Egger Holzwerkstoffe
GmbH
St. Johann in Tirol
Jahresfinanzbericht
gemäß § 124 Börsegesetz
zum 30. April 2021
Inhaltsverzeichnis
Egger Holzwerkstoffe GmbH
(Konzernabschluss)
Vorwort und Porträt der Gruppenleitung
Kennzahlenübersicht
Lagebericht zum konsolidierten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2020 / 21
Konsolidierter Jahresabschluss nach IFRS zum 30. April 2021
Erklärung der gesetzlichen Vertreter
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers zum Konzernabschluss
Egger Holzwerkstoffe GmbH
Einzelabschluss nach UGB zum 30. April 2021
Erklärung der gesetzlichen Vertreter
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers zum Einzelabschluss
Der Lagebericht zum Einzelabschluss entspricht dem Lagebericht zum konsolidierten Jahresabschluss.
Der Jahresabschluss ist in TEUR / Mio. EUR (gerundet nach kaufmännischer Rundungsmethode) aufgestellt. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.
Die gewählten personenbezogenen Schreibweisen gelten für Frauen und Männer in gleicher Weise.
Mission
Wir machen mehr aus Holz
Der Pioniergeist des Familienunternehmens EGGER prägt unser Handeln.
Dynamik, Loyalität, Verantwortungsbewusstsein und Vertrauen stellen unsere zentralen Werte dar.
Wir schaffen nachhaltiges, internationales Wachstum aus eigener Kraft und bewahren unsere Eigenständigkeit.
Wir begeistern unsere Kunden mit innovativen Lösungen und bedarfsorientierten Komplett‑ angeboten rund um den natürlichen Werkstoff Holz.
Unsere Werte als Familienunternehmen
-
Wir verstehen uns als transparentes und modernes Familienunternehmen und präsentieren uns so am Arbeitsmarkt.
-
Die nachhaltige Sicherung und die Weiterentwicklung des Unternehmens zur Generationsweitergabe stehen bei unseren Entscheidungen im Vordergrund.
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Menschlichkeit, Vertrauen, respektvoller Umgang miteinander und Loyalität prägen unser tägliches Handeln.
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Wir stehen zu unserem Wort (Handschlag).
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Professionelles Handeln und kurze Entscheidungswege sind wichtige Erfolgsmerkmale.
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Wir leben unser Leitbild und unsere Werte (Qualität, Menschlichkeit, Perspektive).
Unsere Leistungen für unsere Kunden
-
Der Aufbau und die Weiterentwicklung langfristiger Beziehungen mit unseren Kunden sind die Basis für gemeinsam erlebten Erfolg.
-
Eckpfeiler unserer Arbeit sind verlässliche Qualität, Kompetenz in Design und Anwendungstechnik, fachlich qualifizierte Beratung sowie Services zur Verkaufsunterstützung. All unsere Leistungen orientieren sich an aktuellen und zukünftigen Kundenbedürfnissen.
Unser Qualitätsanspruch
-
Für uns bedeutet Qualität die Erfüllung von definierten Anforderungen in allen Bereichen.
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Wir verpflichten uns zur kontinuierlichen Verbesserung, dokumentiert durch ein zertifiziertes Managementsystem.
Unsere Mitarbeiter und Führungskräfte
-
Wir gehen respektvoll miteinander um.
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Wir fordern hohe Leistungsbereitschaft und fördern durch gezielte Information, Aus- und Weiterbildung.
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Besondere Anerkennung finden Erfahrung, deren Weitergabe sowie langjährige Mitarbeit.
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Unsere Führungskräfte kommen in erster Linie aus dem Unternehmen. Sie zeichnen sich durch hohe Führungskompetenz und Vorbildwirkung aus.
Unsere Organisation
-
Wir sind dezentral organisiert und nach Geschäftsfeldern und regionalen Einheiten strukturiert. Zentral werden nur diejenigen Funktionen wahrgenommen, die Synergieeffekte oder Produktivitätsgewinne versprechen oder diese strategisch erfordern.
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Wir haben klare und kurze Entscheidungswege.
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Geschäftsordnungen und Berichtspflichten sind die Basis für eine ordnungsgemäße Unternehmensführung.
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Die strategische Ausrichtung der Unternehmensgruppe erfolgt durch die Eigentümer und die Gruppenleitung, unterstützt durch den Gruppenstab und die Divisionsleitungen.
-
Die Ziele unseres Unternehmens werden gemeinsam vereinbart und eigenverantwortlich verfolgt.
Unser soziales Umfeld
-
Im Einklang mit unseren Grundwerten respektieren wir die Sitten und Gebräuche der Länder und Regionen, in denen wir tätig sind.
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Wir integrieren uns in das Leben des jeweiligen Umfeldes.
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Wir fördern den Einsatz von qualifizierten MitarbeiterInnen und Führungskräften aus den Regionen unserer Standorte.
Unsere Umwelt
-
Die nachhaltige Nutzung von Rohstoffen hat für uns höchste Priorität.
-
Diese erreichen wir durch Energiegewinnung in eigenen Biomassekraftwerken, durch modernste, ressourcenschonende Verarbeitungstechnologien und umweltfreundliche Logistiksysteme.
Unsere Informations- und Kommunikationssysteme
-
Wir investieren bewusst in zukunftsorientierte Informations- und Kommunikationssysteme.
-
Damit steuern wir unser Unternehmen effizient und binden die Partner in die für sie relevanten Wertschöpfungsprozesse ein.
Vorwort der Gruppenleitung
Sehr geehrte Damen und Herren.
Unser abgelaufenes Geschäftsjahr 2020/21 war massiv von der weltweiten
Corona-Pandemie
und ihren Auswirkungen auf sämtliche Arbeits- und Lebensbereiche geprägt. Nach lockdown-bedingten Einbrüchen zu Beginn des Geschäftsjahres, erlebte unsere Branche in fast allen Märkten eine
stark ansteigende Nachfrage
seit dem Sommer 2020, die sich bis heute auf außergewöhnlich hohem Niveau hält. Wir führen diese anhaltende Sondersituation in erster Linie auf den mit den Coronaschutzmaßnahmen und Lockdowns einhergehenden
Cocooning-Effekt
, also die massiv verstärkten Konsuminvestitionen ins eigene Zuhause, zurück. Insgesamt zeigte sich der Bau- und der Einrichtungssektor letztlich von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie deutlich weniger negativ betroffen als andere Branchen.
Vor diesem Hintergrund können wir Ihnen im vorliegenden Jahresfinanzbericht 2020/21 von einer sehr positiven Geschäftsentwicklung berichten:
Wir konnten einen gruppenweiten
Umsatz von 3.082,8 Mio. EUR
(+8,9 % zum Vorjahr) und ein
EBITDA von 622,3 Mio. EUR
(+46,6 % zum Vorjahr) erwirtschaften. Die EBITDA-Marge liegt bei 20,2 %. Unsere Eigenkapitalquote liegt mit 42,0 % über dem Vorjahreswert von 37,9 %. Diese deutliche Ergebnissteigerung zeigt, dass wir bei EGGER einerseits die Herausforderungen der Pandemie gut bewältigt, zugleich auch die sich in unserer Branche ergebenden Chancen sehr gut genützt haben. Insbesondere konnten wir nachfragebedingt die Umsatzverteilung hinsichtlich Produkt- und Kundenmix maßgeblich optimieren.
Wir haben in den vergangenen Monaten unsere
Kapazitäten maximal ausgenützt
, auf fast allen unseren Anlagen Rekordmengen produziert und die starke Nachfrage maximal bedient. Unsere Produktionsstandorte waren im Geschäftsjahr 2020 / 21 sehr gut ausgelastet. Wir haben mit 9,6 Mio. m3 Holzwerkstoffen und Schnittholz einen neuen
Höchststand in der Produktion
verzeichnet.
All unsere Divisionen haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr positiv entwickelt und Umsatz- sowie Ergebnissteigerungen verzeichnet:
Die
Division Decorative Products Mitte
hat im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 930,4 Mio. EUR (+ 4,9 % zum Vorjahr) erwirtschaftet. Die
Division Decorative Products West
hat mit 690,9 Mio. EUR einen um + 4,2 % höheren Umsatz als im Vorjahr – diese Division mit Werken in Großbritannien und Frankreich war vom Konjunkturabschwung durch die Corona-Pandemie besonders betroffen – im Mai und Juni 2020 waren in diesen Werken geringere Umsätze zu verzeichnen. Diese konnten jedoch in den Folgemonaten wieder aufgeholt werden. Der Umsatz der
Division Decorative Products Ost
stieg um + 10,8 % auf 981,8 Mio. EUR. Positiv entwickelte sich in dieser Division vor allem das neue Werk in Biskupiec (PL). Unsere jüngste
Division Decorative Products Americas
erhöhte den Umsatz um + 32,0 % auf 181,2 Mio. EUR. Hierin sind neben unserem argentinischen Standort Concordia bereits Umsätze durch unser neuestes Werk in Lexington, NC (US) enthalten. Die
Division Flooring Products
liegt mit einem Umsatz von 552,5 Mio. EUR um + 25,3 % über dem Vorjahr. Das
Segment Sonstiges
hat einen Umsatz von 201,5 Mio. EUR (+ 16,0 % ggü. dem Vorjahr) und beinhaltet das Sägewerk in Brilon (DE), kleinere eigenständige Bereiche und Gruppenfunktionen.
Die
Ertragsentwicklungen
in den Divisionen fielen unterschiedlich aus. Im Mai 2020 waren, bedingt durch die Corona-Pandemie, durchwegs geringere Ergebnisse zu verzeichnen. Besonders betroffen war die Division Decorative Products West mit Werken in Großbritannien und Frankreich. In Summe konnten alle unsere Divisionen, mit Ausnahme der Division Decorative Products Americas, die Ergebnisse des Vorjahres sogar übertreffen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten wir unseren
20. Produktionsstandort in Lexington, NC (US)
in Betrieb nehmen. Wir sind sehr stolz, dass die Inbetriebnahme dieses Greenfield-Projekts trotz der großen Herausforderungen durch die weltweite Corona-Pandemie und damit einhergehenden Reisebeschränkungen planmäßig erfolgen konnte. Nun sind wir dabei, mit unseren rund 360 neuen amerikanischen Mitarbeitern die Prozesse schrittweise zu optimieren, die errichteten Kapazitäten voll aufzufahren und unsere innovativen und hochwertigen Produkte erfolgreich am nordamerikanischen Markt zu platzieren.
Insgesamt haben wir unsere zuvor sehr intensive Investitionstätigkeit im vergangenen Geschäftsjahr deutlich reduziert, auch durch Verschiebungen im Bereich Erhaltungsinvestitionen zu Beginn der Pandemie. Die
Gesamtinvestitionssumme
betrug 193,0 Mio. EUR.
Die für uns wesentlichen
Rohstoffpreise
entwickelten sich bis Dezember 2020 stabil. Seit Januar 2021 wurde jedoch die Rohstoffversorgung, die durch gestörte globale Warenströme viele Sektoren betrifft, zunehmend herausfordernder. Am angespanntesten ist dabei aktuell die Versorgungssituation bei
Chemierohstoffen
, die wir für die Holzwerkstoffproduktion benötigen und die einer extremen Volatilität unterliegen. Dank unserer vorausschauenden Versorgungsstrategie haben wir uns bislang gut mit unseren Rohstoffen versorgen können. Auch zukünftig setzen wir auf langfristige, partnerschaftliche Beziehungen mit unseren Lieferanten. Zur Absicherung setzen wir außerdem weiterhin auf tiefe Rückwärtsintegration und adäquate Einkaufs- und Logistiksysteme.
Wiederum veröffentlichen wir zeitgleich mit dem Jahresfinanzbericht auch unseren
Nachhaltigkeitsbericht
(nichtfinanzielle Erklärung). Dieser ist auf unserer Webseite
www.egger.com/nachhaltigkeit
abrufbar und präsentiert unsere Haltungen, Zielsetzungen und Leistungen hinsichtlich ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit.
Der gesamtwirtschaftliche Ausblick bleibt auch weiterhin, vor allem hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie, mit großer Unsicherheit behaftet. Wir bei EGGER gehen zumindest auch in den nächsten Monaten von einer hohen marktseitigen
Nachfrage
aus und werden unter
Vollauslastung
unserer Kapazitäten unsere Kunden maximal bedienen. Insgesamt rechnen wir mit einer gruppenweit stabilen Umsatz- und Ergebnis-entwicklung auf hohem Niveau.
Kurzporträt der Gruppenleitung
Im Jahr 1961 gründete Fritz Egger sen. ein Spanplattenwerk in St. Johann in Tirol, das die Grundlage für das Familienunternehmen EGGER war. Heute befindet sich die Unternehmensgruppe im Besitz von Privatstiftungen der Familie Egger. Unsere Gruppengeschäftsführung (Gruppenleitung) hält kleinere Anteile.
Fritz und Michael Egger bestimmen als Mitglieder des Aufsichtsrats die strategischen Leitlinien des Unternehmens mit. Die operativen Geschäfte unseres Familienunternehmens werden von der Gruppenleitung mit Thomas Leissing, Walter Schiegl und Ulrich Bühler geführt.
Thomas Leissing
EGGER Gruppenleitung Finanzen / Verwaltung / Logistik und Sprecher der Gruppenleitung
Thomas Leissing ist seit 2005 Mitglied unserer Gruppenleitung. Er verantwortet die Bereiche Finanzen, Logistik, Personal und IT und ist seit 2009 auch Sprecher der Gruppenleitung. Vor seinem Eintritt bei EGGER war er für eine börsennotierte internationale Industriegruppe im Bereich Corporate Finance tätig.
Walter Schiegl
EGGER Gruppenleitung Produktion / Technik / Einkauf
Walter Schiegl ist bereits seit 1980 in der EGGER Gruppe tätig. Nach den ersten Jahren innerhalb der Produktion war er unter anderem Werksleiter Produktion und Technik an den Standorten Wörgl (AT) und Brilon (DE). Seit 2000 ist er in unserer Gruppenleitung für Produktion, Technik und Einkauf verantwortlich.
Ulrich Bühler
EGGER Gruppenleitung Vertrieb / Marketing
Ulrich Bühler ergänzte unsere Gruppenleitung im Jahr 2006 und verantwortet die Bereiche Vertrieb, Marketing, Produktmanagement und Kommunikation. Vor seinem Eintritt im Jahr 2000 war er für ein großes deutsches Holzhandelsunternehmen tätig. Bei uns war er bis zu seiner Berufung in die Gruppenleitung für Vertrieb und Marketing in der Landesleitung Deutschland zuständig.
Kennzahlenübersicht
Die wesentlichen Eckdaten unserer Gruppe auf einen Blick.
|
Gewinn- & Verlustrechnung
|
|
2020/21
|
2019/20
|
2018/19
|
|
Umsatzerlöse
|
Mio. EUR
|
3.082,8
|
2.831,5
|
2.841,5
|
|
Bereinigtes EBITDA
(1)
|
Mio. EUR
|
622,3
|
424,4
|
425,0
|
|
Bereinigte EBITDA-Marge
(1)
|
in %
|
20,2 %
|
15,0 %
|
15,0 %
|
|
EBITDA
|
Mio. EUR
|
622,3
|
424,4
|
450,6
|
|
EBITDA-Marge
|
in %
|
20,2 %
|
15,0 %
|
15,9 %
|
|
Bereinigtes EBIT
(2)
|
Mio. EUR
|
381,7
|
212,4
|
233,4
|
|
EBIT
|
Mio. EUR
|
381,7
|
212,4
|
168,7
|
|
Ergebnis vor Steuern (PBT)
|
Mio. EUR
|
370,3
|
193,1
|
156,7
|
|
Ergebnis nach Steuern (PAT)
|
Mio. EUR
|
254,9
|
156,7
|
156,6
|
|
Konsolidierte Bilanz
|
|
30.04.2021
|
30.04.2020
|
30.04.2019
|
|
Bilanzsumme
|
Mio. EUR
|
3.246,6
|
3.239,8
|
3.141,3
|
|
davon langfristiges Vermögen
|
Mio. EUR
|
2.266,6
|
2.376,1
|
2.092,9
|
|
Eigenkapital (einschl. Zuschüsse)
|
Mio. EUR
|
1.362,3
|
1.227,4
|
1.157,0
|
|
Treasury Kennzahlen
|
|
30.04.2021
|
30.04.2020
|
30.04.2019
|
|
Eigenkapitalquote
|
in %
|
42,0 %
|
37,9 %
|
36,8 %
|
|
Nettoverschuldung
|
Mio. EUR
|
831,5
|
1.197,8
|
953,0
|
|
Nettoverschuldung / bereinigtes EBITDA (1)
|
Jahre
|
1,34
|
2,82
|
2,24
|
|
Wertmanagement
|
|
30.04.2021
|
30.04.2020
|
30.04.2019
|
|
Bereinigtes EBITDA (1)
|
Mio. EUR
|
622,3
|
424,4
|
425,0
|
|
Historisch investiertes Kapital
|
Mio. EUR
|
4.997,9
|
5.105,6
|
4.675,5
|
|
CFROI
|
in %
|
12,5 %
|
8,3 %
|
9,1 %
|
Lagebericht
zum konsolidierten Jahresabschluss
der Egger Holzwerkstoffe GmbH, St. Johann i. T., für das Geschäftsjahr 2020 / 21
Geschäfts- und Rahmenbedingungen
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Corporate Responsibility
Innovation, Forschung und Entwicklung
Risikomanagement
Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht
1 Geschäfts- und Rahmenbedingungen
„Wir machen mehr aus Holz.“
Dieser hohe Anspruch war es, der Fritz Egger sen. 1961 dazu bewog, das erste Spanplattenwerk in St. Johann in Tirol zu eröffnen und damit den Grundstein für die EGGER Erfolgsgeschichte zu legen. Was haben wir dem heute noch hinzuzufügen? Genau genommen insgesamt 20 Werke in 10 Ländern mit rund 10.400 Mitarbeitern, die jährlich rund 9,6 Mio. m³ Holzwerkstoffe produzieren.
In den vergangenen 60 Jahren hat sich EGGER von einem kleinen Tiroler Spanplattenwerk zu einem der führenden Holzwerkstoffhersteller weltweit entwickelt. Wir sind stolz auf dieses Ergebnis einer Vision aus
Österreich
, die uns bei EGGER täglich dazu antreibt und auch verpflichtet, die Unternehmensgruppe kontinuierlich weiterzuentwickeln, um dadurch neue Perspektiven für unsere Kunden, Partner und Mitarbeiter zu schaffen.
Im vergangenem Geschäftsjahr konnten wir einen weiteren
Meilenstein
in unserer Unternehmensgeschichte erreichen: Am 19. September 2020 haben wir an unserem 20. Produktionsstandort in Lexington, North Carolina (US) die Produktion aufgenommen und damit die erste Investitionsstufe unseres ersten Greenfield-Projekts außerhalb Europas erfolgreich abschließen können. Seither versorgen wir unsere Kunden in Nordamerika mit hochwertigen, lokal produzierten Holzwerkstoffen und entwickeln unser lokales Team.
Wir sind heute
Komplettanbieter
für den Möbel- und Innenausbau, den konstruktiven Holzbau sowie für Fußböden. Der Vielfalt sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wir arbeiten ständig an der Weiterentwicklung unseres Produktportfolios. Ein Schwerpunkt liegt, neben der regelmäßigen Entwicklung neuer, trendgerechter Dekore und Oberflächen, im Vorantreiben technologischer Innovationen, um dadurch unsere Produkte konsequent zu verbessern, die Arbeitsprozesse zu vereinfachen und nachhaltig weiterzuwachsen.
1.1 Gruppenstruktur und Geschäftstätigkeit
1.1.1
Organisations- und Führungsstruktur
Die
Egger Holzwerkstoffe GmbH
ist die oberste Muttergesellschaft unserer Gruppe. Diese umfasst Unternehmen in Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland, Rumänien, Polen, Türkei, Argentinien und USA sowie verschiedene Vertriebsgesellschaften in Osteuropa, Benelux, Skandinavien, der Schweiz und Übersee (Asien, Australien und Südamerika), welche organisatorisch einzelnen Divisionen zugeordnet sind.
Die Geschäftsführung (
Gruppenleitung
) der obersten Muttergesellschaft, der Egger Holzwerkstoffe GmbH, besteht aus Dr. Thomas Leissing (Sprecher der Gruppenleitung, CFO, Finanzen / Verwaltung / Logistik), Walter Schiegl (CTO, Produktion / Technik / Einkauf) und Ulrich Bühler (CSO, Vertrieb / Marketing).
In strategischen Fragen wird unsere Geschäftsführung vom
Aufsichtsrat
beraten. Neben den Eigentümervertretern Fritz Egger (Vorsitzender des Aufsichtsrats) und Michael Egger sind weitere Mitglieder des Aufsichtsrats Dr. Robert Briem, Univ.-Prof. Dr. Ewald Aschauer (Vorsitzender des Prüfungsausschusses; unabhängig), Michael Stiehl (unabhängig) und Alfred Wurmbrand (unabhängig). Angelegenheiten der Vergütung und der Nominierung der Geschäftsführung werden durch den Gesamtaufsichtsrat wahrgenommen.
Die Zusammenarbeit der Geschäftsführung mit dem Aufsichtsrat ist über quartalsweise Aufsichtsratssitzungen inklusive der laufenden Budget- und Investitionsverfolgung sowie über ein monatliches Berichtswesen organisiert.
Wir setzen bei der Führung unserer Organisationseinheiten auf
Führungsteams
. Je ein Verantwortlicher ist für Produktion und Technik, Marketing und Vertrieb, Logistik sowie Finanzen und Verwaltung zuständig. Dies gilt für die Gruppenleitung, die Divisionsleitungen und alle regionalen Werksleitungen. Daneben gibt es
Stabsverantwortliche
für die Bereiche Technik, Produktion, Einkauf, Marketing, Kommunikation, Vertriebscontrolling, IT, Logistik, Personal, Rechnungswesen, Treasury, Recht & Steuern.
1.1.2
Geschäftsbereiche und Marktstruktur
Leben und Arbeiten mit Holz ist unsere Berufung. Unter der Dachmarke EGGER vereinen wir ein umfangreiches Produktspektrum, das sich in vielen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens wiederfindet – etwa in Küche, Bad, Büro, Wohn- und Schlafräumen, aber auch in Shop- und Gastronomieeinrichtungen, im Messebau oder im gewerblichen Bereich. Zu unseren direkten und indirekten Kunden zählen die Möbel- und Holzindustrie, der Holz- und Baustofffachhandel, Baumärkte sowie Architekten und Verarbeiter.
Märkte und Produktionsstätten
EGGER denkt global und handelt lokal. Wir produzieren aktuell an
20 Standorten in 10 Ländern
und vertreiben unsere Produkte weltweit. Dabei verstehen wir uns als internationales Unternehmen mit Tiroler Wurzeln. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf dem europäischen und amerikanischen Markt, aber auch auf strategischen Exportmärkten außerhalb Europas. Ein weltweites Vertriebsnetz, eine effiziente Logistik,
25 eigene Vertriebsbüros
und ein internationales Netzwerk an
Handelspartnern in über 90 Ländern
stellen die systematische Marktbearbeitung sicher.
Für eine optimale Marktbearbeitung und Nähe zu unseren Kunden sind wir in Produktbereichen, divisional und nach Märkten organisiert. Der größte Produktbereich ist der
Möbel- und Innenausbau
(Holzwerkstoffprodukte sowie Zubehör für den dekorativen Möbel- und Innenausbau). Diese Produkte werden in den Divisionen EGGER Decorative Products West, Mitte, Ost und Americas produziert und vermarktet.
Daneben gibt es den Produktbereich
Fußboden
, der in der Division EGGER Flooring Products organisiert ist und Laminatböden sowie Comfort- und Designböden produziert und vermarktet.
Eigenständige Vertriebsorganisationen kümmern sich um den Produktbereich für konstruktive
Bauprodukte
wie OSB-Platten und Schnittholzprodukte.
Wir gliedern zusätzlich unsere Kundengruppen in folgende Vertriebskanäle/Branchen:
-
Industrie
Dies umfasst Großkunden aus der Möbelindustrie und industrielle Abnehmer des Holzbaus.
-
Handel
Dies umfasst Fachhändler, welche die Produkte an das Handwerk, an Planer und Architekten sowie an kleinere bis mittlere Industriebetriebe vertreiben.
-
DIY
Dies umfasst Baumarktketten und DIY-Geschäfte, die an Heimwerker und das werkstattlose Handwerk verkaufen.
Produkte und Leistungen
Unsere Produktpalette umfasst ein breites Programm an Produkten für den Möbel- und Innenausbau, Bauprodukten und Fußböden. Ein Großteil unserer Trägermaterialien wird mit Dekoren und Oberflächen veredelt. Hobelware und Schnittholz runden das Angebot ab.
Produkte für Möbel- und Innenausbau
Dekorative Produkte von EGGER – das sind trendgerechte Werkstoffe und einzigartige Dekorwelten für die Gestaltung von Innenräumen, die den Ansprüchen von Endverbrauchern genauso gerecht werden wie jenen von professionellen Verarbeitern.
-
Eurospan Rohspanplatten
-
Dünnspanplatten
-
MDF Mitteldichte Faserplatten
-
Dünn-MDF Platten
-
Eurodekor melaminharzbeschichtete Platten
-
PerfectSense Lackplatten
-
Eurolight Leichtbauplatten
-
OSB Combiline
-
Kompaktplatten
-
Arbeitsplatten
-
Fensterbänke
-
Frontelemente
-
Schichtstoffe
-
Schichtstoffverbundplatten
-
Kanten
-
Möbelfertigteile
Bauprodukte
Wer ökologisch mit Holz bauen will, findet bei uns dafür ein breites Angebot. Mit unseren umweltfreundlichen Materialien für den konstruktiven Holzbau ermöglichen wir ausgezeichnete individuelle Lösungen von hoher Qualität, die sich sauber und schnell verarbeiten lassen.
-
Schnittholz frisch, getrocknet, gehobelt
-
OSB Platten geradkantig
-
OSB Verlegeplatten
-
DHF Unterdeckplatten
-
Ergo Board Ausbauplatten
-
Protect
-
Peel Clean Xtra
-
Eurospan Verlegeplatten
Fußboden
Ob in klassischen Dielen oder mit innovativen Dekoren und Strukturen – unsere hochwertigen Fußböden schaffen stets ein angenehmes Ambiente im Raum. Unsere Böden haben mit ihren unterschiedlichen Vorzügen und Einsatzbereichen eines gemeinsam: Jeder Boden ist schnell verlegt, robust, belastbar, pflegeleicht und umweltfreundlich.
-
Laminatboden
-
Comfort-Boden
-
Design-Boden GreenTec
Detaillierte Informationen zu unserem gesamten Produktportfolio finden Sie unter
www.egger.com/produkte
|
Folgende Hauptprodukte werden per 30.04.2021 an nachfolgenden Standorten produziert:
|
|
Österreich
|
St. Johann in Tirol:
|
Spanplatten (roh und beschichtet), Möbelfertigteile, Arbeitsplatten, Leichtbauplatten, Kompaktplatten, Schichtstoffe
|
|
Unterradlberg:
|
Spanplatten (roh und beschichtet)
|
|
Wörgl:
|
Dünnspanplatten (roh und beschichtet)
|
|
Deutschland
|
Brilon:
|
Spanplatten (roh und beschichtet), MDF (roh und beschichtet), Kanten, Schnittholz, Hobelware
|
|
Wismar:
|
MDF (roh und beschichtet), OSB, DHF, Fußböden, Leim
|
|
Gifhorn:
|
Schichtstoffe, Kanten
|
|
Bevern:
|
Dünn-MDF
|
|
Marienmünster:
|
Lackierung
|
|
Bünde:
|
Möbelfertigteile
|
|
Frankreich
|
Rion des Landes:
|
Spanplatten (roh und beschichtet)
|
|
Rambervillers:
|
Spanplatten (roh und beschichtet), Möbelfertigteile
|
|
Großbritannien
|
Hexham:
|
Spanplatten (roh und beschichtet), Leim
|
|
Barony:
|
Spanplatten (roh)
|
|
Russland
|
Shuya:
|
Span- und Dünnspanplatten (roh und beschichtet)
|
|
Gagarin:
|
Spanplatten (roh und beschichtet), MDF (roh und beschichtet), Fußböden
|
|
Polen
|
Biskupiec:
|
Spanplatten (roh und beschichtet), Arbeitsplatten
|
|
Rumänien
|
Radauti:
|
Spanplatten (roh und beschichtet), OSB, Leim
|
|
Türkei
|
Gebze:
|
Thermoplastische Kanten
|
|
Argentinien
|
Concordia:
|
Spanplatten (roh und beschichtet),
MDF (roh und beschichtet), Moulding
|
|
USA
|
Lexington, NC:
|
Spanplatten (roh und beschichtet)
|
Über die Produkte hinaus bieten wir unseren Kunden vielfältige
Serviceleistungen
, die deren Arbeit wesentlich erleichtern und Mehrwerte schaffen. Neben der tagtäglichen persönlichen Beratung unterstützen innovative Lösungen sämtliche Prozesse von der Planung bis zur Auslieferung der Produkte.
Unsere erfolgreiche internationale
EGGER Kollektion Dekorativ
ermöglicht den direkten Ausbau der Partnerschaft mit Händlern, Architekten, Planern und Verarbeitern, ebenso im Fußbodenbereich die
EGGER PRO Kollektion
.
Unsere Kunden sind elektronisch über EDI (Electronic Data Interchange) und Online-Portale angebunden. Produktmuster können über einen
Online-Mustershop
direkt angefordert werden.
Mit verschiedenen digitalen
Planungs- und
Visualisierungstools
finden Kunden ganz einfach
Orientierung und Inspiration und können die Oberflächenstrukturen sogar in 3D digital erleben.
Die neue
EGGER Kollektion Dekorativ App
unterstützt sie dabei, Dekore für ihre Projekte schneller zu finden, Produktinformationen in Echtzeit abzurufen und Muster einfacher zu bestellen.
Für den konstruktiven Holzbau steht ein
Konstruktionskatalog
mit Wand-, Decken- und Dachausbauten als Handbuch oder App bereit.
E-Learning-Angebote und Video Tutorials runden das Serviceangebot ab.
Detaillierte Informationen zu unseren Kundenservices finden Sie unter
www.egger.com/support
1.2 Unternehmenssteuerung, Ziele und Strategie
1.2.1
Strategische Ausrichtung
Das Familienunternehmen EGGER hat sich seit seiner Gründung 1961 vom Tiroler Spanplattenproduzenten zu einem der bedeutendsten Holzwerkstoffhersteller Europas entwickelt und in den letzten Jahren den nächsten großen Schritt in Übersee-Märkte getätigt. In unserer Unternehmensvision ist der Anspruch festgelegt:
Unsere Gruppe ist auf eine langfristig profitable, internationale Wachstumsstrategie ausgerichtet. Nur eine führende Marktposition und ausreichende Profitabilität schaffen die Potenziale für Investitionen und weiteres Wachstum. Kurz- und mittelfristige Ziele sind in allen Bereichen stets auf übergeordnete strategische Ziele ausgerichtet und werden jeweils an ein sich änderndes Unternehmensumfeld angepasst. Zur Absicherung unserer strategischen Ziele verfügen wir über klare finanzielle Zielsetzungen, die den Rahmen für die Finanzierbarkeit und Rentabilität von Investitionen und Managemententscheidungen bilden.
Im Rahmen einer jährlichen rollierenden strategischen Mittelfristplanung werden gruppenweit konkrete Ziele und Maßnahmen sowie Investitionsschwerpunkte für die nächsten fünf Geschäftsjahre festgelegt und geplant.
Unsere strategische Ausrichtung ist aus dem Unternehmensleitbild abgeleitet. Es dient als Orientierung und Richtschnur für die tägliche Arbeit. Wir verfolgen dabei folgende strategische und finanzielle Zielsetzungen:
Internationalität
Wir produzieren und vermarkten in
Europa
sowie in
Amerika.
In strategisch wichtigen Exportmärkten, vorwiegend in Asien, haben wir eigene
Vertriebsbüros
. In Exportmärkten ohne Vertriebsbüro arbeiten wir mit
strategischen Kunden
zusammen. Der Ausbau bestehender und der Bau oder die Akquise neuer Standorte stehen immer in Abhängigkeit von Holzverfügbarkeit, Technologie, Markt und Logistik. Unsere
Investitionstätigkeit
basiert auf den Zielsetzungen Unternehmenswachstum, Optimierung von Prozessen und Kosten, Innovation und Wirtschaftlichkeit.
Innovation
Neuentwicklungen und insbesondere die Weiterentwicklung unserer Produkte, Prozesse und Services orientieren sich maßgeblich am
Kundennutzen
und sind die Basis für die
langfristige
Ertragskraft.
Durch Innovationen sichern wir unsere Marktstellung als führende Marke rund um das Leben und Arbeiten mit Holz. Dabei haben
Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte
eine hohe Bedeutung. Durch ein Ideenmanagement werden unsere Mitarbeiter in den Innovationsprozess einbezogen und tragen zur Innovationskraft bei.
Integration
Wir verbinden die
prozessbeteiligten Partner
der Wertschöpfungskette – vom Konsumenten bis hin zu unseren Lieferanten. Wir streben
integrierte Standorte
für Rohstoffe, Energie und unsere strategischen Produktgruppen an. Dadurch optimieren wir unsere Investitionsausgaben und schaffen Synergien in der Rohstoffnutzung, in der Logistik und in der Organisation. Durch innovative, nachhaltige und partnerschaftlich ausgerichtete
Beschaffungsstrategien
und die
gezielte Rückwärtsintegration
sichern wir die Versorgung mit Rohstoffen, Energie und Betriebsmitteln. Mit diversen Einkaufs- und Investitionsaktivitäten stellen wir die Versorgung mit unserem wichtigsten Rohstoff Holz sicher. Im Vertrieb differenzieren wir unsere Konzepte in den
strategischen Vertriebskanälen
Industrie, Professional (Handel, Handwerk, Architektur) und DIY. Wir halten unsere starke Position in der Möbelindustrie und bauen unsere Marktposition im Handel weiter aus. Wir orientieren unsere
Produkte und Services
an den aktuellen und zukünftigen Kundenbedürfnissen und fokussieren alle Aktivitäten auf die Dachmarke EGGER.
Identifikation
Wir haben den Anspruch, der
beste Arbeitgeber
im jeweils für uns relevanten Arbeitsmarkt zu sein. Wir sind ein transparentes und modernes Familienunternehmen. Wir fördern den internationalen Ausbau unserer
Unternehmenskultur
. Zudem setzen wir auf die stete Weiterentwicklung unserer
Führungsarbeit,
die Bindung wertvoller Mitarbeiter durch gute Arbeits- und Umfeldbedingungen, eine
nachhaltige Personalentwicklung
sowie ein proaktives Personalmarketing. Unser Ziel ist es, die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberinteressen bestmöglich in Einklang zu bringen. Dabei setzen wir auf zeitgemäße Arbeitszeit- und Entlohnungsmodelle, Gesundheitsmanagement und die Förderung interner Karrieren. Wir leben eine ausgeprägte Feedback-Kultur und erfassen und fördern die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter.
Finanzielle Ziele
Unser Ziel ist
profitables Wachstum
und dabei unsere
Finanzkraft
(Bonität) unverändert beizubehalten. Die in unserer Leitstrategie festgelegten finanziellen Zielsetzungen bilden die Basis für Fragen der Finanzierbarkeit und Rentabilität von Investitionen und Managemententscheidungen. Für die Unternehmensfinanzierung stellt neben der
Sicherung der Liquidität
die
Diversifizierung von Kapitalquellen und Finanzierungsinstrumenten
ein wesentliches Ziel dar. Zur Umsetzung und Messung der Zielerreichung wurden unternehmensintern folgende mittelfristige
Kennzahlen
festgelegt:
-
Nettoverschuldung / EBITDA < 3 Jahre (auf Gruppenebene)
-
Eigenkapitalquote > 30 % (auf Gruppenebene)
1.2.2
Unternehmenssteuerung durch Wertmanagement
Unsere klare Zielsetzung ist es,
profitables Wachstum
zu schaffen. Nur mit einer führenden Marktposition ist es möglich, ausreichende Profitabilität als Basis für Investitionen und damit weiteres Wachstum zu erwirtschaften. Diesem Gedanken trägt das
EGGER Wertmanagement
Rechnung. Hier steht die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes im Mittelpunkt. Abgeleitet sind die Wertmanagementgrundsätze aus unserer Leitstrategie und den dort festgelegten Unternehmenszielen.
Wir bekennen uns im Rahmen des Wertmanagements zu einem
systematischen und nachhaltigen Wertaufbau mit mittel- bis langfristiger Orientierung
. Dabei streben wir einen Interessenausgleich zwischen Eigentümern, Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern an. Die Umsetzung der Steigerung des Unternehmenswertes verlangt konsequentes Handeln auf Basis unseres Wertmanagements. Konkrete Werttreiber sind dabei im Hinblick auf Wertschaffung durch Optimierung und Wachstum zu identifizieren und auf allen Ebenen im täglichen Geschäft umzusetzen. Alle Führungskräfte und Mitarbeiter in relevanten Bereichen werden in regelmäßigen Intervallen im Rahmen von
Schulungen
und
Workshops
zu wertorientiertem Denken, Rechnen, Handeln und Führen trainiert und somit in die Lage versetzt, ihre Entscheidungen entsprechend auszurichten.
Unsere wichtigste Kennzahl zur wertorientierten Steuerung ist der
CFROI
(Cashflow Return on Investment). Als mittelfristiges nachhaltiges Ziel wurde für alle Unternehmensbereiche eine Mindestrentabilität von 10 % (Ziel-Rate) festgesetzt.
Unsere
Fremdfinanzierung
ist auf drei Säulen aufgebaut und besteht aus Bankenfinanzierungen, Kapitalmarktfinanzierungen und einem Factoring-Programm. Wesentliche Kennzahlen in externen Verträgen im Bereich Fremdfinanzierung stellen die Nettoverschuldungsdauer bis 3,75 Jahren und die Eigenkapitalquote von > 25 % dar. Die Kommunikation mit den Geldgebern erfolgt über regelmäßige bilaterale Gespräche, Informationsveranstaltungen sowie über die Credit Relations Website
www.egger.com/creditrelations
.
1.3 Überblick über den Geschäftsverlauf
1.3.1
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren
Unsere Geschäftsentwicklung wird im Wesentlichen durch folgende Einflussfaktoren geprägt:
-
Unsere Geschäftstätigkeit ist länderübergreifend stark mit der generellen
Konjunkturentwicklung
bzw. der Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verknüpft. Das BIP wirkt sich auf die Anschaffungs- und Investitionsneigung von Privatpersonen und Geschäftskunden aus und beeinflusst das wirtschaftliche Wachstum unserer Kunden und somit auch unsere Entwicklung.
-
Die
Entwicklung der Bauwirtschaft
und die sich daraus ergebende Renovierungstätigkeit (Renovierungszyklen in Abhängigkeit der Bautätigkeit in der Vergangenheit) haben einen großen Einfluss auf die Holzwerkstoffnachfrage. Für Bauprodukte (OSB und Schnittholz) hat vor allem die Entwicklung bei Neubauten direkte Auswirkungen, während bei Fußböden auch die Renovierungstätigkeit bedeutenden Einfluss auf unsere Aktivität ausübt. Hinsichtlich der dekorativen Holzwerkstoffprodukte ist vor allem die Küchen- und Büromöbelindustrie stark von Renovierungen und der Entwicklung im Wohn- und Gewerbebau abhängig. Wesentliche Treiber des Wohnungsneubaus sind demografische Entwicklungen, die Kreditvergabepolitik von Banken, die Entwicklung des Zinsniveaus sowie die Entwicklung des Verbrauchervertrauens.
-
Die Divisionen EGGER Decorative Products werden speziell von der
Entwicklung der Möbelindustrie
als bedeutendstem Abnehmer von beschichteten Holzwerkstoffen sehr stark beeinflusst.
-
Auch die
Entwicklung des Wettbewerbs
in der Holzwerkstoffindustrie hat einen wesentlichen Einfluss auf unsere Geschäftsentwicklung. Neu errichtete Kapazitäten oder Stilllegungen von Produktionsstandorten oder -anlagen können zu größeren Marktanteilsverschiebungen bzw. zu Über- oder Unterkapazitäten am Markt führen und erhebliche Auswirkungen auf Marktpreise haben.
-
Als rohstoffintensives Industrieunternehmen sind wir auch stark von der Verfügbarkeit und Preisentwicklung wichtiger
Rohstoffe
abhängig.
1.3.2
Konjunkturentwicklung international
Die globalen Aussichten bleiben auch nach einem Jahr der Pandemie unsicher. Neue Virusmutationen geben Anlass zur Sorge, auch wenn die zunehmende Durchimpfung in vielen Ländern Hoffnung gibt. Die wirtschaftliche Erholung fällt in den einzelnen Ländern und Sektoren unterschiedlich aus, was auf die verschiedenen pandemiebedingten Störungen und das Ausmaß der politischen Unterstützung zurückzuführen ist. Die Aussichten hängen nicht nur vom Ausgang des Kampfes zwischen dem Virus und den Impfstoffen ab, sondern auch davon, wie effektiv die unter großer Unsicherheit eingesetzte Wirtschaftspolitik den dauerhaften Schaden dieser beispiellosen Krise begrenzen kann.
Für das Jahr 2021 wird ein globales Wachstum von +6,0 % prognostiziert, das sich bis 2022 auf +4,4 % abschwächt. Die Vorhersagen sehen positiver aus, als dies noch im Herbst 2020 der Fall war. Die Aufwärtskorrektur spiegelt die zusätzliche fiskalische Unterstützung in einigen großen Volkswirtschaften, die erwartete impfstoffbedingte Erholung in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 und die fortgesetzte Anpassung der wirtschaftlichen Aktivität an die gedämpfte Mobilität wider. Dieser Ausblick ist dennoch mit Unsicherheit behaftet, da er sich auf den Verlauf der Pandemie, die Wirksamkeit der politischen Unterstützung, die Erwartung einer impfbedingten Normalisierung und die Entwicklung der finanziellen Bedingungen bezieht.
(Quelle: WEO 2021 04)
|
Wachstumsrate reales BIP (Bruttoinlandsprodukt) in %
|
2019
|
2020
|
2021
|
2022
|
2023
|
2024
|
|
Welt
|
2,8
|
–3,3
|
6,0
|
4,4
|
3,5
|
3,4
|
|
Industrieländer
|
1,6
|
–4,7
|
5,1
|
3,6
|
1,8
|
1,6
|
|
Schwellen- u. Entwicklungsländer
|
3,6
|
–2,2
|
6,7
|
5,0
|
4,7
|
4,6
|
|
Europäische Union
|
1,7
|
–6,1
|
4,4
|
3,9
|
2,3
|
1,9
|
|
Eurozone
|
1,3
|
–6,6
|
4,4
|
3,8
|
1,9
|
1,6
|
|
Lateinamerika
|
0,2
|
–7,0
|
4,6
|
3,1
|
2,7
|
2,4
|
|
Argentinien
|
–2,1
|
–10,0
|
5,8
|
2,5
|
2,1
|
1,7
|
|
Brasilien
|
1,4
|
–4,1
|
3,7
|
2,6
|
2,1
|
2,0
|
|
Österreich
|
1,4
|
–6,6
|
3,5
|
4,0
|
2,3
|
2,0
|
|
Belgien
|
1,7
|
–6,4
|
4,0
|
3,1
|
2,1
|
1,6
|
|
China
|
5,8
|
2,3
|
8,4
|
5,6
|
5,4
|
5,3
|
|
Tschechische Republik
|
2,3
|
–5,6
|
4,2
|
4,3
|
3,7
|
3,2
|
|
Frankreich
|
1,5
|
–8,2
|
5,8
|
4,2
|
1,7
|
1,5
|
|
Deutschland
|
0,6
|
–4,9
|
3,6
|
3,4
|
1,6
|
1,5
|
|
Griechenland
|
1,9
|
–8,2
|
3,8
|
5,0
|
2,4
|
1,5
|
|
Italien
|
0,3
|
–8,9
|
4,2
|
3,6
|
1,6
|
0,9
|
|
Japan
|
0,3
|
–4,8
|
3,3
|
2,5
|
1,1
|
0,7
|
|
Niederlande
|
1,7
|
–3,8
|
3,5
|
3,0
|
1,8
|
1,6
|
|
Polen
|
4,5
|
–2,7
|
3,5
|
4,5
|
4,0
|
3,0
|
|
Rumänien
|
4,1
|
–3,9
|
6,0
|
4,8
|
3,8
|
3,7
|
|
Russland
|
2,0
|
–3,1
|
3,8
|
3,8
|
2,1
|
1,8
|
|
Spanien
|
2,0
|
–11,0
|
6,4
|
4,7
|
2,8
|
2,4
|
|
Türkei
|
0,9
|
1,8
|
6,0
|
3,5
|
3,5
|
3,5
|
|
Großbritannien
|
1,4
|
–9,9
|
5,3
|
5,1
|
2,0
|
1,8
|
|
Vereinigte Staaten
|
2,2
|
–3,5
|
6,4
|
3,5
|
1,4
|
1,5
|
1.3.3 Bauwirtschaft in Europa
Der Rückgang der Fertigstellungen im Jahr 2020 ist letztlich weniger dramatisch ausgefallen, als dies noch Mitte/Ende des vergangenen Jahres angenommen wurde. Er liegt im europäischen Raum aber dennoch bei ungefähr –6 % im Vergleich zu 2019 (EUROCONSTRUCT ging in der Winterkonferenz 2020 von einem Rückgang von –7,8 % aus). Besonders stark betroffen sind Länder wie Großbritannien, Frankreich oder Italien. Ganz allgemein ist im Bereich des Nichtwohnbaus ein wesentlich deutlicherer Rückgang zu verzeichnen (-9 %) als im Bereich des Wohnbaus. In Summe dürfte bei Fertigstellungen das Niveau von 2019 erst wieder im Jahr 2023 erreicht werden, nur in Teilen Osteuropas schon früher.
Deutlich weniger gelitten hat der Sektor der Renovierungs- und Sanierungsarbeiten, der in manchen Bereichen einen richtigen Boom erfährt. Dies ist bedingt durch vermehrte Zeit, die im eigenen Haus verbracht wird, Budgets, die aufgrund mangelnder Reisetätigkeit stärker zu Verfügung stehen, sowie durch höhere Verfügbarkeit von Arbeitskräften. Bereits im laufenden Jahr dürften die Ausgaben im Bereich der Renovierung das Niveau von 2019 deutlich übersteigen, mit weiterem Zuwachs in den kommenden Jahren.
(Quelle: B+L Marktdaten)
Entwicklung des Verbrauchervertrauens
Der von der OECD veröffentlichte Verbrauchervertrauensindex gibt einen Hinweis auf die zukünftige Entwicklung des Verbrauchs der Haushalte, basierend auf Antworten zur erwarteten finanziellen Situation und Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage. Ein Indikator über 100 signalisiert eine Stärkung des Verbrauchervertrauens und damit eine Neigung, in den nächsten 12 Monaten Geld für größere Anschaffungen auszugeben. Werte unter 100 deuten auf eine pessimistische Einstellung.
Bedingt durch die Corona-Krise kam es in Europa zu einem deutlichen Abfall dieses Index, bis auf den Wert von 97,9 im Mai 2020 (im Vergleich dazu lag dieser Wert nach der Finanzkrise von 2008 noch deutlich niedriger bei 96,7). Im April 2021 lag der Wert wieder über 100, auf einem Niveau, welches mit dem von Januar 2020 vergleichbar ist. Weniger deutlich fällt diese Erholung allerdings in Teilen Osteuropas aus, genauso wie in den USA oder in Japan. In China hingegen hat die Pandemie nur zu einer relativ kurzen Unterbrechung eines starken Aufwärtstrends geführt.
(Quelle: OECD)
1.3.4 Möbelmarkt
Es wird erwartet, dass der Möbelmarkt im Zeitraum von 2021–2026 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 5 % verzeichnen wird (3 % für die europäische Möbelindustrie). Die Corona-Pandemie hat die Möbel-industrie erheblich verändert. Die Unterbrechungen in der Lieferkette und das vorübergehende Stillliegen des Welthandels haben die Länder mit hoher Importabhängigkeit für ihren Möbelbedarf stark betroffen. Die Pandemie zwang ca. 58 % der Weltbevölkerung dazu, länger zu Hause zu bleiben. Dieser Umstand motivierte Konsumenten dazu, ihre Wohnungen und Möbel, mit der Zunahme der Zeit, die sie zu Hause verbringen mussten, zu optimieren. Die Corona-Pandemie hob auch die Bedeutung der Verringerung der Importabhängigkeit hervor, zusammen mit der Verbesserung der Automatisierung und Digitalisierung in der Branche.
Treibende Faktoren für ein konstantes Wachstum des Möbelmarktes sind steigender Lebensstandard, der auch zu häufigerem Austausch von Möbeln führt, höhere ästhetische Ansprüche und ein verstärktes Bedürfnis, sich in der eigenen Wohnung wohlzufühlen. Auch die signifikante Zunahme der Anzahl von E-Commerce-Plattformen beschleunigt das Wachstum des Marktes (im Jahr 2021 werden in Europa voraussichtlich 10 % des Gesamtumsatzes mit Möbeln online erwirtschaftet). Weiters gibt es auch eine wachsende Nachfrage nach Do-it-yourself (DIY)-Möbelprodukten und Ready-to-Assemble (RTA), insbesondere in den Segmenten Wohn- und Büromöbel.
