JAHRESFINANZ-
BERICHT
2021/22
ENTWICKLUNG
DER KENNZAHLEN
Mio. EUR | 2017/18 | 2018/19 | 2019/20 | 2020/21 | 2021/22 |
Gewinn- und Verlustrechnung1 | |||||
Umsatzerlöse | 12.897,8 | 13.560,7 | 12.717,2 | 10.901,9 | 14.923,2 |
EBITDA | 1.954,1 | 1.564,6 | 1.181,5 | 1.148,1 | 2.291,3 |
Abschreibungen | 774,1 | 785,2 | 1.270,5 | 809,8 | 837,0 |
EBIT | 1.180,0 | 779,4 | –89,0 | 338,2 | 1.454,3 |
Ergebnis vor Steuern | 1.042,5 | 645,7 | –230,3 | 234,8 | 1.382,5 |
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten | 255,7 | 1.072,4 | |||
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten | –224,0 | 257,9 | |||
Ergebnis nach Steuern2 | 825,4 | 458,6 | –216,5 | 31,7 | 1.330,3 |
Bilanz | |||||
Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Beteiligungen | 895,2 | 1.011,8 | 776,7 | 612,1 | 709,9 |
Eigenkapital | 6.554,3 | 6.709,8 | 5.614,9 | 5.649,9 | 7.069,3 |
Nettofinanzverschuldung | 2.995,1 | 3.125,4 | 3.775,0 | 2.742,8 | 2.291,2 |
Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals (Gearing) | 45,7 % | 46,6 % | 67,2 % | 48,5 % | 32,4 % |
Finanzkennzahlen | |||||
EBITDA-Marge1 | 15,2 % | 11,5 % | 9,3 % | 10,5 % | 15,4 % |
EBIT-Marge1 | 9,1 % | 5,7 % | –0,7 % | 3,1 % | 9,7 % |
Return on Capital Employed (ROCE)1 | 11,1 % | 7,0 % | –0,8 % | 3,4 % | 15,5 % |
Cashflow aus der Betriebstätigkeit | 1.195,1 | 1.166,6 | 1.304,0 | 1.633,5 | 1.242,9 |
Aktienkennzahlen | |||||
Aktienkurs Ende Geschäftsjahr (EUR) | 42,57 | 27,07 | 18,54 | 35,33 | 27,02 |
Dividende je Aktie (EUR)3 | 1,40 | 1,10 | 0,20 | 0,50 | 1,20 |
Börsenkapitalisierung Ende Geschäftsjahr | 7.506,0 | 4.832,6 | 3.308,9 | 6.307,1 | 4.823,6 |
Anzahl der ausstehenden Aktien zum 31.03. | 176.320.566 | 178.520.566 | 178.520.566 | 178.520.616 | 178.520.616 |
Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten (EUR)1 | 1,49 | 5,84 | |||
Ergebnis je Aktie aus nicht fortgeführten Aktivitäten (EUR) | –1,25 | 1,44 | |||
Ergebnis je Aktie (EUR) | 4,40 | 2,31 | –1,24 | 0,24 | 7,28 |
Personal | |||||
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) Ende Geschäftsjahr4 | 51.621 | 51.907 | 49.682 | 48.654 | 50.225 |
1 Geschäftsjahr 2020/21 rückwirkend angepasst. | |||||
2 Vor Abzug von nicht beherrschenden Anteilen. | |||||
3 Gemäß Vorschlag an die Hauptversammlung. | |||||
4 Inkl. Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) aus nicht fortgeführten Aktivitäten. | |||||
INHALTS-
VERZEICHNIS
UNTERNEHMEN | KONZERNLAGEBERICHT | ||
4 | Highlights | 33 | Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage |
5 | voestalpine – Strategie im Überblick | 37 | Bericht über die finanziellen Leistungs-indikatoren des voestalpine-Konzerns |
6 | voestalpine – Portfolio | 43 | Steel Division |
8 | Die voestalpine ist ein globales Unternehmen | 47 | High Performance Metals Division |
10 | Aufsichtsrat der voestalpine AG | 51 | Metal Engineering Division |
12 | Vorstand der voestalpine AG | 55 | Metal Forming Division |
14 | Brief des Vorstandes | 59 | Investitionen |
16 | Investor Relations | 61 | Akquisitionen & Devestitionen |
20 | Konsolidierter Corporate Governance-Bericht 2021/22 | 62 | Mitarbeiter |
31 | Compliance | 66 | Rohstoffe |
69 | Forschung und Entwicklung | ||
74 | Umwelt | ||
78 | Bericht über die Risiken des Unternehmens | ||
86 | Bestand an eigenen Aktien | ||
87 | Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Verpflichtungen | ||
88 | Ausblick | ||
voestalpine AG | voestalpine AG | SERVICE | |||
91 | Bericht des Aufsichtsrates | 231 | Lagebericht | 290 | Glossar |
94 | Konzernbilanz | 258 | Bilanz zum 31.03.2022 | 291 | Kontakt, Impressum |
96 | Konzern-Kapitalflussrechnung | 260 | Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.04.2021 bis 31.03.2022 | ||
97 | Konzern-Gesamtergebnisrechnung | 262 | Anlagenspiegel zum 31.03.2022 | ||
98 | Konzern-Eigenkapital- veränderungsrechnung | 264 | Anhang zum UGB-Abschluss der voestalpine AG 2021/22 | ||
100 | Anhang zum Konzernabschluss | 282 | Bestätigungsvermerk | ||
208 | Bestätigungsvermerk | 288 | Erklärung des Vorstandes gem. § 124 (1) BörseG 2018 | ||
215 | Erklärung des Vorstandes gem. § 124 (1) BörseG 2018 | ||||
216 | Beteiligungen | ||||
HIGHLIGHTS
2021/22
voestalpine-KONZERN
IM ÜBERBLICK
Bei voestalpine arbeiten wir weltweit Tag für Tag an innovativen Lösungen aus Stahl und anderen metallischen Werkstoffen. Dabei haben wir Innovation, Technologie und Qualität immer im Fokus. In unseren definierten Märkten wollen wir weiter profitabel wachsen und gleichzeitig unseren Beitrag für eine nachhaltige Zukunft leisten.
Als weltweit führender Stahl- und Technologiekonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz wollen wir gemeinsam mit unseren Kunden höchstwertige Produktlösungen entwickeln und Innovationen zielgerichtet vorantreiben.
Permanente Innovation und technologische Weiterentwicklung sind die Voraussetzung für unseren langfristigen ökonomischen Erfolg. Um zeitgerecht die zukünftigen Produkte für unsere Kundensegmente herausbringen zu können, haben wir im Geschäftsjahr 2021/22 174 Mio. EUR in Forschung & Entwicklung investiert. In Zukunft werden wir noch enger mit unseren Kunden kooperieren und die Zusammenarbeit mit externen Entwicklungspartnern intensivieren, um den Innovationsprozess noch weiter zu beschleunigen.
Wir denken langfristig und handeln verantwortungsvoll. Unsere unternehmerische Tätigkeit orientiert sich an drei Säulen: Wir wollen ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Werte schaffen. Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil aller unserer Geschäftsprozesse. Wir verstehen sie als ganzheitlichen Rahmen mit einem Best-in-Class-Anspruch.
Digitalisierung ist ein integraler Bestandteil unseres wirtschaftlichen Handelns. Sie ist nicht nur die Basis, um Geschäftsprozesse zu optimieren und unsere Operational Excellence weiter zu verbessern, sie wird in Zukunft auch immer mehr Teil der von uns angebotenen Systemlösungen und Servicemodelle sein.
Hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind entscheidend für den Erfolg der voestalpine. Um auch weiterhin die besten Köpfe finden und halten zu können, arbeiten wir intensiv daran, ein Arbeitsumfeld mit Mehrwert zu bieten. Mit umfassenden Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten wollen wir jede Einzelne bzw. jeden Einzelnen in ihren/seinen individuellen Fähigkeiten und Talenten fördern. Eine vertrauensvolle Führungskultur soll sicherstellen, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter eigenverantwortlich, lösungsorientiert und effizient zum Erfolg des Unternehmens beiträgt.
Durch Investitionen und Akquisitionen hat die voestalpine über die Jahre ein in vier Divisionen gegliedertes Portfolio entwickelt, das sich durch eine einzigartige Kombination aus Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz auszeichnet. Diese vier Unternehmensbereiche profitieren von wechselseitigen Synergieeffekten. Die Verarbeitungsbereiche wachsen weltweit in ihren definierten Märkten und gemeinsam mit langfristigen, strategischen Kunden. In der Werkstofferzeugung liegt der Fokus auf der technologischen und qualitativen Weiterentwicklung bei gleichbleibenden Kapazitäten. Der verstärkte Trend zur Nachhaltigkeit sorgt für eine steigende Nachfrage nach voestalpine-Produkten.
voestalpine-
PORTFOLIO
Mit unseren qualitativ höchstwertigen Produkt- und Systemlösungen zählen wir zu den führenden Partnern der Automobil-, Konsumgüter-, Luftfahrt- und Energieindustrie und sind darüber hinaus Weltmarktführer bei Bahninfrastruktursystemen, Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Die breite Kundenbasis ermöglicht Ergebnisstabilität in einem insgesamt zyklischen Marktumfeld.
STEEL DIVISION
WELTWEITE QUALITÄTSFÜHRERSCHAFT
bei höchstwertigem Stahlband und führende Position bei anspruchsvollsten Energieanwendungen von Grobblech und Gießereiprodukten.
36% | ||
Umsatzerlöse (Mio. EUR) | 5.701,8 | |
EBITDA (Mio. EUR) | 1.150,9 | |
EBITDA-Marge | 20,2 % | |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 10.703 | |
DES KONZERNUMSATZES |
Die Steel Division setzt in der Stahlerzeugung seit Jahren Umweltbenchmarks und arbeitet gleichzeitig an wasserstoffbasierten zukünftigen Optionen zur Verwirklichung einer CO2-neutralen Stahlproduktion. Mit ihren qualitativ hochwertigen Stahlbändern ist die Steel Division erste Anlaufstelle namhafter Automobilhersteller und -zulieferer weltweit. Darüber hinaus ist sie einer der wichtigsten Partner der europäischen Hausgeräte- sowie der Maschinenbauindustrie. Für den Energiebereich fertigt sie Grobbleche für Anwendungen unter schwierigsten Bedingungen, wobei neben dem Öl- und Gassegment auch die Gewinnung erneuerbarer Energie mit maßgeschneiderten Lösungen unterstützt wird.
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
WELTWEITE FÜHRERSCHAFT
im Werkzeugstahl, führende Position bei Schnellarbeitsstahl, Luftfahrtwerkstoffen, Spezial-schmiedeteilen und Pulvertechnologie. Innovationsführer im Bereich Additive Manufacturing.
20% | ||
Umsatzerlöse (Mio. EUR) | 3.052,2 | |
EBITDA (Mio. EUR) | 399,4 | |
EBITDA-Marge | 13,1 % | |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 13.291 | |
DES KONZERNUMSATZES |
Die High Performance Metals Division ist global führend in der Herstellung bzw. Weiterverarbeitung metallischer Hochleistungswerkstoffe – insbesondere Werkzeugstahl, Schnellarbeitsstahl und andere Spezialstähle sowie Titan und Nickel-Basislegierungen. Das einzigartige Produktportfolio wird im weltweiten Vertriebs- und Servicenetzwerk durch Bauteilfertigung, Wärmebehandlung, Coating und Additive Fertigung erweitert. Abnehmer dieser Produkte sind die Zulieferindustrie für die Automobil- und Konsumgüterbranche, der Sondermaschinenbau, die Öl- und Gasindustrie sowie die Luftfahrtindustrie.
METAL ENGINEERING DIVISION
WELTWEITE FÜHRERSCHAFT
bei Systemlösungen für die Bahninfrastruktur, globaler Anbieter von Schweißkomplettlösungen, europäischer Technologieführer für Premiumdrähte und bevorzugter Anbieter von Hightech Nahtlosrohren für die Öl- und Gasindustrie sowie für industrielle Anwendungen.
22% | ||
Umsatzerlöse (Mio. EUR) | 3.376,2 | |
EBITDA (Mio. EUR) | 405,8 | |
EBITDA-Marge | 12,0 % | |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 13.528 | |
DES KONZERNUMSATZES |
Die Metal Engineering Division bietet im Geschäftsbereich Railway Systems als weltweit führender Anbieter von integrierten Fahrwegsystemen maßgeschneiderte Gesamtlösungen für sämtliche Bahninfrastruktursegmente – von Nah- über Mischverkehr- bis hin zu Schwerlast- und Hochgeschwindigkeitsnetzen. Darüber hinaus hat sie sich im Geschäftsbereich Industrial Systems als global agierender Anbieter von integrierten Schweißkomplettlösungen etabliert und nimmt eine führende Rolle als Entwicklungspartner und Hersteller von Premiumdrähten und Hightech-Nahtlosrohren ein.
METAL FORMING DIVISION
WELTWEITE FÜHRERSCHAFT
in definierten qualitativ und technologisch anspruchsvollsten Nischen für Metallverarbeitungslösungen mit einem globalen Netzwerk zur Generierung von bestmöglichem Kundennutzen.
22% | ||
Umsatzerlöse (Mio. EUR) | 3.474,4 | |
EBITDA (Mio. EUR) | 433,1 | |
EBITDA-Marge | 12,5 % | |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 11.766 | |
DES KONZERNUMSATZES |
Die Metal Forming Division ist das Kompetenzzentrum der voestalpine für hochentwickelte Profil-, Rohr- und Präzisionsbandstahlprodukte sowie für einbaufertige Systemkomponenten aus Press-, Stanz- und rollprofilierten Teilen, die in einer Vielzahl von Branchen – insbesondere im Premium-Automotive-Bereich – Einsatz finden. Mit der branchenweit einzigartigen Verbindung von Werkstoffexpertise und Verarbeitungskompetenz sowie einer weltweiten Präsenz ist die Division der Partner erster Wahl für innovations- und qualitätsorientierte Kunden.
DIE voestalpineIST EIN GLOBALES UNTERNEHMEN
Die global tätige Unternehmensgruppe verfügt über rund 500 Konzerngesellschaften und -standorte in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Mit ihren qualitativ höchstwertigen Produkt- und Systemlösungen zählt sie zu den führenden Partnern der Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie der Luftfahrt- und Öl- und Gasindustrie und ist darüber hinaus Weltmarktführer bei Bahninfrastruktursystemen, Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Die voestalpine bekennt sich zu den globalen Klimazielen und arbeitet intensiv an Technologien zur Dekarbonisierung und langfristigen Reduktion ihrer
CO₂-Emissionen.
AUFSICHTSRAT
voestalpine AG
Dr. Wolfgang Eder
Vorsitzender des Aufsichtsrates (seit 01.04.2022)
Erstbestellung: 03.07.2019
Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG, Linz
Dr. Joachim Lemppenau
Mitglied des Aufsichtsrates
Vorsitzender des Aufsichtsrates (bis 31.03.2022)
Erstbestellung: 07.07.1999
Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Volksfürsorge Versicherungsgruppe, Hamburg
Dr. Heinrich Schaller
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates (seit 04.07.2012)
Erstbestellung: 04.07.2012
Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG, Linz
KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA
Mitglied des Aufsichtsrates, Vorsitzender des Prüfungsausschusses (seit 03.07.2019)
Erstbestellung: 01.07.2004
Generaldirektor der Oberbank AG, Linz
Mag. Ingrid Jörg
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Präsidentin Aerospace and Transportation, Constellium Switzerland AG, Zürich
Dr. Florian Khol
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Rechtsanwalt, Partner bei Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH, Wien
Mag. Maria Kubitschek
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Stellvertretende Direktorin der Bundesarbeiterkammer/Arbeiterkammer Wien, Wien
Prof. Elisabeth Stadler
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 03.07.2019
Vorsitzende des Vorstandes der Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe, Wien
Vom Betriebsrat entsandt:
Josef Gritz
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstentsendung: 01.01.2000
Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates der voestalpine Stahl
Donawitz GmbH, Donawitz
Sandra Fritz
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstentsendung: 15.06.2019
Mitglied des Angestelltenbetriebsrates der voestalpine AG, Linz
Hans-Karl Schaller
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstentsendung: 01.09.2005
Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der voestalpine AG, Linz
Vorsitzender des Europäischen Betriebsrates der voestalpine AG, Linz
Gerhard Scheidreiter
Mitglied des Aufsichtsrates
Erstentsendung: 01.01.2012
Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates der voestalpine BÖHLER Edelstahl
GmbH & Co KG, Kapfenberg
VORSTAND
voestalpine AG
V.l.n.r.: Peter Schwab, Franz Rotter, Fiona Kasbauer (Lehrling Prozesstechnik), Hubert Zajicek, Nadja Hemmer (Lehrling Zerspanungstechnik),
Herbert Eibensteiner, Franz Kainersdorfer, Robert Ottel, Philipp Bruckner (Staatsmeister Anlagenelektrik, AustrianSkills 2021).
Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner
Vorsitzender des Vorstandes (seit 03.07.2019), Mitglied des Vorstandes (seit 01.04.2012), geboren 1963
Zugeordnete Konzernfunktionen: Konzernentwicklung; F&E- und Innovationsstrategie; Strategisches Personalmanagement; Konzernkommunikation und Marktauftritt; Compliance; Recht; M&A; Strategisches Umweltmanagement; Investor Relations; Information Competence Center (Trade & Statistics); Revision
Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer
Leitung der Metal Engineering Division, Mitglied des Vorstandes (seit 01.07.2011), geboren 1967
Zugeordnete Konzernfunktion: Langfristige Energieversorgung des Konzerns
Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA
Leitung des Ressorts Finanzen, Mitglied des Vorstandes (seit 01.04.2004), geboren 1967
Zugeordnete Konzernfunktionen: Bilanzen; Controlling einschließlich Beteiligungscontrolling; Konzern-Treasury; Steuern; Managementinformationssysteme; Risikomanagement; Informationstechnologie
Dipl.-Ing. Franz Rotter
Leitung der High Performance Metals Division, Mitglied des Vorstandes (seit 01.01.2011), geboren 1957
Zugeordnete Konzernfunktion: health & safety
Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA
Leitung der Metal Forming Division, Mitglied des Vorstandes (seit 01.10.2014), geboren 1964
Zugeordnete Konzernfunktion: Beschaffungsstrategie
Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA
Leitung der Steel Division, Mitglied des Vorstandes (seit 04.07.2019), geboren 1968
Zugeordnete Konzernfunktion: Rohstoffe
BRIEF
DES VORSTANDES
Sehr geehrte Damen und Herren,
in einem wirtschaftlich positiven Umfeld war das Geschäftsjahr 2021/22 auch von der COVID-19-Pandemie und dem Kriegsausbruch in der Ukraine belastet und somit von Höhen und Tiefen geprägt. Nach den harten Lockdowns in vielen Regionen der Welt kam es zu einem starken Wirtschaftsaufschwung, der nur in manchen Industriebranchen durch Lieferkettenprobleme etwas abgebremst wurde. Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine veränderte sich das wirtschaftliche Umfeld dramatisch. Die Stimmung trübte sich weltweit deutlich ein und der sprunghafte Anstieg der Energiepreise gegen Ende des 3. Geschäftsquartals entwickelte sich durch die Auswirkungen des Krieges zu einem regelrechten Preisschock.
Die voestalpine hat in diesem Geschäftsjahr erneut große Flexibilität und Anpassungsfähigkeit bewiesen. Bei unverändertem Fokus auf effizienzsteigernde Maßnahmen konnten wir die positive konjunkturelle Wirtschaftsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr bestmöglich nutzen. Die Nachfrage nach unseren hochqualitativen Produkten entwickelte sich in fast allen Markt- und Produktsegmenten äußerst robust. Bei Ausbruch des Ukraine-Krieges gelang es, innerhalb kürzester Zeit mit entsprechend angepassten Maßnahmen den Betrieb abzusichern.
COVID-19 hat uns im letzten Geschäftsjahr einmal mehr gefordert und wird uns auch noch weiter beschäftigen. Mit verstärkten Sicherheits- und Hygienemaßnahmen haben wir einen Beitrag zur Bewältigung der Pandemie geleistet. Die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat jedenfalls weiterhin höchste Priorität.
Trotz dieses äußerst herausfordernden Umfelds kann die voestalpine für das Geschäftsjahr 2021/22 ein Rekordergebnis verbuchen: Alle wesentlichen Ergebnis- und Bilanzkennzahlen – Umsatz, EBITDA, EBIT und Eigenkapital – weisen Rekordwerte auf. Aufgrund dieses Jahresergebnisses schlägt der Vorstand für das Geschäftsjahr 2021/22 eine Dividende in Höhe von 1,20 EUR vor. Ohne das Engagement und die überdurchschnittlichen Leistungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen wir an dieser Stelle ausdrücklich dafür danken wollen, wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen.
Das Rekordergebnis im Geschäftsjahr 2021/22 bestätigt die strategische Ausrichtung und die Leistungsfähigkeit unseres Konzerns. Auch in Zukunft werden wir uns auf Hightech-Segmente mit höchstem Qualitätsanspruch konzentrieren und gemeinsam mit unseren Kunden innovative Lösungen entwickeln. Dabei bleibt das erklärte Ziel, das wertsteigernde Wachstum des Unternehmens voranzutreiben. Ein weiterer Schwerpunkt in der Konzernstrategie ist das Thema Klima- und Umweltschutz.
Wir bekennen uns zu den globalen Klimazielen und haben mit „greentec steel“ einen ambitionierten Stufenplan für eine grüne Stahlproduktion entwickelt. Bis 2050 streben wir eine CO2-neutrale Stahlerzeugung auf Basis grünen Wasserstoffs an und forschen dafür bereits intensiv an vielversprechenden Breakthrough-Technologien. Als wichtigen Zwischenschritt zur emissionsneutralen Stahlproduktion planen wir – bereits ab 2027 – einen teilweisen Ersatz der bestehenden Hochofenroute durch eine Hybrid-Elektrostahlroute an unseren beiden Standorten in Linz und Donawitz. Allein durch diese Umstellung könnten wir die CO2-Emissionen der Stahlproduktion nach 2027 signifikant um rund 30 % reduzieren.
Im Zuge der Weiterentwicklung unserer Dekarbonisierungspläne haben wir auch strategische Optionen für unsere Direktreduktionsanlage in Texas, USA, erarbeitet. Anfang April konnten wir den Verkauf von 80 % der Anteile an den internationalen Stahlkonzern ArcelorMittal bekanntgeben. Mit der Partnerschaft sichern wir uns eine langfristige Versorgung ab. Das von uns stetig weiterentwickelte Rohstoffkonzept wird uns trotz technologischer Umstellung auch in Zukunft die Herstellung von Hightech-Stählen ermöglichen, die beispielsweise in der Automobil- und Bahnindustrie zum Einsatz kommen werden.
Die voestalpine ist strategisch und technologisch bestens aufgestellt, um sich den Herausforderungen im nächsten Geschäftsjahr erfolgreich stellen zu können. Dank einer ausgezeichneten finanziellen Basis und gefüllten Auftragsbüchern starten wir positiv in das Geschäftsjahr 2022/23. Durch das schwierige Umfeld, mit dem wir derzeit konfrontiert sind, ergeben sich allerdings Risiken. Die unsichere Entwicklung der Weltwirtschaft bedingt durch COVID-19 und die nicht vorhersehbaren Auswirkungen des Ukraine-Krieges erschweren eine langfristige Prognose.
Zum Schluss möchten wir unserem langjährigen Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Dr. Joachim Lemppenau, für die stets wertschätzende und konstruktive Zusammenarbeit danken. Dr. Lemppenau hat mit Ende dieses Geschäftsjahres nach 18 Jahren den Vorsitz im Kontrollgremium zurückgelegt. Seine Amtszeit war ein besonders erfolgreiches Kapitel unserer Unternehmensgeschichte, das wir gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Ihnen, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre der voestalpine AG, geschrieben haben.
Linz, am 24. Mai 2022
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h. Franz Kainersdorfer e. h. Robert Ottel e. h.
Franz Rotter e. h. Peter Schwab e. h. Hubert Zajicek e. h.
INVESTOR
RELATIONS
voestalpine AG IM VERGLEICH ZU ATX UND INTERNATIONALEN INDIZES
KURSVERLAUF
DER voestalpine-AKTIE
Mit dem Durchbruch bei Impfstoffen ist die COVID-19-Thematik, die noch im Vorjahr die Entwicklungen an den Kapitalmärkten prägte, in den Hintergrund getreten. Zu den vielfältigen Faktoren, die im Geschäftsjahr 2021/22 insbesondere Wertpapiere in der Stahlbranche beeinflussten, zählen unter anderem die sehr volatilen Preisbewegungen an den Stahl- und Rohstoffmärkten, stark zuwachsende Energiekosten und Disruptionen in den Wertschöpfungsketten.
Zu Beginn des Geschäftsjahres bewegte sich der Aktienkurs der voestalpine noch seitwärts. Trotz fortschreitender Erholungstendenzen in den global maßgeblichen Wirtschaftsräumen konnte der Aktienkurs zunächst nicht mit den nach oben angepassten Ergebnisprognosen Schritt halten. Erst die Ergebniszahlen für das 1. Quartal 2021/22, die über den Erwartungen der Analysten lagen, sowie die Anhebung der prognostizierten operativen Ergebnisse für das Geschäftsjahr („Guidance“) stärkten das Vertrauen der Investoren in das voestalpine-Wertpapier. Kurzfristig überstieg der Aktienkurs Mitte August 2021 die 40 EUR-Marke.
Über den Sommer verstärkten sich in der Folge die Versorgungsprobleme bei Halbleitern in der Autoindustrie. Mit knapp einem Drittel am Gesamtumsatz kommt der Entwicklung in diesem Kundensegment spezielle Relevanz für das Konzernergebnis zu. Im Spätsommer 2021 beherrschten Zahlungsschwierigkeiten des zweitgrößten chinesischen Immobilienkonzerns die internationalen Wirtschaftsnachrichten. Befürchtungen, dass die drohende Insolvenz von Evergrande eine Kettenreaktion auslösen und die weltweite Konjunktur abschwächen könnte, verunsicherten die Investoren. Dazu kamen in Europa stark steigende Energiepreise an den Spotmärkten mit einer zunehmenden Kostenbelastung für energieintensive Produktionsstandorte. Ungeachtet dieses widrigen Umfelds konnte sich der Aktienkurs der voestalpine im Herbst auf einem Niveau von knapp über 30 EUR stabilisieren. Dazu beigetragen haben maßgeblich zwei Faktoren: Das wirtschaftliche Umfeld mit Ausnahme der Autoindustrie erwies sich in den wesentlichen Kundensegmenten als robust. Zudem haben sich die Stahlpreise nach einer kurzen rückläufigen Phase auf nach wie vor hohem Niveau eingependelt.
Den Beginn des Kalenderjahres 2022 prägten zunächst eine Erholung der Nachfrage seitens der Automobilindustrie, in der Folge aber auch verstärkte Inflationsängste angesichts der weiter hohen Energiekosten. Mit Beginn der Invasion Russlands in der Ukraine Ende Februar baute sich ein weiteres Bedrohungsszenario für die Weltwirtschaft auf. Dementsprechend erhöhte sich die Volatilität der voestalpine-Aktie gegen Ende des Geschäftsjahres 2021/22.
Mit 31. März 2022 notierte die voestalpine-Aktie schließlich bei 27,02 EUR, während der Wert am Geschäftsjahresbeginn (1. April 2021) noch bei 35,78 EUR lag. Somit verzeichnete das Wertpapier im Geschäftsjahr 2021/22 einen Rückgang um 23,5 %. Im gleichen Zeitraum konnten die Vergleichsindizes ATX, STOXX Index (Europe) sowie der Dow Jones Industrial Index leichte Wertzuwächse generieren.
ANLEIHEN
Art der Anleihe | ISIN-Nummer | Emissions- | Zinssatz | Kurs |
Unternehmensanleihe 2017–2024 | AT0000A1Y3P7 | 500 Mio. EUR | 1,375 % | 99,4 |
Unternehmensanleihe 2019–2026 | AT0000A27LQ1 | 500 Mio. EUR | 1,75 % | 100,5 |
EIGENTÜMERSTRUKTUR
Die Eigentümerstruktur nach Regionen zeigt zum Ende des Geschäftsjahres 2021/22 folgendes (indikative) Bild:
EIGENTÜMERSTRUKTUR
GRÖSSTE EINZELAKTIONÄRE
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG | < 15 % |
voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung | 14,8 % |
Oberbank AG | 8,0 % |
Analysen über die voestalpine AG werden derzeit von folgenden Investmentbanken/Instituten erstellt:
INFORMATIONEN ZUR AKTIE
Aktiennominale | 324.391.840,99 EUR, |
Stand der Aktien im Eigenbesitz zum 31. März 2022 | 28.547 Stück |
Aktiengattung | Stammaktien lautend auf Inhaber |
Wertpapierkennnummer | 93750 (Börse Wien) |
ISIN | AT0000937503 |
Reuters | VOES.VI |
Bloomberg | VOE AV |
KURSE (JEWEILS ZUM TAGESENDE)
Börsenhöchstkurs April 2021 bis März 2022 | 40,36 EUR |
Börsentiefstkurs April 2021 bis März 2022 | 26,30 EUR |
Kurs zum 31. März 2022 | 27,02 EUR |
Ausgabekurs IPO Oktober 1995 | 5,18 EUR |
All-Time-High-Kurs (12. Juli 2007) | 66,11 EUR |
Börsenkapitalisierung zum 31. März 20221 | 4.823.627.044,32 EUR |
1 Basis: Gesamtaktienanzahl abzüglich rückgekaufter Aktien. |
GESCHÄFTSJAHR 2021/22
Ergebnis je Aktie | 7,28 EUR |
Dividende je Aktie | 1,20 EUR1 |
Buchwert je Aktie, Kurs zum 31. März 2022 | 38,73 EUR |
1 Gemäß Vorschlag an die Hauptversammlung. |
TERMINVORSCHAU
Nachweisstichtag zur Teilnahme an der Hauptversammlung | 26. Juni 2022 |
Hauptversammlung | 6. Juli 2022 |
Ex-Dividenden-Tag | 14. Juli 2022 |
Nachweisstichtag für Dividendenzahlungen (Record-Tag) | 15. Juli 2022 |
Dividenden-Zahltag | 18. Juli 2022 |
Veröffentlichung 1. Quartal 2022/23 | 4. August 2022 |
Veröffentlichung 2. Quartal 2022/23 | 9. November 2022 |
Veröffentlichung 3. Quartal 2022/23 | 8. Februar 2023 |
Geschäftsjahr 2022/23 | 7. Juni 2023 |
Hauptversammlung | 5. Juli 2023 |
KONSOLIDIERTER
CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT 2021/22
BEKENNTNIS ZUM ÖSTERREICHISCHEN CORPORATE GOVERNANCE-KODEX
Mit dem Österreichischen Corporate Governance-Kodex wird inländischen Aktiengesellschaften ein Ordnungsrahmen für die Führung und Überwachung des Unternehmens zur Verfügung gestellt. Der Kodex verfolgt das Ziel einer verantwortlichen, auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichteten Leitung und Kontrolle von Gesellschaften und Konzernen. Damit soll ein hohes Maß an Transparenz für alle Stakeholder des Unternehmens erreicht werden.
Grundlage des Kodex sind die Vorschriften des österreichischen Aktien-, Börse- und Kapitalmarktrechtes, die EU-Empfehlungen zu den Aufgaben der Aufsichtsratsmitglieder und zur Vergütung von Direktoren sowie in ihren Grundsätzen die OECD-Richtlinien für Corporate Governance. Der Kodex wurde seit 2002 mehrfach überarbeitet. Der vorliegende Corporate Governance-Bericht basiert auf dem Status der Kodex-Revision vom Jänner 2021.
www.corporate-governance.at
öffentlich zugänglich.
Er erlangt Geltung durch freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen. Vorstand und Aufsichtsrat der voestalpine AG haben bereits im Jahr 2003 beschlossen, den Corporate Governance-Kodex anzuerkennen, und haben auch die zwischenzeitlich erfolgten Regeländerungen angenommen bzw. umgesetzt. Die voestalpine AG bekennt sich somit zur Einhaltung des Österreichischen Corporate Governance-Kodex in der geltenden Fassung.
Neben den verbindlich einzuhaltenden „L-Regeln“ werden auch sämtliche „C-Regeln“ und „R-Regeln“ des Kodex eingehalten.1
ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDES
» Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner | |
Vorsitzender des Vorstandes | Zugeordnete Konzernfunktionen: |
» Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer | |
Leitung der Metal Engineering Division | Zugeordnete Konzernfunktion: |
» Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA | |
Leitung des Ressorts Finanzen | Zugeordnete Konzernfunktionen: |
2Als wesentliche Tochterunternehmen sind in diesem Bericht die Divisionsleitgesellschaften sowie Tochterunternehmen des voestalpine-Konzerns mit einem Umsatz von mehr als 200 Mio. EUR angeführt.
» Dipl.-Ing. Franz Rotter | |
Leitung der High Performance Metals Division | Zugeordnete Konzernfunktion: |
» Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA | |
Leitung der Metal Forming Division | Zugeordnete Konzernfunktion: |
» Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA | |
Leitung der Steel Division | Zugeordnete Konzernfunktion: |
2 Als wesentliche Tochterunternehmen sind in diesem Bericht die Divisionsleitgesellschaften sowie Tochterunternehmen des voestalpine-Konzerns mit einem Umsatz von mehr als 200 Mio. EUR angeführt.
ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATES
» Dr. Wolfgang Eder | Vorsitzender des Aufsichtsrates (seit 01.04.2022) |
» Dr. Joachim Lemppenau | Mitglied des Aufsichtsrates |
» Dr. Heinrich Schaller | Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates (seit 04.07.2012) |
» KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA | Mitglied des Aufsichtsrates |
» Mag. Ingrid Jörg | Mitglied des Aufsichtsrates |
» Dr. Florian Khol | Mitglied des Aufsichtsrates |
» Mag. Maria Kubitschek | Mitglied des Aufsichtsrates |
» Prof. Elisabeth Stadler | Mitglied des Aufsichtsrates |
Vom Betriebsrat entsandt:
» Josef Gritz | Mitglied des Aufsichtsrates |
» Sandra Fritz | Mitglied des Aufsichtsrates |
» Hans-Karl Schaller | Mitglied des Aufsichtsrates |
» Gerhard Scheidreiter | Mitglied des Aufsichtsrates |
Sämtliche Aufsichtsratsmandate der Kapitalvertreter enden mit Beendigung der Hauptversammlung der voestalpine AG, die über das Geschäftsjahr 2023/24 beschließt.
Kein Mitglied des Aufsichtsrates hat im abgelaufenen Geschäftsjahr bei mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrates gefehlt.
VERGÜTUNGSBERICHT FÜR VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Die Berichterstattung über die Vergütung der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2021/22 erfolgt im Rahmen des gemäß § 78c und § 98a AktG zu erstellenden Vergütungsberichts. Der Vergütungsbericht wird der Hauptversammlung am 6. Juli 2022 zur Beschlussfassung vorgelegt und im Anschluss auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht. Eine gesonderte Berichterstattung über die Vergütung im Konsolidierten Corporate Governance-Bericht findet nicht statt.
ANGABEN ZUR UNABHÄNGIGKEIT DER AUFSICHTSRATSMITGLIEDER
Gemäß Regel 53 des Corporate Governance-Kodex soll die Mehrheit der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrates von der Gesellschaft und deren Vorstand unabhängig sein. Der Aufsichtsrat hat Kriterien für die Unabhängigkeit festzulegen und zu veröffentlichen (siehe www.voestalpine.com » Investoren » Corporate Governance).
Auf der Grundlage der vom Aufsichtsrat festgelegten Kriterien haben sieben von acht von der Hauptversammlung gewählte Mitglieder des Aufsichtsrates bestätigt, dass sie sich als unabhängig betrachten. Das Aufsichtsratsmitglied Dr. Wolfgang Eder hat in seiner Bestätigung darauf hingewiesen, dass er aufgrund seiner Funktion als Vorsitzender des Vorstandes der voestalpine AG bis zum 3. Juli 2019 ein vom Aufsichtsrat für die Unabhängigkeit festgelegtes Kriterium nicht erfüllt. Mit Ausnahme von Dr. Heinrich Schaller, der den Anteilseigner Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG vertritt, und Mag. Maria Kubitschek, die die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung vertritt, sind sämtliche von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder des Aufsichtsrates solche Mitglieder, die nicht Anteilseigner mit einer Beteiligung von mehr als 10 % sind oder Interessen solcher Anteilseigner vertreten (Regel 54).
Die Kanzlei Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH, bei der das Aufsichtsratsmitglied Dr. Florian Khol als Partner tätig ist, erbrachte als Rechtsberater der voestalpine AG sowie ihrer Tochtergesellschaften im Geschäftsjahr 2021/22 Beratungsleistungen insbesondere im Zusammenhang mit gesellschafts-, kapitalmarkt- und zivilrechtlichen Themen. Die Abrechnung dieser Mandate erfolgte zu marktüblichen Konditionen. Das Gesamtvolumen der im Geschäftsjahr 2021/22 für die Kanzlei Binder Grösswang Rechtsanwälte GmbH angefallenen Honorare betrug netto 19.237 EUR (2020/21: 23.930 EUR). Das Aufsichtsratsmitglied Prof. Elisabeth Stadler ist Vorsitzende des Vorstandes der Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe (VIG). Mit der VIG bestehen Versicherungsverträge des voestalpine-Konzerns im Wesentlichen für die Sparten Sach-/Betriebsunterbrechung, Betriebshaftpflicht und Transport zu markt- und branchenüblichen Konditionen. Der Anteil der VIG am Prämienaufkommen für voestalpine Konzernversicherungsprogramme betrug für das Geschäftsjahr 2021/22 rund 35,5 % (2020/21: rund 36,2 %).
AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATES
Der Aufsichtsrat ist durch die Satzung befugt, aus seiner Mitte Ausschüsse zu bilden und deren Aufgaben und Rechte festzulegen. Den Ausschüssen kann auch das Recht zur Entscheidung übertragen werden. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat haben das Recht, für Ausschüsse des Aufsichtsrates Mitglieder mit Sitz und Stimme nach dem in § 110 Abs. 1 ArbVG festgelegten Verhältnis namhaft zu machen. Folgende Ausschüsse des Aufsichtsrates sind eingerichtet:
PRÄSIDIALAUSSCHUSS
Der Präsidialausschuss ist gleichzeitig Nominierungsausschuss im Sinne des Corporate Governance-Kodex. Dem Präsidialausschuss gehören der Vorsitzende des Aufsichtsrates und sein oder seine Stellvertreter an. Mit Ausnahme von Angelegenheiten, die die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstandes betreffen, gehören ihm entsprechend dem Verhältnis gemäß § 110 Abs. 1 ArbVG auch ein bis zwei Arbeitnehmervertreter an.
Der Präsidialausschuss ist für den Abschluss, die Änderung oder die Auflösung von Dienstverträgen mit den Vorstandsmitgliedern sowie für alle Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Abwicklung von Aktienoptionsplänen für Vorstandsmitglieder zuständig. Als Nominierungsausschuss unterbreitet er dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung frei werdender Mandate im Vorstand und im Aufsichtsrat. Der Präsidialausschuss hat das Recht, in dringenden Fällen Entscheidungen zu treffen.
Mitglieder des Präsidialausschusses des Aufsichtsrates:
PRÜFUNGSAUSSCHUSS
Dem Prüfungsausschuss obliegen die Aufgaben gemäß § 92 Abs. 4a AktG sowie Regel 40 des Corporate Governance-Kodex. Er ist somit für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, die Überwachung der Unabhängigkeit und Tätigkeit des Abschlussprüfers, die Prüfung und Vorbereitung der Feststellung des Jahresabschlusses sowie die Prüfung des Vorschlags für die Gewinnverteilung, des Lageberichtes und des Konsolidierten Corporate Governance-Berichtes und die Genehmigung von Nicht-Prüfungsleistungen zuständig. Er hat auch die Konzernrechnungslegung zu überwachen, den Konzernabschluss zu prüfen sowie einen Vorschlag für die Auswahl des Abschlussprüfers zu erstatten. Darüber hinaus hat der Prüfungsausschuss die Wirksamkeit des unternehmensweiten Internen Kontrollsystems, des Internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems zu überwachen und dem Aufsichtsrat über seine Prüfungsergebnisse zu berichten.
Mitglieder des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrates:
VERGÜTUNGSAUSSCHUSS
Der Vergütungsausschuss besteht aus mindestens zwei Kapitalvertretern, darunter der Aufsichtsratsvorsitzende. Der Vergütungsausschuss erarbeitet Vorschläge für die Vergütungspolitik der Mitglieder des Vorstandes und überwacht die Einhaltung der Vergütungspolitik in den Anstellungsverträgen der Mitglieder des Vorstandes.
Mitglieder des Vergütungsausschusses des Aufsichtsrates:
Im Geschäftsjahr 2021/22 haben in sämtlichen Ausschüssen des Aufsichtsrates die Mehrheit der Mitglieder die Kriterien für die Unabhängigkeit gemäß Regel 53 des Corporate Governance Kodex erfüllt.
ANZAHL UND WESENTLICHE INHALTE DER AUFSICHTSRATS- UND AUSSCHUSSSITZUNGEN IM GESCHÄFTSJAHR 2021/22
Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2021/22 die ihm nach Gesetz und Satzung zukommenden Aufgaben im Rahmen von vier Plenarsitzungen, drei Sitzungen des Prüfungsausschusses und vier Sitzungen des Präsidialausschusses wahrgenommen.
In den Plenar- und Prüfungsausschusssitzungen hat der Vorstand über den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft einschließlich der finanziellen Gebarung schriftlich und mündlich umfassend Auskunft gegeben.
In seinen Sitzungen befasste sich der Aufsichtsrat neben den laufenden Berichten über die aktuelle geschäftliche und finanzielle Situation der Unternehmensgruppe vor allem mit den die Zukunft bestimmenden Themen Nachhaltigkeit und Innovationen sowie Digitalisierung und Informationstechnologie. Den Schwerpunkt bildeten dabei mögliche Zukunftsszenarien für eine CO2-reduzierte Stahlerzeugung an den Standorten in Linz und Donawitz. In diesem Zusammenhang hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung im März 2022 als einen ersten Schritt zur Dekarbonisierung der Stahlerzeugung eine wichtige Entscheidung für den Umstieg des voestalpine-Konzerns von der kohlebasierten Hochofentechnologie auf die mit Strom aus nachhaltigen Quellen betriebene Elektrolichtbogenofen-Technologie getroffen. Der Konzern startet noch im Sommer 2022 mit der Freimachung des notwendigen Baugeländes sowie mit infrastrukturellen Umbauarbeiten an beiden Stahlstandorten. Die dafür veranschlagten Investitionskosten belaufen sich in der ersten Phase auf einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Noch im laufenden Geschäftsjahr hat der Aufsichtsrat final über die Investition in die elektrizitätsbasierte Technologie als Teilersatz für die aktuelle hochofenbasierte Erzeugungsroute zu entscheiden. Der Bau der neuen Anlagen wird 2024 starten. Anfang 2027 soll jeweils ein Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz in Betrieb gehen. Die Gesamtinvestitionskosten betragen aus heutiger Sicht rund 1 Mrd. EUR. Durch diese Technologieumstellung können die CO2-Emissionen des voestalpine-Konzerns um rund 30 % - und damit erstmals signifikant - gesenkt werden. Dies entspricht einer Einsparung von 3 bis 4 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr und somit rund 5 % der jährlichen CO2-Emissionen Österreichs. Langfristig strebt das Unternehmen eine CO2-neutrale Stahlproduktion vornehmlich auf Basis grünen Wasserstoffs an und forscht bereits in einem fortgeschrittenen Stadium an vielversprechenden Breakthrough-Technologien.
Zudem hat sich der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2021/22 - wie auch im Geschäftsjahr zuvor - mit strategischen Optionen für die Direktreduktionsanlage zur Erzeugung von Eisenschwamm (Hot Briquetted Iron - HBI) in Texas, USA, auseinandergesetzt und in seiner Sitzung am 22. März 2022 einen mehrheitlichen Verkauf des Unternehmens genehmigt. Auf dieser Basis hat der Vorstand am 14. April 2022 mit ArcelorMittal einen Vertrag zur Abgabe von 80 % der Anteile an voestalpine Texas Holding LLC unterzeichnet. Teil der verbleibenden voestalpine-Beteiligung im Ausmaß von 20 % ist eine Vereinbarung zur langfristigen Lieferabsicherung von jährlich 420.000 Tonnen des in Corpus Christi produzierten HBI. Diese Versorgung ist die Basis für die zuvor beschriebenen ersten Schritte zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion in Linz und Donawitz. Zudem reduziert die Partnerschaft das Spotmarktrisiko für die von der voestalpine nicht benötigten Mengen. Die Produktionskapazität des HBI-Werkes in Texas, USA, beträgt rund 2 Mio. Tonnen pro Jahr. Von der Rechtswirksamkeit („Closing“) der Transaktion ist Ende Juni 2022 auszugehen.
Der Präsidialausschuss befasste sich neben dem Thema der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung auch mit einer Änderung der Vergütungspolitik für die Mitglieder des Aufsichtsrates, welche der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 8. Juni 2021 und die Hauptversammlung am 7. Juli 2021 beschlossen haben.
Der Prüfungsausschuss befasste sich insbesondere mit der Vorbereitung und Prüfung des Konzern- und Einzelabschlusses der voestalpine, der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers sowie mit Themen - aber auch der Weiterentwicklung - des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und der Internen Revision.
Der Abschlussprüfer, die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH, hat an allen drei Prüfungsausschusssitzungen im Geschäftsjahr 2021/22 teilgenommen und stand für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.
In der Sitzung des Aufsichtsrates am 22. März 2022 hat Dr. Joachim Lemppenau seine Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrates mit Ende März 2022 zurückgelegt und der Aufsichtsrat in der Folge Dr. Wolfgang Eder mit Wirkung zum 1. April 2022 zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt. Dr. Lemppenau wird bis zum Ende seiner aktuellen Funktionsperiode – das heißt bis zur Hauptversammlung 2024 – weiterhin dem Aufsichtsgremium als Mitglied zur Verfügung stehen.
In der Sitzung am 22. März 2022 führte der Aufsichtsrat zudem die gemäß Regel 36 des Corporate Governance-Kodex vorgesehene Selbstevaluierung durch und behandelte ohne Beisein des Vorstandes anhand einer Frageliste die generelle Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, Qualität und Umfang der dem Aufsichtsrat zur Verfügung gestellten Unterlagen sowie organisatorische Fragen.
WESENTLICHE GRUNDSÄTZE DER VERGÜTUNGSPOLITIK IM
voestalpine-KONZERN
Die Vergütung der Mitarbeiter erfolgt durch marktkonforme Fixgehälter, teilweise ergänzt durch variable Vergütungen.
Die Höhe der Fixgehälter orientiert sich an der Tätigkeit, der Funktion und der Position sowie an der Erfahrung und dem Know-how der Mitarbeiter. Dabei werden – soweit vorhanden – entsprechende gesetzliche Bestimmungen und Vereinbarungen in Tarifverträgen oder betrieblichen Vereinbarungen eingehalten. Im Falle von ergänzenden variablen Vergütungen ist die Höhe dieses Vergütungsbestandteiles abhängig von der Erreichung vereinbarter Ziele. Dabei werden je nach Funktion der Mitarbeiter sowohl qualitative als auch quantitative Ziele vereinbart. Die qualitativen Ziele werden üblicherweise für jeweils ein Geschäftsjahr, die quantitativen Ziele üblicherweise teils für jeweils ein Jahr und teils für jeweils einen Zeitraum von mindestens drei Jahren festgelegt.
Für Geschäftsführer und leitende Angestellte gibt es konzernweite Vorgaben betreffend die Höhe der maximal zu erreichenden variablen Vergütung und der Gewichtung der Ziele. Für alle übrigen Mitarbeiter werden die Vergütungspakete von den einzelnen Gesellschaften nach lokalen Gegebenheiten und Notwendigkeiten marktkonform festgelegt. Dabei sind verschiedene Vergütungselemente möglich, unter anderem auch nicht monetäre Bestandteile:
Für Geschäftsführer und leitende Angestellte enthalten die Vergütungspakete jedenfalls eine variable Vergütung (Bonifikation), teilweise einen Pensionsplan und ein Dienstauto.
BESETZUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Bei der Auswahl und Besetzung von Mitgliedern des Vorstandes dienen fachliche Eignung (das heißt das Vorhandensein der benötigten Kompetenzen und Erfahrungen) und Persönlichkeitsmerkmale (wie z. B. persönliche Integrität) als maßgebliche Entscheidungskriterien. Darüber hinaus werden auch das Alter und das Geschlecht in einen Entscheidungsprozess eingebunden. Gegebenenfalls einzuholende unabhängige Management-Audits externer Berater stellen sicher, dass objektive Beurteilungen für Entscheidungen herangezogen werden. Dem Vorstand der voestalpine AG gehört aktuell keine Frau an. Die Mitglieder des Vorstandes sind zwischen 53 und 64 Jahren alt, verfügen über einen unterschiedlichen Bildungshintergrund überwiegend im technischen Bereich sowie über unterschiedlichste Berufs- und internationale Managementerfahrung. Die Kapitalvertreter im Aufsichtsrat werden von der Hauptversammlung gemäß den geltenden rechtlichen Bestimmungen gewählt. Dem Aufsichtsrat gehören aktuell vier Frauen und zwei nicht österreichische Staatsangehörige an. Die Kapitalvertreter im Aufsichtsrat sind zwischen 51 und 79 Jahren alt und verfügen über unterschiedlichste fachliche Kompetenzen sowie Berufs- und Managementerfahrung.
MASSNAHMEN ZUR FÖRDERUNG VON FRAUEN
Der Anteil weiblicher Führungskräfte lag im Geschäftsjahr 2021/22 bei 12,9 % und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr (13,6 %) leicht reduziert. Seit dem Geschäftsjahr 2013/14 ist eine Frau in eine Divisionsvorstandsposition berufen.
Im Rahmen der internen Führungskräfteentwicklung wird großer Wert darauf gelegt, den Anteil an weiblichen Teilnehmern weiter auszubauen. Aus diesem Grund wird darauf geachtet, dass Frauen auf jeder Ausbildungsstufe des Leadership Development-Programms („value:program“) vertreten sind. Nach einer pandemiebedingten 1,5-jährigen Pause wurden im Geschäftsjahr 2021/22 wieder Durchführungen des value:program gestartet. Aufgrund von internationalen Reiseeinschränkungen konnten allerdings an diesem mehrstufigen Führungskräfteentwicklungsprogramm im Geschäftsjahr 2021/22 nur 131 Mitarbeiter aus 14 Ländern teilnehmen mit einem Frauenanteil von 12,2 %.
Insgesamt lag der Frauenanteil im voestalpine-Konzern im Geschäftsjahr 2021/22 bei 15,4 % (Vorjahr: 14,8 %). Diese im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen nach wie vor niedrige Quote hat branchenspezifische, historische und kulturelle Hintergründe. Im öffentlichen Bewusstsein dominiert in Bezug auf einen Stahl- und Technologiekonzern nach wie vor das Bild der Schwerindustrie und entsprechend schwierig stellt sich auch die Rekrutierung von Mitarbeiterinnen auf breiter Basis dar. Dennoch beträgt der Frauenanteil im voestalpine-Konzern bei den bis 30-Jährigen im Angestelltenbereich inzwischen rund 39,7 %, bei den Arbeitern liegt er allerdings trotz aller Bemühungen immer noch bei lediglich 8,5 %.
Explizite „Frauenquoten“ gibt es in keiner Konzerngesellschaft, aber es besteht das generelle Bestreben, den Anteil von Frauen im Konzern auf allen Ebenen nachhaltig mit geeigneten Maßnahmen zu steigern. Dies umfasst eine Reihe von teilweise auch länderspezifischen Aktivitäten wie die Teilnahme am „Girl’s Day“, die spezifische Förderung von Frauen in technischen Lehrberufen und/oder die verstärkte Einstellung von weiblichen Absolventen technischer Schulen und Universitäten. Außerdem wird der Auf- und Ausbau von betrieblichen Kinderbetreuungseinrichtungen bzw. von Kooperationen mit externen Einrichtungen forciert. Derartige Einrichtungen bzw. Kooperationen bestehen z. B. an den österreichischen Werksstandorten Linz und Leoben/Donawitz. Ergänzt wird das Angebot um flexible Arbeits- und Schichtmodelle, verstärkte technische Trainings für Frauen, Aufqualifizierungen im Lehrlings- und Assistenzbereich, Mentorenprogramme, spezielle Gesundheitsprogramme, Gleichbehandlungs- und Diskriminierungsrichtlinien etc. Mittlerweile sind aufgrund dieser Bemühungen auch in traditionell männerdominierten technischen Unternehmensbereichen Frauen in Führungspositionen tätig. Leitende Funktionen nehmen Frauen auch im Finanz-, Rechts-, Strategie-, Kommunikations- und Personalbereich in einer Reihe von Konzernunternehmen ein.
Im Rahmen des jährlichen Personalreportings wird zum Monitoring der Nachhaltigkeit aller Maßnahmen der Frauenanteil bei Führungskräften nach Qualifikationen und in Ausbildungsprogrammen regelmäßig erhoben und analysiert.
EXTERNE EVALUIERUNG DER EINHALTUNG DES CORPORATE GOVERNANCE-KODEX
Der Corporate Governance-Kodex sieht eine regelmäßige externe Evaluierung der Einhaltung des Kodex durch das Unternehmen vor. Diese wurde im Zuge der Prüfung des Jahresabschlusses 2021/22 durch den Abschlussprüfer des Konzerns durchgeführt. Bei dieser Prüfung wurden keine Sachverhalte bekannt, die zu der Annahme veranlassen, dass dieser Konsolidierte Corporate Governance-Bericht 2021/22 der Gesellschaft in wesentlichen Belangen nicht mit dem Corporate Governance-Kodex übereinstimmt. Die Prüfung der Einhaltung der den Abschlussprüfer betreffenden „C-Regeln“ des Kodex (Regeln 77 bis 83) erfolgte durch die Rechtsanwaltskanzlei WOLF THEISS Rechtsanwälte GmbH & Co KG. Diese Prüfung hat die Einhaltung der Regeln 77 bis 83 bestätigt.
Die Prüfberichte der externen Evaluierung sind auf der Website www.voestalpine.com einsehbar.
Linz, am 24. Mai 2022
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e.h. Franz Kainersdorfer e.h. Robert Ottel e.h.
Franz Rotter e.h. Peter Schwab e.h. Hubert Zajicek e.h.
COMPLIANCE
VERHALTENSKODEX
Die voestalpine ist ein in seinen Geschäftsbereichen weltweit agierender Stahl- und Technologiekonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz. Mit ihren qualitativ höchstwertigen Produkt- und Systemlösungen zählt sie zu den führenden Partnern der Automobil- und Hausgeräteindustrie, der Luftfahrt sowie der Öl- und Gasindustrie und ist darüber hinaus ein Weltmarktführer bei Bahninfrastruktursystemen, bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Als verlässlicher Partner macht die voestalpine die Herausforderungen der Kunden zu ihren eigenen und ist sich ihrer besonderen Verantwortung im Umgang mit Kunden, Lieferanten und sonstigen Geschäftspartnern, aber gleichermaßen auch ihren Mitarbeitern und Aktionären bewusst. Bei allen geschäftlichen Handlungen und Entscheidungen sind daher alle für die voestalpine AG und ihre Konzerngesellschaften anwendbaren gesetzlichen oder sonstigen externen Vorschriften genauso wie alle internen Regeln durch das Management und die Mitarbeiter einzuhalten. Dieses Verständnis kommt im Verhaltenskodex der voestalpine AG zum Ausdruck, der die Basis für moralisch, ethisch und rechtlich einwandfreie Verhaltensweisen aller Mitarbeiter des Konzerns ist. Der Vorstand bekennt sich aus- und nachdrücklich zu diesem Kodex und einer Nulltoleranzpolitik im Falle des Verstoßes gegen dessen Inhalte.
COMPLIANCE MANAGEMENT SYSTEM
Im Geschäftsjahr 2011/12 wurde im voestalpine-Konzern ein neues, umfassendes Compliance Management System mit den Säulen Risikoanalyse/Prävention, Aufdeckung sowie Reaktion eingeführt und Compliance auf eine sehr breite, konzernweite Basis gestellt. Neben einem Group Compliance Officer wurden auch Compliance Officers in allen Divisionen und einer Reihe von Business Units sowie größeren Gesellschaften des Konzerns bestellt. Der Group Compliance Officer ist direkt dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt, er ist weisungsfrei.
Der Compliance-Organisation obliegen die folgenden Themen:
Alle anderen Compliance-Themen, wie z. B. Umwelt, Steuern, Rechnungslegung, Arbeitsrecht, Arbeitnehmerschutz oder Datenschutz, gehören nicht zum Zuständigkeitsbereich der Compliance Officer. Diese Compliance-Themen werden von anderen Organisationsbereichen wahrgenommen.
COMPLIANCE-RICHTLINIEN
Die Bestimmungen des Verhaltenskodex werden in Konzernrichtlinien ergänzt und konkretisiert, wie z. B.:
Diese Richtlinie beschreibt das Verbot wettbewerbsbeschränkender Vereinbarungen, regelt den Umgang mit und in Verbänden, Standesvertretungen sowie sonstigen Branchenorganisationen und legt konkrete Verhaltensregeln für Mitarbeiter des voestalpine-Konzerns fest.
Diese Richtlinie regelt etwa das Verhalten in Bezug auf Geschenke, Einladungen und andere Vorteile, Spenden, Sponsoring, Nebentätigkeiten und den privaten Bezug von Waren und Dienstleistungen von Kunden und Lieferanten durch Mitarbeiter.
Diese Richtlinie legt die Vorgehensweise fest, welche vor der Beauftragung von Handelsvertretern, sonstigen vertriebsbezogenen Beratern, Konsulenten oder Lobbyisten einzuhalten ist. Auf Basis einer objektivierten Prüfung des Umfelds und des Tätigkeitsrahmens des Geschäftspartners vor Aufnahme von Geschäftsbeziehungen soll sichergestellt werden, dass auch die Geschäftspartner die Gesetze und den Verhaltenskodex der voestalpine einhalten.
Der Verhaltenskodex steht in 21 Sprachen und die ergänzenden Compliance-Richtlinien in 14 Sprachen zur Verfügung. Das gesamte Compliance-Regelwerk gilt konzernweit.
PRÄVENTION
Im Vordergrund eines effizienten Compliance Management Systems stehen präventive Maßnahmen. In diesem Zusammenhang wurden in den letzten Jahren umfangreiche Schulungs- und Trainingsmaßnahmen im gesamten Konzern durchgeführt. Um eine möglichst breitflächige Schulungswirkung zu erzielen, wurden neben Präsenz- insbesondere E-Learning-Schulungen forciert. So wurden im Rahmen von webbasierten Kursen bislang rund 13.600 Mitarbeiter des Konzerns im Bereich Kartellrecht und rund 28.500 Mitarbeiter zum Verhaltenskodex jeweils samt Abschlusstest geschult. Präsenzschulungen werden einerseits zielgruppenorientiert und andererseits allgemein im Rahmen der Führungskräfteausbildung sowie in spezifischen Ausbildungsprogrammen für Mitarbeiter im Verkauf und Einkauf durchgeführt, wobei diese Präsenzschulungen im Geschäftsjahr 2021/22 aufgrund der COVID-19-Pandemie und der damit einhergehenden behördlichen Einschränkungen bzw. internen Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen nur teilweise durchgeführt oder durch Schulungen im Rahmen von Videokonferenzen ersetzt wurden. Neben diesen Maßnahmen wird das Thema Compliance den Mitarbeitern durch regelmäßige Kommunikationsmaßnahmen, insbesondere durch Mitarbeitermagazine, Plakatkampagnen oder im Rahmen von Konzern- und Divisionsveranstaltungen, immer wieder nahegebracht.
WHISTLEBLOWING-SYSTEM
Im Jänner 2012 wurde ein webbasiertes Hinweisgebersystem eingeführt. Meldungen über Compliance-Verstöße sollen in erster Linie offen, das heißt unter Nennung des Namens des Hinweisgebers, erfolgen. Dieses webbasierte System bietet aber zusätzlich die Möglichkeit, Fälle von Fehlverhalten auch auf anonymer Basis zu melden und mit Hinweisgebern unter Wahrung ihrer vollkommenen Anonymität zu kommunizieren. Mit diesem System sollen interne Informationen zur frühzeitigen und effektiven Aufdeckung von Compliance-Risiken im Konzern systematisch genutzt werden.
BERICHT DES VORSTANDES
KONZERNLAGEBERICHT 2021/22
Dieser Konzernlagebericht bezieht sich auf den IFRS-Konzernabschluss im Sinne des § 245a (1) UGB.
CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT
Der konsolidierte Corporate Governance-Bericht des Geschäftsjahres 2021/22 ist auf der Website der voestalpine AG unter der Rubrik „Investoren“ veröffentlicht.
Der exakte Pfad lautet
http://www.voestalpine.com/group/de/investoren/corporate-governance
CORPORATE RESPONSIBILITY REPORT
Bezüglich der Berichterstattung zur konsolidierten nicht finanziellen Erklärung wird auf den vom Konzernabschluss gesondert erstellten Corporate Responsibility Report (gem. § 267a Abs. 6 UGB) für das Geschäftsjahr 2021/22 verwiesen. Dieser ist auch auf der Website der voestalpine AG unter der Rubrik „Corporate Responsibility“ veröffentlicht.
BERICHT ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF UND
DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE
Das wirtschaftliche Umfeld im Geschäftsjahr 2021/22 war über weite Strecken von der COVID-19-Pandemie geprägt. Deren Auswirkungen waren noch keineswegs überwunden, als gegen Ende des Geschäftsjahres durch den russischen Angriff auf die Ukraine eine völlig neue Dynamik entstand.
Nach den durch die Pandemie bedingten, harten Lockdowns in vielen Weltregionen standen die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2021/22 im Zeichen der Erholung. Eine steigende Durchimpfungsrate ermöglichte es, die Wirtschaft wieder schrittweise zu öffnen. Die daraus resultierende, kräftige Wachstumsdynamik hielt über weite Teile des Geschäftsjahres an. Gebremst wurde sie lediglich von Lieferkettenproblemen in manchen Industrien mit globalen Wertschöpfungsketten.
Im Herbst 2021 führte die neu aufgetretene Omikron-Mutation wieder zu einer massiven Zunahme an COVID-19-Infektionen. Nicht zuletzt aufgrund der erreichten Durchimpfungsrate sowie des mittlerweile vertrauten Umgangs mit den Schutzmaßnahmen verzichteten Europa und Nordamerika auf flächendeckende Lockdowns. China, wo die neue Welle erst im letzten Geschäftsquartal ankam, reagierte einmal mehr mit großflächigen Lockdowns.
Der Angriff Russlands auf die Ukraine im 4. Geschäftsquartal änderte die wirtschaftliche Dynamik fundamental. Die Stimmung trübte sich weltweit ein. Die bereits im 3. Quartal massiven Steigerungen der Energiepreise wuchsen sich infolge der Sanktionen des Westens gegen Russland zu einem regelrechten Preisschock aus.
EUROPA
Eine durchwegs günstige Wirtschaftsentwicklung über die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2021/22 prägte das Umfeld in Europa. Neben staatlichen Stützungsmaßnahmen wirkte sich insbesondere zu Beginn des Geschäftsjahres die hohe, vom privaten Konsum getragene Binnennachfrage positiv aus. Im weiteren Verlauf, insbesondere nach dem Sommer 2021, machten sich in einzelnen Sektoren Engpässe bei der Versorgung mit Vormaterialien bemerkbar. Gravierend davon betroffen war die Automobilindustrie, wo der Mangel an Halbleitern ab dem 2. Quartal verstärkt zu Verschiebungen in der Produktion führte. Zusätzlich bremsten ab dem 3. Geschäftsquartal die wieder sprunghaft angestiegenen Infektionsraten mit COVID-19 die konjunkturelle Entwicklung. Rasant gestiegene Energiepreise führten nicht nur zu einem deutlichen Anstieg der Inflation, sie erschwerten auch Exporte nach Asien und Nordamerika, wo die Energiepreise deutlich niedriger waren.
Im letzten Geschäftsquartal überlagerten die Auswirkungen des Einmarsches russischer Truppen in die Ukraine die wirtschaftlichen Erholungstendenzen, die sich mit dem Wegfall der meisten COVID-19-Restriktionen eingestellt hatten.
Der Ukraine-Krieg hat zu einer deutlichen Verschlechterung der Wirtschaftslage in Europa geführt. Der weitere, extreme Anstieg der Energiepreise hat die Inflation befeuert und teilweise Produktionsrücknahmen in der europäischen Industrie nach sich gezogen. Zur deutlichen Stimmungseintrübung auf Seiten der Konsumenten kamen Rückgänge im Handel, stark gestiegene Transportkosten sowie neuerliche Unterbrechungen der Lieferketten.
Gemessen an diesem Umfeld nahmen die voestalpine-Standorte in Europa im Geschäftsjahr 2021/22 eine sehr solide Entwicklung. Eine etwas schwächere Auslastung wiesen Produktionsbetriebe mit starker Ausrichtung auf die Automobilindustrie auf. Ein stabiles Produktionsniveau hielten jene voestalpine-Gesellschaften, die Produkte und Services für die Eisenbahninfrastruktur bereitstellen. Die von der Pandemie massiv betroffene Luftfahrtindustrie erholte sich stetig und legte gegen Ende der Berichtsperiode noch einmal an Dynamik zu. Die Geschäftsbereiche, die Produkte in die Öl- und Gasindustrie liefern, konnten im Verlauf des Geschäftsjahres von den gestiegenen Energiepreisen profitieren. Im wirtschaftlichen Gesamtbild des Geschäftsjahres schlug sich der gegen Ende des 4. Geschäftsquartals ausgebrochene Ukraine-Krieg kaum mehr negativ nieder. Der Schock der Energiepreisseite war im letzten Monat der Berichtsperiode dagegen sehr wohl noch wirksam.
NORDAMERIKA/USA
Ähnlich wie in Europa zeigte sich das Wirtschaftswachstum in Nordamerika zu Beginn des Geschäftsjahres hochgradig dynamisch, um dann über den Sommer etwas abzuflauen. Wie schon in der vergangenen Saison hat im Winter eine Welle von neuen COVID-19-Erkrankungen die wirtschaftlichen Aktivitäten gegen Ende des 3. Quartals spürbar gehemmt. Die Omikron-Welle verlief in Nordamerika tendenziell etwas kürzer als in Europa. Somit wirkte der private Konsum weiter stützend auf das Wirtschaftswachstum, was auch den umfangreichen Ersparnissen und damit einhergehenden Haushaltsvermögen auf hohem Niveau geschuldet ist.
Der stark gestiegenen Inflation standen robuste Lohnsteigerungen bei historisch hohem Beschäftigungsgrad gegenüber. Der Anstieg der Energiepreise bildete sich auch in Nordamerika ab, war aber mit dem Preisschock in Europa keineswegs vergleichbar. Mit Blick auf die wachsende Inflation hat die US-Notenbank (Fed; Federal Reserve) im Gegensatz zur Europäischen Zentralbank (EZB) angekündigt, ihre expansive Geldpolitik zurückzufahren und in weiterer Folge die Zinsen anzuheben. Die dämpfenden Auswirkungen auf die wirtschaftliche Stimmung wurden umgehend spürbar.
In der Industrie machten sich zunehmend auch in Nordamerika Schwierigkeiten in Branchen mit globalen Wertschöpfungsketten bemerkbar. Der Außenhandel litt im letzten Geschäftsquartal ebenfalls unter der Verlangsamung der Wirtschaft in Europa infolge des Ukraine-Krieges. Letztendlich wurde im 4. Geschäftsquartal eine überraschend starke Reduktion des wirtschaftlichen Wachstums ausgewiesen.
Die voestalpine-Standorte in der Region nutzten das insgesamt positive wirtschaftliche Umfeld in Nordamerika über das Geschäftsjahr 2021/22 für eine sehr zufriedenstellende Entwicklung. Darüber hinaus profitierten die Exporte der europäischen voestalpine-Niederlassungen von Erholungstendenzen im amerikanischen Öl- und Gassektor sowie in der Flugzeugindustrie.
SÜDAMERIKA/BRASILIEN
Die zu Beginn des Geschäftsjahres 2021/22 noch sehr ausgeprägte wirtschaftliche Dynamik in Brasilien flachte im weiteren Verlauf ab. Hohe Inflationsraten, resultierend aus Verteuerungen bei Rohstoffen und in der Folge auch bei Nahrungsmitteln, wirkten dämpfend auf den privaten Konsum. Die metallverarbeitende Industrie entwickelte sich in diesem Umfeld jedoch unverändert robust. Der Ukraine-Krieg mit den verbundenen Sanktionen gegen Russland führte im letzten Geschäftsquartal zu einem weiteren Anstieg der Rohstoffpreise. Davon sollte Brasilien als einer der führenden Rohstoffexporteure weltweit tendenziell profitieren, was einen stützenden Effekt auf die Binnenkonjunktur erwarten lässt.
Die brasilianischen voestalpine-Standorte konnten sich in diesem Umfeld durchaus gut behaupten. Neben der Ausrichtung auf robuste Marktsegmente vor Ort war dafür auch eine gute Entwicklung der Exporte ausschlaggebend.
ASIEN/CHINA
Deutlicher als in den anderen großen Volkswirtschaften hat sich das Wachstum in China während des Geschäftsjahres 2021/22 verlangsamt. Stützten im Vorjahr noch staatliche Konjunkturmaßnahmen auf breiter Front die wirtschaftliche Entwicklung, fuhr der Staat im Berichtsjahr die Stimulus-Maßnahmen sukzessive zurück. Daneben spitzte sich nach Problemen von Evergrande über den Sommer die Situation am Immobilienmarkt zu, wodurch sich das Investitionsklima eintrübte. Für den chinesischen Stahlbau schwächten sich mit dem Infrastruktur- und Immobiliensektor die beiden bedeutendsten Kundensegmente ab.
In der Folge und auf Druck der Behörden aus Gründen des Umweltschutzes entwickelte sich die Rohstahlproduktion der chinesischen Stahlindustrie erstmals seit vielen Jahren ab Mitte des Geschäftsjahres rückläufig.
Energieknappheit und daraus resultierende temporäre Stromabschaltungen belasteten die Wirtschaftsentwicklung nach dem Sommer 2021 zusätzlich. Erst zu Beginn des 4. Geschäftsquartals zog die wirtschaftliche Dynamik wieder spürbar an, ehe sie durch die Ausbreitung der Omikron-Variante neuerlich zum Erliegen kam. Im Sinne ihrer bisherigen COVID-19-Politik reagierten die chinesischen Behörden mit strikten Mobilitätsbeschränkungen in vielen Regionen und mit einem umfangreichen Lockdown in Shanghai. Neben dem rückläufigen privaten Konsum war auch die produzierende Industrie betroffen. Daraus bauten sich neuerliche Schwierigkeiten in den Lieferketten auf. Der Ukraine-Krieg wiederum erbrachte in der Berichtsperiode noch keine negativen Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung Chinas.
Die voestalpine-Standorte in China hielten ihren wirtschaftlichen Erfolg ungeachtet der teils widrigen Bedingungen auf gutem Niveau. Mit Ausnahme des Geschäftsfeldes Eisenbahninfrastruktur ist der Fokus der voestalpine-Gesellschaften in China vorwiegend auf konsumnahe Märkte wie die Automobil- und Konsumgüterindustrie gerichtet.
UMSATZ NACH DIVISIONEN
UMSATZ NACH BRANCHEN
UMSATZ NACH REGIONEN
BERICHT ÜBER DIE FINANZIELLEN LEISTUNGSINDIKATOREN DES voestalpine-KONZERNS
UMSATZ
Der voestalpine-Konzern schloss mit 31. März 2022 umsatzseitig wie ergebnismäßig das erfolgreichste Geschäftsjahr seit Bestehen ab. Den Weg dafür bereitet hat 2021/22 insbesondere die hervorragende Performance in der Steel Division und der Metal Forming Division, die ihrerseits jeweils Kennziffern auf historischen Höchstständen verbuchten. Mit der High Performance Metals Division und der Metal Engineering Division konnten auch die beiden weiteren Divisionen ihre Umsatz- und Ergebnisziffern im Jahresvergleich sehr deutlich steigern. In Summe verbesserte der voestalpine-Konzern die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2021/22 um 36,9 % auf 14.923,2 Mio. EUR (Vorjahr: 10.901,9 Mio. EUR). Hinzuweisen ist darauf, dass die voestalpine Texas-Gruppe im Konzernabschluss als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifiziert wird und auch die Vorjahreswerte entsprechend angepasst wurden. Den Umsatzanstieg auf Konzernebene stützten sowohl Mengen- als auch Preiseffekte. So konnten alle vier Divisionen ihre Versandmengen ausweiten, allen voran die Metal Engineering Division. Vom stark gestiegenen Preisniveau hingegen profitierte vorrangig die Steel Division. Mit Blick auf die wesentlichen Kundensegmente trug primär die Erholung in der Öl- und Gasindustrie zum Umsatzzuwachs bei, während die Nachfrage in der Automobilindustrie auch im aktuellen Geschäftsjahr sehr volatil blieb. Beim unterjährigen Verlauf zeigt sich ein kontinuierliches Umsatzwachstum, das im 4. Quartal 2021/22 nochmals eine deutliche Steigerung erfuhr.
OPERATIVES ERGEBNIS
Der voestalpine-Konzern weist im Geschäftsjahr 2021/22 Rekordwerte bei den operativen Ergebnissen aus. Die annähernde Verdoppelung des Vorjahres-EBITDA (1.148,1 Mio. EUR; Marge 10,5 %) im Berichtsjahr auf 2.291,3 Mio. EUR bei einer Marge von 15,4 % liegt auch darin begründet, dass das EBITDA 2020/21 vor dem Hintergrund von COVID-19 nur moderat ausgefallen war. Die Hälfte des EBITDA 2021/22 steuerte die Steel Division bei. Auch die übrigen drei Divisionen bauten ihre operativen Ergebnisse im Jahresvergleich markant aus. So verzeichnete die Metal Forming Division 2021/22 einen historischen Höchststand beim operativen Ergebnis. Beim EBIT realisierte der voestalpine-Konzern im Geschäftsjahr 2021/22 eine Vervielfachung auf 1.454,3 Mio. EUR bei einer Marge von 9,7 % (Vorjahr: 338,2 Mio. EUR; Marge 3,1 %).
UMSATZ DES voestalpine-KONZERNS
EBITDA
EBIT
ERGEBNIS NACH STEUERN
ERGEBNIS JE AKTIE
DIVIDENDE JE AKTIE
NETTOFINANZVERSCHULDUNG, EIGENKAPITAL, GEARING
Die EBIT-Zahlen waren sowohl im Vorjahr als auch im Berichtsjahr durch negative Sondereffekte beeinflusst. Im Geschäftsjahr 2020/21 verminderten außerordentliche Abschreibungen bei den Gesellschaften voestalpine Tubulars und voestalpine Special Wire das EBIT um insgesamt 34 Mio. EUR. 2021/22 belasteten im Wesentlichen außerordentliche Abschreibungen bei Buderus Edelstahl (15 Mio. EUR) sowie bei voestalpine Automotive Components Cartersville (64 Mio. EUR) das EBIT mit insgesamt 79 Mio. EUR. Zuschreibungen in Höhe von 12 Mio. EUR beeinflussten das EBIT positiv.
ERGEBNIS VOR UND NACH STEUERN
Durch den forcierten Abbau der Verschuldung in den vergangenen Jahren hat sich das Nettofinanzergebnis im aktuellen Geschäftsjahr auf −71,8 Mio. EUR (Vorjahr: −103,4 Mio. EUR) weiter reduziert. Daraus resultiert im Geschäftsjahr 2021/22 ein Ergebnis vor Steuern von 1.382,5 Mio. EUR (Vorjahr: 234,8 Mio. EUR). Die Ertragsteuern wurden im Vorjahr mit 20,9 Mio. EUR positiv ausgewiesen. Für das Berichtsjahr errechnet sich eine Ertragsteuer von −310,1 Mio. EUR, was einer Steuerquote von 22,4 % entspricht. Damit ergibt sich ein Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten im Geschäftsjahr 2021/22 von 1.072,4 Mio. EUR (Vorjahr: 255,7 Mio. EUR). Das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 257,9 Mio. EUR für 2021/22 inkludiert Zuschreibungen in Höhe von 256,6 Mio. EUR auf den höheren Fair Value im Hinblick auf den initiierten Verkauf von 80 % der Anteile. Der Vorjahreswert von −224,0 Mio. EUR beinhaltet wiederum Wertminderungen bei der voestalpine Texas-Gruppe im Ausmaß von 163 Mio. EUR. In Summe leitet sich daraus für das Geschäftsjahr 2021/22 ein Ergebnis nach Steuern von 1.330,3 Mio. EUR ab (Vorjahr: 31,7 Mio. EUR).
DIVIDENDENVORSCHLAG
Vorbehaltlich der Zustimmung der am 6. Juli 2022 stattfindenden Hauptversammlung der voestalpine AG wird an die Aktionäre eine Dividende von 1,20 EUR ausgeschüttet. Damit wird die Dividende auf Basis der hervorragenden Ergebnisentwicklung um 140 % gegenüber dem Vorjahr (0,50 EUR) angehoben. Im Hinblick auf das Ergebnis je Aktie auf IFRS-Basis von 7,28 EUR (Vorjahr: 0,24 EUR) entspricht der Vorschlag einer Ausschüttungsquote von 16,5 %. Dieser Quote unter dem langjährigen Durchschnitt ist gegenüberzustellen, dass im vorangegangenen Geschäftsjahr die Dividende den Gewinn je Aktie überstieg. In Relation zum durchschnittlichen Börsenkurs der voestalpine-Aktie im Geschäftsjahr 2021/22 von 33,63 EUR ergibt sich eine Dividendenrendite von 3,6 %, die damit deutlich über jener vom Vorjahr (2,0 %) liegt.
CASHFLOW
Trotz der im Jahresvergleich außergewöhnlichen Steigerung des Ergebnisses nach Steuern reduzierte sich der Cashflow aus der Betriebstätigkeit im Geschäftsjahr 2021/22 um 23,9 % auf 1.242,9 Mio. EUR (Vorjahr: 1.633,5 Mio. EUR). Im Wesentlichen ist das auf die Veränderung des Working Capital zurückzuführen: Während dieses im Vorjahr um 633,3 Mio. EUR abgebaut wurde, erhöhte es sich im Berichtsjahr um 599,4 Mio. EUR. Diese Trendwende ist erheblich auf den extremen Anstieg der Rohstoffkosten zurückzuführen. Auch wurden im Vorjahr die internen Bestände im Zuge der Auswirkungen von COVID-19 stark zurückgefahren und angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Erholung 2021/22 wieder etwas an die höheren Auslastungsraten angepasst. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen erhöhten sich im Jahresvergleich zwar leicht, bewegten sich im Berichtsjahr aber nach wie vor auf niedrigem Niveau. Zudem wurden auch keine Unternehmenszukäufe getätigt. Somit veränderte sich der Cashflow aus der Investitionstätigkeit nur unwesentlich von −665,8 Mio. EUR im Vorjahr auf aktuell −629,8 Mio. EUR. Mit der ausgeweiteten Tilgung der Finanzschulden und de facto ohne die Aufnahme neuer, langfristiger Finanzschulden veränderte sich 2021/22 der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit auf −948,3 Mio. EUR (2020/21: −595,6 Mio. EUR). Daraus resultiert im Berichtsjahr eine Senkung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 335,2 Mio. EUR (2020/21: Erhöhung um 372,1 Mio. EUR).
GEARING
Konnte der voestalpine-Konzern bereits im Vorjahr die Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) signifikant auf 48,5 % senken, so gelang im aktuellen Geschäftsjahr eine weitere deutliche Reduktion auf 32,4 % per 31. März 2022. Das entspricht der niedrigsten Nettofinanzverschuldung zum Geschäftsjahresende seit 2012/13 sowie der geringsten Gearing Ratio seit dem Erwerb von Böhler-Uddeholm im Geschäftsjahr 2007/08. Die Konsolidierungsphase auf der Seite der Investitionen über die letzten Jahre unterstützte den Abbau der Verschuldung. War die Nettofinanzverschuldung im Geschäftsjahr 2020/21 innerhalb eines Jahres bereits um über 1 Mrd. EUR auf 2.742,8 Mio. EUR gesunken, fiel sie 2021/22 nochmals deutlich auf 2.291,2 Mio. EUR (jeweils per 31. März). Durch den voraussichtlichen Erlös für den Verkauf von 80 % der Anteile von voestalpine Texas wird sich die Nettofinanzverschuldung im Geschäftsjahr 2022/23 weiter markant vermindern. Das Eigenkapital des voestalpine-Konzerns überschritt zum 31. März 2022 mit 7.069,3 Mio. EUR erstmals in der Geschichte des Unternehmens die 7 Mrd. EUR-Marke. Gegenüber dem Wert per 31. März 2021 von 5.649,9 Mio. EUR konnte das Eigenkapital aufgrund der Rekordergebnisse im Berichtsjahr somit um 1,4 Mrd. EUR bzw. 25,1 % gesteigert werden.
MITARBEITER
Im Geschäftsjahr 2020/21 hat die voestalpine mit Einschnitten auf der Personalseite auf COVID-19 und das damit verbundene, herausfordernde wirtschaftliche Umfeld reagiert. Bereits im 4. Quartal hatte der Beschäftigtenstand infolge des sich aufhellenden Umfeldes wieder tendenziell zugenommen. Dieser Trend setzte sich über den gesamten Verlauf des Geschäftsjahres 2021/22 fort, indem die kontinuierlich verbesserte Auftragslage eine Anpassung des Personalstandes erforderte. Insgesamt erhöhte sich die Anzahl der Beschäftigten (FTE) im Jahresvergleich per 31. März um 3,2 % auf 50.225 (Vorjahr: 48.654).
Die Nettofinanzverschuldung lässt sich wie folgt überleiten:
NETTOFINANZVERSCHULDUNG
Mio. EUR | 31.03.2021 | 31.03.2022 |
Finanzielle Verbindlichkeiten langfristig | 2.846,2 | 2.646,2 |
Finanzielle Verbindlichkeiten kurzfristig | 1.220,7 | 623,9 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | –1.159,7 | –842,8 |
Andere Finanzanlagen | –145,3 | –145,6 |
Ausleihungen und sonstige Forderungen Finanzierung | –19,1 | –21,0 |
Nettofinanzverschuldung aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 0,0 | 30,5 |
Nettofinanzverschuldung | 2.742,8 | 2.291,2 |
QUARTALSENTWICKLUNG DES voestalpine-KONZERNS
Mio. EUR | GJ | ||||||
1. Quartal | 2. Quartal | 3. Quartal | 4. Quartal | 2021/22 | 2020/21 1 | Verände- | |
Umsatzerlöse | 3.373,9 | 3.432,5 | 3.697,1 | 4.419,7 | 14.923,2 | 10.901,9 | 36,9 |
EBITDA | 521,7 | 496,4 | 505,2 | 768,0 | 2.291,3 | 1.148,1 | 99,6 |
EBITDA-Marge | 15,5 % | 14,5 % | 13,7 % | 17,4 % | 15,4 % | 10,5 % | |
EBIT | 331,5 | 306,9 | 316,2 | 499,7 | 1.454,3 | 338,2 | 330,0 |
EBIT-Marge | 9,8 % | 8,9 % | 8,6 % | 11,3 % | 9,7 % | 3,1 % | |
Ergebnis vor Steuern | 310,9 | 288,4 | 301,3 | 481,9 | 1.382,5 | 234,8 | 488,8 |
Ergebnis nach Steuern2 | 259,2 | 226,5 | 211,9 | 632,7 | 1.330,3 | 31,7 | 4.096,5 |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 48.880 | 49.068 | 49.157 | 50.225 | 50.225 | 48.654 | 3,2 |
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STEEL DIVISION
MARKTUMFELD UND GESCHÄFTSVERLAUF
Ganz im Zeichen der Erholung von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie stand die Entwicklung des europäischen Stahlmarktes im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2021/22. Zeitweise überstieg die starke Nachfrage das Angebot, und erst im 3. Geschäftsquartal 2021/22 stellte sich am Markt wieder annähernd eine Balance ein. Zu diesem Zeitpunkt waren die Anlagen der meisten Stahlhersteller wieder im Vollbetrieb. Dazu schwächte sich nach dem Sommer 2021 die Stahlnachfrage aus der Automobilindustrie ab, die wegen fehlender Elektronikbauteile die Produktion bei vollen Auftragsbüchern drosseln musste.
