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Logwin AG
Jahresfinanzbericht
2024
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Kennzahlen 1. Januar – 31. Dezember 2024
Ertragslage
2024
2023
Angaben in Tausend €
Umsatz
Konzern
1.442.375
1.257.518
Veränderung zu 2023
14,7%
Air + Ocean
1.189.455
917.243
Veränderung zu 2023
29,7%
Solutions
255.013
341.852
Veränderung zu 2023
-25,4%
Operatives Ergebnis (EBITA)
Konzern
83.572
91.747
Marge
5,8%
7,3%
Air + Ocean
76.535
86.598
Marge
6,4%
9,4%
Solutions
19.828
18.915
Marge
7,8%
5,5%
Periodenergebnis
Konzern
65.594
80.158
Finanzlage
2024
2023
Angaben in Tausend €
Operativer Cashflow
108.989
107.894
Free-Cashflow
60.615
64.640
Vermögenslage
31.12.2024
31.12.2023
Eigenkapitalquote
47,1%
48,1%
Nettoliquidität (in Tausend €)
313.461
280.406
31.12.2024
31.12.2023
Anzahl der Mitarbeiter
3.777
3.790
Konzernlagebericht
Allgemeine Informationen zum Logwin Konzern
Geschäftsmodell
Logwin Konzern Der Logwin Konzern bietet seinen Kunden in den beiden Geschäftsfeldern Air + Ocean und Solutions weltweit Logistik- und Transportlösungen. Dabei verbindet Logwin die Vorteile einer international aufgestellten Logistikgruppe mit denen eines flexiblen Mittelständlers.
Geschäftsfeld Air + Ocean Das Geschäftsfeld Air + Ocean erbringt seine Logistik- und Speditionslösungen weltweit mit dem Fokus auf interkontinentaler Luft- und Seefracht und ergänzt diese in vielen Fällen mit vor- und nachgelagerten Value Added Services. Mit seinem weltweiten Netzwerk eigener Tochterunternehmen und langjähriger Partner ist Logwin für seine Kunden vor Ort präsent und setzt sich zum Ziel, höchste Ansprüche an Zuverlässigkeit, Qualität und Sicherheit der weltweiten Logistikketten zu gewährleisten.
Geschäftsfeld Solutions Das Geschäftsfeld Solutions entwickelt als Spezialist für Kontraktlogistik individuelle Lösungen für seine Kunden aus dem Konsumgüterbereich, der Retail- und Fashionbranche sowie in der industriellen Kontraktlogistik einschließlich des Bereichs Chemie- und Gefahrgut. Ganzheitliches Supply Chain Management – von Transport- und Speditionslösungen über Warehousing und logistische Mehrwertdienste bis hin zu kompletten Outsourcing-Projekten – ist fester Bestandteil des Leistungsportfolios dieses Geschäftsfelds.
Mit kundenspezifischen Kombinationen einzelner Logistikleistungen steuert der Logwin Konzern Logistikketten zwischen Lieferanten und Abnehmern je nach Bedarf in Teilen oder als Komplettlösung. Ganzheitliches Supply Chain Management, Warehousing, Value Added Services und Transporte auf der Straße, der Schiene sowie per Luft- oder Seefracht sind die wesentlichen Elemente der Leistungserbringung in den verschiedenen Einheiten des Logwin Konzerns. Eine weltweit einheitliche IT-Infrastruktur mit einem Rechenzentrum in Europa unterstützt harmonisierte Prozesse, die einfache Anbindung von Kunden sowie Dienstleistern und gewährleistet die Einhaltung der stetig steigenden Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Compliance.
Die Logwin AG ist an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Mehrheitsaktionärin ist die DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher (Luxemburg).
Finanzwirtschaftliche Unternehmenssteuerung
Der Logwin Konzern überwacht seine Vermögens-, Finanz- und Ertragslage mit Hilfe von ausgewählten zentralen Steuerungsgrößen (KPI) mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit hinsichtlich operativer, finanzieller und liquiditätsbezogener Aspekte zu beurteilen und entscheidungsrelevante Informationen zur Unternehmenssteuerung bereitzustellen. Das eingesetzte Kennzahlensystem stellt ein Gleichgewicht zwischen Profitabilität, effizienter Nutzung von Ressourcen und einem nachhaltigen Liquiditätsmanagement sicher. Monatliche, quartalsweise und jährliche Veränderungen der relevanten Leistungsindikatoren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bzw. den Forecast-/Budget-Werten dienen der Unternehmensleitung als Entscheidungsgrundlage. Darüber hinaus bilden einzelne KPIs wesentliche Elemente des Vergütungssystems. Soweit nicht in den International Financial Reporting Standards (IFRS) definiert, wird die Ermittlung der verwendeten und berichteten KPIs entsprechend der Leitlinien für alternative Leistungskennzahlen (APM) der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) vom 5. Oktober 2015 nachfolgend erläutert:
Profitabilität Die Umsatzerlöse stellen grundsätzlich eine der wesentlichen Messgrößen der Profitabilität dar, da sie die Fähigkeit eines Unternehmens widerspiegeln, seine Produkte oder Dienstleistungen am Markt abzusetzen. Insofern dient die in den IFRS definierte Kennzahl auch im Logwin Konzern, insbesondere im transaktionsbasierten Logistikgeschäft, als Ausgangspunkt für tiefergehende Preis/ Mengen-Abweichungsanalysen sowie als wichtiger Vergleichsmaßstab. Darüber hinaus erweisen sich die Umsatzerlöse als Indikator für die Geschäftsentwicklung (Wachstum) sowie mit Einschränkungen auch als geeigneter cash-flow orientierter Erfolgsfaktor (Zahlungssensitivität).
Das operative Ergebnis vor Wertminderungen von Firmenwerten – EBITA (Earnings Before Interest, Taxes and Amortization) – misst die Entwicklung der Ertragskraft sowohl des Konzerns als auch der einzelnen Geschäftsfelder und ist der zentrale Leistungsindikator für die Profitabilität im Logwin Konzern. Das EBITA ergibt sich aus den Umsatzerlösen abzüglich der Umsatzkosten und der Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen. Außerdem werden die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge sowie die gesondert ausgewiesenen Wertminderungen und Wertaufholungen auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte und Vertragsvermögenswerte in die Berechnung einbezogen. Die EBITA-Marge dient darüber hinaus als ergänzende Kennzahl zur Bewertung der operativen Profitabilität. Sie berechnet sich als Quotient aus EBITA und Umsatz. Nach Auffassung der Unternehmensleitung ist das EBITA die am besten geeignete Kennzahl, um die Leistung des Logwin Konzerns darstellbar und vergleichbar zu machen, da sie durch die Berücksichtigung von Abschreibungen den Vorteil bietet, auch den Verzehr des Anlagevermögens wiederzugeben. Schwankende Wertminderungen von Firmenwerten bleiben hingegen außen vor.
Das Periodenergebnis ist eine weitere Steuerungskennzahl im Logwin Konzern und dient der Messung des Gesamterfolgs nach Zinsen und Steuern, insbesondere im Zeitverlauf. Das Periodenergebnis ergibt sich direkt aus der Gewinn- und Verlustrechnung und ist somit in den einschlägigen Rechnungslegungs-Standards definiert (in IAS 1.7 bezeichnet als „Gewinn oder Verlust“).
Weitere Leistungsindikatoren zur Messung der Konzernleistung sind der Bruttogewinn und die Bruttogewinnmarge. Während sich der Bruttogewinn als Differenz zwischen Umsatz und Umsatzkosten ergibt, berechnet sich die Bruttogewinnmarge als Quotient aus Bruttogewinn und Umsatz. Beide Kenngrößen werden insbesondere zur Beurteilung der Finanzkraft des Geschäftsmodells sowie der operativen Profitabilität im Zeitverlauf genutzt.
Liquidität Der Free-Cashflow ist die zentrale Kennzahl zur Liquiditätssteuerung im Logwin Konzern und in den Geschäftseinheiten. Diese Kennzahl definiert sich als Summe aus dem Operativen Cashflow und dem Investitions-Cashflow, welche beide in Übereinstimmung mit dem IAS 7 ermittelt werden, abzüglich der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten (bzgl. der Einzelheiten der Berechnung verweisen wir auf die Zwischensummen in der Kapitalflussrechnung). Ziel ist es, neben den operativen Zahlungsverpflichtungen und Investitionen eine ausreichende Liquidität zur Deckung aller finanziellen Verpflichtungen des Konzerns aus möglichen Darlehenstilgungen und Dividendenzahlungen sicherzustellen. Insofern wird der Free-Cashflow als Indikator angesehen, wie viel Liquidität am Ende der Berichtsperiode zur Zahlung von Dividenden oder gegebenenfalls zur Rückzahlung von Darlehen und anderen Finanzverbindlichkeiten zur Verfügung steht.
Im Operativen Cashflow – eine Kenngröße des einschlägigen IAS 7 (bezeichnet als „net cash flows from operating activities“ in IAS 7.20) und somit unmittelbar aus der Kapitalflussrechnung abgeleitet – werden alle in einem bestimmten Zeitraum erwirtschafteten liquiden Mittel ausgewiesen. Er zeigt somit die Mittelzuflüsse, die direkt aus der operativen Wertschöpfung stammen und für Investitionen und Finanzierungsaktivitäten zur Verfügung stehen. Die Kennzahl dient sowohl der operativen Liquiditätssteuerung und -überwachung als auch der Sicherstellung einer cashorientierten operativen Wertschöpfung.
Vermögenslage Zur Beurteilung der Vermögenslage werden im Logwin Konzern die Nettoliquidität und die Eigenkapitalquote herangezogen. Beide Steuerungsgrößen zielen auf eine nachhaltig positive Finanzierungsstruktur und damit einhergehende positive Effekte auf Kreditwürdigkeit und Bonität ab. So wird ein fortwährender Zugang zum Kapitalmarkt zu günstigen Konditionen zum Zweck der Liquiditätssteuerung gewährleistet. Die Nettoliquidität ergibt sich als Differenz aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen sowie sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten. Die Nettoliquidität gibt Einblick, in welcher Höhe dem Konzern liquide Mittel nach Abzug aller Finanzverbindlichkeiten dem Konzern zur Verfügung stehen.
Die Eigenkapitalquote berechnet sich als Quotient aus Eigenkapital und Bilanzsumme und gibt Auf-schluss über die Kapitalstruktur eines Unternehmens, indem sie den Anteil der Vermögenswerte, die durch die Anteilseigner mit Eigenkapital unterlegt sind, und den Verschuldungsgrad des Unternehmens widerspiegelt.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, nichtfinanzielle Erklärung und Diversitätskonzept
Neben den dargestellten finanziellen Leistungsindikatoren stellt die Mitarbeiteranzahl zum Stichtag (absolut in Köpfen; als Mitarbeiter werden alle direkt im Logwin Konzern angestellten Personen bezeichnet, die im In- oder Ausland Vollzeit oder Teilzeit für Logwin tätig sind) eine wesentliche nicht-finanzielle Steuerungskennzahl dar. Der Begriff Mitarbeiter wird geschlechtsneutral für weibliche, männliche und diverse Personen gleichermaßen verwendet. Die Mitarbeiterzahl ermöglicht ergänzende Analysen von Kosten und Produktivität und gibt Aufschluss über den Einsatz von Ressourcen und Kapazitäten. Darüber hinaus setzen weitere quantitative und qualitative Personal-Kennzahlen auf der Mitarbeiterzahl als Bezugsgröße auf.
Hinsichtlich der für das Geschäftsjahr 2024 abzugebenden nichtfinanziellen Erklärung und des im Logwin Konzern angewendeten Diversitätskonzeptes verweisen wir auf die nicht finanzielle Berichterstattung der Logwin AG und den Diversitätsbericht. Die Dokumente sind auf der Homepage unter www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/corporate-social-responsibility abrufbar.
Forschung und Entwicklung
Die Entwicklungsaktivitäten im Logwin Konzern konzentrieren sich auf Dienstleistungs- und Prozessinnovationen. Diese Innovationen zur Verbesserung operativer und administrativer Prozesse werden meist in enger Zusammenarbeit mit Kunden ausgearbeitet. Bei komplexen Kontraktlogistikprojekten sind hiermit insbesondere die Spezialisten des Geschäftsfelds Solutions in den Bereichen Tender Management/Logistics Engineering, Prozessmanagement und die jeweiligen IT-Fachabteilungen betraut.
Corporate Governance
Mitglieder des Verwaltungsrats und des Executive Committee
Dr. Antonius Wagner (*1961)
Vorsitzender des Verwaltungsrats und des Executive Committee
Bad Homburg v. d. Höhe (DE)
Axel Steiner (*1973)
Mitglied des Verwaltungsrats (seit 16. April 2024)
Mitglied des Executive Committee
Großostheim (DE)

Sebastian Esser (*1974)
Mitglied des Executive Committee
Mitglied des Verwaltungsrats (bis 16. April 2024)
Singapur (SG)

Ralf Hubert (*1970)
Mitglied des Executive Committee
Großostheim (DE)
Andreas Kurtze (*1973)
Nicht-exekutives Mitglied des Verwaltungsrats
Syndikusrechtsanwalt
Frankfurt am Main (DE)
Christopher Müller (*1986)
Mitglied des Executive Committee
Salzburg (AT)
bis 31. Dezember 2024
Hauke Müller (*1964)
Mitglied des Executive Committee
Hamburg (DE)
bis 31. Dezember 2024
Thomas Philipp (*1981)
Mitglied des Executive Committee
Mannheim (DE)
seit 1. Februar 2025
Philippe Prussen (*1977)
Nicht-exekutives Mitglied des Verwaltungsrats
Rechtsanwalt
Luxemburg (LU)
Der Verwaltungsrat der Logwin AG hat eine Corporate Governance Charter beschlossen, die im Internet unter www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/corporate-governance verfügbar ist.
Angaben nach Artikel 11 des luxemburgischen Übernahmegesetzes vom 19. Mai 2006
Lit (a):Angaben zur Eigenkapitalstruktur des Logwin Konzerns sind unter Ziffer 26 auf Seite 81 des Anhangs des Konzernabschlusses enthalten. Zum 31. Dezember 2024 waren 2.879.215 voll eingezahlte, nennwertlose Namensaktien mit Stimmrecht ausgegeben und zum Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen.
Lit (b):Es existieren keine Beschränkungen hinsichtlich der Übertragung von Aktien.
Lit (c):Mehrheitsaktionärin der Logwin AG ist die DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher, Luxemburg. Alleingesellschafter der DELTON Logistics S.à r.l. ist Herr Stefan Quandt. Für weitere Angaben wird auf die Ziffern 1 und 39 auf den Seiten 36 und 106 des Konzernanhangs verwiesen.
Lit (d):Es gibt keine Aktien, die den Inhabern spezielle Kontrollrechte gewähren.
Lit (e):Im Logwin Konzern sind keine Mitarbeiter-Aktienprogramme vorhanden.
Lit (f):Es bestehen keine Stimmrechtsbeschränkungen im Logwin Konzern.
Lit (g):Der Logwin AG sind zum 31. Dezember 2024 keine Vereinbarungen mit Aktionären bekannt, die die Übertragung von Aktien bzw. Stimmrechten hinsichtlich der Richtlinie 2004/109/EC beschränken.
Lit (h):Regelungen über die Ernennung und Ersetzung der Verwaltungsratsmitglieder und über die Änderung der Satzung sind in der Satzung der Logwin AG in den Artikeln 8, 16 und 17 und in der Corporate Governance Charter in Kapitel 8 dargestellt. Die Dokumente sind auf der Homepage unter www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/satzung bzw. www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/corporate-governance abrufbar.
Insbesondere gilt:
-Die Mitglieder des Verwaltungsrats werden von der Hauptversammlung für eine Dauer ernannt, die sechs Jahre nicht überschreiten darf. Sie können jederzeit von der Hauptversammlung abberufen werden. Wiederholte Ernennungen eines Mitglieds des Verwaltungsrats sind zulässig.
-Falls ein Mitglied des Verwaltungsrats (einschließlich der exekutiven Verwaltungsrats-mitglieder) vorzeitig ausscheidet, können die verbleibenden Mitglieder gemäß den gesetzlichen Bestimmungen vorläufig ein neues Verwaltungsratsmitglied kooptieren. Die endgültige Wahl wird durch die Hauptversammlung bei ihrem nächsten Zusammentreffen vorgenommen.
-Die Hauptversammlung kann, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Anwesenheits- und Mehrheitsbestimmungen, die Satzung der Gesellschaft zu jedem Zeitpunkt ändern.
Lit (i):Befugnisse des Verwaltungsrats, insbesondere in Bezug auf die Ermächtigung zur Ausgabe bzw. Einziehung von Aktien, sind in der Satzung der Logwin AG in den Artikeln 5, 8, 9, 10, 11, 18, 19 und 23 und in der Corporate Governance Charter in Kapitel 3 geregelt.
Die Dokumente sind auf der Homepage unter www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/ satzung bzw. www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/corporate-governance verfügbar.
Insbesondere gilt:
-Die Leitung der Gesellschaft obliegt einem Verwaltungsrat.
-Der Verwaltungsrat hat alle Befugnisse, um Verwaltungs- und Verfügungshandlungen im Interesse der Gesellschaft vorzunehmen. Zur Wahrnehmung der täglichen Geschäfts-führung hat der Verwaltungsrat ein Direktionskomitee (nachfolgend „Executive Committee“) ernannt.
-Der Verwaltungsrat bestimmt den Tätigkeitsbereich des Executive Committee und der einzelnen Ausschüsse. Er genehmigt ebenfalls die Verfahren, die im Executive Committee und den einzelnen Ausschüssen anzuwenden sind.
-Die tägliche Geschäftsführung der Gesellschaft wird vom Executive Committee unter Aufsicht des Verwaltungsrats durchgeführt. Der Verwaltungsrat beschließt über die Zeichnungsbefugnisse der Mitglieder des Executive Committee.
-Der Verwaltungsrat ist ermächtigt, das Grundkapital der Logwin AG bis zum 29. April 2029 durch Ausgabe neuer Namensaktien ohne Nennwert mit oder ohne Agio („prime d’émission“) gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals um bis zu 1.506.489 Aktien zu erhöhen.
-Die Gesellschaft kann gemäß den gesetzlichen Bestimmungen eigene Aktien zurückkaufen.
Lit (j): Es gibt Finanzierungsverträge, die Klauseln beinhalten, die bei einem geringeren Aktienbesitz der Mehrheitsaktionärin der Logwin AG in Abhängigkeit von Schwellenwerten den Kredit-gebern das Recht zur vorzeitigen Beendigung des Vertrags einräumen.
Lit (k): Es bestehen keine Vereinbarungen zwischen der Logwin AG und ihren Verwaltungsrats-mitgliedern bzw. Mitarbeitern, die bei Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses ohne wichtigen Grund oder im Fall eines Übernahmeangebots eine Entschädigung vorsehen.
Wirtschaftsbericht
Rahmenbedingungen
Weltwirtschaft Die Weltwirtschaft verzeichnete 2024 insgesamt ein moderates Wachstum. Der weltweite Handel erholte sich nach den pandemiebedingten Rückschlägen nur langsam und die globale Industrieproduktion zeigte sich weiterhin schwach, während der Dienstleistungssektor den Haupttreiber des Wachstums darstellte. Geopolitische Unsicherheiten belasteten die internationale Wirtschaft weiterhin spürbar. Sinkende Inflationsraten in den Industrieländern und eine allmählich lockerere Geldpolitik sorgten für eine Stabilisierung der Konsumnachfrage im Berichtsjahr.
Im Euroraum blieb die wirtschaftliche Dynamik verhalten, obwohl sich der private Konsum allmählich stabilisierte. Der Arbeitsmarkt zeigte sich robust, und steigende Reallöhne unterstützten die Konsumnachfrage in vielen Ländern. Dennoch blieb die Industrieproduktion weiterhin schwach.
Deutsche (Logistik-)Wirtschaft Die deutsche Wirtschaft konnte sich auch im Geschäftsjahr 2024 nicht aus ihrer Stagnation lösen. Strukturelle Herausforderungen wie Standortnachteile und die Verlagerung von Produktionskapazitäten ins Ausland trugen zu einem anhaltenden Rückgang der Industrieproduktion bei. Die Auftragseingänge und Produktionskennzahlen im verarbeitenden Gewerbe blieben schwach. Während der Dienstleistungssektor leichte Wachstumsimpulse durch höhere Reallöhne verzeichnete, blieben Investitionen und der Außenhandel hinter den Erwartungen zurück. Der private Konsum zeigte sich stabil, konnte aber den Rückgang in anderen Bereichen nicht vollständig kompensieren. Die deutsche Logistikwirtschaft stabilisierte sich infolge der sich erholenden Nachfrage nach Transportkapazitäten sowie logistischen Dienstleistungen.
Wettbewerb und Markt Die Logistikbranche stand 2024 vor erheblichen Herausforderungen durch einen intensiven internationalen Wettbewerb. Gleichzeitig führte die Verlagerung globaler Handelsrouten und die Unsicherheit über Zollerhöhungen zu steigenden Risiken in den Lieferketten. Internationale Embargos und Sanktionen erschwerten den Handel, da Unternehmen gezwungen waren, Lieferketten anzupassen. Die Sanktionslage erforderte eine kontinuierliche Überwachung der Vorschriften, um rechtliche Risiken zu minimieren.
Sowohl der Luft- als auch der Seefrachtmarkt verzeichneten im Jahresverlauf einen Volumenanstieg. Die Seefrachtraten stiegen im Verlauf des Geschäftsjahres 2024 rapide an, was auf eine steigende Nachfrage und begrenzte Kapazitäten zurückzuführen ist. Die Luftfrachtraten sind seit Jahresbeginn gestiegen und befanden sich insgesamt leicht über Vorjahresniveau.
Geschäftsverlauf
Der Logwin Konzern erzielte in einem herausforderndem Marktumfeld eine insgesamt zufriedenstellende Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Der Konzernumsatz des Geschäftsjahres 2024 lag über dem Vorjahresniveau, resultierend aus einem überwiegend frachtratenbedingten Anstieg im Geschäftsfeld Air + Ocean.
Im Geschäftsfeld Air + Ocean resultiert der gestiegene Umsatz aus den gestiegenen Luft- und Seefrachtraten sowie weltweit erhöhter Volumina im Vergleich zum Vorjahr. Vor dem Hintergrund des zunehmend herausfordernden Marktumfelds und einer sehr intensiven Wettbewerbssituation erwirtschaftete das Geschäftsfeld ein gegenüber dem Vorjahr rückläufiges operatives Ergebnis. Im Berichtsjahr wurde die organische Entwicklung des weltweiten Netzwerks für Luft- und Seefracht durch den Abschluss von Verträgen zum Erwerb von Unternehmen in Schweden und Deutschland sowie den Ausbau einer bestehenden Beteiligung in Neuseeland ergänzt. Zudem erfolgte die Erweiterung des weltweiten Netzwerks durch die Neugründung einer Gesellschaft in Lettland.
Die Umsätze im Geschäftsfeld Solutions sind im Jahresverlauf 2024 unter anderem aufgrund der Veräußerung des deutschen Retail-Netzwerks im Vorjahr sowie der Beendigung von Kundenprojekten zurückgegangen. Die Ergebnisentwicklung des Geschäftsfelds Solutions war im Jahr 2024 insgesamt positiv. Im Berichtsjahr erfolgte die Neugründung einer Gesellschaft in Bulgarien sowie die Übernahme von zwei Unternehmen in Spanien.
in Mio. €
2024
2023
Veränderung absolut
Umsatz
1.442,4
1.257,5
184,9
EBITA
83,6
91,7
-8,1
Periodenergebnis
65,6
80,2
-14,6
Free-Cashflow
60,6
64,6
-4,0
Netto-Liquidität
313,5
280,4
33,1
Ertragslage
Umsatz Der Umsatz des Logwin Konzerns lag im Geschäftsjahr 2024 mit 1.442,4 Mio. Euro über dem Vorjahresumsatz von 1.257,5 Mio. Euro. Der Anstieg resultierte aus den im Vorjahresvergleich gestiegenen Luft- und Seefrachtraten sowie weltweit erhöhten Volumina im Geschäftsfeld Air + Ocean. Die Veräußerung des deutschen Retail-Netzwerks und eine Standortschließung im Vorjahr sowie die Beendigungen einzelner Kundenprojekte führten dagegen zu reduzierten Umsätzen im Geschäftsfeld Solutions.
in Mio. €
2024
2023
Veränderung absolut
Logwin Konzern
1.442,4
1.257,5
184,9
davon Air + Ocean
1.189,5
917,2
272,3
davon Solutions
255,0
341,9
-86,9
Der Umsatz des Logwin Konzerns beinhaltet neben den beiden dargestellten operativen Geschäftsfeldern das Segment Sonstige, welches unter anderem die Verwaltung von Immobilien, zentrale interne Dienstleistungen und Holdinggesellschaften umfasst.
Air + Ocean
Das Geschäftsfeld Air + Ocean erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 1.189,5 Mio. Euro und lag damit sehr deutlich über dem Vorjahresniveau von 917,2 Mio. Euro. Die Umsatzentwicklung ist im Wesentlichen auf die Entwicklung der Frachtraten in der See- und auch in der Luftfracht sowie erhöhte Volumina in allen Regionen des weltweiten Netzwerks zurückzuführen.
Solutions
Der Umsatz des Geschäftsfelds Solutions lag im Jahr 2024 mit 255,0 Mio. Euro unter dem Vorjahresumsatz von 341,9 Mio. Euro. Die Veräußerung des deutschen Retail-Netzwerks im März 2023 trug wesentlich zu den verringerten Umsätzen bei. Darüber hinaus waren die Umsätze im internationalen Transportgeschäft im Wesentlichen aufgrund reduzierter Transportmengen ebenfalls rückläufig. In der Kontraktlogistik führte eine im Vorjahr vorgenommene Standortschließung zu einem Umsatzrückgang im Vorjahresvergleich. Positiv entwickelten sich einige Standorte durch die Ausweitung ihres Geschäfts mit Bestandskunden bzw. durch Akquisition von Neukunden.
Bruttomarge Die Bruttomarge des Logwin Konzerns sank aufgrund gestiegener Kostenkomponenten durch zunehmenden Wettbewerbsdruck im Geschäftsjahr 2024 von 13,1 % im Vorjahr auf 10,8 %.
Vertriebs- und Verwaltungskosten Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sind im Wesentlichen durch höhere Personalkosten von 71,1 Mio. Euro im Vorjahr auf 75,9 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2024 gestiegen.
Operatives Ergebnis (EBITA) Der Logwin Konzern erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024 einhergehend mit der allgemeinem Marktentwicklung ein gegenüber dem Vorjahr rückläufiges operatives Ergebnis (EBITA) von 83,6 Mio. Euro (Vorjahr: 91,7 Mio. Euro). Die operative Marge des Konzerns belief sich auf 5,8 % (Vorjahr: 7,3 %). In der Ergebnisentwicklung spiegelt sich die aktuell sehr intensive Wettbewerbssituation des Luft- und Seefrachtmarkts im Geschäftsfeld Air + Ocean wider. Das Ergebnis des Geschäftsfelds Solutions hingegen lag aufgrund der erfreulichen Margensteigerung über dem Vorjahresniveau.
in Mio €
2024
2023
Veränderung absolut
Logwin Konzern
83,6
91,7
-8,1
Marge
5,8%
7,3%
-1,5%
Air + Ocean
76,5
86,6
-10,1
Marge
6,4%
9,4%
-3,0%
Solutions
19,8
18,9
0,9
Marge
7,8%
5,5%
2,3%
Das EBITA des Logwin Konzerns beinhaltet neben den beiden dargestellten operativen Geschäftsfeldern das Segment Sonstige, welches unter anderem die Verwaltung von Immobilien, zentrale interne Dienstleistungen und Holdinggesellschaften umfasst.
Air + Ocean
Das operative Ergebnis (EBITA) des Geschäftsfelds Air + Ocean lag im Jahr 2024 mit 76,5 Mio. Euro unter dem Vorjahresergebnis von 86,6 Mio. Euro. Der deutliche Rückgang spiegelt die aktuell sehr intensive Wettbewerbssituation des Luft- und Seefrachtmarkts in den verschiedenen Regionen des weltweiten Netzwerks wider.
Solutions
Das Geschäftsfeld Solutions erzielte im Geschäftsjahr 2024 ein operatives Ergebnis (EBITA) von 19,8 Mio. Euro und übertraf damit das Vorjahresergebnis um 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: 18,9 Mio. Euro). Das operative Ergebnis (EBITA) wurde im internationalen Transportgeschäft im Vergleich zum Vorjahr erfreulich gesteigert. Der Wegfall des negativen Ergebnisbeitrags durch die Veräußerung des Retail-Netzwerks im ersten Halbjahr 2023 wirkte sich im Vorjahresvergleich ebenfalls positiv aus. In der Kontraktlogistik führten insbesondere ergriffene Maßnahmen zur Steigerung der Performance zu einer Ergebnisverbesserung. Positive Ergebnisentwicklungen ergaben sich auch durch Geschäftsausweitungen.
Finanzergebnis und Ertragsteuern Das Finanzergebnis lag aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus mit 7,0 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 4,9 Mio. Euro. Der Ertragsteueraufwand erhöhte sich im Wesentlichen aufgrund des Wegfalls positiver Einmaleffekte aus dem Vorjahr im Zusammenhang mit der Aktivierung latenter Steueransprüche sowie höherer Quellensteuerzahlungen auf Dividenden von 16,5 Mio. Euro im Vorjahr auf 25,0 Mio. Euro.
Periodenergebnis Das Periodenergebnis des Logwin Konzerns belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 65,6 Mio. Euro und lag damit unter dem Ergebnis des Vorjahres von 80,2 Mio. Euro.
Finanzlage
Finanzmanagement im Logwin Konzern Der Logwin Konzern finanziert sich im Wesentlichen aus Eigenmitteln und Leasing und kann bedarfsweise aus dem Factoring von Forderungen sowie durch Kreditlinien zusätzliche Finanzmittel abrufen. Die Finanzierung der operativen Einheiten des Logwin Konzerns erfolgt im Wesentlichen aus operativen Cashflows und darüber hinaus bedarfsweise über Konzerndarlehen.
Die Finanzierungsverbindlichkeiten des Logwin Konzerns sind zum 31. Dezember 2024 mit 59,7 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr gesunken (Vorjahr: 75,1 Mio. Euro) und betreffen fast ausschließlich Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen.
Operativer Cashflow Im Geschäftsjahr 2024 verzeichnete der Logwin Konzern Mittelzuflüsse aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von 109,0 Mio. Euro (Vorjahr: 107,9 Mio. Euro). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf insgesamt geringere Steuerzahlungen gegenüber dem Vorjahr zurückzuführen.
Investitions-Cashflow Der Cashflow aus Investitionstätigkeiten des Logwin Konzerns belief sich im Berichtsjahr auf -15,0 Mio. Euro (Vorjahr: -16,8 Mio. Euro). Die Auszahlungen beinhalten im Wesentlichen Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen sowie die Zahlung negativer Kaufpreisraten für die Veräußerung des verlustbringenden deutschen Retail-Netzwerks im Vorjahr.
Free-Cashflow Der Logwin Konzern erzielte in 2024 nach Berücksichtigung der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von -33,4 Mio. Euro (Vorjahr: -26,4 Mio. Euro) einen Free-Cashflow von 60,6 Mio. Euro (Vorjahr: 64,6 Mio. Euro).
Finanzierungs-Cashflow Der Finanzierungs-Cashflow des Jahres 2024 in Höhe von -75,7 Mio. Euro (Vorjahr: -98,0 Mio. Euro) beinhaltet im Wesentlichen die Ausschüttung an die Aktionäre der Logwin AG von -40,3 Mio. Euro (Vorjahr: -69,1 Mio. Euro) sowie die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von -33,4 Mio. Euro (Vorjahr: -26,4 Mio. Euro).
Vermögenslage
Bilanzsumme und Vermögenswerte Die Bilanzsumme des Logwin Konzerns ist mit 799,6 Mio. Euro zum 31. Dezember 2024 gegenüber dem Vorjahresstichtag gestiegen (Vorjahr: 730,5 Mio. Euro). Der Anstieg resultierte wesentlich aus deutlich höheren Forderungen und Vertragsvermögenswerten sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aufgrund der gestiegenen Frachtraten und damit höheren Umsatzvolumina im Berichtsjahr.
Die langfristigen Vermögenswerte sind im Geschäftsjahr 2024 mit 174,6 Mio. Euro geringer als im Vorjahr (Vorjahr: 181,4 Mio. Euro), was im Wesentlichen auf den Rückgang der Sachanlagen um 9,3 Mio. Euro zurückzuführen ist. Gegenläufig stiegen die Firmenwerte aufgrund von Unternehmenserwerben von 48,9 Mio. Euro zum 31. Dezember 2023 auf 55,1 Mio. Euro zum Ende des Berichtsjahres.
Das kurzfristige Vermögen des Logwin Konzerns hat sich von 549,0 Mio. Euro zum Vorjahresende auf 625,0 Mio. Euro zum 31. Dezember 2024 erhöht. In den kurzfristigen Vermögenswerten sind gegenüber dem Vorjahresstichtag deutlich gestiegene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aus Factoring einschließlich kurzfristiger Vertragsvermögenswerte in Höhe von 214,5 Mio. Euro (Vorjahr: 160,9 Mio. Euro) sowie gestiegene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 373,2 Mio. Euro (Vorjahr: 355,5 Mio. Euro) enthalten.
Eigenkapital Der Logwin Konzern verfügte zum Ende des Berichtsjahres 2024 über ein gestiegenes Eigenkapital von 376,4 Mio. Euro gegenüber 351,7 Mio. Euro zum 31. Dezember 2023. Die Erhöhung des Eigenkapitals reflektiert vor allem das Periodenergebnis des Geschäftsjahres 2024 von 65,6 Mio. Euro (Vorjahr: 80,2 Mio. Euro). Die im Geschäftsjahr erfolgte Ausschüttung an die Aktionäre der Logwin AG reduzierte das Eigenkapital um 40,3 Mio. Euro (Vorjahr: 69,1 Mio. Euro). Versicherungsmathematische Gewinne aus der Bewertung von Pensionsrückstellungen aufgrund des gestiegenen Diskontierungssatzes in Höhe von 0,8 Mio. Euro (Vorjahr: -1,2 Mio. Euro) und Fremdwährungseffekte in Höhe von 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: -3,7 Mio. Euro) erhöhten das Konzerneigenkapital zum Bilanzstichtag leicht. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme von 48,1 % zum Vorjahresstichtag auf 47,1 % zum 31. Dezember 2024.
Verbindlichkeiten Die langfristigen Verbindlichkeiten reduzierten sich von 71,8 Mio. Euro zum Vorjahresende auf 68,3 Mio. Euro zum 31. Dezember 2024 im Wesentlichen durch einen Rückgang der langfristigen Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten haben sich zum 31. Dezember 2024 von 307,0 Mio. Euro auf 354,9 Mio. Euro erhöht und beinhalten überwiegend gestiegene Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 261,4 Mio. Euro (Vorjahr: 214,4 Mio. Euro).
Zahlungsmittel und Nettoliquidität Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des Logwin Konzerns sind mit 373,2 Mio. Euro zum 31. Dezember 2024 gegenüber einem Bestand von 355,5 Mio. Euro zum Vorjahresende gestiegen. Die Nettoliquidität des Konzerns erhöhte sich von 280,4 Mio. Euro zum Vorjahresende auf 313,5 Mio. Euro zum 31. Dezember 2024.