(Quellen: Mordor Intelligence, statista)
1.3.5 Wettbewerbsposition
Wir sind eines der führenden Unternehmen der europäischen Holzwerkstoffindustrie. Mit unseren Kernprodukten streben wir auf allen relevanten Märkten eine starke Marktposition an. Mit einem breiten Produktprogramm sind wir Komplettanbieter für dekorative Holzwerkstoffe, den konstruktiven Holzbau sowie für Fußböden.
Wettbewerbssituation im Produktbereich dekorative Holzwerkstoffe
Durch die Corona-Krise hat 2020 auch die Zahl der Veränderungen in der Holzwerkstoffbranche gegenüber den Vorjahren abgenommen. Die bereits 2019 reduzierte Investitionstätigkeit hat sich in vielen Bereichen weiter abgeschwächt. Laufende Projekte konnten oftmals nur mit Verzögerungen abgeschlossen werden, neue Planungen wurden zurückgestellt oder ganz aufgegeben. Erst gegen Ende 2020 haben die Aktivitäten wieder etwas zugenommen. Übernahmen und Beteiligungen sind im Vergleich zu früheren Jahren ebenfalls in den Hintergrund gerückt. Ähnlich wie bei den Investitionen haben die durch die Corona-Krise ausgelösten Bemühungen um Kostenreduktion und Liquiditätssicherung die finanziellen Möglichkeiten für derartige Expansionsschritte eingeschränkt. Die noch laufenden Verhandlungen wurden auch durch die geltenden Reise- und Kontaktbeschränkungen erschwert. Es ist dennoch davon auszugehen, dass die
Konsolidierung
in der Holzwerkstoff- und Oberflächenbranche im Verlauf des Jahres 2021 wieder an Fahrt gewinnt.
In Europa kam es nur durch die 50 %-Beteiligung der italienischen Saviola Holding an der Nolte Holzwerkstoff (mittlerweile „Rheinspan“) GmbH & Co. KG zu einer nennenswerten Konsolidierung. Auch der im Herbst 2020 wiederaufgenommene Verkaufsprozess für die polnischen Aktivitäten der Pfleiderer Group wurde vor kurzem mit der Übernahme durch die Kronospan Gruppe abgeschlossen. Der Ausbau der Produktionskapazitäten hat sich weiter verlangsamt. Zwar hat die Sonae Aurauco Deutschland GmbH eine Produktionslinie am Standort Beeskow in Betrieb genommen, im Gegenzug aber hat die französische CFP eine Mehretagenanlage stillgelegt, und auch das der Finsa France zugeordnete MDF-Werk in Morcenx wurde im Herbst abgestellt. Neue Projekte werden weiterhin vor allem in Osteuropa verfolgt: Die Kronospan Gruppe baut zwei neue Standorte (Ukraine und Russland), Investitionspläne der deutschen Homann Holzwerkstoffe GmbH für ein neues MDF/HDF-Dünnplattenwerk im Baltikum werden konkretisiert, und auch in der Türkei soll durch Starwood Orman ein neues MDF/HDF-Dünnplattenwerk errichtet werden.
(Quelle: EUWID 51/52 2020)
Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie kam es in zahlreichen Ländern zu
Produktionsabstellungen
, sowohl in Europa (allem voran in Südwesteuropa, UK und Italien, aber auch in zahlreichen Ländern in Osteuropa), als auch speziell in Lateinamerika, dort bedingt durch gesetzliche Verpflichtungen.
Wettbewerbssituation im Produktbereich Fußboden
Der gesamte Bodenbelagsmarkt in Europa zeigt, durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie getrieben, weitere Verbesserungstendenzen und ein
Wachstum mit regionalen Unterschieden
. Im Bereich
Laminatboden
hat sich dieses Wachstum weiter konstant fortgesetzt, am stärksten im Bereich DIY und getragen durch den anhaltenden Trend zum „Home Improvement“ und „Cocooning“ in etlichen Kernmärkten. In Westeuropa entwickelt sich der Laminatboden-Markt stabil bis leicht rückläufig (Italien, Spanien). In Osteuropa ist nach wie vor eine positive Entwicklung bei Laminatböden feststellbar, auch getrieben durch türkische Anbieter in südosteuropäischen Märkten. Russland sieht aufgrund der Währungsentwicklung eine weiterhin verstärkte Nachfrage für lokal produzierte Laminatböden und wächst als Markt mit stabiler Nachfrage.
Neue Wettbewerbsmaterialien, vermehrt SPC-Böden (Rigid-Böden) sowie keramische Bodenbeläge, gewinnen unverändert an Bedeutung, wobei LVT-Böden aufgrund der schwelenden Plastik-Skepsis sowie ökologischer Aspekte und der aktuell gestörten Lieferketten vermehrt unter Druck geraten.
Das Wachstum dieser Materialien geht u.a. zu Lasten des Marktanteils von Laminatböden, wobei eine weitere Renaissance des Laminatbodens als regional produzierter, holzbasierter, ökologisch nachhaltiger starker Preis-Leistungs-Performer zu erwarten ist. Davon profitieren auch die holzbasierten multimodularen Designböden.
Aktuell sind nicht voll integrierte Laminatbodenproduzenten mit massiven
Versorgungsengpässen
im HDF-Bereich konfrontiert, was zu Veränderungen im Wettbewerbsumfeld führen wird. Die konstant steigenden Kosten für chemische Vorprodukte und Holz, gepaart mit Verfügbarkeitsengpässen, zwingen die gesamte Branche, die Preise massiv anzuheben.
Das Marktwachstum bei polymerbasierten und in gewissen Regionen bei holzbasierten
Designböden
wird sich auch in den nächsten Jahren weiter fortsetzen und von Westeuropa weiter auf Osteuropa ausbreiten. Der Fokus wird, neben den Kernmärkten, auch auf die Entwicklungen in Überseemärkten in Asien, Latein- und Nordamerika gelegt. In China ist der Laminatbodenmarkt stabil, in den USA haben LVT-Böden die Laminatböden im Marktanteil schon vor ein paar Jahren überholt. Jedoch zeigen gestörte Exportketten, steigende Frachtraten und der nach wie vor schwelende Handelskonflikt zwischen China (Hauptexporteur von LVT-/ SPC-Bodenbelägen) und den USA Chancen für Laminatböden aus Europa auf.
Wettbewerbssituation im Bereich Bauprodukte
Die weltweite Nachfrage nach OSB und Schnittholz liegt auf sehr hohem Niveau. Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass das Segment Bau überproportional gewachsen ist. Unsere beiden OSB-Werke sowie das Sägewerk sind voll ausgelastet.
Im Sägewerk steigen die Rundholzpreise monatlich, die Versorgung für die Vollauslastung ist jedoch gesichert. Die Kalamität ist derzeit abgeklungen, jedoch erwarten wir im Herbst 2021 wieder ein höheres Aufkommen an Kalamitätsholz.
Die weltweite hohe Nachfrage nach
Schnittholz
treibt die Verkaufspreise im Bereich Schnittholz nach oben. Wir konzentrieren uns jedoch hauptsächlich auf unseren Heimmarkt in Europa.
Im Bereich
OSB
sind die Chemie- und Holzpreise an beiden Standorten massiv gestiegen. Mit weiteren Erhöhungen im Laufe des 3. Quartals ist zu rechnen. Herstellkostensteigerungen können derzeit durch Preiserhöhungen kompensiert werden.
Wir erwarten einen sehr guten Absatz von Bauprodukten bis mindestens Ende 2021.
1.3.6 Entwicklung der Rohstoffversorgung und -preise
Die Rohstoff- und Energiekosten nehmen einen wesentlichen Anteil unserer Gesamtkosten ein. Die Sicherung und ständige Verbesserung der Verfügbarkeit sowie die Beobachtung der Preisentwicklung der wichtigsten Rohstoffe auf den Beschaffungsmärkten haben für uns daher
höchste Priorität
. Die Rohstoffversorgung erfolgt größtenteils durch langjährige Partner. Die wichtigsten Materialpositionen, wie Holz, Chemie und Papier, betreuen wir mit einem
zentralen Einkauf
. Er unterstützt die lokalen Werke bei ihren Einkaufsaktivitäten und identifiziert und optimiert Synergieeffekte für die Gruppe.
Die Preise auf den Rohstoffmärkten zeigten im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 / 21 zunächst eine
stabile Entwicklung – zuletzt jedoch mit deutlichen Steigerungen.
Der für uns wichtigste Bereich der Rohstoffbeschaffung ist die Versorgung mit
Holz
. Vor allem die thermische Energiegewinnung (Biomassekraftwerke, Pelletierung, Biotreibstofferzeugung) beeinflusst die Holzpreise langfristig. Zur Absicherung und Verbesserung der Holzversorgung bauen wir vor allem auf langfristige Partnerschaften und Verträge mit unseren Lieferanten und entwickeln zusätzlich eigene Strategien der
Rückwärtsintegration
. Dazu gehören getätigte Investitionen in ein eigenes Sägewerk, eigene Forstbewirtschaftungs- und Holzrecyclingunternehmen sowie in eigene Kurz- umtriebsplantagen, Ernte- und Logistiksysteme.
Im Bereich
Chemie
decken wir einen großen Teil unseres Leim- und Tränkharzbedarfs durch
eigene Leimfabriken
in Wismar (DE), Radauti (RO) und Hexham (UK) ab. Die Einkaufspreise für Harnstoff sowie für Melamin und Methanol waren bis Dezember 2020 im Durchschnitt weitgehend stabil zum Vorjahr. Allerdings kam es seit Jänner 2021 zu deutlichen Preisanstiegen im gesamten Chemiebereich. Diese steigende Tendenz ist weiter anhaltend.
Roh- und Dekorpapier
für die Herstellung von Beschichtungsmaterial ist neben Holz und Chemie der dritte wesentliche Faktor im Bereich der Rohstoffversorgung. Im Bereich der Papierversorgung setzen wir auf eine zentrale Einkaufsstruktur und sind bestrebt, mittelfristige Verträge mit den führenden Anbietern abzuschließen.
Im Bereich
Energie
stiegen die Einkaufspreis im Geschäftsjahr 2020/21 im Schnitt über die Gruppe für Strom leicht an. Der Erdgaspreis entwickelte sich rückläufig, wobei dieser einen geringen Einfluss hat, weil an allen größeren Standorten der Gasverbrauch durch den Betrieb moderner
Biomassekraftwerke
auf niedrigem Niveau gehalten werden kann. Wir streben eine weitgehende Entkopplung von fossilen Brennstoffen an, vermeiden aber die rein thermische Verwertung von Rohstoffen, welche in ihrem Lebenszyklus noch als Produktionsrohstoff genutzt werden können. Wir sind hierbei gegen eine einseitige Förderung von Holzverbrennung zur thermischen Verwertung und unterstützen die
kaskadische Nutzung von Holz
, indem dieses zunächst so weit wie möglich stofflich genutzt wird, bevor es einer thermischen Nutzung zugeführt wird. An den Standorten Unterradlberg (AT), Wismar (DE), Brilon (DE), Radauti (RO) und Rambervillers (FR) erzeugen wir Strom durch eigene Kraft- /Wärmekopplungen, womit wir höchste Effizienz in der Energiegewinnung erreichen.
1.3.7 Aktuelle Geschäftsentwicklung 2020 / 21
Wir haben im Geschäftsjahr 2020 / 21 einen
konsolidierten Umsatz
von 3.082,8 Mio. EUR erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Erhöhung von + 8,9 %, welche sich auf Zuwächse in allen Divisionen verteilt.
Von allen Produktbereichen erzielte der Bereich dekorative Produkte für den Möbel- und Innenausbau mit 78,7 % den größten Umsatzanteil (vor Gruppenkonsolidierung) und liegt mit 2.784,2 Mio. EUR um + 8,2 % über dem Vorjahr (2.573,5 Mio. EUR).
Geschäftsentwicklung 2020/ 21 nach Divisionen
Die Division
Decorative Products Mitte
hat dabei einen Umsatz von 930,4 Mio. EUR erwirtschaftet, was einer Steigerung um + 4,9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Sie stellt damit 26,3 % des Gesamtumsatzes. Die wesentlichen Vertriebskanäle in dieser Division sind die Möbelindustrie und der Handel. Gesteigerte Absätze konnten in dieser Division in allen Werken verzeichnet werden.
Die Division
Decorative Products West
hat mit 690,9 Mio. EUR den Umsatz des Vorjahres um + 4,2 % überschritten. Ihr Umsatzanteil in der Gruppe beträgt somit 19,5 %. Vor allem Großbritannien wurde von der Corona-Pandemie und den dagegen getroffenen Maßnahmen stark beeinflusst, wodurch im Mai und Juni 2020 noch geringere Umsätze zu verzeichnen waren. Diese konnten jedoch in den Folgemonaten aufgeholt werden.
Die Division
Decorative Products Ost
konnte den Umsatz um + 10,8 % auf 981,8 Mio. EUR steigern. Sie trägt mit 27,7 % zum Gruppenumsatz bei. Wesentlich für die Steigerung war hierbei unser neues Werk Biskupiec in Polen. Das Hauptprodukt ist dort die beschichtete Spanplatte.
Unsere jüngste Division
Decorative Products Americas
konnte den Umsatz ebenfalls stark steigern. Der Zuwachs betrug hierbei + 32,0 % auf 181,2 Mio. EUR. Damit trägt diese Division mit 5,1 % zum Gruppenumsatz bei. Neben Umsätzen unseres Werks Concordia (AR) sind hierin auch bereits erste Umsätze unseres neuesten Werks in Lexington, NC (US) enthalten.
Die Division
Flooring Products
hat einen Anteil von 15,7 % am Gesamtumsatz (vor Gruppenkonsolidierung) und liegt mit 552,5 Mio. EUR um + 25,3 % über dem Vorjahr (441,0 Mio. EUR). Neben einem Mengenwachstum in unserem Werk in Wismar (DE), hat sich auch der russische Markt sehr positiv entwickelt.
Das Segment
Sonstiges
besteht im Wesentlichen aus dem Sägewerk Brilon (DE) und Gruppenfunktionen und hat mit 201,5 Mio. EUR einen Anteil am unkonsolidierten Gesamtumsatz von 5,7 %. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr beträgt in diesem Segment + 16,0 %.
Die wesentlichen
Vertriebskanäle
waren auch im Geschäftsjahr 2020 / 21 der Handel und die Industrie mit Anteilen an den konsolidierten Umsatzerlösen von 52,5 % bzw. 38,7 % (Vorjahr: 52,3 % und 39,1 %). Die Anteilsverschiebung zu Gunsten des Handels entspricht unserer Strategie. Der Umsatzanteil im Vertriebskanal DIY stieg leicht von 8,6 % im Vorjahr auf 8,7 %.
|
Umsatzerlöse je Segment / Division
|
|
2020/21
|
2019/20
|
2018/19
|
|
Abw. in % 2021 zu 2020
|
|
Decorative Products Mitte
|
Mio. EUR
|
930,4
|
886,6
|
862,4
|
|
4,9 %
|
|
Decorative Products West
|
Mio. EUR
|
690,9
|
663,2
|
714,0
|
|
4,2 %
|
|
Decorative Products Ost
|
Mio. EUR
|
981,8
|
886,5
|
837,7
|
|
10,8 %
|
|
Decorative Products Americas
|
Mio. EUR
|
181,2
|
137,3
|
120,2
|
|
32,0 %
|
|
Flooring Products
|
Mio. EUR
|
552,5
|
441,0
|
447,0
|
|
25,3 %
|
|
Sonstiges
|
Mio. EUR
|
201,5
|
173,7
|
193,5
|
|
16,0 %
|
|
Summe (unkonsolidiert)
|
Mio. EUR
|
3.538,2
|
3.188,3
|
3.174,8
|
|
11,0 %
|
|
Konsolidierung (1)
|
Mio. EUR
|
–455,4
|
–356,8
|
–333,3
|
|
27,6 %
|
|
Gesamt
|
Mio. EUR
|
3.082,8
|
2.831,5
|
2.841,5
|
|
8,9 %
|
|
Anteil am unkonsolidierten Umsatz
|
|
2020/21
|
2019/20
|
2018/19
|
|
Decorative Products Mitte
|
in %
|
26,3 %
|
27,8 %
|
27,2 %
|
|
Decorative Products West
|
in %
|
19,5 %
|
20,8 %
|
22,5 %
|
|
Decorative Products Ost
|
in %
|
27,7 %
|
27,8 %
|
26,4 %
|
|
Decorative Products Americas
|
in %
|
5,1 %
|
4,3 %
|
3,8 %
|
|
Flooring Products
|
in %
|
15,7 %
|
13,8 %
|
14,1 %
|
|
Sonstiges
|
in %
|
5,7 %
|
5,4 %
|
6,1 %
|
|
Gesamt
|
in %
|
100,0 %
|
100,0 %
|
100,0 %
|
Trotz unserer fortschreitenden Internationalisierung sind wir nach wie vor hauptsächlich auf dem europäischen Markt für Holzwerkstoffe tätig. Geografisch verteilten sich die Umsatzerlöse nach den Standorten der Kunden auf folgende
Regionen
:
Unser wesentlichster geografischer Markt ist
Westeuropa
, bestehend aus unseren Absatzregionen Nord-West-Europa, Großbritannien und Irland, Süd-West-Europa und Mittel-Süd-Europa. Der westeuropäische Markt hat für uns im Geschäftsjahr 2020 / 21 mit 55,6 % der Umsatzerlöse immer noch den höchsten Stellenwert (Vorjahr 55,7 %). Hervorzuheben ist die große Bedeutung von Deutschland für den Holzwerkstoffmarkt, die neben der Bevölkerungsstärke insbesondere in der dort stark vertretenen Möbelindustrie liegt.
Durch die zunehmende Internationalisierung der EGGER Gruppe verschieben sich die Umsatzanteile aber zusehends. Die Märkte
Zentral- & Ost-Europa sowie Russland
erzielten im Geschäftsjahr 2020 / 21 ebenfalls einen stabilen Umsatzanteil von 31,1 % (Vorjahr: 31,4 %).
Eine wachsende Rolle spielen außereuropäische Länder (Americas und Übersee). Unsere jüngste Division Decorative Products Americas bauen wir fortschreitend aus. Aktuell werden in
Nord- und Südamerika
6,5 % der Umsätze erwirtschaftet (Vorjahr: 5,6 %). Alle weiteren außereuropäischen und außeramerikanischen Länder fassen wir im Bereich
Übersee
zusammen. In diesen Regionen erzielten wir einen Umsatzanteil von 6,6 % (Vorjahr: 7,3 %).
1.3.8 Marketing und Vertrieb
Unser Marketing fokussiert sich im Wesentlichen auf den professionellen, mehrstufigen Absatzkanal und damit auf die Zielgruppen Fachhandel, Verarbeiter (Tischler /Schreiner, Bodenleger, Zimmerer / Holzbauer) und Architekten.
Der hier beschriebene Pull-Marketing-Ansatz hat dabei gruppenweit eine sehr große Bedeutung, wobei wir die Kunden unserer Händler (Architekten, Handwerker usw.) als Entscheidungsträger im Prozess gezielt in unsere Marketingaktivitäten einbeziehen.
Unsere Marketingaktivitäten im Geschäftsjahr 2020/21 wurden größtenteils im virtuellen Raum durchgeführt. Gruppenweit standen dabei folgende Themen und Projekte im Fokus:
EGGERZUM 2021 digital
Lockdown und Social Distancing lassen sich nur beschränkt mit einer Messe vereinbaren. Doch auf unserer Hausmesse
Eggerzum 2021
zeigten wir unter dem Motto „
inTouch
“, wie Veranstaltungen auch unter diesen Vorzeichen stattfinden können: Erstmalig haben wir die gesamten Neuheiten der Eggerzum auch
digital
aufbereitet und unseren Kunden aus der Möbelindustrie via Greenroom und Videostream live präsentiert. Für Kunden, die persönlich nach Brilon kamen, wurden Termine mit strikten Hygienevorschriften organisiert. Mit dem Motto „inTouch“ griffen wir auch die neue Beziehung zu Produkten und die
Wertigkeit von Haptik in unseren Dekor- und Strukturentwicklungen
auf.
Start der EGGER Kollektion Dekorativ in Nord- und Südamerika
Im Herbst 2020 führten wir in Nord- und Südamerika die EGGER Kollektion Dekorativ ein. Sie ist mit ihren Dekoren und Produkten speziell auf die Kundenbedürfnisse in diesen beiden Märkten zugeschnitten. In den USA und Kanada legen wir einen Schwerpunkt darauf, die
Bekanntheit
unseres Unternehmens und der Handelskollektion auszubauen und uns mit unserer Produkt- und Dekorqualität zu etablieren. Auch dort wurden die Produkte und Dekore der Kollektion unseren Kunden in
Greenroom-Events
präsentiert. Mit diesem digitalen Konzept verkürzen wir die oftmals großen Distanzen zwischen unserem Werk in Lexington, North Carolina, und unseren Kunden am gesamten nordamerikanischen Kontinent.
Weltweit haben wir außerdem unsere
Webinar-Reihen
fortgesetzt. Digital informierten wir unsere Kunden über die antibakterielle Oberflächeneigenschaft unserer Produkte sowie unsere neuen Nachhaltigkeitsindikatoren.
Die mit dem Kollektionsstart im Februar 2020 eingeführte
EGGER Kollektion Dekorativ App
verzeichnete bislang 164.000 Downloads und wird stetig weiterentwickelt und an die Kundenbedürfnisse angepasst.
Mit dem „
Interior Match
“ präsentierten wir im April 2021 erstmalig ein Dekorkonzept, das Dekore aus dem Bereich Möbel- und Innenausbau sowie Fußboden kombiniert. Architekten, Verarbeiter und auch Endkunden haben die Möglichkeit, mit einer Auswahl von 30 Dekoren zeitgemäße und harmonische Designs zu realisieren.
Weiterentwicklung von PerfectSense
Aufgrund des weltweiten Erfolges unserer PerfectSense MDF-Lackplatten haben wir die matten und hochglänzenden Oberflächen weiterentwickelt. Damit ergibt sich für die neue Qualität auch ein neuer Name: So wird aus PerfectSense Matt
Premium Matt
und aus PerfectSense Gloss
Premium Gloss
. Durch das innovative Lacksystem wurden die Mikrokratz- und Kratzbeständigkeit unserer matten Lackplatten deutlich optimiert. Das Anwendungsspektrum erweitert sich auf horizontale Flächen wie etwa Tische, Theken und Ablage. Auch Premium Gloss kann jetzt für weniger beanspruchte horizontale Flächen, wie jene von Sideboards, verwendet werden.
Ausgezeichnete Innovation PerfectSense Feelwood
Auch unser Lackprodukte-Portfolio wurde im vergangenen Geschäftsjahr ausgebaut. Dafür haben wir am Standort Brilon (DE) in eine zusätzliche hochmoderne Produktionslinie investiert. Auf ihr produzieren wir die Innovation
PerfectSense Lackplatten mit Feelwood Strukturen
: eine matte Lackoberfläche mit synchron auf das jeweilige Dekorbild angepassten Strukturen und Anti-Fingerprint Eigenschaft. Damit heben wir das Thema Haptik auf ein völlig neues Niveau. Dies wurde gleich mit zwei Awards untermauert: PerfectSense Feelwood erhielt den
Red Dot Award 2021
sowie die Auszeichnung „Winner“ des
German Innovation Awards 2021
.
Erfolgreicher Start der EGGER PRO Fußboden-Kollektion 2021+ unter besonderen Bedingungen
Im Produktbereich Fußboden stand das Geschäftsjahr 2020/2021 ganz im Zeichen der Vorbereitung und Einführung der
EGGER PRO Fußboden-Kollektion 2021+
. Bereits im Herbst 2020 gab es ein umfangreiches Informations- und Veranstaltungsangebot für Kunden. Aufgrund der Pandemiesituation boten wir neben sicheren Veranstaltungen vor Ort vor allem interessante
digitale Alternativen
an. Mittels Greenroom-Präsentationen, 360-Grad Showroom-Touren, speziellen Schulungsvideos und dem Online-Guide wurden die Kollektion und begleitende Tools und Services vorgestellt und den Kunden auf interaktive Weise näher gebracht.
Die EGGER PRO Fußboden-Kollektion 2021+ zeichnet sich durch den besonders hohen Grad an
Individualisierung und Flexibilität
aus. Das gesamte Sortiment wird weltweit erhältlich sein, EGGER Fachpartner können ihre ganz spezifische Auswahl treffen.
Das Tool „
myEGGER Range
“ erleichtert ihnen dabei die individuelle Planung und Anpassung einer maßgeschneiderten Produktpalette. Mit dem neuen Service können Kunden sowohl das gesamte PRO Fußbodensortiment, als auch ihre individuelle Lagerauswahl jederzeit online aufrufen und nach ihren Bedürfnissen nutzen: ob als Dekorübersicht für Kundenangebote, als Artikel- oder Lieferliste mit Co-Branding oder als Artikelliste für konkrete Werbeaktionen.
Mit der neuen Kollektion setzen wir nun durchgängig auf ein
einziges Verlegesystem
für alle Fußbodenprodukte. Das CLIC it! System ist flexibel und leicht zu verlegen. Im Zusammenspiel von Oberfläche, Trägerplatte und Profil wird bei Design-Böden GreenTec und Aqua+ Laminaten eine Wasserresistenz von bis zu 72 Stunden erreicht.
Ein weiteres Highlight der Kollektion ist die Premium-Auswahl „
Trend Selection
“. Sie beeinhaltet drei innovative Dekor- und Produktpakete, die aktuelle Trends aufgreifen und umsetzen. Begleitet wurde die Kollektionseinführung durch ein umfangreiches Kommunikationsprogramm. Den Auftakt bildete die Prelaunch Kampagne im Herbst 2020, gefolgt von einer mehrstufigen Einführungskampagne zur Information und Vorstellung von Produkten und Tools sowie einer umfangreichen Präsentation der „Trend Selection“.
Kommunikation der HOME Fußboden-Kollektion
Nach dem Update der EGGER HOME Kollektion 2020 standen im Geschäftsjahr 2020/21 beliebte und absatzstarke Produkte im Mittelpunkt der Kommunikation. Technisch erfolgte auch in diesem Produktsegment die durchgängige Anpassung auf das Verlegesystem CLIC it!. Dessen Vorteile wurden im Zusammenhang mit der GreenTec Kampagne im Herbst 2020 präsentiert.
Digitale Daten im konstruktiven Holzbau
Im Bereich der Bauprodukte setzen wir weiterhin sehr stark auf die Themen
Digitalisierung
und
digitale Daten
. Die rund 100 Konstruktionen des Konstruktionskatalogs werden deshalb in Kürze auch in den Sprachen Englisch und Tschechisch über unsere Microsite verfügbar sein.
Zudem bieten wir unsere digitalen Daten nun auch auf
BIMobject
und
BuildUp
an. Orts- und zeitunabhängig können dort unsere Konstruktionen heruntergeladen und in Planungssysteme integriert werden. Bei beiden Plattformen handelt es sich um etablierte Anbieter für BIM-Content sowie PIM-Datensätze.
DHF Kampagne und Nachhaltigkeitsindikatoren
Unter dem Motto „
Umwelt im Kopf, DHF auf dem Dach
“ wurden von Februar bis April 2020 unsere DHF Unterdeckplatte im DACH-Markt beworben. Im Vordergrund stand dabei die Nachhaltigkeit der Platte, die durch unsere Nachhaltigkeitsindikatoren bestätigt wird.
Im Zuge dieser Kampagne haben wir die Nachhaltigkeitsindikatoren für alle EGGER Bauprodukte erarbeitet und machen damit die Umweltleistung unserer Produkte transparent und leicht nachvollziehbar.
Neuer Bauprodukte-Bereich auf egger.com
Alle wichtigen Informationen zu unseren Holz- und Bauprodukten sowie Services findet man im neu gestalteten Webseiten-Bereich noch schneller und einfacher. Durch ein optimiertes Menü, eine strukturierte Übersicht und die Erweiterung um den Bereich „Anwendungen im Holzbau“ begleiten wir unsere Kunden auf ihrer Suche mit produktbezogenen und technischen Inhalten und allen Dokumenten im zentralem Downloadbereich.
Neue Bauprodukte-Broschüre
Die neue Bauprodukte Broschüre bietet einen schnellen Überblick über unsere Produkte und Services. Zudem stellt diese die optimale Verbindung zu unserer neuen Bauprodukte-Website dar, auf der alle Informationen zu Einbau, Verarbeitung, Statik, Bauphysik oder Handhabung unserer Produkte in Form von technischen Merkblättern zu finden sind.
1.3.9 Produktion
In den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2020/21 waren unsere wesentlichen Produktionsanlagen aufgrund rückläufiger Nachfrage und gesetzlicher Einschränkungen während der Corona-Pandemie teilweise nicht voll ausgelastet. Danach führte der „Cocooning-Trend“ zu steigender Nachfrage und zur Vollauslastung unserer Produktionsanlagen. Das Produktionsvolumen der primären Anlagen konnte daher gegenüber dem Vorjahr weiter gesteigert werden.
Die produzierte Menge an Rohplatten inkl. Schnittholz stieg um + 8,0 % auf 9,6 Mio. m³. Die Steigerung zum Vorjahr stammt zum Teil aus unserem neuen Werk in Lexington, NC (US), das wir im September 2020 in Betrieb genommen haben. Auch in den bestehenden
Werken verzeichneten wir im Vergleich zum Vorjahr überwiegend Produktionssteigerungen, bedingt durch die hohe Nachfrage.
Die Produktion von Imprägnaten stieg von 981 Mio. m2 auf 1.079 Mio. m2. Wir erreichten in allen Imprägnierstandorten eine Produktionssteigerung im Vergleich zum Vorjahr. Die Laminatproduktion in Gifhorn (DE) betrug im Geschäftsjahr 41,6 Mio. m2 (Vorjahr: 39,6 Mio. m2).
Die produzierten Rohplatten haben wir folgendermaßen weiterveredelt:
-
343,7 Mio. m2 zu beschichteten Platten (Vorjahr: 310,5 Mio. m2)
-
70,4 Mio. m2 zu Fußboden (Vorjahr: 58,2 Mio. m2)
-
38,5 Mio. m2 zu Möbelfertigteilen und Arbeitsplatten (Vorjahr: 35,2 Mio. m2)
|
Produktionsentwicklung
|
|
2020/21
|
2019/20
|
2018/19
|
|
Abw. in % 2021 zu 2020
|
|
Rohplatte inkl. Schnittholz
|
Mio. m³
|
9,6
|
8,9
|
8,8
|
|
8,0 %
|
|
Imprägnate
|
Mio. m²
|
1.079,2
|
981,4
|
961,0
|
|
10,0 %
|
|
Laminate
|
Mio. m²
|
41,6
|
39,6
|
37,8
|
|
5,0 %
|
|
Leim
|
Tsd. TO
|
571,5
|
528,1
|
559,1
|
|
8,2 %
|
2 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
2.1 Ertragslage
2.1.1 Umsatzentwicklung
Der konsolidierte Umsatz der EGGER Gruppe im Geschäftsjahr 2020 / 21 beläuft sich auf 3.082,8 Mio. EUR (Vorjahr: 2.831,5 Mio. EUR), was einer Steigerung von 8,9% entspricht.
Umsatzzuwächse waren in allen unserer Divisionen zu verzeichnen. Durch die Corona-Pandemie war der Umsatz im Mai 2020, teilweise auch im Juni 2020, noch schwächer. Seit Juli 2020 konnten die Umsätze jedoch wieder ein gutes und steigendes Niveau erreichen.
Eine detaillierte Beschreibung zur aktuellen Geschäftsentwicklung in den Divisionen befindet sich unter Punkt 1.3.7.
2.1.2
Ertragsentwicklung
|
Ertragskennzahlen
|
|
2020/21
|
2019/20
|
2018/19
|
|
Abw. in % 2021 zu 2020
|
|
Umsatzerlöse
|
Mio. EUR
|
3.082,8
|
2.831,5
|
2.841,5
|
|
8,9 %
|
|
Bereinigtes EBITDA (1)
|
Mio. EUR
|
622,3
|
424,4
|
425,0
|
|
46,6 %
|
|
Bereinigte EBITDA-Marge (1)
|
in %
|
20,2 %
|
15,0 %
|
15,0 %
|
|
|
|
EBITDA
|
Mio. EUR
|
622,3
|
424,4
|
450,6
|
|
46,6 %
|
|
EBITDA-Marge
|
in %
|
20,2 %
|
15,0 %
|
15,9 %
|
|
|
|
Bereinigtes EBIT (2)
|
Mio. EUR
|
381,7
|
212,4
|
233,4
|
|
79,7 %
|
|
EBIT
|
Mio. EUR
|
381,7
|
212,4
|
168,7
|
|
79,7 %
|
|
Finanzergebnis (3)
|
Mio. EUR
|
–11,4
|
–19,3
|
–12,0
|
|
–41,1 %
|
|
Ergebnis vor Steuern (PBT)
|
Mio. EUR
|
370,3
|
193,1
|
156,7
|
|
91,8 %
|
|
Ergebnis nach Steuern (PAT)
|
Mio. EUR
|
254,9
|
156,7
|
156,6
|
|
62,6 %
|
Das operative Ergebnis (EBITDA: Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) der EGGER Gruppe lag mit 622,3 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2020 / 21 um + 46,6 % über dem Vorjahreswert von 424,4 Mio. EUR. Der Zuwachs verteilt sich über alle unsere Divisionen. Ein großer Teil entfällt auf unser neues Werk in Biskupiec (PL) in der Division Decorative Products Ost, welches nun erstmalig das gesamte Geschäftsjahr produzierte. Über alle Divisionen wirken sich optimierte Rohstoffkosten und Fixkosteneinsparungen, die im Zuge der ersten Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise vorgenommen wurden, positiv auf das Ergebnis aus. Ferner profitierte unsere Branche vom Cocooning-Trend. Sehr viele Konsumenten investieren aktuell in ihr Zuhause, kaufen sich neue Möbel und Böden oder gehen Renovierungen an.
Die operative EBITDA-Marge liegt im Geschäftsjahr 2020 / 21 mit 20,2 % über den Vorjahren und über unserem langfristigem Zielniveau von 15,0 %.
Das operative Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) beträgt 381,7 Mio. EUR (Vorjahr: 212,4 Mio. EUR). Das Ergebnis vor Steuern liegt bei 370,3 Mio. EUR (Vorjahr: 193,1 Mio. EUR). Nach Abzug der Ertragsteuern beträgt das Ergebnis nach Steuern 254,9 Mio. EUR (Vorjahr: 156,7 Mio. EUR).
Ertragsentwicklung in den Segmenten / Divisionen
|
EBITDA (1) je Segment / Division
|
|
2020/21
|
2019/20
|
2018/19
|
|
Abw. in % 2021 zu 2020
|
|
Decorative Products Mitte
|
Mio. EUR
|
201,3
|
188,6
|
149,4
|
|
6,7 %
|
|
Decorative Products West
|
Mio. EUR
|
130,1
|
82,6
|
114,4
|
|
57,5 %
|
|
Decorative Products Ost
|
Mio. EUR
|
218,9
|
162,7
|
158,1
|
|
34,5 %
|
|
Decorative Products Americas
|
Mio. EUR
|
–14,9
|
–8,1
|
–9,7
|
|
82,6 %
|
|
Flooring Products
|
Mio. EUR
|
73,2
|
35,5
|
32,1
|
|
106,0 %
|
|
Sonstiges
|
Mio. EUR
|
13,8
|
–36,9
|
–19,4
|
|
–137,3 %
|
|
Gesamt
|
Mio. EUR
|
622,3
|
424,4
|
425,0
|
|
46,6 %
|
Ertragsentwicklung in der Division Decorative Products Mitte
Das EBITDA unserer Division Decorative Products Mitte von 201,3 Mio. EUR steigerte sich um +6,7 % gegenüber dem Vorjahr. Das gute Ergebnis dieser Division verteilt sich auf das Werk St. Johann i.T. in Österreich, alle unsere Werke in Deutschland und auch unser Werk in Gebze in der Türkei. Einer anhaltend hohen Nachfrage über alle unserer Kundengruppen standen über das gesamte Geschäftsjahr gesehen stabile Rohstoffkosten gegenüber. Weiterhin im Fokus steht in der Division Decorative Products Mitte die Optimierung des Produktmix hin zu hochveredelten Produkten. Die stetige Optimierung der Fertigungskosten und die gute Auslastung der installierten Produktionskapazitäten ermöglichten eine optimale Deckung der Fixkosten.
Ertragsentwicklung in der Division Decorative Products West
Das EBITDA der Division Decorative Products West erhöhte sich deutlich von 82,6 Mio. EUR im Vorjahr um +57,5 % auf 130,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2020 / 21. Ein wesentlicher Grund für die hohe Steigerung liegt, neben der guten Nachfragesituation, in den schwachen Vorjahresmonaten März und April 2020, welche in den Ländern Großbrittanien als auch Frankreich am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen waren und wo wir Produktionen temporär stilllegen mussten.
Ertragsentwicklung in der Division Decorative Products
Ost
Das EBITDA unserer Division Decorative Products Ost liegt bei 218,9 Mio. EUR und erhöhte sich um + 34,5 % gegenüber dem Vorjahr (162,7 Mio. EUR). Anhaltend gute Ergebnisse der Werke Unterradlberg (AT), Shuya und Gagarin (RU) sowie Radauti (RO) wurden durch die Ergebnisse unseres Werks Biskupiec (PL) ergänzt, welches erstmalig ein volles Jahr produktiv war und im Vorjahr von nicht aktivierungsfähigen Aufbau- und Anlaufkosten belastet war.
Ertragsentwicklung in der Division Decorative Products
Americas
Unsere Division Decorative Products Americas erwirtschaftete ein negatives EBITDA von –14,9 Mio. EUR (Vorjahr: –8,1 Mio. EUR). Darin enthalten sind einerseits positive Ergebnisse unseres argentinischen Werks in Concordia, andererseits aber auch nicht aktivierungsfähige Aufbau- und Anlaufkosten unseres neuen Werks in Lexington, NC (US).
Ertragsentwicklung in der Division Flooring Products
Die Ertragsentwicklung in der Division EGGER Flooring
Products ist weiterhin geprägt von Produktionsüberkapazitäten und Preisdruck sowie einem Verdrängungswettbewerb durch LVT-Böden. Das Marktumfeld gestaltete sich jedoch im Geschäftsjahr 2020/21 entspannter. Einerseits konnten Potentiale in Osteuropa, Russland und China genutzt werden, andererseits führte eine gesteigerte Nachfrage in den Baumärkten in Europa zu besseren Ergebnissen im Fußbodenbereich. Das EBITDA der Division EGGER Flooring Products betrug im Geschäftsjahr 2020/21 73,2 Mio. EUR, was eine Erhöhung gegenüber dem Vorjahr (35,5 Mio. EUR) von +106,0 % bedeutet.
Ertragsentwicklung im Segment Sonstiges
Das EBITDA unseres Segments Sonstiges beträgt +13,8 Mio. EUR und verbesserte sich somit gegenüber dem Vorjahr (– 36,9 Mio. EUR). Das Segment Sonstiges umfasst Gruppenfunktionen, das Sägewerk Brilon (DE) und weitere eigenständige Bereiche. Die EBITDA-Verbesserung ist überwiegend auf optimierte Kosten der Gruppenfunktionen – unter anderem vor dem Hintergund der getroffenen Corona-Maßnahmen – sowie ein gesteigertes Ergebnis im Sägewerk Brilon (DE) zurückzuführen.
2.1.3 Finanzierungsergebnis
Das Finanzierungsergebnis (inkl. Ergebnis aus Finanzinvestitionen und assoziierten Unternehmen) belief sich im Geschäftsjahr 2020/21 auf
–
11,4 Mio. EUR (Vorjahr:
–
19,3 Mio. EUR). Das Finanzierungsergebnis (exkl. Ergebnis aus Finanzinvestitionen und assoziierten Unternehmen) verbesserte sich um 8,9 % auf
– 15,7
Mio. EUR (Vorjahr:
–
17,2 Mio. EUR). Trotz eines, durch die Corona-Pandemie bedingten, erhöhten Liquiditätsbedarfs zu Beginn des Wirtschaftsjahres sowie einem temporär höheren Marktzinsniveau, konnten der Zinsaufwand und die sonstigen Finanzaufwendungen vor Sondereffekten im Gesamtjahr aufgrund der weiterhin niedrigen variablen Zinsen sowie eines aktiven Zinsmanagements auf niedrigem Niveau gehalten werden. Negative Sondereffekte im Zinsaufwand aus einer abgeschlossenen Betriebsprüfung konnten in Summe durch einen positiven Beitrag des Währungsergebnisses überkompensiert werden. Das Ergebnis aus Finanzinvestitionen und assoziierten Unternehmen verbesserte sich im Geschäftsjahr 2020/21 auf +
4,3
Mio. EUR (Vorjahr:
–
2,1 Mio. EUR).
2.1.4 Steuerergebnis
Im Geschäftsjahr 2020 / 21 betrugen die Aufwendungen für Ertragsteuern 115,5 Mio. EUR (Vorjahr: 36,4 Mio. EUR). Der Effektivsteuersatz betrug 2020 / 21 daher 31,2 % (Vorjahr: 18,9%). Die hohe Steuerbelastung begründet sich einerseits durch die guten Ergebnisse der gesamten EGGER Gruppe und andererseits durch Sondereffekte wie keine Aktivierung von latenten Steuern für unser
neues Werk in Lexington, NC (US), steuerwirksame Zuschreibungen von Beteiligungen in Russland und aus Betriebsprüfungseffekten. Eine detaillierte Übersicht zur Ermittlung der Ertragsteuern befindet sich in den Erläuterungen im Konzernanhang unter Ziffer 16 Ertragsteuern.
2.2 Finanzlage
2.2.1 Finanzierung und Treasury
Die vorrangigen Ziele des Finanzmanagements /Treasury der EGGER Gruppe sind die
Begrenzung finanzieller Risiken
für den Bestand (Liquiditäts- und Ausfallsrisiken) und die Ertragskraft (Währungs-, Zinsänderungs-, Kurs- und Preisrisiken) der Unternehmensgruppe bei jederzeit ausreichender Zahlungsfähigkeit und gleichzeitiger Minimierung der Finanzaufwendungen.
Dabei bedeutet Risikobegrenzung nicht den völligen Ausschluss, sondern die
ökonomisch sinnvolle Steuerung
finanzieller Risiken innerhalb des Handlungsrahmens, der durch eine umfassende Finanzmanagementrichtlinie sowie durch operative Richtlinien definiert ist.
Neben dem Management finanzieller Risiken stehen als vorrangiges Ziel die Sicherstellung und der Ausbau von externen Finanzierungsquellen im Vordergrund, um damit eine weitere Entwicklung der EGGER Gruppe durch organisches Wachstum und / oder Akquisitionen sicherzustellen.
Die in diesem Zusammenhang für die EGGER Gruppe wesentlichsten
Treasury-Kennzahlen
sind die Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung / EBITDA) sowie die Eigenkapitalquote (Eigenkapital / Bilanzsumme), welche regelmäßig überwacht werden. Als unsere
interne
strategische Zielsetzung und zur Messung der Zielerreichung auf Gruppenebene wurde für die Eigenkapitalquote eine Untergrenze von 30 % und für die Kennzahl Nettoverschuldung / EBITDA ein langfristiger Maximalwert von unter 3 Jahren festgelegt.
Die
extern
vertraglich vereinbarten Treasury Kennzahlen / Financial Covenants liegen über (Nettoverschuldung/EBITDA) bzw. unter (Eigenkapitalquote) den internen Vorgaben. Die Nettoverschuldung / EBITDA ist bis 3,75 Jahre vereinbart. Die Eigenkapitalquote ist extern größer 25 % vereinbart.
|
Finanz Kennzahlen
|
|
30.04.2021
|
30.04.2020
|
30.04.2019
|
|
Eigenkapitalquote
|
in %
|
42,0 %
|
37,9 %
|
36,8 %
|
|
Nettoverschuldung / EBITDA (1)
|
Jahre
|
1,34
|
2,82
|
2,24
|
Die Reduktion der Entschuldungsdauer von 2,82 auf 1,34 Jahre zum 30.04.2021 ist auf eine deutliche Verbesserung des EBITDA um 46,6 % einerseits und eine um –30,6 % gesunkene Nettoverschuldung andererseits zurückzuführen. Die gesunkene Nettoverschuldung ist das Ergebnis eines starken positiven Free Cashflows bei einer gleichzeitig planmäßig reduzierten Investitionstätigkeit.
Die Eigenkapitalquote konnte trotz Verlusten in der Währungsumrechnung (insbesondere aufgrund negativer Kursentwicklungen im 1. HJ 2020/21) aufgrund des positiven Jahresergebnisbeitrags von 37,9 % auf 42,0 % verbessert werden.
2.2.2 Finanzierungsanalyse
In der strategischen Ausrichtung unserer Unternehmensfinanzierung stellen die Sicherung der Liquiditätssituation und die Diversifizierung von Kapitalquellen und Finanzierungsinstrumenten die wesentlichen Ziele dar.
Ein Teil der Finanzierungsstrategie besteht in der Verwendung des erwirtschafteten freien Cashflows und somit in Wachstum aus eigener Kraft.
Die Fremdfinanzierung unserer Gruppe ist auf einem 3-Säulen-Modell aufgebaut:
Die
erste Säule
besteht aus
Bankfinanzierungen
. Hier werden vor allem syndizierte Bankkredite sowie kommittierte Kreditlinien (zur strategischen Liquiditätssicherung) mit einem ausgewählten Kreis von Kernbanken abgeschlossen.
Im April 2020 hatte die Fritz Egger GmbH & Co. OG eine, von der Egger Holzwerkstoffe GmbH garantierte, 50 Mio. EUR kommittierte Kreditlinie im Rahmen der „COVID-19-Hilfe" der Kontrollbank (OeKB) mit einer ihrer Kernbanken abgeschlossen. Diese Kreditlinie wurde in der Berichtsperiode in Anspruch genommen. Aufgrund der positiven Liquiditätsentwicklung wurde die Kreditlinie durch die Fritz Egger GmbH Co. & OG per Ende September 2020 freiwillig vorzeitig gekündigt.
Eine Inanspruchnahme von 100 Mio. EUR der kommittierte syndizierte Kreditlinie wurde in der Berichtsperiode zurückgeführt. Zum 30.04.2021 waren 200 Mio. EUR kommittierte Kreditlinien frei verfügbar.
Zusätzlich wurden im 2. Halbjahr 2019/20 in Anspruch genommene kurzfristige bilaterale Bankenfinanzierungen während der Berichtsperiode wieder rückgeführt.
Die
zweite Säule
besteht aus
Kapitalmarktfinanzierungen
. Unsere Gruppe finanziert sich bereits seit vielen Jahren erfolgreich über den Anleihenmarkt. Zuletzt hatten wir im März 2018 eine Hybridanleihe mit einem Volumen von 150 Mio. EUR am Markt platziert. Im Berichtszeitraum wurde ein Teil der Hybridanleihe mit einem Nominalbetrag von 2,8 Mio. EUR durch die Egger Holzwerkstoffe GmbH zurückerworben. Details dazu sind im Konzernanhang unter Ziffer 9 und 12 ersichtlich.
Seit 2014 nutzen wir auch regelmäßig den Schuldscheindarlehensmarkt als Finanzierungsquelle. Im April 2021 wurden variablen Tranchen des Schuldscheindarlehens 2016 teilweise (über insgesamt 80 Mio. EUR) vorzeitig zurückbezahlt. Damit waren zum 30.04.2021 Schuldscheindarlehen in der Gesamthöhe von 541 Mio. EUR (Nominale) in mehreren fixen und variablen EUR-Tranchen mit unterschiedlichen Restlaufzeiten ausständig.
Die
dritte Säule
der Fremdfinanzierung basiert auf zwei
Factoring-Programmen
, bei denen Forderungen auf Basis eines True Sales verkauft werden.
Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Sicherung von Risikopositionen aus dem Grundgeschäft eingesetzt. Bezüglich detaillierter Informationen zu Derivaten wird auf den Anhang verwiesen
Fälligkeitsstruktur Finanzverbindlichkeiten und Anleihen
|
|
30.04.2021
|
30.04.2020
|
30.04.2019
|
|
Restlaufzeit über 5 Jahre
|
Mio. EUR
|
250,6
|
528,2
|
525,3
|
|
Restlaufzeit 1–5 Jahre
|
Mio. EUR
|
812,3
|
744,0
|
636,6
|
|
Restlaufzeit unter 1 Jahr
|
Mio. EUR
|
131,0
|
205,3
|
235,7
|
|
Gesamt
|
Mio. EUR
|
1.193,9
|
1.477,5
|
1.397,6
|
.
