5 | –0,2 | 0,0 | –14,6 |
Abschreibungen/ Wertminderungen | –0,2 | 0,0 | 0,0 | –0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | –0,3 |
Zuschreibungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 2,5 | 1,1 | 0,0 | 0,0 | 3,6 |
Währungsdifferenzen | 0,0 | –0,7 | –0,2 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | –0,9 |
Buchwerte am 31.03.2024 | 10,3 | 264,2 | 4,3 | 50,4 | 13,8 | 2,7 | 0,1 | 345,8 |
| | | | | | | | |
| | | | | | | | Mio. EUR |
Die Ausleihungen setzen sich wie folgt zusammen:
| 31.03.2022 | 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | | |
Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Sonstige Ausleihungen | 1,8 | 1,9 | 1,9 |
Sonstige Forderungen Finanzierung | 0,1 | 0,6 | 0,8 |
| 1,9 | 2,5 | 2,7 |
| | | |
| | | Mio. EUR |
13. LATENTE STEUERN
Die steuerlichen Auswirkungen der temporären Differenzen, steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften, die zum Ansatz aktiver und passiver latenter Steuern führen, setzen sich wie folgt zusammen:
| Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern |
| 31.03.2023 | 31.03.2024 | 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | | | |
Langfristiges Vermögen | 170,3 | 138,7 | 230,1 | 225,4 |
Kurzfristiges Vermögen | 89,3 | 86,5 | 193,2 | 160,6 |
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 225,3 | 212,0 | 51,2 | 61,5 |
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 82,0 | 96,3 | 26,3 | 32,2 |
Verlustvorträge | 53,3 | 45,8 | 0,0 | 0,0 |
| 620,2 | 579,3 | 500,8 | 479,7 |
| | | | |
Zwischengewinneliminierungen (saldiert) | 29,2 | 22,9 | 0,0 | 0,0 |
Stille Reserven (saldiert) | 0,0 | 0,0 | 64,1 | 65,2 |
Sonstige | 15,3 | 13,2 | 7,7 | 9,6 |
Saldierung der latenten Steuern gegenüber derselben Steuerbehörde | –486,4 | –469,9 | –486,4 | –469,9 |
Saldierte latente Steuern | 178,3 | 145,5 | 86,2 | 84,6 |
| | | | |
| | | | Mio. EUR |
Die Steuerlatenzen werden mit den aktuell gültigen Steuersätzen ermittelt. Für die Berechnung der Steuerlatenzen der österreichischen Gesellschaften wurde aufgrund der gesetzlich beschlossenen Körperschaftsteuersatzsenkung der gewichtete erwartete Steuersatz in Höhe von 23 % angewandt. Die Differenz zum anzuwendenden Körperschaftsteuersatz von 23,75 % ergibt sich aufgrund einer weiteren Absenkung des Körperschaftsteuersatzes auf 23 % ab dem Kalenderjahr 2024.
Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 45,8 Mio. EUR (31. März 2023: 53,3 Mio. EUR) wurden erfasst. Zum 31. März 2024 bestehen noch nicht genutzte steuerliche Verluste in Höhe von rund 1.174,6 Mio. EUR (Körperschaftsteuer 31. März 2023: rund 1.227,1 Mio. EUR), für welche kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde. Für abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 205,1 Mio. EUR wurde kein latenter Steueranspruch angesetzt. Zeitlich beschränkt nutzbar sind rund 254,1 Mio. EUR (31. März 2023: rund 396,1 Mio. EUR) der körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge.
Für Konzernunternehmen, die im laufenden Jahr oder im Vorjahr einen steuerlichen Verlust erwirtschaftet haben, wurden aktive latente Steuern in Höhe von 62,5 Mio. EUR (Vorjahr: 74,8 Mio. EUR) angesetzt, für welche die Realisierung von künftigen zu versteuernden Ergebnissen abhängt, die höher als die Ergebniseffekte aus der Umkehrung bestehender, zu versteuernder temporärer Differenzen sind. Der Ansatz beruht auf einer steuerlichen Planungsrechnung für das jeweilige Unternehmen bzw. für die Steuergruppe.
Für zu versteuernde temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen in Höhe von 2.110,1 Mio. EUR (31. März 2023: 2.256,1 Mio. EUR) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da das Mutterunternehmen in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern, und mit einer Umkehrung der temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist.
Der Saldo zwischen den aktiven und passiven latenten Steuern ändert sich um –31,2 Mio. EUR (31. März 2023: –112,4 Mio. EUR). Dies entspricht im Wesentlichen dem latenten Steueraufwand in Höhe von –49,6 Mio. EUR (31. März 2023: Steueraufwand –95,5 Mio. EUR), der im sonstigen Ergebnis verbuchten Veränderung aktiver latenter Steuern in Höhe von 18,8 Mio. EUR (31. März 2023: –17,0 Mio. EUR), der Veränderung latenter Steuern aufgrund von Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von 1,1 Mio. EUR (31. März 2023: 1,4 Mio. EUR) und der Veränderung latenter Steuern aus Erst- und Endkonsolidierungen mit –1,3 Mio. EUR (31. März 2023: –1,4 Mio. EUR).
Zusatzangaben nach IAS 12.81 (ab):
| Veränderung 2022/23 | 31.03.2023 | Veränderung 2023/24 | 31.03.2024 |
| | | | |
Latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | –30,9 | 116,8 | 15,0 | 131,8 |
Latente Steuern auf Cashflow-Hedges | 13,9 | 1,7 | 3,8 | 5,5 |
Summe im sonstigen Ergebnis erfasster latenter Steuern | –17,0 | 118,5 | 18,8 | 137,3 |
| | | | |
| | | | Mio. EUR |
14. VORRÄTE
| 31.03.20231 | 31.03.2024 |
| | |
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 2.255,0 | 1.935,5 |
Unfertige Erzeugnisse | 1.563,7 | 1.341,3 |
Fertige Erzeugnisse | 1.676,1 | 1.562,5 |
Handelswaren | 177,7 | 181,4 |
Noch nicht abrechenbare Leistungen | 14,1 | 14,6 |
Geleistete Anzahlungen | 14,7 | 21,6 |
| 5.701,3 | 5.056,9 |
| | |
1 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | | Mio. EUR |
Wertberichtigungen auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert sind in Höhe von 239,5 Mio. EUR (31. März 2023: 225,8 Mio. EUR) im Konzernabschluss enthalten. Der Buchwert der auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert abgewerteten Vorräte beträgt 782,2 Mio. EUR (31. März 2023: 641,9 Mio. EUR). Zum 31. März 2024 wurden wie in der Vergleichsperiode keine Vorräte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten verpfändet. 9.763,7 Mio. EUR (31. März 2023: 11.345,8 Mio. EUR) wurden als Materialaufwand erfasst.
15. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN
| 31.03.20231 | Davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 31.03.2024 | Davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr |
| | | | |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.135,3 | 1,6 | 1.144,3 | 0,5 |
Vertragsvermögenswerte | 239,0 | 11,6 | 242,9 | 2,8 |
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | 736,5 | 24,3 | 648,5 | 23,9 |
davon Forderungen aus Ertragsteuern | 23,9 | 0,0 | 55,6 | 0,0 |
davon sonstige Steuerforderungen | 215,0 | 1,8 | 186,0 | 6,7 |
davon erworbene Emissionszertifikate | 263,2 | 0,0 | 192,3 | 0,0 |
| 2.110,8 | 37,5 | 2.035,7 | 27,2 |
| | | | |
1 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | | | | Mio. EUR |
16. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
| 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | |
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks | 1.055,8 | 1.322,1 |
| | |
| | Mio. EUR |
17. EIGENKAPITAL
Grundkapital (inklusive Angaben gemäß § 241 UGB)
Das Grundkapital beträgt zum 31. März 2024 324.391.840,99 EUR (31. März 2023: 324.391.840,99 EUR) und ist in 178.549.163 (31. März 2023: 178.549.163) auf Inhaber:innen lautende Stückaktien zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze eingezahlt.
Gemäß § 4 Abs. 2a der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG bis zum 30. Juni 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 64.878.368,92 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.709.833 Stück Aktien (= 20 %) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019/I). Bis dato hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.
Gemäß § 4 Abs. 2b der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG bis zum 30. Juni 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu weitere 32.439.183,55 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.854.916 Stück Aktien (= 10 %) gegen Sacheinlagen und/oder Bareinlagen zur Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer:innen, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen sowie das Bezugsrecht der Aktionär:innen auszuschließen, wenn (i) die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen erfolgt, das heißt Aktien zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften im In- und Ausland ausgegeben werden, oder (ii) die Kapitalerhöhung zum Zwecke der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer:innen, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms erfolgt (Genehmigtes Kapital 2019/II). Bis dato hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.
Gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 31.330.922,84 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.244.916 Stück Aktien (= rund 10 %) zur Ausgabe an Gläubiger:innen von Finanzinstrumenten im Sinne des § 174 AktG (Wandelschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen oder Genussrechte), zu deren Begebung der Vorstand in der Hauptversammlung vom 3. Juli 2019 ermächtigt wurde, zu erhöhen (bedingte Kapitalerhöhung). Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung bislang keinen Gebrauch gemacht. Von der Ermächtigung, Finanzinstrumente im Sinne des § 174 AktG (Wandelschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen oder Genussrechte) zu begeben, hat der Vorstand am 19. April 2023 Gebrauch gemacht und eine nicht nachrangige, unbesicherte Wandelanleihe mit Fälligkeit 2028 im Gesamtnennbetrag von 250 Mio. EUR begeben (ISIN AT0000A33R11), welche in anfänglich bis zu 6.113.740 neue und/oder existierende Aktien wandelbar waren.
Beträgt die Dividende der voestalpine AG mehr als 1,20 EUR pro Aktie, reduziert sich der Wandlungspreis. Aufgrund der Dividende von 1,50 EUR pro Aktie im Juli 2023 hat sich der Wandlungspreis von 40,8915 EUR auf 40,4874 EUR reduziert und die Referenzdividende wird von 1,20 EUR auf 1,1881 EUR pro Aktie angepasst. Die Anpassung des Wandlungspreises dient als Verwässerungsschutz. Die Eigenkapitalkomponente der Wandelanheihe beträgt 18,8 Mio. EUR. Wandelanleihen gelten als potenzielle Stammaktien und fließen ab dem Zeitpunkt der Ausgabe in die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie ein, sofern sich daraus ein verwässernder Effekt auf das Ergebnis je Aktie ergibt. Die Wandelanleihe hat zum 31. März 2024 keinen verwässernden Effekt auf das Ergebnis, daher wird sie bei der Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie nicht berücksichtigt. Siehe dazu auch Punkt 31. Ergebnis je Aktie.
In der Hauptversammlung vom 7. Juli 2021 wurde der Vorstand für eine Geltungsdauer von 30 Monaten zum Erwerb von eigenen Aktien in Höhe von bis zu 10 % des jeweiligen Grundkapitals ermächtigt. Der Rückkaufspreis darf maximal 20 % unter und maximal 10 % über dem durchschnittlichen Börsenschlusskurs der dem Rückerwerb vorhergehenden drei Börsentage liegen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung am 3. November 2022 Gebrauch gemacht und ein Aktienrückkaufprogramm im Ausmaß von bis zu 10.000.000 Stück Stammaktien (= ca. 5,6 % des Grundkapitals) beginnend mit 10. November 2022 und für eine voraussichtliche Dauer bis 10. Juli 2023 beschlossen. Das Aktienrückkaufprogramm wurde mit 10. Juli 2023 plangemäß beendet. Insgesamt wurden im Rahmen dieses Rückkaufprogrammes 7.070.000 Stück Stammaktien zu einem Gesamtwert von 213,1 Mio. EUR rückgekauft. Die Anzahl rückgekaufter Aktien im Geschäftsjahr 2023/24 betrug 1.200.327 Stück Stammaktien zu einem Gesamtwert von 37,3 Mio. EUR.
In der Hauptversammlung vom 5. Juli 2023 wurde der Vorstand für eine Geltungsdauer von 30 Monaten zum Erwerb von eigenen Aktien in Höhe von bis zu 10 % des jeweiligen Grundkapitals ermächtigt. Der Rückkaufspreis darf maximal 20 % unter und maximal 10 % über dem durchschnittlichen Börsenschlusskurs der dem Rückerwerb vorhergehenden drei Börsentage liegen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung bis dato keinen Gebrauch gemacht.
Die Kapitalrücklagen beinhalten im Wesentlichen das Agio (abzüglich Kosten der Eigenkapitalbeschaffung), Gewinne/Verluste aus dem Verkauf von eigenen Aktien, die Eigenkapitalkomponente der Wandelanleihe sowie anteilsbasierte Vergütungen.
Die Rücklagen für eigene Aktien beinhalten die abgesetzten Anschaffungskosten bzw. die Eigenkapitalerhöhung aus den Abgängen zu Anschaffungskosten für verkaufte eigene Aktien.
Die Gewinnrücklagen beinhalten das Ergebnis nach Steuern abzüglich Dividendenausschüttungen. Bei der Auf- bzw. Abstockung von Mehrheitsbeteiligungen wird die Differenz zwischen den Anschaffungskosten für die zusätzlichen Anteile und dem anteiligen Buchwert der nicht beherrschenden Anteile direkt in den Gewinnrücklagen erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste bei Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen werden in der Periode, in der sie anfallen, zur Gänze in den Gewinnrücklagen erfasst.
Die Rücklage für Währungsumrechnung dient der Erfassung von Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen.
Die Hedging-Rücklage umfasst Gewinne und Verluste aus dem effektiven Teil von Cashflow-Hedges. Der kumulierte, in die Rücklage eingestellte Gewinn oder Verlust aus dem Sicherungsgeschäft wird erst dann in die Gewinn- und Verlustrechnung überführt, wenn auch das gesicherte Geschäft das Ergebnis beeinflusst.
Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien hat sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2024 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:
| Anzahl Stückaktien | Anzahl eigene Aktien | Anzahl im Umlauf befindliche Aktien |
| | | |
Stand zum 01.04.2022 | 178.549.163 | 28.547 | 178.520.616 |
| | | |
Rückkauf eigener Aktien | | 5.869.673 | –5.869.673 |
Stand zum 31.03.2023 | 178.549.163 | 5.898.220 | 172.650.943 |
| | | |
Rückkauf eigener Aktien | | 1.200.327 | –1.200.327 |
Stand zum 31.03.2024 | 178.549.163 | 7.098.547 | 171.450.616 |
Anteilsbasierte Vergütungen
Aufgrund der Gewährung von voestalpine-Aktien an Mitarbeiter:innen im Rahmen der jährlichen Erfolgsprämie wurden 141,7 Tsd. Stück Aktien mit einem Wert von 4,7 Mio. EUR (2022/23: 4,7 Mio. EUR) anlässlich der Zahlung aus dem Eigenkapital entnommen, 70,1 Tsd. Stück Aktien mit einem Wert von 1,8 Mio. EUR (2022/23: 4,6 Mio. EUR) wurden dem Eigenkapital zugeführt.
18. PENSIONEN UND ANDERE ARBEITNEHMERVERPFLICHTUNGEN
| 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | |
Rückstellungen für Abfertigungen | 469,9 | 488,3 |
Rückstellungen für Pensionen | 329,6 | 308,0 |
Rückstellungen für Jubiläumsgelder | 139,4 | 153,6 |
| 938,9 | 949,9 |
| | |
| | Mio. EUR |
RÜCKSTELLUNGEN FÜR ABFERTIGUNGEN
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) zum 01.04. | 522,2 | 469,9 |
| | |
Dienstzeitaufwand der Periode | 8,7 | 6,9 |
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0,0 | 0,0 |
Zinsaufwand der Periode | 9,6 | 16,9 |
–Gewinne/+Verluste aus Planabgeltungen | 0,0 | 0,0 |
Konsolidierungskreisänderungen | 0,0 | 0,0 |
Abfertigungszahlungen | –32,1 | –41,8 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der finanziellen Annahmen | –65,0 | 8,0 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der demografischen Annahmen | 0,0 | 0,0 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen | 26,7 | 29,7 |
Planabgeltungen | 0,0 | 0,0 |
Sonstige | –0,2 | –1,3 |
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) zum 31.03. | 469,9 | 488,3 |
| | |
| | Mio. EUR |
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen für beitragsorientierte Abfertigungszahlungen an externe Mitarbeitervorsorgekassen betragen 18,7 Mio. EUR (2022/23: 16,0 Mio. EUR).
RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN
| Barwert der Pensionsver- pflichtungen | Plan- vermögen | Rückstellung |
| | | |
Stand am 01.04.2022 | 709,4 | –299,5 | 409,9 |
| | | |
Dienstzeitaufwand der Periode | 7,1 | 0,0 | 7,1 |
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0,3 | 0,0 | 0,3 |
Nettozinsen der Periode | 15,0 | –6,2 | 8,8 |
Ertrag (-)/Verlust (+) aus Planvermögen (ohne Beträge, die in Nettozinsen enthalten sind) | 0,0 | 26,3 | 26,3 |
–Gewinne/+Verluste aus Planabgeltungen, –kürzungen | 0,1 | 0,0 | 0,1 |
Konsolidierungskreisänderungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Pensionszahlungen | –36,4 | 20,2 | –16,2 |
Kursdifferenzen | –5,5 | 1,9 | –3,6 |
Arbeitgeber:innen-Einzahlungen/-Rückzahlungen | 0,0 | –1,5 | –1,5 |
Arbeitnehmer:innen-Einzahlungen | 0,0 | –1,0 | –1,0 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der finanziellen Annahmen | –118,1 | 0,0 | –118,1 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der demografischen Annahmen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen | 11,8 | 0,0 | 11,8 |
Planabgeltungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Sonstige | 0,3 | 5,4 | 5,7 |
Stand am 31.03.2023 | 584,0 | –254,4 | 329,6 |
| | | |
| | | Mio. EUR |
RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN
| Barwert der Pensionsver- pflichtungen | Plan- vermögen | Rückstellung |
| | | |
Stand am 01.04.2023 | 584,0 | –254,4 | 329,6 |
| | | |
Dienstzeitaufwand der Periode | 5,7 | 0,0 | 5,7 |
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | –1,2 | 0,0 | –1,2 |
Nettozinsen der Periode | 23,0 | –9,7 | 13,3 |
Ertrag (-)/Verlust (+) aus Planvermögen (ohne Beträge, die in Nettozinsen enthalten sind) | 0,0 | –4,2 | –4,2 |
–Gewinne/+Verluste aus Planabgeltungen, –kürzungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Konsolidierungskreisänderungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Pensionszahlungen | –36,8 | 20,8 | –16,0 |
Kursdifferenzen | 0,8 | –1,0 | –0,2 |
Arbeitgeber:innen-Einzahlungen/-Rückzahlungen | 0,0 | –28,4 | –28,4 |
Arbeitnehmer:innen-Einzahlungen | 0,0 | –1,6 | –1,6 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der finanziellen Annahmen | 11,5 | 0,0 | 11,5 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der demografischen Annahmen | –0,1 | 0,0 | –0,1 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen | 22,8 | 0,0 | 22,8 |
Planabgeltungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Sonstige | –0,9 | –0,8 | –1,7 |
Umgliederung zu als zur Veräußerung gehaltene Verbindlichkeiten | –21,5 | 0,0 | –21,5 |
Stand am 31.03.2024 | 587,3 | –279,3 | 308,0 |
| | | |
| | | Mio. EUR |
Die wesentlichen Anlagekategorien des Planvermögens stellen sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2024 dargestellten Perioden wie folgt dar:
2022/23 | | | |
Kategorie | Vermögenswerte mit Marktpreis an einem aktiven Markt | Vermögenswerte ohne Marktpreis an einem aktiven Markt | Summe Vermögenswerte |
| | | |
Schuldinstrumente | 38,4 % | 0,0 % | 38,4 % |
Eigenkapitalinstrumente | 30,6 % | 0,0 % | 30,6 % |
Immobilien | 0,0 % | 4,5 % | 4,5 % |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 4,2 % | 0,0 % | 4,2 % |
Versicherungsverträge | 0,0 % | 8,8 % | 8,8 % |
Sonstige Vermögenswerte | 13,4 % | 0,1 % | 13,5 % |
Summe | 86,6 % | 13,4 % | 100,0 % |
2023/24 | | | |
Kategorie | Vermögenswerte mit Marktpreis an einem aktiven Markt | Vermögenswerte ohne Marktpreis an einem aktiven Markt | Summe Vermögenswerte |
| | | |
Schuldinstrumente | 39,3 % | 0,0 % | 39,3 % |
Eigenkapitalinstrumente | 30,3 % | 0,0 % | 30,3 % |
Immobilien | 0,0 % | 5,4 % | 5,4 % |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 4,6 % | 0,0 % | 4,6 % |
Versicherungsverträge | 0,0 % | 8,8 % | 8,8 % |
Sonstige Vermögenswerte | 11,6 % | 0,0 % | 11,6 % |
Summe | 85,8 % | 14,2 % | 100,0 % |
Im Planvermögen sind eigene Aktien mit einem beizulegenden Zeitwert von 0,6 Mio. EUR (31. März 2023: 0,8 Mio. EUR) enthalten.
Der durchschnittlich erwartete Veranlagungsertrag ist durch die Portfoliostruktur des Planvermögens, Erfahrungswerte aus der Vergangenheit sowie zukünftig zu erwartende Renditen bestimmt. Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen erfolgte auf Basis einer erwarteten (durchschnittlichen) Verzinsung des Planvermögens von 3,8 %. Die tatsächliche Verzinsung lag bei 5,5 % (2022/23: –6,7 %).
Die Pensionsverpflichtungen aus den österreichischen Konzerngesellschaften sind in die APK-Pensionskasse Aktiengesellschaft ausgelagert.
Ziele der Investitionspolitik sind ein optimierter Aufbau des Planvermögens und die jederzeitige Deckung der bestehenden Ansprüche.
Die Veranlagung des Planvermögens in Österreich wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse Aktiengesellschaft unter anderem die Bandbreite der Asset-Allokation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanager:innen geregelt. Der Einsatz neuer Instrumente oder eine Erweiterung der Fondspalette ist vom Vorstand der APK-Pensionskasse Aktiengesellschaft zu genehmigen. Sowohl im Bereich der Anteilswertpapiere als auch der Schuldverschreibungen erfolgt die Diversifikation global, wobei jedoch die Schuldverschreibungen schwerpunktmäßig auf EUR lauten oder EUR-gesichert sind.
Das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogemeinschaft VRG 15 ist in internationale Aktien- und Anleihenfonds, alternative Veranlagungsstrategien (beispielsweise Immobilien und Private Equity) sowie Geldmarktveranlagungen investiert. Das langfristige Investitionsziel der VRG 15 ist, die Benchmark (30 % globale Aktien, 10 % Private Equity, 40 % globale Anleihen, 5 % Cash, 5 % Alternatives, 10 % Immobilien) zu übertreffen und ihre bestehenden und künftigen Anspruchszahlungen zu decken. Das Vermögen der VRG 15 ist gemäß § 25 des österreichischen Pensionskassengesetzes so veranlagt, dass die Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des der VRG 15 zugeordneten Vermögens insgesamt gewährleistet sind.
Eine zur Benchmark abweichende Asset-Allokation oder regionale Allokation ist erlaubt, wenn dies nach Beurteilung der APK-Pensionskasse Aktiengesellschaft durch die aktuellen Bewertungen oder zukünftig erwarteten Renditen begründet ist. Für alle Assetklassen können Investmentvehikel, die nach einem aktiven Ansatz verwaltet werden, eingesetzt werden, wenn dies durch Markteigenschaften oder Kosten-Nutzen-Erwägungen begründet werden kann.
Der Großteil des Vermögens der VRG 15 wird in liquiden Märkten investiert, an denen regelmäßige Preisnotierungen festgestellt werden. Vermögenswerte, für die keine aktive Marktpreisnotierung vorhanden ist (z. B. bestimmte Immobilien und Private Equity-Strategien), können auf vorsichtigem Niveau gehalten werden, wenn das Rendite-/Risikoprofil solcher Vermögenswerte als günstig erachtet wird.
Das Risiko wird aktiv gesteuert und es wird allgemein erwartet, dass Volatilität und vor allem Downside-Risiken niedriger sein werden als jenes der Benchmark.
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen für beitragsorientierte Pensionen betragen 57,3 Mio. EUR (2022/23: 52,8 Mio. EUR).
Die Sensitivitätsanalyse der maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen, die zur Ermittlung leistungsorientierter Verpflichtungen genutzt werden, ergibt folgende Auswirkungen auf die DBO:
SENSITIVITÄTEN
| Zinssatz | Lohn-/ Gehaltserhöhungen | Pensionserhöhungen |
| +1,0 % | –1,0 % | +0,5 % | –0,5 % | +0,25 % | –0,25 % |
| | | | | | |
Pensionen | –10,2 % | +12,5 % | +0,3 % | –0,3 % | +2,3 % | –2,2 % |
Abfertigungen | –8,2 % | +9,5 % | +4,5 % | –4,2 % | 0,0 % | 0,0 % |
Für den Einfluss des Zinssatzes, der Lohn- und Gehaltserhöhungen sowie der Pensionserhöhungen wurden konzernale Werte ermittelt. Die Sensitivitäten werden nicht durch Schätzungen oder Näherungen, sondern durch vollständige Bewertungen unter Variation der jeweiligen Parameter ermittelt.
Die erwarteten Beitragszahlungen für leistungsorientierte Pensionspläne für das Geschäftsjahr 2024/25 betragen 1,8 Mio. EUR.
Die durchschnittliche zinsgewichtete Duration für Pensionspläne beträgt 11,5 Jahre und für Abfertigungen 9,1 Jahre.
RÜCKSTELLUNGEN FÜR JUBILÄUMSGELDER
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen zum 01.04. | 150,3 | 139,4 |
| | |
Dienstzeitaufwand der Periode | 9,2 | 8,2 |
Zinsaufwand der Periode | 2,8 | 5,1 |
Konsolidierungskreisänderungen | 0,0 | 0,0 |
Jubiläumsgeldzahlungen | –8,0 | –10,1 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung von Annahmen | –22,1 | 3,2 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen | 7,2 | 8,4 |
Sonstige | 0,0 | 0,1 |
Umgliederung zu als zur Veräußerung gehaltene Verbindlichkeiten | 0,0 | –0,7 |
Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen zum 31.03. | 139,4 | 153,6 |
| | |
| | Mio. EUR |
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen/Erträge für Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldverpflichtungen gliedern sich wie folgt:
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Dienstzeitaufwand der Periode und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 25,3 | 19,6 |
Nettozinsen der Periode | 21,2 | 35,2 |
–Gewinne/+Verluste aus Planabgeltungen, –kürzungen | 0,1 | 0,0 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus Jubiläumsgeldverpflichtungen | –14,9 | 11,6 |
Aufwands-/ertragswirksam erfasste Positionen | 31,7 | 66,4 |
| | |
| | Mio. EUR |
Die Nettozinsen der Periode sind in den Finanzaufwendungen erfasst.
19. RÜCKSTELLUNGEN
| Stand 01.04.2023 | Konsoli- dierungs- kreisän- derungen | Währungs- differenzen | Verbrauch | Auf- lösungen | Um- buchung | Zuwei- sungen | Umgliederung nicht fortgeführte Aktivitäten | Stand 31.03.2024 |
| | | | | | | | | |
Langfristige Rückstellungen | | | | | | | | | |
Sonstige Personalaufwendungen | 10,3 | 0,0 | 0,0 | –1,7 | –0,1 | 0,0 | 1,3 | –5,0 | 4,8 |
Garantien und sonstige Wagnisse | 4,3 | 0,0 | 0,0 | –2,1 | –0,1 | –0,5 | 7,6 | 0,0 | 9,2 |
Übrige langfristige Rückstellungen | 79,0 | 0,6 | 0,4 | –2,8 | –21,6 | –7,1 | 11,9 | –12,2 | 48,2 |
| 93,6 | 0,6 | 0,4 | –6,6 | –21,8 | –7,6 | 20,8 | –17,2 | 62,2 |
| | | | | | | | | |
Kurzfristige Rückstellungen | | | | | | | | | |
Nicht konsumierte Urlaube | 158,9 | 0,0 | –0,1 | –101,2 | –0,6 | 0,1 | 113,8 | –1,8 | 169,1 |
Sonstige Personalaufwendungen | 301,0 | –0,7 | –0,1 | –241,2 | –10,4 | –0,1 | 195,8 | –8,9 | 235,4 |
Garantien und sonstige Wagnisse | 75,1 | 0,0 | –0,5 | –14,8 | –12,5 | 0,6 | 23,8 | –1,8 | 69,9 |
Belastende Verträge | 36,2 | 0,0 | –0,1 | –17,9 | –3,6 | 0,2 | 19,1 | 0,0 | 33,9 |
Übrige kurzfristige Rückstellungen | 483,9 | –0,4 | –0,1 | –376,0 | –16,1 | 14,9 | 302,5 | 5,5 | 414,2 |
| 1.055,1 | –1,1 | –0,9 | –751,1 | –43,2 | 15,7 | 655,0 | –7,0 | 922,5 |
| | | | | | | | | |
| 1.148,7 | –0,5 | –0,5 | –757,7 | –65,0 | 8,1 | 675,8 | –24,2 | 984,7 |
| | | | | | | | | |
| | | | | | | | | Mio. EUR |
Die Rückstellungen für Personalaufwendungen enthalten insbesondere Prämien und Bonifikationen. Die Rückstellungen für Garantien und sonstige Wagnisse sowie die Rückstellungen für belastende Verträge betreffen die laufende Geschäftstätigkeit. Die übrigen Rückstellungen beinhalten insbesondere Rückstellungen für Vertriebsprovisionen, Rechtsstreitigkeiten, Prozess- und Beratungskosten sowie Umweltschutzverpflichtungen. Innerhalb der übrigen kurzfristigen Rückstellungen sind Umweltschutzverpflichtungen in Höhe von 225,5 Mio. EUR (2022/23: 293,7 Mio. EUR), welche fast ausschließlich CO2-Zertifikate betreffen, enthalten.
Der Gesamtaufwand für CO2-Zertifikate im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/24 betrug 231,6 Mio. EUR und wurde in den Umsatzkosten erfasst.
Die Rückstellungshöhe von Garantien und sonstigen Wagnissen bemisst sich am zuverlässigsten Schätzwert jenes Betrages, der zur Begleichung dieser Verpflichtungen am Bilanzstichtag nötig wäre. Als statistische Messgröße wird der Erwartungswert herangezogen. Dieser wiederum basiert auf einer für die Vergangenheit nachweisbaren Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses.
Rückstellungen für belastende Verträge werden angesetzt, wenn die zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen erforderlichen unvermeidbaren Kosten die erwarteten Erlöse übersteigen. Bevor eine separate Rückstellung für einen belastenden Vertrag gebildet wird, erfasst ein Unternehmen den Wertminderungsaufwand für Vermögenswerte, die mit dem Vertrag verbunden sind.
Die durch einen Kronzeugenantrag der voestalpine im Jahr 2011 ausgelösten Kartellverfahren des deutschen Bundeskartellamtes im Bereich Bahnoberbaumaterial wurden gegen die voestalpine 2013 abgeschlossen. Das gegen die voestalpine verhängte Bußgeld in diesen Verfahren betrug gesamt 14,9 Mio. EUR. Ebenfalls durch einen Kronzeugenantrag der voestalpine wurde ein Verfahren des deutschen Bundeskartellamtes gegen Edelstahlunternehmen ausgelöst, welches gegenüber der voestalpine im Juli 2018 beendet wurde. Als Kronzeuge wurde gegen die voestalpine in diesem Verfahren kein Bußgeld verhängt. In Zusammenhang mit dem durch eine Hausdurchsuchung im September 2017 eingeleiteten Verfahren des deutschen Bundeskartellamtes wegen des Verdachtes kartellrechtswidriger Absprachen im Bereich Grobblech hat die voestalpine im Dezember 2019 einem Vergleich mit einem Bußgeld in Höhe von 65,5 Mio. EUR zugestimmt. Auch dieses Verfahren ist somit beendet.
Sofern relevant, hat die voestalpine zum Stichtag 31. März 2024 für allfällige negative finanzielle Auswirkungen aus diesen Kartellverfahren vorgesorgt.
In der Berichtsperiode sind Rückstellungserhöhungen aufgrund der Aufzinsung und aufgrund von Änderungen des Abzinsungssatzes in Höhe von insgesamt 1,5 Mio. EUR (2022/23: 1,7 Mio. EUR) enthalten.
20. FINANZVERBINDLICHKEITEN
| Restlaufzeit bis zu 1 Jahr | Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr |
| 31.03.2023 | 31.03.2024 | 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | | | |
Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 735,9 | 1.488,3 | 1.908,2 | 1.205,0 |
Verbindlichkeiten aus Leasing | 51,2 | 121,0 | 298,0 | 246,3 |
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 7,2 | 6,9 | 0,0 | 0,0 |
Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 42,3 | 71,8 | 36,0 | 8,4 |
| 836,6 | 1.688,0 | 2.242,2 | 1.459,7 |
| | | | |
| | Mio. EUR |
Am 27. September 2017 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 500,0 Mio. EUR begeben. Die Anleihe wird im September 2024 zurückgezahlt und mit 1,375 % jährlich verzinst.
Am 10. April 2019 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 500,0 Mio. EUR begeben. Die Anleihe wird im April 2026 zurückgezahlt und mit 1,75 % jährlich verzinst.
Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde eine Wandelanleihe im Nominale von 250,0 Mio. EUR begeben. Die Anleihe weist eine Laufzeit bis zum 28. April 2028 und eine Verzinsung von 2,75 % p. a. halbjährlich nachträglich auf. Die Anleihegläubiger haben im Wandlungszeitraum vom 8. Juni 2023 bis 24. Geschäftstag vor dem Endfälligkeitstag (Endfälligkeitstag 28. April 2028) oder bei Kündigung durch die voestalpine AG bis 24. Geschäftstag vor dem Rückzahlungstag, das Recht, die Schuldverschreibung mit einem Nennwert von je 100.000,00 EUR in Lieferaktien zu wandeln. Betreffend die Eigenkapitalkomponente dieser Wandelanleihe siehe Punkt 17. Eigenkapital.
21. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
| 31.03.20231 | 31.03.2024 |
| | |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.956,3 | 1.739,1 |
Vertragsverbindlichkeiten | 267,8 | 291,7 |
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern | 125,5 | 126,5 |
Sonstige Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit | 73,0 | 80,5 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 386,6 | 416,9 |
| 2.809,2 | 2.654,7 |
| | |
1 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | Mio. EUR |
22. WECHSELVERBINDLICHKEITEN UND VERBINDLICHKEITEN AUS REVERSE FACTORING
| 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | |
Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel | 968,9 | 842,1 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit Reverse Factoring-Vereinbarungen | 54,2 | 26,2 |
| 1.023,1 | 868,3 |
| | |
| | Mio. EUR |
Die voestalpine ermöglicht ausgewählten Lieferant:innen die Teilnahme an unterschiedlichen Supply Chain Finance-Modellen. Überwiegend kommen Wechselverbindlichkeiten, aber auch Reverse Factoring-Modelle zur Anwendung.
Den Lieferant:innen wird dabei die Möglichkeit geboten, durch Diskontierung der Forderungen bei der Vertragsbank eine vorgezogene Zahlung zu erhalten. Die voestalpine bezahlt zum Zeitpunkt der Fälligkeit des Wechsels bzw. zum Zeitpunkt der Fälligkeit der Faktura der Reverse Factoring-Vereinbarung.
Die Rechnungsbeträge resultieren aus Liefer- und Leistungsbeziehungen. Sie stellen einen Teil des Working Capital dar. Zinsaufwendungen, die der voestalpine aus diesen Modellen erwachsen, wurden in Höhe von 39,0 Mio. EUR (2022/23: 20,1 Mio. EUR) bezahlt. Es werden zusätzlich Konzerngarantien gegenüber den Banken abgegeben. Die Zahlungsziele verlängern sich in unterschiedlichem Maße in der Regel auf bis zu 115 Tage.
Die Zahlungen an die Banken bei Einlösung der Wechselverbindlichkeiten und der Bezahlung der Reverse Factoring-Verbindlichkeiten sind im Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit ausgewiesen, weil sie weiterhin Teil des normalen Geschäftszyklus des Konzerns sind und ihr wesentlicher Charakter betrieblich bleibt, das heißt, sie Zahlungen für den Kauf von Gütern und Dienstleistungen darstellen.
23. EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
| 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | |
Verbindlichkeiten aus der Begebung und Übertragung von Wechseln | 0,0 | 0,0 |
Bürgschaften, Garantien | 0,5 | 0,5 |
| 0,5 | 0,5 |
| | |
| | Mio. EUR |
Darüber hinaus bestehen langfristige Abnahmeverpflichtungen im Zusammenhang mit der Rohstoff- und Energieversorgung des Konzerns, welche durch das Beschaffungsmanagement gesteuert werden. Zum Bilanzstichtag bestehen langfristige Lieferverträge für Rohstoffe (insbesondere HBI, Erz, Koks und Kohle) und Betriebsstoffe (insbesondere Sauerstoff und Stickstoff), aus denen sonstige finanzielle Verpflichtungen mit einem Nominalwert in Höhe von 5.268,6 Mio. EUR resultieren, wobei dem überwiegenden Anteil variable Preisformeln zugrunde liegen und daher von einer Weitergabefähigkeit am Markt auszugehen ist. Die Restlaufzeiten belaufen sich auf 2–11 Jahre.
Weiters bestehen aus langfristigen Energiebezugsverträgen (Bandsicherungen bei Energieversorgungsunternehmen und PPAs, welche nicht unter IFRS 16 fallen) sonstige finanzielle Verpflichtungen mit einem Nominalwert in Höhe von 438,4 Mio. EUR, wobei dem überwiegenden Teil fixe Preise zugrunde liegen und diese unter Anwendung der Own Use Exemption gemäß IFRS 9 nicht als Derivate bewertet werden. Die Restlaufzeiten belaufen sich im Wesentlichen auf 2–13 Jahre.
24. FINANZINSTRUMENTE
Allgemeines
Die wesentlichen durch den voestalpine-Konzern verwendeten Finanzinstrumente umfassen Bankdarlehen, Anleihen, Schuldscheine und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Der Hauptzweck der Finanzinstrumente ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit des Konzerns. Der Konzern verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte, wie z. B. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristige Einlagen und langfristige Veranlagungen, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren.
Des Weiteren nutzt der Konzern auch derivative Finanzinstrumente. Hierzu gehören vor allem Zins-Swaps, Devisentermingeschäfte und Commodity-Swaps. Zweck dieser derivativen Finanzinstrumente ist die Absicherung gegen Zins- und Währungsrisiken sowie gegen Risiken aufgrund der Schwankungen von Rohstoffpreisen, welche aus der Geschäftstätigkeit des Konzerns und seinen Finanzierungsquellen resultieren.
Kapitalmanagement
Vorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung des Konzerns ist es, sicherzustellen, dass neben der Verfügbarkeit über die notwendige Liquidität zur Unterstützung der Geschäftstätigkeit und zur Maximierung des Shareholder Value eine angemessene Bonität und eine ausreichende Eigenkapitalquote aufrechterhalten werden.
Der voestalpine-Konzern steuert sein Kapital mithilfe der Kennzahlen Nettofinanzverschuldung/EBITDA sowie der Gearing Ratio, dem Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zum Eigenkapital. Die Nettofinanzverschuldung umfasst verzinsliche Verbindlichkeiten abzüglich Finanzierungsforderungen, Ausleihungen, Wertpapiere sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Das Eigenkapital inkludiert nicht beherrschende Anteile an Konzernunternehmen.