Im letzten Geschäftsquartal führte der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine zu Verwerfungen am europäischen Stahlmarkt. Die rasch in Kraft gesetzten Sanktionen Europas gegen Stahlprodukte aus Russland und Weißrussland hatten die Verknappung von verfügbarem Material am europäischen Stahlmarkt zur Folge. Die bis dahin schon massiv gestiegenen Energiepreise erfuhren durch den Krieg und die teilweise Abhängigkeit Europas von russischem Gas einen zusätzlichen Schub, womit auch die Kostenbasis der europäischen Stahlhersteller deutlich anstieg.
In diesem Umfeld entwickelten sich die wesentlichen Märkte der Steel Division sehr positiv.
Die Automobilindustrie verzeichnete im Geschäftsjahr 2021/22 eine sehr gute Nachfrage, konnte diese aber aufgrund von Lieferengpässen der Halbleiterindustrie in der Betrachtung über das gesamte Geschäftsjahr nicht vollumfänglich bedienen. Gerade als sich zu Beginn des 4. Geschäftsquartals 2021/22 eine Entspannung der Situation abzeichnete, brachte der Ausbruch des Krieges in der Ukraine neue Probleme in der Lieferkette. Betroffen waren vorrangig in der Ukraine produzierte Kabelbäume. Für die Steel Division bedeutete dies speziell im 3. Geschäftsquartal eine etwas erhöhte Volatilität bei den Materialabrufen sowie eine insgesamt leicht verringerte Nachfrage nach Stahlprodukten aus der Automobilindustrie. Ein aktives Umlenken der Lieferströme in alternative Kundensegmente federte die Auswirkungen jedoch im Wesentlichen ab.
Die Konsumgüter- und Hausgeräteindustrie verzeichnete über das gesamte Geschäftsjahr eine stabil hohe Nachfrage. Vereinzelt kam es auch in diesem Segment temporär zu Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Elektronikbauteilen. Anders als in der Automobilindustrie führte dies aber zu keinem Rückgang der Nachfrage nach Stahlprodukten der Steel Division.
Im Maschinenbausektor war das gesamte Geschäftsjahr von einer guten Nachfrage, insbesondere nach hochwertigen Stahlgüten, geprägt.
Die Bauindustrie profitierte das gesamte Geschäftsjahr über von einer sehr soliden Nachfrage. Erst gegen Ende des Geschäftsjahres machte die enorme Volatilität bei den europäischen Stahlpreisen die Planung von Bauprojekten schwierig.
Der Energiebereich als wesentlicher Markt für das Segment Grobblech entwickelte sich aufgrund der Preisanstiege bei Öl und Gas über den gesamten Verlauf des Geschäftsjahres positiv, wobei große Projekte noch auf ihre Vergabe warten. Aufgrund der signifikanten Marktanteile von russischem und ukrainischem Importmaterial am europäischen Grobblechmarkt führte der Ukraine-Krieg zu einer signifikanten Verknappung des Angebots und generell zu starken Preisanstiegen bei Grobblechen.
Während die Stahlmärkte in Europa und in Nordamerika über das gesamte Geschäftsjahr eine sehr dynamische Erholung aus der COVID-19-Pandemie vollzogen, verringerte sich in China ab dem 2. Geschäftsquartal die Stahlproduktion spürbar.
Mitverantwortlich dafür war neben dem Auslaufen von konjunkturstimulierenden Maßnahmen die nachlassende Dynamik am Immobiliensektor. Dazu kamen behördlich angeordnete Rücknahmen der Produktion aus Gründen des Umweltschutzes im ganzen Land, insbesondere im Zuge der Olympischen Winterspiele in Peking im 4. Geschäftsquartal.
Da China weltweit die mit Abstand höchsten Kapazitäten in der Stahlproduktion betreibt, wirkte sich diese Entwicklung unmittelbar auf den globalen Markt für Eisenerz aus. Nach dem steilen Preisanstieg im 1. Halbjahr fiel der Preis für Eisenerz von den Höchstständen im Sommer 2021 bis zum Ende des 3. Geschäftsquartals um mehr als die Hälfte, um im 4. Geschäftsquartal wieder deutlich anzuziehen.
Im Gegensatz dazu war der Preisanstieg für metallurgische Kohle nur von einer kurzen Konsolidierungsphase gegen Ende des 3. Geschäftsquartals unterbrochen und erreichte gegen Ende des Geschäftsjahres ein historisch hohes Niveau. Diese Entwicklung hatte ihren Ursprung in der Energieknappheit in China, die zu generellen Preisanstiegen bei Kohle führte, und wurde durch den Ukraine-Krieg weiter befeuert, indem russische Kohle mit Sanktionen belegt wurde.
Aufgrund der spezifischen Zukaufstruktur sowie des logistisch bedingten Zeitversatzes ergaben sich für die Steel Division über den Verlauf des Geschäftsjahres 2021/22 durchwegs ansteigende Rohstoffkosten. Ab dem 3. Geschäftsquartal kamen zu den extrem hohen Rohstoffkosten noch sprunghafte Anstiege bei den Energiekosten für Strom und Gas hinzu, die sich im Zuge des Ukraine-Krieges im letzten Geschäftsquartal weiter drastisch erhöhten.
Der Stahlpreis am Spotmarkt entwickelte sich 2021/22 entsprechend der Marktdynamik und der deutlich gestiegenen Kostenbasis der europäischen Stahlhersteller unterjährig volatil, aber über das Geschäftsjahr 2021/22 insgesamt deutlich ansteigend. Der Aufwärtstrend, der bereits 2020/21 eingesetzt hatte, fand nach dem Sommer 2021 seinen Höhepunkt, ehe bis zum Beginn des Ukraine-Krieges die Tendenz rückläufig war. Zum Ende des Berichtsjahres erreichte der Spotmarktpreis in der Folge sprunghaft neue Höchststände, was auf das verknappte Angebot von Stahl am europäischen Markt zurückzuführen war.
Die Steel Division verkauft ihre Stahlprodukte über Kontrakte mit unterschiedlichen Laufzeiten ausschließlich direkt an ihre Kunden. Dementsprechend entwickelten sich die Verkaufspreise vergleichsweise weniger volatil. Nichtsdestotrotz konnte die Steel Division im Schnitt die Anstiege bei den Rohstoff- und Energiekosten an den Markt weitergeben.
Die operative Entwicklung der Direktreduktionsanlage in Texas, USA, verlief über das gesamte Geschäftsjahr 2021/22 aufgrund der guten Stahlkonjunktur in Nordamerika positiv. Lediglich im 3. Geschäftsquartal wurden aufgrund eines geplanten Wartungsstillstandes geringere Mengen produziert. Gegen Ende des Geschäftsjahres führte der Ukraine-Krieg zu einem starken Anstieg der HBI-Preise, weil sowohl HBI als auch Roheisen aus Russland und der Ukraine nicht mehr am Markt verfügbar waren.
Nach einem etwa einjährigen Prozess der Ausarbeitung von strategischen Optionen für die Direktreduktionsanlage in Texas, USA, hat die voestalpine am 14. April 2022 eine Vereinbarung über den Verkauf von 80 % der Anteile an ArcelorMittal unterzeichnet. Das Closing dieser Transaktion wird in den nächsten drei Monaten erwartet.
FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Die Steel Division weist für das Geschäftsjahr 2021/22 finanzielle Leistungsindikatoren auf Rekordniveau aus. Die treibende Kraft dafür war in erster Linie das ausgezeichnete Preisniveau. Die Versandmengen verbesserten sich im Jahresvergleich ebenfalls leicht um rund 5 %, wobei das vorangegangene Geschäftsjahr zu Beginn massiv von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie belastet war. Gemäß IFRS 5 erfolgte der Ausweis für die voestalpine Texas-Gruppe im Konzernabschluss unter nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations) als Konsequenz des in die Wege geleiteten Verkaufs von 80 % der Anteile. Dementsprechend sind in den finanziellen Kennziffern der Steel Division sowohl für das Berichtsjahr wie auch für das Vorjahr die Werte für die Texas-Gruppe nicht inkludiert (sofern nicht anders angegeben). In Summe steigerte die Division die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2021/22 um 48,0 % auf 5.701,8 Mio. EUR (Vorjahr: 3.852,0 Mio. EUR). Auf der Ergebnisseite gelang es der Steel Division, die Marge in einem Umfeld stark anwachsender Rohstoff- und Energiekosten deutlich auszuweiten. Besonders im 4. Quartal stellte die Division eine hervorragende Performance unter Beweis, was sich in einer weiteren deutlichen Verbesserung der Ergebnisse ausdrückt. Im Ergebnis wuchs das EBITDA im Jahresvergleich um 129,4 % auf 1.150,9 Mio. EUR bei einer Marge von 20,2 % (Vorjahr: 501,8 Mio. EUR; Marge 13,0 %). Das EBIT nahm ebenfalls markant um 280,3 % auf 889,1 Mio. EUR bei einer Marge von 15,6 % zu (Vorjahr: 233,8 Mio. EUR; Marge 6,1 %).
Auch im unterjährigen Vergleich des 3. mit dem 4. Quartal 2021/22 ist die Aufwärtstendenz deutlich sichtbar. Der Anstieg bei den Umsatzerlösen im 4. Quartal fällt mit 25,7 % auf 1.800,7 Mio. EUR markant aus (3. Quartal: 1.433,0 Mio. EUR). Noch ausgeprägter zeigt sich die Entwicklung beim operativen Ergebnis EBITDA: Besonders die per 1. Jänner 2022 neu verhandelten Langfristverträge hoben das durchschnittliche Preisniveau im 4. Quartal signifikant. Unterstützend wirkte vom 3. zum 4. Quartal auch die Steigerung der Auslieferungsmengen. Vor diesem Hintergrund verbesserte sich das EBITDA im 4. Quartal um 44,1 % auf 391,2 Mio. EUR (3. Quartal: 271,5 Mio. EUR). Entsprechend stieg die EBITDA-Marge von 18,9 % auf 21,7 %. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim EBIT, das um 57,8 % auf 325,9 Mio. EUR bei einer Marge von 18,1 % zunahm (3. Quartal: 206,5 Mio. EUR; Marge 14,4 %).
Die Beschäftigtenzahl (FTE) stieg im positiven wirtschaftlichen Umfeld des Berichtsjahres leicht um 2,3 % auf 10.703 zum Stichtag 31. März (Vorjahr: 10.461).
KUNDEN DER STEEL DIVISION
MÄRKTE DER STEEL DIVISION
QUARTALSENTWICKLUNG DER STEEL DIVISION
Mio. EUR | GJ | ||||||
1. Quartal | 2. Quartal | 3. Quartal | 4. Quartal | 2021/22 | 2020/21 1 | Verände- | |
2021/22 1 | 2021/22 1 | 2021/22 1 | 2021/22 | ||||
Umsatzerlöse | 1.205,9 | 1.262,2 | 1.433,0 | 1.800,7 | 5.701,8 | 3.852,0 | 48,0 |
EBITDA | 245,1 | 243,1 | 271,5 | 391,2 | 1.150,9 | 501,8 | 129,4 |
EBITDA-Marge | 20,3 % | 19,3 % | 18,9 % | 21,7 % | 20,2 % | 13,0 % | |
EBIT | 178,8 | 177,9 | 206,5 | 325,9 | 889,1 | 233,8 | 280,3 |
EBIT-Marge | 14,8 % | 14,1 % | 14,4 % | 18,1 % | 15,6 % | 6,1 % | |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 10.429 | 10.581 | 10.594 | 10.703 | 10.703 | 10.461 | 2,3 |
1 Geschäftsjahr 2020/21 sowie 1. Quartal bis 3. Quartal 2021/22 rückwirkend angepasst. | |||||||
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
MARKTUMFELD UND GESCHÄFTSVERLAUF
Deutlich verbessert gegenüber dem Vorjahr präsentierte sich das Marktumfeld der High Performance Metals Division im Geschäftsjahr 2021/22. Den markantesten Aufwärtstrend zeigte das Produktsegment Sonderwerkstoffe: Mit der Öl- und Gasindustrie sowie dem Luftfahrtsektor beliefert es fokussiert jene beiden Industriesegmente, die massiv von der COVID-19-Pandemie getroffen waren und in der Folge am stärksten von der anschließenden Erholung profitierten. Ebenfalls eine sehr gute Entwicklung nahm das Produktsegment Werkzeugstahl mit den Hauptkundensegmenten Automobil- und Konsumgüterindustrie. Die deutlich gestiegenen Rohstoffkosten bei Schrott und Legierungselementen konnten in Form des Legierungspreisanhängers in ein höheres Preisniveau umgesetzt werden. Volatil entwickelten sich die Legierungen schließlich im 4. Geschäftsquartal 2021/22. Insbesondere beim wichtigsten Einsatzmaterial Nickel traten ab Anfang März 2022 als unmittelbare Auswirkung des Ukraine-Krieges erratische Preisbewegungen auf. Die Verteuerung der Energiekosten wiederum hatte sich bereits im Herbst 2021 abgebildet, als die Preise für Strom und Erdgas in Zentral- und Mitteleuropa signifikant angestiegen waren. Die anwachsende Unsicherheit bei der Gasversorgung in Europa mit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges führte im 4. Geschäftsquartal zu weiteren Preisausschlägen. Vor diesem Hintergrund waren die Edelstahlwerke in Deutschland und Österreich in einem deutlich höheren Ausmaß mit steigenden Energiekosten belastet als jene in Schweden oder Brasilien. Die Weitergabe der stark gestiegenen Strom- und Erdgaspreise in Regionen außerhalb Europas, wo Mitbewerber nicht mit vergleichbaren Preisanstiegen konfrontiert waren, gestaltete sich demzufolge deutlich schwieriger als im europäischen Binnenmarkt.
WERKZEUGSTAHL
Das wirtschaftliche Umfeld in der Automobilindustrie bewegte sich im Geschäftsjahr 2021/22 auf gutem Niveau. Die erhöhte Variantenvielfalt im Zuge der Entwicklung dualer Modellserien – für Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren ebenso wie für die Elektromobilität – wirkte sich positiv auf die Nachfrage nach Werkzeugstahl aus. Besonders spürbar war die Belebung in Europa. Aber auch in Nord- und Südamerika sowie in China wies die Nachfrage nach Werkzeugstahl für die Automobilindustrie ein kräftiges Wachstum aus. Der zweite große Treiber für die Nachfrage nach Werkzeugstahl, die Konsumgüterindustrie, fand ebenfalls sehr günstige Marktbedingungen vor. Von einer allgemeinen Belebung der Wirtschaft hat der Konsumsektor in Asien profitiert, dem für die High Performance Metals Division besondere Bedeutung zukommt. In Brasilien wiederum entwickelten sich die Auftragseingänge im allgemeinen Maschinenbau besonders günstig.
SONDERWERKSTOFFE
Im Produktsegment Sonderwerkstoffe verzeichnete die High Performance Metals Division im Geschäftsjahr 2021/22 eine signifikante Aufwärtstendenz. Kontinuierlich steigende Ölpreise, die sich Anfang März 2022 mit dem Ukraine-Krieg einem Allzeithoch näherten, stimulierten die Investitionen des Öl- und Gassektors. In diesem Umfeld wurde die Talsohle bei den Geschäftsaktivitäten bereits zu Beginn des Berichtsjahres überwunden. Im Bereich Offshore, in dem besondere Anforderungen an die verwendeten Materialien gestellt werden, kamen ebenfalls vermehrt Neuprojekte zustande. Mit ihrem qualitativ hochwertigen Produktspektrum konnte die High Performance Metals Division umfassend von der dynamischen Entwicklung profitieren. Zunehmend neue Anwendungsfelder ergeben sich im Hinblick auf vielfältige Transformationen in Industriezweigen mit hohen Treibhausgasemissionen, darunter etwa für Hochleistungswerkstoffe in den Bereichen „Carbon Capture“ und „Geothermie“. In der Betrachtung nach Regionen konnte die Division in Nordamerika das Geschäftsvolumen im Öl- und Gassektor deutlich steigern. Nachteilig wirkten sich die 2018 eingeführten Zölle von 25 % (Section 232) für Stahlimporte in die USA aus. Erleichterung brachte ein neues Abkommen mit 1. Jänner 2022: Eine bestimmte Quote an Stahllieferungen – gestaffelt nach Produktkategorie und Herkunftsland – kann nunmehr zollfrei von Europa in die USA ausgeführt werden.
Die Luftfahrtindustrie verzeichnete nach dem vorjährigen Einbruch angesichts der COVID-19-Pandemie im Berichtsjahr einen kontinuierlichen Aufwärtstrend. Der regionale Flugverkehr erreichte zum Teil bereits wieder das Vorkrisenniveau und steigerte damit sukzessive den Bedarf an Kurzstreckenflugzeugen. Eine Erholung des Überseeflugverkehrs auf Vorkrisenniveau ist frühestens in einigen Jahren absehbar, womit sich die Nachfrage nach Großraumflugzeugen deutlich verzögert entwickeln wird. In Europa stabilisierten sich die Wertschöpfungsketten mit erhöhten Bauraten von Flugzeugen für Kurz- und Mittelstrecken im Verlauf des Geschäftsjahres wieder. Auch in den USA zogen die Auftragseingänge aus der Luftfahrtindustrie wieder an.
HIGH PERFORMANCE METALS PRODUCTION
Die Auslastung der Produktionswerke des Geschäftsbereiches High Performance Metals Production ist mit der anziehenden Nachfrage im Geschäftsjahr 2021/22 deutlich gestiegen. Trotz teilweiser Engpässe auf der Versorgungsseite infolge gestörter internationaler Lieferketten konnten die umfangreichen Auftragsvolumina zeitgerecht abgearbeitet werden. Allerdings erzwangen die extrem hohen Energiekosten bei voestalpine Edelstahl Deutschland am Standort Wetzlar zu Ende des Geschäftsjahres teilweise Unterbrechungen der Produktion. Bei voestalpine BÖHLER Edelstahl wurde der Bau des neuen Edelstahlwerkes in Kapfenberg, Österreich, plangemäß weitergeführt. Die Inbetriebnahme ist unverändert für Sommer 2022 vorgesehen.
ADDITIVE MANUFACTURING (3D-DRUCK)
Der Ausbau des strategischen Zukunftsfeldes Additive Manufacturing fand im Geschäftsjahr 2021/22 seine Fortsetzung. Aktuell verfügt die Division über zwei Forschungsanlagen sowie zwei Produktionsanlagen für die Pulverherstellung in Österreich und Schweden. Dazu kommen sieben Value Added Services-Standorte in Europa, Nordamerika und Asien zur Erzeugung von additiv gefertigten Bauteilen. Die Vernetzung der lokalen additiven Fertigungszentren mit der eigenen Pulverherstellung dient der Absicherung der Technologieführerschaft über die gesamte Prozesskette.
VALUE ADDED SERVICES
Die Strategie der Differenzierung über ein breites Serviceportfolio der High Performance Metals Division wurde in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut. Insbesondere angesichts der massiven Marktverwerfungen durch COVID-19 im Vorjahr wirkte der global aufgestellte Geschäftsbereich Value Added Services deutlich stabilisierend auf die Ergebnisentwicklung. Im Geschäftsjahr 2021/22 legten die Bearbeitungs- und Vertriebszentren neuerlich eine ausgezeichnete Performance an den Tag und trugen maßgeblich zur soliden Entwicklung der Division bei. Verantwortlich dafür war nicht zuletzt die hohe Nachfrage nach Werkzeugstahl und nach Serviceleistungen wie mechanischer Bearbeitung, Wärmebehandlung und Oberflächenbeschichtung.
FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Der Wachstumspfad, auf den die High Performance Metals Division nach dem COVID-19-bedingten Rückgang im Vorjahr wieder zurückgekehrt ist, spiegelt sich deutlich in den finanziellen Leistungsindikatoren für das Geschäftsjahr 2021/22. Im Jahresvergleich konnte die Division ihre Umsatzerlöse um beinahe ein Drittel auf 3.052,2 Mio. EUR ausweiten (Vorjahr: 2.299,8 Mio. EUR). Ausschlaggebend dafür war neben der Steigerung der Versandmengen um etwa 15 % auch das höhere Preisniveau infolge der signifikanten Verteuerung der Schrott- und Legierungskosten. Die Produktsegmente Werkzeugstahl und Sonderwerkstoffe trugen gleichermaßen zur positiven Entwicklung bei. Noch deutlicher fiel die Verbesserung auf der Ergebnisseite aus: Das EBITDA nahm um 86,3 % auf 399,4 Mio. EUR bei einer Marge von 13,1 % zu (Vorjahr: 214,4 Mio. EUR; Marge 9,3 %). Neben dem Anstieg bei der Bruttomarge kam hier ein gesteigertes Mengenniveau positiv zum Tragen. Das EBIT vervielfachte sich 2021/22 auf 226,9 Mio. EUR (Vorjahr: 48,8 Mio. EUR), womit sich die Marge von 2,1 % auf 7,4 % erhöhte. Zu berücksichtigen sind Sondereffekte bei Buderus Edelstahl in Wetzlar, Deutschland, im aktuellen Geschäftsjahr. Hier wirkten sich außerordentliche Abschreibungen in Höhe von 15 Mio. EUR negativ auf das EBIT aus.
Der unterjährige Vergleich vom 3. zum 4. Quartal im Geschäftsjahr 2021/22 weist für die High Performance Metals Division ebenfalls eine signifikante Verbesserung der finanziellen Leistungsindikatoren aus. Die Umsatzerlöse stiegen im 4. Quartal um 21,0 % auf 890,8 Mio. EUR (3. Quartal: 735,9 Mio. EUR). Unterstützend dafür wirkten eine vor allem saisonal bedingte Erhöhung der Versandmengen sowie ein ansteigendes Preisniveau infolge stark zugenommener Rohstoffkosten. Dieselben Faktoren begünstigten auch die positive Entwicklung auf der Ergebnisseite. Effektiv nahm das EBITDA im 4. Quartal um 65,4 % auf 129,5 Mio. EUR bei einer Marge von 14,5 % zu (3. Quartal: 78,3 Mio. EUR; Marge 10,6 %). Im gleichen Zeitraum verdoppelte sich das EBIT beinahe von 39,0 Mio. EUR auf 75,9 Mio. EUR. Dies obwohl im 4. Quartal des Berichtsjahres, wie zuvor angeführt, Sonderabschreibungen im Ausmaß von 15 Mio. EUR bei Buderus Edelstahl anfielen. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 5,3 % auf 8,5 %.
Hinsichtlich der personellen Kapazitäten hatte noch im Vorjahr die starke wirtschaftliche Eintrübung im Gefolge von COVID-19 eine Reduktion an diversen Standorten notwendig gemacht. Mit Ende des Geschäftsjahres 2021/22 hat die Anzahl der Beschäftigten (FTE) in der High Performance Metals Division wieder um 5,6 % auf 13.291 zugenommen (Vorjahr: 12.586). Die Zunahme resultiert aus der Anpassung des Personalstandes in Hinblick auf das aufgehellte wirtschaftliche Umfeld.
KUNDEN DER HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
MÄRKTE DER HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
QUARTALSENTWICKLUNG DER HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
Mio. EUR | GJ | ||||||
1. Quartal | 2. Quartal | 3. Quartal | 4. Quartal | 2021/22 | 2020/21 | Verände- | |
2021/22 | 2021/22 | 2021/22 | 2021/22 | ||||
Umsatzerlöse | 704,2 | 721,3 | 735,9 | 890,8 | 3.052,2 | 2.299,8 | 32,7 |
EBITDA | 101,2 | 90,4 | 78,3 | 129,5 | 399,4 | 214,4 | 86,3 |
EBITDA-Marge | 14,4 % | 12,5 % | 10,6 % | 14,5 % | 13,1 % | 9,3 % | |
EBIT | 61,4 | 50,6 | 39,0 | 75,9 | 226,9 | 48,8 | 365,0 |
EBIT-Marge | 8,7 % | 7,0 % | 5,3 % | 8,5 % | 7,4 % | 2,1 % | |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 12.802 | 12.891 | 13.083 | 13.291 | 13.291 | 12.586 | 5,6 |
METAL ENGINEERING DIVISION
MARKTUMFELD UND GESCHÄFTSVERLAUF
Die Entwicklung der Metal Engineering Division konnte im Geschäftsjahr 2021/22 wieder an das Niveau vor Ausbruch der COVID-19-Pandemie anschließen. Die gewohnt solide Tendenz im Geschäftsbereich Railway Systems war begleitet von einer deutlichen Verbesserung der Performance im Geschäftsbereich Industrial Systems. Maßgeblich dazu beigetragen hat das sich aufhellende wirtschaftliche Umfeld im Öl- und Gassektor. Zudem wirkten sich die im Vorjahr eingeleiteten kostensenkenden bzw. effizienzsteigernden Maßnahmen nachhaltig positiv auf die Entwicklung der Division aus. Als herausfordernd erwiesen sich in der 2. Hälfte des Geschäftsjahres die exorbitant gestiegenen Energiekosten in Europa. Vor allem bei Langfristprojekten im Geschäftsbereich Railway Systems konnten die höheren Kosten nicht unmittelbar weitergegeben werden. Die Verträge enthalten üblicherweise Preisgleitklauseln für die wichtigsten Rohstoffe, jedoch nicht für Energien.
Der Geschäftsbereich Railway Systems, der selbst in Perioden rigoroser Lockdowns eine solide Auslastung aufwies, entwickelte sich im Berichtszeitraum weiterhin auf sehr zufriedenstellendem Niveau. Stabilisierend wirkt hier insbesondere die globale Ausrichtung, die regionale Marktschwächen tendenziell kompensiert. Dazu kommt das breite Spektrum an hochqualitativen Produkten, auf das sich der Geschäftsbereich stützt. Erfahrungsgemäß ist für die 1. Hälfte des Geschäftsjahres ein höheres Volumen zu erwarten, da auf den Hauptmärkten in der nördlichen Hemisphäre zur kälteren Jahreszeit die Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur schwächer ausfallen. Das Produktsegment Rails (Schienen) bietet eine umfangreiche Palette an hochwertigen Schienengüten für den Schwerlast-, Hochgeschwindigkeits-, Misch- sowie Nahverkehr. Im Geschäftsjahr 2021/22 profitierte dieses Segment von einer guten Bedarfsentwicklung in der „D-A-CH-Region“. In Osteuropa war eine Markterholung spürbar, wobei sich vor allem die Nachfrage in Polen sehr positiv entwickelte. Etwas hinter den Erwartungen blieben die Lieferungen in die Überseemärkte.
Das Produktsegment Turnout Systems (Weichensysteme) entwickelt und produziert individuelle Systemlösungen in der Weichentechnologie. Ein globales Netzwerk an Produktionsstätten gewährleistet, dass die Kunden vor Ort versorgt werden können. Positive Impulse in Europa kamen im Geschäftsjahr 2021/22 insbesondere aus Österreich, der Schweiz und Spanien. In Nordamerika brachte eine verbesserte Nachfrage aus dem „Class I“-Bereich der großen Gütertransporteisenbahnen in den USA positive Impulse. Im Vorjahr haben diese Bahngesellschaften infolge der konjunkturellen Eintrübung ihre Investitionen in das Schienennetz zurückgefahren. Daneben belebte sich das anfangs sehr herausfordernde Umfeld in Mexiko. Am südamerikanischen Markt führten die massiv gestiegenen Rohstoffkosten zu hohen Investitionen der Minenbetreiber in die Eisenbahninfrastruktur. Entsprechend gut ausgelastet zeigten sich über die gesamte Berichtsperiode die Weichenwerke in Brasilien. Die Abrufe der chinesischen Bahnbetreiber im Hochgeschwindigkeitssegment gestalteten sich hingegen ausgesprochen volatil.
Das Produktsegment Signaling (Signaltechnik) konzipiert neben Antriebs- und Verschlusssystemen für Weichen auch Überwachungseinrichtungen sowie Diagnosesysteme für ortsfeste Anlagen und rollendes Material. Das solide Wachstum vergangener Jahre wurde durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie etwas gebremst. So führten etwa Reisebeschränkungen zu Verzögerungen bei der Erschließung von Märkten außerhalb Europas. In den europäischen Kernmärkten hingegen bewegte sich die Nachfrage im Berichtszeitraum auf gutem Niveau.
Der Geschäftsbereich Industrial Systems, im Vorjahr noch mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert, verzeichnete im Geschäftsjahr 2021/22 eine deutliche Aufwärtstendenz. Das Produktsegment Wire Technology (Draht) konnte das Geschäftsvolumen deutlich ausweiten und sich mit komplexen Drahtlösungen weiter als innovativer Partner für die Autozulieferindustrie etablieren. Trotz des teilweise unverändert herausfordernden Umfeldes in der Autoindustrie entwickelten sich die Buchungen günstig. Nachdem sich über den Sommer die Versorgungsprobleme bei Halbleitern auf Seiten der OEMs (Original Equipment Manufacturers) zugespitzt hatten, kamen im 4. Geschäftsquartal mit dem Ukraine-Krieg Engpässe bei Kabelbäumen hinzu. Obwohl die Pkw-Produktionszahlen in Europa vor diesem Hintergrund auf ein historisch niedriges Niveau sanken, blieb die Auslastung der Produktionsanlagen bei Wire Technology zufriedenstellend.
Die markanteste Belebung innerhalb des Geschäftsbereiches Industrial Systems zeigte sich im Produktsegment Tubulars (Nahtlosrohre). Das Hauptwerk in Kindberg, Österreich, produziert nahtlose Stahlrohre speziell für die Öl- und Gasindustrie. Kontinuierlich steigende Ölpreise kurbelten die Bohraktivitäten an, nachdem die Investitionen im Vorjahr mit dem weltweiten Wirtschaftseinbruch infolge der COVID-19-Pandemie praktisch zum Erliegen gekommen waren. Besonders der Ausbruch des Ukraine-Krieges im Februar 2022 ließ die internationalen Ölpreise in die Höhe schnellen. Entsprechend erhöhte sich der „Rig Count“ in den USA, der bedeutendsten Absatzregion, im Vorjahresvergleich signifikant. Die Spotmarktpreise für OCTG (Oil Country Tubular Goods) erreichten vor dem Hintergrund des Nachfragebooms sowie hoher Rohstoff- und Energiekosten gegen Ende des Geschäftsjahres ein Rekordniveau. Seit dem 1. Jänner 2022 hat sich auch die Situation bei Schutzzöllen (Section 232) für Tubulars deutlich verbessert. Wurden bis zu diesem Zeitpunkt bei Stahlimporten von Europa in die USA generell 25 % aufgeschlagen, ist nunmehr eine Quotenregelung in Kraft. Damit ist ein Großteil der Versandmengen bei Nahtlosrohren von Österreich in die USA zollbefreit. Bei Auslieferungen in die Überseemärkte wiederum bedingten Kapazitätsengpässe im internationalen Frachtschiffverkehr einen volatilen Geschäftsgang.
Das Produktsegment Welding (Schweißtechnik) bietet Schweißlösungen für anspruchsvolle Industrien wie z. B. die Öl- und Gasindustrie, Metallverarbeitung oder Automobilindustrie. Auch hier waren die wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Krise im Vorjahr deutlich spürbar. Im aktuellen Geschäftsjahr verzeichnete Welding in allen wesentlichen Kundensegmenten einen markanten Zuwachs. In der regionalen Betrachtung entwickelte sich das Absatzvolumen in Europa deutlich positiv. Auch für China war eine Ausweitung des Geschäftsvolumens zu sehen, allerdings führte im Herbst 2021 Energieknappheit temporär zu Produktionsunterbrechungen am Standort Suzhou. Positiv gestaltete sich das Marktumfeld auch in Mexiko, Brasilien und Kanada, während sich die Dynamik in den USA zunächst noch verhalten darstellte. Erst gegen Ende des Geschäftsjahres begann die Nachfrage auch in diesen Märkten etwas anzuziehen.
FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Begünstigt durch das sich aufhellende wirtschaftliche Umfeld im Geschäftsbereich Industrial Systems legt die Metal Engineering Division für das Geschäftsjahr 2021/22 sehr erfreuliche finanzielle Leistungsindikatoren vor. Die Umsatzerlöse stiegen im Jahresvergleich um 26,6 % auf aktuell 3.376,2 Mio. EUR (Vorjahr: 2.667,3 Mio. EUR). Ein wesentlicher Teil dieses Anstiegs entfällt auf die erhöhten Versandmengen im Geschäftsbereich Industrial Systems. Die positive Dynamik im Öl- und Gassektor unterstützte die Auslieferungen von Nahtlosrohren. Zusätzlich konnte Industrial Systems das Absatzniveau von Drahtprodukten für die Autozulieferindustrie ausweiten. Über alle Produktgruppen hinweg nutzte die Metal Engineering Division das verbesserte Preisniveau als Konsequenz stark anziehender Rohstoff- und Energiekosten. Ein ähnliches Bild zeigt sich auf der Ergebnisseite: Bei fortgesetzt solider Performance des Geschäftsbereiches Railway Systems ist der ergebnismäßige Zuwachs im Berichtsjahr dem Geschäftsbereich Industrial Systems zuzuordnen. Die Produktsegmente Wire Technology und Tubulars, die im Geschäftsjahr 2020/21 im Gefolge von COVID-19 starke Einbußen erlitten hatten, schafften 2021/22 beim operativen Ergebnis eine klare Trendumkehr. In Summe nahm das EBITDA der Division im Jahresvergleich um 76,7 % auf 405,8 Mio. EUR zu (Vorjahr: 229,7 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge verbesserte sich damit von 8,6 % auf 12,0 %. War das EBIT im Vorjahr mit 16,3 Mio. EUR bei einer Marge von 0,6 % nur leicht positiv, so kam es im aktuellen Geschäftsjahr bei 227,9 Mio. EUR zu liegen, was einer Marge von 6,8 % entspricht.
Auch im unterjährigen Quartalsvergleich des Geschäftsjahres 2021/22 verbuchte die Metal Engineering Division eine deutliche Steigerung bei ihren Kennziffern. Die Umsatzerlöse verbesserten sich im 4. Quartal um 5,2 % auf 902,9 Mio. EUR (3. Quartal: 858,4 Mio. EUR). Während sich das Geschäftsvolumen bei Railway Systems etwas abschwächte, führten bei Industrial Systems höhere Versandvolumina in Kombination mit einem besseren Preisniveau zu einer Ausweitung der Umsatzerlöse. Besonders deutlich konnte der Bereich Industrial Systems die Liefermengen bei Drahtprodukten erhöhen. In Summe entwickelte sich das EBITDA im 4. Quartal mit 119,2 Mio. EUR (Marge 13,2 %) im Vergleich zum 3. Quartal (86,9 Mio. EUR; Marge 10,1 %) sehr zufriedenstellend. Das EBIT der Metal Engineering Division erreichte im 4. Quartal 74,1 Mio. EUR (Marge 8,2 %) im Vergleich zu 42,7 Mio. EUR (Marge 5,0 %) im 3. Quartal.
Zum 31. März 2022 waren in der Metal Engineering Division 13.528 Mitarbeiter (FTE) beschäftigt. Zum Vergleichstag des vorangegangenen Geschäftsjahres (13.145) ergibt sich damit ein Anstieg um 2,9 %. Dem zugrunde lag das Erfordernis entsprechender Anpassungen des Personalstandes vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Aufschwungs im Öl- und Gassektor sowie verbesserter Bedingungen in der Autozulieferindustrie.
KUNDEN DER METAL ENGINEERING DIVISION
MÄRKTE DER METAL ENGINEERING DIVISION
QUARTALSENTWICKLUNG DER METAL ENGINEERING DIVISION
Mio. EUR | GJ | ||||||
1. Quartal | 2. Quartal | 3. Quartal | 4. Quartal | 2021/22 | 2020/21 | Verände- | |
2021/22 | 2021/22 | 2021/22 | 2021/22 | ||||
Umsatzerlöse | 800,9 | 814,0 | 858,4 | 902,9 | 3.376,2 | 2.667,3 | 26,6 |
EBITDA | 96,2 | 103,5 | 86,9 | 119,2 | 405,8 | 229,7 | 76,7 |
EBITDA-Marge | 12,0 % | 12,7 % | 10,1 % | 13,2 % | 12,0 % | 8,6 % | |
EBIT | 51,9 | 59,2 | 42,7 | 74,1 | 227,9 | 16,3 | 1.298,2 |
EBIT-Marge | 6,5 % | 7,3 % | 5,0 % | 8,2 % | 6,8 % | 0,6 % | |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 13.063 | 13.276 | 13.146 | 13.528 | 13.528 | 13.145 | 2,9 |
METAL FORMING DIVISION
MARKTUMFELD UND GESCHÄFTSVERLAUF
Die Metal Forming Division nahm im Geschäftsjahr 2021/22 eine klar positive Entwicklung, obgleich sich in der Automobilindustrie als wichtigstem Kundensegment der Division die Voraussetzungen sehr ungünstig darstellten. Maßgeblich für das gute Ergebnis waren jene Geschäftsbereiche, die den Automobilsektor nicht oder nur untergeordnet beliefern: Tubes & Sections, Precision Strip sowie Warehouse & Rack Solutions zeigten eine hervorragende Performance und kompensierten damit die marktbedingte Schwäche bei Automotive Components. Profitieren konnte die Division zudem von einem hohen Preisniveau infolge stark gestiegener Vormaterialkosten insbesondere bei Stahl und Aluminium.
War der Automobilabsatz in der Europäischen Union im Kalenderjahr 2020 aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 bereits um etwa ein Viertel gesunken, so lagen die Neuzulassungen im Kalenderjahr 2021 noch unter dem Niveau des Vorjahres. Wobei die extrem niedrigen Verkaufszahlen 2021 nicht Ausdruck einer schwachen Nachfrage sind, sondern vielmehr das Resultat unterbrochener Lieferketten und damit verbundener Produktionskürzungen. Über den Sommer verschärften sich die Versorgungsprobleme bei Elektronikchips, die erstmals zu Beginn des Kalenderjahres 2021 die Autoproduktion beeinträchtigt hatten. Die den OEMs (Original Equipment Manufacturers) vorgelagerten Zulieferbetriebe mussten ihre Produktionen ebenfalls anpassen. Nachdem sich Anfang 2022 die Versorgungskrise bei Halbleitern leicht entspannt hatte, spitzte sich die Lage gegen Ende des Geschäftsjahres 2021/22 neuerlich zu. Der Ukraine-Krieg brachte in der unmittelbaren Konsequenz eine starke Einschränkung in der Belieferung mit Kabelbäumen, die zu einem beträchtlichen Teil in der Ukraine gefertigt werden. Von diesen negativen Entwicklungen war der Geschäftsbereich Automotive Components (Automobilkomponenten) im Geschäftsjahr 2021/22 stark beeinflusst. Die Nachfrage der Automobilwerke bewegte sich auf generell niedrigem Niveau, darüber hinaus belasteten die Volatilität der Abrufe sowie kurzfristige Stornierungen die Entwicklung in diesem Geschäftsbereich der Metal Forming Division. Die Marktdaten verdeutlichen die aktuell schwierige Ausgangslage für Automotive Components: Im bedeutendsten Absatzmarkt Deutschland entwickelte sich die Autoproduktion 2021 das fünfte Jahr in Folge rückläufig. Anfänglich deutlich weniger betroffen von Versorgungsengpässen waren die OEMs in China und Nordamerika und damit auch die Zulieferbetriebe in diesen Regionen. Erst gegen Ende des Geschäftsjahres waren die Automobilhersteller in den USA zunehmend mit Versorgungsproblemen konfrontiert. Auswirkungen auf die Produktion am voestalpine-Standort in Shenyang, China, hatte im Herbst 2021 die verschärfte Energieknappheit, die für einige Tage eine behördlich angeordnete Stromabschaltung zur Folge hatte. Gegen Ende des Geschäftsjahres 2021/22 erzwang schließlich ein umfassender COVID-19-Lockdown in Shenyang einen etwa zweiwöchigen Produktionsstillstand des voestalpine-Werkes. Gemessen an diesen durchwegs herausfordernden Bedingungen schließt der Geschäftsbereich Automotive Components den aktuellen Berichtszeitraum mit einer zufriedenstellenden Performance ab. Die in den vergangenen Jahren vorgenommenen Restrukturierungen wirken sich zunehmend positiv auf den Geschäftsverlauf aus.
Der Geschäftsbereich Tubes & Sections (Rohre & Profile) hat sich im Geschäftsjahr 2021/22 hervorragend entwickelt. Das ungewöhnlich hohe Preisniveau bei Rohren & Profilen als Konsequenz stark anwachsender Vormaterialkosten hat sich bisher nicht negativ auf die Nachfrage ausgewirkt. Die gute Auslastung der europäischen Produktionswerke stützte sich auf sehr zufriedenstellende Auftragseingänge aus der Land- und Baumaschinenindustrie. Auch die Lagertechnik sowie der Bausektor zeigten über den gesamten Berichtszeitraum eine hohe Dynamik. Stellte sich in Europa die Nachfrage aus der Solarindustrie in der 1. Hälfte des Geschäftsjahres noch verhalten dar, verbesserte sich die Situation im weiteren Verlauf zunehmend. Die Nutzfahrzeugindustrie hingegen hat sich im 4. Quartal 2021/22 etwas eingetrübt. Die Versandvolumina für die Lkw-Industrie waren zuletzt auch deshalb rückläufig, weil ein Kunde in Russland aufgrund des Ukraine-Krieges nicht mehr beliefert wird. Bei sicherheitsrelevanten Rohrkomponenten für die globale Autozulieferindustrie stellte sich erst in der 2. Hälfte des Geschäftsjahres eine gewisse Belebung ein. Neben Kontinentaleuropa legte auch das wirtschaftliche Momentum in Großbritannien im Jahresverlauf weiter zu. Außerhalb Europas verlief die Entwicklung bei Tubes & Sections ebenfalls sehr positiv. So nahm das Volumen in den USA im Geschäftsjahr 2021/22 stark zu. Besonders im Abschlussquartal waren die Kapazitäten der Profilier- und Schweißanlagen an den US-Standorten zur Gänze ausgelastet. Triebfeder der kräftigen Nachfrage waren die Bauindustrie sowie die Lagertechnik, während es im Luftfahrtsektor bisher nur zu einer leichten Erholung kam. In Brasilien stützte sich die ausgezeichnete Entwicklung im Berichtsjahr auf eine prosperierende Solarindustrie. Weiters zeigten sich auch die Landmaschinen- und Nutzfahrzeugindustrie ausgeprägt dynamisch. Mit ihrem spezifischen Produkt- und Branchenmix konnten sich die brasilianischen Standorte entgegen der abflauenden nationalen Wirtschaft über den gesamten Verlauf des Geschäftsjahres 2021/22 gut behaupten.
Sehr zufriedenstellend entwickelte sich im Berichtszeitraum auch der Geschäftsbereich Precision Strip (Präzisionsstahlbänder). Das Auftragsvolumen für Präzisionsbandtechnologie der europäischen voestalpine-Standorte erreichte im Geschäftsjahr 2021/22 einen Höchststand. Besonders die Auftragseingänge bei Bimetallbändern für die Sägeindustrie bewegten sich auf hohem Niveau. Tendenziell nachteilig auf die Geschäftsentwicklung wirkten sich die Engpässe bei der Lieferung von Vormaterial aus. Auch in den USA stützte insbesondere die hohe Nachfrage nach Sägebandstahl den guten Auftragsbestand. In China prägte eine solide Inlandsnachfrage die Marktsituation. Allerdings hemmten in der 2. Hälfte des Geschäftsjahres zunehmende Erschwernisse bei interkontinentalen Transporten neben exorbitant gestiegenen Strom- und Gaspreisen in Europa bis zu einem gewissen Grad die Exportaktivitäten in Überseemärkte.
Die Boomphase im Geschäftsbereich Warehouse & Rack Solutions (Regalsysteme), die insbesondere der Trend zum Internethandel treibt, hielt im aktuellen Geschäftsjahr unverändert an. Dabei verstärkten die weltweiten COVID-19-Lockdowns die Dynamik in den letzten zwei Jahren noch zusätzlich. Mit einem Auftragsstand auf Rekordniveau im 1. Halbjahr 2021/22 wurden im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres neue Projekte nur mehr selektiv angenommen. Tendenziell bremsend wirkten die Verfügbarkeit bzw. Preisentwicklung bei Vormaterialien sowie die hohen Frachtkosten bei Projekten in Überseeregionen. Insgesamt schloss der Geschäftsbereich Warehouse & Rack Solutions auch das Geschäftsjahr 2021/22 äußerst zufriedenstellend ab.
FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Die Metal Forming Division wies im Geschäftsjahr 2021/22 sowohl auf der Umsatzseite als auch beim operativen Ergebnis (EBITDA) eine überzeugende Performance aus. Bemerkenswert ist das nicht zuletzt angesichts der herausfordernden Bedingungen, mit denen der Geschäftsbereich Automotive Components konfrontiert war. Treiber des signifikanten Aufwärtstrends waren demnach die Geschäftsbereiche Tubes & Sections, Precision Strip sowie Warehouse & Rack Solutions. Zum Teil ist die deutliche Steigerung im Vorjahresvergleich auch auf die im Berichtsjahr milderen Auswirkungen von COVID-19 zurückzuführen. In Summe steigerte die Metal Forming Division ihre Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2021/22 um 36,0 % auf 3.474,4 Mio. EUR (Vorjahr: 2.553,9 Mio. EUR). Unter der Weitergabe hoher Vormaterialkosten profitierte die Division von einem ausgezeichneten Preisniveau über alle vier Geschäftsbereiche. Auch beim operativen Ergebnis (EBITDA) realisierte die Division 2021/22 mit einem Anstieg um 58,2 % auf 433,1 Mio. EUR (Marge 12,5 %) ein außergewöhnliches Wachstum (Vorjahr: 273,8 Mio. EUR; Marge 10,7 %). Mit Ausnahme von Automotive Components verzeichneten alle Geschäftsbereiche eine hohe Auslastung ihrer Produktionswerke. Das EBIT verbesserte sich im Jahresvergleich um 78,1 % von 124,0 Mio. EUR (Marge 4,9 %) auf 220,8 Mio. EUR (Marge 6,4 %). Zu berücksichtigen ist, dass das EBIT des Berichtsjahres durch Sonderabschreibungen bei voestalpine Automotive Components Cartersville mit 64 Mio. EUR belastet wurde. Zuschreibungen in Höhe von 12 Mio. EUR beeinflussten das EBIT hingegen positiv.
Im unterjährigen Quartalsvergleich im Geschäftsjahr 2021/22 weist die Metal Forming Division ebenfalls eine klar positive Bilanz aus. Im Vergleich des 3. mit dem 4. Quartal konnten drei der vier Geschäftsbereiche ihre Umsatzerlöse ausweiten, während die Umsätze bei Warehouse & Rack Solutions ein stabil hohes Niveau hielten. Der Zuwachs beim Geschäftsvolumen ist wesentlich auf die Weitergabe der markant gestiegenen Vormaterialkosten zurückzuführen. Dies trifft insbesondere auf Automotive Components sowie Tubes & Sections zu. Vor diesem Hintergrund nahmen die Umsatzerlöse der Division im 4. Quartal um 22,1 % auf 1.020,9 Mio. EUR zu (3. Quartal: 836,4 Mio. EUR). Ein ähnliches Bild bietet sich auf der Ergebnisseite: Eine sehr zufriedenstellende Mengen- und Preisentwicklung – bei allerdings auch hohen Vormaterialkosten – begünstigte die markante Steigerung beim EBITDA im 4. Quartal um 70,4 % auf 152,5 Mio. EUR (3. Quartal: 89,5 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge verbesserte sich damit von 10,7 % auf 14,9 %. Das EBIT sank hingegen geringfügig um 2,3 % auf 50,8 Mio. EUR bei einer Marge von 5,0 % (3. Quartal: 52,0 Mio. EUR; Marge 6,2 %). Zu berücksichtigen sind im 4. Quartal – wie im Jahresvergleich angeführt – Sonderabschreibungen in Höhe von 64 Mio. EUR bzw. Zuschreibungen in Höhe von 12 Mio. EUR.
Zum 31. März 2022 lag die Beschäftigtenzahl in der Metal Forming Division mit 11.766 Mitarbeitern (FTE) um 2,1 % über dem Vorjahreswert von 11.525. Dieser Anstieg spiegelt das verbesserte wirtschaftliche Umfeld und die gestiegene Auslastung der Produktionsstandorte, was entsprechende Anpassungen auf der personellen Seite erforderte.
KUNDEN DER METAL FORMING DIVISION
MÄRKTE DER METAL FORMING DIVISION
QUARTALSENTWICKLUNG DER METAL FORMING DIVISION
Mio. EUR | GJ | ||||||
1. Quartal | 2. Quartal | 3. Quartal | 4. Quartal | 2021/22 | 2020/21 | Verände- | |
2021/22 | 2021/22 | 2021/22 | 2021/22 | ||||
Umsatzerlöse | 825,5 | 791,6 | 836,4 | 1.020,9 | 3.474,4 | 2.553,9 | 36,0 |
EBITDA | 104,5 | 86,6 | 89,5 | 152,5 | 433,1 | 273,8 | 58,2 |
EBITDA-Marge | 12,7 % | 10,9 % | 10,7 % | 14,9 % | 12,5 % | 10,7 % | |
EBIT | 68,0 | 50,0 | 52,0 | 50,8 | 220,8 | 124,0 | 78,1 |
EBIT-Marge | 8,2 % | 6,3 % | 6,2 % | 5,0 % | 6,4 % | 4,9 % | |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 11.629 | 11.386 | 11.405 | 11.766 | 11.766 | 11.525 | 2,1 |
INVESTITIONEN
Mit Abschluss des Geschäftsjahres 2021/22 beendete der voestalpine-Konzern eine dreijährige Phase, in der die Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Beteiligungen deutlich unter dem Niveau der laufenden Abschreibungen zu liegen kamen. Der Fokus galt der Realisierung notwendiger Ersatzinvestitionen sowie der technischen Optimierung des bestehenden Anlagenparks. Projekte zur Absicherung der Qualitäts- und Technologieführerschaft wurden auch in dieser Phase der Konsolidierung auf den Weg gebracht. So ist mit dem Bau des neuen Edelstahlwerkes in Kapfenberg, Österreich, ein zukunftsweisendes Vorhaben schon weit fortgeschritten. Die Periode reduzierter Investitionen wurde zudem für die Evaluierung und Planung zukünftiger Vorhaben genutzt. Dabei wird die voestalpine sich in den nächsten Jahren wieder verstärkt auf hochrentable Wachstumsprojekte in den Verarbeitungsdivisionen konzentrieren. Besonderes Augenmerk gilt auch der Umsetzung der Technologietransformation an den stahlproduzierenden Standorten in Linz und Donawitz in Österreich. Diesbezüglich hat der Aufsichtsrat der voestalpine AG im März 2022 erste substanzielle Schritte zum Technologieumstieg vom kohlebasierten Hochofenprozess auf den grünstrombasierten Elektrolichtbogenofen-Prozess abgesegnet. Insgesamt investierte der voestalpine-Konzern im aktuellen Berichtszeitraum 709,9 Mio. EUR und damit um 16,0 % mehr als im Vorjahr (612,1 Mio. EUR).
Die Steel Division steigerte mit 246,3 Mio. EUR ihr Investitionsvolumen im Geschäftsjahr 2021/22 um 59,0 % gegenüber dem niedrigen Vorjahresniveau von 154,9 Mio. EUR. Anfang Oktober 2021 erfolgte der Spatenstich für den Bau einer vollautomatisierten Beize-Tandemverbindung („Beta 3“) mit einem Budget von 188 Mio. EUR. Damit ging das umfangreichste Investitionsprojekt der Steel Division der letzten Jahre in die Umsetzung. Gestartet wurde bereits die Errichtung des Hallenbaus, in dem die neue, hochmoderne Beize untergebracht sein wird. Die Beta 3 wird neue Maßstäbe hinsichtlich der Digitalisierung der Prozesse als auch in Hinblick auf Nachhaltigkeit setzen. Darüber hinaus leistet das Aggregat Wesentliches für die Produktqualität: sowohl bei der Herstellung von hoch- und höchstfesten Stählen für die Automobil-, Haushaltsgeräte- und Bauindustrie wie auch von Elektroband für E-Mobilität. Die Beta 3 weist eine Produktionskapazität von etwa 2 Mio. Tonnen auf und wird voraussichtlich Ende 2023 in Betrieb gehen. In die gleiche Richtung, nämlich auf die Verbesserung des Produktmixes, zielt der Umbau der Feuerverzinkungsanlagen am Standort Linz, Österreich. Um die wachsende Nachfrage nach Hochfeststählen zu begleiten, werden die bestehenden Anlagen umgerüstet. Die Herausforderung, den laufenden Betrieb nicht zu gefährden, erlaubt dabei jeweils nur kurze Stillstandszeiten. Somit wird sich die Modernisierung der Feuerverzinkungsanlagen laut Zeitplan bis in das Kalenderjahr 2027 erstrecken. Im Berichtsjahr hat die voestalpine zudem die Weichen für eine langfristig klimafreundliche Stahlproduktion gestellt. Auf Basis des zuvor angeführten Aufsichtsratsbeschlusses wird im Sommer 2022 mit der Baufeldfreimachung sowie mit Infrastrukturmaßnahmen gestartet. Über die Investition in einen Elektrolichtbogenofen als Ersatz für einen Hochofen wird in weiterer Folge 2023 vom Aufsichtsrat final entschieden.
Die High Performance Metals Division weist im Geschäftsjahr 2021/22 mit 211,5 Mio. EUR einen um 3,6 % geringeren Investitionsaufwand aus als im Vorjahr (219,3 Mio. EUR). Der Rückgang erklärt sich auch im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Edelstahlwerkes am Standort Kapfenberg, Österreich, als dem umfangreichsten Investitionsprojekt des voestalpine-Konzerns der letzten Jahre: Der Aufwand dafür gestaltete sich in der aktuellen Berichtsperiode deutlich geringer als im Vorjahr. Wesentliche Umsetzungsschritte erfolgten 2021/22 unter anderem im Detail-Engineering für die Medien- und Stromversorgung des Schmelzbereiches. Nach der Finalisierung des Gießbereiches wurde mit der Kaltinbetriebnahme der Anlagenteile begonnen. Nach Abschluss der detaillierten Überprüfung des neuen Edelstahlwerkes inklusive des Zusammenspiels der einzelnen Bauteile und Baugruppen sind die ersten Probeschmelzen geplant. Die Inbetriebnahme ist für Sommer 2022 eingeplant. Am Produktionsstandort von Villares Metals in Sumaré, Brasilien, ging im Berichtsjahr ein Aggregat zum Umschmelzen von Elektroschlacken in Betrieb. Der wachsende Bedarf an qualitativ hochwertigen Edelstahlgüten unterstützt die hohe Wirtschaftlichkeit dieser Investition. Zusätzlich investierte Villares Metals an mehreren Standorten in Brasilien auch in den Ausbau von Servicecentern.
Die Investitionen in der Metal Engineering Division im Geschäftsjahr 2021/22 fielen mit 127,2 Mio. EUR um 1,9 % geringer aus als im Vorjahr (129,6 Mio. EUR). Die erfolgreiche Inbetriebnahme der Stranggussanlage 4 („CC4“) am Standort Donawitz, Österreich, setzte vorerst den Abschluss unter die größeren Investitionsvorhaben in der Division. Im Berichtsjahr lag das Augenmerk bei überschaubaren Ersatzinvestitionen bzw. Projekten zur Steigerung der Effizienz und Produktivität. So investierte das Produktsegment Tubulars am Standort Kindberg, Österreich, in eine Mehrzweck-Endfertigungslinie. Am gleichen Standort wurden die Vorbereitungsarbeiten für die Generalsanierung des Drehherdofens in Angriff genommen. Zukünftig wird die Division ihre Investitionen verstärkt auf das Thema Metallurgietransformation ausrichten.
Der Umfang der Investitionen der Metal Forming Division erhöhte sich im Geschäftsjahr 2021/22 im Vergleich zum Vorjahreswert von 99,8 Mio. EUR um 30,5 % auf 130,2 Mio. EUR. Im Geschäftsbereich Automotive Components wurden punktuell Wachstumsprojekte realisiert. So ging im aktuellen Geschäftsjahr am Standort Shenyang, China, die bereits vierte phs-Linie zur Umformung pressgehärteter Stähle in Betrieb. In Shenyang steht eine weitere derartige Anlage im Bau und wird voraussichtlich im Laufe des Geschäftsjahres 2022/23 hochgefahren. Der Geschäftsbereich Tubes & Sections investierte zur Absicherung seiner technologischen Vorreiterrolle bzw. zur Begleitung zusätzlichen Kundenbedarfs an unterschiedlichen Standorten in Profilier- sowie Schweißanlagen. Im Geschäftsbereich Precision Strip kamen vorwiegend Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen zur Umsetzung. In den nächsten Jahren wird sich die Metal Forming Division wieder verstärkt auf richtungsweisende Wachstumsprojekte fokussieren.
AKQUISITIONEN & DEVESTITIONEN
Im Geschäftsjahr 2021/22 tätigte der voestalpine-Konzern keine Unternehmenserwerbe. Der Fokus des Managements war auf die Stärkung des bestehenden Portfolios gerichtet. Jedoch wurde in der Steel Division in der aktuellen Berichtsperiode eine bedeutende Devestition initiiert: Nach eingehender Analyse und Auslotung aller strategischen Optionen hat sich die voestalpine dazu entschlossen, das Geschäftsmodell der Direktreduktionsanlage in Texas gemeinsam mit einem Partner weiterzuentwickeln. Das Werk zur Herstellung von Hot Briquetted Iron (HBI – Eisenschwamm) wurde im Oktober 2016 nach rund zweieinhalbjähriger Bauzeit eröffnet und nahm im April 2017 den Vollbetrieb auf. Die Investitionskosten der HBI-Anlage mit einer Kapazität von 2 Mio. Jahrestonnen beliefen sich auf 1.012 Mio. USD (rund 870 Mio. EUR zum damals gültigen Umrechnungskurs). voestalpine-Texas ist es in den letzten Jahren gelungen, das Geschäftsmodell sowie die Produkt- und Kundenstruktur zu stabilisieren, dennoch mussten 2019 und 2020 als Konsequenz herausfordernder Marktbedingungen außerplanmäßige Abschreibungen von insgesamt 372 Mio. EUR vorgenommen werden. Mit dem nunmehrigen Verkauf („Signing“ erfolgte im April 2022) von 80 % der Anteile an ArcelorMittal sicherte sich der voestalpine-Konzern auf Basis eines Langfristvertrages weiterhin eine jährliche Eisenschwamm-Versandmenge von 420.000 Tonnen. Die Lieferzusage gewährleistet die Umsetzung des Rohstoffkonzepts für den ersten Dekarbonisierungsschritt der Stahlproduktion in Linz und Donawitz, beide Österreich. Der Betrieb der Elektrolichtbogenofen an den beiden Standorten ist ab 2027 geplant und sieht einen Einsatzmix aus Schrott, flüssigem Roheisen und HBI vor.
Zum 31. März 2022 wurde im Rahmen der Fair Value-Bewertung ein positives Bewertungsergebnis in Höhe von 256,6 Mio. EUR erfasst. Ein Liquiditätszufluss in Höhe von etwa 620 Mio. EUR (Umrechnungskurs 1,11 USD/EUR vom 31. März 2022) wird nach Abschluss der Transaktion („Closing“) die Nettofinanzverschuldung des voestalpine-Konzerns im gleichen Ausmaß reduzieren. Weiters steht das Ergebnis bis zum Closing noch dem voestalpine-Konzern zu. Das Closing der Transaktion erfolgt voraussichtlich drei Monate nach dem Abschlussstichtag.
MITARBEITER
Zum Ende des Geschäftsjahres 2021/22 mit 31. März 2022 beschäftigte der voestalpine-Konzern ohne Lehrlinge und Leihpersonal 46.938 Mitarbeiter. Dies entspricht einer Reduktion um 890 Beschäftigte oder 1,9 % gegenüber dem 31. März 2021. Einschließlich 1.369 Lehrlingen und 3.386 Leasingmitarbeitern ergibt sich in Summe ein Fulltime-Equivalent (FTE) von 50.225 Personenjahren und damit gegenüber dem Vorjahr eine Erhöhung um 3,2 % (+1.571 FTE). An Konzernstandorten außerhalb Österreichs sind 27.667 Mitarbeiter (FTE) bzw. 55,1 % beschäftigt, an österreichischen Standorten der voestalpine 22.558 Mitarbeiter (FTE) bzw. 44,9 %. Von den 1.369 Lehrlingen wurden mit Ende des Geschäftsjahres 62,9 % an Standorten in Österreich ausgebildet und 37,1 % außerhalb Österreichs. Insgesamt hat sich die Zahl an Lehrlingen gegenüber dem Vorjahr um 60 bzw. 4,6 % erhöht.
MITARBEITERBETEILIGUNG
Seit dem Jahr 2001 verfügt die voestalpine über ein Modell der Mitarbeiterbeteiligung, das seither kontinuierlich ausgebaut wurde. Neben allen österreichischen Beschäftigten sind auch Mitarbeiter in Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Polen, Belgien, der Tschechischen Republik, Italien, der Schweiz, Rumänien, Spanien und Schweden an „ihrem“ Unternehmen beteiligt. Die Stimmrechte aus den Mitarbeiteraktien werden in der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung gebündelt, womit diese sich als stabiler Kernaktionär der voestalpine AG darstellt. Zum 31. März 2022 sind insgesamt rund 24.500 Mitarbeiter an der voestalpine AG beteiligt. Sie halten rund 25,4 Mio. Stück Aktien, die durch die generelle Stimmrechtsbündelung einen Anteil von 14,2 % am Grundkapital des Unternehmens abbilden (Vorjahr: 14,1 %). Darüber hinaus halten ehemalige Mitarbeiter der voestalpine rund 1,0 Mio. Stück „Privataktien“ über die Stiftung, was 0,6 % der stimmberechtigten Aktien entspricht. Diese Stimmrechte übt ebenfalls die Stiftung aus, solange die Mitarbeiter nicht von ihrem freien Verfügungsrecht Gebrauch machen. Insgesamt sind somit zum 31. März 2022 die Stimmrechte von 14,8 % des Grundkapitals der voestalpine AG in der Stiftung gebündelt.
STAHLSTIFTUNG
1987 wurde in Linz, Österreich, die „Stahlstiftung“ gegründet. Sie verfolgte das Ziel, krisenbedingt ausgeschiedenen Mitarbeitern der damaligen VOEST-ALPINE-Gruppe, aber auch Mitarbeitern konzernfremder Unternehmen Möglichkeiten zur beruflichen Neuorientierung zu eröffnen. Bis zu einem Zeitraum von vier Jahren werden dazu Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung finanziert. Im Geschäftsjahr 2021/22 haben 80,0 % der arbeitsuchenden Teilnehmer mithilfe der Stahlstiftung eine neue berufliche Perspektive gefunden. Dass dieser Wert im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020/21 um rund 4 % gestiegen ist, spiegelt die Erholung des Arbeitsmarktes über den Berichtszeitraum. Zum Stichtag 31. März 2022 betreute die Stahlstiftung 370 Personen, wovon 73,0 % aus Gesellschaften des voestalpine-Konzerns stammen. Die Gesamtzahl aktiver Stiftungsteilnehmer im Geschäftsjahr 2021/22 lag bei 694 Personen und damit 21,8 % unter jener des Vorjahres (888 Personen). Zusätzlich zu den Teilnehmern in der Stahlstiftung als klassischer Arbeitsstiftung wurden im Berichtszeitraum 63 Personen bei ihren Aktivitäten im Zuge einer Bildungskarenz unterstützt.
LEHRLINGE & JUNGFACHARBEITER
Der jährlich stattfindende voestalpine-Konzernlehrlingstag musste aufgrund der COVID-19-Einschränkungen erneut digital stattfinden. Die Veranstaltung vernetzt die Lehrlinge konzernweit und unterstützt sie dabei, das eigene Arbeitsfeld im gesamtbetrieblichen Zusammenhang zu sehen. Am 5. Oktober 2021 trafen sich Lehrlinge zu einem Hybrid-Event: Der Vorstand sowie ausgewählte Vertreter des Standortes Linz, Österreich, sprachen aus der voestalpine Stahlwelt per Live-Stream zu rund 500 Lehrlingen und ihren Ausbildern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. „Außenstellen“ waren mit Ausbildern und Lehrlingen interaktiv zugeschalten und gaben Einblicke in die Ausbildungsaktivitäten und das Umweltengagement an den jeweiligen Standorten. Wie fest Prinzipien der Nachhaltigkeit bereits in der Konzernphilosophie der voestalpine verankert sind, erlebten die Lehrlinge beim „voestalpine goes green“-Contest: Berufliches wie privates Öko-Engagement wurden hier ausgezeichnet. Die feierliche Prämierung im Rahmen des digitalen Konzernlehrlingstages machte den hohen Stellenwert deutlich, den die künftigen Fachkräfte einer ökologischen Perspektive beimessen.
Dem Ziel einer fundierten Ausbildung für junge Menschen bleibt die voestalpine verpflichtet: Für den Ausbildungsstart im Herbst 2022 sind rund 500 Plätze vorgesehen. Je Lehrling investiert das Unternehmen rund 90.000 EUR in die umfangreiche drei- bzw. vierjährige Ausbildung. Um geeignete Bewerber effizient anzusprechen, wurden in den vergangenen Jahren die Social-Media-Aktivitäten über Facebook, Instagram und YouTube kontinuierlich ausgebaut. Eine neue Lehrlingswebsite ging pünktlich zum Start des Ausbildungsjahres am 2. September 2021 online (www.voestalpine.com/lehre). Mit ihr setzt die voestalpine neue Maßstäbe beim digitalen Informationsangebot für zukünftige Fachkräfte: Angepasst an den „App-Style“ mobiler Endgeräte bietet sie aus den sozialen Medien bekannte Features wie eine Bookmark-Funktion und dockt zeitgemäß an die Mediennutzung Jugendlicher an. Wertvolle Inputs für die Gestaltung der Website kamen dabei von den Lehrlingen der voestalpine selbst.
Neue Kommunikationswege und -kanäle traten an die Stelle von Messen, Tagen der offenen Tür oder teilweise auch Bewerbungsgesprächen, die aufgrund von COVID-19 nicht in der gewohnten Form stattfinden konnten. Darunter ein digitaler Tag der offenen Tür, digitale Unternehmenspräsentationen an Schulen oder die Teilnahme an digitalen Messen. Mit Bewerbern wird laufend gemeinsam bewertet, ob die aktuelle COVID-19-Situation vor Ort ein persönliches Treffen zulässt.
Von 22. bis 26. September 2021 fand die Berufseuropameisterschaft „EuroSkills“ in Graz und damit erstmals in Österreich statt. Über die Beteiligung als „Goldpartner“ demonstrierte die voestalpine einmal mehr ihr ausgeprägtes Engagement für die Facharbeiter von morgen. Neben Wettbewerbsteilnehmer Alex Mayrhofer (voestalpine Stahl GmbH) war die voestalpine bei den EuroSkills mit einem von Lehrlingen selbst gebauten Roboterarm, drei voestalpine-Messeständen einschließlich Try-a-Skill-Stationen und rund 50 engagierten Lehrlingen und Ausbildern vertreten.
Auch bei weiteren nationalen und internationalen Wettbewerben überzeugten die Vertreter der voestalpine. Bei den österreichischen Berufsmeisterschaften „AustrianSkills 2021“ eroberten mit Philipp Bruckner und Lukas Frühwirth zwei Jungfacharbeiter der voestalpine Stahl GmbH in Linz in der Disziplin Anlagenelektrik (Industrial Control) Gold und Silber. Damit sind sie bei den WorldSkills 2022 in Shanghai und den EuroSkills 2023 in Sankt Petersburg qualifiziert. Ebenfalls hervorragend abgeschnitten bei den AustrianSkills 2021 hat Sebastian Bruggraber aus Kapfenberg mit dem 3. Platz in der Kategorie Schweißtechnik.
Ausgezeichnete Lehrabschlusszahlen im Konzern versprechen eine solide Basis an Facharbeitern für die Zukunft: 85,9 % der in Österreich, Deutschland und der Schweiz angetretenen Lehrlinge haben im Geschäftsjahr 2021/22 ihre Lehrabschlussprüfung bestanden. Von den österreichischen Absolventen haben 60,7 % die Prüfung sogar mit gutem oder ausgezeichnetem Erfolg abgelegt.
FÜHRUNGSKRÄFTEENTWICKLUNG
Das Geschäftsjahr 2021/22 war erneut von behördlichen Einschränkungen (z. B. Reiserestriktionen) bzw. internen Sicherheitskonzepten im Zuge der weltweiten Pandemie geprägt. Dennoch konnte das konzernweit bewährte „value:program“ als internationale Führungskräfteentwicklung zum Teil im Präsenztraining durchgeführt werden – mit lediglich einzelnen Modulen im digitalen Format. Die zielgruppenspezifischen Aus- und Weiterbildungsprogramme für alle Führungsebenen werden auch in Zukunft kombiniert als Präsenz- und Onlineschulungen stattfinden, ergänzt durch externe Post Graduates und Business Schools. Nicht angedacht ist die Umstellung des gesamten Programms auf ein reines Onlineformat angesichts der spezifischen Anforderungen und des Erfolgs in der bisherigen Form. Neben umfangreichen Skills-Trainings durch international renommierte Experten erweist sich vor allem die intensive Mitwirkung von Vertretern aus dem voestalpine-Führungsteam als wertvoll. Sie engagieren sich als Speaker, Projektbegleiter oder als „Sparringpartner“ im Rahmen eines breiten Erfahrungsaustausches. Die Mischung aus externem und internem Know-how und das Commitment zu hohen Standards in der Qualifikation machen das voestalpine-Leadership-Programm zu einem zentralen Baustein im Sinne des Anspruches „one step ahead“. An dem mehrstufigen Programm nehmen jährlich unter regulären Umständen knapp 200 internationale Mitarbeiter teil. Im Geschäftsjahr 2021/22 haben 131 Mitarbeiter aus 14 Ländern das Programm absolviert bzw. gestartet.
SONSTIGE ENTWICKLUNGSPROGRAMME
Um die relevanten Kompetenzen der Mitarbeiter fachlich wie regional zielgerichtet zu fördern und zu stärken, betreibt der voestalpine-Konzern eine Reihe von weiteren Programmen. So etwa die „Purchasing Power Academy“, die „HR-Academy“, das „Early Career Program“ in Nordamerika oder in China das „Young Professional Training Program“ (YPTP). Ein Großteil dieser Programme konnte im Berichtszeitraum pandemiebedingt nicht stattfinden oder – wo möglich und sinnvoll – nur über neue, digitale Formate. Die positiven Erfahrungen mit dieser Art des „Blended Learnings“ im Sinne einer Kombination aus Präsenz- und Onlineschulungen erlauben einen nächsten Schritt in Richtung Digitalisierung in der Entwicklung der Führungskräfte. Erneut ausgesetzt werden musste das Programm „High Mobility Pool“ (HMP) für die Talenteentwicklung auf Konzernebene, da 2021/22 weiterhin kein internationales Recruiting möglich war. In den einzelnen Divisionen und Business Units konnte das umfangreiche Aus- und Weiterbildungsportfolio ebenfalls nur sehr eingeschränkt angeboten werden.
MITARBEITERBEFRAGUNG
Die letzte konzernweite voestalpine-Mitarbeiterbefragung fand im Herbst 2019 statt. Im Anschluss waren die Gesellschaften aufgefordert, die Ergebnisse gemeinsam mit den Mitarbeitern aufzuarbeiten, entsprechende Maßnahmen abzuleiten sowie die zwei wichtigsten Maßnahmen und deren Umsetzungsstatus an den Konzern zu berichten. Das finale Maßnahmenreporting kam mit 30. März 2022 zum Abschluss und ergab, dass rund 90 % der Maßnahmen bereits umgesetzt bzw. in Umsetzung sind. Über 80 % der umgesetzten Maßnahmen haben das angepeilte Ziel erreicht. Im Herbst 2022 wird die nächste voestalpine-Mitarbeiterbefragung in 239 Konzerngesellschaften in 47 Ländern stattfinden und in 26 verschiedenen Sprachen zur Verfügung stehen. Die Befragung wird wieder von Kincentric als externem Partner durchgeführt. Der aus 16 Fragen sowie drei statistischen Angaben bestehende Fragebogen bleibt größtenteils unverändert, um die Vergleichbarkeit zur letzten Befragung zu gewährleisten. Die Ergebnisse werden Ende November 2022 vorliegen und den Gesellschaften zur Verfügung gestellt, sodass der Aufarbeitungsprozess erneut starten kann.
KOOPERATION MIT BILDUNGSEINRICHTUNGEN
Viele voestalpine-Gesellschaften bieten Studierenden die Möglichkeit, Praktika zu absolvieren. Einen Schwerpunkt bilden dabei wissenschaftliche Arbeiten in Kooperation mit voestalpine-Unternehmen. So laufen derzeit zahlreiche Diplom- und Masterarbeiten sowie Dissertationen in Zusammenarbeit mit dem Konzern. Auf innovative Formate für unterschiedliche Zielgruppen setzt die voestalpine, um sich künftigen Mitarbeitern zu präsentieren. Etwa in den zahlreichen Ausbildungskooperationen mit der Montanuniversität Leoben, Österreich: Sie reichen von Sponsoringmaßnahmen, um Jugendliche für ein Technikstudium zu begeistern, über die „#voestalpinetalks“ als Kooperationsveranstaltung mit allen Studienvertretern bis zur Unterstützung der jährlichen Studentenmesse „Teconomy“. Da die COVID-19-Pandemie 2021/22 die Veranstaltung der #voestalpinetalks neuerlich nicht erlaubte, organisierte die voestalpine gemeinsam mit der ÖH Leoben sowie den Studienrichtungsvertretern einen T-Shirt-Contest. Die besten Teilnehmer wurden prämiert, die Gewinner-T-Shirts produziert und an Studierende ausgegeben.
MASSNAHMEN IM RAHMEN DER COVID-19-PANDEMIE
Unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie hatte die voestalpine mit ihren Mitarbeitern auch das Geschäftsjahr 2021/22 weltweit im Krisenmodus zu bewältigen.
Abhängig von Infektionsgeschehen, nationalen Vorgaben und den betrieblichen Gegebenheiten verrichteten zahlreiche Mitarbeiter ihre Aufgaben weiterhin vermehrt von zu Hause. Dafür wurden auch individuelle Lösungen für Mitarbeiter mit betreuungspflichtigen Kindern vereinbart. Weiterhin vor Ort eingesetzt waren Mitarbeiter, die systemkritische Anlagen am Laufen halten. Für sie hat die voestalpine umfassende Hygienemaßnahmen weitergeführt und kostenlose Schutzmasken und Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. Eine Neuorganisation des Schichtwechsels gewährleistete in diesen Bereichen die geforderten Mindestabstände. Auch die Speiseangebote sowie der Kantinenbetrieb wurden den geltenden Auflagen angepasst. Zahlreiche Betriebsstandorte bieten auch Testmöglichkeiten an: Diese reichen von Selbsttests bis zu Antigen- und PCR-Tests an Standorten mit betriebsmedizinischen Einrichtungen. Zur breiten Erhöhung der Impfquote hat die voestalpine mit eigenen, von Betriebsmedizinern durchgeführten Impfaktionen beigetragen wie auch mit Unterstützung für nationale Werbekampagnen zur Erhöhung der Impfbereitschaft.
Eine Harmonisierung der Maßnahmen über alle Standorte ist aufgrund abweichender Gegebenheiten sowie unterschiedlicher gesetzlicher und behördlicher Vorgaben nicht möglich. Die im Februar 2020 in der Konzernzentrale eingerichtete „Task Force Corona“ hat in enger Abstimmung mit dem Vorstandsvorsitzenden und in Kooperation mit allen divisionalen Task Forces ihre Arbeit fortgesetzt. Die laufend bewerteten und der jeweiligen Lage angepassten COVID-19-Maßnahmen decken ein breites Spektrum ab. Selbstschutz, Mindestabstand, das Tragen von Schutzmasken sowie vorbeugende Hygienemaßnahmen (z. B. Händewaschen und Desinfektion) zählen ebenso dazu wie das Verhalten im Verdachtsfall, die weitgehende Vermeidung von Dienstreisen, der Umgang mit Kunden und Lieferanten sowie breitflächige Maßnahmen der Kommunikation quer über den Konzern.
Es waren außerordentliche Herausforderungen, denen sich die voestalpine auch im Geschäftsjahr 2021/22 stets aufs Neue anzupassen hatte. Dass dies in hohem Maße gelang, ist dem Einsatz und der Flexibilität aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu danken.
ROHSTOFFE
Hatte bereits in den Vorjahren eine sehr volatile Entwicklung die Preise der maßgeblichen Rohstoffe für die Stahlerzeugung geprägt, so brachte das Geschäftsjahr 2021/22 zum Teil erratische Preisausschläge an den internationalen Spotmärkten. Der Trend einer zueinander gegenläufigen Entwicklung wesentlicher Einsatzstoffe in der Stahlindustrie hat sich im Berichtsjahr 2021/22 ebenfalls verstärkt: Ein Ergebnis daraus, dass die Rohstoffpreise nicht nur nachfrageseitig beeinflusst wurden, sondern insbesondere auch beträchtlichen Schwankungen auf der Angebotsseite ausgesetzt waren. So beschränkten im Geschäftsjahr 2021/22 unter anderem heftige Regenfälle - im Jänner 2022 in Brasilien bzw. im März 2022 an der Ostküste Australiens - sowie die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie den Abbau und die Logistik. Im 4. Geschäftsquartal reduzierte der Ausbruch des Ukraine-Krieges die globale Verfügbarkeit bedeutender Einsatzmaterialien für die Stahlproduktion: Stammt doch ein erheblicher Anteil von Eisenerz, Kokskohle sowie bestimmter Legierungsarten aus den Krisengebieten in der Ukraine und Russland. Beigetragen zu den hohen Rohstoffkosten an den internationalen Spotmärkten im Geschäftsjahr 2021/22 haben zudem signifikant gestiegene Transport- und Logistikkosten als unmittelbare Konsequenz von COVID-19. Auch bei den Energiepreisen kam der Entwicklung in Russland und der Ukraine eine bestimmende Rolle zu. Bereits im Herbst 2021 ist der Preis für Erdgas in Europa angesichts verringerter Gaslieferungen in die Höhe geschnellt. Der Beginn des Ukraine-Krieges hat diese Dynamik noch deutlich verstärkt. Die Preissteigerungen bei Erdgas wirkten sich in der Folge unmittelbar auf die Entwicklung des Strompreises aus.
EISENERZ
Mit etwa 165 USD (CFR China) je Tonne stand der Spotmarktpreis zu Beginn des Geschäftsjahres 2021/22 historisch betrachtet bereits auf einem hohen Niveau. In China, dem mit Abstand mengenstärksten Stahlproduzenten, unterstützten Infrastrukturmaßnahmen sowie der Immobiliensektor die Nachfrage nach Eisenerz. Der Ausbau der Kapazitäten in Australien, dem weltweit bedeutendsten Produzenten von Eisenerz, hat sich nach Jahren umfangreicher Expansion in den vergangenen Jahren abgeflacht. Zusätzlich sind nach dem Dammbruch einer Eisenerzmine im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais im Jänner 2019 bis dato noch nicht alle Kapazitäten auf den Markt zurückgekommen. Angesichts robuster Erholungstendenzen der globalen Stahlindustrie, insbesondere aber einer Rekordstahlproduktion von China in der 1. Kalenderjahreshälfte 2021, ist das globale Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage bei Eisenerz aus den Fugen geraten. Der Höhenflug der Preise an den Spotmärkten hielt bis Juli 2021 ungebremst an und erreichte ein Rekordniveau von 220 USD je Tonne. Damit wurde historisch zum ersten Mal die 200-Dollar-Marke beim Preis für Eisenerz überschritten. In den folgenden Monaten ist der Preis jedoch um fast 60 % auf etwa 90 USD je Tonne eingebrochen. Der Auslöser dafür waren politisch motivierte Maßnahmen der chinesischen Regierung, einer Überhitzung der Rohstoffmärkte entgegenzuwirken bzw. Lenkungseffekte zur Eindämmung der Luftverunreinigung zu setzen. Die Drosselung chinesischer Infrastrukturprojekte führte sehr rasch zu einem Rückgang der Stahlproduktion und zu einem entsprechend rückläufigen Bedarf nach Eisenerz. Erst der Aufbau von Eisenerzvorräten im Vorfeld von „Chinese New Year“ bzw. den Olympischen Winterspielen gegen Ende des Kalenderjahres 2021 führte zu einer Trendumkehr bei den Preisen. Widrige Wetterbedingungen in Brasilien im Jänner 2022 trugen ebenfalls dazu bei, dass sich die Preise verfestigten. Auch in der Folge blieb das Preisniveau im Lichte des Ukraine-Krieges und des damit eingeschränkten Eisenerzangebots hoch. Gegen Ende des Geschäftsjahres 2021/22 notierte der Preis für Eisenerz schließlich bei rund 150 USD je Tonne.
KOKSKOHLE
Wie bereits in den vergangenen Jahren bestimmte auch im Geschäftsjahr 2021/22 die Entwicklung der Angebotsseite maßgeblich die Preisbewegungen von Kokskohle an den internationalen Spotmärkten. Dabei gestaltete sich der Preisverlauf für die metallurgische Kohle gänzlich anders als bei Eisenerz. So bewegte sich der Preis für hochwertige Kokskohle zu Beginn des Geschäftsjahres mit etwa 115 USD je Tonne (FOB Australien) trotz einer dynamischen Entwicklung des chinesischen Stahlsektors auf einem sehr niedrigen Niveau. Erste Anzeichen eines Preisauftriebs zeichneten sich bereits ab Juni 2021 ab, wobei sich der Trend über den Sommer signifikant verstärkte. Per Ende September 2021, also just mit der beginnenden Abschwächung der Stahlnachfrage in China, lag der Kokskohlepreis mit knapp über 400 USD je Tonne auf einem Allzeithoch. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Bereits in den vergangenen Jahren wurde in China der Kohleabbau aus Gründen des Umweltschutzes zurückgefahren. Im 1. Halbjahr 2021/22 führten dann Überschwemmungen und Unfälle in Kohlebergwerken im Zusammenspiel mit COVID-19-bedingten Grenzschließungen zur Mongolei, dem mittlerweile wichtigsten Importeur von metallurgischer Kohle für China, zu einem Angebotsschock. Aufgrund der politischen Spannungen zwischen Australien und China haben sich die internationalen Warenströme bei metallurgischer Kohle neu ausgerichtet. Während sich China neben der Mongolei international nunmehr verstärkt an amerikanische Kohleminen wendet, decken zahlreiche asiatische und europäische Stahlproduzenten ihren Kohlebedarf vermehrt aus den großen australischen Bergbauminen. Auch im 2. Halbjahr 2021/22 verharrten die Zukaufskosten für Kokskohle auf sehr hohem Niveau, ehe der Preis Mitte März 2022 als Folge des Ukraine-Krieges schließlich auf 660 USD je Tonne kletterte. Neben dem erschwerten Zugang zu russischer Kohle führten heftige Regenfälle an der Ostküste Australiens zu einer weiteren Verknappung des Angebots in einer bereits angespannten Versorgungslage. Gegen Ende des Geschäftsjahres 2021/22 fiel der Preis für Kokskohle wieder etwas und notierte schließlich bei zirka 560 USD je Tonne.