Mitarbeiter
Der Logwin Konzern beschäftigte zum 31. Dezember 2024 weltweit 3.777 Mitarbeiter, verglichen mit 3.790 Mitarbeitern zum Vorjahresende. Das Geschäftsfeld Air + Ocean beschäftigte 42 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr. Das Geschäftsfeld Solutions beschäftigte einen Mitarbeiter weniger als im Vorjahr.
Die Zahl der Mitarbeiter des Logwin Konzerns in Deutschland verminderte sich von 1.276 auf 1.217 Beschäftigte.
2024
2023
Veränderung absolut
Logwin Konzern
3.777
3.790
-13
davon Air + Ocean
2.942
2.899
43
davon Solutions
685
686
-1
Bericht zur Logwin-Aktie
Logwin-Aktie Im Geschäftsjahr wurden an allen deutschen Börsenplätzen insgesamt 19.662 Aktien der Logwin AG gehandelt. Der Kurs der Logwin-Aktie sank von Jahresbeginn bis zum Ende des Berichtszeitraums von 258,00 Euro auf einen Xetra- Schlusskurs von 240,00 Euro. Die Aussagekraft der Kursentwicklung ist aufgrund des geringen Handelsvolumens nur eingeschränkt.
Aktienrückkaufprogramm Die Hauptversammlung hat am 16. April 2024 den Verwaltungsrat ermächtigt, bis zum 16. April 2029 den Rückkauf eigener Aktien zu beschließen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024 wurde von der Ermächtigung kein Gebrauch gemacht.
Ermächtigung zu Kapitalmaßnahmen Die außerordentliche Hauptversammlung hat am 16. April 2024 den Verwaltungsrat dazu ermächtigt, bis zum 29. April 2029 das Grundkapital einmalig oder mehrmalig durch Ausgabe neuer Aktien ohne Nennwert mit oder ohne Agio gegen Bar- und/oder Sacheinlage um 1.506.489 Aktien zu erhöhen. Von dieser Ermächtigung wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr kein Gebrauch gemacht.
Kennzahlen zur Logwin-Aktie
31.12.2024
31.12.2023
Schlusskurs (Xetra)
in Euro
240,00
258,00
Hoch/Tief 52 Wochen
in Euro
280,00/232,00
300,00/236,00
Anzahl der Aktien
in Stück
2.879.215
2.884.395
– davon im Umlauf befindlich
in Stück
2.879.215
2.879.215
Marktkapitalisierung
in Mio. Euro
691,0
742,8
Anteilsbesitz und Bestand eigener Aktien Mehrheitsaktionärin der Logwin AG ist die DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher, Luxemburg. 5.180 Stückaktien der Logwin AG befanden sich zum Ende des Vorjahreszeitraums im Bestand eigener Aktien. Die außerordentliche Hauptversammlung hat am 16. April 2024 beschlossen, 5.180 bestehende Aktien ohne Nennwert, die durch die Gesellschaft gehalten wurden, zu annullieren bei gleichzeitiger Erhöhung des gezeichneten Aktienkapitals durch Überführung eines Betrages aus der Agioreserve an das Kapitalkonto ohne Ausgabe von neuen Aktien. Die Herausnahme der eingezogenen eigenen Aktien aus der Girosammelverwahrung erfolgte am 6. Februar 2025.
Die Mitglieder des Verwaltungsrats sowie des Executive Committee besaßen zum 31. Dezember 2024 weder Aktien noch Optionen zum Erwerb von Aktien der Logwin AG.
Unternehmensrating Das Rating für den Logwin Konzern (Corporate Credit Rating) durch Standard & Poor’s liegt seit April 2019 bei „BB+“ mit stabilem Ausblick.
Nachtragsbericht
Der Logwin Konzern hat zum 1. Januar 2025 die Anteile an der Hanse Service Internationale Fachspedition GmbH und der Pharmalogisticspartner Internationale Fachspedition GmbH, beide mit Sitz in Hamburg, DE erworben. Mit diesem strategischen Schritt erweitert Logwin seine Expertise in den Bereichen Pharma- und Lebensmittel-Logistik. Für weitere Angaben wird auf die Ziffer 33 auf der Seite 90 des Konzernanhangs verwiesen. Darüber hinaus sind zwischen dem 31. Dezember 2024 und der Aufstellung des Konzernabschlusses durch den Verwaltungsrat der Logwin AG am 19. März 2025 keine berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.
Gesamtdarstellung Risiken und Chancen
Risikomanagementsystem
Ziele und Strategie Der Logwin Konzern verfügt zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Unternehmensführung und zur Umsetzung der festgelegten Risikopolitik über ein konzernweites Risikomanagementsystem. Dieses bildet einen wichtigen Teil des Planungs- und internen Kontrollsystems und damit ein wesentliches Element der Unternehmensführung und -steuerung. Ziel der Risikopolitik der Logwin AG ist es, Risiken, die zu einer wesentlichen negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können oder die den Fortbestand des Unternehmens gefährden, frühzeitig und systematisch zu identifizieren, um diese im Vorfeld zu vermeiden oder negative Konsequenzen durch die zeitnahe Einleitung von Gegensteuerungsmaßnahmen minimieren zu können. Die systematische Identifikation und Analyse von Chancen ist nicht Bestandteil des konzernweiten Kontroll- und Risikomanagementsystems. Ihre Identifikation und Wahrnehmung ist durch die fortlaufend enge Überwachung der Geschäftstätigkeit auf den verschiedenen Management-Ebenen des Logwin Konzerns sichergestellt.
Struktur und Prozess Das Risikomanagement wird durch konzernweit geltende Vorgaben und Rege-lungen, die in einer Richtlinie zum Risikomanagement dokumentiert sind, gewährleistet. Sogenannte Risikoeigner („Risk Owner“) in den Geschäftsfeldern sowie in den Holding-Gesellschaften identifizieren und bewerten die in ihren Bereichen auftretenden Risiken. Diese werden systematisch zusammen-gefasst und – in Abhängigkeit von festgelegten Berichtsschwellenwerten – an die jeweiligen Leitungs-ebenen innerhalb der Geschäftsfelder sowie an das Executive Committee und den Verwaltungsrat der Logwin AG kommuniziert. Neben der ordentlichen Berichterstattung in vorgegebenen Intervallen stellt die Sofortberichterstattung wesentlicher neu auftretender Risiken einen integralen Teil des Risikomanagementsystems dar. Die Steuerung der Risiken obliegt je nach Größenordnung den Risikoeignern selbst, den jeweiligen Leitungsebenen innerhalb der Geschäftsfelder oder dem Executive Committee. Durch die klar definierten Prozesse und Verantwortlichkeiten wird nicht nur die Bearbeitung aller identifizierten Risiken gewährleistet, sondern auch die Information des Executive Committee und des Verwaltungsrats der Logwin AG über alle wesentlichen Risiken sichergestellt.
Kontroll- und Risikomanagementsystem im Verhältnis zu anderen Prozessen und Systemen sowie im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess Das Risikomanagementsystem ist bewusst als ein von anderen Prozessen und Systemen unabhängiges Instrument etabliert. Jedoch fließen die Erkennt-nisse aus diesem System in verschiedene andere Prozesse und Systeme ein:
-Insbesondere über die dezentrale Risikoerfassung durch die Risk Owner können auch Compliance-relevante Sachverhalte berichtet werden, die dann über das Compliance-Management-System des Logwin Konzerns aufzugreifen sind.
-Im Rahmen der Strategischen Planung, bei der Budgetierung und bei der Erstellung von Forecasts werden bestehende oder neu identifizierte Risiken aufgenommen und es ist zu definieren, wie innerhalb des Planungshorizonts mit bestimmten Risiken umzugehen ist.
Umgekehrt sind die Erkenntnisse aus anderen Prozessen und Systemen im Risikomanagement zu berücksichtigen, z. B. durch Erfassung von Sachverhalten, welche über die Planung (Strategische Planung, Budget oder Forecast) berichtet werden. Weiterhin führt die Revision Prüfungen durch. Prüfungsergebnisse können je nach festgestelltem Sachverhalt ggf. auch als Risiken zu erfassen sein.
Neben der Richtlinie zum Risikomanagement regelt eine konzernweite Bilanzierungsrichtlinie den Rechnungslegungsprozess als weitere Ausprägung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems. Der Rechnungslegungsprozess im Logwin Konzern folgt der dezentralen Organisation, d.h. auf Ebene der Geschäftsfelder werden die einzelnen Unternehmen des Logwin Konzerns zum einen in Bezug auf die Abschlussvorbereitung (z. B. die Terminplanung und Aufgabenverteilung, die Einholung von Saldenbestätigungen oder die Bewertung von Rückstellungen) und zum anderen in Bezug auf die Abschlusserstellung (z. B. durch vielfältige, zum Teil systemgestützte Abstimmungs- und Plausibilitätskontrollen) überwacht. Ein weiteres Element des internen Kontrollsystems sind Vollständigkeitserklärungen der jeweiligen Geschäftsleitungen zu den Jahresabschlüssen der Tochtergesellschaften. Alle Eingaben und Arbeitsschritte des Konsolidierungsprozesses sind im gemeinsam genutzten Konsolidierungsprogramm dokumentiert. Darüber hinaus ist die Revision in ausgewählten Fällen auch in die Überwachung der Einhaltung der Bilanzierungsrichtlinie eingebunden.
Risiken
Die konzernweit identifizierten Risiken unter Berücksichtigung der ergriffenen bzw. geplanten Maßnahmen haben einzeln oder in Wechselwirkung miteinander keine bestandsgefährdenden Auswirkungen auf den Logwin Konzern. Die teilweisen Veränderungen der individuellen Chancen und Risiken haben für das Geschäftsjahr 2024 keine wesentlichen Auswirkungen auf das Gesamtrisikoprofil des Logwin Konzerns, das sich nach Einschätzung der Unternehmensleitung im Vergleich zum Vorjahr trotz der fortdauernden Unsicherheiten und der stellenweisen Betroffenheit von operativen Geschäften durch das weiterhin hohe Inflationsniveau sowie die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung nicht wesentlich verändern wird. In den folgenden Abschnitten werden zunächst die Risiken und anschließend die Chancen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns haben können, beschrieben. Sofern nicht anders beschrieben, gelten diese für alle Geschäftsfelder.
Überblick Für den Logwin Konzern als international tätiges Logistikunternehmen bestehen gesamtwirtschaftliche oder politische Risiken ebenso wie Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit, die auch das regulatorische Umfeld umfassen. Des Weiteren können finanzielle, rechtliche und sonstige Risiken Einfluss auf die Geschäftsentwicklung haben. Das Ziel des umfassenden Risikomanagementsystems im Logwin Konzern ist es, frühzeitig und systematisch Risiken, die zu negativen Ergebnis- oder Planungsabweichungen führen oder die Existenz gefährden können, zu identifizieren und zu steuern. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich das Risikomanagementsystem als unzureichend oder unwirksam herausstellt und sich unerkannte Risiken oder Negativentwicklungen im Rahmen der Geschäftstätigkeit des Logwin Konzerns verwirklichen, indem sie nicht schnell genug erkannt werden. Hierdurch könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns wesentlich beeinträchtigt werden.
Gesamtwirtschaftliche und politische Risiken Die Entwicklung der Weltwirtschaft und des Welthandels hat maßgebliche Bedeutung für die Nachfrage nach logistischen Dienstleistungen und somit für die Unternehmensentwicklung des Logwin Konzerns.
Eine insbesondere vor dem Hintergrund des anhaltenden Kriegs in der Region des Roten Meers nicht auszuschließende erneute Verschärfung der schon in den vorangegangenen Jahren beobachtbaren Störungen der globalen Lieferketten und deren Auswirkungen auf die Kunden des Logwin Konzerns führen zu Risiken in Bezug auf das Angebot an Kapazitäten zur Erbringung der Dienstleistungen des Logwin Konzerns in den Bereichen Luft- und Seefracht ebenso wie im Straßentransport und intermodal bzw. Schienenverkehr. Mittelfristig kann aus anhaltenden Störungen der Logistikketten ein Rückgang der Nachfrage nach logistischen Dienstleistungen resultieren, der einen negativen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns haben kann.
Darüber hinaus bestehen in einer unerwartet schleppend verlaufenden weltweiten konjunkturellen Entwicklung und insbesondere der Konjunktur des Euroraums sowie der asiatischen Volkswirtschaften wesentliche Risiken. In diesem Zusammenhang besteht insbesondere die Gefahr einer deutlich abgeschwächten kurz- und mittelfristigen Konjunktur als Folge von fortgesetzt hohen Inflationsraten, Energieknappheit sowie geopolitischen Konflikten wie dem weiterhin andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zudem könnten die Einführung von Handelshemmnissen und die Bemühungen um Einschränkungen des Freihandels aus politischen Gründen, wie die von den USA verhängten Zölle auf Importe, zusätzlich erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Des Weiteren ist ein signifikanter Anstieg der Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen, was die wirtschaftliche Stabilität weiter gefährdet.
Eine schlechter als prognostiziert verlaufende wirtschaftliche Entwicklung in relevanten Wirtschaftsräumen und Volkswirtschaften sowie in Wirtschaftsbereichen wie der Textil- und Modebranche, Automotive oder bestimmten Segmenten des Groß- und Einzelhandels würde für einzelne oder alle operativen Logwin Geschäftsfelder zu einem negativen Einfluss auf die Nachfrage ihrer Kunden nach Logistikdienstleistungen führen, was für den Logwin Konzern Anpassungsmaßnahmen erforderlich machen kann. Ebenso können neben den Frachtraten auch nachhaltige Wechselkursveränderungen wesentliche Auswirkungen auf Handelsströme und damit auf die Marktgröße für interkontinentale Luft- und Seefrachttransporte haben.
Der Logwin Konzern überwacht die relevanten gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen mit dem Ziel, die Auswirkungen negativer gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen frühzeitig zu antizipieren und die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage durch eine Steuerung des jeweiligen Exposures und soweit möglich Anpassungen der betroffenen Geschäftsmodelle zu minimieren.
Zwischenfälle mit terroristischem Hintergrund in vielen Teilen der Welt richten sich häufig auch gegen wichtige Verkehrs- und Umschlagpunkte der weltweiten Handelsströme. Dies kann zu kurzfristigen Unterbrechungen und auch zu mittelfristigen Veränderungen von Lieferketten aus Sicherheitserwägungen der Kunden des Logwin Konzerns oder der eingesetzten Transportführer führen. Hieraus resultierende Änderungen der Transportvolumina auf betroffenen Routen sowie die zunehmende Bedeutung von Wirtschaftsembargos und Sanktionen in den weltweiten internationalen Beziehungen können eine erhebliche negative Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Durch Diversifikation der weltweiten Aktivitäten und tagesaktuelle risikomindernde Steuerung der Transportvolumina seiner Kunden reduziert der Logwin Konzern seine diesbezüglichen Risiken.
Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit Die Geschäftstätigkeit der operativ tätigen Einheiten des Logwin Konzerns ist weltweit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die in den folgenden Abschnitten näher erläutert werden.
Markt- und Kundenrisiken
Die beobachtbaren hohen Preissteigerungen unter anderem für Energie und Rohstoffe in Verbindung auch mit den deutlichen Zinssteigerungen der vergangenen Jahre führen zu einem erhöhten Kostenbewusstsein aller Marktteilnehmer. Die Folgen können auch eine Überprüfung bestehender Logistikverträge und Neuausschreibungen sein. Dies gilt insbesondere für das Geschäftsfeld Solutions, welches teilweise in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu einzelnen Großkunden steht. Es besteht das Risiko für den Logwin Konzern, dass durch diese kundenseitigen Maßnahmen die Ertragssituation negativ beeinflusst wird. Dank der Qualität der Dienstleistungen sowie durch Kosteneinsparungen sieht sich der Logwin Konzern auch weiterhin in der Lage, den steigenden Anforderungen gerecht zu werden und gegenüber den Wettbewerbern zu bestehen.
In verschiedenen Kundenverträgen werden Haftungs- oder Investitionsrisiken auf den Logwin Konzern als Dienstleister übertragen oder die Vereinbarung von Konventionalstrafen für nicht vertragsgerechte Leistungserbringung zur Voraussetzung der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen gemacht. Hieraus können deutlich über gesetzliche Gewährleistungsrisiken hinausgehende Risiken entstehen, welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns in erheblichem Maße negativ beeinflussen könnten. Der Logwin Konzern minimiert diese Risiken durch ein umfassendes Controlling auf Auftrags- und Niederlassungsebene. Darüber hinaus werden im Rahmen des Risikomanagementprozesses eventuelle Risiken frühzeitig identifiziert und diesen unverzüglich entgegengesteuert.
Im Geschäftsfeld Air + Ocean besteht in der aktuellen Marktsituation das Risiko, dass der rasche Wechsel von Kapazitätsengpässen zu einem deutlichen Angebotsüberhang, zu einem sich weiter verschärfenden Wettbewerb um Kundengeschäfte und zu einer Erhöhung des Margendrucks führt. Durch eine hohe Servicequalität und intensive Bemühungen um fortlaufende Gewinnung neuer Kundengeschäfte ist das Geschäftsfeld Air + Ocean bestrebt, der Erosion von Margen entgegenzuwirken. Mit Aufmerksamkeit sind Bestrebungen von Carriern und anderen Marktteilnehmern insbesondere in der Seefracht zu beobachten, direkte Transportverträge auch mit kleineren Endkunden abzuschließen, womit das Risiko von Volumenrückgängen in dem relevanten Teilmarkt gegeben ist.
Beschaffungsrisiken
Ein weiteres erhebliches Risiko für die Ertragssituation des Logwin Konzerns liegt in der Entwicklung branchenspezifischer Kosten. Es besteht hier das grundsätzliche Risiko, dass Kostensteigerungen nicht unmittelbar und im vollen Umfang an die Kunden weitergegeben werden können, was zu einer deutlichen Ergebnisminderung führen kann. Diesem Risiko wird, soweit möglich, durch eine sorgfältige Vertragsgestaltung und eine ausreichende Diversifikation der beauftragten Dienstleister und Lieferanten Rechnung getragen.
Ein großer Teil der erbrachten Dienstleistungen wird im Logwin Konzern über den Einsatz von Subunternehmern erbracht. Die lokale und weltweite Verfügbarkeit eines diversifizierten Anbietermarktes ist Voraussetzung zur Erbringung der speditionellen und logistischen Leistung für die Kunden des Logwin Konzerns zu wettbewerbsfähigen Preisen. So können erneute Knappheiten in den weltweiten Luft- und Seefrachtkapazitäten zukünftig nicht ausgeschlossen werden. Im Landverkehr bleiben der europaweite erhebliche Fahrermangel sowie die nur teilweise beendete Knappheit an Fahrzeugen und sonstigem Transportequipment im Berichtsjahr weiterhin deutlich und stellen ein relevantes Beschaffungsrisiko dar. Es besteht das Risiko, dass aufgrund einer anhaltenden Verknappung an Transportkapazitäten eine ausreichende Differenzierung der angebotenen Dienstleistung nicht mehr möglich sein wird und dies erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns hat.
Reduzierte Auftragsmengen aufgrund der konjunkturellen Entwicklung bergen in beiden Geschäftsfeldern Risiken einer Unterauslastung von vorgehaltenen Transportkapazitäten bzw. Frachtraum.
Ferner können sich bekannte oder neu auftretende Leerstandsrisiken von angemieteten oder anderweitig vorgehaltenen Logistikimmobilien nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns auswirken. Der Logwin Konzern begrenzt diese Risiken soweit möglich durch entsprechende Vertragsgestaltungen sowie die kontinuierliche Überwachung der laufenden Geschäftstätigkeit sowie gegebenenfalls die bilanzielle Vorsorge für angenommene Unterauslastungen. Darüber hinaus gelingt es durch die eingespielten internen Prozesse möglichst schnell und flexibel auf sich ständig verändernde Gegebenheiten zu reagieren.
Insbesondere im Zusammenhang mit Transportdienstleistungen, aber auch im Unterhalt von Logistikimmobilien besteht ein erhöhtes Risiko eines mittelfristigen weiteren Preisanstiegs für Treibstoffe und Heizöl, der zu einer unvorhergesehenen und teilweise sehr kurzfristig eintretenden Verteuerung der Beschaffungskosten führen kann. Der Logwin Konzern wirkt diesem Risiko mit einem vorausschauenden Einkaufsverhalten sowie mit Preisanpassungsklauseln entgegen.
Ebenfalls bedeutend für eine reibungslose Erbringung seiner Transport- und Logistikdienstleistungen an den verschiedenen Standorten ist für den Logwin Konzern die Verfügbarkeit von angemessen qualifizierten Arbeitskräften zu wettbewerbsadäquaten Konditionen. Für den Fall, dass an den einzelnen Standorten geeignete Arbeitskräfte nicht oder nur eingeschränkt verfügbar sein sollten, besteht das Risiko, dass der Logwin Konzern seine Dienstleistungen aufgrund erhöhter Personalkosten nicht vertragskonform oder nur auf wirtschaftlich nicht auskömmliche Weise erbringen kann.
Dies gilt neben dem gewerblichen Bereich auch für qualifizierte Logistikfachkräfte. Dies könnte sich negativ auf die kurz-, mittel- und langfristige Geschäfts- und Ergebnisentwicklung des Logwin Konzerns auswirken. Der Logwin Konzern begegnet diesem Risiko durch intensive und systematische Personalbeschaffung sowie vielfältige Maßnahmen zur Entwicklung und Förderung seiner Mitarbeiter. Daneben werden zur Vermeidung von gesundheitlichen Risiken und von Unfällen der Mitarbeiter regel-mäßige Gesundheits- und Arbeitssicherheitsschulungen veranstaltet.
Technische Risiken
Für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Logwin Konzerns sind Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit von IT-Infrastruktur und -Anwendungen von entscheidender Bedeutung. IT-Risiken bestehen durch den möglichen Ausfall von operativen und administrativen IT-Systemen, welche die Geschäftsabwicklung erheblich beeinträchtigen und im Falle länger anhaltender Unterbrechungen oder entsprechender Reichweite existenzbedrohend für den Logwin Konzern sein könnten. Zur Begrenzung der IT-Risiken erfolgt eine kontinuierliche Bewertung existierender und neuer Gefährdungen für die Datensicherheit und IT-Infrastruktur des Logwin Konzerns und die fortlaufende Umsetzung von Maßnahmen zu ihrer Begrenzung. Wie bereits in vergangenen Vorperioden war im Geschäftsjahr 2024 ein erhöhtes Risiko im Bereich Daten- und Cybersicherheit festzustellen. Weltweit bekannt gewordene Sicherheitsvorfälle auch im Bereich der Logistik zeigen, dass die Gefährdungslage auch für den Logwin Konzern unverändert als hoch angesehen werden muss. Der Logwin Konzern trifft fortlaufend geeignete Schutzmaßnahmen, um die IT-Dienste und Funktionalitäten sicher zur Verfügung zu stellen. In diesem Zusammenhang erfolgte im Berichtsjahr die Auslagerung des Rechenzentrums an einen professionellen Dienstleister zur Minimierung von technischen Risiken. Alle Mitarbeiter der Logwin Gruppe werden durch regelmäßige Schulungsmaßnahmen zu Themen der Cybersicherheit sensibilisiert.
Der Ausfall technischer Anlagen wie automatisierter Lagertechnik für Hochregallager, Flurförderfahrzeugen und -anlagen oder Materialflussrechnern kann für den Logwin Konzern neben Umsatzausfällen Haftungs- und Gewährleistungsrisiken für Schäden und Qualitätsmängel nach sich ziehen. Durch die regelmäßige Wartung sowie stetige Verbesserung der technischen Anlagen und Maschinen sowie angemessene Prozesse zu ihrer Überwachung gelingt es dem Logwin Konzern, diesen Risiken entgegenzuwirken.
Finanzielle Risiken
Liquiditätsrisiken
Die Geschäftstätigkeit der operativen Einheiten des Logwin Konzerns als Logistikunternehmen kann die bedarfsweise Inanspruchnahme von Krediten, Factoring und von kreditähnlichen Finanzierungsformen, z. B. im Rahmen von kurz- und mittelfristigen Anmietungen oder Leasing von Infrastruktur, Transportequipment und sonstigen technischen Geräten und Anlagen erforderlich machen. Ein eingeschränkter Zugang zu Finanzmitteln und Garantielinien, eine nicht ausreichende Verfügbarkeit geeigneter Forderungen zur Veräußerung im Wege des Factoring oder eine nachhaltige Verteuerung der oben genannten Finanzierungsinstrumente könnte zu erheblichen Liquiditäts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern führen.
Der Logwin Konzern steuert das Liquiditätsrisiko, indem täglich die aktuelle Liquiditätssituation überwacht wird. Anhand von Liquiditätsplanungen wird der zukünftige Bedarf an liquiden Mitteln ermittelt und regelmäßig analysiert, ob der Logwin Konzern in der Lage ist, seine finanziellen Verbindlichkeiten innerhalb der vereinbarten Fälligkeiten zu begleichen. Des Weiteren begrenzt der Logwin Konzern sein Liquiditätsrisiko durch ein striktes Working Capital Management sowie durch die Finanzierung über verschiedene Finanzierungsquellen. Zum 31. Dezember 2024 verfügte der Logwin Konzern über nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 28,6 Mio. Euro (Vorjahr: 38,5 Mio. Euro). Darüber hinaus steht dem Logwin Konzern in Abhängigkeit vom verkauften Forderungsvolumen aus Factoring im Geschäftsjahr 2024 unverändert ein vertraglich vereinbarter Höchstbetrag von 60,0 Mio. Euro zur Inanspruchnahme zur Verfügung.
Eine Fälligkeitsanalyse der finanziellen Verpflichtungen ist im Anhang zum Konzernabschluss unter Ziffer 35 auf Seite 104 dargestellt.
Die Abwicklung weltweiter Transportgeschäfte erfordert die Möglichkeit, Garantien und Bürgschaften all-gemein anerkannter Sicherheitengeber zu hinterlegen, so z. B. bei Zoll- und Steuerbehörden sowie zur weltweiten Abfertigung von Luft- und Seefrachttransporten. Sollten derartig etablierte Finanzinstrumente dem Logwin Konzern nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen oder die gewohnten Mechanismen der finanziellen Geschäftsabwicklung nicht mehr funktionieren, so geht dies mit Liquiditäts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern einher. Das Risiko wird durch Diversifikation und vertragliche Vereinbarungen mit – gemäß definierter Kriterien – ausgewählten, führenden Finanzdienstleistern reduziert.
Kreditrisiken
Es bestehen Kreditrisiken aus Kunden- und Bankenbeziehungen, die sich im Falle ihres Eintritts negativ auf die Ertragslage auswirken würden. Der Logwin Konzern begrenzt die Risiken aus Forderungsausfällen aus Kundenbeziehungen unverändert durch die enge Überwachung und restriktive Vergabe von Zahlungszielen und Kreditlimits. Entscheidungen über die Vergabe von Kreditlimiten und Zahlungszielen erfolgen auf Basis von Bonitätsprüfungen und weiteren Analysen. Darüber hinaus bestehen in nahezu allen Ländern für einen Großteil der Kunden Warenkreditversicherungen. Kreditrisiken aus Bankenbeziehungen (Counterparty Risk) wird durch Diversifikation der Bankbeziehungen entgegengewirkt.
Es besteht in beiden Geschäftsfeldern das Risiko vermehrter Insolvenzen von Kunden aufgrund der aktuellen konjunkturellen Lage sowie der deutlichen Preissteigerungen insbesondere für Rohstoffe, Energie und in weiteren Bereichen. Neben dem unmittelbaren Effekt potenzieller Forderungsausfälle kann dies einen längerfristigen negativen Effekt auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung aufgrund wegfallenden Bestandsgeschäfts haben. Die konsequente Absicherung von Ausfallrisiken durch Kreditversicherungen sowie restriktive Vergaben von Zahlungszielen und Kreditlimits dienen der Reduzierung der möglicherweise erhöhten Risiken aus diesem Bereich.
Für drohende Ausfallrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen finanziellen Vermögenswerten werden Wertberichtigungen vorgenommen. Zum Umfang der Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Ziffer 22 auf Seite 76 des Konzernanhangs verwiesen.
Sofern keine anderweitigen Angaben vorgenommen werden, stellt der Buchwert der Finanzinstrumente das maximale Ausfallrisiko dar.
Währungsrisiken
Da die Gesellschaften des Logwin Konzerns ihre Umsätze im Rahmen der weltweiten Aktivitäten in verschiedenen Währungen generieren und dementsprechend Vermögenswerte ebenfalls in Drittwährungen bilanziert werden, entstehen fortlaufend Fremdwährungsrisiken. Zudem bestehen zwischen den Gesellschaften des Logwin Konzerns interne Finanzierungssalden in fremder Währung.
Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass es aufgrund von nachteiligen Währungskursentwicklungen zu erheblichen Ergebnis- und Liquiditätsrisiken kommen könnte.
Der Logwin Konzern reagiert auf potenziell liquiditätswirksame Fremdwährungsrisiken, soweit machbar und wirtschaftlich sinnvoll, durch den Abschluss von Sicherungsinstrumenten. Unter Berücksichtigung der Sicherungsaktivitäten hätte eine Veränderung der jeweiligen funktionalen Währung der Konzerngesellschaften um +/–10 % gegenüber dem US-Dollar, der für den Logwin Konzern wesentlichen Fremdwährung, per 31. Dezember 2024 eine Auswirkung von –/+ 0,8 Mio. Euro auf das Konzernergebnis (Vorjahr: –/+ 0,6 Mio. Euro).
Eine Aufstellung der zum Stichtag bestehenden Devisentermingeschäfte ist im Anhang unter Ziffer 34 auf Seite 102 aufgeführt.
Da die Berichtswährung des Logwin Konzerns der Euro ist, rechnet das Unternehmen im Konzernabschluss die Abschlüsse der Gesellschaften mit anderen funktionalen Währungen in Euro um. Diese umrechnungsbezogenen Fremdwährungsrisiken werden im Logwin Konzern üblicherweise nicht abgesichert. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf die Darstellung der Ertrags- und Vermögenslage des Logwin Konzerns haben. Der Umfang möglicher Auswirkungen wird im Logwin Konzern fortlaufend eng überwacht.
Zinsrisiken
Das Zinsniveau hat sich nach einer lang anhaltenden Phase niedriger Zinsen weltweit in den letzten Jahren aufgrund umfangreicher geldpolitischer Maßnahmen deutlich erhöht gezeigt. Verschiedene Einflussfaktoren können zu einer weiteren Erhöhung oder einem deutlichen Rückgang des Zinsniveaus führen. Die Veränderung des Zinsniveaus kann ein Ertragsrisiko für den Logwin Konzern darstellen. Zum 31. Dezember 2024 lagen im Konzern variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten in Form von Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen vor. Die Zinsrisiken aus diesen Verträgen werden fortlaufend eng überwacht und im aktuellen Umfang toleriert. Darüber hinaus bestanden zum 31. Dezember 2024 variabel verzinsliche Ausleihungen.
Rechtliche und regulatorische Risiken Der Logwin Konzern führt im Rahmen grenzüberschreitender, internationaler Güterverkehre für seine Kunden verschiedene Zoll- und Umsatzsteuerverfahren durch. Die Durchführung solcher Verfahren und die dafür erforderliche Abgabe von Zoll- oder Steuererklärungen sind mit Risiken verbunden. Dies gilt besonders dann, wenn der Logwin Konzern für die Vollständigkeit und Richtigkeit solcher Erklärungen bspw. als Gesamtschuldner haftet. Insbesondere dann, wenn der Kunde in diesen Fällen nicht in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, bestehen hieraus erhebliche Risiken für die Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns. Zur Begrenzung dieser Risiken erfolgt die Abwicklung dieser Prozesse durch entsprechend qualifiziertes Personal. Darüber hinaus trägt das bestehende interne Kontroll- sowie Risikomanagementsystem dazu bei, möglichen Gefährdungen frühzeitig zu begegnen.
Vor dem Hintergrund eines erhöhten Sicherheitsbewusstseins ist die Einführung von strengeren Sicherheitsmaßnahmen, wie z. B. verstärkter Ein- und Ausfuhrkontrollen und Kontrollen im Zusammenhang mit der Luftfrachtsicherheit, nicht auszuschließen. Es ist zu vermuten, dass die Erfüllung internationaler Sicherheitsvorschriften zu gesteigerten Kosten und einem steigenden Investitionsbedarf im Bereich zusätzlicher Sicherungsmaßnahmen führt, die sich nachteilig auf die Finanz- und Ergebnissituation des Logwin Konzerns auswirken können.
Länderspezifische Risiken ergeben sich aus uneinheitlichen Auslegungen, Anwendungen und kurzfristig in Kraft tretenden Änderungen von Rechts-, Steuer- und Zollregelungen. Dies gilt nicht nur für verschiedene Schwellenländer, in denen ein noch nicht oder nur eingeschränkt nach internationalen Standards funktionierendes Rechtssystem existiert, sondern auch für dezentral erlassene Durchführungsverordnungen von EU-Recht, die sich in den einzelnen Ländern teilweise erheblich voneinander unterscheiden. Durch enge Überwachung der Entwicklung weltweiter Sicherheitsvorschriften und anderer rechtlicher Rahmenbedingungen ist der Logwin Konzern bemüht, frühzeitig auf zusätzliche Anforderungen zu reagieren und die Auswirkungen zusätzlicher Aufwendungen durch Anpassung von Kundenvereinbarungen zu mindern oder abzuwenden.
Darüber hinaus erfolgte im Jahr 2024 die Erstanwendung des im Dezember 2022 durch den Rat der EU beschlossenen OECD-Projektes zur internationalen Mindestbesteuerung aller Großunternehmen („Pillar 2“) unter Anwendung umfangreicher Übergangsvorschriften. Im Berichtsjahr ergab sich daraus keine wesentliche Auswirkung auf den Steueraufwand des Logwin Konzerns. Es kann dennoch nicht ausgeschlossen werden, dass die weitere Umsetzung künftig zu einer Erhöhung der Steuersätze und damit der Steuerlast des Logwin Konzerns führt. Die Ermittlung der künftigen Mindeststeuer folgt dabei ausführlichen Spezialregelungen und erfordert eine entsprechend umfangreiche Datenerhebung für die gesetzeskonforme Umsetzung.
Weiterhin unterliegt der Logwin Konzern im Rahmen seiner Leistungserbringung sowie beim Betrieb eigener Anlagen den in den jeweiligen Ländern der Geschäftstätigkeit gültigen Gesetzen sowie rechtlichen Regeln und Vorschriften, wie beispielsweise Transportlizenzen, Umweltauflagen, Arbeitssicherheitsregeln und Arbeitsschutz. Auflagen und Lizenzerfordernisse können die Transport- und Logistiktätigkeiten beschränken. In verschiedenen Kundenprojekten sind die Gesellschaften des Konzerns darauf angewiesen, dass die vorhandenen Lizenzen und Genehmigungen jederzeit vorliegen. Ein Verlust derselben könnte die Wirtschaftlichkeit der betroffenen Kundenprojekte in erheblichem Maße gefährden. Die hieraus entstehenden Risiken werden durch die Risikoeigner permanent überwacht, um möglichen Gefährdungen unmittelbar zu begegnen.
Die Erbringung der kundenvertraglich zugesicherten Leistungen ist für den Logwin-Konzern vor allem im Transport, aber auch an den Standorten der sonstigen logistischen Leistungen von einem funktionierenden öffentlichen Verkehrswesen und der Zugänglichkeit von Infrastruktur abhängig. Sollten durch Streik- oder sonstige Boykottmaßnahmen die Nutzung derartiger Infrastrukturen eingeschränkt oder unmöglich sein, kann die Finanz-, Vermögens und Ertragslage des Logwin Konzerns erheblich negativ beeinträchtigt werden. Der Logwin Konzern wirkt diesen möglichen Risiken durch eine diversifizierte Logistikplanung und entsprechende Alternativkonzepte sowie vertragliche Risikoabwälzungen entgegen.