2.2.3 Cashflow Entwicklung
|
Cashflow Statement
|
|
2020/21
|
2019/20
|
2018/19
|
|
Abw. in % 2021 zu 2020
|
|
Cashflow aus dem Ergebnis
|
Mio. EUR
|
584,9
|
370,0
|
376,2
|
|
58,1 %
|
|
Cashflow a.d. Veränd. d. Nettoumlaufvermögens
|
Mio. EUR
|
62,5
|
–40,6
|
–38,2
|
|
–254,0 %
|
|
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit
|
Mio. EUR
|
647,4
|
329,5
|
338,0
|
|
96,5 %
|
|
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
|
Mio. EUR
|
–233,0
|
–505,0
|
–472,8
|
|
–53,9 %
|
|
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
|
Mio. EUR
|
–324,4
|
14,9
|
368,8
|
|
–2.270,2 %
|
|
Nettoveränderung von liquiden Mitteln
|
Mio. EUR
|
89,9
|
–160,6
|
234,0
|
|
–156,0 %
|
Ausgehend vom Cashflow aus dem Ergebnis und nach Berücksichtigung der Veränderungen des Nettoumlaufvermögens wurde ein Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 647,4 Mio. EUR (Vorjahr: 329,5 Mio. EUR) erwirtschaftet.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit (inkl. Akquisitionen) liegt mit 233,0 Mio. EUR unter dem hohem Vorjahresniveau von 505,0 Mio. EUR. Investitionen flossen hauptsächlich in den Abschluss des Werksbaus in Lexington, NC (US) – aber auch in bestehende Standorte, vor allem in Österreich, Deutschland und Frankreich, wurden Investitionen getätigt.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit zeigt mit –324,4 Mio. EUR deutlich unsere Möglichkeit, durch gute Ergebnisse Verschuldung abzubauen.
|
Free Cashflow Rechnung
|
|
2020/21
|
2019/20
|
2018/19
|
|
Abw. in % 2021 zu 2020
|
|
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit
|
Mio. EUR
|
647,4
|
329,5
|
338,0
|
|
96,5 %
|
|
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
|
Mio. EUR
|
–233,0
|
–505,0
|
–472,8
|
|
–53,9 %
|
|
+ Wachstumsinvestitionen
|
Mio. EUR
|
127,0
|
415,7
|
411,0
|
|
–69,4 %
|
|
Free Cashflow
|
Mio. EUR
|
541,4
|
240,1
|
276,2
|
|
125,4 %
|
Im Geschäftsjahr 2020 / 21 war der Free Cashflow (Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich Cashflow aus der Investitionstätigkeit zuzüglich Wachstumsinvestitionen) mit 541,4 Mio. EUR um + 301,3 Mio. EUR (+ 125,4%) über dem Vorjahresniveau von 240,1 Mio. EUR.
2.2.4 Investitionen
Im Geschäftsjahr 2020 / 21 wurden Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie Akquisitionen in der Höhe von 193,0 Mio. EUR (Vorjahr: 531,4 Mio EUR) getätigt. Davon entfielen 66,0 Mio. EUR (Vorjahr: 115,7 Mio. EUR) auf Erhaltungsinvestitionen. In den Erhaltungsinvestitionen des Vorjahres 2019 / 20 ist ein Wert von 24,5 Mio. EUR für Nutzungsverhältnissen aus Leasingverhältnissen enthalten, welche aufgrund der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 aktiviert wurden. Als erste Reaktion auf die Corona-Pandemie wurden im Frühjahr / Sommer 2020 auch Erhaltungsinvestitionen verschoben, welche bis Abschluss des Geschäftsjahres noch nicht vollständig aufgeholt wurden.
Die Differenz zwischen dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit und Investitionszugängen im Anlagevermögen ergibt sich aus noch nicht zahlungswirksamen Anlagenzugängen, Aktivierung von Nutzungsrechten nach IFRS 16 sowie Währungseffekten zwischen Stichtagskurs und Durchschnittskurs.
|
Investitionen (inkl. Akquisitionen)
|
|
2020/21
|
2019/20
|
2018/19
|
|
Erhaltungsinvestitionen
|
Mio. EUR
|
66,0
|
115,7
|
78,1
|
|
Wachstumsinvestitionen (inkl. Akqu.)
|
Mio. EUR
|
127,0
|
415,7
|
411,0
|
|
Investitionen gesamt
|
Mio. EUR
|
193,0
|
531,4
|
489,1
|
Für Wachstumsinvestitionen wurden 127,0 Mio. EUR (Vorjahr: 415,7 Mio. EUR) aufgewendet. Ein großer Teil hiervon entfiel auf den neuen Standort in Lexington, NC (US). Ein kleinerer Teil wurde auch noch für den Standort Biskupiec (PL) verwendet. Aber auch an den bestehenden Standorten wurden Investitionen getätigt. Wesentliche Teile entfielen auf unsere Werke in Brilon und Wismar (DE) und Rambervillers (FR), wo Investitionen in den Bereichen Veredelung und Infrastruktur getätigt wurden.
|
Investitionen (inkl. Akquisitionen)
|
|
2020/21
|
2019/20
|
2018/19
|
|
Decorative Products Mitte
|
Mio. EUR
|
40,3
|
70,1
|
67,9
|
|
Decorative Products West
|
Mio. EUR
|
25,1
|
41,9
|
39,9
|
|
Decorative Products Ost
|
Mio. EUR
|
31,5
|
88,0
|
238,3
|
|
Decorative Products Americas
|
Mio. EUR
|
71,4
|
291,1
|
110,6
|
|
Flooring Products
|
Mio. EUR
|
18,5
|
25,1
|
28,7
|
|
Sonstiges
|
Mio. EUR
|
6,2
|
15,1
|
3,8
|
|
Investitionen gesamt
|
Mio. EUR
|
193,0
|
531,4
|
489,1
|
2.2.5 Kapitalkosten
Die im Rahmen des EGGER Wertmanagements angesetzten Kapitalkosten (WACC = Weighted Average Cost of Capital) repräsentieren die Renditeerwartungen für das eingesetzte Eigen- und Fremdkapital. Diese Kapitalkosten (WACC) ergeben sich aus dem gewichteten Eigen- und Fremdkapitalkostensatz. Der WACC nach Steuern beträgt 2020 / 21 für die EGGER Gruppe 9,05 % (Vorjahr: 8,68 %). Lokale WACC-Sätze einzelner Länder werden in lokaler Währung gerechnet und um Inflationsdifferenz und Länderrisikosätze ergänzt.
2.2.6 EGGER Wertmanagement
Das EGGER Wertmanagement basiert aus finanzieller Sicht auf einer einfachen und transparenten, jedoch aussagekräftigen Methode. Diese konzentriert sich auf die nachhaltige Steigerung des Cashflows (EBITDA) im Verhältnis zum historisch investierten Kapital (Historical Capital Employed), dem CFROI (Cashflow Return on Investment; Verzinsung des eingesetzten Kapitals zu Anschaffungskosten).
Der CFROI zählt zu den wichtigsten Performance-Kennzahlen in anlageintensiven Unternehmen und dient der Messung der Rentabilität auf das zur Verfügung gestellte Kapital. Als nachhaltiges strategisches Ziel wurde für alle Unternehmensbereiche eine Mindestrentabilität von 10 % (Ziel-Rate) festgesetzt.
|
Wertmanagement
|
|
2020/21
|
2019/20
|
2018/19
|
|
Abw. in % 2021 zu 2020
|
|
Bereinigtes EBITDA (1)
|
Mio. EUR
|
622,3
|
424,4
|
425,0
|
|
46,6 %
|
|
Historisch investiertes Kapital
|
Mio. EUR
|
4.997,9
|
5.105,6
|
4.675,5
|
|
–2,1 %
|
|
CFROI
|
in %
|
12,5 %
|
8,3 %
|
9,1 %
|
|
|
Unser Gruppen-CFROI liegt im Geschäftsjahr 2020 / 21 mit 12,5 % über dem Vorjahresniveau von 8,3% und damit auch über unserer langfristigen Ziel-Rate von 10,0 %. Im Vergleich zum Vorjahr entwickelte sich das EBITDA mit +46,6 % deutlich nach oben. Das historisch investierte Kapital reduzierte sich im selben Zeitraum jedoch durch Anlagenabgänge, Währungsumrechnungsdifferenzen und aufgrund eines reduzierten Working Capitals.
Mittelfristig rechnen wir mit einer CFROI Rate in der Höhe unserer Ziel-Rate von 10 %.
2.3 Vermögenslage
2.3.1 Analyse der Bilanzstruktur
Im Geschäftsjahr 2020/ 21 stieg die Bilanzsumme von 3.239,8 Mio. EUR im Vorjahr auf 3.246,6 Mio. EUR (+ 0,2 %) nur leicht.
Der geringe Zuwachs beruht vorwiegend auf der Erhöhung bei Forderungen und liquiden Mitteln.
|
Bilanzentwicklung (1)
|
|
2020/21
|
2019/20
|
2018/19
|
|
Abw. in % 2021 zu 2020
|
|
Langfristiges Vermögen
|
Mio. EUR
|
2.266,6
|
2.376,1
|
2.092,9
|
|
–4,6 %
|
|
Vorräte
|
Mio. EUR
|
429,8
|
427,5
|
419,8
|
|
0,5 %
|
|
Forderungen
|
Mio. EUR
|
126,3
|
83,1
|
95,9
|
|
52,0 %
|
|
Liquide Mittel
|
Mio. EUR
|
362,4
|
279,7
|
444,5
|
|
29,6 %
|
|
Sonstiges Umlaufvermögen
|
Mio. EUR
|
61,4
|
73,5
|
88,1
|
|
–16,5 %
|
|
Bilanzsumme
|
Mio. EUR
|
3.246,6
|
3.239,8
|
3.141,3
|
|
0,2 %
|
|
Eigenkapital (einschl. Zuschüsse)
|
Mio. EUR
|
1.362,3
|
1.227,4
|
1.157,0
|
|
11,0 %
|
|
Rückstellungen
|
Mio. EUR
|
175,7
|
181,4
|
181,4
|
|
–3,2 %
|
|
Lfr. Finanzverbindlichkeiten / Anleihen
|
Mio. EUR
|
1.062,9
|
1.272,2
|
1.161,9
|
|
–16,5 %
|
|
Kfr. Finanzverbindlichkeiten / Anleihen
|
Mio. EUR
|
131,0
|
205,3
|
235,7
|
|
–36,2 %
|
|
Sonstige Verbindlichkeiten
|
Mio. EUR
|
514,7
|
353,5
|
405,4
|
|
45,6 %
|
Das langfristige Vermögen reduzierte sich um –4,6 %, da die Abschreibungen und Währungsumrechnungsdifferenzen die Zugänge übertrafen. Der hohe Anteil des langfristigen Vermögens von 69,8 % an der Bilanzsumme (Vorjahr: 73,3 %) resultiert branchenbedingt aus der sehr hohen Kapitalintensität der Produktionsprozesse.
Die Bilanzstruktur zeigt zum 30.04.2021 folgendes Bild:
2.3.2 Entwicklung Working Capital
Das Working Capital (Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) ist von 295,5 Mio. EUR zum 30.04.2020 auf 270,3 Mio. EUR am 30.04.2021 leicht gefallen.
|
Working Capital
|
|
2020/21
|
2019/20
|
2018/19
|
|
Abw. in % 2021 zu 2020
|
|
Vorräte
|
Mio. EUR
|
429,8
|
427,5
|
419,8
|
|
0,5 %
|
|
+ Forderungen
|
Mio. EUR
|
126,3
|
83,1
|
95,9
|
|
52,0 %
|
|
– Lieferverbindlichkeiten
|
Mio. EUR
|
285,9
|
215,1
|
253,3
|
|
32,9 %
|
|
Working Capital
|
Mio. EUR
|
270,3
|
295,5
|
262,4
|
|
–8,6 %
|
|
Umsatzerlöse
|
Mio. EUR
|
3.082,8
|
2.831,5
|
2.841,5
|
|
8,9 %
|
|
Working Capital in % v. Umsatzerlöse
|
in %
|
8,8 %
|
10,4 %
|
9,2 %
|
|
|
Die Vorräte sind per 30.04.2021 vom Vorjahreswert von 427,5 Mio. EUR um + 0,5 % auf 429,8 Mio. EUR gestiegen.
Der Bestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat sich von 83,1 Mio. EUR per 30.04.2020 auf 126,3 Mio. EUR per 30.04.2021 erhöht. Die Erhöhung ist neben der aktuell guten Geschäftslage auch auf den durch die Corona-Pandemie bedingten geringeren Stand an Forderungen zum 30.04.2020 zurückzuführen. Die durchschnittliche Außenstanddauer der Kundenforderungen beträgt rund 34 Tage (Vorjahr: 32 Tage).
Die Lieferverbindlichkeiten sind per 30.04.2021 aufgrund von Außenständen für getätigte Investitionen und des gesteigerten Geschäftsvolumens mit 285,9 Mio. EUR ebenfalls gestiegen (Vorjahr: 215,1 Mio. EUR).
2.3.3 Liquidität / Nettoverschuldung
Die verzinslichen Verbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten und Anleihen) reduzierten sich per 30.04.2021 auf 1.193,9 Mio. EUR (Vorjahr: 1.477,5 Mio. EUR) und beinhalten einen langfristigen Finanzierungsanteil von 89,0 % (Vorjahr: 86,1 %). Alle Finanzierungen sind in Euro abgeschlossen. Zum 30.04.2021 betrug die Nettoverschuldung 831,5 Mio. EUR (Vorjahr: 1.197,8 Mio. EUR) und reduzierte sich somit im Wesentlichen bedingt durch den starken Free Cashflow um 366,3 Mio. EUR (
–
30,6%).
|
Nettoverschuldung
|
|
30.04.2021
|
30.04.2020
|
30.04.2019
|
|
Abw. in % 2021 zu 2020
|
|
Finanzverbindlichkeiten und Anleihen
|
Mio. EUR
|
1.193,9
|
1.477,5
|
1.397,6
|
|
–19,2 %
|
|
abzüglich liquide Mittel
|
Mio. EUR
|
362,4
|
279,7
|
444,5
|
|
29,6 %
|
|
Nettoverschuldung
|
Mio. EUR
|
831,5
|
1.197,8
|
953,0
|
|
–30,6 %
|
2.3.4 Eigenkapital
Das positive Jahresergebnis der Periode von 254,9 Mio. EUR abzüglich negativer Währungsumrechnungen (Russischer Rubel, US Dollar und argentinische Peso), Rückkauf von Anteilen der Hybridanleihe und Ausschüttungen führte in Summe zu einer Eigenkapitalerhöhung von 1.218,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 1.354,6 Mio. EUR zum 30.04.2021. Die Eigenkapitalquote beträgt unter Berücksichtigung vereinnahmter Subventionen 42,0 % (Vorjahr: 37,9 %).
2.3.5 Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten
Die Rückstellungen per 30.04.2021 in Höhe von 175,7 Mio. EUR sind gegenüber dem 30.04.2020 mit 181,4 Mio. EUR leicht gefallen. Der Anteil der Rückstellungen an der Bilanzsumme beträgt 5,4 % (Vorjahr: 5,6 %).
Die sonstigen Verbindlichkeiten sind von 353,5 Mio. EUR per 30.04.2020 um + 45,6 % auf 514,7 Mio. EUR per 30.04.2021 gestiegen. Ursächlich für diesen Anstieg sind einerseits die gesteigerte Geschäftstätigkeit im Vergleich zum von der Corona-Pandemie betroffenen Bilanzstichtag im Vorjahr und anderseits gesteigerter Steuerverbindlichkeiten.
3 Corporate Responsibility (CR)
Nachhaltigkeit, Fairness und Transparenz
sind Schlüsselfaktoren für unseren Erfolg. Als eines der führenden holzverarbeitenden Unternehmen haben wir den Anspruch, verantwortungsvoll zu handeln und damit unsere Haltung als Arbeitgeber, als Marktteilnehmer, gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt zu dokumentieren. Wir veröffentlichen zeitgleich mit diesem Jahresfinanzbericht unseren vierten gruppenweiten Nachhaltigkeitsbericht. Er stellt alle wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen und die darin gesetzten Ziele und umgesetzten
Maßnahmen ausführlich dar und zeichnet sich durch ein besonders hohes Maß an Transparenz aus. Überzeugen Sie sich selbst: Sie finden den
EGGER Nachhaltigkeitsbericht 2020/21
auf
www.egger.com/nachhaltigkeit
.
Nachhaltige Entwicklung und nachhaltiges Wachstum sind wichtige Bestandteile unseres Leitbildes und unserer Leitstrategie. Für unsere Geschäftstätigkeit und für die Beziehung zu all unseren Partnern ist das Thema Compliance – also die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und interner Richtlinien – von zentraler Bedeutung. Darüber hinaus nehmen wir unsere
unternehmerische Verantwortung
wahr und leisten einen freiwilligen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung.
3.1 Marktplatz
Wir von EGGER sind uns bewusst, dass unser unternehmerisches Handeln heute die
Qualität unseres Lebensraums
in der Zukunft bestimmt. Deshalb übernehmen wir Verantwortung für die Auswirkungen unserer Produkte, unserer Produktionen sowie unserer Beziehungen zu unseren Lieferanten und Kunden. Wir produzieren mit modernsten Anlagen auf dem neuesten Stand der Technik. Vom stehenden Baum bis zum fertigen Produkt setzen wir auf
integrierte Standorte,
die in einem geschlossenen Kreislauf den wichtigsten Rohstoff Holz vollständig nutzen. Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Aspekt bei der Entwicklung und Verbesserung von Produkten, Services und Produktionsanlagen und hat maßgeblichen Anteil am Unternehmenserfolg.
3.1.1 Unser Umweltkreislauf
An den integrierten Standorten von EGGER verwerten wir Holz zunächst stofflich. Dies reicht von der Schnittholzproduktion im Sägewerk bis zur Produktion von Holzwerkstoffen. Holzreste und Recyclinghölzer, die nicht in der Produktion verwendet werden können, werden in eigenen Biomassekraftwerken thermisch genutzt und in Energie für die Produktion umgewandelt. Das eingesetzte Frischholz stammt aus nachhaltiger Waldwirtschaft.
Die Produktionswerke sind dementsprechend nach PEFC und FSC® sowie nach ISO 38200 zertifiziert. Das bei unseren Produktionsschritten entstehende CO₂ wird schließlich vom Wald wieder aufgenommen und in Sauerstoff umgewandelt. Damit entsteht ein geschlossener Kreislauf.
Eine ausführliche Darstellung unserer Wertschöpfungskette finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht auf Seite 25.
3.1.2 Produktverantwortung
Holzwerkstoffe leisten einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung von Treibhausgasen in der Erdatmosphäre. Der natürliche CO2-Speicher Holz kommt in unseren Produkten besonders zur Geltung und sorgt für eine positive
Ökobilanz.
Sowohl die Ökobilanz als auch Informationen zur Umweltverträglichkeit legen wir in unseren
Umweltproduktdeklarationen (EPDs)
offen. Unsere EPDs werden nach dem internationalen ISO-Standard 14025 und nach der EN 15804 erstellt, unabhängig durch das Institut für Bauen und Umwelt (IBU) verifiziert und zur Zertifizierung der Nachhaltigkeit von Gebäuden verwendet. Es liegen EPDs für alle wichtigen Produktgruppen von EGGER vor. Einen Überblick unserer Produkte mit Umweltzeichen finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht auf Seite 36.
Die
Qualität unserer Produkte und Prozesse
zu garantieren, ist eines unserer wichtigsten Anliegen. Das gruppenweite Qualitätsmanagement ist nach ISO 9001 zertifiziert. Damit werden die Zufriedenheit der Kunden und die Langlebigkeit der Produkte sichergestellt. Das Qualitätsmanagement, als Teil des integrierten Managements der EGGER Gruppe, wird in einer Auditmatrix mit internen und externen Audits überprüft.
3.1.3 Die Beziehung zu Kunden und Lieferanten
Es ist unser Anspruch, mit unseren Kunden und Lieferanten
langfristig, verlässlich und vertrauensvoll
zusammenzuarbeiten. Der Aufbau und die Weiterentwicklung langfristiger Beziehungen sind dabei die Basis für den Erfolg.
Wir definieren
Standards für Lieferanten,
damit diese unseren Anforderungen an nachhaltiges Wirtschaften entsprechen.
Wir halten uns an geltende Gesetze und verfügen über einen
Code of Conduct
(Verhaltenskodex) für alle Mitarbeiter sowie einen Code of Conduct für Lieferanten, eine Leitlinie Kartellrecht und eine Leitlinie Korruption.
Unsere Produkte und Services orientieren wir an den aktuellen und zukünftigen
Kundenbedürfnissen.
Für maximale Kundennähe entwickeln wir auch neue Geschäftsmodelle zur Stärkung unserer Wertschöpfungspartner.
3.2 Umwelt
Wir nehmen unsere Verantwortung für Mensch und Umwelt ernst. Umweltverträgliches Handeln hat eine große Bedeutung und ist fest in der EGGER Unternehmensphilosophie verankert. Wir definieren einheitliche Gruppenstandards für die
Reduktion von Emissionen
in Luft, Wasser und Boden. Sie orientieren sich zumindest an den lokalen Gesetzen und am Stand der Technik.
Diese erreichen wir durch ressourcenschonende Verarbeitungstechnologien, Energiegewinnung in eigenen Biomassekraftwerken sowie umweltverträgliche Logistiksysteme, die beispielsweise die Nutzung des Schienenverkehrs zum Transport fördern. Alle Werke sind mit modernsten Abwässer-, Lärmschutz- und Luftreinhaltungssystemen ausgestattet.
Das Ziel des
EGGER Umweltmanagements
ist die Sicherstellung der Einhaltung von Rechtsvorschriften, die Vermeidung bzw. Verringerung von negativen betrieblichen Umweltauswirkungen und die kontinuierliche Verbesserung unserer Umweltleistung. Umweltmanagementsysteme bilden daher die Grundlage für die systematische und konsequente Verfolgung von Umweltzielen, um Ressourcen und Energie verantwortungsvoll einzusetzen. Den aktuellen Fortschritt bei der Zertifizierung unserer Werke nach
ISO 14001, ISO 50001
und
EMAS
finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht auf Seite 21. Die Managementsysteme werden nach einer Auditmatrix in Form eines integrierten Managementsystems regelmäßig überprüft.
Zu den wesentlichen strategischen Herausforderungen gehört es, die Versorgung der Werke mit Holz sicherzustellen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass es einen intensiven Wettbewerb um Holz gibt, der nicht nur den Preis deutlich steigen lässt, sondern sich auch auf die Verfügbarkeit auswirkt. Aus diesem Grund setzen wir verstärkt auf den Einsatz von
Recyclingholz.
An allen großen Standorten der Gruppe wird die notwendige thermische Energie durch
Biomassekraftwerke
bzw.
Biomasseheizwerke
bereitgestellt. Biomassekraftwerke erzeugen elektrische Energie und Wärme durch die Verbrennung von Biomasse. Biomasseheizwerke oder Heißgaserzeuger erzeugen Wärme zur Thermalölerhitzung für unsere Pressen und Heißgase für die Trocknung unserer Späne. Holzreste und Stäube aus der Aufbereitung, die nicht in der Produktion verwendet werden können, werden in unseren Kraftwerken thermisch genutzt. Somit wird wiederum Erdgas als fossiler Energieträger eingespart. Details zu unserer Energieinfrastruktur und vielen weiteren Aspekten einer verantwortungsvollen Produktion finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht ab Seite 72.
Alle Dokumente zu Umwelt und Nachhaltigkeit bei EGGER sind auch im Internet unter
www.egger.com/umwelt
abrufbar.
3.3 Mitarbeiter
Wir streben an, der
beste Arbeitgeber
im jeweils relevanten Arbeitsmarkt zu sein. Deshalb legen wir großen Wert auf eine moderne Personalarbeit, die unsere Unternehmenskultur unterstützt.
3.3.1 Mitarbeiter
Die Anzahl der eigenen Mitarbeiter im Jahresschnitt betrug 10.233 (Vorjahr: 9.928) und gliedert sich nach Ländern wie folgt auf:
|
Anzahl eigene Mitarbeiter
|
Status 30.04.21 2020/21
|
Jahresschnitt 2020/21
|
Jahresschnitt 2019/20
|
Jahresschnitt 2018/19
|
Jahresschnitt 2017/18
|
|
Österreich
|
1.603
|
1.610
|
1.610
|
1.585
|
1.555
|
|
Deutschland
|
2.865
|
2.838
|
2.764
|
2.625
|
2.593
|
|
Frankreich
|
914
|
908
|
892
|
875
|
858
|
|
Großbritannien
|
796
|
778
|
800
|
779
|
766
|
|
Russland
|
1.149
|
1.148
|
1.155
|
1.140
|
1.093
|
|
Rumänien
|
876
|
861
|
866
|
876
|
865
|
|
Türkei
|
852
|
795
|
764
|
760
|
749
|
|
Argentinien
|
498
|
492
|
489
|
493
|
232
|
|
Polen
|
522
|
502
|
421
|
311
|
55
|
|
USA
|
360
|
301
|
168
|
38
|
0
|
|
EGGER Gesamt
|
10.433
|
10.233
|
9.928
|
9.481
|
8.765
|
Die Steigerung im Bereich der eigenen Mitarbeiter ist vorwiegend auf den Produktionsstart unseres 20. Werks
in Lexington, NC (US) zurückzuführen sowie auf einen weiteren Mitarbeiteraufbau in unserem 2019 in Betrieb genommenem Werk in Biskupiec (PL).
3.3.2 Employer Branding und Recruiting
Im Geschäftsjahr 2020/21 haben wir unsere Employer Branding- und Recruiting-Initiativen aufgrund der Pandemie angepasst. Zahlreiche Personalmarketingmaßnahmen, wie der Besuch von verschiedenen Messen, Tage der offenen Tür, Schulbesuche, Elternabende wurden im Verlauf des Jahres auf digitale Alternativen umgestellt. Bewerbungsgespräche für viele Positionen wurden nach Möglichkeit virtuell durchgeführt.
Im Jahr 2020/21 konnten wir im Bereich Sommerjobs, Praktika und Diplomarbeiten aufgrund der Covid Situation und den damit verbundenen Hygienemaßnahmen und Abstandregelungen unserem Anspruch nur zum Teil gerecht werden. An allen zugesagten Praktikumsstellen wurde nach Möglichkeit festgehalten.
Im April 2020 wurden wir von „Great Place to work“ erneut ausgezeichnet und belegen damit den 4. Platz bei Arbeitgebern über 1.000 Mitarbeitern in Österreich. Auch bei Arbeitgeber-Bewertungsplattformen wie Glassdoor oder Kununu erhalten wir eine Vielzahl an positiven Rückmeldungen von Bewerbern und Mitarbeitern.
Im internen Employer Branding haben wir mit dem Relaunch des EGGERnet, unserem Intranet, eine moderne, zentrale Informationsplattform geschaffen, die zugleich Absprungplattform zu allen genutzten Systemen, Anwendungen und Informationen ist. Diese wird nun in einer mobilen App-Version weiterentwickelt, einige Anwendungen können bereits auf Firmengeräten genutzt werden.
3.3.3 Ausbildung
Unser Ziel ist es, Fach- und Führungskräfte aus den eigenen Reihen auszubilden. An 16 von 20 Standorten haben wir Lehrlingsprogramme etabliert. Das Rekrutieren von Auszubildenden und damit die Sicherstellung von Fachkräftenachwuchs war und bleibt eines unserer Fokusthemen.
Seit 2018 haben wir erfolgreich ein Ausbildungsprogramm in den USA etabliert und im Frühjahr 2021 Nachwuchskräfte für den vierten Ausbildungsstart im Sommer rekrutiert. Im September 2020 startete außerdem im Werk in Concordia (AR) das Ausbildungsprogramm.
Die Anzahl an Auszubildenden konnte im vergangenen Jahr deutlich gesteigert werden. Damit konnten wir unser Ziel einer Ausbildungsquote von 3 % gruppenweit erstmals erreichen.
Im Geschäftsjahr 2020/21 waren gruppenweit durchschnittlich 328 Auszubildende / Lehrlinge (Vorjahr: 277) tätig.
3.3.4 Personalentwicklung
Alle Aus- und Weiterbildungsangebote sind im EGGER Campus gebündelt. Unsere Mitarbeiter können sich sowohl am eigenen Standort als auch per E-Learning weiterentwickeln. Im vergangenen Geschäftsjahr konnten wir unsere Mitarbeiter in Argentinien, Türkei und Polen ebenfalls in dieses System integrieren. Mit unseren Trainingsprogrammen entsteht nicht nur neues Wissen, sondern auch wertvolle Netzwerke, Austausch und ein gemeinsames Verständnis.
Mit einer neuen digitalen Form des Mitarbeitergespräches und der Stellenbeschreibung schaffen wir seit 2018 mehr Klarheit über die Ziele und Stärken sowie Weiterentwicklungswünsche jedes einzelnen Mitarbeiters. Der persönliche Austausch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter steht dabei im Vordergrund. Das neue Talent Management System unterstützt dabei und gibt einen Überblick, was mindestens einmal im Jahr besprochen werden soll.
Im Geschäftsjahr 2020/21 hat die Pandemie dazu geführt, dass sehr viele Trainingsmaßnahmen digital umgesetzt wurden und Präsenzformate nur eingeschränkt stattfanden.
Seit 2019 bieten wir außerdem das Führungskräfte-Training „HR bei EGGER – meine Rolle als Führungskraft“ in aktuell 7 Ländern an. Dessen Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die verschiedenen Prozesse des Mitarbeiterzyklus zu erlangen: von der Auswahl, über die Einarbeitung bis hin zum Austritt. Im direkten Austausch erhalten die Teilnehmer einen Überblick über die Erwartungen, die EGGER an sie und ihre Rolle stellt, und über ihre Zusammenarbeit mit der Personalabteilung.
Wir legen großen Wert darauf, viele Positionen aus den eigenen Reihen zu besetzen. Wir informieren Mitarbeiter im Intranet und an schwarzen Brettern über ausgeschriebene Stellen. Das strategischen Entwicklungsprogramm „Startklar“ fördert interne Potenzialträger gezielt. Die Fachlaufbahn „EGGER STEP“ besteht bislang in den Bereichen Marketing, Logistik und IT und wird sukzessive erweitert.
Im März 2021 haben wir die dritte Runde unseres Programms Start Up EGGER für Berufseinsteiger virtuell abgeschlossen. 19 Teilnehmer aus sechs Ländern und verschiedenen Fachbereichen durchlaufen aktuell das individuelle Entwicklungsprogramm, das nach abteilungs- und länderübergreifendem Lernen gut vorbereitete und international vernetzte Mitarbeiter hervorbringen soll. Im Juni 2021 startet die achte Auflage unseres Nachwuchsführungskräfteprogrammes Startklar mit 18 internationalen Potentialträgern. Es wird bis zum Ende der Pandemie in virtuellen Trainings stattfinden.
3.3.5 Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
EGGER ist sich seiner Verantwortung als familiärer Arbeitgeber bewusst: Die Mitarbeiter des Unternehmens sind sein wertvollster Bestandteil – entsprechend achten wir auf das Wohl und die Gesundheit unserer Mitarbeiter.
Die
Unfallzahlen
im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten im Vergleich zum Vorjahr wieder
um ca. 30 %
gesenkt werden. Diese Entwicklung bestätigt uns darin, dass sich der gesteigerte Fokus auf Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in den vergangenen zwei Jahren bezahlt macht. Unsere „Vision Zero“, die Vermeidung schwerer Arbeitsunfälle, spornt uns zu weiteren Verbesserungen an.
Wir haben im abgelaufenen Geschäftsjahr viele
Schulungen zur Sensibilisierung
durchgeführt. Daran halten wir weiter fest – ein Kulturwandel braucht Zeit. Die Intensiv-Trainings für Führungskräfte (Safety Leadership Induction Workshops) wurden großteils absolviert und laufen weiter. Darüber hinaus haben wir für alle Mitarbeiter ein E-Learning eingeführt. Knapp 2.000 Mitarbeiter konnten bereits online zum Thema Arbeitssicherheit geschult werden.
Was den
Gesundheitsschutz unserer Mitarbeiter während der Corona-Pandemie
betrifft, so haben wir bei EGGER sehr rasch und umfangreich Schutzmaßnahmen ergriffen. Wir haben Krisenteams auf den Ebenen der Gruppe, Divisionen und Werke eingerichtet. Diese Teams waren verantwortlich dafür, staatlich vorgegebene und selbst entwickelte Maßnahmen in den Betrieben umzusetzen und auf veränderte Bedingungen schnell zu reagieren. Alle Mitarbeiter wurden laufend und transparent über aktuelle Entwicklungen informiert. Die Arbeitsbedingungen wurden so angepasst, dass die Mitarbeiter bestmöglich geschützt werden konnten. Abstandsregelungen, Hygienemaßnahmen und die Schaffung von ständigen Teams zur Minimierung der Kontakte waren Kernelemente. Bürotätigkeiten wurden soweit als möglich ins Homeoffice verlegt.
Wir waren dabei stets bestrebt, die höchstmöglichen Sicherheitsstandards anzuwenden. Einige Maßnahmen wurden bereits frühzeitig und für die gesamte Unternehmensgruppe umgesetzt, noch bevor sie von einzelnen nationalen Regierungen als verpflichtend definiert wurden. So stellt EGGER schon seit Anfang 2021 an allen Standorten
kostenlose FFP2-Masken
zur Verfügung. Zudem wurden in allen Werken umfassende
Corona-Schnelltestmöglichkeiten
geschaffen, von denen Mitarbeiter in ihrer Arbeitszeit Gebrauch machen können. So wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr gruppenweit rund 62.000 Tests durchgeführt. Die Zahl von Ansteckungen in den Werken konnte mit all diesen Maßnahmen durchwegs gering gehalten werden.
Unser Engagement für die Gesundheit unserer Mitarbeiter wurde in Österreich mit dem Gütesiegel für Betriebliche Gesundheitsförderung bestätigt. In Hexham (UK) erhielten wir für unser Gesundheitsmanagement zum dritten Mal in Folge den Better Health at Work Award und für unseren schottischen Standort Barony (UK) konnten wir den Gold Award – Health Working Live erlangen.
3.4 Gesellschaft
Im Einklang mit unseren festen Grundwerten respektieren wir die Sitten und Gebräuche der Länder, in denen das Unternehmen tätig ist. Dabei integriert sich das Familienunternehmen EGGER in das Leben des jeweiligen Umfeldes und fördert den Einsatz von qualifizierten Mitarbeitern und Führungskräften aus den Regionen der Standorte.
Unsere Werke haben zudem langfristig durch die Einbindung lokaler Zulieferunternehmen und der lokalen Infrastruktur, wie Hotels und Restaurants, einen positiven Einfluss auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung am jeweiligen Standort.
Wir wollen aktive Mitglieder der jeweiligen Gemeinschaften sein und nehmen daher unsere gesellschaftliche Verantwortung gezielt auf lokaler Ebene wahr. In diesem Zusammenhang engagieren wir uns für die Bereiche Gesundheit, Soziales, Bildung und Umweltschutz. Je nach den lokalen Gegebenheiten setzen wir an unseren Standorten verschiedenste Maßnahmen zur Förderung und Verbesserung der Lebensqualität in den Regionen.
Bereits seit 2010 schlagen wir mit der Initiative „
EGGER läuft
“ eine Brücke zwischen dem Gesundheitsmanagement für unsere Mitarbeiter und sozialem Engagement in den Regionen unserer Werksstandorte. Für jeden erlaufenen Kilometer spenden wir 5 Euro an gemeinnützige Organisationen. Die Freude am Sport und das Bewusstsein, dass man jemandem helfen kann, stehen bei diesem Projekt im Vordergrund.
Im Jahr 2020 wurden aufgrund der Pandemie
zwei digitale „EGGER läuft“-Veranstaltungen
durchgeführt.
Die Teilnehmer waren via Laufapp verbunden und konnten so die Leistungen ihrer Kollegen verfolgen, obwohl alle Läufer an unterschiedlichen Orten überall in der Welt teilnahmen. Dies sorgte für Teamgeist trotz Distanz. Bei den beiden virtuellen Läufen haben unsere Mitarbeiter mehr als 14.000 Kilometer zurückgelegt und eine Spendensumme von 70.800 EUR erzielt. Insgesamt konnte
im vergangen Jahr
über das Programm
„EGGER läuft“
eine Spendensumme
von rund 137.455 EUR für den guten Zweck „erlaufen“ werden. Die so generierten Spenden wurden jeweils an loklae Organisationen oder Bedürftige übergeben.
Darüber hinaus haben wir auch im Geschäftsjahr 2020/21 umfangreiche Spenden-Aktivitäten in den Bereichen Gesundheit, Soziales, Bildung und Umweltschutz mit Fokus auf lokale Bedarfe durchgeführt, darunter zum Beispiel die Unterstützung von Krankenhäusern (Rădăuţi, RO), die Unterstützung von Organisationen für Menschen mit Lernschwäche und Demenz (Hexham, UK), die Fortsetzung der Rekonstruktion des Stadtparks (Gagarin, RU), die Ausstattung von Schulen (Rădăuţi, RO) sowie etwa der Ankauf von Vogelnistkästen für lokale Wälder (Biskupiec, PL).
Seit dem Ausbruch der
Corona-Pandemie
im Frühjahr 2020 haben wir außerdem gezielt Unterstützung für lokale
Gesundheitseinrichtungen
geleistet und spendeten etwa Krankenhäusern, Gesundheitsdiensten und Schulen an unseren Standorten in Polen, Russland, Rumänien und der Türkei Schutzausrüstungen (Masken und Gesichtsschilder sowie Schutzbekleidung) und Desinfektionsmittel sowie stellten auch Gelder für besondere Bedarfe bereit.
Mit Sach- und Geldspenden unterstützen wir also ausgewählte Projekte, die jeweils den Kriterien der Nachhaltigkeit entsprechen und einen unserer Compliance-Guideline für Spenden und Sponsoring entsprechenden Verwendungszweck aufweisen müssen. Insgesamt haben wir für
Spenden und Sponsoring
im abgelaufenen Geschäftsjahr 1.526,8 TEUR (Vorjahr: 937,4 TEUR) aufgewendet. Für Details zu unserem Beitrag für die lokalen Gemeinschaften sowie zur regionalen Wertschöpfung verweisen wir auf den aktuellen Nachhaltigkeitsbericht ab Seite 138.
Darüber hinaus halten wir normalerweise an unseren Standorten
Tage der offenen Tür
sowie Familien- und Gesundheitstage ab, bei denen die Familien unserer Mitarbeiter und auch die breitere Öffentlichkeit die Gelegenheit haben, hinter die Kulissen zu blicken, EGGER besser kennenzulernen und so eine persönliche Beziehung zum Unternehmen und zu den Kolleginnen und Kollegen aufzubauen. Leider mussten wir dieses Besucherprogramm aufgrund der Pandemie im vergangenen Jahr aussetzen, wir hoffen aber, es bald wieder aufnehmen zu können.
4 Innovation, Forschung und Entwicklung
4.1 Innovationsmanagement als Bestandteil der Unternehmensstrategie
„Neuentwicklungen und insbesondere die Weiterentwicklung unserer Produkte, Prozesse und Services orientieren sich maßgeblich am Kundennutzen und sind damit die Basis für unsere langfristige Ertragskraft.“ Diese Formulierung aus dem EGGER Unternehmensleitbild betont Innovation als eine wesentliche Säule zur Erreichung der Vision von EGGER und entsprechend wird dem Innovationsprozess eine hohe strategische Bedeutung zuerkannt.
Die Ideenfindung, deren Dokumentation und die organisatorische Abwicklung von Innovationsprojekten bis hin zur Markteinführung folgen bei EGGER einem klar definierten, strukturierten
Innovationsprozess,
der als solcher im Unternehmen fest verankert ist. Für die Umsetzung arbeiten die verschiedenen Bereiche des Produktmanagements und der Competence Center eng zusammen. Die zentral organisierten
Competence Center
konzentrieren sich dabei auf die Produkt- und Verfahrensentwicklungen sowie die Produktivitätssteigerung bzw. die Optimierung der Produktionsanlagen hinsichtlich Kosten, Energie- und Rohstoffverbrauch. Das
Produktmanagement
definiert im Rahmen des Innovationsprozesses die wesentlichen Produktanforderungen und unterstützt den Vertrieb bei der Markteinführung. Von der Festlegung entsprechender Verkaufspreise über die Produktschulung bis hin zur Konzeption des Marketingpaketes zusammen mit den lokalen Marketingteams begleitet das Produktmanagement den Prozess nicht nur in der Phase der Produktentwicklung, sondern verantwortet auch den Auslauf am Ende des Produktlebenszyklus.
Wir verfügen damit über ein
Innovationsmanagementsystem.
Es sind innerhalb der Produktmanagement-Bereiche Möbel und Innenausbau, Bauprodukte und Fußboden sowie in der Competence-Center-Organisation alle Gremien besetzt, die im Innovationsprozess verantwortlich zeichnen. Um die Effizienz im Innovationsmanagement noch weiter zu steigern, haben wir das EGGER-InnoCockpit geschaffen. Das InnoCockpit ist eine Plattform auf SharePoint-Basis, die es uns ermöglicht, alle im Innovationsmanagement involvierten Personen transparent und zielgerichtet informiert zu halten, Projekte zu planen und zu dokumentieren und, soweit sinnvoll, manuelle administrative Tätigkeiten durch automatische Workflows zu ersetzen. Das Inno Cockpit wird so zu dem wesentlichen Steuerungstool für das EGGER IMS.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/21 wurden 41 F&E und Innovationsprojekte bearbeitet. 7 davon konnten abgeschlossen werden, 6 wurden gestartet.
Die Competence-Center(CC)-Organisation ist in die folgenden zwei Gruppen mit untergeordneten Fachbereichen gegliedert:
Technische Gruppenstandards:
-
l CC Dekorative Oberflächen
-
l CC Holzwerkstoffe
-
l CC Produktionstechnik
-
l CC Fußboden
-
l CC Instandhaltung
Technische Rahmenbedingungen:
-
l CC Chemie
-
l CC Forschung & Entwicklung
-
l CC Produkte
-
l CC Umwelt und technisches Recht
Der Fokus des Bereichs Technische Gruppenstandards liegt auf der Implementierung von technischen Standards über die gesamte EGGER Gruppe. Die Competence Center aus dem Bereich Technische Rahmenbedingungen sind für jene Maßnahmen verantwortlich, die sich aus rechtlichen Rahmenbedingungen und der strategischen Weiterentwicklung der EGGER Gruppe ergeben.
4.2 Produkt-, Prozess- und Serviceinnovation
EGGER konzentriert sich im Rahmen des Innovationsprozesses vor allem auf definierte Innovationsfelder in den Bereichen Produkte, Prozesse und Services.
Produkte:
-
Dekore und Strukturen – Optik und Haptik
-
Technische Eigenschaften und Verarbeitung (Gewichtsreduktion, Verlegung und Montage, Standzeiten, …)
-
Funktionale Werkstoffe und Oberflächen (Brandverhalten, Anti-Fingerprint, Insekten- und Schimmelschutz)
Prozesse:
-
Umwelt und Emissionen
-
Rohstoffe und Ressourceneffizienz
-
Technologie und Produkte
-
Smart Factory
Services:
-
Digitalisierung (Datenmanagement, Simulation, Visualisierung)
-
Planungstools, interaktive Angebote
Von der Ideengenerierung über die Beurteilung und Entscheidung bis hin zur endgültigen Freigabe sind definierte Hierarchieebenen verantwortlich. Drei Mal jährlich werden F&E und Innovationsprojekte von der Gruppenleitung freigegeben bzw. wird diese über den Status der laufenden Projekte informiert.
Im Geschäftsjahr 2020/21 wurden insgesamt 7,4 Mio. EUR (Vorjahr: 8,6 Mio. EUR) für F&E sowie Innovation aufgewendet. Unsere Mitarbeiter wendeten dabei rund 22.000 Stunden (Vorjahr: ca. 31.000 Stunden) für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten auf.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden sechs prioritäre Patentanmeldungen durchgeführt. Aktuell werden weltweit ca. 2.570 Patente (erteilt sowie angemeldet) sowie
ca. 1.260 Marken gehalten. Die Verwaltung und Betreuung der verschiedenen gewerblichen Schutzrechte wird zentral von der Patent- und Markenabteilung durchgeführt.
Die Zusammenarbeit mit externen Forschungspartnern ist ein wesentlicher Bestandteil im Rahmen der F&E-Aktivitäten. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Bereichen Rohstoffaufbereitung, Optimierung der Beschichtungssysteme, neue Bindemitteltechnologien und verbesserte Produktionsverfahren. Manche der Entwicklungsvorhaben sind auch durch Mittel der öffentlichen Hand kofinanziert. In regelmäßig stattfindenden Workshops wird der Austausch mit ausgewählten Lieferanten und Kunden gepflegt. Dabei werden Produkt- und Technologietrends auf ihre möglichen Auswirkungen auf Produkte, Fertigungsprozesse und Dienstleistungen hin evaluiert.
4.3 Schwerpunkte der Forschung und Entwicklung
Die behandelten F&E-Themen betreffen vornehmlich die nachstehend beschriebenen Bereiche.
Forschungsschwerpunkt „Umwelt und Emissionen“
Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts Umwelt und Emissionen werden Möglichkeiten erforscht, Produkte sowie Produktionsprozesse hinsichtlich ihrer Umweltverträglichkeit und insbesondere hinsichtlich ihres Emissionsverhaltens bzw. ihrer Emissionsbelastung zu verbessern. Im Bereich der Produkte werden das Fertigprodukt und darüber hinaus der gesamte Lebenszyklus inklusive seiner Wiederverwertung betrachtet. Bezüglich der Produktionsprozesse stehen sämtliche umwelt- und emissionsrelevanten Prozessschritte, wie Trocknung, Presse, Kraftwerk,
Imprägnierung und Beschichtung, im Fokus der Forschungsarbeiten.
Forschungsschwerpunkt „Rohstoffe und Ressourceneffizienz“
Der Forschungsschwerpunkt Rohstoffe und Ressourceneffizienz konzentriert sich auf die bestmögliche Auswahl und Nutzung der eingesetzten Vormaterialien und Betriebsmittel. Neben dem Rohstoff Holz und möglicher anderer nachwachsender Rohstoffe, die für die Holzwerkstoffherstellung eingesetzt werden können, werden in diesem Bereich auch neuartige Bindemittel und Beschichtungsmaterialien erforscht. Bei der Optimierung der eingesetzten Betriebsmittel liegt der Fokus auf der möglichst ressourcenschonenden Betriebsmöglichkeit von Produktionsanlagen und dem höchstmöglichen Wirkungsgrad von Energieerzeugungsanlagen.
Forschungsschwerpunkt „Technologie und Produkte“
Die Forschungsarbeiten des Schwerpunktes Technologie und Produkte konzentrieren sich auf die Erarbeitung neuartiger Holzwerkstoffprodukte und deren Möglichkeiten zur Veredelung, wie auch auf neuartige Produktionsprozesse, die eine wirtschaftlichere Herstellung oder Produkte mit neuen Eigenschaften ermöglichen. Beispiele dafür sind etwa besondere Plattenhybride oder gewichtsreduzierte Holzwerkstoffplatten ebenso wie Produktionstechnologien, die neuartige Methoden wie Digitaldruck, Laserschweißen, elektronische Bildverarbeitung oder Plasmabehandlung nutzen.
Forschungsschwerpunkt „Smart Factory“
Sämtliche Forschungsarbeiten, deren Schwerpunkt die Nutzung digitaler Systeme zur Verbesserung der Planbarkeit, Führung und Darstellung innerbetrieblicher Prozesse ist oder die den digitalen Datenaustausch mit Lieferanten und Abnehmern erweitern oder verbessern, sind Inhalt des Forschungsschwerpunktes „Smart Factory“.
Aufgrund der Corona-Pandemie wurden einzelne Vorhaben ruhend gestellt oder nicht begonnen. Im Laufe des Jahres konnten alle diese Projekte gestartet beziehungsweise wieder aufgenommen werden.
5 Risikomanagement
5.1 EGGER Risikomanagementsystem
Unternehmerische Tätigkeiten sind immer mit Chancen und Risiken verbunden. Die wesentlichen Ziele des Risikomanagementsystems sind die Sicherstellung des Unternehmensbestands sowie die Erreichung unserer gesteckten Zielsetzungen. Unser Risikomanagementsystem ist daher ein klarer Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und unseres Wertmanagements.
Zentrale Bestandteile des Risikomanagementsystems sind ein systematisiertes Risikocontrolling sowie das interne Kontrollsystem (IKS), welches im Wesentlichen gruppenweite Richtlinien und Standards, die externe Prüfung durch Wirtschaftsprüfer, unsere regelmäßigen internen Audits und ein einheitliches Berichtswesen sowie Planungs- und Controlling-Prozess umfasst.
5.2 Finanzielle Risiken und allgemeine operative Risiken
Hinsichtlich der Risikopolitik des Unternehmens wird auf den Risikobericht im Anhang verwiesen, der im Rahmen des Risikocontrollings von EGGER erstellt wurde und in dem spezifische Risiken, wie Finanz-, Markt-, Beschaffungs-, Produktions- und Investitionsrisiken, detailliert beschrieben werden.
5.3 Internes Kontrollsystem (IKS)
Bei EGGER wird das interne Kontrollsystem als Bestandteil des Risikomanagementsystems gesehen. Es unterstützt die Wirtschaftlichkeit der betrieblichen Prozesse, sichert die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und wahrt die Einhaltung maßgeblicher gesetzlicher Vorschriften mit dem Ziel der Schadensvermeidung bzw. -reduzierung für das gesamte Unternehmen.
Wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess:
5.3.1 Gruppenweit einheitliche und verbindliche Richtlinien
Grundlage für das interne Kontrollsystem (IKS) sind gruppenweit einheitliche Richtlinien und Prozessstandards, deren Umsetzung und Einhaltung gemäß der dezentralen Struktur bei EGGER in der Verantwortung des jeweils zuständigen lokalen Managements liegt. Gruppenweit gültige Richtlinien werden regelmäßig durch einen Prozessverantwortlichen auf ihre Gültigkeit hin überprüft und gegebenenfalls aktualisiert. Deren Einhaltung wird bei internen Audits durch die Prozessverantwortlichen überprüft.
Die Grundlage für den Umgang und das Auftreten gegenüber Lieferanten und Dienstleistern im Bereich aller Einkaufsorganisationen bildet ein gruppenweit für alle Mitarbeiter gültiger und auf unserer Webseite abrufbarer Code of Conduct:
www.egger.com/compliance.
5.3.2 Externe Prüfung durch Wirtschaftsprüfer
Die Jahresabschlüsse der prüfungspflichtigen Gesellschaften und der Konzernabschluss werden durch unabhängige Wirtschaftsprüfer geprüft, welche durch ihr internationales Netzwerk einheitliche Prüfungsstandards garantieren und eine vollständige und effiziente Prüfung der Jahresabschlüsse sicherstellen.
5.3.3 IKS Schwerpunktprüfungen
Jährlich wird im Rahmen der Gruppenprüfung durch den Wirtschaftsprüfer schwerpunktmäßig ein Unternehmensbereich auf ordnungsgemäße Einhaltung des IKS untersucht. Im aktuellen Geschäftsjahr 2020/21 wurde der Bereich Asset und Investment gruppenweit überprüft. Folgende interne Kontrollbereiche wurden in den vergangenen Jahren analysiert:
-
Steuern
-
Anlagenmanagement und Investitionsprozess
-
Bestands- und Lagermanagement / Inventur
-
Debitorenmanagement, Kundenkreditmanagement
-
Beschaffung, IT General Controls
-
Treasury, ausgewählte IT-Prozesse
-
Personalwesen/Lohn- und Gehaltsverrechnung
-
Vertriebsorganisation
-
Transferpreise und deren Dokumentation
-
Controlling
-
Beschaffung
-
Personalwesen
-
O2C (Order to Cash)
-
Logistik
-
Asset und Investment
5.3.4 EGGER internes Audit
Weiterer Bestandteil des internen Kontrollsystems sind regelmäßig stattfindende interne Audits, bei denen Experten aus den Gruppenstäben die Prozesse entlang der Wertschöpfungskette gemeinsam mit den lokalen Fachabteilungen analysieren und prüfen. Dadurch können Prozesse optimiert und die Einhaltung von Gruppenstandards und -richtlinien, die Ordnungsmäßigkeit von Aufgabenerfüllungen und die Wirtschaftlichkeit von Prozessen sichergestellt werden.
5.3.5 Überwachung, Berichtswesen, Planungs- und Controllingprozess
EGGER hat gruppenweit ein einheitliches Enterprise-Resource-Planning(ERP)-System (SAP) im Einsatz, welches die Umsetzung von einheitlichen Standards und Prozessen im Rechnungswesen deutlich erleichtert und auch eine effiziente Überprüfung durch die interne zentrale IT sowie die externe Prozessprüfung durch z. B. Wirtschaftsprüfer ermöglicht.
Ferner ist bei EGGER ein gruppenweit einheitliches Closing Cockpit etabliert, welches die Monats- und Jahresabschlussprozesse unterstützt und alle Prozessschritte automatisch dokumentiert. Dieses ermöglicht auch eine zentrale Kontrolle des jeweiligen Abschlussstands.
Weitere Überwachungsmaßnahmen bilden einerseits automatisierte IT-Prozesskontrollen und Genehmigungs- und Rollenkonzepte sowie andererseits organisatorische Regelungen wie das „Vier-Augen-Prinzip“, die Trennung von Verwaltungs-, Ausführungs-, Abrechnungs- und Genehmigungsfunktionen.
Ein gruppenweit standardisiertes monatliches Berichtswesen sowie ein integrierter Planungs- und Controllingprozess sind zentrale Bestandteile des internen Kontrollsystems. In regelmäßigen Intervallen werden auf Werks-, Divisions- und Gruppenebene die Unternehmens- und Risikoentwicklung dokumentiert sowie Soll-Ist-Abweichungen analysiert und in die operative bzw. strategische Entscheidungsfindung integriert. Die vollständige Harmonisierung von internem und externem Rechnungswesen ermöglicht eine monatliche Abstimmung für das gesamte Berichtswesen und eine gemeinsame Datenbasis für alle internen Entscheidungsfindungen auf jeder Ebene.
Der Prozess der Konzernabschlusserstellung basiert auf einer zentralen, regelmäßig aktualisierten Bilanzierungsrichtlinie, welche für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen verbindlich ist und, auf den Rechnungslegungsprozess bezogen, die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS festhält.
Neben der laufenden Überprüfung durch unabhängige Wirtschaftsprüfer wurde der Konzernabschluss zum 30.04.2018 durch ein OEPR-Verfahren überprüft und ohne Fehlerfeststellung abgeschlossen.
Der operative Planungsprozess erfolgt auf Basis einer quartalsweisen rollierenden Planung, um den steigenden Marktschwankungen im Absatz- und Einkaufsbereich aktiv und zeitnah gegensteuern zu können. Die rollierende Planung erlaubt uns, auf Basis ständig aktualisierter und mit den vorhandenen Kapazitäten abgestimmter Absatzmengen sowie aktueller Preisentwicklungen auf Absatz- und Einkaufsseite jedes Quartal die Ergebnissituation für fünf Quartale im Voraus zu planen und so auf sich ändernde Marktsituationen zu reagieren.
Ferner gehen die operativen Planergebnisse in eine im Planungssystem integrierte, automatisierte, monatliche, direkte und währungsdifferenzierte Cashflow-Planung sowie in die ebenfalls im selben System umgesetzte jährlich aktualisierte Fünf-Jahres-Mittelfristplanung ein.
Wir möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die Auswirkungen der globalen Corona-Pandemie sowie die Maßnahmen, die von EGGER getroffen wurden, um die daraus resultierenden negativen wirtschaftlichen Effekte zu minimieren, im Anhang unter Punkt 3 Risikobericht detailliert erläutert werden.
6 Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht
6.1 Wesentliche Risiken, Chancen und Ungewissheiten
Derzeit sind keine Risiken, die den Bestand der EGGER Gruppe gefährden könnten, erkennbar. EGGER identifiziert, bewertet und steuert Risiken laufend im bestehenden Risikomanagementsystem innerhalb der festgelegten risikopolitischen Grundsätze.
6.2 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Zum 1. Mai 2021 wurde die Division EGGER Building Products neu eingerichtet. Sie bündelt die Herstellung und Vermarktung von Bauprodukten und umfasst sämtliche Aktivitäten der OSB-Werke Wismar (DE) und Radauti (RO) sowie des Sägewerks Brilon (DE) und die weltweite Vermarktung der Produktgruppen Schnittholz, OSB und DHF. Diese neue Organisation wurde gewählt, um bestmöglich für weiteres Wachstum im Bereich Bauen mit Holz im Kernmarkt Europa und darüber hinaus aufgestellt zu sein
und gemeinsam mit Holzbau-Kunden zukunftsfähige Lösungen für die drängenden Wohn- und Objektbaufragen unserer Zeit zu entwickeln. Die Division wird von einem CEO geführt, an den die weiteren Führungsfunktionen (CEO Sägewerk, Kaufmännische Leitung, Vertriebs-, Marketing- und Produktmanagement-Leitungen) berichten.
Darüber hinaus gab es nach dem Bilanzstichtag keine Vorgänge von besonderer Bedeutung.
6.3 Voraussichtliche Entwicklung / Ausblick
Nach einem Rückgang des BIP im Jahr 2020 um weltweit –3,3 %, geht der IWF von einem Wachstum von +6,0 % im Jahr 2021 aus, somit von einer Steigerung von +2,6 % im Vergleich zu 2019. Diese prognostizierte Entwicklung ist einerseits von Schwellen- und Entwicklungsländern (allen voran China), andererseits auch von einem deutlichen Wachstum in den USA getrieben, während Europa und auch Lateinamerika erst 2022 wieder auf das Niveau von 2019 zurückkommen werden. Für 2022 rechnet der IWF mit einem weiteren starken Wirtschaftswachstum von +4,4 % weltweit, danach mit +3,5 % in 2023 bzw. +3,4 % in 2024, wobei allgemein betont wird, dass dieser Ausblick mit hoher Unsicherheit behaftet ist.
(Quelle: WEO 2021 04)
Bezogen auf unsere Produkte beobachten wir einen
sehr starken Anstieg der Nachfrage
seit Sommer 2020, welcher alle unsere Produktkategorien betrifft und sich auch stark auf die Produktverfügbarkeit und Rohstoffpreise auswirkt. Dieser Trend hält nach wie vor an, sodass es sich dabei sicherlich nicht um Nachholeffekte handelt, sondern um effektiv gestiegenen Bedarf. Dieser ist getrieben aus verstärkter Aktivität im Sanierungsbereich und Investitionen im Wohnbau. Die Dauer dieses Nachfragehochs ist derzeit schwer abzuschätzen und könnte durch geringeres Investitionspotential im Nichtwohnbau sowie die unklare wirtschaftliche Entwicklung gebremst werden.
Entwicklung der Bauwirtschaft
Bedingt durch die Corona-Krise ist 2020 die Anzahl der Wohnbaugenehmigungen in Europa (inklusive Russland, ohne Türkei) im Vergleich zum Vorjahr um – 5 % zurückgegangen, wobei dies vor allem Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien betroffen hat. 2022 dürfte das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden. Auch 2023 wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet, getrieben durch Zuwächse in Zentralosteuropa, Großbritannien und Südwesteuropa. In der Türkei ging die Anzahl der fertiggestellten Wohnbauten zwar sehr deutlich zurück, nicht jedoch die Anzahl der Genehmigungen, die auch in den kommenden Jahren wieder deutlich steigen dürfte.
Die Auswirkungen der Corona-Krise zeigten sich im Bereich des Nicht-Wohnbaus noch wesentlich deutlicher mit einem Rückgang der genehmigten Flächen um – 8 % im Vergleich zu 2019. Mit Ausnahme von Großbritannien und weiten Teilen Osteuropas dürfte dieses Niveau auch in den nächsten Jahren nicht mehr wieder erreicht werden. Nur in Russland kam es im Krisenjahr selbst zu einem Zuwachs der genehmigten Nicht-Wohnbauflächen.
(Quelle: B+L Marktdaten)
6.4 Erwartete Ertrags-, Finanz- und Vermögenssituation
Die aktuell noch immer vorherschende globale Corona-Pandemie und die getroffenen Maßnahmen dagegen bringen für alle Wirtschaftstreibenden weiterhin Unsicherheiten mit sich. Da es leider keine verlässlichen Prognosen zur weiteren Entwicklung der Pandemie, neuer Mutationen, Impfzahlen und etwaigen weiteren lokalen Lockdown-Maßnahmen gibt, fällt eine Vorausschau derzeit schwer. Die positive Nachfrageentwicklung seit Sommer 2020 in unserer Branche zeigte jedoch, dass der Bereich Holzwerkstoffe von negativen Effekten der Krise weniger betroffen ist.
Trotz aller Unsicherheiten gehen wir bei EGGER daher von einer
stabilen Entwicklung
aus. Unsere Branche, insbesondere der Bau und der Möbelhandel, zählen zu den von der Krise weniger stark betroffenen Wirtschaftszweigen. Wir sind den jüngsten Herausforderungen sehr aktiv begegnet, konnten unsere Werke sehr schnell wieder vollständig auslasten und haben gemeinsam mit unseren Kunden den rasch wieder anspringenden Markt bestmöglich bedient.
Daher gehen wir im Geschäftsjahr 2021/22 von einer weitgehend
stabilen Entwicklung unserer Umsätze
auf hohem Niveau aus. Mit unserer hochmodernen industriellen Basis und den über die Jahre aufgebauten Produktivitätsvorteilen sind wir dafür gut aufgestellt. Unsere Erwartungen für den Produktbereich
Möbel- und Innenausbau
fallen für unsere Kernmärkte überwiegend positiv aus:
Für die Division
Decorative Products Mitte
gehen wir im Absatzkanal Handel von einer weiterhin guten Marktentwicklung aus. Im Absatzkanal Industrie bergen die nachhaltigen Auswirkungen der Corona-Pandemie weiterhin auch Chancen. Durch weiterhin verstärktes Nutzen von Homeoffice und die Fokussierung der Zivilgesellschaft auf das häusliche Privatleben steigert sich in diesem Bereich die Nachfrage.
In der Division
Decorative Products West
wird die Entwicklung zweigeteilt prognostiziert. In Großbritannien bestehen die größten Unsicherheiten. Einerseits kämpft das Land nach einer guten Corona-Entwicklung zuletzt stark mit der ansteckenderen Delta Variante des Corona-Virus. Andererseits lassen sich alle Auswirkungen des Brexit noch nicht vollumfänglich beurteilen. Wir hatten uns auf diesen jedoch gut vorbereitet und werden als lokaler Produzent in Großbritannien nicht so stark von den Auswirkungen betroffen sein. Gegebenenfalls ist mit Translationsdifferenzen durch einen Währungsverfall des Britischen Pfund zu rechnen. Auch leichte Umsatzrückgänge aufgrund eines möglichen sinkenden Konsumverhaltens in Großbritannien können nicht ausgeschlossen werden. In den Märkten Süd- und Westeuropas
gehen wir hingegen von einer stabilen, wachsenden Marktentwicklung aus, weshalb wir für unsere französischen Werke mit einem Ergebniswachstum rechnen.
Für die Division
Decorative Products Ost
rechnen wir insgesamt marktseitig mit einer stabilen Entwicklung. Wachstum sowohl im Umsatz als auch Ergebnis erwarten wir uns in dieser Division durch unser noch junges Werk in Biskupiec (PL), welches noch weitere Potentiale aufweist.
Die Division
Decorative Products Americas
wird un
s weiterhin fordern. Vor allem die hohe Inflation und der Währungsverfall des Argentinischen Peso stellen, neben der Corona-Pandemie, weiterhin eine Herausforderung für unser argentinisches Werk in Concordia dar. N
ach einem absoluten Lockdown für unsere Industrie im Frühjahr 2020 in Argentinien konnten wir uns durch eine sehr schnelle Wiederaufnahme des Betriebs gegenüber dem Wettbewerb Vorteile sichern und gehen daher von einer stabilen Entwicklung aus. Für unser neues Werk in Lexington, NC, (US) heißt es nun die errichteten Kapazitäten am nordamerikanischen Markt zu etablieren. Für das kommende Geschäftsjahr gehen wir in dieser Division von einer deutlichen Umsatzsteigerung aus. Das Ergebnis wird sich schrittweise verbessern.
Die Nachfrage nach
Fußboden
hat nach einer schwächeren Phase in den letzten Jahren zuletzt wieder zugenommen. Somit folgte auch der Bereich Laminatfußboden dem Cocooning-Trend der Corona-Pandemie, welcher den gesamten Bodenbelagsmarkt stärkte. Weiteres umsatzseitiges Wachstum erwarten wir uns in der
Division Flooring Products
aus Osteuropa und Russland.
Im
Bereich Bauprodukte
rechnen wir ebenso mit einer stabilen Entwicklung. Sowohl der OSB-Bereich als auch Sägewerksprodukte verzeichneten zuletzt eine hohe Nachfrage, welche sich noch zumindest bis zu den Wintermonaten fortsetzen sollte. Wie üblich wird saisonal bedingt die Nachfrage nach Bauprodukten im Winter nachlassen. Mittelfristig sehen wir großes Potential im Bereich Bauen mit Holz.
Durch unsere quartalsweise rollierende Planung sind wir auf die Dynamik der Märkte gut vorbereitet und werden auch kommende Herausforderungen meistern. Durch die stabile Entwicklung in unseren Kernmärkten sowie durch die Verlagerung von Mengen aus schwächeren Regionen hin zu alternativen Märkten rechnen wir gruppenweit für das kommende Geschäftsjahr 2021/22 mit einem
stabilen
Umsatz und Ergebnis
auf hohem Niveau.
Größere
Unsicherheiten
können von der weiteren Entwicklung der lokal nun unterschiedlich zu erwartenden Auswirkungen der Corona-Pandemie, von den Auswirkungen des Brexits, der politischen Situation im Nahen Osten und in der Türkei, der Währungs- bzw. Inflations- und Wirtschaftsentwicklung in Argentinien und dem Handelsstreit zwischen den USA und China und dessen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft ausgehen. Auch die Entwicklung der Rohstoffmärkte, und hier vor allem die derzeitigen Preissprünge bei Chemieprodukten, stellen ein Risiko dar. Hierbei wirken wir jedoch mit der Inbetriebnahme von zusätzlichen Veredelungskapazitäten und Investitionen zur Verbesserung der Rohstoff- und Energiesituation sowie mit ständiger Optimierung des Materialeinsatzes und der Kostenstruktur entgegen.
Um die
Marktposition
weiter zu festigen, setzen wir unverändert auf Produktvielfalt, Marktdiversifizierung und ständige Innovationen im Produkt-, Prozess- und Servicebereich. Unsere solide finanzielle Basis ermöglicht eine langfristige Lieferbeziehung mit Kunden und Lieferanten sowie weiteres stabiles Wachstum aus eigener Kraft. Wir erwarten eine volle Auslastung unserer Werke.
Diese Angaben sind
Prognosen,
die auf aktuellen Einschätzungen über zukünftige Entwicklungen der EGGER Gruppe beruhen, welche durch Unsicherheiten oder Risiken im Marktumfeld beeinflusst werden können und zu Abweichungen von den derzeitigen Einschätzungen führen können.
Konsolidierter Jahresabschluss zum 30. April 2021
der Egger Holzwerkstoffe GmbH, St. Johann in Tirol
(nach International Financial Reporting Standards (IFRS))
Grundsätze der Rechnungslegung und
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Erläuterungen zur Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung und Cashflow-Rechnung
Sonstige Angaben
Erklärung der gesetzlichen Vertreter
Bestätigungsvermerk
Konsolidierte Bilanz zum 30. April 2021
| Aktiva |
Anhang-
angaben |
30.04.2021
TEUR |
30.04.2020
TEUR |
| Sachanlagen |
(1) |
2.032.790
|
2.153.648
|
| Immaterielle Vermögenswerte |
(1) |
65.341
|
64.989
|
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien |
(1) |
459
|
471
|
| Biologische Vermögenswerte |
(2) |
2.053
|
3.427
|
| Finanzvermögen |
(3) |
19.718
|
22.105
|
| Anteile an assoziierten Unternehmen |
(4) |
37.570
|
2.470
|
| Sonstige Vermögenswerte |
(5) |
14.331
|
14.481
|
| Aktive latente Steuern |
(16) |
94.367
|
114.474
|
| Langfristiges Vermögen |
|
2.266.630
|
2.376.065
|
| Vorräte |
(6) |
429.838
|
427.500
|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
(7) |
126.346
|
83.103
|
| Sonstige Vermögenswerte |
(5) |
55.737
|
61.534
|
| Ertragsteueransprüche |
|
1.246
|
8.106
|
| Wertpapiere und Finanzvermögen |
(3) |
4.385
|
3.830
|
| Liquide Mittel |
(8) |
362.417
|
279.660
|
| Kurzfristiges Vermögen |
|
979.969
|
863.734
|
| Summe Aktiva |
|
3.246.598
|
3.239.799
|
| Passiva |
Anhang-
angaben |
30.04.2021
TEUR |
30.04.2020
TEUR |
| Stammkapital, Rücklagen |
(9, 10) |
1.154.449
|
1.023.258
|
| Hybridanleihe |
(9) |
145.557
|
148.365
|
| Nicht beherrschende Anteile |
(11) |
54.581
|
46.808
|
| Eigenkapital |
|
1.354.587
|
1.218.431
|
| Finanzverbindlichkeiten |
(12) |
1.062.900
|
1.272.215
|
| Sonstige Verbindlichkeiten |
(13) |
247
|
1
|
| Investitionszuschüsse |
(14) |
6.279
|
7.725
|
| Rückstellungen |
(15) |
173.758
|
179.934
|
| Passive latente Steuern |
(16) |
3.742
|
5.246
|
| Langfristige Schulden |
|
1.246.926
|
1.465.121
|
| Finanzverbindlichkeiten |
(12) |
131.002
|
205.263
|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
(17) |
285.910
|
215.058
|
| Sonstige Verbindlichkeiten |
(13) |
159.523
|
118.750
|
| Investitionszuschüsse |
(14) |
1.478
|
1.247
|
| Ertragsteuerverbindlichkeiten |
|
65.237
|
14.454
|
| Rückstellungen |
(18) |
1.936
|
1.474
|
| Kurzfristige Schulden |
|
645.086
|
556.247
|
| Summe Passiva |
|
3.246.598
|
3.239.799
|
Konsolidierte Gewinn- und Verlustrechnung Geschäftsjahr 2020/21
|
Anhang-
angaben |
2020/21
TEUR |
2019/20
TEUR |
| Umsatzerlöse |
(19) |
3.082.837
|
2.831.470
|
| Sonstige betriebliche Erträge |
(20) |
45.398
|
31.891
|
| Bestandsveränderungen |
|
–695 |
–6.436 |
| Aktivierte Eigenleistungen |
|
10.836
|
15.649
|
| Materialaufwand |
(21) |
–1.487.188 |
–1.451.084 |
| Personalaufwand |
(22) |
–516.591 |
–493.305 |
| Abschreibungen |
(1) |
–240.622 |
–211.939 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen |
(23) |
–512.265 |
–503.815 |
| Betriebsergebnis |
|
381.711
|
212.430
|
| Finanzierungsaufwendungen |
(24) |
–20.232 |
–18.016 |
| Sonstiges Finanzergebnis |
(24) |
4.521
|
773
|
| Ergebnis aus Finanzinvestitionen |
(25) |
3.407
|
–414 |
| Ergebnis aus assoziierten Unternehmen |
(26) |
940
|
–1.652 |
| Ergebnis vor Steuern |
|
370.346
|
193.121
|
| Ertragsteuern |
(16) |
–115.491 |
–36.416 |
| Jahresergebnis |
|
254.855
|
156.706
|
| davon nicht beherrschende Anteile |
|
9.252
|
5.845
|
| davon auf Hybridanleihebesitzer entfallender Anteil |
|
7.299
|
7.313
|
| davon Ergebnis der Muttergesellschaft |
|
238.304
|
143.548
|
| Summe |
|
254.855
|
156.706
|
Konsolidierte Gesamtergebnisrechnung Geschäftsjahr 2020/21
|
Anhang-
angaben |
2020/21
TEUR |
2019/20
TEUR |
| Neubewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer
nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses |
(15) |
7.388
|
–1.844 |
| Posten, die anschließend nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden |
|
7.388
|
–1.844 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen |
|
–99.871 |
–63.492 |
| Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn
oder Verlust umgegliedert werden |
|
–99.871 |
–63.492 |
| Im sonstigen Ergebnis berücksichtigte Ergebnisse nach Steuern |
(27) |
–92.482 |
–65.336 |
| Jahresergebnis nach Steuern |
|
254.855
|
156.706
|
| Gesamtergebnis der Periode |
|
162.372
|
91.370
|
| davon nicht beherrschende Anteile |
|
9.267
|
5.914
|
| davon auf Hybridanleihebesitzer entfallender Anteil |
|
7.299
|
7.313
|
| davon Gesamtergebnis der Muttergesellschaft |
|
145.806
|
78.143
|
| Summe |
|
162.372
|
91.370
|
Konsolidierte Cashflow-Rechnung Geschäftsjahr 2020/21
|
Anhang-
angaben |
2020/21
TEUR |
2019/20
TEUR |
| Ergebnis vor Steuern |
|
370.346
|
193.121
|
| Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte |
(1) |
240.622
|
211.939
|
| Abschreibungen und Bewertungen vom Finanzvermögen |
|
–3.696 |
–1.495 |
| Zinsergebnis |
(24) |
17.978
|
16.845
|
| Verbrauch aus Investitionszuschüssen |
(20) |
–1.944 |
–1.273 |
| Ergebnis aus Anlagenabgängen |
|
494
|
57
|
| Ergebnis aus assoziierten Unternehmen |
|
–940 |
1.652
|
| Veränderungen der langfristigen Rückstellungen |
|
571
|
–4.648 |
| Nettozahlung Ertragsteuern |
|
–38.523 |
–46.172 |
| Cashflow aus dem Ergebnis |
|
584.908
|
370.026
|
| Veränderungen der Vorräte |
|
–19.668 |
–21.446 |
| Veränderungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
|
–51.558 |
4.973
|
| Veränderungen der sonstigen Vermögenswerte |
|
6.936
|
8.996
|
| Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
|
99.097
|
–30.560 |
| Veränderungen der sonstigen Verbindlichkeiten |
|
27.178
|
–2.572 |
| Veränderungen der kurzfristigen Rückstellungen |
|
505
|
40
|
| Cashflow aus der Veränderung des Nettoumlaufvermögens |
|
62.490
|
–40.569 |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit |
|
647.398
|
329.457
|
| Auszahlungen für Investitionen in langfristiges Sachanlagevermögen |
(1) |
–208.005 |
–504.305 |
| Auszahlungen für Investitionen in langfristiges immaterielles Vermögen |
(1) |
–1.335 |
–2.187 |
| Auszahlungen für den Erwerb von assoziierten Unternehmen |
|
–40.441 |
0
|
| Erhaltene Ausschüttungen von assoziierten Unternehmen |
|
7.888
|
0
|
| Auszahlungen für Investitionen in das Finanzvermögen |
|
–3.433 |
–1.729 |
| Einzahlungen aus Abgängen des Finanzvermögens |
|
9.007
|
789
|
| Einzahlungen aus den Anlagenabgängen |
|
3.287
|
2.429
|
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit |
|
–233.032 |
–505.003 |
| Tilgung Anleihe EGGER 2012–2019 |
|
0
|
–150.000 |
| Rückkauf Hybridanleihe |
|
–2.924 |
0
|
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten |
|
50.002
|
284.738
|
| Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten / Leasingverbindlichkeiten |
|
–333.520 |
–87.424 |
| Gezahlte Zinsen |
|
–15.328 |
–13.954 |
| Erhaltene Zinsen |
|
732
|
1.143
|
| Einzahlungen nicht beherrschender Anteilseigner |
|
0
|
259
|
| Ausschüttung |
|
–16.081 |
–12.500 |
| Zinszahlung Hybridanleihe |
|
–7.299 |
–7.313 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit |
|
–324.418 |
14.949
|
| Nettoveränderung von liquiden Mitteln |
|
89.948
|
–160.597 |
| Konsolidierungskreisbedingte Veränderungen der liquiden Mittel |
|
–249 |
0
|
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf die liquiden Mittel |
|
–6.942 |
–4.277 |
| Liquide Mittel am Beginn des Geschäftsjahres |
|
279.660
|
444.534
|
| Liquide Mittel am Ende des Geschäftsjahres |
|
362.417
|
279.660
|
Entwicklung des Eigenkapitals zum 30. April 2021
|
Stamm-
kapital
TEUR |
Hybridanleihe
TEUR |
Rücklagen
TEUR |
Unter-
schiede aus Währungsumrechnung
TEUR |
Beherrschende Anteile
TEUR |
Nicht beherrschende Anteile
TEUR |
Summe
TEUR |
| Stand am 30.04.2019 |
11.509
|
148.365
|
1.246.251
|
–300.145 |
1.105.980
|
40.718
|
1.146.698
|
| Jahresergebnis |
0
|
0
|
150.860
|
0
|
150.860
|
5.845
|
156.706
|
| Sonstiges Ergebnis |
0
|
0
|
–1.911 |
–63.493 |
–65.404 |
69
|
–65.336 |
| Gesamtergebnis der Periode |
0
|
0
|
148.949
|
–63.493 |
85.456
|
5.914
|
91.370
|
| Zugang / Abgang nicht beherrschende Anteile |
0
|
0
|
0
|
0
|
0
|
175
|
175
|
| Ausschüttung |
0
|
0
|
–12.500 |
0
|
–12.500 |
0
|
–12.500 |
| Zinszahlung Hybridanleihe |
0
|
0
|
–7.313 |
0
|
–7.313 |
0
|
–7.313 |
| Stand am 30.04.2020 |
11.509
|
148.365
|
1.375.387
|
–363.638 |
1.171.623
|
46.808
|
1.218.431
|
| Jahresergebnis |
0
|
0
|
245.603
|
0
|
245.603
|
9.252
|
254.855
|
| Sonstiges Ergebnis |
0
|
0
|
7.374
|
–99.871 |
–92.497 |
15
|
–92.482 |
| Gesamtergebnis der Periode |
0
|
0
|
252.977
|
–99.871 |
153.106
|
9.267
|
162.372
|
| Rückkauf Hybridanleihe |
0
|
–2.808 |
–116 |
0
|
–2.924 |
0
|
–2.924 |
| Zugang / Abgang nicht beherrschende Anteile |
0
|
0
|
0
|
0
|
0
|
87
|
87
|
| Ausschüttung |
0
|
0
|
–14.500 |
0
|
–14.500 |
–1.581 |
–16.081 |
| Zinszahlung Hybridanleihe |
0
|
0
|
–7.299 |
0
|
–7.299 |
0
|
–7.299 |
| Stand am 30.04.2021 |
11.509
|
145.557
|
1.606.449
|
–463.509 |
1.300.006
|
54.581
|
1.354.587
|
Anhang zum konsolidierten Jahresabschluss zum 30. April 2021
1 Grundsätze der Rechnungslegung und Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
1.1 Das Unternehmen
Die Egger Holzwerkstoffe GmbH mit ihren Tochtergesellschaften ist eine führende Produzentin und Anbieterin von Holzwerkstoffen.
Die Geschäftsaktivitäten an den 20 Produktionsstandorten erstrecken sich vorwiegend auf die Bereiche:
-
Erzeugung von und Handel mit Trägermaterialien aus Holzwerkstoffen (Span-, OSB-, MDF-, HDF-, Kompakt- und Leichtbauplatten) sowie Kanten und Schichtstoffen.
-
Erzeugung von und Handel mit Laminat-, Comfort- und Designfußböden.
-
Erzeugung von und Handel mit Schnittholz.
Der Sitz der Gesellschaft ist in
Weiberndorf 20, 6380 St. Johann in Tirol, Österreich
.
Der konsolidierte Jahresabschluss umfasst das Mutterunternehmen Egger Holzwerkstoffe GmbH, St. Johann in Tirol, und die von ihr beherrschten Tochtergesellschaften.
1.2 Grundsätze der Rechnungslegung
Der vorliegende Jahresabschluss zum 30. April 2021 wurde gemäß § 245a UGB in Übereinstimmung mit sämtlichen vom International Accounting Standards Board (IASB) formulierten, von der Europäischen Union übernommenen und für den am Bilanzstichtag verpflichtend anzuwendenden International Accounting Standards (IAS) und International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committees (IFRIC bzw. SIC) aufgestellt.
Der Konzernabschluss wurde auf Grundlage historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt, mit
Ausnahme derivativer Finanzinstrumente, erfolgswirksam zum Fair Value bewerteter Finanzinstrumente, biologischer Vermögenswerte, Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnlicher Verpflichtungen und der Residualschuld aus Factoring, welche mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet wurden.
Der Jahresabschluss ist in Tausend Euro (gerundet nach kaufmännischer Rundungsmethode) aufgestellt. Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.
Auswirkungen von COVID-19
COVID-19 hat bei EGGER zu keiner Veränderung hinsichtlich der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden geführt.
Erstmalig anzuwendende Standards und Interpretationen
Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 betreffen die
Reform der Referenzzinssätze
. Die Änderung der Indikatoren hatte keine Auswirkung auf unsere Sicherungsbeziehungen.
Auch alle anderen, im Geschäftsjahr 2020/21 erstmals anzuwendenden Standards, Standardänderungen (IAS 1,
IAS 8, IFRS 16, Verweise auf das Rahmenkonzept) und Interpretationen, hatten keine wesentliche Auswirkung auf den konsolidierten Jahresabschluss.
Zukünftig anzuwendende Standards und Interpretationen
Die folgenden Standards und Interpretationen wurden vom IASB verabschiedet, sind allerdings noch nicht verpflichtend auf das Geschäftsjahr 2020 /21 anzuwenden. Die Egger Holzwerkstoffe GmbH hat von der Wahlmöglichkeit einer früheren Anwendung nicht Gebrauch gemacht. Diese neuen
oder geänderten Standards und Interpretationen haben voraussichtlich keine wesentliche Auswirkung auf den konsolidierten Jahresabschluss.
|
Standards/Interpretationen
|
Von der EU übernommen
|
Erstmals gültig für GJ beginnend ab
|
|
IFRS 16
|
Änderung: Auf Covid-19 bezogene Mietkonzessionen
|
09.10.2020
|
01.06.2020
|
|
IFRS 4
|
Änderung: Verlängerung der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung des IFRS 9
|
15.12.2020
|
01.01.2021
|
|
Diverse
|
Änderung: Reform der Referenzinssätze (Phase 2)
|
13.01.2021
|
01.01.2021
|
|
IAS 16
|
Änderung: Sachanlagen - Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung
|
28.06.2021
|
01.01.2022
|
|
IAS 37
|
Änderung: Belastende Verträge - Kosten für die Erfüllung eines Vertrages
|
28.06.2021
|
01.01.2022
|
|
IFRS 3
|
Änderung: Verweis auf das Rahmenkonzept
|
28.06.2021
|
01.01.2022
|
|
Diverse
|
Jährliche Verbesserungen an den IFRS 2018-2020
|
28.06.2021
|
01.01.2022
|
|
IAS 1
|
Änderung: Darstellung des Abschlusses, Änderung: Angaben zu Rechnungslegungsmethoden
|
offen
|
01.01.2023
|
|
IAS 8
|
Änderung: Definiton von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen
|
offen
|
01.01.2023
|
|
IFRS 17
|
Versicherungsverträge
|
offen
|
01.01.2023
|
1.3 Konsolidierungskreis
In den konsolidierten Jahresabschluss sind neben dem Mutterunternehmen Egger Holzwerkstoffe GmbH durch Vollkonsolidierung 17 inländische (30.04.2020: 17) und 41 ausländische (30.04.2020: 48) Tochterunternehmen einbezogen, die unter dem beherrschenden Einfluss der Egger Holzwerkstoffe GmbH stehen. Die Egger Holzwerkstoffe GmbH beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus ihrem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen vorliegen und die Gruppe ihre Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt nutzen kann, dass dadurch die Höhe der Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. Zwei ausländische Unternehmen sind nach der Equity-Methode bilanziert.
Die Beteiligungsliste aller in den konsolidierten Jahresabschluss der Egger Holzwerkstoffe GmbH einbezogenen Unternehmen findet sich unter Punkt 4.6.
Folgende Änderungen im Konsolidierungskreis gab es im Berichtszeitraum:
Anfang November 2020 wurde der Kauf eines Minderheitsanteils in Höhe von 27,5 % an CLEAF S.p.A., Macherio (IT), vollzogen. Nachdem bereits im Vorjahr mit dem italienischen Premium-Hersteller von beschichteten Platten, Schichtstoffen und Kanten eine Vertriebskooperation gestartet wurde, wird diese Zusammenarbeit nun durch diese gesellschaftsrechtliche Beteiligung vertieft. Die Gesellschaft wird per Equity-Methode einbezogen, die Erstkonsolidierung erfolgte zum 1. November 2020.
Die Egger Holzverarbeitung GmbH, St. Johann i. T. (AT), wurde neu gegründet und wird per Vollkonsolidierung einbezogen. EGGER hält 100 % der Gesellschaftsanteile.
Die Egger Benelux Management BVBA, Kortrijk (BE), wurde liquidiert und entkonsolidiert. Ebenso erfolgte mangels Wesentlichkeit die Entkonsolidierung der Egger Benelux BV, Kortrijk (BE), deren Anteile nun im langfristigen Finanzvermögen ausgewiesen werden.
Die Furniture eServices GmbH, Linz (AT), und die Egger (UK) Holdings Limited, Woking (UK), wurden im Berichtszeitraum liquidiert und entkonsolidiert.
Die folgenden Änderungen hatten keine Auswirkungen auf den Konsolidierungskreis:
Die Vertriebsgesellschaft Egger Italia S.r.l., Mailand (IT), wurde neu gegründet. EGGER hält 100 % der Gesell
schaftsanteile. Mangels Wesentlichkeit erfolgt keine Einbeziehung in den Konsolidierungskreis.
Die COC Asset Management S.A.U., Buenos Aires (AR), wurde neu gegründet. EGGER hält 100 % der Gesellschaftsanteile. Mangels Wesentlichkeit erfolgt keine Einbeziehung in den Konsolidierungskreis.
Die Egger Polska Sp. z o.o., Poznan (PL), wurde auf die Egger Biskupiec Sp. z o.o., Biskupiec (PL), verschmolzen.
Die Eggerinvest Yatirim ve Ticaret A.S., Gebze (TR), wurde auf die Egger Dekor A.S., Gebze (TR), verschmolzen.
Die Egger Retail Products S.R.L., Radauti (RO), wurde auf die EGGER Romania S.R.L., Radauti (RO), verschmolzen.
Die Egger Retail Products France SAS, Tours (FR), wurde auf die EGGER Panneaux & Décors SAS, Rion des Landes (FR), verschmolzen.
Die Egger Holzprodukte Verwaltungs GmbH, St. Johann i. T. (AT), wurde umfirmiert in HP Verwaltungs GmbH.
Die Minderheitsbeteiligung an der Roomle GmbH, Linz (AT), wurde im Berichtszeitraum an die anderen Roomle-Gesellschafter zurückverkauft.
1.4 Konsolidierungsmethoden
Die erstmalige Einbeziehung einer Tochtergesellschaft in den konsolidierten Jahresabschluss erfolgt gemäß IFRS 3 zum Zeitpunkt des Erwerbes durch Zuordnung der Anschaffungskosten auf die zur Tochtergesellschaft gehörenden neu bewerteten Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden (Erwerbsmethode). Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst, wenn sie anfallen.
Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet EGGER auf individueller Basis, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden.
Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital der einbezogenen Unternehmen werden als gesonderte Posten innerhalb des Eigenkapitals dargestellt. Die im Jahresergebnis enthaltenen und anderen Gesellschaftern zustehenden Ergebnisanteile werden in der Gewinn- und Verlustrechnung getrennt ausgewiesen.
Wird im Rahmen eines Unternehmenserwerbs eine bedingte Gegenleistungsvereinbarung (Kaufoption) an EGGER gewährt, durch deren Ausübung die verbleibenden nicht beherrschenden Anteile erworben werden können, so werden diese mit ihrem Zeitwert als Verbindlichkeit passiviert.
Nachträgliche Änderungen des beizulegenden Zeitwerts einer bedingten Gegenleistung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung wird als Transaktion innerhalb des Eigenkapitals behandelt und daher wird die Differenz zwischen den Anschaffungskosten für die zusätzlichen Anteile und dem anteiligen Buchwert der nicht beherrschenden Anteile mit den Rücklagen verrechnet.
Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge aus der Verrechnung zwischen Tochterunternehmen des Konsolidierungskreises werden eliminiert. Aus dem internen Lieferungs- und Leistungsverkehr resultierende Zwischenergebnisse im Anlage- und Umlaufvermögen werden eliminiert, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind.
Nach der Equity-Methode erfolgt der Ansatz der Anteile an assoziierten Unternehmen zum Erwerbszeitpunkt mit ihren Anschaffungskosten. In den Folgeperioden wird dieser Wertansatz nach Maßgabe des anteiligen Ergebnisses des assoziierten Unternehmens fortgeschrieben. Erhaltene Ausschüttungen vermindern den Buchwert der Anteile.
1.5 Währungsumrechnung und Rechnungslegung in Hochinflationsländern (IAS 29)
Geschäftstransaktionen in ausländischer Währung
Die einzelnen Gesellschaften erfassen Geschäftsfälle in ausländischer Währung mit dem Devisenmittelkurs am Tag der jeweiligen Transaktion. Die Umrechnung der am Bilanzstichtag in Fremdwährung bestehenden monetären Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Euro erfolgt mit dem an diesem Tag gültigen Devisenmittelkurs. Daraus resultierende Fremdwährungsgewinne und -verluste werden im Geschäftsjahr erfolgswirksam erfasst.
Umrechnung von Einzelabschlüssen in ausländischer Währung
Der Jahresabschluss der Egger Holzwerkstoffe GmbH wird in Euro erstellt. Die funktionale Währung der außerhalb des Euroraums gelegenen Tochtergesellschaften ist, mit Ausnahme der türkischen Gesellschaft Egger Dekor A.S. (deren funktionale Währung ist der Euro), die jeweilige Landeswährung. Die Umrechnung aller im Einzelabschluss dieser Gesellschaften ausgewiesenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich ausgewiesener Firmenwerte und aus der Erstkonsolidierung resultierender Wertanpassungen, erfolgt mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag. Die daraus entstehenden Fremdwährungsgewinne und -verluste werden erfolgsneutral als eigener Posten im Eigenkapital ausgewiesen und im Zuge des Ausscheidens des Unternehmens aus dem Konsolidierungskreis erfolgswirksam erfasst. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit dem gewogenen durchschnittlichen Devisenmittelkurs des Geschäftsjahres erfasst.
Nicht realisierte Währungsdifferenzen aus langfristigen Gesellschafterdarlehen (net investments) werden erfolgsneutral in den Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung eingestellt. Diese Differenzen werden erfolgswirksam erfasst, wenn der ausländische Geschäftsbetrieb veräußert oder teilveräußert wird.
Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse haben sich wie folgt entwickelt:
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Währungskurse
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Stichtagskurs 30.04.2021
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Stichtagskurs 30.04.2020
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Jahresdurchschnitt 2020/21
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Jahresdurchschnitt 2019/20
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1 Britisches Pfund
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EUR
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1,15124
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1,15068
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1,12244
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1,14287
|
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100 Russische Rubel
|
EUR
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1,10900
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1,24900
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1,13642
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1,37042
|
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1 Neuer Rumänischer Leu
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EUR
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0,20306
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0,20652
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0,20535
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0,20954
|
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1 Polnischer Zloty
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EUR
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0,21904
|
0,22015
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0,22139
|
0,23014
|
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1 Argentinischer Peso
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EUR
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0,00890
|
0,01369
|
0,01066
|
0,01631
|
|
1 US-Dollar
|
EUR
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0,82768
|
0,91946
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0,84682
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0,90351
|
|
1 Türkische Lira
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EUR
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0,10092
|
0,13199
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0,11328
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0,15157
|
Rechnungslegung in Hochinflationsländern (IAS 29)
Die Vorschriften des IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern wurden erstmals im Geschäftsjahr 2018 / 19 für die Tochtergesellschaft Egger Argentina SAU, Buenos Aires, aufgrund von Änderungen in der allgemeinen Kaufkraft der funktionalen Währung relevant. Gewinne und Verluste aus der laufenden Inflationsanpassung der Buchwerte nicht-monetärer Vermögenswerte (Maschinen, Firmenwert und Kundennutzen) und Schulden sowie der wesentlichen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden in den
sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst. Für die Berechnung der Inflationsanpassung von nicht-monetären Vermögenswerten wird der aus Bloomberg entnommene „Argentina National CPI Index D“ herangezogen. Dieser Index ist im Zeitraum 01.05.2020 bis 30.04.2021 um 46,28 % (01.05.2019 bis 30.04.2020: 45,56 %) gestiegen. Aufgrund der bereits zum 30.04.2019 vorgenommenen vollständigen Abschreibung ergeben sich keine erfolgsmäßigen Aufwertungen mehr.
1.6 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
1.6.1 Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte
werden in der Bilanz zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen angesetzt.
Die Bilanzierung der unentgeltlich zugeteilten Treibhausemissionszertifikate (CO2 Zertifikate) in Österreich, Deutschland, Frankreich, Rumänien, Polen und Großbritannien erfolgt gemäß IAS 38 mit den Anschaffungskosten als immaterielle Vermögenswerte – aufgrund der kostenlosen Zuteilung gleich Null; der Verbrauch wird zu diesem Wert erfasst. Ein etwaiger Mehrverbrauch wird mit dem Marktwert der erforderlichen Zertifikate als Rückstellung ausgewiesen. Die Veräußerung von Zertifikaten wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt.
Kundenbeziehungen, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbsstichtag bilanziert und über die erwartete Dauer der Kundenbeziehungen abgeschrieben.
Bei
selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten
erfolgt eine Aufteilung des Herstellungszeitraumes in eine Forschungs- und Entwicklungsphase. In der Forschungsphase angefallene Kosten werden sofort erfolgswirksam erfasst. In der Entwicklungsphase angefallene Kosten werden bei Erfüllung der Ansatzkriterien aktiviert. Als Aufwand für Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten wurden in Summe im Berichtsjahr 7.410 TEUR (2019 /20: 8.628 TEUR) erfasst.
Immaterielle Vermögenswerte haben entweder eine bestimmbare oder eine unbestimmbare Nutzungsdauer. Es konnte bei allen in der Bilanz angesetzten immateriellen Vermögenswerten, mit Ausnahme des Firmenwerts, eine Nutzungsdauer bestimmt werden.
Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen Einzelkosten und angemessene Teile der Gemeinkosten. In späteren Perioden anfallende Kosten für einen Gegenstand werden nur dann aktiviert, wenn sie zu einer wesentlichen Erhöhung der künftigen Nutzungsmöglichkeit des Gegenstandes führen, z. B. durch erweiterte Einsatzmöglichkeiten oder durch eine signifikante Verlängerung der Nutzungsdauer.
Wenn wesentliche Teile eines Vermögenswertes der Sachanlagen einer deutlich unterschiedlichen Abnutzung unterliegen, werden diese im Sinne des Komponentenansatzes separat angesetzt und über die jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.
Fremdkapitalzinsen und mit der Fremdkapitalaufnahme in Verbindung stehende Kosten werden für qualifizierte Vermögenswerte aktiviert.
Die planmäßige Abschreibung der abnutzbaren Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer beginnt, wenn sie sich an ihrem Standort und in dem vom Management beabsichtigten betriebsbereiten Zustand befinden. Bei den Anlagen für Greenfield-Projekte werden hierfür outputorientierte Kriterien verwendet. Die Abschreibung erfolgt linear über die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer des jeweiligen Gegenstandes. Bei der Ermittlung der Abschreibungssätze wurden einheitlich folgende Nutzungsdauern angenommen
.
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Nutzungs- dauer
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Sachanlagen
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|
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Fabrikationsgebäude
|
Jahre
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25
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Wohn- und Geschäftsgebäude
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Jahre
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50
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Grundstückseinrichtungen
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Jahre
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10
|
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Maschinen
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Jahre
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10
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Werkzeuge
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Jahre
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4
|
|
Sonstige Anlagen
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Jahre
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5–10
|
|
Betriebs- und Geschäftsausstattung
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Jahre
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3–5
|
|
Fahrzeuge und andere Beförderungsmittel
|
Jahre
|
4–10
|
|
Immaterielle Vermögenswerte
|
|
|
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Patente, Lizenzrechte und Software
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Jahre
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5
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Pacht- und Mietrechte
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Jahre
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10
|
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Kundenbeziehungen
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Jahre
|
4–7
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Investitionszuschüsse werden als gesonderter Passivposten ausgewiesen und planmäßig über die Nutzungsdauer der zugehörigen Vermögenswerte als sonstiger Ertrag aufgelöst.
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibung entsprechend der Nutzungsdauer des Sachanlagevermögens bewertet.
1.6.2 Firmenwerte
Die in der Bilanz ausgewiesenen Firmenwerte resultieren aus der Anwendung der Erwerbsmethode bei Unternehmenserwerben. Die Bewertung der Firmenwerte erfolgt zu Anschaffungskosten.
Durch die Anwendung von IFRS 3 dürfen auf Firmenwerte keine planmäßigen Abschreibungen vorgenommen werden. Die Firmenwerte werden einem jährlichen Impairment Test unterzogen, der dem Buchwert zum Bewertungsstichtag den „Recoverable Amount“ gegenüberstellt.
Bei Beteiligungen an assoziierten Unternehmen ist der Firmenwert im fortgeschriebenen Beteiligungsbuchwert enthalten.
1.6.3 Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen und Leasingverbindlichkeiten
Nutzungsrechte aus Leasingverträgen und die diesbezüglichen Leasingverbindlichkeiten werden nach IFRS 16 in der Bilanz angesetzt. Bei der Beurteilung, ob ein Leasingverhältnis vorliegt, wurde die Leasingdefinition gemäß IFRS 16 angewendet. Sind in den Verträgen sowohl Leasingkomponenten als auch Nicht-Leasingkomponenten vorhanden, trennt EGGER diese Komponenten und bilanziert auf Grundlage der relativen Einzelveräußerungspreise. Leasingverhältnisse mit geringem Wert (unter 5.000,00 EUR) und kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit unter zwölf Monaten werden entsprechend der Anwendungserleichterung nicht aktiviert, sondern direkt als Aufwand gebucht.
Beim erstmaligen Ansatz werden die Leasingverbindlichkeiten mit dem Barwert der noch nicht geleisteten Leasingzahlungen, und die Nutzungsrechte in Höhe der erfassten Leasingverbindlichkeit, angepasst um etwaige Vorauszahlungen, erfasst.
Bei der Folgebewertung werden die Nutzungsrechte linear bis zum Ende der Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Vertragslaufzeit ergibt sich dabei aus dem unkündbaren Zeitraum, für den ein Leasingnehmer das Recht hat, den zugrundeliegenden Vermögenswert zu nutzen. Enthalten Leasingverträge Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen, erweitert sich der Zeitraum, sofern eine Verlängerung hinreichend sicher ist oder eine Ausübung des Kündigungsrechts unwahrscheinlich ist. Die Leasingverbindlichkeiten werden zum Bilanzstichtag nach der Effektivzinsmethode bewertet. Das Leasingverhältnis wird mit dem zugrunde liegenden Zinssatz abgezinst, sofern dieser ohne Weiteres bestimmbar ist. Ansonsten wird der Grenzfremdkapitalzinssatz von EGGER verwendet. Der Grenzfremdkapitalzinssatz leitet sich von einem laufzeitäquivalenten risikolosen Zinssatz, angepasst um etwaige Länder-, Währungs- und Unternehmerrisiken, ab.
1.6.4 Biologische Vermögenswerte
Biologische Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der geschätzten Verkaufskosten angesetzt. Veränderungen durch erstmaligen Ansatz und Folgebewertung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
1.6.5 Finanzvermögen
Alle vorhandenen Wertpapiere werden als „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ klassifiziert, da anhand von verfügbaren Zeitwerten die Bewertung erfolgen kann. Ihre Bewertung erfolgt im Zugangszeitpunkt zu Anschaffungskosten, in späteren Perioden zum jeweils aktuellen beizulegenden Zeitwert. Die Wertänderungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet. Die beizulegenden Zeitwerte der Wertpapiere ergeben sich aus dem Börsenpreis zum Bilanzstichtag.
Wertpapiere, die nur der kurzfristigen Veranlagung dienen, werden in der Bilanz im kurzfristigen Vermögen ausgewiesen. Die erstmalige Erfassung der Wertpapiere erfolgt jeweils zum Valutatag des Kaufs.
Die Bilanzierung der rumänischen Öko-CER-Zertifikate (Certified Emission Reduction) erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die Wertänderungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet. Die beizulegenden Zeitwerte der Öko-CER-Zertifikate ergeben sich aus dem Börsenpreis zum Bilanzstichtag. Die Veräußerung von Zertifikaten wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt.
Verrechnungsgelder werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die geschätzten erwarteten Kreditverluste für Verrechnungsgelder gegenüber Dritten werden unter Berücksichtigung von externen Ratings ermittelt. Sicherheiten werden angerechnet.
Das sonstige Finanzvermögen wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
1.6.6 Wertminderungen (Impairment)
Bei Vermögenswerten wird neben der fortlaufenden Bewertung jeweils zum Bilanzstichtag überprüft, ob Anzeichen einer Wertminderung vorliegen. Bei Vorliegen solcher Anzeichen bzw. bei Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer erfolgt zumindest einmal jährlich die Ermittlung des höheren Wertes aus Nutzungswert und Nettoveräußerungspreis für den betroffenen Vermögenswert. Liegt dieser Wert unter dem für diesen Gegenstand angesetzten Buchwert, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung auf diesen niedrigeren Wert.
Der Nutzungswert wird als Barwert der geschätzten künftigen Ein- und Auszahlungen aus der Verwendung des Gegenstandes unter Zugrundelegung eines risikoadjustierten Zinssatzes ermittelt. Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem für den betroffenen Gegenstand am Markt unter unabhängigen Dritten erzielbaren Erlös abzüglich anfallender Veräußerungskosten. Kann für den betroffenen Gegenstand kein eigenständiger Mittelzufluss festgestellt werden, wird er in die nächstgrößere Einheit, für die ein eigenständiger Überschuss ermittelt werden kann (Cash Generating Unit), einbezogen.
Die errechnete Wertminderung wird erfolgswirksam erfasst. Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt, mit Ausnahme der gebuchten Wertminderungen bei Firmenwerten, zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zur Höhe der fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
1.6.7 Vorräte
Vorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag bewertet.
Die Anschaffungskosten umfassen alle Kosten, die angefallen sind, um den Gegenstand in den erforderlichen Zustand und an den jeweiligen Ort zu bringen. Die Herstellungskosten beinhalten alle Einzelkosten sowie angemessene Teile der in Zusammenhang mit der Herstellung angefallenen Gemeinkosten auf Basis einer durchschnittlichen Auslastung der Produktionsanlagen. Fremdkapitalzinsen sowie Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten sind nicht Bestandteil der Herstellungskosten. Zur Ermittlung der Kosten pro Einheit wird das gleitende Durchschnittspreisverfahren herangezogen. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer bzw. aus verminderter Verwertbarkeit ergeben, werden angemessene Abschläge berücksichtigt.
1.6.8 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden anfänglich mit ihrem Transaktionspreis angesetzt und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Wertminderungsaufwendungen reduzieren die fortgeführten Anschaffungskosten.
Für die Ermittlung des Wertminderungsaufwandes für erwartete künftige Kreditausfälle bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Portfoliowertberichtigung) werden die Aufzeichnungen des Kundenkreditmanagements, die die tatsächlichen Ausfälle dokumentieren, herangezogen. Daraus wird ein Durchschnittsprozentsatz für die Kreditausfälle der letzten drei Jahre ermittelt und in Bezug zum Gesamtumsatz gesetzt. Diese Vorgehensweise wurde gewählt, da auch die Bandbreitenermittlung nach einzelnen Vertriebsregionen keinen wesentlichen betragsmäßigen Unterschied ergab. Es werden in diesem Modell bestehende Kreditversicherungen und zukünftige Erwartungshaltungen, soweit eine Prognose möglich ist, berücksichtigt.
Für die Erfassung von Wertminderungsaufwendungen bei einzelnen Forderungen mit beeinträchtigter Bonität wird die Wahrscheinlichkeit und Höhe der erwarteten Zahlungseingänge bewertet. Uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht.
Die Erstbewertung von sonstigen Vermögenswerten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert und die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungsaufwendungen.
Unverzinste Forderungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr werden mit dem Barwert angesetzt.
1.6.9 Liquide Mittel
Liquide Mittel umfassen Kassabestände, Schecks, Festgelder mit einer Bindung von weniger als 3 Monaten ab Erwerbszeitpunkt und jederzeit verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten.
1.6.10 Leistungen an Arbeitnehmer
Abfertigungsverpflichtungen
Aufgrund gesetzlicher Vorschriften sind Unternehmen in Österreich für Beschäftigungsverhältnisse, die vor dem 1. Jänner 2003 begonnen haben, verpflichtet, im Kündigungsfall oder zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung zu leisten. Der zu leistende Betrag ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezug abhängig und beträgt bis zu 12 Monatsbezüge. Für diese Verpflichtung wird eine Rückstellung gebildet, die ein unabhängiger Versicherungsmathematiker berechnet hat.
Die Ermittlung dieser Rückstellung erfolgt unter Anwendung des Verfahrens laufender Einmalprämien. Dabei wird der Barwert der künftigen Zahlungen nach einem versicherungsmathematischen Verfahren über jenen Zeitraum angesammelt, in dem der maximal erreichbare Anspruch entsteht (25 Jahre).
Der laufende Dienstzeitaufwand und Zinsaufwand werden im Jahresergebnis berücksichtigt, versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste werden gemäß IAS 19 erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.
Für Beschäftigte österreichischer Tochtergesellschaften, die nach dem 1. Jänner 2003 eingetreten sind, werden monatliche Beiträge (1,53 % des Bruttogehalts) an eine Mitarbeitervorsorgekasse bezahlt. Die Mitarbeiter erwerben hiermit Abfertigungsansprüche gegenüber der Vorsorgekasse, dem Unternehmen entstehen keine weiteren Verpflichtungen.
Pensionsverpflichtungen
Einzelne Gesellschaften der EGGER Gruppe sind verpflichtet, an Arbeitnehmer nach deren Eintreten in den Ruhestand Pensionszahlungen zu leisten. Es bestehen sowohl leistungs- als auch beitragsorientierte Verpflichtungen.
Für
leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen,
denen kein ausreichendes Planvermögen gegenübersteht, wird eine Rückstellung gebildet. Die Ermittlung dieser Rückstellung erfolgt gemäß IAS 19 unter Anwendung des Verfahrens laufender Einmalprämien. Dabei wird der Barwert der auf Basis realistischer Annahmen ermittelten künftigen Zahlungen nach einem versicherungsmathematischen Verfahren über den Zeitraum, in dem diese Ansprüche durch die jeweiligen Anspruchsberechtigten erworben werden, angesammelt. Die in der Bilanz erfasste Rückstellung entspricht dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des Zeitwerts des Planvermögens. Die Berechnung des Rückstellungswertes erfolgt für den jeweiligen Bilanzstichtag durch unabhängige Gutachter.
Bei Pensionsverpflichtungen werden versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste gemäß IAS 19 im sonstigen Ergebnis bilanziert. Der laufende Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen, der Nettozinsaufwand ist Bestandteil des Finanzierungsergebnisses.
Alle Mitarbeiter der
österreichischen
Tochtergesellschaften haben Anspruch auf eine Firmenpension. Die monatlichen Beitragszahlungen für
beitragsorientierte Pensionsverpflichtungen
werden im Personalaufwand ausgewiesen. Außer den Arbeitgeberbeiträgen entstehen keine weiteren Verpflichtungen für das Unternehmen. Mitarbeiter der Tochtergesellschaften in
Großbritannien
erwerben mit Betriebseintritt einen Anspruch auf eine Firmenpension (beitragsorientiert), vorausgesetzt sie leisten einen Eigenbeitrag. Neben den Arbeitgeberbeiträgen in Höhe von 4,5 % (bei Eigenbetrag von mind. 2,5 % des Mitarbeiters) bzw. 8 % (bei Eigenbetrag von mind. 6,0 % des Mitarbeiters) des monatlichen Bruttogehalts an die Pensionskasse bestehen keine weiteren Verpflichtungen für das Unternehmen. Für Mitarbeiter in den
USA
besteht die Möglichkeit in den Pensionsvorsorgeplan 401(k) zu investieren. Nutzen Mitarbeiter dieses Angebot, erfolgen zusätzlich entsprechende Beitragszahlungen des Unternehmens. Der Ausweis dieser Beitragszahlungen erfolgt im Personalaufwand. Außer den Arbeitgeberbeiträgen gibt es keine weiteren Verpflichtungen für EGGER.
Rückstellung für Jubiläumsgelder und Altersteilzeit
Aufgrund vertraglicher Vereinbarungen besteht die Verpflichtung, an Dienstnehmer nach der Erreichung bestimmter Dienstjahre (ab 10 Dienstjahren) Jubiläumsgelder zu leisten. Für diese Verpflichtung wurde eine Rückstellung gebildet.
Die Bewertung dieser Rückstellung erfolgt nach den für die Abfertigungsverpflichtungen angewendeten Methoden und Annahmen. Jedoch werden laufender Dienstzeitaufwand, versicherungsmathematische Verluste und Gewinne und Zinsaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Für abgeschlossene Altersteilzeitvereinbarungen erfolgt eine ratierliche Ansammlung der in der Nichtleistungsperiode zu zahlenden Bezüge.
1.6.11 Sonstige Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für das Unternehmen eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses vorliegt und es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung zu einem Mittelabfluss führen wird. Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses nach bestmöglicher Schätzung erforderlich ist, um die gegenwärtigen Verpflichtungen zu erfüllen. Ist eine vernünftige Schätzung des Betrages nicht möglich, unterbleibt die Bildung einer Rückstellung.
Unterscheidet sich der auf Basis eines marktgerechten, die Risiken und die Laufzeit der Verpflichtung widerspiegelnden Zinssatzes ermittelte Barwert einer langfristigen Rückstellung wesentlich von ihrem Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.
1.6.12 Steuern
Die für das Geschäftsjahr ausgewiesene Ertragsteuer umfasst die für die einzelnen Gesellschaften aus dem steuerpflichtigen Einkommen und dem im jeweiligen Land anzuwendenden Steuersatz errechnete Ertragsteuer (tatsächliche Ertragsteuer) und die Veränderung der Steuerabgrenzungsposten (latente Steuer). Tatsächliche und latente Steuern werden grundsätzlich in der konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen Sachverhalte, die direkt im sonstigen Ergebnis erfasst sind.
Die Ermittlung der Steuerabgrenzung erfolgt gemäß der in IAS 12 vorgeschriebenen bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode für alle temporären Unterschiede zwischen den Wertansätzen der Bilanzposten im konsolidierten IFRS-Abschluss und den bei den einzelnen Gesellschaften bestehenden Steuerwerten. Weiters wird der wahrscheinlich realisierbare Steuervorteil aus bestehenden Verlustvorträgen in die Ermittlung einbezogen. Ausnahmen von dieser umfassenden Steuerabgrenzung bilden Unterschiedsbeträge aus steuerlich nicht absetzbaren Firmenwerten und mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen zusammenhängende temporäre Unterschiede. Aktive Steuerabgrenzungen werden nicht angesetzt, wenn es nicht wahrscheinlich ist, dass der enthaltene Steuervorteil realisierbar sein wird. Der Ermittlung der Steuerabgrenzung wird der nach den maßgeblichen nationalen Vorschriften des jeweiligen Landes relevante Steuersatz zugrunde gelegt. Eine Steuersatzänderung wird ab dem Zeitpunkt berücksichtigt, ab dem diese Änderung faktisch beschlossen ist.
1.6.13 Anleihen und Finanzverbindlichkeiten
Anleihen werden zu den fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Dabei erfolgt der Erstansatz in Höhe des erhaltenen Emissionserlöses. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird in der Folge über die Laufzeit der Finanzierung erfolgswirksam unter Anwendung der Effektivzinsmethode verteilt. Der Wertansatz der übrigen Finanzverbindlichkeiten erfolgt zunächst in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Gegenleistung. Im Rahmen der Folgebewertung werden die übrigen Finanzverbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert.
1.6.14 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der Vertragsverbindlichkeiten erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sonstige nicht aus Leistungsbeziehungen resultierende Verbindlichkeiten werden mit ihrem Zahlungsbetrag angesetzt.
1.6.15 Derivative Finanzinstrumente
Um bestehende Risiken aus Fremdwährungs- und Zinssatzänderungen zu vermindern, werden Sicherungsgeschäfte abgeschlossen. Dabei handelt es sich in erster Linie um Devisentermingeschäfte, Zinsswaps und Zinsoptionen.
Die derivativen Finanzinstrumente werden in der Bilanz bei Vertragsabschluss zu Anschaffungskosten, in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die Bewertungsmodelle für die Derivate berücksichtigen sowohl das eigene, wie auch das fremde Kreditrisiko. Die Wertänderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam erfasst.
Als Cashflow Hedge im Sinne des IFRS 9 wird die Absicherung zukünftiger Zahlungsströme bezeichnet. Gewinne und Verluste bedingt durch Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten werden in Höhe des wirksamen Teils des Sicherungsinstruments direkt im sonstigen Ergebnis abgebildet und erst bei Realisierung des abgesicherten Grundgeschäfts erfolgswirksam erfasst. Der unwirksame Teil eines wirksamen Sicherungsinstruments wird erfolgswirksam erfasst.
Bei der Bilanzierung eines Fair Value Hedges werden sowohl das derivative Sicherungsinstrument als auch das Grundgeschäft hinsichtlich des abgesicherten Risikos ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, sodass in Summe gesehen nur der nicht effektive Teil des Sicherungsgeschäfts in das Periodenergebnis einfließt.
Der beizulegende Zeitwert der Devisentermingeschäfte ergibt sich aus den Fremdwährungskursen und Zinssätzen zum Bilanzstichtag. Die Bewertung der Zinsswaps erfolgt mittels Barwertberechnung zu aktuellen Zinssätzen. Der Wert der Zinsoptionen wird nach anerkannten Rechenmodellen unter Berücksichtigung aktueller Zinssätze und Volatilitäten ermittelt.
1.6.16 Erfassung und Abgang von Finanzinstrumenten
Alle Finanzinstrumente werden zum Wert am Erfüllungstag erfasst.
Der Abgang von Finanzinstrumenten erfolgt, sobald das Recht auf Erhalt der Zahlungsflüsse, sowie im Wesentlichen alle Chancen und Risiken auf den Erwerber übergegangen beziehungsweise nicht bei EGGER verblieben sind. Weitere Angaben zur Veräußerung von Finanzinstrumenten finden sich in der Anhangsangabe Nr. (7) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
1.6.17 Erlösrealisierung
Das Geschäftsmodell von EGGER ist die Produktion und
der Verkauf von Holzwerkstoffen. Beim Verkauf der Produkte ist die Erfassung der Umsatzerlöse als derjenige Zeitpunkt definiert, zu dem der Kunde die Güter sowie die Verfügungsmacht, die mit der Eigentumsübertragung verbunden ist, übernimmt. Umsatzerlöse werden zu diesem Zeitpunkt erfasst, sofern die Umsatzerlöse und Kosten verlässlich bewertet werden können, der Erhalt des Entgelts wahrscheinlich ist und es kein weiter bestehendes Verfügungsrecht über die Waren gibt. In der Regel entspricht dies dem Zeitpunkt der Lieferung entsprechend den vereinbarten Lieferbedingungen, dementsprechend erfasst EGGER zu diesem Zeitpunkt die Umsatzerlöse.
Für einzelne Kunden werden Spanplatten mit speziellen Dekoren bzw. Eigendekoren und Fußboden-Eigenmarken losgrößenoptimiert gefertigt. Die Umsatzrealisierung für diese kundenspezifisch gefertigten Holzwerkstoffe erfolgt nach IFRS 15 zeitpunktbezogen mit dem Übergang der Verfügungsgewalt durch die Lieferung an den Kunden je nach Lieferkondition. Eine zeitraumbezogene Erlösrealisierung für diese vorgefertigten Produkte kommt nicht in Betracht, da jeweils ein alternativer Nutzen bestimmt werden kann.
Wesentliche Vertragserlangungskosten werden nur bei einer Vertragsdauer von über einem Jahr aktiviert. Derzeit bestehen keine Vereinbarungen, auf welche dies zutrifft.
Bei bestimmten Flooring-Verträgen wird dem Kunden eine spätere Rückgabe von Produkten gestattet. Auf Grundlage historischer Daten sind die erwarteten Rückgaben jedoch als unwesentlich einzustufen, weswegen keine Umsatzkürzung für eine spätere Warenrücknahme erfolgt.
Die Darstellung der Umsatzerlöse erfolgt abzüglich Preisnachlässe, Skonti und Umsatzboni. Provisionen für selbstständige Handelsvertreter werden als betrieblicher Aufwand erfasst.
Der Zeitraum zwischen der Übertragung der Güter auf den Kunden und der Zahlung durch den Kunden liegt in der Regel unter einem Jahr, daher werden die Umsatzerlöse nicht um eine Finanzierungskomponente angepasst. Die Zahlungszeitpunkte der Forderungen richten
sich nach den vereinbarten Zahlungszielen.
1.6.18 Finanzierungsaufwendungen, Sonstiges Finanzergebnis und Ergebnis aus Finanzinvestitionen
Die Finanzierungsaufwendungen umfassen Zinsen für die aufgenommenen Fremdfinanzierungen, für Leasingverbindlichkeiten und für langfristige Personalrückstellungen sowie zinsähnliche Aufwendungen und Spesen.
Das Sonstige Finanzergebnis setzt sich aus Erträgen aus Zinsen, Währungskursgewinnen / -verlusten und dem Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten zusammen.
Die Ergebnisse aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge sowie Gewinne und Verluste aus der Veräußerung oder der außerplanmäßigen Abschreibung von Finanzvermögen. Die Zinsen werden nach der effektiven Zinssatzmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des rechtlichen Entstehens des Anspruchs auf Dividendenausschüttung.
1.6.19 Ermessensbeurteilungen
Bei Erstellung des konsolidierten Jahresabschlusses müssen zu einem gewissen Grad Ermessensbeurteilungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden, welche die bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres beeinflussen. Die sich tatsächlich einstellenden Beträge können von den Ermessensbeurteilungen abweichen.
Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden in den nächsten Geschäftsjahren führen können:
-
Für die Bewertung der bestehenden Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldverpflichtungen werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Bezugserhöhungen verwendet.
-
Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern liegt die Annahme zu Grunde, dass in Zukunft ausreichende steuerpflichtige Einkünfte erwirtschaftet werden, um bestehende Verlustvorträge zu verwerten. Steuervorschriften, sowie deren Interpretationen seitens der Finanzverwaltungen, können sich im Zeitablauf ändern. Dieses Risiko, das eine Auswirkung auf die im Konzernabschluss zum aktuellen Bilanzstichtag aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge (siehe dazu die entsprechenden Buchwerte in der Anhangsangabe Nr. (16) Ertragsteuern) zur Folge haben könnte, wird vom Gruppenmanagement angemessen eingeschätzt und laufend evaluiert.
-
Für die Bewertung der Risiken aus anhängigen Verfahren wird unter Einbeziehung der Stellungnahmen involvierter Experten eine möglichst gute Einschätzung potenzieller künftiger Zahlungsabflüsse getroffen.
-
Die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögens- und Firmenwerten und Sachanlagen basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen des Managements. Hierbei sind insbesondere Annahmen über die künftigen Einzahlungsüberschüsse aufgrund der aktuellsten Planungsdaten und des Abzinsungssatzes zu treffen.
-
Bei der Klassifizierung und Bewertung von Leasingverhältnissen kommt es zu Ermessensentscheidungen des Managements. Ein wesentliches Kriterium bei der Anwendung von IFRS 16 stellt die Laufzeit dar. Nutzungsdauern von Nutzungsrechten sind meist vertraglich festgelegt, ist dies aber nicht der Fall, so werden Ermessensentscheidungen bezogen auf die erwartete Laufzeit getroffen und zu jedem Bilanzstichtag überprüft. Neben den üblichen Nutzungsdauern der jeweiligen Leasinggegenstände wirken weitere Faktoren in diese Ermessensentscheidungen ein. Dazu gehören Verlängerungsoptionen, vorzeitige Kündigungsoptionen, Einbauten oder Erweiterungen des Leasinggegenstandes und wirtschaftliche Auswirkungen bei Vertragsänderungen. Falls die aktuellen Schätzungen der Nutzungsdauern von den bisherigen signifikant abweichen, werden diese entsprechend angepasst. Ermessensentscheidungen werden auch bei Wahlrechten und der Festlegung von Wertgrenzen bezüglich Leasingverhältnissen von geringem Wert getroffen.
-
Für die Bewertung der biologischen Vermögenswerte werden zahlreiche Annahmen und Schätzungen getroffen, deren Änderung und Anpassung die Darstellung im Konzernabschluss beeinflussen kann. Diese Annahmen basieren auf eigenen Erfahrungs- werten bzw. werden vom Markt und der Branche vorgegeben.
-
Für die Berechnung der erwarteten Kreditverluste von Finanzinstrumenten werden Annahmen und Schätzun-gen für zukünftigen Ausfälle getroffen. Diese Annahmen basieren auf eigenen Erfahrungswerten bzw. werden vom Markt vorgegeben.
2 Erläuterungen zur Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnis-rechnung und Cashflow-Rechnung
(1) Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
|
Sachanlagen
|
Grundstücke und Gebäude
TEUR
|
Technische Anlagen und Maschinen
TEUR
|
Andere Anlagen, Betriebs- u. Geschäftsausstattung
TEUR
|
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau
TEUR
|
Summe Sachanlagen
TEUR
|
|
Anschaffungs- oder Herstellungskosten 30.04.2019
|
1.071.140
|
2.517.822
|
209.344
|
551.652
|
4.349.958
|
|
Währungsdifferenzen
|
–23.109
|
–35.332
|
–2.926
|
–16.533
|
–77.900
|
|
Zugänge
|
56.387
|
62.343
|
38.484
|
371.976
|
529.190
|
|
Abgänge
|
–843
|
–26.822
|
–10.432
|
0
|
–38.096
|
|
Umbuchungen
|
150.617
|
238.773
|
12.951
|
–403.422
|
–1.081
|
|
Anschaffungs- oder Herstellungskosten 30.04.2020
|
1.254.192
|
2.756.784
|
247.421
|
503.673
|
4.762.070
|
|
Währungsdifferenzen
|
–25.938
|
–33.543
|
–3.465
|
–38.866
|
–101.811
|
|
Zugänge
|
35.344
|
53.558
|
24.764
|
77.969
|
191.636
|
|
Abgänge
|
–1.159
|
–23.744
|
–12.605
|
–108
|
–37.616
|
|
Umbuchungen
|
169.881
|
192.940
|
14.485
|
–378.735
|
–1.429
|
|
Anschaffungs- oder Herstellungskosten 30.04.2021
|
1.432.319
|
2.945.995
|
270.601
|
163.934
|
4.812.849
|
|
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2019
|
–462.315
|
–1.868.642
|
–141.787
|
–445
|
–2.473.190
|
|
Währungsdifferenzen
|
7.412
|
25.631
|
2.221
|
263
|
35.527
|
|
Planmäßige Abschreibungen
|
–44.565
|
–128.591
|
–30.077
|
0
|
–203.233
|
|
Wertminderungen
|
–387
|
–1.210
|
–799
|
–743
|
–3.139
|
|
Abgänge
|
518
|
25.594
|
9.517
|
0
|
35.629
|
|
Umbuchungen
|
–76
|
–205
|
–36
|
301
|
–15
|
|
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2020
|
–499.414
|
–1.947.423
|
–160.961
|
–623
|
–2.608.421
|
|
Währungsdifferenzen
|
7.269
|
22.879
|
2.291
|
365
|
32.804
|
|
Planmäßige Abschreibungen
|
–52.684
|
–150.664
|
–33.042
|
0
|
–236.391
|
|
Wertminderungen
|
–366
|
–185
|
–450
|
–889
|
–1.890
|
|
Abgänge
|
539
|
22.721
|
10.579
|
0
|
33.839
|
|
Umbuchungen
|
–7
|
–368
|
–24
|
399
|
0
|
|
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2021
|
–544.663
|
–2.053.041
|
–181.607
|
–748
|
–2.780.059
|
|
Buchwert 30.04.2020
|
754.778
|
809.361
|
86.461
|
503.049
|
2.153.648
|
|
Buchwert 30.04.2021
|
887.656
|
892.955
|
88.994
|
163.185
|
2.032.790
|
Die nach IFRS 16 bilanzierten
Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen
sind unter den Sachanlagen und die Leasingverbindlichkeiten unter den lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.
Bei diesen Nutzungsrechten handelt es sich im Wesentlichen um Lagerflächen, Bürogebäude, Wohnungen, Fahrzeuge und technische Anlagen. Folgende Beträge sind in den Sachanlagen für die Nutzungsrechte enthalten:
|
Grundstücke und Gebäude
TEUR
|
Maschinen und techn. Anlagen
TEUR
|
Betriebs- und Geschäftsausstattung TEUR
|
Gesamt- summe
TEUR
|
|
Nutzungsrechte 2019/20
|
|
|
|
|
|
Zugänge
|
12.345
|
305
|
11.852
|
24.502
|
|
Abschreibungen
|
1.351
|
518
|
4.703
|
6.572
|
|
Buchwert 30.04.2020
|
11.058
|
2.087
|
6.926
|
20.071
|
|
Nutzungsrechte 2020/21
|
|
|
|
|
|
Zugänge
|
536
|
153
|
3.857
|
4.978
|
|
Abschreibungen
|
1.310
|
585
|
3.846
|
5.741
|
|
Buchwert 30.04.2021
|
9.680
|
1.652
|
5.902
|
17.234
|
In der konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende Beträge aus Leasingverhältnissen enthalten:
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Abschreibungen auf Nutzungsrechte
|
5.309
|
6.572
|
|
Wertminderungen auf Nutzungsrechte
|
371
|
861
|
|
Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten
|
492
|
638
|
|
Aufwand für geringwertige Leasingverhältnisse
|
393
|
341
|
|
Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse
|
2.044
|
1.386
|
|
Aufwand für variable Leasingzahlungen
|
1.269
|
1.281
|
Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für bilanzierte Leasingverhältnisse betragen im Geschäftsjahr 2020 /21 6.532 TEUR (2019/20: 6.662 TEUR).
Zum 30.04.2021 gibt es keine wesentlichen Restwertgarantien oder Beschränkungen bei Nutzungsrechten aus Leasingverträgen sowie keine Verlängerungsoptionen, welche mangels hinreichender Ausübungswahrscheinlichkeit bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit nicht berücksichtigt wurden. Die möglichen zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse aus variablen Leasingzahlungen in den nächsten Jahren betragen 2.175 TEUR (2019/2020: 2.707 TEUR).
Die Restlaufzeiten der Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 17.366 TEUR werden unter dem Punkt (12) Anleihen und Finanzverbindlichkeiten dargestellt. Im Risikobericht unter dem Abschnitt Liquiditätsrisiko werden die aus den Leasingverbindlichkeiten vertraglich vereinbarten Zahlungsverpflichtungen (Zins- und Tilgungszahlung) erläutert.
Unter Zugang im Bilanzposten „Sachanlagen“ sind aktivierte Zinsen in Höhe von 2.013 TEUR (30.04.2020: 5.108 TEUR) enthalten. Die durchschnittlichen Fremdkapitalkosten betrugen in der Berichtsperiode 0,95 % (30.04.2020: 1,28 %).
Im Bilanzposten „Grundstücke und Gebäude“ sind Grundwerte mit einem Buchwert in Höhe von 124.512 TEUR (30.04.2020: 114.736 TEUR) enthalten.
Bereits in den Vorjahren wurden das Sachanlagevermögen und die immateriellen Vermögenswerte (inklusive Firmenwert) der Egger Argentina SAU (Werk Concordia, Geschäftsfeld Decorative Products Americas) vollständig wertberichtigt. Im Geschäftsjahr 2020 / 21 wurden weitere Wertminderungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 1.890 TEUR vorgenommen und unter den Abschreibungen erfasst.
Immaterielle Vermögenswerte
|
Software und sonstige Rechte
TEUR
|
Firmenwerte
TEUR
|
Kunden- beziehungen
TEUR
|
Sonstige immaterielle Vermögens- werte
TEUR
|
Selbst erstellte Software
TEUR
|
Summe immaterielle Vermögens- werte
TEUR
|
|
Anschaffungs-/ Herstellungskosten 30.04.2019
|
25.072
|
115.474
|
41.639
|
3.834
|
0
|
186.019
|
|
Währungsdifferenzen
|
–58
|
–14.195
|
–6.503
|
–376
|
0
|
–21.132
|
|
Zugänge
|
1.649
|
0
|
0
|
0
|
538
|
2.187
|
|
Abgänge
|
–704
|
–1.197
|
–424
|
0
|
0
|
–2.324
|
|
Umbuchungen
|
1.082
|
0
|
0
|
0
|
0
|
1.082
|
|
Anschaffungs-/ Herstellungskosten 30.04.2020
|
27.041
|
100.083
|
34.712
|
3.457
|
538
|
165.832
|
|
Währungsdifferenzen
|
–57
|
–10.828
|
–4.763
|
–388
|
0
|
–16.035
|
|
Zugänge
|
1.335
|
0
|
0
|
0
|
0
|
1.335
|
|
Abgänge
|
–499
|
0
|
0
|
0
|
–538
|
–1.037
|
|
Umbuchungen
|
1.429
|
0
|
0
|
0
|
0
|
1.429
|
|
Anschaffungs-/ Herstellungskosten 30.04.2021
|
29.250
|
89.255
|
29.950
|
3.070
|
0
|
151.524
|
|
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2019
|
–19.628
|
–54.210
|
–41.629
|
–3.205
|
0
|
–118.673
|
|
Währungsdifferenzen
|
59
|
14.195
|
6.503
|
319
|
0
|
21.076
|
|
Planmäßige Abschreibungen
|
–2.252
|
0
|
–10
|
–48
|
0
|
–2.310
|
|
Wertminderungen
|
0
|
–2.719
|
0
|
0
|
–538
|
–3.257
|
|
Abgänge
|
685
|
1.197
|
424
|
0
|
0
|
2.305
|
|
Umbuchungen
|
15
|
0
|
0
|
0
|
0
|
15
|
|
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2020
|
–21.120
|
–41.538
|
–34.712
|
–2.934
|
–538
|
–100.843
|
|
Währungsdifferenzen
|
48
|
10.828
|
4.763
|
330
|
0
|
15.968
|
|
Planmäßige Abschreibungen
|
–2.302
|
0
|
0
|
–40
|
0
|
–2.341
|
|
Abgänge
|
494
|
0
|
0
|
0
|
538
|
1.032
|
|
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2021
|
–22.880
|
–30.710
|
–29.950
|
–2.644
|
0
|
–86.184
|
|
Buchwert 30.04.2020
|
5.921
|
58.545
|
0
|
523
|
0
|
64.989
|
|
Buchwert 30.04.2021
|
6.370
|
58.545
|
0
|
426
|
0
|
65.341
|
Der Buchwert der
Firmenwerte
betrifft mit 58.545 TEUR (30.04.2020: 58.545 TEUR) vollständig die Egger Dekor A.S., Gebze (TR).
Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich nach IAS 36 auf einen möglichen Wertminderungsbedarf hin untersucht (Impairment Test). Daneben erfolgen Impairment Tests gemäß IAS 36 für Vermögenswerte oder zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units), wenn
Anhaltspunkte auf einen möglichen Wertminderungsbedarf vorliegen. Als Cash Generating Units werden bei EGGER Werkseinheiten gesehen, die nach regionalen Gesichtspunkten zusammengefasst werden.
Die Berechnung hinsichtlich der Werthaltigkeit erfolgt nach der Discounted-Cashflow-Methode auf Basis der erwarteten Cashflows, basierend auf der aktuellen Mittelfristplanung für die nächsten fünf Jahre.
Annahmen bei der Berechnung des Nutzungswertes
|
|
Egger Dekor A.S. (TR) 30.04.2021
|
Egger Dekor A.S. (TR) 30.04.2020
|
|
Normalisierte Wachstumsrate
|
in %
|
1 % – 7 %
|
5 % – 7 %
|
|
Wachstumsrate ewige Rente
|
in %
|
2,06 %
|
1,90 %
|
|
Diskontierungszins vor Steuern
|
in %
|
17,30 %
|
19,34 %
|
|
Nutzungswert (Value in Use)
|
Mio. EUR
|
180
|
119
|
|
Buchwert
|
Mio. EUR
|
108
|
106
|
|
Differenz Nutzungswert / Buchwert
|
Mio. EUR
|
72
|
13
|
Zusätzlich zum Impairment-Test wurden drei Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Eine Veränderung des Diskontierungszinses um + 0,5 %, eine Veränderung der Wachstumsrate der ewigen Rente um – 0,5 % bzw. eine Veränderung des EBIT der ewigen Rente um – 5,0 % würden bei Egger Dekor A.S. demnach keine Wertminderung des Firmenwertes zur Folge haben.
Sensitivitätsanalyse mit den Auswirkungen auf den Nutzungswert (Value in Use); bei der Simulation wird jeweils eine Annahme geändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant bleiben:
|
Sensitivitätsanalyse
|
Änderung Annahme
|
Egger Dekor A.S. (TR) 30.04.2021 Mio. EUR
|
Egger Dekor A.S. (TR) 30.04.2020 Mio. EUR
|
|
Diskontierungszins
|
+/– 0,5 %
|
–7,5
|
–4,3
|
|
+8,2
|
+4,6
|
|
Wachstumsrate ewige Rente
|
+/– 0,5 %
|
+4,9
|
+2,5
|
|
-4,5
|
-2,4
|
|
EBIT ewige Rente
|
+/– 5,0 %
|
+5,7
|
+3,4
|
|
-5,7
|
-3,4
|
|
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
|
Grundstücke und Gebäude TEUR
|
|
Anschaffungs- oder Herstellungskosten 30.04.2019
|
749
|
|
Zugänge
|
0
|
|
Abgänge
|
0
|
|
Anschaffungs- oder Herstellungskosten 30.04.2020
|
749
|
|
Zugänge
|
0
|
|
Abgänge
|
0
|
|
Anschaffungs- oder Herstellungskosten 30.04.2021
|
749
|
|
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2019
|
–266
|
|
Planmäßige Abschreibungen
|
–13
|
|
Abgänge
|
0
|
|
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2020
|
–278
|
|
Planmäßige Abschreibungen
|
–12
|
|
Abgänge
|
0
|
|
Kumulierte Abschreibungen 30.04.2021
|
–290
|
|
Buchwert 30.04.2020
|
471
|
|
Buchwert 30.04.2021
|
459
|
Der beizulegende Zeitwert in Höhe von 1.272 TEUR (30.04.2020: 1.041 TEUR) wurde nach einer Ertragswertberechnung (Stufe 3) ermittelt. Die Aufwendungen aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
im Geschäftsjahr 2020 /21 betragen 15 TEUR (2019 / 20: 20 TEUR). Die Erträge belaufen sich auf 24 TEUR (2019 / 20: 57 TEUR).
(2) Biologische Vermögenswerte
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Biologische Vermögenswerte zum 1. Mai
|
3.427
|
3.459
|
|
Gefälltes Holz
|
–536
|
–559
|
|
Änderung beizulegender Zeitwert wegen Preisänderungen
|
–515
|
–240
|
|
Änderung beizulegender Zeitwert wegen biologischer Transformation und angepasster Bewertungsparameter
|
–279
|
827
|
|
Währungskursänderungen
|
–43
|
–60
|
|
Biologische Vermögenswerte zum 30. April
|
2.053
|
3.427
|
Die F.E. Agrar S.R.L. in Rumänien betreibt im Umkreis des Werkes Radauti auf 805 Hektar (30.04.2020: 805 Hektar) Pappelplantagen, um die Holzversorgung des Standortes zu unterstützen.
Die Bewertung der Forstkulturen erfolgt zu ihrem beizulegenden Zeitwert unter Schätzung der Verkaufskosten mittels einer Discounted-Cashflow-Methode nach IAS 41. Durch Verwendung von geschätzten Variablen für Holzpreis, Aufbaukosten der Plantage, Erntekosten, Bestockungsdichte, biologische Risiken und Klimafaktoren wird der Barwert der erwarteten Mittelflüsse berechnet. Die in der Periode entstandene Veränderung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich der Aufbaukosten wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert für die Pappelplantage wurde, basierend auf den Inputfaktoren der verwendeten Bewertungstechniken, als beizulegender Zeitwert der Stufe 3 eingeordnet.
Eine Veränderung der Schätzungsparameter in den kommenden Jahren kann zu Wertschwankungen der biologischen Vermögenswerte führen. Die forstwirtschaftliche Strategie und die verwendeten Parameter werden jährlich durch laufende Tests kontrolliert und mit theoretischen Ansätzen aus der Forstwirtschaft überprüft. Durch ständige Bestandskontrollen werden die Holzbestände der Plantageflächen erfasst und mit den Buchbeständen des Waldwirtschaftprogrammes und des Buchhaltungssystems verglichen. Allfällige Abweichungen fließen in die Anpassung der Bewertungsparameter mit ein.
(3) Wertpapiere und Finanzvermögen
|
Langfristiges Finanzvermögen
|
Anschaffungswert 30.04.2021
TEUR
|
Kumulierte Wertänderungen 30.04.2021
TEUR
|
Buchwert 30.04.2021
TEUR
|
Buchwert 30.04.2020
TEUR
|
|
Erfolgswirksam zum Marktwert bewertete Wertpapiere
|
755
|
–60
|
695
|
656
|
|
Sonstiges Finanzvermögen
|
14.149
|
–16
|
14.133
|
11.327
|
|
Verrechnungsgelder gegenüber
|
|
|
|
|
|
Dritten
|
5.194
|
–441
|
4.753
|
9.999
|
|
verbundenen Unternehmen
|
137
|
0
|
137
|
123
|
|
20.235
|
–517
|
19.718
|
22.105
|
Die
Wertpapiere
umfassen im Wesentlichen Fondsanteile. Der Buchwert entspricht dem Zeitwert. Im laufenden Geschäftsjahr wurden saldierte unrealisierte Gewinne in Höhe von 39 TEUR (2019 /20: 16 TEUR Verluste) im Ergebnis aus Finanzinvestitionen erfasst.
In den
Verrechnungsgeldern gegenüber Dritten
sind Ausleihungen zur langfristigen Lieferantenbindung enthalten. Hinsichtlich der Wertberichtigung verweisen wir auf Nr. (25) Ergebnis aus Finanzinvestitionen.
Wertpapiere und kurzfristiges Finanzvermögen
Beim
kurzfristigen Finanzvermögen
handelt es sich in Höhe von 109 TEUR (30.04.2020: 931 TEUR) um Verrechnungsgelder und in Höhe von 4.276 TEUR (30.04.2020: 2.898 TEUR) um zugeteilte Öko-Zertifikate aus der rumänischen Öko-Förderung mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Diese Öko-Zertifikate sind nach Abzug von Wertberichtigungen von 0 TEUR (30.04.2020: 450 TEUR) bilanziert.
Entwicklung der Wertberichtigung zu Verrechnungsgeldern, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet:
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Wertberichtigung zum 1. Mai
|
252
|
1
|
|
Zuführung
|
0
|
251
|
|
Abgang
|
–250
|
0
|
|
Wertberichtigung zum 30. April
|
2
|
252
|
Wertberichtigungen zu den Verrechnungsgeldern gegenüber Dritten der Stufe 1 wurden in Höhe des erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts bewertet. Der Abgang in Höhe von 250 TEUR resultiert aus einem Darlehensverzicht auf ein in der Vorperiode wertberichtigtes Verrechnungsgeld. In der Berichtsperiode erfolgte keine Umgliederung zwischen den einzelnen Stufen der Wertberichtigungshierarchie.
(4) Anteile an assoziierten Unternehmen
|
Buchwert 30.04.2020
TEUR
|
Zugang
TEUR
|
Jahreserfolg
TEUR
|
Ausschüttung
TEUR
|
Buchwert 30.04.2021
TEUR
|
|
Anteile an assoziierten Unternehmen
|
2.470
|
42.049
|
940
|
–7.888
|
37.570
|
Die Geschäftstätigkeit der
Horatec GmbH
, Hövelhof (DE), besteht in der Fertigung und dem Verkauf von Möbelteilen. Zum Bilanzstichtag (Angaben jeweils in Höhe von 100 % und nicht anteilig gemäß der EGGER-Anteile) beläuft sich der Wert des langfristigen Vermögens auf 7.242 TEUR (30.04.2020: 7.144 TEUR), des kurzfristigen Vermögens auf 4.961 TEUR (30.04.2020: 3.752 TEUR), der langfristigen Schulden auf 2.479 TEUR (30.04.2020: 2.989 TEUR), der kurzfristigen Schulden auf 2.865 TEUR (30.04.2020: 2.130 TEUR), der Umsatzerlöse auf 20.979 TEUR (2019 /20: 17.396 TEUR) und des Jahresgewinns auf 1.081 TEUR (2019 /20: 646 TEUR).
|
Horatec GmbH
|
|
30.04.2021
|
30.04.2020
|
|
Nettoreinvermögen
|
TEUR
|
6.859
|
5.777
|
|
Beteiligungsquote
|
in %
|
25,55 %
|
25,55 %
|
|
Firmenwert
|
TEUR
|
1.047
|
1.047
|
|
Erfassung Zwischenergebniseliminierung
|
TEUR
|
–89
|
–54
|
|
Buchwert
|
TEUR
|
2.711
|
2.470
|
CLEAF S.p.A., Macherio (IT), deren Anteile in der Berichtsperiode erworben wurden, ist ein Hersteller von beschichteten Platten, Schichtstoffen und Kanten. Aufgrund eines abweichenden Geschäftsjahres erfolgt die Einbeziehung anhand des Quartalsabschlusses zum 31. März, gegebenenfalls korrigiert um wesentliche Transaktionen bis zum Gruppen-Stichtag 30. April. Die folgenden Angaben erfolgen jeweils in Höhe von 100 % und nicht anteilig gemäß der EGGER-Anteile, und beinhalten aufgedeckte stille Reserven aus der Kaufpreisallokation sowie aus IFRS Anpassungen. Zum Stichtag beläuft sich der Wert des langfristigen Vermögens auf 130.468 TEUR, des kurzfristigen Vermögens auf 71.452 TEUR, der langfristigen Schulden auf 84.840 TEUR und der kurzfristigen Schulden auf 36.145 TEUR. Seit Erstkonsolidierungszeitpunkt 01.11.2020 belaufen sich die Umsatzerlöse auf 60.526 TEUR und der Jahresgewinn auf 2.539 TEUR.
|
CLEAF S.p.A.
|
|
30.04.2021
|
Nettoreinvermögen (inkl. aufgedeckte stille Reserven aus der Kaufpreisallokation und IFRS Anpassungen)
|
TEUR
|
80.935
|
|
Beteiligungsquote
|
in %
|
27,50 %
|
|
Firmenwert
|
TEUR
|
12.602
|
|
Buchwert
|
TEUR
|
34.859
|
(5) Sonstige Vermögenswerte
|
Gesamt 30.04.2021
TEUR
|
davon über 1 Jahr Restlaufzeit
TEUR
|
davon unter 1 Jahr Restlaufzeit
TEUR
|
Gesamt 30.04.2020
TEUR
|
davon über 1 Jahr Restlaufzeit
TEUR
|
davon unter 1 Jahr Restlaufzeit
TEUR
|
|
Sonstige Vermögenswerte
|
|
|
|
|
|
|
|
gegenüber Dritten
|
9.480
|
634
|
8.846
|
16.868
|
313
|
16.555
|
|
gegenüber Factoringpartner
|
6.344
|
0
|
6.344
|
4.107
|
0
|
4.107
|
|
Steuerguthaben (andere als Ertragsteuern)
|
24.691
|
0
|
24.691
|
24.108
|
0
|
24.108
|
|
Debitorische Kreditoren und Geleistete Anzahlungen auf Vorräte und Aufwendungen
|
10.454
|
0
|
10.454
|
10.982
|
0
|
10.982
|
|
abgegrenzte Öko-Zertifikate aus der rumänischen Öko-Förderung
|
267
|
0
|
267
|
353
|
0
|
353
|
|
gegenüber verbundenen Unternehmen
|
295
|
0
|
295
|
15
|
0
|
15
|
|
gegenüber assoziierten Unternehmen
|
1
|
0
|
1
|
0
|
0
|
0
|
|
Aktive derivative Finanzinstrumente
|
13.453
|
13.331
|
122
|
13.258
|
13.258
|
0
|
|
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten
|
5.083
|
366
|
4.717
|
6.324
|
910
|
5.414
|
|
70.068
|
14.331
|
55.737
|
76.015
|
14.481
|
61.534
|
In den sonstigen Vermögenswerten gegenüber Dritten sind vor allem Versicherungsansprüche, zugesagte noch nicht geflossene Investitionsförderungen und Schadensersatzleistungen enthalten. Strittige Forderungen in
Höhe von 5.604 TEUR (30.04.2020: 5.604 TEUR) wurden vollständig wertberichtigt.
Hinsichtlich der derivativen Finanzinstrumente siehe Punkt 4.1.
(6) Vorräte
|
30.04.2021 TEUR
|
30.04.2020 TEUR
|
|
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
|
230.321
|
220.626
|
|
Unfertige Erzeugnisse
|
25.490
|
18.203
|
|
Fertige Erzeugnisse und Waren
|
174.027
|
188.671
|
|
429.838
|
427.500
|
Bei den Vorräten wurden Abwertungen in Höhe von 15.026 TEUR (30.04.2020: 14.028 TEUR) vorgenommen. Bei der Wertminderung auf Vorräte handelt es sich im Wesentlichen um Abschläge aufgrund von Alter und Qualität sowie der Abwertung auf den Nettoveräußerungswert.
Von den Vorräten sind 15.442 TEUR (30.04.2020: 17.843 TEUR) mit dem Nettoveräußerungswert (Veräußerungserlös abzüglich Erlösschmälerungen und noch anfallender künftiger Fertigungs- und Vertriebskosten) angesetzt.
(7) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
|
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
|
30.04.2021 TEUR
|
30.04.2020 TEUR
|
|
gegenüber Dritten
|
123.360
|
82.960
|
|
gegenüber assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
|
2.987
|
143
|
|
|
126.346
|
83.103
|
Entwicklung der Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet:
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Wertberichtigung zum 1. Mai
|
3.087
|
3.414
|
|
Zuführung
|
59
|
174
|
|
Abgang
|
–945
|
–442
|
|
Währungsumrechnung
|
–60
|
–59
|
|
Wertberichtigung zum 30. April
|
2.141
|
3.087
|
Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden mit den über die Laufzeit zu erwarteten Kreditverlusten bewertet. Davon sind 14 TEUR (30.04.2020: 18 TEUR) für erwartete Kreditverluste für Forderungen ohne beeinträchtigte Bonität enthalten. Für Forderungen mit beeinträchtiger Bonität wurden Einzelwertberichtigungen in Höhe von 2.127 TEUR (30.04.2020: 3.069 TEUR) gebildet.
EGGER hat mit zwei Kreditinstituten langjährige, verbindliche Factoring-Finanzierungsvereinbarungen abgeschlossen, welche zum 30.04.2021 eine Restlaufzeit von 2,6 bzw. 3,2 Jahren aufweisen. Innerhalb der jeweiligen Zeiträume ist die EGGER Gruppe berechtigt, Forderungen in den EGGER Hauptwährungen von ausgewählten österreichischen, deutschen, englischen, französischen, polnischen, rumänischen und US-amerikanischen Tochtergesellschaften der EGGER Gruppe bis zu einem Forderungsbetrag von insgesamt 325 Mio. EUR zu veräußern. Die nicht verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus dem Factoring-Portfolio zum 30.04.2021 in Höhe von 19.403 TEUR (30.04.2020: 16.653 TEUR) werden nach IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (FVOCI) bewertet.
Zum Stichtag 30.04.2021 wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 215.765 TEUR (30.04.2020: 175.646 TEUR) veräußert. Damit zusammenhängend ist ein Betrag von 6.344 TEUR (30.04.2020: 4.107 TEUR) ohne Bevorschussung der Factoringpartner in den sonstigen Vermögenswerten bilanziert. Unterjährig kann das veräußerte Volumen vom veräußerten Betrag am Bilanzstichtag abweichen. Die Höhe der Finanzverbindlichkeiten verändert sich durch die Höhe der veräußerten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Gemäß IFRS 9 sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dann nicht mehr zu bilanzieren, wenn das Recht auf Erhalt der Zahlungsflüsse sowie im Wesentlichen alle Chancen und Risiken auf den Erwerber übergegangen beziehungsweise nicht bei EGGER verblieben sind.
Das maximale Verlustrisiko für die EGGER Gruppe aus den zum 30.04.2021 verkauften und ausgebuchten Forderungen beträgt 16.175 TEUR (30.04.2020: 15.973 TEUR). Dieser Betrag bemisst sich nach der Höhe des durch EGGER zu tragenden Selbstbehalts der versicherten und sämtlicher nicht versicherten übertragenen Forderungen.
Für das tatsächliche Risiko eines Forderungsausfalls wird zum 30.04.2021 eine sonstige Verbindlichkeit (beizulegender Zeitwert, Stufe 3) in Höhe 87 TEUR (30.04.2020: 227 TEUR) erfasst. Diese Residualschuld errechnet sich auf Grund des maximalen Verlustrisikos und der historisch ermittelten Ausfallswahrscheinlichkeit.
Aus der Factoring-Finanzierung hat die EGGER Gruppe im Berichtsjahr 1.595 TEUR (2019 /20: 1.584 TEUR) aufwandswirksam an Zinsen und Gebühren erfasst.
Weiters wurden per 30.04.2021 Schecks der Egger Dekor A.S. in Höhe von 4.773 TEUR (30.04.2020: 5.539 TEUR) verkauft. Die auf diese Weise verkauften Schecks werden zum Zeitpunkt des Verkaufs aus der Bilanz ausgebucht, da im Wesentlichen alle Chancen und Risiken auf den Erwerber übertragen werden.
(8) Liquide Mittel
|
30.04.2021 TEUR
|
30.04.2020 TEUR
|
|
Kassenbestand
|
59
|
69
|
|
Kurzfristige Veranlagungen (Festgeld)
|
6.046
|
0
|
|
Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks
|
356.312
|
279.591
|
|
362.417
|
279.660
|
In den Liquiden Mitteln sind Beträge unserer argentinischen Gesellschaft Egger Argentina SAU enthalten, für welche aufgrund der Vorschriften in Argentinien Devisenverkehrsbeschränkungen zu beachten sind. Hierdurch ist deren Verfügbarkeit durch das Mutterunternehmen oder andere Unternehmen der EGGER Gruppe eingeschränkt. Im Vergleich zum Gesamtbestand sind diese Beträge aber von untergeordneter Bedeutung für die Gruppe.
(9)
Stammkapital, Rücklagen und Hybridanleihe
Im Mittelpunkt des
Kapitalmanagements
steht die Sicherstellung des Unternehmensbestandes, die Finanzierung des Unternehmenswachstums sowie einer angemessenen Verzinsung des Eigenkapitals. Wesentliche Kennzahlen für die Überwachung sind in diesem Zusammenhang die Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung / EBITDA) und die Eigenkapitalquote (Eigenkapital / Bilanzsumme). Die Nettoverschuldung setzt sich zusammen aus den gesamten Finanzverbindlichkeiten und Anleihen, abzüglich der liquiden Mittel. Als Eigenkapital versteht EGGER das buchmäßige Eigenkapital einschließlich der Investitionszuschüsse. Die interne Mindestvorgabe für die Kennzahl „Nettoverschuldung / EBITDA“ ist kleiner 3,0 (mittel- und langfristig) bzw. für die Eigenkapitalquote
größer 30 % (jeweils auf Gruppenebene). Die extern bei einigen Kreditverträgen vertraglich vereinbarten Mindestfinanzkennzahlen wurden zu den vereinbarten Stichtagen jeweils eingehalten.
Das
Stammkapital
der Egger Holzwerkstoffe GmbH beträgt 11.509 TEUR und ist gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben.
Die Egger Holzwerkstoffe GmbH begab im März 2018 eine
Hybridanleihe
(Perpetual Bond) mit einem Gesamtnennbetrag in Höhe von 150 Mio. EUR (Transaktionskosten: 2.180 TEUR). Die Anleihe ist gemäß IFRS als Eigenkapital ausgewiesen und hat eine unbefristete Laufzeit und einen fixen Kupon von 4,875 % für die ersten fünf Jahre. Sollte die Anleihe nach fünf Jahren nicht gekündigt werden, wird alle fünf Jahre ein neuer Zinssatz festgelegt (5-Jahres-Swap plus Aufschlag plus 500 bps Step-up). Für die Anleihegläubiger ist das Recht auf Kündigung der Anleihe ausgeschlossen. Im Berichtszeitraum wurde ein Teil der Hybridanleihe mit einem Nominalbetrag von 2,8 Mio.EUR zurückerworben und wird zum 30.04.2021 durch die Egger Holzwerkstoffe GmbH gehalten.
Die steuerlich abzugsfähigen Zinszahlungen sind jährlich am 12. März fällig. Die Emittentin ist zum Aufschub von Zinszahlungen unter bestimmten, in den Anleihebedingungen definierten Voraussetzungen berechtigt; Zinsrückstände werden nicht verzinst. Allerdings ist die Emittentin verpflichtet, Zinsen (und bestehende Zinsrückstände) zu zahlen, wenn:
-
Zinsen, sonstige Ausschüttungen oder Zahlungen (einschließlich Zahlungen für eine Rückzahlung oder einen Rückkauf) in Bezug auf nachrangige Wertpapiere oder gleichrangige Wertpapiere oder auf von Gesellschaftern der Emittentin gewährte Darlehen (unabhängig von deren Rang) innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten unmittelbar vor diesem Zinszahlungstag gültig beschlossen oder bezahlt wurden oder in diesem Zeitraum Darlehen an die Gesellschafter gewährt oder unter solchen Darlehen zu zahlende Zinsen gestundet oder erlassen wurden; oder
-
die Hybridanleihe (Perpetual Bond) getilgt wird; oder
-
die Emittentin in die Liquidation geht und abgewickelt oder aufgelöst wird.
(10) Währungsumrechnung
Der Posten „Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung“ umfasst alle Kursdifferenzen, die aus der Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen entstanden sind. Des Weiteren sind hier nicht realisierte Währungsumrechnungsdifferenzen eigenkapitalvermindernd in Höhe von 92.747 TEUR (30.04.2020: 93.133 TEUR) aus aushaftenden und rückgeführten, langfristigen Gesellschafterdarlehen (net investments) enthalten, welche jeweils erfolgsneutral erfasst werden.
(11) Nicht beherrschende Anteile
Die ausgewiesenen nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 54.581 TEUR (30.04.2020: 46.808 TEUR) sind zum 30.04.2021 ausschließlich den EGGER Privatstiftungen zuzurechnen (zum 30.04.2020 waren 10 TEUR einem Minderheitsgesellschafter an der Furniture eServices GmbH zuzurechnen).
(12) Anleihen und Finanzverbindlichkeiten
|
Finanzverbindlichkeiten 2021
|
Gesamt 30.04.2021 TEUR
|
über 5 Jahre Restlaufzeit TEUR
|
1 bis 5 Jahre Restlaufzeit TEUR
|
unter 1 Jahr Restlaufzeit TEUR
|
|
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
|
|
|
|
|
|
Bankkredite
|
624.924
|
142.218
|
405.196
|
77.510
|
|
Zinsabgrenzungen
|
303
|
0
|
0
|
303
|
|
625.227
|
142.218
|
405.196
|
77.813
|
|
Schuldscheindarlehen
|
|
|
|
|
|
Schuldscheindarlehen
|
549.750
|
103.336
|
400.308
|
46.106
|
|
Zinsabgrenzungen
|
1.557
|
0
|
0
|
1.557
|
|
551.308
|
103.336
|
400.308
|
47.663
|
|
Andere Finanzverbindlichkeiten
|
|
|
|
|
|
Finanzierungsleasing
|
17.366
|
5.043
|
6.799
|
5.52
5
|
|
17.366
|
5.043
|
6.799
|
5.525
|
|
Summe gesamt
|
1.193.902
|
250.597
|
812.303
|
131.002
|
|
Finanzverbindlichkeiten 2020
|
Gesamt 30.04.2020 TEUR
|
über 5 Jahre Restlaufzeit TEUR
|
1 bis 5 Jahre Restlaufzeit TEUR
|
unter 1 Jahr Restlaufzeit TEUR
|
|
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
|
|
|
|
|
|
Bankkredite
|
822.344
|
251.950
|
372.989
|
197.406
|
|
Zinsabgrenzungen
|
880
|
0
|
0
|
880
|
|
823.224
|
251.950
|
372.989
|
198.286
|
|
Schuldscheindarlehen
|
|
|
|
|
|
Schuldscheindarlehen
|
632.169
|
270.272
|
361.897
|
0
|
|
Zinsabgrenzungen
|
1.703
|
0
|
0
|
1.703
|
|
633.872
|
270.272
|
361.897
|
1.703
|
|
Andere Finanzverbindlichkeiten
|
|
|
|
|
|
Leasingverbindlichkeiten
|
20.286
|
5.969
|
9.138
|
5.179
|
Poolgelder / Verrechnungsgelder gegenüber verbundenen Unternehmen
|
95
|
0
|
0
|
95
|
|
20.381
|
5.969
|
9.138
|
5.274
|
|
Summe gesamt
|
1.477.478
|
528.191
|
744.024
|
205.263
|
Am Beginn der Berichtsperiode wurde durch die Fritz Egger GmbH & Co. OG eine von der Egger Holzwerkstoffe GmbH garantierte, 50 Mio. EUR kommittierte Kreditlinie im Rahmen der „COVID-19-Hilfe“ der Kontrollbank (OeKB) mit einer EGGER Kernbank in Anspruch genommen und in der Folge aufgrund der positiven Liquiditätsentwicklung bis Ende September 2020 schrittweise wieder zurückgeführt und vorzeitig freiwillig gekündigt. Eine Inanspruchnahme von 100 Mio. EUR der kommittierten syndizierten Kreditlinie wurde in der Berichtsperiode zurückgeführt. Zum 30.04.2021 waren 200 Mio. EUR frei verfügbar. Im Vorjahr in Anspruch genommene kurzfristige bilaterale Kreditlinien in Höhe von 35 Mio. EUR wurden während der Berichtsperiode ebenfalls zurückgeführt.
Im April 2021 wurden variable Tranchen des Schuldscheindarlehens 2016 teilweise (über insgesamt 80 Mio. EUR) vorzeitig zurückbezahlt.
Sämtliche Bankkredite und Schuldscheindarlehen sind in Euro abgeschlossen.
Für Finanzverbindlichkeiten sind, wie im Vorjahr, keine dinglichen Sicherheiten bestellt.
Die Überleitung der Bewegungen der Anleihen und Finanzverbindlichkeiten auf die Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit stellt sich wie folgt dar:
|
Anleihen
TEUR
|
Bankkredite
TEUR
|
Schuldschein- darlehen
TEUR
|
Leasing- verbindlichkeiten TEUR
|
Pool-,Verrech- nungsgelder
TEUR
|
Gesamt
TEUR
|
|
Bilanz zum 30.04.2019
|
151.340
|
601.618
|
642.315
|
2.209
|
88
|
1.397.570
|
|
Anpassungseffekt IFRS 16
|
0
|
0
|
0
|
18.029
|
0
|
18.029
|
|
Einzahlung (Aufnahme)
|
0
|
284.643
|
0
|
0
|
95
|
284.738
|
|
Rückzahlung
|
–150.000
|
–63.811
|
–17.500
|
–6.024
|
–88
|
–237.424
|
|
Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen
|
–1.340
|
868
|
9.057
|
6.359
|
0
|
14.943
|
|
Währungsumrechnung
|
0
|
–93
|
0
|
–285
|
0
|
–378
|
|
Bilanz zum 30.04.2020
|
0
|
823.224
|
633.872
|
20.286
|
95
|
1.477.478
|
|
Einzahlung (Aufnahme)
|
0
|
50.002
|
0
|
0
|
0
|
50.002
|
|
Rückzahlung
|
0
|
–247.384
|
–80.000
|
–6.040
|
–95
|
–333.520
|
|
Sonstige nicht zahlungswirksame Veränderungen
|
0
|
–597
|
–2.564
|
3.489
|
0
|
327
|
|
Währungsumrechnung
|
0
|
–17
|
0
|
–368
|
0
|
–386
|
|
Bilanz zum 30.04.2021
|
0
|
625.227
|
551.308
|
17.366
|
0
|
1.193.902
|
(13) Sonstige Verbindlichkeiten
|
Sonstige Verbindlichkeiten 2021
|
Gesamt 30.04.2021 TEUR
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über 5 Jahre Restlaufzeit TEUR
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1 bis 5 Jahre Restlaufzeit TEUR
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unter 1 Jahr Restlaufzeit TEUR
|
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Sonstige Verbindlichkeiten
|
|
|
|
|
|
gegenüber Dritten
|
8.936
|
0
|
1
|
8.935
|
|
gegenüber Dienstnehmern
|
66.390
|
0
|
0
|
66.390
|
|
aus Verkaufsprovisionen Handelsvertreter
|
866
|
0
|
0
|
866
|
|
aus Vertragsverbindlichkeiten nicht ausbezahlte Kundenboni
|
31.540
|
0
|
0
|
31.540
|
|
aus Vertragsverbindlichkeiten Kundenvorauszahlungen
|
10.077
|
0
|
0
|
10.077
|
|
gegenüber verbundenen Unternehmen
|
995
|
0
|
0
|
995
|
|
aus Steuern (andere als Ertragsteuern)
|
29.611
|
0
|
246
|
29.365
|
|
im Rahmen der sozialen Sicherheit
|
11.267
|
0
|
0
|
11.267
|
|
Rechnungsabgrenzungsposten
|
88
|
0
|
0
|
88
|
|
Summe
|
159.770
|
0
|
247
|
159.523
|
|
Sonstige Verbindlichkeiten 2020
|
Gesamt 30.04.2020 TEUR
|
über 5 Jahre Restlaufzeit TEUR
|
1 bis 5 Jahre Restlaufzeit TEUR
|
unter 1 Jahr Restlaufzeit TEUR
|
|
Sonstige Verbindlichkeiten
|
|
|
|
|
|
gegenüber Dritten
|
6.379
|
0
|
1
|
6.378
|
|
gegenüber Dienstnehmern
|
52.856
|
0
|
0
|
52.856
|
|
aus Verkaufsprovisionen Handelsvertreter
|
474
|
0
|
0
|
474
|
|
aus Vertragsverbindlichkeiten nicht ausbezahlte Kundenboni
|
25.956
|
0
|
0
|
25.956
|
|
aus Vertragsverbindlichkeiten Kundenvorauszahlungen
|
3.824
|
0
|
0
|
3.824
|
|
gegenüber verbundenen Unternehmen
|
207
|
0
|
0
|
207
|
|
aus Steuern (andere als Ertragsteuern)
|
16.367
|
0
|
0
|
16.367
|
|
im Rahmen der sozialen Sicherheit
|
11.376
|
0
|
0
|
11.376
|
|
Rechnungsabgrenzungsposten
|
1.312
|
0
|
0
|
1.312
|
|
Summe
|
118.751
|
0
|
1
|
118.750
|
Die Entwicklung der Vertragsverbindlichkeiten von nicht ausbezahlten Kundenboni und von Kunden erhaltene Anzahlungen stellt sich wie folgt dar:
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Vertragsverbindlichkeiten zum 1. Mai
|
29.779
|
33.710
|
|
Als Umsatz in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst
|
–3.698
|
–3.910
|
|
Verwendung hinsichtlich nicht ausgezahlter Kundenboni
|
–25.588
|
–29.187
|
|
Zugang
|
41.617
|
29.779
|
|
Währungsumrechnung
|
–494
|
–613
|
|
Vertragsverbindlichkeiten zum 30. April
|
41.617
|
29.779
|
Da bei EGGER ausschließlich Leistungsverpflichtungen mit einer Laufzeit von maximal einem Jahr bestehen, wird auf Angaben zu den verbleibenden Leistungsverpflichtungen verzichtet.
(14) Investitionszuschüsse
Im Geschäftsjahr 2020 /21 wurden an Gesellschaften der EGGER Gruppe 731 TEUR (2019 /20: 0 TEUR) Investitionszuschüsse gewährt. Hiervon resultieren 331 TEUR aus COVID-19-Investitionsförderungen.
Die Investitionszuschüsse werden entsprechend der Nutzungsdauern der zugehörigen Sachanlagen ertragswirksam aufgelöst.
(15) Langfristige Rückstellungen
|
Langfristige Rückstellungen
|
Stand am 30.04.2020
TEUR
|
Währungs- änderung
TEUR
|
Zugänge
TEUR
|
Verwendung
TEUR
|
Auflösung
TEUR
|
Stand am 30.04.2021
TEUR
|
|
Rückstellungen für Abfertigungen
|
40.312
|
0
|
1.909
|
–1.107
|
0
|
41.114
|
|
Rückstellungen für Pensionen
|
40.091
|
14
|
148
|
–242
|
–11.635
|
28.376
|
|
Rückstellungen für Jubiläumsgelder
|
95.802
|
–854
|
10.326
|
–5.831
|
–435
|
99.007
|
|
Rückstellung für Altersteilzeit
|
1.196
|
0
|
1.798
|
–1.236
|
0
|
1.758
|
|
Übrige langfristige Rückstellungen
|
2.533
|
|
1.106
|
–116
|
–20
|
3.503
|
|
179.934
|
–839
|
15.286
|
–8.533
|
–12.090
|
173.758
|
Der Berechnung der Abfertigungs- und Pensionsverpflichtung liegen folgende
versicherungsmathematische Annahmen
zugrunde:
|
30.04.2021
|
30.04.2020
|
|
Rechnungszinssatz
|
1,30 – 2,05 %
|
1,46 – 1,65 %
|
|
Bezugssteigerung
|
2,54 %
|
2,16 %
|
|
Pensionssteigerung
|
2,20 %
|
1,63 %
|
|
Pensionsantrittsalter
|
nach gesetzlichen Bestimmungen
|
nach gesetzlichen Bestimmungen
|
|
|
|
|
Biometrische Rechnungsgrundlagen:
|
|
|
|
Österreich
|
AVÖ 2018-P
|
AVÖ 2018-P
|
|
Großbritannien
|
115 % SAPS tables CMI_2019 1,25 %
|
115 % SAPS tables CMI_2019 1,25 %
|
Sensitivitätsanalysen
Die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen sind der Rechnungszinssatz und die künftige Bezugs- und Pensionssteigerung. Die nachfolgenden Sensitivitätsanalysen stellen die Auswirkungen von Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen dar. Bei der Simulation wird jeweils eine Annahme geändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant bleiben.
|
Sensitivitätsanalyse
|
Änderung Annahme 30.04.2021 in %
|
Änderung Barwert 30.04.2021 TEUR
|
Änderung Annahme 30.04.2020 in %
|
Änderung Barwert 30.04.2020 TEUR
|
|
Abfertigungsverpflichtungen
|
|
|
|
|
|
Rechnungszinssatz
|
+0,25 %
|
–1.195
|
+0,25 %
|
–1.528
|
|
–0,25 %
|
+1.587
|
–0,25 %
|
+1.457
|
|
Zukünftige Bezugssteigerung
|
+1,00 %
|
+6.120
|
+1,00 %
|
+6.088
|
|
-1,00 %
|
–4.892
|
-1,00 %
|
–5.143
|
|
Pensionsverpflichtungen fondsfinanziert
|
|
|
|
|
|
Rechnungszinssatz
|
+0,25 %
|
–2.460
|
+0,25 %
|
–3.798
|
|
-0,25 %
|
+2.608
|
-0,25 %
|
+3.899
|
|
Zukünftige Bezugssteigerung
|
+1,00 %
|
+2.665
|
+1,00 %
|
+3.871
|
|
-1,00 %
|
–2.512
|
-1,00 %
|
–3.756
|
|
Zukünftige Rentensteigerung
|
+1,00 %
|
+768
|
+1,00 %
|
+819
|
|
-1,00 %
|
–759
|
-1,00 %
|
–798
|
|
Rückstellungen für Abfertigungen
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Barwert (DBO) der Verpflichtung = Bilanzierte Rückstellungen 1. Mai
|
40.312
|
40.123
|
|
Dienstzeitaufwand
|
1.114
|
1.088
|
|
Zinsaufwand
|
589
|
657
|
|
Erfasst in der Gewinn- und Verlustrechnung
|
1.703
|
1.745
|
|
Neubewertung aus Änderung finanzmathematischer Annahmen
|
744
|
1.039
|
|
Neubewertung aus Änderung demografischer Annahmen
|
12
|
–1
|
|
Neubewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen
|
–550
|
–1.353
|
|
Erfasst im sonstigen Ergebnis
|
206
|
–315
|
|
Abfertigungs- und Abgangsentschädigungszahlungen
|
–1.107
|
–1.242
|
|
Barwert (DBO) der Verpflichtung = Bilanzierte Rückstellungen 30. April
|
41.114
|
40.312
|
Durch die Abfertigungsverpflichtung ist EGGER versicherungsmathematischen Risiken, wie Zins- und Gehaltsrisiko, ausgesetzt. Die geschätzten Zahlungen für Abfertigungen und Abgangsentschädigungen bei Pensionsantritt gemäß Regelpensionsalter für das Geschäftsjahr 2021/22 betragen 334 TEUR. Die Abfertigungsverpflichtungen haben eine gewichtete durchschnittliche Laufzeit von 14 Jahren (30.04.2020: 15 Jahren).
Rückstellungen für Pensionen
Eine österreichische Tochtergesellschaft unterhält einen leistungsorientierten Pensionsplan, der anspruchsberechtigten Mitarbeitern eine Pension auf Lebenszeit zusichert. Der inzwischen geschlossene Kreis der Begünstigten erwirbt pro Jahr Firmenzugehörigkeit 1,5 % des letzten Gehalts an Pensionsanspruch, der maximal 40 % des letzten Gehalts bzw. zusammen mit dem gesetzlichen Pensionsanspruch nicht mehr als 80 % des Endgehalts betragen kann. Die VBV-Pensionskasse Aktiengesellschaft, Wien, verwaltet das einbezahlte Vermögen und sichert die künftigen Pensionszahlungen ab. Die monatlichen Beitragszahlungen des Arbeitgebers sind in der Höhe, die eine Erfüllung der zugesagten Leistungen ermöglicht, bemessen. Für die Berechnung wird eine jährliche Bezugssteigerung von 3 % angenommen, eine inflationsbedingte Pensionssteigerung wird nicht berücksichtigt. Bei einer Unterdeckung des Plans kann es zu einer Nachschusspflicht kommen. Bei Pensionsantritt wird das angesparte Kapital in der Pensionskasse in eine lebenslange Pension umgewandelt und die Verpflichtungen des Dienstgebers erlöschen.
Die VBV-Pensionskasse Aktiengesellschaft ist eine rechtlich unabhängige Pensionskasse, die den Bestimmungen des Pensionskassengesetzes unterliegt. Über die Veranlagungsstrategie entscheidet der Veranlagungsausschuss, in dem auch EGGER vertreten ist. Durch diesen Pensionsplan ist EGGER versicherungsmathematischen Risiken, wie dem Zins-, Investitions-, Gehalts- und Langlebigkeitsrisiko, ausgesetzt.
Englische Tochtergesellschaften unterhalten einen leistungsorientierten Pensionsplan, der den anspruchsberechtigten Mitarbeitern eine Pension auf Lebenszeit zusichert. Der im Jahr 2002 geschlossene Kreis der Begünstigten erwarb pro Jahr Firmenzugehörigkeit 1 / 80 bzw. 1 / 60 des Letztgehalts an Pensionsanspruch. Die monatlichen Beitragszahlungen des Arbeitgebers an das EGGER (UK) Pension Scheme sind in der Höhe bemessen, die die Erfüllung der zugesagten Ansprüche ermöglicht. Für die Berechnung wird eine inflationsbedingte Pensionssteigerung angenommen. Bei einem Defizit des Plans kommt es zu Nachschüssen.
Das EGGER (UK) Pension Scheme wird durch die Treuhänder des Pensionsplans verwaltet. Ein Ausschuss, bestehend aus Begünstigten, entscheidet über die Veranlagungsstrategie. Durch diesen Pensionsplan ist EGGER versicherungsmathematischen Risiken, wie Zins-, Investitions-, Langlebigkeits- und Inflationsrisiko, ausgesetzt.
|
Herleitung der in der Bilanz erfassten Rückstellungen
|
30.04.2021 TEUR
|
30.04.2020 TEUR
|
|
Barwert (DBO) der fondsfinanzierten Verpflichtung
|
73.397
|
88.000
|
|
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
|
–51.683
|
–54.585
|
|
Nettoschuld der fondsfinanzierten Verpflichtungen
|
21.714
|
33.415
|
|
Barwert (DBO) der nicht durch Fondsvermögen gedeckten Verpflichtung
|
6.662
|
6.676
|
|
Bilanzierte Rückstellungen 30. April
|
28.376
|
40.091
|
Von der fondsfinanzierten Verpflichtung fallen auf den Pensionsplan bei der VBV-Pensionskasse Aktiengesellschaft 3.139 TEUR (30.04.2020: 4.089 TEUR) und auf das EGGER (UK) Pension Scheme 18.575 TEUR (30.04.2020: 29.326 TEUR).
|
Entwicklung des Barwerts (DBO) der Verpflichtung
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Barwert (DBO) der Verpflichtung zum 1. Mai
|
94.676
|
88.523
|
|
Dienstzeitaufwand
|
640
|
647
|
|
Zinsaufwand
|
1.467
|
2.004
|
|
Erfasst in der Gewinn- und Verlustrechnung
|
2.107
|
2.651
|
|
Neubewertung aus Änderung finanzmathematischer Annahmen
|
–1.875
|
12.139
|
|
Neubewertung aus Änderung demografischer Annahmen
|
–167
|
–2.120
|
|
Neubewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen
|
–9.939
|
–869
|
|
Erfasst im sonstigen Ergebnis
|
–11.981
|
9.150
|
|
Pensionszahlungen
|
–4.428
|
–5.179
|
|
Währungsumrechnung
|
–315
|
–470
|
|
Barwert (DBO) der Verpflichtung zum 30. April
|
80.059
|
94.676
|
|
Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Zeitwert des Planvermögens zum 1. Mai
|
54.585
|
49.006
|
|
Rechnerisch berücksichtigter Zinsertrag
|
780
|
1.138
|
|
Differenzbetrag zwischen tatsächlichem Ertrag Planvermögen und dem rechnerisch berücksichtigten Zinsertrag, erfasst im sonstigen Ergebnis
|
–2.607
|
6.729
|
|
Fondsbeitragszahlungen
|
2.691
|
2.743
|
|
Pensionszahlungen des Fonds
|
–3.706
|
–4.749
|
|
Währungsumrechnung
|
–60
|
–281
|
|
Zeitwert des Planvermögens zum 30. April
|
51.683
|
54.585
|
|
Zusammensetzung des Planvermögens
|
Börsennotiert 30.04.2021 TEUR
|
Nicht notiert 30.04.2021 TEUR
|
Börsennotiert 30.04.2020 TEUR
|
Nicht notiert 30.04.2020 TEUR
|
|
Eigenkapitalinstrumente
|
|
|
|
|
|
Europa
|
4.426
|
0
|
1.859
|
0
|
|
Nordamerika
|
9.911
|
0
|
6.462
|
0
|
|
Asien u. Pazifik
|
3.024
|
0
|
1.974
|
0
|
|
Andere
|
4.516
|
0
|
5.297
|
0
|
|
Festverzinsliche Wertpapiere
|
|
|
|
|
|
Staatsanleihen
|
3.968
|
0
|
8.188
|
0
|
|
Unternehmensanleihen
|
994
|
0
|
7.097
|
0
|
|
Zahlungsmittel
|
12.078
|
0
|
8.612
|
0
|
|
Sonstiges
|
11.253
|
1.513
|
14.018
|
1.077
|
|
Gesamt
|
51.683
|
54.585
|
Die geschätzten Fondsbeitragszahlungen für die fondsfinanzierten Pensionsverpflichtungen betragen für das Geschäftsjahr 2021 / 22 2.864 TEUR.
Die Pensionsverpflichtungen haben eine gewichtete durchschnittliche Laufzeit von 6 Jahren (VBV-Pensionskasse Aktiengesellschaft, 30.04.2020: 7 Jahren) bzw. 16 Jahren (EGGER (UK) Pension Scheme, 30.04.2020: 17 Jahren).
Die Pensionsverbindlichkeit in UK ist in Höhe von 18.575 TEUR (30.04.2020: 20.110 TEUR) dinglich besichert. Als dingliche Besicherung dienen die Grundstücke und Gebäude der Gesellschaft Egger (UK) Limited.
|
Rückstellung für Jubiläumsgelder
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Barwert (DBO) der Verpflichtung – Bilanzierte Rückstellungen 1. Mai
|
95.802
|
91.329
|
|
Dienstzeitaufwand
|
7.417
|
7.059
|
|
Zinsaufwand
|
2.228
|
2.055
|
|
Neubewertung aus Änderung finanzmathematischer Annahmen
|
1.989
|
2.269
|
|
Neubewertung aus Änderung demografischer Annahmen
|
–2.419
|
–1.830
|
|
Neubewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen
|
1.101
|
1.194
|
|
Erfasst in der Gewinn- und Verlustrechnung
|
10.316
|
10.747
|
|
Jubiläumszahlungen
|
–5.831
|
–5.307
|
|
Änderung Konsolidierungskreis
|
–242
|
0
|
|
Währungsumrechnung
|
–1.038
|
–967
|
|
Barwert (DBO) der Verpflichtung – Bilanzierte Rückstellungen 30. April
|
99.007
|
95.802
|
Bei der Ermittlung der Rückstellung für Jubiläumsgelder werden länder- bzw. gesellschaftsspezifische Fluktuationsraten verwendet. Diese basieren auf Erfahrungswerten und sind u.a. in Abhängigkeit der Dauer der Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter ermittelt.
Rückstellungen für Altersteilzeit
Für abgeschlossene Altersteilzeitvereinbarungen wurde eine Rückstellung gebildet. Zur Absicherung der Verpflichtung wurden Termingelder in Höhe von 2.920 TEUR (30.04.2020: 2.041 TEUR) an die CommerzTrust GmbH übertragen. Eine Saldierung des Deckungsvermögens mit der Verpflichtung wurde vorgenommen.
Übrige langfristige Rückstellungen
Im März 2009 führte das deutsche Bundeskartellamt Untersuchungen in den Werken aller großen Spanplattenproduzenten mit Sitz in Deutschland durch. Die Ermittlungen erfolgten aufgrund des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Absprachen und umfassten auch die Aktivitäten von EGGER in Deutschland. In 2010 ergingen an verschiedene große Spanplattenproduzenten mit Sitz in Deutschland die Bußgeldbescheide. Die Prozessschritte in diesem Verfahren haben für EGGER ergeben, dass EGGER eine Bußgeldbefreiung zugesprochen wurde. Daher ergingen gegen EGGER keine Bußgeldbescheide. Aus dem Kartellordnungswidrigkeitsverfahren des Bundeskartellamtes resultieren private Kartellschadensersatzklagen gegen Spanplattenproduzenten, teilweise auch gegen EGGER. Diese wurden zwischenzeitlich gütlich beigelegt. In Bezug auf Klagen und Schadensersatzansprüche gegen andere Kartellteilnehmer sind Innenregressforderungen aus einem Gesamtschuldnerausgleich gegen EGGER denkbar. Der Ausgang dieser Verfahren sowie mögliche Auswirkungen daraus können zum jetzigen Zeitpunkt nicht vollständig abgeschätzt werden. Für diese privaten Kartellschadensersatzklagen inkl. Zinsansprüchen und Verfahrenskosten werden per 30.04.2021 1.000 TEUR (30.04.2020: 1.000 TEUR) rückgestellt. Es wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass wettbewerbswidrige Absprachen nicht zur Geschäftspolitik von EGGER zählen und im Rahmen interner Richtlinien ausdrücklich untersagt sind.
Für eine mögliche Strafe im Zusammenhang mit einem tödlichen Arbeitsunfall wurde eine Rückstellung in Höhe von 2.302 TEUR (30.04.2020: 1.381 TEUR) gebildet.
(16) Ertragsteuern
Die Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Tatsächliche Steuern
|
102.474
|
39.421
|
|
Latente Steuern
|
13.017
|
–3.005
|
|
115.491
|
36.416
|
Temporäre Unterschiede zwischen den Wertansätzen im IFRS-Abschluss und dem jeweiligen steuerlichen Wertansatz wirken sich wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen latenten Steuern aus:
|
Aktive latente Steuern 30.04.2021 TEUR
|
Passive latente Steuern 30.04.2021 TEUR
|
Aktive latente Steuern 30.04.2020 TEUR
|
Passive latente Steuern 30.04.2020 TEUR
|
|
Sachanlagen
|
28.304
|
34.734
|
17.688
|
32.999
|
|
Immaterielle Vermögenswerte
|
1.276
|
682
|
1.326
|
1.236
|
|
Finanzvermögen
|
60.061
|
83
|
79.687
|
84
|
|
Sonstige Vermögenswerte
|
113
|
2.903
|
123
|
3.314
|
|
Finanzverbindlichkeiten
|
5.672
|
0
|
7.304
|
0
|
|
Rückstellungen
|
26.676
|
114
|
28.126
|
89
|
|
Sonstige Verbindlichkeiten
|
1.062
|
60
|
1.283
|
0
|
|
Eigenkapital (Hybridanleihe, Net investments)
|
204
|
129
|
313
|
0
|
|
Steuerliche Sonderabschreibungen
|
0
|
1.514
|
0
|
1.571
|
|
Steuerliche Verlustvorträge
|
41.269
|
0
|
38.125
|
0
|
|
Langfristige Steuerabgrenzung
|
164.637
|
40.219
|
173.975
|
39.292
|
|
Vorräte
|
4.493
|
1.709
|
3.781
|
1.333
|
|
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
|
1.039
|
301
|
290
|
514
|
|
Sonstige Vermögenswerte
|
158
|
265
|
351
|
211
|
|
Wertpapiere und Finanzvermögen
|
17
|
863
|
151
|
482
|
|
Finanzverbindlichkeiten
|
1.463
|
0
|
1.354
|
520
|
|
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
|
986
|
17
|
412
|
41
|
|
Sonstige Verbindlichkeiten
|
2.149
|
0
|
2.113
|
3
|
|
Rückstellungen
|
407
|
0
|
71
|
0
|
|
Kurzfristige Steuerabgrenzungen
|
10.712
|
3.155
|
8.523
|
3.104
|
|
Aktive/Passive Steuerabgrenzung (brutto)
|
175.349
|
43.374
|
182.498
|
42.396
|
|
Wertberichtigungen
|
–41.350
|
0
|
–30.874
|
0
|
|
Saldierung gegenüber derselben Steuerbehörde
|
–39.632
|
–39.632
|
–37.150
|
–37.150
|
|
Steuerabgrenzung (netto)
|
94.367
|
3.742
|
114.474
|
5.246
|
|
Überleitungsrechnung latenter Ertragsteueraufwand
|
TEUR
|
TEUR
|
TEUR
|
|
Aktive latente Steuern zum 30.04.2020
|
114.474
|
|
|
|
Passive latente Steuern zum 30.04.2020
|
–5.246
|
109.228
|
|
|
Aktive latente Steuern zum 30.04.2021
|
94.367
|
|
|
|
Passive latente Steuern zum 30.04.2021
|
–3.742
|
90.625
|
|
|
Veränderung der latenten Steuern 2020/21
|
|
|
18.603
|
|
Währungsdifferenz
|
|
|
–3.496
|
|
Konsolidierungskreisbedingte Veränderungen
|
|
|
–72
|
|
Direkt im Eigenkapital und im sonstigen Ergebnis erfasste Änderungen
|
|
|
–2.018
|
|
Latente Ertragsteuer
|
|
|
13.017
|
Auf zu versteuernde temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen in Höhe von 659.413 TEUR (30.04.2020: 927.367 TEUR) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da die Egger Holzwerkstoffe GmbH als Mutterunternehmen in der Lage ist, den Zeitpunkt der Auflösung dieser temporären Differenzen zu steuern. Für die Berechnung wurden die Steuerbuchwerte der Beteiligungsansätze dem Nettovermögen aus den IFRS-Einzelbilanzen gegenüber gestellt.
Für einbehaltene Gewinne von ausländischen Tochterunternehmen wurden keine passiven latenten Steuern berechnet. Allerdings würde bei der Ausschüttung der Gewinne zweier ausländischen Tochterunternehmens bei einem Quellensteuersatz von jeweils 5 % ausländische Quellensteuer in Höhe von bis zu 150 TEUR (30.04.2020: 1.993 TEUR) anfallen.
Die latente Steuer auf Verlustvorträge wird aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuernde Gewinne zur Verfügung stehen werden, gegen die die Verlustvorträge verwendet werden können. Liegen keine ausreichenden passiven Steuerabgrenzungen vor, wird die latente Steuer auf Verlustvorträge nur dann aktiviert, wenn diese Verlustvorträge innerhalb der nächsten fünf Jahre mit künftigen steuerpflichtigen Gewinnen verrechnet werden können. In der zugrunde liegenden steuerlichen Planungsrechnung werden Verlustverrechnungsbeschränkungen durch Mindestbesteuerungsregeln in den einzelnen Ländern beim erwarteten Verlustabbau ebenso berücksichtigt wie eine zeitliche Einschränkung hinsichtlich der Verwertung von Verlustvorträgen in Rumänien von sieben Jahren und in Polen von fünf Jahren. Bei allen anderen Gesellschaften bestehen nach nationalem Steuerrecht keine zeitlichen Einschränkungen.
Bei der polnischen Gesellschaft Egger Biskupiec Sp. z o.o. sind entstehende Gewinne aus im Werk Biskupiec hergestellten Produkten bis zu einer definierten kumulierten Höhe und längstens bis 2026 steuerbefreit (Tax Holiday aufgrund der Ansiedelung in einer Sonderwirtschaftszone), eventuelle Verluste sind nicht vortragsfähig. Zudem beginnen hier die steuerlichen Abschreibungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten faktisch erst mit Ende der Tax Holidays, woraus latente Steuern aufgrund temporärer Differenzen resultieren. Die Effekte hieraus sind in der Steuerüberleitung in der Zeile "Steuerfreistellungen / Tax Holiday" enthalten. Diese Begünstigungen sind an Vorgaben, wie Arbeitsplätze und Investitionskosten, gebunden, welche aus heutiger Sicht alle erfüllt werden.
Aktive latente Steuern wurden in Höhe von 41.350 TEUR (30.04.2020: 30.874 TEUR) mangels Werthaltigkeit wertberichtigt.
Für Gesellschaften, die im Vorjahr oder in der laufenden Periode ein negatives Ergebnis vor Steuern ausgewiesen haben, wurde ein saldierter latenter Steueranspruch bei der südamerikanischen Gesellschaft Egger Argentina SAU in Höhe von 3.165 TEUR (30.04.2020: 4.938 TEUR), bei der polnischen Gesellschaft Egger Biskupiec Sp. z o.o. in Höhe von 8.880 TEUR (30.04.2020: 488 TEUR) sowie der Egger Corporate Services GmbH in Höhe von 8.858 TEUR (30.04.2020: 7.835 TEUR) aktiviert.
Die angefallenen Aufbau- und Anlaufverluste durch den Werksneubau in Polen werden seit Produktionsbeginn im Sommer 2019 schrittweise durch Ertragsüberschüsse kompensiert. Laut Internationalem Währungsfonds (Update April 2021) wird für Polen für 2021 ein reales BIP von +3,5 % prognostiziert und für nächstes Jahr 2022 ein Wachstum von + 4,5 %. Unsere Branche der Holzwerkstoffindustrie ist von den Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich geringer betroffen, weshalb wir nach unserer Einschätzung in der Lage sein werden, unsere Verkaufspreise entsprechend der Rohstoffpreissteigerungen und über der Inflationsrate zu erhöhen, was unsere Marge nach und nach verbessert und zu einer Ergebnissteigerung führen wird. Darüber hinaus werden in diesem neuen Werk noch laufend Kosten- und Prozessoptimierungen durchgeführt, welche ebenfalls einen positiven Effekt auf das Ergebnis haben.
Auch für Argentinien geht der Internationale Währungsfonds für das Jahr 2021 von einem steigenden BIP von +5,8 % aus. Für 2022 wird mit einem Wachstum von + 2,5 % gerechnet. Durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und durch die wirtschaftliche Erholung rechnen wir mit einer Stabilisierung des derzeitigen Währungsverlusts und der hohen Inflation, was unsere Marge schrittweise verbessern wird. Zusätzlich werden vermehrt Exportgeschäfte in die USA durchgeführt, um höhere USD-Umsätze zu kreieren.
Die steuerlichen Verluste bei der österreichischen Egger Corporate Services GmbH sind auf einmalige Effekte aufgrund von Teilwertabschreibungen auf eine ausländischen Gesellschaft zurückzuführen. Mit deren Wegfall wird für zukünftige Jahre wieder mit entsprechend positiven steuerlichen Ergebnissen gerechnet.
Die Steuerplanung basiert auf der Mittelfristplanung für die einzelnen Tochtergesellschaften. Eine Erhöhung bzw. eine Verringerung der Ertragswerte um 10 % würde in der aktuellen Periode zu einer Korrektur des Steueranspruchs auf Verlustvorträge der österreichischen Gesellschaft Egger Corporate Services GmbH in Höhe von + 886 TEUR bzw. – 886 TEUR (30.04.2020: +784 TEUR bzw. – 784 TEUR) führen.
Die Ursachen für den Unterschied zwischen der erwarteten Steuerbelastung und der ausgewiesenen Ertragsteuer stellen sich folgendermaßen dar:
|
2020/21
|
2019/20
|
|
TEUR
|
%
|
TEUR
|
%
|
|
Ergebnis vor Ertragsteuern
|
370.346
|
–
|
193.121
|
–
|
|
davon 25 % rechnerischer Ertragsteueraufwand
|
92.587
|
25,0 %
|
48.280
|
25,0 %
|
|
Verminderung / Erhöhung der Steuerbelastung durch:
|
|
|
|
|
|
Einfluss unterschiedlicher Steuersätze
|
1.266
|
0,3 %
|
72
|
0,0 %
|
|
Steueraufwand und -ertrag aus Vorperioden
|
3.486
|
0,9 %
|
–91
|
0,0 %
|
|
Steuersatzänderung
|
–112
|
0,0 %
|
–160
|
–0,1 %
|
|
Steuereffekt aus nicht abzugsfähigen Quellensteuern
|
793
|
0,2 %
|
891
|
0,5 %
|
|
Nicht abzugsfähige Aufwendungen
|
5.088
|
1,4 %
|
2.805
|
1,5 %
|
|
Steuerfreistellungen / Tax holiday (2019/20: nicht verwertbare steuerliche Verluste)
|
–5.886
|
–1,6 %
|
6.159
|
3,2 %
|
|
Anpassung Wertberichtigung aktiver latenter Steuern
|
10.807
|
2,9 %
|
0
|
0,0 %
|
|
Steuerliche Firmenwertabschreibung
|
–3.183
|
–0,9 %
|
–3.183
|
–1,6 %
|
|
Steuerliche Teilwertabschreibung und -zuschreibung
|
10.616
|
2,9 %
|
–15.361
|
–8,0 %
|
|
Zinsen Hybridanleihe
|
–1.841
|
–0,5 %
|
–1.828
|
–0,9 %
|
|
Steuerfreie Erträge
|
–1.724
|
–0,5 %
|
–1.040
|
–0,5 %
|
|
Sonstiges
|
3.594
|
1,0 %
|
–128
|
–0,3 %
|
|
Effektive Steuerbelastung
|
115.491
|
31,2 %
|
36.416
|
18,9 %
|
(17) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
|
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
|
30.04.2021 TEUR
|
30.04.2020 TEUR
|
|
gegenüber Dritten
|
285.279
|
214.589
|
|
gegenüber verbundenen Unternehmen
|
453
|
381
|
|
gegenüber assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
|
177
|
88
|
|
285.910
|
215.058
|
(18) Kurzfristige Rückstellungen
|
Stand am 30.04.2020 TEUR
|
Währungs- änderung TEUR
|
Zugänge
TEUR
|
Umbuchung
TEUR
|
Verwendung
TEUR
|
Auflösung
TEUR
|
Stand am 30.04.2021 TEUR
|
|
Rückstellungen für Prozess- und Rechtskosten
|
1.145
|
0
|
584
|
0
|
–93
|
–130
|
1.507
|
|
Übrige kurzfristige Rückstellungen
|
330
|
–44
|
123
|
20
|
0
|
0
|
429
|
|
1.474
|
–44
|
707
|
20
|
–93
|
–130
|
1.936
|
Im Wesentlichen resultiert die Erhöhung der kurzfristigen Rückstellungen aus einem Rechtsstreit mit einem Lieferanten in den USA.
(19) Umsatzerlöse und Segmentberichterstattung
Die Segmentberichterstattung wird auf Basis der Managementberichterstattung erstellt, die vom leitenden Entscheidungsträger regelmäßig zur Beurteilung der Ertragskraft der einzelnen Segmente und für die Zuteilung von Ressourcen herangezogen wird. In der EGGER Gruppe
wird die Funktion des leitenden Entscheidungsträgers von der Gruppengeschäftsführung ausgeübt.
In den einzelnen Geschäftsfeldern werden folgende Produkte erzeugt bzw. gehandelt:
|
Geschäftsfelder
|
|
Decorative Products Mitte
|
Erzeugung von und Handel mit Trägermaterialien aus Holzwerkstoffen (Span-, MDF-, HDF-, OSB-, Kompakt- und Leichtbauplatten) sowie Kanten und Schichtstoffen.
|
|
Decorative Products West
|
|
Decorative Products Ost
|
|
Decorative Products Americas
|
|
Flooring Products
|
Erzeugung von und Handel mit Laminat-, Comfort-, Designfußböden sowie OSB- Platten.
|
|
Sonstiges
|
Gruppenfunktionen, Finanzierungsgesellschaften, Holdings, Erzeugung von und Handel mit Schnittholz.
|
Die Rechnungslegungsgrundsätze für die Segmente sind die gleichen, wie sie für die Unternehmensgruppe in den Grundsätzen der Rechnungslegung beschrieben sind. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen
und Erträge wurden den einzelnen Segmenten zugeordnet. Die Verrechnung zwischen den einzelnen Segmenten erfolgt auf drittüblicher Basis und ist in einer gruppenweit gültigen Verrechnungspreisrichtlinie geregelt.
Segmentinformationen nach Geschäftsfeldern Geschäftsjahr 2020/21
|
Decorative Products Mitte
TEUR
|
Decorative Products West
TEUR
|
Decorative Products Ost
TEUR
|
Decorative Products Americas
TEUR
|
Flooring Products
TEUR
|
Sonstiges
TEUR
|
Konsoli- dierung
TEUR
|
Summe
TEUR
|
|
Außenumsätze
|
781.211
|
683.900
|
889.381
|
179.490
|
423.933
|
124.922
|
0
|
3.082.837
|
|
Innenumsätze
|
149.158
|
7.043
|
92.380
|
1.661
|
128.580
|
76.536
|
–455.357
|
0
|
|
930.370
|
690.942
|
981.761
|
181.151
|
552.513
|
201.458
|
–455.357
|
3.082.837
|
|
Segmentergebnis (operatives EBITDA)
|
201.295
|
130.109
|
218.890
|
–14.878
|
73.165
|
13.752
|
0
|
622.333
|
|
Planmäßige Abschreibungen
|
53.298
|
51.985
|
92.171
|
13.186
|
19.815
|
8.277
|
0
|
238.732
|
|
Wertminderungen
|
0
|
0
|
0
|
1.890
|
0
|
0
|
0
|
1.890
|
|
Betriebsergebnis
|
|
|
|
|
|
|
|
381.711
|
|
Finanzierungsaufwendungen
|
|
|
|
|
|
|
|
–20.232
|
|
Sonstiges Finanzergebnis
|
|
|
|
|
|
|
|
4.521
|
|
Ergebnis aus Finanzinvestitionen
|
|
|
|
|
|
|
|
3.407
|
|
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen
|
|
|
|
|
|
|
|
940
|
|
Ertragsteuern
|
|
|
|
|
|
|
|
–115.491
|
|
Jahresergebnis
|
|
|
|
|
|
|
|
254.855
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Segmentvermögen
|
880.658
|
515.453
|
1.267.754
|
540.786
|
309.105
|
1.136.856
|
–1.404.014
|
3.246.598
|
|
Segmentschulden
|
489.994
|
259.753
|
208.256
|
96.827
|
244.049
|
1.987.913
|
–1.394.780
|
1.892.012
|
|
Investitionen
|
39.706
|
25.036
|
28.644
|
71.351
|
19.147
|
9.087
|
0
|
192.971
|
-
Anmerkung: Die Konsolidierung der segmentinternen Vorgänge erfolgt für das Vermögen und die Schulden erst in der Spalte „Konsolidierung“.
Segmentinformationen nach Geschäftsfeldern Geschäftsjahr 2019/20
|
Decorative Products Mitte
TEUR
|
Decorative Products West
TEUR
|
Decorative Products Ost
TEUR
|
Decorative Products Americas
TEUR
|
Flooring Products
TEUR
|
Sonstiges
TEUR
|
Konsoli- dierung
TEUR
|
Summe
TEUR
|
|
Außenumsätze
|
750.620
|
652.546
|
801.786
|
137.275
|
389.067
|
100.176
|
0
|
2.831.470
|
|
Innenumsätze
|
135.947
|
10.686
|
84.673
|
0
|
51.974
|
73.525
|
–356.804
|
0
|
|
886.567
|
663.232
|
886.459
|
137.275
|
441.041
|
173.701
|
–356.804
|
2.831.470
|
|
Segmentergebnis (operatives EBITDA)
|
188.617
|
82.591
|
162.691
|
–8.148
|
35.517
|
–36.899
|
0
|
424.369
|
|
Planmäßige Abschreibungen
|
53.513
|
40.265
|
88.508
|
696
|
16.103
|
6.459
|
0
|
205.543
|
|
Wertminderungen
|
2.719
|
0
|
0
|
3.139
|
0
|
538
|
0
|
6.396
|
|
Betriebsergebnis
|
|
|
|
|
|
|
|
212.430
|
|
Finanzierungsaufwendungen
|
|
|
|
|
|
|
|
–18.016
|
|
Sonstiges Finanzergebnis
|
|
|
|
|
|
|
|
773
|
|
Ergebnis aus Finanzinvestitionen
|
|
|
|
|
|
|
|
–414
|
|
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen
|
|
|
|
|
|
|
|
–1.652
|
|
Ertragsteuern
|
|
|
|
|
|
|
|
–36.416
|
|
Jahresergebnis
|
|
|
|
|
|
|
|
156.706
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Segmentvermögen
|
974.400
|
470.817
|
1.311.358
|
518.334
|
261.362
|
980.831
|
–1.277.303
|
3.239.799
|
|
Segmentschulden
|
411.366
|
265.021
|
195.188
|
53.750
|
216.096
|
2.154.936
|
–1.274.988
|
2.021.368
|
|
Investitionen
|
70.501
|
41.900
|
87.314
|
291.070
|
25.848
|
14.743
|
0
|
531.377
|
-
Anmerkung: Die Konsolidierung der segmentinternen Vorgänge erfolgt für das Vermögen und die Schulden erst in der Spalte „Konsolidierung“.
Segmentinformationen nach Regionen
Die Segmentierung nach Regionen erfolgt beim Umsatz nach dem Standort des Kunden.
|
Außenumsatz nach Regionen
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Österreich
|
78.356
|
74.537
|
|
Westeuropa
|
1.634.904
|
1.503.541
|
|
Zentral- und Osteuropa sowie Russland
|
965.806
|
889.853
|
|
Amerika
|
200.383
|
157.984
|
|
Rest der Welt
|
203.388
|
205.555
|
|
Summe
|
3.082.837
|
2.831.470
|
Es gab keine Beziehungen zu einzelnen Kunden, deren Umsatzanteil gemessen am Konzernumsatz wesentlich ist.
Die österreichischen Standorte weisen langfristige Vermögenswerte (Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien) in Höhe von 225.906 TEUR (30.04.2020: 240.275 TEUR) aus.
(20) Sonstige betriebliche Erträge
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Erträge aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
|
24
|
57
|
|
Veränderung beizulegender Zeitwert biologischer Vermögenswerte
|
0
|
314
|
|
Gewinne aus Sachanlageverkäufen
|
945
|
1.259
|
|
Erträge aus Förderungen, Beihilfen und Emissionszertifikaten
|
21.944
|
11.608
|
|
Verbrauch Investitionszuschüsse
|
1.944
|
1.273
|
|
Andere betriebliche Erträge
|
20.540
|
17.380
|
|
45.398
|
31.891
|
In den anderen betrieblichen Erträgen sind vor allem Recyclingerlöse, Weiterverrechnungen und Schadenersatzleistungen enthalten.
(21) Materialaufwand
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Materialaufwand
|
1.471.116
|
1.436.869
|
|
Aufwendungen für bezogene Leistungen
|
16.072
|
14.215
|
|
1.487.188
|
1.451.084
|
(22) Personalaufwand
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Löhne
|
222.944
|
211.794
|
|
Gehälter
|
186.611
|
179.723
|
|
Aufwendungen für Pensionen
|
3.680
|
3.857
|
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
|
2.480
|
1.980
|
|
Aufwendungen für Sozialabgaben
|
87.049
|
81.956
|
|
Sonstige Sozialaufwendungen
|
13.826
|
13.995
|
|
516.591
|
493.305
|
COVID-19 bedingte Personalkostenerstatttungen seitens der öffentlichen Hand, wie z.B. Kurzarbeitergeld, wurden in Höhe von 5.026 TEUR (2019/20: 1.563 TEUR) aufwandsmindernd erfasst.
|
Durchschnittlicher Mitarbeiterstand
|
2020/21
|
2019/20
|
|
Produktion und Logistik
|
8.599
|
8.304
|
|
Vertrieb und Verwaltung
|
1.634
|
1.624
|
|
10.233
|
9.928
|
Teilzeitbeschäftigte sind in dieser Aufstellung arbeitszeitaliquot berücksichtigt.
(23) Sonstige betriebliche Aufwendungen
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Frachten und Logistik
|
249.656
|
227.661
|
|
Instandhaltung und Reparaturen
|
64.787
|
65.984
|
|
Personalbeistellungen
|
37.495
|
42.956
|
|
Rechts- und Beratungsaufwendungen
|
21.269
|
23.476
|
|
Sonstige Steuern
|
18.862
|
18.900
|
|
Werbung
|
9.302
|
18.856
|
|
Aufwendungen für geringwertige und kurzfristige Leasingverhältnisse sowie variable Leasingzahlungen
|
3.706
|
3.008
|
|
Versicherungen
|
9.124
|
8.541
|
|
Verluste aus Anlagenabgängen
|
1.439
|
1.316
|
|
Veränderung beizulegender Zeitwert biologischer Vermögenswerte
|
1.365
|
0
|
|
Aufwendungen aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
|
15
|
20
|
|
Andere betriebliche Aufwendungen
|
95.244
|
93.097
|
|
512.265
|
503.815
|
In den anderen betrieblichen Aufwendungen sind vor allem Abfallbeseitigungskosten, Reisespesen, Betriebskosten Fuhrpark, Telefon- und Lizenzgebühren, Vertriebskosten und Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und auf sonstige Vermögenswerte enthalten. Des Weiteren ist im Geschäftsjahr 2020/21 auch eine Geldbuße der rumänischen Wettbewerbsbehörde in Höhe von 4.653 TEUR enthalten (siehe Punkt 4.2).
(24) Finanzierungsaufwendungen und sonstiges Finanzergebnis
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Zinsaufwand aus Finanzierungen
|
11.879
|
9.319
|
|
Zinsaufwand aus Personalrückstellungen
|
3.504
|
3.578
|
|
Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten
|
492
|
638
|
Zinsaufwand/-ertrag (saldiert) aus der Ab-/Aufzinsung von Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen
|
–3
|
–4
|
|
Summe Zinsaufwand
|
15.872
|
13.531
|
|
Übrige Finanzierungsaufwendungen
|
4.359
|
4.484
|
|
Finanzierungsaufwendungen
|
20.232
|
18.016
|
|
Zinsertrag
|
–853
|
–1.170
|
|
Währungsergebnis
|
–2.267
|
397
|
|
Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten
|
–1.401
|
0
|
|
Sonstiges Finanzergebnis
|
–4.521
|
–773
|
|
15.711
|
17.243
|
I
n den übrigen Finanzierungsaufwendungen sind vor allem Bereitstellungsgebühren, Wechselbürgschafts
entgelte, Anspruchzinsen, Disagien und Garantie- und Haftungsgebühren enthalten.
Die Erträge und Aufwendungen betreffen, mit Ausnahme der Finanzderivate, ausschließlich die Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten.
Die Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten resultieren im Wesentlichen aus der Fair value Bewertung einer Sonstigen Option (siehe Punkt 4.1).
Ein fix verzinster Bankkredit (Buchwert Grundgeschäft: 75.655 TEUR (30.04.2020: 75.960 TEUR)) und sämtliche fix verzinste Schuldscheindarlehen (Buchwert Grundgeschäft: 398.957 TEUR (30.04.2020: 401.523 TEUR)) werden durch Zins-Swaps in eine variable Verzinsung umgewandelt. Nachfolgende Tabelle zeigt die ergebniswirksam erfassten Änderungen von Grundgeschäften und Sicherungsbeziehungen in Fair Value-Hedge-Beziehungen.
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Aus abgesicherten Grundgeschäften
|
0
|
–1.006
|
|
Aus Sicherungsinstrumenten
|
0
|
1.003
|
|
Ineffektivität (Anleihe)
|
0
|
–3
|
|
Aus abgesicherten Grundgeschäften
|
–320
|
266
|
|
Aus Sicherungsinstrumenten
|
322
|
–253
|
|
Ineffektivität (Bankkredite)
|
2
|
13
|
|
Aus abgesicherten Grundgeschäften
|
–2.727
|
9.345
|
|
Aus Sicherungsinstrumenten
|
2.818
|
–8.900
|
|
Ineffektivität (Schuldscheindarlehen)
|
91
|
445
|
(25) Ergebnis aus Finanzinvestitionen
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
Realisierte Ergebnisse aus Wertpapieren (saldierter Ertrag)
|
7
|
7
|
|
Unrealisierte Ergebnisse aus Wertpapieren (saldierter Ertrag/Aufwand)
|
754
|
–16
|
|
Aufwendungen aus sonstigem Finanzvermögen
|
0
|
–1.125
|
|
Erträge aus sonstigem Finanzvermögen
|
2.647
|
972
|
|
Wertberichtigung IFRS 9 zu Verrechnungsgeldern
|
0
|
–251
|
|
3.407
|
–414
|
Die Erträge aus sonstigem Finanzvermögen resultieren im Wesentlichen aus einem Besserungsschein sowie Ausschüttungen von nicht konsolidierten Beteiligungen.
Da der gesamte Wertpapierbestand erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert gewidmet ist, sind die gesamten Ergebnisse dieser Kategorie zuzuordnen. Die Aufwendungen und Erträge des sonstigen Finanzvermögens betreffen die Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Aufwendungen und Erträge aus der Wertberichtigung von Verrechnungsgeldern sind der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten zugeordnet.
(26) Ergebnis aus assoziierten Unternehmen
Im Ergebnis aus assoziierten Unternehmen ist der anteilige Jahresgewinn der Horatec GmbH in Höhe von 241 TEUR (2019/20: 148 TEUR) sowie das anteilige Ergebnis seit Erstkonsolidierungszeitpunkt 01.11.2020 der CLEAF S.p.A. in Höhe von 698 TEUR enthalten. Im Vorjahr waren zudem 1.800 TEUR Aufwand aus einer nachträglichen Kaufpreisanpassung aus dem früheren Verkauf eines Gemeinschaftsunternehmens enthalten.
(27) Zusätzliche Angaben zur Gesamtergebnisrechnung
Im Berichtsjahr und im Vorjahr erfolgten keine Umgliederungen von im sonstigen Ergebnis erfassten Währungsumrechnungsdifferenzen in die GuV.
Die folgende Tabelle zeigt die Ertragsteuereffekte, der im sonstigen Ergebnis berücksichtigen Ergebnisse:
|
2020/21 TEUR
|
2019/20 TEUR
|
|
vor Steuer
|
Steuer
|
nach Steuer
|
vor Steuer
|
Steuer
|
nach Steuer
|
Neubewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
|
9.168
|
–1.781
|
7.388
|
–2.107
|
264
|
–1.844
|
|
Währungsumrechnungsdifferenz
|
–99.742
|
–129
|
–99.871
|
–65.663
|
2.171
|
–63.492
|
Summe im sonstigen Ergebnis berücksichtigte Ergebnisse
|
–90.574
|
–1.910
|
–92.482
|
–67.770
|
2.435
|
–65.336
|
3 Risikobericht
Risikopolitische Grundsätze
EGGER produziert in Europa, Argentinien und den USA und vermarktet diese Produkte weltweit. Daraus resultieren eine Vielzahl von Risiken, die im Rahmen eines unternehmensweiten Risikomanagements analysiert werden. Dabei wird bei EGGER Risiko als die Möglichkeit der Abweichung von Unternehmenszielen verstanden, wobei der Risikobegriff dabei sowohl die Möglichkeit eines Verlustes als auch die Nichtnutzung einer Chance umfasst. Ziel des Risikomanagements ist die gezielte Sicherung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EGGER Gruppe sowie das Erkennen zukünftiger Ertrags- und Wachstumspotentiale. Die dezentrale Managementstruktur in Verbindung mit der zunehmenden geographischen Diversifizierung ermöglicht EGGER, seine Geschäftsrisiken zu minimieren und somit potentielle negative Folgen zu verringern. EGGER setzt dabei auf ein standortübergreifendes Risikomanagement und somit auf einen gruppenweit einheitlichen Risikomanagementansatz, der ein integriertes Risikoprofil entwickelt. Daher wird das Risikomanagementsystem auf Gruppenebene zentral koordiniert und laufend weiterentwickelt. Neben der geographischen Diversifizierung führt die Konzentration auf die Kerngeschäfte zu optimierten Abläufen und damit zu einem fokussierten Risikomanagementsystem. Der hohe Marktanteil in den für EGGER wesentlichen Märkten, die langjährige Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten und Beratern sowie eine besonders geringe Fluktuationsrate in den eigenen Reihen ermöglicht es, mit sehr guter Marktkenntnis etwaige Risiken früh zu erkennen.
Im Rahmen der Risikomanagementstrategie erfolgt eine umfassende Identifikation der Risiken für die EGGER Gruppe, die sowohl operative als auch strategische Risiken berücksichtigt. Die wesentlichen EGGER-Risiken werden regelmäßig im Rahmen der Strategiediskussion hinsichtlich ihrer quantitativen und qualitativen Auswirkungen erfasst, bewertet und dokumentiert. Die Risikomanagementaktivitäten konzentrieren sich schwerpunktmäßig auf die größten Hauptrisiken, welche in Zusammenarbeit mit den definierten „Risk-Owner“ analysiert und überwacht werden. Finanzielle Risiken wie Zins- und Währungsrisiken werden vom zentralen Gruppen-Treasury quartalsweise auf Basis neuer Plandaten analysiert und überprüft.
Zur Bestimmung des Gesamtrisikoumfanges kommt als Verfahren der Risikoaggregation auf Gruppenebene eine Monte-Carlo-Simulation zum Einsatz. In diesem System werden unterschiedliche Szenarien basierend auf verschiedenen Planungen quartalsweise simuliert und ausgewertet. Für die rollierende Planung mit dem Fokus auf die nächsten 5 Geschäftsquartale erfolgt dies quartalsweise und in Bezug auf die unternehmensweite Mittelfristplanung, die einen Zeithorizont von 5 Jahren hat, jährlich. Hier wird den Unsicherheiten bezüglich der Planannahmen explizit Rechnung getragen und somit ein hoher Grad an Planungssicherheit erreicht. Durch die Simulationstechnik werden neben den Erwartungswerten der Erfolgsgrößen (z. B. EBITDA) auch die durch die Risiken ausgelösten Bandbreiten dieser Erfolgsgrößen angegeben. Zudem ermöglicht das System eine transparente Bewertung und Dokumentation einzelner Risiken. Im Fokus des gruppenweiten Risikomanagements stehen Treasury Kennzahlen / Financial Covenants sowie interne Steuerungskennzahlen des Wertmanagements, bei deren Einhaltung der operative Betrieb und langfristiges Wachstum gesichert scheinen. Risiken, die den Bestand der EGGER Gruppe gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar. In den einzelnen Gesellschaften der EGGER Gruppe werden Risiken nur innerhalb der operativen Geschäftstätigkeit bewusst eingegangen. Zur Überwachung und Kontrolle von Risiken werden die genutzten Controlling- und Planungsinstrumente, gruppenweite Richtlinien und die laufende Berichterstattung eingesetzt.
Das EGGER-Risikomanagementsystem ist ein System zur Früherkennung, Kommunikation, Steuerung und Behandlung von Risiken. Ziel ist es, potentielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten, ihre Folgen abzuschätzen und gegebenenfalls geeignete Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen einzuleiten. Risikomanagement ist somit für EGGER ein integraler Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse.
Finanzielle Risiken
Die sich aus dem operativen Geschäft für EGGER ergebenden Zins- und Währungsrisiken werden vierteljährlich in Form einer Risikoanalyse für einen Planungshorizont von 12 Monaten ermittelt. Diese Analyse bildet die Grundlage für die Begrenzung und Steuerung der Zins- und Währungsrisiken auf Basis der von der Gruppengeschäftsführung definierten Risikomanagement-Strategie und unter Berücksichtigung der für das Zins- und Währungsrisiko festgelegten Risikokapazität. Die aufgrund der Risikoanalyse erforderlichen Absicherungsmaßnahmen zielen darauf ab, die Risiken aus dem Zins- und Währungsbereich durch den gezielten Einsatz von Finanzinstrumenten derart zu begrenzen, dass die Risikoposition nach erfolgtem Hedging nicht größer als die vorgegebene Risikokapazität ist. Als Risikokapazität ist ein jährlich festgelegter Anteil an der unternehmensweiten Risikokapazität definiert, welche als Anteil am geplanten 12-M-EBITDA bestimmt wird.
Zinsänderungs- und Fremdwährungsrisiko
Risiken aus der Veränderung des Zinsniveaus resultieren im Wesentlichen aus Fremdfinanzierungsinstrumenten. Im Rahmen der Risikoanalyse wird jede Risikoposition unter der Annahme einer vollständig variablen Finanzierungsstruktur für das erwartete Zinssaldorisiko der Fremdfinanzierungen unter Berücksichtigung der laufzeitkonformen Terminzinssätze, von Tagesschwankungen und einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 95 % simuliert.
Eine Aufstellung aller wesentlichen verzinslichen Verbindlichkeiten und der Restlaufzeiten sowie Informationen über bestehende Sicherungsgeschäfte sind in der Anhangsangabe zu den Finanzverbindlichkeiten enthalten.
Aus dem operativen Grundgeschäft ergeben sich zahlungswirksame Währungsrisiken v. a. in ARS, AUD, GBP, PLN, RON, RUB, TRY und USD. Zusätzlich unterliegen die Free Cashflows in ARS, GBP, PLN, RON, RUB, TRY und USD, die von in Nicht-EUR-Ländern ansässigen Gesellschaften erwirtschaftet werden, sowie der Kassabestand in Fremdwährung bis zur Konvertierung in EUR einem direkten Währungsrisiko. Die EUR-Umsätze, welche in Nicht-EUR-Ländern erzielt werden, können einem indirekten Währungsrisiko unterliegen, da eine EUR-Aufwertung marktabhängig zu einer Erhöhung des Preisdruckes führen kann.
In die Risikoanalyse fließen die geplanten Umsätze sowie die geplanten Free Cashflows und der Fremdwährungskassabestand als Grundposition ein. Unter Berücksichtigung der Volatilitäten von Diversifikationseffekten (Korrelationen) sowie einer festgelegten Eintrittswahrscheinlichkeit wird die Risikoposition der einzelnen Fremdwährungsrisiken simuliert und zu einer gesamten Währungsrisikoposition zusammengefasst.
Als Abschluss der Risikoanalyse werden die Risikopositionen aus dem Zins- und Fremdwährungsbereich addiert und die finanzielle Risikogesamtposition berechnet.
Durch den gezielten Einsatz von Devisentermingeschäften im Fremdwährungsbereich sowie von Interest Rate Swaps, Forward Rate Agreements und dem Abschluss von fix verzinsten Fremdfinanzierungen im Zinsbereich wird das Währungs- bzw. das Zinssaldorisiko reduziert, falls dieses über der Risikokapazität liegt.
Die zur Absicherung des Zinsänderungs- und Währungsrisikos eingesetzten derivativen Finanzinstrumente finden sich in der Aufstellung Finanzinstrumente. Weiters ergeben sich Risiken aus der Umrechnung der Einzelabschlüsse der Nicht-EUR-Gesellschaften in die Gruppenwährung EUR (Translationsrisiko). Dieses Risiko wird im Rahmen einer monatlichen Analyse beobachtet. Das Translationsrisiko wird nur dann abgesichert, wenn das mögliche Risiko mit einer gewissen Eintrittswahrscheinlichkeit zu einer konsolidierten Eigenkapitalquote von unter 25 % führen würde.
Sensitivität von Fremdwährungs- und Zinspositionen
Wären die EUR-Zinssätze am 30.04.2021 um hundert Basispunkte höher bzw. niedriger gewesen, wären die Nachsteuergewinne, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, für das Gesamtjahr um 7.605 TEUR (2019 / 20: 9.382 TEUR) niedriger bzw. höher ausgefallen. Dies wäre hauptsächlich auf höhere bzw. niedrigere Zinsaufwendungen für variabel verzinsliche Finanzschulden zurückzuführen gewesen. Die Schwankung der EUR-Zinssätze um hundert Basispunkte hat auf das Eigenkapital dieselbe Auswirkung.
Hätte sich am 30.04.2021 der Kurs des EUR im Verhältnis zu den für EGGER ein wesentliches Risiko darstellenden Fremdwährungen um 10 % gefestigt bzw. abgeschwächt, wären die Nachsteuergewinne bzw. wäre das Eigenkapital ohne eine etwaige Translationsdifferenz, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären, für das Gesamtjahr wie folgt ausgefallen:
|
Effekt in TEUR
|
30.04.2021
|
30.04.2020
|
|
Stärkung
|
Schwächung
|
Stärkung
|
Schwächung
|
|
GBP
|
–2.159
|
1.692
|
249
|
–724
|
|
RON
|
5.601
|
–4.083
|
2.521
|
–2.183
|
|
RUB
|
5.669
|
–4.714
|
–241
|
526
|
|
PLN
|
547
|
–470
|
623
|
–753
|
|
ARS
|
–242
|
150
|
–72
|
44
|
|
USD
|
–4.431
|
3.827
|
–2.640
|
2.157
|
|
TRY
|
–648
|
609
|
–538
|
506
|
|
Restliche Währungen
|
–239
|
195
|
–177
|
146
|
|
4.098
|
–2.795
|
–275
|
–281
|
Das wäre hauptsächlich auf folgende Faktoren zurückzuführen gewesen: Währungsumrechnungsgewinne / -verluste aus auf Fremdwährung basierenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, liquiden Mitteln, Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Finanzderivaten.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko ist ein Risiko für den Bestand von Gruppengesellschaften und der gesamten Gruppe. Deshalb müssen finanzielle Mittel in ausreichendem Maß verfügbar sein, um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten. Die Liquiditätslage wird durch den Einsatz von Tagesfinanzdisposition und Finanzstatus (kurzfristige Verfügbarkeit von liquiden Mitteln) sowie durch eine wöchentliche Vorschau, eine währungsdifferenzierte Liquiditätsplanung für 15 Monate und eine Mittelfristplanung für 5 Jahre laufend beurteilt. Der geplante kurzfristige Liquiditätsbedarf wird durch Cashbestände, einschließlich einer festgelegten Mindest-Liquiditätsreserve, gedeckt.
Der mittelfristige Bedarf wird durch frei verfügbare kommittierte Kreditlinien (zum 30.04.2021: 200.000 TEUR frei verfügbar, 0 TEUR gezogen) sowie durch Einzelfinanzierungen sichergestellt. Diese strategische Liquiditätsreserve muss dabei unter anderem jederzeit ausreichen, um die nächste fällige Gruppenfinanzierung zu refinanzieren.
Aus den Verbindlichkeiten ergeben sich folgende vertraglich vereinbarte Zahlungsverpflichtungen (Zins- und Tilgungszahlung):
|
Zum 30.04.2021
|
Cashflows in TEUR
|
|
Gesamt
|
unter 6 Monate
|
6 – 12 Monate
|
1 – 2 Jahre
|
2 – 5 Jahre
|
über 5 Jahre
|
|
Verbindlichkeiten Kreditinstitute
|
634.498
|
78.674
|
1.750
|
128.684
|
281.644
|
143.746
|
|
Schuldscheindarlehen
|
575.920
|
38.152
|
15.735
|
7.240
|
411.182
|
103.611
|
|
Leasingverbindlichkeiten
|
21.361
|
2.927
|
2.359
|
3.551
|
4.741
|
7.783
|
|
Verbindlichkeiten Lieferungen / Leistungen
|
285.910
|
284.489
|
1.421
|
0
|
0
|
0
|
|
Vertragliche Cashflows zum 30.04.2021
|
1.517.690
|
404.241
|
21.265
|
139.475
|
697.568
|
255.141
|
|
Zum 30.04.2020
|
Cashflows in TEUR
|
|
Gesamt
|
unter 6 Monate
|
6 – 12 Monate
|
1 – 2 Jahre
|
2 – 5 Jahre
|
über 5 Jahre
|
|
Verbindlichkeiten Kreditinstitute
|
847.416
|
139.115
|
65.755
|
81.991
|
304.536
|
256.019
|
|
Schuldscheindarlehen
|
666.272
|
3.147
|
5.727
|
97.138
|
290.443
|
269.816
|
|
Leasingverbindlichkeiten
|
25.019
|
3.062
|
2.608
|
4.053
|
6.161
|
9.135
|
|
Verbindlichkeiten Lieferungen / Leistungen
|
215.058
|
214.968
|
90
|
0
|
0
|
0
|
|
Vertragliche Cashflows zum 30.04.2020
|
1.753.765
|
360.292
|
74.180
|
183.182
|
601.140
|
534.971
|
Kreditrisiko
Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallrisiko dar, da keine Aufrechnungsvereinbarungen bestehen. Das Risiko bei Forderungen gegenüber Kunden kann als gering eingeschätzt werden, da die Bonität neuer und bestehender Kunden laufend geprüft wird. Weiters werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Großteil gegen Forderungsausfälle versichert. Aus dem operativen Geschäft ergibt sich ein Ausfallrisiko aller Forderungen aus Selbstbehalt und nicht versicherter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 45.703 TEUR (30.04.2020: 30.542 TEUR).
Das Ausfallrisiko bei anderen auf der Aktivseite ausgewiesenen originären sowie derivativen Finanzinstrumenten ist als gering anzusehen.
Operative Risiken
Marktrisiken
Unser Kerngeschäft, die Entwicklung und Produktion von hochwertigen Holzwerkstoffen, ist konjunkturellen und saisonalen Schwankungen unterworfen. Zur bestmöglichen Vermeidung von größeren Ergebnisschwankungen wird eine Strategie der geographischen, produkt- und branchenseitigen Diversifizierung verfolgt sowie auf langfristige Kundenbeziehungen gebaut.
Beschaffungs-, Produktions- und Investitionsrisiken
EGGER setzt als Holzwerkstoffproduzent große Mengen an Rohstoffen und Energie ein, deren Einkaufspreise je nach Marktsituation schwanken können. Zur Absicherung dieser Rohstoffpreisrisiken werden unsere Beschaffungsmärkte ständig überwacht, über Bestandsreserven Schwankungen minimiert und mit unseren Lieferanten teilweise langfristige Lieferverträge vereinbart. Zudem stärkt die vermehrte Eigenproduktion von Leimen und Harzen die Unabhängigkeit in diesem Bereich. Durch die zunehmende Nutzung von umweltfreundlichen Biomassekraftwerken wird die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen minimiert.
Die Produktionskapazitäten können durch ungeplante Störfälle, Naturkatastrophen oder Probleme bei der Versorgung durch strategisch wichtige Rohstoffe beeinträchtigt werden. Um Auswirkungen auf die Ertragslage entgegenzuwirken, werden Notfallpläne erstellt und gegebenenfalls wird Unterstützung durch andere EGGER Standorte geleistet. Zusätzlich wird versucht, die Versorgung mit strategisch wichtigen Rohstoffen durch langfristige Lieferverträge zu sichern.
Die Entwicklung der Produktions- und Lagerkapazitäten wird laufend auf Basis von quartalsweise rollierenden Plänen beobachtet und gegebenenfalls mittelfristig an die Absatzsituation durch entsprechende Vertriebsmaßnahmen und Produktionsmengenanpassungen angepasst.
Sämtliche Investitionen und Wachstumsprojekte müssen den definierten Rentabilitäts- und Profitabilitätszielen entsprechen und werden laufend überwacht. Dies wird durch klar definierte Wertmanagementgrundsätze, Kennzahlen, detaillierte Investitionsrechnungsmodelle und durch einen integrierten Investitionsmanagementprozess gewährleistet.
Corona-Pandemie
Seit dem Jänner 2020 war eine weltweite Ausbreitung des neuartigen Coronavirus festzustellen. Nach unterschiedlichen Varianten von „Lockdowns“ in Österreich aber auch global, sind nun wieder breitflächige Öffnungsschritte in vielen Ländern abhängig von Impfquoten und Infektionsgeschehen insbesondere in Bezug auf Virusmutationen zu beobachten. Diese Öffnungsschritte haben auch positive Auswirkungen auf die Konjunktur und so vermeldete das österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) lt. der Pressekonferenz vom 26.03.2021 ein prognostiziertes Wachstum der österreichischen Wirtschaft im Jahr 2021 von bis zu 2,3%, abhängig von der Schnelligkeit der Öffnungsschritte.
In allen EGGER Werken konnten schon frühzeitig im Geschäftsjahr 2020/21 Stabilisierungseffekte in Bezug auf die marktseitige Nachfrage vermeldet werden, welche abhängig von gesetzlichen Maßnahmen in einer Vollauslastung aller EGGER Werke resultierte. Mit August 2020 konnte die EGGER Gruppe somit bereits weitestgehend keine negativen Auswirkungen durch COVID-19 auf den Umsatz, die Ertragslage sowie der Liquiditätssituation mehr feststellen. Dies wiederum ermöglichte, die getroffenen und noch geplanten Maßnahmen zur Risikoreduktion für die EGGER Gruppe wieder zu lockern.
4 Sonstige Angaben
4.1
Finanzinstrumente
Es bestehen sowohl originäre als auch derivative Finanzinstrumente. Zu den bestehenden
originären Finanzinstrumenten
zählen im Wesentlichen Finanzanlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Wertpapiere, Guthaben bei Kreditinstituten, Anleihen, Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
.
Die
derivativen Finanzinstrumente
setzen sich wie folgt zusammen:
|
30.04.2021
|
30.04.2020
|
|
Währung
|
Nominale Tsd.
|
Zeitwert TEUR
|
Währung
|
Nominale Tsd.
|
Zeitwert TEUR
|
Zins-Swaps mit positivem Verkehrswert – Fair Value Hedges
|
EUR
|
465.000
|
10.118
|
EUR
|
465.000
|
13.258
|
|
Sonstige Option
|
EUR
|
–
|
3.335
|
EUR
|
–
|
0
|
|
|
|
13.453
|
|
|
13.258
|
Das Nominale der Zins-Swaps stellt das Kontraktvolumen der derivativen Finanzinstrumente dar. Die beizulegenden Zeitwerte sind jener Betrag, zu dem diese Geschäfte glattgestellt werden können. Die Zins-Swaps dienen der Absicherung von Zinsänderungsrisiken. EGGER wendet eine Sicherungsquote von 1:1 an.
EGGER wurde im Berichtsjahr Vertragspartner bezüglich der Sonstigen Option, welche zum Erwerb von zusätzlichen Gesellschaftsanteilen berechtigt.
Der beizulegende Zeitwert erhöhte sich seit Anschaffung um 1.495 TEUR auf 3.335 TEUR; diese Veränderung wurde erfolgswirksam im Sonstigen Finanzergebnis erfasst.
Beizulegende Zeitwerte
Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente können der obigen Tabelle entnommen werden.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der
finanziellen Vermögenswerte und Schulden
sowie ihre Bewertungskategorien dar:
Bilanzposition
|
Bewertungs- kategorie
|
Stufe
|
Buchwert Mio. EUR 30.04.2021
|
Zeitwert Mio. EUR 30.04.2021
|
Buchwert Mio. EUR 30.04.2020
|
Zeitwert Mio. EUR 30.04.2020
|
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
|
|
|
|
|
|
|
|
Wertpapiere
|
FVTPL
|
1
|
0,7
|
0,7
|
0,7
|
0,7
|
|
Sonstiges Finanzvermögen
|
FVTPL
|
3
|
14,1
|
14,1
|
11,3
|
11,3
|
|
Nicht verkaufte Forderungen aus dem Factoring-Portfolio
|
FVOCI
|
3
|
19,4
|
19,4
|
16,7
|
16,7
|
|
Zins-Swaps
|
FVTPL
|
2
|
10,1
|
10,1
|
13,3
|
13,3
|
|
Sonstige Option
|
FVTPL
|
3
|
3,3
|
3,3
|
0,0
|
0,0
|
|
Öko-Zertifikate
|
FVTPL
|
1
|
4,5
|
4,5
|
3,3
|
3,3
|
|
|
|
52,1
|
52,1
|
45,3
|
45,3
|
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
|
|
|
|
|
|
|
|
Verrechnungsgelder
|
AC
|
|
5,0
|
–
|
11,0
|
–
|
|
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
|
AC
|
|
106,9
|
–
|
66,4
|
–
|
|
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
|
AC
|
|
16,1
|
–
|
21,0
|
–
|
|
Liquide Mittel
|
AC
|
|
362,4
|
–
|
279,7
|
–
|
|
|
|
490,4
|
|
378,1
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden
|
|
|
|
|
|
|
|
Residualrisiko aus Factoring
|
FVTPL
|
3
|
0,1
|
0,1
|
0,2
|
0,2
|
|
|
|
0,1
|
0,1
|
0,2
|
0,2
|
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden
|
|
|
|
|
|
|
|
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
|
AC
|
2
|
625,2
|
625,1
|
823,2
|
821,8
|
|
Schuldscheindarlehen
|
AC
|
2
|
551,3
|
561,6
|
633,9
|
635,9
|
|
Leasingverbindlichkeiten
|
AC
|
2
|
17,4
|
17,4
|
20,3
|
20,3
|
Poolgelder / Verrechnungsgelder gegenüber verbundenen Unternehmen
|
AC
|
|
0,0
|
–
|
0,1
|
–
|
|
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
|
AC
|
|
52,1
|
–
|
37,2
|
–
|
|
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
|
AC
|
|
285,9
|
–
|
215,1
|
–
|
|
|
|
1.531,9
|
|
1.729,8
|
|
-
FVTPL, Fair value through profit or loss
-
FVOCI, Fair value through other comprehensive income
-
AC, Amortised cost
-
"-": Die Tabelle enthält keine Informationen, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt.
In der vorstehenden Tabelle ist die Zuordnung der finanziellen Vermögenswerte und Schulden zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie ersichtlich. Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie und ihre Anwendung auf Vermögenswerte und Schulden sind im Folgenden beschrieben:
-
Stufe 1:
Notierte Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Schulden an aktiven Märkten.
-
Stufe 2:
Informationen, die direkt oder indirekt von beobachtbaren Marktpreisen für den Vermögenswert oder die Schuldposition abgeleitet werden können.
-
Stufe 3:
Daten, die nicht auf beobachtbaren Marktinformationen beruhen.
Das sonstige Finanzvermögen wird zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, welcher auf Basis zugrundeliegender Ergebnisplanungen ermittelt wird. Die Bewertung erfolgt somit gemäß Stufe 3 der Bewertungshierarchie. Da der beizulegende Zeitwert im Wesentlichen dem Buchwert entspricht, wurde keine Anpassung vorgenommen.
Die Bewertung der Sonstigen Option, Stufe 3, erfolgt anhand eines Mulitple-Verfahrens, wobei der Multiple vom am Markt beobachtbaren Transaktionen abgeleitet wurde. Diese Bewertung wird in Relation zum in der Option fixierten Multiple-Kaufpreises gesetzt. Daraus ergibt sich im Wesentlichen der Marktwerte der Option. Die wesentlichen nicht beobachtbaren Inputfaktoren betreffen daher die geschätzte EBITDA-Entwicklung sowie die Herleitung des am Markt beobachtbaren Multiples. Eine Erhöhung (Reduzierung) des am Markt beobachteten Multiples um 10 % würde zu einem Anstieg (Rückgang) des beizulegenden Zeitwertes um +0,9 Mio. EUR (-0,9 Mio. EUR) führen.
Mangels betragsmäßiger Wesentlichkeit wird hinsichtlich zusätzlicher Angaben zum Residualrisiko aus Factoring, Stufe 3, nicht weiter berichtet.
In der Berichtsperiode wurden keine Umgliederungen zwischen den jeweiligen Hierarchiestufen vorgenommen.
4.2 Eventualverbindlichkeiten
Innovation impliziert, dass Immaterialgüterrechte, insbesondere technische Schutzrechte, relevant sein können. In Bereichen mit vergleichsweise kurzen Entwicklungsintervallen, wie etwa bei Laminatfußböden, sind patentrechtliche Diskussionen verbreitet. Auch Unternehmen der EGGER Gruppe sind in solche aktiv und passiv involviert. Durch eine eigene Fachabteilung und die enge Kooperation mit unseren externen Beratern sowie durch Abschluss von Lizenzvereinbarungen, wo dies angezeigt ist, wird angestrebt, etwaige rechtliche Risiken möglichst gering zu halten.
Der Insolvenzverwalter mehrerer Gesellschaften einer deutschen Unternehmensgruppe hat Zahlungen für gelieferte Produkte von Gesellschaften der EGGER Gruppe in den Jahren 2015 bis 2017 angefochten. EGGER sieht hierbei auf Basis des bekannten Sachverhalts keine Anfechtungsansprüche von involvierten Unternehmen, da EGGER weder über eine Zahlungsunfähigkeit der betroffenen Unternehmensgruppe informiert war, noch Umstände kannte, welche zwingend auf eine Zahlungsunfähigkeit der betroffenen Gesellschaften der betroffenen Unternehmensgruppe schließen ließen. Eine von insgesamt drei anhängigen Klagen wurde erstinstanzlich bereits abgewiesen. Gegen die Klageabweisung wurden jedoch von Seiten des Klägers Rechtsmittel eingelegt. Das Management stuft das Risiko eines Erfolgs der gegen EGGER gerichteten Klagen des Insolvenzverwalters zum aktuellen Zeitpunkt weiterhin als gering ein, weshalb lediglich Verfahrenskosten in Höhe von 500 TEUR (30.04.2020: 500 TEUR) rückgestellt werden.
Im Jahr 2016 wurde von der rumänischen Wettbewerbsbehörde eine Untersuchungen gegen verschiedene rumänische Gesellschaften aus der Holzindustrie (inklusive EGGER) bezüglich möglichem wettbewerbswidrigen Verhalten im Bereich Holzeinkauf aufgenommen. EGGER arbeitete in diesem Prozess voll und ganz mit der Wettbewerbsbehörde zusammen und ist in ein Anerkennungsverfahren über mögliche Unzulänglichkeiten in Bezug auf kartellrechtliche Vorschriften eingetreten. Der abschließende Untersuchungsbericht (einschließlich Einzelheiten zu den festgestellten Verstößen und der geforderten Geldbußen) wurde Ende Oktober 2020 von der Wettbewerbsbehörde freigegeben. EGGER hat diesen Bericht eingehend geprüft. Nach Ansicht der rumänischen Wettbewerbsbehörde hat EGGER gegen rumänisches Wettbewerbsrecht verstoßen. Es wurde daher eine Strafe verhängt. Der entsprechende Betrag in Höhe von umgerechnet 4.653 TEUR ist im Geschäftsjahr 2020/21 in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten und wurde im Februar 2021 an die rumänische Behörde bezahlt.
Im Zuge der Werkserrichtung in Lexington, NC (US), werden von Lieferanten und Baufirmen sowie deren Subunternehmern für die Lieferung von Waren und für die Erbringung von Leistungen Sicherungsrechte (sogenannte „lien waivers“) bis zur Bezahlung der Schuld eingebracht. Mit Begleichung der Schuld werden diese Sicherungsrechte wieder gelöscht. Aufgrund eines Rechtsstreits mit einem Lieferanten in den USA wurden 524 TEUR (30.04.2020: 0 TEUR) an Rechtskosten rückgestellt.
Darüber hinaus sind einzelne Unternehmen der EGGER Gruppe Partei verschiedener aus der laufenden Geschäftstätigkeit resultierender Rechtsverfahren. Soweit aus diesen Verfahren eine künftige Zahlung oder andere Leistung wahrscheinlich und deren Höhe einschätzbar ist, wurden dafür Rückstellungen gebildet. Das Management geht davon aus, dass aus diesen Verfahren mit keiner wesentlichen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Egger Holzwerkstoffe GmbH zu rechnen ist.
4.3 Honorare des Abschlussprüfers
Für die erbrachten Dienstleistungen des Konzernabschlussprüfers sind Honorare als Aufwand für die Jahresabschlussprüfung und andere Bestätigungsleistungen für österreichische Gesellschaften des Konzernabschlusses der Egger Holzwerkstoffe GmbH in Höhe von 184 TEUR (2019 0: 157 TEUR) und sonstige Leistungen in Höhe von 55 TEUR (2019 0: 26 TEUR) erfasst. Die sonstigen Leistungen betrafen überwiegend andere Bestätigungsleistungen (Halbjahresreview, Nachhaltigkeitsbericht und Leistungen im Zusammenhang mit konzerninternen Umgründungen).
4.4 Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Aufgrund der zentralen Leitungsstruktur bei EGGER ist der kaufmännische Gruppenleiter Dr. Thomas Leissing (CFO und Sprecher der Gruppenleitung) über sämtliche Geschäftsfälle mit nahestehenden Personen und Unternehmen im Bilde. Informationen zu geplanten Transaktionen werden laufend an das Rechnungswesen weitergeleitet. Ferner werden dem Rechnungswesen Informationen zu nahestehenden Personen und Unternehmen sowie deren Transaktionen vom Leiter Recht/S teuern /Compliance der EGGER Gruppe zur Verfügung gestellt. Zusätzlich werden in einem strukturierten Prozess im Rahmen der Jahresabschlüsse sämtliche Bilanzierungsverantwortliche der
einzelnen EGGER Gesellschaften über etwaige Transaktionen befragt. Ferner werden jährlich sämtliche Schlüsselführungskräfte, Gesellschafter, Aufsichtsräte, Stiftungsvorstände und Stiftungsbeiräte über deren Transaktionen mit der EGGER Gruppe schriftlich befragt. Durch das gruppenweit einheitlich und zentral aufgesetzte IT / ERP-System (SAP) können gruppenweit Eingangsrechnungen nach definierten Kriterien (z. B. Rechnungsaussteller) jederzeit zentral analysiert werden.
Zu den
nahestehenden Unternehmen
zählen alle Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen der Egger Holzwerkstoffe GmbH.
Die Liste der Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen der Egger Holzwerkstoffe GmbH findet sich unter Punkt 4.6.
Alle Transaktionen zwischen den konsolidierten Tochtergesellschaften der Egger Holzwerkstoffe GmbH werden im Zuge der Vollkonsolidierung eliminiert.
Mit dem assoziierten Unternehmen Horatec GmbH, das nach der Equity-Methode einbezogen wird, wurden im Geschäftsjahr 2020 / 21 Umsatzerlöse und sonstige Erträge in Höhe von 3.558 TEUR (2019 / 20: 2.992 TEUR) erzielt, sowie Lieferungen und Leistungen in Höhe von 235 TEUR (2019 / 20: 203 TEUR) bezogen. Es bestanden zum 30.04.2021 Forderungen in Höhe von 144 TEUR (30.04.2020: 74 TEUR) sowie Verbindlichkeiten in Höhe von 33 TEUR (30.04.2020: 61 TEUR) gegenüber der Horatec GmbH.
Mit dem im Geschäftsjahr erstmalig nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen CLEAF S.p.A. wurden seit Erstkonsolidierungszeitpunkt Umsatzerlöse und sonstige Erträge in Höhe von 4.692 TEUR realisiert. Es bestanden zum 30.04.2021 Forderungen in Höhe von 2.823 TEUR gegenüber CLEAF S.p.A..
Transaktionen mit nicht-konsolidierten Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierten Unternehmen werden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung grundsätzlich nicht angegeben.
Als
nahestehende Personen
werden die Mitglieder der EGGER Führungsebenen 0 und 1 (Schlüsselführungskräfte), die Gesellschafter der Egger Holzwerkstoffe GmbH, deren Geschäftsführer, die Mitglieder des Aufsichtsrates sowie die Stiftungsvorstände und Stiftungsbeiräte der MFE Vermögensverwaltung Privatstiftung, der Beteiligung „FM Deutschland“ – Privatstiftung und der Beteiligung „FM England“ – Privatstiftung als Gesellschafter der Egger Holzwerkstoffe GmbH sowie diesen familiär nahestehende Personen sowie von diesen Personen oder ihnen familiär nahestehenden Personen beherrschte oder gemeinschaftlich geführte Unternehmen definiert.
Die EGGER Schlüsselführungskräfte von 35 Personen (30.04.2020: 34) haben im Berichtsjahr 2020 /21 10.012 TEUR (2019 / 20: 9.312 TEUR) an Gehältern bezogen. Hiervon betreffen 7.456 TEUR (2019 / 20: 7.060 TEUR) fixe und 2.556 TEUR (2019 / 20: 2.252 TEUR) variable Gehaltsbestandteile.
Die Gesellschafter der Egger Holzwerkstoffe GmbH sind die MFE Vermögensverwaltung Privatstiftung, die Beteiligung „FM Deutschland“ – Privatstiftung, die Beteiligung „FM England“ – Privatstiftung, Fritz Egger, Michael Egger, Thomas Leissing (über die TAL Verwaltungs GmbH), Walter Schiegl und Ulrich Bühler. An die Gesellschafter wurden im August 2020 insgesamt 14.500 TEUR als Dividende ausgeschüttet. Des Weiteren erhielt die MFE Vermögensverwaltung Privatstiftung in ihrer Eigenschaft als Minderheitsgesellschafter der Fritz Egger Gesellschaft m.b.H. im August 2020 eine Ausschüttung in Höhe von 1.581 TEUR.
Als Mitglieder der Geschäftsführung waren im Geschäftsjahr 2020 / 21 Dr. Thomas Leissing, Walter Schiegl und Ulrich Bühler bestellt.
Zum 30.04.2021 setzt sich der Aufsichtsrat aus Fritz Egger (Vorsitz Aufsichtsrat), Michael Egger, Dr. Robert Briem, Univ.-Prof. Dr. Ewald Aschauer (Vorsitz Prüfungsausschuss), Michael Stiehl und Alfred Wurmbrand zusammen. An die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden im Geschäftsjahr 2020/21 Bezüge (inkl. Spesenerstattungen) von insgesamt 125 TEUR (2019 / 20: 150 TEUR) erfasst.
Zum 30.04.2021 setzt sich der Vorstand der MFE Vermögensverwaltung Privatstiftung aus Dr. Robert Briem (Vorsitzender), Dr. Andreas Urban (Vorsitzender Stellvertreter) und Ernst Gruber zusammen. Der Vorstand der Beteiligung „FM Deutschland“ – Privatstiftung und der Beteiligung „FM England“ – Privatstiftung setzt sich aus Dr. Robert Briem (Vorsitzender), Ernst Gruber (Vorsitzender Stellvertreter) und DDr. Katharina Müller zusammen. Bei allen drei Privatstiftungen besteht der Stiftungsbeirat aus Fritz Egger und Michael Egger.
Alle Transaktionen mit nahestehenden Personen finden auf drittüblicher Basis statt und sind von untergeordneter Bedeutung. Folgende Transaktionen fanden im Geschäftsjahr 2020 / 21 statt:
-
An nahestehende Personen bzw. Unternehmen wurden von der EGGER Gruppe Buchhaltungsleistungen erbracht, Büroräume vermietet sowie Wohnungen bzw. Wohngebäude zur privaten Nutzung auf fremdüblicher Basis vermietet (in Summe im Geschäftsjahr 2020 / 21 und auch betreffend der Vorperiode kleiner 50 TEUR).
-
Aufsichtsräte / Stiftungsvorstände erbringen neben ihrer Funktion bei EGGER über eigene Rechtsanwaltsgesellschaften Beratungsleistungen an die EGGER Gruppe, welche gemäß Stundenaufzeichnung mit einem marktkonformen Entgelt verrechnet werden (in Summe im Geschäftsjahr 2020 / 21 und auch betreffend der Vorperiode kleiner 200 TEUR).
-
Für alle Mitarbeiter der EGGER Gruppe besteht die Möglichkeit, Dienstleistungen, EGGER Materialien oder Handelswaren von den EGGER Gesellschaften zu beziehen. Hiervon machten auch nahestehende Personen Gebrauch (in Summe im Geschäftsjahr 2020 / 21 und auch betreffend der Vorperiode kleiner 300 TEUR).
-
Immobilien im Privatbesitz von nahestehenden Personen werden zu marktkonformen Konditionen an die EGGER Gruppe zur betrieblichen Nutzung vermietet (in Summe im Geschäftsjahr 2020 /21 und auch betreffend der Vorperiode kleiner 250 TEUR).
-
Im Geschäftsjahr 2020 / 21 wurden keine Immobilien von nahestehenden Personen oder Unternehmen erworben (2019/20: Immobilien in Deutschland zu einem marktkonformen Kaufpreis von 4.958 TEUR).
4.5 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Zum 1. Mai 2021 wurde die Division EGGER Building Products neu eingerichtet. Sie bündelt die Herstellung und Vermarktung von Bauprodukten und umfasst sämtliche Aktivitäten der OSB-Werke Wismar (DE) und Radauti (RO) sowie des Sägewerks Brilon (DE) und die weltweite Vermarktung der Produktgruppen Schnittholz, OSB und DHF. Diese neue Organisation wurde gewählt, um bestmöglich für weiteres Wachstum im Bereich Bauen mit Holz im Kernmarkt Europa und darüber hinaus aufgestellt zu sein und gemeinsam mit Holzbau-Kunden zukunftsfähige Lösungen für die drängenden Wohn- und Objektbaufragen unserer Zeit zu entwickeln. Die Division wird von einem CEO geführt, an den die weiteren Führungsfunktionen (CEO Sägewerk, Kaufmännische Leitung, Vertriebs-, Marketing- und Produktmanagement-Leitungen) berichten.
Darüber hinaus gab es nach dem Bilanzstichtag keine Vorgänge von besonderer Bedeutung.
4.6 Konsolidierungskreis
|
Gesellschaften
|
Sitz
|
Einheit
|
Nenn- kapital Tsd.
|
Beteiligung
1
in %
|
Konsolidierungsart
|
Segment
|
In den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen:
|
|
|
|
|
|
|
|
Egger Holzwerkstoffe GmbH
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
11.509
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Sonstiges
|
Fritz Egger Gesellschaft m.b.H.
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
30.000
|
94,90
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte Decorative Ost Sonstiges
|
Fritz Egger GmbH & Co. OG
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
4.563
|
94,90
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte Decorative Ost Sonstiges
|
|
Fritz Egger Vermögensverwaltung GmbH
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
37
|
94,90
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
|
Fritz Egger Vertriebs GmbH
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
35
|
94,90
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
|
HP Verwaltungs GmbH
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
35
|
94,90
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
|
Egger Americas Holding GmbH
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
37
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Americas
|
Egger Deutschland Beteiligungsverwaltung GmbH
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
2.253
|
94,84
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
Egger Osteuropa Beteiligungsverwaltung GmbH
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
35
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Ost
|
|
Egger Nordamerika Beteiligungs GmbH
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
35
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Americas
|
|
Egger Business Services GmbH
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
35
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Sonstiges
|
|
EHWS Beteiligungs GmbH
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
35
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
|
Egger East Investment GmbH
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
35
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Ost
|
|
Beteiligung “FM International” GmbH
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
35
|
94,90
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
|
Egger Corporate Services GmbH
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
35
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Sonstiges
|
|
Egger Südamerika Holding GmbH
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
35
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Americas
|
|
Egger Holzverarbeitung GmbH
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
35
|
94,90
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
|
Egger Forst Österreich GmbH
|
St. Pölten
|
EUR
|
100
|
94,90
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Ost
|
Egger France SAS
|
Rion des Landes
|
EUR
|
2.000
|
94,90
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative West
|
EGGER Panneaux & Décors SAS
|
Rion des Landes
|
EUR
|
30.000
|
94,90
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative West Decorative Mitte Flooring
|
|
Egger (UK) Limited
|
Woking
|
GBP
|
13.500
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative West
|
|
Campact Limited
|
Woking
|
GBP
|
1.000
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative West
|
|
Egger Forestry Limited
|
Woking
|
GBP
|
252
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative West
|
|
Timberpak Limited
|
Woking
|
GBP
|
8
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative West
|
|
Egger Argentina Investment Limited
|
Woking
|
GBP
|
6
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Americas
|
|
Egger Argentina Holding Limited
|
Woking
|
GBP
|
2
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Americas
|
|
Egger USA Investment Limited
|
Woking
|
GBP
|
10
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Americas
|
|
Egger (Ayrshire) Limited
|
Glasgow
|
GBP
|
0
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative West
|
|
Northumbria Finance Designated Activity Company
|
Dublin
|
EUR
|
1.345
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Sonstiges
|
|
Egger Dekor A.S.
|
Gebze
|
EUR
|
27.347
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
|
Egger Orman Ürünleri A.S.
|
Gebze
|
TRY
|
4.653
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
Fritz Egger Beteiligungs GmbH & Co.KG
2/3
|
Brilon
|
EUR
|
90.641
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
Egger Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG
2/3
|
Brilon
|
EUR
|
1.063
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
Egger Kunststoffe Brilon GmbH & Co. KG
2
|
Brilon
|
EUR
|
25
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
Egger Holzwerkstoffe Brilon Beteiligungs-GmbH
|
Brilon
|
EUR
|
25
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
Egger Kunststoffe Brilon Beteiligungs-GmbH
|
Brilon
|
EUR
|
25
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
|
LTPRO GmbH
|
Brilon
|
EUR
|
25
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
Egger Brilon Service GmbH
|
Brilon
|
EUR
|
500
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte Sonstiges
|
|
Egger Kunststoffe Beteiligungs-GmbH
|
Brilon
|
EUR
|
25
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
|
Egger Sägewerk Brilon GmbH
|
Brilon
|
EUR
|
25
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Sonstiges
|
|
Egger Forst GmbH
|
Brilon
|
EUR
|
25
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Sonstiges
|
|
Horatec GmbH
|
Hövelhof
|
EUR
|
69
|
24,24
|
Equity-Methode
|
Decorative Mitte
|
Egger Holzwerkstoffe Wismar GmbH & Co. KG
2
|
Wismar
|
EUR
|
1.025
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Flooring
|
Egger Holzwerkstoffe Wismar Beteiligungs GmbH
|
Wismar
|
EUR
|
26
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Flooring
|
EGGER Flooring International Beteiligungs GmbH
|
Wismar
|
EUR
|
25
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Flooring
|
EGGER Flooring International GmbH & Co. KG
2
|
Wismar
|
EUR
|
25
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Flooring
|
|
Egger Kunststoffe GmbH & Co. KG
2
|
Gifhorn
|
EUR
|
282
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
Egger Beschichtungswerk Marienmünster Beteiligungs GmbH
|
Marien- münster
|
EUR
|
26
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
Egger Beschichtungswerk Marienmünster GmbH & Co.KG
2
|
Marien- münster
|
EUR
|
513
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
|
Timberpak GmbH
|
Lehrte
|
EUR
|
25
|
94,86
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Mitte
|
|
CLEAF S.p.A.
|
Macherio
|
EUR
|
1.830
|
27,50
|
Equity-Methode
|
Decorative Mitte
|
|
Egger Biskupiec sp. z o.o.
|
Biskupiec
|
PLN
|
20.088
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Ost Flooring
|
|
EGGER Romania S.R.L.
|
Radauti
|
RON
|
960.201
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Ost Flooring
|
|
Egger Technologia S.R.L.
|
Radauti
|
RON
|
90.871
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Ost
|
|
Energy Trust S.R.L.
|
Radauti
|
RON
|
50.959
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Ost
|
|
F.E. Agrar S.R.L.
|
Radauti
|
RON
|
52.911
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Ost
|
|
OOO „Egger Drevprodukt Shuya“
|
Shuya
|
RUB
|
1.841.390
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Ost
|
|
OOO Egger Drevprodukt Gagarin
|
Gagarin
|
RUB
|
6.341.055
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Ost Flooring
|
|
Egger Wood Products LLC
|
Linwood
|
USD
|
529.000
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Americas
|
|
Egger Investment SA
|
Buenos Aires
|
ARS
|
500
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Americas
|
|
Egger Argentina SAU
|
Buenos Aires
|
ARS
|
22.152
|
100,00
|
Vollkonsolidierung
|
Decorative Americas
|
|
Nicht in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen:
|
|
|
|
|
|
|
|
Ortswärme St. Johann in Tirol GmbH
|
St. Johann i.T.
|
EUR
|
500
|
24,67
|
–
|
–
|
|
Eco 3 Bois SAS
|
Venissieux
|
EUR
|
100
|
47,45
|
–
|
–
|
|
Timberpak 31 SAS
|
Belesta
|
EUR
|
50
|
47,45
|
–
|
–
|
|
Timberpak Pearce Limited
|
Woking
|
GBP
|
0
|
50,00
|
–
|
–
|
|
Krause Maschinenbau GmbH
|
Tunten- hausen
|
EUR
|
26
|
24,00
|
–
|
–
|
|
Egger Benelux BV
|
Kortrijk
|
EUR
|
0
|
100,00
|
–
|
–
|
|
Fundatia “EGGER”
|
Radauti
|
RON
|
105
|
100,00
|
–
|
–
|
|
Egger Productos de Madera Limitada
|
Santiago
|
CLP
|
16.600
|
94,86
|
–
|
–
|
|
Egger Scandinavia APS
|
Tistrup
|
DKK
|
200
|
94,90
|
–
|
–
|
|
COC Asset Management S.A.U.
|
Buenos Aires
|
ARS
|
200
|
94,90
|
–
|
–
|
|
Egger Baltic UAB
|
Vilnius
|
EUR
|
3
|
100,00
|
–
|
–
|
Egger CZ s.r.o.
|
Hradec Kralove
|
CZK
|
100
|
94,90
|
–
|
–
|
|
TOV Egger Holzwerkstoffe
|
Chernivtsi
|
UAH
|
50.119
|
100,00
|
–
|
–
|
|
TOV “Egger Wood Trading”
|
Chernivtsi
|
UAH
|
3.300
|
100,00
|
–
|
–
|
|
IOOO Egger Drevplit
|
Minsk
|
BYN
|
4.000
|
100,00
|
–
|
–
|
|
Egger Drevplit Kazakhstan Ltd.
|
Almaty
|
KZT
|
2.100
|
100,00
|
–
|
–
|
|
Egger Zarzadzanie aktywami Sp. z o.o.
|
Warschau
|
PLN
|
5
|
100,00
|
–
|
–
|
|
Egger Holzwerkstoffe Schweiz GmbH
|
Kriens
|
CHF
|
100
|
94,90
|
–
|
–
|
|
Egger Italia S.r.l.
|
Mailand
|
EUR
|
10
|
100,00
|
–
|
–
|
|
Fritz Egger Kabushiki Kaisha
|
Tokio
|
JPY
|
5.000
|
94,90
|
–
|
–
|
|
Egger Australasia Pty Ltd
|
Sydney
|
AUD
|
45
|
94,90
|
–
|
–
|
|
Fritz Egger Business Consulting (Shanghai) Co Ltd.
|
Shanghai
|
CNY
|
1.000
|
94,90
|
–
|
–
|
Egger Southeast Asia Company Limited
|
Ho Chi Minh City
|
VND
|
1.133.000
|
94,90
|
–
|
–
|
-
(1)
Anteil am Kapital durchgerechnet in %.
-
(2)
Die Tochterunternehmen haben von Befreiungen nach § 264 b dHGB Gebrauch gemacht.
-
(3)
Die in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen haben von der Befreiungsvorschrift des § 291 dHGB Gebrauch gemacht und keinen Konzernabschluss und keinen Konzernlagebericht aufgestellt.
Egger Holzwerkstoffe GmbH, St. Johann i. T.
Erklärung der gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das GeschäfTsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der
Egger Holzwerkstoffe GmbH, Sankt Johann in Tirol
,
und ihrer Tochtergesellschaften ("der Konzern"), bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. April 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Cashflow-Rechnung und der Konzern-Eigenkapitalentwicklung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. April 2021 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit der Firmenwerte
siehe Anhang Kapitel 1.6.2, 1.6.6. und 2 Punkt (1)
Das Risiko für den Abschluss
Die Konzernbilanz der Egger Holzwerkstoffe GmbH zum 30. April 2021 enthält einen Firmenwert in Höhe von TEUR 58.545 (Vorjahr: TEUR 58.545). Der Firmenwert betrifft die Egger Dekor A.S. und ist dem Segment "Decorative Products Mitte" zugeordnet.
Egger untersucht Firmenwerte jährlich oder bei Anzeichen einer Wertminderung auf Wertminderungsbedarf (Wertminderungstest). Der zum 30. April 2021 durchgeführte Wertminderungstest ergab keinen Abwertungsbedarf.
In die für den Werthaltigkeitstest herangezogenen Bewertungsmodelle fließen zahlreiche Parameter und Annahmen (Inputfaktoren) ein. Bei ungünstigen Abweichungen der künftigen Entwicklung von den Annahmen besteht das Risiko einer Überbewertung der Firmenwerte. Auf Grund der Komplexität des Bewertungsmodells und der Abhängigkeit der Ergebnisse von der Einschätzung der Inputfaktoren durch die gesetzlichen Vertreter war dieser Sachverhalt während unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Werthaltigkeit der Firmenwerte wie folgt beurteilt:
-
Im ersten Schritt haben wir die Prozessabläufe sowie relevante interne Kontrollen erhoben und die Schlüsselkontrollen zur Beurteilung der Werthaltigkeit der Firmenwerte auf deren Ausgestaltung und Implementierung evaluiert.
-
Wir haben die im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfungen angesetzten Parameter und Inputfaktoren mit unternehmensspezifischen Informationen sowie branchenspezifischen Marktdaten bzw -erwartungen aus externen und internen Datenquellen verglichen und die angewendeten Bewertungsmodelle hinsichtlich ihrer Angemessenheit beurteilt. Außerdem haben wir uns einen Überblick über den Planungsprozess verschafft und den vom Management durchgeführten Rückvergleich des Budgets und des Business Plans kritisch untersucht.
-
Die zur Ermittlung der zukünftigen Zahlungsmittelflüsse herangezogenen Plandaten haben wir mit den vom Aufsichtsrat genehmigten Budget abgeglichen.
-
Zur Plausibilisierung der Kapitalkosten mittels Vergleichsanalyse, zur Überprüfung der Berechnungsmethodik auf Übereinstimmung mit den Vorgaben des IAS 36 sowie zur Plausibilisierung der angesetzten Parameter haben wir interne Bewertungsspezialisten hinzugezogen.
-
Darüber hinaus untersuchten wir, ob die erforderlichen Angaben im Anhang alle notwendigen Erläuterungen im Zusammenhang mit den Wertminderungstests enthalten sowie die wesentlichen Schätzunsicherheiten angemessen beschrieben sind.
Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens
siehe Anhang Kapitel 1.6.1, 1.6.6. und 2 Punkt (1)
Das Risiko für den Abschluss
Das Sachanlagevermögen beträgt mit TEUR 2.032.790 (Vorjahr: TEUR 2.153.648) 62,61 % (Vorjahr: 66,47 %) der Konzernbilanzsumme. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen im Geschäftsjahr betrugen TEUR 191.636 und betrafen vor allem Investitionen in das neue Werk in Lexington, USA.
Egger untersucht bei Sachanlagevermögen neben der fortlaufenden Bewertung jeweils zum Bilanzstichtag, ob Anzeichen einer Wertminderung vorliegen. Bei Vorliegen solcher Anzeichen führt die Geschäftsleitung einen Wertminderungstest durch. Dabei wird der jeweilige Buchwert des betroffenen Sachanlagevermögens dem erzielbaren Betrag, das ist der höhere Wert aus Nutzungswert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, gegenübergestellt. Liegt dieser Wert unter dem Buchwert, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung auf diesen niedrigeren Wert.
Der Nutzungswert wird als Barwert der geschätzten künftigen Ein- und Auszahlungen aus der Verwendung des Gegenstandes unter Zugrundelegung eines risikoadjustierten Zinssatzes ermittelt. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten entspricht dem für den betroffenen Gegenstand am Markt unter unabhängigen Dritten erzielbaren Verkaufserlös abzüglich anfallender Veräußerungskosten. Kann für den betroffenen Gegenstand kein eigenständiger Mittelüberschuss festgestellt werden, wird er in die nächstgrößere Einheit, für die ein eigenständiger Überschuss ermittelt werden kann (zahlungsmittelgenerierende Einheit), einbezogen.
Auf Grund der Investitionen in neue Werke in Verbindung mit den möglichen Auswirkungen aus "COVID-19" im Jahr 2020/21 war dieser Sachverhalt während unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Werthaltigkeit der Sachanlagen wie folgt beurteilt:
-
Unsere Vorgehensweise bei der Prüfung der Werthaltigkeitstests des Sachanlagevermögens ist ident mit unserer Vorgehensweise in der Prüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte. Wir verweisen dazu auf die Darstellungen im vorherigen Abschnitt.
-
Darüber hinaus haben wir zur Beurteilung, ob in weiteren CGUs Anhaltspunkte für Wertminderungen bestehen, Gespräche mit dem Management und analytische Prüfungshandlungen durchgeführt.
Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern
siehe Anhang Kapitel 1.6.12. und 2 Punkt (16)
Das Risiko für den Abschluss
Die aktiven latenten Steuern betragen im Konzernabschluss TEUR 94.367 (Vorjahr: TEUR 114.474). Aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 41.350 (Vorjahr: TEUR 30.874) wurden nicht angesetzt.
Die Ermittlung der aktiven latenten Steuern erfolgt für alle abzugsfähigen temporären Differenzen zwischen den Wertansätzen der Bilanzposten im konsolidierten IFRS-Abschluss und den bei den einzelnen Gesellschaften bestehenden Steuerwerten sowie für bestehende Verlustvorträge. Aktive latente Steuern werden nur angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass der enthaltene Steuervorteil realisierbar sein wird. Die Bewertung der aktiven latenten Steuern erfolgt für das jeweilige Land anwendbaren Steuersatz.
Der Einschätzung, ob der Steuervorteil realisierbar ist, liegt die Annahme zu Grunde, dass in Zukunft ausreichende steuerpflichtige Einkünfte erwirtschaftet werden, um bestehende abzugsfähige temporäre Unterschiede zu nutzen und Verlustvorträge zu verwerten. Diese hängen vor allem von den künftigen Ergebnissen der jeweiligen Steuersubjekte (einzelne Unternehmen und Steuergruppen), von Steuergestaltungsmöglichkeiten und der künftigen Entwicklung von Steuervorschriften sowie deren Interpretationen seitens der Finanzverwaltungen ab. Daraus ergibt sich das Risiko, dass die angesetzten aktiven latenten Steuern zu hoch oder zu gering eingeschätzt sind.
Auf Grund der Tatsache, dass die Beurteilung der Werthaltigkeit der aktivierten latenten Steuern stark ermessensbehaftet ist, war dieser Sachverhalt für uns in der Prüfung von besonderer Bedeutung.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern wie folgt beurteilt:
-
Unsere Prüfungshandlungen umfassten die Beurteilung der internen Kontrollen im Rechnungslegungsprozess zu den aktiven latenten Steuern einschließlich der Herleitung der Annahmen der Unternehmensleitung sowie der Vertreter der operativen Unternehmensbereiche zu den künftigen steuerlichen Ergebnissen sowie den Steuergestaltungsmöglichkeiten in der Gruppe.
-
Wir haben die als den aktiven latenten Steuern zu Grunde gelegten prognostizierten Ergebnisse mit der aktuellen und vom Aufsichtsrat genehmigten Planung des Konzerns abgeglichen.
-
Weiters würdigten wir die angenommene Ergebnisentwicklung der Gruppe im Vergleich mit den historischen Daten des Konzerns. Die Steuergestaltungsmöglichkeiten haben wir insbesondere hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit kritisch gewürdigt.
-
Darüber hinaus untersuchten wir, ob die erforderlichen Angaben im Anhang alle notwendigen Erläuterungen im Zusammenhang mit aktiven latenten Steuern enthalten sowie die wesentlichen Schätzunsicherheiten angemessen beschrieben sind.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
-
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
-
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
-
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
-
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
-
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
-
Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
-
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
-
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
-
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichtes in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichtes durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Konzernlagebericht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der Generalversammlung am 27. Juli 2020 als Abschlussprüfer gewählt und am 12. November 2020 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 30. April 2021 endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Konzernabschluss zum 30. April 2020 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Ulrich Pawlowski.
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
Einzelabschluss
nach UGB
der Egger Holzwerkstoffe GmbH, St. Johann i. T., zum 30. April 2021
Bilanz zum 30. April 2021
Gewinn- und Verlustrechnung 2020 / 21
Allgemeine Angaben
Konzernverhältnisse
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Erläuterungen zu Posten der Bilanz
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Sonstige Angaben
Erklärung der gesetzlichen Vertreter
Bestätigungsvermerk Einzelabschluss
|
Bilanz zum 30.04.2021 – Aktiva
|
30.04.2021 EUR
|
30.04.2020 TEUR
|
|
A.
|
Anlagevermögen
|
|
|
|
I. Finanzanlagen
|
|
|
|
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
|
3.018.825.517,66
|
2.817.352
|
|
2. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens
|
288.688,71
|
2.729
|
|
|
3.019.114.206,37
|
2.820.081
|
|
B.
|
Umlaufvermögen
|
|
|
|
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
|
|
|
|
1. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
|
100.414.226,18
|
106.491
|
|
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
|
0,00
|
0
|
|
2. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
|
4.512.013,65
|
4.788
|
|
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
|
0,00
|
0
|
|
|
104.926.239,83
|
111.279
|
|
II. Guthaben bei Kreditinstituten
|
64.858.731,25
|
146.186
|
|
|
169.784.971,08
|
257.465
|
|
C.
|
Rechnungsabgrenzungsposten
|
304.312,50
|
551
|
|
D.
|
Aktive latente Steuern
|
536.162,25
|
757
|
|
Summe Aktiva
|
3.189.739.652,20
|
3.078.855
|
|
Bilanz zum 30.04.2021 – Passiva
|
30.04.2021 EUR
|
30.04.2020 TEUR
|
|
A.
|
Eigenkapital
|
|
|
|
I. Eingefordertes und eingezahltes Stammkapital
|
11.509.032,00
|
11.509
|
|
II. Kapitalrücklagen
|
|
|
|
1. Gebundene
|
37.050.551,00
|
37.051
|
|
2. Nicht gebundene
|
760.764.778,85
|
760.765
|
|
|
797.815.329,85
|
797.815
|
|
III. Bilanzgewinn
|
945.332.909,24
|
526.590
|
|
davon Gewinnvortrag
|
512.089.533,07
|
497.070
|
|
|
1.754.657.271,09
|
1.335.914
|
|
B.
|
Rückstellungen
|
|
|
|
1. Steuerrückstellungen
|
60.671.006,81
|
38.535
|
|
davon latente Steuern
|
0,00
|
0
|
|
2. Sonstige Rückstellungen
|
268.248,80
|
190
|
|
|
60.939.255,61
|
38.725
|
|
C.
|
Verbindlichkeiten
|
|
|
|
1. Anleihen
|
147.161.000,00
|
150.000
|
|
davon konvertibel
|
0,00
|
0
|
|
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
|
0,00
|
0
|
|
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
|
147.161.000,00
|
150.000
|
|
2. Verbindlichkeiten gegenüber Geldinstituten
|
625.000.000,00
|
822.334
|
|
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
|
77.500.000,00
|
197.334
|
|
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
|
547.500.000,00
|
625.000
|
|
3. Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen
|
541.000.000,00
|
621.000
|
|
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
|
46.000.000,00
|
0
|
|
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
|
495.000.000,00
|
621.000
|
|
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
|
2.471.419,05
|
1.996
|
|
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
|
2.471.419,05
|
1.996
|
|
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
|
0,00
|
0
|
|
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
|
55.774.363,65
|
103.756
|
|
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
|
55.774.363,65
|
103.756
|
|
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
|
0,00
|
0
|
|
6. Sonstige Verbindlichkeiten
|
2.736.342,80
|
5.129
|
|
davon aus Steuern
|
4.039,00
|
1.685
|
|
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
|
0,00
|
0
|
|
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
|
2.736.342,80
|
5.129
|
|
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
|
0,00
|
0
|
|
|
1.374.143.125,50
|
1.704.216
|
|
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
|
184.482.125,50
|
308.216
|
|
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
|
1.189.661.000,00
|
1.396.000
|
|
Summe Passiva
|
3.189.739.652,20
|
3.078.855
|
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2020/21
|
2020/21 EUR
|
2019/20 TEUR
|
|
1.
|
Umsatzerlöse
|
28.755.400,31
|
25.573
|
|
2.
|
sonstige betriebliche Erträge
|
|
|
|
a) Übrige
|
0,10
|
0
|
|
3.
|
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
|
|
|
|
a) Materialaufwand
|
–28.404.030,20
|
–24.767
|
|
4.
|
Sonstige betriebliche Aufwendungen
|
|
|
|
a) Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen fallen
|
–4.957,70
|
–5
|
|
b) Übrige
|
–1.114.084,36
|
–792
|
|
|
–1.119.042,06
|
–798
|
|
5.
|
Zwischensumme aus Z 1 bis Z 4 (Betriebsergebnis)
|
–767.671,85
|
8
|
|
6.
|
Erträge aus Beteiligungen
|
379.510.000,00
|
49.341
|
|
davon aus verbundenen Unternehmen
|
379.510.000,00
|
49.341
|
|
7.
|
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
|
665.448,88
|
1.034
|
|
davon aus verbundenen Unternehmen
|
0,00
|
0
|
|
8.
|
Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens
|
1.490.308,50
|
0
|
|
9.
|
Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens
|
–171.183,99
|
–435
|
|
davon Abschreibungen
|
0,00
|
0
|
|
10.
|
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
|
–21.876.451,02
|
–29.061
|
|
davon betreffend verbundene Unternehmen
|
0,00
|
0
|
|
11.
|
Zwischensumme aus Z 6 bis Z 8 (Finanzergebnis)
|
359.618.122,37
|
20.879
|
|
12.
|
Ergebnis vor Steuern
|
358.850.450,52
|
20.887
|
|
13.
|
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
|
7.450.145,65
|
8.632
|
|
davon latente Steuern
|
–221.141,25
|
–145
|
|
davon Erträge aus Steuergutschriften und aus der Auflösung von nicht bestimmungsgemäß verwendeten Steuerückstellungen
|
0,00
|
0
|
|
14.
|
Ergebnis nach Steuern
|
366.300.596,17
|
29.519
|
|
15.
|
Jahresüberschuss
|
366.300.596,17
|
29.519
|
|
16.
|
Umgründungsbedingte Reinvermögensmehrung
|
66.942.780,00
|
0
|
|
17.
|
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr
|
512.089.533,07
|
497.070
|
|
18.
|
Bilanzgewinn
|
945.332.909,24
|
526.590
|
Anhang für das Geschäftsjahr 2020 / 21 der
Egger Holzwerkstoffe GmbH, St. Johann in Tirol
A. Allgemeine Angaben
Die Gesellschaft wurde in der Rechtsform einer
GmbH
mit Erklärung über die Errichtung der Gesellschaft (zugleich Gesellschaftsvertrag) vom 17.01.1994 gegründet und ist im
Firmenbuch
des Landes- als Handelsgerichtes Innsbruck unter der Nummer FN 74729 x eingetragen.
Der
Sitz
der Gesellschaft ist in St. Johann in Tirol.
Das
Geschäftsjahr
erstreckt sich vom 1. Mai bis zum 30. April des darauf folgenden Jahres.
Der vorliegende Jahresabschluss zum 30.04.2021 wurde von der Geschäftsführung der Gesellschaft nach den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der geltenden Fassung aufgestellt.
Bei der geprüften Gesellschaft handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 221 UGB mit den Rechtsfolgen einer großen Gesellschaft.
Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
Bei der Bilanzierung und Bewertung wurde den allgemein anerkannten Grundsätzen Rechnung getragen. Dabei wurden die in § 201 Abs. 2 UGB kodifizierten Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ebenso beachtet wie die Gliederungs- und Bewertungsvorschriften für die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung der §§ 195 bis 211 und 222 bis 235 UGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten. Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen.
Bei den Vermögensgegenständen und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung angewandt.
Das Unternehmen hat dem Vorsichtsprinzip Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen werden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste, die bis zum Bilanzstichtag entstanden sind, wurden berücksichtigt.
Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, hat das Unternehmen diese bei den Schätzungen berücksichtigt.
Fallen Vermögensgegenstände oder Verbindlichkeiten unter mehrere Posten der Bilanz, erfolgt die Angabe bei jenem Posten, unter dem der Ausweis erfolgt.
B. Konzernverhältnisse
Die Gesellschaft stellt als Mutterunternehmen einen konsolidierten Jahresabschluss auf. Die Hinterlegung erfolgt beim Firmenbuch des Landes- als Handelsgerichtes Innsbruck.
C. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten.
1. Anlagevermögen
Finanzanlagen
Die Finanzanlagen sind mit den Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren beizulegenden Zeitwerten zum Bilanzstichtag bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen werden nur im Fall einer voraussichtlich wesentlich dauernden Wertminderung vorgenommen.
Die Wertpapiere des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren Börsenkurs zum Bilanzstichtag bewertet.
Zuschreibungen zum Anlagevermögen
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind. Die Zuschreibung erfolgt maximal auf den Nettobuchwert, der sich unter Berücksichtigung der Normalabschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, ergibt.
2. Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennbetrag angesetzt. Im Falle erkennbarer Einzelrisiken wird der niedrigere beizulegende Zeitwert angesetzt.
Forderungen in Fremdwährungen werden mit dem Anschaffungskurs oder mit dem niedrigeren Devisengeldkurs zum Bilanzstichtag angesetzt.
Wertpapiere und Anteile
Die im Umlaufvermögen ausgewiesenen Wertpapiere und Anteile werden mit den Anschaffungskosten und entsprechend dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
Die auf Fremdwährung lautenden Kassenbestände, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Entstehungskurs oder dem niedrigeren Kurs zum Bilanzstichtag bilanziert.
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten
Als Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
Die aktive Rechnungsabgrenzung beinhaltet Disagios im Zusammenhang mit der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten. Die Disagios werden über die Laufzeit der Verbindlichkeiten gemäß der Effektivzinsmethode aufgelöst.
Aktive latente Steuern
Aktive latente Steuern werden auf Differenzen, die zwischen den unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten bestehen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, angesetzt.
3. Rückstellungen
In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewissen Verbindlichkeiten berücksichtigt. Die sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, welcher bestmöglich geschätzt wurde.
4. Verbindlichkeiten
Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgte mit ihrem Erfüllungsbetrag.
Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden mit ihrem Entstehungskurs oder mit dem höheren Devisenbriefkurs zum Bilanzstichtag bewertet.
Anleihen werden zu den fortgeschriebenen Anschaffungskosten bilanziert. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung verteilt.
D. Erläuterungen zu Posten der Bilanz
1. Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Aufgliederung der Jahresabschreibung nach einzelnen Posten sind im Anlagenspiegel dargestellt.
|
Anlagenspiegel zum 30.04.2021
|
EUR
|
|
Anschaffungskosten Stand 30.04.2020
|
2.896.417.050,34
|
|
Zugänge
|
213.446.311,69
|
|
Abgänge
|
–14.413.178,28
|
|
Umbuchungen
|
0,00
|
|
Anschaffungskosten Stand 30.04.2021
|
3.095.450.183,75
|
|
Kumulierte Abschreibungen Stand 30.04.2020
|
76.335.977,38
|
|
Zugänge
|
1.319.124,51
|
|
Abgänge
|
–1.319.124,51
|
|
Umbuchungen
|
0,00
|
|
Kumulierte Abschreibungen Stand 30.04.2021
|
76.335.977,38
|
|
Buchwert 30.04.2020
|
2.820.081.072,96
|
|
Buchwert 30.04.2021
|
3.019.114.206,37
|
Die Zugänge bei den Finanzanlagen an verbundenen Unternehmen setzen sich aus dem Kauf der Egger Argentina Investment Ltd. in Höhe von 1,00 EUR und der Egger Argentina Holding Ltd. in Höhe von 1,00 EUR , Kapitalerhöhungen gegenüber der Egger Americas Holding GmbH, A-6380 St. Johann in Tirol in Höhe von 68.443.500,00 EUR, gegenüber der Egger Corporate Services GmbH in Höhe von 50.000.000,00 EUR, gegenüber der Egger Osteuropa Beteiligungsverwaltung GmbH, A-6380 St.Johann in Tirol in Höhe von 4.000.000,00 EUR, gegenüber der Egger Business Service GmbH, A-6380 St.Johann in Tirol in Höhe von EUR 6.240.000,00 sowie gegenüber der Egger Südamerika Holding GmbH, A-6380 St.Johann in Tirol in Höhe von EUR 5.846.860,00 zusammen.
Weiters wurde mit dem Spaltungs- und Übernahmevertrag die EHWS Beteiligungs GmbH, A-6380 St.Johann in Tirol von der Egger Osteuropa Beteiligungsverwaltung GmbH, A-6380 St.Johann in Tirol mit einem Betrag von 66.942.780 EUR übernommen.
Der Abgang betrifft die Egger (UK) Holdings Limited, Woking, Großbritannien in Höhe von 1,00 EUR.
Wertpapiere des Anlagevermögens betreffen Zugänge in Höhe von 11.973.169,69 EUR sowie Verkäufe in Höhe von 14.413.177,28 EUR.
Anteile an verbundenen Unternehmen
|
Beteiligungsspiegel
|
Anschaffungswert EUR
|
Buchwert 30.04.2021 EUR
|
Anteil in %
|
Eigenkapital 30.04.2021
|
Jahresergebnis GJ 2020/21
|
|
Egger Argentina Investment Ldt., Großbritannien
|
1,00
|
1,00
|
100 %
|
GBP
|
–287.384,05
|
3.904.222,34
|
|
Egger (UK) Limited, Woking, Großbritannien
|
158.771.666,15
|
158.771.666,15
|
100 %
|
GBP
|
137.327.341,28
|
23.752.936,18
|
|
Egger Argentina Holding Ltd., Großbritannien
|
1,00
|
1,00
|
100 %
|
GBP
|
–2.662,49
|
–3.252,97
|
|
Fritz Egger Gesellschaft m.b.H., St. Johann in Tirol
|
524.372.822,79
|
524.372.822,79
|
94,90 %
|
EUR
|
437.201.450,57
|
138.524.868,79
|
|
Egger Osteuropa Beteiligungsverwaltung GmbH, St. Johann in Tirol
|
1.274.760.704,37
|
1.274.760.704,37
|
100 %
|
EUR
|
1.222.052.639,06
|
284.734.794,95
|
|
Egger Business Services GmbH, St. Johann in Tirol
|
6.275.000,00
|
6.275.000,00
|
100 %
|
EUR
|
12.771.674,55
|
6.418.880,98
|
|
Egger Deutschland Beteiligungsverwaltung GmbH, St. Johann in Tirol
|
309.618.000,00
|
309.618.000,00
|
94,84 %
|
EUR
|
363.841.843,86
|
89.416.251,32
|
|
Egger Americas Holding GmbH, St. Johann in Tirol
|
565.220.239,73
|
488.884.262,35
|
100 %
|
EUR
|
487.436.644,22
|
155.492.933,64
|
|
Egger Corporate Services GmbH
|
107.185.000,00
|
107.185.000,00
|
100 %
|
EUR
|
108.696.974,09
|
8.497.779,93
|
|
EHWS Beteiligungs GmbH, St. Johann in Tirol
|
66.942.780,00
|
66.942.780,00
|
100 %
|
EUR
|
100.456.615,04
|
16.072.965,39
|
|
Egger Südamerika Holding GmbH
|
5.881.860,00
|
5.881.860,00
|
100 %
|
EUR
|
5.874.168,52
|
–5.841,48
|
|
Northumbria Finance DAC, Dublin
|
76.133.420,00
|
76.133.420,00
|
100 %
|
EUR
|
101.961.496,04
|
1.872.948,45
|
|
Summe
|
3.095.161.495,04
|
3.018.825.517,66
|
|
GBP EUR
|
137.037.294,74 2.840.293.505,95
|
27.653.905,55 701.025.581,97
|
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen im Wesentlichen aus sonstigen Forderungen bzw. Poolgeldforderungen in Höhe von
2.050.974,31 EUR (Vorjahr: 34.855 TEUR) sowie Forderungen aus der steuerlichen Gruppenumlage in Höhe von 98.363.251,87 EUR (Vorjahr: 71.637 TEUR).
|
Aktive Rechnungsabgrenzung
|
30.04.2021 EUR
|
30.04.2020 TEUR
|
|
Disagio
|
304.312,50
|
467
|
|
Sonstige Abgrenzungen
|
0,00
|
85
|
|
304.312,50
|
551
|
Aktive latente Steuern
Die aktiven latenten Steuern werden für Disagios gebildet.
Derivative Finanzinstrumente
Die Finanzderivate werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren Marktwert zum Bilanzstichtag bewertet und unter den sonstigen Forderungen ausgewiesen. Negative Marktwerte werden unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.
Das Nominale stellt das Kontraktvolumen der derivativen Finanzinstrumente dar. Die beizulegenden Marktwerte sind jene Beträge, zu dem diese Geschäfte glattgestellt werden können. Die derivativen Finanzinstrumente dienen ausschließlich der Absicherung von Zinsänderungs- und Währungsänderungsrisiken. Die Bewertungen erfolgen durch die jeweiligen Finanzinstitute.
Die derivativen Finanzinstrumente zur Absicherung des Zins- bzw. Fremdwährungsrisikos setzen sich wie folgt zusammen:
|
Kategorie
|
Art des Finanzinstrumentes
|
Währung
|
Umfang Nominale
|
Anzahl
|
Positiver Zeitwert
|
Negativer Zeitwert
|
|
zinsabhängige Produkte
|
|
|
|
|
|
|
Optionen
|
EUR
|
–
|
–
|
–
|
–
|
|
Swaps
|
EUR
|
465.000.000,00
|
10
|
10.117.639,78
|
0,00
|
|
Vorjahr - zinsabhängige Produkte
|
|
|
|
|
|
|
Optionen
|
EUR
|
–
|
–
|
–
|
–
|
|
Swaps
|
EUR
|
465.000.000,00
|
10
|
13.257.985,27
|
0,00
|
Eigenkapital
Das Stammkapital der Egger Holzwerkstoffe GmbH beträgt 11.509.032,00 EUR und ist gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben.
Vorschlag zur Ergebnisverwendung
Die Gesellschaft beabsichtigt keine Ausschüttung vorzunehmen und den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.
Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von 268.248,80 EUR (Vorjahr: 190 TEUR) beinhalten Kosten
für Steuerberatung und Wirtschaftsprüfer sowie eine Rückstellung für Prozesskosten.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf
Jahren betragen zum Bilanzstichtag 242.500.000,00 EUR (im Vorjahr: 514.500 TEUR).
Anleihen
Die Egger Holzwerkstoffe GmbH begab im März 2018 einen
Perpetual Bond
(Hybridanleihe) mit einem Gesamtnennbetrag in Höhe von 150 Mio. EUR (Transaktionskosten: 2.180 TEUR). Die Anleihe hat eine unbefristete Laufzeit und einen fixen Kupon von 4,875 % für die ersten fünf Jahre. Sollte die Anleihe nach fünf Jahren nicht gekündigt werden, wird alle fünf Jahre ein neuer Zinssatz festgelegt (5-Jahres-Swap plus Aufschlag plus 500bps Step-up). Für die Anleihegläubiger ist das Recht auf Kündigung der Anleihe ausgeschlossen.
Die steuerlich abzugsfähigen Zinszahlungen sind jährlich am 12. März fällig. Die Emittentin ist zum Aufschub von Zinszahlungen unter bestimmten, in den Anleihebedingungen definierten Voraussetzungen berechtigt; Zinsrückstände werden nicht verzinst. Allerdings ist die Emittentin verpflichtet, Zinsen (und bestehende Zinsrückstände) zu zahlen, wenn:
-
Zinsen, sonstige Ausschüttungen oder Zahlungen (einschließlich Zahlungen für eine Rückzahlung oder einen Rückkauf) in Bezug auf nachrangige Wertpapiere oder gleichrangige Wertpapiere oder auf von Gesellschaftern der Emittentin gewährte Darlehen (unabhängig von deren Rang) innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten unmittelbar vor diesem Zinszahlungstag gültig beschlossen oder bezahlt wurden oder in diesem Zeitraum Darlehen an die Gesellschafter gewährt oder unter solchen Darlehen zu zahlende Zinsen gestundet oder erlassen wurden; oder
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der Perpetual Bond getilgt wird; oder
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die Emittentin in die Liquidation geht und abgewickelt oder aufgelöst wird.
Im Geschäftsjahr 2020/21 wurde ein Nennbetrag von 2.839.000 EUR rückgekauft.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten – wie im Vorjahr – sonstige Verbindlichkeiten bzw. Poolgeldverbindlichkeiten in Höhe von 55.774.363,65 EUR (Vorjahr: 103.756 TEUR).
Sonstige Verbindlichkeiten
Im Posten „Sonstige Verbindlichkeiten“ sind folgende wesentliche Aufwendungen enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden:
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Sonstige Verbindlichkeiten
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30.04.2021 EUR
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30.04.2020 TEUR
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Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
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192.176,53
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740
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Sonstige Verbindlichkeiten
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1.557.373,99
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1.703
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Summe
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1.749.550,52
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2.443
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Eventualverbindlichkeiten
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30.04.2021 EUR
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30.04.2020 TEUR
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aus Haftungen / Garantien Energielieferungen
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4.000.000,00
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7.000
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davon gegenüber verbundenen Unternehmen
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4.000.000,00
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7.000
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aus Haftungen / Garantien Sonstige
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290.408.916,73
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244.100
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davon gegenüber verbundenen Unternehmen
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290.408.916,73
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244.100
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Summe
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294.408.916,73
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251.100
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davon gegenüber verbundenen Unternehmen
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294.908.916,73
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251.100
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Die Egger Holzwerkstoffe hat für ausstehende Forderungen aus bestehenden Verträgen zwischen verbundenen Unternehmen und ihren jeweiligen Energielieferanten in Österreich, Frankreich und Großbritannien eine Zahlungsgarantie übernommen.
Bei den sonstigen Garantien handelt es sich um übernommene Garantien im Rahmen der Factoring-Vereinbarung sowie zur Besicherung von Forderungen des britischen Pension Protection Fund, welcher die Betriebspensionen für insolvente Unternehmen abdeckt. Zusätzlich bestehen Garantien für die vereinbarte Linie von Bankgarantien gegenüber einer deutschen Bank aus der Geschäftsbeziehung mit einem verbundenen Unternehmen in Frankreich.
E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse und Materialaufwand
Die Umsatzerlöse und die Materialaufwendungen stammen aus dem Gas- und Stromgeschäft mit der Egger Kraftwerk Brilon GmbH, Brilon, Deutschland.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die ausgewiesenen übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten insbesondere Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 423.831,96 EUR (Vorjahr: 559 TEUR) bzw. Sonstigen Aufwand aus der Auswirkung der Betriebsprüfung in Deutschland in Höhe von 560.925,00 EUR (Vorjahr: 0 TEUR).
Finanzerfolg
Der Finanzerfolg setzt sich aus Beteiligungserträgen in Höhe von 379.510.000,00 EUR (Vorjahr: 49.341 TEUR), Aufwendungen aus Währungsdifferenzen in Höhe von
-264.447,90 EUR (Vorjahr: -240 TEUR), kompensiert durch einen Zinssaldo in Höhe von – 20.946.554,24 EUR (Vorjahr: – 27.787 TEUR), Erträgen aus Abgang von Finanzanlagen (Mehrerlös) in Höhe von 1.490.308,50 EUR (Vorjahr: 0 TEUR) sowie Aufwendungen aus Abang von Finanzanlagen (Mindererlös) in Höhe von -171.183,99 EUR (Vorjahr: -435 TEUR) zusammen.
Honorare des Abschlussprüfers
Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer sind im Konzernabschluss der Egger Holzwerkstoffe GmbH, 6380 St. Johann in Tirol, enthalten. Der Konzernabschluss wird beim Firmenbuch des Landes- als Handelsgerichtes Innsbruck hinterlegt.
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich im Wesentlichen aus positiven Steuerumlagen in Höhe von 26.530.719,55 EUR (Vorjahr: 23.245 TEUR) aus der Unternehmensgruppe und aus Rückstellungen für zukünftige Steuerumlagen in Höhe von 2.419.437,34 EUR (Vorjahr: 14.219 TEUR) sowie aus Steueraufwendungen aus laufenden und vergangenen Perioden in Höhe von 16.439.995,31 EUR (Vorjahr: 250 TEUR) zusammen.
F. Sonstige Angaben
1. Unternehmensgruppe
Die Gesellschaft ist seit dem Geschäftsjahr 2007 / 08 Gruppenträger einer Unternehmensgruppe gemäß § 9 Abs. 8 KStG. Mit Gruppenvertrag vom April 2010 wurde der steuerliche Ausgleich zwischen dem Gruppenträger und jedem einzelnen Gruppenmitglied in Form von Steuerumlageverträgen neu geregelt.
Wird dem Gruppenträger von einem Gruppenmitglied ein positives Einkommen (steuerlicher Gewinn) zugerechnet, so beträgt die positive Steuerumlage des Gruppenmitgliedes an den Gruppenträger 25 % des zugerechneten positiven Einkommens (steuerlichen Gewinns) des Gruppenmitgliedes (positive Steuerumlage).
Wird dem Gruppenträger vom Gruppenmitglied ein negatives Einkommen (steuerlicher Verlust) zugerechnet, kürzen die zugerechneten steuerlichen Verluste in den folgenden Geschäftsjahren die Basis der an den Gruppenträger zu vergütenden positiven Steuerumlage.
2. Pflichtangaben über Organe und Arbeitnehmer
Durchschnittliche Arbeitnehmerzahl
Die Gesellschaft beschäftigt
kein
Personal.
Organe der Gesellschaft
Im Geschäftsjahr waren folgende Personen als
Geschäftsführer
tätig:
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Dr. Thomas Leissing
-
Walter Schiegl
-
Ulrich Bühler
Im Geschäftsjahr waren folgende Personen im
Aufsichtsrat:
-
Fritz Egger (Vorsitz)
-
Michael Egger
-
Dr. Robert Briem
-
Univ.-Prof. Dr. Ewald Aschauer
-
Michael Stiehl
-
Alfred Wurmbrand
3. Wesentliche Risiken, Chancen und Ungewissheiten
In allen EGGER Werken konnten schon frühzeitig im Geschäftsjahr 2020/21 Stabilisierungseffekte in Bezug auf die marktseitige Nachfrage vermeldet werden, welche abhängig von gesetzlichen Maßnahmen in einer Vollauslastung aller EGGER Werke resultierte. Mit August 2020 konnte die EGGER Gruppe somit bereits weitestgehend keine negativen Auswirkungen durch COVID-19 auf den Umsatz, die Ertragslage sowie der Liquiditätssituation mehr feststellen. Dies wiederum ermöglichte, die getroffenen und noch geplanten Maßnahmen zur Risikoreduktion für die EGGER Gruppe wieder zu lockern.
4. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Am 28.05.2021 fand eine Generalversammlung der Egger Holzwerkstoffe GmbH statt, bei der die Verschmelzung der Northumbria Finance DAC, Dublin, Irland beschlossen wurde. Ende Juli wird voraussichtlich die Anmeldung der Verschmelzung in Irland erfolgen. Danach wird die Verschmelzung in Österreich angemeldet und eingetragen.
Erklärung der gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der in Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der
Egger Holzwerkstoffe GmbH, Sankt Johann in Tirol
,
bestehend aus der Bilanz zum 30. April 2021, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 30. April 2021 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen
Siehe Anhang Kapitel D
Das Risiko für den Abschluss
Die Anteile an verbundenen Unternehmen betragen im Jahresabschluss TEUR 3.018.826 (Vorjahr: TEUR 2.817.352) und machen damit 94,64 % (Vorjahr: 91,51 %) der Bilanzsumme aus.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden diese auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben. Bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen handelt es sich mehrheitlich um indirekte Anteile an produzierenden Gesellschaften.
Wenn Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen beizulegenden Wert vorliegen, sind diese im Rahmen einer Beteiligungsbewertung zu überprüfen. Dabei sind auch wesentliche Beteiligungen in der unmittelbaren Tochtergesellschaft, die von möglichen Wertminderungen ebenfalls betroffen sein könnte, miteinzubeziehen.
Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Anteilen an verbundenen Unternehmen erfordert wesentliche Annahmen und Schätzungen der gesetzlichen Vertreter zur Beurteilung, ob eine Wertminderung zum Geschäftsjahresende vorliegt sowie gegebenenfalls zur Quantifizierung solcher Wertminderungen. Bei der Durchführung der Discounted Cashflow-Bewertungen besteht das wesentliche Risiko in der Schätzung der zukünftigen Cashflows sowie den Annahmen für die Ermittlung des Zinssatzes. Aus diesem Grund stellte dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung einen besonderen Schwerpunkt dar.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen wie folgt beurteilt:
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Im ersten Schritt haben wir die Prozessabläufe sowie relevante interne Kontrollen erhoben und die Schlüsselkontrollen zur Beurteilung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen auf deren Ausgestaltung und Implementierung evaluiert.
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Wir haben die vom Unternehmen erstellten Unterlagen zur Ermittlung einer allfälligen statischen Unterdeckung nachvollzogen und die Dokumentation, ob andere Indikatoren für eine Wertminderung vorliegen, kritisch gewürdigt und mit dem Management diskutiert.
-
Wir haben die der anlassbezogenen Bewertung zugrunde gelegten Ergebniserwartungen sowie Investitionen mit dem von der Geschäftsführung aufgestellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Budget samt Mittelfristplanung abgeglichen. Um die Angemessenheit der Planungen beurteilen zu können, haben wir uns ein Verständnis über den Planungsprozess verschafft und die verwendeten Annahmen mit der historischen Entwicklung abgeglichen. Wir haben die Annahmen in Gesprächen mit dem Management erörtert und uns in diesem Zuge ein Verständnis darüber verschafft, wie historische Erfahrungen die Planung des Managements beeinflussen.
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Darüber hinaus haben wir die Angemessenheit der ermittelten Diskontierungssätze sowie das Berechnungsmodell des Werthaltigkeitstests beurteilt. Wir haben kritisch gewürdigt, ob die langfristige Entwicklung des Rentabilitätsniveaus in der Rentenphase im Vergleich mit den in der Vergangenheit erzielten Ergebnissen und der Entwicklung in der Mittelfristplanung konsistent und plausibel erscheint. Diese Prüfungshandlungen haben wir unter Konsultation unserer Bewertungsspezialisten vorgenommen.
-
Zusätzlich haben wir untersucht, ob die Erläuterungen zu den Anteilen im Anhang vollständig und sachgerecht sind.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
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Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
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Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
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Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
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Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
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Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
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Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
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Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
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Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichtes in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichtes durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Lagebericht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der Generalversammlung am 27. Juli 2020 als Abschlussprüfer gewählt und am 12. November 2020 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 30. April 2021 endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Jahresabschluss zum 30. April 2020 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Ulrich Pawlowski.
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
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