Die Zielgröße für die Gearing Ratio liegt bei 50 % und kann nur für einen befristeten Zeitraum bis maximal 75 % überschritten werden. Die Kennzahl Nettofinanzverschuldung/EBITDA soll maximal bei 2,0 liegen und darf nur für einen befristeten Zeitraum überschritten werden. Alle Wachstumsmaßnahmen und Kapitalmarkttransaktionen werden darauf ausgerichtet.
In der Berichtsperiode entwickelten sich die beiden Kennzahlen wie folgt:
| 31.03.20231 | 31.03.2024 |
| | |
Gearing Ratio in % | 21,6 % | 22,0 % |
Nettofinanzverschuldung/EBITDA | 0,7 | 1,0 |
| | |
1 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | | |
Finanzielles Risikomanagement – Corporate Finance-Organisation
Das finanzielle Risikomanagement umfasst auch den Bereich Rohstoff- und Energierisikomanagement. Betreffend Richtlinienkompetenz, Strategiefestsetzung und Zieldefinition ist das finanzielle Risikomanagement zentral organisiert. Das bestehende Regelwerk beinhaltet Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen sowohl für das Konzern-Treasury als auch für die einzelnen Konzerngesellschaften. Weiters werden die Themen Pooling, Geldmarkt, Kredit- und Wertpapiermanagement, Fremdwährungs-, Zins-, Liquiditäts- und Rohstoffrisiko sowie das Berichtswesen geregelt. Für die Umsetzung ist das Konzern-Treasury verantwortlich, das als Dienstleistungscenter fungiert. Geschäftsabschluss, Abwicklung und Verbuchung erfolgen in drei organisatorisch getrennten Einheiten, wodurch ein Sechsaugenprinzip gewährleistet wird. Diese Richtlinien und deren Einhaltung sowie die IKS-Konformität der Geschäftsprozesse werden in regelmäßigen Abständen zusätzlich durch eine:n externe:n Auditor:in überprüft.
Teil der Unternehmenspolitik des voestalpine-Konzerns ist es, die finanziellen Risiken ständig zu beobachten, zu quantifizieren und – wo sinnvoll – abzusichern. Die Risikobereitschaft ist eher gering. Die Strategie zielt auf die Erzielung von Natural Hedges und eine Verminderung der Schwankungen der Cashflows und Erträge ab. Die Absicherung der Marktrisiken erfolgt auch mit derivativen Finanzinstrumenten.
Die voestalpine AG verwendet zur Quantifizierung des Zinsrisikos die Kenngröße Zinsänderungsrisiko. Das Zinsänderungsrisiko quantifiziert die Auswirkung auf den Zinsertrag bzw. Zinsaufwand bei einer Änderung des Marktzinsniveaus um einen Prozentpunkt.
Durch die Implementierung eines Nettingprozesses werden die Fremdwährungs-Cashflows im Konzern zusammengeführt und ausgeglichen. Dadurch wird ein Natural Hedge erzielt.
Für die Quantifizierung des Währungsrisikos wird eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt, die eine für möglich gehaltene Stärkung (Schwächung) des Euro gegenüber den anderen Währungen zum 31. März um 10 % darstellt. In der Analyse wird unterstellt, dass alle anderen Einflussfaktoren konstant bleiben.
Liquiditätsrisiko – Finanzierung
Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können, weil man nicht über ausreichend Zahlungsmittel verfügt.
Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist eine tagesaktuelle Kenntnis des konzernweiten Liquiditätsstandes und eine exakte Finanzplanung, die quartalsweise revolvierend von den operativen Gesellschaften direkt an das Konzern-Treasury der voestalpine AG übermittelt wird. Anhand der konsolidierten Ergebnisse wird der Bedarf an Finanzierungen und Kreditlinien bei Banken ermittelt. Der geplante Liquiditätsbedarf der nächsten zwölf Monate soll durch eine Liquiditätsreserve abgedeckt sein.
Die Betriebsmittelfinanzierung erfolgt über das Konzern-Treasury. Durch ein zentrales Clearing wird ein täglicher konzerninterner Finanzausgleich durchgeführt. Gesellschaften mit Liquiditätsüberschüssen stellen diese indirekt Gesellschaften mit Liquiditätsbedarf zur Verfügung. Die Differenz wird vom Konzern-Treasury bei seinen Hausbanken positioniert. Dadurch werden eine Verminderung des Fremdfinanzierungsvolumens und eine Optimierung des Zinsergebnisses erreicht.
Finanzierungen erfolgen zur Vermeidung von Wechselkursrisiken in der lokalen Währung des:der jeweiligen Kreditnehmers bzw. Kreditnehmerin oder sind durch Devisen- und Währungs-Swaps währungsgesichert.
Als Liquiditätsreserve hält die voestalpine AG vertraglich zugesicherte Kreditlinien im Ausmaß von 1.000,0 Mio. EUR (2022/23: 1.000,0 Mio. EUR). Darüber hinaus besteht zur Abdeckung von unerwarteten Liquiditätsbedarfen eine Aktivposition in Form von Wertpapieren und kurzfristigen Veranlagungen. Per 31. März 2024 betrug die Summe an frei veräußerbaren Wertpapieren 158,2 Mio. EUR (31. März 2023: 341,3 Mio. EUR). Diese beinhalten Wertpapierpensionsgeschäfte in Form von CO2-Repos (Kauf von CO2-Zertifikaten mit gleichzeitiger Rückkaufsvereinbarung) in der Höhe von 54,9 Mio. EUR (31. März 2023: 266,3 Mio. EUR). Weiters sind Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1.322,1 Mio. EUR (31. März 2023: 1.055,8 Mio. EUR) im Konzernabschluss ausgewiesen.
Die Wechselverbindlichkeiten der voestalpine-Gruppe können zu einer Risikokonzentration führen, da die zuvor auf eine Vielzahl von Gläubiger:innen gestreuten Verbindlichkeiten damit auf die involvierten Banken konzentriert werden. Ein einseitiger Widerruf der Vereinbarungen von einer oder mehreren Banken für zukünftige Geschäfte würde zu einem kurzfristigen Liquiditätsbedarf führen. Dem Konzentrationsrisiko begegnet der voestalpine-Konzern durch eine breite Streuung der Finanzinstrumente auf verschiedene Banken. Das Risiko wird weiters durch die bestehende Liquiditätsreserve sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 2.322,1 Mio. EUR (Vorjahr: 2.055,8 Mio. EUR) reduziert. Von den Wechselverbindlichkeiten entfallen auf den größten der zwölf Gläubiger:innen nur 217,6 Mio. EUR (Vorjahr: 217,4 Mio. EUR). Im Vergleich zur Liquiditätsreserve und den Zahlungsmitteläquivalenten sind das 9,4 % (Vorjahr: 10,6 %). Das Liquiditätsrisiko aus Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring ist aufgrund des geringen Volumens von untergeordneter Bedeutung.
Die Finanzierungsquellen werden nach dem Grundsatz der Bankenunabhängigkeit gesteuert. Derzeit bestehen Finanzierungen bei etwa 20 unterschiedlichen in- und ausländischen Banken. Darüber hinaus wird der Kapitalmarkt als Finanzierungsquelle genutzt.
Im Geschäftsjahr 2022/23 wurde keine Kapitalmarkttransaktion durchgeführt.
Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde folgende Kapitalmarkttransaktion durchgeführt:
Emission Wandelanleihe | 250,0 Mio. EUR |
Eine Fälligkeitsanalyse aller zum Bilanzstichtag bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:
VERBINDLICHKEITEN
| Restlaufzeit bis 1 Jahr | Restlaufzeit über 1 Jahr bis 5 Jahre | Restlaufzeit über 5 Jahre |
| 2022/231 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 |
| | | | | | |
Anleihen | 131,0 | 676,9 | 998,2 | 732,2 | 49,9 | 50,0 |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 604,9 | 811,4 | 798,1 | 422,8 | 62,0 | 0,0 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.955,8 | 1.738,8 | 0,5 | 0,3 | 0,0 | 0,0 |
Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring | 1.023,1 | 868,3 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Verbindlichkeiten aus Leasing | 51,2 | 121,0 | 143,9 | 122,8 | 154,1 | 123,5 |
Verbindlichkeiten aus Fremdwährungssicherungen und Rohstoffsicherungen | 27,7 | 33,8 | 8,3 | 7,1 | 0,0 | 0,0 |
davon als Sicherungsgeschäft gewidmet | 16,5 | 24,8 | 8,3 | 4,7 | 0,0 | 0,0 |
Verbindlichkeiten aus Zinssicherungen (inkl. Cross Currency Swaps) | 0,9 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
davon als Sicherungsgeschäft gewidmet | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 49,5 | 78,7 | 36,0 | 8,4 | 0,0 | 0,0 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 127,8 | 148,8 | 24,3 | 16,5 | 0,0 | 0,0 |
Summe Verbindlichkeiten | 3.971,9 | 4.477,7 | 2.009,3 | 1.310,1 | 266,0 | 173,5 |
| | | | | | |
1 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | Mio. EUR |
Mit diesen bestehenden Verbindlichkeiten korrespondieren folgende (prospektive) Zinsbelastungen, wie sie zum Bilanzstichtag geschätzt wurden:
| Restlaufzeit bis 1 Jahr | Restlaufzeit über 1 Jahr bis 5 Jahre | Restlaufzeit über 5 Jahre |
| 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 |
| | | | | | |
Zinsen für Anleihen | 16,9 | 24,2 | 36,8 | 45,2 | 3,6 | 2,7 |
Zinsen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 43,6 | 34,9 | 34,0 | 13,8 | 1,3 | 0,0 |
Zinsen für Verbindlichkeiten aus Leasing | 10,2 | 9,1 | 26,6 | 21,0 | 26,2 | 53,6 |
Zinsen aus Zinssicherungen (inkl. Cross Currency Swaps) | 11,3 | 6,7 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Zinsen für sonstige Finanzverbindlichkeiten | 0,8 | 0,9 | 0,9 | 0,2 | 0,0 | 0,0 |
Summe Zinslast | 82,8 | 75,8 | 98,3 | 80,2 | 31,1 | 56,3 |
| | | | | | |
| | | | Mio. EUR |
Kredit-/Bonitätsrisiko
Das Bonitätsrisiko bezeichnet Vermögensverluste, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner:innen entstehen können.
Das Management des Bonitätsrisikos von Veranlagungs- und Derivatgeschäften wird in internen Richtlinien reglementiert. Es sind alle Veranlagungen und Derivatgeschäfte je Kontrahent:in limitiert, wobei die Höhe des Limits vom Rating der Bank abhängig ist.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen überwiegend gegenüber Banken mit guten Bonitäten. Die Bestände sind in der Regel kurzfristig veranlagt. Das Kreditrisiko ist daher von untergeordneter Bedeutung.
GLIEDERUNG DER VERANLAGUNGEN BEI FINANZINSTITUTIONEN IN RATINGKLASSEN
| AAA | AA | A | BBB | <BBB/NR |
| | | | | |
Geldmarktveranlagungen exkl. Habensalden auf Konten | 0,0 | 258,0 | 213,0 | 0,0 | 0,0 |
Derivate1 | 0,0 | 4,2 | 5,1 | 0,0 | 0,1 |
| | | | | |
1 Nur positive Marktwerte. | Mio. EUR |
Bei den derivativen Finanzinstrumenten beschränkt sich das Bonitätsrisiko auf Geschäfte mit positivem Marktwert und bei diesen auf die Höhe des Marktwerts. Aus diesem Grund werden Derivatgeschäfte nur mit dem positiven Marktwert auf das Limit angerechnet. Derivate werden ausschließlich auf Grundlage von standardisierten Rahmenverträgen für Finanztermingeschäfte abgeschlossen.
Das Bonitätsrisiko der Grundgeschäfte ist durch einen hohen Anteil an Kreditversicherungen und bankmäßigen Sicherheiten (Garantien, Akkreditive) weitestgehend abgesichert. Das Ausfallsrisiko für das verbleibende Eigenrisiko wird durch definierte Prozesse der Bonitätsbeurteilung, Risikobewertung, Risikoklassifizierung und Bonitätsüberwachung gemanagt. Das Bonitätsrisiko der Geschäftspartner:innen von finanziellen Kontrakten wird durch ein regelmäßiges Monitoring des Ratings und der Veränderung der CDS-Levels (Credit Default Swap) der Kontrahent:innen gesteuert.
Je nach Kund:innen-Struktur und Geschäftsfeld gelten finanzielle Vermögenswerte zumeist als ausgefallen, wenn sie mehr als 180 Tage überfällig sind oder nicht mehr davon auszugehen ist, dass sie ohne Verwertung von Sicherheiten in voller Höhe beglichen werden.
Forderungen werden dann als finanzielle Vermögenswerte mit beeinträchtigter Bonität eingestuft, wenn konkrete Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen (insbesondere erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners bzw. der Schuldnerin, Ausfall oder Zahlungsverzug, erhöhtes Insolvenzrisiko). Eine Abschreibung (Ausbuchung) erfolgt dann, wenn nicht mehr mit dem Eingang zu rechnen ist (insbesondere bei Insolvenz der:des Vertragspartnerin bzw. -partners). Bei Wegfall der Gründe für die Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten.
Das maximale theoretische Ausfallsrisiko entspricht den in der Bilanz angesetzten Forderungen.
Die erwarteten Verlustraten werden auf Basis der historischen Ausfallsraten der letzten fünf Jahre berechnet.
Da der Großteil der Forderungen versichert ist, ist das Forderungsausfallsrisiko als gering einzustufen. Aufgrund der guten Diversifikation des Kund:innen-Portfolios besteht keine Konzentration von Ausfallsrisiken.
Die Bruttobuchwerte und Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten stellen sich wie folgt dar:
| 2022/231 | 2023/24 |
| | |
Bruttobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten | 1.406,8 | 1.416,9 |
Abzgl. Bruttobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten mit Bonitätsbeeinträchtigung | –45,4 | –33,2 |
Bruttobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten ohne Bonitätsbeeinträchtigung | 1.361,4 | 1.383,7 |
| | |
Abzgl. Portfoliowertberichtigung | –0,5 | –0,5 |
Nettobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten ohne Bonitätsbeeinträchtigung | 1.360,9 | 1.383,2 |
| | |
1 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | | Mio. EUR |
ÜBERFÄLLIGE UND NICHT BONITÄTSBEEINTRÄCHTIGTE FORDERUNGEN AUS
LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND VERTRAGSVERMÖGENSWERTEN
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Bis 30 Tage überfällig | 146,5 | 183,1 |
31 Tage bis 60 Tage überfällig | 31,6 | 43,6 |
61 Tage bis 90 Tage überfällig | 16,1 | 14,5 |
91 Tage bis 120 Tage überfällig | 5,8 | 10,7 |
Mehr als 120 Tage überfällig | 24,1 | 25,5 |
Summe | 224,1 | 277,4 |
| | |
| | Mio. EUR |
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten mit beeinträchtigter Bonität haben sich wie folgt entwickelt:
WERTBERICHTIGUNGEN FÜR FORDERUNGEN MIT BEEINTRÄCHTIGTER BONITÄT (EINZELWERTBERICHTIGUNGEN)
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Anfangsbestand zum 01.04. | 34,9 | 32,0 |
| | |
Zugang | 8,6 | 6,2 |
Währungsdifferenzen | –0,4 | 0,1 |
Konsolidierungskreisänderungen | 0,0 | 0,0 |
Auflösung | –8,9 | –6,4 |
Verbrauch | –2,2 | –2,5 |
Umgliederung zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | 0,0 | –0,1 |
Endbestand zum 31.03. | 32,0 | 29,3 |
| | |
| | Mio. EUR |
Im Geschäftsjahr 2023/24 ergaben sich keine wesentlichen Einzelveränderungen mit Einfluss auf die Portfoliowertberichtigung.
Währungsrisiko
Die größte Währungsposition im Konzern entsteht durch Einkäufe von Rohstoffen in US-Dollar, durch die weltweite Geschäftstätigkeit des voestalpine-Konzerns ergeben sich jedoch auch Währungsexposures in diversen anderen Währungen.
Durch die Implementierung eines rollierenden Multi-Currency-Nettings werden ein- und ausgehende Cashflows in den jeweiligen Währungen gegengerechnet. Durch den dadurch erzielten Natural Hedge wird Risiko vermindert. Eine weitere Möglichkeit ergibt sich aus der Nutzung von derivativen Sicherungsinstrumenten. Die voestalpine AG sichert die budgetierten Fremdwährungszahlungsströme bis maximal der nächsten zwölf Monate ab. Längerfristige Absicherungen werden nur bei kontrahierten Projektgeschäften durchgeführt. Die Sicherungsquote liegt zwischen 25 % und 100 %. Je weiter der Cashflow in der Zukunft liegt, desto geringer ist die Sicherungsquote.
Der Nettobedarf an US-Dollar des voestalpine-Konzerns lag im Geschäftsjahr 2023/24 bei 698,7 Mio. USD. Die Reduktion gegenüber dem Vorjahr (1.458,8 Mio. USD) ist insbesondere auf gesunkene USD-Bedarfe für den Rohstoffeinkauf zurückzuführen. Das restliche Fremdwährungsexposure, das insbesondere aus Exporten in den „Nicht-EUR-Raum“ und Rohstoffzukäufen resultiert, ist deutlich geringer als das USD-Risiko.
FREMDWÄHRUNGSPORTFOLIO 2023/24
Anhand der Sensitivitätsanalyse ergeben sich per 31. März 2024 auf alle offenen Positionen im Vergleich zur Konzernwährung folgende Risiken für das nächste Geschäftsjahr:
FREMDWÄHRUNGSPORTFOLIO FÜR 2024/25
| Budgetierte Position | Kurs 31.03.2024 | Budgetierte Position (EUR) | Budgetierte Position (EUR) +10 % | Delta (EUR) +10 % | Budgetierte Position (EUR) –10 % | Delta (EUR) –10 % |
| | | | | | | |
USD | –775,5 | 1,0811 | –717,3 | –652,1 | 65,2 | –797,0 | –79,7 |
GBP | 108,4 | 0,8551 | 126,8 | 115,3 | –11,5 | 140,9 | 14,1 |
RON | 465,5 | 4,9735 | 93,6 | 85,1 | –8,5 | 104,0 | 10,4 |
PLN | 385,2 | 4,3123 | 89,3 | 81,2 | –8,1 | 99,3 | 9,9 |
CAD | 125,8 | 1,4672 | 85,7 | 77,9 | –7,8 | 95,3 | 9,5 |
CNH | 550,3 | 7,8144 | 70,4 | 64,0 | –6,4 | 78,2 | 7,8 |
SEK | –333,6 | 11,5250 | –28,9 | –26,3 | 2,6 | –32,2 | –3,2 |
Sonstige | | | 33,7 | 30,6 | –3,1 | 37,4 | 3,8 |
Summe | | | | | 22,4 | | –27,4 |
| | | | | | | |
| | Mio. EUR |
Zinsrisiko
Die voestalpine AG unterliegt primär einem Cashflow-Risiko (Risiko, dass sich der Zinsaufwand bzw. Zinsertrag zum Nachteil verändert) bei variabel verzinsten Finanzinstrumenten. Der dargestellte Bestand umfasst alle zinsreagiblen Finanzinstrumente (Kredite, Money Market, begebene und gekaufte Wertpapiere sowie Zinsderivate).
Das primäre Ziel des Zinsmanagements ist die Optimierung des Zinsaufwands unter Berücksichtigung des Risikos.
Die variabel verzinsten Bestände der Aktivseite in Höhe von 1.320,5 Mio. EUR (2022/23: 1.067,6 Mio. EUR) übersteigen die variabel verzinsten Bestände der Passivseite in Höhe von 1.271,7 Mio. EUR (2022/23: 1.327,8 Mio. EUR), sodass ein Anstieg der Geldmarktzinsen um einen Prozentpunkt das Zinsergebnis um –0,5 Mio. EUR entlastet (2022/23: um 2,6 Mio. EUR belastet). Ein Zinsrückgang um einen Prozentpunkt belastet das Zinsergebnis um 0,5 Mio. EUR (2022/23: entlastet das Zinsergebnis um –2,6 Mio. EUR).
Bei einer Zinsbindung von 0,00 Jahren (2022/23: 0,00 Jahre) – inklusive Money Market-Veranlagungen – liegt der gewichtete Durchschnittszinssatz aktivseitig bei 3,82 % (2022/23: 2,63 %) und auf der Passivseite bei einer Zinsbindung von 1,28 Jahren (2022/23: 1,71 Jahre) bei 3,13 % (2022/23: 2,85 %).
| Bestand1 | Gewichteter Durch- schnitts- zinssatz | Duration (Jahre)2 | Durch- schnittliche Kapital- bindung (Jahre)2 | Cashflow-Risiko +1 %-Punkt1 | Cashflow-Risiko –1 %-Punkt1 |
| | | | | | |
aktiv | 1.320,5 | 3,82 % | 0,00 | 0,00 | –13,2 | 13,2 |
passiv | 2.795,3 | 3,13 % | 1,28 | 1,34 | 12,7 | –12,7 |
netto | –1.474,8 | | | | –0,5 | 0,5 |
| | | | | | |
1 Angaben in Mio. EUR. | | |
2 Exklusive revolvierender Exportkredite in Höhe von 150,0 Mio. EUR. | | |
Derivative Finanzinstrumente
Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde Hedge Accounting gemäß IFRS 9 zur Absicherung von Fremdwährungszahlungsströmen, von zinstragenden Forderungen und Verbindlichkeiten sowie für die Sicherung von Rohstoffbezugsverträgen angewandt. Dabei werden die abzusichernden Geschäfte in den Bereichen Fremdwährungs- und Zinssicherungen jeweils in ihrer Gesamtheit abgesichert. Bei der Sicherung von Rohstoffbezugsverträgen wird ausschließlich die Rohstoffindexkomponente abgesichert. Die Sicherungsquote wird dabei im Ausmaß von 100 % festgelegt. Die Absicherungen stellen Cashflow-Hedges dar. Hedge Accounting wird nur für einen Teil der abgeschlossenen Sicherungsgeschäfte angewendet.
Die folgenden derivativen Finanzinstrumente sind als Cashflow-Hedge eingestuft:
| Nominale1 | Marktwert |
|
| | | | | | | |
| | | Vermögenswerte | Verbindlichkeiten | |
| 31.03. 2023 | 31.03. 2024 | 31.03. 2023 | 31.03. 2024 | 31.03. 2023 | 31.03. 2024 | |
| | | | | | | |
Cashflow-Hedge | | | | | | | |
Fremdwährungssicherungen | 519,2 | 665,1 | 4,9 | 4,4 | 14,0 | 5,9 |
|
Rohstoffsicherungen | 266,7 | 251,1 | 12,5 | 1,1 | 10,7 | 23,6 |
|
Summe | 785,9 | 916,2 | 17,4 | 5,5 | 24,7 | 29,5 | |
| | | | | | | |
1 Die als Cashflow-Hedge eingestuften derivativen Finanzinstrumente sind in Höhe von 747,1 Mio. EUR (2022/23: 564,9 Mio. EUR) kurzfristig. Die Laufzeit des darüber hinausgehenden Teils beträgt überwiegend bis zu fünf Jahre (2022/23: bis zu fünf Jahre). |
| Bilanzposten, in dem das Sicherungsinstrument enthalten ist | Änderung des beizulegenden Zeitwerts als Grundlage für die Erfassung einer Ineffektivität | Ineffektivität |
| | | | | |
| | | | | |
| | 2022/23 | 2023/24 | 2022/23 | 2023/24 |
| | | | | |
| | | | | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (Vermögenswerte), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten) | –9,1 | –1,5 | 0,0 | 0,0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (Vermögenswerte), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten) | 1,8 | –22,5 | 0,0 | 0,0 |
| | –7,3 | –24,0 | 0,0 | 0,0 |
| | | | | |
| | | | | Mio. EUR |
Die gesicherten Volumina bei den wesentlichen Fremdwährungssicherungen stellen sich wie folgt dar:
| Nominale (Mio. EUR) | Durchschnittssicherungskurs |
| 31.03.2023 | 31.03.2024 | 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | | | |
Cashflow-Hedge | | | | |
Fremdwährungssicherungen | | | | |
USD | 410,9 | 533,2 | 1,1227 | 1,1022 |
| | | | |
Folgende Grundgeschäfte wurden abgesichert:
| Wertänderung des gesicherten Grund- geschäftes als Grundlage für die Erfassung einer Ineffektivität | Cashflow-Hedge- Rücklage |
| 31.03.2023 | 31.03.2024 | 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | | | |
Cashflow-Hedge | | | | |
Fremdwährungsrisiko (zukünftige Einkaufs- und Verkaufstransaktionen) | 9,1 | 1,5 | –9,1 | –1,5 |
Rohstoffpreisrisiko (zukünftige Einkaufs- und Verkaufstransaktionen) | –1,8 | 22,5 | 1,8 | –22,5 |
Summe | 7,3 | 24,0 | –7,3 | –24,0 |
| | | | |
| | | | Mio. EUR |
Die Cashflow-Hedge-Rücklage entwickelte sich wie folgt:
CASHFLOW-HEDGE
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Anfangsbestand zum 01.04. | 39,2 | –5,6 |
Im sonstigen Ergebnis erfasste Sicherungsgewinne/-verluste | –4,3 | –22,5 |
Fremdwährungssicherungen | –5,8 | 0,5 |
Rohstoffsicherungen | 1,5 | –23,0 |
Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis in den Gewinn oder Verlust (Umsatzerlöse) | 3,7 | 4,0 |
Fremdwährungssicherungen | 3,7 | 4,0 |
Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis in nicht finanzielle Vermögenswerte | –58,1 | 1,8 |
Fremdwährungssicherungen | –1,8 | 3,2 |
Rohstoffsicherungen | –56,3 | –1,4 |
Latente Steuern auf Veränderungen der Cashflow-Hedge-Rücklage | 13,9 | 3,8 |
Endbestand zum 31.03. | –5,6 | –18,5 |
| | |
| | Mio. EUR |
Folgende derivative Finanzinstrumente sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Ihre Wertänderungen werden über die Gewinn- und Verlustrechnung gebucht:
| Nominale | Marktwert |
| | | Vermögenswerte | Verbindlichkeiten |
| 31.03. 2023 | 31.03. 2024 | 31.03. 2023 | 31.03. 2024 | 31.03. 2023 | 31.03. 2024 |
| | | | | | |
Fremdwährungssicherungen | 1.322,1 | 976,5 | 16,6 | 2,0 | 10,7 | 11,3 |
Cross Currency Swaps | 163,1 | 161,1 | 4,1 | 1,8 | 0,9 | 0,0 |
Rohstoffsicherungen | 10,1 | 3,0 | 0,2 | 0,1 | 0,6 | 0,2 |
Summe | 1.495,3 | 1.140,6 | 20,9 | 3,9 | 12,2 | 11,5 |
| | | | | | |
| | | | | | Mio. EUR |
Derivate, die als Cashflow-Hedge abgebildet werden, haben auf die Cashflows und das Periodenergebnis folgende Auswirkung:
| Summe vertrag- liche Cashflows | Vertragliche Cashflows |
| | | bis 1 Jahr | über 1 Jahr und bis 5 Jahre | über 5 Jahre |
| 31.03. 2023 | 31.03. 2024 | 31.03. 2023 | 31.03. 2024 | 31.03. 2023 | 31.03. 2024 | 31.03. 2023 | 31.03. 2024 |
| | | | | | | | |
Fremdwährungssicherungen | | | | | | | | |
Vermögenswerte | 4,9 | 4,4 | 3,1 | 0,8 | 1,0 | 2,1 | 0,8 | 1,5 |
Verbindlichkeiten | –14,0 | –5,9 | –5,8 | –2,4 | –8,2 | –3,5 | 0,0 | 0,0 |
| –9,1 | –1,5 | –2,7 | –1,6 | –7,2 | –1,4 | 0,8 | 1,5 |
| | | | | | | | |
Rohstoffsicherungen | | | | | | | | |
Vermögenswerte | 12,6 | 1,1 | 12,1 | 1,1 | 0,5 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Verbindlichkeiten | –10,8 | –23,6 | –10,7 | –22,4 | –0,1 | –1,2 | 0,0 | 0,0 |
| 1,8 | –22,5 | 1,4 | –21,3 | 0,4 | –1,2 | 0,0 | 0,0 |
| | | | | | | | |
| | | | | | | | Mio. EUR |
Die Nominalbeträge verteilen sich auf die zuvor angeführten Laufzeitbänder wie folgt:
| Summe Nominale | Nominale |
| | | bis 1 Jahr | über 1 Jahr und bis 5 Jahre | über 5 Jahre |
| 31.03. 2023 | 31.03. 2024 | 31.03. 2023 | 31.03. 2024 | 31.03. 2023 | 31.03. 2024 | 31.03. 2023 | 31.03. 2024 |
| | | | | | | | |
Fremdwährungssicherungen | | | | | | | | |
Vermögenswerte | 239,0 | 197,7 | 125,9 | 83,2 | 50,4 | 77,6 | 62,7 | 36,9 |
Verbindlichkeiten | 280,2 | 467,4 | 175,0 | 421,0 | 105,2 | 46,4 | 0,0 | 0,0 |
| 519,2 | 665,1 | 300,9 | 504,2 | 155,6 | 124,0 | 62,7 | 36,9 |
| | | | | | | | |
Rohstoffsicherungen | | | | | | | | |
Vermögenswerte | 115,5 | 23,2 | 113,4 | 23,2 | 2,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Verbindlichkeiten | 151,2 | 227,9 | 150,6 | 219,7 | 0,6 | 8,2 | 0,0 | 0,0 |
| 266,7 | 251,1 | 264,0 | 242,9 | 2,7 | 8,2 | 0,0 | 0,0 |
| | | | | | | | |
| | | | | | | | Mio. EUR |
Einteilung von Finanzinstrumenten
Kategorien | Finanzinstru-mente, welche AC bewertet werden1 | Hedge Accounting | Finanzinstru-mente, welche FVTPL bewertet werden | Summe |
| | | | |
Aktiva 31.03.2023 | | | | |
Andere Finanzanlagen langfristig | 2,6 | 0,0 | 57,1 | 59,7 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen2 | 1.066,9 | 17,4 | 214,7 | 1.299,0 |
Andere Finanzanlagen kurzfristig2 | 266,3 | 0,0 | 75,0 | 341,3 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.055,8 | 0,0 | 0,0 | 1.055,8 |
Buchwerte | 2.391,6 | 17,4 | 346,8 | 2.755,8 |
| | | | |
1 Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte, welche AC bewertet werden, stellt einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. | |
2 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | Mio. EUR |
Kategorien | Finanzinstru-mente, welche AC bewertet werden1 | Hedge Accounting | Finanzinstru-mente, welche FVTPL bewertet werden | Summe |
| | | | |
Aktiva 31.03.2024 | | | | |
Andere Finanzanlagen langfristig | 2,9 | – | 60,2 | 63,1 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 1.097,5 | 5,5 | 176,5 | 1.279,5 |
Andere Finanzanlagen kurzfristig | 54,9 | – | 103,3 | 158,2 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.322,1 | – | – | 1.322,1 |
Buchwerte | 2.477,4 | 5,5 | 340,0 | 2.822,9 |
| | | | |
1 Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte, welche AC bewertet werden, stellt einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. | Mio. EUR |
Kategorien | Finanzielle Verbindlichkeiten, welche AC bewertet werden | Hedge Accounting | Finanzielle Verbindlich-keiten, welche FVTPL bewertet werden | | Summe |
| Buchwerte | Zeitwerte | Buchwerte (= Zeitwerte) | Buchwerte (= Zeitwerte) | Buchwerte | Zeitwerte |
| | | | | | |
Passiva 31.03.2023 | | | | | | |
Finanzverbindlichkeiten langfristig | 2.242,2 | 2.177,7 | 0,0 | 0,0 | 2.242,2 | 2.177,7 |
Finanzverbindlichkeiten kurzfristig | 836,6 | 834,7 | 0,0 | 0,0 | 836,6 | 834,7 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten1 2 | 2.108,4 | 2.108,4 | 24,7 | 12,2 | 2.145,3 | 2.145,3 |
Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring1 | 1.023,1 | 1.023,1 | 0,0 | 0,0 | 1.023,1 | 1.023,1 |
Summe | 6.210,3 | 6.143,9 | 24,7 | 12,2 | 6.247,2 | 6.180,8 |
| | | | | | |
1 Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den sonstigen Verbindlichkeiten, den Wechselverbindlichkeiten und den Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. | |
2 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | Mio. EUR |
Kategorien | Finanzielle Verbindlichkeiten, welche AC bewertet werden | Hedge Accounting | Finanzielle Verbindlich-keiten, welche FVTPL bewertet werden | | Summe |
| Buchwerte | Zeitwerte | Buchwerte (= Zeitwerte) | Buchwerte (= Zeitwerte) | Buchwerte | Zeitwerte |
| | | | | | |
Passiva 31.03.2024 | | | | | | |
Finanzverbindlichkeiten langfristig | 1.459,7 | 1.414,8 | 0,0 | 0,0 | 1.459,7 | 1.414,8 |
Finanzverbindlichkeiten kurzfristig | 1.688,0 | 1.680,4 | 0,0 | 0,0 | 1.688,0 | 1.680,4 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten1 | 1.904,3 | 1.904,3 | 29,5 | 11,5 | 1.945,3 | 1.945,3 |
Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring1 | 868,3 | 868,3 | 0,0 | 0,0 | 868,3 | 868,3 |
Summe | 5.920,3 | 5.867,8 | 29,5 | 11,5 | 5.961,3 | 5.908,8 |
| | | | | | |
1 Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den sonstigen Verbindlichkeiten, den Wechselverbindlichkeiten und den Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. | Mio. EUR |
Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzverbindlichkeiten fallen, mit Ausnahme der emittierten Anleihen, in Stufe 2. Die Bewertung erfolgt nach der Discounted Cashflow-Methode, wobei die Eingangsgrößen für die Berechnung der Marktwerte am Markt beobachtbare Währungskurse, Zinssätze und Creditspreads sind. Basierend auf den Eingangsgrößen werden Fair Values durch Abzinsung der erwarteten zukünftigen Cashflows mit marktüblichen Zinssätzen errechnet.
Die Bewertung der emittierten Anleihen erfolgt nach Stufe 1 mit dem Börsenkurs zum Stichtag.
Die folgende Tabelle analysiert die regelmäßigen Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten. Diesen Bewertungen ist eine Hierarchie für den beizulegenden Zeitwert zugrunde gelegt, welche die in die Bewertungsverfahren zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts eingehenden Eingangsparameter drei Stufen zuordnet. Die drei Stufen sind wie folgt definiert:
EINGANGSPARAMETER
Stufe 1 | umfasst die an aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierten (unverändert übernommenen) Preise, auf die das Unternehmen am Bewertungsstichtag zugreifen kann. |
Stufe 2 | umfasst andere Eingangsparameter als die in Stufe 1 enthaltenen notierten Preise, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind. |
Stufe 3 | umfasst nicht beobachtbare Eingangsparameter für den Vermögenswert oder die Schuld. |
HIERARCHIESTUFEN FÜR REGELMÄSSIGE BEWERTUNGEN ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT
| Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Summe |
31.03.2023 | | | | |
| | | | |
Finanzielle Vermögenswerte | | | | |
Andere Finanzanlagen langfristig | 13,1 | 0,0 | 44,0 | 57,1 |
Forderungen aus Derivaten – Hedge Accounting | 0,0 | 17,4 | 0,0 | 17,4 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 0,0 | 20,9 | 193,8 | 214,7 |
Andere Finanzanlagen kurzfristig | 75,0 | 0,0 | 0,0 | 75,0 |
| 88,1 | 38,3 | 237,8 | 364,2 |
| | | | |
Finanzielle Verbindlichkeiten | | | | |
Verbindlichkeiten aus Derivaten – Hedge Accounting | 0,0 | 24,7 | 0,0 | 24,7 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 0,0 | 12,2 | 0,0 | 12,2 |
| 0,0 | 36,9 | 0,0 | 36,9 |
| | | | |
31.03.2024 | | | | |
| | | | |
Finanzielle Vermögenswerte | | | | |
Andere Finanzanlagen langfristig | 13,7 | 0,0 | 46,5 | 60,2 |
Forderungen aus Derivaten – Hedge Accounting | 0,0 | 5,5 | 0,0 | 5,5 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 0,0 | 3,9 | 172,6 | 176,5 |
Andere Finanzanlagen kurzfristig | 103,3 | 0,0 | 0,0 | 103,3 |
| 117,0 | 9,4 | 219,1 | 345,5 |
| | | | |
Finanzielle Verbindlichkeiten | | | | |
Verbindlichkeiten aus Derivaten – Hedge Accounting | 0,0 | 29,5 | 0,0 | 29,5 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 0,0 | 11,5 | 0,0 | 11,5 |
| 0,0 | 41,0 | 0,0 | 41,0 |
| | | | |
| Mio. EUR |
Bei den derivativen Geschäften (Stufe 2) erfolgt eine Bewertung nach der Discounted Cashflow-Methode. Dabei wird jener Wert ermittelt, der erzielt werden würde, wenn das Sicherungsgeschäft glattgestellt würde (Liquidationsmethode). Eingangsgrößen für die Berechnung der Marktwerte sind am Markt beobachtbare Währungs- und Rohstoffkurse sowie Zinssätze. Basierend auf den Eingangsgrößen werden Fair Values durch Abzinsung der erwarteten zukünftigen Cashflows mit marktüblichen Zinssätzen errechnet.
Der voestalpine-Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair Value-Hierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. In den Geschäftsjahren 2022/23 und 2023/24 fanden keine Umgruppierungen statt.
In der folgenden Tabelle wird die Überleitung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte der Stufe 3 von der Eröffnungs- zur Schlussbilanz dargestellt:
STUFE 3 – FVTPL – ANDERE FINANZANLAGEN
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Anfangsbestand | 41,3 | 44,0 |
| | |
Summe der in der Gewinn- und Verlustrechnung angesetzten Gewinne/Verluste: | | |
Finanzaufwendungen/-erträge | 2,7 | 2,5 |
Endbestand | 44,0 | 46,5 |
| | |
| | Mio. EUR |
In Stufe 3 ist die Beteiligung an der Energie AG Oberösterreich, die zum Fair Value bewertet wird, enthalten. Für diese kann der beizulegende Zeitwert aufgrund des Vorliegens eines einmal jährlich erstellten Bewertungsgutachtens der Energie AG Oberösterreich unter Berücksichtigung werterhellender Informationen als Ganzes verlässlich ermittelt werden.
Wesentliche Sensitivitäten in der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte können sich aus Veränderungen der zugrunde liegenden Marktdaten vergleichbarer Unternehmen sowie der in der Kapitalwertermittlung angesetzten Inputfaktoren (insbesondere Diskontierungssätze, Langfristprognosen, Planungsdaten etc.) ergeben.
STUFE 3 – FVTPL – FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN (GESCHÄFTSMODELL VERKAUFEN)
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Anfangsbestand zum 01.04. | 260,2 | 193,8 |
| | |
Umgliederung nicht fortgeführte Aktivitäten | 0,0 | 0,0 |
Abgänge | –260,2 | –193,8 |
Zugänge | 193,8 | 172,6 |
Endbestand zum 31.03. | 193,8 | 172,6 |
| | |
| | Mio. EUR |
Die Forderungen in diesem Portfolio werden monatlich rollierend im Rahmen der Factoring-Programme des Konzerns verkauft. Die auf dieses Portfolio entfallenden Bewertungsergebnisse sind von untergeordneter Bedeutung.