Aus der Abwicklung von durch den Logwin Konzern veräußerten Unternehmensteilen bestehen vertraglich vereinbarte Risikoübernahmen, im Wesentlichen Garantie-, Freistellungs- oder Steuerrisiken. Die Inanspruchnahme des Logwin Konzerns kann zu Belastungen der Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns führen. Diese Risiken werden vertraglich möglichst begrenzt.
Von umweltrechtlichen Vorschriften und Auflagen ist der Logwin Konzern insbesondere in solchen Bereichen betroffen, in denen die Erbringung der Logistikleistungen mit dem Umgang mit potenziell gefährdenden Stoffen einhergeht. So werden in verschiedenen Logistikanlagen Gefahrgüter umgeschlagen und gelagert. Der Logistik- und Transportsektor wird zumindest in der EU und Deutschland in den nächsten Jahren zunehmend in den Fokus umwelt- und klimaschutzbezogener Richtlinien und Gesetze rücken. So werden mit der EU Taxonomie-Verordnung zur Stärkung der Umweltziele sowie mit der Corporate Sustainability Reporting Directive die Unternehmen in der EU zu einem deutlich erhöhten Berichtsumfang in Bezug auf die Nachhaltigkeit ihrer Geschäftstätigkeit verpflichtet. Auch gewinnt das Thema Umweltschutz zunehmend an Relevanz bei der kundenseitigen Auftragsvergabe.
Auch aus dem in Kraft getretenen deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) ergeben sich für den Logwin Konzern besondere Verpflichtungen. Unter anderem sollen menschenrechtliche Risiken entlang der Lieferkette identifiziert, überwacht und negative Auswirkungen auf die Arbeitnehmer minimiert werden. Der Logwin Konzern ergreift umfangreiche Maßnahmen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Ein Risiko besteht hier, dass die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin-Konzerns negativ betroffen sein wird, falls etwaige Bußgelder bei Nichtbeachtung der Verpflichtungen verhängt werden. Auch der Verlust von Kunden oder Geschäftspartnern, die als Ergebnis eines umfangreichen Prüfprozesses den menschenrechtlichen Anforderungen der neu eingeführten Richtlinien nicht gerecht werden können, kann zu zusätzlichen Belastungen führen. Aufgrund einer für das Jahr 2025 avisierten strengeren EU-Gesetzgebung („EU-Lieferkettengesetz“) ist perspektivisch mit einer weiter steigenden Bedeutung des Lieferkettenschutzes zu rechnen.
Aus den gesteigerten rechtlichen und regulatorischen Anforderungen bestehen Risiken, dass die hieraus erwachsenden Kostensteigerungen nur teilweise durch Effizienzsteigerungen aufgefangen oder nur verzögert in Form höherer Preise an die Kunden weitergegeben werden können. Dies könnte erhebliche Nachteile für die Ertrags- und die Finanzlage des Logwin Konzerns nach sich ziehen. Fortlaufende Überwachung und systematische Prüfungen durch die Überwachungsorgane und insbesondere durch die Qualitätsmanagement-Beauftragten des Logwin Konzerns stellen die frühzeitige Identifikation und Steuerung dieser Risiken sicher.
Sonstige Risiken Für den Logwin Konzern besteht ein Risiko, dass aus Pflichtverletzungen des Managements Schadenersatzansprüche gegen den Logwin Konzern oder Gesellschaften der Gruppe resultieren. Darüber hinaus bergen dolose Handlungen wie Diebstahl, Betrug, Untreue, Unterschlagung von Zahlungsmitteln und Korruption ein hohes Gefahrenpotenzial und können zu erheblichen materiellen und Reputationsschäden führen. Das interne Kontrollsystem des Logwin Konzerns trägt in diesem Zusammenhang dazu bei, Risiken zu reduzieren. Des Weiteren hat der Logwin Konzern einen Verhaltenskodex definiert mit dem Ziel, die Integrität des Verhaltens seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu fördern und Situationen vorzubeugen, die nicht mit diesen Grundsätzen zu vereinbaren sind. Der Verhaltenskodex ist öffentlich über die Internetseite des Logwin Konzerns verfügbar und ist zudem in den Arbeitsverträgen der Mitarbeiter fest verankert. Regelmäßig finden Informations- und Schulungsveranstaltungen zum Verhaltenskodex statt. Zur Korruptions-Prävention hat der Logwin Konzern ein weltweit zwingend zu absolvierendes E-Learning-Programm mit den Modulen Compliance und Corruption etabliert. In den vergangenen Jahren wurden bis heute in über 30 Ländern bereits mehr als 5.500 Online-Trainingsprogramme zu Korruption und Compliance Themen absolviert. Zusätzlich sind Workshops zum Thema Compliance im Webinar-Format fester Bestandteil der Führungskräfteentwicklung im Logwin Konzern.
Der Logwin Konzern geht unternehmerische Risiken ein, um Marktchancen nutzen zu können. Für den Fall, dass sich diese Risiken materialisieren, könnte dies die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns erheblich beeinträchtigen. Der aktivierte Firmenwert in Höhe von 55,1 Mio. Euro zum 31. Dezember 2024 stellt einen wesentlichen Einzelposten des langfristigen Vermögens des Logwin Konzerns dar. Er entfällt zum Bilanzstichtag auf die beiden Geschäftsfelder Air + Ocean und Solutions. Den Erfordernissen des IAS 36 entsprechend werden die Firmenwerte einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen („Impairment-Test“). Im Falle einer nachhaltig deutlich schwächer als erwarteten Entwicklung der Geschäftsfelder Air + Ocean und Solutions besteht mit Blick auf die Konzernbilanz ein Risiko, dass bestimmte Vermögenswerte und auch aktivierte Firmenwerte abgewertet werden müssen („Impairment-Risiko“). Einen weiteren Einflussfaktor stellt hierbei auch die aktuelle und erwartete Zinsentwicklung dar. Eine anhaltend schwache oder schwächer als erwartete Entwicklung einzelner Logwin-Gesellschaften kann darüber hinaus eine Wertberichtigung von latenten Steueransprüchen erforderlich machen. Eine mangelnde Werthaltigkeit der langfristigen Vermögenswerte inklusive Nutzungsrechte aus IFRS 16 könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Logwin Konzerns negativ beeinflussen.
Compliance Auf die konzernweite Einhaltung nationaler und internationaler Gesetze und Vorschriften, vertraglicher Vereinbarungen sowie eigener Richtlinien legt der Logwin Konzern größten Wert. Zur Verankerung dieses Grundsatzes hat der Logwin Konzern einen Verhaltenskodex (Code of Conduct) definiert, der für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns bindend ist. Insbesondere definiert dieser Verhaltenskodex allgemeine Verhaltensgrundsätze, verpflichtet zur Kenntnis und Beachtung der jeweiligen gesetzlichen Vorschriften, regelt den Umgang mit Geschäftspartnern und staatlichen Institutionen und gibt Richtlinien zur Vermeidung von Interessenskonflikten vor. Zudem sind die Werte des Logwin Konzerns als Supplier Code of Conduct ebenfalls verbindlich für Dienstleister, mit denen die Unternehmen des Logwin Konzerns zusammenarbeitet. In seiner Grundsatzerklärung zu Menschenrechten und Sozialstandards bekennt sich die Logwin AG zur Wahrung der Menschenrechte und beschreibt die entsprechenden Maßnahmen des Risikomanagementsystems. Darüber hinaus hat der Verwaltungsrat der Logwin AG eine Corporate Governance Charter beschlossen, die sich an den Corporate Governance-Regelungen der Luxemburger Börse orientiert und Vorgaben zur Durchführung der Leitung und Überwachung des Logwin Konzerns sowie zur Sicherstellung der Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften diesbezüglich enthält. Die Corporate Governance Charter, der Code of Conduct, der Supplier Code of Conduct sowie die Grundsatzerklärung der Logwin AG sind auf der Homepage des Logwin Konzerns unter www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/investoren/corporate-governance bzw. www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/compliance öffentlich zugänglich.
Zur Überwachung der Einhaltung der Compliance-Vorgaben hat das Executive Committee des Logwin Konzerns unter der Gesamtverantwortung des Compliance Officers ein Compliance Management System geschaffen, das den Rahmen für die strukturierte Überwachung, Bewertung und Steuerung sowie Nachverfolgung von Compliance-Risiken auf Basis definierter Risikofelder bildet. Umfassende und wiederkehrende Schulungen von Mitarbeitern auf Präsenzveranstaltungen sowie durch Online-Trainings ergänzen die fortlaufend erweiterten Maßnahmen.
Die Compliance-Aktivitäten werden durch die Arbeit der Revision ergänzt. Hier liegt der Fokus auf der Überprüfung der Einhaltung gesetzlicher und interner Vorschriften sowie vertraglicher Vereinbarungen. Die Revision führt – teilweise gemeinsam mit Vertretern der Geschäftsfelder – weltweit Audits ausgewählter Niederlassungen und Gesellschaften durch. Hierbei werden bedarfsweise auch externe Spezialisten und Rechtsanwälte zur Überprüfung der Einhaltung nationaler Gesetze und Vorschriften eingebunden. Wesentliche Schwerpunkte stellen die Themen Korruptionsprävention, steuer- und zollrechtliche Compliance, Datenschutz und Arbeitsrecht dar.
Insgesamt wurde durch diese Maßnahmen die Compliance-Organisation des Logwin Konzerns in den vergangenen Jahren systematisch ausgebaut. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Verstößen gegen nationale oder internationale Vorschriften kommen kann und sich dadurch möglicherweise sogar existenzbedrohende Risiken für den Logwin Konzern ergeben könnten.
Chancen
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Chancen Die Globalisierung eröffnet dem Logwin Konzern neben den oben beschriebenen Risiken auch Chancenpotentiale. Bei einem langfristig sich fortsetzenden Weltwirtschaftswachstum wird die Logistik-Branche auch in Zukunft wachsen. Dies gilt besonders für Asien, wo die Handelsströme mit anderen Regionen und speziell innerhalb des Kontinents weiter zunehmen werden. Weiterhin können sich Marktchancen aus den Wachstumsimpulsen weiterer stark wachsender Länder in Regionen wie Südamerika oder dem Mittleren Osten ergeben.
Sollte sich das wirtschaftliche Umfeld in den wichtigen Industrieregionen, insbesondere in China, den USA und Europa, besser entwickeln als aktuell prognostiziert, so kann auch dies zu zusätzlichen Wachstumsimpulsen führen, da die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kunden den Bedarf an Lager- und Transportdienstleistungen bestimmt. Infolgedessen können sich steigende Transportvolumina im Im- und Export vorteilhaft auf die Entwicklung des Logwin Konzerns auswirken.
Neben der regionalen Ausprägung können Wachstumsimpulse auch aus einzelnen Branchen resultieren. Insbesondere eine positive Entwicklung im Automobil-, Konsumgüter-, Chemiesektor oder im Anlagen- und Maschinenbau kann sich vorteilhaft auf den Geschäftsverlauf des Logwin Konzerns auswirken. Der sich international weiter entwickelnde Online-Handel ist eine weitere Chance für den Logwin Konzern. Er schafft Bedarf für den Transport von Waren und eröffnet somit für das nationale und internationale Transportgeschäft großes Wachstumspotenzial.
Chancen aus der operativen Geschäftstätigkeit Chancenpotentiale ergeben sich aus der Nutzung der Möglichkeiten des technischen Fortschritts. Die digitale Transformation eröffnet neue Vernetzungsmöglichkeiten mit den Kunden und Lieferanten des Logwin Konzerns. So können in einem herausfordernden und dynamischen Umfeld Marktchancen schnell und gezielt aufgegriffen werden und die Wettbewerbs-fähigkeit stärken. Darüber hinaus birgt der steigende Technologisierungsgrad in den operativen Prozessen diverse Optimierungsmöglichkeiten. Der verstärkte Einsatz von modernen, vernetzten IT-Systemen, in die der Logwin Konzern in den vergangenen Jahren verstärkt investiert hat, ermöglicht neben Effizienzsteigerungen auch eine verbesserte operative Qualität, gesteigerte Kosteneffizienz und eine Verkürzung von Reaktionszeiten auf Abweichungen. Chancen ergeben sich weiterhin aus der fortgesetzten Steigerung der Produktivität und Kostentransparenz sowie der Nutzung von Synergieeffekten, die daher im Fokus der Bemühungen des Managements im Logwin Konzern stehen.
Der Trend zum Outsourcing von Logistikleistungen hält nach wie vor an. Die globalen wie regionalen oder lokalen Lieferketten werden komplexer, internationaler, aber auch störungsanfälliger, wie die krisenbedingten Störungen in den globalen und lokalen Lieferketten der vergangenen Jahre zeigen. Kunden wünschen deshalb stabile und integrierte Logistiklösungen und suchen die Unterstützung spezialisierter Dienstleister. Sollte der Trend weiter anhalten, so können sich hieraus weitere Wachstumschancen für den Logwin Konzern ergeben.
Auf der Beschaffungsseite bestehen vor allem Chancen aufgrund einer entgegen den zugrundeliegenden Erwartungen positiven Preisentwicklung z.B. von eingekauften Transportdienstleistungen, aber auch von Treibstoff- oder Heizölpreisen.
Sonstige Chancen Sonstige Chancen können sich aus Akquisitionen oder der Bereinigung von Aktivitäten ergeben. Durch eine stetige Überprüfung von bestehendem Geschäft sowie der Beobachtung potentieller Übernahmeobjekte versucht der Logwin Konzern, sich ergebende Chancen frühzeitig zu erkennen und nach sorgfältiger Abwägung der Risiken derartige Chancen zu nutzen. Chancen für die Ertragslage des Logwin Konzerns ergeben sich weiterhin aus möglichen positiven Effekten von Fremd-währungsrelationen oder von Zinssatzänderungen.
Prognosebericht
Die Aussagen des Prognoseberichts sind weiterhin aufgrund der Unwägbarkeiten der weiteren Entwicklung in verschiedenen Weltregionen und der weltweit weiterhin möglichen Störungen in den internationalen Lieferketten mit sehr großer Unsicherheit behaftet.
Konjunkturprognose Der Logwin Konzern rechnet im Einklang mit den führenden Wirtschaftsprognosen für das Jahr 2025 mit einem moderaten Wachstum der Weltwirtschaft. Die wirtschaftliche Dynamik in Europa wird voraussichtlich weiterhin schwach bleiben, ebenso hält die konjunkturelle Unsicherheit in China insbesondere durch die Immobilienkrise und einen nachlassenden Außenhandel an. Geopolitische Unsicherheiten könnten das Wachstum zusätzlich belasten. Die Wirtschaft in Deutschland befindet sich weiterhin in einer Stagnation. Nicht berücksichtigt sind in den Planungsannahmen des Logwin Konzerns mögliche Verschärfungen der Auswirkungen des Krieges von Russland gegen die Ukraine sowie negative Auswirkungen von weltweiten Eskalationen internationaler Konflikte oder der weiteren Verschärfung von Embargos und anderen Handelsrestriktionen. Erhebliche Bedeutung für die weitere wirtschaftliche Gesamtentwicklung hat die Inflationsentwicklung einschließlich der Preis- und Kostensteigerungen.
Die Möglichkeit, dass sich wesentliche übergeordnete Risikofaktoren negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken, wird als realistisch eingeschätzt und findet in der Einschätzung der zukünftigen Geschäftsentwicklung des Logwin Konzerns ihren Niederschlag. Zu diesen Risikofaktoren zählt weiterhin insbesondere die Unsicherheit über die weitere Entwicklung militärischer Konfrontationen und kriegerischer Auseinandersetzungen sowie Handelskonflikten. Zusätzliche Risiken für die Kunden des Logwin Konzerns und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ergeben sich weiterhin aus einer erhöhten Inflation und einem gesteigerten Insolvenzrisiko.
Umsatzerwartung Der Logwin Konzern geht für das Jahr 2025 im Einklang mit der Markterwartung insgesamt von einem Umsatz zwischen 1,27 Mrd. Euro und 1,55 Mrd. Euro aus. Diese Prognose basiert auf der Erwartung eines sich im Jahresvergleich abschwächenden Frachtratenniveaus sowie einer verhaltenen Volumenentwicklung des Logistikmarkts.
Air + Ocean
Im Geschäftsfeld Air + Ocean wird für das Gesamtjahr 2025 von einem unter dem Vorjahresniveau liegenden Frachtratenniveau und einer insgesamt verhaltenen Nachfrageausweitung ausgegangen. Die Gewinnung von Neukunden, Geschäftsausweitungen mit Bestandskunden und die Absicherung von Bestandsgeschäften werden weiterhin die Grundlage der erfolgreichen Entwicklung des Geschäftsfelds sein. Wie in den Vorjahren werden die Umsätze im Jahr 2025 sowohl von der Volumenentwicklung bei Bestands- wie Neukunden als auch ganz erheblich von der Entwicklung der Frachtraten und auch der Fremdwährungskurse abhängen. Unter der Annahme eines sinkenden Frachtratenniveaus wird mit leicht reduzierten Umsätzen gerechnet. Die Akquisitionen des Jahres 2024 werden sich im Rahmen der Gesamtentwicklung stabilisierend auf die Umsatzentwicklung des Geschäftsfeldes Air + Ocean auswirken.
Solutions
Der Umsatz im Geschäftsfeld Solutions wird im Geschäftsjahr 2025 voraussichtlich spürbar sinken. Planungsgemäße Beendigungen von Kundenprojekten insbesondere in der Kontraktlogistik aber auch kleineren Transportgeschäften sind die wesentliche Ursache für diese Entwicklung. Diese wird nur teilweise durch neu aufgenommene Aktivitäten und Neukundengewinne sowie die erstmaligen Konsolidierungseffekte der getätigten Akquisition im Geschäftsfeld Solutions kompensiert werden können.
Ergebniserwartung Unter den beschriebenen Entwicklungen erwartet der Logwin Konzern für das Jahr 2025 ein operatives Ergebnis (EBITA) zwischen 74,5 Mio. Euro und 91,5 Mio. Euro.
Liquiditätsentwicklung und Finanzposition Der Logwin Konzern erwartet für das Jahr 2025 in Abhängigkeit von der Entwicklung des operativen Ergebnisses sowie des Working Capital einen rückläufigen Free Cashflow. Die Nettoliquidität des Logwin Konzerns wird sich weiter stabil entwickeln.
Mitarbeiter Im Geschäftsjahr 2025 rechnet der Logwin Konzern insgesamt mit einem leichten Anstieg der Mitarbeiterzahl.
Konzernabschluss
Gewinn– und Verlustrechnung
Angaben in Tausend €
2024
2023
Anhang/Seite
Umsatzerlöse
1.442.375
1.257.518
9/62
Umsatzkosten
-1.286.080
-1.092.629
10/63
Bruttogewinn
156.295
164.889
Vertriebskosten
-35.455
-32.888
10/63
Verwaltungskosten
-40.464
-38.224
10/63
Sonstige betriebliche Erträge
9.441
9.775
11/63
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-6.648
-10.125
11/63
Wertminderung von zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Vertragsvermögenswerten
-1.952
-2.893
20/72; 22/76
Wertaufholung von zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Vertragsvermögenswerten
2.355
1.213
20/72; 22/76
Operatives Ergebnis vor Wertminderungen von Firmenwerten (EBITA)
83.572
91.747
Wertminderung von Firmenwerten
-
-
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT)
83.572
91.747
Finanzerträge
12.050
9.703
12/64
Finanzierungsaufwendungen
-5.028
-4.821
12/64
Ergebnis vor Ertragsteuern
90.594
96.629
Ertragsteuern
-25.000
-16.471
13/64
Periodenergebnis
65.594
80.158
Davon entfallen auf:
Aktionäre der Logwin AG
64.523
79.287
Nicht beherrschende Anteile
1.071
871
Ergebnis je Aktie – unverwässert und verwässert (in Euro):
bezogen auf das den Aktionären der Logwin AG zurechenbare Periodenergebnis
22,41
27,54
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien (in Stück)
2.879.215
2.879.215
Gesamtergebnisrechnung
Angaben in Tausend €
2024
2023
Anhang/Seite
Periodenergebnis
65.594
80.158
Gewinne / Verluste aus der Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe
584
-3.714
Sonstiges Ergebnis, welches ggf. in künftigen Perioden in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird
584
-3.714
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen
785
-1.396
28/83
Latente Steuereffekte auf Neubewertungen der Nettoschuld
-17
188
25/79
Sonstiges Ergebnis, welches nicht in künftigen Perioden in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wird
768
-1.208
Sonstiges Ergebnis
1.352
-4.922
Gesamtergebnis
66.946
75.236
Davon entfallen auf:
Aktionäre der Logwin AG
65.788
74.437
Nicht beherrschende Anteile
1.158
799
Kapitalflussrechnung
Angaben in Tausend €
2024
2023
Anhang/Seite
Ergebnis vor Ertragsteuern
90.594
96.629
Finanzergebnis
-7.022
-4.882
12/64
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern
83.572
91.747
Überleitungspositionen zum operativen Cashflow:
Abschreibungen
34.897
36.388
10/63
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen
-28
1.603
11/63
Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
1.564
1.444
10/63
Wertaufholung von Sachanlagen
-1.939
-1.132
10/63
Sonstiges
3.630
-3.466
Steuerzahlungen
-17.394
-28.323
Gezahlte Zinsen
-3.838
-3.772
Erhaltene Zinsen
12.050
9.702
Veränderung Working Capital, zahlungswirksam:
Veränderung Forderungen und Vertragsvermögenswerte
-53.091
92.341
Veränderung Verbindlichkeiten
49.372
-89.292
Veränderung Vorräte
194
654
Operativer Cashflow
108.989
107.894
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
-4.353
-6.413
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen
-8.851
-3.854
14/66
Auszahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten
-3.500
-7.105
15/66
Einzahlungen aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten
1.698
555
Sonstiger Cashflow aus der Investitionstätigkeit
4
-
Investitions-Cashflow
-15.002
-16.817
Netto-Cashflow
93.987
91.077
Mittelabfluss aus kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten
-26
-966
16/67
Mittelabfluss aus der Tilgung der Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
-33.372
-26.437
16/67
Ausschüttungen an Aktionäre
-40.309
-69.101
26/81
Ausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
-2.029
-1.474
Finanzierungs-Cashflow
-75.736
-97.978
Free-Cashflow (= Netto-Cashflow abzüglich Tilgung von Verbindlichkeiten
aus Leasingverträgen)
60.615
64.640
Auswirkungen von Wechselkursschwankungen auf den Fonds der Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente
-529
-1.412
Veränderung Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
17.722
-8.313
Anfangsbestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten
355.465
363.778
Veränderung
17.722
-8.313
Endbestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten
373.187
355.465
24/79
Bilanz
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Anhang/Seite
Aktiva
Firmenwerte
55.070
48.894
17/68
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
15.442
14.256
18/69
Sachanlagen
78.498
87.802
19/71
Finanzanlagen
694
715
Latente Steueransprüche
23.103
26.159
25/79
Sonstige langfristige Vermögenswerte
1.809
3.621
Summe langfristige Vermögenswerte
174.616
181.447
Vorräte
1.020
1.213
21/75
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aus Factoring
181.343
146.839
22/76
Vertragsvermögenswerte
33.192
14.083
22/76
Ertragsteuerforderungen
3.347
3.879
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
32.880
27.559
23/78
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
373.187
355.465
24/79
Summe kurzfristige Vermögenswerte
624.969
549.038
Summe Aktiva
799.585
730.485
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Anhang/Seite
Passiva
Gezeichnetes Kapital
131.300
131.300
Konzernrücklagen
243.879
219.238
Eigene Aktien
-
-838
Auf die Aktionäre der Logwin AG entfallendes Eigenkapital
375.179
349.700
Nicht beherrschende Anteile
1.235
1.964
Eigenkapital
376.414
351.664
26/81
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
37.668
44.022
20/72
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
22.347
23.379
28/83
Sonstige langfristige Rückstellungen
4.783
3.046
29/87
Latente Steuerschulden
2.978
1.377
25/79
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten
520
10
32/89
Summe langfristige Schulden
68.296
71.834
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
261.419
214.428
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
21.627
30.990
20/72
Sonstige kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten
389
47
27/82
Kurzfristige Rückstellungen
13.072
9.186
30/88
Ertragsteuerverbindlichkeiten
8.382
4.984
31/88
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
49.986
47.352
32/89
Summe kurzfristige Schulden
354.875
306.987
Summe Passiva
799.585
730.485
Eigenkapitalveränderungsrechnung
Angaben in Tausend €
Auf die Aktionäre der





Gezeichnetes
Kapital




Kapital-
rücklage




Gewinn-
rücklagen
1. Januar 2023
131.300
197.366
18.823
Periodenergebnis
79.287
Sonstiges Ergebnis
-1.208
Gesamtergebnis
78.079
Übertragung von Anteilen an Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung
419
Ausschüttungen
-69.101
31. Dezember 2023
131.300
128.265
97.321
1. Januar 2024
131.300
128.265
97.321
Periodenergebnis
64.523
Sonstiges Ergebnis
768
Gesamtergebnis
65.291
Veränderung Konsolidierungskreis
Annulierung eigener Aktien
-838
Ausschüttungen
-40.309
31. Dezember 2024
131.300
127.427
122.303



Der nachfolgende Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
Logwin AG entfallendes Eigenkapital



Nicht beherr-
schende Anteile



Summe
Eigenkapital
Kumuliertes
sonstiges Ergebnis
Eigene Aktien


Summe
Rücklage für
Währungs–
differenzen
-2.706
-838
343.945
2.447
346.392
79.287
871
80.158
-3.642
-4.850
-72
-4.922
-3.642
74.437
799
75.236
419
192
611
-69.101
-1.474
-70.575
-6.348
-838
349.700
1.964
351.664
-6.348
-838
349.700
1.964
351.664
64.523
1.071
65.594
497
1.265
87
1.352
497
65.788
1.158
66.946
-
142
142
838
-
-
-40.309
-2.029
-42.338
-5.851
-
375.179
1.235
376.414
Anhang zum Konzernabschluss 31. Dezember 2024
Allgemeine Angaben
01
Informationen zum Unternehmen
02
Erklärung zur Übereinstimmung mit den IFRS
03
Grundlagen der Erstellung des Abschlusses
04
Konsolidierungsgrundsätze
05
Neue Rechnungslegungsvorschriften
06
Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten
07
Zusammenfassung wesentlicher Kennzahlen, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
08
Segmentberichterstattung
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
09
Erlöse aus Verträgen mit Kunden
10
Aufwendungen nach Kostenarten
11
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
12
Finanzergebnis
13
Ertragsteuern
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
14
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen
15
Auszahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten
16
Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit
Erläuterungen zur Bilanz
17
Firmenwerte
18
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
19
Sachanlagen
20
Leasing
21
Vorräte
22
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aus Factoring sowie Vertragsvermögenswerte
23
Sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte
24
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
25
Latente Steuern
26
Eigenkapital
27
Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten
28
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
29
Sonstige langfristige Rückstellungen
30
Kurzfristige Rückstellungen
31
Ertragsteuerverbindlichkeiten
32
Sonstige Verbindlichkeiten
Sonstige Angaben
33
Unternehmenszusammenschlüsse
34
Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten
35
Finanzielle Verpflichtungen
36
Eventualverbindlichkeiten und Rechtsverfahren
37
Honorar des Abschlussprüfers
38
Angaben zu Bezügen von Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen
39
Beziehungen zu nahe stehenden Personen und Unternehmen
40
Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
41
Aufstellung des Anteilsbesitzes

Allgemeine Angaben
1Informationen zum Unternehmen
Der Konzernabschluss der Logwin AG, L-Grevenmacher (im Folgenden auch als „Logwin AG“ oder „Logwin“ bezeichnet) für das Geschäftsjahr 2024 wurde am 19. März 2025 durch den Beschluss des Verwaltungsrats der Logwin AG zur Veröffentlichung freigegeben und bedarf nach Luxemburger Recht der Genehmigung durch die Hauptversammlung. Die Logwin AG, 5 an de Längten, L-6776 Grevenmacher, ist eine in Grevenmacher (Luxemburg) gegründete und ansässige, in der Rechtsform einer Luxemburgischen Société Anonyme geführte und in der Haftung beschränkte Gesellschaft, deren Aktien an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden. Die Gesellschaft gehört dem Prime Standard der Deutsche Börse AG an. Mehrheitsaktionärin der Gesellschaft ist die DELTON Logistics S.à r.l. mit Sitz in Grevenmacher, Luxemburg.
Der Logwin Konzern verfügt als Logistikdienstleister über langjährige Erfahrung, spezialisierte Infrastruktur und Know-how in verschiedenen Branchen von Industrie und Handel und übernimmt für seine Kunden das Supply Chain Management, Warehousing, Value Added Services und lokale wie weltweite Transporte auf der Straße, der Schiene sowie per Luft- oder Seefracht. Die Hauptaktivitäten der Geschäftsfelder Air + Ocean und Solutions sind in Anhangangabe 8 „Segmentberichterstattung“ näher beschrieben.
2Erklärung zur Übereinstimmung mit den IFRS
Der Konzernabschluss der Logwin AG und ihrer Tochterunternehmen wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Dabei wurden alle für das Geschäftsjahr 2024 verpflichtend anzuwendenden Standards des International Accounting Standards Board (IASB) sowie Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), vormals International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC) bzw. Standing Interpretation Committee (SIC), angewandt.
3Grundlagen der Erstellung des Abschlusses
Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutter-unternehmens.
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskosten-prinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente sowie sonstige finanzielle Vermögens-werte, die der Bewertungskategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstru-mente“ zugeordnet sind. Das Geschäftsjahr des Konzerns entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzern-abschluss wird in Euro aufgestellt. Sofern nicht anders vermerkt, erfolgt die Darstellung in Tausend Euro (Tausend € oder TEUR). Aus rechentechnischen Gründen können in den in diesem Abschluss dargestellten Informationen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/– einer Einheit (TEUR, % usw.) auftreten.

4Konsolidierungsgrundsätze
Der Konsolidierungskreis zum 31. Dezember 2024 umfasst zwei inländische und 55 ausländische Unternehmen und hat sich wie folgt entwickelt:
31.12.2023
Zugänge
Abgänge
31.12.2024
Luxemburg
2
-
-
2
Deutschland
12
-
3
9
Übriges Ausland
41
6
1
46
Summe
55
6
4
57
Die Zugänge betreffen die Erstkonsolidierung einer Gesellschaft im Bereich Air + Ocean, deren Beteiligung im ersten Quartal 2024 auf eine Mehrheitsbeteiligung ausgebaut wurde, sowie zwei Neugründungen in den Bereichen Air + Ocean und Solutions. Darüber hinaus wurden zwei weitere Gesellschaften im Bereich Solutions sowie eine Gesellschaft in Bereich Air + Ocean erworben. Die Abgänge betreffen eine Verschmelzung im Bereich Air + Ocean, zwei Verschmelzungen im Bereich Solutions sowie eine Verschmelzung im Bereich Sonstige.
Zur Aufstellung des Anteilsbesitzes verweisen wir auf Seite 108f.
Alle konzerninternen Salden, Transaktionen, Erträge, Aufwendungen sowie Gewinne und Verluste werden in voller Höhe eliminiert. Tochterunternehmen werden grundsätzlich ab dem Erwerbszeitpunkt vollkonsolidiert, das heißt ab dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern die Beherrschung erlangt. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Nicht beherrschende Anteile sind die Teile des Periodenergebnisses und des Reinvermögens, die auf Anteile an konsolidierten Gesellschaften entfallen, die nicht vom Konzern gehalten werden. Nicht beherrschende Anteile werden in der Gewinn– und Verlustrechnung, in der Gesamtergebnisrechnung, in der Eigenkapitalveränderungsrechnung und innerhalb des Eigenkapitals in der Bilanz – getrennt von dem auf die Aktionäre der Logwin AG entfallenden Anteil – gesondert ausgewiesen.
5Neue Rechnungslegungsvorschriften
Das International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretation Committee (IFRS IC) haben in den Vorjahren neue Rechnungslegungsvorschriften veröffentlicht. Die folgenden waren für das Geschäftsjahr 2024 erstmals verpflichtend anzuwenden:
Standard / Interpretationen
Zeitpunkt
verpflichtende
Anwendung
in der EU für
den Beginn
des Geschäfts-
jahres am oder
nach dem
En-
dorse-
ment
Änderung
IFRS 16
Leasingverbindlichkeit in einer Sale-and-leaseback-Transaktion
1.1.2024
Ja
Änderung
IAS 1
Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig
1.1.2024
Ja
Änderung
IAS 7 und IFRS 7
Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen
1.1.2024
Ja
Die oben genannten neuen oder geänderten Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen waren für die laufende Berichtsperiode grundsätzlich erstmals anwendbar.
Die Änderung an IAS 1 stellt klar, dass sich die Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig nach den Rechten richtet, über die das Unternehmen am Abschlussstichtag verfügt.
Mit den Änderungen an IFRS 16 wird vorgeschrieben, dass ein Verkäufer-Leasingnehmer Leasingverbindlichkeiten, die aus einer Sale-and-leaseback-Transaktion entstehen, nachfolgend so zu bewerten hat, dass er keinen Betrag des Gewinns oder Verlusts erfasst, der sich auf das zurückbehaltene Nutzungsrecht bezieht. Die neuen Vorschriften hindern einen Verkäufer-Leasingnehmer nicht daran, Gewinne oder Verluste im Zusammenhang mit der teilweisen oder vollständigen Beendigung eines Leasingverhältnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.
Die Änderungen an IAS 7 und IFRS 7 wurden veröffentlicht, um Angabevorschriften und ''Wegweiser'' innerhalb der bestehenden Angabevorschriften hinzuzufügen, mit denen die Unternehmen verpflichtet werden, qualitative und quantitative Informationen über Finanzierungsvereinbarungen mit Lieferanten zur Verfügung zu stellen.
Darüber hinaus hat das IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) eine Agenda-Entscheidung veröffentlicht, die bestimmte Anforderungen an die Angabe von Erträgen und Aufwendungen für berichtspflichtige Segmente klarstellt. Der Logwin-Konzern hat die Darstellung seiner Segmentberichterstattung angepasst und zeigt ab dem Berichtsjahr 2024 auch die Umsatzkosten sowie den Bruttogewinn der berichtspflichtigen Segmente.
Aus den im Berichtsjahr erstmals verpflichtend anzuwendenden neuen Rechnungslegungsvorschriften haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Logwin AG ergeben.
Weiterhin wurden vom IASB und vom IFRS IC die im Folgenden dargestellten neuen bzw. überarbeiteten Rechnungslegungsvorschriften verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2024 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Von dem Wahlrecht einer im Einzelfall bestehenden Möglichkeit der freiwilligen vorzeitigen Anwendung hat der Logwin Konzern im Geschäftsjahr 2024 keinen Gebrauch gemacht.
Standard / Interpretationen
Zeitpunkt
verpflichtende
Anwendung
in der EU für
den Beginn
des Geschäfts-
jahres am oder
nach dem
En-
dorse-
ment
Änderung
IAS 21
Mangel an Umtauschbarkeit
1.1.2025
Ja
Änderung
IFRS 9 und IFRS 7
Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten
1.1.2026
Nein
Änderung
diverse
Jährliche Verbesserungen Ausgabe 11
1.1.2026
Nein
Änderung
IFRS 9 und IFRS 7
Verträge mit Bezug auf naturabhängigen Strom
1.1.2026
Nein
Neuer Standard
IFRS 18
Darstellung und Angaben im Abschluss
1.1.2027
Nein
Neuer Standard
IFRS 19
Tochterunternehmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht: Angaben
1.1.2027
Nein
Die Änderungen an IAS 21 enthalten Leitlinien, mit denen spezifiziert wird, wann eine Währung umtauschbar ist und wie der Wechselkurs zu bestimmen ist, wenn sie es nicht ist.