STAHLSCHROTT
Hochqualitativer Schrott wird in der hochofenbasierten Stahlerzeugung ergänzend zu Roheisen eingesetzt bzw. bildet bei der Stahlproduktion mittels Elektrolichtbogenöfen die Hauptrohstoffbasis. Während die Stahlindustrie in Europa mit Beginn des Kalenderjahres 2021 ihre Kapazitäten wieder hochgefahren hat, verharrten die Produktionszahlen der europäischen Autoindustrie – einem Hauptlieferanten von hochqualitativem Stahlschrott – infolge der Lieferkettenprobleme auf niedrigem Niveau. Vor diesem Hintergrund verteuerte sich Stahlschrott im 4. Quartal des vergangenen Geschäftsjahres markant. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2021/22 hielt dieser Trend an. Allerdings zeigte sich die Volatilität bei der Preisentwicklung von Stahlschrott im Berichtsjahr zunächst deutlich weniger ausgeprägt als bei Eisenerz und Kokskohle. Im Detail lag der Schrottpreis (CFR Türkei) im April 2021 bei etwa 430 USD je Tonne, erhöhte sich in der Folge bis Juli 2021 auf rund 470 USD je Tonne und blieb bis zum Ende des Kalenderjahres 2021 in einer Bandbreite zwischen etwa 440 und 500 USD je Tonne. Erst mit Ausbruch des Ukraine-Krieges kam es angesichts von Befürchtungen vor einer Unterversorgung zu Preisausschlägen nach oben. Mit Ende des Geschäftsjahres 2021/22 notierte der Preis für Stahlschrott bei etwa 660 USD je Tonne.
LEGIERUNGEN
Legierungen bilden einen wesentlichen Kostenfaktor in der High Performance Metals Division. Sie finden darüber hinaus im Stahlwerk als Ergänzung zu Roheisen und Schrott Verwendung für die Herstellung von höchstqualitativen Stahlsorten. Der Preis von Nickel an der London Metal Exchange (LME) hat in den ersten drei Quartalen 2021/22 – bei etwas geringerer Volatilität als in den vergangenen Jahren – um etwa ein Drittel zugelegt: von etwa 16.000 USD auf zirka 20.900 USD je Tonne. Im 4. Quartal 2021/22 und insbesondere mit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges kam es bei der für die High Performance Metals Division bedeutendsten Legierungsart nicht nur zu massiven Preissprüngen, sondern auch zu mehrtägigen Handelsunterbrechungen. Angesichts der Invasion in der Ukraine befeuerten im Raum stehende Sanktionen gegenüber Russland, einem der weltweit größten Nickelproduzenten, die Preisentwicklung an der Londoner Warenbörse. Befürchtungen im Hinblick auf Lieferengpässe führten Anfang März zu einem Höchstwert bei Tagesschlusskursen von knapp unter 43.000 USD. Erst die darauf folgende, mehrtägige Aussetzung des Handels beruhigte die Märkte etwas. Der Preis von Nickel fiel in der Folge wieder leicht und kam zum Ende des Geschäftsjahres schließlich bei knapp unter 33.400 USD zu liegen. Auch bei anderen Legierungen wie bei Ferro-Vanadium und Ferro-Titan wirkte sich der Ukraine-Krieg negativ auf die Versorgung aus und trug zu erratischen Preisausschlägen im 4. Geschäftsquartal bei. Verteuert hat sich die Gewinnung von Ferro-Chrome, einem in der Herstellung sehr energieintensiven Element, mit den signifikant gestiegenen Energiekosten in der 2. Hälfte des Geschäftsjahres 2021/22.
ENERGIEN
Als Folge des Ukraine-Krieges hat der Erdgaspreis in Europa einen historischen Höchststand erreicht und erstmals die Marke von 200 EUR pro MWh (Spotmarkt THE Settlement, Deutschland) überschritten. Die Sorge vor verringerten Erdgaslieferungen oder sogar einem im Raum stehenden Lieferstopp führte zu bisher nicht gekannten Rekordhochs. Erste stärkere Zuwächse bei den europäischen Erdgaspreisen waren jedoch bereits im vorangegangenen Sommer zu verzeichnen. Dazu geführt hatte das Anziehen der wirtschaftlichen Aktivitäten bei gleichzeitig reduziertem Gasliefervolumen und steigenden Kosten bei CO2-Zertifikaten. Die Drosselung bei den Gaslieferungen aus Russland geht auf die Auseinandersetzungen über die Inbetriebnahme der Pipeline „Nord Stream 2“ zurück. Vor diesem Hintergrund wurden gegen Ende des Kalenderjahres 2021 bereits Spitzenwerte von über 175 EUR pro MWh erreicht. Zum Vergleich lag der Erdgaspreis zu Beginn des Geschäftsjahres 2021/22 noch bei unter 25 EUR je MWh. De facto im Gleichklang mit der Entwicklung von Erdgas verteuerte sich auch elektrische Energie an den europäischen Strombörsen. Da sich der Strompreis an den Grenzkosten für die teuerste Erzeugungsvariante orientiert, bestimmte im Berichtsjahr 2021/22 der Preisverlauf für Erdgas maßgeblich den Preis für elektrische Energie. Während zu Beginn des Geschäftsjahres der Zukaufspreis für Strom etwa 50 EUR pro MWh (Spotmarkt EXAA AT Base) betrug, vervielfachte sich der Preis mit Ende des 3. Quartals 2021/22 auf etwa 270 EUR pro MWh. Gegen Ende des Geschäftsjahres lag das Preisniveau nur knapp unter 300 EUR pro MWh.
FORSCHUNG
UND ENTWICKLUNG
Die Unternehmensstrategie der voestalpine ist ausgerichtet auf Innovations-, Technologie- und Qualitätsführerschaft. Die kontinuierliche Entwicklung neuer Produkte und Produktionsprozesse erachtet der Konzern als unverzichtbar, um sich im Wettbewerb abzuheben und seine technologische Führungsrolle zu behaupten. Der Forschung und Entwicklung kommt somit eine zentrale Rolle im Geschäftsmodell der voestalpine zu, indem sie über F&E-getriebene Innovationen den Erfolg des Unternehmens langfristig sichert. Zentral im Sinne der Zukunftskompetenz ist dabei der Anspruch, dass 100 % aller F&E-Projekte in der Produkt- und Prozessentwicklung einen positiven Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.
FORSCHUNGSAUFWENDUNGEN DES voestalpine-KONZERNS
Nach dem Rückgang im Krisenjahr 2020/21 steigen der Aufwand für Forschung und Entwicklung im Geschäftsjahr 2021/22 sowie der Budgetwert für das Geschäftsjahr 2022/23 auf neue Höchststände. Das setzt den Trend der vorangegangenen Jahre fort und spiegelt die hohe Wertigkeit der Forschung und Entwicklung im Konzern wider.
FORSCHUNGSAUFWENDUNGEN DES voestalpine-KONZERNS
ORGANISATION DER FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG IM voestalpine-KONZERN
Der Bereich Forschung und Entwicklung ist dezentral über mehr als 75 Unternehmen des voestalpine-Konzerns weltweit organisiert. Mit der daraus resultierenden Nähe zum jeweiligen Betrieb und Markt umfasst er vorrangig die Produkt- und Technologieentwicklung. Daneben betreibt die voestalpine umfangreiche Anwendungsprojekte und intensive Grundlagenforschung mit einer Vielzahl nationaler und internationaler Partner.
Globale Megatrends in den Bereichen Technologie und Umwelt bilden die Grundlage, aus der sich die strategiebestimmenden, langfristigen Entwicklungen für die Divisionen ableiten. Die mittelfristige Planung wird in den F&E-Roadmaps detailliert abgebildet und laufend aktualisiert.
STUFENPLAN ZUR KLIMANEUTRALEN STAHLERZEUGUNG
Klimaneutral bis 2050 – so lautet das im Green Deal der Europäischen Union festgelegte Klimaziel. Entsprechend hoch ist damit der regulatorische Druck auf die europäische Stahlindustrie, der aktuell über 6 % der EU-weiten CO2-Emissionen aus fossilen Energieträgern zugerechnet werden. Auch auf den Märkten, speziell in der Automobilindustrie, wird in den letzten Jahren die Forderung nach möglichst klimaneutral hergestellten Stahlprodukten immer lauter.
Mit „greentec steel“ verfolgt die voestalpine einen ambitionierten Stufenplan zur langfristigen Dekarbonisierung der Stahlerzeugung. Im ersten Schritt bietet der Konzern nunmehr alle Flachstahlprodukte, die von der in Linz angesiedelten Steel Division produziert werden, auch in einer CO2-reduzierten Ausführung an. Die direkte CO2-Einsparung von rund 10 % gegenüber der konventionellen Produktionsweise ergibt sich aus Anpassungen der Reduktionsmittel und des Rohstoffmixes sowie aus der Umstellung auf reinen Ökostrom. Uneingeschränkt gewahrt bleibt dabei die exzellente Qualität, die Kunden im Hinblick auf die Werkstoff- und Verarbeitungseigenschaften erwarten. Neben den bereits eingegangenen Bestellungen zeichnet sich auch für die Zukunft eine hohe Nachfrage nach anspruchsvollen Stahlprodukten in der „greentec steel“-Edition ab, wie z. B. für warmgewalzte Stahlbänder, „isovac“-Elektrobänder oder „phs-ultraform®“.
Im nächsten Schritt des voestalpine-Stufenplans ist bis 2030 eine Reduktion der CO2-Emissionen um ein Drittel vorgesehen. Dazu wird die bestehende Hochofenroute teilweise durch eine Hybrid-Elektroofenroute ersetzt. Für die Elektroofenroute, mit der zukünftig hochqualitativer Stahl CO2-neutral hergestellt wird, bilden Schrott, flüssiges Roheisen und Eisenschwamm („HBI“) die wichtigsten Vormaterialien.
Damit einher geht ein F&E-Schwerpunkt auf dem Gebiet der Werkstofftechnik. Dieser stellt sicher, dass auch mit einem geänderten Rohstoffmix in Zukunft die geforderten hochwertigen Stahlqualitäten erzeugt werden.
Auch die Langstahl-Lösungen der Metal Engineering Division orientieren sich am Weg der Nachhaltigkeit. Die voestalpine Stahl Donawitz GmbH forscht dazu im Rahmen eines „Green Frontrunner4longsteel“-Projekts intensiv an Simulationsmethoden und Prozessen, die die „grüne Transformation“ vorbereiten und unterstützen. Die Digitalisierung spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle: So sollen etwa „Smart Scrap Sorting“-Methoden in der Zukunft ein „Upcycling“ von niedrigqualitativem Schrott erlauben und dynamische Legierungsmodelle die hohe Produktqualität auch bei geändertem Rohstoffmix gewährleisten.
Parallel dazu forscht der voestalpine-Konzern intensiv an sogenannten „Breakthrough-Technologien“, um langfristig den Einsatz von grünem Wasserstoff in der Stahlerzeugung sukzessive zu erhöhen. Das Ziel ist eine in ihrer Gesamtheit klimaneutrale Stahlproduktion bis 2050.
Alle geplanten Tests an der Wasserstoffelektrolyseanlage wurden erfolgreich absolviert. Die Erzeugung von Wasserstoff mittels Elektrizität in einer Elektrolyseanlage ist ein typischer Anwendungsfall der Sektorenkopplung. Aktuell wird die Anlage am Standort Linz als Regelreserve zur Stromnetzstabilisierung betrieben.
Diverse weiterführende Projekte zum Wasserstoff- und CO2-Management sind gestartet. Untersucht werden etwa die Abscheidung von CO2 mit nachfolgender Speicherung (Carbon Capture and Storage – CCS) oder die Verwendung (Carbon Capture and Utilization – CCU) sowie der Einsatz von Wasserstoff als Reduktionsmittel in metallurgischen Prozessen. Im Rahmen von „SuSteel“ (Sustainable Steel), dem Grundlagenprojekt zur direkten Stahlherstellung mithilfe von Wasserstoffplasma, wurde eine Pilotanlage am Standort Donawitz, Österreich, erfolgreich in Betrieb genommen. Auch in der „Hyfor“-Pilotanlage von Primetals am Standort Donawitz, wo Eisenerz-Feinmaterial mittels Wasserstoff zu Eisenschwamm reduziert wird, ist der Batchbetrieb erfolgreich angelaufen.
OPTIMIERUNG DER PRODUKTIONSPROZESSE
Im Sinne der Operational Excellence durchleuchtet die voestalpine laufend die Produktions- und Verarbeitungsprozesse entlang der Wertschöpfungsketten und entwickelt diese weiter, um noch effizienter und ressourcenschonender zu produzieren. Die Digitalisierung ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
In der Entwicklung stehen etwa modellbasierte Regelungen für relevante Prozessabschnitte, die eine signifikante Qualitätsverbesserung des Stahlbandes bei reduziertem Einsatz von Ressourcen ermöglichen.
Die Optimierung der Prozesse erfolgt auch durch Messsysteme, die mit Machine-Learning-Algorithmen ausgestattet werden, um unmittelbar in der Produktionslinie zu messen und zu analysieren. Bereits implementiert sind derartige Systeme etwa zur Korngrößenbestimmung von Einsatzstoffen in den Hochöfen an den Standorten Linz und Donawitz, Österreich, sowie an der Direktreduktionsanlage in Corpus Christi, USA. Auf selbstlernende Systeme stützt sich auch die Qualitätsprüfung von Stahlband oder die Drahtproduktion.
Die metallurgischen Verfahrens- und Umformtechniken von höchstlegierten Edelstählen unterliegen einer laufenden Optimierung, um die Forderung nach höchster Qualität bei gleichzeitig effizienter Produktion zu erfüllen.
In der voestalpine Giesserei ging am Standort Traisen, Österreich, die modernste 3D-Sanddruck-Anlage Europas für Stahlgusskomponenten in Betrieb. Sie bedient vorrangig die Energiebranche sowie den Automotive- und Bahnbereich. Die Sandformen werden mittels 3D-Drucker direkt aus CAD-Daten hergestellt und lösen die bisher verwendeten Holzmodelle ab. Damit können vor allem Formen für komplexe Gussteile wesentlich schneller und konturennaher gefertigt werden, was sich auch in einer wesentlich kürzeren oder entfallenden Endbearbeitung auswirkt. Mit dem Wegfall des Holzmodells, dem integrierten Sandrecycling und reduzierten Logistikaufwänden ist der 3D-Sanddruck wesentlich nachhaltiger und umweltschonender als sein Vorgängerverfahren.
Im Bereich des Metal Additive Manufacturing liegt der Schwerpunkt der Forschung auf der Pulverentwicklung und -verarbeitung neben Services wie Engineering und der Produktion von Werkzeugen und Komponenten.
Die Zukunft des effizienten Einsatzes und Managements von Bahnressourcen liegt in vollständig vernetzten Bahnsystemen. Die voestalpine Railway Systems GmbH arbeitet daher in enger Kooperation mit den ÖBB und weiteren Partnern im Rahmen des Projekts „Rail4Future“ an der Realisierung dieser hochkomplexen Forschungsaufgabe. Simulationen und digitale Systemzwillinge sollen es künftig erlauben, Innovationszyklen neuer Produkte und digitaler Lösungen wesentlich zu verkürzen.
Auch die Entwicklung großer Schmiedeteile für die Luftfahrtindustrie verläuft bei voestalpine BÖHLER Aerospace GmbH nunmehr rein simulationsbasiert und in der Folge mit einem wesentlichen Gewinn an Effizienz.
Im Bereich der Schweißtechnik forscht die voestalpine Böhler Welding Group an umweltfreundlichen Lösungen. Mit ECOspark® wurden kupferfreie Massivdrähte zum Verbindungsschweißen entwickelt, die über ihre herausragende Effizienz bei manuellen und automatischen Schweißprozessen Ressourcen schonen.
Die Metal Forming Division entwickelt die Verarbeitungstechnologien wie Rollformen, Presshärten und Schweißen weiter und optimiert sie mit der Unterstützung von Simulationsmethoden. Das Ziel sind Prozessabläufe, die in ihrer Gesamtheit durchgängig und verlinkt sind. Dafür wird an Closed-Loop-Systemen gearbeitet, sodass mithilfe lernfähiger Algorithmen selbstoptimierte Produktionslinien entstehen. Komplexe und maßgenaue Bauteile für Fahrzeugkabinen, Luftfahrtkomponenten oder Regallager lassen sich per Rollform-Verfahren realisieren.
INNOVATIVE PRODUKTE
Nicht die Steigerung der Mengen steht für die voestalpine im Fokus ihrer Innovationsstrategie, sondern wertsteigerndes Wachstum – und zunehmend die Orientierung an Nachhaltigkeit. Der Anspruch ist, innovative Produktlösungen für die Kunden zu entwickeln und im gleichen Zug nachhaltige Qualitäten in der Produkt- und Prozessentwicklung sicherzustellen. Sichtbarkeit und Transparenz dabei gewährleisten definierte Kriterien der Nachhaltigkeit, die an sämtliche F&E-Projekte anzulegen sind.
Um Ideen abseits vom Tagesgeschäft einer genaueren Prüfung zu unterziehen, wurde in der Steel Division der new business incubator eingerichtet. Im Sinne einer „Werkstatt“ lassen sich hier Ideen auf ihre Umsetzbarkeit und ihr Marktpotenzial hin untersuchen sowie geeignete Geschäftsmodelle dafür entwickeln. Ein Ergebnis daraus ist tailored functional steel, ein beschichtetes Stahlband mit integrierter Sensorik für diverse Funktionalitäten. Das Produkt wurde auf der internationalen Fachmesse für Blechbearbeitung, der Blechexpo21 in Stuttgart, präsentiert.
Zu den Produkten, die Kunden Nachhaltigkeitsgewinne eröffnen, zählen die höchstfesten Stähle der Steel Division. Sie reduzieren das Gewicht von Karosseriebauteilen und tragen damit zur Reduktion von Treibstoffverbrauch und Emissionen der Fahrzeuge bei.
Für die Verarbeitung dieser höchstfesten Stähle entwickelt die High Performance Metals Division pulvermetallurgisch hergestellte Werkzeugstähle laufend weiter. Extrem verschleißbeständige Beschichtungen gewährleisten lange Standzeiten der Werkzeuge. Neue Beschichtungen und auch die Anlagen dafür werden in der High Performance Metals Division entwickelt.
Stark an Bedeutung gewinnt die Integration von Sensoren in Bauteilen oder Werkzeugen. Damit lässt sich deren Zustand unmittelbar beobachten und überwachen sowie Schadensfällen durch frühzeitige und gezielte Wartung vorbeugen. Auch in den smarten Weichensystemen der voestalpine Railway Systems sorgt eine intelligente Sensorik für eine ständige Überwachung. Die Entwicklung ist darauf ausgerichtet, drohende Ausfälle rechtzeitig zu erkennen und damit die Sicherheit und Verfügbarkeit der Gleisstrecke zu erhöhen.
In der Business Unit Tubulars wird intensiv an Lösungen zur Speicherung und zum Transport von Wasserstoff geforscht. Die fundierte Kompetenz bei Materialien und Gewinden dient dabei als hervorragende Grundlage zur Entwicklung hochwertiger Produkte für eine nachhaltige Zukunft.
UMWELT
UMWELTINVESTITIONEN UND -AUFWENDUNGEN
Der voestalpine-Konzern steigerte im Geschäftsjahr 2021/22 sowohl die Investitionen als auch die laufenden Aufwendungen für umweltbezogene Projekte und Aktivitäten markant. Die Investitionen in den Umweltschutz stiegen im Vorjahresvergleich von 15,3 Mio. EUR auf 26,7 Mio. EUR (+75 %). Diese Entwicklung beinhaltet Nachholeffekte gegenüber dem pandemiegeprägten Geschäftsjahr 2020/21 mit dem Fokus auf Klimaschutzprojekte zur Verringerung der CO2-Emissionen und auf Energiemaßnahmen. Die laufenden Betriebsaufwendungen mit Umweltbezug stiegen von 300,1 Mio. EUR auf 437,5 Mio. EUR (+46 %).
ENTWICKLUNG DER UMWELTAUFWENDUNGEN
1 Erstmals wurde im Geschäftsjahr 2015/16 zusätzlich zu den emissionsintensiven österreichischen Konzernstandorten
auch eine Reihe weiterer, vorwiegend internationaler Produktionsgesellschaften erfasst.
EU-EMISSIONSHANDEL/CO2-ZERTIFIKATE
Die gestiegenen Aufwendungen sind zu einem erheblichen Teil auf den signifikant höheren Preis für Emissionshandelszertifikate zurückzuführen. Die ergebniswirksame Belastung durch den Zertifikatehandel lag 2021/22 bei 235,0 Mio. EUR (Vorjahr: 76,7 Mio. EUR), wovon auf die Steel Division 164,4 Mio. EUR entfielen.
Der Zukaufsbedarf der voestalpine ergibt sich aus dem Gesamtbedarf an Zertifikaten im Ausmaß der verifizierten Emissionen abzüglich der zugeteilten Freizertifikate. Im Geschäftsjahr 2021/22 war wie bereits im Schnitt der Vorjahre rund ein Drittel der Emissionen über Zukäufe zu bedecken.
„greentec steel“: DER voestalpine-PLAN ZUR KLIMANEUTRALITÄT
Mit „greentec steel“ hat die voestalpine einen ambitionierten Stufenplan in Richtung Klimaneutralität entwickelt. Dessen Vorbereitung und erste Schritte in der Umsetzung stehen aktuell im Mittelpunkt des Umweltengagements des Konzerns.
Das Konzept sieht im ersten Schritt den sukzessiven Umstieg von der kohlebasierten Hochofenroute auf eine grünstrombetriebene Elektrolichtbogenofen-Technologie vor. Bereits Anfang 2027 kann – vorbehaltlich der wirtschaftlichen Darstellbarkeit – je ein Elektrolichtbogenofen an den österreichischen Standorten Linz und Donawitz in Betrieb genommen werden. Die geplante Produktionskapazität wird rund 2,5 Mio. Tonnen jährlich betragen, wovon 1,6 Mio. Tonnen auf Linz und 900.000 Tonnen auf Donawitz entfallen.
Der Aufsichtsrat der voestalpine AG hat im März 2022 die ersten Umsetzungsschritte im Volumen eines dreistelligen Millionenbetrages genehmigt. Die Freimachung der notwendigen Baufelder und die infrastrukturellen Vorbereitungsarbeiten können somit beginnen. Im Frühjahr 2023 wird über die finale Investitionsfreigabe für die beiden Elektrolichtbogenöfen entschieden, was die Option auf einen Baubeginn 2024 eröffnet. Eine Voraussetzung dafür bildet die Inbetriebnahme einer 220-kV-Stromleitung in Linz bis Ende 2026.
Allein dieser erste Schritt in der Umstellung auf eine Elektroofenroute lässt eine Reduktion der CO2-Emissionen der voestalpine in Österreich um rund 30 % bis 2030 erwarten. Das entspricht einer Einsparung von rund 3 bis 4 Mio. Tonnen pro Jahr oder fast 5 % des gesamten aktuellen CO2-Ausstoßes in Österreich. Das Konzept „greentec steel“ wurde zur Investitionsförderung beim EU-ETS-Innovationsfonds eingereicht und bildet die Basis für die langfristige Wasserstoffmetallurgie.
Über die Weiterentwicklung bei „grünem Wasserstoff“ strebt die voestalpine bis 2050 eine CO2-neutrale Stahlproduktion an. Eine Reihe umfangreicher Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit industriellen und wissenschaftlichen Partnern widmet sich dieser Technologie. Dazu zählen neben anderen die Wasserstoffpilotanlage „H2FUTURE“ am Standort Linz, zu der die Planung eines Folgeprojekts im Rahmen von HCMA (Hydrogen and Carbon Management Austria) vorliegt; die Versuchsanlage in Donawitz („SuSteel“) zur nachhaltigen Stahlherstellung in einem Prozessschritt aus Eisenerz mithilfe von Wasserstoffplasma und das ebenfalls dort betriebene Projekt „Hyfor“ zur Reduktion von ultrafeinen Eisenerzen mittels Wasserstoff.
Die volle Realisierbarkeit derart umfassender Konzepte der Transformation beruht auf kritischen Voraussetzungen: einer gesicherten und stabilen Versorgung mit Ökostrom und grünem Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Preisen. Dazu ausreichendem Investitionsspielraum für die Unternehmen mit entsprechender Unterstützung durch Transformationsvehikel. Die konkreten politischen Entscheidungen sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene stehen zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch aus.
BETRIEBLICHE MASSNAHMEN
Parallel zur Vorbereitung der grundlegenden Umstellung in der Technologie setzte die voestalpine im Geschäftsjahr 2021/22 weitere, sofort wirksame Maßnahmen im Sinne des Klimaschutzes und der Ressourceneffizienz.
Die bereits in Angriff genommene konzernweite Errichtung von Photovoltaikanlagen auf einer Fläche von rund 310.000 m2 mit einer Leistung von knapp 61 MWp (Megawatt Peak) setzt neue Maßstäbe hinsichtlich Stromleistung und Flächenwidmung in der nachhaltigen Eigenenergieversorgung. Weitere PV-Anlagen sind in Vorbereitung.
Auf der Produktseite liegt die wesentliche Herausforderung aktuell darin, den steigenden Bedarf der Kunden nach „grünem“ Stahl auch mit bestehender Technologie bestmöglich zu begleiten. Dazu dienen Optimierungen der Fahrweise und der eingesetzten Energie. So liefert die Steel Division in Linz seit Ende 2021 den ersten CO2-reduzierten Stahl aus. Dieser basiert neben dem Einsatz von Ökostrom auf einem innovativen Rohstoffmix, der durch Anpassungen der Reduktionsmittel und des Möllers sowie durch die Maximierung des Schrottanteils erreicht wird. Im Ergebnis steht für die „greentec steel“-Edition ein um rund 10 % reduzierter CO2-Fußabdruck. Das Konzept wird schrittweise auf weitere Produktgruppen der Steel Division ausgeweitet.
Am schwedischen Standort Hagfors der High Performance Metals Division lief Ende 2021 der erste klimaneutral produzierte Werkzeugstahl vom Band. Ermöglicht hat diese Innovation eine eigens entwickelte, aufwändige Technologie: LNG („Liquefied Natural Gas“) wird durch fossilfreies LBG („Liquefied Bio Gas“) ersetzt, zudem wird der gesamte werksinterne Transport mit Ökostrom oder fossilfreiem Diesel (HVO100) betrieben. Diese Form der Herstellung reduziert die CO2-Emissionen um bis zu 90 %. Da derzeit noch ein nicht eliminierbarer Kohlenstoff in Metallschrott und Graphit verbleibt, setzte die voestalpine zusätzlich die Goldstandard-Klimakompensation gemäß den UN-Nachhaltigkeitszielen ein. Der Standort Hagfors plant bis 2030 die vollständige Klimaneutralität, bis 2035 auch für die gesamte Wertschöpfungskette.
Die Metal Engineering Division hat eine Reihe von Maßnahmen zur weiteren Senkung des Energieverbrauchs gesetzt. So wurden am energieintensivsten Standort Donawitz, Österreich, Optimierungen im Gichtgasnetz vorgenommen. Damit erhöhten sich der Verwertungsgrad des anfallenden Gichtgases im eigenen Kraftwerk und die Eigenstromerzeugung am Standort um rund 7.000 MWh.
Verbesserungen im Abwärmenetz ermöglichten eine weitere Steigerung des Kraftwerkswirkungsgrades. Eine Optimierung der Brennstoffvorwärmung erlaubte es, die Eigenstromerzeugung um zusätzliche knapp 4.000 MWh pro Jahr auszubauen.
Am Standort Kindberg, Österreich, ist für die Wärmeauskopplung die Errichtung eines neuen Drehherdofenkamins in Vorbereitung. Damit werden künftig bis zu 15 GWh in das geplante Fernwärmekraftwerk, das die Stadt Kindberg versorgt, eingespeist.
Darüber hinaus sind an österreichischen und internationalen Standorten der Division eine Vielzahl von Maßnahmen zur weiteren Optimierung des Materialeinsatzes, der Wasserkreisläufe und der Luftreinhaltung gesetzt worden. Zudem werden – wie auch beispielsweise in Linz – die Ladeinfrastruktur für E-Mobilität, die Umstellung werksinternen Verkehrs auf elektrische Fahrzeuge und Stapler, die thermische Sanierung von Produktionshallen und die Umrüstung auf energiesparende LED-Beleuchtung vorangetrieben.
Die Metal Forming Division, die unter anderem innovative Produkte für Photovoltaikanlagen herstellt, verfolgt das Ziel einer klimaneutralen Produktion bis 2035. Die niederösterreichischen Standorte Kematen und Böhlerwerk decken den Bedarf an elektrischer Energie mit eigenen Wasserkraftwerken an der Ybbs sowie mit zertifiziertem Ökostrom. Neue PV-Anlagen haben den Anteil an Eigenstrom weiter erhöht. Zudem wird gemeinsam mit einem industriellen Partner ein umfassendes Energie-Reduktionsprojekt durchgeführt. Dieses beinhaltet die Verringerung des Energieeinsatzes von Strom und Erdgas. Dazu dienen etwa der Austausch von Antrieben und Motoren gegen solche mit höheren Wirkungsgraden, die Installation von Wärmepumpen zur Energierückgewinnung und die Nutzung von Fernwärme für die Beheizung von Betriebs- und Bürogebäuden.
PRODUCT SUSTAINABILITY
Bei der Bewertung der Nachhaltigkeit von Produkten („Product Sustainability“) liegt der Schwerpunkt der voestalpine derzeit auf ökologischen Aspekten im Sinne der Analyse der Umweltauswirkungen von Produkten und deren Verbesserung.
Umweltproduktdeklarationen („Environmental Product Declarations“, EPD) sind für die voestalpine ein wesentliches Werkzeug, um die Umweltauswirkungen von Produkten auf Basis einer Lebenszyklusbetrachtung zu ermitteln und zu kommunizieren. EPD basieren auf den internationalen Normen EN 15804 und ISO 14025 und werden von unabhängigen Dritten geprüft und verifiziert. Die voestalpine hat Umweltproduktdeklarationen für verschiedene Produkte (beispielsweise warmgewalztes Stahlband und feuerverzinktes Stahlband) im Deklarationsprogramm des Instituts Bauen und Umwelt e.V. (IBU) gelistet und veröffentlicht. EPDs für diverse weitere Produkte werden derzeit vorbereitet.
Die voestalpine arbeitet intensiv daran, aus dem bestehenden Konzept zur Transformation messbare Zielsetzungen gemäß dem letzten Stand der Klimawissenschaften abzuleiten. Zur Nachweisführung hinsichtlich solcher Science Based Targets werden aktuell verschiedene Optionen geprüft.
Im Geschäftsjahr 2021/22 vollzogen die Produktionsgesellschaften der Steel Division überdies die Zertifizierung als nachhaltig produzierender Stahlstandort. Zugrunde liegt ein Nachhaltigkeitskonzept, das getragen ist von den drei Säulen Umwelt („Environment“), Soziales („Social“) und Unternehmensführung („Governance“). Voraussetzung für die Zuerkennung der Zertifizierung ist die Erfüllung der strengen Responsible-Steel-Standards.
BERICHT ÜBER DIE RISIKEN
DES UNTERNEHMENS
Aktives Risikomanagement, wie es im voestalpine-Konzern verstanden und regelmäßig angewendet wird, dient der langfristigen Sicherung des Unternehmensbestands als auch der Wertsteigerung und stellt einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die gesamte voestalpine-Gruppe dar. Risikomanagement ist in Form einer konzernweit gültigen Verfahrensanweisung verankert und wird laufend aktualisiert bzw. weiterentwickelt. Der systematische Risikomanagementprozess unterstützt das Management dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Abwendung oder Vermeidung von Gefahren einzuleiten. Im Sinne einer nachhaltigen, verantwortungsbewussten und wertorientierten Unternehmensführung ist Risikomanagement integraler Bestandteil von Entscheidungs- und Geschäftsprozessen aller Unternehmensbereiche sowie Hierarchiestufen. Risikomanagement erstreckt sich sowohl über die strategische als auch die operative Ebene und ist damit ein maßgebliches Element für nachhaltigen Unternehmenserfolg.
Das strategische Risikomanagement dient der Evaluierung und Absicherung der strategischen Zukunftsplanungen. Die Strategie wird auf Konformität mit dem Zielsystem überprüft, um wertsteigerndes Wachstum durch bestmögliche Ressourcenallokation sicherzustellen. Das operative Risikomanagement basiert auf einem revolvierenden Prozess („erheben und analysieren, bewerten, bewältigen, dokumentieren und überwachen“), der mehrfach jährlich und konzernweit einheitlich durchlaufen wird. Im Zuge des operativen Risikomanagements wird auch auf entsprechende Strategiekonformität geachtet. Die Bewertung identifizierter Risiken erfolgt anhand einer Neun-Felder-Bewertungsmatrix mit Beurteilung der möglichen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit. Dabei werden im Wesentlichen Betriebs-, Umwelt-, Markt-, Beschaffungs-, Technologie-, Finanz-, Personal-, Compliance- und IT-Risiken sowie weitere Nachhaltigkeitsrisiken auf strategischer und operativer Ebene dokumentiert. Zur Risikoidentifikation steht ein unterstützender Fragenkatalog zur Verfügung, der regelmäßig auf Aktualität geprüft und bei Bedarf entsprechend angepasst wird. Maßnahmen zur Risikobewältigung verfolgen unter Berücksichtigung von Risikoappetit und -tragfähigkeit unterschiedliche Strategien (wie „vermeiden“, „vermindern“, „sichern“ sowie Kombinationen daraus und – sofern aus wirtschaftlichen Überlegungen keine weiteren Maßnahmen sinnvoll erscheinen - „Tragen“ des Risikos), Maßnahmenfestlegung und -umsetzung liegen im Verantwortungsbereich des lokalen Managements. In den operativen Einheiten sind Risikomanager nominiert, die in Abstimmung mit dem jeweiligen Management den Risikomanagementprozess in deren Einheiten aktiv vorantreiben und auch dezentral verantworten. Der Risikomanagementprozess wird durch ein spezielles webbasiertes IT-System unterstützt. Die Gesamtverantwortung zum Risikomanagement liegt beim Vorstand der voestalpine AG.
Der Prüfungsausschuss der voestalpine AG befasst sich unter anderem kontinuierlich auch mit Fragen zum Risikomanagement und zum Internen Kontrollsystem bzw. dessen Überwachung. Risikomanagement wie auch Internes Kontrollsystem sind im voestalpine-Konzern integrale Bestandteile bestehender Managementsysteme. Die Interne Revision prüft Betriebs- und Geschäftsabläufe und die damit verbundenen Risiken sowie das Interne Kontrollsystem und agiert in der Berichterstattung wie auch bei der Wertung der Prüfungsergebnisse als unabhängiger und weisungsfreier unternehmensinterner Bereich. Design und Angemessenheit des angewendeten Risikomanagementprozesses werden wiederum jährlich durch einen externen Auditor überprüft und beurteilt (Regel 83 ÖCGK).
BESCHREIBUNG WESENTLICHER RISIKOFELDER
UKRAINE-KRIEG
Die letzten Wochen des Geschäftsjahres 2021/22 wurden durch den Ukraine-Krieg und die damit verbundenen und zum Teil noch immer nicht vollständig absehbaren menschlichen, sozialen, geopolitischen sowie wirtschaftlichen Auswirkungen geprägt. Die voestalpine AG hat die sich abzeichnende Verschlechterung der Lage in der Ukraine seit Längerem aufmerksam beobachtet und frühzeitig mit der Vorbereitung von Notfallmaßnahmen begonnen. An erster Stelle stand und steht die Sicherheit der Mitarbeiter im vorübergehend geschlossenen Verkaufsbüro in Kiew. Das Team und deren Familien wurden aus den kritischsten Bereichen evakuiert. Vertrieb und Kundendienst werden derzeit mit Unterstützung unseres polnischen Vertriebsbüros betrieben.
Um die Versorgung der Produktionswerke (insbesondere die Stahlwerke in Österreich) mit relevanten Rohstoffen und Energien (wie z. B. Erz, Erzpellets, PCI-Kohle, Legierungen, Gas) weiterhin sicherzustellen, wurden alternative Bezugsquellen und Transportwege identifiziert und aktiviert. Zusätzlich wurden insbesondere bei den Rohstoffen Erz und Kohle Lagerbestände aufgebaut, wodurch sich Reichweiten bis in den Herbst ergeben. Der voestalpine-Konzern verbraucht an seinen österreichischen Standorten rund sechs Terawattstunden (TWh) im Jahr und verfügt seit dem Geschäftsjahr 2022/23 über eine Gasspeicherkapazität von einer Terawattstunde (TWh). Mit der Einspeicherung in den Gasspeicher wurde bereits begonnen. Zusätzlich konnte für das 2. Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 ein Vertrag über die Lieferung von nicht-russischem LNG-Gas zu Marktpreisen abgeschlossen werden. Die Produktion an den betroffenen voestalpine-Standorten läuft zum Zeitpunkt der Berichterstellung nach Plan. Gesamtlage sowie Entwicklungen werden von einer internen Task Force laufend beobachtet und bewertet, um bei Bedarf schnellstmöglich erforderliche Gegensteuerungsmaßnahmen einzuleiten.
Entwicklungen in der Erdgasversorgung werden ebenfalls laufend beobachtet. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung wird Erdgas zwar wie geplant geliefert, jedoch steigt der Druck auf ein EU-Embargo russischer Energie. Ein Erdgas-Stopp, der aber auch von russischer Seite bzw. durch eine Zerstörung von Versorgungsleitungen ausgelöst werden kann, würde aufgrund der engmaschigen Verflechtung von Wertschöpfungsketten und Energieströmen vermutlich zu massiven Einschränkungen im gesamten europäischen Wirtschaftsraum mit schwer abschätzbaren Gesamtfolgen führen. Als großer Erdgasverbraucher hat die voestalpine AG für den Energielenkungsfall Notfallfahrweisen an den betroffenen österreichischen und deutschen Standorten vorbereitet, um dort die Produktion auf einem Mindestmaß aufrechtzuerhalten bzw. im etwaigen Ernstfall Anlagenschäden zu vermeiden. Aufgrund der zusätzlichen Rolle als Fernwärmeversorger in Österreich hat der voestalpine-Konzern auch eine Bedeutung bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Grundversorgung, die bei einer etwaigen Erdgaszuteilung zu berücksichtigen ist. Um auf alle Szenarien gut vorbereitet zu sein, besteht ein permanenter Austausch mit den zuständigen Behörden. Entwicklungen bzw. Folgewirkungen eines möglichen EU-Embargos auf russische Erdöllieferungen werden ebenfalls laufend beobachtet und bewertet, für unsere Produktionswerke stellt Erdöl eine untergeordnete Rolle in der Energieversorgung dar.
Die Europäische Kommission hat im März 2022 unter dem Titel „RePowerEU“ Vorschläge zur kurzfristigen Bewältigung der aktuellen Notlage und zur mittel- bzw. langfristigen Unabhängigkeit von russischen fossilen Energieträgern vorgelegt. Die Vorschläge beinhalten neben Unterstützungen von Energiekunden auch Mindestquoten für Gaseinspeicherungen zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit sowie Maßnahmen zum beschleunigten Ausbau von erneuerbarer Energie und der Diversifizierung der Gasversorgung. Ziel ist es, bis Ende 2022 den europäischen Bedarf an russischem Erdgas um zwei Drittel zu reduzieren und „deutlich vor 2030“ die vollständige Unabhängigkeit von russischen fossilen Energieträgern zu erreichen. Dies stellt vor allem die ost- und mitteleuropäischen Staaten vor große Herausforderungen, da diese tendenziell hohe Abhängigkeiten von russischem Erdgas aufweisen bzw. die für eine Diversifizierung der Gasversorgung notwendige Netzinfrastruktur nicht oder nur unzureichend vorhanden ist. Als systemrelevanter Großverbraucher bringt sich der voestalpine-Konzern auf europäischer und nationaler Ebene aktiv und konstruktiv in die energiepolitischen Themenstellungen ein und sieht sich in der aktuellen Lage in seiner in der Vergangenheit mehrfach getätigten Forderung eines schnelleren Ausbaus von erneuerbarer Energie bestätigt.
Darüber hinaus haben die im Vorjahresgeschäftsbericht dargestellten wesentlichen Risikofelder und deren Vorsorgemaßnahmen weiterhin Gültigkeit:
Der COVID-19-Pandemie und deren Auswirkungen wurde und wird weiterhin durch das konzernale Krisenmanagement mit Teams auf drei Entscheidungsebenen (Konzern, Divisionen, Gesellschaften) bestmöglich entgegengewirkt. Die Beibehaltung bzw. situative Anpassung der bereits zu Beginn der Pandemie eingeleiteten Vorsorgemaßnahmen (wie z. B. Hygiene- und Schutzmaßnahmen, Teleworking) sowie der ergänzend festgelegten Aktivitäten (wie z. B. regelmäßiger Informationsaustausch mit wesentlichen Kunden und Lieferanten, an die vorherrschenden Lieferketten angepasste Produktionsaktivitäten, Sicherung der Liquidität) haben auch im abgelaufenen Geschäftsjahr zur bestmöglichen Stabilität der Organisation beigetragen. Entwicklungen zur Pandemie werden weiterhin laufend beobachtet. Angewandte Notfall- und Krisenpläne sowie festgelegte Maßnahmen werden regelmäßig bewertet und im Bedarfsfall an neue Erkenntnisse adaptiert bzw. erweitert.
Zur langfristigen Absicherung der Rohstoff- und Energieversorgung in den erforderlichen Qualitäten und Mengen verfolgt der voestalpine-Konzern bereits seit einigen Jahren eine den erhöhten politischen und wirtschaftlichen Risiken dieses globalisierten Marktes entsprechende diversifizierte Beschaffungsstrategie. Langfristige Lieferbeziehungen, die weitere Ausweitung des Lieferantenportfolios sowie der Ausbau der Eigenversorgung bilden dabei die Kernelemente, die angesichts der aktuellen geopolitischen Ereignisse und auch der gegebenen Volatilität auf den Rohstoffmärkten noch zusätzlich an Bedeutung gewonnen haben (Näheres dazu im Kapitel „Rohstoffe“ dieses Lageberichtes).
Im Bereich der Energieversorgung werden laufend alternative Energieressourcen untersucht und vorangetrieben, dies insbesondere und wie eingangs beschrieben auch aufgrund des aktuellen Ukraine-Krieges sowie auch aufgrund der unterschiedlichen Dekarbonisierungsaktivitäten.
Ziele, Grundsätze, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sowie Methodik, Abläufe und Entscheidungsprozesse für den Umgang mit Rohstoffpreisrisiken sind in einer internen Richtlinie festgelegt. Darauf aufbauend und unter Berücksichtigung individueller Besonderheiten des Geschäftsmodells der jeweiligen Konzerngesellschaft werden Preissicherungen in Form von Lieferverträgen mit Fixpreisvereinbarung oder in Form von derivativen Finanzkontrakten vorgenommen. Je nach Geschäftsmodell der betroffenen Konzerngesellschaft können Änderungen der Energie- und Rohstoffpreise an Kunden teilweise weitergegeben werden. In diesem Fall ist es das Ziel des Risikomanagements, die kalkulierten Deckungsbeiträge der Verkaufsverträge abzusichern. Dem Rohstoffrisikomanagement unterliegen Eisenerz, Koks, Kokskohle, Zink, Nickel, CO2, Cobalt und die Energien. Auf das Thema der Versorgungssicherheit (Beschaffungsrisiko) wurde bereits unter „Rohstoffverfügbarkeit, Energieversorgung“ eingegangen.
Generell können globale Lieferketten durch Ereignisse wie die Pandemie und insbesondere durch den aktuellen Ukraine-Krieg beeinträchtigt und auch unterbrochen werden. Dabei kann es von Seiten der Lieferanten, von Seiten der Kunden, durch Störungen in den Transportwegen sowie durch etwaige Sanktionen bzw. Embargos zu Einschränkungen kommen. Die Fokussierung auf weniger anfällige Lieferketten sowie die gleichzeitige Verbreiterung der logistischen Optionen haben schon in der Vergangenheit bzw. auch aktuell die Ausfallsicherheit z. B. bei Rohstofftransporten deutlich erhöht.
Zur Minimierung eines Ausfallsrisikos bei kritischen Anlagen werden gezielte und umfangreiche Investitionen in technische Optimierungen der sensiblen Aggregate getätigt. Eine konsequente vorbeugende Instandhaltung, die risikoorientierte Vorhaltung kritischer Reserveteile sowie Schulungen der Mitarbeiter stellen weitere ergänzende Maßnahmen dar.
Die Servicierung von Geschäfts- und Produktionsprozessen, die großteils auf komplexen Systemen der Informationstechnologie basieren, erfolgt an einem überwiegenden Teil der Konzernstandorte von einer zu 100 % im Eigentum der voestalpine AG stehenden und auf IT spezialisierten Tochtergesellschaft (voestalpine group-IT GmbH). Aufgrund der hohen Bedeutung von IT-Sicherheit bzw. zur weiteren Minimierung möglicher IT-Ausfalls- und IT-Sicherheitsrisiken sind sicherheitstechnische IT-Mindeststandards inkl. Vorgaben zum Business Continuity Management verfügbar, welche regelmäßig an neue Gegebenheiten angepasst werden und deren Einhaltung jährlich in Form von internen und externen Audits überprüft wird. Grundsätzlich sorgt das hochqualifizierte Security Operation Center (SOC) der voestalpine permanent für die Vermeidung, Erkennung und Behebung sicherheitsrelevanter Ereignisse. Um das Risiko des unautorisierten Eindringens in IT-Systeme und IT-Anwendungen weiter zu reduzieren, werden ergänzende Penetrationstests durchgeführt. Auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr erfolgten breit angelegte Onlinekampagnen zur Sensibilisierung und weiteren Bewusstseinsbildung der Mitarbeiter hinsichtlich Sicherheitsthemen und insbesondere auch bezüglich möglicher Gefahren beim Teleworking. In einer internen Arbeitsgruppe werden etwaige Cyber-Fraud-Angriffe gesammelt (wie z. B. Social Engineering, CEO-Fraud, Zahlungs- und/oder Lieferumleitung) und Maßnahmen zur Prävention entwickelt bzw. bestehende Maßnahmen auf deren Wirksamkeit geprüft und gegebenenfalls angepasst. Zur Abwendung möglicher Cyber-Fraud-Angriffe werden auch zu diesen Themen entsprechende Onlinekampagnen durchgeführt (unter anderem simulierte Phishing-Awareness-Programme) und spezielle E-Learnings absolviert, die ebenfalls zur regelmäßigen Sensibilisierung der Mitarbeiter beitragen.
Zur nachhaltigen Sicherung des vorhandenen Wissens, insbesondere zur Absicherung vor Know-how-Verlust, wurden in der Vergangenheit anspruchsvolle Projekte begonnen, die konsequent weiterentwickelt werden. Neben einer permanenten Dokumentation des vorhandenen Wissens werden neue Erkenntnisse aus wesentlichen Projekten, aber auch aus ungeplanten Vorfällen – im Sinne von „lessons learned“ – entsprechend umgesetzt. Detaillierte Prozessdokumentationen, vor allem auch im IT-gestützten Bereich, tragen ebenfalls zur Sicherung des vorhandenen Wissens bei.
Etwaigen Risiken aus Projekten (wie z. B. Projektgeschäft, Investitionen) wird durch den Einsatz unterschiedlichster Projekt-Management-Tools sowie durch entsprechendes Projekt-Monitoring entgegengewirkt. Dies betrifft insbesondere auch etwaige Hochlauf- bzw. Kostensteigerungsrisiken. Erkenntnisse aus früheren Aktivitäten werden im Sinne von „lessons learned“ ebenfalls gesammelt und bilden die Basis in der kontinuierlichen Weiterentwicklung bestehender Werkzeuge zur konsequenten Anwendung bei künftigen Vorhaben.
Compliance-Verstöße (wie z. B. Kartell- und Korruptionsverstöße) stellen ein erhebliches Risiko dar und können zu nachteiligen Auswirkungen – sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch Reputationsschäden – führen. Durch ein konzernales Compliance Management System soll diesen Risiken und insbesondere etwaigen Kartell- und Korruptionsverstößen entgegengewirkt werden.
Die Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen kann sich finanziell nachteilig auswirken und zu Reputationsschäden führen. Basierend auf den konzernweit gültigen Datenschutzrichtlinien ist eine Datenschutzorganisation eingerichtet, welche das Management der Konzerngesellschaften darin unterstützt, seine Verantwortung wahrzunehmen, die gesetzlichen und konzerninternen Datenschutzvorschriften einzuhalten.
Etwaigen Risiken aus Elementarereignissen (wie z. B. Brand, Hoch- oder Niederwasser, Schneelast, Trockenheit, Stürme, Temperaturschwankungen) wird durch entsprechende Vorsorgemaßnahmen entgegengewirkt. Dazu zählen unter anderem bauliche Maßnahmen, Brandmelder, Sprinkleranlagen, Hochwasserschutz bzw. regelmäßige Übungen inklusive Tests bestehender Notfallpläne sowie Begehungen und „risk-surveys“ mit Versicherungsunternehmen. Der bestehende Versicherungsschutz zu Elementarereignissen und auch zu anderen Risiken wird gemeinsam mit unserem internen Versicherungsunternehmen (voestalpine Insurance Services GmbH) regelmäßig auf Aktualität geprüft.
Mögliche Nachhaltigkeitsrisiken und damit verbundene Themen wie Klima- und Umweltschutz (insbesondere CO2-Themen wie die Dekarbonisierung), Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption werden inklusive deren Auswirkungen auf allen Ebenen berücksichtigt. Hinsichtlich der Auswirkungen der Klima- und Energiepolitik auf den voestalpine-Konzern inkl. der Dekarbonisierungsstrategie wird auf die Erläuterungen im Anhang unter Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verwiesen. Nachhaltigkeitsthemen – unter anderem die Kapitel Klimaschutz und Risikomanagement - werden auch in einem gesonderten und jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht (Corporate Responsibility Report) behandelt. Darüber hinaus befinden sich nähere Ausführungen zum Thema CO2 im Lagebericht im Kapitel Umwelt.
Betreffend Richtlinienkompetenz, Strategiefestsetzung und Zieldefinition ist das finanzielle Risikomanagement zentral organisiert. Das bestehende Regelwerk beinhaltet Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen sowohl für das Konzern-Treasury als auch für den Finanzbereich der einzelnen Konzerngesellschaften. Finanzielle Risiken werden ständig beobachtet und – wo sinnvoll – abgesichert. Die Strategie im Bereich des Fremdwährungsrisikomanagements zielt insbesondere auf die Erzielung von Natural Hedges und bei den anderen Risiken (Zinsen und Rohstoffe) auf eine Verminderung der Schwankungen der Cashflows und der Erträge sowie eine Absicherung der Deckungsbeiträge ab. Die Absicherung der Marktrisiken erfolgt zu einem hohen Anteil mit derivativen Finanzinstrumenten, die ausschließlich in Verbindung mit einem Grundgeschäft verwendet werden.
Im Einzelnen werden Finanzierungsrisiken durch folgende Maßnahmen abgesichert:
Liquiditätsrisiken bestehen im Allgemeinen darin, dass ein Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage ist, den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die bestehenden Liquiditätsreserven versetzen die Gesellschaft in die Lage, auch in Krisenzeiten ihre Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist neben der Liquiditätsreserve eine exakte Finanzplanung, die quartalsweise revolvierend erstellt wird. Anhand der konsolidierten Ergebnisse wird der Bedarf an Finanzierungen und Kreditlinien bei Banken durch das zentrale Konzern-Treasury ermittelt. Der geplante Liquiditätsbedarf der nächsten zwölf Monate soll durch eine Liquiditätsreserve abgedeckt sein. In der Bankenpolitik wird auf eine Streuung der Finanzpartner Wert gelegt, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Um den zusätzlichen Risiken aus der COVID-19-Pandemie Rechnung zu tragen, wurde z. B. hoher Wert auf die Steigerung der internen Finanzierungskraft gelegt.
Das Bonitätsrisiko bezeichnet Vermögensverluste, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner entstehen können. Das Bonitätsrisiko der Grundgeschäfte ist durch einen hohen Anteil an Kreditversicherungen und bankmäßigen Sicherheiten (Garantien, Akkreditive) weitestgehend abgesichert. Das Ausfallsrisiko für das verbleibende Eigenrisiko wird durch definierte Prozesse der Bonitätsbeurteilung, Risikobewertung, Risikoklassifizierung und Bonitätsüberwachung gemanagt. Durch die COVID-19-Pandemie kam es in der Vergangenheit in den einzelnen Kundensegmenten zu keinen nennenswerten Kürzungen von Limits durch die Kreditversicherungen und zu keiner Häufung an Forderungsausfällen. Das Bonitätsrisiko der Geschäftspartner von finanziellen Kontrakten wird durch ein tägliches Monitoring des Ratings und der Veränderung der CDS-Levels (Credit Default Swap) der Kontrahenten gesteuert. Darauf aufbauend werden Veranlagungslimite gewichtet nach der Ausfallswahrscheinlichkeit allokiert.
Vorrangiges Ziel des Fremdwährungsrisikomanagements ist es, durch Bündelung der Cashflows einen Natural Hedge (Cross Currency Netting) im Konzern zu erzielen. Eine Absicherung erfolgt dabei zentral durch den Abschluss von derivativen Sicherungsinstrumenten durch das Konzern-Treasury. Die voestalpine AG sichert die budgetierten Fremdwährungszahlungsströme (netto) der nächsten neun bis zwölf Monate ab. Längerfristige Absicherungen werden nur bei kontrahierten Projektgeschäften durchgeführt. Die Sicherungsquote liegt zwischen 25 und 100 % der budgetierten Zahlungsströme innerhalb der nächsten zwölf Monate, wobei die Sicherungsquote mit der Laufzeit abnimmt.
Die Zinsrisikobeurteilung erfolgt für den gesamten Konzern zentral in der voestalpine AG. Hier wird insbesondere das Cashflow-Risiko (Risiko, dass sich der Zinsaufwand bzw. Zinsertrag zum Nachteil verändert) gemanagt. Mit Stichtag 31. März 2022 würde die Erhöhung des Zinsniveaus um einen Prozentpunkt zu einer Erhöhung des Nettozinsaufwands im nächsten Geschäftsjahr in Höhe von 5,5 Mio. EUR führen. Dies ist jedoch eine Stichtagsbetrachtung, die im Zeitverlauf zu Schwankungen führen kann.
Eine Preisrisikobeurteilung findet ebenfalls in der voestalpine AG statt, zur Quantifizierung des Zins- und Währungsrisikos werden insbesondere Szenario-Analysen eingesetzt.
UNSICHERHEITEN IN DER GESETZGEBUNG
Durch die COVID-19-Pandemie sind weiterhin unterschiedliche gesetzliche Maßnahmen der jeweiligen Jurisdiktionen möglich, die Einfluss auf die Produktionsbedingungen und die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der jeweiligen Tochtergesellschaften der voestalpine AG haben würden. Dies kann aber auch aufgrund von weiteren Sanktionen bzw. etwaigen Embargos aus dem Ukraine-Krieg (wie z. B. EU-Embargo russischer Energie) verursacht werden, was wiederum zu massiven Einschränkungen im gesamten europäischen Wirtschaftsraum bzw. der Weltwirtschaft mit schwer abschätzbaren Gesamtfolgen führen kann. Änderungen in der Gesetzgebung können generell zu geänderten Produktionsbedingungen und zu einem geänderten Kaufverhalten führen.
KONJUNKTURELLE RISIKEN
Basierend auf Erkenntnissen aus Wirtschafts- und Finanzkrisen der Vergangenheit bzw. deren Auswirkungen auf den voestalpine-Konzern und insbesondere aus der COVID-19-Pandemie und des aktuellen Ukraine-Krieges wurden und werden zusätzliche – vor allem unternehmerische – Maßnahmen zur Risikominimierung gesetzt. Deren konsequente Anwendung und Weiterverfolgung zielt insbesondere darauf ab,
In einem weiterhin schwierigen konjunkturellen Umfeld werden etwaige Konsequenzen aus globalen (Handels-)Konflikten laufend beobachtet. Der weitere Verlauf des Ukraine-Krieges und die von den jeweiligen Staaten zur Abwehr dieses Krieges beschlossenen Maßnahmen sowie Aktivitäten zur Stimulation der Wirtschaft werden weiterhin einen massiven Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung in den einzelnen Weltregionen haben.
Für die in der Vergangenheit im voestalpine-Konzern festgestellten Risiken wurden konkrete Absicherungsmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt. Diese Maßnahmen zielen auf eine Senkung der potenziellen Schadenshöhe und/oder auf eine Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit ab. Es ist festzuhalten, dass die operativen Risiken des voestalpine-Konzerns – abgesehen von globalen Krisen und deren Auswirkungen – aus heutiger Sicht begrenzt und überschaubar sind und den Fortbestand des Unternehmens nicht gefährden. Hinsichtlich des Ukraine-Krieges und der damit verbundenen und zum Teil noch immer nicht vollständig absehbaren menschlichen, sozialen, geopolitischen sowie wirtschaftlichen Auswirkungen wird der voestalpine-Konzern auch künftig alles daransetzen, diese für jeden Einzelnen und für das Unternehmen sehr schwierige Situation bestmöglich zu bewältigen.
BERICHT ÜBER WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS IM HINBLICK AUF DEN
RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS
Gemäß § 243a Abs. 2 UGB sind im Lagebericht von österreichischen Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben.
Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstandes. Der Vorstand der voestalpine AG hat dazu konzernweit verbindlich anzuwendende Richtlinien verabschiedet. Der dezentralen Struktur des voestalpine-Konzerns folgend, ist die lokale Geschäftsführung jeder Konzerngesellschaft zur Einrichtung und Ausgestaltung eines den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens entsprechenden internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie zur Einhaltung der in diesem Zusammenhang bestehenden konzernweiten Richtlinien und Vorschriften verpflichtet.
Der gesamte Prozess, von der Beschaffung bis zur Zahlung, unterliegt strengen konzerneinheitlichen Richtlinien, welche die mit den Geschäftsprozessen in Zusammenhang stehenden Risiken auf ein Minimum reduzieren sollen. In diesen Konzernrichtlinien sind Maßnahmen und Regeln zur Risikovermeidung festgehalten, wie etwa strikte Funktionstrennungen, Unterschriftenordnungen sowie insbesondere auch ausschließlich kollektive und auf wenige Personen eingeschränkte Zeichnungsberechtigungen für Zahlungen (Vieraugenprinzip). Kontrollmaßnahmen in Bezug auf die IT-Sicherheit stellen in diesem Zusammenhang einen Eckpfeiler des Internen Kontrollsystems dar. So wird die Trennung bzw. Segmentierung von sensiblen Tätigkeiten durch eine generell restriktive Vergabe von IT-Berechtigungen unterstützt. Für die Rechnungslegung in den einzelnen Konzernunternehmen wird im Wesentlichen die Software SAP verwendet. Die Ordnungsmäßigkeit dieser SAP-Systeme wird unter anderem auch durch direkt im System eingerichtete automatisierte Geschäftsprozesskontrollen gewährleistet. Berichte über kritische Berechtigungen und Berechtigungskonflikte werden in automatisierter Form generiert.
Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses werden bei vollkonsolidierten Gesellschaften deren Werte in das konzerneinheitliche Konsolidierungs- und Berichtssystem übernommen. Konzernweit einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Erfassung, Buchung und Bilanzierung von Geschäftsfällen sind im voestalpine-Konzernbilanzierungshandbuch geregelt und verbindlich für alle Konzerngesellschaften. Zur weitestmöglichen Vermeidung von Fehldarstellungen sind einerseits automatische Kontrollen im Berichts- und Konsolidierungssystem, andererseits aber auch zahlreiche manuelle Prüfungen implementiert. Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht und Diskussion der Periodenergebnisse durch das Management bis hin zur spezifischen Überleitung von Konten. Die zusammenfassende Darstellung der Organisation des Berichtswesens im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess erfolgt im Controlling-Handbuch der voestalpine AG. Aus den Rechnungswesen- bzw. Controlling-Abteilungen der einzelnen Gesellschaften ergehen Monatsberichte mit Key Performance Indicators (KPIs) an ihre jeweiligen Geschäftsführer und die Divisionsvorstände sowie nach Genehmigung an den Holdingbereich Corporate Accounting & Reporting zur Verdichtung, Konsolidierung und Berichtslegung an den Konzernvorstand. Im Rahmen der Quartalsberichterstattung wird eine Reihe von Zusatzinformationen wie detaillierte Soll-Ist-Vergleiche in ähnlichem Ablauf erstellt. Quartalsweise erfolgen ein Bericht an den jeweiligen Aufsichtsrat, Board oder Beirat der Gesellschaften sowie ein konsolidierter Bericht an den Aufsichtsrat der voestalpine AG.
Neben den operativen Risiken unterliegt auch die Rechnungslegung dem konzernalen Risikomanagement. In diesem Zusammenhang werden regelmäßig mögliche Risiken in Bezug auf die Rechnungslegung erhoben und Maßnahmen zu deren Vermeidung getroffen. Der Fokus wird dabei auf jene Risiken gelegt, die unternehmenstypisch als wesentlich zu erachten sind. Die Überwachung der Einhaltung des Internen Kontrollsystems einschließlich der erforderlichen Qualitätsstandards erfolgt laufend im Rahmen von Revisionsprüfungen auf Ebene der Konzerngesellschaften. Die Interne Revision arbeitet dabei eng mit den verantwortlichen Vorständen und Geschäftsführern zusammen. Sie ist direkt dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt und berichtet periodisch an den Vorstand und in der Folge an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates der voestalpine AG.
BESTAND AN
EIGENEN AKTIEN
Der Bestand an eigenen Aktien zum Zweck der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer und leitende Angestellte der Gesellschaft und mit der Gesellschaft verbundene Unternehmen im Rahmen des bestehenden Mitarbeiterbeteiligungsprogramms stellt sich zum 31. März 2022 wie folgt dar:
Eigene Aktien | Anteil am | Anteil am | |
Stand per 31.03.2021 | 28,5 | 0,0 | 51,9 |
Zugänge in 2021/22 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Abgänge in 2021/22 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Stand per 31.03.2022 | 28,5 | 0,0 | 51,9 |
Die eigenen Aktien befinden sich seit Jahren im Bestand der Gesellschaft.
ANGABEN ZU
KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND KONTROLLRECHTEN UND DAMIT VERBUNDENEN VERPFLICHTUNGEN
Das Grundkapital der voestalpine AG beträgt zum 31. März 2022 324.391.840,99 EUR (31. März 2021: 324.391.840,99 EUR) und ist in 178.549.163 (31. März 2021: 178.549.163) auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Stimmrechtsbeschränkungen bestehen nicht (1 share = 1 vote). Der voestalpine AG sind keine Vereinbarungen ihrer Aktionäre bekannt, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien beschränken.
Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG, Linz, Österreich, sowie die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung, Linz, Österreich, halten jeweils mehr als 10 % (und weniger als 15 %) am Grundkapital der Gesellschaft. Die Oberbank AG, Linz, Österreich, hält mehr als 5 % (und weniger als 10 %).
Die Stimmrechte der von der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung für die Arbeitnehmer der an der Mitarbeiterbeteiligung teilnehmenden Konzerngesellschaften der voestalpine AG treuhändig gehaltenen Aktien werden durch den Vorstand der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung ausgeübt. Die Art der Ausübung des Stimmrechtes bedarf jedoch der Zustimmung des Beirates der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung. Über die Zustimmung wird im Beirat mit einfacher Mehrheit beschlossen. Der Beirat ist paritätisch von je sechs Personen der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite besetzt. Dem Vorsitzenden des Beirates, der von der Arbeitnehmerseite zu besetzen ist, steht ein Dirimierungsrecht zu.
Für Befugnisse des Vorstandes, die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergeben, wie der Erwerb eigener Aktien, genehmigtes oder bedingtes Kapital, wird auf Punkt 17 (Eigenkapital) des Anhangs zum Konzernabschluss 2021/22 verwiesen.
Die 500 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibung 2017–2024, die 500 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibung 2019–26, die 50 Mio. EUR Festverzinsliche Privatplatzierte Schuldverschreibung 2019–2031, Schuldscheindarlehen in der Höhe von gesamt 321 Mio. EUR und 320 Mio. USD sowie der 2019 abgeschlossene syndizierte Kredit in der Höhe von 1.000 Mio. EUR (Revolving Credit Facility; nicht gezogen) und bilaterale Kreditverträge im Umfang von 388,2 Mio. EUR und 280 Mio. USD enthalten sogenannte Change of Control-Klauseln. Gemäß den Bedingungen dieser Finanzierungen steht den Inhabern der Anleihen bzw. den Kreditgebern im Falle des Eintrittes eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft das Recht zu, die Rückzahlung zu verlangen. Eine Änderung in der Kontrolle der voestalpine AG findet gemäß den Bedingungen dieser Finanzierungen statt, wenn eine kontrollierende Beteiligung im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes erworben wird.
Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
AUSBLICK
Die starke Erholungsdynamik der Wirtschaftsentwicklung nach Auslaufen der pandemiebedingten Restriktionen hat durch den Ausbruch des Ukraine-Krieges mit den daraus resultierenden Sanktionen gegen Russland ein abruptes Ende gefunden und die Wirtschaftsentwicklung in Europa erneut gebremst. Auch in Nordamerika hat das Wirtschaftswachstum bereits im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 unerwartet etwas abgenommen. Die Null-COVID-Strategie in China verringert nicht nur die Wirtschaftsdynamik im eigenen Land, sondern lässt aufgrund der engen Verflechtung der globalen Wertschöpfungsketten auch Folgewirkungen in Europa und Nordamerika erwarten.
Dementsprechend hat sich die Marktstimmung zu Beginn des Geschäftsjahres 2022/23 eingetrübt. Hinzu kommt, dass die Parameter für die wirtschaftliche Entwicklung – allen voran die Dauer und der weitere Verlauf des Ukraine-Krieges sowie die entsprechenden politischen Reaktionen – kaum einschätzbar sind.
Zusätzliche Unsicherheitsfaktoren stellen die volatilen Rohstoff- und Energiepreise sowie der weitere Verlauf der COVID-19-Pandemie dar. China behält bis dato seine Null-COVID-Strategie konsequent bei, woraus temporäre Versorgungsengpässe in globalen Lieferketten im Laufe des Geschäftsjahres 2022/23 nicht ausgeschlossen werden können.
Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen sind die ausgezeichnete finanzielle Basis des Konzerns und die gute Buchungslage, mit der die voestalpine in das neue Geschäftsjahr 2022/23 startet, entscheidende Vorteile. Die Auftragsbücher sind bis in den Sommer 2022 hinein gut gefüllt, in manchen Produkt- und Kundensegmenten sogar noch länger, wobei die Vertragsstruktur, bestehend aus kurz-, mittel- und langfristigen Kontrakten, zusätzlich stabilisierend wirken wird.
Die Automobilindustrie wird bei guter Nachfrage auch im Geschäftsjahr 2022/23 erneut mit Versorgungsproblemen aufgrund von Unterbrechungen internationaler Lieferketten zu kämpfen haben. Im Verlauf des Geschäftsjahres sollte jedoch mit einer leichten Verbesserung dieser Situation gerechnet werden.
Die Luftfahrtindustrie befindet sich aktuell in einem Aufwärtstrend, der sich über weite Teile des Geschäftsjahres 2022/23 fortsetzen sollte.
Die Nachfrage von Seiten der Öl- und Gasindustrie wird durch die hohen Energiepreise weiterhin angetrieben werden.
Die Bereiche Bau- und Maschinenbau sowie Hausgeräte- und Konsumgüterindustrie zeigen aktuell eine solide Nachfrage.
Der Eisenbahninfrastrukturbereich sollte wie in der Vergangenheit auch im Geschäftsjahr 2022/23 einen insgesamt stabilisierenden Faktor darstellen.
Vor diesem Hintergrund erscheint im 1. Quartal des neuen Geschäftsjahres 2022/23 jedenfalls eine gute Ergebnisentwicklung erwartbar. Auch Teile des 2. Geschäftsquartals sollten von den aktuellen Auftragsständen profitieren, wenngleich die Dynamik über den Sommer wie üblich abnehmen wird.
Die Prognose für das 2. Halbjahr 2022/23 ist mit sehr großen Unsicherheiten behaftet. Unter der Annahme, dass es insgesamt zu einer Abkühlung der weltweiten Konjunktur, aber zu keinen weiteren größeren wirtschaftlichen Verwerfungen bedingt durch den Ukraine-Krieg, neue aggressive COVID-19-Virus-Wellen oder großflächige Unterbrechungen von internationalen Lieferketten kommt, erwartet der Vorstand der voestalpine AG für das Geschäftsjahr 2022/23 ein EBITDA in einer Bandbreite von 1,8 bis 2,0 Mrd. EUR.
Linz, am 24. Mai 2022
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h. Franz Kainersdorfer e. h. Robert Ottel e. h.
Franz Rotter e. h. Peter Schwab e. h. Hubert Zajicek e. h.
voestalpine AG
KONZERNABSCHLUSS
2021/22
KONZERNABSCHLUSS | |
91 | Bericht des Aufsichtsrates |
94 | Konzernbilanz |
96 | Konzern-Kapitalflussrechnung |
97 | Konzern-Gesamtergebnisrechnung |
98 | Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung |
100 | Anhang zum Konzernabschluss |
208 | Bestätigungsvermerk |
215 | Erklärung des Vorstandes gem. § 124 (1) BörseG 2018 |
216 | Beteiligungen |
BERICHT DES AUFSICHTSRATES ÜBER DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/22
Das abgelaufene Geschäftsjahr war – wie auch schon das vorangegangene – über den gesamten Zeitraum durch die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie geprägt. Zusätzliche Herausforderungen brachten im letzten Quartal die dramatischen Ereignisse im Zuge der russischen Invasion in die Ukraine, wobei die wirtschaftlichen Auswirkungen in diesem Zeitraum im Schatten der humanitären Dimensionen standen. Nähere Ausführungen zu beiden Ereignissen sowie zu den weiteren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen finden sich im Bericht des Vorstandes, sodass an dieser Stelle auf eine detailliertere Darstellung verzichtet wird.
Im Geschäftsjahr 2021/22 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz und Satzung zukommenden Aufgaben im Rahmen von vier Plenarsitzungen, drei Sitzungen des Prüfungsausschusses und vier Sitzungen des Präsidialausschusses wahrgenommen. In den Plenar- und Prüfungsausschusssitzungen hat der Vorstand über den Gang der Geschäfte und die Lage der Gesellschaft einschließlich der finanziellen Gebarung schriftlich und mündlich umfassend Auskunft gegeben.
In seinen Sitzungen befasste sich der Aufsichtsrat neben den laufenden Berichten über die aktuelle geschäftliche und finanzielle Situation der Unternehmensgruppe vor allem mit den die Zukunft bestimmenden Themen Nachhaltigkeit und Innovationen sowie Digitalisierung und Informationstechnologie. Den Schwerpunkt bildeten dabei mögliche Zukunftsszenarien für eine CO2-reduzierte Stahlerzeugung an den Standorten in Linz und Donawitz. In diesem Zusammenhang hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung im März 2022 als einen ersten Schritt zur Dekarbonisierung der Stahlerzeugung eine wichtige Entscheidung für den Umstieg des voestalpine-Konzerns von der kohlebasierten Hochofentechnologie auf die mit Strom aus nachhaltigen Quellen betriebene Elektrolichtbogenofen-Technologie getroffen. Der Konzern startet noch im Sommer 2022 mit der Freimachung des notwendigen Baugeländes sowie mit infrastrukturellen Umbauarbeiten an beiden Stahlstandorten. Die dafür veranschlagten Investitionskosten belaufen sich in der ersten Phase auf einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Noch im laufenden Geschäftsjahr 2022/23 hat der Aufsichtsrat final über die Investition in die elektrizitätsbasierte Technologie als Teilersatz für die aktuelle, hochofenbasierte Erzeugungsroute zu entscheiden. Der Bau der neuen Anlagen wird 2024 starten. Anfang 2027 soll jeweils ein Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz in Betrieb gehen. Die Gesamtinvestitionskosten betragen aus heutiger Sicht rund 1 Mrd. EUR. Durch diese Technologieumstellung können die CO2-Emissionen des voestalpine-Konzerns um rund 30 % – und damit erstmals signifikant – gesenkt werden. Dies entspricht einer Einsparung von 3 bis 4 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr und somit rund 5 % der jährlichen CO2-Emissionen Österreichs. Langfristig strebt das Unternehmen eine CO2-neutrale Stahlproduktion vornehmlich auf Basis grünen Wasserstoffs an und forscht bereits in einem fortgeschrittenen Stadium an vielversprechenden Breakthrough-Technologien.
Zudem hat sich der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2021/22 – wie auch im Geschäftsjahr zuvor – mit strategischen Optionen für die Direktreduktionsanlage zur Erzeugung von Eisenschwamm (Hot Briquetted Iron – HBI) in Texas/USA auseinandergesetzt und in seiner Sitzung am 22. März 2022 einen mehrheitlichen Verkauf des Unternehmens genehmigt. Auf dieser Basis hat der Vorstand am 14. April 2022 mit ArcelorMittal einen Vertrag zur Abgabe von 80 % der Anteile an voestalpine Texas Holding LLC unterzeichnet. Teil der verbleibenden voestalpine-Beteiligung im Ausmaß von 20 % ist eine Vereinbarung zur langfristigen Lieferabsicherung von jährlich 420.000 Tonnen des in Corpus Christi produzierten HBI. Diese Versorgung ist die Basis für die oben beschriebenen ersten Schritte zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion in Linz und Donawitz. Zudem reduziert die Partnerschaft das Spotmarktrisiko für die von der voestalpine nicht benötigten Mengen. Die Produktionskapazität des HBI-Werkes in Texas beträgt rund 2 Mio. Tonnen pro Jahr. Von der Rechtswirksamkeit („Closing“) der Transaktion ist Ende Juni 2022 auszugehen.
Der Präsidialausschuss befasste sich neben dem Thema der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung auch mit einer Änderung der Vergütungspolitik für die Mitglieder des Aufsichtsrates, welche der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 8. Juni 2021 und die Hauptversammlung am 7. Juli 2021 beschlossen haben.
Der Prüfungsausschuss befasste sich insbesondere mit der Vorbereitung und Prüfung des Konzern- und Einzelabschlusses der voestalpine, der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers sowie mit Themen – aber auch der Weiterentwicklung – des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und der Internen Revision.
In der Sitzung des Aufsichtsrates am 22. März 2022 hat Dr. Joachim Lemppenau seine Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrates mit Ende März 2022 zurückgelegt und der Aufsichtsrat in der Folge Dr. Wolfgang Eder mit Wirkung zum 1. April 2022 zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt. Dr. Lemppenau wird bis zum Ende seiner aktuellen Funktionsperiode – das heißt bis zur Hauptversammlung 2024 – weiterhin dem Aufsichtsgremium als Mitglied zur Verfügung stehen. Zu Details der Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrates und seiner Ausschüsse wird auf den Konsolidierten Corporate Governance-Bericht 2021/22 verwiesen.
Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss zum 31. März 2022 wurden von dem in der Hauptversammlung am 7. Juli 2021 gewählten Abschlussprüfer, der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs-GmbH, Wien, geprüft. Die Abschlussprüferin nahm an allen drei Sitzungen des Prüfungsausschusses teil und stand für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.
Die Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt und ergeben, dass der Jahresabschluss sowie der gemäß § 245a UGB nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Die Abschlussprüferin hat sowohl für den Jahresabschluss als auch für den Konzernabschluss einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt und bestätigt, dass der Lagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss und der Konzernlagebericht im Einklang mit dem Konzernabschluss stehen.
Nach vorhergehender Befassung des Prüfungsausschusses hat der Aufsichtsrat am 2. Juni 2022 den Jahresabschluss zum 31. März 2022 geprüft und gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit gemäß § 96 Abs. 4 Aktiengesetz festgestellt. Der Aufsichtsrat hat zudem nach vorheriger Befassung des Prüfungsausschusses den Lagebericht sowie den Konzernabschluss samt Konzernlagebericht, den Konsolidierten Corporate Governance-Bericht und den Konsolidierten nicht finanziellen Bericht (Corporate Responsibility Report) jeweils des Geschäftsjahres 2021/22 geprüft und genehmigt. Die Prüfungen durch den Aufsichtsrat haben zu keinen Beanstandungen geführt.
Der Konsolidierte Corporate Governance-Bericht 2021/22 wurde ebenfalls von der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs-GmbH, Wien, im Rahmen der jährlich durchgeführten externen Evaluierung der Einhaltung des Corporate Governance-Kodex durch die voestalpine AG geprüft. Bei dieser Prüfung wurden keine Sachverhalte bekannt, die zu der Annahme veranlassen, dass der Konsolidierte Corporate Governance-Bericht der Gesellschaft in wesentlichen Belangen nicht mit dem Corporate Governance-Kodex übereinstimmt. Die Prüfung der Einhaltung der den Wirtschaftsprüfer betreffenden C-Regeln des Kodex (Regeln 77 bis 83) erfolgte durch die Rechtsanwaltskanzlei WOLF THEISS Rechtsanwälte GmbH & Co KG. Diese Prüfung hat die Einhaltung dieser Regeln bestätigt.
Der Konsolidierte nicht finanzielle Bericht 2021/22 wurde von der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs-GmbH, Wien, geprüft. Auf Basis der Prüfungshandlungen sind ebenfalls keine Sachverhalte bekannt geworden, die zu der Annahme veranlassen, dass der Bericht der voestalpine AG in wesentlichen Belangen nicht mit den gesetzlichen Vorschriften sowie den GRI-Standards übereinstimmt.
Festgestellt wird, dass das Geschäftsjahr 2021/22 mit einem Bilanzgewinn von 215,0 Mio. EUR schließt; es wird vorgeschlagen, eine Dividende von 1,20 EUR je dividendenberechtigter Aktie an die Aktionäre auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.
Der Dank des Aufsichtsrates gilt einmal mehr den rund 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des voestalpine-Konzerns weltweit für ihren Einsatz und ihre Loyalität in schwierigen Zeiten; er gilt dem Vorstand und der Führungsmannschaft für Entschlossenheit und Konsequenz in ihrem Handeln unter herausfordernden Bedingungen sowie last, but not least unseren Aktionärinnen und Aktionären dafür, dass sie auch in wirtschaftlich unruhigen Zeiten dem Unternehmen die Treue gehalten haben und halten.
Der Aufsichtsrat
Dr. Wolfgang Eder e. h.
(Vorsitzender)
Linz, am 2. Juni 2022
voestalpine AG
KONZERNBILANZ ZUM 31.03.2022
AKTIVA
Anhang | 31.03.2021 | 31.03.2022 | ||
A. | Langfristige Vermögenswerte | |||
Sachanlagen | 9 | |||
Firmenwerte | 10 | |||
Andere immaterielle Vermögenswerte | 10 | |||
Anteile an equitykonsolidierten Unternehmen | 12 | |||
Andere Finanzanlagen und sonstige Unternehmensanteile | 12 | |||
Aktive latente Steuern | 13 | |||
B. | Kurzfristige Vermögenswerte | |||
Vorräte | 14 | |||
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 15 | |||
Andere Finanzanlagen | 24 | |||
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 16 | |||
Kurzfristige Vermögenswerte | ||||
Vermögenswerte aus nicht fortgeführten Aktivitäten | C. | |||
Kurzfristige Vermögenswerte inkl. Vermögenswerte aus nicht fortgeführten Aktivitäten | ||||
Summe Aktiva | ||||
| ||||
PASSIVA
Anhang | 31.03.2021 | 31.03.2022 | ||
A. | Eigenkapital | |||
Grundkapital | ||||
Kapitalrücklagen | ||||
Eigene Aktien | – | – | ||
Andere Rücklagen | – | – | ||
Gewinnrücklagen | ||||
Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens | ||||
Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital | ||||
17 | ||||
B. | Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | |||
Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen | 18 | |||
Rückstellungen | 19 | |||
Passive latente Steuern | 13 | |||
Finanzverbindlichkeiten | 20 | |||
C. | Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | |||
Rückstellungen | 19 | |||
Steuerschulden | ||||
Finanzverbindlichkeiten | 20 | |||
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 21 | |||
Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring | 22 | |||
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | ||||
Verbindlichkeiten aus nicht fortgeführten Aktivitäten | C. | |||
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten inkl. Verbindlichkeiten aus nicht fortgeführten Aktivitäten | ||||
Summe Passiva | ||||
Mio. EUR | ||||
voestalpine AG
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG 2021/22
Anhang | 2020/21 | 2021/22 | |
Betriebstätigkeit | |||
Ergebnis nach Steuern | |||
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge sowie nicht aufwands- oder ertragswirksame Ein- und Auszahlungen | 25 | ||
Veränderung Vorräte | – | ||
Veränderung Forderungen und Verbindlichkeiten | |||
Veränderung Rückstellungen | |||
Veränderung Working Capital | – | ||
Cashflow aus der Betriebstätigkeit1 | |||
davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten | – | ||
Investitionstätigkeit | |||
Investitionen in andere immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | – | – | |
Einnahmen aus dem Abgang von Anlagevermögen | |||
Cashflow aus der Übernahme der Beherrschung von Anteilen | 25 | – | |
Cashflow aus dem Verlust der Beherrschung von Anteilen | 25 | – | |
Investitionen/Devestitionen in andere Finanzanlagen | – | ||
Cashflow aus der Investitionstätigkeit | – | – | |
davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten | – | – | |
Finanzierungstätigkeit | |||
Dividenden | – | – | |
Dividenden nicht beherrschende Gesellschafter | – | – | |
Kapitalzuführung nicht beherrschende Gesellschafter | |||
Anteilszukauf von nicht beherrschenden Gesellschaftern | – | ||
Aufnahme von langfristigen Finanzschulden | 25 | ||
Tilgung von langfristigen Finanzschulden | 25 | – | – |
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten | 25 | – | – |
Veränderung kurzfristiger Finanzschulden und übrige Finanzierungstätigkeiten | 25 | – | – |
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | – | – | |
davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten | |||
Verminderung/Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | – | ||
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Jahresanfang | |||
Veränderungen aus Währungsumrechnungen | – | ||
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Jahresende | 16 | ||
1 Im Cashflow aus der Betriebstätigkeit sind in den fortgeführten Aktivitäten | |||
erhaltene Zinsen in Höhe von | |||
gezahlte Zinsen in Höhe von | |||
gezahlte Steuern in Höhe von | |||
und Dividendeneinnahmen in Höhe von | |||
enthalten. | |||
Mio. EUR |
voestalpine AG
KONZERN-GESAMTERGEBNIS
RECHNUNG 2021/22
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Anhang | 2020/21 1 | 2021/22 | |
Umsatzerlöse | 1, 2 | ||
Umsatzkosten | – | – | |
Bruttoergebnis | |||
Sonstige betriebliche Erträge | 3 | ||
Vertriebskosten | – | – | |
Verwaltungskosten | – | – | |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | 4 | – | – |
Ergebnisse von equitykonsolidierten Unternehmen | 5 | ||
EBIT | |||
Finanzerträge | 6 | ||
Finanzaufwendungen | 7 | – | – |
Ergebnis vor Steuern | |||
Ertragsteuern | 8 | – | |
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten | |||
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten | C. | – | |
Ergebnis nach Steuern | |||
Zuzurechnen den: | |||
Anteilseignern des Mutterunternehmens | |||
Nicht beherrschenden Gesellschaftern | – | ||
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) aus fortgeführten Aktivitäten | 31 | ||
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 31 | – | |
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) | 31 |
KONZERN-SONSTIGES ERGEBNIS
2020/21 1 | 2021/22 | ||
Ergebnis nach Steuern | |||
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | |||
Cashflow-Hedges | |||
Währungsumrechnung | |||
Ergebnisanteil von equitykonsolidierten Unternehmen | |||
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | |||
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | |||
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | – | ||
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | – | ||
Sonstiges Ergebnis in der Periode, netto | |||
Gesamtergebnis in der Periode | |||
Zuzurechnen den: | |||
Anteilseignern des Mutterunternehmens | |||
Nicht beherrschenden Gesellschaftern | – | ||
Gesamtergebnis in der Periode | |||
1 Geschäftsjahr 2020/21 rückwirkend angepasst. Details siehe Anhang zum Konzernabschluss C. Konsolidierungskreis – Nicht fortgeführte Aktivitäten. | Mio. EUR | ||
voestalpine AG
KONZERN-EIGENKAPITAL-
VERÄNDERUNGSRECHNUNG 2021/22
Grund- | Kapital- | Eigene | ||
Stand am 01.04.2020 | – | |||
Ergebnis nach Steuern | ||||
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | ||||
Cashflow-Hedges | ||||
Währungsumrechnung | ||||
Ergebnisanteil von equitykonsolidierten Unternehmen | ||||
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | ||||
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | ||||
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | ||||
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | ||||
Sonstiges Ergebnis in der Periode, netto | ||||
Gesamtergebnis in der Periode | ||||
Dividendenausschüttung | ||||
Anteilsbasierte Vergütungen | ||||
Zugang aus der Übernahme der Beherrschung von Anteilen | ||||
Sonstige Veränderungen | ||||
Stand am 31.03.2021 = Stand am 01.04.2021 | – | |||
Ergebnis nach Steuern | ||||
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | ||||
Cashflow-Hedges | ||||
Währungsumrechnung | ||||
Ergebnisanteil von equitykonsolidierten Unternehmen | ||||
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | ||||
Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | ||||
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | ||||
Zwischensumme der Posten des sonstigen Ergebnisses, die nicht nachträglich in das Periodenergebnis umgegliedert werden | ||||
Sonstiges Ergebnis in der Periode, netto | ||||
Gesamtergebnis in der Periode | ||||
Dividendenausschüttung | ||||
Anteilsbasierte Vergütungen | ||||
Sonstige Veränderungen | ||||
Stand am 31.03.2022 | – | |||
Andere Rücklagen | ||||||
Währungs- | Cashflow | Gewinnrücklagen | Summe Eigenkapital | Nicht beherr- | Summe | |
– | – | |||||
– | ||||||
– | – | – | ||||
– | – | – | ||||
– | ||||||
– | ||||||
– | – | – | – | |||
– | – | |||||
– | – | – | – | |||
– | ||||||
– | – | – | – | |||
– | – | – | ||||
– | – | – | – | – | ||
– | ||||||
Mio. EUR | ||||||
voestalpine AG
ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS 2021/22
Die weltweit tätige voestalpine-Gruppe ist ein Stahl- und Technologiekonzern. Der Konzern ist mit seinen qualitativ höchstwertigen Produkten einer der führenden Partner der europäischen Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie weltweit der Öl- und Gasindustrie.