Bei der Ermittlung des Fair Value für das Portfolio „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Factoring gewidmet“ stellt das Kreditrisiko der jeweiligen Debitorin bzw. des jeweiligen Debitors den wesentlichsten Einflussfaktor dar. Eine Erhöhung/Verringerung der angesetzten Ausfallsraten um 1 % würde daher maximal eine Veränderung des Fair Value dieses Portfolios in gleicher Höhe bewirken, die Veränderung des Fair Value fällt allerdings in der Regel deutlich unterproportional aus, da für wesentliche Teile des Portfolios Kreditversicherungen vorliegen.
Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dar:
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Finanzielle Vermögenswerte AC | 21,2 | 49,9 |
Finanzielle Verbindlichkeiten AC | –95,5 | –143,5 |
Finanzielle Vermögenswerte FVTPL | 12,9 | 19,4 |
Derivate FVTPL | –4,9 | –31,0 |
| | |
| | Mio. EUR |
Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, stellen sich wie folgt dar:
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Gesamtzinserträge | 23,7 | 49,7 |
Gesamtzinsaufwendungen | –95,8 | –143,6 |
| | |
| | Mio. EUR |
Der Wertminderungsaufwand für Finanzinstrumente, welche AC bewertet werden, beträgt 6,2 Mio. EUR (2022/23: 9,3 Mio. EUR), die Auflösungen von Wertberichtigungen betragen 6,4 Mio. EUR (2022/23: 8,9 Mio. EUR).
25. KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
Die Konzern-Kapitalflussrechnung wurde nach der indirekten Methode erstellt. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten den Kassenbestand, die Guthaben bei Kreditinstituten sowie Schecks. Die Auswirkungen von Konsolidierungskreisänderungen wurden eliminiert und sind im Cashflow aus der Investitionstätigkeit ausgewiesen.
NICHT ZAHLUNGSWIRKSAME AUFWENDUNGEN UND ERTRÄGE SOWIE NICHT AUFWANDS- ODER ERTRAGSWIRKSAME EIN- UND AUSZAHLUNGEN
| 2022/231 | 2023/24 |
| | |
Abschreibungen/Zuschreibungen | 938,3 | 1.072,4 |
davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 0,0 | 0,0 |
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen | –130,5 | –14,0 |
Veränderung von Pensionen und anderen Arbeitnehmerverpflichtungen, langfristigen Rückstellungen sowie latenten Steuern | 45,8 | 0,8 |
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge sowie nicht aufwands- oder ertragswirksame Ein- und Auszahlungen | –61,4 | 2,5 |
davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten | –26,8 | 0,0 |
| 792,2 | 1.061,7 |
davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten | –26,8 | 0,0 |
| | |
1 Geschäftsjahr 2022/23 rückwirkend angepasst. | | Mio. EUR |
Im Cashflow aus der Investitionstätigkeit sind aus Unternehmenserwerben Zugänge an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von 8,6 Mio. EUR (2022/23: 1,5 Mio. EUR) enthalten und ein Kaufpreis in Höhe von 28,5 Mio. EUR (2022/23: 9,6 Mio. EUR) ist abgegangen. Aufgrund des Abganges von Tochtergesellschaften sind im Cashflow aus der Investitionstätigkeit 2,5 Mio. EUR (2022/23: 11,2 Mio. EUR) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente abgeflossen und es ist ein Zahlungsmittelzugang in der Höhe von 21,0 Mio. EUR (2022/23: 747,0 Mio. EUR) erfasst.
Die zahlungswirksamen und nicht zahlungswirksamen Veränderungen der Finanzschulden stellen sich wie folgt dar:
| Stand 01.04. | | | | |
| | Aufnahme von langfristigen Finanzschulden | Tilgung von langfristigen Finanzschulden (einschließlich kurzfristig gewordener Anteile) | Tilgung von Leasing- verbindlich- keiten | |
| | | | | |
Finanzschulden 2022/23 | | | | | |
Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 2.356,2 | 7,9 | –214,0 | 0,0 | |
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 572,8 | 0,0 | –87,1 | 0,0 | |
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasing | 290,0 | 0,0 | 0,0 | –1,2 | |
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasing | 51,1 | 0,0 | 0,0 | –48,2 | |
Summe Finanzverbindlichkeiten | 3.270,1 | 7,9 | –301,1 | –49,4 | |
| | | | | |
Finanzschulden 2023/24 | | | | | |
Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 1.944,2 | 251,7 | –4,1 | 0,0 | |
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 785,4 | 0,0 | –229,7 | 0,0 | |
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasing | 298,0 | 0,0 | 0,0 | –2,7 | |
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasing | 51,1 | 0,0 | 0,0 | –61,1 | |
Summe Finanzverbindlichkeiten | 3.078,7 | 251,7 | –233,8 | –63,8 | |
| | | | | |
| | | | | |
Die Zugänge im Anlagevermögen enthalten nicht zahlungswirksame Investitionen aufgrund von Finanzierungsleasing-Aktivitäten in Höhe von 90,3 Mio. EUR (2022/23: 70,3 Mio. EUR), welche in der obigen Tabelle in den sonstigen Veränderungen enthalten sind. Weiters ist in den sonstigen Veränderungen die Eigenkapitalkomponente der Wandelanleihe in Höhe von –18,8 Mio. EUR enthalten.
| Cashflows | Nicht zahlungswirksame Veränderungen | Stand 31.03. |
| Veränderung kurzfristiger Finanzschulden und übrige Finanzierungs- tätigkeiten | Konsoli- dierungskreis- änderungen | Wechsel- kurseffekte | Umgliederungen | Umgliederung zur Veräußerung gehaltene Verbindlichkeiten | Sonstige Veränderungen | |
| | | | | | | |
| | | | | | | |
| –1,2 | 2,9 | 22,5 | –230,5 | 0,0 | 0,4 | 1.944,2 |
| 77,0 | 2,6 | –10,4 | 230,5 | 0,0 | 0,0 | 785,4 |
| –4,1 | 0,6 | –1,4 | –47,4 | 0,0 | 61,5 | 298,0 |
| –1,3 | 0,4 | –0,3 | 47,4 | 0,0 | 2,1 | 51,2 |
| 70,4 | 6,5 | 10,4 | 0,0 | 0,0 | 64,0 | 3.078,8 |
| | | | | | | |
| | | | | | | |
| 0,0 | 0,5 | –0,6 | –963,9 | 0,0 | –14,4 | 1.213,4 |
| 50,1 | 10,4 | –6,5 | 963,9 | –6,6 | 0,0 | 1.567,0 |
| –1,3 | 0,0 | –0,5 | –131,1 | –0,4 | 84,3 | 246,3 |
| –0,4 | 0,0 | –0,4 | 131,1 | 0,0 | 0,7 | 121,0 |
| 48,4 | 10,9 | –8,0 | 0,0 | –7,0 | 70,6 | 3.147,7 |
| | | | | | | |
| | | | | | | Mio. EUR |
26. ANGABEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Geschäftsbeziehungen zwischen dem Konzern und nicht konsolidierten Tochterunternehmen sowie assoziierten Unternehmen bzw. deren Tochterunternehmen wie auch Gemeinschaftsunternehmen betreffen überwiegend Lieferbeziehungen im Zusammenhang mit Rohstoffeinkäufen bzw. dem Verkauf von Fertigerzeugnissen und werden zu fremdüblichen Bedingungen abgeschlossen. Sie sind in folgenden Posten des Konzernabschlusses enthalten:
| 2022/23 | 2023/24 |
| mit Gemein- schaftsunter- nehmen | mit assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten Tochterunter- nehmen | mit Gemein- schaftsunter- nehmen | mit assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten Tochterunter- nehmen |
| | | | |
Umsatzerlöse | 0,0 | 652,0 | 0,0 | 220,6 |
Materialaufwand | 2,1 | 462,0 | 1,0 | 426,1 |
Sonstiger betrieblicher Ertrag | 0,2 | 12,1 | 0,1 | 9,7 |
Sonstiger betrieblicher Aufwand | 0,0 | 31,0 | 0,0 | 34,4 |
| | | | |
| | | | |
| 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | | | |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 0,0 | 94,4 | 0,0 | 56,4 |
Finanzverbindlichkeiten/Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 0,2 | 87,7 | 0,1 | 53,0 |
| | | | |
| Mio. EUR |
Der deutliche Rückgang der Umsatzerlöse mit assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten Tochterunternehmen im Geschäftsjahr 2023/24 ist auf das Auslaufen der Rohstofflieferungen an die ArcelorMittal Texas HBI Holdings LLC (ArcelorMittal Texas HBI-Gruppe) zurückzuführen.
In den Forderungen und Verbindlichkeiten mit assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sowie nicht konsolidierten Tochterunternehmen sind sowohl direkte als auch indirekte Beziehungen enthalten.
Darüber hinaus bestehen Geschäftsbeziehungen zu Kernaktionär:innen, die aufgrund der Equity-Konsolidierung der voestalpine-Anteile einen maßgeblichen Einfluss dokumentieren. Geschäftsfälle werden zu fremdüblichen Bedingungen abgeschlossen und stellen sich wie folgt dar:
| 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 40,1 | 0,2 |
Finanzverbindlichkeiten/Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 81,6 | 69,3 |
Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring | 0,0 | 0,0 |
Erhaltene Garantien | 2,0 | 0,0 |
| | |
| | Mio. EUR |
Im Zusammenhang mit den oben angeführten Finanzverbindlichkeiten/Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten wurden Zinsaufwendungen in Höhe von 2,7 Mio. EUR (2022/23: 1,5 Mio. EUR) erfasst.
Es bestehen zum aktuellen Bilanzstichtag keine Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring mit Kernaktionär:innen.
Im Rahmen des ersten Factoringvertragstyps (für eine Beschreibung siehe Punkt 29. Angaben zu außerbilanziellen Geschäften) werden Forderungen zu fremdüblichen Bedingungen an Kernaktionär:innen verkauft. Zum 31. März 2024 betrug der Wert dieser Forderungen insgesamt 191,5 Mio. EUR (2022/23: 230,7 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden in diesem Zusammenhang Zinsaufwendungen in Höhe von 5,4 Mio. EUR (2022/23: 2,8 Mio. EUR) erfasst.
Die Nichteinbeziehung der nicht konsolidierten Gesellschaften in den Konzernabschluss hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
Vorstand
Die fixen Bezüge des Vorstandes werden entsprechend der österreichischen Rechtslage vom Präsidialausschuss des Aufsichtsrates festgelegt und periodisch einer Überprüfung unterzogen.
Voraussetzung für die Gewährung einer Bonifikation ist das Vorliegen einer aus quantitativen und qualitativen Elementen bestehenden Zielvereinbarung, welche mit dem Präsidialausschuss des Aufsichtsrates abzuschließen ist. Der Maximalbonus ist für Vorstandsmitglieder mit 200 % des Jahresbruttogehalts, für den Vorsitzenden des Vorstandes mit 250 % des Jahresbruttogehalts begrenzt. Bei exakter Erreichung der vereinbarten Zielwerte gebühren für die quantitativen Ziele 60 % des Maximalbonus; bei Erreichen der qualitativen Ziele gebühren 20 % des Maximalbonus. Eine Übererfüllung der quantitativen Ziele wird proportional bis zur Erreichung des Maximalbonus berücksichtigt. Quantitative Zielgrößen sind die „Earnings before interest and taxes“ (EBIT), der „Return on Capital Employed“ (ROCE) und das operative Working Capital in Prozent vom Umsatz. Die konkreten Zielgrößen werden für EBIT und ROCE periodisch, nämlich jeweils für einen Zeitraum von drei Jahren, vom Präsidialausschuss des Aufsichtsrates mit dem Vorstand vereinbart. Der Zielwert für das operative Working Capital in Prozent vom Umsatz wird für das jeweilige Geschäftsjahr vereinbart. Die Berechnungsbasis der jeweiligen Zielgrößen ist unabhängig vom jeweiligen Budget bzw. der Mittelfristplanung, das heißt, Budgeterfüllung bedeutet nicht Bonuserreichung. Als qualitative Ziele im Geschäftsjahr 2023/24 wurden erstens die Strukturierung, der Kostenvergleich und die weitere Ausgestaltung der strategischen Energie- und Rohstoffversorgung des voestalpine-Konzerns 2030+ auf Basis der strukturell veränderten Energie- und Rohstoffbedarfe und zweitens „Mitarbeiter:innen – der Wettbewerbsfaktor der Zukunft“, die Entwicklung einer ganzheitlichen HR-Strategie 2030+ unter besonderer Berücksichtigung der Erhöhung des unterrepräsentierten Geschlechts in Führungspositionen vereinbart.
Aus Altverträgen bzw. aus der Vorstandstätigkeit vorangegangenen Tätigkeiten im Konzern steht in der Berichtsperiode zwei Mitgliedern des Vorstandes aufgrund von Pensionszusagen eine leistungsorientierte Betriebspension zu. Die Höhe der vertraglich zugesagten Pension bemisst sich für diese beiden Vorstandsmitglieder nach der Dauer der Dienstzeit. Pro Dienstjahr beträgt die Höhe der jährlichen Pension 1,2 % des letzten Jahresbruttogrundgehalts. Die Pensionsleistung kann jedoch 40 % des letzten Jahresbruttogrundgehalts nicht übersteigen.
2018 wurde im Zuge der Wiederbestellung von drei Mitgliedern des Vorstandes die Angemessenheit des Pensionsanspruches, der sich aus den bis zu diesem Zeitpunkt eingezahlten Beiträgen ergeben hat, geprüft und ein zusätzlicher Betrag zu der jeweils bestehenden beitragsorientierten Vereinbarung (= 15 % des Jahresbruttogrundgehalts) beschlossen. Die Einzahlung der beitragsorientierten Zuzahlung erfolgte in fünf jährlichen Raten ab dem Geschäftsjahr 2019/20 und endete mit 31. März 2024.
Die Vorstandsmitglieder erhalten bei Beendigung des Anstellungsverhältnisses eine Abfertigung, die der Systematik des Angestelltengesetzes nachgebildet ist, wobei die Maximalhöhe nach dem Angestelltengesetz nicht überschritten wird.
Für die Mitglieder des Vorstandes (wie auch für alle leitenden Angestellten des Konzerns) und des Aufsichtsrates besteht eine D&O-Versicherung, deren Kosten von der Gesellschaft getragen werden.
Die Bezüge der Mitglieder des Vorstandes der voestalpine AG setzen sich für das Geschäftsjahr 2023/24 wie folgt zusammen:
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Kurzfristig fällige Leistungen | 20,29 | 13,32 |
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 2,84 | 8,83 |
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 0,00 | 0,47 |
| 23,13 | 22,62 |
| | |
| | Mio. EUR |
Zum Bilanzstichtag waren 5,02 Mio. EUR (2022/23: 12,00 Mio. EUR) der variablen Bezüge, 0,82 Mio. EUR der Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie 0,47 Mio. EUR der Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses noch nicht ausbezahlt. An Mitglieder des Vorstandes der voestalpine AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.
Für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder mit leistungsorientierten Pensionsverträgen wurden Pensionszahlungen in Höhe von 1,74 Mio. EUR (2022/23: 1,61 Mio. EUR) durch die Pensionskasse geleistet.
Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden Frau Dr. Carola Richter und Herr Mag. Gerald Mayer jeweils mit Wirkung zum 1. April 2024 zum Mitglied des Vorstandes bestellt. In diesem Zusammenhang wurde im Geschäftsjahr 2023/24 für Frau Dr. Carola Richter ein Sign-in-Bonus in Höhe von brutto 1.200.000 EUR und für Herrn Mag. Gerald Mayer ein Sign-in-Bonus in Höhe von brutto 585.000 EUR aufwandswirksam erfasst.
Aufsichtsrat
Gemäß § 15 der Satzung der voestalpine AG wird die Höhe der Vergütung sowie des Sitzungsgeldes der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder (= Kapitalvertreter:innen) von der Hauptversammlung festgesetzt.
Den von der Belegschaftsvertretung nominierten Aufsichtsratsmitgliedern steht weder eine Aufsichtsratsvergütung noch ein Sitzungsgeld zu.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 3. Juli 2024 folgende Aufsichtsratsvergütung sowie Höhe des Sitzungsgeldes vorschlagen:
Vorsitzender | 120.000 EUR |
Stellvertreter des Vorsitzenden | 90.000 EUR |
Mitglied | 60.000 EUR |
Vorsitzender eines Ausschusses (sofern nicht Aufsichtsratvorsitzender) | 30.000 EUR |
| |
Sitzungsgeld | 500 EUR |
Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Hauptversammlung am 3. Juli 2024 beträgt die Aufsichtsratsvergütung (inklusive Sitzungsgelder) für das Geschäftsjahr 2023/24 insgesamt 0,60 Mio. EUR (2022/23: 0,51 Mio. EUR).
Die Bezahlung der Aufsichtsratsvergütung für das Geschäftsjahr 2023/24 erfolgt spätestens 14 Tage nach der am 3. Juli 2024 stattfindenden Hauptversammlung.
An Mitglieder des Aufsichtsrates der voestalpine AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.
27. ANGABEN ZU ARBEITNEHMER:INNEN
MITARBEITER:INNEN-STAND
| Bilanzstichtag | Durchschnitt |
| 31.03.2023 | 31.03.2024 | 2022/23 | 2023/24 |
| | | | |
Arbeiter:innen | 29.451 | 29.752 | 28.988 | 29.578 |
Angestellte | 18.780 | 19.330 | 18.485 | 19.097 |
Lehrlinge | 1.402 | 1.513 | 1.478 | 1.560 |
| 49.633 | 50.595 | 48.951 | 50.235 |
davon Beschäftigte aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 0 | 0 | 78 | 0 |
Der im vorliegenden Konzernabschluss enthaltene Personalaufwand beträgt 3.666,4 Mio. EUR (2022/23: 3.446,6 Mio. EUR).
28. AUFWENDUNGEN FÜR DIE KONZERNABSCHLUSSPRÜFERIN
Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für die Konzernabschlussprüferin gliedern sich wie folgt:
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Aufwendungen für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Einzelabschlusses der voestalpine AG | 0,28 | 0,30 |
Aufwendungen für die Prüfung der Tochterunternehmen der voestalpine AG | 1,00 | 1,07 |
Aufwendungen für andere Bestätigungsleistungen | 0,13 | 0,14 |
Aufwendungen für Steuerberatungsleistungen | 0,00 | 0,00 |
Aufwendungen für sonstige Leistungen | 0,07 | 0,02 |
| 1,48 | 1,53 |
| | |
| | Mio. EUR |
29. ANGABEN ZU AUSSERBILANZIELLEN GESCHÄFTEN
Im voestalpine-Konzern werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an verschiedene Kreditinstitute monatlich revolvierend verkauft. In diesem Zusammenhang bestehen vier verschiedene Factoringvertragstypen.
Im Rahmen des ersten Factoringvertragstyps werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.214,8 Mio. EUR (31. März 2023: 1.267,3 Mio. EUR) an verschiedene Kreditinstitute verkauft. Dabei werden kreditversicherte Forderungen um 100 % des Nennwerts an Kreditinstitute abgetreten, wobei die erwerbenden Kreditinstitute das Ausfallsrisiko übernehmen. Ansprüche aus der Kreditversicherung werden an das erwerbende Kreditinstitut abgetreten. Die verkaufende Konzerngesellschaft übernimmt lediglich eine Ausfallshaftung in Höhe des Selbstbehaltes von – in der Regel – 9 % aus der Kreditversicherung. Zum Bilanzstichtag beträgt das maximale Risiko aus der Ausfallshaftung 109,3 Mio. EUR (31. März 2023: 114,1 Mio. EUR). Die Ausfallshaftung entspricht dem theoretischen Maximalverlust. Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der Ausfallshaftung ist äußerst gering. Der Zeitwert dieses Risikos wird mit 0,0 Mio. EUR (31. März 2023: 0,0 Mio. EUR) bewertet. Aufgrund der Übertragung der wesentlichen Chancen und Risiken und aufgrund des Übergangs der Verfügungsmacht auf den:die Erwerber:in werden die Forderungen gemäß den Regelungen des IFRS 9 vollständig ausgebucht.
Im Rahmen des zweiten Factoringvertragstyps werden nicht versicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 371,1 Mio. EUR (31. März 2023: 363,5 Mio. EUR) verkauft. Das Ausfallsrisiko wird zu 100 % an das erwerbende Kreditinstitut übertragen. Die Forderungen werden vollständig ausgebucht. Mit Ausnahme der nachfolgend angeführten passivierten Service Fee für die Forderungsverwaltung besteht kein anhaltendes Engagement.
Im Rahmen des dritten Factoringvertragstyps werden sowohl versicherte als auch nicht versicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 61,7 Mio. EUR (31. März 2023: 125,9 Mio. EUR) verkauft. Ansprüche aus der Kreditversicherung werden an das erwerbende Kreditinstitut abgetreten. Zum Zeitpunkt des Forderungsverkaufs werden eine Verlustreserve von 0,9 % und eine Verwässerungsreserve von 1,6 % (bezogen auf die verkauften Forderungen) vom Kaufpreis abgezogen. Die Verwässerungsreserve in Höhe von 1,0 Mio. EUR (31. März 2023: 2,0 Mio. EUR) für zum Bilanzstichtag verkaufte Forderungen dient der allfälligen Inanspruchnahme von Skonti, Boni etc. und wird als sonstige Forderung verbucht. Der Buchwert entspricht dem Zeitwert. Eine Verlustreserve zur Deckung von allfälligen Zahlungsausfällen in Höhe von 0,6 Mio. EUR (31. März 2023: 1,3 Mio. EUR) für zum Bilanzstichtag verkaufte Forderungen wurde als Aufwand verbucht und wird bei Nichtinanspruchnahme wieder ausgekehrt. Der theoretische Maximalverlust ist mit der Verlustreserve begrenzt. Aufgrund der Übertragung der wesentlichen Chancen und Risiken und aufgrund des Übergangs der Verfügungsmacht auf den:die Erwerber:in werden die Forderungen gemäß den Regelungen des IFRS 9 vollständig ausgebucht.
Im Rahmen des vierten Factoringvertragstyps werden sowohl versicherte als auch nicht versicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 23,1 Mio. EUR (31. März 2023: 32,9 Mio. EUR) verkauft. Ansprüche aus der Kreditversicherung werden an das erwerbende Kreditinstitut abgetreten. Für allfällige Forderungsausfälle wurde von der verkaufenden Konzerngesellschaft ein „First-Loss Reserve Account“ in der Höhe von 0,3 Mio. EUR für zwölf Monate dotiert. Der „First-Loss Reserve Account“ beträgt zum Bilanzstichtag 0,3 Mio. EUR (31. März 2023: 0,3 Mio. EUR) und wird als Zahlungsmittel erfasst. Der Buchwert entspricht dem Zeitwert. Der theoretische Maximalverlust ist mit der Höhe des „First-Loss Reserve Account“ begrenzt. Aufgrund der Übertragung der wesentlichen Chancen und Risiken und aufgrund des Übergangs der Verfügungsmacht auf den:die Erwerber:in werden die Forderungen gemäß den Regelungen des IFRS 9 vollständig ausgebucht.
Bei sämtlichen Factoringvertragstypen werden im voestalpine-Konzern die von Kund:innen im Zeitraum zwischen dem letzten Forderungsverkauf und dem Bilanzstichtag erhaltenen Zahlungen in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) abgegrenzt.
Die Forderungsverwaltung verbleibt bei sämtlichen Factoringvertragstypen bei den jeweiligen Konzerngesellschaften. Für die verkauften Forderungen wird zum 31. März 2024 insgesamt eine Service Fee von 0,15 % des verkauften Forderungsvolumens in Höhe von 2,5 Mio. EUR (31. März 2023: 2,7 Mio. EUR) als sonstige Rückstellung erfasst. Der Buchwert entspricht dem Zeitwert des anhaltenden Engagements.
30. WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Es sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag bekannt.
31. ERGEBNIS JE AKTIE
Das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie berechnet sich gemäß IAS 33 wie folgt:
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis (Mio. EUR) | 1.064,6 | 100,8 |
| | |
Durchschnittlich ausgegebene Aktien | 178.549.163 | 178.549.163 |
Durchschnittlich gehaltene eigene Aktien | –1.268.391 | –7.036.040 |
Durchschnittlich gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien | 177.280.772 | 171.513.123 |
| | |
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) aus fortgeführten Aktivitäten | 5,48 | 0,64 |
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 0,53 | –0,05 |
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) | 6,01 | 0,59 |
| | |
Die am 28. April 2023 begebene Wandelanleihe fließt in die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie zum 31. März 2024 nicht ein, da diese einer Verwässerung entgegengewirkt hätte. Die Wandelanleihe kann das Ergebnis je Aktie in Zukunft potenziell verwässern, bei Ausübung des Wandlungsrechts würde sich die Anzahl an Aktien auf Basis des Wandlungspreises zum Bilanzstichtag um 6.174.761 Stück erhöhen (siehe Punkt 17. Eigenkapital).
32. GEWINNVERWENDUNG
Basis für die Gewinnverwendung ist entsprechend dem österreichischen Aktiengesetz der Jahresabschluss der voestalpine AG zum 31. März 2024. Der darin ausgewiesene Bilanzgewinn beträgt 125,0 Mio. EUR. Der Vorstand schlägt eine Dividende in Höhe von 0,70 EUR (2022/23: 1,50 EUR) je Aktie vor.
Linz, am 27. Mai 2024
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h. Franz Kainersdorfer e. h. Gerald Mayer e. h.
Reinhard Nöbauer e. h. Carola Richter e. h. Hubert Zajicek e. h.
Der Konzernabschluss der voestalpine AG wird samt den zugehörigen Unterlagen beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Linz unter
der Firmenbuchnummer FN 66209 t eingereicht.
Anlage zum Anhang: Beteiligungen
BESTÄTIGUNGSVERMERK
BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Konzernabschluss der voestalpine AG, Linz, und ihrer Tochterunternehmen (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. März 2024, der Konzern-Gesamt-ergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2024 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS) und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Bewertung von Firmenwerten, anderen immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, und Anteilen an assoziierten Unternehmen und zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
- » Sachverhalt und Problemstellung
Die Firmenwerte, anderen immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen, und Anteile an assoziierten Unternehmen und zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte werden in der Konzernbilanz der voestalpine AG mit insgesamt 7.761,7 Mio. EUR ausgewiesen und umfassen insgesamt einen wesentlichen Teil der Vermögenswerte des Konzerns. Im Geschäftsjahr wurden auf diese Vermögenswerte in Summe Wertminderungen im Ausmaß von 429,5 Mio. EUR erfasst.
Der Wertminderungsaufwand wird in der Höhe erfasst, in der der Buchwert des einzelnen Vermögenswertes bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag übersteigt. Für Details zur Bestimmung des Wertminderungsaufwandes und weitere Ausführungen verweisen wir auf die Erläuterungen unter Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitte „Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Annahmen“ und „Impairmenttests von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit und ohne Firmenwert sowie sonstigen Vermögenswerten“, unter Punkt C. Konsolidierungskreis, Abschnitt „Veräußerungsgruppe (Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden)“ sowie die Punkte „9. Sachanlagen“, „10. Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte“, „11. Wertminderungen und Wertaufholungen“ und 12. „Anteile an equitykonsolidierten Unternehmen, andere Finanzanlagen und sonstige Unternehmensanteile“ im Konzernanhang.
Die Beurteilung der Werthaltigkeit basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Wertminderungstests werden Annahmen, beispielsweise über die künftigen Cashflows, den Abzinsungssatz oder alternativ ermittelte Fair Values, zugrunde gelegt. Die Planung der Cashflows ist grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet. Die Herleitung des Abzinsungssatzes ist komplex und in hohem Maße von Einschätzungen abhängig. Geringfügige Veränderungen in den Annahmen können zu wesentlichen Abweichungen beim erzielbaren Betrag führen. Aus diesen Gründen und wegen der wesentlichen Bedeutung der angeführten Vermögenswerte sowie der erfassten Wertminderungen für den Konzernabschluss haben wir diesen Sachverhalt als besonders wichtig für unsere Prüfung bestimmt.
Wir haben die seitens des Managements im Prozess zur Identifikation von Indikatoren für Wertminderungen und Wertaufholungen eingerichteten Kontrollen hinsichtlich deren Konzeption und Einrichtung beurteilt. Betreffend die durchgeführten Wertminderungstests haben wir die der Planung der Cashflows zugrundeliegenden Annahmen und die darin enthaltenen und von den gesetzlichen Vertretern der Divisionen vorgenommenen Ermessensentscheidungen kritisch gewürdigt und mit der genehmigten Planungsrechnung abgeglichen. Wir haben die im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfungen angesetzten Parameter, wie beispielsweise die geplante Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die Working Capital Entwicklung oder die geplanten Investitionen, mit unternehmensspezifischen Informationen bzw. mit branchenspezifischen Markterwartungen aus externen Datenquellen verglichen und anhand historischer Daten plausibilisiert sowie eingehend mit dem Management diskutiert und hinterfragt. Für zum Verkauf bestimmte Veräußerungsgruppen haben wir den angesetzten Veräußerungserlös auf Basis der eingegangenen Angebote gewürdigt.
Weiters haben wir das Berechnungsmodell unter Einbindung interner Experten hinsichtlich seiner Angemessenheit und rechnerischen Richtigkeit beurteilt. Die verwendeten Abzinsungssätze haben wir anhand selbst ermittelter Bandbreiten plausibilisiert.
SONSTIGE INFORMATIONEN
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Jahresfinanzbericht und im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht, den Konzernabschluss, den Konzern-lagebericht und die jeweiligen Bestätigungsvermerke. Den Jahresfinanzbericht sowie den Geschäftsbericht (jeweils ohne den Bericht des Aufsichtsrates) haben wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erhalten, der Bericht des Aufsichtsrates wird uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt werden.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, die oben angeführten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob sie wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf Grundlage der Arbeiten, die wir zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erhaltenen sonstigen Informationen durchgeführt haben, zur Schlussfolgerung gelangen, dass diese sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.
VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
- » Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
- » Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
- » Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
- » Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
- » Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
- » Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
- » Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
- » Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – auf vorgenommene Handlungen zur Beseitigung von Gefährdungen oder angewandte Schutzmaßnahmen auswirken.
- » Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
BERICHT ZUM KONZERNLAGEBERICHT
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
URTEIL
Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
ERKLÄRUNG
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL 10 DER EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 5. Juli 2023 als Abschlussprüfer für das am 31. März 2024 endende Geschäftsjahr gewählt und am 27. September 2023 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem am 31. März 2020 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer des Konzerns.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von dem Konzern gewahrt haben.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHE WIRTSCHAFTSPRÜFERIN
Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Mag. Marieluise Krimmel.
Wien
27. Mai 2024
Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH
Mag. Marieluise Krimmel e. h. ppa. Mag. Monika Viertlmayer e. h.
Wirtschaftsprüferin Wirtschaftsprüferin
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten. Es wird darauf hingewiesen, dass der in unserem Prüfungsbericht enthaltene Bestätigungsvermerk mit einer qualifiziert elektronischen Signatur versehen wurde und der in diesem Urkundenexemplar enthaltene Bestätigungsvermerk nur deswegen nochmals qualifiziert elektronisch signiert wurde, um eine Überprüfung der Signatur zu ermöglichen.
ERKLÄRUNG DES VORSTANDES
GEM. § 124 (1) BÖRSEG 2018
Der Vorstand der voestalpine AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Linz, am 27. Mai 2024
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h. Franz Kainersdorfer e. h. Gerald Mayer e. h.
Vorsitzender des Vorstandes Mitglied des Vorstandes Mitglied des Vorstandes
Reinhard Nöbauer e. h. Carola Richter e. h. Hubert Zajicek e. h.
Mitglied des Vorstandes Mitglied des Vorstandes Mitglied des Vorstandes
voestalpine AG
BETEILIGUNGEN
Erläuterungen:
KV Vollkonsolidierung
KEA Equity-Methode assoziiertes Unternehmen
KEG Equity-Methode Gemeinschaftsunternehmen
K0 Keine Konsolidierung
Firmenwortlaute geben den Stand vom 19. April 2024 wieder.
STEEL DIVISION
| | 31.03.2024 | 31.03.2023 |
Sitz der Gesellschaft | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart
|
| | | | | |
voestalpine Stahl GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Cargo Service GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Caseli GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Logistik Service GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
VAPS GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Camtec GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Eurostahl GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Giesserei Linz GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Giesserei Traisen GmbH & Co KG | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Giesserei Traisen Verwaltung GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Grobblech GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Standortservice GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Steel & Service Center GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Steel Service Center Polska Sp. z o.o. | POL | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Steel Service Center Romania SRL | ROU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Steel US Holding LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ArcelorMittal Texas HBI Holdings LLC¹ | USA | 20,000 % | KEA | 20,000 % | KEA |
GEORG FISCHER FITTINGS GmbH¹ | AUT | 49,000 % | KEA | 49,000 % | KEA |
Industrie-Logistik-Linz GmbH¹ | AUT | 49,000 % | KEA | 49,000 % | KEA |
Kocel Steel Foundry Co., Ltd.¹ | CHN | 49,000 % | KEA | 49,000 % | KEA |
Kühne + Nagel Euroshipping GmbH¹ | DEU | 49,000 % | KEA | 49,000 % | KEA |
METALSERVICE S.P.A.¹ | ITA | 40,000 % | KEA | 40,000 % | KEA |
Scholz Austria GmbH¹ | AUT | 34,011 % | KEA | 34,011 % | KEA |
TransAnt GmbH¹ | AUT | 48,100 % | KEA | 48,100 % | KEA |
Jiaxing NYC Industrial Co., Ltd¹ | CHN | 51,000 % | KEG | 51,000 % | KEG |
Energie AG Oberösterreich | AUT | 2,071 % | K0 | 2,061 % | K0 |
¹ Für die gekennzeichneten equitykonsolidierten Unternehmen gilt als Bilanzstichtag der 31.12.
STEEL DIVISION
| | 31.03.2024 | 31.03.2023 |
Sitz der Gesellschaft | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart
|
| | | | | |
K1-MET GmbH | AUT | 35,000 % | K0 | 35,000 % | K0 |
Linzer Schlackenaufbereitungs- und vertriebsgesellschaft m.b.H. | AUT | 33,333 % | K0 | 33,333 % | K0 |
vivo Mitarbeiter-Service GmbH | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Belgium NV/SA | BEL | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Camtec Corp. | CAN | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine CR, s.r.o. | CZE | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine d.o.o. | HRV | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine d.o.o. | SRB | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine d.o.o. | SVN | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Deutschland GmbH | DEU | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine France SAS | FRA | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Hungaria Kft. | HUN | 99,000 % | K0 | 99,000 % | K0 |
voestalpine Iberia S.L. | ESP | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Italia S.r.l. | ITA | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Nederland B.V. | NLD | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Polska Sp. z o. o. | POL | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Scandinavia AB | SWE | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Schweiz GmbH | CHE | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Slovakia, s.r.o. | SVK | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Stahlwelt GmbH | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Steel Trading (Shenyang) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | K0 | 100,000 % | KV |
voestalpine Turkey Celik Limited Sirketi | TUR | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine UK Ltd. | GBR | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine USA LLC | USA | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
Werksgärtnerei Gesellschaft m.b.H. | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
| | 31.03.2024 | 31.03.2023 |
Sitz der Gesellschaft | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart
|
| | | | | |
voestalpine High Performance Metals GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
AÇOS BÖHLER-UDDEHOLM DO BRASIL LTDA. | BRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Advanced Tooling Tek (Shanghai) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Japan KK | JPN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Steels (HK) Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 95,000 % | KV |
ASSAB Steels (Malaysia) Sdn Bhd | MYS | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Steels (Taiwan) Ltd. | TWN | 94,500 % | KV | 94,500 % | KV |
ASSAB Steels (Thailand) Ltd. | THA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Steels Korea Co., Ltd | KOR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Steels Singapore (Pte) Ltd. | SGP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Steels Vietnam Company Limited | VNM | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Tooling (Beijing) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Tooling (Dong Guan) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 95,000 % | KV |
ASSAB Tooling (Qing Dao) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Tooling (Xiamen) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 95,000 % | KV |
ASSAB Tooling Technology (Chongqing) Co., Ltd. | CHN | 95,000 % | KV | 95,000 % | KV |
ASSAB Tooling Technology (Ningbo) Co., Ltd. | CHN | 95,000 % | KV | 95,000 % | KV |
ASSAB Tooling Technology (Shanghai) Co., Ltd. | CHN | 95,000 % | KV | 95,000 % | KV |
Bohlasia Steels Sdn. Bhd. | MYS | 100,000 % | KV | 80,000 % | KV |
BÖHLER GRUNDSTÜCKS BETEILIGUNGS GMBH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Böhler Grundstücks GmbH & Co. Kommanditgesellschaft¹ | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
BÖHLER Immobilien GmbH & Co KG | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
BÖHLER Management & Service GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Bohler Special Steels (Shanghai) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Buderus Edelstahl GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Densam Industrial Co. Ltd. | TWN | 97,305 % | KV | 97,305 % | KV |
Deville Rectification S.A.S.U. | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
EDRO Engineering LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
EDRO Specialty Steels GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
EDRO Specialty Steels LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
¹ Der vorliegende Konzernabschluss gilt im Sinne des § 264b dHGB für die Böhler Grundstücks GmbH & Co. Kommanditgesellschaft als befreiend.