Die Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 beinhalten Klarstellungen in Bezug auf Ansatz und Ausbuchung bestimmter finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten sowie eine Klarstellung und Erweiterung der Anwendungsleitlinien. Darüber hinaus werden die Angabepflichten für Finanzinstrumente erweitert.
Die Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 zu Verträgen mit Bezug auf naturabhängigen Strom beinhalten eine Klärung der Anwendung der „Own-Use“-Anforderungen, die Ermöglichung der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften, wenn diese Verträge als Absicherungsinstrumente verwendet werden und die Hinzufügung neuer Offenlegungspflichten, die es den Anlegern ermöglichen, die Auswirkungen dieser Verträge auf die finanzielle Leistungsfähigkeit und den Cashflow eines Unternehmens zu verstehen.
Die Zielsetzung von IFRS 18 besteht darin, Anforderungen an die Darstellung und die Offenlegung von Informationen in Abschlüssen für allgemeine Zwecke (kurz: Abschlüsse) festzulegen, um sicherzustellen, dass diese relevante Informationen liefern, die die Vermögenswerte, Schulden, das Eigenkapital, die Erträge und Aufwendungen eines Unternehmens getreu darstellen.
Die Zielsetzung von IFRS 19 besteht darin, die Angabevorschriften zu spezifizieren, die ein Unternehmen anstelle der Angabevorschriften in anderen IFRS-Rechnungslegungsstandards anwenden darf.
Die künftige Anwendung von IFRS 18 wird voraussichtlich zu Änderungen in der Darstellung und Offenlegung von Finanzinformationen im Konzernabschluss der Logwin AGführen. Darüber hinaus werden aus den vorangehend erläuterten neuen und überarbeiteten Vorschriften aktuell keine wesentlichen Auswirkungen auf zukünftige Abschlüsse des Logwin Konzerns erwartet.
6Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten
Die Aufstellung des Abschlusses erfordert bei einigen Posten Schätzungen und Annahmen und damit Ermessensausübungen des Managements, die Auswirkungen auf die zum jeweiligen Bilanzstichtag ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden bzw. auf die Aufwendungen und Erträge im Berichts-zeitraum haben. Die tatsächlichen Beträge können von den Schätzwerten abweichen, so dass ein Risiko besteht, dass in späteren Geschäftsjahren eine Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten oder Schulden erforderlich sein wird.
Unsicherheiten bestehen im Bereich des mindestens einmal jährlich verpflichtend durchzuführenden Werthaltigkeitstests der Firmenwerte, weil bei der hierbei angewandten Discounted Cash Flow–Methode die zu erwartenden Cashflows, nachhaltige Wachstumsraten sowie ein adäquater gewichteter Kapital-kostensatz (WACC) heranzuziehen sind. Die Komponenten des WACC sind der risikofreie Zins, die Marktrisikoprämie, die sogenannten Beta-Faktoren, der Zuschlag für das Kreditrisiko (Spread), Länderrisikozuschläge sowie die Verschuldungsquote. Der Buchwert der aktivierten Firmenwerte beträgt zum 31. Dezember 2024 55,1 Mio. Euro (Vorjahr: 48,9 Mio. Euro). Zu weiteren Erläuterungen wird auf Anhangangabe 17 „Firmenwerte“ verwiesen.
Weitere Schätzungen erfordern die versicherungsmathematischen Berechnungen des Werts der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen hinsichtlich der gewählten Prämissen. Zum 31. Dezember 2024 beträgt deren Bilanzwert 22,3 Mio. Euro (Vorjahr: 23,4 Mio. Euro); es wird auf Anhangangabe 28 „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ verwiesen.
Zudem gibt es Schätzungserfordernisse bei der Bilanzierung von tatsächlichen und latenten Steuern. Bei der Beurteilung steuerlicher Unwägbarkeiten kann nicht zugesichert werden, dass sich der Ausgang solcher steuerlicher Unsicherheiten mit der ursprünglichen Einschätzung deckt. Weichen die tatsächlichen Ergebnisse von dieser Einschätzung ab, könnte sich dies in der jeweiligen Periode, in der die Angelegenheit endgültig entschieden wird, auf die Steuerverbindlichkeiten und die latenten Steuern auswirken. In Einzelfällen werden mögliche Risiken aus der Nicht-Anerkennung steuerlicher Einschätzungen bereits vor der endgültigen Entscheidung zurückgestellt, sofern die Wahrscheinlichkeit überwiegend gegeben ist. Die Höhe der angesetzten latenten Steueransprüche könnte sich verringern, falls die Einschätzungen der geplanten steuerlichen Einkommen oder falls Änderungen der aktuellen Steuergesetzgebung den Umfang der Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile beschränken. Der aktivierte Betrag der latenten Steueransprüche zum Bilanzstichtag beläuft sich auf 23,1 Mio. Euro (Vorjahr: 26,2 Mio. Euro); es wird auf Anhangangabe 25 „Latente Steuern“ verwiesen.
Im Rahmen der Bilanzierung sind Annahmen bezüglich Nutzungsdauern von Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten sowie Beurteilungen über die Werthaltigkeit zu treffen. Der Konzern beurteilt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Bei Vorliegen solcher Anhaltspunkte oder im Falle einer jährlich verpflichtend vorzunehmenden Überprüfung eines Vermögenswerts auf Wertminderung nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags vor.
Zu den Ermessensentscheidungen des Managements zählt ferner die Entscheidung über das Vorliegen der Aktivierungsvoraussetzungen von Entwicklungskosten als selbstgeschaffene immaterielle Vermögens-werte, insbesondere Software.
Darüber hinaus ist die Überprüfung einer eventuellen Wertminderung bei Forderungen erforderlich. Sofern Forderungen im Wege des Factoring veräußert werden, ist für den angemessenen Bilanzausweis eine Einschätzung des Managements erforderlich, in welchem Umfang die wesentlichen Chancen und Risiken auf die Factoring-Gesellschaft übergehen. Zum Ausweis des Factoring im Konzernabschluss wird auf Anhangangabe 7 „Zusammenfassung wesentlicher Kennzahlen, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ – Stichwort „Factoring“ – verwiesen.
Das Management schätzt das Risiko von Wertschwankungsrisiken in Bezug auf die Ausleihung an die AQTON SE als unwesentlich ein. Die Ausleihung wird als Zahlungsmitteläquivalent dargestellt.
Bei der Bilanzierung von Leasingverträgen können die Bestimmung der Laufzeit, der Höhe der Leasing-zahlungen und des als Diskontierungszins verwendeten Grenzfremdkapitalzinssatzes ermessensbehaftet sein und beruhen sowohl auf Annahmen als auch auf Schätzungen. Besonders die Beurteilung von Verlängerungs-, Kündigungs- und Kaufoptionen bei Immobilienleasingverträgen beinhaltet Ermessens-entscheidungen des Managements.
Des Weiteren sind für die Bildung von Rückstellungen Annahmen zur Eintrittswahrscheinlichkeit und zur Höhe von erwarteten Vermögensabflüssen zu treffen.
Gemäß den Vorschriften des IFRS 15 werden Umsatzerlöse erfasst, wenn ein Kunde Kontrolle über Waren oder Dienstleistungen erlangt. Die Festlegung des Zeitpunkts der Übertragung der Kontrolle – zu einem Zeitpunkt oder über einen Zeitraum – ist ermessensbehaftet.
7Zusammenfassung wesentlicher Kennzahlen, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Währungsumrechnung
Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der Logwin AG und der Darstellungs-währung des Konzerns, aufgestellt.
Vermögenswerte und Schulden von Konzerngesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden mit dem Mittelkurs zum Ende des Geschäftsjahres, Erträge und Aufwendungen mit dem Durchschnittskurs umgerechnet. Währungsgewinne und -verluste aus dieser Fremdwährungsumrechnung werden in einem eigenen Posten innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Bei Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbetriebs wird der im Eigenkapital für diesen ausländischen Geschäftsbetrieb erfasste kumulative Betrag in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.
Die Entwicklungen der Wechselkurse der für den Konzernabschluss wesentlichen Währungen sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt:
Durchschnittskurs
Stichtagskurs
Währungen 
2024
2023
31.12.2024
31.12.2023
1 EUR =
Australischer Dollar
AUD
1,6395
1,6283
1,6756
1,6263
Brasilianischer Real
BRL
5,8231
5,4019
6,4760
5,3618
Chinesischer Renminbi Yuan
CNY
7,7888
7,6591
7,6234
7,8509
Britisches Pfund
GBP
0,8467
0,8699
0,8295
0,8691
Hongkong Dollar
HKD
8,4473
8,4671
8,1065
8,6314
Polnischer Zloty
PLN
4,3063
4,5424
4,2655
4,3395
Singapur Dollar
SGD
1,4460
1,4523
1,4166
1,4591
Thailändischer Baht
THB
38,1963
37,6222
35,6400
37,9730
US Dollar
USD
1,0826
1,0815
1,0444
1,1050
Südafrikanischer Rand
ZAR
19,8362
19,9464
19,5691
20,3477
Unternehmenszusammenschlüsse
Der Logwin Konzern bilanziert Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode, wenn der Konzern Beherrschung erlangt hat. Nach IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ liegt Beherrschung vor, wenn ein Konzern schwankenden Renditen aus seinem Engagement in ein Beteiligungsverhältnis ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt enthalten, an dem die Beherrschung beginnt. Wird Beherrschung über ein Tochterunternehmen erlangt, bewertet der Logwin Konzern entsprechend IFRS 3 alle erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten zu ihrem zum Erwerbszeitpunkt beizulegenden Zeitwert.
Der Buchwert der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen berechnet sich aus dem prozentualen Anteil der Minderheitsgesellschafter an den Fair Values der identifizierbaren Vermögens-werte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten. Beim Erwerb von weiteren Anteilen an Unternehmen, bei denen durch vorangegangene Transaktionen bereits die Beherrschung über das Unternehmen erlangt wurde (nicht beherrschende Anteile), handelt es sich im Sinne der Konzerneinheitstheorie um Verschie-bungen im Eigenkapital zwischen den Gesellschaftergruppen. In diesem Fall werden die Anschaffungs-kosten für die zusätzlichen Anteile mit den auszubuchenden nicht beherrschenden Anteilen aufgerechnet und Unterschiedsbeträge unmittelbar erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet.
Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungs-kosten bewertet, die sich als Überschuss des Kaufpreises des Unternehmenszusammenschlusses über den Anteil des Konzerns an den Fair Values der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten bemessen. Jeglicher Gewinn aus einem Erwerb zu einem Preis unter dem Marktwert wird direkt ergebniswirksam erfasst. Transaktionskosten werden unmittelbar als Aufwand erfasst.
Ertragsrealisierung
Nach IFRS 15 werden Umsatzerlöse erfasst, wenn ein Kunde die Kontrolle über Waren oder Dienstleistungen erlangt. Die Festlegung des Zeitpunkts der Übertragung der Kontrolle – zu einem Zeitpunkt oder über einen Zeitraum – ist ermessensbehaftet.
Für die Umsätze aus Transportdienstleistungen in den Geschäftsfeldern Air + Ocean und Solutions erfolgt entsprechend IFRS 15.35 eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung, da davon auszugehen ist, dass dem Kunden der Nutzen aus der Leistung des Unternehmens stetig zufließt und er die Vorteile gleichzeitig erhält und nutzt, während die Leistung erbracht wird. Die Leistungsverpflichtung wird dabei erfüllt, während der Logwin Konzern die Transportdienstleistung erbringt. Als Maßstab für den Grad der Leistungserbringung zu einem Stichtag wird die bereits verstrichene Transportdauer im Verhältnis zur erwarteten Gesamtdauer des Transportes zugrunde gelegt (inputorientierte Methode), da eine Messung der tatsächlich zurückgelegten Strecke nicht praktikabel ist.
Für die Erbringung von Transportdienstleistungen werden teilweise retrospektiv wirkende Rabatte gewährt, die auf dem mit dem Kunden erzielten Umsatz oder der Erreichung bestimmter Volumina in einem definierten Zeitraum, der in der Regel 12 Monate beträgt, basieren. Die Erlöse aus den Dienstleistungen werden in Höhe der im Vertrag vereinbarten Gegenleistung abzüglich der geschätzten Rabatte erfasst. Umsatzerlöse werden dabei nur in dem Umfang erfasst, in dem es hochwahrscheinlich ist, dass eine signifikante Stornierung der Umsätze nicht notwendig sein wird. Für die bis zum Ende der jeweiligen Berichtsperiode getätigten Umsätze wird eine Verbindlichkeit für die voraussichtlich hierauf zu gewährenden Rabatte erfasst. Für die Verpflichtung des Konzerns, entstandene Transportschäden zu ersetzen, werden Rückstellungen gebildet.
Die in den Geschäftsfeldern Air + Ocean und Solutions erbrachten Transportdienstleistungen stellen in der Regel ein Leistungsbündel dar, da die zugesagten Dienstleistungen hochgradig voneinander abhängig sind (IFRS 15.29c) und der Logwin Konzern eine signifikante Integrationsleistung erbringt (IFRS 15.29a), die einen erheblichen Teil des Leistungsbündels darstellt. Eine Aufteilung des Transaktionspreises auf die zugesagten Leistungskomponenten erfolgt aus diesem Grund nicht, vielmehr wird der Transaktionspreis dem identifizierten Leistungsbündel zugeordnet.
Schätzungen hinsichtlich der Erlöse, Kosten oder des Auftragsfortschritts werden korrigiert, wenn sich Umstände ändern. Etwaige daraus resultierende Erhöhungen oder Verminderungen der geschätzten Erlöse oder Kosten werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der die Umstände, die Anlass zur Korrektur geben, der Geschäftsführung zur Kenntnis gelangen.
Bei Festpreisverträgen zahlt der Kunde einen gegebenenfalls mittels Zahlungsplan festgelegten Betrag. Übersteigen die vom Logwin Konzern erbrachten Leistungen die erhaltenen Zahlungen, wird ein Vertragsvermögenswert erfasst. Übersteigen die erhaltenen Zahlungen die erbrachten Leistungen, wird eine Vertragsverbindlichkeit bilanziert.
Für die Umsätze des Geschäftsfelds Solutions aus der Distribution und Lagerhaltung hat entsprechend IFRS 15.35 ebenfalls grundsätzlich eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung zu erfolgen, da die Leistungsverpflichtung durch den Logwin Konzern in der Regel erfüllt wird, während die Dienstleistung erbracht wird.
Die Verträge im Geschäftsbereich Solutions im Zusammenhang mit Lagerhaltung und Distribution enthalten in der Regel mehrere Leistungskomponenten, die zwar dem Grunde nach eigenständig sind, d.h. der Kunde kann sie alleine oder zusammen mit anderen zur Verfügung stehenden Ressourcen nutzen. Allerdings erbringt der Logwin Konzern eine signifikante Integrationsleistung, so dass im Regelfall von einem Leistungsbündel auszugehen ist.
Die Zahlungsverpflichtungen von Kunden des Logwin Konzerns sind kurzfristig fällig. Es existieren keine Verträge mit Kunden, bei denen der Zeitraum zwischen der Übertragung der versprochenen Dienstleistung auf den Kunden und der Zahlung durch den Kunden länger als ein Jahr beträgt Dementsprechend wird die zugesagte Gegenleistung nicht um den Zeitwert des Geldes angepasst.
Unternehmen müssen Erlöse aus Verträgen mit Kunden in Kategorien aufgliedern, die den Einfluss wirtschaftlicher Faktoren auf Art, Höhe, Zeitpunkt und Unsicherheit von Erlösen und Zahlungsströmen abbilden. Für den Logwin Konzern wird eine Aufgliederung der Umsatzerlöse nach bestehenden Segmenten und geografischen Regionen für seine Umstände als angemessen angesehen.
Bei Geschäftsvorfällen, die selbst zu keinen Umsatzerlösen führen, die aber zusammen mit den Hauptumsatzaktivitäten anfallen, werden alle Erträge mit den dazugehörigen Aufwendungen, die durch den selben Geschäftsvorfall entstehen, gemäß IAS 1.34 saldiert dargestellt, wenn diese Darstellung den Gehalt des Geschäftsvorfalls oder Ereignisses widerspiegelt; hierunter fallen beispielsweise weiterbelastete Zollgebühren.
EBITA
Eine zentrale Ergebnisgröße des Logwin Konzerns ist das EBITA (Earnings Before Interest, Taxes and Amortisation). Es ergibt sich aus den Umsatzerlösen, abzüglich der Umsatzkosten, der Vertriebskosten und der Verwaltungskosten; außerdem werden die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge sowie die gesondert ausgewiesenen Wertminderungen auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte und Vertragsvermögenswerte einbezogen.
Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie wird als Quotient des den Aktionären der Logwin AG zurechenbaren Perioden-ergebnisses und dem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien berechnet. Eine Verwässerung ergibt sich nicht, da keine Options- und Wandelrechte in Bezug auf die Aktien der Logwin AG vorliegen.
Free-Cashflow
Eine weitere wesentliche Steuerungsgröße im Logwin Konzern stellt der Free-Cashflow dar. Der Free-Cashflow definiert sich im Logwin Konzern als Summe aus dem operativen Cashflow und dem Investitions-Cashflow abzüglich der Tilgungen der Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen.
Immaterielle Vermögenswerte
Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten eines immateriellen Vermögenswerts, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, entsprechen seinem Fair Value zum Erwerbszeitpunkt. Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden zu Herstellungskosten aktiviert, sofern sie die Aktivierungskriterien erfüllen und die damit verbundenen Kosten die Wesentlichkeitsgrenze überschreiten. Andernfalls werden die Kosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Die Folgebewertung erfolgt mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen.
Die Abschreibung aktivierter immaterieller Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer erfolgt linear, basierend auf einer wirtschaftlichen Nutzungsdauer zwischen drei und zehn Jahren für Software, Konzessionen und andere Rechte sowie sechs Jahre für Kundenbeziehungen. Die Abschreibungsdauer, die Abschreibungsmethode und der Restbuchwert werden für einen immateriellen Vermögenswert mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswerts geändert, wird ein anderer Abschreibungszeitraum gewählt. Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung behandelt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie erfasst, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts entspricht.
Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben und mindestens jährlich auf Wertminderung überprüft. Dies gilt insbesondere für im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Firmenwerte. Diesbezüglich wird auf den Absatz „Besonderheiten bei der Wertminderung von Firmenwerten“ verwiesen.
Gewinne und Verluste aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten errechnen sich aus der Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts und werden bei Abgang des Vermögenswerts erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
Sachanlagen
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt.
Die Abschreibung erfolgt linear, basierend auf einer wirtschaftlichen Nutzungsdauer zwischen zehn und 50 Jahren für Gebäude, zwischen drei und 20 Jahren für Maschinen und Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie zwischen einem und elf Jahren für den Fuhrpark.
Die Abschreibungsdauer, die Abschreibungsmethode und der Restbuchwert werden für einen Sachanlagegegenstand mindestens zum Ende eines Geschäftsjahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswerts geändert, wird ein anderer Abschreibungszeitraum gewählt. Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung behandelt. Abschreibungen auf Sachanlagen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie, die der Funktion des Vermögenswerts entspricht, erfasst.
Eine Sachanlage wird entweder bei ihrem Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert ermittelt und in der Periode, in welcher der Posten ausgebucht wird, in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
Wertminderung von Vermögenswerten
Der Konzern beurteilt an jedem Bilanzstichtag und anlassbezogen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte (siehe auch Anhangangabe 6 „Wesentliche Ermessens-entscheidungen und Schätzunsicherheiten“). Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts (oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit) abzüglich der Kosten der Veräußerung und dem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. In diesem Fall erfolgt die Ermittlung des erzielbaren Betrags ggf. für die zahlungsmittelgenerierende Einheit (ZGE), welcher der Vermögenswert zugehört.
Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert als wertgemindert betrachtet und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die geschätzten künftigen Cashflows aus der fortgesetzten Nutzung des Vermögenswerts und aus seiner letztendlichen Veräußerung unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Wertminderungsaufwendungen von Sachanlagen bzw. immateriellen Vermögenswerten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung den jeweiligen Funktionsbereichen zugeordnet.
Wertminderungsaufwendungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und Leasingforderungen werden in einem eigenen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.
An jedem Berichtsstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Wertminderungsaufwand, der in früheren Berichtsperioden erfasst worden ist, nicht länger besteht oder sich vermindert haben könnte. Liegt ein solcher Indikator vor, wird der erzielbare Betrag ermittelt. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand ist dann aufzuheben, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungs-aufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Dieser erhöhte Buchwert darf nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungs- aufwand erfasst worden wäre. Eine solche Wertaufholung ist sofort im Periodenergebnis zu erfassen. Nachdem eine Wertaufholung vorgenommen wurde, ist der Abschreibungsaufwand in künftigen Berichts-perioden anzupassen, um den berichtigten Buchwert des Vermögenswerts, abzüglich eines etwaigen Restbuchwerts, systematisch auf seine Restnutzungsdauer zu verteilen.
Besonderheiten bei der Wertminderung von Firmenwerten
Die Werthaltigkeit der Firmenwerte wird einmal jährlich oder anlassbezogen auf Ebene der Geschäftsfelder Air + Ocean und Solutions geprüft. Als Stichtag für die jährliche Beurteilung der Werthaltigkeit der Firmenwerte hat der Logwin Konzern den 31. Dezember eines Geschäftsjahres gewählt. Sollten zu einem anderen Zeitpunkt Anhaltspunkte vorliegen, die auf eine drohende Wertminderung von Firmenwerten hinweisen, wird eine Werthaltigkeitsbeurteilung zu diesem Zeitpunkt vorgenommen.
Zum Zweck der Überprüfung, ob eine Wertminderung vorliegt, muss der Firmenwert, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, vom Übernahmetag an jeder der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, die aus den Synergien des Zusammenschlusses Nutzen ziehen sollen, zugeordnet werden. Dies gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des Konzerns diesen Einheiten bereits zugewiesen worden sind.
Jede Einheit, zu welcher der Firmenwert zugeordnet worden ist,
-stellt die niedrigste Ebene innerhalb des Konzerns dar, auf der der Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird; und
-ist nicht größer als ein Geschäftssegment, gemäß IFRS 8 „Geschäftssegmente“
Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der ZGE bestimmt, auf die sich der Firmenwert bezieht. Die Gruppen von ZGEs entsprechen im Logwin Konzern den Geschäftsfeldern. Liegt der erzielbare Betrag der ZGE unter ihrem Buchwert, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst; beim Wegfall der Gründe der Wertminderung dürfen keine Zuschreibungen auf zuvor wertgeminderte Firmenwerte vorgenommen werden.
In den Fällen, in denen ein Teil einer ZGE veräußert wird, wird der der veräußerten Teileinheit zuzurechnende Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts der Teileinheit bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung der Teileinheit einbezogen. Ein Firmenwert, der auf diese Weise veräußert wird, wird auf der Grundlage des Verhältnisses des Fair Values der veräußerten Teileinheit zum erzielbaren Betrag des nicht veräußerten Anteils der ZGE ermittelt.
Vorräte
Die Bewertung der Vorräte erfolgt unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit dem jeweils niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten bzw. Nettoveräußerungswert unter Anwendung des gleitenden Durchschnittspreisverfahrens. Bei Risiken, die auf niedriger Umschlagshäufigkeit oder Überalterung der Bestände beruhen sowie bei drohenden Verlusten aus schwebenden Lieferverträgen, wird eine Wert-berichtigung auf den Nettoveräußerungswert vorgenommen.
Ertragsteuern
Die Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten werden nach IAS 12 berechnet. Die Summe der laufenden Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten ist die beste Schätzung des zu erwartenden Steuerbetrags und berücksichtigt Unsicherheiten im Zusammenhang mit den laufenden Ertragsteuern, sofern solche bestehen. Ferner werden latente Steueransprüche und latente Steuer-schulden bilanziert. Latente Steuern ergeben sich aus temporären Differenzen zwischen den in der Bilanz angesetzten Buchwerten und steuerlichen Wertansätzen sowie aus steuerlich nutzbaren Verlustvorträgen. Die aufgrund dieser Unterschiede zukünftig wahrscheinlich eintretenden Steuerentlastungen bzw. -belastungen werden aktiviert bzw. passiviert, wobei Unsicherheiten, die im Zusammenhang mit Ertrag-steuern bestehen können, berücksichtigt werden. Latente Steueransprüche werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die temporäre Differenz oder der Verlustvortrag verwendet werden kann. Sofern die den Steuerlatenzen zugrunde liegenden Ent- oder Belastungen ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst werden, erfolgt die Bildung bzw. Auflösung der latenten Steuern ebenfalls ergebnisneutral.
Die jeweiligen Bemessungsgrundlagen werden mit dem zum Zeitpunkt der Realisation voraussichtlich gültigen Steuersatz bewertet. Bei den einbezogenen Unternehmen kommen grundsätzlich landesspezifische Steuersätze zur Anwendung. So wird für die Berechnung deutscher latenter Steuern ein Körperschaftsteuersatz von 15 % zuzüglich eines Solidaritätszuschlags von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer sowie ein Gewerbesteuersatz angewandt, dessen Hebesätze sich nach den lokalen Gegebenheiten bestimmen. Soweit die latenten Steueransprüche den Betrag der latenten Steuerschulden übersteigen, erfolgt die Beurteilung der Werthaltigkeit unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Ergebnisentwicklung des betreffenden Konzernunternehmens.
Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, wenn sich diese auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt erhoben werden.
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen, die Vermögenswerte und Schulden umfassen, werden als zur Veräußerung gehalten oder zur Ausschüttung gehalten eingestuft, wenn es höchstwahrscheinlich ist, dass sie überwiegend durch Veräußerung oder Ausschüttung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden.
Im Allgemeinen werden diese Vermögenswerte oder die Veräußerungsgruppe zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt.
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden dann nicht mehr planmäßig abgeschrieben.
Finanzinstrumente
Finanzinstrumente sind alle Verträge, die gleichzeitig bei einem Unternehmen zu finanziellen Vermögens-werten und bei einem anderen Unternehmen zu finanziellen Verbindlichkeiten oder einem Eigenkapital-instrument führen.
Ansatz und Ausbuchung
Der erstmalige Ansatz von Finanzinstrumenten erfolgt am Erfüllungstag. Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Handelstag angesetzt, d. h. zu dem Tag, an dem sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Ansprüche auf den Erhalt von Zahlungsströmen aus den finanziellen Vermögenswerten ausgelaufen sind oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen hat. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind.
Bewertung
Beim erstmaligen Ansatz bewertet der Logwin Konzern einen finanziellen Vermögenswert zum Trans-aktionspreis zuzüglich – im Falle eines in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerts – der direkt auf den Erwerb dieses Vermögenswertes entfallenden Transaktionskosten. Transaktionskosten von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden im Gewinn und Verlust als Aufwand erfasst.
Die Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte richtet sich nach der Einstufung in eine der nachfolgend beschriebenen Kategorien.
Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte
Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte richtet sich nach drei Kategorien, welche unterschiedliche Wertmaßstäbe und eine unterschiedliche Erfassung von Wertänderungen zur Folge haben. Die Kategorisierung ergibt sich dabei sowohl in Abhängigkeit von den vertraglichen Zahlungsströmen des Instruments als auch aus dem Geschäftsmodell, in dem das Instrument gehalten wird.
Der Konzern legt die Kategorisierung seiner finanziellen Vermögenswerte mit dem erstmaligen Ansatz fest und überprüft diese Zuordnung am Ende eines jeden Geschäftsjahres, wobei bei der Einteilung grundsätzlich zwischen Schuldinstrumenten und Eigenkapitalinstrumenten wie folgt zu unterscheiden ist.
Schuldinstrumente
Die Bewertung von Schuldinstrumenten ist abhängig vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung des Vermögenswerts und den Zahlungsstrommerkmalen des Vermögenswerts. Der Logwin Konzern stuft seine Schuldinstrumente in eine der drei folgenden Bewertungskategorien ein:
-Zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC – Amortized Cost): Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden und bei denen diese Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finanzerträgen ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, und – zusammen mit den Fremdwährungsgewinnen und -verlusten – unter den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen ausgewiesen.
-Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVTOCI – Fair value through other comprehensive income): Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme und zur Veräußerung der finanziellen Vermögenswerte gehalten werden und bei denen die Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Veränderungen des Buchwerts werden im sonstigen Ergebnis ausgewiesen, mit Ausnahme der Wertminderungserträge oder -aufwendungen, Zinserträge und Fremdwährungsgewinne und -verluste, die im Gewinn oder Verlust erfasst werden. Bei Ausbuchung des finanziellen Vermögenswerts wird der zuvor im sonstigen Ergebnis angesetzte kumulierte Gewinn oder Verlust aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert und in den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen ausgewiesen.
-Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL – Fair value through profit or loss): Vermögenswerte, welche die Kriterien der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ oder „FVTOCI“ nicht erfüllen, werden in die Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) eingestuft. Gewinne oder Verluste aus einem Schuldinstrument, das in der Folge zum FVTPL bewertet wird, werden im Gewinn oder Verlust saldiert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen in der Periode ausgewiesen, in der sie entstehen.
Eigenkapitalinstrumente
Der Logwin Konzern bewertet alle gehaltenen Eigenkapitalinstrumente zum beizulegenden Zeitwert, in der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL).
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte (FVTPL) werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen erfasst.
Die nachfolgende Darstellung gibt einen Überblick über die verschiedenen Kategorien:
Finanzielle Vermögenswerte
Bewertung
Wertänderungen
Erfolgswirksam zum beizulegen-
den Zeitwert bewertete
Finanzinstrumente (FVTPL)
Fair Value
Realisierte und nicht realisierte Gewinne und
Verluste werden ergebniswirksam erfasst
Erfolgsneutral zum beizu-
legenden Zeitwert bewertete
Schuldinstrumente
(FVOCI mit Recycling)
Fair Value
Ergebniswirksame Erfassung von Wertminderun-
gen, Währungsumrechnung und Effektivzins,
sonstige Wertänderungen werden erfolgsneutral
im Eigenkapital erfasst, ergebniswirksame Erfas-
sung bzw. Umbuchung vom Eigenkapital in die
Gewinn- und Verlustrechnung bei Veräußerung
(Recycling)
Erfolgsneutral zum beizu-
legenden Zeitwert bewertete
Eigenkapitalinstrumente
(FVOCI-Option, ohne Recycling)
Fair Value
Ergebniswirksame Erfassung von
Dividenden, sonstige Wertänderungen
werden erfolgsneutral im Eigenkapital
erfasst, keine ergebniswirksame Erfassung
bzw. Umbuchung vom Eigenkapital in die
Gewinn- und Verlustrechnung bei
Veräußerung (ohne Recycling)
Zu fortgeführten Anschaffungs-
kosten bewertete Finanz-
instrumente (AC)
Fortgeführte
Anschaffungskosten
Ergebniswirksame Erfassung von Wertminderun-
gen, Währungsumrechnung und Effektivzins
Im Geschäftsjahr 2024 fanden keine Umgliederungen zwischen den anzuwendenden Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 statt.
Die Beurteilung des Geschäftsmodells des Konzerns erfolgte erstmals zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 9, dem 1. Januar 2018, und wird laufend überprüft. Die Beurteilung, ob die vertraglichen Cashflows aus Schuldtiteln ausschließlich aus Tilgungs- und Zinszahlungen bestehen, wurde auf der Grundlage der Fakten und Umstände zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes der Vermögenswerte vorgenommen.
Klassifizierung finanzieller Verbindlichkeiten
Eine finanzielle Verbindlichkeit wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, falls sie zu Handelszwecken gehalten oder bei erstmaligem Ansatz entsprechend designiert wird. Direkt zurechenbare Transaktionskosten werden im Gewinn oder Verlust erfasst, sobald sie anfallen. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts, die auf Veränderungen des Kreditrisikos der Schuld zurückzuführen sind, werden im sonstigen Ergebnis dargestellt. Die verbleibende Wertänderung des beizulegenden Zeitwerts wird im Gewinn oder Verlust dargestellt.
Andere nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten werden bei erstmaligem Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung werden diese Verpflichtungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.
Finanzielle Verbindlichkeiten
Folgebewertung
Wertänderungen
Zu Handelszwecken gehalten
oder beim erstmaligen Ansatz
als zum beizulegenden Zeitwert
zu bewerten eingestuft (FVTPL)
Fair Value
Realisierte und nicht realisierte Gewinne und
Verluste werden ergebniswirksam erfasst
Zu fortgeführten Anschaffungs-
kosten bewertet (AC)
Fortgeführte
Anschaffungskosten
Wertänderungen werden unmittelbar ergebnis-
wirksam erfasst
Der Konzern hat beim erstmaligen Ansatz keine finanziellen Verbindlichkeiten als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft (designiert). Im Geschäftsjahr 2024 fanden keine Umgliederungen zwischen den anzuwendenden Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 statt.
Kategorien finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten - Ausweis
Der Logwin-Konzern hält die im Folgenden dargestellten Finanzinstrumente:
-Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
-Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aus Factoring
-Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
-Finanzanlagen
-Derivative Finanzinstrumente
-Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
-Leasingverbindlichkeiten
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthalten Bankguthaben bei Kreditinstituten, Kassenbestände, Schecks und kurzfristige Anlagen. Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige hochliquide Finanzinvestitionen mit einer ursprünglichen Laufzeit von drei Monaten oder weniger, die jederzeit in liquide Mittel umgewandelt werden können und die einem unwesentlichen Wertänderungsrisiko unterliegen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) bewertet.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind vom Kunden geschuldete Beträge für im gewöhnlichen Geschäftsverlauf erbrachte Dienstleistungen. Sie sind im Allgemeinen innerhalb weniger Wochen zu begleichen, enthalten keine signifikanten Finanzierungskomponenten und werden als kurzfristig eingestuft. Der Konzern hält Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, um vertragliche Cashflows zu vereinnahmen und bewertet sie in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC). Aufgrund der kurzfristigen Art der Forderungen entspricht deren Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.
Übertragene Forderungen (Factoring)
Der Logwin Konzern nutzt für eine deutsche Konzerngesellschaft ein Factoringprogramm. Dabei handelt es sich um eine flexible Finanzierungsform, d. h. durch den Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt die Factoring-Gesellschaft Liquidität zur Verfügung, die von Logwin bei Bedarf ganz oder teilweise in Anspruch genommen werden kann. Relevante Risiken zur Beurteilung der Übertragung von Chancen und Risiken der verkauften Forderungen sind im Wesentlichen das Kreditrisiko und das Zahlungszeitpunktrisiko. Im Rahmen des Vertrags werden auf Grund des Zurückbehalts des Zahlungszeitpunktrisikos alle mit den Forderungen verbundenen Chancen und Risiken weder übertragen noch zurückbehalten. Die Forderungen werden daher im Umfang im Rahmen ihres Continuing Involvements weiter bilanziert. Zum 31. Dezember 2024 waren Forderungen mit einem Nominalwert von 33,1 Mio. Euro (Vorjahr: 23,6 Mio. Euro) an den Factor übertragen. Der korrespondierende Kaufpreis war zum 31. Dezember 2024 nicht ausgezahlt. Das Continuing Involvement und die verbundene Verbindlichkeit waren zum 31. Dezember 2024 mit 0,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) erfasst.