Die
Der Konzernabschluss zum 31. März 2022 (einschließlich der Vorjahreszahlen zum 31. März 2021) wurde gemäß § 245a (1) UGB in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verlautbarten International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den Auslegungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRS-IC), die 2021 verpflichtend anzuwenden sind, erstellt.
Der Konzernabschluss wird in Millionen Euro (= funktionale Währung des Mutterunternehmens) dargestellt.
Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt.
Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.
Der Vorstand der voestalpine
AUSWIRKUNGEN NEUER UND GEÄNDERTER STANDARDS
Die für den Konzernabschluss geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden mit nachfolgend aufgelisteten Ausnahmen.
Folgende Änderungen oder Neufassungen von Standards und Interpretationen wurden im Geschäftsjahr 2021/22 erstmals angewandt:
Standard | Inhalt | Inkrafttreten1 |
IFRS 4, Änderung | Versicherungsverträge — Verlängerung der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung von IFRS 9 | 1. Jänner 2021 |
IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, | IBOR Reform – Phase 2 | 1. Jänner 2021 |
IFRS 16, Änderung | COVID-19-bezogene Mietkonzessionen | 1. April 2021 |
1 Die Standards sind gemäß EU-Endorsement für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen. | ||
Aus der Anwendung der genannten Änderungen ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
Folgende Änderungen oder Neufassungen von Standards und Interpretationen sind zum Bilanzstichtag bereits veröffentlicht, aber für das Geschäftsjahr 2021/22 noch nicht verpflichtend anzuwenden bzw. anwendbar oder von der EU noch nicht übernommen:
Standard | Inhalt | Inkrafttreten laut IASB1 |
IFRS 3, Änderung | Verweis auf das Rahmenkonzept | 1. Jänner 2022 |
IAS 16, Änderung | Sachanlagen – Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung | 1. Jänner 2022 |
IAS 37, Änderung | Belastende Verträge – Kosten für die Erfüllung eines Vertrages | 1. Jänner 2022 |
Diverse Standards, Änderung | Verbesserungen der International Financial Reporting Standards (Improvements-Projekt 2018–2020) | 1. Jänner 2022 |
IAS 1, Änderung | Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig | 1. Jänner 20232 |
IFRS 17 | Versicherungsverträge | 1. Jänner 2023 |
IAS 1, Änderung | Angaben zu Rechnungslegungsmethoden | 1. Jänner 2023 |
IAS 8, Änderung | Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen | 1. Jänner 2023 |
IAS 12, Änderungen | Latente Steuern im Zusammenhang mit Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus einer einzigen Transaktion | 1. Jänner 20232 |
IFRS 17, Änderungen | Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 – Vergleichszahlen | 1. Jänner 20232 |
IFRS 10 und IAS 28, | Veräußerung/Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture | Durch IASB verschoben |
1 Die Standards sind für jene Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens beginnen. | ||
2 EU-Endorsement ausstehend. | ||
Die angeführten Standards werden – sofern von der EU übernommen – nicht vorzeitig angewandt. Es werden aus heutiger Sicht keine wesentlichen Auswirkungen aus den Änderungen und Neufassungen der Standards und Interpretationen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des voestalpine-Konzerns erwartet.
KONSOLIDIERUNGSMETHODEN
Die Jahresabschlüsse aller vollkonsolidierten Gesellschaften werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Bei nach der Equity-Methode einbezogenen Gesellschaften (assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen) wurden bei Unwesentlichkeit die lokalen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie abweichende Bilanzstichtage (siehe dazu Anlage zum Anhang „Beteiligungen“) aus zeitlichen Gründen und Aufwand-Nutzen-Überlegungen beibehalten.
Bei Erstkonsolidierungen werden die Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten mit dem Marktwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Der Betrag der Anschaffungskosten, der das Nettovermögen übersteigt, wird als Firmenwert angesetzt. Sind die Anschaffungskosten niedriger als das Nettovermögen, so wird die Differenz erfolgswirksam in der Erwerbsperiode erfasst. Die auf die nicht beherrschenden Gesellschafter entfallenden stillen Reserven bzw. Lasten werden ebenfalls aufgedeckt.
Alle konzerninternen Zwischenergebnisse, Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Erträge und Aufwendungen werden eliminiert.
ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE, VERÄUSSERUNGSGRUPPEN (DISPOSAL GROUPS) UND NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN (DISCONTINUED OPERATIONS)
Der Konzern klassifiziert langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen als zur Veräußerung gehalten, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Eine Veräußerungsgruppe wird als nicht fortgeführte Aktivitäten (aufgegebener Geschäftsbereich, discontinued operations) eingestuft, sobald der Unternehmensbestandteil als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird oder bereits abgegangen ist und der Unternehmensbestandteil einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig darstellt.
Die Bewertung als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte erfolgt mit dem niedrigeren Betrag aus Buchwert und Fair Value abzüglich Veräußerungskosten. Die Ermittlung des Fair Values abzüglich der Veräußerungskosten unterliegt Schätzungen und Annahmen, die mit Unsicherheiten verbunden sein können.
Der Bilanzausweis erfolgt nach Konsolidierung gesondert in den Zeilen „Vermögenswerte aus nicht fortgeführten Aktivitäten“ und „Verbindlichkeiten aus nicht fortgeführten Aktivitäten“. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden nicht fortgeführte Aktivitäten separat von den fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen, wobei das Vorjahr entsprechend angepasst wird. Der Ausweis nicht fortgeführter Aktivitäten in der Kapitalflussrechnung erfolgt als davon-Vermerk.
Weitere Erläuterungen finden sich unter Punkt C. Konsolidierungskreis – Nicht fortgeführte Aktivitäten. Alle anderen Anhangangaben enthalten Beträge von fortzuführenden Aktivitäten, sofern nichts anderes angegeben ist.
WÄHRUNGSUMRECHNUNG
Gemäß IAS 21 werden die in den Konzernabschluss einbezogenen und in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Bei sämtlichen Gesellschaften ist dies die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Vermögenswerte und Schulden werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Erträge und Aufwendungen werden mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet.
Das Eigenkapital wird mit dem historischen Umrechnungskurs bewertet. Währungsumrechnungsdifferenzen werden in der Rücklage für Währungsumrechnung direkt im Eigenkapital erfasst.
In den Einzelabschlüssen der konsolidierten Gesellschaften werden Fremdwährungstransaktionen in die jeweilige funktionale Währung der Gesellschaft mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der Transaktion umgerechnet. Wechselkursgewinne bzw. -verluste aus der Umrechnung zum Transaktionszeitpunkt und Bilanzstichtag werden grundsätzlich in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Die Wechselkurse von wesentlichen Währungen (laut EZB-Fixing) haben sich wie folgt entwickelt:
USD | GBP | BRL | SEK | SGD | CNY | PLN | |
Stichtagskurs | |||||||
31.03.2021 | 1,1725 | 0,8521 | 6,7409 | 10,2383 | 1,5768 | 7,6812 | 4,6508 |
31.03.2022 | 1,1101 | 0,8460 | 5,3009 | 10,3370 | 1,5028 | 7,0403 | 4,6531 |
Jahresdurchschnittskurs | |||||||
2020/21 | 1,1675 | 0,8927 | 6,3121 | 10,3490 | 1,5935 | 7,9030 | 4,4981 |
2021/22 | 1,1623 | 0,8504 | 6,1985 | 10,2354 | 1,5673 | 7,4592 | 4,5842 |
UNSICHERHEITEN BEI ERMESSENSBEURTEILUNGEN UND ANNAHMEN
Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen können.
AUSWIRKUNGEN UKRAINE-KRIEG
Die letzten Wochen des Geschäftsjahres 2021/22 wurden durch den Ukraine-Krieg und die damit verbundenen und zum Teil noch immer nicht vollständig absehbaren menschlichen, sozialen, geopolitischen sowie wirtschaftlichen Auswirkungen geprägt. Die voestalpine AG hat die sich abzeichnende Verschlechterung der Lage in der Ukraine seit Längerem aufmerksam beobachtet und frühzeitig mit der Vorbereitung von Notfallmaßnahmen begonnen.
Der voestalpine-Konzern verfügt über keine wesentlichen Vermögenswerte in der Ukraine und in Russland. Die Ukraine stellt einen bedeutsamen Erzpellets-Lieferanten dar, allerdings gab es bis zum Aufstellungszeitpunkt keine Rückgänge der bestellten Mengen.
Um die Versorgung der Produktionswerke (insbesondere die Stahlwerke in Österreich) mit relevanten Rohstoffen und Energien (wie z. B. Erz, Erzpellets, PCI-Kohle, Legierungen, Gas) weiterhin sicherzustellen, wurden alternative Bezugsquellen und Transportwege identifiziert und aktiviert. Zusätzlich wurden insbesondere bei den Rohstoffen Erz und Kohle Lagerbestände aufgebaut, wodurch sich Reichweiten bis in den Herbst 2022 ergeben. Der voestalpine-Konzern verbraucht an seinen österreichischen Standorten rund sechs Terawattstunden (TWh) Erdgas im Jahr und verfügt seit dem Geschäftsjahr 2022/23 über eine Gasspeicherkapazität von einer Terawattstunde (TWh). Mit der Einspeicherung in den Gasspeicher wurde bereits begonnen. Zusätzlich konnte für das 2. Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 ein Vertrag über die Lieferung von nicht russischem LNG-Gas zu Marktpreisen abgeschlossen werden. Die Produktion an den betroffenen voestalpine-Standorten läuft zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses nach Plan.
Entwicklungen in der Erdgasversorgung werden laufend beobachtet. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung wird Erdgas zwar wie geplant geliefert, jedoch steigt der Druck auf ein EU-Embargo russischer Energie. Ein Erdgas-Stopp, der auch von russischer Seite bzw. durch eine Zerstörung von Versorgungsleitungen ausgelöst werden kann, würde aufgrund der engmaschigen Verflechtung von Wertschöpfungsketten und Energieströmen voraussichtlich zu massiven Einschränkungen im gesamten europäischen Wirtschaftsraum mit schwer abschätzbaren Gesamtfolgen führen. Als großer Erdgasverbraucher wurden für den Energielenkungsfall Notfallfahrweisen vorbereitet, um die Produktion auf einem Mindestmaß aufrechtzuerhalten bzw. im etwaigen Ernstfall Anlagenschäden zu vermeiden. Aufgrund der zusätzlichen Rolle als Fernwärmeversorger in Österreich hat der voestalpine-Konzern auch eine Bedeutung bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Grundversorgung, die bei einer etwaigen Erdgaszuteilung zu berücksichtigen ist. Gesamtlage sowie Entwicklungen werden laufend beobachtet und bewertet, um bei Bedarf schnellstmöglich erforderliche Gegensteuerungsmaßnahmen einzuleiten. Um auf alle Szenarien gut vorbereitet zu sein, besteht im voestalpine-Konzern auch ein permanenter Austausch mit den zuständigen Behörden.
Entwicklungen bzw. Folgewirkungen eines möglichen EU-Embargos auf russische Erdöllieferungen werden ebenfalls laufend beobachtet und bewertet, für unsere Produktionswerke stellt Erdöl eine untergeordnete Rolle in der Energieversorgung dar.
AUSWIRKUNGEN DER COVID-19-PANDEMIE
Der COVID-19-Pandemie und deren Auswirkungen wurde und wird weiterhin durch das konzernale Krisenmanagement mit Teams auf drei Entscheidungsebenen (Konzern, Divisionen, Gesellschaften) bestmöglich entgegengewirkt. Die Beibehaltung bzw. situative Anpassung der bereits zu Beginn der Pandemie eingeleiteten Maßnahmen (wie z. B. regelmäßiger Informationsaustausch mit wesentlichen Kunden und Lieferanten, an die vorherrschenden Lieferketten angepasste Produktionsaktivitäten, Sicherung der Liquidität) haben auch im abgelaufenen Geschäftsjahr zur bestmöglichen Stabilität der Organisation beigetragen. Entwicklungen zur Pandemie werden weiterhin laufend beobachtet. Angewandte Notfall- und Krisenpläne sowie festgelegte Maßnahmen werden regelmäßig bewertet und im Bedarfsfall an neue Erkenntnisse adaptiert bzw. erweitert.
Das Geschäftsjahr 2021/22 war weltweit und gesamtwirtschaftlich durch Nachholeffekte im Zuge der Erholung aus der COVID-19-Krise geprägt. Das konjunkturelle Klima hat sich im Verlauf der Berichtsperiode auf hohem Niveau stabilisiert. Der voestalpine-Konzern konnte in diesem Umfeld an den positiven Aufwärtstrend anknüpfen, wodurch in fast allen Geschäftsbereichen eine deutliche Erholung spürbar ist. Lediglich im Bereich Automotive Components kommt es insbesondere durch Verwerfungen in den Lieferketten – im Bereich von Halbleiter-Elektrobauteilen sowie Kabelbäumen – zu einer verhalteneren Performance.
Es bestehen keine Unsicherheiten in Bezug auf die Unternehmensfortführung für den voestalpine-Konzern. Zum 31. März 2022 verfügt der Konzern über ein Eigenkapital von 7.069,3 Mio. EUR. Weiters weist der Konzern eine sehr positive Liquiditätssituation (siehe dazu Konzern-Kapitalflussrechnung) sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 842,8 Mio. EUR auf.
Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden in zukünftigen Perioden führen können:
Werthaltigkeit von Vermögenswerten
Die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, Firmenwerten und Sachanlagen basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Impairmenttests werden mehrere Annahmen, beispielsweise über die künftigen Mittelüberschüsse, den Abzinsungssatz oder Fair Values abzüglich der Veräußerungskosten der einzelnen Vermögenswerte, zugrunde gelegt. Es wird eine Sensitivitätsanalyse für Abzinsungssatz und Mittelüberschüsse dargestellt (vergleiche dazu Punkt 11. Wertminderungen und Wertaufholungen). Die Mittelüberschüsse entsprechen den Werten des zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung aktuellsten Unternehmensplans. Vergleiche dazu Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Impairmenttest von Firmenwerten, anderen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, sowie die Punkte 9. Sachanlagen, 10. Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte und 11. Wertminderungen und Wertaufholungen.
Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten
Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden alternative finanzmathematische Bewertungsmethoden herangezogen. Die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegten Parameter beruhen teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen. Vergleiche dazu Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Finanzinstrumente, sowie Punkt 24. Finanzinstrumente.
Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen und des Diskontsatzes
Für die Ermittlung der Leasingverbindlichkeiten wird eine Einschätzung der Vertragslaufzeit je Leasingvertrag und des zu verwendenden Diskontierungszinssatzes getroffen. Die eingeschätzte Vertragslaufzeit basiert auf der unkündbaren Laufzeit des Leasingvertrags. Leasingperioden, für die Kündigungs- und bzw. oder Verlängerungsoptionen bestehen, werden in die Betrachtung miteinbezogen, wenn deren Nichtausübung (bei Kündigungsoptionen) bzw. deren Ausübung (bei Verlängerungsoptionen) als hinreichend sicher eingeschätzt wird. Dies bedarf einer Ermessensentscheidung durch das Unternehmen. Es finden dabei sämtliche Tatsachen und Umstände, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung bzw. Nichtausübung darstellen, Berücksichtigung. Nach der erstmaligen Erfassung erfolgt eine Neubeurteilung der Laufzeit, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung der Umstände innerhalb der Kontrolle des Unternehmens eintritt, die sich auf die Ausübung oder Nichtausübung der Option auswirkt.
Als Diskontierungszinssatz für die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten wird der Grenzfremdkapitalzinssatz als laufzeitabhängiger risikoloser Zinssatz unter Berücksichtigung der jeweiligen Währung und der Bonität des Unternehmens bestimmt. Dies bedarf einer Schätzung, wenn keine beobachtbaren Zinssätze verfügbar sind (z. B. Tochterunternehmen, die keine Finanzierungstransaktionen abschließen) oder wenn diese angepasst werden müssen, um die Konditionen und Bedingungen des Leasingvertrags abzubilden (z. B. Berücksichtigung der Tilgungsstruktur).
Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen
Für die Bewertung der bestehenden Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung und künftige Bezugserhöhungen verwendet. Vergleiche dazu Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen, sowie Punkt 18. Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen.
Vermögenswerte und Schulden im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben
Im Rahmen von Unternehmenserwerben sind Schätzungen im Zusammenhang mit der Ermittlung der Fair Values der identifizierten Vermögenswerte, Schulden und möglicher bedingter Gegenleistungen erforderlich. Es werden alle verfügbaren Informationen über die Umstände zum Erwerbszeitpunkt herangezogen. Beizulegende Zeitwerte von Gebäuden und Grundstücken werden im Regelfall von externen Experten oder Experten im Konzern festgestellt. Immaterielle Vermögenswerte werden nach Art des Vermögenswerts und Verfügbarkeit der Informationen anhand geeigneter Bewertungsmethoden bewertet. Diese Bewertungen sind eng mit den Annahmen über die künftige Entwicklung der geschätzten Cashflows sowie mit den verwendeten Abzinsungssätzen verbunden.
Informationen zu im Berichtszeitraum stattgefundenen Erwerben sind unter Punkt D. Unternehmenserwerbe und sonstige Zugänge zum Konsolidierungskreis angeführt.
Sonstige Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen werden bei Bestehen von gegenwärtigen Verpflichtungen, resultierend aus vergangenen Ereignissen, welche zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen, mit jenem Betrag angesetzt, der auf Basis zuverlässiger Schätzungen am wahrscheinlichsten ist. Falls wesentlich, werden diese Rückstellungen abgezinst. Details zu Rückstellungen sind Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Sonstige Rückstellungen, sowie Punkt 19. Rückstellungen zu entnehmen.
Ertragsteuern
Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens mit den aktuell gültigen Steuersätzen ermittelt. Die latenten Steuern werden auf Basis des jeweiligen landesüblichen Ertragsteuersatzes berechnet. Künftige fixierte Steuersätze werden für die Abgrenzung ebenfalls berücksichtigt. Ansatz und Bewertung der tatsächlichen und latenten Steuern unterliegen zahlreichen Unsicherheiten.
Aufgrund der internationalen Tätigkeit des voestalpine-Konzerns unterliegt dieser unterschiedlichen steuerlichen Regelungen in den jeweils einschlägigen Steuerjurisdiktionen. Die im Abschluss dargestellten Steuerpositionen werden unter Berücksichtigung der jeweiligen steuerlichen Regelungen ermittelt und unterliegen wegen ihrer Komplexität möglicherweise einer abweichenden Interpretation durch Steuerpflichtige einerseits und lokale Finanzbehörden andererseits. Da unterschiedliche Auslegungen von Steuergesetzen als Ergebnis von Betriebsprüfungen zu nachträglichen Steuerzahlungen für vergangene Jahre führen können, werden sie basierend auf der Einschätzung der Unternehmensleitung in die Betrachtung einbezogen.
Aktive latente Steuern werden in der Höhe angesetzt, in der es wahrscheinlich ist, dass zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen, gegen welche die abzugsfähigen Differenzen bzw. die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge verwendet werden können. Diese Beurteilung erfordert Annahmen über künftige steuerliche Ergebnisse und unterliegt daher Unsicherheiten. Sie erfolgt auf der Grundlage der Planung für einen Zeitraum von fünf Jahren. Änderungen der künftigen zu versteuernden Ergebnisse können zu einer Abnahme oder zu einem Anstieg der aktiven latenten Steuern führen.
Weitere Informationen sind Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitt Ertragsteuern, sowie den Punkten 8. Ertragsteuern und 13. Latente Steuern zu entnehmen.
Rechtliche Risiken
Der voestalpine-Konzern ist als international tätiges Unternehmen rechtlichen Risiken ausgesetzt. Die Ergebnisse gegenwärtiger oder zukünftiger Rechtsstreitigkeiten sind in der Regel nicht vorhersagbar und können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinflussen. Um mögliche Verpflichtungen verlässlich zu schätzen, werden die zugrunde liegenden Informationen und Annahmen fortlaufend durch das Unternehmen geprüft und für eine weitere Beurteilung interne als auch externe Rechtsberater eingesetzt. Für wahrscheinliche gegenwärtige Verpflichtungen einschließlich der zuverlässig geschätzten Rechtsberatungskosten werden Rückstellungen gebildet. Ist der zukünftige Nutzenabfluss nicht wahrscheinlich oder steht die Bestätigung der Ereignisse nicht unter der Kontrolle des Unternehmens, wird die Angabe einer Eventualverbindlichkeit erwogen.
Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst.
Auswirkungen Klima- und Energiepolitik – Dekarbonisierungsstrategie
Der voestalpine-Konzern hat mit „greentec steel“ einen ambitionierten Stufenplan zur Klimaneutralität bis 2050 auf Grundlage der Ziele des „Paris-Abkommens“ der Vereinten Nationen sowie des dem EU-Emissionshandelssystem zugrunde liegenden Pfads mit demselben Zeithorizont entwickelt. Zusätzlich soll künftig die wissenschaftlich fundierte Kompatibilität von greentec steel mit den globalen Klimazielen etwa auf Basis der Science Based Targets initiative (SBTi) nachgewiesen werden.
greentec steel sieht im ersten Schritt ab 2027 die Elektrifizierung – den schrittweisen Ersatz der fossilen Hochofenroute durch grünstrombasierte Elektroöfen – vor. Der Aufsichtsrat der voestalpine AG hat im März 2022 die ersten Umsetzungsschritte im Volumen eines dreistelligen Millionenbetrags genehmigt. Die Freimachung der notwendigen Baufelder und infrastrukturelle Umbauarbeiten können somit umgehend beginnen. Im Frühjahr 2023 wird der Aufsichtsrat über die finale Investitionsfreigabe für die beiden Elektrolichtbogenöfen entscheiden, sodass 2024 mit dem Bau der Aggregate begonnen werden könnte. Ein dafür erforderlicher Meilenstein ist die Inbetriebnahme einer 220-kV-Stromleitung in Linz bis spätestens Ende 2026.
Durch den langfristigen Umstieg auf eine völlig wasserstoffbasierte Stahlerzeugung bis 2050 wird eine CO2-neutrale Produktion angestrebt. Dazu laufen bereits Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit industriellen und wissenschaftlichen Partnern, unter anderem die Wasserstoffpilotanlage „H2FUTURE“ am Standort Linz, die Versuchsanlage „SuSteel“ (Sustainable Steelmaking) in Donawitz zur nachhaltigen Stahlherstellung und das ebenfalls dort betriebene Projekt „Hyfor“ (Hydrogen-Based Fine-Ore Reduction) zur Reduktion von ultrafeinen Eisenerzen mittels Wasserstoff.
Für prozessbedingt energieintensive Unternehmen wie die voestalpine ist neben eigenen Innovationen der politische Rahmen entscheidend. Kernfaktoren sind die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien (Strom, Wasserstoff) mit höchster Versorgungssicherheit zu wettbewerbsfähigen Preisen, abgestimmt auf die jeweiligen Transformationsschritte, die Unterstützung bei Investitions- und Betriebskosten sowie die Gewährleistung eines Carbon-Leakage-Schutzes vor Standortverlagerung aus der EU in andere Regionen mit weniger rigiden Klimaschutzvorgaben.
Da die Stahlindustrie als Branche mit hohem Carbon-Leakage-Risiko gilt, sah die EU-Emissionshandelsrichtlinie ursprünglich eine 100%ige Freizuteilung mit Zertifikaten für jene 10 % der Anlagen vor, welche die Benchmarkwerte erfüllen. Tatsächlich muss die voestalpine aktuell für rund ein Drittel der Gesamtemissionen zukaufen.
Die unter „Fit for 55“ zusammengefassten Pläne der EU-Kommission (minus 55 % CO2-Emissionen bis 2030) sehen sowohl bei der Revision der Emissionshandelsrichtlinie als auch mit einem parallel geplanten CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM, Carbon Border Adjustment Mechanism) unter anderem für die Stahlindustrie einen Paradigmenwechsel (Auslaufen der Freizuteilung, Verringerung der Gesamtzertifikatemenge und damit signifikant höheren Zukaufsbedarf für die EU-Stahlindustrie) vor.
Eine Quantifizierung der Effekte ist aktuell nur eingeschränkt möglich, weil die Diskussionen im Trilog (Parlament, Kommission, Rat) noch im Laufen sind und außer Vorschlägen der Kommission und (verschärften) Plänen des Umweltausschusses (ENVI) keine Informationen vorliegen, aus welchen verlässliche Planungsprämissen abgeleitet werden könnten.
In den Impairmenttests wurden die Auswirkungen – soweit zum jetzigen Zeitpunkt einschätzbar – berücksichtigt. Einerseits sind in der 5-Jahres-Mittelfristplanung bereits die Investitionen in Höhe von rund 1 Mrd. EUR für den ersten Schritt der Elektrifizierung enthalten und andererseits wurden Preissteigerungen zum heurigen, bereits schon hohen Preisniveau von mehr als 50 % bei den Emissionszertifikaten hinterlegt. In diesem Zusammenhang wird größtenteils eine Weitergabefähigkeit der höheren Kosten angenommen.
Zu all den beschriebenen Themen sind wesentliche politische Entscheidungen sowohl auf nationaler wie auch auf europäischer Ebene derzeit noch ausständig bzw. in Diskussion. Damit sind für die voestalpine – insbesondere auch vor dem Hintergrund unterschiedlicher energie- und transformationspolitischer Niveaus in den Mitgliedstaaten der EU – naturgemäß Risiken verbunden. Aus heutiger Sicht würde der Wegfall der Zuteilung von Gratis-Emissionszertifikaten, soweit nicht durch andere Gegensteuerungsmaßnahmen wenigstens teilweise kompensiert, den wesentlichsten wertreduzierenden Effekt nach sich ziehen.
Im Geschäftsjahr 2021/22 gab es keine Wertminderungsbedarfe aufgrund klimabezogener Risiken. Die Erwartungen in diesem Zusammenhang wurden in der Mittelfristplanung anhand der zum Stichtag verfügbaren Erkenntnisse mittels bestmöglicher Einschätzung berücksichtigt.
ERTRAGSREALISIERUNG
Im voestalpine-Konzern werden Umsatzerlöse realisiert, wenn ein Kunde die Verfügungsgewalt über Güter oder Dienstleistungen erlangt. Zur Art der Dienstleistungen und Güter in den verschiedenen Geschäftsbereichen wird auf die Erläuterungen in Punkt 2. Geschäftssegmente verwiesen.
In der Regel erfolgt die Umsatzrealisierung im Zeitpunkt der Lieferung der Güter unter Berücksichtigung der vereinbarten Vertragsgrundlagen. Im Allgemeinen ist dies der Zeitpunkt des Übergangs von Chancen und Risiken nach Maßgabe der vereinbarten Incoterms. Die Zahlungsbedingungen sehen dabei typischerweise Zahlungsziele von 30 bis 90 Tagen vor.
Der Transaktionspreis entspricht der vertraglich vereinbarten Gegenleistung unter Berücksichtigung etwaiger variabler Bestandteile. Variable Gegenleistungen werden nur erfasst, wenn es hochwahrscheinlich ist, dass es künftig nicht zu einer wesentlichen Rücknahme der Umsatzerlöse kommt.
Bei Serienprodukten, welche die Erlöserfassungskriterien des IFRS 15.35 (c) erfüllen, kommt eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung zur Anwendung. Hierbei handelt es sich vor allem um Produkte der Bereiche Automotive und Luftfahrt, die keine alternative Verwendungsmöglichkeit aufweisen, da sie konkret für einen Kunden anhand dessen spezifischer Anforderungen entwickelt und produziert werden und somit in der Regel für keinen anderen Zweck verwendet werden dürfen oder bei deren alternativer Verwendung ein wesentlicher Verlust eintreten würde. Für die in Produktion befindlichen Bauteile sowie für fertige Produkte besteht überdies ein rechtlich bzw. vertraglich durchsetzbarer Anspruch auf Kostenabgeltung inklusive einer angemessenen Marge, falls der Vertrag ohne Verschulden der Gesellschaft beendet wird.
Bei der zeitraumbezogenen Ertragsrealisierung erfolgt die Umsatzrealisierung in der Regel anteilig auf Basis des Verhältnisses der angefallenen Kosten zu den geschätzten Gesamtkosten. Diese Methode spiegelt den Leistungsfortschritt am verlässlichsten wider. Erwartete Verluste aus einem Vertrag werden sofort realisiert. Die Zahlungsströme erfolgen entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen. Die Zahlungsbedingungen sehen dabei typischerweise Zahlungsziele von 30 bis 90 Tagen vor.
Ansprüche des voestalpine-Konzerns auf Gegenleistung für abgeschlossene, zum Stichtag noch nicht abgerechnete Leistungen werden als Vertragsvermögenswerte unter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen ausgewiesen. Die unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Vertragsverbindlichkeiten betreffen vor allem von Kunden erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Lieferungen und Leistungen.
Investitionszuschüsse werden passiviert und über die Nutzungsdauer des Anlagegegenstandes aufgelöst. Kostenzuschüsse werden periodengerecht entsprechend den zugehörigen Aufwendungen vereinnahmt. In der Berichtsperiode werden Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 34,5 Mio. EUR (2020/21: 138,0 Mio. EUR) für Investitionen, Forschung und Entwicklung sowie arbeitsmarktfördernde Maßnahmen erfolgswirksam erfasst.
AUFWANDSREALISIERUNG
Betriebliche Aufwendungen werden mit der Inanspruchnahme der Leistung bzw. dem Zeitpunkt ihrer Verursachung erfasst. Im Geschäftsjahr 2021/22 betragen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 173,9 Mio. EUR (2020/21: 153,3 Mio. EUR).
SACHANLAGEN
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen bewertet.
Die Herstellungskosten bei selbst erstellten Sachanlagen beinhalten Einzelkosten sowie angemessene Teile der produktionsnotwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten und bei qualifizierten Vermögenswerten auch Fremdkapitalkosten. Als Anfangszeitpunkt der Aktivierung gilt jener Tag, ab dem Ausgaben für den Vermögenswert sowie Fremdkapitalkosten anfallen und die erforderlichen Arbeiten durchgeführt werden, um den Vermögenswert für seinen beabsichtigten Gebrauch oder Verkauf bereitzustellen.
Die Abschreibungen werden über die erwartete Nutzungsdauer linear erfolgsmindernd erfasst. Grundstücke werden nicht abgeschrieben. Die erwarteten Abschreibungssätze je Anlagenkategorie stellen sich wie folgt dar:
Gebäude | 2,0 – 20,0 % |
Technische Anlagen und Maschinen | 3,3 – 25,0 % |
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 5,0 – 20,0 % |
LEASING
Bei Vertragsbeginn beurteilt der Konzern, ob die Definition eines Leasingverhältnisses gemäß IFRS 16 erfüllt ist. Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Ist ein Eigentumsübergang vorgesehen oder ist die Ausübung einer Kaufoption hinreichend sicher, erfolgt die Abschreibung über die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht auf Wertminderung geprüft.
Es werden überwiegend folgende Abschreibungsdauern für Nutzungsrechte angewendet:
Nutzungsrechte für Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten | 13 – 600 Monate |
Nutzungsrechte für Technische Anlagen und Maschinen | 13 – 72 Monate |
Nutzungsrechte für Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 13 – 96 Monate |
Die Leasingverbindlichkeit wird mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz bewertet, sofern der dem Leasingverhältnis zugrunde liegende Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmt werden kann.
Im Rahmen der Folgebewertung wird die Leasingverbindlichkeit nach der Effektivzinsmethode bewertet und fortgeschrieben. Die entsprechenden Zinsaufwendungen sind in den Finanzaufwendungen enthalten. Es erfolgt eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit, wenn sich z. B. künftige Leasingzahlungen aufgrund einer Index- oder (Zins-)Satzänderung verändern oder wenn sich die Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ändert. Die Neubewertung führt in der Regel zu einer erfolgsneutralen Anpassung des Buchwerts des Nutzungsrechts.
In der Bilanz weist der Konzern Nutzungsrechte, die nicht die Definition einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie erfüllen, in den Sachanlagen und Leasingverbindlichkeiten in den Finanzverbindlichkeiten aus.
Das Wahlrecht, für Leasingverträge mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten (kurzfristige Leasingverhältnisse) und für Leasingverhältnisse für Vermögenswerte über geringem Wert kein Nutzungsrecht und keine Leasingverbindlichkeit anzusetzen, wird ausgeübt. Vermögenswerte von geringem Wert sind im voestalpine-Konzern jene Leasinggegenstände mit einem Anschaffungsneuwert von bis zu 5.000 EUR.
Bei Verträgen, die neben Leasing-Komponenten auch Nicht-Leasing-Komponenten enthalten, wird keine Trennung vorgenommen (davon ausgenommen sind Grundstücke und Gebäude).
IFRS 16 wird nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet.
Der Konzern tritt nicht als Leasinggeber auf.
FIRMENWERTE
Alle Unternehmenserwerbe werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Firmenwerte entstehen bei Erwerben von Tochterunternehmen sowie Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen.
Firmenwerte werden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet und gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern zumindest einmal jährlich sowie zusätzlich bei Vorliegen von Umständen, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, einem Impairmenttest unterzogen. Bei Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen beinhaltet der ausgewiesene Buchwert auch den Buchwert des Firmenwerts.
Negative Firmenwerte (Badwill) aus Unternehmenserwerben werden sofort erfolgswirksam erfasst.
Bei der Veräußerung von Tochterunternehmen wird der darauf entfallende Firmenwert auf der Grundlage der relativen Werte nach IAS 36.86 bei der Berechnung des Veräußerungsgewinnes oder -verlustes berücksichtigt.
ANDERE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Forschungsaufwendungen zur Erlangung von neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen werden sofort erfolgswirksam erfasst. Entsprechend IAS 38.57 werden Entwicklungsaufwendungen ab dem Zeitpunkt der Erfüllung der Voraussetzungen aktiviert. Somit wird eine Aktivierung von angefallenen Aufwendungen nicht nachgeholt, wenn sämtliche der oben genannten Voraussetzungen erst zu einem späteren Zeitpunkt vorliegen. Aufwendungen für selbst erstellte Firmenwerte und Marken werden sofort erfolgswirksam erfasst.
Andere immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Im Falle eines Unternehmenszusammenschlusses stellt der zum Erwerbsstichtag beizulegende Zeitwert die Anschaffungskosten dar. Die Abschreibungen werden erfolgsmindernd linear über die erwartete Nutzungsdauer erfasst. Die maximalen Nutzungsdauern auf Basis bisheriger Transaktionen betragen:
Auftragsstand | 1 Jahr |
Kundenbeziehungen | 15 Jahre |
Technologie | 10 Jahre |
Software | 10 Jahre |
IMPAIRMENTTEST VON ZAHLUNGSMITTELGENERIERENDEN EINHEITEN MIT UND OHNE FIRMENWERT SOWIE SONSTIGEN VERMÖGENSWERTEN
Zahlungsmittelgenerierende Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen Firmenwerte zugeordnet sind, sowie andere immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer werden zumindest einmal jährlich sowie zusätzlich bei Vorliegen von Umständen, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, einem Impairmenttest unterzogen. Alle anderen Vermögenswerte und zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden bei Vorliegen von Anhaltspunkten auf eine Wertminderung dahingehend überprüft. Die Durchführung des Impairmenttests erfolgt in der Regel nach dem Value-in-Use-Konzept.
Für Zwecke des Impairmenttests werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene, die selbstständig Cashflows generiert, zusammengefasst (zahlungsmittelgenerierende Einheit). Firmenwerte werden jenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, von denen erwartet wird, dass diese Nutzen aus Synergien aus dem betreffenden Unternehmenserwerb ziehen, und es muss sich um die niedrigste Ebene handeln, auf der der jeweilige Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird.
Der Wertminderungsaufwand wird in der Höhe erfasst, in der der Buchwert des einzelnen Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus Fair Value abzüglich der Veräußerungskosten und Nutzungswert. Wertminderungsaufwendungen bei zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, welchen Firmenwerte zugeordnet sind, verringern vorrangig den Buchwert des Firmenwerts. Darüber hinausgehende Wertminderungsaufwendungen reduzieren anteilig die Buchwerte der Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, wobei die Nettoveräußerungspreise der einzelnen Vermögenswerte die Untergrenze darstellen. Sofern der Impairmenttest für Firmenwerte für eine Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten durchgeführt wird und sich daraus eine Wertminderung ergibt, werden zusätzlich die einzelnen enthaltenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf Wertminderung überprüft und auf dieser Ebene zuerst eine etwaige Wertminderung von Vermögenswerten erfasst, um in der Folge eine erneute Überprüfung auf Ebene der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorzunehmen.
Wenn ein Anhaltspunkt vorliegt, dass ein Wertminderungsaufwand, der für einen Vermögenswert, eine zahlungsmittelgenerierende Einheit oder eine Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (mit Ausnahme von Firmenwerten) in früheren Perioden erfasst worden ist, nicht länger besteht oder sich vermindert haben könnte, ist der erzielbare Betrag zu schätzen, auf welchen in Folge zuzuschreiben ist (Wertaufholung). Siehe dazu Punkt 11. Wertminderungen und Wertaufholungen.
FINANZINSTRUMENTE
IFRS 9 enthält drei Bewertungskategorien, welche grundsätzlich – bis auf vereinzelte Wahlrechte – als Pflichtkategorien zu sehen sind:
Die Bewertung zum FVOCI findet im voestalpine-Konzern derzeit keine Anwendung.
Andere Finanzanlagen
Die anderen Finanzanlagen enthalten langfristige Forderungen und Ausleihungen, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sind. Gehaltene Eigenkapitalinstrumente (insbesondere Beteiligungen) werden zum FVTPL bewertet, da das Wahlrecht zur Bewertung zum FVOCI nicht angewendet wurde.
Alle übrigen lang- und kurzfristigen Finanzanlagen (insbesondere Wertpapiere) sind zwingend zum FVTPL zu bewerten, da diese entweder zu einem auf aktiven Kauf und Verkauf gerichteten Geschäftsmodell gehören oder das Zahlungsstromkriterium (Zahlungsströme zu festgelegten Zeitpunkten, die ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen bestehen) nicht erfüllen.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen werden grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Erkennbaren Risiken wird zum Großteil durch den Abschluss von Kreditversicherungen Rechnung getragen. Nicht bzw. niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem abgezinsten Barwert angesetzt. Verkaufte Forderungen werden gemäß den Vorschriften des IFRS 9 ausgebucht (siehe Punkt 29. Angaben zu außerbilanziellen Geschäften).
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zum Verkauf im Rahmen einer bestehenden Factoring-Vereinbarung bestimmt sind, werden aufgrund der Zuordnung zum Geschäftsmodell „Verkaufen“ zum FVTPL bewertet.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich aus dem Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten sowie Schecks zusammen und werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Wertberichtigungen
Für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, und für Vertragsvermögenswerte sind im voestalpine-Konzern Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste berücksichtigt (Portfoliowertberichtigung, „Stufe 1“ und „Stufe 2“). Der Konzern macht von der vereinfachten Vorgehensweise für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten Gebrauch, wonach für diese finanziellen Vermögenswerte unter bestimmten Voraussetzungen die Bemessung der Wertberichtigung stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste zu erfolgen hat.
Als Grundlage für die geschätzten erwarteten Kreditausfälle dienen Erfahrungswerte von tatsächlichen historischen Kreditausfällen der letzten fünf Jahre. Dabei werden Unterschiede zwischen den wirtschaftlichen Bedingungen zum Zeitpunkt der Sammlung der historischen Daten, den derzeitigen Bedingungen und der Sicht des Konzerns auf die wirtschaftlichen Bedingungen über die erwartete Laufzeit der Forderungen berücksichtigt. Aufgrund der bestehenden Kreditversicherungen und einem durch sehr gute bis gute Bonität dominierten und diversifizierten Kundenportfolio besteht keine signifikante Konzentration von Ausfallsrisiken. Für Forderungen mit beeinträchtigter Bonität („Stufe 3“) werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Zusätzliche Informationen zu den Wertberichtigungen sind in Punkt 24. Finanzinstrumente enthalten.
Derivative Finanzinstrumente
Derivative Finanzinstrumente werden im voestalpine-Konzern nur zu Sicherungszwecken für Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisrisiken gehalten. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) bewertet. Auf einen Teil davon findet Hedge Accounting im Sinne des IFRS 9 Anwendung. Dementsprechend werden Gewinne und Verluste bedingt durch Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten entweder im Gewinn oder Verlust oder im sonstigen Ergebnis (für den effektiven Teil eines Cashflow-Hedges) abgebildet. Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten sind unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen dargestellt. Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten sind unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Bei den derivativen Geschäften erfolgt täglich eine Bewertung nach der „Mark to Market“-Methode. Dabei wird jener Wert ermittelt, der erzielt werden würde, wenn das Sicherungsgeschäft glattgestellt wird (Liquidationsmethode). Eingangsgrößen für die Berechnung der Marktwerte sind am Markt beobachtbare Währungs- und Rohstoffkurse sowie Zinssätze. Basierend auf den Eingangsgrößen wird unter Einsatz allgemein anerkannter finanzmathematischer Formeln der Marktwert errechnet.
Die unrealisierten Gewinne oder Verluste aus Sicherungsgeschäften werden wie folgt behandelt:
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten (mit Ausnahme von Derivateverbindlichkeiten) werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
SONSTIGE UNTERNEHMENSANTEILE
Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und Anteile an assoziierten Unternehmen, welche in diesem Konzernabschluss nicht vollkonsolidiert oder nach der Equity-Methode einbezogen sind, werden unter den anderen Finanzanlagen und sonstigen Unternehmensanteilen ausgewiesen. Die Bewertung dieser sonstigen Vermögenswerte erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.
ERTRAGSTEUERN
Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens mit den aktuell gültigen Steuersätzen ermittelt.
In Übereinstimmung mit IAS 12 werden alle temporären Bewertungs- und Bilanzierungsdifferenzen zwischen der Steuerbilanz und dem Konzernabschluss als latente Steuern erfasst. Latente Steuern für Verlustvorträge werden in jener Höhe aktiviert, als ausreichende zu versteuernde (passive) temporäre Buchwertdifferenzen bestehen oder aufgrund von Planungsrechnungen ausreichende zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen werden, gegen die die Verlustvorträge verrechnet werden können.
Latente Steuern aufgrund von Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen, an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen werden in Übereinstimmung mit IAS 12.39 und IAS 12.44 grundsätzlich nicht angesetzt. Für geplante Dividenden, die der Quellensteuer unterliegen, werden passive Latenzen gebildet.
Die latenten Steuern werden auf Basis des jeweiligen landesüblichen Ertragsteuersatzes berechnet. Künftige fixierte Steuersätze werden für die Abgrenzung ebenfalls berücksichtigt. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, wenn diese gegenüber derselben Steuerbehörde bestehen und ein Anspruch auf Verrechnung gegeben ist.
VORRÄTE
Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten der Fertigstellung und des Vertriebs. In Ausnahmefällen können für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe im Einklang mit IAS 2.32 die Wiederbeschaffungskosten die Bewertungsgrundlage sein.
Die Ermittlung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten für gleichartige Vorräte erfolgt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren bzw. nach einem ähnlichen Verfahren. Die Herstellungskosten beinhalten direkt zurechenbare Kosten und alle anteiligen Material- und Fertigungsgemeinkosten auf Basis einer Normalauslastung. Fremdkapitalzinsen sowie allgemeine Verwaltungs- und Vertriebskosten werden nicht aktiviert.
EMISSIONSZERTIFIKATE
Gratiszertifikate werden aufgrund der unentgeltlichen Zuteilung über die gesamte Behaltedauer mit Anschaffungskosten von null bewertet. Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden mit ihren tatsächlichen Anschaffungskosten im kurzfristigen Vermögen erfasst und zum Bilanzstichtag zum Fair Value bewertet (jedoch mit den Anschaffungskosten begrenzt).
In den sonstigen Rückstellungen sind im Fall der Unterallokation Vorsorgen für CO2-Emissionszertifikate enthalten. Die Bewertung erfolgt mit dem Stichtagskurs (bzw. dem Buchwert) der dafür vorgesehenen Zertifikate.
PENSIONEN UND ANDERE ARBEITNEHMERVERPFLICHTUNGEN
Die Pensionen und anderen Arbeitnehmerverpflichtungen beinhalten Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen sowie Jubiläumsgelder und werden entsprechend IAS 19 nach der Barwertmethode („projected unit credit method“) bewertet.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste bei Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen werden im Jahr ihrer Entstehung ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste von Rückstellungen für Jubiläumsgelder werden sofort erfolgswirksam erfasst.
Abfertigungsverpflichtungen
Arbeitnehmer von österreichischen Gesellschaften, deren Dienstverhältnis vor dem 1. Jänner 2003 begonnen hat, haben im Falle einer Beendigung des Dienstverhältnisses durch den Arbeitgeber oder Pensionierung Anspruch auf eine Abfertigungszahlung. Die Höhe dieser Zahlung ist abhängig von der Anzahl der Dienstjahre und dem jeweiligen Lohn bzw. Gehalt zum Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses. Bei Arbeitnehmern, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat, ist ein beitragsorientiertes System vorgesehen. Diese Zahlungen an die externe Mitarbeitervorsorgekasse werden als Aufwendungen erfasst.
Beitragsorientierte Pensionspläne
Nach der Einzahlung des Beitrages in die verwaltende Pensionskasse bzw. Versicherung treffen das Unternehmen im Rahmen von beitragsorientierten Plänen keine weiteren Verpflichtungen.
Leistungsorientierte Pensionspläne
Im Rahmen von leistungsorientierten Pensionsplänen garantiert das Unternehmen dem Arbeitnehmer eine bestimmte Pensionshöhe. Die Pensionszahlung beginnt nach der Pensionierung (bzw. Berufsunfähigkeit oder Tod) und endet bei Ableben des ehemaligen Arbeitnehmers (bzw. seiner Hinterbliebenen). Witwen- und Witwerpensionen (in Höhe von 50 % – 75 % der Eigenpension) werden an überlebende Ehegatten bis zu deren Ableben oder Wiederverheiratung geleistet. Waisenrenten (in Höhe von 10 % – 20 % der Eigenpension) werden bis Vollendung der Ausbildung, maximal jedoch bis zum 27. Lebensjahr, an unterhaltspflichtige Kinder ausgezahlt.
Demzufolge ist das Langlebigkeitsrisiko das wesentlichste Risiko in den leistungsorientierten Pensionsplänen im Konzern. Den Bewertungen werden die jeweils aktuellsten Sterbetafeln zugrunde gelegt. Bei einer 10%igen relativen Verringerung bzw. Erhöhung der Sterblichkeit verändert sich bei den Pensionen die DBO zum Stichtag um +3,8 % bzw. –3,4 %. Andere Risiken wie etwa die Teuerung medizinischer Leistungen beeinflussen den Umfang der Verpflichtung nicht materiell.
Bei den Pensionsverpflichtungen im Konzern handelt es sich fast ausschließlich um bereits unverfallbare Anwartschaften.
Österreich
Die Pensionshöhe wird nach einem bestimmten Prozentsatz des Letztgehalts in Abhängigkeit der Dienstjahre oder einem fix valorisierten Betrag pro Dienstjahr berechnet. Der überwiegende Teil der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen ist an eine Pensionskasse ausgelagert, wobei das Unternehmen die Verpflichtung zur Begleichung allfälliger Unterdeckungen trägt.
Deutschland
In Deutschland existieren verschiedene Pensionsordnungen, deren Leistungsordnungen sich folgendermaßen darstellen lassen:
Ein kleiner Teil der Pensionen wird über Versicherungen finanziert, wobei die Verpflichtungen selbst in den Unternehmen verbleiben.
Die Bewertung des Sozialkapitals erfolgt in den Ländern mit wesentlichen leistungsorientierten Verpflichtungen auf Basis der nachstehenden Parameter:
2020/21 | 2021/22 | |
Zinssatz (%) | 0,80 | 1,90 |
Lohn-/Gehaltserhöhungen (%)1 | 3,00 | 3,50 |
Pensionserhöhungen (%)1 | 2,00 | 2,00 |
Pensionsalter Männer/Frauen | ||
Österreich | max. 62 Jahre | max. 62 Jahre |
Deutschland | 63 – 67 Jahre | 63 – 67 Jahre |
Sterbetafeln | ||
Österreich | AVÖ 2018-P | AVÖ 2018-P |
Deutschland | Heubeck- | Heubeck- |
1 Ansatz nur für gehaltsabhängige bzw. wertgesicherte Zusagen. | ||
Aus dem Sozialkapital resultierende Nettozinsaufwendungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den Finanzaufwendungen erfasst.
Jubiläumsgeldverpflichtungen
In den meisten österreichischen Konzerngesellschaften haben die Arbeitnehmer einen Anspruch auf Auszahlung eines Jubiläumsgeldes, der entweder auf einer kollektivvertraglichen oder einer Regelung in einer Betriebsvereinbarung beruht. Es handelt sich hierbei um eine Einmalzahlung nach Erreichen des jeweiligen Dienstjubiläums und diese beträgt – in der Regel – je nach Dauer der Dienstzeit zwischen einem und drei Monatsbezügen.
SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Sonstige Rückstellungen werden bei Bestehen von gegenwärtigen Verpflichtungen, resultierend aus vergangenen Ereignissen, welche zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen, mit jenem Betrag angesetzt, der auf Basis zuverlässiger Schätzungen am wahrscheinlichsten ist. Falls wesentlich, werden diese Rückstellungen abgezinst.
Die den Rückstellungen zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen abweichen, wenn sich die Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst.
Wir weisen darauf hin, dass unter Inanspruchnahme der Schutzklausel gemäß IAS 37.92 Angaben zu Rückstellungen dann nicht gemacht werden, wenn dadurch die Interessen des Unternehmens ernsthaft beeinträchtigt werden könnten.
EVENTUALVERBINDLICHKEITEN
Eventualverbindlichkeiten sind gegenwärtige Verpflichtungen aufgrund vergangener Ereignisse, für die der Abfluss von Ressourcen zur Regulierung der Verbindlichkeit unwahrscheinlich ist, oder mögliche Verpflichtungen aufgrund vergangener Ereignisse, deren Existenz oder Nichtexistenz von weniger sicheren zukünftigen Ereignissen abhängt, welche nicht unter der vollständigen Kontrolle des Unternehmens stehen. Wenn in äußerst seltenen Fällen eine bestehende Schuld nicht in der Bilanz als Rückstellung angesetzt werden kann, weil keine verlässliche Schätzung der Schuld möglich ist, ist ebenfalls eine Eventualverbindlichkeit zu erfassen.
Hinsichtlich möglicher Verpflichtungen weisen wir darauf hin, dass gemäß IAS 37.92 Angaben zu Eventualverbindlichkeiten dann nicht gemacht werden, wenn dadurch die Interessen des Unternehmens ernsthaft beeinträchtigt werden könnten.
MITARBEITERBETEILIGUNGSPROGRAMM
Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm in den österreichischen Konzerngesellschaften basiert auf der Verwendung eines Teils der kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltserhöhungen mehrerer Geschäftsjahre. Erstmals im Geschäftsjahr 2000/01 erhielten die Arbeitnehmer als Gegenleistung für eine um 1 % geringere Lohn- und Gehaltserhöhung Aktien der voestalpine AG.
In den Geschäftsjahren 2002/03, 2003/04, 2005/06, 2007/08, 2008/09, 2014/15 und 2018/19 wurden jeweils zusätzlich zu den bis dahin vereinbarten Beiträgen zwischen 0,3 %-Punkte und 0,5 %-Punkte der Kollektivvertragserhöhungen für die Beteiligung der Mitarbeiter an der voestalpine AG verwendet. Die tatsächliche Höhe der Beiträge ergibt sich aus den ermittelten Beiträgen auf Basis der Kollektivverträge zum 1. November 2002, 2003, 2005, 2007, 2008, 2014 bzw. 2018 sowie unter Anwendung einer jährlichen Erhöhung der Beiträge um 3,5 %. In den Geschäftsjahren 2012/13, 2013/14, 2016/17, 2017/18 und 2021/22 wurden für jene österreichischen Konzerngesellschaften, die erst ab einem späteren Zeitpunkt an der Mitarbeiterbeteiligung teilgenommen hatten, weitere Beiträge zwischen 0,27 %-Punkten und 0,50 %-Punkten der Kollektivvertragserhöhungen 2012, 2013, 2016, 2017 bzw. 2021 für die Beteiligung verwendet.
Zur Umsetzung des österreichischen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms wird jeweils eine Vereinbarung zwischen dem Betriebsrat und der Gesellschaft geschlossen. Die Aktien werden von der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung erworben und werden von dieser entsprechend dem jeweiligen Lohn- und Gehaltsverzicht des Mitarbeiters an diesen übertragen. Der Wert der Gegenleistung ist nicht von Kursschwankungen abhängig. IFRS 2 kommt für Aktienzuteilungen aufgrund von niedrigeren Kollektivvertragsabschlüssen daher nicht zur Anwendung.
Für Konzerngesellschaften außerhalb Österreichs wurde ein internationales Beteiligungsmodell entwickelt, das zunächst im Geschäftsjahr 2009/10 in mehreren Gesellschaften in Großbritannien und Deutschland gestartet werden konnte. Aufgrund der in diesen Pilotversuchen gesammelten sehr positiven Erfahrungen wurde das Modell in diesen beiden Ländern weiter ausgebaut sowie in den folgenden Geschäftsjahren schrittweise in den Niederlanden, in Polen, in Belgien, in der Tschechischen Republik, in Italien, in der Schweiz, in Rumänien, in Schweden und in Spanien neu eingeführt. Im Geschäftsjahr 2021/22 nahmen insgesamt 89 Gesellschaften in diesen elf Ländern an der internationalen Mitarbeiterbeteiligung teil.
Zum 31. März 2022 hält die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung für die Mitarbeiter rund 14,2 % (31. März 2021: 14,1 %) der Aktien der voestalpine AG. Darüber hinaus halten aktive und ehemalige Mitarbeiter der voestalpine rund 0,6 % (31. März 2021: 0,7 %) der Aktien der voestalpine AG, deren Stimmrechte von der Stiftung ausgeübt werden. Insgesamt werden somit zum 31. März 2022 die Stimmrechte von 14,8 % (31. März 2021: 14,8 %) des Grundkapitals der voestalpine AG in der Stiftung gebündelt.
C. KONSOLIDIERUNGSKREIS
Der Konsolidierungskreis (siehe Anlage zum Anhang „Beteiligungen“) wird nach den Bestimmungen der IFRS festgelegt. Der Konzernabschluss beinhaltet neben dem Jahresabschluss der voestalpine AG auch die Abschlüsse der von der voestalpine AG (und ihren Tochtergesellschaften) beherrschten Unternehmen. Beherrschte Unternehmen, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sind alleine und in Summe unwesentlich.
Tochterunternehmen sind Gesellschaften, welche vom Konzern beherrscht werden. Beherrschung besteht, wenn der voestalpine-Konzern Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus der Beteiligung ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund der Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann. Die Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen werden in den Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch den Konzern endet, einbezogen.
Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, auf welche der voestalpine-Konzern durch die Mitwirkung an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen über maßgeblichen Einfluss verfügt, wobei weder Beherrschung noch gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse vorliegt. Gemeinschaftsunternehmen sind gemeinsame Vereinbarungen, bei der die Partnerunternehmen (voestalpine-Konzern und ein oder mehrere Partner), die gemeinschaftlich die Führung über die Vereinbarung ausüben, Rechte am Nettovermögen des Unternehmens besitzen. Die Jahresabschlüsse von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden in den Konzernabschluss nach der Equity-Methode ab dem Erwerbszeitpunkt bis zum Veräußerungszeitpunkt einbezogen. Die assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sind in der Anlage zum Anhang „Beteiligungen“ angeführt.
ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREIS
Der Konsolidierungskreis hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
Vollkonsolidierung | Equity-Methode | |
Stand am 01.04.2021 | 280 | 11 |
Zugänge aus Unternehmenserwerben | ||
Änderung der Konsolidierungsmethode und Gründungen | ||
Zugänge | 8 | 2 |
Abgänge | ||
Umgründungen | –5 | |
Abgänge oder Veräußerung | –1 | |
Stand am 31.03.2022 | 283 | 12 |
davon ausländische Gesellschaften | 225 | 4 |
Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden folgende vollkonsolidierte Gesellschaften verschmolzen:
Name der Gesellschaft | Datum der |
EschmannStahl GmbH | 01.04.2021 |
voestalpine Metal Engineering US LLC | 01.04.2021 |
voestalpine Metal Forming US LLC | 01.04.2021 |
voestalpine High Performance Metals Corporation | 01.04.2021 |
voestalpine Steel US LLC | 01.04.2021 |
Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden folgende at-equity-konsolidierte Gesellschaften endkonsolidiert: | |
Name der Gesellschaft | Datum der |
SBI GmbH | 31.12.2021 |
NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN
Am 22. März 2022 wurde der Verkaufsbeschluss für 80 % der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Texas (bestehend aus einem Werk) im Segment Steel Division, welche sich mit der Herstellung von Hot Briquetted Iron (HBI) beschäftigt, vom Aufsichtsrat genehmigt. Der Vertrag zum Verkauf von 80 % wurde am 14. April 2022 unterzeichnet.
Darüber hinaus besteht weiterhin eine Vereinbarung zur langfristigen Absicherung von jährlich 420.000 Tonnen des in Corpus Christi produzierten HBI. Dies ist die Basis für eine weitere Dekarbonisierung der Stahlproduktion in Linz und Donawitz („greentec steel“). Diese Partnerschaft verringert das Spotmarktrisiko für die von der voestalpine nicht benötigten Mengen. Die Produktionskapazität des HBI-Werks beträgt rund zwei Millionen Tonnen pro Jahr.
Die Kriterien einer Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten wurden im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 erfüllt. Die zahlungsmittelgenerierende Einheit Texas wird vom Management als nicht fortgeführte Aktivitäten (discontinued operations) eingestuft, da diese einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig darstellt. Das Closing der Transaktion erfolgt voraussichtlich drei Monate nach dem Abschlussstichtag. Das Ergebnis stellt sich wie folgt dar:
2020/21 | 2021/22 | |
Umsatzerlöse | 364,7 | 589,4 |
Aufwendungen inkl. sonstige Aufwendungen | –592,91 | –589,2 |
Sonstige betriebliche Erträge | 5,2 | 1,8 |
Finanzerfolg | –1,0 | –0,7 |
Ergebnis vor Steuern und vor Bewertungsergebnis | –224,0 | 1,3 |
Ertragsteuern gem. IAS 12.81 h (ii) | 0,0 | 0,0 |
Bewertungsergebnis zum Fair Value abzgl. der Veräußerungskosten | 0,0 | 256,6 |
Ertragsteuern gem. IAS 12.81 h (i) | 0,0 | 0,0 |
Ergebnis nach Steuern | –224,0 | 257,9 |
davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnen | –224,0 | 257,9 |
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) aus nicht fortgeführten Aktivitäten | –1,25 | 1,44 |
Durchschnittlich gewichtete Anzahl der ausgegebenen Aktien | 178.520.595 | 178.520.616 |
1 Wertminderungen in Höhe von –163,1 Mio. EUR enthalten. | Mio. EUR | |
Der nicht fortgeführten Aktivität sind kumulative Erträge im sonstigen Ergebnis (OCI) in Höhe von 55,4 Mio. EUR zuzuordnen. Diese setzen sich ausschließlich aus Währungsumrechnungsdifferenzen zusammen.
Die Hauptgruppen der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der nicht fortgeführten Aktivitäten stellen sich zum 31. März 2022 wie folgt dar:
2021/22 | |
Sachanlagen | 659,0 |
Firmenwert | 22,4 |
Andere immaterielle Vermögenswerte | 10,2 |
Vorräte | 130,9 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 99,0 |
Summe Aktiva | 921,5 |
Finanzverbindlichkeiten | 30,5 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 64,6 |
Summe Passiva | 95,1 |
Mio. EUR |
Der Konzern bewertet die nicht fortgeführten Aktivitäten zum Fair Value abzüglich der Veräußerungskosten. Der Fair Value abzüglich der Veräußerungskosten in Höhe von 727,9 Mio. EUR leitet sich aus dem voraussichtlichen Verkaufserlös (Fair Value Level 3) für den Verkauf für 80 % ab. Zum 31. März 2022 wurde eine Zuschreibung in Höhe von 256,6 Mio. EUR in den Bereichen „Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten“ sowie „Technische Anlagen und Maschinen“ im Bewertungsergebnis zum Fair Value abzüglich der Veräußerungskosten erfasst.
In der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2020/21) wurden in der Steel Division bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Texas, welche sich mit der Herstellung von Hot Briquetted Iron (HBI) beschäftigt, Wertminderungen in den Bereichen „Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten“ sowie „Technische Anlagen und Maschinen“ in Höhe von insgesamt 163,1 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die wirtschaftliche Entwicklung, geprägt durch die COVID-19-Krise, führte im Vergleich zum 31. März 2020 zu einer weiteren Anpassung der kurzfristigen Ertragserwartungen. Aufgrund des verschlechterten Schrott-/Erzpreisverhältnisses verfiel der HBI-Spotmarktpreis in wesentlich stärkerem Ausmaß als erwartet. Diese hohe Preissensitivität der HBI-Spotmarktpreise sowie die Erwartung auch weiterhin bestehender Rohstoffpreisvolatilitäten führten auch zu einer Rücknahme insbesondere der mittelfristigen Ertragserwartungen sowie der Cashflows für die Einheit Texas. Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) für diese Einheit betrug zum 30. September 2020 447,8 Mio. EUR. Der angewendete Abzinsungssatz lag bei 6,79 % nach Steuern, vor Steuern 7,98 %.
D. UNTERNEHMENSERWERBE UND SONSTIGE ZUGÄNGE ZUM KONSOLIDIERUNGSKREIS
Im Geschäftsjahr 2021/22 werden folgende Gesellschaften im Konzernabschluss erstmalig einbezogen:
Name der Gesellschaft | Anteil in % | Datum der |
Vollkonsolidierung | ||
voestalpine High Performance Metals DIGITAL SOLUTIONS GmbH | 100,000 % | 13.04.2021 |
voestalpine High Performance Metals SCM GmbH | 100,000 % | 17.04.2021 |
voestalpine High Performance Metals SCM GmbH & Co KG | 100,000 % | 21.04.2021 |
voestalpine Giesserei Traisen Verwaltung GmbH | 100,000 % | 24.06.2021 |
voestalpine US Holding GmbH | 100,000 % | 08.07.2021 |
voestalpine High Performance Metals LLC | 100,000 % | 12.07.2021 |
voestalpine Steel US Holding LLC | 100,000 % | 30.07.2021 |
voestalpine US Holding LLC | 100,000 % | 20.08.2021 |
At-equity-Konsolidierung | ||
voestalpine Digital Track Management GmbH | 50,000 % | 25.09.2021 |
VA Erzberg GmbH | 0,000 % | 01.01.2022 |
Bei den Konsolidierungskreiszugängen der vollkonsolidierten Gesellschaften handelt es sich um acht neu gegründete Gesellschaften.
Die Einbeziehung von akquirierten Gesellschaften in den Konzernabschluss erfolgt unter Fortführung der gemäß IFRS 3 zum Akquisitionsstichtag ermittelten beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden unter Berücksichtigung der entsprechenden Abschreibungen. Der Bilanzwert der nicht beherrschenden Anteile bestimmt sich nach den fortgeführten Fair Values der erworbenen Vermögensgegenstände und Schulden.
Die Aufstockung von Mehrheitsbeteiligungen wird als Transaktion zwischen Eigentümern behandelt. Die Differenz zwischen den Anschaffungskosten für die zusätzlichen Anteile und dem anteiligen Buchwert der nicht beherrschenden Anteile wird direkt im Eigenkapital erfasst.
In der Berichtsperiode wurden für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen 3,4 Mio. EUR (2020/21: 0,0 Mio. EUR) bezahlt bzw. mit einem Darlehen verrechnet. Nicht beherrschende Anteile in Höhe von 7,7 Mio. EUR (2020/21: 0,3 Mio. EUR) wurden ausgebucht, ein Betrag in Höhe von 4,3 Mio. EUR (2020/21: 0,3 Mio. EUR) wurde direkt im Eigenkapital verrechnet.
Put-Optionen, welche nicht beherrschenden Gesellschaftern für ihre Anteile an Konzerngesellschaften eingeräumt wurden, werden mit ihrem Fair Value als Verbindlichkeit passiviert. Sofern für den Einzelfall ein Übergang der mit dem Eigentum am nicht beherrschenden Anteil verbundenen Chancen und Risiken bereits zum Zeitpunkt des Mehrheitserwerbs erfolgt ist, geht man von einem Erwerb von 100 % der Gesellschaft aus. Liegt hingegen kein Chancen- und Risikotransfer vor, werden die nicht beherrschenden Anteile weiterhin im Eigenkapital ausgewiesen. Die Verbindlichkeit wird erfolgsneutral aus den Gewinnrücklagen dotiert („double credit approach“). Die Folgebewertung wird erfolgswirksam vorgenommen.
Die Verbindlichkeiten für offene Put-Optionen betragen zum 31. März 20228,8 Mio. EUR (31. März 2021: 8,6 Mio. EUR). Im Rahmen der Bewertung wird die Discounted Cashflow-Methode unter Beachtung der vertraglichen Höchstgrenzen angewendet. Inputfaktoren in der Discounted Cashflow-Methode sind insbesondere die Mittelfristplanung sowie der Diskontierungszins.
E. TOCHTERUNTERNEHMEN MIT WESENTLICHEN NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILEN
Name des Tochterunternehmens | Sitz | 31.03.2021 | 31.03.2022 |
voestalpine Tubulars GmbH & Co KG | Kindberg, Österreich | ||
Eigentumsanteil | 49,8875 % | 49,8875 % | |
Beteiligungsquote der Anteile ohne beherrschenden Einfluss | 50,1125 % | 50,1125 % | |
CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. | Qinhuangdao, China | ||
Eigentumsanteil | 50,0000 % | 50,0000 % | |
Beteiligungsquote der Anteile ohne beherrschenden Einfluss | 50,0000 % | 50,0000 % |
Die gesamten nicht beherrschenden Anteile der Periode betragen 154,6 Mio. EUR (31. März 2021: 125,3 Mio. EUR), wovon 44,7 Mio. EUR (31. März 2021: 37,2 Mio. EUR) auf die voestalpine Tubulars GmbH & Co KG und 39,9 Mio. EUR (31. März 2021: 27,6 Mio. EUR) auf die CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. entfallen. Die weiteren nicht beherrschenden Anteile sind einzeln für den Konzern als unwesentlich anzusehen.
Nachfolgend werden zusammengefasste Finanzinformationen für jedes Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen, die für den Konzern wesentlich sind, dargestellt. Die Angaben entsprechen den Beträgen vor Eliminierung konzerninterner Transaktionen.
ZUSAMMENGEFASSTE BILANZ
voestalpine Tubulars | CNTT Chinese New Turnout | |||
31.03.2021 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Langfristiges Vermögen | 111,3 | 103,5 | 16,1 | 16,2 |
Kurzfristiges Vermögen | 102,6 | 179,6 | 100,4 | 104,1 |
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 24,6 | 24,6 | 1,8 | 2,0 |
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 130,1 | 183,3 | 59,5 | 38,6 |
Nettovermögen (100 %) | 59,2 | 75,2 | 55,2 | 79,7 |
Mio. EUR | ||||
ZUSAMMENGEFASSTE GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
voestalpine Tubulars | CNTT Chinese New Turnout | |||
2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | |
Umsatzerlöse | 213,9 | 466,5 | 91,0 | 73,6 |
EBIT | –48,9 | 20,5 | 15,6 | 27,7 |
Ergebnis nach Steuern | –50,1 | 17,5 | 13,8 | 23,8 |
Zuzurechnen den: | ||||
Anteilseignern des Mutterunternehmens | –25,0 | 8,7 | 6,9 | 11,9 |
Nicht beherrschenden Gesellschaftern | –25,1 | 8,8 | 6,9 | 11,9 |
An nicht beherrschende Gesellschafter gezahlte Dividenden | 0,0 | 0,0 | 9,5 | 2,7 |
Mio. EUR | ||||
ZUSAMMENGEFASSTE KAPITALFLUSSRECHNUNG
voestalpine Tubulars | CNTT Chinese New Turnout | |||
2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | |
Cashflow aus der Betriebstätigkeit | 1,7 | –10,8 | 17,0 | 27,9 |
Cashflow aus der Investitionstätigkeit | –6,8 | –8,7 | –0,1 | –0,4 |
davon Investitionen/Devestitionen in andere Finanzanlagen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | 5,2 | 19,4 | –17,0 | –18,4 |
Verminderung/Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 0,1 | –0,1 | –0,1 | 9,1 |
Mio. EUR | ||||
F. ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN
ANTEILE AN NICHT WESENTLICHEN GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN
Die Ergebnisse aus den Gemeinschaftsunternehmen, welche für den voestalpine-Konzernabschluss für sich genommen nicht wesentlich sind, werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die Anteilshöhen sind in der Anlage zum Anhang „Beteiligungen“ angeführt. Die Angaben beziehen sich jeweils auf den Anteil des voestalpine-Konzerns an den nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen und stellen sich wie folgt dar:
2020/21 | 2021/22 | |
Anteil des Konzerns am | ||
Ergebnis nach Steuern | 0,2 | –0,3 |
Sonstigen Ergebnis | 0,0 | 0,4 |
Gesamtergebnis | 0,2 | 0,1 |
Buchwert nicht wesentliche Gemeinschaftsunternehmen | 5,2 | 4,4 |
Mio. EUR |
Die voestalpine Giesserei Linz GmbH hält an Jiaxing NYC Industrial Co., Ltd. 51,0 %. Der Gesellschaftsvertrag verlangt für alle wesentlichen Entscheidungen (Budget, Investitionen) zumindest eine Stimme des jeweils anderen Partners. Daraus wird abgeleitet, dass die Beteiligung trotz eines Anteils in Höhe von 51,0 % nicht beherrscht wird.
ANTEILE AN NICHT WESENTLICHEN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN
Die Ergebnisse aus assoziierten Unternehmen, welche für den voestalpine-Konzernabschluss für sich genommen nicht wesentlich sind, werden nach der Equity-Methode bilanziert. Die Angaben beziehen sich jeweils auf den Anteil des voestalpine-Konzerns an den assoziierten Unternehmen und stellen sich wie folgt dar:
2020/21 | 2021/22 | |
Anteil des Konzerns am | ||
Ergebnis nach Steuern | 13,5 | 30,8 |
Sonstigen Ergebnis | –0,2 | 2,9 |
Gesamtergebnis | 13,3 | 33,7 |
Buchwert nicht wesentliche assoziierte Unternehmen | 130,5 | 158,3 |
Mio. EUR |
Die assoziierten Unternehmen inklusive Anteilshöhe sind in der Anlage zum Anhang „Beteiligungen“ angeführt.
G. ERLÄUTERUNGEN UND SONSTIGE ANGABEN
1. UMSATZERLÖSE
Die Umsätze resultieren ausschließlich aus Verträgen mit Kunden im Sinne des IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden) und enthalten alle Erträge, die aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des voestalpine-Konzerns resultieren.
In Übereinstimmung mit IFRS 15.121 werden keine Angaben zu den verbleibenden Leistungsverpflichtungen zum 31. März 2022 gemacht, da alle Leistungsverpflichtungen eine erwartete ursprüngliche Laufzeit von einem Jahr oder weniger haben.
Die folgende Tabelle enthält Informationen zur Aufteilung des Außenumsatzes des voestalpine-Konzerns nach Regionen und Branchen für das Geschäftsjahr 2021/22 bzw. 2020/21:
UMSATZAUFTEILUNG NACH REGIONEN
Steel | High Performance | ||||
2020/211 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | ||
Europäische Union (ohne Österreich) | 2.370,0 | 3.619,5 | 967,2 | 1.275,9 | |
Österreich | 447,9 | 684,0 | 79,9 | 160,1 | |
USMCA | 181,5 | 293,1 | 292,9 | 408,0 | |
Asien | 128,0 | 85,5 | 477,3 | 558,0 | |
Südamerika | 13,9 | 49,6 | 173,3 | 265,5 | |
Übrige Welt | 333,5 | 409,8 | 276,7 | 330,8 | |
Summe Umsatz nach Regionen | 3.474,8 | 5.141,5 | 2.267,3 | 2.998,3 | |
1 Geschäftsjahr 2020/21 rückwirkend angepasst. | |||||
UMSATZAUFTEILUNG NACH BRANCHEN
Steel | High Performance | ||||
2020/211 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | ||
Automobilindustrie | 1.299,6 | 1.658,4 | 609,9 | 794,9 | |
Energieindustrie | 501,5 | 728,0 | 368,6 | 501,9 | |
Bahnsysteme | 8,7 | 7,0 | 10,3 | 16,4 | |
Bauindustrie | 383,2 | 667,9 | 81,8 | 105,2 | |
Maschinen- und Stahlbau | 182,4 | 362,5 | 494,9 | 667,5 | |
Haushaltsgeräte/Konsumgüter | 132,6 | 204,3 | 329,7 | 394,6 | |
Luftfahrt | 0,0 | 0,0 | 164,8 | 247,8 | |
Sonstige | 966,8 | 1.513,4 | 207,3 | 270,0 | |
Summe Umsatz nach Branchen | 3.474,8 | 5.141,5 | 2.267,3 | 2.998,3 | |
1 Geschäftsjahr 2020/21 rückwirkend angepasst. | |||||
Metal Engineering | Metal Forming | Sonstige | Summe Konzern | |||||
2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | 2020/211 | 2021/22 | |
1.270,9 | 1.546,1 | 1.491,0 | 1.826,6 | 6,9 | 13,7 | 6.106,0 | 8.281,8 | |
206,8 | 271,4 | 93,4 | 126,8 | 1,9 | 1,7 | 829,9 | 1.244,0 | |
376,3 | 630,4 | 526,9 | 840,8 | 0,1 | 0,0 | 1.377,7 | 2.172,3 | |
359,9 | 362,1 | 141,3 | 173,2 | 0,5 | 0,5 | 1.107,0 | 1.179,3 | |
47,3 | 70,2 | 77,8 | 150,2 | 0,0 | 0,0 | 312,3 | 535,5 | |
365,6 | 454,6 | 193,2 | 315,1 | 0,0 | 0,0 | 1.169,0 | 1.510,3 | |
2.626,8 | 3.334,8 | 2.523,6 | 3.432,7 | 9,4 | 15,9 | 10.901,9 | 14.923,2 | |
Mio. EUR | ||||||||
Metal Engineering | Metal Forming | Sonstige | Summe Konzern | |||||
2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | 2020/211 | 2021/22 | |
344,6 | 540,2 | 1.372,7 | 1.616,9 | 0,0 | 0,0 | 3.626,8 | 4.610,4 | |
382,0 | 653,3 | 35,1 | 64,6 | 0,0 | 0,0 | 1.287,2 | 1.947,8 | |
1.444,4 | 1.530,4 | 0,6 | 1,3 | 0,0 | 0,0 | 1.464,0 | 1.555,1 | |
73,5 | 101,3 | 623,8 | 1.014,6 | 0,0 | 0,0 | 1.162,3 | 1.889,0 | |
131,1 | 162,3 | 201,6 | 328,2 | 0,0 | 0,0 | 1.010,0 | 1.520,5 | |
30,2 | 45,1 | 98,2 | 123,7 | 0,0 | 0,0 | 590,7 | 767,7 | |
0,0 | 0,0 | 13,1 | 7,7 | 0,0 | 0,0 | 177,9 | 255,5 | |
221,0 | 302,2 | 178,5 | 275,7 | 9,4 | 15,9 | 1.583,0 | 2.377,2 | |
2.626,8 | 3.334,8 | 2.523,6 | 3.432,7 | 9,4 | 15,9 | 10.901,9 | 14.923,2 | |
Mio. EUR | ||||||||
2. GESCHÄFTSSEGMENTE
Der voestalpine-Konzern verfügt über fünf berichtspflichtige Segmente: Steel Division, High Performance Metals Division, Metal Engineering Division, Metal Forming Division sowie Sonstige. Das Berichtssystem spiegelt das interne Finanzberichtswesen, die Managementstruktur und die Hauptquellen der Risiken und Chancen der Gesellschaft wider und orientiert sich im Wesentlichen an der Art der angebotenen Produkte.
Zur Steel Division zählt die Produktion von anspruchsvollen warm- und kaltgewalzten sowie elektrolytisch verzinkten, feuerverzinkten und organisch beschichteten Stahlbändern. Hinzu kommen Elektroband, Grobblech- und Gießereiprodukte sowie die nachgelagerten Bereiche Steel & Service Center und Logistik Service. Die Division ist erste Anlaufstelle namhafter Automobilhersteller und -zulieferer für strategische Produktentwicklungen und begleitet ihre Kunden global. Darüber hinaus ist sie einer der wichtigsten Partner der europäischen Haus- sowie der Maschinenbauindustrie. Für den Energiebereich fertigt sie Grobbleche für Anwendungen in schwierigsten Bedingungen, wobei neben dem traditionellen Öl- und Gassegment auch die erneuerbare Energie mit maßgeschneiderten Lösungen versorgt wird.
Die High Performance Metals Division ist globaler Marktführer im Bereich hochlegierter Werkzeugstahl und Schnellarbeitsstahl. Im Segment der Sonderlegierungen für die Öl- und Gasindustrie, Luftfahrtindustrie und den Energiemaschinenbau besetzt die High Performance Metals Division eine führende Position am Weltmarkt, wobei auch Nickelbasis- und Titanwerkstoffe zum Einsatz kommen. Die Division verfügt über ein weltweites Netz an Servicecentern mit Fokus auf Werkzeugbau, wo neben der Lagerhaltung und Vorbearbeitung der Spezialstähle auch Bauteilbearbeitung, Wärmebehandlungs- und Beschichtungsdienstleistungen angeboten werden. Speziell für die Öl- und Gasindustrie bietet die Division in Houston, Texas, USA, Singapur und Birmingham, Großbritannien, ein breites Leistungsspektrum in Form von Logistik, Distribution und Bearbeitung an, womit die technologisch führende Rolle durch eine One-Stop-Shop-Lösung für die Kunden untermauert wird. Als Geschäftsfeld mit großer Bedeutung für die Zukunft wird Additive Manufacturing gesehen. An den Standorten in Düsseldorf, Deutschland, Toronto, Kanada, Houston, Texas, USA, Singapur, Shanghai, China, Dongguan, China und Nantou, Taiwan, werden Teile aus metallischem Pulver erzeugt. Durch die Fertigung des Pulvers in den Werken in Hagfors, Schweden, und Kapfenberg, Österreich, deckt die Division die gesamte Wertschöpfungskette ab – vom Pulver bis zum fertig „gedruckten“ Teil.
In der Metal Engineering Division werden die Kompetenzen als Weltmarktführer im Bereich der Weichentechnologie und als führender Anbieter von Premiumschienen und digitalen Überwachungssystemen sowie von Services im Bereich der Bahninfrastruktur gebündelt. Außerdem bietet die Division ein breites Sortiment an hochqualitativem Walzdraht und gezogenem Draht, an Premiumnahtlosrohren für Spezialanwendungen sowie an hochqualitativen Schweißzusatzwerkstoffen und Schweißmaschinen an. Die Metal Engineering Division verfügt zudem über eine eigene Stahlbasis, durch die eine Vormaterialversorgung innerhalb der Division auf höchstem Qualitätsniveau sichergestellt ist.
Die Metal Forming Division ist das Kompetenzzentrum der voestalpine für hochentwickelte Profil-, Rohr- und Präzisionsbandstahlprodukte sowie für einbaufertige Systemkomponenten aus Press-, Stanz- und rollprofilierten Teilen und Lagersystemlösungen. Mit der branchenweit einzigartigen Verbindung von Werkstoffexpertise und Verarbeitungskompetenz sowie einer weltweiten Präsenz ist die Division der Partner erster Wahl für innovations- und qualitätsorientierte Kunden. Zu diesen zählen nahezu alle führenden Hersteller der Automobil- und Automobilzulieferindustrie mit einem deutlichen Schwerpunkt im Premiumsegment sowie zahlreiche Unternehmen in der Nutzfahrzeug-, Bau-, Lager-, Energie- und (Land-)Maschinenindustrie.
Zum Segment Sonstige gehören neben der Konzernholding zwei Holdinggesellschaften für die US-amerikanische Steuergruppe, zwei Finanzierungsgesellschaften sowie je eine Rohstoffeinkaufs- und Personalservicegesellschaft wie auch die Gesellschaften der group-IT. Diese wurden zusammengefasst, da die Koordination und Unterstützung der Tochtergesellschaften im Vordergrund stehen.
Die Umsatzerlöse, Aufwendungen und Ergebnisse der Segmente beinhalten Lieferungen und Leistungen zwischen den Geschäftssegmenten. Diese Lieferungen und Leistungen werden zu Verrechnungspreisen bewertet, die konkurrenzfähigen Marktpreisen entsprechen, die nicht nahestehenden Kunden für ähnliche Produkte verrechnet werden. Diese Transaktionen werden im Konzernabschluss eliminiert.
Der voestalpine-Konzern verwendet als maßgebliche Kennzahlen EBIT und EBITDA, um die Entwicklung der Segmente darzustellen. Im voestalpine-Konzern sind diese Kennzahlen allgemein anerkannte Indikatoren für die Darstellung der Ertragskraft.