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
| | 31.03.2024 | 31.03.2023 |
Sitz der Gesellschaft | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart
|
| | | | | |
Eschmann Textura Internacional - Transformacao de Ferramentas, Unipessoal, LDA | PRT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Eschmann Textures India Private Limited | IND | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Eschmann Textures International GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
GMV Eschmann International SAS | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Gravutex Eschmann International Limited | GBR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Jing Ying Industrial Co. Ltd. | TWN | 97,305 % | KV | 97,305 % | KV |
Metaltec AG | CHE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
OOO voestalpine High Performance Metals RUS | RUS | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
PT Assab Steels Indonesia | IDN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Uddeholm Eiendom AS | NOR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Uddeholms AB | SWE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Villares Metals International B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Villares Metals S.A. | BRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Additive Manufacturing Center GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Additive Manufacturing Center Singapore Pte. Ltd. | SGP | | | 100,000 % | KV |
voestalpine Additive Manufacturing Centre Ltd. | CAN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine BÖHLER Aerospace GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine BÖHLER Aerospace GmbH & Co KG | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine BÖHLER Bleche GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine BÖHLER Bleche GmbH & Co KG | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine BÖHLER Profil GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Edelstahl Deutschland GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Edelstahl Wärmebehandlung GmbH | DEU | | | 100,000 % | KV |
voestalpine eifeler Coating GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine eifeler Coatings LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine eifeler Lasertechnik GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine eifeler Vacotec GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metal Anonim Sirketi | TUR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
| | 31.03.2024 | 31.03.2023 |
Sitz der Gesellschaft | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart
|
| | | | | |
voestalpine High Performance Metals (Australia) Pty Ltd | AUS | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Africa (Pty) Ltd | ZAF | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Argentina S.A. | ARG | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Colombia S.A. | COL | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals CZ s.r.o. | CZE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals del Ecuador S.A. | ECU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals del Peru S.A. | PER | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Deutschland GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Deutschland Holding GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals DIGITAL SOLUTIONS GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Finland Oy Ab | FIN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals France S.A.S. | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Hungary Kft. | HUN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Iberica, S.A.U. | ESP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
VOESTALPINE HIGH PERFORMANCE METALS INDIA PRIVATE LIMITED | IND | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals International GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Italia S.p.A. | ITA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Ltd. | CAN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Norway AS | NOR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Pacific Pte. Ltd. | SGP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Polska Sp. z o. o. | POL | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Portugal, Unipessoal, Lda | PRT | | | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Romania S.R.L. | ROU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals S.A. de C.V. | MEX | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Schweiz AG | CHE | 99,833 % | KV | 99,833 % | KV |
voestalpine High Performance Metals SCM GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals SCM GmbH & Co KG | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Slovakia, s.r.o. | SVK | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
| | 31.03.2024 | 31.03.2023 |
Sitz der Gesellschaft | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart
|
| | | | | |
voestalpine High Performance Metals Sweden AB | SWE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals UK Limited | GBR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine HPM Denmark A/S | DNK | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine HPM Deutschland Beteiligungs SE | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Specialty Metals (Shanghai) Co. Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Specialty Metals Europe GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Specialty Metals Pte. Ltd. | SGP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Specialty Metals UK Ltd | GBR | 100,000 % | KV | | |
voestalpine Technology Institute (Asia) Co. Ltd. | TWN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
BÖHLER-UDDEHOLM UKRAINE LLC in Liquidation | UKR | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
Eschmann Beteiligungsgesellschaft mbH | DEU | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
Grundstück-Verwaltungsgesellschaft Gewerbehof Sendling mbH & Co. KG in Liquidation | DEU | 62,916 % | K0 | 62,916 % | K0 |
voestalpine HPM Zagreb d.o.o. | HRV | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
METAL ENGINEERING DIVISION
| | 31.03.2024 | 31.03.2023 |
Sitz der Gesellschaft | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart |
| | | | | |
voestalpine Metal Engineering GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. | CHN | 50,000 % | KV | 50,000 % | KV |
Nortrak-Damy, Cambios de Via, S.A.P.I. de C.V. | MEX | 51,007 % | KV | 51,007 % | KV |
OOO voestalpine Bohler Welding Russia | RUS | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
PT voestalpine Bohler Welding Asia Pacific | IDN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Ruzhou Zhengzhou Railway Sanjia Turnout Co., Ltd. | CHN | 35,000 % | KV | 35,000 % | KV |
Travertec S.R.L. | ROU | 75,000 % | KV | 60,000 % | KV |
TSF-A GmbH | AUT | 50,100 % | KV | 50,100 % | KV |
TSTG Schienen Technik GmbH & Co KG¹ | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
TSTG Schienen Technik Verwaltungs GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
VALIDA Railway Systems Investment Co. Ltd. | CHN | 50,000 % | KV | 50,000 % | KV |
VAMAV Vasúti Berendezések Kft. | HUN | 50,000 % | KV | 50,000 % | KV |
voestalpine Bahnsysteme Vermögensverwaltungs GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler weldCare AB | SWE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding (China) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Africa Pty. Ltd. | ZAF | 51,000 % | KV | 51,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding Asia Pacific Pte. Ltd. | SGP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Austria GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Austria Vertriebs-GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Automation GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Belgium | BEL | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding Canada Ltd. | CAN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding CEE GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Fileur SRL | ITA | 90,000 % | KV | 90,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Fontargen GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding France SAS | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Germany GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Germany Vertriebs-GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Group GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Hellas S.A. | GRC | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding India Private Limited | IND | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding India Technology Private Limited | IND | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Italia S.r.l. | ITA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding Mexico S.A. de C.V. | MEX | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
¹ Der vorliegende Konzernabschluss gilt im Sinne des § 264b dHGB für die TSTG Schienen Technik GmbH & Co KG als befreiend.
METAL ENGINEERING DIVISION
| | 31.03.2024 | 31.03.2023 |
Sitz der Gesellschaft | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart |
| | | | | |
voestalpine Bohler Welding Middle East FZE | ARE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Nederland B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Nordic AB | SWE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Northeast Asia Ltd. | KOR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding Romania SRL | ROU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Schweiz AG | CHE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Selco Invest S.R.L. | ITA | 90,000 % | KV | 90,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Selco S.r.l. | ITA | 90,000 % | KV | 90,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Soldas do Brasil Ltda. | BRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Spain, S.A. | ESP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Trading (Shanghai) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding UK Limited | GBR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding USA LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding USA Technology LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding UTP GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Fastening Systems Sp. z o.o. | POL | 50,000 % | KV | 50,000 % | KV |
voestalpine Forschungsservicegesellschaft Donawitz GmbH | AUT | 93,986 % | KV | 93,986 % | KV |
voestalpine Kardemir Demiryolu Sistemleri Sanayi ve Ticaret Anonim Sirketi | TUR | 59,935 % | KV | 59,935 % | KV |
voestalpine Klöckner Bahntechnik GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Metal Engineering US Holding LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Nortrak-Damy US LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rail Technology GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Asia Co., Ltd. | THA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Australia Pty Ltd | AUS | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Beijing Co. Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Brazil Ltda. | BRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Bulgaria OOD | BGR | 51,000 % | KV | 51,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems France SAS | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems JEZ, S.L. | ESP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Latvia SIA | LVA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Lietuva, UAB | LTU | 66,000 % | KV | 66,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems MFA SASU | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Nortrak LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Nortrak Ltd. | CAN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
METAL ENGINEERING DIVISION
| | 31.03.2024 | 31.03.2023 |
Sitz der Gesellschaft | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart |
| | | | | |
voestalpine Railway Systems Polska Sp. z o. o. | POL | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Romania S.A. | ROU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Saudi Arabia Limited | SAU | 51,000 % | KV | 51,000 % | KV |
voestalpine Signaling Austria GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Signaling China Co. Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Signaling Poland Sp. z o.o. | POL | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Signaling Sainerholz GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Signaling Siershahn GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Signaling UK Ltd. | GBR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Signaling USA LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Special Wire GmbH | AUT | | | 100,000 % | KV |
voestalpine Stahl Donawitz GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Track Solutions Duisburg GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Track Solutions Germany GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Track Solutions Königsborn GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Track Solutions Netherlands B.V. | NLD | 70,000 % | KV | 70,000 % | KV |
VOEST-ALPINE TUBULAR CORP. | USA | 57,500 % | KV | 57,500 % | KV |
voestalpine Tubulars Germany GmbH | DEU | 57,500 % | KV | | |
voestalpine Tubulars GmbH | AUT | 57,500 % | KV | 57,500 % | KV |
voestalpine Tubulars GmbH & Co KG | AUT | 49,888 % | KV | 49,888 % | KV |
voestalpine Turnout Technology Egypt S.A.E | EGY | 60,000 % | KV | | |
voestalpine Turnout Technology Germany GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Turnout Technology Netherlands B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Turnout Technology UK Limited | GBR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Turnout Technology Zeltweg GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine VAE Africa (Pty) Ltd. | ZAF | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine VAE SA (Pty) Ltd. | ZAF | 49,000 % | KV | 49,000 % | KV |
voestalpine VAE VKN India Private Limited | IND | 57,000 % | KV | 57,000 % | KV |
voestalpine Wire (Suzhou) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Wire Austria GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Wire Germany GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Wire Italy s.r.l. | ITA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Wire Rod Austria GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Weichenwerk Wörth GmbH | AUT | 56,950 % | KV | 56,950 % | KV |
WS Service GmbH² | AUT | 49,000 % | KEA | 49,000 % | KEA |
2 Für das gekennzeichnete equitykonsolidierte Unternehmen gilt als Bilanzstichtag der 31.12.
METAL ENGINEERING DIVISION
| | 31.03.2024 | 31.03.2023 |
Sitz der Gesellschaft | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart |
| | | | | |
voestalpine Digital Track Management GmbH | AUT | 50,000 % | KEG | 50,000 % | KEG |
Burbiola S.A. | ESP | 50,000 % | K0 | 50,000 % | K0 |
Casedo GmbH | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
KW PenzVAEE GmbH | AUT | 49,000 % | K0 | 49,000 % | K0 |
Liegenschaftsverwaltungs GmbH | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
Parkwood Way Holdings Ltd. | CAN | 40,000 % | K0 | 40,000 % | K0 |
Royal Fortune Holding Limited | HKG | 25,000 % | K0 | 25,000 % | K0 |
Sistemas Ferroviarios Argentinos S.R.L. | ARG | 40,000 % | K0 | 40,000 % | K0 |
Virtual Vehicle Research GmbH | AUT | 8,000 % | K0 | 8,000 % | K0 |
METAL FORMING DIVISION
| | 31.03.2024 | 31.03.2023 |
Sitz der Gesellschaft | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart |
| | | | | |
voestalpine Metal Forming GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Nedcon B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Nedcon Bohemia, s.r.o. | CZE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Nedcon France SASU | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Nedcon Lagertechnik GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Nedcon USA LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Polynorm Leasing B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
RFC LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
RFC-Sharon LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
STAMPTEC France SAS | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Torri Australia Pty Ltd | AUS | 100,000 % | KV | | |
Torri Immobiliare s.r.l. | ITA | 100,000 % | KV | | |
TORRI S.R.L. | ITA | 100,000 % | KV | | |
voestalpine Automotive Components Aguascalientes S. de R.L. de C.V. | MEX | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Arad Beteiligung GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Arad SRL | ROU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Birkenfeld GmbH & Co. KG¹ | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Böhmenkirch GmbH & Co. KG¹ | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Bunschoten B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Cartersville Beteiligung GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Cartersville LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Dettingen GmbH & Co. KG¹ | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components East London (Pty) Ltd. | ZAF | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Fontaine | FRA | 99,998 % | KV | 99,998 % | KV |
voestalpine Automotive Components Hungaria Kft. | HUN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
¹ Der vorliegende Konzernabschluss gilt im Sinne des § 264b dHGB für die voestalpine Automotive Components Birkenfeld GmbH & Co. KG, voestalpine Automotive Components Böhmenkirch GmbH & Co. KG und voestalpine Automotive Components Dettingen GmbH & Co. KG als befreiend.
METAL FORMING DIVISION
| | 31.03.2024 | 31.03.2023 |
Sitz der Gesellschaft | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart |
| | | | | |
voestalpine Automotive Components Linz GmbH & Co KG | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Nagold GmbH & Co. KG¹ | DEU | | | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd GmbH & Co. KG¹ | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Shenyang Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Tianjin Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine HTI Beteiligungs GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Krems Finaltechnik GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Krems GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
VOEST-ALPINE KREMS U.K. plc | GBR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Meincol S.A. | BRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Metal Forming Netherlands Holding B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Metal Forming US Holding LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Metsec plc | GBR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Präzisionsprofil GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Precision Strip AB | SWE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Precision Strip GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Precision Strip LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Precision Strip Trading (Suzhou) Co., Ltd | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Precision Strip, S.A.U. | ESP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Profilafroid | FRA | 99,925 % | KV | 99,925 % | KV |
voestalpine Profilform (China) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Profilform s.r.o. | CZE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rotec Coating SRL | ROU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rotec de Mexico S. de R.L. de C.V. | MEX | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rotec GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
¹ Der vorliegende Konzernabschluss gilt im Sinne des § 264b dHGB für die voestalpine Automotive Components Nagold GmbH & Co. KG und voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd GmbH & Co. KG als befreiend.
METAL FORMING DIVISION
| | 31.03.2024 | 31.03.2023 |
Sitz der Gesellschaft | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart |
| | | | | |
voestalpine Rotec GmbH & Co. KG¹ | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rotec Iberica S.A. | ESP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rotec Limited | GBR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rotec North America Corp. | CAN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rotec Sp. z o. o. | POL | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine S.A.P. | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Sadef nv | BEL | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Stamptec Holding GmbH in Liqu. | AUT | | | 100,000 % | KV |
Entwicklungsgesellschaft Gügling Verwaltungs GmbH | DEU | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
EURACIER | FRA | 20,000 % | K0 | 20,000 % | K0 |
Hinckley Precision Tubes Limited | GBR | | | 100,000 % | K0 |
Metal Sections Limited | GBR | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
Munkfors Energi AB | SWE | 40,000 % | K0 | 40,000 % | K0 |
SADEF FRANCE S.A.R.L. | FRA | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Automotive Components Dettingen Verwaltungs GmbH | DEU | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Automotive Components Dettingen Verwaltungs GmbH | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Automotive Components Linz Verwaltung GmbH | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Beteiligungsgesellschaft Schwäbisch Gmünd mbH | DEU | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Stamptec Beteiligungs GmbH | DEU | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
¹ Der vorliegende Konzernabschluss gilt im Sinne des § 264b dHGB für die voestalpine Rotec GmbH & Co. KG als befreiend.
HOLDING & GROUP SERVICES
| | 31.03.2024 | 31.03.2023 |
Sitz der Gesellschaft | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart | Anteils- höhe | Konsoli- dierungsart |
| | | | | |
voestalpine Financial Services B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Funding International GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine group-IT (Suzhou) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | K0 |
voestalpine group-IT AB in Liquidation | SWE | | | 100,000 % | KV |
voestalpine group-IT GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine group-IT GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine group-IT Tecnologia da Informacao Ltda. | BRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine HR Services GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine US Holding GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine US Holding LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
APK Pensionskasse AG¹ | AUT | 32,104 % | KEA | 32,084 % | KEA |
VA Erzberg GmbH | AUT | 0,000 % | KEA | 0,000 % | KEA |
AC styria Mobilitätscluster GmbH | AUT | 12,333 % | K0 | 12,333 % | K0 |
Danube Equity GmbH | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
Donauländische Baugesellschaft m.b.H. | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine HR Services GmbH in Liquidation | DEU | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Insurance Broker GmbH | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
¹ Für das gekennzeichnete equitykonsolidierte Unternehmen gilt als Bilanzstichtag der 31.12.
voestalpine AG
JAHRESABSCHLUSS
2023/24
259 | Lagebericht |
293 | Bilanz zum 31.03.2024 |
295 | Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.04.2023 bis 31.03.2024 |
297 | Anlagenspiegel zum 31.03.2024 |
299 | Anhang zum UGB-Abschluss der voestalpine AG 2023/24 |
316 | Bestätigungsvermerk |
322 | Erklärung des Vorstandes gem. § 124 (1) BörseG 2018 |
BERICHT DES VORSTANDES
LAGEBERICHT 2023/24
CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT
Der konsolidierte Corporate Governance-Bericht des Geschäftsjahres 2023/24 ist auf der Website der voestalpine AG unter der Rubrik „Investoren“ veröffentlicht.
Der exakte Pfad lautet
http://www.voestalpine.com/group/de/investoren/corporate-governance
CORPORATE RESPONSIBILITY REPORT
Bezüglich der Berichterstattung zur konsolidierten nicht-finanziellen Erklärung wird auf den vom Konzernabschluss gesondert erstellten Corporate Responsibility Report (gem. § 267a Abs. 6 UGB) für das Geschäftsjahr 2023/24 verwiesen. Dieser ist auch auf der Website der voestalpine AG veröffentlicht.
BERICHT ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF UND
DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE
Das Geschäftsjahr 2023/24 war in wichtigen Märkten, in denen die voestalpine tätig ist, von hohen Inflationsraten und einem erheblichen Zinsniveau geprägt. Sowohl in Europa als auch in den USA zielten die Zentralbanken mit Zinserhöhungen darauf ab, die Inflation zu senken – mit unterschiedlichem Erfolg und Effekten für das wirtschaftliche Umfeld. Während sich die europäische Wirtschaft über das gesamte Geschäftsjahr hinweg nur moderat entwickelte, zeigte sich die Wirtschaft in den USA deutlich robuster.
Das beherrschende Thema in China war die anhaltende Krise des Immobiliensektors. Diese bremste nicht nur den Konsum, sondern auch andere Wirtschaftsbereiche mit Ausnahme des Hightech-Sektors. In China standen die Zeichen im Geschäftsjahr 2023/24 zwar auf Wachstum, die Werte blieben aber unter den Erwartungen. Im Gegensatz zu Europa, den USA und Südamerika kämpfte China im Berichtszeitraum nicht mit hohen Inflationsraten, sondern mit sinkenden Verbraucherpreisen und den negativen Folgen eines deflationären Umfeldes.
Wie in den Vorjahren war die Weltwirtschaft auch im Berichtszeitraum mit geopolitischen Konflikten und Unsicherheiten konfrontiert. Dazu zählten etwa der Angriff der Hamas auf Israel im Herbst 2023 oder die Attacken auf die internationale Schifffahrt im Suezkanal.
EUROPA
Die europäische Wirtschaft war im Geschäftsjahr 2023/24 von sehr schwacher Dynamik gekennzeichnet. Das hatte zur Folge, dass das Bruttoinlandsprodukt auf niedrigem Niveau stagnierte. Eine leichte Erholung war erst im 4. Quartal erkennbar. Das wirtschaftliche Umfeld in Europa war vor allem in den ersten drei Geschäftsquartalen von kräftigen Zinserhöhungen gekennzeichnet, mit denen die Europäische Zentralbank die hohe Inflation bekämpfen wollte. Speziell die Bauindustrie und die produzierende Industrie waren davon stark betroffen. Nachdem der Konsum in den Sommermonaten von der Reisetätigkeit der Menschen profitiert hatte, verlor auch dieser in weiterer Folge an Dynamik. Zum Ende des 3. Quartals sank die Inflation, was dazu führte, dass die EZB auf weitere Zinserhöhungen verzichtete. Im 4. Quartal 2023/24 hat sich die Entwicklung der vorangegangenen Monate fortgesetzt. Zwar haben zusätzliche geopolitische Spannungen für weiteren Gegenwind gesorgt – unter anderem die Angriffe auf die internationale Schifffahrt im Suezkanal. Das Wachstum hat sich dadurch aber nicht weiter verlangsamt. Die Inflation schwächte sich durch gesunkene Rohstoff- und Energiepreise weiter ab. Die Europäische Zentralbank (EZB) stellte daher eine Senkung der Zinsen im weiteren Verlauf des Jahres 2024 in Aussicht.
Das schwierige wirtschaftliche Umfeld in Europa bedeutete für die voestalpine im Geschäftsjahr 2023/24 eine rückläufige Nachfrage aus den Sektoren Bau, Maschinenbau sowie aus der Konsumgüterindustrie. Vor allem der Werkzeugbau, den die High Performance Metals Division mit Werkzeugstahl beliefert, meldete im 2. und 3. Quartal 2023/24 sehr geringen Bedarf. Gleichzeitig waren die Importe von Material aus Asien und speziell China hoch.
Die Automobilindustrie profitierte vor allem zu Beginn des Geschäftsjahres 2032/24 von einer Entspannung der internationalen Lieferketten und entwickelte sich im weiteren Verlauf der Berichtsperiode stabil. Anders als die Gesamtwirtschaft haben die Eisenbahn- und auch die Luftfahrtindustrie sehr positiv performt. Das gilt auch für die Energieindustrie.
Der strategische Fokus lag im Geschäftsjahr 2023/24 auf dem Ausbau von zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern wie dem Eisenbahnbereich und der Lagertechnik. In nachhaltig wirtschaftlich schwierigen Sektoren kam es zu strategischen Anpassungen. Dazu zählten der eingeleitete Verkaufsprozess von Buderus Edelstahl, Wetzlar, Deutschland, und die Reorganisation des Automotive Components Business in Deutschland.
NORDAMERIKA / USA
Im Gegensatz zu Europa zeigte sich das wirtschaftliche Umfeld in den USA deutlich positiver. Im Geschäftsjahr 2023/24 trotzte die US-Wirtschaft den starken Zinserhöhungen und entwickelte sich besser als erwartet. Auch die Pleite der Silicon Valley Bank zu Beginn des Geschäftsjahres 2023/24 konnte die Dynamik nicht stoppen. Die hartnäckig hohe Inflation ist eine Kehrseite dieser Entwicklung. Die schnellen und erheblichen Zinserhöhungen haben im Geschäftsjahr 2023/24 keine ausreichende Wirkung bei der Inflationsbekämpfung gezeigt. Die Hoffnungen, die Teuerung könnte nachlassen, haben sich im 4. Quartal 2023/24 zerschlagen. Dementsprechend gedämpft sind mittlerweile die Erwartungen, dass es sehr bald zu einer größeren Entspannung bei den Zinssätzen kommen wird.
Sektoren wie z. B. die Bauindustrie, die besonders empfindlich auf die Erhöhung der Zinsen reagiert, haben sich zwar abgekühlt, dies erfolgte aber nicht so stark und nicht auf so breiter Front wie befürchtet. Die tragende Säule der positiven Wirtschaftsentwicklung in den USA war der Konsum, der von einem sehr starken Arbeitsmarkt mit niedrigen Arbeitslosenzahlen und hohem Lohnwachstum gekennzeichnet war. Gegen Ende der Berichtsperiode hat sich auch der Immobilienmarkt wieder belebt.
Die Nachfrage nach Produkten der voestalpine auf dem nordamerikanischen Markt war im Geschäftsjahr 2023/24 solide, nur in einzelnen Segmenten gab es Rückgänge. Sehr gut entwickelt haben sich die Energie- und die Eisenbahnindustrie. Auch aus dem Luftfahrtsektor kamen positive Impulse. Im Vergleich dazu präsentierte sich der Investitionsgüterbereich moderater.
Im Geschäftsjahr 2023/24 setzte die voestalpine auf den Ausbau der nordamerikanischen Produktionskapazitäten in den Bereichen Eisenbahninfrastruktur, Lagertechnik und Rohre und Profile.
BRASILIEN / SÜDAMERIKA
Im Unterschied zu Europa und Nordamerika war Brasilien wesentlich früher mit hoher Inflation und entsprechenden Zinserhöhungen konfrontiert. Aus diesem Grund hat Brasilien den Höhepunkt der Inflation schon zu Beginn des Geschäftsjahres 2023/24 überschritten. Bereits im 2. Quartal 2023/24 begann die brasilianische Nationalbank, die Zinsen zu senken. In Summe fuhr die brasilianische Wirtschaft im Geschäftsjahr 2023/24 trotz weiterhin sehr hoher Zinsen und Inflation ein bemerkenswertes Plus von knapp unter 3 % ein. Getragen haben diese positive Entwicklung vor allem eine Rekordernte und die damit verbundene hohe Nahrungsmittelproduktion sowie der robuste Konsum. Dieser profitierte von hohen Lohnzuwächsen. Im 3. und 4. Quartal nahm die wirtschaftliche Dynamik ab. Zum Ende des Geschäftsjahres waren sowohl die Inlandsnachfrage als auch der private Konsum nur mehr moderat. Die Industriesektoren entwickelten sich über das gesamte Geschäftsjahr betrachtet verhaltener als das BIP im Durchschnitt und wurden gegen Ende der Berichtsperiode zunehmend schwächer.
Die brasilianischen voestalpine-Standorte haben sich in diesem Umfeld über weite Strecken des Geschäftsjahres 2023/24 gut behauptet. Der anhaltende Boom im Photovoltaiksektor trieb die Nachfrage nach Spezialprofilen. Der international hohe Bedarf an Produkten für die Öl- und Gasindustrie spiegelte sich in einer guten Nachfrage nach Spezialstählen wider. Die nachlassende Dynamik im 4. Quartal 2023/24 spürten auch die voestalpine-Standorte, worauf mit gezielten Kosteneinsparungen reagiert wurde.
CHINA / ASIEN
China blieb im Geschäftsjahr 2023/24 trotz der weiterhin negativen Entwicklungen im Immobiliensektor im Wachstumsmodus. Mit einem Plus von 5 % sind die Zuwächse beim BIP aber deutlich geringer als in der Vergangenheit und liegen auch unter den Erwartungen. Vor allem die Probleme im Immobiliensektor, die negative Auswirkungen auf andere Wirtschaftsbereiche hatten und den privaten Konsum drückten, zogen sich durch alle Geschäftsquartale. Auch die Gegenmaßnahmen der chinesischen Zentralregierung schafften keine Trendumkehr, sondern wirkten höchstens stabilisierend.
Die ausgesprochen geringe Inflation und quartalsweise sogar aufgetretene Deflation sind ein Spiegelbild der schwachen Dynamik der chinesischen Inlandsnachfrage. Positiv sticht der produzierende Industriesektor – und hier insbesondere der Hightech-Bereich – heraus. Die geringe Inlandsnachfrage und die teilweise verhaltene Nachfrage in den westlichen Märkten führten aber dazu, dass die Verbraucherpreise in China im Laufe des Geschäftsjahres deutlich zurückgegangen sind. Im 4. Quartal setzte die chinesische Zentralbank daher verstärkt auf eine expansive Geldpolitik und senkte unter anderem die Zinsen. Wirtschaftsfördernde Maßnahmen kündigte auch die chinesische Zentralregierung an, die aber nur zu einer Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage führen dürften.
Eine Sondersituation besteht in der chinesischen Stahlindustrie: Obwohl der Baubereich schwach ist und dementsprechend weniger Stahl nachfragt, produzierten die chinesischen Stahlhersteller:innen auf Rekordniveau. Wie schon öfter in der Vergangenheit kamen die internationalen Stahlmärkte durch die Exporte aus China unter Druck.
Die chinesischen voestalpine-Standorte performten im Geschäftsjahr 2023/24 sehr zufriedenstellend. Durch den Fokus auf das höchste Qualitätssegment ist die Steel Division nicht unmittelbar von den chinesischen Stahlexporten und den Importen nach Europa betroffen. Um die Marktposition für die Zukunft zu stärken, investierte die voestalpine unter anderem in eine neue phs-Anlage am Standort Shenyang, China und den Ausbau des Vertriebs der High Performance Metals Division.

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UMSATZ NACH REGIONEN
BERICHT ÜBER DIE FINANZIELLEN LEISTUNGSINDIKATOREN DER voestalpine AG
Die Umsatzerlöse der voestalpine AG bestehen neben der Weiterverrechnung von Aufwendungen für CO2-Emissionszertifikate hauptsächlich aus den an Tochtergesellschaften verrechneten Konzernumlagen für zentrale Konzerndienstleistungen, bestehend aus Management Fees und Markenlizenzen. Die Umsatzerlöse beliefen sich im Geschäftsjahr 2023/24 auf 390.329,0 Tsd. EUR (Vorjahr 407.552,0 Tsd. EUR). Das Finanzergebnis veränderte sich von 1.203,5 Mio. EUR im Vorjahr auf 192,3 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2023/24. Das Finanzergebnis der voestalpine AG setzt sich überwiegend aus Beteiligungserträgen, Bewertungseffekten aus Finanzanlagen und dem Zinsergebnis zusammen. Im Geschäftsjahr 2023/24 beliefen sich die Beteiligungserträge auf 444,0 Mio. EUR (Vorjahr 1.132,4 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2023/24 gab es eine außerplanmäßige Abschreibung einer Beteiligung eines verbundenen Unternehmens in Höhe von 730,0 Mio. EUR. Die außerplanmäßige Abschreibung erfolgte aufgrund von reduzierten Ertragserwartungen sowie eines höheren WACC im Vergleich zum Vorjahr. Dabei werden die Kapitalkosten als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten ermittelt (Weighted Average Costs of Capital -WACC). Der Zinsensaldo belief sich auf 86,2 Mio. EUR (Vorjahr 58,3 Mio. EUR). Im Berichtsjahr betrug das Ergebnis aus den Steuerumlagen der Steuergruppe 9,2 Mio. EUR (Vorjahr 134,1 Mio. EUR). Das Ergebnis nach Steuern belief sich im Geschäftsjahr auf 209,1 Mio. EUR (Vorjahr 1.185,7 Mio. EUR). Die Eigenkapitalrentabilität (= Jahresüberschuss x 100 / Eigenkapital Vorjahr) beträgt im Berichtsjahr –2,9 % (Vorjahr 18,3 %). Die Anlagendeckung (= Eigenkapital x 100 / Anlagevermögen) beträgt im Berichtsjahr 187,2 % (Vorjahr 166,7 %). Das Eigenkapital beträgt 6.797,8 Mio. EUR (Vorjahr 7.282,4 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote (= Eigenkapital x 100 / Gesamtkapital) beträgt im Berichtsjahr 65,1 % (Vorjahr 66,6 %). Das Gearing (= Nettofinanzverschuldung x 100 / Eigenmittel) beläuft sich auf −43,8 % (Vorjahr −24,1 %). Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit (erwirtschaftete liquide Mittel, soweit nicht durch Investitions-, Desinvestitions- oder Finanzierungstätigkeit beeinflusst) für das Geschäftsjahr 2023/24 beträgt 81,8 Mio. EUR (Vorjahr –6,9 Mio. EUR), aus der Investitionstätigkeit (Differenz der Ein- und Auszahlungen aus dem Investitionsbereich) 659,8 Mio. EUR (Vorjahr 716,4 Mio. EUR), freier Cashflow (Abfluss/Zufluss flüssiger Mittel vor Kapitalaus- und Kapitaleinzahlungen) daher 741,6 Mio. EUR (Vorjahr 709,5 Mio. EUR) und aus der Finanzierungstätigkeit (Differenz der Ein- und Auszahlungen aus dem Finanzbereich) –459,0 Mio. EUR (Vorjahr −422,6 Mio. EUR). Die Nettofinanzverschuldung (verzinsliche Verbindlichkeiten abzüglich verzinsliches Vermögen) – im Falle eines negativen Vorzeichens liegt ein Nettofinanzguthaben vor – beträgt –2.977,7 Mio. EUR (Vorjahr −1.755,1 Mio. EUR). Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter:innen, die in der Konzernzentrale tätig waren, betrug im Berichtsjahr 131 (Vorjahr 124).
UMSATZERLÖSE
| 2022/23 | 2023/24 |
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Konzernumlagen | 140.200,1 | 153.497,3 |
Sonstiger Konzernumsatz | 267.309,8 | 236.750,5 |
Fremdumsatz | 42,1 | 40,6 |
Summe | 407.552,0 | 390.288,4 |
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| | Tsd. EUR |
ERGEBNIS NACH STEUERN = JAHRESÜBERSCHUSS/-FEHLBETRAG
| 2022/23 | 2023/24 |
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Finanzergebnis | 1.203.450,7 | –192.266,3 |
Ergebnis vor Steuern | 1.227.485,6 | –180.234,3 |
Steuern | –41.741,5 | –28.828,5 |
Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss | 1.185.744,1 | –209.062,8 |
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| | Tsd. EUR |
Die Nettofinanzverschuldung wird wie folgt definiert:
NETTOFINANZVERSCHULDUNG
| 31.03.2023 | 31.03.2024 |
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Finanzielle Verbindlichkeiten langfristig | 1.929,6 | 1.220,6 |
Finanzielle Verbindlichkeiten kurzfristig | 1.356,6 | 2.012,2 |
Liquide Mittel | –813,4 | –1.096,0 |
Sonstige Wertpapiere und Anteile | –18,1 | –18,1 |
Ausleihungen und sonstige Forderungen Finanzierung | –4.209,7 | –5.096,4 |
Nettofinanzverschuldung | –1.755,1 | –2.977,7 |
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| | Mio. EUR |
MITARBEITER:INNEN
Zum Ende des Geschäftsjahres 2023/24 mit 31. März 2024 beschäftigte der voestalpine-Konzern ohne Lehrlinge und Leihpersonal 49.082 Mitarbeiter:innen. Dies entspricht einer Erhöhung um 851 Beschäftigte oder 1,8 % gegenüber dem 31. März 2023. Einschließlich 1.513 Lehrlingen und 2.822 Leasingmitarbeiter:innen ergibt sich in Summe ein Fulltime-Equivalent (FTE) von 51.589 Personenjahren und damit gegenüber dem Vorjahr eine Erhöhung um 0,8 % (+386 FTE). An Konzernstandorten außerhalb Österreichs sind 27.969 Mitarbeiter:innen (FTE) bzw. 54,2 % beschäftigt, an österreichischen Standorten der voestalpine 23.620 Mitarbeiter:innen (FTE) bzw. 45,8 %. Von den 1.513 Lehrlingen wurden mit Ende des Geschäftsjahres 68,9 % an Standorten in Österreich ausgebildet und 31,1 % außerhalb Österreichs. Insgesamt hat sich die Zahl an Lehrlingen gegenüber dem Vorjahr um 111 bzw. 7,9 % erhöht.
MITARBEITERBETEILIGUNG
Seit dem Jahr 2001 verfügt die voestalpine über ein Modell der Mitarbeiterbeteiligung, das seither kontinuierlich ausgebaut wurde. Neben allen österreichischen Beschäftigten sind auch Mitarbeiter:innen in Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Polen, Belgien, der Tschechischen Republik, Italien, der Schweiz, Rumänien, Spanien und Schweden an „ihrem“ Unternehmen beteiligt. Die Stimmrechte aus den Mitarbeiter:innen-Aktien werden in der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung gebündelt, womit diese sich als stabile Kernaktionärin der voestalpine AG darstellt. Zum 31. März 2024 sind insgesamt rund 26.550 Mitarbeiter:innen an der voestalpine AG beteiligt. Sie halten rund 25,5 Mio. Stück Aktien, die durch die generelle Stimmrechtsbündelung einen Anteil von 14,3 % am Grundkapital des Unternehmens abbilden (Vorjahr: 14,3 %). Darüber hinaus halten ehemalige Mitarbeiter:innen der voestalpine rund 0,9 Mio. Stück „Privataktien“ über die Stiftung, was 0,5 % der stimmberechtigten Aktien entspricht. Diese Stimmrechte übt ebenfalls die Stiftung aus, solange die ehemaligen Mitarbeiter:innen nicht von ihrem freien Verfügungsrecht Gebrauch machen. Insgesamt sind somit zum 31. März 2024 in der Stiftung die Stimmrechte von rund 14,8 % des Grundkapitals der voestalpine AG gebündelt.
STAHLSTIFTUNG
1987 wurde in Linz, Österreich, die „Stahlstiftung“ als rechtlich eigenständige gemeinnützige Stiftung gegründet. Sie verfolgte das Ziel, krisenbedingt ausgeschiedenen Mitarbeiter:innen der damaligen VOEST-ALPINE-Gruppe, aber auch Mitarbeiter:innen konzernfremder Unternehmen Möglichkeiten zur beruflichen Neuorientierung zu eröffnen. Bis zu einem Zeitraum von vier Jahren werden dazu Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung bezahlt. Finanziert werden die Leistungen der Stiftung durch Solidarbeiträge der Beschäftigten und Verwaltungskostenbeiträge aller Mitgliedsfirmen. Zum Stichtag 31. März 2024 betreute die Stahlstiftung 229 Personen, wovon 155 aus Gesellschaften des voestalpine-Konzerns stammen. Die Gesamtzahl aktiver Stiftungsteilnehmer:innen im Geschäftsjahr 2023/24 lag bei 379 Personen und damit 18,0 % unter jener des Vorjahres (462 Personen). Im Geschäftsjahr 2023/24 haben 84,2 % der arbeitsuchenden Teilnehmer:innen mithilfe der Stahlstiftung eine neue berufliche Perspektive gefunden. Dass dieser Wert im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022/23 um rund 2 % gesunken ist, spiegelt die Situation am Arbeitsmarkt im Berichtszeitraum wider. Zu den Teilnehmer:innen in der Stahlstiftung als klassischer Arbeitsstiftung kamen im Berichtszeitraum dreißig Personen, die bei ihren Aktivitäten im Zuge einer Bildungskarenz unterstützt wurden. Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2023/24 insgesamt 154 Mitarbeiter:innen der Stahlstiftung-Mitgliedsgesellschaften zur Sicherung ihrer Beschäftigungsfähigkeit individuell beraten.
LEHRLINGE & JUNGFACHARBEITER:INNEN
Dem Ziel einer fundierten Ausbildung für junge Menschen bleibt die voestalpine verpflichtet: Für den Ausbildungsstart im Herbst 2024 sind 535 Plätze vorgesehen. Je Lehrling investiert das Unternehmen rund 90.000 EUR in die umfangreiche drei- bzw. vierjährige Ausbildung. Um die rund 50 verschiedenen Lehrberufe an den 39 Ausbildungsstandorten der voestalpine in der „D-A-CH-Region“ zu präsentieren, wurde auch dieses Jahr seitens voestalpine AG eine crossmediale Werbekampagne durchgeführt, die sich an Jugendliche wie auch an deren Eltern und Verwandte richtet. Ziel ist es, die Konzerngesellschaften bei der Suche nach den künftigen Jungfacharbeiter:innen bestmöglich zu unterstützen. Geworben wird im geografischen Umfeld der voestalpine-Standorte auf TikTok, Snapchat, YouTube und Instagram – also in jenen Medien, die Jugendliche gerne nutzen. Die parallele Ansprache der Zielgruppe Eltern leistet die Kampagne via Facebook und Google sowie über Kooperationen mit regionalen Printmedien. Die Jugendlichen selbst stehen im Vordergrund. Die Bildsprache und das Wording wurden unter Einbeziehung von voestalpine-Lehrlingen erarbeitet, die auch als Hauptdarsteller:innen und Testimonials auftreten. Das Motto „I choose“ steht für Selbstbestimmung, aber auch für den jugendlichen Touch und bildet die kreative Klammer der Kampagne. Die Kampagnen-Website www.voestalpine.com/ichoose ist im selben Look & Feel gestaltet wie die zahlreichen Kurzvideos und Fotos und bildet die Brücke zur Bewerbung für eine Ausbildung in der voestalpine.
Der voestalpine-Konzernlehrlingstag ist ein jährlicher Fixpunkt und fand bereits zum 11. Mal statt – nach drei Jahren virtueller Austragung erstmals wieder als Live-Event in der voestalpine Stahlwelt in Linz. Alle Auszubildenden im letzten Ausbildungsjahr wurden nach Linz ins Headquarter eingeladen, um einen ereignisreichen Tag mit Vorstandstalk, Werkstour, Team-Challenges und viel Spaß und Action zu erleben. Rund 400 Lehrlinge von 39 Standorten in Österreich, Deutschland und der Schweiz nutzten beim voestalpine-Konzernlehrlingstag am 10. Oktober 2023 die Gelegenheit, sich persönlich auszutauschen und die Konzernzentrale in Linz kennenzulernen. Als Highlight stand der gesamte voestalpine-Vorstand den Lehrlingen in einer Gesprächsrunde Rede und Antwort. Aktuelle Themen wie der Stufenplan greentec steel oder das neue Edelstahlwerk am Standort Kapfenberg stießen bei den Jugendlichen auf besonderes Interesse. EU-Jugendbotschafter und watchado-Gründer Ali Mahlodji motivierte mit seinem Impulsvortrag die Nachwuchsfachkräfte, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Zwischen den Programmpunkten gab es auch Gelegenheit zum intensiven Austausch mit Kolleg:innen anderer Standorte. Insgesamt war die Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder ein Festival der Wertschätzung und ein starkes Zeichen für den Stellenwert der Lehre in der voestalpine. Über 4.000 Lehrlinge haben in den letzten Jahren an den Lehrlingstagen teilgenommen und diesen besonderen Spirit erlebt.
Ausgezeichnete Lehrabschlusszahlen im Konzern versprechen eine solide Basis an Facharbeiter:innen für die Zukunft: 97,0 % der in Österreich, Deutschland und der Schweiz angetretenen Lehrlinge haben im Geschäftsjahr 2023/24 ihre Lehrabschlussprüfung bestanden. Von den österreichischen Absolvent:innen haben 61,6 % die Prüfung sogar mit gutem oder ausgezeichnetem Erfolg abgelegt.