Die aus dem Verkauf von Forderungen resultierenden Forderungen gegenüber der Factoringgesellschaft werden, sofern die Linie nicht oder nur teilweise gezogen wird, bilanziell innerhalb der Position „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aus Factoring“ abgebildet und zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) bilanziert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen einer Factoringvereinbarung potentiell verkauft werden, werden in der Folge zum FVTPL bewertet, da das primäre Ziel nicht in der Vereinnahmung vertraglicher Cashflows liegt. Die Bilanzierung der Inanspruchnahme der Factoringlinie erfolgt im Logwin Konzern als Minderung des Forderungsbestands, da im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus den Forderungen auf die Factoring-Gesellschaft übertragen werden. Aus dem anhaltenden Engagement sind keine wesentlichen Zahlungsverpflichtungen zu erwarten. Es gibt keine Verpflichtungen zum Rückkauf von Forderungen.
Finanzanlagen
Unter den Finanzanlagen werden die folgenden Eigen- und Fremdkapitalinstrumente mit langfristigem Verwendungszweck erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) bewertet:
-Finanzinvestitionen in Schuldtitel, die weder zu fortgeführten Anschaffungskosten noch erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
-Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente, bei denen das Unternehmen entschieden hat, Änderungen des beizulegenden Zeitwerts nicht im sonstigen Ergebnis zu erfassen.
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Unter den sonstigen Forderungen und Vermögenswerten werden unter anderem gewährte Kredite, Schuldverschreibungen und sonstige Forderungen mit Rückzahlungsfristen von weniger als einem Jahr ausgewiesen. Der Logwin Konzern bewertet seine sonstigen finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC), wenn der finanzielle Vermögenswert im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten wird, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Cashflows zu halten, und die Vertragsbedingungen zu Cashflows führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Aufgrund der kurzfristigen Art entspricht deren Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.
Derivative Finanzinstrumente
Im Logwin Konzern werden Devisentermingeschäfte zur Absicherung des Risikos einer Wertänderung von entsprechenden Grundgeschäften aufgrund von Marktpreisänderungen eingesetzt. Derivate werden ausschließlich zu wirtschaftlichen Sicherungsbeziehungen und nicht als spekulative Anlagen eingesetzt. Da sie die Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) nicht erfüllen, werden sie zu Zwecken der Rechnungslegung als „zu Handelszwecken gehalten“ klassifiziert und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, wobei die Wertänderungen im Gewinn oder Verlust erfasst werden. Der Ausweis der Gewinne bzw. Verluste erfolgt in den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen, soweit sie aus der Absicherung von Fremdwährungsrisiken des operativen Geschäfts entstehen, sowie in den Finanzierungserträgen/-aufwendungen, soweit sie aus der Absicherung von Forderungen oder Verbindlichkeiten der Logwin AG aus der Konzernfinanzierung entstanden sind. Derivative Finanzinstrumente werden als kurzfristige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten dargestellt, da sie voraussichtlich innerhalb von 12 Monaten nach Ende der Berichtsperiode beglichen werden.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten betreffen noch ausstehende Verbindlichkeiten für die vom Logwin Konzern vor Ende des Geschäftsjahres empfangenen Waren und Dienstleistungen. Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten betreffen aufgenommene Kredite und werden zunächst zum beizulegenden Zeitwert abzüglich entstandener Transaktionskosten und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten nach Maßgabe der Effektivzinsmethode angesetzt. Diese Verbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten ausgewiesen, es sei denn, deren Begleichung ist nicht innerhalb von 12 Monaten nach der Berichtsperiode fällig.
Bewertung und Erfassung erwarteter Kreditverluste
Der Logwin Konzern bildet eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste auf Investitionen in Schuldinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, Leasingforderungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte. Die Höhe der erwarteten Kreditverluste wird zu jedem Bilanzstichtag aktualisiert, um den Veränderungen des Kreditrisikos seit der erstmaligen Erfassung des jeweiligen Finanzinstruments Rechnung zu tragen.
Das allgemeine Wertminderungsmodell sieht drei Stufen vor, welche die Höhe der zu erfassenden Verluste und die Zinsvereinnahmung künftig bestimmen. Danach sind bereits bei Zugang erwartete Verluste in Höhe des Barwerts eines erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts zu erfassen (Stufe 1). Liegt eine signifikante Erhöhung des Ausfallsrisikos vor, ist die Risikovorsorge bis zur Höhe der erwarteten Verluste der gesamten Restlaufzeit aufzustocken (Stufe 2). Mit Eintritt eines objektiven Hinweises auf Wertminderung hat die Zinsvereinnahmung auf Grundlage des Nettobuchwerts (Buchwert abzüglich Risikovorsorge) zu erfolgen (Stufe 3).
Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wird der vereinfachte Ansatz des Wertminderungsmodells angewendet, nach welchem für alle Instrumente, unabhängig von ihrer Kreditqualität, eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit zu erfassen ist. Kreditrisiken innerhalb jeder Gruppe werden anhand gemeinsamer Ausfallrisikoeigenschaften segmentiert. Ausgangspunkt hierfür ist in der Regel eine externe Kreditrisikobewertung einschließlich erwarteter Kreditausfälle. Für Forderungen, welche an eine Factoring-Gesellschaft verkauft wurden, wird das oben dargestellte allgemeine Wertminderungsmodell angewendet.
Die geschätzten Wertberichtigungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie auf sonstige zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente werden auf Grundlage erwarteter Verluste innerhalb von zwölf Monaten berechnet und spiegeln die kurzen Laufzeiten wider. Dabei wurde zugrunde gelegt, dass Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente auf Grundlage ihres externen Ratings ein geringes Ausfallrisiko aufweisen. Als mit einem geringen Ausfallrisiko verbunden werden grundsätzlich Zahlungs-mittel und Zahlungsmitteläquivalente eingestuft, die im Rahmen des Ratings durch Standard & Poor’s als Investment Grade eingestuft werden (AAA bis BBB–). Durch die Beobachtung von veröffentlichten externen Kreditratings werden Änderungen des Ausfallrisikos überwacht. Der Logwin Konzern berücksichtigt dabei die Ausfallwahrscheinlichkeit zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes von Vermögenswerten und das Vorliegen einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos während aller Berichtsperioden. Um zu beurteilen, ob sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat, vergleicht Logwin das Ausfallrisiko im Hinblick auf den Vermögenswert am Abschlussstichtag mit dem Ausfallrisiko im Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes.
Der Logwin-Konzern überwacht regelmäßig die Wirksamkeit der verwendeten Kriterien, um festzustellen, ob ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos stattgefunden hat, und überarbeitet sie gegebenenfalls, um sicherzustellen, dass die Kriterien in der Lage sind, einen signifikanten Anstieg des Kreditrisikos zu erkennen, bevor der Betrag überfällig wird.
Makroökonomische Informationen wie etwa Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes oder des Welthandels werden als Bestandteil des Bewertungsmodells einbezogen.
Finanzielle Vermögenswerte werden abgeschrieben, wenn nach angemessener Einschätzung eine Realisierbarkeit nicht mehr erwartet wird. Als Anhaltspunkt für eine nicht mehr zu erwartende Realisierbarkeit gilt grundsätzlich ein externes Rating von D. Im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind weitere Indikatoren hierfür eine Überfälligkeit von mehr als 180 Tagen, die Einleitung des Insolvenz-verfahrens oder rechtlicher Schritte. Die Höhe des Abschreibungsbedarfes wird bei diesen in der Bonität beeinträchtigten Forderungen anhand des erwarteten Verlustes über die gesamte Restlaufzeit (expected lifetime credit loss) ermittelt.
Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn keine begründeten Erwartungen mehr bestehen, dass rechtliche Beitreibungsmaßnahmen erfolgreich sein werden. Hierbei wird eine einzelfallbezogene Ermessensentscheidung getroffen, inwieweit eine Vertragserfüllung noch wahrscheinlich ist.
Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value)
Der Fair Value wird als der Preis definiert, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteil-nehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Die Fair Value-Bewertung basiert auf der Annahme, dass der Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt, entweder auf dem Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Schuld stattfindet oder auf dem vorteilhaftesten Markt für den Vermögenswert bzw. die Schuld, sofern kein Hauptmarkt vorhanden ist. Der Hauptmarkt bzw. vorteilhafteste Markt muss dabei dem Konzern zugänglich sein.
Der Fair Value wird unter den Annahmen bemessen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den Vermögenswert bzw. die Schuld zugrunde legen würden. Zudem wird davon ausgegangen, dass die Markteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln. Bei der Bemessung des Fair Values eines nicht-finanziellen Vermögenswerts wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die höchste und beste Verwendung des Vermögenswerts oder durch dessen Verkauf an einen anderen Marktteilnehmer, der für den Vermögenswert die höchste und beste Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen.
Der Logwin Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des Fair Value zur Verfügung stehen. Dabei wird die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering gehalten. Die zum Fair Value bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sind gemäß ihrer Bewertungsmethode zu kategorisieren. Die verschiedenen Stufen sind wie folgt definiert:
-Stufe 1: Inputfaktoren sind notierte (nicht berichtigte) Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden.
-Stufe 2: Mittelbar oder unmittelbar beobachtbare Inputfaktoren für den Vermögenswert oder die Schuld, die nicht den Marktpreisnotierungen auf Stufe 1 zuzuordnen sind.
-Stufe 3: Inputfaktoren für den Vermögenswert oder die Schuld, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.
Umgruppierungen zwischen Stufen der Fair Value Hierarchie finden am Ende der Berichtsperiode statt.
Im Logwin Konzern betrifft die Bilanzierung zum Fair Value solche Finanzinstrumente, die der Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)“ zugeordnet wurden, sowie nicht-finanzielle Vermögenswerte, sofern sie im Rahmen eines Impairmenttests oder aufgrund ihrer Einstufung als „zur Veräußerung gehalten“ auf ihren beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten abgeschrieben wurden.
Leasingverhältnisse
Vom Logwin Konzern abgeschlossene Verträge werden mit Vertragsabschluss geprüft, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis darstellt oder ein solches beinhaltet. Ein Vertrag stellt ein Leasingverhältnis dar oder enthält ein solches, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Kontrolle über die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt auszuüben. Zur Beurteilung, ob ein Vertrag diese Anforderung erfüllt, werden die folgenden Kriterien herangezogen:
-Der Vertrag beinhaltet die Nutzung eines explizit oder implizit spezifizierten, identifizierten Vermögens-wertes. Der Vermögenswert muss physisch abgrenzbar sein oder im Wesentlich die gesamte Kapazität eines abgrenzbaren Vermögenswertes umfassen.
-Der Konzern ist berechtigt, die Kontrolle über die Nutzung des identifizierten Vermögenswertes auszuüben. Dies ist gegeben, wenn der Konzern berechtigt ist, die Nutzung des identifizierten Vermögenswertes zu bestimmen und im Wesentlichen den gesamten wirtschaftlichen Nutzen aus der Verwendung des Vermögenswertes zu ziehen.
Beide Kriterien müssen über die gesamte Laufzeit des Vertrages erfüllt sein. Der Logwin Konzern nimmt keine Separierung von Leasing- und Nicht-Leasingkomponenten vor. Der Konzern nimmt zudem das Wahlrecht zur Nichtbilanzierung kurzfristiger Leasingverhältnisse und von Leasingverhältnissen von geringem Wert in Anspruch.
Zu Beginn der Laufzeit eines Leasingverhältnisses erfasst der Konzern ein Nutzungsrecht (right of use asset) an dem identifizierten Vermögenswert und die entsprechende Leasingverbindlichkeit.
Die erstmalige Bewertung des Nutzungsrechtes erfolgt zu Anschaffungskosten. Diese umfassen den Wert der Leasingverbindlichkeit bei erstmaliger Bilanzierung, Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasing-anreize, die bei oder vor Vertragsschluss geleistet wurden, sowie dem Konzern entstandene anfängliche direkte Kosten und geschätzte Kosten der Demontage des Leasingobjekts, der Wiederherstellung seines Standortes oder der Wiederherstellung eines vertraglich festgelegten Zustands des Leasingobjektes.
Das Nutzungsrecht wird im Folgenden linear über die Laufzeit des Leasingvertrages oder die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Leasinggegenstandes abgeschrieben, wobei grundsätzlich der kürzere Zeitraum heranzuziehen ist. Sofern die Ausübung einer Kaufoption zu Beginn des Leasingvertrages hinreichend sicher ist oder der Vertrag eine Eigentumsübertragung auf den Leasingnehmer am Ende der Vertrags-laufzeit vorsieht, wird die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer des Leasingobjektes als Nutzungsdauer des bilanzierten Nutzungsrechtes herangezogen. Darüber hinaus wird der Buchwert des Nutzungsrechts um Wertminderungen im Sinne von IAS 36 vermindert.
Die Leasingverbindlichkeit wird zu Beginn des Leasingverhältnisses in Höhe des Barwerts der zukünftigen Leasingraten erfasst. Die Berechnung des Barwerts wird, sofern bestimmbar, mit dem dem Leasing-verhältnis zugrunde liegenden Zinssatz vorgenommen. Lässt sich dieser Zinssatz nicht ohne weiteres bestimmen, wird der jeweilige Grenzfremdkapitalzinssatz der jeweiligen Konzerngesellschaft herangezogen. Im Regelfall wird im Logwin Konzern der Grenzfremdkapitalzinssatz für die Berechnung des Barwertes verwendet. Die in die Berechnung des Barwertes einfließenden Leasingraten umfassen die folgenden Komponenten:
-Feste Leasingzahlungen abzüglich vom Leasinggeber gewährter Leasinganreize für den Abschluss des Vertrages;
-variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder einen Zinssatz gekoppelt sind;
-im Rahmen von Restwertgarantien durch den Leasingnehmer voraussichtlich zu zahlende Beträge;
-den Ausübungspreis einer Kaufoption sowie Leasingzahlungen bei Ausübung einer Mietverlängerungsoption, sofern zu diesem Zeitpunkt bereits von einer Optionsausübung ausgegangen wird;
-Vertragsstrafen für die Kündigung des Leasingvertrages, wenn zu Beginn des Leasingverhältnisses bereits davon ausgegangen wird, dass der Leasingnehmer den Vertrag kündigen wird.
Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeiten erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten auf Basis der Effektivzinsmethode. Eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit erfolgt bei einer Veränderung der zukünftigen Leasingzahlungen, die aus einer Änderung eines Indexes oder eines Zinssatzes resultiert, oder bei einer Neueinschätzung der Ausübung von Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen sowie bei einer veränderten Einschätzung über im Rahmen einer Restwertgarantie zu zahlende Beträge und bei sonstigen Modifikationen des Leasingverhältnisses, die nicht zu einem neuen Leasingverhältnis führen. Die Neubewertung führt zu einer entsprechenden Anpassung des Buchwerts des Nutzungsrechts bzw., wenn dieser auf null reduziert wird, zu einer Erfassung des übersteigenden Anpassungsbetrags in der Gewinn- und Verlustrechnung.
Rückstellungen
Rückstellungen werden nach IAS 37 ausgewiesen, wenn eine gegenwärtige und verlässlich schätzbare Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht und zu erwarten ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung mit einem Abfluss von Ressourcen verbunden ist. Die Bemessung erfolgt in der Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme. Rückstellungen mit einer voraussichtlichen Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem Barwert angesetzt.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Im Logwin Konzern bestehen im Bereich der Altersversorgung sowohl leistungsorientierte als auch beitragsorientierte Zusagen.
Die leistungsorientierten Pläne werden gemäß IAS 19 als Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen passiviert. Die Pensionsverpflichtungen betreffen primär Mitarbeiter deutscher Konzernunternehmen und bestehen überwiegend aus unverfallbaren Anwartschaften von in der Vergangenheit geschlossenen Versorgungswerken. Darüber hinaus steht Mitarbeitern in österreichischen Gesellschaften gemäß der bis zum 31. Dezember 2002 geltenden Regelung (Abfertigung alt) im Falle einer Pensionierung oder bei vorzeitiger Kündigung eine gesetzliche Abfertigung in Abhängigkeit der Dienstjahre in Höhe von zwei bis zwölf Monaten des letzten monatlichen Bezugs zu.
Die Bewertung der leistungsorientierten Versorgungszusagen erfolgt gemäß IAS 19 nach dem allgemein anerkannten Anwartschaftsbarwertverfahren (sog. Projected-Unit-Credit Methode) durch unabhängige Aktuare. Demgemäß gilt als Pensionsrückstellung für Anwartschaften der Barwert der bei den möglichen zukünftigen Versorgungsfällen zu erwartenden Pensionsleistungen, soweit die jeweilige Leistung am Bewertungsstichtag durch die abgeleistete versorgungsfähige Dienstzeit tatsächlich oder zeitanteilig erdient ist. Dabei werden bei der Bewertung versicherungsmathematische Annahmen für die Diskontierungssätze, Sterbewahrscheinlichkeiten, die Gehalts- und Rententrends sowie die Fluktuationsraten berücksichtigt. Für das Zinsfestlegungsverfahren wird die Aon Eurozone Yield Curve verwendet. Soweit Planvermögen vorliegt, berechnet sich die Pensionsrückstellung durch Saldierung dieses Vermögens mit dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (sog. Finanzierungsstatus).
Bei übersteigenden Verpflichtungen (Planvermögen) wird die saldierte Größe als Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen (Vermögenswert) bezeichnet. Neubewertungen der Nettoschuld (des Vermögenswertes) setzen sich aus versicherungsmathematischen Gewinnen oder Verlusten aus der Verpflichtung sowie den Erträgen aus Planvermögen, die nicht in den Zinserträgen erfasst werden, zusammen. Sie ergeben sich aus Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung gegenüber den Annahmen des Vorjahres sowie aus Annahmenänderungen und werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die Dienstzeitaufwendungen werden unter den operativen Aufwendungen ausgewiesen, während die Aufzinsungsbeträge der Verpflichtung saldiert mit den Zinserträgen des Planvermögens in den Finanzierungsaufwendungen erfasst werden. Die versicherungsmathematischen Gutachten werden jährlich erstellt.
Neben den leistungsorientierten Plänen gibt es im Konzern auch beitragsorientierte Pläne. Hierunter fällt im Regelfall auch die in Deutschland und einigen anderen Ländern vorliegende gesetzliche Rentenver-sicherung. Die Beitragszahlungen dieser Versorgungssysteme werden als Aufwand im Geschäftsjahr erfasst.
8Segmentberichterstattung
Die Zuordnung in die Geschäftssegmente erfolgt nach den Geschäftsfeldern des Logwin Konzerns. Die Segmentstruktur entspricht der gültigen Organisations- und Führungsstruktur des Logwin Konzerns. Somit steht die Berichterstattung im Einklang mit den Anforderungen des IFRS 8.
Das Geschäftsfeld Air + Ocean erbringt weltweit Transport- und Logistiklösungen mit dem Fokus auf die interkontinentale Luft- und Seefracht, häufig in Verbindung mit vor- und nachgelagerten Value Added Services und verfügt über ein internationales Netzwerk, welches die Regionen Europe Middle East Africa, America und Asia umfasst.
Das Geschäftsfeld Solutions entwickelt als Spezialist für Kontraktlogistik individuelle Kunden- und Branchenlösungen, im Fashion-, Retail- und Konsumgüterbereich, in der industriellen Kontraktlogistik – von Supply Chain Management über Transport, Warehousing und logistische Mehrwertdienste bis hin zu kompletten Outsourcing-Projekten.
Transaktionen zwischen den Geschäftsfeldern erfolgen zu marktüblichen Konditionen, die identisch sind mit Transaktionen gegenüber Dritten. Die Daten zu den Geschäftsfeldern werden nach Konsolidierung der Beziehungen innerhalb der Geschäftsfelder dargestellt. Die Beziehungen zwischen den Geschäftsfeldern werden in der Spalte „Konsolidierung“ eliminiert. Der Erfolg der einzelnen Segmente wird vom Management auf Basis des operativen Ergebnisses vor Wertminderung von Firmenwerten (EBITA) gemessen. Aufwendungen und Erträge, die den Segmenten nicht direkt zuzuordnen sind, werden in der Spalte „Sonstige“ ausgewiesen.
Im Folgenden sind die Informationen zu den einzelnen Segmenten nach Geschäftsfeldern für die Zeiträume 1. Januar bis 31. Dezember 2024 und 2023 dargestellt.
2024
Air + Ocean
Solutions
Sonstige
Konsoli-
dierung
Konzern
Angaben in Tausend €
Externe Umsatzerlöse
1.188.606
253.227
542
-
1.442.375
Umsatzerlöse zwischen Segmenten
849
1.786
1.339
-3.974
-
Umsatz
1.189.455
255.013
1.881
-3.974
1.442.375
Umsatzkosten
-1.062.249
-226.278
-2.013
4.460
-1.286.080
Bruttogewinn
127.206
28.735
-132
486
156.295
Operatives Ergebnis vor Wertminderung
von Firmenwerten (EBITA)
76.535
19.828
-12.791
-
83.572
Wertminderung von Firmenwerten
-
-
-
-
-
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern
(EBIT)
76.535
19.828
-12.791
-
83.572
Finanzergebnis
7.022
Ergebnis vor Steuern
90.594
Ertragsteuern
-25.000
Periodenergebnis
65.594
Segmentvermögen
292.561
78.997
27.634
-
399.192
Nicht zugeordnetes Vermögen
400.393
Summe Konzernaktiva
799.585
Segmentschulden
271.520
69.447
11.097
-
352.064
Nicht zugeordnete Schulden
71.107
Summe Konzernschulden
423.171
2023
Air + Ocean
Solutions
Sonstige
Konsoli-
dierung
Konzern
Angaben in Tausend €
Externe Umsatzerlöse
916.804
340.531
183
-
1.257.518
Umsatzerlöse zwischen Segmenten
439
1.321
1.374
-3.134
-
Umsatz
917.243
341.852
1.557
-3.134
1.257.518
Umsatzkosten
-783.774
-310.143
-1.794
3.082
-1.092.629
Bruttogewinn
133.469
31.709
-237
-52
164.889
Operatives Ergebnis vor Wertminderung
von Firmenwerten (EBITA)
86.598
18.915
-13.766
-
91.747
Wertminderung von Firmenwerten
-
-
-
-
-
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern
(EBIT)
86.598
18.915
-13.766
-
91.747
Finanzergebnis
4.882
Ergebnis vor Steuern
96.629
Ertragsteuern
-16.471
Periodenergebnis
80.158
Segmentvermögen
234.897
75.779
33.303
-
343.979
Nicht zugeordnetes Vermögen
386.506
Summe Konzernaktiva
730.485
Segmentschulden
213.061
71.193
13.145
-
297.399
Nicht zugeordnete Schulden
81.422
Summe Konzernschulden
378.821
Angaben in Tausend €
Planmäßige Abschreibungen
Zugänge zu langfristigen
Vermögenswerten
2024
2023
2024
2023
Air + Ocean
-18.004
-17.301
12.250
16.121
Solutions
-11.892
-13.533
10.721
11.501
Sonstige
-5.001
-5.554
993
2.991
Summe
-34.897
-36.388
23.964
30.613
Die Zugänge zu den langfristigen Vermögenswerten umfassen keine Zugänge zu Finanzinstrumenten und latenten Steueransprüchen.

Informationen über geografische Gebiete
Die folgenden Tabellen präsentieren geografische Informationen zu Umsatzerlösen und zu spezifischen Posten des Anlagevermögens für die Geschäftsjahre 2024 und 2023.
2024
2023
Angaben in Tausend €
Deutschland
577.936
40%
470.964
37%
Österreich
221.498
15%
285.896
23%
Übrige EU
197.638
14%
129.012
10%
Asien, Pazifischer Raum
321.259
22%
276.265
22%
Sonstige
124.044
9%
95.381
8%
Summe Umsatzerlöse
1.442.375
100%
1.257.518
100%
Die Zuordnung der Umsatzerlöse von externen Kunden erfolgt nach dem Standort der fakturierenden Einheit. Im Geschäftsjahr 2024 entfallen 8,5 % (Vorjahr: 14,8 %) beziehungsweise 122,7 Mio. Euro (Vorjahr: 186,1 Mio. Euro) der Konzernumsätze auf einen Kunden im Geschäftssegment Solutions.
31.12.2024
31.12.2023
Angaben in Tausend €
Deutschland
51.667
55%
58.045
57%
Österreich
8.895
9%
6.785
7%
Luxemburg
873
1%
3.343
3%
Übrige EU
20.285
22%
19.654
19%
Asien, Pazifischer Raum
9.497
10%
10.978
11%
Sonstige
2.722
3%
3.253
3%
Summe Anlagevermögen
93.939
100%
102.058
100%
Das Anlagevermögen wird dem Standort der betroffenen Vermögenswerte zugeordnet und umfasst Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte einschließlich Nutzungsrechten aus Leasingverträgen.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
9Erlöse aus Verträgen mit Kunden
Aufgliederung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden
Der Konzern erwirtschaftet überwiegend Erlöse aus der Übertragung von Dienstleistungen, für die eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung erfolgt. Die Umsatzerlöse werden in den folgenden Segmenten und geografischen Regionen erzielt:
2024
Air + Ocean
Solutions
Sonstige
Konzern
Angaben in Tausend €
Deutschland
485.647
91.747
542
577.936
Österreich
87.593
133.905
-
221.498
Übrige EU
170.063
27.575
-
197.638
Asien, Pazifischer Raum
321.260
-
-
321.260
Sonstige
124.043
-
-
124.043
Summe Umsatzerlöse
1.188.606
253.227
542
1.442.375
2023
Air + Ocean
Solutions
Sonstige
Konzern
Angaben in Tausend €
Deutschland
356.181
114.600
183
470.964
Österreich
82.117
203.779
-
285.896
Übrige EU
119.807
22.152
-
141.959
Asien, Pazifischer Raum
276.265
-
-
276.265
Sonstige
82.434
-
-
82.434
Summe Umsatzerlöse
916.804
340.531
183
1.257.518
Umsatzerlöse mit Kunden resultieren im Segment Air + Ocean aus Transport- und Logistiklösungen mit dem Fokus auf die interkontinentale Luft- und Seefracht, häufig in Verbindung mit vor- und nachgelagerten Value Added Services. Im Geschäftsfeld Solutions resultieren die Umsatzerlöse aus individuellen Kunden- und Branchenlösungen im Fashion-, Retail- und Konsumgüterbereich, in der industriellen Kontraktlogistik – von Supply Chain Management über Transport, Warehousing und logistische Mehrwertdienste bis hin zu kompletten Outsourcing-Projekten.
Der Konzern macht von dem praktischen Behelf des IFRS 15.121 bezüglich der Angabe des den verbleibenden Leistungsverpflichtungen zugeordneten Transaktionspreises Gebrauch, da Logwin entweder i.d.R. einen Vergütungsanspruch besitzt, der direkt dem Wert der vom Unternehmen bereits erbrachten Leistung für den Kunden entspricht, oder die noch ausstehende Leistungsverpflichtung Teil eines Vertrages mit einer erwarteten ursprünglichen Laufzeit von maximal einem Jahr ist.
Erlöse aus Leistungsverpflichtungen, die in früheren Perioden erfüllt wurden, beliefen sich in der Berichtsperiode auf 4,6 Mio. Euro (Vorjahr: 7,0 Mio. Euro).
10Aufwendungen nach Kostenarten
Angaben in Tausend €
2024
2023
Bezogene Leistungen
-1.060.327
-877.934
Materialkosten
-2.573
-4.104
Personalaufwendungen
-218.531
-203.273
Abschreibungen
-34.897
-36.379
Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
-1.564
-1.444
Wertaufholung von Sachanlagen
1.939
1.132
Übrige Aufwendungen
-46.046
-41.739
Summe Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten
-1.361.999
-1.163.741
Bezogene Leistungen enthalten im Wesentlichen von Dritten zugekaufte Transportleistungen.
11Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
Angaben in Tausend €
2024
2023
Fremdwährungskursgewinne und Gewinne aus Devisentermingeschäften
6.219
7.729
Gewinne aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten
635
370
Übrige Erträge
2.587
1.676
Sonstige betriebliche Erträge
9.441
9.775
Angaben in Tausend €
2024
2023
Fremdwährungskursverluste und Verluste aus Devisentermingeschäften
-5.424
-8.108
Verluste aus der Veräußerung von langfristigen Vermögenswerten
-1.151
-1.972
Übrige Aufwendungen
-73
-45
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-6.648
-10.125
Die Fremdwährungskursgewinne und -verluste spiegeln das Volumen von Geschäftstätigkeiten mit Fakturierung in fremder Währung wider. Die Erträge und Aufwendungen aus Fremdwährungskurseffekten stellen sich saldiert wie folgt dar:
Angaben in Tausend €
2024
2023
Fremdwährungskursgewinne und Gewinne aus Devisentermingeschäften
6.219
7.729
Fremdwährungskursverluste und Verluste aus Devisentermingeschäften
-5.424
-8.108
Fremdwährungskurseffekte, saldiert
795
-379
12Finanzergebnis
Das Finanzergebnis setzte sich in den Geschäftsjahren 2024 und 2023 wie folgt zusammen:
Angaben in Tausend €
2024
2023
Bankzinsen
6.334
5.924
Zinserträge aus Untervermietung
251
250
Sonstige Zinserträge
5.465
3.529
Finanzerträge
12.050
9.703
Bankzinsen
-490
-412
Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten
-2.722
-2.762
Nettozinsaufwand aus der Aufzinsung von leistungsorientierten
Verpflichtungen und der Verzinsung des Planvermögens
-676
-732
Sonstige Zinsaufwendungen
-662
-768
Fremdwährungseffekte aus konzerninternen Finanzierungen und Effekte aus der Fair Value-Bewertung von Devisentermingeschäften
-478
-147
Finanzierungsaufwendungen
-5.028
-4.821
Finanzergebnis
7.022
4.882
Sonstige Zinserträge entstanden im Wesentlichen aus kurzfristigen Ausleihungen. Hierzu wird auf Anhangangabe 39 „Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen“ verwiesen.
13Ertragsteuern
Der Steueraufwand im Logwin Konzern setzt sich wie folgt zusammen:
Angaben in Tausend €
2024
2023
Tatsächliche Ertragsteuern
-21.365
-23.947
Latente Ertragsteuern
-3.635
7.476
Summe Ertragsteuern
-25.000
-16.471
Überleitung des erwarteten Steueraufwands zu dem Steueraufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung:
Angaben in Tausend €
2024
2023
Ergebnis vor Ertragsteuern
90.594
96.629
Erwartete Ertragsteuern (Steuersatz 26,59 %; Vorjahr: 26,59 %)
-24.089
-25.694
Nicht steuerrelevante Wertminderung von Firmenwerten
-
-
Effekt aus abweichenden ausländischen Steuersätzen
1.911
1.480
Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen
-6.172
-4.542
Steuereffekte aus Vorjahren
187
-976
Änderung der Wertberichtigungen und Effekte aus der unterlassenen Bildung latenter Steueransprüche
4.242
12.879
Effekt aus der Veränderung von Steuersätzen
-16
150
Sonstige Steuereffekte
-1.063
232
Ausgewiesene Ertragsteuern
-25.000
-16.471
Der für das Jahr 2024 zugrunde gelegte gewichtete Steuersatz von 26,59 % (Vorjahr: 26,59 %) entspricht dem Steuersatz der Logwin AG.
Die Position „Änderung der Wertberichtigungen und Effekte aus der unterlassenen Bildung latenter Steuer-ansprüche“ enthält Effekte aus in Vorjahren nicht angesetzten latenten Steuern in Höhe von 4.378 TEUR (Vorjahr: 13.344 TEUR) und gegenläufige Effekte aus dem Nichtansatz aktiver latenter Steuern in Höhe von -136 TEUR (Vorjahr: -465 TEUR).
Aus den Berechnungen für die Globale Mindestbesteuerung nach OECD-Regelungen („Pillar 2“) resultierte bei einer ausländischen Konzerngesellschaft eine Qualified Domestic Minimum Top-up-Tax in Höhe von 22 TEUR. Insgesamt hatte die Einführung der Globalen Mindestbesteuerung im Jahr 2024 keine wesentlichen Auswirkungen auf den Ertragsteueraufwand des Logwin Konzerns. Der Logwin Konzern macht von der Ausnahmeregelung des IAS 12 (rev.) von der Bilanzierung latenter Steuern im Zusammenhang mit Pillar 2-Ertragsteuern Gebrauch.
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
14Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen
Die Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen im Geschäftsjahr 2024 resultieren aus der Übernahme der Anteile an der Infranordic Shipping & Forwarding AB, Göteborg, SE als neues Tochterunternehmen, sowie dem Ausbau der bestehenden Beteiligung an Supply Chain International Limited, Auckland, zur Mehrheitsbeteiligung, welche dem Geschäftsfeld Air + Ocean zugeordnet werden. Darüber hinaus erfolgten im Geschäftsfeld Solutions die Übernahmen der Anteile an der World Pack Express S.L., Ripollet, ES sowie die zur World Pack Express-Gruppe gehörende Alpha Automotive Solutions S.L., Ripollet, ES. Die Auszahlungen aus dem Vorjahr resultieren aus der Übernahme der Anteile an der ATL Logistics B.V., Amsterdam, NL. Hierzu wird auch auf Anhangangabe 33 „Unternehmenszusammenschlüsse“ verwiesen.
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Abfluss von Zahlungsmitteln zum Erwerb von Tochterunternehmen
-11.084
-4.226
Erworbene Zahlungsmittel
2.233
372
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen
-8.851
-3.854
15Auszahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten
Die Auszahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten im Geschäftsjahr 2024 und im Vorjahr resultieren aus einer anteiligen negativen Kaufpreiszahlung im Zusammenhang mit dem Verkauf des deutschen Retail-Netzwerks im Rahmen eines Assets Deals im Jahr 2023, welches dem Geschäftsfeld Solutions zugeordnet war.
2024
2023
Angaben in Tausend €
Gezahltes Entgelt
-3.500
-7.105
Auszahlungen aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten
-3.500
-7.105
In diesem Zusammenhang sind im Vorjahr die folgenden Vermögenswerte und Schulden abgegangen:
2023
Angaben in Tausend €
Sachanlagen
648
Forderungen und sonstige Vermögenswerte
376
Abgegangene Vermögenswerte
1.024
Sonstige Verbindlichkeiten
294
Personalrückstellungen
1.024
Abgegangene Schulden
1.318
16Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit
Die folgenden Tabellen stellen die Entwicklung der im Finanzierungs-Cashflow enthaltenen Verbind-lichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit des Logwin Konzerns dar:
Angaben in Tausend €
Sonstige kurzfristige Finanzierungs- verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
1. Januar 2024
47
75.012
Zahlungswirksam
-26
-33.372
Zahlungsunwirksam:
Neue und verlängerte Leasing-Verhältnisse
-
19.754
Neubewertung
-
-2.913
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse
366
451
Währungsdifferenzen
2
363
31. Dezember 2024
389
59.295
Angaben in Tausend €
Sonstige kurzfristige Finanzierungs- verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus
Leasingverträgen
1. Januar 2023
1.110
80.952
Zahlungswirksam
-966
-26.437
Zahlungsunwirksam:
Neue und verlängerte Leasing-Verhältnisse
-
23.946
Neubewertung
-
-4.314
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse
-
555
Währungsdifferenzen
-97
310
31. Dezember 2023
47
75.012
Die aus neuen und verlängerten Leasingverträgen resultierenden Anlagenzugänge in Höhe von
19.754 TEUR (Vorjahr: 23.946 TEUR) und die Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse von 817 TEUR (Vorjahr: 555 TEUR) sind ebenso wie die zugehörigen Verbindlichkeiten nicht zahlungswirksam und damit nicht im Investitions-Cashflow enthalten. Die Neubewertung beinhaltet die Anpassungen von bestehenden Leasingverträgen aufgrund einer Anpassung des Zinssatzes und ist ebenfalls nicht zahlungswirksam.