Die Geschäftssegmente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:
GESCHÄFTSSEGMENTE
Steel | High Performance | ||||
2020/211 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | ||
Segmentumsätze | 3.852,0 | 5.701,8 | 2.299,8 | 3.052,2 | |
davon Umsatzerlöse mit externen Kunden | 3.474,8 | 5.141,5 | 2.267,4 | 2.998,3 | |
davon Umsatzerlöse mit anderen Segmenten | 377,2 | 560,3 | 32,4 | 53,9 | |
EBITDA | 501,8 | 1.150,9 | 214,4 | 399,4 | |
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 267,9 | 261,7 | 165,5 | 172,5 | |
davon Wertminderungen | 0,0 | 0,0 | 2,0 | 16,5 | |
Wertaufholungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | |
Ergebnisse von equitykonsolidierten Unternehmen | 9,6 | 24,5 | 0,0 | 0,0 | |
EBIT | 233,8 | 889,1 | 48,8 | 226,9 | |
EBIT-Marge | 6,1 % | 15,6 % | 2,1 % | 7,4 % | |
Zinsen und ähnliche Erträge sowie Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen | 0,9 | 0,5 | 7,4 | 9,9 | |
Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 28,1 | 20,7 | 50,2 | 46,2 | |
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 8,0 | –194,9 | 3,7 | –39,0 | |
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten | 216,7 | 681,7 | 11,2 | 151,7 | |
Segmentvermögen | 4.757,62 | 5.808,52 | 4.193,3 | 4.702,1 | |
davon Anteile an equitykonsolidierten Unternehmen | 105,5 | 127,3 | 0,0 | 0,0 | |
Nettofinanzverschuldung | 1.402,02 | 903,82 | 1.365,8 | 1.415,1 | |
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 153,62 | 240,82 | 219,3 | 207,0 | |
Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) | 10.4613 | 10.7033 | 12.586 | 13.291 | |
1 Geschäftsjahr 2020/21 teilweise rückwirkend angepasst. | |||||
2 Inkl. Werte aus nicht fortgeführten Aktivitäten. | |||||
3 Inkl. Beschäftigte (Vollzeitäquivalent) aus nicht fortgeführten Aktivitäten. | |||||
Metal Engineering | Metal Forming | Sonstige | Überleitung | Summe Konzern | ||||||
2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | 2020/211 | 2021/22 | |
2.667,3 | 3.376,2 | 2.553,9 | 3.474,4 | 1.231,5 | 1.815,8 | –1.702,6 | –2.497,2 | 10.901,9 | 14.923,2 | |
2.626,7 | 3.334,8 | 2.523,6 | 3.432,7 | 9,4 | 15,9 | 0,0 | 0,0 | 10.901,9 | 14.923,2 | |
40,6 | 41,4 | 30,3 | 41,7 | 1.222,1 | 1.799,9 | –1.702,6 | –2.497,2 | 0,0 | 0,0 | |
229,7 | 405,8 | 273,8 | 433,1 | –70,0 | –85,6 | –1,6 | –12,3 | 1.148,1 | 2.291,3 | |
213,4 | 177,9 | 149,9 | 212,3 | 13,1 | 12,6 | 0,0 | 0,0 | 809,8 | 837,0 | |
34,0 | 0,0 | 7,7 | 63,7 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 43,7 | 80,2 | |
0,0 | 0,0 | 1,4 | 11,8 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 1,4 | 11,8 | |
0,4 | 0,3 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 3,6 | 5,7 | 13,6 | 30,5 | |
16,3 | 227,9 | 124,0 | 220,8 | –83,1 | –98,1 | –1,6 | –12,3 | 338,2 | 1.454,3 | |
0,6 % | 6,8 % | 4,9 % | 6,4 % | 3,1 % | 9,7 % | |||||
2,7 | 2,2 | 1,7 | 6,5 | 165,7 | 247,8 | –165,7 | –246,4 | 12,7 | 20,5 | |
34,3 | 33,0 | 29,4 | 27,5 | 136,0 | 220,6 | –153,5 | –240,7 | 124,5 | 107,3 | |
2,8 | –44,7 | 4,2 | –62,4 | 2,5 | 28,0 | –0,3 | 2,9 | 20,9 | –310,1 | |
–12,2 | 152,6 | 101,0 | 137,4 | –51,4 | 1.489,8 | –9,6 | –1.540,8 | 255,7 | 1.072,4 | |
3.345,5 | 3.744,3 | 2.645,3 | 2.904,7 | 10.632,6 | 11.262,4 | –10.664,1 | –11.397,3 | 14.910,22 | 17.024,72 | |
5,3 | 5,4 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 24,9 | 30,0 | 135,7 | 162,7 | |
1.051,9 | 999,4 | 855,9 | 782,3 | –1.932,9 | –1.809,1 | 0,1 | –0,3 | 2.742,82 | 2.291,22 | |
129,1 | 122,3 | 99,8 | 125,6 | 8,6 | 12,7 | 0,0 | 0,0 | 610,42 | 708,42 | |
13.145 | 13.528 | 11.525 | 11.766 | 937 | 937 | 0 | 0 | 48.6543 | 50.2253 | |
Mio. EUR | ||||||||||
In den folgenden Tabellen wird die Überleitung zu den Kennzahlen EBITDA und EBIT dargestellt:
EBITDA
2020/211 | 2021/22 | |
Währungsdifferenzen und Ergebnis aus Derivatebewertung | –3,8 | –4,0 |
Konsolidierung | 2,2 | –8,3 |
EBITDA – Summe Überleitung | –1,6 | –12,3 |
1 Geschäftsjahr 2020/21 rückwirkend angepasst. | Mio. EUR |
EBIT
2020/211 | 2021/22 | |
Währungsdifferenzen und Ergebnis aus Derivatebewertung | –3,8 | –4,0 |
Konsolidierung | 2,2 | –8,3 |
EBIT – Summe Überleitung | –1,6 | –12,3 |
1 Geschäftsjahr 2020/21 rückwirkend angepasst. | Mio. EUR |
Alle übrigen Kennzahlen enthalten ausschließlich Konsolidierungseffekte.
Geografische Informationen
In der folgenden Tabelle werden ausgewählte Finanzinformationen nach den wesentlichen geografischen Regionen zusammengefasst dargestellt. Segmenterlöse von externen Kunden sind nach geografischen Regionen auf der Grundlage des Standorts der Kunden angegeben.
Langfristige Vermögenswerte und Investitionen sind nach Unternehmensstandorten zugeordnet.
Österreich | Europäische Union | Übrige Länder | ||||
2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | |
Außenumsätze | 829,9 | 1.244,0 | 6.106,01 | 8.281,8 | 3.966,01 | 5.397,4 |
Langfristige Vermögenswerte | 5.235,0 | 5.178,4 | 1.580,5 | 1.530,2 | 1.216,4 | 828,2 |
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 390,0 | 430,7 | 124,7 | 128,2 | 95,7 | 149,5 |
1 Geschäftsjahr 2020/21 rückwirkend angepasst. | Mio. EUR | |||||
Der voestalpine-Konzern weist keine Umsatzerlöse aus Geschäftsvorfällen mit einem einzigen externen Kunden auf, die sich auf mindestens 10 % der Umsatzerlöse des Unternehmens belaufen.
3. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
2020/211 | 2021/22 | |
Gewinne aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 8,3 | 16,0 |
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 40,5 | 36,4 |
Kursgewinne | 117,5 | 133,6 |
Erträge aus der Bewertung von Derivaten | 7,7 | 20,0 |
Gewinne aus Endkonsolidierung | 0,1 | 0,0 |
Übrige betriebliche Erträge | 314,4 | 239,9 |
488,5 | 445,9 | |
1 Geschäftsjahr 2020/21 teilweise rückwirkend angepasst. | Mio. EUR |
Im Geschäftsjahr 2021/22 sind in den übrigen betrieblichen Erträgen 118,7 Mio. EUR (2020/21: 88,6 Mio. EUR) betriebliche Erlöse aus dem Verkauf von Produkten, die nicht Hauptzweck des Unternehmens sind (Nebenprodukte), enthalten. Weiters sind in den übrigen betrieblichen Erträgen 15,5 Mio. EUR (2020/21: 104,5 Mio. EUR) Erträge aus Kurzarbeitszuschüssen und sonstigen Personalkostenzuschüssen der öffentlichen Hand enthalten. Die Gewinne aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen beinhalten 11,8 Mio. EUR (2020/21: 1,4 Mio. EUR) aus Wertaufholungen.
4. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
2020/211 | 2021/22 | |
Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen und vom Ertrag fallen | 15,8 | 15,4 |
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen | 4,0 | 5,4 |
Kursverluste | 112,4 | 110,4 |
Aufwendungen aus der Bewertung von Derivaten | 23,2 | 38,5 |
Verluste aus Endkonsolidierung | 1,2 | 0,0 |
Übrige betriebliche Aufwendungen | 214,3 | 332,9 |
370,9 | 502,6 | |
1 Geschäftsjahr 2020/21 teilweise rückwirkend angepasst. | Mio. EUR |
Im Geschäftsjahr 2021/22 sind in den übrigen betrieblichen Aufwendungen 80,2 Mio. EUR (2020/21: 43,7 Mio. EUR) aus Wertminderungen auf Sachanlagen, andere immaterielle Vermögenswerte sowie Firmenwerte enthalten. Weiters sind Aufwendungen in Höhe von 149,6 Mio. EUR (2020/21: 113,4 Mio. EUR) in den übrigen betrieblichen Aufwendungen enthalten, welche dem sonstigen Funktionsbereich zuzuordnen sind. Diese betreffen im Wesentlichen Aufwendungen aus den in den sonstigen betrieblichen Erträgen angeführten Nebenprodukten.
5. ERGEBNISSE VON EQUITYKONSOLIDIERTEN UNTERNEHMEN
2020/21 | 2021/22 | |
Erträge aus assoziierten Unternehmen | 13,6 | 33,0 |
Aufwendungen aus assoziierten Unternehmen | –0,2 | –2,2 |
Erträge aus Gemeinschaftsunternehmen | 0,3 | 0,0 |
Aufwendungen aus Gemeinschaftsunternehmen | –0,1 | –0,3 |
13,6 | 30,5 | |
Mio. EUR |
Die Erträge aus assoziierten Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus der METALSERVICE S.P.A., der APK-Pensionskasse Aktiengesellschaft, der Industrie-Logistik-Linz GmbH und der Scholz Austria GmbH. Sämtliche Ergebnisse von equitykonsolidierten Unternehmen betreffen die anteiligen Jahresüberschüsse.
6. FINANZERTRÄGE
2020/21 | 2021/22 | |
Erträge aus Beteiligungen und sonstigen Unternehmensanteilen | 2,2 | 8,7 |
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen | 1,3 | 2,8 |
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 11,4 | 17,7 |
Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des kurzfristigen Vermögens | 6,3 | 6,5 |
21,2 | 35,7 | |
Mio. EUR |
7. FINANZAUFWENDUNGEN
2020/211 | 2021/22 | |
Aufwendungen aus dem Abgang und der Bewertung von Wertpapieren | 0,0 | 0,2 |
Sonstige Aufwendungen | 0,1 | 0,0 |
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 124,5 | 107,3 |
124,6 | 107,5 | |
1 Geschäftsjahr 2020/21 teilweise rückwirkend angepasst. | Mio. EUR |
In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind negative Zinserträge in Höhe von 1,8 Mio. EUR (2020/21: 1,9 Mio. EUR) enthalten.
8. ERTRAGSTEUERN
Die Ertragsteuern beinhalten die gezahlten und geschuldeten Ertragsteuern sowie die latenten Steuern (+Steueraufwand/–Steuerertrag).
2020/21 | 2021/22 | |
Ertragsteuern | 54,2 | 304,2 |
Tatsächlicher Steueraufwand | 85,9 | 300,9 |
Steueranpassungen aus Vorjahren | –27,8 | 3,6 |
Berücksichtigung steuerlicher Verluste früherer Perioden | –3,9 | –0,3 |
Latente Steuern | –75,1 | 5,9 |
Entstehung/Umkehrung temporärer Differenzen | –71,6 | 17,3 |
Steueranpassungen aus Vorjahren | 31,8 | 1,0 |
Auswirkungen Steuersatzänderungen | –1,2 | 2,7 |
Berücksichtigung steuerlicher Verluste früherer Perioden | –34,1 | –15,1 |
–20,9 | 310,1 | |
Mio. EUR |
Die Auswirkungen der Steuersatzänderungen in Höhe von 2,7 Mio. EUR (2020/21: –1,2 Mio. EUR) betreffen insbesondere, aufgrund der gesetzlich beschlossenen Absenkung des Körperschaftsteuersatzes, die latenten Steuern aus österreichischen Gesellschaften.
Die folgende Überleitung zeigt die Differenz zwischen dem österreichischen Körperschaftsteuersatz von 25 % und dem effektiven Konzernsteuersatz:
2020/211 | 2021/22 | |||
Ergebnis vor Steuern | 235,1 | 1.382,5 | ||
Ertragsteueraufwand (+)/-ertrag (–) auf Basis des österreichischen Körperschaftsteuersatzes | 25,0 % | 58,8 | 25,0 % | 345,6 |
Differenz zu ausländischen Steuersätzen | –2,0 % | –4,8 | –0,4 % | –5,3 |
Steuerfreie Erträge | –7,0 % | –16,5 | –2,9 % | –40,2 |
Steuerfreie Erträge von Beteiligungen | –1,7 % | –3,9 | –0,6 % | –8,6 |
Auswirkungen von Teilwertabschreibungen auf Beteiligungen und Nutzung bisher nicht berücksichtigter Verlustvorträge bzw. Nichtansatz von Verlustvorträgen | –37,4 % | –87,9 | –1,0 % | –13,5 |
Steuern aus Vorperioden | 1,7 % | 4,0 | 0,3 % | 4,6 |
Nicht steuerwirksame Wertminderung auf Firmenwerte | 2,7 % | 6,3 | 0,0 % | 0,0 |
Nicht abzugsfähige Aufwendungen und sonstige Differenzen | 9,8 % | 23,1 | 2,0 % | 27,5 |
Effektiver Konzernsteuersatz (%)/-steueraufwand (+)/-steuerertrag (–) | –8,9 % | –20,9 | 22,4 % | 310,1 |
1 Geschäftsjahr 2020/21 teilweise rückwirkend angepasst. | Mio. EUR | |||
9. SACHANLAGEN
Grundstücke, | Technische | Andere | Geleistete | Summe | |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 3.995,9 | 12.692,9 | 1.416,4 | 609,9 | 18.715,1 |
Kumulierte Abschreibungen | –1.918,0 | –9.223,6 | –1.012,1 | –2,6 | –12.156,3 |
Buchwerte am 01.04.2020 | 2.077,9 | 3.469,3 | 404,3 | 607,3 | 6.558,8 |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 4.047,7 | 12.897,0 | 1.453,2 | 667,5 | 19.065,4 |
Kumulierte Abschreibungen | –2.062,9 | –9.806,8 | –1.073,1 | –2,6 | –12.945,4 |
Buchwerte am 31.03.2021 | 1.984,8 | 3.090,2 | 380,1 | 664,9 | 6.120,0 |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 4.136,9 | 13.255,2 | 1.514,0 | 850,3 | 19.756,4 |
Kumulierte Abschreibungen | –2.137,5 | –10.170,6 | –1.149,1 | –4,3 | –13.461,5 |
Umgliederung nicht fortgeführte Aktivitäten | –151,6 | –445,3 | –2,3 | –59,8 | –659,0 |
Buchwerte am 31.03.2022 | 1.847,8 | 2.639,3 | 362,6 | 786,2 | 5.635,9 |
Mio. EUR |
Die Buchwerte der Sachanlagen haben sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2022 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:
Grundstücke, | Technische | Andere | Geleistete | Summe | |
Buchwerte am 01.04.2020 | 2.077,9 | 3.469,3 | 404,3 | 607,3 | 6.558,8 |
Konsolidierungskreisänderungen | 8,6 | 2,5 | 0,1 | 0,1 | 11,3 |
Zugänge | 30,8 | 146,1 | 64,0 | 344,3 | 585,2 |
Umbuchungen | 48,8 | 206,8 | 21,6 | –280,7 | –3,5 |
Abgänge | –9,8 | –8,4 | –5,3 | –1,4 | –24,9 |
Abschreibungen | –118,9 | –545,3 | –102,7 | –0,1 | –767,0 |
Wertminderungen | –36,0 | –144,8 | –1,0 | 0,0 | –181,8 |
Wertaufholungen | 0,0 | 1,4 | 0,0 | 0,0 | 1,4 |
Währungsdifferenzen | –16,6 | –37,4 | –0,9 | –4,6 | –59,5 |
Buchwerte am 31.03.2021 | 1.984,8 | 3.090,2 | 380,1 | 664,9 | 6.120,0 |
Konsolidierungskreisänderungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Zugänge | 53,5 | 192,7 | 75,5 | 360,3 | 682,0 |
Umbuchungen | 16,7 | 141,2 | 16,5 | –180,8 | –6,4 |
Abgänge | –8,1 | –6,9 | –4,1 | –4,4 | –23,5 |
Abschreibungen | –117,1 | –535,8 | –103,0 | –0,1 | –756,0 |
Wertminderungen | –16,1 | –58,8 | –3,7 | –1,5 | –80,1 |
Wertaufholungen | 59,0 | 208,9 | 0,5 | 0,0 | 268,4 |
Währungsdifferenzen | 26,7 | 53,1 | 3,1 | 7,6 | 90,5 |
Umgliederung nicht fortgeführte Aktivitäten | –151,6 | –445,3 | –2,3 | –59,8 | –659,0 |
Buchwerte am 31.03.2022 | 1.847,8 | 2.639,3 | 362,6 | 786,2 | 5.635,9 |
Mio. EUR |
Zum 31. März 2022 bestehen Verfügungsbeschränkungen bei Sachanlagen in Höhe von 0,5 Mio. EUR (31. März 2021: 0,5 Mio. EUR). Weiters bestehen zum 31. März 2022 Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 263,9 Mio. EUR (31. März 2021: 293,0 Mio. EUR).
In der Berichtsperiode wurden Fremdkapitalkosten auf qualifizierte Vermögensgegenstände in Höhe von 3,6 Mio. EUR (2020/21: 2,9 Mio. EUR) aktiviert. Der Berechnung wurde ein durchschnittlicher Fremdkapitalkostensatz von 1,3 % (2020/21: 1,4 %) zugrunde gelegt.
Nutzungsrechte gemäß IFRS 16
Der Konzern mietet im Wesentlichen Grundstücke, Gebäude- und Fertigungsanlagen sowie Fuhrpark einschließlich Lokomotiven. Die Vielzahl der Verträge enthält Verlängerungsoptionen und Kündigungsrechte, die auch in Kombination mit unkündbaren Mietzeiten vereinbart werden.
Der Konzern hat teilweise die Möglichkeit, die Vermögenswerte am Ende des vertraglich vereinbarten Zeitraums zu erwerben.
Die Leasingraten sind typischerweise fix oder basieren auf Marktzinssätzen oder Indizes (z. B. Verbraucherpreisindex). In geringem Umfang liegen auch variable Leasingraten (z. B. nutzungsabhängige Mieten) vor.
Die Buchwerte für jede Gruppe von Nutzungsrechten gemäß IFRS 16, die in den Sachanlagen enthalten sind, stellen sich wie folgt dar:
Sachanlagen | Summe | |||
Grundstücke, | Technische | Andere Anlagen, | ||
Buchwerte am 01.04.2020 | 352,2 | 16,7 | 41,4 | 410,3 |
Konsolidierungskreisänderungen | 1,3 | 0,0 | 0,0 | 1,3 |
Zugänge | 16,6 | 1,1 | 11,4 | 29,1 |
Umbuchungen | –0,1 | –0,4 | –0,3 | –0,8 |
Abgänge | –8,3 | –0,1 | –1,1 | –9,5 |
Abschreibungen | –32,2 | –3,8 | –10,0 | –46,0 |
Wertminderungen | –2,9 | 0,0 | 0,0 | –2,9 |
Währungsdifferenzen | –3,1 | –0,1 | 0,0 | –3,2 |
Buchwerte am 31.03.2021 | 323,5 | 13,4 | 41,4 | 378,3 |
Konsolidierungskreisänderungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Zugänge | 21,9 | 1,3 | 5,8 | 29,0 |
Umbuchungen | 1,0 | –0,4 | –0,2 | 0,4 |
Abgänge | –2,7 | –0,1 | –0,1 | –2,9 |
Abschreibungen | –32,7 | –3,0 | –10,5 | –46,2 |
Wertminderungen | –2,1 | –0,2 | 0,0 | –2,3 |
Währungsdifferenzen | 4,8 | 0,0 | 0,0 | 4,8 |
Umgliederung nicht fortgeführte Aktivitäten | –28,3 | 0,0 | 0,0 | –28,3 |
Buchwerte am 31.03.2022 | 285,4 | 11,0 | 36,4 | 332,8 |
Mio. EUR | ||||
Aufwendungen aus Leasing in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
2020/21 | 2021/22 | |
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten (nicht zahlungswirksam) | 7,41 | 6,8 |
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse | 8,6 | 8,9 |
Aufwendungen für Leasinggegenstände mit geringem Wert | 6,4 | 6,7 |
Aufwendungen für variable Leasingraten | 2,9 | 3,4 |
1 Geschäftsjahr 2020/21 rückwirkend angepasst. | Mio. EUR |
Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betragen 63,9 Mio. EUR (2020/21: 63,5 Mio. EUR). Hierin sind neben Tilgungen auch Zahlungsmittelabflüsse aus kurzfristigen Leasingverhältnissen, Leasingverhältnissen über Vermögenswerte von geringem Wert und variable Leasingzahlungen enthalten.
Der Konzern geht davon aus, dass die variablen Leasingraten in den kommenden Jahren weitgehend gleich bleiben werden.
Per 31. März 2022 bestehen keine wesentlichen Verträge, die noch nicht bereitgestellt waren und folglich nicht bilanziert wurden.
Die Auswirkung der Einschätzung von Restwertgarantien und Kaufoptionen auf den Bilanzansatz wird als gering eingestuft.
Auswirkung von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen
Verlängerungsoptionen und Kündigungsoptionen können ohne die Zustimmung des Leasinggebers in Anspruch genommen werden. Aufgrund der in den Verträgen vorkommenden Kündigungs- und Verlängerungsoptionen besteht eine hohe operative Flexibilität hinsichtlich der Nutzung der Vermögenswerte, die im voestalpine-Konzern den operativen Einheiten obliegt. Dementsprechend ist die Flexibilität und damit auch die Bandbreite möglicher künftiger noch nicht bilanzierter Leasingzahlungen hoch. Die voestalpine geht in der Regel davon aus, dass Verlängerungsoptionen in Anspruch genommen werden.
Zur Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten siehe Punkt 20. Finanzverbindlichkeiten.
AUFGLIEDERUNG DER ABSCHREIBUNGEN UND WERTMINDERUNGEN AUF SACHANLAGEN UND IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE NACH FUNKTIONSBEREICHEN
2020/211 | 2021/22 | |
Umsatzkosten | 655,0 | 649,0 |
Vertriebskosten | 41,1 | 41,0 |
Verwaltungskosten | 47,3 | 44,3 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | 66,4 | 102,7 |
809,8 | 837,0 | |
1 Geschäftsjahr 2020/21 rückwirkend angepasst. | Mio. EUR |
Im Geschäftsjahr 2021/22 sind in den übrigen betrieblichen Aufwendungen 80,2 Mio. EUR (2020/21: 43,7 Mio. EUR) aus Wertminderungen auf Sachanlagen, andere immaterielle Vermögenswerte sowie Firmenwerte enthalten.
10. FIRMENWERTE UND ANDERE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
FIRMENWERTE
31.03.2020 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 1.563,6 | 1.563,0 | 1.564,8 |
Wertminderungen | –68,7 | –93,8 | –93,8 |
Umgliederung nicht fortgeführte Aktivitäten | 0,0 | 0,0 | –22,4 |
Buchwerte | 1.494,9 | 1.469,2 | 1.448,6 |
Mio. EUR |
Die Buchwerte der Firmenwerte haben sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2022 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:
Firmenwert | |
Buchwerte am 01.04.2020 | 1.494,9 |
Zugänge | 0,9 |
Wertminderungen | –25,0 |
Währungsdifferenzen | –1,6 |
Buchwerte am 31.03.2021 | 1.469,2 |
Währungsdifferenzen | 1,8 |
Umgliederung nicht fortgeführte Aktivitäten | –22,4 |
Buchwerte am 31.03.2022 | 1.448,6 |
Mio. EUR |
Details zu den Wertminderungen der Firmenwerte werden im Kapitel 11. Wertminderungen und Wertaufholungen erläutert.
ANDERE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Marken | Sonstige | Geleistete | Summe | |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 227,6 | 1.437,3 | 3,3 | 1.668,2 |
Kumulierte Abschreibungen | –48,0 | –1.281,6 | 0,0 | –1.329,6 |
Buchwerte am 01.04.2020 | 179,6 | 155,7 | 3,3 | 338,6 |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 227,6 | 1.436,3 | 5,1 | 1.669,0 |
Kumulierte Abschreibungen | –53,7 | –1.308,1 | 0,0 | –1.361,8 |
Buchwerte am 31.03.2021 | 173,9 | 128,2 | 5,1 | 307,2 |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 227,6 | 1.450,8 | 16,2 | 1.694,6 |
Kumulierte Abschreibungen | –57,0 | –1.337,5 | 0,0 | –1.394,5 |
Umgliederung nicht fortgeführte Aktivitäten | 0,0 | –10,2 | 0,0 | –10,2 |
Buchwerte am 31.03.2022 | 170,6 | 103,1 | 16,2 | 289,9 |
Mio. EUR |
In der Spalte „Marken“ sind Marken mit unbegrenzter Nutzungsdauer in Höhe von 170,6 Mio. EUR (2020/21: 170,6 Mio. EUR) enthalten. Darüber hinaus war ein Kapitalmarktfinanzierungsvorteil enthalten, der sich auf den Markennamen Böhler-Uddeholm bezog. Der Kapitalmarktfinanzierungsvorteil wurde über einen Zeitraum von zehn Jahren letztmalig im Geschäftsjahr 2021/22 abgeschrieben.
Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer
In folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten und Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind Marken mit unbegrenzter Nutzungsdauer erfasst:
2020/21 | 2021/22 | |
High Performance Metals Division | 155,4 | 155,4 |
Welding | 12,6 | 12,6 |
Summe Metal Engineering Division | 12,6 | 12,6 |
Precision Strip | 2,6 | 2,6 |
Summe Metal Forming Division | 2,6 | 2,6 |
voestalpine-Konzern | 170,6 | 170,6 |
Mio. EUR |
Der Zeitraum, in dem diese Markenrechte voraussichtlich Cashflows generieren werden, unterliegt keiner vorhersehbaren Begrenzung. Die Markenrechte unterliegen daher keiner Abnutzung und werden nicht planmäßig abgeschrieben. Wertminderungen sind keine angefallen.
Die Buchwerte der anderen immateriellen Vermögenswerte haben sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2022 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:
Marken | Sonstige | Geleistete | Summe | |
Buchwerte am 01.04.2020 | 179,6 | 155,7 | 3,3 | 338,6 |
Konsolidierungskreisänderungen | 0,0 | 0,2 | 0,0 | 0,2 |
Zugänge | 0,0 | 8,5 | 4,3 | 12,8 |
Umbuchungen | 0,0 | 5,8 | –2,4 | 3,4 |
Abgänge | 0,0 | –1,1 | –0,1 | –1,2 |
Abschreibungen | –5,7 | –39,7 | 0,0 | –45,4 |
Wertminderungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Währungsdifferenzen | 0,0 | –1,2 | 0,0 | –1,2 |
Buchwerte am 31.03.2021 | 173,9 | 128,2 | 5,1 | 307,2 |
Konsolidierungskreisänderungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Zugänge | 0,0 | 13,1 | 13,3 | 26,4 |
Umbuchungen | 0,0 | 8,6 | –2,2 | 6,4 |
Abgänge | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Abschreibungen | –3,3 | –38,2 | 0,0 | –41,5 |
Wertminderungen | 0,0 | –0,2 | 0,0 | –0,2 |
Währungsdifferenzen | 0,0 | 1,8 | 0,0 | 1,8 |
Umgliederung nicht fortgeführte Aktivitäten | 0,0 | –10,2 | 0,0 | –10,2 |
Buchwerte am 31.03.2022 | 170,6 | 103,1 | 16,2 | 289,9 |
Mio. EUR |
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte können in den Funktionsbereichen Umsatzkosten, Vertriebskosten, Verwaltungskosten und sonstige betriebliche Aufwendungen enthalten sein.
Zum 31. März 2022 bestehen Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 0,1 Mio. EUR (31. März 2021: 0,0 Mio. EUR). In den anderen immateriellen Vermögenswerten ist ein Softwareprojekt zur Darstellung von gesellschaftsübergreifenden und divisional harmonisierten Geschäftsprozessen in der Steel Division zum 31. März 2022 mit einem Buchwert von 44,5 Mio. EUR (31. März 2021: 59,3 Mio. EUR) enthalten, die Restnutzungsdauer beträgt drei Jahre.
11. WERTMINDERUNGEN UND WERTAUFHOLUNGEN
Die Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerte sowie Firmenwerte werden in der Regel unter Anwendung der Discounted Cashflow-Methode auf Werthaltigkeit überprüft (in der Regel nach dem Value-in-Use-Konzept). Die Überprüfung erfolgt immer dann, wenn eine Indikation für eine Wertminderung oder Wertaufholung vorliegt. Zahlungsmittelgenerierende Einheiten und Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit Firmenwerten sowie immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden zusätzlich zumindest einmal jährlich Anfang März einer Überprüfung unterzogen. Die Berechnung erfolgt auf Basis der Cashflows einer vom Management genehmigten 5-Jahres-Mittelfristplanung. Dieser Mittelfristplanung werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete zukünftige Marktperformance als Annahmen zugrunde gelegt. Die konzernalen Planungsprämissen werden dabei um sektorale Planungsannahmen erweitert. Konzerninterne Einschätzungen werden um externe Marktstudien ergänzt.
Den Cashflows wird in der ewigen Rente ein aus externen Quellen abgeleitetes länderspezifisches Wachstum unterstellt. Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung im Geschäftsjahr 2021/22 wurde das Budgetjahr als Reaktion auf die wirtschaftlichen Verwerfungen insbesondere im Zusammenhang mit Energie- und Rohstoffmärkten aufgrund des Ukraine-Krieges teilweise angepasst. Die Kapitalkosten werden als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten und nach dem Capital Asset Pricing Model berechnet (Weighted Average Costs of Capital – WACC). Die im Rahmen der WACC-Ermittlung verwendeten Parameter werden auf objektivierter Basis ermittelt. Die zum Bilanzstichtag identifizierten Verwerfungen auf den Kapitalmärkten durch den Ukraine-Krieg wurden bei der Ermittlung berücksichtigt.
Impairmenttest von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit Firmenwerten
Firmenwerte werden folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet:
2020/21 | 2021/22 | |
Summe Steel Division | 160,1 | 137,7 |
HPM Production | 378,8 | 378,8 |
Value Added Services | 312,4 | 314,1 |
Summe High Performance Metals Division | 691,2 | 692,9 |
Wire Technology | 12,2 | 12,2 |
Railway Systems | 174,9 | 175,0 |
Tubulars | 28,5 | 28,5 |
Welding | 133,3 | 133,3 |
Summe Metal Engineering Division | 348,9 | 349,0 |
Tubes & Sections | 70,0 | 70,0 |
Automotive Components | 84,0 | 84,0 |
Precision Strip | 103,8 | 103,8 |
Warehouse & Rack Solutions | 11,2 | 11,2 |
Summe Metal Forming Division | 269,0 | 269,0 |
voestalpine-Konzern | 1.469,2 | 1.448,6 |
Mio. EUR |
Im Zusammenhang mit der geplanten Veräußerung von 80 % der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Texas wurde vom Firmenwert der Steel Division ein Anteil in Höhe von 22,4 Mio. EUR, welcher auf Basis der relativen Fair Values ermittelt wurde, den nicht fortgeführten Aktivitäten zugeordnet. Siehe dazu Punkt C. Konsolidierungskreis – Nicht fortgeführte Aktivitäten.
Schätzungen und Annahmen, die zur Bewertung der erzielbaren Beträge von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit signifikantem Anteil am Gesamtfirmenwert des voestalpine-Konzerns herangezogen werden, sind wie folgt:
Der Schwerpunkt der Tätigkeit der Steel Division liegt auf der Erzeugung und Verarbeitung von Stahlprodukten für die Segmente Automobilindustrie, Hausindustrie, Elektroindustrie, Verarbeitende Industrie sowie Energie und Maschinenbauindustrie. Die 5-Jahres-Mittelfristplanung der Steel Division wurde einerseits auf Basis von externen Konjunkturprognosen für die Eurozone, USA, China und Mexiko (auf Basis World Economic Outlook des IMF2) und andererseits unter Berücksichtigung des erwarteten Stahlverbrauchs3 erstellt. Für die Erlösplanung der Flachprodukte wurde der CRU-Index berücksichtigt. Zusätzlich wurden bei einzelnen Kundensegmenten positive qualitätsbedingte Anpassungen vorgenommen. Der Produktionsplan spiegelt die Absatzprognosen wider. Beschaffungsseitig wurden die Rohstoffannahmen laut Weltmarktprognosen (basierend unter anderem auf Plattsnotierungen4) der Planung zugrunde gelegt. In der 5-Jahres-Mittelfristplanung sind die Investitionen für den ersten Schritt in Richtung greentec steel, bei dem ein Hochofen durch einen Elektrolichtbogenofen ersetzt wird, enthalten und Preissteigerungen bei den Emissionszertifikaten hinterlegt. In diesem Zusammenhang wird größtenteils eine Weitergabefähigkeit der höheren Kosten angenommen. Basierend auf diesen Annahmen wird nach dem äußerst erfolgreichen Geschäftsjahr 2021/22 unter Berücksichtigung von Hochofenzustellungen wieder eine normalisierte Entwicklung der Bruttomarge in der Mittelfristplanung erwartet. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,40 % (2020/21: 1,29 %) gerechnet. Der WACC beträgt 6,71 % nach Steuern (2020/21: 6,27 %), vor Steuern 8,48 % (2020/21: 7,96 %).
Der 5-Jahres-Mittelfristplanung der High Performance Metals Division mit ihren beiden firmenwerttragenden Einheiten High Performance Metals (HPM) Production und Value Added Services wurden sowohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der relevanten Industriesegmente (insbesondere der Automobil-, Öl- und Gas-Industrie sowie Luftfahrtindustrie) als auch die Wachstumsprognosen5 in den regionalen Absatzmärkten der Kernmärkte, insbesondere der Eurozone, USA, China und Brasilien, zugrunde gelegt.
In der HPM Production werden sieben Produktionsstandorte weltweit zusammengefasst. Die Produktion umfasst ein hochkomplexes, höchst anspruchsvolles Produktionsspektrum: Werkzeugstahl, Schnellarbeitsstahl, Ventilstahl, Edelbaustahl, pulvermetallurgisch hergestellte Stähle, Pulver für die Additive Fertigung, Sonderstähle und Nickelbasislegierungen. Die Herstellung der Produkte erstreckt sich vom Erschmelzen über die Transformation (Walzen, Schmieden, Warm- und Kaltband) bis hin zur Wärmebehandlung und Bearbeitung sowie zur Erfüllung der von Kunden gewünschten Eigenschaften und Spezifikationen. In den weiterverarbeitenden Gesellschaften werden Bleche, Profile und Spezialschmiedeteile aus Titanlegierungen, Nickelbasislegierungen und hoch-, mittel- und niedriglegierten Stählen hergestellt.
Die internen Prognosen und Einschätzungen der HPM Production – insbesondere das auf metallurgisch anspruchsvolle Anwendungsgebiete in Luftfahrt-, Öl- und Gas-, Energiemaschinenbau- sowie Automobilindustrie ausgerichtete Geschäft betreffend – stützen sich auf externe Informationsquellen und stimmen mit diesen überein. In den Segmenten Automobil sowie Öl und Gas wird eine moderate Entwicklung angenommen. Im Segment Luftfahrtindustrie werden nach den COVID-19-bedingten Krisenjahren die höchsten Steigerungsraten erwartet und mittel- und langfristig wiederum eine Normalisierung der Produktionsraten auf dem Niveau der Vorjahre eingeplant. Dies führt im Planungszeitraum insgesamt zu steigenden Umsätzen und einer positiven Entwicklung der Bruttomarge, nicht zuletzt aufgrund des neuen Edelstahlwerkes in Kapfenberg.
Legierungspreisbedingte höhere Vormaterialkosten und höhere Energiekosten können größtenteils an die Kunden weitergegeben werden. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das letzte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,65 % (2020/21: 1,47 %) gerechnet. Der WACC beträgt 7,52 % nach Steuern (2020/21: 7,34 %), vor Steuern 9,64 % (2020/21: 9,50 %).
Bei Value Added Services führt der weitere konsequente Ausbau der Servicedienstleistungen im Planungszeitraum zu einer engeren Kundenbindung und einer Vertiefung der Wertschöpfung. Es wurden hier bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr weitere Akzente gesetzt. Auch die Bereiche Anarbeitung, Wärmebehandlung und Beschichtung werden den Kundenbedürfnissen entsprechend erweitert. Darüber hinaus wird die Entwicklung der Additiven Fertigung – in Abstimmung mit der Pulverstrategie des Geschäftsbereiches HPM Production – zur Kernkompetenz der Division forciert. Das konsequente Weitertreiben bereits bewährter Einsparungs- und Optimierungsprogramme sowie neue Initiativen, insbesondere im Bereich Digitalisierung der Abläufe, stellen weitere Schwerpunkte der laufenden Aktivitäten dar, die im Planungszeitraum zu steigenden Umsätzen und einer positiven Entwicklung der Bruttomarge führen werden.
Legierungspreisbedingte höhere Vormaterialkosten und höhere Energiekosten können größtenteils an die Kunden weitergegeben werden. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das letzte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,61 % (2020/21: 1,45 %) gerechnet. Der WACC beträgt 7,88 % nach Steuern (2020/21: 7,70 %), vor Steuern 10,14 % (2020/21: 9,93 %).
Im Geschäftsbereich Railway Systems werden die Kompetenzen als führender Anbieter von Premiumschienen, High-Tech-Weichen und digitalen Überwachungssystemen sowie damit verbundene Services gebündelt und die weltweite Präsenz als Anbieter von kompletten Bahninfrastruktursystemen weiter ausgebaut. Der Mittelfristplanung von Railway Systems für die nächsten fünf Jahre liegen Markterwartungen6 und Projektplanungen für die Bahninfrastruktur zugrunde, unter Berücksichtigung der strategischen Ausrichtung des Geschäftsbereiches und der weiter voranschreitenden Digitalisierung im Eisenbahnbereich. Dabei wurde auch der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung in den einzelnen Regionen Rechnung getragen.7 Im Hinblick auf die wesentlichen Faktorkostenentwicklungen sind allgemeine Prognosen über Personalkostenentwicklungen und interne Annahmen über Stahlpreisentwicklungen in die Planungen eingearbeitet worden. Ebenso sind die Investitionen für den ersten Schritt in Richtung greentec steel, bei dem ein Hochofen durch einen Elektrolichtbogenofen in der Vorproduktionsstufe ersetzt wird, enthalten und Preissteigerungen bei den Emissionszertifikaten hinterlegt. In diesem Zusammenhang wird größtenteils eine Weitergabefähigkeit der höheren Kosten angenommen. In der Planung wurde davon ausgegangen, dass die Bruttomargen über den Planungszeitraum relativ konstant gehalten werden und sich mögliche Schwankungen in einzelnen Märkten aufgrund der weltweiten Ausrichtung des Geschäftsbereiches ausgleichen. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,53 % (2020/21: 1,41 %) gerechnet. Der WACC beträgt 7,54 % nach Steuern (2020/21: 6,72 %), vor Steuern 8,99 % (2020/21: 8,44 %).
Für die 5-Jahres-Mittelfristplanung des Geschäftsbereiches Welding, der sich mit der Herstellung und dem Vertrieb von Produkten im Bereich Schweiß- und Fügetechnik beschäftigt, wurden sowohl die jeweiligen regionalen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen8 als auch die erwarteten Entwicklungen der relevanten Industriesegmente berücksichtigt. Hinsichtlich der Rohstoffpreise, insbesondere für Legierungen, wurden ausgehend von den derzeit gültigen Marktnotierungen sowie verfügbaren Prognosen erwartete Preisentwicklungen abgeleitet. Entsprechend der eingeleiteten und in Umsetzung befindlichen organisatorischen Maßnahmen und Optimierungsprogrammen, welche auch im Planungszeitraum konsequent weiterverfolgt werden, sowie den Markterwartungen wird im Planungszeitraum von einem Volumenswachstum und einer leicht steigenden Bruttomarge, welche unter anderem auch positive Effekte aufgrund der Entwicklung zum „Full-Welding Solution-Provider“ widerspiegelt, ausgegangen. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,38 % (2020/21: 1,25 %) gerechnet. Der WACC beträgt 7,41 % nach Steuern (2020/21: 6,69 %), vor Steuern 9,52 % (2020/21: 8,60 %).
Die Cashflow-Prognosen von Automotive Components orientieren sich an den mittelfristigen Marktwachstums- und Produktionsprognosen für den globalen Automobilmarkt, basierend auf den Prognosen von LMC Automotive9, hier im Speziellen für die wichtigsten Märkte in Europa, im USMCA-Raum und in Asien sowie für die wichtigsten Kunden – die europäischen Premiumhersteller. Die internen Einschätzungen spiegeln die Internationalisierungs- und Wachstumsstrategie der Automotive Components wider. Die konzernexternen Indikatoren sowie die Marktdynamik wurden entsprechend dem aktuellen Modellportfolio der Automotive Components-Kunden angepasst. Eine Annahme zu den aktuellen Verwerfungen der Lieferketten wurde im Budgetjahr berücksichtigt. Zudem dienten kundenspezifische Informationen bezüglich mittelfristiger Prognosen und Absatzerwartungen als Quellen für die Absatzplanung der Automotive Components. Dies führt in der 5-Jahres-Mittelfristplanung zu steigenden Umsätzen und einer positiven Entwicklung der Bruttomarge. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,24 % (2020/21: 1,20 %) gerechnet. Der WACC beträgt 7,84 % nach Steuern (2020/21: 7,88 %), vor Steuern 10,31 % (2020/21: 10,49 %).
Der Tätigkeitsinhalt von Precision Strip ist die Produktion von weltweit verfügbaren, technologisch komplexen kaltgewalzten Bandstahlprodukten mit exakter Maßgenauigkeit, exzellenter Oberflächenqualität und einzigartigen Kantengeometrien für höchste Kundenanforderungen in der Prozessindustrie. Die 5-Jahres-Mittelfristplanung von Precision Strip wurde unter Berücksichtigung der regionalen Rahmenbedingungen in den Kernmärkten und unter Einbeziehung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der für die Gesellschaften wichtigsten Industriesegmente erstellt. Die aktuellen Marktbedingungen sind geprägt von starkem Wettbewerb und Margendruck. Das in der Planung unterlegte Wachstum basiert überwiegend auf Absicherung der Marktführerschaft in Nischenmärkten, Ausbau von Marktanteilen und Erschließung neuer Märkte. Externe Prognosen flossen in die internen Einschätzungen ein und wurden tendenziell vorsichtig leicht nach unten angepasst. Bei diesen externen Prognosen handelt es sich um länderspezifische Werte des zu erwartenden Wirtschaftswachstums (BIP-Prognosen)10, diese wurden um branchenspezifische Erfahrungen in den betreffenden Märkten für die jeweiligen Produktsegmente ergänzt. Zudem dienten kundenspezifische Informationen bezüglich mittelfristiger Prognosen und Absatzerwartungen als Quellen für die Absatzplanung von Precision Strip. Im Planungszeitraum wird deshalb von steigenden Umsätzen bei stabiler Entwicklung der Bruttomarge ausgegangen. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wird in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,41 % (2020/21: 1,28 %) gerechnet. Der WACC beträgt 7,76 % nach Steuern (2020/21: 7,77 %), vor Steuern 9,88 % (2020/21: 9,93 %).
Wertminderungen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit Firmenwerten
Wertminderung | |
31.03.2021 | |
Tubulars | 25,0 |
Mio. EUR |
In der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2020/21) wurde in der Metal Engineering Division bei der firmenwerttragenden Einheit Tubulars, welche hochqualitative Nahtlosrohre herstellt, zum 30. September 2020 eine Wertminderung des Firmenwerts in Höhe von 25,0 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Negative absatzmarktseitige Entwicklungen, insbesondere die stark gesunkenen Ölpreise und Ölfördermengen, deren Entwicklung sich infolge der COVID-19-Krise weiter verschärfte, führten zu deutlich reduzierten Umsatz- und Ergebniseinschätzungen, wodurch die erwarteten zukünftigen Cashflows, welche im Impairmenttest zum 30. September 2020 hinterlegt wurden – insbesondere im Detailplanungszeitraum –, unter jenen lagen, die dem Impairmenttest zum 31. März 2020 zugrunde gelegt wurden. Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) dieser Einheit betrug zum 30. September 2020 249,7 Mio. EUR. Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Zum 30. September 2020 wurde in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,33 % gerechnet. Der WACC betrug 6,21 % nach Steuern, vor Steuern 7,58 %. Im 2. Halbjahr 2020/21 war absatzseitig bereits wieder eine Erholung eingetreten, die zum 31. März 2021 zu einer deutlichen Überdeckung der Buchwerte geführt hat.
Die Werthaltigkeit aller Firmenwerte wurde durch die Impairmenttests bestätigt. Eine Sensitivitätsanalyse der oben beschriebenen firmenwerttragenden Einheiten hat ergeben, dass bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um einen Prozentpunkt bis auf die firmenwerttragenden Einheiten HPM Production, Welding und Precision Strip sämtliche Buchwerte noch immer gedeckt sind und kein Abwertungsbedarf gegeben ist. Weiters hat die Cashflow-Sensitivitätsbetrachtung ergeben, dass bei einer Verringerung der Cashflows um 10 % mit zwei Ausnahmen (HPM Production und Precision Strip) sämtliche Buchwerte ebenfalls noch immer gedeckt sind und kein Abwertungsbedarf gegeben ist. Werden im Rahmen einer kombinierten Sensitivitätsbetrachtung sowohl der Abzinsungssatz um einen Prozentpunkt erhöht als auch die Cashflows um 10 % verringert, sind die Buchwerte der oben beschriebenen firmenwerttragenden Einheiten Steel Division, Value Added Services und Railway Systems noch immer gedeckt. Um der Erhöhung der Unsicherheiten des makroökonomischen Umfelds Rechnung zu tragen, wurde die Sensitivitätsanalyse zum 31. März 2022 für Mittelüberschüsse um eine weitere Sensitivitätsbetrachtung „Verringerung Cashflow um 20 %“ erweitert.
Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwertüberdeckung sowie den Betrag, um die sich die beiden wesentlichen Annahmen ändern müssten, damit der geschätzte erzielbare Betrag gleich dem Buchwert ist (Break-even-Analyse), sowie den Buchwertrückgang bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes nach Steuern um einen Prozentpunkt bzw. einer Reduktion der Cashflows um 10 % bzw. 20 % (Allgemeine Sensitivitätsanalyse):
Break-even-Analyse | Allgemeine Sensitivitätsanalyse | |||||
Buchwert- | Abzinsungssatz | Cashflow | Abzinsungssatz | Cashflow | Cashflow | |
31.03.2022 | ||||||
HPM Production | 131,2 | 0,3 | –5,9 | –216,8 | –92,6 | –316,5 |
Welding | 71,8 | 1,0 | –14,7 | –0,5 | 0,0 | –25,7 |
Automotive Components | 163,0 | 1,5 | –16,9 | 0,0 | 0,0 | –29,7 |
Precision Strip | 18,1 | 0,4 | –5,6 | –23,5 | –14,1 | –46,4 |
Mio. EUR | ||||||
Break-even-Analyse | Allgemeine Sensitivitätsanalyse | ||||
Buchwert- | Abzinsungssatz | Cashflow | Abzinsungssatz | Cashflow | |
31.03.2021 | |||||
HPM Production | 70,2 | 0,2 | –3,4 | –256,3 | –138,2 |
Welding | 73,7 | 0,9 | –14,9 | –7,2 | 0,0 |
Automotive Components | 106,4 | 0,9 | –11,6 | –5,7 | 0,0 |
Precision Strip | 33,8 | 0,7 | –9,6 | –14,2 | –1,5 |
Mio. EUR | |||||
Impairmenttest von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ohne Firmenwert und von sonstigen Vermögenswerten
Wertminderung | |
31.03.2022 | |
Cartersville | 63,7 |
Buderus Edelstahl ohne Schmiede | 15,3 |
Mio. EUR |
Wertminderung | |
31.03.2021 | |
Special Wire | 8,6 |
Mio. EUR |
Bisher wurden in der Metal Forming Division zwei Werke in Deutschland und den USA in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Hot Forming zusammengefasst, welche Pressteile aus Metall durch Warmumformung für die Automobilindustrie entwickelte. Ab dem 31. März 2022 wird jedes Werk als separate zahlungsmittelgenerierende Einheit definiert. Grund für die geänderte Definition sind eine Zunahme der Großassemblierung in Schwäbisch Gmünd sowie Änderungen in der Beschaffungsstrategie der wichtigsten Abnehmer von standortübergreifender hin zu lokaler Beschaffung. Seit Ende des laufenden Geschäftsjahres erfolgt auch eine separate Steuerung der Unternehmenstätigkeiten der beiden Bereiche. Als Folge der Aufteilung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Hot Forming wurde für beide Einheiten (Schwäbisch Gmünd und Cartersville) der erzielbare Betrag zum 31. März 2022 ermittelt.
In der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Cartersville, die weiterhin im Bereich Warmumformung für die Automobilindustrie tätig ist, wurden Wertminderungen in den Bereichen „Sachanlagen“ und „Andere immaterielle Vermögenswerte“ in Höhe von 63,7 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Der erzielbare Betrag aus einer Value-in-Use-Betrachtung für diese zahlungsmittelgenerierende Einheit beträgt 13,5 Mio. EUR. Bei der Ermittlung des Wertminderungsaufwands wurden als Untergrenze die geschätzten Fair Values abzüglich der Veräußerungskosten der einzelnen bewerteten Vermögenswerte herangezogen, woraus sich ein Buchwert nach Impairment in Höhe von 39,0 Mio. EUR ergibt. Dieser umfasst Sachanlagen in Höhe von 20,7 Mio. EUR sowie den Buchwert des Working Capital in Höhe von 18,3 Mio. EUR.
Für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Schwäbisch Gmünd mit dem Produktportfolio Warmumformung und Groß-Zusammenbauten wurde eine Wertaufholung in Höhe von 11,8 Mio. EUR in den Bereichen „Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten“, „Technische Anlagen und Maschinen“ und „Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung“ in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) beträgt 160,4 Mio. EUR. Der angewendete Abzinsungssatz liegt bei 7,50 % nach Steuern, vor Steuern 10,17 %.
Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden in der High Performance Metals Division bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Buderus Edelstahl ohne Schmiede (bestehend aus den Teilbereichen Stahlwerk, Walzlinien und Gesenkschmiede), welche sich mit der Herstellung von Gesenkschmiedeteilen, Halbzeug sowie warm- und kaltgewalztem Stahl beschäftigt, Wertminderungen in den Bereichen „Technische Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung“ in Höhe von 15,3 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die Abwertung ergab sich aufgrund der gestiegenen Energiekosten, die in diesem Produktbereich nur teilweise an die Kunden weitergegeben werden können. Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) für diese Einheit betrug 141,1 Mio. EUR. Der angewendete Abzinsungssatz lag bei 6,90 % nach Steuern, vor Steuern 9,44 %.
In der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2020/21) wurden in der Metal Engineering Division bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Special Wire (bestehend aus einem Werk), welche sich mit der Herstellung von Spezialdrähten (Feinstdrähten) beschäftigt, zum 31. März 2021 Wertminderungen in den Bereichen „Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten“ sowie „Technische Anlagen und Maschinen“ in Höhe von insgesamt 8,6 Mio. EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Grund für diese Wertminderung war zunächst der – zum Teil auch COVID-19-bedingte – Rückgang der Abnahmemengen durch den Hauptkunden. Dies bedingte eine verminderte Auslastung sowie einen erhöhten Preisdruck, wodurch sich die Abnahmemengen und die zukünftigen Ergebnis- und Cashflow-Prognosen weiter reduzierten. Bei der Ermittlung des Wertminderungsaufwands wurden als Untergrenze die geschätzten Fair Values abzüglich der Veräußerungskosten der einzelnen bewerteten Vermögenswerte herangezogen, woraus sich ein Buchwert nach Impairment in Höhe von 18,0 Mio. EUR ergibt. Dieser umfasst Sachanlagen in Höhe von 4,1 Mio. EUR sowie den Buchwert des Working Capital in Höhe von 13,9 Mio. EUR.
Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sind Abzinsungssatz und Cashflows. Eine Änderung dieser Annahmen birgt ein Risiko, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte erforderlich werden könnte. Eine Erhöhung des Abzinsungssatzes nach Steuern um einen Prozentpunkt bzw. Reduktion der Cashflows um 10 % bzw. um 20 % würde folgende Buchwertrückgänge nach sich ziehen:
Buchwert- | Abzinsungssatz | Cashflow | Cashflow | |
31.03.2022 | ||||
Buderus Edelstahl ohne Schmiede | 0,0 | –31,3 | –14,1 | –28,2 |
Mio. EUR | ||||
12. ANTEILE AN EQUITYKONSOLIDIERTEN UNTERNEHMEN, ANDERE FINANZANLAGEN UND SONSTIGE UNTERNEHMENSANTEILE
Anteile an | Anteile an | Anteile an | Sonstige Be- | Wert- | Aus- | Geleistete | Summe | |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 23,4 | 123,8 | 4,5 | 47,9 | 13,5 | 4,4 | 0,2 | 217,7 |
Kumulierte Abschreibungen/ | –13,9 | –0,7 | 0,0 | –7,7 | –1,4 | –0,6 | 0,0 | –24,3 |
Buchwerte am 01.04.2020 | 9,5 | 123,1 | 4,5 | 40,2 | 12,1 | 3,8 | 0,2 | 193,4 |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 23,8 | 131,2 | 5,2 | 48,1 | 13,6 | 2,4 | 0,1 | 224,4 |
Kumulierte Abschreibungen/ | –14,2 | –0,7 | 0,0 | –7,7 | 0,6 | –0,5 | 0,0 | –22,5 |
Buchwerte am 31.03.2021 | 9,6 | 130,5 | 5,2 | 40,4 | 14,2 | 1,9 | 0,1 | 201,9 |
Anschaffungs- und Herstellungskosten | 23,5 | 159,0 | 4,4 | 48,1 | 13,3 | 2,4 | 0,1 | 250,8 |
Kumulierte Abschreibungen/ | –13,9 | –0,7 | 0,0 | –2,8 | 0,1 | –0,5 | 0,0 | –17,8 |
Buchwerte am 31.03.2022 | 9,6 | 158,3 | 4,4 | 45,3 | 13,4 | 1,9 | 0,1 | 233,0 |
Mio. EUR |
Die Buchwerte der Anteile an equitykonsolidierten Unternehmen, anderen Finanzanlagen und sonstigen Unternehmensanteilen haben sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2022 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:
Anteile an | Anteile an | Anteile an | Sonstige Be- | Wert- | Aus- | Geleistete | Summe | |
Buchwerte am 01.04.2020 | 9,5 | 123,1 | 4,5 | 40,2 | 12,1 | 3,8 | 0,2 | 193,4 |
Konsolidierungskreis- | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Zugänge | 0,1 | 13,6 | 1,4 | 0,2 | 0,3 | 0,1 | 0,0 | 15,7 |
Umbuchungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | –0,2 | 0,0 | 0,0 | –0,2 |
Abgänge | 0,0 | –6,6 | –0,7 | 0,0 | –0,1 | –2,0 | –0,1 | –9,5 |
Abschreibungen/ | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Zuschreibungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 2,1 | 0,0 | 0,0 | 2,1 |
Währungsdifferenzen | 0,0 | 0,4 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,4 |
Buchwerte am 31.03.2021 | 9,6 | 130,5 | 5,2 | 40,4 | 14,2 | 1,9 | 0,1 | 201,9 |
Konsolidierungskreis- | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Zugänge | 0,0 | 35,0 | 0,1 | 0,0 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 35,3 |
Umbuchungen | 0,0 | 1,0 | –1,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Abgänge | 0,0 | –10,9 | –0,3 | 0,0 | –0,6 | –0,1 | 0,0 | –11,9 |
Abschreibungen/ | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | –0,3 | 0,0 | 0,0 | –0,3 |
Zuschreibungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 4,9 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 4,9 |
Währungsdifferenzen | 0,0 | 2,7 | 0,4 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 3,1 |
Buchwerte am 31.03.2022 | 9,6 | 158,3 | 4,4 | 45,3 | 13,4 | 1,9 | 0,1 | 233,0 |
Mio. EUR |
Die Ausleihungen setzen sich wie folgt zusammen:
31.03.2020 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Sonstige Ausleihungen | 1,9 | 1,8 | 1,8 |
Sonstige Forderungen Finanzierung | 1,9 | 0,1 | 0,1 |
3,8 | 1,9 | 1,9 | |
Mio. EUR |
13. LATENTE STEUERN
Die steuerlichen Auswirkungen der temporären Differenzen, steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften, die zum Ansatz aktiver und passiver latenter Steuern führen, setzen sich wie folgt zusammen:
Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern | |||
31.03.2021 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Langfristiges Vermögen | 211,4 | 181,4 | 289,6 | 342,1 |
Kurzfristiges Vermögen | 95,8 | 96,8 | 157,3 | 193,4 |
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 302,7 | 257,1 | 50,2 | 41,1 |
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 77,8 | 89,0 | 45,4 | 32,5 |
Verlustvorträge | 136,6 | 193,0 | 0,0 | 0,0 |
824,3 | 817,3 | 542,5 | 609,1 | |
Zwischengewinneliminierungen (saldiert) | 16,5 | 38,1 | 0,0 | 0,0 |
Stille Reserven (saldiert) | 0,0 | 0,0 | 68,9 | 65,8 |
Sonstige | 28,8 | 28,8 | 6,1 | 4,9 |
Saldierung der latenten Steuern gegenüber derselben Steuerbehörde | –523,7 | –604,9 | –523,7 | –604,9 |
Saldierte latente Steuern | 345,9 | 279,3 | 93,8 | 74,9 |
Mio. EUR | ||||
Die Steuerlatenzen werden mit den aktuell gültigen Steuersätzen ermittelt. Für die Berechnung der Steuerlatenzen der österreichischen Gesellschaften wurde aufgrund der gesetzlich beschlossenen Körperschaftsteuersatzsenkung der gewichtete erwartete Steuersatz in Höhe von 23,72 % angewandt.
Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 193,0 Mio. EUR (31. März 2021: 136,6 Mio. EUR) wurden erfasst. Zum 31. März 2022 bestehen noch nicht genutzte steuerliche Verluste in Höhe von rund 1.022,9 Mio. EUR (Körperschaftsteuer) (31. März 2021: rund 1.219,3 Mio. EUR), für welche kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde. Zeitlich beschränkt nutzbar sind rund 273,6 Mio. EUR (31. März 2021: rund 537,8 Mio. EUR) der körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge.
Für Konzernunternehmen, die im laufenden Jahr oder im Vorjahr einen steuerlichen Verlust erwirtschaftet haben, wurden aktive latente Steuern in Höhe von 181,3 Mio. EUR (Vorjahr: 239,2 Mio. EUR) angesetzt, für welche die Realisierung von künftigen zu versteuernden Ergebnissen abhängt, die höher als die Ergebniseffekte aus der Umkehrung bestehender, zu versteuernder temporärer Differenzen sind. Der Ansatz beruht auf einer steuerlichen Planungsrechnung für das jeweilige Unternehmen bzw. für die Steuergruppe.
Für zu versteuernde temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen in Höhe von 2.470,5 Mio. EUR (31. März 2021: 2.433,1 Mio. EUR) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da das Mutterunternehmen in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern, und mit einer Umkehrung der temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist.
Der Saldo zwischen den aktiven und passiven latenten Steuern ändert sich um –47,7 Mio. EUR (31. März 2021: 60,7 Mio. EUR). Dies entspricht im Wesentlichen dem latenten Steueraufwand in Höhe von –5,9 Mio. EUR (31. März 2021: Steuerertrag 75,1 Mio. EUR), der im sonstigen Ergebnis verbuchten Veränderung aktiver latenter Steuern in Höhe von –50,2 Mio. EUR (31. März 2021: –10,2 Mio. EUR) und der Veränderung latenter Steuern aufgrund von Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von 8,4 Mio. EUR (31. März 2021: –4,0 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr gab es keine Veränderung latenter Steuern aus Erst- und Endkonsolidierungen (31. März 2021: –0,3 Mio. EUR).
Zusatzangaben nach IAS 12.81 (ab):
Veränderung | 31.03.2021 | Veränderung | 31.03.2022 | |
Latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne/Verluste | 2,7 | 187,9 | –40,2 | 147,7 |
Latente Steuern auf Cashflow-Hedges | –12,9 | –2,2 | –10,0 | –12,2 |
Summe im sonstigen Ergebnis erfasster latenter Steuern | –10,2 | 185,7 | –50,2 | 135,5 |
Mio. EUR |
14. VORRÄTE
31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 1.314,0 | 1.899,9 |
Unfertige Erzeugnisse | 884,8 | 1.356,3 |
Fertige Erzeugnisse | 1.091,0 | 1.474,6 |
Handelswaren | 105,7 | 142,2 |
Noch nicht abrechenbare Leistungen | 9,6 | 10,4 |
Geleistete Anzahlungen | 33,7 | 51,7 |
3.438,8 | 4.935,1 | |
Mio. EUR |
Wertberichtigungen auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert sind in Höhe von 198,5 Mio. EUR (31. März 2021: 193,2 Mio. EUR) im Konzernabschluss enthalten. Der Buchwert der auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert abgewerteten Vorräte beträgt 507,9 Mio. EUR (31. März 2021: 674,4 Mio. EUR). Zum 31. März 2022 wurden wie in der Vergleichsperiode keine Vorräte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten verpfändet. 8.774,5 Mio. EUR (31. März 2021: 5.853,7 Mio. EUR) wurden als Materialaufwand erfasst.
15. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN
31.03.2021 | Davon | 31.03.2022 | Davon | |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 973,2 | 7,6 | 1.215,5 | 3,7 |
Vertragsvermögenswerte | 234,7 | 15,5 | 255,2 | 4,6 |
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | 514,3 | 20,0 | 822,4 | 24,1 |
davon Forderungen aus Ertragsteuern | 29,7 | 0,0 | 22,4 | 0,0 |
davon sonstige Steuerforderungen | 207,8 | 1,3 | 254,9 | 2,0 |
davon erworbene Emissionszertifikate | 63,9 | 0,0 | 214,0 | 0,0 |
1.722,2 | 43,1 | 2.293,1 | 32,4 | |
Mio. EUR |
Weitere Informationen zu den Vertragssalden sind unter Punkt 1. Umsatzerlöse enthalten.
16. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks | 1.159,7 | 842,8 |
Mio. EUR |
17. EIGENKAPITAL
Grundkapital (inklusive Angaben gemäß § 241 UGB)
Das Grundkapital beträgt zum 31. März 2022324.391.840,99 EUR (31. März 2021: 324.391.840,99 EUR) und ist in 178.549.163 (31. März 2021: 178.549.163) auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze eingezahlt.
Gemäß § 4 Abs. 2a der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG bis zum 30. Juni 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 64.878.368,92 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.709.833 Stück Aktien (= 20 %) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019/I). Bis dato hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.
Gemäß § 4 Abs. 2b der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG bis zum 30. Juni 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu weitere 32.439.183,55 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.854.916 Stück Aktien (= 10 %) gegen Sacheinlagen und/oder Bareinlagen zur Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen sowie das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, wenn (i) die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen erfolgt, das heißt Aktien zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften im In- und Ausland ausgegeben werden, oder (ii) die Kapitalerhöhung zum Zwecke der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms erfolgt (Genehmigtes Kapital 2019/II). Bis dato hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.
Gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 31.330.922,84 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.244.916 Stück Aktien (= 10 %) zur Ausgabe an Gläubiger von Finanzinstrumenten im Sinne des § 174 AktG (Wandelschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen oder Genussrechte), zu deren Begebung der Vorstand in der Hauptversammlung vom 3. Juli 2019 ermächtigt wurde, zu erhöhen (bedingte Kapitalerhöhung). Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung zur Begebung von Finanzinstrumenten im Sinne des § 174 AktG bislang keinen Gebrauch gemacht.
In der Hauptversammlung vom 7. Juli 2021 wurde der Vorstand für eine Geltungsdauer von 30 Monaten zum Erwerb von eigenen Aktien in Höhe von bis zu 10 % des jeweiligen Grundkapitals ermächtigt. Der Rückkaufspreis darf maximal 20 % unter und maximal 10 % über dem durchschnittlichen Börsenschlusskurs der dem Rückerwerb vorhergehenden drei Börsentage liegen. Von dieser Ermächtigung hat der Vorstand bislang nicht Gebrauch gemacht.
Die Kapitalrücklagen beinhalten im Wesentlichen das Agio (abzüglich Kosten der Eigenkapitalbeschaffung), Gewinne/Verluste aus dem Verkauf von eigenen Aktien sowie anteilsbasierte Vergütungen.
Die Rücklagen für eigene Aktien beinhalten die abgesetzten Anschaffungskosten bzw. die Eigenkapitalerhöhung aus den Abgängen zu Anschaffungskosten für verkaufte eigene Aktien.
Die Gewinnrücklagen beinhalten das Ergebnis nach Steuern abzüglich Dividendenausschüttungen. Bei der Auf- bzw. Abstockung von Mehrheitsbeteiligungen wird die Differenz zwischen den Anschaffungskosten für die zusätzlichen Anteile und dem anteiligen Buchwert der nicht beherrschenden Anteile direkt in den Gewinnrücklagen erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste bei Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen werden in der Periode, in der sie anfallen, zur Gänze in den Gewinnrücklagen erfasst.
Die Rücklage für Währungsumrechnung dient der Erfassung von Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen.
Die Hedging-Rücklage umfasst Gewinne und Verluste aus dem effektiven Teil von Cashflow-Hedges. Der kumulierte, in die Rücklage eingestellte Gewinn oder Verlust aus dem Sicherungsgeschäft wird erst dann in die Gewinn- und Verlustrechnung überführt, wenn auch das gesicherte Geschäft das Ergebnis beeinflusst.
Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien hat sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2022 dargestellten Perioden wie folgt entwickelt:
Anzahl | Anzahl | Anzahl im Umlauf | |
Stand zum 01.04.2020 | 178.549.163 | 28.597 | 178.520.566 |
Entnahme eigener Aktien | 0 | –50 | 50 |
Stand zum 31.03.2021 | 178.549.163 | 28.547 | 178.520.616 |
Stand zum 31.03.2022 | 178.549.163 | 28.547 | 178.520.616 |
Anteilsbasierte Vergütungen
Aufgrund der Gewährung von voestalpine-Aktien an Mitarbeiter im Rahmen der jährlichen Erfolgsprämie wurden 32,8 Tsd. Stück Aktien mit einem Wert von 1,1 Mio. EUR (2020/21: 0,0 Mio. EUR) anlässlich der Zahlung aus dem Eigenkapital entnommen, 158,5 Tsd. Stück Aktien mit einem Wert von 4,8 Mio. EUR (2020/21: 1,0 Mio. EUR) wurden dem Eigenkapital zugeführt.
18. PENSIONEN UND ANDERE ARBEITNEHMERVERPFLICHTUNGEN
31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Rückstellungen für Abfertigungen | 569,4 | 522,2 |
Rückstellungen für Pensionen | 531,5 | 409,9 |
Rückstellungen für Jubiläumsgelder | 156,3 | 150,3 |
1.257,2 | 1.082,4 | |
Mio. EUR |
RÜCKSTELLUNGEN FÜR ABFERTIGUNGEN
2020/21 | 2021/22 | |
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) zum 01.04. | 577,0 | 569,4 |
Dienstzeitaufwand der Periode | 10,3 | 10,1 |
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0,0 | 0,0 |
Zinsaufwand der Periode | 8,3 | 4,5 |
–Gewinne/+Verluste aus Planabgeltungen | –0,1 | 0,0 |
Konsolidierungskreisänderungen | 0,0 | 0,0 |
Abfertigungszahlungen | –44,3 | –33,0 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der finanziellen Annahmen | 40,7 | –33,7 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der demografischen Annahmen | 0,0 | 0,0 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen | –23,5 | 4,6 |
Planabgeltungen | 0,0 | 0,0 |
Sonstige | 1,0 | 0,3 |
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen (DBO) zum 31.03. | 569,4 | 522,2 |
Mio. EUR |
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen für beitragsorientierte Abfertigungszahlungen an externe Mitarbeitervorsorgekassen betragen 14,0 Mio. EUR (2020/21: 13,1 Mio. EUR).
RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN
Barwert der | Plan- | Rückstellung | |
Stand am 01.04.2020 | 791,9 | –251,6 | 540,3 |
Dienstzeitaufwand der Periode | 8,6 | 0,0 | 8,6 |
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | –0,1 | 0,0 | –0,1 |
Nettozinsen der Periode | 13,2 | –4,3 | 8,9 |
Ertrag aus Planvermögen (ohne Beträge, die in Nettozinsen enthalten sind) | 0,0 | –51,7 | –51,7 |
–Gewinne/+Verluste aus Planabgeltungen, –kürzungen | –0,1 | 0,0 | –0,1 |
Konsolidierungskreisänderungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Pensionszahlungen | –34,7 | 20,3 | –14,4 |
Kursdifferenzen | 2,1 | –1,7 | 0,4 |
Arbeitgebereinzahlungen/-rückzahlungen | 0,0 | –2,0 | –2,0 |
Arbeitnehmereinzahlungen | 0,0 | –0,9 | –0,9 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der finanziellen Annahmen | 52,5 | 0,0 | 52,5 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der demografischen Annahmen | –0,4 | 0,0 | –0,4 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen | –7,1 | 0,0 | –7,1 |
Planabgeltungen | –0,2 | 0,0 | –0,2 |
Sonstige | –2,6 | 0,3 | –2,3 |
Stand am 31.03.2021 | 823,1 | –291,6 | 531,5 |
Mio. EUR |
RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN
Barwert der | Plan- | Rückstellung | |
Stand am 01.04.2021 | 823,1 | –291,6 | 531,5 |
Dienstzeitaufwand der Periode | 8,9 | 0,0 | 8,9 |
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Nettozinsen der Periode | 8,9 | –3,3 | 5,6 |
Ertrag aus Planvermögen (ohne Beträge, die in Nettozinsen enthalten sind) | 0,0 | 0,3 | 0,3 |
–Gewinne/+Verluste aus Planabgeltungen, –kürzungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Konsolidierungskreisänderungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Pensionszahlungen | –35,3 | 20,0 | –15,3 |
Kursdifferenzen | 6,5 | –2,7 | 3,8 |
Arbeitgebereinzahlungen/-rückzahlungen | 0,0 | –21,5 | –21,5 |
Arbeitnehmereinzahlungen | 0,0 | –0,7 | –0,7 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der finanziellen Annahmen | –99,8 | 0,0 | –99,8 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung der demografischen Annahmen | –1,8 | 0,0 | –1,8 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen | –1,7 | 0,0 | –1,7 |
Planabgeltungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Sonstige | 0,6 | 0,0 | 0,6 |
Stand am 31.03.2022 | 709,4 | –299,5 | 409,9 |
Mio. EUR |
Die wesentlichen Anlagekategorien des Planvermögens stellen sich in den im Konzernabschluss zum 31. März 2022 dargestellten Perioden wie folgt dar:
2020/21 | |||
Kategorie | Vermögenswerte | Vermögenswerte | Summe |
Schuldinstrumente | 42,2 % | 0,0 % | 42,2 % |
Eigenkapitalinstrumente | 30,1 % | 0,0 % | 30,1 % |
Immobilien | 0,0 % | 3,1 % | 3,1 % |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 6,3 % | 0,1 % | 6,4 % |
Versicherungsverträge | 0,4 % | 9,9 % | 10,3 % |
Sonstige Vermögenswerte | 7,9 % | 0,0 % | 7,9 % |
Summe | 86,9 % | 13,1 % | 100,0 % |
2021/22 | |||
Kategorie | Vermögenswerte | Vermögenswerte | Summe |
Schuldinstrumente | 41,8 % | 0,0 % | 41,8 % |
Eigenkapitalinstrumente | 29,3 % | 0,0 % | 29,3 % |
Immobilien | 0,0 % | 3,6 % | 3,6 % |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 4,4 % | 0,1 % | 4,5 % |
Versicherungsverträge | 0,0 % | 9,4 % | 9,4 % |
Sonstige Vermögenswerte | 11,4 % | 0,0 % | 11,4 % |
Summe | 86,9 % | 13,1 % | 100,0 % |
Im Planvermögen sind eigene Aktien mit einem beizulegenden Zeitwert von 0,8 Mio. EUR (31. März 2021: 1,0 Mio. EUR) enthalten.
Der durchschnittlich erwartete Veranlagungsertrag ist durch die Portfoliostruktur des Planvermögens, Erfahrungswerte aus der Vergangenheit sowie zukünftig zu erwartende Renditen bestimmt. Die Berechnung der Rückstellungen für Pensionen erfolgte auf Basis einer erwarteten (durchschnittlichen) Verzinsung des Planvermögens von 1,1 %. Die tatsächliche Verzinsung lag bei 1,0 % (2020/21: 22,3 %).
Die Pensionsverpflichtungen aus den österreichischen Konzerngesellschaften sind in die APK-Pensionskasse Aktiengesellschaft ausgelagert.
Ziele der Investitionspolitik sind ein optimierter Aufbau des Planvermögens und die jederzeitige Deckung der bestehenden Ansprüche.
Die Veranlagung des Planvermögens in Österreich wird durch § 25 Pensionskassengesetz und das Investmentfondsgesetz geregelt. Zusätzlich zu diesen Vorschriften sind in den Veranlagungsrichtlinien der APK-Pensionskasse Aktiengesellschaft unter anderem die Bandbreite der Asset-Allokation, der Einsatz von Dachfonds sowie die Auswahl von Fondsmanagern geregelt. Der Einsatz neuer Instrumente oder eine Erweiterung der Fondspalette ist vom Vorstand der APK-Pensionskasse Aktiengesellschaft zu genehmigen. Sowohl im Bereich der Anteilswertpapiere als auch der Schuldverschreibungen erfolgt die Diversifikation global, wobei jedoch die Schuldverschreibungen schwerpunktmäßig auf EUR lauten oder EUR gesichert sind.
Das Vermögen der Veranlagungs- und Risikogemeinschaft VRG 15 ist in internationale Aktien- und Anleihenfonds, alternative Veranlagungsstrategien (beispielsweise Immobilien und Private Equity) sowie Geldmarktveranlagungen investiert. Das langfristige Investitionsziel der VRG 15 ist es, die Benchmark (30 % globale Aktien, 55 % globale Anleihen, 5 % Cash, 5 % Alternatives, 5 % Immobilien) zu übertreffen und ihre bestehenden und künftigen Anspruchszahlungen zu decken. Das Vermögen der VRG 15 ist gemäß § 25 des österreichischen Pensionskassengesetzes so veranlagt, dass die Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des der VRG 15 zugeordneten Vermögens insgesamt gewährleistet sind.
Eine zur Benchmark abweichende Asset-Allokation oder regionale Allokation ist erlaubt, wenn dies nach Beurteilung der APK-Pensionskasse Aktiengesellschaft durch die aktuellen Bewertungen oder zukünftig erwarteten Renditen begründet ist. Für alle Assetklassen können Investmentvehikel, die nach einem aktiven Ansatz verwaltet werden, eingesetzt werden, wenn dies durch Markteigenschaften oder Kosten-Nutzen-Erwägungen begründet werden kann.
Der Großteil des Vermögens der VRG 15 wird in liquiden Märkten investiert, an denen regelmäßige Preisnotierungen festgestellt werden. Vermögenswerte, für die keine aktive Marktpreisnotierung vorhanden ist (z. B. bestimmte Immobilien und Private Equity-Strategien), können auf vorsichtigem Niveau gehalten werden, wenn das Rendite-/Risikoprofil solcher Vermögenswerte als günstig erachtet wird.
Das Risiko wird aktiv gesteuert und es wird allgemein erwartet, dass Volatilität und vor allem Downside-Risiken niedriger sein werden als jenes der Benchmark.
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen für beitragsorientierte Pensionen betragen 46,5 Mio. EUR (2020/21: 42,6 Mio. EUR).
Die Sensitivitätsanalyse der maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen, die zur Ermittlung leistungsorientierter Verpflichtungen genutzt werden, ergibt folgende Auswirkungen auf die DBO:
SENSITIVITÄTEN
Zinssatz | Lohn-/ | Pensionserhöhungen | ||||
+1,0 % | –1,0 % | +0,5 % | –0,5 % | +0,25 % | –0,25 % | |
Pensionen | –12,4 % | +15,4 % | +0,7 % | –0,6 % | +2,7 % | –2,6 % |
Abfertigungen | –9,4 % | +10,9 % | +5,1 % | –4,8 % | 0,0 % | 0,0 % |
Für den Einfluss des Zinssatzes, der Lohn- und Gehaltserhöhungen sowie der Pensionserhöhungen wurden konzernale Werte ermittelt. Die Sensitivitäten werden nicht durch Schätzungen oder Näherungen, sondern durch vollständige Bewertungen unter Variation der jeweiligen Parameter ermittelt.
Die erwarteten Beitragszahlungen für leistungsorientierte Pensionspläne für das Geschäftsjahr 2022/23 betragen 1,8 Mio. EUR.
Die durchschnittliche zinsgewichtete Duration für Pensionspläne beträgt 13,8 Jahre und für Abfertigungen 10,3 Jahre.
RÜCKSTELLUNGEN FÜR JUBILÄUMSGELDER
2020/21 | 2021/22 | |
Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen zum 01.04. | 160,6 | 156,3 |
Dienstzeitaufwand der Periode | 10,6 | 9,7 |
Zinsaufwand der Periode | 2,3 | 1,2 |
Konsolidierungskreisänderungen | 0,0 | 0,0 |
Jubiläumsgeldzahlungen | –11,6 | –7,2 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus der Änderung von Annahmen | 0,2 | –11,5 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen | –5,6 | 1,6 |
Sonstige | –0,2 | 0,2 |
Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen zum 31.03. | 156,3 | 150,3 |
Mio. EUR |
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen/Erträge für Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldverpflichtungen gliedern sich wie folgt:
2020/21 | 2021/22 | |
Dienstzeitaufwand der Periode und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 29,4 | 28,7 |
Nettozinsen der Periode | 19,5 | 11,3 |
–Gewinne/+Verluste aus Planabgeltungen, –kürzungen | –0,2 | 0,0 |
Versicherungsmathematische –Gewinne/+Verluste aus Jubiläumsgeldverpflichtungen | –5,4 | –9,9 |
Aufwands-/ertragswirksam erfasste Positionen | 43,3 | 30,1 |
Mio. EUR |
Die Nettozinsen der Periode sind in den Finanzaufwendungen erfasst.
19. RÜCKSTELLUNGEN
Stand | Konsoli- | Währungs- | Verbrauch | Auf- | Um- | Zuwei- | Umgliederung nicht fortgeführte Aktivitäten | Stand | |
Langfristige Rückstellungen | |||||||||
Sonstige Personalaufwendungen | 11,7 | 0,0 | 0,1 | –4,1 | 0,0 | 0,0 | 2,6 | 0,0 | 10,3 |
Garantien und sonstige Wagnisse | 4,3 | 0,0 | 0,0 | –0,4 | –1,7 | –0,2 | 1,1 | 0,0 | 3,1 |
Übrige langfristige Rückstellungen | 103,3 | 0,0 | 4,6 | –10,2 | –1,2 | –6,1 | 13,5 | 0,0 | 103,9 |
119,3 | 0,0 | 4,7 | –14,7 | –2,9 | –6,3 | 17,2 | 0,0 | 117,3 | |
Kurzfristige Rückstellungen | |||||||||
Nicht konsumierte Urlaube | 137,5 | 0,0 | 1,4 | –81,6 | –0,1 | 0,0 | 93,1 | –0,7 | 149,6 |
Sonstige Personalaufwendungen | 186,3 | 0,0 | 4,5 | –134,3 | –8,8 | 0,0 | 230,9 | –1,5 | 277,1 |
Garantien und sonstige Wagnisse | 70,1 | 0,0 | 2,3 | –11,1 | –6,0 | 0,3 | 17,6 | 0,0 | 73,2 |
Belastende Verträge | 44,0 | 0,0 | 0,1 | –25,9 | –7,5 | 0,0 | 70,2 | 0,0 | 80,9 |
Übrige kurzfristige Rückstellungen | 262,7 | 0,0 | 4,1 | –150,3 | –10,3 | 6,0 | 359,7 | –16,8 | 455,1 |
700,6 | 0,0 | 12,4 | –403,2 | –32,7 | 6,3 | 771,5 | –19,0 | 1.035,9 | |
819,9 | 0,0 | 17,1 | –417,9 | –35,6 | 0,0 | 788,7 | –19,0 | 1.153,2 | |
Mio. EUR |
Die Rückstellungen für Personalaufwendungen enthalten insbesondere Prämien und Bonifikationen. Die Rückstellungen für Garantien und sonstige Wagnisse sowie die Rückstellungen für belastende Verträge betreffen die laufende Geschäftstätigkeit. Die übrigen Rückstellungen beinhalten insbesondere Rückstellungen für Vertriebsprovisionen, Rechtsstreitigkeiten, Prozess- und Beratungskosten sowie Umweltschutzverpflichtungen. Innerhalb der übrigen kurzfristigen Rückstellungen sind Umweltschutzverpflichtungen in Höhe von 265,9 Mio. EUR (2020/21: 93,5 Mio. EUR), welche fast ausschließlich CO2-Zertifikate betreffen, enthalten.
Die Rückstellungshöhe von Garantien und sonstigen Wagnissen bemisst sich am zuverlässigsten Schätzwert jenes Betrages, der zur Begleichung dieser Verpflichtungen am Bilanzstichtag nötig wäre. Als statistische Messgröße wird der Erwartungswert herangezogen. Dieser wiederum basiert auf einer für die Vergangenheit nachweisbaren Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses.
Rückstellungen für belastende Verträge werden angesetzt, wenn die zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen erforderlichen unvermeidbaren Kosten die erwarteten Erlöse übersteigen. Bevor eine separate Rückstellung für einen belastenden Vertrag gebildet wird, erfasst ein Unternehmen den Wertminderungsaufwand für Vermögenswerte, die mit dem Vertrag verbunden sind.
Die durch einen Kronzeugenantrag der voestalpine im Jahr 2011 ausgelösten Kartellverfahren des deutschen Bundeskartellamtes im Bereich Bahnoberbaumaterial wurden gegen die voestalpine 2013 abgeschlossen. Das gegen die voestalpine verhängte Bußgeld in diesen Verfahren betrug gesamt 14,9 Mio. EUR. Ebenfalls durch einen Kronzeugenantrag der voestalpine wurde ein Verfahren des deutschen Bundeskartellamtes gegen Edelstahlunternehmen ausgelöst, welches gegenüber der voestalpine im Juli 2018 beendet wurde. Als Kronzeuge wurde gegen die voestalpine in diesem Verfahren kein Bußgeld verhängt. In Zusammenhang mit dem durch eine Hausdurchsuchung im September 2017 eingeleiteten Verfahren des deutschen Bundeskartellamtes wegen des Verdachtes kartellrechtswidriger Absprachen im Bereich Grobblech hat die voestalpine im Dezember 2019 einem Vergleich mit einem Bußgeld in Höhe von 65,5 Mio. EUR zugestimmt. Auch dieses Verfahren ist somit beendet.
Sofern relevant, hat die voestalpine zum Stichtag 31. März 2022 für allfällige negative finanzielle Auswirkungen aus diesen Kartellverfahren vorgesorgt.
In der Berichtsperiode sind Rückstellungserhöhungen aufgrund der Aufzinsung und aufgrund von Änderungen des Abzinsungssatzes in Höhe von insgesamt 0,8 Mio. EUR (2020/21: 1,5 Mio. EUR) enthalten.