Zahlreiche Erfolge der voestalpine-Lehrlinge bestätigen die Qualität ihrer Ausbildung, wie etwa der Vize-Europameistertitel in der Berufssparte Anlagenelektrik bei der EuroSkills-Berufsmeisterschaft in Danzig. Auch bei den österreichischen Berufsmeisterschaften AustrianSkills2023 war die voestalpine erfolgreich, stellte den Staatsmeister und belegte Platz 1 bis 3 in der Kategorie Anlagen- und Betriebstechnik. Damit ist die voestalpine bei den WorldSkills2024 in Frankreich und bei den EuroSkills2025 in Dänemark wieder vertreten. Das zeigt einmal mehr, dass die Fachkräfteausbildung der voestalpine ein Vorzeigebeispiel in der Industrie ist. Auch auf nationaler Ebene erreichten unsere Nachwuchsfachkräfte zahlreiche Auszeichnungen: Im September 2023 wurden im Zuge der „Stars of Styria“ insgesamt sechs Jungfacharbeiter:innen aus Kapfenberg geehrt. Allesamt sind sie Absolvent:innen einer regulären Lehre und haben ihre Lehrabschlussprüfung mit Auszeichnung abgelegt. Beim OÖ Lehrlingsaward der Wirtschaftskammer wurden gleich 17 Auszeichnungen an unsere voestalpine-Lehrlinge in Linz überreicht.
Ein besonderes Anliegen ist es uns, Frauen für technische Lehrberufe zu begeistern. Der Frauenanteil in technischen Lehrberufen konnte in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt werden und liegt aktuell bei 21,7 %. Mit Maßnahmen wie der Teilnahme an Berufsmessen und Besuchen in Schulen sowie dem Girls’ Day soll der Frauenanteil insbesondere in technischen Lehrberufen noch weiter gesteigert werden.
FÜHRUNGSKRÄFTEENTWICKLUNG
Auch im letzten Geschäftsjahr setzte die voestalpine unverändert auf eine breite konzernale Führungskräfteentwicklung auf Basis des bewährten „value:program“. 2023/24 haben 171 Mitarbeiter:innen aus 20 Ländern das mehrstufige Leadership-Programm gestartet. Gelungen ist darüber hinaus die Steigerung des Frauenanteils auf 32,7 % von rund 23 % im Vorjahr. Die zielgruppenspezifischen Aus- und Weiterbildungsprogramme finden für alle Führungsebenen als Präsenz- und Onlineschulungen statt und werden durch externe Postgraduates und Business Schools ergänzt. Neben umfangreichen Skills-Trainings durch international renommierte Expert:innen erweist sich vor allem die intensive Mitwirkung von Vertreter:innen aus dem voestalpine-Führungsteam als wertvoll. Sie engagieren sich als Speaker:innen, Projektbegleiter:innen oder als „Sparringpartner:innen“ im Rahmen eines breiten Erfahrungsaustausches. Die Mischung aus externem und internem Know-how und das Commitment zu hohen Standards in der Qualifikation machen das voestalpine-Leadership-Programm zu einem zentralen Baustein im Sinne des Anspruches „one step ahead“.
SONSTIGE ENTWICKLUNGSPROGRAMME
Um die relevanten Kompetenzen der Mitarbeiter:innen fachlich wie regional zielgerichtet zu fördern und zu stärken, betreibt der voestalpine-Konzern eine Reihe von weiteren Programmen. So etwa die „Purchasing Power Academy“, die „HR-Academy“, das „Early Career Program“ in Nordamerika oder in China das „Young Professional Training Program“ (YPTP).
Die letzte Durchführung des Early Career Programs in Nordamerika startete bereits Ende des Geschäftsjahres 2022/23. Nach acht spannenden und erlebnisreichen Monaten haben 31 Teilnehmer:innen erfolgreich das Early Career Program im Oktober 2023 abgeschlossen: ein einzigartiges Programm, das speziell Mitarbeiter:innen unserer nordamerikanischen Konzerngesellschaften während der frühen Stufen ihrer Karriereentwicklung intensiv begleitet. In drei Präsenzmodulen in Atlanta (USA, GA), Toronto (CAN, ON) und Chicago (USA, IL) wurde Theorie vermittelt und wurden Praxisbeispiele ausgetauscht.
MITARBEITER:INNEN-BEFRAGUNG
Infolge der letzten konzernweiten voestalpine-Mitarbeiter:innen-Befragung im Herbst 2022 startete der Aufarbeitungsprozess im Dezember 2022 mit der Präsentation der Ergebnisse in den Vorstandsgremien sowie der Verteilung der jeweiligen Ergebnisse in den Gesellschaften weltweit. Nachdem die Ergebnisse analysiert wurden, waren die Gesellschaften aufgefordert, zumindest die zwei wesentlichsten Maßnahmen an den Konzern zu berichten. Insgesamt wurden von 210 Gesellschaften 440 Maßnahmen reportet. Vorrangig konzentrierten sich diese – neben dem in der Befragung erhobenen Engagement-Wert – auf die abgefragten Handlungsfelder „Information & Kommunikation“, „Wertschätzung“ und „Zusammenarbeit zwischen Kolleg:innen“. Erstmalig wurde auch abgefragt, auf welchen der drei Unternehmenswerte der voestalpine die Maßnahmen einzahlen. Bei der Beantwortung waren Mehrfachnennungen möglich, weshalb die Ergebnisse zusammengezählt die Anzahl der Maßnahmen überschreiten: 339 Maßnahmen zielen auf „Gelebte Wertschätzung“, 171 auf „Nachhaltiges Handeln“ und 133 auf „Unternehmerisches Denken“ ab.
Im finalen Maßnahmenbericht (bis 31. März 2024) sind die Gesellschaften aufgefordert, den Umsetzungsstatus zu reporten, bevor die Vorbereitungen für die voestalpine-Mitarbeiter:innen-Befragung 2024 starten. Diese wird von 30. September bis 27. Oktober 2024 wieder weltweit stattfinden.
KOOPERATION MIT BILDUNGSEINRICHTUNGEN
Viele voestalpine-Gesellschaften bieten Studierenden die Möglichkeit, Praktika zu absolvieren. Einen Schwerpunkt bilden dabei wissenschaftliche Arbeiten in Kooperation mit voestalpine-Unternehmen. So laufen derzeit zahlreiche Diplom- und Masterarbeiten sowie Dissertationen in Zusammenarbeit mit dem Konzern. Auf innovative Formate für unterschiedliche Zielgruppen setzt die voestalpine, um sich künftigen Mitarbeiter:innen zu präsentieren: Dazu zählen zahlreiche Ausbildungskooperationen, Sponsoringmaßnahmen zur Ansprache Jugendlicher für ein Technikstudium sowie die Teilnahme an Karrieremessen oder den „#voestalpinetalks“ an der Montanuniversität Leoben – einer Kooperationsveranstaltung mit allen Studienvertreter:innen.
FORSCHUNG
UND ENTWICKLUNG
Die voestalpine AG betreibt selbst keine Forschung und Entwicklung, koordiniert jedoch die gruppenweiten Forschungs- und Entwicklungsprojekte.
UMWELT
UMWELTINVESTITIONEN UND -AUFWENDUNGEN
Die Umweltaufwendungen des voestalpine-Konzerns haben im Geschäftsjahr 2023/24 mit einem Anstieg um mehr als 7 % einen neuen Rekordwert erreicht, die Investitionen wurden auf konstant hohem Niveau gehalten.
Die laufenden Betriebsaufwendungen mit Umweltbezug stiegen um 7,2 % von 479,9 Mio. EUR auf 514,4 Mio. EUR. Im Zeitraum der vergangenen zehn Jahre summieren sich die Umweltaufwendungen der voestalpine damit bereits auf rund 3,3 Mrd. EUR.
Die Investitionen in umweltrelevante Anlagen erhöhten sich auf 45,8 Mio. EUR (Vorjahreswert lag bei 28,9 Mio. EUR).
ENTWICKLUNG DER UMWELTAUFWENDUNGEN
EU-EMISSIONSHANDEL/CO2-ZERTIFIKATE
Der Zertifikatepreis aus dem EU-Emissionshandel bewegte sich in der 1. Geschäftsjahreshälfte 2023/24 großteils in einer Bandbreite von 80 bis 90 EUR. In der Folge schwächte sich der Preis aber deutlich ab und erreichte im Februar 2024 mit rund 50 EUR den Tiefpunkt im Geschäftsjahr 2023/24. Über den gesamten Berichtszeitraum betrachtet verringerte sich der Zertifikatepreis um 32,8 % von 89,24 EUR per 31. März 2023 auf 59,98 EUR per 31. März 2024.
Der Zukaufsbedarf des voestalpine-Konzerns ergibt sich aus der Gesamtmenge benötigter Zertifikate (Höhe der Emissionen) abzüglich der zugeteilten Freizertifikate. Im Durchschnitt der letzten Jahre lag er bei rund einem Drittel der gesamten CO2-Emissionen.
Die ergebniswirksame Belastung durch den Zertifikatehandel belief sich im Geschäftsjahr 2023/24 demzufolge auf 231,6 Mio. EUR (Vorjahr: 242,1 Mio. EUR).
KLIMASCHUTZ
Das Klimaschutzprogramm greentec steel, mit dem die voestalpine Net-Zero-Emissionen bis spätestens 2050 erreichen will, befindet sich plangemäß in Umsetzung. Der politisch-regulatorische Rahmen für die europäische und nationale Energie- und Klimapolitik wurde im Berichtszeitraum punktuell konkretisiert, bleibt aber in wesentlichen Bereichen nach wie vor offen.
POLITISCHER RAHMEN
Auf EU-Ebene wurden 2023 einige wesentliche Materien, wie die Richtlinien zu Energieeffizienz, beschlossen bzw. befinden sich im Frühjahr 2024 industrie- und rohstoffpolitische Weichenstellungen kurz vor der finalen Trilog-Einigung zwischen Kommission, Rat und Parlament. Dazu gehören unter anderem der „Net-Zero Industry Act“ (NZIA), der für die Transformation wichtige Industrieaktivitäten unterstützen soll, und der „Critical Raw Materials Act“ (CRMA) zur Sicherstellung der (Binnen-)Versorgung mit dafür erforderlichen Rohstoffen.
Im Oktober 2023 begann zudem die dreijährige Probephase des CO2-Grenzausgleichsmechanismus (Carbon Border Adjustment, CBAM), dessen politisches Ziel in der vergleichbaren Behandlung von Importen bestimmter Produkte in die EU mit dem hier geltenden Niveau der CO2-Bepreisung liegt. Wer Waren in die EU einführt, muss demnach entweder ein dem EU-Emissionshandel (Emission Trading Scheme, ETS) entsprechendes System einer CO2-Bepreisung nachweisen oder andernfalls Einfuhrzölle entrichten.
CBAM umfasst zunächst die Sektoren Eisen, Stahl, Aluminium, Zement, Strom, Düngemittel, Wasserstoff sowie ausgewählte vor- und nachgelagerte Produkte. Mit dem „Echtbetrieb“ des weltweit ersten derartigen Grenzausgleichs ab 2026 ist in diesen Branchen ein schrittweises Auslaufen der Freizuteilung von Emissionshandelszertifikaten bis 2034 vorgesehen.
Nach wie vor ausständig sind jedoch Lösungen für Exporte aus der EU, um Mehrkosten aufgrund höherer Klimaschutzstandards gegenüber anderen Regionen auszugleichen und damit auch am Weltmarkt halbwegs vergleichbare Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.
Trotz grundsätzlich inhaltlich nachvollziehbarer Intention ist all diesen europäischen und nationalen Regularien gemein, dass sie mit teils überschießendem administrativem Mehraufwand verbunden sind. Deshalb bleibt abzuwarten, ob sie sowohl klima- als auch industriepolitisch tatsächlich positive Effekte mit sich bringen werden. Fest steht, dass der ursprünglich von der EU-Kommission in Aussicht gestellte Bürokratieabbau bislang nicht eingetreten ist.
Während wichtige Bestandteile des „Green Deals“ noch nicht final verabschiedet bzw. implementiert sind, wird auf EU-Ebene über die neuen Klimaziele 2040 diskutiert. Anfang Februar hat die EU-Kommission dazu ihre Vorstellungen veröffentlicht. Konkret wird ein Netto-Ziel von minus 90 % gegenüber 1990 in Verbindung mit einer „Industrial Carbon Management Strategy“ für nicht vermeidbare Restemissionen vorgeschlagen. Das betrifft vor allem Carbon Capture and Utilization bzw. Storage (CCUS).
Entscheidungen werden in der im 1. Halbjahr 2024 endenden Legislaturperiode des EU-Parlaments bzw. von der amtierenden Kommission zwar nicht mehr getroffen werden, die Implikationen einer erneuten Zielverschärfung wären jedoch erheblich, da sämtliche Materien des „Fit for 55“-Pakets einschließlich der legistischen Umsetzung auf nationaler Ebene angepasst werden müssten.
Ähnliche Diskussionen finden derzeit auch in den einzelnen EU-Mitgliedsländern statt. So wird sowohl in Österreich als auch in Deutschland an einer „Carbon-Management-Strategie“ gearbeitet, die aus voestalpine-Sicht aber sinnvollerweise integrierter Bestandteil der entsprechenden EU-Pläne sein muss.
Die Kernfrage für alle energieintensiven Branchen wird sein, wie die industrielle Transformation auf lange Sicht wirtschaftlich darstellbar gestaltet werden kann. Die wesentlichen Aspekte sind unverändert das künftige europäische und nationale Förderregime, die Entwicklung „grüner“ Leitmärkte für CO2-reduzierte Produkte sowie Verfügbarkeit, gesicherte Versorgung, Infrastruktur und wettbewerbsfähiges Preisniveau in Bezug auf erneuerbare Energien. Diese Herausforderungen sind von einzelnen Unternehmen nur eingeschränkt selbst zu bewältigen und bedürfen einer darauf ausgerichteten und akkordierten Industriepolitik. Die seit Anfang 2024 an Dynamik gewinnende Diskussion über einen neuen „Industrial Deal“ der Europäischen Union in der kommenden Legislaturperiode sollte nicht nur verstärktes Bewusstsein dafür schaffen, dass sämtliche relevanten Materien wie Klima, Energie, Wettbewerb, Handel, Finanzen, Forschung/Innovation integriert und koordiniert betrachtet werden müssen, sondern letztlich auch zu einer langfristig zukunftsfähigen industriepolitischen Agenda der EU und ihrer Mitgliedstaaten führen.
greentec steel: DAS ZUKUNFTSGERICHTETE KLIMASCHUTZPROGRAMM DER voestalpine
Mit greentec steel wird im voestalpine-Konzern ein ambitionierter Stufenplan schrittweise umgesetzt. greentec steel umfasst alle Aktivitäten und Innovationen der voestalpine auf dem Weg zur Stahlerzeugung mit Net-Zero-Emissionen. Der voestalpine-Konzern verpflichtet sich im Rahmen der Science Based Targets Initiative (SBTi) die Summe der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 30 % sowie die Scope-3-Emissionen um 25 % jeweils bis 2029 gegenüber dem Referenzjahr 2019 zu reduzieren. Die Zielerreichung 2029 unterliegt dabei auch externen Faktoren und Einflussgrößen wie beispielsweise Rohstoffen, Energie und Konjunktur. greentec steel sieht unterschiedliche technologische Optionen mit hohem CO2-Minderungspotenzial vor. Der Stufenplan bietet der voestalpine dadurch ein gewisses Maß an Flexibilität, um auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können und zugleich das betriebswirtschaftliche Risiko auf ein handhabbares Ausmaß zu begrenzen.
greentec steel umfasst im ersten Schritt ein Investitionsvolumen von rund 1,5 Mrd. EUR. Damit werden zunächst an den Standorten Linz und Donawitz zwei grünstrombetriebene Elektrolichtbogenöfen installiert und zwei kohlebasierte Hochofenaggregate stillgelegt. Je nach Qualitätsanforderungen kommt dabei ein Mix der Einsatzstoffe aus Schrott, flüssigem Roheisen und Hot Briquetted Iron (HBI) zum Einsatz. Das benötigte HBI bezieht die voestalpine primär über die Direktreduktionsanlage in Texas/USA, die sich seit 2022 mehrheitlich im Besitz eines globalen Stahlproduzenten befindet, 20 % gehören der voestalpine mit langfristig gesicherten Abnahmeverträgen.
Inzwischen sind die Entscheidungen für die Anlagen und Lieferant:innen gefallen und der Bau der Elektrolichtbogenöfen konnte beginnen. Die österreichische Bundesregierung hatte dafür eine Förderung von rund 90 Mio. EUR im Rahmen des Programms „Transformation der Industrie“ bestätigt. Der Abschluss des Verfahrens zur Umweltverträglichkeitsprüfung für die erforderliche Ertüchtigung des Stromnetzes ist am Standort Donawitz abgeschlossen und am Standort Linz zum Zeitpunkt der Berichtserstellung bevorstehend. Nach geplanter Fertigstellung 2027 und erfolgtem Hochlauf können jährlich 2,5 Mio. t CO2-reduzierten Stahls erzeugt werden.
Das langfristige Konzept der voestalpine, um im Einklang mit dem Zielpfad des EU-Emissionshandels bis spätestens 2050 Net-Zero-Emissionen zu erzielen, besteht aus mehreren modularen Technologieschritten und -optionen. Diese stellen gleichermaßen auf den größtmöglichen CO2-Minderungseffekt unter Berücksichtigung der tatsächlichen Realisierbarkeit (z. B. in Bezug auf die Verfügbarkeit von Roh- und Einsatzstoffen sowie erneuerbarer Energien einschließlich entsprechender Infrastrukturen) ab.
Die wesentlichen Elemente und Meilensteine des Klimaschutzprogramms greentec steel umfassen im Überblick (Referenzjahr 2019 für Scope 1 und 2):
Bis 2029: Phase 1 mit Zielsetzung minus 30 % CO2-Emissionen
- » Investition in zwei mit erneuerbarem Strom betriebene Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz und Stilllegung zweier kohlebasierter Hochöfen.
Ab 2030 bis 2035: Phase 2 mit angestrebten minus 50 % CO2-Emissionen
- » Fokus auf direkte CO2-Vermeidung durch weiteren Ersatz fossiler Roheisenerzeugung sowie voraussichtlich ergänzende Nutzung von CO2-Abscheide- und -Verwertungstechnologien (Carbon Capture Storage bzw. Utilization).
Bis spätestens 2050: Phase 3 mit Zielsetzung Net-Zero-CO2-Emissionen
- » Fokus auf Ersatz der verbleibenden fossilen Roheisenkapazitäten unter Einsatz fossilfreier Energieträger, etwa von „grünem“ Wasserstoff und Bioenergien, sowie Abscheidung von CO2 (CCUS) mit dem Ziel größtmöglicher Flexibilität bei gleichzeitig tatsächlich wirtschaftlicher Realisierbarkeit der Net-Zero-Strategie.
- » Die finalen Entscheidungen werden in Übereinstimmung mit Investitionszyklen und nach Maßgabe der dann absehbaren Voraussetzungen erst zu einem späteren Zeitpunkt getroffen.
BETRIEBLICHE MASSNAHMEN
Bereits im Geschäftsjahr 2022/23 hat die voestalpine konzernweit eine Ausbauoffensive für die Erzeugung erneuerbarer Eigenenergie gestartet. Diese inkludiert die Installation von PV-Anlagen auf technisch geeigneten Gebäudedächern und Freiflächen wie auch die Investition in Wind- und Wasserkraft. Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde die Expansion der erneuerbaren Energieproduktion weiter vorangetrieben. Zusätzlich wird an europäischen Standorten die Errichtung von E-Ladestationen weiter forciert.
An den Standorten der High Performance Metals Division wird kontinuierlich daran gearbeitet, den Energieverbrauch zu reduzieren und ihn vermehrt aus erneuerbaren Quellen zu decken. Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde unter anderem am Standort Johannesburg in Südafrika eine 187,5-kWp-Photovoltaikanlage installiert. An Produktionsstandorten laufen zudem Initiativen zum Ersatz fossiler Brennstoffe durch nachhaltige Alternativen. Dazu gehören Projekte zur Erzeugung von Biomethan und die Evaluierung der Auswirkungen von Wasserstoff als Energieträger auf die Produkte und Prozesse der High Performance Metals Division. Im schwedischen Werk Hagfors werden bereits 50 % des Erdgasbedarfs durch Biomethan gedeckt und die Umstellung der Wärmebehandlungsöfen auf Strom wird forciert.
Die High Performance Metals Division treibt kontinuierlich die Verbesserung der Energieeffizienz voran. Im vergangenen Jahr wurden so rund 70 GWh Energie eingespart. Zu den umgesetzten Maßnahmen zählen die Optimierung der Verbrennungstechnik, die Umstellung der Erwärmungstechnologie bei Öfen, die Installation effizienter LED-Beleuchtungssysteme, diverse Optimierungen der Anlagensteuerung sowie zahlreiche Prozessverbesserungen.
Die High Performance Metals Division hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen (Scope 1 und Scope 2) bis 2029 um 50 % gegenüber 2019 zu reduzieren. Der Fortschritt und die Zielerreichung werden anhand einer detaillierten Roadmap, welche auf Einzelprojekten basiert, überwacht.
Das neue Edelstahlwerk in Kapfenberg, Österreich, leistet mit seiner hocheffizienten Technologie, geschlossenen Wasserkreisläufen und effizienter Wärmeauskopplung einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung von Umweltauswirkungen und setzt weltweit neue Maßstäbe.
Die Möglichkeiten zur Hebung noch vorhandener Energieeinsparungspotenziale an den Standorten, die konventionell Rohstahl produzieren, sind begrenzt. Dennoch wurden am österreichischen Standort Donawitz der Metal Engineering Division bedeutende Fortschritte gemacht. Eine neu installierte Anlage zur Brennluftvorwärmung führt zu einer Energieeinsparung von 27.000 MWh pro Jahr. Zusätzlich reduziert die Implementierung einer Erdgasexpansionsmaschine den jährlichen Energiebedarf um weitere 2.200 MWh, indem sie die Energie aus dem Druckunterschied zwischen externem und internem Gasnetz in Strom umwandelt und somit nutzbar macht. Darüber hinaus wurden Maßnahmen zur erneuerbaren Eigenstromerzeugung am Standort gesetzt. So wurden PV-Anlagen auf dem Werksrestaurant und einem Industriegebäude errichtet, die den generierten Strom direkt ins Werksnetz einspeisen.
Am Standort der Metal Engineering Division in Kindberg, Österreich, ist die Erweiterung der PV-Anlagenkapazität im Gange. Durch Prozessoptimierungsmaßnahmen und die Verbesserung der Abgasrückführung an verschiedenen Wärmeaggregaten konnten die Wärmeverluste im Berichtszeitraum minimiert werden. Ein weiteres Highlight am Standort ist die Auskopplung von Fernwärme, die im Endausbau bis zu 15.000 MWh in das Fernwärmenetz der Stadt Kindberg einspeisen kann, wodurch sich der Primärenergieeinsatz in der Region signifikant verringern wird.
Auch in der Metal Forming Division wurden an unterschiedlichen Standorten PV-Anlagen errichtet. Dabei kamen vielfach Aufständerungen aus Eigenproduktion („iFIX“) zum Einsatz. Mehrere Standorte stellten zudem auf energiesparende LED-Hallenbeleuchtungen um, wodurch der Stromverbrauch weiter reduziert werden konnte.
Darüber hinaus hat die voestalpine Precision Strip GmbH durch die Modernisierung der hauseigenen Wasserkraftwerke und die Errichtung einer PV-Anlage den Anteil an Strom aus Eigenerzeugung erhöht. Die Nutzung von Abwärme der eigenen Anlagen und der Abwärmebezug vom Nachbarbetrieb (Sektorkopplung) zur Hallenheizung verringerte den Erdgasbezug und somit die CO2-Emissionen.
In der Steel Division sind die Arbeiten für greentec steel bereits voll angelaufen. Im abgelaufenen Kalenderjahr erfolgte der Baubeginn des Elektrolichtbogenofens. Dazu wurden bereits die Arbeiten an der neuen Stromanspeisung im Microtunneling-Verfahren aufgenommen sowie eine neue Förderbandbrücke zur Rohstoffversorgung umgesetzt.
Neben greentec steel lag ein weiterer Fokus der Division auf dem Ausbau der erneuerbaren Eigenenergieerzeugung. So konnte im abgelaufenen Kalenderjahr 2023 etwa auf der Produktionshalle der Gießerei eine weitere PV-Anlage mit fast 1.400 kWp Leistung in Betrieb genommen werden.
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag zudem auf dem CO2-reduzierten Produktportfolio. Bereits seit 2021 bietet die voestalpine alle Flachstahl- und Grobblechprodukte, die am Standort Linz produziert werden, auch in einer greentec steel Edition an. Durch Optimierungsmaßnahmen in der Prozessführung, etwa bei Schrotteinsatz und Reduktionsmitteln, und den Einsatz erneuerbaren Stroms weisen diese Produkte einen um rund 10 % geringeren CO2-Fußabdruck auf, wodurch seit Projektbeginn mehr als 200.000 t CO2 entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingespart werden konnten. Neben der Automobilindustrie wird auf diese Weise erzeugter Stahl u. a. bereits bei Kund:innen im Fassadenbau, in der Gebäudetechnik, im Kranbau und in der Heizungs- und Wärmepumpenindustrie eingesetzt.
PRODUCT SUSTAINABILITY
Die politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen in Europa zielen darauf ab, das Wirtschaftssystem in Richtung Kreislaufwirtschaft („Circular Economy“) umzugestalten. Dabei kommt der Nachhaltigkeit entlang der Liefer- und Wertschöpfungsketten besondere Bedeutung zu.
Das Konzept der Kreislaufwirtschaft erfordert eine Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette von Produkten nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten über alle Phasen des Lebenszyklus – von Rohstoffen über Produktion, Nutzung bzw. Konsum bis zum Lebensende, das seinerseits wieder den Beginn eines neuen Lebenszyklus darstellt.
In der voestalpine wird das Anliegen der Kreislaufwirtschaft auf Prozess- und Produktebene in vielen Bereichen seit Langem umgesetzt und laufend weiterentwickelt.
Stahlprodukte sind an sich langlebig und tragen zur Weiterentwicklung des Kreislaufwirtschaftsansatzes bei. Moderne Leichtbaustähle und Fertigungsverfahren wie beispielsweise Additive Manufacturing ermöglichen es, den Materialeinsatz in Produkten zu verringern. In der Nutzungsphase können Stahlprodukte mit verschiedenen Verfahren repariert und wieder instandgesetzt werden, wodurch sich die Lebensdauer verlängert. Aufgrund ihrer Beständigkeit und Langlebigkeit lassen sich Stahlprodukte auch wiederverwenden und immer wieder recyceln. So dienen sie am Ende ihrer Lebensdauer als Sekundärrohstoff, aus dem wieder neue hochwertige Stahlprodukte hergestellt werden können. Stahl ist multirecyclingfähig, das heißt, der Kreislauf ist geschlossen und kann beliebig oft wiederholt werden. Einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft stellt auch der Einsatz von Abfall- und Kreislaufstoffen aus der eigenen Stahlproduktion, aber auch von Abfällen und Sekundärrohstoffen aus externen Produktionsprozessen dar. Die Nebenprodukte aus der Stahlherstellung können ihrerseits als Sekundärrohstoffe zur Herstellung von Produkten in anderen Industriesektoren dienen. Ein Beispiel für solche industriellen Symbiosen sind Hüttensande, die in der Stahlerzeugung anfallen. Sie werden von der Zementindustrie als Zumahlstoffe eingesetzt, was natürliche Ressourcen schont und den CO2-Ausstoß bei der Herstellung von Zement reduziert. Durch Forschung und Entwicklung fördert die voestalpine die effiziente Nutzung von alternativen bzw. sekundären Rohstoffquellen.
Der voestalpine-Schwerpunkt bei der Ermittlung der Nachhaltigkeit von Produkten („Product Sustainability“) liegt derzeit auf ökologischen Aspekten, also der Analyse der Umweltauswirkungen von Produkten und deren Dekarbonisierung. Ein zentrales Element und methodisches Werkzeug ist dabei die Lebenszyklusanalyse („Life Cycle Assessment“; LCA). Diese erfordert einheitliche, belastbare und global vergleichbare Methoden, die dazu beitragen können, ein internationales Level Playing Field zu schaffen und dadurch nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu fördern.
Umweltproduktdeklarationen („Environmental Product Declarations“; EPDs) sind für die voestalpine ein wesentliches Werkzeug, um die Umweltauswirkungen von Produkten anhand einer Lebenszyklusbetrachtung zu ermitteln und zu kommunizieren. EPDs basieren auf den internationalen Normen EN 15804 und ISO 14025 und werden von unabhängigen Dritten geprüft und verifiziert. Die voestalpine hat für zahlreiche Produkte (beispielsweise warmgewalztes Stahlband, feuerverzinktes Stahlband, warmumgeformte Stahlpressteile, Spannbeton-Weichenschwellen, Schienen und Nahtlosrohre) aus den verschiedenen Bereichen des Konzerns Umweltproduktdeklarationen im Deklarationsprogramm des Instituts Bauen und Umwelt e.V. (IBU) gelistet und veröffentlicht. EPDs für diverse weitere Produkte der voestalpine werden laufend vorbereitet.
Produktentwicklung ist untrennbar mit der Kreislaufwirtschaft verbunden. Bei der Transformation in Richtung einer weitgehend CO2-freien Herstellung soll eine gleichbleibend hohe Qualität der Produkte und Werkstoffe gesichert werden. Eine Technologietransformation hat darüber hinaus auch Einfluss auf bestehende Stoff- und Materialkreisläufe sowie industrielle Symbiosen und erfordert daher eine Weiter- bzw. Neuentwicklung sektoraler und sektorübergreifender Kreislaufwirtschaftsansätze.
Regelmäßige Dialoge mit den verschiedenen Stakeholder:innen zur Dekarbonisierung und Produktnachhaltigkeit entlang der Liefer- und Wertschöpfungsketten tragen dazu bei, die Strategie der voestalpine für eine CO2-reduzierte und langfristig auch klimaneutrale Stahlproduktion kontinuierlich weiterzuentwickeln und Schritt für Schritt zu konkretisieren.
Um für die Stakeholder:innen größtmögliche Transparenz zu schaffen und die Transformationsschritte vergleichbar zu machen, hat sich der voestalpine-Konzern im Rahmen der Science Based Targets initiative (SBTi) verpflichtet, Ziele zur Reduktion der Treibhausgasemissionen zu setzen. Die Zielvorschläge für sogenannte „Near-Term Science Based Targets“ der voestalpine wurden von SBTi geprüft und validiert und sind in Übereinstimmung mit dem 2-Grad- Reduktionspfad (well-below 2°C trajectory).
Als Teil der umfassenden Dekarbonisierungsstrategie hat die Steel Division mit dem Klimaprojekt „CO2-reduzierter Stahl“ am Standort Linz bereits kurzfristige Dekarbonisierungsmaßnahmen umgesetzt. Das Ziel ist die Einsparung von direkten CO2-Emissionen entlang der bestehenden Stahlerzeugungsprozesse. Die Umweltauswirkungen der dabei hergestellten Produkte, insbesondere der Carbon Footprint, werden auf Basis einer Lebenszyklusbetrachtung nach international anerkannten Methoden und Standards ermittelt und ausgewiesen.
In den Liefer- und Wertschöpfungsketten spielen nachhaltige und dekarbonisierte Produkte eine immer bedeutendere Rolle. Deshalb ist es unbedingt erforderlich, einheitliche Definitionen, Methodiken und Rahmenbedingungen und damit ein Level Playing Field im internationalen Wettbewerb für sogenannte Sustainable Products zu schaffen.
Branchenübergreifende Inititativen können diese Entwicklung unterstützen. Dazu zählt beispielsweise die Initiative ResponsibleSteel, der die voestalpine als eines der ersten Stahlunternehmen im Jahr 2019 beigetreten ist.
BERICHT ÜBER DIE RISIKEN
DES UNTERNEHMENS
Aktives Risikomanagement, wie es im voestalpine-Konzern verstanden und regelmäßig angewendet wird, dient der langfristigen Sicherung des Unternehmensbestands wie auch der Wertsteigerung und stellt somit einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Vorgaben zum Risikomanagement sind in Form einer konzernweit gültigen Verfahrensanweisung verankert, das Risikomanagementsystem wird laufend aktualisiert bzw. weiterentwickelt. Um Unternehmensziele bestmöglich zu erreichen, unterstützt der systematische Risikomanagementprozess das Management dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Abwendung oder Vermeidung von Gefahren einzuleiten. Im Sinne einer nachhaltigen, verantwortungsbewussten und wertorientierten Unternehmensführung ist Risikomanagement integraler Bestandteil von Entscheidungs- und Geschäftsprozessen aller Unternehmensbereiche sowie Hierarchiestufen und umfasst auch einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen und der Umwelt sowie die Beachtung regulatorischer Anforderungen. Risikomanagement erstreckt sich über die strategische wie auch die operative Ebene. Risikomanagement ist maßgebliches Element für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg und leistet einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung der Unternehmensstrategie und der daraus abgeleiteten Zielsetzungen.
Das strategische Risikomanagement dient der Evaluierung und Absicherung der strategischen Zukunftsplanungen. Die Strategie wird auf Konformität mit dem Zielsystem überprüft, um wertsteigerndes Wachstum durch bestmögliche Ressourcenallokation sicherzustellen. Im Risikomanagementprozess aufgezeigte Chancen werden aufgegriffen und im Strategieprozess berücksichtigt und weiterverfolgt. Das operative Risikomanagement, im Zuge dessen auch auf entsprechende Strategiekonformität geachtet wird, basiert auf einem mehrfach jährlich und konzernweit einheitlich zu durchlaufenden Prozess („identifizieren und analysieren, bewerten, bewältigen, dokumentieren und überwachen“).
- » Zur Risikoidentifikation steht ein unterstützender Fragenkatalog zur Verfügung, der regelmäßig auf Aktualität geprüft und bei Bedarf entsprechend angepasst wird.
- » Die Bewertung identifizierter Risiken erfolgt anhand einer Neun-Felder-Bewertungsmatrix mit Beurteilung der möglichen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit. Im Wesentlichen werden Betriebs-, Markt-, Beschaffungs-, Technologie-, Finanz-, Personal-, Compliance-, IT- und Umweltrisiken sowie weitere Nachhaltigkeitsrisiken auf strategischer und operativer Ebene dokumentiert.
- » Maßnahmen zur Risikobewältigung verfolgen unter Berücksichtigung von Risikoappetit und
-tragfähigkeit unterschiedliche Strategien (wie „Vermeiden“, „Vermindern“, „Sichern“ sowie Kombinationen daraus und – sofern aus wirtschaftlichen Überlegungen keine weiteren Maßnahmen sinnvoll erscheinen – „Tragen“ des Risikos), Maßnahmenfestlegung und -umsetzung liegen im Verantwortungsbereich des lokalen Managements. - » Der Risikomanagementprozess wird inkl. Dokumentation und Monitoring durch ein spezielles webbasiertes IT-System unterstützt.
In den operativen Einheiten sind Risikomanager:innen nominiert, die in Abstimmung mit dem jeweiligen Management den Risikomanagementprozess in deren Einheiten aktiv vorantreiben und auch dezentral verantworten. Erkenntnisse des Risikomanagementprozesses sind auch Bestandteil der regelmäßigen divisionalen bzw. konzernalen Controllinggespräche, in denen wesentliche Veränderungen in der Risikolandschaft auf Ebene der Business Units bzw. auf Divisionsebene berichtet werden. Dem Vorstand der voestalpine AG wird standardisiert halbjährlich sowie bei Bedarf ad hoc zum Risikomanagement berichtet. Die Gesamtverantwortung zum Risikomanagement liegt beim Vorstand der voestalpine AG.
Der Prüfungsausschuss der voestalpine AG befasst sich unter anderem kontinuierlich auch mit Fragen zum Risikomanagement und zum Internen Kontrollsystem bzw. zu dessen Überwachung. Risikomanagement wie auch Internes Kontrollsystem sind im voestalpine-Konzern integrale Bestandteile bestehender Managementsysteme. Die Interne Revision prüft Betriebs- und Geschäftsabläufe und die damit verbundenen Risiken sowie das Interne Kontrollsystem (IKS) und agiert in der Berichterstattung wie auch bei der Wertung der Prüfungsergebnisse als unabhängiger und weisungsfreier unternehmensinterner Bereich. Die Funktionsfähigkeit des eingerichteten Risikomanagementsystems wird wiederum jährlich durch eine:n externe:n Auditor:in überprüft und beurteilt (Regel 83 ÖCGK). Dem Prüfungsausschuss wird ebenfalls halbjährlich zum Risikomanagement berichtet.
BESCHREIBUNG WESENTLICHER RISIKOFELDER
Die im Vorjahresgeschäftsbericht dargestellten wesentlichen Risikofelder und deren Vorsorgemaßnahmen haben nach wie vor Gültigkeit:
- » GEOPOLITISCHE KONFLIKTE UND DEREN AUSWIRKUNGEN
Das abgelaufene Geschäftsjahr war weiterhin geprägt von geopolitischen Konflikten bzw. Spannungen. Geopolitische Entwicklungen – insbesondere der Ukraine-Krieg – wurden und werden weiterhin laufend beobachtet, um auch künftig etwaige Auswirkungen auf den voestalpine-Konzern frühzeitig zu erkennen und mit einer robusten und nachhaltigen Organisation in einem sich ständig wandelnden geopolitischen Umfeld möglichen Risiken proaktiv und bestmöglich entgegenzuwirken. Die bereits zu Beginn des Ukraine-Kriegs initiierten bzw. abgeleiteten Aktivitäten zur Aufrechterhaltung bzw. Sicherung der Versorgung mit relevanten Rohstoffen bzw. zur Gasversorgung haben weiterhin ihre Gültigkeit und sind im Kapitel „Rohstoffverfügbarkeit, Energieversorgung“ angeführt.
- » RISIKEN DER DEKARBONISIERUNG / KLIMASCHUTZPROGRAMM greentec steel
Die voestalpine AG bekennt sich zum Pariser Klimaabkommen, welches darauf abzielt, den Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur deutlich unter 2°C über dem vorindustriellen Niveau zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, um den Temperaturanstieg auf 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Darauf aufbauend hat sich die Europäische Union im Rahmen des europäischen Grünen Deals mit dem Europäischen Klimagesetz das verbindliche Ziel gesetzt, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Dies setzt voraus, dass die derzeitigen Treibhausgasemissionen in den nächsten Jahrzehnten erheblich zurückgehen. Mit greentec steel wird im voestalpine-Konzern ein ambitionierter Stufenplan schrittweise umgesetzt, greentec steel umfasst alle Aktivitäten und Innovationen der voestalpine auf dem Weg zur Stahlerzeugung mit Net-Zero-Emissionen. Der voestalpine-Konzern verpflichtet sich im Rahmen der Science Based Targets initiative (SBTi) die Summe der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 30 % sowie die Scope-3-Emissionen um 25 % jeweils bis 2029 gegenüber dem Referenzjahr 2019 zu reduzieren. Die Zielerreichung 2029 unterliegt dabei auch externen Faktoren und Einflussgrößen wie beispielsweise Rohstoffen, Energie und Konjunktur.
Das langfristige Konzept der voestalpine, um im Einklang mit dem Zielpfad des EU-Emissionshandels bis spätestens 2050 Net-Zero zu produzieren, besteht aus mehreren modularen Technologieschritten und -optionen. Diese zielen gleichermaßen auf den größtmöglichen CO2-Minderungseffekt unter Berücksichtigung der tatsächlichen Realisierbarkeit (z. B. in Bezug auf den jeweiligen politischen und rechtlichen Rahmen, die Verfügbarkeit von Roh- und Einsatzstoffen sowie erneuerbarer Energien als auch entsprechender Infrastrukturen) bzw. der wirtschaftlichen Realisierbarkeit ab. Die wesentlichen Elemente des Klimaschutzprogramms greentec steel umfassen im Überblick (Referenzjahr 2019 für Scope 1 und Scope 2):
- » Bis 2029: Phase 1 mit Zielsetzung minus 30 %
greentec steel umfasst im ersten Schritt ein Investitionsvolumen von rund 1,5 Mrd. EUR. Damit werden zunächst an den Standorten Linz und Donawitz zwei grünstrombetriebene Elektrolichtbogenöfen installiert und zwei kohlebasierte Hochofenaggregate stillgelegt. Je nach Qualitätsanforderungen kommt dabei ein Mix der Einsatzstoffe aus Schrott, flüssigem Roheisen und HBI („Hot Briquetted Iron“) zum Einsatz. Das benötigte HBI bezieht die voestalpine primär über die Direktreduktionsanlage in Texas/USA, die sich seit 2022 mehrheitlich im Besitz eines globalen Stahlproduzenten befindet, 20 % gehören der voestalpine mit entsprechend langfristig gesicherten Abnahmeverträgen.