Gezahlte Zinsen auf bilanzierte Leasingverpflichtungen werden im operativen Cashflow ausgewiesen und sind in Anhangangabe 20 „Leasing“ – „Fälligkeitsanalyse der Zahlungsmittelabflüsse“ dargestellt.
Erläuterungen zur Bilanz
17Firmenwerte
Zuordnung der Firmenwerte auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten
Als Gruppe zahlungsmittelgenerierender Einheiten des Logwin Konzerns werden die Geschäftsfelder herangezogen. Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Firmenwerte werden den Geschäftsfeldern wie folgt zugeordnet:
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Air + Ocean
53.813
48.894
Solutions
1.257
-
Firmenwerte
55.070
48.894
Angaben in Tausend €
Firmenwerte
Buchwert zum 1. Januar 2023
45.701
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse
3.193
Buchwert zum 31. Dezember 2023
48.894
Anschaffungskosten
223.269
Kumulierte Wertminderungen
-174.375
Buchwert zum 1. Januar 2024
48.894
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse
6.176
Buchwert zum 31. Dezember 2024
55.070
Anschaffungskosten
229.445
Kumulierte Wertminderungen
-174.375
Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte
Im Geschäftsjahr 2024 hat der Logwin Konzern die jährliche Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte, wie im Vorjahr, zum 31. Dezember vorgenommen.
Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wurde der erzielbare Betrag der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) auf Basis der Berechnung eines Nutzungswerts („Value in use“) unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt, denen ein Finanzplan für einen Zeitraum von vier Jahren zugrunde liegt. Der Finanzplan basiert auf den Businessplänen der Geschäftsfelder.
Folgende Grundannahmen liegen der Bestimmung der Cashflow-Prognosen zugrunde:
-Geplante Umsatzwachstumsraten: Zur Bestimmung der geplanten Umsatzwachstumsraten wurden die in der für das jeweilige Geschäftsfeld relevanten Branche erwarteten Wachstumsraten zugrunde gelegt. Dabei wurde von einer insgesamt stabilen Umsatzentwicklung in den kommenden Jahren ausgegangen.
-Geplante operative Gewinnmargen: Zur Bestimmung der geplanten operativen Gewinnmargen wurden die in den vorhergehenden Geschäftsjahren erzielten Gewinnmargen herangezogen, erhöht um die erwartete Effizienzsteigerung. Berücksichtigt wurde, dass die Ergebnisentwicklung auch von der kon-junkturellen Situation abhängig ist. Planabweichungen wurden analysiert und erforderlichenfalls in Form von Abschlägen auf die vorgelegten Business-Pläne berücksichtigt. Die Höhe erforderlicher Abschläge wird jeweils bei Durchführung der Werthaltigkeitsprüfung neu festgelegt.
Nach dem Detailplanungszeitraum wurde im Geschäftsfelds Air + Ocean eine EBITA-Marge von 4,0 % angenommen (Vorjahr: 3,7 %) sowie unverändert zum Vorjahr eine Wachstumsrate von 1,5 % als Wachstumsabschlag in den Kapitalkosten berücksichtigt. Die erwarteten Cashflows des Geschäftsfelds wurden mit einem Abzinsungssatz nach Steuern von 9,5 % diskontiert (Vorjahr: 10,1 %), der einem Zinssatz vor Steuern von 13,0 % (Vorjahr: 13,9 %) entspricht.
Im Geschäftsfeld Solutions wurde nach dem Detailplanungszeitraum eine EBITA-Marge von 4,0 % angenommen sowie eine Wachstumsrate von 0,75 % als Wachstumsabschlag in den Kapitalkosten berücksichtigt. Die erwarteten Cashflows des Geschäftsfelds wurden mit einem Abzinsungssatz nach Steuern von 9,1 % diskontiert, der einem Zinssatz vor Steuern von 11,8 % entspricht.
Der planmäßige Werthaltigkeitstest zum 31. Dezember 2024 ergab keine Wertminderungen. Es führt keine für möglich gehaltene Änderung der wesentlichen Annahmen zu einer Wertminderung.
18Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind in Höhe von 303 TEUR (Vorjahr: 64 TEUR) in den Umsatzkosten enthalten. Ferner entfallen 7 TEUR (Vorjahr: 7 TEUR) auf die Vertriebskosten und 2.479 TEUR (Vorjahr: 2.580 TEUR) auf die Verwaltungskosten. Im Anlagenbestand des Logwin Konzerns sind zum 31. Dezember 2024 keine selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerte enthalten.
Angaben in Tausend €
Software, Konzessionen und andere Rechte
Kunden-
beziehungen
Gesamt
Anschaffungskosten
57.337
-
57.337
Kumulierte Abschreibungen
-41.855
-
-41.855
Buchwert zum 1. Januar 2023
15.482
-
15.482
Währungsdifferenzen
-1
-
-1
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse
14
914
928
Zugänge
525
-
525
Abgänge
-6
-
-6
Abschreibungen
-2.651
-
-2.651
Wertminderungen
-21
-
-21
Buchwert zum 31. Dezember 2023
13.342
914
14.256
Anschaffungskosten
56.880
914
57.794
Kumulierte Abschreibungen / Wertminderungen
-43.538
-
-43.538
Buchwert zum 1. Januar 2024
13.342
914
14.256
Währungsdifferenzen
-
-33
-33
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse
12
4.132
4.144
Zugänge
93
-
93
Abgänge
-225
-
-225
Abschreibungen
-2.539
-250
-2.789
Wertminderungen
-4
-
-4
Buchwert zum 31. Dezember 2024
10.679
4.763
15.442
Anschaffungskosten
56.211
6.526
62.737
Kumulierte Abschreibungen / Wertminderungen
-45.532
-1.763
-47.295
Im aktuellen Jahr wurden Kundenbeziehungen in Höhe von 4.132 TEUR (Vorjahr: 914 TEUR) aktiviert. Hierzu wird auf Anhangangabe 33 „Unternehmenszusammenschlüsse“ verwiesen. Im Segment Sonstige sind Wertminderungen auf IT-Hardware in Höhe von 4 TEUR in den Verwaltungskosten enthalten.
19Sachanlagen
Abschreibungen auf Sachanlagen sind in Höhe von 27.936 TEUR (Vorjahr: 29.051 TEUR) in den Umsatzkosten, 938 TEUR (Vorjahr: 905 TEUR) in den Vertriebskosten und 3.234 TEUR (Vorjahr: 3.781 TEUR) in den Verwaltungskosten enthalten.
Angaben in Tausend €
Grundstücke
und
Gebäude
Maschinen
und techni-
sche Anlagen
Betriebs-
und Geschäfts-
ausstattung
Fuhrpark
Anlagen
im Bau
Gesamt
Anschaffungskosten
205.414
32.641
43.912
29.289
1.641
312.897
Kumulierte Abschreibungen /
Wertminderungen
-128.946
-26.671
-37.012
-20.075
-
-212.704
Buchwert zum 1. Januar 2023
76.468
5.970
6.900
9.214
1.641
100.193
Währungsdifferenzen
154
2
27
-47
1
137
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse
555
68
2
-
-
625
Zugänge
19.703
1.091
3.469
5.054
771
30.088
Umbuchungen
277
464
283
10
-1.034
-
Abgänge
-7.116
-54
-211
-1.490
-342
-9.213
Abschreibungen
-24.270
-840
-3.431
-5.196
-
-33.737
Wertminderungen
-771
-563
-89
-
-
-1.423
Wertaufholungen
1.132
-
-
-
-
1.132
Buchwert zum 31. Dezember 2023
66.132
6.138
6.950
7.545
1.037
87.802
Davon Nutzungsrechte aus Leasingverträgen
55.868
90
879
5.136
-
61.972
Anschaffungskosten
199.879
34.083
42.578
21.473
1.037
299.050
Kumulierte Abschreibungen /
Wertminderungen
-133.747
-27.945
-35.628
-13.928
-
-211.248
Buchwert zum 1. Januar 2024
66.132
6.138
6.950
7.545
1.037
87.802
Währungsdifferenzen
310
4
13
-10
-
317
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse
389
17
120
129
83
738
Zugänge
17.343
478
1.572
4.325
154
23.872
Umbuchungen
536
326
151
-
-1.013
-
Abgänge
-453
-27
-1.533
-489
-
-2.502
Abschreibungen
-24.210
-792
-2.777
-4.329
-
-32.108
Wertminderungen
-1.519
-32
-9
-
-
-1.560
Wertaufholungen
1.939
-
-
-
-
1.939
Buchwert zum 31. Dezember 2024
60.467
6.112
4.487
7.171
261
78.498
Davon Nutzungsrechte aus Leasingverträgen
45.782
45
381
5.115
-
51.323
Anschaffungskosten
208.629
34.495
37.229
21.356
296
302.005
Kumulierte Abschreibungen /
Wertminderungen
-148.162
-28.383
-32.742
-14.185
-35
-223.507
Zum 31. Dezember 2024 und 2023 waren keine Sachanlagen durch Grundpfandrechte oder Darlehen belastet.
Im Geschäftsjahr 2024 wurden Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 1.560 TEUR (Vorjahr: 1.423 TEUR) vorgenommen, welche das Segment Solutions betreffen. Auf Basis durchgeführter Werthaltigkeitstests wurden Wertminderungen von Immobilien vorgenommen. Die Wertminderungen sind in den Umsatzkosten enthalten. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value less costs to sell) für eine Logistikimmobilie in Deutschland erfolgte auf Basis eines Ertragswertverfahrens unter Verwendung von Inputfaktoren der Stufe 3 der Bemessungshierarchie und der Diskontierung mit einem Liegenschaftszins von 5,4 %. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests war eine Wertminderung in Höhe von 1.293 TEUR auf einen erzielbaren Betrag von 2.314 TEUR zu erfassen. Für einen europäischen Logistikstandort erfolgte die Ermittlung auf Basis eines Nutzungswerts (Value in Use) mittels Barwertmethode unter Verwendung von Inputfaktoren der Stufe 3 der Bemessungshierarchie. Die Diskontierung erfolgte mit einem Abzinsungssatz von 9,0 %. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests waren Wertminderungen in Höhe von 267 TEUR auf einen erzielbaren Betrag von 0 TEUR zu erfassen.
Im Vorjahr wurden Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 1.423 TEUR vorgenommen. Im Segment Solutions wurden auf Basis durchgeführter Werthaltigkeitstests Wertminderungen von Immobilien in Höhe von insgesamt 1.379 TEUR ermittelt. Die Wertminderungen sind in den Umsatzkosten enthalten. Die Ermittlung erfolgte für einen europäischen Logistikstandort auf Basis eines Nutzungswerts (Value in Use) mittels Barwertmethode unter Verwendung von Inputfaktoren der Stufe 3 der Bemessungshierarchie. Die Diskontierung erfolgte mit einem Abzinsungssatz von 9,7%. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests waren Wertminderungen in Höhe von 869 TEUR auf einen erzielbaren Betrag von 475 TEUR zu erfassen. Für zwei Logistikimmobilien in Deutschland erfolgte die Ermittlung eines beizulegenden Zeitwerts (Fair Value less costs to sell) unter Verwendung von Inputfaktoren der Stufe 2 der Bemessungshierarchie. Als Ergebnis der Werthaltigkeitstests waren insgesamt Wertminderungen in Höhe von 501 TEUR auf einen erzielbaren Betrag von 7.906 TEUR zu erfassen. Im Segment Sonstige sind Wertminderungen auf IT-Hardware in Höhe von 53 TEUR in den Verwaltungskosten enthalten.
Im Geschäftsjahr 2024 wurde eine zuvor geleaste Immobilie erworben. Aufgrund einer im Zuge des Erwerbs durchgeführten Bewertung durch ein externes Gutachten ergab sich eine Wertaufholung bis zu den Anschaffungskosten in Höhe von 1,9 Mio. EUR, die erfolgswirksam erfasst wurde. Die Wertaufholung entfiel auf das Segment Solutions und ist in den Umsatzkosten enthalten.
20Leasing
Der Logwin Konzern least wesentliche Teile der von ihm genutzten Logistik- und Büroimmobilien. Die Verträge für Logistikimmobilien haben im Regelfall eine Vertragslaufzeit von drei bis fünf Jahren und die Büroimmobilien haben in der Regel eine Vertragslaufzeit von drei bis sechs Jahren. Zur Sicherstellung der operativen Flexibilität enthalten viele der Verträge Mietverlängerungs-, Kauf- oder Kündigungsoptionen zu Gunsten des Logwin Konzerns.
Für einige der Immobilien existieren Untermietverhältnisse, die als operative Leasingverhältnisse qualifiziert wurden. Im Vorjahr kamen Untermietverhältnisse hinzu, bei denen es sich um Finanzierungsleasing handelt. Die Forderungen aus Finanzierungsunterleasing wurden auf Basis ihrer eingeschätzten Einbringlichkeit bewertet.
Darüber hinaus werden wesentliche Teile des Fuhrparks des Logwin Konzerns geleast. Die Leasingverträge haben im Wesentlichen Laufzeiten von drei bis sechs Jahren und beinhalten teilweise Mietverlängerungs- oder Kaufoptionen zu Gunsten des Logwin Konzerns.
Die bilanzierten Nutzungsrechte sind in der Bilanz in den Sachanlagen zum 31. Dezember 2024 sowie 2023 wie folgt enthalten:
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Grundstücke und Bauten
45.782
55.868
Technische Anlagen und Maschinen
45
90
Betriebs- und Geschäftsausstattung
381
879
Fuhrpark
5.115
5.135
Summe Nutzungsrechte
51.323
61.972
Die Zugänge zu Nutzungsrechten im Geschäftsjahr 2024 betragen 19.754 TEUR (Vorjahr: 23.946 TEUR).
Zum 31. Dezember 2024 wurden Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen in Höhe von 59.295 TEUR (Vorjahr 75.012 TEUR) in der Bilanz ausgewiesen.
Fälligkeitsanalyse der Zahlungsmittelabflüsse
Mit den folgenden Zahlungsmittelabflüssen zur Bedienung der Leasingverbindlichkeiten ist in den kommenden Jahren zu rechnen:
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Kleiner 1 Jahr
23.018
32.054
1 bis 5 Jahre
35.480
38.751
Größer 5 Jahre
4.556
8.484
Summe der undiskontierten Leasingzahlungen
63.054
79.289
Barwert der Leasingzahlungen
59.295
75.012
Der Barwert der Leasingzahlungen ist mit 21.627 TEUR (Vorjahr: 30.990 TEUR) in den kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten und mit 37.668 TEUR (Vorjahr: 44.022 TEUR) in den langfristigen Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz ausgewiesen.
Für die Geschäftsjahre 2024 und 2023 ergab sich folgende Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung:
Angaben in Tausend €
2024
2023
Abschreibungen auf Nutzungsrechte:
Grundstücke und Bauten
-23.054
-22.794
Technische Anlagen und Maschinen
-33
-65
Betriebs- und Geschäftsausstattung
-519
-626
Fuhrpark
-3.529
-4.426
Summe Abschreibungen auf Nutzungsrechte
-27.135
-27.911
Wertminderungen auf Nutzungsrechte:
Grundstücke und Bauten
-
-311
Technische Anlagen und Maschinen
-
-
Summe Wertminderungen auf Nutzungsrechte
-
-311
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten
-2.722
-2.762
Aufwendungen im Zusammenhang mit kurzfristigen
Leasingverhältnissen
-27
-10
Aufwendungen im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen
über geringwertige Vermögenswerte
-484
-559
Erträge aus Unterleasingverhältnissen
3.681
5.798
Aus nach IFRS 16 als Finanzverbindlichkeiten ausgewiesenen Leasingverhältnissen haben sich im Geschäftsjahr und im Vorjahr die folgenden Zahlungsmittelabflüsse ergeben:
Angaben in Tausend €
2024
2023
Tilgungen bilanzierter Leasingverpflichtungen
33.372
26.437
Zinszahlungen auf bilanzierte Leasingverpflichtungen
2.722
2.762
Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse
über geringwertige Vermögenswerte
511
569
Summe Zahlungsmittelabflüsse aus Leasingverhältnissen
36.605
29.768
Eine Reihe von Leasingverträgen, insbesondere für Immobilien und Fahrzeuge, enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen werden sämtliche Tatsachen und Umstände, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten, berücksichtigt. Laufzeitänderungen werden nur bei einer hinreichend sicheren Ausübung der Verlängerung oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen in die Vertragslaufzeit einbezogen. Die Einschätzungen und Erwartungen, die im Zeitpunkt der Zugangsbewertung der Leasingverbindlichkeit und des Nutzungsrechts getroffen wurden und hinsichtlich der zu leistenden Zahlungen nicht bereits zum Zeitpunkt der Bereitstellung abschließend feststehen, werden während des Bestehens der Leasingverhältnisse fortlaufend überprüft. Eine Neubewertung der ursprünglichen Einschätzungen erfolgt dann, wenn bessere oder geänderte Erkenntnisse über das erwartete Zahlungsprofil im Zeitablauf vorliegen. Aus Verlängerungsoptionen zu Gunsten des Logwin Konzerns, die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten unberücksichtigt geblieben sind, können sich zukünftige Zahlungsmittelabflüsse in Höhe von 42.495 TEUR (Vorjahr: 46.402 TEUR) ergeben.
Aus Leasingverhältnissen im Zusammenhang mit Immobilien, die der Logwin Konzern bereits eingegangen ist, die aber zum 31. Dezember 2024 noch nicht bilanziert wurden, ergeben sich ohne Berücksichtigung von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen wie im Vorjahr keine zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse.
Im Geschäftsjahr 2024 hat der Logwin Konzern Logistikimmobilien untervermietet, deren Nutzungsrecht in den Sachanlagen ausgewiesen wurde. Für die untervermieteten Immobilien wurden Zinserträge auf Leasingforderungen in Höhe von 251 TEUR (Vorjahr: 250 TEUR) erfasst.
Fälligkeitsanalyse der Leasingzahlungen aus Untervermietung
Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der Leasingforderungen aus Finanzierungsleasing dar und zeigt die nach dem Abschlussstichtag zu erhaltenden, nicht diskontierten Leasingzahlungen:
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Fällig in einem Jahr
1.767
2.123
Fällig in ein bis fünf Jahren
4.190
5.859
Fällig in mehr als fünf Jahren
-
516
Summe der undiskontierten Leasingzahlungen
5.957
8.498
Abzüglich: noch nicht realisierte Finanzerträge
-465
-722
Barwert der zu erhaltenden Leasingzahlungen
5.492
7.776
Wertberichtigungen für uneinbringliche Leasingzahlungen
-3.775
-4.210
Nettoinvestition aus Leasingverhältnissen
1.717
3.566
Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der Leasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen dar:
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Fällig in einem Jahr
2.251
2.323
Fällig in ein bis fünf Jahren
1.646
3.253
Fällig in mehr als fünf Jahren
-
347
Summe der undiskontierten Leasingzahlungen
3.897
5.923
21Vorräte
In den Vorräten sind überwiegend IT-Material, Reparaturmaterial und Lademittel im Wert von 1.020 TEUR ausgewiesen (Vorjahr: 1.213 TEUR). Es wurden keine Vorräte verpfändet.
Im Berichtsjahr wurde der Verbrauch von Vorräten in Höhe von 2.573 TEUR als Aufwand erfasst (Vorjahr: 4.104 TEUR).
Im Jahr 2024 wurden im Rahmen einer Überprüfung der Werthaltigkeit des Vorratsvermögens Wertminderungen in Höhe von 26 TEUR (Vorjahr: 155 TEUR) erfolgswirksam erfasst. Im Berichtsjahr wurden wie im Vorjahr keine Wertaufholungen erfolgswirksam erfasst.
22Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aus Factoring sowie Vertragsvermögenswerte
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto
150.264
125.593
Abzüglich Wertberichtigungen aufgrund des vereinfachten Ansatzes
-544
-310
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
149.720
125.283
Abzüglich Wertberichtigungen für in der Bonität beeinträchtigte Forderungen
-1.439
-2.039
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto
148.281
123.244
Forderungen aus Factoring
33.062
23.595
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto
inklusive Factoring
181.343
146.839
Der Konzern hat die folgenden Vertragsvermögenswerte erfasst:
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Kurzfristige Vertragsvermögenswerte aus Transportdienstleistungen
33.348
14.245
Erwartete Kreditverluste aus Vertragsvermögenswerten
aufgrund des vereinfachten Ansatzes
-156
-162
Vertragsvermögenswerte, netto
33.192
14.083
Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 26.170 TEUR (Vorjahr: 18.014 TEUR) wurden mit aufgrund der vertraglichen Bedingungen zum Stichtag bereits unbedingt entstandenen, nicht fälligen Ansprüchen auf Gegenleistung saldiert. Der Anstieg der Vertragsverbindlichkeiten ist überwiegend auf ein deutlich gestiegenes Frachtratenniveau im Geschäftsjahr 2024 zurückzuführen.
Aus zum 31. Dezember 2023 bestehenden Vertragsverbindlichkeiten wurden in der Berichtsperiode Erlöse in Höhe von 18.014 TEUR realisiert (Vorjahr: 22.308 TEUR).
Die nachfolgende Tabelle enthält Informationen über das Ausfallrisiko und die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte zum 31. Dezember 2024 und 31. Dezember 2023.
Angaben in Tausend €
Entspricht
externer
Rating-
einstufung
Brutto-
buchwert
Geschätzte
Verlustrate
(gewichteter
Durchschnitt)
Geschätzte
Wertberichti-
gung
Beinträchtige
Bonität
Geringes Risiko
A bis AAA
41.321
  0,04%
15
Nein
Mittleres Risiko
B bis BBB
123.132
  0,43%
533
Nein
Unterdurchschnittlich
C bis CCC
17.419
  0,87%
152
Nein
Verlustereignis
D
1.439
  100,00%
1.439
Ja
Summe
183.311
2.139
Angaben in Tausend €
Entspricht
externer
Rating-
einstufung
Brutto-
buchwert
Geschätzte
Verlustrate
(gewichteter
Durchschnitt)
Geschätzte
Wertberichti-
gung
Beeinträchtigte
Bonität
Geringes Risiko
A bis AAA
44.647
  0,02%
14
Nein
Mittleres Risiko
B bis BBB
83.577
  0,44%
366
Nein
Unterdurchschnittlich
C bis CCC
9.575
  0,96%
92
Nein
Verlustereignis
D
2.039
  100,00%
2.039
Ja
Summe
139.838
2.511
Das Kreditrisiko der verkauften Forderungen ist nach dem General Approach zu berechnen und darzustellen. Auf Grund des guten Bonitätsrisikos der Factoring-Gesellschaft ist dieses im vorliegenden Fall nicht wesentlich.
Die Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit beeinträchtigter Bonität, für die ein Verlustereignis eingetreten ist, haben sich auf Basis des erwarteten Verlustes über die gesamte Restlaufzeit wie folgt entwickelt:
Angaben in Tausend €
2024
2023
1. Januar
-2.039
-2.176
Kursdifferenzen
-27
1.948
Zuführungen
-913
-2.909
Verbrauch
494
247
Auflösungen
1.080
851
Veränderung Konsolidierungskreis
-34
-
31. Dezember
-1.439
-2.039
Die Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögens-werte mit nicht beeinträchtigter Bonität im Rahmen des vereinfachten Ansatzes gemäß IFRS 9 haben sich wie folgt entwickelt:
Angaben in Tausend €
2024
2023
1. Januar
-472
-827
Kursdifferenzen
-7
88
Zuführungen
-261
-95
Auflösungen
40
362
31. Dezember
-700
-472
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die nicht an die Factoring-Gesellschaft verkauft worden sind, waren zum 31. Dezember 2024 in Höhe von 91,8 Mio. Euro (Vorjahr: 70,4 Mio. Euro) durch Kreditversicherungen besichert. Der Selbstbehalt der besicherten Forderungen beträgt grundsätzlich 10 % (Vorjahr: 10 %). Der Konzern hält darüber hinaus keine weiteren Sicherheiten oder andere Kreditverbesserungen zur Deckung seiner Kreditrisiken im Zusammenhang mit seinen finanziellen Vermögenswerten.
23Sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Vorsteuer-Erstattungsanspruch
7.677
6.340
Vorauszahlungen
21.647
17.976
Derivative Finanzinstrumente
1.792
1.071
Forderungen aus Untervermietung
752
952
Übrige Forderungen und Vermögenswerte
1.012
1.220
Summe sonstige Forderungen und Vermögenswerte
32.880
27.559
Davon finanzielle Vermögenswerte
6.705
6.135
Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte sind innerhalb eines Jahres fällig. Im Berichtsjahr wurden keine wesentlichen Wertminderungen sonstiger Forderungen und Vermögenswerte festgestellt. Mit Ausnahme vereinzelter operativ erforderlicher Hinterlegungen lagen keine Verpfändungen der sonstigen Forderungen und Vermögenswerte vor.
Für weitere Informationen bezüglich der finanziellen Vermögenswerte wird auf Note 34 „Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten“ verwiesen.
24Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Zahlungsmittel
140.387
133.773
Zahlungsmitteläquivalente
232.800
221.692
Summe Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
373.187
355.465
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Schecks, Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sowie Zahlungsmitteläquivalente mit einer Gesamtlaufzeit – gerechnet vom Erwerbszeitpunkt – von bis zu drei Monaten. Die Zahlungsmitteläquivalente enthalten neben verschiedenen kurzfristigen Geldanlagen in Höhe von 80,0 Mio. Euro (Vorjahr: 120,0 Mio. Euro) kurzfristige Ausleihungen an die AQTON SE in Höhe von 150,0 Mio. Euro (Vorjahr: 100,0 Mio. Euro). Zu weiteren Erläuterungen wird auf Anhangangabe 39 „Beziehungen zu nahe stehenden Personen und Unternehmen“ verwiesen.
Zum 31. Dezember 2024 beinhalten die Zahlungsmittel Bestände in Höhe von 4,7 Mio. Euro (Vorjahr: 2,5 Mio. Euro), über die der Logwin Konzern aufgrund einer abwicklungstechnischen Vereinbarung erst nach ca. zwei Arbeitstagen verfügen konnte.
Zum 31. Dezember 2024 dienten Zahlungsmittel in Höhe von TEUR 577 als Einlagen zur Hinterlegung von Bankgarantien und waren somit beschränkt verfügbare Mittel (Vorjahr: 560 TEUR).
25Latente Steuern
Die latenten Steueransprüche und latenten Steuerschulden setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2024
31.12.2023
Angaben in Tausend €
Latente
Steuer-ansprüche
Latente
Steuer-schulden
Latente
Steuer-ansprüche
Latente
Steuer-schulden
Immaterielle Vermögenswerte
3.874
981
4.499
8
Sachanlagen
86
9.889
101
12.126
Finanzanlagen
214
-
245
7
Kurzfristige Vermögenswerte
3.509
7.723
2.430
1.393
Rückstellungen
4.595
329
4.041
302
Verbindlichkeiten
17.663
1.310
15.215
2.317
Ertragsteuerliche Verlustvorträge
15.031
-
20.460
-
Wertberichtigungen
-2.607
-
-5.025
-
einbehaltene Gewinne in- und
ausländischer Tochterunternehmen
-
2.008
-
1.031
Saldierte Beträge
-19.262
-19.262
-15.807
-15.807
Summe latente Steuern
23.103
2.978
26.159
1.377
Die bilanzierten latenten Steuern haben sich im Geschäftsjahr 2024 wie folgt verändert:
Angaben in Tausend €
2024
2023
Latente Steuern, saldiert zum 1. Januar
24.782
17.129
Erfolgswirksame Veränderung
-3.635
7.477
Erfolgsneutrale Veränderung
-17
188
Veränderung Konsolidierungskreis
-1.016
-
Währungs- und sonstige Differenzen
11
-12
Latente Steuern, saldiert zum 31. Dezember
20.125
24.782
Die erfolgsneutrale Veränderung betrifft im Jahr 2024 ebenso wie im Vorjahr latente Steuereffekte auf Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen. Hierin sind im Berichtsjahr Effekte aus der erfolgsneutralen Wertaufholung bzw. Wertminderung latenter Steueransprüche in Höhe von 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: -0,2 Mio. Euro) enthalten. Bezüglich der Veränderung Konsolidierungskreis wird auf Anhangangabe 33 „Unternehmenszusammenschlüsse“ verwiesen.
Im Berichtsjahr wurden auf temporäre Differenzen aus einbehaltenen Gewinnen in- und ausländischer Tochterunternehmen in Höhe von 45,3 Mio. Euro (Vorjahr: 39,4 Mio. Euro) latente Steuerschulden in Höhe von 2,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1,0 Mio. Euro) bilanziert. Für temporäre Differenzen aus einbehaltenen Gewinnen in- und ausländischer Tochterunternehmen in Höhe von 2,1 Mio. Euro (Vorjahr: 12,2 Mio. Euro) wurden zum 31. Dezember 2024 keine latenten Steuerschulden bilanziert, da es nicht wahrscheinlich ist, dass sich diese in absehbarer Zeit umkehren werden. Der Steuereffekt auf diese Differenzen würde 0,2 Mio. Euro betragen (Vorjahr: 1,2 Mio. Euro).
Saldierte latente Steueransprüche in Höhe von 0,4 Mio. EUR (Vorjahr: 8,8 Mio. EUR) wurden trotz steuer-licher Verluste im Berichtsjahr oder im Vorjahr aktiviert, da substanzielle Hinweise für ihren Ansatz auf-grund nicht wiederkehrender Einmaleffekte vorliegen. Der Ansatz erfolgte auf Basis der Planungsrechnung-en über das steuerliche Einkommen der entsprechenden Gesellschaften, da innerhalb der nächsten Jahre mit nachhaltig positiven operativen Ergebnissen zu rechnen ist.
Für die nachfolgend aufgeführten temporären Differenzen und steuerlichen Verluste wurden keine latenten Steueransprüche erfasst, da es nicht wahrscheinlich ist, dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen bzw. steuerlichen Verluste verwendet werden können.
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Steuerliche Verluste
213.169
330.578
Abzugsfähige temporäre Differenzen
2.445
7.696
Summe
215.614
338.274
Verlustvorträge werden, soweit eine Veranlagung der entsprechenden Steuern vorliegt, auf Basis dieser Veranlagung angegeben. Liegt noch keine Veranlagung vor, wird der errechnete bzw. der den Finanzbehörden gegenüber erklärte Wert herangezogen.
26Eigenkapital
Grundkapital und genehmigtes Kapital
Zum 31. Dezember 2024 waren insgesamt 2.879.215 (Vorjahr: 2.884.395) voll eingezahlte nennwertlose Namensaktien mit Stimmrecht ausgegeben. Hiervon befanden sich 2.879.215 Aktien im Umlauf (Vorjahr: 2.879.215). Zum 31. Dezember 2024 befanden sich keine eigenen Aktien im Bestand der Logwin AG (Vorjahr: 5.180 Stück). Jede Aktie repräsentiert einen Anteil am Grundkapital von 45,60 EUR (Vorjahr: 45,52 EUR). Darüber hinaus verfügt die Logwin AG zum 31. Dezember 2024 über ein genehmigtes Kapital von insgesamt 68.700 TEUR (Vorjahr: 68.700 TEUR), eingeteilt in weitere 1.509.105 neu auszugebende Aktien ohne Nennwert (Vorjahr: 1.509.105).
Ergebnisverwendung und Kapitalrücklage
Die Hauptversammlung der Logwin AG vom 16. April 2024 hat einen Gewinn von 208.844 TEUR zum 31. Dezember 2023 festgestellt. Aus der Gewinnrücklage (Vorjahr: Kapitalrücklage) wurde auf Beschluss der Hauptversammlung eine Ausschüttung in Höhe von 40.309 TEUR (Vorjahr: 69.101 TEUR) vorgenommen. Dies entspricht einem Betrag von 14,00 Euro pro Aktie (Vorjahr: 24,00 Euro pro Aktie).
Ausschüttung
Eine mögliche Ausschüttung für das Berichtsjahr 2024 muss von den Anteilseignern in der Hauptversammlung am 23. April 2025 beschlossen werden und war folglich in diesem Abschluss nicht als Verbindlichkeit zu bilanzieren.
Gewinnrücklagen
Nichtausschüttungsfähiger Bilanzgewinn
Gemäß Luxemburger Recht sind zumindest 5 % des Jahresüberschusses aus dem Einzelabschluss einer gesetzlichen Rücklage zuzuführen, bis diese Rücklage 10 % des gezeichneten Kapitals der Gesellschaft erreicht. Diese Rücklage ist zum 31. Dezember 2024 in Höhe von 13.130 TEUR (Vorjahr: 13.130 TEUR) in der Eigenkapitalveränderungsrechnung des Logwin Konzerns unter der Position „Gewinnrücklage“ enthalten. Diese gesetzliche Rücklage kann nicht als Dividende ausgeschüttet werden.
Leistungsorientierte Versorgungspläne
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen in Form von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten sowie Ertrag aus Planvermögen, der nicht in den Zinserträgen erfasst wird, werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst und sind in künftigen Perioden nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern. Diese Beträge werden in der Gewinnrücklage ausgewiesen und belaufen sich zum 31. Dezember 2024 kumuliert auf -8.525 TEUR (Vorjahr: -9.292 TEUR). Die Veränderung des Berichtsjahres 2024 von 768 TEUR (Vorjahr: -1.208 TEUR) entfällt in vollem Umfang auf die Neubewertungen der Nettoschuld, vermindert um die darauf entfallenden latenten Steuern.
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
Die Differenzen aus der Fremdwährungsumrechnung der Abschlüsse von Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden im Eigenkapital im kumulierten sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Bedingt durch die Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen ergab sich zum 31. Dezember 2024 ein kumuliertes sonstiges Ergebnis von -5.851 TEUR (Vorjahr: -6.348 TEUR). Die im Eigenkapital erfassten Beträge sind bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen in künftigen Perioden gegebenenfalls in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern.
Eigene Aktien
Zum 31. Dezember 2024 befanden sich keine eigenen Aktien im Besitz der Logwin AG. Zum Ende des Vorjahreszeitraums befanden sich 5.180 Aktien im Wert von 838 TEUR im Besitz der Logwin AG, die bis zum Jahr 2022 im Rahmen eines Aktienrückkaufprogramms erworben wurden. Die außerordentliche Hauptversammlung hat am 16. April 2024 beschlossen, 5.180 bestehende Aktien ohne Nennwert, die durch die Gesellschaft gehalten wurden, zu annullieren bei gleichzeitiger Erhöhung des gezeichneten Aktienkapitals durch Überführung eines Betrages aus der Agioreserve an das Kapitalkonto ohne Ausgabe von neuen Aktien. Die Herausnahme der eingezogenen eigenen Aktien aus der Girosammelverwahrung erfolgte am 6. Februar 2025.
27Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten
Zum 31. Dezember 2024 verfügte der Logwin Konzern über Kreditlinien (ohne Avallinien) in Höhe von 28,6 Mio. Euro (Vorjahr: 38,5 Mio. Euro), die zum Abschlussstichtag des Berichtsjahres nicht in Anspruch genommen wurden (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro). Darüber hinaus stand dem Logwin Konzern zum Stichtag aus dem Factoring in Abhängigkeit vom verkauften Forderungsvolumen ein vertraglich vereinbarter Höchstbetrag von 60,0 Mio. Euro (Vorjahr: 60,0 Mio. Euro) zur Inanspruchnahme zur Verfügung. Zum 31. Dezember 2024 sowie zum Vorjahresstichtag wurde die Factoringlinie nicht in Anspruch genommen.
Zum 31. Dezember 2024 bestanden sonstige kurz- und langfristige Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 431 TEUR (Vorjahr: 47 TEUR).
Die Verzinsung der sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten erfolgte variabel und entsprach daher dem jeweils aktuellen Marktniveau.
28Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden aufgrund von Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Im Logwin Konzern bestehen sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Zusagen.