20. FINANZVERBINDLICHKEITEN
Restlaufzeit | Restlaufzeit | |||
31.03.2021 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.130,6 | 526,1 | 2.468,2 | 2.319,9 |
Verbindlichkeiten aus Leasing | 44,1 | 51,1 | 341,1 | 290,0 |
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 9,8 | 8,5 | 0,0 | 0,0 |
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 36,2 | 38,2 | 36,9 | 36,3 |
1.220,7 | 623,9 | 2.846,2 | 2.646,2 | |
Mio. EUR | ||||
Am 14. Oktober 2014 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 400,0 Mio. EUR begeben. Die Anleihe wurde am 14. Oktober 2021 zurückgezahlt. Der jeweils ausstehende Nennbetrag der Anleihe wurde mit 2,25 % jährlich verzinst.
Am 27. September 2017 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 500,0 Mio. EUR begeben. Die Anleihe wird im September 2024 zurückgezahlt und mit 1,375 % jährlich verzinst.
Am 10. April 2019 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 500,0 Mio. EUR begeben. Die Anleihe wird im April 2026 zurückgezahlt und mit 1,75 % jährlich verzinst.
Im Geschäftsjahr 2021/22 erfolgten laufende Rückkäufe der Unternehmensanleihe 2014–2021. Vom Gesamtnominale der Unternehmensanleihe 2014–2021 wurden 2,7 Mio. EUR (2020/21: 5,9 Mio. EUR) rückgekauft.
21. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.441,2 | 2.027,1 |
Vertragsverbindlichkeiten | 208,6 | 237,2 |
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern | 115,9 | 130,6 |
Sonstige Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit | 59,6 | 70,3 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 363,5 | 397,2 |
2.188,8 | 2.862,4 | |
Mio. EUR | ||
Weitere Informationen zu den Vertragssalden sind unter Punkt 1. Umsatzerlöse enthalten.
22. WECHSELVERBINDLICHKEITEN UND VERBINDLICHKEITEN AUS REVERSE FACTORING
31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel | 755,0 | 1.105,8 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit Reverse Factoring-Vereinbarungen | 27,1 | 47,6 |
782,1 | 1.153,4 | |
Mio. EUR |
Die voestalpine ermöglicht ausgewählten Lieferanten die Teilnahme an unterschiedlichen Supply Chain Finance-Modellen. Überwiegend kommen Wechselverbindlichkeiten, aber auch Reverse Factoring-Modelle zur Anwendung.
Den Lieferanten wird dabei die Möglichkeit geboten, durch Diskontierung der Forderungen bei der Vertragsbank eine vorgezogene Zahlung zu erhalten. Die voestalpine bezahlt zum Zeitpunkt der Fälligkeit des Wechsels bzw. zum Zeitpunkt der Fälligkeit der Faktura der Reverse Factoring-Vereinbarung.
Die Rechnungsbeträge resultieren aus Liefer- und Leistungsbeziehungen. Sie stellen einen Teil des Working Capital dar. Zinsaufwendungen, die der voestalpine aus diesen Modellen erwachsen, wurden in Höhe von 7,4 Mio. EUR (2020/21: 1,8 Mio. EUR) bezahlt. Es werden zusätzlich Konzerngarantien gegenüber den Banken abgegeben. Die Zahlungsziele verlängern sich in unterschiedlichem Maße in der Regel auf bis zu 135 Tage.
Die Zahlungen an die Banken bei Einlösung der Wechselverbindlichkeiten und der Bezahlung der Reverse Factoring-Verbindlichkeiten sind im Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit ausgewiesen, weil sie weiterhin Teil des normalen Geschäftszyklus des Konzerns sind und ihr wesentlicher Charakter betrieblich bleibt, das heißt, sie Zahlungen für den Kauf von Gütern und Dienstleistungen darstellen.
23. EVENTUALVERBINDLICHKEITEN
31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Verbindlichkeiten aus der Begebung und Übertragung von Wechseln | 0,0 | 0,0 |
Bürgschaften, Garantien | 0,8 | 0,7 |
0,8 | 0,7 | |
Mio. EUR |
24. FINANZINSTRUMENTE
Allgemeines
Die wesentlichen durch den voestalpine-Konzern verwendeten Finanzinstrumente umfassen Bankdarlehen, Anleihen, Schuldscheine und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Der Hauptzweck der Finanzinstrumente ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit des Konzerns. Der Konzern verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte wie z. B. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristige Einlagen und langfristige Veranlagungen, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren.
Des Weiteren nutzt der Konzern auch derivative Finanzinstrumente. Hierzu gehören vor allem Zins-Swaps, Devisentermingeschäfte und Commodity-Swaps. Zweck dieser derivativen Finanzinstrumente ist die Absicherung gegen Zins- und Währungsrisiken sowie gegen Risiken aufgrund der Schwankungen von Rohstoffpreisen, welche aus der Geschäftstätigkeit des Konzerns und seinen Finanzierungsquellen resultieren.
Kapitalmanagement
Vorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung des Konzerns ist es, sicherzustellen, dass neben der Verfügbarkeit über die notwendige Liquidität zur Unterstützung der Geschäftstätigkeit und zur Maximierung des Shareholder Value eine angemessene Bonität und eine ausreichende Eigenkapitalquote aufrechterhalten werden.
Der voestalpine-Konzern steuert sein Kapital mithilfe der Kennzahlen Nettofinanzverschuldung/EBITDA sowie der Gearing Ratio, dem Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zum Eigenkapital. Die Nettofinanzverschuldung umfasst verzinsliche Verbindlichkeiten abzüglich Finanzierungsforderungen, Ausleihungen, Wertpapiere sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Das Eigenkapital inkludiert nicht beherrschende Anteile an Konzernunternehmen.
Die Zielgröße für die Gearing Ratio liegt bei 50 % und kann nur für einen befristeten Zeitraum bis maximal 75 % überschritten werden. Die Kennzahl Nettofinanzverschuldung/EBITDA soll maximal bei 3,0 liegen und darf nur für einen befristeten Zeitraum überschritten werden. Alle Wachstumsmaßnahmen und Kapitalmarkttransaktionen werden darauf ausgerichtet.
In der Berichtsperiode entwickelten sich die beiden Kennzahlen wie folgt:
31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Gearing Ratio in % | 48,5 % | 32,4 % |
Nettofinanzverschuldung/EBITDA | 2,4 | 1,0 |
Finanzielles Risikomanagement – Corporate Finance-Organisation
Das finanzielle Risikomanagement umfasst auch den Bereich Rohstoffrisikomanagement. Betreffend Richtlinienkompetenz, Strategiefestsetzung und Zieldefinition ist das finanzielle Risikomanagement zentral organisiert. Das bestehende Regelwerk beinhaltet Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen sowohl für das Konzern-Treasury als auch für die einzelnen Konzerngesellschaften. Weiters werden die Themen Pooling, Geldmarkt, Kredit- und Wertpapiermanagement, Fremdwährungs-, Zins-, Liquiditäts- und Rohstoffrisiko sowie das Berichtswesen geregelt. Für die Umsetzung ist das Konzern-Treasury verantwortlich, das als Dienstleistungscenter fungiert. Geschäftsabschluss, Abwicklung und Verbuchung erfolgen in drei organisatorisch getrennten Einheiten, wodurch ein Sechsaugenprinzip gewährleistet wird. Die Richtlinien und deren Einhaltung sowie die IKS-Konformität der Geschäftsprozesse werden in regelmäßigen Abständen zusätzlich durch einen externen Auditor überprüft.
Teil der Unternehmenspolitik des voestalpine-Konzerns ist es, die finanziellen Risiken ständig zu beobachten, zu quantifizieren und – wo sinnvoll – abzusichern. Die Risikobereitschaft ist eher gering. Die Strategie zielt auf die Erzielung von Natural Hedges und eine Verminderung der Schwankungen der Cashflows und Erträge ab. Die Absicherung der Marktrisiken erfolgt auch mit derivativen Finanzinstrumenten.
Die voestalpine AG verwendet zur Quantifizierung des Zinsrisikos die Kenngröße Zinsänderungsrisiko. Das Zinsänderungsrisiko quantifiziert die Auswirkung auf den Zinsertrag bzw. Zinsaufwand bei einer Änderung des Marktzinsniveaus um einen Prozentpunkt.
Durch die Implementierung eines Nettingprozesses werden die Fremdwährungs-Cashflows im Konzern zusammengeführt und ausgeglichen. Dadurch wird eine Natural Hedge erzielt.
Für die Quantifizierung des Währungsrisikos wird eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt, die eine für möglich gehaltene Stärkung (Schwächung) des Euro gegenüber den anderen Währungen zum 31. März um 10 % darstellt. In der Analyse wird unterstellt, dass alle anderen Einflussfaktoren konstant bleiben.
Liquiditätsrisiko – Finanzierung
Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können, weil man nicht über ausreichend Zahlungsmittel verfügt.
Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist eine exakte Finanzplanung, die quartalsweise revolvierend von den operativen Gesellschaften direkt an das Konzern-Treasury der voestalpine AG übermittelt wird. Anhand der konsolidierten Ergebnisse wird der Bedarf an Finanzierungen und Kreditlinien bei Banken ermittelt. Der geplante Liquiditätsbedarf der nächsten zwölf Monate soll durch eine Liquiditätsreserve abgedeckt sein.
Die Betriebsmittelfinanzierung erfolgt über das Konzern-Treasury. Durch ein zentrales Clearing wird ein täglicher konzerninterner Finanzausgleich durchgeführt. Gesellschaften mit Liquiditätsüberschüssen stellen diese indirekt Gesellschaften mit Liquiditätsbedarf zur Verfügung. Die Differenz wird vom Konzern-Treasury bei seinen Hausbanken positioniert. Dadurch werden eine Verminderung des Fremdfinanzierungsvolumens und eine Optimierung des Zinsergebnisses erreicht.
Finanzierungen erfolgen zur Vermeidung von Wechselkursrisiken in der lokalen Währung des jeweiligen Kreditnehmers oder sind durch Devisen- und Währungs-Swaps währungsgesichert.
Als Liquiditätsreserve hält die voestalpine AG vertraglich zugesicherte Kreditlinien im Ausmaß von 1.000,0 Mio. EUR (2020/21: 1.080,0 Mio. EUR). Darüber hinaus besteht zur Abdeckung von unerwarteten Liquiditätsbedarfen eine Aktivposition in Form von Wertpapieren und kurzfristigen Veranlagungen. Per 31. März 2022 betrug die Summe an frei veräußerbaren Wertpapieren 145,6 Mio. EUR (31. März 2021: 145,3 Mio. EUR). Diese beinhalten Wertpapierpensionsgeschäfte in Form von CO2 Repos (Kauf von CO2-Zertifikaten mit gleichzeitiger Rückkaufsvereinbarung) in der Höhe von 78,8 Mio. EUR (31. März 202184,2 Mio. EUR). Weiters sind Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 842,8 Mio. EUR (31. März 2021: 1.159,7 Mio. EUR) im Konzernabschluss ausgewiesen.
Die Wechselverbindlichkeiten der voestalpine-Gruppe können zu einer Risikokonzentration führen, da die zuvor auf eine Vielzahl von Gläubigern gestreuten Verbindlichkeiten damit auf die involvierten Banken konzentriert werden. Ein einseitiger Widerruf der Vereinbarungen von einer oder mehreren Banken für zukünftige Geschäfte würde zu einem kurzfristigen Liquiditätsbedarf führen. Dem Konzentrationsrisiko begegnet der voestalpine-Konzern durch eine breite Streuung der Finanzinstrumente auf verschiedene Banken. Das Risiko wird weiters durch die bestehende Liquiditätsreserve und Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1.842,8 Mio. EUR (Vorjahr: 2.239,7 Mio. EUR) reduziert. Von den Wechselverbindlichkeiten entfallen auf den größten der zehn Gläubiger nur 304,5 Mio. EUR (Vorjahr: 279,1 Mio. EUR). Im Vergleich zur Liquiditätsreserve und den Zahlungsmitteläquivalenten sind das 16,5 % (Vorjahr: 12,5 %). Das Liquiditätsrisiko aus Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring ist aufgrund des geringen Volumens von untergeordneter Bedeutung.
Die Finanzierungsquellen werden nach dem Grundsatz der Bankenunabhängigkeit gesteuert. Derzeit bestehen Finanzierungen bei etwa 20 unterschiedlichen in- und ausländischen Banken. Darüber hinaus wird der Kapitalmarkt als Finanzierungsquelle genutzt.
In den Geschäftsjahren 2020/21 und 2021/22 wurden keine Kapitalmarkttransaktionen durchgeführt.
Eine Fälligkeitsanalyse aller zum Bilanzstichtag bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:
VERBINDLICHKEITEN
Restlaufzeit | Restlaufzeit | Restlaufzeit | ||||
31.03.2021 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Anleihen | 482,1 | 95,4 | 498,2 | 997,3 | 548,1 | 49,9 |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 648,5 | 430,8 | 1.351,3 | 1.210,7 | 70,5 | 62,0 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.440,8 | 2.026,7 | 0,4 | 0,4 | 0,0 | 0,0 |
Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring | 782,1 | 1.153,4 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Verbindlichkeiten aus Leasing | 44,1 | 51,1 | 143,9 | 134,6 | 197,2 | 155,4 |
Verbindlichkeiten aus Fremdwährungssicherungen und Rohstoffsicherungen | 16,6 | 19,8 | 1,0 | 6,0 | 0,0 | 0,0 |
davon als Sicherungsgeschäft gewidmet | 8,7 | 6,6 | 0,8 | 5,7 | 0,0 | 0,0 |
Verbindlichkeiten aus Zinssicherungen (inkl. Cross Currency Swaps) | 0,0 | 23,5 | 0,2 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
davon als Sicherungsgeschäft gewidmet | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 46,0 | 46,6 | 36,9 | 36,1 | 0,0 | 0,2 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 136,3 | 120,3 | 19,8 | 27,2 | 0,0 | 0,0 |
Summe Verbindlichkeiten | 3.596,5 | 3.967,6 | 2.051,7 | 2.412,3 | 815,8 | 267,5 |
Mio. EUR | ||||||
Mit diesen bestehenden Verbindlichkeiten korrespondieren folgende (prospektive) Zinsbelastungen, wie sie zum Bilanzstichtag geschätzt wurden:
Restlaufzeit | Restlaufzeit | Restlaufzeit | ||||
2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | |
Zinsen für Anleihen | 25,5 | 16,5 | 59,2 | 52,4 | 14,2 | 4,5 |
Zinsen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 20,5 | 18,2 | 33,6 | 25,2 | 6,0 | 2,5 |
Zinsen für Verbindlichkeiten aus Leasing1 | 6,1 | 6,2 | 18,1 | 16,8 | 20,7 | 18,6 |
Zinsen aus Zinssicherungen (inkl. Cross Currency Swaps) | 1,9 | 14,4 | 0,9 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Zinsen für sonstige Finanzverbindlichkeiten | 1,2 | 1,0 | 2,3 | 1,6 | 0,0 | 0,0 |
Summe Zinslast | 55,2 | 56,3 | 114,1 | 96,0 | 40,9 | 25,6 |
1 Geschäftsjahr 2020/21 rückwirkend angepasst. | Mio. EUR | |||||
Kredit-/Bonitätsrisiko
Das Bonitätsrisiko bezeichnet Vermögensverluste, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner entstehen können.
Das Management des Bonitätsrisikos von Veranlagungs- und Derivatgeschäften wird in internen Richtlinien reglementiert. Es sind alle Veranlagungen und Derivatgeschäfte je Kontrahent limitiert, wobei die Höhe des Limits vom Rating der Bank abhängig ist.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen überwiegend gegenüber Banken mit guten Bonitäten. Die Bestände sind in der Regel kurzfristig veranlagt. Das Kreditrisiko ist daher von untergeordneter Bedeutung.
GLIEDERUNG DER VERANLAGUNGEN BEI FINANZINSTITUTIONEN IN RATINGKLASSEN
AAA | AA | A | BBB | <BBB/NR | |
Geldmarktveranlagungen exkl. Habensalden auf Konten | 0,0 | 185,0 | 40,0 | 0,0 | 0,0 |
Derivate1 | 0,0 | 27,5 | 51,9 | 11,7 | 0,6 |
1 Nur positive Marktwerte. | Mio. EUR | ||||
Bei den derivativen Finanzinstrumenten beschränkt sich das Bonitätsrisiko auf Geschäfte mit positivem Marktwert und bei diesen auf die Höhe des Marktwerts. Aus diesem Grund werden Derivatgeschäfte nur mit dem positiven Marktwert auf das Limit angerechnet. Derivate werden ausschließlich auf Grundlage von standardisierten Rahmenverträgen für Finanztermingeschäfte abgeschlossen.
Das Bonitätsrisiko der Grundgeschäfte ist durch einen hohen Anteil an Kreditversicherungen und bankmäßigen Sicherheiten (Garantien, Akkreditive) weitestgehend abgesichert. Das Ausfallsrisiko für das verbleibende Eigenrisiko wird durch definierte Prozesse der Bonitätsbeurteilung, Risikobewertung, Risikoklassifizierung und Bonitätsüberwachung gemanagt. Das Bonitätsrisiko der Geschäftspartner von finanziellen Kontrakten wird durch ein regelmäßiges Monitoring des Ratings und der Veränderung der CDS-Levels (Credit Default Swap) der Kontrahenten gesteuert.
Je nach Kundenstruktur und Geschäftsfeld gelten finanzielle Vermögenswerte zumeist als ausgefallen, wenn sie mehr als 180 Tage überfällig sind oder nicht mehr davon auszugehen ist, dass sie ohne Verwertung von Sicherheiten in voller Höhe beglichen werden.
Forderungen werden dann als finanzielle Vermögenswerte mit beeinträchtigter Bonität eingestuft, wenn konkrete Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen (insbesondere erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, Ausfall oder Zahlungsverzug, erhöhtes Insolvenzrisiko). Eine Abschreibung (Ausbuchung) erfolgt dann, wenn nicht mehr mit dem Eingang zu rechnen ist (insbesondere bei Insolvenz des Vertragspartners). Bei Wegfall der Gründe für die Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten.
Das maximale theoretische Ausfallsrisiko entspricht den in der Bilanz angesetzten Forderungen.
Die erwarteten Verlustraten werden auf Basis der historischen Ausfallsraten der letzten fünf Jahre berechnet.
Da der Großteil der Forderungen versichert ist, ist das Forderungsausfallsrisiko als gering einzustufen. Aufgrund der guten Diversifikation des Kundenportfolios besteht keine Konzentration von Ausfallsrisiken.
Die Bruttobuchwerte und Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten stellen sich wie folgt dar:
2020/21 | 2021/22 | |
Bruttobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten | 1.241,3 | 1.506,2 |
Abzgl. Bruttobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten mit Bonitätsbeeinträchtigung | –48,6 | –48,0 |
Bruttobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten ohne Bonitätsbeeinträchtigung | 1.192,8 | 1.458,2 |
Abzgl. Portfoliowertberichtigung | –0,6 | –0,5 |
Nettobuchwert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten ohne Bonitätsbeeinträchtigung | 1.192,1 | 1.457,7 |
Mio. EUR |
ÜBERFÄLLIGE UND NICHT BONITÄTSBEEINTRÄCHTIGTE FORDERUNGEN AUS
LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND VERTRAGSVERMÖGENSWERTEN
2020/21 | 2021/22 | |
Bis 30 Tage überfällig | 128,6 | 151,4 |
31 Tage bis 60 Tage überfällig | 34,0 | 40,9 |
61 Tage bis 90 Tage überfällig | 10,3 | 11,2 |
91 Tage bis 120 Tage überfällig | 4,7 | 5,1 |
Mehr als 120 Tage überfällig | 30,4 | 31,3 |
Summe | 208,0 | 239,9 |
Mio. EUR |
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten mit beeinträchtigter Bonität haben sich wie folgt entwickelt:
WERTBERICHTIGUNGEN FÜR FORDERUNGEN MIT BEEINTRÄCHTIGTER BONITÄT (EINZELWERTBERICHTIGUNGEN)
2020/21 | 2021/22 | |
Anfangsbestand zum 01.04. | 25,2 | 32,8 |
Zugang | 13,1 | 5,7 |
Währungsdifferenzen | –0,5 | 0,9 |
Konsolidierungskreisänderungen | 0,2 | 0,0 |
Auflösung | –2,8 | –3,1 |
Verbrauch | –2,4 | –1,4 |
Endbestand zum 31.03. | 32,8 | 34,9 |
Mio. EUR |
WERTBERICHTIGUNGEN FÜR FORDERUNGEN OHNE BEEINTRÄCHTIGTER BONITÄT (PORTFOLIOWERTBERICHTIGUNGEN)
2020/21 | 2021/22 | |
Anfangsbestand zum 01.04. | 0,6 | 0,6 |
Veränderung | 0,0 | –0,1 |
Umgliederung nicht fortgeführte Aktivitäten | 0,0 | 0,0 |
Endbestand zum 31.03. | 0,6 | 0,5 |
Mio. EUR |
Im Geschäftsjahr 2021/22 ergaben sich keine wesentlichen Einzelveränderungen mit Einfluss auf die Portfoliowertberichtigung.
Währungsrisiko
Die größte Währungsposition im Konzern entsteht durch Einkäufe von Rohstoffen in US-Dollar, durch die weltweite Geschäftstätigkeit des voestalpine-Konzerns ergeben sich jedoch auch Währungsexposure in diversen anderen Währungen.
Durch die Implementierung eines rollierenden Multi-Currency-Netting werden ein- und ausgehende Cashflows in den jeweiligen Währungen gegengerechnet. Durch den dadurch erzielten Natural Hedge wird Risiko vermindert. Eine weitere Möglichkeit ergibt sich aus der Nutzung von derivativen Sicherungsinstrumenten. Die voestalpine AG sichert die budgetierten Fremdwährungszahlungsströme bis maximal der nächsten zwölf Monate ab. Längerfristige Absicherungen werden nur bei kontrahierten Projektgeschäften durchgeführt. Die Sicherungsquote liegt zwischen 25 % und 100 %. Je weiter der Cashflow in der Zukunft liegt, desto geringer ist die Sicherungsquote.
Der Nettobedarf an US-Dollar des voestalpine-Konzerns lag im Geschäftsjahr 2021/22 bei 1.126,0 Mio. USD. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr (434,7 Mio. USD) ist insbesondere auf erhöhte USD-Bedarfe für den Rohstoffeinkauf zurückzuführen. Das restliche Fremdwährungsexposure, das insbesondere aus Exporten in den „Nicht-EUR-Raum“ und Rohstoffzukäufen resultiert, ist deutlich geringer als das USD-Risiko.
FREMDWÄHRUNGSPORTFOLIO 2021/22
Anhand der Sensitivitätsanalyse ergeben sich per 31. März 2022 auf alle offenen Positionen im Vergleich zur Konzernwährung folgende Risiken für das nächste Geschäftsjahr:
FREMDWÄHRUNGSPORTFOLIO 2021/22
Budgetierte | Kurs | Budgetierte | Budgetierte | Delta (EUR) | Budgetierte | Delta (EUR) | |
USD | –767,7 | 1,1101 | –691,6 | –628,7 | 62,9 | –768,4 | –76,8 |
CAD | 165,4 | 1,3896 | 119,1 | 108,2 | –10,8 | 132,3 | 13,2 |
CNH | 498,8 | 7,0415 | 70,8 | 64,4 | –6,4 | 78,7 | 7,9 |
GBP | 63,5 | 0,8459 | 75,1 | 68,2 | –6,8 | 83,4 | 8,3 |
SEK | –507,2 | 10,3370 | –49,1 | –44,6 | 4,5 | –54,5 | –5,5 |
RON | 265,5 | 4,9463 | 53,7 | 48,8 | –4,9 | 59,6 | 6,0 |
PLN | 219,3 | 4,6531 | 47,1 | 42,9 | –4,3 | 52,4 | 5,2 |
Sonstige | 41,8 | 38,0 | –3,8 | 46,4 | 4,6 | ||
Summe | 30,3 | –37,0 | |||||
Mio. EUR | |||||||
Zinsrisiko
Die voestalpine AG unterliegt primär einem Cashflow-Risiko (Risiko, dass sich der Zinsaufwand bzw. Zinsertrag zum Nachteil verändert) bei variabel verzinsten Finanzinstrumenten. Der dargestellte Bestand umfasst alle zinsreagiblen Finanzinstrumente (Kredite, Money Market, begebene und gekaufte Wertpapiere sowie Zinsderivate).
Das primäre Ziel des Zinsmanagements ist die Optimierung des Zinsaufwands unter Berücksichtigung des Risikos.
Die variabel verzinsten Bestände der Passivseite übersteigen die Bestände der Aktivseite deutlich, sodass ein Anstieg der Geldmarktzinsen um einen Prozentpunkt das Zinsergebnis um 5,5 Mio. EUR belastet (2020/21: 3,0 Mio. EUR). Ein Zinsrückgang um einen Prozentpunkt entlastet das Zinsergebnis um –4,1 Mio. EUR (2020/21: –1,6 Mio. EUR).
Bei einer Zinsbindung von 0,00 Jahren (2020/21: 0,00 Jahre) – inklusive Money Market-Veranlagungen – liegt der gewichtete Durchschnittszinssatz aktivseitig bei –0,15 % (2020/21: –0,29 %) und auf der Passivseite bei einer Zinsbindung von 1,72 Jahren (2020/21: 2,09 Jahre) bei 1,11 % (2020/21: 1,27 %).
Bestand1 | Gewichteter | Duration (Jahre) | Durch- | Cashflow-Risiko | Cashflow-Risiko | |
aktiv | 842,8 | –0,15 % | 0,00 | 0,00 | –8,5 | 8,5 |
passiv | 2.918,0 | 1,11 % | 1,72 | 2,58 | 14,0 | –12,6 |
netto | –2.075,2 | 5,5 | –4,1 | |||
1 Angaben in Mio. EUR. | ||||||
2 Exklusive revolvierender Exportkredite in Höhe von 150,0 Mio. EUR. | ||||||
Derivative Finanzinstrumente
Im Geschäftsjahr 2021/22 wurde Hedge Accounting gemäß IFRS 9 zur Absicherung von Fremdwährungszahlungsströmen, von zinstragenden Forderungen und Verbindlichkeiten sowie für die Sicherung von Rohstoffbezugsverträgen angewandt. Dabei werden die abzusichernden Geschäfte in den Bereichen Fremdwährungs- und Zinssicherungen jeweils in ihrer Gesamtheit abgesichert. Bei der Sicherung von Rohstoffbezugsverträgen wird ausschließlich die Rohstoffindexkomponente abgesichert. Die Sicherungsquote wird dabei im Ausmaß von 100 % festgelegt. Die Absicherungen stellen Cashflow-Hedges dar. Hedge Accounting wird nur für einen Teil der abgeschlossenen Sicherungsgeschäfte angewendet.
Die folgenden derivativen Finanzinstrumente sind als Cashflow-Hedge eingestuft:
Nominale1 | Marktwert | ||||||
Vermögenswerte | Verbindlichkeiten | ||||||
31.03. | 31.03. | 31.03. | 31.03. | 31.03. | 31.03. | ||
Cashflow-Hedge | |||||||
Fremdwährungssicherungen | 560,7 | 542,3 | 8,4 | 6,6 | 2,6 | 11,9 | |
Rohstoffsicherungen | 188,2 | 218,0 | 9,9 | 57,1 | 6,8 | 0,4 | |
Summe | 748,9 | 760,3 | 18,3 | 63,7 | 9,4 | 12,3 | |
1 Die als Cashflow-Hedge eingestuften derivativen Finanzinstrumente sind in Höhe von 565,4 Mio. EUR (2020/21: 583,4 Mio. EUR) kurzfristig. Die Laufzeit des darüber hinausgehenden Teils beträgt überwiegend zwei bis drei Jahre (2020/21: zwei bis drei Jahre). | |||||||
Bilanzposten, in dem das Sicherungsinstrument | Änderung des beizulegenden Zeitwerts als Grundlage für die Erfassung einer Ineffektivität | Ineffektivität | |||
2020/21 | 2021/22 | 2020/21 | 2021/22 | ||
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (Vermögenswerte), | 5,8 | –5,2 | 0,0 | 0,0 | |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (Vermögenswerte), | 3,1 | 56,6 | 0,0 | 0,0 | |
8,9 | 51,4 | 0,0 | 0,0 | ||
Mio. EUR | |||||
Die gesicherten Volumina bei den wesentlichen Fremdwährungssicherungen stellen sich wie folgt dar:
Nominale (Mio. EUR) | Durchschnittssicherungskurs | |||
31.03.2021 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Cashflow-Hedge | ||||
Fremdwährungssicherungen | ||||
USD | 428,3 | 386,6 | 1,2060 | 1,1769 |
Folgende Grundgeschäfte wurden abgesichert:
Wertänderung des | Cashflow-Hedge- | |||
31.03.2021 | 31.03.2022 | 31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Cashflow-Hedge | ||||
Fremdwährungsrisiko (zukünftige Einkaufs- und Verkaufstransaktionen) | –5,8 | 5,2 | 5,8 | –5,2 |
Rohstoffpreisrisiko (zukünftige Einkaufs- und Verkaufstransaktionen) | –3,1 | –56,6 | 3,1 | 56,6 |
Summe | –8,9 | –51,4 | 8,9 | 51,4 |
Mio. EUR | ||||
Die Cashflow-Hedge-Rücklage entwickelte sich wie folgt:
CASHFLOW-HEDGE
2020/21 | 2021/22 | |
Anfangsbestand zum 01.04. | –32,2 | 6,7 |
Im sonstigen Ergebnis erfasste Sicherungsgewinne/-verluste | 23,1 | 51,9 |
Fremdwährungssicherungen | 20,0 | –5,0 |
Rohstoffsicherungen | 3,1 | 56,9 |
Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis in den Gewinn oder Verlust (Umsatzerlöse) | 5,2 | 0,5 |
Fremdwährungssicherungen | 5,2 | 0,5 |
Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis in den Gewinn oder Verlust (Finanzergebnis) | 0,0 | 0,0 |
Zinssicherungen | 0,0 | 0,0 |
Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis in nicht finanzielle Vermögenswerte | 23,5 | –9,9 |
Fremdwährungssicherungen | 1,5 | –6,5 |
Rohstoffsicherungen | 22,0 | –3,4 |
Latente Steuern auf Veränderungen der Cashflow-Hedge-Rücklage | –12,9 | –10,0 |
Endbestand zum 31.03. | 6,7 | 39,2 |
Mio. EUR |
Folgende derivative Finanzinstrumente sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Ihre Wertänderungen werden über die Gewinn- und Verlustrechnung gebucht:
Nominale | Marktwert | |||||
Vermögenswerte | Verbindlichkeiten | |||||
31.03. | 31.03. | 31.03. | 31.03. | 31.03. | 31.03. | |
Fremdwährungssicherungen | 763,1 | 1.258,2 | 6,4 | 16,3 | 7,9 | 13,9 |
Cross Currency Swaps | 111,5 | 133,6 | 16,6 | 0,2 | 0,2 | 23,7 |
Rohstoffsicherungen | 4,8 | 30,0 | 0,0 | 11,6 | 0,2 | 0,0 |
Summe | 879,4 | 1.421,8 | 23,0 | 28,1 | 8,3 | 37,6 |
Mio. EUR | ||||||
Derivate, die als Cashflow-Hedge abgebildet werden, haben auf die Cashflows und das Periodenergebnis folgende Auswirkung:
Summe vertrag- | Vertragliche | |||||||
bis 1 Jahr | über 1 Jahr | über 5 Jahre | ||||||
31.03. | 31.03. | 31.03. | 31.03. | 31.03. | 31.03. | 31.03. | 31.03. | |
Fremdwährungssicherungen | ||||||||
Vermögenswerte | 8,4 | 6,6 | 8,0 | 6,5 | 0,4 | 0,1 | 0,0 | 0,0 |
Verbindlichkeiten | –2,6 | –11,8 | –2,1 | –6,1 | –0,5 | –5,7 | 0,0 | 0,0 |
5,8 | –5,2 | 5,9 | 0,4 | –0,1 | –5,6 | 0,0 | 0,0 | |
Rohstoffsicherungen | ||||||||
Vermögenswerte | 9,9 | 57,1 | 9,9 | 56,8 | 0,0 | 0,3 | 0,0 | 0,0 |
Verbindlichkeiten | –6,8 | –0,5 | –6,5 | –0,5 | –0,3 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
3,1 | 56,6 | 3,4 | 56,3 | –0,3 | 0,3 | 0,0 | 0,0 | |
Mio. EUR | ||||||||
Die Nominalbeträge verteilen sich auf die zuvor angeführten Laufzeitbänder wie folgt:
Summe | Nominale | |||||||
bis 1 Jahr | über 1 Jahr | über 5 Jahre | ||||||
31.03. | 31.03. | 31.03. | 31.03. | 31.03. | 31.03. | 31.03. | 31.03. | |
Fremdwährungssicherungen | ||||||||
Vermögenswerte | 358,8 | 203,7 | 299,1 | 203,1 | 59,7 | 0,6 | 0,0 | 0,0 |
Verbindlichkeiten | 201,9 | 338,6 | 99,3 | 146,8 | 102,6 | 191,8 | 0,0 | 0,0 |
560,7 | 542,3 | 398,4 | 349,9 | 162,3 | 192,4 | 0,0 | 0,0 | |
Rohstoffsicherungen | ||||||||
Vermögenswerte | 49,7 | 201,5 | 49,7 | 199,1 | 0,0 | 2,4 | 0,0 | 0,0 |
Verbindlichkeiten | 138,5 | 16,5 | 135,3 | 16,5 | 3,2 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
188,2 | 218,0 | 185,0 | 215,6 | 3,2 | 2,4 | 0,0 | 0,0 | |
Mio. EUR | ||||||||
Einteilung von Finanzinstrumenten
Kategorien | Finanzinstru-mente, welche AC bewertet werden1 | Hedge Accounting | Finanzinstru-mente, welche FVTPL bewertet werden | Summe |
Aktiva 31.03.2021 | ||||
Andere Finanzanlagen langfristig | 2,1 | 0,0 | 50,6 | 52,7 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 888,8 | 18,3 | 215,5 | 1.122,6 |
Andere Finanzanlagen kurzfristig2 | 84,2 | 0,0 | 61,1 | 145,3 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.159,7 | 0,0 | 0,0 | 1.159,7 |
Buchwerte | 2.134,8 | 18,3 | 327,2 | 2.480,3 |
1 Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte, welche AC bewertet werden, stellt einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. | ||||
2 Die zum 31. März 2021 ausgewiesenen "anderen Finanzanlagen kurzfristig" in Höhe von 145,3 Mio. EUR, welche FVTPL klassifiziert wurden, wurden um 84,2 Mio. EUR angepasst. | Mio. EUR | |||
Kategorien | Finanzinstru-mente, welche AC bewertet werden1 | Hedge Accounting | Finanzinstru-mente, welche FVTPL bewertet werden | Summe |
Aktiva 31.03.2022 | ||||
Andere Finanzanlagen langfristig | 2,0 | 0,0 | 54,7 | 56,7 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 1.129,0 | 63,7 | 287,6 | 1.480,3 |
Andere Finanzanlagen kurzfristig | 78,8 | 0,0 | 66,8 | 145,6 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 842,8 | 0,0 | 0,0 | 842,8 |
Buchwerte | 2.052,6 | 63,7 | 409,1 | 2.525,4 |
1 Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte, welche AC bewertet werden, stellt einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. | Mio. EUR | |||
Kategorien | Finanzielle | Hedge | Finanzielle | Summe | ||
Buchwerte | Zeitwerte | Buchwerte | Buchwerte | Buchwerte | Zeitwerte | |
Passiva 31.03.2021 | ||||||
Finanzverbindlichkeiten langfristig | 2.846,2 | 2.883,2 | 0,0 | 0,0 | 2.846,2 | 2.883,2 |
Finanzverbindlichkeiten kurzfristig | 1.220,7 | 1.225,1 | 0,0 | 0,0 | 1.220,7 | 1.225,1 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten1 | 1.597,4 | 1.597,4 | 9,4 | 8,2 | 1.615,0 | 1.615,0 |
Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring1 | 782,1 | 782,1 | 0,0 | 0,0 | 782,1 | 782,1 |
Summe | 6.446,4 | 6.487,8 | 9,4 | 8,2 | 6.464,0 | 6.505,4 |
1 Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den sonstigen Verbindlichkeiten, den Wechselverbindlichkeiten und den Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. | Mio. EUR | |||||
Kategorien | Finanzielle | Hedge | Finanzielle | Summe | ||
Buchwerte | Zeitwerte | Buchwerte | Buchwerte | Buchwerte | Zeitwerte | |
Passiva 31.03.2022 | ||||||
Finanzverbindlichkeiten langfristig | 2.646,2 | 2.637,2 | 0,0 | 0,0 | 2.646,2 | 2.637,2 |
Finanzverbindlichkeiten kurzfristig | 623,9 | 623,9 | 0,0 | 0,0 | 623,9 | 623,9 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten1 | 2.174,6 | 2.174,6 | 12,3 | 37,0 | 2.223,9 | 2.223,9 |
Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring1 | 1.153,4 | 1.153,4 | 0,0 | 0,0 | 1.153,4 | 1.153,4 |
Summe | 6.598,1 | 6.589,1 | 12,3 | 37,0 | 6.647,4 | 6.638,4 |
1 Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den sonstigen Verbindlichkeiten, den Wechselverbindlichkeiten und den Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. | Mio. EUR | |||||
Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzverbindlichkeiten fallen, mit Ausnahme der emittierten Anleihen, in Stufe 2. Die Bewertung erfolgt nach der Discounted Cashflow-Methode, wobei die Eingangsgrößen für die Berechnung der Marktwerte am Markt beobachtbare Währungskurse, Zinssätze und Creditspreads sind. Basierend auf den Eingangsgrößen werden Fair Values durch Abzinsung der erwarteten zukünftigen Cashflows mit marktüblichen Zinssätzen errechnet.
Die Bewertung der emittierten Anleihen erfolgt nach Stufe 1 mit dem Börsenkurs zum Stichtag.
Die folgende Tabelle analysiert die regelmäßigen Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten. Diesen Bewertungen ist eine Hierarchie für den beizulegenden Zeitwert zugrunde gelegt, welche die in die Bewertungsverfahren zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts eingehenden Eingangsparameter drei Stufen zuordnet. Die drei Stufen sind wie folgt definiert:
EINGANGSPARAMETER
Stufe 1 | umfasst die an aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierten (unverändert übernommenen) Preise, auf die das Unternehmen am Bewertungsstichtag zugreifen kann. |
Stufe 2 | umfasst andere Eingangsparameter als die in Stufe 1 enthaltenen notierten Preise, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind. |
Stufe 3 | umfasst nicht beobachtbare Eingangsparameter für den Vermögenswert oder die Schuld. |
HIERARCHIESTUFEN FÜR REGELMÄSSIGE BEWERTUNGEN ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT
Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Summe | |
31.03.2021 | ||||
Finanzielle Vermögenswerte | ||||
Andere Finanzanlagen langfristig | 14,2 | 0,0 | 36,4 | 50,6 |
Forderungen aus Derivaten – Hedge Accounting | 0,0 | 18,3 | 0,0 | 18,3 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 0,0 | 23,1 | 192,4 | 215,5 |
Andere Finanzanlagen kurzfristig1 | 61,1 | 0,0 | 0,0 | 61,1 |
75,3 | 41,4 | 228,8 | 345,5 | |
Finanzielle Verbindlichkeiten | ||||
Verbindlichkeiten aus Derivaten – Hedge Accounting | 0,0 | 9,4 | 0,0 | 9,4 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 0,0 | 8,2 | 0,0 | 8,2 |
0,0 | 17,6 | 0,0 | 17,6 | |
31.03.2022 | ||||
Finanzielle Vermögenswerte | ||||
Andere Finanzanlagen langfristig | 13,4 | 0,0 | 41,3 | 54,7 |
Forderungen aus Derivaten – Hedge Accounting | 0,0 | 63,7 | 0,0 | 63,7 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 0,0 | 27,4 | 260,2 | 287,6 |
Andere Finanzanlagen kurzfristig | 66,8 | 0,0 | 0,0 | 66,8 |
80,2 | 91,1 | 301,5 | 472,8 | |
Finanzielle Verbindlichkeiten | ||||
Verbindlichkeiten aus Derivaten – Hedge Accounting | 0,0 | 12,3 | 0,0 | 12,3 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 0,0 | 37,0 | 0,0 | 37,0 |
0,0 | 49,3 | 0,0 | 49,3 | |
1 Die zum 31. März 2021 ausgewiesenen "anderen Finanzanlagen kurzfristig" in Höhe von 145,3 Mio. EUR, welche FVTPL klassifiziert wurden, wurden um 84,2 Mio. EUR angepasst. | Mio. EUR | |||
Bei den derivativen Geschäften (Stufe 2) erfolgt eine Bewertung nach der Discounted Cashflow-Methode. Dabei wird jener Wert ermittelt, der erzielt werden würde, wenn das Sicherungsgeschäft glattgestellt würde (Liquidationsmethode). Eingangsgrößen für die Berechnung der Marktwerte sind am Markt beobachtbare Währungs- und Rohstoffkurse sowie Zinssätze. Basierend auf den Eingangsgrößen werden Fair Values durch Abzinsung der erwarteten zukünftigen Cashflows mit marktüblichen Zinssätzen errechnet.
Der voestalpine-Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair Value-Hierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. In den Geschäftsjahren 2020/21 und 2021/22 fanden keine Umgruppierungen statt.
In der folgenden Tabelle wird die Überleitung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte der Stufe 3 von der Eröffnungs- zur Schlussbilanz dargestellt:
STUFE 3 – FVTPL – ANDERE FINANZANLAGEN
2020/21 | 2021/22 | |
Anfangsbestand | 36,4 | 36,4 |
Summe der in der Gewinn- und Verlustrechnung angesetzten Gewinne/Verluste: | ||
Finanzaufwendungen/-erträge | 0,0 | 4,9 |
Endbestand | 36,4 | 41,3 |
Mio. EUR |
In Stufe 3 ist die Beteiligung an der Energie AG Oberösterreich, die zum Fair Value bewertet wird, enthalten. Für diese kann der beizulegende Zeitwert aufgrund des Vorliegens eines einmal jährlich erstellten Bewertungsgutachtens der Energie AG Oberösterreich unter Berücksichtigung werterhellender Informationen als Ganzes verlässlich ermittelt werden.
Wesentliche Sensitivitäten in der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte können sich aus Veränderungen der zugrunde liegenden Marktdaten vergleichbarer Unternehmen sowie der in der Kapitalwertermittlung angesetzten Inputfaktoren (insbesondere Diskontierungssätze, Langfristprognosen, Planungsdaten etc.) ergeben.
STUFE 3 – FVTPL – FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN (GESCHÄFTSMODELL VERKAUFEN)
2020/21 | 2021/22 | |
Anfangsbestand zum 01.04. | 111,7 | 192,4 |
Umgliederung nicht fortgeführte Aktivitäten | 0,0 | –19,1 |
Abgänge | –111,7 | –173,3 |
Zugänge | 192,4 | 260,2 |
Endbestand zum 31.03. | 192,4 | 260,2 |
Mio. EUR |
Die Forderungen in diesem Portfolio werden monatlich rollierend im Rahmen der Factoring-Programme des Konzerns verkauft. Die auf dieses Portfolio entfallenden Bewertungsergebnisse sind von untergeordneter Bedeutung.
Bei der Ermittlung des Fair Value für das Portfolio „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Factoring gewidmet“ stellt das Kreditrisiko des jeweiligen Debitors den wesentlichsten Einflussfaktor dar. Eine Erhöhung/Verringerung der angesetzten Ausfallsraten um 1 % würde daher maximal eine Veränderung des Fair Value dieses Portfolios in gleicher Höhe bewirken, die Veränderung des Fair Value fällt allerdings in der Regel deutlich unterproportional aus, da für wesentliche Teile des Portfolios Kreditversicherungen vorliegen.
Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien dar:
2020/21 | 2021/22 | |
Finanzielle Vermögenswerte AC | –3,9 | 8,0 |
Finanzielle Verbindlichkeiten AC1 | –86,1 | –71,5 |
Finanzielle Vermögenswerte FVTPL | 7,5 | 13,9 |
Derivate FVTPL | –22,9 | –27,9 |
1 Geschäftsjahr 2020/21 rückwirkend angepasst. | Mio. EUR |
Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, stellen sich wie folgt dar:
2020/21 | 2021/22 | |
Gesamtzinserträge | 6,8 | 12,2 |
Gesamtzinsaufwendungen1 | –88,0 | –73,3 |
1 Geschäftsjahr 2020/21 rückwirkend angepasst. | Mio. EUR |
Der Wertminderungsaufwand für Finanzinstrumente, welche AC bewertet werden, beträgt 6,1 Mio. EUR (2020/21: 13,4 Mio. EUR), die Auflösungen von Wertberichtigungen betragen 3,1 Mio. EUR (2020/21: 2,8 Mio. EUR).
25. KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
Die Konzern-Kapitalflussrechnung wurde nach der indirekten Methode erstellt. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten den Kassenbestand, die Guthaben bei Kreditinstituten sowie Schecks. Die Auswirkungen von Konsolidierungskreisänderungen wurden eliminiert und sind im Cashflow aus der Investitionstätigkeit ausgewiesen.
NICHT ZAHLUNGSWIRKSAME AUFWENDUNGEN UND ERTRÄGE SOWIE NICHT AUFWANDS- ODER ERTRAGSWIRKSAME EIN- UND AUSZAHLUNGEN
2020/21 | 2021/22 | |
Abschreibungen/Zuschreibungen | 1.011,0 | 598,2 |
davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 209,4 | –215,9 |
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen | –2,9 | 1,1 |
Veränderung von Pensionen und anderen Arbeitnehmerverpflichtungen, langfristigen Rückstellungen sowie latenten Steuern | –106,9 | –47,8 |
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge sowie nicht aufwands- oder ertragswirksame Ein- und Auszahlungen | 67,3 | –39,5 |
968,5 | 512,0 | |
davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 209,4 | –215,9 |
Mio. EUR |
Im Cashflow aus der Investitionstätigkeit sind aus Unternehmenserwerben Zugänge an Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 0,0 Mio. EUR (2020/21: 0,9 Mio. EUR) enthalten und ein Kaufpreis in Höhe von 0,0 Mio. EUR (2020/21: 2,9 Mio. EUR) ist abgegangen. Aufgrund des Abganges von Tochtergesellschaften sind im Cashflow aus der Investitionstätigkeit 0,0 Mio. EUR (2020/21: 0,6 Mio. EUR) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente abgeflossen. In der Vergleichsperiode sind aus dem Verkauf einer Tochtergesellschaft im Geschäftsjahr 2019/20 0,5 Mio. EUR zugegangen.
Die zahlungswirksamen und nicht zahlungswirksamen Veränderungen der Finanzschulden stellen sich wie folgt dar:
Stand 01.04. | |||||
Aufnahme von | Tilgung von | Tilgung von | |||
Finanzschulden 2020/21 | |||||
Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 3.520,7 | 154,7 | –451,0 | 0,0 | |
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 709,9 | 0,0 | –152,7 | 0,0 | |
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasing | 369,1 | 0,0 | 0,0 | –1,8 | |
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasing | 44,1 | 0,0 | 0,0 | –43,7 | |
Summe Finanzverbindlichkeiten | 4.643,8 | 154,7 | –603,7 | –45,5 | |
Finanzschulden 2021/22 | |||||
Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 2.505,1 | 3,7 | –103,2 | 0,0 | |
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 1.176,6 | 0,0 | –664,2 | 0,0 | |
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasing | 341,1 | 0,0 | 0,0 | –1,1 | |
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasing | 44,1 | 0,0 | 0,0 | –43,8 | |
Summe Finanzverbindlichkeiten | 4.066,9 | 3,7 | –767,4 | –44,9 | |
Die Zugänge im Anlagevermögen enthalten nicht zahlungswirksame Investitionen aufgrund von Finanzierungsleasing-Aktivitäten in Höhe von 28,9 Mio. EUR (2020/21: 29,1 Mio. EUR).
Cashflows | Nicht zahlungswirksame Veränderungen | Stand 31.03. | |||||
Veränderung | Konsoli- | Wechsel- | Umgliederungen | Umgliederung nicht fortgeführte Aktivitäten | Sonstige | ||
–1,6 | 1,0 | –50,6 | –672,2 | 0,0 | 4,1 | 2.505,1 | |
–49,8 | 5,0 | –8,0 | 672,2 | 0,0 | 0,0 | 1.176,6 | |
0,1 | 0,0 | –1,4 | –44,2 | 0,0 | 19,3 | 341,1 | |
–0,4 | 0,0 | –0,4 | 44,2 | 0,0 | 0,3 | 44,1 | |
–51,7 | 6,0 | –60,4 | 0,0 | 0,0 | 23,7 | 4.066,9 | |
1,5 | 0,0 | 27,6 | –79,8 | 0,0 | 1,3 | 2.356,2 | |
–34,5 | 0,0 | 15,1 | 79,8 | 0,0 | 0,0 | 572,8 | |
0,4 | 0,0 | 4,3 | –49,7 | –30,1 | 25,1 | 290,0 | |
–0,3 | 0,0 | 0,9 | 49,7 | –0,4 | 0,9 | 51,1 | |
–32,9 | 0,0 | 47,9 | 0,0 | –30,5 | 27,3 | 3.270,1 | |
Mio. EUR | |||||||
26. ANGABEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Geschäftsbeziehungen zwischen dem Konzern und nicht konsolidierten Tochterunternehmen sowie assoziierten Unternehmen bzw. deren Tochterunternehmen als auch Gemeinschaftsunternehmen betreffen überwiegend Lieferbeziehungen im Zusammenhang mit Rohstoffeinkäufen bzw. dem Verkauf von Fertigerzeugnissen und werden zu fremdüblichen Bedingungen abgeschlossen. Sie sind in folgenden Posten des Konzernabschlusses enthalten:
2020/21 | 2021/22 | |||
mit Gemein- | mit | mit Gemein- | mit | |
Umsatzerlöse | 0,1 | 160,4 | 0,0 | 335,4 |
Materialaufwand | 1,1 | 184,5 | 2,3 | 294,0 |
Sonstiger betrieblicher Ertrag | 0,3 | 5,1 | 0,3 | 8,5 |
Sonstiger betrieblicher Aufwand | 0,0 | 20,4 | 0,0 | 23,1 |
31.03.2021 | 31.03.2022 | |||
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 0,1 | 45,5 | 0,0 | 122,8 |
Finanzverbindlichkeiten/Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 0,1 | 63,2 | 0,1 | 84,7 |
1 Geschäftsjahr 2020/21 aufgrund At-equity-Erstkonsolidierung der VA Erzberg GmbH rückwirkend angepasst. | Mio. EUR | |||
In den Forderungen und Verbindlichkeiten mit assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sowie nicht konsolidierten Tochterunternehmen sind sowohl direkte als auch indirekte Beziehungen enthalten.
Darüber hinaus bestehen Geschäftsbeziehungen zu Kernaktionären, die aufgrund der Equity-Konsolidierung der voestalpine-Anteile einen maßgeblichen Einfluss dokumentieren. Geschäftsfälle werden zu fremdüblichen Bedingungen abgeschlossen und stellen sich wie folgt dar:
31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 2,9 | 8,8 |
Finanzverbindlichkeiten/Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 94,0 | 81,7 |
Wechselverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Reverse Factoring | 53,8 | 85,1 |
Erhaltene Garantien | 0,4 | 2,0 |
Mio. EUR |
Im Zusammenhang mit den oben angeführten Finanzverbindlichkeiten/Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten wurden Zinsaufwendungen in Höhe von 1,4 Mio. EUR (2020/21: 1,5 Mio. EUR) erfasst.
Im Rahmen des ersten Factoringvertragstyps (für eine Beschreibung siehe Punkt 29. Angaben zu außerbilanziellen Geschäften) werden Forderungen zu fremdüblichen Bedingungen an Kernaktionäre verkauft. Zum 31. März 2022 betrug der Wert dieser Forderungen insgesamt 327,0 Mio. EUR (2020/21: 204,2 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden in diesem Zusammenhang Zinsaufwendungen in Höhe von 1,2 Mio. EUR (2020/21: 0,9 Mio. EUR) erfasst.
Die Nichteinbeziehung der nicht konsolidierten Gesellschaften in den Konzernabschluss hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
Vorstand
Die fixen Bezüge des Vorstandes werden entsprechend der österreichischen Rechtslage vom Präsidialausschuss des Aufsichtsrates festgelegt und periodisch einer Überprüfung unterzogen.
Voraussetzung für die Gewährung einer Bonifikation ist das Vorliegen einer aus quantitativen und qualitativen Elementen bestehenden Zielvereinbarung, welche mit dem Präsidialausschuss des Aufsichtsrates abzuschließen ist. Der Maximalbonus ist für Vorstandsmitglieder mit 200 % des Jahresbruttogehalts, für den Vorsitzenden des Vorstandes mit 250 % des Jahresbruttogehalts begrenzt. Bei exakter Erreichung der vereinbarten Zielwerte gebühren für die quantitativen Ziele 60 % des Maximalbonus; bei Erreichen der qualitativen Ziele gebühren 20 % des Maximalbonus. Eine Übererfüllung der quantitativen Ziele wird proportional bis zur Erreichung des Maximalbonus berücksichtigt. Quantitative Zielgrößen sind die „Earnings before interest and taxes“ (EBIT), der „Return on Capital Employed“ (ROCE), Free Cash Flow, das operative Working Capital in Prozent vom Umsatz und die Wertschöpfung je Mitarbeiter. Die konkreten Zielgrößen werden für EBIT und ROCE periodisch, nämlich jeweils für einen Zeitraum von drei Jahren, vom Präsidialausschuss des Aufsichtsrates mit dem Vorstand vereinbart. Der Zielwert für das operative Working Capital in Prozent vom Umsatz wurde sowohl für die Geschäftsjahre 2019/20, 2020/21 und 2021/22 für das jeweilige Geschäftsjahr vereinbart. Die Ziele „Wertschöpfung je Mitarbeiter“ und „Free Cash Flow“ wurden für das Geschäftsjahr 2021/22 zusätzlich vereinbart. Die Berechnungsbasis der jeweiligen Zielgrößen ist unabhängig vom jeweiligen Budget bzw. der Mittelfristplanung, das heißt, Budgeterfüllung bedeutet nicht Bonuserreichung. Als qualitative Ziele im Geschäftsjahr 2021/22 wurden erstens die Ausarbeitung von mehreren Alternativszenarien für beide Hochofenstandorte zur Reaktion auf den Dekarbonisierungsdruck und zweitens die Bearbeitung des Projekts „Trentino“ (Abgabe der Mehrheit am HBI-Werk Texas) bis zur entscheidungsreifen Vorlage an den Aufsichtsrat vereinbart.
Die Höhe der vertraglich zugesagten Firmenpension bemisst sich für die Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner und Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA nach der Dauer der Dienstzeit. Pro Dienstjahr beträgt die Höhe der jährlichen Pension 1,2 % des letzten Jahresbruttogehalts. Die Pensionsleistung kann jedoch 40 % des letzten Jahresbruttogehalts (ohne variable Bezüge) nicht übersteigen. Für die Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing. Franz Rotter, Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer, Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA und Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA besteht eine beitragsorientierte Pensionszusage (mit einem Beitrag in Höhe von 15 % des Jahresbruttogehalts ohne Bonifikation, welcher vom Unternehmen in die Pensionskasse einbezahlt wird).
Im Geschäftsjahr 2018/19 wurde für die Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing. Franz Rotter, Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer und Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA eine außerordentliche Zuzahlung in das beitragsorientierte Pensionssystem beschlossen. Die Zahlung an die Pensionskasse erfolgt in fünf jährlichen gleichen Raten, beginnend mit 31. März 2020.
Die Vorstandsmitglieder erhalten bei Beendigung des Anstellungsverhältnisses eine Abfertigung, die der Systematik des Angestelltengesetzes nachgebildet ist, wobei die Maximalhöhe nach dem Angestelltengesetz nicht überschritten wird.
Für die Mitglieder des Vorstandes (wie auch für alle leitenden Angestellten des Konzerns) und des Aufsichtsrates besteht eine D&O-Versicherung, deren Kosten von der Gesellschaft getragen werden.
Die Bezüge der Mitglieder des Vorstandes der voestalpine AG setzen sich für das Geschäftsjahr 2021/22 wie folgt zusammen:
Lfd. Bezüge | Lfd. Bezüge | Summe | |
Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner | 1,19 | 2,95 | 4,14 |
Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer | 0,96 | 1,90 | 2,86 |
Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA | 0,96 | 1,90 | 2,86 |
Dipl.-Ing. Franz Rotter | 0,96 | 1,90 | 2,86 |
Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA | 0,96 | 1,90 | 2,86 |
Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA | 0,96 | 1,90 | 2,86 |
2021/22 | 5,99 | 12,45 | 18,44 |
2020/21 | 5,70 | 4,71 | 10,41 |
Mio. EUR |
In der oben angeführten Tabelle sind in den fixen Bezügen des Vorjahres Jubiläumsgeldzahlungen in Höhe von 0,04 Mio. EUR enthalten. Im Geschäftsjahr 2021/22 sind keine Jubiläumsgeldzahlungen angefallen. Weiters sind zusätzlich für Vorstandsmitglieder mit leistungsorientierten Pensionsverträgen im Konzernabschluss folgende Service Costs (Personalaufwand) erfasst: Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA 0,52 Mio. EUR (2020/21: 0,41 Mio. EUR) und Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner 0,61 Mio. EUR (2020/21: 0,51 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2021/22 werden für die Vorstandsmitglieder mit beitragsorientierten Pensionsverträgen Zahlungen für laufende Pensionskassenbeiträge sowie – sofern relevant – Zahlungen für die oben beschriebene beitragsorientierte Zuzahlung im Konzernabschluss wie folgt berücksichtigt: Dipl.-Ing. Franz Rotter 0,61 Mio. EUR (2020/21: 0,60 Mio. EUR), Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer 0,53 Mio. EUR (2020/21: 0,52 Mio. EUR), Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA 0,71 Mio. EUR (2020/21: 0,70 Mio. EUR) und Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA 0,14 Mio. EUR (2020/21: 0,13 Mio. EUR); für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder mit leistungsorientierten Pensionsverträgen wurden Pensionszahlungen in Höhe von 1,56 Mio. EUR (2020/21: 1,54 Mio. EUR) durch die Pensionskasse geleistet. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden im Rahmen der bestehenden Abfertigungsregelung für vier Vorstandsmitglieder Zahlungen an eine Vorsorgekasse in Höhe von insgesamt 0,12 Mio. EUR (2020/21: 0,08 Mio. EUR) geleistet.
Zum Bilanzstichtag waren 10,90 Mio. EUR (2020/21: 4,21 Mio. EUR) der variablen Bezüge noch nicht ausbezahlt. An Mitglieder des Vorstandes der voestalpine AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.
Aufsichtsrat
Für die Geschäftsjahre 2005/06 bis 2020/21 war die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrates in der Satzung der voestalpine AG abschließend festgelegt. Erstmalig mit Wirkung für das Geschäftsjahr 2021/22 sieht § 15 der Satzung nunmehr vor, dass die Höhe der Vergütung sowie des Sitzungsgeldes der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder (= Kapitalvertreter) von der Hauptversammlung festgesetzt wird.
Den von der Belegschaftsvertretung nominierten Aufsichtsratsmitgliedern steht weder eine Aufsichtsratsvergütung noch ein Sitzungsgeld zu.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 6. Juli 2022 folgende Aufsichtsratsvergütung sowie Höhe des Sitzungsgeldes vorschlagen:
Vorsitzender | 100.000 EUR |
Stellvertreter des Vorsitzenden | 75.000 EUR |
Mitglied | 50.000 EUR |
Vorsitzender eines Ausschusses (sofern nicht AR-Vorsitzender) | 25.000 EUR |
Sitzungsgeld | 500 EUR |
Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Hauptversammlung am 6. Juli 2022 beträgt die Aufsichtsratsvergütung (inklusive Sitzungsgelder) für das Geschäftsjahr 2021/22 insgesamt 0,53 Mio. EUR (2020/21: 0,18 Mio. EUR).
Die Bezahlung der Aufsichtsratsvergütung für das Geschäftsjahr 2021/22 erfolgt spätestens 14 Tage nach der am 6. Juli 2022 stattfindenden Hauptversammlung.
An Mitglieder des Aufsichtsrates der voestalpine AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.
27. ANGABEN ZU ARBEITNEHMERN
MITARBEITERSTAND
Bilanzstichtag | Durchschnitt | |||
31.03.2021 | 31.03.2022 | 2020/21 | 2021/22 | |
Arbeiter | 28.286 | 28.761 | 28.432 | 28.366 |
Angestellte | 17.762 | 18.177 | 17.897 | 18.074 |
Lehrlinge | 1.309 | 1.369 | 1.407 | 1.469 |
47.357 | 48.307 | 47.736 | 47.909 | |
davon Beschäftigte aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 287 | 307 | 285 | 294 |
Der im vorliegenden Konzernabschluss enthaltene Personalaufwand beträgt exklusive der nicht fortgeführten Aktivitäten 3.175,1 Mio. EUR (2020/21: 2.920,5 Mio. EUR).
28. AUFWENDUNGEN FÜR DEN KONZERNABSCHLUSSPRÜFER
Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer gliedern sich wie folgt:
2020/21 | 2021/22 | |
Aufwendungen für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Einzelabschlusses der voestalpine AG | 0,25 | 0,25 |
Aufwendungen für die Prüfung der Tochterunternehmen der voestalpine AG | 0,93 | 0,95 |
Aufwendungen für andere Bestätigungsleistungen | 0,05 | 0,06 |
Aufwendungen für Steuerberatungsleistungen | 0,00 | 0,00 |
Aufwendungen für sonstige Leistungen | 0,03 | 0,03 |
1,26 | 1,29 | |
Mio. EUR |
29. ANGABEN ZU AUSSERBILANZIELLEN GESCHÄFTEN
Im voestalpine-Konzern werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an verschiedene Kreditinstitute monatlich revolvierend verkauft. In diesem Zusammenhang bestehen vier verschiedene Factoringvertragstypen.
Im Rahmen des ersten Factoringvertragstyps werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.086,7 Mio. EUR (31. März 2021: 760,7 Mio. EUR) an verschiedene Kreditinstitute verkauft. Dabei werden kreditversicherte Forderungen um 100 % des Nennwerts an Kreditinstitute abgetreten, wobei die erwerbenden Kreditinstitute das Ausfallsrisiko übernehmen. Ansprüche aus der Kreditversicherung werden an das erwerbende Kreditinstitut abgetreten. Die verkaufende Konzerngesellschaft übernimmt lediglich eine Ausfallshaftung in Höhe des Selbstbehaltes von – in der Regel – 9 % aus der Kreditversicherung. Zum Bilanzstichtag beträgt das maximale Risiko aus der Ausfallshaftung 97,8 Mio. EUR (31. März 2021: 76,1 Mio. EUR). Die Ausfallshaftung entspricht dem theoretischen Maximalverlust. Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der Ausfallshaftung ist äußerst gering. Der Zeitwert dieses Risikos wird mit 0,2 Mio. EUR (31. März 2021: 0,0 Mio. EUR) bewertet. Aufgrund der Übertragung der wesentlichen Chancen und Risiken und aufgrund des Übergangs der Verfügungsmacht auf den Erwerber werden die Forderungen gemäß den Regelungen des IFRS 9 vollständig ausgebucht.
Im Rahmen des zweiten Factoringvertragstyps werden nicht versicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 318,9 Mio. EUR (31. März 2021: 241,6 Mio. EUR) verkauft. Das Ausfallsrisiko wird zu 100 % an das erwerbende Kreditinstitut übertragen. Die Forderungen werden vollständig ausgebucht. Mit Ausnahme der nachfolgend angeführten passivierten Service Fee für die Forderungsverwaltung besteht kein anhaltendes Engagement.
Im Rahmen des dritten Factoringvertragstyps werden sowohl versicherte als auch nicht versicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 132,5 Mio. EUR (31. März 2021: 99,5 Mio. EUR) verkauft. Ansprüche aus der Kreditversicherung werden an das erwerbende Kreditinstitut abgetreten. Zum Zeitpunkt des Forderungsverkaufs werden eine Verlustreserve von 0,9 % und eine Verwässerungsreserve von 1,6 % (bezogen auf die verkauften Forderungen) vom Kaufpreis abgezogen. Die Verwässerungsreserve in Höhe von 2,1 Mio. EUR (31. März 2021: 1,6 Mio. EUR) für zum Bilanzstichtag verkaufte Forderungen dient der allfälligen Inanspruchnahme von Skonti, Boni etc. und wird als sonstige Forderung verbucht. Der Buchwert entspricht dem Zeitwert. Eine Verlustreserve zur Deckung von allfälligen Zahlungsausfällen in Höhe von 1,2 Mio. EUR (31. März 2021: 0,9 Mio. EUR) für zum Bilanzstichtag verkaufte Forderungen wurde als Aufwand verbucht und wird bei Nichtinanspruchnahme wieder ausgekehrt. Der theoretische Maximalverlust ist mit der Verlustreserve begrenzt. Aufgrund der Übertragung der wesentlichen Chancen und Risiken und aufgrund des Übergangs der Verfügungsmacht auf den Erwerber werden die Forderungen gemäß den Regelungen des IFRS 9 vollständig ausgebucht.
Im Rahmen des vierten Factoringvertragstyps werden sowohl versicherte als auch nicht versicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 38,3 Mio. EUR (31. März 2021: 40,0 Mio. EUR) verkauft. Ansprüche aus der Kreditversicherung werden an das erwerbende Kreditinstitut abgetreten. Für allfällige Forderungsausfälle wurde von der verkaufenden Konzerngesellschaft ein „First-Loss Reserve Account“ in der Höhe von 0,3 Mio. EUR für zwölf Monate dotiert. Der „First-Loss Reserve Account“ beträgt zum Bilanzstichtag 0,3 Mio. EUR (31. März 2021: 0,3 Mio. EUR) und wird als Zahlungsmittel erfasst. Der Buchwert entspricht dem Zeitwert. Der theoretische Maximalverlust ist mit der Höhe des „First-Loss Reserve Account“ begrenzt. Aufgrund der Übertragung der wesentlichen Chancen und Risiken und aufgrund des Übergangs der Verfügungsmacht auf den Erwerber werden die Forderungen gemäß den Regelungen des IFRS 9 vollständig ausgebucht.
Bei sämtlichen Factoringvertragstypen werden im voestalpine-Konzern die von Kunden im Zeitraum zwischen dem letzten Forderungsverkauf und dem Bilanzstichtag erhaltenen Zahlungen in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) abgegrenzt.
Die Forderungsverwaltung verbleibt bei sämtlichen Factoringvertragstypen bei den jeweiligen Konzerngesellschaften. Für die verkauften Forderungen wird zum 31. März 2022 insgesamt eine Service Fee von 0,15 % des verkauften Forderungsvolumens in Höhe von 2,4 Mio. EUR (31. März 2021: 1,7 Mio. EUR) als sonstige Rückstellung erfasst. Der Buchwert entspricht dem Zeitwert des anhaltenden Engagements.
30. WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Es sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag bekannt.
31. ERGEBNIS JE AKTIE
Das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie berechnet sich gemäß IAS 33 wie folgt:
2020/21 | 2021/22 | |
Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis (Mio. EUR) | 42,1 | 1.299,6 |
Durchschnittlich ausgegebene Aktien | 178.549.163 | 178.549.163 |
Durchschnittlich gehaltene eigene Aktien | –28.568 | –28.547 |
Durchschnittliche gewichtete Anzahl der ausstehenden Aktien | 178.520.595 | 178.520.616 |
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) aus fortgeführten Aktivitäten | 1,49 | 5,84 |
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) aus nicht fortgeführten Aktivitäten | –1,25 | 1,44 |
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR) | 0,24 | 7,28 |
32. GEWINNVERWENDUNG
Basis für die Gewinnverwendung ist entsprechend dem österreichischen Aktiengesetz der Jahresabschluss der voestalpine AG zum 31. März 2022. Der darin ausgewiesene Bilanzgewinn beträgt 215,0 Mio. EUR. Der Vorstand schlägt eine Dividende in Höhe von 1,20 EUR (2020/21: 0,50 EUR) je Aktie vor.
Linz, am 24. Mai 2022
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h.Franz Kainersdorfer e. h.Robert Ottel e. h.
Franz Rotter e. h.Peter Schwab e. h.Hubert Zajicek e. h.
Der Konzernabschluss der voestalpine AG wird samt den zugehörigen Unterlagen beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Linz unter
der Firmenbuchnummer FN 66209 t eingereicht.
Anlage zum Anhang: Beteiligungen
BESTÄTIGUNGSVERMERK
BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Konzernabschluss der voestalpine AG, Linz, und ihrer Tochterunternehmen (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. März 2022, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang zum Konzernabschluss, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS) und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Folgende Sachverhalte waren am bedeutsamsten für unsere Prüfung:
Bewertung von Firmenwerten, anderen immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
Die Firmenwerte, anderen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen werden in der Konzernbilanz der voestalpine AG mit 1.448,6 Mio. EUR, 289,9 Mio. EUR bzw. 5.635,9 Mio. EUR ausgewiesen und umfassen insgesamt einen wesentlichen Teil der Vermögenswerte des Konzerns. Im Geschäftsjahr wurden auf diese Vermögenswerte in Summe Wertminderungen im Ausmaß von 80,2 Mio. EUR und Wertaufholungen von 11,8 Mio. EUR erfasst.
Der Wertminderungsaufwand wird in der Höhe erfasst, in der der Buchwert des einzelnen Vermögenswertes bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag übersteigt. Für Details zur Bestimmung des Wertminderungsaufwandes und weitere Ausführungen verweisen wir auf die Erläuterungen unter Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitte „Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Annahmen“ und „Impairmenttests von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit und ohne Firmenwert sowie sonstigen Vermögenswerten“, sowie die Punkte „9. Sachanlagen“, „10. Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte“ und „11. Wertminderungen und Wertaufholungen“ im Konzernanhang.
Die Beurteilung der Werthaltigkeit basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Wertminderungstests werden mehrere Annahmen, beispielsweise über die künftigen Zahlungsmittelüberschüsse, den Abzinsungssatz oder alternativ ermittelte Fair Values, zugrunde gelegt. Die Planung der Cashflows ist grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet, die durch die Ukrainekrise noch verstärkt werden. Die Herleitung des Abzinsungssatzes ist komplex und in hohem Maße von Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter bzw. von Marktdaten abhängig. Geringfügige Veränderungen in den Annahmen können zu wesentlichen Abweichungen beim erzielbaren Betrag führen. Aus diesen Gründen und wegen der wesentlichen Bedeutung der Firmenwerte, anderen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen sowie der erfassten Wertminderungen und Wertaufholungen für den Konzernabschluss haben wir diesen Sachverhalt als besonders wichtig für unsere Prüfung bestimmt.
Wir haben den seitens des Managements eingerichteten Prozess zur Identifikation von Indikatoren für Wertminderungen und Wertaufholungen hinsichtlich dessen Ausgestaltung und Umsetzung geprüft. Betreffend die durchgeführten Wertminderungstests haben wir die der Planung der Cashflows zugrundeliegenden Annahmen und die darin enthaltenen und von den gesetzlichen Vertretern der Divisionen vorgenommenen Ermessensentscheidungen kritisch gewürdigt und mit der vom Konzernmanagement genehmigten 5-Jahres-Mittelfristplanung abgeglichen. Wir haben die im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfungen angesetzten Parameter, wie beispielsweise die geplante Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die Working Capital Entwicklung oder die geplanten Investitionen, mit unternehmensspezifischen Informationen bzw. mit verfügbaren branchenspezifischen Markterwartungen aus externen Datenquellen verglichen und anhand historischer Daten plausibilisiert sowie eingehend mit dem Management diskutiert und hinterfragt.
Weiters haben wir das Berechnungsmodell unter Einbindung interner Experten hinsichtlich seiner Angemessenheit beurteilt. Die verwendeten Abzinsungssätze haben wir anhand selbst ermittelter Bandbreiten plausibilisiert.
Für jene Vermögenswerte, bei denen der erzielbare Betrag auf Basis des Fair Value abzüglich der Veräußerungskosten der einzelnen Vermögenswerte abgeleitet wird, haben wir ergänzend die seitens des Managements getroffenen Annahmen sowie die von externen Experten ermittelten Schätzwerte gewürdigt und mit dem Management diskutiert.
Bewertung und Ausweis von nicht fortgeführten Aktivitäten (zahlungsmittelgenerierende Einheit Texas)
Ende März 2022 wurde der Verkaufsbeschluss für 80 % der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Texas vom Aufsichtsrat genehmigt und damit die Kriterien für eine Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten erfüllt. Die zahlungsmittelgenerierende Einheit Texas wird vom Management als nicht fortgeführte Aktivitäten (discontinued operations) eingestuft, da diese einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig darstellt. Die Vermögenswerte aus nicht fortgeführten Aktivitäten werden mit 921,5 Mio. EUR und die Verbindlichkeiten aus nicht fortgeführten Aktivitäten mit 95,1 Mio. EUR ausgewiesen. Abgeleitet aus dem Fair Value abzüglich Veräußerungskosten wird eine Wertaufholung von 256,6 Mio. EUR erfasst.
Die Bewertung der als zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte erfolgt mit dem niedrigeren Betrag aus Buchwert und Fair Value abzüglich Veräußerungskosten. Der Fair Value abzüglich der Veräußerungskosten leitet sich aus dem voraussichtlichen Verkaufserlös für den Verkauf von 80 % an der voestalpine Texas LLC (Teil der Texas-Gruppe) ab. Für weitere Ausführungen verweisen wir auf die Erläuterungen unter Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Abschnitte „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen (Disposal Group) und nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations)“ und „Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Annahmen“ sowie unter Punkt C. Konsolidierungskreis, Abschnitt „Nicht fortgeführte Aktivitäten“ im Konzernanhang.
Die Ermittlung des Fair Values der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Texas unterliegt Schätzungen und Annahmen. Aus diesem Grund und wegen der wesentlichen Bedeutung der nicht fortgeführten Aktivitäten sowie der erfassten Wertaufholungen für den Konzernabschluss haben wir diesen Sachverhalt als besonders wichtig für unsere Prüfung bestimmt.
Wir haben das Vorliegen der Kriterien für die Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten hinterfragt und in den Verkaufsbeschluss Einsicht genommen. Wir haben die vom Management erstellte Ableitung des Fair Values abzüglich der Veräußerungskosten kritisch gewürdigt, mit dem Kaufvertrag verprobt und mit dem Management diskutiert.
SONSTIGE INFORMATIONEN
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk, sowie im Corporate Responsibility Report (gesonderter konsolidierter nichtfinanzieller Bericht). Den Geschäftsbericht (ohne den Bericht des Aufsichtsrates) und den Corporate Responsibility Report haben wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erhalten, der Bericht des Aufsichtsrates wird uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt werden.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab. Bezüglich der Informationen im Konzernlagebericht verweisen wir auf den Abschnitt „Bericht zum Konzernlagebericht“.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, die oben angeführten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob sie wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf Grundlage der Arbeiten, die wir zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erhaltenen sonstigen Informationen durchgeführt haben, zur Schlussfolgerung gelangen, dass diese sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.
VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
BERICHT ZUM KONZERNLAGEBERICHT
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
URTEIL
Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
ERKLÄRUNG
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 7. Juli 2021 als Abschlussprüfer für das am 31. März 2022 endende Geschäftsjahr gewählt und am 8. Juli 2021 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem am 31. März 2020 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer des Konzerns.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von dem Konzern gewahrt haben.
Auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin
Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Mag. Marieluise Krimmel.
Wien
24. Mai 2022
Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH
Mag. Marieluise Krimmel e. h.ppa. Mag. Monika Viertlmayer e. h.
WirtschaftsprüferinWirtschaftsprüferin
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
ERKLÄRUNG DES VORSTANDES
GEM. § 124 (1) BÖRSEG 2018
Der Vorstand der voestalpine AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Linz, am 24. Mai 2022
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h.Franz Kainersdorfer e. h.Robert Ottel e. h.
Vorsitzender des VorstandesMitglied des VorstandesMitglied des Vorstandes
Franz Rotter e. h.Peter Schwab e. h.Hubert Zajicek e. h.
Mitglied des VorstandesMitglied des VorstandesMitglied des Vorstandes
voestalpine AG
BETEILIGUNGEN
Erläuterungen:
KV Vollkonsolidierung
KEA Equity-Methode assoziiertes Unternehmen
KEG Equity-Methode Gemeinschaftsunternehmen
K0 Keine Konsolidierung
Firmenwortlaute geben den Stand vom 20. April 2022 wieder.
STEEL DIVISION
31.03.2022 | 31.03.2021 | ||||
Sitz der | Anteils- | Konsoli- | Anteils- | Konsoli- | |
voestalpine Stahl GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Cargo Service GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Caseli GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Logistik Service GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
VAPS GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Camtec GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Eurostahl GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Giesserei Linz GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Giesserei Traisen GmbH & Co KG | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Giesserei Traisen Verwaltung GmbH | AUT | 100,000 % | KV | ||
voestalpine Grobblech GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Standortservice GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Steel & Service Center GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Steel Service Center Polska Sp. z o.o. | POL | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Steel Service Center Romania SRL | ROU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Steel Trading (Shenyang) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Steel US Holding LLC | USA | 100,000 % | KV | ||
voestalpine Steel US LLC | USA | 100,000 % | KV | ||
voestalpine Texas Holding LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Texas LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
GEORG FISCHER FITTINGS GmbH¹ | AUT | 49,000 % | KEA | 49,000 % | KEA |
Industrie-Logistik-Linz GmbH¹ | AUT | 49,000 % | KEA | 49,000 % | KEA |
Kocel Steel Foundry Co., Ltd.¹ | CHN | 49,000 % | KEA | 49,000 % | KEA |
Kühne + Nagel Euroshipping GmbH¹ | DEU | 49,000 % | KEA | 49,000 % | KEA |
METALSERVICE S.P.A.¹ | ITA | 40,000 % | KEA | 40,000 % | KEA |
Scholz Austria GmbH¹ | AUT | 34,011 % | KEA | 34,011 % | KEA |
¹ Für die gekennzeichneten equitykonsolidierten Unternehmen gilt als Bilanzstichtag der 31.12.
STEEL DIVISION
31.03.2022 | 31.03.2021 | ||||
Sitz der | Anteils- | Konsoli- | Anteils- | Konsoli- | |
TransAnt GmbH¹ | AUT | 80,200 % | KEA | 50,000 % | KEA |
Jiaxing NYC Industrial Co., Ltd¹ | CHN | 51,000 % | KEG | 51,000 % | KEG |
Energie AG Oberösterreich | AUT | 2,061 % | K0 | 2,061 % | K0 |
K1-MET GmbH | AUT | 35,000 % | K0 | 35,000 % | K0 |
Linzer Schlackenaufbereitungs- und vertriebsgesellschaft m.b.H. | AUT | 33,333 % | K0 | 33,333 % | K0 |
vivo Mitarbeiter-Service GmbH | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Belgium NV/SA | BEL | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Camtec Corp. | CAN | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine CR, s.r.o. | CZE | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine d.o.o. | HRV | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine d.o.o. | SRB | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine d.o.o. | SVN | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Deutschland GmbH | DEU | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine France SAS | FRA | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Hungaria Kft. | HUN | 99,000 % | K0 | 99,000 % | K0 |
voestalpine Iberia S.L. | ESP | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Italia S.r.l. | ITA | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Nederland B.V. | NLD | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Polska Sp. z o. o. | POL | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Scandinavia AB | SWE | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Schweiz GmbH | CHE | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Slovakia, s.r.o. | SVK | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Stahlwelt GmbH | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Turkey Celik Limited Sirketi | TUR | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine UK Ltd. | GBR | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine USA LLC | USA | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
Werksgärtnerei Gesellschaft m.b.H. | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
¹ Für die gekennzeichneten equitykonsolidierten Unternehmen gilt als Bilanzstichtag der 31.12.
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
31.03.2022 | 31.03.2021 | ||||
Sitz der | Anteils- | Konsoli- | Anteils- | Konsoli- | |
voestalpine High Performance Metals GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
AÇOS BÖHLER-UDDEHOLM DO BRASIL LTDA. | BRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Advanced Tooling Tek (Shanghai) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Japan KK | JPN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Steels (HK) Ltd. | CHN | 95,000 % | KV | 95,000 % | KV |
ASSAB Steels (Malaysia) Sdn Bhd | MYS | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Steels (Taiwan) Ltd. | TWN | 94,500 % | KV | 94,500 % | KV |
ASSAB Steels (Thailand) Ltd. | THA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Steels Korea Co., Ltd | KOR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Steels Singapore (Pte) Ltd. | SGP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Steels Vietnam Company Limited | VNM | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Tooling (Beijing) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Tooling (Dong Guan) Co., Ltd. | CHN | 95,000 % | KV | 95,000 % | KV |
ASSAB Tooling (Qing Dao) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ASSAB Tooling (Xiamen) Co., Ltd. | CHN | 95,000 % | KV | 95,000 % | KV |
ASSAB Tooling Technology (Chongqing) Co., Ltd. | CHN | 95,000 % | KV | 95,000 % | KV |
ASSAB Tooling Technology (Ningbo) Co., Ltd. | CHN | 95,000 % | KV | 95,000 % | KV |
ASSAB Tooling Technology (Shanghai) Co., Ltd. | CHN | 95,000 % | KV | 95,000 % | KV |
Bohlasia Steels Sdn. Bhd. | MYS | 80,000 % | KV | 80,000 % | KV |
BÖHLER GRUNDSTÜCKS BETEILIGUNGS GMBH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Bohler Special Steels (Shanghai) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Böhler Grundstücks GmbH & Co. Kommanditgesellschaft1 | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Buderus Edelstahl GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Densam Industrial Co. Ltd. | TWN | 97,305 % | KV | 97,305 % | KV |
Deville Rectification S.A.S.U. | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
EDRO Engineering LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
EDRO Specialty Steels GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
EDRO Specialty Steels LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
ENPAR Sonderwerkstoffe GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Eschmann Textures India Private Limited | IND | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
¹ Der vorliegende Konzernabschluss gilt im Sinne des § 264b dHGB für die Böhler Grundstücks GmbH & Co. Kommanditgesellschaft als befreiend.
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
31.03.2022 | 31.03.2021 | ||||
Sitz der | Anteils- | Konsoli- | Anteils- | Konsoli- | |
Eschmann Textura Internacional - Transformacao de Ferramentas, Unipessoal, LDA | PRT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Eschmann Textures International GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
EschmannStahl GmbH | DEU | 100,000 % | KV | ||
GMV Eschmann International SAS | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Gravutex Eschmann International Limited | GBR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Jing Ying Industrial Co. Ltd. | TWN | 97,305 % | KV | 97,305 % | KV |
OOO voestalpine High Performance Metals RUS | RUS | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
PT Assab Steels Indonesia | IDN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Uddeholm Eiendom AS | NOR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Uddeholms AB | SWE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Villares Metals International B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Villares Metals S.A. | BRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Additive Manufacturing Center GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Additive Manufacturing Center Singapore Pte. Ltd. | SGP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Additive Manufacturing Centre Ltd. | CAN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine BÖHLER Aerospace GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine BÖHLER Aerospace GmbH & Co KG | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine BÖHLER Bleche GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine BÖHLER Bleche GmbH & Co KG | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine BÖHLER Profil GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Edelstahl Deutschland GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Edelstahl Wärmebehandlung GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine eifeler Coating GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine eifeler Coatings LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine eifeler Lasertechnik GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine eifeler Vacotec GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metal Anonim Sirketi | TUR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals (Australia) Pty Ltd | AUS | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
31.03.2022 | 31.03.2021 | ||||
Sitz der | Anteils- | Konsoli- | Anteils- | Konsoli- | |
voestalpine High Performance Metals Africa (Pty) Ltd | ZAF | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Argentina S.A. | ARG | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Colombia S.A. | COL | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Corporation | USA | 100,000 % | KV | ||
voestalpine High Performance Metals CZ s.r.o. | CZE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals del Ecuador S.A. | ECU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals del Peru S.A. | PER | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Deutschland GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Deutschland Holding GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals DIGITAL SOLUTIONS GmbH | AUT | 100,000 % | KV | ||
voestalpine High Performance Metals Finland Oy Ab | FIN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals France S.A.S. | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Hungary Kft. | HUN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Iberica, S.A.U. | ESP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
VOESTALPINE HIGH PERFORMANCE METALS INDIA PRIVATE LIMITED | IND | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals International GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Italia S.p.A. | ITA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals LLC | USA | 100,000 % | KV | ||
voestalpine High Performance Metals Ltd. | CAN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Norway AS | NOR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Pacific Pte. Ltd. | SGP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Polska Sp. z o. o. | POL | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Portugal, Unipessoal, Lda | PRT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Romania S.R.L. | ROU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals S.A. de C.V. | MEX | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals Schweiz AG | CHE | 99,833 % | KV | 99,833 % | KV |
voestalpine High Performance Metals SCM GmbH | AUT | 100,000 % | KV | ||
voestalpine High Performance Metals SCM GmbH & Co KG | AUT | 100,000 % | KV | ||
voestalpine High Performance Metals Slovakia, s.r.o. | SVK | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
HIGH PERFORMANCE METALS DIVISION
31.03.2022 | 31.03.2021 | ||||
Sitz der | Anteils- | Konsoli- | Anteils- | Konsoli- | |
voestalpine High Performance Metals Sweden AB | SWE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine High Performance Metals UK Limited | GBR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine HPM Denmark A/S | DNK | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Specialty Metals (Shanghai) Co. Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Specialty Metals Pte. Ltd. | SGP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Technology Institute (Asia) Co. Ltd. | TWN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
BÖHLER-UDDEHOLM Immobilien GmbH | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
BÖHLER-UDDEHOLM UKRAINE LLC (in Liquidation) | UKR | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
EDRO Limited | CHN | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
Eschmann Beteiligungsgesellschaft mbH | DEU | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
Grundstück-Verwaltungsgesellschaft Gewerbehof Sendling mbH & Co. KG (in Liquidation) | DEU | 62,916 % | K0 | 62,916 % | K0 |
HOTEL BÖHLERSTERN Gesellschaft m.b.H. | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine HPM Zagreb d.o.o. | HRV | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Special Steels China Limited | CHN | 100,000 % | K0 | ||
METAL ENGINEERING DIVISION
31.03.2022 | 31.03.2021 | ||||
Sitz der | Anteils- | Konsoli- | Anteils- | Konsoli- | |
voestalpine Metal Engineering GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
CNTT Chinese New Turnout Technologies Co., Ltd. | CHN | 50,000 % | KV | 50,000 % | KV |
Nortrak-Damy, Cambios de Via, S.A.P.I. de C.V. | MEX | 51,007 % | KV | 51,007 % | KV |
OOO voestalpine Bohler Welding Russia | RUS | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
PT voestalpine Bohler Welding Asia Pacific | IDN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Ruzhou Zhengzhou Railway Sanjia Turnout Co., Ltd. | CHN | 35,000 % | KV | 35,000 % | KV |
Travertec S.R.L. | ROU | 60,000 % | KV | 60,000 % | KV |
TSF-A GmbH | AUT | 50,100 % | KV | 50,100 % | KV |
TSTG Schienen Technik GmbH & Co KG1 | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
TSTG Schienen Technik Verwaltungs GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
VALIDA Railway Systems Investment Co. Ltd. | CHN | 50,000 % | KV | 50,000 % | KV |
VAMAV Vasúti Berendezések Kft. | HUN | 50,000 % | KV | 50,000 % | KV |
voestalpine Bahnsysteme Vermögensverwaltungs GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding (China) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Africa Pty. Ltd. | ZAF | 51,000 % | KV | 51,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding Asia Pacific Pte. Ltd. | SGP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Austria Vertriebs-GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Automation GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Belgium S.A. | BEL | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding Canada Ltd. | CAN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding CEE GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Fileur SRL | ITA | 90,000 % | KV | 90,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Fontargen GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding France SAS | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Group GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Hellas S.A. | GRC | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding India Private Limited | IND | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding India Technology Private Limited | IND | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Italia S.r.l. | ITA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding Mexico S.A. de C.V. | MEX | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding Middle East FZE | ARE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Nederland B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Nordic AB | SWE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Northeast Asia Ltd. | KOR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
¹ Der vorliegende Konzernabschluss gilt im Sinne des § 264b dHGB für die TSTG Schienen Technik GmbH & Co KG als befreiend.
METAL ENGINEERING DIVISION
31.03.2022 | 31.03.2021 | ||||
Sitz der | Anteils- | Konsoli- | Anteils- | Konsoli- | |
voestalpine Bohler Welding Romania SRL | ROU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Selco Invest S.R.L. | ITA | 90,000 % | KV | 90,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Selco S.r.l. | ITA | 90,000 % | KV | 90,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Soldas do Brasil Ltda. | BRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Spain, S.A. | ESP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Trading (Shanghai) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding USA LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding USA Technology LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding UTP Maintenance GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Austria GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Germany Vertriebs-GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler weldCare AB | SWE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Schweiz AG | CHE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Böhler Welding Germany GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Bohler Welding UK Limited | GBR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Forschungsservicegesellschaft Donawitz GmbH | AUT | 93,986 % | KV | 93,987 % | KV |
voestalpine Kardemir Demiryolu Sistemleri Sanayi ve Ticaret Anonim Sirketi | TUR | 59,935 % | KV | 59,935 % | KV |
voestalpine Klöckner Bahntechnik GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Metal Engineering US Holding LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Metal Engineering US LLC | USA | 100,000 % | KV | ||
voestalpine Nortrak-Damy US LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rail Technology GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems (Thailand) Co., Ltd. | THA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Australia Pty Ltd | AUS | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Beijing Co. Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Brazil Ltda. | BRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Bulgaria OOD | BGR | 51,000 % | KV | 51,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems France SAS | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems JEZ, S.L. | ESP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Latvia SIA | LVA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Lietuva, UAB | LTU | 66,000 % | KV | 66,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems MFA SASU | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Nortrak LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Nortrak Ltd. | CAN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
METAL ENGINEERING DIVISION
31.03.2022 | 31.03.2021 | ||||
Sitz der | Anteils- | Konsoli- | Anteils- | Konsoli- | |
voestalpine Railway Systems Polska Sp. z o. o. | POL | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Romania SA | ROU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Railway Systems Saudi Arabia Limited | SAU | 51,000 % | KV | 51,000 % | KV |
voestalpine Signaling Austria GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Signaling China Co. Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Signaling Poland Sp. z o.o. | POL | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Signaling Sainerholz GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Signaling Siershahn GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Signaling UK Ltd. | GBR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Signaling USA LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Special Wire GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Stahl Donawitz GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Track Solutions Duisburg GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Track Solutions Germany GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Track Solutions Königsborn GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Track Solutions Netherlands B.V. | NLD | 70,000 % | KV | 70,000 % | KV |
VOEST-ALPINE TUBULAR CORP. | USA | 57,500 % | KV | 57,500 % | KV |
voestalpine Tubulars GmbH & Co KG | AUT | 49,888 % | KV | 49,888 % | KV |
voestalpine Tubulars Al Bassam Company Limited (in Liquidation) | SAU | 57,500 % | KV | 57,500 % | KV |
voestalpine Tubulars GmbH | AUT | 57,500 % | KV | 57,500 % | KV |
voestalpine Turnout Technology Germany GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Turnout Technology Netherlands B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Turnout Technology UK Limited | GBR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Turnout Technology Zeltweg GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine VAE Africa (Pty) Ltd. | ZAF | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine VAE SA (Pty) Ltd. | ZAF | 50,000 % | KV | 69,000 % | KV |
voestalpine VAE VKN India Private Limited | IND | 57,000 % | KV | 57,000 % | KV |
voestalpine Wire (Suzhou) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Wire Austria GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Wire Germany GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Wire Italy s.r.l. | ITA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Wire Rod Austria GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Weichenwerk Wörth GmbH | AUT | 56,950 % | KV | 56,950 % | KV |
voestalpine Digital Track Management GmbH | AUT | 50,000 % | KEG | ||
SBI GmbH1 | AUT | 24,900 % | KEA | ||
1 Für das gekennzeichnete equitykonsolidierte Unternehmen gilt als Bilanzstichtag der 31.12.
METAL ENGINEERING DIVISION
31.03.2022 | 31.03.2021 | ||||
Sitz der | Anteils- | Konsoli- | Anteils- | Konsoli- | |
WS Service GmbH1 | AUT | 49,000 % | KEA | 49,000 % | KEA |
Burbiola S.A. | ESP | 50,000 % | K0 | 50,000 % | K0 |
Casedo GmbH | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
KW PenzVAEE GmbH | AUT | 49,000 % | K0 | 49,000 % | K0 |
Liegenschaftsverwaltungs GmbH | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
Parkwood Way Holdings Ltd. | CAN | 40,000 % | K0 | 40,000 % | K0 |
Royal Fortune Holding Limited | HKG | 25,000 % | K0 | 25,000 % | K0 |
Sistemas Ferroviarios Argentinos S.R.L. | ARG | 40,000 % | K0 | 40,000 % | K0 |
Virtual Vehicle Research GmbH | AUT | 8,000 % | K0 | 8,000 % | K0 |
1 Für das gekennzeichnete equitykonsolidierte Unternehmen gilt als Bilanzstichtag der 31.12.
METAL FORMING DIVISION
31.03.2022 | 31.03.2021 | ||||
Sitz der | Anteils- | Konsoli- | Anteils- | Konsoli- | |
voestalpine Metal Forming GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Nedcon B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Nedcon Bohemia, s.r.o. | CZE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Nedcon France SASU | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Nedcon Lagertechnik GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Nedcon USA LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Polynorm Leasing B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
RFC LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
RFC-Sharon LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
STAMPTEC France SAS | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Tianjin Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Aguascalientes S. de R.L. de C.V. | MEX | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Arad Beteiligung GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Arad SRL | ROU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Birkenfeld GmbH & Co. KG¹ | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Böhmenkirch GmbH & Co. KG¹ | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Bunschoten B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Cartersville Beteiligung GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Cartersville LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Dettingen GmbH & Co. KG¹ | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components East London (Pty) Ltd. | ZAF | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Fontaine | FRA | 99,998 % | KV | 99,998 % | KV |
voestalpine Automotive Components Hungaria Kft. | HUN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Linz GmbH & Co KG | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Nagold GmbH & Co. KG¹ | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
¹ Der vorliegende Konzernabschluss gilt im Sinne des § 264b dHGB für die voestalpine Automotive Components Birkenfeld GmbH & Co. KG, voestalpine Automotive Components Böhmenkirch GmbH & Co. KG, voestalpine Automotive Components Dettingen GmbH & Co. KG und voestalpine Automotive Components Nagold GmbH & Co. KG als befreiend.
METAL FORMING DIVISION
31.03.2022 | 31.03.2021 | ||||
Sitz der | Anteils- | Konsoli- | Anteils- | Konsoli- | |
voestalpine Automotive Components Schmölln GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd GmbH & Co. KG¹ | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Automotive Components Shenyang Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine HTI Beteiligungs GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Krems Finaltechnik GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Krems GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
VOEST-ALPINE KREMS U.K. plc | GBR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Meincol S.A. | BRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Metal Forming Netherlands Holding B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Metal Forming US Holding LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Metal Forming US LLC | USA | 100,000 % | KV | ||
voestalpine Metsec plc | GBR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Präzisionsprofil GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Precision Strip GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Precision Strip LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Precision Strip, S.A.U. | ESP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Profilafroid | FRA | 99,925 % | KV | 99,925 % | KV |
voestalpine Profilform (China) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Profilform s.r.o. | CZE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rotec Coating SRL | ROU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rotec de Mexico S. de R.L. de C.V. | MEX | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rotec GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rotec GmbH & Co. KG¹ | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rotec Iberica S.A. | ESP | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rotec Limited | GBR | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
¹ Der vorliegende Konzernabschluss gilt im Sinne des § 264b dHGB für die voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd GmbH & Co. KG und voestalpine Rotec GmbH & Co. KG als befreiend.
METAL FORMING DIVISION
31.03.2022 | 31.03.2021 | ||||
Sitz der | Anteils- | Konsoli- | Anteils- | Konsoli- | |
voestalpine Rotec LLC | USA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rotec North America Corp. | CAN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rotec Sp. z o. o. | POL | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine S.A.P. | FRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Sadef nv | BEL | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Stamptec Holding GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Precision Strip Trading (Suzhou) Co., Ltd | CHN | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Precision Strip AB | SWE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
Entwicklungsgesellschaft Gügling Verwaltungs GmbH | DEU | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
EURACIER | FRA | 20,000 % | K0 | 20,000 % | K0 |
Hinckley Precision Tubes Limited | GBR | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
Metal Sections Limited | GBR | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
Munkfors Energi AB | SWE | 40,000 % | K0 | 40,000 % | K0 |
SADEF FRANCE S.A.R.L. | FRA | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Automotive Components Dettingen Verwaltungs GmbH | DEU | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Automotive Components Linz Verwaltung GmbH | AUT | 100,000 % | K0 | ||
voestalpine Beteiligungsgesellschaft Schwäbisch Gmünd mbH | DEU | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Stamptec Beteiligungs GmbH | DEU | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
SONSTIGE
31.03.2022 | 31.03.2021 | ||||
Sitz der | Anteils- | Konsoli- | Anteils- | Konsoli- | |
voestalpine Financial Services B.V. | NLD | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Funding International GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine group-IT AB | SWE | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine group-IT GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine group-IT GmbH | DEU | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine group-IT Tecnologia da Informacao Ltda. | BRA | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Personal Services GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH | AUT | 100,000 % | KV | 100,000 % | KV |
voestalpine US Holding GmbH | AUT | 100,000 % | KV | ||
voestalpine US Holding LLC | USA | 100,000 % | KV | ||
APK Pensionskasse AG¹ | AUT | 32,084 % | KEA | 32,084 % | KEA |
VA Erzberg GmbH | AUT | 0,000 % | KEA | ||
AC styria Mobilitätscluster GmbH | AUT | 12,333 % | K0 | 12,333 % | K0 |
Danube Equity GmbH | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
Donauländische Baugesellschaft m.b.H. | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Dienstleistungs- und Finanzierungs GmbH (in Liquidation) | DEU | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine group-IT (Suzhou) Co., Ltd. | CHN | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine HR Services GmbH (in Liquidation) | DEU | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
voestalpine Insurance Services GmbH | AUT | 100,000 % | K0 | 100,000 % | K0 |
¹ Für das gekennzeichnete equitykonsolidierte Unternehmen gilt als Bilanzstichtag der 31.12.
voestalpine AG
JAHRESABSCHLUSS
2021/22
231 | Lagebericht |
258 | Bilanz zum 31.03.2022 |
260 | Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.04.2021 bis 31.03.2022 |
262 | Anlagenspiegel zum 31.03.2022 |
264 | Anhang zum UGB-Abschluss der voestalpine AG 2021/22 |
282 | Bestätigungsvermerk |
288 | Erklärung des Vorstandes gem. § 124 (1) BörseG 2018 |
BERICHT DES VORSTANDES
LAGEBERICHT 2021/22
CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT
Der konsolidierte Corporate Governance-Bericht des Geschäftsjahres 2021/22 ist auf der Website der voestalpine AG unter der Rubrik „Investoren“ veröffentlicht.
Der exakte Pfad lautet
http://www.voestalpine.com/group/de/investoren/corporate-governance
CORPORATE RESPONSIBILITY REPORT
Bezüglich der Berichterstattung zur konsolidierten nicht finanziellen Erklärung wird auf den vom Konzernabschluss gesondert erstellten Corporate Responsibility Report (gem. § 267a Abs. 6 UGB) für das Geschäftsjahr 2021/22 verwiesen. Dieser ist auch auf der Website der voestalpine AG unter der Rubrik „Corporate Responsibility“ veröffentlicht.
BERICHT ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF UND
DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE
Das wirtschaftliche Umfeld im Geschäftsjahr 2021/22 war über weite Strecken von der COVID-19-Pandemie geprägt. Deren Auswirkungen waren noch keineswegs überwunden, als gegen Ende des Geschäftsjahres durch den russischen Angriff auf die Ukraine eine völlig neue Dynamik entstand.
Nach den durch die Pandemie bedingten, harten Lockdowns in vielen Weltregionen standen die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2021/22 im Zeichen der Erholung. Eine steigende Durchimpfungsrate ermöglichte es, die Wirtschaft wieder schrittweise zu öffnen. Die daraus resultierende, kräftige Wachstumsdynamik hielt über weite Teile des Geschäftsjahres an. Gebremst wurde sie lediglich von Lieferkettenproblemen in manchen Industrien mit globalen Wertschöpfungsketten.
Im Herbst 2021 führte die neu aufgetretene Omikron-Mutation wieder zu einer massiven Zunahme an COVID-19-Infektionen. Nicht zuletzt aufgrund der erreichten Durchimpfungsrate sowie des mittlerweile vertrauten Umgangs mit den Schutzmaßnahmen verzichteten Europa und Nordamerika auf flächendeckende Lockdowns. China, wo die neue Welle erst im letzten Geschäftsquartal ankam, reagierte einmal mehr mit großflächigen Lockdowns.
Der Angriff Russlands auf die Ukraine im 4. Geschäftsquartal änderte die wirtschaftliche Dynamik fundamental. Die Stimmung trübte sich weltweit ein. Die bereits im 3. Quartal massiven Steigerungen der Energiepreise wuchsen sich infolge der Sanktionen des Westens gegen Russland zu einem regelrechten Preisschock aus.
EUROPA
Eine durchwegs günstige Wirtschaftsentwicklung über die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2021/22 prägte das Umfeld in Europa. Neben staatlichen Stützungsmaßnahmen wirkte sich insbesondere zu Beginn des Geschäftsjahres die hohe, vom privaten Konsum getragene Binnennachfrage positiv aus. Im weiteren Verlauf, insbesondere nach dem Sommer 2021, machten sich in einzelnen Sektoren Engpässe bei der Versorgung mit Vormaterialien bemerkbar. Gravierend davon betroffen war die Automobilindustrie, wo der Mangel an Halbleitern ab dem 2. Quartal verstärkt zu Verschiebungen in der Produktion führte. Zusätzlich bremsten ab dem 3. Geschäftsquartal die wieder sprunghaft angestiegenen Infektionsraten mit COVID-19 die konjunkturelle Entwicklung. Rasant gestiegene Energiepreise führten nicht nur zu einem deutlichen Anstieg der Inflation, sie erschwerten auch Exporte nach Asien und Nordamerika, wo die Energiepreise deutlich niedriger waren.
Im letzten Geschäftsquartal überlagerten die Auswirkungen des Einmarsches russischer Truppen in die Ukraine die wirtschaftlichen Erholungstendenzen, die sich mit dem Wegfall der meisten COVID-19-Restriktionen eingestellt hatten.
Der Ukraine-Krieg hat zu einer deutlichen Verschlechterung der Wirtschaftslage in Europa geführt. Der weitere, extreme Anstieg der Energiepreise hat die Inflation befeuert und teilweise Produktionsrücknahmen in der europäischen Industrie nach sich gezogen. Zur deutlichen Stimmungseintrübung auf Seiten der Konsumenten kamen Rückgänge im Handel, stark gestiegene Transportkosten sowie neuerliche Unterbrechungen der Lieferketten.
Gemessen an diesem Umfeld nahmen die voestalpine-Standorte in Europa im Geschäftsjahr 2021/22 eine sehr solide Entwicklung. Eine etwas schwächere Auslastung wiesen Produktionsbetriebe mit starker Ausrichtung auf die Automobilindustrie auf. Ein stabiles Produktionsniveau hielten jene voestalpine-Gesellschaften, die Produkte und Services für die Eisenbahninfrastruktur bereitstellen. Die von der Pandemie massiv betroffene Luftfahrtindustrie erholte sich stetig und legte gegen Ende der Berichtsperiode noch einmal an Dynamik zu. Die Geschäftsbereiche, die Produkte in die Öl- und Gasindustrie liefern, konnten im Verlauf des Geschäftsjahres von den gestiegenen Energiepreisen profitieren. Im wirtschaftlichen Gesamtbild des Geschäftsjahres schlug sich der gegen Ende des 4. Geschäftsquartals ausgebrochene Ukraine-Krieg kaum mehr negativ nieder. Der Schock der Energiepreisseite war im letzten Monat der Berichtsperiode dagegen sehr wohl noch wirksam.
NORDAMERIKA/USA
Ähnlich wie in Europa zeigte sich das Wirtschaftswachstum in Nordamerika zu Beginn des Geschäftsjahres hochgradig dynamisch, um dann über den Sommer etwas abzuflauen. Wie schon in der vergangenen Saison hat im Winter eine Welle von neuen COVID-19-Erkrankungen die wirtschaftlichen Aktivitäten gegen Ende des 3. Quartals spürbar gehemmt. Die Omikron-Welle verlief in Nordamerika tendenziell etwas kürzer als in Europa. Somit wirkte der private Konsum weiter stützend auf das Wirtschaftswachstum, was auch den umfangreichen Ersparnissen und damit einhergehenden Haushaltsvermögen auf hohem Niveau geschuldet ist.
Der stark gestiegenen Inflation standen robuste Lohnsteigerungen bei historisch hohem Beschäftigungsgrad gegenüber. Der Anstieg der Energiepreise bildete sich auch in Nordamerika ab, war aber mit dem Preisschock in Europa keineswegs vergleichbar. Mit Blick auf die wachsende Inflation hat die US-Notenbank (Fed; Federal Reserve) im Gegensatz zur Europäischen Zentralbank (EZB) angekündigt, ihre expansive Geldpolitik zurückzufahren und in weiterer Folge die Zinsen anzuheben. Die dämpfenden Auswirkungen auf die wirtschaftliche Stimmung wurden umgehend spürbar.
In der Industrie machten sich zunehmend auch in Nordamerika Schwierigkeiten in Branchen mit globalen Wertschöpfungsketten bemerkbar. Der Außenhandel litt im letzten Geschäftsquartal ebenfalls unter der Verlangsamung der Wirtschaft in Europa infolge des Ukraine-Krieges. Letztendlich wurde im 4. Geschäftsquartal eine überraschend starke Reduktion des wirtschaftlichen Wachstums ausgewiesen.
Die voestalpine-Standorte in der Region nutzten das insgesamt positive wirtschaftliche Umfeld in Nordamerika über das Geschäftsjahr 2021/22 für eine sehr zufriedenstellende Entwicklung. Darüber hinaus profitierten die Exporte der europäischen voestalpine-Niederlassungen von Erholungstendenzen im amerikanischen Öl- und Gassektor sowie in der Flugzeugindustrie.
SÜDAMERIKA/BRASILIEN
Die zu Beginn des Geschäftsjahres 2021/22 noch sehr ausgeprägte wirtschaftliche Dynamik in Brasilien flachte im weiteren Verlauf ab. Hohe Inflationsraten, resultierend aus Verteuerungen bei Rohstoffen und in der Folge auch bei Nahrungsmitteln, wirkten dämpfend auf den privaten Konsum. Die metallverarbeitende Industrie entwickelte sich in diesem Umfeld jedoch unverändert robust. Der Ukraine-Krieg mit den verbundenen Sanktionen gegen Russland führte im letzten Geschäftsquartal zu einem weiteren Anstieg der Rohstoffpreise. Davon sollte Brasilien als einer der führenden Rohstoffexporteure weltweit tendenziell profitieren, was einen stützenden Effekt auf die Binnenkonjunktur erwarten lässt.
Die brasilianischen voestalpine-Standorte konnten sich in diesem Umfeld durchaus gut behaupten. Neben der Ausrichtung auf robuste Marktsegmente vor Ort war dafür auch eine gute Entwicklung der Exporte ausschlaggebend.
ASIEN/CHINA
Deutlicher als in den anderen großen Volkswirtschaften hat sich das Wachstum in China während des Geschäftsjahres 2021/22 verlangsamt. Stützten im Vorjahr noch staatliche Konjunkturmaßnahmen auf breiter Front die wirtschaftliche Entwicklung, fuhr der Staat im Berichtsjahr die Stimulus-Maßnahmen sukzessive zurück. Daneben spitzte sich nach Problemen von Evergrande über den Sommer die Situation am Immobilienmarkt zu, wodurch sich das Investitionsklima eintrübte. Für den chinesischen Stahlbau schwächten sich mit dem Infrastruktur- und Immobiliensektor die beiden bedeutendsten Kundensegmente ab.
In der Folge und auf Druck der Behörden aus Gründen des Umweltschutzes entwickelte sich die Rohstahlproduktion der chinesischen Stahlindustrie erstmals seit vielen Jahren ab Mitte des Geschäftsjahres rückläufig.
Energieknappheit und daraus resultierende temporäre Stromabschaltungen belasteten die Wirtschaftsentwicklung nach dem Sommer 2021 zusätzlich. Erst zu Beginn des 4. Geschäftsquartals zog die wirtschaftliche Dynamik wieder spürbar an, ehe sie durch die Ausbreitung der Omikron-Variante neuerlich zum Erliegen kam. Im Sinne ihrer bisherigen COVID-19-Politik reagierten die chinesischen Behörden mit strikten Mobilitätsbeschränkungen in vielen Regionen und mit einem umfangreichen Lockdown in Shanghai. Neben dem rückläufigen privaten Konsum war auch die produzierende Industrie betroffen. Daraus bauten sich neuerliche Schwierigkeiten in den Lieferketten auf. Der Ukraine-Krieg wiederum erbrachte in der Berichtsperiode noch keine negativen Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung Chinas.
Die voestalpine-Standorte in China hielten ihren wirtschaftlichen Erfolg ungeachtet der teils widrigen Bedingungen auf gutem Niveau. Mit Ausnahme des Geschäftsfeldes Eisenbahninfrastruktur ist der Fokus der voestalpine-Gesellschaften in China vorwiegend auf konsumnahe Märkte wie die Automobil- und Konsumgüterindustrie gerichtet.
UMSATZ DES voestalpine-KONZERNS
UMSATZ NACH DIVISIONEN
UMSATZ NACH BRANCHEN
UMSATZ NACH REGIONEN
BERICHT ÜBER DIE FINANZIELLEN LEISTUNGSINDIKATOREN DER voestalpine AG
Die Umsatzerlöse der voestalpine AG bestehen neben der Weiterverrechnung von Aufwendungen für CO2-Emissionszertifikate hauptsächlich aus den an Tochtergesellschaften verrechneten Konzernumlagen für zentrale Konzerndienstleistungen, bestehend aus Management Fees und Markenlizenzen. Die Umsatzerlöse beliefen sich im Geschäftsjahr 2021/22 auf 319.816,6 Tsd. EUR (Vorjahr 181.864,5 Tsd. EUR). Das Finanzergebnis veränderte sich von –205,2 Mio. EUR im Vorjahr auf 1.582,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021/22. Das Finanzergebnis der voestalpine AG setzt sich überwiegend aus Beteiligungserträgen, Bewertungseffekten aus Finanzanlagen und dem Zinsergebnis zusammen. Im Zinsergebnis sind Negativzinsen in Höhe von 1.787,9 Tsd. EUR inkludiert. Im Geschäftsjahr 2021/22 beliefen sich die Beteiligungserträge auf 1.152,8 Mio. EUR (Vorjahr 0,0 Mio. EUR). Es erfolgte eine Zuschreibung einer Beteiligung an einem verbundenen Unternehmen in Höhe von 260,0 Mio. EUR (Vorjahr 0,0 Mio. EUR) sowie die Zuschreibung einer Ausleihung an ein verbundenes Unternehmen in Höhe von 104,1 Mio. EUR (Vorjahr 0,0 Mio. EUR). Der Zinsensaldo belief sich auf 56,2 Mio. EUR (Vorjahr 5,4 Mio. EUR). Im Berichtsjahr betrug das Ergebnis aus den Steuerumlagen der Steuergruppe 211,4 Mio. EUR (Vorjahr –3,2 Mio. EUR). Das Ergebnis nach Steuern belief sich im Geschäftsjahr auf 1.572,7 Mio. EUR (Vorjahr –144,4 Mio. EUR). Die Eigenkapitalrentabilität (= Jahresüberschuss x 100 / Eigenkapital Vorjahr) beträgt im Berichtsjahr 31,4 % (Vorjahr negativ). Die Anlagendeckung (= Eigenkapital x 100 / Anlagevermögen) beträgt im Berichtsjahr 132,7 % (Vorjahr 111,3 %). Das Eigenkapital beträgt 6.486,7 Mio. EUR (Vorjahr 5.003,3 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote (= Eigenkapital x 100 / Gesamtkapital) beträgt im Berichtsjahr 64,1 % (Vorjahr 51,1 %). Das Gearing (= Nettofinanzverschuldung x 100 / Eigenmittel) beläuft sich auf −18,9 % (Vorjahr −23,7 %). Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit (erwirtschaftete liquide Mittel, soweit nicht durch Investitions-, Desinvestitions- oder Finanzierungstätigkeit beeinflusst) für das Geschäftsjahr 2021/22 beträgt –19,0 Mio. EUR (Vorjahr 45,6 Mio. EUR), aus der Investitionstätigkeit (Differenz der Ein- und Auszahlungen aus dem Investitionsbereich) 1.060,6 Mio. EUR (Vorjahr 424,6 Mio. EUR), freier Cashflow (Abfluss/Zufluss flüssiger Mittel vor Kapitalaus- und Kapitaleinzahlungen) daher 1.041,6 Mio. EUR (Vorjahr 470,2 Mio. EUR) und aus der Finanzierungstätigkeit (Differenz der Ein- und Auszahlungen aus dem Finanzbereich) −1.397,5 Mio. EUR (Vorjahr −133,7 Mio. EUR). Die Nettofinanzverschuldung (verzinsliche Verbindlichkeiten abzüglich verzinsliches Vermögen) – im Falle eines negativen Vorzeichens liegt ein Nettofinanzguthaben vor – beträgt −1.227,1 Mio. EUR (Vorjahr −1.187,3 Mio. EUR). Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter, die in der Konzernzentrale tätig waren, betrug im Berichtsjahr 121 (Vorjahr 128).
UMSATZERLÖSE
2020/21 | 2021/22 | |
Konzernumlagen | 115.534,4 | 103.399,0 |
Sonstiger Konzernumsatz | 66.257,1 | 216.380,6 |
Fremdumsatz | 73,0 | 37,0 |
Summe | 181.864,5 | 319.816,6 |
Tsd. EUR |
ERGEBNIS NACH STEUERN = JAHRESFEHLBETRAG/JAHRESÜBERSCHUSS
2020/21 | 2021/22 | |
Finanzergebnis | –205.234,1 | 1.582.116,0 |
Ergebnis vor Steuern | –177.672,9 | 1.602.662,9 |
Steuern | 33.300,9 | –29.989,8 |
Ergebnis nach Steuern = Jahresfehlbetrag/Jahresüberschuss | –144.372,0 | 1.572.673,0 |
Tsd. EUR |
Die Nettofinanzverschuldung wird wie folgt definiert:
NETTOFINANZVERSCHULDUNG
31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Finanzielle Verbindlichkeiten langfristig | 2.503,9 | 2.346,0 |
Finanzielle Verbindlichkeiten kurzfristig | 1.989,1 | 885,7 |
Liquide Mittel | –882,3 | –526,5 |
Sonstige Wertpapiere und Anteile | –18,1 | –18,1 |
Ausleihungen und sonstige Forderungen Finanzierung | –4.779,9 | –3.914,1 |
Nettofinanzverschuldung | –1.187,3 | –1.227,1 |
Mio. EUR |
MITARBEITER
Zum Ende des Geschäftsjahres 2021/22 mit 31. März 2022 beschäftigte der voestalpine-Konzern ohne Lehrlinge und Leihpersonal 46.938 Mitarbeiter. Dies entspricht einer Reduktion um 890 Beschäftigte oder 1,9 % gegenüber dem 31. März 2021. Einschließlich 1.369 Lehrlingen und 3.386 Leasingmitarbeitern ergibt sich in Summe ein Fulltime-Equivalent (FTE) von 50.225 Personenjahren und damit gegenüber dem Vorjahr eine Erhöhung um 3,2 % (+1.571 FTE). An Konzernstandorten außerhalb Österreichs sind 27.667 Mitarbeiter (FTE) bzw. 55,1 % beschäftigt, an österreichischen Standorten der voestalpine 22.558 Mitarbeiter (FTE) bzw. 44,9 %. Von den 1.369 Lehrlingen wurden mit Ende des Geschäftsjahres 62,9 % an Standorten in Österreich ausgebildet und 37,1 % außerhalb Österreichs. Insgesamt hat sich die Zahl an Lehrlingen gegenüber dem Vorjahr um 60 bzw. 4,6 % erhöht.
MITARBEITERBETEILIGUNG
Seit dem Jahr 2001 verfügt die voestalpine über ein Modell der Mitarbeiterbeteiligung, das seither kontinuierlich ausgebaut wurde. Neben allen österreichischen Beschäftigten sind auch Mitarbeiter in Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Polen, Belgien, der Tschechischen Republik, Italien, der Schweiz, Rumänien, Spanien und Schweden an „ihrem“ Unternehmen beteiligt. Die Stimmrechte aus den Mitarbeiteraktien werden in der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung gebündelt, womit diese sich als stabiler Kernaktionär der voestalpine AG darstellt. Zum 31. März 2022 sind insgesamt rund 24.500 Mitarbeiter an der voestalpine AG beteiligt. Sie halten rund 25,4 Mio. Stück Aktien, die durch die generelle Stimmrechtsbündelung einen Anteil von 14,2 % am Grundkapital des Unternehmens abbilden (Vorjahr: 14,1 %). Darüber hinaus halten ehemalige Mitarbeiter der voestalpine rund 1,0 Mio. Stück „Privataktien“ über die Stiftung, was 0,6 % der stimmberechtigten Aktien entspricht. Diese Stimmrechte übt ebenfalls die Stiftung aus, solange die Mitarbeiter nicht von ihrem freien Verfügungsrecht Gebrauch machen. Insgesamt sind somit zum 31. März 2022 die Stimmrechte von 14,8 % des Grundkapitals der voestalpine AG in der Stiftung gebündelt.
STAHLSTIFTUNG
1987 wurde in Linz, Österreich, die „Stahlstiftung“ gegründet. Sie verfolgte das Ziel, krisenbedingt ausgeschiedenen Mitarbeitern der damaligen VOEST-ALPINE-Gruppe, aber auch Mitarbeitern konzernfremder Unternehmen Möglichkeiten zur beruflichen Neuorientierung zu eröffnen. Bis zu einem Zeitraum von vier Jahren werden dazu Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung finanziert. Im Geschäftsjahr 2021/22 haben 80,0 % der arbeitsuchenden Teilnehmer mithilfe der Stahlstiftung eine neue berufliche Perspektive gefunden. Dass dieser Wert im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020/21 um rund 4 % gestiegen ist, spiegelt die Erholung des Arbeitsmarktes über den Berichtszeitraum. Zum Stichtag 31. März 2022 betreute die Stahlstiftung 370 Personen, wovon 73,0 % aus Gesellschaften des voestalpine-Konzerns stammen. Die Gesamtzahl aktiver Stiftungsteilnehmer im Geschäftsjahr 2021/22 lag bei 694 Personen und damit 21,8 % unter jener des Vorjahres (888 Personen). Zusätzlich zu den Teilnehmern in der Stahlstiftung als klassischer Arbeitsstiftung wurden im Berichtszeitraum 63 Personen bei ihren Aktivitäten im Zuge einer Bildungskarenz unterstützt.
LEHRLINGE & JUNGFACHARBEITER
Der jährlich stattfindende voestalpine-Konzernlehrlingstag musste aufgrund der COVID-19-Einschränkungen erneut digital stattfinden. Die Veranstaltung vernetzt die Lehrlinge konzernweit und unterstützt sie dabei, das eigene Arbeitsfeld im gesamtbetrieblichen Zusammenhang zu sehen. Am 5. Oktober 2021 trafen sich Lehrlinge zu einem Hybrid-Event: Der Vorstand sowie ausgewählte Vertreter des Standortes Linz, Österreich, sprachen aus der voestalpine Stahlwelt per Live-Stream zu rund 500 Lehrlingen und ihren Ausbildern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. „Außenstellen“ waren mit Ausbildern und Lehrlingen interaktiv zugeschalten und gaben Einblicke in die Ausbildungsaktivitäten und das Umweltengagement an den jeweiligen Standorten. Wie fest Prinzipien der Nachhaltigkeit bereits in der Konzernphilosophie der voestalpine verankert sind, erlebten die Lehrlinge beim „voestalpine goes green“-Contest: Berufliches wie privates Öko-Engagement wurden hier ausgezeichnet. Die feierliche Prämierung im Rahmen des digitalen Konzernlehrlingstages machte den hohen Stellenwert deutlich, den die künftigen Fachkräfte einer ökologischen Perspektive beimessen.
Dem Ziel einer fundierten Ausbildung für junge Menschen bleibt die voestalpine verpflichtet: Für den Ausbildungsstart im Herbst 2022 sind rund 500 Plätze vorgesehen. Je Lehrling investiert das Unternehmen rund 90.000 EUR in die umfangreiche drei- bzw. vierjährige Ausbildung. Um geeignete Bewerber effizient anzusprechen, wurden in den vergangenen Jahren die Social-Media-Aktivitäten über Facebook, Instagram und YouTube kontinuierlich ausgebaut. Eine neue Lehrlingswebsite ging pünktlich zum Start des Ausbildungsjahres am 2. September 2021 online (www.voestalpine.com/lehre). Mit ihr setzt die voestalpine neue Maßstäbe beim digitalen Informationsangebot für zukünftige Fachkräfte: Angepasst an den „App-Style“ mobiler Endgeräte bietet sie aus den sozialen Medien bekannte Features wie eine Bookmark-Funktion und dockt zeitgemäß an die Mediennutzung Jugendlicher an. Wertvolle Inputs für die Gestaltung der Website kamen dabei von den Lehrlingen der voestalpine selbst.
Neue Kommunikationswege und -kanäle traten an die Stelle von Messen, Tagen der offenen Tür oder teilweise auch Bewerbungsgesprächen, die aufgrund von COVID-19 nicht in der gewohnten Form stattfinden konnten. Darunter ein digitaler Tag der offenen Tür, digitale Unternehmenspräsentationen an Schulen oder die Teilnahme an digitalen Messen. Mit Bewerbern wird laufend gemeinsam bewertet, ob die aktuelle COVID-19-Situation vor Ort ein persönliches Treffen zulässt.
Von 22. bis 26. September 2021 fand die Berufseuropameisterschaft „EuroSkills“ in Graz und damit erstmals in Österreich statt. Über die Beteiligung als „Goldpartner“ demonstrierte die voestalpine einmal mehr ihr ausgeprägtes Engagement für die Facharbeiter von morgen. Neben Wettbewerbsteilnehmer Alex Mayrhofer (voestalpine Stahl GmbH) war die voestalpine bei den EuroSkills mit einem von Lehrlingen selbst gebauten Roboterarm, drei voestalpine-Messeständen einschließlich Try-a-Skill-Stationen und rund 50 engagierten Lehrlingen und Ausbildern vertreten.
Auch bei weiteren nationalen und internationalen Wettbewerben überzeugten die Vertreter der voestalpine. Bei den österreichischen Berufsmeisterschaften „AustrianSkills 2021“ eroberten mit Philipp Bruckner und Lukas Frühwirth zwei Jungfacharbeiter der voestalpine Stahl GmbH in Linz in der Disziplin Anlagenelektrik (Industrial Control) Gold und Silber. Damit sind sie bei den WorldSkills 2022 in Shanghai und den EuroSkills 2023 in Sankt Petersburg qualifiziert. Ebenfalls hervorragend abgeschnitten bei den AustrianSkills 2021 hat Sebastian Bruggraber aus Kapfenberg mit dem 3. Platz in der Kategorie Schweißtechnik.
Ausgezeichnete Lehrabschlusszahlen im Konzern versprechen eine solide Basis an Facharbeitern für die Zukunft: 85,9 % der in Österreich, Deutschland und der Schweiz angetretenen Lehrlinge haben im Geschäftsjahr 2021/22 ihre Lehrabschlussprüfung bestanden. Von den österreichischen Absolventen haben 60,7 % die Prüfung sogar mit gutem oder ausgezeichnetem Erfolg abgelegt.
FÜHRUNGSKRÄFTEENTWICKLUNG
Das Geschäftsjahr 2021/22 war erneut von behördlichen Einschränkungen (z. B. Reiserestriktionen) bzw. internen Sicherheitskonzepten im Zuge der weltweiten Pandemie geprägt. Dennoch konnte das konzernweit bewährte „value:program“ als internationale Führungskräfteentwicklung zum Teil im Präsenztraining durchgeführt werden – mit lediglich einzelnen Modulen im digitalen Format. Die zielgruppenspezifischen Aus- und Weiterbildungsprogramme für alle Führungsebenen werden auch in Zukunft kombiniert als Präsenz- und Onlineschulungen stattfinden, ergänzt durch externe Post Graduates und Business Schools. Nicht angedacht ist die Umstellung des gesamten Programms auf ein reines Onlineformat angesichts der spezifischen Anforderungen und des Erfolgs in der bisherigen Form. Neben umfangreichen Skills-Trainings durch international renommierte Experten erweist sich vor allem die intensive Mitwirkung von Vertretern aus dem voestalpine-Führungsteam als wertvoll. Sie engagieren sich als Speaker, Projektbegleiter oder als „Sparringpartner“ im Rahmen eines breiten Erfahrungsaustausches. Die Mischung aus externem und internem Know-how und das Commitment zu hohen Standards in der Qualifikation machen das voestalpine-Leadership-Programm zu einem zentralen Baustein im Sinne des Anspruches „one step ahead“. An dem mehrstufigen Programm nehmen jährlich unter regulären Umständen knapp 200 internationale Mitarbeiter teil. Im Geschäftsjahr 2021/22 haben 131 Mitarbeiter aus 14 Ländern das Programm absolviert bzw. gestartet.
SONSTIGE ENTWICKLUNGSPROGRAMME
Um die relevanten Kompetenzen der Mitarbeiter fachlich wie regional zielgerichtet zu fördern und zu stärken, betreibt der voestalpine-Konzern eine Reihe von weiteren Programmen. So etwa die „Purchasing Power Academy“, die „HR-Academy“, das „Early Career Program“ in Nordamerika oder in China das „Young Professional Training Program“ (YPTP). Ein Großteil dieser Programme konnte im Berichtszeitraum pandemiebedingt nicht stattfinden oder – wo möglich und sinnvoll – nur über neue, digitale Formate. Die positiven Erfahrungen mit dieser Art des „Blended Learnings“ im Sinne einer Kombination aus Präsenz- und Onlineschulungen erlauben einen nächsten Schritt in Richtung Digitalisierung in der Entwicklung der Führungskräfte. Erneut ausgesetzt werden musste das Programm „High Mobility Pool“ (HMP) für die Talenteentwicklung auf Konzernebene, da 2021/22 weiterhin kein internationales Recruiting möglich war. In den einzelnen Divisionen und Business Units konnte das umfangreiche Aus- und Weiterbildungsportfolio ebenfalls nur sehr eingeschränkt angeboten werden.
MITARBEITERBEFRAGUNG
Die letzte konzernweite voestalpine-Mitarbeiterbefragung fand im Herbst 2019 statt. Im Anschluss waren die Gesellschaften aufgefordert, die Ergebnisse gemeinsam mit den Mitarbeitern aufzuarbeiten, entsprechende Maßnahmen abzuleiten sowie die zwei wichtigsten Maßnahmen und deren Umsetzungsstatus an den Konzern zu berichten. Das finale Maßnahmenreporting kam mit 30. März 2022 zum Abschluss und ergab, dass rund 90 % der Maßnahmen bereits umgesetzt bzw. in Umsetzung sind. Über 80 % der umgesetzten Maßnahmen haben das angepeilte Ziel erreicht. Im Herbst 2022 wird die nächste voestalpine-Mitarbeiterbefragung in 239 Konzerngesellschaften in 47 Ländern stattfinden und in 26 verschiedenen Sprachen zur Verfügung stehen. Die Befragung wird wieder von Kincentric als externem Partner durchgeführt. Der aus 16 Fragen sowie drei statistischen Angaben bestehende Fragebogen bleibt größtenteils unverändert, um die Vergleichbarkeit zur letzten Befragung zu gewährleisten. Die Ergebnisse werden Ende November 2022 vorliegen und den Gesellschaften zur Verfügung gestellt, sodass der Aufarbeitungsprozess erneut starten kann.
KOOPERATION MIT BILDUNGSEINRICHTUNGEN
Viele voestalpine-Gesellschaften bieten Studierenden die Möglichkeit, Praktika zu absolvieren. Einen Schwerpunkt bilden dabei wissenschaftliche Arbeiten in Kooperation mit voestalpine-Unternehmen. So laufen derzeit zahlreiche Diplom- und Masterarbeiten sowie Dissertationen in Zusammenarbeit mit dem Konzern. Auf innovative Formate für unterschiedliche Zielgruppen setzt die voestalpine, um sich künftigen Mitarbeitern zu präsentieren. Etwa in den zahlreichen Ausbildungskooperationen mit der Montanuniversität Leoben, Österreich: Sie reichen von Sponsoringmaßnahmen, um Jugendliche für ein Technikstudium zu begeistern, über die „#voestalpinetalks“ als Kooperationsveranstaltung mit allen Studienvertretern bis zur Unterstützung der jährlichen Studentenmesse „Teconomy“. Da die COVID-19-Pandemie 2021/22 die Veranstaltung der #voestalpinetalks neuerlich nicht erlaubte, organisierte die voestalpine gemeinsam mit der ÖH Leoben sowie den Studienrichtungsvertretern einen T-Shirt-Contest. Die besten Teilnehmer wurden prämiert, die Gewinner-T-Shirts produziert und an Studierende ausgegeben.
MASSNAHMEN IM RAHMEN DER COVID-19-PANDEMIE
Unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie hatte die voestalpine mit ihren Mitarbeitern auch das Geschäftsjahr 2021/22 weltweit im Krisenmodus zu bewältigen.
Abhängig von Infektionsgeschehen, nationalen Vorgaben und den betrieblichen Gegebenheiten verrichteten zahlreiche Mitarbeiter ihre Aufgaben weiterhin vermehrt von zu Hause. Dafür wurden auch individuelle Lösungen für Mitarbeiter mit betreuungspflichtigen Kindern vereinbart. Weiterhin vor Ort eingesetzt waren Mitarbeiter, die systemkritische Anlagen am Laufen halten. Für sie hat die voestalpine umfassende Hygienemaßnahmen weitergeführt und kostenlose Schutzmasken und Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. Eine Neuorganisation des Schichtwechsels gewährleistete in diesen Bereichen die geforderten Mindestabstände. Auch die Speiseangebote sowie der Kantinenbetrieb wurden den geltenden Auflagen angepasst. Zahlreiche Betriebsstandorte bieten auch Testmöglichkeiten an: Diese reichen von Selbsttests bis zu Antigen- und PCR-Tests an Standorten mit betriebsmedizinischen Einrichtungen. Zur breiten Erhöhung der Impfquote hat die voestalpine mit eigenen, von Betriebsmedizinern durchgeführten Impfaktionen beigetragen wie auch mit Unterstützung für nationale Werbekampagnen zur Erhöhung der Impfbereitschaft.
Eine Harmonisierung der Maßnahmen über alle Standorte ist aufgrund abweichender Gegebenheiten sowie unterschiedlicher gesetzlicher und behördlicher Vorgaben nicht möglich. Die im Februar 2020 in der Konzernzentrale eingerichtete „Task Force Corona“ hat in enger Abstimmung mit dem Vorstandsvorsitzenden und in Kooperation mit allen divisionalen Task Forces ihre Arbeit fortgesetzt. Die laufend bewerteten und der jeweiligen Lage angepassten COVID-19-Maßnahmen decken ein breites Spektrum ab. Selbstschutz, Mindestabstand, das Tragen von Schutzmasken sowie vorbeugende Hygienemaßnahmen (z. B. Händewaschen und Desinfektion) zählen ebenso dazu wie das Verhalten im Verdachtsfall, die weitgehende Vermeidung von Dienstreisen, der Umgang mit Kunden und Lieferanten sowie breitflächige Maßnahmen der Kommunikation quer über den Konzern.
Es waren außerordentliche Herausforderungen, denen sich die voestalpine auch im Geschäftsjahr 2021/22 stets aufs Neue anzupassen hatte. Dass dies in hohem Maße gelang, ist dem Einsatz und der Flexibilität aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu danken.
FORSCHUNG
UND ENTWICKLUNG
Die voestalpine AG betreibt selbst keine Forschung und Entwicklung, koordiniert jedoch die gruppenweiten Forschungs- und Entwicklungsprojekte.
UMWELT
UMWELTINVESTITIONEN UND -AUFWENDUNGEN
Der voestalpine-Konzern steigerte im Geschäftsjahr 2021/22 sowohl die Investitionen als auch die laufenden Aufwendungen für umweltbezogene Projekte und Aktivitäten markant. Die Investitionen in den Umweltschutz stiegen im Vorjahresvergleich von 15,3 Mio. EUR auf 26,7 Mio. EUR (+75 %). Diese Entwicklung beinhaltet Nachholeffekte gegenüber dem pandemiegeprägten Geschäftsjahr 2020/21 mit dem Fokus auf Klimaschutzprojekte zur Verringerung der CO2-Emissionen und auf Energiemaßnahmen. Die laufenden Betriebsaufwendungen mit Umweltbezug stiegen von 300,1 Mio. EUR auf 437,5 Mio. EUR (+46 %).
ENTWICKLUNG DER UMWELTAUFWENDUNGEN
1 Erstmals wurde im Geschäftsjahr 2015/16 zusätzlich zu den emissionsintensiven österreichischen Konzernstandorten
auch eine Reihe weiterer, vorwiegend internationaler Produktionsgesellschaften erfasst.
EU-EMISSIONSHANDEL/CO2-ZERTIFIKATE
Die gestiegenen Aufwendungen sind zu einem erheblichen Teil auf den signifikant höheren Preis für Emissionshandelszertifikate zurückzuführen. Die ergebniswirksame Belastung durch den Zertifikatehandel lag 2021/22 bei 235,0 Mio. EUR (Vorjahr: 76,7 Mio. EUR), wovon auf die Steel Division 164,4 Mio. EUR entfielen.
Der Zukaufsbedarf der voestalpine ergibt sich aus dem Gesamtbedarf an Zertifikaten im Ausmaß der verifizierten Emissionen abzüglich der zugeteilten Freizertifikate. Im Geschäftsjahr 2021/22 war wie bereits im Schnitt der Vorjahre rund ein Drittel der Emissionen über Zukäufe zu bedecken.
„greentec steel“: DER voestalpine-PLAN ZUR KLIMANEUTRALITÄT
Mit „greentec steel“ hat die voestalpine einen ambitionierten Stufenplan in Richtung Klimaneutralität entwickelt. Dessen Vorbereitung und erste Schritte in der Umsetzung stehen aktuell im Mittelpunkt des Umweltengagements des Konzerns.
Das Konzept sieht im ersten Schritt den sukzessiven Umstieg von der kohlebasierten Hochofenroute auf eine grünstrombetriebene Elektrolichtbogenofen-Technologie vor. Bereits Anfang 2027 kann – vorbehaltlich der wirtschaftlichen Darstellbarkeit – je ein Elektrolichtbogenofen an den österreichischen Standorten Linz und Donawitz in Betrieb genommen werden. Die geplante Produktionskapazität wird rund 2,5 Mio. Tonnen jährlich betragen, wovon 1,6 Mio. Tonnen auf Linz und 900.000 Tonnen auf Donawitz entfallen.
Der Aufsichtsrat der voestalpine AG hat im März 2022 die ersten Umsetzungsschritte im Volumen eines dreistelligen Millionenbetrages genehmigt. Die Freimachung der notwendigen Baufelder und die infrastrukturellen Vorbereitungsarbeiten können somit beginnen. Im Frühjahr 2023 wird über die finale Investitionsfreigabe für die beiden Elektrolichtbogenöfen entschieden, was die Option auf einen Baubeginn 2024 eröffnet. Eine Voraussetzung dafür bildet die Inbetriebnahme einer 220-kV-Stromleitung in Linz bis Ende 2026.
Allein dieser erste Schritt in der Umstellung auf eine Elektroofenroute lässt eine Reduktion der CO2-Emissionen der voestalpine in Österreich um rund 30 % bis 2030 erwarten. Das entspricht einer Einsparung von rund 3 bis 4 Mio. Tonnen pro Jahr oder fast 5 % des gesamten aktuellen CO2-Ausstoßes in Österreich. Das Konzept „greentec steel“ wurde zur Investitionsförderung beim EU-ETS-Innovationsfonds eingereicht und bildet die Basis für die langfristige Wasserstoffmetallurgie.
Über die Weiterentwicklung bei „grünem Wasserstoff“ strebt die voestalpine bis 2050 eine CO2-neutrale Stahlproduktion an. Eine Reihe umfangreicher Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit industriellen und wissenschaftlichen Partnern widmet sich dieser Technologie. Dazu zählen neben anderen die Wasserstoffpilotanlage „H2FUTURE“ am Standort Linz, zu der die Planung eines Folgeprojekts im Rahmen von HCMA (Hydrogen and Carbon Management Austria) vorliegt; die Versuchsanlage in Donawitz („SuSteel“) zur nachhaltigen Stahlherstellung in einem Prozessschritt aus Eisenerz mithilfe von Wasserstoffplasma und das ebenfalls dort betriebene Projekt „Hyfor“ zur Reduktion von ultrafeinen Eisenerzen mittels Wasserstoff.
Die volle Realisierbarkeit derart umfassender Konzepte der Transformation beruht auf kritischen Voraussetzungen: einer gesicherten und stabilen Versorgung mit Ökostrom und grünem Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Preisen. Dazu ausreichendem Investitionsspielraum für die Unternehmen mit entsprechender Unterstützung durch Transformationsvehikel. Die konkreten politischen Entscheidungen sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene stehen zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch aus.
BETRIEBLICHE MASSNAHMEN
Parallel zur Vorbereitung der grundlegenden Umstellung in der Technologie setzte die voestalpine im Geschäftsjahr 2021/22 weitere, sofort wirksame Maßnahmen im Sinne des Klimaschutzes und der Ressourceneffizienz.
Die bereits in Angriff genommene konzernweite Errichtung von Photovoltaikanlagen auf einer Fläche von rund 310.000 m2 mit einer Leistung von knapp 61 MWp (Megawatt Peak) setzt neue Maßstäbe hinsichtlich Stromleistung und Flächenwidmung in der nachhaltigen Eigenenergieversorgung. Weitere PV-Anlagen sind in Vorbereitung.
Auf der Produktseite liegt die wesentliche Herausforderung aktuell darin, den steigenden Bedarf der Kunden nach „grünem“ Stahl auch mit bestehender Technologie bestmöglich zu begleiten. Dazu dienen Optimierungen der Fahrweise und der eingesetzten Energie. So liefert die Steel Division in Linz seit Ende 2021 den ersten CO2-reduzierten Stahl aus. Dieser basiert neben dem Einsatz von Ökostrom auf einem innovativen Rohstoffmix, der durch Anpassungen der Reduktionsmittel und des Möllers sowie durch die Maximierung des Schrottanteils erreicht wird. Im Ergebnis steht für die „greentec steel“-Edition ein um rund 10 % reduzierter CO2-Fußabdruck. Das Konzept wird schrittweise auf weitere Produktgruppen der Steel Division ausgeweitet.
Am schwedischen Standort Hagfors der High Performance Metals Division lief Ende 2021 der erste klimaneutral produzierte Werkzeugstahl vom Band. Ermöglicht hat diese Innovation eine eigens entwickelte, aufwändige Technologie: LNG („Liquefied Natural Gas“) wird durch fossilfreies LBG („Liquefied Bio Gas“) ersetzt, zudem wird der gesamte werksinterne Transport mit Ökostrom oder fossilfreiem Diesel (HVO100) betrieben. Diese Form der Herstellung reduziert die CO2-Emissionen um bis zu 90 %. Da derzeit noch ein nicht eliminierbarer Kohlenstoff in Metallschrott und Graphit verbleibt, setzte die voestalpine zusätzlich die Goldstandard-Klimakompensation gemäß den UN-Nachhaltigkeitszielen ein. Der Standort Hagfors plant bis 2030 die vollständige Klimaneutralität, bis 2035 auch für die gesamte Wertschöpfungskette.
Die Metal Engineering Division hat eine Reihe von Maßnahmen zur weiteren Senkung des Energieverbrauchs gesetzt. So wurden am energieintensivsten Standort Donawitz, Österreich, Optimierungen im Gichtgasnetz vorgenommen. Damit erhöhten sich der Verwertungsgrad des anfallenden Gichtgases im eigenen Kraftwerk und die Eigenstromerzeugung am Standort um rund 7.000 MWh.
Verbesserungen im Abwärmenetz ermöglichten eine weitere Steigerung des Kraftwerkswirkungsgrades. Eine Optimierung der Brennstoffvorwärmung erlaubte es, die Eigenstromerzeugung um zusätzliche knapp 4.000 MWh pro Jahr auszubauen.
Am Standort Kindberg, Österreich, ist für die Wärmeauskopplung die Errichtung eines neuen Drehherdofenkamins in Vorbereitung. Damit werden künftig bis zu 15 GWh in das geplante Fernwärmekraftwerk, das die Stadt Kindberg versorgt, eingespeist.
Darüber hinaus sind an österreichischen und internationalen Standorten der Division eine Vielzahl von Maßnahmen zur weiteren Optimierung des Materialeinsatzes, der Wasserkreisläufe und der Luftreinhaltung gesetzt worden. Zudem werden – wie auch beispielsweise in Linz – die Ladeinfrastruktur für E-Mobilität, die Umstellung werksinternen Verkehrs auf elektrische Fahrzeuge und Stapler, die thermische Sanierung von Produktionshallen und die Umrüstung auf energiesparende LED-Beleuchtung vorangetrieben.
Die Metal Forming Division, die unter anderem innovative Produkte für Photovoltaikanlagen herstellt, verfolgt das Ziel einer klimaneutralen Produktion bis 2035. Die niederösterreichischen Standorte Kematen und Böhlerwerk decken den Bedarf an elektrischer Energie mit eigenen Wasserkraftwerken an der Ybbs sowie mit zertifiziertem Ökostrom. Neue PV-Anlagen haben den Anteil an Eigenstrom weiter erhöht. Zudem wird gemeinsam mit einem industriellen Partner ein umfassendes Energie-Reduktionsprojekt durchgeführt. Dieses beinhaltet die Verringerung des Energieeinsatzes von Strom und Erdgas. Dazu dienen etwa der Austausch von Antrieben und Motoren gegen solche mit höheren Wirkungsgraden, die Installation von Wärmepumpen zur Energierückgewinnung und die Nutzung von Fernwärme für die Beheizung von Betriebs- und Bürogebäuden.
PRODUCT SUSTAINABILITY
Bei der Bewertung der Nachhaltigkeit von Produkten („Product Sustainability“) liegt der Schwerpunkt der voestalpine derzeit auf ökologischen Aspekten im Sinne der Analyse der Umweltauswirkungen von Produkten und deren Verbesserung.
Umweltproduktdeklarationen („Environmental Product Declarations“, EPD) sind für die voestalpine ein wesentliches Werkzeug, um die Umweltauswirkungen von Produkten auf Basis einer Lebenszyklusbetrachtung zu ermitteln und zu kommunizieren. EPD basieren auf den internationalen Normen EN 15804 und ISO 14025 und werden von unabhängigen Dritten geprüft und verifiziert. Die voestalpine hat Umweltproduktdeklarationen für verschiedene Produkte (beispielsweise warmgewalztes Stahlband und feuerverzinktes Stahlband) im Deklarationsprogramm des Instituts Bauen und Umwelt e.V. (IBU) gelistet und veröffentlicht. EPDs für diverse weitere Produkte werden derzeit vorbereitet.
Die voestalpine arbeitet intensiv daran, aus dem bestehenden Konzept zur Transformation messbare Zielsetzungen gemäß dem letzten Stand der Klimawissenschaften abzuleiten. Zur Nachweisführung hinsichtlich solcher Science Based Targets werden aktuell verschiedene Optionen geprüft.
Im Geschäftsjahr 2021/22 vollzogen die Produktionsgesellschaften der Steel Division überdies die Zertifizierung als nachhaltig produzierender Stahlstandort. Zugrunde liegt ein Nachhaltigkeitskonzept, das getragen ist von den drei Säulen Umwelt („Environment“), Soziales („Social“) und Unternehmensführung („Governance“). Voraussetzung für die Zuerkennung der Zertifizierung ist die Erfüllung der strengen Responsible-Steel-Standards.
BERICHT ÜBER DIE RISIKEN
DES UNTERNEHMENS
Aktives Risikomanagement, wie es im voestalpine-Konzern verstanden und regelmäßig angewendet wird, dient der langfristigen Sicherung des Unternehmensbestands als auch der Wertsteigerung und stellt einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die gesamte voestalpine-Gruppe dar. Risikomanagement ist in Form einer konzernweit gültigen Verfahrensanweisung verankert und wird laufend aktualisiert bzw. weiterentwickelt. Der systematische Risikomanagementprozess unterstützt das Management dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Abwendung oder Vermeidung von Gefahren einzuleiten. Im Sinne einer nachhaltigen, verantwortungsbewussten und wertorientierten Unternehmensführung ist Risikomanagement integraler Bestandteil von Entscheidungs- und Geschäftsprozessen aller Unternehmensbereiche sowie Hierarchiestufen. Risikomanagement erstreckt sich sowohl über die strategische als auch die operative Ebene und ist damit ein maßgebliches Element für nachhaltigen Unternehmenserfolg.
Das strategische Risikomanagement dient der Evaluierung und Absicherung der strategischen Zukunftsplanungen. Die Strategie wird auf Konformität mit dem Zielsystem überprüft, um wertsteigerndes Wachstum durch bestmögliche Ressourcenallokation sicherzustellen. Das operative Risikomanagement basiert auf einem revolvierenden Prozess („erheben und analysieren, bewerten, bewältigen, dokumentieren und überwachen“), der mehrfach jährlich und konzernweit einheitlich durchlaufen wird. Im Zuge des operativen Risikomanagements wird auch auf entsprechende Strategiekonformität geachtet. Die Bewertung identifizierter Risiken erfolgt anhand einer Neun-Felder-Bewertungsmatrix mit Beurteilung der möglichen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit. Dabei werden im Wesentlichen Betriebs-, Umwelt-, Markt-, Beschaffungs-, Technologie-, Finanz-, Personal-, Compliance- und IT-Risiken sowie weitere Nachhaltigkeitsrisiken auf strategischer und operativer Ebene dokumentiert. Zur Risikoidentifikation steht ein unterstützender Fragenkatalog zur Verfügung, der regelmäßig auf Aktualität geprüft und bei Bedarf entsprechend angepasst wird. Maßnahmen zur Risikobewältigung verfolgen unter Berücksichtigung von Risikoappetit und -tragfähigkeit unterschiedliche Strategien (wie „vermeiden“, „vermindern“, „sichern“ sowie Kombinationen daraus und – sofern aus wirtschaftlichen Überlegungen keine weiteren Maßnahmen sinnvoll erscheinen – „Tragen“ des Risikos), Maßnahmenfestlegung und -umsetzung liegen im Verantwortungsbereich des lokalen Managements. In den operativen Einheiten sind Risikomanager nominiert, die in Abstimmung mit dem jeweiligen Management den Risikomanagementprozess in deren Einheiten aktiv vorantreiben und auch dezentral verantworten. Der Risikomanagementprozess wird durch ein spezielles webbasiertes IT-System unterstützt. Die Gesamtverantwortung zum Risikomanagement liegt beim Vorstand der voestalpine AG.
Der Prüfungsausschuss der voestalpine AG befasst sich unter anderem kontinuierlich auch mit Fragen zum Risikomanagement und zum Internen Kontrollsystem bzw. dessen Überwachung. Risikomanagement wie auch Internes Kontrollsystem sind im voestalpine-Konzern integrale Bestandteile bestehender Managementsysteme. Die Interne Revision prüft Betriebs- und Geschäftsabläufe und die damit verbundenen Risiken sowie das Interne Kontrollsystem und agiert in der Berichterstattung wie auch bei der Wertung der Prüfungsergebnisse als unabhängiger und weisungsfreier unternehmensinterner Bereich. Design und Angemessenheit des angewendeten Risikomanagementprozesses werden wiederum jährlich durch einen externen Auditor überprüft und beurteilt (Regel 83 ÖCGK).
BESCHREIBUNG WESENTLICHER RISIKOFELDER
UKRAINE-KRIEG
Die letzten Wochen des Geschäftsjahres 2021/22 wurden durch den Ukraine-Krieg und die damit verbundenen und zum Teil noch immer nicht vollständig absehbaren menschlichen, sozialen, geopolitischen sowie wirtschaftlichen Auswirkungen geprägt. Die voestalpine AG hat die sich abzeichnende Verschlechterung der Lage in der Ukraine seit Längerem aufmerksam beobachtet und frühzeitig mit der Vorbereitung von Notfallmaßnahmen begonnen. An erster Stelle stand und steht die Sicherheit der Mitarbeiter im vorübergehend geschlossenen Verkaufsbüro in Kiew. Das Team und deren Familien wurden aus den kritischsten Bereichen evakuiert. Vertrieb und Kundendienst werden derzeit mit Unterstützung unseres polnischen Vertriebsbüros betrieben.
Um die Versorgung der Produktionswerke (insbesondere die Stahlwerke in Österreich) mit relevanten Rohstoffen und Energien (wie z. B. Erz, Erzpellets, PCI-Kohle, Legierungen, Gas) weiterhin sicherzustellen, wurden alternative Bezugsquellen und Transportwege identifiziert und aktiviert. Zusätzlich wurden insbesondere bei den Rohstoffen Erz und Kohle Lagerbestände aufgebaut, wodurch sich Reichweiten bis in den Herbst ergeben. Der voestalpine-Konzern verbraucht an seinen österreichischen Standorten rund sechs Terawattstunden (TWh) im Jahr und verfügt seit dem Geschäftsjahr 2022/23 über eine Gasspeicherkapazität von einer Terawattstunde (TWh). Mit der Einspeicherung in den Gasspeicher wurde bereits begonnen. Zusätzlich konnte für das 2. Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 ein Vertrag über die Lieferung von nicht-russischem LNG-Gas zu Marktpreisen abgeschlossen werden. Die Produktion an den betroffenen voestalpine-Standorten läuft zum Zeitpunkt der Berichterstellung nach Plan. Gesamtlage sowie Entwicklungen werden von einer internen Task Force laufend beobachtet und bewertet, um bei Bedarf schnellstmöglich erforderliche Gegensteuerungsmaßnahmen einzuleiten.
Entwicklungen in der Erdgasversorgung werden ebenfalls laufend beobachtet. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung wird Erdgas zwar wie geplant geliefert, jedoch steigt der Druck auf ein EU-Embargo russischer Energie. Ein Erdgas-Stopp, der aber auch von russischer Seite bzw. durch eine Zerstörung von Versorgungsleitungen ausgelöst werden kann, würde aufgrund der engmaschigen Verflechtung von Wertschöpfungsketten und Energieströmen vermutlich zu massiven Einschränkungen im gesamten europäischen Wirtschaftsraum mit schwer abschätzbaren Gesamtfolgen führen. Als großer Erdgasverbraucher hat die voestalpine AG für den Energielenkungsfall Notfallfahrweisen an den betroffenen österreichischen und deutschen Standorten vorbereitet, um dort die Produktion auf einem Mindestmaß aufrechtzuerhalten bzw. im etwaigen Ernstfall Anlagenschäden zu vermeiden. Aufgrund der zusätzlichen Rolle als Fernwärmeversorger in Österreich hat der voestalpine-Konzern auch eine Bedeutung bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Grundversorgung, die bei einer etwaigen Erdgaszuteilung zu berücksichtigen ist. Um auf alle Szenarien gut vorbereitet zu sein, besteht ein permanenter Austausch mit den zuständigen Behörden. Entwicklungen bzw. Folgewirkungen eines möglichen EU-Embargos auf russische Erdöllieferungen werden ebenfalls laufend beobachtet und bewertet, für unsere Produktionswerke stellt Erdöl eine untergeordnete Rolle in der Energieversorgung dar.
Die Europäische Kommission hat im März 2022 unter dem Titel „RePowerEU“ Vorschläge zur kurzfristigen Bewältigung der aktuellen Notlage und zur mittel- bzw. langfristigen Unabhängigkeit von russischen fossilen Energieträgern vorgelegt. Die Vorschläge beinhalten neben Unterstützungen von Energiekunden auch Mindestquoten für Gaseinspeicherungen zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit sowie Maßnahmen zum beschleunigten Ausbau von erneuerbarer Energie und der Diversifizierung der Gasversorgung. Ziel ist es, bis Ende 2022 den europäischen Bedarf an russischem Erdgas um zwei Drittel zu reduzieren und „deutlich vor 2030“ die vollständige Unabhängigkeit von russischen fossilen Energieträgern zu erreichen. Dies stellt vor allem die ost- und mitteleuropäischen Staaten vor große Herausforderungen, da diese tendenziell hohe Abhängigkeiten von russischem Erdgas aufweisen bzw. die für eine Diversifizierung der Gasversorgung notwendige Netzinfrastruktur nicht oder nur unzureichend vorhanden ist. Als systemrelevanter Großverbraucher bringt sich der voestalpine-Konzern auf europäischer und nationaler Ebene aktiv und konstruktiv in die energiepolitischen Themenstellungen ein und sieht sich in der aktuellen Lage in seiner in der Vergangenheit mehrfach getätigten Forderung eines schnelleren Ausbaus von erneuerbarer Energie bestätigt.
Darüber hinaus haben die im Vorjahresgeschäftsbericht dargestellten wesentlichen Risikofelder und deren Vorsorgemaßnahmen weiterhin Gültigkeit:
Der COVID-19-Pandemie und deren Auswirkungen wurde und wird weiterhin durch das konzernale Krisenmanagement mit Teams auf drei Entscheidungsebenen (Konzern, Divisionen, Gesellschaften) bestmöglich entgegengewirkt. Die Beibehaltung bzw. situative Anpassung der bereits zu Beginn der Pandemie eingeleiteten Vorsorgemaßnahmen (wie z. B. Hygiene- und Schutzmaßnahmen, Teleworking) sowie der ergänzend festgelegten Aktivitäten (wie z. B. regelmäßiger Informationsaustausch mit wesentlichen Kunden und Lieferanten, an die vorherrschenden Lieferketten angepasste Produktionsaktivitäten, Sicherung der Liquidität) haben auch im abgelaufenen Geschäftsjahr zur bestmöglichen Stabilität der Organisation beigetragen. Entwicklungen zur Pandemie werden weiterhin laufend beobachtet. Angewandte Notfall- und Krisenpläne sowie festgelegte Maßnahmen werden regelmäßig bewertet und im Bedarfsfall an neue Erkenntnisse adaptiert bzw. erweitert.
Zur langfristigen Absicherung der Rohstoff- und Energieversorgung in den erforderlichen Qualitäten und Mengen verfolgt der voestalpine-Konzern bereits seit einigen Jahren eine den erhöhten politischen und wirtschaftlichen Risiken dieses globalisierten Marktes entsprechende diversifizierte Beschaffungsstrategie. Langfristige Lieferbeziehungen, die weitere Ausweitung des Lieferantenportfolios sowie der Ausbau der Eigenversorgung bilden dabei die Kernelemente, die angesichts der aktuellen geopolitischen Ereignisse und auch der gegebenen Volatilität auf den Rohstoffmärkten noch zusätzlich an Bedeutung gewonnen haben.
Im Bereich der Energieversorgung werden laufend alternative Energieressourcen untersucht und vorangetrieben, dies insbesondere und wie eingangs beschrieben auch aufgrund des aktuellen Ukraine-Krieges sowie auch aufgrund der unterschiedlichen Dekarbonisierungsaktivitäten.
Ziele, Grundsätze, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sowie Methodik, Abläufe und Entscheidungsprozesse für den Umgang mit Rohstoffpreisrisiken sind in einer internen Richtlinie festgelegt. Darauf aufbauend und unter Berücksichtigung individueller Besonderheiten des Geschäftsmodells der jeweiligen Konzerngesellschaft werden Preissicherungen in Form von Lieferverträgen mit Fixpreisvereinbarung oder in Form von derivativen Finanzkontrakten vorgenommen. Je nach Geschäftsmodell der betroffenen Konzerngesellschaft können Änderungen der Energie- und Rohstoffpreise an Kunden teilweise weitergegeben werden. In diesem Fall ist es das Ziel des Risikomanagements, die kalkulierten Deckungsbeiträge der Verkaufsverträge abzusichern. Dem Rohstoffrisikomanagement unterliegen Eisenerz, Koks, Kokskohle, Zink, Nickel, CO2, Cobalt und die Energien. Auf das Thema der Versorgungssicherheit (Beschaffungsrisiko) wurde bereits unter „Rohstoffverfügbarkeit, Energieversorgung“ eingegangen.
Generell können globale Lieferketten durch Ereignisse wie die Pandemie und insbesondere durch den aktuellen Ukraine-Krieg beeinträchtigt und auch unterbrochen werden. Dabei kann es von Seiten der Lieferanten, von Seiten der Kunden, durch Störungen in den Transportwegen sowie durch etwaige Sanktionen bzw. Embargos zu Einschränkungen kommen. Die Fokussierung auf weniger anfällige Lieferketten sowie die gleichzeitige Verbreiterung der logistischen Optionen haben schon in der Vergangenheit bzw. auch aktuell die Ausfallsicherheit z. B. bei Rohstofftransporten deutlich erhöht.
Zur Minimierung eines Ausfallsrisikos bei kritischen Anlagen werden gezielte und umfangreiche Investitionen in technische Optimierungen der sensiblen Aggregate getätigt. Eine konsequente vorbeugende Instandhaltung, die risikoorientierte Vorhaltung kritischer Reserveteile sowie Schulungen der Mitarbeiter stellen weitere ergänzende Maßnahmen dar.
Die Servicierung von Geschäfts- und Produktionsprozessen, die großteils auf komplexen Systemen der Informationstechnologie basieren, erfolgt an einem überwiegenden Teil der Konzernstandorte von einer zu 100 % im Eigentum der voestalpine AG stehenden und auf IT spezialisierten Tochtergesellschaft (voestalpine group-IT GmbH). Aufgrund der hohen Bedeutung von IT-Sicherheit bzw. zur weiteren Minimierung möglicher IT-Ausfalls- und IT-Sicherheitsrisiken sind sicherheitstechnische IT-Mindeststandards inkl. Vorgaben zum Business Continuity Management verfügbar, welche regelmäßig an neue Gegebenheiten angepasst werden und deren Einhaltung jährlich in Form von internen und externen Audits überprüft wird. Grundsätzlich sorgt das hochqualifizierte Security Operation Center (SOC) der voestalpine permanent für die Vermeidung, Erkennung und Behebung sicherheitsrelevanter Ereignisse. Um das Risiko des unautorisierten Eindringens in IT-Systeme und IT-Anwendungen weiter zu reduzieren, werden ergänzende Penetrationstests durchgeführt. Auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr erfolgten breit angelegte Onlinekampagnen zur Sensibilisierung und weiteren Bewusstseinsbildung der Mitarbeiter hinsichtlich Sicherheitsthemen und insbesondere auch bezüglich möglicher Gefahren beim Teleworking. In einer internen Arbeitsgruppe werden etwaige Cyber-Fraud-Angriffe gesammelt (wie z. B. Social Engineering, CEO-Fraud, Zahlungs- und/oder Lieferumleitung) und Maßnahmen zur Prävention entwickelt bzw. bestehende Maßnahmen auf deren Wirksamkeit geprüft und gegebenenfalls angepasst. Zur Abwendung möglicher Cyber-Fraud-Angriffe werden auch zu diesen Themen entsprechende Onlinekampagnen durchgeführt (unter anderem simulierte Phishing-Awareness-Programme) und spezielle E-Learnings absolviert, die ebenfalls zur regelmäßigen Sensibilisierung der Mitarbeiter beitragen.
Zur nachhaltigen Sicherung des vorhandenen Wissens, insbesondere zur Absicherung vor Know-how-Verlust, wurden in der Vergangenheit anspruchsvolle Projekte begonnen, die konsequent weiterentwickelt werden. Neben einer permanenten Dokumentation des vorhandenen Wissens werden neue Erkenntnisse aus wesentlichen Projekten, aber auch aus ungeplanten Vorfällen – im Sinne von „lessons learned“ – entsprechend umgesetzt. Detaillierte Prozessdokumentationen, vor allem auch im IT-gestützten Bereich, tragen ebenfalls zur Sicherung des vorhandenen Wissens bei.
Etwaigen Risiken aus Projekten (wie z. B. Projektgeschäft, Investitionen) wird durch den Einsatz unterschiedlichster Projekt-Management-Tools sowie durch entsprechendes Projekt-Monitoring entgegengewirkt. Dies betrifft insbesondere auch etwaige Hochlauf- bzw. Kostensteigerungsrisiken. Erkenntnisse aus früheren Aktivitäten werden im Sinne von „lessons learned“ ebenfalls gesammelt und bilden die Basis in der kontinuierlichen Weiterentwicklung bestehender Werkzeuge zur konsequenten Anwendung bei künftigen Vorhaben.
Compliance-Verstöße (wie z. B. Kartell- und Korruptionsverstöße) stellen ein erhebliches Risiko dar und können zu nachteiligen Auswirkungen – sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch Reputationsschäden – führen. Durch ein konzernales Compliance Management System soll diesen Risiken und insbesondere etwaigen Kartell- und Korruptionsverstößen entgegengewirkt werden.
Die Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen kann sich finanziell nachteilig auswirken und zu Reputationsschäden führen. Basierend auf den konzernweit gültigen Datenschutzrichtlinien ist eine Datenschutzorganisation eingerichtet, welche das Management der Konzerngesellschaften darin unterstützt, seine Verantwortung wahrzunehmen, die gesetzlichen und konzerninternen Datenschutzvorschriften einzuhalten.
Etwaigen Risiken aus Elementarereignissen (wie z. B. Brand, Hoch- oder Niederwasser, Schneelast, Trockenheit, Stürme, Temperaturschwankungen) wird durch entsprechende Vorsorgemaßnahmen entgegengewirkt. Dazu zählen unter anderem bauliche Maßnahmen, Brandmelder, Sprinkleranlagen, Hochwasserschutz bzw. regelmäßige Übungen inklusive Tests bestehender Notfallpläne sowie Begehungen und „risk-surveys“ mit Versicherungsunternehmen. Der bestehende Versicherungsschutz zu Elementarereignissen und auch zu anderen Risiken wird gemeinsam mit unserem internen Versicherungsunternehmen (voestalpine Insurance Services GmbH) regelmäßig auf Aktualität geprüft.
Mögliche Nachhaltigkeitsrisiken und damit verbundene Themen wie Klima- und Umweltschutz (insbesondere CO2-Themen wie die Dekarbonisierung), Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption werden inklusive deren Auswirkungen auf allen Ebenen berücksichtigt. Hinsichtlich der Auswirkungen der Klima- und Energiepolitik auf den voestalpine-Konzern inkl. der Dekarbonisierungsstrategie wird auf die Erläuterungen im Anhang unter Punkt B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verwiesen. Nachhaltigkeitsthemen – unter anderem die Kapitel Klimaschutz und Risikomanagement – werden auch in einem gesonderten und jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsbericht (Corporate Responsibility Report) behandelt. Darüber hinaus befinden sich nähere Ausführungen zum Thema CO2 im Lagebericht im Kapitel Umwelt.
Betreffend Richtlinienkompetenz, Strategiefestsetzung und Zieldefinition ist das finanzielle Risikomanagement zentral organisiert. Das bestehende Regelwerk beinhaltet Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen sowohl für das Konzern-Treasury als auch für den Finanzbereich der einzelnen Konzerngesellschaften. Finanzielle Risiken werden ständig beobachtet und – wo sinnvoll – abgesichert. Die Strategie im Bereich des Fremdwährungsrisikomanagements zielt insbesondere auf die Erzielung von Natural Hedges und bei den anderen Risiken (Zinsen und Rohstoffe) auf eine Verminderung der Schwankungen der Cashflows und der Erträge sowie eine Absicherung der Deckungsbeiträge ab. Die Absicherung der Marktrisiken erfolgt zu einem hohen Anteil mit derivativen Finanzinstrumenten, die ausschließlich in Verbindung mit einem Grundgeschäft verwendet werden.
Im Einzelnen werden Finanzierungsrisiken durch folgende Maßnahmen abgesichert:
Liquiditätsrisiken bestehen im Allgemeinen darin, dass ein Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage ist, den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die bestehenden Liquiditätsreserven versetzen die Gesellschaft in die Lage, auch in Krisenzeiten ihre Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist neben der Liquiditätsreserve eine exakte Finanzplanung, die quartalsweise revolvierend erstellt wird. Anhand der konsolidierten Ergebnisse wird der Bedarf an Finanzierungen und Kreditlinien bei Banken durch das zentrale Konzern-Treasury ermittelt. Der geplante Liquiditätsbedarf der nächsten zwölf Monate soll durch eine Liquiditätsreserve abgedeckt sein. In der Bankenpolitik wird auf eine Streuung der Finanzpartner Wert gelegt, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Um den zusätzlichen Risiken aus der COVID-19-Pandemie Rechnung zu tragen, wurde z. B. hoher Wert auf die Steigerung der internen Finanzierungskraft gelegt.
Das Bonitätsrisiko bezeichnet Vermögensverluste, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner entstehen können. Das Bonitätsrisiko der Grundgeschäfte ist durch einen hohen Anteil an Kreditversicherungen und bankmäßigen Sicherheiten (Garantien, Akkreditive) weitestgehend abgesichert. Das Ausfallsrisiko für das verbleibende Eigenrisiko wird durch definierte Prozesse der Bonitätsbeurteilung, Risikobewertung, Risikoklassifizierung und Bonitätsüberwachung gemanagt. Durch die COVID-19-Pandemie kam es in der Vergangenheit in den einzelnen Kundensegmenten zu keinen nennenswerten Kürzungen von Limits durch die Kreditversicherungen und zu keiner Häufung an Forderungsausfällen. Das Bonitätsrisiko der Geschäftspartner von finanziellen Kontrakten wird durch ein tägliches Monitoring des Ratings und der Veränderung der CDS-Levels (Credit Default Swap) der Kontrahenten gesteuert. Darauf aufbauend werden Veranlagungslimite gewichtet nach der Ausfallswahrscheinlichkeit allokiert.
Vorrangiges Ziel des Fremdwährungsrisikomanagements ist es, durch Bündelung der Cashflows einen Natural Hedge (Cross Currency Netting) im Konzern zu erzielen. Eine Absicherung erfolgt dabei zentral durch den Abschluss von derivativen Sicherungsinstrumenten durch das Konzern-Treasury. Die voestalpine AG sichert die budgetierten Fremdwährungszahlungsströme (netto) der nächsten neun bis zwölf Monate ab. Längerfristige Absicherungen werden nur bei kontrahierten Projektgeschäften durchgeführt. Die Sicherungsquote liegt zwischen 25 und 100 % der budgetierten Zahlungsströme innerhalb der nächsten zwölf Monate, wobei die Sicherungsquote mit der Laufzeit abnimmt.
Die Zinsrisikobeurteilung erfolgt für den gesamten Konzern zentral in der voestalpine AG. Hier wird insbesondere das Cashflow-Risiko (Risiko, dass sich der Zinsaufwand bzw. Zinsertrag zum Nachteil verändert) gemanagt. Mit Stichtag 31. März 2022 würde die Erhöhung des Zinsniveaus um einen Prozentpunkt zu einer Erhöhung des Nettozinsaufwands im nächsten Geschäftsjahr in Höhe von 5,5 Mio. EUR führen. Dies ist jedoch eine Stichtagsbetrachtung, die im Zeitverlauf zu Schwankungen führen kann.
Eine Preisrisikobeurteilung findet ebenfalls in der voestalpine AG statt, zur Quantifizierung des Zins- und Währungsrisikos werden insbesondere Szenario-Analysen eingesetzt.
UNSICHERHEITEN IN DER GESETZGEBUNG
Durch die COVID-19-Pandemie sind weiterhin unterschiedliche gesetzliche Maßnahmen der jeweiligen Jurisdiktionen möglich, die Einfluss auf die Produktionsbedingungen und die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der jeweiligen Tochtergesellschaften der voestalpine AG haben würden. Dies kann aber auch aufgrund von weiteren Sanktionen bzw. etwaigen Embargos aus dem Ukraine-Krieg (wie z. B. EU-Embargo russischer Energie) verursacht werden, was wiederum zu massiven Einschränkungen im gesamten europäischen Wirtschaftsraum bzw. der Weltwirtschaft mit schwer abschätzbaren Gesamtfolgen führen kann. Änderungen in der Gesetzgebung können generell zu geänderten Produktionsbedingungen und zu einem geänderten Kaufverhalten führen.
KONJUNKTURELLE RISIKEN
Basierend auf Erkenntnissen aus Wirtschafts- und Finanzkrisen der Vergangenheit bzw. deren Auswirkungen auf den voestalpine-Konzern und insbesondere aus der COVID-19-Pandemie und des aktuellen Ukraine-Krieges wurden und werden zusätzliche – vor allem unternehmerische – Maßnahmen zur Risikominimierung gesetzt. Deren konsequente Anwendung und Weiterverfolgung zielt insbesondere darauf ab,
In einem weiterhin schwierigen konjunkturellen Umfeld werden etwaige Konsequenzen aus globalen (Handels-)Konflikten laufend beobachtet. Der weitere Verlauf des Ukraine-Krieges und die von den jeweiligen Staaten zur Abwehr dieses Krieges beschlossenen Maßnahmen sowie Aktivitäten zur Stimulation der Wirtschaft werden weiterhin einen massiven Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung in den einzelnen Weltregionen haben.
Für die in der Vergangenheit im voestalpine-Konzern festgestellten Risiken wurden konkrete Absicherungsmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt. Diese Maßnahmen zielen auf eine Senkung der potenziellen Schadenshöhe und/oder auf eine Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit ab. Es ist festzuhalten, dass die operativen Risiken des voestalpine-Konzerns – abgesehen von globalen Krisen und deren Auswirkungen – aus heutiger Sicht begrenzt und überschaubar sind und den Fortbestand des Unternehmens nicht gefährden. Hinsichtlich des Ukraine-Krieges und der damit verbundenen und zum Teil noch immer nicht vollständig absehbaren menschlichen, sozialen, geopolitischen sowie wirtschaftlichen Auswirkungen wird der voestalpine-Konzern auch künftig alles daransetzen, diese für jeden Einzelnen und für das Unternehmen sehr schwierige Situation bestmöglich zu bewältigen.
BERICHT ÜBER WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS IM HINBLICK AUF DEN
RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS
Gemäß § 243a Abs. 2 UGB sind im Lagebericht von österreichischen Gesellschaften, deren Aktien zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben.
Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt gemäß § 82 AktG in der Verantwortung des Vorstandes. Der Vorstand der voestalpine AG hat dazu konzernweit verbindlich anzuwendende Richtlinien verabschiedet. Der dezentralen Struktur des voestalpine-Konzerns folgend, ist die lokale Geschäftsführung jeder Konzerngesellschaft zur Einrichtung und Ausgestaltung eines den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens entsprechenden internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie zur Einhaltung der in diesem Zusammenhang bestehenden konzernweiten Richtlinien und Vorschriften verpflichtet.
Der gesamte Prozess, von der Beschaffung bis zur Zahlung, unterliegt strengen konzerneinheitlichen Richtlinien, welche die mit den Geschäftsprozessen in Zusammenhang stehenden Risiken auf ein Minimum reduzieren sollen. In diesen Konzernrichtlinien sind Maßnahmen und Regeln zur Risikovermeidung festgehalten, wie etwa strikte Funktionstrennungen, Unterschriftenordnungen sowie insbesondere auch ausschließlich kollektive und auf wenige Personen eingeschränkte Zeichnungsberechtigungen für Zahlungen (Vieraugenprinzip). Kontrollmaßnahmen in Bezug auf die IT-Sicherheit stellen in diesem Zusammenhang einen Eckpfeiler des Internen Kontrollsystems dar. So wird die Trennung bzw. Segmentierung von sensiblen Tätigkeiten durch eine generell restriktive Vergabe von IT-Berechtigungen unterstützt. Für die Rechnungslegung in den einzelnen Konzernunternehmen wird im Wesentlichen die Software SAP verwendet. Die Ordnungsmäßigkeit dieser SAP-Systeme wird unter anderem auch durch direkt im System eingerichtete automatisierte Geschäftsprozesskontrollen gewährleistet. Berichte über kritische Berechtigungen und Berechtigungskonflikte werden in automatisierter Form generiert.
Im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses werden bei vollkonsolidierten Gesellschaften deren Werte in das konzerneinheitliche Konsolidierungs- und Berichtssystem übernommen. Konzernweit einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Erfassung, Buchung und Bilanzierung von Geschäftsfällen sind im voestalpine-Konzernbilanzierungshandbuch geregelt und verbindlich für alle Konzerngesellschaften. Zur weitestmöglichen Vermeidung von Fehldarstellungen sind einerseits automatische Kontrollen im Berichts- und Konsolidierungssystem, andererseits aber auch zahlreiche manuelle Prüfungen implementiert. Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht und Diskussion der Periodenergebnisse durch das Management bis hin zur spezifischen Überleitung von Konten. Die zusammenfassende Darstellung der Organisation des Berichtswesens im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess erfolgt im Controlling-Handbuch der voestalpine AG. Aus den Rechnungswesen- bzw. Controlling-Abteilungen der einzelnen Gesellschaften ergehen Monatsberichte mit Key Performance Indicators (KPIs) an ihre jeweiligen Geschäftsführer und die Divisionsvorstände sowie nach Genehmigung an den Holdingbereich Corporate Accounting & Reporting zur Verdichtung, Konsolidierung und Berichtslegung an den Konzernvorstand. Im Rahmen der Quartalsberichterstattung wird eine Reihe von Zusatzinformationen wie detaillierte Soll-Ist-Vergleiche in ähnlichem Ablauf erstellt. Quartalsweise erfolgen ein Bericht an den jeweiligen Aufsichtsrat, Board oder Beirat der Gesellschaften sowie ein konsolidierter Bericht an den Aufsichtsrat der voestalpine AG.
Neben den operativen Risiken unterliegt auch die Rechnungslegung dem konzernalen Risikomanagement. In diesem Zusammenhang werden regelmäßig mögliche Risiken in Bezug auf die Rechnungslegung erhoben und Maßnahmen zu deren Vermeidung getroffen. Der Fokus wird dabei auf jene Risiken gelegt, die unternehmenstypisch als wesentlich zu erachten sind. Die Überwachung der Einhaltung des Internen Kontrollsystems einschließlich der erforderlichen Qualitätsstandards erfolgt laufend im Rahmen von Revisionsprüfungen auf Ebene der Konzerngesellschaften. Die Interne Revision arbeitet dabei eng mit den verantwortlichen Vorständen und Geschäftsführern zusammen. Sie ist direkt dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt und berichtet periodisch an den Vorstand und in der Folge an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates der voestalpine AG.
BESTAND AN
EIGENEN AKTIEN
Der Bestand an eigenen Aktien zum Zweck der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer und leitende Angestellte der Gesellschaft und mit der Gesellschaft verbundene Unternehmen im Rahmen des bestehenden Mitarbeiterbeteiligungsprogramms stellt sich zum 31. März 2022 wie folgt dar:
Eigene Aktien | Anteil am | Anteil am | |
Stand per 31.03.2021 | 28,5 | 0,0 | 51,9 |
Zugänge in 2021/22 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Abgänge in 2021/22 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Stand per 31.03.2022 | 28,5 | 0,0 | 51,9 |
Die eigenen Aktien befinden sich seit Jahren im Bestand der Gesellschaft.
ANGABEN ZU
KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND
KONTROLLRECHTEN UND DAMIT
VERBUNDENEN VERPFLICHTUNGEN
Das Grundkapital der voestalpine AG beträgt zum 31. März 2022 324.391.840,99 EUR (31. März 2021: 324.391.840,99 EUR) und ist in 178.549.163 (31. März 2021: 178.549.163) auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Stimmrechtsbeschränkungen bestehen nicht (1 share = 1 vote). Der voestalpine AG sind keine Vereinbarungen ihrer Aktionäre bekannt, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien beschränken.
Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG, Linz, Österreich, sowie die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung, Linz, Österreich, halten jeweils mehr als 10 % (und weniger als 15 %) am Grundkapital der Gesellschaft. Die Oberbank AG, Linz, Österreich, hält mehr als 5 % (und weniger als 10 %).
Die Stimmrechte der von der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung für die Arbeitnehmer der an der Mitarbeiterbeteiligung teilnehmenden Konzerngesellschaften der voestalpine AG treuhändig gehaltenen Aktien werden durch den Vorstand der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung ausgeübt. Die Art der Ausübung des Stimmrechtes bedarf jedoch der Zustimmung des Beirates der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung. Über die Zustimmung wird im Beirat mit einfacher Mehrheit beschlossen. Der Beirat ist paritätisch von je sechs Personen der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite besetzt. Dem Vorsitzenden des Beirates, der von der Arbeitnehmerseite zu besetzen ist, steht ein Dirimierungsrecht zu.
Für Befugnisse des Vorstandes, die sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergeben, wie der Erwerb eigener Aktien, genehmigtes oder bedingtes Kapital, wird auf Punkt 7 Grundkapital des Anhangs zum Einzelabschluss 2021/22 verwiesen.
Die 500 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibung 2017–2024, die 500 Mio. EUR Festverzinsliche Schuldverschreibung 2019–26, die 50 Mio. EUR Festverzinsliche Privatplatzierte Schuldverschreibung 2019–2031, Schuldscheindarlehen in der Höhe von gesamt 321 Mio. EUR und 320 Mio. USD sowie der 2019 abgeschlossene syndizierte Kredit in der Höhe von 1.000 Mio. EUR (Revolving Credit Facility; nicht gezogen) und bilaterale Kreditverträge im Umfang von 388,2 Mio. EUR und 280 Mio. USD enthalten sogenannte Change of Control-Klauseln. Gemäß den Bedingungen dieser Finanzierungen steht den Inhabern der Anleihen bzw. den Kreditgebern im Falle des Eintrittes eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft das Recht zu, die Rückzahlung zu verlangen. Eine Änderung in der Kontrolle der voestalpine AG findet gemäß den Bedingungen dieser Finanzierungen statt, wenn eine kontrollierende Beteiligung im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes erworben wird.
Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
AUSBLICK
Die starke Erholungsdynamik der Wirtschaftsentwicklung nach Auslaufen der pandemiebedingten Restriktionen hat durch den Ausbruch des Ukraine-Krieges mit den daraus resultierenden Sanktionen gegen Russland ein abruptes Ende gefunden und die Wirtschaftsentwicklung in Europa erneut gebremst. Auch in Nordamerika hat das Wirtschaftswachstum bereits im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 unerwartet etwas abgenommen. Die Null-COVID-Strategie in China verringert nicht nur die Wirtschaftsdynamik im eigenen Land, sondern lässt aufgrund der engen Verflechtung der globalen Wertschöpfungsketten auch Folgewirkungen in Europa und Nordamerika erwarten.
Dementsprechend hat sich die Marktstimmung zu Beginn des Geschäftsjahres 2022/23 eingetrübt. Hinzu kommt, dass die Parameter für die wirtschaftliche Entwicklung – allen voran die Dauer und der weitere Verlauf des Ukraine-Krieges sowie die entsprechenden politischen Reaktionen – kaum einschätzbar sind.
Zusätzliche Unsicherheitsfaktoren stellen die volatilen Rohstoff- und Energiepreise sowie der weitere Verlauf der COVID-19-Pandemie dar. China behält bis dato seine Null-COVID-Strategie konsequent bei, woraus temporäre Versorgungsengpässe in globalen Lieferketten im Laufe des Geschäftsjahres 2022/23 nicht ausgeschlossen werden können.
Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen sind die ausgezeichnete finanzielle Basis des Konzerns und die gute Buchungslage, mit der die voestalpine in das neue Geschäftsjahr 2022/23 startet, entscheidende Vorteile. Die Auftragsbücher sind bis in den Sommer 2022 hinein gut gefüllt, in manchen Produkt- und Kundensegmenten sogar noch länger, wobei die Vertragsstruktur, bestehend aus kurz-, mittel- und langfristigen Kontrakten, zusätzlich stabilisierend wirken wird.
Die Automobilindustrie wird bei guter Nachfrage auch im Geschäftsjahr 2022/23 erneut mit Versorgungsproblemen aufgrund von Unterbrechungen internationaler Lieferketten zu kämpfen haben. Im Verlauf des Geschäftsjahres sollte jedoch mit einer leichten Verbesserung dieser Situation gerechnet werden.
Die Luftfahrtindustrie befindet sich aktuell in einem Aufwärtstrend, der sich über weite Teile des Geschäftsjahres 2022/23 fortsetzen sollte.
Die Nachfrage von Seiten der Öl- und Gasindustrie wird durch die hohen Energiepreise weiterhin angetrieben werden.
Die Bereiche Bau- und Maschinenbau sowie Hausgeräte- und Konsumgüterindustrie zeigen aktuell eine solide Nachfrage.
Der Eisenbahninfrastrukturbereich sollte wie in der Vergangenheit auch im Geschäftsjahr 2022/23 einen insgesamt stabilisierenden Faktor darstellen.
Vor diesem Hintergrund erscheint im 1. Quartal des neuen Geschäftsjahres 2022/23 jedenfalls eine gute Ergebnisentwicklung erwartbar. Auch Teile des 2. Geschäftsquartals sollten von den aktuellen Auftragsständen profitieren, wenngleich die Dynamik über den Sommer wie üblich abnehmen wird.
Die Prognose für das 2. Halbjahr 2022/23 ist mit sehr großen Unsicherheiten behaftet. Unter der Annahme, dass es insgesamt zu einer Abkühlung der weltweiten Konjunktur, aber zu keinen weiteren größeren wirtschaftlichen Verwerfungen bedingt durch den Ukraine-Krieg, neue aggressive COVID-19-Virus-Wellen oder großflächige Unterbrechungen von internationalen Lieferketten kommt, erwartet der Vorstand der voestalpine AG für das Geschäftsjahr 2022/23 ein EBITDA in einer Bandbreite von 1,8 bis 2,0 Mrd. EUR.
Linz, am 24. Mai 2022
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h. Franz Kainersdorfer e. h. Robert Ottel e. h.
Franz Rotter e. h. Peter Schwab e. h. Hubert Zajicek e. h.
voestalpine AG
BILANZ ZUM 31.03.2022
AKTIVA | ||
31.03.2021 | 31.03.2022 | |
A. Anlagevermögen | ||
I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgeleitete Lizenzen | 523.463,16 | 364.050,22 |
2. Noch nicht in Verwendung stehende Software | 175.450,62 | 169.700,63 |
698.913,78 | 533.750,85 | |
II. Sachanlagen | ||
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.127.899,00 | 1.005.482,60 |
III. Finanzanlagen | ||
1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 3.815.495.325,57 | 4.219.423.473,24 |
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 674.577.483,53 | 663.476.470,01 |
3. Beteiligungen | 2.561.274,06 | 2.561.274,06 |
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens | 494.917,78 | 494.917,78 |
4.493.129.000,94 | 4.885.956.135,09 | |
4.494.955.813,72 | 4.887.495.368,54 | |
B. Umlaufvermögen | ||
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 270,00 | 441,00 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0,00 | 0,00 |
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | 4.156.314.424,86 | 4.441.957.589,43 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0,00 | 0,00 |
3. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 168.504.451,76 | 215.994.989,33 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0,00 | 0,00 |
4.324.819.146,62 | 4.657.953.019,76 | |
II. Wertpapiere und Anteile | ||
1. Sonstige Wertpapiere und Anteile | 18.062.219,02 | 18.084.719,02 |
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | ||
1. Kassenbestand | 41,45 | 129,82 |
2. Guthaben bei Kreditinstituten | 882.346.193,34 | 526.525.717,18 |
882.346.234,79 | 526.525.847,00 | |
5.225.227.600,43 | 5.202.563.585,78 | |
C. Rechnungsabgrenzungsposten | 4.245.408,74 | 3.780.342,75 |
D. Aktive latente Steuern | 70.537.737,47 | 19.963.452,91 |
Summe Aktiva | 9.794.966.560,36 | 10.113.802.749,98 |
EUR |
PASSIVA | ||
31.03.2021 | 31.03.2022 | |
A. Eigenkapital | ||
I. Eingefordertes Grundkapital | 324.391.840,99 | 324.391.840,99 |
davon übernommen und einbezahlt | 324.391.840,99 | 324.391.840,99 |
abzgl. Nennbetrag eigene Aktien | –51.864,79 | –51.864,79 |
324.339.976,20 | 324.339.976,20 | |
II. Kapitalrücklagen | ||
1. Gebundene | 812.086.788,06 | 812.086.788,06 |
2. Nicht gebundene | 90.227.645,14 | 90.227.645,14 |
902.314.433,20 | 902.314.433,20 | |
III. Gewinnrücklagen | ||
1. Andere freie Rücklagen | 3.686.671.898,06 | 5.045.086.357,94 |
IV. Bilanzgewinn | 90.000.000,00 | 215.000.000,00 |
davon Gewinnvortrag | 64.297.284,02 | 741.441,98 |
5.003.326.307,46 | 6.486.740.767,34 | |
B. Rückstellungen | ||
1. Rückstellungen für Abfertigungen | 14.271.343,00 | 12.716.785,00 |
2. Rückstellungen für Pensionen | 52.801.297,00 | 32.239.956,00 |
3. Rückstellungen für Urlaube und Jubiläumsgelder | 3.913.541,66 | 3.559.507,91 |
4. Steuerrückstellungen | 2.382.875,87 | 191.714.587,15 |
5. Sonstige Rückstellungen | 9.397.888,38 | 17.623.028,57 |
82.766.945,91 | 257.853.864,63 | |
C. Verbindlichkeiten | ||
1. Anleihen | 1.532.778.000,00 | 1.145.400.000,00 |
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 482.778.000,00 | 95.400.000,00 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 1.050.000.000,00 | 1.050.000.000,00 |
2. Andere langfristige Verbindlichkeiten | 25.000.000,00 | 25.000.000,00 |
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 0,00 | 0,00 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 25.000.000,00 | 25.000.000,00 |
3. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.759.783.116,23 | 1.358.069.799,84 |
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 330.892.238,14 | 87.108.712,79 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 1.428.890.878,09 | 1.270.961.087,05 |
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 840.843,07 | 1.313.951,74 |
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 840.843,07 | 1.313.951,74 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0,00 | 0,00 |
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 1.360.645.389,03 | 819.305.022,07 |
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 1.360.645.389,03 | 819.305.022,07 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0,00 | 0,00 |
6. Sonstige Verbindlichkeiten | 29.825.958,66 | 20.119.344,36 |
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 29.825.958,66 | 20.119.344,35 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0,00 | 0,00 |
davon aus Steuern | 637.359,48 | 899.912,01 |
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 342.056,12 | 356.567,09 |
4.708.873.306,99 | 3.369.208.118,01 | |
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 2.204.982.428,90 | 1.023.247.030,95 |
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 2.503.890.878,09 | 2.345.961.087,05 |
D. Rechnungsabgrenzungsposten | 0,00 | 0,00 |
Summe Passiva | 9.794.966.560,36 | 10.113.802.749,98 |
EUR |
voestalpine AG
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 01.04.2021 BIS 31.03.2022
GESAMTKOSTENVERFAHREN
2020/21 | 2021/22 | ||
1. Umsatzerlöse | 181.864.475,64 | 319.816.570,37 | |
2. Sonstige betriebliche Erträge | |||
a) Erträge aus dem Abgang vom und der Zuschreibung zum Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen | 0,00 | 37.604,60 | |
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 984.786,02 | 15.884.009,41 | |
c) Übrige | 804.577,21 | 427.747,75 | |
1.789.363,23 | 16.349.361,76 | ||
3. Personalaufwand | |||
a) Gehälter | –22.026.782,85 | –31.366.566,09 | |
b) Soziale Aufwendungen | |||
ba) Aufwendungen für Altersversorgung | –3.769.165,72 | –1.734.919,17 | |
bb) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen | –170.177,93 | –100.428,08 | |
bc) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge | –3.379.016,27 | –3.986.385,42 | |
bd) Sonstige Sozialaufwendungen | –121.070,44 | –146.674,88 | |
–29.466.213,21 | –37.334.973,64 | ||
4. Abschreibungen | |||
a) Auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | –855.997,43 | –836.497,37 | |
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen | |||
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z. 15 fallen | –37.639,91 | –55.654,59 | |
b) Übrige | –125.732.797,64 | –277.391.941,70 | |
–125.770.437,55 | –277.447.596,29 | ||
6. Zwischensumme aus Z. 1 bis 5 (Betriebserfolg) | 27.561.190,68 | 20.546.864,83 | |
7. Erträge aus Beteiligungen | 0,00 | 1.152.812.872,68 | |
(davon aus verbundenen Unternehmen) | (0,00) | (1.152.587.927,68) | |
8. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 16.340.576,89 | 8.988.765,44 | |
(davon aus verbundenen Unternehmen) | (16.038.176,89) | (8.521.865,44) | |
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 80.693.895,24 | 166.059.013,93 | |
(davon aus verbundenen Unternehmen) | (74.226.219,01) | (139.262.573,49) | |
10. Negative Zinserträge | –1.862.436,09 | –1.787.910,09 | |
11. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens | 186.000,00 | 364.158.960,55 | |
2020/21 | 2021/22 | ||
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens | |||
a) Abschreibungen | –227.161.460,55 | 0,00 | |
(davon aus verbundenen Unternehmen) | (–227.161.460,55) | (0,00) | |
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | –73.430.707,05 | –108.115.715,49 | |
(davon betreffend verbundene Unternehmen) | (–2.952.624,36) | (–49.769.959,13) | |
14. Zwischensumme aus Z. 7 bis 13 (Finanzerfolg) | –205.234.131,56 | 1.582.115.987,02 | |
15. Ergebnis vor Steuern | –177.672.940,88 | 1.602.662.851,85 | |
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 33.300.946,42 | –29.989.833,95 | |
(davon latente Steuern) | (13.119.851,59) | (–50.574.284,56) | |
17. Ergebnis nach Steuern = Jahresfehlbetrag/Jahresüberschuss | –144.371.994,46 | 1.572.673.017,90 | |
18. Zuweisung zu Gewinnrücklagen | |||
a) Andere freie Rücklagen | 0,00 | –1.358.414.459,88 | |
19. Auflösung Gewinnrücklagen | |||
a) Andere freie Rücklagen | 170.074.710,44 | 0,00 | |
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 64.297.284,02 | 741.441,98 | |
21. Bilanzgewinn | 90.000.000,00 | 215.000.000,00 | |
EUR | |||
voestalpine AG
ANLAGENSPIEGEL ZUM 31.03.2022
Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||||||
Stand | Umgründungs-zugang | Umgründungs-abgang | Zugänge | Um- | Abgänge | Stand | ||
I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||||||
1. Software | 2.053.577,45 | 111.437,27 | 58.604,35 | 41.088,19 | 2.182.530,88 | |||
2. Software – noch nicht in Verwendung | 175.450,62 | 52.854,36 | –58.604,35 | 0,00 | 169.700,63 | |||
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände | 2.229.028,07 | 164.291,63 | 0,00 | 41.088,19 | 2.352.231,51 | |||
II. Sachanlagen | ||||||||
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2.779.795,87 | 520.689,26 | 0,00 | 587.642,17 | 2.712.842,96 | |||
2. Anlagen in Bau | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |||
Summe Sachanlagen | 2.779.795,87 | 520.689,26 | 0,00 | 587.642,17 | 2.712.842,96 | |||
III. Finanzanlagen | ||||||||
1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 5.331.542.509,42 | 125.928.147,67 | 125.928.147,67 | 143.928.147,67 | 0,00 | 0,00 | 5.475.470.657,09 | |
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 814.269.175,85 | 0,00 | 0,00 | 149.053.622,91 | 665.215.552,94 | |||
3. Beteiligungen | 2.561.274,06 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 2.561.274,06 | |||
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens | ||||||||
a) Sonstige Wertpapiere und Wertrechte | 494.917,78 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 494.917,78 | |||
Summe Finanzanlagen | 6.148.867.877,11 | 125.928.147,67 | 125.928.147,67 | 143.928.147,67 | 0,00 | 149.053.622,91 | 6.143.742.401,87 | |
Summe Anlagevermögen | 6.153.876.701,05 | 125.928.147,67 | 125.928.147,67 | 144.613.128,56 | 0,00 | 149.682.353,27 | 6.148.807.476,34 | |
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen | Buchwert | Buchwert | ||||||
Stand | Zugänge | Zuschrei- | Um- | Abgänge | Stand | |||
Kursdifferenzen | ||||||||
1.530.114,29 | 329.454,56 | 0,00 | 0,00 | 41.088,19 | 1.818.480,66 | 523.463,16 | 364.050,22 | |
0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 175.450,62 | 169.700,63 | |
1.530.114,29 | 329.454,56 | 0,00 | 0,00 | 41.088,19 | 1.818.480,66 | 698.913,78 | 533.750,85 | |
1.651.896,87 | 507.042,81 | 0,00 | 0,00 | 451.579,32 | 1.707.360,36 | 1.127.899,00 | 1.005.482,60 | |
0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
1.651.896,87 | 507.042,81 | 0,00 | 0,00 | 451.579,32 | 1.707.360,36 | 1.127.899,00 | 1.005.482,60 | |
1.516.047.183,85 | 0,00 | 260.000.000,00 | 0,00 | 0,00 | 1.256.047.183,85 | 3.815.495.325,57 | 4.219.423.473,24 | |
139.691.692,32 | 0,00 | 137.952.609,39 | 0,00 | 0,00 | 1.739.082,93 | 674.577.483,53 | 663.476.470,01 | |
0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 2.561.274,06 | 2.561.274,06 | |
0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 494.917,78 | 494.917,78 | |
1.655.738.876,17 | 0,00 | 397.952.609,39 | 0,00 | 0,00 | 1.257.786.266,78 | 4.493.129.000,94 | 4.885.956.135,09 | |
1.658.920.887,33 | 836.497,37 | 397.952.609,39 | 0,00 | 492.667,51 | 1.261.312.107,80 | 4.494.955.813,72 | 4.887.495.368,54 | |
EUR | ||||||||
voestalpine AG
ANHANG ZUM UGB-ABSCHLUSS
DER voestalpine AG 2021/22
A. ALLGEMEINE ANGABEN
Die voestalpine AG ist eine große Aktiengesellschaft im Sinne des § 221 UGB. Der Jahresabschluss zum 31. März 2022 ist nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches in der geltenden Fassung aufgestellt.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
Die Gesellschaft ist das Mutterunternehmen des voestalpine-Konzerns. Der Konzernabschluss des voestalpine-Konzerns ist am Sitz der Gesellschaft in Linz, Österreich, erhältlich und ist auf der voestalpine-Website www.voestalpine.com abrufbar.
B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie der Generalnorm des § 222 Abs. 2 UGB, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
Bei der Bilanzierung und Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wird von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen.
Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden beibehalten.
Etwaige Negativzinsen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in einem gesonderten Posten im Finanzergebnis ausgewiesen.
C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
1. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE UND SACHANLAGEN
Die Entwicklung dieser Posten ist im Einzelnen im Anlagenspiegel dargestellt.
Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet und nach der linearen Methode planmäßig abgeschrieben. Die verwendeten Abschreibungssätze betragen 25,0 % bis 33,3 %.
Die Bewertung des Sachanlagevermögens erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, die nach der linearen Methode ermittelt werden.
Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis 800,00 EUR werden im Zugangsjahr zur Gänze abgeschrieben.
Beim abnutzbaren Sachanlagevermögen kommen bei den planmäßigen Abschreibungen folgende Sätze zur Anwendung:
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 12,0 – 20,0 % |
An Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen ergibt sich für das Geschäftsjahr 2022/23 ein Betrag von 1.750,0 Tsd. EUR (davon gegenüber verbundenen Unternehmen 1.649,1 Tsd. EUR), (Vorjahr 1.746,5 Tsd. EUR, davon gegenüber verbundenen Unternehmen 1.649,1 Tsd. EUR), für die nächsten fünf Geschäftsjahre beläuft sich die Gesamtverpflichtung auf zirka 8.724,4 Tsd. EUR (davon gegenüber verbundenen Unternehmen 8.245,5 Tsd. EUR), (Vorjahr zirka 8.805,8 Tsd. EUR, davon gegenüber verbundenen Unternehmen zirka 8.245,5 Tsd. EUR).
2. FINANZANLAGEN
Das Finanzanlagevermögen wird mit den Anschaffungskosten oder mit den niedrigeren beizulegenden Werten zum Bilanzstichtag bewertet. Zuschreibungen werden generell bei Wegfall der Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung bzw. bei einer Wertaufholung vorgenommen (mit den Anschaffungskosten begrenzt).
Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Beteiligungen wird ein Discounted Cashflow-Verfahren herangezogen. Die Berechnungen erfolgen auf Basis der Cashflows einer vom Management genehmigten 5-Jahres-Mittelfristplanung jeweils Anfang März. Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung im Geschäftsjahr 2021/22 wurde das Budgetjahr als Reaktion auf die wirtschaftlichen Verwerfungen insbesondere im Zusammenhang mit Energie- und Rohstoffmärkten aufgrund des Ukraine-Krieges teilweise angepasst. Dieser Mittelfristplanung werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete zukünftige Marktperformance als Annahmen zugrunde gelegt. Die konzernalen Planungsprämissen werden dabei um sektorale Planungsannahmen erweitert. Konzerninterne Einschätzungen werden um externe Marktstudien ergänzt. Den Cashflows wird in der ewigen Rente ein aus externen Quellen abgeleitetes länderspezifisches Wachstum unterstellt.
Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Beteiligungen erfolgt nach dem Capital Asset Pricing Model. Dabei werden die Kapitalkosten als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten (Weighted Average Costs of Capital – WACC) ermittelt. Dieser Abzinsungssatz spiegelt die gegenwärtigen Markteinschätzungen und die speziellen Risiken der betroffenen Beteiligungen wider. Die im Rahmen der WACC-Ermittlung verwendeten Parameter wurden auf objektiver Basis ermittelt. Die zum Bilanzstichtag identifizierten Verwerfungen auf den Kapitalmärkten durch den Ukraine-Krieg wurden bei der Ermittlung berücksichtigt.
Die Anteile der vier Divisionsholdings (voestalpine Stahl GmbH, Linz, voestalpine Metal Engineering GmbH, Leoben, voestalpine Metal Forming GmbH, Krems, voestalpine High Performance Metals GmbH, Wien) an ihren US-Tochtergesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2021/22 seitwärts unter Fortführung der Buchwerte in Höhe von 125.928,1 Tsd. EUR in die neu gegründete voestalpine US Holding GmbH abgespalten. Bei der voestalpine AG wurde in selber Höhe ein Beteiligungsertrag und ein Zugang am Anteil an der voestalpine US Holding GmbH erfasst.
In der Folge brachte die voestalpine AG die Anteile an der voestalpine US Holding GmbH in die vier Divisionsholdings zum Buchwert von 125.928,1 Tsd. EUR ein. Die Aufteilung des Gesamtbuchwertes auf die vier Divisionsholdings erfolgte anhand des Verhältnisses zwischen dem beizulegenden Wert der einzelnen zuvor eingebrachten US-Gesellschaften am beizulegenden Wert aller eingebrachten US-Gesellschaften.
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften der voestalpine AG:
BETEILIGUNGSGESELLSCHAFTEN DER voestalpine AG
Anteil am | Eigenkapital | Jahres- | |
voestalpine Stahl GmbH, Linz | 99,00 | 1.326.912,3 | 722.210,7 |
voestalpine Metal Forming GmbH, Krems | 100,00 | 877.565,9 | 173.890,8 |
voestalpine High Performance Metals GmbH, Wien | 100,00 | 533.615,5 | 124.206,7 |
voestalpine Metal Engineering GmbH, Leoben | 100,00 | 741.456,0 | 99.717,0 |
voestalpine group-IT GmbH, Linz | 100,00 | 3.343,7 | 883,4 |
voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH, Linz | 100,00 | 1.423,9 | –33,4 |
voestalpine Personal Services GmbH, Linz | 100,00 | 1.293,6 | 590,4 |
Donauländische Baugesellschaft m.b.H., Linz | 100,00 | 892,1 | –10,0 |
voestalpine Funding International GmbH, Linz | 100,00 | 354.502,2 | 1.570,0 |
voestalpine Stahlwelt GmbH, Linz1 | 50,00 | 1.148,5 | 12,1 |
Danube Equity GmbH, Linz | 100,00 | 1.821,2 | –5,2 |
APK Pensionskasse AG, Wien2 | 19,11 | 65.128,6 | 3.215,6 |
voestalpine Insurance Services GmbH, Linz1 | 100,00 | 1.911,0 | 597,0 |
voestalpine HR Services GmbH, Meerbusch, Deutschland (in Liquidation)1 | 100,00 | 82,5 | –916,8 |
1 Eigenkapital und Ergebnis zum 31. März 2021. | |||
2 Eigenkapital und Ergebnis zum 31. Dezember 2020. | Tsd. EUR |
Unter den Wertpapieren (Wertrechten) des Anlagevermögens werden sonstige Anteilsrechte ausgewiesen.
Es besteht eine Ausleihung gegenüber dem Konzernunternehmen voestalpine Texas LLC, Portland, USA, mit einem Buchwert von 663.476,5 Tsd. EUR (Vorjahr 674.577,5 Tsd. EUR). Der Bewertung liegt der voraussichtliche Verkaufserlös der Texas-Gruppe zugrunde. Im Zusammenhang mit dem Verkauf der Texas-Gruppe wird es voraussichtlich zu einer Rückführung bzw. Neustrukturierung der Ausleihung kommen.
3. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Die Aktivierung der Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu Anschaffungskosten. Fremdwährungsforderungen werden zum Entstehungskurs oder mit dem niedrigeren (für die Verrechnung maßgeblichen) Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.
Bilanzwert | Bilanzwert | Davon | Davon | |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 0,3 | 0,4 | 0,4 | 0,0 |
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | 4.156.314,4 | 4.441.957,6 | 4.441.957,6 | 0,0 |
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 168.504,5 | 215.995,0 | 215.995,0 | 0,0 |
4.324.819,1 | 4.657.953,0 | 4.657.953,0 | 0,0 | |
Tsd. EUR |
Die Forderungen der Gesellschaft gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 0,0 Tsd. EUR (Vorjahr 0,0 Tsd. EUR), aus Finanzierung und Clearing in Höhe von 3.250.640,0 Tsd. EUR (Vorjahr 4.105.313,4 Tsd. EUR), aus Forderungen aus Steuerumlagen in Höhe von 166.511,2 Tsd. EUR (Vorjahr 46.337,7 Tsd. EUR), aus Forderungen aus Gewinngemeinschaften und Dividendenabfuhr in Höhe von 1.020.000,0 Tsd. EUR (Vorjahr 0,0 Tsd. EUR) und sonstigen Forderungen in Höhe von 4.806,4 Tsd. EUR (Vorjahr 4.663,3 Tsd. EUR). Unter den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind Erträge im Ausmaß von 312,7 Tsd. EUR (Vorjahr 11.188,8 Tsd. EUR) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.
4. WERTPAPIERE UND ANTEILE
Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden dem strengen Niederstwertprinzip gem. § 207 UGB entsprechend mit den Anschaffungskosten oder jenem Wert, der aus einem am Abschlussstichtag niedrigeren Börsenkurs oder Marktpreis bzw. aus dem am Abschlussstichtag beizulegenden Wert resultiert, bewertet. Zuschreibungen werden generell bei Wegfall der Gründe für eine Abschreibung bzw. bei einer Wertaufholung vorgenommen (mit den Anschaffungskosten begrenzt).
Die ausgewiesenen Wertpapiere bestehen im Wesentlichen aus börsennotierten Aktien. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Zuschreibungen und Abschreibungen bzw. Erträge und Aufwendungen aus der Zuschreibungsrücklage unter den Erträgen aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens und Aufwendungen aus Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens ausgewiesen.
5. AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden die Disagien der Anleihen 2014–2021 (0,0 Tsd. EUR, Vorjahr 23,7 Tsd. EUR), 2017–2024 (791,1 Tsd. EUR, Vorjahr 1.107,5 Tsd. EUR) und 2019–2026 (688,6 Tsd. EUR, Vorjahr 860,7 Tsd. EUR) ausgewiesen.
6. AKTIVE LATENTE STEUERN
Für Unterschiede zwischen unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen bei Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, werden in Höhe einer sich insgesamt ergebenden Steuerbelastung eine Rückstellung für passive latente Steuern bzw. in Höhe einer sich insgesamt ergebenden Steuerentlastung aktive latente Steuern in der Bilanz angesetzt.
Die aktiven und passiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag wurden für temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz für folgende Posten gebildet:
31.03.2021 | 31.03.2022 | |
Sachanlagevermögen | 104,5 | 97,6 |
Beteiligungen | 60.508,5 | 40.771,2 |
Rückstellungen Sozialkapital | 57.585,5 | 40.238,8 |
Verbindlichkeiten | 4.239,1 | 3.055,4 |
Verlustvortrag | 256.052,0 | 0,0 |
Verlustrücktrag | –96.338,7 | 0,0 |
Summe Differenzen | 282.150,9 | 84.163,0 |
daraus resultierende latente Steuern (23,72 %) (Vorjahr 25 %) | 70.537,7 | 19.963,5 |
Tsd. EUR |
Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:
2021/22 | |
Stand am 01.04.2021 | 70.537,7 |
Erfolgswirksame Veränderung | –50.574,3 |
Stand am 31.03.2022 | 19.963,5 |
Tsd. EUR |
Die erfolgswirksame Veränderung der latenten Steuern macht im Geschäftsjahr –50.574,3 Tsd. EUR (Vorjahr 13.119,8 Tsd. EUR Aufwand) aus.
Für die aktivierte Steuer in Höhe von 19.963,5 Tsd. EUR (Vorjahr 70.537,7 Tsd. EUR) besteht gemäß § 235 Abs. 2 UGB eine Ausschüttungssperre.
Der Verlustvortrag wurde vollständig verwertet.
7. GRUNDKAPITAL
Das Grundkapital beträgt zum 31. März 2022324.391.840,99 EUR (31. März 2021: 324.391.840,99 EUR) und ist in 178.549.163 (31. März 2021: 178.549.163) auf Inhaber lautende Stückaktien zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze eingezahlt. Die Gesellschaft hält zum 31. März 2022 einen Nennbetrag an eigenen Aktien in Höhe von 51.864,79 EUR (31. März 2021: 51.864,79 EUR).
Gemäß § 4 Abs. 2a der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG bis zum 30. Juni 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 64.878.368,92 EUR durch Ausgabe von bis zu 35.709.833 Stück Aktien (= 20 %) gegen Bareinlage – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019/I). Bis dato hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.
Gemäß § 4 Abs. 2b der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG bis zum 30. Juni 2024 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu weitere 32.439.183,55 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.854.916 Stück Aktien (= 10 %) gegen Sacheinlagen und/oder Bareinlagen zur Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens – allenfalls in mehreren Tranchen – zu erhöhen sowie das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, wenn (i) die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen erfolgt, das heißt Aktien zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften im In- und Ausland ausgegeben werden, oder (ii) die Kapitalerhöhung zum Zwecke der Ausgabe von Aktien an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstandes der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmens im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms erfolgt (Genehmigtes Kapital 2019/II). Bis dato hat der Vorstand von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch gemacht.
Gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung ist der Vorstand der voestalpine AG ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 31.330.922,84 EUR durch Ausgabe von bis zu 17.244.916 Stück Aktien (= 10 %) zur Ausgabe an Gläubiger von Finanzinstrumenten im Sinne des § 174 AktG (Wandelschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen oder Genussrechte), zu deren Begebung der Vorstand in der Hauptversammlung vom 3. Juli 2019 ermächtigt wurde, zu erhöhen (bedingte Kapitalerhöhung). Der Vorstand hat von dieser Ermächtigung zur Begebung von Finanzinstrumenten im Sinne des § 174 AktG bislang keinen Gebrauch gemacht.
In der Hauptversammlung vom 7. Juli 2021 wurde der Vorstand für eine Geltungsdauer von 30 Monaten zum Erwerb von eigenen Aktien in Höhe von bis zu 10 % des jeweiligen Grundkapitals ermächtigt. Der Rückkaufspreis darf maximal 20 % unter und maximal 10 % über dem durchschnittlichen Börsenschlusskurs der dem Rückerwerb vorhergehenden drei Börsentage liegen. Von dieser Ermächtigung hat der Vorstand bislang nicht Gebrauch gemacht.
8. GEWINNRÜCKLAGEN
Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden 1.358.414,5 Tsd. EUR den freien Gewinnrücklagen zugeführt (Vorjahr Auflösung in Höhe von 170.074,7 Tsd. EUR).
9. RÜCKSTELLUNGEN
Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden wie im Vorjahr nach IAS 19 gebildet.
Die Rückstellung wird mit dem Barwert der erworbenen Abfertigungsansprüche unter Verwendung der Projected Unit Credit-Methode bewertet. Die Rückstellung zum Bilanzstichtag beträgt 12.716,8 Tsd. EUR (Vorjahr 14.271,3 Tsd. EUR).
Die Rückstellungen für Pensionen wurden wie in den Vorjahren gemäß IAS 19 mit dem Barwert der erworbenen Pensionsansprüche bewertet. Von diesem Barwert (74.121,2 Tsd. EUR) wird das Pensionskassenkapital (41.881,2 Tsd. EUR) abgezogen. Diese Nettoverpflichtung wird als Rückstellung für Pensionen ausgewiesen. Die Rückstellung zum Bilanzstichtag beträgt 32.240,0 Tsd. EUR (Vorjahr 52.801,3 Tsd. EUR).
Die Rückstellungen für Jubiläumsgelder wurden wie im Vorjahr nach IAS 19 gebildet. Die Jubiläumsgeldrückstellung wurde mit dem Barwert der erworbenen Anwartschaften bewertet. Der Bilanzwert beträgt 1.490,8 Tsd. EUR (Vorjahr 1.540,5 Tsd. EUR).
Die versicherungsmathematischen Berechnungen für Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen erfolgen mit einem Zinssatz von 1,90 % (Vorjahr 0,80 %), Bezugserhöhungen von 3,50 % (Vorjahr 3,00 %) bzw. Pensionserhöhungen von 2,00 % (Vorjahr 2,00 %). Es kommen die Rechnungsgrundlagen von AVÖ 2018-P sowie die Pensionsantrittsalter gemäß APG 2004 zur Anwendung.
Bei der Berechnung der Abfertigungsrückstellung wird wie im Vorjahr kein Fluktuationsabschlag angesetzt. Bei der Jubiläumsgeldrückstellung wird die Fluktuation wie im Vorjahr durch dienstzeitabhängige Ausscheidewahrscheinlichkeiten berücksichtigt. In den ersten vier Dienstjahren mit 8,00 % p. a., vom 5. bis zum 9. Dienstjahr mit 4,00 % p. a., vom 10. bis zum 14. Dienstjahr mit 2,00 % p. a. und ab dem 15. Dienstjahr mit 1,00 %.
Im Übrigen werden Rückstellungen mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der bestmöglich zu schätzen ist.
Die Sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Vorsorgen für sonstige Personalaufwendungen, insbesondere Rückstellung für Bonifikationen und Prämien in Höhe von 13.881,3 Tsd. EUR (Vorjahr 5.409,9 Tsd. EUR), für Prüfungs- und Bilanzveröffentlichungskosten in Höhe von 352,0 Tsd. EUR (Vorjahr 299,8 Tsd. EUR) und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von 498,7 Tsd. EUR (Vorjahr 485,6 Tsd. EUR).
10. VERBINDLICHKEITEN
Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem höheren (für die Verrechnung maßgeblichen) Devisenmittelkurs des Bilanzstichtages bewertet.
Bilanzwert | Bilanzwert | Restlaufzeit | Restlaufzeit | Restlaufzeit | |
Anleihe 2014–2021 | 394.128,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Anleihe 2017–2024 | 500.000,0 | 500.000,0 | 0,0 | 500.000,0 | 0,0 |
Anleihe 2019–2024 | 88.650,0 | 95.400,0 | 95.400,0 | 0,0 | 0,0 |
Anleihe 2019–2026 | 500.000,0 | 500.000,0 | 0,0 | 500.000,0 | 0,0 |
Anleihe 2019–2031 | 50.000,0 | 50.000,0 | 0,0 | 0,0 | 50.000,0 |
Darlehen FFG | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Sonstige Darlehen | 25.000,0 | 25.000,0 | 0,0 | 25.000,0 | 0,0 |
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.759.783,1 | 1.358.069,8 | 87.108,7 | 1.208.961,1 | 62.000,0 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 840,8 | 1.314,0 | 1.314,0 | 0,0 | 0,0 |
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 1.360.645,4 | 819.305,0 | 819.305,0 | 0,0 | 0,0 |
Sonstige Verbindlichkeiten | 29.826,0 | 20.119,3 | 20.119,3 | 0,0 | 0,0 |
4.708.873,3 | 3.369.208,1 | 1.023.247,0 | 2.233.961,1 | 112.000,0 | |
Tsd. EUR |
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich zusammen aus Verbindlichkeiten aus Finanzierung und Clearing in Höhe von 703.160,3 Tsd. EUR (Vorjahr 1.175.474,9 Tsd. EUR), aus Verbindlichkeiten aus Steuerumlagen in Höhe von 13.951,6 Tsd. EUR (Vorjahr 123.948,0 Tsd. EUR) und aus Sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 102.193,1 Tsd. EUR (Vorjahr 61.222,4 Tsd. EUR). Die Sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Aufwendungen in Höhe von 17.501,7 Tsd. EUR (Vorjahr 25.662,7 Tsd. EUR), die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.
Am 14. Oktober 2014 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 400.000,0 Tsd. EUR begeben und mit 2,25 % jährlich verzinst. Die Anleihe wurde im Oktober 2021 zurückgezahlt.
Am 27. September 2017 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 500.000,0 Tsd. EUR begeben. Die Anleihe wird im September 2024 zurückgezahlt und mit 1,375 % jährlich verzinst.
Am 10. April 2019 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 500.000,0 Tsd. EUR begeben. Die Anleihe wird im April 2026 zurückgezahlt und mit 1,75 % jährlich verzinst.
Am 19. August 2019 hat die voestalpine AG eine fix verzinste Anleihe in der Höhe von 50.000,0 Tsd. EUR begeben. Die Anleihe wird im August 2031 zurückgezahlt und mit 1,81 % jährlich verzinst.
Im Zusammenhang mit dem Verkauf der Texas-Gruppe wird es voraussichtlich zu Teilrückführungen von USD-Krediten kommen.
Am 25. Juni 2019 gab es ein Emissionsprogramm der voestalpine AG in der Höhe von 150.000,0 Tsd. EUR. Der Zeichnungsstand der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung beträgt 95.400,0 Tsd. EUR. Die Anleihe 2019–2024 ist monatlich kündbar und ist daher mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr ausgewiesen.
11. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
31.03.2021 | 31.03.2022 | Davon | |
Garantien | 1.507.962,1 | 2.167.622,5 | 0,0 |
Patronatserklärungen | 25,0 | 25,0 | 0,0 |
1.507.987,1 | 2.167.647,5 | 0,0 | |
Tsd. EUR |
Die Haftungsverhältnisse in Höhe von 2.167.647,5 Tsd. EUR bestehen im Wesentlichen aus Finanzierungsgarantien, während sich der Rest aus Zahlungsgarantien, Rückgarantien, Liefer- und Leistungsgarantien sowie Zollgarantien zusammensetzt. Weiters wurden Patronatserklärungen gegenüber Kreditinstituten für einzelne verbundene Unternehmen im Zusammenhang mit abgeschlossenen Rahmenverträgen für Finanztermingeschäfte und Forderungszessionen abgegeben. Für zwei Gesellschaften wurde eine Patronatserklärung gegenüber der Gesellschaft abgegeben.
D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
12. UMSATZERLÖSE
Die Umsatzerlöse betreffen in erster Linie von Konzernunternehmen für erbrachte Leistungen erhaltene Konzernumlagen in Höhe von 103.399,0 Tsd. EUR (Vorjahr 115.534,4 Tsd. EUR), Weiterverrechnungen von Leistungen und zentralen Beschaffungen der Gesellschaft an Konzerngesellschaften in Höhe von 216.380,6 Tsd. EUR (Vorjahr 66.257,2 Tsd. EUR), davon CO2-Emissionszertifikate 213.215,7 Tsd. EUR (Vorjahr 63.566,0 Tsd. EUR), und an Dritte in Höhe von 37,0 Tsd. EUR (Vorjahr 73,0 Tsd. EUR).
13. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
2020/21 | 2021/22 | |
Buchgewinne aus der Veräußerung von Sachanlagen | 0,0 | 37,6 |
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 984,8 | 15.884,0 |
Übrige sonstige betriebliche Erträge | 804,6 | 427,7 |
1.789,4 | 16.349,4 | |
Tsd. EUR |
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus Personalressourcen. In den Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen ist im Wesentlichen der Ertrag aus der Auflösung von Rückstellungen aus Abfertigungen und aus Altersversorgung in Höhe von 15.788,8 Tsd. EUR enthalten.
14. PERSONALAUFWAND
In der Abschlussperiode waren durchschnittlich 120,7 (Vorjahr: 127,6) Angestellte in der Gesellschaft beschäftigt. Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung gliedern sich wie folgt:
2020/21 | 2021/22 | |||
Abferti- | Alters- | Abferti- | Alters- | |
Vorstand | ||||
Zahlungen | 0,0 | 0,0 | 129,8 | 5.370,0 |
Dotierung/Verbrauch/Auflösung Rückstellungen3 | –1.000,0 | 2.509,41 | –1.355,6 | –17.329,61 |
Konzernale Überrechnungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Beiträge MVK | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
AG-Beitrag zur Pensionskasse | 0,0 | 1.302,2 | 0,0 | 1.250,9 |
Leitende Angestellte | ||||
Zahlungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Dotierung/Verbrauch/Auflösung Rückstellungen3 | 46,2 | 0,0 | –4,6 | 0,0 |
Konzernale Überrechnungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Beiträge MVK | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
AG-Beitrag zur Pensionskasse | 0,0 | 94,1 | 0,0 | 97,3 |
Sonstige Arbeitnehmer | ||||
Zahlungen | 490,5 | 0,0 | 278,5 | 1.049,7 |
Dotierung/Verbrauch/Auflösung Rückstellungen3 | –8,3 | –507,4 | –295,1 | –3.654,3 |
Konzernale Überrechnungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Beiträge MVK | 100,6 | 0,0 | 95,6 | 0,0 |
AG-Beitrag zur Pensionskasse | 0,0 | 370,9 | 0,0 | 413,8 |
Summe | –371,0 | 3.769,2 | –1.151,4 | –12.802,2 |
Zinskomponente | 203,9 | 750,7 | 100,7 | 422,4 |
davon Vorstand | 133,8 | 600,22 | 65,0 | 345,02 |
davon leitende Angestellte | 11,4 | 0,0 | 6,5 | 0,0 |
davon sonstige Arbeitnehmer | 58,7 | 150,5 | 29,2 | 77,4 |
1 Davon betreffen ehemalige Vorstände 6.673,8 Tsd. EUR (2020/21: 2.104,2 Tsd. EUR). | ||||
2 Davon betreffen ehemalige Vorstände 144,2 Tsd. EUR (2020/21: 302,0 Tsd. EUR). | ||||
3 Auflösung Rückstellung erfolgt unter der Position "Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen" | Tsd. EUR | |||
Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm in den österreichischen Konzerngesellschaften basiert auf der Verwendung eines Teils der kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltserhöhungen mehrerer Geschäftsjahre. Erstmals im Geschäftsjahr 2000/01 erhielten die Arbeitnehmer als Gegenleistung für eine um 1 % geringere Lohn- und Gehaltserhöhung Aktien der voestalpine AG.
In den Geschäftsjahren 2002/03, 2003/04, 2005/06, 2007/08, 2008/09, 2014/15 und 2018/19 wurden jeweils zusätzlich zu den bis dahin vereinbarten Beiträgen zwischen 0,3 %-Punkte und 0,5 %-Punkte der Kollektivvertragserhöhungen für die Beteiligung der Mitarbeiter an der voestalpine AG verwendet. Die tatsächliche Höhe der Beiträge ergibt sich aus den ermittelten Beiträgen auf Basis der Kollektivverträge zum 1. November 2002, 2003, 2005, 2007, 2008, 2014 bzw. 2018 sowie unter Anwendung einer jährlichen Erhöhung der Beiträge um 3,5 %. In den Geschäftsjahren 2012/13, 2013/14, 2016/17, 2017/18 und 2021/22 wurden für jene österreichischen Konzerngesellschaften, die erst ab einem späteren Zeitpunkt an der Mitarbeiterbeteiligung teilgenommen hatten, weitere Beiträge zwischen 0,27 %-Punkten und 0,50 %-Punkten der Kollektivvertragserhöhungen 2012, 2013, 2016, 2017 bzw. 2021 für die Beteiligung verwendet.
Zur Umsetzung des österreichischen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms wird jeweils eine Vereinbarung zwischen dem Betriebsrat und der Gesellschaft geschlossen. Die Aktien werden von der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung erworben und werden von dieser entsprechend dem jeweiligen Lohn- und Gehaltsverzicht des Mitarbeiters an diesen übertragen. Der Wert der Gegenleistung ist nicht von Kursschwankungen abhängig. IFRS 2 kommt für Aktienzuteilungen aufgrund von niedrigeren Kollektivvertragsabschlüssen daher nicht zur Anwendung.
Für Konzerngesellschaften außerhalb Österreichs wurde ein internationales Beteiligungsmodell entwickelt, das zunächst im Geschäftsjahr 2009/10 in mehreren Gesellschaften in Großbritannien und Deutschland gestartet werden konnte. Aufgrund der in diesen Pilotversuchen gesammelten sehr positiven Erfahrungen wurde das Modell in diesen beiden Ländern weiter ausgebaut sowie in den folgenden Geschäftsjahren schrittweise in den Niederlanden, in Polen, in Belgien, in der Tschechischen Republik, in Italien, in der Schweiz, in Rumänien, in Schweden und in Spanien neu eingeführt. Im Geschäftsjahr 2021/22 nahmen insgesamt 89 Gesellschaften in diesen elf Ländern an der internationalen Mitarbeiterbeteiligung teil.
Zum 31. März 2022 hält die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung für die Mitarbeiter rund 14,2 % (31. März 2021: 14,1 %) der Aktien der voestalpine AG. Darüber hinaus halten aktive und ehemalige Mitarbeiter der voestalpine rund 0,6 % (31. März 2021: 0,7 %) der Aktien der voestalpine AG, deren Stimmrechte von der Stiftung ausgeübt werden. Insgesamt werden somit zum 31. März 2022 die Stimmrechte von 14,8 % (31. März 2021: 14,8 %) des Grundkapitals der voestalpine AG in der Stiftung gebündelt.
15. ÜBRIGE SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 277.447,6 Tsd. EUR sind unter anderem folgende wesentliche Posten enthalten: Reallokation an Divisionsleitgesellschaften in Höhe von 35.162,9 Tsd. EUR (Vorjahr 38.199,0 Tsd. EUR), Emissionszertifikate in Höhe von 213.215,7 Tsd. EUR (Vorjahr 63.566,0 Tsd. EUR), Honoraraufwendungen für Konsulenten und Gutachter in Höhe von 3.200,2 Tsd. EUR (Vorjahr 2.851,1 Tsd. EUR), Personalkosten für fremde Arbeitskräfte in Höhe von 446,2 Tsd. EUR (Vorjahr 617,8 Tsd. EUR), Werbeaufwendungen in Höhe von 2.087,1 Tsd. EUR (Vorjahr 2.107,4 Tsd. EUR), Beiträge an sonstige Verbände und Vereine in Höhe von 1.175,9 Tsd. EUR (Vorjahr 1.179,0 Tsd. EUR), Mieten und Pachten in Höhe von 1.875,5 Tsd. EUR (Vorjahr 1.876,3 Tsd. EUR), EDV in Höhe von 4.767,1 Tsd. EUR (Vorjahr 3.967,7 Tsd. EUR), sonstige fremde Dienstleistungen in Höhe von 3.676,3 Tsd. EUR (Vorjahr 3.524,0 Tsd. EUR) und für Reiseaufwendungen in Höhe von 303,6 Tsd. EUR (Vorjahr 134,1 Tsd. EUR).
16. ERTRÄGE AUS BETEILIGUNGEN
Die Beteiligungserträge betragen 1.152,8 Mio. EUR (davon 1.152,6 Mio. EUR aus verbundenen Unternehmen), (Vorjahr 0,0 Mio. EUR, davon 0,0 Mio. EUR aus verbundenen Unternehmen). Darin enthalten sind Erträge in Höhe von 125,9 Mio. EUR aus der Abspaltung der Anteile der vier Divisionsholdings (voestalpine Stahl GmbH, Linz, voestalpine Metal Engineering GmbH, Leoben, voestalpine Metal Forming GmbH, Krems, voestalpine High Performance Metals GmbH, Wien) an ihren US-Tochtergesellschaften in die voestalpine US Holding GmbH (siehe Punkt C. Erläuterungen zur Bilanz Punkt 2. Finanzanlagen).
17. ERTRÄGE AUS DEM ABGANG VON UND DER ZUSCHREIBUNG ZU FINANZANLAGEN UND WERTPAPIEREN DES UMLAUFVERMÖGENS
In der Berichtsperiode wurde eine Ausleihung an das Konzernunternehmen voestalpine Texas LLC, Portland, USA, mit einem Betrag von 104.136,5 Tsd. EUR (Vorjahr 0,0 Tsd. EUR) vollständig wieder zugeschrieben. Der Bewertung liegt der voraussichtliche Verkaufserlös der Texas-Gruppe zugrunde. In der Berichtsperiode wurde aufgrund des gestiegenen Unternehmenswertes eine Zuschreibung an der voestalpine High Performance Metals GmbH, Wien (Muttergesellschaft der High Performance Metals Division) in Höhe von 260.000,0 Tsd. EUR vorgenommen.
18. AUFWENDUNGEN AUS FINANZANLAGEN UND AUS WERTPAPIEREN DES UMLAUFVERMÖGENS
Im Vorjahr gab es die außerplanmäßige Abschreibung von zwei Beteiligungen an verbundenen Unternehmen im Ausmaß von 123.025,0 Tsd. EUR. Weiters erfolgte im Vorjahr eine außerplanmäßige Abschreibung einer Ausleihung an ein Konzernunternehmen in Höhe von 104.136,5 Tsd. EUR.
Im Geschäftsjahr 2021/22 gab es weder außerplanmäßige Abschreibungen von Beteiligungen noch von Ausleihungen.
19. ZINSERTRÄGE, ZINSEN UND ÄHNLICHE AUFWENDUNGEN UND NEGATIVZINSEN
Der Saldo aus „Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge“, „Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ und „Negativzinsen“ ergibt für das Geschäftsjahr 2021/22 einen Ertrag in Höhe von 56.155,4 Tsd. EUR (Vorjahr 5.400,8 Tsd. EUR). Die Veränderung ist im Wesentlichen auf die Veränderung der Kursdifferenzen in Höhe von 23.021,0 Tsd. EUR und der Wertberichtigungen in Höhe von 25.761,2 Tsd. EUR zurückzuführen. Die Zinserträge bestehen großteils aus Zinsen aus Wertpapieren des Umlaufvermögens, aus Darlehenszinsen von verbundenen Unternehmen, aus Swapzinsen sowie aus Erträgen aus der Auflösung von Wertberichtigungen zu Forderungen aus Finanzierung und Clearing. Die Zinsaufwendungen beinhalten Zinsen von verbundenen Unternehmen, Swapzinsen, Anleihezinsen und sonstige Aufwandszinsen sowie Wertberichtigungen zu Forderungen aus Finanzierung und Clearing gegenüber verbundenen Unternehmen. Die in den Zuweisungen zu den Rückstellungen für Abfertigungen (100,7 Tsd. EUR, Vorjahr 203,9 Tsd. EUR), Pensionen (422,4 Tsd. EUR, Vorjahr 750,7 Tsd. EUR) und Jubiläumsgelder (12,2 Tsd. EUR, Vorjahr 23,1 Tsd. EUR) enthaltenen Zinskomponenten sind analog zum Vorjahr ebenfalls im Zinsaufwand enthalten.
20. AUFWENDUNGEN FÜR DEN ABSCHLUSSPRÜFER
Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer betragen 313,0 Tsd. EUR (Vorjahr 296,8 Tsd. EUR) und betreffen mit 253,3 Tsd. EUR (Vorjahr 244,3 Tsd. EUR) die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses 2021/22. Sonstige Bestätigungsleistungen wurden in Höhe von 49,4 Tsd. EUR (Vorjahr 41,1 Tsd. EUR) erbracht und sonstige Leistungen in Höhe von 10,3 Tsd. EUR (Vorjahr 11,4 Tsd. EUR).
21. STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG
Die voestalpine AG ist Gruppenträger der Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG, welche insbesondere die wesentlichen inländischen Konzerngesellschaften als Gruppenmitglieder umfasst. Der Gruppenträger hat die Körperschaftsteuer für die Unternehmensgruppe an das zuständige Finanzamt zu leisten. Zwischen dem Gruppenmitglied und dem Gruppenträger besteht eine Regelung über den Steuerausgleich. Danach hat das Gruppenmitglied im Falle eines positiven Ergebnisses eine Steuerumlage an den Gruppenträger zu entrichten. Im Falle eines Verlustes eines Gruppenmitgliedes hat der Gruppenträger eine Steuerumlage an das Gruppenmitglied zu leisten. Der Posten Steuern vom Einkommen und Ertrag setzt sich wie folgt zusammen:
Aufwand (+), Ertrag (–) | 31.03.2021 | 31.03.2022 |
Körperschaftsteuer aus der Gruppenbesteuerung | 54,3 | 190.645,1 |
Körperschaftsteuer für Vorperioden | –24.476,0 | 0,0 |
Ausländische Steuern | 374,6 | 65,1 |
Steuerumlagen der Gruppenmitglieder | 3.209,8 | –211.365,1 |
Steuerumlagen der Gruppenmitglieder für Vorperioden | 656,2 | 70,5 |
Steuerlatenzen | –37.204,5 | 50.574,3 |
Steuerlatenzen für Vorperioden | 24.084,7 | 0,0 |
Summe | –33.300,9 | 29.989,8 |
Tsd. EUR |
Im Vorjahr betrafen die Körperschaftsteuer für Vorperioden großteils und die Steuerlatenzen für Vorperioden ausschließlich den Verlustrücktrag aus 2019/20 in Höhe von 24.084,7 Tsd. EUR.
E. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
In den sonstigen Rückstellungen sind Vorsorgen für Devisentermingeschäfte in Höhe von 498,7 Tsd. EUR (Vorjahr 485,6 Tsd. EUR) aufgrund von Marktwertveränderungen enthalten. Die Bewertung erfolgt nach der „Mark to Market-Methode“. Es wird das Ergebnis rückgestellt, das bei Glattstellung des Sicherungsgeschäftes am Bilanzstichtag realisiert werden würde. Die verwendeten Marktdaten sind, wenn vorhanden, Fixings (EZB, EURIBOR, Swapfixing), ansonsten Contributors wie beispielsweise Tullet & Tokyo Liberty.
Umfang der derivativen Finanzinstrumente und Fair Value in Summe zum Bilanzstichtag sind in folgender Tabelle dargestellt:
BESTAND AN DERIVATEN
Nominale | Fair Value | Laufzeit | |
Devisentermingeschäfte (inkl. Devisenswap) | 2.860,74 | 1,53 | 100 % ≤ 4 Jahre |
Commodity Swap | 495,98 | 0,00 | 100 % < 3 Jahre |
Summe | 3.356,72 | 1,53 | |
Mio. EUR |
Der Fair Value stellt positive und negative Marktwerte dar.
F. SONSTIGE ANGABEN
Als Vorstandsmitglieder der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr 2021/22 folgende Herren bestellt:
Die fixen Bezüge des Vorstandes werden entsprechend der österreichischen Rechtslage vom Präsidialausschuss des Aufsichtsrates festgelegt und periodisch einer Überprüfung unterzogen.
Voraussetzung für die Gewährung einer Bonifikation ist das Vorliegen einer aus quantitativen und qualitativen Elementen bestehenden Zielvereinbarung, welche mit dem Präsidialausschuss des Aufsichtsrates abzuschließen ist. Der Maximalbonus ist für Vorstandsmitglieder mit 200 % des Jahresbruttogehalts, für den Vorsitzenden des Vorstandes mit 250 % des Jahresbruttogehalts begrenzt. Bei exakter Erreichung der vereinbarten Zielwerte gebühren für die quantitativen Ziele 60 % des Maximalbonus; bei Erreichen der qualitativen Ziele gebühren 20 % des Maximalbonus. Eine Übererfüllung der quantitativen Ziele wird proportional bis zur Erreichung des Maximalbonus berücksichtigt. Quantitative Zielgrößen sind die „Earnings before interest and taxes“ (EBIT), der „Return on Capital Employed“ (ROCE), Free Cash Flow, das operative Working Capital in Prozent vom Umsatz und die Wertschöpfung je Mitarbeiter. Die konkreten Zielgrößen werden für EBIT und ROCE periodisch, nämlich jeweils für einen Zeitraum von drei Jahren, vom Präsidialausschuss des Aufsichtsrates mit dem Vorstand vereinbart. Der Zielwert für das operative Working Capital in Prozent vom Umsatz wurde sowohl für die Geschäftsjahre 2019/20 und 2020/21 als auch 2021/22 für das jeweilige Geschäftsjahr vereinbart. Die Ziele „Wertschöpfung je Mitarbeiter“ und „Free Cash Flow“ wurden für das Geschäftsjahr 2021/22 zusätzlich vereinbart. Die Berechnungsbasis der jeweiligen Zielgrößen ist unabhängig vom jeweiligen Budget bzw. der Mittelfristplanung, das heißt, Budgeterfüllung bedeutet nicht Bonuserreichung. Als qualitative Ziele im Geschäftsjahr 2021/22 wurden erstens die Ausarbeitung von mehreren Alternativszenarien für beide Hochofenstandorte zur Reaktion auf den Dekarbonisierungsdruck und zweitens die Bearbeitung des Projekts „Trentino“ (Abgabe der Mehrheit am HBI-Werk Texas) bis zur entscheidungsreifen Vorlage an den Aufsichtsrat vereinbart.
Die Höhe der vertraglich zugesagten Firmenpension bemisst sich für die Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner und Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA nach der Dauer der Dienstzeit. Pro Dienstjahr beträgt die Höhe der jährlichen Pension 1,2 % des letzten Jahresbruttogehalts. Die Pensionsleistung kann jedoch 40 % des letzten Jahresbruttogehalts (ohne variable Bezüge) nicht übersteigen. Für die Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing. Franz Rotter, Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer, Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA und Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA besteht eine beitragsorientierte Pensionszusage (mit einem Beitrag in Höhe von 15 % des Jahresbruttogehalts ohne Bonifikation, welcher vom Unternehmen in die Pensionskasse einbezahlt wird).
Im Geschäftsjahr 2018/19 wurde für die Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing. Franz Rotter, Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer und Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA eine außerordentliche Zuzahlung in das beitragsorientierte Pensionssystem beschlossen. Die Zahlung an die Pensionskasse erfolgt in fünf jährlichen gleichen Raten, beginnend mit 31. März 2020.
Die Vorstandsmitglieder erhalten bei Beendigung des Anstellungsverhältnisses eine Abfertigung, die der Systematik des Angestelltengesetzes nachgebildet ist, wobei die Maximalhöhe nach dem Angestelltengesetz nicht überschritten wird.
Für die Mitglieder des Vorstandes (wie auch für alle leitenden Angestellten des Konzerns) und des Aufsichtsrates besteht eine D&O-Versicherung, deren Kosten von der Gesellschaft getragen werden.
Die Bezüge der Mitglieder des Vorstandes der voestalpine AG setzen sich für das Geschäftsjahr 2021/22 wie folgt zusammen:
Lfd. Bezüge | Lfd. Bezüge | Summe | |
Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner | 1,19 | 2,95 | 4,14 |
Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer | 0,96 | 1,90 | 2,86 |
Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA | 0,96 | 1,90 | 2,86 |
Dipl.-Ing. Franz Rotter | 0,96 | 1,90 | 2,86 |
Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA | 0,96 | 1,90 | 2,86 |
Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA | 0,96 | 1,90 | 2,86 |
2021/22 | 5,99 | 12,45 | 18,44 |
2020/21 | 5,70 | 4,71 | 10,41 |
Mio. EUR |
In der oben angeführten Tabelle sind in den fixen Bezügen des Vorjahres Jubiläumsgeldzahlungen in Höhe von 0,04 Mio. EUR enthalten. Im Geschäftsjahr 2021/22 sind keine Jubiläumsgeldzahlungen angefallen.
Weiters sind zusätzlich für Vorstandsmitglieder mit leistungsorientierten Pensionsverträgen im Konzernabschluss folgende Service Costs (Personalaufwand) erfasst: Mag. Dipl.-Ing. Robert Ottel, MBA 0,52 Mio. EUR (2020/21: 0,41 Mio. EUR) und Dipl.-Ing. Herbert Eibensteiner 0,61 Mio. EUR (2020/21: 0,51 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2021/22 werden für die Vorstandsmitglieder mit beitragsorientierten Pensionsverträgen Zahlungen für laufende Pensionskassenbeiträge sowie – sofern relevant – Zahlungen für die oben beschriebene beitragsorientierte Zuzahlung im Konzernabschluss wie folgt berücksichtigt: Dipl.-Ing. Franz Rotter 0,61 Mio. EUR (2020/21: 0,60 Mio. EUR), Dipl.-Ing. Dr. Franz Kainersdorfer 0,53 Mio. EUR (2020/21: 0,52 Mio. EUR), Dipl.-Ing. Dr. Peter Schwab, MBA 0,71 Mio. EUR (2020/21: 0,70 Mio. EUR) und Dipl.-Ing. Hubert Zajicek, MBA 0,14 Mio. EUR (2020/21: 0,13 Mio. EUR); für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder mit leistungsorientierten Pensionsverträgen wurden Pensionszahlungen in Höhe von 1,56 Mio. EUR (2020/21: 1,54 Mio. EUR) durch die Pensionskasse geleistet. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden im Rahmen der bestehenden Abfertigungsregelung für vier Vorstandsmitglieder Zahlungen an eine Vorsorgekasse in Höhe von insgesamt 0,12 Mio. EUR (2020/21: 0,08 Mio. EUR) geleistet.
Zum Bilanzstichtag waren 10,90 Mio. EUR (2020/21: 4,21 Mio. EUR) der variablen Bezüge noch nicht ausbezahlt. An Mitglieder des Vorstandes der voestalpine AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.
Dem Aufsichtsrat gehörten in der Berichtsperiode folgende Mitglieder an:
Für die Geschäftsjahre 2005/06 bis 2020/21 war die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrates in der Satzung der voestalpine AG abschließend festgelegt. Erstmalig mit Wirkung für das Geschäftsjahr 2021/22 sieht § 15 der Satzung nunmehr vor, dass die Höhe der Vergütung sowie des Sitzungsgeldes der von der Hauptversammlung gewählten Mitglieder (= Kapitalvertreter) von der Hauptversammlung festgesetzt wird.
Den von der Belegschaftsvertretung nominierten Aufsichtsratsmitgliedern steht weder eine Aufsichtsratsvergütung noch ein Sitzungsgeld zu.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 6. Juli 2022 folgende Aufsichtsratsvergütung sowie Höhe der Sitzungsgelder vorschlagen:
Vorsitzender | 100.000 EUR |
Stellvertreter des Vorsitzenden | 75.000 EUR |
Mitglied | 50.000 EUR |
Vorsitzender eines Ausschusses (sofern nicht AR-Vorsitzender) | 25.000 EUR |
Sitzungsgeld | 500 EUR |
Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Hauptversammlung am 6. Juli 2022 beträgt die Aufsichtsratsvergütung (inklusive Sitzungsgelder) für das Geschäftsjahr 2021/22 insgesamt 0,53 Mio. EUR (2020/21: 0,18 Mio. EUR).
Die Bezahlung der Aufsichtsratsvergütung für das Geschäftsjahr 2021/22 erfolgt spätestens 14 Tage nach der am 6. Juli 2022 stattfindenden Hauptversammlung.
An Mitglieder des Aufsichtsrates der voestalpine AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.
Der Jahresabschluss der voestalpine AG wird samt den zugehörigen Unterlagen beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Linz unter der Firmenbuchnummer FN 66209 t eingereicht.
Dienstleistungen des Rechnungswesens und der Personalabteilung werden aufgrund von Shared Service-Verträgen von der voestalpine Stahl Linz GmbH und der voestalpine PersonalServices GmbH für die voestalpine AG erbracht.
Die voestalpine AG agiert als Management-Holding für den gesamten voestalpine-Konzern. Es werden sämtliche Leistungen erbracht, um die Ressourcenallokation innerhalb des gesamten voestalpine-Konzerns zum Nutzen sämtlicher Konzerngesellschaften und der Aktionäre zu optimieren. Diese Leistungen beinhalten unter anderem Funktionen im Bereich strategisches Personalmanagement, Planung und Strategie, Controlling, Bilanz, Treasury, Recht, Revision und strategisches IT-Management. In diesem Zusammenhang gibt es einen Management- und Servicevertrag zwischen der voestalpine AG und den betroffenen Konzerngesellschaften.
Für das Nutzungsrecht der Wort- und Bildmarke voestalpine besteht ein Markenlizenzvertrag. Beide Positionen werden unter dem Titel „Konzernumlage“ an die betroffenen Konzerngesellschaften verrechnet.
Es erfolgt zum Zwecke eines konzerninternen Liquiditätsausgleichs ein Cash-Pooling durch die voestalpine AG. Dabei werden Liquiditätsüberschüsse und Liquiditätsbedarfe von unterschiedlichen Konzerngesellschaften zueinander ausgeglichen.
Die voestalpine AG fungiert als Organträgerin einer Umsatzsteuerorganschaft gemäß § 2 Abs. 2 UStG 1994.
Weiters ist die voestalpine AG Gruppenträger einer Unternehmensgruppe gemäß § 9 Abs. 8 KStG 1988 (siehe Punkt 21. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag).
G. WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM
ABSCHLUSS DES GESCHÄFTSJAHRES
Nach dem Bilanzstichtag sind keine wesentlichen Ereignisse eingetreten, die in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung nicht berücksichtigt wurden.
H. ERGEBNISVERWENDUNG
Das Geschäftsjahr 2021/22 schließt mit einem Bilanzgewinn von 215.000.000,00 EUR. Es wird vorgeschlagen, eine Dividende von 1,20 EUR je dividendenberechtigter Aktie an die Aktionäre auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.
Linz, am 24. Mai 2022
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h. Franz Kainersdorfer e. h. Robert Ottel e. h.
Franz Rotter e. h. Peter Schwab e. h. Hubert Zajicek e. h.
voestalpine AG
BESTÄTIGUNGSVERMERK
BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Jahresabschluss der voestalpine AG, Linz, bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2022, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2022 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Bewertung Anteile an verbundenen Unternehmen
Im Jahresabschluss der voestalpine AG werden Anteile an verbundenen Unternehmen mit 4.219,4 Mio. EUR ausgewiesen und stellen damit bedeutende Vermögenswerte der Gesellschaft dar. Finanzanlagen werden von der Gesellschaft auf den beizulegenden Wert abgeschrieben, wenn dieser niedriger als der bisherige Buchwert ist. Zuschreibungen werden bei Wegfall der Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen. Demgemäß wurden im Geschäftsjahr Zuschreibungen auf Anteile an verbundene Unternehmen im Ausmaß von 260,0 Mio. EUR (zur Gänze betreffend die voestalpine High Performance Metals GmbH) vorgenommen.
Der beizulegende Wert der Anteile an verbundenen Unternehmen wird mit einem Discounted-Cashflow-Verfahren unter Einbeziehung der Cashflows aus der vom Konzernmanagement genehmigten 5-Jahres-Mittelfristplanung ermittelt.
Für weitere Ausführungen verweisen wir auf die Kapitel „2. Finanzanlagen“ und „17. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens“ im Anhang.
Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung des beizulegenden Wertes werden mehrere Annahmen, beispielsweise über die künftigen Zahlungsmittelüberschüsse und den Abzinsungssatz zugrunde gelegt. Die Planung der Cashflows ist grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet, die durch die Ukrainekrise noch verstärkt werden. Die Herleitung des Abzinsungssatzes ist komplex und von Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter bzw. von Marktdaten abhängig. Geringfügige Veränderungen in den Annahmen können zu einer wesentlichen Abweichung des beizulegenden Wertes führen. Aufgrund der im Geschäftsjahr erfassten Zuschreibungen ist davon insbesondere der Anteil an der voestalpine High Performance Metals GmbH betroffen. Aus diesen Gründen und wegen der wesentlichen Bedeutung der Anteile an verbundenen Unternehmen für den Jahresabschluss haben wir diesen Sachverhalt als besonders wichtig für unsere Prüfung bestimmt.
Wir haben den seitens des Managements eingerichteten Prozess zur Identifikation von Indikatoren für außerplanmäßige Abschreibungen und Zuschreibungen hinsichtlich dessen Ausgestaltung und Umsetzung geprüft.
Betreffend die durchgeführte Zuschreibung des Anteils an der voestalpine High Performance Metals GmbH haben wir die der Planung der Cashflows zugrundeliegenden Annahmen und die darin enthaltenen und von den gesetzlichen Vertretern der Division High Performance Metals vorgenommenen Ermessensentscheidungen kritisch gewürdigt und mit der vom Konzernmanagement genehmigten 5-Jahres-Mittelfristplanung abgeglichen. Wir haben die im Rahmen der Berechnungen angesetzten Parameter, wie beispielsweise die geplante Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die Working-Capital-Entwicklung oder die geplanten Investitionen, mit unternehmensspezifischen Informationen bzw. mit verfügbaren branchenspezifischen Markterwartungen aus externen Datenquellen verglichen und anhand historischer Daten plausibilisiert sowie eingehend mit dem Management diskutiert und hinterfragt.
Weiters haben wir das Berechnungsmodell auch unter Einbindung interner Experten hinsichtlich seiner Angemessenheit beurteilt. Den verwendeten Abzinsungssatz haben wir anhand selbst ermittelter Bandbreiten plausibilisiert.
SONSTIGE INFORMATIONEN
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Jahres- und Konzernabschluss, die Lageberichte zum Jahres- und Konzernabschluss und die jeweiligen Bestätigungsvermerke. Den Jahresfinanzbericht (ohne den Bericht des Aufsichtsrates) haben wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erhalten, der Bericht des Aufsichtsrates wird uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt werden.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf die sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab. Bezüglich der Informationen im Lagebericht verweisen wir auf den Abschnitt „Bericht zum Lagebericht“.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses ist es unsere Verantwortung, die oben angeführten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob sie wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf Grundlage der Arbeiten, die wir zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erhaltenen sonstigen Informationen durchgeführt haben, zur Schlussfolgerung gelangen, dass diese sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.
VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
BERICHT ZUM LAGEBERICHT
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
URTEIL
Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
ERKLÄRUNG
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 7. Juli 2021 als Abschlussprüfer für das am 31. März 2022 endende Geschäftsjahr gewählt und am 8. Juli 2021 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem am 31. März 2020 endenden Geschäftsjahr Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin
Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Mag. Marieluise Krimmel.
Wien
24. Mai 2022
Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH
Mag. Marieluise Krimmel e. h.ppa. Mag. Monika Viertlmayer e. h.
WirtschaftsprüferinWirtschaftsprüferin
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung
erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt
Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
ERKLÄRUNG DES VORSTANDES
GEM. § 124 (1) BÖRSEG 2018
Der Vorstand der voestalpine AG bestätigt nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss der voestalpine AG ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt und dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Linz, am 24. Mai 2022
Der Vorstand
Herbert Eibensteiner e. h.Franz Kainersdorfer e. h.Robert Ottel e. h.
Vorsitzender des VorstandesMitglied des VorstandesMitglied des Vorstandes
Franz Rotter e. h.Peter Schwab e. h.Hubert Zajicek e. h.
Mitglied des VorstandesMitglied des VorstandesMitglied des Vorstandes
SERVICE
290Glossar
291Kontakt, Impressum
GLOSSAR
Akquisition. Übernahme oder Kauf von Unternehmen bzw. Unternehmensteilen. Asset-Deal. Firmenübernahme durch Kauf der einzelnen Wirtschaftsgüter (anstelle der Anteile). ATX. „Austrian Traded Index“, Leitindex der Wiener Börse, der die 20 wichtigsten Aktien des Prime Market beinhaltet. Bruttoergebnis. Umsatzerlöse abzüglich Umsatzkosten. Capital Employed. Das gesamte eingesetzte verzinsliche Kapital. Cashflow
EBIT (Earnings before Interest, Taxes). Der Betriebserfolg: Ergebnis vor Steuern, Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter und Finanzergebnis. EBIT-Marge. EBIT/Umsatz. EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization). Ergebnis vor Steuern, Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter, Finanzergebnis und Abschreibungen. EBITDA-Marge. EBITDA/Umsatz. Eigenkapital. Mittel, die dem Unternehmen von den Eigentümern durch Einzahlung und/oder Einlage bzw. aus einbehaltenen Gewinnen zur Verfügung gestellt werden. | Eigenkapitalquote. Eigenkapital/Summe Passiva. Eigenkapitalrentabilität. Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss)/Eigenkapital der Vorperiode. Free Float (oder Streubesitz). Teil des Aktienkapitals, der sich im Streubesitz befindet, d. h. an der Börse frei gehandelt wird. Gearing (Ratio). Nettofinanzverschuldung/Eigenkapital. IFRS („International Financial Reporting Standards“). Rechnungslegungsnormen, die eine international vergleichbare Bilanzierung und Publizität gewährleisten sollen. Marktkapitalisierung. Die Marktkapitalisierung spiegelt den aktuellen Börsenwert einer börsennotierten Firma wider. Nettofinanzverschuldung. Verzinsliche Verbindlichkeiten abzüglich verzinsliches Vermögen. Rating. Eine auf den internationalen Kapitalmärkten anerkannte Einstufung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens. ROCE (Return on Capital Employed). EBIT/Durchschnittliches Capital Employed, die Rendite auf das eingesetzte Kapital. Volatilität. Intensität der Kursschwankungen von Aktien und Devisen bzw. der Preisänderungen von Massengütern im Vergleich zur Marktentwicklung. Vollzeitäquivalent (FTE). Ein Vollzeitmitarbeiter entspricht einem Vollzeitäquivalent von eins, teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter werden mit einer ihrem Beschäftigungsausmaß entsprechenden Quote berücksichtigt. WACC (Weighted Average Cost of Capital). Durchschnittliche Kapitalkosten für Fremd- und Eigenkapital. |
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geschlechtsbezogenen
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Bezeichnungen Abstand genommen.
Sämtliche in diesem Geschäftsbericht angeführte Mengenangaben
in Tonnen beziehen sich auf metrische Tonnen (1.000 kg).
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Eigentümer und Medieninhaber: voestalpine AG, voestalpine-Straße 1,
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1 Im Corporate Governance-Kodex sind folgende Regeln vorgesehen: „L-Regeln“ (= Legal), das sind gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen; „C-Regeln“ (Comply or Explain), deren Nichteinhaltung begründet werden muss; „R-Regeln“ (Recommendations), das sind Empfehlungen.
2 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund
3 EUROFER – Dachverband der europäischen Stahlindustrie für Stahlverbrauch Europa; über Europa hinausgehend World Steel Association
4 S&P Global Platts
5 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund
6 UNIFE Annual Report
7 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund
8 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund
9 LMCA GAPF Data
10 World Economic Outlook, IMF – International Monetary Fund