Nach Erhalt der Förderzusage in Höhe von 90 Mio. EUR von der österreichischen Bundesregierung im Rahmen des aus der Umweltförderung im Inland dotierten Programms „Transformation der Industrie“ und den Anlagen- und Lieferanten-Entscheidungen ist zwischenzeitlich der Baubeginn erfolgt. Der Abschluss des Verfahrens zur Umweltverträglichkeitsprüfung für die erforderliche Ertüchtigung des Stromnetzes ist am Standort Donawitz abgeschlossen und am Standort Linz zum Zeitpunkt der Berichtserstellung bevorstehend. Nach geplanter Fertigstellung 2027 können nach erfolgtem Hochlauf jährlich 2,5 Mio. t CO2-reduzierten Stahls erzeugt werden.
- » Ab 2030 bis 2035: Phase 2 mit angestrebten minus 50 %
Fokus auf direkte CO2-Vermeidung durch weiteren Ersatz fossiler Roheisenerzeugungskapazitäten sowie voraussichtlich ergänzende Nutzung von CO2-Abscheide- und Verwertungstechnologien (Carbon Capture Utilization bzw. Storage).
- » Bis spätestens 2050: Phase 3 mit Zielsetzung Net-Zero- Emissionen
Fokus auf Ersatz der verbleibenden fossilen Roheisenkapazitäten unter Einsatz von fossilfreien Energieträgern, etwa „grünem“ Wasserstoff und Bioenergien, sowie Abscheidung von CO2 (CCUS) mit dem Ziel größtmöglicher Flexibilität bei gleichzeitig tatsächlich wirtschaftlicher Realisierbarkeit der Net-Zero-Strategie. Finale Entscheidungen werden in Übereinstimmung mit Investitionszyklen und nach Maßgabe der dann absehbaren Voraussetzungen erst zu einem späteren Zeitpunkt getroffen.
Für das zukunftsgerichtete Klimaschutzprogramm greentec steel, welches sich über mehrere Jahre erstreckt und im ersten Schritt Investitionen im Umfang von rund 1,5 Milliarden Euro umfasst, sind mögliche Risiken in unterschiedlicher Ausprägung aufgrund der Komplexität des Gesamtprojekts, zeitlicher Planänderungen und mit Blick auf die internen und externen Finanzierungsmöglichkeiten nicht auszuschließen. Grundsätzlich wird für wichtige Teilprojekte wie beispielsweise den Bau der Elektrolichtbogenöfen auf erfahrene Anlagenbauer:innen zurückgegriffen. Insbesondere werden Risikoanalysen zu erwarteten Kostensteigerungen stetig in einer Projektorganisation detailliert festgehalten und Maßnahmen entwickelt und evaluiert. Hierzu wird regelmäßig an den Vorstand und Aufsichtsrat der voestalpine AG berichtet. Derzeit stuft die voestalpine eine finanzielle Belastung über das geschätzte Investitionsvolumen hinaus als unwahrscheinlich ein. Die installierte greentec steel-Projektmanagementorganisation beobachtet ebenso die der Investitionsentscheidung zugrunde liegenden Basisannahmen wie Absatzerwartungen, Rohstoff- und Energiepreisprämissen sowie deren Verfügbarkeiten und regulatorische Veränderungen. Die Entwicklungen werden stetig mit der aktuellen Lage und dem Projektfortschritt abgeglichen. greentec steel bietet unterschiedliche technologische Optionen (wie Elektrifizierung, Wasserstofftechnologien, Einsatz von biogenen Energieträgern, etc.) mit hohem CO2-Minderungspotenzial. Der Stufenplan ermöglicht der voestalpine dadurch in der Zielerreichung ein gewisses Maß an Flexibilität, um auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können und zugleich das betriebswirtschaftliche Risiko auf ein handhabbares Ausmaß zu begrenzen.
Mit dem Stufenplan greentec steel zur Transformation der Stahlproduktion wurde das größte Klimaschutzprogramm in Österreich gestartet. Für die erfolgreiche Umsetzung des Stufenplans auch für Phase 2 und Phase 3 braucht es allerdings noch entsprechende Rahmenbedingungen, damit gegenüber anderen Märkten keine Nachteile entstehen. Eine Grundvoraussetzung zur Transformation ist eine ausreichende Verfügbarkeit von Energie aus erneuerbaren Quellen zu wirtschaftlich darstellbaren, wettbewerbsfähigen Preisen.
Weitere mit greentec steel verbundene Risiken (wie Rohstoff- und Energieverfügbarkeit, Projektmanagement, Unsicherheiten in der Gesetzgebung, Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal) sind den nachfolgenden Kapiteln zu entnehmen.
CO2-reduzierter Stahl wird schon jetzt in Form der greentec steel Edition an knapp 40 Kund:innen geliefert. Somit wird die voestalpine dem steigenden Bedürfnis nach innovativen Produktlösungen schon jetzt gerecht.
- » ROHSTOFFVERFÜGBARKEIT, ENERGIEVERSORGUNG
Zur langfristigen Absicherung der Rohstoff- und Energieversorgung in den erforderlichen Qualitäten und Mengen verfolgt der voestalpine-Konzern bereits seit vielen Jahren eine den erhöhten politischen und wirtschaftlichen Risiken dieses globalisierten Marktes entsprechende diversifizierte Beschaffungsstrategie. Diese wird auch aufgrund der unterschiedlichen Dekarbonisierungsaktivitäten sowie durch geopolitische Entwicklungen (wie den Ukraine-Konflikt) zusätzlich bekräftigt.
- » So sind zum Beispiel seit Beginn des Ukraine-Krieges, um die Versorgung der Produktionswerke (insbesondere der Stahlwerke in Österreich) mit relevanten Rohstoffen (wie z. B. Erz, Erzpellets, PCI-Kohle, Legierungen) sicherzustellen, alternative Bezugsquellen und Transportwege aktiviert. Das Halten von Vorräten an kritischen Rohstoffen (wie bei Erz und Kohle) trägt ebenfalls dazu bei, kurzfristige Versorgungsengpässe zu überbrücken.
- » Weiters hat sich der voestalpine-Konzern vertraglich eigene Gasspeicherkapazitäten gesichert, um die Gasversorgung (insbesondere für die Wärmebehandlung und für die Walzwerke an den österreichischen Standorten) sicherzustellen. Mit einem damit bestehenden Gasspeichervorrat von 1,5 TWh kann im Ernstfall bei völligem Ausfall der externen Versorgung drei Monate lang der Vollbetrieb bzw. in Abhängigkeit von der jeweiligen Produktionsfahrweise ein Teilbetrieb über einen entsprechend längeren Zeitraum aufrechterhalten werden. Darüber hinaus wurde und wird mit bestehenden wie auch neuen Lieferant:innen an der laufenden Ausweitung der Gasbezugsquellen gearbeitet. So werden zum Beispiel verstärkt Gaslieferungen aus nicht-russischer Provenienz abseits der konventionellen russisch/ukrainischen Transportrouten nach Österreich weitertransportiert, die für den laufenden Betrieb genutzt werden. Bei einem möglichen Gasengpass würden zudem Notfallpläne in Kraft treten, bei denen die Produktion schrittweise an die verfügbaren Energiemengen angepasst werden könnte. Nicht zuletzt wäre es durch die internationale Ausrichtung des Konzerns mit weltweit 500 Gesellschaften und Standorten – und damit zahlreichen nicht betroffenen Standorten außerhalb Europas – möglich, Produktionsengpässe zum Teil auch zu kompensieren. Durch die rasche Anpassung der Versorgungs- und Logistikprozesse an die neuen Herausforderungen könnten Engpässe vermieden werden.
- » Langfristige Lieferbeziehungen, langfristige Lieferverträge, die weitere Ausweitung des Lieferant:innen-Portfolios sowie Optimierung der Eigenversorgung und der Kreislaufwirtschaft (zum Beispiel sollen im Bereich Schrott durch weiteren Ausbau bzw. Aufbau von Liefermöglichkeiten mit Kund:innen, Lieferant:innen und Prozesspartner:innen die Möglichkeiten einer Circular Economy entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter intensiviert werden) bilden die Kernelemente einer diversifizierten Beschaffungsstrategie, die angesichts der geopolitischen Ereignisse und auch der gegebenen Volatilität auf den Rohstoffmärkten noch zusätzlich an Bedeutung gewonnen haben. (Näheres dazu im Kapitel „Rohstoffe“ dieses Lageberichtes).
Entwicklungen zur Energie- und insbesondere zur Erdgas- bzw. zur Rohstoffversorgung werden insbesondere auch auf Basis geopolitischer Entwicklungen laufend beobachtet und im regelmäßigen Austausch zwischen Expert:innen und Vorstand bewertet.
Im Bereich der Energieversorgung wird die Erschließung alternativer Energieressourcen laufend untersucht und vorangetrieben. Motivation dafür sind nicht nur der eingangs erwähnte Ukraine-Krieg und die damit verbundenen Aktivitäten zur Stärkung der Resilienz, sondern insbesondere auch die aus den Dekarbonisierungsaktivitäten entstehenden Änderungen der Energiebedarfe. Hier stehen neben dem konsequenten Ausbau der eigenen Erneuerbaren-Kapazitäten und dem Bezug von erneuerbarer Energie aus langfristigen PPA’s (Power Purchase Agreements) zahlreiche Forschungs- und Demonstrationsprojekte in den Bereichen Wasserstoff, Biogas und Biomasse sowie Vorhaben in alternativen Eisen- und Stahlherstellungstechnologien (wie beispielsweise „H2FUTURE“ [Wasserstoffpilotanlage], „HYFOR“ [Hydrogen-Based Fine-Ore Reduction] und Smelter sowie „SuSteel“ [Sustainable Steelmaking]) weiterhin im Mittelpunkt. Die weitere Optimierung der Energieeffizienz in Produktionsprozessen wird ebenfalls laufend untersucht und vorangetrieben. Forschungsaktivitäten im Bereich CO2-Abscheidung und -Verwendung (CCUS) ergänzen das Gesamtbild.
- » ROHSTOFF- UND ENERGIEPREISABSICHERUNG
Ziele, Grundsätze, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sowie Methodik, Abläufe und Entscheidungsprozesse für den Umgang mit Rohstoff- und Energiepreisrisiken sind in einer internen Richtlinie festgelegt. Darauf aufbauend und unter Berücksichtigung individueller Besonderheiten des Geschäftsmodells der jeweiligen Konzerngesellschaft werden Preissicherungen in Form von kurzfristigen Lieferverträgen mit Fixpreisvereinbarung oder in Form von derivativen Finanzkontrakten vorgenommen. Ein neues Instrument, das zur langfristigen Absicherungen von Strompreisschwankungen angewendet wird, sind PPA’s (Power Purchase Agreements). Je nach Geschäftsmodell der betroffenen Konzerngesellschaft können Änderungen der Energie- und Rohstoffpreise überwiegend bzw. zeitverzögert an Kund:innen weitergegeben werden. In diesem Fall ist es das Ziel des Risikomanagements, die kalkulierten Deckungsbeiträge der Verkaufsverträge abzusichern. Dem Rohstoffrisiko- und Energierisiko-Management unterliegen Eisenerz, Koks, Kokskohle, Zink, Nickel, CO2, Kobalt und Energien (Strom, Erdgas). Ziel ist die Reduktion der Ergebnisschwankung aus der Volatilität der Rohstoff- und Energiepreise auf jene Größe, die im Einklang mit dem Grundsatz der konservativen Finanzpolitik im Sinne der Finanzverfassung des voestalpine-Konzerns steht. Die zugrunde liegende Richtlinie wurde im laufenden Geschäftsjahr einer Aktualisierung unterzogen, dabei wurde insbesondere auch das Thema Energien an neue Gegebenheiten angepasst. Auf das Thema der Versorgungssicherheit (Beschaffungsrisiko) wurde bereits unter „Rohstoffverfügbarkeit, Energieversorgung“ eingegangen. Die umfassenden Maßnahmen tragen dazu bei, finanzielle Stabilität zu gewährleisten und die Resilienz des Unternehmens gegenüber volatilen Märkten zu stärken und relevante Risiken mit der erforderlichen Flexibilität effektiv zu managen.
- » STÖRUNGEN VON LOGISTIK- UND LIEFERKETTEN
Generell können globale Lieferketten durch geopolitische Konflikte (wie z. B. den aktuellen Ukraine-Krieg) oder durch andere Ereignisse (wie z. B. eine Pandemie) unterbrochen werden. Dabei kann es von Seiten der Lieferant:innen, von Seiten der Kund:innen, durch Störungen in den Transportwegen sowie durch etwaige Sanktionen bzw. Embargos zu Einschränkungen kommen. Die Fokussierung auf weniger anfällige Lieferketten und die gleichzeitige Verbreiterung der logistischen Optionen haben schon in der Vergangenheit bzw. auch aktuell die Ausfallsicherheit (z. B. bei Rohstofftransporten) sowie die Widerstandsfähigkeit unserer Logistik- und Lieferketten deutlich erhöht. Diversifizierte Beschaffungsstrategien und Lieferketten dienen dem bestmöglichen Schutz und der Resilienz gegen unvorhergesehene Ereignisse.
- » AUSWIRKUNGEN EINER PANDEMIE
Das im Zuge der COVID-19-Pandemie initiierte konzernale Krisenmanagement wurde bereits Ende des Geschäftsjahres 2022/23 „on hold“ gesetzt. Das angewandte Krisenmanagement, festgelegte Maßnahmen sowie gewonnene Erkenntnisse wurden bewertet und sind in einem allgemeinen Pandemieleitfaden zusammengeführt, um im etwaigen Ereignisfall (z. B. Epidemie oder erneute Pandemie) den Auswirkungen bestmöglich entgegenwirken zu können. Entwicklungen dazu werden beobachtet, um im Bedarfsfall das konzernale Krisenmanagement in angepasster Form erneut in Kraft zu setzen.
- » AUSFALL VON PRODUKTIONSANLAGEN
Zur Minimierung eines Ausfallrisikos bei kritischen Anlagen wurden und werden gezielte und umfangreiche Investitionen in technische Optimierungen der sensiblen Aggregate getätigt. Außerdem werden erforderliche Modernisierungs- sowie Ersatzinvestitionen langfristig geplant. Eine konsequente, systematische und vorbeugende Instandhaltung, die risikoorientierte Vorhaltung kritischer Reserveteile sowie Schulungen der Mitarbeiter:innen stellen weitere ergänzende Maßnahmen dar, um die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Anlagen laufend zu verbessern und das Ausfallrisiko weiter zu minimieren. Darüber hinaus wurden für wesentliche Anlagen entsprechende Notfallpläne zur Minimierung etwaiger Auswirkungen und zum geregelten Wiederanfahren festgelegt.
Bezüglich einer plötzlichen ungeplanten Unterbrechung der Stromversorgung („Blackout“) sind an den wesentlichen Standorten kritische Anlagen und Prozesse mit Notstromaggregaten abgesichert. Diese können für einen eingeschränkten Teilbetrieb, für Notfahrweisen bzw. im Extremfall für ein kontrolliertes Herunterfahren der Anlagen genutzt werden. Zusätzlich wird z. B. am Standort Linz ein eigenes Kraftwerk inkl. Schwarzstartfähigkeit betrieben. Dafür stehen interne Sondernetze (eigene, in sich geschlossene, abgeschottete Bereiche) zur Verfügung. Es erfolgen regelmäßige Übungen zu unterschiedlichen Szenarien (wie z. B. Test der Notstromaggregate, Test der Notfall- und Kommunikationspläne bei unterschiedlichen Ausfallszenarien), um im Ereignisfall bestmöglich vorbereitet zu sein.
Vorhandene Notfallpläne werden von den jeweiligen Expert:innen regelmäßig bewertet und bei Bedarf entsprechend an neue bzw. geänderte Gegebenheiten angepasst.
- » IT, AUSFALL VON IT-SYSTEMEN
Serviceleistungen für Geschäfts- und Produktionsprozesse, die hauptsächlich auf komplexen IT-Systemen basieren, werden an den meisten Konzernstandorten durch zu 100 % im Besitz der voestalpine AG befindliche IT-Tochtergesellschaften (voestalpine group-IT GmbH in Österreich und deren Schwesterunternehmen in Deutschland, Brasilien und China) erbracht. Aufgrund der hohen Bedeutung von IT-Sicherheit und IT-Verfügbarkeit bzw. zur weiteren Minimierung möglicher IT-Ausfalls- und IT-Sicherheitsrisiken sind sicherheitstechnische IT-Mindeststandards inkl. Vorgaben zum Business Continuity Management verfügbar, welche regelmäßig an neue Gegebenheiten angepasst werden und deren Einhaltung jährlich in Form von internen und externen Audits überprüft wird. Das hoch qualifizierte Security Operation Center (SOC) der voestalpine sorgt laufend für die Erkennung und Behebung von sicherheitsrelevanten Vorfällen und trägt so auch zur Prävention bei. Um das Risiko unberechtigter Zugriffe auf IT-Systeme und Anwendungen zu reduzieren, werden regelmäßig Penetrationstests durchgeführt. Auch im vergangenen Geschäftsjahr wurden umfangreiche Online-Kampagnen zur Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen für Sicherheitsthemen, insbesondere für die Gefahren durch Phishing-Angriffe, initiiert. Eine interne Arbeitsgruppe sammelt Informationen über etwaige Cyber-Fraud-Angriffe (z. B. Social Engineering, CEO-Fraud, Zahlungs-/ Lieferumleitung, Phishing) und entwickelt Präventivmaßnahmen, die auf ihre Wirksamkeit überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Alle diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Risiko und die Ausfallzeit von IT-Systemen aufgrund von z. B. Cyber-Angriffen, menschlichem Versagen, Manipulation, Hardwaredefekten und ähnlichen Ursachen bestmöglich zu reduzieren bzw. so gering wie möglich zu halten.
Im voestalpine-Konzern stellen Mitarbeiter:innen mit deren Kompetenz und Einsatz einen maßgeblichen Erfolgsfaktor dar. Die Positionierung der voestalpine AG als attraktive Arbeitgeberin einerseits sowie Maßnahmen zur Mitabeiter:innen-Bindung andererseits sollen die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften im erforderlichen Ausmaß sicherstellen. Laufende Aus- und Weiterbildung, faire Arbeitsbedingungen und -konditionen, eine moderne Arbeitsumgebung sowie vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten sind einzelne diesbezügliche Aspekte. Einen weiteren Schwerpunkt stellt auch die interne Lehrlingsausbildung dar.
- » WISSENSMANAGEMENT/PROJEKTMANAGEMENT
Zur nachhaltigen Sicherung des vorhandenen Wissens, insbesondere zur Absicherung vor Know-how-Verlust, wurden in der Vergangenheit anspruchsvolle Projekte initiiert, die konsequent weiterentwickelt bzw. angepasst werden. Neben einer permanenten Dokumentation des vorhandenen Wissens werden neue Erkenntnisse aus wesentlichen Projekten, aber auch aus ungeplanten Vorfällen – im Sinne von „lessons learned“ – entsprechend umgesetzt. Detaillierte Prozessdokumentationen, vor allem auch im IT-gestützten Bereich, tragen ebenfalls zur Sicherung des vorhandenen Wissens bei.
Etwaigen Risiken aus Projekten (wie z. B. aus Großprojekten, aus Investitionen bzw. aus dem Projektgeschäft) wird durch den Einsatz unterschiedlichster Projekt-Management-Tools sowie durch entsprechendes Projekt-Monitoring - und je nach Größe des Projektes auch durch regelmäßige Projektaufsichtssitzungen unter Einbindung des Top-Managements - entgegengewirkt. Dies betrifft insbesondere auch etwaige Hochlauf- bzw. Kostensteigerungsrisiken. Erkenntnisse aus früheren Aktivitäten werden im Sinne von „lessons learned“ ebenfalls gesammelt und bilden die Basis in der kontinuierlichen Weiterentwicklung bestehender Werkzeuge zur konsequenten Anwendung bei künftigen Vorhaben.
Compliance-Verstöße (wie z. B. Kartell- und Korruptionsverstöße) stellen ein erhebliches Risiko dar und können zu nachteiligen Auswirkungen – sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch Reputationsschäden – führen. Durch ein konzernales Compliance Management System soll diesen Risiken und insbesondere etwaigen Kartell- und Korruptionsverstößen entgegengewirkt werden. Themenbezogene Präsenzschulungen wie auch E-Learnings sind Teil dieses Systems.
- » RISIKEN DER VERLETZUNG DATENSCHUTZRECHTLICHER BESTIMMUNGEN
Die Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen kann sich finanziell nachteilig auswirken und zu Reputationsschäden führen. Basierend auf den konzernweit gültigen Datenschutzrichtlinien ist eine Datenschutzorganisation eingerichtet, welche das Management der Konzerngesellschaften darin unterstützt, seine Verantwortung wahrzunehmen, die gesetzlichen und konzerninternen Datenschutzvorschriften einzuhalten. Ein themenbezogenes E-Learning stellt eine ergänzende Maßnahme dar.
- » RISIKEN AUS ELEMENTAREREIGNISSEN, PHYSISCHE KLIMARISIKEN
Die mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehenden kurz- und mittelfristigen physischen Risiken aus Elementarereignissen (wie z. B. Brand, Hoch- oder Niederwasser sowie schwankende Wasserpegel, Schneelast, Trockenheit, starke Winde und Stürme, Temperaturschwankungen) wurden im Rahmen der Umsetzung der EU-Taxonomie-Verordnung ermittelt. Dabei wurden detaillierte Klimarisiken- und Vulnerabilitätsanalysen für relevante Betriebsstandorte durchgeführt. Mithilfe eines simulationsbasierten Softwaretools wurden physische Klimarisiken identifiziert, quantifiziert und offengelegt. Starke Regenfälle, Überflutungen und Murenabgänge sind für den voestalpine-Konzern wesentliche physische Klimarisiken. Daraus abgeleitet wurden entsprechende Vorsorgemaßnahmen getroffen. Dazu zählen unter anderem bauliche und technische Maßnahmen, wie z. B. Hochwasserschutz, Brandmelder, Sprinkleranlagen bzw. auch Logistikanpassungen bei z. B. Niederwasser. Im Zuge von regelmäßigen Übungen, dem Test bestehender Notfallpläne sowie durch Begehungen und „risk-surveys“ mit Versicherungsunternehmen werden vorhandene Vorsorgemaßnahmen auf Aktualität bzw. Vollständigkeit geprüft und bei Bedarf an neue Gegebenheiten angepasst bzw. erweitert. Der bestehende Versicherungsschutz zu Elementarereignissen und auch zu anderen Risiken wird gemeinsam mit unserem internen Versicherungsunternehmen (voestalpine Insurance Broker GmbH) regelmäßig auf Aktualität geprüft. Getroffene Maßnahmen werden regelmäßig auf Wirksamkeit geprüft, um Risiken zu managen und um dem Voranschreiten des Klimawandels bestmöglich entgegenzusteuern. Weitere Ausführungen sind dem jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht (Corporate Responsibility Report) zu entnehmen (dieser Bericht wird im kommenden Geschäftsjahr in den Lagebericht integriert).
- » WEITERE RISIKEN DER NACHHALTIGKEIT
Mögliche Nachhaltigkeitsrisiken und damit verbundene Themen wie Klima- und Umweltschutz, Sozial- und Arbeitnehmer:innen-Belange, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption werden inklusive deren Auswirkungen auf allen Ebenen und im Einklang mit der konzernalen Nachhaltigkeitsstrategie berücksichtigt.
- » Hinsichtlich der Auswirkungen der Klima- und Energiepolitik auf den voestalpine-Konzern inkl. der Dekarbonisierungsstrategie wird auch auf die Erläuterungen im Anhang unter Punkt B. Auswirkungen Nachhaltigkeitsstrategie – Dekarbonisierung und grüne Transformation verwiesen.
- » Nachhaltigkeitsthemen – u. a. die Themen Klimaschutz und Risikomanagement – werden auch in einem gesonderten und jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht behandelt (dieser Corporate Responsibility Report wird in Übereinstimmung mit den internationalen GRI-Standards erstellt), darüber hinaus befinden sich nähere Ausführungen zum Thema CO2 im Lagebericht im Kapitel Umwelt.
Weiters wurden entsprechende Aktivitäten zum Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz initiiert, Prozessvorgaben an betroffenen Standorten sind ausgerollt bzw. in Abarbeitung. Entwicklungen zu Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzen werden weiterhin laufend beobachtet und bewertet.
- » RISIKEN AUS DEM FINANZBEREICH
Betreffend Richtlinienkompetenz, Strategiefestsetzung und Zieldefinition ist das finanzielle Risikomanagement zentral organisiert. Das bestehende Regelwerk beinhaltet Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen sowohl für das Konzern-Treasury als auch für den Finanzbereich der einzelnen Konzerngesellschaften. Finanzielle Risiken werden ständig beobachtet und – wo sinnvoll – abgesichert. Die Strategie im Bereich des Fremdwährungsrisikomanagements zielt insbesondere auf die Erzielung von Natural Hedges und bei den anderen Risiken (Zinsen und Rohstoffe) auf eine Verminderung der Schwankungen der Cashflows und der Erträge sowie eine Absicherung der Deckungsbeiträge ab. Die Absicherung der Marktrisiken erfolgt zu einem hohen Anteil mit derivativen Finanzinstrumenten, die ausschließlich in Verbindung mit einem Grundgeschäft verwendet werden.
Im Einzelnen werden Finanzierungsrisiken durch folgende Maßnahmen abgesichert:
Liquiditätsrisiken bestehen im Allgemeinen darin, dass ein Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage ist, den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die bestehenden Liquiditätsreserven versetzen die Gesellschaft in die Lage, auch in Krisenzeiten ihre Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist neben der Liquiditätsreserve eine exakte Finanzplanung, die quartalsweise revolvierend erstellt wird. Anhand der konsolidierten Ergebnisse wird der Bedarf an Finanzierungen und Kreditlinien bei Banken durch das zentrale Konzern-Treasury ermittelt. Der geplante Liquiditätsbedarf der nächsten zwölf Monate soll durch eine Liquiditätsreserve abgedeckt sein. In der Bankenpolitik wird auf eine Streuung der Finanzpartner:innen Wert gelegt, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Es wird weiterhin hoher Wert auf die Steigerung der internen Finanzierungskraft gelegt.
Das Bonitätsrisiko bezeichnet Vermögensverluste, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner:innen entstehen können. Das Bonitätsrisiko der Grundgeschäfte ist durch einen hohen Anteil an Kreditversicherungen und bankmäßigen Sicherheiten (Garantien, Akkreditive) weitestgehend abgesichert. Das Ausfallrisiko für das verbleibende Eigenrisiko wird durch definierte Prozesse der Bonitätsbeurteilung, Risikobewertung, Risikoklassifizierung und Bonitätsüberwachung gemanagt. Durch den aktuellen Ukraine-Krieg kam es in der Vergangenheit in den einzelnen Kund:innen-Segmenten zu keinen nennenswerten Kürzungen von Limits durch die Kreditversicherungen und zu keiner Häufung an Forderungsausfällen. Das Bonitätsrisiko der Geschäftspartner:innen von finanziellen Kontrakten wird durch ein tägliches Monitoring des Ratings und der Veränderung der CDS-Levels (Credit Default Swap) der Kontrahent:innen gesteuert. Darauf aufbauend werden Veranlagungslimite gewichtet nach der Ausfallwahrscheinlichkeit allokiert.
Vorrangiges Ziel des Fremdwährungsrisikomanagements ist es, durch Bündelung der Cashflows einen Natural Hedge (Cross Currency Netting) im Konzern zu erzielen. Eine Absicherung erfolgt dabei zentral durch den Abschluss von derivativen Sicherungsinstrumenten durch das Konzern-Treasury. Die voestalpine AG sichert die budgetierten Fremdwährungszahlungsströme (netto) mit einem Horizont von bis zu zwölf Monaten ab. Längerfristige Absicherungen werden nur bei kontrahierten Projektgeschäften durchgeführt. Die Sicherungsquote liegt zwischen 25 % und 100 % der budgetierten Zahlungsströme innerhalb der nächsten zwölf Monate, wobei die Höhe der Sicherungsquote vom Geschäftsmodell der jeweiligen betroffenen Konzerngesellschaft abhängt. Darüber hinaus nimmt die Sicherungsquote mit der Laufzeit generell ab.
Die Zinsrisikobeurteilung erfolgt für den gesamten Konzern zentral in der voestalpine AG. Hier wird insbesondere das Cashflow-Risiko (Risiko, dass sich der Zinsaufwand bzw. Zinsertrag zum Nachteil verändert) gemanagt. Mit Stichtag 31. März 2024 würde die Erhöhung des Zinsniveaus um einen Prozentpunkt zu einer Reduktion des Nettozinsaufwands aus Bankdarlehen und Kapitalmarktverbindlichkeiten im nächsten Geschäftsjahr in Höhe von 0,5 Mio. EUR führen. Dies ist jedoch eine Stichtagsbetrachtung, die im Zeitverlauf zu Schwankungen führen kann.
Eine Preisrisikobeurteilung findet ebenfalls in der voestalpine AG statt, zur Quantifizierung des Zins- und Währungsrisikos werden insbesondere Szenario-Analysen eingesetzt.
UNSICHERHEITEN IN DER GESETZGEBUNG
Änderungen in der Gesetzgebung – wie zum Beispiel Vorgaben zum Klima- und Umweltschutz bzw. zur Energiepolitik – können zu geänderten Produktionsbedingungen und zu einem geänderten Kaufverhalten führen. Generell besteht aufgrund regulatorischer Vorgaben das langfristige Risiko einer mangelnden Wettbewerbsfähigkeit. Im Vergleich zum internationalen Wettbewerb hohe Energiekosten sowie notwendige Investitionen zur Umsetzung der Klimaschutzziele gefährden zunehmend die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Standorte.
Geopolitische Konflikte, insbesondere der Ukraine-Krieg, können zu neuen bzw. zusätzlichen Sanktionen sowie Embargos führen, was in weiteren Einschränkungen im gesamten europäischen Wirtschaftsraum bzw. der Weltwirtschaft mit wiederum schwer abschätzbaren Folgen resultieren kann.
Rechtslage bzw. Gesetzesentwürfe sowie etwaige Auswirkungen aufgrund geopolitischer Konflikte werden laufend beobachtet.
KONJUNKTURELLE RISIKEN
Basierend auf Erkenntnissen aus Wirtschafts- und Finanzkrisen der Vergangenheit bzw. deren Auswirkungen auf den voestalpine-Konzern und insbesondere aus Krisen der jüngsten Vergangenheit (wie Ukraine-Krieg, Zins- und Inflationsentwicklungen, COVID-19-Pandemie) wurden und werden zusätzliche – vor allem unternehmerische – Maßnahmen zur Risikominimierung gesetzt. Deren konsequente Anwendung und Weiterverfolgung zielt insbesondere darauf ab,
- » die negativen Folgen selbst einer rezessiven Konjunkturentwicklung auf das Unternehmen durch entsprechende planerische Vorkehrungen zu minimieren,
- » die hohe Produktqualität bei gleichzeitiger permanenter Effizienzsteigerung und laufender Kostenoptimierung aufrechtzuerhalten,
- » die Versorgungssicherheit bestmöglich sicherzustellen,
- » Preisvolatilitäten, insbesondere bei Energien und Rohstoffen, durch geeignete Werkzeuge und Maßnahmen bestmöglich abzufedern bzw. auch an Kund:innen weiterzugeben,
- » ausreichend finanzielle Liquidität auch im Falle enger Finanzmärkte zur Verfügung zu haben sowie
- » das innerbetriebliche Know-how im Hinblick auf den langfristigen Ausbau der Qualitäts- und Technologieführerschaft noch effizienter als bisher abzusichern.
In einem nach wie vor schwierigen konjunkturellen Umfeld werden etwaige Konsequenzen aus globalen (Handels-)Konflikten sowie Auswirkungen geänderter geopolitischer Rahmenbedingungen laufend beobachtet.
Für die in der Vergangenheit im voestalpine-Konzern festgestellten Risiken wurden konkrete Absicherungsmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt. Diese Maßnahmen zielen auf eine Senkung der potenziellen Schadenshöhe und/oder auf eine Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit ab. Es ist festzuhalten, dass die operativen Risiken des voestalpine-Konzerns – abgesehen von globalen Krisen und deren Auswirkungen – aus heutiger Sicht begrenzt und überschaubar sind und den Fortbestand des Unternehmens nicht gefährden.
BERICHT ÜBER WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS IM HINBLICK AUF DEN
RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS
Gemäß § 243a Abs. 2 UGB sind im Lagebericht von österreichischen Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben.
Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstandes. Der Vorstand der voestalpine AG hat dazu konzernweit verbindlich anzuwendende Richtlinien verabschiedet. Der dezentralen Struktur des voestalpine-Konzerns folgend, ist die lokale Geschäftsführung jeder Konzerngesellschaft zur Einrichtung und Ausgestaltung eines den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens entsprechenden internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie zur Einhaltung der in diesem Zusammenhang bestehenden konzernweiten Richtlinien und Vorschriften verpflichtet.
Der gesamte Prozess, von der Beschaffung bis zur Zahlung, unterliegt strengen konzerneinheitlichen Richtlinien, welche die mit den Geschäftsprozessen in Zusammenhang stehenden Risiken auf ein Minimum reduzieren sollen. In diesen Konzernrichtlinien sind Maßnahmen und Regeln zur Risikovermeidung festgehalten, wie etwa strikte Funktionstrennungen, Unterschriftenordnungen sowie insbesondere auch ausschließlich kollektive und auf wenige Personen eingeschränkte Zeichnungsberechtigungen für Zahlungen (Vieraugenprinzip). Kontrollmaßnahmen in Bezug auf die IT-Sicherheit stellen in diesem Zusammenhang einen Eckpfeiler des Internen Kontrollsystems dar. So wird die Trennung bzw. Segmentierung von sensiblen Tätigkeiten durch eine generell restriktive Vergabe von IT-Berechtigungen unterstützt. Für die Rechnungslegung in den einzelnen Konzernunternehmen wird im Wesentlichen die Software SAP verwendet. Die Ordnungsmäßigkeit dieser SAP-Systeme wird unter anderem auch durch direkt im System eingerichtete automatisierte Geschäftsprozesskontrollen gewährleistet. Berichte über kritische Berechtigungen und Berechtigungskonflikte werden in automatisierter Form generiert.
Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses werden bei vollkonsolidierten Gesellschaften deren Werte in das konzerneinheitliche Konsolidierungs- und Berichtssystem übernommen. Konzernweit einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Erfassung, Buchung und Bilanzierung von Geschäftsfällen sind im voestalpine-Konzernbilanzierungshandbuch geregelt und verbindlich für alle Konzerngesellschaften. Zur weitestmöglichen Vermeidung von Fehldarstellungen sind einerseits automatische Kontrollen im Berichts- und Konsolidierungssystem, andererseits aber auch zahlreiche manuelle Prüfungen implementiert. Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht und Diskussion der Periodenergebnisse durch das Management bis hin zur spezifischen Überleitung von Konten. Die zusammenfassende Darstellung der Organisation des Berichtswesens im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess erfolgt im Controlling-Handbuch der voestalpine AG. Aus den Rechnungswesen- bzw. Controlling-Abteilungen der einzelnen Gesellschaften ergehen Monatsberichte mit Key Performance Indicators (KPIs) an ihre jeweiligen Geschäftsführer:innen und die Divisionsvorstände sowie nach Genehmigung an den Holdingbereich Corporate Accounting & Reporting zur Verdichtung, Konsolidierung und Berichtslegung an den Konzernvorstand. Im Rahmen der Quartalsberichterstattung wird eine Reihe von Zusatzinformationen wie detaillierte Soll-Ist-Vergleiche in ähnlichem Ablauf erstellt. Quartalsweise erfolgen ein Bericht an den jeweiligen Aufsichtsrat, das entsprechende Board oder den Beirat der Gesellschaften sowie ein konsolidierter Bericht an den Aufsichtsrat der voestalpine AG.
Neben den operativen Risiken unterliegt auch die Rechnungslegung dem konzernalen Risikomanagement. In diesem Zusammenhang werden regelmäßig mögliche Risiken in Bezug auf die Rechnungslegung erhoben und Maßnahmen zu deren Vermeidung getroffen. Der Fokus wird dabei auf jene Risiken gelegt, die unternehmenstypisch als wesentlich zu erachten sind. Die Überwachung der Einhaltung des Internen Kontrollsystems einschließlich der erforderlichen Qualitätsstandards erfolgt laufend im Rahmen von Revisionsprüfungen auf Ebene der Konzerngesellschaften. Die Interne Revision arbeitet dabei eng mit den verantwortlichen Vorständen und Geschäftsführer:innen zusammen. Sie ist direkt der:dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt und berichtet periodisch an den Vorstand und in der Folge an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates der voestalpine AG.
BESTAND AN
EIGENEN AKTIEN
In der Hauptversammlung vom 7. Juli 2021 wurde der Vorstand für eine Geltungsdauer von 30 Monaten zum Erwerb von eigenen Aktien in Höhe von bis zu 10 % des jeweiligen Grundkapitals ermächtigt. Der Rückkaufspreis darf maximal 20 % unter und maximal 10 % über dem durchschnittlichen Börsenschlusskurs der dem Rückerwerb vorhergehenden drei Börsentage liegen. Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung am 3. November 2022 Gebrauch gemacht und ein Aktienrückkaufprogramm im Ausmaß von bis zu 10.000.000 Stück Stammaktien (= ca. 5,6 % des Grundkapitals) beginnend mit 10. November 2022 und für eine voraussichtliche Dauer bis 10. Juli 2023 beschlossen. Bis zum 10. Juli 2023 hat die voestalpine AG im Rahmen dieses Rückkaufprogrammes 7.070.000 Stück Stammaktien rückgekauft.
| Eigene Aktien 1.000 Stück | Anteil am Grundkapital % | Anteil am Grundkapital Tsd. EUR |
| | | |
Stand per 31.03.2023 | 5.898,2 | 3,3 | 10.716,0 |
Zugänge in 2023/24 | 1.200,3 | 0,7 | 2.180,8 |
Abgänge in 2023/24 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Stand per 31.03.2024 | 7.098,5 | 4,0 | 12.896,8 |
ANGABEN ZU
KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND
KONTROLLRECHTEN UND DAMIT
VERBUNDENEN VERPFLICHTUNGEN
Das Grundkapital der voestalpine AG beträgt zum 31. März 2024 324.391.840,99 EUR (31. März 2023: 324.391.840,99 EUR) und ist in 178.549.163 (31. März 2023: 178.549.163) auf Inhaber:innen lautende Stückaktien zerlegt. Stimmrechtsbeschränkungen bestehen nicht (1 share = 1 vote). Der voestalpine AG sind keine Vereinbarungen ihrer Aktionär:innen bekannt, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien beschränken.
Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG, Linz, Österreich, sowie die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung, Linz, Österreich, halten jeweils mehr als 10 % (und weniger als 15 %) am Grundkapital der Gesellschaft. Die Oberbank AG, Linz, Österreich, hält mehr als 5 % (und weniger als 10 %).
Die Stimmrechte der von der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung für die Arbeitnehmer:innen der an der Mitarbeiterbeteiligung teilnehmenden Konzerngesellschaften der voestalpine AG treuhändig gehaltenen Aktien werden durch den Vorstand der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung ausgeübt. Die Art der Ausübung des Stimmrechtes bedarf jedoch der Zustimmung des Beirates der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung. Über die Zustimmung wird im Beirat mit einfacher Mehrheit beschlossen. Der Beirat ist paritätisch von je sechs Personen der Arbeitnehmer:innen- und derArbeitgeber:innen-Seite besetzt. Der:dem Vorsitzenden des Beirates, die:der von der Arbeitnehmer:innen-Seite zu besetzen ist, steht ein Dirimierungsrecht zu.
Für Befugnisse des Vorstandes, die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergeben, wie der Erwerb eigener Aktien, genehmigtes oder bedingtes Kapital, wird auf Punkt 17 (Eigenkapital) des Anhangs zum Konzernabschluss 2023/24 verwiesen.
Die 500 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibungen 2017–2024, die 500 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibungen 2019–26, die im April 2023 begebenen 250 Mio. EUR Wandelanleihe 2023–2028, die 50 Mio. EUR Festverzinsliche Privatplatzierte Schuldverschreibung 2019–2031, Schuldscheindarlehen in der Höhe von gesamt 190,5 Mio. EUR und 100 Mio. USD sowie der 2019 abgeschlossene syndizierte Kredit in der Höhe von 1.000 Mio. EUR (Revolving Credit Facility; nicht gezogen) und bilaterale Kreditverträge im Umfang von 355 Mio. EUR und 132,9 Mio. USD enthalten sogenannte Change-of-Control-Klauseln. Gemäß den Bedingungen dieser Finanzierungen steht den Inhaber:innen der Anleihen bzw. den Kreditgeber:innen im Falle des Eintrittes eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft das Recht zu, die Rückzahlung zu verlangen. Eine Änderung in der Kontrolle der voestalpine AG findet gemäß den Bedingungen dieser Finanzierungen mit Ausnahme der 250 Mio. EUR Wandelschuldverschreibungen 2023–2028 statt, wenn eine kontrollierende Beteiligung im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes erworben wird. Bei den 250 Mio. EUR Wandelanleihe 2023-2028 ist ein Kontrollwechsel in § 11 (d) der Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen (siehe www.voestalpine.com Investoren Debt Investor Relations Ausstehende Anleihen) definiert. Neben dem Recht von Anleihegläubiger:innen, bei Eintritt eines Kontrollwechsels die Rückzahlung der Wandelschuldverschreibungen zu verlangen, reduziert ein solcher auch den Wandlungspreis.
Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmer:innen für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
AUSBLICK
Die wirtschaftliche Dynamik im Geschäftsjahr 2023/24 verlief regional und auch in den einzelnen Marktsegmenten sehr unterschiedlich. Aufgrund der globalen Aufstellung und der breiten Diversifikation konnte der voestalpine-Konzern angesichts der wirtschaftlichen Schwäche in Europa ein solides operatives Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaften.
Die aktuellen Trends haben sich mit Beginn des neuen Geschäftsjahres 2024/25 nicht wesentlich verändert. Während Europa zurzeit noch ein stark gedämpftes Wirtschaftswachstum aufweist, ist die Dynamik in Nordamerika trotz hoher Zinsen solide. Brasilien hat sich zuletzt abgekühlt, wohingegen das Wirtschaftswachstum in China aktuell wieder etwas angezogen hat.
Davon ausgehend werden die wirtschaftlichen Entwicklungen für das Geschäftsjahr 2024/25 folgendermaßen eingeschätzt:
In Europa scheint in vielen Segmenten eine wirtschaftliche Bodenbildung stattgefunden zu haben, womit mit einer zumindest stabilen Entwicklung für das Geschäftsjahr 2024/25 gerechnet werden kann. Zusätzlich könnten mögliche Zinssenkungen für positive Impulse im 2. Halbjahr sorgen.
Die Präsidentschaftswahlen machen Prognosen für Nordamerika nicht einfach. Angesichts der bisherigen Resilienz der amerikanischen Wirtschaft gegenüber Zinsanhebungen und geopolitischen Schocks ist eine Fortsetzung des Wachstumstrends aber gut möglich.
Für Südamerika/Brasilien muss mit einem etwas schwächeren Wirtschaftswachstum im Geschäftsjahr 2024/25 im Vergleich zum Vorjahr gerechnet werden.
Die Probleme im Immobiliensektor werden China voraussichtlich auch im laufenden Geschäftsjahr weiter begleiten. Die jüngsten wirtschaftlichen Stimulus-Maßnahmen lassen aber ein Wirtschaftswachstum um den Zielbereich von 5 % als realistisch erscheinen.
Im Hinblick auf die Marktsegmente kann von einer weiteren Fortsetzung des guten Marktumfelds in den Segmenten Eisenbahninfrastruktur, Luftfahrt und Lagertechnik ausgegangen werden. Die Automobilindustrie und der Energiebereich sollten die bisher stabile Entwicklung weitgehend fortsetzen. Die Segmente Bau, Maschinenbau und Konsumgüter dürften zumindest auf dem aktuellen Niveau bleiben. Etwaige positive Impulse, wie etwa Zinssenkungen, könnten im 2. Halbjahr des Geschäftsjahres 2024/25 zu einer Belebung führen.
Unter diesen Annahmen, und keine wirtschaftlichen Verwerfungen aus geopolitischen Entwicklungen vorausgesetzt, erwartet der Vorstand der voestalpine AG für das Geschäftsjahr 2024/25 ein EBITDA in einer Bandbreite von 1,7 bis 1,8 Mrd. EUR.
Strategisch wird das voestalpine-Management im Geschäftsjahr 2024/25 und in den folgenden Jahren die Verarbeitungsaktivitäten des Konzerns global weiter ausbauen und die Umsetzung des Transformationsprojektes greentec steel in Richtung Net-Zero-CO2-Emissionen weiter vorantreiben.
Linz, am 27. Mai 2024
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h. Franz Kainersdorfer e. h. Gerald Mayer e. h.
Reinhard Nöbauer e. h. Carola Richter e. h. Hubert Zajicek e. h.
voestalpine AG
BILANZ ZUM 31.03.2024
AKTIVA | | |
| 31.03.2023 | 31.03.2024 |
A. Anlagevermögen | | |
I. Immaterielle Vermögensgegenstände | | |
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen | 139.886,44 | 471.871,03 |
2. Noch nicht in Verwendung stehende Software | 287.562,62 | 179.583,75 |
| 427.449,06 | 651.454,78 |
| | |
II. Sachanlagen | | |
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 864.170,61 | 1.032.521,73 |
| | |
III. Finanzanlagen | | |
1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 4.244.423.473,24 | 3.524.423.473,24 |
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 119.089.625,97 | 102.328.863,80 |
3. Beteiligungen | 2.561.274,06 | 2.561.274,06 |
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens | 494.917,78 | 494.917,78 |
| 4.366.569.291,05 | 3.629.808.528,88 |
| 4.367.860.910,72 | 3.631.492.505,39 |
| | |
B. Umlaufvermögen | | |
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | | |
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5.857,47 | 2.028,07 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0,00 | 0,00 |
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | 5.345.680.142,86 | 5.501.747.767,44 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0,00 | 0,00 |
3. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 376.783.012,23 | 162.916.033,91 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0,00 | 0,00 |
| 5.722.469.012,56 | 5.664.665.829,42 |
| | |
II. Wertpapiere und Anteile | | |
1. Sonstige Wertpapiere und Anteile | 18.084.719,02 | 18.084.719,02 |
| | |
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | | |
1. Kassenbestand | 232,85 | 201,66 |
2. Guthaben bei Kreditinstituten | 813.380.115,95 | 1.095.954.011,15 |
| 813.380.348,80 | 1.095.954.212,81 |
| 6.553.934.080,38 | 6.778.704.761,25 |
| | |
C. Rechnungsabgrenzungsposten | 3.386.807,45 | 19.259.121,05 |
| | |
D. Aktive latente Steuern | 11.729.725,85 | 7.059.883,51 |
| | |
Summe Aktiva | 10.936.911.524,40 | 10.436.516.271,20 |
| | |
| | EUR |
PASSIVA | | |
| 31.03.2023 | 31.03.2024 |
A. Eigenkapital | | |
I. Eingefordertes Grundkapital | 324.391.840,99 | 324.391.840,99 |
davon übernommen und einbezahlt | 324.391.840,99 | 324.391.840,99 |
abzgl. Nennbetrag eigene Aktien | –10.716.009,10 | –12.896.788,22 |
| 313.675.831,89 | 311.495.052,77 |
| | |
II. Kapitalrücklagen | | |
1. Gebundene | 822.750.932,37 | 843.802.058,68 |
2. Nicht gebundene | 90.227.645,14 | 90.227.645,14 |
| 912.978.577,51 | 934.029.703,82 |
| | |
III. Gewinnrücklagen | | |
1. Andere freie Rücklagen | 5.787.768.239,40 | 5.427.254.485,02 |
| | |
IV. Bilanzgewinn | 268.000.000,00 | 125.000.000,00 |
davon Gewinnvortrag | 772.247,83 | 10.824.213,46 |
| 7.282.422.648,80 | 6.797.779.241,61 |
| | |
B. Rückstellungen | | |
1. Rückstellungen für Abfertigungen | 13.775.958,00 | 12.281.153,00 |
2. Rückstellungen für Pensionen | 23.149.895,00 | 22.514.182,00 |
3. Rückstellungen für Urlaube und Jubiläumsgelder | 4.149.079,60 | 3.775.138,04 |
4. Steuerrückstellungen | 151.237.955,09 | 160.194.165,10 |
5. Sonstige Rückstellungen | 21.149.918,22 | 10.232.422,47 |
| 213.462.805,91 | 208.997.060,61 |
| | |
C. Verbindlichkeiten | | |
1. Anleihen | 1.181.000.000,00 | 1.477.200.000,00 |
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 131.000.000,00 | 677.200.000,00 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 1.050.000.000,00 | 800.000.000,00 |
2. Andere langfristige Verbindlichkeiten | 25.000.000,00 | 25.000.000,00 |
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 0,00 | 25.000.000,00 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 25.000.000,00 | 0,00 |
3. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.078.653.795,07 | 857.520.472,43 |
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 224.032.284,13 | 436.932.955,66 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 854.621.510,94 | 420.587.516,77 |
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.336.946,28 | 3.479.832,61 |
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 2.336.946,28 | 3.479.832,61 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0,00 | 0,00 |
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 1.131.781.291,54 | 1.037.156.866,15 |
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 1.131.781.291,54 | 1.037.156.866,15 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0,00 | 0,00 |
6. Sonstige Verbindlichkeiten | 22.254.036,80 | 29.382.797,79 |
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 22.254.036,80 | 29.382.797,79 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0,00 | 0,00 |
davon aus Steuern | 884.149,33 | 4.068.339,95 |
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 374.861,59 | 444.837,30 |
| 3.441.026.069,69 | 3.429.739.968,98 |
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 1.511.404.558,75 | 2.209.152.452,21 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 1.929.621.510,94 | 1.220.587.516,77 |
| | |
Summe Passiva | 10.936.911.524,40 | 10.436.516.271,20 |
| | |
| | EUR |
voestalpine AG
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 01.04.2023 BIS 31.03.2024
GESAMTKOSTENVERFAHREN
| 2022/23 | 2023/24 |
| | | |
1. Umsatzerlöse | 407.552.046,15 | | 390.328.982,54 |
| | | |
2. Sonstige betriebliche Erträge | | | |
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen | 25.205,62 | 20.634,73 | |
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 9.748.145,31 | 82.879,00 | |
c) Übrige | 891.670,46 | 3.562.353,10 | |
| 10.665.021,39 | | 3.665.866,83 |
| | | |
3. Personalaufwand | | | |
a) Gehälter | –34.441.814,71 | –26.909.744,03 | |
b) Soziale Aufwendungen | | | |
ba) Aufwendungen für Altersversorgung | –1.847.932,85 | –7.242.930,42 | |
bb) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen | –1.812.328,52 | –5.053.394,57 | |
bc) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge | –4.368.402,39 | –3.332.450,28 | |
bd) Sonstige Sozialaufwendungen | –201.375,36 | –222.159,58 | |
| –42.671.853,83 | | –42.760.678,88 |
| | | |
4. Abschreibungen | | | |
a) Auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | –774.658,82 | | –440.671,88 |
| | | |
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen | | | |
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z. 15 fallen | –56.396,56 | –22.992,05 | |
b) Übrige | –350.679.209,49 | –338.738.517,96 | |
| –350.735.606,05 | | –338.761.510,01 |
| | | |
6. Zwischensumme aus Z. 1 bis 5 (Betriebserfolg) | 24.034.948,84 | | 12.031.988,60 |
| | | |
7. Erträge aus Beteiligungen | 1.132.353.891,13 | | 444.031.653,00 |
(davon aus verbundenen Unternehmen) | (1.132.225.351,13) | | (444.031.653,00) |
| | | |
8. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 12.819.107,98 | | 7.511.285,43 |
(davon aus verbundenen Unternehmen) | (12.421.787,98) | | (7.121.385,43) |
| | | |
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 190.842.079,93 | | 249.403.531,39 |
(davon aus verbundenen Unternehmen) | (180.119.344,51) | | (225.148.985,60) |
| | | |
10. Negative Zinserträge | –286.421,03 | | 0,00 |
| 2022/23 | 2023/24 |
| | | |
11. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens | | | |
a) Abschreibungen | 0,00 | | –730.000.000,00 |
(davon aus verbundenen Unternehmen) | (0,00) | | (–730.000.000,00) |
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | –132.277.983,43 | | –163.212.771,83 |
(davon betreffend verbundene Unternehmen) | (–80.137.751,63) | | (–80.755.184,91) |
| | | |
13. Zwischensumme aus Z. 7 bis 12 (Finanzerfolg) | 1.203.450.674,58 | | –192.266.302,01 |
| | | |
14. Ergebnis vor Steuern | 1.227.485.623,42 | | –180.234.313,41 |
| | | |
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | –41.741.523,10 | | –28.828.453,91 |
(davon latente Steuern) | (–8.233.727,06) | | (–4.669.842,34) |
| | | |
16. Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag | 1.185.744.100,32 | | –209.062.767,32 |
| | | |
17. Zuweisung zu Gewinnrücklagen | | | |
a) Andere freie Rücklagen | –918.516.348,15 | | 0,00 |
| | | |
18. Auflösung Gewinnrücklagen | | | |
a) Andere freie Rücklagen | 0,00 | | 323.238.553,86 |
| | | |
19. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 772.247,83 | | 10.824.213,46 |
| | | |
20. Bilanzgewinn | 268.000.000,00 | | 125.000.000,00 |
| | | |
| | | EUR |
voestalpine AG
ANLAGENSPIEGEL ZUM 31.03.2024
| Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten | |
| Stand 01.04.2023 | Zugänge | Um- buchungen | Abgänge | Stand 31.03.2024 | |
| | | | | | |
I. Immaterielle Vermögensgegenstände | | | | | | |
1. Software | 1.958.171,42 | 215.091,51 | 272.127,62 | 828,82 | 2.444.561,73 | |
2. Software – noch nicht in Verwendung | 287.562,62 | 164.148,75 | –272.127,62 | 0,00 | 179.583,75 | |
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände | 2.245.734,04 | 379.240,26 | 0,00 | 828,82 | 2.624.145,48 | |
| | | | | | |
II. Sachanlagen | | | | | | |
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2.845.735,86 | 470.328,26 | 0,00 | 324.521,59 | 2.991.542,53 | |
2. Anlagen in Bau | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
Summe Sachanlagen | 2.845.735,86 | 470.328,26 | 0,00 | 324.521,59 | 2.991.542,53 | |
| | | | | | |
III. Finanzanlagen | | | | | | |
1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 5.500.470.657,09 | 10.000.000,00 | 0,00 | 0,00 | 5.510.470.657,09 | |
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 119.089.625,97 | 0,00 | 0,00 | 16.760.762,17 | 102.328.863,80 | |
3. Beteiligungen | 2.561.274,06 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 2.561.274,06 | |
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens | | | | | | |
a) Sonstige Wertpapiere und Wertrechte | 494.917,78 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 494.917,78 | |
Summe Finanzanlagen | 5.622.616.474,90 | 10.000.000,00 | 0,00 | 16.760.762,17 | 5.615.855.712,73 | |
| | | | | | |
Summe Anlagevermögen | 5.627.707.944,80 | 10.849.568,52 | 0,00 | 17.086.112,58 | 5.621.471.400,74 | |
| | | | | | |
| | | | | | |
| Entwicklung der kumulierten Abschreibungen | Buchwert 31.03.2023 | Buchwert 31.03.2024 |
| Stand 01.04.2023 | Zugänge Abschreibung | Zuschrei- bungen | Um- buchungen | Abgänge | Stand 31.03.2024 | | |
| | Kursdifferenzen | | | | | | |
| | | | | | | | |
| 1.818.284,98 | 155.234,54 | 0,00 | 0,00 | 828,82 | 1.972.690,70 | 139.886,44 | 471.871,03 |
| 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 287.562,62 | 179.583,75 |
| 1.818.284,98 | 155.234,54 | 0,00 | 0,00 | 828,82 | 1.972.690,70 | 427.449,06 | 651.454,78 |
| | | | | | | | |
| | | | | | | | |
| 1.981.565,25 | 258.849,28 | 0,00 | 0,00 | 281.393,73 | 1.959.020,80 | 864.170,61 | 1.032.521,73 |
| 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 1.981.565,25 | 258.849,28 | 0,00 | 0,00 | 281.393,73 | 1.959.020,80 | 864.170,61 | 1.032.521,73 |
| | | | | | | | |
| | | | | | | | |
| 1.256.047.183,85 | 730.000.000,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 1.986.047.183,85 | 4.244.423.473,24 | 3.524.423.473,24 |
| 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 119.089.625,97 | 102.328.863,80 |
| 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 2.561.274,06 | 2.561.274,06 |
| | | | | | | | |
| 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 494.917,78 | 494.917,78 |
| 1.256.047.183,85 | 730.000.000,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 1.986.047.183,85 | 4.366.569.291,05 | 3.629.808.528,88 |
| | | | | | | | |
| 1.259.847.034,08 | 730.414.083,82 | 0,00 | 0,00 | 282.222,55 | 1.989.978.895,35 | 4.367.860.910,72 | 3.631.492.505,39 |
| | | | | | | | |
| | | | | | | | EUR |
voestalpine AG
ANHANG ZUM UGB-ABSCHLUSS
DER voestalpine AG 2023/24
A. ALLGEMEINE ANGABEN
Die voestalpine AG ist eine große Aktiengesellschaft im Sinne des § 221 UGB. Der Jahresabschluss zum 31. März 2024 ist nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches in der geltenden Fassung aufgestellt.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
Die Gesellschaft ist das Mutterunternehmen des voestalpine-Konzerns. Der Konzernabschluss des voestalpine-Konzerns ist am Sitz der Gesellschaft in Linz, Österreich, erhältlich und ist auf der voestalpine-Website www.voestalpine.com abrufbar.
B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie der Generalnorm des § 222 Abs. 2 UGB, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
Bei der Bilanzierung und Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wird von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen.
Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden beibehalten.
Etwaige Negativzinsen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in einem gesonderten Posten im Finanzergebnis ausgewiesen.
Die im Geschäfsjahr 2023/24 begebene Wandelanleihe wird als Verbindlichkeit mit dem Rückzahlungsbetrag ausgewiesen. Das Wandlungsrecht ist in den gebundenen Kapitalrücklagen erfasst und als Disagio in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten und wird über die Laufzeit aufgelöst. Die Geldbeschaffungskosten sind als Aufwand gebucht.
C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
1. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE UND SACHANLAGEN
Die Entwicklung dieser Posten ist im Einzelnen im Anlagenspiegel dargestellt.
Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet und nach der linearen Methode planmäßig abgeschrieben. Die verwendeten Abschreibungssätze betragen 25,0 % bis 33,3 %.
Die Bewertung des Sachanlagevermögens erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, die nach der linearen Methode ermittelt werden.
Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis 1.000,00 EUR werden im Zugangsjahr zur Gänze abgeschrieben.
Beim abnutzbaren Sachanlagevermögen kommen bei den planmäßigen Abschreibungen folgende Sätze zur Anwendung:
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | | 12,0 – 20,0 % |
An Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen ergibt sich für das Geschäftsjahr 2024/25 ein Betrag von 2.371,3 Tsd. EUR (davon gegenüber verbundenen Unternehmen 2.249,6 Tsd. EUR), (Vorjahr: 1.898,8 Tsd. EUR, davon gegenüber verbundenen Unternehmen 1.796,1 Tsd. EUR), für die nächsten fünf Geschäftsjahre beläuft sich die Gesamtverpflichtung auf zirka 11.520,6 Tsd. EUR (davon gegenüber verbundenen Unternehmen 11.248,1 Tsd. EUR), (Vorjahr: zirka 9.354,2 Tsd. EUR, davon gegenüber verbundenen Unternehmen zirka 8.980,7 Tsd. EUR).
2. FINANZANLAGEN
Das Finanzanlagevermögen wird mit den Anschaffungskosten oder mit den niedrigeren beizulegenden Werten zum Bilanzstichtag bewertet. Zuschreibungen werden generell bei Wegfall der Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung bzw. bei einer Wertaufholung vorgenommen (mit den Anschaffungskosten begrenzt).
Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Beteiligungen wird ein Discounted Cashflow-Verfahren herangezogen. Die Berechnungen erfolgen auf Basis der Cashflows einer vom Management genehmigten 5-Jahres-Mittelfristplanung jeweils Anfang März. Dieser Mittelfristplanung werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete zukünftige Marktperformance als Annahmen zugrunde gelegt. Die konzernalen Planungsprämissen werden dabei um sektorale Planungsannahmen erweitert. Konzerninterne Einschätzungen werden um externe Marktstudien ergänzt. Den Cashflows wird in der ewigen Rente ein aus externen Quellen abgeleitetes länderspezifisches Wachstum unterstellt.
Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Beteiligungen erfolgt nach dem Capital Asset Pricing Model. Dabei werden die Kapitalkosten als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten (Weighted Average Costs of Capital – WACC) ermittelt. Dieser Abzinsungssatz spiegelt die gegenwärtigen Markteinschätzungen und die speziellen Risiken der betroffenen Beteiligungen wider. Die im Rahmen der WACC-Ermittlung verwendeten Parameter wurden auf objektiver Basis ermittelt.
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften der voestalpine AG:
BETEILIGUNGSGESELLSCHAFTEN DER voestalpine AG
| Anteil am Kapital in % | Eigenkapital zum 31.03.2024 | Jahres- überschuss/ -fehlbetrag 2023/24 |
| | | |
voestalpine Stahl GmbH, Linz | 99,00 | 814.084,2 | 244.839,3 |
voestalpine Metal Forming GmbH, Krems | 100,00 | 533.365,0 | –102.159,8 |
voestalpine High Performance Metals GmbH, Wien | 100,00 | 303.062,3 | –110.532,9 |
voestalpine Metal Engineering GmbH, Leoben | 100,00 | 771.847,1 | 199.646,4 |
voestalpine group-IT GmbH, Linz | 100,00 | 13.053,8 | 595,3 |
voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH, Linz | 100,00 | 1.118,5 | 108,6 |
voestalpine HR Services GmbH, Linz | 100,00 | 1.607,0 | 1.183,4 |
Donauländische Baugesellschaft m.b.H., Linz | 100,00 | 905,8 | 16,0 |
voestalpine Funding International GmbH, Linz | 100,00 | 398.270,2 | 13.603,5 |
voestalpine Stahlwelt GmbH, Linz1 | 50,00 | 1.173,7 | 13,4 |
Danube Equity GmbH, Linz | 100,00 | 1.870,7 | 46,8 |
APK Pensionskasse AG, Wien2 | 19,11 | 71.879,0 | 1.312,1 |
voestalpine Insurance Broker GmbH, Linz1 | 100,00 | 1.520,6 | 611,7 |
voestalpine HR Services GmbH, Meerbusch, Deutschland (in Liquidation)3 | 100,00 | 82,5 | –916,8 |
| | | |
1 Eigenkapital und Ergebnis zum 31. März 2023. | | | |
2 Eigenkapital und Ergebnis zum 31. Dezember 2022. | | | |
3 Eigenkapital und Ergebnis zum 31. März 2021. | | | Tsd. EUR |
Unter den Wertpapieren (Wertrechten) des Anlagevermögens werden sonstige Anteilsrechte ausgewiesen.
Es besteht eine Ausleihung gegenüber dem Konzernunternehmen voestalpine US Holding LLC, Portland, USA, mit einem Buchwert von 102.328,9 Tsd. EUR (Vorjahr: 119.089,6 Tsd. EUR).
3. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Die Aktivierung der Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu Anschaffungskosten. Fremdwährungsforderungen werden zum Entstehungskurs oder mit dem niedrigeren (für die Verrechnung maßgeblichen) Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.
| Bilanzwert 31.03.2023 | Bilanzwert 31.03.2024 | Davon Restlaufzeit bis zu 1 Jahr | Davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr |
| | | | |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5,9 | 2,0 | 2,0 | 0,0 |
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | 5.345.680,1 | 5.501.747,8 | 5.501.747,8 | 0,0 |
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 376.783,0 | 162.916,0 | 162.916,0 | 0,0 |
| 5.722.469,0 | 5.664.665,8 | 5.664.665,8 | 0,0 |
| | | | |
| | | | Tsd. EUR |
Die Forderungen der Gesellschaft gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 0,0 Tsd. EUR (Vorjahr: 0,0 Tsd. EUR), aus Finanzierung und Clearing in Höhe von 4.994.071,2 Tsd. EUR (Vorjahr: 4.090.618,1 Tsd. EUR), aus Forderungen aus Steuerumlagen in Höhe von 59.353,4 Tsd. EUR (Vorjahr: 118.521,8 Tsd. EUR), aus Forderungen aus Gewinngemeinschaften und Dividendenabfuhr in Höhe von 442.600,0 Tsd. EUR (Vorjahr: 1.130.000,0 Tsd. EUR) und sonstigen Forderungen in Höhe von 5.723,1 Tsd. EUR (Vorjahr: 6.540,2 Tsd. EUR). Unter den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind Erträge im Ausmaß von 1.786,3 Tsd. EUR (Vorjahr: 677,5 Tsd. EUR) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.
4. WERTPAPIERE UND ANTEILE
Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden dem strengen Niederstwertprinzip gem. § 207 UGB entsprechend mit den Anschaffungskosten oder jenem Wert, der aus einem am Abschlussstichtag niedrigeren Börsenkurs oder Marktpreis bzw. aus dem am Abschlussstichtag beizulegenden Wert resultiert, bewertet. Zuschreibungen werden generell bei Wegfall der Gründe für eine Abschreibung bzw. bei einer Wertaufholung vorgenommen (mit den Anschaffungskosten begrenzt).
Die ausgewiesenen Wertpapiere bestehen im Wesentlichen aus börsennotierten Aktien. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Zuschreibungen und Abschreibungen bzw. Erträge und Aufwendungen aus der Zuschreibungsrücklage unter den Erträgen aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens und Aufwendungen aus Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens ausgewiesen.
5. AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden die Disagien der Anleihen 2017–2024 (158,2 Tsd. EUR, Vorjahr: 474,6 Tsd. EUR) und 2019–2026 (344,3 Tsd. EUR, Vorjahr: 516,4 Tsd. EUR) sowie das Wandlungsrecht der Wandelanleihe 2023–2028 (15.385,0 Tsd. EUR, Vorjahr: 0,0 Tsd. EUR) ausgewiesen (siehe auch Punkt 8. Gebundene Kapitalrücklagen).
6. AKTIVE LATENTE STEUERN
Für Unterschiede zwischen unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen bei Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, werden in Höhe einer sich insgesamt ergebenden Steuerbelastung eine Rückstellung für passive latente Steuern bzw. in Höhe einer sich insgesamt ergebenden Steuerentlastung aktive latente Steuern in der Bilanz angesetzt.
Die aktiven und passiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag wurden für temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz für folgende Posten gebildet:
| 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | |
Sachanlagevermögen | 111,3 | 115,1 |
Beteiligungen | 21.033,8 | 1.296,4 |
Rückstellungen Sozialkapital | 27.042,8 | 27.099,0 |
Verbindlichkeiten | 1.982,0 | 2.184,5 |
Summe Differenzen | 50.169,9 | 30.695,1 |
daraus resultierende latente Steuern (23,00 %) (Vorjahr 23,38 %) | 11.729,7 | 7.059,9 |
| | |
| | Tsd. EUR |
Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:
| 2023/24 |
| |
Stand am 01.04.2023 | 11.729,7 |
Erfolgswirksame Veränderung | –4.669,8 |
Stand am 31.03.2024 | 7.059,9 |
| |
| Tsd. EUR |
Die erfolgswirksame Veränderung der latenten Steuern macht im Geschäftsjahr –4.669,8 Tsd. EUR (Vorjahr: –8.233,7 Tsd. EUR Aufwand) aus.
Für die aktivierte Steuer in Höhe von 7.059,9 Tsd. EUR (Vorjahr: 11.729,7 Tsd. EUR) besteht gemäß § 235 Abs. 2 UGB eine Ausschüttungssperre.
7. GRUNDKAPITAL
Das Grundkapital beträgt zum 31. März 2024 324.391.840,99 EUR (31. März 2023: 324.391.840,99 EUR) und ist in 178.549.163 (31. März 2023: 178.549.163) auf Inhaber:innen lautende Stückaktien zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze eingezahlt. Die Gesellschaft hält zum 31. März 2024 einen Nennbetrag an eigenen Aktien in Höhe von 12.896.788,22 EUR (31. März 2023: 10.716.009,10 EUR).
Gemäß § 4 Abs. 2a der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG bis zum 30. Juni 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 64.878.368,92 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.709.833 Stück Aktien (= 20 %) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019/I). Bis dato hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.
Gemäß § 4 Abs. 2b der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG bis zum 30. Juni 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu weitere 32.439.183,55 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.854.916 Stück Aktien (= 10 %) gegen Sacheinlagen und/oder Bareinlagen zur Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer:innen, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen sowie das Bezugsrecht der Aktionär:innen auszuschließen, wenn (i) die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen erfolgt, das heißt Aktien zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften im In- und Ausland ausgegeben werden, oder (ii) die Kapitalerhöhung zum Zwecke der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer:innen, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms erfolgt (Genehmigtes Kapital 2019/II). Bis dato hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.
Gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 31.330.922,84 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.244.916 Stück Aktien (= 10 %) zur Ausgabe an Gläubiger:innen von Finanzinstrumenten im Sinne des § 174 AktG (Wandelschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen oder Genussrechte), zu deren Begebung der Vorstand in der Hauptversammlung vom 3. Juli 2019 ermächtigt wurde, zu erhöhen (bedingte Kapitalerhöhung). Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung zur Begebung von Finanzinstrumenten im Sinne des § 174 AktG bislang keinen Gebrauch gemacht.
In der Hauptversammlung vom 7. Juli 2021 wurde der Vorstand für eine Geltungsdauer von 30 Monaten zum Erwerb von eigenen Aktien in Höhe von bis zu 10 % des jeweiligen Grundkapitals ermächtigt. Der Rückkaufspreis darf maximal 20 % unter und maximal 10 % über dem durchschnittlichen Börsenschlusskurs der dem Rückerwerb vorhergehenden drei Börsentage liegen.
Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung am 3. November 2022 Gebrauch gemacht und ein Aktienrückkaufprogramm im Ausmaß von bis zu 10.000.000 Stück Stammaktien (= ca. 5,6 % des Grundkapitals) beginnend mit 10. November 2022 und für eine voraussichtliche Dauer bis 10. Juli 2023 beschlossen. Bis zum 10. Juli 2023 hat die voestalpine AG im Rahmen dieses Rückkaufprogrammes 7.070.000 Stück Stammaktien rückgekauft. Die eigenen Aktien wurden mit dem Nennbetrag von 12.896,8 Tsd. EUR (Vorjahr: 10.716,0 Tsd. EUR) vom Grundkapital abgesetzt. Darin enthalten ist der Stand an eigenen Aktien vor dem Rückkaufprogramm in Höhe von 51,9 Tsd. EUR. Aufgrund dieses Aktienrückkaufes erhöhte sich die gebundene Kapitalrücklage um 2.180,8 Tsd. EUR und die Gewinnrücklage reduzierte sich um 37.275,2 Tsd. EUR.
8. GEBUNDENE KAPITALRÜCKLAGEN
In den gebundenen Kapitalrücklagen wird das Wandlungsrecht in Höhe von 18.870,3 Tsd. EUR der im Geschäftsjahr 2023/24 begebenen Wandelanleihe im Nominale von 250.000,0 Tsd. EUR ausgewiesen (siehe auch Punkt 5. Aktive Rechnungsabgrenzung).
9. GEWINNRÜCKLAGEN
Neben der Transaktion im Zusammenhang mit dem Erwerb von eigenen Aktien (Kapitel 7) wurden im Geschäftsjahr 2023/24 323.238,6 Tsd. EUR der freien Gewinnrücklagen aufgelöst (Vorjahr: Zuführung in Höhe von 918.516,3 Tsd. EUR).
10. RÜCKSTELLUNGEN
Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden wie im Vorjahr nach IAS 19 gebildet.
Die Rückstellung wird mit dem Barwert der erworbenen Abfertigungsansprüche unter Verwendung der Projected Unit Credit-Methode bewertet. Die Rückstellung zum Bilanzstichtag beträgt 12.281,2 Tsd. EUR (Vorjahr: 13.776,0 Tsd. EUR).
Die Rückstellungen für Pensionen wurden wie in den Vorjahren gemäß IAS 19 mit dem Barwert der erworbenen Pensionsansprüche bewertet. Von diesem Barwert (67.816,8 Tsd. EUR) wird das Pensionskassenkapital (45.302,6 Tsd. EUR) abgezogen. Diese Nettoverpflichtung wird als Rückstellung für Pensionen ausgewiesen. Die Rückstellung zum Bilanzstichtag beträgt 22.514,2 Tsd. EUR (Vorjahr: 23.149,9 Tsd. EUR).
Die Rückstellungen für Jubiläumsgelder wurden wie im Vorjahr nach IAS 19 gebildet. Die Jubiläumsgeldrückstellung wurde mit dem Barwert der erworbenen Anwartschaften bewertet. Der Bilanzwert beträgt 1.725,1 Tsd. EUR (Vorjahr: 1.639,1 Tsd. EUR).
Die versicherungsmathematischen Berechnungen für Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen erfolgen mit einem Zinssatz von 3,60 % (Vorjahr: 3,80 %), Bezugserhöhungen von 4,00 % (Vorjahr: 4,00 %) bzw. Pensionserhöhungen von 2,50 % (Vorjahr: 2,50 %). Es kommen die Rechnungsgrundlagen von AVÖ 2018-P sowie die Pensionsantrittsalter in Anlehnungen an APG 2004 zur Anwendung.
Bei der Berechnung der Abfertigungsrückstellung wird wie im Vorjahr kein Fluktuationsabschlag angesetzt. Bei der Jubiläumsgeldrückstellung wird die Fluktuation wie im Vorjahr durch dienstzeitabhängige Ausscheidewahrscheinlichkeiten berücksichtigt. In den ersten vier Dienstjahren mit 8,00 % p. a., vom 5. bis zum 9. Dienstjahr mit 4,00 % p. a., vom 10. bis zum 14. Dienstjahr mit 2,00 % p. a. und ab dem 15. Dienstjahr mit 1,00 %.
Im Übrigen werden Rückstellungen mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der bestmöglich zu schätzen ist.
Die Sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Vorsorgen für sonstige Personalaufwendungen, insbesondere Rückstellung für Bonifikationen und Prämien in Höhe von 6.167,9 Tsd. EUR (Vorjahr: 15.581,6 Tsd. EUR), für Prüfungs- und Bilanzveröffentlichungskosten sowie für andere Bestätigungsleistungen in Höhe von 373,0 Tsd. EUR (Vorjahr: 386,7 Tsd. EUR) und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von 775,5 Tsd. EUR (Vorjahr: 1.578,1 Tsd. EUR).
11. VERBINDLICHKEITEN
Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem höheren (für die Verrechnung maßgeblichen) Devisenmittelkurs des Bilanzstichtages bewertet.
| Bilanzwert 31.03.2023 | Bilanzwert 31.03.2024 | Restlaufzeit bis zu 1 Jahr | Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr und bis zu 5 Jahren | Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren |
| | | | | |
Anleihe 2017–2024 | 500.000,0 | 500.000,0 | 500.000,0 | 0,0 | 0,0 |
Anleihe 2019–2024 | 131.000,0 | 140.700,0 | 140.700,0 | 0,0 | 0,0 |
Anleihe 2019–2026 | 500.000,0 | 500.000,0 | 0,0 | 500.000,0 | 0,0 |
Anleihe 2019–2031 | 50.000,0 | 50.000,0 | 0,0 | 0,0 | 50.000,0 |
Anleihe 2023–2028 | 0,0 | 36.500,0 | 36.500,0 | 0,0 | 0,0 |
Wandelanleihe | 0,0 | 250.000,0 | 0,0 | 250.000,0 | 0,0 |
Sonstige Darlehen | 25.000,0 | 25.000,0 | 25.000,0 | 0,0 | 0,0 |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.078.653,8 | 857.520,5 | 436.933,0 | 420.587,5 | 0,0 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.336,9 | 3.479,8 | 3.479,8 | 0,0 | 0,0 |
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 1.131.781,3 | 1.037.156,9 | 1.037.156,9 | 0,0 | 0,0 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 22.254,0 | 29.382,8 | 29.382,8 | 0,0 | 0,0 |
| 3.441.026,1 | 3.429.740,0 | 2.209.152,5 | 1.170.587,5 | 50.000,0 |
| | | | | |
| | | | | Tsd. EUR |
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich zusammen aus Verbindlichkeiten aus Finanzierung und Clearing in Höhe von 873.090,5 Tsd. EUR (Vorjahr: 1.001.512,7 Tsd. EUR), aus Verbindlichkeiten aus Steuerumlagen in Höhe von 74.846,0 Tsd. EUR (Vorjahr: 39.654,9 Tsd. EUR) und aus Sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 89.220,3 Tsd. EUR (Vorjahr: 90.613,7 Tsd. EUR). Die Sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Aufwendungen in Höhe von 22.252,3 Tsd. EUR (Vorjahr: 17.632,9 Tsd. EUR), die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.
Am 27. September 2017 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 500.000,0 Tsd. EUR begeben. Die Anleihe wird im September 2024 zurückgezahlt und mit 1,375 % jährlich verzinst.
Am 10. April 2019 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 500.000,0 Tsd. EUR begeben. Die Anleihe wird im April 2026 zurückgezahlt und mit 1,75 % jährlich verzinst.
Am 19. August 2019 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 50.000,0 Tsd. EUR begeben. Die Anleihe wird im August 2031 zurückgezahlt und mit 1,81 % jährlich verzinst.
Am 25. Juni 2019 gab es ein Emissionsprogramm der voestalpine AG in der Höhe von 150.000,0 Tsd. EUR. Der Zeichnungsstand der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung beträgt 140.700,0 Tsd. EUR. Die Anleihe 2019–2024 ist monatlich kündbar und ist daher mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr ausgewiesen.