Beitragsorientierte Versorgungspläne
Die beitragsorientierten Versorgungspläne des Konzerns führten im Geschäftsjahr 2024 zu Zahlungen von 835 TEUR (Vorjahr: 941 TEUR) an private Rentenversicherungsträger. Darüber hinaus erfolgten Beitragszahlungen von 7.114 TEUR (Vorjahr: 7.938 TEUR) an gesetzliche Rentenversicherungsträger.
Leistungsorientierte Versorgungspläne
Die leistungsorientierten Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus (kapitalgedeckten und nicht kapitalgedeckten) Pensionszusagen gegenüber Mitarbeitern vorwiegend deutscher Konzerngesellschaften. Im Logwin Konzern bestehen überwiegend Verpflichtungen aus unverfallbaren Anwartschaften von in der Vergangenheit geschlossenen Versorgungswerken. Bei den zugesagten Leistungen handelt es sich größtenteils um lebenslang laufende Rentenzahlungen. Daneben existieren vor allem noch Ansprüche von in Österreich beschäftigten Mitarbeitern aus der gesetzlichen Abfertigung.
Charakteristisch für die leistungsorientierten Verpflichtungen ist, dass der Logwin Konzern die zugesagte Leistungshöhe gewährt und somit das Finanzierungs- und das Langlebigkeitsrisiko trägt. Soweit die Verpflichtungen teilweise oder vollständig kapitalgedeckt sind, tritt an die Stelle des Finanzierungsrisikos das allgemeine Marktrisiko. Da es sich bei dem im Logwin Konzern vorliegenden Planvermögen im Wesentlichen um Rückdeckungsversicherungen, Direktversicherungen sowie Unterstützungskassen handelt, deren Volatilität vergleichsweise gering ist, besteht diesbezüglich ein geringfügiges Risiko.
Die in der Bilanz angesetzte Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen setzt sich wie folgt zusammen:
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Barwert der Verpflichtung
24.161
25.203
Planvermögen
-1.814
-1.824
Nettoschuld (Finanzierungsstatus)
22.347
23.379
Die Entwicklung der Nettoschuld im laufenden Geschäftsjahr bzw. im Vorjahr ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:
Angaben in Tausend €
2024
2023
Nettoschuld zum 1. Januar
23.379
23.021
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasster Aufwand
1.065
1.190
Beiträge inkl. Rentenzahlungen des Unternehmens
-1.432
-1.566
Erfolgsneutral erfasste Neubewertungen
-785
1.396
Planabgeltungen
-35
-30
Desinvestments
-
-583
Sonstige Veränderungen
155
-49
Nettoschuld am 31. Dezember
22.347
23.379
Die sonstigen Veränderungen umfassen im Wesentlichen Effekte aus der Währungsumrechnung der Nettoschuld.
Die Veränderung der Nettoschuld teilt sich wie folgt auf die Entwicklung des Barwertes der Verpflichtung und des Planvermögens auf:
Angaben in Tausend €
2024
2023
Barwert der Verpflichtung am 1. Januar
25.203
24.763
Laufender Dienstzeitaufwand
485
449
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
-96
9
Zinsaufwand
725
785
Versicherungsmathematische Gewinne (-) /Verluste (+)
durch Änderung demographischer Annahmen
-43
12
durch Änderungen finanzieller Annahmen
-393
918
durch erfahrungsbedingte Anpassungen
-323
454
Beiträge begünstigter Arbeitnehmer
-
140
Geleistete Zahlungen aus Gesellschaftsvermögen
-1.421
-1.555
Geleistete Zahlungen aus Planvermögen
-93
-91
Planabgeltungen
-35
-30
Desinvestments
-
-583
Sonstige Veränderungen
152
-68
Barwert der Verpflichtung am 31. Dezember
24.161
25.203
Angaben in Tausend €
2024
2023
Planvermögen am 1. Januar
1.824
1.742
Zinserträge auf Planvermögen
49
53
Nicht in den Zinserträgen erfasste Erträge aus Planvermögen
26
-13
Beiträge des Arbeitgebers
11
11
Beiträge begünstigter Arbeitnehmer
-
140
Geleistete Zahlungen aus Planvermögen
-93
-91
Sonstige Veränderungen
-3
-18
Planvermögen am 31. Dezember
1.814
1.824
Das Planvermögen setzt sich zum 31. Dezember 2024 aus Rückdeckungsversicherungen von 708 TEUR (Vorjahr: 741 TEUR), Unterstützungskassen von 323 TEUR (Vorjahr: 341 TEUR), Direktversicherungen von 236 TEUR (Vorjahr: 253 TEUR) sowie sonstigen Sicherungsformen von 547 TEUR (Vorjahr: 489 TEUR) zusammen. Die voraussichtlichen Beiträge zum Planvermögen belaufen sich im Folgejahr auf 10 TEUR.
In der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungs-pläne erfasst:
Angaben in Tausend €
2024
2023
Dienstzeitaufwand
-389
-458
Nettozinsaufwand
-676
-732
Summe Pensionsaufwendungen
-1.065
-1.190
Von der Gesamtsumme der Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungspläne im Jahr 2024 sind 291 TEUR (Vorjahr: 301 TEUR) in den Umsatzkosten, 42 TEUR (Vorjahr: 86 TEUR) in den Vertriebskosten und 56 TEUR (Vorjahr: 71 TEUR) in den Verwaltungskosten enthalten. Der Nettozinsaufwand aus der Aufzinsung der Verpflichtung sowie aus der Verzinsung des Planvermögens in Höhe von 676 TEUR (Vorjahr: 732 TEUR) wird in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen.
Versicherungsmathematische Annahmen
Der Berechnung der Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen wurden folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde gelegt:
31.12.2024
31.12.2023
Abzinsungssatz
  3,4%
  3,3%
Lohn- und Gehaltstrend
  2,6%
  2,7%
Rententrend
  2,1%
  2,2%
Hinsichtlich der Lebenserwartung werden in Deutschland wie im Vorjahr die „Richttafeln 2018G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt.
Die Lohn- und Gehaltstrends beinhalten sowohl eine Komponente für eine Inflationsanpassung als auch für karrierebedingte Gehaltssteigerungen und basieren wie auch die Fluktuationsraten auf Erfahrungen aus der Vergangenheit und Erwartungen für die Zukunft.
Die Rententrends entsprechen entweder den vertraglich festgelegten Garantierentenanpassungen oder basieren auf den gültigen Regelungen zur Rentenanpassung.
Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen hätten folgende Auswirkungen auf die leistungsorientierte Pensionsverpflichtung gehabt:
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Abzinsungssatz
Um 1 Prozentpunkte höher
-1.926
-2.104
Um 1 Prozentpunkte niedriger
2.306
2.537
Lohn- und Gehaltstrend
Um 0,5 Prozentpunkte höher
106
221
Um 0,5 Prozentpunkte niedriger
-99
-205
Rententrend
Um 0,5 Prozentpunkte höher
897
781
Um 0,5 Prozentpunkte niedriger
-830
-721
Lebenserwartung
Absenkung der Sterbewahrscheinlichkeit um 10%
701
664
Die dargestellten Sensitivitätsanalysen berücksichtigen jeweils die Änderung einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben, d. h. mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen wurden nicht berücksichtigt. Für die Ermittlung der Sensitivitäten ist dieselbe Methode wie für die Ermittlung des Barwerts der leistungs-orientierten Pensionsverpflichtungen verwendet worden.
Zur Untersuchung der Sensitivität des Barwerts der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung gegenüber einer Veränderung der angenommenen Lebenserwartung wurden im Rahmen einer Vergleichsberechnung die angesetzten Sterbewahrscheinlichkeiten um 10 % abgesenkt; dies führt wie im Vorjahr zu einer Erhöhung der Lebenserwartung von in etwa einem Jahr.
Die auf Basis der Barwerte der Verpflichtung gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungs-orientierten Pensionsverpflichtung beträgt 10,43 Jahre (Vorjahr: 10,47 Jahre).
Nachfolgend wird das Fälligkeitsprofil der nicht diskontierten Auszahlungen der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung dargestellt:
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Zahlungen fällig innerhalb des nächsten Geschäftsjahres
1.332
1.570
Zahlungen fällig in zwei bis fünf Jahren
5.994
5.767
Zahlungen fällig in sechs bis zehn Jahren
7.331
6.592
Zahlungen fällig in elf bis 15 Jahren
5.649
5.863
Zahlungen fällig in 16 bis 20 Jahren
5.245
4.543
Zahlungen fällig in mehr als 20 Jahren
7.793
8.833
29Sonstige langfristige Rückstellungen
Angaben in Tausend €
Jubiläums-rückstellungen
Übrige
Summe langfristige Rückstellungen
1. Januar 2024
3.046
-
3.046
Zuführungen
208
-
208
Verbrauch
-128
-
-128
Auflösung
-64
-
-64
Umgliederungen
-
1.725
1.725
Kursdifferenzen
-4
-
-4
31. Dezember 2024
3.058
1.725
4.783
Der Zinsanteil aus der Aufzinsung der Jubiläumsrückstellungen belief sich im Jahr 2024 auf 96 TEUR (Vorjahr: 69 TEUR).
Im Berichtsjahr erfolgte eine Umgliederung einer Rückstellung für Rückbauverpflichtungen von den kurzfristigen in die langfristigen Rückstellungen.
30Kurzfristige Rückstellungen
Angaben in Tausend €
Prozesse und
Rechts-
streitigkeiten
Drohende
Verluste
Gewähr-
leistungen
Schließungskosten
Übrige
Summe
kurzfristige
Rückstellun-
gen
1. Januar 2024
351
505
2.278
-
6.052
9.186
Zuführungen
516
1.413
1.459
3.224
3.558
10.170
Verbrauch
-215
-226
-417
-
-1.516
-2.374
Auflösung
-73
-
-734
-
-1.402
-2.209
Umgliederungen
-
-
-
-
-1.725
-1.725
Kursdifferenzen
-1
-
-
-
25
24
31. Dezember 2024
578
1.692
2.586
3.224
4.992
13.072
Die ausgewiesenen Rückstellungen für Prozesse und Rechtsstreitigkeiten setzen sich zum 31. Dezember 2024 aus diversen Prozessrisiken zusammen. Rückstellungen für drohende Verluste wurden im Berichtsjahr 2024 im Zusammenhang mit Kundenverträgen gebildet. Die Gewährleistungsrückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Fracht- und Haftpflichtschäden aus der operativen Geschäftstätigkeit.
Die übrigen kurzfristigen Rückstellungen wurden unter anderem für diverse Vertrags- und Regressrisiken sowie ausstehende Mietnebenkostenabrechnungen und Kundenboni gebildet. Im Berichtsjahr erfolgte eine Umgliederung einer Rückstellung für Rückbauverpflichtungen von den kurzfristigen in die langfristigen Rückstellungen.
Die Inanspruchnahme der kurzfristigen Rückstellungen erfolgt voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag.
31Ertragsteuerverbindlichkeiten
Die bilanzierten Ertragsteuerverbindlichkeiten ermitteln sich aus abgegrenzten Ertragsteueraufwendungen für das Geschäftsjahr 2024 sowie für frühere Geschäftsjahre in Höhe von 26.992 TEUR (Vorjahr: 32.474 TEUR), abzüglich bereits geleisteter Vorauszahlungen in Höhe von 18.609 TEUR (Vorjahr: 27.490 TEUR).
32Sonstige Verbindlichkeiten
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Personalbezogene Verbindlichkeiten:
Lohn- und Gehaltskosten
23.843
22.805
Sozialversicherungen
1.853
1.857
Urlaubsabgrenzung
3.586
3.445
Sonstige Steuern und Abgaben
8.219
6.018
Kundenvorauszahlungen
3.651
1.789
Derivative Finanzinstrumente
1.408
1.124
Sonstige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten
7.426
10.314
Summe sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
49.986
47.352
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten
520
10
Summe sonstige langfristige Verbindlichkeiten
520
10
Summe sonstige Verbindlichkeiten
50.506
47.362
davon finanzielle Verbindlichkeiten
33.544
34.150
Die Kundenvorauszahlungen stellen Vertragsverbindlichkeiten im Sinne des IFRS 15 dar. Weitere Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 26.170 TEUR wurden mit den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen saldiert (Vorjahr: 18.014 TEUR).
Die Restlaufzeiten der in den sonstigen Verbindlichkeiten enthaltenen finanziellen Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:
Angaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Restlaufzeit bis 1 Jahr
33.024
34.150
Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre
520
-
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
33.544
34.150
Sonstige Angaben
33Unternehmenszusammenschlüsse
Supply Chain International, Neuseeland
Zum 1. Januar 2024 hat der Logwin Konzern seine bestehende Beteilung an der Supply Chain International Limited, Auckland, NZ zu einem Kaufpreis von 509 TEUR zur Mehrheitsbeteiligung auf 80 Prozent ausgebaut. Die erworbenen Zahlungsmittel beliefen sich auf 219 TEUR.
Infranordic, Schweden
Der Logwin Konzern hat zum 1. Oktober 2024 die schwedische Infranordic Shipping & Forwarding AB, Göteburg, SE (nachfolgend: „Infranordic“) erworben.
Mit der Übernahme trägt Logwin der Bedeutung des skandinavischen Wirtschaftsraums für den internationalen Logistikmarkt Rechnung. Die Investition ist Teil des strategischen Ausbaus des weltweiten Netzwerks von Logwin. Im Zeitraum vom 1. Oktober 2024 bis 31. Dezember 2024 erwirtschaftete Infranordic Umsatzerlöse in Höhe von 3.410 TEUR und einen Jahresüberschuss in Höhe von -212 TEUR. Hätte der Erwerb am 1. Januar 2024 stattgefunden, hätten sich der Konzernumsatz für das Jahr 2024 um schätzungsgemäß 10.550 TEUR und der Jahresüberschuss um schätzungsgemäß 430 TEUR erhöht. Diese Schätzung basiert auf der Annahme, dass der ermittelte beizulegende Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt auch im Falle eines Erwerbs am 1. Januar 2024 sachgerecht gewesen wäre.
Einzelheiten der übertragenen Gegenleistung stellen sich wie folgt dar:
Angaben in Tausend €
Fair Value
Barvergütung
5.825
Earn Out Verbindlichkeit
476
Fair Value der übertragenen Gegenleistung
6.301
Im Zusammenhang mit dem Unternehmenszusammenschluss wurde eine Earn-Out-Verbindlichkeit in Höhe von 476 TEUR erfasst. Der angesetzte Betrag entspricht dem diskontierten Barwert der erwarteten Zahlung unter Verwendung eines Diskontierungszinssatzes von 8,5 % über einen Zeitraum von 2,5 Jahren.
Die angesetzten Beträge für die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:
Angaben in Tausend €
Fair Value
Zahlungsmittel
1.158
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
1.604
Sonstige Vermögenswerte
151
Sachanlagen einschl. Nutzungsrechte
472
Kundenbeziehungen
747
Vermögenswerte
4.132
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
1.575
Leasingverbindlichkeiten
399
Latente Steuerschulden
154
Ertragsteuerverbindlichkeiten
4
Sonstige Verbindlichkeiten
316
Verbindlichkeiten
2.448
Erworbenes identifizierbares Reinvermögen
1.684
Fair Value der übertragenen Gegenleistung
6.301
Firmenwert aus dem Unternehmenszusammenschluss
4.617
Der entstandene Firmenwert resultiert hauptsächlich aus den Fähigkeiten und der fachlichen Qualifikation der Mitarbeiter sowie den erwarteten Synergien aus der Eingliederung der Infranordic in das bestehende Air + Ocean-Geschäft des Logwin Konzerns. Entsprechend wurde der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Air + Ocean zugeordnet. Der Firmenwert ist erwartungsgemäß für steuerliche Zwecke nicht abzugsfähig.
Zur Bestimmung des Fair Value der Kundenbeziehungen wurde der Barwert der erwarteten Netto-Cashflows, die die Kundenbeziehungen erzeugen, ermittelt. Der Fair Value der Kundenbeziehungen beläuft sich auf 747 TEUR. Die planmäßige Abschreibungsdauer beträgt sechs Jahre.
World Pack Express, Spanien
Der Logwin Konzern hat zum 20. Dezember 2024 das Unternehmen World Pack Express S.L., Ripollet, ES und die zur World Pack Express-Gruppe gehörende Alpha Automotive Solutions S.L., Ripollet, ES (nachfolgend „WPE“) übernommen.
Mit dieser Akquisition will Logwin von den Synergien beider Unternehmen profitieren und seine Wettbewerbsposition auf dem spanischen Markt stärken. Auch die Übernahme bestehender Kundenbeziehungen sowie die Möglichkeit zur Erweiterung des Dienstleistungsangebots und der Flottenkapazität spielen eine wesentliche Rolle. Hätte der Erwerb am 1. Januar 2024 stattgefunden, hätten sich der Konzernumsatz für das Jahr 2024 um schätzungsgemäß 14.860 TEUR und der Jahresüberschuss um schätzungsgemäß 850 TEUR erhöht. Diese Schätzung basiert auf der Annahme, dass der ermittelte beizulegende Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt auch im Falle eines Erwerbs am 1. Januar 2024 sachgerecht gewesen wäre. Der Kaufpreis wurde zum Zeitpunkt des Erwerbs aus Zahlungsmitteln geleistet.
Die angesetzten Beträge für die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten sind in der folgenden Tabelle aufgeführt. Aufgrund der Übernahme der WPE kurz vor dem Abschlussstichtag ist die vorgenommene Kaufpreisallokation als vorläufig zu erachten.
Angaben in Tausend €
Fair Value
Zahlungsmittel
857
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
2.996
Sonstige Vermögenswerte
372
Sachanlagen einschl. Nutzungsrechte
164
Kundenbeziehungen
2.974
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
12
Vermögenswerte
7.375
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
2.001
Sonstige kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten
366
Latente Steuerschulden
744
Sonstige Verbindlichkeiten
771
Verbindlichkeiten
3.882
Erworbenes identifizierbares Reinvermögen
3.493
Fair Value der übertragenen Gegenleistung
4.750
Firmenwert aus dem Unternehmenszusammenschluss
1.257
Der entstandene Firmenwert resultiert hauptsächlich aus den Fähigkeiten und der fachlichen Qualifikation der Mitarbeiter sowie den erwarteten Synergien aus der Eingliederung der WPE in die bestehende Solutions-Organisation des Logwin Konzerns. Entsprechend wurde der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Solutions zugeordnet. Der Firmenwert ist erwartungsgemäß für steuerliche Zwecke nicht abzugsfähig.
Zur Bestimmung des Fair Value der Kundenbeziehungen wurde der Barwert der erwarteten Netto-Cashflows, die die Kundenbeziehungen erzeugen, ermittelt. Der Fair Value der Kundenbeziehungen beläuft sich auf 2.974 TEUR. Die planmäßige Abschreibungsdauer beträgt sechs Jahre.
Hanse Service, Deutschland
Der Logwin Konzern hat zum 1. Januar 2025 die Anteile an der Hanse Service Internationale Fachspedition GmbH, Hamburg, DE und der Pharmalogisticspartner Internationale Fachspedition GmbH, Hamburg, DE erworben.
Mit diesem strategischen Schritt erweitert Logwin seine Expertise in den Bereichen Pharma- und Lebensmittel-Logistik. Das Know-how und die Expertise der Hanse Service Gruppe werden es Logwin ermöglichen, die Dienstleistungen insbesondere im Bereich der temperaturgeführten Logistik sowohl national als auch international deutlich auszubauen.
Einzelheiten der übertragenen Gegenleistung stellen sich wie folgt dar:
Angaben in Tausend €
Fair Value
Barvergütung
9.971
Earn Out Verbindlichkeit
1.456
Fair Value der übertragenen Gegenleistung
11.427
Im Zusammenhang mit dem Unternehmenszusammenschluss wird eine Earn-Out-Verbindlichkeit in Höhe von 1.456 TEUR erfasst. Der angesetzte Betrag entspricht dem Barwert der erwarteten Zahlung unter Verwendung eines Diskontierungszinssatzes von 8,5 % über einen Zeitraum von 2 Jahren.
Die im Konzernabschluss 2025 voraussichtlich anzusetzenden Beträge für die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt. Es handelt sich dabei um eine vorläufige Wertermittlung.
 
Angaben in Tausend €
Fair Value
Zahlungsmittel
2.170
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
1.126
Vorräte
191
Sonstige Vermögenswerte
115
Sachanlagen einschl. Nutzungsrechte
1.722
Kundenbeziehungen
3.057
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
74
Vermögenswerte
8.455
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
889
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
2.092
Leasingverbindlichkeiten
425
Latente Steuerschulden
842
Sonstige Verbindlichkeiten
427
Verbindlichkeiten
4.675
Erworbenes identifizierbares Reinvermögen
3.780
Fair Value der übertragenen Gegenleistung
11.427
Firmenwert aus dem Unternehmenszusammenschluss
7.647
Der entstandene Firmenwert resultiert hauptsächlich aus den Fähigkeiten und der fachlichen Qualifikation der Mitarbeiter sowie den erwarteten Synergien aus der Eingliederung der Hanse Service in das bestehende Air + Ocean-Geschäft des Logwin Konzerns. Entsprechend wurde der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Air + Ocean zugeordnet. Der Firmenwert ist erwartungsgemäß für steuerliche Zwecke nicht abzugsfähig.
Zur Bestimmung des Fair Value der Kundenbeziehungen wurde der Barwert der erwarteten Netto-Cashflows, die die Kundenbeziehungen erzeugen, ermittelt. Der Fair Value der Kundenbeziehungen beläuft sich auf 3.057 TEUR. Die planmäßige Abschreibungsdauer beträgt sechs Jahre.
Unternehmenszusammenschlüsse im Vorjahr
Der Logwin Konzern hat am 1. Dezember 2023 sämtliche Anteile an der ATL Logistics B.V., Amsterdam, NL (nachfolgend: „ATL Logistics“) erworben. Der bisherige Gesellschafter beteiligt sich gleichzeitig mit einer Minderheitsbeteiligung an der Logwin Air + Ocean The Netherlands B.V., welche die Anteile an der ATL Logistics B.V. hält. Für weitere Details wird auf Anhangangabe 34 des Vorjahresabschlusses verwiesen.
34Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten
Die nachfolgenden Tabellen geben zusätzliche Informationen zu den im Logwin Konzern vorliegenden Finanzinstrumenten. Zum einen werden finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 aufgezeigt, zum anderen werden die Bilanzposten, die Finanzinstrumente enthalten, mit den entsprechenden bilanziellen Wertansätzen sowie ihrem Fair Value dargestellt.
Finanzinstrumente nach den Bewertungskategorien des IFRS 9
Angaben in Tausend €
Buchwert
31.12.2024
Gemäß IFRS 9
zwingend zum
FV bewertet
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
556.383
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
5.989
5.989
Finanzielle Vermögenswerte
562.372
5.989
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
293.359
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
1.884
1.884
Finanzielle Verbindlichkeiten
295.243
1.884
Angaben in Tausend €
Buchwert
31.12.2023
Gemäß IFRS 9
zwingend zum
FV bewertet
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
501.839
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
7.918
7.918
Finanzielle Vermögenswerte
509.757
7.918
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
247.509
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
1.124
1.124
Finanzielle Verbindlichkeiten
248.633
1.124
Buchwerte und Fair Values von Finanzinstrumenten nach Bilanzposten
Die folgende Übersicht leitet die vorhandenen Finanzinstrumente auf die entsprechenden Bilanzposten über und gibt den jeweiligen Bewertungsmaßstab, den Wertansatz sowie den Fair Value zum Bilanzstichtag wieder:
Angaben in Tausend €
Bewertungs-
kategorie nach
IFRS 9
Buchwert
31.12.2024
Wertansatz
nach IFRS 16
Fair Value
31.12.2024
Vermögenswerte
FVTPL
566
566
keine FI
128
Finanzanlagen
Summe
694
AC
572
572
n.a.
965
965
keine FI
272
Sonstige langfristige Vermögenswerte
Summe
1.809
FVTPL
3.631
3.631
AC
177.712
177.712
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aus Factoring
Summe
181.343
181.343
AC
4.913
4.913
FVTPL
1.792
1.792
n.a.
752
752
keine FI
25.424
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Summe
32.880
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
AC
373.187
-
373.187
Verbindlichkeiten
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
n.a.
37.668
37.668
-
AC
44
-
44
FVTPL
476
-
476
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten
Summe
520
-
520
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
AC
261.419
-
261.419
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
n.a.
21.627
21.627
-
Sonstige kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten
AC
389
-
389
AC
31.507
-
31.507
FVTPL
1.408
-
1.408
keine FI
17.071
-
-
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
Summe
49.986
-
-
Angaben in Tausend €
Bewertungs-
kategorie nach
IFRS 9
Buchwert
31.12.2023
Wertansatz
nach IFRS
16
Fair Value
31.12.2023
Vermögenswerte
FVTPL
541
541
keine FI
174
Finanzanlagen
Summe
715
AC
777
777
n.a.
2.614
2.614
keine FI
230
-
-
Sonstige langfristige Vermögenswerte
Summe
3.621
FVTPL
6.306
6.306
AC
140.533
140.533
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aus Factoring
Summe
146.839
146.839
AC
5.064
5.064
FVTPL
1.071
1.071
n.a.
952
952
-
keine FI
20.472
Sonstige Forderungen und
Vermögenswerte
Summe
27.559
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
AC
355.465
-
355.465
Verbindlichkeiten
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
n.a.
44.022
44.022
-
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten
AC
10
-
10
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
AC
214.428
-
214.428
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
n.a.
30.990
30.990
-
Sonstige kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten
AC
47
-
47
AC
33.014
-
33.014
FVTPL
1.124
-
1.124
keine FI
13.214
-
-
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
Summe
47.352
-
-
Die Fair Values der Finanzinstrumente wurden basierend auf folgenden Methoden und Annahmen ermittelt:
Für börsennotierte Wertpapiere kann der Fair Value durch am Bilanzstichtag vorhandene Marktinformationen gemäß Stufe 1 ermittelt werden. Bei öffentlich gehandelten Finanzinstrumenten stellt der Kurswert am Stichtag den Fair Value des Instruments dar.
Die Ermittlung der Fair Values derivativer Finanzinstrumente erfolgte nach Stufe 2 der Fair Value-Hierarchie mit Hilfe von Bewertungsmethoden, wie z. B. der Barwertmethode, unter Verwendung von entspre-chenden Marktparametern, die für alle wesentlichen Inputfaktoren direkt beobachtbar und tagesaktuell sind. Die Fair Values der Währungsderivate wurden dabei unter Berücksichtigung der entsprechenden Spot Rate sowie der Zinskurven der jeweiligen Währung berechnet.
Bei den sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten mit variablen Zinssätzen erfolgt die Bestimmung der Fair Values unter der Annahme, dass sich vereinbarte und marktübliche Zinssätze entsprechen. Folglich stimmen die Buchwerte annahmegemäß mit den Fair Values überein. Bei Finanzierungsverbindlichkeiten mit festen Zinssätzen werden die Fair Values mit Hilfe von Bewertungsmodellen berechnet. Die Inputfaktoren (Zinsen) basieren auf beobachtbaren Marktdaten.
Die Fair Values von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zugeordnet wurden, sowie von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten entsprechen aufgrund der kurzen Laufzeiten annahmegemäß ihren Buchwerten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aus Factoring, bei denen die Ermittlung des Fair Values auf Stufe 3 erfolgt, unterliegen lediglich einem Ausfallrisiko, daher gilt, wenn das Kreditrisiko um 1 % höher oder niedriger wäre, wäre der Fair Value um 1 % niedriger oder höher.
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht der Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Logwin Konzerns, die mit dem Fair Value bilanziert wurden, entsprechend der Fair Value-Hierarchie.
31.Dezember 2024
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Summe
Angaben in Tausend €
Vermögenswerte
Finanzanlagen
566
-
-
566
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aus Factoring
-
-
3.631
3.631
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
-
1.792
-
1.792
Summe
566
1.792
3.631
5.989
Verbindlichkeiten
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
-
1.408
-
1.408
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten
-
-
476
476
Summe
-
1.408
476
1.884
31.Dezember 2023
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Summe
Angaben in Tausend €
Vermögenswerte
Finanzanlagen
541
-
-
541
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aus Factoring
-
-
6.306
6.306
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
-
1.071
-
1.071
Summe
541
1.071
6.306
7.918
Verbindlichkeiten
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
-
1.124
-
1.124
Während des Berichtsjahres sowie des Vorjahres gab es keine Transfers zwischen den Stufen 1, 2 und 3.
Nettoergebnis von Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien
aus der Folgebewertung
Nettoergebnis
Angaben in Tausend €
aus Zinsen
Zum Fair
Value
Wert-
berichtigung
2024
Vermögenswerte zu fortgeführten AK
11.794
-
403
12.196
Vermögenswerte zum FVTPL
-
-340
-
-340
Verbindlichkeiten zu fortgeführten AK
-1.117
-
-
-1.117
Verbindlichkeiten zum FVTPL
-
554
-
554
Summe
10.676
214
403
11.293
aus der Folgebewertung
Nettoergebnis
Angaben in Tausend €
aus Zinsen
Zum Fair
Value
Wert-
berichtigung
2023
Vermögenswerte zu fortgeführten AK
9.448
-
-1.680
7.768
Vermögenswerte zum FVTPL
-
1.682
-
1.682
Verbindlichkeiten zu fortgeführten AK
-1.010
-
-
-1.010
Verbindlichkeiten zum FVTPL
-
-2.816
-
-2.816
Summe
8.438
-1.134
-1.680
5.624
Bezüglich der Zinserträge und -aufwendungen verweisen wir auf Anhangangabe 13 „Finanzergebnis“. Die Erträge und Aufwendungen aus der Folgebewertung zum Fair Value betreffen im Wesentlichen die Bewertungen der derivativen Finanzinstrumente, die zur Absicherung von Währungsrisiken gehalten werden. Die Aufwendungen aus Wertminderungen umfassen Wertberichtigungen auf Forderungen.
Finanzielle Risiken
Liquiditätsrisiken
Die Geschäftstätigkeit der operativen Einheiten des Logwin Konzerns als Logistikunternehmen kann die bedarfsweise Inanspruchnahme von Krediten, Factoring und von kreditähnlichen Finanzierungsformen, z. B. im Rahmen von kurz- und mittelfristigen Anmietungen oder Leasing von Infrastruktur, Transportequipment und sonstigen technischen Geräten und Anlagen erforderlich machen. Ein eingeschränkter Zugang zu Finanzmitteln und Garantielinien, eine nicht ausreichende Verfügbarkeit geeigneter Forderungen zur Veräußerung im Wege des Factoring oder eine nachhaltige Verteuerung der oben genannten Finanzierungsinstrumente könnte zu erheblichen Liquiditäts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern führen.
Der Logwin Konzern steuert das Liquiditätsrisiko, indem täglich die aktuelle Liquiditätssituation überwacht wird. Anhand von Liquiditätsplanungen wird der zukünftige Bedarf an liquiden Mitteln ermittelt und regelmäßig analysiert, ob der Logwin Konzern in der Lage ist, seine finanziellen Verbindlichkeiten innerhalb der vereinbarten Fälligkeiten zu begleichen. Des Weiteren begrenzt der Logwin Konzern sein Liquiditätsrisiko durch ein striktes Working Capital Management sowie durch die Finanzierung über verschiedene Finanzierungsquellen. Zum 31. Dezember 2024 verfügte der Logwin Konzern über nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 28,6 Mio. Euro (Vorjahr: 38,5 Mio. Euro). Darüber hinaus steht dem Logwin Konzern in Abhängigkeit vom verkauften Forderungsvolumen aus Factoring im Geschäftsjahr 2024 ein vertraglich vereinbarter Höchstbetrag von 60,0 Mio. Euro (Vorjahr: 60,0 Mio. Euro) zur Inanspruchnahme zur Verfügung. Eine Fälligkeitsanalyse der finanziellen Verpflichtungen ist in Anhangangabe 36 „Finanzielle Verpflichtungen“ dargestellt.
Die Abwicklung weltweiter Transportgeschäfte erfordert die Möglichkeit, Garantien und Bürgschaften all-gemein anerkannter Sicherheitengeber zu hinterlegen, so z. B. bei Zoll- und Steuerbehörden sowie zur weltweiten Abfertigung von Luft- und Seefrachttransporten. Sollten derartig etablierte Finanzinstrumente dem Logwin Konzern nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen oder die gewohnten Mechanismen der finanziellen Geschäftsabwicklung nicht mehr funktionieren, so geht dies mit Liquiditäts- und Ergebnisrisiken für den Logwin Konzern einher. Das Risiko wird durch Diversifikation und vertragliche Vereinbarungen mit – gemäß definierter Kriterien – ausgewählten, führenden Finanzdienstleistern reduziert.
Kreditrisiken
Das Kreditrisiko bezeichnet das Risiko, dass eine Gegenpartei ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt und dem Logwin Konzern dadurch finanzielle Verluste entstehen. Zum 31. Dezember 2024 ergibt sich das maximale Kreditrisiko des Konzerns ohne Berücksichtigung von gehaltenen Sicherheiten oder anderen Kreditverbesserungen aus den Buchwerten der jeweiligen bilanzierten finanziellen Vermögenswerte, wie sie in der Konzernbilanz angegeben sind. Für drohende Ausfallrisiken werden Wertberichtigungen vorgenommen. Zum Umfang der Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Anhangangabe 22 „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aus Factoring sowie Vertragsvermögenswerte“ verwiesen. Demgegenüber sind Vermögenswerte, die weder überfällig noch wertgemindert sind, voll werthaltig.
Es bestehen Kreditrisiken aus Beziehungen zu Kunden- und Banken sowie getätigten Ausleihungen, die sich im Falle Ihres Eintritts negativ auf die Ertragslage auswirken würden. Der Logwin Konzern begrenzt die Risiken aus Forderungsausfällen aus Kundenbeziehungen unverändert durch die enge Überwachung und restriktive Vergabe von Zahlungszielen und Kreditlimiten. Entscheidungen über die Vergabe von Kreditlimiten und Zahlungszielen erfolgen auf Basis von Bonitätsprüfungen und weiteren Analysen. Darüber hinaus bestehen in nahezu allen Ländern für einen Großteil der Kunden Warenkreditversicherungen. Kreditrisiken aus Bankenbeziehungen (Counterparty Risk) wird durch Diversifikation der Bankbeziehungen entgegengewirkt.
Es besteht in beiden Geschäftsfeldern das Risiko vermehrter Insolvenzen von Kunden aufgrund der aktuellen konjunkturellen Lage sowie der deutlichen Preissteigerungen insbesondere für Rohstoffe, Energie und in weiteren Bereichen. Neben dem unmittelbaren Effekt potenzieller Forderungsausfälle kann dies einen längerfristigen negativen Effekt auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung aufgrund wegfallenden Bestandsgeschäfts haben. Die konsequente Absicherung von Ausfallrisiken durch Kreditversicherungen sowie restriktive Vergaben von Zahlungszielen und Kreditlimiten dienen der Reduzierung der möglicherweise erhöhten Risiken aus diesem Bereich.
Um das Kreditrisiko zu minimieren, hat der Logwin Konzern Kreditrisikoeinstufungen entwickelt, um die Engagements nach ihrem Grad des Ausfallrisikos zu kategorisieren. Die Bonitätsinformationen werden, soweit verfügbar, von unabhängigen Ratingagenturen zur Verfügung gestellt und, falls nicht verfügbar, verwendet der Logwin Konzern andere öffentlich zugängliche Finanzinformationen und intern verfügbare Informationen des Konzerns, um seine Großkunden und sonstigen Schuldner zu bewerten. Das Engagement des Konzerns und die Bonität der Gegenparteien werden kontinuierlich überwacht und der Gesamtwert der abgeschlossenen Geschäfte auf die zugelassenen Gegenparteien verteilt.
Währungsrisiken
Da die Gesellschaften des Logwin Konzerns ihre Umsätze im Rahmen der weltweiten Aktivitäten in verschiedenen Währungen generieren und dementsprechend Vermögenswerte ebenfalls in Drittwährungen bilanziert werden, entstehen fortlaufend Fremdwährungsrisiken. Zudem bestehen zwischen den Gesellschaften des Logwin Konzerns interne Finanzierungssalden in fremder Währung.
Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass es aufgrund von nachteiligen Währungskursentwicklungen zu erheblichen Ergebnis- und Liquiditätsrisiken kommen könnte.
Der Logwin Konzern reagiert auf potenziell liquiditätswirksame Fremdwährungsrisiken, soweit machbar und wirtschaftlich sinnvoll, durch den Abschluss von Sicherungsinstrumenten. Unter Berücksichtigung der Sicherungsaktivitäten hätte eine Veränderung der jeweiligen funktionalen Währung der Konzerngesellschaften um +/–10 % gegenüber dem US-Dollar, der für den Logwin Konzern wesentlichsten Fremdwährung, per 31. Dezember 2024 eine Auswirkung von –/+ 0,8 Mio. Euro auf das Konzernergebnis (Vorjahr: –/+ 0,6 Mio. Euro).
Da die Berichtswährung des Logwin Konzerns der Euro ist, rechnet das Unternehmen im Konzernabschluss die Abschlüsse der Gesellschaften mit anderen funktionalen Währungen in Euro um. Diese umrechnungs-bezogenen Fremdwährungsrisiken werden im Logwin Konzern üblicherweise nicht abgesichert. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf die Darstellung der Ertrags- und Vermögenslage des Logwin Konzerns haben.
Zinsrisiken
Das Zinsniveau hat sich nach einer lang anhaltenden Phase niedriger Zinsen weltweit in den letzten Jahren aufgrund umfangreicher geldpolitischer Maßnahmen deutlich erhöht gezeigt. Verschiedene Einflussfaktoren können zu einer weiteren Erhöhung oder einem deutlichen Rückgang des Zinsniveaus führen. Die Veränderung des Zinsniveaus kann ein Ertragsrisiko für den Logwin Konzern darstellen. Zum 31. Dezember 2024 lagen im Konzern variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten in Form von Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen vor. Die Zinsrisiken aus diesen Verträgen werden fortlaufend eng überwacht und im aktuellen Umfang toleriert. Darüber hinaus bestanden zum 31. Dezember 2024 variabel verzinsliche finanzielle Vermögenswerte in Form von Ausleihungen. Für diese würde eine Veränderung des Referenzzinssatzes um +/- 1 %-Punkt zu einer Veränderung des Zinsergebnisses von +/- 1,5 Mio. Euro (Vorjahr: +/- 1,0 Mio. Euro) führen.
Fälligkeitsanalyse finanzieller Verbindlichkeiten
Im Folgejahr ist mit Zahlungsmittelabflüssen zur Bedienung von Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von 431 TEUR (Vorjahr: 47 TEUR) zu rechnen.
Langfristige Finanzierungsverbindlichkeiten und eine Verbindlichkeit aus einer Earn-Out Verpflichtung sind innerhalb der nächsten fünf Jahre fällig. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie zum Stichtag vorhandene derivative finanzielle Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig. Zahlungsmittelflüsse aus derivativen finanziellen Verbindlichkeiten werden innerhalb eines Jahres beglichen. Den Zahlungsmittelabflüssen in Höhe von 0,7 Mio. Euro (Vorjahr: 3,7 Mio Euro) stehen Zahlungsmittelzuflüsse in Höhe von 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 2,2 Mio. Euro) gegenüber.
Die Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten befindet sich in Anhangangabe 21.
Devisentermingeschäfte
Zum 31. Dezember 2024 bestanden im Logwin Konzern verschiedene Devisentermingeschäfte, die zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken des operativen Geschäfts und zur Absicherung von Forderungen oder Verbindlichkeiten der Logwin AG aus der Konzernfinanzierung eingesetzt werden. Die Devisentermin-geschäfte haben eine Laufzeit von unter einem Jahr.
31.12.2024
31.12.2023
Angaben in Tausend €
Nominalwert in
Fremdwährung
Nominalwert in
Euro
Nominalwert in
Fremdwährung
Nominalwert in
Euro
Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Forderungen der Logwin AG aus der Konzernfinanzierung und der operativen Tätigkeit von Konzerngesellschaften
Verkauf
AED
11.365
2.830
15.530
3.872
AUD
10.326
6.251
8.077
4.882
CNY
112.300
14.285
79.900
10.154
CZK
29.000
1.150
20.700
848
GBP
6.130
7.287
2.866
3.299
HKD
32.800
3.875
143.200
17.049
HUF
280.000
700
95.500
2.416
MXN
58.500
2.667
56.500
2.913
NZD
1.240
690
-
-
PLN
3.100
724
13.502
2.979
RON
3.550
708
3.300
660
SGD
2.870
1.968
1.650
1.132
THB
-
-
8.240
214
TRY
19.500
488
15.400
464
USD
13.270
12.480
7.485
6.774
ZAR
7.770
396
24.900
1.222
Summe
-
56.499
-
58.878
Devisentermingeschäfte zur Absicherung von Verbindlichkeiten der Logwin AG aus der Konzernfinanzierung und der operativen Tätigkeit von Konzerngesellschaften
Kauf
AED
12.800
3.194
26.930
6.727
AUD
9.840
6.005
8.284
5.002
CNY
240.930
30.972
161.930
20.717
CZK
35.200
1.403
29.500
1.217
GBP
5.310
6.305
4.541
5.263
HKD
95.600
11.374
245.550
28.761
HUF
285.000
711
1.085.000
2.709
MXN
-
-
2.600
138
NZD
1.240
691
-
-
PLN
3.100
714
30.302
6.804
RON
6.400
1.279
7.000
1.403
SGD
3.880
2.690
3.525
2.405
THB
14.000
393
2.000
53
TRY
34.000
849
24.600
760
TWD
17.000
503
17.000
508
USD
10.010
9.395
10.120
9.197
Summe
-
76.478
-
91.664
Die folgende Tabelle stellt die Marktwerte und Nominalvolumina der derivativen Finanzinstrumente gegenüber:
31.12.2024
31.12.2023
Аngaben in Tausend €
Nominal-
volumen
Marktwert
Nominal-
volumen
Marktwert
Vermögenswerte
Devisentermingeschäfte
76.314
1.792
51.475
1.071
Summe
76.314
1.792
51.475
1.071
Verbindlichkeiten
Devisentermingeschäfte
56.664
1.408
99.067
1.124
Summe
56.664
1.408
99.067
1.124
Den Vermögenswerten stehen jeweils Verbindlichkeiten aus der Bewertung zugrundeliegender Finanzierungsgeschäfte gegenüber. Den Verbindlichkeiten aus Devisentermingeschäften stehen jeweils Vermögenswerte aus der Bewertung zugrundeliegender interner Finanzierungsgeschäfte gegenüber.
Mit den Banken, über die derivative Finanzinstrumente abgeschlossen werden, bestehen in den Rahmen-verträgen Nettingvereinbarungen, die aber grundsätzlich erst im Falle einer Insolvenz greifen. Insofern ist ein Nettoausweis für Zwecke der Bilanzierung unzulässig, da zum Stichtag nur eine theoretische Möglich-keit zur Aufrechnung besteht. Diese würde dazu führen, dass die ausgewiesenen Vermögenswerte in Höhe von 1.792 TEUR mit den ausgewiesenen Schulden von 1.408 TEUR verrechnet werden könnten. Im Vorjahr hätten die ausgewiesenen Schulden in Höhe von 1.124 TEUR mit den ausgewiesenen Vermögenswerten von 1.071 TEUR verrechnet werden können.
Kapitalmanagement
Die Zielsetzung des Kapitalmanagements des Logwin Konzerns besteht in der Wahrung finanzieller Stabilität und der Erhaltung einer angemessenen Eigenkapitalausstattung der Logwin AG. Auf negative Veränderungen der Kapitalstruktur kann soweit möglich durch Anpassungen des Eigenkapitals oder der Fremdkapitalausstattung, insbesondere durch die Inanspruchnahme von vorhandenen Kreditlinien und der Factoring-Linie, reagiert werden.
Mittel- und langfristige Finanzierungsentscheidungen werden auf ihre Auswirkungen auf die Kapitalstruktur des Logwin Konzerns geprüft. Darüber hinaus werden kurz- und mittelfristige Veränderungen der Kapitalstruktur durch die Analyse des Working Capital systematisch überwacht. Wesentlich sind dabei neben der Entwicklung der absoluten Größen die jeweiligen relativen Veränderungen sowie die Veränderungen zu relevanten Vergleichsgrößen wie den Umsatzerlösen.
Folgende Posten sind Teil des Kapitalmanagements:
Аngaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen
-59.295
-75.012
Sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten
-431
-47
Bruttoverschuldung
-59.726
-75.059
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
373.187
355.465
Nettoliquidität
313.461
280.406
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
-261.419
-214.428
Sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
-68.318
-59.594
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aus Factoring
181.343
146.839
Vertragsvermögenswerte
33.192
14.083
Ertragsteuerforderungen/-verbindlichkeiten
-5.035
-1.105
Sonstige lang- und kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte
34.689
31.180
Vorräte
1.020
1.213
Working Capital
-84.528
-81.812
Eigenkapital
376.414
351.664
35Finanzielle Verpflichtungen
Die folgende Tabelle zeigt alle nicht bilanzierten finanziellen Verpflichtungen zu den Stichtagen 31. Dezember 2024 und 2023:
Аngaben in Tausend €
31.12.2024
31.12.2023
Fälligkeit innerhalb eines Jahres
23.103
22.129
Fälligkeit innerhalb 2 bis 5 Jahren
25.049
11.978
Fälligkeit in mehr als 5 Jahren
4.670
107
Summe
52.822
34.214
Die finanziellen Verpflichtungen bestehen im Geschäftsjahr sowie im Vorjahr im Wesentlichen aus Verpflichtungen aus Dienstleistungsverträgen.
36Eventualverbindlichkeiten und Rechtsverfahren
Von den zum 31. Dezember 2024 im Konzern bestehenden Eventualverbindlichkeiten im Sinne von Bankgarantien, anderen Garantien und sonstigen Haftungen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb kann angenommen werden, dass keine wesentlichen Verpflichtungen entstehen werden.
Sofern erforderlich werden für einzelne Sachverhalte, die möglicherweise zu einer Inanspruchnahme führen können, Rückstellungen gebildet. Darüber hinaus ist mit keiner Inanspruchnahme zu rechnen.
37Honorar des Abschlussprüfers
Das Honorar des Abschlussprüfers für das Berichtsjahr bzw. das Vorjahr umfasste folgende Leistungen (ohne Auslagen):
Аngaben in Tausend €
Abschlussprüfer
luxemburgischer
Gesellschaft
Netzwerk des
Abschlussprüfers im
Ausland
2024
2023
2024
2023
Abschlussprüfung
160
158
869
862
Sonstige Leistungen
184
-
41
11
Gesamt
344
158
910
873
Die sonstigen Leistungen beinhalten im Wesentlichen Leistungen des Abschlussprüfers für die freiwillige Prüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung für das Geschäftsjahr 2024.
38Angaben zu Bezügen von Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen
Für exekutive Mitglieder des Verwaltungsrats, die direkt bei der Gesellschaft angestellt sind, setzt sich die Vergütung aus einer Grundvergütung und einer kurzfristigen variablen Vergütung zusammen. Die Erfolgsziele als Bemessungsgrundlage der variablen Vergütung bestehen zu 80 % aus finanziellen Kennzahlen sowie zu 20 % aus einer persönlichen Komponente, die sich nach individuellen Zielen bemisst.
Die Bezüge der nicht-exekutiven Mitglieder des Verwaltungsrats und der Mitglieder des Executive Committee enthalten sämtliche Bezüge von Konzerngesellschaften. Im fixen Anteil der laufenden Bezüge sind auch sonstige Vergütungsbestandteile enthalten. Im Geschäftsjahr 2024 wurden für Mitglieder des Managements Beiträge an einen beitragsorientierten Pensionsplan von 79 TEUR geleistet (Vorjahr: 76 TEUR).
Аngaben in Tausend €
2024
2023
Mitglieder des Executive Committee
3.696
3.017
davon fixer Anteil der laufenden Bezüge
1.924
1.562
davon variabler Anteil der laufenden Bezüge
1.772
1.455
Nicht-exekutive Mitglieder des Verwaltungsrates (fixe Bezüge)
130
130
Bei den aufgeführten Bezügen der Mitglieder des Executive Committee und des Verwaltungsrats handelt es sich ausschließlich um kurzfristig fällige Leistungen. Zum Geschäftsjahresende bestanden ausstehende Salden gegenüber Mitgliedern des Executive Committee und des Verwaltungsrats aus der variablen und fixen Vergütung von 1.870 TEUR (Vorjahr: 1.585 TEUR), welche unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen wurden. Darüber hinaus bestehen zum Stichtag unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesene Urlaubsverpflichtungen gegenüber Mitgliedern des Executive Committee von 51 TEUR (Vorjahr: 142 TEUR).
39Beziehungen zu nahe stehenden Personen und Unternehmen
Unternehmen und Personen werden als nahe stehend betrachtet, wenn eine der Parteien über die Möglichkeit verfügt, die andere Partei zu beherrschen, oder eine Beteiligung an dem Unternehmen hält, die ihr einen maßgeblichen Einfluss auf das Unternehmen gibt, wenn eine der Parteien ein assoziiertes Unternehmen ist, oder wenn eine der Parteien ein Mitglied des Führungspersonals des Unternehmens oder dessen Mutterunternehmens ist.
Herr Stefan Quandt gilt als nahe stehende Person zur Logwin AG, da er Alleinaktionär der DELTON Logistics S.à r.l., Grevenmacher ist, die mehrheitlich an der Logwin AG beteiligt ist. Er ist ferner alleiniger Gesellschafter der DELTON Health AG und der AQTON SE, beide Bad Homburg, sowie Aktionär und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der BMW AG, München. Er ist im Sinne von IAS 24 „Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen“ eine nahe stehende Person zu diesen Unternehmen.
Der Logwin Konzern hat mit der DELTON Logistics S.à r.l. im Berichtsjahr Mieterlöse in Höhe von 9 TEUR erzielt (Vorjahr: 9 TEUR). Der Logwin Konzern hat von der DELTON Logistics S.à r.l. Dienstleistungen in Höhe von 38 TEUR (Vorjahr: 38 TEUR) bezogen. Darüber hinaus bestanden nachstehende Lieferungs- und Leistungsbeziehungen mit der DELTON Health AG, Bad Homburg v.d.H. und ihren Tochterunternehmen.
Аngaben in Tausend €
DELTON Health AG und
ihre Tochterunternehmen
2024
2023
Erbrachte Dienstleistungen
688
551
Bezogene Dienstleistungen
692
564
Forderungen zum 31. Dezember
2
9
Verbindlichkeiten zum 31. Dezember
323
224
Weiterhin bestand zum 31. Dezember 2023 ein Darlehensvertrag mit Darlehensrahmen von bis zu 120,0 Mio. Euro zwischen der Logwin AG und der AQTON SE. Der Darlehensrahmen wurde im Rahmen eines Nachtrags zum Darlehnsvertrag zum 10. April 2024 auf 150,0 Mio. Euro erhöht. Zum 31. Dezember 2024 bestanden in diesem Zusammenhang kurzfristige Ausleihungen der Logwin AG an die AQTON SE in Höhe von 150,0 Mio. Euro (31. Dezember 2023: 100,0 Mio. Euro). Die Ausleihungen sind unter Anwendung einer marktgerechten Marge variabel verzinslich und durch die Logwin AG kurzfristig kündbar. Im Berichtszeitraum sind im Zusammenhang mit dieser Vereinbarung Zinserträge in Höhe von 5.294 TEUR (Vorjahr: 3.464 TEUR) angefallen.
Der Logwin Konzern hat im Berichtsjahr 2024 Umsatzerlöse in Höhe von 9.642 TEUR (Vorjahr: 9.698 TEUR) mit Unternehmen der BMW-Gruppe erzielt. Die Forderungen gegen die BMW-Gruppe belaufen sich zum 31. Dezember 2024 auf 1.188 TEUR (Vorjahr: 986 TEUR).
Außerdem haben Unternehmen des Logwin Konzerns von der BMW-Gruppe Fahrzeuge vorwiegend im Wege des Leasings bezogen. Die hieraus vom Logwin Konzern in 2024 geleisteten Leasingzahlungen belaufen sich auf 684 TEUR (Vorjahr: 753 TEUR). Die Leasingverbindlichkeiten gegenüber der BMW-Gruppe belaufen sich zum Ende des Berichtsjahrs auf 652 TEUR (Vorjahr: 678 ETUR). Verbindlichkeiten gegenüber der BMW-Gruppe aus noch nicht gezahlten Leasingraten betragen zum 31. Dezember 2024 22 TEUR (Vorjahr: 29 TEUR).
Mit assoziierten Unternehmen bestanden die folgenden Geschäftsbeziehungen:
Аngaben in Tausend €
Assoziierte
Unternehmen
2024
2023
Erbrachte Dienstleistungen
134
941
Bezogene Dienstleistungen
275
347
Forderungen zum 31. Dezember
10
80
Verbindlichkeiten zum 31. Dezember
178
159
Darüber hinaus gibt es Geschäftsbeziehungen zwischen dem Logwin Konzern und Mitgliedern des Verwaltungsrats. Dem Logwin Konzern entstanden dadurch Aufwendungen in Höhe von 141 TEUR im Geschäftsjahr 2024 (Vorjahr: 102 TEUR).
Die Transaktionen mit nahe stehenden Personen und Unternehmen erfolgten ausnahmslos zu marktüblichen Konditionen unter Beachtung des „dealing at arm’s length“-Grundsatzes.
40Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Der Logwin Konzern hat zum 1. Januar 2025 die Anteile an der Hanse Service Internationale Fachspedition GmbH und der Pharmalogisticspartner Internationale Fachspedition GmbH, beide mit Sitz in Hamburg, DE erworben. Mit diesem strategischen Schritt erweitert Logwin seine Expertise in den Bereichen Pharma- und Lebensmittel-Logistik. Für weitere Angaben wird auf Anhangangabe 33 „Unternehmenszusammenschlüsse“ verwiesen. Darüber hinaus sind zwischen dem 31. Dezember 2024 und der Aufstellung des Konzernabschlusses durch den Verwaltungsrat der Logwin AG am 19. März 2025 keine berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.
41Aufstellung des Anteilsbesitzes
Die nachfolgende Tabelle enthält alle Gesellschaften des Logwin-Konzerns zum 31. Dezember 2024:
Durchgerechneter
Kapitalanteil
Solutions
Logwin Solutions Management GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Solutions Holding International GmbH, AT-Salzburg
100,00%
Logwin Solutions Austria GmbH, AT-Salzburg
100,00%
Logwin Solutions Spain S.A., ES-Madrid
100,00%
Logwin Bulgaria EOOD, BG-Sofia
100,00%
Logwin Romania S.R.L., RO-Bukarest
100,00%
Logwin Portugal Unipessoal LDA, PT-Porto
100,00%
World Pack Express S.L., ES-Ripollet
100,00%
Alpha Automotive Solutions S.L., ES-Ripollet
100,00%
Logwin Solutions Holding GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Solutions Logistik GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Air + Ocean
Logwin Air + Ocean International GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Air + Ocean Deutschland GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Air + Ocean UK Limited, GB-Uxbridge
100,00%
Logwin Air + Ocean Belgium N.V., BE-Antwerpen
100,00%
Logwin Air + Ocean Czech S.r.o., CZ-Prag
100,00%
Logwin Air + Ocean Hungary Kft., HU-Budapest
100,00%
Logwin Air + Ocean The Netherlands B.V., NL-Lijnden
90,00%
Logwin Poland Sp.z.o.o., PL-Piaseczno
100,00%
Logwin Air + Ocean Italy S.r.l., IT-Milano
51,00%
Logwin Air & Ocean Spain S.L., ES-Barcelona
100,00%
Logwin Air + Ocean Austria GmbH, AT-Salzburg
100,00%
Logwin Air and Ocean Lojistik Hizmetleri ve Ticaret Limited Sirketi, TR-Istanbul
100,00%
Logwin Air + Ocean Slovakia s.r.o. , SK-Bratislava
100,00%
Logwin Air + Ocean France S.A.S., FR-Villepinte
100,00%
Logwin Baltics SIA, LV-Riga
100,00%
Infranordic Shipping & Forwarding AB, SE-Gothenburg
100,00%
Logwin Air and Ocean South Africa (Pty.) Ltd., ZA-Johannesburg
100,00%
Logwin Air and Ocean Kenya Ltd., KE-Nairobi
60,00%
Logwin Air & Ocean Hong Kong Ltd., HK-Hongkong
100,00%
Logwin Air + Ocean Taiwan Ltd., TW-Taipeh
100,00%
Logwin Air + Ocean Philippines Inc., PH-Paranaque City
100,00%
Logwin Air & Ocean Korea Ltd., KR-Seoul
100,00%
Logwin Air + Ocean China Ltd., CN-Shanghai
100,00%
Logwin Air & Ocean Far East Ltd., HK-Hongkong
100,00%
Logwin Air + Ocean Singapore Pte. Ltd., SG-Singapore
100,00%
Logwin Air & Ocean Vietnam Company Limited, VN-Hochiminh City
100,00%
Logwin Air + Ocean Malaysia Sdn. Bhd., MY-Kuala Lumpur
100,00%
Logwin Air + Ocean (Thailand) Ltd., TH-Bangkok
100,00%
Logwin Air + Ocean Holding Thailand Ltd., TH-Bangkok
100,00%
P.T. Logwin Air & Ocean Indonesia, ID-Jakarta
90,00%
Logwin Air & Ocean India Pvt. Ltd., IN-Mumbai
100,00%
Logwin Air & Ocean Australia Pty. Ltd., AU-Alexandria
100,00%
Supply Chain International Ltd., NZ-Auckland
80,00%
Logwin Air + Ocean Mexico S.A. de C.V., MX-City
100,00%
Logwin Air + Ocean Colombia SAS, CO-Bogota
100,00%
Logwin Air + Ocean Brazil Logistica e Despacho Ltda., BR-Sao Paulo
100,00%
Logwin Air + Ocean Perú S.R.L., PE-Lima
100,00%
Logwin Air + Ocean Chile S.p.A., CL-Santiago
100,00%
Logwin Air & Ocean Middle East LLC, AE-Dubai
60,00%
Sonstige
Logwin AG, LU-Grevenmacher
100,00%
Logwin Holding Austria GmbH, AT-Salzburg
100,00%
Thiel AS Logistics AG, LU-Grevenmacher
100,00%
Logwin Road + Rail Deutschland GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Holding Aschaffenburg GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Logwin Finance GmbH i.L., DE-Großostheim
100,00%
Aschaffenburger Versicherungsmakler GmbH, DE-Großostheim
100,00%
Nicht konsolidiert
Leadway Freight Ltd. HK-Hongkong n.o.
100,00%
Logwin Forwarding Malaysia Sdn. Bhd., MY-Kuala Lumpur
49,00%
East West Freight Limited, HK-Hongkong
100,00%
Leadway Container Line Ltd., SG-Singapore
100,00%
Hellmann Beverage Logistics Inc, US-FL-Miami
50,00%
Transcontainer-Universal GmbH & Co. KG, DE-Bremen
0,80%
Beteiligungen der Logwin AG werden nicht konsolidiert, sofern die Gesellschaft keinen Geschäftsbetrieb aufweist oder für den Konzernabschluss der Logwin AG von untergeordneter Bedeutung ist. Weiterhin erfolgt auch keine Bilanzierung von Beteiligungen an assoziierten Unternehmen nach der Equity Methode, falls diese von untergeordneter Bedeutung für den Konzernabschluss sind.
Im Berichtsjahr 2024 beschäftigte der Logwin Konzern durchschnittlich 3.729 Mitarbeiter (Vorjahr: 3.846).
Erklärung des Verwaltungsrats
Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Aufstellung, die Vollständigkeit und Richtigkeit des Konzern-abschlusses und des Konzernlageberichts sowie für alle weiteren im Jahresfinanzbericht gegebenen Informationen.
Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt.
Entsprechend den Vorschriften des Luxemburgischen Handelsgesetzbuches enthält der Konzernlage-bericht eine Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sowie darüber hinausgehende Erläuterungen.
Der Konzernabschluss, der Konzernlagebericht und der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurden vom Prüfungsausschuss vorgeprüft und in einer Verwaltungsratssitzung zusammen mit Vertretern der Abschlussprüfer-Gesellschaft ausführlich besprochen.
Die Prüfung des Konzernabschlusses und Lageberichts für das Geschäftsjahr 2024 gab keinerlei Anlass zur Beanstandung. Durch Beschluss des Verwaltungsrats wurden der Konzernabschluss und der Konzern-lagebericht zur Veröffentlichung freigegeben.
Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht bedürfen entsprechend Luxemburger Recht der Genehmigung durch das Organ der Hauptversammlung.
Der Verwaltungsrat der Logwin AG
Grevenmacher (Luxemburg), den 19. März 2025
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
„Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Konzernberichterstattung der Konzernjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprech-endes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.“
Dr. Antonius WagnerAxel Steiner
(Vorsitzender des Verwaltungsrats)(Stellvertretender Vorsitzender
des Verwaltungsrats)
Prüfungsvermerk
An die Aktionäre der
Logwin AG
Bericht über die Prüfung des Konzernabschlusses
Unser Prüfungsurteil
Nach unserer Beurteilung vermittelt der beigefügte Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den IFRS Rechnungslegungsstandards, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Logwin AG (die „Gesellschaft“) und ihrer Tochtergesellschaften (der „Konzern“) zum 31. Dezember 2024 sowie der Ertragslage und der Zahlungsflüsse für das an diesem Datum endende Geschäftsjahr.
Wir bestätigen, dass unser Prüfungsurteil mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss oder dem entsprechenden Organ im Einklang steht.
Was wir geprüft haben
Der Konzernabschluss des Konzerns besteht aus:
-der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2024;
-der Konzerngewinn- und Verlustrechnung und der Konzerngesamtergebnisrechnung für das an diesem Datum endende Geschäftsjahr;
-der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das an diesem Datum endende Geschäftsjahr;
-der Konzernkapitalflussrechnung für das an diesem Datum endende Geschäftsjahr; und
-dem Konzernanhang, einschließlich wesentlicher Informationen zu Rechnungslegungsmethoden und sonstiger erläuternder Informationen.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir führten unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014, dem Gesetz vom 23. Juli 2016 über die Prüfungstätigkeit (Gesetz vom 23. Juli 2016) und nach den für Luxemburg von der „Commission de Surveillance du Secteur Financier“ (CSSF) angenommenen internationalen Prüfungsstandards (ISAs) durch. Unsere Verantwortung gemäß der EU-Verordnung Nr. 537/2014, dem Gesetz vom 23. Juli 2016 und den für Luxemburg von der CSSF angenommenen ISAs wird im Abschnitt „Verantwortung des „Réviseur d’entreprises agréé“ für die Konzernabschlussprüfung“ weitergehend beschrieben.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
Wir sind unabhängig von dem Konzern in Übereinstimmung mit dem „International Code of Ethics for Professional Accountants, including International Independence Standards“, herausgegeben vom „International Ethics Standards Board for Accountants“ (IESBA Code) und für Luxemburg von der CSSF angenommen, sowie den beruflichen Verhaltensanforderungen, die wir im Rahmen der Konzernabschlussprüfung einzuhalten haben und haben alle sonstigen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Verhaltensanforderungen erfüllt.
Wir erklären, nach bestem Wissen und Gewissen, dass wir keine Nichtprüfungsleistungen, die gemäß Artikel 5 (1) der EU-Verordnung Nr. 537/2014 untersagt sind, erbracht haben.
Die von uns an die Gesellschaft und Tochtergesellschaft (falls anwendbar) erbrachten Nichtprüfungsleistungen, für das an diesem Datum endende Geschäftsjahr, sind in Anmerkung 37 zum Konzernabschluss aufgeführt.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit der Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung des Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Wie wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte in unserer Prüfung adressiert haben
Vollständige Erfassung und periodengerechte Abgrenzung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte sowie der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige Informationen
Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die sonstigen Informationen. Die sonstigen Informationen beinhalten die Informationen, welche im Konzernbericht einschließlich des Konzernlageberichts und in der Corporate Governance-Erklärung enthalten sind, jedoch beinhalten sie nicht den Konzernabschluss und unseren Prüfungsvermerk zu diesem Konzernabschluss.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt nicht die sonstigen Informationen ab und wir geben keinerlei Sicherheit jedweder Art auf diese Informationen.
Im Zusammenhang mit der Prüfung des Konzernabschlusses besteht unsere Verantwortung darin, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu beurteilen, ob eine wesentliche Unstimmigkeit zwischen diesen und dem Konzernabschluss oder mit den bei der Abschlussprüfung gewonnenen Erkenntnissen besteht oder auch ansonsten die sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Sollten wir auf Basis der von uns durchgeführten Arbeiten schlussfolgern, dass sonstige Informationen wesentliche falsche Darstellungen enthalten, sind wir verpflichtet, diesen Sachverhalt zu berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.
Verantwortung des Verwaltungsrats für den Konzernabschluss
Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS Rechnungslegungsstandards, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und für die internen Kontrollen, die er als notwendig erachtet, um die Aufstellung des Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Verwaltungsrat verantwortlich für die Beurteilung der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit und, sofern einschlägig, Angaben zu Sachverhalten zu machen, die im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit stehen, und die Annahme der Unternehmensfortführung als Rechnungslegungsgrundsatz zu nutzen, sofern nicht der Verwaltungsrat beabsichtigt, den Konzern zu liquidieren, die Geschäftstätigkeit einzustellen, oder keine andere realistische Alternative mehr hat, als so zu handeln.
Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Erstellung und Auszeichnung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den Anforderungen der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 über das Einheitliche Elektronische Berichtsformat („ESEF-Verordnung“).
Verantwortung des „Réviseur d’entreprises agréé“ für die Konzernabschlussprüfung
Die Zielsetzung unserer Prüfung ist es, eine hinreichende Sicherheit zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und darüber einen Prüfungsvermerk, der unser Prüfungsurteil enthält, zu erteilen. Hinreichende Sicherheit entspricht einem hohen Grad an Sicherheit, ist aber keine Garantie dafür, dass eine Prüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014, dem Gesetz vom 23. Juli 2016 und nach den für Luxemburg von der CSSF angenommenen ISAs stets eine wesentliche falsche Darstellung, falls vorhanden, aufdeckt. Unzutreffende Angaben können entweder aus Unrichtigkeiten oder aus Verstößen resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise davon ausgegangen werden kann, dass diese individuell oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Im Rahmen einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014, dem Gesetz vom 23. Juli 2016 und nach den für Luxemburg von der CSSF angenommenen ISAs üben wir unser pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:
-identifizieren und beurteilen wir das Risiko von wesentlichen falschen Darstellungen im Konzernabschluss aus Unrichtigkeiten oder Verstößen, planen und führen Prüfungshandlungen durch als Antwort auf diese Risiken und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und angemessen sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Angaben bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;
-gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben;
-beurteilen wir die Angemessenheit der von dem Verwaltungsrat angewandten Bilanzierungsmethoden, der rechnungslegungsrelevanten Schätzungen und den entsprechenden Anhangsangaben;
-schlussfolgern wir über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch den Verwaltungsrat sowie auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen könnten. Sollten wir schlussfolgern, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Prüfungsvermerk auf die dazugehörigen Anhangsangaben zum Konzernabschluss hinzuweisen oder, falls die Angaben unangemessen sind, das Prüfungsurteil zu modifizieren. Diese Schlussfolgerungen basieren auf der Grundlage der bis zum Datum des Prüfungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;
-beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Anhangsangaben, und beurteilen, ob dieser die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse sachgerecht darstellt;
planen und führen wir die Konzernprüfung so durch, dass ausreichende geeignete Prüfungsnachweise in Bezug auf die Finanzinformationen der Einheiten und der Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns eingeholt werden, die als Grundlage für die Abgabe eines Prüfungsurteils zum Konzernabschluss dienen. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchsicht der für die Zwecke der Konzernprüfung durchgeführten Prüfungsarbeiten. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unser Prüfungsurteil. Wir kommunizieren mit den für die Überwachung Verantwortlichen, unter anderem den geplanten Prüfungsumfang und Zeitraum sowie wesentliche Prüfungsfeststellungen einschließlich wesentlicher Schwächen im internen Kontrollsystem, die wir im Rahmen der Prüfung identifizieren.
Wir haben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung abgegeben, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben und mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte erörtert haben, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie unsere Unabhängigkeit bedrohen, und - sofern einschlägig - die Maßnahmen zur Beseitigung dieser Bedrohungen oder die angewandten Schutzmaßnahmen.
Von den Sachverhalten, die mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert wurden, bestimmen wir diejenigen Sachverhalte, die für die Prüfung des Konzernabschlusses des aktuellen Berichtszeitraums am bedeutsamsten waren, als besonders wichtige Prüfungssachverhalte. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bericht, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Wir beurteilen, ob der Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den in der ESEF-Verordnung festgelegten Anforderungen erstellt wurde.
Bericht über weitere gesetzliche und aufsichtsrechtliche Verpflichtungen
Der Konzernlagebericht steht im Einklang mit dem Konzernabschluss und wurde in Übereinstimmung mit den geltenden rechtlichen Anforderungen erstellt.
Die Corporate Governance-Erklärung, welche auf der Internetseite des Konzerns https://www.logwin-logistics.com/de/unternehmen/corporate-social-responsibility veröffentlicht ist, ist in der Verantwortung des Verwaltungsrats. Die nach Artikel 68ter Paragraph (1) Buchstabe c) und d) des geänderten Gesetzes vom 19. Dezember 2002 bezüglich des Handels- und Gesellschaftsregisters, der Buchführung und des Jahresabschlusses von Unternehmen erforderlichen Informationen stehen zum Datum dieses Berichts im Einklang mit dem Konzernabschluss und wurden in Übereinstimmung mit den geltenden rechtlichen Anforderungen erstellt. Wir wurden als „Réviseur d’entreprises agréé“ von der Hauptversammlung der Aktionäre am 31. März 2023 bestellt, und die ununterbrochene Mandatsdauer, einschließlich vorheriger Verlängerungen und Wiederbestellungen, beträgt 2 Jahre.
Wir haben die Übereinstimmung des Konzernabschlusses des Konzern mit den in der ESEF-Verordnung festgelegten maßgeblichen gesetzlichen Anforderungen für Konzernabschlüsse zum 31. Dezember 2024 geprüft.
Für den Konzern bezieht sich dies auf die folgenden Anforderungen:
-einen in einem zulässigen XHTML-Format erstellten Konzernabschluss;
-die XBRL-Auszeichnung des Konzernabschlusses unter Verwendung der Basistaxonomie und der in der ESEF-Verordnung dargelegten gemeinsamen Bestimmungen zu Auszeichnungen.

Nach unserer Beurteilung wurde der Konzernabschluss von dem Konzern zum 31. Dezember 2024 in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den Anforderungen der ESEF-Verordnung erstellt.
PricewaterhouseCoopers, Société coopérative
Vertreten durch
Luxemburg, 19. März 2025
Patrick Schon
Logwin AG | ZIR Potaschberg |5, an de Längten | L-6776 Grevenmacher | Luxemburg