Am 20. September 2023 gab es ein weiteres Emissionsprogramm der voestalpine AG in der Höhe von 200.000,0 Tsd. EUR. Der Zeichnungsstand der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung beträgt 36.500,0 Tsd. EUR. Die Anleihe 2024-2028 ist durch Abgabe einer Kündigungserklärung nicht später als 3 Monate vor dem 20. Tag des jeweiligen Monats zu kündigen und ist daher mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr ausgewiesen.
Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde eine Wandelanleihe im Nominale von 250.000,0 Tsd. EUR begeben. Die Anleihe weist eine Laufzeit bis zum 28. April 2028 und eine Verzinsung von 2,75 % p.a. halbjährlich nachträglich auf. Die Anleihegläubiger haben im Wandlungszeitraum vom 8. Juni 2023 bis 24. Geschäftstag vor dem Endfälligkeitstag (Endfälligkeitstag 28. April 2028) oder bei Kündigung durch die voestalpine AG bis 24. Geschäftstag vor dem Rückzahlungstag, das Recht, die Schuldverschreibung mit einem Nennwert von je 100.000,00 EUR in Lieferaktien zu wandeln. Beträgt die Dividende der voestalpine AG mehr als 1,20 EUR pro Aktie, reduziert sich der Wandlungspreis. Aufgrund der Dividende von 1,50 EUR pro Aktie im Juli 2023 hat sich der Wandlungspreis von 40,8915 EUR auf 40,4874 EUR reduziert und die Referenzdividende wurde von 1,20 EUR auf 1,1881 EUR pro Aktie angepasst.
12. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
| 31.03.2023 | 31.03.2024 | Davon gegenüber verbundenen Unternehmen |
| | | |
Garantien | 2.401.395,4 | 2.285.851,5 | 0,0 |
Patronatserklärungen | 25,0 | 505,0 | 0,0 |
| 2.401.420,4 | 2.286.356,5 | 0,0 |
| | | |
| | | Tsd. EUR |
Die Haftungsverhältnisse in Höhe von 2.286.356,5 Tsd. EUR bestehen im Wesentlichen aus Finanzierungsgarantien, während sich der Rest aus Zahlungsgarantien, Rückgarantien, Liefer- und Leistungsgarantien sowie Zollgarantien zusammensetzt. Weiters wurden Patronatserklärungen gegenüber Kreditinstituten für einzelne verbundene Unternehmen im Zusammenhang mit abgeschlossenen Rahmenverträgen für Finanztermingeschäfte und Forderungszessionen abgegeben. Für zwei Gesellschaften wurde eine Patronatserklärung gegenüber der Gesellschaft abgegeben.
D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
13. UMSATZERLÖSE
Die Umsatzerlöse betreffen in erster Linie von Konzernunternehmen für erbrachte Leistungen erhaltene Konzernumlagen in Höhe von 153.497,3 Tsd. EUR (Vorjahr: 140.200,1 Tsd. EUR), Weiterverrechnungen von Leistungen und zentralen Beschaffungen der Gesellschaft an Konzerngesellschaften in Höhe von 236.791,0 Tsd. EUR (Vorjahr: 267.161,4 Tsd. EUR), davon CO2-Emissionszertifikate 232.163,1 Tsd. EUR (Vorjahr: 263.644,4 Tsd. EUR), und an Dritte in Höhe von 40,6 Tsd. EUR (Vorjahr: 42,1 Tsd. EUR).
14. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Buchgewinne aus der Veräußerung von Sachanlagen | 25,2 | 20,6 |
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 9.748,1 | 82,9 |
Übrige sonstige betriebliche Erträge | 891,7 | 3.562,4 |
| 10.665,0 | 3.665,9 |
| | |
| | Tsd. EUR |
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus Überlassung von Personalressourcen und Versicherungsleistungen. In den Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen ist im Jahr 2022/23 im Wesentlichen der Ertrag aus der Auflösung von Rückstellungen aus Altersversorgung in Höhe von 9.678,8 Tsd. EUR enthalten.
15. PERSONALAUFWAND
In der Abschlussperiode waren durchschnittlich 130,8 (Vorjahr: 123,7) Angestellte in der Gesellschaft beschäftigt. Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung gliedern sich wie folgt:
| 2022/23 | 2023/24 |
| Abferti- gungen | Alters- versorgung | Abferti- gungen | Alters- versorgung |
Vorstand | | | | |
Zahlungen | 0,0 | 0,0 | 5.500,2 | 0,0 |
Dotierung/Verbrauch/Auflösung Rückstellungen3 | 1.593,4 | –7.203,81 | –1.239,1 | 95,51 |
Konzernale Überrechnungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Beiträge MVK | 202,5 | 0,0 | 214,9 | 0,0 |
AG-Beitrag zur Pensionskasse | 0,0 | 1.282,2 | 0,0 | 7.195,4 |
| | | | |
Leitende Angestellte | | | | |
Zahlungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Dotierung/Verbrauch/Auflösung Rückstellungen | 18,9 | 0,0 | 83,8 | 0,0 |
Konzernale Überrechnungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Beiträge MVK | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
AG-Beitrag zur Pensionskasse | 0,0 | 104,9 | 0,0 | 111,1 |
| | | | |
Sonstige Arbeitnehmer:innen | | | | |
Zahlungen | 634,9 | 0,0 | 150,9 | 0,0 |
Dotierung/Verbrauch/Auflösung Rückstellungen | –758,7 | –2.475,0 | 197,0 | –1.610,9 |
Konzernale Überrechnungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Beiträge MVK | 121,4 | 0,0 | 145,7 | 0,0 |
AG-Beitrag zur Pensionskasse | 0,0 | 460,8 | 0,0 | 1.451,8 |
| | | | |
Summe | 1.812,4 | –7.830,9 | 5.053,4 | 7.242,9 |
| | | | |
Zinskomponente | 205,6 | 612,6 | 467,4 | 879,7 |
davon Vorstand | 126,1 | 496,32 | 310,6 | 736,72 |
davon leitende Angestellte | 15,5 | 0,0 | 32,3 | 0,0 |
davon sonstige Arbeitnehmer:innen | 64,0 | 116,3 | 124,5 | 143,0 |
| | | | |
1 Davon betreffen ehemalige Vorstände 2.948,6 Tsd. EUR (2022/23: 3.208,8 Tsd. EUR). | |
2 Davon betreffen ehemalige Vorstände 323,4 Tsd. EUR (2022/23: 218,5 Tsd. EUR). | |
3 Auflösung Rückstellung erfolgte im Vorjahr unter der Position "Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen". | Tsd. EUR |
Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm in den österreichischen Konzerngesellschaften basiert auf der Verwendung eines Teils der kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltserhöhungen mehrerer Geschäftsjahre. Erstmals im Geschäftsjahr 2000/01 erhielten die Arbeitnehmer:innen als Gegenleistung für eine um 1 % geringere Lohn- und Gehaltserhöhung Aktien der voestalpine AG.
In den Geschäftsjahren 2002/03, 2003/04, 2005/06, 2007/08, 2008/09, 2014/15 und 2018/19 wurden jeweils zusätzlich zu den bis dahin vereinbarten Beiträgen zwischen 0,3 %-Punkte und 0,5 %-Punkte der Kollektivvertragserhöhungen für die Beteiligung der Mitarbeiter:innen an der voestalpine AG verwendet. Die tatsächliche Höhe der Beiträge ergibt sich aus den ermittelten Beiträgen auf Basis der Kollektivverträge zum 1. November 2002, 2003, 2005, 2007, 2008, 2014 bzw. 2018 sowie unter Anwendung einer jährlichen Erhöhung der Beiträge um 3,5 %. In den Geschäftsjahren 2012/13, 2013/14, 2016/17, 2017/18, 2021/22 und 2022/23 wurden für jene österreichischen Konzerngesellschaften, die erst ab einem späteren Zeitpunkt an der Mitarbeiterbeteiligung teilgenommen hatten, weitere Beiträge zwischen 0,27 %-Punkten und 0,50 %-Punkten der Kollektivvertragserhöhungen 2012, 2013, 2016, 2017, 2021 bzw. 2022 für die Beteiligung verwendet.
Zur Umsetzung des österreichischen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms wird jeweils eine Vereinbarung zwischen dem Betriebsrat und der Gesellschaft geschlossen. Die Aktien werden von der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung erworben und werden von dieser entsprechend dem jeweiligen Lohn- und Gehaltsverzicht der Beschäftigten an diese übertragen. Der Wert der Gegenleistung ist nicht von Kursschwankungen abhängig. IFRS 2 kommt für Aktienzuteilungen aufgrund von niedrigeren Kollektivvertragsabschlüssen daher nicht zur Anwendung.
Für Konzerngesellschaften außerhalb Österreichs wurde ein internationales Beteiligungsmodell entwickelt, das zunächst im Geschäftsjahr 2009/10 in mehreren Gesellschaften in Großbritannien und Deutschland gestartet werden konnte. Aufgrund der in diesen Pilotversuchen gesammelten sehr positiven Erfahrungen wurde das Modell in diesen beiden Ländern weiter ausgebaut sowie in den folgenden Geschäftsjahren schrittweise in den Niederlanden, in Polen, in Belgien, in der Tschechischen Republik, in Italien, in der Schweiz, in Rumänien, in Schweden und in Spanien neu eingeführt. Im Geschäftsjahr 2023/24 nahmen insgesamt 93 Gesellschaften in diesen elf Ländern an der internationalen Mitarbeiterbeteiligung teil.
Zum 31. März 2024 hält die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung für die Mitarbeiter:innen rund 14,3 % (31. März 2023: 14,3 %) der Aktien der voestalpine AG. Darüber hinaus halten aktive und ehemalige Mitarbeiter:innen der voestalpine rund 0,5 % (31. März 2023: 0,5 %) der Aktien der voestalpine AG, deren Stimmrechte von der Stiftung ausgeübt werden. Insgesamt werden somit zum 31. März 2024 die Stimmrechte von 14,8 % (31. März 2023: 14,8 %) des Grundkapitals der voestalpine AG in der Stiftung gebündelt.
16. ÜBRIGE SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 338.697,7 Tsd. EUR sind unter anderem folgende wesentliche Posten enthalten: Reallokation an Divisionsleitgesellschaften in Höhe von 50.514,5 Tsd. EUR (Vorjahr: 49.561,2 Tsd. EUR), Emissionszertifikate in Höhe von 232.163,1 Tsd. EUR (Vorjahr: 263.644,4 Tsd. EUR), Honoraraufwendungen für Konsulent:innen und Gutachter:innen in Höhe von 5.581,0 Tsd. EUR (Vorjahr: 4.348,5 Tsd. EUR), Personalkosten für fremde Arbeitskräfte in Höhe von 362,9 Tsd. EUR (Vorjahr: 315,3 Tsd. EUR), Werbeaufwendungen in Höhe von 7.153,2 Tsd. EUR (Vorjahr: 2.736,0 Tsd. EUR), Beiträge an sonstige Verbände und Vereine in Höhe von 1.421,7 Tsd. EUR (Vorjahr: 1.002,7 Tsd. EUR), Mieten und Pachten in Höhe von 2.526,7 Tsd. EUR (Vorjahr: 2.123,4 Tsd. EUR), EDV in Höhe von 9.074,4 Tsd. EUR (Vorjahr: 5.867,4 Tsd. EUR), sonstige fremde Dienstleistungen in Höhe von 4.315,5 Tsd. EUR (Vorjahr: 3.979,9 Tsd. EUR) und Reiseaufwendungen in Höhe von 1.366,0 Tsd. EUR (Vorjah:r 859,2 Tsd. EUR).
17. ERTRÄGE AUS BETEILIGUNGEN
Die Beteiligungserträge betragen 444,0 Mio. EUR (davon 444,0 Mio. EUR aus verbundenen Unternehmen), (Vorjahr: 1.132,4 Mio. EUR, davon 1.132,2 Mio. EUR aus verbundenen Unternehmen).
18. AUFWENDUNGEN AUS FINANZANLAGEN UND AUS WERTPAPIEREN DES UMLAUFVERMÖGENS
Im Geschäftsjahr 2023/24 erfolgte eine außerplanmäßige Abschreibung der Beteiligung an der voestalpine High Performance Metals GmbH, Wien, in Höhe von 730.000,0 Tsd. EUR (Vorjahr: 0,0 Tsd. EUR). Die außerplanmäßige Abschreibung erfolgte aufgrund von reduzierten Ertragserwartungen sowie eines höheren WACC im Vergleich zum Vorjahr. Dabei werden die Kapitalkosten als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten ermittelt (Weighted Average Costs of Capital – WACC).
Die voestalpine High Performance Metals GmbH, Wien, ist die Muttergesellschaft der High Performance Metals Division mit ihren beiden Business Units High Performance Metals Production und Value Added Services.
19. ZINSERTRÄGE, ZINSEN UND ÄHNLICHE AUFWENDUNGEN UND NEGATIVZINSEN
Der Saldo aus „Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge“ und „Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ ergibt für das Geschäftsjahr 2023/24 einen Ertrag in Höhe von 86.190,8 Tsd. EUR (Vorjahr: 58.277,7 Tsd. EUR). Die Zinserträge bestehen großteils aus Zinsen aus Wertpapieren des Umlaufvermögens, aus Darlehenszinsen von verbundenen Unternehmen, aus Swapzinsen sowie aus Erträgen aus der Auflösung von Wertberichtigungen zu Forderungen aus Finanzierung und Clearing. Die Zinsaufwendungen beinhalten Zinsen von verbundenen Unternehmen, Swapzinsen, Anleihezinsen und sonstige Aufwandszinsen sowie Wertberichtigungen zu Forderungen aus Finanzierung und Clearing gegenüber verbundenen Unternehmen. Die in den Zuweisungen zu den Rückstellungen für Abfertigungen (467,5 Tsd. EUR, Vorjahr: 205,6 Tsd. EUR), Pensionen (879,7 Tsd. EUR, Vorjahr: 612,6 Tsd. EUR) und Jubiläumsgelder (61,0 Tsd. EUR, Vorjahr: 27,4 Tsd. EUR) enthaltenen Zinskomponenten sind analog zum Vorjahr ebenfalls im Zinsaufwand enthalten.
20. AUFWENDUNGEN FÜR DIE ABSCHLUSSPRÜFERIN
Die Aufwendungen für die Abschlussprüferin betragen 397,1 Tsd. EUR (Vorjahr: 411,1 Tsd. EUR) und betreffen mit 299,2 Tsd. EUR (Vorjahr: 277,0 Tsd. EUR) die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses 2023/24. Sonstige Bestätigungsleistungen wurden in Höhe von 85,9 Tsd. EUR (Vorjahr: 74,1 Tsd. EUR) erbracht und sonstige Leistungen in Höhe von 12,0 Tsd. EUR (Vorjahr: 60,0 Tsd. EUR).
21. STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG
Die voestalpine AG ist Gruppenträgerin der Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG, welche insbesondere die wesentlichen inländischen Konzerngesellschaften als Gruppenmitglieder umfasst. Die Gruppenträgerin hat die Körperschaftsteuer für die Unternehmensgruppe an das zuständige Finanzamt zu leisten. Zwischen dem Gruppenmitglied und der Gruppenträgerin besteht eine Regelung über den Steuerausgleich. Danach hat das Gruppenmitglied im Falle eines positiven Ergebnisses eine Steuerumlage an die Gruppenträgerin zu entrichten. Im Falle eines Verlustes eines Gruppenmitgliedes hat die Gruppenträgerin eine Steuerumlage an das Gruppenmitglied zu leisten. Der Posten Steuern vom Einkommen und Ertrag setzt sich wie folgt zusammen:
Aufwand (+), Ertrag (–) | 31.03.2023 | 31.03.2024 |
| | |
Körperschaftsteuer aus der Gruppenbesteuerung | 150.525,9 | 33.724,2 |
Körperschaftsteuer für Vorperioden | 19.339,1 | 1.164,7 |
Ausländische Steuern | 112,3 | 0,0 |
Steuerumlagen der Gruppenmitglieder | –134.074,1 | –9.195,1 |
Steuerumlagen der Gruppenmitglieder für Vorperioden | –2.395,4 | –1.535,2 |
Steuerlatenzen | 8.233,7 | 4.669,8 |
Steuerlatenzen für Vorperioden | 0,0 | 0,0 |
Summe | 41.741,5 | 28.828,5 |
| | |
| | Tsd. EUR |
Die Körperschaftsteuer für Vorperioden stammt aus der Anpassung der Festsetzung der Körperschaftssteuer für die Jahre 2012 bis 2023.
Das am 30. Dezember 2023 veröffentlichte Mindestbesteuerungsreformgesetz (Min-BestRefG, BGBl I Nr 187/2023) beinhaltet das neue Bundesgesetz zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen. Die voestalpine AG ist die oberste Muttergesellschaft des voestalpine-Konzerns, dessen Umsatz 750 Mio. EUR übersteigt. Das Bundesgesetz findet mit dem Überschreiten der Umsatzgrenze frühestens mit dem Geschäftsjahr 1. April 2024 beginnend auf die Gesellschaft Anwendung. Gemäß § 198 Abs. 10 Satz 3 Z 4 UGB wurden keine latenten Steuern, die aus der Anwendung des Min-BestRefG oder eines vergleichbaren ausländischen Gesetzes entstehen, angesetzt.
Für das Geschäftsjahr endend am 31. März 2024 ergeben sich keine steuerlichen Auswirkungen für die Gesellschaft. Mit Stand 31. März 2024 ist mit keiner wesentlichen Auswirkung durch die globale Mindestbesteuerung auf das Ergebnis der Gesellschaft für das nächste Geschäftsjahr zu rechnen. Diese Angabe beruht auf den Ergebnissen der Country-by-Country Safe-Harbour-Berechnungen auf Basis von historischen sowie Plandaten.
E. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
In den sonstigen Rückstellungen sind Vorsorgen für Devisentermingeschäfte in Höhe von 775,5 Tsd. EUR (Vorjahr: 1.578,1 Tsd. EUR) aufgrund von Marktwertveränderungen enthalten. Die Bewertung erfolgt nach der „Mark to Market-Methode“. Es wird das Ergebnis rückgestellt, das bei Glattstellung des Sicherungsgeschäftes am Bilanzstichtag realisiert werden würde. Die verwendeten Marktdaten sind, wenn vorhanden, Fixings (EZB, EURIBOR, Swapfixing), ansonsten Contributors wie beispielsweise Tullet & Tokyo Liberty.
Umfang der derivativen Finanzinstrumente und Fair Value in Summe zum Bilanzstichtag sind in folgender Tabelle dargestellt:
BESTAND AN DERIVATEN
| Nominale | Fair Value | Laufzeit |
| | | |
Devisentermingeschäfte (inkl. Devisenswap) | 2.878,51 | –0,21 | 100 % ≤ 8 Jahre |
Commodity Swap | 508,07 | 0,00 | 100 % < 2 Jahre |
Summe | 3.386,58 | –0,21 | |
| | | |
| | | Mio. EUR |
Der Fair Value stellt positive und negative Marktwerte dar.
F. SONSTIGE ANGABEN
Als Vorstandsmitglieder der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr 2023/24 folgende Herren und seither folgende Damen und Herren bestellt:
- » Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner, Vorsitzender
- » Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer, Mitglied
- » Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA, Mitglied (bis 31.03.2024)
- » Dipl.-Ing. Franz Rotter, Mitglied (bis 31.03.2024)
- » Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA, Mitglied (bis 31.03.2024)
- » Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA, Mitglied
Ab 1. April 2024 wurden folgende Vorstandsmitglieder bestellt:
Mag. Gerald Mayer
Dipl.-Ing Dr. Reinhard Nöbauer
Dr. Carola Richter
Die fixen Bezüge des Vorstandes werden entsprechend der österreichischen Rechtslage vom Präsidialausschuss des Aufsichtsrates festgelegt und periodisch einer Überprüfung unterzogen.
Voraussetzung für die Gewährung einer Bonifikation ist das Vorliegen einer aus quantitativen und qualitativen Elementen bestehenden Zielvereinbarung, welche mit dem Präsidialausschuss des Aufsichtsrates abzuschließen ist. Der Maximalbonus ist für Vorstandsmitglieder mit 200 % des Jahresbruttogehalts, für den Vorsitzenden des Vorstandes mit 250 % des Jahresbruttogehalts begrenzt. Bei exakter Erreichung der vereinbarten Zielwerte gebühren für die quantitativen Ziele 60 % des Maximalbonus; bei Erreichen der qualitativen Ziele gebühren 20 % des Maximalbonus. Eine Übererfüllung der quantitativen Ziele wird proportional bis zur Erreichung des Maximalbonus berücksichtigt. Quantitative Zielgrößen sind die „Earnings before interest and taxes“ (EBIT), der „Return on Capital Employed“ (ROCE) und das operative Working Capital in Prozent vom Umsatz. Die konkreten Zielgrößen werden für EBIT und ROCE periodisch, nämlich jeweils für einen Zeitraum von drei Jahren, vom Präsidialausschuss des Aufsichtsrates mit dem Vorstand vereinbart. Der Zielwert für das operative Working Capital in Prozent vom Umsatz wird für das jeweilige Geschäftsjahr vereinbart. Die Berechnungsbasis der jeweiligen Zielgrößen ist unabhängig vom jeweiligen Budget bzw. der Mittelfristplanung, das heißt, Budgeterfüllung bedeutet nicht Bonuserreichung. Als qualitative Ziele im Geschäftsjahr 2023/24 wurden erstens die Strukturierung, Kostenvergleich und weitere Ausgestaltung der strategischen Energie- und Rohstoffversorgung des voestalpine-Konzerns 2030+ auf Basis der strukturell veränderten Energie-und Rohstoffbedarfe, und zweitens „Mitarbeiter:innen der Wettbewerbsfaktor der Zukunft“, Entwicklung einer ganzheitlichen HR-Strategie 2030+ unter besonderer Berücksichtigung der Erhöhung des unterrepräsentierten Geschlechts in Führungspositionen vereinbart.
Aus Altverträgen bzw. aus der Vorstandstätigkeit vorangegangenen Tätigkeiten im Konzern steht in der Berichtsperiode zwei Mitgliedern des Vorstandes aufgrund von Pensionszusagen eine leistungsorientierte Betriebspension zu. Die Höhe der vertraglich zugesagten Pension bemisst sich für diese beiden Vorstandsmitglieder nach der Dauer der Dienstzeit. Pro Dienstjahr beträgt die Höhe der jährlichen Pension 1,2 % des letzten Jahresbruttogrundgehalts. Die Pensionsleistung kann jedoch 40 % des letzten Jahresbruttogrundgehalts nicht übersteigen.
2018 wurde im Zuge der Wiederbestellung von drei Mitgliedern des Vorstandes die Angemessenheit des Pensionsanspruches, der sich aus den bis zu diesem Zeitpunkt eingezahlten Beiträgen ergeben hat, geprüft und ein zusätzlicher Betrag zu der jeweils bestehenden beitragsorientierten Vereinbarung (= 15 % des Jahresbruttogrundgehalts) beschlossen. Die Einzahlung der beitragsorientierten Zuzahlung erfolgt in fünf jährlichen Raten ab dem Geschäftsjahr 2019/20 und endete mit 31. März 2024.
Die Vorstandsmitglieder erhalten bei Beendigung des Anstellungsverhältnisses eine Abfertigung, die der Systematik des Angestelltengesetzes nachgebildet ist, wobei die Maximalhöhe nach dem Angestelltengesetz nicht überschritten wird.
Für die Mitglieder des Vorstandes (wie auch für alle leitenden Angestellten des Konzerns) und des Aufsichtsrates besteht eine D&O-Versicherung, deren Kosten von der Gesellschaft getragen werden.
Die Bezüge der Mitglieder des Vorstandes der voestalpine AG setzen sich für das Geschäftsjahr 2023/24 wie folgt zusammen:
| 2022/23 | 2023/24 |
| | |
Kurzfristig fällige Leistungen | 20,29 | 13,32 |
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 2,84 | 8,83 |
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 0,00 | 0,47 |
| 23,13 | 22,62 |
| | |
| | Mio. EUR |
Zum Bilanzstichtag waren 5,02 Mio. EUR (2022/23: 12,00 Mio. EUR) der variablen Bezüge, 0,82 Mio. EUR der Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie 0,47 Mio. EUR der Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses noch nicht ausbezahlt. An Mitglieder des Vorstandes der voestalpine AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.
Für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder mit leistungsorientierten Pensionsverträgen wurden Pensionszahlungen in Höhe von 1,74 Mio. EUR (2022/23: 1,61 Mio. EUR) durch die Pensionskasse geleistet.
Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden Frau Dr. Carola Richter und Herr Mag. Gerald Mayer jeweils mit Wirkung zum 1. April 2024 zum Mitglied des Vorstandes bestellt. In diesem Zusammenhang wurde im Geschäftsjahr 2023/24 für Frau Dr. Carola Richter ein Sign-in Bonus in Höhe von brutto 1.200.000 EUR und für Herrn Mag. Gerald Mayer ein Sign-in Bonus in Höhe von brutto 585.000 EUR aufwandswirksam erfasst.
Dem Aufsichtsrat gehörten in der Berichtsperiode folgende Mitglieder an:
- » Dr. Wolfgang Eder, Vorsitzender
- » Dr. Heinrich Schaller, Stv. Vorsitzender
- » KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA, Mitglied
- » Mag. Ingrid Jörg, Mitglied
- » Dr. Florian Khol, Mitglied
- » Mag. Maria Kubitschek, Mitglied
- » Prof. Elisabeth Stadler, Mitglied
- » BR Sandra Fritz, Mitglied
- » Arb.BRV Josef Gritz, Mitglied
- » Arb.BRV Gerhard Scheidreiter, Mitglied
- » BRV Hans-Karl Schaller, Mitglied
Gemäß § 15 der Satzung der voestalpine AG wird die Höhe der Vergütung sowie des Sitzungsgeldes der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder (= Kapitalvertreter:innen) von der Hauptversammlung festgesetzt.
Den von der Belegschaftsvertretung nominierten Aufsichtsratsmitgliedern steht weder eine Aufsichtsratsvergütung noch ein Sitzungsgeld zu.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 3. Juli 2024 folgende Aufsichtsratsvergütung sowie Höhe des Sitzungsgeldes vorschlagen:
Vorsitzender | 120.000 EUR |
Stellvertreter des Vorsitzenden | 90.000 EUR |
Mitglied | 60.000 EUR |
Vorsitzender eines Ausschusses (sofern nicht Aufsichtsratvorsitzender) | 30.000 EUR |
| |
Sitzungsgeld | 500 EUR |
Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Hauptversammlung am 3. Juli 2024 beträgt die Aufsichtsratsvergütung (inklusive Sitzungsgelder) für das Geschäftsjahr 2023/24 insgesamt 0,60 Mio. EUR (2022/23: 0,51 Mio. EUR).
Die Bezahlung der Aufsichtsratsvergütung für das Geschäftsjahr 2023/24 erfolgt spätestens 14 Tage nach der am 3. Juli 2024 stattfindenden Hauptversammlung.
An Mitglieder des Aufsichtsrates der voestalpine AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.
Der Jahresabschluss der voestalpine AG wird samt den zugehörigen Unterlagen beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Linz unter der Firmenbuchnummer FN 66209 t eingereicht.
Dienstleistungen des Rechnungswesens und der Personalabteilung werden aufgrund von Shared Service-Verträgen von der voestalpine Stahl Linz GmbH und der voestalpine PersonalServices GmbH für die voestalpine AG erbracht.
Die voestalpine AG agiert als Management-Holding für den gesamten voestalpine-Konzern. Es werden sämtliche Leistungen erbracht, um die Ressourcenallokation innerhalb des gesamten voestalpine-Konzerns zum Nutzen sämtlicher Konzerngesellschaften und der Aktionär:innen zu optimieren. Diese Leistungen beinhalten unter anderem Funktionen im Bereich strategisches Personalmanagement, Planung und Strategie, Controlling, Bilanz, Treasury, Recht, Revision und strategisches IT-Management. In diesem Zusammenhang gibt es einen Management- und Servicevertrag zwischen der voestalpine AG und den betroffenen Konzerngesellschaften.
Für das Nutzungsrecht der Wort- und Bildmarke voestalpine besteht ein Markenlizenzvertrag. Beide Positionen werden unter dem Titel „Konzernumlage“ an die betroffenen Konzerngesellschaften verrechnet.
Es erfolgt zum Zwecke eines konzerninternen Liquiditätsausgleichs ein Cash-Pooling durch die voestalpine AG. Dabei werden Liquiditätsüberschüsse und Liquiditätsbedarfe von unterschiedlichen Konzerngesellschaften zueinander ausgeglichen.
Die voestalpine AG fungiert als Organträgerin einer Umsatzsteuerorganschaft gemäß § 2 Abs. 2 UStG 1994.
Weiters ist die voestalpine AG Gruppenträgerin einer Unternehmensgruppe gemäß § 9 Abs. 8 KStG 1988 (siehe Punkt 21. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag).
G. WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM
ABSCHLUSS DES GESCHÄFTSJAHRES
Nach dem Bilanzstichtag sind keine wesentlichen Ereignisse eingetreten, die in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung nicht berücksichtigt wurden.
H. ERGEBNISVERWENDUNG
Das Geschäftsjahr 2023/24 schließt mit einem Bilanzgewinn von 125.000.000,00 EUR. Es wird vorgeschlagen, eine Dividende von 0,70 EUR je dividendenberechtigter Aktie an die Aktionär:innen auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.
Linz, am 27. Mai 2024
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h. Franz Kainersdorfer e. h. Gerald Mayer e. h.
Reinhard Nöbauer e. h. Carola Richter e. h. Hubert Zajicek e. h.
voestalpine AG
BESTÄTIGUNGSVERMERK
BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Jahresabschluss der voestalpine AG, Linz, bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2024, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2024 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Bewertung Anteile an verbundenen Unternehmen
- » Sachverhalt und Problemstellung
Im Jahresabschluss der voestalpine AG werden Anteile an verbundenen Unternehmen mit 3.524,4 Mio. EUR ausgewiesen und stellen damit bedeutende Vermögenswerte der Gesellschaft dar. Finanzanlagen werden von der Gesellschaft bei voraussichtlich dauernder Wertminderung auf den beizulegenden Wert abgeschrieben, wenn dieser niedriger als der bisherige Buchwert ist. Zuschreibungen werden bei Wegfall der Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen. Demgemäß wurden im Geschäftsjahr außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen im Ausmaß von 730,0 Mio. EUR (zur Gänze betreffend die voestalpine High Performance Metals GmbH) vorgenommen.
Der beizulegende Wert der Anteile an verbundenen Unternehmen wird mit einem Discounted-Cashflow-Verfahren unter Einbeziehung der Cashflows aus der vom Konzernmanagement genehmigten 5-Jahres-Mittelfristplanung ermittelt.
Für weitere Ausführungen verweisen wir auf das Kapitel „2. Finanzanlagen“ im Anhang.
Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung des beizulegenden Wertes werden Annahmen über die künftigen Cashflows und den Abzinsungssatz zugrunde gelegt. Die Planung der Cashflows ist grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet. Die Herleitung des Abzinsungssatzes ist komplex und von Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter abhängig. Geringfügige Veränderungen in den Annahmen können zu einer wesentlichen Abweichung des beizulegenden Wertes führen. Aus diesen Gründen und wegen der wesentlichen Bedeutung der Anteile an verbundenen Unternehmen für den Jahresabschluss haben wir diesen Sachverhalt als besonders wichtig für unsere Prüfung bestimmt.
Wir haben die seitens des Managements im Prozess zur Identifikation von Indikatoren für außerplanmäßige Abschreibungen und Zuschreibungen eingerichteten Kontrollen hinsichtlich deren Konzeption und Einrichtung beurteilt.
Für Anteile an verbundenen Unternehmen, bei denen in Vorjahren wesentliche außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Wert erfasst wurden bzw. bei denen Indikatoren für Wertminderungen vorliegen, haben wir die der Planung der Cashflows zugrundeliegenden Annahmen und die darin enthaltenen Ermessensentscheidungen kritisch gewürdigt und mit der genehmigten Planungsrechnung abgeglichen. Wir haben die im Rahmen der Berechnungen angesetzten Parameter, wie beispielsweise die geplante Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die Working-Capital-Entwicklung oder die geplanten Investitionen, mit unternehmensspezifischen Informationen bzw. mit branchenspezifischen Markterwartungen aus externen Datenquellen verglichen und anhand historischer Daten plausibilisiert sowie eingehend mit dem Management diskutiert und hinterfragt.
Weiters haben wir das Berechnungsmodell auch unter Einbindung interner Experten hinsichtlich seiner Angemessenheit und rechnerischen Richtigkeit beurteilt. Den verwendeten Abzinsungssatz haben wir anhand selbst ermittelter Bandbreiten plausibilisiert.
SONSTIGE INFORMATIONEN
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht, den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und die jeweiligen Bestätigungsvermerke. Den Jahresfinanzbericht (ohne den Bericht des Aufsichtsrates) haben wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erhalten, der Bericht des Aufsichtsrates wird uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt werden.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf die sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses ist es unsere Verantwortung, die oben angeführten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob sie wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf Grundlage der Arbeiten, die wir zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erhaltenen sonstigen Informationen durchgeführt haben, zur Schlussfolgerung gelangen, dass diese sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.
VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
- » Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
- » Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
- » Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
- » Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
- » Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
- » Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
- » Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – auf vorgenommene Handlungen zur Beseitigung von Gefährdungen oder angewandte Schutzmaßnahmen auswirken.
- » Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
BERICHT ZUM LAGEBERICHT
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
URTEIL
Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
ERKLÄRUNG
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL 10 DER EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 5. Juli 2023 als Abschlussprüfer für das am 31. März 2024 endende Geschäftsjahr gewählt und am 27. September 2023 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem am 31. März 2020 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der Gesellschaft gewahrt haben.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHE WIRTSCHAFTSPRÜFERIN
Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Mag. Marieluise Krimmel.
Wien
27. Mai 2024
Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH
Mag. Marieluise Krimmel e. h. ppa. Mag. Monika Viertlmayer e. h.
Wirtschaftsprüferin Wirtschaftsprüferin
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten. Es wird darauf hingewiesen, dass der in unserem Prüfungsbericht enthaltene Bestätigungsvermerk mit einer qualifiziert elektronischen Signatur versehen wurde und der in diesem Urkundenexemplar enthaltene Bestätigungsvermerk nur deswegen nochmals qualifiziert elektronisch signiert wurde, um eine Überprüfung der Signatur zu ermöglichen.
ERKLÄRUNG DES VORSTANDES
GEM. § 124 (1) BÖRSEG 2018
Der Vorstand der voestalpine AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss der voestalpine AG ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt und dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Linz, am 27. Mai 2024
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h. Franz Kainersdorfer e. h. Gerald Mayer e. h.
Vorsitzender des Vorstandes Mitglied des Vorstandes Mitglied des Vorstandes
Reinhard Nöbauer e. h. Carola Richter e. h. Hubert Zajicek e. h.
Mitglied des Vorstandes Mitglied des Vorstandes Mitglied des Vorstandes
SERVICE
324 Glossar
325 Kontakt, Impressum
GLOSSAR
Akquisition. Übernahme oder Kauf von Unternehmen bzw. Unternehmensteilen. Asset-Deal. Firmenübernahme durch Kauf der einzelnen Wirtschaftsgüter (anstelle der Anteile). ATX. „Austrian Traded Index“, Leitindex der Wiener Börse, der die 20 wichtigsten Aktien des Prime Market beinhaltet. Bruttoergebnis. Umsatzerlöse abzüglich Umsatzkosten. Capital Employed. Das gesamte eingesetzte verzinsliche Kapital. Cashflow - » aus Investitionstätigkeit: Abfluss/Zufluss flüssiger Mittel aus Investitionen/Desinvestitionen;
- » aus der Betriebstätigkeit: Abfluss/Zufluss flüssiger Mittel, soweit nicht durch Investitions-, Desinvestitionsoder Finanzierungstätigkeit beeinflusst;
- » aus der Finanzierungstätigkeit: Abfluss/Zufluss flüssiger Mittel aus Kapitalaus- und Kapitaleinzahlungen.
EBIT (Earnings before Interest, Taxes). Der Betriebserfolg: Ergebnis vor Steuern, Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter und Finanzergebnis. EBIT-Marge. EBIT/Umsatz. EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization). Ergebnis vor Steuern, Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter, Finanzergebnis und Abschreibungen. EBITDA-Marge. EBITDA/Umsatz. Eigenkapital. Mittel, die dem Unternehmen von den Eigentümern durch Einzahlung und/oder Einlage bzw. aus einbehaltenen Gewinnen zur Verfügung gestellt werden. | Eigenkapitalquote. Eigenkapital/Summe Passiva. Eigenkapitalrentabilität. Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss)/Eigenkapital der Vorperiode. Free Float (oder Streubesitz). Teil des Aktienkapitals, der sich im Streubesitz befindet, d. h. an der Börse frei gehandelt wird. Gearing (Ratio). Nettofinanzverschuldung/Eigenkapital. IFRS („International Financial Reporting Standards“). Rechnungslegungsnormen, die eine international vergleichbare Bilanzierung und Publizität gewährleisten sollen. Marktkapitalisierung. Die Marktkapitalisierung spiegelt den aktuellen Börsenwert einer börsennotierten Firma wider. Nettofinanzverschuldung. Verzinsliche Verbindlichkeiten abzüglich verzinsliches Vermögen. Rating. Eine auf den internationalen Kapitalmärkten anerkannte Einstufung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens. ROCE (Return on Capital Employed). EBIT/Durchschnittliches Capital Employed, die Rendite auf das eingesetzte Kapital. Volatilität. Intensität der Kursschwankungen von Aktien und Devisen bzw. der Preisänderungen von Massengütern im Vergleich zur Marktentwicklung. Vollzeitäquivalent (FTE). Ein Vollzeitmitarbeiter entspricht einem Vollzeitäquivalent von eins, teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter werden mit einer ihrem Beschäftigungsausmaß entsprechenden Quote berücksichtigt. WACC (Weighted Average Cost of Capital). Durchschnittliche Kapitalkosten für Fremd- und Eigenkapital. |
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& IMPRESSUM
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Sämtliche in diesem Geschäftsbericht angeführte Mengenangaben
in Tonnen beziehen sich auf metrische Tonnen (1.000 kg).
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Eigentümer und Medieninhaber: voestalpine AG, voestalpine-Straße 1,
4020 Linz. Herausgeber und Redaktion: voestalpine AG,
Investor Relations, T. +43/50304/15-9949, F. +43/50304/55-5581,
IR@voestalpine.com, www.voestalpine.com
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voestalpine AG voestalpine-Straße 1 4020 Linz, Austria T. +43/50304/15-0 F. +43/50304/55-DW www.voestalpine.com | |
1 Im Corporate Governance Kodex sind folgende Regeln vorgesehen: „L-Regeln“ (= Legal), das sind gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen; „C-Regeln“ (Comply or Explain), deren Nichteinhaltung begründet werden muss; „R-Regeln“ (Recommendations), das sind Empfehlungen.
2 Die Basis der Berechnung ist die Anzahl der Mitarbeiter:innen (Headcount). 3 Geschäftsjahr 2022/23 sowie 1. Quartal bis 3. Quartal 2023/24 rückwirkend angepasst.
4 Geschäftsjahr 2022/23 sowie 1. Quartal bis 3. Quartal 2023/24 rückwirkend angepasst.
5 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund
6 EUROFER – Dachverband der europäischen Stahlindustrie für Stahlverbrauch Europa; über Europa hinausgehend World Steel Association
11 IATA Global Outlook for Air Transportation, January 2024 13 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund
14 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund
16 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund